238 بهمها ચાઇ કોર ક Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. Vierte Auflage. -41ajestat 6. 57. 20. 124.25 Jahrbofa Darmstadt 1817, gedrudt bei 2. C. Wittich Großherzegi. Hof nb Rangleibud bruder. Lang Im Verlage der Großherzoglichen Invaliden und Soldaten- Waisen- Anstalt. Gb 238 Univ.- Bibl. Giessen Inhalt. Allgemeine Lieder beim Anfang und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nro. 19. Abtheilung. Erste Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Nro. 10- 289. 20. Von Gott, dessen Wesen u.Eigenschaften. No.10-41. Daseyn Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. Majestät und Größe Gottes 13 17. Auch 11. 56. 57. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18 Allgegenwart und Ullwissenheit Gettes 21. 22. 24. 25. Ullmacht Gottes 23. Auch 5o. 72. Weisheit Gots tes 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Gerech tigkeit Gottes 28. 29. Auch) 270-275. Wahrhaf Liebe Güte tigkeit und Treue Gottes 30. 31. und Barmherzigkeit Gottes 32-39. Geduld, Lang muth und Gnade Gottes 40. 41. 703. - Von der heiligen Dreieinigkeit. Nro. 42- 46. Von den Werken u. Wohlthaten Gottes Nr.47-4 Schöpfung 47-53. Auch 420 und 589. Borsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt 54- 66. Auch 26, 34. 36. Ben ben Engen 67-69. Der Mensch; seine Würde und Borlige 70-73, Bestimmung des Menschen 74 - IV 100. Erlösung 78-187. Gündhaftigkeit des Menschen 78-83. Folgen der Sünde 84 88. Erlösung u. Veredlung des Menschen durch Chriftum 89 Würde des Erlösers 101-103. Sendung und Geburt Jesu.( Ndventslieder) ( Weihnachtslieder) 110- Chrifti 120. 121. 104-109. 704. 119. 119. Erscheinung Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Verganger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126- 134. 333. 479. Leiden, Ted und Begräbniß Jesu( Paſ= fionslieder) 135- 173. Auferstehung Jesu ( Osterlieder) 174 184. 705. Christi Hingang zum Bater und Verherrlichung 185 187. 706. Heiligung 188-242 Sendung des heiligen Geistes ( Pfingstlieder) 188197. Vom Worte Gottes 198 208. 707. Von der heiligen christlichen Kirche 309-218. Am Reformationsfest 210. Bei der heiligen Taufe 219 224. Bei dem heiligen Abendmahle 225. 242. Auch 133. 161. 164. 165, 312, 335. codruar Com - Tode. Nro. 243 - www - - Von der Unsterblichkeit und Bergeltung nach dem Nro. 243 289. 1 exp Vom Tode 243-263. 665. 666. Von der Auferstehung der Todten 264- 269. Auch 699. 708. Vom jüngsten Gerichte 29. 270 275. 709. 710. Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276 287289. Auch 77. 178. 312. Berdammniß der GottTofen 273, 275, 288. -pr 3 weite Abtheilung. Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Nro. 290-498. Gesinnung und Verhalten des Christen im Augemeinen. Nro. 290- 354. Eigenschaften des Christen überhaupt 290. 292: 293.317. Berth und 325. 328. 336. 346. 347. 354. Wichtigkeit der christlichen Tugend 291. 296. 310312. 314. 318. 319 322 324. 334. 342. 353. Entschluß zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erkenntniß der Sünde und Reue 294 306. Auch 78. 79. 83. Buße oder Sinnesanderung und LeBitte bensbesserung 298. 299. 301. 304. 711. um Gottes Beistand zum Guten 337. 339. 340. Auch 80. Wider den Aufschub der Besserung 303. Trost der 307. Um allgemeinen Bußtage 309. Gundenvergebung durch Chriftum 302. 305. 308. 316. 2uch 144. Thätiger Glaube an Jesum Chris stum, und würdige Gesinnungen gegen ihn 312, 320. 333. 335. 343 521. 326 33₁- 345. 347. 348. 504. Wachsamkeit auf unsern Sinn und Wans del 81. 274. 349. Beharrlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327, 332. 350- 352. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht 555- 420. auf Gott. Nro. 555 Nro. Erkenntniß Gottes 355 358. Ehrfurcht ver Gott und Heilighaltung des Eides 359-361.( c) Liebe zu Gott 362. 365. Gehorsam gegen Gott 366 367. Freude in Gott 368 370. Vertrauen auf Gott Dankbarkeit ges 371 390. Gebät 391 gen Gott 404 411, 712. 420. 713, 714.2) FARM - T - - 4 www 403 L Lab Gottes 412 V Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. Nro. 421 476. BECOM COAC Selbsterkenntniß und Demuth 421 425. Selbstliebe 426. Selbstachtung 76. 71-73. 443.( b) 73. 443. b) Gorge für die Seele 427- 431. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit 432 435. Berufstreue 436439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen VI Güter 440 448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit Genügsamkeit und Zu friedenheit 449- 452. Streben nach Herzens- und 445- 448. 260 262. Gewissensruhe 453. 454. 500 503. Weiser Ge. nuß der Lebensfreuden 455-458. Geduld und Gelassenheit im Leiden 459 476. SHORTY - - Gesinnung und Verhalten des Christen gegen andere Menschen. Nro. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482. b) Gerechtigkeit und Billigkeit 483 584.0) Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht 488,( a) und( 6) Versöhnlichkeit und Feindesttebe 489 491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492 496. Gutes Beispiel 497. Bescheidenheit 498. Auch 421-424. 50g. Ge - omnevar SEPOVICO Glückseligkeit wahrer Christen 499 Aud) 316. 319. - * Dritte Abtheilung. Lieder über die Pflichten des Christen in besondern Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nro. 510 702. Gesinnung und Verhalten des Christen in besondern gesellschaftlichen Verbindungen. Nro. 510 559. Clustrady - 34 Hausliche Gesellschaft 510- 532. Der Ehestand 512. 513. Bei Trauungen 514 516. Nach der Trauung 516. Uelternpflicht 517-521, Kin= despflicht 522 524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Für Dienende 528. 529. Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dankbarkeit gegen Wehlthäter 532. Kirchliche Gesellschaft 533- 544. Lehrer und Suhörer 533, Bei Einführung eines Religionslehrers VII 534. Bei der Konfirmation 535- 542. 542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 548. Nach der Konfirmation 541. 542. Bei Einweihung einet Kirche 543. Bei Einführung eines Schulleh. rers 544. BaterBürgerliche Gesellschaft 545- 556. landsliebe 546. Regent, Obrigkeit und Unterthan 402. 547. 548.- Hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachbar 553- Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Christliches Verhalten in Ansehung ber Thiere und Bäume 557 55g. Gesinnung und Verhalten des Christen zu beson. 624. dern Zeiten. Nro. 560 Tagszeiten. Um Morgen 560-570. Am Sonns tagmorgen 571. Beim Unblick der aufgehenden Sonne 583. Unter gestirntem 572. Am Abend 573 Himmel 584. Gommer 588 Winter 593. 594. - I HOG Jahreszeiten 63. Im Frühling 585-587. m 590. Im Herbst 591. 592. Im CANOR Saat. und erntezeit. Zur Saatzeit 595. Nach einer reichen Wernte 596. 597. Auch 62. Nach einer sparsamen Wernte- 598. Witterung. Flehn um Regen 599. Nach verliehe. nem Regen 600. Flehn um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Gewite ter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613. Beim Anfang des Kirchenjahrs 614. Uuch 212. Lebenszeiten. Um Geburtstage 615. 616. 66. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jugend 618-620. Für Junglinge 621. 134.( a) 433.( b) 447. 455. 457. Für Jungfrauen 62%, 433,( c) Für das Ulter 623, 624. VIII Gesinnung und Verhalten des Christen unter beson-. dern Umständen. Nro. 625 702. bondhatny - Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. In Kriegszeiten 628- 630. Zur Friedensfeier 631 632. In Theurung 633. In Wassersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen Verlufte 638. Auf der Reise 639. Der reisende Jungling 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach den652. 252. felben 643. In Krankheiten 644 378. 382 462 462. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Furbitte für Kranke und Lei dende 655. 656. Nach der Geneſung 657. 274. CADAR Vorbereitung auf den Tod, und Trost für Sterbende 658 668. 247. 260 202. 268. 270. 282 - 287. Der sterbende Jüngling 669. Das stere bende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Einsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Ueltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegatten oder eines Freundes 678. Bei Auch 243. 250. 702. Begrabnissen 679 287. 258. 264 265. 267, 269. 276. 278 289. Um Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248.. 253, 254. 258. 260. 262. 679. 630. Um Grabe 681 Beim Grabe eines Verun. 691. glückten 692. Um Grabe Frühverstorbener 693 695. Um Grabe eines edeln und verdienten Mannes 696. Am Grabe eines verdienstoollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und Gelübde auf Gräbern 698-709. Trost des Wiedersehns 701, 702. SAVIGAC - BOCORAN Bon Gott, dessen Wesen und eigenschaften. Frohlodt ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie Er, so berrlich, so voll fommen? Der Herr ist groß, sein Ram' ist groß, er ist uns endlich, grenzenlos in feinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn anszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Zebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war Er noc eher als die Himmel. 3. Um feinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn faf fen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, vers borgen und auch offenbar in feiner Werfe Wundern. breitet sich dein Fittig über alle. Du bist voll Freunds lichkeit, voa Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Bater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bist heilig, gut, und reiner als die Sonne! wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergilist mit Wonne! Du hast Unsterblichkeit allein, bist felig, wirst es ewig seyn, der Geligkeiten Büde! hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Rette. Bet ihm ist Weißheit und Verstand, und Kraft und Stárke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nab? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, Da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst buat ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Belts bau ohne dich, o Herr, vor feinem Fale allgegenwärtig 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gefang und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle feine Heere! Der Herr ift Gott, und feiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist, wie er, so herrlich, so voukommen? Mel. Mein erft Geschäft sei Preis ist Einer feine Kraft uns nicht gebildet 12. Chert und Sonn himmel und auf Erden. Nur fein aumächtiges Gebot hieß Erd' und himmel werden. 2. Waß er erschuf, das fann attein durch seine Kraft bestehen; will er, die Welt soll nicht mehr seyn, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Ungewalt und Majestät ist Er nur Weltregierer; der Sterne, die er ausgesät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit Der That fanner's der Welt beweisen. Herr! groß an huld, an Macht und Rath! wer soate dich nicht preffen? 5. Did VIV 5. Dich preist entzückt der Himmel Heer; es fennt nicht Deines Gleichen! Rur du bist Gott, fonst keiner mehr; soat' ich von dir je weichen? 6. Rein, emig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls fein Andrer seyn, von dem ich Heit verlange. 7. Mein ganzes Leben weiß' ich dir, Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr als hier in deiner Größe schaue. Majestät und Größe Gotz tes. ITEZT Pracht in eurem fcbonften Lichte, vor seinem Angesichte, nur Schimmer seiner Macht. 4. Wie sollen wir dich nena nen, dich Vater der Natur? was wissen wir? Wir fennen der Wefen Hülle nur. Der Weisen Scharfsinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der Flügste Meister; er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben; du bist der reinste Geist; du hast die Kraft gegeben dem Engel, der dich preist. In deinem Heiligthum ertönen Lobgefange in feiner Brüder Menge, zu deines Namens Ruhm. In eigner Melodie. 13. wingt, heilige Gedanken, euch von der Erde fos! Gott, frei 6. Stimm in der Engel Chöre, o meine Seele auch; sei voll von Gottes Ehre; von allen Schranken, ist un- du, feines Odems Hauch! ausſprechlich groß. fobsin- Wie get Gott, lobsingt vor seinem Ungefichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge dringt. groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kráf e dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet ihn, Sees le, bet ihn in Wahrheit an! Liebst du des Herrn Befehle, wie felig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Seligkeit und Leben, das alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. 2. Rein Sinn fann ihn erreichen, fein endlicher Berftand; was fann sich ihm vergleichen? wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild, der after Welten Kreise, zu seinem ew'gen Preise, mit Herrlichkeit erfüllt! Mel. Nun danket alle Gott 3. Die Sonn' in hoher Serne mag strablenreicher 14. Anbetungswürd ger mit glühn; glänzt heller noch, ihr furcht stets zu nennen! du Sterne, was seid ihr gegen bist unendlich mehr, als wie ihn? hr feid mit eurer begreifen können. O flöße meis und Eigenschaften. meinem Geift die tieffte De- baben wir von dir. Winst muth ein, und laß mich stets du, so wird er nichts, doch vor dir voll Ehrerbietung Du bleibst für und für. seyn! 2. Du bist das höchste But, du weißt von feinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckst du voukomm'ne Freude. Dein ist die Herrlichkeit; auch obne Kreatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 7. Wer hat, Unendlicher! wer hat dich je gesehen? Rein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickft, und alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückft. 3. Durief'st dem, das nicht war, um Eust und Seligfeiten aufß mannigfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Verstand und Rath sind dein: und du gebrauchst sie gern, zu fegnen, zu erfreun. 4. Du ſprichst, und es gefchieht. Auf dein aumáchtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel, und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst bu die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe huu' dereinst hinweg genommen, die, Unbegreiflicher! dich unserm Blid vers schließst; dann sehen wir dich, Boit, so herrlich, wie du bist. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten find, Höchster! vor dir Staub; auch Geifter fannst du tödten. 10. Indeß sey auch schon hier dein Ruhm von uns bes fungen. Verschmähe nicht ein Lob von fallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrWen du erniedrigest, licht stehn, ein beßrer PreisgeSott, wer fann den erhöhn? sang dich, großer Gott, wen du erhöhen willst, deß erhöhn. Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein 8. Was wir, Unendlicher, von deiner Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schös pfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott! deine Liebe fund. mel. Freu dich sehr o meine Seele', sterblichkeit 15. Leben gibt und nimmt, der der dir gleichet? unfern Odem schüket; den Was sind Engel? was bin Beift, der in und lebt, den ich? Du, an den fein Seraph rels von Gott, dessen Wesen reichet, toer, ach! wer begreifet dich? Niemand war und niemand ist, was du warst und immer bist. Wer er steigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu ſehen? In eigner Melodie. 2. Unerfchaffner, Erster, 16. rhabner Gott! was reicht an deine Grös ße? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und das umschränkt mein Bester, Schöpfer, Vater der Natur; du, der höhern Geister Größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! du bist ganz Bodkommenheit, lebst forschend Denken ist. und wirkst von Ewigkeit. Ber verkennt bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? dennoch bleib ich stets an dir. Welten sinds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch fann fommen. Was haben wir von Deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestát, die dir gebührt, und über alles gebt. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Bersiand: von Engeln selbst wird es nie gang erkannt. 4 Wie fout ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O mache mich von solchem Dunkel frei, baß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei. 5. Mein eigner Geist kann fich leicht hintergehen. Dein 5. Dennoch foll mir mei Wort ist wahr, es bleibet nen Glauben, daß du bist, ewig stehen. Erforst' ich und auch für mich, nie der gleich dein göttlich Wefen Thor und Spotter rauben, nicht, so gnüge mir davon der vom Tugendpfade wich. dein Unterricht. Get gleich unerforschlich miri 6. Bon dir, durch dich, 3. Du, der Ursprung aller Gaben, und Beherrscher je der Welt, über alles hoch erhaben, was ihr Umfang in sich hålt, du bist unveränderlich, Unes, Alles bloß durch dich. Nur in deines Reiches Grenzen sehn wir deine Wune der glänzen. 4. Sa, du wohnst in ei nem lichte, daß fein Mensch burderingen fann. Deine Wege und Gerichte ftaunet felbst der Engel an. Kein Erschaffner siehet ganz deiner yoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wer's versucht, sie zu ergründen. und Eigenschaften. zu dir find alle Dinge; gib, herrscht als Gott, und seis daß ich dir mich felbft zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst, so sen mirs g'nug, daß du mich felig führst. 7. Einst wirst du dich mir nåber offenbaren; einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf! daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Widen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen, und frob in dir, dein ewig Zob erhöhen! Herr! du bist groß, und zeigst es mit der That, nendlich groß an huld, an acht und Rath. In eigner Melodie, 17, Got ott ist mein Lied! Er ist der Goit der Stärke; groß ist sein Nam', und groß sind seine Werke alle Himmel sein Ge. Biet. 2 Er will und sprichts; so sind und leben Welten. und er gebeut; so fallen durch sein Schetten die himmel wieder in ihr Nichts. nes Thrones Feste ist Wahrs heit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Hert aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im himmel, Erd und Meere, das fennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6 Er ist um mich, schafft, daß ich sicher rube; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist bir nah, du sizzest oder gehest. Ob du ans Meer ob du gen Himmel flöhest; so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn und aden Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und cilt mir gnädig beizuftehn. 9. Er wog air dar, was er mir geben wonte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich leben foute, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerbar foll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! 11. Wer fann die Pracht von deinen Wundern faffen? Ein jeder Staub, ben du hast verfündigt Macht" 2. Zicht ist sein Kleid, und werden laffen, seine Wahl das Beste, Er seines Schöpfers 12. 40 Von Gott, deffen Wesen 12. Der fleinste Halm ist mich ihn zum Zeitstern wähdeiner Weisheit Spiegel. Du len! Euft und Meer, ihr Auen, Thal und hugel, ihr seid sein Yoblied und fein Pfalm. 13. Du tránfft das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Rein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Widen; fout ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hålt? 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter werden, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und bicte selbst der Hölle Truz. Ewigkeit und Unveränder: lichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu! wir find ott, du bist von 18. Gott, Ewigkeit, und Dein herrlich großes Wesen åndert sich zu keiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewefen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben! 3. Herr! Du bist kein Mens schenkind, daß dich etwas reuen sollte; immer bleibst du gleichy gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen! 4. Günden bleibst du ewig lieben. Ewig bleibst du derer Feind; wehe denen, die sie Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin fchon auf Erden deinem BilDe ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Getreue, der da hålt, was er verspricht. O daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, herr, auch getreu zu bleiben! 6. Stets ist Wohlthun deine Luft; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Luft mich in deinem Willen übe! Dann, o herr, wirds meiner Seele nie an wahrem Wohlseyn fehlen. 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alte Welt wird mich verlaffen. Nur durch dich kann ich bestehn. Deine hand wird mich umfaſſen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine 8. Eaß 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wis fen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig blei ben müssen. Niemals fann bein Ausspruch fehlen. Laß Freude. 110 und eigenschaften. 8. Laß mir doch zu ieder bleibst ihr Gott; denn sie Beit, Herr des Himmels und find ewig dein. der Erden! Diese deine EwigFeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und mein Glúd auf dich zu bauen. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unübers wunden. Rein Tod, fein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir, Mel. Erhabner Gott. err Gott, du bist die Zuflucht aller Mel. Ich freue mich, mein Gott Zeiten, denn du bist Gott in 20. So wie du biſt, fo allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh Erd' und Him mel ward, eh noch dein Arm sich uns geoffenbart. warst Gott, ehe du von deinem Chron Geschöpfe, die nicht waren, beriefft zu seyn, um deine Macht und Gute zu erfahren! 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenfinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibst in alle EwigFeit. 19. He 2. Du wirst auch seyn, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kampfer frónen, die wir hier um Deinen Himmel ftreiten! 3. Bon Ewigkeit zu Ewigfeit fann deines WesensHerrlichfeit sich selbst nicht ungleich werden: bedarf auch nte, sich gleich zu fenn, dee Himmel und der Erden. 4. Es werden noch die 4. Gott, mit dir unveránHimmel und die Erden, wie derlich, bezeugte deine Weißein Gewand von dir verwan- heit sich Geschöpfen, die da delt werden, du bleibest, wie waren, und wird den Weldu bist; denn welche Zeit ten, die du schufft, sich ferumgrânzet wohl, Herr, die ner offenbaren. Unendlichkeit? 5. Ob Felsen weichen, 5. Das ist der Trost, die Berg' ins That sich stürzen, Hoffnung deiner Knechte, du daß von ihrem Fall die Erde schüßest sie mit deiner star weit erzittert, bleibt deiner ken Rechte, du läßt ihr Herz Ziebe Bund mit mir doch sich ewig deiner freun, und ewig unerschüttert. 6. Was Bon Gott, dessen Wesen 6. Was zaget denn mein Her; in mir; was flag' ich angstlich, daß ich bier fein dauernd But geniesse, und daß in Unbeständigkeit dies Leben mir verflieffe? 7. Was flag' ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte? 8. Was flag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben! Haft fel. ber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirst du's seyn. Von dir kann mich nichts scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer fust; nicht du und deine Freuden. wann ich fehle. Nichts, nichts fann deinem Aug entfliehn; und nichts mich deiner Hand entziehn. 3. Wann ich in stiller Einfamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, loblingend dich erhebe; so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich die immer treuer sei. 4. Du merfst es, wann des Herzens Rath verkehrte Bege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du fie, und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seuffern zu, daß hülfe mir ers scheine. Voul Mitleid, Va= ter, zählest du die Thráneng die ich meine! du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. Allgegenwart Gottes. 6. O drůck, Allgegenwärs tiger! dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur Mel. Auf, Christenmensch 21. Nie bist du, Hoch- dich, o Herr! mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sei. frer von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich, denn deine Rechte schützet mich. 7. 2aß überall gewiſſens haft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit Kraft, vor 2. Was ich gedenke, weiss dir getroft zu wandeln! Daß feff du; du prüfest meine du, o Gott! stets um mich Seele. Du siehst es, wann seist; das tröst' und beßre ich Gutes thu; du siehst es, meinen Geist! In uno ergensaften. In eigner Melodie. 22, in dir nicht ver[ agegenwärtiger! ich borgen, wo ich bin, wollt' auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe brin gen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu versteden: so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decen. den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. D gehe nicht herr, ins Gericht, wann wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, bandeln! Laß uns vor deinem Angesicht in from mer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blide nichts entflieht, was war und ist, und einst geschieht, fei meine Ruh und Freude! Ein Gott, der alles weiß und sieht, der weiß auch, wann ich leide. Allmacht Gottes. In eigner Melodie. 3. Steig ich vor deinem Drohn hinab ins Haus der das Grab: du bist auch da zugegen; auch da 23. reicht so weit, als auf schauervollen Wegen. 4. Der alles schuf, ist überall: fürchterlicher Donnerschall in aller Sünder Obren! Sie fürchten feinen Ueberfall; nun jittern sie, die Thoren. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, daß heiligste der Wefen sah, was wir ins Herzen dachten; was in geheimer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen seinen Schrecken. selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich már? 7. Noch keines Herzens böser- Rath, ihr Sünder, Feine schnode That ist seinem 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt alles dir zu Füßen. Du führest deinen Rathschluß fort bei allen Hinderniſſen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk namachtig ausgeführet. Es bleibet fiets dein Augehmerf, und wird durch dich regteret. Noch immerfort besteht die Welt, weit deine Ullmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, Aug entronnen. Er fennet Dein Vermögen weit über ale Te 14 Boh Gott, dessen Wesen le Kräfte steigt, die die Na- was ich thu; du ordnest, du tur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner pand bleibt alles, was durch dich entstand. beschlieffest, was mir begeg nen soll. Erstaunt seh ich auf dich: wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' nicht sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Tod ter.. auferstehen, wann du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden låst. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fließen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch 6. Allmächtiger! erstaunt hier bist du mir nah. fall ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geist verlieret fich, und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 4. Nahm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem ferne sten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Alls machtshand, denn du hist überad, und dein ist jedes Land. 7. O! schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf und Trost verspricht, 5. Sprách ich zur Finstere wenn man auf dich nur bauet; auf dich und deines Armes Kraft, die alles kann und alles schafft. nis: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch ume sonst vor dir mich zu vers steden; denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; Die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Ungesicht. 6. Du warst schon über mir, in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, daß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh ich war, schon våterlich gedacht. 24. Hem Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer err, du erforscheft mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits beFannt, eh der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o herr, nicht wissest. Du schaffest, 7. Du fanntest mein Ges bein, eh ich ans Licht gefommen, da ich im Dunkel erst die we gi 9. Erforsche mich, mein Bott, und prüfe, wie ichs, meine; ob ich rechtswaffen bin, wie ich von Auffen scheine? Sich, ob mein Fuß viel leicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meis ner Tage fauf war dir schon offenbar. 3. Nichts gegen ihn, der 8. Was für Erkenntniffe, sich durchschauet, die Tiefe für töftliche Gedanken! Un- der Unendlichkeit und jede zahlbar sind sie mir, denn Welt, die er gebauet, und jefie sind ohne Schranken. Mit den Punkt der Ewigkeit, D Ehrfurcht will ich stets auf du, der alles weiß und nen dich, mein Schöpfer! fehn, net, was ist, was werden dir folgen, und dein Lob, soll, und war; wie bist du so gut ich fann, erhöhn. jedem, der dich) fennet, unenblich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott! nach dem Licht, in dem du wohnest, schau ich mit heiliger Bes gier: Du sieh'st es gnádig und belohneft mit Weisheit meinen Blick nach dir. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Sch denfe stets: Gott fann mich finden, wie tief verborgen ich auch sen. Vor ihm tann keine Nacht mich decken, fein falfcher Schein betrügét ihn. Mich würde stets sein Dasenn fhrecken, fónnt ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennet feines Herzens Tiefen? wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwissender! du moast michy prüfen, du wollest ganz main hers Mel. Wie groß ist des Ullmächt'gen Güte. 15 ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch wußt ich gegen Gott noch nichts. 25. o find die Weifen, lehren, wie unser Gott allwissend ist? Wer fann mir Forschenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? er fennet ihn von Ungesichte? wer, wenn er noch so hoch sich fdwingt? Befennt's: Er wohnt in einem Lichte, zu dem fein sterblich Auge dringt. 2. Könnt ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller GeeIen von ihrem ersten Ur. fprung her; so war ich weis fer, als auf Erden ein Mensch CE Herz durchschaun. Erblickt du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! Weisheit Gottes. el. Wer nur den lieben u weiser Schöpfer 26.0" aller Dinge, der alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, daß nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maaß, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wundervollen Werke, was unfern Aue gen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stárke, als Beugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau mechts bekannt. 5. Die Menge so verschied ner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den Deinen bloß erfüllen, der seines Zieles nie verfehlt, und aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 6. D Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geist muß die die Ehre ges ben, daß du aufs Beste mich regiert; o leite mich durch Weit und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Mel. Gott des Himmels und der Erde 3. Mit eben diesen Meifterhånden, mit welchen du die Welt gemacht, regierft 27.Unerforfchlich fei mir du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorge, bracht. Du brauchst, o unere schaffnes Licht! der Menschen Rath und Beistand nicht. meinesGottes Weg und Rath, und die Nacht sei ohne Scimmer, die mich hier umschattet hat; doch ist alles, was er thut, wie's auch scheine, weif und gut. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, frönt auch, so bald du willst, die That; wenn tausend Hindernisse Tommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zwed, wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 2. Sollte ich meinen Gott nur loben, wann ich seine Absicht seh? Pflicht ist's, ihn auch dann zu loben, wann ich sie noch nicht versteh! Frevelt der nicht, welcher Flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll uno eigentayaften. 3. Soll ein Vater unter Taffen, was dem Kinde Thor heit ist? Kühner Tadler! Engel faffen daß, wo du im Dunfeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt' er zu Regiererinnen feiner Werke, feinerWelt, meine Lüste setzen? finnen, ordnen, thun, was mir gefaat? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thôricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilgers stande fei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Dateclande wohnt die wahre Geligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel seyn. 6. Wenn du auch aufrauhen Wegen wandelft, ach! so flage nicht. Was hier schmerzet, wird dort Gegen; was hier Nacht ist, wird dort licht, und ich faß' erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Heiligkeit und Gerechtig Feit Gottes. Mel. Freu dich sehr o meine Seele. 17 gen, nach der Heiligung zu. ringen! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und fein Bös s ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelhaft, ist gut; und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. vor dessen 28. Gott Ungesichte nur ein ew'ges reiner Wandel gilt; Licht, aus deffen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt: Deines Namens heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig drine 3. Herr! Du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sey'n. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad' und Huld ers freun. Wer beharrt in seis nen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D! ſo laß' uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen; tört' in und der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderkt, und wer tann zählen, großer Gott! wie oft wir fehlen. 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O! so reinige vom Bösen unsern ganzen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geift regiere, und und zu dem Himmel fübre. 6. Jede Neigung und Begierde, jede That sey die B ge Bon Gott, beffen sesen geweiht! Unsere Wandels wohl, ist er gleich nicht fo, größte wie er soll, ganz heilig, ganz vollkommen. Zierde sei recht schaffne Heiligkeit! Mach' und deinem Bilde gleich: 18 5. Doch dem, der dich denn zu deinem Himmelreich) o Gott! nicht scheut, dem wirst du, herr! nur die erheben, die im Glauben heilig- leben. frevelnden Verbrecher, der dein Geseg und Recht entweiht, bist du ein strenger Rácher. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewif fensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 29.0 Gerechter Mel. Schon ist der Tag von Gott erechter Gott! vor dein Gericht muß alle Belt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheit fällen. D! laß mich jede Sünde fcheun, und hier mit Ernst beflissen seyn, vor die einst zu bestehen. 6. Bleibt bier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbes lohnet; so fommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders schonet. Da zeigest du im helsten Licht, wie red): und binig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben! Regt fich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dtr, daß ich sie überwinde! Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. el. Wer nur den lieben zeigest du vor aller Welt, daß die der Eifer wohl ge: 30. Noch nie hast du dein man 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder, bestimmest jedem. felnen Lohn, dem rommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an; auf das allein, was wir gethan, siehst du, gerechter Richter. 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest fie vor manchem Leid, in das die Sünder fommen. widmet. nie deinen Bund, o Gott! 4. Duliebst, was recht ist, verlegt. Du hältst getreu, Herr! und gut, du bist ein was du versprochen; volls Freund der Frommen. Wer führst, was du dir vorgefegt. beinen Widen gerne tbut, Benn Erd' und himmel wird von dir aufgenommen. auch vergehn, wird ewig Sein Tugendfleiß gefällt dir doch dein Wort bestehn. 2. Du 19 und eigenschaften. 2. Du bist kein Mensch, Mel. Gott des Himmels. daß did) gereue, was uns dein Wort verheißen hat; 31.( a) eicht, ihr Bernach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. fallt, ihr Hügel, brechi, ihr Felfen, stürzet ein! Fester wird, als Berg und Hügel, Gottes Batertreue seyn, unbewege ter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 3. Und wie du das unfehlbar gibest, was deine Lieb' uns zugedacht: so wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer hier verlezzet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 2. Gnade hat er mir vers sprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; feine Treue bürgt dafür. Erd' und Himmel mag vergehn; was er zusagt, muß gefehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hålt! Er, ein mit deinerStrafgerechtigkeit. Feind der Heuchelei, ist wahrs Nie werde das von mir ge- haftig, ist getreu. wagt, was dein Befehl mir unterſagt. 4. D drücke tief dies in mein Herze, daß es vor deis nem Wort sich scheut; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze 4. Draut die Welt mir, mich zu haffen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlaffen: er erbarmt doch meiner sich. Denn er bleibet immerbar was er ist, und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten, und verbirgt sein Angesicht; läßt mich rufen, laßt mich schmachten: so vergißt er mich doch nicht; Denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt emport; ihre Liebe mag erfalten, bleib ich meinen Gott nur werth. Gott nur werth. Er, der 82 nitie 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Enade traun. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Bersprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Ermåge dies, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei stets, nach ſeines Worts Befehle, der Wahrheit Freund; der Lügen eind; beweise dich als Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. Bon Gott, dessen Wesen meinen Rummer stint, bleibt bensweist, so irr und gleit' mir immerSonn' undSchild. ich nicht. Das Laster soll 20 7. Fr, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er wit meine Zuflucht seyn; sollte nicht mein Herz fich freun? 8. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Belsen ruhn, wil mein Glüd auf ihn nur bauen; was er fagt, wird er auch thun! Erd' und Himmel mag vergehn! Ewig wird sein Bund bestehn. 4. Gott ist getreu! Fr handelt väterlic), und was er thut, ist gut. Auch Trübsal ist's: mein Vater beffert mich durch alles, was er thut. Die Trübfal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreir! Er, dem ich theuer bin, führt mich nachy weifem plan, im Wech)fellauf der Dinge zum Ges winn des ewgen heils hina an; vergibt mir gnádig meine Sünden, und läßt mich 31, finden. In eigner Melodie. ott ist getreu! mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! Daterberg verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlfeyn und im Schmerz erfreut und schüßt er fie. Mich decken ſeiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge; fallt, ihr Hügel; Gott ist getreu! hick Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf feine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück sie froh und dankbar mecht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stilt er alle klagen. Gott ist getreu!.. 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund! Dies weiß, dies hoff ich fest: ich 7. Gott ist getreu! Mein bin gemiß, daß er mich feis nen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich, nach feinem Bunde, in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Gei Gott getreu und fürchte nichts; mag doch die Welt von Arglist seyn. Selbst falscher Menschen Neid und Tüde gereichen mir alsdann zum Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getren! Vergiß, 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er fenbet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum fe- o Seel', es nicht, wie järtlich und Eigenschaften. 21 Tich treu er ist! 3hm treu darum mußte Christus leizu seyn, sei deine liebste den," dansit du tónnteft felig Pflicht, weil du so werth seyn. ihm bist! halt fest an Gott, 4. Und diesen Sott fout' fet treu im Glauben! Laß ich nicht ehren, und seine nichts den starken Trost dir Güteaight verftehn? Er follrauben: Gott ist getreu! Liebe, Güte und Barms herzigkeit Gottes. te rufen, ich nicht bören? den Weg, den er mir jeigt, nicht gen? Sein#Bid' i mir in's Herz geſchrieben; fein Wort bestärkt in ewige lich). Gott fod ich über ades In eigener Melodie. lieben, und meinen Radsten gleich als mið. 1 32. Wie groß ist des Allmacht'gen Güte! ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit verbár tetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, feine Liebe zu ermesfen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergesſen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht, 2. Wer hat mich wunders bar bereitet? Der Gott, der mir die Sünde nicht. meiner nicht bedarf. Ber6. DGott! laß deine Güt hat mit langmuth mich ge- und liebe mir immerdar voc leitet? Er, dessen Rath th Augen seyn. ich oft verwarf. er stärkt den Frieden in Cemisfen? Wer giebt dem Geifte neue Kraft? Wer läßt mid) fo viel Glid genieffen? Sit's nicht der Herr, der alles schafft? 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein wille: id foll vollkommen seyn, wie er. So lang id) dies Gebot erfülle, steli ich fein sitoms in mit bec. Lebt seine sieb in meiner Geele, ſo treibt fie mich zu jeder Pflicht, und ob ich schon aus Schwachs heit feble, herricht doch in te stark in tir bie guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tróste mich zur Zeit der Somerzen, fie feite mich zue Beit des Glucks, und sie befieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. 3. Schau, o mein Geist! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gotted wire sind sie dein. Auch Mel. Herzliebster Jesu! 33. Craucht unferm Gott! Gr ist von großer Güte, barmherzig und von duidendem Gemüthe; wid allen 22 -Von Gott, dessen Wesen allen heil und ew'ge Luft ges währen, die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Günden, fröhlich ehren. und läßt versoonend uns mel. Mein Gott, das Herz ich das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unfer 34.( a) Menn ich mein Herz nicht gaden, verschulDet haben. Almächtiger! der Gnaden Menge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr! so uns verdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz fo hoch erfreut, gan; deiner Gute voll, und weiß vor heisfer Dankbarkeit nicht, wie es danken ſoll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen schlief, bestimmtest du, o Herr! mein Loos, das mich) zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Geschid, ch' er gebos ren ist; und so ward ich, o welch ein Glück! durch die Geburt ein Chrift. 5. Schwach an der Brust, vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest du des Weinens Ton dein Dhr gefällig dar. 6. Wann ich als Jungling ( Jungfrau) von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich unsichtbar, Herr! dein Rath oft wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Behr vor Unglück und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr, wie sie, zu fürchten war. 8. Id 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet wera de, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. Bem bleibt sein Untlit, wann er's fucht, vers borgen? So weit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unsern Herzen. 5. So zártlich sich ein Dater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen, Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu EwigFeiten währet die Güte Got teš jedem, der ihn ehret. Ach! leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8. So werd' ich ewig deis ner Huld genieffen, so wird mein Leben fanft vor die vers flieffen; so werd' ich dort mit allen Engelchören dich und eigentayaften. 8. Ich fah, vor Krankheit 4. Nicht nur, wann Frühbleich, durch dich mein Leben lingslüfte wehn durch Laub hergestellt; und deine Gnade und junge Blüthe; nicht nur, fchmückte mich, wann Sünde wann reife Saaten stehn, seb mich entstellt. ich des Schöpfers Gute; 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und mir, in wahrer Freundschaft Glück, mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohlthat, herr! ist nicht dies Herz, das fühlen fann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Rein Tag foa wurd' ger mir vergehn, als, Ew'ger! Dir zum Preis; ich soll frohlodend dich erhöhn, als Jungling, und als Greis. 12. In Sobreden, Angst, Gefahr und Noth, trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. In eigner Melodie. ( D) S 34.( 8 lebt ein Gott, der Menschen liebt! Ich seh's, wohin ich blicke, am Nebel, der den Himmel trübt, so wie am Sonnenblicke. 2. Ich seh's an jeder dunklen Nacht, wo auch fein Stern mir leuchtet; am Mond, wann er in stiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 5. Ich seh fie auch, mann tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und braufend von des Himmels Höh der Nord den Wandrer schredet. 6. Jo, wie sie sich in der Natur aaliebend meinem Blide entdeckt, so seh ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Ich sehe sie nicht nur im Glúd, bei dieses Lebens greuden; ich seh' sie mit bethräntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst seh' ich ohne Thránen sie, noch heitrer, als die Gonne, und singe, frei von aller Müh, ihr Lob in ew'ger Wonne. Mel. Mein ganzer Geist 35. D Gott, deß starfe Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhalt! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wann ich mein Gemüthe von hier zu die, o Gott! wende, streckst du hande voll Erbarmen, und voll Wohlthun nach mir Urmen. 3. Ich seh's, wann Don- 2.Seh' ich den weiten himnerwolfen glühn, und Berg mel an, so viel ich davon und Wald bewegen; ich seh's, sehen kann, so seh ich deine wann sie vorüberfliehn, am Güte. Der Himmelstörper fruchtbar sanften Regen. Lauf und Pracht, das Sternen 24 Bon Gott, dessen sejen nenbeer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mách tig, freudig, dir zu singen, dir zu bringen Ehr' und StärFe. Broß sind deiner Hände Werfe. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eiß sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, táglich hiermich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben bir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu, bitt ich, hilf du mir. Beuch immer näher mich zu die durch dei ne große Süte. Dheilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank hute. Laß mich, was ich bitt', erlangen; dir anhangen hier auf Erden, biß mir wird der Himmel werden. Du würdigst alle deiner Sors gen, sie danken Lust und leden dir. Es mag auch klein und niedrig seyn: Dir, Gott! ist nichts zu groß, zu flein. 2. Gott, dir ist fein Geschöpfverborgen; nicht Eins vom Straph bis zum Thier. 3. Mit frommem, freudigem Gemüthe erheb' ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so váterlich, uns, die wir ohne Furcht undGraun demSchatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüust du dieſe Welt, dein Haus! Du theilst ihn allen zum Genusse so väterlich, so reichlich aus. Herr! unsers Lebens Quelle fileßt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. Entzeuch) uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlit nicht! Herr, deine Huld erfreue die, die dich verehren, segne sie! Mel. Wer nur den lieben. 36. Ⓒº o weit, Herr! Mel. Herzliebster Jesu. 37. Gott Deine Himmel reichen, reicht deine Huld, die uns erhält. Eh' werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wanft und fällt; gleich machtigen Ges Gey blau der himmel, sey birgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. ott ist die Liebe! Gott fann nur beglücken! Dies ruft uns alles zu, wohin wir blicken. er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Bater, und ich fande, selbst wenn ich an dem Saum dee und eigenschaften. Erde stände, felbst wenn ich in die tiefste Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein höchstes Ziel auf Erden, dir, Geist der lieber áhnlich hier zu werden; der heißeste, der erste meiner Triebe fei Mens Schenliebe! 25 Herr, was mir nutzet, schenfe mir um deiner Güte willen! Mel. Herr, wir fingen deiner. 39, Huldigt Gott, ihr frohenTriebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe! Er ist's in alle Ewigfeit! D! mo fann ich Worte finden, den Ruhm der liebe zu verkünden, der ewig segMel. Es ist das Heil uns 38. Wie viele Freuden net und erfrent? Wer bin du mir, Herr, verlieben; und wie viel Günden hast du mir aus Gnaden schon verziehen! D Gott voll fangmuth und geduld! noch tége 2. Wundervoll sind deine lich häuf ich meine Schuld, und Deine Liebe mabret. dir, ich, herr! vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe, Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja felbst der Engel faßt es nicht. Werke. Sa sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber deine Llebe thronet da auch wo Macht und Weisheit wohnet; ich seh' es und erhebe mich. Was ist's, daß mich erschrect? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der kleinste Burm, der Donnerflurm, und Ades, les preiset fie. 2. Bedenk tch, Schöpfer, deine Macht, blic ich in jene gerne, und überseh' deshimmels Pracht, und Sonne, Mond und Sterne; so bet' ich dich vollEhrfurcht an.Was ist der Mensch, tuf'ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! 3. Dein Auge schaut auf ihn herab: so geht er nicht verloren, nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er allein geboren; die Welt vergeht mit ihrer Zust; der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, dent' ich dein, und wann ich schlafen gebe; denn du, mein Bater, fannst verleihn, um was ich findlich flehe. Drum fcuff ich findlich stets zu dit: 3. Huldreich riefst du mich in's feben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich herzu sireun. Jeder Tag erzählts dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, foll Vorhof ihres Himmels seyn.Schjauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschützt und unterstüßt, durchlaufich fröhlich meine Bahn. 26 Bon Gott, dessen wesen 4. Trüben sich auch meine so, wie du, beglücken kann? Tage; hinweg mit jeder Einst umfrablet, gleich der Sammerflage! nur du, mein Gonne, mich ewig, emig licht Bater, trübest sie. Licht ent- und Wonne, geh ich nur strömt den Dunkelheiten; gern auf seiner Babn. Dann du wiast nur Segen mir be- schwebt mein Geift empor, reiten, und Trost und hoffe und fingt im Sternenchor: nung fehlt mir nie. Vor Liebe! Liebe! Operr der Zeit dir entweicht der Schmerz, und Ewigkeit! Ich weiß, daß und froh erfährt mein Herz du die Liebe bist. Deine Liebe. Wenn alles bricht; ich zage nicht! Du reichst Geduld, Du reichst mir deine Baterhand. Geduld, 5. 2d! mie kann ich dir vergelten, was du, Beherrs scher aller Welten, mir armen Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sunde, und dennoch seh' ich und empfinde, daß du, Erbarmer, mich noch liebst. Du bast Geduld mit mir, und locft mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du, 6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Gohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sei. Weißheit kam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder, und sprach ihr Herz von Nengsten frei. D Gott, was fühlt mein Geist! Wie ftaunt, er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn er fchien! du fandtest ihn! Wie hoch hast du die Welt geliebt! 7. Gott, ich will dir folgfam werden. Wer ist im im Himmel und auf Erden, der Langmuth und Gnade Gottes. Mel. Ein Lämmlein geht it welcher Lang 40. Mit muth und es duld trägst du die Mens schenfinder, o Gott! Uuch bei gehäuster Schuld trågst du die frechen Sünder! Sie nahen dem Verderben sich; du siehst es, und es jammert dich des Elends dieser Armen. Daß sie demselben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn, qus innigem Erbarmen. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, von Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzubauen. D welche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich vers trauen? 3 Erbarmest du dich schon so febr felbft frevelhafter Sunder: Univ.- Bibl. Giessen und Eigenschaften. der fo trågst du schonend noch aber, wer fann sie ergrünviel mehr die Krommen, dei ne Kinder. Laßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben fwach, und träg zu guten Werken: so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ihr Herz fich täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. den? Sünder fo verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden, und dabei doch so treu warnen, die dich haffen: Herr! wer kann dies faffen? 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unsre her zen rühren! Nie müffe deine Baterhuld zurSicherheit uns führen! Ach! feiner häufe Schuld auf Schuld durch fühnen Mißbrauch deiner Huld! Nur Tugend sey uns Freude, damit uns in der Prüfungszeit der Reichthum deiner Sütigkeit zur wahren Besrung leite. 4. D daß doch der Reichthum deiner Vaterliebe uns zur Sinnebåndrung triebe! O daß wir, yod Reue, unfre Schuld bedachten, und wir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herze Schulden die uns frånken, gnädig uns zu schenken. 5. Dank sen dir, o Vater, daß du unser schonest, und nicht nach Verdienst uns lohe nest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deineGnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit uns doch damit 2. Dieser Langmuth Größe noch, bis wir dich einst dros läßt sich zwar empfinden; ben ohne Sünden loben. In eigener Melodie. Ter Belten Herr41.2 ſcher! Gott! Dein ganz Gebiete ist ein Schauplag Deiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, fie pflegt, náhrt und trägt nicht nur deine Kinder, selbst die größten Sünder. 3. Doch du ftrafft nicht gerne; liebst nur unser Leben; Zeit zur Beßrung und zu geben, dringt dich deine Liebe, zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Urmen, fo voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten, und nach Beßrung trachten. Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott; Vater, Sohn und Dank für seine Gnade! Er forget, daß uns nimamermehe Gefahr und Unglück schade. uns wohl zu thun, ist er bes lein Gott in der reit; er will nur unfre Selige Höh sey Ehr und feit. Erhedet ihn mit Freuden! 2. Ja heiliger Geist. In eigener Melodie, 42. 28 Von der heiligen Dreinigkeit. 2. Ja, Bater! wir erbe durch deines Wortes Macht ben dich mit freudigem Ge- uns allen licht und heil ges müthe; du herrschest unver- bracht. Halleluja! mit und mit Güte. Unendlich groß 44.2 ein'gen Gott, In eigener Melodie. ir glauben an den ist deine Macht und was Erden. 3. D Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich fandre Gott vom Himmelsihronzur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod: erbarm' dich unser aller! wirkt, ist wohl bedacht. Wohl Schöpfer Himmels und der uns, daß du regierest! Er, aller Bater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eh wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ift's, der für uns sorgt und wacht, und alles steht in seiner Macht. 2. Bir glauben auch an Sefum Chrift, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn der Mensch geworden ist, 4. D heil'ger Geist, du Geist von Gott! erleuchte, beßre, trößte, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sundendienst erlöste. Auf den Erretter der Verlornen. deinen Beistand hoffen wir; Er achtete sein Leben nicht ach! leit' uns stets, so find zu theu'r, für uns zu geben. wir hier beglückt, dort ewig Er erstand; herrscht, hoch erfelig. höhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht, und fommt deceinst zum Weltgericht. Mel. Erschienen ist der herrlich anf und Anbetung 43. bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, Dir. Du bist es, der die ganze Belt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland dir. Du littft für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrei'n. Halleluja! 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern götts lichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübfal ſeine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten; der und lehrt Vergebung finden, und der Tugend Berth empfinden. Er flößet uns im Todesschmer; des ew'gen Lebens 3. Gelobet fenst du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Chrifto fern. Du haft Trost in's Herz. Mel. 23on ver gettigen Steleinigteil. 20 45. LobfingetBott! Dant, Preis und Ehr' sei unferm Gott je mehr und mehr, für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit, mit Weisheit, Gut und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! fallet Mel. Mein ganzer Geist, Gott, wird lefen. Gemeinschaft follen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle al les Segens. 2. Wir beten bich, o Voter, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Bänieder! Gott ist herrlich; un- ter ihrer Kinder. Du haft aussprechlich groß und selig. für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz, voll Gute und Geduld, verleih' und Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jefu, dir gesungen. Du MittIer zwischen uns und Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns errungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Bater kom3. D Jesu, ew'ger Gottes Sohn! du heil, darauf wie hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Und zu defrei'n von Sund' und Tod, famst du zu uns auf Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! frob deines Gegens werden, und die im Glauben dienen. men. 3. Lobsinget Gott! du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst und gläubig, weiß und rein, hilfft uns getrost und siegreich seyn im Streit mit unsern Lüsten. Leit' und, stark uns, in der Freude, wie im teide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Mel. Es woll' uns Gott 46. Her err, unser Gott wer ist die gleich? Du bist das höchste Wesen; und doch hast du, an Snade reich, uns dir zum Diensters 4. D heil'ger Geist, du Geist von Gott! wehr' in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Guten Luft und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stárk' und in unsrer Pilgrimschaft, bewahr' uns vor Gefabren, hilf uns die wilig folgen. 5. Eaß, Gott! uns dein auf Erden schon, als unsers Gettes, freuen. perr, segne 30 Werte und zobyntharen vizes. ne uns von deinem Thron, leben; und du wirst, nach daß mir vor dir gedeihen! volbrachter Zeit, uns einst Dein ist das Reich, die Herr- dahin erheben, wo wir dich) lichkeit, dir wollen wir hier ewig schauen. Von den Werken und Wohlthaten Gottes. Von der Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns fer nüßen mir, und nügen allen Menschen. 47.Wer schöne Welt! lich werde, schufst du die 5. Für dich nicht, für Geer machte diefe fchöpfe nur, daß jedes glückdaß Rahe und das Ferne? prächtige Natur, den HimWer hat am Himmel hinge- mel und die Erde. O du, stellt die Sonne, Mond und der uns als Vater liebt, und Sterne? Wer schuf die Bäl- allen alles Gute gibt, was der, Feld, und Au? befahl kann der Mensch dir geben? dem Regen, sprach zum Thau: 6. ie bin ich froh! du erquide Saat und Bluthen? machst auch mich zum Zeus 2. Auf weffen mächtiges Geheiß entstanden Strom' gen deiner Güte. Ich danke dir und den an dich mit und Seen? Wer gab dem freudigem Gemüthe. Ich Winter Schnee und Eis? seh' dich nicht, doch lieb' ichWer hieß die Winde wehen? dich; du schufft und du erWer rief der Thiere zabalos hältst auch mich zu immer Heer in Flur und Wald, in Luft und Meer, in Staub felbst frohe Wesen? 3. groß größern Freuden. und klein, ist dein Wert, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deis ne Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blide; denn gut ist, was gee schaffen ist, und dient zu meis nem Glücke. Luft, Sonn und Mond, und Pflanz' und Thier, und Stein und WasIn eigener Melodie. 48. Lobfinget Gott! er schuf Welt zum Schauplag seiner Bute; loba singt ihm, der sie noch ers hált, mit freudigem Gemüs the! Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Bütigkeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet! 2. Du wolltest, daß vor dir nichts leer von Freud' und Ses ben bliebe: drum schufst du Gott, 31 Cott, der Himmel Heer, der liebe, Laß mich nicht, fchufft unfre Welt atts Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie; zu fo lang ich icbe, weichen! met. Gott, der du die Menschen ott! ihrem heil nur werden. Dich 49. Schöpferbänden aber, dich erfreuet nun die Wonne, Allen wohl zu thun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, fein Engel sebst, ermißt dein Bablthun, deinen Segen; wie groß, wie weißheitsvoll du bift in allen Deinen Wegen. Gott! deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, perr, als dein Leben. Uch! was find wir, die deine Macht aus todtem Staub hervorgebracht, uns ewig heil zu geben! 4. D Bater, welchem Reiner gleicht, an Liebe wie an Stärke! Rein Dank, fein Lobgefang erreicht die Bunder deiner Werke; doch ist dir's angenehmer Dank, die ist es mehr als Lobgefang, wenn ich dich thätig liebe, und gern in meiner febenszeit Er: barmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 5. Du bist die Liebe! Dank fei dir, daß ich dich so er. fenne, und die zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Bater nenne! Auch will ich gerne liebreid) feyn; will glücklich machen, will erfreun; will helfen und dir 4. Du gedachtest meiner gleichen. Von diesem heil 3. Ja, wenn Thránen mir entgleiten: will ich deine Schöpfung sehn, und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Vermsten ia bekannt. Náher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genoffen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. und dieser Pflicht, o Gott Leiden, eh noch dieses Hers dir schlug; forgtest schon für meine Stopfuny ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte ſolch ein Schöpfer nur. O wie könnt ich deine Werke, ihre Regelmäßigkeit, Pracht und Mannigfaltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner huld und Weisheit fehn, und doch stumm vorüber gehn? 2. Rings auf Erden halt es wieder: Gut und groß ist, der und schuf! Betend werf auch ich mich nieder: Herr! dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preifen kann, das auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer fenne, und, von hohem Eiser voll, mehr dich kennen lernen soll! Werte und Wohlthaten Gottes. meine Freuden vor dem ersten Athemzug. 3um Genuß für Leib und Seele haft du, Hert! mit Freundlichkeit so viel Gaben außgeftreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer fo viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. D, wer wollte je vermeffen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Burme feine Vaterforge weibt, du bist's, der auch mich erfreut, in der Stille, wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein heil auf dich nur baun! 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unsermSchöpferChre! 5. Der Mensch, ein leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Beist, den fein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung und Preis, sich Mel. Cey Lob und Ehr dem enn o 50. W fer! Deine Macht, ein täglicher Beweis von deiner Gut und Größe. die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alles wacht, anbetend überlege; so weiß ich, von Bemundrung voll, nicht, wie ich dich erheben foll, mein Gott, mein Herr und Vater! 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, fen gepreist, und alle Welt fag': Amen! Und alle Belt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wolte Gott nicht dienen? In eigener Melodie. ie Himmel rühmen 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder Deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preift 51. Gottes Ehre, ihr bich, du Gott der Stärke! er hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestát? Wer ruft dem Heer der Sterne? Schooß der Erde auf, mit Borrath und zu fegnen? Du Gott der Macht und Herrlichfeit! Gott, deine Güte reicht so weit, alb Erd' und himmel reichen! 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der ErdFreis, ihn die Meere; vers nimm, o Mensch, ihr' göttlich Wort! 2. Wer trägt die unzählbaren Sterne? Wer führt die die Sonn' in ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms, und sich die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt! Ver: Fündigt Weisheit, Ordnung, Stärke tir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! Da trat auch unsre schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten, und sinken vor dem Donner hin. Er hat, wie ein Gewand, die Him: mel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleichwie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne 4. Kannst du die unzähl: baren Heere der Wesen fühl: los wohl beschau'n? Durch und erfreut die Welt. wen ist alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde seyn, der ich seyn wer: de, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung, und dein Heil. Ich bin's! Mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. 3. Er, der auf den Win: den schwebet, er schaut die Erde an; siebeber! Er rührt den Berg aus und er raucht! Bögel nährt er, speift die Heerde, verneuert die Gestalt der Erde, erfreur, was in ihr lebt und haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit allen Speise, liebt und erhält die ganze Belt, und tränkt die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Mel. Herr wir singen deiner 52. Unser Gott ist groß Jahr darnach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbare feit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret, und sie Der und mächtig, und seine Schöpfung schön und prächtig, voll/ Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, sei: ner Allmacht Heere, verkün: mit Saaten überstreut. ner Allmacht Heere, verkün: Wallfisch und der Wurm, der digt eures Schöpfers Ehre Blüthenduft und Sturm und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht, er hält im Gleichgewicht gan: ze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel and den Wurm schafft er. Der Tag, die Nacht rühmt feine zeugt vom Schöpfer. Macht, und rühmt, daß er für alles wacht. 5. Gott voll Weisheit Gott € 64 KUETTE UND 20 vyttydten Oorres. Gott voll Stärke! Wie viel der du, allgegenwärtig bist; und groß sind deine Werke! von niemand kannst begriffen Wie reich an Gütern ist das werden; vor dem kein Ding Land! Schiffe gehn in wei: verborgen ist. Ach ziehe mich. ten Meeren: da wimmelts doch ganz zu dir, und offen: von den frohen Heeren der bar' dich selber mir. Thiere, zahllos wie der Sand. 2. Wohin ich Herz und Mit Mannigfaltigkeit, mit Augen lenke, da find' ich Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, dan ist die Welt mit Reiz geschmückt. deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Na tur; so ruft mir alles, alles zu: wie groß ist Gott! wie klein bist du! 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische näh: ret, Lämmer weidet, der ſorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest da für morgen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sen getrost, crmanne dich! Vertraue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin. Er wird sorgen; er, der uns hört, und gern gewährt, was un fer wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen, und stets mein Heil ihm darzubringen, soll meine höchste Freude seyn: Laut foll ihm mein Lob er: schallen, mein Opfer wird ihm wohl gefallen: gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich fichn, entzückt ihn sehn, und ewig seinen Ruhm erhöhn. 3. Mir zeigen alle Elemente Macht, Güt' und Weisheit überall. O wenn das Stum: me reden könnte, wie groß wär' stets der Jubelschall: rühmt, Menschen! Gottes Güt und macht, die euch und uns hervorgebracht! Mel. Ber nur den lieben Gott. 53.0 Gott des Himmels 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd' ist deiner Güte voll. D gieb mir. bankbarfromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter Dieser Erden mich zu dir lok: ken, höchsies Gut! daß fie mir nicht zum Fallstrick wer: den, und ihr Genuß mir Schaden thut. Laß allen Miß: brauch ferne seyn; mein letz tes Ziel sey du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reife, ich geh nach jener höhern Welt. Drum mache. und der Erden, du mich fromm und weise, daß Borjegung. daß ich hier thu', was dir sonders Loos stimmt mit gefällt. Und end' ich diesen dem Ganzen ein. kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf.. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quale nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn, was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. Borsehung, oder Erhaltung und Regierung der Welt. Mel. Nun danket alle Gott. 54. N Jichts ist von unge: fähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Se: gen zieret. Auch was uns Zu: fall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan be: stimmt, und einer Kette Glied. 6. Wie thöricht würd ich seyn, wenn ich begehren wolle te, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Bater liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Leis dens Bitterkeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen, mich mit edlem Sinn von falschen Freuden tren: Wie kann mir schrecke nen. doll: lich seyn, was mich kommner macht? Mehr ist die Tugend werth, als Sin: nenlust und Pracht. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird und seyn, als was sein Rathschluß wellte: und alles, was er will, ist weise, recht und gut. Owohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht! 3. Wie dürft' ich mißver: gnügt in meinem Stande le: 8. Die Tugend wird bald ben? Kann jemals böse seyn, schwach im Schoose niedrer was Gott mir pflegt zu ge: Frenden, und stark erscheis ben? Der Thor nur flagt net fic, umringt von stillen und murrt, und lästert Got: Leiden. Sie strahlt am götts tes Rath; er hat nicht, was lichsten aus tiefer Dunkels er will, und will nicht, was/ heit; da leuchtet sie der Welt, er hat. und überlebt die Zeit. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Ge: danken: Mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas anders seyn, und mein_be: 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf relis her Bahn zu meinen Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! fiche du mie bei, daß selbst in Noth und € 2 ith Conto. 50 Tod mein Herz die folgsam Kein Unfall unter allen foll fei! je zu hart mir fallen; ich will ihn männlich überstehn. 7. Ihm hab ich mich er: geben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink ge: Sei mir mein End' In eigner Melodie. 55. En allen meinen Tha: ten laß ich den beut. Höchften rathen, der alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, mein Helfer seyn mit Rath und That. verborgen, fomm es hent oder morgen, er weiß dazu die beste Zeit. 8. So sei nun, Secle, stille, dich leitet deffen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu 2. Nichts hilft mein ban: ges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit allen Sachen Nath. meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich traue seiner Vaterhuld, Mel. Es ist das Heil uns 3. Es kann mir nichts ge: 56. ir, unser Gott, ift niemand gleich schehen, als was ersehen, und mir für heil: im Himmel und auf Erden. sam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden: mir gei es, wie es ihm gefällt. Du bist der Höchste und dein Reich kann nie begriffen wer: den. Unendlich ist die Maje: stät, die über alle dich er: höht, die Kron and Zepter tragen. 4. Ich traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem Uebel schüßt. Leb ich nach seinen Säßen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nügt. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deis nes Reiches Herrlichkeit. Du herrscheft über alles. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Gefeßen. Du willst auch dei: ner treuen Hut das Kleinste 6. Was über mich beschlos: würdig schäßen. Auf alles fen, dem will ich unverdros geht dein Augenmerk, und fen, getroft entgegen gehn. immer ists dein liebstes 5. Leg' ich zum Schlafmich nieder, weckt mich der Mor: gen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr' ich auf finstern Wegen, geh ich dem Leid entgegen: so sei sein Wort mir Trost und Licht. Wert Borsehung. Werk, cfen. zu fegnen, zu beglü: 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott! über alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bete dich in Demuth an. O sich auf mich mit Gnade! 7. Herr! ewig will ich dei: nen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Luft will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot, durch deinen Beistand wan: dein. 5. Ich bin verderbt und fehlervoll, bin auf dem Tue 2. Er will, und Sonnen gendwege nicht stets so eifrig, flammen; auch drängt das wie ich soll, bin oft zum Gu: Wasser, wenn er spricht, ten träge. Doch du bist gnä: in Wolken sich zusammen, dig, und voll Huld vergibst und ihre Schläuche reiffen dem Reuenden die Schuld. nicht. Er ruft den Unge: Drum hoff ich auf Verge: bung. 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel: cher für mich ist, erwarb mir Necht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sev; auch mich hat er ver: föhnet. In eigner Melodie. 57. ommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß 37 von That, den Gütigsten, den Weisen, der keinen fei: nes Gleichen hat! Der Herr thut große Werke. Wer beu: get seine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. wittern, das Meer wird un gestimm, des Himmels Säur len zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blige zünden, daß Städte flam: mend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gébeut den Wele len: bis hierher! Ihm Er legt in gehorchen sie. Felsen Quellen; sie rieselm und versiegen nie. Er füllet Büsteneien mit seinen Bune dern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch woh: Wer kann die nen kann. Sterne führen? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und er: neu'n? HOLY 4. Herr! dein ist alle Stär ke, und alle Hülse, Gott! ist dein. Das preisen deine Werke, die deiner Allmacht sich 38 Werte und woyilyttin Contes fich erfreu'n. Auch wir er: ich bekümmert war, so seufzt freu'n uns ihrer; ihr Lob sei ich und war stille, und dein unsre Pflicht! O Bater, o stets guter Wille entriß mich Regierer, wen hält, wen der Gefahr. schüßt sie nicht? Du lebst, du wirkst in allen; wir le: ben nur in dir. Erhalter, wer fann fallen? Dir, dir Vertrauen wir! 5. Dein Rame sei gepric: sen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr! mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jekund und immerdar. Mel. Von Gott will ich, oder: Beuch ein zu deinen Thoren. 6. Du hast mir wohl ge: 58. Gott, der an allen rathen, und lauter Guts gez Enden viel große than, daß deiner Liebe Tha: Wunder thut! Du bists, in ten ich nicht aussprechen dessen Händen mein ganzes kann. Hilf, Vater! daß Schicksal ruht; hast in der ich dort, verklärt und ganz Prüfungszeit mir jeden mei; vollkommen, mit allen dei: ner Tage, mein Glück und meine Plage, bestimmt von Ewigkeit. nen Frommen, die danke fort und fort. 2. Da ich noch tief ver: borgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sor: 59. Gott! verborgen, F Mel. Wer nur den lieben du bist, e gen. Ach, Vater! wie ver: mag mein dürftiger Ber: stand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir Huldreich zugewandt? dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorg: test, ch' die Welt noch war, für unser Wohl schon väter: lich. Dies sei genug zum Trost für mich. 3. Drückt mich auf mei: nen Begen gleich manche Last und Müh', so führt auch sie zum Segen, und du versüs sest sie. Du bleibest mitleids: voll; hilfft liebreich deinen Kindern sie tragen und ver: mindern; beförderst stets ihr Wohl. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unsern Au: gen oft versteckt; doch, wenn wir erst den Ausgang wis sen, wird uns die Ursach auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunklen Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft gegeben und frohe Zuversicht. Wenn ergründen von deiner Weis: heit Pangs heit, deiner Macht; du kannst nes nennen, Gras und Laub, viel tausend Wege finden, selbst der Staub, gibt ihn wo die Vernunft sie nie ge: zu erkennen. dacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen, sei stets unsre Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der Sec, oder sonst zu fin: den, rühmt die Weisheit sei: ner Werke; jeder Wurm, ich hab und bin; und kann Wind und Sturm preifen ich auch nicht Alles fassen, so trau ich dir mit frohem Siun. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid; denn alles wirkt zu deiner Ehre und meiner See: le Seligkeit, und einst preis ich vollkommen dich, und freue deiner ewig mich. Mel. Warum sollt' ich mich 60, S ei zufrieden, mein Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd und Him: mel, preifen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie bewei: sen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nahe und ferne. seine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab', ist sein Geschenke, auch der Geiß, der ihn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich sein getreu: es Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Aus genblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Seßten mir des Kren: zes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott! fie tragen. War kaum noch Geduld vorhanden, deine Kraft hat ges schafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz! das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschicht wahr lich nicht; er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergib dich sei: 3. Schau die Werke feiner nem Willen, heiße gut, was Hände! Mensch und Thier er thut, er wird's auch er melden dir seinen Ruhmohn' füllen. Denn er ist in allen Ende. Was wir noch so klei: Sachen groß von Rath, wie DON Werte und 28ohlthaten Gottes. 40 von That; er, er wird's wohl machen. stets dir folgsam sei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet, und sie macht mich sorgenfrei. In eigner Melodie. 61. Alles lles ist an deinem Mel. Lobt Gott, ihr Christen Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unser höchstes Gut. Heber alt 62. Gott sorgt für uns. fingt ihm Dank, les hoch dich schäßen, und ihr Christen singt ihm gern, aufdich Vertrauen feßen, gibt vom Aufgang bis zum Nie: allein getrosten Müth. dergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir gewährte, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Schöp: fer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben seyn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht: im Son: nenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter See: le bringt ein Herz voll Dank ihm dar. Die Nehre, die vom Segen sinkt, ist sein; Gott krönt das Jahr. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh machen, nur um citles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben, und im Tode nicht entfliehn. 4. Ja, Höchster! wir ver: ehren dich mit kindlich fro: hem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr, als Speis und Trank. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken: du bist Herr der ganzen Welt. Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod und Le: ben, alles sei dir heimgestellt, 5. Ist mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst; so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. 6. Soll ich hier noch län: ger leben, o so wollst du Kraft mir geben, daß ich. Nernte schaun. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ute: berfluß uns nun auch nüß: lich seyn, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr' in uns die Zuversicht, dir ewig zu ver; trau'n, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Mel. Vorsehung. sel. Lobt Gott ihr Christen, oder: Mein Gott, das Herz ich bringe och immer wech: 63. Noch seln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du diemil: de Hand, Herr! wie du stets gethan; du segnest und du füllst das Land mit deinen Gütern an. 3. Von deinem Himmel, Höchster! träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Bon dir gesegnet gibt der Baum, wenn einer Schat: ten sucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung, und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt je: de Flur! es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell und die Natur ist unerschöpf: lich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väter: lich, wie du? 41 9. O betet, Menschen, betet an! Erwägts, und den: fot nun: was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe. 64. Mo Gott, nach dir: ein Auge sieht, von deinem Throne hilf du mir: mein Heil kömmt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Getrost, mein Herz! mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finster: niß ist er mein Licht. 3. Kein lebel sei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßet mich. Durch feine treue Baterhand wird, was mir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Bahn, und nimmt mich einst zu Ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich! Du bist mein Heil: 7. Herr! ohne dich ver: ich hoff auf dich. Dein gingen wir, und wir ver: Segen folg' aus dieser Zeit dientens auchy; und dennoch hinüber mir zur Ewigkeit! Ieben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. Mel. Gott Vater an Erbarmen 8. Nicht einem mangelt deine Huld; Wem strahlet nicht dein Licht? Mit weit 65, Gott! deine weiſe wel: Macht erhält die ther Langmuth und Geduld ganze lebenvolle Welt, und verschonst du unsrer nicht! aller Augen freuen sich, und warten warten Hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst, und allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, fo fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil! noch täglich mein bescheiden Theil. gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater forgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bin's gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben foll. Nicht leberfluß bitt' ich von dir: was ich bedarf, das gibst du mir. pright SETTOR Erdezeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trank empfah'n. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht' ich nicht darum zu dir, ge währtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur genüg: sam seyn, und deiner Gaben mehr aber mich erfreun, Deiner, der du dich so freund: lich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlfahrt fließt. 9. Bei deiner Gaben le: berfluß erhalt' mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. nährst mich immer; Preis und Dank bring ich dir, Gott! mein Lebenlang. Dit 5. Der Vogel das Land: du nährst ihn doch 66. Beter der et mit milder Hand. Du schmückst die Blume könig: lich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: weit mehr bin ich vor Gott, als sie. Mel. Jesu meines Lebens Leben weisester Re: gierer! Aller ten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, und versorgst mich väterlich. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst 2. Kann ich dich genug er: mir Weisheit und Verstand, heben? Du, der alles werden und machtest selbst dich mir heißt, gabst mir mit des bekannt. Nichts, was die Leibes Leben auch die Seele, die Ouywage die dich preift. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit ho: he Stufe stellte, Herr! mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. Dwie preis ich dich da: für! 4. Täglich warest du mir nahe: deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Va: ter! dich. Ja, du kamst mit neuem Segen jeden Mor: gen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe Ta: ge schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Troft mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon watte, deine Vaterhuld ver: lich? Nein, zu zählen sind sie nie. 6. Sollt ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und er: 410 geben seyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfah: ren oder dräun? Nein, o Herr! dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sen: de Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die beßten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meine Feinde; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht ver: zagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft schaun, und von Herzen dir vertraun. 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Vater! deine Huld. Was mir nüßt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbester! immer inniger und fester hier mit dir vereinigt seyn, dei: ner Gnade mich zu freun. Engel und Geister. Mel. Uuf! Christenmensch 67, ⁰ ott! deine Güte, deine Macht kann 9. O der seligen Verbin: dung, Allergütigster, mit dir! Gib, o Vater, stets Empfindung deiner Vater: liebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu', und in dir ganz selig sei! Die vorzüglichsten Geschöpfe. nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht, und in den tiefsten Schlünden: und noch begreift bei 44 Werke und Wohlthaten Gottes. bei aller Müh', der größte frommen Trieben, wie sie, Weise niemals sie. an Tugendfrüchten reich, dich, und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engel: rein mich deiner, o mein 2. Du bildetest im Stu: fengang, uns deiner zu er: freuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen Vater, freun. lange Reihen; vom Menschen bis zum Thier und Baum ist nirgends leerer Zwischen: raum. 3. Auch Engel, deren Geisterblick fein schwaches Licht begränzet, und denen hohes Himmelsglück im rei: chen Maaße glänzet, schufft du, o Gott, Unendlicher; der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, die uns so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die 3. Unzählbar ist der See: Vernunft bethöret, voll Kraft len Schaar, die unbegreif: zu jeder guten That, betre: lich wunderbar du noch zur ten sie der Tugendpfad. Erde senden wirst, und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein find Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, dir jauch: zen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Gei: sterheer riefst du ins Leben Gütigster! dein Reich ist unermeßlich groß, ist, Uller: höchster! grenzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure sel'gen Reih'n mich, Mitanbeter Gottes, ein. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebent, gehorsam zu erfüllen, und preist in lauten Jubeln gern dich, seinen Bater, seinen Herrn! 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehr ihre Freuden, froh nimmt an ih: nen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Neue weint, und Tugend liebt, des Sünders Freund. Mel. Vom Himmel kam 68.3 er zählt, Unend: licher, die Reih'n der Wesen, die sich deiner. freu'n, hinauf zu dir, als Vater schn, aus allen Wel ten zu dir flehn? 7. Gott, laß mich, dei: nen Engein gleich, mit reinen, 2. Unzählbar ist der See: len Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schran: ken hält. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höh're lied imt int Geisterchor, und meine Seele firebt und ringt euch nach, wann sie dem Vater fingt. Burpeguny 8. Dem Vater, dessen All: machtsruf auch sie mit euch verschwistert schuf, nur mei: ner Hülle hier ein Grab, Un: sterblichkeit dem Geiste gab. 45 mehr dich zu erkennen, im: mer heiliger zu seyn; wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen, wenn ohn' allen Ei genuß wir ihr Beistand sind, ihr Schutz. 4. Wenn wir vor Begier: de brennen, und den Engeln gleich, uns freun, immer SWA Mel. Alle Menschen müssen 69, W ann wir unsern Lauf vollenden, wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn: sehn. eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu seyn, ewig deiner uns zu freun. 2. Wir, zu Gnaden ange: auch wie nommen, hoffen, Vater, sie, mit allen Frommen dei: ne Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Bonn' uns dann entzücken: wir, erhoben in dein Reich, wer: den deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Er Tösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir rin: gen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen stets bereit. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln, an Vollkommenheit immer ähn: licher zu werden, ähnlich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eiften Träumen die: ses große Heil versäumen; lehr uns derne Wege gehn: einst, wie sie, dich auch zu Der Mensch. Seine Würs de und Vorzüge. Mel. Wer nur den lieben Gott 70, ein bin ich, Gott! ist mein ben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du hast das Daseyn mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Du gabst mir die ver: nünft'ge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis sic, daß ihr kein Wohlfeyn fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sehe, den du so kunst: voll ausgeschmückt: so wird, o Bater in der Höhe, mein Here 1100 46 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz von Freude ganz ent: zu ihrer Würd' erheb, sind zückt. Ein jeder Sinn, ein sie so herrlich; fic erzählen jedes Glied erweckt zum Prei: nur Geistern meines Schöps fe mein Gemüth. fers Lob. O Secle, jauchze, daß der Ruf der Allmächt dich zum Geiste schuf. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir gethan; voll Rührung preist dich mein Gemüthe, und betet dich in Demuth an. Dir will ich 5. Jch, Gott! kann den: ken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sin: Herz und Leben weihn, und ne, Gedanken tausendfacher stets ein Freund der Tugend Ark. Auch strebt ich, alle feyn. Gott zu weihn; wie selig könnt' ich hier schon seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Ich kann sie sammeln, sie verbinden, sie trennen; 71. Es werde Gott von wie es mir gefällt, die Welt G8 dir erhoben, du feines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes sei: ner Werke preist; ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn und seiner Liebe mich zu freun? empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten hab ich Kraft; die gibt mir Gott, der alles schafft. 2. Schön ist der sonnen: reiche Himmel, den er zu seis nem Stulle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt: mir nur, dem Thone seiner Hand gab er Gefühl, gab er Versand. 3. Anmuthig, prächtig zumt Entzücken ist seine ganze Kör: perwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, versichn. 4. Für Engel nur, und wir für Secten, die Gott, 7. Wie feurig dürstet mei: ne Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld: du schaffest, was du schaffst, aus Huld. 8. Begabt mit wundervol: len Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, solli ich nur dich, Gott, liebge: winnen, dich nur und was gebräche mir? Ach möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften seyn! 9. Gott, meine Lust sey dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkommenheit; deiner Liebe ganz zu brennen, von das Borsehung. 47 das sey mir Ruhm und Se: hen kann und hören und ligkeit! Nimmst du zum Er: ben, Gott, mich an; hab' ich nur dich, was fehlt mir baitn? empfinden; froh bet ich mei: nen Schöpfer an; ihn über: all zu finden, in allen Wer: ken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgesang und Opfer. 10. Es werde Cott von dir erhoben, du seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Jhn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn? 5. Wer leitet meines Blus tes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt sie auf, damit ich athmen möge? Gott ist es, der dieß alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! 6. Ja, dir sey Lob und Dank gebracht! Dich rüh: me Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhal: ter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih)', auf daß mein Herz ein Tempel sey, in wel: chem dein Geist wohnet. Mel. Es ist das Heil uns. 72.Dir, ir, Gott, sen Preis und Dank ge: bracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug, und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, Mel. Mein erst Geschäft sey. ſo künſtlich ausgeſpannt, der 73. welch ein Stück, ein fein Gewebe alle Glieder sagen mir: ich sey, o Gott, ein Werk von dir, und deiner Weisheit Spiegel. 3. hättest du mein Au ge nicht so künstlich zuberei: tet, was nüßte mir der Son: ne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? Dann säh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung fet mückest. 4. Ich jauchze, daß ich se: seyn! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu seyn, Gott, würdig mich erweisen! 2. Den Leib, die Sinne dank' ich dir; du gabsi mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihe, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vor: zuztehn, die auf der Erde leben, haft du auch Freiheit mite mir verliehn, Gewissen mir seyn, mich würdig stets er: gegeben. weisen. 4. Der Mensch nur ist's, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schöp: fer, an, kann andrer Leh: rer werden. 5. Jhn schufft du zur Ge felligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefüht für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fül: le schafft mir unzählbare Freuden; giebt mir zu edlen Thaten Kraft und Nuh' und Trost im Leiden. 7. Dich, meinen Gott er: kenn' ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß find' ich selbst an mir, voll Weis: heit, Güt' und Stärke. 8. Ich höre deinen heil: gen Ruf; die Tugend ist dein Wille! Du, dessen Güte mich erschuf, gieb, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getrost und freudig treten; ich darf, du hörest liebreich mich, dich, preifen, zu dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe: ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! 11. O welch' ein Glück, ein Mensch zu seyn! Ich will es dankbar preisen, und des Berufs ein Mensch zu Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. Mel. Nun danket alle Gott 74. Allmächtig großer Gott, wer dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewer gung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt, hat deine Huld gebaut, die jetzt noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütig: ster! daß ich dein Bildniß Darum hast du den wäre. Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch' ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, vollkommen seyn, wie du! Owohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dieß große Ziel doch stets vor Augen schwe: ben; mein allerstärkster Wunsch, mein eifrigstes Be: streben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch, so, wie du, gesinnet möge seyn. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahr: heit lieben, und mit stets mill: munterm Fleiß in allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weis: heit, die dich ehrt, und Al lem Berfall gibt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster neh: men. Hilf mir die Sünde flieh'n, des Fleisches Lüste zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich er: freu'n, und dem, der's üben will, auch gern behülflich seyn. Borsehung. 7. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Men: fchen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Näch sten gern erspart, sein Leben ihm versüßt, und wo er hel: fen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich wett ent: fernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich sel: ber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wann ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich wer: den. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn Unterlaß Gott! deiner Güte freun. Mel. Mein Gott das Herz ich Ich bin, o Gott, dein Eigenthum. 75.3% 49 Du schufft mich, dein zu seyn, mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vers nünft'gen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preist, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, ver: kündigt mir, Gott! deine Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühle los seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold dei: nes Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr; als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel fey stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält dein Gebot, ihm ist's nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott! gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst mur unser Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. 8. Er wandelt hier auf Traurigkeit schmeckt er, dir, ebner Bahn, und selbst in Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach bics woyithaten Gottes. 50 Werte und dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn! Mel. Schon ist der Tag von Gott 5. Ich kann mich selbs Farn und deine Welt und dich er: kennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen. Und wer, wer zeigt die Grenzen an, wo ich nicht weiter stre: ben kann nach Herzensgüte? 76. Licht und H err! lehre mich, den wahren Werth des Menschen tief empfinden, und allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden! Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, als Mensch, vermag and bin durch deine weise Güte. 6. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir erheben, und dir, den Erd' und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir folgen, dir ergeben seyn und deiner Vorsicht trauen. 2. Ich, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauch: test, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele, ein, und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr als was diese Sinne rührt, und nur zu Sinnen: freuden führt, zu fühlen und zu fassen. 7. Nicht blos für diese fur: ze Zeit riefst du mich in dies Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Gra: bes Naub; du, Herr! wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel kam, ge: 5. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch beseelt, genährt von dir, auf deiner fandt von dir, dein Sohn Erde wohnen. Was ihnen zu uns auf Erden; er kam fehlt, gabst du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zut werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernst: lich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen! 9. Und ich, ich sollte mich entweihn, und gleich bent Thieren handeln, der Fleis scheslust ergeben seyn, und, Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von 4. Du schufft mich zur Ge: felligkeit und für der Freund: schaft Freuden, gabst mei: nem Herzen Fühlbarkeit für Andrek Glück und Leiden, und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. Borfegung. 51 mir! Bewahre mich, daß ge hast du mir zur Ballfahrt ich mich hier so frevelhaft nicht schände! zugemeffen. Schnell, wie ein Traum sind sie vollbracht, und, dann wird dieser Erde Prache auf ewig mir vergehen. 10. Gib, daß ich jetzt und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu, und so des meiner Prüfungszeit, Vorzugs würdig fey, den du mir haft verliehen. 5. Drumlas' des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß' mich, in unt jene beßre Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn. damit ich nicht einst darbe. ie wichtig ist doch 77.Wie der Beruf, den 6. Ein Herz, das dich, o Bater, liebt, und deines Sohns fich freuet, das in und der Herr gegeben! Gott! dem Glauben Tugend übt, als uns deine Liebe schuf, und sich vor Sünden scheuetz da schuf sie uns zum Leben. ein solches Herz, das wird Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlit schauen. 2. Nicht hier ist unser Va: terland; allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein trau: rig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel durch nichts ver: rücket werden; was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Luft ge: winn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel: reich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier: laß mich dies nie vergessen: nur wenig Sa: Mel. Es ist das Heil uns 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Era barmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein bewährtes Kinde zu deiner Freude gehe. Die Erlösung von Sünder 78. D durch Christum. Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott u, der kein Böses, thut, du schaffe den Menschen gut; du gabse ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heilige feit zu wandeln, und rechts vor dir zu handeln. D 2 2. Wo 58 Werte und Wopithaten Gottes. 2. Wo ist der Unschuld wir sind, so willst du doch Ruhm? Ach, wir, dein Ei: uns heilen, und neue Kraft genthum, wie tief sind wir ertheilen, durch Christum gefallen, wo ist jetzt unter schon auf Erden von Sün allen ein Mensch ganz rein den frei zu werden. von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 9. Ach, laß durch unfre Schuld uns deine Vaterhuld 3. Hier ist kein Unterschied. nicht freventlich verscherzen! Dein Auge, Höchster, sieht auf Erwecke unsre Herzen, dir alle Menschenfinder, und nicht zu widerstreben, da: sieht sie alle Sünder. Vor mit wir ewig leben. dir, o Herr, ist keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die 79. it findenfrei: wer Mel. Schon ist der Tag von Gott ein Mensch, Gott! uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit dürfte sich erheben? Was freudenvollen Trieben zu hilft uns Trug und Heuche: wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Luft und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. lei? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die ge: heimsten Triebe die; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weist, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geistes edle Kraft dem Sünden: dienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, ver: scherzen wir oft unsre Zeit, und unsers Herzens Ruhe. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang; des Herzens böser Dang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sünden: liebe: und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns ge: bricht, beschämt vor dir be: kennen, und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nach zujagen. 8. Wohl dem, der sie ge: winnt! Gott, fo verderbt 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken: wir könnens auch; denn du, o Gott! willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch un terdrücken wir so oft die Ehrfürcht, Herr! vor dir, und folgen unsern Lüsten. 4. Wie leicht entwöhnt sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald ver: enoying. geffen wir im Schmerz, dir 2. Sich um Kraft m findlich zu vertrauen! Wie Schwachen beten; meinen mächtig reizen Stoy andNeid Vorsak trau' ich nicht. Lok uns oft zur Unzufriedenheit fende Begierden treten zwi mit deiner freien Güte! schen mich und meine Pflicht. Selbst den heil'gen Andachts: stunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend sprach, felg: ten Sündentage nach. 5. Du bast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott! angehören; wir sollen, aller Bosheit feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt für den Nächsten, wie er soll? Wer hilft so, wie er könnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beispiels Macht, daß An: dre, wie wir fehlen. Sie fehn auf uns; die Lust er: wacht, das Böse zu erwäh: len. Gleich uns, verschmähn sie deine Huld, und ihr Ver derben, ihre Schuld ver: 4. Du allein, du kannst mehret unsre Schulden. 3. O wie oft hab' ich ge: weinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig mich mit dir vereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnä: dig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Vater! dich, und die Welt besiegte mich. mich retten, wo mich Sünd und Wahn zerstreut; mach' mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! Tilg' die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt' ich dich; leite selbst zur Tugend mich! 7. O großer Gott! hier stehen wir verklagt von un: sern Sünden. Vor dir, Allheiliger! vor dir ist kei: ner rein zu finden. Wie fümmert unfre Seele sich! Wir alle fehlen wider dich! Erbarm' dich unser aller! die Mel. Alle Menschen müssen sterben V Vatch leben, Recht: ater! heilig möcht ich leben, Recht: 5. Sich, mich dürftet nach dem Guten. Früh und spät 80, ruf ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten! deinen thun wäre meine Lust; aber Geist verleihe mir! Hilf die und Lüfte widerstreben dem Ge: nach deinem Beifall ringen! fes in meiner Brust, und der Stärke mich mit hoher Kraft, Sündentrieb im Herzen ist das zu thun, was Segen noch oft mir Quell vont schafft! Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. 6. Ja ,, du hörst mein kind Flehen! Du erquickst lich mein Werte und ohithaten Gottes. 54 mein Herz mit Ruh'! Leben werd' ich, nicht vergehen; meine Stärke, Gott! bist du, lleberwinden, überwinden werd' ich durch dich alle Sün: den. Meine Seele, faffe Muth! Endlich werd ich fromm und gut. Mel. O Gett, du frommer Gott er nur Ein Laster 81.2 liebt, wie leicht fällt der in alle! Wer ein Gesetz entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit, und schwächt die Kraft in fich, die sonst fürs Gute ftritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vermö: gen, dann dreift und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Pflicht vorfäßlich zu entweih'n. könnte leicht der Grund von schweren Sünden seyn. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlech: te, und ohne Eugend find selbst Könige nur Knechte. Sie, fie nur macht uns erft des Lebens Anmuth schön, nur sie kann über Zeit und Schicksal uns erhöhn. 6. Jm leßten Augenblick, wenn alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unsrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 7. Denn Tugend wird in's Reich der ew'gen Herrlichs Feiten den Geist, der sie ges liebt, vor Gottes Chron bes gleiten. Und wie? mir Sterblichen wär' dieses Glück zu klein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu seyn? 3. Wie oft versucht der Mel. Herr ich habe mißgehandelt Mensch, aus Scham, aus 4. Go fei es mir denn Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren, und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Rein Fehltritt scheine mir und Kein Bergehen Elein; dies Furcht und Schrecken, durch 82. Sünde ist nie klein eine zu zu bedecken! So führt zur sie klein, doch bringt fie Lasterbahn ein einz'ger Feh: Schuld. Denn sie widers Ver hin; und wo die Tugend spricht Gesegen, die mit weicht, muß auch die Ruhe Weisheit und voll Huld uns fliehn. der Heilige gegeben, um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Gefeß ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch befolg' es, und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott. Gott Sünde haffen, kann nie ungestraft fie laffen. Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünden Schuld erhöhn? O! die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Gesetz verstehn, es als wahrhaft gut zwar schäßen, doch aus Leichtsinn oft verlegen. 4. Günd'gen wir mit lle: berlegung ivider des Gewif sens Spruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch: so ist das, was wir voll: brachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervor: gezogen und mit Wohlthun überhäuft, und du bleibest Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schäßest fie geringe, ärgerft, aber befferse nicht: größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann das alles zählen, was Tros, Wahn, Unbesonnenheit, Stolz, Heuchelei sich wäh len, das der Thaten Sünd: lichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Ge seg entehret! 10. Gott! laß mich dies wohl bedenken, und, entfernt von Sicherheit, meines Lebens Gang fo lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu, was dem gebühret, der den Christennamen führet! 11. Laß mir niemals eine Sünde klein und unbeden: tend seyn! Vater, flöße deiz nem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben, und nach Tugend nur zu streben! dem gewogen, was der Pflicht entgegen läuft: so mehrt Undank deine Sünden, wichtiger wird Gott fie fin: den. 6. Fühleft du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott Mel. Ulle Menschen müssen sterben. dich wollt' entzichn; wirst, gestärkt durch ihn, nicht bef: 83. Großer Gott! erhab: ser: so wird deine Schuld noch größer. nes Wesen, das, voll seguender Begier, Mens schen sich zum Dienst erlesen; ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ erwäge, und was ich bin, überlege: o, wie niedrig und wie klein muß ich mir nicht selber feyn? 7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur inn're böse Lust blos nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt: o! so ist dann dein Vergehn größer, als fonft, anzusehen. 8. Machen ganz besondre 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft M in dem Gemüth, und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach, ich seh mit Reu' und Schrek: ben tausend Fehler, tausend Flecken, und in der ver: derbten Brust regt sich öfters böfe Luft. 3. Bas ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vater: hand. O! wie manche gute Gabe, hast du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich fchonend deine Gnade. Näh: mest du zurück, was dein, ach! was würd mir übrig seyn? barkeit in mir! Bater, laß das schwache Lallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, deth Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 5. Sieh hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt: doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergüte, and mein tief beschämt Ge: müthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr! ich falle vor dir nieder, voller Ehrerbic: tigkeit. Was du willst, zu thun und leiden, dies gelob Gott ich dir mit Freuden. und Herr der ganzen Welt, thu mit mir, was dir ger fällt! Folgen der Sünde. Mel. Jesus meine Zuversicht wie sanft ift, die Menge deiner Gaben tlagt nur meinen Un: 84. Here, dein Joch( dank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß: o wie leicht dein guter Wille! gethan; oft voll Leichtsinn Oft gedenkt die Seele noch sie verschwendet, und zu in reinen Herzen wohnt, und jener Ruhe, jener Stille, die Sünden angewendet. wie häuft sich meine Schuld den Fleiß der Tugend lohnt. durch Verachtung deiner Huld! O! 2. Aber, ach! ist e: ents flohn, des Gewissens sanfter Friede; dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienft macht frank und müde. keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drückend ist des Lasters Joch, schwer der Sünden harte Bande; und ihr Sklave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Sklaverei. 6. Ja, die Wunder dei: ser Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte 4. In der ungeftümmen felbst die Triebe treuer Dant: Brust weilet keine Freude lange. lanac. Unmuth folgt auf Heiligungsgeschäfte. D Va: Sündenluft; angstvoll bebt ter, gib, daß nie mein Geist fein Herz und bange, sucht sich seine Würde felbst ent: vergebens Fried' und Ruh, reißt! und eilt neuen Lastern zu. 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt es mit trü: bem Blicke; will, und kann nicht fröhlich seyn, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 3. Wer Sünde thut, der haßt das Licht, das Gott uns har entzündet; er fennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. O lehre, Gott, mich weise seyn, und stets den Reiz zur Sünde scheun! 4. Wer Sünde thut, der trogt dem Herrn, durch den wir sind und leben; er bleibt von jenem Reiche fern, nach dem die Frommen streben. Wie thöricht und wie un: dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn ge: schmücket; Blumenau und Saatenfeld, was den Tu gendfreund entzücket, dem sein Herz entgegen wallt, läßt die stumpfe Seele falt, 7. Herr, dein heiliges Ge richt trifft die Sünder, die dich hassen, die Verächter ihrer Pflicht! Herr, ich will dich nie verlassen; steh' mir in Versuchung bei, und er: halte selbst mich treu. Mel. Auf Christenmensch, 85. Wer er Sünde thut, der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen. D! hilf mir, Gott, daß ich dir tren, und fern vom Selbst: betruge sei! 3. Wer Sünde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht sich stolz dent Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird sein Gemüth, und tief sein Seelenschade. D! welch ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgsam bin! 6. Wer Sünde thut, ver: wirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt, und laut ihn, Herr! vor dir ver: klagt. 7. Wer Sünde thut, sicht schreckenvoll die legte Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun droha Zottet H 30 droh'n ihm Tod und Welt gericht. 8. So täuf ht die Sünde ihren Freund! So lohnt sie schon auf Erden! Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach, wie wird's dann ihm wer den? Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn: o lehre mich auch Sünden flieh'n! Mel. Herzliebster Sesu. 86. Wº o ist wohl Noth und Elend auf 2. O wären wir vom Jüng: ling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! OV.TR55 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden, und jede Bürde und erleichtert werden, wenn unser Herz den Lockungen der Sünde stets widerstünde!. 4. Doch, ach, fie herrscht, um alles zu zerrütten, er: schüttert Thronen und ver: wüftet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 6. Die Luft zum Bösen fes selt sie, und wütet; fie leiden selbst durch das, was sie ge: bietet; fie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. Mél. Herr! ich habe mißgehandelt der Erde, das von der Sün: 87. ott! wie schreck Goff de nicht geboren werde? Ver: wandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? lich sind Verbres chen, weil sie, faum vollen: det, sich selbst verfolgen; furchtbar rächen, Richter, dein Gefeß und dich! Ach! dem Lafter folgt Verderben, Armuth, Schmach und frü: hes Sterben! 7. D du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tu gend halten, und siegend, in Versuchung, uns zum Les ben in Gott erheben! 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenes Troft's genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein fünftig Leben? 3. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wan: deln sollen, Gott! was ver: nichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden, blos für Einer Thors 5. Wann können Sünder froh zum Himmel schauen, heit Freuden! an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an der Zukunft Leben, wad nicht erbeben? 4. Starke, Gott, verfol: gen Schwache; Schwache Schwächre! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, erlosung. 69 Rache, Wolluft, Stolz und fen seyn; mich nie zrocifeln leppigkeit: wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! am Gerichte; auch den klein: ften Fehltritt scheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! 5. Wie die Arglift, Frevel Brütet! Wie Gewalt und Ty: rannei, gleich der Pest im Mel. Wie groß ist des Allmächt'gen stern Heuchelei trachtet, über 88. ch! welch ein Kampf alle Zeiten Fluch und Jam: welch fteter Widerspruch in mer- zu verbreiten! mir! Mein Geift will, daß ich Gutes wähle, er sehnt fich, Gott, so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt ihre Lüfternheit zu ftillen, und schmiegt sich, ach! den Sün den an. 6. Und wir Sünder könn: ten wähnen, Gottes heiliges Gericht strafe keines Elends Thränen, acht' auf unsre la: fter nicht? der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich; es sei kein Rächer? 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unter: than, gingen Jünglinge und Greife immer auf der Tu: gendbahn, o wie strömte Heil und Segen jeglichem von dir entgegen! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden Feiner je der Noth entgeht, jede kaft erleichtert werden; jede wah re Lust erhöht, wenn den Lok: Fungen der Sünde unfer Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort, und schon auf Erden ruhig und getrost zu werden. 10. Laß des Lasters bittre Früchte mir stets in Gedan: 2. Ein doppeltes Gefeß regieret mein Wesen; o wie räthselhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell ent: zieht ein Todesschatten mir diefes himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ers matten, ich will, doch ich volbringe nicht. 3. Der gute Vorfag, den ich faffe, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich hasse, und scheue oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen følgen nach. 4. Wer löst mich von den Stiga zoette und 20yyithaten Gottes. ben, willst du nicht. Sflar enketten? wer schafft zu erfreun; daß wir verder: in meinem Innern Ruh? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmäch: tiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade gnüget zur seligsten Genesung mir; o send' ihn, daß mein Glau: be sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! 00 Von der Erlöfung. In eigner Melodie. ( 37. im alten Gesangbuch.) 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief dein Va: terblick durch Jesum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 89. err, wir singen deiner Ehre. Er 4. Preifet ihn ihr Jubel: lieder! der Sohn des Höch sten stieg hernieder, ward Mensch und starb der Sün: der Tod. Christus hat den barm dich unser, und er: Tod bezwungen; ein Sieges: höre, nimm gnädig unfer lied werd' ihm gesungen! Loblied an! Herr, wir dan: Uns segnet und begnadigt Fen voll Entzücken, wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir fehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie seyn. Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tönt! tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst knieen wir an deinem Thron, und beten an. 2. Um zu dir uns zu erhe: Mel. Mache dich mein Geist bereit ben, hauchst du in unsre Welt, Brust das Leben, und schen: 90. Unser Gott, der Herr kest uns der Erde Glück. der Zukunft Zeiten, kann, Um zu dir uns zu erheben, was ihm zu thun gefällt, entziehst du unfrer Brust das lange vorbereiten. Stets zur Leben, und schenkest uns des That wird sein Rath; auf Himmels Glück. Du gibst verborgnen Wegen kommt das Leben, Gott, und führst uns Heil entgegen. auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein, uns 2. Jesus ward zum Heil der ectorung. mein Herz empfinden. der Welt einer unsrer Brü: liche, der That, das kann der; freudig, wie zum Sieg der Held, kam zu uns er nieder; rang mit Noth; Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu er: heben. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah, wußt' er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 6. Jft Chrifti Wort nicht Gottes Sinn; werd' ich stets irren müssen, und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht vissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 4. Preiset ihn voll Zuver: sicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er ver: spricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten; folget ihm mit Freuden. 01 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, durch ihn des Himmels Erbe; dies bin ich: und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Du gibst mir deinen Geist, daß Pfand, im Glau: ben mich zu stärken, und bil: dest mich durch deine Hand zu allen guten Wer len. 91, Mel. Mein erst Geschäft sei Preis edanke, der uns Leben gibt, wer kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt ge liebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit Finster: nissen, füllst du mein Herz 11. Und wenn mich meine mit Majestät und stillest Sünde kränkt, und ich zum mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Kreuze trete; so weiß ich Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. daß er mein gedenkt- und thut, warum ich bere. 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Hers zen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmek: ke Fried' und Ruhe.., 12. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und mich einst 4. So kann ich auch nicht aus der Erde erweckt, und Gottes Rath von Jesu Tod zu dem Reich erhebt, da ich ergründen; allein das Gött: dich schauen werde. 13. zette and 280gityaten Gottes. 13. Erfüll' mein Herz mit Engeln gleich, mit ihm ewig Dankbarkeit, so oft ich dich leben. nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 62 14. Soll ich dereinst auch würdig seyn, für deinen Ruhm zu leiden; so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken: wie follt uns der, der ihn ge: schenkt, mit ihm nicht alles schenken! Mel. Schwing dich auf zu 4. Ehrfurcht und Gehors sam soll ihn der Mensch bes zeigen, aller Ruie sich de: muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sey Gottes Höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend heis lig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht, und doch Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 92. fommt mit Dank vor Gottes Thron! Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte feinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da fam, daß wir selig würden! Er ward Mensch, und übernahm schwerer Leiden Bürden. 6. Laßt uns, Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sün: de fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen, und, wie er, mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: Es ist 2. Tren vollbracht' er seine vollbracht! froh, wie er, Zeit. Seines Vaters Ehre, einst sprechen, o dann schreckt Wahrheit und Gerechtigkeit uns nicht die Nacht, wann war des Heil'gen Lehre; die Augen brechen. Sicher Menschen trösten und er: wird uns seine Hand zu den freun, immer fein Bestreben; Seligkeiten seines Reiches, und um aller Heil zu seyn, in das Land der Verklärten, ließ er selbst sein Leben. leiten. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke, herrschet er voll Mas Mel. Vom Himmel hoch, de jestät, und mit Gnad' und 93. Auf! freue dich, mein in Geist, in mir, fein Reich, die wir darnach preise deinen Gott, der dir, fireben. Sremne follen, selbst seinen Sohn zum Hel fer Criofung fer gibt; preif ihn, deß er mel., Ullein Gott in der Höh' sei so sehr dich liebt! 94. Ninum unf're Dank: gefühle an, die wir dir, Bater, weihen, durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von Nenen. Ja ewig, ewig Dank ſei dir; belehrt durch Jesum Fönnen wir uns unsrer Würde freuen. 3. Durch ihn hat er die fichre Bahn zur Seligkeit dir kund gethan; durch ihn hat 2. Sonst sahn mit Furcht im Angesicht auf Gräber uns er dir Muth und Kraft, auf fre Brüder; doch bald er: dieser Bahn zu gehn, ver: schafft. schien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des 4. Vergiß, vergiß zu kei: Menschen Geist umschließt ner Zeit die Größe seiner kein Grab, nur seine Hülle Gütigkeit; denk oft und sinkt hinab; dieß lehrte Jes stets mit Freuden dran, und sus glauben. bete Gott in Demuth an. 2. Er, den dir Gott zum Heil gefandt, er machte dir den Trost bekannt, wie in: nig seine Batertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt fei. 5. Aus Gegenlieb und Dankbarbeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge red: lich bis ins Grab; folg ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 3. Mit edler Wärme lehrs te er als erste Pflicht die Lies be, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gad sein Leben hin, aus edlem reinem Tugendsinn, zum Bet en für die Brüder. 4. Auf, Christen, ehrt ihn Lebenslang durch reine Tu gendliebe! O daß ihm Kei: ner diesen Dank, kein Chrift ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset: Dank sei dir, o Vater! Möchten alle wir 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung: das ist der Preis, den ächte frei von der Sünde leben! Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. Mel. Sei Lob und Ehr dem dich, er sicherlich dir zu dem Glück, das Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. 8. In diesem Preiſe übe 95, uf, Christen, last - unfern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unferm Tod, will, daß wir ewig le: bar. 64 Werke und Wohlthaten Göttes. ben. Was uns zum Heile me hören, auf seine Mitts nöthig ist, das hat er uns lershülfe baun, ihn mit Ge durch Jefum Chrift erbar: horsam ehren! Das ist der mungsvoll bereitet. Weg zum ew'gen Wohl, der 2. Nach seinem gnaden: Weg, auf dem man friedens vollen Rath kam er, sein voll auch schon auf Erden Cohn, auf Erden, von uns wandelt. -rer Schuld und Missethat ein Retter uns zu werden. Er wards, und hat sein Werk volbracht, und sich, nach gen Himmel aufgeschwin: 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn, auch mit der That in kurzer Grabesnacht, unsern Herzen wohne: so has ben wir an seinem Heil, zur Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. gen. 3. Wo ist des Todes Herr: fchaft nun? Hier ist sein Ule berwinder: die Furcht davor starb er, das Heil der Sünder. Ge: 96, N fröhlich seyn, daßß mel. Schon ist der Tag für uns, un uns alle brochen ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns Him: melan zur ew'gen Wonne leitet. Gott uns Jefum sandte! Laßt uns des Gottes hoch er: freun, den Jesus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle seine Kinder lehrt, und alle gut erziehet. 2. Zur Reife der Vollkom: menheit, die schon hienieden keimet, erzieht er alle weit und breit; nicht Einer ist vers säumet. D wohl mir, ich bin Gottes Kind! O wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf alle mild herab, führt auf verschied. nen Wegen uns alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, 6. O laßt uns ihm uns den niemand ganz verkennt, anvertraun, und seine Stim hat Jefum uns gegeben. 4. Vers 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er un: ser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Lieb; stes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der, uns zu gut, sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu unserm Glück verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das heil uns zuzuwenden, das er so licbreich und erward, als er für uns am Kreuze starb. 25ohl allen, die tým trauen! 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und findlich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Mensch: heit hohen Zweck und Werth hat Jesus Christus uns ge: lehrt: Gott sey dafür geprie: sen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über alles siegt, und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr' und Tod: Gott sey dafür gepriesen! Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Pr sei: nes Himmels Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein hocherhabner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Er: den in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwer: den von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Lie: be nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen, und für den schwe: ren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab; Gott sey dafür gepriesen! 7.guter Gott, wir zagen nicht; du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern schenkinder, Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: sen hoch dafür gepriesen! Mel. Zeuch' ein zu deinen Thoren 97. Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. 4. Er hats vollbracht! D bringet Gott euern Lobge: sang! Erlöste Menschen, fine get dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Men: verwirf uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuversicht! Drum kommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; denn dein, D Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Le ben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam seyn! Was € wird werte und 20vylthäten Gottes. 00 wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unfre Seelen fich Gottes ewig freun.. Mel. Herzliebster Jesu! 98. Gott, der du für uns deinen Sohn gegeben: o wer kann g'nugs sam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ew'ger Sohn stirbt für die Menschenkinder; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste Begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden träget, drauf Du die Strafe weislich selbst geleget: daß du die Schuld an den verlornen Schaafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Ver: föhner schenkest? Was fin: dest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? 5. Verdient. Verachtung göttlicher Gefeße, verdient Verschwendung unschäßba: rer Schäße, verdient ge häufte gröbliche Verschul: dung so viele Duldung? 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe threr Trie: be? Du thust weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Ach! lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Var ter nennen, und zum Ge horsam dir mein ganzes Les ben willig ergeben. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Wils len treu zu erfüllen. In eigner Melodie. 99, eiland, den und Gott verhieß', den der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. 2. Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm. Jesu, wir, dein Eigenthum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gü: tigkeit. 3. Du, deß Hand die Him: mel hält, du kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befrein, unser Licht und Trost zu seyn. 4. Stark in deines Vaters Kraft, hast du Leben und ver: schafft. Wir, von Rath und Hülf' entblöst, sind, o Herr, durch dich erlöst. 6. Preis sei dir in Ewigs feit! Chorungs Feit! Auf! die ihr erlöset gibt, die verscheriten Selig: feid, rühmt den, der mit feiten wiederum uns zu bea Lehr' und That euch vom Tod reiten. erlöset hat! 6. Der du liebreich zu uns kamst, unsre Nettung über nahmst, dein uns theur er: worbenes Heil sei auf ewig unser Theil. 4. Ja, du zeigst aus weie ser Liebe uns zur Gnade selbſt die Bahn, führst durch deie nes Geistes Triebe uns zur Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler 7. Unfre Seele trau auf dich, unser Leben preise dich; gläubt, soll, befreit von dent und-du selber, Heil der Verderben} Feiten erben. Himmelsfelige Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! 5. Du bestimmtest zune Verderben auch nicht Einen; deine Huld hilft auch Süns Wenn sie sterben sterben sie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deiner Sohn, den trifft seines Fres vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnas de, Heil und Leben. In eigner Melodie. 100. Mit frohlocken: dern. dem Gemüthe schau ich, Gott, voll Dank: begier, in die Tiefen deiner Güte, und verliere mich in ihr. wie groß ist deine Huld! Unsre ganze Sünden: schuld willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Lust am Leben. 2. Ich verehre, Gottvoll Liebe, deiner Gnade weisen 6. Ewig sei mit Dank bes fungen, was dein Rath bee schlossen hat. Mit uns prete sen Engelzungen diesen wete Rath, die, aus eignem sen, heil'gen Rath, den der freien Triebe, unfrer sich erbarmet hat. Uns Verlor: nen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, sollte dein det. Geliebter sterben. Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergrüne 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlaffnen Armen, Gnad' und reichen Trost verleiht! O wie hast du uns geliebt, baß dein Sohn sich für uns 7. Vater, hilf mir dars nach streben, meines Heils gewiß zu seyn. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir das sichre Zeugs nis Werte und Wohlthaten Gottes. 69 niß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt von deiner Guade, und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab ich deine Gnade nur; so wird Feine Kreatur mich von dei ner Liebe trennen, mich dir nichts entreißen können. Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folgs sam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tu gend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. Würde des Erlösers... Mel. Beuch ein zu deinen Thoren u kamst herab 5. Um unser Heil zu grün: den, nahmst du so brüder: lich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande, und stärbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. 101, D zum Staube, herab von deinem Chron; 6. Doch, Herr, im Siegs: in dir erblickt mein Glaube gepränge kommst du zur Welt des ew'gen Vaters Sohn, zurück. Dann steht der Völ Glanz seiner Herrlichkeit! ker Menge vor deinem Rich: Wer kann dich gnug erhe: terblick. welche Angst und ben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudig: Feit. Pein verfolget dann den Sünder! Und Gottes from: me Kinder, wie wirst du sie erfreun! 2. Ver reicht an deine Größe? Im weiten Schöp: 7. Dich, Heiland, zu ver fungsreich fühlt jeder seine Bloße, fühlt keiner dir sich gleich. Du warst, eh' Meer und Land, eh' Sonne, Mond und Erde durch jenes Macht: wort: Werde! hervorging und entstand. ehren, sei stets mir theure Pflicht! Befolg' ich deine Lehren, so seh' ich einst dein Licht. Du bist, was feiner war, im Himmel und auf Erden, was auch nicht En: gel werden; du bleibst es immerdar. 3. Der höchste Seraph beu: get sich demuthsvoll vor dir, verhüllt sein Antliß, schwei: get, bewundert dich, wie Mel. Kommt, kommt, den wir; und deiner Hoheit Glanz, 102. Mein Heiland, der wagt ers, sie zu wird er zu blendend finden; auch er schaut nie sie ganz. 4. Du hast durch deine über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst Du bei Gott in Ewigkeit. bist 69 Erlösung. bist der Erstgeborne vor aller wer aber dich verehrt, dem Kreatur, kamst zwar für uns hilst du vom Verderben, Verlorne in menschlicher Na: schaffft ihm Zufriedenheit, tur; doch in der Menschheit und machst ihn einst zum Orden tratst du erst in der Erben vollkommner Seligs Zeit; eh' noch die Welt ge: worden, warst du voll Herr: lichkeit. feit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr 2. Der Himmel und die Er: in aller Welt! Dich preist de sind durch dein kräft'ges der Frommen Same, der Wort gemacht. Auf dein all: gläubig dir zu Fuße fällt. mächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über alles! Das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensoha! Mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Chron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, dei: nem Eigenthum. 6. Sohn Gottes, ich ver: ehre und bete dich in Demuth an; beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zuges than, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort. Das Große und Ge: ringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis fie litt, die schuld'ge Ehre der Welt; weil du das Nu: rauben. Theil ihnen Gnade der führeft, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jene Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. mit, dich gläubig zu erkens. nen; laß nichts, die dich er: kannt, von deiner Liebe trens nen. Dein Ruhm füll' jedes Land! II 4. Gott läßt dir Ehr' er: Mel. Mein ganzer Geist, groß, wie andern andern Wan 103. Wie oft angebetet ist widerfährt. Dir ſoll sich alles beugen; denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden: dein Nam', o Heiland, Jes su Chrift! Wie theuer dei: nem Volke! Welch Licht ging' in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie flob 70 Werke und Wohlthaten Gottes. oh des Irrthuins Wolke! Schaaren schon, die gerne Als du famest, hörten Taube, die vor deinem Thron ein und der Glaube half den würdig Loblied brächten. Jh. Kranken, Stumme fangen, rer mehr noch, Jesu, wers Dir zu danken. den schon auf Erden dir 2. Nur Schwache waren's, lobsingen, Preis und Dank die dein Licht verbreiteten, und Ruhm dir bringen. die Weisen nicht. Wo find fie? Wo die Hohen? und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flo: hen? Macht nicht, Lift nicht, deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. 6. Wie groß, wie angebes tet ist dein Nam, o Heiland, Jesu Christ! wie herrlich bei den Deinen! führst du uns einst zu deiner Ruh: o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre kob erschallen, durch die Himmel wieders 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn; wir werden hallen! deinen Himmel sehn, den die Sendung Jesu. Preis von deinem Leiden; ge: Dankbares Andenken an nießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuße starbst, der Engel hohe Freu: den. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir mel. Jesu, komm doch selbst zu an dich glauben wollen! ( Adventslieder.) 4. Du haft dich deiner 104. Gott sei Dank in aller Welt, der Herrlichkeit entäußert eine sein Wort beständig hält Kurze Zeit, für uns von Gott und der Sünder Trost und verlassen. Und nun mit Ehr Rath zu uns her gesendet und Ruhm gekrönt, nun hat! machst du felig, die, ver: 2. Was der frommen Vä föhnt, der Sünden Gräuel ter Schaar Wunsch und Troft Hassen. Ihnen willst du Heik und Hoffnung war, was sie und Leben gerne geben, und fern im Dunkeln sah, Heil uns allen helfen, daß wir uns! ist im Lichte da. Gott gefallen. 3. Hier ist mehr, als Das 5. Vom Aufgang bis zum vids Sohn. Unvergänglich Niedergang erschallet dir der ist fein Thron; denn der Tus Lobgefang erretteter Gerech: gend Reich ist sein, hier und ten. linzählbar sind die dort uns zu erfreun. 4. Licht e cojung. 4. Licht der Seelen, ew'ges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschenfreund, wie dank' ich dir; du schenkst dieses Hell auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen seyn; mach es von der Sklaverei jeder Sünde völ: lig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr: so erscheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir! 7. Deine Wahrheit leuch: te mir, Herr, bei allem, was ich hie:! zur Befördrung meiner Ruh', denke, wün: sche, wähle, thu'. 8. Trift mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wann kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 9. Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht er: scheinst, laß mich freudig zu bir gehn und gerecht vor dir beftehn! Seelen, feid heilig, feib be reit, was ihm gefällt, zu wähs len, zu fliehn, was er ver: beut! Eilt willig in sein Reich, verabscheut und verlasset, was euer König haffet, vers traut ihm, besfert euch! 3. Das hat der Herr gee boten, sein Sohn hats selbst gelehrt; das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer glaubt, und wer nicht gläubt, wird sterben. Ein jeder wird vers derben, der noch ein Sünder bleibt. reitet euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sün: 4. Wer wahre Demuth lieber, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ers gibt, wird gut und felig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder, oh: ne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Schon seufzt mein Herz nach dir, es seufzet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen, und wohne Mel. Aus meines Herzensgrunde 105. Mit Ernst, o Men: fiets in mir! schenfinder, Mel. Mein ganzer Geist, der, er rettet sie ſo gern. 106. Der Heiland Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben singet ihm, dem Herrn, dem versprochen hat zu geben; alle Seraphim das: Heilig! ihr könnt nun selig seyn. Heilig! singen. Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt 2. Kommt, reinigt eure 72 Werke und Wohlthaten Gottes. steigt von seines Himmels gen Heil an dir im wahren Thron, der Welt das Heil Glauben Theil durch deinen zu bringen. Preis dir, daß Geist erlangen; auch, wenn wir vor der Sünde Rettung wir leiden, auf dich sehn, finden, höchstes Wesen! durch im Guten immer weiter gehn, dich werden wir genesen. nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den From: men ewig kommen, dich er: heben, und in deinem Reiche leben. 2. Willkommen, Friede: fürst und Held, Nath, Va: ter, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du fleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch, und willst, der Welt zu gut, Mel. Befiehl du deine Wege ſelbst unser Bruder werden. 107. Wie soll ich dich Ja du, Jesu, reichst die Arme voll Erbarmen uns entgegen, und verwandelst Weh in Segen. 3. Du bringst uns Trost, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit! Sei hoch da für gepriesen! Herr, wie soll. O viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, kommt das Leben: o was kannst du Größ: res geben? 2. Einst strente man dir Palmen; jetzt soll die Dank: begier, mein Heil, in Freu denpsalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich erheben, so gutich Schwacher kann, mein Herz will ich dir an! 4. Wir bringen dir ein geben; o nimm cs gnädig dankbar Herz, gebeugt durch 3. Damit du mich befrei: Buße, Neu und Schmerz, test, gabst du dich selbst für bereit vor dir zu wandeln: mich; mich zu erretten, fren: ja, dir und unserm Nächsten test du, Seligmacher, dich. treu, aufrichtig ohne Heuche: Du sahest, daß hier keiner lei, zu denken und zu han: vermögend war dazu: da deln. Zu dir flehn wir: jammerte dich meiner, da hilf uns Schwachen, daß kamst und halfest du! wir wachen, beten, ringen, und des Fleisches Lust be: 4. O du, an den ich glau: be, was war's, das dich bewog? Was war's, das Heil aller Sterblichen! Du Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst Güte voll, dich meine Seele mir zu e: kennen, wie, deiner nennen, dich würdig preiſen zwingen. 5. Laß uns zu unferm ew: dich zum Staube, zu mir her: Erlösung. 73 hernieder zog? Dein gött: Wohl ewig allen denen, die liches Erbarmen. Ja, du, o Jesu, haft mit mitleids: vollen Armen die ganze Welt umfaßt. seine Bege gehn, und einst mit Freudenthränen zu seiner Rechte stehn! mel. Gott, der du die Menschen er du uns das Heil errungen, 108, D 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! Flagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Hel fer wär? O fehet auf! Ihr Mensch geword'ner Gottes: habet den besten Helfer nah, sohn! Ewig sey dir lobgesun: der eure Seele labet: der gen, daß du von des Him: treue Freund ist da. mels Thron, uns zu gut, 6. Die ihr mit ernster Reue ins Fleisch gekommen; der still eure Schuld beweint, du voller Freundlichkeit, läng: wißt, daß er euch verzeihe. stens schon vor meiner Zeit, Er selbst, der Menschen: dich auch meiner angenom: freund, ruft heilbegier'gen men und mein Bruder wor: Sündern der Gnade Trost: wort zu, macht sie zu Got: tes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh. den bist, sey gelobt, Herr Jefu Chrift! 2. Sen gelobt! denn die gehöret Preis und Dank und Dwie Ruhm mit Recht. hoch hast du geehret unser sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zum indir, du Gottessohn herrscht Wohlthun dir erwählet; ja die Menschenheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völker Segen, kamst, von Noth uns zu befrei'n; und wir können deinetwegen jetzt schon Kin der Gottes seyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben: o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschaft, und die Tüchtigkeit erworben, einst von Sünden völlig rein, ähn. lich dir, o Herr zu seyn. 4. Da 7. Er übersiehet Keinen, und weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbegin beschüßt? Nicht sie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 8. Er macht uns von dem Bande des Tod's auf ewig tos, entreißet uns der Schan: de der Sünd' und macht uns groß, gibt Weisheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, versichert uns die Freu: den, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Welt: gerichte; der Bösewicht ver: geht, wann da im hellen Fichte der Tugendfreund besteht. 74 Werte und Wohlthaten Gottes. 2. Gott ist mit uns! wir sehn den Sohn, den einges 4. Du, du bist der Mitt: laut in aller Welt umber! Ier worden, der die Welt Wer brachte je der Welt mehr mit Gott versöhnt; haft der Licht und Heil, als Er? schwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugchen, bornen, des Vaters Ebens und da Gottes Herrlichkeit, bild, den Retter der Verlor: nach vollbrachter Prüfungs: nen, der Reucvollen Trost. zeit, ewig einst verklärt zu Ihr Sünder, nehmt ihn an! sehen. Fromme! faffet Zu: Freut des Erlösers euch, versicht, glaubet fest: nur fündigt nicht. 5. Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich krank und hülflos bin? Nein, fein Heil wird mich umfassen, trösten den betrübten- Sinn. Und da kann mich nichts anfech: ten. Er, der meinen Jam: mer kennt, und mich gnädig Bruder nennt, sigt als Herr zu Gottes Rechten; durch ihn bin ich Gott vereint; Gott ist Vater und mein Freund. der selig machen kann! 3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ists! die Tauben hören; der Blinde sieht, und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des Lahmen Füße geh'n; die Todten stehen auf. 4. Er ist gekommen, uns dem Vater zu versöhnen, und mit der Tugend Kranz die Gläubigen zu krönen. Gott ist mit uns! Er will die Trau: rigen erfreun; Er will der Schwachen Kraft, der Müs den Stärke seyn. 5. Gott sey gelobt! Er ist's, auf den die Väter harr, ten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Undern wars ten. Er schließt den Him: mel auf; er nimmt die Süns der an. Frohlockt, und bes tet ihn und seinen Vater au. Geburt Jesu. ( Weihnachtslieder.) Mel, Lobet den Herrn dürfen wir nun keines Andern 110, Ehre fen Gott in warten. Höhe! der Herr 6. Herr, wie groß ist deis ne Güte! Meine Seele freut fich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deis nem Ruhme seyn! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu mes: sen: gib, daß ich für deine Treu'dir auf ewig dankbar sei. Mel. Nun banket alle Gott ir ift gekommen, 109.& r er, auf den die Väter harrten, und länger Erldfung. 75 Herr is geboren, Sündern Völlig beglückt, fing ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Lasset uns sein dankvoll, ihr Chri: sten, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2. Schatten und Dunkel 111. Robt Gott, ihr Chri: bedeckte den Erdkreis; es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. freuet euch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reich, und sendet seinen Sohn. 2. Er kommt nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ew's gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. Jesus erschien Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Als tären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn. Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erqui: cung trng er in der Wei: nenden Hütten, ward ihnen Freund, hatte oft selber ge: weint, selber geduldet, ges litten. 5. Ehre sei Gott in der Hohe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter, zu sehen, und mit den Schaaren der Herrlichen ihn zu erhöhen! 3. Bei seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn keine Pracht, die glänzend in die Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Abers glaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sün: de scheun, spricht Muth den Schwachen zu, und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. bessern Welt vom Himmel 7. Er bringt den Trost der uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hülle fällt, uns weder Tod nach Grab. 8. Er öffnet uns dereins die Thür zu seinem Hummel. reich. 76 Werke und Wohlthaten Gottes. reich. Ihr Christen, wie Mel. Mein ganzer Geist, oder: beglückt sind wir! Lobt Gott Wie schön leucht uns und freuet euch! Mel. Allein Gott in der Höh' 112. Laßt uns mit ehr: furchtsvollem 113. fimm auch du D mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgefang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt hernieder kam und unse. re Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer, fam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. Dank den Gott der Lieb' er: höhen, mit feierlichem Lob: gesang des Heilands Fest be: gehen! Preis sei dem Vater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Men: schen. 2. Ja, Preis und Ehre, 2. Ist der ein Chrift, der Gott, fei dir! Wie gnaden: dieses Heil nicht schätzt und voll bist du auch mir in dei liebgewinnet? Nimm froh an nem Sohn erschienen! Dn seiner Liebe Theil und werd' fandtest aus Erbarmen ihn, ihm gleich gefinnet! Wer die dem Verderben zu ent: nicht, wie er, gesinnet ist, ziehn, die schnöden Lüsten der ehrt ihn nicht, der ist dienen. Preiß dir, daß mir kein Christ. Der Herr er: neue Pfade zu der Gnad kennt die Seinen! offen stehen, mich der Sünd entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen? Du bahntest unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienicden Got: tes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlau: 3. In Dürft gen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, spei: fen, tränken! Ja, laßt uns frohe Geber seyn und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Her: zen ehrt, den wird sein Na: me trösten. Vertraut auf gen. ihn, von ihm gelehrt, lob: fingt ihm, ihr Erlösten! Es freut sich deine Christen: heit, Herr, deiner Menschen: freundlichkeit. Dir, dir sei 4. O gib, daß ich an die: sem Heil nun auch im wah: ren Glauben Theil durch dei: nen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh, und eriojung. 77 Erdkreis freuen! Zum Ge richt kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Eilt im Geist nach Beth: lems Hütten, feht, was dort euer Hort schon für euch ge: litten. Er wird niedrig en: retwegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 5. Ich bringe dir ein dank bar Herz, bereit in Freuden und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Ver: leihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissen: 6. Er, er will für eure haft zu denken und zu han: Schulden Armuth, Noth; deln. Fröhlich will ich hier Schmach und Tod göttlich: im Lehen dich erheben, und groß erdulden. Lernt den einst oben wonnevoll dich Menschenfreund erkennen: ewig loben. gnadenreich will er euch sei: ner Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann; betet an; weinet Freuden: thränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. Mel. Fröhlich soll mein 114. Last uns unserm Gott iobsingen! hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sey Ehre! 8. Wenn euch eure Sün: den fränken, eilt herzu, su: 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich; chet Ruh: er will sie euch Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. ſchenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: ich will ench erquicken. 3. Wer kann Gottes Rath: 9. Jhr Erdulder schwerer schluß fassen? Aber dieß ist Tage, euren Schmerz fühlt gewiß: wir sind nicht ver: laffen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt er nicht die Menschen lieben? sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste Zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 4. Wenn er uns verwor: fen hätte, nähm' er dann Menschheit an? Er spricht: 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr als ihr litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit ich errette! Deß soll sich der der Seiden und der Müh was 78 zderte und zooyupaten Sottes. was ist sie gegen ew'ge Freus feiner Sendung Gaben selbst den? an Gott zu haben! 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freus denvoll sie mein Herz empfin: 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden: Dort er bleibt ewig treu. wird er vom Bösen völlig uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brüder hassen oder Hülflos lassen. 4. Wann wir einst ermüs den, führt er uns zum Frie: den durch des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne uns sern Bruder schaun. Heilund ewig Leben wird er allen ge: ben, die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht, wie Mel. Jesu meine Freude 115. Gottes Sohn ist wir: überschwänglich wird kommen! Dankt er der heit schonen. Den! 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, ob: wohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und fein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Du kömmst einst zum Weltgerichte. Dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, crschien er hier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er allen Freund und Bruder ist! Gott, auf seinem Throne, liebt uns in dem Sohne, hilft durch Je: fum Christ. Welch ein Heil, In eigner Melodie. an Chrifto Theil, Theil darch 116,[ uf! fchicke bich, feierlich des 6. Eilet, eilt, ihr Süns der! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth, Eilet, eilt, ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! Bleis bet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben durch ein göttlich Leben. e710{ ung. 79 des Heilands Feft mit Dan: des Herrn und jauchzt ihm, Fen zu begehen! Lieb' ist der ihr Erlösten! Dank, der Lobgefang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', erhöhen. Mel. Ermuntre dich mein 2. Sprich dankbar froh: 117. ott, deine Gnade gepreist! also, also hat Gott die Welt Sie schuf uns Heil und Le: in seinem Sohn geliebet!! wer bin ich, Herr, daß du ben. Ermuntre dich in mir, mich so herrlich hoch in dei: nem Sohn geliebet? mein Geist, ihr Wohlthun zu erheben! Denk an die Nacht, da auf der Welt des höchsten Sohn sich darges siellt, um sein so theures Les ben für Sünder hinzugeben. 3.- Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm némm Theil! 2. O große That! er: wünschte Nacht! von Ene geln selbst befungen! Du hast den Mittler uns gebracht, Er ist das Heil. Thu täg: der uns das Heil errungen. fich Buß und glaub an sei: nen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen, In dir erschien der starke held, der alles schuf uni alles hält, der Freund de Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 5. Aus Dank will ich in Brü: dern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Er: den! Die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie foll dir gebeuget werden. 3. Der du, zu uns gesandt Himmel kamest und unser vom Herrn, aus deinem Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. O lehre mich den grof sen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd' dich so her: ab zu lassen? Hier warteten dein Nichts als Noth, Vers achtung, Kummer, Schmerz 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch und Lod, und doch famst DU 89 du auf Erden, ein Men: schensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war dei: ne Menschenliebe. Du sa: mel. Vom Himmel kam der Engel heft unfre Sündennoch mit 118. Dies ist der Tag, den Gott ge: Du stelltest, unser Heil zu seyn, nach deines Vaters Rath dich ein, wardst Mensch und kamst, mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höch: sten, freu ich mich; du bist Auch auch mein Erretter. mir zum Troste fandte dich der Herr, der Gott der Göt: ter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuch: tung, Friede, Beßrungs: kraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. macht; sein werd' in aller Welt gedacht! Jhn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit er: füllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Got: tes Lieb unendlich ist. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wieder kommen: und dann schaun dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ! dich schaun, so herrlich, als du bist; dann 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm, im Buche steht von mir; Gott! deinen Willen thu ich gern: Gelobt fey, der da kommt im Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du sedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland, an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier Criofung. hier, und Gottestinder wet: den wir. 8. Gedanke voller Maje: stät! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt. Ein Mittler isis, der sie erhält. Was zagt dek Mensch, der ihn dich schüßt, der in des Vaters Schooße figt? fen, daß er allen Erretter, Freund und Bruder ist. Er, gleich der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl, vers breitet Licht und Wonne u d Leben überall. Durch ihn fommt Heil und Gnade auf unsre Welt berab; er leucht tét unserm Pfade, durchs Leben bis ans Grab. 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, fing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den zu Gottesthron. Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! Jyn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 6760 81 3. Frohlockt, ihr Mitges hoffen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht län: ger ist verschlossen der Ein gang zu der Herrlichkeit. Zu unfrer Erd' hernieder fam Gottes ew'ger Sohn: nun hebt er seine Brüder empor Er ward das Heil der Sünder, und der Verlornen Hort. Hier sind wir Gottestinder, und Gottes Erben dort. 4. O du, dem laut die Menge der Engel und Vers klärten fingt, vernimm die Lobgesänge, Die dir dein Mel. Kommt, kommt den Herrn 119, Bom om Grab, an dem wir wai: len, soll, Jesu Christ, dein Volk im Staube bringt! Lobgesang empor zum Him Auch du warst einst auf Ers met schallen! Dir opfre jede den, was deine Brüder sind, Seele Dank; und jeder der ein Dulder der Beschwerden, Gebornen erfreu fich, Mensch ein schwaches Menschenfind. zu seyn; und jeder der Verlor! nen rühm' es, erlost zu seyn! Uns Sündern ward gegeben einst Jesus, Gottes Sohn; mit ihm erschien das Leben, mit ihm des Him: mels Lohn. Was du nun bist, das wer: den einst deine Bruder seyn, wenn sie, entrückt der Erden, sich deines Anschanns frena. 2. Kommt, laßt uns nie: berfallen vor unferm Mitts fer, Jesus Christ, und dans mehr aus dunkler S. 5. Bald find wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir dann dem Throne und schau: en beine Majestát. Nicht Ferne Dringe Werte und 20oyithaten Gottes. 82 dringt dann der Dank zu dir; weit über Sonn' und Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Hee: re schallt unser Lobgesang. Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dank! 4. Mit dieser frohen Zua versicht geh ich dem Tod ents gegen. Ich weiß, mein dunk: ler Pfad wird Licht, und Leid und Schmerz mir Se: gen. Schließt sich mein Lauf, werd ich hinauf zu Jesu mich erheben, und mit der Schaar, die tren ihm war, in seinem Himmel leben. Erscheinung Christi. Mel. Was mein Gott will 120, Erfreue dich des Heils, mein Geist, das Gott für dich er: koren! Der Heilige, der Je: sus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, daß uns tein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen, und, von der Sünde Macht befreit, zum Hohen Leben dringen, gut: thätig seyn, wie Gott, er: freun, und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 2. Kaum sandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern, führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten. 3. Drum sei uns sein Er: scheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, trog aller Macht des Spottes! Der ihn uns gab, blickt hold herab auf feine frommen 4. Drum laß mit froher Kinder; und väterlich er: Dankbarkeit uns nun im barmt er sich der reuerfüll: Lichte wandeln, uns in der ten Sünder. gnadenreichen Zeit fiets 3. D wär uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott, noch jetzt den Gößen dienen. Nicht sie, nicht eigne Wür: digkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finster: nissen. fromm Mel. Gottlob ein Schritt zur 121, em ganzen Erd vom Herrn ein helles Licht erschie: nen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völ: fer dienen den todten Göt: tern nun nicht mehr! sie ken: nen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. Erlösung. romm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Jflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod ertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Hott, erkennt, erkennen dei: ten Willen, und wer das Chun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Ge cts dem, der da glaubet und doch stets der Sünde Flavisch dienet. 6. Und wo noch bange Dun: elheit und falsche Schatten iegen, wo Frrthum, Wahn ind Sinnlichkeit noch Sterb: iche betrügen, auch da geh un im Siegeslauf das schö: e Licht der Wahrheit auf, aß alle Welt dir diene! Darstellung Jesu im Tempel. Rel. Chriftus der ist mein em 122.Dem großen Va: ter weihte, am eiligen Altar, jest die Ge: enedeite den Sohn, den sie ebar. 83 4. Jest lag vor seinen Blicken das Kind, des Him: mels Lust; er nahm es mit Entzücken und drückt es an die Brust. 3. Gott sah ihn still und seise den Weg der Tugend ehn, verhieß dem frommen reise, den Heiland noch zu thn. 5. Und rief: nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dan: kes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich geſe: hen; hier ist der ölker Hirt, der Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilger: stabe der Fromme einen Lauf; und, Gott, du thotst am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er, den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum feh. 9. Zwar werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Siz meon; doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Lies der: Heil mir, nun seh ich ihn! Der Himmel tönet wies der: Heil dir, nun siehst due ihn! 2. Da betete im Tempel in Greis zu seinem Gott, mel. Kommt her ju mir, spricht nd ward uns ein Exempel on einem schönen Tod. 123. ntreiße dich, mein Geist, der Welt, dem, der für dich sich dars gestellt, nun dich auch dars zustellen! Er ist das Licht; brum fey gewiß, er wird $ 2 auch 84 Werke und Wohlthaten Gottes. auch deine Finsterniß durch Johannes, der Vorgänger seinen Glanz erhellen. Jeſu. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum sitt: lich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht, und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. strafte Sünder. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelen: ruh zu Theil auf seinen bö: 2. Er schreckte Heuchler, sen Wegen. Er rief: das Himmelreich ist nah! Thut Buße, werdet. Gottes Kinder; denn der Verheißene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, par: theilos alle Thaten richten. die erfüllten Heil frönet Pflicht, den Frevel trifft fein Strafgericht. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu sei: nem Heil zu haben; wer recht thut, sich der Welt ent: wöhnt, nach wahrer Heili: gung sich sehnt, der opfert ächte Gaben. In eigner Melodie. und 124. Es ging ein Mann Segen, Johannes, dem Er: löser vor. Die Hügel bahnt er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub empor. Es bebte, wer ihn reden hörte, bekannte seine Fehler, kehrte gerührt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und zu Gott zurück. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glaus ben seinen Heiland schaut, kann einst im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. 3. Ein himmlisch Licht ist seine Lehre, und Geist wird seine Taufe seyn. Ihm, ihm allein gebührt die Ehre! Er kommt, und jedes Herz ist sein. Schon wurden ganze Bölker rege; schon strömte froh es auf dem Wege nach dem erhellten Kanaan, und Heiden riefen Jesum an. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein, und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs gefällt, im Frieden wirst aus dieser nicht still weinend uns be: Welt zu deiner Wonn' erhe: Fehren? nicht froh des Höch: ben. sten Willen thun? Laßt uns ents 4. Und wir, die Jesu Stimme hören, wir sollten träg und sicher ruhn? wir i 85 entrinnen dem Verderben, Christenthums, durch dich fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann werden wir nie muthlos seyn, wenn Trübfal, Noth und Tod uns dräun. kann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähn: lich werden. Erlo ung. In eigner Melodie. 125,< mmer sich. bestre: I'm ben, zu erfüllen feine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Ange sterbend bricht: dieß nur ist, nach Jesu Lehre, wahre Weisheit, Tugend, Chri: stenebre. 2. Heil dir schon auf Er: den, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechts. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unsre höchste Würde. 3. So, in höhrer Klar: heit, so umstrahlt mit Got: es Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, vankre nicht, fest entschlof: en, selbst sein Leben für die pflicht zum Opfer hinzuge: 6. Tugend, unter. Fren: den dieses Lebens bist dur schön; doch nur unter Leiden fann man deinen Ursprung sehn; sehn, daß du vont Himmel stammest; und den Geist fürs Göttliche entflam: mest. 7. Du, o hehre Sonne, strahlst mit überird'schem Schein, schaffst dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel cin; du veredelst unfre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Leis den. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Bunder Gottes hel: ler sehen. 9. Heil- gemein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendhaft zu leben, chriftlich weise, christlich gut, daß mich weder Schmerz noch Freude noch der Tod von wahrer Tugend scheide. sen. 4. Und vergebens drohte Perker, Marter, Blutgerüst; reu dem Pflichtgebote, das Bebot des Ew'gen ist, stirbt r, stirbt mit edlem Muthe, zugt für Wahrheit selbst mit einem Blute. 5. Tugend, Segensfülle, o Ziel des höchsten iuhms, du der Gottheit Bille, Geist des wahren Lehrer, Muster uns zu wer; dea Lehre, Leben und Thaten Jefü. Mel. Liebster Jesu, wir sind 126. ührer zur Voll: Führ 86 Werte und 28ohlthaten Gottes. den hoher, reiner Sittlich: das Herz zu Gottes Lieb' ent keit, wurdest du ein Mensch flammt: dazu erschienst du, auf Erden. Dir schlägt un: Jesus, hier, von Gott ge fer Herz entgegen, Jesu, sandt, zum Heil auch mir. dir, der Menschheit Segen! 2. Dugabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott nä: her kennen, und mit froher Zuversicht unfern Schöpfer, Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßet, und uns gibt, was wahr: haft nüßet. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kräfte, bes feelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehre heilen Schein der Menschen See: len Licht zu seyn! 3. Du hast uns der Mensch: heit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns ge: lehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Laster überwinden. 4. Dann auch, wenn das Auge bricht, Todesschrecken uns imgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzusehn; ihr Licht, auf diesem fel'gen Pfade mit sicherm Schritt einher zu gehn; ihr Licht, mit freu digem Vertraun hin in die Ewigkeit zu schaun. 4. Und um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwer ihr Gewicht, so trugst du den! und drückte dich gleich doch, voll Gür' und Huld, sie duld. 5. Danket, Christen, be: gern mit himmlischer Ge tet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig fol; gen seinen Lehren, tren durch Noth und Leiden gehen, um sein ew'ges Licht zu sehen! Mel. Wer" hur den lieben Gott 127, 20¹ uf Erden Wahr: heit auszubrei: ten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt und, uns zum ew'gen Glück zu leiten, 5. Fürwahr, noch immer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Se dafür ihm ew'ger Dank ge: gen, den uns Gott gegeben, bührt; ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut, und dich Erlöser, preist. 6. Ja, Preis sei dir, du bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gefandt! O! würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht er: eriojung. erkannt! Hilf, daß ich dei: ner Wahrheit treu, und ewig durch sie selig sei! 6. Herr, dein Evangelium hat viel taufend: tausend Zea: gen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein. Wort erfülleft und der See: Mel. Liebster Jesu, wir sind 128. heuer fei mir al: le Kummer stilleſt. Herr, Ö7 5. Huldreich rufest du uns zu: kommt zu mir, beschwer: te Seelen; es soll euch zu curer Ruh nicht bei mir an Troste fehlen, wollt ihr an: ders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehr: furcht bringe! Höre meinen Lobgesang, den ich hocher: freut dir singe! Du befreist auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Scha: den. mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsam: keit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, troue, fest mein Hoffen das rauf baue, 2. Nur bei deiner Wahr: heit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit fro: her Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und nach feinem heilgen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weifen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du uns auf: gehellt; und durch deines Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde grof sen Schaden, doch auch dei: nes Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unfrer Sün: Mel. Liebster Jesu, wir sind den gnädige Vergebung fin: 129. Schon auf Erden 8. Köstlicher, als Gold, fei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd' ich einst zu dir erho: ben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, so lang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach dei: fo nem Worte handeln: nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen hö hern Freuden. Himmelsseligkeit empfinden, wenn nur Lieb' und Eintracht hier unsre Herzen fest ver: binden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herz ensfreudig: feit 00 sette und evvylthuten Gylteb, Eeit danken wir dir, Gott gieret, und dich selbst dahin ber Gnade; Jefu Chrifti geführet, daß du, unserm Heil Lehre streut Freuden auf des zu dienen, bist in Knechtsge: Lebens Pfade, lehrt uns stalt erschienen. Ower faßt Mäßigung in Freuden, gibt die starken Triebe deiner uns hohen Muth im Leiden. treuen Menschenliebe! 3. Ste gewährt uns Trost 2. Uleber seine Feinde wei und Rath in den allerbang: nen, jedermann mit Hilf sten Leiden; sie erleuchtet unsern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum bessern Leben. erscheinen, sich der Blinden, kahmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Bez trübten Klagen hören, sich in andrer Dienst verzehren: das sind Proben wahrer Güz te; und so, Herr, war dein Gemüthe. 4. Benn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns 3. O du Zuflucht der Elena frohe Hoffnung faffen; lehrt den! Wer hat nicht von derz Geduld uns, gibt uns Stär: nen Händen Segen, Trost ke zur Vollbringung guter und Heil genommen, der Werke. 5. Sie Ichrt: Menschen zu erfreun, sen des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden selbst verzeihn, die in Noth sind, trösten, pfle: gen, brüderlich die Menschen lieben, segnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, der fie übt, diese schönen Tugend: lehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig felig wird er leben, stets nach höhrer Tugend streben, gebeugt zu dir gekommeen? Wie ist dir dein Herz gebroz chen, wenn dich Kranke an gesprochen! Und wie pfleg test du zu eilen, das Erbeta ne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu er: quicken, sie dem Kummer zit entrucken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren, Sunder, die sich selbst verstocken, langmuths: voll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, Kräfte. war's mit Aufwand aller Mel. Schmüde bich, o 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen Angst und Menschenliche unerhörte Schmerzen littest war die Quelle jener Trie: mit gelaß'nen Herzen, dich be, die dein treues Herz re: von Gundern ließ'st verhöh 130. S eiland deine Criojany, og nen, und zur Schmach mit Es freut mein Geist im Glau: Dornen krönen, ja, uns Le: ben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! 2. Du kamst zu uns, von 6. Deine Huld hat dich Gott gesandt, und machtest getrieben, Sanftmuth und uns den Weg bekannt, wie Geduld zu üben, Haß mit wir, befreit von Sünden: Haß nicht zu vergeltey, dei: schuld, theilhaftig werden ne Schmäher nicht zu schel seiner Huld. Auf ewig ſei ten, Allen freundlich zu be: dir Dank und Ruhm, Herr, gegnen, die dich lästerten, zu für dein Evangelium! segnen, deine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. ben sich, Hern Jesu, dein, und lobet dich. 8. Laß mich, Herr, zu rei: chem Segen, deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hulfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu recht: schaffner Menschenliebe:' laß mich immermehr auf Erden deinem Bilde ähnlich wer: den! 3. Du sahest in der Gott: heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Hochsten weisem Nath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch det: nen Mund das Künftige den 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Nuhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig litist du, um den Wil. Menschen fund. len deines Baters zu erfül: len, Armuth und Erniedri: gungen. Lob sei dir dafür gesungen! 4. Dies und die Wunder, deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund ge: hört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Sport den Glauben an dies Wort von Gott! 5. Du lehrtest uns durch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf die: fer Bahn, gestärkt von dir, mit steter Tren dir nachzu: folgen eifrig sei! Mel. Gott Vater an Erbarmen 131, ein Sehrer ist dir, Pein Fehrer ist dir, gleich! 6. Du bist es, Herr, von An Weisheit und an Liebe dem das Amt, das die Ver reich, bist du sowohl durch fohnung predigt, ftamunt: Wort als That der schwa: du machst durch trener Lehrer chen Menschen sichrer Nath. Mund noch jetzt bein Heil go Werte und 2boyithaten Gottes. den Menschen Fund. Be: gab er das Gehör, der Aus: gleite stets mit deiner Kraft sag mußte vor ihm schwin: ihr Amt, damit es Nußen schafft! den, der Stumme sang ihm Dank und Ehr. Sein Macht: wort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten aufer: stehn. 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinem Sie: ge mächtig fort; du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 4. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. O sah man nicht bei allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn? 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahr: heit strebe, fromm und treu den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewig: keit ein hellers Licht dereinst erfreut! 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich be: währt. Wir nehmen solchen glaubig an, und sind ihm willig unterthan. 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein vers leiht, und schaffe, daß ihm unsre Treu' bis in den Tod ergeben sei! Mel. Wer nur der lieben Gott 132, ie göttlich sind doch Jesu Leh: ren! Wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Belterlöser fei! es 133. 2. Erbarmen war es vol: ler Gnaden, was man in sei: nen Zeichen sah. Nie wirkte zu Jemands Schaden, wie von Propheten selbst ge: schah; er raffte nie in ihrem Sinn die Sünder schnell im Zorne hin. 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben schauet Jesu Vorbild an! Dies! Mel. Was mein Gott will die ihr nicht gewohnet seid, daß ihr euch selbst ent: faget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wohllust fraget, kommt, eriopung 94 Dieß, dieß muß euch beschä: Reich, doch trug er fremde men. Kommt, lernt, geheilt Bürden. von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott war sein Alles; nur an dem hing seine ganze Liebe. Dem dienen war ihm Liebe. Dem dienen war ihm angenehm; dem weiht' er seine Triebe. Wozu er stets Wozu er stets sich willig fand, war dieß: den ganzen Willen des Va: ters, welcher ihn gesandt, vollkommen zu erfüllen. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war, zu zeigen; und wann er Bosheit freveln sah, war er voll edler Schmerzen; war 6. War Gottes Hand auf ihm schon schwer: er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Blut er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage Er ward gehorsam reize. bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. wann aber Gottes Wort ge: schah, quoll Freud' aus sei: nem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seinen Brüdern war, nicht aber auf das Seine. 7. Von Gott verlassen, blieb sein Herz an ihm, trog alles Spottes. Sein Sehnen war, im bängsten Schmerz, nichts, als das Antlig Got: tes. Folgt, Menschen, sei: nem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst ihr seid nicht schwach, die Kraft dazu er stritten. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir alle stets vor Augen setze; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud' und Leben schäße! 5. Stets floh er das Ge räusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, ent: Mel. O Gott, bu frommer fehlug fich alles Eigenthums, 134.) Erscheine mei der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wirreich aus seiner Armuth würden. Geist, erhabnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Er ist der Herr, fein ist das Jesu, Himmlischer, dein Beis spięt 9% Loette UND ZSODIThaten Gortes. spiel leite mich! Ich irr und da bittrer Feinde. Dränen strauchle nicht, seh ich nur umgaben, wo du gingst, fest auf dich! dich Heiliger, doch du gingst mitten durch sie hin mit Festigkeit und Ruh'. 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde flohy deine Jugend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüng: ling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freuden: los und allem Glanz ent riffen, durch frühen Druck geübt in Müh' und Kümmernissen, floß dir das Leben hin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Vater los. 4. Gehorsam, warst du stets bereit, des Vaters Wil: len selbst bis zum Kreuzes: tod mit Freuden zu erfüllen; trugst mit Geduld und Muth des Lebens Herbsten Schmerz; du fahst die Glücklichen und neidlos blieb dein Herz. 7. Voll stillen. Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Va: ters Hände. Vollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Vollendeter, auch ich, auch ich kann ohne Beben am Ziele inst den Geist dem Vater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tuz gend und Geduld; denn du, Erlöser, tilgst der Schwach: heitssünden Schuld. 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. 5. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie verleget; nie Leidende gefehn und nicht mit Trost ergößet; stets hast du Frrende gewarnt, belehrt, gerührt und sie mit Freun: deshand auf bessern. Weg 134.( 6) geführt. In eigner Melodie. u dir erhebt 23TH sich mein Ge: müthe, du Freund der Men: 6. Versuchung ohne Zahl, schen, Jesu Christ, der du tier Ruhm und Schmeiche: durch deines Herzens Güte leien, dort lockender Gewinn, der Welt ein Vorbild wor: den Erlösung. 95 dem den bist Du lebtest Sün: test du die Glieder, dern nur zum Besten; sie zu Stummen kam pie Sprache befreien, sie zu troften, ent: wieder, dir dankten Blinde sagtest du der Herrlichkeit. das Gesicht. Nie wurdest Nur wohl zu thun war dein du des Wohlthuns müde. Bestreben: der Zweck von Neuvolle fühlten Ruh und deinem ganzen Leben war Friede; sie glaubten, und deiner Menschen Seligkeit. verzagten nicht. 2. Nicht schrecklich waren deine Werke: du famst nicht Sundern zum Gericht. Du warst der blöden Seelen Stärke, und der Bedräng: ten Zuversicht. Dein Blick war so, wie dein Gemuthe, voll Mitleid, Freundlichkeit und Güte, und deine Hand gab Armen Brod. Du fahst die Thränen der Betrübten, die Sehnsucht derer, die dich liebten; auf deinen Wink entfloh der Tod. 3. Du fühltest deiner Freunde Leiden mehr, als du eigne Noth empfandst. Du schmecktest nichts von Ruh und Freuden, so oft du Menschen leidend fandst. Aufopfernd deines Lebens Kräfte, war es dein tägli: ches Geschäfte, als Men: schenfreund umher zu zichn. Eh noch ein Leidender es wagte, und dir sein Elend thränend klagte, erquickte schon dein Beistand ihn. 5. Herr, wo du gingst, auf jedem Schritte, da folg: ten Lieb und Mitleid nach; fie folgten in des Reichen Hürte und unter der Vers laßnen Dach. Der Tempel, wie die öden Wälder, die Städte, wie die freien Fels der, empfanden deine Güs tigkeit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein holz der Zuspruch und dein Ses gen vertrieb des Lebens Bits terkeit. 6. So gingst du still auf deinem Pfade dem dir ber stimmten Code zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmels: ruh. Auch dann, als Schrek: ken und Gefahren von allen Seiten nahe waren, verließ dich nicht dein Edelmuth. Du bleibst ein Schußgott deis ner Freunde, bliebst ein Er: barmer deiner Feinde, und liebrest sie bei ihrer Wuth. 7. O Jesu, wäre doch 4. Errettung, Nachsicht mein Leben dem deinen gleich! und Erbarmen fand jeder, wär ich, wie du, so ganz der der sich dir genäht. Mit: Menschenlieb' ergeben, so leidig schenktest du dem Ar: fanft, so mitleidsvoll, wie men die Hülfe, die er sich du! o pflanz in mich die erbat. Dem Lahmen stärk: holden Triebe des Mitleid 3 20110 94 Werte und Wohlthaten Gottes. und der Menschenliebe, und Gewinn. Dir schlage stets gib mir deinen edlen Sinn! mein Herz entgegen, weil So ziert mein Wandel dei: ich durch dich gerettet bin. ne Lehre; so frönt vor dir 4. Bleibt mir in diesen mich einst die Ehre, daß ich dein Freund und Erbe bin. Leiden, Tod und Bes gräbniß Jesu. ( Paffionslieder.) Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Derter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöfer litt und starb, und hoff: nungsvoll auf den vertrauen, der mir die Seligkeit erwarb. 5. Da will ich lernen Tu: Mel. Wie groß ist des Kllmächt'gen 135 Laß mir die Feier gend üben, in Noth und Tod deiner Leiden, gelassen seyn, die Menschen, so wie du, zu lieben, und selbst dem Todfeind zu vers zeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! o großer Dulder, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden, und dir mein gan: zes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die Last des Kreuzes trug, deß Herz, als schon fein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heil'gen Stunden will ich am Leidenshügel stehn, und dich für deine Pein und Wunden mit tiefgerührtem Dank er: höhn; ich will die Lieb' und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet hast. 3. Mir sollen diese Feier: zeiten der größten Liebe hei: lig seyn; sie soll mich stär: ken, soll mich leiten, was dir mißfällig ist, zu scheun. Dein Leiden sen auch mir zum Se: gen, dein Tod mir seliger Mel. Herzliebster, Jesu. 136. err, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Er: den, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unfrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sunde tra: gen! 3. Welch wundervoll hoch: heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfs erlojung. 95 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben! O gib zu die: sem seligen Geschäfte, Herr, Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empflnde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Nächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die selbst mir Kräfte! Welt erlösen. Dieß kann In eigner Melodie. mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz er: blicken. 137. Jefu, meines Les bens deß 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnie: sich meine Secle freut, der der; es stürzt mich tief, für mich, sich hingegeben, und es erhebt mich wieder; Stifter meiner Seligkeit, lehrt mich mein Glück, macht du, der lieber wollt erblafe mich aus Gottes Feinde zu sen, als mich im Verderben Gottes Freunde. lassen, ach, wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, 2. 6. Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich g'nug dafür! liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in dei: ne Güte. 7. Sie menschlichen Gedanken; al: lein sollt ich darum im Glau: ben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unter: winden, Gott zu ergründen? übersteigt die sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen dei: ner Leiden, Jesu, sagen deis ne Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. Menschenfreund, von Gott gesendet seines Raths Verkündiger! längst hast du dein Werk vollendet; Preis 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir er: wiesen, da du, mein Hei: land, auch für mich dein Leben dahin gegeben, 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Lei: 8. Des Höchsten Thun ist: densbahn, stiegst, uns Leben Gnad' und Lieb' erweisen. zu erwerben, gern den To: Uns kommt es zu, sie de: desberg hinan, dachtest nicht muthsvoll zu preifen, zu an deine Schmerzen, trugst sehn, wie hoch, wann Gott uns Menschen nur im Her: uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. zen. Diese Liebe preifen wir; unvergeßlich sei sie mir. 4. Meinetwegen trugst du. Bande littest frecher Läs strer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst merth der höchsten Freu: 96 Werke und 28ohlthaten Gottes. D Freuden und trugst willig Schmerz, von Schmach zu Gram und Leiden,- O wie Schmach; wir schaun zu dei dank, wie dank ich dir nem Kreuz hinan, und beren würdig, Heiligster dafür! dich mit Freuden an, 5. Frevler frönten dich 3. Auch uns zu gut, zum Hohne; deine Stirne Hert, betrat dein Fuß den Auch blutete unter einer Dornens dornenvollen Pfad. Frone, König aller Könige! Mir zu gut hast du gelit: ten, mir die Lebensfron' er: ftritten. Preis, Anbetung, Dank sey dir, Ehrfurchts: würdigster, dafür! 6. Du, der tausendfache Schmerzen, mir zu Liebe, gern ertrug, deinem groß: muthvollen Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Trost in meinen legten Stun: den floß für mich ans dei nen Wunden. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür! 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe! unaussprechli: cher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, des ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tu: gend nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dies, Dies sey mein Dank dafür! uns strömt Besrungskraft und Nuh' aus deinem bittern Leiden zu. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuenden die Schuld vergibt, daß ewig unfre Seele lebt, und sich zur bessern Welt erhebt; 5. Daß deine Lehre fest be steht, und daß dein Reich nie untergeht: den großen Trost von dir, o Gott, de: lebt und stärket Jefu Tod. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr! Ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, dir zu wirst uns, wenn wir dich sehn, zu deines Himmels Wonn' erhöhn. Mel. O Jesu Christ, mein's Lebens in deine Leiden 139, M auch für mich Mel. Schwing dich auf zu deinem Erlöser, 138. ¹ wir, denken Herr Jesu Christ, und dan: giengst du hin zum Leiden, ten dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Heil getras gen hast. und begabst, Erretter, dich Du aller deiner Freuoen. sahst Bande, Schmerz und Hohn, fahst den Tod von ferne; doch ertrugst du, 2. Im Geiste folgen wir Bir nach von Schmerz zu Got eriojung. 97 Gottes Sohn, alle Leiden 3. Då du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht viel mehr, weil ich dir angehöre zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelasshen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's vers schuldet, liebreich erduldet?. 5. Für welche du dein Les ben selbst gelassen, wie könnt ich sie, sie meine Brüder has sea? und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? gerne. 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte; als die Stund' er erschienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hän: de, und bliebst unveränder: lich treu bis an das Ende. 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, wenn es dein Rathschluß will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich ein: mal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gehe. 4. Dank, o Jesu, Dank fei dir für dein willig Leiden! denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freu: den. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin versöhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. Mel. Herzliebster Jesu! aß deinen Geist 140. La mich stets, mein Heiland, lehren, dein gött: lich Kreuz im Glauben zut verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich chriftlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir er lauben, und an dich glauben? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Seis liger, du Herr und Haupt. der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreut zes Schmerzen. Und Gotf gibt uns die Kraft in deinem Ramen, dich nachzuähmen. littest uns zu gute. Ich bin 8. Unendlich Glück! du versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 9. So bin ich denn schon Pflicht lehrt selig hier im Glauben! So wird mir nichts, nichts meil ne Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit trine 90 Zottee and Lovyttyaten Gottess umgeben, einst ewig le: ben! 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf', im Glaus Ben wach' und bete: so ist mein Heil schon so gewiß er: strebet, als Jefus lebet. 11. Cockt bose Lust mein Herz mit ihrem Reize: so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Wer ke: so sen mirs Stärke! 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Trost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheide? 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Trcu geleitet, auch mir bereitet. 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse ihn mir ranben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken! 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sunde, die dich tödtete, zu dienen; so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster: du nicht mein Tröster. 7. Nein, die allein, der di durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst vers bunden, nur dir mein Heis land, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben! In voriger Melodie. ei hoch gepries 141.S fen, Herr, für 8. Nichts soll mich je von Deine Liebe! sie drang dich. deiner Liebe scheiden. Ich zu dem mitleidsvollen Triebe, bleibe dein, bis du mich dort für eine Welt voll Sünder wirst weiden, wo deine Liebe felbst dein Leben dahin zu mit verklärten Zungen, stets geben.ge wird besungen. 40 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Mergerniß und eine Thorheit werden: so sei's doch mir, trok alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränken; so laß dein Kreuz mir wie der Ruhe schenken; dein Krenz, dieß sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude! 2. Fürwahr, du trugeft unsrer Sünde Schmerzen. Dwelch ein Herz gleicht dei nemedlen Herzen! Du ließest Mel. Shwing bich auf unfre Schuld an dir bestra: 142. Mein Erlöfer, Gottes Sohn, fen, und heil zu schaffen. der du für mich littest, und auch Criofung, 99 du mein so dich angenoms men? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen; gib mir Weisz heit, gib mir Kraft: du hast fie in Händen, was du mir 2. Unermeßne Herrlichkeit zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deiz nem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Güne denreiz hier zu widerstreben, und voll Dankes dir zum Ruhm, alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthunt treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Süns dennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen: daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben, und Vergebung Gnad' und Gott erworben! Huld mir bet auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! O wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? war dir, Herr, gegeben; und du konntest jederzeit vol: ler Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Misse: that noch Vergebung finden; denn du starbst, nach Gottes Rath, auch für meine Sün: den. Unsee Strafe trugest du, uns vom Fluch zu rete ten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Frieden hät: ten. 4. Was uns Luft zur Bes: rung schafft, was zur Tu: gend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden ab: zusterben. 9. Stárke mich durch deir nen Tod in den letzten Stunz den! Wie du deine Todesa noth siegreich überwunden: o so hilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 5. Nun kann ich aufs To: desthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt Mel. Freu dich sehe o meine ge: hen. Herr, hast aus einmal ohne Schrecken se 143.Jenden, bete deie aller Noth Rettung mir er, ne Qual, dein bittrer Tod, rungen, und durch deinen geben mir in baugen Stung Krenzestod meinen Tod be: den Kraft zur Tugend, Trost zwungen. in Noth. Mich sollt' ich durch Sünd' entweihn? Nein! ich 6. Herr, was bin ich, daß dent Werke und Wohlthaten Gottes. denk an deine Pein; fie, sie 6. Hab ich dann in meis Lehrt mich Sünden lassen, und nem Herzen Hoffnung jener sie als mein Unglück haffen. Herrlichkeit; so besieg ich 2. Die Erinnrung deiner auch die Schmerzen von dem Leiden stärke mich mit Kraft letzten Kampf und Streit. und Muth, alle schnöde Lust Wenn gleich meine Hülle zu meiden, zu bekämpfen, bricht, quält doch Todess Fleisch und Blut! Auch wenn furcht mich nicht; überwuns meine Seele zagt, Gram an den, überwunden hab ich, meinem Herzen nagt, laß durch dich überwunden. im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden mer Fen! 100 In eigner Melodie. mein verführen auf der Eitelkeiten 144. W Günden frans mich die Bahn, wo so viele sich ver: ken, so laß, Herr Jesu Christ, lieren und sich dem Ver: mich glaubensvoll bedenken derben nahn: dann denk ich, o Jefu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. wie du gestorben bist, und Rettung von der Schulden: last den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben hast. 4. Gib bei allem, was mich kränket, mir aus dei: nem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, 2. O wundervolle Liebe! bedenks, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn ströme neuer Trost mir zu! gab Gott für mich verlor: Wenn mich meine Fehler reun, müße mich dein Tod er: freun; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben! nen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 5. Auf dich setz ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zu: versicht. Du verbleibst des Todes Grauen; durch dich schadet er mir nicht. Sicher pt bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o. so wirst du ewig's Leben mir auch einst aus Gnaden geben. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern droht? Gott sieht auf mich in Gnaden; durch Jefu Mittlerstod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von. Herzen itt und mein Lebe: lang für deine Todesschmer zen, Erlöser, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu 101 errojung. Treu auf ewig gang ergeben sich dein Lebenslauf! Mit und thätig dankbar sei! 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir fünd: lich ist! Nie komme mir aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! Zittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 2. Die schanervollen Stun den der Martern waren da. Du sahest Hohn und Bun: den, dein Krenz auf Gol: gatha, den Tod, die Grabes: höhle, und fühltest Angst und Roth; betrübt war dei: ne Seele, betrübt bis in den 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Tod. Laß Schmach und Spott, hilf 3. Ach! welche Angstge: mir geduldig tragen. nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Lust der Welt, und dem Exempel folgen, das du mir vorgestellt! fühle ergriffen da dein Herz! Jm nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Stan: be, mit Todesschweis be: deckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt! 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir ge: than, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jeder: mann, ohn' Eigennuß und Heuchelei, und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb und Treu! 8. In meinen legten Stun: de erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärf meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! 4. Auf dich der Menschen Bester drang Angst auf Angst herzu, und doch hing niemand fester an ſeinem Gott, als du. Wie sehnlich bat dein Flehen um Scho: nung, und wie still: es foll nur das geschehen, was Gott; mein Vater, will! 5. So warest du mit Freus nach Gottes Rath zu leiden, und bereit, und gingst mit Willigkeit der frechen Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. Mel, Befiehl du deine Bege 145. D u, der sich einst voll Fiebe selbst bis zum Tod und Grab, aus mitleidsvollem Triebe, zu unfrer Rettung gab, ach, unter welchen Plagen schloß Mördern und ihren Martern hin. 6. Der Menschen heit zu fördern, gabst du mit sanf tem Sinn dich willig deinen 2serte und zvogithaten Gottes. hin. Um dich war alles trü: ich auch nieder, verführt be; doch du bliebst ruhevoll. durch stolzen Wahn! Ach! So stark war deine Liebe oftmals schlumm'r ich forg: zu uns und unferm Wohl! los ein, bin ruhig bei Gez fahren, die meiner Seele dräun. 7. O Freund der Menschen Finder, din nun kein Leid mehr drückt, wie hoch haft 5. Herr, rette du mich du uns Sünder durch diese Schwachen wenn Stolz Huld beglückt! Dich wollen und Sicherheit den Geist wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm un: fer Opfer an! Is verdroffen machen. Gib Kraft und Much im Streit; flöß meiner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: kämpf und bete! bald ist die Krone dein! 564 11 sep20. 12031204 102 Met. Wenn mich die Sünden infi €" 146. als in Angstgebete, Herr, deine Seele rang, und immer heißer flehte; so tief gebeugt, so bang: da fandt du keinen Trost, fein Licht, da schwebte nichts als Mar: ter vor deinem Angesicht. 2. Auch sie die so ent: schlossen, so männlich dich 2. Dann gleichen selbst die bekannt, find murhlos, find feurigsten Entschlüsse den verdrossen, vom Schlummer lichten Dünsten, die durch übermannt. Sie schauen dei: Finsternisfe schnell in die Hö ner Seele Schmerz und he schimmern und vergehen, keiner deiner Brüder spricht, wie sie entstehen. Labfal in dein Herz. 3. Doch diese schwachen Geelen trägt deine Lieb' und Huld wie sehr sie gleich wohl fehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst Mel. Herzliebster Jesu! 147. ekenner Jesit, werdet nie vermessen! Der Fall ist na: he, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Stunde durch Wachen und Gebet sich nicht im Bunde mit ihrem Herrn fie fielen felbst vor Kummer in tiefen Schlummer. du: Freunde, wacht! o 4. Als der Verräther kam wacht mit mir und betet, nah ist des Feindes Macht! 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall den Tod zu leiden? mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor drohenden Ges fähren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden 5. Un Erlojung. 103 5. Uncingedenk des Hirten du, zu lieben, Herr Jefu! fehn die Schafe. Er ward verlassen, er, der unsre Strafe so willig duldete, daß seine Heerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jesu, welche Treue! Du litteft, daß der Mensch sich deiner freue; ach laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! dich dich 7. Wer bekennet, fürchte, Herr, auch alles von seiner Schwachheit! Ein: gedenk des Falles der bessern Jünger, streb er, sein Ver: trauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erlie: gen; wir werden siegen. 148.elöfer, der Mel. O Lamm Gottes, unschuldig im Staube einst lag, mit Angstschweiß bedecket, dein tröfte sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todes: kampf, dein Zagen fei mei: ne Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschul: dig von Frevlern Schmähung und Schmerzen, und trugst allzeit geduldig sie mit ver: zeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie 3. Am Krenze hingst du Fläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod be: lehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! schreck uns ab von Sünden; er miß'uns dir verbinden zu ew'ger Liebe, Herr Jesu! In eigener Melodie. 149.Chrifte, du Sohn Gottes! der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 2. Christe, du Sohn Got: tes, der du trägst die Sünde der Welt: crbarm dich unser! 3. Christe, du Sohn Got: tes! der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deines Frieden! Amen. Mel. In allen meinen Thaten. er kann die Lei: 150. den fassen, die du, o Herr, gelassen für mich erduldet hast? Daß ich ge: rettet würde, trugst du die schwerste Bürde, und übers nahmst auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stun: den, und was du da em: pfunden, mich tröften und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienft der Sün: de meiden, und dir mich jetzt und ewig weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todes: schmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind 311 104 dette uno 250 pityaten Gottes. zu lieben; oft wußt er auch ist auch mir der Tod Ge: nicht, was er that. winn. 4. Du tröstetest den Ar men, der sich auf dein Er; barmen am Kreuze fest ver: ließ. Auch ich bin, wann ich sterbe, war ich dir treu, dein Erbe, und folge dir ins Paradies, 5. Du forgteft, voll von Liebe, aus regem Mitleids: triebe, noch für der Deinen Ruh'. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu! 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch klagen und keiner labte dich. Warum sollt' ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Du labst ja und erquickest mich. 7. Du riefst voll tiefer Trauer im bangen Todes: schauer: verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest felbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden, mein Werk ist nun vollbracht! Sehr es auch mich vollbringen, und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 9. Du gabst am Leidens: ende in deines Vaters Hände getroft die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle: dann Mel, Befiehl du deine Wege 151. Der Herrscher als Lande muß fich gebunden fehn, er muß, bedeckt mit Schande, vor seinen Knechten stehn, und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Buch, womit sie längst ihn haffen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Leh: ren, wem war sie unbewußt? Wer wars, der ihn mehr cha ren, wer, der ihn schüßen mußt'? Bem waren dies sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Ge richt zu richten, aufs heilig; ste verband? 3. Doch hier wird falscher Zeugen Verläumdung gern gehört; hier wird durch Läste; rungen der Heiligste entehrt; hier wird das Recht geben: get, entweiht das Richter: amt; hier, wo die Falsch. heit zeuget, die Unschuld frech verdammt, 4. Entweiht ist zwar die Stätte, entheiligt dieß Ge: richt, in dem man Jesum schmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht sein Schweigen, und selbst der Lugner Mund, die wi der ihn hier zeugen, schon seine Unschuld kund. 5. O würde nie mit Rän: ken der Ungerechtigkeit, die Recht Erlojung. 195 Recht und Unschuld fränken, 4. Doch zittert er, wankt ein Richterstuhl entweiht! hin und her, verlangt des entweiht an feinem Orte die Volkes Stimme; und fie Wahrheit und das Recht, daß rufen: Barrabas! mit erbo: nie durch Lästerworte die stem Grimme. Unschuld leiden möcht'! 6. Lehr mich, Herr, wo ich schweigen, und wo ich reden soll! Mein Schwet: gen und mein Zeugen sei flug und wahrheitsvoll! Laßmei: nen Mund nie trügen, mach mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit sey! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bos: heit schilt, nie haß mit Haß vergelten! Mein Herz sey fanft und mild! Lehr mich die Rache meiden; und muß ich ohne Schuld doch Schmach und Unrecht leis den, so trößt mich deine Huld! 5. Da gibt er ihn zur Geißs lung hin, die Wache darf ihn höhnen, die mit einem Dornenkranz ihn zum König Frönen. Mel. So schlummerst du Durst nach Blut, o blinde Wuth, die kaum erhört ist worden! den Erlöser will sein Volk grausam schändlich morden. 2. Da geht er hin, ach feht auf ihn! gefesselt durch die Straßen, muß vomheid: nischen Gericht sich verdam: men lassen. 3. Sein Richter sieht, wie alles glüht von Grimm und wilder Nache, und verthei: diget zuerst des Gerechten Sache. 6. Wer hat ein Herz, und fühlt den Schmerz des Heili: gen, des Besten nicht mit Wehmuth? Möchte ihn doch ein Mitleid trösten: 7. Seht, welch ein Mensch! seht, welch ein Mensch! sprich: selbst Pilatus, ftellet ihn zur Schau dar, eh er noch ihm sein Urtheil fället. 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Krenz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 152. um 9. So sterb er dann! sprach jest der Mann, der ihn er: reiten sollte, aber nie Recht und Pflicht etwas lei: des wollte.d 10. Ach! uns zu gut floß Hier dein Blut, rrugst du init stillem Herzen deiner edlen Secle Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du hasts gethan. Wir a beten an mit danfendem Ges müthe, mit Bewunderung und Preis, deine Treu und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum 106 Werte und Wohlthaten Gottes. Opfer bringen. Gib dem 5. Vergeblich, ach! ver: guten Willen Kraft, gib geblich war die Menschlich: ihm das Vollbringen. keit des Heiden: die aufge: brachte wilde Schaar fah Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt sie allein, Met. Schon ist der Tag von Gott 153. Seht, welch ein fie stürmten auf den Richter Er sterb ein, und am Kreuze! lag so schwer auf ihm die Last der Sünden! wie Junaus: 6. Du denkest ohne Schau: sprechlich duldet er für euch, dern nic an diese Wuth der ihr Menschenkinder! So lei: Sünder, du sprichst: die den sah von Anbeginn die Rache strafte sie! noch straft Erde keinen je, als ihn, so sie ihre Kinder. Seete, wird auch keiner leiden. denkst du auch dabei an deine Sünden? bist du frei von Schuld am Tode Jesu? 2. Der Sohn des Höchsten, Eins mit Gott, ein Helfer, ein Gercchter, ward frecher Misfethäter Spott, und sei: 7. Sich, welch ein Mensch! nes Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verläumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. er wird für dich verschmä: het und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist deir, durch meis nen Tod versöhn ich, Sün der, dich mit Gott, und sterb um deinetwillen. 3. Geschäftig war der Frev: ler Buth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war 8. O hochgelobter Gottes ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. fohn, du Tilger meiner Sün Mit einer Dornenkron ge: den, erhöht auf deines Bas Frönt, in Königskleidern ters Thron, ach, laß mich ausgehöhnt, stand er vor sei: Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein nen Feinden. Gerechtigkeit und Heil mirseyn, um deiner Liebe willen! er 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein 9. Ich schwöre, Welter: menschlich Schrecken; stellt ihn seinen Brüdern löser, dir, und willig will dar, ihr Mitleid zu erwek ichs halten: so wahr du le fen. Seht, welch ein Mensch! best, foll in mir nie deine Ich kann ihn nicht verdam: Lieb erkalten! Dein Leiden denn die Unschuld und dein Tod soll mich, so spricht zu mächtig für sein lang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb' crinnern! Leben. nien; 10. Erlojung. 107 10. Lockt mich die Welt, in der letzten Todesnoth für lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde; so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir licoreich zu: denk, welch ein Mensch ich war! und du, du woll: test mich nicht lieben? In voriger Melodie. 154.Wi auf deinen Mit welcher hohen Seclen: ruh gehst du dem Tod ent: gegen! Boll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. ie groß, o Herr, 6. Hier denk an jenen erscheinest du Zweck zurück, der ihn hie: Leidenswegen! Her getrieben! Nun sag bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein, hier, o Christ, ents schließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen! 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu er: ziehen, war stets bei deiner Lebenszeit dein ernstliches Bemühen, und selbst im To: de wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh voll Großmuth noch erwerben. 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn, voll Helden: muth, mit Freuden getrost lauf Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 4. Mit hoher Würde dul best du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Trost Betrübten Geelen zu, und bitt'st mit edlem Herzen selbst 5. Ach, sieh ihn hier, ers föster Christ, fchuldlos zum Kreuze bringen? sich, wie sein Blut zur Erde fließt; sich ihn zum Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmerz! Denk an sein lies bevolles Herz! Ach, sich ihn duldend sterben! dieser Welt und sündenvol: 7. Entfag den Sünden len Freuden; flich Menschen: haß, der ihm mißfällt; such alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tugend: Bahn der bessern Welt entge: gen! 8. Jefu, der dn für uns starbst zur Rettung vom Ver: derben, uns so viel heil und Trost erwarbst durch Leh: ren, Leiden, Sterben, steh uns mit deiner Hülfe bei daß wir, fiets unfrer Pflicht getren, nach deiner Lehre leben! 2012 9. Doch auch bei unfrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns 108 Werte und Wohlthaten Gottes. Leben nur die ergeben! uns Trost, Muth und Ge: Lüste dämpfe; ſo sei denn dukd durch deinen Tod berei; auch forthin mein ganzes ten; und naht einst unser Tod heran, so laß uns diese Pilgerbahn als Glaubige be schließen! 7. Gib felbft zu diesem hei: ligen Geschäfte mir Schwa: then deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe, und mich regiere! Mel. Herzlichster Jesu! 155. 10 nschuldigster, du 3. Dann werd ich dank: hattest nichts voll deine Huld betrachten, verbrochen; doch ward das dich lieben und die Lust der Todesurtheil dir gesprochen! Welt verachten, mit allem Du, Heiligster, bist ja in Mif: fetharen niemals gerathen, Eifer suchen, deinen Willen tren zu erfüllen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeiselt, undy von Schmerzen schon entkräftet, aus Kreuz gehef: 9. Zu deiner Ehre will ich alles wagen kein Drohen achten, keine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Todes Leiden nicht von dir scheiden. tet. 3. Was ist die Ursach- al: ler folcher Plagen? Ach, ufre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Til gung hast du, Herr, erdut det, was wir verschuldet. 10. Empfang ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob besingen, und Dank dir bringen. 4. O große Lieb'! o Liebe, kaum zu faffen! Auch mir fun heil hast du dich mar: 156. Meinberz weich. Mel. Auf meinen lieben Gott für zum tern lassen. Damit ich lerne Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. ein so herber Schmerz, den du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg' und 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie Wunden! wie Wunden! Die kleine Zahl tann ich gnugsam deine Treul ausbreiten? von Freunden fränkt dich, gleich deinen Feinden.. Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich felbft bekämpfe, per folge, und des Fleisches 2. Raum naht sich die Ge: fahr: so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch. vermessen, eh' sie der Treu vergessen, den Tod selbst vors zu erlojung. zuziehen, verlassen dich und fliehen! 3. Der fühn sein Schwerdt gezückt, dein Petrus selbst erfchrickt; er licht, eh Ban: de drohen; schämt sich, daß er geflohen: fehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach, dort liegt er, tief im Stanbe; erloschen ist sein Glanbe, sein fühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! 109 4. Wenn deines Namens Spotter dich schmähten; wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter! dich/ thren Herrn und Gott; dann schwieg ich furchtsam, schäm te mich, ein Chrift zu seyn, und scheute mehr ihren Spott, als dich. Mel. Wenn mich die Sünden 157, on Furcht dahin: geriffen, ver: längnet Perrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tiefdrin get ihm dein Blick ins Herz ,, er fleht zu dir im Guade und du stillst seinen Schmerz. 5. D du, der du dein Le: ben, du Herr der Ewigkeit, fo willig hingegeben für meine Seligkeit, wie undanke bar, wie schwach war ich daß ich den Sport der Sün der mehr fürchtete, als dich! 6. Ach Vater, ich em pfinde die Größe meiner Schuld. Vergieb auch diese Sinde nach deiner gro en Huld! Erbarmend fahſt du Petrum an; laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! 7. Laß mich bei meiner Rene den Bund mit dir ere 2. Wie wuchs mun.deinem neun, Standhaftigkeit und Zeugen Beständigkeit und Trene, dir mein Versöhner, Muth! Furcht konnt ihn weihn! Dich zu verläugnen, nicht mehr bengen; für dich Herr, mein Gott, das fürchte floß selbst sein Blut. Dich, mein Seele weit mehr, feinen Herrn und seinen. als selbst den Tod. Gott, verherrlichte sein Les ben, verherrlichte sein Tod. 3. Bepegt ist meine See le, erfüllt mit Neu und Schmerz Was hilfts, daß ichs perhehle? Du schauft mir ja ins Herz! Beken: nen will ichs, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; vergib, vergib es mir. 8. Ich will dich frei beken: nen. Wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bes kennen dem Nichter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuvers sicht, dein Kreuz ist meine Ehre; dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Gnade, fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der mir Werte und Wohlthaten Gottes. mir schade? Du bist mein nen legten Stunden weinen: Schild; o Gott; von mei: so soll dies Wort mir Trost nem Haupte fällt kein Haar, verleihn. Der, als der Tod und drohte mir von allen die schon um ihn schwebte, die schrecklichste Gefahr. Seinen noch zu schüßen streb te, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 4. Frohlockt, busfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. hen, schwing dich, mein Hört, was zu dem gebeug: Geist, auf Golgatha, wo ten Schächer der Mund der man des Mittlers Kreuz er: Liebe sterbend spricht du höhen, den Weltbeglücker wirst, so ruft er ihm entges bluten sah! Erwäg an die: gen, noch heute, deines sem heil'gen Orte des ster: benden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an; sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. Glaubens wegen mit mir im Paradiese seyn! O Herre laß an des Todes Pforte einst diese trostesvollen Wors te mich auch im letzten Kampf erfreun! 2. Geduldig bei den größ: ten Schmerzen nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit sanftmuthsvollem Her: zen: sie wissen nicht, was fie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werk: Pein zeuge feiner und Schmach. Mensch, wenn dich Rach' und Zorn verfüh: ren, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel kindlich: 6. Der Herr des Himmels frommer Triebe, als, unter und der Erde, von allem Leiden ohne Zahl, der Herr Labsal jetzt entblößt, wünscht, dem Jünger seiner Liebe die daß sein Durst gestillet werde. Mutter sterbend noch em: O Mensch, der dich so theu'r pfahl! Ach, wird mein Aug' erlöst, der Heiland rufet dich einst um die Meinen in meis noch heute im Armen, den an 110 Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 158. en größtenSter: benden zu se: 5. Wer kann die hohen Leis den fassen, als Christus an dem Kreuze rief: mein Gott, wie, hast du mich verlass sen! Wie beuger ihn die Last so tief, die freche Süna der auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt' er ver: schmachten, wär Gott nicht feine Zuversicht. Herr, der seine Zuversicht. für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost verlaß mich nicht! ertofungs 111 $ 1443 an deiner Seite auch Hunger, Und wenn ihn Spötter hier Durst und Mangel drückt. O felig, wer den Ruf erfül: let! Denn wer des Armen Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. entehren, dort wirst du ihn, als den Verklärten, zur Reche ten seines Vaters sehn! 7. Nun enden sich die schweren Leiden; der Heiland spricht: es ist vollbracht! O 159, Duterte moth Mel. O Jesu Chrift, mein's denkest in der tiefsten Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem ergriffen, Herr, von Qual Lode seine Macht. Heil uns! und Cod an deiner Freunde wer darf es nun wohl wa: Gram und Schmerz, und flößeft ihnen Trost ins Herz. zu verklagen? Der Friede ist siehst den Freund, und sprichst 2. Du siehst die Mutter mit Gott gemacht. Gib, gen, uns, die Erlösten, daß am Ende meiner Tage zu ihr, die trostlos weint: auch ich, o Herr, mit Freu: sich, Mutter, dieser Sohn den sage: es ist vollbracht! ist dein; was ich dir war, es ist vollbracht! wird er dir seyn. 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, soll Jesu, auch das meine seyn! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht ver: leihn! Du rufest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele: du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk vollen: det, wozu der Vater dich gesendet, du neigtest sanft dein Haupt und starbst. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtliche keit; ich sei so willig, Une dern beizustehn, und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freun de, einst mein Tod betrübt; dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jes ner bessern Welt, euch sag ich, die ihr um mich weint: getrost, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du rachtest ihn vom Himmel mir. Du haft verheißen: verheißen: ihr seid mein; wo ich bin, sollt the Mel. 9. Mensch! kannst du ohne fromme Zähren den Liebling Gottes sterben sehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden eh: ren, und willig seinen Ruhin erhöhn? O weine fromm bei feinen Plagen, und fröhlich sich ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe auferstehn! ewig seyn! 2345 112 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Befiehl du deine Wege 160 ,, deffen Augen flossen, sobald sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nab:; iso ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich ver: birgt? Verfolger feiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? vergib es ihnen! Vergebend bricht sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinkt auf die Bruft zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Pla: gen, der langsam Sterbende? Ist Jesus das, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte? 7. O Freund der Men schenkinder, wir danken dir Dein Leiden har gerührt! uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Er ist dem Tode nah? Dank; hör ihn, vernimm * 3. Ach, wie er tief im vom Sraube den schwächen Staube, bedeckt mit Angst Lobgesang! schweis, liegt, mit dem Ger fühl fein Glaube im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Rotte, die kein Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn, ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Volk im bittern Grimme erweicht sein An blick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Richtstuhl spricht: Er ist ihr Hohngelächter; sie drohn mit wildem Ton: Auf uns, auf Söhn' und Töchter, komm seines Blutes Lohn! 2. Der am Kreuz ist meine Liebe! Frevler, was befrems dets dich, daß ich Jefum 5. Zur fernen Schedelstät: Christum liebe? Jesus gab te trägt er fein Kreuz hinan. sich selbst für mich; sollt ich Sie kreuz'gen ihn! O bete, nicht sein eigen seyn, mich mein Geist, mit Wehmuth ganz seinem Dienste weihn? an. Noch höhnt in frechen Der am Kreuz ist meine Lies Mienen das Volk des Duli bey dem ich treu zu seyn ders Schmerz. Er ruft mich übe. 2 3. Der Mel. Werde munter, mein Gemüthe er am Kreuz ist 161. D meine Liebe! Meine Lieb' ist Jesus Christ! Weich von mir, des Eitlen Liebe, alles, was nicht ewig ist! was du gibst, ist nicht von Gott; und, womit du lohnst, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, demi ich treu zu seyn mich übe. tot Erldsung.nu st 113 3. Der am Krenz ist meine ben! Dein Heil sinkt in den Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undank für so herben Schmerz, nie 2. Komm, schaue seine beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist ic. Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldvolle fühlt, was er am Leibe lei: det, wie, bis er endlich schei: det, die Qual in seinen Adern wühlt! ako 4. Der am Krenz ist meine Liebe! Was ist mignoch fürch: terlich? Nuh, Gewissen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer ver: 3. Wer ists, der dich ge: dammt nun? Gott ist hier: Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist zc. schlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre men. schenkiader, und rein von aller Missethat. ****** 5. Der am Kreuz ist mein Bertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, keines, Feines Todes Grauen reißt 4. Du gingest meinetwe: von dir mich, Jesu Christ! Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm! Engel nicht, kein Fürstenthum! Dir, dir will ich lebend trauen; ster: bend dir! Dich werd ich schauen! den dem Todeskampf entge: gen mitwahrem Heidenmuth; du starbst, mir vom Verder ben Errettung zu erwerben, und littest alles mir zu gut. 5. Wie bin ich dir vers bunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefsten Dank: barkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jesu, Leib und Seel geweiht! 6. Der am Krenz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Dit bist mein Freund! Wenn ich, wie ein Staub, verstiebe; wird mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärnte seiner keiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. Mel. In allen meinen 162. D Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe: Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschwe: ren mit Banden, Schlägen, Hohn und Sport. 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Au gen seyn, von meinen Chri: stenpflichten mich täglich un: terrichten, und mir zur Tu: gend Kraft verleihn! 7. Dein Beispiel soll mich lehren, den Nath des Höch: sten chreti, ihm gern geher: fam 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Heil, wie dank ich dir! sam seyn; auch meine Brü: zurRettung hingegeben: mein der lieben, und, wenn sie mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun. 2. Wie viel hast du erdul: det, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschul: det, empfingst der Sünder Lohn! Danfolgte Schmerz auf Schmerzen! da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Ängst, die das Herz dir brach. 9. Nie will ich wieder schel: d 3. Entblöft von allem ten, nie Spott mit Spott Reize, der Menschen wohl: vergelten, nie, wenn ich gefällt, hingst du an deinem leide, dräun. Selbst Un: Kreuze, ein Fluch vor aller recht will ich dulden, dem Welt. Dich flohen deine Nächsten seine Schulden, Freunde; du warst der Leute wie dus von Herzen gern Spott; dich höhnten deine verzeihn. Feinde wo ist denn nun dein Gott? bodo 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. sidd 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entfagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 1. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getrost, wie du, in deine Vaterhände den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ew'gen Nuh. di Mel. Befiehl du deine Wege. 163. er du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir 4. Wer kann dir nachem: pfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last gehänfter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu flagen: Goit, wie ver: läßt du mich! 5. Ach, diese Last und Müs he hab ich auch dir gemacht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gna: den auf mich Armen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat! 6. Ich will auf dich stets schen mit aller Zuversicht; wohin soll ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn DU Erldsung du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht gibst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zurTugend Muth und Kraft, in Trübfal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glau: ben Theil, und auf des Le: bens Pfade mir Muth, Kraft, Troft und Heil! 8. Soll ich, o Herr, einst scheiden, o so verlaß mich nicht; sei du in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am aller: bängsten wird in dem Her: zen seyn, so reiß mich aus den lengsten Kraft deiner Angst und Pein! 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, und mich im Geiste offen, Herr, deinen Him: mel sehn! Mit heiligem Entzücken will ich dann glan: bensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! In eigener Melodie. 64. Ach, sich ihn dul: den, bluten, sterben! O meine Seele, fag ihm frommen Dank! Sieh Gottes eing'gen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? 115 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzes: tod; bestättigt ist nun seine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 3. Mich soll das Beispiel Jesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Tu gend ehren, und willig thun, was sein Geset gebeut. Die Pflicht des Danks dringt in: nig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen; auch dies lehrt Jesu hohes Beispiel mich; in bange Klagen nie ausbrechen, verlöhr auch gleich mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum. ZieleJesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. 5. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief auch einst der Men: schenfreund. Mag Erde mei: ne Asche decken, wenn einst des Todes dunkle Nacht er: scheint! Der Gott, der ihm das Leben wieder gab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Ret: ter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinem Triebe, wenn H2 dich 116 Werke und Wohlthaten Gottes. dich mein Geist unsterblich Herz ihn chrt und liebt, und cinst befingt. Dann frini: men alle Sel'gen fröhlich ein; dann soll der ganze Him mel Zeuge seyn! heffen, daß nach diesem ke: ben Gott jene Seligkeit uns gibt, mit der er in der Ewig: keit den, der die Tugend chrt, erfreut. Mel. Wer nur den lieben 165. Er starb, der größ In voriger Melodie. te Freund der 166. u Bester aller Tugend, er starb, von seinem Menschenkins Volk verkannt, das nicht der, wie martert dich, voll in ihm den Frund der Ju: gend, des Mannes und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. blinder Wuth, der Frevel ausgelaßner Sünder! Aus allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie gefühlter Schmerz durchdringet Glie: der, Sinn und Herz. 2. Wie aber werden wir 2. Doch Sanftmuth ist in erkennen, daß wir den größ: deinen Mienen, in deiner ten Menschenfreund nicht Seele Zuversicht; du flehst: auch, wie einst sein Volk, vergib, o Vater, ihnen; verkennen, daß unser Herz was sie jest thun, verstehn es besser meint mit Jesu, fie nicht! Und ruhig, bis dessen Tod uns rührt, dem dein Herz dir brach, trugs unser ganzer Dank gebührt? du des Kreuzes Qual und Schmach. SET DE 3. Wenn seinem liebevol: ten Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen, es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Fein: de selbst verzeihn, und ihn mit Rat und Trost erfreun; 4. Wenn wir stets reines Herzens leben; wie Jesus, uns der Tugend weihn; und unsereifrichstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben senn; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Troft uns geben, daß unser Willen ruhn? 3. Dein hohes Beispict foll mich lehren, das Un recht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gekreuzigter, dann denk ich dein, wie du gemartert und geschmäht, für deine Peiniger gefleht. 4. Wie sollt ich nun nicht alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt' ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jesu Christ? wie nun nicht freudig Gutes thun, und still in Gottes 5. Schreckt Erlösung. 117 noch unser Gott! 5. Schreckt mich der Lohn Tod! Gott ist durch dich der Uebertreter, uad quält die Schuld der Sünder mich; dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuver: sicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet Begna: digung und Heil erfleht. 3. Daß Gott mit Lang: muth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld derSünder dennoch schonet; daß er so licbreich ihrer denkt und ihnen Frist zur Buße schenkt, ch nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröh: lich sagen kann: auch mich, Mel. Herzlich lieb hab ich dich 167. Um Gnade für die mich Sünder, nimmt Gott Sünderwelt rufft an; hast du durch deines du, mein Heil, am Kreuz FürspruchsKraft, mein treu: gequält von frecher Sünder cr Heiland, mir verschafft. Rotten. Dir blutet das be: O Jesu Christ, mein Herr drängte Herz, wann dich bei und Gott! mein Herr und deinem herben Schmerz die Gott! vertritt du mich bis Bösewichter spotten. Du an den Tod! fichst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zu: rück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel hört: ser: gib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sün: den furchtbar Heer aufs neue mich erschrecker: o dann ver: sichre mich aufs nen, du ste: hest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! Und schließt sich meinePilgrimschaft, so stärke mich mit neuer Kraft, Herr Jefu Chrift! der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so crträget! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und 5. Den sanften liebevol: danket ihm beweget! Er hat len Sinn, daß ich ein Freund durch segnendes Gebet auch der Feinde bin, flöß, Herr, uns ein ewig Heil ersicht, in meine Seele; gib, daß Er sagt auch uns, zu unsrer bei der Verfolgung Schmerz Ruh, Erbarmen und Verge: ich dir des Feindes hartes bung zu. Herr Jesu Christ! Herz und meine Sach' em: grlobt seist du für deinen pfchle. Besänftige mein re ge: Werke und Wohlthaten Gottes. 146 ges Blut; und flammt des Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: o so er: imre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Krenz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' er: fleht! 6. Mich tröfte dein Ver: föhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O zeuch mich, du erhöhter Held, žu dir hinaufvom Dienst der Welt, zum Himmel von der Free! Du bist der Deinen Schußpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wol len wir uns deiner Bein und deiner Fürbitt' ewig freun. Herr Jesu Christ! wie feliz ist, wie selig ist der Mensch dem du ein Heiland bist! Mel. Wer nur den lieben Gott 168. Golgatha, zu deinen Höhen erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heil'gen Gotres sehen in feines Opfer: todes Schmerz; ich will für feine Todespein mein gan: zes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Krenz entehrt; doch feines Muths Erhabenheit zeugt laut von feiner Göttlichleit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelassenheit; bemerkt die traurigen Verwandten, und sorgt für sie voll Zärtlichkeit; spricht hohen Trost und Fried' und Ruh den kummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, seines Va: ters Willen, auch wann er Leiden vor sich sah, durch Lehr' und Thaten zu erfüllen, fühlt er sich nun dem Ziele nah, und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 5. Jest nähert sich die ernste Stunde, wo mancher schon nicht Fassung hielt; doch scht, wie er, mit Gott im Bunde, getrost ihm feie nen Geist empfiehlt, und unsrer Seelen hohen Werth durch dieses letzte Wort er: klärt! 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu seyn, und weder Schmerz noch Tod zu scheun! 7. Er stirbt, der Wohl: thun ausgebreitet, oft Nächte im Gebät durchwacht, der Jrrendezu Gott geleitet, und Leidende gefund gemacht! So freudenvoll stirbt auch der Christ, dem Jesus Licht und Beispiel ist. 8. Schon Erlösung. 119 8. Schon viele tanfeud lichkeit gab sterbend ihm noth Fromme schieden dir, Jesu, Heiterkeit. nach mit Freudigkeit, em: 5. Auf! laßt an Jesu To: pfanden jenenSeelenfrieden, destage den Vorsat lebhaft den nur die Tugend uns ver: leiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod, wie deiner, seyn. uns ernenn: wir wollen unsre Lebenstage, wie Je: fus, nur der Tugend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, wenn sterbend unser Ange bricht. Lasti In voriger Melodie. In voriger Melodie. 169. Seht, Christen, fehet Jefum 170. Es ist vollbracht! scheiden, wie er im Tode standhaft ist, wie nach dem bängsten Erdenleiden Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Tu: gendbahn stets wandelt, ru: hig sterben kann! so ruft am Kreuz ze des sterbenden Erlösers sein Mund. O Wort voll Trost und Leben, reize zur Freu: de meines Herzens Grund! Das grofe Opfer ist ge: schehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reichthums citlen Glanz verschmähn, und Tugend über alles achten, 2. Mein Jesus stirbt, die Felfen beben, der Sonne Schein verlieret sich, in in jedem Tugendkampf be: Todte dringt ein neues Le: stehn, das machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig ſterben sah, ben, der Heil'gen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist voll: bracht. 3. Des ewig guten Vaters Willen durch seine ganze Le: benszeit treu und gewissen: 3. Wie viel, mein Heil, haft erfüllen, war Jesugröß: hast du vollendet, als dir te Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht: denn Gott war seine Zuver: sicht. das Herz im Tode brach! Du hast den Fluch hinweggewen: det, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durchs Todes Nacht zur frohen Ewigkeit gemacht. 4. Dankvolle Thränen nett die Wangen! Mein Glaube ficht nun offenbar die Schuldlind diese Menschenfreund: schrift an dem Kreuze han: gen, 4. Er liebte herzlich seine Brüder, selbst noch im letzten Augenblick; schalt nie, ward er gescholten, wieder; be: förderte des Feindes Glück, 120 Werke und Wohlthaten Gottes. gen, die wider meine Seele ben, uns am Kreuz in schwe war. Er, den mir Gott zum rer Müh ew'ges Heil erwor Trost gemacht, rief auch für ben! mich: Es ist vollbracht! 5. O hilfmir, Herr, nun auch vollbringen, was wah: re Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich rin: gen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich daz zu mit Macht, bis meine Berung ist vollbracht! 4. Ich weiß, du wirst, 6. Du littst so viel zu mei; nem Leben. Wie sollt ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt' ich dabey vorSchmach mein Lebensfürst, wie dich, mich scheun? Dein Dienst, auch mich erwecken. Sollte mein Heiland, sei mein denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? Huhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 2. Du bisterblaßt, oHerr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterb; liche hält dich nun das Grab umgeben. In eigener Melodie. 171, 0 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Ver: wesung sehen; sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 7. Soll ich, bei dir ergeb: nem Herzen, auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prü: fung außerfehn; so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendigt seyn! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stär: fe mich in folcher Laft; laß mich den Trost auch sterbend Selbst das, was stirbt, der schmecken, daß du ihn über; Leib wird auferstehen, und wunden haft! So tret auch zu Himmelsglanz verklärt. ich ins Todes Nacht mit dem aus dem Grabe gehen. Triumph: Es ist vollbracht! 7. Nein, nichts verdirbt! 8. So sink ins Grab, mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht fränken; schlummerst Jeſu, dein Grab du in stiller will ich mir zum Trost ge: an Ja 5. Hier werd ich einst, bis du erscheinst, in fanftem Frieden liegen; denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 6. Jhr, die die Welt ges feffelt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff in Chrifto einst meines Leibs Erlösung. 201 d Nuh, der du für uns geftor: denken, Erlösung. In voriger Melodie. 172. Am Kreuz erblaßt, der Martern Last und Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust fann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübfal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan: dich bet ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ge: trösten. 5. Es ist vollbracht! riefst du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Bersöhner, göttlich frei ha: best hingegeben. 02242 6. Hochheil'ge, That! des Höchsten Rath will ich in Demuth chren; der Erwer: ber meines Heils wird mirs einst crklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; fic erstanden; leicht entschwingt der Lebensfürst sich des To: des Banden. 8. Das finffre Thal will ich einmal durchwandeln oh: ne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ists mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich: erfor: sche mich, und siche, wie 121 ichs meine; ja du siehst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergeß ich dein, so werde mein in Ewigkeit ver: gessen! Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb er messen. Mel Nun laßt uns den Leib 173, ch endlich, Duls der, findest du ein stilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanf temSchlummer dich erquickt! 2. Wohl dir, daß du ge: funden hast, wo, nach des heißen Tageskaft, dein Haupt du legtest, einmal nun von langer Arbeit auszuruhn! 3. Nicht modernder Vev: wesung Raub wird, Hei: liger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferste: hung Licht. 4. O daß, wenn einst mein ew'ger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten ruh'! auch Ruh verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jesu. ( Osterlieder.) Mel. Wer nur den lieben. 174. Heil ihm, dem Todesüberwin der! Aus seiner Gruft geht er hervor. Als Retter der ver: Werke und Wohlthaten Gottes. verlohrnenSünder empfängt gen nach. Dann dringet auch ihn nun der Engel Chor, in euer Grab des Todenwek: und aller Himmel Jubelton kers Ruf hinab. preist ihn, des großen Got: tes Sohn. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden; doch furzer Schlumnter war sein Tod. Er hat gekämpft und über: wunden; dahin ist alle feine Noth. Ihm, der das Fel: sengrab durchdrang, erschaft nun ein Triumphgesang. 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohnder Frommen auferstehn, und, mit des Himmels Glanz um: geben, getroft zum Richter: ftuhle gehn; dann wird euch der erstandne Held ein Füh: rer in der bessern Welt. 3. Das segenreichste seiner 175. Jefus lebt, Mel. Jesus, meine Zuversicht mit ihm auch ich. Werke, die Rettung einer Menschenwelt, vollendetists Tod, wo sind nun deine mit Gottes Stärke; die Nacht des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu feines Namens Ruhm. Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Tod: ten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlefer ewig lebt, und einst mit Macht aus seinem Stau: be ihn zur Unsterblichkeit er: hebt. Run wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein befres Land. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zu: gleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 122 3. Jesus lebt; wer nun verzagt; lästert ihn und Got: tes Ehre. Gnade hat er zu gesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 5. Ja, Christen, singt; er ist erstanden! Singt ihyan Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehorsam ener Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht cure Lebenszeit! 4. Jefus lebt; sein Heil ist mein! sein sei auch mein 6. Ein Tag erscheint, er: ganzes Leben! Reines Her: löste Brüder! Freut euch, es zens will ich seyn, und den ist ein Bonnetag! Dann Lüften widerstreben. Er verz Fourmt der Herr von neuem läßt den Schwachen nicht, wieder, und Engelheeve fols dies ist meine Zuversicht. 5. In: Erlösung. 123 5. Jesus lebt; ich bin ge: zu dir. So lang ich hier wiß, nichts soll mich von bin, Herr, mein Heil, hab Jesu scheiden, keine Macht ich an deinem Frieden der Finsterniß, keine Herr: Theil. lichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht, 6. Holdselig sprachst du; Erde, sei der Schauplat meiner Huld und Treu'! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde täglich neu. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in To: desnoth wird es meiner See te geben, wann sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 7. Zwar trifft noch mancher Schmerz nns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir! Doch du regierst, und wir sind dein, und, Herr, wir werdens ewig seyn! Mel. Vom Himmel kam der 176. Dich bet ich an, er: standner Held, Erretter einer Sündenwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh huidigt meine See: le dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seeleprei: set dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmet kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ists, der mich ver: dammen kann? Ich glaub an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himmer sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug' hinab. 9. Welch nene Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! Dort findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit frendigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun! Mel. Wer nur den lieben Gott, ¹77. Auf, meine Seele, auf zur Freude! denn dein Erretter, Jesus, lebt, der dich nach überwund: nem Leide einst zur Unsterb lichkeit erhebt. Halt im Ges dächt: 124 Werke und Wohlthaten Gottes. dächtniß Jesum Christ, der wie sie nicht verlassen blies von dem Tod erstanden ben, wird auch mit dir dein ist! Freund vereint. Halt im Gedächtniß Jefum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Denk lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Ber fuchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn im Leben, sum Christ, der von dem wenn die Bürde des Stan: Tod erstanden ist! Mid des und Berufs dich drückt, 200 denn, wer fie trägt, wird Mel. Christ lag in Zodesbanden einst mit Würde zum Lohne feines Kampfs geschmückt. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmerz ten harter Leiden denk, wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist voll Frenden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jefu Chrift! Folg ihm, for wird er die auch geben die Stärkung, die die nöthig ist. Halt im Gedächtniß Jez 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk ihn den Sieger, der erstand, im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land. Halt im Gedächtniß Jesu Christ, der von dem Tod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jesum Schüler ihn beweint; deth, 178. Bringt Preis und Ruhm dem Hein land dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Seige: lobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden! Hal leluja! 2. Dein Leben in der Mas jestät befestigt unsern Glans ben. Wer kann nun, da dtch Gott erhöht, den gro: ßen Trost uns rauben, daß du von der Sünde Macht Befreiung hast aus Licht gebracht, den Himmel hast geöffnet? Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahr heit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deis nes Todes hohen Werth hat cr: Erlösung. 125 er aufs herrlichste erklärt, len Seligen vereint, durch da er dich auserwecket. Hal: leluja! Ewigkeiten leben. Laß dies Heil mein Erbe seyn, so werd 4. Erstandner, ich froh: ich ewig deß mich freun, daß locke dir; mein ist dein Sieg du vom Toderstanden! Hal: und Leben! Du lebst und herrschest, um auch mir ein ew'ges Heil zu geben, mei: ner Seele Trost zu seyn, zur leluja! Tugend Kraft mir zu ver: leihn, und mich zu Gott zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden!, Laß mich für meineSeele Ruh' im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle! Hal: leluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorb: ne zu erwecken. Du rufst einst, und der Gräber Nacht wirdTodie nicht mehr decken, Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift, durch dich einst auf erstehen." Halleluja! Mel. Jesu meine Freude 179. Aus des Grabes Banden ist der Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus hat gesieget; alles, alles lieget unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unf rer Seligkeit bezwungen: Lob fei ihm gefungen! 2. Dwie hoch erhoben lebt nun Jesus oben in der Herrs lichkeit! Seiner Herrschers ehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden/ alle Macht in Händen. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichre Pfade zu des Höch: sten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Lesen er dich einst erheben! 7. Dlaß, so lang ich hier noch bin, mic treu im Glau ben wandeln; to jederzeit nach deinem Sinn rechtschaf: fen seyn und handeln, daß ich, wann ich aufersteh, und dich, der Menschen Richter seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! on 4. Eitelkett der Erde, flich von mir! ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen and Gaben wünsch ich nichts z 8. Da, wo du bist soll haben, als was Gott gefällt. auch dein Freund, mit Herr Mich erquickt, wenn Noth lichkeit umgeben, mit als mich drückt, dort, nach über: stand Werke und Wohlthaten Gottes. 126 slandnen Leiden, Gott mit seinen Frenden. 5. Sterb' ich meine See: le, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht' ich hier doch mehr nach ihr, als nach allen eitlen Dingen dieser Erde ringen! 6. O der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe, und dich froh erhebe! Mel. Vom Himmel kam der 180. Erinnre dich, mein Geist, erfreut, des hohen Tags der Herr lichkeit; halt im Gedächtniß Tefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als sprach er: Frie: de fei mit dir! O freue dich, mein Geift, in mir! Name sei gebenedeit, son nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube, der das Herz erhöht, was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, hei: lig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, wel: che Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb' und Ber: wundrung kämpft in mir, und voll von Ehrfürcht Dank und Pflicht, fall ich Herr, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst? Und du erfüllst einst mein Vertraun im höhren Lichte dich zu schaun? 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken gött: lich kommen wirft, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn? 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mi Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit? 3. Schau über dich, und bet ihn an: er mist den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott ver: eint, und ist dein König und dein Freund. 11. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit 4. Nacht, Ruhm und Ho: dir gefreuzigt, Gottes Sohn, heit immerdar dem, der da sind wir auch auferstanden ist, und der da war! Sein schon. 12. Erlösung. 127 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, da: mit ich mich, in Sicbe treu, zu deinem Bilde fiets erneu! 13. Er isis, der Alles in uns schafft; sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jefum Chrift, der von dem Tod crstanden ist! uns mit Gott versöhnet. Ber an ihn glaubt, wird felig seyn. D laßt cuch diesen Glauben durch keine Leiden rauben! 5. Schaut hin zu seiner Herrlichkeit, und lernt als Helden leiden! Schaut hin! Die Leiden dieser Zeit find Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungs: voll! Nach wenig bangen Stunden ist alles überwun: den. Mel. Was Gott thut, das ist 181. obleckt ihr Christen, Je: fus lebt! Lodfingt dem Üe: berwinder! O betet an; er: hebt, erhebt den Netter al fer Sünder! Er starb für fic; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O fanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönree Tag das Her; dann stehn wir auf im Frieden. Tag des Danks! O Tag des Heils! Gern woll len wir nun sterben; wir wis sen, was wir erben. 7. Erstandner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfa 2. Er lebt, Er lebt! O weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihn prei: se jeder Festgefang, und den wandeln, und fieis mit jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! reinster Dankbegier als Kin: der Gottes handeln! Un sterblich seyn, musterblich seyn, und einst dir näher kommen; ó welch ein Lohn det Frommen! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo waltet hier Gerechtigkeit? wie konnt Mel. Erschienen ist der herrlich Z. er hier schon enden? O Chri: 182. Er ist erstanden, sten, jauchzt! Er ist erhöht! Jesus Christ, Er drang durch Todesnäch: der unser Trost und Helfer te an seines Vaters Rechte. ist. Als Sieger trat er auf 4. Besiegt ist seiner Feinde den Staub, hinfort nicht Macht, und er mit Ruhm mehr des Todes Raub, Froh: gekrönet. Er hat sein gro: locket ihm! Bes Werk vollbracht, und 2. Er hat erfüllt, was er ver: 128 Werke und Wohlthaten Gottes. verhieß, eh er für uns sein Met. Kommt, Kommt, den Leben ließ: Drei Tage sol: 183. Jobsinge, meine len nicht vergehn, so wer: Seele, dent det ihr mich wieder sehn. Welterlöfer, bet ihn an! Lob. Er hats erfüllt. sing ihm und erzähle, was 3. Ich lebe, sprach er, er aus Huld für dich gethan! und auch ihr sollt leben, Er hat für dich gerungen; selig seyn mit mir. Ich durch seine Macht hat er des komme, meine Stimme ruft Todes Macht bezwungen, auch euch, ihr Lieben, aus, und seiner Schrecken Heer. der Gruft zur Herrlichkeit. Du darfst nun nicht mehr bes 4. Er wirds erfüllen, Je: ben; sein Sieg hat dich be: sus Christ, der selbst vom freit. Dein ist unsterblichs Cod erstanden ist! Er weckt Leben, dein, GottesSeligkeit. auch mich; und volles Heil 2. Froh führte Gottes ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine from: men Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, wieder sehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! uns Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jefus auf. Ge danke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ges danke, der in Leiden mein Herz mit Trost belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 6. Wie sollt' ich, Herr, den Tod noch schein? Rein fromm will ich mich seiner freun; dich preisen noch an meiner Gruft, wenn lieb: reich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 3. Der Felsen Grund ers bebet; die Hüter flehn; das Grab ist leer. Der todt war, 7. Gib nur, daß ich im Fesus lebet, und geht vor Glauben treu, und tren in seinen Freunden her! Die meinem Wandel sei! So schwachen Jünger wanken; komm ich nicht in dein Ge: er stärkt die Wankenden. Sie richt, wenn deine Stimme sehn ihn, freun sich, danken. Sie zu mir spricht: Erwachenun! dem Auferstandenen. 8. Herr, rufe mich, wenn schn empor ihn steigen, und dirs gefällt, von dieser un: gehn, wie er gebot, mit vollkommnen Welt, und füh: Freuden hin und zeugen von re mich an deiner Hand einst ihm bis in den Tod. in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! 4. Herr, deine Boten fie: gen, von dir und deinem Geist Erlösung. Geist belehrt; die Gößentem: pel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freu: denvoll ein Christ. Shn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! 184. Rom Mel. Lobt Gott, ihr Christen Todesthal hinauf zu Gott erheot sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod 129 ber Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden aufer: stehn; auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner aufs zugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Ficht dein Herz für ihn durchglüht, dich stärkt zu jeder Christenpflicht, und ganz zu ihm dich zieht! 9. D Auferstehungsfest, du bist des beßren Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder Christ, der deinen Trost empfand. erfchallet laut mein Dank. Christi Hingang zum Bater, und Ver2. Die Sonn' in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher er: wacht. herrlichung. ( Himmelfahrtslieder.) Mel. Freu dich sehr, o meine 185. Herr, du fährsk mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herr: lichkeit: doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge? 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, lag mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flchn zu dir hinauf, helf er meiner Schwach: 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe stieg: hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallete sein Sieg. 4. Fallt nieer vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöste singt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist ( ein Sieg, weil er aus sei: ner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Un: sterblichkeit, im Tode Trost und Ruh, und Hoffnung ho J Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Es ist das Heil uns Schwachheit auf, und du felber wollst im Beten bei 186.( a) Naßt das Vol dem Vater mich vertreten! 130 3. Lehre mich die Welt ver: achten, und was in ihr Eit: les ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wol: lust, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde zichn, da ich jenseits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müsse nichts mir rauben; du erwarbst sie theu: er mir! Jeßo feb ich sie im Glauben; dort find ich sie selbst bey dir. Dort belohnst du das Vertraun deiner Gläudigen durch Schaun, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufst du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh, so erlenchte du die Nacht, die des Todes That mir macht! Du hast ja den Tod bezwungen, und den Sieg für uns errun: gen. 6. Kommst du endlich glor: reich wieder an dem Ende die: fer Zeit, o so fammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit: eil'ge und ver: klär sie ganz, daß der Leib in Himmelsglanz Efrei von diesem Staub und Erde, ähnlich deinem Leibe werde! lendungsfest uns heut in heil'gen Freuden feiern; froh schauen über Welt und Zeit, und das Ge lübd' erneuern: Gott und der Tugend treu zu seyn, tren auch in Trübsal, Schmach und Pein, wie Jesns, zu vollenden! 2. Er kam zu nns, von Gott gesandt, und heiligte die Er: de, daß sie der Einrtracht stil: les Land ein Siß der Tu geud werde. Nach seinem Beispiel sollen wir uns alle bilden, alle hier, daß wir zum Vater kommen. 3. Zum Bater! O wir kennen ihn: um ähnlich ihm zu werden, folgt Jesu; denn in ihm erschien sein Ebenbild auf Erden. Sein Gruß war Friede, sein Gebot nur Lieb' und Tugend, bis zum Tod war That auch seine Lehre. 4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie tren der hohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz, rang er sich zur Die Krone Bollendung! ward ihm dargereicht. Nun macht sein Sieg den Kampf uns leicht, sein kohn die Zu: kunft heiter. 5. Zerstörend war der Sünde Macht; er hat sie überwunden. Wir bebten vor des Grabes Nacht; fie ist durch ihn verschwunden. Seit Erlösung. Seitdem er sich dem Grab entschwang, ist uns der Tod nur Uebergang zu einem beß: ren Leben. 6. Er schwang zum Him: mel sich hinauf, die Stätt' uns zu bereiten. Zum Him: mel geht nun unser Lauf; zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen Wohnungen sind viel in seines Vaters Hause. 7. Wie sinkt dasSchatten, werk der Zeit! Wer kann noch darnach streben? Wer ruhn im Schoos der Sinn: lichkeit? dem Laster sich er: geben? Die Zeit ist rasch, oft schwer der Lauf; schaut, Christen, schaut zum Ziel hinauf, und eilet, zu voll; enden. 131 fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warft bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Bolk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach den Sie: ge! Wirfolgen dir mitFreu: den hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 3. Deine trauernden Er: lösten im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geift. Gib auch uns in unsern Lei: den den Getst des Trostes und der Freuden, den uns dein trenes Wort verheißt! Er zieh uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, dir z folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. Mel. Herr, wir singen deiner Ehre 186,( b) leber aller Him: 4. Uns die Stätte zu be reiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gings du voran ins Vaterland. Herr: lich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf. ins Vaterland. Durch deis mel Heere er: hobst du dich im Sieg und Ehre, du Geber der Unsterb: lichkeit! Engel singen Freu: penlieder, und alle die er: östen Brüder verehren. dei: nen Mittlertod sind wir ver: e Herrlichkeit. Du, du föhnt mit Gott. Wo du le: bist Gottes Sohn! Gott best und Gott mit dir, dasol: hebt dich auf den Thron len wir auch mit dir leben einer Ehre! Wir siehn von für und für. 8. Ein Himmel wird schon unsre Welt, wenn wir ein: ander lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, tren unsre Kräfte üben. Dann führ ans Grab uns die Na: tur; aus einem Himmelgehn wir nur in einen schönern Himmel.. 152 Werke und Wohlthaten Gottes. ler Welt; er herrscht als sieg: gewohnter Helt; er herrscht, bis unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Welch ein Jubel wird 4. Sein sind die Völker als es werden, wenn wir dich wieder sehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird seyn kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhren Lebens; dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann sehn wir, hocherfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welt: erlöser; dann führest du der Wonn' uns zu, dort in des Himmels ew'ger Ruh. 5. Er schüßet feine Chris stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinger ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir erhe: ben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unsrer hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns in uns rer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlik schaun. Mel. Vom Himmel kam der 187. Auf, Jefu Jün: ger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu sei: nem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht; zerstöhrt hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsin: get ihm mit hoher Stimm'! thum. 9. Dann werden wir uns ewig dein, dugrößter Men: schenfreund erfreun; dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligs Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. ( Pfingstlieder.) Mel. Vom Himmel hoch, da 188. Anbetung fei dir, Gott, gebracht! Du hast uns diesen Tag ges macht. Dich preise, wer durch Jesum Christ erleuchs tet und geheiligt ist! 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da fam Heiligung. In eigener Melodie. mit ihm der 189. Nun bitten wir den heil'gen kam von deinem Angesicht dein Geist, Wahrheit Licht. 3. Auf Jesu Boten ließ er Geist, weichen Jesus Chri: fich herab mit Segen sicht: stus uns verheißt, daß er barlich. In fremden Spra: uns behüte vor falscher Leh then that ihr Mund, Gott, deine große Thaten kund. re, alle, die im Irrthum sind, bekehre. Erbarm dich, Herr! 4. Von ihm gestärkt, gehn fie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Nieder: gang wird alles Licht und Lobgesang. 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugend: haft; hilf uns fest ihm glaus ben, dem treuen Heiland der uns bringt zum himmlis fchen Vaterland! Erbarme dich, Herr! 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; fic fie: gen stark durch ihn, o Gott! Ihr Schuß ist Jefus, und ihr Ruhm sein theures Evan: gelium. 6. Und ihrer Predigt froh: er Schall erfüllt den Erd: freis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch dauert dieser Se gen fort; noch siegt, o Ewi: ger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 133 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, mach uns 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun, und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht fehn. 3. Du Geist der Lieb und Einigkeit, mach uns alle: fammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lies ben, gern verzeihen, Nie: mand gern betrüben! Ers barm dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Herr! von Sünd' und Irrthum Mel. Kommt her zu mir, spricht feci; dein Geist treib uns zum Gnten an, und leit uns auf der Tugend Bahn! 190. Vollendet hatte Gottes Sohn fein großes Werk auf Erden schon; und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß fie bald alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 2. Do 134 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Da that der ungelehr: Licht, daß wir uns zur Richt: ten Mund des Welterlösers schnur wählen Jesu Wort Thaten fund, die Völker zu und Unterricht! Stehe du betehren. Der Heiden Tem uns fräftig bei, und mach pel wurden leer; es stürzte uns vom Irrthum frei! jenes Gößenheer von seinen Prunkáltáren. 3. Zeiguns selbst die rech: ten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann! Wirke Reue nach der That, wenn der Frß gestrauchelt hat! 3. limfonft, umsonst em: pörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich, und töd: teten die Jünger. Unüber: windlich war ihr Muth; und schwiegen sie, so sprach ihr Blut, und zeugte neue Jün: den ger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Frr: thum wich dem Lichte. Die Bolker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angesichte. 5. Auch wir begehn, o, Gott, dies fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher, und, helf uns Gott! auch heiliger, durch deines Soh: nès Lehre. In eigener Melodie. 191. Komm, o komm, dur Geist des Lebens! Hilfuns Schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerläuf um das Heil, das Gottes Rath für uns ausersehen hat. 2. Gib in unser aller See: ten wahre Weisheit, helles 4. Laß uns stets dein Zeug: niß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Trübfal findt! Lehr uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach sei: nem Willen beten, und ver: tritt uns alle Zeit; so wird unser Flehn erhört, und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott! mein Gott! wie lan: ge! o so wende unser Leid! Sprich der Seele tröstend zu, gib ihr Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns deine Werke, und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Vers suchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg gelingt! 8. Herr Heiligung. 135 8. Herr, bewahr unsun: auf- den rechten Pfad des fern Glauben, daß Verfol: gung, Schmach und Spott niemals ibu uns möge rau: ben! Du bist unser Schuß, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: nein! laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o so steh mit Trost uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herr: lichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt, und dienie ein Ende nimmt! Mel. Mein ganzer Geift, Gott 192. heiliger Geist, kehr bei uns ein, und laß uns deine Woh, nung seyn, du Beistand unf rer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, ent zich uns deine Hülfe nicht, und zeig uns, was wir feh: len! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Bater treten. 2. Du Quell, woraus die Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd er: kannt des Höchsten gnäd'ger Wille! Ja, gib den Trieb unfren Seelen, nur zu wäh: len und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 3. Steh uns stets bei mit deinem Rath, und führ uns Heils, den wir nicht wissen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen! Drückt Last uns fast muthlas nieder, laß uns wie der Trost empfinden, und die Trübsal überwinden! 4. Stärk uns durch dei: ner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werden! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Er den! Neue Treue gib uns Schwachen; du kannst ma: chen, daß wir siegen, und im Kampf nicht unterliegen. 5. Erhalte bei uns immer: fort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzens: grand mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jesum Chri stum ohn' Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig, und sein Heil uns werth und wichtig! 6. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; du kannst uns da: zu stärken. Es bleibe uns stets unberußt die Eitelkeit, die Sinnenlust, mit ihren bösen Werken! Vater, Va ter, laß uns fireben, so zu leben hier auf Erden, daß wir gut und selig werden! Tel. 136 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Gott des Himmels und der gestärkt durch deine Kraft, 193. Heil'ger Geist, von end ich froh die Pilgerschaft. gegeben, komm, erleucht und heil'ge mich! Weiſe, fromm und gut zu leben: dies vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu, mich zu bessern, in mir neu! 2. Ach, ich irr in Finster: nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingerissen, täuscht die trunk: ne Seele fich, suchet Ruh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Him: mel streben, der den Lohn mir aufbehällt, hilf mir Gott und Jefu leben, nicht den Lüften dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig, wie mein Heiland, seyn! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Le: ben hin; und mich stärke dei: ne Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Zie: le kommen mag! Mel. Mein Gott, das Here ich 194. Nicht um ein flüch: tig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater Lehr er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zus friedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Be: wußtseyn mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahr: heit hin, zur Tugend stärk er mich, und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröster sich! 6. Er schaff in mir ein rei: nes Herz, voll Dank für deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und 5. Gib zu jedem guten Werfe meiner Seele Kraft und Lust, und im Kampfe flöße Stärke mir in meine mit Geduld! schwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth; hilf mir treu seyn bis zum Tod! Mel. Freu dich sehr, o meine 195. Geift vom Vater 6. Sei mein Beistand, und vom Soh: wann ich sterbe; zeige mei: ne, der du unser Tröster bist, nem Geist von fern das mir und von unfres Gottes Thro: aufbehaltne Erbe in der ne hilfreich auf uns Schwa: perrlichkeit des Herrn! So che siehst, stehe du mir mäch: tig Heiligung. tig bei, daß ich Gott ergeben sei: o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Got: tes werden! 137 6. Stehe mir in allen Tei den stets mit deinem Trose bei, daß ich auch alsdann mitFreuden Gottes Führung folgsam sei! Gib mir ein gelafsnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum frohen lleberwinden, deines Geistes Trost empfinden! 2. Laß auf jedem meiner Bege deine Weisheit mit mir seyn; wann ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun! Lenke kräftig mei: nen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd Mel. Wer nur den lieben Gott ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles sen, du hast nur reine Her treu meinen Gott und Va: ter liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn! Seinen Na: men zu erhöhn, seinen Wil: len zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen! zen dir zu deiner Wohnung außerlesen: ach, schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüsten sei! 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versu: chet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab ich irgend mich verirrt, o so rühre du mein Herz, daß ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung nei: ge! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hin: zutreten; gib, daß ich auf Jesum Christ, als auf mei: nen Mittler, schau, und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad' um Guad' auf mein Verlan: gen von dem Vater zu em: pfangen! 196. großer Gott du reines Wei 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weihn; dein Geist ver: mehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler seyn. Dann fühl ich hier schon in der Zeit der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz, und stehe mir in mei ner Schwachheit bei, und führe mich von der Eitel: keit zu dir! Gib einen Geist, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! 4. Entzieh mir Schwa: chen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht, und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geistes Kraft und Licht. Im Kampfe laß mich fest 138 Werke und Wohlthaten Gottes. fest bestehn, um einst zum 4. Ew'ge Quelle heil'ger Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist Güte, hochgelobter Gottes: geist, der du menschliche Gemüther besserst und mit des Glaubens, nie von mir Trost erfreust; noch dir, und stärke mich durch seine Herr, verlangt auch mich; Triebe durch seinen Bei: stand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preiz se heilig und zum Himmel weife! 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Va: terhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk und handle. Mel. Freu dich sehr, o meine 197. Der du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja uns um ihn bitten heißt: demuthsvoll fleh ich zu dir: Bater, send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn fräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler eh: re, und auf deine Stimme höre! 6: Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, das ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden; fann dem Nächsten nüßlich werden. 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborgnen Feh ler fehn, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn urk Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', sie zn bessern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick mei: ner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wann sich in mir Zweifel finden, die mit Angst Heiligung. 139 fest den Gewiffenstrieb, und machst mir Recht und Tugend lieb. 4. Du leitest mich auf al: len Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen, und gibst im Unglück frohen Muth. Wo nichts, sonst nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 5. Du gibst dem Geiste füs ßen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Belasteten und Müden, den sichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 6. Du lehrst mich glau: ben, lieben, hoffen, ver: kündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist sei: ne Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht: du, du bist meine Zuversicht! 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab, und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todes: thal hinab! Mein erster Lant an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion! Angst mein Herze hegt; wann mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es mei: ner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so sebze durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! Das Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 198. Religion, von Gott gegeben, sei ewig nreinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins besre Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich mei: nen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nennen, darf sicher seyn, daß er mich hört. Du rufft mir zu: dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Wil: len thut, 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer Mel. Nun danket alle Gott schärfet meines Geistes Blick 199. Von Herzen preif ich dich, Gott, zur hellen Einsicht meiner Pflichten, und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärs für der Biebel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Danfs bar 140 Werke und Wohlthaten Gottes. barkeit verehre. Sie ist das guten Werke, der mit deur Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Klei nod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 2. Zum Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit Zweifeln and mit Wahn müßt' ich voll Unruh ringen, hätt' ich dein göttlich Wort, den flaren Unterricht von dir und dei: nem Sohn und meiner Seele, nicht. 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott, vielen tansend 8. Bei diesem Enterricht laß deinen Geist mich rühren, und seine Gotteskraft an Christen gab deine Bibel meinem Herzen spüren! Wer Sieg im Kampf mit böfen Lüften. Sie bessert sanft das Herz, stärkt mich zu meiner Pflicht, ist in Gefahr mein Schuß, in Finsterniß mein Licht. deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit; sie geben. Licht und Trost, im Tode Freudigkeit. 4. Der Fromme wird ges stärkt, der Sünder tief er: schüttert; der Zweifler wird beschämt, des Spötters See: le zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen der Christ, wenn er vom Wiedersehn im bestern Leben liest. lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehr: furcht und Gebet der Schrift die Andacht weibt! 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schä te; hier faßt der Blödeste die göttlichen Gefeße; hier fin: det jeder Stand für jede Le: benspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! wer nicht des Glau: bens Kraft, und Trieb zum 7. So kann kein andres Buch die Größe Gottes prei: fen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 200. Dein Mel. Wer nur den lieben Wort, o Höchster, ist vollkommen; es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder wie dem From: men zum Leben sichern Unter: richt. O selig, wer es acht: sam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 2. Es leuchtet uns auf unfren Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, vers kündigt Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie Heiligung. 141 3. Aber las mich nicht als wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden lein deines Wortes Sinn ver: üben, wie du so väterlich stehen; laß mein Herz auch uns liebst. Was uns darin folgsam seyn, den erkann: dein Mund verspricht, bleibt ten Weg zu gehen! Denn ewig wahr und trüger nicht. sonst würd' ich bei dem Wiss 4. Gott, deine Tröstun: gen sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schaß, weit köst: ficher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gedeut, dem ist dein Segen stets bereit. sen doppelt Strafe leiden müssen.. 4. Gib, daß ich den Un: terricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sey in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freu: den! 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahrheit, die dein Wort mich lehrt! Laß mich auf das gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt; so fließen Trost und Seelenruh auch mir aus deinem Worte zu. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vers mehren! Find ich manche Dunkelheit bei geheimniß: vollenkehren, laß mich Zwey: felsucht entfernen, und in Demuth glauben fernen! Mel. Liebster Jesu, wir find 6. Laß mich, Herr, in deis nem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit 201. Herr, mein Licht! Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet! erleuchte mich, daß ich mich und dich erken: ne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Hochster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Bahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meis nem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führer, und mir, deinem Kind, ge bühret! 7. O verl.ihe mir dieKraft, deinem Wort gemäß zu han: deln, und vor dir gewissen: haft, als dein treues Kind, zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hels res Licht umgeben. Mel. O Gott, du frommer 202. Se ell dein ver: derbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, fo 142 Werke und Wohlthaten Gottes. so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; beden: ke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; merk auf, als ob er felbst zu dir vom Himmel redte! So lies, mit Ehr: furcht lies, mit Lust und mit Vertraun, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: 0 Gott, vor dem ich meine Hände fal: te, gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geseß, am Wort von Krenze sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren laffen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ists, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Lies, frei von Leiden: schaft und ledig von Geschäf: ten, und fammle deinen Geist mit allen seinen Kräf: ten. Der beste Theil des Tags, des morgens Heiter: keit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch: so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke; empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn, zum wahren Edelmuth, das Gu te zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimniß: voll; so laß dich dies nicht schrecken. Ein endlicher Ver: stand' kann Gott nie ganz entdecken, Gott bleibt un: endlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was dein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of: fenbaret, ist der Geschöpfe Pflicht; und weife Demuth ists, das glauben, wo Gott spricht. 10. Drum laß dich, from: mer Chrift, durch keinen Zweifel fränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schen:. ken. Dort wächst mit dei nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Heiligung. 143 des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit. er deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kreft mach weise uns und tugend: häft. 11. Verehre stets die Schrift; und siehst du Dun: Felheiten: so laß dich dei: 5. Durch Wahrheit dämpfe nen Freund, der mehr als jeden Wahn; erleucht uns du sieht, leiten. Ein for: allen unsre Bahn; das La: schender Verstand, der sich ster tilg aus unsrer Brust der Schrift geweiht, ein heil: verlangend Herz hebt manche Dunkelheit. und tödt' in uns die böse Lust. 12. Halt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Him: mel werden. Verachte christ: lichgroß des Biebelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. 2. Verbreite deines Wor: tes Schall, wie deine Werke, überall, daß alle lernen, wer du seist: der reinste, aller: höchste Geist. 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott unser Vater bist, und Er der Völker Heiland ist. 6. So preiset deine Ehri stenheit, Herr deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. Mel. Vom Himmel hoch, da Mel. Uch Gott und Herr 203. ott, beilig fei 204. Gott ist mein Hort, dein Nam' und Necht dem ganzen menschli: chen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! und auf sein Vort soll meine Seele trau: en. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 4. Lehr uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam 7. Du sättigst sie mit Se: ligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr, dei: nes Namens Lobgefang. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß kei: nen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glaus ben schrecken! 3. Wo hätt' ich Licht, wo: fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd' ich nie, wie ich dich würdig chrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur Werke und Wohlthaten Gottes. 144 zur Ewigkeit mir sei von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Missetharder Sünder zu ver: fühnen, den kennt' ich nicht, war mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Ren' und Schmerz der Sün: den nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meinesHeils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben: Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben! der ist ärger als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge deineleh: ren tief in unsee Seelen ein; laß sie uns mit Nußen hö: ren, und derselben Thäter. seyn; treib uns dadurch kräf: tig an, daß wir dich vor je: dermann froh bekennen, findlich lieben, und mit Sün: den nicht betrüben. 4. In der Seele Finster: nissen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost dar aus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es ver: süß' uns jede Noth; es er: quick' uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schau: en, was wir deiner Wahr: heit trauen. Mel, Freu dich sehr, o meine Mel. Schwing dich auf 205. Gott, durch den 206. Der du ſelbst die wir sind und leben, deine Güte sei ge: preist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heiluns unterweist, das uns unsre Pflichten ichrt, warnt, er mahnet, straft, bekehrt, und, wenn uns ein Leiden drü: cet, uns mit reichem Trost erquicket. Wahrheit bist, Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie er: leuchtet uns, wenn wir selbst. ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Fin: sterniß füllen unsre Seelen; 2. Gib, daß wir es innig unser Blick ist ungewiß, uns: fieben; ernstlich, ohne Hei: re Schlüsse fehlen: aber chelschein das darin Befohl: dein Verstand weicht nicht, ne üben; und nicht bloße von der lautern Wahrheit. Hörer seyn; denn, wer dei: Was du denkest, das ist Licht, nen Willen weiß, und ihn Richtigkeit und Klarheit. doch nicht thut mit Fleiß, 3. Wirf dich, sterbliches Heiligung. 145 du mirs doch dort, Gott, mit Ehr' und Freuden. Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht lasset er dich wiss sen. Weit erschalit das Wort des Herrn, das die Welt be: Febret: glaubt es freudig, Gesek. In eigener Melodie.. folgt ihm gern, Völker, die 207.( a) ie gut, wie Thrs höret! heilig ist, wasGott den Kindern Abras hams gebot! Verehre keinen Gott, als mich; mich liebe, mir vertraue dich. So sprach der Herr! 2. Misbrauche meinen Na men nicht. Weh dem, der lästernd von mir spricht! Mit Ehrfurcht nenn den Schöp fer nur, und halte redlich deinen Schwur. Das will dein Gott! 3. Stets heilig sei mein Sabbath dir; dein Knecht auch ruh und weih ihn mirk Da stärke dich zu dem Beruf, zudem dich meine Güte schuf. Das will dein Gott. 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Dro: Hung kann auch nicht leer vorüber gehen. Haben Cau sende nicht schon, welche vor ns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott beinen Trost dir rau: ben? Die die Himmel auf: gebaut, kann die Wahrheit ügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrüz gen? 6. Erd' und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, bie es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lai hest ihr, wann sie sich em: sören. 7. DubistWahrheit! Ewig oll mich von dir nichts tren hen, mich die Welt, von Urglift voll, nicht erschüttern onnen. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trubsal leiden, so belohnst 4. Ehr deinen Va, ehre sie, die dich gebar, und säus me nie, den Eltern liebreich wohl zu thun; dann wird ouf die mein Gegen ruhn. Das will dein Gott! 6. Du sollst nicht tödten; sollst dich scheun vor Zorn und Haß; die Rach' ist mein. Wem ich die Sünd' erlassen soll, der thu anch seinenFeine den wohl. Das will dein Gott! 6. DieShe halte keusch und rein; auch selbst dein Herz soll heilig seyn. Dein Leib K MIS 146 Werke und Wohlthaten Gottes. und Geist sei mir geweiht; Met. Gottlob ein Schritt zur dein Ruhm sei Zucht und Mäßigkeit. Das will dein Gott! 207.( b) Herr, dein G set und dei Gebot, wornach wir solle leben, hast du, o liebevol ler Gott, mir in mein Her gegeben, daß ich zum Gr ten willig sei, mit Sorgfalt fern von Heuchelei, was d befiehlst, vollbringe. 7. Mit Unrecht mehre nicht dein Gut. Der Fluch trifft den, der Unrecht thut. Be: früge nie, und wuchre nicht. Den Armen zu erfreun, ist Pflicht. Das will dein Gott! 8. Du sollst kein falscher Zeuge seyn; sollst Lügen und Verläumdung scheun. Des Nächsten Unschuld rette du, und seine Fehler decke zu. Das will dein Gott! 9. DesNächsten Haus be: gehre nie, auch nicht sein Weib, Gesind noch Vich. Wenn meine Huld auch ihn erfrent, gönn ihm sein Glück, und flich den Neid. Das will dein Gott! 10. Und wiss' es: eifrig ist der Herr; die Uebertretung strafet er; doch lohnt er auch dem treuen Knecht bis in das tausendste Geschlecht. Drum folg ihm treu! 11. Durch Jesum hat be stätigt Gott, was er durch Mosen einst gebyt. Von gan; zem Herzen liebe mich, und deinen Nächsten gleich als dich. So sprach der Herr! 12. Dies, Christen, laßt zu aller Zeit erfüllen uns mit Freudigkeit; erfüllen tren bis in den Tod was Gott aus Liebe nur gebot! Er sei gelobt! 2. Gib, daß ich dir allei vertrau, allein dich ehr un liebe, auf Menschenhülf ab lein nicht bau, in deine Furcht mich übe, daß Bei fall, Lob und Menschengunst Gewalt, Pracht, Reichthum Witz und Kunst mir nich zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich redlic mich bemüh, dich, Vater zu erkennen, und laß mich deinen Nahmen nie ohn'Ehr erbietung nennen. Gott unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir si feierlich versprochen. 4. AmTag der dir geweih ten Ruh' laß mich, Gott mit den Deinen in der Ver fammlung, so wie du be fiehlst, vor dir erscheinen dann deiner im Gebät mich freun, ein Hörer deines Wortes seyn, und, wie ich soll, ein Thäter. 5. Gib, daß ich Eltern, Obrigkeit und Lehrer ehr unt liebe, sie nie durch Wider seßlichkeit und böses Her betrübe; vielmehr für ihre Sorg und Treu' erkenntlich und Heiligung. und gehorsam sei, und dei: nen Segen erbe. 6. Hilf, daß ich nie mit bitterm Sinn, Haß, Rach' und Feindschaft übe, und wenn ich auch beleidigt bin, verzeih und Feinde liebe, und jedem gönne, was er hat, und alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Laß mich, wie du ge: boten hast, unkeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, das leppig: keit und frechen Echerz sich nimmermehr erlaube. 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr, und böser Rän: ke schäme, mein Herz voni Geiz und Unrecht kehr, durch Macht und List nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit schen, wohlthätig und zufrie! den sei, nicht karg und nicht verschwendrisch. 9. Hilf, daß ich meines Nächsten Ehr' zu retten mich befleiße, das, was ich kann, zum besten kehr, doch Bö: ses nicht gut heiße; stets zei geTreu und Nedlichkeit, und Abfcheu trage jederzeit an Falschheit, Schmähn und Lügen. 10. Laß mich des Nächsten Haus mit List und Unrecht nicht begehren: das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewähren. 147 Doch laß mich auch das größe te Gut, ein ruhig Herz und frohen Muth und deineGnas de, haben. 11. Wie gern möcht' ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heil'gen Willen, wie gern möcht' ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen: allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwacher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Va ter, Gnad' und Stärke, daß ich, o Jesu, Gottes Sohn, stets auf dein Vori bird merke! Dheil gerGeist, hilf mir, daß ich Gött über Alles, und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! Evangelium. Mel. Jesu meine Freudes 208. Mort aus Gottes Munde, Wort vom Friedensbunde, Evans gelium! Quelle wahrerFreuz den, Trost in allen Leiden, unser höchster Ruhin! Got teskraft, die Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gege: ben! 2. Was sein Wohlgefallen vor der Welt uns allen aus: ersehen hat; was erst dunk le Schätten vorgebildet hätz ten, das vollführt sein Rath. Daß Werke und Wohlthaten Gottes. 348 Daß sein Eid ihn nicht ges veut, rühmen wir; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 2. Die Völker fei'n dir unterthan! Es weiche fal: scher Lehre Wahn von deiner Wahrheit Flarem Licht! Ge: walt hilft dem Gewissen nicht. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der ver: heißen war. Jesus hat sein 3. Die Herrschsucht, die Leben für uns dargegeben, den fremden Knecht, er willig gab ers dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ehre. Derwünschte Lehre! glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vor's Richteramt, bleib unter un: ferm Volk verdammt! 4. Da uns Strafen droh, 4. Nur geistlich sei der ten, riefen seine Boten: Hei, Wahrheit Krieg! Gib wider ligt euch und glaubt! Gott Irrthum ihr den Sieg. will euch vergeben; ewig Durch Gründe fieg sie und follt ihr lcben, wenn ihr Beweis, und durch des Jefu glaubt! Seine Huld frommen Beispiels Fleiß! tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünden haffen, Muth, zur Tugend faffen! 5. Wir gehn in Dämm'; tung, irren bald! Die Weis: heit über nicht Gewalt. Laß Fried und Duldung allge mein, nicht mächtig die Ver folger seyn! 5. Jesu! voll Bertrauen will ich auf dich banen, und in dir mich freun, dir nur will ich leben, dir mich ganz ergeben, ewig treudir feyn. So werd ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel erben. Die heilige christliche Kirche. In eigerer Melodie. 209. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort; den finstern Irrthum treiße fort; bewahr uns vor Gewissenszwang, so preist Dich unser Lobgesang! 6. Der Scepter übe Vil: ligkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer fried sam ist, nicht Laster lehrt, deß Freiheit bleibe unge: stört! 7. Zerbrich des Zwanges. hartes Joch: die freie Wahr: heit eget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sklaverci! Um Reformationsfeste. Mel. Allein Gott in der Höh 210.( a) or dir, Herr, denken wir erfreut an unsrer Väter Glau Heiligung. Glanben. Der Feind erhob sich fühn zum Streit, dein Wort der Welt zu rauben: fie aber kämpften ritterlich, gestärkt, Allmächtiger durch dich; sie kämpften und sie siegten. 2. Dein Wort war ih: nen Schwerd und Schild, Schuß, Heereskraft und Bo: gen. Lang war's in Dunkel eingehüllt, der Christenwelt entzogen: fie brachtens wie: der an das Licht, und achte: ten Gefahren nicht, sie fan: gen heldenmüthig: In eigener Melodie. 3. ,, Ein' feste Burgist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen; er hilft nas frei aus aller Noth, die uns jest bat betroffen; der alr Söse Feind, mit Ernst crs icht meint, groß Macht und viel Lift sein grausam Rüstung ist: auf Erd' ist nicht fein's Gleichen. 149 es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht, er ist gericht: ein Wörtlein kann ihn fällen. 6. Das Wort fie sollen las: sen stahn, und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib, laß fahren dahin, sie haben's kein Gewinn; das Reich mus uns doch bleiben." 5PM Mel. Gott, du frommer 7. So sangen fie: und weit erschollen ihre Lieder; die Völker, kehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Aberglaube floh, es wich die düstre Nacht, das Evange: lium ward an das Licht ge: bracht. 8. Triumph! Die Wahr: heit siegt! Gott war mit ih ren Streitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf! die ihr erkennt, und dankbar sie verehrt, auf! haltet fest an ihr! Sie sei uns ewig werth! 4. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar balo verlohren! es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkohren. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er be: halten. 5. Und wenn die Welt voll Teufel wär, und wollten uns verschlingen: so fürch: Bei. Set, Lob und Ehr' dem H. 210,( b) Dein Volk,. Herr, fingt frohen Dank zu deines Na mens Ehre. Esstimm auch un ten wir uns nicht so sehr; fer Lobgefang in alle beilgen Chören 50 Werke und Wohlthaten Gottes. Chöre, die heut in deinem sers Wandels Pflicht nur Heiligthum, zu deines gro: deine Lehre zieren. Und bricht Ben Namens Ruhm, dir Jus einst unser Tod herein; so bellicder singen. spricht dein Geist den Trost uns cin; von nun an seid ihr selig, 2. Dies ist ein Tag, von dir gemacht. Von dir, Herr, ists geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, daslicht der Wahrheit sehen, daß wir, von Menschentand befreit, dich, wie dein eignes Wort gebeut, vernünftig ehren können, 7. So glücklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr, sei ewig Dank gebracht, dir Ruhm und Preis und Ehre! Dir jauchzet unser Herz und Mund. Es mach auch unser Leben kund, daß wir dich dankbar preisen! 3. O welche Wohlthat, Gott, ist dies, was uns ist widerfahren! Es lag dein sort in Finsterniß seit mehr als tausend Jahren. Du Last, troß allerFeinde Macht, es wieder an das Licht ge: bracht. Wir freun uns die: fer Gnade. 4. Du läsfest hier im Hei: ligthum dein lautres Wort uns hören, zu unserm Heil, zu deinem Ruhm läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch zu un: ferm täglichen Gebrauch. Lehrdieses Glückunsschätzen. 5. In unsern Schulen bil: det man Verstand und Herz der Jugend. Man führt nach Deinem Wort sie an zur Beisheit und zur Tugend. Das Anfehn unsrer Obrig: feit bleibt ungekränkt; und Sicherheit und Ruh' und Orduung herrschen. 6. So können wir bei dei: nem ficht ein frohes Leben führen, wenn wir nach un: Mel. Christus, der ist mein 211. ch bleib mit dei: ner Gnade- bet uns Herr Jesu Christ! da: mit fein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 2. Entzich uns deine Leh: re, das Wort der Wahrheit nicht. Durch ihre Kraft ge: währe uns immer Trost und Licht. 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir, von Irrs thum frei, bei deiner Rede bleiben, dir folgsam, dir getreu, 4. Komm uns mit Kraft ent: gegen, hilf unsrer Schwach: heit auf, und stärke das Ver: mögen zum ernsten Tugends lauf. 5. Hilf uns die Lüste däms pfen, hilf uns den Reiz der Welt und ihren Troß be: kämpfen, du steggewohnter Held! 6. Ja Heiligung. 151 Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preiße deiner Leh. ren. 6. Ja bleib mit deiner Erene beil uns, Herr, unser Bott! Beständigkeit verlei: e, hilfuns aus aller Noth. Mel. Ein feste Burg ist unser G. 212. Herr, deine Kir: che danket dir: noch wohnt dein Wort im lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist jum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, oJesu Christ, besiege Macht und List, und herrsch in jedem Lande! 6. Herr, deine Kirche streitet noch: hilf deiner Kir che fiegen! Wie schwer ihr 2. Sei, Herr, mit uns! Kampf ist: müsse doch kein Verlaß uns nie, ans, deines Kämpfer unterliegen! Hör Leibes Glieder. Hilf deiner ihr findlich Flehn. Eil', ihr Kirch, und schüße sie; denn beizustehn, daß sie standhaft wir sind deine Brüder. Sie, sei, stets deiner Wahrheit die dir vertraut, hast du treu. Hilf deiner Kirche sie: selbst erbaut. Ach, erhalt sie gen! rein; und die den Bund ent: 5. Entfernte Zwietracht, Krieg und Mord, erhaltuns Ruh und Frieden. Laß uns, gestärkt durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mas che leicht, was drückt, gib nins, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Hims mels Freuden. weihn, die heilige dir wieder. Mel. Herzliebster Jesu, was hast 3. Eins ists, was deine 213. Ewig o Jefu, Treuen fränkt: daß unter wird dein Wort deinen Christen noch man: bestehn, und Erd und Him: cher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüsten. Vieler Glaub' ist schwach, kalt die Lieb', und, ach, sie bedenket nicht: es wart' ein schwer Gericht auf träge, sichre Christen. mel werden eh' vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemahls vernichtet. 4. Und du o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir fröm mer wären! Mach alle Her: zen rein und nen, laß alle sich bekehren. Gib uns Wis: senschaft, Glaube, Lieb' und Kraft, gib Entschluß und 2. Immer noch sammelft du dir auf der Erden Mens schen, die willig dir gehors sam werden und deinen Frie: den hier schon im Gewissen fröhlich genießen. 3. Reizt blendende Ver: suchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird fie 152 Werke und Wohlthaten Gottes. sie jemals deiner Hut entrei: jederzeit mit Wahrheitssinn Ben. Du hasts verheißen. Verträglichkeit. Die Liebe sei der Kirche Zier. Dann fieget fie; Gott ist mit ihr; er ist ihr Schutz. 4. Wohl allen denen, die dir, Jesu, trauen! Bas fie dir glauben, wird ihr Aug' einst schauen, dich, und die Frenden, womit du beloh: nest da, wo du thronest. 6. Und wenn auch seines Worteslicht nicht gleich durch alle Nebel bricht, undSpötter stol; bie Wahrheit schmähn: verzaget nicht! Sie wird be: fiehn; sie ist von Gott. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, höhre Lob: gesänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort friumphiret. Mel. Erschienen ist der herrlich E. 214. Lobfinget Gott! 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den gan: zen Raum der Welt. Laßt, Christen, unfres Lichts uns freun, und Gott durch Thas ten dankbar seyn, wie er sic liebt. denn seine Macht vertrieb des Aberglan: bens Nacht. Uns deckte ban: geFinsterniß; der Herr wars, der uns ihr entriß. Lobsin: get ihm! 8. Lobfingt, lobsingt dem Herrn, und freut voll Hoff: nung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein ein Hirt und eine Heer: de seyn. Lobsngt dem Herrn! Mel. Herzliebster Jesu 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Chris kenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaubens: zwang; in harte Sklaverci versank das Volk des Herrn. 215. Seaß doch, o Jesu, laß dein Reich auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leiden er Christen Blut! und ihre wegen, Licht, Heil und Se: Würger rühmten doch sich gen! ihrer Gottesliebe noch. D welch ein Wahn! 3. Wie tobte der Verfol, ger Wuth! Wie strömte treu: 4. Gott kam und stand der Kirche bei: da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub' und Wahn. Das Hat der Herr, der Herr ges 3. Laß sie die Schrift mit than. Singt, singt ihm Dank! frommer Achtung ehren: 5. Vereint nun, Christen, denn sie enthält der wahrea. 2. Erleuchte sie, daß fie dich recht erkennen, und glaubensvoll dich ihren Hei: land nennen! Olehre fie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! Weis: 1 Heiligung. Weisheit Lehren; und ohne diese sucht man doch verge: bens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure, Herr, dem Toben deiner Feinde, und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prü: sen, und dem Aberglauben die Herrschaft rauben! 5. Sei du ihr Licht in ban: aen Finsternissen, und wecke felbst ihr schlafendes Gewis fen! Erhebe tröstend, schlägt ke Rummer nieder, ihr Herz auch wieder! 6. Herr, schüß uns mäch: tig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirft erlösen, und wir zum Preise der verklärten From: men frohlockend kommen. In voriger Melodie. 216. Schüße die dei: nen, die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt beken: nen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach ihre Siege herrlicher auf Er den. Gib Muth und Weis: heit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 153 4. Ewig, o Heiland, fei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, odu Beschirmer deit ner schwachen Heerde, Hims mel und Erde! Mel. Ein' feste Burg ist Christus 217. Wenn feine Kirche schützt, so mag die Hölle wüs then; er, der zur Rechten Got: tes sigt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet seinenRuhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen! 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werden ihn, des Höchsten Sohn, zahllose Völker chren. Sein Wort ist wahr; nichts ist der Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Un: christ mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, bem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du 4. Auf, Christen, die ihr selbst versprochen, führe sie ihm vertraut, laßt euch kein endlich aus dem Kampf hie: Drohn erschrecken! Der Gott, nieden zum ew'gen Frieden, der von dem Himmel schaut, wird 54 Werke und Wohlthaten Gottes. wird uns gewiß bedecken. all dein Lohn. Jeder, jeder, Der Herr, der starke Gott der dich ehrt, ist und bleibt hält über sein Gebot, gibt dir ewig werth. uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn er: schrecken? Mel. Gott des Himmels und 218. Herrlich ists in deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Ginnenlust entweiche; dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist er höht, und dem Strohm der Zeit entgeht. 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer; ach, sie nah: hen sich dem Falle, und dann toben sie nicht mehr! Ewig wird dein Reich bestehn; Wahrheit kann nicht unter: gehn. 7. Reiche dieser Weltver: schwanden, Kronen sanken in den Staub; aber seit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jetzt noch blickt dein Unterthan hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Him: melsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht; doch der Weise bleibt dir treu, und du machst ihn groß und frei. 2. Was sind Rang und eit Le Schäße? Was sind Kro: nen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgefeße sind einst Engeln zugefellt. Edel han deln, ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alier, wo die Jugend sich mit dei: nem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrschest nicht mit. Strenge; nur von Liebe wallt dein Herz und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz.Selig, wer dir seine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! 5. Mag der Keieg die Welt zerrütten! Friede schwebtum deinen Thron. In Palästen, in den Hütten, groß ist über: et, immer seine Huld erneuet, wet 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und laß einst auch den dich preisen, der noch blind vor Gößen kniet! Zeig uns allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) Mel. Sollt' es gleich bisweilen 219. Dir, Gott, der so gern erfreu: Heiligung. veihen durch die Taufe wir ieses Kind, o Vater! dir. 2. Gib ihm Wachsthum ind Gedeihn, laß es stets das Böse scheuen, und be: zlücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. 3. Stärke fünftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben; nicht den 222. Ich bin getauft daß es ein du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es niemand von dir trennen, niemand auf der Tugend Bahn Heil und Ruh' ihm rauben kann! auf deinen men, Gott Vater, Sohn und heil gérGeist! Ich bin gezählt zu deinem Saamen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O welch ein Glück ward da: durch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig seyn! Mel. Wer nur ben lieben 2. Du hast mich für dein Kinderkläret, mein Vater, und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworbnen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand ſeyn. 3. Die Liebe ist nicht zu 220. Herr, der du selbst die Taufbefoh: len, dir, dessen Tren' un wandelbar, dir sei auch die: fes Kind empfohlen! Wir bringen es dir flehend dar: o segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! Mel Liebster Jesu, wir 221.( a) Herr, wir ste: hen hier vor dir: laß dies Kind auf un: fern Armen dir gefallen, bit: ten wir, und erzeuge deinEr: barmen, laß es hier be glückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden! 155 Setigkeit. Gib, daß es dei: ner Liebe sich immer dankbar freu, und durch des Geistes Triebe dir stets gehorsam sei; daß fröhlich es dem Lohne der Treu' entgegen geh, und vor des Mittlers Throne sich einst verherrlicht seh! Mel. Wer nur den lieben Gott ( Nach der Taufe.) Mel. Kommt, kommt, den Herrn 221,( b) eweiht zum Christenthus me, ist dieses Kind, dir, Gott, geweiht. Erzieh es dir zum Ruhme, zur Tugend und zur ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. Qlaß mich nie die Pflicht vergessen, das zu ich selbst mich dir vers band, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit heit entgegen kamst! 4. Du bist getreu; auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst, wann ich ihn über: schreite, läßt du dein Vater: herz mich schn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5, 3c Werke und Wohlthaten Gottes 156 5. Ich gebe, o mein Gott, ants neue mich ganz zu dei nem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Trene, und bilde mich nach deinem Sinn. O de, weich! Gott hört es: jetzt entfag ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen! Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils, sei ewig mein, und laß mich dein auch ewig seyn! Mel. Liebster Jesu, wir sind hier 223.( a) Mein Erlöser, der du mich dir zum Eigenthum erkaufet; als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort ges tanfet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn, das was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Acht: famkeit meiner Taufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohiseyn achten, daß ich, Jefu, deinen Billen treulich fuche zu erfüllen! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke; nur ein wahresChri: stenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch, nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben, daß ich einst auch, wann ich sterbe, das verheißne Leben erbe! Mel. Wer nur den lieben 223.( b) ch bin getauft Lehren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu beken: nen und zu ehren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks ein Christ zu seyn, mich hier schon und einst dort zu freun. *. Du hast zu deinesReiches Erben, o trener Bater, mich erklärt; es hat die Frucht aus seinem Sterben dein Sohn mein Heiland mir gewährt; und dir, mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geift mein Beistand seyn. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein ge dacht, und für mein wahres Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue, nun ganz aus Dank und Liebe, hin. Erwecke mich zu steter Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir misfällt, sei fern von mir, und heilig sei mein Leben dir! 5. Damitich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getren, nie mein Ge lübd' aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei; uno fall ich, so ver: Heiligung. wirf mich nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch dei: ne Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf sicherm Pfade des Glau: bens und der Heiligung. Gottmeines Heils, sei ewig mein, und laß mich stets dein eigen seyn! Mel. Jesus meine Zuversicht. 224. Swig, ewig bin ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, ge: taufet! dessen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Ge: winn, daß ich durch der Taufe Gabe, Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, heilig will ich seyn; ewig Vater, bin ich dein! 157 dein, ich will meines Gottes seyn! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, mei: ne ganze Seele weihn. 4. Dięs, o Gott, ver: sprachst du mir; das hat Je: sus mir verheißen. Und ich follte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entreißen? Ja, ich wills; ich will nicht 6. Wachen will ich, flel n um Kraft, daß ich fiets auf seinen Wegen, heilig und ges wissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn; treu bis in den Tod zu seyn. 7. Höre mich; denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Bater, Sohn und Geisi, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn! Dos heilige Abendmahl. Met. Befiehl du deine Wege. 225. Bersammelt hatte 3. Ich gelobt es, und den: Jesus die Jüns noch brach ich oft den Bund ger feierlich; es nahte ſeine der Taufe, kämpfte schon, Stunde, die Abschiedsstunde und wurde doch schwach im fich. Die sich der Hoffnung Kampf und matt im Laufe. frenten, mit ihm zum Thren Dennoch will noch Jesus zu gehn, sie sollten nun ihn mein, Gott will noch drlden, ach, bluten, sterben Vater seyn. sehn. mein 2. Sie sollten nun Beken. ner, der heil'gen Wahrheit seyn, für sie, und für die Brüder, wie er, den Cod nicht scheun. Ach, wie er jeßt so rührend beim forme nira 158 Werke und Wohlthaten Gottes. men Abschiedsmahyl den neun! Sein Mahl stärk uns Freunden, den Erwählten, sern Glauben, stärk ihn in nochlieb' undTreu' empfahl! Schmerz und Noth, mach heilig unser Leben, mach freudig unsern Tod. 3. Er sah am Kreuz sich sterben, und weihte Brod und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend cin. Nehmt, sprach er, die: se Gabe, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie verges: sen, was jetzt ihrlehrer that, der scheidende Geliebte jetzt, ach, so zärtlich bat! Nehmt hin, für euch gegeben wird dieser Leib, dies Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 5. Nun ward dies Mahl zur Feier; stets schwebte lieb: reich, mild und hehr vor ih: ten Blicken des tréusten Freundes Bild: gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opferten der Wahrheit mit Freuden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heilge: stiftet ward sein Gedächtniß, mahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil bes trat? 7. O laßt nun am Altare uns seiner dankbar freurt, und froh den Bund der Lie: be, der Tugend Bund er Mel. Liebster Immanuel 226. Naht dem Altare, Unsterbli: che nahet, und feiert hier den Tag der Besserung! Seg: nerden Festtag des Bundes! Empfahet bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! Dann schon hienieden gewährt die Tu gend euch Beseligung. 2. Aber gebietet auf rau: heren Wegen dieTugend euch zu gehn; o wanfet nicht! blicket auf Jesum! Mit ewis gem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt erfüllte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf derGottheit! Auf, und wan: ket nicht! 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreus zu seyn! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mituisterbliche, den Schwur: Wir weihn in die ser Stunde dem großen Bunde der wahren Tugend uns. Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgesang! Er ist zum Segen der Menschheis gekommen; vom Heiligung. 159 ten treu, und wirst ein gläu: big Herz voll Nen, und mei: nes nicht verachten. Mel. Ein Lämmlein geht und 227. Du, Herr, hast aus Barmher: zigkeit, zum Denkmahl deiner Gna den, das ganze Volk der Christenheit wohlthätig ein: geladen. Du rufft; Müh: sel'ge kommt zu mir! Ich komme, Heiland; ja zu dir erheb ich meine Seele. Ent: zeuch mir deine Gnade nicht, 4. Regiere nur auch künf tig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun aufdich, nach dei: nem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden le: be, bis ich dereinst in deis nem Reich, verklärt, un sterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. Mel. Wer nur den lieben fei auch mein Trost, mein 228. Hier bin ich, Je fu, zu erfüllen, Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. was du in deiner Leidens: 2. Ja, meiner Schulden nacht, nach deinem gnaden: sind weit mehr, als ich ver: vollen Willen, zur Pflicht mag zu zählen. Ich fühl und Wohlthat mir gemacht. es wohl, und leide sehr vor, Verleih zur Uchung dieser Unruh meiner Seelen. Doch Pflicht mir deines Geistes du bist meine Zuversicht. Kraft und Licht! Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Reue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der hel: fen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld ent: riffen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So frenet meine Seele sich in deinem Heil, und lobet dich. 3. Nach deinem Troste fehn ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube, Gebeugte willst du nicht ver: schmähn, versprichst, den die dich bis an das Kreuz Schwachen beizustehn, die gebracht! O gib von dei nach der Beßrung trachten, nem Todesschmerz jetzt neuen Stets bleibst du deinen Wors Eindruck in mein Herz! 4. Laß vom Himmel bracht' er licht. Nun Lebenslang in Licht zu wandeln, wie er, zu han: deln: dies, Christen, sei der ihm geweihte Dank! 3. Bewunderud denk ich an die Liebe, womit du une ser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, 60 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Laß mich mit Ernst die nen Füßen mit Dank und Sünden scheuen, für welche Lob, Gebät und Flehn. Laß du, dich opfernd, starbßt; aufmich neueGnade fließen! durch schnöden Mißbrauch Mein Heiland, laß es doch nie entweihen, was du so geschehn, daß mir zur Stär: theuer mir erwarbst! Nie kung meiner Treu' dein führe mich zur Sicherheit der Abendmaht gesegnet fei! Trop, den mir dein Tod ver: leiht! - Mel. Ein Lämmlein geht und 5. Ich übergebe mich aufs 229. Ich komme, Herr, und neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir beständ'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig sein. Du starbst für mich; drum bin ich dein. mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Got: tes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh', und finde sie im Glauben der Erlösten. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Diens stes, den man dir erweist: mich nie zu einem Schritt be: quemen, den mein Gewissen fündlich heißt. Oflösemir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn! 7. Laß mich mit Erust den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd sich versteht, Berföhnlichkeit und Sanft: much üben! Nie komm es mir aus dem Gemüth, weich eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 2. Dich bet ich zuversicht: lich an: du bist das Heil der Sinder, haft ihre Schulden abgethau, und wir sind Got: tes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht, und an dein Wort: cs ist voll: bracht! Du haft mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich verföhnet. 8. Es stärke sich in mir 3. So freue dich, mein der Glaube, daß meine See: Herz, in mir! Er tilget dei; le ewig lebt, und daß einst ne Sünden, und läßt an sei: ans des Grabes Staube mich ner Tafel hier dich Gnad bein allmächt'gerRuferhebt, um Gnade finden. Du rufft, wenn du dich, großer Le bensfürst, den Völkern sicht: bar zeigen wirst! und er erhört dich schon spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meis 9. Gebeugt lieglich zu dei Deiligung meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich er: kauft, von ganzen Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sich, ich veretne mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir; ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg ge: lingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es tren erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Melt beweisen! Mel. Es ist das Heil uns 230. J ch preise dich, o Herr, mein Heil, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freu: den? Du wardst ein Opfer auch für mich: o gib, daß meine Seele sich des ewig fouen möge! Brij. Was kann mein Geist Barch deinen Tod nicht noch. für Segen finden! Erquick: TOL fung in der Todesnoth, Ver: gebung aller Sünden, Ge wissensrnh, zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest.. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner gro: ßen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! D stärke mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes. Herz den süßen Trost empfine den, daß ich in deines Va: ters Huld gewiß Vergebung meiner Schuld auf Buße finden werde! 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen! Er stärke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir ges fällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden! 6. Laß mich mitGlaubens: frendigkeit vom Bundesmah: le essen, und der Verbrüd': rung heit'gen Eid undankbar nie vergessen, daß ich aus ächter Gegentren' dir bis zum Tod ergeben sei, dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deines Leicens gro: ßen Zweck mir stets vor An: £ gen 162 Werke und Wohlthaten Gottes. gen stehen! Nimm alle Hin: mit deinem Bruder brüder dernisse weg, die ebne Bahn lich! zu gehen, die mir dein heilig Vorbild weist, und die einst den erlösten Geist zu deiner Freude führet! 4. Besiegst du so in deine Brust des Lasters Macht, di böse Lust; bist du entschlos sen und bereit, zu kämpfer manchen harten Streit: dani nahst du dich der Tugend bahn, dann gehe zum Altan hinan. 8. Zum ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gege: ben. Dein Abendmahl er: wecke mich, mit Ernst dar: nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt ent: rückt, so sei dein Tod mein Leben! 5. Beschämt und mit ge beugtem Sinn schau auf dens großen Dulder hin, der lieba reich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld ers warb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, germ Reuigen die Schuld vergibt. 6. So, frei von Heuche: lei und Wahn, müss jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner lekten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht! Da dämpfe der Gedank' ans Kreuz der Thor: heit Lust, der Sünde Reiz! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 231. Chrift, eile nie mit ficherm zum Liebesmahle Jefu hin; denk nicht, des großen Dul: ders Blut macht jedes Sün: ders faster gut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Si: cherheit! 2. Wer sich zu ihm un: würdig naht, der häuft die Schuld der Missethat. Sei nicht dein Feind; empfah es nicht dir, ach, zum stren: geren Gericht! Nein, erst empfinde tief dein Herz der Sunde Schmach, der Reue Schmerz! 7. Da rühr' uns tief dein göttlich Bild, und mach' uns liebreich, sanft und mild; da schenk dein Geist uns Muth und Kraft zum Kam: pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gehn, demTode froh entgegen sehn! 3. Erst sei dein Vorfaß Mel. Meinen Jesum laß ich nicht fest und rein, nicht mehr 232. Naht mit Andacht der Sünde Sklav zu seyn; im Gemüt erst gib zurück, was deine Brüder, christlich dem Hand durch List, durch Trug, tare; wer in Jugendfiae durch Raub entwandt; erst, blüht, und der Greis im Zürnender, versöhne dich Silberhaare, hoch und nie: drig:. Heiligung. 163 Voll der feligsten Gefühle ber te jeder inniglich, stärke für den Himmel sich! drig, arm und reich, naht; hier seid ihr alle gleich! 2. Stärkt euch für die höhre Welt! Fließt, der Lier 8. Wer den Kelch des be Thränen! fließet! Wer Nachtmahls trinkt, wer vom vom Brode jetzt erhält, wer Brode jetzt genießet, wer in vom Weine jetzt genießet, Andacht fromm versinkt, fühl Entzücken inniglich, wem der Rene Thräne flies stärke- für den Himmel sich! ßet, ist mein Bruder, ist 3. Stärkt euch, bleibet mein Freund; und ich habe rein und gut, denfet alle: feinen Feind. wir sind Brüder! denket: 9. Fließt, der Liebe Thräs Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Men: schenwürde, Menschensinn uns zu lehren, fioß es hin. nen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Lei: den; fühlt euch all' als Men: schen gleich, fühlt als Hims melsbürger euch! 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, jab für Tugend hin sein Le: den, hat, was er empfahl, geübt. O, wie hat er uns zeliebt! 5. Denket seiner; Thrä: ren fließt! Freudenthränen veinet! Brüder! Wer vom Brode jetzt genießt, wer vom Weine trinket, Brüder, den: 10. Jesus Christus hat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geist und Gut Men: schen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Lies be gehn! et an den Menschenfreund, Mel. Freu dich sehr, o meine enkt an Jeſum, denkt und veint! 233. Roller Ehrfurcht, Dank und Freu: 6. Laßt mit heiligem Ge: den, komm ich, Herr, auf nüth all' uns nahen dem dein Gebot, zu dem Denk: Altare; wer von Lebens: mal deiner Leiden, und ge: räften glüht, und der Greis denk an deinen Tod. Mitt: in raher Bahre, hoch und ler, der du für mich starbst, nic sig, arm und reich; mir ein ewig Heit erwarbst, Brüder, hier sind alle gleich! dir zur Ehre stets zu leben, 7. Alle gehn wir Eine Bahn, sei mein eifriges Bestreben! lle gehn wir zu dem Ziele 2. Ich empfind es jetzt dler Menschlichkeit hinan. aufs neue, was ich dir, £ 2 Herr 164-Werke und Wohlthaten Gottes. Herr, schuldig bin. Du, der daran hat Theil, der du gabst mit großer Treue aufdeine Stimme hört, mit ganz dich mir zum Dienste Gehorsam dich verchrt, und hin; wiesest mir den Weg zu in deinem Dienst auf Erden Gott, und ertrugst den immer besser sucht zu wer: schwersten Tod, mir im Le den! ben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Got: tes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend fel'gem Pfade fest einherzu: gehn, verschafft. Und du -rufft aufs nene mir durch dein Nachtmaht, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner nie: mahls schäme. 4. Sollt ich, Jefu, denn bergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu deis nem Tische nahn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Günden scheun, und dich durch ein dir geheiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5. Diesen Borsag, den ich habe, thätig dankbar dir zu seyn, präg ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn! Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn Fönnte bei mir schwächen, was mich reizt ihn gar zu brechen! 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glauben schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nim: mer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barm: herzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, dei ne Treu' beständig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß sie mich auch nie verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. mel. Schmücke dich, Mel. Schmücke dich, 234. Schicke dich, er: löfte Seele, gläubig nach des Herrn Br: fehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangs sten Tod gegeben, die auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. o liebe Seele liebe Seele o 6. Laß mich über Alles schäßen dein mir theu'r er worbnes Heil, und nie aus 2. Zum Genusse sener Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demuthe: voll entgegen, und nimm den Augen sehen, wie nur Theil an seinem Seegen. Komm Heiligung. 165 Komm getroft, es ist sein unvergeßlich, daß ich dich Wille, komm und schöpf aus ſeiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung feiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe soll mich stärken in dem Fleiß u guten Werken. Mit den hei: ligsten Entschlüffen will ich Brod und Wein genießen, mich der Brüderliebe wei jen, deines Todes mich er: freuen. 4. D, wie schnt sich mein Semüthe, Menschenfreund, deiner ob dir neue Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Rene! Meinem findlichen Begehren vollst du deinen Trost ge: vähren, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewis: ensruhe schenken! 5. Ja ich hoff auf deine Snade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit euer Kraft zum Werke mei: er Heiligung mich stärke. Bas du, da du für uns farbest, jedem, der Gott ucht, erwarbeft, Seelenruh nd ew'ges Leben, wirst du ir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich mich ets freuen, ganz mich mei en Pflichten weihen, nur ach deinem Villen leben, nd dich dankbar froh er: eben. Deine Huld ist un: rmeßlich; Herr, sie sei mir aus frommem Triebe thätig ehre, folgsam liebe! 7. Du, dem dort der Frommen Scharen, die, wie ich, auch Sünder wa ren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir einst mein Danklied weihe! Mel. Schon ist der Tag von Gott 235. Ich will den Bund mit Herrn bei seinem Mahl er: nenern; ich will, von Welt: geschäften fern, heut sein Ge dächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir Erlöser sich erheben! 2. Mich führe nicht Ge: wohnheit hin, nicht der Be trug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitlem Selbstbetruge frei, will ich dein Mahl heut feir ern! 3. Zum Eigenthume will ich mich aufs neue dir erges ben; bekennen will ichs öft fentlich, dein Sterben set mein Leben. So lang ich athme, will ich dein, und deiner Liebe mich erfreun, und sie noch sterbend preiſen. 4. Mit Werke und Wohlthaten Gottes. 166 4. Mit Neue will ich mei: ne Schuld vor meinem Gott gestehen, und unwerth sei: ner Vaterhuld, ihn um Ver: gebung flehen. 2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz Laß mich zustärken, dazu ward dieſes den! mit gläubigem Vertraun auf. Mahl geweiht. Wie sein Stif dich, mein treuer Mittler, ter hier zu wandeln, stets schaun, und Seelenruhe fin: liebreich, gut und fromm zu handeln, sind wir ent: schloffen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand! Wir gehn ins Vaterland beß: rer Wesen. Mit Frendig: keit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 5. Es sei das Mahl der Siebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg auf der Tugend Pfade, mich im: mer meines Vaters freu, und voll der frohen Hoff: nung sei, den Himmel einst zu erben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind, Gott über Alles liebe, durch dein Ver: dienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Lebenlang mit reinem Herzen bringen. Treu', daß uns dein Tod stets Segen ſei. 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen; sie duldet Alles. Denkt der Schmerzen, die Jesus für uns Menschen litt! Faßt uns treu einander lie: ben, treu jede Liebespflicht uns üben, für sie auch strei: ten, wie er stritt! Der Men: schenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und gibt, der ists, der Je: fum Christum liebt. Mel. Herr, wir fingen deiner 236. Herr, wir feiern 4. Gott zu leben, Gott zu sterben, und ſeinen Himmel dein zu dieß ist des niß. Uns freut das hei: bens hohes Ziel. Jesus, hilf lige Vermächtniß vor dei: es uns erringen; hilf Sünd nem blut'gen Opfertod. Dei: und Laster uns bezwingen; ner nimmer zu vergessen, richt auf den Schwachen, nahn wir uns dem Altar und effen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, Herr, mit Dank des Bundes Heil'gen Trank." nd geloben vor dir aufs neu... Tugend welcher fiel! O stärk uns all' im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wenn wir ster ben! Von dir herab strömi Licht ins Grab; wir trock nen unsre Thränen ab. 167 Der Chor. rigkeit über ihre Seele was chen; stärke, Herr der Herr: Mel. Herr, wir singen 237. Herr, du wollst sie lichkeit, ihren Glauben; hilf vorbereiten zu den Schwachen! Die gebeugt Heiligung. deines Mahles Seligkeiten; fei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß sie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich vergessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein, find fie, o Jesu, dein, deine Freun de. kaß, laß sie sehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! Die Gemeine. Mel. Jefus, meine 3nversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterlöste Brüder, all' auf Christi Tod getauft, alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, fommt, erneut euren Bund Der Seligkeit. 2. Nehmet hin, und eßt ein Brod! Jesus Christus vard gegeben für die Sün: der in den Tod! Nehmt und rinkt! Jhr trinkt das Le: sen! Seht, wie er die Sün: ber liebt, da er selbst sich für ie gibt! 3. Die mit voller Zuver: icht deines Heils, o Sohn, ich freuen, laß sie stets in iesem Licht wandeln, ewig ir sich weihen! Laß ihr Herz om Stolze rein, voll von einer Demuth seyn! 4. Tröfte, die in Trau: von ferne stehn, können uns erhört nicht flehn. 5. Nehmet hin, und eßt fein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hin: gegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 6. Hoherpriester, Jesu Chrift, du bist einmal ein: gegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegans gen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegan gen! Sprich sie los, Gott, Jefu Chrift, wenn sie nun dein Mahl empfangen! Las fie fühlen: ins Gericht kom: men, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heil' gen Grauns, voller Wonn'und süs ßen Bebens! Theares Pfand des fünft'gen Schauns, lee berzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad' auf siet alle deine Gnad' auf sie! 9. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Süne der in den Tod! Nehmt und trinkt! Shr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Gün der Tod! Dia 168 Werke und Wohlthaten Gottes. Der Chor. 2. Nehmt, und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt hin, und trinkt zum ew'gen Le: ben! der Friede Christi sey mit euch! Nehmt, und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt hin, und trinkt zum ew'gen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eu: re Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal; klein ist die Zahl der Sieger, die der Richter Frönt! ward gegeben für die Sün: der in den Tod! Nehmt und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward: er, in der Sünder Tod! Die Gemeine. 10. Jesu Christi Mittler:tod werd' in aller Welt ver: kündigt! Jesu Christi Mitt: lertod, der vorm Richter uns entfündigt! Jesus Christ, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. Indas Chor der Him: mel schwingt, Herr, sich un: fer stammelnd Lallen. Wann, von Seeligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, singt ein beßrer Lebgefang für dein Sterben Preis und Danf. 14. Deiner Zunge Durst war heiß; heißer noch der Durst der Seele! Müd', in deines Todes Schweiß hing dein Leib; und deine Seele lechzte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 14. O wie warst du fürch: terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte dern Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben! Ewig fassen dein Gericht endliche Gedanken nicht! 16. Jefus rief: rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlaffen? starb darauf den Kreuzestod. Wer kann diese Liebe faffen! Fluch und Tod sind nun nicht mehr. Gebt, ach gebt dem Mittler Ehr'! 17. Nehmet hin, und est fein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün: Nehmt der in den Tod! und trinkt! Jhr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sün: 12. Ausgeschüttet warest du, warst, wie Basser, Hin: gegoffen; suchtest, fandest der Tod! keine Ruh! Deine Todes: Wunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, dei: nes großen Opfers Blut! 13. Nehmet hin, und est ein Brod! Jesus Christus Der Chor. 3. Die dein Kreuz, in je: nen Tagen der Märtyrer, dir nachgetragen, verließen oft des Heiligung. des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Bestäns digkeit auch uns; nicht Luft, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß tren die See: le sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! Mel, Ber nur den lieben. 238. Nimm hin den Dank für dei: ne Liebe, erhabner Mittler, Jesus Chrift! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Pein mir immerdar zum Segen seyn! 2. Heil mir! Dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bun: des Wein. Von ich dir versprochen, die bis zum Tode treu zu seyn; und seyn; und feierlich gelobt ichs dir: sei du nun Hülf und Beistand mir! 1632 an deinesSegensGaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dies Opfer dir ge: fallen! Du versprichst ja selbst es allen, die nach dei: nem Heil verlangen, daß sie Gnad' um Gnad' empfan: gen, und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfan: gen sollen. O wie könntest du das Flehen meines her: zens dann verschmähen! 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen. Herr, du kannst es mir nicht brechen; denn du siehest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu le: ben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine heil'gen Lehren mit Gehor: sam zu verehren! 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuls dig bliebe: wie verwerflich würd ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb, auch mir zum Le: ben in den Tod dich hinzu: geben! Welche Qualen im Gewissen würd ich einmal fühlen müssen. 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich füh: ret. Ewig dir nur anzuhan: gen, ist mein sehnlichstes Ver: langen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht 6, Brine Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 239. Heiland, groß an Huld und Treue, fich, ich widme dir aufs neue, bei dem Denkmal dei: ner Liebe, dies mein Herz voll heißer Triebe, dir in mei: nem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden, und dies Ziel verfehle! Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Bringe mich durch dei: hin gegeben: du farbst, ne Gnade auf des wahren der ganzen Welt zu gut; er: Glaubens Pfade immer nä: warbst auch mir das Leben. her zu dem Ziele, wo ich ganz Jch eß das Brod, ich trink mich selig fühle. Eaß indes: den Wein, um ganz mit dir sen mich hienieden deinen vereint zu seyn, um ganz für mir erworbnen Frieden im: dich zu leben. mer reichlicher genießen, bis fich meine Tage schließen. 4. O wie wird mein Herz sich freuen! Welche Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo dir ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich wei: ter stören, dankvoll, Hei: land, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freu: den deines Himmels ewig weiden. 4. O laß mich deines Mah: les Kraft in meinem Glau: ben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, treib mich zu guten Werken, zum Eifer in der Heiligung, zur wah: ren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüsten! 5. Wie? sollt ich diesen Lüften noch zu meiner Schan: de dienen? Ich trüge noch ihr sklavisch Joch? Ich soll: te mich erkühnen, den Hei: land, der für mich auch starb, mir Gnade, Troft und Heil erwarb, durch Sünden zu verleugnen? Mel. Wann mein Stündlein 240. Heiland, desſen hohen Werth des Sünders Herz empfin: det, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet: auch ich, ich Sünder suche dich; erbarme dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 6. Nein, göttlicher Erret: ter, nein, laß mich das Böse haffen, mich jeden Reiz der Sünde scheun, und Muth zum Kampfe fassen, déin Mahl nicht unbekehrt ents weihn und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freu: digkeit vollbringen! 2. Ich nehm an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bliebe, reichst du auch mir zu meinem Heil, Mel. Schmücke dich) o liebe dein Mahl, dies Pfand der 241. Herr, der du dein Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie el, mich zu beglücken. 3. Hier ist dein Leib, hier für mich in den Tod gege: ben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm dein Blut, für mich da: ich, von dir geladen, zu dem Mah: Heiligung. 173 Mahle deiner Gnaden, dir schrecken, und der Unschulb mein ganzes Herz zu wei: hen, und den Bund heut zu Freuden schmecken! 6. Laß mich deine, Treu ermessen, deine Liebe nie verz gessen! Laß mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Lie: be schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erhabnem Trost erquicken. 7. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deine Zus funft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon käme, feiner, Herr, vor dir sich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen? daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren. ( Nach der Kommunion.) Mel. Wie groß ist des Vollbracht ist nun heil ge ward von uns dein Tod. O dein Gedächtniß sei uns theuer, und unvergeßlich dein Ge bot! Laß nie des Himmels Borgefühle in uns erkaldig einst am Kronenziele, ten und vergehn; laß würHerr, deine Herrlichkeit uns sehn! erneuen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weder Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob aus treuem Heizen, meiner BrüderNoth und Schmerzen täglich brü: derlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir, mit Freu: den auch das Unrecht still zu leiden, ungeduldig nie zu flagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du hasfest, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lassen, nie mit Vor: 242. saß dich betrüben, die alles, was du liebest, lieben. Doch Feier; verkündigt ich kenne meine Schwäche, Jesu, da ich dieß verspreche. Morgen ist wohl schon gebro: chen, was ich heute dir ver. sprochen. 5. Darum hilf du mir, und stärke mich zu jedem gu: ten Werke; fomm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; hilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwin: laß mich Folgen oder: Mel. Besig ich nur ein ruhiges Menschenfreund, mein Heiland, sei gepriesen für Werke und Wohlthaten Gottes. alle Tren, die du an Pfad, den ich soll wallen. mir erwießen! durch dich D führe mich nach deinem bin ich mit Gott vereint. Wohlgefallen, bis sich mein 2. Dein Beispiel zeigt den Haupt im Tode neigt. Unsterblichkeit und Bergeltung. Der Tod. Mel. Befiel du deine Wege Kampfes Ende gewaltiger mich fast, nimm mich in deine Hände, den du erlöset haft! 243. Die auf der Erde wallen, die Sterblichen sind Staub. Sie 5. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt kein blühen auf und fallen, des fterblich Herz. O Troft für Todes fichrer Raub. Ver: borgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. kurze Leiden, für kurzen To: desschmerz! Dem Sünden: überwinder sei ewig Preis und Dank! Preis ihm, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 2. Getrost gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder ver: zweiflungsvoll sich nahn, wo felbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter, er: zittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewig: teit; wann meine Kräfte be: ben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwin: der, mir dann in meiner Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tobe rangst! Und wann des 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him: mel weihn, die, aufgelöst zu werden, mit heil'ger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ihr Gott, gebeut, gehn sie ge: trost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. Was Gott thut, das ist 244. Nur kurz ist hier mein Aufent: halt; ich bleibe nicht auf Er: den. Das Herz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entkräftet werden. Zerrüt: tet sinkt, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Stanbe nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 2. Ich Der Tod. 173 Leiden dich mit des Siegers Freuden. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich felbst bin nicht des Todes Naub; mein Geist hatlebens: fülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er jauchzt, daß er noch lebet, und aus den Trümmern schwebet. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. Dank dem O Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Grä: ber Dein Vaterland ist dir bekannt. O sei nur gut und weife und rüste dich zur Reise! 3. Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was fümmert mich des Grabes Mel. Jesus meine Zuversicht Nacht? Sie muß dem Tage 245. Wie im Herbe weichen. O Tag des Danks, des Preisgesangs! Wann wirst du meinen Blicken das dunkle Thal entrücken? fällt das Laub, wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst verstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölk, verwallen, ruhen in des Grabes Schooß jedes Erdenkummers los.. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben: ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur mein Uebungsstand; jenseits ist mein Vaterland. 3. Jenseits überm Stanb beginnt erst mein ächtes, wahres Leben; dort erstreift zum Mann das Kind; dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahr: heit wählt. 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort um: gibt mich reines Licht: dort wird Alles mir zur Klarheit, dort erscheint mir unscr hüllt 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, kein reines Freuden: leben. Mein Geist begehrt, was ewig währt, und ihn auch dann erheitert, wenn alles andre scheitert. 5. Er ist ein Glied, der höhern Welt; er ist von Gott geboren. Für ihn ist, kämpft er nur als Held, die Krene nicht verloren. Er tritt her vor; und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, nicht hier im Erdgetümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geist! Sei muthig: du wirst siegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du selbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell- fließt erig hell; er tränft nach kurzen Unsterblichkeit und Vergeltung. 174 hüllt sie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lichtern Bahn seh tch dann mit hellern Blicken, was Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig an. 6. Jauchz, o Seele, füh: le dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! Einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich ihm entge: gen gehen, werde Gott an: betend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jesum Christ Ein: gang in den Himmel ist. Mel. Alle Menschen müssen sterben Stärke, daß im Fleiße gu: ter Werke ich beständig dir getreu, jeder Tugend Vor: bild sei! 246. Dir zu leben, dir zu sterben, ewig Vater, dein zu seyn, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun, und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge fanft zu schließen; diese Gna: be wünsch ich mir; die er: bitt ich mir von dir! 3. Allen will ich nüßlich werden, ungehorsam feiner Pflicht, nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach mei: nem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn: welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu seyn, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verstocken, und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlichkeit zu sehn. 5. Daß auch, was ich hin: terlasſe, nie zur Ungerech tigkeit, nie zu Zank und bit: term Haffe meinen Erben Reiz verleiht, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verbor: gen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augen: blicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müss 2. Daß ichs könne, laß ich voll Entzücken: Du, mich streben frei von Wahn mein Vater, stehst mir bei, und glaubensvoll und ge; du, dem ich nun meine Seele recht vor dir zu leben, und und die Meinigen empfehle! zu leisten, was ich soll! Ja, Welch ein Ende! Guter Gott, mein Gott, gib Licht und gib mir einen solchen Tod! Mel. Der Tod. Mel. Valet will ich dir geben. 247. Gern will ich mich ergeben, dich zu verlassen, Welt: ich geh zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was wärs, das mich betrübte? Dort schau ich ewig den, den meine Seele licbte, noch eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbar: men zu: kommt her, belad: ne Herzen, zu mir, und fin: det Ruh! Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letten Stunde mir Geist und Leben seyn! 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu über: stehn. Im gläubigen Ent: zücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, all: mächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: Wo ist dein Stachel, Tod? stärk mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth! So ist, obgleich ich sterbe, doch sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Na: men ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich ver: Jossen seyn. Dir trauet mei: ie Seele, dich lobt, was 175 in mir ist, Erlöfer meiner Seele, der du die Liebe bist. Mel Nun last uns den Leib 248. Wie ficher lebt der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk im Glück und Noth im Herz zen oft an meinen Cod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewige keit, zu thun, was uns der Herr gebent; und unfres Le: bens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod ruft Seclen vors Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich dräut, so sei stets wachsam und bereit; prüfdei. nen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seuffer in der legs ten Noth, ein Bunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn: dies inach Unsterblichkeit und Vergeltung. 176 macht dich nicht von Süns den rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig Herz, von Lieb' er: füllt: dies ist es, was vor Gott nur gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre fie ein Werk von dir! 10. Der Zweck, zu wel: chem du hier lebst, dein Ziel, wornach du weise strebst, und was dir ewig Heil verschafft, ist Tugend durch des Glaus bens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seya; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergess ich diese Pflicht; Herr geh mit mir nicht ins Gericht; drück tief des Todes Bild mir ein, und laß es in mir wirksam seyn; 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu' die Frucht des Geistes in ihm fei; Mel. Wann mein Stündlein ter, für mein 249. Du wirst, o Va: Wohl auch einst im Tode for: gen; nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß du es weislich ordnest! 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh, und freudig durch des Glaubens Macht im Tode ruf: es ist sollbracht! 2. Gib, daß ich meine höchste Lust an meinem Hei: land habe, und, seiner Lie: be mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb, und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen! 3. Die Kraft, zu denken bleibe mir, wenns seyn kanu, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende, und voll Gedanken, Gott, an dich zuletzt von diesem Leibe sich getrost und ruhig scheide. 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben; so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach, hilf nur, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit, als Christ die Welt ver: laffe! 5. Empfind ich keine Freu: digkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille der Ge: lassenheit aus meinem ban: gen Herzen; dann, guter Va: ter, rechne du die Schwach: heits: Der heitsfehler mir nicht zu, die begeben tönnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an, und laß, wenn ist meine Zuversicht. Tod. 177 Schritte entgegen einer bes. ren Welt. Ich bin getrost, und zittre nicht; denn Gott ch nicht beten, nicht den4. Bie sollt' ich vor dem len und empfinden kann, Tede beben, da du für mich, mich deinen Sehn vertreten! Beheiligt müss' ich dir nur ſeyn; dann bin ich, Gott, mein Bater, dein im Leben und im Tode! Erlöser, starbft? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran; ich folge dir; zum Leben wird der Ted auch mir. 5. Las Qual und Leid mein Grab umringen, und mir den legten Schrecken dräun: du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. nah dem Lehn, den Gett verspricht, so nah am Ziele sink ich nicht. 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o Herr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewinn, und Chritus ist mein Leben. Und geh dh nur zum Himmel ein, so vill ich mich des Endes freun, h sterb' auch, wie ich wolle. Mel. Wer nur den lieben 250. S h will dich noch im Eod erheben, 6. Du wachest über meine Seele, wann ihre Stärke sich ſelbst nah am Grabe preif verliert, gibst deinem Engel Ich dich: zum Gegen gabßt schon Befehle, der sie zu u mir mein Leben; nimmst bu es mir, du fegneft mich. Mein Leben sucht ich dir zu veihn: mein Tod soll auch dir heilig seyn! deinen Freuden führt, des Tobes Nacht um mich vers scheucht, und mir des Lebens Krene reicht. 2. Gett, welche feierliche Stunden, wann du mich nun er Erd' entziehst, auf mich, Den bu getreu befunden, ell schonender Erbarmung iehst! Allmächtiger, in dein Bericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 7. Is all dich noch im Sed erheben, Herr, noch am Grabe preif' ich dich; denn ewig werd' ich bei dir leben, und ewig freu ich deis ner mich. Durch dich ist Sters ben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! 3. Der Leib wird schwach, Mel. Jesus, meine Zuversicht ie morfie Hütte, in der 251. Herr, ich hab aus nein Geist wehnt, zerällt; ich eile hier mit jedem mir zum Heil, nech Zeit in SM Hån 178 Unsterblichkeit und Vergeltung. Händen. Gib, daß ich fets Erde reich an Tugendfrüceifrig sev, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, mie baldjur Gruft deiner Vorsicht Wink uns ruft! ten sei, und ich reif zum Himmel werde! Nahet dann mein Ende sich, oso stäre und tröste mich! 2. Schnell und unaufhalt. bar fliehn die mir zugezäbiten Mel. Dein sind wir, Gott, in Stunden. Wie ein Traum, 252. Mein Leben steht in sind sie dahin, und auf ewig Gottes Hand; et dann verschwunden. Dieser Augenblick ist mein: wird es auch der künftge seyn? thu, was er mir heilsam fand! Er fähite mir, so wie mein Saar, schon eh ich war, auch meine Lebenstunden dar. Tage nie 2. Ich nuze mit Zufrie unsägbar tenheit die Tage meiner Sterblichkeit. Wie väterlub versüßt sie Gott! Doch Müh und Noth sind ihr Gefolg' und dann der Tod. 3. Laß mich auch der Flüch. tigkeit meiner ergessen, wie fei die Zeit, die du, Herr, uns jugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Felgen nach sich zieht! 4. Reize mich baturch zum Fleiß, eh die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohl fahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu meiner Seligkeit deine One de mir verleiht! 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blüht der venst Nicht und sinkt ins Grab. Jugend schüßt, nicht Stand noch Geld; nichts in den Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 5. Deine schonende Ge. 4. Bet rüstet mich mit duld trage bier mich nicht Muth nnd Kraft aufs Endi vergebens! Herr, verzeihe meiner Pilgerschaft? Un' mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wehl so benußte, wie ich foll! wer beruhiget mich hier! Nein ben dit, o Herr kommt Muth und Ruhe mir 6. Laß mich meine Beffe: rung für mein Hauptgeschäfte achten, und nach meiner Heis ligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und EwigFeit! 5. Du bringst mich, bir ich nur bereit, zum sicherr Glück der Ewigkeit, wo mar des Eurzen Grams vergißt wo mander Chrift schon frot v rangegangen ist. 6. Frch werd auch ich wenn dir gefällt, ein Bür ger der velkommnen Welt Den Meinen sag ich auf dein Wert: 7. Deine Gnade steh mir bei, taß mein Leben auf der Der Tod. 179 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und, bät und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbt; deine Beit ist Gottes Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht ihr seid scheun, lern auch, seiner dich erfreun! 6. lleberwind ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, Mel. Jesus, meine Zuversicht. ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: es ift vollbracht! nahm dem Tote seine Macht. 253. Meine Wort: Gett, unfer Hert, vereint uns bald auf ewig bort. 7. Den Treft, o Jefu, bank ich bir; du brachtest ihn vem Himmel mir. Du hast's verheißen: mein, auch ihr sollt feyn, wo ich bin, und euch ewig freun. Lebenszeit verstreicht; stündlich eil ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier noch zu erwarten babe? Denk, o Menich, an deinen Tod, fäume nicht: denn ins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wann du ficbit, wünschen wirst, ge lebt zu haben! Güter, die weiser werden mag! du hier erwirft, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod er: freun; diese Güter sind nicht bein. 7. Tritt im Geift zum Grab oft hin, siehe dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbit bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich 3. Nur ein Herz, das Gu tes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Beugniß gibt, wird dir deinen Tod verfüßen; dieses Herz, vor Gott erneut, gibt im Tobe Freudigkeit. Mel. Wer nur den lieben 254. Mein Gott, ich weiß wohl, das ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Erbe, das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in raden an, wie ich rechs selig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß 4. Bann in deiner legten nicht, wann ich sterbe; kein Noth Freunde hülflos um Augenblick geht sicher bin. bib beben, dann wird über Wie bald zerbricht doch eine. Belt und Tod dich dies rei. Scherbe! Die Blumen müß Her erbeben; dann er sen bald verblühn. Drum chreckt dich kein Gericht! mae du mich stets bereit Bett ist deine Zuversicht. hier in der Zeit zur Ewigkeit! M 2 3. Mein 180 Unsterblichkeit und Vergeltung. 3. Mein Gett, ich weiß Weg im finstern Thale. Er nicht wie ich sterbe, weil fei dir nicht mehr fürchtercud der Tod viel Wege hält, lich! Ins Allerheiligste führe a dir, 20 Dem einen wird das Schei. dich der Weg im finstern den herbe, sanft geht ein Thale. Gottes Ruh' ist un andrer aus der Welt. Doch vergänglich, überschwenglich! wie du willst; gib nur babet, Die Erlöften wird sie unaus. daß ich rohl zubereitet sei! sprechlich trößten. 4. Mein Gott ich weiß 3 Herr, Herr, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und die Stunde nicht, die mich, welcher Send mich einst be: wenn nun mein Auge bricht, deckt. Doch wenn ich nur zu deinen Todten sammelt. den Trost ererbe, daß mich Vielleicht umgibt mich ihre dein Ruf zum Leben weckt; Macht, eh ich' dies Fieben jo nebm id jebe Stelle ein: noch vollbracht, mein Leb Bater, die Erd' ist allenthalben dein. dir ausgestammelt. Vater, ich befehle meine Geele deinen Händen; loß mich meinen Lauf gut enten! 5. Drum, liebster Gott, wann id mun ftebe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Schn tein Erbe, und hab' ich ihn im Glauben hier, so gile mirs gleid, und geht mirs wohl, Denn wie und wo ic) ster ben ſoll. 4. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht nech fern vom Ziel, an dem Bin die Krone schimmert. ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterb. ligkeit, wird sie erst spät zer. trümmert: laß mich, Vater, reiche Saatin guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 255. e nird mir dann, o dann mir jeya, wenn ic, mich ganz desern zu freen in ihm em je laten werde? Von keiner Sunce mehr entweiht, entlacen ven der Sterblichfen, nicht mehr, der Mensch von Erde! Freu dich innig, metge Seeie, und erwähle feu, hienieven, } was dir dient ¡ um ew'gen Frieden. 2. esiege denn bes Todes Graur, men Geist; er ist ein Weg zum Schaun, der Ehre! wann 5. Wie wird mir dann, o dann mir seyn, ich, mich ganz des Herrn zu freun ihn dort anbeten wer de? Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß ders Ewigteit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig heilig! herlig! fingen win dir, bringen Preis und Ehre Dir, ber war und seyn wird, Mel Der Tod. 181 Mich trößet in der legten Neth dein Leben und sein Kreuzestod, dadurch du mich erlöset. 3. Jb bin, e Herr, mit dir vereint: des freu ich mich d von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Todesnoth und Gemers zen. Und fierb ch o fo sterb ich dir; die frohe Heff nung hast du mir durch deis nen Tod erworben. 11 4 Weil du vom Teber standen bist, werd i einst auferstehen, ins Reich, daß 4. Ich beff ein beßres Le mir verheißen ist, aus meis ben, das nemmermehr ver. nem Grabe gehen; denn wo fließt. Ein Leib wird mich du bust, soll ich auch seyn, umgeben, der ewig herrlich und deiner Herrlichkeit mich ift. freun, die diz bein Gott gegeben. 5. So wird mein Sterben mir versüßt; der Tod kann mich nicht schrecken: er ist ein Sclaf auf kurze Frist, und Jesus wird mich wecken. Er mein Erlöser, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ew'ge Leben führen. Mel. Chriftus, der ist mein 256. geh einst ohne Beben zu meis nem Tode hin; denn Chre stus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. 2. Ich seue nicht die Schrecken der nahen dunklen Gruft; Gott wird mich auf erwecken, der mich zum Gra be ruft. 3. Und rief mich, abzu scheiden, auch heute schon mein Gott; so geh ich hin mit Freuden, und steib auf sein Gebot. 5. Dann eil ich dir ent. gegen, mein triumphirend Haupt, und seh entzückt den Gegen des Heils, das ich geglaubt. Mel. Wenn mein Stündlein 257. Mer enn meine Zeit vorhanden ist, von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Chrift, mich nicht in meinen Leiden! Un meinem End' ems pfehl ich dir, Herr, meine Seele, die du hier zum Him. mel haft gebildet! Mel. Herr, wir fingen deiner 258. Gelig find des Himmels Ecben, die Todten, die im Herren Rerben, zur Auferstehung eingeweiht. Nach 2. Wenn Ungst und Todes: furcht mich drückt, mich mein Gewissen naget: fo wird mein Herz mit Troft begrückt, das sonst voll Unruh zages. Unsterbligkeit. Im Frieden ruhen den legten Augenblicken des Todesschlummers frigt Entzücken, folgt Wonne der 182 Unsterblichkeit und Bergeltung. ruhen sie frei von der Erd Ruhm und Ehren, wenn dei. Mah'. Gelobt sei Gott! Bor ne Schätze sich vermehren, seinen Thron, zu feinem daß du sie nicht zu heftig Dent an die Sitel. Sohn begleiten ihre Werke liedst. fie. Feit der Erden, daß, wann fie dir entrissen werden, du dann dich nicht so sehr bes In eigener Melodie. 259. Mas forgit du trübst. ängstlich für bein Leben? Es Gott gelas fen übergeben, ist wahre Rub' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nügen, es dankbar, als ein Glück, besigen, verlieren, als verTörst du's nicht.. 2. Der Ted soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Beisheit zu erwecken, foll er dir stets vor Augen feyn. Er soll den Wunsch zum Le. ben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie menig beiner Tage sind! Sprich: follt ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und fie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wann böse Triebe, wann Lust der Belt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute ster. ben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, der Sün: de Lockung folg ich nie. 5. Dent an den Tod, wann 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertrogen: fo ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben foll! 7. Denk an der Tod, wann deinem Leben des fehit, wer. nach die Reichen streben. Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir wenn ich in Christo sterbe! Dann ist ein unbeflecktes Er. be, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8. Denk an den Sed, wann Leiden kommen. Sprich: alle Trübfal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; dech ven allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlöfen; er ifts, der mir die Krone reicht, 9. Denk an den Tod, wann freche Rotten des Glaubens und der Eugend spotten, und Lafter stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; dech end. lio kommt er, sie zu rächen, und plöglich werden sie ver. gehn. 10. Der Tod. 183 mein epiges Geschick. 10. Denk an den Tod zur ernfte Augenblick bestimmt Beit der Strecken, wann Pfeile Gottes in die stecken; bu rufft, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich kann der Herr nicht bassen; er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Ungesicht. 4. Laß zeitig mich mein Haus bestellen, daß ich bez reit sei für und für, und sagen fönn' in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Hilf, daß bei jes dem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag! 11. Oo suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft 5. Erhebe meinen Sinn vorzustellen; so wirst du ihn zum Himmel, verbittre mir nicht zitternd scheun; so wird der Sünden Lust. Gib, tas er dir ein Trost in Klagen, in diesem Weltgetümmel mit ein weiser Freund in guten nichts, als Unschuld, fei Tagen, ein Schild in der bewußt; so eilt, wann dies Versuchung seyn. fe Hütte fällt, der Geist in eine begre Welt. Mel. Wer nur den lieben 260. Mer weiß, wie 6. Uch, Vater, deck all' meine Sünde um Jesu Chri. nahe mir mein sti willen zu, damit ich hier Ende? Die Zeit geht hin, Bergebung finde, und derk es kommt der Tod. Uch, wie bei dir voltemmne Rub'! geschwind, ach, wie behende Du warst mein Gott in jes fann kommen meine Todes der Noth; drum sei auch noth! Gott, gebe dann mir Vater mir im Tod! Kraft und Muth, und machs mit meinem Ende gut! 7. Nitts ist, das mich von Jefu scheide, nichts, 2. Es kann vor Nacht leicht es fe: Leben oder Ted; er anders werben, als es am bleibt im Leiben meine Freufrühen Morgen war; so lang de, mein Sdus, mein Nis ich lebe auf der Erden, leb les in der Noth. Er endet se ich in steter Todsgefahr. Ich, lig meinen Lauf, und nimms ber ich jest gesund noch bin, mich dann im Himmel auf. fink, eh ichs denke, kraftlos bin. 8. Go fomm mein End heut oder morgen; ich weiß, daß mirs mit Jesu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists, der mich im Tod erquickt. Er stärket mir dann meinen Muth, und machts mit meiner Enbe gut. Mel. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken, und laß mich, eh ich sterben muß, bas Heil der Seele wohl be benten, und nicht verschie ben meine Bus'; denn jener 184 Unsterblichkeit und Bergeltung. In voriger Melodie. 261. No leb ich. Ob schuf! zu dem mich deine Liebe ich morgen le: 6. Dann wird mir jeder be, ob diesen Abend, weiß Theil des Lebens ein Segen ich nicht. Wohl mir, wenn für die Ewigkeit; ich lebe ich mich Gott ergebe, und dann hier nicht vergebens, treu erfülle meine Pflicht! und nüşe redlich meine Zeit, Dann bin ich, ruft er mich und seh, mit dir ergebnem noch heut, zu meiner Rechen: Ginn, auf Tod und Grab schaft bereit. und Zukunft hin. In voriger Melodie. Go 262. Mer Go 262. Wer weiß, wie bald in tiefer 2. Am Mergen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. fint: mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft ch Stille die Stunde meines er's denkt, ins Grab; und Abichreds schlägt, wie bald Seele, du mißbraucht so man meines Geistes Hülle leicht ein Leben, das so schnell z meinen Vätern schlafen entfeucht? legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Eintritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott. der meine Tage sen iängst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Va ter blieb. Bon dir, der mir den Obem gab, hängt auch mein letter Odem ab. 3. Entziehe dich dem Welt getümmel: hier ist der Kempf, dort ist die Ruh'. Auf! fireb und ringe nach dem Himmel, eil deiner beßren Heimath zu! Wie bald ver fließt der Prüfung Zeit, und bann, dann kommt die Ewig, Feit! 4. Verschiebe niemals dei n: Pflichten. Was du zu thun jest schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ift? Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht seyn. 5. Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich felbst durch deine Kraft der Sugend ebne, fsichre Pfade, erhafte mich gewissenhaft und immer treu in dem Beruf, 3. Vielleicht in wenig Nugenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bes fern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht.. 4. Vielleicht ist dies der letzte Arme, der kläglich mich um Hülfe fieht. Wenn ich m: ch heute nicht erbarme, viel: Der Tod. 185 vielleicht ists morgen schon Im Grabe ruht der Müde; zu spät; und dann, was auf den Entschlummernden bringt die Werntezeit? Die berab sinit sbon des Himmels Frucht der lingerechkeit. Friede. Aus aller Steth erlöft der Tod; der Augenblick des Scheidens ist auch das Biel des Leidens. 5. Mein Pfund erst mor: gen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Rann ich nicht abends scen 2. Es gibt ja nichts auf erblaffen, wenn ich noch dieser Welt, was meine Morgens fröhlich war? 0 Gehnsucht fillet; nur dann, Mensch, ach, säum' im Bobithun nicht! Nur dies ist Weisheit und ist Pflicht. wann diese Hütte fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. 3um Sternenchor feig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Mehrheit; 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen, geweiht. Die Bupe bis ins Alter sparen, ist schreckliche Vermessenheit. Zu svät verschwindet oft der Wahn, da man auch schla fend sterben kann. 3. Bon hier, wo oft die Unschuld weint, und eft tas Lafter steget, bis der Vers geltungstag erscheint, WO dieses unterlieget. Die Klas 7. Wie leicht raubt Schmerz ge schweigt; der Jubel steigt! und Fieberhibe mir Ueberle. Der Unschuld schönste Freugung und Verstand! Wenn den blühn aus der Saat der ich in Todesängsten schwige, Leiden. wer macht mich dann mit dir bekannt? D Gett, viel leicht ein Fall, ein Solag bestimmt mir meinen Ster betag. 4. Drum freu' ich mich im Glauben schen auf jenes bißre Leben, denn unfrer Tugend vollen Lohn will Gott uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geist; er muß zu allen From. men als Engel Gottes kem8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Dann wird der Tod zu allen Zeiten men. mir nur ein Friedensbote seyn. Du kommst, vielleicht zu Mit ternacht! O webl dann ewig dem, der wacht! Die Auferstehung. In eigener Melodie. Zu Mel. Was Gott thut, das ist 264. Jesus, meine zu. versicht, lebt 263. ch bebe nicht vor Tod und Grab! und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sellte nicht I 286 Unsterblichkeit und Bergeltung. sich mein Herz zufrieden ge, werd ich ausgesät, himm. ben, was die lange Todes: lisch werd ich auferstehen. nacht mir auch für Gedan. Nimm, Verwesung, mein Een macht? Gebein; ich, ich werd un. sterblich seyn! 8. Geid getroft und hoch. erfreut: Jefus fennt eu, Christen, 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Bertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir seine Glieder! denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Jo bin durch der Hoff, nung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der wehrt der Traurigkeit; sterbt ihr, Jesus weckt euch wie. der, wenn sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! 9. Wo ist dein Triumph, felbst den Eed empfand, hat o Tod? Nimm den Staub für mich ihn überwunden; hin. Ohne Grauen folgen auch im Tode bleib ich sein, wir, wir werden Bott, wers ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub; er nur sinkt zurück jum Stauba. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein ( Beift! O fel'ger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, ber mich einft zu sich erhebt. 5. Dann wird mich, statt dieser Saut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild' fürs höhre Leben; und in diesem Leib seh ich, mein ewig 6. Ob dies Nug' im Tod auch bricht, wirds doch sei nen Retter kennen; und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich Ezit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdis den den Erlöser schauen. Unser ist der Sieg, und Heil ewig, ewig unser Theil! 10. Darum, Christen, auf; erhebt euren Geist von dies fer Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr folls ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig seyn! Mel. Ber nur den lieben 265. bin zur EwigFeit geboren, für eine begre Welt bestimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wann hier das Grab den Leichnam nimmt. 3u groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? Bár aut ihr ganzer Reiychum mein; er Die Auferstehung. 187 er bliebe, wenn kein Him mein Herz, dies fagt sein met wäre, für meine Wün: Wort Dies Wort, laut sche doch zu klein. Mein triumphirt mein Glaube, Grift findt nicht im Staube treibt mächtig alle 3meifel Rub'; er eils erhabnern Gü fort. Wie froh erhebt sich tern ju. nun mein Geift, de Gott ihn selbst unfterblich heißt! 3. Es schuf mich ja der Cett der Liebe, zum böhren Glück, zu höhrer Lust, und pflanzte seibit dazu die Trie. be so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehn sucht mich erfüllt, laßt war. lich sie nicht ungestillt. 4. Der Bunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhren abrheit Licht zu fehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst noch in Erfüllung gehn. So wahr Gott die fen Trieb mir gab, ersticht er nimmer in dem Grab. er 5. Gott ist gerecht, wird etnit richten; die Tugend wird durch ihn gekrönt. En wird, was fie gedrückt, vernichten; man hier verhöhnt. Das La ster, mag es hier sich freun; bert Fann es nimmer glück lich seyn. 8. Mein Jesus lebt! Ber will mich tödten? Er sichert mir infterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todeszöthen, und leitet mich zur Geligkeit. Auch dieser Leib muß aufer. stehn, vollkommner einst jum Himmel gebn. 9. Jhr Thaler finkt! Fallt Berge meder! Mein festerGlaube fürchtet nichts. Ich sterbe; doch erwach ich wieder am Morgen eines ew'gen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie felig bin ich dann! In voriger Melodie. erhöhen, die 266. Der Leng erfreuet mas da lebet; er bricht des Winters Besseln los; der Blumen schöner For erhebet verjüngt sich aus ber 6. Ifts möglich, kann Erde Schooß, und freundGott anders handeln? Gilt lich lächelt er mir zu: undenn kein Recht in seinem fterbiich, freu dich, Mensch, Reich? Die Frommen, die bist du! hier vor ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend siegt! Ich sterbe drauf: Gott wedt mich jur Vergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus neinem Staube: dies fefft 2 Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sieb, er erhebt die zarte Sominge, geichmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt in höhter Luft mir 188 Unsterblichkeit und Vergeltung. zu: unsterblich, freu dich, Mel. Wer nur den lieben Mensch, bist du! 3. Mir hat Gott For fchungsgeist gegeben, und Bünsche, die die Welt nicht stillt Heil mir! Sie bür gen mir ein Leben, wo sich des Höchsten Rath entbüllt. O, Himmelsahnung ruft mir zu: unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 268. Marum erbebst bu, meine Seele, bei dem Gebanten an das Grab? Nicht dich um. schließt einst seine Höble; nur deine Hulle sinkt hinab. Nur sie, weil sie Gett schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. 2. Du, jur Unsterblichkeit erlesen, schwingt dich* m. por ju Bottes& icht, und scauft den Urſprung aller In eigener Melodie. 267. aferstehn, ja auf. Wesen von Angesicht zu Unerstehn wirst du, mein Staub, nach kurzer Stuh; unsterblich Leben wird, ter dich schuf, dir geben! Halleluja! gesicht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Belten Bau und Pracht. 3 Dann, Seele, wirft du das verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was Hier voltemmen einzusehen, der Weisefte umsonst begehrt. Dann täuscht bich Bahn und Irrthum nicht, und seitst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, e, den erblicken, den hier allein der Glaube sleht, den, der, dich emia zu beglücken, nah Gottes Rath am Kreuz verfdieb. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein pott, dich bier getrennt von deinem Gott! 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheinet, verlägt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereinet, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, das deiner Hütte Bau zerbricht! Mel. 2. Bieter aufzublühm, werd in geldt. Der Herr der Uern. te geht, und fammelt Gar ben und ein, uns ein, die farben! Halleluja! 3. Tag bes Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Beltes Tag! Wann im Grabe genug ge schlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird dann mir seyn. Mit Jesu geh ich ein zu seinen Freaben Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Uch, ins Werbeiligste führt mich Mittler bann; lebt' it im Heiligthume zu feines Namens Rahme! Halleluja! Die Auferstehung. 189 Met. Jesus, meine Zuversicht den Myth schon ein, in dem 269. Stig. Jeiu, sind Tod getrest zu ſeyn! 7. die nun schon Und wenn wir som um friedenvellen Grabe ben Kamofolog nun zu den Tods des Lebens Arbeit ruhn, und ten Gottes gehen, well ou fid Gottes größter Gabe et mehr noch an uns thun, als nes ew'gen Lebens, freun, wir Lebens, freun, wir bitten und verstehen. Möchten wir es auch schon Auch für unsre Cooesnacht seyn! riefit du einst: Es ist voll bracht! 2. Doch du willst, wir( e. ben noch mühiam hier in Pilgerhutten. Allt tragen einst dies Joch, die des Lebers Kron' erftri ten. Endlich aber führ: der Tod uns aud so, wie sie, zu Gott! 270. näher 3. Du, du selber lebtest hier vermals auch in Puger hütten. Noch unendlich mehr, als wit, hast du Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Bollendet, sehn! tommt die Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, wo der Herr aud mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Ulles klar, wie ich lebte, wer ich war. 2. Selbst des Herzens stil4 Was is tiefe Lebens- len Rath wirb der Richter jeis? Ach nur eine turze Stun offenbaren. Jedem wird für de gegen jene Ewigters. Aber jede Thas dann Bergeltung an der turzen Stunde hängt widerfahren; wie er hier ( dies präge tief uns eix) den Samen streut, ärntet enge Bonn' und ew'ge Pein. er in Ewigkeit. 5. Gib uns Weisheit, gib 3. Dann verstummt der uns Kraft, diese Stunde Thoren Sport, Frevler stewehi zu nügen, und beim hen dann, und beben. SeiSchluß der Pilgerschaft wol lig une gerecht ist Gott, und left ou uns unterstügen! Laß er sah ihr Sündenteben. auf dich uns freudig ichaun, er beschränkt des Richters tein begehren, dir vertraun! 16 Daß wir den find, nicht der Beit, daß du uns 4. Ber hier seine Zeit vers wirst auferwecken, diese träume, nur nach BinnenKraft Ser begren Beit laß feeuden fchmachtet, feines 5 uns iben ir sterben, Geistes Mohl verfaumt, Renfaymecken! Floß und jest shen qualet und verachtet, Kraft, wenn er ruft zur Stechensbast? Das Gericht. In voriger Melodie. រឿង គ mmer S 190 Linsterblichkeit und Vergeltung. und sich reuvoll nicht belehrt, durch deine Huld jur Selbst fühlt sich dann der Strafe werth. verläugnung, jur Geduld. 3. Oft will ich zu mir selber 5. Nur ein weises, from fagen: die Welt vergeht mit mes Herz darf nicht vor dem ihrer Lust! Wohl mir, bin Richter zittern; nur den ich bei allen Plagen nur keiFrevels mir bewust! Christen wird fein Schmerz nes es kommt die dort am Gnadenthron er: Es kommt, schüttern. Heilig war ihm Eoigkeit, die mich aus jeder feine Pflicht; es verdammt Noth befreit. fein Herz ihn nicht. 6. Chriften, Christen, rich. tét nitt! last den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt al les einst ans Licht, wird einst Lieber jede Nacht erhellen. duldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! 4. Einst werd ich Jesu Summe hören: der du zu meiner Rechten bist, du warst meinen Lehren; gehorsam nimm hin, was dir bereis tet ist! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei selig und den Engeln gleich! 7. Laßt uns nur gewissenhaft stets nach Gottes Willen handeln, eingedenk der Re: chensaft, fremm auch im Verborgnen wande! n, selbst bie fieirfe Günde scheun, und Berehrer Jesu seyn! 5. Solch eine Wonne war. tet meiner, wenn ich mit brű. derlichem Sinn den Nächnen lieb', und gern mich ferner und Jein ähnlich erbarm, Wie Föani' 10 hart ben. und lieblos fenn? Betrübte fehn, und nicht erfreun? Mel. Mer nur den lieben 271. Men 6. Dort, dort trifft den, enn ich auf der ohn' Erbarmen nie men. Gottes W:- schenfreundlich sich beweist, gen wante, und straucheln der, fühllos bei der Noth will, so strecke mich der der Urmen, Bedrängte nie er. berzerschütternde Gedarke: quicke noc speift, den Hung. Sott richtet einft die Welt rigen sein Brod nicht bricht, und dich! Er hats verkün. ein unbarmherziges Gericht. wird der 7. Fühlese, digt, fein Gericht ist unaus. Richter sagen, verschlossen bleiblic: strauchte nicht. 2. Der Weg der Tugend, den habt ihr eure Hand, veracheurer Brüder Klagen. ich wolle, sei rauh und steil, tet we führt er hin? Zum Hum. Entweicht! Ich hab euch nie mel, wenn ich Gert gefalle, er'annt! Für den, der Brüwenn ich getreu und stand- eer nicht erfreut, ist freuhaft bin, gestärkt, o Gott, denleer die Ewigkeit! 8. So Das Gericht. 191 8. So wirst du jede Sün. 6. Fröhlich bör ichs dann de richten, gerechter Richter, von dir: Keme, Gesegne. wenn du einst den lledertre: ter, ju mir! Slimm an mei. eern ihrer Pflichten in deiner ner Wonne Theil! Dein ist Majestät erscheinst. Dann nun ein ganzes Heil! wird der Fromme fich erfreun, dem Bösen Alles schrecklich feyn. 7. Und frohleckend preis ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit 9 Gib mir, o Vater, den Deinen mich deiner Güte Muth und Stärke, damit ewiglich. mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werks, In eigener Melodie. bewährt und dir gefällig fei; 273. St Shon hon ist der Tag so werd ich ewig selig seyn, mich ewig deiner, Gott, erfreun! von Gott brs stimmt, ba, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, na dem er hier gehandelt. Er. kommt er tommt, des Men. schen Sohn; er fommt, und Weiten sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln fi die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur den Allwaffenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Gand; hier stehn sie vor dem Richter. 272. Herr Mel. Aus der Tiefe rufe ich err und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, des i einst bestehen kann! 2. Mache muy von Sünden frei, fest im Guten, die getreu: so eifchrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Sedle nicht. 3. Millionen preifen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. bereite auch an mir solpe Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein: nur der Deine will ich feyn. 3 Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahr. beit unterliegen. Hier, wo das Recht die age hält, wird keine Sünde siegen. let ift fur Buße nicht mehe Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und Lift; hier gilt 5. Folgen will ich deinem Bort; hilf mir gnädig darin fort, bis mein lauf, Herr- lein falscher Zeuge. Jefu Chrift, selig hier vol 4. Der Richter spricht; lender ist. der Himmel schweigt, und affe 192 Linsterblichkeit und Vergeltung. alle Möller hören erwar auf des Lebens Wegen meitungsvoll und tiefgebeugt: nem Ziel entgegen. 2. Einst fommst du mit Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der großer Kraft zum Gericht dann soll ich frommen Echaar; zu der, auf Erden: die ihm nicht folgfam war: jur Rechenschaft vorgefordert Hinweg von mir, Berbrecher! werden. Dein Gericht scho. net nicht; Richter aller Wels ten, du, du wirst vergelten. 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flebn: Stürzt über uns jusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Ent. ¡ ücken. 6. Frehleckend ziehn sie in das Reich, daß Gott für sie bereizet, wo er fie, seinen Engeln gleich, von Licht zu Lichte leitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit; fein Rums mer, keine Traurigkeit stört tyre sel'gen Freuden, 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht cft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden fränken! reize mich, geissenhaft und eingedent der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wan, dein! Es 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit hier Weh gemißbraucht habe! dann mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! 4. Möchte täglich dein Ge. richt mir vor Augen schwe ben! Möcht' ich mid, stets meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben, daß ich nie thô. richt sie aus den Augen setze, nie sie frech verlege! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, einge. denk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täglich, und auch heute, darauf vor bereite! 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erft he! Wann der Tod schon mir dreht, kann ich deinen Willen, Here, nicht mehr erfülMel. Straf mich nicht in deinem 274. Serr, ich bin dein Eigenthum; len. 7. Mein Gewissen ftrafe dein ist auch mein Leben! Mir zum Seil und dir zum mich gleich bei jeder Sünde, um, hast dir mirs gege. daß ich, Mittler, bald durch ben! Bäterlich führst du mich dich Onate such' und finde! Stufe Das Gericht. 193 Rufe du dann mir zu: Bes: klagen ihn die Seelen an, die ferst du dein Leben, so ist dir vergeben. 8. Einst am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Unschaun deines Lichts gnädig aufgenommen. Wonnevell, Jesu, er aus Bosheit quälte; und jeder Schmerz, durch ihn ver mehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: Weicht von soll dich im höhern Leben mir, llebelthäter! und in dann mein Dank erheben! ihm sein Gewissen fpricht: Du bist ein Ulebelthäter! Bon Gott und Seligkeit verbannt, fühlt er, was er sonst nie empfand: gerecht sei seine Strafe. 6. D Süuder, sichre Güns der, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Last nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe! Mel. Wann mein Stündlein 275. Groß wird des Sünders Elend feyn, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewis. sens Pein wird seine Seele jagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tagdes Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele sei ner Stunden sind, in dem Dienst der Eitelkeit, verge. bens ihm entschwunden! Er hat des Lebens 3weck ver. fehlt; o welche Reu' ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Bo bleibt nun jedes Er. dengut, worauf sein Bunsch sich lenkte? Wo bleibt der suchet feine Gnade! Stolz, und Uebermuth, wo: mit er andre kränkte? Ge: Das künftige Leben. beugt ist jegt sein tropig Herz, und jede Luft wird 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Begrung rauben! Jeßt noch will Gott Erbarmer seyn, will- eure Sünden noch verzeihn. D In eigener Melodie. nun in Schmerz, in Pein 276. le Menschen meſ und Qual verwandelt. sen sterben; ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner kann den Himmel erben, des zuvor den Ted nicht sieht. en Staut 4. Nun flucht ihm, wer bes Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun 194 Unsterblichkeit Staub wird dieser Leib von Erbe; dod, damit er himmlisch werde, wird er einst, von Gott erneut, und erhält Unsterblichkeit. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es beinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wieter geben, gern verlassen diese Welt; denn nach die sem Erbenleiden warten meis ner höhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Srab und Tod und/ Beltgericht. 3. Nichts soll mir, ben Troft entreißen; er fell mir stets heilig seyn: Gott er füllt, was er verheißen; sei ner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jesam ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich niße diese Zeit. und Bergeltung. 6. Möcht' ich doch, sie zu empfangen, diese große Herra lichkeit, hier nuk thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben; denn mein Geist wird ewig bleiben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Belche Trbstung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, jag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz ind diefe Leiden; sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist ge= nug. Mel. Wann mein Stündlein 277. Ein Pilgrim bin ich in der Welt, 4. Dort, bei ihm ist wah. und Eurz sind meine Tage. res Leben, Millionen stehen So manche Neth, die mich schon, ihren Retter zu er. befällt, reizt mich hier noch heben, und erwarten ihren jur Klage. Doch, Vater, Lohn; hohe Himmelsgeister jene Ewigkeit versüßt mie ringen, mitanbetend ihm zu meine Pilgrimszeit, fingen, der des Ruhms so stärket mich im Leiden. würdig ist, dem Erlöser Jesu Christ. und 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Ulnsterblich keit und Ruh'; was kein Sterb: licher vernommen, Gottes Heil gewähreft du! Freu. denärnten schenkt Gott de nen, welche hier gefä't mit Thränen; alle Thränen trock net er; Sünd' und Elend find nicht mehr. 2. Jeßt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Bie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft es fehle? Doch einst werd ich vollkommen rein, ganz beilig und ganz selig seyn; dies tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deis ner Höhe. Mein schwades Herz Das künftige Leben. 195 lebt und denkt. Herz feufit freudenleer, wenn schränkt, als hier auf Erden, ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, wie felig bin ich dann! In deinen Bimmel aufgenommen, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Last, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 4. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: so 3. ie Mütter ihre Kin stärket mich die Ewigkeit, daß der trösten, so tröstet deine bei dem Elend dieser Zeit Freundlichkeit mich mit der mein Glaube nicht erliege. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer finket: so sterb ich froh; Bonne der Erlösten nach wohl vollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle mei. die Ewigkeit zeigt mir des ne Klagen; da bringt mein Himmels Herrlichkeit, den froßer Lobgesang die selbst großen Lohn der Treue. 6. Herr, diefen Troft, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier unter Müh' und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil er vartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Biele tehe. für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Froh jauch; ich dann: es ist vollbracht; Der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Auf ewig rifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich fühle dann die reinsten Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'. Fest steht mein Glück, und Herr, dein Heil bleibt dann Mel. Wer nur den lieben. 278. Es ist noch eine in Ewigkeit mein Theil. Rub' vorhan 6, Gott, laß mich das zu en für jeden Gettergebnen Herzen fassen, daß du den. Beift, wann er sich dieses der dich redlich Hebt, nicht Rörpers Banden nach Got: stets willst in der Unruh las. es Willen einst entreißt, und ann nicht mehr so einges sen, die dieses Leben noch umaibt! Dies flöße Kraft N2 und 196 Unsterblichkeit und Vergeltung. und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn! doch wird den Bösewicht ge wiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Saumel wecken: dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff ein ew'ges le des Lebens müde werden, ben! Kann meine Seele hier und fühl ich dieser Tage Last: sich schon zu Gott erheben, se stárke mächtig meinen wünscht sie sich mit Begier Seift, daß er dem Unmuth sich entreißt. 7. Mein Seiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast! will ich des Daseyns steis zu freun: so wird auch unfren Seelen ihr heißer Wunsch nicht feh len, unsterblich dort zu seyn. 8. Gb, daß in Hoffnung jener Rube, die einst der Fremmen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so lobnt nach dieser Prufungszeit mir einst voll. tommne Geligkeit. 5. Dies trêftet mich in Tagen der Widerwärtig Feit. Ich darf nicht trostlot Elagen, und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich fehn. Gott leitet und regie ret mein Schicksal; wie ers führet, dient mirs zum Wohl ergehn. Mel. 3euch ein zu deinen Thoren. 279. beff ein ew'ges Leben und eis ne Seligkeit, die einst der 6. Bei Reizungen zu Sün den gibt diese Hoffnung Kraft Herr wird geben dem; der und Muth, zu überwinden in dieser Zeit gern feinen Willen that, der sich schon hier auf Erden, vollkomme ner zu werden, mit Ernst bemüget hat. die böse Leidenschaft. If auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und gött liches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig kann ich ster ben! Ich fürchte nicht den hier noch oft mit unverdien. Tod. Die Seligkeit zu er ten Leiden; das Glück, das fie gehofft, umwölkt der Haß der Belt: dort aber wird sie fiegen, doct ärntet sie Ver. gnügen, wo sie den Preis erhält. ben, eilt dann mein Geift zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beß ren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 3. Dem laster folget Schan. de. 3war geht es oft um. her in glänzendem Gewande, gekrönt mit Ruhm und Ehr'; 2. Die Tugend lohnt mit Freuden; doch kämpft sie 8. Laß mich ihm würdig wandeln, o Herr der Ewig keit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungs jeit Das künftige Leben. 197 zeit! Nach diesem Eurzen mens hoher Ruhm don laus Lauf wird ewig sel'ges Leben ter frohen Zungen. Da mir dort bei dir gegeben; strahlt die Herrlichkeit des mich nimmt der Himmel auf! Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird fie neu besungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn' Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. In eigener Melodie. 280. Mein ganzer Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hin. auf zum Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet: wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird er kannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Ge= müthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unsre tausendfache Luft an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe dieser Liebe unter Seelen, die dann weiter nicht mehr fehlen. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Bunder deiner Güte dar, daß wir sie freh empfinden; doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mangeln, mit den Engeln, mir zum Gegen 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trocknest du die Thränen ab von da die reinste Freundschaft deiner Kinder Wangen; da pflegen. ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, Mel. Wer nur den lieben machst alles neu: das Ulte 281. Nach einer Prü= ift vergangen. Hinfort sind fung kurzer Tas bort für Gerechte, Gerechte, deine ge erwartet uns die EwigKnechte, keine Plagen mehr keit. Dort, dort verwanzur Prüfung zu ertragen. delt sich die Klage in gött4. In deinem höhern Hei: liche Zufriedenheit. Hier ligthum schallt beines Na- übt die Zugend ihren Fleiß, und Unsterblichkeit und Vergeltung 198 und jene Welt reicht ihr den Preis. winu stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 2. Wahr ifts, der Frem. 7. Da werd ich das im me schmeckt auf Erden schon Licht erkennen, was ich auf manchen sel'gen Augenblick; Erden dunkel sab; das wundoch ale Freuden, die ihm derbar und heilig nennen, werden, sind ihm ein unvoll was unerforschlich hier ges kommnes Glück. ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab nnd ju. Er bleibt schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammen. hang. 3. Bald stören ihn des 8. Da werd ich zu dem Körpers Schmerzen, bald Throne dringen, wo Got: das Geräusch der ettlen Welt; mein Heil sich offenbart; ein bald kämpft in seinem eig- Heilig, Heilig, Heilig! sine nen Herzen ein Feind, der gen dem Lamme, das erwürs öfter siegt, als fällt; bald get ward, und Cherubim finkt er durch des Nächsten und Seraphim Schuld in Kummer und in Ungeduld. und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gieich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergist: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit seyn. 5. Hier such ichs nur; dort 10. Da werd ich dem den werd ichs finden; dort werd Dank bezahlen, der Gottes ich, heilig und verklärt, der Weg mich gehen hieß, und Tugend ganzen Werth em- ihn zu Millionenmalen noch pfinden, den unaussprechlich segnen, daß er mir ihn wies; großen Werth: den Gott der da find ich in des Höchsten Liebe werd ich sehn, ihn lie. Hand den Freund', den ich ben, ewig ihn erhöhn. auf Erden fand. 6. Da wird der Versicht 11. Da ruft, o möchte heil'ger Wille mein Will' und Gott es geben! vielleicht auch meine Wohlfahrt seyn, und mir ein Sel'ger zu: Heil sei lieblich Wesen, Heil die Fül- dir! denn du hast mein Lele, am Throne Gottes mich ben, die Seele mir gerettet, erfreun. Dann läßt Ge. du! O Go, wie muß dies Glück Das künftige Leben 199 Glück erfreun, der Retter ren Seelen effenbaren, wie einer Seele feyn! du bist. Keine Bonne wird 12. Was seid ihr Leiden uns fehlen da, wo elles dieser Erden doch gegen Wonne ist. volkommZu iene Herrlichkeit, die effen, nen Geligkeiten wird uns bart an uns soll werden, dort der Mittler leiten, der von Ewigkeit zu Ewigkeit! uns dieses Heil erwarb, als Wie nichts, wie gar nichts am Kreuz er für uns starb. gegen sie, ist doch ein Augenblick voll Müh'! 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Dienst und Dank und Lobgefänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. unserm größtent Freund, sind wir ewig dann vereint. 282. wie D Mel. Ulle Menschen müssen unaus sprechlich se: lig werden wir im Himmel feyn! Da, da ärnten wie Mit ihm, unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet haft, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Menso auf Erden faßt dei nes Himmels große Freuden? Doch nach dieses Le bens Leiden werden alle, die dir traun, mehr noch, als sie heffen, scaun. 3. Neue Bunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem e. muche wird dann unier Auge fehn, deine Huid sei über weng ich und die Wohl. fahrt unvergänglich, die dem, ber dich redlich liebt, deine Baterhand bort gibt. 4. Dann wirst du dich uns 6. D, wer sollte sich nicht sehnen, cufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Theinen ew'ge Güter uns erfreun, we sich unser Kampf in Paimen, unfer Klagelied in Psalmen, unfre Ungft in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so totlig sei, ists dod nie gang von Beschwerden, Gergen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust oft Beinen: dert nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Gei, o Seele, boch erfreuet über das erhabne ( Blück, das dir einst dein Gett verleihet! Rigte deines Glaubens Buck oft nach jes ner 200 Unsterblichkeit und Vergeltung. ner Stadt der Frommen, 4. Nach diesem Glück der mit dem Ernst dahin zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist! 9. Ohne Heiligung wird Reiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o so mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu sehn! Hilf, o Vater, meiner Seele, daß fie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt! Mel. Der unsre Menschheit 284. Unsterblichkeit! Unsterbliche Mel. Schon ist der Tag von keit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Troft für alle 283. inft, freuet euch, Schmerzen schafft, mit hoeinst reift die hem Muth, mit Gotteskraft Saat zum Tag der frohen zum Todeskampf belebet! Garben. Nicht hier wird Fühlt des Gedankens Seligs jebe gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unserblichkeit, ein Leben ohne Ende. 2. O Glaube, der das Herz erhebt: du, Gott, schufft unsre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele; zum steten Birken schufst du fie. Heil uns! Darum ver. geht sie nie; sie lebt für Ewigkeiten. Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laft, Christen, uns in dieser Zeit treu unfre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müb', ein guter Gott belohnet sie in jenem begren Leben! 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoff nung leben! Gott wird die größte Seeligkeit dem Tu gendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebet, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. keit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Sei's, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr, als Erd' und Sonne, wir le ben für die Ewigkeit! Schon in des Daseyns erster Zeit fühlt dies das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt sich in den Schmerzge. fang an unfrer Brüder Grabe der Ewigkeit Triumphlied ein. Nur unser sterbliches Gebein wird, Erde, deine Gabe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geift empor ju jener Welt. 4. Gott Das künftige Leben. 4. Gett, dir sei Dank! Ewigkeiten. Verwandelt ift Gett, die sei Dank! und in Gluck mein Leid, und unser würd'ger Lobgefang in Triumph mein Streiten. sei hier ein heil'ges Leben! Und diese hohe Seligkeit hat Gott, Heiligster! wir weihn nie ein End', ist ohne Zeit; uns dir; nach Jesu Beispiel fein Tod ist mehr, kein Weiwollen wir mit eifrichstem nen. Bestreben der Tugend edlen Saamen streun; dort wird die lernte uns erfreun. Mel. Schon ist der Tag von 285. Menn oft zu je ner Seligkeit mein Geist empor sich schwin get, und, über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein Lob. lied finget; dann fühl i mich hier nur als Gast, und leicht wird dieses Lebens Last, die sonst so oft ermüdet. 201 4. Un Kenntniß und an Herrlichkeit wachs' ich durch 5 Dann heb ich meine Händ' empor, und falle jauchzend nieder, und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unsren hohen Lebgesang voll Halleluja, Preis und Dank yallt jeder Himmel wieder. Mel. Mein ganzer Geist 286. Sie freu ich mich 2. So kann auch hier schon felig seyn, wer sich im Gus ten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. O Bor schmack jener Himmelsluft, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tu. gend! der Bonne, zeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, beimzugehen! Gedanke wie entjückest du: Gett laft des legten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! Köstlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Heffnung neu beleben! 2. Drum, o mein Geist, 3. Dort, Gott belohnft ermanne dich! Nimm deine du mein Vertraun vor dei: Laft, und gürte dich zum leßnem Ungesigte; führst mich ten Wallfahrtstage! Bald vom Glauben hin zum legst du deinen Pilgerstab, Schaun, vom Dunkel hin zum Lichte. Dich preif' ich dann und deinen Sohn, der mich des Himmels er schmack schon im Glauben läßt genießen. legst deine Cast auf ewig ab, mit aller ihrer Plage. Bange lange Pilgerstunden sind vers schwunden; allen Rummer tilgrein süßer Abendsclums mer. 3. Und wenn nach einer kurzen Rast du, Müder! cusge. Unsterblichkeit und Vergeltung geschlummert haft, weckt dich deine Gligkeit wankt nim. ein schönrer Morgen. Dann mer. schreckt dich Finfierniß nicht mehe, kein banger Traum schwebt um dich her, dich Herr der beugen keine Sorgen. Eine winket, beimzugehen! reine Frühlingswonne strömt die Sonne dore herunter, lächelt ewig, geht nie unter. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenn bald der Herrlichkeit mir Ge danke, wie entzückest du: Gott läßt des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! 4. Dann kämpst du nicht Tröstlich, köstlich, Wort vom mit Krankheit mehr, siehst Frieden! kannst du Müden hinter die der Schmerzen Labung geben, ihre Hoffnung Heer, kennst keine Noth, neu beleben! kein Leiden; mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten hin, trintst ftünelio neue Freuden. Reis ner, feiner fübist du immer; wechselst nimmer im Gemü. the; dein Genuß ist ew'ger Friede. 5. Dort schielet nicht mit gift'gem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück; dort flicht der Niid nie Neße: die Rache gräbt dir da kein Grab, kein Stelzer drückt auf dich herab; dort stiehlt kein Geiz dir Schäße. Dros ben toben keine Feinde; Engel, Freunde, Brüder üben eroig sich mit dir im Lieben. 202 8. Run trag ich meiner Bürde Last, die du mir, Gott, gegeben haft, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie senst schwer, jegt ist sie leicht; denn meine schönste Heffnung reichs mir lacheind ihre Hände. Eröftlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, sie mit Himmelspraft beleben! Mel. Sei Lob und Ehr' dem 287. Der Freuden Quell ist, Gott, bei dir; dort in dem höhern leben wird deine Baterhuld auch mir in vollem Maaße geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt, und sich ohn' Ende mehret. 6. Hier náhret oft zu seinem Schmerz, statt eines Freunds, das traute Herz vie Natter in dem Schooße; oft welkt in einem Augenblick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich ei: ner Frühlingsrose. Drüben lieben deine Werthen, die 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Grö und mit volls je kennen, kommner Zuversicht die mai. nen Vater nennen. Mit ho Verklärten, dich auf immer; her Freude bät ich dann auf ewig Das fünftige Leben. 203 die Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile. ewig beine Güte an, mich zum Himmel führte. 3. Benn mein erhöhter Geist da sieht, wo er hier 8. Ja, ewig ist, mein still vertrauet, wenn er dein Bett, bei dir der Freuden unumschränkt Gebiet weit reinfie Quelle! Sie fließet heller überschauet; Goit, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! täglich und bleibt mir steis unversiegt und helle. Mein Glück währt da in Ewigkeit; nichts fehlt ihm an Bollkom. menheit. Herr, hilf es mir erreichen! 4. Noch größre Werke seh ich dann von deiner Batergüte, als ich auf Erden sehen kann, Mel. Schon ist der Zag von und mein entzückt Gemütbe 288. Mergelten wirst du verliert voll Dank und Freu. denen, Gott, de sich in deiner Herrlichkeit, die hier die Sugend übten; die ich im vollen Glanz erblicke. dech auch bestrafen nach dem Tod, die stets das Laster liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sie und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heil'gen Ordnung. 2. O schrecklich wird es für sie seyn, sich selbst dann anzuflagen, die Leiden alle, jede Pein, durch eigne Schuld, zu tragen, die sie verführten, selbst zu fehn, wie sie um sonst Erbarmung flehn, und ihrem Beispiel fluchen. 5. Da werd ich deinen heil'gen Rath noch mehr, als hier verstehen, die danken, daß du mich den Pfad der Tugend hieseft gehen, und selbst durch Leiden dieser Beit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. 3. Web dem. 6. In höherer Vollkom. menheit werd ich dann, Gott, die lieben, und, was bein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O welche Quelle reiner Lust, ich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! der nun ein höhres Glück als wirk. lich vor sich siehet, und doch bemerkt, wie es zurück ver ihm Unwürd'gen fliehet, wie Ginnenluft im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischet! 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort, ih. nen zugefellt, in reinster Freundferaft leben. Es 4. Welch Elend, sich so schlägt dann freh in meiner weit vom Biel mit dem Be. wuft. Unsterblichkeit und Vergeltung. 204 wustseyn fehen: Auch dir Mel. Gottlob, ein Schritt gab Gott der Mittel viel, 289. ollendet freudig euren Pfad, zum Heile einzugehen; und doch selbst feines Troftes bleibt, Christen! Gott er Spur, des innern Richters geben; einst wird vergolten Stimme nur zu steter Qual jede That in jenem beßren zu hören! Leben. Der Fromme harret wonnevoll des Richters; denn wer glaubt, der sell Gett nicht als Richter fürchten. 2. Die stillste That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Ullen widerfahren. O welch ein Ruhm, den sie geroinnt! Gelbst heilige Gedanken sind bestimmt, belohnt zu werden. 5. Verbunden überdies zu seyn mit vielen Lafterhaf. ten, die nur an Boßheit sich erfreun und Wuth der Leidenschaften, und gegenseitig sich zur Last, weil jeder nur den andern haßt, zur ew'gen Marter werden! 6. Und wer in dieser Leidennacht sein Unglück ganz empfindet, vom Lafterschlafe nun erwacht, und sich doch Fraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: e, Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Feuer, wel. ches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur kennt der Jammer sohn des Schmerzens! O Bater, Vater, welch ein Bild! wenn sichs so jammervoll vergilt; von unsrer Pflicht zu weichen. 8. Was könnt' uns also eine Welt mit ihrem Reich thum nugen, wenn wir nicht das, was dir gefallt, der Tugend bag, besigen? Nur sie währt ewig, sie begiückt! O, bilf nur, Gott, daß sie mich schmückt und schützt vor folchem Elend, 3. Wen keine Bolust, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörer; wer, selbst bei aller Lüste Reiz, die Stimme Gots tes ehrte; wer strebte, mäßig, keusd und rein, demüthig, san't und mild zu seyn, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Ber eines der Geringsten fic erbarmte; was ihn drückte, ihm tragen half, und brú. derlig die leidenden erquicks te, das siehet der Gerechten, als hätt' er solches ihm gethan; und er wills ihm vers gelten. 5. Laßt, Christen! tugend. haft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter seyn und ew': ge Bonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. Zweite Zweite Abtheilung. Lieder über 205 die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Ehristen im Allgemeinen. Mel. Schon ist der Tag von ten Flehen, als Menschen. 290. Mer Jefum freund, erbarmend an, Fahn fennt, ver: ihn nicht leiden sehen, eilt ehrt und liebt, mit Ernst die ihn zu retten, und erquickt Sünde fcheuet, wer in der den, den die Laft der Bor. Frömmigkeit sich übt, und gen drückt, durch seines sich der Tugend freuet, nie Behlthuns Segen. feines Daseyns 3weck vergist, nur der wird als ein wahrer Christ, stets denken, leben, handeln, 2. Gott ist es, den er findlich ehrt; bekannt mit ſeinem Willen, sucht er als Christ, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht, und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 6. Er freut sich der Gele genheit, den Vortrag heil'ger Lehren, und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentlich zu hören. Der Brüder Brüder! Er theilt mit Undacht reizet ihn, sich der ihnen ihren Schmerz; und Zerstreuung zu entziehn, im freuet sich auch wieder, wenn ihnen auf des Rummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Kla: gen schweigen. 3. Wie edel ist des Chris ften Herz, wie liebreid gegen Guten sich zu stärken. 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Bebräng. 5 Er betet: und er bet. t lehret, und weil er Gott, gern, weil ihn sein Herz dies ter fromma verehret, entfernt der Welten Herrn, als Va von aller Heuchelei, vom Wahn des Aberglaubens frei, mit Andacht und mit Eifer. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Bahn und Leichtsinn laß mich nicht den echein der Tugend lieben! Laß, beines Beifalls mich zu freun, 206 Gefinnung und Verhalten des Christen freun, laß meine Pflicht mir gefühl sollst du sie sehn, und heilig seyn; als Christ stets ibres Schöpfers Ruhm erdenten, handein! höhn und dankbar seyn. Mel. Erschienen ist der 291. Empfinde deinen hohen Werth; Gott felbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Veritano dich ausgeshmückt, und über Staub empor gerückt. Ver: giß es nie! 2. Du schmäheft, was bein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens kurje Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du follst ihn treu der Bahrheit weihn, iha bilden, und ihm Licht verleihn, so viel du tannst. 4. O sich umber, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist um hüllt von dunkler Nacht, ist immer noch nicht aufgewacht. Bedaure sie! 5. Entreiße dich der Dunkelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entgücktem Sinn zum hohen Ziel der Beisheit hin! Das fodert Gott! 7. Er lenkt mit Liebe, was er schuf, und bir ertönt der sanfte Raf: Ofiche, wie dein Gott regiert, und alles, alles herrlich führt und nichts versäumt. 8. Bebenke, was die Menscheit ehrt und reine Fresden ihr gewährt! Erhebe beines Geistes Blick vom wandelbaren Erdenglück jum höften Gut! 9. Dich selbst, dein Stre. ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft, und lerne, schnbdem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Ja, sei ein Chrift, ein wahrer Chrift; denn sie hefst du, was Weisheit ist, dann stürzet bes Unglaubens Reich, dann schwingt dein Geift sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11 0 Beisheit Jefu, leite mich! Ich bin ein Christ und liebe dich. Ich fühle sie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu seyn. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn, und meines Lebens Saud entfliehn; o 6. Die tausend Wunder Weisheit, du wirst mich erin der Welt hat er umsonst freun und meines Geistes nicht aufgestellt. Mit Froh: Zierde seyn in Ewigkeit. Mel. im Augemeinen. 207 Mel. Meinen Jesum laß ich nicht bessen Früchte beweisen, daß 292. Ferne ſei der Jrr. er Gott gefällt, und einst thum, fern, daß vor seinem Angesichte der u. auch diese Christen wa gend hohen Preis erhält? ren, welche Jesum zwar als Herrn wohl mit ihrem Mun. de ehren, aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Eu gend Freunde find! 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Suaus Dankbarkeit und Liebe ten sich entschließt, und Gott gehorsam und ihm ähnlich ift; 2. Ferne sei von uns der Wahn: sich mit dem allein zu tröten, was einst Jesus hat gethan, einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schande nie, wer Je fum tennt, Jesum durch ein Sandenleben! Wer den Gottlichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets ju wanbein auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 4. Gett, ergreife meinen Geist, deß kein unfruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preift, mir den frommen Eifer raube, Christ durch Wert und That zu seyn, iebes Unrecht stets zu steun! 5. Was wir säen, ärnten wir. Reicher Gegen wird aegeben dem, der treulich was Gott gefällt; ber, was fä'te hier für das künftge er seinem Nächsten sömöret, begre Leben. Laß mich reichlid Saamen streun, und mich bort der Wernte freun! 6. Der die Verehrer Gotted ehret, und thut, wie sie, und schwür er si jum Scha: den, hält; In eigener Melodie. 293. Mer hat den Jauben, 3. Dar, ber vor Gott unsträflich wande::, nichts lieber thut, als feine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahrs heit sucht und spricht; 4. Der alle Menschen Herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Reblichkeit und mild ift, teis nen je betrůbet, und, Andre zu erfreun, fich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feins den auch das Gute schätt, nicht lästert und nicht stolz sich blähet und seinen Näch. sten nie verleßt; 7. Der nie, zum Troße der Besege, auf ungerechten Wucher leibt, und durch gerecht erworbne Schäßze der Urmen trauernd Herz erfreut; 203 Gesinnung und Verhalten des Christen 8. Der die Bedrängten mir nüßte, gabst du mir; und die Armen erquickt, in aber, ach, wie dankt' ich Guß die Unschuls nimmt: dir? O wie hab ich so verder findet auch bei Gett Er messen deines Bohlthuns barmen, dem ist des Glau: 3weck vergessen! bens Preis bestimmt; 4. Bei so hellem licht der 9. Der, der im Glücke Gnaden sollt ich follt ich ja die ftets bescheiden, in Trübfal Günde fliehen, und um Ret. ftets geduldig ist, der, Gott!-tung von dem Schaden mei. erbt beines Himmels Freu- ner Seele mich bemühn. den: der ist dein Kind, der ist ein Chrift! Mer. Freu dich sehr, o meine denk 294. Höchter ich an die Gü, te, die du mir bisher erzeigt, e so wird mein ganz Gemű. the ju der tiefsten Scham gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Ge bet verlegt, und dich, der mich so geliebet, mit Ver. gehungen betrübet. 2. Alle meine Seelenkräf: te, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Ge. schäfte deines Dienstes fer. tig seyn; doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich eft willig finden. Deine Güte lcdkte mich oft jur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Lecken, fuchte mich selbst zu verstecken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Hert, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich dech erbarmend an! Führe mich vom Sünden. pfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein ges beugter Geist deiner Bater huld sich freue, die dein trôstend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder storb, Fried' und Freude im Ge wissen, ach, das las auch mich genießen! 3. Deine Huld war jeben Mergen über mir, o Bater, neu. Ven wie manchen schweren du das Herz mir frei! Was an Kraft nie fehle, folgsam Sorgen machtest dir zu weihn; gib, daß mirs Dei. 7. Stärke felbft in meiner: Seele den Entschluß, mich im Allgemeinen. 209 beinem Wort zu seyn! Stehe 5. Gebrandt' ich meinen mir stets mächtig bei; mache Geist mit allen seinen Kräfdu mich selbst getreu! Dich ten zu meiner Brüder Wohl, zu lieben, die zu leben, sei zu müglichen Geschäften? mein ernstlichstes Bestreben! Hab ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht, und keine böse Luft genährt und Mel. O Gott, du frommer 295. Gott, du erfor angefacht? schest mich; die tann ich nichts verhehlen; du siehest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. I flehe, Herr, zu dir; erhöre 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern ges bessert und erbauet? Corgt' ich stets für ihr Wehl und buitvoll mith: entdecke mir ihre Seligkeit, und fraft' mein Herz; denn ach, oft täuscht es sich. ich ihr Bergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 2. Ich bin ein Christ, o Gett, getauft auf deinen Namen. Exfüllt' ich jede Pflicht des Christenthums und tamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein euch ler nur: so ehr ich Christum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, geliebt, und durch ein weises Leben der Tugend mid) ge weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Un. terricht gebessert und erfreut? War ich, was er befiehit, auch stets zu thun bereit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? ar ich voll Menschen. liebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe? Buch ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und Shat Bedrängten aus der Netb? 8. War ich der Unschuld Troft, und hab ich sie vers theidigt? Hab ich durch Här te nie den Dürftigen beleis digt? Fich ich den Uebermuth, des eitfen tolzes Reis? Verschloß ich Aug' und Herz der Mißgunst und dem Geiz? 4. Dankt' ich dir für mein Glück, für jede meiner Freu- 9. Hab ich, wie Jesus that, den? Vertraut' ich standhaft gesegnet, die mir fluchten? dir in Rummer, Roth und geliebet, Jesu gleich, die Leiden? War ich beim Reiz mir zu schaden suchten? beder Welt aufs Ewige be: herrschet stets den Born? dacht? Und hab ich jeden gezeigt Berföhnlichkeit? mich Tag, fo wie ich foll, volls bracht? nie am Feind gerächt? vermieden 3ank und Streit? Gefinnung und Verhalten des Christen 10. Ullwissender, wer gem zufrieden, frei von Neid, kann, wie oft er fehlet, mer. von Habsucht und von Geip, ken? Sei gnädig, handle von Stel; und Eitelleit. nicht mit mir nach meinen 5. Schenkt Gottes Hand Werken! Vergebung ist bei ihm viel, so wird er vielen dir; laß ihren Trost auch mein, und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beß tung seyn! nußen, des Freundes Glück erhöhn verlaßne Tugend schüßen. Auch selbst Belei diger wird er in Noth erfreun, und wie sein Gott gesinnt, wird er auch gütig 210 In voriger Melodie. 296. Mer Gottes Wege seyn. geht, nur der 6, Er fränkt den Bruder hat Seelenfrieden. Wie herr- nicht, er schüßt sein Glück Er ist, nach lich ist sein Lehn, ihm selbst sein Leben. von Gott beschreden! Voll Jesu Sinn, stets willig jum Glaubens widersteht er je- Vergeben. Boll Achtung eh. der bösen Lust, ist seiner ret er in ihm des Höchsten Tugend sich, sich ihres Bild, denkt: Gott, der Hein Werths bewußt. lige, ist gegen mich ja mild. 2. Er merkt auf feinen Gang, geht ihn mit festem Mutbe; wird in der Schwachheit stark, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Get tes Geist gerecht und tugend. haft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 7. Im Guten sucht sein Herz die Brüder zu bestär. ten, er muntert alle auf zu guten, edlen Werken. Mit Christenfinn nimmt er an ih rer Tugend Theil, und denkt: wir haben ja nur Einen Herrn, Ein Heil! 3. Gott hat er allezeit 8. Das Heil der Ewig vor Augen und im Herzen, keit, das hier der Fromme bekämpft die Sinnlichkeit, schmecket, erhält sein Glück fheut nicht des Kampfes und macht, daß keine Noth Schmerzen. Er eilet, wenn ihn schrecket, gibt ihm im er fehlt, den Fehler zu be- Leiden Muth und stillet jeden reun, unb strebt mit ernftem Schmerz. Im Tode freuts Fitin, der Tugend sich zu sich nech sein Gott ergebnes weihn. Herz. 4. Getreu in feinem Stand, genießt er Gottes Gaben In eigener Melodie. vergnügt, wenn andre gleich 297. 8 hebt ſich auf der mehr Glück und Unsehn haAndacht Schwin ben, als Christ, bei Weni gen, mein Unendlicher, Geist im Allgemeinen Geift zu dir empor, den Urmen, der verlassen traufremmen Versag dir zu brin- ert, feyn; ich will ihm Hül. gen: den Tugentpfad, den fe, Trost und Liebe weihn! ich fo eft verlchr, will id, 6. Mit warmem liebevol. e Gott, mit neuer Treue lem Herzen, will ich mich gehn, und, greß turd fie, immer mit dem Frohen freun, der Sünde Reiz versämähn. der unvertienten Kränkung Emerzen nicht abreen, dem 2eleidiger térzeibn. Be. 2. Wehin sich nur mein Aluge wendet, erblick ich bei: ner Liebe Gegensipur. Ber seitenheit und Sanftmuth machte für mein Gluck? Wer sei mein Ruhm, Gewissens. ipendet der Feuben Füßte ruh' mein großes Gigen: aus durch die Natur? Gett, them! deme Liebe! Liebe weiß ich bir mit Freudenthtänen, Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht sich bang und leife zu meinem Herzen trübe Sorge faleidt, Gefährtin meiner Pilgerteife run@qwermuth wird, und jede Hoffnung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Bater schaun, und selbst im Schmerz dir kindlich noch 7. Die Kräfte, die du -mir gegeben, will ich getreu ju sügen mich bemühn; zu großen Zwecken war dies Leben von dir, o Gett, aus Liebe mir verliehn. Um herrlider tort wieder aufzublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. vertraun. 8. benn von Bersuchun. gen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sia verifft; der Cünde Rez zu widerfreben, 4. Nie will ich fragen: ob die täufcend leckt, oft schwer zu Freuden de: Pfad der dem Herzen wird: Blick ich Tugend und des Rechtthuns zu dir; du wirst mir Muth führt? Nie zaghaft ihn zu verleihn, kein Opfer, tas wandeln meiten, wenn er Pflicht gebeut, zu in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winift, o Geit; Gehorsam ist mir Pflicht: mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. die scheun. 9. Ja, treu zu seyn, bis einst am Biele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, gelobt mit heiligem Gefühle dir jetzt mein Herz, das find. lich zu dir ficht; gib Kraft dazu, und leit an deiner Hand den múden Pilger hin ins 5. Dir will ich suchen nach. quahmen, o Jefus! Men denfreund, der tu so gern den Leidenden, die zu dir aren, Erretter waist, nie Baterland! oll mein Herz mets ferndem 211 D2 Mel. 212 Gesinnung und Verhalten des Christen mein 298. I Mel. Alle Menschen müssen Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem ge aygsteten Gemüthe, dem bu seine Sündenlast liebreich ab. genommen hast. erhebe Gemüthe sehn fuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Gü te; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Le. bens, keiner harrt auf dich vergebens; nær Berächter beiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ'! Gott, du siehest mein Vertrauen! Sicher tann ich auf dich bauen; deine Vatertreue ist ewig, wie du sel6. Herr, zu was für Seligkeiten du in jener besſern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu' und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu feyn meiner ganzen Pflicht! Keine schnöde Luft der Sünten folt mich ferner überwinden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich stand. haft bleiben kann! ber bist. 3. Ach gedenke, Herr, der Günten meiner Jugendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden; geh nicht mit mir ins Gericht! Une Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzeihen. Oso höre denn auf mich! Meine See 299. Bilden foll le hofft auf dich. Mel. Sollt' ich meinem Gott nicht ich mich auf Er 4. Gott, du willst des den, Gott, für deine EwigSünders Leben; dir ist seine keit; hier, in ungewisſer Seele werth. Gnädig willst Zeit, täglich weiser, besser du ihm vergeben, wenn er werden; und nach dieser sich zu dir bekehrt. Mitten großen Pflicht richtet mich auf dem Sündenwege machst einst dein Gericht. du sein Gew ssen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt! Den verwirfst du nicht. 2. Jede Stur.de meines Lebens, selbst Minuten, zähl test du, wogeft jede Kraft mir ju; keine gabst du mir 5. Ullen, die zu dir sich vergebens! Wuchern stets wenden, über ihre Schuld mit Kraft und Zeit soll ich betrübt, willst du Troft und für die Erbigkeit. 3. Und im Algemeinen. 213 3. Und ich lebte nur auf der Prüfung Land zum aro. Erden, um den Sinnen ßen Ziele wallen, Vergelter, wohl zu thun, konnte träg Richter ist, und fleb voll In. und sicher ruhn; suchen, nigkeit: gedenk der Günren glücklich nur zu werden durch nicht, die tief mein Herz be Gewinn der Eit: lkeit, den reut! ein Augenblick zerstreut. 2. Bie oft gelobt' ich dir 4. Gott, wie war mein in ernster Andacht Stille: Geist verblendet! Wie viel mein heiligftes Gefeß, o Gott, Lage sind mir schon unge fei stets dein Wille! Du kennst nüßt zum Heil entflahn! wie mein Herz; du weißt, es viel Kräfte schon verschwen' war der Vorsaß rein, dir det! Doch mich rufet noch treu auf jedem Pfad, den die Pflicht, und ich säume du mich führst, zu seyn. länger nicht. 3. Und dennoch fehlt' ich 5. 3u befrein mich von eft! Wer kennt des Herzens dem Hange meiner fündli, Tiefen? Ach, böse Lüfte, chen Begier, wurde täglich die so tief verborgen schlie. schwerer mir; und ich weiß fen, erwachten, aufgereizt ja nicht, wie lange mich noch vom Sturm der Leidenschaft; deine langmuth trägt, nicht, betäubt und überrascht erlag wann meine Stunde schlägt. bald meine Kraft. 6. Drum will ich nicht 4. Nun schau ich prüfend länger weilen, wo das Eitle hin auf die durchlebten Tage; mich belügt, mich um em'. sie bringt kein Wunsch zurück ges Heil betrügt; eilen will und keine bange Klage; doch ich, Gott, nun eilen, auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. ihre Thaten führt mit rich terlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zu rück. 7. Ich will stets mich selbst bezwingen; eingedenk der 5. Der Edle, der sein Herz Rechenschaft, wuchern noch schon früh der Tugend weih. mit Zeit und Kraft; will te, fühlt fühlt hohe Eeligkeit, mich durch Versuchung rin- sieht er an ihrer Seite auf gen, um vor dir einst zu befehn, und zum Leben einzu. gehn. die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit. Er hat gefät in ihr für eine Ewigkett. Met. O Gott, du frommer 300. G blick empor in dir, ger, der allen, die durch 6. Und diese Seligkeit, des Herzens füßen Frieden, daß höchste Gut, das hier den er. warb ich mir noch nicht! Dent 214 Gesinnung und Verhalten des Christen, Den bleibenden Gewinn gab ich, von Shein getäuscht, für kurze Lust oft hin. 5. Dies bürgte mir, ge' sandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nun mic die Regungen zu Sünden, zur Behrung Kraft und durch Beisheit und durch Muth! 7. Ich unterließ die Pflicht, Mach gestärkt zu überwin. 6. Hilf, daß ich dir, mein den; ergebungsvoll und still, Herr und Gott, im Glauben mit ruhigem Bertraun, auf ftets aetreu, und gegen Lift, dornen ollem Pfad zu Gott Gewalt und Spott im Gu. emvor zu schaun. ten standhaft fei! 8. Berzeih, Ungütiger! 7. Hilf, daß ich fei im Du siehst der Reue Zähren. Leiden fest, durch Hoffnung Dit wirst den Schwachen und Geduld; mein Trost, Kraft und Hülfe gern gewäh: wenn es mich verläßt, fei Ten. Mit neuer Treue will deine Baterhuld! ich deine. Wege gehn; laß einit am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich sehn! 8. Hilf, daß ich gegen jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und so viel ich kann, zu dienen willig fei! Mel. Nun ist der Tag geendet Bater, 310. Mein Herz, Gott, 9. Hilf, daß ich wohl zu will than mich freu, und, ferm ich dir zum Eigenthume von Rahbegier, felbst mei. weihn. Es foderts ja dein nem Feinde gern verjeih; $ Bort von mir; brum sei denn du verzeibst auch mir es ewig dein! 2. 3 var bat es durch den Sang der Welt, durch Lust und Eitelkeit, die, Heiliger, dir nicht gefällt, sich oft, gefällig fei! ad oft, entweiht. 10. Dich, Gott, verehren, fei mein Rubin, entfernt von Heurbelei, damit mein gan zes Christenthum dir wohl. 11. So nimm es denn 3. Doch sich, es fühlet zum Tempel ein, mein feine Schuld, gelobt dir. Herz, hier in der Beit; efferung und fleht zu dir und laß es deine Wohnung um Saad' und Huld, um seyn auch in der Ewig. Kraft zur Heiligung. feit! 4. Verwirf, ver.sirf mein Fleben nicht; sei mir mit Grade nah! zu dir steht meine Zuversicht; mein Bater bist du ja. 12. Weg Welt und Sünd'! Euch dien ich nicht! Nur Gett, nur Gott allein: dies, dies ist meine Zuversicht, tann evig mig erfreun. Mel. im Allgemeinen. 215 Mel. Wer nur den lieben 6. 3u wem, Bater, 302. Mein Gott, zu soll ich fliehen? Wo findet dem ich wei. meine Seele Rub'? Wer nend flehe, erbarme deines Eann sie aus dem Elend zie. Kindes dich! Uh, sich auch hen, in dem sie seufzet, als jetzt von deiner Höhe mit nur du? Mein ganz Vergnadenvollem Blick auf mich! traun seß ich auf dich: du, Dergib mir, Bater; gebe Freund des Lebens, rettest nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! mich! 7. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Belterlösers Blut. Olas durch ihn mich Gnade finden, du meiner Seele höchstes Gut! Noch einmal, Vater, sprich zu mir: auch diese Schuld erlaß ich dir. 3. Ach aber balb ergriff mich wieder die Sünd' und ihre Cuft mit ihr, ris mei nen frommen Borsag nieder, und herrschte, wie zuvot, in mir! 3um Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, fondern gab ihr nach. 8. Gott fei mein Beuge, da ich schwöre: mein Herz soll dir geheiligt seyn! Dit, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn, und standhaft deine Wege gehn! 9. Vergiß nicht wieder, 4. Wie viele fündenvolle meine Seele, wie oft du Lage durchlebt' ich, Bater, schon gefallen bist! Bergiß als im Traum, und sam- nicht mehr des Herrn Bemelte mir Schmach und Pla- fehle, nicht mehr, daß er ge, und fühlte dies mein dein Retter ist! Ruf ihn im Elend kaum! Verwundet Glauben täglich an: erhalt blutete mein Herz: betäubt mich, Herr, auf ebner empfand ich keinen Schmerz. Bahn! 5. Ib ging den Weg zum Untergange, den dein gerechter Ernst mir droht. Jegt ist um Troft mir Sünder bange; wer rettet mich aus mei ner Noth? Mein richtendes Gewissen wacht, und Ulles um mich her ist Nacht. 2 Wie oft haft du mir schon vergeben, wenn reu: voll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich die ein le ben, gereiniger von Missethat; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! Mel. Freu dich sehr, o meine 303. Ghaffet, ſchaffet, Menschentinder, schaffet eure Geligkeit! Bauet nicht wie sichre Sün der, auf die ungewisse Zeit. Unverweilt bekehret euch Nin 216 Gefinnung und Verhalten des Christen ergeben. Ringet nach dem Himmel: leben, und den Lüften sich reich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, selig dort zu werden!- 6. Brünstig beten, allzeit wachen, die Versuchung 2. Doch soll dieses recht weislich fliehn, sich die geschehen, so müßt ihr mit Pflicht zur Freude machen, festem Muth jeder Sünde und mit Sorgfalt sis.be. widerstehen; nur was Gott, mühm, selbst beim Spott das höchste But, von euch und Hohn der Welt das ju fodert, muß allein eures than, was Gott gefällt: Lebens Richtschnur feyn; dies nur wellen und voll. bringen, beißet; nach dem Himmel ringen. es mag enrem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Belig, wer im Glau: ben lämpfet, selig, mer im Kampf besteht, wer des Fleis sches Lüste dämpfet, und den Neiz der Welt verschmäht! D, so streót dem Guten nach, seht dabei auf Chrifti Schmach! Wer den Him mel will ererben, muß erst feinen Sünden sterben. 7. Drum intreißet euch den Lüken, die ihr noch ge fesselt feid, und beweiset euch, als Chriften, muthig und getroft im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Dentet oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte! 8. Bittern muß ich vor der Sünde, und auf Jesu Bor. bild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein 4. Berdet ihr nicht stand: haft ringen, sondern träg und läsfig seyn, eure Nei Glück einst wird erhöhn! gung zu bezwingen: wie kann euch ber Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit im Krieg fol. get nie Triumph und Sieg. Nur den Sieger schmückt, pum Lohne seines Kampfs, die Himmelskrone. Fehl ich, o so gehe nicht, Richter, mit mir ins Ge. richt! Gib mir deines Gei. stes Waffen, meine Selig: keit zu schaffen! 9. G.b zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich mit Eenst bezwingen 2tes, was mein Herz ent. weiht! Beige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor jum Mel. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüfte scheuen, ist ber Welt, nicht Christi Geift. Wer ihn haben wil, der kann auf der Tugend rauhen Bahn nicht im sichern Stelze Himmel dringe! im Allgemeinen. 217 6. Herr, dies befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wie ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und andre du selbst meinen einn. Sieh, Besserung ges lob ich dir; gib Kräfte jum Bollbringen mir! Mel. Wer nur den lieben Gott 304. Hott, lebre mich verstehn und faffen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf mir die Günden ernstlich haffen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben befre, selbst mir treu, und dir, Herr, wohlgefällig fei! 2. Dein Wort gebeut und ſpricht: Thu Buße, verandre, befre deinen Sinn; fall dei nem Gott voll Reu' zu Fuße; fei nicht mehr Sünder, wie vorhin; ven nun an sei, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt! Mel. Gott Vater, an Erbarmen 305. wahr ich lebe! S spricht dein Gott, mis ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vem Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig fei. 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu allem bem, was Sünde heißt, und folge je dem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist, flieh; flieh die Lüste dieser Welt, und thue nur, was ihm gefällt! 2. Vernimm, o Mensch, dies Gnadenwort und wandle nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir gnädig seyn; gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch verzage nicht, und faffe Muth zu deiner Pflicht. 4. Erstatte deinem Nächften wieder, was du mit 3. Nur húte dich vor SiUnrecht ihm entwandt, und cherheit! Dent nicht: noch leite die verführten Brüder ist zur Befrung Beit; erft will zurück zur Tugend; beut die ich mit der Welt mich freun, Hand dem Unterdrückten lie. und werd ich ihrer müde bevoll; thu jedem, auch dem seyn, dann beßr' ich, dann Feinde, wohl! bekehr ich mich, und Gott erbarmt nech meiner sich. 4. Wiß, der jetzt liebreich dir verzeibt, übt auch als und, 5. Flieh Neid, Berläum, dung, Haß und Lügen; be. gehr nicht, was des Näch. sten ist; zeig durch den Ub. Gott Gerechtigkeit; scheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lasters bist; ſei friedlich, weise, stets must. Dann webe bereit, zu sterben, wenn dein Gott gebeut! Sünder, bir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben dir, sinksi bu ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 6. Heut 218 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Heut lebst du; heut Sanftmuth Pflicht, und belehre dich! Eh Morgen folgte Jesu Vorbild nicht. Femmit, Fanns ändern sich. 4. Dir Herzenskündiger, Wer jeßt gefund ist, stirbt ift teine von meinen Günvielleicht, eh er den Abend den unbekannt. Vergib noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. was ich vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung bin, bis ich ganz frei von Feh: lern bin! 6. Hilf benn, o Bater, hilf, daß ich noch heute, heute beßre mich, eh meine Mel. O Gott, du frommer Schuld noch mehr sich häuft, 307. Wilst du die Bu Be noch, die eh mich ein schneller Tod er: greift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sei bereit! Mel. Wer nur den lieben 306. N Gott, wie mancher von den Tagen der mir beschiednen Lebenszeit floh schon das hin, mich anzuklagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden hab ich dir ge: lebt, nicht stets der Zugend nachgestrebt. 2. Gar oft emporte sich im Leiden mein murread Herz voll Ungeduld: und schenk teft bu, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld; geneß nicht jede, wie ich soll, nicht im mer reinen Dankes voll. Gett gebeut, verschieben, so schändest du sein Wort, und must dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deis ner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern ei nen Augenblick? 2. Allein wie schwer ists nicht, sein eignes Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Lüfte dämpfen? Ja, Sünder, es ist sower; allein zu deiner Ruh' ist dies der eing'ge Weg. Und dem ent. sagest du? 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräf. ten selbst hat er sie abgemes sen. Was weicherst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir ver. langt, als ich ihm leisten Fann.. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer fanft und liebevoll. Schlug 4. Sprich selbst: gewinnet mich erlittnes Unrecht nieder, Gott, wenn ich ihm kindlich so übernahm mich oft der diene, und, seiner werth zu Groll; und ich vergaß der feyn, im Glauben mich er tüb im Allgemeinen. 219 Fühne? Wenn du die Eugend entrücken? Ist ein Geschrei übst, die Gott, dein Herr, zu Goet, ein Wunsch nach gebeut, wem dienst du? Besserung, und Angst der Mingst du nicht nach deiner Missethat, die wahre Heilis Sligkeit? gung? 5. Was weigerst du dich 10. Its gnug zur Seligs noch, das Laster zu verlassen? keit des Glückes der ErlöWeil es dein Unglück ist, be- sten, wenn uns der Tod erfiehlt es Gott zu hassen. Was greift, sich sicher zu getrößten; weigerst du dich noch, der ist das Bekenntniß gnug, daß Tugend Freund zu seyn? und die Sünde reut; so ift Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. ein frichter Werk, als beine Geligkeit. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu pollbringen. Soll er durch Almacht dich, ihm zu gehorchen, zwin. gen? Er gab dir die Ver nunft: und du verläugneft fie? Er fendet dir sein Wort: und du gehorchst ihm nie? 11. Doch fordert Gott von und die Reinigkeit der See. len; ist keine Geele rein, der Glaub' und Liebe feblen; ift dieses dein Beruf, Gott dies nen, den du liebst; so zittre vor dir selbst, wenn dir dies Werk verschiebst. 7. Sprich nicht: Gott 12. Der Glaube heiligt kennt mein Herz; ich hab es dich. Ist dieser dein Ges ihm verheißen, mich noch schäfte? Nein, Mensch! Und dereinst, mich bald vom Labu verschmähst des Geistes ster loszureißen; jest ist dies Gottes Kräfte? Erschreckt Bert zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erfbreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrten Sinn den Gün. der, der beharrt, nicht Gott julegt dahin? 8. Je öfter du vollbringst, 13. Hat Chriftus uns ers was Fleiss und Blut befoh. löft, damit wir Sünder bleis len, je stä ker wird der Hang, ben, und, fiber buch sein die That zu wiederholen. Blut das Laster höher treis Scheuft du dich heute nicht, ben? Gebeut uns Chrifti des Hösten Feind ju seyn; Wort nicht Tagend, Recht um wie viel weniger wirst und Pflicht; fo ist es nicht bu dich morgen scheun! von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 9. Ist denn oie Bus' ein Werk von wenig Augenbli den? Kann dich kein schnel. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme höler Tod der Welt noch heut rest, noch heute schicke dich, daß 220 Gesinnung und Verhalten des Christen daß du vom Bösen kehrest. wissen die Güter dieser Welt, Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig rob bereun! des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genuße seyn, und sich der Beligkeit schon hier im Glauben freun? 15. Entschließe dich beHerzt, dich selber zu besiegen; Mel. Wer nur den lieben der Sieg, so schwer er ist, 308. Sie theuer, bringt göttliches Vergnügen. Gett, ist Was jagst du? Geht er gleich deine Güte, die alle Miſſeim Anfang langsam fort! that vergibt, sobald voll sei wacker: Gott ist nah, und Reue das Gemüh: die Sünstdekt dich durch sein Bort! den, die es sonst geliebt, er16, Ruf ihn in Demuth kennt, bereut und ernstlich an; er tilget deine Sünden. haft, und Zuversicht zum Unb läßt bich sein Geseg erst Mittler faßt! ihren Fluch empfinden: so 2. Doch las mich ja nicht widerstreb ihm nicht; denn sicher werden, weil du so Gostes Traurigkeit wirkt reich an Gnade bist! Wie eine Reu' in dir, die niemals Eurz ist meine Zeit auf Er dich gereut. den, die mir zum Heil ges geben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich fie meiner Begrung weiß'! 3. 3war deine Gnade ju verdienen, sind Reu und Beßrung viel zu klein: doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort bon Herzen hält.? 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd. Schuld auf Schulden häuft. Der kann tein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in 19. Sprich felbft: ist dies der Sünde noch beharrt, dain Glück, mit ruhigem Ge- für er selbst ein Opfer ward. 5. Drum 17. So süß ein Lafter ist, fo gibts doch keinen Frieden. Der Tugend zur allein hat Gett dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott ge horcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Lei. den; Gott kennt und liebt dein Glück; fie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Math zu deiner Pflicht. im Algemeinen. 221 5. Drum fall ich dir, mein unser Gott, verbirg uns nict Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwundt Gewis. sen mit Treft aus deiner Baterhuld! Jeb will mit Ernst die Sünde scheun, und willig dir Gehorsam seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Uebung guter Werke bewei: sen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! dein Angesicht, und gib mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unfres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieh, wir kehren voller Reu' zurück zu dir; lsß, Herr, aufs neu uns deine Grabe faffen! Sie leit uns auf den cbnen Pfad, den uns bein Wort bezeichnet hat, daß Irrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, greß von Geduld, vr neuer Schuld behüt und der ne Baterhuld! 3. Dein Segen fomm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Fries dens Ruh' genießen! Werd ab ven uns der Flammen Buth, und die Verwüslung wilder Fluch, des Krieges Blutvergießen! Sei unser Ketter, wenn uns Neth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Bater, wolleft Um allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich 309. ott, der du uns mit uns seyn, re Zuflucht bist, daß wir uns Herr, unser Mittler, Jesu deines Schußes freun! Herr, Christ, Geist Gottes, Geist unser Gott, verleih uns der Gnaben! Unendlicher, Muth! In deiner Hut sind verwirf uns nicht! Wir kem: wir; und was du thust, ist men vor dein Angesicht, mit gut. Missethat beladen. Nimm 4. Gib Frieden, wo sonst von uns unsre Sündenfchuld, 3wietragt war; vereine, du Gott der Langmush und was getrennet war; schenk Geduld! Erhöre gnädig un uns der Eintracht Gegen! ser Flehn, daß wir dein Uns feite, Gott, tein guter Seit, Erbarmer, sehn! Herr, Geist, und was bein theures ett 7. Laß mich zu deiner Eh. re leben, der du die Wisse. that vergibst, das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst! Laß, Bater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel seyn! 222 Gesinnungen und Verhalten des Christen Wort verheißt, sei Licht cuf gewähren, als wir flehn; unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir, die Jerenden zurück! Herr, unser Gott, breit aus dein Wort an je dem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! laß uns Erhörung finden! O neig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach und rein pon Bünden! Laß uns dir nun geheiligt seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Chrifti Flut erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme, dich! Vergib uns, leit uns väterlich! 5. Auch die Regenten lenke du, daß weise sie, in sichrer Ruh', der Völker Wohlstand heben! Dem Fürsten, der uns schügt und- liebt, gib, Mel. Befiel du deine Wege der in ipin ſo viel uns gibt, 310. F Gett für mich, ein frohes, langes Leben! trete Noch lange fei sein Bater: Alles wider mich! So oft blick uns, seinen Kindern, ich zu ihm bäte, verliert Schuß und Glück! O schüit' mein Kummer sich. Hab ich auf ihn und auf sein Haus nur ihn zum Freunde, wie und seine Räthe Segnung felig bin ich dann! Was acht' aus! Herr, unser Gott, in ich aller Feinde? Er nimmt deiner Hand ist unser Land; si meiner an. beglückes, fegne jeden Stand! 6. Vernimm der Leidens den Gebät! Wer in der Noth um Rettung flebt, dem bilf ous feinen Nöthen! Gió Kranken Linderung und Ruh'; die Sterbenden erlose du, erhör ihr legges Bäten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; veretle der Berfol ger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gett, durch alles Leid der Pilgerzeiz führ' uns zu dei ner Herrlichkeit! 7 Du tuft weit mehr als wir verstehn, kannst mehr 2. Ja dies ists, was mich stärket: ich glaube fest, als Christ, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Bater ist, daß er zu allen Zei ten mit Huld hernieder blickt, im Kampfe mir helft streiten, in Angst mein Herz erquickt. 3. Menn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vorsaß nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: den, Herr, der deinen Wil: len, so gut er immer tann, fucht redlich zu erfüllen, siehst du mit Gnade an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meinen im Allgemeinen nen Sinn; frillt alle meine Sünde zum Opfer selber Schmerzen, nimmt jede er. gibt. ge hin; jeigt mir, daß Erdenleiben nicht zu vergleichen sei mit jenen Himmelsfreu. dert, dem. Lohn bewährter Treu'. 223 9. 3ft Gott für mich, so trete gleich alles wider mich! So oft ich zu ihm bäte, ver. liert mein Kummer sich. 5. 2[ uf dies mein Heil und Erbe seh ich vell Zuversicht. Wenn ich gleid fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich, auch unter Zähren, hier mance rauhe Des ist mein Herz vell Wonne! Bas iste, das mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! Mel. Warum sollt' ich mich Bahn, nimmt mich doch 311. Meines Herzens Gott zu Ehren dereinst auf reinste Freude ewig an. 6. Dies stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchster, treu zu seyn! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 2. Freundlich ruft er alle Müben, und erfüllt, sanst und mild, ihren Geist mit Frieden; seine Vaft ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wena wir jagen. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Unsehn, Ruhm und Macht, wornach nur 3. Ja, Ja, er kennt die Stolze streben, nicht Reich. Leidensstunden; größern thum, Glück und Pracht, Schmerz hat kein Herz, als nights soll mir je den Glau sein Herz, empfunden. Da ben an deine Batertren' rum blickt, wenn feiner vermindern oder rauben; nichts, was es immer sei! Brüder einer weint, unser Freund mitleidsvell hernie der. 3. Was fönnte sonst mich fcheiden von deiner Lieb', o Gott? Verfolgung? Trüb. fal? Leiden? Schwerd? Hunger? Blöse? Tod? Niqis, nichts! Jh über winde in dem, der mich ge liebt, und sich für meine 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft Er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Die auf ihn zu allen Zeiten folgfana saun, ihm vertraun, ärnten Se ligkeiten. 5. Se ist nur die, daß ich nie mich von Jesu scheide, daß ich ihn durd) Glauben ehre, jeder. zeit hocherfreut seine Gamme höre. 224 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Jeſu, treußter Freund lich alles Glück der Zeit: im von Allen, mit dir will, froh Himmel sei mein Wandel! und still, ich durchs Leben wallen! Uuch der Tob fann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. 5. Jegt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die künft'ge Belt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Bellen. dann erscheint, Mel. Wann mein Stündlein weiß, an wen 312. Jin Glaub' sich werd ichs froh empfinden. MHE hält; kein Feind sell ihn mir tauben! 2115 Bürger einer befren Welt, leb ich hier im Glauben: dort schau ich, was ich hier ge ich schaue. glaubt. Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, das Je fus mir erworben? 6. Im Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir gläubig traue, die Seligkeit, die dort bei dir in vellem Licht Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: doit wird er sichtbar, wann dein Bild in mir sich ganz verkläret. 2. Mein Leben ist ein turzer Streit, und herrlich ist, die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut, zum ea gen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh' mich schreckt: du, der den Ted für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. Herr, du bist mein Höchster Rubm, mein bester Troft im Leben; einst wirst du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich es, was ich hier nur suche und nicht finde. 4. Here, lente meines Geiftes Blick von dieser Weit Getümmel auf dich, auf meiMel. In eigener Melodie ner Serie Gluck, auf Ewig: 313. Meinen Jeſum Feit und Himmel! Kurz ist der ich nicht 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch dei ne Leiden; auf deinen Tod bin ich getcuft; wer fann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Lust, nicht leid und Neth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden 8. Bie groß ist meine Herr lichkeit! Empfinde sie, o Cee le! Bom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott, c Geele! Der Erde glänzent nichts vergebt; nur des Ge rechten Gluck besteht durch alle Ewigkeiten. Erte Hemlichkeit, vergang. Er hat sich für mich gegeben; fera im Allgemeinen. fordert es nicht Dank und sche filet. Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt gefandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gettes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt ich fest an feiner Liebe, traue dem, was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! 4. Co ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich bin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich kein Lab: infal mehr erfrischt, alle Sin nen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Je. fum nie, bange stets an fei nen Blicken; denn nach die fes Lebens Müh' will er ewig mich erquicken. Ewig strahle mir dert sein Licht; meinen Jefum laß ich nicht! 7. Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wun Wün225 Du, o Jesu, du nur bifts, du nur, der fie ganz erfüllet. Dich, mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! 8. Dich, mein Jefu, halt ich fest, laffe nichts von dir mich scheiden. Weh euch, die ihr ihn vergeßt; ihr beraust euch ew'ger Freuden. Se lig, wer in Wahrheit spricht: meinen Sesum laß ich nicht! Mel. Bie groß ist des 314. Was wär ich obne dich gewes fen, was würd ich ohne dich, Herr, seyn? 3* Furcht und Uengsten auserlesen, ständ ich in weiter Belt allein. nichts wüß ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wat ein bunkier Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem that ich meine Serge lund? 2. Einfam berzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien mir finster jeder Lag; ich folgte nur mit heißen Thrä. nen dem wilden Lauf des Lebens nad); ich fände Unruh' im Getümmel und hoffnungslosen Gram zu Haus. er hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte da auf Erden aus? 3. Hat Chriftus sich mir Fund gegeben, und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die $ bo 226 Gesinnung und Verhalten des Christen bedenlose Finsternig! Mit Wefen wohnte drinn; und ihm bin ich erst Mensch ge wards in unserm Geiste helworden: das Schicksal wird le: so war nur Unruh' der: verklärt durch ihn, und Eden Gevinn. Ein eisern Band muß an allen Orten um den helt an der Erde den bebenGeliebten wieder blühn. den Gefangnen fest; und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoffnung Uleberreft. 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde; die ganze Weit spricht Lieb' und Lust. Ein Balsam träuft für jede Bunde, und frei und voll 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschen. Elopft jede Brust. Durch sohn voll lieb' und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Him. mel offen, als unser heil' ges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen, und fühlten uns mit Gett verwandt. ihn erhalt ich tausend Ga. ben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 5. D geht hinaus auf allen Wegen, und holt die Irrenden herein! Reicht jedem eure Hand entgegen und la det froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufge. than. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde, and fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Ungebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt, zog das Leben vorüber, wie ein ein fel'ger te man den Abschied kaum. 6. Ein alter schwerer Traum; und ew'ger Lieb' Wahn von Günde war fest und Treu' ergeben, bemerk. an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Reu' und Lust jugleich entbrannt. Ein je. des Werk schien uns Verbrechen, der Mensch ein Get: tedfeind zu seyn. Bang Hörten das Geseß wir spre. chen; denn ach, es drohte Tod und Pein! 10. Nech steht im wun. dervollen Glanze der heilige Geliebte hier. Gerührt von feinem Dornenkranze und seiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift, und, in fein Herz mit aufgenommen 7. Das Herz, des Lebens zur Frucht des Paradises reiche Quelle, ein böses reift. Mel. im 20gemeinen. Mel. Kommt her zu mir, spricht 315. Co hoff ich denn mit feftem Muth auf Gettes Gnad' und Chrifti Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gett ist ein ater, der verzeibt, hat mir das Recht der Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaus: fprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Her. en durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Geligkeit, wirkt gott liche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Troft im Elend u, verfüfet uns des Lebens Ruh, und stärkt uns in Gefahren. 227 Gett ist größer, als mein Herz und giebt Ruh auf bangen Schmerz. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an bein göttlich Wort, um bei. nes Namens willen; laß ihn mein Licht auf Erden seyn, bn täglich mehr mein Her erneun und mich mit Trost erfüllen! 2. Er, der das Verborg: ne tennet, kennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; schaut den Summer meiner Seele, der mich beugt, so eft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, sondern mehr den Willen an. 3. Wer will ferner ten verklagen, welchen Gott zum Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gett selber losgezählt? Menschen sind vor ihm nicht ohne Mänwor, und selbst die Engel, gel; dech das menschliche Geschlecht wird in seinem Sohn gerecht. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben, und in ihm einst selig seyn. Such ich immer treu zu überwinden, nur den Hang zu Sünden mich der Jugend stets zu weihn, so will Gott mir gnädig seyn. Mel. Jesus, meines Lebens 316. Chweiget, bange 5. Theuer bin ich ihm er3weifel, schwei worben! Wohl mir, hier ist get! Mein Erlöser ist getreu, Jesus Christ, Er, der auch und sein Geist in mir bezeu: für mich gestorben, auch et, daß ich Gott versöhnet für mich erstanden ist, nun ei. Mag auch selbft mein zur Rechten Gottes fizet, auf Berz mich richten, mich ver: mich sieht, mich mächtig Dammen, mich vernichten: schüßet, mich vertritt, mich P2 228 Gefinnung und Verhalten des Christen nie verstößt, mich aus aller hält, in dem ist wahrlic Noth erlöst! Gottes Liebe. Gin teglid 6. Nun so mag das lin. thätig Chrißenthum, dat glück fürmen! Ulles um ift des Glaubens Frucht unt mich her sei Nacht! Gett, Ruhin. mein Gott wird mich be 5. Der bleibt in Gott, schirmen, der für seine Kin- und Gett in thm, wer in der wacht. Benn ich hier der Liebe bleibet. Die Lieb auch hülfles bliebe, leitet ifts, die die Cherubim Gota mich doch seine Liebe- durch zu gehorchen treibet. Gett die leiden dieser Zeit zur be ist die Lieb'; an seinem Hei glückten Ewigkeit. hat ohne Liebe niemand Theil. Mel. Auf Christenmensch 317. Mer Gottes Wort Mel. Jesu meine Freude ie getreft und nicht halt, und 318. spricht: ich kenne Gott! der heiter, Herr trüget; in folchem ist die mein Licht und Leiter, macha Wahrheit nicht, die durch du meinen Geift! Alle, die den G'auben sieget. Wer die trauen, führst du zu den aber fein Wort glaubt und Nuen, wo du sie erfreuff hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. Niemals wird bei dir, c Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquil Bung- fehlen.. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liede zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht al. vermag ich Schwacher; du lein; er stärkt das Herz und mein Seligmacher, rüsteft macht es rein. mich mit Muth. Ob auch Neth und Elend droht! of auch Furcht und Ungst mich schrecken: du wirst mich be decken. 3. Ich kann ohne Grauer Gräber vor mir schauen mein Eslöjer lebt! Ich weiß wem ich glaube, weiß, daf aus dem Staube mich ſein erhebt. Todestag, 4. Alsdann bin ich Gett angenehm, wann ich Gehor. Arm sam übe. Wer die Gebete dein Schrecken mag frecher Sún 3. Durch Jesum rein von Misfethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Heffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder; felgt Christi Beispiel als ein Chrift, und reinigt sich, wie er rein ist. 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben; mas gu willst, ist gut. Nichts im Allgemeinen. Sünder Herz erschütterni ich, ich darf nicht zittern! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde fie, ge stärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder und begnabigst mich. Deine Huld tilgt alle Schulb, und dem reuerfälle ten Knechte schenkst du Kin desrechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, dank ich dir allein! Daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe, ewig dein ju fenn; daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank ich beiner Gnade! 6. Der du Leib und Le ben hin für mich gegeben, daß in meiner Nech ich nicht hülflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker, als der Tod. 229 re Bürden, Traum und Eitelleit? Du erfreust nur stets den Geist, und du willst, die dich verehren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dert? Unbegränzte Zeiten voller Se. ligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein, durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Voll von deiner Güte jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst turchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! In eigener Melodie. Herr, und ich, ich sollte mich 319. Wie wohl ist mir, deiner Huld nicht dankbar freuen? dir mein Herz nicht weihen? o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Ich traure nicht; was kann mich quaien? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dir vergeß ich meine Leiden; denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie tönnt' ich jemals muthloß werden? Du, du bist überall mit mir! 7. Würdig dir zu leben, bies sei mein Bestreben, sei mir heil'ge Pflicht! Was die Welt erfreuet und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dic: wie gern will das, wornach die Eitten trachten, reich in dir, nicht acten! 3. Macht ein Gut der Er e, daß ich glücklich werde 2. Hab ich, Erlöser, dich In der Ewigkeit?@ind nicht zum Freunde: was fehl hohe Würden oft nur schwe- mir dann? bu forgst für mich. 230 Gesinnung und Verhalten des Christen 320.ir ergeb id mich. Hätt' ich auch eine Mel. Seelenbräutigam Welt voll Feinde: ich bin getrost; ich trau auf dich. Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht heff nungslos verzagen: ich weiß, was du für mich gethan. Trät' Alles wider mich zur fammen: ich bebe nicht; als drin Eigenthum, rech wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig Jefu der du dich auch zu meinen Heil und Leben in den Tot hast hingegeben! Ewig wil ich bein, mein Erlöfer, feyn 2. Laß mich dir zum Ruhm und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir, sünden rein hier auf Erden seyn! an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Be 3. Nah dir bilde mich Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, alle gen; aus dunkler Nacht ohne Ausnahm liebe! Haf ftrahlt mir dein Licht. Nur und Rachbegier bleibe ferr Sünder zittern vor dem von mir! Grabe; ich, der ich dich zum Freunde habe, tann über Tod und Grab mich freun; denn ich gehöre zu den Dei, nen. Bald wird nicht mehe mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig seyn. 4. Gelobt seift du, oFreund der Seelen! In deiner Huld, wie wohlist mir! Was kann, da du mich liebst, mir feh, len? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so drük. 6. Stárke mich und gil tenden Beschwerden hab ich mir des Geistes Trieb; lap den Himmel schon auf Er- mich waben und mit Beter den; denn du bist durch den Einblich vor den ater tre Glauben mein. Ich darf, ten: Ich darf, ten: so erlischt das Lich ich will nicht ängstlich Ela- meines Glaubens nicht. gen: wer Fann, wo Jefus ist, verjagen? Mein Freund ist mein, und ich bin ſein!" 7. Obne Prüfung ift hier kein wahrer Christ. ទេ du mich ins Leiden führen laß mich nur dich nicht ver lieren! In der Trübsa Nacht 4. Neiget sich mein Ginn zu dem Ird'schen hin; c dann warne meine Seele daß sie nicht ihr Ziel verfeh le! Denn ein wahrer Chrif sucht, was ewig ist. 5. Wecke mich stets auf meinen Pilgerlauf nur nat deinem Wort zu enden; lei te mich mit treuen Händer auf der Lugendbahn; lei mich himmelan! im Allgemeinen. 231 Nacht nimm mich, Herr Todes Schmerzen Mitleid in Act! gegen die empfand, die mit 8. Einen Heldenmuth, der Grausamkeit ihm fluchten, auch Gut und Blut gern um seine Qual zu mehren suche deinetwillen lasse, und des ten; Fleisches Lüfte hasse, gib zu deiner Ehe mir je mehr und mehr! 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte, der gerecht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich, edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hin. gegeben! 5. O ich weil an deinem Bilde gern, erhabner Men. schenfreund, wo mit so viel sanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werte find ich Untrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich ju preifen, sei mir hohe, heil'. ge Pflicht: dich, den LiebeMel. Gott im Himmel und auf 321. Jefum ewig zu ver vollen, Weisen, dich, der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jesu, dir zu werden, sei mein höchstes ehren, ist mir fanfte, heil'ge Pflicht; sei. ne weisheitsvollen Lehren geben meinem Geifte Licht, und zu jedem guten Werke gibt fein Beispiel Kraft und Stärke. Ziel auf Erden! 9. Jefu, hilf, daß ich alles hier, was mich von die locket, überwinde, und durch deine Kraft empfinde, daß ein wah. rer Chrift treu und standhaft ift! 10. Wirbs von hinnen gehn, wollst du bei mir stehn, mich durchs Todes. thal begleiten, und zu der nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freun! In eigener Melodie. 2. Sollt' ich den nicht 322. Fins ist Noth Und, Herr, dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edlen, nennt den Beifen, welcher so, wie Jesus Chrift, reine Eugend, die er lehrte, durch ein gött, lich Leben ehrte; dies Eine ist, was alles Heil umfaßt. Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere last, wor. unter das Herz sich oft ang ſtigt und quälet, und immer 3. Der mit liebevollem der Ruhe, der wahren, ver: Herzen boben, festen Ruth fehlet. Es wohnet kein Frie. verband; der selbst bei des de im Reich der Natur die einke Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Dich erwählen, ist das Cine. ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. Sinnlichkeit täuschet den Vorbild wähle, hast du treu Suchenden nur. dein Wert volbracht. In dir ging die Tugend hier Welches Cheil! O sichtbar durchs Leben; wie gib, daß ich ewig mich mit sollt' ich, nech dir mich zu dir vereine, nichts so innig bilden, nicht streben! Dir lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Ver. dienst, Here, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die 6. Darum sollst du mie Zierbe der Menschheit, wie das Eine, Jesu, du mein du? Wer brachte mehr Licht Ulles seyn. Siehe, daß ichs ihr, mehr Segen und Ruh'? redlich meine! Ewig, ewig 3. In dir ist der Weißheit bin ich dein! So fegne mit Fülle. Du nur jeight, was Kraft mich, stets weifer auf mich beglückt. Durch dein Erden, entsündigt, geheiBort nur wird mein Bille ligt, dir ähnlich zu werden, niedrer Erdenluft entrückt. und trru dir zu bleiben im Gern will ich mich sammeln, Leben und Tod! Dies, Herr, die heiligen Lehren der himm. ist das Eine; dies Eine ist lifchen Weisheit mit Undacht Noth! zu hören, um fern in den Rathschlug der Bottheit zu fehn, und freudig die Wege 323, der Tug nd zu gehn. 232 In eigener Melodie. Daß ich der Tugend Höh' erElimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß besiegt, wo 4. Mit Vergebung meiner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann; läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was is des Himmels reinem kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden; ich bin ja beim Vater, dem Höch ften, in naden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Him. mel ersetzt mir, was hier ich verlor. Scheine dies eine Ziel nur glänzend steht;- ach, Gott erhöre mein Gebet! darum bet ich, flehe, weine. nut 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung ge macht, Daß ich die zum - 2. Es flieg veran die feilen Stufen der Menschen, sehn mit Kraft und Muth. Er- hört im Jordan sich ge= rufen, und nimmt den Ruf mit aus der Fluth; und gebt, daß er zur That sich rüste, die im Allgemeinen. 233 die außer ihm kein Mensch geendet, bis er, nah an die begreift, die nur in seiner Todesnacht, Seele reift, zum stillen Denten in die Wüste. jum lauten Siegesruf: Volbracht! den letzten Athemzug verwendet. 3. Da steht er an dem Scheidewege; vor ihm die schauberhafte Wahl; aller Leiden Donnerschläge auf seinem Weg zum blut'gen Pfahl. Gett, was nur Men fchen reizt, verlassen? selbst ihre Liebe? Müh' und Noth und Angst und Schmach, zuleßt den Tod mit seiner schärfsten Qual umfassen? 4. Dort liegt der Erde reicher Gegen; dort hängt der Ehre schöner Kranz; Bewundrung jauchzet mir entgegen; die Ruhe winkt, des Goldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spiße die schönften Reiche ausgedehnt. Auf folge! und Judäa krönt dich, Enieend vor dem Königsite. hier 324.! bester Troft Jette In eigener Melodie. meine Freude! im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich seyn. Laß auch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Eins sturz draun! Was ists' mehr? Rings um mich her mag es stürmen, dennern, blißen! Er, er wird mich schüßen. 5. Nein, Gett gebeut! 3. Wenn der Sünde Weicht, Erdenfreuden! Fort Schrecken Angst in mir er. Satan, hebe dich von mir! wecken, Jefus ftillet fiz. Ich tret in diese Nacht der Mag der Tod sich nahen, Leiden, und hange, Bater, mich das Grab umfahen, nur an dir. Selbst in des Jesus läßt mich nie. Mich Sturms ergrimmten Fluten schreckt nicht das Weltges umschlingt dein Arm all. richt: freudig, daß ich Jemächtig mich. Ich fühle fum sehe, blick ich auf zur dich, ich fühle dich, wenn Höhe. alle meine Aldern bluten. 4. Wer ist, der den Glau6. Entschlossen nun, voll ben meinem Herzen rauben, innern Frieden, wirft er sich ihn erschüttern kann? Bei ins Gebräng der Welt; er der Feinde Toben stimm ich, kämpfet, ohne zu ermúden, Gott zu leben, Freudenties und überwindet als ein Held; der an. Ich vertrau auf und hält sein Wert nicht für Gottes Macht; er wird, wenn 234 Gesinnung und Verhalten des Christen wenn mich Feinde haffen jeder Mensch nach deinem niemals mich verlassen. Bilde so eifrig seine Pflicht erfüllte, die Erde wär' ein Parabies. 5. Lockt nue, Gold und Schäße! Ehre sei der Göze der betrognen Welt! Mich sollt the nicht blenten, nicht von dem mich wenden, der 2. Entflammt war beine ganze Seele von reinster Lies be gegen Gott, war seinem mich treu erhält. Elend, heiligen Befehle gehorsam Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. bis zum Kreuzestob. Du fuchtest nur des Baters Ehre; im Sempel war sie deine Lehre, und was dem Heilige ften gefällt. Den Schöpfer aller Kreaturen verkündigtest du auf den Fluren als Bater, der die Welt erhält. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust Triebe! Thoren lockt nur ihr. Mich follt ihr, ihr Sünden, nim. mer willig finden; fliehet 3. Wie eifrig warst du, fern von mir! Uleppigkeit, feinen Willen, als Bürger Geiz, Schmähsucht, Neid, und als Unterthan, ihr beschweret bas Gewissen; euch will ich nicht wissen. ats Sohn, als Bruder zu er füllen, auf deiner ganzen Lebensbahn! 21s Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Berfolgt, wie duldend ges gen Feinde! Für Aller Wohl Die schlug deine Brust. Menschen trößen und erquicken, erfreuen, heilen und beglücken, war dein Geschäft, war deine Lust. 7. Weichet Gorg' und 3a. gen! Schweiger, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Je. den, der thn liebet, muß, was erst betrübet, noch) zu legt erfreun Hab ich hie selbst Noth und Müh'; Je fu, auch im banasten Leide bleibst du meine Freude. 4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wie 325. uf did, Erlöser, sorgsam gingst du ihnen Mel. Wie wohl ist mir, o Freund stets zu sehen, so wie du warst, gesinnt zu fenn, der Tugend Beg dir nach zu gehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, bast du den Deinen, die dich Ireben, als Pflicht aus Liebe sorgeschrieben; wie dringend nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpfteit, Wahrheit zu verbreiten, und Ale zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entjogst du matt dich dem Ge ist sie, Her, wie süß! Wenn tümmel, da war die Einsamfeit im Allgemeinen 235 teit dein Himmel, dein Geist zen Preisgefang fagt nun beim Vater im Gebät. deiner Liebe Dank. 5. Du warst demüthig und 2: Keine lockende Begierde bescheiden, ein Freund er= drängte dich zum Eitlen hin; laubter Heiterkeit; bewiesest Heiligkeit war deine Zierde, bei den schwersten Leiden Ge Menschenrettung dein Geduld, Muth und Gelassen- winn. Willig trugst du deiheit; vergabft, von Liebe ne Bürde, tratest sanft und tief durchdrungen, die här- still hervor, hobst die Welt testen Beleidigungen, im le zu Gott empor, daß sie ewig ben, und dem Tode nah; selig würde. Niedrigkeit und starbst so rührend und war, Herr, dein Loos, und erbauend, so freudig, stand: doch dein Verdienst so groß! haft Gott vertrauend, so göttlich groß auf Golgatha! 3. Mächtig selbst im tiefsten Staube, schufest du der 6. Biedu, gefinnt zu seyn, Geelen Glück. Zweifelsucht zu handeln ist deiner Schü und Aberglaube schwanden ler höchste Pflicht; der muß in die Nacht zurück. Hin nach deinem Vorbild wan jum Heiligthum der Wahrdeln, der von Berehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein heilig Wohlgefallen, fein heit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, sah sein Heil in voller Klarheit. D wer bebt vor Freuden nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Liche. 4. Nun entfliehen Furcht Geift und Segen auf uns und Schrecken vor dem groallen hier und im Himmel ßen Weltenherrn. lohnend ruhn. Nichts kann Sorg' in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. eine Liebe, nichts als Liebe predigt uns die ſchöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund feit du ers schienst, ist die Liebe Gottes. bienft. Met. Gott, der du die Menschen 326. Melterlöfer, dich zu lieben, bis das Aug' im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, ist uns theure, beil': ge Pflicht. Von der Liebe Glut durchdrungen, famst 5. Selbst der Sünder darf du, wardst uns Menschen nicht beben, eilt er nur ju aleich, gründetest ein neues bir zurück. Deine Stimme: Reich, hast uns Ruh' und du solft leben! heitert seis Heil errungen. Froher Her nen Thränenthe. Ac du bla 236 Gesinnung und Verhalten des Christen blutetest am Kreuze, trugest und reger Mitleidstriebe; Schmach und Ungst und selbst deinen Feinden wand. Stoch; starbst für ihn, da test du großmüthig Hülf' und Et dein Tod ihn zum from. Wohlthat zu. men Leben reize! Folgt er dir: o welche Huld! ausge: filgt ist seine Schuld6. Dank sei die von allen Frommen, Preis und Dank fei dir geweißt! Ja, durch dich ist heil gekommen in das Land der Sterblichkeit, Wer die folgt durchs Erden. leben, athmet hier schon Himmelslust; Friede wohnt 4. Dein Beispiel lehrt, was schädlich ist, mit weiser Borsicht fliehenes lehret mich, mein Herz der List und Heuchelei entziehen. O wohl mir, wenn mit from. mem Sinn ich die, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpfin seiner Brust; einst wird test selbst und brach'st die Gott die Kron' ihm geben. Bahn, stärkst nun auch mich Wie verklärt des Todes Thal zum Streite. Wie könnt Herr, ihm deines Lichtes Strahl! ich denn so zaghaft seyn, und raich, die nachzufelgen, scheun? Mel, Auf, Christenmensch 6. Wer hier sein Glück zu 327. Mir nach, ſpricht finden meint, wirds ohne Christus, un dich verlieren, wers bei die fer Held, folgt meinem Vor- zu verlieren scheint, den wirst Verläugnet du dazu führen. bild, Christen! Wer dich verehrt, euch, besiegt die Welt mit als seinen Herrn ihren schnöden Lüften; gebt und dir nicht folgt, ist dein ihren Reizungen nicht nach, erduldet lieber Ungemach! nicht werth. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchte mir zu einem heil'gen Leben! Wem sollt' ich anch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestre ben? D jeigft den Weg zum wahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln fell. 3. Dein Herz voll Getter. Mel. Es wolle Gott uns gnädig gebenheit, war auch vell 328. Menschenliebe, voll Demuth, 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will wohl. gemuth, getroft und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht lämpft, trägt einft die Kron' bes ew'gen Lebens nicht davon. € ³ 3 preise Gott, wer Jefum Sanftmuth, Freundlichkeit, Chrift alt feinen Heiland fen= im Allgemeinen 237 fennet, wer seiner Kirche hilft und gibt, ist gegen Feins Mitglied ist, und seinen de gültig, und liebreich eift Herrn ihn nennet! Sein höch. er jedermann, der fein bes ftes Ziel hienieden sei, daß er nam seiner Lehre, entfernt von aller Heuchelei, aufrich: tig ihn verehre als ächter Chriftusjünger! darf, entgegen. Er stiftet Gutes, wo er kann, und lebt der Welt zum Segen, wie Jesus ihm gebi tet. 6. Der ächte Jünger Je2. Der ächte Jünger Jefu fu trägt getroft des Lebens hält stets fest an seinem Glaue Bürde. Auch Noth, die Gott ben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dies Kleinod rauben. Denn die ser Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edlen Stres ben, ver ſeinem Schöpfer tugendhaft und kindlich froh zu leben, zu dulben und ju sterben. ihm auferlegt, erhöhet feine Würde. Er bleibet felbst im herben Schinerz noch muthvoll und geduldig; des Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jefu wandelt. 3. Der ächte Jünger Jesu lernt, von Gottes Geist getrieben, und von des Lasters Pfab entfernt, ftets herzli. cher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Günder ju beglücken. Er zählt dazu sich selber mit, und rühmt es mit Entzücken: Auch mich hat er geliebet! 7. Der ächte Jünger Je. fu fiegt auch über Todes: schrecken; benn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub nicht decken. Er kennet den, der für ihn stard, und ihm durch) Tos des leiden des Himmels Se ligkeit erwarb; drum jauchzt er im Verscheiden: Ich weiß, an nen ich glaube! 4. Der ächte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsgeschäf: te die Tage seiner Lebenszeit und alle seine Kräfte. Er 8. Gib, Jesu, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdar im Glauben recht verehre! Nimm - glaubt und liebt; wie fellt' nach vollbrachtem Pilgerlauf er nicht der Lüste Reiz rer: zu jenen Gefigkeiten den schmähen, und unverrückt Geist, der dich verehret, auf! den Weg der Pflicht, wie Ihm Webnung zu bereiten, Jesus Christus, gehen, um bist du verangegangen. ähnlich ihm zu werden? 5. Der ächte Jünger Je. Mel. Uuf Chriftenmensch fu liebt die Menschen edel: 329. Du beines Vas müthig; er tröstet, bessert, tere Ebenbild, 238 Gesinnung und Verhalten des Christen ihm gleich an Menschenliebe, verlassen, Gottes Sohn, und du warst, o Jesu, ganz er füllt mit gottgeweihtem Trie: be! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. der Sünde dienen? mit den Lüften dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Bille dir meine Ruh' gefunden; war dein Wille; du ehrtest Mittler, heiltest du doch mir auch im größten Gomerz liebreich meine Wunden; und ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst dur ihn noch als Water an. ich sollte dein Gebet, wie die Sünder, hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren lassen? 15 3. Nein, ich bin und bleib ein Christ, folge deinen Lehren. loffe weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Bielen tausend ab; nicht ich; mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. 3. Du fuchteft nichts, als fein Gebet velkommen zu er füllen, und unterwarft bich bis zum Tod ganz deined Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, Bols lender seines Raths zu seyn. 4. 3um Kreuze gingst du ruhig bin, uns Ruhe zu erwerben; bereit, mit gött. lich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst wie den du jur tiefsten Schmach ge fast, und trugft der schwer. ten ston Leiden Last. 4. Beigt sie mir ein Heil, du? Bringt sie Kraft Müden, den BeträngTrost und Ruh', Sündern Gottes Frieden? Gibt 5. Herr, lehre mich, dein sie mir die Zuversicht, daß Eigenthum, nach deiner u. ich, treg dem Grabe, deigend streben! Dir gleich ge. ner Ewigkeiten Licht zu ersinnt ſeyn, sei mein Ruhm, warten habe? und Bonne, so zu leben! D hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Va ters thu! 5. Rettet sie mich, wann vor Gott einst die Völker stehen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite se. ben; wann der Eichre nun zu spät aus dem Schlaf er330. Sollt' ich jetzt noch, wachet, und der Spötter, da mir schon der hier schmäht, glaubt deine Güt' erschienen, dich und nicht mehr lachet? 6. O Mel. Schwing dich auf 941 im Allgemeinen. lehn 6. O wie thöricht, wenn Feinden gern verzeihn. ich mich noch verführen ließe, fell mir des Elends Jesu, da ich schon durch unerhört vorüber gehn; fest dich Gottes Huld genieße, und innig will ich streben, da ich weiß, auf wessen deinem Beispiel nachzuleben. Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar tort Gnad' und Leben finde! 4. Du, den ich zum Vorbid wähle, hebest meine Seel' empor. Wann ich wante, wann ich feble, schwebe mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt fei mein Geist! Wann er sich dem feheiden. Welt und Staub entreißt: dann, o Sünd' und Eitelkeit und dann werd ich im Sterben des Fleisches Triebe, ates Freud' und Wonn' auf ewig überwind ich weit, Herr, erben. durch deine Liebe! 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden, sollen mich, mein Herr und Gett, jemals von dir Mel. Freu dich sehr Mel. Mainen Jesum laß ich nicht o 332. Sanft, Chrift, ist Jesu Joch; 331. Göttlicher, dich zu erheben und und was kann bei ihm uns mit frommer Zuversicht, deix fehlen? O wie selig sind wir ner Tugend nachzustreben, ist dein Ruf und meine Pflicht! Sieh, ein Beispiel laß ich dir, sprichst du: komm und folge mir! O welch Beispiel fonder Gleichen! Sterb, o Geist, es zu erreichen! doch durch den Retter un rer Secten! Welche Wenn' und Herrlichkeit wartet uns rer nach der Zeit! 2. Freue beines Glau. bens dich, deines Gottes seines@chnes! Deine Seele rühme sich ihrer Hoffnung, feines Lehnes, veller Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 2. Urmuth, Haß, Ber: folgung, Somerzen trugft du still und mit Geduld; du vergabft mit eblem Herzen deinen Feinden ihre Schulb; hörtest der Verlainen Flehn, eiltest ihnen beizustehn; kann test keine höhre Freuden, als die indrung ihrer Leiden. 3. Hat gleich sein Bekennt. niß hier seine Leiben und Beschwerden; dennoch sei ihm treu; denn dir follen ew'g Freuden werden. Bas ist gegen solch ein Glück diefes Lebens Augenblick 2 und 3. Ich auch will in Noth Schmerzen fiarbhaft und geduldig seyn; will mit 4. Schäme feines Worts liebevollem Herzen meinen dich nie vor den Stevlern 340 Gesinnung und Verhalten des Christen vor den Spöttern, wenn sie nachzuahmen ftreben? nicht ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wiß vergöt tern! Was vermag der Läft rer Spett wider Jefum, wider Gett? gehn den Weg, den du, betratft, nicht freudig thun, was du, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sün. de nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein End. zweck Gottes Ehre; hier Leiollkommenbeit tung, zur und dort der Diensten Ce ligkeit. 3. Drum führtest du zur Tugend an, und, ftandhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth und zu beleben; und wenn du littest ohne Schuld, ertrugt du Alles mit Gebuld. 4. DerKummervollenTroft zu seyn; zu wehren jedem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun, war deine Sorg' und Freude; und jede Thräne, jeder Schmerz trang in dein liebevolles Herz. 5. Du trugt mit Sanft: mit Huld die muth und Swachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Geduld und batst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Tod und ehrtest selbst im Tode Gott. 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und dei. nen Glauben? Gottes Bei fall, Gottes Reich kann doch keine Macht dir rauben. Halte dich an dem nur fest, der die Seinen nie verläst! 6. Welden Kampf hat nicht dein Herr für dein ew' ges Heil gestritten? Jene Schaar der Märtirer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Marter, selbst den Sod, litten sie getroft für Gott. 7. Und der Spötter Wit und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glau bens zu verlieren? Nein, » Christ, nein, wanke nie, fleh um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Won me jenes Lebens. Und auf einen turzen Streit Frönt di seine Herrlichkeit. Mel. Auf Christenmensch 6. Dies große Beispiel hast du mir zum Vorbild hin terlaffen, daß ich gesinnet fei, 333. Melch hohes Bei gleich oir, in meinem Thun Spiel gabst du und laffen. Komm, sprichst mir, mein Heiland, durch bu, nimm mein Joch auf dein Leben! Sellt' ich nicht dich, kemm, felge mir und gern und mit Begier, die sieh auf mich! 7. 3$ im Augemeten 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein heil erkenne, dein wahrer Sünger fei, und nicht mich nur den Deinen renne, da mit ich deinem Vorbild tren auch Undern gutes Beispiel fet! 941 so reift sein Vorsatz doch zur That. 5. Erwidersetzt mit festem Muthe dem Unrecht sich, gestärkt durch Gott. Tráf ihn im Rampfe für das Gute der Welt Verfolgung oder Spott; so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kampft, weil es die Pflicht gebeut. Mel. Wer nur den lieben 334. Beglückt, beglückt 6. So ist, wer auf Erden mit allen seinen Kráf ten strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets borwärts dringt, und nie bergißt, daß seine Seel' unsterblich ist. 3. Erfüllet von der Tugend Sorgen denkt er, und Denkt mit Lust daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen, ein gutes Wert vol enden kann, und nüket eden Augenblick für Tugend and für Measbenglid. 2. Er forschet nach der Mel. Auf Christenmensch Tugend Wegen, was gut 335, Bades Lodes spåt und Pflicht ist, schnell zu thun; spricht nicht unthätig, gleich den Trägen: noch Raub, wall ich noch hier auf Erden: doch nur mein will ich schlummern, will feib wird wieder Staub; ich noch ruhn. Er fäct früh und hügt die Zeit zur Aussaat für die Ewigkeit. sell unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew'ges Theil, o Gott, Berwerfung oder Heil. 4. Ibn schrecken feine Hinberniffe, durch Sefu Beispiel tärkt er sich, und seine bei igen Entschluffe sind fest ind unerschütterlich. Wie ſehr er auch ju lámpfen hat, 6. So laßt auch and als Christen handeln, auß reiner Achtung für die Pflicht; laßt uns die Bahn der Tugend wandeln: da strahlet immer helles Licht, und unfer food in Ewigkeit ist reis ner Tugend Seligkeit! 2. Mit Ernst und Eifer soll der Christ nach ſeinem Heile ringen; gern laffen was auf Erden ist; hinauf zu Cott sich schwingen; getroft den Pfad der Trubsal gehr, und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele: doch mein Fuß beginnet oft zu manfen. perr/ Gesinnung und erhalten des Christen 242 Herr, stärke mich durch deine Kraft, auf dieser kurzen Pilgerschaft! 4. So lang ich noch, ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch Deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sey mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben, mein Troft, aufdeinen Schutz zu baun, und dir, AlliebenDer, zu traun! 6. Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen hohen Glauben, dies Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lin: dert sonst des Lebens Roth? Und was versüßt mir einst Den Tod? 7. Du, der mir dieses heil erwarb, laß, Sefu, mich's ererben; du, der für seine Menschen stard, laß, Jefu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey! Ruhm? welch Glud fann größer seyn, als Gottes Wege gehn und seiner Huld sich freun? 2. Du fagst: ich bin ein Christ! Der ists, der Christum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse hassen, den Lüsten widerstehn, gewohnte Sünden lasſen dies ist des Herrn Befehl; dies seiner Lehre Sinn; fein todter Glaube führt zur em'gen Wohlfahrt hin. 4. Du fagst: ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben, fein Kind und Freund zu seyn und selig einst zu sterben! Du bists; doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinem Herrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du hast, als Gottes Kind, Gehorsam ihm versprochen; hast du mit Treue denn dem Guten nachgestrebt? hat nicht die Sünde noch sehr oft in dit gelebt? Mel. O Gott, du frommer. 336. D u foaft: ich bin ein Chrift! Wohl dir, wenn Herz und 6. Du fagst: ich bin ein Leben dir deffen, was du Christ, betrachte, les unt sagst, Beweis und Zeugniß höre, vom Irrthum unver geben! Wo ist ein höhrer führt, des Heilands reine Ley im Allgemeinen. 243 Lehre! Wohl dir! Doch thuft und Leben von deinem Ruhdu auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur felig ist, wer's thut, nicht, wer's bloß lieft und hört. me erst ein sichres Zeugniß geben. Der Ram' ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein, das, was er heißen will, in feinem Wandel seyn. 7. Du fagst: ich bin ein Christ! Mit Gott mich zu 12. d), Gott, gib mir verbinden, nehm ich oft Je- doch Kraft, mich ernstlich su Mahl; mich reuen meine zu befleißen, ein wahrer Sünden. Doch zeiget sich bei Christ zu seyn und nicht bloß dir in deinen Werken auch so zu heißen! Denn, wer rechtschaffne Beiferung nach den Ramen hat und nicht dieses Mabis Gebrauch? die That zugleich, betrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich. 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt find in reiner Rindeßliebe, Mel. Wer nur den lieben. wenn du, wie Christus war, 337. Gott, dir gefällt ein Freund der Menschen bist, gerecht und wahr und mild; dann sag: ich bin ein Chrift! fein gottlos Wesen; wer biß ist, bleibet nicht vor dir. Drum las von Sünden mich genesen, und fajaff ein reines Hers in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 9. Wenn, Gutes außzufreun, die Unschuld zu beschützen, und selbst dem Feind, so viel du immer fannst, zu nuten, ohn' Eigennuß und Stolz, dein perz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt; dann sag: ich bin ein Christ! 10. Denn, wenn noch) feidenschaft dir dein Gemüth regierét, wenn Wollust, Eitelleit und Schmahsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Steid noch über dich gebeut: so fennest du noch nicht die wahre heiligkeit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Christ! biß daß dir. Herz 2. Laß mich auf die bes gangnen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und standhaft deine Wege gehn! Ich will forthin die Sünde scheun, und deis nemDienst mein Leben weihn. 3. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinens Vorfaz Festigkeit; und will mein schwaches her; je wanfen: fo bilf der Unentschloss fenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! Q2 4. 018, 244 Gesinnung und Verhalten des Christen. 4. Gib, daß er mir stets er übt, nicht mit reiner Hülfe leiste, und Muth und Seele liebt, Richter, dem Kräfte mir verleib, daß ich gibst du die Krone der Gemit findlichtreuem Geiste rechten nicht zum 2ohne. dir bis zum Tod ergeben fey: so fieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was du wohlgefällt. 3. Die um deiner Liebe millen wandeln, wie dein Wort gebeut, diefe, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns dringen, gute Werke zu vollbringen. 5. Doch wann ich je aus Schwachheit fehle, mein Bater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bes drångten Seele, wann sie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Bekümmerniß mich deiner Gnad' und huld gewiß! 6. Erquide mich mit del nen Freuden; schaff ein getrosted Herz in mir, und stácke mich in allen Leiden: so balt ich mich, mein Gott, zu dir, bis, nach vollbrachter Prüfungszeit, der Deinen Erbtheil mich erfreut. Mel. Freu dich sehr, o meine. ott, ich will mich 338.Gott, ernstlich průfen, ob ich redlich bin vor Dir! Du fennst meines herzens Tiefen; ach, entdecke sie auch mir! faß mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel sey; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 4. Wie ein leichter Rebel, schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingsfunden mich, o heiligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vers gaß, an dich zu denken, ließ von Eigennut mich lenken. 5. Oft gehorcht' ich deinem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei Menschen Ehre brachte und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob: o wie füß war mir dies Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach, wie könnt' ich dich vergesſen, wie so undant: bar dir seyn, deine Lieb nicht ermessen, beines Bet fans nicht mich freun! Mei. 2. Eitelkeit und Eigens nen Lohn hab ich dahin; eit: liebe find die Bögen dieser ler Rühm ward mein Ge Welt: aber nie sind sie die winn: aber ihn sollt' ich ver Triebe, deren Wirkung dir achten, nur nach deinen gefällt. Wer daß Cute, das Beifall trachten. 7. Gott im Allgemeinen 245 Glück; ich wünsche gut zu seyn: und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 7. Gott, der jedes Herz fehle. Ich feb der Tugend voll Reue gern mit seinem Troft erfreut, fei mir gnádig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lent ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben und vor allem dir, o Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werfe Früchte deiner Liebe fenn; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum; dies fei mir der höchste Ruhm! Was ist mir das fob der Erde, wenn ich deiner würdig werde! 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieb es mit Erbarmen, und reiche deine pand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht: gib meinem Borfag Kraft, so támpf ich glücks licher mit Welt und Leidenschaft. 5. Eröffne den Verstand, stets beter einzusehen, daß Günd' uns elend macht; das wahres Wohlergehen und innrer Friede nur aus reinem Herzen fließt; daß du mit deiner huld der Freu Mel, O Gott, du frommer Gott den Quelle bist. 339, Herr, bore mein Gebet, und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir vor Herzen geht! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, fagt dein Wort, fou fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Werken seyn; dir soll ich, perr, mein Gott, mein gan= jes Leben weihn! 3. Dies will ich; und doch nacht die Schwäche meiner Seele, und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch 6. Laß in Bersuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwachen fiegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgfam feyn und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Gündern; ihr Beispiel könnte leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, des Leichtsinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird; dann sieh mie bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich, bis an mein Ende, die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der 246 Gefinnung und Verhalten des Christen und nicht straucheln möge; Der Thoren Jauchzen wird haft deine Bege wandeln, bald lange Reu' und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen feyn! 5. Daß die Welt mich nicht! verführe, daß sie mich nicht ungetreu mach, und spottend triumphire, daß ich auch gefaden fei; daß sie sich nicht ihrer Siene rühme, weil ic unterliege! 6. Der du Kraft und Muth gewährest, hiff des Schwachen Schwachheit auf. Ja, ich hoffe, daß du höreft, und Mel. Herr ich habe mißgehandelt ich freue mich darauf. Rüherr, wie lange men will ichs, und dir sinmuß ich ringen, gen, daß du Stárie gibst zum Ringen. 340. Sem eh ich auf der steilen ahn 9. So werd ich ,. Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen, und, wann du ewig lohnst für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. Deines Rechts zum Himmel dringen, und vom Kampfe Mel. Herzliebster Jesu! ruhen fann? Werb ich meis J nen Hang zu Sünden endlich 341. dh babe, Gott, überwinden? mir vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad ju fommen, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, sich, ob ichs redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine; mit allen Kräften strebe, deinen Willen froh zu erfüllen! 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde, oder fühner Sünder Spott reizet, daß ich tråger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterstützen, eilen? wirst du dann mich schüßen? 3. Ach ich zittre, Gott! Wie lange soll ich tampfen? Die fer Streit meiner Schwachheit macht mir bange, bei fo viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Günde; madhe raich) getroft und treu, daß ich fande 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und mei. nen Gang, wo mich kein Mens sieht, feitet: wie ficher werd ich deine Wege wallen! wie kann ich fallen? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam Des Im Augemement. 247 des Gewissens Stimme hö- Leiden, auch nicht ein Schlafren, dich thátig ehren! 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten; fo mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten! Ehrt mich) dein Beifall, so fann ich mit Freuden Verachtung leiden. der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesu glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 6. Du achteft nicht das Unsehn der Personen; gerecht wirst du einst richten und belohnen, mit Herrlich feit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Bollend ich meines Lebens Prüfungsstunden, und werd ich bis zum Tode treu erfunden: wie schön verman: dein sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden! 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jente Kronen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen wit belohnen? Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, daß Gott uns dort will schenken. 3 Mich soal daher nicht Eitelkeit, nicht Bitterfeit der 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch bes Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid, in seines Himmels HerrlichFeit ich ewig mit ihm lebe. Mel. Wann mein Stündlein.. 342.J ch bin ein Chrift! Gott ist mein Freund! In dieser hohen Mel. Uch sieh ihn dulden. ähnwürde ſteh ich und fürchte 343. Dlicher zu werFeinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrich ich jede Leidenschaft, im Dulden wie im Handeln. 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; stark, fest ist er gegründet! Gr stützt voll hoher Zuversicht auf Jesum sich und findet bei ihm Kraft, Ruhe, Rath und Heil, und nimmt an jedem Segen Theil, Den er uns hat erworben. den, du hohes Urbild der Bollkommenheit, das ſet mein Ziel schon hier auf ErDen, daß bleibt mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geift ents gegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennutes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun fein sterblich Auge fieht: 248 Gesinnung und Verhalten des Christen sieht: dann bin ich ähnlich 7. Wenn ich mich leidendem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erbált. der erbarme mit brüderlichem, liebevollem Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Urme es werth sei, daß ich sein Erretter bin: dann gleich ich dem, der ewig gütig ist und keines Menschen, feines Wurms vergist. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht Dem kleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen 3wed betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er: dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. 8 So fei, dir áhnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höchs sted Bizt schon hier auf Erden, mein Ziel, zu welchem einst in Gwigkeit mit höhrer Kraft mein Beist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse haffe, daß mich elend macht, und als mein Glück das Sute lies be, wie sinnenreizend auch das faster lacht; und in Gefahr mein Hert sich nie versist: dann gleich ich dem, 344. K uns Chrifti lehe Mel. Freu dich sehr, o meine Dommt und laßt der rein und ren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gettes von ihm hören, bören, wen er selig preist! Die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 5. Wenn ich, um Tugend auszubreiten, Verdiensten belfe, lohne Fleiß und Treu'; wenn ich), zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler strafe; felbst das Unrecht scheu: dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Tauschung nie betrüge, die Wahrheit ehre, feind der Falschheit bin, mein Wort nie breche, niemals lige, und bracht es mir auch einer Welt Gewinn: dann gleich ich dem, der es auf richtig meint, und stets es ift, dem großen Wahrheitsfreund. 2. Selig, mer in Demuth lebet, feiner Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun, und das himmelreich ist sein; Gott wird heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer feine Sünde- wehmuthsvol vor Gott im Allgemeinen. Cott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, und zum Guten Kraft verleihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanft muth übet, niemals feinem Feinde flucht; gern Beleidi: gung vergibet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und fein eignes Herz bezwingt. Gott wird über ihn stets wachen, und ihn reich an Segen machen. 249 regt sich in ihrer Brust, dennoch standhaft widerstehen, werden Gottes Antlitz sehen. 8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh' und Eis nigkeit zu erhalten sich bestrebet, und, wenn Feindschaft, Haß und Streit ſeiner Bru-.. der Glúd zerstört, fie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleisen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Pein! Shrer wartet Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und wird sie für ihre Treu' einst mit Wonn' und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr, du wolleft selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud' und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke! 5. Gelig, die mit Ernst verlangen, heilig und gerecht zu seyn: welche fest am Guten hangen, nicht bloß an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr begehrt, als was ihre. Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen fliden, sie mit höhrer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die, voll Erbarmen, feinem ihre Hülf' entziehn; bei dem Kranken, bei dem Urmen nie des Elends Anblick fliehn; gern behülf. lich sind mit Rath, und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. In eigner Melodie. 7. Selig find, die ihrer 345, Laß mich, o herr, Herzen reine Unschuld nie entweihn; züchtig, auch in ihren Scherzen, den Verdacht des Zeichtfinns scheun. Die dem Reize böser Lust, in allen Dingen auf deinen Widen sehn, und die mich weibn; gib selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt feyn! Rimm meinen Sepinung und Beryatten ves Christen nen Zelb und Geist zum Opfer ergeben, der Sünde abgehin; dein, Herr, ist Uues, storben sey; laß mich dir sterwas ich hab und bin. ben und dir leben, und mach in mir, Herr, des neu! uch wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke, und laß ihn in der Liebe thätig seyn, daß man an seinen Früchten merke, er ſei kein eitler Traum und falscher Schein. Er starte mich in meiner Pils grimschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, so lang, ich Hier sod leben, in gut und bbfen Tagen seyn vergnügt, und Deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Ulles weißlich fügt; gib Furcht und Demuth, wann du mich beglückst; Geduld und Trost, wann du mir Trübfalschickst! 4. Ach, hilf mir beten, machen, ringen; so will ich Dir, wann ich den Zauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Ades haft so wohl ge macht. Dann werd ich hei lig, rein und unentweiht, dein Lob verkündigen in Emigkeit, 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn! 2d wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Steg erwähle, ja Ehre such in Chrifti Schmach. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kráfte; bilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gefreuzigt sei. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, daß wahre Christenthum! Mel. Wer nur den lieben. 6. Laß in mir Glauben, 346. Mein Gott, ach Hoffnung, Liebe, beständig mich erkennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, Die fich Christen nennen, mit nichten Chrifti Glieder sey'n. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, daß wahre Christenthum! 7. So hab ich schon auf Diefer Erde, was mich be2. hilf, daß ich dir allein ruhigt und erfreut; wann ich fest bis an mein Ende übe daß Christenthum ohn' Heuchels schein. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! im Augemeren. ich mit Gott vereinigt werde, ihm im Bunde stehet! Wohl schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel. Gett, du frommer dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erkenntniß ist! Er hat Zufriedenheit, wann er auch alles miff't. 6. Nimm alle fafter weg, 347. Mein Schepfer, die der Gesellschaft ſchaden. Hauch mich, tobten Staub, beseelte; Sinn und Bernunft mir gab, in Chrifto mich erwählte, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen 7. Herr, meine Burg, mein Schöpfer preist. wir ja, was wir find, auß unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei, und Stolz und Bruberneid find unsrer Tage Pest; und kur; ist unsre Zeit. 2. Zaß, da du heilig bist, mich alle Lüfte fliehen, und mid) nur um den Scher, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir; und Hoffnung zu dem Sieg; er fommt allein von dir. Fels, mein Schuß in allen nöthen, früh such ich dich; des Rachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesse ja mein Herz des Christen Pflichten nicht! 3. Laß mich, ich bin ein Christ, nach Christi Lehre wandeln: mein ganzer Gottesdienst sei Glaub' und rich tig handeln! Die Lust an dem Gesetz ist mehr, als fust der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freu de hält. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Ziebe; gib, daß ich auch, wie mich, den ärmsten Bruder liebe, und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden seyn! 5. Dein Himmel fei mein Glud; das Irdische vergehet: weh jedem, dessen Herz mit 8. Buletzt erlöse mich von mir befchiednem feiden; laß reinen Geist voll Trost auß seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deinehand durchs öde Todesthal ins rechte Vaterland! Mel. O Gott, du frommer Bater und 348. Mimein Gott, der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Buß, dein heil'ges Wort gegeben, regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgfam fet, mas, Gott, Dein Wort mich heißt! 2. Berleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und fein vergänglich Out mehr, als es werh ist, ach. te! Wer nach dem Ewigen Sepnnung und Verhalten des Christen 202 mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach', im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung start und fest gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemuth zu seiner Lehre neige! Sein Geist regiere mich, und nicht der ist der Welt! So wandl ich Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und gütigkeit auch an dem nächsten übe! Laß fern von Ulebermuth mich bei des Glückes Schein, und frei von Ungeduld in trüben Tagen feyn! 6. Nie müsse sich mein Herz Des Fleisches Luft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit! 7. Bill deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten; fo unterstüte mich, wann meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch wann sie verzieht, dir doch getrost vertraun! 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trofst und froher Hoffnung nicht! Mel. Wer nur den lieben Gott 349. Nicht, daß ichs fchon ergriffen hátte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wache samkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2 So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sebe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böfe Lust stirbt niemals ganz in unfrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend; oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde hige rober Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seele ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Rubmfucht quálen, und dámpfft sie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und im Allgemeinen. Eigenliebe, was undern ftrenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmahsucht Triebe erwed ten dir so manchen Beind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähfucht, nur den Schein. 6. Du denfft, weil Dinge bich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat feine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blid, ein Wort verführt. 7. Oft schläfts der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jent sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dráut, und schilt so liebloß und so hart, als es zuerst gescholten ward. 253 10. Du fliebst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fodert's Gottes Wille, auch dieser zu ente fliehn bereit? Dein Herz haßt habsucht, Reid und 3ank; flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 8. Oft denkt, wenn wir der Stide pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum Welt entgegen: so regt sich unsre feldenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und gee ben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen ftrengen Lebenslauf; doch opferst du, wia's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 11. Du bist gerecht; bis du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? Du dienest gern, wenn Undre leiden; vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Eastern foast du rein, zu aller Tugend widig fenn. 12. Sei nicht vermesſen! Wach und streite; denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Si cherheit droht dir den Fall; drum mache fiets, überall! wach 350. Sett frem. In eigener. Melobie. Gott, du mer Gott, du Quelle aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, erhalte meinen Leib gefund und gib dabei, daß auch mein Geist gefund, rein mein Gewisſen sey! 2. Gib, daß ich fleißig thu, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet! Gib, daß ich bald es thu, 254 Gesinnung und Verhalten des Chriften thu, zu der Zeit, da ich dein Allmachtswort ins neue foll; und was ich also thu, keben ruft! Herr, daß gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß fein unnützes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Umt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterfeit! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein, und laß mich selig dort mit allen Frommen seyn! Mel. Was mein Gott will. 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen; gid wahres Christenthum, 351. Oft flagt dein das Kreuz bilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und sende vülf' und Rath, wenn sie mir nöthig sind! wie schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln, und tåglich, seinem Worte treu, zu denken und zu handeln. Wahr ists, die Tugend fostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste; doch, richte selbst, maß wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 5 Laß mich mit Jedermann in Fried' und Eintracht leben, so weit es chriftlich ist! Billst Du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück: so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, stolz, noch sicher sey! nicht - 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, Durch manchen fauren Tritt hindurd ins 20fter dringen; so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Ehren graues Haar! 7. Laß mich auf Chrifti Tod getrost von hinnen scheiden; die Seele nimm zu dir Hinauf zu deinen Freuden; es rube sanft der Leib in seiner stiden Gruft, bis ihn 2. Die, die sich ihrer Laster freun, trifft die fein Schmerz hienieden? Sie find die Sklaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er fámpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Uuen; allein fein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, láßt nichts als Mühe bliden; doch weiter fort führt 255 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides fcafft, das Wollen und Volbringen. im Augemeinen. führt er zum Heil, und endItch zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' eß und vergönnt, nach uns fers Fleisches Willen, wann Wollust, Reid und Zorn entbreant, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gottließ den Undank zu, den Frével, dich zu frånken, den Menschenhaß: was würdest du von Diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir follen glüdlich seyn; drum gab er uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun; sie sind des Lebens Schätze. Er red't in uns durch den Verstand, und spricht durch das Se wissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müſſen. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ists, sie wählen. Ein Thier folgt Feffeln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? die Tugend! was ihr Lohn, ihr Ruhm? Bott ewig ähnlich werden! 11. Und endlich, Christ, 7. Lern nur Geschmad am fen unverzagt, wenn dirs Wort des Herrn und seiner nicht immer glücket; wenn Gnade finden, und übe dich dich, so viel dein Herz auch getreu und gern, dein Herz wagt, stets neue Schwachs zu überwinden. Wer Kräfte heit drücket! Gott ficht nicht hat, wird durch Gebrauch auf die That allein; er sieht von Gott noch mehr bekom- auf deinen Willen. Ein men; wer aber nicht hat, göttliches Verdienst ist dein! dem wird auch das, was er Dies muß das Herz dir hat, genommen. stillen. ann gab ein Dater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärket auf der Tugend Pfad das Beispiel fel'ger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat dein Gott und herr und Meister. Dich müs se nie des Frechen Sport auf diesem Pfade hindern! Der mahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sei stark, fei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so furDas Kleinod, zer Jahre. daß dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünft'gen Belt, die werden ihn beleben. Smet. Oppimmung und Setyatten des Cyripen. Mel. Wer nur den lieben 352. Wer er stets mit reinem Wohlgefallen der Tugend hohe Schönheit sieht, und, frei von Stolz und Eigennuge, für alles wahre Gute glüht, wer jedem Easter sich entreißt, der sammelt Schäße für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weißheit und Gerechtigkeit: denn wenn ihr das besitzt, spricht Jesus, ist alles Andre euch bereit; ihr habt dann Frieden, Seelenruh'; und alles Andre fällt euch zu. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück verschafft! Wie Mancher fand feit fruher Jugend an threr Seite ficht und Kraft; wie man ther sorgte für sein Herz, und fühlte dennoch oft auch Schmerz! 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glúd, nicht Macht und Schimmer beruh auf Deiner Thätigkeit. Wer bloß nach außerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, so lang er lebt. nicht: was bringt die That mir ein? Sie selbst, 0 Mensch, muß fehn dir feyn. 6. Doch übst du redlich deine Pflichten; so ſei ges trost und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tugend, und er, dein Gott 1 belohnet sie. Ein Herz, von Súnd' und Lastern rein, fann nicht auf immer elend seyn. 7. Ja, leb und stirb für alles Gute; es folgt gewiß Bergeltung einst, und du gewinnest noch im Tode, indem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrlichkeit war sein Gewing. 8 Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier find oft beide nicht vereinet; nur droben ist Boukommenheit. Da schwingt der Edle fich empor, der hier im Dunkeln sich verlohr. 9. Drum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Mus ster treu, daß Jesus gab! Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt' er auch ins öde Grab! Mein höchster Wahlspruch sei al. tein: wer christlich denkt, wird selig seyn. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, In voriger Melodie. den die Tugend bringt! Sei 353. Son ist die Zus TuSei auch nicht immer die from me Absicht dir gelingt! Bray gend, mein Verlangen, und meiner gansen liebe werth. Mit aller Kraft im Augemeinen. 207 Kraft ihr anzuhangen, hat stets érmähle, das Böse ime meine Seel' auch oft begehrt. mer ernstlich flieh! Um dieAch könnt' ichs, wie würd' se nade bitt ich dich; ich ich mich freun! Wer heilig weiß es, du erhöreft mich. ist, muß felig ſeyn. Mel. Ein tämmtein geht. as hilft es mir, 354.2890 ein Christ zu 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Ber fland ist Licht, fein Wille ist seyn, wenn ich nicht christlich Ordnung und Vollkommen- lebe, wenn ich nicht fromm, heit. Bon Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. Bald gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? wenn ich dem seligen Beruf, zu wel3. Wie schnell umhüllen chem mich mein Gott erschuf, Finsterniffe mich, wenn ich nicht würdig mich beweise, auch erleuchtet bin! Dann und den, der mich erlöset fliehn die heiligten Ent- hat, in Worten blos, nicht schlüsse, den Morgenträu- durch die That und gute men gleich, dahin. Werke preife? wähl ich, was dir, Gott, 2. Was hilft der Glaub' gefällt, bald deinen Sfla- an Sefum Chrift, den ich im vendienst, o Welt! Munde fühce, wenn nicht 4. Ich Armer! Darum mein Herz rechtschaffen ist tommt kein Friede in mein und ich die Frucht verliere? verschmachtetes Gebein. Wie wenn mich die Eitelkeit der bin ich dieses Wechsels mü- Welt mit ihrer Luft gefangen de! Wann werd ich fest im hält, ich ihre Fesseln liebe, Guten seyn? wann nicht und, fühlbar für der Sünde mehr straucheln, adezeit nur Reiz Zorn, Hoffart, Fleideinem Dienst, o Gott, ge- schesüste, Beiz und andre weiht? Laster übe? 5 Unwandelbar ist deine Wahrheit Herr, aller guten Gaben Quen! Sie leuchte mir in voler Klarbeit und mache mein Erkenntnis bea, daß nie der Sünde Täusche rei gefährlich deinem Rinde fey! 6. O bilde, Bater, meine Seele nach deinem Willen, bilde sie, daß ich das Gute 3. Weit strafenswerther bin ich dann, id), der ich Christum tenne, weiß, mas er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finster niß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig mandle. Was nüßet mit der Wahrheit Licht; was hilft mir aller Unterricht, to ent giten dio Chiens wenn feine fromme gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glauben zu beweis sen? Rur Glaub', durch achte Frömmigkeit bewährt, wirkt meine Seligkeit, fann wahrer Glaube heißen. 4. Und woher nehm ich Trost und Ruh', wann leis den mich) umgeben, und mein2 Sünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Was hilft mir in der letzten 6. Gott, dieser Hoffnung Noth, wann sich der schauer- werth zu seyn, Silf, daß ich vode Tod mir zeigt mit sei- christlich lebe und vor dir nen Schreden, und mein heilig, fromm und rein zu Gewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? wandeln mich bestrebe! Bib Weißheit mir und Muth und Kraft, damit ich Welt und Leis 5. Weh mir! Was hilft denschaft im Glauben überes mir einst Sort, erweckt winde, und dann, nach wohlaus meinem Grabe, daß ich durchlebter Zeit, den Lohn an Christum und sein Wort in jener Ewigkeit für meine zum Schein geglaubet babe, Werke finde! moving wenn ich nicht darnach hand[ e? Pflichten gegen Gott. Erkenntniß Gottes. 3wecken, zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja aller detner Berke Gang, vom Stau. Mel. Lobsinget Gott. 355.ich kennen, Gott, be bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer, zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Bonne. ist Geligkeit; und sich zu dir erheben, ist Bonne, die nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben! Sie stärkt mein Herz, fich dir zu weihn, und läßt das Glück, ein Mensch zu fenn, mich inniger empfinden; Tehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein heil zu gründen. 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nach)denkend überlege: je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ew'ge Glück, ein Fünftig befres Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird 2. leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur, in allen ihren sich zu dir erheben. 4. D Erkenntniß Gottes, 259 du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allers höchster, bist, und was mit uns bein Endzweck ist. 4. Dlaß von deiner Herr- lich Auge dringt; doch gibst lichkeit mich immer mehr entbecken, und, wenn mein Seift ich ihrer freut, ihn immer mehr erwecken, daß er nur Wahrheit sucht und liebt; doch, wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bei DunFelheiten, wo er sich leicht ju weit verliert, wo Tauſchung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glaubens leiten! 2. So gib denn, daß ich darauf acte, als auf ein Licht in dunklem Ort; und wenn ich ernstlich es betrachs te, so bilf selbst meinem Forschen fort! 2aß für der Wahrheit bellen Schein mein 2ug' und Herz stets offent seyn! 5. Denn gang fann meine Fassungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Bernunft ju viel; will sie das ihr geeste Ziel aus Vorwit über schreiten: fo laß mich diesen Borwig scheun; du wirst nir einst mehr Licht verleihn, nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann láßt des Beistes reger Fleiß mich imner weiter sehen; dann wird nir alles offenbar, was mic hier unerforschlich war in Deiner Beisheit Wegen. Erjaben über Welt und Zeit, eil' ich dann der Bolkommenheit und reinem Licht entgegen' Mel. Wer nur den lieben Gott 356, Min ein Gott, du wohnest zwar im Lichte, dahin fein fierb3. Hilf, daß ich deinems Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt; daß weder Lust noch Wahn mir raube, was mir dert besten Trost gewährt! Rein Spott der Welt verführe mich; fein Zweifel sei mir hinderlich! 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Bater, dich und den, den du zum heil uns haft gegeben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dies ser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Bor allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir darnach bestånbig Lieb', Ehrfurcht und Gehors fam weih! Hilf, daß ich tha mit allem Fleiß, was ich von deinem Billen weiß! 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wems nicht zu Dele 2 260 Pflichten gegen Gott. Deiner Liebe treibt? Was net sich vereinigt, wie so vás nügt ein aufgeflärt Ber- terlich du uns auf tausend ständniß, wenn doch das Wegen entgegen fommst mit Herz noch böfe bleibt? Drum Gegen. hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig fei! 7. Laß dein Erkenntniß mir im feiden die Quelle wahren Trostes senn! Laß, wann sich Leib und Seele fcheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Sicht von Ungesicht zu Angesicht. 4 Ich sehe dann, und seb erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freundlichfeit, zu eeinem Ruhm und Preise. 3um Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; mir wirds gewiß, es feien deine Pfade stets Herrlichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele mei nes Lebens dein Wort, das ew'ges heil verspricht! Nie merk ich drauf vergebens. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Werth, de: Tugend fohn, was wahrei Glud zu nennen, daraus stets besſer kennen. 6. So werd ich stets er. leuchteter, von Vorurtheiler freier, zum Guten. immer williger, standhafter und ge treuer. Ein größres Maaf der Weißheit gibt dem, de die Wahrheit sucht und liebt mehr Trost in seinen Leiden und selbst im Tode Freuden 7. Gewährt der Morgen rothe Licht mir hier scher so viel Bonne, wie viel ver fchafft mir künftig nicht der vollen Tages Sonne! Dann Bater, wirst du näher did mir offenbaren, dann weri ich, was wir bier dunke nennen, im höhren Licht er kennen. 8. 1 Met. Schon ist der Tag von Gott, der du 357. D mein Schöpfer Bift, Herr, dem ich angehö re, dich richtig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und Ehre. Stets heiliger durch dich zu seyn, mich deiner immer mehr zu freun, dich immer mehr zu lieben, will ich mich táglich üben. 2. Jd kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bestreben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist erbeben. Nur laß mich auf den Unterricht in dei. ner Offenbarung Licht, und, wie in deinen Werken du dich uns zeigest, merfen! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgebn, was du mich lehrest, wie du, voll Weisheit, Macht und Huld, und jeden Tag ernäh test; wie alles schón geord Ertenntniß Gottes. 201 8. O laß von heiliger Be Weg, den wir betreten fole gier mich immer mehr ents len, mit Ernst und Eifer brennen, dich, Gott, und wandeln wollen. deinen Sohn schon hier stets beffer zu erkennen, daß ich, von Wahn und Irrthum frei, dir immer mehr gehorsam fei, und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! 7. Gib, daß ich demuthse boll aus meinem Staube zu Dir hinauf schau; freudig an dich glaube; mit Elfer was auf Erden, das so, mich durch Trug und Zweie wie du, verdient erfannt zu fel ringe und immer näher werden? Nur du bist groß; zu dir dringe! Du bist der Befen Fülle, und weise, hellig in dein Wiae. 8. So werd ich immer deffer bids erkennen, und 2. Dich kennen, fei die immer findlicher dich: Baerste meiner Sorgen! Bist du ter! nennen; bir fest vers gleich unerforschlich und ver- trauen, fröhlich dich erhe borgen; so können wir doch ben, o großer Gott, und überall dich finden, und dei gang dir leben. nen Rath mit uns ergründen. In eigner Melodie. as ist im him. 358. Wa mel, höchster, 6. Bu diesem großen, beiligen Geschäfte erheb' und stårke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, auß deinen Werken mich belebre! 3. Mitlauter Stimme leb. ren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stárke; die Rab' erzählt von die dir, von dir die Ferne; Pracht der Blumen, wie der Sterne. Ehrfurcht vor Gott. Mel. D. großer Gott, von 359. Wie groß bist du Gott! Bie 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele und zu: das Böse flieb, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Lichte zu erheben, dein Sohn zum Führer und gegeben? groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird. Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich alles vor dir beugen. 2. Du hast durch deine 5. Und immer mehr willst Kraft die Himmel ausges du dich offenbaren, wenn stredt, der Erde Grund gewir nur deine Lehren treu legt, dem Meer sein Ziel bewahren, und auch den gestedt. Dein Wort bewegt Der 202 Pflichten gegen Gott. der Serge Grund und stürzt Mel. Wer nur den lieben fie in des Meeres Schlund. 360, Bor dit, o Gott er fann, wer fann entfliehen, um die sich zu entzie hen? fich kindlich schenen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld fich freuen fcheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirf in mir durch deinen Geist die Ehrfurcht, die dich findlich preist. 2 In allem, was ich thu und denke, laß, Herr, daß meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke: vor jeder Sündemich zu scheun. Denn wer noch Luft zur Sünde hat, der fürche tet dich nicht in der That. 3. Bib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich fahame, was dir mein Gott zuwider ist. Der Betfall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfäat. 3. Wir alle sind durch dich, find Werke deiner Hand; Leib, Seele, hab und But hast du uns zugewandt. Du Jehrst das menschliche Geschlecht, herr, durd) Vernunft und Schrift dein Recht; wiast, daß wir deinen wit len mit Kindestreu erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; beJebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich, als dein Unterthan, auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben! 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig fenn; laß quch im Dunkeln imich dein helles Auge scheun! Erinnee mich an meine Pflicht, an Deine Macht, an dein Gericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn über winde! 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie fnechtisch fei; befreie mein Gemüth von 3wang und heuchetei, Baß ich, was dein Gefeß gebeut, erfüle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und liebe mich im Gehorsam 4. Taß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke stea ten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier' die mich, bei mancher Misfethat, so liebreich noch ges tragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Fürcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soa Nichts mein ewig Glüd erschüttern, so laß mich) in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn; mich nur um deine Gunst bemühn! 6. Fr Ehrfurcht vor Gott. 263 deln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Birst du den höchsten kindlich scheuen; so wird die teine Pflicht zur fast. Rur das wirst du vor ihm bereuen, daß du fie oft verfáumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wann Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erweden, was unrecht ist auch dann zu scheun. Dent, nur vor seinem Ungeficht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 5. Den Höchsten öffentlich verehren, sowohl als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und wilig thun, was sie gebeut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das In voriger Melodie. 361,() illst du der thut, wer ihn ehret, gern. Weisheit Quelle fennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weiß und flug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwinge. 6. Záßt dich der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernst, die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du dich edel schätzen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefält, ist glücklich, felbst beim Spott der Welt. 2. Lern Gottes Größe recht 7. Sich frets vor dem Allempfinden, und fühle deine mächt'gen scheuen, gibt HelNichtigkeit; so wirst du nie denmuth und Freudigkeit, Dich unterwinden, mit thô- wenn uns der Menschen stolrichter Bermesſenheit zu ta- zes Drauen, was unrecht ist, zu 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, daß weder Spott noch) Trübsal scheu', und mache von den Hindernisſen der wahren Tugend selbst mich frei! Rie stóre Furcht und Lust der Welt, mich das zu thun, was dir gefällt! 7. In deiner Furcht nur will ich wandeln, und stets, ich sei auch, wo ich sei, nach deinem heil'gen Willen handeln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Bater, werth. 8. Jn deiner Furcht laß mich auch sterben; so schreckt daß dunkle Grab mich nicht: ich werde deinen Himmel ers ben, dich schauen in vollkommnerm Licht. Wie werd ich dann mich deiner freun; wie selig, Gott, wie selig fenn! 264 Pflichten gegen Gott. zu thun gebeut. Ift Gott ren! Bern sen schamloser mein Schut, mein heil und Scherz! Der Mund fann Licht, so beb ich vor den dich nicht ehren, auf deffen Menschen nicht. Lippen schwebt, was wahre Tugend schmåht. Den Beter hörst du nicht, der dich ohn' Ehrfurcht fileht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den höchsten, sehn! Laß fie mich hier zur Weißheit führen; so werd ich nieirre gehn. dem, Rel. Es woll' uns Gott. schauft! der ſtets dich findlich ſcheut! 361, meinut Dich fürchten, Gott, ist pfer und mein Herr, ins InSeligkeit. nerste der Seelen, und Ries mand fann, Allwissender, dir, was er denkt, verhehlen! Mel. Gott, du frommer. 361,( bewahre mei. Laß deine Macht und Hoheit nen Mund, mich mit Ehrfurcht ganz erfo oft er, Gott, dich nennet, füden, wann ich als Bahrs dich, den mit heil'ger Furcht heitszeuge dich, nach meiner der Geister Heer erkennet, Obern Billen, anruf und daß nie durch Unbedacht ich bei dir schwöre! strafbar ibn entweih; daß nie mir Spiel und Scherz dein großer Name sey! 2. Stets heilig bleib er mir! Und muß mein Ohr es hören, daß Undre dich, o Herr, und dein Gebot entehren; fo reiße nie der Strom der Frevler mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenoffe bin. 3. Auch Jesus Christus fen zu jeder Zeit und Stuns de, so oft ich sein gedenk, so oft in meinem Munde sein hoher Name tont, mir hetlig! Jyn entweiht nur der, der ihn nicht fennt, nicht fetnes Heils fich freut. 4. Bon meinen 2 ppen fern fey Sluch und frech.s Schwó: 2. Arglistig tónnen Menschen zwar oft Menschen hine tergehen; doch dir ist alles offenbar; du siebst, was sie nicht sehen. Im Zorn schaust du die Lügner an. Verheimlichte Verbrechen, die Mens schenmacht nicht strafen kann, wird deine Macht einst rás chen, die jeden Frevel richtet. 3. Und ich, ich könnt aus Geiz, aus Neid, aus falscher Scham, aus Rache verkehren die Gerechtigkeit und meines Náchsten Sache; fönnt' ihm, durch Meineid, frech den Ruhm der Redlichfeit entwenden, und so der Unschuld Eigenthum, die Wahrheit, fceveind schån. den, Ehrfurcht vor Gott. 265 ich zum Beugen dich anrufe, dich, durch den ich bin und lebe: dann sey von Trug und heuchelei mein Herz und meis ne Zunge frei! den, und mich ins Elend stürzen? 4. Gett! nein, so frech, so freventlich) beug ich nicht deine Rechte, daß ich den schwersten Fluch auf mich durch solch Verbrechen bråchte! Ach, ein DVerdammter wurd' ich seyn schon hier in diesem Leben, deß nagenden fen. Gewissens Pein von mir selbst übergeben; was bråchte mir Die Zukunft? 5. Nein! Lug und Trug will ich, o Gott, auß vollem Herzen haffen, der Wahrheit treu bis in den Tod, von Deinem Wort nicht laffen, Kein Glüd, so groß es sey, foll mich je reizen und bethóren, daß ich es wage, wife fentlich deswegen falsch zu schwören, und mir den Him. mel raube. 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmähe, und frech vor die mit Lügen stehn; dann laß mein Herz erschrekWeb dem, der dich und deine Macht zur Hülle feiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Web ibm! Er stürzet freventlich in epiges Verderben sich. 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibst: deinGlück, pein ew'ges Leben! Berwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer fann dirs wieder geben? Was hilft dir dann die ganze Weit? Nichts hat sie, was dich schadlos bált. Mel. Der unfre Menschheit. 5. Gott, wenn du nicht 361,() Gott, der du mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heis land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein perz erfreut, dein Troft nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrein? Dann besser, nie geboren seyn! 6. Wie thòricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht! Gort achter's nicht! So lästern Frevlerrotten. 3war seine Langmuth ist bes ner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist, und fügen ein Verbrechen, Fein Wort spricht je ein falscher Mund: Aawissender, dir ist es fund, und einst wirst du es ráchen. Laß jederzeit mein Ja und Rein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 2. Gott, wenn ich schwó, rend vor dir steh, hinauf zu deinem Himmel seh, und meine Hand erhebe; wenn mait des Geistes Sammlung fannt; er láhmt nicht jede fal 266 Pflichten gegen Gott. faische hand: doch läßt er len und uns vor feinen Lafein nicht ſpotten; ist Richter sten scheun. Wer sie verletzt, uns schon in der Zeit, einst verwirft fein geil; ihm wird Richter in der Ewigkeit. des Meineids Qual zu Theil. 7. Drum ſoll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt mich) blenden und verführen; und drohten mir auch Schmer, und feid, ich will Doch meine Seligkeit muthwillig nicht verlieren. Es gift kein Leid, kein Glück der Beit, nein, es gilt Gott und Emigkeit! 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Bort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch, wenn es mir zu schaben scheint, mit froHem Muthe bleibe! Dann Fann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlig schaun. 361, Mel. Wer nur den lieben Gott er, Gott, bei deinem Ramen schwöret und treulos fein Versprechen bricht, der ist ein Frevler; denn er ehret Liebe zu Gott. Mel. Von Gott will ich ich, Gott, den Gott der 362. An ich mein Wahrheit, nicht. Gott, gedenfen, ist Pflicht und Trosk für mich. Dann Sorg' und Gram mich frånken, so sieht mein Aug' auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die dangen Gorgen, wie Rebel vor dem Mora nicht froh, nicht mit Bertraun zu dir hinaufgen Himmel schaun. 3. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der hier die Wahrheit frech entehrt, den Nächsten sucht zu hintergehen und falsch bei deinem Namen schwört? Vor deinem heiligen Gericht besteht ein folcher Frevler nicht. 4. Und flöh er zu dem fernsten Meere: du findest allenthalben ihn! Wenn er auch noch so mächtig wäre, fanner der Ullmacht sich entziehn? Hier bilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Gunst und Schuß der Welt. 5. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich ers wogen, was ich thu, und den Gedanken oft erneuern; des Eides Richter, Gott, bist du! Du sahaust ins Herz und dein Gericht bringt auch mein Innerstes and Licht. 2. Wir sollen ja nach dei nem Willen, wie du, de Wahrheit Freunde seyn, und, waß fie fodert, gern erfül Liebe zu Gott., Morgen, und Ruh' erfüat mein Herz. 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich hoch erfreut! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, Dir ganz mein Herz zu weihn, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor SúnDen mich zu fcheun. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu': Denn, Bater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seb ich nur stets auf dich, so gibst du Muth und Stárke mir auch zum schwersten Werte; es wird mir leicht durch Dich. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich start und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Uues mein; du will miss gnädig fchenfen, winst liebreich an mich denken und stets mein Vater feyn. 5. Wie gut ists, dein zu denken! Die Welt' mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenten; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott; dies bringt mir wahre Freude, dies starkt mich, wann ich leide, und ist mein Trost im Tod. 267 Welt; du, herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Grden Reiner uich im Gedächtniß hält. 6. Drum will ich an dich denfen, so lang ich denken Fann. Mag man ins Grab mich fenten; mein Geist steigt himmelan! Bergeffe mich die 363. Gott der Mel. Ulle Menschen müssen sterben Crott der Liebe, wie erhebet meine Seele fich in mir! Wie getröstet, wie befebet fübl ich mich, o Gott, von dir! Jes der Blick auf deine Werke, beine Weisheit, Huld und Stárke, wie befreiet er mein herz von Betümmerniß und Schmerz! 2. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich) ward, das war dein Bille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wahle, dankt dir, Bater, meine Seele; dankt dir, daß fie did) erfennt, dich durch Jesum Vater nennt. 3. Heil und unvergånglich Leben thatst du, Goit, durch ihn mir fund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er, in dem bångsten Streite, selbst mit seinem Blute weißte. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir. 4. Und ich foute dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? nicht aus Liebe Gue teß üben, auch wenn sich mein Leben trübt? Könnt ich ohne sie auf Erden ruhig 268 Pflichten gegen Gott. und zufrieden werden? ohne ich nicht, wie ich soll, erfie nach dieser Zeit würdig füden: so sieh auf meine Wilfeyn der Seligkeit? ligkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Bater, nicht zur Schuld! 5. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe 5. Der liebt dich nicht, werth du bist; meiner das nur würdig finde, was dir der noch mit Freuden das wohlgefällig ist! Einst, Herr, thut, was dir, o Gott, mißwerd ich deinen Willen ganz fällt; drum laß es mich mit erkennen und erfüllen, mich Ernst vermeiden, gefiel es Der reinsten Ziebe freun, und auch der ganzen Welt! Die fleinste Sünde selbst zu in dir ganz felig seyn. scheun, laß, Bater, mich beflissen seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott 364.D u Vater deiner Menschentinder, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Gunder noch gütig und 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weifer Rath bestimmt! Du führst durch Trubsal den zu Freuden, der seine Last gern von Mitleid ist, laß mich auf sich nimmt; und wer bon ganzem Herzen dein, fein Leiden weißlich nüßt, laß mich mit allen Kräften wird mächtig von dir unters stützt. fenn! 7. In deiner Liebe laß mich sterben: dann wird selbst Sterben mein Gewinn; dann werd ich deinen Himmel ers ben, wo ich dir, Vater, nåber bin; dann liebt dich meine Seele rein, und lies bend wird sie selig fenn. 2. Gib, daß ich als ein Rind dich liebe, da du mich als ein Bater liebst, und so gefinnt zu feyn mich übe, wie du mir selbst die Vorschrift gibst! Was dir gefäat, gefall' auch mit; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3. Bewahre mich durch deine Liebe vor allem, was In eigner Melodie. das Herz verführt, und gib, 365. Wefung deiner daß ich Berläugnung übe, wenn Sinnenlust zu sehr mich rührt! Bie sollt' ich je die Kreatur dir vorziehn, Schópfer der Natur? Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: so rühme dich der Tugend nicht, und wisſe, daß dir alles fehlet. Wenn Bortheil, Wolust, Eigens finn und Stolz dir nur daß Sute rathen: so thue noch 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann fo Liebe zu fo große Thaten; du hast vor Gott den fohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glud auf Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden; erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel baben, vor Gott doch nur ein tonend Erz. 3. Erbaue Kirchen; brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen; entreiß die Wittwen ihrer Roth und sei der Waifen Schuß und Segen; gib alle deine Habe hin: vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht beleben; so ist dir alles fein Gewinn. Gott. 269 und Stárke. Er will, die Ub sicht deiner Werfe, ein Hert, daß ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigens liebe fern, fern von des Stol> ses eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glauben zu der Liebe; dies ists, mas Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dieß Herz bes sizen: so wird ein Leben uns nichts nügen, daß mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sieh nicht auf deine Werk' allein; sieb auf den Quell, aus dem sie kamen. Prüf dich vor Gottes Anges sicht, ob seine Liebe dich bes feelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Bobnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Du wirst 4. Thu Thaten, die der heldenmuth noch jemals hat verrichten fönnen; vergieß fürs Baterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre Guten stärken. brennen! Beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: so schuß und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werte nicht. die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem nächsten mer. fen. Die Liebe, die dich fchmücken son, ist gütig, obne Neid und Tücke; ist sittsam, ist nie stolz im Glüce, langs müthig und erbarmenvoll. 5. Låg ihm an unfern Werfen nur: so fónnt' er uns, 9. Sie dedt Des Náchsten fie zu volbringen, sehr leicht Fehler zu, und freut sich niedurch Fesſeln der Natur, mals seines Falles. Sie fudurch Kräfte seiner Aamacht dhet nicht bloß ihre Ruh; fie zwingen. Bor ihm, der als hofft und glaubt und duldet les schafft und gibt, gilt alles. Sie ists, die dir den Weisheit nichts, nichts Macht Muth verleibt, des Höchfl.n Mont Pflichten gegen Gott, Bort gern zu erfülen; macht 8. So sei die denn mein feinen Sinn zu deinem Bil- Herz geweiht! Sch bin dein len, und folgt die in die Eigenthum. Bis diesem WilEwigkeit. len Festigkeit; die folgen, fei mein Ruhm! Gehorsam gegen Gott. Mel. So fliehen unsre Tage Mel. Wer nur den lieben 366.) Duber es fehlen will ich, dein Kind, u, Gott, bift 366,( b) ott, deinen Begehorsam seyn, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und die mein ganz& Leben weihn. Dein Bide ist ges recht und gut: wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam foderst du von allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich fann dir nur wohlgefallen, wenn ich, die folgfam als dein Kind, thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sklavenfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jes sus dir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. Herr; die ganze Welt ist dein. Wer sollte dir, Allgütiger, nicht gern gehorsam seyn? 2. Was du gebeutst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der Deinen Willen thut, und gut zu seyn sich freut! 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Roth; denn nur, was bos' und schädlich ist, verbeutst du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Gefezze gibst, nur Vater, nicht Tyrann; und hältst uns blos, weil du und liebst, dir zu gehorchen an. 5. Nehm ich auf mich dein fanftes Joch: fo fez ich meinen Lauf mit Freuden fort. Und fall ich noch: so hilfft Du selbst mir auf. 6. mich warnt dein Wort; es droht, verheißst, legt heil und Tod mir vor. Und ich verschlöffe deinem Geist gefühllos Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Rind, o Vater, seyn? Nur die sind Dieses Ramens werth, die Deinem Dienst sich weihn. 4. Laß deine heiligen Ges sege mir immer gegenwärtig seyn; las mich, daß ich ſie nie verletze, dich, den Allwiffenden, stets scheun! Dein Soch ist fanft, leicht ist diekast, die du uns auferleget hast. 5. Sobald ich deine Stimme höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Seporfum gegen Cont. Gehorsam ehre und thue, was sie mir gebeut! ich soll nicht hörer nur allein; ich fod zugleich auch Thäter seyn. 3. Sei Cott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem ganzen Lebenslauf von seiner liebescheiden: denn seine Treu' ist täglich neu; fein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen! 4. Sei Colt getreu in jedem Stand; in welchen er dich setzet; dann schüßt dich feine starke hand. Wer ist, der dich verletzet? Schau nur auf ihn von Glaubens hin und folge dem Gewissen; die wird, was dir begegnet hier, zum Besten dienen müssen. 5. Sei Gott getreu, sein theures Wort freimuthig zu bekennen, vor Jedermann, an jedem Ort Dich seinen Freund zu nennen! Was diese Welt nur in fich hält, muß alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 2. Get Gott getreu! Du mußt, als Rind, ihn auch im Leiden ehren; dein Vater waltet ja gelind und bildet dich zum Höh'ren. Ein edler Muth macht still und gut: 6. Sei Gott getreu in jedem Streit: dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Berlege nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergeben: daß dann die Reu' nur ernstlich sei, um fünftig zu bestehen! der wird durch Gott dir were 7. Sei Gott getreu bis den, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erden. in den Tod; laß nichts von ihm dich wenden! Er kann, er wil in jeder Roth die feinen 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubten Begen an; sie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, daß sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich seyn. 7. Wenn ich mich im Behorsam übe und deinen Willen treulich thu; so bleib ich, Gott, in deiner Liebe, und hab in des Gewissens Ruh' den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit! Mel. Was mein Gott will. 367, ei Gott getreu, halt seinen Bund; befenn ihn durch dein Leben! Dein Glaube ruht auf festem Brund: drum bleib ihm fiets ergeben! Denf, wie er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade; fei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend fichre Pfade! Prichten gegen Gott. feinen Beistand senden. Der so wohl; wie ist mein GeLeiden Nacht, der Bosheit müthe feliger Empfindung Macht laß nie dein Herz er- vol, voll von deiner ute! schreden! Es ist dir ja dein 4. Dann darf ich mit 3uRetter nab; fein Schild wird versicht nach dem Himmel Dich bedecken. blicken; meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drüffen. Hoffnung und Zufries denheit wohnen mir im Herzen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater sey; und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit fommt dort die Zeit, wo Goft einst feine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. 5. Du bist mein! so jauchs ich dann; wer ist, der mir schade? heil mir, daß ichs rühmen fann: mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohlfahrt werth! Du gabt mir mein Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und ers Freude an Gott. Mel. Schwing dich auf. 368, eines Bottes freut, mir geden. freue dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht våterlich, daß fein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren drauen? Sfte nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Bater, welcher mit, was mir nütt, gewähret, der mich durch fein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmeldwonne dort meine See le tranfet. 3. Wann ich dich, mein Herr und Gott, findlich ehr und liebe; wann ich redlich Dein Gebot und mit Freus Den fibe: o wie ist mir dann 6 Jefus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Misfetbat hat er weggenommen. Ihm vertrau, ihn bet ich an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kenn nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Troff der Sterblichkeit, Heil des bess ren Lebens, himmlische Voll. fommenheit, fuch ich nicht vergebens. Wenn mein fauf vollendet ist, und vollbrachi mein Leiden, ruft mein Mitte ler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden. 8. Meine Freud' an dir mein Gott, wird dann ewig währen. Noch fo furchtbai fen der Tod: er wird sie nich stören. Bidig werd ich meir Speave a L Gebein der Verwesung ge- Pflicht, der von seiner Liebe ben; Sterben macht mich frei von Pein; führt zum neuen Leben. brennet. Lust am Herrn beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 9. Gib mir nur, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich die, Herr, mein Gott, gefalle! Diese fanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe! 10. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir cauben! Rüste selbst mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geift, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Bertraun auf dich ewig nicht verliere! Mel. Jeſus, meine Zuversicht 369, enutem abe Lust am Herrn! Bei Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er gibt gern, dir auch), was die die net, geben. Seine liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. * 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich) verFehret. Wisſe, wer in seis ner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf feiner Bahn, was das Herz nur wünschen fann. 4. Wer die Luft am Höchsien hat, hat auch Lust an seinen willen, tudjet ihn durch Wort und That unders. droffen zu erfüllen, und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage widig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir em'ge Freude werden; und im himmel hast du dann, was dein Herz nur wünschen fann. In eigner Melodie. mein Gott, in 370. d freue mich dir! Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner Liebe fehlen? Du, pert, bist mein, und id) bin bein! Was mangelt meiner Seele? 2. Du hast mich vor der Belt erwählt und Deinen Kindern zugezählt: nie wirst bu tacin vergeffen! Du liebst mein Wohl, haft gnadenvoll mein Glück mir zugemeſſen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chris sto mir die Schuld, wenn ich aus Schwagheit fehle. Du gibst mir Theil an seinent heil; dies tröstet meine 3. Lust am Herrn erfüllt mit licht, wenn man ihn durchs Wort erfennet. Eust am Herrn stärkt den zur Seele. with Prichten gegen Gott. 4. Du bist mir der be- Bertrauen auf Gott. währte Freund, der es aufs Beste mit mir meint; wo Mel. Was Gott thut, das ist find ich deines Gleichen? 371.2uf Gott, und nicht Du stehst mir bei und bleibst Amir treu, wann Berg' und Hugel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, daß mir erfreulich werde! 6. Du bist mein allerhöchstes Cut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelin gen Selbst was mich fränkt, dad muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. 8. Du läßt mirs ewig wohl ergehn. Einst werd ich dich noch näher fehn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewig lich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats Fein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; boch seh ichs schon im Glauben. Vollkommnes heil ist da mein Theil, das wird mir Riemand rauben. Rath, wia ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Fr, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sab von aller Ewige feit, wie viel mir nugen würde, bestimmte meine Lebenss zeit, mein Glüd und meine Burde. Baszagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wåre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenne feine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wide, der geschehe! 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei deffen Last wir flagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 5. Un dem, was wahr. haft glücklich macht, last Gott es feinem fehlen; Gesundheit, Ehre, Glud und Pracht sind nicht das Glüd der Seelen. Wer Gottes Rath Vertrauen auf Gott. 275 Rath vor Augen bat, dem ner Wunsch gewährt; er fünwird ein gut Gemiffen die Trübfal auch versüßen. digt durch sein Fleben. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das leiden dieser Zeit? Wie bald ists überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr es rechten! Der Herr hilft seinen Knechten. 4. Wer deiner huld verfichert ist, darf deinen Segen hoffen. Ihm steht, weil du sein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch wer dich mcht als Bater liebt, und auf der Lahn des Lebens nicht dir fein ganzes Herz. ergibt, der sucht sein Glüc vergebens. Mel. Was mein Gott will. 372, Bet ertrauen ist des 5. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner Andacht freuet, und dabet, fern von Christen Pflicht, Frömmigkeit, doch nie die ein findliches Vertrauen. Sunde scheuet; so mag sein Er soll, wenns ihm an glück heuchlerisches Herz nur imgebricht, o Herr, auf dich mer Hoffnung faffen: er nur schauen: und nie bist fühlt bei des Gewiffens du dem Frommen fern; du Schmerz sich endlich dech fannst in nie verschmähen; verlaffen. du segnést und errettest gern, und hörest auf sein Flehen. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die stolze Hoffnung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er be gehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unfrer Schuld dein per noch liebreich denket, so wird doch deine Baters buld von Weisheit nur gelenfet. 6. Wie mancher, der noch wirken fann, bleibt müßig oder tråge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umfonst, du werdest ihn den Uebeln Doch entziehen. Der Thor! Will er sie selbst nicht fliehn; sie dürfen ihn nicht flichen. 7. Du, weiser Gott, entfernst uns nicht von drohenden Gefahren, die ohne Rachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit resonnenheit auch Rath und Warnung nutzen; denn nie wird deine Heilige feit uns auch beim Leichtsinn 3. Wie leicht, o Gott, fann deine Macht des Men fchen Wunsch erfüllen! wie leicht, noch eh er es gedacht, bes Herzend Klage stillen! Doch dem, der Wunderfraft begebrt und Wunder hofft ju sehen, wird nie sein füb- schützen. 2 276 Pflichten gegen Goth. 8. Gott, laf verwegne licht. Wenn du, herr, deis Zuversicht doch nie mein nen Kindern ein Glück hast yerz verführen! Sie schafft zugedacht, so fann dein Werk mir deinen Beifall nicht; sie nichts hindern: du willst, läßt mich ihn verlieren. Nur so iste vollbracht! findlich soll ich dir vertraun, nie thöricht, nie vermessen; foll, um getroft auf dich zu scaun, nie meiner Pflicht vergesſen. 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft widerstehn; so nähre feinen Zweifel: dein Glück wird doch bestehn. Was er sich vorgenommen, was er vollenden will: aufs herrlichste wirds foma In eigner Melodie. 373, Befiehl bu deine men zu dem bestimmten Ziel. Wege und Alles, was dich frånft, der treuen Baterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihte Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann. 6. hoff nur, bedrängte Seele, hoff und sei unverzagt; was dich auch immer quále: ein schönrer Morgen tagt! Gott låßt nicht von den Seinen; erwarte nur die Zeit: dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl ergehn; auf fein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soul bestehn. Gott låst durch Sorg und Gramen und selbstgemachte Pein sich Teine Wohlthat nehmen; sie muß erbeten seyn. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein bekannt, was gut set oder schade Ge. schöpfen deiner Hand, und was du außersehen zum Beften deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an egen fehlt dir's, Allweifer, nicht. Dein Thun ist lauter Gegen; dein Gang ist lauter 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus dei nem Herzen, was dich sc traurig macht. Du bist je nicht Regente, der alles füh ren soll. Gott sigt im Regi mente, und er führt allet wohl. 8. Jhn, ihn laß thun unt walten; er ist ein weisen Fürst und wird sich so ver halten, daß du ihn preife: wirft, wann er, wie ihn gebühret, mit wunderbaren Rath das Werk hinausgefüh ret, daß dich bekümmert hat 9. Verzög der Trost auc lange, weil dies dir heilsar ist, so werde dir nicht ban ge, daß deiner Gott vergiß Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mindsten glaubst, und all dein Unglüd wenden, wenn du nur treu verbleibst. 10. Wohldir, wohl deiner Treue! Sie trágt den Sieg Davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blid bin auf seinen Lohn; steh fest im größten leide, das dir begegnen Fann: bald bricht der Tag der Freude, des ew'gen Friebens an. 11. Mach, Herr, ein fröhlich Ende mit auer unsrer Noth; stark unser Herz und fende uns Trost bis in den Tod! Laß stets uns deiner Pflege und Treu' empfohlen fenn, fo gehen unfre Wege gewiß zum Himmel ein. 374.D Mel. Was Gott thut, das ist er Herr ist meine Zuversicht, mein höchster Trost im Leben! Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn er geben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wird's in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Baters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Uugen, welche auf dich schaun, fehn Deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein 20erk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen; du låß'st ihn, wenn ihn Noth umgibt, Beruhigung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Roth Hülf' und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Dein Heiland starb, und er erwarb, auf seines Todes Hügel, dir deines Glaubens Giegel. 6. Sei unbewegt, wann um dich her sich Ungewitter sammein! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qugl, der Thránen Zahlzählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quále. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Ullmächtiger, verlas und zum Glück die Trubsal sen, und sich im Rummer lenkt. faffen? 8. In de ne hand befehle ich mein Wohlfeyn und mein Leben. Mein heffend Auge blickt auf dich; dir wil ich mich ergeben. Ser du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antl. Schaue! 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe sehe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflebe; weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Dann auch, wann, wie mir es fd) eint, selbst der Hoffnung Troft verschwine det, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich feiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum sen ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlaffen! Er, der auch den Burm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Tus gend treu; so steht er mir huldreich bei. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 375. W er auf seinen Gott vertraut, angstigt sich durch feine Sore gen; ihm, auf den er ficher bant, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verlåst die Seinen nicht: dies ist meine Zuversicht! 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hált, huldreich selbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Macht. 3. Ihm, ihm ist es immer zu erfüllen; wie unmöglich es uns daucht, fann er doch den Rummer stillen, helfen stete, wenn Roth uns qudit, wenn uns Rath und Beistand fehlt. Mel. Sollt' ich meinen Gott. 376. Selger mit stillem Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt, und aud) in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig mehrt, durch Geduld Den Herrn verehrt! 4. Und wer ist ihm gleich, 2. Ach, fein Schicksal meidem Herrn? wer fo reich, nes Lebens, sorgt' ich auch wote er, an Segen? Niemand von Jugend auf, nimmt hilft, wie er, so gern auf drum einen andern Lauf! bes Lebens rauhen Wegen, Sorge quält, und quält verer, der liebreich unser denkt, gebens; meine Kräfte gehrt fie Vertrauen fie ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 3 h ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens @chidfal ab; ehe mich noch Rummer drůdte, eb noch meine Thrane rann, sah Mel. Herzlich lieb hab ich dich mich Gott schon gnådig an. 4. Dankbarnehm ich Glück 377. ir trau ich Gott, und Freuden aus des höch sien milder Hand; und ist Kreuz mir zuerkannt: o so faß ich Muth, zu leiden! Gut ist alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still. und wanfe nicht, wenn gleich von meiner hoffnung Licht der letzte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freus 5. Will mein Anschlag de wieder findet. Von jeher nicht gedeihen, und miß- hast du mich geführt, und lingt mir mein Bemübn; meines Lebens Lauf regiert; denk ich: was mir Glud erst mit segensvoller Baterhand fchten, muß ich oft nachher so manche Roth von mir ges bereuen. Wohlthat ists für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. wandt. Unendlicher! id) trau auf dich; du leitest mich). Ich fämpf und siege, Gott, durch dich. auf Gotth 79 Gottes Wort, setz ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter, er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht! 6. Benn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten mir verlieh; foll 2. 3war ist der Rampfder Leiden schwer; oft fühl ich doch Andrer Wohlstand nie kaum noch Stärke mehr, zu Reid in meiner Bruft erregen! Fremden Glüds will ich mich freun; fremdes Blud wird dadurch mein. kámpfen und zu siegen; doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd ich nicht erliegen. Bald ist der Thránen Maaß gefüllt, bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hast du, Bott, mein Flehn erhört, mich gang geprüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier mit dankerfüllter Seele dir 3. Uch, alle feiden dieſer Seit 7. Wenn mir Frevler Ungst erweden; wenn ihr Haß mich drückt und frånft: hált fie Gottes Macht umschránkt. Droht der Tod mit seinen Schreden; der vom Tode retten fann, nimmt sich meiner gnådig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter; im Vertraun auf 280 Panchten gegen Gott. machst du es immer gut Beit find doch nicht werth der ner Führung ruht, mit dem Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Zohn; bald steh auch ich vor deinem Thron mit treuer Kampfer Schaaren, und danke dann dir Gott, verklärt, jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger deß Himmels fei. Barmherziger! fest, obne raun will ich dir traun; denn einst werd ich Dein Untlig schaun! 4. Und bleibt oft, was uns någt, verborgen; genug für uns: du hafts erkannt! Wie oft sind unfre Wünsch und Sorgen furzsichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. der 5. Nur du erkennst und wählst das Beste! O Bater, madhe selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste; dann überwältigt mich fein Schmerz. Ich duld ihn rait Gelaffenheit; was mein Gott will, gefcheb allzeit! Mel. Wer nur den lieben 378. Herr, mache raci ne Seele st.lle! Bei jedem Leiden, das mid) fránkt, geschieht doch nur dein weiser wide, der des mir zum Besten lenft. Du bists, der alles andern kann; und, was du thuft, ist wohl gethan. 6. Die Stunde wird doch endlich fommen, da mich voukommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur vöaigen 3ufriedenheit: und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich 2. Du führst und, selbst von allen Plagen ein ewiger auf rauhen Wegen, ju höhe- Gewinn erfreun; dann wird rer Vollkommenheit. Auch mein Herz, statt aller KlaBiderwärtigfcit wird Se- gen, voll Dankes und voll gen für Geden, meicher bir sich weiht. Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrlich Mel. Auf schicke dich 3. Drum laß mich stille 379. Gott, der schützt ein fenn und hoffen! Hast du fobes seyn: der Herr hat für mein heil gewacht, hat Anes mit mir wohl gemacht! mir Prüfungen bestimmt: in Roth, und hilft, wenn sie so steht dein Baterherz dem offen, der seine Suflucht ju dir nimat. Wer sig in deiihm traun, so gern den Seinen! Drum fei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt Dir Bertrauen auf Gott. dir Ruh' und Troft nach) furzem weinen. 2. O murre nicht, wann dir gebricht, was öfters luftet den bethörten Ginnen! Dir nügt der Schmerz, dein eitles Herz zu beffern und fürs- Ew'ge zu gewinnen. 3. Erkenn- die Schuld und üb Geduld, wann du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ihn um Gnad', geh feinen Pfad getroft, nichts laß von seiner Lieb' dich scheiden! 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein heil beztelen. Gei'n sie auch hier oft dunkel dir; entzudt wirst du ihr End' einst sehn und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg alhier, den ich muß gehn in meinem Umt und Stande! Set er auch rauh! Wenn ich dir trau, fomm ich auf ihm zum wahren Baterlande. Mel. Was Gott thut, das ist 380.Gott, die vertraun ist meine Pflicht ist Seligkeit im Leben! Sie fann dem Herzen Zuversicht und Trost und Freuden geben. Des Lebens Müh' versüßet sie, und läåsſet uns hie nieden im Laufe nicht er muden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Cotgen beständig mit einan 281 der ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglüc flicht, die Freude blüht; und faum ift fie empfunden, ist wieder fie verschwunden. 3. Wie würde da vol engstlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bei deb lebens Heiterkeit das Herz schon beben müsſen, wenn Buversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte? 4. Du theilst das alles aus, was hier den Sterblichen begegnet. Im Glück und Unglück werden wir von dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 5. Nicht unser Wille foll geschehn; du wählest stets das Beste. Wenn Erd' und Himmel untergehn, steht diese Wahrheit feste. O dag wir sie durch Leichtsinn nie an unseen Seelen schwachten, sie nie verkennen möchten! 6. Dann würde diese tiebungszeit nicht traurig und verschwinden, des Lebens Widerwärtigkeit und niemals muthles finden. Dann sähen wir, voll hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen die Ueberwinder lohnen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelaffenheit Prichten gegen Gott. 282 heit im Schmerz binauf gen Himmel schaue! Einst preif auch ich auf ewig dich für überstandne leiden im Lande fichrer Freuden. 5. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, weil seine Batergüte dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir be= gegnen kann, bricht einst der Tag der Freuden, deb ew's Mel. Beficht du deine Wege 381. Chrif, wann dich gen Friedens an? Mel. Wer nur ben lieben vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lenket, 382. Mein ortif Gott! Ihn ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlum- laß ich walten; ich hoff auf mer, zu Gott erhebe dich): ihn: er fennet mich. Ihm er fiehet deinen Rummer; fehlts, die Seinen zu erhaler liebt did) väterlich! 2. Sei auch in deinen Seiden ein Christ, voa muth und Kraft; einst fommen deine Freuden, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getrost die Ewigkeit; wer fann das heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 3. Sei froh, dein Gott regieret; fein Rath ist wuns derbar. Finst wirst du über führet, daß er der beste war. Und denfest du vermesſen: Der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergeffen; so hóre, was er spricht: 4. Ist auch der Mütter Eis ne, die ihres Kinds vergißt? Denk an dies Wort und weine Gott Freudenthránen, Chrift! Und fónnt ihn fie vergesſen; wia ich doch deiner nicht, ich deiner nicht vergeffen! der Herr ists, der RB ſpricht! ten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wante nicht. 2. Was quål ich mich? Bin ich ein heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Rein; das ist meines herzens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stårke mich; denn nicht vermag ich ohne dich. 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit meifer huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Luft an unferm Schmerz; er hat ein våters liches Herz. 4. Gott ist die fieb'; wie fann ich sagen? Gab er für mich nicht Jesum Christ? Was könnte mir ein Gott ver: sagen, der so unendlich gutig ist? Erhabner Trost, der nim: nimmer trügt, und jeden 3weifel überwiegt! 5. Ich harre feiner und bin stille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus seiner Fude unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zu gefaget hat! Mel. Kommt her zu mir, spricht 383. Erfülle redlich deine Pflicht, und hoffe dann mit Zuversicht: Gott forgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Gluck! Zu ihm erhebe deinen Blid, war auch dein Himmel trübe! 2. Die Wolken werden sich verziebn; im milden Sonnenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohithat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz und Prüfungen und Leiden. 3. Oft führt die dornenvolle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, ais sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater, thut, ist Weißheit huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Berubigung zu finden, benuße selbst gewissenhaft Verstand und Bett und jede Kraft, 200 up UIT. dein wahres Wohl zu gründen! 5. Daß ich gewisſenhaft und treu in meinem Amt und Stande sey und meine Pflicht erfülle: zu dem Entschlusſe stårte mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein ide! In eigener Melobie, out' ich meinem 384.€ Gott nicht trauen, der mich liebt so våterlich? der so herzlich sorgt für mich? Sout' ich auf den Herrn nicht bauen, welcher, unbewegt und fest, seine Kinder nie verläßt? 2. Er weiß alles, was mich drücet, mein Anliegen, meine Noth; er steht bei mir bis in Tod; er weiß, was mein Herz erquidet. Geine Lieb' und Batertreu' wird mir jeden Morgen neu. 3. Der die Vögel alle nähret, föniglich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquidt, Speise jedem Wurm gewähret: sollte der verlas sen mich? Nein; weit mehr, als sie, bin ich! 4 Bennnach ſeinem Reich ich trachte, wenn ich nur in grömmigkeit suche meine Seligkeit, und sie über alles achte: segnet Gott mir früh und spat Bort' und Werken Rath und That. 5. Heiter fen der andre Morgen, oder nicht: was Fünf 26.4 Pritten gegen Oort. Fünftig ist, quält mich nicht ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater sorgen, frob bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, stehet unerschütter lich: er, der höchste; sorgt für mich. Ewig wird ers mir beweifen; Seele freue feiner dich! Ewig forget Gott für mich! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnátiger, wenn du den Plan, den unfre Thorheit schuf, zerstórest, dich, Bater, bet ich findlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad Mel. Wer nur den lieben 385, Entschwinge dich, beſtimmet, den ich auf ErGeift, den den Ob er sich auch durch Dornen frummet, ich geh ihn hoher Uhnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz Deiner Führung Weisheit sehn. Nächten, in welche dich die Schwermuth buut! Biast du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Sezt fennst du was die gut ist, nicht; einst strahlet dir ein höhres Licht. Dich leitet Gott. O denk zus rude, wie gut er immer dich geführt; wie oft, mann Dunfel um dich lag, das Licht dir selbst aus Rächten brach)! 2. In Finsterniſsen wankt 386, 23arum in du unMel. Fröhlich soll mein Herze winst doch für Morgen, banges Herz, die zunt Schmer ,, immer ångstlich sorgen? Woju dient dein täglich) Grámen? Rur dazu, dir die Ruh' ohne Noth zu nehmen. 2. Ber, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher alles mir gegeben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war? Immerdar laß ich, Gott, dich walten. 3. Der daß Grögre uns gegeben, einen Geist, der 4. Drum heb empor die ihn preist, diesen Leib, dies trüben Blice, trann sich in eben, wird uns auch das Racht dein Weg verliert! Aleinre schenfen. Sein bin id); gewisser Schritt; was Got tes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, klart sich am Biel von feinem Lauf für ihn als gleiche Wohlthat auf. 3. Dort findest du, von Licht umfloffen, auch deiner Erdethränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgefchoffen, fie blüht der nahen Uernte fchon. Sar Kummer ward fie ausgefreut; bald reift fie für die Ewigkeit. 23ettrauen GUT GOTL 200 ich; auch an mich wird er Mel. In allen meinen Chaten liebreich denken. 387.23 as soll ich angstlich flagen und in der Roth verjagen? Der höchste forgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele fein wahres Wohlfeyn fehle. Ges nug zuns Trost, mein Herz, für dich! 4. Was auf meiner ebenbreife mir noch fehlt, was mich, qualt, weiß er der Naweise. Sollt' er meiner je vergeſſen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir.jugemeffen. 5. Náhrt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grafes Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seiner huld zum Ruhme? 6. Nur auf mich fout' er nicht achten? In der Roth ließ mein Gott húlfloß mich verschmachten? Rein, mir foll vor nichts mehr grauen. Báterlich) liebt er mich; ihm will ich vertrauen. 7. Nügen will ich Zeit und Kräfte; widmen sie spát und früh nüglichem Geschäfte; immer gehn auf seinen Wegen: wird es mir dann allhier mangeln je an Gegen? 8. Border fernen Zukunft zagen will ich nicht; es gebricht feinem Tag an Plagen. Heute leb ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon erBleicht? Warum will ich forgen? 9. Sorge du nur; ich befeble glaubensvoll, wie ich fou, bir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir balt ich stille; ich soll dein ewig fenn: es gescheh Dein Wille! 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entges gen gehn? Du, Vater meiner Tage, kennst, eh ich dies noch flage, mein Leid und eilft mir beizustehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir findlich zu vertrauen, daß, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben und dich), mein Vater lieben; denn du vers fáumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleideft und alle Thiere weis dest, du Schöpfer der Natur, siehst alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dic quålet, befiehl dens Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Roth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hüls fe febnen, fo flag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Munich 280 der Seele; du hörst, du hilfft, du fegnest gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir alles schen. fen, und stets zum Besten Tenken, was mich be fummert, quält und frånft. 8. Du führef, herr, vie Deinen nicht so, wie sie es meinen, dod stets nach weifem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt Der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen fehe, und es nicht ganz ver stehe, was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich tröften: du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. Prichten gegen Gott. 10. Dort, bei der From men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden, nach der standnen feiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist all gegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich bält, ist ſeines Heils gewärtig. O glaub es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch jeder walle, hält allenthalben alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends dliebe. Auf, fasse Muth! Selbst as du? Blut dir bei jedem Mel. Was Gott thut, das ist 388. Wabout regiert Leiden: Gott fegnet uns mit Freuden. 6. Was jagst du? Gott regiert die Welt; und Cott ist auch geduldig. 3war, wenn er vors Gericht uns stelt, find selbst die Frommen ſchuldig. Doch fein Gericht trifft Fromme night. Drum sen gee wis, 2. Was jagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen bält, ist dennoch ihm wohl wissend. Sein Auge sieht in dein Gemuth. Die Bitte, die du thatest, wußt' er, noch eh du batest. 5. Was sagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil dir, ihm zum Preis se. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Leiden zum Lidhte reiner Freus den. die Welt; und Gott ist ja allmäctig. Den Arm, der dieses Weltal hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Beuersglut uns schon ereilet batten, fo fann er doch noch setten. Bertrauen wiß, er schone auch dein in ſeinem Sohne. 7. Run, Gott! da du die Welt regierst; wie dürft' ich ångstlich zagen? Ein feid, in welches du mich führst, foll nie mid) niederschlagen. Ich hoff auf dich. Du lássest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen! In eigener Melodie. 389,( a) 3' war wird noch manMel. Bas Gott thut, das ist the Thräne auf Sottes welt 389.( 6) Ein in Gott regeweint; doch laß den Muth giert! Was auf Cort 201 thumb Binde von unfern Augen fällt; wenn wir das Une recht meiden, und dann zum Wohl der Welt vereinigt wirfen werden; wirds besſer auch auf Erden. 6. Uns selbst hier zu veredeln, und dann mit Thätige feit zum Wohl der Welt zu wirken; dies ists, was Gott gebeut. Gott, las uns deinen Widen zu unserm Heil erfüllen! nicht sinken; nein, wirke, zagen wir? Ein Gott erzieht Menschenfreund voll Glau- durch Freuden und durch ben fort auf Erden! Es wird des Schmerzes Druck uns doch besser werden. hier! Was ist des Lebens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag und übel gehen: wir werden's übers stehen! 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben, und über alles was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Belt vers geht, der Geist besteht. D laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 2. Nie werden wir hienieden, von allem Schmerz befreit, nur über Blumen wan= Deln. Voukommne SeligFeit erwarte nicht auf Erden! Doch besser wird es werden! 3. Wir schaffen selbst uns leiden durch Unzufriedenheif, Durch Leidenschaft und Thore heit und Ungerechtigkeit. Benn wir nur weiser werben, wirds beffer auch auf Erden. 3. Der Geist erkennt des Höchsten Spur, des Baters Macht und Milse im großen Reiche der Natur, in Waldern, im Gefilde, im kleins sten Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmud, im Res gen, und in Des Herbstes 4. Der 4. Wenn wir bescheidner vünschen, und uns zufriedher freun; wenn Pflicht uns Aber Alles wird theu'r und elig feyn; wenn wir selbst effer werden; wirds besser uch auf Erden. 5. Wenn nun des Irr Segen. 280 Partyten gegen Gott. 4. Der Gott, Durch wel- nur größer durch die Traus chen Alles ist, der selber im rigkeit. Gewimmel der Thiere feineb Wurms vergißt, der unter feinem Himmel, mas lebet, speist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. D last den höchsten walten! 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich felbst vergnügt, wie unfers Gottes Gnadenwide, wie sein allweifer Rath es fügt! Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tod und Grab! Des SchöpfersHuld wird bleiben. Er leitet gut, wir haben Muth; es mag uns übel gehen: wir werden's überstehen! 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, er weiß wann Hülfe nützlich sei. Wenn er uns nur hat treu erfunden, geduldig, ohne Heuchelei; fo lommt er, eh wird uns verfehn, und lasſet und viel Suts geschehn. 6. Wir zagen nicht: du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen durch leiden für das Gute rührst, so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; find wir nur gut, so mags uns übel gehen: wir werden's überste hen! 5. Denk nicht in deiner Drangsalshige, daß du von Gott verlaffen seist und der dem Glück im Schoose fize, den alle Welt für glücklich preist! Die Zukunft åndert oft sehr viel, und setzet jegs lichem fein Ziel. 6. Es find ja Gott sehr leichte Sachen, und seiner amacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu ma chen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch er höhn, leicht stürzen tann! In eigner Melodie. er nur den lie390, Wet ben Gottläßt walten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunDerbar erhalten in aller Roth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Alerhöchsten, traut, der Hat auf einen Fels gebaut 2. Was helfen uns die Schweren Sorgen? Was hilft uns unser Web und Uch? Was hilft es, daß wir alle Morgen befeufzen unser Ungemach? Wir maher unfer Kreuz und Leid 7. Sing, bet' und geh au Gottes Wegen, verricht' dan Deine nur getreu und trai des Himmels reichem Segen so wird er bei dir werden neu Denn, welcher seine Zuver ficht auf Gott setzt, den ver läst er nicht. Gehen Gebet. 289 Gebet. ben und felig sterben mag, um dich von Angesicht zu Angesicht zu schaun! 2ch Mel. O Gott, du frommer. c 391, ott! verlaß Gott, verlaß mich nicht! mich nicht; reich ich die Pilgrimschaft des Le- 392. Dechrift, nicht Du mir selbst die Hände, daß Mel. Wer nur den lieben Gott. leD bens wohl vollende! Irr ich im finstern Thal: so sen du zu verscherzen, sei wach und felbst mein Licht, mein Stab, núchtern zum Gebet! Ein mein Hort, mein Schuß! findlich Flehn aus reinem Ach Gott, verlaß mich nicht! Herzen hat gott, dein Bater, nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Fles hen oft und gern. Er låffet, was dir nugt, geschehen, ist, dir zu helfen, niemats fern; er thut, so du nur zu ihm fehst, mehr als du bittest und verst hst. 2. Uch Gott! verlaß mich nicht; lehr deinen Beg mich wallen und laß mich nimmers mehr in Sund' und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geiß, des Glaubens Zuvers ficht; und, wenn ich straucheln wil, Gott, so verlaß mich nicht! 3. Ach Gott! verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren, und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren! Ist mein Gemüth in Angst, erzittr ich in der Noth: o so verlaß mich nicht mit deinem Troft, o Gott! 4. Ach Gott! verlaß mich nicht; gib Wollen und Vermögen; in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Uch Gott! verlaß mich nicht, hilf, daß ich die erge= ben voll fieb' und Hoffnung fei; fest glauben, christlich le3. Welch Glüd, so hoch geehrt zu werden, und im Ges bet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Men schen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten die gebeut 4. Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? If des Gebetes Frucht nicht den? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt fich), Mote tes Freund zu fyn, und stöst daß ihm bestimmte Glück feindselig gegen fich, zurüd. 5. Gein Glück von dir, o Gott, begehren, wie leidst, wie süß ist diese pricht! Ded Dere Priaten gegen Gott. 290 Herzens Wünsche dir erklåren, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet gibt Muth; Gebet gibt Kraft zuc Dámpfung jeder Leidenschaft. Bab 5. Laß, deiner Liebe mich 6. Was fann zum Fleiß in guten Werken mir fräftiger zu freun, sie stets vor meiDen Geist erhöhn? nen Augen seyn! Taß, mei> mehr in Leidensstunden står- nes Glaubens mich zu freun, fen, als glaubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so febr erquiden kann. ihn stets durch Liebe thätig fenn! 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sei! 7. Gott! las mich nicht mein heil verscherzen, gib fust und Kraft mir zum Gebet; und wenn aus rei nem, frommen Herzen mein Mund zu dir um Hülfe fleht: fo höre mich von deinem Thron durch Jesum Christum, deinen Sohn! -C deiner Hand. Bon dir empfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stark thn durch dein göttlich Wort! In eigner Melodie. 393. J dein Ungesicht; ch fomme vor verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, daß mich schreckt, wann Deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, herr, in 7. Jd bin zu schwach auß eigner Kraft zum Stege metner feidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen fann. 8 Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Urbeit Muth und Heiterfeit! 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich måßig im Genuß, so laß mich mild und gütig seyn, und dürft'gé Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nüß' und dankbar sei; doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh! 11. Erwede mir stets einen Freund, der's treu mit meiner wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, Gebet. 291 übt, wir Rath und Trost und freundlich er, dein Bater, Beispiel gibt. ist! Bet oft zu Gott, und 12. Bestimmst du mir ein fühl im Leiden, wie göttlich långres Ziel, und werden er das Leid versüßt! Gott meiner Tage viel: so fey, hörts, Gott ists, der Hülfe Herr, meine Zuversicht; ver- schafft. Er gibt den Müden laß mich auch im Alter nicht! Trost und Kraft. 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an, und sen durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! 5. Bet oft, und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern fatt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit ét dich geleitet hat! Oft irrtest du: er trug Geduld; erfenn und preise Seine buld! 394.m Mel. Wer nur den lieben Gott. Pomm betend oft und mit Ber gnügen, o Christ, vor Got tes Angesicht. Nie müsſe Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! D übe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuemFleiß! 2. Bet oft in Einfalt reiner Seelen: Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Die Fann es dir an Worten feblen, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn tührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell vergißt, was er ihm schwur, der spottet feines Schöpfers nur. 4. Bet oft zu Gott, und schmed in Freuden, wie 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wunder der Barmherjigkeit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sünde Joch befreit: und eigne dir, zu deiner Ruh' und Heiligung, sein Opfer zu! 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte, in feiner minder oder mehr; denk nicht: wenn ich mit Bielen bete, so find ich eh'r bei Gott Gehör. Ist, was du wünschest, recht und gut; fo sen gewiß, daß Gott es thut! 8. Doch faume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn! Fühl der vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für beine Brüder, für alle Menschen, 3-2 ala 292 Pflichten gegen Gott. als ihr Freund; denn wir deine Kraft bezwingen, und sind Eines Leibes Glieder: es so den Sieg erringen. sei kein Glied des andern Feind! Solch Bitten, daß aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich průfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht erFalten, und reich an guten Wecken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh' fagt Gott dem frommen Beter zu. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe gegen Brüder; so flieh ich betend zu dir hin, und haffe Mein nun nicht wieder. Herz verzeiht mit Freundlichfeit, und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. 5. Betracht ich im Gebet mit Schmerz mein fehlervolles Leben; so wird und kann fich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich feh zu dir, verzeihe mir! und Mel. Was Gott thut, das ist 395, Welch hohes Vor-= du willst gern verzeihen, und mich du mir, o du, dem Gera= phinen mit Ehrfurcht und mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube fchwingen, und betend zu dir dringen. 2. Jch darf mit froher 3uversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deinen. Du zeigeft dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete, und findlich vor dir bete. 6. Wenn Rummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quálen, wenn mir des Lebens Glück entflieht, und edle Freunde fehTen; so wend ich mich getrost an dich: du lehrst mich mit Entzücken im Elend heil erblicken. 7. In stillen Stunden denk ich oft: waß seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie geschwind, wie unverhofft verkehrt ihr euch in Leiden! und denk ich dies, so fühlt gewiß mein Herz fid) angetrieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe; so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Tugendliebe. Was fündlich ist, kann ich, als Christ, durch heit und mit Kräften. Wer 8. Dwelchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohnest dem, der zu dir fleht, mit Weißdir Gebet. dir vertraut und auf dich baut, den frönest du mit Segen auf quen feinen Begen. 9. Du Geist der Kraft und des Gebets, du Geist der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur Andacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten; so lehre du mich beten! 5. Und wenn ein Rummer mich verzehret, den ich der Welt nicht flagen kann, dann ruf ich Gott, der mich ers höret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein Mel. Wer nur den lieben Gott Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 396. Mein bester Trost in diesem Le ben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in ieder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 993 then suchen, wann mich ein Feind zu frånken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wann mein Gewissen mich) verklagt, wann bei der Menge meiner Günden mein Herz vor seinem Richter zagt? Richts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich), um des Gewiffens willen, ein Spott der Lasterhaften seyn: so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schrei'n, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zurá6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh: so fleh ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke gibt mir sie. Er gibt, aus väterlicher Huld, mir Gegen, Kluge heit und Geduld. 7. Wann, böser Lüfte Macht zu dâmpfen, nir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt ich Gott; er hilft mir lämpfen, er gibt mir mutb zu jeder Pflicht; und stark durch meines Gottes Kraft, besieg ich jede Leidenschaft. 8. Dann ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann; so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wann die Sprache mir vergeht, felbft meine Seufzer noch versteht. -mel. 294 Pflichten gegen Gott. Mel. Ermuntre dich, mein Stunden, wo betend dich mein o mein 397. Water ist die Bater, hat empfunden; we fanft, mein ich mit Thránen vor dir stand tief deine Baterhuld empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glaube wichtig; wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu jes der Tugend tuchtig! Wann böse Lust in mir sich regt, eil ich, von deinem Geist bewegt, mich im Gebet mit Thránen nach Kraft von die zu ſehnen. Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und vou Buversicht zu dir, o Gott, ju beten! Welch Glüd, das udes übersteigt, wird im Gebete mir erzeugt, wenn ich mit Rindestreue mein Herz, o Gott, dir weiße! 2. Allwiffender! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren; nicht mit dem Bahn, was mir gebricht, Das musfest du gewähren; nicht under von dir zu erflehn; nicht, andern Pflichten zu entgehn; nicht, tråge, dich zum Gegen durch Bitten zu bewegen; 7. Dein denk ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bemundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer. Lust mein Aug' erwacht, das die natur entzücket, zu neuer Luft erquidet. 8. Bin ich am Ziel vor meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blid ich, Gott, zu dir hinauf, und wia im Geiste bes ten. Noch sterbend, Bater, dank ich dir, der du so viels les Gute mir im Leben hast erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! 3. Nein, guter Váter, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, ju findlicher Ergebenheit, zum gleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Denn, wann ich in der Einfamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, von Bufriedenheit mein Schicksal übergebe; dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Rampf mit leiden fchaft, Erquidung in dem Leiden und Hoffnung ew'ger Freuden. 6 mit feiner Welt vers 398. 3 das Herz erhe. 3" Mel. Wer nur den lieben u dir, o Gott! 5 tausche ich die wonnevollen ben Gebet. ben, zu dir mit frommer ich mich nach Lebensfreuden; Andacht flehn, um uns zum fo laß mich doch um das nur Guten zu beleben, und unfre flehn, was deine Weisheit, Tugend zu erhöhn, ist dein Gott, beschließt, und was mir gut und nüßlich ist! fehl und meine Pflicht, und stärket meine Zuverficht. 2. Eaß diese Pflicht mich nie vergeffen; laß mich, bez fannt mit ihrem Werth, es táglich und mit Dank ermesfen, welch heil von dir mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und aden gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Mel. Es ist das heil uns Bater, trete, dir meinen 399. Gott, deine Güte stillen vertrau; wenn reicht so weit, 4. Rie muss ich das von dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewäbren, was Andern ihre Wohl fahrt raubt! Denn du er. horest kein Gebet, daß zu des Undern Schaden flebt. 295 ich in meinem Rummer bete, so weit die Wolken gehen; und auf zu dir nach Hülfe du frónst uns mit Barmherschau: dann sei mein Geift zigkeit, und eilft, uns beivon Heuchelei und ganz von zustehen. Herr, meine Burg, Figendunkel frei! mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich wil vor dir beten! 2. Jch bitte nicht um leberfluß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade, werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand dich, Gott, und den, den du gefandt, und mich selbst zu erkennen! 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menfchen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm fei meine. Pflicht, der Ruhm, vor deinem 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde; so sei auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besiz mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn; daß ich, von Geiz und Habsucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern. 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich trofilos sehn; du, Herr und Vater von uns allen, erhörst gemiß mein findlich Flehn; gibst mir im Glück Zufriedenheit, in Trübsal Ruh' und Heiterkeit. 6. Wunsch ich bei fummer bollen feiden von ihrer Last mich frei zu sehn, und sebn' 295 Pflichten gegen Gott. nem Ungeficht, und frommer zu dámpfen: dies, herr, Freunde Liebe! ist mein findlich glehn. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Neth, daß mollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Beit; laß du mid nur Barmherzigkeit vor die im Tode finden! Das Gebet des Herrn. In eigener Melodie. Mel. Erschienen ist der. 400. Si 401.( a), des fich Nicht um Reichthum, nicht alle hims um Ehre bitt ich, Gott, mein Bater, dich. Wenn ich Welt- mel freun, auch unfre Seele befizer wäre: ohne dich, wie arm war ich! Nicht um lauter frohe Tage steigt mein Flehn zu dir binan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann! freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du, Gott, unser Bater bist, in Ewigkeit! 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, Did) im Schmerz meinen Bater froh zu nennen: dies erflehet sich mein Herz! Dankgefühl bei deinen aben, Lust am Guten, Freud' in dir, und Gewissensruh' zu haben: dies, agüt'ger, wünsch ich mir! 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in deiner Liebe stehen, und dir, Bater, ähnlich seyn; diefen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein. Ja, um deiner Liebe willen wirst du, was ich bat, verleihn! 3. Kraft und Muth und Hergensfreude, meinem Náchsten wohlzuthun; Trost und Etárke, wann ich leide, fanft und still in dirzu ruhn, Muth, die Lafter zu beTämpfen, ihre Reise zu verfchmahn, jede Leidenschaft 2. Weit, über unser Denken weit, geht deines Namens Herrlichkeit. Ihn heis lige von fieb' entbrennt, wer deinen großen Ramen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deines Reis bes Ruhm durch Jesu Evangelium! Mach unser Herz ihm unterthan; so bes ten wir dich freudig an, Allgütiger! 4. Der du in deiner Wahl nie irrft, und wohlzuthun nie můde wirst, Dein Wils le, Weisester, gescheh auf Erden so wie in der höh', mit Freudigkeit! 5. Sei mit uns in des Lebens Roth, und gib uns U ne Gebet. 297 unser täglich Brod; deine Herrlichkeit! Heilig in dieser Erde Freud' und ehre dich der Mensch im Schmerz sei still in dir und Staube, von der Wiege bis froh das Herz und voll Ver- zur Ewigkeit! traun! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuld; trag unfre Schwachheit mit Geduld; wir wollen auch, von Rach. fucht rein, des Náchsten Fehler gern verzeihn. Wir wollens, Herr! 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 7. 3u hart sey die Vers fuchung nicht; Sherr, stårk uns, wann und Kraft gebricht; steh uns zum Siege mächtig bet; mach uns im Guten fest und treu, Erbar. mender! 8. Erlöf, erlöf uns, unser Gott, nach deinem Rath aus aller Noth! Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf und zu dem bessern Leben auf, Aaliebender! 4. G8 gescheh' Dein Bille hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! 5. Gib uns, ewigtreuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach mir bitten nicht um Gold und Schake; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 6. Wann wir auf dem 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd Pfad der Tugend straucheln, erschallt dein Ruhm. Dein so vergib uns Schuld und ist die Macht, die Herr. Misſethat; so wie wir auch Tichkeit, von Ewigkeit gern vergeben woäen, wann iu Ewigkeit. Hallelujah! ein Nächster uns gefránket hat. In eigener Melodie. 7. Schütze uns in der 401( 6) ater, den Bersuchungsstunde, wo B uns Jesus offenbaret, den der Geist mit hoher Andacht nennt; Bater, den kein Himmel von der Erde, feine Welt von seinen Kindern trennt! die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die him. melskrone blicken, wann die Erde unser Herz umschlingt, 2. Hochgelobet sei dein großer Rame, angebetet 8. Co erlöse und von ale lem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Rene werden Dann Pflichten gegen Gott. 298 Dann verschwinden, und wir fiegen über Welt und Tod. 9. Dein, herr, ist das Reich, die Macht und Stärke! Ewig währet deine Herrlichkeit! Alle himmel rühmen deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigkeit! Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen ( a) 8 freu der 402. Fürst des Landes fich, Gott, deiner allezeit! Sein Auge seheftets auf dich; fein Herz sei dir geweiht! 2. Begnadigt, herr, mit deiner Kraft und deines Geistes voll, gedent' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soa! 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie ſehr braucht er vor andern Lichi und Rath und Kraft von dir! chuß und Zier, ein edler Mensch und Christ! 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern ſei er fürchterlich, der Tugend Schuß und fohn! 8. Der Unterthanen Liebe fei sein edelster Gewinn, und fein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 9. Um feinen Thron fei immerdar Recht und verectigkeit, und dann beschik ihn in Gefahr, wann ihm und uns sie dråut! 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um ihn her zu jeder Tugend Muth! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn, so bilf ihm, in dein Bild verklárt, sein Bolf, wie du, erfreun! 5. Er fördre willig deinen Ruhm; er denke gern daran: daß land sei, Herr, dein Egenthum, und er dein Unterthan! 11. Verdienste heb' er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Obr, wann ihm ein Aimer natt! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, daß er erreis chen soll; herr, mache seiner Tage viel und jeden segense voa! 13. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und anf gedacht! Erhör uns, Gott: dann jauchzen wir und preifen deine Macht. Mel. Sei Lob und Ehr' dem ( b) 402. Erhalt uns Herr, die 6. Der über Christen, Gott, Obrigkeit! Du gabst sie uns, von dir zum perrn verord- auf Erden mit Wohlstand net ist, sei deiner Kirche und mit Sicherheit durch fie Gebet. 299 beglückt zu werden! Berleib herrschaft freun, mit the ihr Weisheit, Teb und dein Lob erheben; daß so vor Kraft, was wahres Wohl deiner Majestát, die über dem Lande schafft, mit Sorg- alle Hoheit geht, Regent falt wahrzunehmen! und Bolt sich beuge! 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den Segen und dein Reich durch gute Anstalt führe, der Unschuld Schirm und Wächter sei, Verdienst und Redlichkeit erfreu, dem Unrecht fráftig steure! 3. 2aß uns, von ihrem Schuß bewacht, des Friedens Glück genießen; laß ruhig unter ihrer Macht das Zeben uns verfließen! Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen und schon in der Zeit die Frucht der Tugend árnten! Allgemeine Fürbitte. Mel. Bo Gott zu Haus 403. Fur Für alle Menschen beten wir, o höchster, wie für uns, zu dir, Du, der du aller Bater bist, gib jedem, was ihma heilsam ist! 2. Dir tónet unfer lobges sang; wir bringen Ehre die und Dank, daß du fie ade, alle liebst, und liebend allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dies preisen wir, und beten herzlicher zu dir für alle, die dein hoher Ruf, wie uns, 4. Beschirme sie durch deie o Gott zu Menschen schuf. nen Schuß, daß, die ihr 4. Nimm aller väterlich Lebels gonnen, mit aller List, Gewalt und Truß ihr niemals schaden können! Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein fegnendes Gedeihen! 5. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr uns tergeben, daß jeder freudig thátig sei, nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ihres Amtes Müh; mit deinem Segen fróne sie, und sei ihr Lohn auf ewig! dich an, und leite fie auf ebner Bahn; es sei zu deis nem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glid; und wer von die sich führen läßt, der werd' im Guten treu und fest! 6. Entreiß der faster Tyrannei die Sünder; mache, Gott, fie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn, und freudig einst dein Untlig fehn! 6. Laß sie mit uns beflissen seyn, in deiner Furcht 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr zu leben, uns deiner Ober- Leben und ihr Gut; laß ibred 200 Pflichten gegen Gott. ihrer Hände Werk gedeihn, mein Gott, empor, und Hül. verdiente Achtung fie er fe war mir nah. freun! 8. In ihrer Noth verlaß 6. Oft, wann nach Troft die Seele rang, Gott sich von fie nie; und sind sie traurig, mir gewandt, rief ich von tröfte sie! Sib ihnen hier Sehnsucht: Herr, wie lang! 3ufriedenheit, und dort der Und mich hielt seine Hand. Frommen Geligkeit! 7. Er half; noch hilft er stets der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Bersuchung rettet er, und gibt der Tugend Muth. 9. Wir alle, einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir, dir, unfer aller Bater, dir! Dankbarkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen. u bifts, dem 9. Dir dank Herr, daß 404. Dhe und die Natur mich nährt und Ehr Ruhm gebührt; und das, mich erfreut. Ich schmeck Herr, bring ich dir. Mein in jeder Kreatur, Gott, deiSchicksal hast du stets regiert ne Freundlichkeit. und stets warst du mit mir. 2. Wann Angst und Noth sich mir genaht: so höret Gott mein Flehn, und ließ durch seinen gnád'gen Rath mich nicht darin vergehn. 3. Wann ich in Schmerz und Krankheit fank, und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit welchem Dank, mein Gott, erheb ich Dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß: so flagt' ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freuden, welche mir dein milder Segen gibt! 10. Jo danke dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Zobt Gott in seinem heiligthum! Erheb ihn, Doll des Herrn! Die Erd' ist voll von seinem Ruhm; er hilft und reitet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns voru. bergehn, will uns, nach fur zer Prüfungszeit zu ew'gem Glück erhöhn. 15. Vergiß nicht, Geele deinen Gott; was er ar dir gethan! Verehr und hal. te sein Gebot und bet ihr Mel 5. Wann ich den richt'gen Pfad verlor und mich verschuldet fah, rief ich zu dir, emig an! Dankbarkeit. 301 Mel. Nun danket alle Gott. urch dich, test mein, eh mich die Mutter noch ja fahst mich, 405. großer Gott, eh der Grund der Welt gedurch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Namacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an! Mein Heil fommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde? Jm Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht ich nichts; denn du deckst mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausges breitet, der Sonne Majestát, den Mond, den du bereitet; sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst, und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Boll Güte läß'st du uns auf grünen Auen weiben, nährst uns mit Speis' und Tranf, unb füüst daß Her; mit Freuden. Du dachleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und zeiden, die mich üben; und meiner Tage 3ahl war in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß; Du bist der Müden Ruh; ein Gott, der gern verzeiht. Bie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt' ich sonst vers traun, als dir, du Gott der Götter? wen ehren so, wie dich, mein Schutz und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, Dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben! Wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blühn, mid) soll er dennoch nicht in seine Netze ziehn! 9. Auch, wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüftet, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Solt' ich nach Chr' und Ruhm mit Sünd und Unrecht trachten? Nein/ Herr, 30% Prichten gegen Gott. Herr, wenn du mich ehrst, Glieder, Kräfte, Sinne, mag mich die Welt verach- Leben, Triebe, Freiheit und ten! Du bist es, dem zum Verstand gab mir deine Dienst ich Leib und Seele Schöpferband. meih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig fen! Mel. Xue Menschen müssen sterben allet nieder! fal406. Fallet let nieder! Betet Gottes Hoheit an! Menschen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns getban. Seht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome feiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Borzug, der uns schmückt! 2. Eh ich noch dich Vater nannte, eh ich reif zum Dasein war, eh ich Schmerzen und Gefahr, eh ich Glück und Freude fannte, forgteft du schon váterlich für mein Daseyn und für mich. 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, fegnetest du mein Bemühn, mich Berführern zu entziehn. 4. Uae meine Lebensfreu den hab ich, Vater nur von 2. Reiner rühme seiner Stárke, seiner Kunst und Weisheit fich! Jeder rühme dir; Glück und Wohlfahrt deine Werke, Bater, jeder rühme dich! Doll von tiefer Demuth preise dich der Starke, dich der Weise! She re Kraft und ihr Verstand sind Geschenke Deiner Hand. gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden; und wie oft trágt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sey von mir erhoben über Üles, du mein Cott! Ungebetet soust du werden, weil im Himmel und auf Erden feiner dir an Größe gleicht, feiner je dich gang erreicht! 5. Taglich kann ich es ers fahren, wie du deine Mens schen liebst, ihnen Schut und Beistand gibst, sie vor Uebeln zu bewahren; wie du sie versorgst und nährst, ih. nen manchen Wunsch ge. währst. 6. Wie du stets mich weis fübrest, våterlich an mich ge Denfft, Uebel auch zum Gu ten lenfft; wie du mein Se schick regierest, meine Wohl fahrt zu erhöhn, lera id immer mehr verstehn. Mel. Sollt' ich meinem Gott. hast du mir 407.218 gegeben, alles, Gott, bin ich durch dich; 7. Mit dem freudigster bu, nur du beglücktest mich! Gemüthe fühl ich jeder Wohl tha Dantbarrett. 303 that Berth, die mir täglich dem Gemüthe dann die widerfährt, preise deine meise Gute, und erfleh auch fünftig mir Segen, Trost und heil von dir. Füde feiner Güte sich zum großen Zeugen stellt! 6. Rast euch zu ihm, feine Kinder! Zittert nicht, feid ihr gleich Sünder, Sünder ihr: die Lieb' ist er! Denft den göttlichen Gedanken, fü fühlt die Wonne, ihm zu und Ruhm, ihr Jubelchóre; danfen: groß und gnädig jauchzt, Beseligte des Herrn! ist der Herr! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, finget eure Jubelts. ne; er, der Herr, beglückt uns gern! In eigener Melodie. allelujah! Bringet Ebre, Preis 2. Solten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er er schofft und er erhält! Tief im Staub verehrt ihn, Kinder! heißt er uns, In eigener Melobie. und Sünder; er ift Bater 409, NBott mit herun alle un ſeiner Welt! 7. Hallelujah' Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchore; jauchzt, Befeligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, fine get eure Jubeltone; er, der Herr, beglückt uns gern! 3. Zwar sein Thron steht zen, Mund und Händen, unerschüttert, und die weite der große Dinge thut hier Schöpfung zittert tief ge- und an allen Enden, der und beugt vor ihrem Herrn; so väterlich von unfrer Kindwenn gleich unsre Lieder ſchweigen, seht die Midioen 3eugen, laut verkunden ie den Herrn! heit an bis diefen Augenblick unzählig Guts gethan! 2. Der ewigreiche Gott woll' und, so lang wir leben, en immer fröhl d Herz und edlen Frieden geben, und unb in seiner Gnad' erhalten fort und fort, und uns auß aller Noth erlösen hier und dort! 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heil'gen Geist! Er, der vom himmelsthrone von Liebe auf ung 4. Aber unfre Seelen heben sich zum Glück der Enjel, leben schon des Himmels leben hier. Welche göttlichsohe Freuden, welchen Trost ür alle Leiden, welche Ruhe ühlen wir: 5. Wenn der Geist zu ihm ich waget, ein Gedank dem indern faget: er ist Bater einer Welt; still entzückend 304 Pflichten gegen Gott. uns sieht, bleibt, wie er ewig ihm Preis und Dank für seine Gütigteit! Einst wird fie euer Lobgesang noch mehr in Ewigkeit! war, unendlich groß und Lod sey ihm immer. gut. dar! Mel. Lobt Gott, ihr Ghriften.. Chriſten, 410. uri 411. hoher Liebe Mel. Jesu, meines Lebens. alte mit bringet Preis und Ehr' dem Herrscher aller Welt, den Mächtigen, der Erd' und Meer und alle him mel hålt! an den Herrn, und opfre Dank! Weih ihm jeden deiner Tries be! Seele, Gott sei dein Gefang! Selig einst vor ihm zu werden, schuf er mich), und schon auf Erden seh und fühl ich's wonnevoll, was ich fünftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Au genblick; selbst die Schmer zen, die ich leide, werden Segen mir und Glück. Riefeln nicht im Pilgerlande Quellen auch im durrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht; aber auch die Nacht hat Licht. 3. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewahrt mir's, Herr, als du? Strömen nicht durch alle Sinne fust mir und Vergnügen zu? Ists o Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft und oft Uebers fluß? 4. O wie viele frohe Tage floffen, weil mir nichts ge brach, ruhig hin und frei von Plage, frei von jedem Unge: mach! hatt auch einer Müb und Sorgen: fie entflohr unt 2. Frohlockt mit jubefrei chem Schall Gott, unserm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen, thut! 3. Von unsrer zarten Kind. heit an hat er uns unterstüzt, er, der allein uns helfen kann, und gern und hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer, was uns nährt, und unfren Seelen auch schon her Zufrie denheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Roth, wo mit fein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fodert uns zur Tus gend auf, die hin zum Glück uns führt; er ists, der uns ren Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; feinWort steht fest. Wer hier fich zu ihm hålt, fommt, wenn er dieſe Welt verläßt, zum Glück der beßren Welt. 8. Singt, Christen, singt und jeden Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 5. Ja, ich hab aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speif und Trank und Dach und pude, Schuß und Hülse jeden Tag Immer fam und kommt bein Segen unerwartet mir entgegen, und, wo mir ein Uebel droht, Rettung oder Trost in Roth. 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese starken, festen Bande für das menschliche Beschlecht, und des Umgangs süße Freuden, und der Freundschaft Trost im Leiden; Rath und Beistand hab auch ich; Gott, wie preis ich würdig dich! 7. Dies gewährst du die sem Leben, dieser kurzen Uebungszeit. D was wirst du, Herr, mir geben einst in jener Ewigkeit! Ewig selig dort zu werden, schufft du mich; und schon auf Erden seh' ichs, fühl' ichs won nevoll, was ich künftig werden soll. 300 wie wenig ich verdient, wie schwach ich danken kann. 2. 2in treuer Eitern Hand entfloh die erste Jugend; sie zeigten forgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme schwieg, sprach guter Lehrer Mund, und machte redlich mir der Weiss heit Schätze fund. 3. Wie weit wär' ich vielleicht vom Tugendpfad entfernet, hátt' ich durch ihren Rath nicht die Gefahr gelernet, zu der das Easter führt! Leicht werden wir sein Raub, uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4 Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabste entzogen; wie mancher von de Lust der Sinnlichkeit bes trogen, weil ungewarnt sein die unter Blumen laurdst Fuß nicht jeneSchlangemied, verlegt, eh' man sie sieht! 5. Was gut und ebel ist, was dir gefällt, was nützet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschützet, was Muth im Leiden gibt, ver guten Menschen ehrt, hast du mich, guter Gott, pon Mel. Nun danket alle, Gott Kindheit an gelehrt. 411,( b) er du von Jugend 6. Die achte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, auf, mit Huld und Batergů. die aus dem Herzen quilt, te, für mich, mein Gott, mit falschem Trost nicht gesorgt, mit dankendem Ge- schmeichelt, die Jefu Geist müthe denk ich voll Rührung und Sinn nachahmt und in nach, was du an mir gethan, fich nährt, hast du von Juu gend 500 Practen gegen Ooit. gend auf mich, guter Gott, seyn; stets unfer Herz vot gelehrt. Dankbarkeit sich deiner Güte freun! 7. Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte ja mein Buß vom Tugendwege wanfen: o Dann erinnre du wit durch mein Gewiffen, mich der 413.( a) Hoidh fober In eigener Melodie. err Gott schweren Rechenschaft! Lob Gottes. Mel. Mein Gott, das Herz on allen Him 412, Von mein tönt dir, wir! Herr Gott, wir dan fen dir! Der höchste ist vor Ewigkeit! Er schuf die Welt das Werk der Zeit. Di ganze weiteSchöpfung preist, Gott Bater, dich! Dich Sohn dich Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die himmel alle fingen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist un fer Bott! Heilig ist unser Gott, der algewalt'ge Gott! Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Unbetungswürdiger, steig' auch der Menschen Dant! Weit, über alle himme weit geht deine Macht unt Herrlichkeit! Sie, die der Erdkreis wunderbar befehr ten, deiner Boten Schaar der Lehre Jesu Märtyrer fie preisen ewig dich, c Herr! Auch deine ganze Chri stenheit preist dich auf Erder weit und breit, dich, Vater auf der Himmel Thron, dich Jesu Christ, des Bateri Sohn, und dich, o Geist, def Wunderkraft in Sünderr neues Leben schafft! 2. Du brauchst zwar unfers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht: und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preifen, ist uns Seligkeit; dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Him mel in der Brust. 4. Wir stammeln zwar dein fob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn Deinen Ruhm, Herr der Ratur, erreicht fein sterblichfied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, daß dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein fob denn allezeit in unserm Munde Das Te Deum. Du Hoherprister! du Pro phet! du König, deß Reld nie vergeht! Du wardst ein Mensch, doch fündenrein, un uns von Sünden zu befrein Dem Tode nahmst du sein Mach Lob Gottes 307 Macht zum Himmel hast du du? Uns rufen alle Himmel uns gebracht. Zur Rechten zu: Der uns erschuf, ist Gottes fizest du; mit Macht groß, an Macht und Weißund Gute herrschest du. D heit groß, an huld und liebe der für uns geblutet hat, groß, ist unermeßlich groß! erwürgt für unsre Misſethat, imGrabe läsfest du uns nicht; du kommst, du kommst und hältst Gericht! Wie groß war deine Herrlichkeit schon vor dem Unbes ginn der Zeit! Doch wolltest du, und es geschah: zablose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, auf deinen Wink, mit Freuden an. Nie hob ihr Gleichgewicht sich auf; noch immer lenfst du ihren Lauf; und froh ist jeder, der es denkt: du bists, der auch die Erde lenkt. Wie weise, groß und herrlich ist, Allherrscher, was dein Rath beschließt! Die Kronen sind in deiner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Helden ihren Heldenmuth: und Uues, was du thust, ist gut. Durch dich erringt ein Volk den Sieg; durch dich entfleucht der wilde Krieg, und Friede führt und Ruh' und Glück, die Ordnung und das Recht zurück. Das Feld belohnt, durch dein Geheiß, des treuen Landmanns regen Fleiß; es blühet Kunst und Wissenschaft, und alles, Herr, durch deine Kraft. In unserm Staube flehen wir vol froher Zuversicht zu dir, zu dir, der und im Hime mel hört, und fiebreich unfre Freuden mehrt. Rein WeU 2 sen Einst sei im Himmel ew'ges heil mit allen Frommen uns fer Theil! Hilf deinem Volte, Jesu Christ, und fegne, was dein Erbtheil ist! feit' uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit! Die Erd' ist auch dein Heiligthum! Auch sie erfülle stets dein Ruhm! in dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, Dein Wort uns licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm gehorcht, der sündigt nicht: und wer noch fällt und es bereut, der findet da Barmherzigkeit. Die Erd' erfüll' Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen. In voriger Melodie. err Gott, dich 413.5 loben wir! Herr Gott wir danken dir! Dein Segen strömt durch Deine Welt; du bist es, der auch uns erhält! Drum steig' im hohen Jubelton, auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie 508 Pflichten gegen Gott. sen ist vor dir zu flein; du 3. Er hat der Sonnen hos wiast sein milder Bater hes Zelt, die Himmel, über fenn. diese Welt für mich auch ausBon Deines hohen Na- gebreitet; hat seiner Erde mens Ruhm erschal' auch Luftgefild für mich auch liejetzt dein Heiligthum! Wie wohl hast du an uns gethan! Rimmunfers Dankes Opfer an, und öffne deine Baterhand auch ferner noch für unser Land! Laß jeden Stand gesegnet seyn, und fromm sich deines Gegens freun! Dann tónt einst lauter noch, als hier, Gott, unier Danf hinauf zu dir! Amen! 4. Wem blübt das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für men bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf seinen grunen Triften? Quellen rieMel. Mein ganzer Geist, Gott feln, inde wehen, Flüff' 414. Ertone, feiernder und Seen werden Meere zum Segen, ihm zur betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menfchen 2oblied gen, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhren Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. bevoll und mild bepflanzet und bereitet. Eachen mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu feinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdkreiß: Werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie erb ausrief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. Ehre. 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weis gert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken. Noch strömt ihr Freudenquell für.mich, noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Gute wird die Werke seiner Stärke stets erhalten; schußend über mir auch walten. 6. So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die huld und Macht, die mich so hoch erhoben! strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfins dungen der Luft, den Guttgen zu loben! Schöpfer! VA. Lob Gottes. 309 Bater! dich erhebe, weil 6. Lobet den Herren, der ich lebe, meine Seele, meine unser Thun sichtbar gefeghochbeglückte Seele! net! Stróme des Guten hat auf uns sein Wohlthun geregnet. Denket daran, me In eigener Melodie. 415. Lobet den Herren, der Allmächtige kann, wie er uns huldreich mächtigen König der Ehren! faßt uns Den Weltenbeherrscher in Demuth verehren! Tretet her an; ftimmet ein Freudenlied an, des höchsten fob zu vermehren! begegnet! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir als Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht läffet vergehn und verderben, und nach dem Tod uns liebt und fegnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! 2. Lobet den Herren, der Alles aufs beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hieher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Baterherz spüret! 8. Lobet den Herren und seinen bochheiligen Namen! Lobt ihn mit allen, die von ihm das Leben befamen! Nahe und fern frohlodet alle dem Herrn; fobt ihn in Ewigkeit! Amen! 3. lobet denHerren, der unferer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern und schenket, der der das Gemith tröstet und himmelwärts zieht, wann zeitlich' Trubsal es frånfet! 4. Lobet den Herren, der große Barmher.igkeit übet, Der, wann wie Menschen mit Sünden ihn häufig betrubet, noch mit Geduld göttlicher Gnade und Huld uns trágt und Sünden vers giebet! 5. Lobet den Herren, der Rahrung dem Leibe befcheret, der und Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Roth hat nicht Der gnädige Gott bas leid in Freude verkehret! 416. Preis dem höchMel. Allein Gott in der Höh und sten Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit feis nem reichen Troft erfüllt, dem Gott, der alten Jammer stiut! Cebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danfet dir des himmels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, in Meer und auf der Erde wohnen, die afle preifen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gibt unserm Gott die Ebre! 3. Was Pflichten gegen Gott 510 3. Was unser Gott er schaffen hat, daß will er auch erhalten; darüber wia er früh und ſpat mit seiner Gute walten In seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich. Gebt unferm Gott die Ehre! Herr, durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! Da 4. Ich tief zum Herrn in meiner Roth: AchGott, vernimm mein Weinen! half mein Helfer; da ließ Gott mir heil und Trost er scheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Voll geschieden; er, er ist ihre Zuversicht, ihr Segen, Heil und Frieden. Mit seiIn eigener Melodie. ner Almacht leitet er, er, der 417. Preis und Unbe6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, fein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an; der Auerbarmer neiget zu unferm Angstgebet fein Ohr; sein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! ganzes Herz erfreue fich! Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren; einst follen meinen Lobgefang auch deine Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein 8. Jhr, die ihr Ehristi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erfennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Gögen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Rommt, fommet vor sein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Bezahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich fingen: Der Herr hat alles wohl bedacht und Udes recht und gut gemacht! Cebt unserm Gott die Ehre! unserm Gotte! Denn er ist ſehr freundlich; weit über Erd' und alle Himmel gehet seine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlig kommen, und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder; singt zu feinem Preise! Ein koblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebt hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 3. 3war fann der Mensch nicht ihn würdig preifen; doch mit Wohlgfallen vernimmt Lob Gottes. nimmt er hoch herab von feinem Himmel unser frohes Danflied, und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danken, dem Gnadevollen. 3. Weislich hast du Ort und Zeiten für mein Daseyn außerwählt. Hat mirs an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergesſen, immer heil mir zugemesſen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du záhltest meine Thränen; eh' ich weinte, sahst du sie. fiebreich merktest du mein Gehnen unter dieses Lebens Müh; und an ewig freuen! Hallelujah! jedem Leidenstage lindertest Amen! O weiche Seligkeit du meine Plage. Nimm, ifts, fein fich freun; hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz hm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. o Bater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Hatt' ich, heiligster, mit Sünden mein verführDann tes Herz befleckt: o ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit Mel. Jesu, meines Lebens 418. Sopfer der er- unendlichem Erbarmen überschaffnen Heemich Armen. re, freudig rühm ich deine Nimm, Barmherziger, daMacht, daß du mich zu det. für reinen Herzenédank von er Ehre haft ans Licht der mir! Belt gebracht! Sinne, Leib und Seel' und leben hat mir peine Huld gegeben, Großer Schöpfer, mimm dafür ewig Dank und Fod von mir! 6. D was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und, damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liede, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Bater, er Wege, wunderbarer meinen Lebenslauf! Führ, 4. Schon hier auf Erden quiat Freud' und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet Denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu feinem Bilde, verklärt und heilig, vom Tod erwacht find. 5. Last unsers Gottes uns 311 Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet, und mit Kräften ausjeziert; wunderbar ward ich eleitet, meinem Glücke zujeführt. Für die treue Baerpflege, für die Güte dei Prichten gegen Gott. führ an deinen Händen ich, o Herr, nicht muthloß mich zum hohen Ziel hinauf! sey. Mit des Himmels Erstge= bornen, mit des Mittlers Auserfornen jauchz' ich dann einst, höchster, dir ewig, ewig Dank dafür! 312 Mel. Wer nur den lieben. fönnt ich dich, 419.D mein Gott, recht preifen, wie du des Preises würdig bist! Könnt' ich dir ganz den Dank beweisen, den dies mein Herz dir schuldig ist, dies Herz, das deiner Sütigkeit sich tåglid mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, mas mir gebricht? Wer schůzet mich auf meinen Wegen? Wer schenkt Dem Geiste Trost und Licht? er gibt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bifts allein. 5. Schon oft hat dies in meinen Tagen zu Freudenthránen mich gerührt, wie du mich unter manchen Plagen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr halfft du mir treu und wunderbar! 6 Wie sollt ich denn nicht, voller Freuden, beständig deinen Ruhm erhöhn? Wie sollt' ich, auch im tiefsten Leiden, nicht freudigtrauend auf dich sehn? Ja, tritt die größte Roth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer senn. 7. Von deiner Gute will ich fingen, so lange sich die 3unge regt; dir will ich Dank und Ehre bringen, so lange sich mein Her, bewegt; und wird mein Mund einst kraftlos seyn: so stimm ich noch mit Seufzen ein. 3 3u zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deiner Gegenshand. Du warst fchon meines Wohls Berather, eh mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh' ich war, da maßest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 8. Nur Dank und Lob Fann ich dir geben; nimm es, mein Gott, mit Gnaden an, bis ich in jenem besſern Leben dich würdiger erheben kann! Da steigt in fel'ger Geister Chor mein Lobgefang zu dir empor. 4. Du stárfst mir das gefchenkte Leben, und läsfest freudenleer; In voriger Melodie. Gott, alle b'ren Stud mich zu erheben, 420.Deten ehren fbidst du auch manche Trübfal her: doch stehst du auch von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinmit Rraft mir bei, daß den, fehn und hören, bat Dei Lob Gottes. 313 Deine Huld hervorgebracht. vor dir, der du stets um mich Herr deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist es, der die Thiere weidet, und ihnen Lust und Wohlseyn schenkt; Du bist es, der die Erde kleidet und sie mit Thau und Regen tránkt; du bists, Erhabner, Deffen Kraft dem Frühling feine Unmuth schafft. bist und meines Herzens Tiefe fiebst! 7. D laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke ſehn!£ aß mich, mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, Dir meines Herzens Andacht weihn! 3. Daß Fluren, Garten fich verjüngen, und alles neues Leben fühlt; daß alle Baume Blüthen bringen, Selbsterkenntniß und Demuth. das Feld in tausend Farben Mel. In allen meinen Thaten. fpielt. Der Blume Wohlgeruch und Pracht verkün- 421.Was ich nur u tes habe, ist Digt, Schöpfer, deine Macht. Gottes milde Gabe; nichts 4. Du gabst, o Urquell ist mein Eigenthum! Für ottes Lichtes, der Sonne das, was ich besitze, wos Warme, gabst ihr Schein; durch ich andern nuze, gedu bist der Schöpfer des Ge- bührt Herr, dir, nicht mir fichtes, und winst auch das der Ruhm! Durch uns erfreun, daß uns Die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. 2. Mit Einsicht und mit Kráften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine Huld. Durch dich allein gerathen mir meine guten Thaten; an Fehlern bin allein ich schuld 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Welten Abglang in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schópfermacht. Weit, über meine Baffung weit, geht, Schópfer, deine Herrlichkeit. 6. So oft ich sie bewune dernd sehe, führ' mich ihr Anblic, Gott, auf dich; und vo ich steh und wo ich gebe, rfüle heil'ge Ehrfurcht mich 3. Das Glud, deß ich mich freue, schaffst du, nad deiner Treue, du herr der ganzen Welt! Du ordnest unfee Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sout' ich mich nun ere heben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes miderfährt? Mas 314 Pflichten gegen uns selbst. Was hat dich, Herr, bewo- 4. Nie laß, o Herr, mich gen, daß du mich vorgezo- selbst die kleinsten Sünden gen? Bin ich auch jemals entschuldigen und unerhebdessen werth? lich finden! Cib, daß ich sie voll tiefer Scham bereu', und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu'! 5. Wenn meinGemüth ver Wahrheit Weg verfehlet, gern gut seyn will, und doch das Bose wählet, leichtsinnig ist und nicht den Irrthum sieht; so gieb ihm Licht, daß es den Irrthum flieht! 5. Nein, ich bin zu geringe der huld, die ich befinge, und werd es ewig seyn. Dies will ich nie vergesſen, so werd ich nicht vermeffen durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weißlich anzuwenden, was du mit Baterhänden mir gütig zugewandt: dies sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben! Dazu gib Demuth und Verstand! 6. Verhehl' ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus stolzem Wahn den Mangel meiner Kräfte: so lehre mich ihn redlich mir gestehn, und voll Bertraun zu dir um Hülfe flehn! 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue, und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe; fo gib, daß ich, von Eigendünkel frei, fie recht zu würdigen stets forgsam sei! In eigener Melodie. Die leicht-ver422, Wie Fenn ich meines Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche, und dann aus Bahn, aus Stolz und Eigenfinn nicht sehen will, wie klein, wie schwach ich bin! 8. Wie manche That entspringt aus niederm Triebe, auch aus Eigennut, und nicht Wie jeden Trieb, der sich in mir aus Menschenliebe! emport, zum Bösen reizt manche That gewinnt den und meine Ruhe stört! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, daß ich mich selbst und meine Fehler fenne, Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allsehender, ge= fåut! 3. Entdecke mir der Tugend wahre Größe und jedes fasters Niedrigkeit und Blöße, daß nie fein Reiz mich blendet und verführt, Daß immer nur der Tugend Werth mich rührt! 9. Du ließest mich von jeder meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glud, befördern stets mein Wohl: Selberkenntniß Woh!! und doch thu ich nicht immer, was ich soll. 10., D lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du, zu meinem wahren Glüd, mich in mich selbst und in mein perz zurück! und Demuth. 315 genthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in metnen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigfeit? Wer stårkte meine Kräfte im Heiligungsge= schäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? Mel. In allen meinen Thaten : ib, Gott wenn 423, Git ich dir diene, daß ich mich nie erfühne, darüber stolz zu seyn! Wer fann bei seinen Werken, wie oft er feblet, merken? Wer ist von Mängel völlig rein? 2. Such' ich stets deinen Bilen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend Bürde, aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit Zufrieden heit? 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rechen Grüden? aus wahrer sind die Mel. O Gott, du frommer err, der du Alles suten Triebe nicht Früchte 424. gibst, donder beiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufft mich, wann ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßrung Glud. 8. Sollt' ich mich deß erheben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt' ich auch alles üben, was du mir borgeschrieben, wer bin ich? Ein unnußer Knecht. ich alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jes 4. Der Sünden meiner de gute Gabe? Es ist nicht jugend, der Mangel mei- mein, es ist ein unverdientes er Tugend, o Herr, ge= enfe nicht! Willst du mit einen Knechten, wie sieß erdienen, rechten, so trifft le alle dein Gericht. Gut; darum bewahre mich vor Stolz und Ubermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Náchster nüge, und wenn ich mehr 5. Doch wenn auch, die Verstand, als er besigt, beur Ehre, rein meine Tu- size; bin ich drum mehr als end ware; weß ist dies Ei- er? D nein! Wer schenkte m² 316 Pflichten gegen uns selbst. mir Verstand und Tüchtig- deinen Händen; geschaffen, Teit? Ud), alles kommt von Gott, zu deinem Preis. Fir. Mein Leben nuglich anzuwenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Raih begegnet, und deine Gütigfeit mich mehr, als andre, fegnet; gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein 3 Ich bin ein Christ nach Recht? Bin ich darum nicht dem Bekenntniß; doch bin aud), was andre sind, dein ich das auch in der That? Knecht? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzusehen, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geb', und ob ich auch im Glauben steb'! 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe, und andre urter mir in kleinerm Glücke sehe; irer machte sie gering und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächser oft viel würdiger, als ich? 5. Bie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überhe ben? Was ich befiz', ist dein. Du sprichst: so bin ich Leben; du sprichst: so bin ich nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stoli und Hochmuth seyn! Mel. Wer nur den lieben. er bin ich? Wel 425.28 che wicht'ge Brage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit fage, um micb, so wie ich bin, zu sebn! Wer sich nicht felbft red): fennen lernt, bleibt von der Weisheit weit tfernt. Ich bin ein Werk von 4. Du kennest meines Hers zens Tiefen, die mir selbst unergründlich find; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gefinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klugften täufchen kann! 5. Wer alles weiß, und doch verborgen und unbes fannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes forgen? Was ist, das den zur Beßrung treibt? Sich felbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlét, mein Va ter, das entdecke mir! Bab ich der Bahrheit Weg erwählet; so gib, daß ich ihn nicht verlier'! Erleuchte mich mit deinem Licht, so tauschen mich Verführer nicht. 7. Bin Gelofthebe. 317 7. Bin ich noch fern vom ich Weg und Mittel wähle, rechten Stege, der mich zum ew'gen Leben führt; so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sid) verliert! Gib mir zur Beßrung Lust und Kraft; du bists, der beides in mir schafft! so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie m.in Wohlergebn auf Andrer Elend baun! 8. Jch muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. O laß mich nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel flug und frei vom Wahn, und Selbstbetrug! Selbstliebe.* Mel. O Gott, du frommer ein wide ists, 426. Dein o Gott; ich D foll mich selber lieben. laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schránke selbst den Trieb: froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Gränzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz fich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge findlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was mider Gottesfurcht und Menschenliebe ist. 3. Rein schnöder Eigen: nuk beherrsche meine Seele! Und wann zu meinem Blick 4 Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifau nicht. nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Bericht! 5. Nie blende mein emüth der Eitelkeiten Schimmer! Der Erde Retz entfliehtia doch im Tod auf imWas bilft uns furte Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergånglich Gut ists, was uns selig macht mer. 6. Ein Gott ergebnesherz ein unverlegt Gewissen, nur das fann mir allein deß Lebens fast versüßen; das bleibt mir auch im Tod, und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7 D felig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet. Der liebt allein sich recht; der findet in der Zeit schon wahre Rub' und einst vollkommne Seligkeit! 8. Dies sei auch mir mein Ziel! DO laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringen! Zag 318 Pflichten gegen uns selbst. Laß mich verachten, perr, sei mein Ziel und mein Bedie Eitelkeit der Welt: gib, mühn! Laß mich den rechten daß ich so mich lieb, wie dir Weg Dabin aus Leichtsinn es wohlgefällt! nicht verfehlen! 6 Wer böse ist, bleibt nicht Sorge für die Seele, vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Unrecht fliehet, das auch die kleinste Schuld bereut, mit Vorsatz keine Pflicht entweiht, für alles Gute glühet! 7. Wie werd ich dann so selig seyn! Schon hier werd' ich mich deiner freun, inn dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur herrlichkeit in deinem Reich erheben! Mel. Kommt her zu mir. err, meiner 427.) Her Seele gros Ben Werth, den mir Vernunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unern idet, als ich soll, den größten Eifer lenken! 2. Wie huldreich hast du uns bedacht; wie viel hat Deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Dyschufft uns, Gott, dein Bild zu seyn, und hast, in und es Mel. Es ist das Seil uns zu erneun, selbst deinen Sohn 427.( b) Nach meiner Seele Seligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich die furze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd' ich einst vor dir bestehn? Wer in dein Reich) wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden, und die Bahn der Sünde meiden wollen: daß ist der Weg zum eben nicht, den uns, o Gott, dein Uns terricht durch Jesum Chris stum zeiget. 3. 3u groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich dieses Leben, durch Glauben und durch Frömmigkeit zu höherer Vollkommenheit dereinst mich zu erheben. 4. Mit großer Treue midst du mich auf diesem Pfade váterlich zu jenem Zie führen. Olaß mich nicht durch eigne Schuld das heil, das deine Baterhuld mir zugedacht, verlieren! 5. Mit dir, o Gott, vereint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freun und dich zum Trest zu wählen: das 3. Du rufest und zur Heiligung; drum foll schon hier auf Erden mir meines Her gent Gorge für die Seele. Jens Befferung die höchste Sorge werden. Gib mir dazu nur Lust und Trieb; nichts fei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewann' ich auch die ganze Welt mit allem, was den Sinnen und meinen 2ůsten wohlgefällt, was würd' ich dann gewinnen? Was Hülfen Glück und Schätze mir, was macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in die sem leben? Was fann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick aufjes nes Lebens Freuden. 319 Blendwerk rührt, auch bóses Beispiel oft verführt. 2. Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. Drum húte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, seizum Kampfe stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit! 6. Herr, laß nach diefem Kleinod mich vor allen Dins gen trachten; mich immer, Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geb', und im Gericht vor dir besteh', sei meine größte Sorge! 3. Mein Borsag ist: ich will ihn fliehn! Doch, wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, ein Neze bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Sch Schwacher, wie entrinn' ich hier? 4. Die Welt hüat in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja Dein! Du wollest Stärke mir verleihn, daß ich unüberwindlich treu, o Herr, in jeber Prüfung fei! Mel. Gott Vater, an Erbarmen ier ist noch unfre 428.te Prüfungszeit. 6. Der Sündendienst fcheint zu erfreun, und endigt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein gue ter Geist mir bei, daß ich fein Knecht der Sünde sei! strickt, die Sinne jedes Gestatte dem Versucher nie, Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Irr. thum leicht berückt, daß schwache Herz fich bald verdaß www grypu FOTO daß er mich deiner Hand entziet! 7. 3war ist mein Glaub' oft flein; dod) du, du starfer Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Roth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trübfal auf mich dringt, und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner hand, und halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein; nun muß mir alles heilsam seyn. 9. Mit dir, o Herr, fann ich besteha, follt' auch der Weltfreiß untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sklav der faster ist! Jch will nicht zagen. Ins Gericht kommi, herr, wer an dich glaubet, nicht. 10 Dir, höchster, will ich stets vertraun, stets freuDig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre front, steh, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! de bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun. Denn die folgfam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; fi nicht schon voukommen achten und den Eigendunkel scheun; oft auf seine Fehler fehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 4. Weisheit ist es, Chriftum ehren, seiner Mittlerhuld vertraun; so auf feine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, ſeinem Bitde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert; fern fich halten von den Freuden/ die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohl. Mel. Freu dich sehr, o meine 429. Rebre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei; meinen Fleiß darauf zu lenken, steh mir selbst mit Gna Surge fut UIT Wohlfahrt achten; nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel erfehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gern auch Bot tes Willen thun; froh in feiner Fügung ruhn, und, wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung datin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ew'gen Vaterland richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, höchster, unser bestes Theil. Die von ihr ge= leitet werden, deren Weg ist Licht und heil. Solche Weisheit kommt von dir, Gott! verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten! 2. Sage nicht: ich habe Zeit; jezt noch darfich ſchlafen. Denk an Tod und Ewigfeit, an der Sünde Strafen; sieh'! der Tod, der dir droht, fann dich leicht in Sünden unbereitet finden. In eigener Melodie. pache dich, mein 430, Madhe Geist, bereit; wache, bet und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Verfuchung fommen. 3. Wache! Dit ist unbes fannt, ob dich nicht auf Erden Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es dáucht, daß er sicher stehe auf der Tugend höhe. 4. Wade! Denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schådlich ist, muchig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du forglos walleft, in Versuchung fallest. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verfehre; nicht, wenn sie sich freundlich steat, dich durch gift bethore. Bach' und fieb, daß dich nie die Verführer fäden, die dir Neze stellen. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Ucht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die Lust erwacht, schimpflich überwinde. Sie betrügt und besiegt leicht den, der sich heuchelt, fest zu stehn sich schmeichelt7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir, durch * feine Pragten gegen und Tel feine Gnade, auf dem rech- liebe und jeden Dunkel ten Pfade. fayeun! in Bolluß, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken, hilf mir sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz! 5. Auf did nur wil ich sehen; gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir bestehen, ér fei mir noch fo 8. Drum so mia ich immerbar machen, beten, fles hen, um in jeglicher Gefahr glorreich zu bestehen! Kurze Best währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir Die Siegelkrone. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren schwer. Du unterstüßest 431.( a) mich felbst mich, mich selber zu befámpfen, der Lüfte Macht zu dámpfen; ich siege, Cott, durch dich! muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu feyn; das Gute zu vollbringen, die Sündenlust zu fcheun, muß ich mit edTem muth mich auf den Kampfplak wagen, mir manchen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. 2. Jch fol fein Uebel flies hen, wenn mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu unter ziehen; soll mit Entschloffen heit da, wo Gefahren sind, auch die Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. 3. Wer gibt mir zum Geschäfte der Selbstbeherrschung Kraft! Wie schwach find meine Kräfte! Wie start Die Leidenschaft! Du, Vater, fannst allein zu meinem treuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleihn. 4. Auf jeden meiner Triebe laß, Herr, mich achtsam fepn; laß mich die Eigen431, Un Mel. Alle Menschen müssen sterben EnferWandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und füße Hoffnung zu! Jes der Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe nåber, immer näher zu. Wort, wie hoch erfreuest du! 2. Haltets fest, ihr theuren Brüder, haltets fest, dies werthe Wort! Nichts schlag' eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele; viele schon ergriffens, viele! Wir, so wahr es Gott verhieß, wir ergreiffens auch gewiß. f 3. Nur, wie fromme Pilger müssen, bleibet wacker feid nie laß! Stets des hohen 3weds befliffen, wacht und Sorge für die Seele. und kämpft ohn' Unterlaß! ich gering ein Kunstwerk Feinde stehn an euren Begen; Stürme toben euch entgegen; Nebel, Klüfte, Felfen drobn; faßt nur Muth; groß ist der Lohn. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 4. Was fein Auge je ge- 3. Ihn zu erhalten, zu seben, was kein Ohr gehöret beschüßen, gibst du mit milhat was fein Herz hier zu der Vaterhand die Mittel, erflehen jel fich unterwunden die dazu uns nutzen, und hat, das, das hat Gott dem zum Gebrauch gibst du Verbereitet, der hier tapfer stand. Die ist die Sorge kämpft und streitet. Drum nicht zu klein: wie sollte sie berlaßt nicht eure Bahn; Je- denn mir es seyn? sus selbst ging euch voran. 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und füße Hoffnung zu! Auf mein Geist, ermüde nimmer! Schon fet' ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch, und getragen ist das Joch. schätzen, daß du, o Schi. pfer, selbst erbaut? Bes ist mein feib? Er ist ja dein. Sout' ich denn sein Zerstö rer seyn? 2. Sollt' ich mit Vorsatz bas verlegen, was deine hand mir anvertraut? Sott 4. Gefunde Glieder muntre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit feinen Leib beschwert? Oft nicht der Erdr größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlfeyn stört, daß nicht, wenn meine Kráfte leiden, mein Geist den innern Borwurf hört: du selbst bist Störer deiner R. h'; du zogst dir selbst dein LeMel. Wer nur den lieben Gott es leides war432. Det ten und ihn bel zu. nähren, das ist, o Schöpfer, 6. Laß jeden Sinn und ale meine Pflicht. Muthwinig le Glieder mich zu bewahren feinen Bau verfehren, ver- achtſam fenn! Drückt mich bietet mir dein Unterricht. Die Last der Krankheit nieD stebe mir mit Weisheit dei, der; so flöße selbst Geduld daßi diese Pflicht mir heilig mir ein! Gib heitern Muth fei! und dann verleih, daß auch des Urztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Lei X.2 bes 824 Pflichten gegen uns selbst. bes Pflege zielt; nein, stets ihrer Bürde noch tiefer, als in jenen Schranken bleibe, jum Thier, herab; er schans die dein Gesetz mit anbe det und entehrt die Würde, fieblt! Des Körpers Wohl die ihm sein weiser Schólas nie allein den Endzwed pfer gab; vergißt den Zweck, meiner Sorge fenn! zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 8. Mein größter Fleiß auf 5. So ichimpflich sind der dieser Erde sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Wollust Bande! Schon vor Himmel weise werde und der Welt sind sie ein Spott; reife zur Vollfommenheit! fie sind vor dem Gewissen Dazu, herr, fegne meinen gleiß, fo leb und sterb ich dir zum Preis. Schande, und noch weit mehr vor dir o Gott! Ber sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, geliebt. Mel. Wer nur den lieben er Wodust ( a) 6. Den du dem 433. Reiz zu wi- Verderben schon hier, der D derstreben, laß, Höchster, meine Weisheit seyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoa zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! feinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel ers ben, wer sich unreiner Lüfte freut. Ach, laß mich ihre Reizung fliehn, und feusch zu seyn mich stets bemühn! 2. Die Wollust kürzet unsre Lage; fie raubt dem Körper feine Kraft; und Armuth, Krankheit, Schmerz und Plas ge find Früchte dieser Leidenschaft. Der baßt sich selbst, der Wollust liebt, und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke; schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werke, den Ernst, die Zuft zu jeder Pflicht; führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4, Der Mensch sinkt unter 7. Gib, daß ich allen bó fen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, dawider mich zu růsten, auf dich, Allgegens wårt'ger, feh'! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. In voriger Melodie. ( b) Set Molust aller Reiz zu wehren, o Mensch, ein Freund der Rüchternbeit! faß Speis und Tran! dich nie beschweren und steure deiner Sinnlichkeit! Sei Deiner Schwachheit dir be wußt, 4 433, Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 525 gebler übersehn, und so zu größern übergebn. 7. Iste Sünde nur, die That volbringen? Ist, der's nicht thut, schon tugendhaft? Nein, auch den Trieb foll len Scherz und Zeiteertreib! ich bezwingen, den Hang Des frechen Wiglings freier Scherz erniedrigt und verdirbt das Herz. 2. Um rohe Triebe zu verhüten, sei schamhaft gegen Deinen Leib; laß nicht dein Auge dir gebieten; flieb' eitund Wunsch der Leidenschaft! Nicht unser Wandel nur soll rein, auch unsre Seele foll es seyn. wußt, und meid' oft selbst erlaubte Luft! 3. Entzieh' der Wollustih. re Kräfte durch Fleiß und 8. Die Lüste find es, die edle Thätigkeit! Der Keusch: uns schånden, und fie verheit Schutzwehr findGeschäf- letzen unsre Pflicht, auch oh te; die Trågbett nährt die Sinnlichkeit Bei Spielsucht und bei Müßiggang besiegt uns jeder böse Hang. ne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der Keuschheit nicht, so lange nicht dein guter Geist der Lüste Herrschaft dich entreißt. 9. Denk' oft den mächtigen Gedanken: die Unschuld ist der Seele Glück, und werfe, fängst du an zu wanfen, auf Gott und Zufunft deinen Blid! Dir gibt dein ganzer Lebenslauf sie nicht zurüd, gibst du sie auf. 10. Drum fließe vor der wollust Pfade, und lodt dich schmeichelnd ihre Bahn ,. so rufe brünstig Gott um 4 Wiast du den Trieb der Wodust dámpfen, eh er die Freiheit dir verwehrt, mußt du ihn ungesäumt bekämpfen, sobald er sich in dir empórt! hast du ihn nicht schon früh erstickt, leicht wird er dann nicht unterdrückt. 5. Oft tauschen dich des fasters Triebe, und du erblicht nicht die Gefahr; oft wird zu unerlaubter Liebe, mas Anfangs nichts als Freundschaft war; ein langer Umgang macht dich dreift, und du vergiff'st, was unschuld heißt. nade und Weisheit in Bere fuchung an. Erzittre vor dem ersten Fall; du fällft gewiß mehr, als Einmal. 6. Dein fühlend Herz wird verzeihen, daß Mel. Werde munter mein. fandhaft sei, es des Lafters Stiebe nährt; 433.( Sabbaft fer, es wird nur ihren Ausbruch scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt; wird fleine o Gott, mein Wile, züchtig stets und keusch zu seyn; in der Unschuld hete tern Stige deiner Gnade mich Pflichten gegen uns selbst. 326 zu freun! Reine Freude die fer Welt, wenn sie noch so fehr gefällt, laß mich wider mein Gewiffen wünschen, suchen und genießen! 2. Weiß ich doch, daß deine Bute, die so reich und freundlich ist, niemals etwas uns verbiete, was das leben Heil und Segen; himmlische Zufriedenheit leitet auf der Unschuld egen mich zu größter Seligkeit. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Bonne rein und hell' und fie können fest vertrauen, Gottes Antlig eint zu schauen. und verfüßt. Und zum Be- Mel. In allen meinen Zhaten, ſten nur gebeut dein Befek 434. W as ist mein und Ordnung im Genusfe, Más figung im Ueberflusſe. zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschatbares 3. Unsre Kindheit, unsre Gut. Du gabst mits, hier Jugend, unser Ulter darf auf Erden zum Himmel reif fich freun. Auch die Freude, zu werden, worauf mein Gott, ist Tugend, aber hei- wahres Glück beruht. lig muß sie seyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Befühl und Kraft zerstört; wilde fuste soa ich scheuen, und die Seele nie entweihen. 5. D so will ich ernstlich streben, reines Herzens stets zu feyn; feusch und zuchtig will ich leben, jeden Reiz der Lüfte Scheun, Keine todung tausche mich, und mein Herz ergebe fidh feiner schándlichen Begierde! Reinigkeit fei mei ne Zierde! 6. Dann umgibt mich 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Lernte fenn. Je länger ich hier lebe, und gut zu handeln strebe, je größer wird mein Blud dort seyn. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nie der Reue 3. Sollt' ich dies Glud Schmerzen, wohnet Ruh' mir rauben? O herr, las und wahre Zust. Unbeherrsch- mir, im Glauben der fünft': te Sinnlichkeit tödtet die Zu- gen lerntejeit, mein Leber friedenheit; fie vergiftet alle hier auf Erden so werth Freuden und verwandelt sie und wichtig werden, wit mirs dein heilig Port ge in Leiden. beut! 4. Mir selbst es zu ver fürzen, mich in den Zol zu stürzen, ist wider mein Pflicht. Du, Herr, rieff mich ins Leben; dir soll ich wieder geben, wenn du ge beutst, doch früher nicht. 5. Was feicht in Front heit stürzet, dat keben feid B.t Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 887 verkürzet, laßmich mit Sorg- noch mehr, gibst uns auch falt fliehn; doch auch nicht Freuden für einen jeden angstli zagen, es für die Sinn, o Gott! Wie groß Pflicht zu wagen; auch dazu zum Wechsel im Genuß, ist hast du mirs verliehn. Deiner Gaben Ueberfluß! 6 In deine Baterhånde befehl' ich, Herr, mein Ende, 4. Drum will ich mäßig im Genusſe der Gaben deiund meiner Tage fauf. Es ner ute sepn, und nichts fei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben; bilf du nur selbst der Schwachheit auf! von meinemUeberflusſe durch niedreSchwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Paicht gebeut mir Máßigung und Rüchternheit. 5. Mit Speis' und Trank den Leib beschweren, ist schimpflich, ziemet Christen nicht. Gott giebt sie uns, daß sie uns náhren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, daß mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 7. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Ber Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Mel Ber nur den lieben sie mannigfal 435, Wie tig sind die Gaben, womit uns deine Gute nährt, die, uns zu stärken, und zu laben, so viel des Buten uns gewährt! Ja Udes, was der Mensch genießt, beweist, wie freund lich, Gott, du bist! 7. Ach, mander stard 2. Du fegnes auen und schon längst und modert, Gefilde mit unerschöpfter durch Trunf zu früh ins Fruchtbarkeit, die deine vá Grab geftredt, von Gott zur terliche Milde und Allmacht Rechenschaft gefobert, mit jedes Jahr erneut, damit Schmach im Grabe noch beder Menfch, von Sorgen dedt. Gott, laß mich ja frei, fit fattige und banktar sey bits after fcheun; enthalt fam, máßig, nüchtern seyn! 3. Du fåsfest uns nicht Mangel leiden; du gibst uns unser täglich Brod; du gibst 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, 3ank und Streit; macht treulos im Berufßgeschäfte, raubt des Gewiſſens Geligkeit; fezt zu den Thies ren uns herab, und ſtürzet vor der Zeit ins Gras. 8. Go oft ich Speis! uno Trant genieße, so laß es mit Bernunft geschehn, und, daß 328 Pflichten gegen uns selbst. ich beides mir verfüße, mit Mel. In allen meinen Thaten Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquidung gibst! Arbeitsamkeit und Berufs: Treue. Mel. Gott du frommer u hast uns, 436," Herr, die Dic Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget ist, o heiligster, der Müßiggang verbaßt: für uns des Unheils Qued, für andere Der fast. 2. In deine Ordnung, Here, laß millig mich bequemen, und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Ungesicht der Arbeit Schweiß benett; woblauf! Du hast mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungsforgen! Gib mir mein táglich Brod, und sorge du für morgen! Sch mia an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn! 437.3 um gleiße ward das Leben vom Schöpfer uns gegeben, und nicht zu tráger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er stårkt des Leibes Kräfte; er fördert die Ges schäfte, gibt uns ein fröhlich herz; er schafft uns füßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer, und lindert oft den herbsien Schmerz. 3. Er hilft den Hang bes fiegen zu fündlichem Vers gnügen. Was mehr, was ftets erfreut: der Unsern Wohlfahrt schützen, der Welt und Nachwelt nuken, das ist das Glück der Thätigkeit! 4. Drum laß' uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden; du gabst der Kraft uns viel! Dich, unfern Herrn, zu ehren, und Menschenglüd zu mehren, sei immer unser schönstes Ziel! 5. Wenn andre trostlos Flagen: dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereun. Wenn Tråge trauern muffen: dann spricht uns das Gewiffen getroffen Muth und hoffnung ein. 4. Auch fördre, großer Gott die Werke meiner Hände; den Anfang fegne du, beglücke du das Ende! Laß mic), bei jeder fast, auf jenes Leben fehn, mo wir, narh treuem Fleiß, zu deiner Ruhe gehn! Früchten fehn; wenn Tau6. Wenn einst viel edle Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichen fende Arbeitsamkeit und Berufstreue. 329 fende sich freuen und heissen 5. Las Músiggang und Dank und meihen: wie ist Trägheit mich mit aller dann unfer Lohn so schön, Sorgfalt meiden; thun, was ich foul, gestärkt durch dich, gehorsam und mit Freuden, daß ich in meiMel. Es ist das Heil uns ett der 438. Gras vermögen nem Stande treu und meinen Brüdern nützlich sei, und dir zur Ehre lebe! schaft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimrat, nicht ohne Segen bleiben. 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werfe meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich fie vollende zu deines großen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! 2. Wer sich zur ersten Sorge macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tract't, dem giebt er vom Frdischen mit milder 439.) 34 Hand so viel, beim Fleiß in ſeinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er frónet sie mit Gnaden, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und feine Mißgunst schade. Mit feinem Schuß bedeckt er sie, und segnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe! Mit Echt und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gebe, die mir dein heilig Wort verbeut! Nach deines Reichs Gerech tigkeit laß mich vor allem trachten! Mel. Schon ist der Tag von our Arbeit, nid, t jum Müßiggang, sind wir, o Herr, auf Erden; drum laß auch mich mein Lebenlang durch Arbeit nüglich werden! Sib mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewiffenbaft mein Werk hier zu verrichten! 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, D föße selbst dein Wide. den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle; bilf, daß ich stets an Willigkeit, an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Umte wachse! 3. Laß' auch vor tråger Weichlichkeit mich fiets mein her; bewahren! laß mich wann es die Pflicht gebeut nie meine Kräfte fparen! Bank 380 Pflichten gegen uns selbst. Wann fie ermatten nur, will eine Leiter werden, worauf ich durch reine, stille Freu- ich einst in jener Welt, die den mich zu neuer Arbeit höheren Beruf enthält, zu stärken. höhern Würden steige! 4. 16 Weisheit, Herr, und laß mich nicht die Zeit mit Rebendingen und mit Mel. Allein Gott in der Höh' Verfáumniß meiner Pflicht 439, bns fromt aus deiner Severschwenderisch verbringen! genshand, herr, täglich Das müsſe mein Bergnügen seyn, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget! 5. Ein heil'ger Trieb be lebe mich, o höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterfeit, verfüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrüdt mit einem Herzen mandeln, das Geiz und Ehre fucht nie bestrickt. Gewiffen, haft zu handeln; mein Leben Deinem Dienst zu weihn; so nüglich, als ich fann, zu seyn: das sei mir Ehr' und Reichthum! Heil entgegen. Durch dich erhebt sich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Kreatur; du bist des Segens Quelle. 2. Bon dir fommt Reißheit und Verstand; du madst die Reiche blühen; du führest Weise in das Land, und segnest ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bists, der jedem Kraft verleiht, den nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, damit gefegnet werde mit allen Gütern deiner Hand daß fernste Volk, das fernste Land, und deine fiebe preise. 7. Mir sei bei allem, was ich thu, mein Heil dein Wohlgefallen, so werd ich mit Gewiffensrub' auf ebnem Wege waden! Denn wer dir, heiliger, mißfällt, was nüzet dem die ganze Welt mit allen ihren Schätzen? 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein weises 2llmachtswort erschuf, doch allmeiser Wide! 4. Du zeigest ihren Wirfungskreis den Bürgern diefer Erde, daß jeglicher durch feinen Fleiß dem andern nüglich werde. Daß jeder, den dein Werk erschuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein 5 Bibi Arbeitsamkeit und Berufstreue. 831 5. Gib uns, o Bater, dein milder Seegen. Nicht Redlichkeit in des Berufß zum Verderben gabst du mir Geschäften! Lehr weis' uns mein zeitliches Vermögen; brauchen unsre Zeit, nach du gabst es mir zum wahunsern besten Kräften! Hilf ren Wohl. So hilf denn, nüglich werden jedermann, daß ics, wie ich soll, nach wenn Kath und That ihm deiner Botschrift brauche! helfen kann zu ſeinem bessern Glücke! 3. Was ist das mir geschenkte Gut? BVergänglich, 6. Wie du für alle Vater wie die Erde. Hilf, daß bist, für Böse und Gerechte, ich nie zum Uebermuth das so sei, wer Erdenbürger ist, durch verleitet werde! Nie von jeglichem Geschlechte reiß' ein irdischer Gewinn uns Nachster, Bruder, sei mein Herz so weit zum Eits uns werth; und wenn er len hin, daß ich mein Heil Hülfe, Trost begehrt, find' vergesſe! er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen @egen; du rufft: zum Segnen seid bereit, geht Brü. dern gern entgegen! Bie du die lieb' und Güte bist, so sei ein ieder, der sich Christ nach Jefu Chrifio nennet! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schápen, verführt' mich zeitlid) Gut und Geld, forglos hintan zu setzen, was meiner Seele Heli begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd' ich hanDeln! Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen Güter. el Es ist das heil uns err, laß mich 440. Se doch gewissens haft mein zeitlich Gut ver. walten!.b felbft mir Weißbeit, gib mir Kraft, damit ſo hauszuhalten, wie es mir nutzt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ew'gen utern darbe! 2. Mein Hab und Gut Tommt ja von dir; es ist 5 Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Geistes Gaben! Bie reich bin ich, o Gott, in dit, wann ich nur dich fann haben! hab ich nur, höchster, deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld, was fehlt Dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir fenn, die Wurzel alles Bösen! Bon Unruh' und Ges miffenépein tann Reichthum nicht eriöfen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Daschützt er leinen Sünder. 7, Lehr 532 Pflichten gegen uns selbst. 7. Zehr' du mich weise und Gut; er hats und wünscht Sparsamkeit, um das nicht noch mehr: er Darbt in feizu verschwenden, was du nem Glück, sein Herz bleibt mir aabst; nein, in der Zeit freudenleer. es nüglic) anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh' erleichtre! 4. O Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh' gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt! 5. Ein weises, frommes Herz, das sei mein Schatz auf Erden! Sonst alles, nur nicht dies, fann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein; dies folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Gewinn, bis in die 8. Es fommt ein Tag der Rechenschaft: das laß mich stets bedenken, und mein Semüth gewisſenhaft zur Treu' im Ird'ichen lenken; daß selbst von Gütern dieser Beit ich einst noch in der Gwigkeit den reichsten Segen årnte! Mel. O Gott, du frommer. 441. Las mich doch Ewigkeit. nicht, o Gott, den Schätzen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch Die Zufriedenheit; und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich But auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja fein Besitz nicht stets in unserm Willen; Mel. Wer nur den lieben Gott bin der nicht stets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt; und sonell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. 442. I ste Mensch auf 3 Ein Gut, daß unsern Belst wahrhaftig soll beglüften, darf nicht vergånglich feyn, muß für den Geist sich fchiden. Der Thor hat Geld Erden: ich had genug, drum hab ich vie!! Ein Undrer mache sich Beschwerden; wie er den Mammon finden wia! Wer mehr nicht fucht, als Gott beschert, dem ist der größte Schaz gewährt. 2. Der 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Veranügen? Nur füße Träume sinds, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Geistes Kraft, ju ew'gen Ci tern hin! Weiser Gebrauch der irrdischen Güter. 333 2. Der Reichthum liegt was du ihm verliehn, stets In den Gemüthern; wer sich weislich anzuwerden. Segnügt, ist nimmer leer. 2. Dies Gut ist nicht sein Biel bleiben arm bei großen Butern; denn sie verlangen immer mehr: und wer sich felber nicht besigt, hat einen Schatz, der Niemand nugt. Eigenthum: er soll es nue zu deinem Ruhm mit Redlich leit verwalten. Er weiß es, und voll Danfbarkeit forgt, strebt er, wie dein 3. Ein Geizhals hat bei Wort gebeut, damit wohl feinem Grámen nicht Eine hauszuhalten. Stunde Fröhlichkeit. hats, und darf sich doch nichts nehmen, weil er sichs immer selbst verbeut: mehr, als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und ſpart sein Geld. Er 3. Er schwelget nie beim Ueberfluß, ist immer mäßig im Genuß erlaubter Sinnen. freuden. Er thut, was Wohlstand ihm gebeut; doch trügend Spiel und Uleppige feit heißt ihn die Klugheit meiden. 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben bei Genugsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Gegen, bin ich schon voll Zufriedenheit, und denke: Gott gibt jeden Tag, mehr als ein Raiser thum vermag. 4. Er suchet, was fein Fleiß gewinnt, und was oft leicht und schnell zerrinnt, mit Sorgfalt zu bewahren; er weiß, der Wechsellauf der Zeit bringt Mangel oft und Dürftigkeit und mancherlei Gefahren. 5. Doch nie verlegt er seine Pflicht. Uus Seiz und habsucht spart er nicht; er spart mit mildem herzen. wie rührt ihn seiner Brüder Noth! Er theilt mit Hungrigen sein Brod; er findert Gram und Schmerzen. Mel. Kommt her zu mir, spricht 6. Er hilft im Still n, wo 443.( a) Wer sich mit er fann; was er durch SparErnst gewann, wird zu Tugend weiht, ist auch ein der Menschheit Segen. Ihm Freund der Sparsamkeit; er scheut, sich zu verschwenden. Du, Bater, du begluctest ihn; nua sorgt er, niederlegen. strómet Dank und Freude zu, und froh fann er sich einst zur Ruh' deß Grabes 7. Sonts 5. Ein Geizhals gehet zum Berberben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht klebt. So fährt die Seele felig hin, wo ich bei Gott der Reichste bin. 334 Pflichten gegen uns selbst. 7. Goat' ich, o Gott dem ich ringe! Nur er bleibt nicht sparsam seyn, nicht ewig mein. weislich die Verschwendung fcheun, den Mißbrauch deis ner Gaben? Ja, heilig sei mir diese Pflicht! So fann zu dir dann Zuversicht auch felbst im Mangel haben. 5. Dich kennen; meine Pflichten mit Fleiß und Red lichkeit, mit Muth and Treu' verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jesu Beispiel üben, daß sei mir wahrer Ruhm! Rel. Wann mich die Sünden 443.( 6) Raß, bere, nad eitlen Ehren mich niemals geizig seyn! Laß deinen Geist mich lebren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergebt! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sey, Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein foljer Sinn mich von der Demuth Pfade; verbirgt mir, wer ich bin! 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werie; es bleibt doch stille Saat, die auffeimt für die Ewigo Gott, feit; und o dein Beifall lohnet mich mit Zufriedenheit. 7. Wann einst die ernste Wage du, Weltenrichter, nimmst, und am Vergeltungstage der Thaten Werth bestimmst; dann müsse meinem ew'gen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Mel. Uuf Christenmensch 3. Nicht im Besitz von Schätzen und Gütern dieser Beit laß meinen Ruhm mich segen; sie sind doch: Eitelteit; sie sind doch nur des Thoren Glúd; verlassen und im Tode, und bleiben hier zurück 444. 444.2% liebt, als Scházze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 4. Nicht Stand und äußre 2. Wahr ist es, Gott ver Burde verblende meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den eist zur Erde hin! Verdienst und Tugend fen allein der Ruhm, nach wehrt uns nicht, bter Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Si dürfen unser Herz erfreun unt Wohl dem, der Werfer Gebrauch der tronchen Güter. 335 aus Geiz entziehsi du dich den Rindern, und läsfest dich des Goldeß Reiz, ihr Herz zu bile den, hindern, und glaubst, du habft sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich gemacht. und unsers Fleißes Antrieb ſeyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Berechtigkeit und Gote ted Reiche trachten: ist die fes eines Menschen Ruf, den Bott zur Ewigkeit erschuf 4. Der Beiz erniedrigt uns fer Herz, erfickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein chimmernd Erg verdrängt der Tugend Liebe, nnd mahet, Der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 9. Du hast ein richterliches Umt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammit, aus Habsucht recht zu fprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnfucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich res den heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein veráchtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt 5. Der Geiz, so viel er an ich reißt, läßt dich kein Gut jenießen; er quålt durch habsucht deinen Geist, und botet dein Gewiffen, und reißt durch schmeichelnden Bewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 11. Erhalte mich, o Gott, 6. Um wenig Vertheil dabei, daß ich mir gnügen vird er schon auß dir mit lasse, Geiz ewig als AbgötMeineid sprechen, dich zwin- terei von mir entfern und gen, der Arbeiter Lohn un. baffe! Ein weises Herz und nenschlich abzubrechen; er guter Muth sei meines Levird in dir der Wittwen bens größtes Gut! flehn, der Waifen Thránera viderstehn. 7. Wie fönnt' ein Herz, Dom Geize hart, der WohlWeiser Gebrauch der Lebenszeit. bat Freuden schmecken, und Mel. Wer nur den lieben Gott u gabst mir, n des Unglücs Gegenwart 445. DE'ger, dieDen Ruf zur Hülf' entdecken? Ind wo ist eines Standes ses Leben nicht für den Aus Pflicht, die nicht der Getz genblick der Zeit: Du bast ntehrt und bricht? es mir, mein Gott, gegeben zur Ausfaat für die Eigkeit. 8. Du bist ein Vater; und Hier 336 Piraten gegen uns selbst. Hier ist der Vorbereitungs- hier, wohnt nur im Himmel, ort: Bestrafung und Beloh- Gott, bei dir. nung dort. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahr. heit zu erkennen, Licht; Rraft, deine Vorschrift zu erfüllen; und lehrtest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl, und Freiheit, was ich wählen will. 7. Wohlmir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diefe kurzen Uebungstage Gott und der Zugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum befren Leben führt! 8. Wohl mir, wenn ich 3. Du goffeßt zwar auf den Hang zur Sünde, die dieser Erde viel Unmuth, Lust des Fleisches und der Pracht und Schönheit aus, Welt, und jede fockung überund schmücktest durch dein winde, die meinem Herzen macht'ges: Werde! auch Netze stellt, wenn ich: o se. meiner Seele irdisch Hauß, liger Gewinn! als Sieger gabst mir der Sinne fein dort gefrónet bin! Gefühl und auch dadurch der. Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dies Leben schließen, weil dies mein trdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß' ich ihrer nicht. Ich soll der Ginne Lüste fliehn, wann sie mich) zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reißt; nach WolLust, Ehr' und Gold nicht trachten, wornach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, was die Pfiicht gebeut, und war' eß auch voll Bitterkeit. 6. Dein Unterricht sei nicht vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Genuffe dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Vollfommne Freude wohnt nicht 9. D gib mir deines Geistes Stärke, der du in Schwachen machtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu finnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmåbn, und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gesun. den Tagen im Geist zu mei. nem Grabe gehn, und dabei Freuden und bei Plagen au dich und jenes Leben sehn damit ich, meiner Pflicht ge treu, der höhern Freuder würdig sey! Mel. Wer nur den lieben. 446. s eilt der letzt von den Tagen die du hier lebest, Mensch herbei; erkauf die Zeit, und statt zu klagen, sie sei zu kur gebrauch sie treu! Nimm m el Werfer Gebrauch der Lebenszeit. 337 erfenntlichem Gemüth der na- 7. Wohl mir, wenn ich hen Stunde wahr: sie flieht! aus allen Kräften nach Got2. Getäuscht von eitlen tes Reiche hier gestrebt, in Kleinigkeiten, verlierst du Gott gefälligen Geschäften deines Lebens Zwed, ver- die Pilgertage durchgelebt, schiebst dein Heil auf ferne und einst im Glauben sagen Zeiten, und wirfft so sicher kann: du nimmst mich, herr, Jahre weg! Bist du, zu füh- zu Ehren an! ner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Ein ewig Glück einst zu befizzen, sollst du des furgen Lebens Zeit, als deine Saatzeit, meislich nügen, und thun was dir der Herr gebeut. Er ruft die menschenfreundlich ne Hütte fällt. zu: sieh, Eins ist Noth! Was fáumest du? 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treue Baterhånde befehl ich meinen Geist, o perr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann feiMel. Wer nur den lieben 4. Drum eil' und rette deine Seele, und denke nicht: 447.o eilt ihr hin, ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Sen fromm und wandle vor dem Herrn, wir auch dein Ende noch so fern! ihr Lebensstunden? Zeit, edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie man cher Tag ist schon verschwunden, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu diefer Pflicht! Sprich: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Ungesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben geen der Tugend weihn.ent 6. Erleucht und stårke meine Seele, weil ohne dich ich nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein heil erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die dets ne Süte mir gewährt! 2. Ermuntre dich aus deis nem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dieß sei dein Gram, dies sei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenügten Augenblick bringt keine Reue dir zue rúd. 3. Der Thor durchlebet feine Jabre, eh' er des fes bene werth versteht; er nas set früher fich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das MenschenY leben 338 Pflichten gegen uns selbst. leben werth, das ungenützt keiten, der Tugend dich al= vorüber fährt? fie lein zu weih'n. Nur schafft dir zu aller Zeit das mwahre Glück: Zufriedenheit. 4. Mensch, sei ein Mensch! fang an zu leben und nüge Tich für die Welt zu seyn; fang' an, dem Guten nachzustreben, bring das Verfáum te doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquidt; doch dank ihm auch für jedes Leiden, daß er dir liebreich zugeschickt. Denn alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 5. Sei nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, da du nicht Deine Pflicht erfüllst; du hast den Tag nicht überflüßig, den du so frech verschwenden schenkte, was dir wahrhaft willst. Wiff', ein Berlust, der ewig reut, ist der Berlust der edlen Zeit. 3. Dergiß nicht, wie er dich beschützte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir 6. Gib dir von einem jeden Tage, den dir Gott schenket, Rechenschaft; durchdenk ihn, leg' ihn auf die Waage: vollbrachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von dir einst fodern kann? 7. Herr meines Lebens, fei doch künftig mein heil und meines Lebens Kraft: so wandle ich als Mensch vernünftig, fo leb' als Christ ich tugendhaft; so dank ich Dir in Ewigkeit für die mir hier verliet ne Zeit. nützte, oft eh' ich noch dein Flehen bat; und wie er oft dir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm bes gehrt. 4. Denk an die hingefloßnen Stunden, die der Als liebende dir gab. Sind fie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewigfeit. 5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lern' aus ihnen besre Treue und größre Sorge für dein Glück; so werden Fehler, die dich Mel. Wer nur den lieben Gott reun, selbst Mittel dir zur 448. Blick hin in die Weisheit ſeyn. vergangnen Betten, mein Geist, und fammle Weisheit ein, um, frei vom Dienst der Eitel 6. Ermanne dich, dies kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier Genügsamkeit und Zufriedenheit. 539 hier guten Samen außzus stets mit weifer Hand; nicht freun, der, reifend für die so, wie wirs zu wünschen Ewigkeit, am Tag der Uernte pflegen, doch so, wie ers Dich erfreut. uns heilsam fand. Willst duzu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er giebt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Rub' in Das Vergangne hin, und freuest dich der Seligkeiten Des Himmels mit entzücktem Sinn, der Bonne, die dort den umgibt, der hier sich treu im Guten übt. 4. Verzehre nicht des fes bens Kräfte in tråger Unzue friedenheit, beforge deines Stands Geschäfte und nüge Genügsamkeit und Zufries deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Slud in Hoffnung fehn, dies ist der Weg zu 449.D" fühlest die u flagst und Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! Beschwerden des Grands, in dem du dürftig lebst; du werden, In voriger Melodie. und ſiehſt, daß du vergebens 450. Entebre strebst. Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glüd? denheit. Mel. Wie groß ist des Ullmächtigen 2. Nie ſchenkt der Stand, nie schenken Güter dem Men fchen die Zufriedenheit: die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genugfamfeit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein je der Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Last. THAN 3. Gott ist der Herr, und feinen Gegen vertheilt er nicht, Herze mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die feine Klugheit hindern kann; ſchaff nur, daß sie dir heilsam wers den, und bete Gottes Wils len an! 2. Gott selbst hat dir dein foos beschieben; nimm's dankbar aus der Vorsicht hand! Erfüle jede Paicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband! Sie giebt die Munterfeit und Kräfte, und nähet und stårkt fire våterlich. Sie brauchen, das ist dein 9 2 Pflichten gegen uns selbst. 340 Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Blück für dich. Theil an Glud und Unglüd mir beschieden: sein weiser Rath sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß er's treulich meint. 3. Hat Undern deines Baters Segen mehr Güter anvertraut, als dir: darf dies wohl deinen Neid erregen? Denk: Wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht beffer, was dir nuget, und deinem Nächsten frommt, als bu? Wenn er dich náhrt, regiert und schůzet: was fehlet dann noch deiner Ruh'? 4. Du prangest nicht in hohen Würden; beneide nicht der Großen Glück. Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward fein Ueberfluß gewähret; wünsch' ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich 452. genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bedarf, und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz bestreben, die Unzufrieden heit zu fliehn! In Demnth, laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vers traun, dich lieben, müss' ewig meine Bonne seyn! 2. Er weiß allein, wodurch auf Erden sein großer Name für und für muß herrs lich und gepriesen werden. Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit allem, wie ers mit mir fügt. Mel. Wer nur den lieben ch bin in meinem 451.J Gott zufrieden, mit dem, was er zu meinem 3. Muß mir die Freudenfonne scheinen: so dank ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trubsal weinen, so nehm ichs aud) an mit Geduld. Denn das, was feine Weisheit thut, ist alles ewig recht und gut. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 452. Sheint mir freuDenleer da& Leben, freudenleer mein Stand, mein food; ist mein höchster Wunsch, mein Streben, reich zu seyn, geehrt und groß: dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg' und Plage. 2. fernt ich måßiger begehren, måßiger im Wünschen seyn, jetzt genießen, dann entbehren: o wie glüc lich wurd' ich seyn! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. HoherStand und große Genügsamkeit und Zufriedenheit. 341 Güter schaffen nicht Zufrie- segnend in dem himmel und Denheit: wahre Ruhe der in der Brust, die für ihn Gemüther wohnt nur bei schlägt. Senügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet, und ihr Glück auf Tugend gründet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Vaterhand; nicht, wie wir's zu wünschen pflegen: nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergesſen; auch mein Theil mir zugemeſſen. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen schwere. Leiden: du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nicht ein Christ. Hier wete len Kampf und Streit und Mühen; wiast du ins Land des Friedens ziehen, so lece ne, wo der Himmel ist. 5. Ringet um der Tu3. Nicht alle, die zu Christus sich bekennen, uicht alle, die ihn herr! Herr! nennen, gend willen, Brüder, nach) sind würdig, auserwählt Zufriedenheit! Schwere ju seyn. Drum fuchen viele Pflichten zu erfüllen, hilft falsch hienieden in Gold und nur Geistesheiterfeit. Gram Ehre ihren Frieden, und geim Herzen tief verschlossen, hen nicht zum Himmel ein. macht zu jeder Pflicht verdroffen. 6. Laß mich Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still und findlich dir ergeben, fromm in deiner Bugung ruhn: und ein Blick auf ew'ge Frenden stärke dann mich auch im Leiden! 4. Es ist und bleibt, wie's Ber immer ist gewesen. mag von Disteln Feigen lefen; und bringt der Dorn auch füßen Wein? Die Welt fann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Daß rechte Leben hüllt still in frommer Brust sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten: dann hast du, was dich still ererhält. Laßtoben Schreden und Gefahren: bu tannst nur himmlisches bewahren! Das Undre aber, das zerY Streben nach Herzens und Gewissensruhe, In eigneer Melodie. 453. Sicht auf den in den stilsten Gründen bist, füßer Friede, du zu finden, fällt. der Paradieses palmen trágt! Dein Reich ist nicht der Welt 454. Bhee Befi In eigener Melodie. ich nur ein herrschest ruhiges mifen 542 Pflichten gegen uns selbst. wiffen: fo ist für mich, wenn nach so angstlich niedre Seeandre zagen müsſen, nichts len trachten? Schreckliches in der Natur. Ein ruhig Herz, dies größte Gut. 2. Dies sen mein Theil! Dies soll mir Niemand raus ben. Ein reines Herz von ungefärbtem Glauben, der Friede Gottes nur ist heil. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet 7 Sein wahrer Ruhm! Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget und Gottes Geist in meis nem Seifte zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 11 Jm Herzen rein, hinauf zum Himmel schauen, und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch Blüd, o Mensch, kann gró ßer seyn? 4. Und diese Ruh', den Trost in meinem Leben, follt' ich für Lust, für Zust der Ginne geben? Dies lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste fenn! Sie ists; Doch welch Vergnügen wird fie nach der Boabringung nicht! 6. Welch Glüd, zu sich mit Bahrheit sagen können: ich fühlt' in mir des Bösen Lust entbrennen, doch, Dank sei Gott! ich schizte mich! 7. Bas kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? Ein ruhig Herz versüßt im Wohlergehen mir jeden fro, ben Augenblick. 8 Was fann im Schmerz den Schmerz der Leiden stillen; im fchwersten Kreuz 1? mit Frieden mich erfüllen Ein in dem Herrn zufried. nes Herz 9. Was gibt mir Muth, die Guter zu verachten, wo 12. Wann des weicht, und du wirst sterben müsſen; was kann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 13. Deil dir, o Chrift, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, daß nichts verdammlich an ihm ist! 14. Laß Erd' und Welt, fo fann derFromme sprechen, laß über mir den Bau des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hålt. Weiser Genuß der Lebens: freuden. Mel, Nun danket alle Gott. der gern 455.beglückt, gern wie Freuden uns bereitet, sel g, wer von dir an Ba te hand geleitet, nur danr sich glüdlich fühit, wann ei F Weiser Genuß der Lebensfreuden. 343 zu dir sich hält, und nur beneiden! Was mir an ReichVergnügen sucht, daß dir, thum fehlt, ersetzt Zufries o Gott, gefällt! denheit: Der frohste Sinn wohnt gern bei frommer häuslichkeit. 2. Wie selig, wenn sein Seift zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude keunt, dir näher, Gott, zu fenn, erstaunt, sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! 7. Der Tag der Frölichfeit sei niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stårke sich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgerubt! 8. Nie soll durch meine Luft der arme Bruder leiden! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freuden! Sft er verlebt: wohl mir, wenn er mich nie gereut! Nie scheid' er ohne Dank für den, der mich erfreut! 8. Wie felig, wenn er felbst der Erde kleinre Freuden mit Maaß und Beisheit wählt! Ihr Uebermaaß wird leiden. Nach arbeitvoler Müh' erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt bald den Ueberdruß. 4. D gieb, agütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! schlage meine Brust, durch Laster nie entweiht, nur für die reine Lust! Mel. Mache dich mein Geift 456. Viele Freuden hin auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vaterfinn zeigst du nicht vergebens. Du erfreust unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten; die Unschuld musse nie vor meinem Scherz erröthen! 2. D wie schön ist deine Welt! und wie reich an SeRach treu volbrachter Pflicht gen! Nur ein Thor, dem darf ich der Ruh' mich freun; nichts doch feinen Augenblick den falschen Freuden weih.n. gefáat, sinkt dem entgegen. Bas ist Bram Roth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den Beisen laben? 6. Bernunft und Tugend feid Gefährten meiner Freuden! Dem Schwelger mill ich nie fein furzes Stüd 3. Uns, o Gott, gabst du Gefühl für den Reiz der ErDE, Pflichten gegen uns selbst. 544 de, daß der Lauf zum hohen Biel uns erleichtert werde: und auch ich freue mich; Denn du hast mir Leben und Gefühl gegeben. 4. Doch ich soll des Lebens Luft menschlich nur ges nießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschliefen. Deine Hand gab Berstand, Triebe zu beschránfen, die zum Bösen lenken. Ben. 5. Nie darf das Vergnügen mich meiner Pflicht entToden; nie mich, Bater, gegen dich und mein Heil verstocken. Wer vergißt, was er ist, und nur thierisch lebet, steht einst da und bebet. 6. Ad), wie mancher hångt fein Herz fest an Erdenfreuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wann sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie ganz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! 9. Bib denn, daß ich weife fei, wenn mir Freuden winfen! Laß mich nie, dir ungetreu, in den Taumel fin. Fen! Leite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre, und mein heil nicht störe. 10. Alle Luft der Ginnlichkeit wird vorüber fließen; nur was Geist und Herz erfreut, werd' ich stets genieGuter Gott, laß im Tod, wenn die Sinne schwinden, mich dies Glud empfinden! 4 457.318 Mel. Gott des Himmels is der Tod ihm winft. zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterleit, vers liehen ist, der auch) nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut! 2. Er verzehret feine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; 7. Wilde Freude fann gar unter nüglichem Geschäfte leicht die Gesundheit schwå- fliehen seine Tage hin. Heitchen. Dwie wird sich, wenn fie weicht, das Gewissen rachen! Steh mir bei! Gott, verleih', daß, wenn ich erFranke, doch mein Trost nicht wante! rer glångt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich im wilden Taumel trennet, bleibet von dem Christen fern, deffen heitrer, fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände, und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände: Hoffnung flicht 8. Nur ein mäßiger Genuß starf: des Lebens Kräfte; er verscheucht den Ueberdruß, fördert die Geschäfte; und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. Weiser Genuß der Lebensfreuden. 345 genommen, und ähnlich wers den unserm Herrn, zu dem Dereinst wir fommen. 7. Wir schaun die Bunder seiner Hand aus unsern tiefen Fernen und wissen: unfer Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unserm Leben schwimmt, wie Schaum, ein wenig Müh' und Kummer. Daß feben ist ein More gentraum, der Tod ein kurs er Schlummer. 9. Wir sinten freudig in den Staub, der unfre Väter decket, und gönnen Burmern ihren Raub; weil Gott uns aufer wedet. flieht ihn nimmermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er ins begre Vaterland. 5. Stárke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gieb, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jefu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. Mel. Mein erft Geschäft aß unser Gott 458.D uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen, und von der Wiege bis ans Grab ihm unsern Dank er neuen. 2. Denn auch zur Freude gabuns Bott auf dieser Welt das Leben und hat verheißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. 3. Die Frühlingswärme haucht sein Mund und Kühlung wehn die Wogen. Um Himmel zeugt von seinem Bund der schöne Regenbos Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 459.Gan Mel. Was mein Gott will ott, immer groß an weiser Huld, du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens Leiden! Auch fie verhängst du über mich nach ewigweisen Schlüssen; feine Gnabe. Wir finden sie werden mir, trau ich seiner Gute Spur auf jee dem unfrer Pfade. gen. 4. Und Garten, Walder, Berg und Flur verkünden auf dich, zum Besten dienen müsſen. 5. Drum fönnen wir bei frommem Fleiß getroft auf Segen warten. Ben beitrer Stirne fließt der Schweiß Herad auf Feld und Garten. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Vgterhuld, vermebre meine feiden, vergeß' oft des Berufes Pflicht und qual' mich jeden Morgen, beim Mangel froe 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott her 846 Pflichten gegen her Zuversicht, mit immer neuen Sorgen. 3. Mein banges, unruhvolTes Herz, unfähig sich zu fasfen, wird sich dem Gram, dem kleinsten Schmer; ganz troftlos überlaffen, belámpfet feinen Rummer nie; wünscht zwar, ihn zu vermindern und sucht doch, ohne Fleiß und Müh', umsonst ihn zu verhindern. uns selbst. haben 2. Ausgerungen schon Biele, die im Glauben litten. Sieh', sie stehen vor Gottes Thron; ihre Krone ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich gang dir weihet; du rettest, tröftest, fegneft gern den, der sich ihrer freuet. O laß mein dir ergeb'nes Herz auf Diefe Hülfe sehen: so werd' ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, be stehen! 4. Du, Vater, weißt, was mir gebricht; du kennest zum Himmel zu erziehn. meine Zeiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die Laft, die du mir auf erlegt, fann mich nicht niederdrücken; wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 3. Weißlich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ists, der dich liebreich tráget. Båterfich ist sein Bemühn, dich 460. Mel. Sesus, meine Auversicht de deine Thrånenfaat, from mer Dulder, hier im Glauben! Noch so dunkel sei dein Pfad: laffe dir den Trost nicht rauben, baß nach dieser DunFelheit Dich ein belles Licht erfreut! 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Rummer frånfet. Gott ist Bater, mild und gut; fieb' ist alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelaffenheit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh hernieder schauen auf den weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. dann fließet ihr nicht mehr, Thranen, die ihr hier gefloffen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Trost ins Herz geaoffen; und vor dem verklärten Slid schwebt des Himmels ew'ges Slud. 7. Drum sei, Dulder, unverzagt; harr in deiner Råd te Brauen! Wann der große Morgen tagt: wirst du die Gefilde schauen, die dem Sie ger Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 347 ger offen stehn; dir die Kro- herab von deinem Auge fällt? ne winken ſehn. Was lehrt dich mehr bhángigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? 5. Wenn alle deine Stügen brechen, auf welche sich dein Urm gestügt; wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen, und Macht und Reichthum dich nicht schützt: dann lernst du freis big Gott vertraun, und nur auf seine Hülfe baun. 8. Dort verschwindet alles Zeid, wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heil'ge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig felig da zu seyn. Mel. Wer nur den lieben. 461. ohlthätig find der Erde feiden. Dies glaube fest, und murre nicht! Am Ende fol gen ihnen Freuden; auf Nacht und Grau'n folgt Sonnenlicht. Drum dulde mit Gelaffenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 5. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft die durch sie selbst fünft'ge Freuden, indem er dein Gewissen rührt, Verehre seine Weiss heit, Chrift, die strafend selbst noch Gute ist! 7 Gott will, wie gute Båter handeln, durch weise Zucht dich auferziebn; gut sollst du und unsträflich wandeln, die Welt und itre Lüste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Les ben der Unsterblichkeit. 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Beisheit leiten, und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefält; du sollst mit findlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des 8. So nimm in Demuth Gluckes Sonnenschein so und Vertraun den Kelch des leicht der Thorheit Bahn Leidens willig an, und made vermeiden? so gern der ohne Furcht und Grauen Sünde tockung scheun? auch auf der allerrauhsten Wird nicht, wenn nie ein Bahn! Ihr Ende wird dich Schmerz dich rührt, dein einst erfreun, und Wonne schwaches Herz gar leicht Ruh' und Friede seyn. verführt? 452.J Mel. In allen meinen Chaten. h hab' in guten Stunden des 4 Was predigt stärker dir Die Zehre: Vergånal ch ist die Lust der Welt! als wenn in Trübfal manche Bayre Lebens Glück empfunden 348 Pflichten gegen uns selbst. und Freuden ohne Zahl: Mel. Ullgegenwärtiger, idy so will ich denn gelaffen mich auch in Leiden faffen; 463. Trubfal, Chrift, welch Leben hat nicht seine Qual? fei unverzagt! Wann Gawermuth an dein Herz fich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt váterlich der Bater aller Güte. 2. Ja, herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Weh erbulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir wia ich mich erge. ben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, wit ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sunden erkennen und bereun! Jetzt hat mein Geist noch Kräfte; fein Heil laß mein Beschäfte, dein Wort mir Trost und Leben fegn! 5. Benn ich in Chrifto ferbe, bin ich des Himmels Erbe. Was Grab und Tod? Auch auf Des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm fl.hn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird alles lenten; und was mir gut ist, wird geschehn. n 2. Rein Leiden kommt von ohngefähr; dein Gott schickt dir es zu, und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad' und Segen. 3. Der dich in Jesu berzlich liebt, fucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre heil der Seeft; wedt dich, daß nicht zu dei ner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Ulebermuth; erstickt der wodust wilde Glut; bricht die Gewalt der Sinne; erweicht das Herz, daß Undrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld, erhöht den Werth von Gottes Huld; startt mächtig dein Vertrauen; lehrt im Verlust dich nun mit Lust aufe Unsichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht er hebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärfet deinen Glauben. Weit minder fann Berführung dann dir deine Krone rauben. 7. Zwar Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 349 7. 3war stórt das Kreuz Kreuz geduldig, das bin ich oft deine Rub'; mit bangen Thránen fåest du und unter viel Beschwerden. Christ, hoffe doch! Es wird dir noch zur reichen ernte werden. dir und meinem heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergesſen, täglich ermessen! 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Båter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein llebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit: doch emig, ewig währet dort dein Genuß ohn' Ueberdruß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu; steht dir als Bater, liebreich bei; sorgt, daß er dich erquide. Er fchafft dir Raft, daß deine dich nie ganz niederdrücke. 10. Verbirgt er auch sein Ungesicht; dies raube deinen Muth dir nicht! Gott kann fein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm er gibt, den wird er nicht verlaffen. 11. Durch Trubsal find zu aller Zeit die Frommen in die Herrlichkeit, gleich Jefu, eingegangen. Denkst denn nur du, in tråger Ruh bie Krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich als sie; gleich ihnen bet und gage nie: denn Gott erhört Dein leben. Bald weicht dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! Mel. Herzliebster Jesu. Herz, o Gott, in feid und 464. in 3. Wie oft, o Gott, wann wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thors beit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trubsal der Frommen! 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen Flagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Bollust tragen, des Schwelgers Schmerz, des Reids vermiste Freuden, deß Chris sten Zeiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nachy Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die nun büßen ihrer Thorheit Freuden, christliches Leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unfrer Sünden läßt du den Weg zu unserm heil uns finden, wenn wir sie uns, die Misſethat zu haffen, züchtigen lassen. 7. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen: wird ades mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und 350 Pflichten gegen uns selbst. und ewig wirkt dein Wille wirkt Weißheit und Erfah Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hiet, erst dort, dort soll ich glücklich werden: und das Beste. was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit mel. Wer nur den lieben Gotk Leiden? roß ist Herr! Denn ich nur nicht 465. Gert Die Berge zittern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunkeln Ungewittern, der Heilige, vorüber geht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in voden Wolken auf das tand. 9. mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Christ gelassen leid' und dulde; fo fannich) mich der Hülfe der Erlösten ficher getrösten. 10. Ich bin ein Mensch, und Zeiden müsſen frånken; Doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dies stärket unfre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel peere? merk auf! Wer foricht: bis hieher! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, dein beßter Vater? rung; Erfahrung gibt dent Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes her; stebt in der Roth noch feste. Hoffe 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege wa ren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, das mit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Troft der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn 2. Dom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn' hinaus, herrscht sein Gesetz; als Vas ter waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben giebt und Freude schaft, mit Liebe waltet er und Kraft. 3. Was dich auch drückt, mein Herz: Er rettet! Bers traun zu ihm ist deine Pflicht. Fr, der den Wurm im Lager bettet, der Sott verläßt den Menschen nicht. Der so viel giebt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geist. 4. Vermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächter ist dir der Ewige nicht fern. mit deinem Leiden, deinem parm wirf seiner Huld dic in den Arm! 5.£ Geduld und Gelassenheit im Leiden. 551 5. O schwinge dich empor Fülle bringt der Tod: wit wollen nicht verzagen! vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blick auf, und bet und glaube: verfagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heil'ge Dunkel feiner Huld! 3. Und wären wir auch noch so frank; zur Tugend führen Schmerzen. Für jes des Leiden Preis und Dank! Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschid zieht Gott uns zu des Himmels Glück: wir wollen nicht verzagen! 6. Gott fehlet nicht! D Seele, thue, was dir gebührt, fei fromm und gut! Versage dir nicht diese Ruhe; aus 4. Wir blicken auf so mana ihr erwacht der hohe Muth, ches Grab geliebter Mens der, wenn das Unglück uns schen nieder, und manche umstürmt, uns rettet, trô- Thráne roat herab; doch stet, hebt und schirmt. Eins erhebt uns wieder: 7. Vertraue Gottes Daterhånden, wenn er den frommsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollendet, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Reime deiner Ewigkeit. Gott Lob, sie sind im Vaters land. Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wol len nicht verzagen! 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn; sie blühn in neuer Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie lauter ihre Tugend! Drückt uns auch mancher heiße Tag; sie giengen vorr wir folgen nach. Wir wolMel. Wann mein Stündlein ir trodnen un 466. Wir fre Thránen ab: erhebet euch, Gefühle! len nicht verzagen! Wir schauen vorwärts auf. 6. Das leid, daß schmerze das Grab, und weiterhin zum Ziele: und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod: wir wollen nicht verzagen! lich und zerreißt, veredelt die Gefühle, es stärkt und låutert unsern Geist, und führt empor zum Ziele. Wie trodnen unsre Thränen ab, und schauen über Tod und Grab, und wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm, und hätten nichts als Sorgen, und Mangel, Blóße, Frost und Harm, und, ach! fein Brod für morgen: Mel. Sefu, meine Freude zur Weisheit führt des Lebens Roth, und Glück und und 467. Chrift, aus dein nem Herzen ban 352 Pflichten gegen uns selbst. ne Gram und Schmerzen! nichts selbst verschuldet, und Faffe neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drüdet: Gott ists, der es schidet; was er fchickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sors gen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohl machen. dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als held vor aller Welt! Mag fie deiner Hoffnung lachen: doch wirds Gott wohl macen. 6. Dabei foll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, 2. Ist der Himmel trübe; Gott getreu zu seyn. Stets, wanft der Freunde Liebe; im Tod und Leben, bleib ich stehst du, wie verwaist; ihm ergeben; ich bin sein, schredt mit jedem Tage eiz er mein. Was er will, sei ne neue Plage den bedrång- stets mein Ziel! Er weiß alle ten Geist; weicht das Glud meine Sachen ewig wohl zu auch stets zurüd; scheints machen. dich nie mehr anzulachen: Doch wirts Gott wohl machen.. 3. Bürden abzunehmen, 468, dazu dient fein Grámen; Gram sei dir verhaßt! Un geduld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erst zur Felfenlast. Zagend Hers, beffeg den Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwachen: doch wirds Gott woht machen. 4. Du führst Christi Namen; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der himmel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter frachen: doch wirds Gott wohl machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum fohne seis neš Rampfs empfängt. Rur In eigener Melodie. out' es gleich 468, Sout bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen; auch in Sturm und Finsterniß glaub ich doch: er hilft gewiß! 2. Bird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist; hilft er doch, wanns nöthig ist. 3. Pflegen Vater stets zu geben, wonach ihre Kinder streben? Beif ist Gott; ich hatre stid; er gibt, wann und wie er will. 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch na her Hülfe trösten: er ist ge gen mich, sein Kind, mehi als váterlich gefinnt. 5. Laß den Feind mir bangi machen: Gott, mein Schuß wird für mich machen Schwe Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 353 Schwer sei meines Kreuzes einst allhier werd von Gott Joch: Gott, mein Vater, gegeben: nichts nehm' ich lebet noch. mit von der Erde, wann ich fie, nach viel Müh', einst verlassen werde. 6. Fließt so manche stille Thrane, wenn ich mich nach Ruhe sehne: jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7: Werd ich gleich verfolgt vom Neide; leb' mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Låstrung nach: Gott tilgt alle Roth und Schmach. 8. Bill mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Rube nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Joh wil gern das Eitle Laffen; Fürft und Bettler muß erblaffen; Clud verschimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab! 3. Gut und Blut, Leib Seel' und Leben, ist nicht mein; Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihns wieder geben, geb' ichs bin, preise iha, blick aufs beßre Leben. 4. Schidt er mir ein Kreuz zu tragen, bringt herein, Ungst und Pein: sour' ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wenden; ee weiß mohl, wie er soll all mein Unglück enden. 3 Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt; sout³ ich jetzt nicht auch etwas tragen? Ziebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchugt er seine treuen Kinder. 6. Stolz, Haß, Neid und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten Laß' fie spotten, laf' fie lachen! Gott, mein Heil, wird in Ei sie zu In eigener Melodie. 469.arum follt ich Schanden machen. denn grámen? hab ich doch Chriffum noch. Wer will mir Den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn bei gelegt im Glauben? 2. Nichts bracht' ich in dieses Leben, da es mir 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Chrift, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt' er zu sometzlich finden? Selbst den Tod hilft ihm Gott freudig überwins den. 8 Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er 3 teiße 354 Pflichten gegen uns selbft. reißt meinen Geist aus viel Roth mich meht weiß zu ertausend Röthen, endet halten; drum loß ich ihn nur walten. Dieses Lebend Leiden, und gibt mir einst dafür alle meléfreuben. im9. O dann wird an hóhern Schäßen Geist und Herz, frei von Schmerz, ewig sich ergészen, Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Belt; fie enthält Güter, die vere schwinden. 2. Bas Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort fann ja nicht trügen: er führet mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld giebt seine Huld: er wird mein Unglück menden, es steht in seinen hånden. 10. Sind nicht diefes Rebens üter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Gemüther? Dert, dort sind die ediern Gaben; denn mein Spirt, Christus, wird dort mich ewig laben. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich faffe und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen laffe. Laß mich), laß mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen! In eigener Melodie. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich weht bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen fann, wird er mir Hülfe schenken. Ja, seine Treu' it täglich neu: drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglúd wollen kann: ihm will ich mich ergeben in Freud und feid. Es kommt die Zeit, da öffentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5 Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Relch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrekfen, weil mich zulegt mein Gott ergößt mit süßem Troff im Herzen: Da weichen alle Schmerzen. as Sott thut, 470, W8 daß ist wohl gethan! Voll Weisheit ist sein Wille. Shn bete ich in Demuth an, und halt ihm findlich stille. 6. Was Gott thut, daß Er ist wohlgethan! Dabei wil ist mein Gott, der in der ich verbleiben. Es mag mid Qu Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 355 auf die rauhe Bahn Roth, Freud' und feid. Hier flört Tod und Elend freiben; so wird Bott mich doch våterlich in seinem Schutz erhalten. Drum laß ich ihn nur walten. oft Unruh' und Beschwerde mein Wohl und meine Heiterkeit; hier wohn ich noch in einer Welt, die fein vous fommnes Stud enthält. In eigener Melodie. 471. as mein Gott Was will, gescheh auzeit! Sein Dia' ist stets der beste. Zu belfen ist er dem bereit, der an ihn glau bet feste. Der treue Gott hilft in der Noth und züche tiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlaffen. 2. Weß ſoll ich md), o Herr, denn trösten? Nur beiner Huld. Du bist mein heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines, Herzens Trost und Theil; und stehst, nach deiner Vatertreu', mir stets mit Rath und Hülfe bei aller Plage, o Gott, auf 3. Du stårlft mir unter mein Gebet den Muth, daß ich gelaffen sie ertrage, und machest endlich alles gut. auf Rummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgefang. 2 Er ist mir Troft und Zuversicht, Ruh, Hoffnung, Freude, Leben. Drum, was er will, der will ich nicht unmuthig widerstreden. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gebt mir stets, was mir fehlet. greaden, mein Geft, in 4. Erwarte nicht beslánd'ge deinem Uebungsstand; Denn bliebst du frei von allen Leiden, roie würde deine Treu erkannt? Voukommne Ruh' lück der Ewigkeit. und Sicherheit ist nur ein 3. Wann es sein ille mir gebeut, daß Leben zu vers laffen: so will ich von Ergebenheit in seinen Rath mid faffen. Dir, Gott, befehl meine Seele, in deiner Roth 5. Bad bist du denn, o so fummervoll? Bertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er fmüßt ihm nach der Gefahr, daß dein Wohl. Einst Dankst du er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn! Ruf in Gefahren ihn glaubig nur als Helfer an! Er weiß 32 ich meine Seel' in meinen letten Stunden: dein Sohn, o Gott, hat holl' und Tod für mich auch überwunden. Mel. Wer nur den lieben Gott 472, Was ist mein Leben auf der Erde? Ein Wechsel ist's von 556 Prichten gegen uns selbst. dich mächtig zu bewahren, Leid, und was du schicst, ist und da, wo Niemand hel- Seligkeit. fen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stårfe deine Zuversicht! 7. Befiehl dich seiner Vas terpflege; hoff' und vertrau ihm allezeit! Auch auf dem allerrauhsten Wege sieh fröhlich hin zur Ewigkeit; da wirst du, frei von aller Pein, ganz felig, ganz zufrieden seyn. 8. So laß' mich), Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir: dies stärke mich! Wer deffen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. 4. Gefällt es dir: so müsfe feine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Ta ge. Allein verwehrts mein ewig heil: so bleibe nur dein Trost mein Theil. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh' nicht meine Schuld: so jag' ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Sel ich ein Stück, das du mir gabst, verlieren, und milft bu, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf ersehn. In eigener Melodie. Herr, mein 7. Vielleicht muß ich nach Herr, 473. D Sott, durch wie du willst! Soll ich den den ich bin und lebe, gib, himmel erben, und dieser daß ich mich in deinen Rath ist im Glauben mein, wie ergebe; laß ewig deinen Wil, fann der Lod mir schrecklichy len mein, und, was du thust, seyn? mir theuer seyn! 2. Du, du regierst, bist Mel. In allen meinen Thaten. Weisheit, Lieb' und Stärke, Du, Herr, erbarmst dich 474.asifs, daß ich aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glud. mich Harr' Seiner, meine Seele, harr' und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir núget; Gott weiß es, und Gott schütet; er schuzet den, der nach ihm fragt. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glud, du wogst mein eh' ich die Welt noch sah. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 357 Gh'ich mich selbst nochkannte, nacht Gewitter um mich blieh ich ihn Bater nannte, mar gen, so zag' ich nicht: mein er mir schon mit Hülfe nah. Vater wacht, er wacht und 3. Die kleinste meinerSore wird mich schützen. Die Gügen ist dem Gott nicht ver- te, die mich werden hieß, borgen, der alles sieht und die den Bedrängten nie verbålt; und was er mir be- ließ, die wird mich nie verschieden, daß dient zu mei- lasſen. nem Frieden, wärß auch die 2. Sein Auge schaut auf größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Eust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Gegen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quaten. Er fandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stol. fer Ruh' des Ewigen vergeffe. 3. Gesegnet sind die ZeiDen mir, die mich der Welt entziehen; mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zu růd, das Dunkel mir verhülület. 4. Wie will ich dann, vom Schmerz befreit, Herr, deine Hulo erheben; wie freudig dir selbst für das leid Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertrau'n, und ihre Hoffnung auf ihn bau'n! Nie werden sie zu Schanden. 5. Was dieses Glück vermehret, sei mir von dir ge. währet! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glud verleget, wenn's alle Welt aud scházet, fei Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Kranfbeit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr ich, und bin stille zu Gott; Denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott! 7. Du bist der Müden Stárke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mit widerfahren, wenn Gott mich will bewahren? Und er mein Gott, bewahret mich! Met. Sn allen meinen Chaten. 476.Widmich, o Gott Mel. Schon ist der Tag von enn aus bienieden des Lebens Last ermüden, so stáre le meinen Wann wich 475.23 tiefer Mitter- die Leiden tränken, so laß m 358 Prichten gegen ven aften. mich wohl bedenken: auch wesen, wird doch mein Geist daß sei gut, was Trübfal genefen, er eilt zu seinem heiß:! Schöpfer bin 2. Nicht ewig soll sie wäh ren; oft werden unsre 3åh, ren fanell von dir abgewischt. Und seufzen toir: mie lange ist meiner Seele bange! so wird mit Trost das Herz erfrischt. 8. Dorůde meinem Herzen bei Gorgen, Gram und Schmerzen dies bech aufs tieffte ein: der, den du, Vater, liebeft, fanr, wenn du ihn betrübest, doch niemalß ungludſelig ſeyn. Allgemeine Menschens liebe. 3 Duwendest solche Bürden, die uns erdrucken mür den, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft. zu tragen, die deine Hand uns selber gab. Mel. Schwing dich auf 4 Dein väterlich Bemu. 477. Seilig, heilig ist ben will deine Kinderziehen, zu thun, was dir gefällt. Du wiast die Lüste schwächen, den eignen Widen brechen, uns bilden für die beßre Welt. das Band, das die Menschen bindet; ist geInupft von deffen Hand, der die Welt gegründet; ist geknüpft, daß besser mic Einen feine Welt gefalle. Schöpfer haben wir, Einen Vater alle; 2. Einen Vater, Ginen Gott, der uns alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freundlichfeit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und herzlich sollen wir uns einander lieben; wohlthun, Glend mildern hier, feinen je be4 Uud 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glaube und Ge. duld; daß, wenn und Feinde haffen und Freunde uns verlaffen, wir stets vertrauen Deiner Huld. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, deinen Erben des Himmels Wonne nicht entgehn. 7 3u jenem beffern Leben winst du auch mich erheben; der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib ber- trüben. Allgemeine Menschenliebe. 359 was derherr uns hier gebeut! 4. Und ich fühlte keinen ben! Heilig fei uns allezeit, Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühaos blieb mein Herz bei deß Brus ders Freuden? Und es sollt' in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt' ich dann wohl Gott mit Lust meinen Bater nennen? 5. Brüder, nein, nein, dies Herz soal nie sich vor euch verschließen; immer wia ich Sorg und Müh' lebreich euch versüßen. Ulle, alle leben wir, um uns zu beglücken; und ihr seid nur theurer mir, wann euch feiDen drücken 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich all' erhält; alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur: Hoffnung auf ein beßres Les ben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und mir sollten uns ente zwein? Lieblos und einander haffen? Uns, zu unsrer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen laffen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahe kein Mensch, fein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes hand reichlicher, als Andre, baben: Anfehn, Reichthum, hoher Stand, LeibesFräfte, Geistesgaben, alles und auch Duldern gern mit dies befreit uns nicht von mir hilfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Zeiden dru d'en, mitleidsvoll und brüs berfidh tröften und erquiden. der Menschenliebe Pflicht. 6. Immer will ich, wie ich fann, fie euch helfen tragen; fann ich's nicht, euch trößten dann, trösten, mit ench flagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram perweinen, bis die Sonne neue Luft euch) ins Herz wird fchemen. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preifen, Met. Jesus, meine Zuversicht. llen Christen und 478.2 der Herr dies vorgeschrieben: euren Nächsten follet ihr, als endy felbit, von Herzen lie 6. Nein, der Gaben Une terschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl dem, der sich bemüht nüzlich, wie er fann, zu werden; sich der Menschheit Dienst zu weihn; auch ins Kleintreu zu seyn. 7. Darum gib uns, Gott, ein pert, voll von wahrer Menschenliede, daß an Andrez 360 Pflichten gegen den Nächsten. rer Freud' und Schmer; Un- Heil und Troft gefunden, theil nehm' und gern das Hülfe, wie er nirgengs fand. übe, was der Liebe Pflicht b geht, wie sie uns dein Cobn erflärt. 8. Diesem großen Men fchenfeund laßt uns alle ähnlich werden, daß wir, hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, Dort verklárt, auf ewig fein, feiner Lieb' uns gang erfreun! 4. Brüder, fommt in meine Arme; wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, wende sid) mein Goit von mir! Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich' ich dem Herrn: fein Verschonen, sein Bergeben, o mein Herz, stets üb' es gern! In eigner Melodie. 5 Db mich auch mein Nadster frånfet: Jeſus 479. Menschenfreund, denk ich, litt wohl mehr. von Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig' auch mich zur Güte bin! Unwerth war ich, dich z femen, lieer' ich meine Brüder nicht; unmerih, mich nach die zu nennen, wich' ich von der Liebe Pflicht! 2. Wo du, Jefu, Menfcben nabtest, foigte Wohlthun deiner Spu; wo du fegnend Gutes thatest, in den putten, auf der Flur, an dem fager frauter Bru dir, wo du je nur hingeblidt, tehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquicft. besser wiu ich seyn als er. Wenn mir jemand Gram bereitet: irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich ihm, wenn er gleitet, den noch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermúden, reiner tebe sich zu weihn! Des schafft so süs ßen Frieden, woblzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn dahin; wen das Herz zur Liebe dringet, árnter dauernden Gewinn. 3 Menfaenfreundlichster von Allen, feinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Troft zu dir geflebt, bat für alle seine Wunden, err, in deiner treuen Hand Rettung, 7. Zwar der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld' nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut: doch des Gegens feiner Gute freut er einft sich war's auch spát; endlich heil uns! freigt zur Blüthe was die Liebe ausgefär. Mel Allgemeine Menschenliebe. 361 Mel. Gott, du frommer ib mir, o Gott Ruh': er rühme fein Verdienst; ded' seine Fehler zu! 480. G ein Herz, das 6 Die Rach' ist dein, o jeden Menichen liebet, bei Gott, du sprichst: ich will seinem Wohl sich freut, bei vergelten. Drum faß taich feiner Noth betrübet; ein stille seyn, wenn Menschen Herz, das Eigennug und auf mich schelten! Gib, Reid und Härte flieht, und daß ic) dem verzeih', der fich- um andrer Glück, als mir zu schaden sucht, den um sein Glück bemüht! liebe, der mich haßt, den fegne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich) Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Roch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun; noch mehr fein Seelenheil mir angelegen feyn! 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß' mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hilfreich mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu fahn; nein, Menschen zu erfreun. 3 Dies fer mein Gottesdienst! Auch unb merkt von ihnen, müs' andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sei dir, Gott, getban! 4. Ein Trunk, mit dem 9. D heilige du selbst, mein Dienst dem Durstigen Herr, meiner Seele Triebe, begegnet; ein Blick von Trost, durch deine Lieb' und Furcht mit dem mein Herz Bedrång- zu wahrer Menschenliebe! te ſegnet; ein Rath, mitbem er nicht den Nächsten mein Mund in Rummer liebt, geht nicht zum Himandere stärkt: nichts bleibt, mel ein. Laß diefe Wahrso klein es ist, von dir, Herr heit, Gott, mir stets vor unbemerkt. Augen seyn! mel. Ber nur den lieben 481. Bereinigt last wirken! O Christen, füget Hand in hand! Es schlinge fich 5. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, fo laß mich forgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmábsucht fránke nie mein Mund des Náchsten 8. Den, der im Glauben wanft, im Glauben zu destärken; den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn! 562 Pflichten gegen den Nächsten. sich um unsre Herzen der feit. O laßt uns diesen SaMenfchenliebe sanftes Band; men streun! O laßt uns und jeder liebe Recht und Menschenfreunde feyn! Pflicht, bis einst sein Aug' im Tode bricht! 2. Wir Eines VaMel. Auf, Christenmensch. o Jemand ters Kinder, in jedem Stan- 482,( a) S ſpricht: ich De vor ihm gleich; sind ohne liebe Gott! und hast doch der treibt Unterschied hier Brüder, seine Brüder, wir mögen arm feyn oder mit Gottes Wahrheit Spott, reich. In Eintracht follen soir uns freun, einander und handelt gan; dawider. Gott ist die lieb', und will, Hilf und Beistand seyn. daß ich den nächsten liebe, gleich als mic. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Menfchenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Urmer, gemildert sei durch uns fein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Bid erhöhet unser eignes Blud. 2 Wir haben Einen Gott und Herrn, find Eines Leibes Glieder: drum diene deinem Nächster gern; denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nachster ist, sein Kind, wie ich. 4. D Wonne, Menschen glüdlich machen! O Bonne, Menschen glücklich fehn! Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreich're Pflicht, als Dienfchenliebe, gibt es nicht. 5. Grfcheint des Todes 3. Ein Heil ist unser aller Gut. Ich follte Brüder hasfen, die Gott, durch seines Sohnes Blut, so hoch erlaufen lassen? Daß Gott mich schuf, und mich verfühnt', hab ich dies mehr, als sie verdient? ernste Stunde dir, Menschenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes, und verkün. digt den Lohn der Menschen liebe dic. Des Grabes Nacht wird dir erhelt; du fåtest für die besre Welt. 4. Du schenkst mir täglich ſo viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Schaber foute nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeih'n, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebs? 6. Ja, Christen, wer sein 5. Was id) den Frommen Herz bienieden der wahren Menschenliebe weißt, der hier gethan, dem Kleinsten streut zu einer reichen Bernte auch von diesen, daß siehst ben Samen für die Ewig: du, mein Erlöser, an, als háti Gerechtigkeit und outgrett. hátt' ich's dir erwiefen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch fenn, und dich in Brüdern nicht etfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den erge. hen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehn. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! Mitfreude und Mittleid. Mei. Mein erst Geschäft ( b) Alliebender 482. mein Herz, bei meines Nách)sten Freuden mich mit ju freun, und fühlt er Schmerz, Mel. Kommt her zu mir, spricht dann auch mit ihm zu leiden. 2. Dlag mich dieſe heil'ge 483.Duliebst, o Sott, Pflicht nie aus den Augen setzen, und auch an dem Geringsten nicht gering sein Wohlfeyn schätzen! Gerechtigkeit, und strafest den, der sie entweiht, am nächsten Unrecht über. Du bist's, der jedem feinen Lohn, ohn' alles Unsehn der Person, nach ſeinen Werken giebet. 2. Geredter Gott, fas deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenfan! Nie fomm' es mir doch in den Ginn, aus schnider habe fucht, um Gewinn,- des Nächsten Recht zu franken! 503 6 Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an fiebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß, und unter deinem Gegen geb' ich, dein Bort verspricht mir dies, frob jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Himmels geben; ich werd erfreut, belohnt von dir, im Reich der Deinen leben. du schufft Gerechtigkeit und Billigfeit. 3. Nie reize mich des Nächsten Glück zur Mißgunst und zum Neie; nie Andrer widriges Geschick zu niedrer Schadenfreude! 4. Hilf mir vielmehr, in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden, und, wenn ich fann, auch, wie ich sol, gern ihre Wohlfahrt gründen! 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mittleins Thräne weihen, und ihn, wenn er im Unglück weint, mit Hülfe gern erfreuen! 3. Pflany Reblichkeit in meine Brüst, und laß mich stets mit wahrer Zuft der Liebe richten üben. Ein Herz das nur auf Unrecht denft, Pflichten gegen den Nächsten. 5364 nur Schaden sucht und andre frånft: wie kann das Brü der lieben? 4. Nie selfie Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen fann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben! 5. Yaß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ichs von ihm begehre; damit ich feines Menschen Herz durch Druc und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herri mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten mesſe, wirst du mit dereinst auch wieder messen. Dieš reize mich zur Bidigkeit und laffe mich zu feiner Zeit der Liebe Pflicht vergesſen! Undern But und Ehre rauben: welchen Haß verdient ich nicht, weldh' ein schredliches Gericht! ich Unrecht leiden, als begehen, und mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 4. Würden der Bedrångten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erGericht? schweren mein Würd' ich nicht einst zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewisfen mir mit Angst und Schrecken dráun, und ihr erster Rácher seyn? 5. Eines Unterdrückten Thránen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Ungemeiner trifft, Herr, 484.( a) Aer Brüder deine Strafe fie. Und wenn Rechte las mir, Gott, stets du nicht eilen foutest, wenn heilig seyn! Wenn ich sie zu du, Richter, säumen wolltest: Frånken dächte, ihres Kum- harrt gewiß dem Bösewicht mers mid) zu freun, über fie mich zu erheben, oder mir allein zu leben; dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte Deinen Willen nicht. einst ein schredlicher Gericht. Mel. Ulle Menschen müssen sterben. 3. Nein, ich will das Unrecht haffen, Recht erzeigen Jedermann; jedem geben, jedem lassen, was er hat und Lieber will fodern fann. 6. Rein, ich will gerecht und bidig, selbst auch gegen Feinde, seyn; feinen drücken, 2. Könnt ich, taub bei vielmehr willig dem Beleidi ihren Klagen, ihnen das ger verzeih'n. Hab ich macht aus Eigenfinn oder Neid ich will sie nutzen, den Be und Geiz verfagen, was ich drängten zu beschützen, ei ihnen schuldig bin; fonnt' len, wo Verlaß'ne flehn ich ohne Treu' und Glauben ihnen liebreich beizustehn. Gerechtigkeit und Billigkeit. 7. Schützen will ich meine Rechte, aber fanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist deine Huld! Du vergibst mir meine Schulden; sollt' ich denn fein Unrecht dulden, nicht gelind seyn, mich nicht freun, wie du, Bater, zu verzeih'n? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn! Du, der Richter aller Welten, wirst mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein großer Tag sich naht. 365 Rührung sehen, wie sehr ihn meine Strenge quält? 4. Nein, lieber will ich dulden, als deffen Gram verschulden, für den fein Unglück spricht! Zur Schonung mich zu neigen und Billigfeit zu zeigen, das fodert meine Christenpflicht. lehren darf ich nicht stets begehren, was vor dem Richter gift; nicht immer darauf dringen, den durch Gewalt zu zwingen, der meine ForDrung nicht erfüllt. 5. Auf seine Rechte dringen, gewaltsam sie erzwingen, und keine Härte scheuns sich nicht der Noth des Armen und Dürftigen erbarmen, heißt: schändlich alles Recht entweih'n. 6. Wenn du mit deinen Knechten, o höchster, wolla test rechten: wer könnte dann bestehn? Doch wirst du streng die richten, die trobend allen Pflichten der Biatgleit, aufs Mel. In allen meinen Chaten. 484. Nach Jefu Recht nur ſehn. 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich, o Gott, gelinde, mild und barmherzig seyn, mein Recht nicht übertreiben, und immer billig bleiben, von aller Streng und Hårte rein! 2. Oft mangelts ihm an Kräften, an Fortgang in bei aller Mel. Gott des Himmels. tigkeit; und bei der beſten 484. Stichte nicht Willen kann er oft nicht erfüllen, was ihm Gefez und Pflicht gebeut. 3. Wie sollt' ich es denn wagen, dem Nachsicht zu versagen, der nicht mit Vorfag fehlt; und, taub bei seinem Flehen, es ohne harter Strenge, wenn du Undre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sek bedachtsam; richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht, 2. Siehst du stets die ties fern J 366 fern Gründe von des Nachsten Handlung ein? Iftauch, was du tabelst, Sünde? oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? oder reist dich Leidenschaft? 5. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandi? Und die Feinde feiner Eugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was reche nest du ihm zu, daßer Mensch ist, so wie du? Prichten gegen den Stächsten. 8. Sehe nicht des Nach sten Leiden gleich als Straf Bottes an! Gonne dem er laubte Freuden, der sie noch genießen fann! Nie gib ſei nen froben Ginn scheinbar frommer Schmahfucht hin 9. Laß bie& cbe dich be feelen, die nur ungern Urg wohn hegt, und, roent indre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz! Rühre, beßre nur ihr Herz! 4. Oft voabringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, 10. Gott, der Richter aller Welten richtet mit Gerech tigkeit. Jedem wird er einf oft nur, weil ihn Irrthum vergelten, wie er lebt in treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. dieser Zeit. Leberlaß ihm das Gericht! Richte du den Nächsten nicht! 5. Christ, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Nächster fodern kann! Ach, wie wird' es dich nicht frånken, griff er deine Ehre an! Deiner der Herr; zeig Wohlthätigkeit und Barma herzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten aller bich nachfichtsvou, wie er 485, Ducement 6. Selbst bei wirklichem Bergehen meide mit Bescheidenheit alles unbefugte Schmähen, hårte, Spott und Bitterfeit! Menschenfreundlich decke du deines Nächsten Fehler zu! Bater, du gütigster Berather in Al lem, was uns druct! Wal wir hier Gutes haben, fint einzig deine Gaben; du bist's, der unser Herz erquict. 7. Mit dem reinsten herzen biete ihm die Hand zu feinem Glüd! Bringe, wenn du fannst, voll ute, aus der Frre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, 2 Du lásfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns fegnent zu erfreun! 3u ew'gen Se ligkeiten uns Sterbliche zi leiten, wird ewig dein Ver gnügen seyn. 3. Wie groß ist deine Mil daß du keinen Fall begebst! de! Barmherz'ger Bater bild Wohlthätigkeit und Varmherzigkeit. 367 ehret. bilde mein Herz nach deinem und die Gott, den höchsten, Sinn! Daß ich der No h der Urmen mich willig mög' erbarmen, nimm alle harte von mir hin! 2. Speiset die, die hune ger leiden, und die durstig find, die tránft; fommt, die Nackenden zu fleiden, tréfet die, die Kummer frånkt; Schwache eilt zu unterstützen, Unterdructe ju beschützen! 4. Gib, daß ich willig gebe; mich, wohlzuthun, bestrebe, so wie mein hei land that, der göttliche Erbarmer, den fein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe! Wie du mic Qut's gethan, so laß um deinetmiden mich Undrer Rothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 3. Nicht nur denen, die euch lieben, und zu euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott getrieben, nach Bermögen beizustehn; führt zu unverhofften Freuden die auch, die im Stillen leiden! 4. Liebe sei dir keine Bürde, feine Last, beglückter Chrift! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und bülfreich bist! Welch ein Ruhm für den Erlösten, arme Brüder Chriftit öften! 5. O mie lohnt's mit füsen Freuden, der Berlaßnen Helfer seyn; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, schaffet himmlisches Entzücken! 6. Heil und Glud auf unMel. Herr, ich habe mißgehandelt sern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, 485,( b) Mehhuthun Gottes Segen folgen auf mit- ist 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Beber liebet, fei, maß man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefaat! 7. Laß mich hier reichlich fåen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Beit. Wer hier den Náchsten liebet und sich im Wohle thun übet, der árntet dort die Seligkeit. zutheilen, Christen, das vergeffet nicht! Den Bedrångtén zuzueilen, Armen beizustehn, ist Pflicht; Pflicht die Jesus selbst und lehret, Mühe, was Beschwerden, wenn sie so belohnet werden! 7. Last uns eifen, unfre Gaben, weil es Zeit ist, aus34= 368 Prichten gegen zusteun! Was wir hier gefået haben, árnten mir bort reichlich ein. Seid barmherzig; helft den Armen! Gett wird euer sich erbar, men! Mel. Uuf, Christenmensch. er dieser Gre 486. W den Güter hat und sieht den nächsten leiden, und macht den hungrigen nicht fatt, läßt NackenDe nicht fleiden: der übertritt die erste Pflicht und liebt dic, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret; sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten Fehret; nicht dem Verläumder widerspricht: der hebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Troft, mit Schuß den Náchsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigens nat, aus Weichlichkeit ihm nüget; nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Berborgnen weinet; nicht gulig forscht, obs ihm gebricht: auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Andre, wenn er fie beschirmt, mit hårt' und den Nächsten. Vorwurf quálet, und ohne Nachficht straft und stürmt, sobald sein Náchster feblet: wie bleibt bei seinem Ungestumm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 6 er für der Armen heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; dem llebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur forgios ihnen Gaben gibt: der hat sie wenig nech geliebt. 7. 3war du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch Die That zu lieben Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 8. Ermatttet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beles ben! Denk oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchfter, was ich hab', ist dein; sollt' ich, wie du, nicht gütig ſeyn? Mel. Gott, du frommer. felig lebt 487.) Wien Mensche der Dienstbegterde fennet, und Undern wohl zu thun, aus Menschenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein Eid sum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Umt schon in sich selber find't! 2. Dir, hochster, ahmt er nach), dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbefliss fens Wohlthätigkeit und Farmherzigkeit. 369 den. fenheit sucht er dies zu errei- auf Erden, se nüßlich, als Er hält für eignes ich kann, dem nächsten stets Weht sich nicht allein ge zu seyn; dann geh ich einft, macht; er hält sich für die o Gott, ins Reich der Liebe Welt von dir hervorgebracht. ein. Mel. Gott im Himmel und auf 3. Die Welt, denkt er, bat Recht auf meinen Dienst und Kräfte; ihr nügen, ist für mich ein feliges Geschäf Geid barm. 211s lieder schuf uns Gett, als Bürger einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Undern hält. 487.( b) Geib ( 5) herzig, Menschen! Höret, hört das heilige Gebot, das uns Jefus Christus lehret: ſeid barmherzig, seid's, wie Cott! Gebt, so wird euch auch gegeben, was euch Neth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, fe viel Brüder; Ein Geit ists der uns erfduf. Wir find alle Chrifti Glieder; algemein ist Gettes Kuf. Ceine Cenne läßt er scheinen se der öfen, wie den Teinen. 4. So denkt der Menschen: freund; und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wehl der Welt zu leben. Ihm wird des Näch sten Seil sein eignes Him. melreich; er fübiet fremde Neth, als tráf ihn selbst der Streich. 5. Er eilt, dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen; fein Ansehn und sein Freund, sein Stand und Wahlergeben find Mittel, die er braucht, wohlthätig stets zu seyn, und auch den Leidenden, gern trö. stend, zu erfreun. 6. Was Untrer Nethdurft beiſcht, das reizet feine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zu wahrer Men schenliebe. Nidt Otel, nicht Eigennut treibt ihn zur Gütigkeit; er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch ge. finnt, mein Gett, turd Chris 5. Hert, wir geben von ftum werden! Vell regen dem Deinen, was wir ge. Eifers jei mein Leben hier ben; laß uns nie fühles 24 g seyn, 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Ceid baimberzig, feid's, wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Heift und eilt, auch urgesehen, euren Brüdern beizufleben! 4. Hülfreich zu Bedränga ten eilen, ihner Eduß und Retter seyn, Summer lindern, Wunden heilen, wehlthun, trösten und erfreun ,, und dies thun ous edlem Triebe, das ist wahre Menschenliebe! 370 Pflichten gegen den Nächsten. seyn, wo Brüder weinen: Jahren, macht zum Himmel unser Mitleid tröfte sie, daß, ungeschickt. Herr, der auf wenn wir zu dir uns nahen, mich Swachen blickt, ach, wir auch Troft und Hülf' du mellest mich bewahren, daß empfahen! des Jähzerns Raserei nie des Herzens Meister ſei! Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. In eigener Melodie. 488.( a) ott, der du die Men, 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that will dem nach= sichtsvoll begegnen, der zum Streiten Neigung hat; für die Feinde will ich bäten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens, fäske du mich mit deiner Kraft dazu! 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt! Höchster gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn, wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals lleber. macht gewinnen: bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. schen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lau ter Gnade übest an dem fündtgen Geschlecht: laß mich dei nen Geist beleben, daß ich, Bater, als dein Kind, lieb: reich sei, wie bu, gefinnt! Herr, du wolft den Ginn mir geben, der bei Fehlern Nadsicht zeigt, und mit Ganfimuth spricht und schweigt. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, ihma erleichtern Teine Laft: und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zantsucht mir verhaßt! Denn das ist, o Gott, dein Wille; Fried' und Eintracht liebeft bu: o so hilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache, Sanftmuth übt! 3. O wie wird das Herz beschweret durch des Bornes Leidenschaft! 3wietracht, Zorn und Haß verzehret selbst des Stärksten Lebenskraft; türzt den Lauf von unsern gibt. Mel. Befiehl du deine Wege 488.( b) ach frommer Eintracht streben, mit allen in der Welt, ists möglich, friedlich leben, dies ist's, was Gott gefällt. Doch dem nur kann's gelingen, der seinen Näch. sten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung ver2. Nach Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 371 2. Nachgebend und gefäl- in em'gem Frieden des Lohns lig, des Haders größter der Liebe freun! Feind, zeigt er sich stets gefellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüder Fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühm. lich denkt. Versöhnlichkeit und Feindes liebe. Mel. Herzliebster Jesu 489. Herr, deine Sanft. much ist nicht zu ermessen. Wie viel host du vergeben und vergessen! Ach führe mir dech deine große Güte recht zu Gemüthe! 3. So eft sie 3wift erre gen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen und stiftet Einigkeit. Der Ueber: eilung Sünden entrüsten nie sein Herz; er läßt sie Nachsicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er ber Brü der so viel er Wig besigt; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Bern erbißt. Er freut sich ihrer Freuden, tregt und erbittert nicht, und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. 5. Se Fried' und Eintracht lieben, und nie durch Haß und Streit des Nächsten Tage trüben, ist flicht, die Bett gebeut. Sie, Herr, stets hoch zu schägen, ihr ganz mein Herz zu weihn, sie nimmer zu verlegen, soll meine Weisheit seyn! 6. Mich selbst zu überwin. den, gib Eifer, Much und Kraft; bann werd ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Won aller Roth geschieden, werd ich einst selig seyn, unt mich 2. Du fegneteft, die dir, Erlöser, fluchten; du heil. test selbst, die dich zu fangen fuchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Teben der Sanftmuth Proben. 3. Nd, glid ich dir,-o Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem 3ern entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Nache verwerflich mache. 4. Ich muß es wehmuths. voll, ach Herr, dir klagen: mein stolzes Herz kann noch se wenig tragen; wie fower weiß ich, wenn andere mich hoffen, mich recht zu fassen! 5. Vergib mir, Here, und wende mein Werderben! Bei Born und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und fener Tag vergilt noch frengem Rechie dem harten Knechte. 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd ich mich 21 a 2 Deta Pflichten gegen den nächsten. 372 versöhnlich finden lassen, nicht wieder haffen. 7. Flucht mir mein Feind; so gib, daß ich ihn segne, und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih' mir das um deiner Sanftmuth willen: so erb' ich auch, im Lande deiner Stillen, die Seligkeit, wozu fie ienes Leben einst wird erheben. Mel. Herzliebster Jesu 490. Herr, mein Ver föhner, der 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Ber gebung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du, vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglück. sel'ge Lust der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so leh. re mich ihr Unrecht über. sehen, und sollten sie mich noch so bitter kränken, an dich nur denken! du für mich litteft, und noch 8. Erwecke dann, o Herr, zur Rechten Gottes für mich in meinem Herzen aufs bittest, erweck' in mir, du neue das Gedächtniß jener Muster wahrer Liebe, der Schmerzen, die du in dei. Sanftmuth Triebe! nen schweren Leidensstunden für mich empfunden! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du fegneteft mit Wohlthun nicht blos Freunde; auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Undre brennen? Ich sollte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder felten? 4. Wie kann ich: Vater! ju dem Höchsten sagen, und Grell im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzei: ben, und Rache schreien? Borild handelt. 9. Laß mich mit Sanft: muth meinem Feind begeg. nen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen, Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen! 10 Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein gan= zes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu wider: stehen, auf dich dann sehen! 11. Du schüßest den, der redlich cor. dir wandelt, und überall nach deinem Drum laß Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 373 laß in Ullern mich schon hier ihm sprechen: wie tönnt er auf Erden dir ähnlich wer: länger schmåhn? den! 9. Im Haß ihn zu érműden, will ich ihm gern ver. zeihn, und als ein Chrift zum Frieden, zu Diensten willig seyn. 491.( a) nie Mel. Christus, der ist mein ie will ich wie der fluchen, wenn mir mein Hasser flucht; tie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. It will ihm fanft begegnen, nicht drohen, wenn er dreht, schilt er, so will ich fegnen: bies ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Ge rechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrim: ter Kuechte ertrug er mit Geduld. 4, Sollt' ich denn wieder felten, da er nicht wieder schalt? nicht se den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewiffen für meine Unschuld spricht. 6. Dies will ich treu be. wahren: so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich ver. fahren, indem ers böse meint. 3$ 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir er fann; auch die will ich be: ftreiten, die er nicht wissen fann. 10. Wann, mich zu un tertreten, ihn Güte mehr erhigt: so will ich für ihn beten, und Gott vertraun. Gott schüßt! 491.( b) Merb Mel. Auf, Christenmensch erbittre dir dein Leben nicht, o Chrift, durch eigne Rache! Bergeben ist des Menschen Pflicht; vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort ge. beut, liebt Feinde, fegnet und erfreut. 2. Wahr ift's, empfindlich ist der Schmerz, Unrecht und Kränkung leiden; und dennoch soll des Chriften Herz Zorn, Haß und Rachsucht meiden; soll nicht sein eig. ner Richter seyn; vergessen soll er und verzeih'n. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorgeschrieben. Empört dein Herz dawider sich: so sieh auf ihn, besiege dich! 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erbuldet, als er, das Sert, Plichten gegen den nächsten. 374 Herr, der Schmach und Fluch von andern nie ver schuldet? und dennoch fleht' er langmuthsvoll zum Vater für des Feindes Wohl. streben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! Ber dir müs sen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja vor deinem Angesichte werden sie 5. Ihm folgen, ist dein beschämt zu nichte, weil Ver gröster Ruhm! Beleidigern stellung, Trug und List, di verzeihen, gebietet dir das o Gott, ein Abscheu iſt. Christenthum. Din ihres 2. Undern zu Gefallen lü Falls nicht freuen; den, der gen, leeren Schwägern gleich dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wohlergeh'n. zu seyn, und durch Heuche lei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit 6. Im Borne denket nie: an allen Orten mich in Ber mand nach, was Gett ge ken und in Worten; redlich fallen sollte; die Rach' vers sei des Herzens Grund, red meh et noch die Schmach, die lich sprech auch stets dei man bestrafen wollte. Rein Mund! Schimpf wird ungescheh'n gemacht, wenn wilde Rachbegier erwacht. 7. Die Rachgier reist der Menschlichkeit Gefühl aus deinem Herzen, zerstört des Geistes Freudigkeit, und straft mit bittern Schmerzen; sie hindert Dant, Gebät, Vertrau'n, und raubt den Muth, auf Gott zu bau'n. 8. Durch Sanftmuth, übe nur die Pflicht! wirst du den Feino besiegen. O raube deiner Seele nicht dies göttliche Vergnügen; dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Bater und Bergelter seyn! Wahrhaftigkeit, Aufrich. tigkeit und Redlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen, 492. Laß mich, Höch ster, darnach 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind ver dir, o Gett ein Gräu'l, und ein unglück fel'ges Leben ist gewiß ih künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande fie beiRedlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund if der Falschheit Nänken feind ohne 4. mäht mich mein Berfchulden der Ver leumber Läftermund, Herr so laß mich's still erbulden einst wird doch die Wahrhei Fund. Darf ich ja nichtlän ger schweigen, meine Un schuld zu bezeugen, o so gib daß stets dabei Herz uni Mund voll Sanftmuth sei 5. Daß du, Herr, an je dem Orte 3euge meines Wandels bist; daß kein eing ges meiner Worte deinen Dhr verborgen ist: dies er wecke Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 375 wecke mein Gemüthe, daß 5. Las niemals mich ver. ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahrheits. freund, und bist aller Falsch. heit feind. sprechen, was ich nicht halten tann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie Leichtsinn mich ver leiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit aus. zubreiten, was Schmähsucht nur erdachs! 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse: wann ich für andrer Wohl, wann für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll! 493. Most dem, Mel. Befiel du deine Wege der richtig wan delt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzúngis ſpricht, nie Redlichkeit blos heuchelt, nie Treu' und Glau ben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen haffet, der, wie die Pflicht gebeut, fiets seine Reden faffet, und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit nie verleget, weil er an jedem Ort es sich vor Augen feßet: Gott merit auf jedes Wort! 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Ge fahr und List, für Wahr. heit hinzugeben, bereit und willig ist! Du, Gott, wirft ihn erhöhen, wenn einft in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir seyn; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Er mnre mein Gewissen: du haffest Heuchelei, damit ich stets beslissen der Treu' und Wahrheit sei! 7. Wann je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt; wann er mit bösen Lücken in Kümmerniß mich. bringt: so stärke meine See. le, daß sie nicht unterliegt, und Ulles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir fich hält, das soll mir Niemand rauben! So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung geben: ich werde als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Heczens sind. Mel. Allein Gott in der Höh 494. D blickt hinauf jur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüs der! Was unsre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wied.c. Die Tugend blü 376 * Pflichten gegen den nächsten. blühet ewig schön; drum mel, Brüder! Im Reiche laßt des Lebens Pfad uns der Volkommenheit begeg. gehn geleitet, von der Tu nen wir uns wieder. Der gend. Weg der Pflicht, der Wahrheit Bahn leit' uns zum schö, nen Ziel hinan, und fern sei Lüg' und Laster! 2. O, was sind Schäße, was ist Geld? Und wären's Millionen. Was sind die Reiche dieser Welt? Was aller Reiche Kronen? Wer Mel. Werde munter, mein gäbe für der Welt Gewinn 495. 5 wir find, wie wir erscheinen, des Herzens innern Frieden hin? Hinweg mit Trug und Lügen! 3. Uch! Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt' es Flügel; ein enger Garg, ein Todenkleid und ein be mooster Hügel ist hier des Menschen legtes Loos; für wahr! drum ift der Mensch zu groß, für Weltgewinn zu lügen. ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Höfter offenbar. Heilig, liebevoll und rein fell des Menschen Innres seyn, und du wägst an jedem Orte jedes Men. schen Herz und, Worte. 2. Herr, du gabeit uns die Sprache: was uns deine Huld verleiht, werde dir, der guten Gabe und dem Menschenwohl geweiht! Unfer Ja und unser Nein möge fest und redlich seyn! Wir sind deines Reiches Glieder, deine Kinder; wir sind Brüder. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freund' und Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen mir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht; hinweg mit Trug und Lügen! Mel. Schwing dich auf zu 5. Es winde sich der Treue 496. Reslichkeit! mit dir im Bund Band um jedes Reich der Er de; die Treue schüßze jedes auf der Erde wandeln; redLand, und wohn' an jedem lich fevn mit Herz und Mund, Heerde: o Menschen, Brü- nach Gewissen handeln; sonder brechet nicht, was Wort der Trug und Heucheley und Hand und Shwur ver: fpricht! Hinweg mit jeder Lüge! Recht und Wahrheit lieben, uno, entfernt von Menschenfbeu, Recht und Wahrheit üben: 6. Hinauf hinauf que Ewigkeit, o blickt gen Him. 2. Dieser schönen Tugend. pflicht Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 377 pflicht sei mein Herz ergeben! 7. Ich will redlich seyn Redlich bis mein Auge bricht, bis ich hier vollendet habe! redlich will ich leben; redlich, Gute Menschen fegnen mich wenn die Welt mich sieht, dann noch einst im Grabe. redlich ohne Zeugen. Kann, In ihr Herz geschrieben, was auch dem Tag entflieht, bleibt meine Tugend immer; Gott die Nacht verschweigen? und wann auch mein Leib 3. Finsterniß ist ihm, wie zerstäubt, stirbt mein Name Licht; Mitternacht, wie Mor. nimmer. gen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott vers borgen. Was ich denk' und thu', erspäht er im hellsten Mel. Gott Vater, an Erbarmen dir, Gutes Beispiel. Lichte; und kein Lügengeist 497. Von meine Freuden der entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höch: ster Ruhm unter meinen Brüdern, und mein liebstes Ei genthum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eitlen Schäz, en ringt, ringt nach Sorg' und Plage; aber Redlichkeit nur bringt Muth und frohe Tage. schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nüglich in der Welt zu seyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist keiner wahren Freude werth. 5. 3war sucht mancher Bösewicht Redliche zu drükten, weil ihr Freimuth straft, und nicht schweigt zu feinen Tücken. Aber dieses rückt fie nie aus der Wahrheit Wegen; ihnen wird, das wis sen sie, dennoch Gottes Se: gen. 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Her. jen, Redlichkeit in Wort und That, und ein rein Ge: wiffen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie vermis. ren! 36 2. Es war, o Bater, dei ne hand, die mit den Men. fchen mich verband. sollte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzus ziehn; und leuchtet ihnen stets mein Licht: so fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Bie groß ist jedes Beispiels Macht! O würd' es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich ber es wirkt und täglich mehe und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der forge los bleibt und tühn des La fters Wertetreibt; den nicht der Blick der Unschuld schreckt, und aus des Lasters Taumel weat; 378 Pflichten gegen den nächsten. weckt; der selbst die Schwa glücklich werden, ist Aller chen gern berückt und listig Ruf, ist aller Loos. Darum in fein Neg verstrickt! ist dieser hier auf Erden gering und arm, der reich und groß, der hat mehr Kraft, der mehr Berstand und jener braucht, was der erfand. 5. ie troftlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laat ihm flucht, ihm seine. Qual zu 4. Wer hat mich Undern mehran fucht, vor dir, o vorgezogen? Wer wieder an. Richter, ihn verklagt, und dre Menschen mir? Du, dann sein frecher Geist ver- Gott, durch freie Huld bejagt! 6. Fern fei so schwere Schuld von mir! Ja, Bater, ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Tugend nur und Frömmig keit! Gib selbs, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! mogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin alles, was ich bin, durch dich. 5. Ind ich, ich fellte nicht bescheiden und fern von al lem Stolze seyn; ich ben, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich feines Glücks nicht freun? är ich wohl, hätt' ich mehr als er, auch besser dann und seliger? Bescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben 498. on dir in diese Welt gerufen, stehn, Bater, alle Menschen hier auf niedern und auf hö. hern Stufen, und, was sie haben; kommt von dir; du machet arm, du machest reich: doch vor dir sind wir alle gleich. 6. Nein, gerne will ich Undre ehren; wie arm, wie niedrig sie auch sey'n. Sie können meiner nicht entbehren; ich kann mich ohne sie nicht freu'n. Nähm keiner meines Glücks sich an: wie arm, wie hülfles wär' ich dann! 2. Nit jeder hat, was Andre haben; und das ist Güte: denn du gibst dem diese, ienem andre Gaben, weil du, als Vater, alle liebst; es sollen alle glücklich seyn und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und sägzet, der verehret der Niedern und der Hohen Herrn! Wohl ihn! Denn mit 3ufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 8. Sie schmückt das Ulter, gibt Glückseligkeit wahrer Christen. 379 gibt der Jugend Reiz, Lie. mer gern entbehrt. Sie sei, benswürdigkeit und Werth; o Gott, mein Eigenthum, gibt Würd' und Heheit jeder vor dir und vor der Welt mein Tugend, die eitlen Schim Ruhm! Glückseligkeit wahrer Christen. 4. Ihr seid dahin. Des euch, Christen Größe geht auf, bes unsel'ge Spót. siegt die kurze Nacht, am ter! Ihr zittert, wo der Tage, da Gott eure Blöße Fremme glaubt: mein Herz zum Abschen aller Augen hat einen Gott zum Retter, macht. Der Tag macht Köund eine Hoffnung, die nichts nige den Knechten und Bettraubt. Ich sehe meinen Heis- ler den Monarchen gleich; land leben; ich weiß, daß ich der Tag gibt Udel dem Genicht sterben tann; weiß, mit rechten, und macht des Chriverklärtem Leib umgeben, sten Seele reich. fchau ich ihn einst im Him. mel an. 5. Ein Blick in meine 3uEunft treibet Verdruß und 2. Was seid ihr stolze Angst aus meiner Brust; ein Weltbezwinger, wenn euch Herz, das nicht auf Erden die größte Hoffnung fehlt? bleibet, ist sich des Himmels Dem Höchsten seid ihr viel stets bewußt. Kein Unglück geringer, als euch der Skla kann mich niederschlagen; ve, den ihr quält. Wie kurze ich weiß, mein Glück entZeit, mit wie viel Gorgen geht mir nie: ich darf vor genießt ihr eurer Ehrsucht Feinden nicht verzagen; ich Raub! mein Tod entwaff: Man Man rühmt euch weiß, heute, hast euch morgen; net sie. ihr waret Götter, und seid Staub. Mel. Wie groß ist des 499. Entfernt 6. Du lebte Stunde meines Lebens, die du den Chri3. Mas find, Weltmenschen, ßen heilig bist, ich warte eure Freuden? Die Bollust, nicht auf dich vergebens; die euch trunken macht? Ein Chrift folle euer Glück benei den? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhittem Blute des fer nen Tages Wolluft aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. ich thu, was deiner würdig ift. Du lehrst mein Leben mich genießen; bu bist mein Lohn. aus Gottes Hand. Wie fanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. Mel. 380 Glückseligkeit wahrer Christen. frecher Sunder? Ein ruhig Herz, dies größte Gut. Mel. In allen meinen Thaten 500. in rubiges Ge 7. 3u dir, gen Himmel wiffen laß, schauen, o Gett, und mit Herr, mich stets genießen; Bertrauen sich rühmen: ich denn hab' ich dieses nur, fo ist für mich in Tagen, wann andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. bin dein; gezählt zu den Er. lösten, darf ich mich deiner trösten, welch' Glück, mein Gott, kann größer seyn! 2. Benn meine Günde schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin, wenn mich dein Troft erquidket, fo oft mich Trüb. sal drücket: wie unschäßbar ist mein Gervinn! 8. Last du mich im Gewis. fen einst diesen Trost genie: sien, wann alles von mir weicht; wann ich den Lauf vollendet, und sich mein Le: ben enbet: so wird mir selbst das Sterben leicht. 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne ge ben, und dann die inn're Pein, mich selber zu. verkla: gen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit seyn. 4. Sein eignes Herz be tämpfen, und feine Neigung dampfen, ist freilich schwere Pflicht: doch wenn wir uns besiegen, weldy feliges Ver gnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache felbit mich treu! Zum Fleiß in guten Werken las mich die Hoffnung stär. ten, daß nichts verdammlich an mir sei! Mel. Schon ist der Tag von 501. welch ein un schäßbares Gut ift, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wann andre jagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede 6. Die Güter zu verach- wohnt in seiner Brust; und ten, wornach die Theren wer ist, der ihm schade? Auf schmachten, was gibt uns dich sieht er in aller Noth, wo dazu Muth? as tröstet mit die Zukunft ihn bedreht. Coties Kinder bam Spette Ihn tröftet deine Bersicht. 3. 5. Nichts kann im Bobt ergehen so unser Glück erhö hen, als ein geruhig Herz; das faffet inn're Freuden, felbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. Glückseligkeit wahrer Christen. 381 3. Trift ihn auch hier zu mer dich durch Jesum weilen noch das Gift der Lä. Christ, Ullwissender, zum sterungen, wird seines Her. Krople. zens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Genug, er weiß davon sich rein, und und flicht auch sorgsam bösen Schein. Gett wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Bufriedenheit der künft'gen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fremme siegen. 2. O mas achten weife Christen jenen Reiz von nie5. So hilf denn, daß ich, dern Lusten, jenen Glanz mir zum Heil, ein unverlegt der eitien Freuden, und des Gewissen, des Lebens aller. Lebens kurze Leiden, wenn besten Theil, zu haben sei sie schon im Geist am Throbeflissen. Mit dir, Mit dir, Gott, ne deiner treuen Streiter ausgeföhnt zu feyn; dein Krone und den hohen Lohn heilig Recht nicht zu ent erblicken, der sie dort einst weih'n: das sei mein größ- wird entzücken? ter Eifer! 3. Magdech Trübsal mich umfúrmen; deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfate: ewig währt der Lehn der Mit des Dankes Gnade. stillen Zähren will ich deinen Rath vershren, unter keiner Bürde sinken, und den Kelch in Ruhe trinten. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf sei: ne Warnung höre. Erin nert's mich an meine Schuld, so laß mich, Bater, deine Huld, voll Reu' und Glaus ben, suchen! Mel. Schmücke dich o liebe 502.* 502. Vom Geräusch der Welt ge. schieden, schmeck ich des Erlosers Frieden und die Freude, schon auf Erden, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Cün. den feh ich unter mir verschwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 7. Mit deiner Gnade trö: ste mich, und stärke meine Seele, daß fie ver ünden hüte sich, und nie aus Ber: faß fehle. Denn wer nur reines Herzens ist, hat im 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, tausends faces Leid gelicten, und den schwersten Kampf gefiritten. Gib, mann ich erwartet bebe, 582 Glückseligkeit wahrer Christen. daß mich deine Kraft belebe! in der Finsterniß mein Licht. Hilf mir machen, tämpfen, Sie macht getroft, wann ei fiegen! Friede lohnet nach ne Welt erzittert und in den Striegen. Trümmern fält. 6. Der bangen Todes. furcht entwöhnet, eit ich der lesten Stunde zu: dem LeiGewissen ha- be, der na Raft sich sehbe, so hab ich große Selig- net, zeigt sich im Grabe sanf Feit: es ist des Himmels be- te Rub', indem mein Geist, fte Gabe, das höchte Glück der Gott gelebt, zu seinem in dieser Zeit: in Freud' und Ursprung sich erhebt. Leiden gibt es hier die wahre Ruh der Seele mir. Mel. Wer nur den lieben 503. Menn enn ich ein gut 2. Jo bebe nicht, wann Sünder beben, daß Gott 7. Und droht mir ja noch ein'ge Günde, mein Heiland gibt mir Troft und Muth; ich weiß, daß ich gerecht und heilig ist. Mein stets Ruhe finde in der VerHeri gibt Beugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift; des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wanbein lehrt. föhnung durch sein Blut: er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. O Seele! darum sei bes flissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubensa zuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was könnt' ich ohne dich! 3. Getrest wag is, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Bater anjubäten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Gegen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden; sie sind ein Berber Augenblick; doch des- Erlösten nach dieses Lebens Gewissens innre sind süßer, als der Erde Glück: und was kann höhern Troft verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn! Freuden kurzem Kampfe tröften? Wen schmückt im Himmel einst ver deinem Throne des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird; wer, 5. Die Freudigkeit in mei- abgewandt vom Bösen, sich nem Herzen verbreitet sich von der Sünde Herrschaft auf mein Gesicht: sie ist mein laßt erlösen; wer an den Labsal in den Schmerzen, und Sohn glaubt, seinen Herrn ihn Mel. Herzliebster Jesu 504. Men wird, o Gett, die Wonne der Glückseligkeit wahrer Christen. 383 ihn nennet, ihn frei bekennet; Gett, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Be3. Wer deine Wahrheit schwerden, wenn unser Herz unter Adams Kinder ver sich dir ergibt, und freu in breitet, sie erleuchtet, und Jesu Dienst sich übt! Wie die Sünder durch Thaten groß wird sie einst werden, reizt, mit einem bessern Le- wann sich herrlich jenes Leben dich zu erheben; ben wird anheben, wo man Freuden ärntet von der Saat der Leiden! 4. Ber, was er glaubt, gewissenhaft auch übet, die Menschen all' als seine Brü 2. O wie erhaben ist das der Hebet, nicht lästeit, sie Recht, das du uns schenkest, nicht kränkt, nicht feelz sich dein Geschlecht und Bundesblähet, und keinen schmähet; volk zu heißen! Bei dir ist 5. Wer Sünden haffet, unser Waterland; und wer und doch mit den Sündern will deiner starken haud, Mitleiden fühlet, und an deinen Kindern die Gottes furcht und ihre Geben ehret; hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Urmen speift, die Nackten kleidet, froh, ohne Wucher auch mit mil den Gaben, genügt zu haben; 7. Wer, züchtig in Ge. danken, keusch auch lebet; sein erkauftes wer seines Werthes sich nie und Schaufe seiner Weide. überhebet: im Glücke mäßig, Gutes Muthes sind auf Fra gütig und bescheiden, getroft den, in Beschwerden, unfre Seelen, Herr, was kann bei dir und fehlen? 3. Du deckest unfre cuis den zu, gibst unsern Seelen wahre Ruh', und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir Eigenthum, im Leiden. 8. Den, den wird, Gott, die Wonne der Erlösten wach dieses Lebens turgem Kampfe trösten; den schmückt im Him mel einst vor deinem Ehrone des Mittlers Krone. Mel. Mein ganzer Geift 505. Sie groß ist unsre Beligkeit, o mächt'ger, uns entreißen? enn wir gleich hier müs sen streiten, und zu Zeiten schwach und finden, hilft du uns dech überwinden. 4. Es bleibet zwar der ho he Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Belt in Majestät Gericht einst hält, bann wird er sichtbar wers den. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, ols 584 Glückseligkeit wahrer Christen. als die Seinen, ewig uns erquickt, und Ruh' ins Herz mit ihm vereinen. mir sendet; Gott, wenn dein Friede mich beglückt, und keine Reu' mich frånket: wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn' und fühl' ich dann schon hier des Himmels hehe Freuden! 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ew'gen Lehen! O Gett, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, fie treu zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! 5. Wie glücklich, Gett, sind wir alsdann! Bie viel hast du an uns gethan! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit; so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir gärzlich zu ergeben! Mel. Schon ist der Tag von 506. ie heiter fließt mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenluft entsage, ven jeder bösen Neigung frei, 507. Lieblich sind und deiner heil'gen Verrechtschaffen schrift treu, dent' und bandle! 2. Canft führt dann dei: ne Batertreu' mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Mergen wird fie neu zu reicher'm Heil- und Segen. Du, dessen Ulmacht mich bejdrgt, gewährst mir Ulles, was mir nuet, lenkst Böses felbf zum Guten. 3. Dich kennt, dich liebt, dir travt mein Herz; wie fönnt' ich je verjagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Last mit tragen. Berlaffen fannst du, Gett, mich nicht, steis warst du meine Suversict: du wirs es enig bleiben. 4. Wenn deine Enademic) Mel. Eins ist Noth, ach der Tugend Pfade; Heil des Himmals ist ihr Ziel. Hier empfind' ich Gottes Gnade und der ho: hen Freuden riel. Was hilft es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergänglich ist jeEs Vergnügen ter Sinne. Nur Freuden der Tugendentfliehen mir nicht; sie bleiben, wenn Alles auch wanket und bright. 2. Die Natur freut luft und Wenne jedem in den Pilgeriouf; aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strah: let ten Eternen ein höhres Entzücken; ihm pflegen die Auen sich faörer zu fd mü cken. Die irdisden Gaben sind Labsal ihm nur; drum beut Glückseligkeit wahrer Christen. 386 beut sie ihm süßer die helde Geschlecht zu deiner EwigNatur. keit ein Recht durch deinen 3. Furchtlos und mit sich Tod erworben. Zum Stau. im Frieden geht er seine be kehr' zurück der Staub; hehe Bahn. Keine Laft kann mein Geift wird nicht des ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Bahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebens getümmel; fein Sinn und fein Bandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Eolen, und Ruh' ström ihm von dem Throne des Ewigen zu. Todes Raub, du bist für mich gefto ben. Mir, der ich dein Erlöfter bin, ist dies ses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist rus hig und vergißt die Schmer. zen dieses Lebens. Ich dul. de, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes vell: ich leide nicht vergebens. Gett selber mißt mein Theil mir zu; hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Rub'. 4.0 wer wollte diese Freuden diese Seligkeit ver: schmähn? Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gebn? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten; bold laben ihn wieder fanft tüh: dieser Zeit, mie, der ich je lende Schatten. Drum mu ner Herrlichkeit mit Rub' tig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o folget dem Herrn! 4. Was feid ihr Leiden entgegen sbaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmels. freuden schmeckt mein Herz. Mel. Der unsre Menschheit 508. Mein Blaub' ift 5. Bin ich gleich schwach, meines Lebens so trag' ich doch nicht mehr Ruh' und führt mich deinem der Sünde schimpflice Joch Himmel zu, o du, an den in meinem Lauf auf Erden. ich glaube! Uch gib mir, Herr Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblich. Feit nichts meiner Seele rau be! Tief präg' es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Chrift zu seyn! 2. Du hast dem sterblichen Die Tugend ist mir süße Pflicht; und wenn ich gleich hienieden nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Troft: Gett hat Geduld und ftaft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für 335 mich 386 Glückseligkeit wahrer Christen mich bezwangst, du hast mich, lenrub?, und find't sie nicht; Mutler, aus der Ungst, die ich verdient, gerissen! Dir, dir verdant ich meine Ruh', du heilest meine uuden ju; du stillest mein Gew ffen; und fall' ich noch in meinem Lauf: so richtest du mich wieder auf wünscht den Besig von Got tes Gnade, allein er wan. delt ohne Licht; greift nach! dem Halm, der ihn verläßt; er fast, sein Glaube steht nicht feſt. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Chrift, und seine Gnad' und Bahrheit ist an mir auch nicht vergebens. freu'n. Sein Glaube hebet Ich wachs' in meiner Heili, über Zeit und Gräber seine gung; ich spüre täglich Bes: Seligkeit. ferung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geiftes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 4. Betracht' ihn im Besis der Güter, der Ehr und Hoheit dieser Welt: das Christenthum ist sein Behd. 8. Dank sei dir, Jesu, ter, daß er durch sie nicht Dank und Ruhm! Mich lehrt wankt und fällt; tein irdisch dein Evangelium fest glau Gut ist ihm ein Reiz zur ben, hoffen, lieben! Es Beauft, Ueppigkeit und macht mich ruhig; es er: freut und führet mich zur Seligkeit, drum will ich's willig üben. Hier rühm' ich meines Glaubens mich; für ihn preif' ich dort ewig dich! 3. Willst du das Glück des Christen kennen, so fammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Gegnungen dir nennen, die ihn hienieden schon er. Geiz. 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, deckt er die Blöse nackter Urmen, theilt mit dem Hungrigen sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wehlthun uns erfreut. gleich, der 6 Wirf einen Blick auf auf der Reise das festgefeßte ihn, wann Leiden und TrübZiel verfehlt, durch Wüsten sal ihn zu Boden drückt. irrt, un fit im Kreise von Mein Bater, spricht er, hat Furcht nnd Heffrung for. durch Freuden in guten Tagen mich erquickt. Ich kenn' in Leiden Gottes Huld, und trag' die Prüfung mit Ge duld. gend quait, lebt auch der Christ. deß Leitstern nicht ist Jesu Lehre helles Licht. 2. Er 7. Sieh ihn im Kreise der Mel. Ber nur den lieben 50g. Dem Wand'rer irrt umher auf düster'm Pfade, sucht See Glückseligkeit wahrer Christen 387 Geschäfte; wie würdig scheint wann nun das Ende dem der Christ dir nicht! Ge Wirkungskreise ihn entreißt. wissenhaft braucht er die Mein Gott, spricht er, in Kräfte zur Uebung seiner deine Hände befehl' ich ster. heil'gen Pflicht. Sein Fleiß, bend meinen Geift. Du bist dem Menschenwohl geweiht, mein Trost, auch in der erfüllet ihn mit Geligkeit. Nacht des Todes. Herr, es 8. Schau auf ihn hin, ist vollbracht! Dritte Abtheilung. 565 20 Lieder über die Pflichten des Christen in besondern Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besondern gesellschaftlichen Verbindungen. Hausliche Gesellschaft. Mel. Wer nur den lieben P 510. Mehl dein, dem, der in dem Ehe bunde in treuer Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird des Lebens schnelle Stunde mit hoher Geligkeit durch: webt; er blickt mit heiterm frohen Sinn auf Pfad und Ziel der Ballfahrt hin. 2. Wohl dem, dem from mer Kinder Segen den Che: bund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Lugend hegen; in ihren Blicken Un. schuld lacht; wenn sie der Uel. tern Beispiel rührt und auf den Weg jum Heile führt! 3. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn jeder treu und unverdressen das, was er soll, zu leisten strebt, wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Sig des Gegens weiht!) 4. Wohl uns, wenn auch bei unsern Freuden, sich freut der Nachbar und der Freund: wenn er, an unserm Schmerz und Leiden theilnehmend, tröstend, mit uns weint; die Bruderhand uns willig 362 reichs 388 Gesinnung und Verhalten des Christen reicht und Hülf' und Bei stand gern erzeigt! 5. Ja benen, die dich kindlich ehren, o Vater, stromt dein Gegen zu. Sie wandeln folgfam deinen Lehren, und trau'n auf dich und finden Rub'; sie finden Freude, deren Werth und Dauer teine Zeit zerstört. 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt; oft muß die Tod und Tren nung scheiden, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams, bes Unfalls Buth, oft Krankheit ihren heitern Muth; 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Bater, eingefbenkt: du wirst, du kannst sie nicht verlassen, ou, Gott, der seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaude standhaft ringt, durch Leiden sie zur Bonne bringt. Der Ehestand. Mel. Wer nur den lieben. 512. Men bir, Gott, 8. Drum mag des Todes sind der Ehe 2irm uns trennen: wir wer Freuden, du, der du Mani den einst uns wiederseh'n,' und Weib erschufft, und sie vor Gottes Thron die linsern im Glück so wie im Leiden kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Trennung und ncht Tod den Neuvereinten ferner droht. zu großer Pflichten Ulebung ruffl! Uns diejen Pflichten ganz zu weih'n, laß unsers Bundes Entzweck seyn. 2. Erhalt und stets auf Mel In allen meinen Shaten deinen Wegen: nimm gnä: 511. felig, wer zu dig unfers Thurs dich en! frieden mit Laß Wohlstand uns und je dem, was Gett befchieden, den Gegen mit Dank aus den Weg durch's Leben geht; deiner Hand empfah'n and före von Herzen ihm vertraut, und fest auf das nur bauet, was mit der Frömmigkeit besteht! 2. O felig, wenn die Her zen, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig daurenden Gewinn! 3. Es wohnet schon hie. nieden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häuslich: keit. Der Liebe reiner Seelen kann keine Freude fehlen, kein Segen der Zufriedenheit. 4. Sie mildert Sorg' und Leiden, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im fest vereinten Streben, durch's Eurze Pilgerleben, zum Ziel im bessern Baterland. in besondern Verbindungen. 389 uns, Herr zum Glück und dir zum Preis! fördre unsrer Hände Fleiß, sein Herz ihm abgewann, die Gett ihm außersehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich beizustehen! Heil euch Heil euch, gute Gatten! In dem Schatten ferner Güte jaudit mit freudigem Gemüthe! 3. Berleih' uns deines Geistes Triebe; erfülle unser ganzes erz mit reiner fester, treuer Liebe im Glück und Unglück, Freud' und Schmerz; mit Liebe die in Frömmigkeit durch Blick und Bert und hat erfreur! 4. Kein Theil verbitt're feine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den Einen Last und Plage: so mild're fie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, shaff auch dem Undern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, fanftmüthig nachfeh'n und verzeih'n, und ftets, mit dir geweihten Geelen, im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit uns rer Tugend unser Glück. 3. So strecket weit sich um ein Haus ein rebenreicher Weinsteck aus; so blühn auch Eh'genoffen. Ringsum um. ringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingsfpreffen. Gorgt nice! Gorge nicht! Wie viel Beter zählt ihr, Bäter, zählt thr, Mütter! Gorg' und Müh' ist hier nicht berter. 4. Gott, die du hier ver bunden haft, erle chire ihres Lebens Last; gib, baß ein Gegen fehle! Lap nie ste ub: ren Bund entweih'n; laß treu sie, züchtig, fried sam seyn, Ein Herz und Eine Seele! Lenke, lente, Geist der Liebe, ihre Triche weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! 5. O leite fie von lleppig. teit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden ach: ter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von drückenden Beschwerden sei, und beiter, wie die Jugend! Segne, fegne, o du Bater und Be rather frommer Chen, alle fie, die auf dich fehen! SOM: 1. Mel. Mein ganzer Geist 513. Der er Eheftand.soll heilig seyn! Du, Schöpfer, segtest felbst ihn ein, der Welt jum Glück und Gegen. Noch immer flreft in diesem Stand au: deiner milden Vaterhand. den From men Heil entgegen. Vater! Bater! dich erhöhen, die in Ehen dein sich freuen durch dich blühen und gedeihen. 2. Wiz glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die 390 Gefinnung und Verhalten des Christen Bei Trauungen. Mel. Vom Himmel kam ( 538 im alten Gesangbuch.) 514. Gott Schöpfer Trubsal schickt, laß sie darin nicht unerquickt; gib heit're Tage nach dem Leid, und segn' es für die Ewigkeit! Stifter heil'. 6. Und trennet einst auch Ser Eh', schau auf dies fie der Tod, so sei ihr Troft: Paar aus deiner Höh', das daß unser Gott, die tugendvor dir steht, den festen haft sich hier geliebt, einanBund hier vor dir schließt der ewig wieder givt! mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau' auf 515. fie herab, daß sie zusammen bis in's Crab verträglich, freundlich, gleichgesinnt, vor Ullem gottesfürd, tig sind! 3. Laß sie einander innig. lich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu' auch im Herzen rein, und keusch in Wort und Werken feyn! 4. 3usammen laß sie dir vertzau'n; zusammen ihre Seel' erbau'n; zusammen deinen Ruhm erhöh'n und beinen Segen sich erfleh'n! 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das las' fie thun mit Freudigkeit; und so geling' ihr frommer Fleiß zu ihrem Wehl und deinem Preis! 2 du, der du fo gern. beglückst, so liebreich zu uns niederblickft auf allen unsern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freu'n; gib auch zu ihrem Thun gedeih'n, und ihr Beruf sei Segen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. Mel. Mein Gott, das Herz hin! Der Gott der Ei. nigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch feines Segens werth! 516. Geht hin! 2. Ihm heiliget Beruf 8. Wenn dein Rath ihnen und Stand! Ihm heiligt euer 6. Empfinden und erfah ren sie des Erdenlebens Laft und Müh', so trage jeder gern fein Theil zu seines Gats ten Trost und Heil! Mel. Mein ganzer Geift, on pir, du Gott der Einigkeit, ward einst der Ehe Bund ges weiht; o weih' auch sie zum Gegen, die hier vor deinem. Angesicht entschlossen steh'n, den Schwur der Pflicht ver. einigt abzulegen! Laß sie, Vater, die ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Chriften üben! 7. Willst durch Kinder fie erfreun, so gib zu ihrer Bucht Gedeih'n, daß an den Pfändern ihrer Eh' ihr Herz me Gram und Jammer seh'! in besondern Verbindungen. 39¹ euer Herz, und folgt der Lei. Menschlichkeit, Väter, Müttung seiner Hand durch Freu. den und durch Schmerz! 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf. ter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit, mit vereinter Sorgfalt machen, unf' re Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr' und Beispiel zieh'n, selber Sünd' und La. fter flich'n! Welternpflicht. el. Alle Menschen müssen weis 517. Meniden und gut erzie: hen, die zum Leben Gott er schuf: welch' ein wichtiges Bemühen, welch ein seliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt jum Segen, ihres eig nen Helles wegen, Rinder 6. Dort vor deinem Un. weif und gut erzieh'n: welch' ein wichtiges Bemüh'n! 5. Pflang' in aller Kinder Herzen weisen, frommen Zugen finn, daß sie nicht ihr Wehl verscherzen; laß fie Trägheit, Eigenfinn, Herger. niß und Leichtsinn fliehen, und um Unschuld sich bemüs hen! Führe sie auf einer Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten fann! 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne Zucht heran, ohn Erkennt niß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn wür. dig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott anbe ten? seinem Nächsten nüßlich fenn deiner Liebe sich erfreu'n? gesichte, werden die Erzie her steh'n; selig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir seh'n, und dann sagen kön nen: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für sie: Gott, vergilt nun ibre Müh'! 7. Menschen weif und gut erziehen, die dein Wert zum Leben schuf: welch ein wichtiges Bemühen! welch' ein feliger Beruf! Lap', o Heil'ger, deinen Billen alle Helterr treu erfüllen; lohne hier schon ihre Müh', lohn', Vergelter ,, ewig lie! 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig an: vertraut, sorge, daß sie weife werden, daß er ihre Wohl fahrt baut; lehre früh fie Tugend lieben, und das Gu te willig üben! Diese Pflicht ist ernst und groß; nichts, ihr Ueltern, spricht euch los. 4. Menschenschöpfer! Tu schäfte für Welters: Kinder. gendmehrer! Las' zu fördern zu erzieh'n! Gib Segen SBeis Mel. Wer nur den lieben 518. Here! welch ein 392 Gesinnung und Verhalten des Christen Weisheit, Luft und Kräfte Pflicht: schont weise Zucht zu jedem redlichen Bemüh'n, des Lieblings nicht. wedurch man unter weiser Bucht der Kinder Herz zu bilden fucht! wenn 2. Du rufft die Menschen in das Leben, und willst sie sollen glücklich seyn; haft ih nen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Undrer Dienst zu weih'n. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Orbaung an. 7. O weltb' ein wonnereicher Segen für Weltern, Kin der und die Welt, fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Luft strömt den Ueltern; Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. 3. Wohl Neltern, welche deinen Willen hierin mit Reblichkeit vollzieh'n, und diese Absicht zu erfüllen, sich nad Bermögen treu bemühn! ohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie bau'n das Wehlfeyn ihrer Jugend zu deines gro: Ben Namens Preis; sié leh. ren Weisheit sie und Tugend durch eignen und durch And rer Fleiß; und um Gedeih'n fleht ihr Gebet zu dir, in des fen Hand es steht. 8. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o weld' ein feliger Gewinn, wenn junge Bürger wohl gerathen, erzo. gen, Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Behlstand, Fried' und Ruh' nimmt dann durch sie auf Erden zu. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden bringt nicht vers fäumte Kinderzucht! Sie häuft den leltern selbst Be schwerpen, die oft hernach ihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Laffigkeit vermehren selbst noch dort ihr Leid. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und fich mit ihren fromm zu freu'n, ist guter Väter, Mütter Luft, flößt Tugend in der Kinder Brust. 6. Mit weifer Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit Mel. Wo Gott zum Haus in the Bemüth die edlern 519. Groß ist, ihr Neltern, eure Triebe früh zu fenten, it ihre Sergfutt, stets bemükt. Dech, Pflicht! Verwarloft eure widerstrebt das Kind der Kinder nicht! Gewöhnet sie bon 10. O Gott, lehr' Ueltern dies erwägen; erweck und stärke ihr Bemüh'n, daß, unter deinem melden Segen, sie ihre Kinder wohl erzieh'n! O laß sie einst so glücklich seyn, mit ihnen sich noch dort zu freu'n! in besondern Verbindungen. 393 von früher Zeit mit Gott zu schadenfrohen Beift als Munfrommer Thatigkeit. terkeit; ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 2. Wobl euch, wenn keines je bergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu' vor ihm die beste Klugheit sei! 10. Lehrt friedlich sie und g'nügsam seyn, en behren und sich dennoch freu'n; tilgt Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Luft! 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott ten nen, seine Huld und Mact! Lehrt sie auf seine Werke seh'n, und, was sie lernen, auch versteh'n! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst und Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen sei! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ih. rer Unschuld schaden tann, und führt sie selbst zur Tu gend an! 5. Erstickt durch gute Lehr' und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Gottes Bild, ge: recht und liebevoll und mild! 12. So nehmt euch ihrer Seelen an: Gott richtet einst und fodert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun follt, thut, ven eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägt's und fürchtet fein Gericht, um auch vor 6. Zerstört des Lehrers Un seinem Ungefist euch ewig terricht zu Haus durch böses ihrer zu erfreu'n; denn sie Beispiel nicht; schügt vor find sein Geschenk und sein. der Strafe seiner Hand nie ihren Troß mit Unverstand! Mel. Vom Himmel kam der wir uns 7. Wißt, daß sie recht und 520. Die Kinder, deren irre geh'n, so wie sie euren Wandel sehn! Sie sind durch Beispiel leicht regiert; weh', weh euch, wenn ihr sie verführt! 8. Jhr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt vor ihren Ohren euch der llebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9. Muthwillen nennt nie Wis; nie preift des Knaben freu'n, sind alle, Gott und Bater, bein; sind deine beste Gab', o Herr: bewahre sie, Barmherziger! 2. Wenn treuer Weltern Liebe sucht sie aufzuziehen in der Zucht; so steh, damit sie glücklich sei, Weisheit ihnen bei! mit deiner 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb', und Luft 394 Gefinnung und Verhalten des Christen Luft zu dir: und laß' sie mei fahren, warten ihrer in der den, ohne Zwang, Tros; Welt: Wer vermag sie zu Eigenfinn und Müßiggang! bewahren, wenn nicht deine 4. Gesegnet sei ihr Unter. richt! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht er Fennen; laß sie nie gefäbe lich irren, leite fie! Hand sie hält? Unbezwing. lich laß fie fepn allen Lüften; fromm und rein nur nach deinem Beifall tracten, auf des Lasters Reiz nicht achten! 5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor er gerniß, und naht Bersuchung ihnen sich: so stärke du sie väterlich! 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich be fleißen jederzeit der Tugend, Bucht und Frömmigkeit; 4. Gib auf ihrer Lebens. 7. Daß wir in ihnen Chri-' reise, wie es längst dein ften seh'n, die freudig deine Rath bedacht, ihnen das Wege geh'n; und Bürger nur, was sie weise und des einst, voll Lust und Muth, Himmels würdig macht! zu thun, was edel ist und Wahen sie von dir zurück: gut! ihr verlornes Seelenglück wär' mit allen Erdenschäßen nimmer ihnen zu ersehen. 5. Doch die Bitte, die ich mage, finde gnädiges Gehör! Laß nicht ihre Lebenstage, guter Gott, ganz freu denleer. Werden sie geprüft durch dich: o so sei es väterlich, und dann laß es ihren Geelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 6. Keins von meinen Kin dern werde durch das Laster elend, Gett; kein's dem nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Nüßlich laß der Welt sie seyn; keine Müh und Urbeit scheu'n; 8. Erhöre; Höchster, dies Gebät; verleth', was wir von dir erfleht! Dann dan. ten einst, Ulvater, wir mit allen unsern Kindern dir! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden fie ver. schonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihrer Tugend hier schon lohnst, jeden th. rec Wünsche stillst, jede Hoff. nung gleich erfüllst; nicht um Schätze, die vergehen, darf und will ich für sie flehen. Mel. Freu dich sehr, o meine 521. Maine Kinder, Gett, befehle ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Uch verlaß, verlaß' sie nie, segne und behüte sie, daß fie, dir zum Wohlgefallen,, früh schon deine Bege wallen! 2. Aber ap! wie viel Ge in besondern Verbindungen. heu'n; ftill sich ihres Flei es nähren, und durch ihn em Mangel wehren! 7. Jener Siegstag der Berechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir u deiner Rechten ihrer kei nes fehlen mag! Dann froh ock' ich: Bater, sieh, hier bin ich; hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen! 395 schnell bereu'n; ohne Klügeln ihnen trau'n, und auf ihre: Winke schau'n; 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verlor en sei; daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Lafter trogend, geht, bis ihr einst am 3. ele steht; 6. Eure Kraft den Weltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Tr.oft und Sulf erfreun bei des Ulters Ungemach: dies ist Kindesbank und Pflicht. Kin. der, dies vergeffet nicht! Mel. Jesus meine Zuversicht. ( 496 im aften Gesangbuche. 523. Gott, mein 23a. 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der namenlo: sen Mühe, die sie euch, vom Augenblick eures Aufblühn's bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht! ter Dant fei dir: du haft Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Weltern mir ohne wein Verdienst gegeben. Mir beglückst du ihre Müh', und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab' ich sie zwar betrübt, sie, die von den ersten Tagen doch so zärtlich mich 3. Uelternlieb' ist chne geliebt, mich mit viel GeKinder, nie duld getragen. Gott, da Schranken. belehnt ihr sie; danken aber durch kränkt' ich auch dich: könnt ihr, danken euren 2el: tern Lieb' und Müh'; dan ten manche lange Nacht, forgenvoll für euch durch wacht. o wie beugt mein Undani! mich! 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und felg. sam seyn; nie mit Vorsag fie betrüben, jede Kräntung 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinena Herzen! Laß mich ja burdh Eigenfinn niemals ihre Gunst verscherzen, gib, dag meine Dantbarkett, mein Gehe sam fie erfreut! 4. Laß Kindespflicht. ihr Mel. Gott des Himmels 522. Pinder, die noch im Kreise eurer guten Weitern weilt, und um Kleidung, Trank und Speise forglos nur zu ihnen eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr' empfangt und Unterricht! 396 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Laß mich, Gott, wie Gebät, das für mich un du verlangst, jede Kinds. Weisheit fleht! pflicht gern erfüllen! Denn wie eft hat Sorg' und Ungst fie beschwert um meinetwil len! Haben sie nicht manche Nacht, wann ich schlief, für mich durchwacht? 10. Ulles Kreuz mach ih nen leicht; hilf es, Bater selber tragen; und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den spätften Lebenstagen, ſo gib du vor deinem Chron ihnen frommer eltern Lohn! 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Mel. Wer nur den lieben Himmel war, Bottes Sohn, 524. Wir fley'n für un. das Heil der Sünder; er war doch von Kindheit an seinen Heltern unterthan. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott vor dir; dazu mache selbst mich willig! Wohl mir dann! Dann wird auch mein dein verherß'ner Segen seyn! Prer Weltern Leben dich, aller Menspen Bater, an. Du hast sie und zum Seil gegeben; sie leiten uns auf deiner Bahn Von ganzem Herzen danken wir für deine Baterliebe dir. 7. Laß auf ihre Wünsche mit kindlich und mit Sorg falt achten; ja selbst ihren Wünschen mich noch zuver zukommen trachten; nicht für sie Besówerden scheu'n, und ihr Glück mir Freude seyn! 2. Berleih' uns stets für ihre Lehren ein offnes, wei. fes, sanftes Herz, und laß uns gern und Eindlich ehren, daß niemals Rummer, Gram und Schmerz der treuen eltern Herzen kränke, und ihre Liebe von uns lenkt! 3. Bib ihnen deinen be sten Segen und Ulles, was ihr Herz erfreut! Beschirme 8. Ehrerbietig laß' mein sie auf ihren Wegen in ihrer Herz wirklich seyn und nicht ganzen Lebenszeit! Gesegnet blos scheinen. Laß' mich sei ihr Erdenloos, und einst aud, trifft sie ein Schmerz, ihr Lehn im Himmel groß! zu dir heiße Thränen weinen; ihnen deine Hüf erfleh'n, nach der Hülfe dich erhöh'n! Geschwister liebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 9. Meiner Ueltern Schutz 525. Menn Geschwister fei eu! Ihrer Wallfahrtszeit fromm und auf Erden lege viele Jahre weise, nachsichtsvoll und gü ju; laß Sie alt im Segen tig sind; wenn in ihrem stilwerden, und erhör' auch ihr len Kreife ftere des Friedens Quille in besondern Verbindungen. Quelle rinnt: e dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick mit Bohlgefallen Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht 2. Dur das Band des Bluts verbunden, sollen sie 526. u vertheilst der Menschen Loos, burch's Leben geb'n, und den Reiz der schnellen Stunden Gott, nach deinem weisen freundlich mehren und er: Rath; machst oft Einen reich höh'n sellen Haß und Neid entfernen, und aud Und're lieben lernen. und groß, wenn der Und're Mangel bat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Bes schet feine Zeit und Kraft mir leiht; wer zu meines Hauses Glück treu sich mei. nem Dienste weiht; wer durch Felgsamkeit mich ehrt; der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Güt' und Huld, wenn ihn Recht Redlichkeit beseelt; auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Betsag fehlt. Ich bin selbst nicht fehlerfrei; kann ich fodern, daß er's sei? 3 Mit entschloß'nem frohen Herzen üben sie, was Gett gebot; theilen Freude, Gram und Schmerzen; min bernjedes Tages Noth; war. nen sin, so oft sie fehlen, und veredlen ihre Geslen. 397 4. O wer wollt' in früher Jugend nicht den sanft und fiedlich syn? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen Eann betrü ben, wird der Und're redlich lieben? 5 Nur das Haus, wo 4. Hochmuth, Stelz und Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Weltern seh'n Eigensinn ist Berlegung meis fich dort belohnet, Kindern ner Pflicht. Wenn ich gleich ist ihr Glück bereit; alle beglückter bin: dennoch ziemt Hausgenossen streben, sich mir Herrschsucht nicht Lieblos, hart and graufam feyn, mit Freuden zu umgeben. heißt: der Menschheit Recht entweih'n. 6. Liebe! Komm herab vom Himmel! Komm in un ser Herz berab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis an's Grab! Laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich stets gerecht und treu, liebreich und gegen jeden gewissenhaft Menschen fei! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält fein Recht durch dich, SRAL. 398 Gesinnung und Verhalten des Christen 527. Mel, Uuf, Christenmensch dienen! Der mir hier dient ist Mensch wie ich, ich fol ihn lieben gleich als mich. urch dich, Gott, bin ich, was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Für Dienende. Gewinn vor ärmern Brü- Mel. In allen meinen Thaters dern habe. Sie leihen ihre 528. Dienste mir: dies, höchster Herr, verdank' ich dir. ott, deinen wei 2. Erfullen sie mit Redlich, teit und Aufwand ihre Kräf te, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstge: schäfte: so gib, daß ich für ihre Treu' auch dankbar und gefällig sei! fen Willen fol Jeder hier erfüllen; lag' ihn mir heilig seyn! Laß alle met ne Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weih'n! 2. Du heißt mich Undern dienen; und dien' ich redlich ihnen: so folg' ich dir, mein Gett. Drum laß' der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen; dies ist dein Wille, dein Gebot! 3 Hilf, daß ich jedem sei: ne Pflicht auf's möglichste versuße; daf, wenn an Hülf' es ihm gebricht, er sie von mir genieße, daß ich ihm Fehler gern verzeih', und wird er krank, sein Pfleger fei! 3. Lehr' ohne bitt're Kla gen des Lebens Last mich tra, gen, und Weichlichkeit verschmäh'n: im Reden und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen, und gern den Weg der Demuth geh'n! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden abzuwehren, soll meine Freude seyn! Ich will sie herzlich lieben, mit Vorfaß nie be trüben, verdroß'nen Sinn und Frechheit scheu'n! 5. Ich will sie nie beneiden; will alle Trägheit meiden, und alle 3antsucht flieh'n, will recht thun, nicht betrügen, nicht lastern und nicht lügen, und allem Leichtsinn mich entzieh'n! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm vergönne, gern seine treue Ret lichkeit, gern seinen Werth erkenne, und ja, aus nicht'. gem Verwand, nie ihm den verdienten Lohn entzieh! 5. Auch der geringste Die ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein gleiches Recht. 6. Opräge dieses tief mir ein! Nie müss' ich mich ertühnen, gefühlos gegen die zu seyn, die meinem Hause 6. In meinem Dienst auf Erden in besondern Verbindungen. 399 Eifer möa erfüllen! Erden geschickter stets zu nes Dienft's sich freu', mit werden, sei Freube mir und Pflicht! Wer treu ist hier im Klemmen, den zählst du zu ben Deinen, und er bereut fein Leben nicht. 7. Du bist stets der Ge. rechte, der Herr der Herrn 6. Nie komme mix.es in und Knechte, und beider den Sinn, mit raubbegier'Trost und Heil. Wer niedrig gen Händen, aus schnöder ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm, wie der Höchste, Theil. Liebe zum Gewinn, ihr et. was zu entwenden! 8. Dies las mich stets er wägen; denn dies gibt Trost und Segen, und reicht die Heffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüglich war. 5. Hilf, das ich, wie mein eignes Gut, das Ihrige be. trachte; auf alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das alles sei auch mir so werth, als ob's das Meine wäre! 8. Erkennt sie meine Treue nicht: jo sei's mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deis nem Ungesicht nicht kann entgegen werden. Mel. Mein erst Geschäft 9. Mit Wohlgefallen sichst 529. Berufen haft du du sie, und wirst schen hier mich; mein Gott, in and'rer Dienft zu leben; um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. im Leben mir auch bei aller meiner Müh', Gott, deinen Frieden geben. 10. Rommt meines Lebens 2( bend dann; so nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Chren an, und schenkst mir schenkst mir ew'gen Frieden. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nügen, und du, Gott, willst mit Baterhand mich dabey untersüßen. Für Wittwen. 3. O lag in meinem Dienst dies nie mich aus den Augen feßen; und toftet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verlegen! Mel. In allen meinen Thaten 530. af Gott nur will ich sehen; er hört der Wittwen Flehen, und nimmt sich ihrer an. In allem Bbmerg und leide ist [ chaft Widen, damit sie mei: er mir Trost und Freude, 4. Sib, daß ich, meinem Rufe treu, ftets meiner Herr: ber 400 Gefinnung und Verhalten des Christen der Fels, auf den ich bauen kann. 2. Mich leitet feine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das ille Grab. Er wird mich nie verlassen! Dies Troftwort will ich faffen; es ist mein stärkter Wanderstab.. 8. Einst geb' ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ist, und mein Freund. Wie will ich dann ih ehren, ihm danken für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint! 9. Dann fins' ich, die ich 5. We feit viel tausend liebte, und deren Tod mich trübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein Tod uns wieder: dann scholen unfre Lieder durch's thra. nenfreie Vaterland. Jahren betrübte Wittwen waren, da fah Gott gnädig hin. Er pflegte der Betrüb ten, wenn sie nur stets ihn liebten, und wandelten nach seinem Sinn. Für Waisen. 4. Auch mich wird er bemerken, mich trösten, seg: In voriger Melodie. nen, ſtärken, und mir zur 531. Im Frühling meis steh'n. groß ist seine Güte! Mit ruhigem Gemüthe will ich auf seinen Wegen geh'n. ner Jahre, Gett, fab' ich schon die Fahre des guten Vaters steh'n; und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind muß ich ihr Grab schon seh'n. 5. Ich will ihn gläubig ehren, und meine Tugend mebren in filler Einsamkeit. Er sieht ja, wie ich's meine; er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 2. Unwissend, was mie nüge, so schwach und ohne Stüße muß ich verlaffen geh'n! Wer wird mir Rath ertheilen, wer mir zu Hütfe eilen, wer hört auf armer Waisen Fleh'n? 6. Auch wenn ich mehr noch littz; bis zu dem leg ten Schritte will ich ihm 3. Doch wer war's, der folgsam seyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu höhern Freuden bewährt erfundne Dulber ein. 7. Go eilen meine Tage mit jeder Last und Plage, wie Träume, leicht dahin; id lege meine Glieder im Lode ruhig nieder, und weiß, daß ich erlöses bin. mich beugte, so tief zum Staube neigte? Wer'st du's nicht, großer Gott? Dein weiser Rarh regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willst dich an den Baisen als Bater ja bewei: sen, und Urmen Gutes thun; Mer in besondern Verbindungen. 401 Verlaßn'e willst du hören, thum; ein zärtlich Her; für die Elternlosen nähren; dein Gegen soll auf ihnen rub'n Freunde, und Sanftmuth gegen Feinde, dies se: mir mehr, als Glück und Ruhm! 5. Und seit viel tausend Jahren haft du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, fahn, Gett, zu deinen Fü. ßen ihr heißes Fleh'n von dir erhört. 6. Auch mich kannst du nicht haffen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertrau'n. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich anf dich hoffen, nur dich in trüben Stunden schau'n! 11. Und die, die mich er. ziehen mit redlidem Leműhen, an Eltern Statt mir sind, mich warnen und bes lehren, laß herzlich mich verehren, sie dankbar lieben, wie ihr Kind. 12. Jbr Lehn fei, Gott dein Segen! Auf allen ihren Weaen wellst du ihr Führer seyn; und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freu'n! 7. Ja, du wirst mich ernähren, mir Rath und Hülf' gewähren: wo ist ein Gott, wie du? Nur was mir nügt, das schenke mir, dei nem Rind, und lenke mir frommer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen fenfreund! Jahren Verführung und Ge fahren und Lafter um mich finb: o dann fei, treuer Va13. Berklärt werd' ich dann steben, die Eltern wieder sehen, um die ich hier gedich weint; ich werde vor treten, zu dit, Erlöser, bäten: lohn' ihnen ewig, MenDankbarkeit gegen Woh l= thäter. ter, mein Führer, Freund, Mel. Wer nur den lieben Gott Berather, ad dann verlaß 532. e nur nicht dein Kind! enn Menschen dir streben, 9. Es schlag' von früher an Güte und Wohlthun, Jugend für Gottesfurcht und Vater, gleich zu seyn; wenn Tugend und Unschuld nur fie mit willigem Gemüthe mein Herz! Fromm seyn auf durch Rath und Hülfe mich deinen Wegen, sei meine erfreu'n: mit reichem Gegen Lust, mein Segen, und Un segne dann fie, die ich nicht recht thun und sch'n, mein belohnen kann! Ⓒchmerz! 10. 2. Jd will mich aller ibArbeitsamteit und rer Freuden und ihres Glücks Treve, begang'ner Fehler von Herzen freu'n; voll KumFeue, ein wahres Christen: mer über ihre Leiden gern, C c wie 402 Gesinnung und Verhalten des Christen wie ich kann, ihr Tröster dein; tein soll auch Dank seyn; und kann ich lindern und Ehre seyn, daß du der ihre Noth: mit Freuden will Kirche, die du liebst, noch ich's thun, o Gott! immer treue Lehrer gibst. 3. Und kann ich's nicht, dann, Bater, dringe mein eifrigftes Gebet ju dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Here, fie thaten wohl an mir. Auf jeden komme Freud' herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und fie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch andre liebt, nie nei disch seyn und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Gegen komme über sie; sei stets ihr Helfer und behüte vor Wiederwärtigkeiten sie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz: so tröst' und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wann einst fie scheiden, gnädig an! Erquicke sie mit Troft im Ster ben, die mir im Leben wohl gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herr. lich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Gesellschaft. Lehrer und 3 uhörer. Mel. Wo Gott zum Haus as Amt der Leh= rer, Herr, ist 533. Da 2. Gesegnet fei ihr Umt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gefandt, ven Zeit auf Zeit bein heil'ges Wort, und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer fich, wenn er erleuchtet selbst butch bich, den Junggern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich ge winnt! 4. Dank dir, da du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise find un und tugendhaft, in Lehr' und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Hörer seyn, und schäßen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht er Elärt! 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns da durch fiets heiliger und bef fer werden; nur alsdann geh'n wir einher auf rechter Bahn. 7. Ermahnen, warnen, strafen sie; so weig're, wer sie hört, sich nie, zu haffen. was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie gebeutst. 8. Das ist der Lehrer bes ter Lohn, wenn ihrer Mühe Früch. in besondern Verbindungen. Früchte schon sie hier in uns rer Tugend seh'n, mit uns den Weg zum Himmel geh'n. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank fie, durch Haß und Spett zu fränken; daß sie, was sie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! 10. Ja, Gott, wir wollen sie erfreu'n, und dankbar fremme Hörer seyn: so führst du einst auch uns jugleich mit ihnen in dein ew'ges Reich. 403 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruh'n, laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sei, was ihn betrúbe! Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig bört, ein Herz vell reiner Liebe! Uleben hilf uns dann in Leiden, wie in Freuden, seine Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unfern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zugezählt;, o aib, daß dert ihm keine fehlt! Laß keine sich verlie ren! Gott, wie werden wir uns freuen um den Treuen, wenn zum Lehne deine Hand ihm reicht die Krone! Bei Einführung eines Religionslehrers. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 534. Mehl uns! Wohl uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns jum Himmel führen; die, auf geklärt durch Wissenschaft, voll Eugentliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset feine Treue! Wieder neue ward sie heute. Dank sei unfre heil'ge Freude: Nach der Handlung. 5. Co sei gefeanet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; wir geh'n mit dir in's Paterland; du führst und. Amen! Amen! Heie lig bleib und diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sei stets unser freutig Stre2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Leb rer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Bu bilden uns hier in der Zeit zum ben! Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun und leiden, dulden, ftreiten, beten, wachen, selig sich und und zu machen! Bei der Konfirmation. Met. Es ist das Heil uns 535. Sie bier vor deis nem Untlig Jesu, beine steh'n, find, 2 Gesinnung und Verhalten des Chriften Glieder. Blick', wenn ver- Mel. Mitten wir im Leben eint wir für sie fleh'n, er 536. Stärke, Mittler, barmend auf sie nieder; gib ihnen, Herr, durch deinen Geist das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben! Lärke sie, deine theur' Erlösten! Laß sie ihr Vertrau'n auf dich unaub. sprechlich trösten! Wach' über ihre Seelen! Sie fleh'n und schwören alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Ge. lübde: treu zu seyn dir, bis an's Ende! 404 2. Sie kennen dich, o Gettes Sohn, und deine heil'ge Lehren. Ist Freude dort vor deinem Thron, wann Gün der sich bekehren; so laß auch heute Freude seyn, da diese Kinder die sich weih'n, und ihren Bund erneuen! 3. O laf' fie Gnad' und 2. Uch, wie viele schwunicht Gericht in dieser Stund', empfahen, wenn sie mit ren auch, fest an dir zu halGlaub' und Zuversicht zu ten, aber treulos ließen sie deinem Tische nahen! Es stärke sie dies Lebensbrod, damit sie, Jesu, deinen Tod verkünd'gen durch ihr Leben! Verihre Es ihre Lieb' erkalten; derben ward ihr Ende. Be. ständig laß dir diese seyn, die dir schwören, die sich weih'n! Heiliger, Schöpfer, Gett! Heiliger, Mittler, Gott! Herliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Tugend! 4. Lacht ihnen bei dem ed: len Lauf die falsche Welt entgegen, so hilf du ihrer Schwachheit auf; und wann sich Lüste regen: so laß sie gläubig auf dich seh'n, die Welt mit ihrer Lust verschmäh'n, und muthig über winden! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach, du wolleft sie mit Kraft 5. Zeig, Herr, den Lehn aus der Höhe rüsten! Laß' der Ewigkeit von fern den streiten sie und siegen! Die theuren Seelen, die jetzt auf Triebe zu verbot'ner Luft ihre Lebenszeit sich hier mit dämpfe früh in ihrer Brust! dir vermählen! O treuer Hei Heiliger, Schöpfer, Gott! land, sie sind dein! Schreib Heiliger, Mittler, Gott! beut in's Buch des Lebens Heiliger, Gott, Lehrer und ein die Namen dieser Chri- Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen in besondern Verbindungen. 405 hen Seelenheils weit über. winden. Jefu scheiden; murre nicht in Weh! und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Gelig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. In der Todesnoth laß fie, deine theu'r Criösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! 4. Sei getreu in deinem Einft fammle fie mit uns zu. Hoffen, wenn dich Gott nicht gleich in bein unvergänglich bald erhört, und der Noth, Reich! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heili jer, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehe rer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu feyn dir, bis an's Ende! die dich betroffen, nicht so, wie du wünscheft, wehr't. Halt an seine Treu' dich fest; glaub', daß er dich nie verläßt; feine Hülf' ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. Mel. Freu dich sehr 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und keine Noth je von deinem 537. Sei getreu in deis Gott dich wende; sei ihm nem Glauben; laß' dir deffen festen Grund ja nicht aus dem Herzen rau ben; halte treulich deinen Bund, den dein Herz durch's Wasserbad fest mit Gott ge. schlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt: auch die Lieb' am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denke, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott verge, ben, aus verzeih'n und liebreich leben. Mel. O du Liebe meiner 538. Mittler, schau auf fie hernieder, die sich deiner Gnade freu'n, und als deiner Kirche Glies der dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau' bei ihrer Weihe, segnend schau auf fie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir gehei3. Sei getreu in deinem ligt seyn, daß sie nie vom Leiden, und laß' dich kein Pfad der Tugend in der Irre Ungemach, keine Noth von sich zerstreu'n! Schüße sie Dor 406 Gesinnung und Verhalten des Christen vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt; laß es nimmer tor gelingen, daß sie ihre Tugend fällt! wieder dort in deines Baters Reich! Sie sind deines Bun des Glieder; einst, den Engeln Gottes gleich, singen sie 3. Lag' fic trea in deiner dir, Here, zu Ehren, dann Liebe, fest in deiner Lehre ihr Loblied hocherfreut, in feyn, und durch deines Gei der Auserwählten Chören, stes Triebe Wunsch und That laut durch alle Ewigkeit. des Bösen scheun! Stärke fie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich fley'n, daß sie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern leben geh'n! 539. Sie dieſe jungen Seelen, 4 Halte sie mit starken Urmen, wenn sie strau beln wollen, fest; laß sie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn; ach, dana nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5. Keines, keines, ach von allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus deiner Gnade fallen und von die geschieden seyn! Herr, verfiegle ihren Glauben, der fie ewig glücklich macht; Kei nem laß die Krone rauben, die du Allen zugedacht! 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sib jeßt zu dir gewandt; sich die Thränen, die sie weinen, Beuzen, was ihr Herz empfand. Cas' die feligen Gefühle nie erkalten, nie vergeh'n'; bis zu ihrem Lebensziele las' fie treu im Glauben steh'n! 7. Sammle fie einst alle Vor der Einsegnung. Mel. Christus ber ist mein ( Die Gemeinde allein.) Vater, die sich nah'n! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfah'n. 2. Sie tommen, dir, o Vater, sich feierlich zu weihn, und heilig zu geloben, die ewig treu zu seyn; 3. Versuchungen zur Sünde mit Math zu widersteh'n; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu geh'n. 4. O blick auf sie mit Se gen, liebender, herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis an's Grab! ( Die Konfirmanden allein.). 5. Gott, welche heil'ge Stunde! Laß sie gesegnet seyn! Dir, Heiligster, dir, wollen wir Herz und Leben weih'n. 6. Dich immer kindlich lies ben, gehorchen willig dir, und gern dem nächsten die. nen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir in besondern Verbindungen. 7. Wir wollen jede Günde, das kleinste Unrecht scheu'n, und immer besser werden, und uns in Unschuld. freu'n. 8. D blick auf uns mit Gegen von deinem Thron herab, und laß uns dem Ge. lübde getreu feyn bis an's Grab! Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Ber nur den lieben 540. 407 4. Ja, wir wollen uns er. geben unserm Gott und nicht der Welt, und in unserm ganzen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier fäct in der Zeit, ärntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedena nach Berdienst vergelten! Kinder, dieser Tag des Bun. ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben. 5. O wohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer des sei eurem Herzen ewig Herz es redlich meint! Dann werth; denn das Verspre. wird auch Gott euch Gegen chen eures Munbes hat der geben; dann bleibt Gott Ulwissende gehört. Ihr jun- ewig euer Freund; dann gen Christen denket nach, was wird euch großes Glück und heute euer Mund versprach! Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend treu zu seyn. Von Mel. Jesus, meine Zuversicht. neuem habt ihr euch ver.( Die Gemeinde allein.) pflichtet, Gott euer Leben ganz zu weih'n euch diese Pflicht! Bergesset dieses Tages nicht! heilig fei 541. Gottes Gnade fei mit euch! Gie verleih' euch Kraft und Ses gen! Wallet freudig, Engeln gleich, eurem hohen Ziel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Auvergelters Chron. 2. Heilig sei euch dieser Tag; heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! ( Die Konfirmirten allein.) Mel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich seyn! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir: Gott treu zu seyn; nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Ulug' im Tode bricht. Gott, der alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. Die 408 Gesinnung und Verhalten des Christen Kirche. ( Die Konfirmirten allein.) Bei Einweihung einer 3. Ja, zu treuer Folgsam. keit haben wir uns dir vers pflichtet. Unser Herz sei dir geweiht; unser Geist auf dich geri btet! O wie selig wer: den wir in dem Bunde, Gott, mit dir! Mel. 543. Nun dantet alle Gott on heiligem Ge 4. Stärk' uns nur mit dei. ner Braft! Schüß uns vor fühl der Undacht tief durchdrungen, fei, Gott, die heut von uns Lob, Preis und Dank gesungen! Hier wollen wir vereint uns, deiner Liebe freu'n; drum der Macht der Sünden! Gib, weihen wir dies Haus zu daß wir gewissenhaft böse deinem Tempel ein. Lüfte überwinden! Hilf, daß unser Herz dir treu, stand: haft uns're Tugend sey! ( Alle.) 5. Sieh, o Herr, wir alle flehn, stärke liebreich unf're Seelen! Laß uns niemals Seelen! Laß uns niemals irre geh'n, nie die Bahn des Heils verfehlen! Ulles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. 2. Unbetend die sich nah'n, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum Gebät, zum Dank, u deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Hei. ligthum! wende zum 3. Hier follen wir den Sinn von Christi Lehren faf fen, und zur Befolgung uns, jur Eveu' ermuniern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht, ett Gott! was dem Ruh'; 542. irbiſch ist, ver- hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. ( Zum Schluß der Konfirmations: handlung.) Mel. Allein Gott in der Höh' geht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig fest besteht, haft du bem 4. Hier sollen am Altar Geift gegeben: es bleibt der sich dir, du Gott der Liebe, Wahrheit halles Licht, es die Neuverbund'nen nah'n, bleibet Tugend, Recht und die heil'gen ihre Triebe; vor Pflicht und Jefu heilge Lehre. deinem Ungesit si schwö. ren Lieb' und Treu', damit ihr Leben dir stets wohlge. fällig sei. 2. Die Lehre bleib' uns bis an's Grab eis Licht auf allen Wegen, der Jugend Shuß, des liters Stab, des Herzens Trost und Gegen! Sie leit' in aller Freud' und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben! 5. Hier wird mit Dank: gebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kin derfreund, dem Vorbild jeder Tugend; hier schwört es. in besondern Verbindungen. 409 es einst den Schwur: Gott her kommt ihnen Kraft zum ewig treu zu seyn, und tritt Kampfe gegen Welt und Leidann in den Bund erwachs' denschaft? ner Chriften ein. 6. Hier sollen wir vereint 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend, auch das Mahl der Liebe feiern, unter uns, mit Baterhuld und ernstlich den Entschluß gedent'st, und zu ber eisder Besserung erneuern; er heit und der Tugend durch. innern uns an ihn, der auf treue Führer ihre Schritte der Liebe Bahn, durch Leben lenk'st! Bie weise, Cott, und durch Erd, uns muth. wie liebreich, Herr, bist du! vell ging voran. Durch Schulen auch strömn'st du uns Segen zu. 7. Laß' dieser Wohlthat Werth uns, Vatet, stets erwägen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag der Weih' ein Tag des Se: gens seyn, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freu'n. Bei Einführung eines Schullehrers. 4. Frch seh'n der Sufanft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Gegen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort: se seßen sie dein Werk auf Erden fort. Mel. Laß mich o Herr 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder die 544. Laßt dankbar uns zu weih'n! Las treuen Fleiß die Lehrer eh im Lehrgeschäfte stets ihren ren, die stets mit Ernst und Ruhm und ihre Freude seya! Sorgfalt sich bemühn, den Erfülle sie mit Achtung für Geist der Jugend zu beleh ihr Amt, aus dem das Heil ren, ihr Herz von seinen so vieler Seelen stammt! Fehlern abzuzieh'n! D wel. che Saat wird durch sie aus: gestreut! Sie feimt empor für Zeit und Ewigkeit. 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich zieh'n; auch, wenn sie ftrafen, noch belehren, und folgsam selbst den Schein des Unrechts fließ'n! Religion und reine Sittlichkeit verbreite sich durch sie zu jes der Zeit! 2. Bedauernswürdig sind bie Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo7. D welche Pflichten! Tel. 410 Gesinnung und Verhalten des Christen Welche Würde! Gett, steh' auch diesem neuen Lehrer bei! Erleicht're feines Umtes Bürde, damit er stets getrost und muthrou sei; und gib auch uns ein Herz, das gern ihn ehrt, das dankbar ist, und feine Freuden mehrt! 3. Bedürfniß und des Flei. ßes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nützt durch Kunst dem Baterland und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geifteskraft, durch Einsicht, 8. Wenn ihn des Tages Kenntniß, Wissenschaft; der Lasten drücken; wenn ihm nügt mit seinem kühnen der heit're frohe Sinn ent. Muth, und der mit seinem weicht: dann laß' ihn jenen Erdengut. Lohn erblicken, den deine 5. So knüpf'st du, Gott, Hand einst treuen Lehrern durch jeden Stand der allreicht; und immer zeig' er gemeinen Wohlfahrt Band; bann fish als ein Chrik, der mushig wirkt, so lang es Tag noch ist! vertheilft mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 9. O Gott, laß jede Shule blühen und reich an Frucht für Weit und Nachwelt segn! Las jedes Lehrers Eifer glü hen, die Dunkelheit der Geelen zu zerstreu'n, und einst erheb' ihn die beglückte Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! 6. Glück, Gegen, Reich. thum, Ueberfluß, und allersei. tiger Genuß, Bequemlichkeit und Freud' und Ruh' fließt und durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig seyn; nicht seines Standes sich erfreu'n; auf der ihm angewiesnen Bahn nicht wirken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verlieh'ne Kraft gebraucht, und durch se Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt; zum vollem Rath, der Ulles ange. Segen sich, und für die Welt. ordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. Vaterlandsliebe. 2. Nur durch vereinte Tha, tigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegen feitiges Bemüh'n sieht man der Bürger Wohlfahrt blüh'n. Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Chrift, dich 545. Nah Gottes weisheits546. Das Land! Mel. Schon ist der Tag von das Gott mir våterlich zur Wohnung angewiesen, läßt seines treuen Schußes mich in Glück und Noth in besondern Verbindungen. 411 Noth genießen; es gibt mir gute Bürger, hier nach je Nahrung, Sicherheit erhält nem Reiche streben, in das Recht und Gerechtigkeit und nur treue Knechte geh'n, die schügt mein Gut und Leben. in dem Dienste hier besteh'n, zu dem du sie berufen! 2. Drum will ich stets er kenntlich seyn; durch nüßliche Geschäfte mich der ge meinen Wohlfahrt weiß'n; will Zeit, Beruf und Kräfte 547. Gott, dem Vaterlande, das mich fhüst, und mic and mainen Brüdern núßt, mit treuem Eifer widmen. 3. Nie will ich Ruh' und Sicherheit im Stante fre= velnd stören; will meine lan. dedobrigkeit, als Gottes Ord nung, ehren, und ihren Bil. len jederzeit, mit treuer Un: terwürfigkeit, nach Möglichkeit erfüllen. Obrigkeit und unterthan. Mel. Vom Himmel kam der der zum Segen für diz Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ihnen jeder treu, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch fie fließt Sicherheit und Ruh' den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist in Würden groß: oft ist ein 4. Auch will ich meiner niebrer Stand sein Coos; Brüder Glück durch meine doch Jeder, sei er noch so Schuld nie hindern; will klein, Eann achtungswerth stets ihr widriges Geschick, als Bürger seyn. so viel ich kann, vermindern; will freundlich dienen jeder mann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemei. nen Besten. 4. Er ist's wenn er den Fürsten liebt, und den Ges segen, die er gist, Zeit, Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut. 5. Wenn er gewisſenhaft stets ist, nie feines Bürgereids vergißt; und das, was er entrichten foll, gern beiträgt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ists, wenn er als Bürger denkt, nie and'ree Bárger Rechte kränkt, und, 6. Gott steh uns bei, daß fern von schlauer Ränke list, alle wir nach unsern Pflich zum Bohl des Landes thäten leben, und schon, als tig ist. 5. Auf, Brüder, die ihr's redlid meint, nügt eurem Vaterlande, das euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fodert es des Landes Wohl; so opfert, wie es jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 412 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Er weiß: nur des Ge- gebührt! Schoß und Boll feges Kraft, und wär' es dem, der regiert! Gib, als auch noch mangelhaft, ge- gåbst du Gott, dem Herrn, währt dem Volke Sicherheit was dir auferlegt ist, gern! und Ordnung und Zufriedenheit. 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, ftets felgfam dem Gefeß und tren, und fühlt, wenn er es gern voll führt, sich dann so frei, als der regiert. 9. O Gott, laß mich gewissenhaft, und stark durch deines Geistes Kraft, mich allen meinen Pflichten weihn; so kann ich deiner Huld mich freu'n. 8. Obrigkeit und Unterthan, betet Gott den Höchsten, an! Fürchtet ihn; denn fein Gericht wird gerecht fenn: fündigt nicht! Mel. Aus der Tiefe rufe ich 548. Mr er gehorcht, Hoher Stand. der thu's mit Lust! Jeder Bürger, sich beMel. Vom Himmel kam wußt, daß nicht jeder herr. 549. Wer höher durch schon schen kann, sei ein guter Unterthan! 2. Bist du niedrig, bist du groß; ser vergnügt mit deinem Loos! Saämn' dich deines Standes nicht; nöthig ist ja Jedes Pflicht. 3. 3ur gemeinen Wohl fahrt sei dem Gefeße steis getreu! Ber ihm gern geherchen kann, der nur ist ein freier Mann. 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß und Fried' und Sicherheit, welch' ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn, und sich' nur du, daß du selbst gerecht sei'st, zu! 4. Schaue Jesum Chri: flum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gefeß gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr' ist, als seine Brüder, kenn', als Chrift des bessern Adels Werth und Pflicht; den fühl' er, den entehr' er nicht! 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, tein Kyrann; so mild und liebreich als gerecht; er ist wie sie, auch Gottes Knecht! 3. Nicht wähn' er, weil er groß und frei vor den Geringern ist, er sei erhaben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn' er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gett, nicht mit Verach. tung 123 in besondern Verbindungen. 413 tung oder Spott auf den, und That Gerechtigkeit zu von dessen Schweiß er lebt, üben, und wandle stets den der ihm erwirbt, was ihn rechten Pfad, den Gott dir erhebt! vorgeschrieben! Ein Richter, 5. Er hasse Grausamkeit der dies je vergißt, parteilsch und Zwang, verprasse nicht und bestechlich ist, zerstört durch Müßiggang, was Gett ihm gibt, beglückt zu seyn, mit andern, aber nie allein! das Glück der Erde. 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm feine Felder pflügt! Wohls thätig soll' er seyn; denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er,( denn er hat mehr Macht und Zeit zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug hat! 8. Berächtlicher, als Skla: ven, ist im Tod einst jeder, der vergißt, daß er des Baterlandes Wohl auch mehr, als andre, fördern soll., 9. Doch, wenn er's nicht vergißt, so freut der Nie drige sich ohne Neid, weil der der Welt jum Segen lebt, der wohlzuthun sich stets be strebt. 10. Und spricht in seinem Tode dann: das war ein edler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Ver. jugs werth! 2. D wehe denen, welche nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Gesetz und Rechte beugen! Sie fäen Fluch und ärnten Fluch durch ihren feilen Richterspruch; denn Gett beschüßt die Wahrheit. 3. Wenn sie nicht treu im Amte sind; Gott- tennt der Bahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt und foreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen sie im Todesthal und am Vergeltungstage. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch List berückt, und nie die Unschuld sqmähet. Er gibt und nimmt und redet nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt wer.. den könnte. 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gefeßes Wegen, und jedes Uirtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. wohl dem Land, wo jederzeit nur Wahrheit und Ge rechtigkeit in allen Standen Der Richter. Mel. Schon ist der Tag von 550. Gewöhne dich, blühen! durch) Wort 6. Laß jeden hier sein Ums 414 Gesinnung und Verhalten des Christen getreu, o Gett, vor dir ver- und frevelnd feine Pflicht walten, und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr' o Bater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel! 7. Es suche jeder, der dich Fennt, im Guten sich zu stärEen, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von böfen Werken! Gib deinen Knechten Kraft daju! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle. 8. Gerechter Gott, belchne die, die sic) vom Unrecht wenden! Erquicke sie nach Kampf und Müh', wenn sie den Lauf vollenden! 3u dei nen Freuden nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf, der Tausende beglückte. Der Soldat. 6. O daß nicht einer Fre vel treib! Daß jeder schene Greis und Weib und Kind und Säugling wie den Mann, der wiedersteh'n nicht mag noch kann! " 7. Wer vor euch niederfällt, den hebt mit Brüderarmen auf; wer bebe, den tröstet, Brüder: nie vergießt Blut, wenn der Feind ent= waffnet ist! 8. Dann feid ihr wahre Helden, feid Bertheidiger der Menschlichkeit, dem Volk wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 9. Gott sei mit euch in Fried' und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit Treu' euch im Leben und im Ted! drum Hier segne, dort beglück' euch Gott! Der Landmann. Mel. Erschienen ist der 552. Mohl mir, Echöpfer denn mein Stand ist auch Don Mel. Erhalt uns, Herr, bei 551. Bewaffnete! der Krieger Stand bewacht, beschüßt das Vaterland, und stehet dem Ge. feßze bei, damit fein Ausspruch wirksam sei. 2. Gehorsam, und Tapferkeit zeigt vor allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck zurer Pflicht! 3. Welch wicht'ger Ruf, verlegt! 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie werde; Eugend euer Spott! Die Krieger sind zu keiner Zeit von ihrer Christenpflicht befreit. 5. Zieht ihr in Krieg: so föret nie die Rechte Andrer; schüget sie! Gewalt übt un. geheißen nicht; stets leit' euch Ehrgefühl und Pflicht! wie ehrenwerth! daß ihr immer ihn nur hört! Beh, wer ihn aus den Augen seßt 6 in besondern Verbindungen. 415 ven dir; du schufft das Land für meinen Fleiß; und vä. terlich beglückft und fegneft du auch mich: gelobt seist du! lickeit feh' ich ihn töglich; mich erfreut der Conne Glanz, der stille ond; Wald, Thal und Berg und 2. Gelebt, sei Gott! denn Flur belehnt mir meinest herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gettes Welt und auch für mich! Fleiß. 9. Des Weifen Adtung fehit mir nicht, erfüll ich redlich meine Pflict; ich bin ein Mann fürs Baterland, ich nähr' es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohlmir, mehi mir! Ich baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärnt ich nicht schen hier den Lehn, ich ärnt ihn einst vor Got tes Ehron in Ewigkeit. Der Nachbar. Bohlgefallen ruht Mel. Was Gott thut, das ist 553. Gib Höchster, daß ich fromm und 3. Im Schweiße meines Ungesicht's arbeite ich: dech wann gebricht's mir, wann ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufriedenheit? Was brauch' ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au' und Flur! In meiner Hütre wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut: und Gottes und wohnt bei mir. 5. Was hat der Reiche dann voraus? Mehr Macht treu auch meine Nachbarn und Pracht, ein glänzend liebe; daß mir ihr Glück Haus; doch auch mehr Sorg' und lleberdruß; bei allem seinem lleberfluß mehr Furcht und Gram; erfreulich sei, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh' der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen, und ihnen beizustehen! 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gett, ihnen Kummer machen! Mein Herz sei willig, auch für sie zu bäten und zu wachen! Er. munt're mic, fiets nachbars lich das Gut, das sie bes sizzen, nach Möglichkeit zu schützen! 3 Gib, daß ich gern verfchwiegen fet und stets ben Frieden suche; nie nähre Neid 6. Nicht mehr Gesundheit, Ruh' und Kraft, wohl aber größ're Rechenschaft. Und wenn ich fremm und gut bin, werd' ich selig, wie der Fürst der Erd', wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Ruh' und Lust auch gern, doch nur in dessen Brust, der Gott gefällt. 3. In seiner Werke Herr 416 Gesinnung und Verhalten des Christen Neid und euchelei, nie lei, von Schmähung und heimlich Nachbarn fluche! Berstellung frei, was sünd. Und thun sie mir auch lin. lich ist, nie rede! recht hier; hab ich's nur nicht verschuldet: so wird es leicht erduldet. 3: Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Ginn sich lenken: hilf mir, 4. Was hilft ein feind so oft ich reden soll, mit schaftlicher Sinn? Er führt Ernste dies bedenken! Bum nur in's Verderben. Wie Guten rege felbst mich an, wo ich nügen schnell eilt unsre Zeit dahin! damit ich, Wer weiß, wie bald wir kann, aus Menschenfurcht sterben? O Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. nicht schweige. er 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar seyn, was mir dein Wort gebietet! liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ew'gemFrieden leben. umgang.( zu Seite 376.) Mel. Schon ist der Tag von 554. Die Bunge, die 4. O wehe dem verweg'nen Mund, der Fluch und Sowur nicht scheuet! ie bald wird da der Leichtsinn kund; wie oft ju spát be. reuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Neth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr' es mich bedenken! 5. Auch Wehe dem, der Tücke liebt, und dessen Worte trügen; der seinen Nächsten gern betrübt mit Falseheit und mit Lügen! Nur Sted lichkeit, nur eff'ner Sinn, vernehmlich nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns be gleitet. 6. Was züchtig, keust und ehrbar ist, was weh und lieblich klinget, das reder überall der Christ; spricht wenn es Nugen bringet, unl scheut den Zorn der Men sen nicht; doch wird aud Edweigen ihm zur Pflicht wenn es die Liebe fodert. 7. O gib mir, Gett, ein reines Herz, und loß mid Spöttereien und fred en, fit tens spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht' ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; fie flucht und segnet, fleht und droht; kann heilen und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; das ven niedrer meice in besondern Verbindungen. tenlosen Scherz mit from mem Eifer scheuen! 3um Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auo Rechenschaft von mei. nen Werten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himmel kam 555. welch ein Segen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mis herzlichem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 417 gefühl verfüft uns Alles; was uns schmerzlich ist. 7. Trennt auch das Schick. fal Freund von Freund; die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath, und, wo wir können, durch die That. 2.Der, fest vereinigt erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir für Wahrheit nur ung Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 8 Bollenden wir einft unsern Lauf: so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Un. endlich ist die Geligkeit, die ewig und vereint erfreut. In eigener Melodie. 556. Herrlich ist's, an Freundes Hand durch das Leben wandeln, und durch Tugend und Ver stand fest vereinigt handeln! 2. Ohne Freundschaft gleiche die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde habe! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern uns ju jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu seyn, gleich tugendhaft. 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nicht Tugend woh. net, wo nicht auf dem Ungesicht Herzensgüte thronet. 4. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint: so warn' ich treulich ihn als Freund. 4. Sittfam ift fie; nicht beim Spiel, nicht bei Trinke gelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Nicht Urgwohn, Miß- 5. Aber o! du findest sie traun, oder Streit, nicht bei unsould'gen Scherzen; Freude und nicht Traurig, nur bei der Verläumdung keit, auch nicht des Glückes nie, nie bei böfen Herzen. linbestand, trennt unfrer Freundschaft festes Band. 6. Freundschaft lehrt bes scheiden seyn, Undrer Vor6. Wirtheilen Ulles, Freud' züg' ehren; Freundschaft und Leid, mit brüderlicher wird dir manche Pein in VerHerzlichkeit; und treues Mit- gnügen kehren. 7 418 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Freundschaft zeigt dir 4. Nein, kein Geschöpf, klar und frei alle deine Fehle, das mit mir lebt, darf ich schmeigelt nicht und macht aus Frevel quälen; mag, dabei föhlich deine Seele. was mich übers Thier er. 8 Lächelst du, sie lächelt hebt, mag auch Vernunft mit, weint bei deinen Leiden; ihm fehlen. Sie macht mich unter ihrem fanften Tritt zu der Gottheit Bild; allein sprossen tausend Freuden. sie lehrt auch, göttlichmila Glück um mich her verbreie ten. 9. Möcht' ein jeder doch recht früh ihrer würdig werden! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. Christliches Verhalten in Unsehung der Thiere und Bäume. Mel. Es ist das Heil uns 557. Der weise Schö: pfer, dessen Ruf einst mächtig schell: schell: Es werde! und aller Welt Be wohner schuf, bestimmte diefe Erde nicht für den Menschen nur allein, auch There schuf er, sich zu freun auf seiner schönen Erde. 5. Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren! In der Ge schöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf ver. schmäht, das unter Gottes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und ges fühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Ber frech sein Mitgeschöpf be. trübt, und Härt' und Graus famkeit verübt der tann auch Gott nicht lieben. 2. Ihm, der für 20les Gorge hegt, dem Bater aller Dinge, ist nichts, was seine Erde trägt, zu klein und zu Mel. Kommt her zu mir, spricht geringe. Er, dessen Huld 558. Die Thiere, deren kein Engel mist, er, der des Menschen Bater ist, ist auch des Burmes Schöpfer. Herr du bist, erwäg' es oft mit Ernst, o Chrift, find auch des Ganzen Glieder! Der Schöpfung Bürgerrecht verlieh Gott the nen auch; drum blick auf sie nicht mit Berachtung nieder. 3. Und er, der alle Befen liebt, er follte mir erlauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwll g es zu rau ben? Was gäbe mir wehl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht uf, gefühllos zu zerforen? 2. Sie, Bunder auch von Gettes Hand, sind, stolzer Mensch, dir nah verwandt durch innern Bau und Triebe; fie in besondern Verbindungen. 419 fie zeigen oft des Denkens in seiner Pracht, zeigt feine Spur, find alle Kinder der Frucht und Blüthe; zum Natur, und freu'n sich ihrer Segen pflanzt' ihn deine Liebe. Hand, zur Lust und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 3. Du hast durch Geistes. übermacht sie unterwürfig dir gemacht; kannst ihre Wirdheit zähmen; zähmen; darfst, was dich starket, was dich schüßt, was dir zu deinem Leben nüßt, von ihrem Le ben nehmen. 4. Doch ihnen auch, ver: giß es nicht verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu seyn, und nicht dich ihrer Qual zu freu'n, o Mensch, dir un tergeben. 5. Du kannst, was deine Hand gemacht, was bein Verstand hervorgebracht, ge fällt dies nicht, vernichten; doch über eines Thieres Tod, der dich nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer, richten. 4 Wenn mich sein Holf erwärmt und schüßt schüßt vor Frost, um frob zu leben; 6. 3war sind für dich, der wenn es der Hand des KünstThrere Herr, o Mensch, noch lers nügt; mir Hausgeräth Pflichten wichtiger, die zu geben; wenn Wohnung Pflichten für die Armen: und Bequemlichkeit, wenn doch sollst du auch, roie Gott Hain und Garten mich ergebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen! freut: dann will ich freudig danken. Mel. Es ist das Heil 559. Mon deiner Weis heit, Gott der Macht, und deiner Vater: güte zeugt auch der Baum 2. Wie könnt ich denn je einen Baum aus Frevelmush zerstören! O nein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Bau. me, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gott seine Kinder. 3. Wenn mich in seiner Blüthenpracht der Baum erfüllt mit Bonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strahl der Sonne; und wenn er reich die Zweige fenkt und freundlich seine Gaben schenkt zur Nahrung und& quickung; 5 Kein guter Mensch, der böse rur kann seine Würde schänden; nur der fann Gaben der Natur, mit fres velhaften Händen aus Schadenfreud, aus Haß entweihn; kann strafbar ibr D12 Bere Gesinnung und Verhalten des Christen Zerstörer seyn. Ich, ich will Gutes schaffen! freun, auch für die Nachwelt pflanzen. In deiner Schö. 6. I will dem Urbild pfung Heiligthum, o Gott, ähnlich seyn, mit ihm, zum laß nur zu deinem Ruhm Wohl des Ganzen, nach mich, dein Geschöpf sters les Kräften wirken, gern er: ben! 420 Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern Zeiten. siehe, wie ich's meine, die ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Bas wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? 3u meinem Leben segest du jest einen neuen Tag hinzu: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke: dich erhebe Herz und Mund, so lang ich lebe! Km Morgen. Rel. Mein ganzer Geist ( 506 im alten Gesangbuc.) 560.: seh ich wie 4. Ich bin ein Chrift: o der, Morgen: Herr, verleih, daß ich des licht, und freue mich der Namens würdig sei! Mein ecten Pflicht, dem Höchsten Ruhm sei deine Gnade! lobzusingen. Ich will, ent- Denn ach, was bin ich ohne brannt von Dankbegier, o dich? Ein Irrender! Erhalte mildester Erbarmer, dir mit mich, mein Gott, auf dei heil'gem Muth lobsingen. nem Pfade. Grárk' mich, Schöpfer, Vater, deine daß ich stets mich übe, deine Treue rührt aufs neue mein Liebe zu betrachten, über Gemüthe. Froh empfind' ich Alles dich zu achten. deine Güte. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' io! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ereig Lob zu singen. Mel. Wer nur den lieben 3. Verleih, o Gott der Lieb' und Macht, daß Sünd' und Gram, wie dieſe Nacht, 561. ll Dank an dies auf ewig von mir fliehe, daß sem neuen ich die turze Lebenszeit in Morgen, blick ich zu dir em. chriftlicher Zufriedenheit zu por, mein Gott! Du hörft nügen mich bemühe! Prüfe, nicht auf, für mich zu for. gen, zu besondern Zeiten. 42L gen, mein Schuß zu seyn vor jeder Noth; du schüßtest mich auch diese Nacht; durch dich gestärkt, bin ich erwacht. Bater ,. Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht lägt werden, Mend und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält; 2. Wem dant' ichs sonst, als deiner Gute, daß mich, o Bott, kein Unfall traf? Mit innig freudigem Ge2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in müche dank' ich die Stär: dieser Nacht vor Gefahr, kung, Rub' und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir seyn, und Kraft zum Guten mir verleihn! Angst, Neth und Schmer. zen haft behütet und bewacht, und, bei aller meiner Schuld, mich noch trägst mit Waterhuld. 3. Wie viele Tausend mei. ner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie fehen nicht die Sonne wie der, nicht deiner Soöpfung neue Pracht! Ich lebe noch, und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit! 3. Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Chriftum alle finden, weiche gläubig auf dich sehn, der für unsre Misfethat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Erhalter, dir sell jede Grunde auch dieses Tages heilig seyn! Ich schwöre dir 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele mit Herz und Munde, vor sergen, daß ich, kommt allem Unrecht mich zu scheun! Entzieh zur Ulebung meiner Pflicht mir, Herr, nur bei nen Beistand nicht. dein großer Tag, meines Richters Untlig dann ohne Schrecken schauen kann. 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr, veriaß mich nicht; und verleihe mir auch heute Muti 5. Frch werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht und Kraft zu jeder Pflicht. in deinen Händen; drum Dein Geschenk, die Gnaschrecket auch der Tod mich denzeit, werde nie von mir nicht; und endet heute fich entweiht! mein Lauf: so eilt mein Geist zu dir hinauf! In eigener Melodie. 562. Gott des Himmels und der Erden, 6. Deinem Schuße sei er geben Alles, was ich hab' und bin! Dir vertrau' ich Geel' und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und. Ruhm, Gesinnung und Verhalten des Christen 422 Ruhm, segne mich, dein Ei genthum! 7. Hülfe wolleft du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Ulles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb' ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin! Mel. Befiehl du deine Wege. ( 510 im alten Gesangbuch) Reu' und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trach. ten? Nie komm' es in mein Herz! Henteden schon auf Erden soll meine Seele rein ein Tempel Gettes werden, ganz ihm geheiligt fey! 5. Getroft, mein Geift! Ermüde in deinem Kampfe niot! Dich stärter Gottes Friede mit Kraft und Zuverficht. Ermunt're dich und streite: des Sieges Lohn ist nah! Getroft! Vielleicht ik heute des Kampfes Ende da. 563. Lob fei Gott, der den Morgen uns fendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorgen ent. fblummern, für uns wacht; In eigener Melodie. der uns im Schlaf erquicket 564. Mein erst Geſchäft und unsre Kraft erneut; Gott, der die Erde schmücket, und, was er schuf, er freut! sei Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Derherr hört deinen Lobgesang; lobsing' ihm, meine Seele! 2. Von dir ist mir gege: ben, Herr, was ich hab' und bin! Und dies mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz ver. schwunden, der Wallfahrt kurze Zeit: doch hängt an ihren Stunden das Heilder Ewigkeit. 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3.0 süßer, hoher Glaube, rem Tod einst aufzusteh'n! Mein Leib nur wird zu Staube: mein Geist wird Gefahren? nicht vergeh'n. Ach, laß mich's nie vergessen! Der 3. Ber wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Ber stärkt mein Blut in ſeinem Fleiß, und schützt mia) vor 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu her'gen Heffnung voll, laß bedecken? Wer ruft dem Tag täglich mich ermessen, was sint ich werden soll! und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 4. Sollt' ich nach Wolluft 5. Du bist es, Herr und schmachten? Ihr koyn ist Gott der Welt und bein ist un zu besondern Zeiten. unser Leben. Du bist es, empor zu dir. der es uns erhält, und mir's jett neu gegeben. 423 Preis dir, durch den ich tebe, und neuer Dank dafür! Herr, de ne Huld ist groß, und niemals hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanfter Schlaf erfrischt: dies dank ich deiner Macht und Durch deiner Batertreue. sie bin ich auf's neue mit heitrem Muth erwacht. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Rahe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue; 3. Beschützer unsrer Seelen, ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wäh len? O wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ift! Gott, dem ich alles danče, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 10. Daß ich mit Freudig. keit und Muth mich stets zu bessern strebe. gottselig, ¡ üchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was tir gefällt; er trößte mich im Leiden; und will die Luft der Welt mich jemals nach sich zieh'n, helf' er mein Herz bes und Urbeit scheue, mich wahren, helf' er mir die Ge gern an and'rer Wohlergeh'n und ihrer Tugend freue; 11. Daß ich, dem Nächsten beizusteh'n, nie Fleiß 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! 6. Gelobet seift du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruh'n, mich deine Wege wallen; und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater, wenn ich fehle! Mel. Von Gott will ich nicht 565. Namächtiger, ich hebe mein Aug fahren der Sünde seh'n und flieh'n! 5. Beglücke du die Mei nen nach deiner Gütigkeit! Verlag der Armen Leinen; wend' alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreu'n, eilft Ullen beizustehen; doch soll der Liebe Flchen die auch gefällig seyn. 6. Gett, dem dich ange. böce, 424 Gesinnung und Verhalten des Christen höre, bein Friede rub' auf jeden richtest du. Lehr' mich mir! Mein Seufzen, meine 3ähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freu'n. Wer dir nicht traut, der bebe; ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! 3. Aber ich erwach' auch wieder, und mein Lobgesang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner idir. Ewig wird der Morgen seyn; ewig schlaf' ich nicht mehr ein. machen, daß mir nie unges nüßt ein Tag entflieh'! Mel. Gott des Himmels 566. ott sei Dank, ich lebe wieder, fühle und empfinde mich. Herr, dir bring ich meine Mel. Christus, der ist mein ( 512 im alten Gesangbuch.) Lieder, und mein Herz erhe 567. Noch läßt der Herr mich leben! bet dich: denn dein Aug' hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. 2. Wenn ich einst vollen: det habe diese meine Pilgerzeit, ruh' ich auch also im Grabe, Samen für die Ewig: keit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 4. Wach' auch über meine Tage, Gott, du meine Zus versicht, daß mich keiner einst verklage, wenn du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getreu und dört unerschrocken sei! 5. Keinen Teg zählst du vergebens, Gett, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, 6. Heute leb' ich; las auch heute nicht umsonst mein Leben seyn! Laß mich mach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich erfreun; recht zu handeln, gib mir heut Stärke, Luft, Gelegenheit! Mit fröhlichem Gemüth eil' ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. Dein fei mein ganzes Leben, mein Herz sei ewig dein! dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freu'n. 6. O Tilger einer Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Treft empfinden, daß du mir gnä: dig bist. 7. Dir zu besondern Zeiten. 425 7. Dir hab' ich mich erge: vollbringen. Er gibt Ver ben; ich freue mich in dir; du Bester, mehr als Leben ist deine Güte mir. stand und Last und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht; er krönet uns mit Segen. 8. Sie führe mich auch heute, auf deiner Tugend Pfad! Du, Ewigweiser leite mich selbst nach deinem Rath! 9. Nur Eins laß mich er flehen: gib mir ein weises Herz; auf dich laß stets mich sehen in Freude, wie im Schmerz! 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall adite, als allen Ruhm der Welt. 11. Daß ich, die innig trauend, das Gute standhaft thu', und froh, gen Himmel schauend, denk: Herr, mich siehest du. 12. Bereit den Lauf zu In eigener Melodie. schließen auf deinen Wink, 569. Mich auf, mein und Herz o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod! finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treuem Hüter! 2. Gott Vater, mit Erbar: men bedecktest du mich Ur. men; du sprachst, schlaf ohne Grauen: die Sonne sollst du schauen. 3. Dein Wort, Herr, ift geschehen; ich kann das Licht noch sehen: bu machst, daß ich auf's neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, jum Mel. Es ist das Heil uns Gottes Namen fang' ich an, was mir zu thun gebühret. Mit Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Goites Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß julebt gedeihen. 2. Gott ists, der das Ver: mögen schafft, das Gute zu 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müßiggang zu meiden, und das, was er mich wirken heist, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewissenhaft nnd redlich sei und gern dem nächsten diene! 4. Ja, segne, Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände, und lente meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue. 568 426 Gesinnung und Verhalten des Christen zum Throne! Dem Vater Dank sei dir! Zu dir hinauf und dem Sohne, dem Geist müffe jeder Tag mich leiten, des Herrn sei Ehre! Unbá jur linsterblichkeit bereiten! tung, Preis und Ehre! 5 Hör', Gütigfter, mein Flehen; du kannst in's Herge sehen: ach möchte dir gefal: Ien, Herr, meines Herzens Lallen! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letter nun erscheint; wenn jum dunkeln Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lind're dann des Tor des Pein, und laß mich den stärksten seyn, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich Herr des Todes, preisen. 20 m Sonntagmorgen. 6. Dein Werk wollst du vollenden; bich nimmer von mir wenden, und mich in mei nen Tagen stets mit Ber: schonen tragen! 7. In allen meinen Tha. ten wollst du mir selber ra Mel. Es ist das Heil uns then; mich stets zum Besten 571. Froh rohlockend, Va: leiten, zum Himmel mich be reiten! ter, wach' ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenspfer bringt hinauf in's Lied der Engel. chöre und dankt, baß deine Gutigkeit mir heute wieder Ruh' und Zeit jur Selenbildung schenket. 2. Dich beten Erd' und Himmel an, oShöpfer aller Dinge! Wohl tair! auch ich darf mich die nab'n: duhörst, wenn ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich kindlich zu ver. ehren. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, 2. Hilf, daß keiner mei: deine Frommen mit Dank ner Tage, Geber der Un- und Lust und Lehrbegier, sterblichkeit, einst mich im dich anzubäten, kommen! Ich Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Kuch noch heute wacht ich auf! 8. Auf allen meinen We gen begleite mich dein Gegen: dein Wort sei meine Speise, auf meiner Pilgerreise! Mel. Werde munter mein 570. Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh', und von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh'! e dann wach' ich anders auf, schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pil gers Sorgen, greßer Tag, an deinem Morgen. liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, weines Herrn, mit ihnen anzubäten. 4. Hier zu besondern Zeiten. 427 3. Daß überall bis zur entferntsten 3ohne, die stauz nend deine Größe sieht, 3ufriedenheit und Lieb' und Eintracht wohne, die oft den Erdkreis flicht! 4. Hier fühl' ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch ihren heiligen Gesang jum Himmel mich erhoben! Hier hör' ich, Gett, im Geiste schon die Geligen vor deinem Thron ihr Heilig, Heilig! singen. 5: Hier seh' ich jeder Eu gend Preis an deinem Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu' in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Heffnung 6. So wird dein Tag, Vater, mir ein Tag des Gegens werden! So seb' ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prü: fungszeit einft im Genuß der Seligkeit, verklärt, dich ewig preisen. 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Er denvolte Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken freh Genesen, bem Urmen Trost und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh', gieß Heiterkeit in's kranke Herz und schicke mir Kraft, daß ich's versteh! 6. Und lehre mich in Freus digkeit hienieden mich jeder Christentugend we h'n; voll Duld amkeit bereit zum sel'. gen Frieden und mild, wie du, zu seyn! x m Abend. Mel. In allen meinen Thaten die 573. Nun sinkt Beim Unblick der aufge: henden Sonne. In eigener Melodie. Sonne nie 572, Si mir gegrüßt zu meines Got der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf tes Ehre, du, feiner Schö- und Rub; sie schenkt uns pfung Königin! Steig auf neue Kräfte, beschließt des und geuß aus deinem Flam- Tags Geschäfte und drückt menmeere Erstaunen vor dich die múden Augen zu. hin! 2. Noch wah' ich und er. 2. Daß alle Welt anbä- jähle mit tiefgerührter Seele, tend niederfalle vor dem, was Gott an mir gethan. der dich so schön gemacht, Mit dankendem G- müthe der Menschen suf und vä: lobsing ich deiner Güte; er terlich für Alle mit seiner hört mein frommes Loblieb Ullmacht wacht; an. 3. Von 428 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Von ihm kommt jede Gabe; tas Leben, das ich habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, der, wenn ich schlumm're, für mich wacht. 4. Er läßt es finster wer den und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkel. heit; doch auch in dunkler Sulle wohnt er mit seiner Fülle und zeigt mir seine Herrlichkeit, 5. Er führt auf dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät her. auf. Sie leuchten, ihm sur Shre, hoch über Erd und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Mor: gen grauet: groß, wenn der Abend thauet; groß in der stillen Nacht, im Sonnen schein und Sturme, am Menschen und am Burme, greß, Bater, zeigst du deine Macht. 7. Voll Majestät und Stär: ke steh'n lauter Wunderwer: te in deiner Schöpfung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du Gott und Herr der Wel ten, warst auch mir Armen heute nah. 8. Woher mein Glück, mein Leben? du hast es mir gegeben; Du bist's, der für mich wacht. Woher auf mei men Wegen so mancher rei che Gegen? Du bist's, der Alles wohlgemacht. 9. Gott, groß von Macht und Treue, jeßt, da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir licht. Leg' ich die müden Glieder in deinem Namen nieder: so wachest du; ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf jum Leben erneute Kräfte geben: so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vol. lenden, mein Gott auch noch im Tode senn. Mel. O Gott, du frommer ( 517 im alten Gesangbuch.) 574. Der Tag ist wie: und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn vollbracht? Ent. floh er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Gu ten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht mei ner Pflicht gelebt? 2. Bar's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank uns mit Gebet, mit eifrigem Ver: langen, als ein Geschöpf von Gett, mich seinem Dienst zu weih'n, und züchtig und gerecht und Gottes Freund zu sign? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen; mir und der Welt genügt zu besondern Zeiten 429 und jeden Dienst gethan, Gott über mich gebeut: bin weil ihn der Herrgebet, nicht weil mich Menschen fah'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Er freut ich mich des Herrn, der unser Fleh'n bemerkt? Lind hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Bergib durch Chria sti Blut mir die verlegte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir in's Gericht! 5. Dacht' ich, bei dem Genuß der Güter dieser Erden, 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken: an den Allmächtigen, durch du liebst Barmherzigkeit und den sie sind und werben? wirft auch mir sie schenken. Berehrt' ich ihn im Staub? Auch diese Nacht bist du der Empfand ich seine Huld? Bächter über mir; leb' ich, Trug ich das Glück mit Dank, so leb' ich dir; sterb' ich, so den Unfall mit Geduld? sterb' ich dir! ich vor ihm, zu stehn, auch willig und bereit? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühle ich der Freundschaft Glück; sprach 575. Ermüdet Mel. Befiehl du deine Wege ( 518 im alten Gesangbuch) von den ich, was ich empfunden? Sorgen und der Bar auch mein Ernst noch Geschäfte Laft, die du mir fanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gesagt, was ich be. reuen soll? jeden Morgen hier auferleget haft, eilt, Herr, nad) deinem Willen der Körper jetzt zur Ruh', want dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabßt Berstand und 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel Kräfte zu Allem, was ich still zum Guten unterrichtet? that; gabst Seegen dem Ge War zu des Mitleids Pricht schäfte, für das ich Segen mein Herz nicht zu bequem? bat; du wandteft allen SchaEin Glück, das Undre traf, den, warst mir BVertrau'n war dies mir angenehm. und Licht, und übergabst aus Gnaden mich dem Berder= ben nicht. 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn began gen? Bestritt ich auch in mir 3. Bergiß es nicht, o See ein unerlaubt Verlangen? le, was Gott an dir gethan; Und wenn in dieser Nacht verehr' des Herrn Befehle, BA: 450 Gefinnung und Verhalten des Christen bet, ihn in Demuth an, ihn, 2. Wir danken dem Gemi. der von seinem Sie gern the freu' ich mich deiner Gü. auf dein Fiehen hört, und te; ich freue mich in dir. auch der last, und Hiße der Du gibst mir Kraft und Kreuzestage wehrt! Stärke, Gedeihn zu mei. nem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 4. Mit deinem Schilde decke dein Kind auch diese Nacht, auf daß mich nichts erschrecke; auf daß, wann ich erwacht, und durch den Schlaf erquicket, mein Geist befreit von Gram, froh nach der Höhe bticket, von wel cher Hülfe tam! 3. Gott, welche Rub' der Seele, nach deines Werts Befehle einher im Leben gebn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glau. bens sehn! 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund' und 4. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Haab und Gut, auch mei- Staube zu dir, o Gott, mein nen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie, Hüter, schlummerst bu, gib unserm Lande Friede, 5. Bedeckt mit deinem Se. gib jedem Glück und Ruh'! gen, eil ich der Ruh entge6. Versag auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morfche Hütte des Leibes einst zer bricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummer ähnlich seyn, und nimm gen; dein Name sei gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände bes fehl' ich, Vater, meinen Geist. mich, deinen Erben, in deis 577. So fliehen unfre nen Himmel ein! Tage hin; auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. Mel. In allen meinen Thaten ( 520 im alten Gesangbuch.) 576. Herr, der du mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge, und die du heut an mir gethan. Heil! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. In eigener Melodie. ( 522 im alten Gesangbuch) 2. Herr, du nur bleibeft, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Fin fterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in die fer zu besondern Zeiten. 431 fer Nacht; wovor, Herr, 2. O laßt uns ihn erwägen, follte mir denn grauen? Mich den unverdienten schüßet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gna: de nur stets Theil, o Herr, mein Gott: so fürcht' ich nichts in der Natur; so scheu ich nicht den Tod. Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbren. nen, und tiefgerührt bekennen: der Herr hat alles wohl gemacht! 3. Du hast, o Gett; voll Grabe auf segenvollem Pfade uns bis hieher geich fie: doch; mein Erbar führt. Nicht uns, nur dir 5. 3war ich erkenne mei: ne Schuld; mit Reue fühl' sei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! mer, deine Huld, wie trost: voll ist mir die! 6. Jo eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner All macht bin; dein Schirm bedécket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein feist mein Gedank'; o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die 579. Wer nem Schirme lebte Nacht in meiner Prüfungszeit; dann führe mich ruht, o Gott, von dir be durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir; dein bin ich auch im Tod. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilfft aus aller Noth. 4. Der Schlaf, den dis den Müden nach Tageslaft beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen; denn du erweckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. Mel. In allen meinen Thaten 578. Die ie stillen Abend stunden, wie schnell find sie verschwunden in häuslich freher Rub'! Nun fenkt die Nacht sich nieder und drückt uns alle wieder mit fanfter Hand die Augen zu. Mel. So fliehen unsre Tage unter Dela wacht, der troßt mit uner schrecknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Ilmringt von stiller Finsterniß sing' ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß mich dein Auge sieht. 3. Der Tag ist schnell das hingecilt, und deine Baterhand hat mir viel Gutes jugetheilt, viel Böses abges wandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun *** 432 Gesinnung und Verhalten des Christen ein neuer Schritt zur Ewig Feit gethan, 5. Du, Herr, wirst auch 3. Gib nun bis zum fro nech immerbar mein guter hen Morgen meinem Leibe Bater seyn und jeßt und sanfte Ruh'! Durch dich auch bei grauem Haar mich schlaf' ich ohne Sorgen; fegnen und erfreu'n. wenn ich schlafe, machest du. 6. Dech dir befehl' ich Leib und Seel' befehl ich dir, meine Zeit. Jd leb' in die walte gnädig über mir! Sei ser Welt, o Vater der Barm auch du der Gott der Meiherugkeit, so lang es dir nen, zähl' sie alle zu den gefällt. Deinen! 7. Ich trau' auf dich und zittre nicht; Ezin lnfall wird sich nahn: du wa ft ja meine Zuversicht von meiner Ju gend an. 8. Ich fchließ' auch jetzt in dunkier Nacht getreft die Augen zu; ich fürchte keine ird'sche Macht: du sicherst meine Ruh'! wachte, dir im Namen Jesu brachte. 4. Laß uns doch kein banges Strecken, Räuber nicht, nicht Feuersgiut plößlich aus dam Schlummer wecken, halt uns fest in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im fichern Schlafe dreht, oder laß uns, wenn wir sterben, deines Himmels Freuden erben! Mel. Werde munter, mein( 523 im alten Gesangbuche.) Mel. Freu dich sehr, o meine 580. Nuf, e Seele, fei noch munter! Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter; ab feine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, mande Freude mir gewährt, ver Gefahren mich beschüßet, mich in Schwachheit unter: stüßet. 2. Stets verehrt und hechgepriesen feist du, treuer Geit, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ich's gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, 2. Jeßt entschlaf' ich, auf zuwachen noch für Tage diefer Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der. Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von das ich heut', als ich er: Bürden frei, von den Lasten dieser 581. Gink ich einft in jenen Schlum: mer, aus dem keiner mehr erwacht, geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesruh, in deine Nacht: o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein, wall' ich hin zu deren Hütten, die, nun glück. lich, hier auch stritten. zu besondern Zeiten. dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gern laß einst den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint: wenn mit nicht erhörtem Flehen, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, sei mein hoff: nungsvolles Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß mich ihn gen Himmel weisen! Mel. Wo Gott zum Haus 582. jeh im Abend. rethe schön, Herr, deine Sonne untergehn. Noch untergehend freut ihr Glanz: erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Ben einer halben Welt nimmt sie den Gegen mit, und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, ent: weicht dem Dank, den man ihm weint. 433 Mergenlieder und dir nun weihn. dlum. 6. So gehn auch wir der. einft, erwacht rem mer unfrer letten Nacht, schließt hier sich unser Lebenslauf, zu einer höhern Wall. fahrt auf. 3. Sie sinkt; ich blick ge rührt ihr nach; nicht mehr ist jetzt mein Aug zu schwach. So scheucht zu starker Glanz zurück; bescheibne Tugend stärkt den Blick. 2. Wie ist die Welt so stil le, und in der Tammrung Hülle so feierlich und hold; gleich einer filen Kammer, wo ihr des Lebens Sammer verslafen und vergessen sollt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichts Vergânglichs bauen, dem Eitlen nie uns weihn! Lof uns nur weise werden und ver dir hier auf Erden ven herjen fromm und fröhlich seyn! 4. Wollst entlid chne Grämen aus dieser Welt uns nehmen, durch einen sanften Sed; und wann du uns geremmen, so laß uns ju dir kenmen, du lieber, treuer, frommer Gott! 5. Co legt euch denn, ihr Glieder, in Gettes Namen nieder, kalt, ist der Abend. bauch. Ee Mel. In allen meinen Thaten 583. Der Mond ist auf. gegangen; die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und flar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiefen steiget der weiße Siebel wunderbar. 4. Versunken ist sie: fo versinkt, sobald, Herr, dei ne Weisheit winkt, auch unsre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht. 5. Sie fant und fleh von und, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jetzt sich ihrer Ankunft freun, 434 Gesinnung und Verhalten des Christen hauch. Verschon uns, Gett, GOTT wir nennen, dem das mit Strafen und laß uns Weltall eigen ist! Seligkeit ruhig schlafen und unsre ists, dich zu kennen, der du Franken Brüder auch! Uller Vater bist. Unter gestirntem Himmel. Mel. Nicht um Reichthum. 584. infam bin ich; tiefe Stille herrscht um mich in der Natur! Unter einer dunklen Hülle liegt der Farbenschmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufgethan vor meinen Blicken hat sich die llnendlichkeit. 5. Deine ältre Offenba. rung liegt ießt aufgeschlagen da; und im Lande der Erfahrung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte die sen Bogen, und der Sterne Kreis bewegt, hast den Puls auch aufgezogen, der in meinen Adern schlägt; 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt; diesen Geist der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt; in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeift, dich, bei seiner heil'gen Feier, frei vom Staub der Erde, preist. 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! Heil'ge Schauer fas sen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ihre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Grenzen, wo sich keine Welt mehr dreht, keine Sonnenstrahlen glänzen, und kein Lebensodem weht? 3. Wie viel Millionen Le ben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! und wer ists, der stets sie alle liebend, fegnerd über schaut? Wer, der seines Tempels Halle ins Unend liche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen? hier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenügen; und fein Name heißt: 3 bin. Ja, du bist, den Schöpfung liegt. 7. O dies Sehnen, o dies Streben, dieser hohe Lebenssinn bürgt mir ein unendlich Leben, führt mich zur Bollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmach. ten in der tiefsten Dunkelheit; wird von Licht nach Lichte trachten in der Uner. meßlichkeit. 8. Ist mein Leben hier verronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sennen mir den Stufengang hinan. Ich steig auf zum Quell der Strah. len, ihn zu schau'n, der nie versiegt, we vor mir in ties fen Thalen dann der Welten Im zu besondern Zeiten. Im Frühling. Mel. Allein Gott in der Höh' 585. Nob sei Gott, der den Frühling fchafft, Gott, der den ErdEreis schmücket! Preis sei ihm, Ehr, Stärk' und Kraft, der, was er scuf, beglücket! Der Herr erschafft; der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! 435 macheft Hagel, Thau und Wind, die deiner 20mocht Beten sind, zu unsrer Freude, Quellen. 6. Selbst, wann von Donnerflurm bedräut, erschrockne Länder zittern, strömt tärkung, Segen, Frud tbarkeit aus Nacht und Ungewittern, dann bricht die Sonne neu hervor, und alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 7. Ben dir kommt, was uns hier erfreut, du BrunnDort quell aller Gaben. wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir erges ben und einst dir, als Chris sten, freudig flerben! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines/ Lebens. 3. Der Erde Untlig ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt vom Mel. Gott, der du die Menschen sich freudigen Getümmel. Mit 586. Söher hebt Wohlgefallen sdh aut herab, Gottes Senne, dec Ullen Seyn und Leben länger firahlt uns nun ihr gab, auf seiner Schöpfung Werke. Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Echau, der Frühling senkt fich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Natur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis ihn fröhlich, mein Gefang! . 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt, alle feine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich finge dir: denn du bist, wo ich bin, bei mir mit 2llmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken 2. Munter zu der Arbeit in das Land und stilst den wallet nun der Landmann Durst der Erde, daß mit hin aufs Geld, und fein froden Gaben deiner Hand der hes Loblied schaller laut emMensch gesegnet werde. Du per zum Herrn der Welt. € 2 Fr Gefinnung und Verhalten des Christen 436 Er vertraut die Gaat der Erbe, ehrt durch fremme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde; bringt soon Hoffnungsvoll ihm Dank. Preis auch du ihn, mein Gesang! 3. Glänzend und im FeierEleide prangt die blüthen. reiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preift den Schöpfer der Natur, ter den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh', der ihr Samen gibt, wenn sie weltend end lich niedersinket. Bring auch bu ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Ge fang! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie fonell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht entfliehn. Aber, Gott, vor dei nem Throne wird ein ew'ger Frühling seyn; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. dich preise mein Gefang! Gott, 5. mein Gott, sei Lob und Dank! Ewig preist dich mein Ge. sang! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 587. Der Erde Reize find erneut. Auf Bergen, wie im Thal, ist Freud' an Freude hingestreut und Sönheit überall. 2. Belebend ist der Wisse Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blumen blühn im Garten der Natur! 3. Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und, oben ausgespannt, wie strahlt der bloue Himmelsraum: ein unbekanntes Land! 4. Blick hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was unnennbar ist; wie sön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugendhaften, nur dem Menschenfreunde lacht die schöne herr. liche Natur in aller ihrer Pracht. Alle Herrlichkeit der 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern Erbe ist nur Schimmer von die Brüderhand; naht dann dem Licht, das ich ewig der Tod, so geht mit Muth schauen werde dort oor Got ins unbekannte Land! tes Ungesicht. Auch das 7. Macht diese Erde schon freudenreichste Leben hier auf so soon entfernter Sonnen. Erden ist nur Tod gegen je: net, das mit Gott dort ver heißen hat zu geben. Dir, Schein; o Gott, wie wird in jenen Höhn der Gel'gen Wohnung seyn! zu besondern Zeiten. 437 dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! Im Sommer. el. Wie wohl ist mir, o 588. t um mich Mel. Wer nur den lieben her ist Alles 589. gütiger dir will ich fingen Freude; verschönt ist, So. Ffer, deine Welt! Es prangt auf jeder segenzeichen Flur; in einem Feierkleide Gebirg bir meine Dankgefüble brinund Thal und Wald und gen im großen Tempel der Vom Ausgang bis Feld! Wie heilig wird mir Natur. jede Stätte! Behin ich seh, zum Niedergang ersihalle, nohin ich trete, bist du mir Gott, dein Lobgefang! nah, und fühl ich dich; wobin ich schau, auf allen Fius ren, in allen deinen Krea: tuten, trblick ich, Welters halter, tich. 2. Du bist der Geber aller Freude, des Gegens Schö pfer bist du, Gott! Den Heer. den gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschüßt, gepflegt durch dich, frent Alles, was da lebet, sich. 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebe voll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Som. mers ernste Pracht. Zum vollen fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueber flusse, o Gott, was lebet, Speis' und Trank. Gebirge geben, Thiler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; und Ulte jauchzen froh bir Dank. 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern onne, und allen Wesen neue Luft. Verjüngt durch ihren milden Strahl, jauchit Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träu. felt Segen herab mit jedem Gott, wie Morgenthau. erfrischt dein fanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Uu! Der Bach, der aus 3. Beit um mich her ist Alles Freude; o freu auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Bein dem Berge quillt, erquickt Segen reifet auch für mich. den Wandrer und das Wild. Hoch müsse dessen Lob er: schallen, der mir so wohl that, Allen, Allen so wohl thut, der ſo freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre; dir, Gott, sei Preis, 5. Da stehn die Beugen beiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, ju Gesinnung und Verhalten des Christen Im Herbst. Mel. Himmel kam 6. Auch du frohlocke, mei. 591. eärntet ist ✔ ne Seele, und rühme deines Schhofers Macht! Dein lau: ter Lobgesang erzähle, wie herrlich Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erfball ihm Ehre, Preis und Dank! 438 zu dir empor aus aller We sen frohem Chor. der Felder Saat. Vom Herrn der Zeit geru fen, naht der Herbst mit ſeiz ner Fülle sich und nähret und erfreut auch mich. 2. Der segenreiche Garten prangt mit vollen Zweigen und verlangt, von seiner Frucht befreit zu seyn, um Mel. Herzliebster Jesu 590. Soweit nur Men. Gottes Menschen zu erfreun. deine Welt bewohnen, bist du, der Ba ter aller Nationen, die 3 flucht aller, die auf Land und Meeren dein Heit begehren. 3. Der Sänger in den Lüf ten schweigt, der hin in ferne Lande fleugt, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen Hüs geln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg auf Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. 2. Du blickt hernieder und die Fluren lachen; du wäs ferst sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll; du forgest für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Furchen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Getreide ju unsrer Freude. 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden, und schaffet, daß sie froh ge: sättigt werden. Dem Schnitter rausht der vollen Felder Gegen jur Nernt' entgegen. 5. Und Dank und Freud' und Jubel jauhit aus Ullen, und Hain und Uuen und Gefild erschallen vom fauten, dir frohlockenden Getim mel, bis in den Himmel. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! das Kind, der Jüngling, Mann und Greis sei fröhlich, ihm jum Ruhm und Preis! 6. Auch wenn du alterft, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine seg: nende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlanat, umsonst nicht sucht. 8. So blüh' und reife in der zu besondern Zeiten. der Zeit zu größerer Vollkom. menheit! Still keimt der Tu gend Saat hervor und reift zur reichen ernt' empor. 439 4. Wie sind nicht unsre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorroth, uns zu laben! Durch deine Vorsicht mußt', o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Bieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut, und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. Lobsinget Gott, er 592. rüb, mit umwölk wieder. tem Angesicht, geht schon die Sonne nieder; und spät erscheint ihr schwä cher Licht am trüben Himmel Die schönste Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder. Die legte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 5. Mie jeßt das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schüßt, die Müden mächtig an dem unterstüßt, die Grabe wanken. Gebeugt vom Alter, werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend, danken. 2. Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Gegen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh' ent gegen. Die Vögel, die dem Froft entfliehn, beginnen schon daher zu ziehn weit 6. Wohl Allen, die sich ih. über Land und Meere. Gott rer Pflicht von ganzem Hernimmt der Wandernden sich zen weihen! Sie werden ihre an, bezeichnet ihnen ihre Jugend nicht im Alter einst der Bahn, und sättigt ihre Heere. bereuen. Wohl dem, redlich sich bemüht, weil seis ner Jahre Kraft noch blüht, selbst versorgen. Ja, seiner der Tugend Frucht zu traHuld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicher: heit des Herbstes rauhe Jahreszeit beginnen und vollenden. Die Erde ruht; doch er gewährt voll Liebe das, 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter gen! Ihm wird das Ulter Jugend seyn, und dankbar wird er sich noch freun in seinen letzten Tagen! Im Winter. Mel. Vom Himmel kam was uns ernährt, mit våter. 593. Nicht für der Fel. lichen Händen. der Segen nur, auch 440 Gefinnung und Berhalten des Christen auch für den Schlummer der 9. Durch alle Zeiten, Ba Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Bater, dir. 2. Zwar liegt ihr grüner Somuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm verMel. Auf, Christenmensch heert; ein weites, weißes 594. Verschwunden ist Grabgewand deckt Berge, der Erde Pracht; Hügel, Thal und Land. nur Schnee bedeckt die Fel: 3. Doch hegt die Erde, still und groß, die zarte Saat in ihrem Schooß, die sio im Frühling segensvoll entwik kein und uns nähren soll. der. Der Wintersturm durchbrauft mit Macht Gebirge Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungsfäfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben; mich schüßt mein Dach, mich wärmt mein Kleid, und Bred erhällt mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich sanfter Ruhe freun. 3. So hats der arme Bru. der nicht, dem Brod und Kleidung fehlen; er, dem das Nöthige gebricht, den Frost und Hunger quälen. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Reim die Mutter mit verborgner Luft in ihrer zar: ten Kinder Brust. 5. So that, was Undre fegnen kann, der gute, der bescheibne Nann, sucht, wenn sein un nur Gott gefält, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doh wachsen soll der Tugend Saat; aufblühn, was er im Stillen that, ju reichen lernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm: auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott, so fürchterlich er immer droht. ter, sei dir, wer dich kind. lich ehrt, getreu! Laß jeden deinen Ruhm erhöhn und freubig deine Wege gehn! 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Bin. ters Tagen dir, der du so väterlich uns trägt, une fät. tigeft, erwärmst und pflegst! 4. Ozaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zuzueilen! Füht feinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! er feines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille Elagen, da Wärm' und Nahrung zu besondern Zeiten. 441 in diesen genfluth ihr zum Verderben Lohfinge, werde! rung dich erquickt rauhen Tagen. frohes Herz, in mir, und opfere Gott Dank dafür! 4. Wir traun auf dich, e großer Gott; du, du wirst Du Pennst 6. Sieh nicht auf das, was gnädig walten. dir noch fehlt und mancher am besten unsre Noth, bast Ja, mehr besiget; nein, auf die lange hausgehalten. Noth, die Undre quâlt, auf Herr, du wirst zu deinem Gett, der dich beschüget! Uch Bater, lindre jeden Schmerz, und gib mir ein mitleidig Herz! Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dies Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen Wernte. Mel. Wie groß ist des 596. Mir alle, men. 3ur Saateze it. schenvater, Mel. Allein Gott in der Höh 595, 3 baut o Gott, auf dein Ge bringen dir unsern feierlichheiß der Menschen Hand die sten Dank, und unfre fro Erde, voll froher Hoffnung, hen Herzen singen die ihren daß ihr Fleiß von dir geseg: lauten Preisgefang! Ge net werde. Auf dein Ver- Erönt hast du mit deiner sprechen trauen fie: du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang du lebeft, effen. 2. Dies Wort traf, Herr, 2. Du schenktest Sonnennoch immer ein. Gib ießt schein und Regen für jede auch deinen Gegen, daß Frucht zu rechter Beit, und Saat und Pflanzen wohl gabst Gedeiben, Kraft und gebeihn; gib Sonnenschein Segen dem Samen, den und Regen! der Landmann wir ausgestreut. Wie prang. baut umsonft das Land, te nicht im Feterkleide das wenn, Bater, deine All volle ährenreiche Feld! Wie machtshand nicht seine Ar- schlug von Hoffnung und beit fegnet. von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! Milde rings um tms her das ganze Land; dein Segen floß auf die Gefilde aus reicher, väterlicher Hand. 3. Drum kröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach 3. O welchen Reichthum deiner Güte, und wenn die deiner Gaben hast du mit Ausfaat dann gedeiht: U liebevoller Hand, uns zu er. vater, so verhüte, daß Käl nähren und zu laben, von te nicht, nicht Sonnenglut, neuem uns herabgesandt! nicht Hagelschlag, noch Re- Für Millionen deiner Kin der 442 Gesinnung und Verhalten des Christen der ist jetzt ein voller Eisch und Preis und Dank ihm bereit; du nährst den From bringen für alle milde Gamen, nährst den Sünder ben, die wir geärntet haben! und Alles wird durch dich erfreut. 2. Uus seinem Leberflusse zum freudigen Genusse hat er uns, was jum Leben uns nöthig ist, gegeben. 4 er tann die Gite'ganz ermessen, die weiter als die Wolken reicht? Wer kann sie unbankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimin deiner Kinder Freu denzähren, nimm an, Ull vate. unfern Dank!, Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgefang. 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäet haben, so reichlich wieder gaben! 5. Preis fei dir, unserm Netter! Es drohten Sturm und Wetter Verderben unfern Saaten. Dank dir: Sie sind gerathen. 6. Uns reiften süße Früch.. te im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Here, Preiß sei dir gegeben! 7. Du liefest froh uns ärnten. daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns den Armen mit milbem Sinn erbarmen! 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu ver fchwenden, empfingen wirs aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dank bar feyn; so gütig, wie du dich bewiesen, soll jeder der Beglückten seyn. 6. Drum freu' den Armen auch der Segen, den deine Hand und reichlich gab; wir wollen seiner liebreich pfle: gen; wir trocknen seine Thrä: nen ab! Er dank' auch heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohlgefallen, fo viel, o Gott, an uns gethan! Mel. Wach auf, mein Herz 597. Rommt, laßt uns 8. Wenn wir die gern er. quicken, die Sorg' und Mangel drücken: so wirst du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben. 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken und ewig sie be. Gott lobsingen glücken. Bei zu besondern Zeiten. 443 Bei sparsamer ernte. wirst du in Noth und TheuMel. Was Gott thut, das ist rung und gewähren, wenn 598. Preist, Christen, wir dich bindlich ehren. 6. Wir beten demuthsvoll heit, preist Gott den Herrn dich an, der Alles weislich der Wernte, daß sich nicht füget, des Vorsicht niemals ganz die Fruchtbarkeit von irren kann, deß Wohlthun unfrer.Flur entfernte! Noch niemals trüget. Kroh danstets erhält er seine Welt; ken wir, Erhalter dir, und was nöthig ist zum Leben, preifen deine Güte mit gnüg. wird er uns allen geben. samem Gemüthe. Flehn um Regen. 2. Er ist der Herr; in seiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Menschen Mühe baut das Land: Gott 599. Gott Macht und Gü Mel. Komm, o komm du ven großer gibt, daß sie gelinget! Von ihm allein kommt das Ge. te, deine Hülfe suchen mir; deihn; nur er, er läßt die mit geängstetem Gemüthe Saaten blühn, reifen und schauen wir empor ju dir, gerathen. Herr, du weißt, was uns gebricht: verlaß, verlaß uns nicht! 3. Was trauern wir? Er forgt ja toch, Gott sorgt für unser Leben. D last uns 2. Ach, dem todten dür. felbst beim Mangel noch ihm ren Sande gleichet bald Ruhm und Ehre geben! Herr, unser Land; und vercom Sonnenbrande Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern, laßt ihm zum welkt die Frucht, die kraft. Wohlgefallen ein frohes Lied voll stand. Schrecklich droht erschallen! uns ihr Berlust; Sorgenagt an unsrer Brust. 3. D erhalt senkt 4. Wie manches segenreiche Jahr hat er uns schon uns deinen bescheret; wie gnädig uns Segen; laß uns wachsen unnoch immerbar von Jugend ser Brod! Ende bald durch auf ernähret! Ber felite nicht mit Zuversicht auf dich, Ulvater schauen, und deis ner Versicht trauen? milden Regen, unfre Augst und unsre Noth! Gott, wit trauen dir es u; was uns gut ist, schickest du. 5. Ja, Höchster, wir ver 4. Stärke du uns dies ehren dich in allen deinen Vertrauen; unier Bohl verWegen, und rauen under fäumst du nicht. Auf dich, änderlich auf deinen milben Gnadenveller, bauen wir Gegen. Auch unser Brod die feste Zuversicht: du, der helfen 444 Gesinnungen und Berhalten des Christen helfen will und kann, nimmst gewiß, dich unsrer an. Höchfter, stets vertraun, und fromm und weise leben, bis wir dich ewig schaun. Nah verliehenem Regen. Met. Kommt, kommt den Herrn 600. Sin in milder. Negen fintet er 601. quickend auf die dürre Flur; wie labt sie fi, wie trin- Land; Flehn um Sonnenschein. Mel. Mache dich, mein Geift Schmerz und Kladas ge füllt traurig tehn die ket ihn jest die schmachtende Früchte; hilft uns, Gott, Natur! Die sanften Strime kühlen die Lüfte weit umber, und die Beschöpfe fühlen sich nicht mehr trag und swer. Gott spricht: und Seufzer schweigen und Hiß' und Dürre fliehn, und fromme Lie der steigen empor und preisen ihn. nicht deine Hand, sind sie bald zu nichte. Zeig uns doch Gnade noch! Bater voll Erbarmen, hilf, ach, hilf uns Urmen! 2. Du regierst der Wol Fen Lauf und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, ſo hört er auf, und und bleibt dein Gegen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit star. fer Rechte unsers Kummers Nächte! 2: Mit Freud' im Angefichte beschaut der Landmann nun fein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Ver. forger feiner Welt. Wie wallen nun die Uehren, vom Mark der Erde voll, das das seine Menschen nähren, das fie erfreuen fall! Nuf, prei: fet Gottes Made! Er ists, der Regen schickt und lech: zende Gefilde voll Vaterhuld erquickt! 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht er quicke! quicke! Sich, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib ugs Brod und nach mancher Plage wieder Freubentage! 4. Preis und Ruhm sey dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die. schwere Zeit nicht am Her3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nahn, o laß uns zen schade! o laß uns zen schade! Dir, nur dir, nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn! Du sendest Chau und Regen, gibst milden Sonnenschein; wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben. Nach verliehenem Sonnenscein. el. Nun laßt uns Gott den du eilft, mit deinem Gegen uns Alle zu erfreun. Wir 602, Ertönt, ihr Freu. wollen dich erheben, dir, denlieder! Sie scheint zu besondern Zeiten. 445 scheint, fie fcheinet wieder! 2. Auch dich laß seine Wir sehn sie, welche Bonne! die lang verhüllte Sonne. Stimme rühren; ser ganz Empfindung, o mein Herz! 2. Uns drückten bange Den Dank, das Leb, die Sorgen an jedem neuen ihm gebühren, Morgen, so oft sich Wolfen kein unheil'ger Scherz! Auch thürmten und Regenwetter Donner rufen Gottes Kinstürmten. entweihe dern des Weltenvaters/ Sea gen ju; sie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 3. Berstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es fagts das Wetter; die Belt, die ganze Welt ist sein. The bebi? Elende, wollt ihr fliehen? Kem Ort schugt euch vor Ungst und Noth; nichts kann dem Mächt'gen euch Er kennt, er entziehen. straft euch; er ist GOTT. 3. Des Feldes Früchte fahen wir dem Verderben nahen. Was Thier' und Menschen nähret, schien ganz durch Fluch verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her. zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßtest unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder; doch du erhobst sie wieder. D Herr der milden Gonne, du fegnest uns mit Monne. 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. Mel. Lobt Gott, ihr Christen Ja, unser ganzes Leben fey 604. Der hohe Him.. ewig dir ergeben! mel dunfelt sid, ein Wetter Gettes braut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. 2. Du zurnest, wenn du bonnerst, nicht; ou bist der Nicht Menschen Freund. bläffer wird meie Ungesicht, wenn uns dein Blig erscheint. Beim Gewitter. Mel. Wie groß ist des Ullmächt'gen ( 549 im alten Gesangbuche.) 603. er mächtige der Herr der Götter, vor dem der Engel nicberfällt, Gott rebet bon, nernd aus dem Wetter und rufs voll Majestät der Welt. Unbetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wind estönt, es bębt die Flur, und Blige sagens Bliten wieder: Gett ist der Herrscher der Natur. 3. Dem Gunder nur, der dich nicht kennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Bater neunt, zeigst bu als Bater dich. 4. Uns Zegen ist der Son. ne light, uns Segen Tag und 446 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Du reinigft durch den Blig die Luft; dein Regen tränkt die Saat; es stärkt ein balfamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. Nacht; auch Gegen ist uns 4. Wie kräftig hebt sich das dein Gericht und deines Getreide, getränket durch Blitzes Pracht. den Regengus, und wie vergnügt betritt die Weide des Reubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so fanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 6. Las frei das Herz von Nergsten seyn, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht! Wir sind ja dein; du bist die Lieb', o Gott! 5. Herr, deine Güte sei erheben im Better, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blitz und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott ist des Höchsten Wille! Der Donner schweigt; 605. Mie gnädig Beim Jahreswechsel. Mel. Wer nur den lieben ( 525. im alten Gesangbuch.) 606. Des neuen Jahres die Blige fliehn; es fd midt in angenehmer Stille der erster Morgen Gonne Glanz, das frische bricht, meine Seele, für Grün. O du mein Geist, nun opfre Dank! Erhebe deis nen Lobgesang! dich an; ermuntre dich zu edlern Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schönrer Tag. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt, und dich so gern auf seine Pfade mit treuen Vaterhänden lenkt? Was ist es anders, als Geduld, als Nachsicht gegen deine Schuld? 2. Ja, preise freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies, den Welten: herrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Bligen ihre Strahlen lenkt, und gnädig seines Volks gedenkt! 3. Nimm mit Bewun drung seiner Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe 3. So nutz' auch dieses stellt sich auch hier ihr Scou- Jahres Tage, als Tage dei. plag dar. Zum Beslen jeder ner Prüfungszeit, daß kei. Kreatur bemerkt man ihres ner dich vor Gott verklage, Gegens pur taß keiner dich im Tode reut: zu besondern Zeiten. 447 reut: Gott fodert, dem denk Freudigkeit dein hobes Lob immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. verbreiten! Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank 4. Ermuntre dich zu dei- ichs, Gott, daß ich noch nen Pflichten, fei zu den bin? Nur deiner Gnad' und schwersten auch gefaßt: sie Güte. gern und millig zu verrichten, suc dir den Muth, be sieg die Laft! Schnell flieben deine Tage hin; ach, unbe: nugt laß sie nicht fliehn! 5. Gebrauch), o Christ, dies Pilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn, zur Tugend hat ers dir gegeben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie reidet dir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigkeit. 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und dei. ner Brüder Glück, so siehst du einft auf dieses Leben mit ruhig heitrem Blick zurück; du sagst,& weiche Wenne! dann: ich habe meine Pflicht gethan; 2. Dich, Ewiger, dich bät ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechfel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blüben und vergehn durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und bleis best. 3. Herr, ewig währet dei ne Treu', mit Huld uns zu begegnen; und jeden Mergen wird fie neu, mit Wohl thun uns zu fegnen. Ich kenne feinen Augenblick, da nicht von dir flets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du host auch im verfloßnen Jahr mich väterlich geleitet; und wonn mein Herz voll Corgen war, mir Hülf' und Troft bereitet. Von ganzer Eeele preif' ich dich; aufs neue, Gett, ers geb ich mich gang deiner meis sen Führung. 7. Und segneft noch an Gottes Throne dies Jahr als eine Zeit der Saat, nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Chrik, halt aus in deinem Streit; du kämpfest für die Ewigkeit. 5. Bergib mir alle meine Schuld von den verfießnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre le. Mel. Es ist das Heil uns ( 526 im alten Gesangbuch) 607. u, Gott, du bist benslang mich thun nach deider Herr der nem Wohlgefallen! Zeit und auch der Ewigkeis 6. Gib neue Luft und neue ten. Laß mich auch jest mit Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! 448 Gesinnung und Verhalten des Christen wandeln! Laß mich, Herr, Fried' und Ruh', für jede stets gewissenhaft mit mir That, die uns dur dich und andern handeln! Dein gelungen! Geist belebe Herz und Muth, didy, e du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt, zu lieben! 7. Die Welt vergeht: dies reize mich, die Luft der Welt zu fliehen; um beßre Freuden müsse sich mein Geist mit Erast bemühen! Den En geln bin ich ja verwandt, im jimmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 3. Laß auch dies Jahr ge segnet seyn, das du uns neu gegeben! Berleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schüBest und, und du vermehrst der Menschen Glück, wann sie zuerst nach deinem Reiche streben. 8. Olehre selbst mich, meis ne Zeit recht weislich auszu faufen; laß mich die Bahn 4 Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Dod schadet mir das Glück der Welt: so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein jur Ewigkeit mit heil'ger Vor- Herz, und laß mich nicht sicht laufen! Der Tage Last in Neth und Schmer; die erleichtre mir, bis meine Glücklichern beneiben. Ruhe einst bei dir kein Wechfel weiter störet! Mel, Ullein Gott in der Höh ( 527 im alten Gesangbuche.) 608. o ott ruft Sonn' schafft den Mond, das Jahr darnach zu iheilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Bett der Macht, Ruhm, Preis und Ehr ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war, ven bankerfüllten Zungen sei dir für das Mei. Schwing dich auf verflosne Jahr ein heilig Sied 60g. Ewig und unwan: gesungen; für Leben, Wehldelbar, Gett 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaß, nen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder der guten That, und laß dich und Gett, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuh. le throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; dağ Treu' und Liebe bei uns sei: dies, lie. ber Vater, dies verleih' in Christo, deinem Schne! fahrt, Treft und Roth, für ist deine Gnade, und von dir strömt zu besondern Zeiten. 449 strömt immerdar Heil auf groß sind unsre Pflichten: unfre Pfade. Tag und Jah- lehr uns für die Ewigkeit re ändern sich und wir selbst unser Best verrichten! Jede veralten: doch du bleibest, gute fromme That laß uns und durch dich werden wir wohl gelingen! Frucht laß erhalten. jede Tugendfaat für den Himmel bringen! 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Baterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du Le: benskraft und Wonne; du verbreitest fanfte Rub' mit der Abendsonne. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 610. Gott mit allen ſeinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens hin; aber auch mit seinen Leiden schwand dies Jahr; und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor so mangem man, chem Grabe führtest du verüber mich. Im Genuß der hohen Babe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, prete dich für alle Leiden. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet ha: ben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Gegens Ga ben. Hüll' und Fülle, Trank und Brod hast du mild gewähret, und in Wohlthat felbst die Noth die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner ¤macht Hand liebevoll gelei: tet; daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück ver breitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelungen: Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir ge fungen! 3. Ja, auch für die trüs ben Stunden meines Lebens dank ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden, und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvolen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Uebung ist das Erden5. Freudig, Vater, tre leben, Bildung für die begre Meinen Wünschen, ten wir in dies Jahr des Le. Welt. bens. Wann, o Berr, ver: meinem Streben ist ein höh traute dir unser Herz verge res Ziel gestellt: ringen ſoll bens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dies soll mich Weisheit lehren! Jeder Thropfen meiner Zeit, ohne jezus strömt ins rückzukehren 6. Flüchtig ist die edle Zeit; Meer 450 Gesinnung und Verhalten des Christen Meer der Ewigkeit! Nichts Weß war die Kraft? Wer tann Beitverlust erseßen: laß gab Gedeihn? Dir, Herr, den Wert der Zeit mich gebührt der Ruhm allein. schägen! 4. Doch oft verleßten wir 6. Laß auch dieses Jahr die Pflicht; oft fehlten wir des Lebens nüßen mich zur und merttens nicht. Nimm Besserung; es verfließe nicht an, Erbarmer, unsre Keu'; vergebens für des Geistes um Christi willen sprich uns Heiligung! Laß mich, Gott, frei! nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Ulles, Herr, ist dei ne Gabe! Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, gelobe Treue heute dir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! auf der Tugend heil': gen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil dem Vaterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! Mel. O Jesu Christ, meins 611. Unwiederbringlich 612. Nun ist das alte Jahr entflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott den Herrn! Er half bisher und hilft se gern. schnell entfliehn die Tage, die uns Gett verliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie man ches ist bereits entflohn! 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du haft die Stunden zugezählt, die legte weislich uns verhehlt. 6. Du gibst, uns länger zu erziehn. uns Tage, Monden, Jahre hin; doch an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechenschaft. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thöricht, hat umsonst gelebt. Mel. Vom Himmel kam 2. Dank fei dir, ewig treuer( Sott, für deinen Bei stand in der Noth, für tau: send Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 2. Wie mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, sant, eh wird dachten, schnell dahin; nun deckt des Grabes Hugel ihn. 3. Dank dir, wenn jetzt 3. O Sauplaß der Ver.voll Freudigkeit das Herz gånglichkeit! O schnelle Flucht fich mancher That erfreut! der Lebenszeit! Wie thoricht ist, zu besondern Zeiten. 451 ist, wer immer fest sich auf Mel. Wach auf, mein Herz das nächste Jahr verläßt! 4. Dec, bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll; dann fliehe meine Zeit dahin: sie bringt doch herrlichen Gewinn. 5. Auch komm ich durch die Flucht der Zeit dir näher, Himmelsfeligkeit! Gottlob, des Lebens lingemach folgt mir nicht in den Himmel nach. 6. Im Staube beug ich mich vor dir. Bis hieber haft du, Höchfter, mir mit liebevoller Vaterhand mehr, als ich werth bin, jugewandt. 7. Sieb ferner, Gott, mit Freundesblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth, und gib uns unser täglich Brod! 8. Bebüt uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe teiner Seuche Wuth, kein zehrend Feuer, keine Fluth! 613. Mit Freuden last und treten vor Gott, ihn anzubeten; vor der unserm Leben Gott, bisher hat Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger wan dern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen. 4. Doch du bist vell Era barmen, und wirft mit Vas terarmen in Nöthen und Ge. fahren uns schüßen und bes wahren. 5. Erhalter unfers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschü Best, mit Kraft uns unters stüßest! 6. Leb dir, o Gott, dem Kreuen, durch den wir uns erfreuen; Lob deinen Vaterhänden, die so viel Noth abwenden! 9. Entferne jeden Un- 7. Hör ferner unser Fleglücksfall! Gib Heil und hen, und eil' uns berzusteWohlfahrt überall; und, hen! Gib Mässigung in Freubricht ein Kreuz von dir den, Geduld und Trest im herein, so laß es uns er: träglich seyn! Leiden! 10. Ja, segn' uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann jur Herrlichkeit! Da fagen wir dir ewig Dank; da preist dich höhrer Lobge. ( ang! 8. Gib uns und allen des nen, die sich den Herzen seh. nen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen! 9. Herr, wehre du den Kriegen; laß Menschenliebe 12 fiegen; 452 Gesinnung und Verhalten des Chriften siegen; und wo nur Thrä- Ultäre, Fein Feind zertrat nen fließen, sich deinen Trost dein Heiligthum. Noch sin. ergießen! gen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Tou: fe, Abendmahl und Wort pflangt sich auch hier die Kirs che fort. 10.Gib beinen milden Segen zu allen guten We gen; laß Großen, Herr, und Kleinen die, Gnadenson ne scheinen! 3. Doch, fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, ans Licht, nach unsern Ber. ten uns zu richten: Gott, 12. Hilfgnädig allen Kran- Richter! so bestehn wir nicht. ken, gib fröhliche Gedanken Du trugest uns mit viel den fummervollen Seelen, Geduld; wir aber häuften die sich mit Sorgen quälen! Schuld auf Schuld. 11. Sei der Verlaßnen Bater, der Irrenden Bera ther, der Unversorgten Gabe, der Armen Hülf' und Habe! 13. Vor allem, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe! 14. Das wolleft du uns geben: du Herr von un ferm Leben, fo gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie biss her noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gett, aufs neu' dir und der Tu gend ew'ge Treu'! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt, so wie, die deine Wege wal: len, zu freudenreicher Hoff nung weckt! Laß, wenn wir hier in Andacht flehn, uns Alle deine Gnade sehn! Beim 2nfang des Kir chenjahrs. Mel. Wer nur den lieben dein 614. Feft steht Bund, wie 6. Gib, daß dich forthin Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Ulle ehren, als dein geweihJahr und Jahrhunderte ver, tes Heiligthum! Einst führst gehen; doch deine Gut' ist täglich neu. Wie bringen heute, Vater, wir dir würdig unfern Dank dafür? du uns zu jenen Chören, wo deinem man, erfüllt von Ruhm, das Leben, das uns dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. 2. Kein Feind jerstört die Um ju besondern Zeiten.. 453 Um Geburtstage. Geift regierest: dies Alles, Mel. In allen meinen Thaten Bater, dank ich dir. 615. Die ir dank ich für 7. Was mir in diesem Le. mein Leben, ben noch nüßt, wirst du mir geben; du giebsts! Ich hoff auf dich. Dir Bater, die befehle ich Eintlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! Du Gott, der du mirs gegeben; ich danke dir dafür. haft von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezo gen; durch deine Güte bin ich hier. Mel. Mein Gott, das Herz 2. Du, Herr, hast mich bereitet; mich väterlich ge 616. u läßt den Tag leitet bis diesen Augenblick. mich wieder Du gabst mir frohe Eage, fehn, da ich, nach deinem und selbst der Leiden Plage Rath, o Gott, zu meinem Lebens verwandeltest du in mein Wohlergehn, des Glück. Bahn betrat. 3. Ich bin, Herr aller 2. Von ganzem Herzen Dinge, der Treu' viel zu ge- preis ich dich, daß mich dein ringe, mit der du mich be. Urm bis jetzt ganz unverdient wacht. Damit ich, Staub so väterlich gesegnet und be und Erde, auf ewig glück: schüßt. lich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 3. O! hätt' ich doch aus Dankbarkeit das nun bera floßne Jahr so dir und deinem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! wa 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, e Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 4. Beschämt,. Gott, fleh ich zu dir; vergib mir meine Schuld, und schaff ein reines Herz in mir, nach deiner Baterhuld! 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, 5. Hilf, daß ich in der lobsinget dir mein Geift! Er, Folgezeit, gerührt von deiden du mir geschenket, er ifts, der dein gedenket, und freudig dich, o Vater preist. ner Treu', voll inniger Erkenntlichkeit dir thätig danks bar sei! 6. Daß du mit Kraft mich rüftest und mir mein Leben frifteft: dies, Bater, dank ich dir. Daß bumid lieb reich führeft, mit deinem 6. Schnell fliehen meine Tage hin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin: dein Auge siehts allein. 7. Viel 454 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Bielleicht ist bald mein dem Müden einen Stab; er Ende da. Hilf, daß ich in freue sich des Guten weise, der Zeit, die mein noch ist, was er hier that, was er hier mit Sorgfalt ja schaff meine gab; dies sei ihm, wenn er Seligkeit! sterbend fällt, ein Führer zu der bessern Welt! 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag seyn. Für die Jugend.. Mel. Werde munter, mein 618. 11nfre Kindheit, unfre Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tu617. Der du den Men- gend, aber heilia muß ſie Die Lebensalter. Mel. Wer nur den lieben fchen schaffft und leitest, und huldreich ihn als Bater liebst, was ihn erfreut ihm mild bereitest, Heil thm in jedem Ul. ter gibit: es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis! seyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste muß sie scheuen, und die Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer teuschen Brust toben nie der Reue 2. Verleih dem Jungling Schmerzen, wohnet wahre Kraft und lehre ihn Mässi- Ruh' und Luft. Unbeherrsch: gung, wenn er sich freut; te Sinnlichkeit töbtet die gib Demuth auf der Bahn Zufriedenheit; sie vergiftet der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm draut! O laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung seyn! alle Freuden, und erzeuget bittre Leiden. 3. Dem Mann hilf wir ken; hilf ihm ringen, den Eigennuk, den Hang zur Raft, die lust der Welt, sich selbst bezwingen, und tragen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag sei nicht zu schwül, und immer vor ihm fei sein Ziel! 3. Reiner Sinn und Un= schuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Luft, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: sie nur Fönnen voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu fchauen. 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und willig 4. Erscheint sein Abend zu erfreun, liebenswürdig dann dem Greife, so gib und gefällig, aber nur durch Tugend zu besondern Zeiten. 455 Tugend seyn; offen offen ohne fließt ihm seine Zeit! Er Schmeichelei, stets beschei: fürchtet teiner Zukunft Pla den und doch frei, ohne Frechheit, stets bedachtig, im mer unsers Herzens mächtig! 5. Laß die Frechheit wil der Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Gott, Paläst' und Hütten stets der Tugend Wohnung seyn! Je der strebe, wer ein Christ, ge, ihn reut nicht die Ver. Er fä't den gangenheit. Gamen jeder Tugend, und freut sich seiner Aernie schon; die schöne Blüthe seiner Ju. gend verheißet ihm im Alter Lehn. Mel. Warum sollt' ich mich ( 497, im alten Gesangbuch) wessen Wunsch die Tugend 620 Sabe beine Lust, o Jugend, im ist, daß sein Haus und daß die Erde nur durd) Tugend schöner werde! Mel. Wie groß ist des 619. Mohl bem, mer gern an dem Herrn und dem Reiz der Tugend! Was dein schwaches Herz begehret, dein Verstand nicht ers fand, wird dir dann ge. währet. der feines Lebens Mergen nur seinem Herrn und Schöpfer weiht! Be schäftigt mit den edlen Sor gen der Ausfaat für die Ewigteit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes Lasters Reize fliehn; fein Herz wird 2. Echnell muß nicht vor. über rauschen diese Lust; deis ne Brust muß sie nicht vers tauschen gegen Lüfte dieser Erden, die dein Herz, vol ler Schmerz, bald vergiften werden. nur für Gott und Tugend, 3. Nicht erst, wann des für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. Alters Gorgen bich zerstreun, Jugend, nein, schon am früh. hen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien ihm gern, und dem Herrn dienst du nie vergebens. 2. Ven Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit festen Schritten immer weis ter und blickt getroft zu Gett hinan, besiegt durch fort gefestes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit Verführer, wenn sie ihn umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. 4. Glück, Gesundheit, langes Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sei nur bein Be. gehren; dann wird er eft schon mehr, wenn dirs nüßt, gewähren. 5. Auch in den gefunden Tagen laß nicht ab, in bas Grab 3. Wie thatenreich sind feine Tage! Wie schön ent 456 Gesinnung und Verhalten des Christen Ihr Grab einen Blick zu wagen. mich weislich fliehen. Suche fern von dem Ver. Beispiel, Herr, entferne derben, Seelenrub'; dann nicht mein Herz von dir und wirst du Himmelésegen er meiner Pflicht; ihr Spotten ben. und ihr Lachen foll nie mich esta To wankend machen! Für Jünglinge. sro 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meia ner Jugend Glanz und einft mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage seyn, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre! Mel. Ermuntre dich, mein 621. J ch trete vor bein Unaglicht, du Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kindlich Fleben nicht um Weisheit und um Tugend! O nimm dich meiner Schwachheit an, und mir Gefahren nahn: so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! wann Für 3nngfrauen. Mel. Gemuntre dich, mein 2. Mein Herz von Lastern 622. dh will in stiller zwar noch rein, doch jung zu und unerfahren, wird leicht dir mich, Gott, erheben! geblender durch den Bhein, Dir sei mein ganzes Herz ge und stürzt sich in Gefahren: o mache mich mir selbst be: kannt, und gib mir eis heit und Verstand, damit ich meine Wege unsträslich wandeln möge! weiht,.geweiht zum fremmen Leben! Gib du mir Kraft, fie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 3. 3pm Leichtsinn, der 2. Du bist mein Vater, das Herz verführt, das Bó: ich dein Kind: mein Heil ist, ſe zu erwäbien; zum Ehr dich zu lieben; ach, mache geiß, der den Stol gebiert, mich dir gleichgesinnt in dies Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Tried zum Caster nährt: laß nie ju diesen Sünden in mir si Neigung finden! allen meinen Trieben! Laß. meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel seyn, um, Bater, dir vor Ulen durch Unschuld zu gefallen! 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Neg zu ziehen, Verführer sich voll Urglist nahn; so laß 3. Vor eitler Selbstgefällichkeit bewahre meine Jugend! Mein Verzug sei Be. scheidenheit und meine Schön heit nahi zu besondern Zeiten. 457 heit Tugend! Gib mir den muth, Frömmigkeit, durch fanften stillen Geist, der dich frohen Sinn bei Häuslich. durch fromme Demuth preift, Eeit laß, Bater, mich auf glücklich den Nächsten liebt und ach Erden geliebt und tet, sich selbst zu bessern werden! trachtet! mei4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein 623. Stets Gefühl für Pflicht und ne Ruh' zerstören. Ein eit ler Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt; drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth Fleiden. 5. Wenn Umgang mir Berführung droht: so lehre mich, ihn meiden, und lenke flets mein Herz, o Gott, zu reinen edlen Freuden! Die Unschuld fei mein höchfter Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den jeder gern mir gönne, und Niemand lägern könne! Für das Ulter. Mel. Mein erst Geschäft warst du 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freund. schaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe fanft und rein, wie deiner Engel Umgang, seyn, daß nimmer unsre Geele Neid oder Urgwohn quäle! 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhöreft. Durch meine Buversicht, und bift es noch im verlaß auch nun Ulter; mis Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 2. Ich fühle die Beschwerlichkeit gebäufter Lebensjah. re, und steh am Randemeiner Zeit. Nah sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Bas tertreu', die mich bis hie: her brachte, mir wohl that und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! 4. O sei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', and, voll Vertraun zu dir, das Leben wohl vollende! 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen; wie sollte ich denn nicht von dir jegt auch die trüben nehmen? 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachheit mehr; verjüngt Unschuld Unschuld, Sanft ist dann mein Leben; dann werd 458 Gesinnung und Verhalten des Christen werd ich, Gott, dir Preis und Ehr' im Chor der Engel geben.. 3. War Menschenrath ver gebens, so kamst du, Herr des Lebens, und halfst und 8. Hilf, daß ich täglich mei- machtest Bahn. Did ließ nen Blick auf diesen Bechsel ich thun und rathen; denn lenke, und dies mir immer du thust greße Thaten und nähre Glück zu meinem Kroft nimmst dich unser huldreich bedenke! an. 9. So bleib ich in Zufrie: denheit auch bei des Uiters Schwäche, und harre, bis dein Wink gebeut, daß mei ne Hütte breche. Mel. In allen meinen Thaten 624. Du, Herr von meinen Togen, haft mich voll Hufd ge: tragen von meiner Jugend auf; auf allen meinen e gen umgab mich, Gott, dein Seegen; du lenktest meinen Lebenslauf. 4. Du willst in meinem ter mein Stab seyn, mein Erhalter, nach deiner Bater, treu'. Bin ich gleich schwach und müde: bei dir ist Trost und Friede; du stehst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden; wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freuden erwarten meine Seele da! 2 Ich hatt' oft große Gorgen; doch, wie ein heit: rer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab ichs stets erfahren: Der Herr weiß zu bewahren, und führt durch Finsterniß zum Licht. mich mit dir versöhnt. Bei allgemeinem Wohl stande. 6. Ich harre fromm und stille, bis, Herr, mein Gott, dein Bille mich nach dem Kampfe trönt. 2n meiner Laufbahn Ende sink ich in Jesu Hände; denn er hat Gesinnung und Verhalten des Christen unter besondern Umständen. liebe durchglüht, singt mit und dem Höchsten ein feierndes Lied! 625. 3 In eigener Melodie. um Himmel er: 2. Er läßt uns bewoh. hebe dich, Freunen ein glückliches Land; bedengesang! Hoch töne aus schirmt und erfreut es mit fröhlichem Herzen der Dank! wohlthät'ger Hand, fein Auf, Ulle, von Baterlands- Segen ergießt sich auf Alle herab; 4 unter besondern Umständen. 459 herab; und väterlich wen- Lande, wo Eintracht und det Gefahren er ab. nur Liebe sich Füßt! Ein jeder befördre, so viel er kann, des Vaterlands Beste, und freue sich dann! 3. Die Berge, mit Bäu men und Reben befeßt, die Uuen, mit schlängelnden Bächen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen sie immer an Früchten so schwer! 9. Gott, sei uns stets fördere du freundlich und das Werk unsrer Hände in Frieden und Rub'; fo leben wallen droben, o Vater, zu dir! 4. Es blühen Gewerbe wir giücklich, und und Künste im Land und von hier, zum Vaterland Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild wer: den hier Fleiß und Ver dienste belohnt; hier ist es, Mel. Uuf meinen lieben Gott wo Recht und Gerechtigkeit 626. 8 züchtigt beine Hand, o HöchIn allgemeiner Noth. wohnt. 5. Religion strahlt uns so ster, jegt das Land. Zu deis himmlisch, so mild. Da, nem Vaterherjen erhebt in wo uns nicht leuchtet die Furcht und Somerzen sich Sonne, ihr Bild, erhellt sie das Geschrei der Armen; ers und Erdenbewohnern den hör' es mit Erbarmen! Pfad und gibt uns Erleuch. tung, Erquickung und Kath. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Glück! Ein jeder bezeuge mit freudigem Blick: er schäße das Gute, dem Höchsten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 2. Du siehst des Landes Neth; sie kam auf dein Ge bot. Du kannst mit starken Baterland Händen sie lindern und auch enden. Ein Wert aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 7. llns bleibe das Chri: stenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Ge rechtigkeit jiere den fürstli. chen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten jum Lohn! 3. Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Ge richt bei allem, was wir dulden; denn groß sind unfre Schulden. Du füchtigst do noch minder, als wirs vers dient, wir Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedente denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; lağ 8. Wohl jedem, ders füh: tiefgebeugten Seelen nicht let, wie glücklich er ist im Trost und Hoffnung fehlen! 5. Ver. 460 5. Berkürze, quter Gott, die Dauer unfrer Noth, und, die voll Kummer flehen, laß 627. Menn wir in höchbald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! sten Nöthen Gesinnung und Verhalten des Christen In eigener Melodie. feyn und wissen nicht, 100 aus, noch ein, und finden weder Hülf' noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und ſpat; 2. Dann bleibt das unser Trost allein, daß wir uns deiner Hülfe freun; wir treuer fliehn zu dir, du Gott, du eing'ger Helfer in der Noth! 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in erwecken, unserm Schmerz und flehn und Redlichfromme stärken, dich um Begnadigung und 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefult, die Trübsal zu entfernen, ſo stark uns, daß wir lernen mit ehefurchts. vollem Schweigen vor dir uns Eindlich beugen! 7. Hetr deine Züchtigung leir uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schlummernden auf dein Gebot zu merken! unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa8. Wenn unser Herz dich gest du sie allen, die drum liebt: so wird, was uns be. bitten, zu, durch den, der trübt, uns doch zum Feil gedeihen und uns zuletzt er: freuen; es wird und deine Gnade ein Licht auf dunklem Pfade. unfer Mittler ist, durch unfern Heiland Jesum Christ. 5. Drum kommen WIT/ Here, unfer Gott, und kla. gen dir all' unsre Noth. Ach deine Vateraugen fehn, wie hülflos, Herr, wir ver dir stehn. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. Osprich zu unsrer Seele: Getrost! bich soll - kein Leiden von meiner Liebe sche den. 6. Nur du bist unsre 3abersicht! Bergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei und mach uns aller Plage frei! 7. Dann danken und lobfingen wir mit freudenvellem Herzen dir; gehorsam deinem theuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und bert. Sn 10. Um Schiuß von un ferm Lauf klärt einst fich Alles auf; dann wird die Aus sicht heiter; dann thränt tein Auge weiter; dann fin den unsre Herzen nur Won: ne nach den Schmerzen. unter besondern Umständen. 461 Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns,. Herr, bereit. wenn du 6. Frch werden wir dann rühmen müssen, uns wieder wehl gethan: Gett brach, nach uns ver: borgnen Schlüssen, zum Heil uns auch durch Noth die Du bleibeft unsre Zuversicht! Barmherziger, verlaß uns nicht! In Kriegszeiten. Mel, Wer nur den lieben. 628. sieht, o Gott, ein Kriegeswetter jetzt über unser Haupt einher. Doch, bist du unser Schuß und Retter: so schreckt uns keines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Bahn. Noth den Völkern und den Ländern droht. 3. Nigt blinder 3ufall herrscht auf Erden: Du bist es, der die Belt regiert. Laß icht die Menschen inne werden, daß deine Hand 2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn, und da, we andre trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, und Bater, jetzt zu dir. weil Menschenhülfe wenig Steb uns bei, Allliebender, nügt, wenn beine Herr der Welt, Allmächtiuns nicht besöüßt. ger! hör uns, rett uns aus der Sloth! Hilf; denn als lenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod. Macht 2. Ud des Krieges Flammen glühn! Oronung, Ruh' das Ruder führt. Du, Herr, und Segen fliehn. Keine bist unsre Zuversicht! Wir Hülfe sehen wir, kleine Hüls. traun auf dich; verlaß uns fe, als bei dir. nicht! Dent an uns in@nad" und Huld, nicht unfrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! Brand! 5. Du, der zu dem Meere spricht: Bis hieher und weiter nicht! Sprich, o Hech. fter, nur ein Wert, und die Schrecken fliehen fort; Fried' 5. Doch findet dein allwei- und Ordnung, Glück und ser Wille noch härtre Prü. Ruh' eilen uns von nexem fungen uns gut; so faff n zu. Unsre Zuflucht, Gott, wir in frommer Stille, vollZuversicht und Glauben, 4. Gibst du Frieden dann bist du! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und lehen um Barmherzigkeit! Sei unser Bater nnd erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschü: Be gnädig Stadt nnd Land vor Blutvergießen und vor Ja eigener Melodie. 629. 629. 11m Erbarmen fle. hen wir, Gott an 462 Gesinnung und Verhalten des Christen Herr, bebet unser Herz zugefchickt, allein allmächtig nicht mehr. Ach, wir alle steuern. beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch feuffen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! Mel. Wann mein Stündlein ( 558 im alten Gesangbuche.) 630. Hast du denn ganz 5. Es haben Langen, Spieß und Schwert, mit welchen Feinde drohten, schon oft in Sicheln sich verkehrt, sobald dein Wink gebeten. So mächtig bist du immer noch; ach so gebeut, so rede boch! Was du ſprichst, muß gedein schehen. 6. Vergib uns gnädig unfre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld; so laß auch nun dich finden! Uch dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh sie uns ganz verzehret! 7. Gib deiner Gnade theu. res Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, ven Ungst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regrere du selbst unfern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Ubfcheu fliehn und nur der Tugend leben! Wir las sen dich, Erbarmer, nicht, bis uns dein huldreich Ungeficht zum Gegen wieder ftrablet! o Herr, vor uns verborgen? Vernimmst du unsre Seuf. jer nicht; entgehn dir unsre Sergen? Uns drücket eine schwere Macht; Gott, wenn mcht deine Versicht wacht, so müssen wir verderben. 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefil. de, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Uch, aller Herz ist freudenleer und kei ne Ruh' erquickt. uns mehr; sie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht, und wächst mit jedem Tage. Sind wir ven kuriem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schüßen? 4. Du kannst es, du, er habner Cott. Es steht in 3ur Friedensfeier. deinen Händen, uns zu erretten, unire Noth zu un- Mel. Herr ott! dich loben wir ferm Bück zu wenden. Du 631. Zu Fanrft tem Elend, das uns cher, zu dir, 20drückt, daß dein Gericht uns gütiger, der Völkern still zu seyn u dir, Unendli unter besondern Umständen. 463 schlichtet und nun beigelegt! seyn gebot und Frieden Erd' und Himmel trägt, gefandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor fingt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hohen Lobgefang: Gelobt, gelobt fei Gott! der Weltbeherr, scher, Gott! der Weltbeglücker, Gott! der Friedens. geber, Gott! 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weggelegt; aus deinem Schooß des Friedens strömt uns sanfte Ruh' und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten an dich, Gett, der dies an uns gethan! 5. Laß ihn, laß ihn bestän 2. Wer ist an Majestät dig seyn, den Frieden, deß dir gleich! Un Güte und an wir uns jetzt freun; in seis Macht so reich! Du sprichst nem Schooße laß uns nun, ein Wort: der Himmel und spät noch unsre Nachwelt schweigt. Du sprichst ein ruhn! O segne, Gott, das Wort: der Erdkreis neigt Vaterland, den Fürsten, sich tief anbetend vor dir, segne jeden Stand! So lang Gott, und ehret fchweigend du uns noch wallen heißt im dein Gebot! Du siehest Pilgerthal, laß deinen Geist Völker sich entzwein, mit den treuen Führer Aller seyn! Schwert und Waffen sich Dann führ zur ew'gen Ruh' bedräun: die Waffen sinken uns ein! Amen! und der Streit wird still, wird Rah' und Einigkeit, Mel. Lobet den Herren, den ſobald, Herr, deine Rechte dräut, und Völkern still zu seyn gebeut. 3. Wie schreckend, wie verheerend war emporter Völker Zwist! Gefahr und Ungst und Noth und Tod härteste Jod, Tod umgab uns drehend; effen Baterland drückte. stand das Grab, und unsre 2. Bater, du weißt es, Brüder sanken hin, bei was wir von der Zwietracht Schaaren in das Grab da- erfuhren; grause Verhees hin; und Schmerz, der Mut terbergen brach, und blut'ge Thränen folgten nach. Gett, furchtbar war der Völker 3wift. Dank dir, Aagúti ger, er ist durch dich, der rungen sind noch die stauri. gen Spuren! Aber wie bell rinnt nun der Gegnungen Quell durch die verwusteten Fturen! 3. Hör, o Allgütiger, gnä big632. Nahet anbetend dem Gnädigen, nahet Beglückte! Singt ihm; er ists, der den Frieden vom Himmel uns fickte! Preiset thn hoch; weg ist das härteste Jod, das unser 464, Gefinnung und Verhalten des Christen dig das Jauchzen der Deis 4. Laß unsre Frucht gera: nen! Höre, Erretter, den then, uns wieder zu erfreun; Jubel der Großen und Klei. und allen unsern Saaten gib nen! Friede gabst du, Fries Wachsthum unb Gedeihn! de und sichere Rub', Freu mit milder Vaterhand gib de nach Klagen und Weinen. Wärme, Thau und Regen: 4. Dank dir, o Bater, so febrt dein reicher Segen und Ehre und Preis deinem zurück in unser Land. Namen! Sie sind erduldet, die Leiden die über- ans ta: men; fern ist die Noth. Gegnend erhalt uns, o Gott, In Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jefu will dem was du verliehen haft! Amen! 634. J Jø Herrn zu jeder Zeit vertrauen, und stets mein Heil auf diesen Felsen bauen; auch in den nächsten der Urmen, schrecklichsten Gefahren kann Beherrscher aller Welt, du er bewahren. Vater voll Erbarmen, der, 2. I will ihm trauen was da lebt, erhält, schau auch in Ungewittern, her auf unsre Noth; erbar- denen selbst der Erde Säume dich der Deinen; wir 2rmen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Bred. Dor 2. Erbarmender, ac wende der Zeiten schweren Lauf! thu deine milden Hände, uns zu versorgen, auf! Was iraend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr uns auch, schaff uns allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Erbarmen, Gefühl für andrer Schmerz, unt, zu erfreun die Armen, ein mitleidvol les Herz, damit sie mild ihr Brod trestlosen Brüdern bre. den und nicht gefühlles spre: chen: geht hin, es helf euch Gott! In Theurung. Mel. Von Gott will ich nicht 633. D u bester Troft len zittern, und da, wo, Bergen gleich, empôrte Wel. len zum Himmel schwellen. 3. Sei Alles Sturm und und Getümmel; Aufruhr Gett squf das Meer, den Erdkreis und den Himmel, Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das mug werden. 4. Zum wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herrscherwille, der Strom gehorcht, die Wogen sinken nieder und ruhen wieder. 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Abgrund offen ab und schon verzagt:, frohlocket dann und unter befondern Umständen. 466 und rufet: Gott ist Retter du burch deine Macht die im Sturm unt Better! wilde Fluth bezwungen! 6. So mögen denn Gefah- Verheerend brach sie los, ren mich umschweben und glich dem empörten Meer, Eisgebirge sich im Strome die Wellen rauschten schon heben, und furchtbar dro faßt über uns daher. hend jeben Damm erschüttern; ich will nicht zittern. am 7. Zu dir empor will ich Strome schauen unb das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, kannst stets und retten und bewahren in den Gefahren! Mel. Was mein Gott will 635. Wir ir sind in Roth; laß uns 9 Gott, die Fluch nicht über schwemmen! Nimm uns in Ache; wehr ihrer Macht! Du kannst die Bogen hem men. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht; gedenk an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Urm beschüßt, was kann die Fluch uns schaden! 2. Doch mitten in der Fluth bewieseft du Erbar. men und halfft uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst 3. Dies thatst du Mäch. tiger, der jeder Fluth gebie: ten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wüthen! Du schüßest, du erhälst, du hilfft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Ber wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben, und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was, Bater, dir gefällt? 2. Uch, hilf uns, Here, Allmästiger, um Jesu Christi willen! Ach du allein fannst und befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich; hilf väterlich; beschüß uns Out und Leben! Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wann wie in höchsten Dann wollen wir dir, ott, 637. ott, beffen Macht dafür Dank, Preis und Ehre geben. des Feuers Kraft zum Segen und Berderben schafft; mit welcher schreck. lichen Gewalt verwüstets, und wie leicht, wie bald! Stach überstandener Noth. Mer. Nun danfet alle Gott 636. b, Chr' und Dank sei dir, o großer Gett, gefungen, daß 2. Udh, manche Häuser hats verzehrt und manger Menschen Glück zerstört! Auch in 466 Gesinnung und Verhalten des Christen Auch dies hat deine Hand beflommen: doch mein Ver gethan; wir weinen, Herr, traun, mein Glaube foll und beten an. nicht wanken; ich will dir danken! 3. Wir weinen, und ver. ehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Übrigen ju schonen, auf. 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel' ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauhen Begen dem Heil entgegen. zu 4. Mit unsern Brüdern feuffen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hätflos, tröste die, die du gebeugt haft; fegne sie! Allwissender, gemäß gewesen 3. Wenn's nüglich mir und wenn es deiner Ehre, 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht: Betrübte zu erfreun, barmherzig durch die That zu seyn! wäre; du hättest lieber Glück mir jugewendet, als Noth gesendet. 4. Du sahfi vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben und sündlich leben. 5. Gott, wenn ich dies im Stillen überlege, fo preif ich dich und ehre deine Wege. Was hülf' es mir, die gange Welt zu erben, und zu vers derben? 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Neth. Ja, we fe, liebevoll und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß und deiner Baterhuld mit frommer 3uversicht vertraun, und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß unser ganzes Baterland vor Mangel, Seu chen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, ans allen, was uns heil fam ift! 6. Und viel des Guten ift mir noch geblieben, mein guter Name; Freunde, die mich lieben, und, Dank ſei dir, es ist mein gut Gewis sen mir nicht entriffen. 7. Wie sollt' ich nicht auf deine Güte schauen; nicht ruhig seyn und standhaft die vertrauen? Auch künftig wirst du, was zu meinem Leben mir noth ist, geben. Nach großem Verlust. Mel. Herzliebster Jesu 638. baft es mir gegeben und genommen; Preis dir, o 8. Herr, segne du die UrHerr! war ist mein Herz beit meiner Hände, und leite gnädig unter besondern Umständen. 467 gnädig mich bis an mein Der reisende Jungling. Ende! Mit allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. Auf der Reise. Mel. Befiehl du deine Wege 639. Beglücke meine Reise; Gott, ich vertraue dir! Sei gnä dig und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen meinen Wegen begleite vä: terlich mit deinem Seil und Segen, mit deinem Schuße mich! 2. Ich bin in deinen Händen: deß darf mein Herz sich freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren braun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott; du wehrest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut, mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lie: ben empfohlen seyn, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, kein Unfall, keine Noth! Ge fund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehn; dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 640. Auch auffer meinem Vaterland wirst du, Gott, mit mir seyn. Wo immer nyr mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. 2. Vergeß ich dieser Wahrs heit nicht; bin ich von Herzen gut und üb' ich treulich meis ne Pflicht, so hab ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum starke du mein Herz! O hilf du meinem Streben nach, und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd' und Eitelkeit entlocke dir mich) nie! Was kurz vergnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flieh! 5. Wo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich seyn, und dort auch, wo kein Mensch mich kennt, das Easter ernstlich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beispiel führt zu dir; o du, der Alles hat und giebt, Gott, fol. chen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von Lift und Spott, pon Vollust, Spiel und Ueppig: keit entreiße mich, mein Gott! 8. Wer Wahrheit, Pflicht 69 a 468 Gefinnung und Verhalten des Christen und Recht Recht verdreht, ber auch Freunde finden. Øei, föße Graun mir ein; vor wenn ein Unfall ihnen draht, dem Versuchten, der dich ihr Schus, ihr Retter in fchmähs, erzittre mein Ge der Noth; bewahre sie vor bein! Sünden! Auch dort sei stets der Tugend Ruhm ihr un. verlegtes Eigenthum. 3. O, kehren sie mir einst zurück! Des Wiedersehens großes Glück macht froh schon meine Seele. Dach fäh ich auch ihr Ungeslot nun ferner hier auf Erden nicht; was ists, daß ich mich quale? Ich weiß, 11. Mir folgt ihr Gegen Gott, ein Tag erscheint, der durch die Welt, bis einst wieder mich und sie vereint. mein Auge bricht, und mei. nen Geist, der dir gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der Unsterbe lichkeit, erhebe meinen Geist! ohl mir, es ist die Ewig, Feit, wohin der Glaube weis't! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten We gen gehn, und, wenn ich lann, an jedem Ort im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Keltern Lust, im Alter einst thr Stab, und beines Lafters mir bewußt begleit ich sie and Grab. Fürbitte für liebe 20 b= wesende. 4. O wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens. Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wieder gibt, die trauernd meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unfre Srele freun! Wie selig wers den dann wir seyn! Mel. Der unsre Menschheit 641. Du, welchen kei. Bei ansteckenden Krank. heiten. ne Welt um wärtig bist mit allen deinen 642. In unſerm Sum Gegen, wo meine schließt, der du allgegen Mel. Ullgegenwärtiger, ich bin Kum. mer fallen wir demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Uch uns bedroht sin schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder! sind, auch da bist du vell gebeugt und Huld, bist ihnen nah auf allen ihren Wegen! Dies ists, was meine Thränen ftillt, wenn banges Gehnen mich erfüllt. 2. Der Seuchen Gift vers 2. Mach ihnen mild das breitet sic, und, Gett, wen ferne Land und laß, an haben wir, als dich, der Deimer Baterhand, sie dort seine Wuth ihm raube? Wo Deine unter besondern Umständen. 469 deine Macht uns nicht be- ter, wohlgefallen! Der reim wacht; so werden wir zu ste Dank und Lobgesang wird Staabe. dann bei uns erschallen. 3. Uh viele fanken schon ins Grab so unerwartet sebnell hinab. Wie ist um Sulf uns bange! O schone nech! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! 4. Oft retten Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte; du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr ver Tod so schrecklich wüthe! 5. Bir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefge. beugte under! Denn du allein kannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. Dank für Gottes Hülfes Mel. Ein Lämmlein geht und 648. kommen, Wir Helfer, dir Gesang und Ruhm und Preis Des ganzen zu bringen. und Belles lauter Dank foll, Netter, dir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr Neth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken drohen. Nun wüthet feiner Seuchen Heer durch unser Baterlend nicht mehr; sie sind vor die entflohen. 6. In deiner treuen Va. terhand ruht Ted und Leben, Velk und Land, Entferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wie. der heitre Tage! 2. Bir sahen dert und sahen hier so viele Brüder und allenthalben sterben, waren wir umfangen roma Da galt kein Verderben. Standlich war Schonen! uns mah unt furchtbar die Gefahr und alle Kunst vergebens. Den Bürger trieb 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, ſo lehr uns doch geduldig seyn, und die kein Arzt zurück: auch ihm uns ganz ergeben: und sterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! schien jeber Augenblick der leste feines Lebens. 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen fliehn; bu heileft unsre Schmerzen. O tu Erbarmer voll Geduld, du haft nach unfrer Sünden. schuld auch diesmal nicht Gezüchtigt gelohnet. dich, grjüchtige Seft 8. Beig allen Sterbenden dein Heil, und gib, daß fie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum besfern Leben führen! 9. Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, die, Ba wir preifen Wa 470 Gesinnung und Verhalten des Christen hast du väterlich und väter lich verschonet. 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen Alle loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von beinem Volk erhoben! Dich, Retter, bete jeder an! Es jauchze, wer nur danken tann, und ehre deinen Na men, und rühme: Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Trost und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dies sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh' dein göttlich Wort; dies treibt, so oft ich auf dich schaue; die Furcht aus meiner Seele fort. 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst du liebreich über mich). Auch hier, wie im Genuß der Freuden, erkennt mein Herz als Bater dich. O gib, daß ich dies stets empfinde! O stärke selbst mich in Geduld! Vergilt mir dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meiner Sünden Schuld! In Krankheiten. Mel. Wie groß ist desAllmächt'gen 644. Hier lieg ich, Herr, in Ungst und Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem, tiefgerührtem Her- 5. Verlängre, Herr, mein zen dich findlich um Erbar- Erbenleben, wenns deinem men an. Wen hab ich sonst weisen Rath gefällt! Und in diesen Stunden? Wer dann sei es nur dir ergeben, kennt so ganz mein Leid, nur dir, mein Retter, nicht wie du? Wer heilt die mir der Welt! Doch soll ich meigeschlagnen Wunden? Wer nen Lauf vollenden, bann sendet mir Erquickung ju? hebe meinen Geist zu dir, 2. Gott, du Vater al- und ist mein Geist in deinen ler Väter, der gern den Lei: Händen, o guter Gott, was denden erfreut, zu dem so fehlet mir? mancher fromme Beter, und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht Mel. Alles ist an deinem Segen vergeblich flehen! Auch mei. 645. Hilf mir, Gott, dich an und lehre mich auf Ulles se hen, was Freude mir ge: währen kann! Krankheit Plagen, die mich drücken, still ertragen, und mit findlichem Vertraun bei der 3. Du wirst ja nie des Sehnsucht meines Herzens Selfens müve; du weißt es, um Erleicht'rung meines Schmer: unter besondern Umständen. 47¹ Schmerzens nur auf deine sehr zerstreute, rufft du mich Versicht schaun! 2. Deiner Weisheit kann's nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dies will ich zu Herzen fassen, und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mid) mitten in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Keld der Trübsat foll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Pergib, wenn eine Fluth von Zähren herver aus meinen Augen brach! Q stórke, Gott voll Baterhuld, mein Herz durch Glauben und Geduld! 3.- Sanfter Untrieb, ernste Lehre, daß ich in mich sel ber tehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele beffern; alle Hülfe kommt von dir. 4. Bater, Helfer aller 4. Der Schmerz, der meiKranken, Quelle trôften: ne Glieder schwächte, berau. der Gedanken, steh mir bei bet mich der sanften Ruh'; mit deiner Kraft! Sie nur Fann erretten, färken; lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft! ich bring, o Gett, die lanaen Nächte auf meinem Las ger schlafios zu; der Menfchen Hülf' ist schwach und Elein; doch du, du wirst mein Helfer seyn. 5. Guter Muth und heit. res Besen fei in meinem Blick zu lesen; Ruh' erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mic, und Freude sei mein Glaube; wenn ich leide, dir ju felgen, meine Lust! 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang bie Prüfungsstunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meine Lebenss traft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuver. sicht! Mel. Wer nur Sen lieben 646. Nicht mehr, als meine Kräfte tragen, Barmherziger, legst du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; es folgt gewiß Erqui ckung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobfing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu Mel. Wer nur den lieben 647. Gott, der du Schmerz und Freude sendest, mit Weiß: heit unser Schicksal lenkst, und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über 472 Gefinnung und Verhalten des Christen und verhängst, du hast nicht cher Hoffnung sterke mich: Luft an meiner Pein; auch so preif ich auch in Schmerste soll mir zum Heil gedeihn. zen dich! Mel. Wann mein Stündlein 648. Es ist dein Welle, und Herr, main 2. Auch durch die Neth führt mich zum Ziele der Ses ligkeit, Gott, deine Hanb; deine Eröftungen wie viele hast du mir schon ins Gott, daß ich jest Schmers Herz gefandt! Wie oft ruft zen leide; doch du bist Helmir dein Bert nicht zu: Gatt fer in der Neth und kehrft ist dein Bater; Kind bist sie gern in Freude. Was by! ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; deß soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schicks mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zert; nur mache mich der Geligkeit durch deine Gnade würdig! ers 3. Berhüte, daß der Krank. heit Pein zu schwer miz Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, leichtre die Beschwerde. Du, Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! 3. O du, mein bester Vas ter, glaubte nur meine Seele kindlich dir! O daß mir dech Fein Zweifel raubte den süf. fen Treft: Gott ist bei mir! Ja, Bater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was fie erschafft. 4. Benn Schmerz und leis den mich bestürmen: so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen tr men verleih mir Weisheit und Geduld! Beruhige mein Herz, und sprich: sei nur getroft und heff auf mich! 5. Wie litt im ailerbäng. sten Leiden so stillebuldend Sesus Christ! Leid ich ihm nach: ein Meer von Freu. den, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor feinem Thron. Wie meine Leiden, fo mein Lohn! 6. Durch Leiten wird mein Herzibm offen; durch Glau: ben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. Zu sel Krankheit seyn, und steht mein 4. Erquicke, Gott, und stärte sie, die liebreich meiner pflegen; lohn ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen! Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ihs nen, Gett, Gelassenheit, Ge duld mit meiner Schwache! 5. Soll tödtlich meine unter besondern Umständen. 473 mein Grab schon offen: so 4. Nech ist mein Schicksal laß mich, Herr, ven Sünden mir verbergen, das diesen rein, auf deinen Himmel Tag mich treffen foll; doch hoffen! Des legten bangen ich bin chne Gram und CorKampfes Schmerz erleictre gen: du Bater, kennst mein Und was mir und laß mein Herz noch wahres Wohl. und sterbend dir vertrauen! dein Rath beschließt thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 6. Dech willst du wieder Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann loß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit, mit aller Treu' und Redlichkeit, der Tugend Wege wandle! 5. Sell ich die Last nech långer tragen; ich halte deiner fügung fill. Dein Will gefeche, will ich sagen, wie du, Here, willst! nicht, wie ich will! So, Baker, laß bei Schmerz und Pein ge duldig mid, reie Jesus, seyn! 6. Enft femmen doch der Nebe Stunden; einst rückt dem mein Abend auch herbei; Wie dann, dann ist Alles überwunden, ich bin den aller Trübfal frei: denn folgt auf Sergen, Gram und Leid dort ewige Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vellend ich meiner Leiden Pfad Nois sell mir meine Hoffnung reus ben; auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Bielleicht noch heut erscheint er mir, und führt mich, Gett, hin. auf yu dir. Mel. Wer nur den lieben Morgen er 649. kommt, und meine Plage wird mit Morgen wieder neu. traurig fließen meine Zage, wie bang die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen wingt; noch immer fleh ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. Mel. Wann mein Stündlein 3. Erbarm dich; eil' mir beizustehen! verloß mich, o mein Helfer, nicht! Uch zeig mir wieder auf mein Fleben dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir 650. Nach einer ſomer. jenvellen Nacht seh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich im edmerz ein ruhig dir bewacht: bich preisen meine ergebnis, Berz. Lieber. Sn großer Ungft vees 474 Gesinnung und Verhalten des Christen verliehst du mir nicht lind Gram und Schmerz zernarung nur; ich danke dir auch Troft, Geduld und Fassung. gen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. So trag ich ruhig mai nen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erhebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage Durch Leiden jegst du mich zu dir, und nun, mein Bater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet, Ich bin getroft, wenn gleich betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, jeßt um mein Leben zittern. 4. Auch sie verlaß, o Ba ter, nicht; stärk ihre bangen Herzen; erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Gamerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Sout, Allgütiger, und trock. ne ihre Thränen! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist so öd die Einsamkeit! Ich seuff' und ring' umsonst nach Ruh'; kein Schlaf drüft mir die Augen zu. 3. Doch trenn' ich mich noch nicht von dir, o Hoff: nung! Nein, du bleibeft mir. Gelegt, zu lindern Noth und Schmerz, hat Gott dich liebend an mrin Herz. 4. Er ist's der Muth und Zuversicht durch dich zu die sem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dul. ders Lohn. 5. Q wär' kein Himmel, der einst lohnt; du, Vater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterkeit, verfüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: Jsts möglich nicht, daß die fer Kelch vorüber geh'? Doch nur dein Wille, Herr, ge5. Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden so gib scheh'! mir, Bater, deine Kraft, 7. Fest halt ich immer mich die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. an dich! Uch, stärk' in meiner Schwachheit mich! Du bift so reich, so reich an Ruh'; send mir nur einen Mel. Wann wir in höchsten Tropfen zu! 651. Soon wieder Nacht; und 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir; so bringt mir unter besondern Umständen. 475 mir doch gewiß von dir bald Freuden mich zu weihn. Ich mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte, treue Freund in Noth. soll durch sie zur Zugend reis fen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Menschen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Gegen; und kurz ist hier mein Aufenthait. Oft weht mirs auch schon kühl entgegen; heim ziehen, die Gewitter bald. Bielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Gonne niedergehn. 7. Drum will ich mich 2. Nur auf die Nacht wird nicht troftlos grämen, nein, mir jeßt bange; denn immer ruhig seyn in meiner Noth. mehrt sie meinen Schmerz. Das wunde Herz mir abzuDa seufzet: Uch, mein Gott, nehmen, kommt endlich doch wie lange! oft das beklemm. als Freund der Tod; er legt ne, matte Herz; da zähl' ich es fanft und kühl zur Ruh: jeden Stundenschlag, und den Geist führt er dem Him. immer wird so spät es Tag. mel zu. Mel. Wer nur den lieben 3. Es flieht der Schlaf Bei der 2endmahls= vor meinem Kummer; die feier in der Krankheit. Glücklichen beſucht er nur. Nur selten sinkt ein leifer Schlummer auf die entkräf tete Natur; doch schließt er mir die Augen kaum, so schreckt mich schon ein schwe. rer Traum. Mel. Wer nur den lieben 652. Go o ist mit aller So seiner Plage nun abermals ein Tag voll bracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfst du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beistand mir, und herzlich bank ich dir dafür. 653., könnt' ich doch mit meine Brüs dern im Tempel, Jesu, dich erhöhn, und froh mit deines Reiches Gliedern, Herr, deines Todes Mahl begehn! Dech da mich Schmerz und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Ach, hier, wo ich im Stillen bete, feir' ich dein doch, 4. Wie traurig ist ein folches Leben! wie schwer ein Leos voll Noth und Schmerz! Ward dies mir nur zur Qual gegeben? ¡ um Dulden nur ein fühlend Herz? Flich, lästernder Gedanke, flieh! Abendmahl allein; Ein Gott der Liebe quälet nie. Herr, ich weiß, an jeder 5. Er läßt nur Trübfal Stätte haft du verheißen, nah mich ergreifen, um höhren zu seyn. Wo je ein Frommer feuf} t Gesinnung und Verhalten des Christen. 476 fenfit und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß dei ner Leiben mir Schwachen Trost und Kraft verleihn! Laß es die Quelle hoher Freuden und Vorgefühl des Him mels seyn. Dein Leiden, dein Versöhnungsted er quicke much in meiner Neth! 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich fühle mei: ne Seligkeit; ich kann ven dir nun alles hoffen, der gnä. dig mir die Schuld verzeiht. 21mringt mich auch der Leiden Heer: mein Herz erbangt bavor nicht mehr. Mel. Befiehl du deine Wege. 5. Erscheint der Tod mit 655. Barmherziger, era feinen Schrecken: ich bin getreft und zage nicht. Wirst duvem Tode mich erwecken: ich bebe nicht vor dem Ge: richt, höre der Liebe beißes Flehn! Laß, den( die) wir innig lieben, bald bzine Hülfe sehn! Er liegt und mich erfüllt bein ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz; wir ſehr ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! Leib und Blut so hier wie dort mit frohem Muth! Mel. Wer nur den lieben 654. Dank, Bater, dir, der mit Erbar. men auf seine schwachen Kin der blickt! Wie haft du, o mein Gott, mich Armen durch dieses heilge Mahl er quickt! Du bist die Liebe, wandelft Noth in Segen und in Heil den Tod. sich des Herrn. Ich bin er 18ft; brum schreckt mich nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und kommt sie dann, die ernfte Stunde, die mi dem Irdischen entreißt: Wohl mit! ich steh mit dir im Bunde! ein frohes 1r. theil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ew'ges Heil ist deiner Auserwählten Eheil. Fürbitte für Kranke und Leidende. 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie folltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer feyn? Wir würden gern ihn retten; doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was feiner von uns für ihn vermag! 3. Sieh, deine Kinder fle2. Nun laß mich sterben hen für diesen Kranken dich. oder leben, Herr, wie du Gieß Balfam in die Wunde willst: ich folge gern; ven und hilf ihm väterlich! O laß Schmerz gequält, mit Angst des Leidens Stunden bald, umgeben, freut meine Seele bald vorüber gehn! Doch nicht unter besondern Umständen. 477 sanfte Ruh'! Sterbenden sprich Trößtung zu! 4. O du treuer Menschenhüter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, deinen Schuß erflehen wir! Ullen, allen, die jetzt leiden, öffne balb den Quell der Freuben, baß sie, frei von ihrer Pein beiner Hulb sich dankbar freun! Mel. Alle Menschen müssen 5. Jesus Chriftus! viele Nächte haft du für uns durch. 656. Gott der Tage, gewecht, und dem mensch lichen Geschlechte durch dein Waden Ruh' gebracht. Trister! willst du deinen ins Gott der Näch. te, unsre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du kannst nicht ferne feyn. Auch in killer Nächte Grunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sie sehnte, Herr, zu änden dich. dern nicht durch Schlaf den Kummer lindern; o so lenke ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel hin! nicht, Herr, unser Wille, dein Bille soll gefehn! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute son und rufft aus unsrer Witte du ihn vor deinen Threa: dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle That; dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes legte Qual! Nach der Genesung. Mel. Nun banket alle Gott. 2. Bater, viele Men. fchen weinen, riele Kranken 657. Mit welchem Dank schmachten jeßt! Aber du Fann dich, o verläsfest keinen, der auf Gott, mein Lied erheben? dich Vertraun segt; trock. Nur deine Baterhuld erhielt heft liebreich Rummerthrä. mir noch das Leben. Du nen und erfüllt der Deinen standit mit deiner Kraft mie Sehnen, die un Nuh' und in der Schwachheit bei, und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung fehn. von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 3. Sende, Bater, Muth ben Schwachen, Licht in je des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz! Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue preisen! Gib den Kranken 2. Dem Tode war ich nah; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Werwandte, Breunbe beben; allein ich bebte nicht; mich schreckte nicht bas Grab, gestärkt durch deinen Beift, fab ich getreft hinab. 478 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Ulmächtig stärktest du starrt, und selbst es nicht, die halb erstorbnen Glieder; daß er entschläft, empfindet; ich fand in neuer Kraft auch wann um mich, den Ent. neue Freuden wieder; und, schlummernden, nun alle Herr, nun gibst du mich den meine Lieben stehn, und Meinigen zurück! Dir dank angstvoll mich beweinen: ich, Gott, nur dir, des nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Le. ben selbst will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage tröfte, die betrübt um mich preifen, und redlich meine mit Thränen klagen; laß sie Kraft dem Wohl der Men sich mehr meiner Bonne schen weihn, um ewig einst freuen! bei dir des Lebens werth zu seyn! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier; ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! Deine Macht! die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Ted mein Leib zu Staub vermodert? Wie tönnt ich klagen, da ihn Gott vom Tode Tode wieder fodert? O Hoffnung, daß nach kurs zer Ruh' mein Leib erwacht, wie groß bist du! und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten, und mit getroftem Blick auf dich nach meinem Ziele trachten, Vorbereitung auf den Tod und Troft für Sterbende. Mel. Mein Gott das Herz ( 568 im aften Gesangbuche.) 658. Balb ald leg ich Sorg und Schmerzen ab, und diesen Prüfungs: stand; die Erde nehme, was sie gab: ich ruh in Gottes Hand! 2. Ich geh den Beg zum ewgen Licht: er mag mir dunkel seyn;, des Todes Schlaf erschreckt mich nicht: ich geh zum Leben ein. 3. Ich werde durch des Tades Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforich: lichweise Macht führt mich zur Seligkeit. Mel. Wann mein Stündlein 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dank bar deine Güte preißt, daß er den Tod nicht siehet; dann und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Klei noo zu empfahn, das Jesus 659. Gott, Gott, wann mein sterbend Uluge bricht, mein legter Hauch verschwindet, mein Leib er mir erworben! ભારા. 479 Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn! unter besondern Umständen. Mel. O Gott, du frommer 660. bon naht sich meines Laufs In eigener und meiner Leiden Ende. 661. J Heimath zu, Melodie. eile meiner Gott, meines Lebens Herr, ich fall in deine Hände. Du ins ew'ge Paradies der Freue bift, o Bater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufft; hier bin ich, Herr, die folgen will ich gern. den; dort, dort nur ist die wahre Ruh' und Quelle aller Geligkeiten; dort ärnfet man der Tugend Lehn, und bei 2. Preis dir, der seine dem Vater hat der Sohn Hand stets über mich gebrei auch eine Stätte mir bereitet, die Gott, der bis an'é tet, wohin er gnadenvoll Grab mich wunderbar ge: mich leitet. Er ist es, der leiter! Wie oft vergaß mein nun meinen Geist auf ewig Herz fein Heil und seine jeder Noth entreißt. Pflicht; doch gingst du, Heil: liger, mit mir nicht ins Ge richt. 2. Hier lieg ich wie gebunden da; dort werd ich voll von Kraft und Leben, 3. Vernimm des Dankes dem göttlichen Befreier nah, Lied, das sterbend ich dir frohlockend roeiter vorwärts bringe! Ich bin viel zu ge- streben, in Beisheit, Tus ring, der Trew' viel zu ge- gend, Heiligkeit, in edler ringe und der Barmherzig: Liebe Thätigkeit, befreit von keit, die du an mir gethan. Schwachheit und von GünFrohlocken bet ich dich mit den, das Glück der Tugend allen Himmeln an.) ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertrauen, und deine Herrlichkeit 3. Dann, dann wird nime laß meine Seele schauen. mermehr ein Schmerz mich, Du bist die Lieb', o Gott, den Vollendeten, verlegen; und Gnade für und für; dann wirst du ewig dich, mein Geist wird selig seyn: denn ihn empfehl' ich dir. mein Herz, beglückt am Himmlischen ergeben. Ich 5. Mit allen Heiligen von eile über Welt und Zeit hin Herrlichkeit umgeben; un- zu dem Sie der Seligkeit, sterblich, Engeln gleich, werd zu der verklärten Geister ich dich schaun und leben. Chören; ich werde ihr: Will. Nach einem kurzen Kampf: tommen hören, und wen so frönt vor deinem Thron, ich hier im Herrn gekannt, ten Gesinnungen und Verhalten des Christen Sterbebetté, sich meine Noth, o Bater, an! Erquicke, lin dere, errette! Denn du bifts, der mir helfen kann. Stárk mich im Guten bis ans Eat' damit ich treu den Lauf vollend'! 480 den finde ich im bessern Land. 4. O drum getroft, mein Geift! O sieh, in welche gött lich große Freude des Eur jen Prigeriebens Müh' verwandelt wird nach diesem Leiden! Ergib in kindlicher Geduld dich deines Baters Lieb' und Huld! Dein Je fus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehn, wirst du verElärt dort oben stehn! 5. Mein Heiland, treib die Furcht jurücke, besiege weinen letzten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blice auf deinen Tod, o Seelenfreund; sprich Much mir Troft und Freude zu, mach' Ende, bringe mich Ruh'! 6. Ihr eitein Güter dieser Erden, ihr macher mir den Tod nicht schwer. Jetzt sell ich ewig selig werden; drum brauch ich etter nun nicht mehr. Du, Gott, bifts, wann das Eitle weicht, der mir des Lebens Krone reicht. 662. Mel. Bet nur den lieben b fasse, Bater; deine Hände, und halte sie im Glauben feft; verlaß den nicht an sei: nem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott ven Ingend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 7. Ich übergebe dir die 2. Du hast, nach deiner Meinen, du Bater der Vatergüte, beständig wohl Barmherzigkeit; laß ihnen an mir gethan, erhör auch stets dein Trostlicht scheinen, meine letzte Bitte: nimm, und bleib ihr Gest zu aller Gott mich dort zu Ehren Zeit! Behüte sie vor Unge: an! Uch, Vater, ach noch mach, und bringe mir sie Eins ist Noth: ein gutes selig nach! End', ein sel'ger Tod! Mel. Christus, der ist mein 3. Du hast mich je und je geliebet, versorgt, gestärkt, 663. Bald ist fie nun geschüßt, regiert, mich oft vollendet, die erquilt, durch Leid geübet, Eurze Prüfungszeit; mein oft wunderbar, stets wohl Erdenlauf geendet, es naht geführt, wehin ich ging, die Ewigkeit. wohin ich sah, war mir stets deine Güte nah. 2. 3 bin bei meinem Ende getreft und hoffnungsvoll; sinkt doch in Gottes Hände 4. Auch jest, auf meinem unter besontern Limstånden. 481 Hände mein Geift, und ist Zweiflern seyn; mir, ich ihm wohl. 3. Und manche gute Tha ten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir, schön, wie Saaten, die Gott ge segnet hat. weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben keine Dein, keinen Schmer; dein Bort vom Staube. Stoub bin ich und werde Stcub, aber nicht bes Moders Raub. 4. Sie reifen nun entgegen dem großen Herntetag. Welch schöner, reichere: gen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht Schwestern, fehet Brüder: so felig stirbt ein Chrift! Mel. Jesus meine 3uversicht. die 664. Gelig find in dem Herrn, die in ihrem Schöpfer sterben: denn es spricht der Geist, des Herrn, daß sie ew'ge Ruhe erben, daß von nun an alle sie ruhen von des Lebens Müh'. 5. Aus dem Staube neu gebaut, ohne Schwachheit, chne Mängel, schwebt mein Leib empor und schaut nichts als Sel'ge, nichts als Engel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. 6. Gonnet mir mein mahes Glück, weinet nicht, ihr meine Werthen! Nur noch einen Augenblick; dann, dann wohn ich bei Verklärs ten. Fasset Muth, ich geh voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnuna haft er. rungen, auch in meiner So desnoth, Jesu, sei dir Preis gefungen! Bald jauc; ico im Engelchor dir ein höhres 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, je den Müden! Wie so tröstend fentest du in mein Her; des Lied emper. Himmels Frieden: ich soll einst auch selig sein, ewig mich der Ruhe freun! 3. Nun so fomme dent, o Lod, wann du willst v meiner Hütte: mich, mi macht das Wort von ott Sterben stark bei jedem deiner Schrit. te. Da der Herr ein Wort nicht bricht, schreckt mich auch den Drehen nicht. In eigener Melodie. ( 241. im alten Gesangbuch.) 665.( Shriftus, der ift mein Leben, und mein Gewinn. Ihm hab' ich mich ergeben: in Frieben scheid' ich hin. 2. Ich freue mich zusters ben, denn nach volbrachiem 4. Schredlig magst du Laufell ich den: Hammel erben: 482 Besinnung und Verhalten des Christen ben: mein Heiland nimmt ben, vielleicht gar bold ein mich auf. Ende nimmt: das flöße mit die Weisheit ein, stets auf mein Heit bedacht zu ſeya! 3. Balb hab ich übereun ben des Lebens 2ngst und Noth; nach wenig Prüfungsstunden leb ich bei dir, mein Gott. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz vor Sünden abzuziehen, mich von der Weltlust ju entfernen, unt um den Himmel zu bemühn: o mache mich dazu gefickt eh' mich der Lob der Wel entrückt. 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seuffen nicht! 5. Wann Sinnen und Ges danken, wie ein verlöschend Licht, bald hie bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht! F 6. Es fliehe Furcht und kommnes Heil. Wo Jesus da sei mein Her Kummer; bie Geele stärke ist sic, und, wie des Müden Herr, leuke selbst es Himma Schlummer, sanft sei mein wärts! Tod durch dich! 7. Herr Jesu, ich vollen de im Glauben meinen Lauf; nimm mich in deine Hände, o Jesu, nimm mich auf! 5. Hier allen Sünden ab zusterben, zu leben der G rechtigkeit, um um bort be Himmels Glück zu erben baju laß meine Sterblichkei mir stets, mein Gott; vo Augen sein, und deine Hül fe mich erfreun! Mel. Wer nur den lieben ( 244. im alten Gefangbuch) 666." Herr und 1 Vater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern tra ge, die irdisch und zerbrech. lich sind: drum gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode fei bereit! 2. Daß du hier meinem cren Leben ein mir ver: borgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir geges 4. Nicht auf der Erde nein, nur droben bei dir Gott, meiner Seele Theil ist mir das beste aufgeho ben; dort ist für mich vell 6. Bilst du mich länge leben lassen, fo laß es mi zum Heil geschehen: doch seh ich heute noch erblassen, f höre Bater, auf mein Flehn: sei, wenn mein Hers im Tode bricht, mein Tro und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlic mich ergeben, dir, deffe Eigenthum ich bin: bist du mein Heiland, nur mein fe ben, so bleibt selbst Ster ben unter besondern Umständen. 483 ben mein Gewinn. Ich lebe Welt! Bald, bald feh ich dir, ich flerbe dir; sei nur von Angesicht zu Angesicht, mein Treft, so gnüget mir. in deinem Lichte, Gott, bas Licht. Mel. Herr wir singen Mel. Ermuntre Sich, mein 667. Syeil bir, Seele! Gott erscheinet. 663. Gett, öffne deinen Himmel mir! Mein Auge hat bald ausge weinet; der Himmel öffnet Bald nahn die letzten Ciunsich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, war tet mein; unsterblich seyn soll ich, soll ewig bein mich freun. den; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald tröftet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. J serbe hier auf Gr den, um selig dort zu werden. 2. Herr meine Seel' empfehl ich die in deine Baterhände. Sei gnädig, Gott, mein Vater mir, und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre beiner Stimme Ruf; ich will mit Ruh' und Freuden von dieser Erde scheiden! 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der ho. he Lohn errungen der nach dem Sieg den Streiter brönt. Matt am schweren Pilgerstabe, sehnt ich mich oft nach Ruh' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wandrer sehnt. Heil mir! Hallelujah! Ich Der sterbende Jüngling. Mel wann mein Stündlein bin dem Ziele nah; von der 669. Nicht lang ein Pils nun Hülle der Sterblichkeit bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! ger dieser Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewigkeit, vom Himmelsglang um geben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, steigt empor, empor jum Sie der Bonne. 3. Gatt, mein Heil und mein Vertrauen, du führst Dom Glauben mich um Scheuen; Dank dir! Mir ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Heil mir! Heil mir, Wer jeiget mir die Sieges daß ich nie die edle Zeit der krone? Jo eile zu dem Thro. Jugend ben eitlen Lüften, ne hin. Wie wird mir! Wie daß ich sie nur die gewecht, entstellt sinkt unter mir die o Tugend; und eingedenk H h 2 2. Der 484 Gesinnung und Verhalten des Christen der Rechenschaft, und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebre. 2. An meiner Gruft stärkt euren Glauben, ihr Nettern, die ihr mich geliebt! Der 3. Nicht jenes Lebens Vor: Tod kann mich nicht ganz gefühl könnt mich nunmehr euch rauben, da Gott mich erquicken; mit mit Shaudern einst euch wiedergibt. Dank fäh ich nun das Ziel des le. sei dir, Bater! dargebens näher rücken; vor mir bracht, für deine Sorgfalt! säh ich den Richterthren, an Gute Nacht! dem, zum wohiverdienten Lohn, Verdammung mich durchbebte. 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden, reißt mich der Tod aus viel Ge 4. Jest kann ich freudig fahr; doch, ach, was fühlt zu dem Thron des Welten richters treten; denn Jesus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertre ten. Ihm war mein Daseyn hier geweiht, und er hot meine Seligkeit mir hier und dort erworben. das Herz für Leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treufle Dank gebracht. Getreue Mutter'; Nacht! gute 5. O Trest in meiner leg: ten Noth, daß ich an Jesum glaube! Willkommen ist mir nun der Ico; er hebt mich aus dem Staube, führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben biühzt! Das sterbende Kind. Mel. Wer nur den lieben 670. F ſerbe schon, fter: be, damit ich ewig leben kann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der kaum be. gann. Ich werd in meiner Frühlingszeit ais HimmelsPflanze Gett geweiht. 4. Beruhigt euch ihr an. dern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt: ihr dürft um mich nicht trest los weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwes't zu schönrer Pracht: wir fehn uns wieder; gute Nacht! 5. Gleich Frühlingsblumen wird mein Leben beim Aufblühn schon des Todes Raub; dies kann dir, Mensch, die Lehre geben: du seist, wie ich, nur Usch und Staub. Bei meinem Grabe lenk ben: Sinn vom Irdischen zum Ew'gen hin! 6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht is Sint euer Grab nicht weit. eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmelsherr. lichkeit; 485 Schuld, ruhig und gelassen sterbe, und das Glück des Himmels erbe! unter besondern Umständen. lichkeit; fo denkt: sie gehn und nur scran, wir treffen fie dort wieder an! Met. Dein sind wir Gott Fürbitte für Sterbende. Mel. Freu d dh sehr, o meine ( 576 im alten Gesangbuch.) u wollst 671. Unter manchen 672." bangen Schmerzen ist er( sie) schon dem To: de nah. Er, so theuer un fern Herzen, matt und hülfe erhőren, Gott, sein ( ihr). Fichn, nicht ins Gerichte mit ihm gehn, derjeßo deiner Ewigkeit sich naht, los liegt er da, ist sich seiner befreit nun bald von dieser nicht bewußt, röchelnd ath. met seine Bruft; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. Eitelkeit! 2. Des Lebens und des Todes Herr! nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast bestimmt, als keine Zeit noch war. 2. Bard, ach bald ent: gezählt des Hauptes Haar, flieht sein Leben; hin, hin sein Todesjahr ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gett, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird aun der Welt entrückt; jébe Laft, die ihn ge brückt, feines Jammers bange Stunden sind bald durch den Tod verschwunden. 3. Nimm, da er uns nicht verstehen, und zu dir nicht beten kann, seines Herzens stummes Flehn, seiner Lip pen Seuffer an; gib ihm Muth und Zuversicht, und, Gnadenlicht! durch deiner Lehren Licht, auf des Eodes dunkiem Pfade das Gefühl von deiner Gnade! 5. Erleichtre ihm den legten Schmerz! Von dir ers quicket, ruh' sein Herz! Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu gut er einst vers goß, stärk ihm den Muth! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den 6. In ihm vermehre deine Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft; daß Ruh', sein armes Herz erer, sicher deiner Huld, und quicke du! Geift Gottes, laß befreit von Günd' und ihn mit Bertraun auf Jesum schaun, 3. Erfüllt ist seiner Leiden Zahl; er leidet jegt jum leßAch sei in seiner tenmal. Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Ted. 4. Vollende, Bater, feis nen Lauf; nimm ihn zu deis nem Frieden auf! Berlas ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem 486 Gesinnung und Verhalten des Christen schaun, und so entgehn des gekrönt, empfängst du nun Todes Graun! des Glaubens Lohn. 7. Mach ihn getroft, o Geist des Heren! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern; 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des lağ ihn den Himmel effen Lebenstag nach Todesnacht! fehn, und Jefum stehn, bereit, ihn gnätig zu erhöhn! 8. Ach Gnade, Gnad' er- Namen! Für dich auch ward geh' für Recht! Denn von sein Werk vollbracht. Sie s dem menschlichen Geschlecht trugen ihn ins Grab vom ist selbst der Heilige nicht Golgatha herab, Gottes rein! Wer kann wohl dein, Opfer! Er überwand; der Gott, ohne deine Huld sich Herr erstand, und der Er. freun? frandne nimmt dich auf. 9. Sci, Richter, ihm nicht fürchierlich! Erbarme feiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet sie; erhöre fie, erlöse Gott, erlöse sie! 10 Behüte ihn in seinem Tod; ihn segne, feyne, feg, ne, Gott! Wann mun sein Auge sterbend bricht, leit ihn dein Licht; tröst ihn vor deinem Angesicht! Sei gesegnet! Umen! Amen! Kuß fanft in Jesu Chrifti 3. Nimm von uns den letzten Segen! Zwar sinkt dein Leib dem Grab entge. gen; dech deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich fäen; doch himmlisch wirst du auferstehen und schauen deines Gottes Licht; Geh ein zu deiner Rub'! Du gehst dem Vater zu, der dich d geliebet. O Todter, du, nach d kurzer Ruh' wirst du zum leben auferstehn! Einsegnung eines Ster: benden. Der Tod des Frommen, Mel. Herr, wir singen. 673. Cei gesegnet! Mel. In allen meinen Thaten. Amen! Amen! 674. Mie fanft fehn wir den FromEntschlaf in jenem großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende: dein Bater nimmt in feine Hände die Seele, di: der Erd' ent fleugt. Heil die, erlöster Geift, der bald am Thron thn preift! Sesus Christus hat dich versöhnt; von ihm schweben, steht chne Reu' men, wie frei, wie unbes klemmen, sich seinem Ziele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. 2. Er sieht sein Pilgerfe ben gleich einem Traum ver am unter besondern Umständen. 487 am Ziel. Es blühen seine Beim Tode guter Ältern. Saaten; son lohnt für ſeine Thaten ihm Nuh' und reines Selbstgefühl. Mel. Auf, schicke dich 675. Gott, welch ein trifft 3. Von keiner Ungst be troffen, sieht er sein Grab nun offen; er geht und fürch. tet nichts. ew'gen Gnade unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Vater Ein Strahl der( die Mutter) hier so frühe schwebt auf schon aus unsrer Mitte schei. dunklen Pfade ihm vor; nah ist das Reich des Lichts. den. dem 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmelslichte ein fanfter Wieder schein. Oft spricht aus seinen Blicken ein feliges Entzücken, ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er fegnet frch die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröftet fie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Gegen, versäumet und verläßt sie 2. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er( sie) noch selbst auf unfern bangen Kummer. Doch ach, er.( fie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. nie. 6. Er faltet noch am Ende zur Gottheit feine Hande, um dankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich befehle dir, Bater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. 3. Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die jammervollen Hers zen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast vergehn in ihren tiefen Schmerzen. 4. Uch, Serg' und Müh war spät und früh für uns fein stetes eifrigstes Geschäf. te; uns zu erziehn nach Get. tes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgemacht, zu pflegen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht allzeit nach Pflicht ganz willig ihm dank. bare Herzen weihten! 7. O last, wie er, uns les 6. Wer wird uns, Gott, ben und nach dem Sinn und in unsrer Noth erquicken nun, streben, der uns dies Glück und helfen, schüßen, tröerwirbt; damit auch wir als Erben der Seligkeit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt! sten? Du kannst allein nun Helfer seyn; du bist ja stets Erbarmer der Erlösten. 7. Du nenmest dich selbst båters 488 Gesinnung und Verhalten des Christen väterlich den treuen Gott sah sie, wie den Frühling, verlainer, armer Baisen; blühn; dir, dir hofft ich sie so mildre doch, Herr, un zu erzichn, Gott, der sie fer Jod, wie du uns selbst mir gegeben! Mein Alter so gnädig haft verheißen. sollten sie erfreun, und Tröst mir noch im Tode seyn. 8. Bei unser Licht, stört uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Begen! Uns felge, Gott, bis in den Tod, wenn fromm wir sind des besten Baters Gegen! 9. Bir schauen hin mit Kindessinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir find schwach, o reich uns gnädig deine Baterhände! sah. 3. Da Ew'ger, sprachst bu: Gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh fie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Ulter freun, nicht Trost dir nech im Tode seyn: du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott geschah; Jo war es, der sie sterben 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier getreu und fest den Pfad der Tugenb geben, damit wir einst, wann bu erscheinst, im beffern Land die Neltern wieder sehen! Beim Tode hoffnungsvoller Kinder. Mel. Der unsre Menschheit 676. úr deinen Him Für mel reiften sie, ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Billen! ie Blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meinen Schmerz! Was sind ich, ihn ju stillen? Zwar für den Himmel reiften fie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 4. Herr, ich verehre dein Gebet; nur laß mich meiner Kinder Tod, ach laß mich ihn beweinen! Du, der du Aller Vater bil, du weißt, wie schwer mein Herz mir ist! Wie könnt ich froh erscheinen? Verzeih Gefühlen der Natur! Nicht murren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preifen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und nun im Liste deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns, in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seufzer danken dir; du, du vertraurest fie nur mir. 2, 2d, meine Kinder sind 2. dich 6. Mir Thránen preif' ich auch einst, wann du nicht mehr! Mein armes zum Weltgericht erscheinst; Her ift hoffnungsleer und doch dann mit Freudenthrafreußentos mein Leben! Ich nen! Dann werd ich meine Kinder unter besondern Umständen. 489 Kinder fehn, mit ihnen dankrnd vor dir stehn, mich nicht mehr trostlos sehnen. Dann Beim Tode eines guten Ehegat ten, oder eines Freundes. Mel. Kommt her zu mir hier nicht werd ich froh bei ihnen seyn, 678., mehr! ad, und ewig mich mit ihnen freun. fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, etheure gute Geele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick; Mel. Der unsre Menschheit 677. Ss ist nicht mehr, du kehrst nicht mehr zu mir zurück, was auch mit die mir fehle. für mich nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben! Wie eine Rofe sah ichs blühn; und weis' und fromm es zu erziehn Mitleid, war immer mein Bestreben. Ach meine Hoffnung fank ins Grab, und alle Lust mit ihr hinab. 2. Der Freundschaft Lab. fal ist dahin; dein Treft, wann ich verlassen bin, dein wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad jum bessern Land, und mit ihr alle Freude! 3. Doch, sei mein Schmerz auch noch so groß; du ruhest nun in Gottes Schooß: vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlößt von deines Leidens Joch: geduldig will ich schweigen. 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz! der Morgen finder mich voll Schmerz; die Nacht in heißen Zähren, Doch wider dich, Herr, klag ich nicht; nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch im Schmer; verehren. Auch weinend will ich dankbar seyn; du gabst, du nahmst, es war ja dein. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporge: der Aller Vater beißt, zu sei. nes Heilands Freuden. 3. Wohl ihm! in Unschuld brach sein Herz; ge- hoben ist der Geist zu Gott, sichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Belt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leiden. Gerettet ists in deiner Hand; ging mir voran ins Baterland. 5. O Troft, o hoher Trest für mich! mein banges Herz, erheitre dich, und stille deine Klagen! Die Geele, die hier heilig war, vereint fi mit der Engel Shaar. Wie könnt' ich heidnisch egen! 6. Zwar 490 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. 3war hört, wenn einft mein Auge bricht, mein Ohr ven dir, Theurer,( Sheure) nicht Gebet und Trost und Gegen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich cuch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entschloß sich zu, und nun umgibt dich füge Ruh'. Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ih rer Pilgerbahn hinab zur Ubendruh' ins stille Grab. gegen. 7. Du Seliger( Selige) wirft ror mir stehn; ich wer- 4. Du wirst uns unvers de dich vollkommner sehn: geßlich seyn; dein Herz war o freudenvolle Stunde! Ich liebreich, fromm und rein, eil dir dann voll Wenne zu, mit Lift und Falschheit ununsterblich ich, unfterblich bekannt: nun ruhts in Gotdu zum neuen Freund tes Baterhand. schaftsbunde. 3. Dann schau und bet ich an mit die; Ein Herz und Seele fingen wie von wegge weinten Verden und von der Tugend hohem Lehn, und preifen Gett und seinen Sohn für unsre böhre Freuden, 9. Gedanke der Unsterbe lichkeit! erheitre jede Dun. kelheit, und stärk mich, wann ich wanke; veredle jede Le denschaft, erfüle mich mit Muth und Kraft, du himm. lischer Gedanke! Bei Begräbnissen. Mel Nun last uns den Leib ans 679. Mir gehn Grab und hoffen doch: dein Geist, Entschlafner, lebet noch, von Edmerz und Erdennoth be freit, im Lande der linsterb, lichkeit. 2. Rub fanst! Dein Uuge Wo 5. O Gott, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts Jesus Christus, unser Hirt, all' unire Thränen trocknen wird. 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen beweint, sei, Jesus, unsre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! " Mel. Nun laßt uns den Leib 680. un bringen wir den Leib jur Ruh', und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. 2. Er bleibt nicht immer Erd' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 3. Hier, unter besondern Umständen. 491 3. Hier, Mensch, Mensch, hier mächtig öffnen wirft, so laß lerne, was du bist; lern uns fröhlich auferstehn und hier, was unser Leben ist! dann dein Untlig ewig sein! Nach Sorg' und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zulegt der Tod. 4. Schnell schwindet unfre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Danh. 2. Uus Stande schuf ihn 5. So währen Reichthum, einst der Herr; er war schen Chr und Glück, wie wir Staub und wirds nur mehr. felbst, einen Augenblick; so Er schläft, er ruht, und einst währt auch Leid und Traurig erwacht er wieder aus des keit, wie unser Leben, kurze Todes Nacht. Zeit. Mel. Run laßt uns den Leib 681. Begrabt den Leid in seine Gruft, bis ihn des ichters Stim me ruft! Bir faen ihn; einst blüht er auf und steigt ver. Elärt zu Gott hinauf. 6. O sichrer Mensch, be finne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkst und thust, be. denke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater siehn: mein Gott, ich) bitt durch Christi luc, mads einst mit meinem Ende gut! 3. Des Frommen Geele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sehn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trübfal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquickt. Hier trug er Sesu fanftes Joch, entschlief im Ted und lebt doch noch. 5. Gott blieb er treu bis 8. Laßt alle Sünden uns an sein Grab; nun wischt bereun; vor unserm Gott Gott seine Thränen ab. Was uns findlich scheun! Bir sind die Leiden dieser Zeit, find hier immer in Gefahr; nimm jeder seine Seele wahr! Gott, gegen deine Herrlich Feit! 9. Wenn unser Lauf vollende ift, so sei uns nah, Herr Jesu Chrift! Mach uns das Sterben zum Gewinn; jeuch unfre Seelen zu dir hin! 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und ma den zu der Ewigkeit durch Glaub' und Tugend uns bereit. 10. llnd wenn du einst, 7. Ach, Jefu Chrift, dein du Lebensfürst, die Gräber Mittlertod stärt uns in unf 492 Gesinnung und Verhalten des Christen rer letzten Noth! Laß unsre Sterbliche, nur ein! Es ganze Seele dein, und selig bleibt, es bleibe im Grabe unser Ende fein! nicht; denn Jesus kommt und hält Gericht. 3.( Bers.) Des Fremmen Selle trifft dort nicht des Lasterhaften Strafgericht. Sie, ihn ein: Ehret noch des felig auch im Tode schon, Geiftes Hülle, rub, zerfal empfäng der Unserwählten lendes Gebein, in des Todtemakers Stille! Was da leber, folget dir; wie du ruhest, ruhn einst wir. Lohn. 2. Bas du, Zotter, tha teft, bleibt wohlbewahrt von Gettes Güte; so das SamenEsrn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nach. Mel. Jesus, meine Zuversicht. 682. Gantt den Leich: nam, fenkt 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken all' ins Grab einst nieder: laßt an unser Werk uns gehn, weiß und redlich wirken, Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübsal mich ge= Brüder! drückt. Im finstern Thale wandelt' ich; doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, stille Ruh'! Einst gehn auch genieße du nun ungestört die wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. Mel. Nun laßt uns den Lelb ( Die Versammlung) 4.( Chor.) Gott ist allgü tig und vereint dereinst mit sich den Tugendfreund; ihn führet er zu höherm Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht! 683. Gent nun den Leib in seine Gruft, und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Seat; einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. 5.( Bers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual, und ging durchs finstre Todess thal. Auch du gingsft deinem Reiter nad), auch dir glängt nun der Freudentag! 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jetzt weint, mit mir einst wieder Gott vers eint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig seyn. ( Der ChoT.) 9.( Vers.) Nach dieser Eurzen Lebenszeit erwartet 2. Grabt mein verweßlis che Gebein, o ihr, noch uns Unsterblichkeit; wenn wir unter befondern Umständen. 493 wir uns hier der Tugend Bald verftrömt auch unsre weihn, kann uns der Ted nicht schrecklich seyn. Zeit, ruft der- Ted: erscheine! Ruf er dann; wir sind be reit. Wer des Lebens Gabe nüßet für die Ewigkeit, it tert nicht am Grabe! Mel. Schwing dich auf 684. as dem Tode Raub, seinen Würmern ihre Habe! See len werden nie zu Staub, fchlummern nicht im Grabe. 685. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn fegnen und uns freun, daß wir leben sollen! 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Etille! Freunde, last den Theuren ruhn! Es ist Gottes Wille. Beinet nicht! Er hat nun schon, was wir erst ersch nen. Ihn erweckt kein Klas gethon; trocknet eure Thränen! Mel. Herr ich habe mißgehandelt ( 579 im alten Gesangbuch) uhet wehl, ihr Tobenbeine, in der stillen Einsamkeit; ruh/ t, bis der Herr erscheine et st am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 2. Nur getroft! Ihr werdet leben! Der das Leben selber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, er Jesus Chrif: bre in seinem Namen sterben, fellen nima mermehr verderben. 3. Stimmet an das hohe Lied von der Ruferstehung! Wißt, als Jesus einst ver schied, folgte bald Erhö hung. Fromme ruhn in seiner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil ente schieden. 4. Uerntefeld! hier ruhen fie, Christen, unfre Brüder: kampften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil 4. Rein, die kann de: Tod nicht halten, die des Herren Glieder sind. Laßt den Leib im Tod erkaiten, laßt, weil dem Gutent, der hier fand wir von Erde find, in der fanfte Stuh' der Müden! Gruft ihn immer medern! Für das besre Vaterland Gott wird ihn zurücke fodern. flummre er binieden! 5. Jus_perd, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus das 3. Und wie sollt' im Gras be bleiben, der ein Tempel Gotted war? den der Herr licß einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Stra ben hac erkauft zu Himmels. erben. 5. Gaaten der linsterblichkeit! Heilige Gebeine! 494 Gesinnung und Verhalten des Christen des Todes Banden, führen 6. Erinnre uns zu aller aus des Grabes Nacht zu dem Zeit, o Gett an Tod und ew'gen Himmelsfrieden, den Ewigkeit, damit wir ihren er seinem Boit beschieben. Wink verstehn und freudig ihr entgegengehn! 6. Ruhet wohl ihr Tod. tenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Tag Mel. So schlummerft du erscheine, da des Nichiers 687. Noch stehen wir, o Gott, vor Stimm' euch ruft! Nach des Lebens kurjen Leiden geht ihr ein zu ewgen Freuden. dir an dieses Grabes Raude; noch erhält und deine Macht hier im niedern Lande. Mel. Nun laßt uns den Leib. 686. Ge gib denn, fromme ftenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihrem Schcoß, so wie einst dir. 2. O Ruhe, Wuns des Leidenden, du leter Treft bes Weinenden, wo alle Freuden! Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Fein de Truß; hier finder der Berrängte Schug; hier wird in süßem Schlaf erquickt, den manche schwere last gedrückt. 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erschallt: Hinweg Chri- vom Erdenpfade! Sei uns dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit nade-! 3. O gib uns Straft, gewis senhaft zu leben und zu leis den! Führ uns alle durch den Led ju des Himmels zu 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein LeichenFleid sind nun die ganze Herr. lichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet ist der schwere Lauf; der Geist eilt in fein Baterland jur Bonne, die er hier nicht and. Mel. In allen meinen Thaten 688. Da stehen wir, die Deinen linendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Bir fingen auf vom Staube, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns cinst jum: Leben ruft. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließt des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf! 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck ihn kühlend zu! Ce fiblafe 495 uns unter besondern Umständen. ein. fchlafe hier im Frieden den schlummern alle mit fanften Schlaf der Müden; Hier find' er die erfeufite Ruh'! 4. So wie in heilgen Hai nen naht sich hier den Gebei nen nicht Frost, nicht Sonnen. gluth. Ihr Stürme, brauß't gelinde, und wehet sanft, the Binde, wo eines Christen Asche ruht! 2. Uleber unfern Hügel schwinget die Bergessenheit den Stab und der Schmäh. sucht Stimme dunget nicht ins dunkle stille Grab. Feh. ler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr ge. rügt. 3. Unfre Seufzer, unfre 5. Senkt dann den Leich. Thränen werden ewig dann nam nieder zum Gtaube sei gestillt; unsre Wünsche; unner Brüder, die längst die ser Sehnen, alles, alles wird Erde deckt. Im Grab ist erfüllt; Herzen, die sonst fanfter Schlummer; ihn heiß gewallt, liegen ruhig stört fein Erdenkummer: bann und falt. Gott ist es, der ihn einst, 4. Läg' auch meines, von erwerkt. 6. Zum Leben ohne Sor gen weckt ihn der frohe Mer. gen, wo eine Welt erwacht. Seil diesem toben Staube, fo Angt ber Christenglaube: auch er erwacht, auch er er. wacht! den Sorgen dieses Lebens un. empört, in der Erde Stooß verborgen, wo nights seinen Frieden stört! Kühles Grab, o wann nimmst du mich in deine stille Ruh'? 7. Schaut, schauet auf, Betrübte! Dort wandelt der Geliebte im hohen Himmels. licht, Bergönnt ihm seine Freude und wehret eurem Leide, und wist die Thránen vom Gesicht!) 690. Mel, Christus, der ist mein es Crab ift tief und stille, und schauberhaft sein Rane; es deckt mit schwarzer Hülle ein unbekanntes Land. 2. Das Lied der Nachtigallen tönt nicht in seinen Scheep. Des Frühlings Bluthen fallen nur auf des Hü. Met. Gott des Himmels 68y. Ruhig ist des Tor gels Moos. des Schlummer 3. Verlaßne Theure rin. und der Schoeß der Erde gen umsonst die Hände wund; kühl: da fört unsre Sub' der Waifen Klagen bringen tein Rummer, nicht der Lei- nicht in der Tiefe Grund. denschaften Spiel. Sorgen, groß und Unfre 4. Doch sonst an einem klein Orte wehnt die ersehnte Nub 496 Gesinnung und Verhalten des Christen Ruh'; und nur durch seine schen Kraft? Wie schnell, Pforte geht man der Hei von Angst umgeben, wird er math u. dabingeraft!" 5. Daß arme Herz, hienie den von manchem Sturm bewegt, find' nirgends wah ren Frieden, als wo es nicht mehr schlägt. Mel. Seelenbräutigam 691. till erheben wir unsern Blick ju dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 4. er zählet die Gefahren, die uns auf Erden drohn? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhällt uns Dunkelheit und eft ist Neth zugegen, wo unser Her sich freut. 2. Du bists, der uns liebt, 6. Doch Alles, was geschie menn er nimmt und gibt. het, erfolgt auf ein Gebot. Jo, selbst, was wir hier Du willst det ud entfliebeweinen, wird einst freu: het. Du willst, so kommt denreich erscheinen, wenn der. auch uns zur Gruft deine Stimme rufe. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Troft und Licht, und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei un. ser Herz dir treu! Bei Beerdigung eines Berunglückten. 3. Gefund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach er ist nicht mehr! 16 ser Serz erfüllt! Wir sehn mit bangem Schouer des Todes Schreckenbild. 7. Ach, dies nur macht uns ftille: wir sind in der ner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück und lenkst von trübern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plöglich nieder: reißt, darf unser Geift dir Mel, Christus, der ist mein 692. Mergeih der tiefen trauen. Du liebest unsern Trauer, die un. Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu 11. O 2. Was ist tes Menschen Leben! Was ist des Men dir empor. unter besondern Umständen. 497 11. D lehr uns machen, ging zu Gott im Frühling Bäten, und stets besonnen seiner Jahre, und dieser feyn, daß, wenn wir vor Gott ist unser Herr. dich treten, wir deines Heils uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns hin. Da fehen wir und schmecken: der Tod war nur Gewinn. Met. Herr, ich habe mißgehandelt Am Grabe Frühverstor= 694. Wenn der Stifter der Geschlech bener In eigener Melodie. 693. Zur früten Gruft wirst du von uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos be: reitet, und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führ. te dich auf seines Sohnes Pfade, und lenkte deines Lebens Lauf. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohl ge. than! 4. Du bist beglückt. Ent ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. In steter Ruh', in unge störtem Frieden, wohnt nun dein Geist, und tröstend sieht hinieden Gott deiner Ueltern Thränen zu. 7. Es war sein Pfand; et hat es euch geliehen. Ogebts ihm gern! Laßt euren Lieb. ling ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Es ter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft; ach dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. 2. Benn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hofnung sieht: ach; dann will ihr Herz verjagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen! 3. Wenn der Tod im ede len Sohne seine Luft dem Bater raubt; wenn des Hauses Stüß' und Krone sintet mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheis den: Gett, was gleichet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unterliegen, dieses arme, schwache Herz, hülfest du nicht, Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Daine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wieder. 5. Wandeln nicht in hehen Freu Ji 498 Gesinnungen und Verhalten des Christen Freuden unfre Lieben dort det einst vom Staube her am Thren? Sollten wir sie lider sich wieder los. nicht beneiden um den früh errungnen Sohn? Du wirst uns im bessern Leben die Ver lornen wieder geben! wird 5. Leibesschönheit verblühen, Seelenschönheit nie entfliehen; sie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und 6. Bater, deines Trostes ächte Tugend lohnt mit Quelle trednet auch am Gra. ewig freher Jugend, lohnt be nicht Selbst des Todes mit Himmelsfeligkeit. Nacht wird belle durch des Glaubens mildes Libt. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Gluck erscheinen. 6. Himmelsfeligkeit beste. het; nur der Erde Glück vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gottheit une vergänglich, wie der Hims mel übers wenglich, ist des Mel. Alles ist an deinem Segen, 695. Erdentödter, Er. Christen wahres Glück. men tenföhne, feid nicht stolz auf Reiz und Schön. ne; troßet nicht auf eure Kraft! Eures Mundes Hauch Um Grabe eines edlen und verdienten Mannes. Mel. Alle Menschen müssen. verflieget eures Lebens 696. Mer mit Lust und Quell versieget, und des Starken Urm erschlafft. Eifer strebte, feine Brüder zu erfreun; 2. Doch, ihr Christen, seid wer der Welt zum Segen nicht traurig, wenn so früh, lebte, soll uns unvergeßlic so dumpf, so schaurig euch seyn! Sein Gedächtnis bleibt die Sterbeglocke ruft: edler und daure! Seine Nachwelt Fräftiger, verklärter, liebe. tlag und traure! Wo sein. voller, hebenswerther über. Aient der Geist die Gruft. Grab ist, weine dann, wer was gut ift, schägen kann. 3. was ist des Gra: 2. Laßt uns alle heute bes Höhle! Eine tugend klagen, denn es starb ein hafte Seele fürchtet nicht, edler Mann! Dwie viele hinab zu sehn! lleber Grab müffen sagen: mir auch hat und Grabestrümmer wird er wohlgethan! Ja gerecht der Geist im Sonnenschimmer sind unsre Zähren, die ihn himmifcher Erkenntniß stehn. noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz, ehret unfer Leid und Schmerz! 4. Nein, um enst ist nichts geboren. Alles ruhet unders leren in des em'gen Vaters 3. Seines schönen Lebens Cooed! Süße Hoffnung! Thaten bleiben segnend uns Solber Glaube! Alles win, zurück, und die Fruchs der adien unter besondern Umständen. 499 eblen Saaten sei für Nach Saat, ausgestreut von un. welt Heil und Glück! Preis ferm Lehrer, fruchtbar seyn und Ruhm dem theuren na men! eine Tugend nachzuahmen; edel, wie er war, zu seyn, wolle Gott uns Kraft verleihn! in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dert, des Himmels Bürger werden! Troft und Gelübde auf Gräbern. Am Grabe eines pers dienst vollen Lehrers. Mel. Uuf, Chriftenmensch. Mel Liebster Jefu, wir find. 698. Geweihter Det, 697. anft, wie wo ven gewandelt hat, Gott gefä't, dem großen endete, zum Treft der Sei Tage der Uernète reift! Sei nen, dieses Edten Erdenpfad, mir gegrüßt, du Ort, wo und wir schaun ihm nach jede Klage verstummt, we and weinen. Der hat uns mancher Ruhe fand, der sie treu belehret und zum Gus ten hingekehret. auf Erden nie gekannt! 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Water, das bat er verkündet, und, ge ftärkt burch deinen Geift, vie ler Seelen Heil gegründet. hab ich auch selbst, Uns ju Jefu ju erheben, war fein eifrigstes Bestreben. 2. 3war floffen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schickjal ris; mit tiefgefühlten Schmerzen ach manchem Freund die Ab. schiedszähre schon geweint! 3. Treulich ging er selbst 3. Doch Schlaf ist ja des den Pfad hoher Tugend bis Menschen Tod; er schaffet and Ende, und gab nun Ruh' den Müten, nimmt nach deinem Rath seinen Leidenden die Bürde ab, und Geift in deine Hände. Nur bringt zum ew'gen Frieden. die Kraft von seiner Lehre Weint, Freunde, nicht; trocknet unsre Wehmuths, jähre. Wehmuchs, denkt: denkt: Wiedersehn! Die Todten werden auferstehn! 4. In der Nähe feiner 4. Belebend sinkt ein Son. Gruft, die nur seine Hülle nenstrahl einst auf die Grá raubet bören wir, wie Je ber nieder; und was hier fus ruf. Selig ist, wer an schläft, erwachet dann jums mich glaubet! Ja, des Him schönern leben wieder. Im meis Heil und Frieden ist Winter starb die Blume; feht den Redlichen befchieden. ste blüht, vom Frühungs. 6. Jaß, o Hers, die eble hauch umweht! Ji a 5, Und 500 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Und was man hier der zwungen, und siegreich aus Erde gibt, ist nur des Geistes des Grabes Nacht zu Gott Hülle. Unsterblich ist des sich aufgefdwungen. Er ist Menschen Geist, Vernunft mein Haupt; sein Sieg ist und guter Wille erhebt uns mein. Sein soll mein gan= über Welt und Zeit die Tu zes Leben seyn; und ihm will gend fuhrt zur Seligkeit! ich auch. sterben. 6. Drum kann mein Blick 2. Nicht ewig wird, wer vom Todenfeld zum Him dein Wort hält, den Tod, met sich erheben; und winkt o Jesu, schauen. Das ists, auch mir das Führe Grab, was mich zufrieden stellt, darf ich nicht ängstlich beben. selbst bei der Gräber Grauen. Ich pflücke nach vollbrachter Ich bin getroft und unver. Zeit die Blume der Unsterb- zagt, weil du den Deinen lichkeit. zugesagt: ich leb', und ihr sollt leben. 7. Was ihr einst war't, das bin ich jegt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlafne Brüder, seid, werd ich vielleicht bald. wer den. Nun dann; durchs Todesthal eilst du, du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wann du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufzuwachen. 8. Doch dem nur wird der llebergang zu jenem Vater lande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Sclavenbande ferriß, der in der Prufungszeit sein Herz der Tugend treu geweiht. 4. Wie froh und herr lich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an; läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 9. Auf Gräbern der Ent: schlafnen sider Tugendbund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ew'ge Treue! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, bis einst mein fierbend Auge bricht! 5. O welch ein sel'ges Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Met. Es ist das Seil uns ( 266 in alten Gesangbuch) 699 Mein Heiland lebt Himmelreich, unsterblich, und hat die deinen Engeln gleid), voll. Macht des Todes ganz be kommne Lust genießen. 6. Denn, 501 unter besondern Umständen. 6. Denn, wo du bist, da nach dem Kampfe ward bea sollen die, die dir hier fol. schieden. Kein Schmerz, kein gen, leben, und ewig frei Seiden stört euch im Genusse von Schmerz und Müh, von reiner Freuden. Geligen umgeben, genießen deiner Herrlichkeit. O was sind leiden dieser Zeit, Herr, gegen iene Freuden! 7. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir mir stets vor verstehet. Augen schweben; und oft 5. Ach, wer wollte denn in dieser Prüfungszeit mein nicht fröhlich sterben, und Herz dahin erheben, wo statt Erdenglücks, den Hims keine Schwachheit und mehr mel erben? Wer wollt' in drückt, wo wir der Sterb: Zeiten sich auf diesen Wechsel lichkeit entrückt, frohlockend nicht bereiten! vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preiß, nach deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz; so tröste selbst da: mit mein Herz: es kommt ein begres Leben! 4. Abgetrocknet find all' eure Thränen; ihr genießt soon, wornach wir uns seh nen: ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht In eigener Melodie. 700. wie felig feid D ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr feid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach! hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umgeben. Was wir hier ken nen, ist noch kein vollkomm nes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in ficherm Frieden, der c e 6. Hilf uns, Jesu, ernfta haft darnach streben! Komm und führ uns zu dem höhern Leben', wo deine From men erst zur vollen Ruh' und Freude kommen! Trost des Wiedersehens. Mel. Wann mein Stündlein. 701. Gwer liegt der Trennung Laft auf mir; wie lieb ich fe, die Meinen! O laß mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd' ich, Tode gleich, nach meinem werd' ich, o Herr, in deia nem Reich die Meinen wics det sehen? 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Srima me wehen; fie ruft mir zu mit sanftem Ton: du wirst sie wiedersehen! Bist du nur fromm, sind sie nur gut bort 502 Gesinnungen und Verhalten des Christen bert oben unter Gottes Hut Mel. Hallelujah! Bringet Ehre wirst du sie wieder sehen. 702. Mederichn! Mit 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich: gesinnten Frommen. Sie werden Ull' in Gottes Licht aufs neu zuſammen kommen, forthin durch keinen Tod ge trennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, führt alle dort jusammen. 2. Wiedersehn! In holden Bildern will uns die Natur sich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröche Strahlen nach der Nadt die Berge mahlen, spricht. die Sonne: Wiedersehn! 3. Wiederfehn! Zu deinen Freuden wachsen Blumen frisch und kleiden herrlich fich im Frühlingewehn; und der frohen Nachtigallen kum: merfreie Lieder fchallen: hofft getroft ein Wiedersehn. 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Gegen, o wie schmacht' ich dir entgegen über Uuen, Ström' und Höhn! Theure, aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten; ja, 6. So seid getroft und ich werd' euch wieder sehn! Freuet euch; last nicht die 5. Wiedersehn! Dich darf Hoffnung schwinden: wir werden in des Vaters Reich uns alle wiederfinden! O Wiedersehn, o Wiederfehn wie wirst du unser Glück erhöhn; wie tröstest du die Geale! ieb heffen! O, ich seh den Himmel offen, winkt der Herr mir, heim zu gehn! Theure! in ber legten Stunde ruf ich mit schon blaffem Munde; ewig, ewig wiedersehn. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gettes wiedec; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle guten See len sind in Gottes Stadt beisammen. lauten Schläő. gen klopft dir jede Bruft ent. gegen! Nimmer kann das un. tergehen, was ins Herz wir lies bend schloffen; und wenn Ab. schiedsthränen flessen, hoffte Freundichaft Wiedersehn. 5. Drum faßt uns hier schon, Hand in Hand, auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Baterland uns einft beisammen sehen. Wie wird uns seyn, wann wir uns sehn, wann wir uns froh entgegen gehn, forthin uns nie zu trennen! 305 Nachtrag einiger, bei mehreren beliebten, åtteren Lieder. tel. Wunderbarer König ( 40 im alten Gesangbuch) 5. Herr! es hat noch kei ner, der zu dir gegangen, 703. Inumirankie Lie statt der Gnabe Recht em pfangen: wer zu deinen Fü ben sich mit Thránen senket, dem wird traf und Schuld be! gönne blöten Augen, die zum Irdischen Paum taugen, daß sie in die Stralen deiner Langmuth blicken, die den Edkreis huld reich( mücken, und zugleich freudenrei, Bösen und den Dernen, wie die Sonne scheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplak deiner Güte. Deiner langmuth Ehre wird durch neue Froben immer herrlicher erheben. weit, o wie breit ftreckt sie ibre Flügel über Berg' und Hügel! mie 3. Was wir davon den ten, was wir fagen tönen, 704. Die Erd' iſt Jefus ist ein Schatren nur ju nenChrifti; fein, men. Lag vor Tag zu scho: wer auf der Erde wohnet: nen, Lag ver Tag zur duiden, fo viel Mall onen Schulden, und dazu ohne Ruh' lie: ben, die dich haffen! Herr, wer kann das fassen? deß müsse sich die Erde freun, und wer auf Erden wohnet! Er sauf, er rettete die Welt; er trägt, er segnet, er erhält die Welt, die er beherrschet. 4. Du vergiebest Sünde, 2. Wer auf der Erde, wer hörst der Sünder Flehen, gehört, zum Belke der Erlöf. wann sie weinend ver dir ten? Wer darf, des hohen stehen. Deine Rechte dräuet, Gegens werth, sich seiner und erbarmt sich wieder, legt Herrschaft tröften? Der, der bie Pfeile gerne nieder, da zu dir, o Mittler, sich bee man doch, wenn du noch fie kehrt, und glaubig wird, und Eaum weggeleget, dich zum Born erreget. dich zu seinem Herrn er wähles. 3 Unb gefhentet. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen grädig dich er. barmen. 6 Höchfter! fei gepriesen, daß du so verschoneft, und uns nicht nach Werken loh. neft. Deiner Hand sei Ehres die so wohl regieret, und mis Ruhm den Zerter führet. Fahre fort, Biens Hert, Langmush auszuüben, unb die Weit zu lieben! Mel. Schon ist der Tag vom ( 109 im aften Gesangbuch.) 504 Nachtrag. 3. Und wer, in deinem bezwang, und uns, den Staub Blute rein, der Unschuld sich erhöhte. Der hohe Sieger befleißet; wagt, sic) vom überwand. Nacht war um Wahne zu befrein, der nur ihn, und sie verschwand in den Lüften gleißet; wer helle Morgenröthe. Bebet! fromm ist, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer, auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Ver langen, der wird den Segen feines Herrn im vollen Maaß empfangen; ben macht er seiner Herrschaft werth; der ist sein Erbe, der gehört jum Bolke der Erlös'ten. gebet, stolze Spötter, Uutta serm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph! das Grab ist leer. Feft stehe es, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! er hat den Tempel neu gebaut, den blinde uth gebrechen. Hölle! fälle nun den Sieger! Got tes Krieger, der erstanden, macht nun deinen Stolf ju Schanden. 5. Kommt, Sünder, fom met in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er 3. Leer ist die Gruft, die will euch auch segnen, auch ihn umgab. Sei mir ge regieren. Wer, fragt ihr, grüßt, mein künftig Grab, ist der Herr der Sehn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis feine Fußbank. du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tage- werden's seyn, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig felig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Ver. klärung sehen. 6. Kommt willig, willig, in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Em pfangt den König: er will euch auch segnen auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser König fei? Der Sohn, 706. Mit lautem Schall der, seinem Bunde treu, den Himmel gibt den Seinen. Mel Mein ganzer Geist ( 177. im alten Gesangbuche.) Mel. Es ist das Heil uns ( 184 im alten Gesangbuch.) der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel Gefah. ren; doch sinkt drum unser 705. Friumph, Triumph! Muth nicht hin; burch Jes undlob und Dank fum wissen wir, wohin uns dem, er des Todes Macht unsre Wallfahrt führet. 2. Das Nachtrag. 505 Later, daß ich sie mit Undacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vorarund laß dein theilen rein, Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn! 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, und steht der Him mel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wer glaubt, deß Herz ist freudenvell, nur daß er sich bestreben soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Ber wünscht zum Himmel einzugehn, der läßt in ſeinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Hiramel. 3. Wie thöricht ist es doch, blog andern Menschen glauben! Das heißt sich selbst 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns im: den Grund zur ew'gen Ruhe raub.n. Wer treulich hier mermehe entwöhnen; stets dein Wort zu sorgen, was dem Herrn gefnur macht, fällt; zu ihm hinauf uns seiner Richt= dem gibt es sehnen. Er aber sieht auf Licht und Trost auch in der Todesnacht. uns herab; von uns läßt feixe Treu' nicht ab, bis wir zusammen kommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirft du uns eheinen? Gett macht uns dort dem Sohne gleich, und stillet Leid und Weinen. Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! schen uns dies Leben! Gott, 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie vers fehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil ers wählen! Höchster, leite selbst den forschenden Vers stand: so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre; und hilf, daß ich dein Bert mit festem Glauben ehre! Berleih mir deinen Geist, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit sucht, pruft, glaubt, bewährt und übt! Mel, Auf, Christenmensch ( 263 im alten Gesangbuch.) err, du bist mei, 708. Herr, ne Zuversicht! Du lebst: auch ich werd le> ben! Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unnes Wortes Lehre! Gid, sterblichkeit einst geben. Dein Mel. Nun danket alle Gott. ( 203 im alten Gesangbuch.) elobt feist du, o Gott, für dei 707. Gelobt 506 Jünger tommt nicht ins Ge. richt! dies stärket meine Zuversicht. 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den amen auszuftreuen: bort wird der herrlichsie Gewinn der Ärn te mich erfreun. Ich leide, doch verzag' ich nicht: denn du bist meine Zuversicht! Nachtra S. Mel. Der unsre Menschheft ( 272 im alten Gesangbuche.) Jesu! 709. S Erhöhter Gottes Sehn! der du schon längst der H.m. mel Thren Thren als Herrscher eingenommen, du wirst der einst zu rechter Zeit, in are. fer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wiederkommen. Gib! daß dann froh und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen schaun! 3. Hier trag ich deine fanfte Laft. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sich nicht fast, nennts fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht und dann fiegt meine Zuversicht! 2. Wer faßt, o Heiland! jeßt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zei. gen! Wann du auf lichten 4. Sinf immer hin, mein Wolken einft mit deiner En Leib, in Staub! Gott wird gel Heer erscheint, die sich dich neu beleben. Hier werd vor dir, Herr, beugen; dann ich nur des Todes Raub; sieht die Welt die Majestät, dert werd ich ewig leben. zu der dich Gott, dein Gott, Wie fart ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! erhöht. 3. Dann tont dein Ruf in jedes Grab mit allmachts. 5. Herr, diesen Segen voller Kraft hinab, und dank ich dir. Mich aus der schafft ein neues Leben. Auf Gruft ju heben, gingst du deinen Wink muß Erd' und aus deinem Grab herfür. Meer, das gri, unzähtbare Du lebst, und ich sell leben. Heer der Todten wiederges Ich glaub' es dir und zweif: ben. Sie stehn durch dich, le nicht dein Wert ist Herr; neu beseelt, nun alle meine Zuversicht! auf und teiner fehlt. 6. In diesem Glauben 4. Du fammelst fie vor Rärke mich! Laß mich den deinem Thren, um jedem Trost empfinden, den großen den bestimmten Lehn nach Trost, daß ich durch dich seiner That zu geben. Dann den Tod soll überwinden. trifft den Bösen Schmach Grab und Verwesung schreckt und Pein; den Frommen mich nicht: denn du bleibst aber führst du ein in das meine Zuversicht! verheißne Leben. Nun zeiget die Nachtrag. die That, Herr Jefu Chrift! daß du der Erde Richter bist. 5. O gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir steh, und mit dir in den Himmel geh, befreyt von Fluch und Sünde! Laß mich im Giau. ben standhaft seyn; und auch die kleinste Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth, und was dein Wert von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Nie: mals ermüde hier mein Geist dich, den schon jetzt der Himmel preißt, aus aller Kraft ju lieben; so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an dei ner Herrlichkeit. 307 Sünder ver deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deinem Rich. terthron; den Sündern und den Deinen gibst du gerech. ten Lohn. Mel. Besicht du deine Wege ( 275 im alten Gesangbuch.) 4. Frohlockend fehn die Fremmen den göttlich Angesicht; schon bier dem Fluch entronnen, jagt ihre Seele Nun triumphirt the nicht. aller Hoffen; erlöst von Muh', sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, seg. nest sie. 5. Wie angsvoll aber ba ben, die hier dein Wort vers höhnt, und durch ein fleisch, lich Leben das eitle Heri vere wöhnt! Du gibst der unte Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und führeft die Ge. 710. F denk an dein rechten zu deiner Freude ein. ch Jeju, dein Gerichte, du Richter aller Welt! der Thor nennt's ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! Mich foll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren, du haltest einst Gericht. 7. Ist dann tein Tag vor. 2 Ich höre die Posaunen, Herr im Geiste schon; ich handen; wird diese 23elt febe mit Erstaunen dich auf vergehn: so beff' ich, nicht bem Richterthron, um den mit handen vor deinem die heilge Menge erhabner Thren zu stehn. Du stellst Engel steht. Welch herrliches mich dann zur Rechten, von Gepränge! Welch hohe Ma- aller Sauld befreit; führst mich mit deinen Knechten in jestät. deine Herrlichkeit. 3. Umsonst sucht nun der te mir stets vor Augen seyn und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß mich fremm wanbein, und hier zu aller Zeit, so wie ein Weifer handeln, der sei. nen Richter scheut tel. 508 Nachtrag. Met. Wer nur den lieben ( 289 im alten Gesangbuch.) 711. Gott, hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre mich vor falscher Ruhe, das bei das Herz sich leicht ver stockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führt. 2. Du willst nach deiner großen Güte, nicht eines eing'gen Sünders Tod: drum weckst du oftmals sein Ge müthe, zu fühlen seine Sün. dennoth. Wehl dem, der deine Stimme hört, und red. lich sich zu dir bekehrt! gebracht, zu deinem Zornge fäße macht. 6. Sich bessern ist der Weg zum Leben: drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündenelend sich entreißt. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Güns dendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der chriftlichen Rechtschaffenheit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie glück. lich einst, mein Gott, bei dir! Mel. Wer nur den lieben ( 408 im alten Gesangbuche.) 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmit seine Buße gnädig an: macht ihn 712. Mein Herz ermun. tre dich zum zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Waterhuld; er tilget meine Gündenschuld! Preise des Gottes, der de Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft jur Begrung reicht? Bom Trofte leer muß der ver smachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem julegt, der frevelhaft gering sie schäßt. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz fets offen sei; damit 5. Unendlich grog ist dein mich ja nicht die Verstockung, Erbarmen. Nur wehlzuthur wenn ich mein Leben ohne bist du gewohnt. Drum Reu' im Sündendienste zu wird auch mir, mein Gett, mir 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüglich ist. Und doch bin ich oft schwach im Heffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wes nig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt! Nachtra.g. 509 mir Urmer von dir nicht len der deinen mit Zufrie nach Berbénst gelohnt. Noch denheur; du hörst es, wie immer stot mir deine Treu' ein Vater pflegt, der seiner mit Seen, Troft und Hül Kinder Schwachheit trägt. fe bei. 9. Drum soll mir deine Huld und Gute beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüs the mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im hö. hern Heiligthum. Du bist es, der in mei: 4. nen Sorgen mit Rettung miy entgegen eilt; und wenn fi, noch für mich verborgen, Nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich mich's versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest ftets das Beste. Und wenn Mel. Herzliebster Jesu ( 414 im alten Gesangu) auch meine Noth sich häuft, ch S 713. will, mein Gett, fo steht mein doch feste. Wenn mich das Elend gan; ergreift, so legt sich tein Erbarmen drein, mich vem Verderben zu befrein. du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich leben! 6 Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist dei nes Ruhms, mein Retter voll. O tönnt' ich deine große Gute doch so erheben, wie ich soll! doch, meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gett, wie schwach ich bin. 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn gnug erheben; wer kann mit seinem feurigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden; wer Gott ergründen? 3. Bon unfern Vätern wurdest du erhoben, dich wers den unsrer Kinder Kinder loben, und deine Macht besingen, deiner Stärke preis. volle Werke. 7. Und hätt ich auch viel tausend Bungen, so würde deines Behithuns Preis, nie würdig gnug von mir besun. gen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich ruhmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8 Jedoch du fichst mit Bohtgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit; und hö: 4. Wie herlich bist du, Gott, wie schön und prächtig; wie deinen Wundern, groß in Herr, wie mächtig! Das preis ich, daß dein Nam' erhos ben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die rest selbst das schwache Lal Welt von deinen Thaten wi 510 verhalle, und deine Wahrheit, deinehuld, befinge, und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von buldendem Gemüthe, barm: herzia, gnädig, und von gro. fer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wehlgefallen. Nachtrag. 7. Jebefa, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken, beine Fremmen wollen aus allen ihren Kräften sich be streben, dich zu erheben! 8. Ja, ewig will ich deinen Namen leben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Bas lebet, müsse, Herr, ju allen Zeiten dein Lob ver. breiten. Mel. Allein Gott in der Höh' ( 419 im alten Gesangbuch) 714. Stimmt unserm Gott ein Lob: lied an mit freudigem Gemü the; es rühm' und preise wer da kann, den Geber allerGüte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket sei nem Namen! 2 Lobt Gott und rühmet allezeit die großen Wunderwerke: die Majestät und Herr lichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding' erhält: drum danket feinem Namen. 3. Lebt Gott, der uns er. schaffen hat, der Seele, Pefb. und Leben, aus väterlicher Huld und Gnad' unvallen hat gegeben; der uns durs seinen Engel schüßt; der täglich schenket, was uns nüßt: brum dantet seinem Namen. 4. Lobe Gott! Er gibt ins feinen Schn, der selbst für uns gestorben, der uns di ew'ge Lebenskron' durch seis nen Tod erworben, der Frie. den hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath voll. bracht: drum dantet seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beis stand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum banker seinem Namen. 6 Lobt Gott: er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk', das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich häit: drum danket feinem Namen! 7. Lobt Gott, ihr starken Seraphim, 3hrEngel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott, und preißt ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem bat bas dante seinem Namen Regi Regier. инони Grift Com Ach bleib mit deiner 6 96 90 Ach endlich, Duider, 221 an deine Leiden denke * Uch Gott, verlaß mich n. 289 Ach Gott, wie mancher 218 Ach hier nicht mehr, ach 489 266 * Un dich mein Gott ge. Auch außer meinem Auf, Christen bringet Pr. 04 467 Ach könnt' ich doch mit 475 Auf, Christen, laßt uns 65 234 Ud fich ihn dulden, bl. 115 Uch welch ein Kampf in 59 Allein Gott in der Höhf. 27 20 Menichen müssen 86 193 Un Christen und auch 359 er meiner Brüder 364 Auf dich, Erlöser, stets Auf Erden Wahrheit Auferstehn, ja auferstehn 188 Auf, freue dich mein G. 62 Auf Gott nur will ich f. 399. * Auf Gott und nicht auf 274 Ader Welten Herrsber, 27+ Auf, Jesu Jünger, fr. 132 Was hast du mir gegeb. 302 2uf, meine Seele, auf f. 125 210 ist an deinem Beg. 40 Uuf, o Seele sei noch m. 432. * Ngegenwärtiger! ib. 13* uf, schicke dich, recht f. 78 Nagütiger, bir will ich 437 Aus des Grabes Banden 126 Ullebender, du 363 Umächtiger, ich habe 423 Bald ist sie nun vellend. 480 * Almachtig großer Gott * Un Kreuz erblaßt 48 tald leg ich Sorg und 478 † Bald oder spät dest. Uniätung sei dir Gott 132 Barmherziger, erhöre 121 150* Unbätungswürd'ger 241 476 * Be Knmerkung. Klle mit einem* oder+ bezeichneten Lieder gegen dritthalbhundert an der Zahl, hat das bisherige pessen: Darmstädtische allgemeine Gesangbuch mit dieser neuen, sermehrten, Sammlung gemein. Sie dienen da, wo jedes eingeführt ist, so lange allein zum öffentlichen Kirchengebrauch, bis die Mehrheir einer Seminde mit dieser versehen ist. Die besternten Gelänge führen hier und dort aud dieselben Nummern; bie wenigen mit tbemerkten aber kommen entweder unter andern Nummern, als in der alten Ausgabe or, der find um ene und die andere Strophe, gegen tas Ende, vermehrt oder vermindert worden: welches Lettere bie( seistlichen bei Bestimmung der Anzahl der zu singenden Streppen berücksichtigen werden. Register. Seite * Befiehl du cine Wege 276 Beglücke mne Reife Beglückt, fglückt ist, w. Begrabt di Leib in feine Bekennerjeju, werdet Berufenjast du mich Besis idnur ein ruhiges Bester weisefter Regier. Bewasnete, der Krieger 414 Beware meinen und Bilden soll ich mich auf is der Tod ihm winkt 344 21.dk hin in die vergang. 338 * Bringt Preiß und R. Der Freuden Quell ist Der Hetland kommt,[. 264 124 Chrift aus deinem H. 351 * Christe, du Sohn Got. 103 Chrift, eile nie mit sich. 162 Christus der ist mein 2. 481 Christ, wann dich Trüb. 282 212* Der Herr ist Gott und * Der Herr ist meine Der Herrscher aller L. Der hohe Himmel dunk. Der Lenz erfreuet, was * Der Mächtige, der H. Der Mond ist aufgeg. Der Morgen femmt u. Der Tag ist wieder hin Der weise Schöpfer d. * Der Wollust Reiz zu 324 * Des Leibes warten und 323 + Des neuen Jahres er. Dich bat ich an, erstand, 467 241 491 102 399 341 42 28 476 402 495 410 232 494 45 Seite 3. Der du selbst die Wahr. 144 * Der du stets unsre Zufl. * Der du uns als Bater. * Der du uns das Heil er. Der du voll Blut und Der du von Jugend auf Der Ehestand foll heilig 114 305 389 Der Erde Reize sind ern. 436 202 138 73 Dank und Unbetung Dank, Bater dir, der Das Umt der Lehrer H. Das Grab ist tiefund Das Land, das Gott mir Daß ich der Tugend Höh Dich kennen, Gott, ist Dich seh ich wieder, 420 Daß unser Gott uns 2. 345Die auf der Erde wale 172 Da stehen wir die Dei. Die Erd' ist Jeſu 503 Die hier vor deinem Dein bin ich Gott, dein * Deines Gottes freue 272 * Dein Heil, o Christ n. 289 Dein Velk, o Herr, singt 149 * Dein Wille ist's o Gott, 317 * Dein Wort, e Höchfter, 140 Den ganzen Erdkreis ist 32 Dem großen Vater weih. 83 * Demüthsvoll komm ich Dem Bandrer gleid), d. 386 Den größten Sterbend, 110 * Der am Kreuz ist meine 112 Der du den Menschen s. 454 2 71 4 277 104 445 187 445 433 473 428 418 446 123 258 4.03 32 393 Die Himmel rühmen Die Kinder, deren wir Die stillen Abenstund. * Dies ist der Tag, den Die Thiere, deren Herr 418 80 431 453 230 Die Zunge, die vernehm, 416. Dir dank ich für mein Dir ergeb ich mich Dir, Gott, der so gern * Dir Gott sei Preis u. Dir immer ähnlicher zu Dirtrau ich Gott und + Dir 154 47 247 279 Register. + Dir, unser Gott, ift Dir zu leben, dir zu * Du aller Menschen B. Du Bester aller Mensch. Du bester Trost der 2. * Du bists, dem Ehr und 300 Du, deines Vaters 237 116 464 200 206 Du denkest in der Tief. 111 * Du, der kein Böses thut 51 Du, der sich einst voll 101 Du, der so gern begl. 342 Du, dessen Augen flossen 112 Du, deß sich alle Himmel 296 * Du gabst mir Ew'ger Du, Gott, bist über Ul. + Du, Gott, du bist der Du hast es mir gegeben * Du hast uns, Herr, die * Du, Herr, haft aus 36* Ein ruhiges Gewissen 174 Einfam bin ich; tiefe 366 Eins ist Noth! Und, Herr, 231 Einst, als im Angstgeb. 102 Einst, freuet euch, einst Empfinde deinen hohen * Entehre nicht, mein H. 339 * Entfernet euch, unsel'ge379 Entreife dich), mein G. Entschwinge dich, mein Erdentöchter, Erdens. Erfreue dich des Heils, Erfülle redlich deine P. 335* Erhabner Gott, was r. 270 Erhalt uns, Herr, bei 447 1Erhalt uns, Herr, die 466* Erhebt den Herrn, ihr † Erhöhter Jesu, Gottes 328 159 * Erinnre dich, mein. 482 Er ist erstanden, Jesus Er ist gekommen, er, Erlöser, der im Staube 458 Du, Herr und Vater Du, Herr von meinen Du kamst herab zum * Du klagft und fühleft Du läßt den Tag mich * Du liebst,& Gott, G. Durch dich, Gott, bin * Durch dich, o großer Du fagst, ich bin ein Du schaust, mein Sch. * Du Bater deiner Men. Du vertheilst der Men. 397 * Du weiser Schöpfer Du, welchen keine Welt Du wirst, o Bater, für Du wellst erhören, G. 268. 16 468 68 339 + Ermüdet von denS. 453 Erscheine meinem Geist 363 Er starb, der größte Fr. 398 Ertöne; feiernder Ges. 301 Ertönt, ihr Freudent. 242 Es baut, o Gott, auf 264* Es eilt der legte von 176 485 380 434 tre fei Gott in der H. Ein' feste Burg ist Ein Gott regiert, was 287 Ein Herz, o Gott, in Leid 349 Ein milder Regen finket 444 Ein Pilgrim bin ich in 83 284 -498 82 283 8 Es freu' der Fürst des Es ging ein Mann voll Es hebt sich auf der U. Es herrschtein Gott, d. Es ist dein Bille, Herr Es ist nicht mehr, für * Es ist noch eine Ruh v. 148 298 65 506 126 74. Es ist nur einer Herr 149* Es ist vollbracht, so r. Es lebt ein Gott, der Es preise Gott, wer J. * Es werd Gott von die 194 Eszieht, o Gett ein K. 127 74 103 429 91 116 308 444 441 336 298 84 210 280 472 489 195 5 149 23 236 46 46E Registet. Es züchtigt deine Hand Ewig, ewig bin ich dein Ewig, o Jesu, wird dein Ewig und unwandelbar 459 Gett, der du unsre Zufl. 221 157 Gott der Liebe, wie er 267 302 243 281 Gott der Tage, Gott der 477 Gott, der zum Segen für 411 + Gott des Himmels und 421 Gott, dessen Macht des 465 207* Gott, dir gefällt kein 452 Gott, dir vertraun ist 426* Gott, du bist von Ewig. 10 127 Gott, du erforschest mich 209 Gett, durch den wir sind 144 Gottes Gnade sei mit 407 * Gottes Sohn ist komm. 78 Gott, heilig sei dein N. 143 + Gott hif mir. daß ich B. 508 * Gott, ich will mich e. Gott, immer groß an Gott ist die Liebe, Gott 151 448 Fallet nieder, fallet Ferne sei der Irrthum Fest steht dein Bund Frehlockend, Bater, w. Frohlockt, ihr Christen Früh, mit umwölktem 439 Führer zur Vollkommen. 85 Fur alle Menschen beten 299 Für deinen Himmel + Fürwahr, du bist, o G. 488 38 300 136 Geärntet 505 18 eärntet ist der Felder 438 * Gedanke, der uns Leben 61 Geht hin, der Gott der * Geist vom Vater und + Gelobt seist du, o Gott + Gerechter Goit, vor d. * Gern will ich mich erg. 175 Geweihter Ort, wo Saat 499 Geweiht zum Christenth. 155 Gewöhne dich durch W. 413 * Gib, Gott, wenn ich dir 315 Gib, Höchster, daß ich 415 * Gib mir, o Gott, ein Gott, aus deinen Schöp. * Gott, deine Gnade fei Gott, deine Güte, deine Gytt, deine Gute reicht Gett, deinen heiligen Gott, deine weisen W. 398 * Gott, deine weise Macht 41 * Gott, der an allen End. 38 * Gott, der du die Mens. 370 * Gott, der du für uns Gott, der du Herzensk. 265 7⁰ 40. 443 487 270* Gott, vor dessen Unges. 17 Gott, wann mein sterb. 478 Gott; welch' ein Schm. Gott, wie schrecklich sind * Großer Gott, erhabnes Groß ist der Herr, die 66 Groß ist, thr Aeltern, 392 Gott, der du Schmerz u. 471 Groß wird des Sünders 193 * Habe 361 31 244 345 24 20 143 217 Gott ist getreu, sein H. * Gott ist mein Hort u. * Gott ist mein Lied, er * Gott ists, der das Ver. Gott, lehre mich verst. Görtlicher, dich zu ehrh. + Gott, mein Vater D. 395 Gott, mit allen seinen F. 449 Gott, öffne deinen Him. 483 + Gott ruft der Sonn' u. 448 + Gott, Schöpfer, St. 230 Gott sei Dank, ich lebe Gott sei Dank in aller 79 43 Gott sorgt für uns. O 295 Gott von großer Macht 9 329 390 424 58 55 350 Register. 169 483 136 358 * Habe deine Lust am Date 273 304 66 + Habe deine Lust, oJug. 455 Halelujah, bringet Ehre 303 Halte dich mit hoher L. + Hast du denn ganz dein 462 * Heiland, deine Menschen 88 Heiland, den uns Gott Heiland, groß an Huld Heil dir, Seele, Gett Hellger Geist, von Gott Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Todes. + Herr, deine Allmacht Herr, deine Kirche dan. * Herr, deine Sanftmuth 371 Herr, dein Gesetz und Herr, der du Alles g. Herr, der du dein theu+ Herr, der du mir das Herr, der du selbst die + Herr, du bist meine 3. 151 146 315 * Herr, du erforschest m. * Herr, du fährst mit Herr, du wolist sie Ich bin der reichste M. Ich bin ein Chrift, Gott 14* ch bin getauft auf d. 129 Ich bin getauft nach J. 167* h bin in meinem G. 340 156 186 Herr Gott, dich loben w. 306* ch bin, o Gott, dein E. 49 Herr Gott, dich loben( b) 307. Ich bin zur Ewigkeit g. * Herr Gott, du bist die Herr Gett, was irdisch Herr, höre mein Gebát 11 Ich blick empor zu dir 213 Ich denk an dein Ger. 121 13 191 29 2 246 166 Herr und Richter aller * Herr, unser Gott, wer Herr, vor deinem Unges. Herr, welch ein wichtig 391 * Herr, wie lange muß Herr, wir feiern dein Herr, wir singen dei. * Herr, wir stehen hier * Hier bin ich, Jesu, zu * Hier ist noch unsre P. Hier lieg ich, Herr, in Hilf mir, Gott, der K. * Höchster, denk ich an * Höchster Gott, wir d. Höchster, wer ists, der Höher hebt sich Gottes Huldigt Gott, ihr froh. Herr, ich bin dein Eig. Herr, ich hab aus deiner * Herr, laß mich doch g. Herr, lehre mich den w. Herrlich ists, an Freund Herrlich ists, in deinem * Herr, mache meine S. + Herr, meiner Seele g. Herr, mein Licht, erl. * Herr, mein Bersöhner, * Herr, stärke mich, dein 408 245 170+ Sauchzt unserm Gett, 21 430 Ich bebe nicht vor Tedu. 185 155 505 332 192 177 331 50 60 155 159 319 470 470 208 5 433 25 417 154 280 318 141* 372 507 Ich eile meiner Heimath 479 212 * Ich erhebe mein Gem. Sch fasse, Bater, deine 480 273 181 * Ich freue mich, mein G. Ich geh einst ohne Beben Ich habe, Gott, mir e. * Ich hab' in guten St. Ich hoff ein ew'ges Leb. * ch komme, Herr, und 247 155 246 347 196 160 290 komme vor dein preise dich o Herr, 161 94 Ich seh im Abendrothe 433 Register. Ich sterbe schon, jedoch 484 Laß dankbar uns die 2. 40g 224 Ich trete vor dein Anges. 456 * Ich weiß, an wen mein Id will dem Herrn zu i. Ich will den Bund mit * Ich will dich noch im 177 Ich will in stiller Einf. 456 + Ich will mein Gett, du 509 * Jesu, deine tiefe Wund. 99 Jesu, meine Freude 233 Jefu, meines Lebens 2. Jefum ewig zu verehren * Jesus lebt, mit ihm Jesus, merne Zuversicht 185 Im Frühling meiner J. 400 Immer näher kommt Immer sich bestreben + In allen meinen That. In Gottes Namen fang 425 * InTrübfal, Chrift, sei 348 In unserm Kummer Ist Gott für mich, so 468 222 464 165 Laßt das Vollendungsf. 130 Laßt dem Tode seinen 493 Laßt uns mit ehrfurchtsv. 76 * Laßt uns unserm Gott * Lehre mich, Herr, recht Lieblich sind der Tugend * Liebster Jefu, wir sind Lob, Ehr' und Dank ſei * Lob, Ehr' und Preis 95 * Lobet den Herren 231 Lob, Preis und Ehre br. 189 Lobsinget Gott! Dank 85 Lobsinget Gott, denn s. 36 Lobsinget Gott, er schuf Lobt Gott, ihr Christen 90 57 442 62 Kommt und laßt uns 248 77320 384 122 Lob sei Gott, der den F. 435 Lob sei Gott, der den M, 422 Lobsinge meine Seele 128 1 465 309 309 20 152 30 75 Mache dich mein Geist 311 * Mein Auge sieht, o G. 42 * Mein bester Troft in * Kein Lehrer ist dir, J. 89 Meine Kinder, Gott bef. 394 179 395 224 291 * Meine Lebenszeit ver. Meinen Jesum laß ich Mein Erlöser, auch für * Mein Erlöser, der du * Mein Erlöfer, Gottes 96 134 Kein Mensch, o Gott, ist 52 Kinder, die ihr noch im * Komm bätend oft und * Komm, o komm du G. * Kommt, die ihr nicht + Kommt, kommt den 5. Kemmt, laßt uns Gott Kommt mit Dank vor 156 98 + Mein erst Geschäft 422 Meines Herzens reinste 223 + Mein ganzer Geist, G. 197 Mein Glaub' ist meines 385 * Mein- Gott, ach lehre 250 * Laß deinen Geist mich-97* Mein Gott, du wohnest 259 * Mein Gott, ich weiß * Laß doch, o Jesu, laß Las Herr, nach eitlen * Laß mich doch nicht, o * Laß mich, Hochfter, d. * Laß mich, o Hert, in Laß mir die Feier deiner 152 334* Mein Gott, zu dem ich 332* Mein Heiland, deine 374+ Mein Heiland lebt und 500 249+ Mein Herz ermuntre d. 508 94 Mein Herz, Gett, B. 214 179 215 68 Mein Registev. * Mein Sort ist Gott, + Mein Jesu, für dein Mein Leben steht in 3. * Mein Schöpfer, dessen * Mein Vater und mein Menschenfreund, nach Menschen weis' und gut Mich selbst muß ich bez. * Mir nach, spricht Ch. Mit Ernst, o Mensdenk. Mit Freuden laßt uns Mit frohlockendem 3. * Mit lautem Schall fr. Mittler, schau auf sie Mit melchem Dank Mit welcher Langmuth 133 178 282 Noch stehen wir, o Gott 404 108* Nun bitten wir den h. Nun bringen wir den 251* Nun danket alle Gott 251* Nun habe Dank für d. 360 Nun ist das alte Jahr Nun laßt uns alle fröhl. Nun sinkt die Sonne nie, Nur kurz ist hier mein 391 322 236 71 451 67 504 405 477 26 252 439 483 Ob wir sind, wie wir 197 Nach einer Prüfung Nach einer schmerzenv. 473 Nach frommer Eintracht 370 Nach Gottes weisheits. 410 Nach Jesu Weisheitsleh. 365 Nach meiner Teelen Se. 318 Nahet anbetend dem 463 Naht dem Altare, linft. 158 Naht mit Undacht im G. 162 Nicht auf den Höhn, nicht 341 * Nicht, daß ichs schon Nicht für der Felder Nicht lang ein Pilger Nicht mehr, als meine Nichts ist von ungefähr Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum * Nie bist du, Höchster, * Nie will ich wieder fl. Nimm unser Dankgef. * Noch immer wechseln , blickt hinauf zur E. 375 376 105 118 312 * Oft klagt dein Herz, wie 254 Golgatha, zu deinen O Gott, den alle Wesen O Gott, der du mein * Gott des Himmels + Gett, desi starke H. 260 34 * Gott, du bist mein to Gott, du frommer D großerGoit, du rein. Heiland, dessen hohen to heil'ger Geist, kehr 0 Herr, mein Gott, durch 356 D Kinder, dieser Tag des 407 Okönnt ich dich, mein 312 O Durst nach Blut! o 490 363 169 450471 35 136 296 12 Welt, sich hier deine. 373 Dwie felig feid ihr 63 Dwie sanft ist, Herr, * wie unaussprechlich 64 427 172 Menschenfreund, mein 171 felig, wer zufrieden 388 Ostimm auch du mit 41 * Noch der Herr 424 Noch leb ich. Ob ich m. 184 Preist, Christen, mit + Noch nie hast du dein 18 Preis und Unbetung 253 137 170 135 welch ein Glück, ein 47 welch ein Segen ist ein 417 * O welch ein unschäßb. 380 113 76. 501 56 199 443 310 Reblich Register Nedlichkeit, mit dir im 576 Sieh diese jungen Seel. 406 Religion, von Gott geg. 139 Richte nicht mit harter 365 + Ruhet wohl, ihr Todt. 493 Ruhig ist des Todes S. 495 + Sink ich einst in jenen 432 + So fliehen unsre Tage 430 So gieb denn fromme 494 * So hoff ich denn mit * Gojemand spricht: ich So ist mit aller 473 141 238 * Soll dein verderbtes Sollt es gleich bisweilen 352 * Sollt ich jetzt noch, da * Sollt ich meinem Gott 283 * So schlummerst du in So wahr ich lebe, spricht * So weit, Herr, deine So weit nur Menschen * So, wie du bist, so 256 Standhaft sei, o Gott, Starke Mittler, stärke 404 + Stimmt unserm Gott 510 11 191 325 Stets warst du meine Still erheben wir uns. Sünde ist nie klein zu 457 496 54 Sae deine Thronenfaat 346 Sanft, o Christ, ist Jesu 239 Sanft, wie er gewandelt 499 * Schaffet, schaffet Men. 215 Scheint mir freudenleer 340 Schicke dich, erlöfte S. 164 Schmerz und Klage fullt 444 Schon auf Erden können 87 + Schon ist der Tag von * Schön ist die Tugend, Schon naht sich meines Schon wieder Nacht + Schöpfer der erschaffn. 311 * Schörfer, Gott, Herr Schuße die Deinen, die 153 Schweiget, bange Zweif. 227 479 474 1 6 Schwer liegt der Trenn. 501 * Schwingt, heilige Ged. Seht, Christen, fehet J. 119 Seht, welch ein 106 Sei, aller Wellust Reiz 324 Weber aller Himmel Seid barmherzig, Mens. Gei gesegnet, Umen, 2. * Sei getreu in deinem Sei Gott getreu, halt * Bei hoch gepriesen, H. Sei mir gegrüßt zu mei. * Sei jufrieden, mein G. * Selig, Jesu sind die Selig sind des Himmels Selig sind, die in dem Selig, wer met stillem Senkt den Leichnam, Genkt nun den Leib in Theuer sei mir allezeit Trumpf! Triumpf u. 227 362 120 217 24 438 87 504 131 366 Ulm Erbarmen flehen 461 485 * Um Gnade für die Sün. 117 Ulrerforschlich sei mir 409 271 16 Unschuldigster, du hatt. 108 98 Unser Gott, der Herr der 427. Unser Gott ist groß und 39 Unser Wandel ist im Him. Unire Kindheit, unsre 189 181 Uns strömt aus deiner 481 Unsterblichkeit, Unsterbl. 200 278 Unter manchen bangen 485 492+ Unumschränkte Liebe 492 Unwiederbringlich schn. 450 Vater 503 60 33 322 454 330 Register. * Was ist mein zeitlich 320 Bater, den uns Jesus 297* Was ists, daß ich mich 356 53 355 285 225 286 19 437 240 292 255 153 497 Bater, heilig möcht ich * Was mein Gott will Verbittre dir dein Leben 373* Was soll ich angstlich Vereinigt laßt uns Gut. 361* as sergst du angstlich 182 Bergelten wirst du den. 203 Was war' ich ohne dich Versammelt hatte Jesus 157* Was zagit du? Gott Verschwunden ist der E. 440 Weicht, ihr Berge, fallt Vertrauen ist des Chr. 275 Beit um mich ber ist all. Verzeih der tiefen Trau. 496* Welch hohes Beispiel g. Viele Freuden streust du 343 Welch hohes Berrecht Vollbracht ist nun die 17¹ Belterlöser, dich zu lieb. Boll Dank an diesem 420* Wenn Christus seine Bollendet freudig euren Wenn der Stifter der Vollendet hatte Gottes Wenn Geschwister from. 396 Voller Ehrfurcht, Dank 163+ Wenn gleich aus tiefer 357 Vom Geräusch der Welt 381 Wenn ich auf Gottes B. 190 Vem Grab, an dem wir 81 * Wenn ich ein gutGewis. 382 Vom Todesthal hinauf 129 enn ich einst von jenem 426 Von allen Himmeln tönt 306* enn ich, o Schöpfer, Von deiner Weisheit, G. 419 enn meine Zeit vorh. Von dir, der meine Ben dir, du Gott der Bon dir, Gott, sind der Von dir in diese Welt * Von Furcht dahin ger. Von heiligem Gefühl Ven Herzen preif' ich Vor dir, Herr, denken * Vor dir, o Gott, sich 32 181 377 Wenn Menschen streben 401 390* enn mich die Sund. 100 388 204 133 201 378 209 408 Wenn oft zu jener S. * Wenn sich, mein Geist, 22 Wenn wir in höchsten N. 460 Wenn zur Erfüllung det 268 * Wen wird, o Gott, die 382 Wer auf seinen Gottver. 278 262* 93er bin ich? welchew. 316 * Wer dieser Erden Güter 368 139 148 Wach auf, mein Herz 425 Wer gehorcht, der thu's 412 er, Gott, bei deinem 266 Wann wir unsern Lauf 45 * Warum erbebst du mei., 188 Wer Gottes Wege geht 210 * Warum sollt ich mich 353* Wer Gottes Wort nicht 228 284 Wer hat den Glauben 207 Warum willst du doch * Was Gott thut, das ist 354 Wer höher durch Geburt 412 * Was hilft es mir, ein 257 Wer Jesum kennt, ver. Was ich nur Gutes habe 313 Wer kann die Leiden f. Was ist im Himinel 261 Wer könnte zweifeln, daß * Was ist mein Leben 355 Wer machte diese schöne 205 103 4 30 Register: 263 431 184 Wer mit Luft und Eifer * Wer nur den lieben G. Wer nur ein Laster liebt Wer sich mit Ernst der Wer stets mit reinem Wer Sünde thut, der Wer unter deinem Sch. Wer weiß, wie bald in + Wer weiß, wie nahe m. 183 Wer zählt, Unendlicher, 44 Wiederfehn, mit lauten 502 Wie freu ich mich der W. 201 * Wie getreft und heiter 228 Wie gnädig ist des Höch. 446 Wie göttlich find doch Wie groß bist du, o Gott, 261 * Wie groß ist des Allm. * Wie groß ist unsre S. Wie groß,& Herr, ersch. Wie groß, wie angebatet Wie gut, wie heilig ist Wie heiter fließt mein Wer im Herbste fallt Wie leicht verkenn ich 498 Wie wird mir dann, o 288 Wie wohl ist mir, o Fr. 54 Will mich, o Gott, hien. 333* Willst du der Weisheit 256 Willst du die Busie noch 218 57 Wiralle, Menschenvater 441 Wir flehn für unsrer Nel. 396 Wir gehn ans Grab und 490 Wir glauben an den ein, 28 Wir kommen, Helfer, dir 469 Wir sind in Noth, laß 465 Wirtrocknen unsre Thr. * o eilt ihr hin, ihr Leb. * Wohl dem, der beffre Wohl dem, der in dem Wohl dem, der richtig Wohl dem, der seines Wehl mir, o Schöpfer, Wohithätig sind der Er. 347 351 go 387 375 21 45.5 383 414 107 69 Woh uns, wohl uns, daß 403 145. Bohlzuthun und mitzu. 367 384 Wo ist wohl Noth und 58 173 Wort aus Gottes M. 314 Wo sind die Weisen, die Wie mannigfaltig sind 327 Zu dir erhebt sich mein Be 294 Wie fanft, mein Vater, Wie fanft sehn wir den * Wie felig lebt ein M. * Wie sicher lebt der M. Wie soll ich dich empfan. * Bie theuer, Gott ist d. * Wie viele Freuden dank * Wie wichtig is dech der 486 Zu dir, o Gott das Herz 368 3u dir, Unendlicher, zu 175 Zum Fleiße ward das 72 Zum Himmel erhebe * Zur Arbeit, nicht zum 220 25 Zur frühen Gruft 51 Zwar wird noch manche or whe 180 229 357 337 334 347 15 92 294 462 328 458 329 497 287 Susana Schier gebofam 3 Fuba 14,50. Maria Schier gebohen 750 Dezertes ut. Margretheuchner gewöhnn 215 August 1. 3. Torg Pfillig Schner ghevorne verden sik Jakob Scheeralinse f is ss sl S is ses ss ال-. 7 كال لد A. Ft. 18 J 7548J 333 drfform 155em 15. Junte ist Morverwithar du hiner den gestorben. were 2.3 dan Tung ist 1858 den 26 km Keling Sonn Tune inomb Q Fun 1879 75 Zing Safies Ihrstorben. Do 18.6.6. den sten Mägist Georg Pfillig Schier Gestor fon 12 Junge, if ist heinrich Sch Gestores dun 3 Ma Mange na Pier Walter Köster Buchbinderei 3550 Marburg 1000 Berlin 61 Tel. 0 64 21/2 12 77030/7 86 30 10 ches 1 entimetres Blue 2 dil 3 4 Cyan 2 15 7 Farbkarte# 13 Green 3 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 N 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 | 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8