D Greb 18561 RU 78 DS Gb 988 18 886 99 AIT. ހނނަ Ed. Schuler sculp. Re Gefangdach 301 ffentlichen und vänslichen Grbaitm pofbuchsender Neues Gesangbuch zur Beförderung der öffentlichen und häuslichen Erbauung. Büdingen, im Verlag der Heller'schen Hofbuchdruckerei. Gb 988 45616 netilanne d ITT! Q### nd 13 badondo Univ.- Bibl. Giessen ee se S01 001 est 201 ETI COL #ndng mobins102 and Gus10 offindo mi a116 940 mothimi id gasfolie 19d sadə 190 NOU XE sjály Esd majas 3d pols dau condescubine****** AZ Inhalt. Tidal Teimedi dari& rbondis me ne monde ma Allgemeine Lieder bei dem öffentlichen Gottesdienst. 2 Von Nro. 1 bis 9 # ladna daw s opened til E11 Erste Abtheilung. Rindbyrnges frim modismo JIIX Lieder über die christliche Glaubenslehre. Sat 2. Allwissenheit. 3. Allmacht. $ 81 I, Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. OM TEI Ema Nro. 10:18 Holl madhe me, mais on II. Von Gottes Eigenschaften insbesondere. 19.46 III ndan SP 1. Ewigkeit und Unveränderlichkeit. 19.22 23-26 27-29 30-31 III. Von der heiligen Dreieinigkeit. 9 20 IV. Von der Schöpfung. me med noe ape mod 4. Allgegenwart. 5. Allweisheit. ect 6. Heiligkeit und Gerechtigkeit.ijuark at 07, Treue und Wahrhaftigkeit. 37 TO 8. Güte, Liebe, Gnade, Barmherzigkeit. 8 38-44 9. Geduld und Langmuth. 45-46 E 47:51 52.57 58-71 .6 72 76 V. Von der Vorschung und Weltregierung VI. Von den Engeln. 32 34 = 35-36 VII. Bom Menschen und dessen Bestimmung. 77,86 2* VIII. Von IV Inhalt. VIII. Von der Sünde, Verderben und Elend des Menschen. IX. Von der Gnade Gottes in Christo, oder der Erlösung der Menschen. X. Von der Person des Erlösers. XI. Von der Menschwerdung und Geburt Christi. ID UH2 XII. Vom Geschäfte und Wandel Jesu auf Erden. 103- 129 1. Adventslieder. 103.113 2. Weihnachtslieder. 114- 127 128 . Vom Namen Jesu. 4. Von der Erscheinung Chrifti.dsi2 smismo 129 130,136 ligdidle afir XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Chrifti, un 5. und 1. Erweckung zur fruchtbaren Betrachtung 81 01 der Leiden Jesu. 2. Das Leiden Jesu am Delberg. 33. Das Leiden Jesu bei seiner Gefangennehmung. $ 14. Jesus von seinen Jüngern verlassen, von af ce Petro verleugnet. Leiden Jesu vor dem jüdischen und römischen Gericht. 28.12 87 92. 93-99 100-102 6. Zum Trothri Jesu 10. Begräbniß 137 182 # 08 137-146 147 148 149 150 153-156 6. Kreuzigung Jefu Chrifti. 157-159 inny 7. Leßte Worte des sterbenden Erlöfers. 160-165 8. Tod Jefu am Kreuz. Oba 9. Anwendung der Leiden und des Todes 1166-167 Jesu. 168-181 1. Zu Bußgefinnungen. mogilind and no 168/ 170 2. Zur Stärkung im Glauben. 130 171 172 Gegenliebe und Dankbarkeit. 3. 173 176 4. Zur Selbstverleugnung. 177 178 5. Zur Treue und Beständigkeit. ad note 179 und zur Beruhigung. 180 181 E 151 152 N14 182 XIV. Von V XIV. Von der Auferstehung Jesu Christi. 183-201 183- 185 186- 189 1. Gewißheit und Freude darüber. 2. Lobpreisung Gottes und Christi. 3. Jesu Auferstehung ein Beweis seiner COS göttlichen Sendung. IDB 4. Erweckung zur geistlichen Auferstehung. 5. Trost und Hoffnung aus der Aufer451 stehung Icfu Christined 195- 201 off Inhalt. GOLE XV. Von der Himmelfahrt Jesu Christi und de sizzen zur Rechten Gottes. 4. Christus wird wieder kommen. are ITS 01. Erweckung zur Freude darüber und Lobpreisung Gottes. 202 204 ers 2. Erweckung zu himmlischen Gesinnungen. 205-208 079-709 3. Fürbitte Jesu zur Rechten Gottes. doil VI 3 Stei XVI, Vom heiligen Geist und dessen Gna, TOE denwirkungen. do XVII, Vom Worte Gottes. $ 16.808 1. Hoher Werth desselben. VIS- 616 CSE- 818 deffelben. No.71XX 202 210 به 211 228 ees 01. Freude und Lobpreisung Gottes darüber. 211-214 80s 2. Um des heiligen Geistes Gaben und S 1933 or purpidurid Beistand. COE bes 1. Des Geseges. 2. Des Evangeliums. - 0123 194 3* $ 229,245 maldo? vad pandehus IXX arv 229-235 209 210 118 018 MIG SIC ESE 1 2. Lobpreisung Gottes für sein Wort. 236-237 3. Bitten zu Gott um würdigen Gebrauch Muudavaral 215 228 231 232 234 238-245 XVIII. Von VI XVIII. Von der Taufe. 081 Inhalt. Bei einer Taufhandlang. Vor der Taufe eines oder mehrerer Kinder. Nach der Taufe- Kinder. SAVO XIX. Vom heiligen Abendmahl. Empfindungen solcher Kommunikanten, die von nun an als rechtschaffne 105 Christen denken und handeln wollen. 1246-250 2. Unmittelbar vor der Kommunion. 3. Bei der Kommunion. 4. Nach der Kommunion. 10% SOL XX. Von der christlichen Kirche. 000 1. Bei der Vorbereitung zu Hause und in A der Versammlung. XXI. Vom Tod. 251-265 249 250 251-255 auf 256 XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 1. Gewisse Wiederkunft Jesu dazu. 2. Vom Weltgericht selbst. 257-263 01 2. Um Erhaltung und Ausbreitung der christlichen Religion und Kirche. 3. Das Glück ein Christ zu sein. 263 266 267, 279 1. Ihre Sicherheit unter Gottes Echuß. 267-270 $ 271-276 277-279 280-307 280 289 290-293 11. Heilsame Betrachtung des Todes. 2. Warnung vor Sicherheit. 3. Beruhigung und Trost frommlebender EM Christen wider die Schrecken des Todes. 294.305 4. Ende des Frommen. To 306-307 11VX 308- 314 308.309 XXII. Auferstehung der Todten. 1. Gewißheit derselben. 189 2. Freude darüber und Lobpreisung Gottes. 310 311 3. Anwendung derselben zum Trost und 1881265 zu frommen Gesinnungen. 312-314 2 315 323 315-317 pe 318-323 XXIV. Von Inhalt. VII XXIV. Von der Ewigkeit.ibil 324,331 SIC CHE 1. Der Seligen für die Frommen. e- 22. Der Unseligen für die Gottlosen. 3weite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. 40 tim Glost I. Von der Buße und Bekehrung. 862. 332-336 337-348 1. Beschaffenheit derselben. Ermunterung dazu. Warnung für Aufschub.e Empfindungen und demüthige Bitten eines erweckten und bußfertigen Sünders. 3. Trost bei redlichen Besserungsbegierden. 349-353 4. Dankbare Empfindungen eines Bekehrten. 5. Bekümmernisse des Frommen über noch anklebende Sünden. 354 355 II. Vom Glauben u. seinen nächsten Folgen. 356 367 1. Nothwendigkeit und seligmachende Kraft des Glaubens. 2. Kennzeichen und Wirkungen des ächten Glaubens. 332-335 3. Ulm Stärkung und Erhaltung des Lebens. 105-106 III. Vom thätigen Christenthum oder von chriftlichen Gesinnungen und Hands lungen überhaupt. 324-330 331 4. 6. 356-361 Bitten um wahres Christenthum. Wider die Versuchungen zum Bösen. Erweckung zur Beharrlichkeit und Wachsthum im Guten und der dazu nöthigen Wachsamkeit und Selbstprüfung. 4* 362 363-367 368394 8 368-371 1. Deren Nothwendigkeit. 2. Quelle guter Handlungen, Eigenschaften und Glückseligkeit frommer Christen. 372-375 3. Entschließungen zum Dienst Gottes durch 225 68 fromines Leben. re 884. 88 376 378 379 384 385-388 389 394 IV. Christ. VIII Inhalt. IV. Chriftliche Gesinnungen oder Pflichten VIXX 395 512 J gegen Gott. OFE 198 186 ald vüj napila na 1. Erkenntniß Gottes. 395-397 2. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. meghajnali@ 3. Andenken und Freude an Gott. 398-402 403 406 4. Frommer Scheu oder kindliche Ehrfurcht vor Gott, en oder 407-411 Gehorsam gegen Gott. 412-413 Vertrauen auf Gott. 16 19 496 414-424 Zufriedenheit mit Gott und Ergebung in seinen Willen. dns 425 433 8. Vom Gebet. 434-460 5. 6. 7. CEE disind thdaicon 388 SEE 1. Pflicht und Beschaffenheit des Gebets das auch Erweckung dazu.gadnim 848-768 2. Kraft, Nußen und Segen des Gebets. 439 440 C66 0163. Das Gebet des Herrn. 334,438 441 443 166 444 451 1 4. Andere allgemeine Bitten zu Gott. 5. Besondere Bittgefänge. 1101989 452 458 Um geistliche Wohlthaten, saling TOE AZE. Um leibliche Wohlthaten. od 138.036 Um Gesundheit. Um Segen in Berufß, und Nah, rungsgeschäften. 9. Lob und Dank. Um Rettung aus Noth und Gefahren. Allgemeine Fürbitte. 886 886-480 40E 8062. Daß Te Deum. JPG 028 1. Pflicht des Lobes Gottes und Erweckung 452,456 457: 460 457 461-491 moks 111 461 465 466 3. Lob. und Dankgesänge für alle Wohls thaten überhaupt. 618- ST6 4. Der Lobgesang Marien. ere are 5. Für geistliche Wohltbaten insonderheit Für leibliche Wohlthaten. 458 459 460 4674468 4* 9 480, 485 486 491 Für Gesundheit. 486 w Für Ernährung und irdischen Segen. 487 488 Für Errettung aus Noth u. Gefahren. 489,491 10. Ges Sea 10. Gemeinschaftliche Gottesverehrung. CHIC, ST Isilin 1. Plicht und Nugen des öffentlichen rea- 02 003-202 500-100 2. Würdige Sonntagsfeier. Inhalt. Gottesdienonntagsfeier, bau 3. Pflicht und Nußen des häuslichen Gottesdienstes. 010-800. 497 11. Eidschwur und Heiligkeit deſſelben. 498-500 12. Pflichtmäßige Gesinnung gegen Jesum den Erlöser. 501-512 501 503 G 504 505 506 508 1. Preis für die Erlösung. 2. Glaubige Zuversicht zu Jesu. TC 3 Liebe gegen Jesum. 480-110 V. Pflichten gegen uns selbsten. 3ea- 1. Selbstliebe. 800 × 600 6. 200-010 2. Selbsterkenntniß. 3. Demuth. 14:19 Jawysg 4. Nachfolge Jesu. 820* 110 5. Jesus und sein Heil das einzige Noth, 509.511 wendige. 512 dildi asa madis? mi dolining 110 VCD Wider Stolz und Vermessenheit.d Sorge für die Seele. 4. doilingrof $ 185. Bewahrung eines auten Gewissens 18. und dazu nöthige Wachsamkeit.& Sorge für den Leib und Erhaltung ipoc des Lebens. 7. Keuschheit und Mäßigkeit. 8. Arbeitssamkeit und Berufstreue. 618 000 & CD 128 10. Zufriedenheit und Genügsamkeit.& 11. Verleugnung der Welt. Mine 2 12. Geduld im Leiden oder Troftgesänge. * 18. Rechte Anwendung der Zeit und des reace Lebens. aldur sid vil Ora a Tit 9. Nechtes Verhalten gegen zeitliche Güter, Reichthum Ehre zc. wit sta VI. Pflichten gegen den Nächsten. and also be a 319 1. Menschenliebe. 2. Gerechtigkeit und Billigkeit. IX 492-497 513 575 513-514 515 516-517 518-519 520-523 524-527 528-529 530 533 534-536 492 493 496 : 537-540 541-549 550 551-567 568-575 576-602 sobie 19dnoted the second 576-580 581-585 3. Sanft, X Inhalt. 3. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 4. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. 5. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 6. Freundschaft. VII. Glückseligkeit wahrer Christen. 808 I. Lieder für besondere Zeiten. 1. Morgenlieder. are- re Dritte Abtheilung. 116-22. Abendlieder. TS LS Morgenlied eines Kranken. D 268-000 adid intenstriche 1. Am neuen Jahrstage. 2. Am Geburtstage. 4. Bei den vier Jahrszeiten. 5. 3ur Saat- und Erndtezeit. Vid ara Abendlied im Leiden. 636 PIE 3. Lieder beim Jahreswechsel. 8 637-644 637-642 643 644 GOLD & 148 Tač 16 4. Um Sonnenschein.milude 586-592 593-597 598-600 601-602 06 806 5. Dank für die Erndte. 603-610 611-658 611-624 160625 626-635 1. Zur Saatzeit. 649 02.88 2. Um Gesegnung der Feldfrüchte. 650 Chat 3 Um Regen bei großer Dürre.£ OF 651 Dank dafür. 652 645-648 649-658 St Dank dafür.pudunk std 1 654 2 Ons02 655 657 658 6. Bei sparsamer Erndte. Loa ara usible red napan nating d II, Lieder für besondere Stände, Alter und Geschlechte. 659-670 1. Für era Inhalt. 1. Für Obrigkeiten. 2. Für Eltern und Kinder. 3. Für Herrschaften und Dienstboten. 4. Eines Alten. 5. Eines Jünglings. 6. Einer jungen Christin. 7. Einer Wittwe. 18. Einer Waife. III. Lieder für besondere Vorfälle. S 1. Bei Trauung der Eheleute. 2. Bei der Konfirmation junger Christen. 3. Bei der Einführung eines Predizers. 4. Bei Reisen. 5. In allerlei Gefahren und Nöthen. 1. Bei schweren Gewittern. Nach dem Gewitter. 2. Bei Feuerßnöthen. Für Abgebrannte. Nach der Feuerbgefahr. 3. In Wassersnoth. Nach geendigter Wassersnoth. 4. In Kriegszeiten. Nach hergestelltem Frieden. 5. In Theurung. 6. Bei gefährlichen Seuchen. 7. In allgemeiner Noth überhaupt. 6. In Krankheiten. 671 714 XI 659 660 663 664665 666 667 668 669 670 Bei der Kommunion auf dem Krankenbette. 119 671 672 673 674 675-676 677-690 677: 678 679 680 681 680 681 681 682 683 684 685 686 687 688 690 3 691-696 697 Nach XII Inhalt. eso Nach erlangter Genesung. ht& ungask Fürbitte für alle Kranken überhaupt. 800-000 200-100 303 TOO 800 ead Chriftliche Trauer um Freunde. PITIT Beim Verluft eines frommen Freundes. Bei der Leiche eines Kindes. OTO TO 000 STO 180 183-088 1801080 380 7. In Todesnöthen oter Sterbelieder. 700-708 Fürbitte für einen Sterbenden. 0 709 8. Bei Sterbefällen. sin Tini 710-712 023.888 ( inte DD WIND 000 100 19. Bei Begräbnissen. g h 713-714 11/17 Hoitorie vad h die dan inte hinilo se vtion and chose 09. dog# 8 698 699 doi2 bose 710 711 712 Allgemeine mind an Allgemeine Lieder dem öffentlichen Gottesdienst. 1. Beim Anfang desselb. 2. Laß es uns sein trost omm, heiliger geist! Er- und licht, Herr, auf allen K füll die herzen deiner unsern wegen; Unsre starke gläubigen, Und entzünd' zuversicht Wenn sich noth in ihnen das feuer Deiner gött- und trübfal regen; Es verlichen liebe; der du durch man- mehre unsre freuten, Bis nigfaltigkeit Der zungen Die wir von der welt abscheiden. völker Der ganzen welt verIn voriger Melodie. fammelt haft In einigkeit des 4. Herr! vor deinem angeglaubens Halleluja, Halleluja. sicht Sind wir hier dich Mel. Vom Himmel hoch da. 2. Frhör uns gott, wir flehn anzubeten. Laß uns ohne anum licht, Verfage dei dacht nicht, Nicht ohn' ernst nen geist uns nicht, Laß uns ein haus betreten; Gib uns dein heilig wort verstehn, Und herzen, d: dich ehren Christlich flehn, aufmerksam hören. freudig deine wege gehn.. 2. Erleuchte unsere feele wort Biele gute früchte bringen 2. Laß dein seligmachend nun, Stärf uns und lehr uns und durch seine kraft sofort Tiefredlich thun, Nach deinem wohlgefallen, gott; Denn wir es unsern finn erneuen, Und in unsre seelen dringen; Laß sind dein jetzt und im tod. ichst bei 4. gefang dank, des irrthums nacht zerstreuen. 3. Mach uns im glauben stark und frei Von trägheit bekannt, wir, was du befoh3. Daß mit deinem wort und von heuchelei; Zu dienen dir die lebenszeit In christ- len, üben; Dich und den, den licher rechtschaffenheit. du gefandt, Jefum Chriftum O höchster, unser lobberzlich lieben! Daß kein leid Gefalle dir und unser und feine freute Uns von Bis wir vor deinem dieser liebe scheide. throne stehn, Und dann voll- 5. Liebster jesu! wir sind hier kommer dich erhöhn. Um dein göttlich wort Mel. Liebster Jesu wir sind hier. zu hören: Gib uns andacht 3. Gib herr, das dein theu- und begier Nach der wahrheit res wort Unsern geist theuren lehren, Daß die herzen beut so durchdringe, Daß es von der erden Ganz zu dir dann auch immerfort Frucht erhoben werden. in unserm leben bringe, Und 2. Ohne dich bleibt der verdaß es uns mächtig stärke Zur stand Etes mit finsterniß umvollbringung guter werke. geben; Drum so mach' uns $ 17 A recht 2 Beim öffentlichen Gottesdienst. recht bekannt, Was uns dient M. Herr Jesu Christ dich zu uns. zum frommen leben. Gutes 8.vater send uns deinen denken, gutes üben, Kommt geist, Der, wie dein von deines geistes trieben. wort es uns verheist, Mit sei= 3. Deiner wahrheit reines ner gnaden uns regiert Und licht Leuchte so in unsere seelen, uns den weg der Wahrheit Daß wir ihrem Unterricht Fol- führt. gen und das gute wählen. 2. Defn' uns zu deinem lob Lenke du gebet und lehre Uns den Mund und mach uns deizum heil und dir zur ehre. nen willen kund. Rühr unser Herz stärk den verstand So wird Mel. Vom himmel hoch da. 6. beiliger geist! laß uns dein nam' uns wohl bekannt. dein wort So hören 3. Bis wir einst, deinen enheut und immerfort, Daß sich geln gleich, dich preisen in der auch stets durch deine lehr himmelreich, und schauen dich Glaub', lieb und hoffnung in von angesicht In ew'ger freud' und sel'gem licht. uns mehr. 2. Erleucht uns huldvoll 4. Dir, gott, den erd' und durch dein licht, Versag uns himmel preist, Dir vater, deideinen beistand niwt Tröft nem sohn und geist, Dir der uns in aller unsrer noth, Gib mit hülf uns gern erfreut, Sei kraft zum guten bis in tod. lob und preis in ewigkeit. M. Liebster Jesu wir sind hier. 2 Beim Schlußdesselben. 7. Selig find, gott! die dein 9. Höchster gott! wir danken wort Hören und zu dir, Daß du uns dein gleich bewahren. Drum laßwort gegeben. Hilf uns doch izt und immerfort Dieses glück nun, daß auch wir Nach demmir wiederfahren, Daß es mich selben heilig leben. Gib dem zum guten stärke und ich sei- glauben solche stärke, Daß er nen trost bemerke. thätig sei durch werke. d 2. Drück es fest dem herzen 2. Uns, o vater! lehrest du, ein, Und laß nichts es mir Was wir thun und glauben draus rauben; Selig werd' ich sollen. Schenk uns deine kraft denn schon sein, Auch bei ei dazu; Gib zum wissen auch nem dunklen glauben. Bis das wollen; Und zum wollen dereinst nach diesem leben, Hell- das vollbringen; So wird alles res licht mich wird umgeben. wohl gelingen. SHIS IS tind Erste Fastbin sidra ng Erste Abtheilung. dingustii Lieder über die Glaubenslehren. nuft I. Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. Mel. Herzliebster Jefu was haft. 7. O sünder frag das nagen10. Ist auch ein Gott de gewissen: Ist wohl ein gott? wer darf noch also o fühl doch in den bissen, Die fragen? Hört man nicht laute du empfindest, fühl bei böser stimmen, die es sagen? Es zeifache Den berrn der rache. gen schrift, vernunft und krea- 8. Doch nicht genug: es ist turen Der gottheit spuren! ein gott, zu sagen, Oft leug2. Sich um dich her! sieh nets doch der mensch durch sein himmel, länder meere; Sieb betragen, Wenn er, als wär der geschöpfe unzählbare beere; fein gott, in fünden wandelt, Schließ von dem bau und vom und gottlos handelt. verstand der geister Auf ihren 9. Du sagst: gott ist und kennt meister. mein ganzes leben. Bist du 3.! fieh hinauf zu den ihm denn auch recht zum dienst gestirnten höhen, Wo welten ergeben? Ist dank und gegen sich in ihren kreisen drehen, liebe im gemüthe Für seine güte? Und von der bahn, ihr jahrs- 10. Sm wohlstand trotzig, ziel zu erreichen, Kein haar- zaghaft in beschwerden, Vergöts breit weichen! terst du oft dinge dieser erden, 4. Sieh! wie die sonne jahr machst gold zum trost, hältst und tage theilet, Wie auch der fleisch für deinen retter; Elende mond durch seine laufbahn ei- götter! let, Und wie durch beide tag 11. O hilf uns, gott, doch und nacht auf erden Regieret deinen heiligen willen Mit redwerden! lichkeit und herzenslust erfüllen; 5. Was machts, daß diese Sonst werden wir beim rubm ordnung stets vorhanden Und des glaubens lügen Uns selbst unverrückt jahrtausende bestan- betrügen. den? Kannst du der gottheit da- 12. Laß uns dein wort den sein, kraft und wesen Nicht weg der wahrheit lehren, Uns darin lesen? eigen, wie der mensch dich 6. Sieh, mensch, du edler muß verehren. Bis du uns unter freaturen! Sieh an dir einst zum himmel wirft erheselbst der gottheit flare spuren! ben, Bei dir zu leben.dh book Kannst du mit wahrheit dich m. Wach auf mein herz und singe. verständig nennen, und gott 11. gott! aus deinen Her werken Kann ich A 2 dafeint 4 Erste Abtheilung. dasein merken; In allen krea- Wie jammervoll, wie fürchter turen Find ich der gottheit spuren. lich Wird unser Leben ohne 2. Das große weltgebäude dich! Dein ruhm und meine freude 2. Wenn du nicht bist, wer Ruft in viel tausend hören: trägt und hält Und wer regieGott ist, mußt du ehren! ret dann die welt? Und wer 3. Wer sprach es, daß die sorgt für mein leben? Zu wem erde, und daß der himmel wer- foll sich mein lobgesang, Daß de? Wer sprach es, daß imsich einst ward, zu wem mein meere Des wassers sammlung dank? Daß ich noch bin, erhewäre? ben? Verhängniß oder ohnge4. Ber ließ in jenen höhen fähr Wär dann mein gott! Das sternenheer entstehen? Wer und blind ist der! Dann wär hieß des donners brüllen Die vernunft und freiheit spott; welt mit furcht erfüllen? Und schreckenvoll wär mir der 5. Du bists, gott! deine tod! Gott, wahrer gott! Wie werke Erzählen deine stärke grau'n voll wird mir deine Und deine weise güte Dem welt, Wenn nicht dein arm sie achtsamen gemüthe.. führt und hält. 6. Das würmchen in dem 3. Kann ohne dich ein glück ftaube, Die bunte raup am laube, erfreun, Für mich ein gut auf das gras, die schlanken halmen erden sein? Und kann ichs Sind deines ruhmes psalmen. froh genießen? Was hilft mir 7. Herr du bist hoch erho- Freiheit und verstand? Jsts ben, Und ewig hoch zu loben; keine Wohlihat deiner hand? Wenn auch der fünder rotten Was nügt ein gut gewissen? Dich leugnen und verspotten. Bist du nicht so erfreun sie 8. Laß alle, die dich kennen nie, Ein traum ist ihre lust, Und dich mit ehrfurcht nennen wie sie. Die erd' ist finsterniß; Und die dir fest vertrauen, kein licht Strahlt her von dei Dein antliz schauen. nem angesicht. Kein himmel M. Herzlich lieb hab ich dich o Herr. jauchzt; Auf Erden opfert nie12. Web dem, der leugnet, mand dank Von anfang bis daß du bist, Unend- zum niedergang. licher! sein leben ist Shm leer 4. Ach wüst ich keinen gott, von edler freude. Sein wilder wohin Wollt ich vor starken lasterhafter blick Sehnt sich baffern fliehn? Wem klagt ich umsonst nach wahrem glück; ihr verbrechen? Der unschuld umsonst nach trost im leide. thränen, ihren tod Erhebe sich Die luft zu edlen thaten flieht. kein mensch, kein gott, An ihVor ihm, der seinen gott nicht rem feind zu rächen. Vor fiebt. Nie fühlet sich sein herz schmach und ungerechtigkeit erfreut Von wonne der unsterb- Gäb nur das grab ihr sicherlichkeit. Gott, unser gott Wie heit. Mit ihrem Hauch wird Rabind auch I. Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. auch ihr flehn Um recht und kein mensch kann kommen: Was um gericht verwehn Und er ihr ists, das wir von deinem ruhm feind, Der fünder, welcher vernommen? Ach nur ein theil gott nicht glaubt, Erhöbe, wie von deiner majestät, Die über ein berg sein haupt. alles dich, o gott! erhöht. 5. Gedanke der mein herz er 3. Dein ew'ges sein, dein höht; Daß dieß mein fleisch ganz vollkommnes wesen Das, einst aufersteht; Daß seelen was du wirfst und was dein nimmer sterben; Wenn gott rath erlesen Ist viel zu hoch nicht lebt, was trau ich dir? für menschlichen verstand: Von Nur falsche Hoffnung gibst du engeln selbst wirst du nie ganz mir Und endigst mit verderben. erkannt. that Mich ruft, mit huld im ange- 4. Wie sollt ich denn, ich ficht, Kein gott aus grabes staub, mich unterwinden, Uns nacht ans licht! Mein geist ist endlicher, dich völlig zu ergrünauch des todes raub! Nie auf den? O mache mich von sot erstehn wird dieser staub! Gott chem dünkel frei, Daß mir richtet nicht. Auf tugend war- dein wort des glaubens richt tet bort fein lohn und hier schnur sei. folgt ihr oft schmach und hohn. 5. Mein eigner geist fana 6. Nein! eb' ich zweifle, daß sich leicht hintergeben. Dein du seist Unwandelbarer! ew- wort ist wahr, es bleibet ewig ger geist Mag mich die welt stehen Erforsch ich gleich dein verspotten: Laut will ich zeu- göttlich wesen nicht; So gnüge gen, daß du bist, Und daß es mir davon dein unterricht. schnöder frevel ist, Dich fühlen 6. Von dir, durch dich, zu und dich spotten! Mein leib dir sind alle dinge: Gib daß ich und feel freut sich in dir, Un- dir inich selbst zum opfer bringe sterblicher, weich nicht von mir! Begreif ichs nicht, wie du die Was sind die leiden dieser zeit welt regierst, Soll sei mis. Dem, der sich deines baseins gnug, daß du mich selig führst. freut? Dort im gericht, Wenn 7. Einst wirst du dich mir erd' und himmel untergehn, näher offenbaren. Einst werd Wirds, daß du bist, der spöt- lich mehr von deinem rath erter sehn. fahren; Wenn ich nur dem, was mich dein wort gelehrt, 13. Grhabener gott, was Geglaubt, gefolgt und treu reicht an deine gröse? dich hier verehrt. unnsto Denk ich an dich, so findt sich 8. Drum hilf, daß ich mit meine blöse! Ich fühle, herr, ehrfurcht vor dir wandle In daß du unendlich bist, Und allem thun nach deinem willen daß umschränkt mein forschend handle; Zufrieden sei, wie du denken ist. mich hier regierst Bis du mich 2. Du wohnst im licht dazuseinst zu deinem himmel führst. A 3 9. Dann Mel. Dreieinigkeit der. 6 Erste Abtheilung. 9. Dann werd ich dich imsfehle; Gib mir, weil ihre kräfte Hellern lichte sehen, Und froh leicht ermüden, Ernst lust und in dir dein ewig lob erhöhen; frieden. Herr! du bist groß und zeigst es 8. Dann werd ich immer mit der that, Unendlich groß besser dich erkennen, Und täglich an huld, an macht und rath. mehr von deiner lieb entbrennen, Mel. Herzliebster Jesu. Dir gern gehorchen, fröhlich 14. Wenn ich, gott! mei- dich erheben Und gott dir leben. nen geist zu dir er- Mel. Mein gott das Herz. hebe; Dich suche, dich zu finden 15. Singt unsern gott ein mich bestrebe: So must du frohes lied! Er ist's selbst, recht groß von dir zulund keiner mehr. Groß, undenken, die kraft mir schenken. aussprechlich groß ist er, Der 2. Was ist im himmel, höch- weltkreis sein gebiet. ster! was auf erden das so, 2. Groß ist sein nam; er wie du verdient erkannt zu will und sprichts; Da steht werden? welch wissen ist wohl voll herrlichkeit Der welten herrlicher zu nennen, Als dich meng' und er gebeut; So falzu kennen? len sie in nichts. 3. Dich suchen ist die herr- 3. Licht ist sein kleid, unendlichste der sorgen; Zwar bist lich reich, Ein meer von seligdu unerforschlich und verbor- feit, Von ewigkeit zu ewigkeit gen; Doch willst du, wenn Ist, er, wer ist ihm gleich? wir nur dein licht nicht hassen, 4. Er überschaut, was ist Dich finden lassen. 200 und war Jm himmel, erd' und 4. Mit lauter stimme lehren meer, und seiner werke zahllos deine werke Uns deine weisheit, heer, Bleibt vor ihm offenbar. deine güt und stärke auch haft 5. Des freuet euch! die lieb du selbst sei hoch dafür ge- ist gott, Das beste seine wahl priesen! Uns unterwiesen. Groß seine thaten allzumal, 5. Und immer mehr willst du Und heilvoll sein gebot! dich offenbaren, Wenn, was du 6. Gerechtigkeit und wahrheit lehrst, wir nur getreu bewahren; ist die feste seines throns Lobt Wenn wir, was deine lehren wir ihn, der auch des erdensohns, ken sollen, Uns bessern wollen. Des menschen nicht vergift! 6. Ach möcht ich, gott aus 7. Er fennet uns; er ist mir allen meinen fräften Dich su- nah; im abgrund, in der höh chen, auch bei sorgen und ge- Wohin ich fliehe oder geh' Ist schäften, Mein herz zu dir mich er doch immer da. leichter aufzuschwingen, Zur 8. Er ist um mich; vernimint andacht bringen. mein flehn: Schafft meiner 7. Drum führe durch deinsseele ruh. Siehts, menn ich wort doch meine feele, Daß fie fehl und gutes thu; den weg zum lichte nicht ver- mir beizustehen. Und eilt MINES 9. Er 1. Von Gott, daß er ist und was er ist überhaupt. 7 9. Er wog mir seine gaben Wer darf sich ihm vergleichen? dar; Schrieb auf sein buch auch Wer hat ihn ganz erkannt? mich; Und meiner tage zahl, Macht euch von ihm kein bild! da ich noch unbereitet war. Wer kann den höchsten sehen, 10. Shm dank ich alles, Ob er gleich alle höhen Und nichts ist mein, Das gott nicht jede tief erfüllt. angehört. Herr, deine buld, 3. Die sonn in hoher ferne die ewig währt, Soll stets Mag strahlenreicher glühn. mein loblied sein. Glänzt heller noch, ihr sterne! 11. Wer fasset deiner wun- Was seid ihr gegen ihn? Ihr der pracht, Die da sind, wenn seid mit eurer pracht, In eudu rufft? Ein jeder staub, den rem schönsten lichte, Vor seidu erschufft, Verkündigt deine nem angesichte, Noch dunkler, macht. als die nacht. 12. Hell strahlet aus dem 4. Wie sollen wir dich nenkleinsten halm, Gott! deine nen, Dich schöpfer der natur? weisheit her. Und au und Was wissen wir? wir kennen hügel, luft und meer Sind nicht halb die kreatur, Die du deiner ebre pfalm. hervorgebracht. Und du bist 13. Frohlokend preiset dich doch viel größer, Und unausdas land, Das deine milde sprechlich besser, Ats werke deitränkt; Und forn und wein ner macht. und freud empfängt Der mensch 5. Von dir strömt alles leaus deiner hand. ben. Du bist der reinste geist, 14. Herr ohne deinen wil Haft alle kraft gegeben Dem len fällt Kein sperling hinengel, der dich preist. Zu deiund ich, Ich freute nicht des nes namens chr Ertönen lobtrostes mich, daß deine huld gesänge; In seiner brüder mich hält. menge, Im ganzen himmel ber. 15. Ich fürchte, bleibest du 6. Stimm in der engel höre, mein schuß. Gefahr und schre- O meine seele, auch! Sei den nicht. Und biete voller zu- voll von seiner ehre Dn seines versicht Der ganzen hölle truß. odems hauch! Denn dies ist dein Mel. Aus meines Herzens grunde. beruf! Auf widme deine kräfte 16. Schwingt heilige gedan- Dem würdigsten geschäfte, Woten Euch von der zu dich gott erschuf.s erde los! Gott, frei von allen 7. Im geiste bet ihn, feele! schranken, Ist anaussprechlich Bet ihn in wahrheit an! Liebst groß. Er ist ein geist lobsingt du des Herrn befehle, Wie ses Vor seinem angesichte! Gottlig bist du dann! Er hat uns wohnt in einem lichte, Zu dem sterblichkeit, Und seligkeit und kein auge dringt. leben, Das alles will er 2. Kein mensch kann ihn ergeben Dem, der sich ganz ihm reichen, Kein endlicher verstand.[ weiht! 24 Mel. 8 juunndA RiErste Abtheilung. ndo no I Mel. Nun danfet alle gott. dich, unendlicher, Noch unserm 17. Anbetungswürd'ger gott, blick verschließt: Dann sehn Mo Mit ehrfurcht stets wir heller ein, Wie herrlich zu nennen! Du bist unend du, gott, bist. lich mehr, Als wir begreifen 7. Indeß sei auch schon ist können. O flöse meinem geift Dein ruhm von uns besungen. Die tiefste demuth ein Und Verschmähe nicht sein lob Von laß mich stets vor dir vollflallend schwachen zungen! Dort ehrerbietung sein. all soll, wenn wir dereinst In 2. Du riefft dem, das nicht bellerm licht dich sehn, Auch war, Ulm lust und seligkeiten stärker unser lied Dich, großer Aufs mannigfaltigste Um dich gott, erhöhn. D'Y HUT and herr auszubreiten. Die liebe bift Mel. Eei Lob und preiß dem. du selbst, Verstand und rath 18. Der herr ist gott und find dein; Und du gebrauchst feiner mehr: Frohsie gern, Zu segnen, zu er- lokt ihm alle frommen! Wer freun. ist ihm gleich? wer ist wie er? 3. Du sprichst, und es ge- So herrlich, so vollkommen? schieht, Auf dein allmächtig Der herr ist groß! fein nam' werde! Entstand dein großes ist groß! er ist unendlich grenwerk, Der himmel und die zenlos In seinem ganzen wesen. erde. Mit deinem fräft'gen wort 2. Er ist und bleibet wie er Trägst du die ganze welt! Und in! Wer strebet nicht vergebens deine macht vollführt, Was Ihn auszusprechen? wer eruns unmöglich fällt. misst Die Dauer feines lebens? 4. Du bist der berren berr; Wir menschen sind von gestern Der erde majestäten Eind, her; Eh' noch die erde war, Höchster, vor dir staub; Auch war er, Noch eher als der geister kannst du tödten Wen himmel. du erniedrigest, Gott, wer fann 3. Des ew'gen tbron umgibt den erhöhn? Wen du erhöhen ein licht, das ihn vor uns vers willst, Des boheit muß beftehn. büllet. Ihn fassen alle himmel 5. Wer hat dich je gesehn? nicht, Die seine fraft erfüllet! Wer kann im fleisch dich sehen? Er bleibet ewig, wie er war, Rein sterblich auge reicht Bis Verborgen und auch offenbar zu den lichten höhen, Bon wel- In seiner werke wunder. chen du mit huld Auf deine 4. Wir sind allein durch seine fchöpfung blickst, Und alles, fraft Das Und alles, kraft Das, was wir sind was da lebt, Erfreueft und und werden! Er fennet alles, beglückst! was er schafft, Im himmel 6. Herr; hier erkennen wir und auf erden. Bei ihm ist Dich noch sehr unvollkommen. weisheit und verstand, Und Wird aber dermaleinst Der kraft und stärke: seine hand vorhang weggenommen, Der Umspannet erd' und himmel. 5. SA II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 19 5. Ist er nicht nah? ist er 7. Unsträflich bist du, beilig, nicht fern? Weiß er nicht alle gut, und reiner, als die sonne. Wege? Wo ist die nacht, das Wohl dem, der deinen willen sich dem herrn Ein mensch ver- thut; Denn du belohnst mit bergen möge? Umsonst hüllt wonne; Du hast unsterblichkeit ihe in finsterniß, Was ihr be- allein, Bist selig, wirst es ginnt er siehts gewiß, Er ewig sein; Haft freuden, gott, sieht es schon von ferne. die fülle. 6. Wer schützt den weltbau 8. Dir nur gebühret lob ohne dich, O herr vor seinem und dank, anbetung, preiß und falle? Allgegenwärtig breitet ehre. Kommt, werdet gottes sich Dein aufsehn über alle! lobgesang, Ihr alle seine heere! Du bist voll freundlichkeit, voll Der berr ist gott und feiner hald, Barmherzig, gnädig voll mehr! Wer ist ihm gleich? geduld, Ein Vater, cin verwer ist wie er? So herrlich, schoner. so vollkommen. II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 1. Ewigkeit und Unver- du; Gut und heilig stets änderlichkeit Gottes. wie du. Mel. Jesu komm doch selbst. 19. 6. Du bist nicht ein menschennermeßlich ewig ist lind, Daß du lügeft; nicht gesinnt Gott der höchste Wie der mensch, der wandelbar herr du bist, Wie du dich uns Nimmer bleibet, was er war. offenbarst, Nun und ewig, der 7. Was du zusagst, ist gedu warst. årinid wiß; Zwischen licht und fin2. Ewig bleibst du selbst dir sterniß, Tappt der mensch, hin, gleich, Weif' allein und gnaden- wählt, bereut Plößlich wieder, reich, Ewig, mächtig und voll was ihn frent. kraft, Heilig und untadelhaft. 8. Sollt ich denn auf men 3. Alle werke deiner handsschen traun, Nicht mein heil Waren bir, o gott bekannt, auf dich nur baun. Ohne Eh' die welt auf dein geheißweisheit und verstand Brunnen Da stand, deiner weisheit graben in den sand. preiß. Na 9. Nein, unwandelbarer, dein 4. Wie gegoßne spiegel stehn Soll sich meine seele freun Sei Deine himmel; doch vergehn mein fels, gott, sei mein licht, Deine himmel, und die welt Ewig meine zuversicht. Sinkt, wenn sie dein arm Mel. Sei lob und ehr dem. nicht hält.pn Unendlicher! den keine 20. zeit Umschlieft mit schranken: Beim anschließt Ift unwandelbar, wie blick deiner ewigkeit Vergehr 5. Du nur bleibest, wie du bist, Was dein weiser rath be- ihren A 5 mir 10dnodent Erste Abtheilung. ad no JI mir die gedanken. Ich sinne wahrheit ist, verheist: Er soll nach bewundrungsvoll: Und dein antlig schauen. Mein weiß nicht, wie ichs fassen soll: fleisch ruht auch nur kurze zeit: Du bist und bleibest ewig. Am erntetag der ewigkeit Wirst 2. Noch ward von keiner du es auferwecken. fonne licht Durch eine welt ver- 8. Wenn alles um mich her breitet: Die himmel jauchzten vergeht, Soll ich doch nicht verdir noch nicht, durch deine gehen; Vor deinem thron, der macht bereitet; Noch war kein ewig steht, Soll ich auch ewig land, noch strömt kein meer An stehen. Du gibst an allem deihoher bergen gründen her! Dunem heil, Gott, deinen wahren aber warst schon ewig! freunden theil: Auch mir ges 3. Von ewigkeit her sahest du wiß mit ihnen. Die künstige welt entstehen. Und 9. Einst fallen erd' und hims masfest ihre zeit ihr zu Und mel hin An deinem weltge= sahst sie untergehen. Vom en- richte: Dann dank ich dir, daß zel bis zum wurm herab Wogst ich noch bin und wohn in deis jedem du sein schicksal ab Und nem lichte. Dann werd' ich nanntest ihn mit namen. ewig, ewig sein. Mich ewig 4. Längst steht nun deine deiner gnade freun Und meischöpfung da, Von dir bisher ner seligkeiten. erhalten. Einst kommt sie ih- 10. Der seligen unsterblichrem ende nah; Sie eilet zu keit, Die du mir dort willst veralten. Denn ihrer jahre schenken, Laß mich in dieser furwerden viel, und du bestim- zen zeit, gott mit ernst bemest ihr ein ziel Mit weisheit denken, Sie sei mein troft, und mit güte. mein höchstes gut. Sie stärke 5. Raum eine stund ist es mich mit fraft und muth, Ge vor dir, Vom anfang bis zumsrecht vor dir zu leben. bila ende Kaum augenblicke leben mel. Liebster Jesu wir sind hier. wir Die werke deiner hände, 21. Gott du bist von ewigNiemals nimmt gott, dein alter feit, Deine majestät zu; In alle ewigkeit wirst du und größe Mehrt und mindert Derselbe sein und bleiben. keine zeit. Gib, daß ich das 6. Ja du bist ewig, stirbest nie vergesse. Nie auf freatunie; Bleibst ewig meiner seele ren baue; Sondern dir allein Der fels, den sterbend ich für vertrauen. just sie Zur sichern zuflucht wähle. 2. Ewig und unwandelbar Denn deine gnad und wahrheit Ist dein grenzenloses wissen. ist, So ewig, als du selber bist. Was dir einmal wabrheit war, Heil mir, daß ich dir traue! Wirds auch ewig bleiben müs 7. Mein leib ist sterblich, nicht sen. Nie kanns deiner weißmein geift, Den will ich dir heit fehlen, Nur das beste zu vertrauen: Dein wort, daslerwählen. 3. Di II. Von den göttl. Eigenschaften insbesondere. 11 3. Du bist nicht wie men- vor dir der heilige, der sünder schen sind, Daß dich etwas Wie schnell enteilt das leben reuen sollte; Bleibest immer doch von mir! Du, höchster! gleich gesinnt: Und was je dein du nur bleibest für und für. rathschluß wollte, Weiß dein 3. Du hast vorhin die erde mächtiges regieren Herrlich zubereitet; Dein arm, gott, auch hinauszuführen. hat den himmel ausgebreitet: 4. Sünden bist du ewig Doch sie vergehn, veralten wie feind, Wehe denen, die sie lie- ein kleid; Du aber daurst in ben! Ewig bleibst du derer alle ewigkeit. freund, Die was recht und gut 4. Das ist der trost, die ist, üben. Lehre mich in allen hoffnung aller frommen: Du dingen Deinen willen treu voll- schüßest sie und läßt sie nicht bringen. umkommen Ihr redlich herz 5. Immer ist dirs eine lust fann sich stets deiner freun. Menschenkinder zu beglücken Du bleibst ihr gott und sie Wohl dem, der sich auch mit sind ewig dein. lust Lernt in deine ordnung 5. Das sei mein trost, in schicken. Der, der geht auffallen trüben stunden: Vom tode sichern wegen, Deinen seg- selbst werd' ich nicht überwunnungen entgegen. den. Nicht er, die sünde nur 6. Deine worte trügen nicht; trennt mich von dir; Du bleibst Du, du bist der ewig treue, mein trost, mein heil, auch der das hält, was er verspricht; ewig mir. Gib, daß ich mich dessen freue, 2. Allwissenheit Gottes. Und mich, bis ich einst erfalte, Mel. Es wolf gott uns gnädig. Fest an deine wahrheit halte. 23. Allwissender vollkomm7. Mag doch dann die welt ner geist! Des auge vergehn, Mag mich alles doch alles siehet. Was nacht und verlassen. Du, du bleibst mir abgrund in sich schleust, Und ewig stehn. Deine buld wird dem sich nichts entziehet. Es mich umfassen, Wenn ich einst kann vor deinem hellen licht von hinnen scheide. Ewig bist Sich kein geschöpf verstecken. du meine freude. Was in der finsterniß geschieht Das weist du aufzudecken, Und M. Dreieinigkeit der. 22. Herr gott, du bist die an den tag zu bringen. zuflucht aller zeiten; 2. Selbst die gedanken kenDenn du bist gott in allen nest du, Eh sie in mir entsteewigkeiten; Du warst es schon, hen, Und was ich wünsche, rede, eh erd und himmel ward, Eh thu, das kann dein auge sedu dich noch uns hast geof- hen. Vor dir ist alles offenfenbart. Du prüfest herz und nie2. Wer bin ich, herr, was ren; und alle gründe siehst rlle menschenkinder? Staub ist du flar; Die unser thun res bar; gieren. 12 arsdotadbi Erste Abtheilung. no II usd gieren; Nichts bleibt vor dirsgen; Du kennst mein ganzes verborgen. thun, und alle meine sorgen. 3. Was deiner freunde herz Was meine seele denkt, War begehrt, Das weist du, eh' sie dir bereits bekannt, Eh' der beten. Ihr seufzen wird von gedanke noch in meiner feel' dir erhört, Eh' sie noch vor entstand. dich treten. Was deiner feinde 2. Nie spricht mein mund rath beschließt; Das ist dir ein wort, Das du, o herr, nicht unverborgen; Dir, der du ih- wissest; Du schaffeft, was ich ren anschlag siehst, Als wie thu, du ordnest und beschliess den lichten morgen, Den keine fest, Was mir begegnen soll; schatten decken. Erstaunt seh' ich auf dich, Wie 4. Was nach verfließung vie groß ist dein verstand! Wie ler zeit noch fünftig wird ge- wunderbar für mich! schehen: das sieht dein auge 3. Wohin, wohin soll ich vor allbereit, als gegenwärtig ste deinem geiste fliehen? Wo hen. Dir stellt sich alles dents könnt ich jemals wohl Mich lich dar, Das, was erst noch deinem aug' entziehen? Führ soll werden; Und was nun iftich gen himmel auf, So bist du, höchster, da; Führ ich zur mel und auf erden; Wer sollte tief hinab, Auch hier bist du dich nicht fürchten? und was einst war Im bimmir nah. 5. Bleibt gleich vor menschen manches noch In dieser welt 4. Nehm ich auch, schnell zu verschwiegen; So wird dein fliehn, Die fittige vom morauge künftig doch Die finsterniß gen, Selbst an dem fernsten besiegen. Dein unpartheiisches meer blieb ich dir nicht vergericht Wird alles einst ent- borgen; Auch da umschlöffe decken Was im verborgnen jetzt mich doch deine allmachtshand; geschicht; Und schande, furcht Denn du bist überall Und dein und schrecken Wird dann die ist jedes land. heuchler treffen. 5. Wollt ich in finsterniß 6. Laß mich, o höchste maje- Mich deinem aug entziehen: ftät! Dein belles auge scheuen, So sucht ich doch umsonst Das nie kein heuchler hintergeht, Auch da dir zu entfliehen. Mit falschen schmeicheleien. Die dickste finsterniß ist vor Durchdringe kräftig feel und dir helles licht; Die nacht geist Mit deinen heitern blicken. glänzt wie der tag Vor deiLaß, was geheime schande heist, nem angesicht. sammt allen bösen tücken, Mich stets sorgfältig meiden. 6. Du warst schon über/ mir In meiner mutter leibe; Du bildetest mein herz, Gott, des 24. Herr, du erforschest mich; ich bin und bleibe. Ich danke dir bin ich unverbor- ldir, daß du mich wunderbar M. Nun danket alle gott. get 11. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere 13 gemacht, und meiner, eh' ich könnt ich doch fliehen? Führ war, Schon väterlich gedacht. ich gen himmel, bist du da! 7. Du kanntest mein gebein, Jm tiefsten abgrund bleibst Eh' ich ans licht gekommen, du nah; Was kann mich dir Da ich im dunkel erst Die bil- entziehen? as duris. dung angenommen: Dein auge 3. Ja, höchster! es kann sah mich schon, Eh' ich bereitet deine hand Mich allenthalben war, Und meiner tage lauf finden. Nichts bleibet dir War dir schon offenbar. berr! unbekannt, Nicht die 8. Was für erkenntnisse, Für geheimsten fünden. Selbst köftliche gedanken! Unzählbar finsterniß ist vor dir licht. sind sie mir; Denn sie sind Ins Dunkle dringt dein anohne schranken. Mit ehrfurcht gesicht. Nichts, nichts kann will ich stets Auf dich, mein dir entgehen. Was ich gethan, schöpser, sehn. Dir folgen und geredt, gedacht, Wird einst dein lob, So gut ich kann, vor dein gericht gebracht; Da erhöhn. muß ich vor dir stehen. 9. Erforsche mich, mein gott, 4. Ach präge mir diß ernstUnd prüfe, wie ichs meine Ob haft ein; Das böse zu vermeiich das wirklich bin, Was ich den. Laß all mein thun rechtzu sein mir scheine. Sieh ob schaffen sein; Mich nie von mein fuß vielleicht Sich einem tugend scheiden; Mich lieben irrweg naht, Und halte mich nur, was dir gefällt Und die zurück Auf ebnem sichrem pfad. verbotne lust und welt Sammt Mel. Ein Lämmlein geht. ihrem reiz verachten. Laß mich 25. Herr, du erforscht und vor dir, nach deinem wort, In kennest mich, Von frommer sorgfalt immerfort außen und von innen! Mein Nach deinem beifall trachten. thun und lassen kommt vor 5. Allwissender, erforsche du dich, Gehn, stehen und be- Mein berz, sinn und gedanginnen. Was meine seele denkt ten. Bin ich geneigt von mei und dicht, Weist du vorher und ner ruh, Der tugend pfad, fehleft nicht; Du prüfest herz zu wanken: Ja, bin ich schon und nieren: Du kannst auch auf bösem weg, So führe wenn ich bin allein, Und gerne mich den rechten steg. Entwollt verborgen sein, All meine reiß mich dem verderben! Gott! weg auszuspüren. möcht' ich stets dich findlich 2. Es ist kein wort in mei- scheun! O wie getroft könnt nem mund, Das ich dir könnt ich dann sein! Wie freudig verhehlen. Du herr! siehst in des einstens sterben! herzens grund, Ins innerste M. Es ist gewißlich an der Zeit. der seelen, Wo geh' ich bin 26. Umsonst! umsonst vervor deinem geist, Da du selbst hüllst du dich, Mein die gedanken weist? Wohin herz, in finsternisse; Was kann ich 14 dojden Erste Abtheilung. sd no H ich, gott, verbergen ich? Dasstage des gerichts, Gleich tha er nicht alles wisse? Und, ten, euch) belohnen. feist du dunkler als das grab 3. Allmacht Gottes. Das auge gottes schaut hinab, M. Machs mit mir gott nach. Und kennet deine tiefen. 27. Herr deine allmacht 2. Wo ist die nacht der einreicht so weit, Als famkeit, Die mich vor ihm erd' und himmel reichet, Nichts verhehle? Er sieht euch schon, ift, das deiner herrlichkeit Und eh ihr noch seid; Gedanken deinen thaten gleichet. Es ist meiner seele! eh' ich euch selbst kein Ding so groß und schwer, empfinden kann, von eurer er Das dir zu thun nicht mög sten bildung an. Bis ihr euchlich wär. ganz entfaltet. Side 2. Du sprichst! und auf dein 3. Er fennet und erforschet mächtig wort Fällt alles dir euch, Wenn er euch schnell zu füßen Du führeft deinen anentziehet, Bemerkt euch, wenn schlag fort, Bei allen hinderihr, strahlen gleich, Schnell nissen. Du winkst: so steht auffahrt; schnell entfliehet! Ver- auf einmal da, Was vorher gebens wünsch, ich: sterbt! noch kein auge sab. vergeht! Ich baß euch! auf 3. Du hast dies große weltgezeichnet steht Ihr all' in sei- gebäu Allmächtig aufgeführet! nem buche. Und erd' und himmel zeugt, 4. Der herr gedenket ihrer es sei Dein arm, der sie renoch, Jahrhunderte verschwin- gieret. Dein wort, das sie geden, Sie bleiben, und ich schaffen hat, Ift ihnen an der träume doch! Als wärens keine pfeiler statt. Tak sünden: Sie alie müssen an 4. Die menge vieler wundas licht, Wenn gott fommt, der zeigt, Daß, schöpfer, dein daß er im gericht Der herzen vermögen Weit über die gesege rath enthülle. steigt, Die die natur bewegen, 5. Dann wird das siegel Du bleibst ihr herr und ihren seines buchs Vor aller welt lauf Hebst du, nach weiser willgebrochen. Das urtheil des führ, auf. verdienten fluchs Gedanken 5. Was für ein wunder deiselbst gesprochen. Wo ist die ner macht Wird unser aug einst nacht, die sie verhehlt? Der seben? Wenn nach der langen richter hatte sie gezählt, Und grabes nacht Die todten aufer= feinen sterben lassen. fteben: Wenn du von unserm 6. Seid heilig, seid von gott staub den rest Zu neuen förnur voll, Gedanken meiner pern werden läßt. seele! Daß, wenn gerichtet wer- 6. Allmächt'ger! mein er ben soll, Rein einziger mich staunter geist Wirft sich vor quäle. Seid heilig, und dann dir darnieder Die ohnmacht, fürchtet nichts. Gott wird am wie du selber weißt, Drückt meis II. Von den göttl. Eigenschaften insbesondere. 15 meinen geist und glieder. Heißt thiere da fich freuen, Mach mich zum zeugen deiner 200 niemand wohnen kann. kraft, die aus dem Tode leben Wer kann die sterne führen? schafft. Wer kann, als er allein, Der 7. Ach zünd' in mir den dinge lauf regieren? Verder= glauben an, Der sich auf dich ben und erneun? H verlasse. Ist etwas, das ich 4. Herr! dein ist alle stärke; fürchten kann Wenn ich dich, Und alle hülfe, gott, ist dein. herr, umfasse? Gib, daß ich Das preisen deine werke, Die traue deiner kraft, Die alles deiner Kraft allein sich freun. kann und alles schafft. Wir auch erfreun uns ihrer; M. Nun lob mein feel den. Ihr lob sei unsere Pflicht. D 28. Kommt, kommt den vater! o regierer! Wen hält, herrn zu preisen, wen schützt sie nicht? Du Der groß von Rath ist, groß lebst, du wirkst in allen: Dir, von that, Den gütigen, den dir vertrauen wir Erhalter! weisen, Der keinen seines glei- wer kann fallen, Getragen, chen hat. Der herr thut große herr, von dir? werke. Wer hindert seine fraft? Mel. Wir christenleut. Wer seines armes stärke, Die 29. Gott, grenzenlos! Un= alles gute schafft? Er dehnet, denkbar groß! Der gleich gezelten, Die weiten urquell aller macht ist deine himmel aus. Er spricht: so stärke. Schon sahn wir hier, gehen welten Aus ihrem nichts So viel von ihr; Doch sehn wir heraus. faum den anfang ihrer werke. 2. Er will, und sonnen flam- 2. Durchflög ich gleich Dein men. Auch drängt das wasser, weites reich, Und sähe deine wenn er spricht, Sn wolken sich letzte sonne glänzen. Ich sähe zusammen; Und ihre schläuche dort doch nicht den ort, Wo reiffen nicht. Er ruft den un- du nicht wärst; säh nicht der gewittern: Das meer wird un- allmacht grenzen. gestüm. Des himmels säulen 3. Was du erschufft, Was zittern. Die erde bebt vor du izt rufft, und rufen wirst, ihm. Er will! und bliße zün- wer kann das alles zählen? den Gebirg an: sie vergehn Doch wolltest du Noch mehr Er spricht; und ruft den win- dazu Erschaffen, würd' es dir den! Schnell wird sein himmel an kraft nicht fehlen! schön. 4. So lange fliest Ihr quell 3. Wer, wer gebeut den und ist Doch nicht erschöpft, wellen: Hieher! nicht weiter! wird auch erschöpft nie werden. legt euch hie! Er legt in felsen Sprich nur ein wort Und er quellen! Sie rieseln und ver- fleust fort In neuen himmeln fiegen nie. Er füllet wüste und auf neuen erden.. neien Mit seinen wundern an; 5. Doch deine kraft, O gott, ers e 16 stadmolidant Erste Abtheilung. and erschafft: Nur was du willst, wo ich bin, nur dich, o Herr! denn du bist gut und weise, Mein herz zur zuflucht wähle; Dies lehre mich, Damit ich Daß ich dein heilig auge scheu, dich Für alles, was du wills Und dir zu dienen eifrig sei. und schaffest, preise. 7. Laß überall gewissenhaft 4. Allgegenwart Gottes. Nach deinem wort mich hanM. Wohl dem, der sich auf. deln! Und stärke mich denn 30. Nie bist du, höchster! auch mit kraft, Vor dir getrof von uns fern; Duzu wandeln. Herr! du bist wirkst an allen enden. Wo ich um mich, v! verleih, Daß dieß nur bin, herr aller herr! Bin mir trost und warnung sei. ich in deinen händen. Durch dich nur leb und athme ich, M. Dreicinigkeit der Gottheit. Dann deine rechte schüßet mich. 31.9 großer gott, der alle 2. Was ich gedenke, weissest ding erfüllet, Vor des du; du prüfest meine feele Dusen blik fein dunfel uns versiehst es, wenn ich gutes thu: büllet; Wohin soll ich vor deis Du siehst es, wenn ich fehle. nem anblick gehn? Und wohin Nichts, nichts fann deinem fliehn von dir, herr, ungesehn? aug entfliehn; Und nichts mich deiner hand entziehn. 2. Könnt ich auch schnell mich zu den wolken schwingen, 3. Wenn ich in stiller ein- Und wieder schnell bis in die samkeit mein herz an dich tiefe dringen; So hielte mich ergebe, Und, über deine buld doch deine hand auch da; erfreut, Lobsingend dich erhebe; Denn wo ich bin, da bist du, So hörst du es und stehst herr! mir nah! Ma mir bei, Daß ich dir immer treuer sei. 3. Dein Auge sieht, was nacht und abgrund decken, 4. Du merkst es, wenn des Es fann sich nichts vor deiherzens rath Verkehrte wege nem licht verstecken; Du kennst wählet. Und bleibt auch eine genau das innre der natur böse that Vor aller welt Der ganzen welt und jeder verhehlet; So weist du sie kreatur. und züchtigst mich, Zu meiner 4. Kein falscher gott, aus beßrung väterlich. falschem wahn verehret, Hat je 5. Du börest meinen seuf- sein volk das künftige gelehret. zern zu, Daß hülfe mir erscheine. Du aber weist, was fünftig Voll mitleid, vater, zähleft wird geschehn, Und läßt auch du Die thränen, die ich weine. uns in deinem wort es sehn. Du siehst und wägest meinen 5. Du weist und hörst, schmerz, Und stärkst mit dei- was deine kinder beten, Du nem trost mein herz. siehst, wenn sie im stillen vor 6. Odrück, allgegenwärtiger! dich treten. Noch eh ihr mund Diß tief in meine seele; daß, dir ihren fummer sagt, Vernimmst II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 17 nimmst du schon, was dir ihr hanget sie an nichts; In unseufzer flagt! ermeßne weiten Ihr wohlthun 6. Vor menschen bleibt hier zu verbreiten; Ein schatten deimanche that verborgen. Dir nes lichts. aber ist die nacht ein heller 4. Wer hält im gleichgewichte morgen. Und was hier noch so großer Körperlast? Wie in finsterniß geschieht, Entdeckt schwimmt die welt im lichte, einst dein gericht, dem nichts Das du geschaffen hast! Wer entflieht. mweist die rechte bahn Den 7. Wohl dem, der hier vor mächtgen himmelsheeren Zum deinem antlig wandelt! Und wohl, nicht zum zerstören, In stets vor dir und menschen sichrer ordnung an? redlich handelt, Der steht alsdenn, als ein bewährter freund, Getrost vor dir, wenn nun dein tag erscheint. 5. Wer rief, uns zu umge ben, Die luft, die alles trägt? Durch sie bat alles leben, Und alles wird bewegt. Da sammlen 8. O prüfe selbst die inner- dünste sich, Und werden than sten gedanken, Cb sie vielleicht und regen, Und fruchtbarkeit von deiner richtschnur wanken? und segen Für pflanzen, thier Bin ich, o gott, noch auf ver- und mich. kehrtem steg, So führe du mich 6. Wer hat fie so bereitet, auf der Wahrheit weg. Daß sie den blig gebiert, Daß 5. Allweisheit Gottes. sie den wind verbreitet, den Von gott will ich nicht lassen. schall zum ohre führt; den 32. Jch lobe dich und preise leichten vogel hebt? Den, Dich, o mein gott! schnellen fisch zum schwimmen, allein. Wer ist, wie du, so Und unsers mundes stimmen weise? Verstand und rath ist Zu deinem ruhm belebt? dein. Erwecke meinen geist, In 7. Wer hob, o gutt, die erde allen deinen werken, Die weis- Aus deinem meer heraus? beit zu bemerken, Die auch das Tbeilt, daß sie fruchtbar werde, kleinste preist. So gleich die wasser aus? Wer 2. Wohin mein auge blicket, sammlet sie? wer bricht Die Seh ich, wie deine hand Verflüsse, wenn sie schwellen: bindet, ordnet, schmücket, was Spricht zu der meere wellen: erst durch sie entstand. Sie Hieber! und weiter nicht? schaffet, fie erhält, zu segnen 8. Wer hat den wald gepflanzu ergößen, Nach herrlichen zet? Wer ruft das gras herauf? gesegen, Den weltenbau der Gibt forn und most und schanzet Gebirg und thäler auf? Wer welt. 3. Du hingst in lichten fer- schmückt sie überall, Wer gräbt nen, Hoch über uns hinauf, dem feuer schlünde? Legt in Die sonne mit den sternen, der tiefen gründe Den marmor, Uns zu erleuchten, auf. Daldas metall? 9. Herr, B 18 Erste Abtheilung.on no no I 9. Herr, deine weisheit nen blvs erfüllen, Der seines schmücket, Verbindet und erhält, zieles nie verfehlt; Und aller Nährt, segnet, schüßt, beglücket feinde stolzen wahn, Als unDie lebenvolle welt. Sie rüh- vernunft, beschämen fann. me mein gesang! Ich singel 6. weisheit decke meiner O dir und preise Dich, gott! feele Des eigendünkels thorheit denn du bist weise Dir weih auf, Damit sie dich zum fübich lob und danf. rer wähle In dieses lebens Wer nur den lieben gott läßt. ganzem lauf. Ich weiß den 33. Du weiser schöpfer aller weg zur wohlfahrt nicht Drum dinge, Der alles weiß, leide mich dein sichres licht. erkennt, versteht! Nichts ist 7. Du hast mich durch mein so groß, nichts so geringe, ganzes leben Bisher aufs weiDas nicht nach deiner ordnung feste geführt. Ja dir muß ich geht! Sie ists, die deine große die ehre geben, Daß du aufs welt In ihrer dau'r und pracht beste mich regiert. O leite erhält. mich durch welt und zeit Hin2. Die vielen wundervollen über in die ewigkeit. werke, Was unsern augen fern Ach was soll ich fünder machen. und nah, Steht alles, wie 34. Unerforschlich sei mir durch deine stärke, So auch immer Meines gote durch deine weisheit, da Unents tes weg und rath; Und lich, herr, ist dein verstand, die nacht sei ohne schimmer, Der ganze weltbau machts Die mich hier umschattet bat: bekannt. Doch ist alles, was er thut, 3. Mit eben diesen meister Wies auch scheine, weis' und händen, mit welchen du die gut. welt gemacht, Regierst du auch 2. Sollt ich das von gott an allen enden, Was du höchst nur loben, Wo ich rath und frei hervorgebracht Du brauchst, weisheit seh? Jsis nicht ein v unerschaffnes licht! Der geschenk von oben, Wenn ich menschen rath und beistand seinen weg versteh? Frevelt nicht. der nicht, der da flagt: Daß 4. Was du zu thun dir vor- ihm gott mehr licht versagt? genommen, Krönt euch, sol 3. Soll ein vater unterlass bald du willst, die that. Wenn sen, Was dem finde thorbeit tausend hindernisse kommen, ist Kühner tabler! engel fassen So triumphirt dein hoher rath. Das, wo du im dunkeln bist: Den besten zweck wählt dein Hier sollst du dem herrn vers verstand, Die mittel stehn in trauen, Und nur glauben; deiner Hand. noch nicht schauen. 5. Die menge so verschiedner 4. Sollt er zu regiererinnen willen, Wo jeder seinen weg Seiner werke, seiner welt erwählt, Muß doch den dei- Meine lüste setzen? sinnen, Ordnen, II. Bon den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 19 Ordnen, thun was mir ge- frommen freund; Ulebelthätern fällt? Sohl uns! wenn er bist du feind: Wer beharrt in nie gewährt, was ein thöricht seinen sürden, Rann vor dir berz begehrt. nicht gnade finden. 5. Hier in meinem pilger 4. D so laß uns nicht vers stande Sei mein theil zufrie- scherzen Was du uns noch zu denheit! Dort in meinem va- dacht. Schaffe in uns reine terlande Wohnt die wahre herzen, Tödt in uns der fün seligkeit! Führt mein gang zum den macht! Denn was sind wir bimmel ein, Mag der immer gott vor dir; Du bist heilig; dunkel sein. aber wir Sind verderbt und 6. Darum auch auf raußen wer kann zählen, Großer gott! wegen, Christenseele! flage nicht wie oft wir fehlen. was hier schmerzet, wird dort 5. Uns von sünden zu erldsegen, Was bier nacht ist, wird sen, Gabst du deinen sohn da dort licht; Und ich faff erst bin, O! so reinige vom bösen gottes sinn, Wenn ich ganz Durch ihn unsern ganzen sinn. vollendet bin. Gib uns, wie du selbst verbeist, 6. Heiligkeit und Geser unsern geift regiere; Und Gib uns deinen guten geist Daß rechtigkeit Gottes. Kommt laßt uns den Herrn. zu allem guten führe. 6. Keiner sündlichen begierde 35. Hott! vor dessen ange- Bleibe unser herz geweibt! Unsichte Ehrfurcht bil- sers wandels größte zierde Sei lig uns erfüllt! Ew'ges licht rechtschaffne beiligkeit! Mach aus dessen lichte Stets die uns deinem bilde gleich; Denn reinste flarbeit quillt! Laß doch zu deinem himmelreich Wirst deine beiligkeit Unsern herzen du, herr, nur die erheben, die jederzeit Kräftige ermunterung im glauben heilig leben. geben. Nach der heiligung zu sterben. Es ist gewißlich an der zeit. 36. Gerechter gott! vor 2. Heilig ist dein ganzes wedein gericht Muß sen; Denn kein böses ist an dir. alle welt sich stellen; Du wirst Ewig bist du so gewesen, Und in ihrem angesicht Auch mir so bleibst tu für und für. Was mein urtheil fällen. O laß mich dein wille wählt und thut Isljede sünde scheun Und hier mit unsträflich, recht und gut. Und ernst beflissen sein, Vor dir mit deines armes stärke Wirkt einft zu befteben. du stets vollkommne werke. 2. Du siehst von deinem 3. Herr! du willst, daß dei hohen thron Auf alle menne finder Deinem bilde ähnlich schenkinder Bestimmest jedem sein. Nie besteht vor dir der seinen lohn, dem frommen sünder, denn du bist vollkom- und dem fünder. Nie siehst du men rein. Du bist nur der die personen an, Auf das allein, 32 was 20 dojdour Erste Abtheilung. was wir gethan, Siehst du bestehen, Die gläubig auf des gerechter richter. mittlers tod, Bei wahrer reue 3. Viel gutes und barmher- sehen. So laß mich die gerech zigkeit Gibst du schon hier den tigkeit, Die mich von schuld frommen. Du schüßest sie vor und straf befreit, Im glauben manchem leid, Darein die sün- eifrig suchen. der kommen. So zeigest du vor 7. Wahrhaftigkeit und aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tu gend widmet. Treue Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott. 4. Ja, herr! du liebst, was 37. Noch nie hast du dein recht und gut; Du bist ein wort gebrochen, Nie freund der frommen. Wer dei deinen bund, o gott! verlegt; nen willen gerne thut, Wird Du hältst getreu, was du vervon dir aufgenommen; Sein sprochen, Vollführst, was du sinn und thun gefällt dir wohl, dir vorgesetzt, Wenn erd und Ist er gleich nicht, so wie er himmel auch vergehn, Bleibt soll, Ganz heilig, ganz voll- ewig doch dein wort bestehn. kommen. 2. Du bist kein mensch, daß 65. Doch dem, der dich, o dich gercue, Was uns dein gott, nicht scheut, Dem fre- mund verheissen hat; Nach deivelnden verbrecher, Der dein ner macht, nach deiner treue geseg und recht entweiht, Bift Bringst du was du versprichst du ein strenger rächer! Verach- zur that. Scheint die erfüllung tung, elend, schmerz und hohn, gleich noch weit: So kommt Gewissensmarter sind sein lohn, sie doch zur rechten zeit. Oft schon in diesem leben. 3. Und wie du das unfehl56. Und bleibt auch hier viel bar giebest, Was deine huld ungestraft; Viel gutes unbe- uns zugedacht: So wird, wenn lohnet, so kommt ein Teg der du vergeltung übest, Dein droprechenschaft, der keines sünders wort auch gewiß vollbracht. schonet. Da stellest du ins Wer dich, o gott! beharrhellste licht, Wie recht und lich haßt, Fühlt deiner strafe billig dein gericht; Dann tri- schwere last. umphirt der fromine. 4. O drücke diß tief in mein 7. Gerechter gott, laß mich, berze, Daß es vor jeder fünd wie du, Das gute eifrig lieben sich scheut; Gib, daß ich nicht Gib selber mir die kraft dazu, leichtsinnig scherze Mit deiner Es willig auszuüben. Regt sich strafgerechtigkeit. Nie werde das die fünde noch in mir: So von mir gewagt Was dein stärke mich die furcht vor dir, befehl mir untersagt. Daß ich sie überwinde. 5. Doch laß mich auch mit 8. Und weil vor dir, ge- festem glauben Dem worte dei rechter gott! Nur die allein ner gnade traun. Wer kann den II, Von den göttl. Eigenschaften insbesondere. 21 den trost uns jemals rauben, 3. Blick, o mein geist! in Den wir auf dein versprechen jenes leben, Für welches du baun? Du bist ein fels, dein erschaffen bist. Wo du mit herrbund steht fest; Wohl dem, lichkeit umgeben, Gott ewig der sich auf dich verläßt. sehn wirst, wie er ist. Du 6. Wie start sind unsers hast ein recht zu diesen freuglaubens gründe! Hier ist dein den. Durch gottes güte sind wort, das niemals trügt; Und sie dein. Sieh darum mußte daß diß allen beifall finde, Hast christus leiden, damit du könndu den eid hinzugefügt Wahr- test selig sein. baft'ger, was dein mund be- 4. Und diesen gott sollt ich schwört Ist völlig unsers glau- nicht ehren, Und seine güte bens werth. nicht verstehn? Er sollte rufen, 7. Erwäge dieß, o meine seele! ich nicht hören? Den weg, den Und traue gott, der's treulich er mir zeigt, nicht gehn? Sein meint. Sei gern nach seines will' ist mir ins herz geschrieworts befehle, Der wahrheit ben. Sein wort bestärkt ihn freund, der lügen feind, Bessewiglich. Gott soll ich über weise dich als gottes kind, alles lieben Und meinen nächDem treu und wahrheit hei- sten so wie mich. lig sind. 5. Dieß ist mein dank, dieß 8. Güte, Liebe, Barm- list sein wille: Ich soll ganz berzigkeit Gottes. liebe sein, wie er: So lang O süßer stand, o selig leben. ich das gebot erfülle: Stellt 38. Wie groß ist des all- sich sein bildniß in mir her. mächt'gen güte: Ist Lebt seine lieb in meiner der ein mensch, den sie nichtsseele: So treibt sie mich zu rührt? Der mit verhärtetem ge- feder pflicht. Und ob ich müthe Den dank erstickt, der ihm gleich aus schwachheit fehle, gebührt? Nein seine liebe zu Herrscht doch in mir die sünde ermessen, Sei ewig meine nicht. größte pflicht. Der Herr hat 6. O gott! laß deine güt' mein noch nie vergessen; Ver- und liebe Mir immerdar vor giß mein herz auch seiner nicht, augen sein. Sie stärk' in mir 2. Wer hat mich wunderbar die guten triebe, Mein ganzes bereitet? Der gott, ber meiner leben dir zu weihn. Sie tröste nicht bedarf. Wer hat mit langs mich in noth und schmerzen, muth mich geleitet? Er, dessen Sie leite mich zur zeit des rath ich oft verwarf. Wer stärkt glücks und sie besieg in meis den frieden im gewissen? Wer nem herzen die furcht des leßgibt dem geiste neue kraft? Wer ten augenblicks. läßt mich so viel guts genießen? Ifts nicht sein arm, der alles 39. schafft? Nun lob mein seel den. gott, du bist die liebe, Uns wohlzuthun ist 33 bein ndeshdant Erste Abtheilung. 22 deine luft. Drum preist mit ihre last und plage Lenkst du frohem triebe Dich unsre banker zu unserm wohl. füllte brust. Wie so gar ohne 5. Wer sollte dich nicht lie. grenzen Ist deine gütigkeit! ben? Du hast uns ja zuerst geSo weit die himmel glänzen liebt! Und bist stets treu ges Webst du barmherzigkeit Du blieben, Wie viel wir wider siebst mit wohlgefallen Auf dich verübt. Mit gnaden uns das was du gemacht, Und hast zu segnen, Ist ewig deine luft, auch uns und allen Viel gutes Mit dank dir zu begegnen Sei zugedacht. stets auch unsre luft. Zu ehren 2. Uns ewig zu beglücken, deinen willen, Und selbst zum Erschufst du uns und deine glück und beil, Ihn freudig zu welt, Die hier schon zum ent- erfüllen, Sei unser bestes theil. zücken, So viele wunder in 6. Wer hier auf seinen we sich hält; Noch größerer güte gen Dein wort vor augen hat proben Hat für uns deine und bält, Den seßest du zum hand Im himmel aufgehoben, segen Schon hier noch mehr in Der wonne vaterland. Dahin jener welt. Du schafft ibm uns zu erheben, Sand'st dusselbst aus leiden, Den herrlichden Sohn herab, Der huld- sten gewinn Und führest ihn zu reich selbst sein Leben für uns freuden, Die ewig währen, bin. verloren gab. Wie groß ist deine güte; Mich 3. Wie groß ist deine gnade! ihrer stets zu freun, Laß, gott! Wer ist so reich an huld als auch mein gemüthe Voll liebe du? Auch auf dem sünden- zu dir sein. pfade Siehst du uns voller In voriger Melodie. langmuth zu. Du lockest uns 40. Mit fröhlichem gemüthe aur buße, Und fallen wir ge Danft, die ihr chris beugt, Voll reue dir zu fuße, sto angehört; Dankt gott, daß Voll reu, die beßrung zeigt; seine güte, So wie sein leben So schenkest du uns armen ewig währt. Nach so viel Auch troft an deiner huld, tausend jahren, Die durch sie Und, tilgest aus erbarmen Die alle reich An frohen segen waganze sündenschuld. ren, Bleibt sie sich immer gleich. 4. Mit jedem neuen morgen Nie hört sie auf zu sorgen, Ist immer deine güte neu! Und forget immer treu Sie Selbst unserm wunsch und sor- wird mit jedem mörgen An gen Kommst du zuvor mit va- den geschöpfen neu. tertren. Du ursprung aller 2. Sie reicht durch erd, und gaben, Du weist, was uns ges himmel, Um, was da lebet, zu bricht Und was wir nöthig ha- erfreun. Welch fröhliches geben, Versagst du keinem nicht. wimmel In ihrem milden sonWie sind doch unsre tage Von nenschein. Vor ihren bei deinem wohlthun voll! Selbst tern strahlen, Wo fie hervor bricht, II. Von den göttlichen Eigenschaften insbesondere. 23 bricht, fliehn Auch bange Wer nur den lieben gott. finstre qualen, Wie leichte 41. o weit nur deine sonwolken hin. Wer zählt die nen glänzen, Reicht millionen, Die sie erwärmt deine huld, die uns erhält, Reicht und nährt? So weit nur wes über unsers himmels grenzen, sen wohnen, Hat sich auch sie verklärt. vater bis zur fernsten welt. Gleich ewigen gebirgen währt 3. Süß ist das licht der Die güte, die dein volk verehrt. sonne, Das täglich jedes aug 4. Dir, gott! ist kein geschöpf entzückt, Weit süßer ist die verborgen Nicht eins vom menwonne, Womit uns gottes schen bis aufs thier; Du würgüt erquickt. Erfreulich ist digst alle deiner sorgen Sie dans das leben, und schauervoll ken luft und leben dir. Es mag der tod, Doch besser noch als auch klein und niedrig sein Dir leben, Ist deine güte, gott! gott ist nichts zu groß und klein. Wie ist sie uns so theuer! 3. Mit frommem freudigem Sie, fie verläßt uns nie Was gemüthe Erheb ich gott der ist wohl milder treuer, Und gnaden! dich. Wie herrlich ist tröstender als sie. nicht deine güte! Wie liebst 4. Zu ihrem lob erwecke du uns so väterlich Uns, die Vor allem du dein herz, owir ohne furcht und graun christ! Komm her und sieh Stets deinem schuß und segen und schmecke, Wie freundlich traun. gott dein vater ist. Auf! 4. Mit welchem reichen überseinen ruhm erzähle Deinflusse erfüllst du diese welt, dein frommes saitenspiel, Und dei- haus! Du theilst ihn allen zum ne ganze seele Sei inbrunst genusse, So väterlich so reichund gefühl Von seiner gü- lich aus und jedes lebensquelle te sage Wie treu sie für uns fließt Aus dir, der du das lewacht, Ein tag dem andern ben bist. tage, Die nacht der nächsten nacht. Sei lob und ehr dem. 42. Wie viele freuden 5. Wer wollte sie nicht lodank ich dir, Die ben? Sie, die doch allem alles du mir herr verliehen! Und gab, Vom bohen seraph dro- wie viel sünden hast du mir ben bis zu des staubs gewürm Aus gnaden nicht verziehen! binab. Von so viel kreaturen Gott voll erbarmung und Läßt sie nicht eine leer Und geduld, Auch bei der mir verihres segens spuren Verbreitet borgnen schuld Währt ewig sie umher. Und wie sie von deine liebe. entzücken Stets für den hím- 2. Bedenk ich schöpfer deine mel quoll, Ist auch, wohin macht, Blick ich in jene ferne, wir blicken, Von ihr der erd- und überseh des Himmels pracht Und sonne, mond und B4 sterne: freis voll. 24 Andacident Erste Abtheilung. sterne: So bet ich dich voll ehr- diese welt noch sah, Wie groß furcht an, Was ist der menschlist deine güte! ruf ich alsdann Daß du 4. Nie ist der mensch, der dich sein erbarmest? staub, es werth, Herr! daß du 3. Dein auge schaut auf ihn sein gedenkest, Daß du, da er berab, So geht er nicht verlo- dich oft entehrt, Ihm so viel ren, Nicht für die welt, nicht gutes schenkest. O sähe doch der für das grab Ist er allein ge- mensch dies ein. Möcht er daboren. Die welt vergebt mit für dir dankbar sein! Und dir ihrer luft, Der du den willen zum dienst sich weihen! gottes thust Dein glück soll 5. Herr lehre du mich, wie ewig bauren. ich soll, Für deine huld dich 4. Wenn ich erwache, denk preisen, Und ewig deiner liebe ich dein Und wenn ich schlafen voll Gehorsam mich beweisen gehe. Denn du, mein vater! Du bist mein heil, mein trost, fannst verleihn, Was ich von mein gott. Dir treu zu sein dir erflehe. Drum seufz ich bis in den tod, Sei meines findlich stets zu dir, Herr! was herzens freude. 44. mir nüßet schenke mir, Um M. Wer nur den lieben gott. deiner gute willen. Dir, gott! dir will ich In voriger Melodie. fröhlich singen, Dir, 43. Der du burch deiner dessen freude wohlthun ist: allmacht hand Dir will ich dank und ehre, Mein wesen mir bereitet Und bringen, Dir, der du gut und da schon eh ich dich erkannt freundlich bist. Sa, gott! du Mit güte mich geleitet, Der bist ganz gnad und treu, Gib, du erhältst was du gemacht, daß mein herz ganz freude sei. Mein schöpfer! bank sei dir 2. Dich preisen alle engelgebracht Für deine macht und heere, Dir singen die verklärgüte. ten dank, Dir herrscher brausen 2. 3u meinem glücke leb ich wind und meere Ihr brausen hier Dein wort gab mir das ist dein lobgesang. Die ganze leben. Und was ich bab, hab schöpfung ruft mir zu: Es ist ich von dir; Von bir ward mir kein solcher gott wie du. gegeben erstand, geschmack, 3. Dir, höchster, ist nichts zu gehör, gesicht, Geruch, gefühl; vergleichen, Denn deine güte mir fehlt es nicht An probenfreicht so weit als über uns die deiner liebe. wolfen reichen, Von ewigkeit 3. Du leiteft mich nach deizu ewigkeit. Kein wurm kriecht nem rath Bei drohenden ge- unbemerkt dahin, Du siehst, fahren. Dein engel muß auflerhältst und schüßest ihn. meinem pfad Bor unfall mich 4. Auch, vater! hast du mein bewahren. Zu meinem dienst gemüthe Durch manche gnawar alles da Schon eh ich dengab erfreut. D Gib mir auch 11. Von den göttl. Eigenschaften insbesondere. 25 auch nach deiner güte Densverstocken, So suchst du sie trieb zur frohen dankbarkeit doch väterlich Durch huld zu Lehr alles das, was in mir dir zu locken. Wie lange sahst ist Froh rühmen, daß du gnä- fund riefest du nicht ehmals dig bist. deinem volke zu, Damit es sich 5. Wer schuf die feel und bekehrte! Wie trugst du nicht ihre kräfte, Gedächtniß, willen mit gütigkeit Die erste welt und verstand? Wer segnet des so lange zeit, Eh' sie die fluth berufs geschäfte, Wer stärkt die verheerte? arbeitsame hand? Wer schüßte 3. Noch gibst du sündern mich vor der gefabr, Die un- zeit und raum, Der strafe zu sichtbar mir nahe war? entgehen; Du läßt den unfrucht6. Wer fristet meine lebens baren baum Nicht ohne pflege tage? Wer krönet sie mit lust stehen. Du schonest sein von und heil? Du vater thuft's; zeit zu zeit; Verzeiheft voll barmdrum feele sage: Gott du bleibfilberzigkeit Ihn gänzlich abzuewiglich mein theil. Von ganzem hauen. Du wartest sein mit herzen liebst du mich, Von gröster treu Und hörft, damit ganzem Herzen preiß ich dich. er fruchtbar sei, Nicht auf an 7. Dir will ich fernerhin ihm zu bauen. vertrauen, Denn bu haft mir 4. Langmüthigster! so große stets wohl gethan. Ich will mit huld Bezeigst du frechen sünalauben auf dich schauen Schau dern, Und o nicht weniger ges mich mit vaterblicken an. duld Hast du mit deinen finSo geh ich ruhig durch die dern. Sie werden ja, weil fleisch zeit Ünd fröhlich in die ewig- und welt Hier ihnen häufig feit. nege stellt, Oft sicher, matt 9. Geduld und Langmuth vergehen sich Und fehlen oftund träge; Sie straucheln, sie mals wider dich Auf blindges wähltem wege. Gottes. Gin lämmlein geht. 45. Getreuer gott, wie viel 5. Da warnst du sie vor geduld Beweisest du der gefahr, So oft sie irre geuns armen! Wir häufen lei- hen; Reichst ihnen hand und der unsre schuld, Du aber stärke dar, Von sünden aufzu« dein erbarmen. Was ist des stehen. Du trägest sie mit vamenschen lebenslauf? Er ist terhuld. Bist willig ihre fünverderbt von jugend auf, Und den schuld Durch christum zu dem geseß entgegen. Und gleich- vergeben. Gibst ihnen neue wohl, vater, suchst du ihn tugendkraft, Und nach vollbrachLangmüthig davon abzuziehn, ter pilgrimschaft, Ein ewig Zur beßrung zu bewegen. freubenleben. 2. Der menschen elend jam 6. Laß diese langmuth und mert dich, Selbst wenn sie sich geduld, Gott, unsre Herzen 25 rühren 26 Erste Abtheilung. rühren. Nie muß uns deine daß er geliebet werde, Die vaterhuld zur sicherheit ver- buld des herrn, bei denen, die führen. Trag uns erbarmend ihn lieben Und gutes üben. fernerhin; Doch gib uns auch 4. So zärtlich sich ein vater dabei den sinn, Daß wir die seiner finder Erbarmet, so er sünde hassen, Und uns noch in barmt sich gott der fünder, der gnadenzeit Den reichthum Wenn sie von herzen sich zu deiner gütigkeit Zur beßrunglihm bekehren, Shm treue Iciten lassen. schwören. M. Herzliebster Jesu was. 5. Er schlägt und heilt, vers wundet, läßt genesen; Er weiß, 46. Jauchzt unserm gott, der mensch ist ein zerbrechlich er ist von großer gü- lwesen. Er denkt daran, daß te Barmherzig und von dulden- soas geschöpf aus erde Doch dem gemüthe. Will denen beil asche werde. und ew'ge luft bescheeren. Die 6. Von ewigkeit zu ewigkeiihn verehren. ten währet Die güte gottes 2. Er handelt nicht mit uns dem, der tugend ehret. Ach nach unsern sünden, Und läßt leite den auch mich auf deinem verschonend uns das nicht empfade, Du gott der gnade. pfinden, Was wir, weil wir 7. So werd ich ewig deiner ihm unser herz nicht gaben, huld genießen; So wird mein Verschuldet haben. leben sanft vor dir verfließen, 3. Hoch ist der himmel über So werd ich dort mit aller seiner erde So groß ist auch, lengelchören Dich fröhlich ehren III. Von der heiligen Dreieinigkeit. 47. Allein gott in der höh' 3. O jesu christ, deshöchsten sei ehr Und dank sohn! Dich seinen eingebohrnen, sei seiner gnade! Er forget, Dich sandte gott vom himdaß uns nimmermehr Gefahr melsthron Zur rettung der und unfall schade Uns wohl verlornen Du mittler zwischen zuthun ist er bereit, Er will uns und gott Hilf uns im nur unsere seeligkeit, Erhebet leben und im tod erbarm dich ihn mit freuden. unser aller. 2. Ja vater! wir erheben 4. O heiliger gerist, du geist dich Mit freudigem gemüthe Du von gott! Erleuchte, beßre, herrschest unveränderlich Mit tröste, Die jesus christ durch weisheit und mit güte Unend- seinen tod Zum dienst des Herrn lich groß ist deine macht! Und erlöfte, Auf deinen beistand stets geschieht, was du be- hoffen wir. Ach leit uns stets, dacht. Wohl uns, daß duso sind wir hier Und auch regierest! leir.ft ewig selig. 48. Ich Univ.- Bibl. Giessen III. Von der heiligen Dreieinigkeit. 27 48. Jh glaub' an einen die welt erneut, Mein leib gott allein, Der auch auferstehet. alle dinge, groß und klein, 49. Wir glauben an den Den himmel und die erden, ein'gen gott, SchöDa nichts war, ließe werden. pfer himmels und der erden, Der zum genusse seiner gnad Er, aller vater, unser gott, Uns menschen auch erschaffen Hieß uns seine kinder werden. hat; Mir seele, leib und le- Er will uns auch stets ernähben, Sinn und vernunft gege- ren, Jedes wahre gut gewäh ben. Der reich an weisheit, ren. Er erwog schon, eh wir güte, macht; Schon vor der waren, unsre rettung in gefabwelt mein heil bedacht. Mein ren. Er ists, der für uns vater bleibt mein guter gott, sorgt und wacht. Und alles Der für mich sorgt in jeder steht in seiner macht. noth, Mich schützt und mich 2. Wir glauben auch an jes ernähret. sum christ, Gottes sohn den 2. Ich glaub an Jesum got- eingebornen, Den herrn, der tes sohn, Der mit gott herrscht mensch geworden ist, Den ers auf einem thron. Der einst retter der verlornen. Er, er ward mensch geboren, 3u ret- achtete sein leben nicht zu ten, was verloren. Der mir theu'r, für uns zu geben. Er des vaters huld erwarb, Da erstand; herrscht hoch erhöhet er am freuze willig starb, Und In dem reich, das nie vergemir das heil zu geben, Für het, Er läßt auch uns im grabe mich hingab sein leben; Sieg- nicht, und kommt dereinst zum reich stand er vom tode auf, weltgericht. und fuhr für mich zu gott hin- 3. Wir glauben an den heil's auf: Kommt sichtbar einst voll gen geist, Unsern göttlichen remajestät, Als richter, wenn die gierer; Den jesus christus uns welt vergeht, Der lebenden verheißt, Uns zum beistand und todten. und zum führer. Der in trübs 3. Ich glaub auch an den sal seine christen Weiß mit heiligen geist, Der mich der fin- muth und kraft zu rüsten; Der sterniß entreist, Mich christumjuns lehrt vergebung finden kennen lehret, Durch ihn zu Und der tugend werth empfingott bekehret, Auch er ist ew- den. Er flößet uns im todes ger wahrer gott. Er tröstet schmerz Des ew'gen lebens mich in jeder noth, Läßt got- trost ins herz. tes gnad mich finden Beim Es woll uns gott gnädig. tilger meiner fünden. Er macht 50. Herr unser gott, wer ift mich fromm und tugendhaft dir gleich? Du bist Und gib zum guten lust und das höchste wesen. Und doch kraft, Führt einstens mich zur hast du, an gnade reich, Uns seligkeit, zu der wenn gott dir zum dienst erlesen, Gemeinschaft 28 Erste Abtheilung. 111 meinschaft sollen wir mit dir, stets erfahren, Stärk' uns in Du allerhöchster haben; Mitsunsrer pilgrimschaft; Bewahr' deinem heil willst du uns hier uns vor gefahren; Laß uns Und ewig einst begaben Du dir willig folgen. quelle alles segens. 5. Laß, gott, uns dein auf 2. Wir beten dich, o vater! erden schon Als unsers gottes an, Sind wir gleich vor dir freuen. Herr, segne uns von sünder: So nimmst du dich deinem thron, Daß wir vor doch unser an, Wie väter ihrer dir gedeihen. Dein ist das finder Du haft für uns aus reich, die herrlichkeit, Dir wolgroßer huld Selbst deinen sohn len wir hier leben; Und du gegeben, Dein herz, voll güte wirst, nach vollbrachter zeit, und geduld, Verleih uns trost Uns einst dahin erheben, Wo und leben, Daß wir dich find-( wir dich ewig schauen. lich fürchten. Für deinen thron tret ich: preise 3. O jesu, ew'ger gottessohn. 51. Dreieiniger Du heil, darauf wir hoffen; Durch dich steht zu des vaters mund und herzen thron Der weg uns wieder Denn deine gnade, güt' und offen. Uns zu befrein von treu Ist über mir, herr, tägsünd und tod, Kamst du zu lich neu. inniglich. gott, ich dich Mit uns auf erden, laß uns, 2. Laß, vater, stets dein find unser herr und gott! Froh dei- mich sein, Schließ stets in deis nes segens werden, Und dir ne huld mich ein, Sohn gottes! im glauben dienen. dein versöhnend blut Komm 4. O heil'ger geist, du geist lebend, sterbend mir zu gut. von gott! Wehr in uns dem 3. Gott heiliger geist ververderben. Im glauben an des laß mich nicht, So oft vermittlers tod Hilf uns der sün- suchung mich ansicht. Sei du de sterben! Du gibst zum gu- mein beistand allezeit, Und leite ten luft und kraft; Laß es uns mich zur seligkeit. IV. Von der Schöpfung. Sei lob und ehr dem. les blickt, Die wunder deiner 52. Wenn ich, o schöpfer! werke! Der himmel, prächtig deine macht, Die ausgeschmückt, Preist dich, du weisheit deiner wege; Die lie- gott der stärke! Wer hat die be, die für alle wacht, Anbe- sonn an ihm erhöht? Wer tend überlege: So weiß ich, kleidet sie mit majestät? Wer von bewundrung voll, Nichtruft dem heer der sterne? wie ich dich erheben soll, Mein 3. Wer miß't dem winde seis gott, mein herr und vater. nen lauf? Wer heißt die him2. Mein auge sieht, wohin mel regnen? Wer schließt den schoos IV. Von der Schöpfung. 29 schooß der erden auf, mit vor- mir alles, alles zu: Wie groß rath uns zu segnen? O gott ist gott! wie klein bist du! der macht und herrlichkeit, 3. Mir zeigen alle elemente Gott! deine güte reicht so weit, Macht, güt' und weisheit überSo weil die wolken reichen. all! O wenn das stumme re4. Dich predigt sonnenschein den könnte, Wie groß wär und sturm; Dich preist der stets der jubelschall: Rühmt sand am meere. Bringt, ruft menschen! gottes güt' und auch der geringste wurm, pracht, Die euch und uns herBringt meinem schöpfer ehrelsvorgebracht! Mich ruft der Baum in seiner 4. Herr gott, wie groß ist pracht; Mich ruft, die saat, deine liebe! Die erd' ist dei hat gott gemacht! Bringt unner güte voli. O gib mir dankserm schöpfer ehre! bar fromme triebe, daß ich dich 5. Der mensch, ein leib, den preise, wie ich soll. Nimm deine hand So wunderbar be- was ich kann und hab' und bin, reitet; Der mensch, ein geist, zu deinem dienst auf ewig hin. den sein verstand, Dich zu er 5. Hilf, daß die güter dieser kennen, leitet. Der mensch, erden Mich zu dir locken, höchder schöpfung ruhm und preiß stes gut! Daß sie mir nicht Ist sich ein täglicher beweiß zum fallstrick werden; Und ihr Von seiner gut und größe. genuß mir schaden thut. Laß 6. Erheb ibn ewig, o mein allen Mißbrauch ferne sein, geist, Erhebe seinen namen! Mein letztes ziel sei du allein. Gott, unser Vater sei gepreist, 6. Hier ist mein leben eine und alle welt fag amen! Und reise: Ich geh nach jener hös alle welt ehr gott den herrn, hern welt. Drum mache du Und hoff auf ihn, gehorch mich fromm und weise, Daß ihm gern! Wer wollte gottlich hier thu, was dir gefällt. nicht dienen? Und endet dieser kurze lauf, So nimm zu deiner rub mich auf. In voriger Melodie. Wer nur den lieben Gott. 53. gott des himmels und der erden, Der 54. du allgegenwärtig bist; Von niemand kannst begriffen wer- fommt aller welten pracht. den; Vor dem kein ding ver- Was wir nur schönes sehn borgen ist. Ach ziehe mich und hören, hat deine hand aldoch ganz zu dir, und offen- lein gemacht. An deine weißbar dich selber mir. macht und licht Reicht 2. Wohin ich herz und au- feines menschen denken nicht. gen lenke, da find ich deiner 2. Du bist's, der die geschögottheit spur. Wenn ich voll pfe weidet, Der ihnen schmuck andacht überdenke Dein werk, und freude schenkt, Du bist's, die prächtige natur: So ruftlder berg und thäler kleidet Und heit, gott! den alle weisen ehren, Von dir 30 Erste Abtheilung. Und sie mit grünem schmuck be- plaß seiner güte. Lobsingt bängt. Du bist es, der durch ihm der sie noch erhält, Mit feine fraft Dem frühling neue freudigem gemüthe. Gott ist anmuth schafft. die liebe! rühmt es laut Ge3. Daß fraut und pflanzen schöpfe! die ihr ihm vertraut, sich verjüngen Und alles neues Die ihr ihn keunt und ehret! leben fühlt; Das alle bäume Rühmt es, daß seine gütigkeit blüthen bringen; Das feld mit Mit jedem morgen sich erneut, tausend farben spielt: Das Und ewig ewig währet. fließt allein aus deiner gnad, 2. Daß außer dir nicht als Die unsre welt gezieret hat. les leer Von freud und leben 4. Soviel vermag dein mäch bliebe: Schufst du, o gott, der tig werde! Erbabenster herr himmel heer Und unsere erd zebaoth! Dein lob verkündigt aus liebe! Du selbst bedurftest zwar die erde, Doch herrlicher ihrer nie; Unendlicher! du liefs noch, großer gott! Verkündigetsfest sie Zu ihrem glück nur der himmel pracht, Die größe werden. Du aber sättigeft deiner schöpfersmacht. dich nun Mit wonne allem 5. Aus dir, du quelle alles wohlzuthun, Jm himmel und lichtes! Fließt auch der fonnen auf erden. Feuermeer Ja großer schöpfer 3. Kein mensch, kein engel des gesichtes! Von dir kömmt selbst, ermißt Die größe deiner auch das wunder ber; Daßlsegen; Wie gütig deine weis mir die schönheit dieser welt, heit ist In allen ihren wegen: So strahlend in die augen fällt. Gott! deine güte reicht so weit 6. Was zeigt das beer von Als deines reichs unendlichkeit, tausend sternen, Das selbst die So weit, Herr, als dein lenacht so reizend macht. Von ben. Ach das sind wir? die ibnen soll ich hier schon lernen, deine macht Aus todtem staub Wie groß, o schöpfer, deine hervorgebracht, Uns ewig heil pracht! Gott du bist nichts als zu geben! beiterkeit Nur licht und strah len sind dein kleid. 4. D vater! welchem feiner gleicht, an liebe wie an stärke. 7. Ach schöpfer! heil'ge Kein dank, kein lobgesang ermein gesichte, Wenn ich so voll reicht Die wunder deiner verwundrung steh, Daß ich in werke. Doch ist dirs angenehdeincs geistes lichte, Allein auf mer dank, Dir ist es mehr als dich den ursprung seh. Ach lobgefang, Wenn ich dich thäreinige selbst meine brust Von tig liebe; Und gern in meiner jeder schnöden erdenluft. lebenszeit Erbarmen und wohl= thätigkeit An andern menschen Gin lämmlein geht. 55. Lobsinget gott! er schuf übe. die welt Zum schau- 5. Du bist die liebe, dank sei dir IV. Von der Schöpfung. 31 dir, Daß ich dich so erkenne, der, seh ich an Und schmecke Und dir zum ruhm, zum troste deine güte. Sch rieche, fühl mir, Dich meinen vater nenne. und höre fie Im feld und wald; Auch ich will gerne liebreich ich sebe sie in aller fluren blü sein; Will glücklich machen, the Von dir Zeugen Alle dinwill erfreun; Will belfen und ge; So geringe Sie mir scheis dir gleichen. Von diesem heil nen; Wie im großen so im und dieser pflicht, O gott der kleinen liebe! laß mich nicht, Eo lang ich lebe weichen. Wie schön leuchtet der. 56. Gott, 6.Dzeuch mich über welt und zeit Zu dir o herr der herrlichfeit! Durch deine große liedessen starke be. Auf dich laß mich in alhand die welt Er- lem sehn, Für jedes gute dich schaffen hat und noch erhält erhöhn. Belebe meine triebe; Ich sehe deine güte. Ich sehe mein vater, Dir in allen sie und werd entzückt, Wohin zu gefallen; Dir zu leben, Sei auch nur mein auge blickt. So mein einziges bestreben. bald ich mein gemüthe Auf dich Warum soll ich mich denn. Schöpfer! Achtsam lenke, Und 57. Sei zufrieden mein ges dich denke Find ich armer Dich müthe! Gott ist gut, als vater und erbarmer. Was er thut, Ist voll lieb 2. Seb ich so weit mein und güte. Er nur weiß in alauge reicht, Gen himmel, sollen sachen, Groß von rath, entdeckt ich leicht Die spuren Wie von that, Alles wohl zu deiner güte. Der himmels machen. CUSTOD lichter lauf und pracht, Sein 2. Beides erd' und himmel Sternenbeer, das du gemacht, jpreisen Seine macht, Tag und Erwecket mein gemüthe, Grosnacht müssen sie beweisen. ser Schöpfer! Dich zu fin- Sonn und mond, das heer der gen Dir zu bringen Ehr und sterne, Was sie regt Und bestärke. Groß sind deiner all- wegt Lob ihn nah und ferne. macht werke. 3. Schau die werke seiner 3. In ungewittern, sturm hände! Mensch und thier Melund wind, Die deines thrones den dir Seinen ruhm ohn ende. diener sind, Entdeck ich deine Was wir noch so kleines nengüte: Das feuer, wie der was nen. Gras und laub Selbst der ser grund, Macht deine große staub Gibt ihn zu erkennen. liebe fund. Mit fröhlichem ge- 4. Was auf bergen und in müthe Will ich Täglich Darauf gründen, In der höh, In der achten, Und betrachten Deine see; Oder sonst zu finden, werke; Rühmen deine huld Rühmt die weisheit seiner wers und stärke. fe; Jeder wurm, Wind und 4. Dein erdreich gott, das sturm Preisen deine stärke. jedermann Gibt brod und klei- 5. Sollt ich denn nicht ihn erhes 32 Erste Abtheilung. Vi erheben? Wie so gar Wune banden, Deine kraft Hat ges derbar Gab er mir das leben! schaft, Daß ich überstanden. Was ich hab, ist sein geschenke 8. Nun, mein herz! das hat Auch der geist, Der ihn preist, schon lange Gott gethan, Denke Mit dem ich ihn denke. dran; Wird dir jemals bange; 6. Wie mich sein getreues Als wollt er dich ganz versorgen Tag und nacht Nimmt lassen. Es geschicht Wahrlich in acht, Daß zeigt jeder mor- nicht; Er kann dich nicht gen. Ja tein augenblick ver- bassen. schwindet, Der mich nicht, Gott, 9. Drum ergib dich seinem mein licht! Dir zum dank willen, Heisse gut, was er thut verbindet. Er wirds auch erfüllen. Denn 7. Setzten mir des freuzes er ist in allen sachen Groß von plagen Heftig zu, So hilfft rath, Wie von that; Er, er du, O mein gott! fie tragen. wirds wohl machen. War kaum noch geduld vorV. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. M. Vater unser im himmelr. zuversicht! Ich bins gewiß, du 58. Gott, deine weise macht thust mir wohl So lang ich erhält Die ganze le- bier noch leben soll. Nicht übers bensvolle welt, Und aller aus fluß bitt' ich von dir, Was ich gen freuen sich Und warten bedarf, das gibst du mir. Hoffnungsvoll auf dich, Auf 5. Der Vogel bauet nicht dich, der du sie alle liebst Und das land; Doch nährst du ihn allen ihre Speise gibst. mit milder hand; Du schmückst 2. Du öffnest deine hand, die blume königlich, Doch hat so fliest Herab, was jedem nös sie nicht verstand wie ich Verthig ist; Mit wohlgefallen sät- giß es, meine seele! nie; Weit tigt fie Dein aufsehn und ver- mehr bin ich vor gott als säumt sie nie. Nie sind geschöpfe sie. deiner hand Dir unwerth oder 6. Mich schufst du nicht vor diese zeit, Mein ziel ist in unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein der ewigkeit: Du gabst mir gott und heil! Noch täglich weisheit und verstand, Und mein bescheiden theil; Gabst machest selbst dich mir bekannt; mirs mit huld und freundlich Nichts, was die erde zeugt keit, So lang ich bin, zu rech- jund nährt, Gleicht mir an hoter zeit. Kein vater sorgt so heit und an werth. väterlich Für seinen sohn, als 7. Von dir, der das an mir du für mich. gethan, Werd ich auch speiß 4. Ich bin gewiß, du kannst und trank empfahn. Selbst mich nicht Berlassen, meine dem, der dich mit fünden schmäht. V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. 33 maht, gibst du sie ohne sein ist die gleich? Wer herrscht gebet. Wie solltest du, bei fleiß wie du im unumschränkten und flehn, Mich nicht genug reich? damit versehn? 56 5. Was ist und war im 8. Laß du mich nur genüg- himmel, erd' und meere, Das sam sein, Und deiner gaben kennst du, gott! und deiner mich erfreun; Doch mehr noch werke heere Sind jetzt und ewig deiner, der du dich So freund vor dir offenbar. Du hältst lich zeigest gegen mich: Und und nährst was ist, was wird selbst des segens quelle bist, und war. Aus welcher alle wohlthat 6. Du bist um mich, schaffst fließt. but budaß ich sicher ruhe Du schaffst 9. Bei deiner gaben über- was ich vor- oder nachmals fluß Erhalt mich mäßig im thue Und du erforscht und genuß. Bewahr mich in der kennst was jeder thut; Prüfst dürftigkeit Für schmach und das verborgne, richtest weis' unzufriedenheit. Du nährst mich und gut. immer; preiß und dank Bring' ich dir, gott, mein lebenlang. 7. Du siehest mich, ich size oder gehe, Ob ich an's meer, ob ich gen himmel flöhe; So M. Dreieinigkeit der gottheit. bist du da, dist allenthalben da. 59. Gott ist mein lied! er 3m licht und dunkel bleibest nudist der gott der stär- du mir nah. ke; Herr ist sein nam' und groß 8. Du kennst mein Herz und sind seine werke. So weit der allen rath der seele Und weißt, weltbau reicht, geht sein gebiet. wie oft ich gutes thu' und Nichts ist, das er nicht schafft feble, auch meine noth siehst und kennt und sieht. du und hörft mein flehn, Und 2. Er will und spricht; so eilest dann mir gnädig beizusind und leben welten. Wenn stehn. er gebeut, so fallen durch sein 9. Du wogst mir dar, was schelten Auch welten wieder in eu mir wolltest geben. Schriebst ihr nichts zurück. Ohn' ihn ver- auf dein buch, wie laug ich ging die erd' im augenblick. sollie leben. Noch eh' ich war, 3. Licht ist sein fleid, und eh' meine augen sahn, Entseine wahl das beste. Er herrscht warfst du huldreich meines als gott und seines thrones veste schicksals plan. Ist treue, wahrheit und gerech 10. Nichts, nichts ist mein, tigkeit Und was er thut ist das dir nicht angehöre Herr! gnad' und gütigkeit. immerdar soll deines namens 4. Ein unerschöpflich meer ehre, Dein lob und preis in von seligkeiten Obn' anfang meinem munde sein Denn ale gott und gott in ew'gen zeiten ler, was ich bin und hab' ist Herr aller welten! wer, wer. dein. ST ( S dan audi 11. Wer 34 pinals Erste Abtheilung. note 7 11. Wer kann die zahl von unserm land Noch immer segen deinen wundern fassen? Ein ruhn.# Dil jeder staub, den du haft wer- 3. Von deinem himmel, höchs den lassen, Der freaturen beer ster! träuft Gedeihn und fruchtund ihre pracht, Verkündiget barkeit. Die faat geht auf des großen schöpfers macht. und blüht and reift Und sät12. Der fleinste wurm ist tigt und erfreut. deiner weisheit spiegel. Du 4. Von dir gesegnet gibt luft und meer! ihr auen, thal cer baum Den schatten, den und hügel! Der bäume wuchs man sucht, und unter seiner und selbst der kleinste balm! zweige raum Erfrischung und Ihr seid sein lautes loblied auch frucht. und sein pfalm! 5. Du nährefst jede freatur 13. Du tränfst die erd' und O herr! wer ist dir gleich? schaffest grüne weiden; Und Dein vorrathshaus, gott! die nacht und tag und forn und natur Ist unerschöpflich reich. wein und freuden Empfangen 6. Wem strömt sie nicht von wir aus deiner vaterhand. dir erfüllt, Lust und vergnügen Voll früchte machst du schöp- zu? wer ist so gut, so treu, fer! jedes land. so mild, So väterlich wie du? 14. Kein Sperling fällt, 7. Herr! ohne dich verginberr! ohne deinen willen; Sollt gen wir, Und wir verdientens ich mein herz nicht mit dem; auch: Und dennoch leben wir trofte stillen, Daß deine hand in dir, Beseelt durch deinen das leben mir erhält, Und nur hauch. geschieht, was dir. herr, wohl-! 8. Wer gott! erfährt nicht gefällt. deine buld? Wem strablet nicht 15. Sst gott mein schuß, dein licht? Mit welcher langwill gott mein retter werden; muth und geduld Verschonst So frag ich nichts nach him- du urser nicht? mel und nach erden, So biet 9. Obetet gott, ihr menich jedem feind und unfall truß, schen, an! Erwägts und dankt Und lebe sicher durch der all- ibm nun. Was hat gott schon macht schuß. k odst an uns gethan? Was will er nicht noch thun. Lebt gott ihr chriften allzu. 10. Nicht bloß für diese fur60. Nech immer wechseln ze zeit, Herr! beisfest du uns ordentlich Die jah- sein. Du schufft uns für die reszeiten ab. Dein segen, gott, ewigkeit, Uns ewig dein zu freuu. ergießet sich noch auf die erd' 11. Läst du uns deine herab. freundlichkeit Schon hier so 2. Du öffnest deine milde herrlich sehn: Was wird in band, Uns menschen wohlzu- der vollkommenheit Der künfts thun; und läsfest auch aufgen welt geschehn! 12. V. Von Gottes Vorschung und Weltregierung. 35 12. Noch tiefer dringt als- raben, So wie der lerche lobbann meir blick In deine wun- gefang. D neige izt dein ohr der ein. O herr, laß dies zu mir Du sorderst dank; ich erhabne glück Mir stets vor danke dir. augen sein.198911 Allein gott in der höh' sei. 2. Die kleinste deiner freas turen Macht deine weisheit of 61. So bald, o gott! der fenbar. Man siehet deiner güte tag erwacht, Er- spuren, Und deine macht von freust du, was da lebet, Du jahr zu jahr. Ein jedes gräsbists, erhalter! dessen macht den lehret mich, Wie groß ist Uns nährt und trägt und he gott, wie flein bin ich! bet. Du wässerst unsrer erde 3. Du forgst, nach) treuer schooß So wächst der felder väter weise, Für alle werfe reichthum groß. Preis dir du deiner hand, Du giebest allem milder geber! fleische speise, Beschirmst und 2. Dein brunn erquickt sie segnest jedes land. Du liebest früh und spät. Ein jeder gras- unveränderlich; Der bösen selbst haim zeuget Von dir, durch erbarmst du dich. den die frucht geräth Und keim 4. Der erdkreis ist von deiund ähre steiget, Wenn furch ner güte, Von deiner weisheit und fluren sich erneun: So ist er voli. Herr, unterweise gibst du wachsthum und gedeihn mein gemüthe, wie ich dich Zu unsrer saat und mühe. würdig loben soll. Gib, daß mein 3. Du frönst mit gaben berz dich freudig liebt, Dich voller hand, Herr! alle jabres- der mir so viel gutes gibt. zeiten. Sie träufelt auf das 5. 5. Das samforn wird in ganze land Des segens fettig- deinem namen, Auf hoffnung feiten. Es trieft durch ihren in das feld gestreut. Allgütimilden guß, Die wüste selbst ger! du gabst dem samen, Da von überfluß, Und freude du ihn schusst, die fruchtbar schmückt die bügel. feit. Zur aussaat gibst du auch 4. Die anger stehn voll allein, Dem landmann fraft, schaaf umher; Vom korne stehnzeit und gedeihn. die auen So reich beladen, 6. Du machst den schooß der dicht und schwer, So weit die er de schwanger: Du machst des blicke schauen Dir singt der ackers furchen naß. Du schmüklandmann hocherfreut. Erhal- fest wiesen, flur und anger Mit ter deiner gütigkeit Lobsin- blumen, sträuchen, laub und gen wir auch fröhlich. gras. Du träufelst mit dem Gott dessen allmacht sonder. fühlen thau Die fruchtbarkeit 62. Du milder geber aller auf feld und au. gaben, Herr! dir 7. Was dürr ist, feuchtest du gebühret ruhm und dank, Dumit regen. Was falt ift, hörst das schrein der jungen wärmt dein sonnenschein. Du theilst 2 36 gumigos Erste Abtheilung.to no V theilst die zeiten wie den segen, wahren guten üben; Er thut, Zu unserm besten weislich ein was diese, die ihn so verehren, Bei wärme, hige, fälte, frost Von ihm begehren. Grünt, wächst und reifet uns 7. Der herr beglücket alle, re foft. id nisl die ihn lieben: Die aber, die 8. Kommt, preist des schö- betrug und frevel üben, Verpfers huld und stärke! Bringt stößt er, bis er alles das vollseinem namen ehre dar. Groß führet, Was sich gebühret. ist der herr, und seine werke 8. Auf ewig will ich seinen Sind herrlich, groß und wun- namen loben. Von allen menterbar. Koment, laßt uns sei schen werde gott erhoben! Was ne macht erhöhn. Der herr ist lebet müsse, Herr! zu allen gut, sein nam' ist schön.zeiten Dein lob verbreiten. b Herzliebster jesu was haft. Sei lob und ehr dem. 63. Dein reich, o gott! ist 64. Dir, unserm gott, ift herrlich, ewig wäh- niemand gleich Im ren Dein reich und deine himmel und auf erden. Du macht, die wir verehren, Und bist der höchste, und dein reich ewig wird von aller völker Kann nie begriffen werden. zungen Dein lob befungen. Unendlich ist die majestät, Die 2. Der herr bewahret alle, über alle dich erhöht, Die kron' welche fallen, Der höchste hilft und zepter tragen. den unterdrückten allen, Ist 2. Wie weit erstreckt sich dein fiets bereit mit segen, die ihn gebiet? Wo ist der, der es bitten, Zu überschütten. messe? Wohin auch nur mein 3. Nach dir, gott, schauen auge sieht, Da seh ich deine aller menschen blicke, Daß größe. Weit, über alle himdeine hand sie väterlich er- mel weit, Geht deines reiches quicke. Du gibst auch einem herrlichkeit. Du herrscheft über jeden seine speise, Daß er dich alles. preise.d FOC 3. Du herrscheft weißlich, 4. Herr! du erhältst mit deis recht und gut Nach heiligen nem wohlgefallen. Was lebt gesegen. Du willst, auch deithust deine hand auf und gibst ner treuen hut, Das kleinste allen, Was sie bedürfen; kei würdig schäßen. Auf alles geht ner sucht vergebens, Dich, quell dein augenmerk, und immer des lebens. Zu segist dein liebstes werk 5. In allen wegen gottes nen zu beglücken. per 3u feg= strahlet gnade. Untadelhaft sind 4. Wohl uns, daß du das alle seine pfade. Und was er regiment, Gott! über alles thut, gereicht zu seinem preise, führest! Und wohl dem, der S gut und weise. den zweck erkennt, Dazu du 6. Der herr behütet alle, die uns regiereft. Ich, dein so ihn lieben Und ernstlich sich im schwacher unterthan, Ich bete V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. 37 te dich in demuth an. D sieh| gründen Von deiner weisheit, auf mich in gnaden. macht und güt' Du kannst 5. Ich bin verderbt und feh- viel tausend wege finden, Wo lervoll Bin auf dem tugend- die vernunft nicht einen sieht. wege Nichts steht so eifrig, wie Aus finsterniß bringst du das ich soll; Bin oft zum guten licht, Du sprichst, v gott! und träge; Doch du bist gnädig; es geschicht. und voll huld Vergibst du reu- 4. So weicht denn ängstliche enden die schuld. Drum hoffgedanken! Gott kann weit mehr, ich auch vergebung.per als ihr versteht. Bleib, seele, 6. Ich hoffe, weil mich der in der demuth schranken. Die vertritt, Den du für mich ge- demuth wird von gott erhöht. geben. Mein jesus, welcher für Ja, herr! Du liebst den, der mich litt, Erwarb mir recht dich liebt, Und deiner führung zum leben. Sein tod macht sich ergibt. Fold mich vom zweifel frei, Ob ich 5. Drum will ich mich dir der gnade fähig sei, Auch mich überlassen Mit allem, was ich hat er versöhnet. Y hab' und bin. Ich werfe, was 7. Herr! ewig will ich dei ich nicht kann fassen, Auf dich, nen ruhm Mit lob und dank den gott der liebe, bin. Der erheben. Dir will ich, als dein ausgang zeigt doch immerdar, eigenthum Mich ganz zum Daß stets dein rath voll gute dienst ergeben. Mit lust will war. ind in ich bis in den tod, Nach deinem heiligen gebot Durch dei nen beistand wandeln. 5. Gib, daß es mein vertrauen mehre, Im glück und junglück freud und leid Schick Gott dessen allmacht sonder. alles, herr! zu deiner ehre Und 65. Fürwahr du bist, o meiner seelen seligkeit: So preis The gott! verborgen; ich einst vollkommen dich; So Dein rath bleibt für uns wun- freu ich dein auf ewig mich. derbar. Umsonst sind alle unsre Von gott will ich nicht lassen. forgen, Du sorgtest, eh' die 66. Gott! der an allen welt noch war, Für unser wohl enden Unzählig anso väterlich: Dies sei genug tes thut, Du bist's, in deffen zum troft für mich. bänden Mein ganzes schicksal m2. Dein weg ist zwar in ruht. Der für die übungszeit finsternissen Vor unsern augen Mir jeden meiner tage, Mein oft versteckt: Doch wenn wir glück und meine plage Bestimmt erst den ausgang wissen, Wird von ewigkeit. uns die ursach auch entdeckt, 2. Da ich noch ganz verborBarum dein rath, der niemals gen In mutterleibe lag, Da fehlt, Den uns so dunkeln weg wachte schon dein sorgen. Ach gewählt duit St vater! wie vermag Mein dürf3. Nie sind die tiefen zu er tiger verstand Das gute za erhes 38 Jigs Erste Abtheilung. to no V erheben, Daß du in meinem le- 3. Wer hat den himmel aus. ben Mir huldreich zugewandt! gespannt, Der unser aug ents 3. Du bist schon treu im lies zückt? Wer hat mit göttlich ben. Noch eh' wir sind, und hast milder band Den erdkreis ausNie lust, uns zu betrüben; geschmückt?! Und drückt uns müh und last 4. Wer kleidet hügel, thal So bleibst du mitleidsvoll; und au und ziert mit pracht Hilfft liebreich deinen kindern, den hain? Tränkt sie mit res Sie tragen und sie mindern; gen und mit thau? Und gibt Beförderst stets ihr wohl. der saat gedeihn? 4. Stets bat in meinem 5. Wer führt die sonn in leben mir dieses trostes licht ihrer pracht Mit jedem tag Von neuem fraft gegeben, uns zu? Wer spricht zum mond Und frohe Zuversicht. Wenn in dunkler nacht: Dem men ich bekümmert war: So seufzt' schen leuchte du? dsling ich und war stille, Und dein 6. Wer frönt mit segen je stets guter wille Entriß mich des jahr, Daß unser berz sich der gefahr. freut? Wer liebet uns uns 5. Dein name sei gepriesen, wandelbar, Auch wenn sein Der jederzeit an mir So herr- donner dräut? lich sich bewiesen. Mein Herz 7. Wer sichert uns vor der und mund soll dir, Du retter gefahr, Die uns von ferne aus gefahr! Ein schuldig opfer droht? Wer rettet oft so bringen, Von deiner güte sin wunderbar Aus gegenwärt'ger gen, Segund, und immerdar. noth? todio wapilied 6. Du hast mir wohl gera 8. Herr, unser herrscher! nur then Und lauter guts gethan; von dir Fliest alles heil uns zu. Daß deiner lieben thaten Jch Dein volt, dein eigenthum sind nicht gnug rühmen kann. Hilf wir, Und unser gott bist du. vater! daß ich dort Verklärt 9. Wie groß ist deine huld und ganz vollkommen Mit und treu! Du zäblest unser allen deinen frommen, Dir haar, Stehst uns allgegenwär danke immerfort. tig bei in jeglicher gefahr. 10. Uns sünder trägst du Mein gott das Herz. 67. J singe meiner feelen mit geduld, Lehrst uns durch lust, Von dir, herr, deinen geist. Und reut uns hocherfreut. Ich fing aus dank- unsere fündenschuld: So siehst erfüllter brust Von deiner du's und verzeihst. bis 19 gütigkeit. 11. Ja deine güte reicht ſo 2. Was ist der mensch, der weit, Soweit die wolken gebn, flaub vor dir, Daß seiner du Der junge rab, erbarmer! gedenkst? Herr aller welt! schreit Zu dir, du hörest ihn. was haben wir, Wenn du es 12. Und rührte die, v menuns nicht schenkst.sschenfreund! Nicht eines chris ften V. Von Gottes Vorsebung und Weltregierung. 39 In dich hab ich gehoffet. sten schmerz? Die stillste zäh- mich. Du bist mein trost, ich re, die er weint, Bemerkt hoff auf dich. Dein segen folg dein vaterherz. in dieser zeit Mir bis in jene 12. Web' dem, der, herr! ewigkeit. an dir verzagt! Und seine zuversicht Auf menschen setzt 69. Ich weiß, mein gott! und heidnisch sagt: Gott achtet daß all mein thun unser nicht. Auf deinem willen muß beruhn. 14. Er liebt dich mehr, als Von dir kommt glück und segen. du verstehst, Ist, seele, dir Was du regierst und fördern nicht fern, Und eilt zu helfen, willst, Geht seinem ziel ents eb du flebst. Vertraue gern gegen. dem Herrn. 2. Es steht in feines mens 15. Er schaut herab von sei- schen macht, Daß das gescheh, ner höh' Auf den der niedrig ist was er bedacht, und er sich Erhebe dich unsterbliche! Zu dessen freue. Dein segen, höch ihm, von dem du bist. ter! machts allein, Das mens 16. Lobsing ihm, bet ibn schenrath gedeihe. ewig an Mit frommer zuversicht 3. Oft denken wir mit sichWie viel hat er an dir gethan! ferm muth: Dieß oder jenes sei Vergiß es, scele nicht! uns gut; Und ist doch weit gefehlet. Oft sehn wir auch für gott schädlich an, Was doch dein nach dir, Von dei- rath erwählet. a dou nem throne hilf du mir Mein 4. Drum gib mir weisheit heil fommt nur von deiner aus der höh, Mein vater, daß macht, Die diese welt hervor- ich nicht besteh Auf meinem gebracht. eigenwillen. Sei du mein licht Meng Vor deinem thron. 68. Mein auge siebt, o 2. Getrost, mein herz, mein und lehre mich, Nur deinen treuer birt Schafft, daß mein rath erfüllen. fuß nicht gleiten wird; Der 5. Was dir gefällt, gefall mich behütet schlummert nicht auch mir. Zufrieden sei mein In finsterniß ist er mein licht. herz mit dir Bei allen beinen a 3. Kein übe! sei mir fürch- wegen. Und was dir mißfällt, terlich, Denn gottes rechte schü- laß mich nie In meiner seele zet mich. Durch seine treue hegen. vaterhand Wird, was mir scha- 6. Tritt du ju mir und mas -det, abgewandt. che leicht, Was mir sonst fast 4. Sein schuß gewährt mir unmöglich deucht. Reichst du Sicherheit. Sein troft füllt mich mir deine hände: So kommt, mit freudigkeit. Er leitet was angefangen ist, Gewiß zu mich auf ebner bahn, Und seinem Ende. Bop sind or nimmt mich einst zu ebren an. an. 7. Ist gleich der 5. Herr! segne und behüte was schwer, Und anfang ets muß ich gleich ( 4 40 sortie Erfte Abtheilung. no V to gleich ins tiefe meer Der bit- wachte, als ich kaum zu sein tern leiden treten: So stärke begann, Sah mit vaterhuld mich der glaub an dich, Und mich an, Eb' ich war und eh' ein trostvolles beten. ich dachte. Leib und seele gabst 8. Wer christlich betet, dir du mir, Gott! o wie verdank vertraut, Wird alles das, wo ich's dir? für ihm graut, Mit tapferm 3. Für mich armen, mich muth bezwingen. Du beißest verlornen, Mich, der ich gefal seine sorgen fliehn, Hilfft ihm len bin, Gabst du deinen einges den sieg erringen. bornen, Jesum Christum selber 9. Zwar raub ist oft der tu- bin. Mir zum þeil kam er auf gendpsad, Den uns dein wort erden, Lehrte, litt', vergoß sein gewiesen hat; Doch wer ihn blut: Starb am freuze mir zu muthig gebet, Wird endlich, gut: Daß ich möchte seelig werherr! durch deinen geist Zu den wie groß ist deine buld! steter wonn' erhöhet. Größer noch als unsre schuld. 10. Du bist mein vater, ich 4. Du mein vater mein redein find, Was ich bei mir gierer, Hilfft mir selbst im gunicht bab' und find', Hast du ten fort, und gibst mir zum in voller gnüge. So hilf nun, sichren führer Deinen geist bei daß ich meinen stand Wohl deinem wort, Daß er meine halt und herrlich siege. seele fülle Mit des glaubens 11. Dein fei, gott, aller bellem licht, Das des todes ruhm und ehr. Ich will dein schatten bricht, und das bange thun je mehr und mehr, Aus berz macht stille. Er ist's der hocherfreuter seelen, Vor dei durch seine fraft Gern, was nem volk und aller welt, Solgut ist, in mir schafft. lang ich leb', erzählen. 5. Meinem bessern theil der 70. Sollt ich meinem gott feele Gibst du trost und stärk' nicht singen? Sollt und ruh. Wenn ich, was du ich ihm nicht dankbar sein? willst, erwähle Strömet mir Hab' ich doch in allen dingen dein friede zu. Was, so lang So viel anlaß mich zu freun? ich hier noch walle, Ich bedarf Des ist ja nichts als liebe, in dieser welt, Was den leib Die sein vaterherz bewegt, Die ernährt and hält, daß er nicht mich mit erbarmen trägt, Wenn in staub zerfalle, Auch das wird ich seinen willen übe. Alles von deiner hand Väterlich mir währet seine zeit, Gottes lieb zugewandt. in ewigkeit. 6. Himmel, erd' und ihre 2. Wie ein adler bei gefah- heere Sind auch mir zum ren Treulich seine jungen deckt: nußen da. Wohin ich mein So hält gott, mich zu bewah- auge kehre, Jst mir, gott! dein ren, Seine schußhand ausge- segen nah. Thier und kräuter streckt. Er, der über mir schon und getreide, In den gründen, auf V. Von Gottes Vorsehung und Weltregierung. 41 auf der höh, in den büschen, geben, Dir mein ganzes herz in der see, Sind mir nahrung zu weihn; Deiner liebe mich find mir freude. Deine welt zu freun; Ganz zu deinem ist, mir zum wohl, Unzählbarer ruhm zu leben. Bis ich dich güter voll. ann nach dieser zeit Lieb und lob 7. Wenn betrübniß meine in ewigkeit. seele, Schwachheit meinen leib Warum betrübst du dich mein. umgibt; Dann, dann bet' ich 71. Voll freud' und from. und verheble Nichts vor dir, mer dankbegier Ers der mich doch liebt Wär'st du beb' ich meinen geist zu dir, nicht mein gott gewesen; Hätte Mein vater und mein gott! mich dein angesicht Nicht er- Wie froh und heiter machet quickt: so wär ich nicht Aus mich Der himmlische gedank' so mancher noth genesen. Nur an dich. allein von dir bewacht Ging 2. Mein aug' erblickt die ich durch die dunkle nacht. stolze pracht Der werke deiner 8. Wie ein vater seinem weisen macht. Du riefft: da finde Niemals ganz sein herz wurden sie. Und erd' und himentzeucht: Ob es gleich, ver- mel sind noch heut' Ein spieführt zur fünde, von dem rech- gel deiner herrlichkeit. ten wege weicht: Also fichst du 3. Da freute sich, allg meine schwächen, Höchster! mit tiger! Ein zahllos heer leerbarmen an; Züchtigst mich, bendiger Der milden vaterdaß ichs gethan, Ohn es doch huld, Die neu an jedem morim zorn zu rächen, Weil, als gen ist, und auch des wurmes ich verirrt beging, Doch mein nicht vergißt. herz noch an dir hing. 4. Da stellefst du, durch den 9. Wenn gleich deine zücht ich bin, mich unter deine wungungsschläge Meinem fleisch der hin, Zum fröblichen genuß. oft bitter find: Sinds doch, Was ist der mensch, herr! deß wenn ichs recht erwäge, Zei- du dich So gnädig annimmst? chen, daß du mich, dein find, was bin ich? Willst zu höhrem glück erzie- 5. Den menschen frönte dei hen Wohl mir, wenn ich folg- ne hand, Dich zu erkennen, sam bin! mir, zum reichlichen mit verstand. Sie bildete dieß gewinn Erndt ich von des le- berz, Das dankbar frob embens mühen, und der ausgespfinden kann, Wie viel sein standnen pein, Einstens ew'ge gott an ihm gethan. freuden ein. 6. Und welche seel'ge hoff10. Weil denn ohne ziel nungen Schenkst du nicht den und ende, Vater! deine gnaden erlöseten. Du stifter unsers find: So erheb' ich herz und heils! Verfüßt wird jedes leid bände Freudig zu dir, als dein durch sie, Und leicht der tugend kind, Bitte: wollst mir gnade edle müş. € 5 7. Thr 42 mall Om Erste Abtheilung. 7. Ihr will ich, deiner werth übrig sind. Viel höhern fries zu sein, Die theuern lebens- den hab ich dann, Als diese ftunden weihn, Die mir noch welt mir geben kann. surdum VI. Von den Engeln. ham Fondimiad mms2 Jesus meine zuversicht. In allen meinen thaten. 72. Du herr der seraphis 73. Herr! du haft in deiz nen, Dem tausend nem reich Millionen engel dienen, Und zu gebote beiliger engel. Ihnen bin ich stebu. Gott alter geister könig! noch nicht gleich, Sondern Ich bin zwar viel zu wenig, Um vielmehr voller mängel. Ach deinen ruhm recht zu erhöhn. wenn werd' ich auch so rein 2. Doch preiß ich deine güte, Als wie diese geister sein! Mit dankbarem gemüthe, Für 2. Mich verführt noch fleisch deiner engelschaar. Das mensch- und blut. Stärke mid) bei liche geschlechte Beschüße deine der beschwerde. Nüste mich rechte, Durch ihren beistand, mit kraft und muth, Daß ich in gefahr.. bier schon auf der erde, Als 3. Doch sollen sie nicht weis dein erbe und dein kind, Imchen: So laß mich ihnen glei- mer himmlisch sei gesinnt. chen an wahrer heiligkeit. Wie 3. Gib mir weisheit; gib sie nur tugend lieben, Und mir fleiß, Dich, o gott! recht sie auch stets ausüben, So zu erkennen. Laß mich deines mach auch mich dazu bereit. namens preiß Gern auch vor 4. Sie thun nur deinen wil der welt bekennen, Daß ich len; Laß ihn auch mich erfül- darin auf der erd' Deinen len. Sie leben heilig, rein: O engeln ähnlich werd'. laß mich nichts beflecken; Wenn 4. Herr! dein wille soll ge mich auch schatten decken, Doch schehn, Wie im himmel so auf so, wie sie die sünde scheun. erden. Laß uns doch stehts 5. Hilf aug und herz bezäh darauf sehn, Daß wir dir gemen, Rein ärgerniß zu neh- horsam weiden, So in deinem men, Lehr mich behutsam sein. willen ruhn, Wie die reinen Nie durch ein böses leben Dem geister thun. nächsten anstoß geben, Denn In allen meinen thaten. dieses stürzt in ew'ge pein. 74. Wer zählt der engel 6. Wenn ich denn endlich heere, Die du zu scheide, So führe mich zur deiner ehre, O herr der wels freude In ihren umgang ein ten! schusst? Sie freun fich Da werd' ich dich recht loben, deinen willen, Gehorsam zu Und in dem himmel droben, erfüllen, Wenn du zu deinem Dir und den engeln ähn dienst sie rufft. idust sannd lich sein. 6m2. Sie eilen zu gefahren, Den VI. Von den Engeln. 43 Den frommen zu bewahren, Sie lehren dich zu loben, In seiner pilgerzeit. Sie mich ihren böhern dank. In freun, an deinem throne, Sich deinem heiligthume Wird einst auch seiner krone, Wie dann, zu deinem ruhme, Der ihrer eignen seeligkeit. aanze himmel ein gefang. Werde munter mein gemüthe. der, Und werden deine kinder, 75. Höchster! dessen starke Die dir dein sohn geweiht: rechte Zuflucht, Dann jauchzen ihre lieder, schirm und schatten gibt, Daß Daß ihre neuen brüder Dem das menschliche geschlechte, wie fluch entrissen worden sind. ein treuer vater liebt; Der in 3. Bekehren, gott! sich sün4. Sie jauchzen deinem job- dieser großen welt Alles, was ne, Daß du sie ihm zum lobne er schuf, erhält; Der, als Für seine leiden giebst; Daß herr uns in gefahren, Mächdu fie trägst und leidest; Zum tig fann und will bewahren. himmel vorbereitest, Und zärt- 2. Viele tausend seraphinen lich, wie ein vater, liebst. Jauchzen und lobsingen dir. 5. In solchen geisterchören Dich zu loben, dir zu dienen, Dich ewig zu verehren, Welch Sind sie willig für und für; eine seeligkeit! Wer wird sie, Aber auch auf uns zu sehn, einst empfinden? Der, der ent- Und uns schwachen beizustehn wöhnt von sünden, Sich, ih- Sind sie, wenn du winkest, nen gleich zu werden, freut. fertig, und den deinen gegen6. Giebst du, daß ich auf erwärtig. di Hoje di den Kann ihnen ähnlich wer- 3. Gott der engel, gott der ben; Mit lust und stärke nur: welten! Ach was sind wir So mag mich in gefahren menschen doch, Daß wir vor Erhalten und bewahren Dein vir so viel gelten! O wie bältst engel oder die natur.d du uns so hoch! Deine engel 7. Ich zittre nicht; ich schaue vienen uns, llnd sind zeugen Auf dich nur, dir vertraue, unsers thuns. Laß uns einst Gott meines heils! ich mich in ihren hören Ewig dich im Vergnügt, daß einst mit en himmel chren. dodas geln Ich heilig, rein von mängeln, Dein antlig schaue, vater 176. dich. Bebe Sei lob und preiß dem. Bü Dir sing ich lob, herr zebaoth! Groß, 8. Wenn du zu ihren liedern, aroß sind deine werke. Dir Zu meinen höhern brüdern, singt dein himmel: groß ist Für deinen thron mich ruft: gott! Dir singt mit fraft und Empor will ich mich schwin- stärke Der seraph, der dich gen, Und cank und preis dir näber siebt, Der cherub, der fingen, Daß du für mich auch am throne fuiet, Die ganze engel ſchufft, die afschied im schaar der engel. mind 9. Sie über mich erhoben, 2. Dein ist das reich, dein ist 44 Erste Abtheilung. IV ist die macht; Nach ordnungenflied, in jene heil'ge psalmen. und stufen Hast du die schaar, Am ziel, nach dem mein glaudie uns bewacht, Zum leben be sieht, Erwart ich sieges bergerufen. Sie richtet deinen palmen. Wie hebt sich da mein willen aus, Und schüßen des lied empor! Ich mische mich gerechten haus, Wohin dein ins engelschor In höhre lob wink sie sendet. gefänge. doll and 3. Mensch! fühl den vor- 5. Wie groß, wie groß die zug mensch zu sein. Durch wonne ist, Wenn mich am christi tod versöhnet, Gehst du lebensende Zum erstenmal ein einst in den himmel ein, Wolengel grüßt; Ach! daß ichs gott den frommen frönet Schon schon empfände! Bon aller bier ist er, in fleisch verwelt verlaßnes herz! Denk büllt, Des allerhöchsten eben christlich, denk bei deinem bild, Im menschenkleid ein schmerz: Im himmel hab' ich engel. de freude. 4. Bald tret ich ein ins hohel De FARM VII. Von dem Menschen und seiner Bestimmung. Es ist das heil uns kommen. durch deine weise macht, Was 77. Dir, gott! sei preiß du erschaffen, schmückest.mdom und dank gebracht, 4. Jch jauchze, daß ich seDich soll mein lied erheben. hen kann, Und hören und emIch bin ein wunder deiner pfinden. Froh bet' ich meinen macht. Du schufft auch mich schöpfer an. Ihn überall zu zum leben. Mein ganzer leib, finden, In allen werken, die erbaut von dir, Sammt einemfer schuf: Das ist mein feligjeden sinn an mir, Beweiset ster beruf: Mein lobgesang deine größe. and und opfer. u und opfer. in villige 2. Haupt, aug' und ohr, 5. Wer leitet meines blutes herz, mund und hand, Die ich lauf, Regiert des herzens schläzu dir erhebe; Die haut, soge? Bewegt die lung und künstlich ausgespannt; Dersschwellt sie auf, Damit ich lenerven fein gewebe Und alle ben möge? Gott ist es, der glieder sagen mir: Ich sei, o dieß alles thut. Schlag herz! gott ein werk von dir, Ein entflamme mich mein blut, Daß werk von deiner weisheit. ich den schöpfer preise. 3. Ach hättest du mein auge 6. O preis ich, höchster! imnicht So künstlich zubereitet: mer dich, Wenn ich die sinnen Was nugte mir der fonnen- brauche, Geb, lieg und auslicht Der glanz, den sie ver- ruh, oder mich Bewege, athbreitet? Dann säh' ich nicht me hauche! Gib, daß ich ewig mit welcher pracht Du, herr! dein mich freu', Und daß mein leib VII. Vom Menschen und seiner Bestimmung. 45 leib ein tempel sei, Worin dein dein gebot Und weisheit, macht geist stets wohne. und stärke. Für deine väterliche huld. Dank freudig meine welch ein glück ein seele, Und um erbarmung und mensch zu sein! geduld Fleh ich dich wenn ich Wie kann ich gott g'nug prei- fehle. sen! Wie des berufs, ein mensch Was mein gott will das. 6. Ich bin ein mensch, und zu sein, Mich würdig hier er darf vor dich Mit freudigkeit weisen! Ich bin ein wunder stets treten. Ich darf dich, du seiner macht, Und weisheit lieb hörst vater! mich, Getroft und und güte D mensch nimm dei- froh anbeten! Heil mir! o heil nen werth in acht. Erkens es, der zuversicht, Die ich als mein gemüthe.d mensch hier habe, Du rufft 78. 2. Du bildetest mir mein ge- zur ewigkeit an's licht, Mich bein. Du hauchtest mir die seele wieder aus dem grabe. T Allmächtig, o mein schöpfer! 7. Dein sohn, der schöpfung ein, Durch die ich denk' und herr mit dir, Ram mitleids= wähle. Vor tausenden, durch voll auf erden, Und ward ein dich ernährt, Vor tausend dei- mensch, ein mensch, wie wir, ner werke, Gabst du mir einen Der menschen heil zu werden. böhern werth, Mir weisheit, Er nahm uns auf in dein gekunft und stärfe.000 schlecht; Wir wurden seine brü3. Vernunft und freiheit dank der, Er bracht uns frömmigich dir. Welch glück, sie zu feit und recht, Und gnad' und besigen! Ach! dir zum ruhm; leben wieder. zum heile mir, Lehr du mich, 8. Noch einmal sehn wir deigott! fie nüßen. Der mensch nen sohn Vom himmel wieder ist's nur, der reden kann; Sonstfkommen; Und dann stellt er fein geschöpf auf erden Derfum seinen thron, Als richter mensch nur ruft dich, schöpfer alle frommen, Und aller himan, Kann andrer lehrer werden. mel heer ist sein, Ihr erbtheil 4. Du schufft mich zur ge- gibt er ihnen, Sie werden selligkeit, Gabft mir ein herz ihres heils sich freun, Und voll triebe; Zum mitgefühl, ewig dann ihm dienen. zur menschlichkeit, zur freund- 9. welch ein glück ein schaft und zur liebe. Und mensch zu sein! Wie kann ich diese menschlichkeit, gott! schafft gott g'nug preisen! Wie des Mir unzählbare freuden; Gib berufs, ein mensch zu sein, mir zur tugend muth und Mich würdig hier erweisen! kraft, Und ruh und trost im Ich bin ein Wunder seiner leiden. macht, Und weisheit lieb, und 5. Dich, meinen schöpfer, güte. O mensch, nimm deinen meinen gott, Erkenn ich, deine werth in acht! Erkenn es werke, Dein göttlich wort und mein gemüthe. dingend Gott 46 Rommis& Erste Abtheilung. IV Gott dessen allmacht sonder. ich nicht recht bedacht. Ver79. Dein bin ich, gott, wirf mich, vater! nicht vor dein ist mein leben. tir. Schaff du ein reines herz Wie tröstlich ist mein ursprung in mir. mir, Du bast den odem mir 7. Hilf, daß ich dir zu eh gegeben. Mein ganzes wesenfren lebe, Und redlich thu! kommt von dir. Du, vater! was dich erfreut. Und geist riefst mich aus dem nichts, und leib und glieder gebe Zum Zum frohen anschaun beines dienste der gerechtigkeit. Daß lichts. ich bis in den tod dir treu 2. Du gabst mir die ver- Und stets ein freund der tus nünftige seele, Die nur so lang gend sei. YOU im fleische lebt, Bis sie, daß 8. Fällt dieses leibes hütte ihr fein wohlsein feble, Dein nieder, Vollend ich diesen les ruf zum bessern stand erhebt, benslauf: O gott, so richte du Gedächtniß, willen und ver- mich wieder Verherrlicht aus stand, Hab ich allein von dei- dem staube auf. Dein ew'ges rer hand. leben sei mein theil, So preiß 3. Wenn ich auf meinen för- ich ewig dich mein heil. per sehe, Den du so kunstvoll Nun danfet alle gott. ausgebildt; So wird, o vater, 80. So lang ich athme, in der höhe! Mein herz mit gott! Will ich dein ehrfurcht ganz erfüllt. Ein lob verbreiten. Das leben jedes glied, ein jeder sinn, aabst du mir, Mit seinen süßigReißt mich zu deinem lobe hin. feiten, Du gabest mir verstand, 4. Durch deiner vorsicht gnä- Der dich erfennen kann. Und dig's walten, Die mich von boteft ew'ges heil In deinem Findheit au umfing, Bin ich sohn mir an. bis hierher noch erhalten: Eo 2. Was bin ich, gott der daß der tod vorüberging Jch buld! Daß du so viel mir schenstehe noch und preise dich), fest? Was ist ein menschenkind, Herr! deine rechte schüßet mich. Daß du herr! fein gedenkest? 5. Ich bin nicht werth der Ja du gedachtest, herr, Schon großen güte, Die du, mein vor der welt an mich, Und gott! an mir gethan. Beschämt denkst noch meiner stets, Reemfindet mein gemüthe Die gierst mich väterlich. schuld, die ich nicht leugnen 3. Ich freue mich in dir, kann. Ich habe, was mich Und traue deinem segen. Mein sehr erschreckt, Vielfältig feel ganz bestreben sei, zu gebn und leib befleckt. auf deinen wegen. Bis an 6. Ja, herr! ich habe mei- des grabes nacht Sei dir ne glieder zu sündenglieder oft mein dank geweiht, und einst gemacht. Vor dir fall ich in vor deinem thron, Gott der demuth nieder, Vergib, was barmherzigkeit! Wer und seiner Bestimmung.. 47 das ist, vater! meine schuld; von vergib sie mir nach deiner Du, huld. VII. Vom Menschen Wer nur den lieben goit. 81. Gott werde stets dir erhoben, deines schöpfers bild, mein 7. Begabt mit wundervollen geist, Sollt ich nicht meinen sinnen; Mit freiheit. mit vers vater loben, Den jedes seiner nunft von dir, Sollt ich nur werke preift? Er schuf mich ja dich, gott! lieb gewinnen, Dich sein bild zu sein; Ihn einst nur, und was gebräche mir? zu schaun, mich sein zu freun. Ach möchte meine seele dein, 2. Anmuthig, prächtig, zum Mit allen ihren kräften? entzücken Ist gottes ganze för- sein. perwelt. Wer zählt die reize, Jollige 8. Gott! meine lust sei dich die sie schmücken? Was ich zu kennen, Dich urquell der bier seben kann gefällt; und vollkommenheit! Von deiner dennoch kann sie nicht, wie liebe ganz zu brennen; Das sei schön Wie wundervoll sie sei, mir ruhm und seligkeit. Bin verstehn. ich durch christum nur mit dir 3. Für geister nur, und nur Vereint, mein gott! was fehfür seelen, Die zu den geistern let mir? gott erhob, Sind sie so herr138004 lich! sie erzählen Nur ihnen Nun sich der tag geendet. meines schöpfers lob. O feele! 82. Ich bin, o gott! dein jauchze, daß der ruf Der allmacht dich zum geiste schuf. eigenthum, Du schufft mich, dein zu sein; Mein ganzes leben dir zum ruhm, Und and 4. Gott! ich kann denken, ich gewinne, Weil ich zu einem deinem dienst zu weihn. geiste ward, Durch die empfin- 2. Du gabst mir den vernünftdung meiner finne, Gedanken gen geist, Bewundernd einzu tausendfacher art! Groß, man- sebn: Wie dich, berr! deine nigfaltig ist ihr beer, Und doch schöpfung preist, Mit ehr dich wird ihrer täglich mehr. zu erhöhn. 5. Ich kann sie sammeln und 3. Was um mich ist, vers verbinden, Und trennen, wie kündigt mir, Gott! deine herrs es mir gefällt. Die welt emp- lichkeit. Zu ihrem preise reizt finden, mich empfinden, Noch mich hier selbst jede jahresunterscheiden von der welt.zeit. Zu tausend thaten bab ich 4. Und ich, ich sollte fühllos kraft. Wer gibt sie? gott, sein, und dich, herr! rühmen der alles schafft. nicht? Ein herold deines rubms 6. Wie feu'rig dürftet meizu sein, Sei meine größte ne seele Nach glück und lust pflicht. und seeligkeit: Nur daß ich oft 5. O mache dieser pflicht betrogen wähle, Was mich mich) treu, So treu, herr! als nach dem genusse reut. Dochlich soll. Mein herz, mein NICK mund 48 ER Erfte Abtheilung. Erste Abtheilung. moff HY mund, mein wandel sei Stets ster! ähnlich sein, Wohlthädeiner ehre voll. tig sein wie du, O wohl mir, 6. Wer dich verebrt, bält wenn ich's bin! Hilf du mir dein gebot, Ihm ist's nicht selbst dazu. anal brand last, nicht pein. Drum gib 4. Laß mir dieß große ziel auch mir die fraft, o gott! Doch stets vor Augen schweben Gehorsam dir zu sein. aller stärkster wunsch, Mein 7. Was du befiehlst, ist für Mein eifriges bestreben. In uns gut. Du willst nur unser allem meinem thun Sei dieß, heil. Wohl dem! der deinen o gott! allein, Daß ich auch willen thut, Du bist sein trost so wie du Gesinnet möge sein. und theil. 5. Du bist der mahrheit 8. Er wandelt bier anf eb. freund, Laß mich auch wahrner bahn, Und selbst in trau beit lieben. Und mit stets munrigkeit Schmeckt er, dir, höch- term fleiß In allem dem mich ster! zugethan, In dir üben, Was mich zur weisheit zufriedenheit. führt, Zur weisheit, die dich D gott du frommer gott. 83. Allmächtig 9. Nach hier vollbrachter ehrt. Und allen beifall gibt, prüfungszeit Nimmt ihn der Was du uns selbst gelehrt. himmel ein. Herr, laß nach 6. Laß deine heiligkeit Mich dieser seligkeit Mein ganz bestets zum muster nehmen. Hilf streben sein. mir die sünde fliehn; Die sinne lichkeit bezähmen. Nur das, großer was recht ist, thun; Des gugott! Wer kann' ten mich erfreun; Und dem, dich g'nug erheben? Du gabstder's üben will, Auch gern der ganzen welt Bewegung, behülflich ſein.mur of the kraft und leben. Was geist 7. Gib, daß ich so wie du, und körper heißt, Was erd' Ein freund der menschen werund himmel schmückt: Hat de, Dem wohlthun freude deine huld gebaut, Die alles macht, Der kummer und benoch beglückt. schwerde, Dem nächsten gern 2. Du schufft, ich dank es erspart, Sein leben ihm verSir, Auch mich zu deiner ebre. süßt, Und, wo er helfen kann, Und wolltest, gnädigster! Daß Zum helfen willig ift. ich dein bildniß wäre. Darum 8. Noch bin ich weit ent hast du den geist, Der in mir fernt O gott! von diesem ziele. lebt und denkt, Mir zur Du weißt, was mir noch fehlt, unsterblichkeit Aus freier huld Und ich, ich selber fühle, Wie geschenkt. wenig ich dir noch, Im guten 3. O welch ein großer zweck, ähnlich bin. O bilde du mich Dazu du, gott! mich schufeft. ganz Nach dir und deinem sinn. Wie herrlich ist das glück, Wo- 9. Beglückt ist nur alsdann zu du mich berufest. Dir, böch- Mein lebenslauf auf erden, Wenn 200 VII. Vom Menschen und seiner Bestimmung. 49 Wenn ich dir immer mehr,[ Sein wünschen nicht zufrieden Schon hier tann ähnlich wer stellt. den: Dann werd' ich ewig auch 6. Zwar ist er tief herabMit dir vereinigt sein, Und gesunken Von seines ursprungs mich ohn' unterlaß Gott! dei- herrlichkeit. Sucht oft, von ner güte freun. luft der erde trunken, Sein glück in dingen dieser zeit. Jedoch er sucht und findet nicht, Was ihm der äußere schein Wer nur den lieben gott. gott! ich preise dei ne güte, Die mich so wunderbar erschuf, Und verspricht. 84. mit froblockendem gemüthe Ver- 7. Du prägteft ihm durch chr' ich deinen schöpfersruf: sein gewissen Gefühl von recht Ein herold deines ruhms zu und unrecht ein. Daß böse bösein, Und deiner wunder mich ses leiden müssen, Und tugendzu freun. bafte glücklich sein, Erkennt er, 2. Du gabst zum denken doch sieht er noch nicht Den und empfinden, Allgütiger! mir richter hier schon im' gericht. diesen geist, Der zwar zu 8. Dem tugendhaften ist hieschwach ist, zu ergründen, Wie nieden Oft ein sehr widriges berrlich du, mein schöpfer! geschick Zum loo8 für diese seist. Jedoch, was du an mir zeit beschieden; Dem lasterbafgethan, Erkennen und bewun- ten oft viel glück. Gewiß erst eine andere welt Ist zum dern kann. 3. Und diesen geist, der in vergeltungsort bestellt. mir denket, Schufst du nicht 9. Gott! wenn mein geist blos für diese zeit. Du hast dieß überleget, So hofft er mir, vater! ihn geschenket Zum schon unsterblichkeit. Noch stärleben in der ewigkeit, Um fer fühl' ich mich beweget Beim das vollkommner zu verstehn, licht das mir dein wort verWas sterbliche nur dunkel leibt. Da seh' ich weit gewissehn. ser ein, Daß ich auch einst 4. Zu eng sind dieses lebens soll selig sein. schranken Für einen forschen- 10. Herr! laß zu jenem bes den verstand. Der keim zussern leben, Mich täglich hier höheren gedanken, als je ein die aussaat streun. Laß deinen sterblicher ersand, Entwickelt geist das wollen geben, Und sich erst nach der zeit Im hö- das vollbringen auch verleihn. hern licht der ewigkeit. Owonne der unsterblichkeit! 5. Shn sättiget fein gut Sei stets mein troft in allem der erde, Kein zeitlich glück leid. so groß es sei, Daß er auf Allein gott in der höh' sei. immer ruhig werde: Bedarf 85. Wie wichtig ist doch er mehr, das ihn erfreu'. Er der beruf, Den uns fühlt, daß diese ganze welt der herr gegeben!" Gott! als uns 50 Erste Abtheilung. uns deine liebe schuf, Da, deiner güte freun, Und einst schuf sie uns zum leben, Zum dein antlig schauen. leben, welches ewig währt, 7. Und sold)' ein herz das Das weder angst noch leid be- wollst du mir, Gott! aus erschwert, Willst du uns hier bärmen geben; Damit ich möerziehen. ge auch schon hier nach den 2. Nicht bier ist unser vater gesetzen leben, Die selbst im land Allein bei dir, gott! drobiminel gültig sind, Bis ich ben. Da ist der ort wo deine als dein bewährtes kind Zu band Das glück uns aufgeho- deiner freude gehe. ben. Das nie ein traurig ende nimmt, Hier sind wir nur von 86. dir bestimmt; Uns dazu anzus schicken. gott! wahren werth, Mein zu herzen nehmen, Und 3. D laß mir doch dieß dessen, was mich selbst entehrt, große ziel Durch nichts ver Mich allzeit innigft schämen. rücket werden! Was hilfts, wenn Nie fomm es mir aus meinem ich auch noch so viel Von gü- sinn, Was alles ich vermag und tern dieser erden, Von ebre, jbin, Durch deine weise güte. geld und luft gewinn; Wenn 2. Du schufft mich), nicht ich dabei nicht tüchtig bin, Dein blos fleisch und bein Du haudys himmelreich zu erben. teft mit dem leben, mir auch 4. Dein pilgrim bin ich ja zugleich die seele ein, Und hast nur bier. Laß mich das nie es mir gegeben, Noch mehr, vergessen. Nur wenig tage bast als was die sinnen rührt, Und du mir Zur wallfabrt zugemes- durch sie schmerz und lust gefen. Schnell, wie ein traum biert, 3u faffen zu erwägen. sind sie vollbracht. Und dann 3. Gott! diejen vorzua gabst wird dieser erden pracht Aufseu mir Vor so viel millionen, ewig mir vergeben. Die auch beseelt, genährt von Sei lob und ehr dem Laß mich des menschen 5. Drum laß des himmels dir, Auf deiner erde wohnen. herrlichkeit Mich stets vor au- Was jenen fehlt, verliehst du gen haben. Laß mich, in mei mir, Vernunft und freiheit, ner übungszeit, Um jene beßre und mit ihr, Gefühl von recht gaben, die mir im tode nicht und unrecht. entfliehn, Am ersten und mit 4. Du schusst mich zur ge ernst bemühn, Damit ich nicht selligkeit, Und für der freundeinst darbe. schaft freuden. Gabst mir ein 6. Ein herz, das dich, o va- herz voll fühlbarkeit Für and ter liebt Und deines sohns sich rer glück und leiden, Noch freuet, Das durch den glauben mehr ein herz, das fähig ist, tugend übt, Und sich vor sün- Sich dein, der du mein vater den scheuet, Ein solches herz, bist, zu freun und dich zu lieben. das wird allein Sich ewig 5. In stiller andacht kann mein VIII. Von der Sünde und Verderben des Menschen. 51 mein geist Sich bis zu dir er- shoch sind wir durch ihn geehrt; beben, und dir, den jeder him- Wie ernstlich durch ihn selbst mel preißt, Auch preiß und ehre belebrt Der menschheit werth geben. Auch ich kann thun, zu schätzen! was dir gefällt. Und um mich 8. Und ich ich sollte ihn enther in deiner welt, Was nüß- weihn Und meiner unwerth lich ist, verbreiten. handeln? Der thier'schen luft 6. Nicht blos für diese fur- ergeben sein Und nicht vor dir ze zeit Riefst du mich in dieß gott wandeln? Fern sei ein leben; Zu freuden einer ewig solcher sinn von mir Bewahre feit Soll sich mein geift erhe- mich, mein gott! dafür, Daß ben. Und wird auch gleich der ich so tief nicht falle. leib zu staub; So bleibt er 9. Gib vielmehr, daß ich alnicht des grabes raub, Du lezeit Auf mein gewissen achte; wirft ihn auferwecken. Nach weisheit und gerechtigkeit 7. Vom himmel fam, ge- Mit aliem eifer trachte. Dich sand von dir, Dein sohn zu liebe und mich deiner freu, Und uns auf erden. Er kam und so des vorzugs würdig sei ward ein mensch wie wir, Der Den du mir haft verliehen. menschen heil zu werden. Wie VII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. Wo soll ich fliehen hin. 4. Verderbt ist unser sinn. 87. Du, der kein böses Die weisheit ist dahin, Die thut, Du schufft uns regieren sollte Nur was den menschen gut. Du, höch dein wille wollte, Mit freudenster! gabst ibm fräfte Zum se vollen trieben Zu wählen und ligen geschäfte; In heiligkeit zu üben. zu wandeln; Stets recht vor 5. Der finne lust und schmerz dir zu handeln. Rührt leider unser herz, Mehr 2. Wo ist der unschuld ruhm? als die höhern freuden, Mehr Ach wir dein eigenthum, Wie als die größten leiden, Die tief sind wir gefallen! Wo ist wir auf ewigkeiten Selbst unjetzt unter allen Ein mensch serm geist bereiten. ganz rein von sünden Vor dir, 6. Dir folgen, dünkt uns o gott! zu finden? zwang, Des herzens böser hang 3. Hier ist kein unterschied, Reißt uns, mit starkem triebe, Dein helles auge sieht Auf alle Zu schnöder fünden liebe. Ach menschenkinder, Und sie sind können wir wohl zählen Wie alle sünder, da ist vor dir, oft wir vor dir fehlen? berr! feiner Unschuldig, auch) nicht einer. 7. O herr! gib uns dein licht, Daß wir, was uns gebricht, Bes 2 Suite Statio Erste Abtheilung. 52 Beschämt vor dir erkennen, 4. Doch die menge deiner Und von dem ernst entbrennen, gaben Klagt mir meinen un Der sünde zu entsagen, Der dank an, Weil ich sie oft ganz befrung nachzujagen. vergraben; Oder damit groß 8. Wohl dem, der sie ge- gethan. Oft, voll leichtsinn, sie winnt! Gott, so verderbt wir verschwendet, Und zu fünden sind; So willst du uns doch angewendet. O wie häuft sich beilen; Und kräfte uns erthei- meine schuld, Durch verachtung len; Schon wiederum auf erden, deiner huld. Dir gleich gesinnt zu werden. 5. Sich, hier lieg ich in dem 9. Herr! diese deine bule ftaube, Tief vor dir, mein gott, Laß uns durch unsre schuld gebückt. Doch mein demuthsNicht freventlich verscherzen. voller glaube, Der auf meinen Erwecke unsre herzen, Dir nicht beiland blickt, Hofft auf deine zu widerstreben, Damit wir vatergüte, Und mein tief bes ewig leben. schämt gemüthe, Das den Alle menschen müssen sterben. muth fast ganz verlor, hebt 88. Großer gott, erhabnes sich noch zu dir empor. wesen! Das voll 6. Ja die wunder deiner segnender begier Menschen sich liebe Ziehen ganz mein herz zu zum dienst erlesen, Ach! was dir Ach! erhalte selbst die trieist der mensch vor dir? Wenn be Treuer dankbarkeit in mir. ich deine größ' erwäge, Und Vater! laß das schwache lallen was ich bin, überlege, wiej Meines lobes dir gefallen. niedrig, o wie klein Muß ich Bilde mich, dein eigenthum mir nicht selber sein! Ganz zu deines namens ruhm. 2. Ach! es herrscht der trieb 7. Meine fräfte, meine glies zur sünde Mächtig oft in dem der Sind zu deinem dienst begemüth; Und macht mich zu reit. Herr! ich falle vor dir einem finde, Das für seinem nieder Boller ehrerbietigkeit. vater fliebt. Ach! ich seh mit Deinen willen thun und leiden ren' und schrecken Tausend seh- Sei die quelle meiner freuden ler, tausend flecken, und in Gott und herr der ganzen welt der verderbten brust Regt sich Thu' mit mir was dir gefällt. öfters böse luft. Nun freut euch lieben christen. 3. Was ich gutes an mir 89. Gott! du bist heilig habe, Ist von deiner vater und gerecht In albend; O wie manche gute gabe len deinen wegen. Vor dir Hast du, herr! mir zugewandt. bleibt nicht ein böser knecht. Selber auf dem sünden pfade Den frommen krönt dein segen Trägt mich schonend deine An, ihm ruht deine vaterhuld gnade, Nähmest du zurück, was Der böse träget seine schuld; dein, Ach! was würd mir üb- ihn treffen deine strafen. rig sein! 2. Du bist der richter aller welt VIII. Von der Sünde und dem Verderben des Menschen. 53 welt. Nach heiligen gesetzen, Jewig heil, Drum wird er dort, die deine weisheit festgestellt, berr, keinen theil Un deinem Mußt du die menschen schätzen; himmel haben. Mußt übertretern strafe dräun, 8. Herr! dieß bezeugt dein Und, wenn sie sich vor dir flares wort. Wahrhaftig ist nicht scheun, Die strafe auch dein dräuen So hilf denn, daß vollziehen. wir immerfort Den weg der 3. O herr! dein heiliges gesünde scheuen. Erbarm dich richt entdeckt sich schon auf er- unser allesammt, Daß niemand den. Du läsfest, fürchten wir unter uns verdammt, Ein jeder dich nicht, Uns hier schon selig werde. inne werden, Daß du auf Herr ich habe mißgehandelt. unfre thaten siebst, Und ein 90. Herr du kennest mein gerechter richter bist, Das böse Heimzusuchen. verderben Ah! es regt in meiner brust wie bei 4. Es flagt uns das gewis- allen adamserben, Sich noch fen an, Wenn wir dir wider- immer böse luft, Die mein herz, streben, und sagt, daß wir un- berr, von bir neiget, Und viel recht gethan Durch unser böses böse thaten zeiget. leben. Es raubet uns die innre 2. Wie verderbt sind meine rub, Und spricht uns die ver- wege, Wie verkehrt mein eige geltung zu, die missethat ver- ner sinn! Ich empfinde, gott! dienet. wie träge Ich, dir zu ge5. Oft stäupst du hier den horchen, bin. Ach! wer wird sünder schon Für seine böse vom hang zum bösen Mich thaten, Und läsfest ihn in doch endlich ganz erlösen? schmach und hohn Und andre 3. Hilf mir durch den geist noth gerathen. Hat ihn der der gnaden Von der angeerb sünden luft erfreut: So muß ersten noth. Heile meiner seelen auch das herzeleid, Das sie schaden, Durch des mittlers gebiert empfinden. freuzestod. Tilge alle meine 6. Jedoch, o herr! zur bessünden, Zaß mich vor dir gnade serung Strafft du noch hier die finden. fünder: Und züchtigst auch zur 4. Deinen willen hier auf heiligung Oft deine trägen fin- erden Zu vollbringen, wird mir der Wohl dem, der deinen schwer. Soll ich dazu tüchtig willen lernt, Und sich vom sün- werden, mußt du selbst von denpfad entfernt, Und deiner obenher Kraft und stärke mir zucht gehorchet. verleihen, Und mein sündhaft 7. Den aber trifft dein zorn- herz erneuen. gericht, Das ohn' aufhören 5. Schaffe denn ein reines währet, Der in der zeit der herze, Herr! durch deinen geist gnade nicht Sich recht zu dir in mir, Daß ich nicht mein efehret. Er hat veracht sein! heil verscherze, Laß der sündlichen 201 54 Erste Abtheilung. chen begier Mich mit nachdruck wider mich und droht, Weil widerstehn, Und auf deine hülfe ich( dieß schlägt mich nieder) sehn. Nur gar zu oft dawider Ges 6. Unter wachen, beten, rin- dacht, gethan, gesprochen, Und gen Hilf mir selbst mein fleisch deinen bund gebrochen. und blut Unter deinen willen 5. Verwirf mich nicht von zwingen: Denn dein wille, dir, Hilf, herr, erbarmer! mir. gott! ist gut. Was nicht kann Erneure meine seele, Daß sie dein reich ererben, Laß schon nur gutes wähle. Wer kann hier an mir ersterben. mich sonst vom bösen, 28 du, 7. Reize mich durch jene o herr, erlösen! frone, Die mir droben beigelegt, 6. Drückt mich der sünden Daß ich meiner niemals schone joch Gleich mächtig; so bleibt Wenn die sünd' in mir sich regt. doch Weit mächt'ger deine gnaHilf mir selber muthig kämpfen, de; Wie groß auch nur mein Alle böse lüfte dämpfen. schade: So kannst du ihn doch 8. Sollt ich etwa unterlie- beilen, Und leben mir ertheis gen, so bilf mir wieder len. auf! Laß durch deine kraft mich 7. Hat sonst des fleisches siegen, Daß ich meinen les macht In mir ihr werk vollbenslauf Unter deinen treuen bracht: So gib mir lust und händen Möge gut und selig stärke, Daß ich nur gute werke Beschließe und vollbringe; Und ewig dir lobsinge. enden. Wo soll ich fliehen hin. 91. Mein gott! gott! dir ist Was gott thut das ist. bewußt Die innre 92. Mir gehn in unvoll böse lust, die quelle meiner kommenheit Auf dies sünden, Die menschen nicht erses lebens pfade. Doch unfre gründen, heile du aus gna- schwache frömmigkeit Belohnft den Der seele tiefen schaden. du, gott! mit gnade. Das 2. Des bösen herzens grund berz soll rein Von bosheit Wird oft durch thaten fund, sein: So willst du die geDie mich vor dir verkla- brechen Der menschlichkeit nicht gen, Und mein gewissen na- rächen. gen. Herr! willst du sie bes 2. Ich weiß, mein mittler strafen: Wer wird mir rettung jesus christ Hat meine schuld schaffen? getragen. Weil er für mich 3. Jch babe wider dich, Den gestorben ist, Wie fönnt ich nächsten und auch mich, Viel- dann verzagen! Verdammte fältig, herr! gehandelt. Ich mich Dein zorn, wenn ich, bin den weg gewandelt, Der Zwar schwach bin; aber glaube menschen von dir wendet, Und Was nügte mir mein glaube. sich mit schrecken endet. 3. Hilf du mir kämpfen, 4. Ein jegliches gebot Zeigt gott mein herr! Daß ich mich übers IX. Von der Gnade Gottes in Chrifto oder von der zc. 55 überwinde. So werd' ich täg- sie mich ewig nie von deiner lich heiliger Und freier von liebe trennen, Mich nie verder fünde. Dort, dort wird führen können. IX, Von der Gnade Gottes in Christo, oder von der Erlösung des Menschen. Es ist das heil uns. bänden. Sein ist das reich, 93. Heil uns, aus unsrer sein ist die fraft: Das heil sündennoth Ist ret- uns zuzuwenden, Das er so tung uns erworben. Der herr liebreich uns erwarb; Als er will nicht des sünders tod, für uns am freuze starb. Wohl Was adams fall verdorben, allen, die ihm trauen! Hat er aus gnaden uns erseßt, 6. laß uns ihm uns an Wie werth sind wir von ihm vertraun, und niemals sein geschäßt, Wie groß ist sein er- uns schämen. Auf seine mitt lers hülfe baun, Und sein joch barmen. 2. Selbst seinen eingebornen auf uns nehmen. Das ist der sohn Sand' er zu uns auf er- weg zum ew'gen wohl, Der weg den, Von dem verdienten sün- auf dem man friedevoll Auch denlohn Ein retter uns zu schon auf erden wandelt. werden. Er kam, und mit 7. Herr! laß uns diese seligihm unser heil; Er kam, am feit Hoch über alles schäßen. ew'gen leben theil Uns wieder Nie können güter dieser zeit zu erwerben. den mangel uns erseßen. Wenx 3. Wo ist, o tod! dein sta- uns das größte gut gebricht; chel nun? Hier ist dein über- Ein reines herz voll zuversicht, winder. Für unsre schuld ge- Zu dir, gott unser vater! nug zu thun, Starb er, das 8. lenf auf dieß erbabne heil der fünder. Wo ist nun, glück Der seele stärkste triebe! sunbe, deine kraft? Hier ist Zeuch mächtig unser herz zu der, der uns fräfte schafft, Dein rück Von schnöder fündenli joch von uns zu werfen. ! An dem uns theu'r erworb4. Gelobt sei gott, gelobt nem heil Laß uns in wahrem sein sohn, Der retter unfrer glauben theil Stets suchen seelen! Nun kann uns auch und behalten. auf erden schon Das wahre Wenn mein stündlein vorh. glück nicht fehlen: Getroft und 94. Gott! hätte dein gefroh in gott zu sein, Wenn liebter sohn Sich wir uns nur dem heiland mein nicht angenommen, Und weihn, Den gott für uns ver- wär er nicht von seinem thron ordnet. 3u uns herabgekommen: So 5. Was er zu unserm glück müßte mir vor ew'ger pein, verschafft, Das ist in seinen Gerechter richter! bange sein, 04 Um 56 Erste Abth. XI. Von der Gnate Gottes in Chrifto. Um meiner fünden wil als bürgen. Du, jesu! ließest len. in geduld Dich, als ein lamin 2. Doch er schafft dem ge- erwürgen. Du geist! theilst wissen rast. Nun darf ich dieses heil uns zu, In alle nicht verzagen. Denn meiner ewigkeit sei du, Dreieiniger sünden schwere last Hat er für gepriesen. mich getragen. Am freuz verföhnt er mich mit dir, Da floß Herzliebster jesu was. sein blut, damit er mir Die 95. Gott! der du für uns seligkeit erwörbe. deinen sohn gege= 3. Wohl mir, mein herz ben, Wer kann doch g'nugsamn schöpft neuen muth; Faßt finde deine huld erheben? Wie herrliches Vertrauen! Ich kann auflich zeigst du im erlösungs dein versöhnend blut Mein werke Der gnade stärke? ewig heil nun bauen. Dieß blut, 2. Dein ew'ger sohn stirbt daß mich gereinigt hat, Von für die menschenfinder. Der aller meiner missethat, Wird heiligste tritt an die statt der ewig, ewig gelten. sünder Der seligste begibt sich 4. Hinweg mit banger füm- seiner freuden, Für uns zu merniß! Sei, seele, voller freu- leiden. den Dein heil ist dir nun ganz aller fünden träget, Drauf du 3. Er wird das lamm, das gewiß, Von gott kann dich nichts aller sünden träget, Drauf du scheiden. Was dir des höchsten die strafe weislich selbst geles sohn erwarb, Da er in schmach get, Daß du die schuld an den und mattern starb, Kann dir verlornen schaafen Nicht dürfkein satan rauben. teft strafen. 5. Nichts nüßet die gerech 4. Was ist der mensch, daß tigkeit, Die stolz auf werke du sein so gedenkest, Und deiz bauet. Der ist von seinem heil nen sohn ihn zum versöhner noch weit, Der eignen träften schenkest? Was findest du an trauct. Er erndtet schaden, mir, und an uns allen, Für statt des lohns. Nur die ge- wohlgefallen? rechtigkeit des sohns Macht uns gerecht und selig. 6. Auch mich macht sie ges recht, weil ich Sie fest im glau- schäße, Verdient gehäufte gröbben faffe. Auch ewig selig machtliche verschuldung So viele sie mich, weil ich nicht von duldung? ihr lasse. Gott, der erfüllt was 6. O welche tiefe deiner er verheift, Erhält auch mich menschenliebe! Wer fast, o durch seinen geist, In seines gott! die größe ihrer triebe? sohns gemeinschaft. Du thuft weit mehr zu unserm 7. Du, vater! warfest uns woblergehen, Als wir verstehen. re schuld Auf deinen sohn, 7. Ach lehre mich recht deine 5. Verdient verachtung gütiger gesege, Verdient vers schwendung unschäßbare oder von der Erlöfung der Menschen. 57 ne huld erkennen, Voll zuver-/ tes sinn. So werd' ich irren sicht dich meinen vater nen-[ müssen, Und wer gott ist, Und nen, Und zum gehorsam dir was ich bin, Und werden soll, mein ganzes leben 2Billig nicht wissen. ergeben. 7. Nein! diesen troft, der 8. Was mir dein sohn, da ich erfreut, Soll mir kein er für mich gestorben, Von spötter rauben, Ich fühle seine deiner huld durch seinen tod göttlichkeit, Und halte fest am erworben, Das werde mir zu glauben. meinem ew'gen heile, Nun auch 8. Ich bin nun ganz dein zu theile. eigenthum, Und auch des him9. Dein friede wohne stets mels erbe, Dieß, sohn des in meinem herzen, Und tröste höchsten! ist mein ruhm, Auf mich bei des gewissens schmer- den ich leb' und sterbe. zen. Dein geist sei mit mir, 9. Du gibst mir deines geis deinen guten willen Treu zulftes fraft, Im glauben mich zu erfüllen stärken, Der wollen und volls bringen schafft, zu allen guten werfen. Ich dank dir schon durch. 96. Gebanke, der uns le ben gibt! Wer kann 10 Co lang íd gottes noit dich ganz durchdenken? Also len gern Mit reinem herzen hat gott die welt geliebt, Uns thue: So fühl ich freude in seinen sohn zu schenken. dem herrn, Und im gewissen 2. Hoch über die vernunft ruhe. erhöht, Umringt mit finster 11. Und wenn mich meine nissen, Erhebst du gottes ma- sünde kränkt, Und ich zu dir, jestät Und stillest mein gewis- herr, trete: Weiß ich, daß dein sen. herz mein gedenkt, Und thut, 3. Ich kann der sonne wun- worum ich bete. der nicht, Noch ihren bau ers 12. Ich weiß, daß du mein gründen; Und doch kann ich heiland lebst; Und mich einst der sonnen licht, Und ihre aus der erde Erweckst, und frast empfinden. dann dahin erhebst, Wo ich 4. So kann ich auch nicht dich schauen werde. gottes rath Von jesu tod er- 13. Kann unsre lieb im glaugründen; Allein das göttliche ben hier Für dich jemals ers der that, Das kann mein herz kalten? Doch ich aus liebe nur empfinden. zu dir, Dein wort von herzen: 5. Fehlt mir der troft, daß halten? jesus chrift Nicht meine schuld 14. Erfüll mein herz mit getragen; Nicht gott und mein dankbarkeit, So oft ich dich erlöser ist, Wie angstvoll werd' nur nenne, Und hilf, daß ich ich zagen. dich allezeit Treu vor der welt 6. In christi wort nicht got- bekenne. 05 15. Soll 158 Erste Abtheil. IX. Von der Gnade Gottes in Christo 15. Soll ist dereinst noch; 4. Doch du hast, o weise würdig sein, Deßwegen schmach liebe, Eine ordnung auch bezu leiden, So laß mich weder stimmt, Daß darinnen jeder furcht noch pein Von deiner bliebe, Der am segen antheil liebe scheiden. nimmt. Wer nur an den mitt16. Ja sollt ich gleich nicht ler gläubt, Und ihm treu ers für und für Des glaubens geben bleibt, Der soll nicht freud' empfinden: So lebe er verloren gehen, Sondern heil doch so in mir, Daß er mich und leben sehen. schüß' vor sünden. Werde munter mein. 5. Da du feinen zum ver17. Hat gott uns seinen sohnsoerben Ohne grund bestimmet geschenkt,( laß mich noch ster- bast: Tragen fünder, wenn sie bend denken:) Wie sollt' uns sterben, Ihrer eignen bosheit der, der ihn geschenkt, Mit last. Wer nicht glaubt an deis ihm nicht alles schenken. nen sohn, Der hat noth und tod zum lohn, Sein muthwil 97. Sw'ge liebe mein gelig widerstreben Schließt ihn gemüthe. Wagt mit aus von heil und leben. kindlichem vertraun, In den 6. Ewig sei mit dank befunabgrund deiner gute Ehrfurchts- gen, was dein rath beschlossen voll hinab zu schaun, Al- hat, Mit uns preisen engels len kummer zu zerstreun, Ih- zungen Diesen weisen heil'gen rer größe mich zu freun; frath, Den der glaub' in Des Durch ihr anschaun schon auf muth ehrt, Die vernunft ers erden Herrlich und entzückt zu staunend hört, Wo der engel werden. tieten findet, Die er niemals 2. Ich verehre dich, o liebe ganz ergründet. Daß du dich erbarmet hast, 7. Liebe! laß mich dahin Und aus freiem edlen triebe streben, Meines heils gewiß Den allweisen rath gefaßt, zu sein. Richte selbst mein Der verdammnißwerthen welt aanzes leben So nach deinem Durch ein theures lösegeld, willen ein, Daß des glauDurch des eignen sobnes ster- bens frucht und kraft, Den ben Gnad' und freiheit zu er- dein geist selbst in mir schafft, Mir zum zeugniß dienen mö3. D ein rathschluß voll er- ge: Ich sei auf dem rechten barmen, Voller huld und freund- wege. werben. lichkeit: Welcher uns hülflo- 8. Laß mich einst dich selbst sen armen Gnade, trost und anschauen, Und vor deinem hülfe beut. Liebe die den sohn throne stehn. So nur werd' uns schenkt, Der mit dir die ich ohne grauen Meinem tod welten lenft, Um die fünder entgegen gehn, Keine freatur zu erretten aus den schweren wird mich, Den du liebest fündenketten. ewiglich, Deiner huld entreisfen oder von der Erlösung des Menschen. 59 Sei lob und ehr dem. sen können Noch von deiner vertrauen, Und seine stimme liebe trennen. bören, Auf seine mittlers hülfe bau'n, Ihn mit gehorsam eh98. 2[ uf, dhriften! laßt uns ren! Das ist der weg zum unsern gott Mit ew'gen wohl, Der weg, auf frobem dank erheben, Er hat dem man friedenvoll Auch schon nicht luft an unserm tod, Will, auf erten wandelt. daß wir ewig leben Was uns 7. Herr leite selbst uns dies zum heile nöthig ist, Das hat sen pfad, Zeuch uns zu deinem er uns durch jesum drift Er- sobne, Daß glaub' an ihn auc barmungsvoll bereitet. mit der that, in unserm her2. Nach seinem gnadenvol zen wohne; So haben wir an len rath Kam er, sein sohn, seinem heil, Zur frende für auf erden, Von unsrer schuld uns ewig theil; So preisen und missethat Ein retter uns wir dich ewig. zu werden. Er ward's, und Von gett will ich nicht lassen. bat sein werk vollbracht, Und 99. Frhebt den herrn ihr frommen! Er hält, sich nach kurzer grabesnacht Gen himmel aufgeschwungen. was er verspricht. Der heiland 3. Wo ist des todes herr- ist gekommen, Der völker troft schaft nun? Hier ist sein über- und licht. Gott der uns nicht winder, Die furcht dafür hinsverstößt, hat uns zum heil und wegzuthun, Starb er, das heil leben Selbst seinen sohn gegeder fünder. Gebrochen ist uns ben, Durch ihn sind wir erlöst. nun die bahn, Die von der 2. Erlöft! o welche liebe, erd' uns himmelan Zur ew'- Hat uns der herr erzeigt! Mit welchem vatertriebe Sein herz gen wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der zu uns geneigt! Von seiner herr so lieb! Wie sucht er un- himmel thron Kommt rettung ser bestes! Er gibt für uns vom verderben, Uns sündern aus freiem trieb Sein liebstes zu erwerben Sein eingeborner und sein größtes! Preis ihm, sohn. der so viel an uns thut! Preis 3. Er fommt zu uns auf seinem sohn, der uns zu gut, erden, In tiefer niedrigkeit, Sich bis zum tod erniedrigt! Nimmt auf sich die beschwers 5. Was er zu unserm glück den Von unsrer pilgerzeit; Ents verschafft, Das ist in seinen hält sich seiner macht; Enthält bänden Sein ist das reich, sein sich himmelsfreuden, Bis er ist die kraft; Das heil uns zu- durch todesleiden Sein großes zuwenden, Das er so liebreich werk vollbracht. uns erwarb, Als er für uns 4. Er hat's vollbracht! o am freuze starb. Wohl allen, bringet Gott euren lobgesang! die ibm trauen! Erlöfte menschen, finget Dem 6, laß uns ihm uns an- mittler ewig dank! Wo nies man 60 Erste Abtheilung. mand helfen kann, Da hilft erfüberwinden, Gib muth und gern aus gnaden, Heilt unsrer frast dazu. seelen schaden, glaubig an! nehmt ihn 6. Dich wollen wir erheben Hier und in ewigkeit, Wo uns 5. Du freund der menschen- ein beßres leben Vor deinem kinder, Verwirf uns, jesu! nicht. thron erfreut. Dann sind wir Dein name, heil der fünder, ewig dein, und nichts wird Ist unsre Zuversicht. Gib un- uns mehr fehlen, Dann werden fern seelen ruh. Hilf jeden unsre seelen Vollkommen selig reiz zu sünden. Uns glücklich sein. X. Von der Person des Erlösers. Nun lob mein seel' den. welt, Weil du das ruder füh 100. Mein heiland, deine rest Geschieht was dir gefällt. größe Geht über Bei dir steht tod und leben! alle himmel weit. Wer ist, der Drum wird einst jene gruft sie ermesse? Du warst bei gott Die todten wieder geben Wenn von ewigkeit. Du bist der erst deine stimme ruft. geborne Vor aller freatur, Kamst zwar für uns verlorne 4. Gott läßt dir ehr erzeiIn menschlicher natur; Doch sen, Die keinem andern wiederin der menschheit orden Tratt fährt. Dir soll sich alles beubu erst in der zeit, Eh noch gen, Denn göttlich groß ist, die welt geworden, Hattst du herr, dein werth. Du bist das schon herrlichkeit: heil der erden Wer auf dein 2. Der himmel und die erde wort nicht hört, Der kann Sind durch dein kräft'ges wort nicht selig werden, Wer aber gemacht. Auf dein allmächtig dich verehrt, Dem hilsst du vom werde Entstand die welt mit verderben, Schaffst ihm zufrieihrer pracht. Du bist auch denheit, Und machst ihn einft unser meister Auch uns schufzum erben Vollkommner seligdeine hand, So wie das heer feit. der geister, Das dich noch nie 5. Wie herrlich ist dein naerkannt. Ein erbe über alles! me Schon jetzt, o herr, in aller Das ist dein ew'ger ruhm! welt! Dich preist der fromDrum jammert dich destfalles, men saame, Der glaubig dir Von deinem eigenthum. zu fuße fällt Dich preisen sera3. Du trägest alle dingesphinen, Erhabner menschen Durch deiner allmacht starkes john! Mit freuden- dir zu diewort. Das große und geringe nen, Stehn sie vor deinem thron. Geht blos durch deinen willen Wer sollte dein sich schämen? fort. Sohn gottes, du regie- Werth bist du, preiß und reft Den ganzen Freis der ruhm, Auch herr von uns zu nehmen X. Von der Person des Erlösers. 61 nehmen, Uns, deinem eigen- Und hilf mir überwinden, Was thum. mir Verführung droht. Dein 6. Sohn gottes, ich verehre triumphirend leben Kann mir Und bete dich in Demuth an; ein leben geben, Das neu und Beschäme und bekehre Die, die himmlisch ist. dir noch nicht zugethan, Die 6. Dank, lob und preiß und deinem wort nicht glauben, Und ehre, Sei gott in ewigkeit, Für dir, der für sie litt, die diese gnad" und lehre, Womit schuld'ge ehre rauben, Theil er uns erfreut. Sie tröft uns, ibnen gnade mit, Dich glau- wenn wir leiden, Sie stärk big zu erkennen, Laß nichts, uns, wenn wir scheiden: Sie die dich erkannt, Von deiner schüß uns im gericht. Liebe trennen. Dein ruhm füll' jedes land. Ein lämmlein geht. 102. Rob, ehre, preiß und Herr rist der einig' gettes. dank sei dir, O 101. Sohn gottes, einge- ljesu, unser leben, Preiswürdig borner, Von ewig bist du für und für, Wer kann keit gezeugt, Des vaters aus- dich g'nug erheben? Eh' noch erforner, Zu dem sein herz sich die welt war, warst du schon neigt, Mit ihm von einem Groß herrlich und des höchwesen, Jhm, wie du stets gewesten sohn, Ein erbe seiner ehre. sen Stets gleich an herrlichkeit. Dein ist das reich, die berr2. Für uns ein mensch ge- lichkeit, Und du beherrschest boren, Der keuschen jungfrau weit und breit Der freaturen sohn, zu suchen, was verlo heere. ren, Kamst du von deinem 2. Dein sind sie, denn durch thron; Starbst, daß wir leben wessen kraft Ward himmel, möchten Erhobst uns zu gerech- meer und erde? Wer hat das ten Und erben deines reichs. leben uns verschafft? Wer 3. Gib doch in reichem maße sprach zum engel: werde? Du Erkenntniß deines heils, Daß bist es, dessen allmachtsruf keiner je verlasse Die wahl des Die ganze welt aus nichts besten theils. Dich über alles erschuf: Du bist's der alles schätzen, an dir sich gern ergößen träget, Was sichtbar und unMacht himmel aus der welt, sichtbar ist, Was erd' und him4. Du schöpfer aller dinge, mel in sich schließt, Und was Des vaters ew'ge kraft, Ohn' im meer sich reget. den ich nichts vollbringe, Der 3. Und dennoch bist du uns alles gute schafft, Gib, daß zu gut In diese welt gekom. mich nichts verblende Mein men, Hast willig unser fleisch herz nichts von dir wende, und blut, O herr, an dich geSo bleib' ich fiets an dir. nommen. Aus der erschreck5. Brich alle macht der sün- lichsten gefahr zu retten, was den Durch deinen freuzestod, verloren war, Ward'st du ein knecht 62 Erste Abtheilung. knecht auf erden! O huld, die und wer dich liebt, den stärs sonst nichts gleiches hat! Du fest du, Daß nichts ihn von starbst für unsre missethat, Ein dir scheide. heiland uns zu werden. 5. Du hörst der deinigen ge4. Du ward'st es uns, und bet, Und endest ihre plage; Du bist es noch Ist auf der him- bleibst, bis zeit und welt vers mel throne, Suchst liebreich geht, Bei uns noch alle tage. vor der fünde joch, Und ihrem Herr, dir sei ewig dank und schnöden lohne, Die ihr noch ruhm Für deinen tod dienen, zu befrein; Beschwer marterthum, Für alle deine liebe! ter herzen troft zu sein, In Dir geb ich mich zu eigen bin, beines herzens freude. Du Gib, daß ich mich so lang gibst den müden feelen rub. ich bin, In deinem lobe übe! und 1. Adventslieder. XI. Von der Sendung und Geburt des Erlösers. Was war's, daß dich zum 103. Wie soll ich dich em staube, Zu mir, hernieder zog? pfangen, Heil al Dein göttliches erbarmen. Ja ler sterblichen! Du freude du du, o jesu, bast Mit mitleids verlangen Der Trost bedürfti- vollen armen die ganze welt gen. Gib selbst mir zu erken- umfaßt. D nen, Wie deiner güte voll, Dich 5. Das schreibt in eure her meine seele nennen, Dich würzen, Betrübte, klagt nicht mehr; big preisen soll! Bagt nicht in euren schmerzen, 2. Einst streute man dir Als ob tein helfer wär. palmen: Jeßt soll die dankbe- fehet auf, ihr habet Den begier, Mein beil, in freudensten beifer nab, Der eure seele psalmen Ergießen sich vor dir, labet, Der treue freund ist da! Dich, dich will ich erheben, 6. Die ihr mit ernster reue So gut ich schwacher fann, Still eure schuld beweint: Wist, Mein herz will ich dir geben, daß er euch verzeiße, Er selbst, Ach nimm es gnädig an. der menschenfreund, Ruft heil3. Damit du mich befreiteft, begiergen sündern Der gnade Gabst du dich selbst für mich.[ trostwort zu: Macht sie zu got Mich zu erretten freutest, Dutes findern; Schafft ihren seligmacher, dich. Du sahst, es seelen rub. wäre keiner Vermögend genug 7. Er übersiehet feinen, Und dazu: Da jammerte dich meiner; weiß, was jedem nüßt, Hat er Da famst und halsest du. nicht stets die seinen! Von an4. O du an den ich glaube, beginn beschüßt? Nicht sie in Was wars, daß dich bewog? ihrem leide 3u trösten stets gewußt XI. Von der Sendurg des Erlösers ob. Adventslieder. 63 wußt? Erfreun ist seine freu- 4. Ein herz, das demuth de, Und woblthun seine luft. übet, Jft ihm für allen werth; 8. Er macht uns von den Da das so hochmuth liebet, Bebanden Des tod's auf ewig schämung einst erfährt. Ein los. Entreisset uns den schan- herz, das reuig ist, Glaubt, den Der sünd, und macht, und die fünd bestreitet; Das uns groß. Gibt weisheit, muth hat sich wohl bereitet; Zu im leiden, Und kraft zu jeder dem kommt jesus christ. that; Versichert uns der freu den, Die gott bereitet hat. Doch was vermag ich schwacher, Ich sünder, ohne dich? 9. Er kommt zum weltge Mein heil, mein seligmacher, richte, und bringt, wenn er er bereite selber mich. Mein herscheint, Fluch jedem bösewichte, ze seufzt nach dir. Schon und beil dem tugendfreund. jauchzt ich dir entgegen. Komm, Wohl ewig allen denen, Die tomm mit deinem segen, Und seine wege gehn, Und einst wohne stets in mir. mit freudenthränen, An seiner rechten stehn. Jesu retter in der noth. 105. Sohn, der uns verVon gott will ich nicht lassen. heißen war, Den 104. Mit ernst, o men- die jungfrau uns gebar, Sei schenkinder, gepriesen deiner welt, Welche Macht eurer herz bereit! Er deine buld erbält! kommt das heil der fünder, 2. Gott erfüllt, was er verDer Herr der herrlichkeit; Er spricht: Länger säumt die hülfe kommt von seinem thron, Voll nicht, Freudig, wie zum sieg huld zu uns bernieder, Wird ein held, Eilt der sobn in einer unsrer brüder, Er gottes seine welt! eigner sohn. 3. Von dem vater kommt er 2. Eilt, fünder! voll verlan- her Und zum vater kehret er, gen; Eilt, euch, zu ihm zu nahn, Wenn er erst ein ewig glück Ihn würdig zu empfangen, Uns erstritten hat, zurück. Macht eilig ebne bahn. Der 4. Heiland, deinem vater erst im fleisch erschien, Scht, gleich, Führ uns in sein ewig der will nicht verschmähen, Zusreich. Rettungs arme, siege bald euch auch einzugeheu, Drum Dein ist weisheit und gewalt. auf! empfanget ihn. 5. Fröhlich rühme, wer ein 3. Die ihr gerecht euch dün- christ, Wer vom tød erlöset fet, Legt euern dünkel ab. Diesist, Den, der groß von rath und ihr euch aufbläht, sinfet Von that Uns vom tod erlöset hat. eurem stolz herab. Die ihr 6. Lob sei dir, du kamst herum anate fleht, Wist, daß ihr ab! Lob dem vater, der dich hier sie findet, Denn wer sein gab! Lob dem geiste, danit nichts empfindet, Der wird und sinkt, Das er uns zu von ihm erhöht. ijeſu bringt. Lobt Erste Abtheilung. Jesu retter in der noth. Lobt gott ihr Christen. 106. Er fommt, er kommt 108. Heilig, heilig ist der der starke held, herr; Gnädig und Voll göttlich hoher macht; Sein gerecht ist er; Denn er schickt arm zerstreut, sein blick erhellt von seinem thron, Uns zu ret Des todes mitternacht. ten, seinen sohn. 64 -- 2. Wer kommt, wer fommt? 2. Glauben ist die erste pflicht; wer ist der held Voll göttlich Fassen können wir das nicht, boher macht? Messias ist's Was dem engel wunder ist, lobsinge welt, Dir wird dein Und ihm anzuschaun gelüft. heil gebracht! 3. Gottes sohn von ewig3. Dir, mensch gewordner, feit Kommt in's land der sterbfingen wir Anbetung, preiß und lichkeit. Welche tiefe, welche danf. An deiner krippe schalle höhn, Wunderbar, wohin wir dir Der erde lobgesang. sehn. Ach was soll ich sünder machen. 4. Dir sei dank, herr jesu 107. Kommst du, kommst christ, Daß du mensch gewors du, licht der beiden bist. Unser frommer lobs den, Ja du kommst und säu- gesaug Rühmt dich heut und mest nicht, Weil du weißt, was lebenslang. uns gebricht. O du starker trost Lobt goit ihr christen. im leiden, Jesu, meines ber- 109. Also bat gott die zens thür Steht dir offen: welt geliebt, Daß komm zu mir. er aus freiem trieb Uns seinen 2. Ja, du bist bereits zuge- sohn zum heiland gibt. Wie gen, Du weltheiland, gottes hat uns gott so lieb! Schon in der sohn. Mein gemüthe spüret 2. Was sein erbarmungsschon Deinen gnadenvollen se- voller rath gen; Deine wundervolle kraft, jewigkeit Zu unserm heil beDie dem herzen segen schafft. schlossen hat Vollführt er in 3. Adle mich durch deine der zeit. liebe, Jesu, nimm mein herz 3. Er, aller menschen höchs dir hin. Schaffe, daß mein stes gut, Der alle segnen kann, geist und sinn Sich in deiner Nimmt, wie die kinder, fleisch liebe übe. Sonst zu lieben und blut, Doch ohne sündich, mein licht, Steht in meiden, an. nen kräften nicht. 4. Ich freue mich, mein heil, 4. Laß durch deines geistes in dir. Du nimmst mein fleisch gaben, Liebe, glaube und ge- an dich, Was fehlt mir nun, duld, Durch bereuung meiner ist gott mit mir, Wer ist denn schuld, Mich zu dir einst sein wider mich? erhaben, Alsdenn will ich für 5. Du, sohn des allerund für, Lobgesänge bringen böchsten, wirst Auch mir dir! rath, kraft und held; Mein vater XI. Von der Sendung des Erlösers oder Adventslieber. 65 vater und mein friedefürst; Dich auch meiner angenommen, So wie das heil der welt. und mein bruder worden bist, 6. Was mir zum selig sein Sei gelobt herr jesu chrift! gebricht, Das, herr, erwarbst 2. Sei gelobt, denn dir gedu mir: Versöhnung, leben, höret Preis und dank und troft und licht, Das hab' ich ruhm mit recht. O wie hoch nun an dir. haft du geebret Unser sterblis 7. Dein mangel wird mein ches geschlecht! Herr, du hast reiches theil: Dein leiden stillt es selbst vermählet Mit der mein leid; Durch deine knechts- göttlichen natur Und für aller gestalt, mein heil, Gewinn ich kreatur Es zum wohlthun dir herrlichkeit! erwäblet, Ja in dir, du gots 8. Gelobt sei gott! gelobt tessohn, Herrscht die menschsein sohn, Durch den er gnad' heit auf dem thron. Nun freut euch lieben. erweißt! Lobt, engel, ihn vor 3. Du, du bist der völker seinem thron! Erheb' ihn auch segen, Kamst von noth uns zu mein geist! befrein: Und wir können deinetwegen Jetzt schon finder gets 110. Silt, fünder, eilt in tes sein. Hat die sünd' uns jesu reich, Macht gleich verdorben: O so hast du weit der herzen thüren, Em- neue kraft Uns zur heiligung pfangt den könig, er will euch verschafft, Und die tüchtigkeit Auch segnen und regieren. Wer, jerworben: Einst von sünden fragt ihr: ist der herr, der völlig rein, Aehnlich dir, o sohn? Der höchste himmel ist herr, zu sein. sein thron; Die erde seine 4. Du, du bist der mittler fußbank! worden, Der die welt mit gott 2. Kommt willig, willig in versöhnt, Haft der schwachen sein reich, Macht weit der her menschheit orden Wieder mit zen thüren. Empfangt den kö- dem recht belehnt, In den himnig, er will euch Auch segnen mel einzugehen, Und da gottes und regieren! Wer, fragt ihr, berrlichkeit, nach vollbrachter dieser könig sei? Der sohn, der übungszeit, Ewig einst verklärt seinem bunde treu Den himmel zu seben. Fromme! faffet zu gibt den seinen. versicht, Glaubet fest: nur Sollt' ich meinem Gott nicht fingen- fündigt nicht. 111. Der du uns das heil 5. 5. Sollte mich wohl gott errungen, Mensch- verlassen, Wenn ich frank und gewordener gottes sohn! Ewig hülflos bin? Nein, fein heil sei dir lob gesungen, Daß du wird mich umfassen, Tröften von des himmels thron Uns den betrübten sinn; Und dann zu gut in's fleisch gekommen, fann mich nichts anfechten, Der du voller freundlichkeit Er, der meinen jammer fennt, Längstens schon vor meiner zeit, Und sich meinen bruder nennt, Sigt, CS 66 Erste Abtheilung. Sißt, als herr, zu gottes rech- von liebe glühn: Nimm mich ten. Durch ihn bin ich gott ganz zum opfer hin. vereint, Gott ist vater und mein freund! 7. Laß mich heilig. laß mich rein; Laß mich deiner würdig 6. Herr, wie groß ist deine sein, Bis mein Geist durch gute; Meine seele freut sich dich verklärt, Ewig dich dort dein, Laß doch stets mein ganz lobt und ehrt. gemüthe Voll von deinem rub Nun danket all und zc. me sein! Nimmer will ich dein 113. Robsinge gott, o chri vergessen, Dir will ich mich stenheit, Und danke ganz vertraun; Freudig folgen, deinem Herrn, Ihmn, welcher auf dich baun; Deine huld ist eich so oft erfreut; Dir hilft nicht zu messen; Gib, daß ich so herzlich gern! für deine treu, Dir auf ewig dankbar sei! 2. Ein ganzes Jahr hast du sein wort, Sein göttlich wort, Jesu komm doch selbst zu. gehört, Und heute wird an dies 112. Menschen, unser heil sem ort Von neuem dich ges ist nah; Denn lehrt. die frohe stund' ist da, Die 3. Herr, dir und deiner vader ew'gen liebe rath Uns zum tertreu Bring' ich mein opfer heil bestimmet hat. dar, Gib, daß dein volk ge2. Du, o jesu, gottes sohn, segnet sei, Im neuen kirchenKommst zu uns vom him- jahr! melsthron, Und des vaters 4. Hilf uns, und bis an ebenbild Ist in unser fleisch ge- unser end', Erhalt und dein hüllt! wort rein. Laß deine heil'ge 3. Wenn des ersten adams sacrament Mit trost das herz schuld Uns entzieht des schö- erfreun. pfers huld; Hat der zweite 5. Erleuchte, was in irr für die welt Sich zum bürgensthum steckt, Gib, daß zu deidargestellt. Iner ehr' Der fünder durch dein 4. Auf ihn hofft Ber väter wort erschreckt, Rechtschaffen schaar, Bis das längst er sich befebr'. wünschte jahr Zur bestimmten 6. Gib allen lehrern freuzeit erscheint, Und die welt mit digkeit, Und weisheit, muth und gott vereint. kraft. Welch' glück für uns, 5. Wunder, welchem keines wenn jederzeit Ihr vortrag nugleicht, Das der engel nicht gen schafft. erreicht. So hat gott die welt 7. Regiere uns mit deinem geliebt, Die durch sünden ihn geist, Bei unserm firchen gehn betrübt! Und laß bei dem, was du uns 6. Was bring' ich, o got- heißt, Ohr und herz offen stehn. tes sohn, Dir für einen danf 8. Wie wir auf eine kurze zum John? Sich mein herz'zeit Allhier versammlet sein: So XI. Von der Geburt Christi oder Weihnachtslieder. 67, So werden wir in ewigkeit sei gott! Freut euch des herrn Uns mit einander freun. und fauchzt ihm ihr erlösten! dich, M. Vom himmel hoch da. 115. Dieß ist der tag, den gott gemacht. Sein Recht feierlich Des werd' in aller welt gedacht, heilands fest mit danken zu Ihn preise, was durch jeſsum begehen! Lieb ist der dank, Der christ Im himmel und auf lobgefang, durch den wir ihn, erden ist. den gott der lieb, erhöhen. 2. Die väter haben dein ges 2. Sprich dankbar froh: Also, barrt, Doch als die zeit erfülalso! Hat gott die welt in sei let ward, Da sandte gott von nem sohn geliebet. O wer bin seinem thron Dich heil der ich, Herr, daß du mich So welt, dich seinen sohn. herrlich hoch in deinem sohn 3. Wenn ich dieß wunder geliebet. faffen will; So steht mein geist 3. Er, unser freund, Mit uns voll ehrfurcht still, Und betet vereint, Zur zeit da wir noch an und er ermißt, Daß gottes seine feinde waren. Er wird lieb unendlich ist. 2. Weihnachtslieder. M. Mir Christenteut. 114. Auf! schicke uns gleich, Um gottes reich Und 4. Damit der fünder gnad seine lieb' an uns zu offenbaren. lerhält Erniedrigst du dich, herr 4. An ihm nimm theil, Er der welt! Nimmst selbst an ist das heil, Thu' täglich buß unsrer menschheit theil, Ere und glaub' an seinen namen. scheinst im fleisch zu unserm heil. Der ehrt ihn nicht, Wer 5. Und zu erfüllen gottes herr, herr spricht, Und doch rath, Sprachst du sowohl durch nicht sucht, sein beispiel nach- wort als that; Gott, deinen zuahmen. willen thu' ich gern. Lob sei 5. Aus dank will ich Indir, der da kam vom herrn! dürft'gen dich, Dich gottes sohn! 6. Dich, der du mensch gebekleiden, speisen, tränken. Der boren bist, Mit uns vereint, frommen herz In ihrem schmerz dich jesum christ, Auf den die Mit trost erfreun und dein völker hoffend sahn, Dich bet' dabei gedenken. auch ich, mein heiland an. 6. Rath, fraft und held, 7. Du unser trost, und höchDurch den die welt Und alles stes gut, Vereinigft dich mit ist im himmel und auf erden. fleisch und blut; Wirst unser Die christenheit Preist dich er- freund und bruder hier, Und freut, Und aller knie soll dir gottes finder werden wir. gebeuget werden. 8. Gedanke voller majestät, 7. Erhebt den herrn, Er Du bist es, der das herz erhilft uns gern, Und wer ihn höht, Gedanke voller seligkeit, ehrt, den wird sein vater trös Du bist es, der das Herz sten. Gelobt sei gott! Gelobterfreut! & 2 9. Durch 68 Erste Abtheilung. 9. Durch eines sünde fiel gab, kam auf erden arm herdie welt, Ein mittler ist's, der ab; An gütern macht er uns sie erhält. Was zag' ich nun, nun reich); Die ewig sind, ja wenn der mich schüßt, Der in engeln gleich. Lob ic. des vaters schoose sitzt. 7. Gelobet seist du jesu christ, 10. Jauchzt, bimmel! die ihr Daß du mensch geboren bist, ihn erfuhrt, Den tag der bei Dir sind die welten unterthan, ligsten geburt, Und erde, die Dich beten alle geister an! ihn heute sieht, Singt ihm, Lobsinget ihm! dem Herrn, ein neues lied. Für deinen thron tret' ich. 11. Herr, der du uns den 117, ob sei dem allertag gemacht, Der uns so großes höchsten gott, Ers heil gebracht, Dich preise wer barmend fab er unsre noth, Und durch jesum chrift Dein freund fandte jesum, seinen sohn Zu und dein verehrer ist! uns von seiner himmel thron. 116. Gelobet feist du, jesu 2. Ihn fandt er, unser trost, christ, Daß du zu sein, Vom fündendienst uns mensch geboren bist, Es folg zu befrein; Mit licht und kraft ten dir von deinem thron Derfuns beizustehn, Und uns zum engel schaar, besang den sohn, himmel zu erhöhn. Des menschen sohn! 3. D welch ein liebesvoller 2. Er, dessen boten engel rath! O unaussprechlich große sind, Lag in einer, kripp' als that! Gott thut ein werk, dem find. In unser fleisch und un- skeines gleicht, Das keines menser blut Verhüllte sich das höchste schen lob erreicht. gut, Des vaters sohn. 4. Sein sobn, durch den er 3. Den nie der welten freis alles schuf, Nimmt willig auf umschloß Liegt in seiner mut sich den beruf: Uns vom vers terschoß. Es weint in unsrer berben zu befrein, Und schämt fündenwelt Der alle ding al- sich nicht, uns gleich zu sein. lein erbält. Lobsinget ihm. 5. Er kommt zu uns in knechts 4. Vom himmel nimmt er gestalt, verleugnet hoheit und feinen lauf, Geht als freuden- gewalt, Und läßt felbst bis sonne auf, Er überstrahlt mit zum tod und grab, Zu unsrer gnad' und recht Das ganz rettung sich berab. verfinsterte geschlecht, Lobsinget ihm! 6. Was sind wir, daß uns gott so liebt, und seinen sohn 5. Der sohn, des vaters selbst für uns gibt? Was nüßen gott von gott, Nimmt auf wir dem höchsten gut, Daß er sich der fünder noth. Nach so großes an uns thut? dieser vorbereitungszeit Erhebt 7. Nimm, feele, nun dein er uns zur herrlichkeit. Lob- bestes wahr, Verschmähe den finget ihm. nicht undankbar, Den gott 6. Der uns der freuden fülle zum helfer dir bestimmt, Und der XI. Von der Geburt Christi oder Weihnachtslieder. 69 der sich liebreich dein an- sicht, Er verläßt die seinen nimmt. nicht. Fällt der frevler heer 8. Bet' ihn als deinen ret dich an: Trotz dem, der dir ter an, Und sei ihm willig schaden kann. unterthan. Durch seine lebre 5. Dir sei dank, berr jesu zeigt er dir Den weg zum le- christ! Daß du mensch gewor ben; folge ibr. den bist. Freudenthränen, dir 9. Bei dieser treue hast du zum dank, Netzen unsern lob theil An dem von ihm erworb- gefang. nen heil. Wo nicht, ach, so verschließt du mir Muthwillig selbst des bimmelsthür. 6. Bater, gott von ewigkeit, Hier in dieser prüfungszeit, Und dereinst für christi thron Schenk' 10. Sein erste zukunft in uns der Erlösung lohn! der zeit War voller huld und 7. Selig hier, noch sel'ger freundlichkeit; Die andre wird, ist, Wenn er dieses leben zu großer pein Der sünder, schließt, Der dann glaubig samajestätisch sein. gen fann: Mich nimmt gott 11. 3u ehren aber nimmt in christo an. er dann Mit freuden seine Vom himmel kam der engel. frommen an. Und wird sie 119. Vom himmel ward in des vatersreich Verklärt ers der engel schaar höhen, engeln gleich. Des nachts den hirten offen12. Gelobt sei gott, der ihn bar, Und große freude that ihr gesandt, Sein ruhm erfülle mund Mit lautem jubel ihnen jedes land! Gelobt sei von uns fund. jesus christ, Der uns zum heil erschienen ist! 2. Geht, eilet hin, geboren ist In davids stadt der herr, Jesu retter in der noth. der chrift! Des vaters einge118. wie buldreich ist borner sohn, Der sünder heil, der berr! Gnä- der frommen lohn! dig und getreu ist er. Sebt, 3. Seid fröhlich, daß er sich er gibt von seinem thron, Uns mit euch Vereinigt, ohne sünd' zur rettung seinen sohn! euch gleich; Selbst gott, doch 2. Fleisch, wie wir, ward euch durch fleisch und blut Verjesus christ, Der uns heut ge- wandt, und euer böchstes gut. boren ist Zur versöhnung und 4. Jhr habt mit euch den zum heil Wer ihm glaubt, hat wahren gott, Euch schrecke nie an ihm theil! mehr sünd und tod. Laßt 3. Volk des berrn, preis teufel, welt und hölle drohn, deinen gott, Fürchte nichts von Ein mensch, wie wir, ist gotsünd' und tod, Welt und bölle tes sohn. mag dir drohn, Dich beschützt 5. Auf ihn setzt eure zuverselbst gottes sohn! sicht, Und seid gewiß, er läßt 4. Sieh auf ihn mit zuver. euch nicht; Fiel auch ein gan3 zes 70 Erste Abtheilung. zes heer euch an, Truß, Daßfreich Ihr christen, wie beglückt euch einer schaden kann. sind wir! Lobt gott und freuet 6. Ihr seid nun göttlichenleuch! geschlechts, Und mit uns gleiFröhlich soll mein Herze. chen bürgerrechts. Ihr siegt: 121. Laßt uns unserm gott nur stehet fest im streit. Euch bleibt zuletzt die seligkeit. lobsingen, Hocherfreut Laßt uns heut Ihm anbetung bringen. In des himChri- mels höhe chöre Stimmet ein. sten! freuet euch, Gott allein, Unserm gott sei Lobt gott ihr chriften allzu. 120. Lobt gott, ihr Von seiner himmel thron Be- ehre! ruft er uns zu seinem reich, 2. Jeder der sich fühlt verUnd sendet seinen sohn! 2. Der sohn kommt, loren, Freue sich Inniglich, nach Christus ist geboren. Er der des vaters rath, Mit heilkönig aller wesen, Steigt uns zu erfreun, Und auf des herab Bis in's grab Sünder ew'gen lebenspfad, Der welt zu erlösen. ein licht zu sein. 3. Wer kann gottes rathschluß 3. Bei seinem eintritt in die faffen? Aber dieß Ift gewiß: welt Umgibt ihn keine pracht, Gott kann uns nicht hassen. Die glänzend in die augen fällt Kommt der lohn aus freien Und groß vor menschen macht. trieben Zu uns her, Wie sollt 4. Er wird dem ärmstenjer Nicht die menschen lieben? knechte gleich, Begehrt kein 4. Wenn er uns verworfen erdenglück, Verlangt allhier hätte; Nähm' er dann Menschkein königreich Von einem au- beit an, Daß er uns errette? genblick! Des soll sich der erdkreis freuen. 5. Er kommt, durch seiner( 3um gericht Kommt er nicht; wahrheit macht, Zu gott uns Sondern zum verzeihen. hinzuziehn. Vor seinem lichte 5. Eilt im geift nach bethlems muß die nacht Des aberglau- hütten, Seht was er, Euer bens fliehn. berr, Schon für euch erlitten. 6. Er lehret uns die fünde Er wird niedrig eurentwegen, scheun, Er gibt auch kraft da- Welch ein freund! Er erscheint zu, Und schafft uns, wenn Feinden selbst zu segnen! wir sie bereun, Begnadigung 6. Er, er will für eure schulund rub. den Armuth, noth, Schmach 7. Er bringt den trost der und tod Göttlich groß erdulden bessern welt Vom himmel uns Lernt den menschenfreund er berab. Nun schreckt, wenn unsre kennen, Gnadenreich will er hütte fällt, Den frommen geistleuch Seine brüder nennen. fein grab. 7. Danft ihm, der das innre 8. Er öffnet uns dereinst sehnen Sehen kann, Betet an, die thür Zu seinem himmel- Opfert freudenthränen Lieb, thu, XI. Von der Geburt Christi oder Weihnachtslieder. 71 ihn, der von liebe brennet.schuf uns heil und leben. ErTraut dem herrn, Der euch muntre dich, mein träger geist, gern Seine brüder nennet! Ihr wohlthun zu erheben. Denk 8. Wenn euch eure sünden an die nacht, da auf der welt kränken. Eilt herzu, Suchet Des höchsten sohn sich dargerub, Er will sie euch schenken. stellt, Um sein so theures les Schaut auf ihn mit glaubens- ben Für fünder hinzugeben. blicken, Zittert nicht, Denn 2. D große that, erwünschte er spricht: Ich will euch er- nacht, Von engeln selbst befunquicken. gen! Du bast den mittler uns 9. Drückt euch bier so man- gebracht, Der uns das heil erdhe plage Euren schmerz Fühlt rungen. In dir erschien der sein herz, Kein erlöster zage. starke held, Der alles schuf Bringet ihm an seinem fefte und alles hält, Der freund Preis und ebr, Wiffet, er der menschenkinder, Des todes Wählt für euch das beste! überwinder. 10. Er verläßt euch nicht, 3. Der dut zu uns gefand't ihr schwachen, Mehr als ihr vom berrn Aus deinem bimmel Litt er hier, Euch beglückt zu famest, Und unser fleisch und machen. Diese furze zeit der blut so gern In demuth an leiden, Und der müh, Was ist dich nahmest. Sohn gottes, o fie Gegen ew'ge freuden. wie hast du dich, So tief ers 11. Jefu, du nahmst meine niedrigt auch für mich, Wie bürde Gern auf dich, Daß auch arm bist du erschienen Um mir ich Frei und selig würde. Wer zum heil zu dienen! fann deine lieb ergründen? 4. O lehre mich den großen Ewig soll Freudenvoll Sie mein werth Von deiner huld recht herz empfinden. faffen. Was reizte dich auf 12. Dir mein göttlicher be- dieser erd', Dich so herab zu freier, Folg ich nach, ob wohl lassen? Hier warteten dein nichts schwach, Doch um so viel als noth, Verachtung, kummer, treuer. Keine freatur, kein lei- schmerz und tod: Und doch den, Keine noth Und kein tod kamst du auf erden, Ein men= Soll von dir mich scheiden. schensohn zu werden. 13. Du kommst einst zum 5. Viel stärker, berr, als weltgerichte Dann werd' ich, schmerz und tod War deine Richter, dich Schaun von an- menschenliebe, Du sahest unsre gesichte. Wenn da, gott, die fündennoth Mit mitleidsvollem fünder beben: So werd' ich triebe; Du stelltest unser heil Deiner mich Freu'n und ewig zu sein, Nach deines vaters leben. rath dich ein: Warft mensch, und kamst mit freuden Für uns gnade den tod zu leiden. Ermunire dich mein. 122. Gott, deine sei gepreist, Sie 6. Dein sohn des höchsten 4 freu 72 Erste Abtheilung. freu' ich mich, Du bist auch macht auf uns gekommen. Mit mein erretter; Auch mir zum uns ist gott Nun in der noth. troste sandte dich Der herr, Frohlockt dem Herrn und hofft der gott der götter. Was mir auf ihn, ihr frommen. ein wahres wohl verschafft, Ers 4. Auch mein gesang, Herr, leuchtung, friede, beff'rungs- bringt dir dank. Du wurdest fraft, Und freuden, die stets mensch, damit wir selig wür währen, willst du auch mir den. Du machst uns groß gewähren. Und ewig los Vom fluch der 7. Was soll ich dir, mein sünd' und ihren schweren bürgrößter freund, Für deine den. treue geben? Du bist's, der 5. Gelobt sei gott! Auf unfre mich mit gott vereint: Dunoth Säh er mit bülfe mitbringst mir heil und leben. leidsvoll hernieder. O christenHerr, was ich hab' und was heit, Preis ihn erfreut! Des ich bin, Das geb' ich dir zum höchsten sohn bringt das verdienste hin; Ich will dich ohn' lorne wieder. aufhören Mit leib und geist verehren. Jefu meine freude. 8. Ich sebe dich zwar hier 124. Gottes fohn ist kommen! Dankt ihm noch nicht: Doch wirst du wie- feine frommen, Dankt ihm, daß dee fommen. Und dann schaun er fam! Daß er hier auf ers dich von angesicht, Herr, alle den, Unser heil zu werden, deine frommen. Dann werd' seine wohnung nahm. Mensch auch ich, herr jesu christ, Dich wie wir, Erschien er hier, Um schaun, so berrlich als du bist, des vaters gnäd'gen willen Dann wirst du mich zum le- An uns zu erfüllen. ben, Daß bei dir ist, erheben. Wir Christenleut' hab'n. 2. Laßt uns niederfallen, Danfen, daß er allen Freund und 123. Sei, driften beit, bruder ist. Gott auf seinem Sei bocherfreut! throne Liebt uns in dem sobne, Das beil der welt, der mittler Hilft durch jesum christ. Welch' ist geboren Nimm freudig theil ein heil An christo theil! Theil An seinem heil Wer an ihn an seiner sendung gaben, An glaubt, wird nimmermehr ver- gott selbst zu haben. loren. 3. Keine macht der leiden, 2. Welch' große that! Nach Kann von ihm uns scheiden, gottes rath! Hat sich sein sobn Er bleibt ewig treu. Einst für uns dahin gegeben, Ein wird er vom bösen Ewig uns menschenkind, Doch ohne sünd' erlösen, Hier steht er uns bei. Werd' er and bringt uns allen Unser freund, mit gott vereint, heil und leben. Kann nicht seine brüder hassen, 3. Er, er befreit Uns von Roch sie hülflos laffen. dem leid, Das durch der fünde 4. Wenn wir einst ermüden, Führt XI. Von der Geburt Christi oder Weihnachtslieder. 73 Führt er uns im frieden In sen tränken. Ja laßt uns des grabes nacht. Unsre tod- frobe geber sein, Und sein das ten glieder Gibt die erde wie bei gedenken. Was ihr den der Ihm, der sie bewacht. Je- meinen habt gethan, Das, sus ruft uns aus der gruft, Er, spricht er, habt ihr mir geder selbst den tod einst schmeckte, than: Und er, er will's verden das grab auch deckte. gelten. 5. Auf dem richterthrone Wer 4. Wer ihn mit treuem hers den wir im sohne Unsern ret- zen ehrt, Den wird sein name ter schaun. Heil und ewig le- trösten. Vertraut auf ihn, der ben Wird er allen geben, Die flehn erhört, Lobsingt ihm, ihr ihm hier vertraun. Er ward erlöften! Es freut sich deine bier Versucht wie wir. Uleber christenheit, Herr! deiner mens schwenglich wird er lohnen Und schenfreundlichkeit. Dir, dir sei der schwachheit schonen. ewig ehre. Sesu retter in der noth. 6. Eilet, eilt ihr fünder! Werdet gottes Finder, feiner werth! Werdet 126. Gott sei dank in als Eilet, eilt ihr ler welt, Der sein frommen! Werd't, wie er, wort beständig hält, Und der vollkommen, Bleibet seiner fünder troft und rath Zu uns werth! Preiset ihn, Daß er her gesendet hat. erschien, Und sich für euch 2. Was der alten väter hingegeben Durch ein göttlich schaar Sehnsuchtsvolles wüns leben. schen war, Und noch mehr Allein gott in der höh' sei ehr. als sie erbat Ward erfüllt nach 125. Laßt uns mit ehr- gottes rath. furchtsvollem dank 3. Hier ist mehr als davids Den gott der lieb erhöhen, sohn! Keines ird'schen reiches Mit feierlichem lobgesang Des thron! Licht der seelen, ew' beilands fest begehen, Preis ges heil Sard durch jesum sei dem vater, der ihn gab! uns zu theil. Preis sei dem sohn, er kam 4. Menschenfreund, wie dank herab, Und ward das heil der ich's dir! Schenke dieses heil menschen! auch mir, Das du unter vie2. Ist der ein chrift, der ler last Für die welt bereitet dieses heil nicht schäßt und haft! lieb gewinnet, Nimm froh an 5. Deiner bülfe mich zu seiner liebe theil Und werd' freun, Laß mein herz dein eis ihm gleich gefinnet. Wer nicht gen sein, Mach es, wie du wie er gefinnet ist, Der ehrt gern es thust, Rein von schnöihn nicht, ist nicht ein christ. der sündenluft. Der herr erkennt die seinen. 6. Wie du buldreich, als du 3. In dürft'gen laßt uns famst, Unsre rettung übera ihn erfreun, Bekleiden, spei- lnahmst: Also sei auch deine 5 treu 74 Erste Abtheilung. treu Mir mit jedem morgensnahmst, Dein uns theuer ers worbnes heil Sei auf ewig neu. 7. Deine wahrheit leuchte unser theil! mir Bei dem allen, was ich 7. Unfre seele trau auf dich, hier, Zur beförderung meiner Unser Leben preise dich; Und rub, Denke, wünsche, wähl' du selber heil der welt, Hilf und thu'. uns thun, was dir gefällt. 8. Tröste kräftig meinen sinn, 3. Von dem Namen Jesu. Wenn ich voller Kummer bin, M. Es ist das heil uns kommen. Hilf zum treuen tugendlauf 128. Mein jeſu, du hast Meiner schwachheit, mächtig auf. unsre schuld Mit ibrer firafe plagen( uners 9. Daß ich, wenn du les börte lieb und huld!) Freiwil bensfürst, Herrlich wieder fom- lig wollen tragen Du, der ges men wirst, Froh dir mög' ent- rechte, ließest dich Zum fünder gegen sehn, Und gerecht vor machen, daß ich mich In dir dir bestehn. gerecht, fann nennen. In voriger Melodie. 127. Heiland, den 2. So heißest du nicht jesus uns nur: Du bist auch, was du gott verbieß, Den beißest, Weil du die menschliche der himmel jauchzend prieß, natur Aus allem jammer reißest. Als du, sterblichen zum dienst. Die that stimmt mit dein naHuldreich auf der erd' ermen ein, Du wolltest, was schienst. du heißest, sein: Mein heil, 2. Wie dein nam', ist auch mein seligmacher! dein ruhm, Jesu, wir, dein ei 3. In keinem andern ist ja genthum, Ehren dankvoll und beil; Rein mittel ist gegeben, erfreut Deine große gütigkeit. Wodurch wir können nehmen 3. Du, deß hand die him- theil An seligkeit und leben. mel hält, Du kamst willig in Du bist's allein, der jedermann die welt, Uns von sünden zu Ein ew'ges leben schenken kann. befrein, Unser licht und troft Verehret wird dein name! zu sein. 4. Von der Erscheinung 4. Stark in deines vaters Christi. kraft, Hast du Leben uns ver- 1 Nun freut euch lieben. schafft. Wir, von rath und 129. Dein heil hat heut, bilf' entblößt, Sind, o herr, durch dich erlöft. volk gottes, sich 3u nähern angefangen. Ein 5. Preis sei dir in ewigkeit! belles licht ist, auch für dich, Auf, die ihr erlöset seid, Rühmt Den völkern aufgegangen. Dieß den, der mit lehr' und that sei dir, welt, ein freudentag. Euch vom tod erlöset hat. Die nacht, die auf den völ6. Der du liebreich zu uns kern lag, Durchbrach zuerst famst, Unsre rettung über- sein schimmer. ROS 2. Kaum XII. Vem Geschäfte und Wandel Chrifti auf Erden. 75 2. Kaum sandte gott mit sei- 6. Beglückter tag, den jene nem sohn Der erde große freu macht Des gößendienst's ente den: So sammelt er sich selber wendet! Daran uns gott, nach schon Die erstlinge der hei- langer nacht, Sein licht und den. Zu ihrem neugebornen heil gesendet; Da, gott, in dir herrn Muß sie ein wunder- immanuel, Mit deinem wahbarer stern Aus fernen lan- ren israel, Nun auch die heiden führen. den dankten. 3. Der vor'gen Zeit denkt, 7. Nun prüfe heut, volk christen, doch. Heil euch! sie gottes, dich Vor seinem angeist verschwunden. Was war't sichte: Beharrst du unveränders ihr, eh' der herr euch noch, sich In seiner wahrheit lichte? Eh' ihr noch ihn gefunden? Was helfen opfer des gebets Fragt euch nur selbst, was 3um wahren gott, wenn du waret ihr? O deutsches volk, noch stets Der fünde sklavisch erwecket dir Dein vor'ges bild frohneft? nicht grauen? 8. Was hilft es, daß du 4. Ein volk, mit gott ganzigott erkennst, Und seinen ganunbekannt, Von seiner lehr'| zen willen, Wenn du das thun entfernet, Das, von der tu- und wissen trennft, zu träg, gend abgewandt, Nur böses ihn zu erfüllen? Wenn du oft thun gelernet; Das todten stein, treu gelobst und brichst, Zwar geschnigte holz, Wohl gar, christlich glaubst, und christlich auf seine blindheit stolz, Als sprichst, Und doch als beide feine götter ehrte. wandelst? 5. Du gingst in schand und 9. Ach, prüfe dich, gott nimmt lastern bin, Wie jede luft dich sein licht, Wenn man's nicht führte Wenn ja noch den verschäßt, zurücke. Steh auf vom kehrten sinn Einst das gewissen schlaf, damit er nicht Sein rührte: So fonnte dir da aus wort auch dir entrücke. Gott! der noth, Die die natur schon bör' uns nicht zu tragen auf, sündern droht, Doch nichts den Uud fördere deiner lehre lauf ausweg zeigen. Noch zu den fernsten heiden! XII. Vom Geschäfte und Wandel Christi auf Erden. M. Vater unser im himmelr.[ Herr jesu, dein und lobet 130. ein lehrer ist dir, dich! jesu, gleich An 2. Du kamst zu uns, von weisheit und an liebe reich gott gesandt, Und machteſt uns Warst du sowohl durch wort den weg bekannt, Auf dem als that, Der schwachen men- wir, frei von sündenschuld, schen sichrer rath. Es freut Theilhaftig werden seiner huld. mein geist im glauben sich, Auf ewig sei dir dank u nd ruh me 76 Erste Abtheilung. ruhm, Herr, für dein evan- dünkel mich befrei; Damit ich gelium. dir geborsam sei, Bis mich 3. Jm lichte der allwissen- dereinst in ewigkeit Ein hellres heit Sabst du, mit aller deutlicht bei dir erfreut. lichkeit, Was nach des höch- Mach's mit mir gott nach. sten weisen rath Die welt 131. Du wesentliches ebennoch zu erwarten hat, Und bild Der allermachtest dann durch deinen höchsten liebe, Du wirst, o jeſu, mund Das künftige den men- ganz erfüllt Mit gott geweihschen kund. tem triebe. Gott war dein 4. Dieß, und die wunder zweck, dein höchstes gut, Ihm deiner hand, Sind uns ein folgtest du mit heldenmuth. göttlich sichres pfand, Daß das, 2. Du warst mit ihm ein was man von dir gehört, Die sinn, ein herz; Sein wille war wahrheit sei, die gott uns dein wille. Du ehrtest ihn, lehrt. Nie schwäche mir der gedrückt von schmerz, Mit höchstfrevler spott Den glauben an zufriedner stille. Auch auf der dieß wort von gott. aller rauhsten bahn Sahst du 5. Du lehreteft durch wort ihn doch als vater an. und that. Man trifft der reins 5. Du suchtest nichts, als sten tugend pfad In deinem sein gebot Vollkommen zu ers heiligen wandel an. Gib, herr, füllen, Und unterwarfst dich daß ich auf dieser bahn, Ge- bis zum tod Ganz deines vas stärkt von dir mit steter treuters willen. Dein Hauptgeschäft Dir nachzufolgen, eifrig sei. war dieß allein, Vollführer 6. Du bist es, herr, von seines plans zu sein. dem das amt, Das die ver- 4. Du gingst ganz still zum söhnung predigt, stammt. Du kreuze hin, Die marter auszumachst durch treuer lehrer mund stehen, Bereit mit göttlich grö Noch jetzt tein heil den men- ßem sinn, Für mörder selbst zu schen kund. Begleite stets mit flehen. Wie trugst du nicht, deiner fraft Ihr amt, damitsin gott gefaßt, Der schande es nußen schafft. und der marter last! 7. Noch immer hilfst du dei- 5. Herr, lchre mich dein nem wort In seinen stegen eigenthum, Nach deiner tugend mächtig fort. Du sendest wie streben, Dir gleichgesinnt sein, dein mund verheißt, Noch im- sei mein ruhm, Und wonne, mer deinen guten geist, Dersso zu leben. O hilf, daß ich dem, der wahrheit sucht und so gern wie du, Den willen liebt, 3um glauben licht und meines vaters thu'. träfte gibt. Schmücke dich o liebe. 8. Mein heiland, send' ibn 132. Vorbild wabrer auch zu mir, Daß er mich zu menschenliebe, Jeder wahrbeit führ'; Von eigen- su, deines mitleids triebe 30gen XII. Vom Geschäfte und Wandel Christi auf Erden. 77 gen dich herab auf erden: Der zu üben, Haß mit baß nicht verlornen heil zu werden, Und zu vergelten; Deine schmäher für sie sogar dein leben In nicht zu schelten; Allen freundden tod dahin zu geben. Wo lich zu begegnen; Für die läist jemand der die größe Deis fterung zu segnen; Deine feinde ner lieb und huld ermesse? zu vertreten; Und für mörder 2. Ohne Vortheil zu begeh- selbst zu beten! ren, Sich in andrer dienst ver- 7. Demuth war bei spott zebren; Jedem gerne gut's er- und hohne Deiner tugend zeigen, Zu beleidigungen schwei- schmuck und krone. Nie haft du gen, Auch an feinden wohlthun nach ruhm üben: Das heißt menschen gött- auf getrachtet, Noch menschenlob geachtet. lich lieben! Und wie voll von Deines vaters heil'gen willen solcher güte War, erlöser! dein Mit geborsam zu erfüllen, gemüthe! Und uns beil und troft zu 3. D du zuflucht der elen- geben War der Zweck von den, Wer hat nicht von dei- deinem leben! nen händen Segen, trost und 8. Laß mich, berr, zu reis heil genommen, Der gebeugt chem segen, Deinen wandel zu dir gekommen? Wie ist dir oft erwägen. Laß mich in dein herz gebrochen, Wenn dich der angst der fünden Trost kranke angesprochen! Und wie und hülfe bei dir finden. pflegtest du zu cilen Das ge- Heilige auch meine triebe zu bet'ne mitzutheilen. rechtschaffner menschenliebe. Menschenseelen zu be- Laß mich immermehr auf erglücken; Neuerfüllte zu erqui- den Deinem bilde ähnlich wers den; Unverständ'ge zu belehren; den. Abgewichne zu bekebren; Sün 4. Was mein gott will das. der, die sich selbst verstocken, 133. Kommt, die ihr noch Liebreich zu dir hin zu locken: nicht weise seid, War dein tägliches geschäfte, Euch selber zu regieren, Die Selbst mit schwächung deiner ihr euch noch durch, eitelkeit, kräfte. Geld, wollust laßt verführen, 5. Und wie hoch stieg dein Kommt, schauet jesu vorbild erbarmen, Da du, mittler, von an, Dieß, dieß muß euch uns armen Gottes firafen ab- beschämen. O lernt, geheilt zuwenden, Unter frecher mör- von eurem wahn, Hinfort euch der händen Angst und uner- selbst bezähmen. hörte schmerzen Litteft mit 2. Gott war sein alles, nur gelass'nem berzen; Als ein an dem Hing seine ganze liebe, miſsethäter starbest, Und uns Dem dienen, war ihm angeew'ges heil erwarbest! nehm, Dem weiht er alle 6. Deine huld hat dich ge- triebe. Wozu er stets sich wils trieben, Sanftmuth und geduld lig fand, War dieß, den gan zen 78 Erste Abtheilung. zen willen Des vaters, wel- seinem vorbild nach, Er hat cher ihn gesandt, Vollkommen für euch gelitten, Er selbst hat zu erfüllen. euch, seid ihr schon schwach, 3. Hoch über welt und eitel- Die kraft dazu erstritten. keit, Ganz heilig, ganz gott 8. Hilf meinem vorfaß, daß eigen: Vermied er nie aus ich dir Mein heiland, ähnschüchternheit, sich wie er war lich werde, Bezähm das fleisch, zu zeigen, Und wenn er bos- vertilg in mir die liebe dies heit freveln sah: War er voll ser erde; Daß ich dein großes edler schmerzen, Wenn aber got- beispiel mir Stets hier vor tes will' geschah Quoll freud'augen seße. Des vaters willen aus seinem herzen. thun, gleich dir, Für eitel 4. Die lust, die tugend nicht wonne schätze. gut heißt, Verlangt er nicht zu Wer nur den lieben Gott. schmecken. Und sein in gott er- 134. Wie göttlich find habner geist Bleibt rein von doch jesu lehren, allen flecken. In allem sah er Wie überzeugend seine macht immerdar Mit eifer, nie zum Wenn wir nur von den thaten scheine, Auf das, was men- bören, die er noch in dem schen heilsam war, Nicht aber fleisch vollbracht; So stimmet auf das seine. ihm der glaube bei, Daß er 5. Stets floh er das ge- der welt erlöser sei. räusch des ruhms, Blieb niedrig 2. Die herrlichkeit war volund geringe, Entschlug sich aller gnaden, Die man aus seis les eigenthums, Er, schöpfer nen zeichen fah. Er wirkte nie aller dinge. Arm ward er sel- zu jemands schaden. Wie von ber, daß wir reich Aus seiner propheten sonst geschah; Und armuth würden. Er ist derfraffete die sünder nicht Durch herr, sein ist das reich. Doch tod und plagen vor's gericht. trug er unsre bürden. 3. Er schenkte das gesicht 6. Laa gottes ftrafe auf ihm den blinden; Den tauben gab schwer; So fand er's gut und er das gehör; Der aussaß mußte billig Denn jeden tropfen bluts vor ihm schwinden; Der stumme war er, Jbm aufzuopfern, wil sang ihm dank und ehr. Sein lig. Stets zeigt' er, daß ihn machtwort hieß die lahmen keine noth Auch nur zur flagelgehn, Und selbst die todten reize. Er ward gehorsam bis auferstehn. zum tod, Ja bis zum tod am Freuze. 4. Er schalt des satans legionen( die legionen scheuten 7. Von gott verlassen, blieb ihn) So mußten sie die menfein herz An ihm, treg alles schen schonen, Und plößlich in spottes, Sein sehnen war im den abgrund fliehn. Berief er bängsten schmerz Nichts, als der seiner engelschaar: So stellten beifali gottes. Folgt, menschen, sie sich dienstbar dar. 5. Sein XII. Vom Geschäfte und Wandel Christi auf Erden. 79 5. Sein segen speiste ganze 4. Dein reich war nicht heere, Da, wo es doch an von dieser welt, Dich konnte brod gebrach: Und kaum gebot reichthum nicht, noch geld, er wind und meere; So ließ Noch ruhm und ehre, rühren, ihr sturm gehorsam nach. So Stets war's dein einzig augensahe man in allem thun Aufmerk, 3u gottes ruhm das ihm der gottheit fülle rubn. große werk Der wahrheit 6. Wir danken höchster dei- auszuführen! ner stärke, Die jesum vor der 5. Dein reich war nicht von welt erklärt, Der durch so dieser welt. Nicht heere, wie große wunderwerke Als dein die welt sie stellt, Erkämpfgesandter sich bewährt. Wir ten deine siege. Der arme nehmen solchen gläubig an, jünger kleine schaar Bot muUnd sind ihm willig unterthan. thig sich den feinden dar, Und kämpfte deine kriege. 7. Erfüll', o herr, nur unsre Herzen Mit seiner lehre göttlichkeit, Damit wir nicht das heil verscherzen, Das uns dein sohn allein verleiht, Und schaffe, daß ihm unsre treu Bis in den tod beständig sei. 6. Dein reich war nicht von dieser welt. Des, was der eitelkeit gefällt, Begabst du dich mit freuden. Warst gerne elend, arm und klein, um nur ein helfer uns zu sein, Und wähltest tiefe leiden. Kommt her zu mir spricht. 135. Dir großer herr7. Dein reich ist nicht scher, jesu christ, Der du der welten schöpfer von dieser welt. Wenn einst die welt in nichts zerfällt, Und bist, Ist alles unterthänig fürften vor dir beben: Dann Doch wer sah deine majestät, bist du könig ewiglich. In deiAls dich dein arges volk verschmäht, Wer ehrte dich als nem reiche werd' auch ich Einst unvergänglich leben. fönig? 2. Du hast dich deiner herr- 8. Wie groß, wie angebetet lichkeit Entäußert eine kurze ist Dein nam', o herrscher jesu zeit; warst menschen unterthä- christ! Dich rühmen alle zunnig. Geschlagen wurd'st du gen. O wie weit herrlicher und verhöhnt; Verspeiet und wird einst, Wenn du zum weltzum fpott gekrönt, Und doch gericht erscheinst, Dein hohes warst du ein könig. reich besungen. 3. Du warst von ewigkeit 9. Vom aufgang bis zum bestimmt, Dein reich, das nie niedergang Erschallet dann ein ende nimmt, Auf erdeu der lobgesang Des himmels auszubreiten. Dich bat gott und der erde. Wie freu ich mich selbst zum herrn erhöht; Dein auf dieses glück! O wär' er reich, o göttlicher, besteht Durch da, der augenblick? Wo ich alle ewigkeiten. dich schauen werde. Wach 80 and The Erste Abtheilung. Wacht auf ruft uns die. mich, Damit hierinnen ich Dir 136. Heiligster jeſu, bei nacharte, Jesu, hilf du Auch ligungsquelle, Wie mir dazu, Daß ich mög' gütig strahlt dein tugendglanz so sein wie du! helle! Wie glänzet deine bei 5. Du sanfter jesu, warst ligkeit! Aller glanz der heru- unschuldig Und litteft alle schmach binen Und heiligkeit der fera- geduldig, Vergabst und übtest phinen 3ft gegen dir nur dun- rach' nicht aus. Niemand kann kelheit. Ein fürbild bist du deine sanftmuth messen Die mir. Ach bilde mich nach dir, doch den eifer nicht vergess Du mein alles, Jesu, hilf du, sen, Der nöthig war für's Auch mir dazu, Daß ich mög' vaterhaus. Mein heiland, ach heilig sein wie du! verleih, Mir sanftmuth und 3. stiller jesu, wie dein dabei, Guten eifer, Jesu, wille Dem willen deines va- bilf du, Auch mir dazu, ters stille, Und bis zum tod Daß ich sanftmüthig sei wie gehorsam war: Also mach auch du! gleichermassen Mein herz und 6. Würdigster jesu, ehrenwillen dir gelassen Ach stille könig, Du suchtest deine ehre meinen willen gar, Mach mich wenig, Und wurdest niedrig dir gleichgesinnt, Wie ein ge- und gering. Warst, wie ein borjam find, Stille, stille, Jesu andrer mensch auf erden, Warst hilf du, Auch mir dazu, Daß willig gar ein knecht zu wer ich fein stille sei wie du! den, Erhubst dich selbst in keis 3. Wachsamer jesu, der den nem ding. Herr, solche demuth schlummer Durch manche ar- lebr', Mich auch je mehr und beit, müh' und kummer Um mehr Chriftlich üben, Jesu, hilf unfertwillen unterbrach: War du, Auch mir dazu, Daß ich auch dein werk am tag gesche- demüthig sei wie du! hen: So lagst du nachts vor 7. O keuscher jesu, all dein gott mit fleben, Und warst für wesen War züchtig, keusch und unser heil noch wach. Gib mir auserlesen, Voll tugend und auch wachsamkeit, Daß ich zu voll sittsamkeit. Dein äußrer jederzeit Wach und bete. Jesu, mensch, dein herz von innen, hilf du, Auch mir dazu, Daß Gedanken, reden und beginnen ich mög' wachsam sein wie du!, Voll unbefleckter reinigkeit. D 4. Gütigster jefu, ach wie mein immanuel, Mach mir gnädig, Wie lieblich, freund- auch leib und seel Keusch und lich und gutthätig ist du noch züchtig, Jefu, hilf du, Auch gegen freund und feind! Dein mir dazu, So keusch und rein sonnenglanz der scheint allen, zu sein, wie du! Dein regen muß auf alle fal- 8. Mäßiger jefu, deine wei len; Ob sie dir gleich undank- se, Im trinken und genuß der bar sein. Mein gott, ach lehrelspeise Lehrt uns die rechte mãBigkeit. XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. 81 figkeit. Mehr noch, als durstsrecht eben, Und deinem heil'und hunger stillen, Lag dir's gen fürbild gleich. Dein geist am berz, Des vaters willen und kraft mich ganz durchdringe, Zu thun mit aller freudigkeit. Daß ich viel alaubensfrüchte Herr, hilf mir meinen leib bringe, Und tüchtig werd' zu Bezähmen, daß ich bleib Christ- deinem reich. Ach zeug mich lich nüchtern. Jesu, bilf du, ganz zu dir, Behalt mich Auch mir dazu, daß ich stets für und für, Treuer heiland, mäßig sei wie du. Jesu hilf du Auch mir da9. Nun liebster jesu, liebstes zu, Daß ich bei dir einst finde leben, Mach mich in allem dirlruh! XIII. Vom Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. Leiden Jesu. 1. Erweckung zur fruchtbalstürzt mich tief und es erhebt ren Betrachtung der mich wieder; Lehrt mich mein glück, macht mich aus gottes feinde Zu gottes freunde. mich, 6. berr, mein heil! an dein leiden zu be- den ich herzlich glaube, Ich denken, Mich in das meer der liege hier vor dir gebückt im liebe zu versenken, Die dich staube; Verliere mich mit denbewog, von aller schuld des fendem gemüthe In deiner güte. bösen, Uns zu erlösen. 7. Sie übersteigt die menschMel. Herzliebster jesu was. 137. Herr, stärke 2. Vereint mit gott, ein liche gedanken Allein, sollt ich mensch, gleich uns auf erden, darum im glauben wanken? Und bis zumn tod am kreuz er- Ich bin ein mensch; darf sich niedrigt werden; An unsrer der unterwinden, Gott zu erstatt gemartert und zerschlagen, gründen? Die fünde tragen! 8. Des höchsten thun ist 3. Welch' wundervoll hoch- gnad' und lieb erweisen; Uns beiliges geschäfte! Sinn ich kömmt es zu fie demuthsvoll ihm nach, so sinken meine zu preisen, Zu sehn, wie hoch, fräfte. Mein berz erbebt; ich wenn gott uns gnad' erzeiget, sebe und empfinde Den fluch Die gnade steiget. der fünde. 9. So sei denn ewig auch 4. Gott ist gerecht, ein rä- von mir gepriesen Für das ercher alles bösen. Gott ist die barmen, das du mir erwiesen! lieb, und läßt die welt erlösen. Da du, mein heiland, auch Dies kann mein geist, mit für mich dein leben, Dahin schrecken und entzücken, Am/ gegeben. kreuz erblicken. 10. Du liebtest mich; ich will 5. Es schlägt den stolz und dich wieder lieben, und stets mein verdienst darnieder. Es mit freuden deinen willen üben; F O gib 82 Erste Abtheilung. Ogib zu diesem seligen geschäfte Nichts von gestalt noch schöne! Stets neue kräfte. Vor dir, herr, unsre zuversicht, Verbarg man selbst das doch angesicht: Dich schmähten bunherz desföhne! Gin lämmlein geht. 138. Erfülle, berr, selbst mein Mit reinem andachtstriebe. Ich 5. Ein opfer, nach dem denk an deines leidens schmerz, ew'gen rath, Belegt mit unDie wirkung deiner liebe. sern plagen Um deines volkes Dein treuz sei mir gebenedeit! missethat Gemartert und geWelch' wunder der barmhers schlagen, Gehst du den weg zigkeit hast du der welt er zum freuzesstamm, In unschuld wiesen! Wenn hab' ich dies stumin, gleich als ein lamm, doch recht bedacht, Und dich Das man zur schlachtbank fühaus aller meiner macht Genug ret. Freiwillig, muthig, als dafür gepriesen? ein held, Duldst du, aus liebe 2. Rath, fraft und friede- für die welt, Den tod, der fürst und held, In fleisch und uns gebühret! blut gekleidet, Wirst du das 6. Du neigst dein haupt, es opfer für die welt, Und deine ist vollbracht! Du stirbst, die feele leidet. Du ringst mit angst erd' erschüttert Die arbeit hab' und seelennoth, Und gebst doch ich dir gemacht: Herr, meine willig in den tod. O liebe seele zittert; Was ist der mensch, ohne ende! Du nimmst auf den du befreit? D wär' ich dich der menschen schuld, Und doch ganz dankbarkeit! Herr, gibst mit göttlicher geduld Dich laß mich gnade finden! Und in der sünder hände! deine liebe dringe mich, Daß 3. Du trägst der missethä- ich dich wieder lieb, und dich ter lohn Und hattest nie gesün- Nie kreuzige mit fünden. digt, Du, der gerechte gottes1 7. Welch' warten einer ew'gen sohn! So war's vorher ver- pein, Für die, die dich verfündigt. Der frechen schaar achten, nicht streben deiner werth begebrt dein blut, Du duldeft zu sein; Nicht nach dem glaugöttlich groß die wuth, Um ben trachten; Für die, die dein seelen zu erretten. Dein mör- verdienst gestehn, Und dich der, o herr, war auch ich, durch ihre laster schmähn Als Denn gott warf aller sünd' aufleinen fünden diener! Wer dich dich, Damit wir friede hätten. nicht liebt, kommt in's gericht! 4. Erniedrigt bis zur knechts- Wer nicht dein Wort hält, gestalt, Doch göttlich groß im liebt dich nicht Ihm bist du herzen, Ertrugst du spott, schmach kein verfühner! und gewalt! Ludßt auf dich 8. Du haft's gesagt: du wirst unfre schmerzen Sie sahn dich, die fraft Zur beiligung mir der verheißung ziel, Doch das schenken. Dein blut ift's, das war nichts, was da gefiel, mir troft verschafft, Wenn mich die XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 83 die sünden kränken. Laß mich 6. O laß mich alle plagen, im eifer des gebets, Laß mich Die gott mir ausersehn Auch in lieb und demuth stets Vor so geduldig tragen, Und seinen dir erfunden werden: Deinfrath verstehn. Sein weg sei beil sei mir der schirm in noth, mir hier wunderbar, Dort werd. Mein stab im glück, mein schild ich es erkennen, Wie selig er im tod, Mein letzter trost auf mir war. erden. 140. lamm gottes unschuldig Am stamm Wenn meine sünd' mich. 139. Den rathschluß dei- des kreuzes geschlachtet; Allner güte, Herr, zeit erfunden geduldig, Wie soll mein Herz erhöhn. Olenkessehr du wurdeft verachtet All' mein gemüthe, Ihn richtig zussünd' hast du getragen; Sonst verstehn. Ich ehre deinen wei- müßten wir verzagen! Ersen rath, Den jesum für uns barm dich unser, o jesu! sünder In tud gegeben hat. Gib uns deinen frieden, o 2. Noch eh' dein wort: es jefu. werde, Die welt hervorgebracht; Da hast du schon der In voriger Melodie. erde zu ihrem heil gedacht, 141. Erlöser, der im stauVon ewigkeit hast du ihn schon be Einst lag mit Zum opfer ausersehen, Dein angstschweiß bedecket, Dein eingebornen sohn. tröste sich mein glaube, Wenn 3. Er kam zu uns hernie- tod und sünde mich schrecket; der In der bestimmten zeit; Dein tiefer schmerz, dein klas Erwarb für seine brüder Des gen, Dein todeskampf, dein himmels seligkeit Was ihm zagen Sei meine ruhe, herr sein vater zugedacht, Das trug jeju. er in gehorsam, Bis er es 2. Du littest ganz unſchulganz vollbracht. dig Von frevlern schmähung 4. Er wußte, was zu tra- fund schmerzen. Und trugft fie gen Ihm gottes rath gebot; doch geduldig Mit sanftem verEr sab die last der plagen; söhnlichen herzen. Dein bild Sah seinen kreuzestod. Doch muß uns beleben, Zu dulden floh er seine leiden nicht: Er zu vergeben Wie eu zu lieben, ging de tod entgegen Mit herr jesu! muth und zuversicht. 3. Am freuze hingst du kläg5. Herr jesu, mein erbarmer lich entstellt, gemartert, verHab' dank für deine treu: Durch schmachtet. Dein tod belehr' dein blut bin ich armer Von uns täglich, wie hoch du seeallen strafen frei. Die von len geachtet. Er schreck' uns dir ausgestandne noth, Dein ab von sünden; Er muß uns mittlertod am freuze, Hat mich dir verbinden Zu innigem danke, versöhnt mit gott! herr jesu! 142. F2 84 Erste Abtheilung. 142. briste, du lamm, würdiger Mit allen sel'gen gottes! Der du loben. trägst die sünde der welt, Er- 6. Herr jesu, deine angst barm' dich unser Gib uns und pein Und dein versöhnend deinen frieden. Amen. leiven Laß meine letzte zuflucht Herr jesu christ ich weiß gar. sein, Wenn ich von hier soll 143. Herr jesu, deine angst scheiden. Ach hilf, daß ich durch und pein Und dein deinen tod Fein sanft beschließe versöhnend leiden Laß allzeit mir meine noth, Und selig sterbe. vor augen sein, Die sünden Amen. zu vermeiden. An deine aus- O jesu christ meins. gestandene noth, An deinen 144. du mein mittler marter vollen tod Laß furchtund mein gott! bar mich gedenken. Ja danke dir für deinen tod, 2. Die angst, die deine seele Der mir des bimmels seligkeit litt, Da schrecken sie umfin- Und hier gewissensrub verleiht. gen; Was du ertrugst, um 2. Ach glaubt ich deiner gott uns damit Befreiung zu errin- heit nicht: So schreckte mich gen; Das präge tief mir jesu! noch das gericht; So würde ein, Und laß mir's ernste war- deines todes pein Für mich nung sein, Wenn mich die kein geltend opfer sein. sünde reizet. 3. Wärst du der menschen 3. Die wunden alle, die dusheiligster, Und nicht auch gott; batt'st, Hab' ich dir helfen schla- gekreuzigter So würd' ich nicht gen. O du, der meine sün- von fünden rein, nicht durch denlast So willig bat getragen: dein blut versöhnet sein. Ach, liebster heiland, schone 4. Ich weiß es, jesu, du mein, Laß diese schuld verges- bist gott; Versöhnend ist dein fen sein, Für recht laß guad' freuzestod: Und dieses trostes ergeben! göttlichkeit Versichert mich der 4. Du hast verlassen deinensseligkeit. thron Bist in's gericht gegan5. Der feind nehm alles, gen; Vertrugest schläge, spott alles hin, Das glück, das ich und bohn, Und wurd'st an's verföhnet bin, Jt meiner fees kreuz gehangen: Auf daß duslen höchstes gut, Und macht für uns schafftest rath, Und mir auch im tode muth. unsre schwere missethat Bei gott 6. Wenn des gesetzes fluch versöhnen mögtest. mir droht, Dann tröstet mich 5. Drum soll mein herz voll dein mittlerstod: Ich weiß, daß dankbarkeit, Erbarmer, dir lob- du auch meine last Am kreuze, fingen. Und wenn du einst zur herr! getragen hast. seligkeit Aus gnaden mich wirst 7. Und ist die letzte stunde bringen: Dann will ich, dein da, Dann blick ich bin nach erlöseter, Dich ewig und viel golgatha: Der trost, daß ich begnas — XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 85 anadigt bin, macht mir das fres leben sich In wilden frösterben zum gewinn. men blutes. Lamm gottes, Gin lämmlein geht und trägt. ewig dank ich dir Doch nie 145. in lamm geht hin genug! du thateft mir, Eh' und trägt die schuldjich noch war, schon gutes. Der abgefallnen kinder; Geht 5. So lang ich lebe, will ich hin und büßet in geduld Die dein, D jesu! stets gedenken. sünden aller sünder. Es geht Mein herz soll dir geweihet den rauhen todesgang; Folyt fein, Ganz will ich dir es feinen würgern ohne zwang; schenken. Nur dir gefallen, sei Begibt sich aller freuden; Und mein ruhm. Ich will mich dir fiebt die marter, die ihm zum eigenthum Auf ewig überdroht, Und will die schmerzen geben. Nur du bist meine zu und den tod Doch gern und versicht, Und wann mein aug' willig leiden. im tode bricht, Bist du auch 2. Das lamm ist jesus, un- dann mein leben. ser freund, Zum heiland unsrer 6. Was ist das leiden dieser feelen Wollt' ihn der strenge zeit, und alles, was mich fränsündenfeind, Der ew'ge vater, jket, Wenn meine seel' in trauwählen. ,, Schn, sprach er rigkeit, Herr, an dein leiden nimm dich derer an, Die, denket? Dieß flößt in meine außer dir, nichts retten kann bange brust, Zur zeit der trübVom schweren fluch der sün- fal, fanfte lust: Läßt mich den. Groß ist die schuld, die nicht unterliegen, und stärket strafe groß! Doch übernimm's, mich mit kraft und muth, Auch so sind sie loß, Und sollen über welt und fleisch und gnade finden. blut Im schwersten kampf zu 3. Ja, vater, sprach der siegen. große sohn, Kein sünder soll 7. Ist endlich ganz vollverzagen. Ich steig' berab von bracht, was mir Gott aufgelegt ,, deinem thron Und will die zu leiden, Und rufft du, jesu, ,, sünden tragen." O liebe! liebe! mich zu dir Und deines himdeine macht Ift stärker, als ein mels freuden: Dann reichest du mensch gedacht, Als je ein en von deinem thron Mir jenen gel dachte! Du dringst den großen gnadenlehn, Den mir sohn dem vater ab, Und streckest dein tod erworben. Dann werde den in's finstre grab, Der erd' dir in ewigkeit Anbetung, preis und himmel machte! und dank geweiht, Daß du 4. Er büst vor uns am für mich gestorben! freuzesstamm, Damit wir gnade M. Herzliebster jesu was haft. finden. Er wird geschlachtet, 146. Wie grundlos find wie ein lamm, Zum opfer für die tiefen deiner die fünden. Für alle stirbt er, liebe! Wie treu und zärtlich ,auch für mich Ergießt sein theu- ljesu, deine triebe! Kein mut 3 tesherz 86 Erste Abtheilung. terherz gleicht deinem treuen] 9. Ich flieh', o herr, zu herzen, Du mann der schmer- deinen liebesarmen, Ich such' zen! und bitte nichts als dein er2. Was ist der mensch, daß barmen. Verstoß den nicht, du sein so gedenkest, Daß du der seine sünden hasset, Und für ihn dich in das elend sen- dich umfaffet. test Was findest du an mir 10. Was machst du, feind, und an uns allen Für wohl- mir christi huld verdächtig? gefallen? Schweig! seine fraft ist in den 3. Verdient verachtung gött- schwachen mächtig. Er selbst ficher gesetze, Verdient ver- macht den gerecht, der an ihn Ichwendung unschäßbarer schätze, gläubet, Und in ihm bleibet. Berdient ein selbst gemach- 11. Zeuch' mich, v gottester böser schade Des richters lamm, zu deinem freuze, Dagnade? mit dein blut die seele dring' 4. Was zieht dich dann, ound reize, Dich den erwerber beiland asf die erde? Was aller guten gaben, Recht lieb schadet dir's, wenn ich verdam- zu haben.. met werde? Du bleibest doch? 12. Was du auch mir, da du wenn ich gleich strafe leice, für mich gestorben, Aus gnaden Des vaters freude! haft durch deinen tod erworben: 5. Verehrt mit dank den wei- das werde mir, zu meinem ew's sen rath, ihr christen! Den ein- gen beile, Nun auch zu theile. zusehn, die engel selbst gelüften. 13. Dir, jesu, leb' ich, dir Bewundert hier in dem erlö, will ich auch sterben. Laß den fungswerke Der liebe stärke! nur nicht, den du versöhnt, 6. Des höchsten sohn büßt verderben. O bilf mir igt und für die menschenkinder, Der in den letzten stunden, Durch heiligste bezahlet für die sün- deine wunden. der; Des lebens fürst und 2. Das Leiden Jesu am aller bosheit rächer Stirbt für Delberg. verbrecher! Gin lämmlein geht und. 7. Herr, lehre selbst mich 147. So So gehst du, jesu, deine huld erkennen, In rech-| willig bin, Dein tem glauben meinen herrn leiden anzutreten, Für mich, der dich nennen! Erbarme dich und ich verloren bin, 3u kämpfen heile meinen schaden, Du brunn und zu beten. Du, der du der gnaden. nichts verbrochen haft, Gehst 8. Ich bin verderbt vom fuße bin, um aller sünder last Allein bis zum scheitel, Mein herz auf dich zu laden. Ich nur ist trogig, widerspenstig, eitel; verdiente strafen, ich; Da aber Mein bestes thun ist mangel- nimmst sie all auf dich, Da baft und fündlich: Ich fehle mit sie mir nicht schaden! kündlich. 2. Kann den, der allen stärke gibt, XIII. Von Chrifti Leiden, Tod und Begräbniß. 87 gibt, kann der auch furcht er- Wer will verdammen? gott schüttern? Selbst christi seele ist hier! Du wirst den tod wird betrübt, Und seine glie nicht sehen! der zittern! Ach, hingesunken 6. Doch denk, um welchen auf die knie, Arbeitet er in theuern preiß Dein heiland dich schwerer müh', Und betet, erkaufet! Er rang, bedeckt mit kämpft und zaget! Er wünscht todesschweiß, mit blut für dich den schweren fampf verkürzt; getaufet! Ach wache, daß die Wer sieht's, und böret nicht sünde sich Nie dein bemächtige; bestürzt, Wie leidenvoll er kla- noch dich In deiner treu erget! schüttre! Lockt ihre stimme: 3. Gott, du bist heilig, wun- höre nicht! Schau bin zum öls derbar In allen deinen wer- berg in's gericht, Das jesum ken Ein knecht, ein engel muß traf, und zittre! so gar Den herrn vom himChristus der uns selig. mel stärfen! Er ringt, sein 148. Herr des himmels, heilig angesicht Träuft blutstarker held! Was schweiß; wer entsegt sich nicht? wird mit dir werden? Warum Wer litt wie er auf erden? liegst du blaß entstellt, Bebend Der du in reiner unschuld auf der erden? Troft ist es, prangst, Wie fonntest du von was du verlangst, Tröster solcher angst, O herr, bestür- unsrer seelen! Was kann mit met werden? so schwerer angst Deine seele 4. Du zagst, mein heiland, quälen? ach nur ich, Ich hätte zagen 2. Vor dir liegt,( denn dir sollen! Doch selbst durch lei fann ja, Herr, sich nichts vers den hast du mich Vom tode beblen) Eine welt voll fünden retten wollen! Ach bättest du da; O wer kann sie zählen? nicht mein gericht Auf dich ge- Niemand, als nur gott und nommen, wär' ich nicht Indu, können sie ergründen: Und jammer ganz versunken? Nun für alle büßest du, Als für läßt der richter auf dein flehn, deine fünden! Vor mir den felch vorüber 3. Liebe strahlte dir sonst gehn: Denn du hast ihn ge- stets Aus des vaters blicken. trunken. Und in stunden des gebets 5. Heil mir! der sohn des Mußt sie dich erquicken. Da böchsten hat Für mich sich rich- nun gotttes straf' dich schreckt, ten lassen! Gott, wer kann Da er in gewittern Furchtbar deinen weisen rath, Wer dein sich vor dir versteckt: Solltest erbarmen fassen? Nun jauchze, du nicht zittern? wen die sünde reut, Wer jesu christi sich erfreut: vor gott bestehen. 4. Hier fühl ich der fünEr wird den gräul, Ganz vor angst erDu, der schüttert. Auch für mich haft du glaubst, wer schadet dir? du, mein beil, Hier im staub 4 gezit 83 Erste Abtheilung. gezittert. Held! da sünd' und macht vor. Niemand nimmt ftrafgericht Dich fast nieder- von dir das leben. Du willst stürzen: Soll der gräul der selbst es für uns geben! Und sünde nicht meinen geist be- nicht sch mach noch marter stürzen? scheun, Aus der höll' uns zu 5. Aber du versöhntest mich! befrein. Denn auch mir zum fegen, 4. Treuer bürg', um unsert Ließest du allein auf dich, Gott willen Streckst du deine hände die strafe legen Du ergabst dich dar; Gottes rathschluß zu erdemuthsvoll In des vaters wil- füllen, Schonest du der frechen len, Um das was uns retten schaar. Wehrst dem schwerdte foll, Sterbend zu erfüllen. deines freundes; Heilst die 6. Nun, herr meine zuver- wunde deines feindes; Nimmst sicht! Hilf du meiner seele, Daß die bande willig an; Da dein im legten kampfe nicht Sün- arm sich weigern fann. denangst sie quäle! Ach laß! 5. Dank dir für so große deinen blut'gen schweiß, Wenn güte; Zeige nun auch deine ich ganz beklommen, Alsdann treu'. Und befreie mein ge keine hülfe weiß, Mir zu stat- müthe Von der fünden sklaves ten fommen! rei; Daß mein fleisch sich nie 3. Gefangennehmung Jefu. verstricke; Weltverführung nie M. Jesu meines Lebens leben. berücke; Des versuchers arge 149. Jesu Christi, dessen lift nie In sein neg mich wiewunden Heil und der zieh'. leben uns gebracht! Ach wie 6. Und soll ich den ruhm hart wirst du gebunden! Und erlangen, Daß ich deines geis verbrechern gleich gemacht! Dei- ftes voll, In bekenner fesseln ner feinde ganze tücke Kennft prangen, Deinetwegen leiden du, und weichst nicht zurücke! soll: Gib dann mir in meinen Gibst mit edlem helden finn banden Reichen trosft aus deis Dich in ihre banden hin! nen banden, Daß gleich dir, 2. Mehr als zwölf der leich sie nicht scheu', Ich, gleich gionen, Die um deines vaters dir, gelassen sei. thron, Seines wink's zu warChristus der uns selig. ten wohnen, Stehn bereit, o 150. Mein erlöser! auch menschensohn; Nur ein wink! für mich Gingst du bist befreiet, Und der feinde du hin zum leiden: Und bebeer zerstreuet! Doch wie viel gabst dich williglich Aller deiihr grimm verbricht! Du winkst ner freuden. Du sahst bandeinen engel nicht! den, schmerz und hohn; Sahst 3. Du bist selber reich an den tod von ferne; Doch erstärke, Die auch hier sich nicht trugst du, gottessohn! Alie leiverlor; Aber, herr, in diesem den gerne! werke Geht geduld der all- 2. Du entflobst nicht der gefahr XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 89 fahr, Die dem leben drohte. drohen; Schämt sich, daß er ges Als die stund' erschienen war, flohen: Kehrt um und eilt verGingst du froh zum tode. Wil wegen Dem tiefen fall entgegen. lig übergabst du dich In der 4. Wie ist der mensch so feinde hände, Und bliebst un- schwach! So viel sein muth veränderlich Treu bis an das versprach. Dort liegt er, tief im staube, Erloschen ist sein ende. 3. Lehre mich, wie du, so glaube! Sein fühner muth gestill Und so frob zu leiden. dämpfet! Ach, christen! wacht Und: wenn es dein rathschluß und kämpfet! will, Selig zu verscheiden! 5. Wo ist nun petrí treu? Stärke mich, wenn ich einmal Der jesum vormals frei Für Sterbend zu dir flebe; Daßigottes sohn bekannte; Für ihn ich durch des todes thal Ohne vor eifer brannte, Der hat, schrecken gehe. für jesu ohren, Bald frech ihm 4. Dank, o jesu, dank sei abgeschworen! dir Für dein letztes leiden. 6. Doch, herr, dein liebesDenn dadurch erwarbst du mir blick Bringt ihn alsbald zurück. Deines himmels freuden. Nun- Er fühlte sein verbrechen; Kann mehr weiß ich, daß im todlnun vor schmerz nicht spreIch nicht ewig sterbe, Denn chen; Und weint nun bittre ich bin versöhnt mit gott, Bin thränen, Die sich nach gnade des himmels erbe. ſebnen. 7. Er sucht und findet sie. 4. Jesus, von seinen Jüngern Verzagt drum, sünder, nie; verlassen, von Petrus ver- Gott ist unendlich gütig Seid leugnet. glaubig, nicht fleinmüthig So Mel. Wo soll ich fliehen hin. groß sind keine sünden: Sie 151. Mein jesu, für dein können gnade finden! herz Welch' ein so 8. Ach trennt mich auch die herber schmerz, Den du weit welt, Die stets mir nege stellt, mehr empfunden, Als striemen, Einst, jesu! von den deinen: schläg' und wunden! Die kleine Laß mich mit petro weinen: zahl von freunden Kränkt dich, Um gnad' in demuth beten; gleich deinen feinden. Nie judas weg betreten! 2. Raum nabt sich die ges Wenn meine Sünd' mich. fahr: So bebt der jünger schaar: 152. Von angst dahin Die erst sich hoch vermessen: gerissen, VerleugEh' sie der treu' vergessen, Den net petrus dich. Bald straft tod auch vorzuziehen, Verlassen ihn sein gewissen: Da weint dich und fliehen! er bitterlich. Tief dringt ihm, 3. Der kühn sein schwerdt herr, dein blick in's herz. Er gezückt, Dein Petrus selbst, er- fleht zu dir um anade, Und du schrickt; Er flieht, eh' bande stillst ihm den schmerz! 2. 90 Erste Abtheilung. 2. Wie wuchs nun deines scheue meine seele Weit mehr, zeugen Beständigkeit und mutb! als selbst den tod. Furcht fonnt' ihn nicht mehr 8. Ich will dich frei bekenbeugen Für dich, herr, floß nen. Wenn gott gericht einst sein blut! Dich, seinen berrn hält, Wirst du mich dann auch und seinen gott, Verherrlichte nennen Dem richter aller welt! sein leben, Verherrlichte sein Dein kreuz ist meine zuver. tod. sicht! Selbst denen, die dich 3. Betrübt ist meine seele, schmähen, Verhehl' ich's jesu Erfüllt mit reu und schmerz, nicht! Was hilft's, daß ich's vers 9. Bedeckt von deiner gnade, hehle? Du schaust mir ja in's Veracht ich ihren spott! Wer herz. Bekennen will ich es ist es, der mir schade? Du vor dir: Auch ich hab' dich hilfft mir aus, mein gott! verläugnet; Vergib, vergib es von meinem haupte fällt kein mir! haar, Und drohten sie mir alle 4. Wann deiner lehre hasser Die schrecklichste gefahr! Dich schmähten und ihr spott 5. Leiden Jesu vor dem füVon ihrem mund als wasser, dischen und römischen Dahin floß wider gott: Dann Gericht. schwieg ich furchtsam, schämte In voriger Melodie. mich Ein christ zu sein, und 153. Seht jesum, den scheute Mehr ihren spott, als dich! gerechten, Seht seine schmach und weint! Ents 5. O du, der du dein les chrt von lasterknechten Seht ben, Du herr der ewig da der menschenfreund, Spott, keit, So willig hingegeben speichel und der bosheit wuth Für meine seligkeit! Wie Erduldet er, und büßet Der undankbar, wie schwach war menschen frevelmuth! ich, Daß ich den hohn sünder Mehr fürchtete, dich! der 2. Der göttliche prophete, als Durch den der vater sprach, Trägt ohne widerrede Der wis 6. Ach rechne nicht zur dersacher schmach. Ihr, die fünde Mir diese feigbeit zu ihr seine martern seht, Bes Den schmerz, ten ich empfindenft's: um euertwillen Ward de, Erlöser, siehest du! Du jesus so geschmäht! schenktest petro seine schuld: 3. Der schönste unter allen Bedeck' auch mein vergehen hat nichts, was uns gefällt! Mit deiner lieb und buld. Wie blutend, wie verfallen, 7. Nur laß mir diese reue Wie sehr ist er entstellt! Von Ja unvergeßlich sein! Ich will, seinem bleichen angesicht Fließt zu ew'ger treue, Mich dir von blut; doch er ist stille, Und nun an weihn! Dich zu verflucht den Frevlern nicht. Jeugnen, herr mein gott, Das 4. Die feinde, die ihn bassen, 91 XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. sen, Verfolgt er nicht mit dern ausgehöhnt; stand er vor grimm. Trägt, als ein lamm, seinen feinden! gelassen Der würger ungestüm. 4. Den beiden, der sein richDurch göttlich sanften edelmuth ter war, Ergriff ein menschBesiegt er seine leiden, Und lich schrecken; Er stellt ihn sei der verfolger wuth. nen brüdern dar: Jhr mitleid 5. Herr, laß mich es beden- zu erwecken. Seht, welch' ein fen, Was du mir guts gethan; mensch! ich kann ihn nicht Und wenn mich leiden fränken: Verdammen, denn die unschuld Erinnre mich daran: Wie dulspricht Zu mächtig für sein des elends ganze last So wil- leben! lig übernommen, So still ges tragen baft! 5. Vergeblich, ach vergeblich war Die menschlichkeit des heis 6. Daß ich mich dir ergebe, den! Die aufgebrachte wilde Im glück, wie in der noth; schaar Sab jesu schmach mit Nie deiner unwerth lebe. Das freuden! Sein tod befriedigt gib mir, o mein gott! Werd' sie allein: Sie stürmten auf ich dich einst als richter sehn: den richter ein. So laß mich nicht mit schande er fierb am freuze! Vor deinem throne stehn. Und schri'n: 6. Du denkest ohne schaus Herr jesu christ ich weiß gar. der nie An dieses wort der 154. Seht, welch' ein sünder; Du sprichst: die rache mensch! wie lang strafte sie, Und straft noch ihre so schwer Auf ihm die last der finder. Doch, seele, denkst du fünder! Wie unaussprechlich auch dabei An deine sünden? duldet er Für uns, uns men- bist du frei Von schuld am schenkinder! So leiden sabtode jesu? von anbeginn Die erde feinen] 7. Sieh' welch' ein mensch! je als ihn: So wird auch er wird für dich Verschmähet feiner leiden! und zerschlagen! Hör ihn, er 2. Der sohn des böchsten, spricht: ich selber, ich muß und selbst gott Ein belfer, ein reine sünden tragen! Diegerechter, Ward frecher misse- schuld ist dein! durch meinen thäter spott, Und seines volks tod Versöhn ich, sünder, dich gelächter! Wie ein verbrecher mit gott, Und sterb' um deistund er da, Verklagt, ver- netwillen! läumdet, wer ihn sah, Der sah 8. D hochgelobter gottessohn, ihn mit verachtung! Du tilger meiner fünden, Er3. Ganz unbegrenzt war ihre höht auf deines vaters thron, wuth, Den heiligsten zu pla- Ach laß mich gnade finden! gen. Bedeckt mit striemen und Laß deines todes schmach und mit blut, Zergeisfelt und zer- pein Gerechtigkeit und beil schlagen, Mit einem dornen- mir sein, Um deiner liebe framg gekrönt; Mit königsklei- willen! 9. Sch 92 Erste Abtheilung. 9. Ich schwöre welterlöser, lernstlich meiden, Willst du, dir; Und ewig will ich's hal- herr! leiden. ten So wahr du lebest soll 6. Ach großer mittler, groß in mir Nie deine lieb' erkal- zu allen zeiten, Wie kann ich ten! Dein leiden und dein g'nugsam deine treu ausbrei tod soll mich, So lang ich ten? Kann ich sie dir, beherrlebe, berr! an dich Und deinescher aller welten, Wohl je lieb' erinnern! vergelten? 10. Entzündet sich der lüfte 7. Dodh dir gefällt's, wenn gluth, Lockt mich die welt ich mich selbst bekämpfe: Dir zur sünde: Dann rüste mich folge, und des fleisches lüfte mit fraft und muth: Daßdämpfe; So sei denn auch ich sie überwinde! Dann rufe forthin mein ganzes leben Nur du mir liebreich zu: Denk', dir ergeben! welch' ein mensch war ich und 8. Gib selbst zu diesem selidu, Du wolltest mich nicht gen geschäfte mir schwachen lieben? deines guten geistes kräfte; 155. Herzliebster jesu, was Daß er mich zu dir ziehe und hast du verbro- regiere Zum guten führe. chen, Daß man das todesur- 9. Dann werd' ich dankvoll theil dir gesprochen? Du bei- deine huld betrachten; Die ligster, bist ja in missethaten lust der welt aus lieb' zu dir Niemals gerathen! verachten; Mit allem eifer 2. Und doch wirst du versuchen deinen willen Treu zu worfen und verhöhnet, Mit erfüllen. einem dornenkranz zur schmach 10. Zu deiner ehre will ich gefrönet, Gegeisselt und von alles wagen Kein drohen achschmerzen schon entkräftet An's ten, keine schmach noch plakreuz geheftet! gen. Mich sollen auch des 3. Was ist die ursach' aller bängsten todes leiden nicht von solchen plagen? Ach unsre sün- dir scheiden. den haben dich geschlagen! Zu 11. Dieß alles, ob's für ihrer tilgung hast du, herr, er schlecht gleich ist zu achten, duldet! Was wir verschuldet! Wirst du doch, mein erbar 4. Wie wunderbarlich ist mer, nicht verachten. Du wirst doch diese strafe! Du, guter das opfer gnädig von mir hirte leidest für die schaafe! nehmen, Dich mein nicht schäDie schuld bezahlst du, herr, men. für böse knechte, Du der ges rechte! 12. Empfang ich dann dereinst vor deinem throne Aus 5. große lieb' o liebe deiner hand der überwinder faum zu fassen! Auch mir zum frone: So soll dich, höchster, heil hast du dich martern las- unter engelchören Mein lobfen. Damit ich lerne, sünden lied ehren. XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 93 O traurigfeit o herzeleid. 11. Hilf gotteslamın Am blinde wuth! Okreuzesstamm zu unserm heil durst nach blut! geschlachtet, Daß mein geist, Als nie erhöret worden! Ihn, wenn sünde lockt, Deine pein den lebensfürsten selbst, Wagt betrachtet. man zu ermorden. 12. Auch müff' allein, Herr! 2. Den heiland meint Sein deine pein Mein troft sein, stolzer feind, Die bosheit, zu wenn ich sterbe; Daß ich sanft besiegen, Durch der bölle rach- entschlaf' auf dich, Und dein sucht soll Gottessohn crlic- reich ererbe. gen! 156. 6. Jefus am Kreuz. 3. Welch' ein bemühn! Um's 157, leben ihn, Die unschuld selbst, welt, fieh' hier dein leben Am zu bringen! Daß auf seine freuzesstamme schweben! Dein kreuzigung Alle juden dringen. heil sinkt in den tod! Der große 4. Ach seht sogar Die fries berr der ehren Läßt willig sich gesschaar Den beil'gen leib ent- beschweren Mit banden, schläFleiden! Er soll, ist er gleich gen hohn und spott! gerecht, Ihre ftreiche leiden! 2. Tritt her und schau mit 5. Kein schonen mehr! Sie fleiße; Sein leib ist ganz mit geisseln sehr Den leib, daß er, schweiße Des blutes überfüllt. zerrissen. Aus unzähl'gen wun- laus seinem edlen herzen Für den läßt Ströme blutes fließen! unnennbaren schmerzen, Ein 6. Frech, ruchlos, blind seufzer Nach dem andern Unmenschen sind, Die ihn so quillt! grausam böhnen; Daß sie den 3. Warum ward'st du ge zergeisselten Noch mit dornen schlagen, Herr, und mit sol= frönen. chen plagen Ich dieser welt 7. Noch beugen die Vor ihm belegt? Du warcst ja kein die fnie, Die keinen frevels sünder, Wie andre menschenscheuen, Beten ihn als könig finder, Was hat dir solche an, Drauf ihn zu verspeien. noth erregt? 8. Und doch wird nicht Vor 4. Wir sind's, wir sollten dem gericht Der juden haß ge- büßen In ew'gen finsternissen stillet; Bis sein martervoller Das, was dein tod versöhnt! tod Ihre rach' erfüllet. Die geiffeln und die banden, 9. Ach hilf, daß ich, Mein Und was du ausgestanden, Das jesu, dich, In's berz zeit lebens alles haben wir verdient! faffe, Und mich auf dein theures 5. Auch ich und meine fünblut Ganz und gar verlasse. den, Die sich so zahllos finden, 10. O große huld für fremde Als wie der sand am meer: schuld Läßt sich der herr zer- Die haben dich geschlagen, Die schlagen! Jesu, meine misse- brachten diese plagen, Und diese that Wirkte deine plagen. martern auf dich her. 6. 94 Erste Abtheilung. 6. Du nimmst auf deinen schmähn; Wie schwer sie ihrer rücken Die lasten, die mich sünden Bestrafung werden findrücken, Bis zum ertödten den, Will ich aus deinem leis schwer. Du wirst ein fluch, den sehn. dagegen Erwirbst du mir den 15. Dein beispiel soll mich Segen; Wie herrlich und wie lehren, Des höchsten rath zu groß ist der! ehren, Auch wenn er trübsal 7. Du seßest dich zum bür- schickt. Ich will des lebens pla gen, Ja läsfest dich erwürgenjgen Getrost und willig tragen, Für mich und meine schuld; Bis gottes hülfe mich erquickt. Für mich läßt du dich krönen 14. Nie will ich wieder schelMit dornen, die dich höhnen, ten; Nie spott mit spott vers Und leidest alles mit geduld! gelten; Nie, wenn ich leide, 8. Du gehst, nur meinet dränn. Das unrecht will ich wegen, Der todesnacht entge- dulden, Dem nächsten seine gen Mit wahrem beldenmuth! schulden, Wie du von herzensDu stirbst, mir vom verdergrund verzeihn. ben, Errettung zu erwer 15. Gerührt von deinen plas ben, Und alles thust du mir gen, Will ich mit ernst entsazu gut! gen Dem was dir nicht ge9. Wie bin ich dir verbun- fällt. Was deine augen hassen. den, Durch den ich heil gefun- Das will ich fliehn und las den, Ich bin dein eigenthum. sen: Gefiel es auch der ganzen Dich dankbar zu erweisen, welt. Soll feel und leib dich preisen, 16. Soll ich dann endlich Und dir gehorcheu, sei mein sterben; so laß dein reich ruln! mich erben, Und so getrost, 10. Was könnt in diesem wie du; Den geist an meis leben Jch dir sonst wieder nem ende In deines vaters geben? Das, jesu, will ich bände Befehlen zu der ew'gen thun: Es soll dein tod und ruh! leiden, Bis leib und seele schei- O haupt voll blut und wunden. den, Mir stets in meinem 158. Du, der voll blut herzen ruhn! und wunden, Für 11. Ich will's vor augen uns am kreuze starb, Und uns setzen, Mich stets daran er- sern lebensstunden Den größ gößen, Ich sei auch wo ich ten troft erwarb; Du, der sei; Es soll mir sein ein spie- sein theures leben, Noch eh gel Der unschuld, und ein ich war, auch mir zum heil siegel Von deiner großen lieb bast hingegeben, Mein jesu, dank sei dir! und treu. 12. Wie strenge gott ver- 2. Wie viel bast du erdulbrechen An denen einst wird det, Erhabner menschensohn! Als rächen, Die seine huld ver- du so unverschuldet Empfingst der XIII. Bon Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 95 der fünder lohn! Da folgte Und auf des lebens pfade Mir schmerz auf schmerzen: Da traf muth, fraft, troft und heil. dich schmach auf schmach, Da 8. Mit innig frobem triebe lag auf deinem berzen Angst, Bring' ich dir meinen dank; die das herz dir brach! Die größe deiner liebe Bleibt 5. Entblößt von allem reize, stets mein lobgesang! Gib nur, Der menschen wohlgefällt, daß ich mich halte Zu dir Hingst du an deinem freuze, mit gegentreu, Daß, wenn ich Ein fluch vor aller welt: Dich einst erfalte, Ich noch der flohen deine freunde; Du warst deine fei! der leute spott; Dich höhnten 9. Belebe dann mein hof deine feinde: Wo ist denn nun fen; Zum himmel einzugehn. sein gott? Laß mich im geist ibn offen, 4. Wer kann dir nach em- Und dich verherrlicht sehn. Da psinden Den schmerz, die to- ruf ich dann mit freuden: Nimm desangst, Mit welcher du, meinen geist herr auf! Und du von sünden Uns zu erretten, nimmst ihn im scheiden Zu deis rangst. Die last gebäufter planer wonn' hinauf! gen Fiel da so schwer auf Gin lämmlein geht. dich, Daß sie dich drang zu 159. Erhebe vom geräusch klagen: Gott, wie verläßt du der welt, sees mich. leidenshügel! Ihr hims le, deine flügel Hin, wo die 5. Ach, diese laft und mühe wuth ihr opfer bält; Zu jes Hab' ich dir auch gemacht! nem mein erlöser siehe Vom thro- mel! welch' ein mensch ist das! ne deiner macht In gnaden Wie drückt ihn seiner feinde auf mich armen, Der sich ver- baß Mit höllisch wilden freuschuldet bat, Und hilf mir den! Er, der die tobten aufe aus erbarmen Von meinerserweckt, Er, muß, mit wunden missethat. überdeckt, Den tod der mörder 7. Ich will auf dich stets leiden! sehen Mit aller zuversicht. Wo- 2. Geduldig fiebet er sein hin soll ich sonst gehen? Ver- blut In vollen strömen fliewirf du mich nur nicht. Wo ßen; Fleht für die hasser, die soll ich ruhe finden, Wenn du voll wuth Es im triumph vermich, herr, nicht liebst? Wo gießen. Schau! ist umbüllt reinigung von sünden, Wenn in finstre nacht. Er ruft, er du sie mir nicht gibst? ruft: es ist vollbracht! Nun 7. Du hast mir durch dein senkt sein haupt sich nieder. leiden Vergebung, beßrungs- O meine seele freue dich, Dir kraft; Ja trübsal trost und gab, der hier am freuz erfreuden, Die ewig sind, ver- blich, Das recht zum himmek schafft. D gib an dieser gnade wieder. Auch meinem glauben theil; 3. Er, er hat deine missethat, 96 Erste Abtheilung. that, Den fluch für dich ge- mein aug' erst um die meis tragen: O seele, deine sündenen In seiner letzten funde hat Den frommen so zerschla- weinen: So soll dies wort gen! Durch ihn nimint dich mir troft verleihn! Der, als der vater an. Die wunder sei- der tod schon um ihn schwebte, ner güte kann. Kein sterblich Die seinen noch zu schüßen lied erheben! Doch bört er strebte, Wird auch der meinen unfre lieder gern, Anbetung, belfer sein! preiß und ruhm dem herrn, 4. Froblockt, bußfertige verDer uns sein heil gegeben! brecher! Wer glaubet, fommt 7. Leßte Worte des sterben- nicht in's gericht. Hört, was den Erlösers. zu dem gebeugten schächer Der M. Wie wohl ist mir o freund. mund der liebe sterbend spricht: 160. Komm, laß uns je- Du wirst, so ruft er ihm sum sterben sehen entgegen: Noch heute deines Mein herz seb bin nach gol- glaubens wegen Mit mir gatha, auf dessen fürchterlichen im paradiese fein! D höhen Einst gottes größtes werk berr! laß an des todes pforte geschah. Erwäg' an diesem hei- Einst diese trostes volle worte ligen orte Der sterbenden er- Mich auch im letzten kampf lösers worte Und rufe gott im erfreun! glauben an. Sie können dir 5. Wer kann die hohen leiviel trost im leben Und einst den fassen, Als christus an noch troft im tode geben, Wenn dem kreuze rief: Mein gott hier dich nichts mehr trösten kann, wie hast du mich verlass 2. Geduldig bei den größ- sen! O wie beugt ihn die last ten schmerzen, Nimmt er sich so tief, Die unsre sünden auf seiner feinde an: Er ruft mit ihn brachten! Vor angst und fanftmuthsvollem herzen: Sie pein müßt er verschmachten; wissen nicht was sie ge- Wär' gott nicht seine zuverthan. Der göttliche der größte sicht. Herr, der für mich zum beter, Fleht liebreich noch für tod gegangen, Für mich vermissethäter, Werkzeuge seiner lassen da gehangen, Mein herr pein und schmach. Mensch! und gott, verlaß mich nicht. wenn dich rach' und zorn ver- 6. Der fürst des bimmels führen: Laß dich durch dieses und der erde, Bon allem labbeispiel rühren, Und bete dei- sal ißt entblößt, Wünscht, daß nem heiland nach. sein durst gestillet werde, 3. Welch beispiel kindlich mensch, der dich so theu'r erfrommer triebe, als unter let löst, Der heiland rufet dir den ohne zahl, Der herr noch heute, Jm armen den dem jünger seine liebe, an deiner seite, Auch hunger, Die mutter sterbend durst und mangel drückt. D noch empfahl! Ach wird selig, wer den ruf erfüllet! Denn XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 97 Denn wer des armen mangeljland bis zum tod am freuz, stillet, Der hat den heiland Auch unter schmach und pla selbst erquickt. gen blieb er sich gleich; sein 7. Nun enden sich die schwe- herz und sinn Blieb göttlich ren leiden, Der heiland spricht: groß, so zeichnet ihn Sein heis es ist vollbracht! Dwort liges betragen. des sieges! wort der freuden! 2. Erbarme, vater, ihrer Du nimmst dem tode feine dich, Bergib es; sie verkennen macht. Heil uns! wer darf mich; So bat der herr für es nun wohl wagen, Uns, die feinde. Ach, wenn er so für erlösten, zu verklagen? Der feinde spricht: Wie liebevoll friede ist mit gott gemacht! wallt ihm denn nicht Sein Gib, daß am ende meiner Herz für seine freunde! tage Auch ich o herr, mit 3. Dem schächer schenkt er freuden sage: Es ist vollbracht, seelenruh, Spricht: Warlich es ist vollbracht! heute noch bist du mit mir im 8. Das letzte wort aus dei- bessern leben! Du wirst auch nem munde, Herr jesu, soll mich, wenn du dereinst Als auch meines sein. Laß es in richter aller welt erscheinst, meiner todesstunde Mir muth Zur seligkeit erheben! und zuversicht verleihn! Du 4. Er sah die mutter; sab rufest: vater, ich befehle den freund. Liebt, sprach der In deine hände meine treue menschenfreund: Liebt euch, seele! Die allen menschen heil wir sehn uns wieder: So sag' erwarb. Nun war das große ich einst den meinen auch, werk vollendet, Wozu der va- Liebt euch, dann liebet gott ter ihn gesendet! Da neigt er euch auch! Liebt euch; wir sanft sein haupt und starb! sehn uns wieder.d 9. Herz! kannst du ohne 5. Da flebte er: mein gott, fromme zähren Den heiland mein gott! Berlässfest du mich gottes sterben sehn! Mußt du in der noth? Mein heiland, ihn nicht mit freuden ehren mich verlassen Wird gott um Und willig seinen ruhm er deinetwillen nicht; Und wenn höhn? weine fromm bei mir noch so viel gebricht, Wird seinen plagen, Und fröhlich fieb' gott mich nie verlassen. ihn nach drei tagen, Aus sei- 6. Mich dürftet! rief er matt nem grabe auferstehn! Und von schmerz. So lernt in jeder wenn ihn spötter hier entehrten, noth sein herz Mitleid mit Dort wirst du ihn, als den uns zu haben. Wenn feinen verklärten, Zur rechten seines troft mein herz mehr fühlt; vaters sohn! Wenn nun fein labsal mehr Kommt her zu mir spricht. mich fühlt; wird er, wird er 161. Erniedrigt hatte sich mich laben. bereits Mein hei- 7. Es ist vollbracht! in ewigG feit 98 Bindhast dur Erste Abtheilung. keit Hat er gesiegt und uns be- segnendes gebet Auch uns ein freit. Hilf, herr, auch mir ewig beil erflebt. Er sagt auch vollbringen! Zu dir um bei uns zu unsrer ruh', Erbarmen stand flehe ich: Du siehst mich und vergebung zu. Herr jesu kämpfen, stärke mich, Das christ, Gelobt seist du Für deis fleinod zu erringen. nen tod, Gott ist durch dich 8. Dir, vater, geb' ich mei- noch unser gott! nen geist In deine hand! o sei 3. Daß gott mit langmuth gepreist, Die hoffnung jenes und geduld, Auch selbst bei lebens Bewährest du noch ster- sehr gebäufter schuld Der fünbend mir: Erfüllt wird sie ge- der dennoch schonet; Daß er wiß von dir, Ich hoffe nicht so liebreich ihrer denkt, Und vergebens! ihnen frist zur buße schenkt, Eh' 9. Wie rührt dein hohes bei nach verdienst er lohnet; Daß spiel mich! Vergeben will ich, ich noch fröhlich sagen kann; fehn auf dich; Nach dir gen Auch mich, mich fünder, nimmt himmel schauen, Die meinen gott an! Hast du durch deiner lieben, und in noth, Und noch fürsprach fraft, Mein treuer dereinst in meinem tod, Wie heiland mir verschafft: O jesu du, dem vater trauen! uchrift, Mein herr und gott! Vater vergib ihnen. Mein herr und gott! Vertritt Herzlich lieb hab' ich dich 2c. du mich bis in den tod! 162. Um gnade für die 4. Wird je mein herz von fünderwelt Rufft troste leer, Weil meiner sündu, o berr, am freuz gequält den furchtbar heer Auf's neue Von frecher fünder rotten, Dir mich erschrecket: O dann verblutet das bedrängte berz Wenn sichre mich auf's neu: Du stes cich, bei deinem herben schmerz, best mir als mittler bei, Der Die feinde ruchlos spotten. meine schuld bedecket. Mein Doch siehst du mit erhabnem geist blickt glaubensvoll auf dich blick Von ihnen weg, auf den Und freuet deiner bülfe sich. zurück, Den diese schaar in dir Beschließ ich meine pilgrim entehrt; Rufft, daß es erd'lschaft: so fiärfe mich mit und himmel hört: Vergib, o neuer kraft. Herr jesu christ, gott, und führe nicht Sie in's Der letzte Kampf Wird mir gericht; Das, was sie thun, versüßt, Wenn du mein troft verstehn sie nicht! im tode bist! 2. Erstaunend seb' ich diese 5. Wohl mir! wenn ich dir huld. Wie mitleidsvoll ist die ähnlich bin; Drum flöße deis geduld, Die mörder so ertränen sanften sinn Doch auch in get! Jhr, die ihr euren bei meine seele: GSib, daß bei uns land ehrt, Fühlt seiner liebe verdientem schmerz Ich dir großen werth, Die selbst die des feindes beil und herz feinde segnet. Er hat durchlund meine fach)' empfehle. Besänftige XIII. Von Chrifti Leiden, Tod und Begräb 99 fänftige mein reges blut; Undl 3. Ohne zagen kann er sterflammt des zornes wilde gluth ben; Seine feele stirbt ja nie. Mein herz zur rachbegierde an: Ihr droht nicht nur kein verO so erinnere mich daran, Herr derben; Auch kein schlaf bejesu christ: Wie du am kreuz täubet sie. Wo sie erst aus durch dein gebet, Selbst deinen langer nacht, Nach jahrhunmördern gnad' erfleht! derten erwacht; Nein, sie soll 6. Mich tröste dein versöh- zu neuem leben, Scheidend nungstod, Es bilde mich dein noch empor sich heben. geist, o gott, Daß ich dir 4. Theures wort des ew'gen ähnlich werde. O zeug' mich, lebens, Tröste du mein bredu erhöhter held, Zu dir hin- chend herz; Und dann ängauf vom dienst der welt, Zum ftet nur vergebens Meinen himmel von der erde! Dulgeist der trennung schmerz. Er bist das haupt, wir folgenssinkt nicht in finsterniß, dir, Zeug' dir uns nach: fo Denn wahrhaftig und gewiß laufen wir: So wollen wir Ist das wort des treuen zeuuns deiner pein, Und deiner gen. Hier muß jeder zweisel fürsprach ewig freun. Herrschweigen. jesu christ, Wie felig ist, wie 5. Herr nun fühl ich abzuselig ist Der mensch, dem dusscheiden Eine beil'ge luft in ein heiland bist! mir: Dort sind unbefleckte freuden; Aber müh' und elend bier. Kein auch noch so früHeute wirst du mit mir im Paradiese sei'n. Freu' dich sehr o meine seele. hes grab Kürzet je mein le163. Heute, sprach mein ben ab. Es soll nur los von heiland, heute, beschwerden, Zeitiger veredelt An sein blutig freuz erhöbt, werden. Als ein sünder ihm zur seite, 6. Selig, furchtlos, rein von Sterbend noch um gnade flebt; mängeln, Ja von nun an seHeute; so betheur' ich dir, lig ist, Brüderlich begrüßt von Heute noch sollst du mit mir, engeln, Der im Herrn entIn mein Paradies erha- fchlafene christ. Was fein glaube ben, Theil an meinem reiche je gethan, Jedes gute werk baben! folgt dann Seiner seele von 2. Theures wort aus jesujder erden Hin vor gott, sein munde, Fest versiegelt durch lohn zu werden! sein blut, In der finstern to 7. Nun auch ich o herr, be desstunde Gibst du freudigkeit fehle, Wenn ich faum noch und muth! Wenn der christilallen kann, Die durch dich nun scheiden soll: Bleibt er erlöste seele Deinen treuen fester Hoffnung voll; Sieht die händen an. Und du heiland nacht in licht verwandelt, Weißstärkest mich, Nufest mir auch gewiß wohin er wandelt. Izu, daß ich, Noch am tage 20 Lilinde nos HX 100 Erste Abtheilung. da ich sterbe, Deine herrlich- dir um hülfe weinen, Beschämst feit ererbe. du feinen. 8. Ja noch an demselben 6. Ihm halfst du nicht, und tage Geh' ich in den himmeller rief dir so sehnlich! Er war ein, Los von aller furcht und ein wurm und menschen kaum plage, Herr, bei dir daheim noch ähnlich, So tief versenkt zu jein. Hier genieß ich dei in pein, Des grimmes beute nes lichts, Bis der tag des Ein spott der leute! weltgerichts Auch die nacht des grabes endet, Und die seligkeit vollendet. 7. Kopfschüttelnd sehmähten ihn die feinde, keiner, Von allen, die ihn sahen, schonte seiner. Er flag es, schrin sie, gott; der mag ihn retten, Will er ihn retten! mind Mein Gott, mein Gott warum hast du mich vers lassen? 8. Er, vor der welt zum Mel. Herzliebster jesu was. fohne dir erforen, Ward durch 164. Am freuze rief der ein wunder deiner macht gebosohn, versenkt in ren, Unschuldiger, als die pers leiden, Entkräftet und berau flärten frommen. Gerecht, vollbet aller freuden: Mein gott, kommen. mein gott! wie? hast du mich verlassen? Kannst du haffen? 9. Zahllose martern litt er, mich ein gerechter, Wie keiner war, der fünder hohngelächter Und 2. Ach welche bittre schau- du entzogst, bei ihrem grimm dervolle klagen Des sohnes und hohne, Dich deinem sohne! gottes! unter welchen plagen! 10. Wie war sein heiliges Ach warum konnt ihn gott, gebein zerrüttet! Wie hing er sein gott verlassen? Konnt er da, wie wasser ausgeschüttet! ihn hassen? Bis auf den tod verwundet, 3. Herr du bist heilig, zürnst und entkräftet Ans freuz genur mit den fündern, Und er, heftet. dein sohn, dem unter deinen 11. Und händ und füße wurFindern, Rein engel gleicht, den ihm durchgraben, Und werdein sohn von dir geschlagen, muth, wermuth wars, was sie Muß fast verzagen. ihm gaben! So lachte seines 4. Die je bekümmert, hülflos durst's, mit bittrem spotte, Der in gefahren, Verlassen noch am mörder rotte! untergange waren, Die bast du, 12. Dies litt dein sohn, und wenn sie sich auf dich verließen, solche gräuel übten Die fünder Herausgeriffen. wider ihn, den hochgeliebten! 5. Sie riesen, der du gern Er litt, mit wunden uns mit seibedrängte tröstest, 3u dir um nen thränen Dir zu versöhnen! schuß und rettung, du erlöß- 13. O du, des eingebornen test. Und noch, wenn wir zu gott, der armen Elenden fünder XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 101 der gott, Uns im Erbarmen an dem freuze hangen, Die Auch furchtbar! heiliger, er wider uns verlorne war. Er, barm dich unser! Erbarm dich den mir gott zum heiland macht! unser! Rief auch für mich: es ist vollbracht! 14. Herr, er bezahlte dir, was wir bezahlen, Wir dulden foll- 5. O herr laß mich nun auch ten, namenlose qualen; Er ward vollbringen, Was wahre dankgegeiffelt! gott erbarm dich un- barkeit begehrt; Laß nach der ser! Erbarm dich unser; heiligung mich ringen; Wozu 15. Er waid, ach vater könn dein tod mir kraft gewährt, test du uns hassen? Er ward stärke mich dazu mit macht, von dir, für uns von dir ver- Bis meine beßrung ganz volllassen! Er starb den tod des bracht. fluchs; Erbarm dich unser! Erbarm dich unser! 6. Du littst so viel zu meinem leben; Drum laß mich stets voll eifer sein, Mich deis Es ist vollbracht. Wer nur den lieben gott läßt. nem dienste zu ergeben, Und 165. Es ist vollbracht, so keine schmach dabei zu scheun. ruft am freuze Des Dein dienst, o jesu, sei mein sterbenden erlösers mund! Oruhm, Dein bin ich ganz dein wort voll troft und leben reize eigenthum. Zur freude meines herzens 7. Soll ich, bei dir ergeb grund! Das große opfer ist nem herzen, Auch hier durch geschehn, Das gott auch mir manche trübsal gehn; Und hat zum heil ersebn. mein gott auch für mich schmer2. Mein Jesus stirbt: die zen Zu meiner prüfung außerfelfen beben, Der sonne schein sehn; So laß auch mich den verlieret sich. In todte dringt troft erfreun: Es kommt das ein neues leben. Der heil'gensente meiner pein! gräber öffnen sich. Der vor- 8. Erschüttern mich des tohang reißt, die erde kracht, des schrecken: So stärke mich Und die versöhnung ist voll- in solcher noth. Laß mich den bracht! troft noch sterbend schmecken: 3. Wie viel, o herr, hast du Daß du besieget haft den tod: vollendet, Als dir das herz So sterbe ich durch deine macht im tode brach! Du hast das mit dem triumph: es ist vollurtheil abgewendet, Das auf bracht! der welt voll sünder lag, Für 8. Der Tod Jesu und die uns hast du genug gethan; dabei erfolgte Wunder. Gott nimmt uns nun noch Ich hab mein sach gott heim. gnädig an! 166. Nun ist es alles wohl 4. Fließt, freudenthränen, von LOUNG gemacht, Mein den wangen! Mein glaube sieht jesus ruft: es ist vollbracht! nun offenbar Die handschrift Der neigt sein haupt, o ( 3 mensch 102 Erste Abtheilung. HOER ILX mensch, und stirbt. Der dir] 9. Ertödte felbft in meiner erwirbt Das erbe, welches nie brust, Mein heiland, jede böse verdirbt. luft Dein tod, der mir das 2. Der, dem an hoheit kei- leben schafft, Verleih mir kraft ner gleicht, Der herr der herr- Jm kampf mit meiner leidenlichkeit erbleicht. Was wun- schaft. der, daß die erde kracht, Und 10. Gestärkt von dir, besieg dicke nacht Verhüllt der sonnen- ich sie, Und scheue dabei keine glanz und pracht! ( müh. Ich seßze freudig auf 3. Das heiligthum steht auf dein wort Den kampf hier gedeckt; Die felsen bersten; alles fort, Und volle rub erwart schreckt; Der todten gräber öff ich dort. nen sich; Wie sichtbarlich Zeigt 11. Wie dank ich dir, herr hier der gottheit finger sich! jesu chrift, Daß du für mich 4. Weil denn die kreatur gestorben bist! Dich preiß ich sich regt: So werd' auch du, hier schon bocherfreut Doch nach mein herz, bewegt! Empfinde der zeit Noch froher in der reuvoll deine schuld. Aus got- lewigkeit. tes huld Starb jesus auch fürj deine schuld. O Traurigkeit o Herzeleid. 167. Am freuz erblaßt, 5. Sein tod( o nimm esl Der marter laft, wobl in acht!) Hat trost und Der todesqualen müde, Fins heil auch dir gebracht. Ver- det mein erlöser erst In dem ebre den, der bis zum grab grabe friede. Sich für dich gab, Und stirbt 2. Ein heil'ger schmerz Durchdem sündenleben ab. bringt mein herz. Und, herr, 6. Ja vater, unter pein und was kann ich sagen? Nur an hohn Erbleicht am freuz dein meine bruft kann ich Tiefgeeigner sohn; Nun ist kein zwei- rühret schlagen. fel, deine huld Tilgt meine 3. Du schüßest mich; Und schuld, Und trägt forthin mit über dich Geh'n aller trübsal mir geduld! wetter. Sterben wolltest du 7. Hin auf sein freuz will für mich, Einziger erretter! ich stets sehn, Und dankvoll 4. Du haft's gethan, Dich seine treu erhöhn. Trost soll bet' ich an, Du könig der erer mir im sterben sein, mich lösten, Dein will ich im tode dann erfreun: So schlaf ich mich Glaubensvoll getrösten! sanft und selig ein. 5. Es ist vollbracht! Rieft 8. Und dient ich nun der du mit macht, Du zeigst, daß sünde noch? Fern sei von mir du dein leben, Mein Versöh ihr schnödes joch! Auf, seele! ner, göttlich frei Habest hindaß du dich erhebst, Nur jesu gegeben. lebst, Ihm zu gefallen dich bestrebt. 6. Hochheil'ge that! Des höchsten rath Will ich in demuth XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 103 muth ehren. Der erwerber dulden; Selbst am freuze willst meines heils Wird mir's einst du dich, Herr, izt opfern, herr oble erklären, der für mich! 7. Allmächtig rief, er, der 4. Solche liebe kann ich dir entschlief, Den todten; sie er- Nummer, o mein beil, vergelstanden! Licht entschwingt der ten; Viel zu wenig ist dafür lebensfürst Sich des todes Aller reichthum aller welten. banden! Was ich habe, herr, ist dein! 8. Das finftre thal Willjach wie soll ich dankbar sein? ich einmal Durchwandeln ohne 5. Nun ich weiß, was du grauen: Denn durch dich, er- begehrst: Dieß mein berz soll löser, ist's Mir der pfad zum ich dir geben. Dir gehört es, schauen! du gewährst Ihm auch un9. I preise dich. Er- schuld, heil und leben. Dein, forsche mich, Und siehe, wieso jesu, sei's in noth, Dein ich's meine. Ja du siehst es, im leben, dein im tod. d wenn ich still Meinen dank dir 6. Laß mich nur vor dir weine. bestehn; Laß mich in der trüb10. Bergeß ich dein: So sal stunden Deiner liebe größe werde mein In ewigkeit ver- sehn, Deine huld in deinen geffen! Herr, ich will, so lang wunden; Und wenn ich zu ich bin, Deine lieb ermessen! ihnen flieb, Ach so tröste mich 9. Anwendung der Leiden durch sie! und des Todes Jesu. 7. Was du bassfest, laß mich, 1. Zur Bußgesinnung. berr, Stets verabscheun und Mel. Jesus meine Zuversicht. verachten; Laß mich immer 168. Seele, denk an gol- leifriger Nur nach deinem reiche gatha, Denk anstrachten; Führe mich durch christi tod am freuze, Und er glück und leid, Wie du willst, wäge, Was dich da, Wohl zur/ zur seligkeit. buß und beßrung reize. Kannst 8. Laß mich auch die lette du hier noch fühüos sein? noth, Froh und standhaft überLerne hier die fünde scheun! winden. Nirgends müsse mich 2. Schaue jesum, dir zu der tod, Als im glauben an gut, Hier am freuze hülflos dich finden. Wer zur zuflucht hangen. O wie strömet bier dich sich macht Spricht getrost: sein blut! Alle fraft ist ihm es is vollbracht. entgangen. Gott, was duldet Benn meine Sünd' mich fränfen. er für noth! Sesus duldet mei- 169. Hin an dein kreuz zu treten, In nen tod! 3. O lamm gottes, ohne deinem leiden dich, Voll glauschuld, Alle strafen meiner schul- ben, anzubeten, Versöhner, den Willst du willig, blos aus stärke mich! Laß mich mit zits huld, Um mich zu befrein, er- ltern und vertraun, Wie du dich 4 für 104 Findhrases da Erste Abtheilung. 80 no itx für die fünder Hin in den tod die euch fluchen, Vergebt und gabft, schaun! segnet fie! 2. Wie ist des besten seele 8. Noch währen seine quas Bis an den tod betrübt! So len; Roch trinkt er ohne raft brünstig, meine seele, Hat je- Des zornes volle schalen, Trägt sus dich geliebt. In heißen unsrer sünden last, Und fühlt ängsten schwebt er da, Mit für uns des todes noth! Und unsrer schuld beladen, Dem nun ergreift den müden Der opfertode nah! fürchterlichste tod! 8 3. Fallt nieder! bebt ihr fün- 9. Vor seines todes schrecken der! Verhüllt das angesicht, Verlischt der sonne licht; Die Jetzt ist für adams finder Der engel gottes decken Jbr bebend mittler im gericht! Er leidet angesicht! Nun sinkt er in des unsre todespein, Fühlt unnenn- todes nacht! Erbarm, o gott, bare qualen, Uns menschen zu dich unser! Er stirbt! es ist befrein! vollbracht! thay di 4. So liebt er uns verbreEin Lämmlein geht und. Cher! So groß ist unsre schuld! 170. Was ist der mensch, Gott ist der fünden rächer; des du gedenkst? Und gott ist gnad und huld! Was bin ich? gott erbarmer! Wer nun der fünden gräul nicht Du, der du tausend welten lenfft, baßt, Häuft auf den tag des Was bin ich, herr, ich armer? zornes Sich selbst des zornes Ich lag im blut und meine noth last! War fluch und der gedrohte tod, herr erbarmte meiner sich, JeWo soll ich rettung finden? Der tilge deine fünden. hovah sprach ganz väterlich: Ich 5. Hört's, die ihr eure her zen Noch ihrem Dienst ergebt! Der preis so vieler schmerzen Ift, daß ihr ewig lebt. O nehmt an seiner gnade theil, Der sohn soll für uns sterben, 2. O göttliche barmherzigkeit! Erfennet feine liebe, Verwerft Der mittler wohlzuthun bereit, nicht euer heil! Entzieht uns dem verderben. 6. Vernehmnt's auch ihr, o Er fleidet sich in fleisch und spötter, Die ihr den mittler blut, Und was kein freund, kein schmäht! Er ist auch euer retter; bruder thut, Wer kann was Hört für euch sein gebet: Sie größers denken? Er stellt sich wissens nicht, was sie begehn; aller marter bloß, Er leidet, Vergib, o vater, ihnen, Wenn er stirbt göttlich groß, und einst sie zu dir flehn! läßt ins grab sich sinken! 7. Jhr, eurer brüder feinde, 3. Ganz fass't dich selbst kein O schlagt an eure brust! Seid engel nicht, Gedanke zum ers aller menschen freunde! Ver- schüttern! Zwar bist du meine dammt der rache lust! Vergeltet zuversicht, Doch denk' ich dich euren haffern nie! Den feinden, mit zittern. Wenn ich im geist geth XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 105 gethsemane, Wenn golgatha im allen schmerz, für alle angst, geist ich seb, Was ists, das ich Darin du für mich fünder empfinde? Ich weine, herr, rangst, Sei ehre deinem nadoch nicht um dich, Ich wein' men! Gedenk, herr, meiner in und klage über mich, Und über der noth, Gedenk auch meiner meine sünde. einst im tod, Und im gerichte, 2. 3ur Stärkung im Glauben. 4. Was du bezahlt, ist meine amen. schuld; Der herr stirbt für die knechte; Es büßt mit göttlicher geduld Für fünder der gerechte! Christus der uns felig macht. Mein ist die last, die jesus trägt, 171. Mein erlöser, gots Der zorn des höchsten, der ihn tessohn, Der du schlägt, Der sollte mich ver- für mich littest, Und auch auf derben? Es war nur meine der himmel thron Jetzt noch missethat, Die, heiland, dich für mich bittest: Welche wohlgemartert bat; des todes sollt that ist für mich Dein versöbich sterben! nend leiden! O wie preis ich würdig dich, Ursprurg meiner freuden! 5. O fünde, fünde, gute nacht! 3u lang, ach viel zu lange, 2. Unermeßne herrlichkeit War Hast du das Herz um troft gedir, herr, gegeben; Und du bracht; Nun will ich, falsche konntest jederzeit Voller freuden schlange! Dich hassen, deine lockung flichn und mich der leben. Aber, oder großen buld! liebsten lust entziehn. Bei christi Daß ich selig würde, Uebertod am freuze Entsag ich, was nahmst du mit geduld Schwerer dem fleisch gefällt, Der bösen luft, der argen welt, Und ihrem falschen reize. leiden bürde. 3. Nun kann meine missethat Noch vergebung finden. Denn du starbst, nach gottes rath, 6. Herr, laß mich aus barm- Auch für meine fünden! Meine herzigkeit Wie freundlich duschulden trugest du, Ließt für bist, schmecken: Wenn sünden mich dich strafen, Meiner feele der vergangnen zeit Mit ew'gen trost und ruh Gnädig zu verstrafen schrecken. Es stärke schaffen! mich in seelennoth, Herr jesu, 4. Was mir luft zur beste dein versöhnungstod, Die kraft rung schafft, Was zur tugend von deinen wunden. Es tröste leitet, Dazu hast du neue kraft mich dein banges flehn, Da Durch dein kreuz bereitet. Nicht du noch Rettung ausgesehn In vergebens darf ich nun Mich deinen Marterstunden! um kraft bewerben, Gottes wil 7. Dank, mein Erlöser, dank len treu zu thun, Sünden sei dir Für jede deiner plagen, abzusterben. wennmar Für alle leiden, die du hier An 5. Nun kann ich dem to seel und leib getragen; Für desthal Froh entgegen sehen; 35 und 106 und dan Erste Abtheilung. I Und zu jener welt einmal Ohnelin gnaden an, Den ich dir jest schrecken gehen. Du, herr, finge; Des, was du an mir haft aus aller noth, Rettungsgethan, Bin ich zu geringe. mir errungen, Und durch deis 2. Ich erwäg' es hin und nen kreuzestod Meinen tod her, Was dich angetrieben, bezwungen. dirit Eine fünderwelt so sehr, Wie 6. Herr, was ich bin, daß eu thatst, zu lieben; Uns vers du mein So dich angenommen? lorne zu befrein, Hast du angst Daß die frucht von deiner pein und banden, Geiffeln, schmach Auch auf mich soll kommen! und todespein Willig ausges Gib mir weisheit, gib mir standen. kraft( Du haft sie in händen) 3. War es unsre würdigWas du mir zum heil ver- feit? Nein, des vaters güte, schafft, Treulich) anzuwenden. Deines berzens freundlichkeit, 7. Laß das wort von dei Und dein treu gemüthe: Dies nem kreuz Mich mit muth besbat dich an's freuz gebracht, leben, Ernstlich jedem fünden. Daß kein mensch verzagte, reiz bier zu widerstreben. Treib Wenn der fünden meng' mich mächtig dadurch an, Got- und macht Das gewissen. teszorn zu scheuen; Was ich nagte! bereuen. unrecht je gethan, Innig zu 4. du wunderbarer rath, Den man nie ergründet! O 8. Drückt mich meine sün- du wunderbare that, Die man dennoth, Straft mich mein ge- nirgend findet Sünden, deren missen: O dann laß aus dei- gott zum hohn, Menschen nen tod Mich den trost ge- sich erfrechen, Die läßt gotnießen, Daß du auch für meine tes eigner sohn An sich strenge schuld Büßend bist gestorben, rächen. and Und mir alle gnad' und huld, 5. Meine große sündenschuld Haft bei gott erworben. Traf den treuen bürgen; Er 9. Stärke mich durch deinen ließ sich aus großer huld Mir tod Auf die legten stunden. zu gut erwürgen. So hat er Wie du deine todesnoth Sieg- uns heil gebracht; Sollt uns reich überwunden; O so bilf nicht geziemen, Seiner liebe dazu auch mir. Laß mich fröb- starke macht Ewiglich zu rühlich scheiden; Herr, so dank men? Melegn leiden.d ich ewig dir Für dein bittres 6. Herr, dein fricde sei mit umir, Und auf mein gewissen, In voriger Melodie. Wenn es zaget, laß von dir 172. Jefu, meiner seelen Troft und freude fließen Trost VARNO licht, Ursprung ergießt in jedes Herz Sich aus meiner freuden, Wie viel trost deinem herzen. Auch den bängund zuversicht Fließt aus dei sten, herbsten schmerz Heilen nem leidem! Nimm den dank deine schmerzen. 1 CHR 7. Laß, dos XIII. Von Chrifti Leiden, Todhund Begräbniß. 107 7. Laß so bald mein herzljesu, sagen Deiner theu'r er erschrickt, Ueber seine sünden, lößten dir Billig neuen dant Wenn auch dich mein glaube dafür. blidt, Mich, herr, gnade fin- 3. Du betratst für uns zu den! Sieh, ich fall zerknirscht sterben, Willig deine leidensvon reu' mit wahrhafter buße.[ bahn; Stiegst, uns leben zu Und dem vorsaß beßrer treu', erwerben, Gern den todesberg Jesu dir zu suße. hinan; Trugst, vergessend eige 8. Nun ich weiß, worauf ner schmerzen, Deine menschen ich bau, Und bei wem ich blei- nur im herzen. Diese liebe be, Wessen fürsprach ich ver- preisen wir. Unvergeßlich sei trau Und an wen ich glaube. fie mir! Jesu, du, du bist's allein Wels 4. Meinetwegen trugst du cher mich beschirmet, Wenn bande, Littest du der lästrer gleich des wissens pein Aufspott; Achtetest auch nicht der die seele stürmet. schande, Mein versöhner und 9. Hier bin ich dein eigen mein gott. Mich hast du der thum, Soll dort mit dir erben. schmach entrissen, Die mich Drum will ich zu deinem ruhm hätte treffen müssen. Wie verLeben und auch sterben; Daßpflichtet bin ich dir Nicht auf auch ich einst rühmen mag: ewig, berr, dafür! Aus dem grab erstanden Mei- 5. Frevler frönten dich zum nes jesu großer tag, Heil mir! bobne, Deine stirne blutete ist vorhanden. Unter einer dornenkrone, König aller Könige! Mir zu gut baft du's erlitten; Mir die ebrenfron' erftritten. Preis, anbetung, dank sei dir, Liebens173. Du, der menschen würdigster, dafür! Jesu meines Lebens Leben. heil und leben, 6. Du, der tausendfache Des sich meine seele freut, schmerzen Mir zu liebe gern Der für mich sich hingege- ertrugft, Deinem großmuthsben, Stifter meiner seligkeit; vollen herzen War mein heil Du, der lieber wollte ster- belohnung g'nug. Trost in meiben, Als mich lassen im ver- nen legten stunden Floß für derben: Ach, wie dank, wie mich aus deinen wunden. Herr, dank ich dir, Mein erlöser, ich dank, ich danke dir Einst g'nug dafür! im tode noch dafür! 2. Menschenfreund, von gott 7. Rub' im leben, trost am gesendet, Zu erfüllen seinen grabe; Unaussprechlicher gerath, Längst hast du dein werk winn, Den ich dir zu danken vollendet, Weg zu thun die habe! Dir, des ich nun ewig missethat! Doch in den ge- bin, Jesu, dir mein herz zu ges dächtnißtagen Deiner leiden,[ ben, Deiner tugend, nachzustreben, 3. 3ur Gegenliebe und Dankbarkeit. 108 indh Erste Abtheilung. 111Z ftreben, Dir zu traun, zu ster- geduld. Herben tod hast du ben dir, Dies, dies sei mein geschmecket. Um zubüßen meine dank dafür! schuld. Daß ich würde losge 174. Jesu meines Lebens zählet: Wardst du bis zum leben! Jesu meines tod gequälet: Tausend 2c. todes tod! Jesu für mich hin 7. Deine tiefe demutb büßte gegeben In die tiefste seelen- Meines finns vermessenheit; noth! Ach du scheutest kein Und dein herber tod versüßte verderben, Nur, daß ich nicht mir des todes bitterkeit. Was durfte sterben: Tausend, tau- dich quälte, wird mir armen sendmal sei dir, Liebster jesu, Heil und trost, durch dein erdank dafür! barmen Tausend 2c. 2. Du, ach, du haft ausges 8. Nun ich danke dir von standen Lästerreden, spott und verzen, Jesu, für gesammte hohn, Speichel, schläge, stric noth, Für die marter, für die und banden, Du gerechter got- schmerzen, Für den herben bittessohn, Nur mich von den tern tod Für dein zittern, für fündenketten Und vom tode zu dein zagen, Für die tausenderretten: Tausend, tausendmal fache plagen, Ja für alle deine sei dir, Liebster 2c. pein Will ich ewig dankbar Isein! 3. Ach, zu heilen meine plas gen, Und für meine seelenruh O haupt voll blut und. Ließest du dir wunden schlagen; 175. Jh danke vir von Wer war so geplagt, als du liebster freund, Für deine toherzen, O jeſu Ja, du ließest, mir zum segen, desschmerzen, Wie gut hast Dich mit fluch und tod belegen: du's gemeint! Ach gib, daß Tausend 2c. ? wahrer treu, Daß, wenn ich ich mich halte Zu dir mit nun erkalte, In dir mein Ende sei. 4. Ach wie hart warbst du verhöhnet, Und sogar zur bit tern schmach mit der dornen fron gekrönet! Was littst du, 2. Wenn ich denn einst foll für ungemach? Mir einst kro- scheiden, So scheide nicht von nen aufzusetzen, Mußten dornen dich verleßen Tausend xc. mir; Wenn ich den tod soll leiden, So tritt du dann herfür; 5. Gerne ließest du dich schla- Wenn mir am allerbängsten gen Abzuwenden meine pein; Wird um das herze sein, So Ließest fälschlich dich verklagen reiß mich aus den ängsten Kraft Daß ich konnte sicher sein; Daß deiner angst und pein. ich möchte trostreich prangen 3. Erscheine mir zum schilde Hast du ohne trost gehangen In meiner todesnoth, Und laß Tausend 2c. mich sehn im bilde, Wie du 6. Du warst ganz vom fluch besiegt den tod. Da will bedecket, Und littst alles mit ich nach dir blicken, Da will CA ich XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 109 ich glaubensvoll Das herz an herr, auf meiner bahn Stets dir erquicken. Wer so stirbt, glaubensvoll dein muster an, der stirbt wohl. Um mich darnach zu richten. Allein gott in der höh' sei. Nun sei der pfad auch noch so 175. danke dir für seil? Ich geh' ihn froh mit deinen tod, Und dir, mein heil. Sapon amer die gebäuften plagen, Die du, 3. Nichts ist, was mich gemein heiland, mich aus noth fesselt hält. Du hast den him3u retten, bast ertragen. Laß mel, herr der welt, Für mich das verdienst von deiner pein hintan gesezet. Was mein herz Ein trost für meine seele sein, liebt, das opfert's doch Dir Wenn mich die fünden fränken. gern auf, weil es nichts so 2. Ich danke dir für deine hoch, Als deine liebe, schäßet. huld, Die du auch mir erzei- O wie so viel hab' ich in ihr! get, Da du zur tilgung meiner Du dankst mir nichts, ich alschuld, Dein haupt am freuz les dir. dn! geneiget. Owende dich zu mir, 4. Dem nächsten dürft ich mein gott, Mit trost in mei- mich entziehn? Gemächlich jede ner legten noth, Daß mich der bürde fliehn? Und du trugst, tod nicht schrecke. was für bürden? Ach bürden[ 3. Erhalt' in deinem dienft die trugst du sie nicht, Uns mich treu, Bis leib und feele einst von gottes angesicht Zur scheiden; Daß nicht an mir bölle stürzen würden! In vergeblich sei Dein theuerwer- schweiß und müh', von trägthes leiden. Und wenn mein beit fern Dien' ich nun auch lauf vollendet ist: So nimmsdem nächsten gern. mich dahin, wo du bist, Auf 5. Ich scheute jede bangig daß ich bei dir lebe! feit, Da doch, du herr der 4. 3ur Selbstverleugnung- berrlichkeit, Selbst blut geM. O ewigkeit du donnerwort. schwißt im garten: Hier in der 176. Der du der strafen welt hab' ich oft angst: Allein schwere last Anda du selbst zitternd rangst; meiner statt getragen haft, Für Was darf ich sonst erwarten? mich den tod gelitten; Wie Herr, laß auf deinen kampf soll ich dir g'nug dankbar sein, mich sehn: So werd' ich nie Daß du durch leiden, tod und in noth vergebn.And host pein Das leben mir erstritten? 6. Du könig trugst die dorHerr, dessen eigenthum ich bin, nenkron; Und mich erschreckt Nimm ganz zu deinem Dienstlein citler hohn, Wenn robe mich bin! spötter spotten? Nein, sollt 2. Troft hab' ich ja allein auch alle welt zugleich Sich durch dich; So stärket auch wider dich, herr, und dein dein leiden mich Zu meinen reich Voll stolz zusammen rotschwersten pflichten. Ich schaue, ten! Der feige flieh' des frevlers dd Erste Abtheilung. 110 lers spott; Mich ehrt er, er tragen. Ach mein fleisch ent ist ruhm bei gott. seget sich Vor des freuzes schwe7. Nach ehre dürft' ich lü- ren plagen. Und doch soll ich stern sein? Und du, du läs- bei der pein Deinem fürbild sest dich verspein, Da ich nach ähnlich sein. ruhme geize? Nach boheit strebt 2. 2er dir nachzufolgen strebt ich ohne ruh'; Und, gott, Muß sich deiner schmach nicht mensch, dich erniedrigst du schämen; Und wenn sich das Gar bis zum tod am freuze! fleisch erhebt, Sich zum steten Wo du, der du den tod be- kampf bequemen: Wer sein kreuz zwingst, Verachtet zwischen nicht auf sich nimmt, Ist zum mördern hingst! bimmel nicht bestimmt. 8. In frankheit fühl' ich lin- 3. O wie sanft wird mir derung, So bald die pein der die last, Wenn ich's zuverfreuzigung Mein banger geist sichtlich wage; Und, wie du betrachtet. Und trostlos machet gelitten haft, Rubig alle noth mich kein schmerz, Wenn auch ertrage; Dann wird was mir schon mein zerschmolznes berz schrecklich deucht, Mir noch Umsonst nach labung schmach- angenehm und leicht! tet Denn dir, deß herz ver- 4. Ach, weit mehr, unendschmachtet war, Reicht man lich mehr, Als ich je von kreuz zur labung effig dar! empfinde, Litt'st du, allerhei9. Wer hier die weltluft nur ligster, Für die welt, für begehrt, Der ist, o jesu, dein meine sünde: Unzählbar war nicht werth; Noch fleischlich, jdeine noth, Unaussprechlich noch verblendet. Zu leidenschwer dein tod! mache mich bereit, Du ur- 5. Durch dein freuz ersprung meiner seligkeit Bist auch warbst du mir Kraft und muth durch sie vollendet. Dir, der in meinen leiden. Nun kann, mir diese bahn erst brach, Trag' jesu, mich von dir keine ich mein freuz nun willig nach.( pein, kein tod nicht scheiden. 10. O jesu, gib mir deinen Werd' ich muthlos, dann stärkt finn! Daß nun, wie du, auch sich Mein erschrocknes herz ich forthin, Das, was die welt durch dich. liebt, meide. Herr, bilde mich 6. Endlich nimmst du alle nach dir, daß ich Dir ähnlich noth Gnadenvoll von meinem werd', und williglich Mit dir rücken: Endlich wird ein sanfhienieden leide! So herrsch' ich ter tod Den zerschlagnen geist dort dereinst mit dir; Hier aber erquicken; Und in der verwes lebest du in mir! sung haus Rub' ich von der 5. 3ur Geduld im Leiden arbeit aus. Jesu meine zuversicht. 7. Dort wohin du nach dem 178. Jesu, jefu stärke mich streit Triumphirend dich ge Willig alle laft zu schwungen, Gibst du mir die herr XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 111 errlichkeit, Die du durch dein 6. Du wirst mir deine gnas reuz errungen; Und von aus- de nicht versagen! Du hast ja, gestandner pein Ernd' ich dann berr, auch meine schuld getranoch segen ein. gen; Für mich gefleht, den 8. Nun ich fliebe nicht dein glauben mir zu stärken Zu Freuz; Sern nehm' ich's aus guten werken. deinen bänden. Mich soll nie 7. Ich will hinfort dich der lüfte reiz, Nie die trübsal vor der welt bekennen, Und von dir wenden. Gern trag' ohne furcht mich, berr, den ich, wiewohl noch schwach, deinen nennen. Nichts, nichts Dir dein kreuz, v jesu nach. soll mich von deiner liebe 6. Zur Treue und Bestän- scheiden, Nicht lust, nicht leidigkeit im Ghristenthum. den. Herzliebster jesu was. 8. Laß deinen guten geist 179. herr, mein gott, mich stets regieren, Mit weisder du für mich beit mich, mit edlem muthe gestorben, Und mir am freuzzieren; Daß wenn ich strauchle, mein ewig beil erworben, Wie ich nicht gar verderbe, Noch wenig schlägt mein herz, vollsewig sterbe! böser triebe, Zu dir von liebe! 9. Wenn ich so stets der 2. Wie unbeständig, zaghaft tugend pfad betrete; Im glaus und vermessen, kann es so ben kämpf', im glauben wach' bald, was es dir schwur, ver- und bete: So ist mein heil gessen! Kaum droht die welt, schon so gewiß erstrebet, Als kaum locken falsche brüder; jesus lebet! So fall ich nieder. 10. Seh' ich dein freuz den 3. Ist dies das berz, daß ich flugen dieser erden Ein ärgerdir gang ergeben, Dir treu zu niß und eine thorheit werden: sein, zu sterben, die zu leben? So sei's doch mir, trop allen Ist dieß die pflicht, mein blut frechen spottes, Die weisheit Dita for für dich zu wagen, Nie zusgottes! verzagen? 11. Gott, eile nicht, sie 4. Ach sieh', erbarmer! mich rächend zu zerschmettern. Erzu deinen füßen In wehmuths- barme dich, wenn einer von vollen schmerzen ganz zerfließen! den spöttern Sich spät bekehrt Wie könntest du ein reuend und dich, den er geschmähet, herz verschmähen! Ach hör' Um gnade flehet. mein flehen. 160 12. Du wirst als richter, einst 5. Schenk' einen blick voll vom himmel kommen; Dann mitleid und erbarmen Mir, der zähle mich, o herr, zu deinen ich dich so oft verließ, mir ar- frommen, Dann sei das glück, men, Der dich reumüthig, daß ich dir angehöre, Mir glaubig wieder suchet, der sündespreis und ehre! She fluchet. 110 115 13. Dann trocknest du gewiß 112 Bindbund Erste Abtheilung.d no IX wiß all meine thränen, Erfül- sinn, Wie viel es dich gekoe lest jede wünsche, jedes sehnen; ftet, Daß ich erlöset bin! Und frönest mich, nach dunk- 6. Mein Freuz und meine ler tage leiden Mit ew'gen plagen, Udn wär's wär's auch freuden! schmach und spott Hilf mir geduldig tragen. Laß nur, mein herr und gott, Mich fliehen jede lust der welt, Und dem 180. Wenn mich die sün- serempel folgen Das du mir den fränken, So vorgestellt. laß, herr jesu christ, Mich 7. Laß mich an andern üben, glaubensvoll bedenken: Wie du Was du an mir gethan; Und gestorben bist, Und rettung von meinen nächsten lieben; Gern der schuldenlast, deu reuerfüll- dienen jedermann, Obn' eigenten sündern, Am freuz erwore nuß und heuchelei, Und wie ben hast. lou mir's erwiesen, Aus wah2. Dwundervolle lieberer lieb und treu. Bedenk's, v seele, recht! Es 8. In meinen legten stunden starb aus freiem triebe Der Erquicke mich dein tod, Daß Herr für seine fnecht. Selbst ich, mit dir verbunden, Besieg' seinem eignen sohn gab gott auch diese noth. Du bist es, Für mich verlornen mene berr, auf den ich trau! Stärk' schen In marter, schmach und meine seel' im tode, Daß ich tod! dich ewig schau. 3. Was kann mir denn 181. Jesu, deine tiefe wunnun schaden Der fluch, der den, Deine qual sündern droht? Gott sieht auf bis in den tod, Die du auch mich in gnaden. Durch jesu für mich empfunden, Laß mir mittlerstod Bin ich von dies geben trost in noth! Fällt mir sem fluch befreit, Und darf etwas arges ein, so gib nicht ängstlich fürchten Gericht von deiner pein Neuen eindruck und ewigkeit. 460 11 in mein herze, Daß ich nicht 14. Drum sag' ich dir von mit fünden scherze. herzen Jetzt und mein leben- 2. Die erinnerung deiner lei lang Für deine todesschmerzen. den Stärke mich mit fraft und Erlöser, lob und dank. Hilf, muth, Alle schnöde luft zu meis daß ich dir für deine treu Auf den, Zu bekämpfen fleisch und ewig ganz ergeben, Und thä- blut. Auch, wenn meine seele tig dankbar sei. ezagt, Wenn mich trübe schwer5. Herr, laß dein bittres muth plagt, Laß, in glauben leiden Mich reizen, als ein mich zu stärken, Mich auf deine christ Mit allem ernst zu mei- leiden merken. 7. 3um Trost und zur Beruhigung.d den, Was vor dir sündlich ist. 3. Will die welt mein herz Nie komme mir's aus meinem verführen Auf die breite süngrat den XIII. Von Christi Leiden, Tod und Begräbniß. 113 denbahn; Will der lafter reiz freuz uns schmerzensvoll Ew', mich rühren: So erinnere bu ges heil erworben! mich dann An der marterzent 2. Du bist erblaßt, O herr, ner laft, Die du ausgestanden und haft Doch in dir selbst baft, Daß ich dir getreu verbleibe das Leben. Gleich den sterbUnd die böse luft vertreibe. lichen, hielt dich Einst das grab umgeben! 4. Gib bei allem, was mich 1 fränket, Mir aus deinem leis 3. Doch heil sei mir! Du nicht die verwes 1 an gedenket, Strömet neuer troft sung seben. Bald hieß dich mir zu, Wenn mich meine fehler des höchsten kraft Aus dem reun; Müsse mich dein tod er grabe gehen! freun. Denn du hast, da du 4. Ich weiß, du wirst, Mein gestorben, Diesen trost auch lebensfürst, Wie dich, auch mich mir erworben. lerwecken. Sollte denn mein 5. Auf dich seß ich mein ver- glaubig's herz Vor der gruft trauen, Jesu meine zuversicht. erschrecken? Du vertreibst des todes grauen; 5. Hier werd' ich einst, Bis Durch dich schadet er mir nicht. du erscheinst In sanftem fries Sicher ist bei dir mein heil. den liegen. Denn durch dei Hab' ich, herr, an dir nur theil: nen tod kann ich Tod und grab O so wirst du ew'ges leben Mir besiegen. auch einst aus gnaden geben. 6. Jhr, die die welt Gefef6. Hab' ich dann in meinem felt bält, Zagt nur vor der herzen hoffnung jener herrlich- verwesung! Ich, ich hoff in feit: So besieg ich auch die christo einst Meines leibs erschmerzen Von dem legten fampflösung. und fireit. Wenn gleich meine 7. Nein, nichts verdirbt, hütte bricht, Quält doch todes. Selbst das, was flirbt, Der furcht mich nicht. Durch den leib wird auferstehen, Und zu troft aus deinen wunden Wird himmelsglanz verflärt, Aus sie glücklich überwunden. dem grabe gehen. 10. Begräbniß Jesu. Traurigkeit o Herzeleid. 8. So sink' ins grab, Mein leib, hinab! Ich will mich drum 182. Zur Zur grabesruh Ent nicht fränken, Sondern jesu, schliefest du, Der mir zum troft, An dein grab du für uns gestorben, Und amigedenken! den rub. Wenn mein herz dar- fonnteft hier 1. XIV. Von der Auferstehung Jesu. Gewißheit der Auferstehung Jesu und Freude darüber. Melodie. Erschienen ist der. 00183. Kaum stieg zu ihrem sonn in ihrerpracht herauf: Seht, frohsten lauf Die so verließ der herr sein grab, Der H für 114 des Erste Abtheilung.no JUZ für die welt sein leben gab. würd'ges lied erhöhn. Lob sei Lob sei dem berrn! 978 dem berrn! 2. Ich glaub's und bin von zweifeln frei, Daß er vom tod erstanden set. Was ist, wenn 184. das nicht wahr ist, wahr? Das freude! seht! das grab ist leer! Er leere grab zeigt's offenbar. Lob lebt! der heiland lebet! Der sei dem herrn! erden schoos hat ihn nicht mehr! 3. Die erd' erbebt: es wälzt Er lebt! ihr feinde bebet! Sei vom grab Den stein ein engel uns gegrüßt, erstandner held! gottes ab, Und kündiget dem Die nun dem tod entrißne fiegsheld, an, Den bald drauf welt, Besingt dein neues leben! seine jünger sahn. Lob 2c. 2, Was war die erde dazu4. Sie sahen, hörten, fühl- mal, Als sich ihr grund emten ihn. Sie erst blöd, schüch- pörte, Da man bei jesu todestern, sind nun fühn; Mit wun- qual Die felsen krachen hörte? dern und mit ihrem blut Ver- Auf, jauchze nun vor fröhfiegelt es ihr heldenmuth. Lob lichkeit! Der fieg ist da! aus fei 2c. bod ist der streit Mit sünde, tod 5. Lebt christus, was bin ich und hölle. 2015 betrübt? Ich weiß, wie herzlich 3. Ihr himmel, laßt den er mich liebt, Und stürb auch jubelflang Durch alie wolken alle welt mir ab: G'nug, daß fahren! Kommt, wiederholt den ich ihn zum freunde hab. Lob zc. lobgefang Ihr reinen geister6. Er leitet, schüßzet, tröftet schaaren! Ehrt izt den tag, wie mich. Sterb ich, so nimmt er jene nacht, Die diesen held mich zu sich. Wo er ist lebt, an's licht gebracht! Verherrkomm ich auch hin, Weil ich mit licht seine siege! ihin vereinigt bin. Lob sei 2c. 4. Es müsse zions heiligs 7. Durch ihn bin ich mit thum Vom jauchzen wiederschal gott versöhnt; Durch ihn mit len: Gott in der höhe! dir gnad' und heil gefrönt. Mein sei rubin; Den menschen wohlbanges herz ermuntre fich! Gott gefallen! Jbr kreaturen stimmt und mein heiland liebet mich, mit ein, Auf erde müsse fries Lob sei 2c. de sein, Jm himmel hobe 8. Durch seiner auferstehung wonne! kraft Bollend ich meine pilger- 5. Er, der des grabes siegel schaft; Freu seiner mich in seis bricht, Macht mir den himmel nem reich und bin dort seinen offen. Nun ist mein glaube engeln gleich. Lob sei zc. zuversicht! Feft stehet nun mein 9. Für solchen troft der selig- hoffen! Du heiland lebst, du keit Danft dir, herr, deine chri- lebeft mir, Du kannst, du wirst, stenheit. Wenn wir dereinst dein das trau ich dir, antlig sehn: Soll dich ein du bist, hinführen. Mich, wo Nun Nun freut euch lieben. 115 Nun lob mein' Seel' den. XIV. Von der Auferstehung Jesu. denvoll ein christ, Ihn bet' 185. Lobsinge, meine seele, ich an im staube, Ihn, der Dem welterlöser, mein retter ist Ich werd' ihn bet' ihn an! Lobsing ihm und ewig schauen, Wenn er auch erzähle, Was dir zum heil der mich erhebt! Der herr ist mein herr gethan. Er hat für dich vertrauen, Er starb für mich gerungen: Durch seine macht und lebt! this bar hat er Des todes macht bend fo zwungen Und seiner schrecken 2. Lobpreisung Gottes und heer Er hat des grabes grauen| Chrifti für die Auferstehung. Geschwächt, da er erstand. Nun läßt uns gott einst schauen Der frommen vaterland. Wacht auf ruft uns. do 195 186, Lobt den höchsten! 2. Froh führte seine sonne Mag jesus lebet! ErDen festlich hohen tag herauf: löste menschen, o erhebet Des Da stand er, meine wonne, welterlösers majestät! Hört's, Mein gott und mein erlöser, betrübte sünder, gebet Der freude auf! Gedanke, der zu freu- raum; denn jesus lebet! Gott den Des himmels mich er- bat ihn aus dem staub erhöht. hebt! Gedanke, der im leiden O seele, dein gesang Erschalle Mit reichem troft belebt! Des ihm zum dank! Ihm zur ehre! böhern lebens quelle! Mein Dich, großer beld, Erheb' die schild in jeder noth! Wo ist welt, Weil deine hand den dein fiez, v hölle? Wo ist sieg behält! am to si o dein stachel, tod? 2. Jesu fünger wehrt dem 3. Der felsen grund erbebet, leide! Lobsinget ihm und nehmt Die Wächter fliehn, das grab voll freude am siege theil, den ist leer. Der darin tod war, er erftritt! Seid ihr gleich lebet: Er lebt und stirbt bin- des grabes finder, Er ist des fort nicht mehr! Die schwa- todes überwinder, Er berrscht, chen jünger wanken, Er stärkt der für euch farb and litt die wankenden. Sie sehn ihn, Was wollt the traurig sein? freun fich, danken dem auf Getroft könnt ihr euch freun! erstandenen! Sie sehn empor Jesus lebet! In ewigkeit, Zu ihn steigen, Und gehn, wie aller zeit Bleibt er in hülfe er gebot, Mit freuden hin uns bereit! und zeugen Von ihm bis in 3. Nun verzagt auch nicht den tod! verbrecher, Gott ist euch nun 4. Herr, deine boten sie kein strenger rächer: Wenn ihr gen, Von dir und deinem die schuld mit ernst bereut. geist gelehrt. Die gößentem- Durch des todes überwinder pel liegen; Der erdkreis wird Ist er dem reuerfüllten fün zu gott befehrt. Ich weiß, der Ein vater der barmherzigan wen ich glaube, Bin freu- keit. Er nimmt ihn liebreich auf 5 2 Mit 116 Erste Abtheilung. VIZ and a Mit kraft zum tugendlauf Ihn 4. Dies rühine, wer errettet zu segnen. Preis sei der ist Und wer ihm unterthan; buld, Die unsre schuld Ver- Welt, die du nun sein erbtheil tilgt, und mit uns trägt ge- bist, Lobsing und bet' ihn an! duld! 5. Preist jesu vater, denn 14. Tod, wo findt nun deineler hat Nicht seines sohn's gefchrecken? Nicht ewig wird das bet, Nicht, was er für die grab uns decken, Verwest der fünder that, Sein opfer nicht leib gleich in der gruft: Einstverschmäht! dull wird er zum bessern leben Sich 6. Das ist des mittlers preis ans des todes flaub erheben, und lohn: Der, welchem er Wenn jefus den entschlafnen verzeiht, Soll ewig leben wie ruft. Dann wird des todes der sohn In seiner herrlichkeit! feld Zu einer regen welt. Al- 7. Sagt's aller welten völker les lebet, So wie verneut, Zurjan: Bekehret euch zum herrn! frühlingszeit Sich alles regt Ihm werde jeder unterthan, und alles freut!. Und jeder dien' ihm gera. 5. Oerstandner, welch' ein 8. Des vaters reich ist auch segen Erwartet uns, wenn wir das reich Des johnes: er reauf wegen Einhergehn, die giert, An ruhm und macht dem dein fuß betrat! Unerforschte vater gleich, Dem aller ruhm. feligkeiten, Die ewig währen, gebührt! sind die beuten, Die uns dein 9. Es febl' ihm an bekennern fleg erkämpfet hat. Einst find nie: So lange diese welt Noch fie unser theil, Einst frönet menschen hat, so lange sie Der uns das heil Deines lebens, arm des berrn erhält!& Gelobt sei gott! Auch noch im Erschienen ist der herrl. tod Ist er und bleibet unfer 188. Der berr hat alles gott! wohl gemacht! Nun danfet all' und br. Nun ist das große werk voll187. Froblockt, ihr chri- bracht! Nun ist die welt mit sten, preist und gott versöhnt, Und jesus ift chrt Gott, eures mittlers gott! von gott gefrönt. Gelobt sei Der vater hat den sohn erhört, gott! Erhört in seiner noth. 2. Aus liebe fandt gott feis 2. Die mörder triumphir- nen sobn, Der litt von menten schon: Wo ist des sohnes schen schmach und hohn, Und macht? Der herr errettet feinen starb, stieg aus dem grab hersohn: Sein rathschluß ist voll- vor, Und siegreich schwang er bracht! cludit sich empor. Gelobt sei gott! 3. Der sohn befabl in seine 3. Er hat auf erden gott gehand Dem vater seinen geist; ehrt, Gewandelt so, wie er geEr ward begraben, er erstand: lehrt. Folgt, christen, christi Gott hält, was er verheist! lehr' und rath: Thut, was er euch XXIV. Von der Auferstehang Chrifti. 117 each zum fürbild that. Gelobt fenbaren. Volles heil wirst du set gott! erfahren. 4. Er, der sein leben für 3. Jesu Auferstehung, ein uns gab; Für uns verläßt er Beweis seiner göttlichen auch sein grab, Zerstört ist nun Sendung. fff des todes macht, Unsterblichkeit M. Sei Lob und Ehr bem. an's licht gebracht. Gelobt ze. 190. Bringt preis und 5. Er ist im bimmel noch ruhm dem hei mein freund, Ich bin als glied land dar! Frohlockt ihm alle mit ihm vereint. Er, der ver- frommen! Er, der für uns föhnend für mich litt, Fühlt getödtet war, Ist aus dem seiner freunde leiden mit. Ge- grab gekommen! Gelobet seist lobt sei gott! du, jesu christ, Daß du für uns gestorben bist, Und siegreich Wie schön leuchtet der. 189. Froblockt dem Herrn, auferstanden. bringt lob und dank 2. Dein leben in der majes Ihm, der des todes macht bestät, Befestigt unfern glauben. zwang, Und uns, den staub; Wer kann, da dich dein gott erhöhte! Der hohe sieger über- erhöht, Den großen troft ans wand: Nacht war um ihn, rauben: Daß du uns von det und sie verschwand In belle sünde macht Befreiung baft morgenröthe! Bebet, Gebet an's licht gebracht; Den hinStolze spötter Unserm retter mel uns geöffnet! D Preis und ehre! Glaubt an 3. Gott selbst, der dich dem ihn und seine lehre! grab entrückt, at dem, was 2. Preis ihm, heil uns, sein du gelehret, Der wahrheit fies grab ist leer! Fest stehet, wielgel aufgedrückt; Und dich als ein fels im meer, Das wort, sohn geehret Und deines opfers das er gesprochen. D selig, sboben werth Hat er auf's herrs wer sich ihm vertraut! Er hat lichste bewährt; Da er dich den tempel neu gebaut, Den auferwecket. blinde wuth gebrochen. Seele, 4. Erstandner, ich frohlocke Wähle Ihn zum führer, Und dir, Daß du nun ewig lebest. regierer Deines lebens! Auf Du lebst und siegst, daß du ihn hoffst du nicht vergebens. auch mir Das ew'ge leben ge3. Zum höheren leben führt best! Daß du auch mein erreter dich, Und nimmt gewiß dich ter jeist, und neue fräfte mir einst zu sich: Fällt deine hütte verleihst, Mit freuden gott zu nieder. Das grab empfängt dienen. zwar dein gebein, Doch nicht 5. Mein herr, mein gott, auf ewig wird es sein, Ver- hilf mir dazu! Befreie mich klärt gibt er dir's wieder. von sünden Laß mich für meiHerrlich Wird sich Dann ne seele rub Ju frieden mit auf neue Seine treue Of- lgott finden! Und pflanze dei53 nen 118 MD Erfte Abtheilung. VIX nen sinn in mir, Damit ich, majestät: Denn du gingst aus gott ergeben hier, Als dein erdem grabe! löfter, wandle. 3. Gehast in deiner niedrig6. Dein ist das reich, dein keit, Warst du ein ziel des ist die macht, Verstorbne zu spottes, Und zeigtest doch zu erwecken. Du rufft einst, und gleicher zeit An dir die hoheit der gräber nacht Wird uns gottes! Dein freuz schien zwar nicht ewig decken. Wie du, der welt ein gräul: Doch sterherr, auferstanden bist: So ben für der feinde heil, Das werd' auch ich, o jesu christ! ist die höchste tugend. Durch dich einst auferstehen! 4. Dein reich war nicht von 7. Dlaß mich, weil ich dieser welt, Dein ruhm nicht hier noch bin, Im glauben an menschenehre! An demuth groß; dich wandeln. Und jederzeit an lieb ein held; Und göttlich nach deinem sinn, Und stets in der lehre; Geduldig und von rechtschaffen handeln; Daß ich sünden rein, Gehorsam bis wenn ich einft aufersteh', Und zum freuze sein: Dies war, dich, des todes sieger, seb', herr, deine größe! Vor dir dann nicht erschrecke! 5. Nun irren mich nicht 8. Da, wo du bist, da soll schmach und spott; Nicht deiauch einft Dein jünger mit dir nes freuzes schanden! Du bist leben. Du wirst ihn, wenn mein herr, du bist mein gott, du nun erscheinst, Zu deiner Denn du bist auferstanden. freud' erheben. Laß dieses auch Du bist mein heil, mein fels, mein erbtheil sein: So werd' mein hort; Der Herr durch ich ewig des mich freun, Daß dessen mächtig wort Auch ich du vom tod erstanden. einst ewig lebe! Es ist das Heil uns kommen. 6. Wir sind nun, herr, dein eigenthum, Durch dich des him191. Freiwillig bast du mels erben; Dies bleibet unser dargebracht Für trost und ruhm, Bei dem wir uns, o herr, dein leben; Du fröhlich sterben. Wie du vom hattest, es zu lassen macht; tod erstanden bist: So werd' Macht, wieder dir's zu geben. auch ich, herr jesu christ Durc Und darum liebte dich dein gott, dich einst auferstehen! Weil du, gehorsam bis zum Sollt es gleich bisweilen. tod, Dich haft für uns er 192. Freudenvoll ist meine niedrigt! seele, Weil aus 2. Du warst nur eine kleine feiner todeshöhle Mein erlöser, zeit Von deinem gott verlas- jesus christ, Herrlich auferfen! Er frönte dich mit herr- standen ist. lichkeit, Die sterbliche nicht fas- 2. Ja du lebst, o herr, mein fen. Dein freuz, daran man leben, Gehst, mit herrlichkeit dich erhöht, Verwandelt sich in umgeben, Siegreich aus dem 17 grab 119 XIV. Von der Auferstehung Jesu Chrifti. grab herfür, Und die wahrheit 2. Er bat erfüllt, was er strahlt mit dir! verbieß, Eh' er sein leben für 3. Nun weiß ich's, du gro- juns ließ: Drei tage sollen fer lehrer, Du verheißner nicht vergehn, So werdet ihr weltbefehrer, Du bist gottes mich lebend sehn. Er hat's stud lieber sohn, Und dein thron erfüllt! ist gottes thron! 3. Ich lebe, sprach er, und 4. Nun weiß ich, an wen auch ihr Sollt leben, glauich glaube. Jesus schwung sich bige, mit mir! Ich komme, aus dem flaube, Jesus lebt meine stimme ruft Gewiß euch Jesu chrift, aus der todtengruft Zur herrlichkeit! und lebt für mich. ich glaub an dich! 5. Heil mir, du bist aufer- 4. Er wird's erfüllen, jesus standen: Dich hat, nach den christ, Der selbst vom tod ertiefsten schanden, Gott mit herr- standen ist; Der lazarum in's lichkeit gekrönt. Nun bin ich leben rief; Als er im staub mit gott versöhnt! des grabes schlief; Erfüllt's 6. Mein erlöser lebt! ich gewiß! werde Durch ihn künftig aus 5. Gelobt sei gott! ich werde der erde Schön, wie er ist, nun Nur kurze zeit im grabe auferstehn; Ibn in seiner schön- rubn. Er weckt mich auf und heit sehn... volles heil Ift dann gewiß 7. So viel hast du mir er- bei ihm mein theil In ewigworben, Weil du selbst für feit! mich gestorben, Für mich auf 6. Auch führt er nach des erstanden bist, O mein heiland, grabes ruh, Mir meine fromjesu christ! men freunde zu. Erwachen wer8. Nun will ich auch nicht den wir zugleich, Uns wieerschrecken, Daß mich soll ver- der sehn in deinem reich. Gott, wesung decken; Denn ich weiß, welch' ein tag! daß aus der gruft Mich mein jesus wieder ruft. 7. Wie sollt ich, herr, den tod denn scheun Mich nicht 9. Großer todesüberwinder, vielmehr der hinfahrt freun? O du lebst zum heil der sün- Nicht deiner, der du mich erder! Dies ist trost in jeder schufft, Gelassen warten, bis noth, Troft für mich auf mei- du rufft: Entschlafe nur! nen tod! Erschienen ist der herrlich. 8. Gib nur, daß ich im glauben treu Und treu im 193. Er ist erstanden, je- frommen wandel sei: So komm sus christ, Der ich nicht in dein gericht, Wenn unser gott und heiland ist! Hin- deine stimme zu mir spricht: fort nicht mehr des todes raub, Erwache nur! Tritt er, als sieger auf den staub. Frohlocket. ihm! 9. Herr, rufe mich, wenn dir's gefällt, Aus dieser sün$ 4 den 120 if Erfte Abtheilung.nd not VIX denvollen welt, Und führe mich selbst muth und kräfte 3 um an beiner band Einft in mein heiligungsgeschäfte. i sider himmlisch vaterland. Erhöre 5. So kann ich als ein wahmich!#digrer christ Jest leben und einst fterben: Und endlich da, wo 4. Jesu Auferstehung, Grou nun bißt, Vollkommne freuwedung zur geistlichen den erben. Dahin, mein hei Auferstehung. Mel. Ermuntre dich mein. land, bilf du mir: So bring' ich ewig froh in dir, Mit dei194. Das grab ist leer: ner frommen menge, Dir lob, des höchsten sohn und dankgesänge.wuddste Verließ des todes banden! Nun 5. Trost und Hoffnung aus schallete der jubelton: Der herr der Auferstehung Jesu ist auferstanden! Herr, den der Shrifti. engel so gepreist: Entreiße du M. Ein' feste Burg ist unser. doch meinen geist, Den lüften 195. Er lebt! o freuden dieser erde, Daß er dir heilig wort! er werde. lebt! Der heiland aller fünder. Der 2. Ich sterblicher vermag feinde heer erschrickt und bebt noch nicht, Mit dir empor Vor seinem überwinder! Er zu steigen, Als bis einst stritt mit heldenmuth Und diese hütte bricht. Wird dann kämpfte bis auf's blut. Durch mein haupt sich neigen: So leib's und seelennoth, Und durch nimm du, nach vollbrachtem den kreuzestod erwarb er mir lauf, Auch mich in deinen das leben. advostanedim himmel auf. Nimm, herr, an 2. Er lebt, des vaters ew'ger meinem ende Den geift in sobn! Erhöht zu seiner rech deine hände. ten! Er herrscht auf seinem 3. Doch soll ich einst, o got hohen thron! Hilst seinen schwates sohn, In deinem reich dich chen knechten! Er lebt nun ewigsehen: So muß ich auf der lich, Und ewig schüßt er mich! erde schon Bom sündentod auf. Er thut mit starker hand Den stehen. Der lebt nicht, den die feinden widerstand. Sie kön luft der welt, Und ihre pracht nen mir nicht schaden. gefesselt hält. Nach gott und 3. Er lebt zu unserm wohl tugend streben: Nur das heißtsergehn; Er, alles guten geber! wirklich leben. Die kraft von seinem aufer 4. Du auferstandner men- ftehn Dringt bis in unsre grä schenfreund, Erweck' in mir die ber. Tragt meinen leib zur triebe, Durch die man sich mit rub, Deckt ihn mit erde zu, dir vereint, Den glauben und Gebt ihn den würmern hin, die liebe! Ich will, o herr, Da ich in chrifto bin Werd dein eigen sein: Laß mich mit ich im grab nicht bleiben! erm die fünde scheun, Und gib 4. Er lebt! gott hat ihn auferwedt; 121 XIV. Von der Auferstehung Jesu Christi. erweckt; Gott wird auch mich mit gott vereint, Und ist dein erweden Der tod, der sonst fönig und bein freund. 1191 die menschen schreckt, kann 4. Kraft, ruhm und hoheit mich nun nicht erschrecken: Sein immerdar Dem, der da ist und stachel, feine fraft, Die sünd', der da war! Sein name sei ist weggeschaft. Der treue gebenedeit Von nun an bis in zeuge spricht: Wer glaubt, ewigkeit. der stirbet nicht. Des tröft' 5. D glaube, der das herz ich mich von herzen. erfreut! Was ist der erde herr5. Er lebt, der unbezwungne lichkeit, Wenn sich mein geist beld, Besingt, ihr engelchöre! das glück bedenkt, Das jesus Besingt, ihr völker in der hier und dort mir schenkt! welt, Des mittlers ruhm und 6. Vor seinem thron in seis chre; Erhebt des siegers nem reich, Unsterblich, heilig, macht, Der von dem tod er engeln gleich, Und ewig, ewig wacht, Der unsern tod be selig sein: Herr, welche herrzwingt, Uns leben wieder- lichkeit ist mein! bringt, Und mächtig für uns 7. Mein Herz erfreut sich streitet! des schon bier, Lieb und ver6. Er lebt, und darum laßt wundrung kämpft in mir, Und uns heut Sein lob vergnügt voll von ehrfurcht, dank und erheben. Laßt uns mit freu- pflicht Fall ich, gott, auf mein den allezeit Ihm wohlgefällig angesicht! leben. Mein herr, hier haft 8. Du, der du in den him. du mich Befiehl mir, hier bin meln thronst Ich soll da wohich. Dein, dein will ich alleinnen, wo du wohnst, Und Todt und lebendig sein; Dein du erfüllst einst mein verwill ich ewig bleiben. traun, Verkläret dich dort anzuschaun. da. Mel. Vom Himmel hoch 9. Ich soll, wenn du, des 196. Grinnre dich, mein lebens fürst, Mit majestät einst geist, erfreut Des kommen wirst, Erweckt aus hohen tags der herrlichkeit meinem grabe gehn, Und froh Halt im gedächtniß jesum zu deiner rechten stehn. christ, Der von dem tod er- 10. Erhabner mittler, gotftanden ist. tes sohn, Mit engeln dort vor 2. Fühl' alle dankbarkeit für seinem thron, Mit allen fromihn, Als ob er heute dir ermen aller zeit, Soll ich mich schien, Als sprach er: friede freun in ewigkeit. 3 fei mit dir! So freue dich, 11. Zu welchem glück, zu mein geist, in mir. welchem ruhm Erhebt uns nicht 3. Schau über dich und bet' das christenthum! Mit dir ge ihn an, er mißt den sternen kreuzigt, gottessohn, Sind wir ihre bahn: Er lebt und herrschtlauch auferstanden schon. po H3 12. Nie 122 Erste Abtheilung.d mell 12. Nie komm es mir aussseb' ich auf's grab Mit unermeinem sinn, Was ich, mein schrocknem aug' hinab. heil! Dir schuldig bin, Damit 8. Welch' neue welt voll ich mich, in liebe treu, Zu dei- feligkeit, Erwartet mich nach nem bilde stets erneu. dieser zeit! Da findet der ver18. Er ist's, der alles in flärte christ Das heil, das ununs schafft; Sein ist das reich, aussprechlich ist. thin sein ist die kraft. Halt im ge- 9. Der du für unsre seele dächtniß jesum christ, der vonjwachst, Sie zu dir ziehst und dem tod erstanden ist. i selig machst. Laß mich mit Für deinen Thron tret' ich. freudigem vertraun Im tod auf 197. Dich bet' ich an, dich, vollender schaun. anis erstandner held, Er- Sesus meine Zuversicht.jhat retter einer fündenwelt, Du 198 Jesus lebt, mit ihm unsre zuflucht für und für, 001 auch ich. Tod, Froh huldigt meine seele dir! wo sind nun deine schrecken? 2. Um deinen thron, der Er, er lebt und wird auch mich ewig steht, Glänzt wahrheit, Von den todten auferwecken. heil und majestät, J nabe Er verklärt mich in sein licht: mich voll zuversicht Zu dir; Dies ist meine zuversicht! denn du verwirfst mich nicht. 2. Jesus lebt, ihm ist das 3. Herr, meine seele preiset reich Ueber alle welt gegeben, dich, Erlöst hast du auf ewig Und ich werd' mit ihm zugleich mich: So wahr du selbst vom Ewig dort in freuden leben. himmel kamst, Dein leben gabst Gott erfüllt, was er verspricht: und wieder nahmst! Dies ist meine zuversicht! 4. Wer ist's, der mich ver- 3. Jesus lebt, wer nun verdammen kann? Ich glaub' an zagt, Lästert ihn und gottes dich und sage dann: Der gott, ebre. Gnade hat er zugesagt, durch den die himmel sind, Der Daß der sünder sich bekehre. ist mein vater ich sein kind. Den, der folgt, verstößt er 15. Nun ist dies erste leben nicht: Dies ist zc. mir Ein fegensreicher weg zu 4. Jesus lebt, sein heil ist dir. So lang ich hier bin, mein; Sein sei auch mein ganherr, mein beil, Hab' ich anzes leben. Reines herzens will deinem frieden theil. ich sein Und den lüften wider6. 3war trifft noch mancher streben. Er verläßt den schwaschmerz uns hier, Noch; o, er- chen nicht: Dies ist 2c. barmer, sterben wir! Doch du 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, regierst und wir sind dein, Und Nichts soll mich von jesu scheiewig werden wir es sein. den, Reine macht der finster7. Ich weiß, daß mein er- niß, Keine herrlichkeit, kein leilöser lebt; O troft, der meinen den. Er gibt kraft zu dieser geist erhebt! Hierdurch gestärkt, pflicht: Dies ist zc. DO SWI 6. Jes XIV. Von der Auferstehung Jesu. 123 de 6. Jesus lebt, nun ist der zum ruhm, Und mein troft ist tod Mir der eingang in das nicht vergebens; Denn ich bin leben, Welchen trost in todes- dein eigenthum. Du der schönoth Wird es meiner seelen pfer meines lebens, Hochergeben, Wenn sie gläubig zu freuet sing' ich dir Jeßt und ihm spricht: Herr, herr, meine ewig dank dafür. zuversicht! Auf Christenmensch auf. Meinen Jesum laß ich nicht. 200. Herr, du bist meis ne zuversicht. Du 199. Freue dich! des herren tag hat die lebst: auch ich werd' leben. nacht der furcht vertrieben. Mir wirst du, was dein wort Christus der im grabe lag, verspricht, Unsterblichkeit einst Ist im tote nicht geblieben. geben. Dein jünger kommt wie boch sind wir getröst! nicht in's gericht; Dies stärJesus hat die welt erlöst. fet meine zuversicht. 2. Er ist gottes ew'ger sohn, 2. Hier geh' ich oftmals Ewig sei er auch gepriefen! weinend hin, Den saamen ausSeiner feinde schaar zum hohn, zustreuen. Dort wird der herrHat er sichtbar es erwiesen. lichste gewinn Der erndte mich Er erfüllte durch die that, Was erfreuen. Ich leide, doch verer prophezeiet hat. 19 zag ich nicht, Denn du bist 3. Unsre schulden sind zwar meine zuversicht. groß, Doch wir dürfen nicht 3. Ünd sinkt dereinst mein verzagen. Gott läßt unsern leib in staub; Gott wird ihn bürgen los, Der sie büßend neu beleben. Er werde der hat getragen. Jesus ist mit verwesung raub: Dort werd' preis gekrönt, Und wir sind ich ewig leben. Wie stark ist mit gott versöhnt. dieser troftgrund nicht, Wie 4. Sterben war der sünden sicher meine zuversicht? stiger fold. Uun ist christus unser 4. Herr, diesen segen dank leben, Der für unsre schuld ich dir. Mich aus der gruft nicht gold, Nein, sich selber zu heben, Gingst du aus deihat gegeben. Er hat aus des rem grab herfür: Du lebst und grabes nacht Neues leben mit- ich soll leben. Ich glaub' es gebracht. dir und zweifle nicht: Dein 5. Tod, wo ist nun deine wort ist meine zuversicht. kraft? Grab, wo sind nun 5. In diesem glauben stärke deine fetten? Hier ist gott, mich, Laß mich den trost emder hülfe schafft. Hier ist pfinden, Den großen trost, daß jesus, der kann retten, Wenn ich durch dich Den tod soll gleich unser fleisch und bein überwinden. Grab und verWird in staub verwandelt wesung schreckt mich nicht: sein.loud d Denn du bleibst meine zuver6. Herr, dies glaub' ich dir sicht. Wer Wer nur den lieben Gott. pe Erste Abtheilung. UVIZ 3. Mein jesus lebt, das grab 201. Mein jesus lebt: ist offen. Mit freuden geh' ich mag ich doch ster- in die gruft. Auf seine stimme ben, Hier ist mein haupt und tri- will ich hoffen, Die mich vom umphirt Nun muß ich auch das tod in's leben rust. Wie lieb, leben erben, Weil seine macht lich schallt sie nicht schon bier, der tod verliert. Ich fürchte sei- Ich leb' und ihr lebt auch in nen fluch nicht mehr. Mein mir? jesus lebt, sein grab ist leer. 4. Mein jesus bleibe dann 2. Mein jesus lebt, er bat mein leben. Der tod soll mir bezwungen, Was mir das leben nicht schrecklich sein. Ich will rauben fann; Er hat mir heil ihm dienen, ihm ergeben, Mich und sieg errungen, Und ihm ist seiner auferstehung freun. Weil alles unterthan. Der höllen er auch mich zum himmel tiefster abgrund bebt; Denn sie hebt, So wahr er jesus is vernimmt's, daß jesus lebt. lund lebt. 124 XV. Himmelfahrt Jesu und Sißen zur Rechten Gottes. 1. Erweckung zur Freude im ftaube bier Soll sich mein darüber und Lobpreisung ganzes herz zu dir Vom staub empor erheben. Gottes. Mel. Kommt her zu mir spricht. 4. Entreiß durch deines geis 202. Froblock, mein herz, stes kraft, Die allenthalben weil jesus christ alles schafft, Mein Herz dem 3um himmel aufgefahren ist, tand der erde; Daß ich mit Des todes überwinder! Die muth von deinem thron, Sohn wolfe glänzt herab, er schwingt gottes und des menschen ſohn, Sich auf ihr hin; der him- 3m kampf gestärket werde. mel singt: Preis dir, du heil 5. Hab' ich vollendet meis der fünder! nen lauf, So nimm mich in 2. Wie herrlich bist du, den himmel auf, Daß ich dich, herr mein heil! Ich hab' anjjesu sehe; Daß ich in deideiner klarbeit theil; Für mich ner herrlichkeit Von ewigkeit fuhrst du zum himmel. Duzu ewigkeit Vor deinem throne hohenpriester gehst mit ruhm stehe. bor Für mich auch in dein heilig- 6. Frohlock', mein herz, weil thum: Dir folg' ich in den jesus christ, Zum himmel auf himmel. gefahren ist, Der todesüber3. Du, dessen wort die ganze winder! Sing' ihm, wie ihm welt Allmächtig rief, allmäch- der himmel sang, Da er sich tig hält, Du herr, durch den durch die wolken schwang. Preis wir leben; So lang ich wall' dir du hell der fünder. Vom XV. Christi Himmelfahrt und Sißen zur Rechten Gottes. 125 Vom Himmel hoch da.| 9. Du haft die stätte uns 203. Auf, jefu freunde, bereit't Bei dir zu sein in freuet euch! Der ewigkeit. Nach treuvollbrachherr fährt auf zu seinem tem glaubenslauf, Nimmst du reich, Er triumphirt; lobsin- uns in den himmel auf. get ihm! Lobsinget ihm mit 10. Ozeuch uns immer hoher stimm! mehr zu dir; Hilf uns mit 2. Sein werk auf erden ist eifrigfter begier Nach dem nur vollbracht; Zerstört hat er des trachten, was da ist, Wo du, todes macht; Er hat die welt verklärter beiland, bift. 9 mit gott versöhnt, Und gott, 11. Dein eingang in die herrlichkeit Stärk' uns in unsrer hat ihn mit preis gekrönt. weit, über alle himmelprüfungszeit. Nur dir zu leGebt feine macht und dereinst dein antlig schaun. ben, dir zu traun, Bis wir herrlichkeit; Jhm dienen selbst 12. Dann werden wir uns die seraphim. Lobsinget ihm ewig dein, Herr christ, du menschenfreund, erfreun. Dann 4. Sein sind die völker aller fingen wir von deinem ruhm welt; Er herrscht, als siegge. Ein neues lied im heiligwohnter beld, Er herrscht, bis thum. unter seinem fuß Der seinde, Erschienen ist der herrliche Tag. heer sich beugen muß. mit bober stimm! 390mm 204. Wir freuen uns, 5. Er schüßet feine Christen herr jesu Christ, beit, Erhält sie bis in ewig Daß du erhöht gen himmel feit; Er ist ihr haupt, lobsin bist. D du, den unser lobget ibm! Lobsinget ihm mitzlied preist, Stärk' auch im hober stimm! padiglauben unsern geist, Der auf 6. Ja, beiland, wir erhe- bich hofft! ben dich, Und unsre herzen 2. Du sizzest auf der bimmel freuen sich Der berrlichkeit und thron, Als unser freund, als majestät Dazu dich gott, dein menschensohn, Du schämst dich gott erhöht. mida auch unsrer nicht, Drum 7. Wohl nun auch uns denn bist du unsre zuversicht In berr bei dir Steht kraft und ewigkeit! macht und dein sind wir, 3. Dein ist die macht, dein Nimmst du dich unsrer bülfreich ist das reich, Wer ist an maan, Was ist, das uns gebres jestät dir gleich? Mensch, enchen kann? gel, jede freatur Ist dein, ber 3. weit, 8. In deiner hand ist unser herrscher der natur. Gelobt: heil. Wer an dich glaubt, dem seist du! gibst du theil Am segen, den 4. Umsonst, umsonst empos du uns erwarbst, Als du für ren sich, Herr, deine Haffer uns am freuze starbst. wider dich! Dein thron sieht fest 126 tomato Erste Abtheilung. Hndo VX fest und wanket nicht, Wenn retter einer fündenwelt, Hat gleich der frevler widerspricht. sich dein kreuz geendet. Nach Gelobt seist du überstandnem leidenslauf Fährst 5. Du, unser triumphirend du verklärt zum vater auf, haupt, Wie selig ist, wer an Der dich zu uns gesendet. dich glaubt! Du bist sein licht, Ewig trifft dich nun kein leisein trost, sein theil, Sein star- den, Voller freuden Lebst du fer schuß, sein ew'ges heil. droben, Ueber alles hoch erGelobt seist du! hoben. 6. Herr, unfre herzen traun 2. Dir dienen alle seraphim auf dich; Dein freuet unsre Und wir vereinen herz und seele sich. Du, der du huld- stimm, Mit ihnen dich zu loreich an uns denfit, Und gern ben: Weil du dein großes werk uns deinen segen schenkst, Bist vollbracht, Nach überstandner unser trost. leidensnacht Gen himmel dich em 7. Was uns beglückt, ist dir erhobeu. Preis dir, Daß wir bekannt, Und alles ist in dei- Auf der erden können werden ner hand. Von keinem beiner Gottes finder, und des todes freunde fern, Bemerkst du ihn überwinder! und hilsst ihm gern, Erbarmender! 3. Du, du bist unser haupt, und wir Sind deine glieder; 8. Blick auch uns an mit nur von dir fommt auf uns freundlichkeit Vom throne dei beil und leben! Was unsern ner herrlichkeit! Hilf unserm seelen nußen schafft: Licht, frie schwachen glauben auf, Und de, freude, tugendkraft Wird Fröne unsern lebenslauf Mit uns von dir gegeben. Laß doch deinem heil. dein joch Gern uns tragen, entsagen Allen sünden, wir hier schon ruhe fin9. Gen himmel fuhrst du auf und als held. Als herr und richter Daß aller welt Wird dich dereinst den. der erdkreis sehn; Hilf, daß 4. 3euch unsre herzen ganz wir dann vor dir bestehn, Und zu dir; Hilf, daß vor allen dein uns freun. dingen wir nach deinem reiche 10. Dann triumphirt der trachten. Mach uns von allen glaub' an dich, Dann jauch- sünden rein, Und flöß uns mut zen wir dir ewiglich. Hilf und eifer ein, Das eitle zu uns dazu, herr jesu christ! verachten. Jede unart Hilf uns Dir, der du unser heiland bist, meiden, Und mit freuden UnSei ewig preis.fer leben Deinem dienste ganz 2. Erweckung zu himmli- ergeben. schen Gesinnungen. Wie schön leuchtet der. 5. Sei unser schuß und un fer bort, Und tröst uns durch 205. Wie herrlich, jesu, dein heilsam wort, Wenn hier ftarker held, Duluns trübsal dränget. Nur da ist XV. Christi Himmelf. und Sigen zur rechten Gottes. 127 ist wonne, wo du bist. Die in die höh' und spricht: Der freude, die man hier genießt, herr wird mich erquicken. Ist noch mit leid vermenget: 6. Der Christen hohes bürVon dir Kommt hier Trost im gerrecht If dort im vaterlande. berzen. Laß in schmerzen uns Der chrift, der irdisch denkt, schon offen Deinen himmel denkt schlecht, Denkt unter seis sehn und hoffen. nem stande. 6. Du bist, uns sterblichen 7. Im himmel schrieb dich zu gut, Nach theuer bier ver- jesus an: Dort sollst du gut's gossnem blut, Zur freude ein- genießen. Blick oft hinauf! der gegangen. Zeuch jesu, zeuch anblick fann Dein leiden dir auch uns dir nach, Daß wir versüßen. nach kurzem ungemach zur 8. Dort, dort ist unsers vafreude auch gelangen. Da- ters haus! Gott theilt zum für Soll dir Von uns allen gnadenlohne Den überwindern Dank erschallen, Ohn aufhö- kronen aus. Kämpf auch um ren ollen wir dich, heiland, deine krone. ehren. 9. Dort herrscht dein heiland, jesus christ, Der tilger deiner Ich dank dir schon durch. sünden; Mit ihm, durch den 206. Erhebe, chrift, dein ou selig bist, Muß sich dein herz und sinn Zum herz verbinden. werden. himmel von der erden! Gen 10. Erhöhter beiland! hilf himmel fuhr dein jesus hin: du mir, Daß ich mein herz Ein christ muß himmlisch dir gebe; Und daß ich jetzt, und ewig dir, Dir, meinem 2. Was bist du in der welt? fönig, lebe. ein gast, Ein fremdling und 3eug ein zu deinen Thoren. ein wandrer, Wenn du kurz 206, Mein jesus triumphihaus gehalten haft: So erbt dein gut ein andrer. ret, und nimmt den himmel ein. Er hat sein 3. Was hat die welt? was werk vollführet, Vom fluch beut sie an? Nur arme schlechte' uns zu befrein. Die hohen dinge. Wer einen himmel hof- seraphim Empfangen ihn fen kann, Der schätzt die welt mit freuden Nach überstandgeringe. nem leiden, Lobsingt, lobsinget 4. Wer gott erkennt, kann ihm! der wohl noch Sein herz auf's 2. Wohl uns, die auf ihn eitle lenken? Wer gott zum hoffen! Nun jesus triumfreund hat, denket hoch: Solphirt: Steht uns der weg müssen christen denken. auch offen, Der zu dem him5. Christ, sieh' nicht furcht- mel führt. Er selbst, er macht sam unter dich; Wenn dich die uns bahn. Wer hier nur an leiden drücken. Sich' gläubig ihn glaubet, Ihm folgt und treu 128 lo mihi Erfte Abtheilung.mic index treu ihm bleibet, Der, wandelt 2. Gen himmel fuhr mein himmelan. heiland zu, Zu gott ist er ges lauf! 3. Nur dort, nicht hier auf gangen. Nun kann mein herz erden, Ist unser bestes theil. auch seine ruh Im himmel Um selig einst zu werden, Er- nur erlangen. Denn wo mein warb der herr uns heil. Er- freund gekommen hin, Da ist löfte macht euch auf! Wo jesus auch stets mein herz und finn hingegangen, Dahin blickt mit Nach ihm geht mein verlangen. verlangen; Dabin geb' euer 3. Ach herr, laß deine auf fahrt mich Dein kind, doch 14. Herr, hilfluns eifrig rin- dahin bringen, Daß durch die gen Nach jener herrlichkeit. Laß fraft des glaubens ich Mag unfern fleiß gelingen, Und stärk' aufwärts zu dir dringen, Und uns in dem streit. Laß uns in denn einmal wenn dir's ge dieser welt Im glauben an fällt, Mit freuden scheiden aus dich wandeln; So denken und der welt. Herr, höre doch so bandeln, Wie es dir wohl- mein flehen! gefällt. 5. Was sind der erden freu den? Wie bald sind sie dabin! O hilf uns alles meiden, Was hier noch unsern sinn Verei- 209. Großer mittler, der telt und uns stört, Auf deinen" 561 zur rechten Got ruf zu achten, Und nur nachstes seines vaters sigt, Und die dem zu trachten, Was ewigschaar von seinen knechten In heil gewährt. dem reich der gnaden schüßzt; 6. Sei du selbst unser leiter Du, dem selbst die seraphinen In unsrer prüfungszeit, Und Ehrfurchtsvoll im himmel die bring' uns immer weiter zu nen; Dessen reich und majestät deiner berrlichkeit; Bis diese Ueber alle himmel geht.d zeit vorbei, Bis wir dich, bei- 2. Dein geschäft auf dieser land, sehen, Und freudig vor erben, wie es gottes rath bedir stehen, Von allem fum- dacht, Daß es sollt erfüllet mer frei. werden, Ist auf's herrlichste Allein Gott in der Höh' fei. vollbracht. Denn da du für 208. Auf christi himmel- uns gestorben: Ist uns gnad' fahrt allein Soll und beil erworben, Und dein sich mein glaube gründen, Und siegreich auferstehn Läßt uns forge, zweifel, furcht und peinseinst dem tod entgehn. Dadurch stets überwinden. 3. Aber nun ist dein geschäfte Mein haupt, das nun im him- Sn des himmels heiligthum, mel ist, Wird mich, sein glied, Die erworbnen segenskräfte, nach kurzer frist, zu sich gen Durch dein evangelium, Allen himmel holen, denen mitzutheilen, Die zum thron 3. Fürbitte Jefa ¡ nr Rechten Gottes. Alle Menschen müssen sterben. XA. Himmelfahrt Jesu. 129 thron der gnaden eilen. Nun dich mit sieg und ehre, Du ges wird uns durch deine hand Heil ber der unsterblichfeit! Engel und segen zugewandt. fingen freudenlieter; Und alle 4. Du gedenkest stets der die erlösten brüder Verehren deinen, Bleibest ihnen ewig deine herrlichkeit. Du, du bist treu; Zählst die thränen, die sie gottes fobn! Gott hebt dich weinen, Und stebst ihnen mäch auf den thron Seiner ehre! tig bei. Du verschaffst, daß Wir stehn von fern; Freun ihren glauben Keine feinde ih- uns des herrn; Vertraun und nen rauben; Und wirkst in des dienen ihm nun gern. vaters baus Ihnen eine woh- 2. Ganz hast du dein werk nung aus. vollendet, Wozu dich gott, dein 5. Das verdienst von dei gott, gesendet Erlöst die ganze nem leiden Stellst du deinem sünderwelt! Danft dem Herrn, vater dar, Und vertrittst mit ihr menschenfinder! Er hat euch macht und freuden Deine theur' cuer heil ihr fünder! Allmächerlöste schaar; Bittest, daß er tig wieder bergestellt. Nun geht Fraft und leben Stets den dei er in sein reich Gewiß zuin nen wolle geben, Und sie einst heil für euch, Euch zum segen! nach dieser zeit Auch erhöh' Es ist vollbracht! Er bat nun zur herrlichkeit. macht, Und herrscht in fönig6. Doch vergißt du auch der licher pracht. armen, Die der welt noch die- 3. Der du deines vaters nen, nicht; Weil dein herz dir willen, Zu unserm heile zu erz aus erbarmen Ueber ihrem elend füllen, Geborsam warst bis in bricht, Bittest, daß gott ihrer den tod: Du regierst nun auf schone, Daß er nicht nach wer- dem throne; Gott gibt dir seine fen lobne; Daß er die, die welt zum lobne; Dich nennt noch dich fliehn, Kräftig wolle dein volf nun herr und gott! zu sich ziehn. Erhöhter gottessohn, Wie herr7. Großer mittler, o wir lich ist dein lohn Nach dem preisen Dich, daß du im bei- fiege! Wir folgen dir Mit freuligthum Se viel treu uns willst den hier, Einst lohnet gott beweisen! Dir sei ehre, dank auch uns wie dir! und ruhm! Dein verdienst laß 4. Deine trauernden erlduns vertreten, Wenn wir zu sten Im Kampf zu stärken und dem vater' beten. Wenn der zu trösten, Gabst du vom himtod die lippen schließt: Sprich mel deinen geist. Gib auch uns noch für uns, jesu christ! 4. Christus wird wieder kommen. in unserm leiden Den geift des trostes und der freuden, Den uns dein theures wort verWach auf ruft uns die. beißt. Erzieh' uns in dein reich, 210. 11eber aller himmel Mach' unser berz dir gleich, Shanth beere Erhobst du Dir zu folgen. Du gingft vors 3 1970 alt 130 Erste Abtheilung. an, Wir sehn die bahn, Diefdeine zukunft hoffen wir. Wir uns zum himmel führen kann. wissen, wer du bist; Wer dein. 5. Uns die stätte zu bereiten, er löser ist: Wir sind stille. Um die wir pilger hier ned Und wenn die welt in trümstreiten, Gingst du voran in's nern fällt: Du bist's, an den vaterland. Herrlich wirst dusver glaub' sich bält. wieder kommen, Dann führst 7. Welch' ein jubel wird es du alle deine frommen Mit dir werden, Wenn wir dich wiehinauf in's vaterland. Erkauft der sehn auf erden In aller bast du uns, gott, Durch dei- majestät des herrn! Das wird nen mittlertod. Wo du lebest, sein ein tag des lebens Für Und gott mit dir, Da sollen wir uns, Und nicht ein tag des Auch mit dir leben für und für. bebens. Dann schaun wir dich 6. Ja, berr jesu, du wirst nicht mehr von sern. Dann kommen, Wirst ganz erlösen sehn wir bocherfreut Ganz deine frommen, Wir freuen deine herrlichkeit, Welterlöser! uns und danken dir! In den Dann führest du Der wonn' trüben leidenstagen Soll unser uns zu Dort in des himmels herz nun nicht verzagen, Auf ew'ger ruh. XVI. Vom heiligen Geist und dessen Gaben und Wirkungen. Ein Lämmlein geht und. 1. Freude und Lobpreisunglerfreut Die botschaft ihrer ses Gottes darüber. ligkeit. Vernunft und wahrs heit siegen. Die blindheit und 211. Dir, vater, der du das laster flicht Wo man den deinen sohn Zum finger gottes sieht, Muß beibeil uns haft gegeben, Dir des unterliegen. dank ich hier mit freuden 3. Umsonst, daß wilder eischon, Noch mehr im höhern fer tobt, Verfolgung zu erreleben. Ich danke dir, daß du gen. Dein name, jesu, wird den geist, Der uns der finster- gelobt; Dein wort ist kraft niß entreißt, Zur erde bast ge- jund segen. Die jünger schreckt sendet. Er fam auf jesu wort nicht pein noch müh, Dein berab, Der seinen boten stärke geist, o vater, stärke sie In gab, Daß sie dein wort vol- martern und im tode. Sie blies lendet. ben ihrem herrn getreu, Be2. Erfüllt von seiner wun- fennen seinen namen frei, Und derkraft, Gehn sie die welt zu preisen ihn im tode. lehren. Der geist, der neue 4. Noch ist bist du der geist berzen schafft, Hilft ihnen sie der kraft; Noch ist der menbekehren. Die völker hören hoch- schen lehrer. Du machst fie weif XVI. Vom heil. Geist und dessen Gaben und Wirkungen. 131 weis und tugendhaft, Des fün- den geist, Der uns den weg den reichs zerstörer. In fün- zur wahrheit weißt. Ach dundern wirkst du reu' und leid kel sind des lebenspfade. ErIn frommen seelen troft und leuchte sie durch seine anade, freud', Und muth im kampf Er lehr' uns gottes heil vers der fünden; In bangen stun- stehn, Er leit' uns, wenn wir den schenfest du So wie im irre aehn, Und wenn wir tode, seelenruh, Und lehrst ihn straucheln und ermüden: Dann überwinden.plig men stärk'e er uns durch gottes fries 5. Des vaters und des soh- den. Gelobt 2c. 890 dr 3799 nes geist, Du quell des lichts, 4. Hier in dem heiligthum der liebe, Den jesus betenden des herrn, Hier warten beis verheißt, Ach heil'ge meine ner, geift des herrn, Wir chris triebe! Gib über meine sünden sten, unsers hauptes glieder. schmerz, Und muth zum glau Komm segensvoll auf uns hers ben in mein herz. Hilf mir nieder! Hilf uns, gib dem vermit andacht beten. In bau- ftande licht; Dem herzen muth gen stunden tröste mich, Und und zuversicht: Daß uns von deine bülfe zeige sich Mir einst ihm, den wir bekennen, Hier in todesnöthen! o weber glück noch leiden trennen. Komm heiliger Geist Herre. Gelobt cu fusts, ding 212. Set, weltversöhner, 5. D leit' uns, herr, an and set gepreißt, Du deiner hand Hinauf in's wahre sandest uns den theuren geist, vaterland. Entreiß uns mäch. Der uns in alle wahrheit tig dem verderben; Erhalt uns leite Und uns zum himmel zu- gläubig, bis wir sterben; Danu bereite. Er lehret uns des stärk' uns in des todes schmerz glaubens kraft, Stärkt uns in Das schwache freudenleere dieser pilgerschaft, Den lauf zum herz, Daß wir mit muth ziele zu vollbringen, Und einst zum himmel dringen, Und die krone zu erringen. Gelobt dann den letzten sieg erringen. sei gott! Gelobt sei gott! Gelobt 2c. aun namoligi 2. Durch deines geistes fraft 6. Dort, wo der zeugen jesu erfreut, Wagt deiner boten schaar, Die hier durch dich schaar den streit, Kämpft ge- erleuchtet war, Am thron des gen falscher götter heere, Und lammes jauchzend stehet. Und fiegt durch deines Freuzes deiner werke preis erhöhet: lehre. Begabt mit stärke Dort ist auch unsers erbes ging ihr wort Bis an der theil; Auch uns ist der erlöerde gränzen fort, Erleuchtete sung beil Durch dich versies die nationen, Und drang von gelt: und wir kommen Durch bütten zu den thronen. Gedich zur seligkeit der frommen. lobt cdo floral Gelobt sei gott! Gelobt sei 3. O send' ihn auch zu uns gott! nu boste doule stalag 32 Komm 132 spatii cu Erste Abtheilning.is lind mod JVX pion Komm Gott Schöpfer, liebe gottes voll! Stärk, berr 213. Du führer, der mit in drangfal unsern muth; Tröst STO ni treuer hand Den uns in angst, und leit' uns weg uns zu dem himmel wobl.on shs manquoi me weist! Du, unsers erbes un- 410. Des vaters liebe, christi terpfand, Gepriesen seist dugnad', Und die gemeinschaft heil'ger geist! deiner fraft Verleib, und gib 2. Ach dich preist deine uns troft und ratb, Auf uns christenheit, Du geift des varer ganzen pilgerschaft. ters und des sohns! Du bist do) 840 dng wie sie von ewigkeit; mit O Ewigkeit du Donnerwort.c ihnen herrscher eines throns. 214. 3. Der gottheit willen beiliger und au ter geift, Der thatst du kund Durch dich weis uns den weg zum himmel weist, sagte, der prophet. Du legtest Dich soll mein herz erheben. ihm in seinen mund Das wort! Du bist mein lehrer und mein des heils, das fie vergeht.gott, Du gibst mir freudigkeit 4. Nichts schließt vor deinem um tod, Regierst auch hier mein blick sich zu. Den abgrund leben. Was gut und löblich der unendlichkeit, Der gottbeit ist an mir: Geist gottes, das rath erkennest du Mit göttlicher verdank ich dir.gid most allwissenheit.my thi Q 2. Als unser beiland gottes 375. Du haft dem erdkreis of sohn, Ging von der welt zu fenbart, Was keine weisbeit je gottes thron: Ramst du zu seis erkannt; Als dich, nach seiner nen zeugen. Und mit dir kam bimmelfahrt, Der herr den seis der liebe gluth, Mit dir fam nen zugefandt.dsfraft und heldenmutb, Die welt 6. Welch eine pracht verzu überzeugen. Du geist der klärte dich Ein schnelles brau- weisheit, lehrteft sie, Und stärksen füllt das haus. Da gießest test sie bei aller müb. sig du dich sichtbarlich Auf fie in 3. Die firche pflanzteft du feuerflammen aus.: dound izt Wird sie durch dich ver7.Nun scheuten fie nicht mehrt, beschüßt, Durch dich schmach, nicht müh; Denn du wird sie bestehen. Es mögen haft alle furcht entfernt; Die ibre feinde drohn: Fest bleibt thaten gottes priesen sie In sie stehn wie jesus thron: Sie sprachen, die sie nie gelernt. kann nicht untergehen. Da je8. Wir haben, geift der gnad' sus christ ihr stifter ist, Und du und stärk', An deinen gaben ihr treuer beistand bist. gleichfalls theil. Unsichtbar schaf- 4. Wohl allen denen welche fest du dein werk In uns, zu sich Dir übergeben, und durch unsrer feelen heil, alstu il dich zum himmel führen las 9. Seß uns auch in die sen. Du lebrest sie des glau reinste gluth! Mach' uns der bens kraft, Stärkst sie auf ihSt. rer XVI. Von heiligen Geiste. +133 rer pilgerschaft, Lehrst sie die dir mich ganz ergebe, Und zu fünde haffen. Sie sind des beils deiner ebre lebe. Pagigin gewiß in dir, Und selig schon 3. Auch dich kann ich nicht in hoffnung bier. Du erkennen, Jesu, noch mit äch35. Ach führ' auch mich an ter treu Meinen gott und Herrn deiner hand, Hinauf in's wahre dich nennen: Stehet mir dein vaterland, Dort hoff ich meine geist nicht bei. Drum so laß frone Gib mir die feste zuver- ihn fräftiglich In mir wirken sicht: Auch mich auch mich daß ich dich Glaubensvoll als verstoße nicht Der herr von mittlerehre, Und auf deine seinem throne. Durch glauben stimme höre. 301 mod und durch besserung Bollende 4. Ew'ge quelle heil'ger gümeine beiligung. ster, Hochgelobter gottes geist, 6. Gern will ich dann auf Der du menschliche gemüther ebner bahn Dir folgen, mich Besserst und mit troft erfreuft; dem himmel nahn. Führ' mich Nach dir, herr, verlangt auch auf gutem wege. Gib eifer mich. Ich ergebe mich an dich, mir und wachsamkeit, In kampf Mache mich, zu gottes preiſe, um meine seligkeit. Mein Heilig und zum himmel weise. herz sei niemals träge Du 5. Fülle mich mit heil'gen gabst den vorsaß: gott, gib trieben, Daß ich gott, mein du Auch meiner schwachheit höchstes gut, Ueber alles möge kraft dazu. lieben; Daß ich mit getrostem mutb Seiner vaterhuld mich freu'; Und mit wahrer findestren Stets vor seinen augen n M. O du allersüßte Freude. wandle, Und rechtschaffen denk' 215. Der du uns als va- und handle.nd d ter liebest, Treuer 6. Geist des friedens und gott, und deinen geist De- der liebe Bilde mich nach deinen, die dich bitten, giebest, nem sinn, Daß ich lieb und Ja uns um ihn bitten heißt: sanftmuth übe Und mir's rechne Demuthsvoll fleb' ich vor zum gewinn: Wenn ich je dir: Vater send' ibn auch zu ein friedensband Knüpfen kann, mir, Daß er meinen geist er wenn meine hand, Zur er neue, Und ihn dir zum tem- leichtrung der beschwerden, pel weibe. Kann dem nächsten nütlich 2. Ohne ihn fehlt meinem werden. ponudbind wissen Leben, fraft und frucht- 7. Lehre mich, mich selber barfeit; Und mein herz bleibt kennen, Die verborgnen fehler dir entrissen, und dem dienst sehn; Sie voll demuth gott der welt geweiht; Wenn er bekennen und ihn um vernicht durch seine fraft Die ge- gebung flehn; Mache tägsinnung in mir schafft, Daß ich lich ernst und treu, Sie zu 3 befa 2. Um die Gaben und den Beistand des heiligen Geistes. 134 Erste Abtheilung.1VZ bejern, in mir neu. Zu dem und gar. Selbst der gottheit beiligungsgeschäfte Gib mir innre tiefen Sind vor dir, herr, immer neue kräfte. offenbar. Nun so kennst du 8. Wenn der anblick meiner auch gewiß meiner Seelen fin sünden Mein gewissen nieder- sterniß: Drum gib weisheit, schlägt; Wenn sich in mir zwei- und vor allen, Daß ich möge fel finden, Die mit angst mein gott gefallen. O 19300 berze begt; Wenn mein aug' 4. Du bist selber rein, und in nöthen weint; Und gott siebest Auch an reinen deine nicht zu hören scheint: Oluft; Böses bassest du und sie dann laß es meiner seelen heft Aller fünden gräul und Nicht an troft und stärkung wust. Heilige du selbst mich feblenation 19tdelanthoddir! Schaff' ein reines herz 9. Was sich gutes in mir in mir, Daß ich, was du findet, Ift dein gnadenwerk in liebest, liebe, Nie mit vorsag mir; Selbst den trieb bast du dich betrübe.ndon Jemmid mast entzündet, Daß mich, herr, ver- 5. Du, herr, machst mein langt nach vir: O so sege berz zufrieden, Wenn es mir durch dein wort Deine gnaden an trost gebricht. Bleib ich wirkung fort, Bis fie, durch von dir ungeschieden: O so ein felia ende Herrlich sich an fehlt's an trost mir nicht. Bleib mir vollende. oun she ich nur dein eigenthum: So stody time In voriger Melodie. werd' ich, zu deinem ruhm, Um die tugend mich bemü216. Du, der frommen ben, Und die sünde standhaft uns beste freude, Und flieben. ihr fbr troft in traurigkeit, Der 6. Nur bitt' ich, daß du ihr herz in allem leide Und im mich stärkest, Stebe mir im tode selbst erfreut; Geist des fampfe bei. Hilf, mein helfer, höchsten, komm zu mir, Und, menn du merkest, Daß mir indem ich glaubig dir Lob und bülfe nöthig sei. Den verkehrs ruhm zum opfer bringe, D so ten eitlen finn, Nimm aus höre, was ich singe. meiner feele hin, Daß ich 2. Edelster von allen segen, mich nun ganz verneue, Und Die uns gott in Christo gab; mein gott sich meiner freue. Du träufft als ein milder res 7. Sei mein beistand, wenn gen Aus Hes gen Aus des bimmels schoos ich sterbe; Zeige dem gebrochberab. Du machst harte ber- nen blick, Mir zum trost, mein zen weich; Wüsten auch an berrlich erbe, Ewig unverwelk früchten reich; Und dein sanf- lich glück! ter troft erquicket, Was der matte berz, drangsal hiße drücket. Stärke du das Daß ich unter allem schmerz, Noch im legten 3. Du kannst alle berzen todesschweiße, Gott in jesu prüfen, Du durchschauft sie ganz vater heiße. vim miguun 8C Ich 135 XVI. Vom beiligen Geiste. In voriger Melodie. nung bau': Gnad' um gnad', 217. Geist vom vater und auf mein verlangen, Von dem dem sohne, Der vater zu empfangen. du unser tröster bist, Und von 6. Stebe mir in allem lei= unsers gottes throne Hülfreich den Stets mit deinem trofte auf uns schwache siehst; bei; Daß ich auch alsdann mit Stehe du mir fräftig bei, freuden Gottes führung folgs Daß ich gott ergeben sei: sam sei. Gib mir ein gelaßO so wird mein herz auf ernes herz. Laß mich selbst im den Schon ein tempel gottes todesschmerz, Bis zum froben überwinden, Deines trostes kraft 2. Laß auf jedem meiner empfinden. am illa doc wege Deine weisheit mit mir M. Liebster Jesu wir sind hier. sein; Wenn ich bange zweifel 218. Gott, du hast in hege, Deine wahrheit mich deinem sohn Mich werden. erfreun. Lenke kräftig meinen von ewigkeit erwäblet, Sende sinn Auf mein wahres wohl nun von deinem thron, as sein hin; Lehrst du mich, was zu meinem heil noch fehlet. Und recht ist, wählen; Werd' ich gib mir des geistesgaben. Durch nie mein heil verfehlen. sie werd' ich alles haben. 3. Heilige des herzens triebe, 2. Mich umpfangen noth und Daß ich meinem gott getreu, tod Auf dem finstern fündenIhn stets über alles liebe; pfade. Heil'ger geist, mein herr Daß mir nichts so wichtig und gott! Rette mich durch sei, Als in seiner huld zu deine gnade; Mach mich los stehn, Seinen namen zu er- von dem verderben, Laß mich höhn: Seinen willen zu voll nicht in fünden sterben! bringen, Müsse mir durch dich! 3. Treibe weg die finstre gelingen. nacht Falscher zweifelnder ges 4. Stärke, mich, so oft zur danken; wenn die welt mich sünde Mein gemüth versuchet irre macht, Halte die vernunft wird; Daß sie mich nicht über- in schranken: Würd' ich mich winde; Hab' ich irgend mich von dir entfernen, wo will verirrt: O so führe du mein ich weisheit lernen? herz, Daß ich unter reu' und 4. Schaff' in mir ein reines schmerz Mich vor gott darüber herz, Daß ich stets an gott gebeuge, Und mein herz zur denke, Und mich oft mit ren? beßrung neige. und schmerz Ueber meine sün5. Reiz mic), mit flehn und den fränke. Laß mich, nach beten, Wenn mir bülfe nöthig dem schmerz der sünden, Trost ist, zu dem gnadenstubl zu bei meinem jesu finden. treten: Gib, daß ich auf jesum 5. O verbinde mich mit ihm christ, Als auf meinen mittler, Als ein glied an seinem leibe; schau'; Und auf ihn die hoff-' Und, wenn ich sein eigen bin, 34 Hilf 136 Erste Abtheilung. Hilf mir, daß ich es auch bleibe; Treib uns an, Froh die bahn Mich ihm völlig übergebe, Und Deines worts zu geben. zu seiner ehre lebe. 5. Sei in schwachheit unsere 6. Glaube, liebe, hoffnung stüße; Steh uns bei! Mach fei Stets die stärke meiner uns treu in der prüfungshiße; seele: In versuchung steh' mir Führ, wenn gott uns nach bei, Daß ich nicht mein heil dem leide, Sterben heißt, Unverfehle. Gib mir demuth insern geist In des himmels den freuden; Gib geduld und freude. muth im leiden. Komm heiliger Geist Herre Geist. 7. Hilf mir reden recht und 320. Hör unser gebet wohl; Hilf mir meine christengeist des herrr, pflichten, Wie du forderst, wie Du hörst der menschenfleben ich soll, Ohne heuchelei ver- gern. Wir wollen unser herz richten; Chriftlich leben, selig dir geben; O lehre heilig uns sterben, Und dein himmlisch leben! Rüft uns mit stärke, reich einft erben. Barum soll ich mich denn. 219. Höchster tröster komm muth und fraft, Du, der das gute in uns schafft, Das nicht die lockungen der sünden Uns, christi jünger überwinden. Wir bernieder, Geist traun auf dich! Wir traun des berrn, ei nicht fern, auf dich! Stärke jesu glieder. Der, der 2. Du beiliges licht, starnie sein wort gebrochen, Jesus fer hort! Laß uns der wahrbat Deinen rath Seinem volk heit belles wort Auf dieses les versprochen. benspfaden leiten; Daß unsre 2. Geist der weisheit, gib füße nicht geleiten; Treib fern uns allen Durch dein licht Un- von uns des irrthums nacht: terricht, Wie wir gott gefal- Laß siegen deiner wahrheit len. kehr uns freudig vor gott macht, Daß jesus christ der treten; Sei uns nah, Und ganzen erde Bekannt und an sprich ja! Wenn wir glaubig gebetet werde. O hilf dazu! beten. O hilf dazu! 3. Hilf den kampf des glau 3. Laß freud'ger geist uns bens kämpfen; Gib uns muth, voll vertraun In noth auf deine Fleisch und blut, Sünd' und bülfe schaun. Lehr uns, wenn welt zu dämpfen; Laß uns wir zum vater treten, Mit frotrübsal, kreuz und leiden, Anaft her zuversicht beten. Mach uns und noth, Schmerz und tod durch deine kraft bereit Zum Nicht von jesu scheiden. sterben und zur ewigkeit! Daß 4. Hilf uns nach dem besten wir mit frohem muth ringen; streben, Schenk uns kraft, Tu- 13u dir durch tod und leben gendhaft Und gerecht zu leben. bringen. Erhöre uns! Erhöre Gib, daß wir nie stille stehen; uns! Liebs 137 XV. Bom heiligen Geist. Liebster Jesu wir sind hier. daß des vaters zucht Einzig 221. Komm auf uns, o unser bestes f cht. geist des herrn, 5. Treib uns daß wir zu Lehr uns zu dem vater be- ihm treten Kindlich und mit ten; Und beleb uns daß wir freudigkeit; Nur nach seinem gern Und voll glaubens zu willen beten, Und vertritt uns ihm treten: So wird er um allezeit: So wird unser flehn christi willen Unser bitten gern erhört, Und die zuversicht geerfüllen. mebrt. 2. O du geist der herrlichkeit 6. Wird uns auch um hülfe Wohn und wirke in uns allen. bange; Seufzt das herz voll Jedes berz sei dir geweiht; traurigkeit: Ach mein gott, mein Schmück es aus mit woblge- gett, wie lange? jo wende fallen. Reich sind wir versehn unfer leid. Sprich der seele mit gaben: Wenn wir deine tröstlich zu, Gib ihr muth, salbung haben. geduld und rub. Goit des Himmels und der. 7. O gu geist der kraft und 222. Komm, o komm, du stärke, Der in uns des gute geist, des lebens! schafft, Fördre in uns deine Hilf uns schwachen mächtig werke Und im fampfe gib uns auf; Wir bemühn uns sonst frast. Wenn versuchung auf vergebens Hier in unserm pil- uns dringt, Daß uns dann gerlauf Um das heil, das gut- der sieg gelingt. tes rath Für uns ausersehen 8. Wenn wir endlich sollen hat. sterben, so steh' mit troft uns 2. Gib in unser aller seelen bei. Gib, daß uns, als gottes Weisheit und entschlossenheit: erben, Jene herrlichkeit erfreu', Daß wir anders nichts erwäh- Die uns unser gott bestimmt, len, Als was uns dein wort Und die nie ein ende nimmt. gebeut. Steh mit deinem licht Komm Gott Schöpfer heil. uns bei; Und mach uns vom 223. Komm schöpfer, komm, o heiliger geist, irrthum frei. 3. Zeig' uns selbst die rech- Schaff deiner menschen Herzen ten stege Zu der wahren wohl neu. Du fennest dein geschöpf fahrt an. Räume alies aus und weist, Wie jeglichem zu dem wege, Was daran uns helfen sei. hindern kann. Wirke reue nach 2. Du geist der weisheit leite der that, Wenn der fuß ge- du Uns zu der wahl des bestrauchelt hat. ften theils, Dem himmel führ 4. Laß uns stets dein zeug- uns alle zu: Du führer auf niß haben, Daß wir gottes der bahn des heils. finder sind. Stärke uns mit 3. Das lebenswort, das deinen gaben, Wenn sich trüb- gottes sohn Vom himmel uns fal für uns find't. Lehr uns, herabgebracht, Erleuchte jede 35 . 138 Erste Abtheilung. nation Durch deiner leitung Des Herzens mir bezwingen. fanfte macht. Steh' mir in diesem kampfe 4. Vereine deine christenheit bei, Daß ich dazu stets wacker Durch deines fel'gen friedens sei, Und immer überwinde. band Erinnr' uns pilger die- Mein Gott das Herz ich. ser zeit Stets an das beßre 225. Nicht um ein flüch tig gut der zeit; vaterland. 5. Gott, unsern gott, und Sch fleh' um deinen geist; Gott, jesum christ Recht kennen, die den zu meiner seligkeit, Dein ses ist der quell, Aus welchem theures wort verheißt. ew'ges leben fließt Mach' diese fenntniß in uns hell. 2. Die weisheit, die vom bimmel stammt, O voter, lebr' 6. Lob sei dem vater, lobler mich. Die weisheit, die dem sohn! Lob dir, o tröster das Herz entflammt Zur liebe gottes geist! Einst fingen wir gegen dich. vor deinem thron Ein lied, das würdiger dich preift. 3. Dich lieben, gott, ist feligkeit; Gern, thun, was dir Aus tiefer Noth schrei ich. gefällt; Wirft edlere zufrie 224. Raß, vater, deinen denheit, Als alles glück der guten geist Mich welt. allezeit regieren, Daß ich zu 4. Vertrauen bab ich dann dem, was unrecht heißt, Mich zu dir, Dann schenket selbst lasse nichts verführen; Der dein geist Das freudige bes sünde reizung widersteh'; Und wußtsein mir, Daß du mir stets auf deinen willen sel', gnädig seist. Darnach allein zu handeln. 5. Er leite mich zur wahrs 2. Ob böse lust auch hier beit hin; Zur tugend stärk und dort mich anficht, weil er mich; Beweise, wenn ich ich lebe: So hilf mir, daß ich traurig bin, Auch mir als ihr so fort Jm anfang widers tröster sich. strebe; Und daß ich ja vergesse 6. Er schaff' in mir ein nicht Die todesstunde, das ge- reines berz, Bersiegle deine richt, Den himmel und die buld; Und er bewaffne mich hölle. im schmerz Mit muth und 3. Gib, daß ich denke jeder mit geduld. MEIOS zeit An diese letzte dinge; Und 226. Nun bitten wir den dadurch alle sündenfreud' Aus heil'gen geist, meinem herzen bringe; Damit Welchen jesus christus uns ich dich mein lebenlang Ver- verheißt, Daß er uns behüte ehre, obne furcht und zwang, für falscher lehre; Alle, die Mit willigem gehorsam. im irrthum sind, bekehre. Er4. O stärke mich dazu mit barme dich, berr! kraft: So wird es mir gelin2. Du geist der weisheit und gen. Hilf jede böse leidenschaft der kraft, Mach' uns durch dein XVI. Vom heiligen Geiste. 139 dein wort auch tugendhaft; Hilf, 5. Nimm deinen geist, den daß wir ihm glauben, Dem geist der liebe, Den geist des treuen heiland, Der uns brin- glaubens nie von mir, Und gen will zum rechten vaterland stärke mich durdy feine triebe, Erbarme dich, berr! Durch seinen beistand für und 3. Du böchster trost in aller für! So leite durch die pilnoth! Hilf, daß wir nicht fürch- gerzeit Mich aus der welt ten grab noch tod; Paß, wenn zur seligkeit. wir einst sterben, uns nicht 228. Sheiliger geift, febr verzagen; Sondern mach' uns frei von allen plagen. barme dich, herr! Wer nur den lieben Gott. bei uns ein Und Er- laß uns deine Wohnung sein, Du, unsrer feelen sonne! Laß. deiner wahrheit hellen schein großer gott, du In unsern berzen fräftig sein reines wesen, Du zu fteter freud' und wonne; haft nur reine herzen dir Zu Daß wir Schon bier, Gott deiner Wohnung auserlesen: ergeben, Ruhig leben, Und im Ach schaff' ein reines berz in sterben Einst vollkommnes glück mir; Ein herz, das unbefleckt ererben. 227. ATEN und frei von allen bösen lü- 2. Du quelle, draus die sten sei. weisheit fließt, Die uns zum 2. Ich falle dir, mein gott, heil so nöthia ist, Oschenk, zu fuße. Mich mache christi aus deiner fälle, Uns so viel blut auch rein. Laß redlich einsicht und verstand, Daß heilmeines herzens buße, Und sam von uns werd erkannt ernstlich meinen glauben sein! Des böchsten gnäd'ger wille. So mache mich zur reinig- Ja gió Den trieb Unsern seefeit des lebens fertig und len, Nur zu wählen Und zu üben, Was er uns hat vor3. Dein guter geist, o gott geschrieben. tid regiere Mein ganzes herz, und 3. Steb' uns stets bei mit Bebe mir In meiner schwach- deinem ratb, Und führ uns beit bei und führe Mich von auf den rechten pfad Des heils, der eitelkeit zu dir! Gib einen den wir nicht wissen. Vers geist, der dir getreu, Und leib uns willigkeit, daß wir willig zu gehorchen sei. Dir treulich folgen, wenn wir bereit. 4. Durch deine gnade stärk' hier Auch darum leiden müss mich schwachen; Mach' mich sen. Drückt laft Uns fast Muthvorsichtig in gefahr. Gib, daß los nieder: Laß uns wieder ich durch gebet und wachen Trost empfinden, Und die trübDie seele unverlegt bewahr. fal überwinden. noor Laß mich in deiner gnade 4. Stärk' uns durch deines stehn: Stets in der beßrungstrostes kraft Zum kampf mit weiter gehn. dd jeder leidenschaft ,. Darüber herr 140 Erste Abtheilung. X herr zu wenden. Und sind wir uns hin; Erfülle uns nach wo dem falle nah: So sei deinem sinn Mit wahrer menmit deiner hülfe da; Erheb' schenliebe: Daß unser herz uns von der erden. Neue mit huld und treu, Stets zuTreue Gib uns schwachen, Du gethan dem nächsten sei; Und kannst machen, Daß wir sie sich darinnen übe. Kein neid, gen, Und im kampf nicht un- Kein streit, Dich betrübe, terliegen. Fried' und liebe Woll'st du 5. Erhalte bei uns immer geben, Daß wir froh und rus fort Den glauben an dein gött- big leben. Happine lich wort. Nichts muß uns 7. Gib, daß in wahrer heis von ihm trennen. Gib, daß ligkeit Wir führen unsre les wir ihn von herzensgrund Mit benszeit; Sei unsers geistes thaten, so wie mit dem mund, stärke! Laß uns stets bleiben Vor aller welt bekennen: Je unbewußt die eitelkeit der fin sum Christum Dyn' aufhören nen lust, Und ihre schnöden Recht zu ehren Mach' uns tüchwerfe. Rühre, Führe Unfre tig, Uud fein heil uns werth sinnen Und beginnen Von der und wichtig. erden, Daß wir himmelserben 6. Nimm alle härte von werden. alls 14 dni XVII. Vom Worte Gottes. S 1. Hoher Werth des gött- 3. Dein wort ermuntert dich lichen Worts, sowohl Gezu lieben; Lebrt, wie viel guts sepes als Evangelii. du denen gibst, Die dein ge M. Wer nur den lieben Gott. bot mit freuden üben, Und 229. Dein wort, o böch- wie du väterlich uns liebst. ster, ist vollkom- Und was, o herr, dein mund men; Er lehrt uns unsre verspricht, Bleibt ewig wahr ganze pflicht; Es gibt dem und trüget nicht. fünder und dem frommen 4. Herr, deine tröstungen sind Zum leben sichten unterricht. besser, Als alles silber, gold Oselig wer es achtsam und geld; Ein schatz, weit kösthört; Bewahrt und mit gehor- licher und größer, Als alle fam ehrt. 18 schäße dieser welt. Wer das 2. Es leuchtet uns auf un- tbut, was dein wort gebeut, fern wegen! Zerstreut des irr Dem ist dein segen stets bereit. thums finsterniß; Verkündigt 5. Drum laß auch mich mit gnade heil und segen, Und lust betrachten, Was mich machet unser herz gewiß. Es dein wort, o höchster, lehrt. lehrt uns, höchster, was du Laß mich darauf gehorsam bist, Und was dir wohlgefäl- achten. Was dein befehl von lig ift. mir begehrt: So fließen troft und XVII. Vom Worte Gottes. 141 und feelenrub Auch mir aus deinem worte zu. Jesu meiner Seelen Licht. 230. Du, der du 6. Wehre allem dem, was sich Wider gott empöret; Wider seinen geist, der dich Seine die wege lehret. Weh dem spötwahrheit bist, ter, der sich bläht, Mehr als Gott, zu dem ich singe: Gott, gott zu wissen: Er wird einst, den fein verstand ermißt, Ur- vielleicht zu spät, Gott schon sprung aller dinge; Alle weis glauben müssen! app beit kommt von dir Zu den 7. Erd' und himmel wird menschenkindern. Sie erleuch- vergehn. Gott, dein wort tet uns, wenn wir Selbst ihr wird bleiben. Lasterhafte, die licht nicht hindern. Werden's nicht Könige sind vor 2. Vorurtheil und sinster niß Füllen unsre seelen: Unser es schmähn, vertreiben. dir staub, Wenn sie sich emblick ist ungewiß; Unsre schlüsse pören; Sind des schnellen todes fehlen; Aber dein verstand raub; Sie, mit ihren beeren. weicht nicht Von der lautern 8. Du bist wahrheit! ewig wahrheit. Was du denkest, das soll Mich von dir nichts tren ist licht. Nichtigkeit und klarheit. nen; Nicht die welt von arg 13. Wirf dich, sterbliches ge- list voll, Mich erschüttern könschlecht, Dankbar ihm zu nen. Sollt ich hier auch um füßen: Seine wahrheit und dein wort Schmach und trübsein recht Lässet er dich wissal leiden: So belobust du sen. Beit erschallt das wort mir's doch dort, Gott, mit des berrn, Das die welt be- ehr und freuden. Doc kehret: Glaubt es freudig folgt ihm gern, Menschen, die ihr's böret! do to Bapp 6. 4. Gott, was uns dein 231. Herr, dein geseß, das wort verspricht, Wird und muß du der welt Zur geschehen. Deine drobung fann richtschnur haft gegeben; Das auch nicht Leer vorübergeben; du zur regel vorgestellt, Wor Haben tausende nicht schon, nach wir follen leben, Das Welche vor uns waren, Deine deinen willen offenbart; Ift strafen, deinen lohn Unfehlbar ganz von einer andern art, erfahren? Als menschliche geſeße. MA Vom Geseß. Un] US M. Es ist das Heil uns. Midt 5. Seele, wolltest du nicht 2. Mit äußerlicher ehrbargott, Zuversichtlich glauben? feit Läßt es sich nicht begnuSoll der leichtsinn, soll der gen. Obgleich die hand nicht spott Deinen troft dir rauben? schlägt noch dräut; Die lips Der die himmel aufgebaut, pen nicht betrügen; Das aug Kann der jemals lügen? Kann nichts verbotnes sieht; Und er den, der ihm vertraut, unbefleckt sonst jedes glied In Heuchlerisch betrügen? seiner ordnung bleibet. 2 sd 3. Of 142 Erste Abtheilung.[ IVX 3. Ob man nicht flucht, besjer heißt, Laß seinen geist dich trüget nicht, Ob man fein treiben, Denn wer die fünd' fabbathsschänder, Kein frev- nicht redlich flieht, Nicht ihm ler, der die ehe bricht; Kein zu leben sich bemüht, Der mörder kein verschwender! bleibet in gerichte. Kein freund von sündlichem geschwäß: So ist dein heiliges Gay H 360 Vom Evangelio. d. geseß Doch damit nicht zur sind alle frieden. Ben Jesu meine Freude. Wort, aus göttes o munde! Wort 4. Es fordert, daß das herz 232. dich, gott, Wie du's verdie neft, liebe Und sich, zu bal- vom friedensbunde! Evange ten dein gebot, Aus allen kräf- lium! Bald, da wir gefallen, ten übe. Er will, daß wie Ließ dich gott erschallen! Du du heilig beißt, Auch unser bist unser rubm! Gottes fraft, berz und ganzer geist Sei hei- Die glauben schafft! Gute bot lig und unsträflich. schaft, uns zum leben Von gott selbst gegeben. dat 5. Der geist, von sünden liebe rein) Soll sich zu gott 2. Was dein wohlgefallen, erheben, Soll immerhin beflis Vor der zeit uns allen, Gott sen sein, Treu jeder pflicht bestimmet hat. Was sonst dunkle zu leben, Begierig auf des schatten Borgebildet hatnächsten wohl, Nach weisheitsten, Das vollführt dein rath. und der tugend, soll Der mensch' Daß dein eid Dich nicht ges voll eifer streben. reut: 3eigst du nun; in 6. So hat uns gott geof- jesu namen Wird er ja und fenbart Sein recht und seinen amen. innsing m willen. Willst du, o mensch, 3. Alles ist vollendet; Gott auf solche art Nun sein geseß hat den gesendet, der verheiserfüllen: Wie oft der sünden sen war. Jesus, der sein leben sklaverei Der wille unterwor- Wollte für uns geben, Stellt fen sei, Das wirst du leicht sich wirklich dar; Ja er hat erkennen. malla tho Des höchsten rath, Ganz voll7. Entschließ dich drum, zu bracht, und lebt in ehre. Ach deinem heil, Dem mittler zu erwünschte lebre! ania ergeben. Komm, nimm an des 4. Da uns strafen drohten: sen gnade theil, Durch den die Thaten friedensboten Heil von fünder leben. Nimm dankbar, gott uns fund. Was für froh und glaubig an, Was er bolde lebren Lassen sie uns zu deinem beil gethan, Und bören! Welch' ein theurer preise seine Liebe. bund! Gottes buld Tilgt unfre 8. Laß aber auch in deinen schuld, Und wer ihn mit glaugeist Dir fein gesege schreiben ehret, Wird von ihm erben Thu' alles willig, was höret. med hinand 5. Auf! XVII. Vom Worte Gottes. 143 5. Auf! und wehrt den der; Hier steht allen, die sein schmerzen. Kommt, ihr, deren hoffen, Nur der Weg zum himherzen Das gesetz zerschlug; mel offen. Kommt zu dessen gnaden, Der, 4. Lob und preis und tank für euch beladen, Alle schmer- und ehre Sei dir, herr, für zen trug. Jesu tod Versöhnt diese lehre, Die ein licht uns euch gott, Gott, der euch als aufgestecktet, Und den weg des vater liebet, Und die schuld beils entdecket. Da du deinen vergiebet. ist suisson john zum leben Der verlornen 6. Hierauf will ich bauen; welt gegeben: Sehn wir une Chrifto mich vertrauen; Und jers gottes flarheit, Und emin ihm mich freun. Jbm nur pfangen gnad' und wahrheit. will ich leben, ihm mich ganz 5. Gott, wie groß in deinen ergeben, Ewig treu ihm sein: wegen, Und für uns wie reich So werd' ich Auch einst durch an jegen, Zeigt sich uns das dich, mein heiland, selig wort vom glauben? Wer will sterben Und den himmel erben. Juns den himmel rauben, Benn Schmücke dicho liebe. wir auf dein zeugniß bauen, 233. Gott, dein unsichtba- Deiner vaterhuld vertrauen, res wesen Läßt Jesum glaubig beiland nenDas nen, Und das durch die that Haft bekennen? Contu DE sich in dem lichte lesen, du uns für dieses leben mit der vernunft gegeben, Daß 6. Ist dies nicht von uns du gott bist, muß ich merken, geschehen: O vergib uns das Herr, aus deinen großen wer- vergehen! Sieb' hier unsers fen. Und die pflicht, dich zufberzens reue, Und mach unsern verehren, Nann mich meine glauben neue. Ach, das wort schöpfung lehren. des ew'gen lebens Gabst du 2. Die vernunft zeigt deine uns doch nicht vergebens; Laß größe, Und entdeckt mir meine es ihm bei uns gelingen, Laß bloße. Ich soll mich mit gott es uns zum himmel bringen. verbinden; Doch dies bindern Ich ruf zu dir Herr Jesu Chrift. meine fünden; Und ich kann sie 234. Heil deinem deinem volke, dem du dich, D nicht verfühnen, Meine Frajt LBS kann nichts verdienen. Ach ver- höchster, offenbarest; Das du nunft, dies ist der schade; Aber regierst und väterlich Auf ebwie find' ich nun gnade? ner babn bewahrest! Heil uns, 3. Hier erscheint in größrer denn dies dein volk sind wir! klarbeit Uns ein licht, das Du lehrst uns, deinen willen wort der wahrbeit; Dies ver- Recht erfüllen, Und unsern durst spricht den geistlich armen Rei- nach dir Selbst aus der quelle ches, göttliches erbarmen. Hier stillen. ist heil für menschenkinder; 2. Weh' denen, die sich finHier ein bürge für die sün- sterniß, Gott, für dein licht erwäh 144 alic Ersie Abtheilung. X erwählen! Wie hoffnungsvoll jesu licht, Nach seinem reiche wie ungewiß Sind ihre stolze trachten. seelen! Du selbst berufft sie 2. Lobpreisung Gottes für immer noch, Dein himmlisch sein Wort. reich zu erben; Nicht zu ster- Wir Christenleut' hab'n. ben; Ihr leichtsinn stürzt sie 235. Herr, dir sei preis; doch In ew'ges verderben.blo Ich glaub' und 3. Der flügler sagt: du wer- weiß: Der grund des heils deft nicht Uns etwas neues sind deine lebensworte: Bei dies lehren; Denn die vernunft seissem licht Verfehl ich nicht Den schon das licht, Dich würdig schmalen weg ,. Die enge him zu verehren. Doch, wenn nur melspforte. dieser schimmer scheint, Der 2. Wir menschen sind Vers kann nicht völlig sehen, Sicher kehrt und blind; Und feiner gehen; Nein, sinket, wenn weiß den weg in's ew'ge leben. er meint Auf festem grund zu Den unterricht, Der uns ges stehen. bricht, kann uns allein dus 4. 3war die vernunft erkennwort der wahrheit geben. net dich In deinen großen wer 3. Daß jesus christ Mein ken; Weiß dein gebot, doch heiland ist; Daß er für mich weiß sie sich Zum guten nicht und meine schuld gestorben; zu stärken. Wir sündigen, und Daß ich durch ihn Erlöset bin; sie fann nie Uns wieder dir Daß mir sein blut die seligkeit verföhnen, Unfre thränen Siehest erworben. du, doch können sie nicht g'nug thun, nicht verföhnen. 4. Daß sich mein geist Dem leib- entreist; Daß er durch 5. Aus furcht des todes wür- gott unsterblich ist und bleibet; den wir Zum traurigsten ge- Daß mich mein hirt erwecken schlechte: Wenn uns dein wort wird, Wenn gleich den leib nicht gott, von dir Des him- des todes macht zerstäubet. mels hoffnung brächte. Der 5. Daß einst die welt Ir sünder kann durch jesum christ trümmern fällt, Wenn gottes Für alle seine sünden Gnade sohn wird majestätisch komfinden, Der lüfte macht men; Daß er den lohn Von und lift Durch glauben über seinem thron Dann geben winden. me any wird den bösen und den from 6. Ach theu'r und werth seimen. uns dies wort, Denn du hast's 6. Daß er mein freund, Wenn uns gegeben! Es leit' uns hier, er erscheint, Mich zu sich nimmt, es bring' uns dort, gott, in's ew'ge freudenleben: Dazum ew'gen leben! Lehr' auch von hat er, Mein gott und die spötter, die es noch mit herr, Nur durch sein wort erstolzem muth verachten, Dar- fenntniß mir gegeben. nach schmachten, Und so, bell 7. Dies wort erfreut In traus XVII. Vom Worte Gottes. traurigkeit, Und lindert mir Jefu deine tiefe Wunden. den fummer, der mich drücket, 237. Gott, durch den wir Die schwermuth weicht, Das find und leben, berz wird leicht, Wenn mich Deine güte sei gepreist, Daß in angst, o herr, dein wort du uns rein wort gegeben, erquicket. Das zum heil uns unterweist; 8. laß binfort Dein gna- Das uns unsre pflichten lehrt, denwort' Mein ganzes berz zu Wärnt, vermahnet, ftraft be deinem ruhm beleben, Bis nach fehrt; Und wenn uns ein leis der zeit In ewigkeit Jch besser den drücket, Uns mit reichem dich im himmel werd' erheben. trost erquicket. 145 el. Mun danket alle Gott. 2. Gib, daß wir es innig 236. Gelobet feist du, gott, lieben. Ernstlich, ohne heuchelFür deines wor- schein, Das darin befohlne üben, tes lehre. Gib, daß ich sie Und nicht bloße hörer sein; auch gern mit fleiß und an- Denn wer deinen willen weiß, dacht höre; Ja mache selbst und ihn doch nicht thut mit mein berz Bon vorurtheilen fleiß, Der ist ärger als die rein, Und laß dein wort mein heiden, Und muß doppelt streiche licht Auf meinen wegen sein. leiden. 2. Nie müsse mein gemütb, 3. Darum präge deine lehe Statt wahrbeit, irrthum währen Tief in unsre feelen ein; len; Und deiner lebren sinn Laß sie uns mit nußen hören, Leichtsinnig sich verhehlen, Leit, Und derselben thäter sein, allerhöchster, selbst Den for- Treib uns dadurch kräftig an, schenden verstand: So wird, Daß wir dich vor jedermann was du mich lehrst, Auch recht Froh bekennen, findlich lievon mir erkannt. ben, Und mit fünden nicht 3. Dein wort bleibt ewig betrüben. wahr; Laß mich's von herzen 4. In der seele finsternissen glauben; Und mir nicht seinen Sei dein wort uns stets ein trost durch ungehorsam rauben. licht. Laß uns trost daraus Wer bier nach deinem wort genießen, Wenn es uns an Gewissenhaft sich hält: Derstrost gebricht. Es versüß uns kommt zum wahren glück, jede noth; Es erquick' uns auch Hier und in jener welt. im tod Durch die boffnung 4. Hilf kräftig mir mein ganz zu schauen, Was wir gott, Daß ich auf gute lebresbeiner wahrheit trauen. Begierig acht und auch Sie 3. Bitten zu Gott um würmit gehorsain ehre. Verleib' digen Gebrauch seines mir deinen geist, Der lust und Worts. fräfte gibt, Daß man die waprbeit sucht, Find't, glaubt, be238. währt und übt. Nun banket alle Gott. Gott, du willst, daß heid mein herz Zur bei 146 Erste Abtheilung. beiligfeit genese; Drum gib, gibt: Man lernt ihr wort daß ich dein wort Oft und verstehn, Wenn man es treumit andacht lese; Das wort, lich übt. das deinen, rath Von unserm 7. Spricht sie geheimnisvoll, heil enthält. Dank sei dir für Eo laß mich dies nicht schrecken. dies wort, Den größten schatz Kein menschlicher verstand, Kann dich, gott, ganz entder welt. 2. Erfülle mein gemüth Mit decken. Du bleibst unendlich ehrfurcht und vertrauen, luft und frommen ernst, durch mich zu erbauen, bist's, der in der schrift 3 werth. meiner seele spricht. O segne 8. Sich seines schwachen lichts doch an mir, Herr, deinen Bei gottes licht nicht schämen: unterricht. Ist ruhm, und die vernunft Mit hoch, Was mir dein wort er Da- Flärt, Nicht was mein wiß Du verlangt, Sft meines glaubens 3. Mein gott, vor welchem Alsdann gefangen nehmen, ich Jeßt meine hände falte; Wenn gott sich offenbart: Dies Gib, daß ich allezeit Dein ist des menschen pflicht; Und wort für wahrheit halte; Und weise demuth ist's, Zu glauben, laß mich deinen rath Empfin- was gott spricht. dungsvoll verstehn; Die wunder am gesetz, Am wort vom kreuze sehn. 9. Erinnre mich hieran, Wenn mich die zweifel kränken, Und lehre mich dabei, Zu meinem 4. Du, aller mahrheit gott, heil bedenken; Dort sei die Kannst mich nicht irren lassen, zeit des schauns, Und hier des Untrüglich ist dein wort, Oglaubens zeit; Dort wachse, laß mich daraus faffen, So wie mein glück, Mein licht in viel mein heil verlangt. Du ewigkeit. bist's, der weisheit gibt: Wenn man sie redlich sucht, Und aus gewissen liebt. 10. Find' ich in deinem wort Noch manche dunkelbeiten. So laß mich einen freund, Der 5. Gib, daß dein kräftig wort mehr als ich fiebt leiden. Ein Mein herz auch mächtig rühre; forschender verstand, Der sucht Und daß ich mir den spruch mit emsigkeit; Ein angefochtOft zu gemüthe führe, Der nes berz, Hebt manche dunmich vor andern rührt: Dann kelheit. stärke mich durch ihn, Mit ernst 11. Stets sei dein wort mit und munterkeit, Das gute zu werth; Es ist mein glück auf vollziehn. erden, Und wird es einst noch 6. Um tugendhast zu sein; mehr In jenem leben werden. dazu sind wir auf erden. Wer Nie irre mein gemüth, Der deinem wort gehorcht, Den bibel feinde spott! Die lebre, läßt du inne werden: Die lehre die sie schmähn, Bleibt doch sei von dir, Die uns die bibel dein wort, o gott! Wer XVII. Vom Worte Gottes. 147 4 Wer nur den lieben Gott läßt. Wenn doch das berz noch böse 239. Mein gott, du woh- bleibt? Drum hilf, daß ich neft zwar im der wahrheit treu, Und daß lichte, Dahin kein sterblich auge mein glaube thätig sei! dringt; Doch gibst du uns zum 7. Laß dein erkenntniß mir unterrichte Dein wort, das uns im leiden Die quelle wahren erfenntniß bringt: Was du, o troftes sein: Um mich, wenn allerhöchster, bist; Was mit leib und seele scheiden, Des uns deine absicht ist. bessern lebens zu erfreun. Da 2. So gib denn, daß ich irr' und wank' ich weiter nicht, darauf achte Als auf ein licht Und sehe dich in hellem licht. im dunkeln ort, Und wenn ich Ich hab' in Gottes Herz und Sinn. ernstlich es betrachte: So bilf 240. Du hast auch mir selbst meinem forschen fort. zur seligkeit, Mein Für deiner wahrheit hellen gott, dein wort gegeben; Hilf, schein Laß aug' und herz stets daß ich darauf allezeit Mög' offen sein. achten, darnach leben. Sein 3. Hilf, daß ich deinem unterricht Gibt mir g'nug licht worte glaube, Das mich zur Die bahn des beils zu sehen. wahren weisheit führt; Damit Es zeiget mir Den weg zu dir; kein falscher wahn mir raube, Laß mich ihn freudig geben. Was mir ein ew'ges heil ge- 2. Eröffne du, zu meinem biert. Kein spöttergeist verführe beil. Die augen meiner seele; mich; Kein zweifel sei mir Daß ich mein allerbestes theil hinderlich. Erfenn', und auch erwähle, 1. Das ist der weg zum Laß ich mich hier, Mein gott, ew'geu leben, Daß mir, o va- von dir Und deinem wort reter, dich und den, Den du gieren: So wirst du mich Auch zum heil uns hast gegeben, Er- sicherlich Zur wahren wohlfahrt fennen, lieben und erhöhn. Offühren. führe eu auf dieser bahn Mich 3. Dein wort lebrt mich, selbst durch deine wahrheit an! daß diese zeit Mir sei von dir 5. Vor allem gib, daß stets gegeben,' Jm fleiße wahrer heilebendig Bei mir, gott, dein ligkeit, Nach ew'gem glück zu erkenntniß sei: Und daß ich streben. Ja es verschafft Mir dir darnach beständig Lieb' ehr- dazu kraft, Wenn ich's zu herfurcht und gehorsam weih'. zen fasse. Drum hilf du mir, Gib, daß ich thu' mit allem Daß ich es hier nicht aus fleiß, Was ich von deinem dem Herzen laffe. willen weiß! 4. Nichts gibt uns solchen 6. Was hilft das richtigste frohen mutb, ls deines wor erkenntniß, Wenn's nicht zu tes weide. Kein deiner liebe treibt? Was nußt fein irdisch gut glück der welt, Schenkt uns ein aufgeklärt verständniß, so große freude. Dein wort all ein R 2 148 Erste Abtheilung. X allein 3ft trost in pein; Ift/ wiffen Doppelt flreiche leide unser sieg in schmerzen; jeder noth, Auch selbst im tod, In müssen. 4. Folg' ich seinem unter Ift's troft für fromme herzen. richt: D so werd' ich's auch 5. Wie glücklich ist, o gott, erfahren, Was es denen gut's schon bier, Wer deine wahr- verspricht, Die es hören und beit ehret; Und durch dein bewahren; Dann wird es auch wort belehrt von dir, Die mir im leiden Eine quette wahrechte weisheit höret. Ein from- rer freuden. mer sinn Ist sein gewinn. 5. Hilf auch, daß von zeit Dein segen, dein verschonen. zu zeit Meine Fenntnisse sich Bringt hier ihm ruh, Und dort mehren. Find ich dann noch wirst du mit ew'gem glück ihm dunkelheit Bei des glaubens lohnen. boben lehren: O so laß mich 6. Wenn alles fällt, so bleibt demuth lernen, Und von zwei dein wort, O gott, doch ewig felsucht entfernen. stehen. Drum laß mich dar- 6. Gib, daß ich in deinem auf immerfort In meinem wan- llichyt Immer mehr gerührt er del sehen. Es macht uns frei, kenne Jener herrlichkeit gewicht, Zum guten treu, Lehrt jede Und mich dann nur glücklich noth besiegen; Drum sei's auch nenne: Wenn ich weislich dar- t mir Beständig hier Das seligste nach trachte, Und die fündenvergnügen. lust verachte. Liebster Jesu wir sind hier. 7. Gib mir immer neue fraft, 241. Herr, mein licht, Deinem wort gemäßß zu hanerleuchte mich, deln; Und vor dir gewissenDaß ich mich und dich erkenne; haft Auf der tugend pfad zu Daß ich voll vertrauen dich wandeln: So wird einst in Meinen gott und vater nen- jenem leben Mich ein hellres ne; Daß ich dadurch auf der licht umgeben. erde Für den himmel weise Es ist das Heil uns kommen. werde. 242. Herr, deine rechte, 2. Zuverlässig ist dein wort; dein gebot, Dar Lehre mich's nur recht verstehen. nach wir sollen leben, Wollst Wenn ich's forsche, hilf mir du durch einen geist, v gott, fort, Sicher daraus einzuse- In's herz mir selber geben: ben: Was zu meinem heil mich Daß ich zum guten willig sei, führet, Und zu meiden, mir und redlich, obne beuchelei, gebühret. Was du befiehlst, vollbringe. 3. Aber laß mich nicht allein 2. Gib, daß ich dir allein Nichtig seinen sinn verstehen; vertrau', Allein dich fürcht Laß mich auch beslissen sein, und liebe; Auf menschenbülf' Den erkannten weg zu gehen. und trost nicht bau'; Mich Denn sonst würd' ich bei dem darum nicht betrübe. Laß großer XVII. Vom Worte Gottes. 149 großer leute gnad' und gunst,] 8. Verleih', daß ich mich redGewalt, pracht, reichthum, wiglich nähr', Mich böser ränke und funt mir nicht zum ab- schäme. Dem berzen geiz und gott werden. unrecht wehr: Was mein nicht 3. Hilf, daß ich deinen guas ist, nicht nehme. Gewinn ich denbund Aus deinem wort er- was mit meiner hand, Sei es kenne; Und deinen namen nie auf arme gern verwandt; Und mein mund Ohn' herzensan- nicht auf pracht und hoffart. dacht nenne. Vergessen laß es 9. Hilf, daß ich meines nächmich auch nicht, wie stark sten ehr zu retten, forge trage: mich meiner taufe pflicht Zu Schmach und verachtung von deinem dienst verbindet. ihm kehr; Nichts böses von 4. Am tage deiner heil'gen ihm sage. Aufrichtigkeit regiere rub Laß mich gern vor dich mich, Und mein gemüth ente treten; Die stunden heilig brin- ferne sich Vom lügen und vom gen zu, Mit freuden zu dir lästern. beten, Dein wort sei meines 10. Laß mich des nächsten herzenslust; Dein friede sei in haus und gut Mit unrecht nie meiner brust; Dein lob in begehren. Was mir zum leben meinem munde. nöthig thut, Das wollst du 5. An eltern, an der obrig- mir gewähren. Doch das es feit, An denen, die mich leh niemand schädlich sei, Ich auch ren, Laß mich, o vater, jeder durch deine buld dabei, Ein zeit Dein göttlich bild vereh- rubigs herz bebalte. ren. Für ihre treu und müb 11. Gott, du bist herr; der laß mich, Auch wenn sie wer- mensch dein knecht. Ich kenne den wunderlich, Gehorsam sein deinen willen. Gern wollt ich und dankbar. ihn auch, wie es recht, In 6. Hilf, daß ich nimmer eignelheiligkeit erfüllen. Doch fühl' rach' Aus zorn und feindschaft ich wohl, was mir gebricht, übe. Verfolgt mich auch ein Und wie ich wahre tugend nicht feind mit schmach, Daß ich Vermag durch meine fräfte. verzeih und liebe. Auch jedem 12. Drum gib du mir von gern sein glücke gönn', Von deinem tbron, O vater, kraft herzen segne jeglichen, Und wo und stärke. Bereite mich, o ich kann, ihm diene. gottessohn, Zum thäter guter 7. Unreine werk' der finster- werfe. Dheil'ger geist, bilf niß Laß lebenslang mich mei- daß ich dich Von ganzem Herden. Ein unkeusch herz strafft zen, und als mich, Auch meidu gewiß, Auf wollust folgen nen nächsten liebe. leiden. Schaff du in mir ein Ach Gott und Herr. reines herz, Das üppigkeit und 243. Gott ist mein hort! geilen scherz Sich nimmermehr erlaube. Und auf sein wort Soll meine feele trauen. Ich K3 wandle 150 Erste Abtheilung. wandle hier, Mein gott, vorsvorschrift ehre. Dem, was sie dir Im glauben, nicht im verheißet, traue, Fest mein hofs schauen. fen darauf baue. 2. Dein wort ist wahr, Laß 2. Nur bei deiner wabrbeit immerdar Mich seine kräfte licht Lernen wir gott recht er schmecken. Laß keinen spott, Okennen: Jhn mit froher zuvers berr, mein gott! Mich von ficht Unsern gott und vater nendem glauben schrecken. nen. Und nach seinem beil'gen 3. Wo bätt' ich licht, Wo- willen, Unfre pflichten treu er fern mich nicht, Dein wort füllen. die wahrheit lehrte, Gott, ohne 3. Was die weisen dieser fie, Verstünd' ich nie, Wie ich welt Vor dir nicht erforschet dich würdig ehrte. haben, Das hast du in's licht 4. Dein wort erklärt Der gestellt; Und durch deines geis seele werth, Unsterblichkeit und stes gaben Bringst du es in leben, Daß diese zeit Zur unsre feelen, Daß wir heil ewigkeit Mir fei von dir gesund leben wählen. geben. 4. Du entdeckt uns unfre 5. Den ew'gen rath; Die schuld, Und der fünde großen missethat Der sünder zu verschaden; Aber auch des höchfühnen: Den kennt ich nicht; ften huld, Und den reichthum Wär' mir dies licht nicht durch seiner gnaden; Lebrst uns, als dein wort erschienen. ler unsrer fünden Gnädige ver6. Nun darf mein herz, Insgebung finden. reu und schmerz, Der fünden 5. Huldreich rufest du uns nicht verzagen. Nein, du ver- zu: Kommt zu mir, beschwerte zeibst, Lehrst meinen geist, Im seelen! Es soll euch zu eurer glauben, vater! fagen. ruh, Nicht an trofte bei mir 7. Mich zu erneun, Mich fehlen; Wollt ihr anders von sir zu weihn; Ist meines beils mir lernen, Euch von sünden geschäfte: Durch meine müh' zu entfernen. Bermag' ich's nie. Dein wort 6. Herr dein evangelium Hat gibt mir die fräfte. viel tausend, tausend zeugen, die, 8. Herr, unser hort, Laß zu deines namens ruhm, Dankdieses wort Mir licht und freude bar ihre kniee beugen; Daß du geben; Es sei mein theil; Es noch dein wort erfülleft, Und sei mein heil; Und kraft zum der seele kummer stillest. ew'gen legen. 7. O nimm gnädig an den dank, Den ich dir voll ehrLiebster Jesu wir sind hier. furcht bringe. Höre meinen lob244. Theuer sei mir alle- gesang, Den ich hocherfreut zeit, Herr, mein dir singe. Du, du heilst auch heiland, deine lebre. Gib, daß mich aus gnaden Von der fünich mit folgsamkeit Treulich ihre den großen schaden. 8. Köfts XVII. Vom Worte Gottes. 151 8. Köstlicher als gold sei mir, abwende, denn du bist ein geWas dein qöttlich wort mich rechter gett, und strafft gelehret. Dank, ja ewig dank wiß am ende. Erweck uns sei dir, Für den troft, den es durch der wahrbeit fraft, gewähret. Werd' ich einst zu Und was sie gutes in uns dir erhoben: Will ich würdi- schafft, Das laß uns treu beger dich loben. wahren. 9. Stets, so lang ich hier 5. Herr, öffne du verstand noch, bin, Will ich dir zur und herz, Daß wir dein wort ehre wandeln. Täglich mit vers recht fassen, In lieb und leid, neutem sinn Nur nach dei in freud' und schmerz, Es aus nem willen handeln: Soder acht nicht lassen; Daß nimmst du mich einst in schei wir nicht börer nur allein; den Auf zu deinen höhern Nein, auch desselben thäter freuden. sein; Frucht hundertfältig brinSei Lob und Ehr dem. gen. 245. Wir menschen sind 6. Geist gottes, mache selbst zu dem, o gott, uns gleich Dem fruchtbarn guWas geistlich ist, untüchtig. ten lande: Daß wir, an guDein wesen, wille und gebotten werken reich; In unserm Ist viel so hoch und wichtig. amt und stande, Das thun, Wir wissens und verstehens was uns dein wort gebeut, nicht; Wo uns dein göttlich Und frei vom dienst der ei wort und licht Den weg zu telkeit, Des glaubens fraft bedir nicht zeiget. weisen. 2. Von jeher hast du ausge- 7. Laß uns, dieweil wir le fandt Propheten, deine knechte: ben bier, Der fünder weg ver Sie machten in der welt be meiden, Gib, daß wir halten kannt Dein heil und deine fest an dir, Im wohlstand, wie rechte. Zuletzt ist selbst dein im leiden. Rott aus, was eigner sohn, O vater, von des dir, herr, nicht gefällt. Hilf himmels thron Gekommen, uns uns die sorgen dieser welt, zu lehren. böse lüfte dämpfen. Und 3. Für solches heil sei, herr, 8. Erhalt uns dein wort gepreist! Laß uns dabei ver- flar und rein, Und laß es bleiben. Und gib uns deinen unsern füßen Ein licht auf unguten geist, Daß wir dem sern wegen sein. Hilf, daß worte glauben; Daß wir's an- wir draus genießen Kraft, rath nehmen jederzeit Mit ehr- und troft in aller noth, Daß furdt treu und willigkeit; wir im leben und im tod Bes Als gottes; nicht der menständig auf dich trauen. schen. 9. Es müsse sich vor dei4. Hilf, daß der frevler fre- ner ehr, Gott vater, weit cher spott Uns nicht vom wort ausbreiten. Hilf, ieſu, daß R4 uns 152 Erste Abtheilung. 172 uns deine Lehr' Erleuchten in uns wirfen immer fort mög' und leiten. O heil'ger Lieb, hoffnung, trost und geist, dein göttlich wort Laß glauben. XVIII. Von der Taufe. Nun lob meine Seel' den. 246. Geweibt 4. Ja, hilf du selbst uns zum chri- allen, In deinem willen fiets stenthume, Sind beruhn, Und, dir zum wohl wir auch dir, o gott, geweiht, gefallen, Nach deines sohnes Nur dir zum preis und rubme lehre thun. Du wirst in die Zu führen unsre lebenszeit; sem leben, Wie du bisher ge Uns deiner vaterliebe In chrifto than, Uns, was wir brauchen, zu erfreun; Und reines geis geben. Verleib' uns auch nur ftes triebe Gehorsam stets zu dann Die beste deiner gaben; sein; Damit wir schon auf Daß wir durch jesum christ erden, Noch mehr in jener Theil an dem erbe haben, Das welt, Des glücks theilhaftig unvergänglich ist. werden, Das nur der christ Wer nur den lieben Gott. 247. bin getauft nach jesu lehren Dich, An uns, von jeher, gott, ge- vater, deinen sohn und geist, tban! Auf diesem pilgerpfade So zu bekennen und zu ebFing kaum sich unsre wohl ren, Daß herz und mund und fahrt an: Eo gabst du schon that dich preist; Und dann uns armen Am reiche christi des glücks, ein christ zu theil; Und bracht uns aus er sein, Mich hier und ewig zu barmen, Die bahn zu seinem erfreun. heil. Du schafftest unsern see 2. Durch diese- sliftung deilen Früh schon gelegenheit, Zu ner gnade Ward jedes recht kennen und zu wählen Den der chriften mein. Du weibs weg zur seligkeit. teft mich in diesem bade Zu erhält. Die be 2. Wie viel bat deine gnade; 3. Herr, auch für diese güte deinem find und erben ein: Gebührt dir unser lobgesang. und thatest in der folgezeit Mit freudigem gemüthe Bringt An mir noch mehr barmhere unser berz dir preis und dank; zigkeit. Daß du uns durch die taufe 3. Du öffnetest mir das ver3 christen bast geweiht, Und ständniß Durch deines sobnes uns zum tugendlaufe mit deis lehr' und geist, Durch sie genem licht erfreut. Gib, daß langt ich zur erkenntniß, Wie wir oft ermessen, Was uns man dich würdig ehrt und dein wort verspricht, Und straf- preist; Und welches heil dein bar nie vergessen, Die dir gnäd'ger rath Dem, der dich gelobte pflicht. ehrt, bereitet hat. 4. Daß X VIII. Von der heiligen Taufe. 153 4. Daß nicht, von leicht- dich, um dein zu sein, Vater, sinn hingerissen, Undankbar dich sohn und geist getaufet, Des mein herz vergaß: Erinner sen soll mein herz sich freun, test du mein gewissen An Ewig, ewig bin ich dein. seine pflicht obn' unterlaß; 2. Welch' ein göttlicher ges Und wecktest mich zum tugend- winn, Daß ich durch der taufe lauf Durch deine wuhrheit gabe Gottes find und erbe bin. mächtig auf. Daß ich ihn zum vater habe! 5. Gelobt, mein gott, sei Heilig, heilig, will ich sein. deine liebe, die mir noch eb Ewig, vater, bin ich dein! ich dich gekannt, Aus freiem 3. Ich gelob' es, und den= väterlichem triebe, Schon so noch Brach ich oft den bund viel gutes zugewandt! Wie der taufe; Kämpfte schon und buldreich hast du mein gedacht, wurde doch Schwach im kampf Und für mein wahres wohl und matt im laufe, Dennoch gewacht! will noch jesus mein, Gott 6. Wie sollt ich dich denn will noch mein vater sein. nicht verehren, Und dir ein herz voll liebe weihn? Nicht 4. Dies, o goit, versprachst gern auf deine stimme hören, du mir: Das bat jesus mir Und kindlich dir gehorsam sein? verheißen. Und ich sollte, sünde, Was dich entehrt, sei fern von dir, Dir, o welt, mich nicht mir. Geheiligt sei mein leben entreißen? Ja, ich will's, ich will nicht dein, Ich will meidir! 7. Oftebe nur mit deinem nes gottes sein! geiste, Wie du verheißen hast, 5. Jesum,( dem ich bin gemir bei; Daß ich, was ich tauft, Bin von ihm so hoch versprech, auch leiste, Und erhoben, Bin ihm durch sein treulich dir ergeben sei! Und blut erkauft) Jesum soll mein fehl' ich, so verwirff mich leben loben, Jbm will ich( denn nicht, Mein gott, vor deinem ich bin sein) Meine ganze feele angesicht. weibn. - 8. Erwecke mich durch deine 6. Wachen will ich, flehn gnade 3um fteten ernst der um fraft, Daß ich stets auf besserung! Und leite mich auf seinem wege, Heilig und gefichrem pfade Des glaubens wissenhaft Und im glauben, und der heiligung. Gott mei- wandeln möge. Und er wird nes heils, sei ewig mein, inir kraft verleihn, Treu bis Und laß mich stets bein eigen in den tod zu sein. fein! 7. Höre mich, denn ich Jesus. meine Zuversicht. bin dein, Theuer dir, mein 248. Gwig, ewig bin ich gott, erkaufet, Bin auf dich, dein Theuer dir, um dein zu sein, Bater, sohn mein gott erkaufet! Bin auf und geist getaufet. Ewig, ewig & 5. 154 Erste Abtheilung. ewig, laß mich dein, Ewig laßlein chrift dir angehört, Dies mich selig sei. glück mach' künftig ihnen werth! Bei einer Taufhandlung. Nach der Taufe 1.) eines Kindes. Vor der Taufe M. Nun lob meine Seel' den Herrn. 1.) eines Kindes. 249. Du wiesest, jesu, chris 250. Geweiht zum ftenthume, Ist dienicht die kleinen, ses kind nun gott geweiht! Die dir die eltern brachten, Erzieh' es dir zum ruhme, ab; Erkanntst auch finder für Du vater der barmherzigkeit! die deinen, Und sahst voli Verlängert deine liebe Sein hulo auf sie berab! Laßt, leben: so verleih', Durch deis sprachst du: lasset sie zu mir, nes geistes triebe, Daß es Und wist, das himmelreich ist dir immer treu, Den hohen ihr. werth der tugend Echon früb 2. Dir sei auch dieses find empfinden lern. Es ziere seiempfohlen, Dir, dessen treu ne jugend Die selge lust am unwandelbar! Wir bringen's, herrn. wie du selbst befohlen, Dir jetzt 2. Auch wir sind gott ge in deiner taufe dar! Ach segne weihte Durch unsre taufe: der es, herr jesu christ, Der du gedank' Ermuntre uns noch der taufe stifter bist! heute Zu einem neuen lobges 3. Laß durch dies siegel dei- fang. Erweck' uns zum vers ner gnade Sein christenrecht trauen, Mit findlich frohem bestätigt sein: Und weihe es sinn, Gen himmel aufzuschauen, in diesem bade Zum erben zu unserm vater bin; Er. deines himmels ein; Und daßweck' uns, zu ermessen, Was ein christ dir angehört, Dies uns sein wort verspricht; Und glück mach' künftig ihm recht nimmer zu vergessen Der ihm werth. gelobten pflicht. 2.) mehrerer Kinder. 2.) mehrerer Kinder. Herr, der du ſelbst die tauf Geweiht zum christenthume befohlen, Dir, dessen tren Sind diese finder gott geunwandelbar; Dir sein' die kin- weiht! Erzieh' sie dir zum der hier empfohlen! Wir brin- ruhme, vater der barmhergen sie der taufe dar. O segne zigkeit! Verlängert deine liebe fie, berr jesu christ, Der du Shr leben: so verleih', Durch der taufe stifter bist! deines geiftes triebe, Daß je-. 2. Laß durch dies siegel dei- des, dir recht treu, Den boner gnade hr christenrecht ben wertb der tugend Schon bestätigt sein; Und weihe sie froh empfinden lern'. Es ziere in diesem bade Zu erben dei- ihre jugend Die sel'ge lust am nes himmels ein; Und daß herrn. XIX. Vom 155 XIX. Vom heiligen Abendmahl. Empfindungen solcher Kommunikanten, die von nun an als rechtschaffene Christen denken und handeln wollen. Bei der Vorbereitung zuswiß nicht schade; Daß ich Hause und in der Ver durch deinen freuzestod Ents fündigt, uns verföhnt mit gott, Ein erbe sei des lebens. fammlung. Mel. Nun freut euch lieben. 215. J will das abend6. Wie werd' ich denn, der mahl des herrn, sünde feind, Dich mein erretter Des mittlers, heut' empfahen: lieben! Wie ernstlich mich, mit Von allem weltgeschäfte fern, dir vereint, In frommen thaWill ich zu ibm mich naben. ten üben! Wie werd' ich dir Otag, wie heilig bist du mir! mein lebenlang Für deine liebe Wie soll ich meine seel an dir preis und dank, mein verZu meinem gott erheben! föhner, bringen! 2. Nicht die gewohnheit treibt 7. Ich steh' vor deinem anmich hin; Nicht der betrug der gesicht. Du siehst, daß ich nicht sünde: Daß auch ein laster- lüge. Du siehst auch, daß hafter finn Blos dadurch gnade mein herz sich nicht mit vor finde. O herr, erhalt' von satz selbst betrüge: So komm heuchelei Mich allzeit unbe- ich denn mit freudigkeit, Voll fleckt, und frei Von luft zur hoffnung meiner seligkeit, Zu übertretung. deinem abendmahle. 5. Bekennen will ich's öf- 8. O meine seele, denke nach fentlich: Dein sterben sei mein! Wie sündlich war dein leben! leben! Dir, mein erlöser, hab' Durch wessen leiden, wessen ich mich Zum eigenthum erge- schmach Hat gott es dir geges ben. Ich will, so lang ich ben! Was bist du dem, der lebe dein, Und deiner liebe so dich liebt, Daß er für dich mich erfreun; Mich sterbend sein leben gibt, Für seine liebe deiner trößten. schuldig? 4. Demüthig will ich meine Es ist gewißlich an der Zeit. schuld Vor meinem gott geftes 252. Ich preife dicho hen. Und, überzeugt von sei herr, mein heil, ner huld, Zu ihm um gnade Für deine todesleiden: Hab' flehen! Ich will mit göttlichem ich an ihren früchten theil: vertraun Nach deinem freuz, o Was fehlt dann meinen, freu jesu, schaun, Und fröhlich gnade den? Du warst ein opfer auch hoffen. für mich, gib, daß meine 5. Dein leib und blut ver- se ele sich Des ewig freuen sichre mich Von dieser deiner möge. gnade: Daß meiner fünden 2. Du läsfest mich in deinem schuld durch dich mir nun ge- tod Das wahre leben finden. Er . 156 Erste Abtheilung. Erlösung aus der größten noth, lößten geist Zu deiner freude Vergebung aller sünden; Ge- führet. wissensruh; zur beff'rung kraft; 8. Zu meinem heile hast du Das hast du, herr, auch mir dich Für mich dahin gegeben; verschafft, Da du am freuze Dein abendmahl erwecke mich ftarbest. Mit ernst darnach zu streben. 3. Dein abendmahl ist mir Herr, mache mich dazu ge ein pfand Von dieser großen schickt Und werd' ich einst der güte. Wie viel hast du an welt entrückt: So sei dein tod mich gewandt! O stärke mein mein leben. gemüthe 3um glaubigen verSchmücke dich o liebe Seele. traun auf dich, Daß ich, so 233. Schicke dich, erlöſte lang ich lebe, mich An deine gnade halte. seele, Glaubig, nach des herrn befehle, Sei 4. Jch fühle, berr, voll reu' nen mittlerstod zu feiern; Deis und schmerz Die last von meinen dank ihm zu erneuern. nen sünden. Laß mein vor Auch für dich hat er sein ledir gebeuates herz Den großen ben In den bängsten fod gegetroft empfinden: Daß du, aue ben: Dir auf zeit und ewiggottes vaterbuld Auch mir ver- feiten, Heil und wohlfahrt zu gebung meiner schuld, Auf buße bereiten. haft erworben. 2. 3um genusse seiner gna5. Den troft den mir dein den Wirst du von ihm eingetod verschafft, Werd' ewig mir laden. Eil ihm demuthsvoll zum segen; Er stärke mich mit entgegen; Und nimm theil an neuer kraft Auf allen meinen seinem segen. Komm, getrost, wegen: Nur das zu thun, wasjes ist sein wille; Komm, und dir gefällt, Und alle furcht und schöpf aus seiner fülle Neuen lust der welt, Standhaft zumutb und neue triebe, Zur überwinden. verehrung seiner liebe.. 6. Wie soll ich die barm- 3. Herr, ich komme mit verberzigkeit, Die du mir thust, langen, Glaubensstärkung zu ermessen? Gib, daß ich sie zufempfangen; Der du huldfeiner zeit Undankbar mag ver- reich deinen frieden Sterbend gessen; Daß ich, aus ächter auch mir haft beschieden. Hier gegentreu, Ganz deinem dienst fall ich zu deinen füßen; Laß ergeben sei, Und dir zu ehren mich würdig doch genießen. lebe. Deines mahls, der seelen7. Laß deines leidens großen speise, Mir zum heil und dir zweck Mir stets vor augen zum preise. stehen. Nimm alle hindernisse 4. O wie fehnt sich mein weg, Die ebne bahn zu gehen, gemüthe, Menschenfreund, nach Die mir dein heilia vorbild deiner güte! Ewig währet deiweist, und die einst den er ne treue, lnd du fiebst mein herz XIX. Bom heiligen Abendmahl. 157 herz voll reue! Ach, so wollst neuet! Ganz sei dir mein herz du meinen zähren Deine trös geweibet! Wie du bier gelebt, stung auch gewähren: Meiner zu leben, Will ich täglich mich fünden nicht gedenken, Und mir bestreben! Dir gelob ich, deine deinen frieden schenken! lieder, Alle menfchen, meine 5. Ja, ich hoff auf deine brüder, Immer mit den reingnade, Daß sie mich der schuld sten trieben, Smmer, wie mich entlade, Und mit neuer fratt, felbst, zu lieben..02041 zum werke Meiner heiligung, 3. So gelobe dir von bermich stärke. Was du, da du zen, Meiner brüder noth und für uns starbest, Jedem, der schmerzen Täglich brüderlich zu gott sucht, erwarbest; Seelen- lindern; Elend, wo ich kann, rub und ew'ges leben, Wirft zu mindern; Jch gelobe dir du mir gewiß auch geben. mit freuden, Auch das unrecht 6. Deiner will ich stets mich still zu leiden; Ungeduldig nie freuen, Gauz mich deinem dienste zu flagen; An dir niemals zu weihen: Nur nach deinem wil verzagen. len leben; Und dich dankbar 4. Was du bassest, will ich froh erheben. Deine huld ist bassen, Ganz von dir mich leiunerweßlich: Herr, sie sei mir ten lassen; Nie mit vorsaß dich unvergeßlich; Daß ich dich auf betrüben; Alles, was du liealle weise Herzlich lieb' und best lieben. Zwar ich kenne thätig preise. meine schwäche, Jesu, da ich 7. Du, dem die verklärten dies verspreche; Morgen hab' schaaren, Die, wie ich auch ich oft gebrochen, Was ich heute schwache waren, Ewig dankdir versprochen. und jubel siagen, Daß sie hier 5. Darum hilf du mir und dein heil empfingen. Laß auch stärke Mich zu jedein guten mich einst dahin kommen, Daß werke. Du allein kannst mich ich mich mit allen frommen erlösen Von versuchungen zum Ewig deiner bulb erfreue, Und bösen. Hilf, den erken reiz dir meinen jubel weihe. zu fünden, Eh' er stark wird überwinden; Laß mich ihre fol254. Herr, ich falle vorgen schrecken; Und der unschuld In voriger Melodie. dir nieder, Danfe freuden schmecken. dir und singe lieber, Dir, e Ein Lämmlein geht. tilger meiner fünden, Wer 255. Ich komme, herr, kann deine lieb' ergründen? und suche dich Meine schulden willst du decken; Mühselig und beladen. Willst mich todten auferwecken: mein erbarmer, würd'ge mich 2Billst ein ewig selig leben Des fiegels Mir, wenn ich dir glaube, den. Ich liege bier vor deigeben. nem thron, Sehn gottes und deiner gna2. Nun so sei der bund er- des menschensohn, Mich dene 158 Erste Abtheilung. ner zu getrösten. Ich fühlejund leben zu empfahen, Laß meiner fünden müh'; Ich suche würdig uns zum heiland naruh', und finde fie Im glauben; Und sprich uns los von ben der erlösten. sünd' und tod. Laß uns getreu 2. Dich bet' ich zuversichtlich dir sein, Und führ uns endlich an. Du bist das heil der sün- lein, In dein Leben. Der weg der; Haft ihre schulden abge- ist schmal, Bereit uns all Zu than; Und wir sind gotteskin- deinem großen abendmahl. der. Ich denk' an deines lei- Bei der Kommunion. dens macht und an dein wort: Jesú deine tiefe Wunden. es ist vollbracht! Du hast mir 257, Voller ehrfurcht heil erworben. Für mich haft du dich dargestellt; Mit versöhnte gott die welt; du für sie gestorben. dank und freu sich den Komm ich, herr, auf dein Dalgebot Zu dem denkmal deiner leiden, Und gedenk an deinen 3. So freue dich, mein herztod. Mittler, der du für mich in mir! Er tilget meine fünftarbst; mir ein ewig beil ers den: Und läßt bei seinem mable warbst; Dir zur ehre stets zu hier Mich gnad' um gnade leben, Sei mein eifrigstes befinden Er bört der reue sebn streben. lich flehn; Will gern mich frei 2. Ich empfind' es jetzt auf's und glücklich sehn; Will mir neue, Was ich dir herr, schuldig die schuld vergeben. Nur soll bin. Du du gabst mit großer ich dem, der für mich starb, treue, Ganz dich mir zum dienste Und mir so großes heil erwarb, hin; Wiesest mir den weg zu Von ganzem Herzen leben. gott; Und ertrugst den schwer4. Ja, herr, mein glück ist sten tod: Mir im leben und dein gebot; ich will es treu im sterben Sichre tröstung zu erfüllen. Verleihe mir durch erwerben. deinen tod Die kraft zu diesem 3. Durch dich ist zu gottes, willen. Laß mich von nun an gnade Freier zutritt, und die eifrig sein, Mein ganzes leben kraft, Auf der tugend sel'gem dir zu weihn, Und deine huld pfade Feft einher zu gehn, verzu preisen. Laß mich den ernst schafft. Und du rufft auf's der heiligung, Durch eine wahre neue mir Durch dein nachtbesserung, Mir und der welt mahl, daß ich hier Theil an beweisen. deinem segen nehme; Und mich deiner niemals schäme. Unmittelbar vor der Kommunion. Wache auf ruft uns. 4. Sollt ich, jesu, denn vergebens Diese deine huld em256. Herr, du wollst uns pfahn? Nicht zur beßrung meivorbereiten; 3u nes lebens mich zu deinem deines mahles seligkeiten. Seistische nahn? Ja mit neuem mitten unter uns, o gott! Heilfernst will ich mich für fünden scheun XIX. Vom heiligen Abendmahl. 159 scheun, und dich, Durch ein dir, Das ganze volk der christengeheiligt leben, Mit vermehr- beit Wohlthätig eingeladen. Du tem fleiß erheben. fruf'st: mühsel'ge kommt zu mir! 5. Diesen vorsag, den ich Ich komme, heiland! ja, zu babe: Thätig dankbar dir zu dir Erbeb' ich meine seele. sein, Präg' ihn jesu, bis zum Entzeuch' mir deine gnade nicht; grabe, Tief in meine seele ein. Sei auch mein troft, mein heil, Gib mir fraft, ihn zu voll- mein licht. Du siehst, wie oft ziehn; Lehre mich mit vorsicht ich fehle. fliehn, Was ihn könnte bei mir 2. Ja, meiner schulden sind schwächen; Was mich reizt, weit mehr, Als ich vermag zu ihn gar zu brechen. zählen. Ich fühl' es wohl und 6. Laß mich über alles schäßen leide sehr, Vor unruh' meiner Dein mir theu'r erworbnes seelen! Doch du bist meine zuheil; Und nie aus den augey'versicht, Verlaß mit deinem segen; Wie nur der daran hat trost mich nicht Du siehest theil, Der auf deine stimine meine reue Erbarmer, nimm hört, Mit gehorsam dich versie gnädig an, Du bist's, der ehrt, Und in deinem dienst helfen will und kann, Daß sich auf erden Immer besser sucht mein herz erfreue. zu werden. 3. Nach deinem troste sehn 7. Geb' mir, wo ich bin ich mich, Gebückt vor dir im und wandle, Immerfort mit staube! Dein tröst ich mich und hülfe nach, daß ich als ein nur auf dich, Erlöser, hofft christ stets handle, Und wird mein glaube. Gebeugte willst ja mein glaube schwach: O so du nicht verschmähn; Versprichst hilf mir liebreich auf Daß den schwachen beizustehu, Die ich in dem tugendlauf Niminer nach der beßrung trachten. wanke, nie ermüde! So er- Stets quicke mich dein friede. treu, bleibst du deinen worten Und wirft ein glaubig 8. Ewig will ich dir es dan- herz voll reu, Auch meines ,, ken, Daß du so barmherzig nicht verachten. bist, Daß auch, wenn wir 4. Regiere nun auch fünfschwache wanken, Deine treu tig mich, Daß ich vorsichtig beständig ist. Herr, ich hoff' handle: Und heilig, voll verz es froh und fest: Daß sie mich traun auf dich, Nach deiauch nicht verläßt; Zu des nem willen wandle. Gib, daß himmels feligkeiten Wird sie aus dank für deine huld, In mich gewiß auch leiten. liebe, glauben und geduld, Ich dir auf erden lebe; Bis ich dereinst in deinem reich, Verunsterblich), engeln barmherzigkeit, gleich, Dich ewig froh erZum denkmahl deiner gnaden hebe. Mel. Ein Lämmlein geht und. 258. Du, berr, bast aus flärt, Herz 160 Erste Abtheilung. M. Herzlich lieb hab' ich dich. So dien ich voller freuden 259. Gelobt seist du, herr dir. unser gott, Ge- 4. 3ur weisheit und gerechlobt für unsers mittlers tod, tigkeit; 3ur heiligung und se Der uns das heil erworben! ligkeit, Bist du mir auserseWie boch hast du auch mich hen. Auf diesen herrlichsten geliebt! Er, der uns ew'ges gewinn Laß mich treu richten leben gibt, Ist auch für mich meinen sinn, Mein streben und gestorben. Mein ganzes herz mein fleben: Mein heiland, froblockt in mir. O vater, ich zieh mich ganz zu dir, Ja lobsinge dir. Gib, daß ich je- durch den glauben wohn in den tag auf's neu Mich dei- mir: So nimmt in mir die ner vaterhuld erfreu. Gott mei- seelenruh, Und meines herzensnes heils, Sei ewig mein, Sei beff'rung zu Mein Herr und ewig mein, Und laß mich dir gott! Verlaß mich nicht, Verrecht dankbar sein. laß mich nicht! Nur du bist 2. Voll froher ehrfurcht beug' meine zuversicht. ich mich Vor dir, sohn gottes, 5. Zu deinem himmel hilf der du dich Für mich dahin ge- du mir. Der freuden fülle ist geben. Es komme mir mie aus bei dir; Laß mich sie einst ge dem sinn, Wie viel ich dir, nießen Belebe mich mit muth herr, schuldig bin. Dein tob und kraft, So meine ganze bringt mir das leben Durd pilgrimschaft zu führen und deines opfers ew'ge fraft Haft zu schließen; Daß mir dein du o herr, auch mir verschafft, wort stets heilig sei; Daß ich Was mich vor dem verderben bis in den tod dir treu; Mit schüßt; Was meinem geiste freuden thu', was dir gefällt; ewig nüßt. Herr jesu christ, Und dich auch ehre vor der Wie liebst du mich! Wie liebst welt. O berr, mein heil, Sei du, mich! Gib, daß ich ewig stets mit mir, Sei stets mit liebe dich. mir! So komm ich einst ge3. Mit inbrunst fleh' ich, wiß zu dir. herr, zu dir: Befördre du Gott dessen Allmacht sonder Ende. doch selbst in mir Ein glau- 260. Hier bin ich, jefu, biges gemüthe. Mich dürftet zu erfüllen, as gleich dem dürren land, Beidu in deiner leidensnacht, Nach deiner liebe unterpfand, Nach deinem gnadenvollen willen, deiner großen güte. Ich fühle Zur pflicht und wohlthat mir wohl, was mir gebricht. O gemacht. Verleih zur übung stärke meine zuversicht: Daß dieser pflicht, Mir deines gei du auch mein versöhner seist, stes fraft und licht. Und mich vom ew'gen tod be 2. Es werde mir für mein freist. Herr, dieser troft Sei gewissen Dein mahl, ein tröstfest in mir! Sei fest in mir! lich unterpfand, Daß ich; der Vom heiligen Abendmahl. 164 der XIX. fündenfchuld entriffen, 8. Es stärke sich in mir der Durch dich bei gott vergebung glaube: Daß meine feele ewig fand: So freuet meine seele lebt; Und daß einst aus des sich In deinem heil und lobet grabes staube Mich dein alldich. mächt'ger ruf erhebt; Wenn du 3. Bewundernd denk ich an dich, großer lebensfüist, Den die liebe, Womit du unser heil völkern sichtbar zeigen wirst. bedacht: Wie stark find deines 9. Im geist lieg ich zu dei mitleids triebe, Die dich bis nen füßen Mit dank und lob, an das freuz gebracht! Es gebet und flehn, Laß neue mache, herr, dein todesschmerz gnade auf mich fließen. Mein Jegt neuen eindruck auf mein beiland, laß es noch geschehn, heiz. Daß mir, zur stärkung meis 4. Laß mich mit ernst die ner treu, Dein abendmahl gesünde scheuen, Für welche du, segnet sei. erlöser, starbst; Durch schndVor deinen Chron. den mißbrauch nie entweiben, 261. jesu christi, gotWas ou so tbeuer mir erteslamm, Der warbst, Nie fübre mich zur du aus lieb am freuzesfamm, ficherheit Der trost, ben mir Zur tilgung meiner sündenlast, bein tod verleiht. Den schwersten tod erduldet 5. Ich übergebe mich auf's hast! neue, O du, mein herr und 2. Ich komm zu deinem abend gott, an dich. Ich schwöresmahl; Gebeugt durch manchen dir beständ'ge treue Bei dei- sündenfall: Doch meines her nem mable feierlich. Dein zens zuversicht Steht, herr, zu eigen will ich ewig sein. Du dir, verwirf mich nicht. starbßt für mich, drum bin ich dein. 3. Du bist der arzt, der seelen heilt; Der reuerfüllten troft 6. Nie will ich mich für je- lertheilt; Und zur rechtschaffnen mand schämen Der ehre, die heiligkeit Den schwachen muth man dir erweißt; Mich nie zu und fraft verleiht. einem schritt bequemen, Den 4. Darum, berr jesu, bitt' mein gewissen sündlich heißt. ich dich, von meinen sünden O flöße mir den eifer ein, Wie heile mich. Mach in mir das du, o herr, gesinnt zu sein. gewiffen rein, Und laß mich 7. Laß mich mit ernft den ganz dein eigen sein. nächsten lieben, und wenn er 5. Erleuchte durch dein wort strauchelnd was versiebt, Ber- mein herz, Und richt es zu dir föhnlichkeit und sanftmuth üben, bimmelwärts; Daß glaubensAus wirklich christlichem ge- voll und dankbarlich, Ich deis müth: Stets eingedenk der schul- ner lieb erinnre mich. denlast; Die du mir, herr, 6. Gib, daß ich's mir zum erlassen hast. ' heile thu; Zur fördrung meis 9 ner 162 das Erste Abtheilung. ner seelenrub; Zur Stärkung 2. Herr, du haft auch mie in der heiligung, Und wahrer bereitet, Was zum wahren lebens besserung. wohl mich leitet; Licht, den 7. Tilg alle lafter aus in weg des heils zu finden; Troft mir; Mein Herz mit glaub' bei dem gefühl der sünden; und liebe zier; Und was sonst Kraft der beßrung nachzujaist von tugend mehr; Das gen; Muth, des lebens last pflanz in mir za deiner ehr. zu tragen; Und die hoffnung 8. Gib mir, was meiner seele beßrer zeiten, In dem reich nüßt, Und mich für dem ver- der ewigkeiten. derben schützt; Du bist mein 3. Ja, du willst mit deiner heil, laß mich mit dir Bereis gnade Selbst mich auf dem les nigt bleiben für und für. benspfade, Zum genuß der ses 9. Du bist's, der in uns ligkeiten, Die du mir erwor gutes schafft: Ach stärke mich da- ben, leiten. Du, du willst zu mit fraft; Damit ich glück- mich bessern, trösten; Und zum lich welt und fünd', Im glau- erbtheil der erlösten; Zu des ben an dich, überwind. himmels herrlichkeiten, Folg' 10. Dein freue meine seele ich dir nur, vorbereiten. sich. Mein ganzes leben preise 4. Nun so sei der bund er dich Den guten vorsag, den neuet: Ganz sei dir mein herz ich hier Erneure, mache fest geweihet. Täglich will ich mich in mir. bestreben, Nur nach deinem 11. Gib, daß ich treu fei wort zu leben. Was du liebst, meiner pflicht; Und mich nach will ich auch lieben! Ernstdeinem willen richt: So bring' lich mich im guten üben; ich christlich und in rub, Auf Was du hasfest, will ich has erden meine tage zu. sen; Stets von dir mich leis 12. Bis du mich), o du le- ten lassen. bensfürst, In deinen himmel 5. Doch, ich fühle meine nehmen wirst; Daß ich dabei schwäche, Jesu, was ich dir dir ewiglich In deiner güte, verspreche: Ach, wie leicht ist freue mich. das gebrochen, Schneller oft, als ich's versprochen! Darum 262. Jefu, freund der men- tärk' in mir die triebe, Dank schenkinder, Der befließner gegenliebe; Daß ich, du dich zum heil der fünder, bis ich einst erkalte, Treu dir Von des himmels hohen freu- sei und glauben halte. den, Zu den bängsten todes- 6. Hilf mir wider alles streis leiden, Willig haft herabge- ten, Was von dir mich will laffen: Wer kann dein erbars verleiten. Auch den stärksten men faffen? Tief gerührt von reiz zur fünden Hilf mir glücksolcher güte, Preist dich dank- lich überwinden; Daß ich hier bar mein gemüthe. Istets im gewissen Deinen fries Schmücke dicho liebe Seele. den XIX. Bom heiligen Abendmahl. 163 den mag genießen; Und der der dich liebt! Ihm ist's ein einst, auch überm grabe Theil pfand der seligkeit, Ein siegel an deinem segen habe. der gerechtigkeit. 7. O wie will ich dich er- 7. Ach, wie so reich ergießet beben, Wenn du mich im hö- sich hier meines gottes lieb bern leben, zu den freuten dei- in mich! Hier schmeck ich, voll ner frommen( Herr, ich hoff zufriedenheit, Des besten vaes) läsfest kommen! Da, dasters freundlichkeit! wird mich nichts mehr flören, 8. Wie furia du, mein fefu, Dich auf's innigste zu ehren; liebst, Bezeugt dies pfand, das Da, da werd ich frei von du mir gibst. Nichts scheiret sünden, Deinen frieden ganz ferner dich und mich. empfinden. Mich liebest bu, ich liebe dich. Jesu Christ mein's. 9. Ja, berr, dich lieb ich 263. Herr, der du wil- unverrückt, Wenn fünde lockt; lig als ein lamm wenn fummer drückt; VerAm martervollen kreuzes stamm, schmachtet leib uud seele mir; Beschwert mit unsrer fünden. Doch lieb ich dich, Und bleib last, Dich selbst für uns ge- in dir. opfert hast. 10. Herr, dieses beil'gen maße. 2. Hier fei'r ich deinen mitt- les fraft Stärk mich in meiner lertod; Hier nährst du mich pilgerschaft, Den feinden treu mit himmelsbrod; Hier ist das zu widerstehn, Die mir nach unschäßbare gut, Das du mir meiner feele stehn. gibst, dein leib und blut. 11. Es steuret allem stolz 3. O liebe, welcher keine und neid; Vermebret lieb und gleicht! Dwunder das keinjeinigkeit; Gibt troft, der nie mensch erreicht! Mir unbe, das herz verläßt, und macht greiflich; und doch wahr; Du den guten vorsatz fest. fagst es, und dein wort ist 12. Nun, jesu, führ ihn flar. felbst zur that, Und leite mich) 4 4. O gottmensch, bilf mir, nach deinem rath: So bring' daß ich ja Mit tiefster ehrlich in gelassner rub, Die tage furcht dir mich nah. O herr, meiner wallfahrt zu. mein mund empfabe nicht 13. Und wenn du mich, du Dein heilig mahi mir zum lebensfürst. Zur seligkeit einst gericht. führen wist: So nebm ich 5. Herr, deinen liebesvollen noch vollkommner theil An deis tod Verkündigen, ist dein ge- nem uns erworbnen heil. bot. Eo preise denn mein gan Nach der Kommunion. zes herz Dich jetzt für deinen m. Gott sei gelebet und gebened. todesschmerz. 264. Herr, sei gelobet, 6. O wie so großen segen daß du bast dein gibt Dein leib und blut dem, leben Für uns fünter binge원 2 geben! 164 Erste Abtheilung. geben! Stärk' unsern glauben;| 6. So soll denn weder spott deine himmelsspeise Heilige uns noch leiden! Noch ehre, gut dir zum preise. Erbarm dich und lust der welt Mich, herr, unser! von deiner liebe scheiden, Die Wer nur den lieben Gott läßt. selbst im tode mich erhält. Du 265. Dank, ewig dank bist und bleibest ewig mein; O sei deiner liebe, laß mich deiner würdig sein. Erhöhter mittler, jesu christ! Sib, daß ich deinen willen Nun freut euch lieben. übe, Der du für mich gestor- 266. Halt im gedächtniß ben bist; Und laß die größe jesum christ, O deiner pein Mir immer in feele, der auf erden Vom hims gedanken sein; melsthron gekommen ist, Ein 2. Wie kann ich dich genug beiland dir zu werden. Vererheben! Ich, der ich zorn und giß sein nicht, denn dir zu tod verdient; Ich soll nicht ster- gut Verband er sich mit fleisch ben, sondern leben: Weil du und blut. Dank ihm für diese mich selbst mit gott verföhnt. liebe! Du, der gerechte, starbst für 2. Halt im gedächtniß jesum mich. Wie preis ich, herr, christ, Der für dich hat gelits wie preis ich dich! ten; Da er am freuz gestor3. Heil mir! mir ward das ben ist, hat er dir heil erstritbrod gebrochen; Ich trank berr, ten. Errettung von der sün-. deines bundeswein Voll freude dennoth Erwarb er dir durch hab' ich dir versprochen, Dir, seinen tod. Dank ihm für diese treuster jesu, treu zu sein. Ich liebe! schwör' es nun noch einmal 3. Halt im gedächtniß jesum dir. Schenk du nur deine chrift, Der von dem tod ergnave mir! standen; Und izt zur rechten 4. Laß, herr, mich dankbarsgottes ist, Er hat von todesstets ermessen, Die mir zu gut banden Auch dir befreiung ausertragne last; Und deiner liebe gemacht; Und ew'ges leben nie vergessen, Die du an mir wieder bracht. Dank ihm für bewiesen bast. Laß meinen glau- diese liebe! ben thätig sein; 11nd mir zum 4. Halt im gedächtneß fesum guten fraft verleihn. christ! Er wird einst wieders 5. Hilf mir das böse über- kommen, 3u richten was auf winden; Und stärke mich zujerden ist, Die sünder und die jeder pflicht. Bewahre mich frommen. Drum sorge, daß vor neuen sünden. Verlaß mich du denn bestebst; Und mit ihm in versuchung nicht; Uud dein in den himmel gehst; Ihm ewigfür mich vergoßnes blut lich zu danken. Schenk mir im todeskampsel 5. Mein heiland, den der muth. himmel preist, Dich will ich ewig XX. Von der christlichen Kirche. 165 ewig loben. O stärke dazu vermehr in mir Des glauben s meinen geist, mit neuer fraft kraft, auf daß ich dir Mit von oben. Dein abendmahl neuer treue diene. XX. Von der christlichen Kirche. 1. Ihre Sicherheit unter nicht trauen! Und auf dein Gottes Schuß. wort gewissenhaft Fest seine 267. Allein Gott in der Höh' sei. hoffnung bauen! Dein heil ist jeju, licht und heil unser höchstes gut. Hilf, daß der welt, Der du wir stets mit frohem muth, in diesem leben Dein wort, Dich vor der Welt bekennen. das gottes rath enthält Zur 6. 3war kämpfen wir noch leucht uns hast gegeben: Du manchen streit. Auch mit uns bist der herr der christenheit, jelbst auf erden: Doch werden die du in dieser pilgerzeit, zur vollkommenheit auch wir erDir aus den menschen sammlest. hoben werden. Dann endet 2. Sie willst du, als dein sich der deinen müh'; Dann eigenthum, Zur wahren weis- kröneft und belohnst du sie, heit leiten; Und durch dein Ohn' end' mit preis und ehre. evangelium Zur seligkeit berei- 7. Wir seh'n dich dann in ten. Du bist, herr, groß von majestät, Und uns, gleich deirath und that, Und was dein nen engeln, 3u nie empfundnem mund versprochen hat, Wirst glück erhöht, Befreit von allen du gewiß erfüllen. mängeln; Frohlocken dir und 3. Du bist der deinen trost preisen dich, Daß deine Macht und heil; So viel nur ansund gnade sich So hoch an uns dich glauben, Die haben an verherrlicht. dir alle theil; Die wird kein feind dir rauben. Herzliebster Jesu was. Von dir 268. Ewig, o jesu, wird fließt weisheit, trost und ruh dein wort bestehen, Dem der dir folgt unfehl- Und erd' und himmel werden. bar zu. Dein ist des guten eh' vergehen; Eh' eine macht fülle. das reichy, das du errichtet, Je4. Mag doch die menge mals vernichtet. immerhin Auf deinen ruf nicht 2. Immer noch sammlest du hören; Und mancher im ver- dir auf der erden Menschen, kehrten sinn, Sich wider dich die willig dir gehorsam werempören: So fällt doch deine den; Und deinen frieden hier kirche nie; Du hältst, und du schon im gewissen Fröhlich beschüßest sie Durch deines genießen. geistes gaben. 3. Reißt blendende versu5. Dein ist das reich; dein chung sie zu sünden; Bist du ist die Kraft. Wer sollte dir ihr beistand, Und hilfst über£ 3 winden 166 Erste Abtheilung. winden Nichts wird sie jemals gericht: Ein wort kann ihn deiner Hut entreißen. Du hast's schon fällen. verhießen. 4. Das wort steht fest! die 4. Wohl allen denen, die stolze welt mag noch so heftig dir, jesu, trauen Was sie dir toben! Der herr mit uns! der glauben, wird ihr aug einst starke held! Der gibt uns sieg schauen, Dich, und die freu- von oben. Tödten sie den leib; den, womit en belohnest, Da, Nehmen find und weib! Rauwo du thronest. ben gut und ehr; Sie neh. 5. Dann schallen fröhlich mens, was ist's mehr? Uns von der deinen menge Dir, muß der himmel bleiben. unserm haupte, böb're lobyes In voriger Melodie. sänge; Wenn einst dein volk, 270. Wenn Christus seine das hier dein geißt regieret, Dort triumphiret. firche schützt: So Gin' feste Burg ist unser. mag die hölle wüthen; Er, der zur rechten gottes sißt, Hat macht, ihr zu gebieten. Er ist 269. Ein starker schuß ist mit hülfe nah; Wenn er ges unser gott, Aufbeut, stehts da. Er schüßt, zu ihn steht unser boffen. Er hilft seinem ruhm, Mit macht sein uns treu aus aller noth, So christenthum; Mag doch die uns fe hat betroffen. Satan, hölle wüthen. unser feind, Der mit ernst es 2. Gott sieht die fürften auf meint, Rüstet sich mit list, dem thron Sich wider ihn Troßt, daß er mächtig Ihm gleicht kein feind erden. ist; empören; Denn den gesalb auf ten seinen sohn, Den wollen fie nicht ehren. Sie schämen 2. Nicht unfre macht ist's, fich des worts Des heilands, die ihn fällt. Wir wären bald unsers horts; Sein freuz ist verlohren, Es kämpft für uns selbst ihr spott; Doch ihrer der rechte held, Den uns gott lachet gott. Sie mögen sich selbst erfobren Fragst du, wer empören. er ist? Er heißt jesus chrift; 3. Der frevler mag die Der herr zebaoth, Er, unser wahrheit schmähn, Uns kann herr und gott, Er muß den er sie nicht rauben. Der un fieg behalten. christ mag ihr widerstehn; Wir 3. 11nd wenn die welt voll halten fest am glauben. Ges feinde wär, Und wollten uns lobt sei jesus chrift! Wer hier verschlingen: So fürchten wir sein jünger ist; Sein wort von uns nicht so sehr; Es soll herzen hält, Dem kann die uns doch gelingen. Wenn der ganze welt Die seligkeit nicht fürst der welt Sich schon grim- rauben. mig stellt. Schreckt er uns 4. Auf, christen, die ihr ihm boch nicht. Er ist ja längstlvertraut, Laßt euch fein drobn ers XX. Von der christlichen Kirche. 167 erschrecken! Der gott, der von erkennen, unser gott, Dein dem himmel schaut, Wird uns großes werk auf erden; Laß gewiß bedecken. Der herr, der jesu christi heil und tod Er höchste gott, Hält über sein kannt von allen werden, Und gebot; Gib uns geduld in alle sich bekchren. noth; Und kraft und muth im 2. So danken dir, und lotod. Was will uns denn er- ben dich, gott, die völker schrecken? alle; Und alle welt erfreuet fich, Und singt mit großem 2. Um Erhaltung und Ausschalle; Daß du auf erden breitung der christlichen richter bist; Die sünd' nicht Religion und Kirche. läsfest walten; Und daß dein 271. Erhalt uns, herr, wort das mittel ist, Uns alle bei deinem wort, zu erbalten, Und uns zu dir Wehr aller feinde lift und mord, zu führen. Die jesum christum, deinen 3. So danke, gott, und lobe sohn, Von seinem thron zu dich Dein volk durch gute thas fürzen drohn. bringe frucht und Dein wort laß wohl ten. Es 2. Zeig deine macht, herr beßre fich; jesu chrift! Der du herr aller gerathen. Der vater segn' uns, herren bist: Beschirme deine und der sohn Und der so christenheit Daß sie dich lob herrscht mit beiden. Es segn' in ewigkeit. uns gott von seinem thron, 3. Gib, heil'ger geist, uns Tröst uns in allen leiden. Und einen sinn, Nimm alle zwie- hilf uns selig sterben! tracht von uns bin. Vor deiIn bekannter Melodie. nes wortes licht und macht 273. Ach gott vom hims Entflieb des wahns und irrthums nacht. mel! sich darein, Und laß es dich erbarmen: Wie 4. Herr, laß uns dir befoh- wenig herzen sind noch dein! len sein In aller noth; wir Entzieh' dich nicht uns armen. find ja dein. Erhalt' im glau- Dein theures wort hält man ben uns getreu, Mach' uns für spott; Empört sich wider nur von der fünde frei. dich, o gott; Will deinen sohn 5. Laß alle welt erkennen nicht kennen. doch, Du, unser herr gott, 2. Die anstalt, so die gnade lebest noch, Und stehst bei rei- traf, Vor aller macht des böner firche fest, Die sich allein sen, Und aller wohlverdienten auf dich verläßt. straf Die menschen zu erlösen, T 272. Es wolle gott uns Betrachtet man als ein gegnädig sein, Uns dicht, Und scheut und schäint seinen segen geben. Mit seines sich endlich nicht, Es öffentwortes hellem schein Erleucht' lich zu sagen. er uns zum leben. Laß uns 3. Man rühm sich großer 24 ehrs 168 az Erste Abtheilung. ehrlichkeit, Die edles denken menschenkindern: D'rum konne übe, Ja glänzen der rechtschaf- te keine macht der welt, Herr, fenheit In warmer menschen deinen fortgang hindern. Dir liebe, 11nd zählt auf gnad und können deine hasser nie Dein Huld bei gott, Auch ohne sei- erbe rauben; selbst durch sie nes sohnes tod, Und seines Wird es vergrößert werden. geistes gnade. 3. Weit wollst du deine berr 4. Gott siehts, und spricht: schaft noch In dieser welt verbald fommt die zeit, Daß breiten; Und unter dein so ich dem frevel steure; Damit sanftes joch Die völker alle sich in der christenheit ein leiten. Vom aufgang bis zum heidenthum erneure. Indessen niedergang Bring alle welt dir greif den schnöden wahn preis und dank, Und glaub' an Mein wort mit starken waf deinen namen. fen an, Und bleib unüber windlich! 4. Auch deine feinde die dich schmäh'n, Die frevelnd fich 5. O herr, beschüß uns, daß empóren Laß deiner gnade wununs nie Das frevelnde geder sehn, Daß sie sich noch schlechte In seine schlaue nege bekehren. Sehr' sie mit uns zich', Nie unter uns sich flech- gen himmel schaun, Und uners ie; Denn alle bosheit wächst schüttert im vertraun, Auf deine geschwind, o frecher fpott zukunft warten. erst fraft gewinnt. Sein gift 5. lns, deine chriften, wol ertödtet seclen. left du Fest in der wahrheit 6. Ja dämpfe selbst du stare gründen, Daß wir durch sie fer gott, Die dir die chre rau- beil, trost und rub Für unsre ben. O jein drist, bei ihrem seelen finden! Mach unsers spott Stärk kräftig unsern glaubens uns gewiß, Vor irr glauben. Ohrilger geist, ver- thum und vor finsterniß Beleih' uns gnad, Daß wir stets wahr uns, weil wir leben! auf dem smalen pfad, Bon bir geleitet, wandeln.- 6. Ein reines berz schaff in uns, herr, Ein herz nach deiSei Lob und Ehr dem. nem willen, Und lehre täglich 274. Die feinde deines williger Uns dein gebot erfüls freuzes droh'n, len! Gehorsam deiner vorschrift Dein reich, herr, zu verwü- sein; Und dann uns deiner ften; Du aber, mittler, got- gnade freun. Sei unser heil tessohn Beschüßest deine chri- jauf erden. ften. Dein thron bestehet 7. So wird dein volk dir ewiglich: Vergeblich wird sich unterthan, Und lernt die fünde wider dich Die ganze höllemciden; Und du führst es auf waffnen. ebner bahn Zu deines reiches 2. Dein reich ist nicht von freuden; Und herrlich wird diefer welt, Kein werk von in dieser zeit, Noch herrlicher in 169 XX. Von der christlichen Kirche. in ewigkeit, Dein großer name heißen, Nichts sie entreissen. werden! 2. Laß deine wahrheit rein Herzliebster Jesu was haft. verkündigt werden; mach ihre 275. Laß doch, o jesu, laß siege herrlicher auf erden. Gib dein reich auf ers muth und weisheit denen, die den, Unter den fündern aus.fie lehren, Dein reich zu mehgebreitet werden! Schenke noch ren. ihnen, deiner leiden wegen, Leben und segen! 3. Du hast noch niemals, herr, dein wort gebrochen. 2. Gib ihnen gnade, dich führe die deinen, wie du selbst recht zu erkennen; Daß sie dich versprochen; Führe sie endlich glaubig ihren heiland nennen; aus dem kampf hienieden, Zum Gib ihnen eifer, deinen guten ew'gen frieden. willen Treu zu erfüllen. 4. Ewig, o heiland, sei dein 3. Laß fie dein wort mit nam' erhoben, Ewig frohlockend frommer achtung ehren, Denn müsse dich einst loben, O du es verkündigt deines mundes beschirmer deiner schwachen lehren, Ausser ihm suchen heerde, Himmel und erde. sterbliche vergebens Worte 3. Das Glück ein Christ des lebens. zu sein. 4. Steure, erbarmer, dei mel. Kommt her zu mir spricht. ner feinde grimme. Barne 277. Gelobt sei gott! ich die deinen vor des irrthums bin ein drift, stimme. Lehre fie prüfen, daß Mehr, als der erde reichthum, fie falsche freuden Klüglich ist mir diese gnade wichtig. vertneiden. Wie groß ist meine seligkeit, 5. Sei du ihr licht in ihJch, hier ein mensch der seligren finsternissen Heile selbst keit, Bin nun zum himmel ihr verwundetes gewis- tüchtig. sen, Schlägt oft ein fummer 2. Gelobt sei gott! ich bin ihre herzen nieder: Stärke ein christ! Mein herz ist ruhig fie wieder. und vergißt Die nichtigkeit der 6. Schüße uns mächtig mit erden. Nun bin ich nicht blos ten unter bösen, Bis du von asch und staub. Nicht ganz ihnen ganz wirft uns erlösen. bin ich des todes raub, UnBis wir zum umgang der ver- sterblich soll ich werden. Elärten frommen Frohlockend fommen. 3. Gelobt sei gott! ich bin ein christ! Nicht werth der In voriger Melodie. himmelsfreuden ist Die trüb276. Shüße die deinen, sal dieses lebens. Ich dulde, die nach dir sich was ich dulden soll, Und bin nennen, Und dich, o jesu, vor des hohen trøstes voll: Ich der welt bekennen. Laß dei- leide nicht vergebens. nen händen, wie du selbst ver- 4. Dank dir, o vater, dank L 5 und 170 Erste Abtheilung. und ruhm! Du lehrtest mich meine sünde macht. Du zeigst das christenthum Fest glauben, mir gottes liebes rath, Und willig üben. Dank dir, a jesu, führst mich auf der wahrheit dank und ruhm! Laß nich pfad. dein evangelium Fest glauben, ewig lieben. Wer nur den lieben Gott. 6. Ich weiß, wozu mich gott erschaffen; Ich kenn mein heil und meine pflicht, Mein 278. Der du das leben geist wird nicht im tod entschlamir gegeben, Wie fen; Und hält mein gott einst preis ich dich, o gott dafür! sein gericht: So kann ich da Nie kann mein dank dich g'nug mit freuden stehn, Und vom erheben! Durch christum schenk- gericht zum himmel gehn. test du es mir, Kein licht, 7. O jesu, laß mich deiner kein troft erfreute mich: lehre Gehorchen mit stets größ Kennt ich nicht auch, herr rer lust; Und keines spötters jesu, dich. wahn zerstöre Dein heiligthum 2. Ich würde dann auf fin- in meiner brust. Mein ganzes stern pfaden Stets in gefahr leben preise dich! Dein heil des irrihums sein. Mit sün- erfreu' im tode mich! denschuld und fluch beladen, O süßer Stand, o selig Leben. Müßt ich des richters strafen 279. ntfernet euch, un scheun. Ich fande keinen trost) fel'ge spötter! Jhr in noth; Mich schreckte stünd- zittert, wo der fromme glaubt, lich grab und tod. Mein herz hat einen gott zum 3. Wozu hat mich mein gott retter, Und eine hoffnug, die erschaffen? Was ist auf erden nichts raubt. Ich sehe meis meine pflicht? Wird auch mein nen heiland leben. Ich weiß, geist im tod entschlafen? Und daß ich nicht sterben kann, Ich hält gott fünftig ein gericht? jweiß, mit diesem leib umges Wie werd' ich im gericht be- ben, Schau ich den gott der stehn? Wie der verdienten straf himmel an. entgehn? 2. Was seid ihr, stolze 4. Ach alle diese schwere weltbezwinger, Wenn euch die fragen Entscheidet die vernunft hobe hoffnung fehlt? Gott ach mir nicht; Und bei den zwei- tet eure macht geringer, Als feln, die mich plagen, Gibt ihr den sclaven, den ihr quält. sie mir doch kein völlig licht. Wie kurze zeit, mit wie viel Uch, ohne christi licht und heil, sorgen, Genießt ihr eurer Wär' finsterniß und tod meinsehrsucht raub? Ihr sieget theil. beut; man hasst euch morgen: 5. In allen diesen finster- 3hr waret götter; and seid nissen Hast du, herr jesu, licht staub! gebracht: Du hast mich der 3. Weltmenschen, was find gefahr entriffen, Die mir sonstleure freuden? Die wollust, die XXI. Vom Tod. 171 die euch trunken macht? Rein aus meiner brust, Ein herz, christ wird euch dies glück be- das nicht auf erden bleibet, neiden; Euch folgts nicht in Ist sich des himmels stets bedes grabes nacht. Ihr rechnet wußt. Kein unglück fann mit erbigtem blute Des fernen mich niederschlagen. Ich weiß, tages wollust aus. Die nahe mein glück entgeht mir nie. schreckliche minute Tilgt euer Ich darf vor feinden nicht verglück auf ewig aus. zagen. Ich weiß, mein tod 4. Ihr seid dahin; des chri- entwaffnet sie. ften größe Geht auf nach kur 6. Du leßte Stunde meis zer todesnacht. Am tage, danes lebens, Die du dem chris gott eure blöße Zum schauspiel sten heilig bist, Ich warte aller augen macht. Der tag nicht auf dich vergebens, Ich macht könige den knechten, Und thu' was deiner würdig ist! bettler den monarchen gleich; Du lehrst mein leben mich Der tag gibt adel den gerech genießen, Du bist mein lohn ten, Und macht des christen aus gottes band, Wie sanft seele reich. wird sich mein auge schließen? 5. Ein blick in meine zu Dein geist erblickt sein vaters Funft treibet Verdruß und angst land! XXI. Vom Tod. güter tand, Nach großem übers fluß gegeizt, Und, von dem Mel. Vater unser im Himmelr. niedern stolz gereizt, Dem 280. Ich fühle, daß ich schnöden prunk der eitelfeit sterblich bin, Mein Mein berz und mein bemühn leben welkt wie gras dahin. geweiht. Wer weiß, wie unerwartet 4. Wie viele nimmt dies blendbald, Des höchsten ruf an mich werk ein, Herr, laß es ferne erschallt: Mensch kehre wie von mir sein. Ich übergebe der in den staub! Wie leicht ganz mich dir. Hier bin ich, bin ich des todes raub! jes geschebe mir, Nach deiner 2. Wenn man in's finstre weisheit bessern rath Die nur grab mich senkt Und meiner mein heil zur absicht hat. bald nicht mehr gedenkt, So 5. Der mensch, der oft ein bleibt, was irdisch ist, zurück; solcher thor, Schreibt fiudisch Und hätte gleich der erde glück dir oft weisheit vor. Du liebst Mich hier beständig angelacht, ihn mehr, als er sich liebt, Und glänzend vor der welt Doch, wenn ihm deine hand gemacht. nicht gibt, Was seinem wahne 3. thorheit, hätt' ich mich glücklich scheint: So denkt sein verkannt und nach der erdesherz: du seift sein feind. 6. Der 1. Heilsame Betrachtung des Todes. 172 Erste Abtheilung. 6. Der dich gemacht hat, soll den wunsch zu leben minsorgt für dich. Nicht auf die dern; doch dich in deiner pflicht erde schränket sich Des höchsten nicht hindern; Vielmehr die große absicht ein. Du sollst, o kraft dazu verleihn. mens, unsterblich sein Dies 3. Ermattest du in deinen Leben ist ein augenblick; Einpflichten: So laß den tod dich früblingstraum sein längstes unterrichten, Wie wenig deiner glück. tage sind; Sprich: sollt ich 7. Gedanke der unsterblich- pflichten wohl verschieben? Nein keit, Du hebst uns über welt meine zeit, sie auszuüben, Ist und zeit; Erfülle meine ganze furz, und sie verfliegt gebrust, Wenn mich die lockung schwind. falscher lust Vom guten abzu- 4. Denk an den Tod, wenn führen strebt. Wohl dem, der böse triebe, Wen luft der welt hier der tugend lebt! ihre liebe Dich reizen, und 8. Die rosen um der laster und ersticke sie; Sprich: fann haupt Verblühen eh' ihr sllav ich nicht noch heute sterben? es glaubt. Ihr schändlicher Und könnt' ich auch die welt genuß entweiht, Und dauert, ere: ben, Beging ich doch solch' doch nur kurze zeit. Nur übel nie. freuden, die der himmel nährt ,; 5. Denk an den tod, wenn Sind meiner ganzen sorge ruhm und ehren, Wenn deine werth. schäße sich vermehren, Daß 9. Gib mir, o du, der gerne du sie nicht so heftig liebst. gibt, Ein herz, das nur das Denk an die citelkeit der ergute liebt, Mach andere groß, den, Daß, wann sie dir entv gott, ich sei Vergnügt undrissen werden, Du dann dich meiner pflicht getreu, Ein nicht so sehr betrübst. mensch, der dir gefällig ist, 6. Denk an den Tod in froEin wahrer, weiser und ein ben tagen; Kann deine lust sein christ. bild vertragen: So ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich: 281. Was sorgst du ängst-( dein vergnügen zu versüßen,) lich für dein leben? Welch' glück werd' ich erst dort Es gottgelassen übergeben, Ist genießen, Wo ich unendlich wahre ruh und deine pflicht. leben soll! Du sollst es lieben, weislich 7. Denk an den tod, wenn nüßen, Es dankbar, als ein deinem leben, Das fehlt, wor glück besigen, Verlieren als nach die reichen streben, Sprich: verlörst du's nicht. bin ich hier, um reich zu sein? In eigner Melodie. 2. Der tod soll nicht dein Heil mir! wenn ich in christo herz erschrecken, Doch dich zurssterbe, Dann ist ein unbeflecktes weisheit zu erwecken: Soll erserbe, Dann ist des himmels dir stets vor augen sein, Evlerbe mein! 8. Denk XX. Vom Tod. 173 8. Denk an den tod, wenn ben, Dein will' einst mir ge leiden kommen, Sprich: alle beut; Wann vor mir offen trübsal eines frommen Ist zeit stehen Gericht und ewigkeit; lich, und durch hoffnung leicht. Wann meine fräste beben, Ich leide, doch von allem bö- Und wann mein herz schon fen, Wird mich der tod bald, bricht: Herr über tod und bald erlösen. Er ist's, der mir leben! O dann verlaß mich die frone reicht. nicht! 9. Denk an den tod, wenn 4. Hilf, todesüberwinder! freche rotten Des glaubens und Hilf dem in solcher angst, Für der tugend spotten, Und lasters den du, heil der fünder, Selbst haft ihr haupt erhöhn. Sprich mit dem tode rangst! Und bei dir selbst: gott trägt die waun des kampfes ende Gespötter, Doch endlich ist für waltiger ihn fast, Nimm ihn fie fein retter: Wenn sie nicht in deine hände, Den du erlöhier noch in sich gehn. fet baft. 10. So suche dir in allen 5. Des himmels hobe freufällen Den tod oft lebhaft vor den Ermißt kein sterblich herz, zustellen: So wirst du ibn O troft für kurze leiden, Für nicht zitternd scheun; Dann furzen todesschmerz! Dem füns wird er dir einst trost im fla- denüberwinder Sei ewig preis gen: Ein weiser freund in gu- und dank! Preis ihm, der für ten tagen; Ein schild in der uns fünder Den felch des toversuchung sein. des tranf. 6. Heil denen, die auf erden Befiehl du deine Wege. Sich schon dem himmel weihn; 282. Die auf der erde Die, aufgelöst zu werden, Mit wallen, Die sterb- beil'ger furcht sich freun! Be= lichen sind staub; Sie blühen reit, es ihm zu geben, Wann auf und fallen, Des todes gott, ibr gott, gebeut, Fließt fichrer raub. Verborgen ist dies, ibr sterblich leben, Hin die stunde, De gottes slim- zur unsterblichkeit. me rust; Doch jede, jede O Ewigkeit du Donnerwort. stunde bringt näher uns zur 283. Jch bin ja, herr, gruft. in deiner macht, 2. Getroft gehn gottes fin- Du hast mich an das licht ges der Die schreckenvolle bahn, Zu bracht, Du sorgest für mein der verstockte sünder Verzweif- leben. Du kenneft meiner tage lungsvoll sich nahn; Wo selbst zahl, Weißt, wann aus dieder freche spötter Nicht mehr semn thränenthal Mein geift zu spotten wagt, Und vor dir, sich soll erheben. Wo, wie ſeinem retter, Erzittert und und wann ich sterben soll, Das verzagt. weißt du, herr des lebens, 3. Wenn diese bahn zu ge- wohl. 2. 2cr 174 Erste Abtheilung. 2. Wer wird in meiner leg- jdu nicht meiner schonest? Ach ten pein Mich fünder trösten, herr, ach geh' nicht in's ges mich erfreun, Mir muth und richt! Verwirf mich armen hoffnung geben? Wer nimmt fünder nicht! sich meiner seele an, Wann 7. Voll reu und buße such' ich von dem, was ich gethan, ich dich. Errette, gott, beGott rechenschaft soll geben? kehre mich, Und tilge meine Wer ist, der alsdenn für mich sünden. Geheiligt sei dir meine spricht, Thust du es, o mein zeit. Dein Dienst sei meine heiland, nicht? jeligkeit. Ach laß mich gnade 3. Mich dünkt, da lieg ich finden! Gib, daß ich meiner schon; ich seh', Daß ich am pflicht getreu, 3um tode stets finstern grabe steb', Mit todes bereitet sei! traum meiner tage, Du Dort weißt, daß ich, dein schwaches nicht; kind, Des todes keim in gliedein/ dern trage, Die irdisch und zer brechlich sind; Drum gib, daß 4. Ich hör bereits des rich- ich zu jeder zeit, Zu meinem ters ton, Ich setze mich vor tode sei bereit. angst umgeben: Der augen licht Gott dessen Allmacht sonder. verdunkelt sich, Und finsterniß 284. Du herr und vater umhüllet mich, Ein ist dann mein leben. schweigen meine sündén Sie fordern mich vor gericht. seinem thron, Das urtheil mir 2. Daß du, o höchster, meis zu sprechen; Ich seh' vor seinem leben Ein mir verborgnem angesicht, Ich sehe in dem nes ziel bestimmt; Und daß die bellsten licht Die reihen der ver- zeit, die mir gegeben, Viel, brechen, Die ich in dieser welt leicht gar bald ein ende nimmt: gethan; Wer ist's, der mich Das flöße mir die weisheit nun retten fann? ein, Necht für mein heil be5. Kein geld an arine rettet sorgt zu sein. mich; Und weint ich noch so 3. Hier hab' ich lebenslang bitterlich; Es kann mich nicht zu lernen, Mein Herz von süne erlösen. Nein, jeder wird als den abzuziehn; Mich von der dann empfahn Nach dem, was weltluft zu entfernen, Und un er allhier gethan. Nichts schützt den himmel zu bemühn; O alsdann die bösen. Hier ist mache mich dazu geschickt, Eh' gott zum verzeihn bereit; Dann mich der tod der welt entübet er gerechtigkeit. rückt. 6. Wie soll ich dann, o gott, 4. Nicht auf der erde, sonbestehn, Wann du in das ge- dern droben Bei dir, gott, richt willst gehn, Und nach ver- meiner fecle tbeil, Ist mir dienst mir lohneft? Wie kann das beste aufgehoben, Dort ich deiner straf entfliehn, mich ist für mich vollkommnes heil; dir in deiner welt entziehn, Wenn Da, wo dies heil ist, sei mein herz! XXI. Vom Tod. 175 herz! Herr, lenke selbst es him- viel wege hält; Dem einen melwärts. wird das scheiden herbe; Wenn 5. Hier allen sünden abzu- jener fanft und ruhig fällt. sterben; zu leben der gerech- Doch wie du willst, gib nur tigkeit, Um einst dein himmel- dabei, Daß ich wohl zubereireich zu erben, Dazu laß meinestet ſei. Sterblichkeit Mir stets, mein 4. Mein gott, ich weiß nicht, gott, vor augen sein, Und wo ich sterbe, Und welcher deine hülfe mich erfreun. fand mein grab bedeckt. Doch 6. Willst du mid) länger le-, wenn ich nur das heil erwerbe, ben lassen: So laß es mir Daß mich dein wort zum zum heil geschehn: Doch sollt leben weckt: So kann dies mir ich heute noch erblassen: So gleichgültig sein, Die erd' ist höre, vater, auf mein flehnallenthalben dein. Sei, wann mein Herz im todel 5. Nun, liebster vater, wenn bricht, Mein trost und meine ich sterbe, So nimm du meizuversicht. nen geist zu dir. Denn bin 7. Dir will ich gänzlich mich ich nur dein kind und erbe, ergeben, Dir, dessen eigenthums Und hab' ich jesum nur bei ich bin; Bist du, mein hei- mir: So gilt mir's gleich, und land, nur mein leben, Solgeht mir wohl, Wann, wie bleibt selbst sterben mein ge- und wo ich sterben soll. winn. Ich lebe dir, ich sterbe Ermuntre dich mein. dir, Sei du mein troft, so 286. Wie ungewiß ist, gnüget mir. herr, das ziel Vorige Melodie. Der wallfahrt auf der erde! 285. Mein gott, ich weiß Ob ich noch wenig oder viel mohl, daß ich An tagen zählen werde? Das sterbe; Ich bin ein mensch, der weiß ich nicht, du weist's albald vergeht, Und finde hier lein. Ich kann vielleicht der fein solches erbe, Das ewig nächste sein, Vom abgekürzten dauert und besteht. Drum zeige leben Ein beispiel abzugeben. mir in gnaden an, Wie ich 2. Befrei, mich, gott, von recht selig sterben kann. wahn und dunst, von irdischen 2. Mein gott, ich weiß nicht, beschwerden, Und lehre mich wann ich sterbe, Kein augen- die große kunst, Bei gräbern blick gebt sicher hin; Wie bald klug zu werden. Nur der ist zerbricht doch eine scherbe! Die weise, der bedenkt: Wie viel blumen müssen bald verblühn. von seinem tod abhängt, Und Drum mache du mich stets der dazu in zeiten Sein herz bereit, Hier in der zeit zur sucht zu bereiten. ewigkeit. 3. Hilf, daß auf's vorgesteckte 3. Mein gott, ich weiß nicht, ziel Mein auge stets sich kehwie ich sterbe, Dieweil der tod| re, Daß nicht der weltlust eits les 176 Erste Abtheilung. les spiel Mein schwaches herz 2. Es kann vor nacht leicht bethöre: Und sieht mein auge, anders werden, Als es am daß mein schritt Noch nicht den frühen morgen war. So lang rechten weg betritt: So wollst ich lebe auf der erden, Leb' du, herr, in zeiten Auf solchen ich in fteter todsgefahr. Mein weg mich leiten. gott, ich 2c. 4. Daß ich mich vor der fals 3. Herr, lehr mich stets an's ten hand Des todes nicht entende denken, Und laß mich, färbe: So mache mich mit ihm eh' ich sterben muß, Das heil bekannt, Vorber noch, eh' ich der seele wohl bedenken, Ja sterbe. Laß mir sein bild vor nicht verschieben meine buß. augen sein, Damit ich lerne Mein Gott 2c. fünde scheun, Die das gewis- 4. Laß nich doch bald mein sen schrecken, Und todesfurcht haus bestellen, Daß ich bereit erivecken. sei für und für, Und sagen 5. Gib, daß ich dich mit fann in allen fällen: Herr, frohem muth, Als meinen gott wie du willst, so schick's mit betrachte; Hingegen freunde, mir. Mein gott 2c. glück und gut Nicht als mein 5. Gib mir ein brünstiges eigen achte So wird mein verlangen Nach deinem himmel; tod mir angenehm, Ein schlaf laß, o gott, Mich fest an meis mir sein, und nichts von nem heiland bangen: So überdem, Was du mir hier ver- wind ich leicht den tod, Mein liehen, Mein herz zur erde gott 2c. ziehen. 6. Ach vater, deck all meine 6. Laß des erlösers herrlich- sünde Mit dem verdienste keit Mit Hoffnung mich er- christi zu: Damit ich hier quicken, Und mitten in der vergebung finde, Und dort dunkelheit Mich diesen troft er bei dir vollkommne ruh. Mein blicken. Dann nimm, herr, nach gott zc. vollbrachtem lauf, Den geist aus 7. Nichts ist, das mich von bieser bütte auf, Die einst im jesu scheide, Nichts, es sei les reich der deinen Wird neuge- ben oder tod. Er bleibt im Saut erscheinen. leiden meine freude, Mein schuß Wer nur den lieben Gott läßt. mein alles in der noth. Mein 287. Wer weiß, wie nabe gott 2c. mir mein ende! 8. So komm mein end' heut Die Zeit geht hin, es kommt oder morgen, Ich weiß, daß der tod. Ach wie geschwind, mir's mit jesu glückt. Er ist's, ach wie behende Kann kommen der mich in allen sorgen, Er meine todesnoth! Mein gott, ist's, der mich im tod erquickt. ich bitt' durch christi blut, Drum, glaub ich fest: durch Mach's nur mit meinem ende christi blut Macht's gott mit gut. meinem ende gut. Komm XXI. Vom Tod. 177 Komm Gott Schöpfer heil. 2. Doch du willst's, wir 288. Ich weiß, mein ende leben noch Mübsam hier in nahet sich; Mit pilaerhütten; Alle trugen einst jedem pulsschlag rückt die zeit, dieß joch, Die des lebens fron Die oft so ungenügt verstrich, erstritten. Endlich aber fübst Mich näher hin zur ewigkeit. der tod Uns auch hin zu dir, 2. Herr, lebre mich der stun- o gott! den werth, Die du mir zuge- 3. Jesus selber lebte hier zählt, verstehn; Laß keine, die Vormals auch in pilgerbütten; mir noch gehört, Aus leicht- Noch unendlich mehr, als wir, finn ungenügt vergebn. Hat er auf der erd' gelitten; 3. Und wann, von dir ge- Laß uns glaubig auf ihn sehn, ordnet dann, Die richterliche Und durch ihn in fampf stund erscheint: So nimm dich bestehn.. meiner feelen an, Du, mein 4. Was ist diese lebenszeit? erlöser und mein freund. Ach, nur eine kurze stunde Ges 4. Verleihe sterbensflugbeit gen jene ewigkeit! Gleichwohl mir! Von eitelkeiten abge- fommt auf diese ftunde, Die wandt, Sei meine seele ganz gott noch verkürzen kann, Unser bei dir, Der für mich starb ew'ges schicksal an. und auferstand. 5. Gib' uns weisbeit, berr, 5. Mich stärk' ob auch mein und kraft, Diese stunde wohl zu berz erbebt, Daß felfenfeste glau- nügen, Und beim schluß der benswort: Ich weiß, daß mein pilgrimschaft Wollest du uns une erlöser lebt; Sein bin ich ewig terstüßen, Daß wir freudig hier und dort. di auf dich sehn, Und getrost zum 6. Es sei mein herzlicher tode gehn. entschluß, Mein leben meiner 6. Daß wir dein sind, nicht pflicht zu weihn, Und bei zu- der welt! Daß du uns wirst friedenem genuß Mich dank auferwecken; Diese fraft der bar gottes zu erfreun. bessern welt Laß uns, wenn 7. Mein ende komm' früh wir sterben, schmecken. Flöß oder spät, Wie es mein weiser uns muth und ruhe ein, vater schickt, In dessen Hand Selbst imm tode frob zu mein leben steht, Ich weiß, sein. daß mirs mit jeſu glückt, 400 Jesus meine Zuversicht. 7. Wenn wir, nun einst auch zu rubn, Zu den todten 289. Gelig, gott, find die gottes gehen: Wollst du mehr die nun Schon im noch an uns thun, Als friedevollen grabe Von des wir bitten und verstehen. lebens arbeit rub'n, Und sich Auch für unsre todesnacht deiner größten gabe, Eines Riefst du einst: es ist voll ew'gen lebens freun. Möchten bracht! wald mot r es auch schon sein! wir M hoy 2. Wann • hung ♦ 178 Zillend Erste Abtheilung. 2. Warnung für Sicherheit. 9. Die heiligung erfordert Duis Ich komme vor dein. müh; Du wirkst sie nicht; gott 290. Wie sicher lebt der wirket sie; Doch aber ringe out the collamensch, der stets nach ihr; Als wäre sie ein staub, Sein leben ist ein fal- werk von dir. lend laub, Und dennoch schmei 10. Der zweck des lebens, chelt er sich gern, Der tag des daß du lebst, Dein höchstes todes jei noch fern! ziel, nach dem du strebst, Und 2. Der jüngling hofft des was dir ewig glück verschaft, greises ziel; Der mann noch Ist tugend in des glaubens seiner jahre viel; Der greis zu kraft. vielen noch ein jahr; Und kei- 11. Jbr alle feine tage ner nimmt den irrthum wahr. weih'n, heißt eingedenk des 3. Sprich nicht: ich denk' todes sein; Und wachsen in bei glück und noth Im Herzen der heiligung, Ist wahre tod's oft an meinen tod. Der, den erinnerung. der tod nicht weiser macht, 12. Wie oft vergeß ich diese Hat nie mit ernst an ihnpflicht, Herr, geh mit mir nicht er au fon gedacht. ins gericht, Drück selbst des to 4. Wir leben hier zur ewige des bild in mich, Daß ich dir keit zu thun, was uns der wandle würdiglich. herr gebeut; Und unsers lebens13. Daß ich mein herz an kleinster theil Ist eine frist zu jedem tag Vor dir, o gott, er unserm heil. au forschen mag, Ob liebe, demuth 5. Der tod rückt seelen vor fried und treu, Die frucht des gericht! Da bringt gott alles geistes in mir sei? an das licht; Und macht, was 14. Daß ich zu dir um gnade hier verborgen war, Den rath eh, Stets meiner schwachheit der herzen offenbar.widersteh' Und, einstens in des 6. D'rum, da dein tod dir glaubens macht Mit freuden täglich dräut, So sei doch waruf: es ist vollbracht. der und bereit; Prüf deinen Jesus meine Zuversicht. glauben, als ein chrift, Ob er 291. Unaussprechlich durch liebe thätig ist. schnell entflieh'n 7. Ein seufzer in der letzten Die zum heil verliehne stunden; noth; Ein wunsch: durch des Eh' man's denkt, sind sie das erlösers tod Vor gottes thron hin, Und auf ewig uns vergerecht zu sein, Dies macht schwunden; Niemals febrt ein dich nicht von sünden rein. augenblick, Uns zur besserung 8. Ein herz, das gottes stim- zurück. me hört; Ihr folget, sich vom 2. Laß, bei ihrer flüchtigkeit, bösen kehrt; Ein glaubig herz Mich, mein gott, doch nie vervon lieb erfüllt; Das ist, was gessen, Wie unschäßbar sei vor dem höchsten gilt. die zeit, Die du hier uns zu gemes XXI. Bom Tod. 179 gemessen; Wie, was hier von 4. Wann in deiner letzten uns geschieht, Ew'ge folgen noth Freunde um dich hülflos nach sich zieht. beben; Dann wird über welt 3. Deine schonende geduld und tod Dich dies reine herz Trage mich, gott, nie ver- erheben; Dann erschreckt dich gebens. Ach, vergib mir meine fein gericht; Gott ist deine zuschuld, Daß so manchen theil versicht. des lebens Ich, zu meiner seele 5. Daß du dieses herz erwohl, Nicht gebraucht, so wie wirbst, Fürchte gott, und bet ich soll. und wache. Sorge nicht, wie 4. Laß mich meine besserung früh du stirbst; Deine zeit ist Für mein bauptgeschäfte achten. gottes sache. Lern nicht nur Und nach meiner heiligung mit den tod nicht scheu'n, Lern auch so treuem eifer trachten, Als seiner dich erfreu'n. erwartete noch heut Mich gericht und ewigkeit. 6. Ueberwind ihn durch vertraun; Sprich' ich weiß, an wen 15. Deine gnade steh' mir bei, ich glaube, Und ich weiß, ich Daß mein leben auf der erde werd' ihn schaun Einst in Reich an guten früchten sei, diesem meinem leibe! Er, der Und dem nächsten nüßlich werde; rief: es ist vollbracht! Nahm Und ist einst mein ende da, Odem tod ja seine macht. so sei mit trost mir nah. In voriger Melodie. Jas 7. Tritt im geist zum grab oft hin, Siebe dein gebein ver292. Meine Lebenszeit senken; Sprich: herr, daß ich verstreicht, erde bin, Lehre du michs selbst Stündlich eil ich zu dem grabe, bedenken; Lehre du michs jeden Und was ist's, daß ich vielleicht tag, Daß ich weiße werden Noch allhier zu leben habe? mag. Denk, o mensch, an deinen tode Säume nicht, denn eins ist noth. 293. 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, Wünschen wirst gelebt hier lebst, zu haben. Güter, die du hier Erkauf die zeit, und statt zu erwirbst; Würden, die dir men- flagen: Sie sei zu kurz; geschen gaben, Nichts wird dich brauch sie treu. Nimm mit erim tod erfreun; Diese güter fenntlichem gemütb Der nahen find nicht dein. stunde wahr; fie flieht. 3. Nur ein herz, das gott 2. Getäuscht von eiteln fleis geliebt; Nur ein ruhiges ge- nigkeiten, Verlierst du deines wissen, Das vor gott dir zeug- lebens zweck, Verschiebst dein niß gibt, Wird dir deinen tod beil auf ferne zeiten, Und wirsst versüßen; Dieser sinn, den gott leichtsinnig jahre weg. Bist gebeut, Wirkt im tode freu- du, verwegner sterblicher, Des digkeit und an nächsten augenblickes herr? m 2 3. Ein Wer nur ben lieben gott. 8 eilt der letzte von den tagen, Die du o mensch, herbei. 180 Erste Abtheilung. X 3. Ein ewig glück einst zu meinen geist, o berr! Ers befigen, Sollst du des kurzen schwingt sich über grab und lebens zeit, Als deine saatzeit welt, Zu dir, wenn meine weislich Nügen, Und thun, was hütte fällt. dir der herr gebeut. Er ruft 3. Beruhigung und Trost dir menschen freundlich zu: frommlebender Ghristen Sich eins ist noth! was säumest du? s and C wider die Schrecken des Todes. 4. Drum eil', errette deine Ich hab' mein Sach' Gott. feele, Und denfe nicht, ein 294. Dein sind wir, gott, andermal. Sei wacker, bet' in ewigkeit: In T' und überzähle Der menschen deiner Hand steht unsre zeit. tage kleine zahl. Gesetzt! dein Eh' zeiten waren, ward schon ende wär' auch fern: So mir Mein leben bier Und auch wandle du doch vor dem sein ziel bestimmt von dir. Herrn. 2. Ist dieß erreicht, so schaue 5. Ja, gott, mit jedem dann Erbarmend unsre seelen neuen morgen Erwecke mich an! Hilf uns in unsrer letzten zu dieser pflicht. Denn dir, o noth! Herr, unser gott. Ein herr, ist nichts verborgen, Ich sanfter schlaf werd' uns der tod. bin vor deinem angesicht, Und 3. Begleitet ihn der frankwill, mich deiner huld zu beit schmerz: So stärke das freun, Mein leben gern der beklemte herz., Selbst in der tugend weibn. schmerzen größten wuth, Gib 6. Erleucht und stärke meine uns den muth, Der freudig feele, Weil ohne dich sie nichts denkt: gott macht's doch gut! vermag. Du gönnst, daß ich 4. Verleih gelaffenheit und mein heil erwähle, Aus ana- rubh! In unsern herzen wohne den auch mir diesen tag. Wasu, Und laß mit freudigem ist nicht eine stunde werth, vertraun, Und obne graun, Auf Die deine langmuth mir ge- unser nabes grab uns schaun. währt! 5. Sei von uns schwachen 7. Wohl mir! wenn ich dann nicht fern. Zeig uns den aus allen kräften Nach got himmel, geist des herrn. Laß tes beifall bier gestrebt; In uns, wenn wir zum vater gottgefälligen geschäften Die flehn, Getröstet sehn, Wie der pilgertage durchgelebt; Und uns liebt, zu dem mir gebn. einst im glauben sagen kann: 6. Ach, gnad' ergehe dann für Du nimmst mich, herr, zu recht! Denn von dem mensch, ehren an. lichen geschlecht Ist auch der 8. Mein sprachlos flehn bei heiligste nicht rein, Wer kann meinem ende Vernimmst du, wohl dein, Gott, ohne deine herzenskündiger! In deine gnade sein? merkin treue vaterhände. Befehl' ich 7. O sei uns dann nicht fürch XXI. Vom Tode. 181 fürchterlich! Erbarme, vater, zu größern freuden Mich einunser dich! Wann unser auge stens sicher leiten, Wenn ich sterbend bricht: Leit uns dein mich ihm geweiht. mendal licht, So fehlt uns trost im 6. Die leiber seiner fromtode nicht. Joup men Sind saat, von gott geAus meines Herzens Grunde. fät: Die freudenzeit wird kom295. Der legte meiner men, Da reif die erndte stebt. tage Ist mir viel- Dann wird der erndtetag Ein leicht nicht fern: O dann wird neues ew'ges leben Auch meimeine klage Ein lobgefang dem nem staube geben, Der tief im herrn! Vollbracht ist dann mein tode lag. lauf: Ich trete zu dem throne, 7. Mit dir steh' ich im bunde, Und gott segt mir die krone Herr, meines lebens fürst, Der Der überwinder auf. du mir einst die stunde Des 2. Für seines reiches erben todes senden wirst! Erhalt Hat jesus mich erklärt: Was mich stets bereit Im glauben fürcht ich mich zu sterben, Wie deiner frommen: Laß dann die er mich sterben lehrt? Mir ifif stunde kommen, Die sie und told miss der tod gewinn! Daß ich ganz mich erfreut. glücklich werde, Entschwing ich 8. Dann geh' ich, frei von mich der erde, Und geh' zum fummer, Des todes dunkle himmel hin. bahn: Mir bricht nach kurzem 3. Nicht mich, nur meine schlummer, Ein ew'ger morbürde, Verschließt die finstre gen an. Heil mir er ist nicht gruft. Mich hebt zu höb'rer fern, Der legte meiner tage! würde Mein vater, der mich Er kommt, und meine klage ruft. Er ruft mich durch den Wird lobgesang im herrn. Der reißt die fünden- Valet will ich dir geben. glieder, Den trägen leib dar- 296. In gottes rath ernieder: Mich selbst führt er geben, Verlaß ich zu gott. tod: gern die welt. Ich geh' zum 4. Jch, der gefahr entron- bessern leben Sobald es ihm nen, Geh' aus dem kampf her gefällt. Was wär's, das mich. vor. Hoch über alle sonnen betrübte? Dort schau ich ewig Hebt mich mein glaub' empor. den, Den meine seele liebte, Da tret ich in die reihn Der Noch eh' ich ihn gesehn. engel, meiner brüder; In ihre 2. Er ruft zur zeit der schmerhohen lieder Stimm ich mit zen, Uns voll erbarmen zu;' jauchzen ein. Kommt her, beladene herzen, 5. Gott schaut von seinem Zu mir und findet ruh. Dies throne Mit huld auf mich her- wort, aus deinem munde, Laß ab, Dem er in seinem sohne herr, mich zu erfreun, In Das recht der findschaft gab. meiner legten stunde, Mir geist In seiner ewigkeit Wird er und leben sein. hyon sind M 3 3. Mit 182 Erste Abtheilung. 3. Mit bir muß es mir nach deiner mittlerstreu, In glücken, Den kampf zu über meiner letzten noth mir bei. stehn. Im glaubigen entzücken 5. Und führ mich aus dem Laß meine seele sehn: Wie im jammerthal; Verkürze mir des gericht für fünder Du mit dem todes qual; Laß deinen geist tode rangst, Und wie du, über dann bei mir sein; Und seinen winder, Allmächtig ihn trost mein herz erfreun. bezwangst. 6. Wenn sich die seel' vom 4. Der frohe siegsgedanke: leibe trennt: So nimm sie, herr Wo ist dein stachel, tod? Stärk in deine händ; Der leib ruh' mich, daß ich nicht wante, In in der finstern grust, Bis einst meiner todesnoth! So ift, ob- dein großer tag uns ruft. gleich ich sterbe, Doch sterben 7. Dann laß ihr fröhlich mein gewinn. Ich bin des auferstehn, Und mich dein gnähimmels erbe: Dein wort sagt, dig antlig sehn; Gedenke nicht daß ichs Bin. mehr meiner schuld; Gedenk 5. Du schriebst ins buch des an deine lieb und huld. lebens Auch meinen namen ein. 8. Fürwahr, sprichst du, Dein blut fann nicht verge euch sage ich: Wer mein wort bens Für mich vergoffen sein. bält und glaubt an mich, Der Dir trauet meine feele; Dich kommt gewiß nicht ins gericht lobt, was in mir ist, Erlöser meiner feele, Der du die liebe bist. Und schmeckt den tod auf ewig nicht. 1150 D Jesu Christ mein's Lebens. 9. Ja herr, mein heil, ich traue dir. Dein wort erfüllst 297. Herr jesu chrift, du auch an mir. Du nimmst mein herr und mich zu dir in dein reich; Da gott! Der du erlittest angst und leb ich dann mit dir zugleich. spott, Für mich den tod bes 10. Des freuet meine seele freuzes starbst, und mir den sich! Erhöre mich, herr, gnädiglich. Laß mich im ganzen bitt', un deiner to- leben dein, Den tod mir sanft größten troft erwarbf. 2. 3 despein, Wollft du mir fünder und selig sein. gnädig fein, Wenn ich einst komm in sterbens noth, Und ringen werde mit dem tod. Wenn mein Stündlein vorh. 298. Ist nun auch meine 3. Wenn mir vergehet mein stunde da, Von gesicht Und metne obren hören dieser welt zu scheiden: So nicht; Wenn meine zunge nicht sei mit deiner hülfe nah, Du mehr spricht; Und mir vor angst treuster freund im leiden, Nimm das herze bricht. du dich meiner seelen an, Dir 3. Wenn mein verstand im übergeb ich sie alsdann, O jesu, dunklen irrt; Und menschen- mein erlöser. hülfe kraftlos wird: So steb, 2. Ist meine sündenschuld vor XXI. Vom Tod. 183 vor mir; Drückt ihre last mich Der du mein bruder bist. Du nieder: So ist mein seufzen auch kennest meinen glanben, Und vor dir; Und du erhebst mich feine furcht noch pein Soll mir wieder. Ich denk in meiner dies fleinod rauben: Ich bin tiefen noth An deine liebe bis und bleibe dein. 45 zum tod; Die, die wird mich erhalten. 6001 3. Durch dich bin ich gereis nigt, Durch dich mit gott vers 3. Ich bin an deinem leib föhnt, Mit dir bleib' ich verein glied, Des tröst ich mich einigt, Werd bald mit preis gevon herzen. Erbarmer, der frönt. Wer kann dich g'nug mich leiden sieht, Du linders erheben, Sohn gottes, du hast meine schmerzen. Und sterb' ich dich Für uns dahin gegeben, nun, so sterb' ich die, Ein ew- Und wohl mir! auch für mich! ges leben hast du mir Durch 4. Geheilt ist nun mein schadeinen tod erworben.bl de. Im himmel ist mein theil. 14. Du, herr, erstandst, so D theure hohe gnade! Dun werd auch ich nicht in dem aussprechlich beil! Zu dir, herr, grabe bleiben. Dein leben, herr, will ich flehen, So lang ich ( des freu ich mich,) Kann to- lallen kann. Du kannst mein desfurcht vertreiben. Wo du inn'res sehen, Und nimmst auch bist, da komm ich auch hin, seufzer an. Be th Daß ich bei dir stets leb und 5. Du selber bilfst mir rinbin Ich gehe hin mit freuden gen, Allmächtig hilfst du mir, 75. Dein bin ich, dein in Ins leben durchzudringen; Und ewigkeit. Mich soll das grab dann bleib ich bei dir. O wohl nicht schrecken. Ich ruh' nach mir! ich vollende Vielleicht bald kurzer zwischenzeit Wirst dujmeinen lauf; Uud geb in deine mich auferwecken; Dann will hände Den geist; du nimmst ich dir, o gottessohn, Du men- ihn auf. Befiehl du deine Wege. schenfreund vor deinem thron Sch hab' mein' Sach' Gott heim. Mit freudenliedern danken. 300. Mein leben steht in gottes hand, Er 299. Mein jesus ist mein thu' was er mir heilsam fand! leben Reißt Er zählte mir, so wie mein schon der tod mich hin; Was haar, Schon eh' ich war, Auch follt ich ängstlich beben? Der meine lebensstunden dar. tod ist mein gewinn. Wer an 2. Ich nüße mit zufriedenihn glaubt, wird selig: Dies heit Die tage meiner sterblichwort steht ewig fest. Die freu- teit. Wie väterlich versüßt sie den sind unzählig, Die es mich gott! Doch müh' und noth hoffen läßt. Sind ihr gefolgt, und dann der but 2. D'rum geh' ich einst mit tod. frieden Zu dir, o jesu christ, 3. Die blume pranget und Von dir stets ungeschieden, fällt ab; So blüht der mensch M 40* 601 und ind 184 ww Crste Abtheilung. und finkt in's grab. Nicht ju- jwenn nur deine huld mich gend süßt, nicht stand, noch deckt, kann selbst der tod nicht geld; Nichts in der welt Ist, lichaden. was ibn dafür sicher stellt. 3. O herr, du bist mein gan 4. Wer rüstet mich mit zer ruhm, Mein bester trost muth und fraft Auf's ende auf erden; In jener welt meiner pilgerichaft? Und wer mein eigenthum, Was kann beruhiget mich bier? Allein mir größres werden? Von fern von cir, O herr, fommt muth glanzt mir mein kleinod zu; und rube mir. Du schaffst mir nach dem strei5. Du bringst mich, bin ich te rub, Und reichst mir deine nur bereit, Zum sichern glück frone. der ewigkeit, Wo man des 4. Herr, lenfe meines geis kurzen grams vergißt, Wo stes blick Von diesem weltge mancher christ Schon frohstümmel, Auf dich, auf meiner voran gegangen ist. feele glück, Auf ewigkeit und 6. Frob werd' auch ich, wenn bimmel. Die welt mit ibrer dir's gefällt, Ein bürger der herrlichkeit, Vergeht und währt vollkommnen welt, Den mei nur kurze zeit. Im himmel nen sag' ich auf dein wort: sei mein wandel. Gott, unser bort, Vereint uns 5. Jetzt, da mich dieser leib bald auf ewig bort. beschwert, Sft mir noch nicht 7. Den trost, o jefu, dank erschienen, Was jene bere ich dir; Du brachtest ihn vom welt gewährt, Wo wir gott himmel mir. Du haft gesaget: ewig dienen. Dann, wann ihr seid mein, Auch ihr sollt mein auge nicht mehr weint, sein, Wo ich bin, und euch Und nun vollkommnes glüc ewig freun. Sunderscheint; Dann werd' ich's Sei Lob und Ghr dem. frob empfinden. 301. 3 weiß, an wen 6. Jm dunklen feb' ich hier mein glaub' sich mein heil;. Dort seb' ich's flar hält, Kein feind foll mir ibn und heiter. Hier ist die schwach rauben, als bürger einer bestbeit noch mein theil; Dort fern welt, Leb ich nur bier im bebt mein geist sich weiter. glauben. Dort schau ich, was hier ist mein werth mir noch ich hier geglaubt. Wer ist, der verhüllt; Dort wird er sichts mir mein erbtheil raubt? Es bar, wenn dein bild Mich einst rubt in jesu bänden. vollkommen schmücket. 2. Mein leben ist ein fur7. Zu diesem glück bin ich zer streit, Und herrlich ist die erkauft, O herr, durch deine krone. Das glück der ganzen leiden; Auf deinen tod bin ich ewigkeit Wird mir zum fro- getauft, Wer will mich von hen lohne. Du haft für mich dir scheiden? Du zeichneft mich den tod geschmeckt; Mir, in deine hand; Ich bin dir, herr, agf 185 XX. Vom Tod. berr, du mir bekannt. Mein viel, Ich bin vielleicht noch find des himmels freuden. fern vom ziel, An dem die 8. Wie groß ist meine herr- frone schimmert. Bin ich von lichkeit! Empfinde sie, o scele, meinem ziel noch weit: So sei Von lust der erde unentweiht, mein leben dir geweiht, Bis Erhebe gott, o feele! Der erde einst mein leib zertrümmert. glänzend glück vergeht; Nur Hilf mir, Herr, dir Ganz des gerechten wohl besteht Durch mein leben Zu ergeben, Daß alle ewigkeiten. ich droben, Dich ohn ende. fönne loben. Wie schön leuchtet der Morgenst. 202. Wie wird mir dann, 5. Wie wird mir dann, mein mein beiland, beiland, sein, Wann ich mich sein, Wenn ich, mich deiner deiner ganz erfreun, Dich dort ganz zu freun, In dir ent- anbeten werde? Dann bin ich schlafen werde? Alsdenn werd' frei von sünd' und leid, Ein ich auch ganz befreit Von sünce mitgenoß der herrlichkeit nicht und von sterblichkeit, Entflie- mehr ein mensch von erde. ben dieser erde. Freu' dich Preis dir, Daß mir Durch Innig, Meine seele, Und dein leiden Jene freuden Of erwähle Schon hienieden, fen stehen; Ewig will ich dich Was dir dient zum ew'gen erhöhen. frieden. Alle Menschen müssen sterben. 2. Besiege denn des todes 303. Noch bin ich ein gast graun, Mein geist, er ist einj erde Gott der weg zum schaun In jenem bes- mehrt meiner tage zahl, Daß sern leben. Er sei dir nichtlich reif zum himmel werde, mehr fürchterlich. Zum aller- Prüft er mich, läßt mir die heiligsten wird dich Der berr wahl, Böses oder gut's zu dadurch erheben. Hier wird wählen, Doch werd' ich viel Dein birt Nach den thränen, jahre zählen? Oder ruft ein Nach dem sehnen, Dich erlösten naher tod Mich zu banger sterVöllig und auf immer trösten. bensnoth? 3. Herr, herr, ich weiß die 2. Herr, du weißt, du hast stunde nicht, Die mich, wenn die tage Meines lebenslauf's nun mein auge bricht, Zu dei- gezählt; Ihre freuden, ihre planen todten sammelt. Vielleichtigen, Sah dein auge, das nie umgibt mich ihre macht, Eh' fehlt, Früher noch, als du auf ich dies flehen noch vollbracht, erden Mich ließt deinen pilgrim Mein lob dir ausgestammelt. werden; Da schon schriebst du Mach mich Fertig, Ich be- meinen tod Auf dein buch, alls fehle Meine seele Deinen hän- weiser gott! den; Laß mich meinen lauf 3. Einst, wenn es dein gut enden. wille fordert, Wird mein äuß4. Vielleicht sind meiner tagefrer mensch zu staub, Und das 7 5 feu'r 186 Erste Abtheilung. feu'r, das in mir lodert, Wird Nimmst du mich zum himmel des falten todes raub. So wie auf. frühlingsblumen welken, Wird Christus der ist mein Leben. mein leben auch verwelken! 304. Ich geh' einst ohne Kraft und odem nehmen ab, beben Zu meinem nimmt das tode hin, Denn christus ift mein leben Und sterben mein Und den leichnam grab. 4. Nimm ihn hin zu dei- gewinn. nem staube, Grab verwandle 2. Ich scheue nicht die schre ihn in erd! Dennoch trium- cken Der freudenleeren gruft, phirt mein glaube, Denn Der wird mich auferwecken, mein leib wird einst ver- Der mich zum grabe ruft. klärt. Des verwesten körpers 3. Und rief mich abzuscheid trümmer Bleiben wahrlich nicht Auch heute schon mein gott: auf immer Der vermodrung So geh' ich bin mit freuden, schnöder raub: Neu beseelt wird und sterb' auf sein gebot. einst mein staub. 4. Ich hoff' ein bess'res le allmachts-[ ben, Das nimmermehr verfließt. Rufft du, Ein leib wird mich umgeben, herr, in mein gebein Neues Der ewig herrlich ist. leben, nicht mehr erde Wird 5. Dann eil ich dir entgegen, alsdann mein körper sein. Zu Mein triumphirend haupt, Und den himmlischen geschäften seh' entzückt den segen Des Schmückst du ihn mit neuen heils, das ich geglaubt. kräften Und von schmach und Wer nur den lieben Gott. sterblichkeit Wird er ewig dann 305. Warum erbebst du befreit. noch, o seele, 5. Durch dein wort: es werde, 6. Hör, o feele, einst mit Bei den gedanken an das freuden Jenen ruf: das grab grab? Nicht dich umschließt ist da! Denn das ende deiner einst seine höhle, Nur deine leiden Ist mit ihm zugleich dir hütte singt hinab; Die schuf nah. Der, der deinen tod be- der schöpfer erst aus staub, zwungen, Hat das leben dir D'rum wird sie der verwesung errungen; Durch den weg der raub. sterblichkeit Führt er dich zur 2. Du, zur unsterblichkeit er ewigkeit. lesen, Schwingast dich empor za 7. Stärke mich auf diese gottes licht Und schaust den stunde, Jesu, der du für mich ursprung aller wesen Von anstarbst, Und an gottes gnaden- geficht zu angesicht; Bewunderst bunde Ewig antheil mir er- deines gottes macht In jener warbst. Laß mich tod und welten bau und pracht. grab nicht scheuen, Laß vielmehr 3. Dann, seele, wirst du das mich darauf freuen; Denn verstehen, Was hier kein weinach treu vollbrachtem lauf ser mund erklärt. Was, hier voll XXI. Vom Tode. 187 vollkommen einzusehen, Dein) 3. Sein ruhiges gewissen wissenstrieb umsonst begehrt. Bebt nicht vor finsternissen Dann trügt dich wahn und Der bahn, die er nicht fennt. irrthum nicht und selbst die Die schreckensvollen pfade Erfinsterniß wird licht. leuchtet ihm die gnade Des 4. Dann wirst du den ganz gottes, der ihn vater nennt. nah erblicken, Den, hier der 4. Rein angstgeschrei mit glaube fern nur sieht, Den, der thränen; Rein unruhvolles stöhdich ewig zu beglücken, Zum nen; Quält sein gelaßnes herz; fluch gemacht, am kreuz ver- Es ist zu gott erhoben, Emschied; Dann freu dich, daß kein pfängt den trost von oben, wahn, kein spott, Dich hier ge- Und fried und freude in dem trennt von deinem gott. schmerz. 5. Wann nun der tag des 5. Er segnet froh die seinen, herrn erscheinet; Verläßt dein Die um sein lager weinen, Erleib der gräber ruh; Zum mahnt und tröstet sie; Und seizweitenmal mit dir vereinet, ner treue wegen, Erfüllt gott Wird er unsterblich so wie seinen segen, Und weichet auch du. O feele, zittre länger von diesen nie. nicht, Daß deiner hütte bau zerbricht. 6. Gott, laß mich ernstlich streben, So in der welt zu leben, Wie man dies glück er4. Ende des Frommen. wirbt: Damit ich, als ein erbe, Mel. In allen meinen Thaten. Der seligkeit auch sterbe, So 306. Wie sanft seh'n wir freudig wie ein frommer stirbt. den frommen, Wacht auf ruft uns die. Nun bald der erd entnom- 207. Selig find des himmen, Sich seinem ziele nab'n? mels erben, Die Wo sich des lebens freuden todten, die im herren sterben, Vom frechen fünder scheiden; Zur auferstehung eingeweibt! Da gehn des Christen freuden Nach den letzten augenblicken Des todes schlummer folgt an. 2. Er freut sich auf sein entzücken; Folgt wonne der ende, Und hebt, voll dank, die unsterblichkeit! Im friede ruhen hände Zu seinem vater auf. sie, Los von der erde müh! Gesichert vor verderben, Kann Gelobt sei gott! Vor seinem er nun fröhlich sterben, Nach thron, Zu seinem sohn, Beeinem wohl vollbrachten lauf. gleitet ihre tugend sie! 00 and at sidvitus Cingblomlin XXII. Von 4018 ret 188 Anormin dinionyfic XXII. Von der Auferstehung der Todten.G a maison ruhme, Steht sie in neuem flor. 1. Gewißheit davon. Mel. Bestehl du deine Wege. 308. Wenn einst in mei- 6. Kann gott denn nicht auch nem grabe Des machen, Daß einst aus tod todes stille nacht Ich durch- und gruft Die glieder neu er geschlummert habe: So weckt wachen, Wann seine stimme mich jesu macht Gibt diesem ruft? Es werden diese glie leib aus slaube Des himmels der, Wie saamen ausgesät. herrlichkeit. O trost, den mir Gott will: sie leben wieder; der glaube An gottes wort Der neue leib entsteht. verleiht! 7. Ich frag nicht nach dem 2. Es soll mir diesen glau- spotte Verwegner zweifeler, Und ben, Der fest, als felsen rubt, weiß von meinem gotte: Er Kein spötter jemals rauben, ist des todes herr. Daß todte Kein feind, kein zweifelmuth. leben sollen, Ruht ganz in Es mag der unchrift beben, seiner macht, Und sollt er auch Sinkt er in tod und gruft: nicht wollen, Daß einst mein Ich kenn ein neues leben, Wo- leib erwacht? zu mich jesus ruft. 8. Die aus des grabes ban3. Den beiden hier auf er den Gott ehmals schon erweckt, den War dieser trost verdeckt, Und jesum, der erstanden, Da Daß wir dereinstens werden er den tod geschmeckt, Betrach. Alus tod und grab erweckt. Sietet unser glaube, Und siegreich die das licht nicht hatten, Das rühmet er: Auch uns wedt uns der tag gebracht, Umga- jaus dem staube zum leben einst ben todesschatten, Und furcht der herr. der grabesnacht. Wenn mein Stündlein vorh. 4. Des ſpötters fühnes la- 309. Herr, wenn einst chen Beschimpft ihn selber nur. deine stimme ruft: Es sind gar leichte sachen Dem Kommt wieder menschenkinder! schöpfer der natur, Den leib Und ich alsdann aus meiner neu zu beleben, Den er aus aruft, Unsterblich, nicht mehr staub erschuf; Ihm klarbeit sünder, Zum neuen leben auf auch zu geben Durch seiner ersteh' und deinen himmel vor allmacht ruf. mir seh', Dann jauchz ich, daß 5. Aus saamen, den wir ich lebe. säen, Läßt gott ja alle jabr 2. Den leib, den hier die Die neue frucht entstehen, Die seele trug. Wird sie dort wie in dem keime war. Es wächs der tragen: Dasselbe herz, das in set jede blume, Aus ihrer saat ihr schlug, Wird wieder in mir Hervor: Zu seiner all macht schlagen. Du rufft, die in den gro XXII. Von der Auferstehung der Todten. gräbern sind; Ihr staub wegt sich, und empfind't: kennt sich leib und seele. 189 be- 8. In diesem seligen ver Es traun, Einst fröhlich aufzusteben, Laß mich, o heiland, ohne 3. Wie wird mir, dem er- graun Den weg, des todes gewachten sein! Welch himmli- ben. Es zeige mir ein sanfter sches entzücken! Wenn leib und tod, So wie ein schönes abendseele sich erfreun, Und sich ver- roth, Von fern den schönern klärt erblicken; Wenn nun mein morgen! aug', nach langer nacht, In gottes neuer welt erwacht, Und 2. Freude über die Auferfeine nacht mehr fürchtet. stehung und Lobpreisung Gottes. 4. Dann find ich und bewundre den, Der mir dieß heil Was Gott thut das ist. erworben; zum erstenmal werd 310. Ich freue mich der frohen zeit, Da ich ihn seh'n, Den, der für mich gestorben, Der mir zum ich werd' auferstehen. Dann Segen auferstand, Und mich werd ich in der herrlichkeit mit brüderlicher hand In seine Dich, gott, mein heiland sehen. Dann werd auch ich, O herr, freude führet. Vereint mit allen Zur ew'gen ruhe 5. Ich weiß, daß dein Wort durch dich wahrheit ist, Troß alles frechen frommen, spottes. Vernunft! weit böher fommen. als du bist, Ist die verheissung! einst heran Die stunde der er2. Ja, herr, du führst sie gottes! Ich gehe zur gottes! Ich gehe zur verwesungslösung; Die stunde da ich hofhin; Ich werd' einst wieder, was ich bin; Ich sterb; und fen fann Trost, freiheit und lebe wieder. genesung; Da, engeln gleich Im himmelreich, Ich ewig 6. Die leben ist ein langer werde leben, Mit herrlichkeit tod: Dort ist ein herrlich erbei umgeben. Mein theil, nach aller müb' 3. Der du die auferstehung und noth; Ich lebe, wenn ich bist, Du bist's auf den ich sterbe. Ich werde sein, wo traue. Ich weiß daß ich durch jesus christ, der todten erstge- dich herr chrift, Einst auferweckt borner, ist; Werd' hinfort dich schaue. Auch werd ich nimmer sterben. nicht Vor dein gericht, Wie 7. Grabt den entselten leib die die dich verschmähten, Mit nur ein! Staub waren seine angst und schrecken treten. glieder: Staub sollen sie im 4. Ich hoffe dann mit freu grabe sein; Aus staub schafft digkeit Vor dir, mein baupt, gott sie wieder. Gesät werd' zu stehen, Und mit dir in die ich um aufzublüh'n: Das todte herrlichkeit Frohlockend einzus feld wird wieder grün zu tau- geben. O hilft mir doch Aus sendfält'gen früchten. Ignaden noch Zum glück dey ne 190 Modo d Erste Abtheilung. XX der ewigkeiten, Mich würdig mißbrauch sie nicht; Denn sie zu bereiten. find chrifti glieder. 8. Was sorgst du für den Ich weiß mein Gott daß all'. leib, mein herz; Es ist sein 311. Mit frommer freude mangel und sein schmerz Dem dank ich dir: Die beiland unverborgen. Er, der große wahrheit hast du mir, Oihn einst verklären will, Wird heiland, offenbaret: Mein leib hier wohl für ihn sorgen. wird in dem grabe nur Zum 9. Herr, auch im sterben bin auferstehn bewahret. ich dein. Der tod soll mir nicht 2. Ich soll aus meinem gra- furchtbar sein: Das grab soll be gehn, Und soll vor meinem mich nicht schrecken. Ich weiß richter stehn. Ich bör's aus daß mein erlöser lebt! Der deinem munde: Du bist die wird mich auferwecken. wahrheit; ja es fomint; Es 3. Anwendung der Aufers fommt die frohe stunde! stehung zum Trost und zu frommen Gesinnungen. wort daher, Dann muß die 312. Jefus, meine zuvers 3. Hoch schallt dein allmachts erde und das meer Die todten sicht, Lebt, und ich wieder geben. Der berr, der soll mit ihm leben! Dieses weiß alle sterben hieß, Der heißt sie sich: sollte nicht Sich mein herz wieder leben. zufrieden geben, Was die lange 4. Mein herr, auch ich ge- grabes nacht mir auch für gehöre dir; Und auch der arme danken macht? Tamil staub von mir Bleibt nicht dem 2. Jesus, mein erlöfer, lebt, tod zum raube. Der herr, des Und ich kann ihm sichrer trauen, ich im leben war, Ist herr Daß er mich zu sich erhebt: von meinem ftaube. Warum sollte mir denn grauen? 5. Du haft für mich den tod Läsfet auch dies haupt ein glied, geschmeckt, Du bist für mich Das es einst nicht nach sich auch aufgeweckt: Der tod liegt zieht? dir zu füßen. Die fraft von 3. Ich bin durch des glaus deinem auferstehn Sell und bens band Zu genau mit ihm werd' ich genießen. verbunden. Er, der auch den 6. In schwachheit schließ ich tod empfand, hat auch für mich meinen lauf: Mit großen überwunden. Er, entstand und fräften steh ich auf: Du weckst einst erwacht Auch mein leib mich aus der erde; Daß dei durch seine macht. nem schön verklärten leib Mein 4. Ich bin staub, und muß leib auch ähnlich werde. daher Wiederum zum staube 7. Laß mich dir bier schon werden. Dieses weiß ich; aber ähnlich sein, Aud) leib und glie- er Weckt mich wieder aus der der sind ja dein, Du schenkst sie erden, Daß ich in der herrlichschöner wieder. O seele, o feit Bei ihm sei in ewigkeit. 5. Da XXII. coulindid ofni Von der Auferstehung der Todten. 191 5. Da wird mich, statt die- er hat die macht Des todes ser haut, Ein verklärter leib ganz bezwungen, Und siegreich umgeben, Für die neue welt aus des grabes nacht Zu gott gebaut, Und geschickt zum bes sich aufgeschwungen. Er ist fern leben; Und in diesem leib mein baupt; sein sieg ist mein. seh' ich meinen fesum ewiglich. Sein soll mein ganzes leben 6. Dann werd' ich in hel sein, Und ihm will ich auch lem licht Seine große lieb er- sterben. INTE DE kennen; Und wie freudig werd' RO 2. Nicht ewig wird, wer dein ich nicht Dann ihn meinen ret- wort hält, Den tod, o jesu, ter nennen! Wenn er von der schauen. Das ist's, was mich terblichkeit Nun auf ewig mich zufrieden stellt, Selbst bei der befreit. gräber grauen Ich bin getrost 7. Mich, der hier noch seufzt und unverzagt: Weil du den und fleht, Wird er herrlich dort deinen zugesagt: Ich leb' und erhöhen. Irdisch wird mein ihr sollt leben. leib gefäet, Himmlisch wird er 3. Wird gleich mein leib des auferstehen; Zum verwesen fällt todes raub; Er wird doch wieer ein; Dort wird er unster- der leben, Und einst aus der lich sein. verwesung staub Sich neuge< 8. Sei, o seele, bocherfreut! bild't erheben, Wenn du, o groJesus kennt ja seine glieder. ßer lebensfürst, Einst deinen Weg mit furcht und traurig- todten rufen wirst, Zum leben keit! Sterb ich, christus ruft aufzuwachen. mich wieder; Wenn einst die 4. Wie froh und herrlich werd' pofaune klingt, Die durch alle ich dann Vor dir, mein heiland gräber dringt. stehen! Dann nimmst du mich 9. Lach' der finstern erden mit ebren an; Läßt in dein kluft! Blick hinauf in's beß're reich mich gehen. Forthin von leben! Derthin wird mich aus feiner last beschwert, Hinder gruft Meines jesu macht gegen herrlich, ganz verklärt, erheben. Dann liegt schwach- Leb ich bei dir dann ewig. heit und verdruß Ewig unter 5. O welch' ein sel'ges theil meinem fuß. ist mir In jener welt bereitet! 10. Nur daß ich den geist Der freuden fülle ist bei dir. erheb Von den lüften dieser er- Von dir, o berr, geleitet, Werd' den, Und schon hier dem bei ich in deinem himmelreich, land leb, Dem ich dort soll Unsterblich, deinen deinen engeln ähnlich werden! Denn wer gleich, Vollkommne luft ge seiner sich will freun, Muß nießen. Cata hier rein und heilig sein. 6. Denn, wo du bist, da Sei lob und ehr.sollen die, Die hier dir fol gen, leben, Und ewig frei von heiland lebt; schmerz und müh'. Von seligen 313. Mein ums 192 Erste Abtheilung. umgeben, Genießen deiner berr- Aber doch auf ewig nicht. lichkeit. D was sind leiden Neues leben wird er haben, dieser zeit, Herr, gegen jene Wenn das legte weltgericht frenden? vch freuden? dng and bug Alle gräber wird aufdecken. 7. Laß die zukünft'ge herr- Und der engel feldgeschrei lichkeit Mir stets vor augen Zeigen was vorhanden sei: schweben; Und oft in dieser Dann wird ibn mein gott prüfungszeit Mein herz dahin erwecken Zu der frohen ewig, erheben, Wo keine schwachheit keit. Sei o seele hocherfreut. uns mehr drückt, Wo wir derd sterblichkeit entrückt, Frohlockend 2. Dann so werden meine vor dir wandeln. anglieder, Die jest staub und 8. Erwecke mich dadurch zum asche sind, Unverweßlich ben fleiß, Der tugend nachzustreben, wieder, Und ein jegliches geUnd als ein christ, auch dir winnt Solchen glanz, als hier zum preis, Nach deinem wort auf erden Nimmermehr zu zu leben. Und fühl ich hier finden ist. Ja, mein leib, herr, noch noth und schmerz: So jesu christ, Wird dem deinen tröste selbst damit mein herz: ähnlich werden, Boller pracht es kommt ein besires leben. und herrlichkeit. Dank sei dir Sollt ich meinem Gott nicht sing. in ewigkeit! 315. Meinen leib wird begraben!! man XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 1. Gewisse Wiederkunft Jesuslichten wolken einst, Mit deis zum Weltgericht. iner engel beer, erscheinst, Die sich vor dir, herr, beugen! Dann sieht die welt die ma315. Grhöhter jesu, gottes jestät, Dazu dich gott, dein O Ewigkeit, du Donnerwort. sohn! Der du schon gott erhöht. längst der himmel thron Als 3. Dann tönt dein ruf in herricher eingenommen, Du jedes grab Mit allmachtsvoller wirst dereinst zu rechter zeit, fraft binab, Und schafft ein In großer kraft und berr- neues leben. Auf deinen wink lichkeit, Vom himmel wieder muß erd und meer Das große kommen. Gib, daß dann froh unzählbare heer Der todten und voll vertraun Dich, herr, wieder geben: Sie steh'n durch auch meine augen schaun. dich, herr, neu bejeelt, Nun 2. Wer faßt, o heiland, jegt alle auf, und keiner fehlt. die pracht, Die deinen tag einst 4. Du sammelft sie vor deis herrlich macht? Wie groß wirst nen thron, Um jedem den bes du dich zeigen! Wann du auf stimmten lohn, Nach seiner Cholind that XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 193 that, zu geben. Dann trifft Doch bald ist euer maß erfüllt! den bösen schmach und pein; Bald kommt der richter und Den frommen aber führst du vergilt. S ein In das verheißne leben. 3. Dann öffnet um euch her Wer leugnet dann noch, jesu sich weit der abgrund jener christ, Daß du der erde richewigkeit mit allen seinen ter bist? schrecken; Dann wird euch, 5. O gib, wenn nun dein wann der richter droht, Nicht tag erscheint, Daß ich in dir berg, noch meer, nicht grab dann noch den freund Und hei- und tod, Für seiner ahndung land wieder finde; Daß ich recken. Denn nun nicht mehr mit freuden vor dir steh'; Underbarmt er sich, Und sein ges mit dir in den himmel geh', richt ist fürchterlich. Ganz frei von noth und sünde. 4. Wann furchtbar seiner Laß mich nur stets vorsichtig donner schall, Ton tausendfasein, Und selbst die kleinste chem widerhall Der erde grund sünde scheun. erschüttern; Und plößlich nun 6. Die tugend sei mir ewig der bau der welt Wankt, frawertb; Und was dein wort het, stürzt, in trümmern fällt; von mir begehrt Laß mich mit Wann selbst die himmel ziteifer üben Niemals ermüde hier tern; Und vor den richter hinei mein geist, Dich, den schon gerückt, Der pötter glaubet jetzt der himmel preist, Aus und erschrickt! dan in aller kraft zu lieben; So hab' 5. Dann ist's nicht mehr zur ich in der ewigkeit Auch theilsbuße zeit; Wo werdet ihr barme an deiner herrlichkeit. In voriger Melodie. herzigkeit Und gnad' und ret tung finden? Die ihr der fün 316. Der unsre mensch- den maß noch häuft Fühlt, eh heit an sich nahm, euch dieser tag ergreift, Died Als er uns zu versöhnen kam, schanden eurer fünden; Daß Kommt einst zu richten wieder. ihr nicht selbst euch dann verNicht fern ist seiner zukunft flucht, Und in verzweiflung zeit; In aller seiner herrlich- lindrung sucht! keit, Steigt jesus dann hernie- 6. Mein herz erschrickt; es der. Vernimm's, o welt, und lebt in mir Mein innerstes, 09 begre dich! Der tag des schrek- gott, vor dir, Ich bin ein fens nahet sich. misfethäter. Begnadige, wann 2. Warum verzieht er? fragt dein gericht Auch mir mein ewig! der spott; Wo bleibt der fün- urtheil spricht, Mich, herr, den denrächer, gott? Hört, sün übertreter Du, der die sünder der hört's mit beben! Euch, nicht verstößt, Du, jesu, hast die ihr frech ihm widerstrebt, auch mich erlöst. Und in der bosheit sicher lebt, 7. Tag gottes und der ewigZur beßrung frift zu geben. feit; Du predigst uns den N werth 1941 Abisspils Erste Abtheilung. UIXX werth der zeit Laut, mit des 15. Wer pottet dann noch donners stimme. Reizt, men deiner fraft, Wann du, die schen, nicht durch eure schuld, hier dich fliehen, Für ihre schuld Den gott der langmuth und zur rechenschaft Mit majestät geduld, Daß er nicht schnell wirst ziehen? Wann nun the ergrimme. Denn schrecklich wird auge dich erblickt, Und sie dein der sünder pein; Und groß der strafgerichte drückt: Dann werfrommen wonne sein. 1 den fie verstummen.i Sei Lob und Chr dem. 6. Und wann du dann die 317.& r fommt, er fommt deinen niin Mit preis und ehre Tom izum weltgericht, ziereft; Und, ihnen ewig wohlDer heiland, den wir ehren, zuthun, Sie zu dem himmel O weigert euch, erlöfte, nicht, führest: Dann, herr, wird völJeßt auf sein wort zu hören! lig offenbar, Daß dein die macht Wer hier nicht seine vorschrift und gnade war, Rechtschaffne hört, Und sie nicht mit gehor zu beglücken. l duld sam ehrt, Wird nicht vor ihm 7. O laß mich dann, herr bestehen. milief od jesu chrift, Mit freuden vor het 2. Herr, laß mich deiner dir stehen, Und dir, so herrlich majestät Mit wahrer freude du auch bist, Getrost entgegen dienen! Wie herrlich dich dein sehen. Wann deiner feinde rotte gott erhöht, Sft zwar noch zagt, Von reu' und angst und nicht erschienen: Doch was furcht geplagt, Dann jauchze uns hier verborgen war, Das meine feele, mil ng Hout wird dereinst uns offenbar, 8. Daß ich dies glück erleben Wann du wirft wieder fom mag: So laß in diesem leben, menu 736 700 mada heiland, deinen großen tag i 3. Wann vor die die natur ir stets vor augen schweben. dann bebt, und unter deinen Erreize mich, dir mich zu füßen Sich alles, was die wis weihn, In deinem dienste treu derstrebt, Wird völlig beugen zu sein, Und nie dich zu ver müssen: Wann alle engel vor leugnen. toile dir stehn: Dann werden aller augen fehn, Wie hoch dich gott erhoben! om Weltgerichte selbst. Besteht du deine Wege 4. Wann dann, o herr, auf 318. dein geheiß, Die tobten wieder denk an dein gerichte, Du richleben Dein feind mit furcht, ter aller welt, Dem thor fei's dein freund mit preis, Sich ein gedichte, Das schwachen aus dem grab erheben; Wer nur gefällt! Mich soll sein wahn wird denn noch, herr jesu nicht stören, Weil mich dein Christ, Daß du der herr und göttlich licht, Und mein gerichter bist, Mit frechheit leug- wissen lehren: Du haltest nen können? Padrid lein gericht. strand in 2 Sch. XXIII. Bom allgemeinen Weltgericht. 195 5. Ich seh' im geist die blige, frechten, Von aller schuld bes Und hör' die donner schon; freit; Führst mich mit deinen Erblick dich auf dem fige Undsknechten In deine herrlichkeit. hohem richterthron. Um den die es ist gewißlichlich an der Zeit. heil'ge menge Erhabner engel 319. Son ist der tag von steht. Welch, herrliches ge gott bestimmt, Da, pränge! Welch eine majestät! wer auf erden wandelt, Sein 3. Umsonst flieht dann der loos aus gottes händen nimmt, sünder Vor deines armes kraft. Nach dem er bier gehandelt. Herr, alle menschenkinder Ziebst Er fommt, er fommt, des mens du zur rechenschaft. Du rufst, schen sohn; Er kommt, und Und sie erscheinen Vor deinem wolken sind sein thron, Den richterthron. Den fündern und erdenkreis zu richten. den deinen Gibst du gerechten 2. Hier, an dem rand des lohn. ewigkeit, Hier stehn die millio 4. Froblockend sehn die from- nen, Die, seit dem ersten tag men Dein göttlich angesicht, der zeit, auf dieser erde woß. Schon hier dem fluch entnom- nen, Nur dem allwissenden bes men, Zagt ihre seele nicht. kannt, Unzählbar wie am meer Nun triumphirt ihr hoffen, Er- der sand; Hier stehn sie vor löst von aller müh, Sehn sie dem richter! den himmel offen, Und du, 3. Hier muß der falsche wahn herr, segnest fie. der welt Der wahrheit unter5. Wie angstvoll aber beben, jliegen. Hier wo das recht die Die hier dein wort verhöhnt, waage hält, Wird keine bosheit Und durch ein sündlich leben, siegen. Hier ist zur buße nicht Das eitle berz verwöhnt? Dumnehr frist Hier gilt nicht mehr. gibst den sündenknechten Ihr betrug und lift: Hier gilt kein theil in jener pein, Und füh- falscher zeuge. reft die gerechten Zu deinen) 4. O herr, mit welcher mas freuden ein. jestät Wirst du tas urtheil fäls 6. Drum laß, herr, dein ge- sien? Die fünder, die dich hier richte Mir stets vor augen sein, verschmäht, Gehn dann gewiß Und drücke sein gewichte Tiefzur höllen. Da trifft sie unins gewissen ein. Vor dir erforschte pein, Wer wird dann laß recht mich handeln, Und noch ihr retter sein? Ihr warhier zu aller zeit, So wie einsten ist verloren. weiser wandeln, Der seinen rich- 5. Wie herrlich aber wird ter scheut. alsdann Der frommen werth 7. Ist dann dein tag vorerscheinen? Du, herr, nimmst handen: Wird diese welt ver- sie zu ehren an, Erklärst gehn: So hoff ich nicht mit sie für die deinen; Und sie schanden Vor deinem thron zu sehn mit erstauntem blick, stehn Du stellst mich dann zur! Daß glaub' und lieb' das 2 höchst 196 Erste Abtheilung. höchste glück, Aus gottes huld ben! Daß ich nie Thöricht sie, ererben. Außer augen segte, Noch mit 6. Sie gehn nun in das fleiß verletzte! fel'ge reich. Das gott für sie 5. Lehre mich gewissenhaft bereitet, Und sehn, auf ewig, Meine tage zählen; Eingedenk engeln gleich, Ihr wohlfein aus der rechenschaft, Nur, was gut gebreitet! Das stückwerk wird ist, wählen. Gib, daß ich vollkommenheit; Kein kummer, Ernstlich mich Täglich und auch teine traurigkeit Stört forthin heute 3nm gericht bereite. ihre freude. 6. Zeigt sich erst die ewigkeit 7. Mein beiland, laß mich Furchtbar in der nähe: O dann dein gericht Oft und mit ernst ist es selten zeit, Daß ich in bedenken. Es stärke meine zu- mich gebe; Wann der tod Mir versicht, wenn hier mich leiden schon droht, dann ist gewißkränken; Es reize mich getwis- lich Meine buße mißlich! senhaft, Und, eingedenk der 7. Mein gewissen strafe mich rechenschaft, Nach deinem wort Gleich für jede sünde; Mittler, zu wandeln. daß ich bald durch dich Gnade Straf mich nicht in deinem. such und finde! Rufe du Dann 320. Herr, ich bin dein mir zu: Alles ist vergeben! eigenthum, Dein Sünder, du sollst leben! ist auch mein leben, Mir zum 8. Dann werd' ich auch im heil und dir zum rubin, Hast gericht, Vor dir, herr, beste. da mir's gegeben. Väterlich hen, Und vor deinem ange Führst du mich, Auf des lebens sicht Freud und wonne sehen. wegen, meinem ziel entgegen. Ewig dein Werd' ich sein, Und 2. Einst kommst du mit großer mich, dich zu lieben, Ewig kraft Zum gericht auf erden; ewig üben. Dann soll ich zur rechenschaft 321. Wachet auf vom Dargestellet werden. Dein geschlaf, ihr sün richt Schonet nicht, Richter al der, Erwacht, denn euch, o ler welten! Denn du willst menschenkinder, Erwarten tod vergelten. und ewigkeit. Lohn und strafe, 3. Web dann mir in ewig- tod und leben Wird der gekeit, Wenn ich deine gabe, rechte richter geben. Erwacht! Meine fräfte, meine zeit, Hier noch ist zur buße zeit! Gerecht, gemißbrancht habe! Web denn gerecht ist gott! Er hört der mir, Hab' ich hier Dein ge- frevler spott. Frevler zittert! schenk verschwendet, Und nicht Wißt, was er spricht, Gereut angewendet! ihn nicht. Er kommt gewiß 4. Möchte täglich dein ge- und bält gericht. richt mir vor augen schweben! 2. Plößlich wird sein zornMöcht ich mich stets meiner entbrennen; Dann wird der. pflicht, Treu zu sein bestre- spötter ihn erkennen, Des vas ters XXIII. Vom allgemeinen Weltgericht. 197 ters eingebornen sohn. Jauch- flauf Dich ehre, dir gefalle. zet, jauchzt, ihr seine from Du kamst, o hilf, daß jeder men! Er wird zu eurem heile chrift, So lang er auf dem kommen; Bald kommt er, und wege ist, Dir fromm entgegen mit ihm sein lohn! Euch rich- walle. Hier leite uns auf ebtet christus nicht; Er selbst ner bahn, Und dort nimm uns ging in's gericht Für die fün- mit ehren an. der. Wir sind versöhnt, Mit gott versöhnt. Wer überwindet, wird gekrönt. Wer nur den lieben Gett. 323. Wenn ich auf gottes wegen wan3. Seid bereit ihn mit verlangen, Mit reinem herzen zu ke, Und straucheln will, so empfangen, Denn plöglich bricht schrecke mich Der berzerschüts sein tag herein. Und der richternde gedanke: Gott richtet ter wird vom bösen Sein volk, einst die welt und dich! Er. die frommen, ganz erlösen, Von hat's verkündigt, sein gericht sünd' und tode sie befrein. Ist unausbleiblich, strauchle Dann ist vollkommnes heil In nicht. ewigkeit ihr theil Jauchzt, ihr 2. Den weg der tugend, den frommen! Seid stets bereit Auf ich walle, Sei rauh und steil; diese zeit, Und singt gott dank wo führt er hin? Zum hims in ewigkeit. mel, weil ich gött gefalle, Wenn OEwigkeit du Donnerwort. ich getreu und standhaft bin; 322. ie finster ist der Gestärkt, o gott, durch deine legte tag; Wie huld, Zur selbstverläugnung, zur fürchterlich sein donnerschlag, geduld. Wie schrecklich gott im wetter! 3. Laß mich zu meiner feele Wenn über uns der himmel sagen: Die welt vergeht mit glüht; Wenn unter uns die ihrer luft! Wohl mir, wenn erde flieht. Wo bleibt für uns ich bei allen plagen Mir keiein retter? Der große tag des nes frevels bin bewußt! Es weltgerichts Verkehret unsre welt kommt, es fommt die ewigkeit, in nichts. Die mich aus jeder noth be2. Ach fünder, richte deinen freit. finn Auf jenen tag des schreckens 4. Denn jesus wird vom hin; Verlaß nun welt und bimmel fommen, Ich werd' sünde. Erschrick vor'm schreck- ihn, meinen heiland, sehn, Ihn, lichen gericht! Thu buße, daß wie er ist; mit allen frommen der richter nicht Dich unberei- Aus meinem grab auch aufertet finde. Dann, wen er hier stehn. Ihm werd' ich völlig umsonst gesucht, Den weißt er ähnlich sein, Mich ewig meivon sich; als verflucht. nes glaubens freun! 3. D beiland, weck uns alle, 5. Ich werde seine stimme auf, Daß unser ganzer lebens- hören, Der du zu meiner rechN 3 ten 198 Erste Abtheilung. men bist, Du warst gehorsam nicht bricht, Ein unbarmherzis meinen lehren, Nimm hin, was ges gericht. bir bereitet ist. Sei, treuer 9. Fühllose( wird der rich crist, den engeln gleich, Komm'ter sagen), Verschlossen habt erbe meines vaters reich! ihr eure hand, Verachtet eurer 6. Du haft in deinen armen brüder klagen: Entweicht! ich brüdern Barmherzigkeit an mir bab' euch nie erkannt! Wer gethan; Ich nahm in meines mich bekennt: 1nd doch nie leibes gliedern Den segen deiner sucht, Was menschen froh macht, wohlthat an! Komm nun ge- sei verflucht! segneter zu mir; Den himmel 10. So wirst du jede sünde geb ich dir dafür. richten, Die nicht bereut ist; 7. Solch' eine wonne wartet wenn du einst Den übertre meiner, Wenn ich mit brüder- tern ihrer pflichten In deiner lichem sinn Den nächsten lieb', majestät erscheinst. Dann wird und gern mich seiner Erbarm, der fromme nur bestehn; und jesu ähnlich bin. Gott, Wer lasterhaft blieb, wird verwer fann hart und lieblos sein? gehn. Betrübte scha, und nicht er Freun? 11. Gib mir denn licht und muth und stärke, Damit mein 8. Dort, dort trifft den, der glaube dir getreu, Geübt in ohn erbarmen, Nie menschen jedem guten werke, Bewährt freundlich sich beweist; Der, und unverwerflich fei! So fühllos bei ber noth der armen, werd' ich ewig selig sein; Bedrängte nie erquickt noch Mich ewig deiner, gott, erfpeist; Den hungrigen sein brod freun. XXIV. Von der Ewigkeit. 1. Der Seligen für die Frommen. dieses lebens müb. Nach aller laft, die sie gedrückt, Wird ewig nun ihr herz erquickt. Mel. Wer nur den lieben Gott. 324. Es ist noch eine ruh 3. Wie mütter ihre kinder vorhanden Für ströften; So segnet mit zufrie jeden gott ergebnen geist; Wann denheit Auch deine guade die er sich dieses förpers banden, erlösten, Nach überstandner Nach gottes willen, cinst ent- übungszeit. Dann wird es ihnen reißt, Und nun nicht mehr so offenbar, Wie gut stets deine eingeschränkt, Als bier auf erführung war. den, lebt und denkt. 4. Da schweigen alle ihre 2. Die, herr, zu dieser rube flagen; Da bringt, mit fro kommen, Wie felig sind doch hem lobgesang, Selbst für die alle die! In deinen himmel ausgestandnen plagen, Dir aufgenommen, Ruhn sie von ihre seelen frohen dank. Nun jauch XXIV. Von der Ewigkeit. 00199 jauchzen sie: es ist vollbracht; sel'gen augenblick; Doch alle Der herr hat alles wohlgefreuden, die ihm werden, Sind macht! just line innoch fein recht vollkommnes 5. Forthin bekümmert sie kein glück. Er bleibt ein mensch, leiden; Kem schmerz, selbst keine und seine ruh Nimmt in der furcht nicht mehr. Gott führt feele ab und zuils pilsd sie zu den höchsten freuden, 3. Bald stören ihn des förUnd frönet sie mit preis und pers schmerzen; Bald das gemehr. Dunaussprechlich süßeräusche dieser welt; Bald kämpft ruh! Wie herrlich, herr bes in seinem eignen herzen ein glückest dulo nuantsfeind, der öfter siegt, als fällt; si 6. Wer kann hier deine gnade Bald sinkt er durch des nächfaffen? Du willst den, der sten schuld. In fummer und dich redlich liebt, Nicht ewig in ungeduld. dojes bille in der Unruh lassen, Die die 4. Hier, wo die tugend of ses leben noch nmgibt. O mach ters leidet, Das lafter öfters uns ja hier in der zeit Recht glücklich ist; Wo man den glückwürdig für die ewigkeit. lichen beneidet, Und des bes 7. Mein heiland, der du kümmerten vergißt; Hier könselbst auf erden Der leiden nen wir nie frei von pein, joch getragen bast! Will ich Nie frei von aller schwachheit des lebens müde werden: Und sein, di atbigins fühl ich meiner bürde laft: 5. Hier such ich's nur: dort So stärke mächtig meinen geist, werd' ich's finden; Dort werd' Daß er dem unmuth sich ent- lich beilig und verklärt, Der reißt.ssat dulu tugend ganzen werth empfinden, day 8. Gib, daß in hoffnung je- Den unaussprechlich großen ner ruhe, Die gottes polk ver werth: Did, gott der liebe, beißen ist, Sch gern des va werd ich sehn; Dich lieben, ters willen thue ,, Wie du darin ewig dich erhöhn. ond mein vorbild bist: So folget: 6. Da wird, o herr, dein auf der leiden zeit, Gewiß voll- heil'ger wille Mein will' und kommne seligkeit.d meine wohlfahrt sein; Und dint Su voriger Dielobie. lieblich wesen, heil die fülle In $ 325. Nach einer prüfung An defnem throne mich erfurzer tage Führst freun. Dann läßt mein dir du uns, gott, zur ewigkeit. geweihter sinn Mich fühlen, Dort, dort verliert sich jede daß io cwig bin. pion flage u bimmlische zufriedene 7. Da werd' ich das im licht heit. Hier übst du unsern tu- erkennen, Was ich auf erden gendfleiß; Dort aber reichst du dunkel sah; Das wunderbar uns den preis.de und heilig nennen, Was un2. Du schenkst den frommen erforschlich hier geschah; Da schon auf erden, So manchen denkt mein geist, mit preis N 4 und 00200 dolgie Erste Abtheilung. und dank, Die schickung imsdeine huld daraus auch mir do zusammenhang. esday Zu voller genüge geben, Was 8. Da werd' ich zu dem thro- mich mit reiner luft erfüllt, ne bringen, Wo gott, mein Was meiner seele sehnsucht heil sich offenbart; Ein heilig, stillt, Und sich ohn ende mehbeilig, heilig fingen Dem, der ret. für mich geopfert ward; Und 2. Dich lern' ich dann im aller himmel sel'ges heer hellen licht In deiner größe Jauchzt ihm einstimmig preis kennen, Und mit vollkommner zuversicht, Dich meinen vater und ebr. 9. Da werd' ich in der engel nennen. Mit hoher freude bet' schaaren Mich ihnen gleich und ich dann Auf ewig dein erbar. heilig sehn; Das nie gestörte men an, Das mich zum him. glück erfahren, Mit frommen mel führte. HOR stets fromm umzugehn; Da 3. Wann mein erhöhter geist wird, durch jeden augenblick, da fieht, Was ich dir zuge Ihr heil mein heil, mein glückstrauet; Wann er dein unumihr glück. schränkt gebiet Noch heller über10. Da werd' ich dankvoll schauet: Gott, welche wonne ist ben begegnen, Der gottes weg dann mein! Wie werd' ich deiner mich gehen hieß; Ihn mit da mich freun! Wie selig da entzückter rührung segnen, Daß mich finden! er mir ihn so treulich wieß; 4. Noch größ're werke seh Da find' ich in des höchsten! ich dann Von deiner schöpfers hand, Den freund, den ich aufgüte; Als ich auf erden sehen erden fand. fann, Und mein entzückt gemü 11. Da ruft( o möchte gott the Verliert, voll dank und es geben!) Vielleicht auch mir freude, sich In deiner herrlichein sel'ger zu: Heil sei bir! denn keit, die ich In vollem glanz bu haft mein leben, Die feele erblicke. mir gerettet, du! O gott, wie 5. Da werd' ich deinen gnäd' muß dies glück erfreu'n, Der gen rath, Noch mehr als hier retter einer seel' zu sein! verstehen; Dir danken, daß 12. Was seid ihr, leiden dieser du mich den pfad Der tugend erden, Doch gegen jene herr- hießeft gehen, Und, selbst durch lichkeit, Die an uns offenbar leiden dieser zeit, Mich zu dem soll werden Von ewigkeit zu glück der ewigkeit So väterlich ewigkeit? Wie nichts, wie gar bereitet. 100 Sei Lob und Ehr dem. nichts gegen sie, Sft doch ein 6. In unbefleckter heiligkeit Ist augenblick voll müh. Werd ich' dann, gott, dich lie ben, Und was dein wille mir 326. Der freuden füll' ist, gebeut, Mit frohem herzen gott, bei dir; üben. O welche quelle reiner Und in dem höhern leben Wird luft, Sich keiner sünde mehr bewußt, 201 XXIV. Von der Ewigkeit. bewußt, In allem richtig han- 2. Izt, da die sünde mich deln! noch drückt, Seufzt meine ban 7. Mein leib, auf's herr- ge seele; Wie bald ist nicht lichste verklärt, Mit himmels- mein herz berückt! Wer merkt, glanz umgeben, Von allem frei, wie oft er fehle? Doch was ihn beschwert, Geschickte in st werd' ich vollkommen zum höhern leben; Auch der rein, Ganz heilig und ganz nimmt dann an allem beil, Und selig sein. Dies tröstet meine an der hohen wonne theil, Die feele. meinen geift entzücket. 3. Wenn mich der zukunft 8. Den heiland, den ich hier schicksal schreckt, Die noth der geliebt, Seh' ich mir dort zur fernen tage; Wenn sie in mir monne, Die herrlichkeit, die die sorg' erweckt, Ob ich sie ihn umgibt, Ist mir auch licht auch ertrage: So mildert mir und sonne. Auch da ist er mein die ewigkeit Das kurze elend berr, mein freund, Durch den dieser zeit, Daß nicht mein ich, gott, mit dir vereint, Stets herz verzage. neue freuden schmecke. 4. Wenn einst, der izt von 9. Mit allen bürgern jener ferne dräut, Der tod mir näwelt, Die deinen thron umge- her winket; Wenn, nach der ben, Werd' ich dort ihnen zu- arbeit dieser zeit, Mein Haupt gesellt, In reinster freundschaft zum schlummer sinket: So sterb' leben Wie klopfet dann in mei- ich froh; die ewigkeit Zeigt mir ner brust Mein ganzes herz des himmels herrlichkeit Die voll lieb und lust, Die ich mit alles übersteiget. ihnen theile. 5. Herr, diesen trost, der 10. Ja, ewig ist, mein gott, mich erfreut, Vermehr in meibei dir Der freuden reichste nem herzen. Mich stärke jene quelle. Ich schöpfe draus, doch seligkeit Bei meiner wallfahrt bleibt sie mir Stets voll aufschmerzen. Sie sei in meinem alle fälle. Mein glück währtstod mein heil Und einst mein da in ewigkeit. Nichts fehlt längst gewünschtes theil, Wenn ihm an vollkommenheit, Herr, ich vom tod erwache. hilf es mir erreichen. Wie schön leuchtet der Wenn mein Stündlein vorh. 327. in frembling bin 328. Mein ganzer geist, ich in der welt, gott, wird entUnd furz sind meine tage; So zückt, Wenn er nach jenem manche noth, die mich befällt, himmel blickt, Dahin dein Reizt mich hier noch zur klage. wort uns leitet; Wo deine Doch, vater, jene seligkeit milde vaterhand Aus neuen Verfüßt mir meine pilgrims- wundern wird erkannt, Die du zeit, Und stärkt mich selbst imda haft verbreitet. Mächtig leiden. Führ' ich mich getrieben, Dich R 5 84 202 dinigion Erste Abtheilung. x zu lieben, Der zum leben Je 6. Gott, welche schaar ift ner welt will mich erheben. dort vereint! Die frommen, die 2. Was sind die freuden ich hier beweint, Find id bieser zeit, Herr, gegen jene dort alle wieder. Dort sam berrlichkeit, Die dort bei dir melt deine vater hand, Die deis zu finden! Du stellst uns hier ne liebe bier verband Herr, auf erden zwar Viel wunder alle deine glieder. Ewig Werd' deiner güte tar, Daß wir sielich, Frei von mängeln, Selbst froh empfinden; Doch hiermit engeln, Freundschaft pfles Sind wir, Bei den freuden gen. Dein umgang voller Noch mit leiden Stets umge- jegen!( sunlind ma ben, Dort ist nur vollkomm- 7. Da komm ich zu des nes leben. that menschen fobn, Der für mich 3. Kein tod ist da mehr und starb, um dessen thron Viel fein grab. Dort wischest du tausend sel'ye stehen. Der du die thränen ab Von deiner finder deinen wonne bist, Dich der wangen. Da ist kein leid werd' ich da, Herr jesu chrift, mehr, kein geschrei; Denn du, Auch init entzücken seben. Da o herr, machst alles neu. Das wird, Mein hirt, Von den alte ist vergangen, Hinfort freuden Richts mich scheiden, Sind dort Für gerechte, Deine Die du droben Deinen freunInechte, Keine plagen Mehrden aufgehoben.#follo zur prüfung zu ertragen. 8. Wie felig werd' ich da 4. In deinem höhern hei- erst sein! Wie sicher werd' ich ligthum Erschallet deines na- mich dann freun! Dir ewig mens ruhm Von lauter frolich lobsingen. O jesu, herr der hen zungen. Da firahlt die berrlichkeit, Du hast pies glüd berrlichkeit des herrn; hier auch mir bereit, Hilf mir es schaut man sie nicht mehr von auch erringen. Laß mich Eif fern. Da wird sie neu befun- rig Darnach streben, Und so gen. Völlig Gibt sich Densleben Auf der erde, Daß ich erlösten, Sie zu tröften, Den bort dein erbe werde. zu kennen, Den sie hier schon Alle Menschen müssen sterben. vater nennen. 329. 5. Vor seinem antlig wanwie unaussprech lich selig Werden deln fie, Auf ewig frei von wir im himmel fein! Da, da aller müh, Und schmecken seine erndten wir unzählig Unsers güte. Hier flört den frieden glaubens früchte ein. Da wird, ihre brust, Und ihre tausend ohne leid und zähren, Unser fache luft, ein feindliches ge- leben ewig währen. Gott, zu müthe. Kein neid, kein streit welcher seligkeit Führst du uns Hemmt die triebe, Reiner liebe durch diese zeit! Unter feelen, Die hinfort nun nicht mehr fehlen. 2. Hier ist zwar, was du den frommen, Dort für glück bereitet XXIV, Von der Ewigkeit. 203 reitet hast, Noch in keines perzjerden? Ob's auch noch so köftgekommen Welcher mensch auflich sei, Ist's doch nie ganz erden faßt Deines himmels von beschwerden, Sorgen, furcht große freuden? Doch, nach und fummer frei. Schnell folgt dieses lebens leiten Werden alle, bier auf lust oft weinen: Dort die dir traun, Mehr noch, als nur wird die zeit erscheinen: sie hoffen, schaun. Wo fein wechsel mehr uns 3. Neue wunder deiner güte beugt, Wo die wonne immer Werden da ihr glück erhöbn. steigt. Mit erstaunendem gemüthe 8. Sei, o feele hocherfreuet Wird dann unser auge sehn, Uleber das erbabne glück, Das Deine huld sei überschwengbir cinst dein gott verleihet! lich Und das gute unvergäng- Richte deiner boffnung blick Oft lich, Das dem, der dich red- nach jener stadt der frommen, lich liebt, Deine vaterband Mit dem ernst, dahin zu komdort gibt. men. Trachte, weil du bier 4. Dann wirst du dich uns noch bist, Recht nach dem was fern seelen Offenbaren, wie du droben ist. bist. Reine wonne wird uns 9. Ohne heiligung wird keifehlen, Da, wo alles wonnener, Herr, in deinen himmel ist. Zu den reinsten seligkei- gehn. O so mache immer reiten Wird uns bort der mittner Hier mein herz, dich einst ler leiden, Der uns dieses zu sehn! Hilf du selber meiner glück erwarb, Als er an dem seele, Daß, sie nicht den weg kreuze starb. verfehle, Der mich sicher das 5. Da wird deiner finder hin bringt, Wo man ewig dir menge Ein herz, eine seele lobsingt. Slimmid2009 sein; Liebe, danf und lobge Gott dessen Allmacht sonder. fänge Dir, erhabenster, zu 330. Wie wohl thust du, weihn; Dir, und dem, der mein gott, den selbst sein leben Willig für uns deinen, Du führst sie einst zum bingegeben. Mit ihm, unserm biminel ein. Da werden leid, größten freund, Sind wir ewig geschrei und weinen Mir nurdann vereint. ein finstres traumbild sein. 6. wer sollte sich nicht Da wird auf leicht verschmerzte fehnen, Aufgelöst und da zu pein, Vollkommne wonne mich. sein, Wo nach fummer, noth erfreun. und thränen Ew'ge güter uns 2. Wie fröhlich wird mein erfreun; Wo sich unser kampf ganzer wille Da, berr, in deis in palmen, Unser flagelied in nem willen ruhn! Da find' ich psalmen, Unsre angst in lust aller wünsche füllez Was ich verkehrt, Die forthin kein kum- gehofft, das schau ich nun; mer stört. Ja, über alle hoffnung weit, 7. Was ist unser loos auf Emfind' ich da glückseligkeit. 3. Wie 204 Erste Abtheilung. 3. Wie überwiegend ist diesdurch keine zucht von gott Hier wonne, Die den erlösten geist zu beffern waren! entzückt, Wenn er nun dich, 2. Durch ihre schuld, Von der deinen sonne, In deiner gottes huld Und angesicht ges herrlichkeit erblickt. Und so, schieden: Sehn sie nimmermehr mein heiland, seh ich dich, Und das licht Haben nimmer frie freue dein auf ewig mich. den. 4. Da fomm ich zu den ed- 3. In dieser welt, Zum ort len seelen, Die nun durch höh- bestellt, Wo wir geprüfet wer. res licht verklärt, Sich gottes den, haben auch die bösen noch führungen erzählen, Der sie Theil am glück der erden. durch prüfungen bewährt, Und 4. Hier können sie In ihrer wundervoll nach seinem rath müh' Sich noch des eitlen Zum ew'gen glück erhoben hat. freuen, Und wenn das gewis 5. Nie geht ein frevler, ein sen plagt, Ihr gemüth zer, emporer, In's reich der sel'gen streuen. geister ein; Kein schadenfroher 5. In jener welt, Die nichts friedensstörer, Rein menschen- lenthält, Für sie an guten ga feind wird da mehr sein, Wo ben Auch ein tröpflein was der, der in dem himmel thront, fers nicht, Sie im durft zu Der frommen treu dereinst be- laben! lohnt. 6. Und wo forthin Ihr bö 6. Wie wohl wird uns da ser finn Umsonst zerstreuung fein, wo klarheit Durch alle juchet: Da, da fühlen sie sich wege gottes scheint; Wo lau- nun, Von dem herrn verfluchet. ter liebe, lauter wahrheit, Des 7. Jhr wurm der nagt, Und himmels bürgerschaft vereint, sie zerplagt, Stirbt nimmer Und wo du dich, herr jesu im gewissen; Nie verlischt des christ, Verklärt uns zeigest, feuers brand, Den sie leiden wie du bist. müssen. 7. 3ur Hoffnung solcher selig- 8. So dräut der herr, Ge feiten, In der vereinigung mit recht ist er, Wahrhaftig ist sein dir, Wollst du, o herr mich dräuen. Wehe denen, welche vorbereiten; Drum schaff ein doch Sein gericht nicht scheuen! reines herz in mir! Du, den 9. O gott des heils, Wir ich schauen soll, bist rein: So unsers theils Verehren dich im laß auch meine seele sein! glauben, Laß den trost der beßren welt Reinen feind uns rauben. 2. Der Unseligen für die Gottlosen. 10. Drette doch Auch fünMel. O Traurigkeit o Herzeleid. der noch, Die jetzt dir wider331. schrecklich's leid streben! Laß sie, recht zu Der ewigkeit, dir bekehrt, Ewig mit uns Das sünder dort erfahren, Die leben! Zweite 205 Zweite Abtheilung. Lieder über die christliche Sittenlehre. I. Von der Buße und Bekehrung. nung für Aufschub. O Gott du frommer Gott. 1. Beschaffenheit der Buße, fübret mich vielmehr Zu dauerErmunterung dazu. War- baften freuden. Macht meine jeele rein, Füllt mich mit zu versicht, Gibt weisheit, wahre 332. Laß mich doch, o mein ruh, Und much zu meinerpflicht. gott, Die buße nicht 6. Wahr ist es, es ist schwer, verschieben, Die mir dein wort Sein eignes herz bekämpfen; gebeut; Wie könnt ich sonsi Begierden widerstehn; Und seine mich lieben? Ist wahre besse- lust zu dämpfen: Doch bleibt's rung nicht meiner seele glück! ja meine pflicht, Und diese O warum säum ich dann schwierigkeit, Die heute mich Noch einen augenblick? erschreckt, Wird schwerer durch 2. Du, gott, gewinnest nichts, die zeit. Wenn ich mich dir ergebe, Und, 7. Je öfter ich das thu, Was deiner werth zu sein, Im glauben böse lust befohlen: Je stärker mich bestrebe. Wenn ich das wird der hang, Die that zu gute thu, Das mir dein wort wiederholen. Schen ich mich gebeut: So dien ich stets mir heute nicht, O herr, dein feind selbst, Und meiner feligkeit. zu sein, Um wie viel weniger 3. So süß ein laster ist, So Werd' ich mich morgen scheun. gibts doch keinen frieden, Der 8. Du reichst ja kräfte dar, tugend nur allein Hast du dies Uns selber zu besiegen. Der glück beschieden. Wer dir, osieg, so schwer er ist, Bringt gott, gehorcht, Erwählt das doch gar groß vergnügen. Geht beste theil. Wer dich, o gott, er im anfang gleich nur noch verläßt, Verläßt sein eignes heil. sehr langsam fort: So bist du, 4. Was weigre ich mich dann, gott, mir nah, Und stärkst Das laster zu verlaffen? Weil mich durch dein wors. es mein unglück ist, Befiehlst 9. Wie schnell kann nicht der du es zu hassen. Was säum tod, Mich dieser welt ents ich länger noch Der tugend rücken! Und buße ist kein werk mich zu weihn? Weil sie mich Von wenig augenblicken. Ein glücklich macht, Befiehlst du seufzer, gott, zu dir, Ein sie allein. wunsch nach besserung, Und 5. Die buße führt mich nicht angst auf missethat, Ist noch In eine welt voll leiden: Sie nicht heiligung. 10. So 206 Erste Abtheilung. 10. So gib denn', weil ich mein verwundt gewissen, Mit noch, Herr, deine ftimme höre, troft aus deiner vaterhuld. Daß ich mich ungesäumt Von Ich will mit ernst die sünde allem bösen febre! So darf ich scheun, Und willig dir gehornicht dereinst Zu meiner größ- sam sein. Wer nur den lieben Gott. ten pein, Mein hier versäum- 6. Daß mit gerechtigkeit tes glück, Wiewohl zu spät, auch stärke Durch christum bereun. mir geschenket sei, Will ich durch übung guter werke Be 333. Wie theuer, gott, weisen: mache selbst mich ist deine güte, treu, Herr, in der liebe gegen Die alle missethat vergibt! So dich! Sie dringe stets und leite bald ein reuendes gemüthe, Die mich. sünden, die es sonst geliebt, 7. Laß mich zu deiner ehre Erkennt, verdammt und ernft leben, Der du die missethat lich haßt, Und zuversicht zum vergibst! Das hassen, was du mittler fast. mir vergeben, Das lieben, was 2. Doch laß mich ja nicht du selber liebst. Laß, water, sicher werden, Weil du so reich mein gewissen rein, Und heilig an gnade bist! Wie kurz ist meinen wandel sein. meine zeit auf erden, Die mir Vater unser im Himmelr. zum beil gegeben ist! Gib, 334. So wahr ich lebe, daß sie mir recht wichtig sei; spricht mein gott Daß ich sie meiner beßrung Mir ist nicht lieb des sünders weiß. tod; Mein wunsch und wille 3. 3war deine gnade zu ver- ist vielmehr, Daß er rechtschaf dienen, Sind reu' und beßrungffen sich bekehr, Sich begre in viel zu klein. Doch darf sich der gnadenzeit, Und mit mir auch kein mensch erfühnen, Zuleb in ewigkeit. glauben, die versöhnt zu sein, 2. O sünder, drum verzage Wenn er noch liebt, was dir nicht, Bedenk es, was gott mißfällt, Und nicht dein wortsselbst verspricht, Der dir vers von herzen hält. gebung, troft und gnad' Auch 4. Wie fannst du dem die hierdurch zugesaget hat, Und schuld erlassen, Der frevelndler besiegelt's mit dem eid. Sei schuld auf schulden häuft. Der nur zur besserung bereit! kann fein herz zu jesu fassen, 3. Hüt' dich dabei vor sicherDer zwar auf sein verdienst heit, Denk nicht: zur buß ist's sich steift, Doch in der fünde immer zeit. Ich will erst thun, noch beharrt, Dafür er aufge- was mir gefällt, Und werd' opfert ward. ich müde dieser welt, 2185. Drum fall ich dir, mein dann mill ich bekehren mich; gott, zu füßen, Vergib mir Gott wird wohl mein erbargnädig meine schuld, Und heile men fich. 6. Wahrs 1. Von der Buße und Bekehrung. 20702 4. Wahr ist es: gott ist zur erden Sollst du wieder flets bereit Zum wohlthun, zur werden.ohio tug obod barmherzigkeit; Doch fündigst 3. Kömmt nun, che du's du auf gnade hin, Beharrs gedacht, Unter sündenfreuden, in deinem bösen sinn, Und Deines lebens legte nacht, Was willst nicht sorgen für dein wirst du dann leiden, Wann beil: So nimmst du nie am dein herz, Von dem schmerz himmel theil, our mag die Deiner schuld zerrissen Wird 5. Um christiwillen hat zwar verzagen müssen? gott Verheißen leben für den 4. Wenn vor deinem antlig tod. Allein entdeckt er dir auch sich Jede sünd' enthüllet, Wenn wohl, Wer von uns morgen denn eine jede dich Ganz mit leben soll? Daß du mußt ster- graun erfüllet; Dich nichts beu, ist dir fund. Verborgen dann Stärken kann, Reiner ist die todesstund.deiner freuden, Was wirst du 6. Heut lebst du, heut be- dann leiden! kehre dich; Noch heute kann es 5. Nach dem untergang wirst ändern sich. Wer heut ist stark, du An des grabes stufen, Bang gesund und roth, Ist morgenfum trost und seelen ruh, Dann Frank, vielleicht auch todt. vergebens rufen: Rette, gott, Stirbst du nun ohne beßrung Mich vom tod; Rette noch im hin; Wie willst du denn der sterben Mich von dem verhöll' entfliehn? derben! 7. Hilf, o herr jesu, hilf du 6. Noch, noch wandelst du mir, Daß ich jetzt komme gleich allhier Auf des lebens vfade; zu dir, und mich bekehre un- Noch ist, zur errettung, dir verweilt, Eh' mich mein ende ab des ew'gen gnade. Eil übereilt; Damit ich heut und ihr zu, Daß du ruh Für dein jederzeit Zu meinem hingang berz empfindest, Und vergebung sei bereit. do fincest. har 390 n Mache dich mein Geist bereit. Sefu deine tiefe Wunden. 335. Sidhrer mensch, noch 336. Schaffet, schaffet, ist es zeit Auf Que menschenfinder, zustehn vom schlafe! Nahe ist Schaffet eure seligkeit! Bauet die ewigkeit; Nahe lohn und nicht, wie sichre sünder, Auf strafe. Hör gott spricht: die ungewisse zeit; Unverweilt Säume nicht, Seinen ruf zu bekehret euch, Ringet nach dem hören, und dich zu bekehren. bimmelreich Und bemüht euch 2. Noch weckt der posaunen hier auf erden Heilig, selig schall nicht die todten alle; dort zu werden. Noch bebt nicht der erdenball 2. Doch soll dieses recht ges Nahe seinem falle; Aber bald, schehen: So müßt ihr mit Bald erschallt Gottes ruf: festem muth Aller fünde wider 20809 Zweite Abtheilung. derstehen, Nur was gott, das sehn, Daß ich seinen beistand höchste gut, Von euch fordert, finde, In der tugend zu bes muß allein Eures lebens richt- stehn. Ja, mein heiland, ach schnur sein, Wenn's gleich eurem geh' nicht mit mir armen in's schwachen herzen Freude dünket gericht! Gib mir deines gei oder schmerzen. stes waffen, Meine seligkeit zu 3. Selig, wer durch glauben schaffen. kämpfet; Selig, wer im kampf 8. Gib zum wollen das voll besteht, Wer der sünde lüste bringen, Muth und kräfte zu dämpfet, standhaft ihren reiz dem streit; Lehre mich, mich verschmäht! O jo jagt dem selbst bezwingen, Und verleih gutem nach, Sebt dabei auf beständigkeit! Zeige mir von christi schmach; So könnt ihr deinem thron Den verheißnen den himmel erben, Fröhlich le- gnadenlohn, Daß ich wache, ben, rubig sterben! bete, ringe, Und also zum him4. Werd't ihr aber nicht recht mel dringe. ringen; Sondern träg und lässig weckten und bußfertis fein, Eure neigung zu bezwin- 2. Empfindungen und des gen; Wie kann euch der sieg müthige Bitten eines ers erfreun? Denn es folget nie ein sieg, Ohne solchen ernsten frieg; Nur die sieger schmückt zum lohne Unverwelkt die bim- 337. gen Sünders. melskrone.ar dun name Mel. Herzliebster Jesu was. Ach wider dich mein, gott, hab' ich ges 5. Fleißig beten, allzeit wa- ssündigt! O laß die gnade, die chen; Die versuchung weislich dein sohn verkündigt, Wenn sünflichn; Sich die pflicht zur den uns von ganzem Herzen freude machen, Unablässig sich freuen, Auch mich erfreuen. bemühn, Selbst beim spott und 2. Er selbst hat ja sich auch bohn der welt, Das zu thun, für mich gegeben. Laß mich was gott gefällt: Dieses wol- vor dir um seinet willen leben. len und vollbringen: Heißet Tilg aus die fünden, welche nach dem himmel ringen. mich entweihen, Weil sie mich 6. Drum entreißet euch den reuen! lüften, Wenn ihr noch gefesselt 3. O shaff in mir, gott, seid, Und beweiset euch als eine reine seele, Ein neues christen Muthig, standstaft in herz, das deine wege wähle; dem streit. Schont der lieb- Befördere und stärke mein sten fünde nicht; Wär es auch bestreben, Nur dir zu leben. die schwerste pflicht; Und denkt 4. Verwirf mich nicht vor oft an christi worte: Dringet deinem angesichte. Gib deinen durch die enge pforte. geist, daß er mich unterrichte, 7. Bittern will ich für der Gib ihn, daß er auf deiner wahrs Günde, Und dabei auf jesum heit wege Mich leiten möge! 5. Ers 1: Von der Buße und Bekehrung. 209 5. Erquice mich in meiner ner fünden Vergebung finseele leiden Mit deiner hülfe, den. gib den geist der freuden, Da- 5. Allwissender, du siehest mit er, weil id feine fraft meine reue, Mit der ich beßbesige, Mich unterstüße. rung dir gelob auf's neue; Sie 6. Mit neuer treue will ich wirst du, der du in das herz dich verehren. Ich will die sün- kannst sehen, Gott nicht verder deine wege lehren; Mein schmähen. beispiel soll sie reizen, deinen) willen Gern zu erfüllen. 6. Stärt mich, des lasters falschen reiz zu fliehen, Ein 7. O höre, gott, erbarmend gut gewissen allem vorzuziehen; auf mein fleben, Wie solltest Mit heil'gem ernst gelob ich du ein reuend herz verschmä- dir auf's neue, Beständig hen, Das deine huld im treue. glauben ernstlich suchet, Der sünde fluchet. 339. 2 gott und herr! 8. Ein berz voll reu und Wie groß und glauben willst du haben, Das schwer Sind meine viele sün liebst du, dem schenkst du des den! Wie drückt mich doch geistes gaben. Du willst die, Des elends joch! Wo kann so nach deiner gnade schmach ich hülfe finden? ten, Gott, nicht verachten. 2. Flöh' ich gleich weit Voll Vorige Melodie. bangigkeit, Bis an des erd338. flehe, gott, von reichs enden, Der angst und ewig großer güte, pein befreit zu sein, Würd ich Zu dir mit heilbegierigem ge sie doch nicht wenden. müthe. Wer hofft auf dich, 3. Zu dir flieh' ich Erbarme der hoffet nicht vergebens, Du dich, Ob ich's gleich nicht vergott des lebens! dienet. Geh' mit mir nicht, 2. Du willst nicht opfer, Gott, ins gericht. Sein sohn richter aller welten! Was könn- hat mich verfühnet. ten auch geschenke vor dir gel- 4. Soll's ja so sein, Daß ten? Du kennst das herz, und straf und pein Auf sünden folwillst, statt aller gaben, Nurigen müssen. O so verleih', beff'rung haben. Mir doch dabei Den frieden im 3. Wenn sich der fünder wie gewissen. der zu dir kehret, Und dich durch 5. Sonst mach's wie's dir glaubige gesinnung ehret: So Gefällt mit mir; Du kannst willst du seiner fünde nicht nichts böse meinen. Nur wollst gedenken, Ihm gnade schenken. du mich nicht ewiglich Dort 4. Statt aller opfer, richter scheiden von den deinen. aller welten, Soll christi ted 6. Das thust du nicht! Mit für mich alsdann auch gelten. zuversicht Kann es mein glaube Um seinetwillen soll ich mei- lhoffen. Durch christi tod Steh 210 Com Zweite Abtheilung. Steht ja, mein gott, Auch mir auf dich; o stille meine for der himmel offen. gen. Du schenkest ja belade. 7. Herr jesu, du Schaffst nen und müden Gern deinen troft und rub, Der du für mich frieden. auch starbest! Auch mir zu 6. Ja hoffe nur, mein herz, gut Mit deinem blut Der gnade auf guttes gnade! Viel größer troft erwarbest! ist sie, als dein seelenschade, S. Dies stärket mich, Und Und endlich wird sie dich ob auch sich Einst leib und von allem bösen Herrlich er feele scheiden: So schenkst du lösen. mir, Alsdann bei dir, Des 341. himmels ew'ge freuden. 4. Qu 9. Gott, dir sei ruhm! Dein du in's herz kannst fehen, Ents eigenthum Bleib ich dort, wie zeuch nicht dein erbarmen mir! auf erden. Ich zweifle nicht; Gott, laß mich gnad erfleben! Mein heiland spricht: Wer Ach siebest du als richter, an, glaubt, soll selig werden. Was wir nicht recht vor dir Herzliebster Jesu was haft. gethan, Wer kann vor dir be 340. Aus einem tief vor stehen? dir gebeugten her- 2. Vor dir gilt nichts, denn zen Nuf ich zu dir in meinen gnad' allein, Dem fünder zu sündenschmerzen. O mache mich, vergeben. Nie ist der mensch gott, meines fummers ledig, von fehlern rein, Auch in Und sei mir gnädig.. dem besten leben. Und, herr, Aus tiefer noth ruf ich zu dir, Der 2. Beschämt erkenn und fühl was ist er ohne dich? Wie ich meine sünden. Laß, vater, darf der staub, der fünder mich erbarmung vor dir fin- fich Des ruhms vor dir er den, Willst du auf schuld und fühnen! übertretung sehen, Wer wird bestehen? 3. Drum will ich nur allein auf dich; Auf mein verdienst 3. Bei dir allein, herr, stebt nicht bauen; Auf dich verlassen es zu vergeben, Du schenkst will ich mich, und deiner gute uns gerne wahres glück und trauen. Sie sagt mir zu dein leben. Muß uns nicht diese theures wort; Sie ist mein große liebe lehren, Dich treu troft, und immerfort Will ich zu ehren? mich ihrer rühmen. 4. Verzeihe mir, herr, alle 4. Sind gleich bei uns der meine fehle, Dein harret, va- sünden viel; Bei gott ist doch ter, meine müde seele; Laß mehr gnade. Sein arm zu trost und ruh, um des ver- helfen hat kein ziel, Wie groß föbners willen, Mein herz er- auch sei der schade. Er ist als füllen. lein der gute birt. Der wieders 5. Von einem tag bis an bringt, was sich verirrt. Er Den andern morgen Hoff ich hilft aus allen nöthen. Herr 211 1. Von der Buße und Bekehrung. Herr ich habe mißgehandelt. sünden, Schaff ein reines herz 342. Herr, Herr, an dir hab' in mir. Laß bei dir mich ruhe ich gefündigt, Dein finden, Zieb mich immer mehr gerechter urtheilspruch, Allerbei zu dir. Dankbar will ich mich liaster, verkündigt Jedem übel- bestreben, Mein erlöser, dir zu thäter fluch! Und was kann leben. vor deinem schrecken, Richter Jesu deine tiefe Wunden. aller welt, mich decken. 343. Höchster, benk' ich 2. Kann ich deinem arm an die güte, Die entfliehen? Du bist allenthalben du mir bisher erzeigt: D fo nah; Flöh' ich, dir mich zuwird mein ganz gemüthe Zu der entziehen, Himmelan, so bist tiefsten schaam gebeugt. Daß du da; Stürzt ich in die tiefe ich dich gering geschätzt, Häufig nieder: Deine rechte faßt mich dein gebot verlegt, Und dich, wieder. der mich so geliebet, Doch mit 3. Herr, ich flieb in deine sünden oft betrübet. hände, Außer dir ist keine ruh'. 2. Alle meine seelenkräfte, Dein erbarmen hat kein ende. Meine glieder sind ja dein, Und Wer ist gnädiger als du? Du sie sollen zum geschäfte Deibist gott, und kannst vergeben, nes dienstes fertig sein: Doch Ach vergib und laß mich leben. hab' ich ber eitelkeit Unbe 4. Groß sind meine sünden dachtsam sie geweiht: Ja, zum schulden; Ihre loft ist mir zusschnöden dienst der sünden, schwer. Ja, wenn länger mich ließ ich mich oft willig fins zu dulden, Deine langmuth den. müde wär: Müßt ich würdest 3. Deine buld war jeden du mir winken, In des todes- morgen Ueber mir, o vater, nacht versinken: neu. Von wie manchen schwe5. Mich für straflos zu er- ren sorgen Machtest du mein klären, Reichet nicht bedaurung berze frei? Was mir nüßte, zu: Und zerflöß mein herz in gabst du mir. Aber ach? wie zähren; Fänd ich darum doch dank ich dir? O wie hab ich nicht ruh. Können eines sün- so vermessen Deiner langmuth ders thränen Dich, o heiliger, zweck vergessen! versöhnen? 4. Bei so bellem licht der 6. Herr, mein heiland, dein gnaden, Sollt ich ja die sünerbarmen, Dein für mich ver- de flieh'n, Und um rettung goßnes blut, Und dein tod er von dem schaden Meiner feele lößt mich armen, Heilet mich mich bemüh'n. Deine güte und gibt mir muth. Dein ver- lockte mich Oft zur buße; aber dienst ist's was mich decket, sich Floh vor ihrem sanften loWenn mich dein gerichtstag den, Suchte selbst mich zu Schrecket. verstocken. 7. Rette mich von meinen 5. Ich bereue meine füns 2 den 212 Zweite Abtheilung. den, Beuge mich, mein gott, 3. Soll ich an deiner huld für dir. Laß mich bei dir gna- verzagen, Ich dein geschöpf? de finden. Neige deine huld zu das willst du nicht. Du, der mir. Ach vergib, was ich ge du mich bis jetzt ertragen, than, Nimm mich noch erbar Bleibst ewig meine zuversicht. mend an, Führe, mich vom Du, gott, durch den ich leb sündenpfade Auf den sel'gen und bin, Gibst mich nicht dem weg der gnade. verderben bin. 6. Dir ergeb ich mich auf's 4. Du siehst die folgen meis neue. Gib, daß mein gebeug- ner fünden; Und denk ich, wer ter geist Deiner vaterhuld fich vertilget die? So läsfest du freue, Die dein tröstend wort mich rube finden, Und sprichst: verheißt! Was mein beiland ich, ich vertilge fie! Du schenmir erwarb, Als er für die feft mir an jesu beil, Zur stil fünder starb, Fried und freude lung meiner unruh, theil. im gewissen, Ach! das laß 5. Auch mir hat er das glück mich auch genießen. erworben, Getrost zu dir em7. Stärke selbst in meiner por zu sehn; Auch ich soll, da feele Den entschluß, mich dir er ist gestorben, Durch ihn bes zu weihn; Gib, daß mir's an gnadigung erflehn, Bei dir, dem kraft nicht fehle, Folgsam dei, gott, der gern vergibt, Und nem wort zu sein. Stehe mir lieber segnet als betrübt. stets mächtig bei. Mache du 6. Sprich dann zu mir: dir mich selbst recht treu, Dich zu ist vergeben! Und stille des gelieben, dir zu leben, Sei mein wissens schmerz, Und will mein herzliches bestreben. zaghaft herz noch beben: So sprich du kräft'ger als mein Gott dessen Allmacht sonder Ende. herz. Dein gnadenwort mach' 344. J armer mensch, alles gut, Und schenke selbst zur o herr, ich sün- befrung muth. der Steh' hier vor deinem an- 7. Ich zweifle nicht, ich bin gesicht. Erbarmer aller men- erböret; Mein glaube sagt mir, schenkinder, Gott, geh mit mir daß ich's bin. Der trost, der nicht ins gericht; Bin ich es sich im herzen mehret; Der gleich vor dir nicht werth, neue dir geweihte sinn; Mein Daß mir noch gnade wider kindliches vertraun auf dich, fährt. Bezeugens: du begnadigst mich. 2. Um trost ist meiner seele bange, Die last gebäufter misseWenn mein Stündlein vorh. that liegt schwer auf mir, die 345. Ich fünder darf mein mich so lange Von dir, mein auge nicht zu dir, gott, entfernet hat. Wes tröst o gott, erheben; Vor deinem ich mich, ich schuldiger, Als reinen angesicht Muß ich, ich deiner nur, barmherzigster? larmer, beben. Sch fühl, wie übel I. Von der Buße und Bekehrung. 213 übel ich gethan: Wer nimmt nichts. Drum gib mir luft sich meines elends an? Wer und stärke. Von dir nur, vakann mich fünder retten? ter alles lichts, Kommt fraft 2. Mein vater, ach, ich bin zu gutem werke. Drum, bester nicht werth, Dich vater mehr vater bitt' ich dich, Um jesu zu nennen! Ach deinen ruf hab' willen stärke mich, Zum wolich gehört, Und wollt ihn doch len das vollbringen! nicht fennen. Du warnetest In voriger Melodie. mich durch dein wort, Doch 346. vater der barmD ging ich meinen irrweg fort, j herzigkeit, Sch Als wenn kein richter wäre. Ifalle dir zu fuße; Une thu noch 3. Viel tiefer, als ich sagen in der gnadenzeit Von ganzem kann, Ist in mir mein verder- berzen buße. Was ich nicht ben. Herr, nimmst du meiner recht gethan vor dir, Erbardich nicht an: So muß ich ewig mer, das verzeihe mir, Nach sterben. Doch gern verschiebst deirer großen güte. du dein gericht, Und willst den tod des sünders nicht Willst meinen tod nicht vater! 2. Du geber wahrer seelenruh, Nimm von mir; was mich quälet, Durch deine gnade wirke. 4. Von dir, der du die liebe du, Woran es mir noch fehbist, Darf ich vergebung hof- let. Gib mir den geist der fen. Dein vaterberz, o vater, heiligung, Daß ich in meiner ist Auch mir durchy' jefum offen. besserung Es täglich weiter Wenn nur mein herz recht red- bringe. lich ist, Wenn ich, voll reu, 3. Und du, o jefu, der du an jesum christ Von ganzer dich Für uns dahingegeben. seele glaube. Du haft aus freier huld auch 5. Vergeben kannst du, ach! mich Erlöst zum ew'gen leben. vergib, Ich falle dir zu fuße. Mein seligmacher und mein Vergeben willst du, ach! ver- gott, Erbarm dich meiner sec gib, Verwirf nicht meine buße. lennoth, Und gib mir deinen Zwar groß! ist meine fünden- frieden. schuld; Doch größer noch ist 4. Für fünder floß dein theudeine huld, Mein gott, mein res blut Zur rettung vom verherr, mein vater! derben. Co fomm es denn 6. Hier lieg ich tiefgebeugt auch mir zu gut Im leben und vor dir, Mit sünd' und fluch im sterben! Es halte von verbeladen. Ach neige du dein schuldungen Der reichthum der herz zu mir. Du vater aller erbarmungen Des höchsten mich gnaden: Vergib mir, wie dein zurücke! wort verheißt. Vergib und schenk 5. Geist gottes, du, der seemir deinen geist, Zu einem bes- len licht, Regierer der gedanfern leben. fen, Erinnre mich an's welt7. Ach ohne dich vermag ich gericht; Wenn ja mein herz will D3 A 214 Zweite Abtheilung. will wanken. Damit ich jedes immerdar, Verirrter seelen zus laster flieh, Und ehrfurcht, geiz flucht war. und wollust nie. Mein Herz 7. Dein wort gibt mir ver beflecken möge. sicherung, Vollkommener be6. Und schlägt die legte stunde gnadigung, Ich bin gewiß durch mir: So hilf mir überwinden! jesum christ, Daß sie auch mir Laß meine seele trost bei dir, verliehen ist. Du gott des troftes finden. 8. Doch nie entfall es meis Belehre mich, daß schmerz und nem sinn, Daß ich als christ noth, Der krankheit last und berufen bin, Auch meines mitt selbst der tod, Mich doch zum lers tugenden Hier thätig zu leben führe. verkündigen. Wenn wir in höchfien Nöthen. 9. Wie ich die gaben anges 347. Nach dir verlanget wandt, Die ich empfing aus mich, nach dir, deiner hand; Dies wird die Gott meine bülfe fommt von große frage sein; Bricht dein dir! Wer ist wie du so gna- sentscheidungstag herein. denreich? Wer dir an macht und weisheit gleich? 10. Ein herz, das sich des guten freut, Boll menschenlieb, 2. Ach, mein erbarmer, rechne und gott geweiht, Dies soll du Mir meine missethat nicht ich dort nicht erst empfahn, zu! Sie reuet gott, sie reuet Mein richter fordert's schon mich, Und meine seele hofft auf alsdann. dich. 11. Schaff dieses herz in mir, 3. Wie gut, wie leicht ist denn ach! Du weißt es, vater, dein gebot! Du willst, ich soll ich bin schwach. Mein trost dich lieben, gott, Willst, daß sei mein vertraun auf dich, Und ich redlich handeln soll, redlichkeit behüte mich. Zu meinem und des nächsten wobl. Wer nur den lieben Gott. 4. Und doch verlegt ich diese 348. Mein gott, zu dem pflicht, Und schäßte deine gnade ich weinend flehe, nicht; Ein elend scheingut zog Erbarme dich, erbarme dich. ich thor, Oft ihr und meinem Noch einmal sieh von deiner heile vor. böhe Mit gnadenvollem blick 6. Mein herz, das seine auf mich. Erbarme dich, Und schuld erkennt, Das siehest du geh' noch nicht mit mir, als und wie's entbrennt, 3u thun, frächer, in's gericht! was dein geseg befiehlt, Das 2. Wie oft hast du mir nur mein bestes mir em- schon vergeben, Wenn pfiehlt. begnadigung ich bat! Wie 6. Jch traue der barmher- oft versprach ich dir ein les zigkeit, Die sich noch jeden tag ben, Gereiniget von miſſeerneut, Der vaterhuld, die that! Wie feierlich war dann mein 215 1. Von der Buße und Bekehrung. mein cid Des glaubens und soll dir geopfert sein! Dir, deinem willen, deiner ehre, der frömmigkeit! 3. Ach, aber bald ergriff Will ich mein ganzes leben mich wieder Die sünd' und ihre weihn! Der sünde will ich wis luft mit ihr, Riß meinen gan- derstehn, Und standhaft deine zen vorsag nieder, Und herrschte, wege gehn! wie vorher, in mir! Zum 9. Vergiß nicht wieder, meine wiederstande viel zu schwach, seele, Wie oft du schon gefallen Kämpft ich nicht: sondern gab bist! Merk auf die heiligen ihr nach. befeble Des gottes, der die liebe 4. Wie viele fündenvolle tage ist! Ruf' ihn im glauben täglich Durchlebt ich fünder wie im an: Erhalt' mich, herr, auf traum; Und sammelte mirjeb'ner bahn! schmach und plage, Und fühlte 10. Ja, ich bin schwach, du dies mein elend kaum! Ber- wollst mich stärken, Mein helwundet blutete mein herz; fer in versuchung sein; Zum Betäubt empfand ich keinen glauben und zu guten werkeu schmerz. Mir kraft und freudigkeit ver= 5. Nun bin ich nah dem leihn: so steh' ich fest und wanke untergange, Den, herr, dein nicht; Und du bleibst meine recht dem fünder droht, Um zuversicht! trost wird meiner scele bange; 3. Trost bei redlicher Bes Um einen retter aus der noth: ferungsbegierde. Mein richtendes gewissen wacht, m. Schwing' dich auf zu deinem. Und alles um mich ber ist 349. Liebster vater, ich dein find Falle vor nacht. 6. Zu wem, o vater, soll dir nieder. Du weißt, was mein ich fliehen? Wo findet meine herz empfind't, erbarm dich seele rub? Wer kann sie aus wieder. Groß ist meine fündendem abgrund ziehen, In dem schuld, Die mich innigft reuet; sie seufzet? wer, als du? größer deine vaterhuld, Die Mein ganz vertrau'n seg' ich mich noch erfreuet! auf dich: Du, freund des le= 2. Zwar ich bins nicht werth, bens, rette mich. zu dir Kindlich aufzusehen; 7. Für meine widerbolten Doch du bleibst ein vater mir; sünden Floß auch des weltver- Du vernimmst mein fleben; föhners blut. Noch einmal Kennst mein herz, ermunterst laß mich gnade finden, Durch mich, Es vor dir zu stillen; meinen glauben an sein blut! Denn du hörst mich väterlich, Noch einmal, richter, sage mir: Noch um christi willen. Auch diese schuld erlaß ich 3. Du bist meine zuversicht, dir! Ohne dich ist's keiner: Mich, 8. Gott! sei mein zeuge, völl reu, verwirfst du nicht, da ich schwöre: Mein herz Du erbarmst dich meiner, Der 4 du 216 Zweite Abtheilung. du deinen sohn für mich In Du rettest mich von sünden, den tod gegeben; Sein erlöster Läßt mich den frieden finden, bin auch ich, Theu'r erkauft Den der hat, der dich liebet, zum leben. Und den die welt nicht giebet. 4. Dies, dies soll in jedem 4. Wie groß die sünde sei, schmerz Mein vertraun erwecken. Du machst von ihr mich frei, Bor der jünde soll mein herz, Wenn ich dein wort recht faffe, Nicht vor dir erschrecken. Trauen Mich fest darauf verlasse. Du will ich, vater, dir, Stets sprichst: dir ist vergeben, So die sünde hassen; Nie verges- fühl ich neues leben. fen, daß du mir So viel schuld 5. Zwar viel noch mangelt erlaffen. mir; Doch, gütigster, von dir 5. Preis sei dem allgütigen, Rommt jede gute gabe, Die Der mein seufzen kennet! Der ich noch nöthig babe. Du wirst dem gnade, suchenden Freien mich unterstüßen, Und in verzutritt gönnet. Sing, es, seele, suchung schüßen. vor dem Herrn, Flenß vor freu- 6. Wie unerschrocken ruht den über. Gott, dein gott, Das herz in deiner hut! Du verstößt nicht gern; Er begna- hast ja selbst verbeißen, Mich digt lieber. jolle nichts entreißen Dir, dem 6. Ewig bist du so gefinnt, ich angehöre; Folg ich nur Schöpfer meiner seele, Auch deiner lebre.ist dijo wenn ich, dein firauchelnd find, 7. Darum verlaß ich mich, Noch aus schwachheit fehle: O jesu, ganz auf dich), Jegt So gedenkst du, der du fann ich nicht verderben, Dein weißt, Daß mein herz dich reich muß ich ererben, Denn ehret, Meiner schwachheit und du bast mir's erworben, Da verzeihst Dem der wieder du für mich gestorben. kehret. 8. Der du mein herz ges 350. Wo soll ich fliehen wannst, Gedanken lesen kannst, hin, Wenn ich Vor dem ich dankbar weine! beschweret bin Von dem ge- Du siehest, wie ich's meine; fühl der fünden? 2So soll ich Du siehest mein bestreben; Dir rettung finden? Wer wird sich würdiger zu leben. mein erbarmen? Wer schaffet trost mir armen? 9. Herr, des ich ewig bin, Gib mir den festen sinn, Das 2. Du, mein herr jesu, du, alles stets zu meiden, Was Rufft auch mir gnädig zu. mich von dir kann scheiden: Mit hoffendem gemütbe Flieb So leb' ich dir und erbe Den ich zu deiner güte. Du hilfft bimmel, wenn ich sterbe. beladnen seelen, Die dich zum 351. Herr jesu helfer wählen. chrift, du höchstes gut, Du 3. Ich traue froh auf dich. zuflucht der erlösten, Ich komDein blut floß auch für mich; me mit gebeugtem muth Zu dir, I. Von der Buße und Bekehrung. 217 dir, mich dein zu trösten: was ich wider dich Von juDurch dich zum vater mich zu gend auf begangen! nahn: Von ihm vergebung zu 7. Wie groß ist doch die empfahn, Und kraft zum neuen feligkeit, Sein berz durch dich leben. zu stillen, Und dann zu thun, 2. Wie drückt mich meiner auch fein bereit, Herr, deines fünden last! Nimm du sie mir vaters willen! O leite midy vom herzen, Der du auch mich auf dieser babn, Daß ich geversöhnet haft Am freuz mit borche und fortan Nur dir todesschmerzen, Daß nicht mein zu ehren lebe. herz vor angst und web, 8. Stärk mich mit deinem Bei der empfindung ganz ver- freudengeist, Mich in den letzgeh, Wie sehr ich mich ver- ten stunden, Wenn sich mein schuldet. geist der erd' entreißt, Bon 3. Denn denke ich mich ernst sünden ganz entbunden, Und zurück An mein geführtes le- nimm mich so, wenn dir's geben, An das durch sünd' ver- fällt, In wabrem glauben aus scherzte glück, Was kann mir der welt, Zu deinen auserda troft geben? Doch find' ich wählten. ihn bei dir allein, Und brauche 352. Allein zu dir, herr nicht trostlos zu sein, Weil ich jesu christ, Steht dein wort nun habe. mein vertraun auf erden. Ich 4. Dies ewig theure wort weiß, daß du'mein tröster bist, verspricht ja allen gnad' und Kein treft kann mir sonst wers leben, Die sich von neuem den. Es ist kein retter außer ihrer pflicht, Und ihrem gott dir. Kein mensch, kein engel, ergeben, Und nun vom fün- welcher mir Aus meinen nödenjoch befreit, Von ganzer then helfen kann, herzenswilligkeit Treu deine an, Du bist's, der wege wandeln. ich ruf ich helfen will und kann. 5. Du rufft ja fündern selb- 2. 3war meine schuld ist sten zu: Ihr reuerfüllten alle übergroß, Doch reut sie mich Kommt her zu mir, icy schaff von herzen. Erbarme dich, euch rub, Und richt euch auf und sprich mich los Durch vom falle; Mein joch ist sanft, deines todes schmerzen. Ich leicht meine last; Nehmt wil nehm dich als den heiland an, lig sie auf euch, und fast Die Der auch genug für mich gehoffnung ruh zu finden. than, Dann werd' ich los der 6. Drum komm ich, herr, auf fündenlast. Mein glaube faßt, dein gebot, Erfüllt mit haß Herr, was du mir versprochen der sünden, Und hoff in mei haft. ner seelennoth Bei dir auch 3. Gib mir auch aus barmtroft zu finden: Erbarme dich herzigkeit Durch diesen glaudoch über mich, Vergib mir, ben stärke Zu dem, was mir D5 dein 218 Zweite Abtheilung. Zu jedem o heil'ger gott, Erzurnte man allem laß chen tag. dein wort gebeut, guten werke. Vor mich lieben dich, Und meinen 2. Sehr große lieb und huld nächsten gleich als mich); Und Erwiefest du mir armen. Ich kommt die legte stund heran: fuhr in bosheit fort, Du aber So flärt mich dann, Daß ich in erbarmen. Ich schob die mich dein getrösten kann. buße auf, Und widerstrebte dir; 4. Lob sei gott auf dem Du schobst die strafe auf, Und höchsten thron, Dem vater al- trugst geduld mit mir. ler güte, Und dir, v jesu seinem 3. Daß ich nun bin bekehrt, sohn, Der uns schafft heil und Verdank ich deiner gnade Du, friede; So wie auch deinen du riefst mich zurück Von guten geist, Der uns den weg des verderbens pfade; Durch zum himmel weist. Laß uns deine' güt' und treu, Die an dir treu ergeben sein, Daß wir die wolken reicht, Hast du mein uns dein, Und deines heiles hartes herz Gerühret und er ewig freun. weicht. 4. Selbst konnte ich dich wohl Herzlich lieb hab' ich dicho Herr. Beleidigen mit fünden; Doch 353. Vor dir, berr- jesu, fonnt' ich ohne dich Den weg steh ich hier. Mein um heil nicht finden. Selbst herz sehnt sich nach trost bei fallen fonnte ich, Und in's vers dir! Was darf ich armer sa- derben gehn, Nur selbsten konnt' gen? Ach groß ist meine mis- ich nicht Von meinem fall auf sethat; Doch, mittler, deine stehn. huld und gnad Läßt sünder 5. Du hast mich aufgericht, nicht verzagen. Herr jesu, dein Und mir den weg gewiesen, verdienst allein Macht mich Den ich nun wandeln soll, von allen sünden rein; Wenn Dafür sei, herr, gepriesen! ich, in wahrer reu und buß, Sei hochgelobt, daß ich Die An dich glaub und dir fall alten sünden baß, Und das, zu fuß Herr jesu christ, Ich was dir mißfällt, Nun willig glaub an dich, Ich traue dir, unterlaß. Ich will mich bessern, hilf du mir. 4. Dankbare Empfindungen eines Verkehrten. 6. Damit ich aber nicht Auf's neue wieder falle: So gib mir deinen geist, So lang ich hier noch walle, Der mich, den schwachen stärk', Und in mir O Gott du frommer. 354. Was kann ich doch mächtig sei, Auch mein gemüthe für dank, O herr, stets Zu deinem dienst erneu. dir dafür sagen? Daß du mich 7. Ach leit und führe mich, mit geduld So lange zeit ge- So lang ich leb' auf erden: tragen; Da ich in großer sünd Laß mich nicht ohne dich Durch Und übertretung lag, Und dich, mich geführet werden. Führ ich 219 1. Von der Buße und Bekehrung. ich mich ohne dich: So werd'spöret Sich der leidenschaften ich leicht verführt, Wenn du macht; Die verdunkelt, schwächt mich leitest selbst: Thu ich, und störet, Was ich sonst so was mir gebührt. gut bedacht. Plögliche vers 8. O gott, du großer gott, suchungszeiten, Beispiel, reiz O vater, hör mein fleben. der eitelkeiten; Deren schwarm Laß, jesu, gottes john, Mich nich stets umringt: Das ist's, deine wege gebeur. Regier, o was zum fall mic) bringt. heil'ger geist, Durch dein wort 5. Dich armer! tem zur mich allzeit, Daß ich dir diene treue Feste seelenstärke fehlt, hier, Und dort in ewigkeit. Den so oft schmerzvolle reue, Und so oft doch fruchtlos quält Ach wer wird mich ganz vom bösen Von der bösen luft Jesus meines Lebens Leben. erlösen? Ich elenter, wer be355. 2! wenn werd' ich freit Ganz mich von der fündvon der Sünde, lichkeit? 5. Bekümmernisse des Frommen, über noch anklebende Sünden. Gott, mein vater, völlig frei, 6. Du verzeihst, gott die Daß ich ganz sie überwinde, gebrechen meiner fündigen naGanz dir wohlgefällig sei? tur, Nicht die schwachheit wirft Noch nicht, ich gesteh's mit du rächen, Bösen vorsatz strafft thränen, Kann ich mich von du nar. Hätt, ich nicht den ihr entwöhnen; Ach! zu ost trost: ich würde, Unter meis noch regt sie sich, Und versucht ner fehler bürde, Ganz erlies zum bösen mich. gen, und mich dein, Höchstes 2. In der andacht sel'gen gut, nie fönnen freun. stunden, Wo mein geift die 7. Stellet mit denn hier auf wahrheit hört, Hab' ich oft erden Lebenslang die sünde nach; das glück empfunden, Das die kann ich nicht vollkommen wers frömmigkeit gewährt; Habejden? Bin und bleib ich oft auch gar sehr hienieden mir noch schwach: O! so segue gewünscht den innern frieden, mein bestreben, So gerecht ich und ein herz bir ganz geweiht, kann, zu leben, Daß ich doch So wie meine seligkeit. von heuchelei Und von bosheit 3. Voll von heiligen entferne sei. schlüssen, Schwur ich dann, dir 8. Wenn ich wanke, laß treu zu sein, Und mit wach- mich's merken, Laß mich stres samem gewissen Meiner un- ben fest zu stehn. Eile mich, schuld mich zu freun. Willig dein find, zu stärken. Lehre wollt ich da mein leben dir, selbst mich sicher gehn, Warne mein gott, zum dienst ergeben, mich, sei mein begleiter; TägAller sünde widerstehn, Stand- lich führe, gott, mich weiter, haft deine wege gehn. Bis ich in der ewigkeit Dringe 4. Aber, ach! zu schnell em- zur vollkommenheit. II. Bom 220 Zweite Abtheilung. II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 1. Nothwendigkeit und ruhm, In meiner pilgrimselig machende Kraft schaft. des Glaubens. M. O Gott du frommer Gott. 6. Wie felig leb ich dann Im glauben schon auf erden! 356. Herr, obne glauben Noch herrlicher wird einst Mein kann Kein mensch theil im himmel werden; Da' vor dir bestehn; Drum wend' werd' ich, was ich hier geich mich zu dir Mit demuths- glaubt, im lichte schaun; Und vollem flehen: O zünde selbst du erfüllst dann ganz Mein in mir Den wahren glauben kindliches vertraun. an, In welchem ich allein Dir Wer nur den lieben Gott. woblgefallen kann. Ich habe nun den 2. Laß mich, gott, daß du grund gefunden, seift, Mit überzeugung glau- Der meine Hoffnung ewig hält. ben. Nichts müsse mir das Wo anders, als in jesu Bunwort aus meinem herzen rau- den? Da lag er vor der zeit ben, Daß du dem, der dich der welt: Ein grund, der uns fucht, Stets ein vergelter seist, beweglich steht, Wenn erd' und Und hier und ewig ihn Mit himmel untergeht. deinem heil erfreust. 357. 2. Es ist das ewige erbar3. Wabrhaftig ist dein wort men, Das alles denken überGib, daß ich darauf traue, steigt: Es sind die offnen lieUnd meine Hoffnung fest Auf besarmen Des, der sich zu dem deine treue baue. Gib, daß fünder neigt: Er geht mit uns ich dir im glück Und un- nicht in's gericht, Und will den glück stets getreu, und dem, tod des sünders nicht. was du gebeutst, Von herzen] 3. Wir sollen nicht verloren folgsam sei. werden; Gott will, uns soll 4. Auch hilf mir, daß ich geholfen sein; Deswegen fam den, Den du gesandt, erkenne, sein sohn auf erden Und nahm Ibn meinen herrn und gott, den himmel siegreich ein. Nun Im geist und wahrheit nenne. ruft sein wort und geist uns Und treu und redlich thu, Was zu: Kommt her zu mir, bei mich sein wort gelehrt, Daß mir ist rub! ihn herz, mund und that, Als meinen beiland ehrt. 4. Dabgrund, welcher unfre fünden Durch christi tod ver5. Sein göttliches verdienst schlungen hat! Das heißt die Sei mir beständig theuer; Es wunden recht verbinden; Da fülle mich mit trost; Es mache findet fein verdammen statt: mich stets freier Vom schynö- Weil christi blut beständig den sündendienst; Es stärke mich schreit: Barmherzigkeit, barmmit kraft zu deines namens herzigkeit! 5. Dar II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 221 5. Darein will ich mich glau- su, anzunehmen. Dein kreuz big senken, Dem will ich mich ist thorheit nur Dem, der es getroft vertraun; Und wenn nicht versteht; Und keiner mich meine sünden fränken, spottet sein, Der gottes wege Nur bald nach gottes herzen gebt. schaun; Da findet sich zu al- 2. Du kamst, des höchsten ler zeit Unendliche barmher- sohn, Jm leben und im sterben, zigkeit! Und weisheit, fraft und trost, 6. Wird alles and're mir Und gnade zu erwerben. Du entriffen, Was leib und seel' warst der welt ein licht, Und erquicken kann: Muß ich des folg' ich seinem schein; Wie lebens freuden missen, Und weise bin ich dann, Wie selig nimmt fein freund sich meiner werd' ich sein! an; Scheint die errettung noch 3. Ich kann hier freilich so weit; Mir bleibet doch barm- nicht Das große wunder fassen: herzigkeit. Gesandt vom ewigen, Der 7. Maß ich selbst an den himmel, thron verlassen, Die besten werken, Die ich in dies thaten gottes thun, Als einser welt gethan, Viel unvoll geborner sohn, Und dann am kommenheit bemerken: Die kreuz empfahn Der missethäter treibt mich zwar zur demuth lohn. an: Doch ist mir auch der trost 4. Doch kann mein herz gar bereit: Ich hoffe auf barm- wohl Der wahrheit kraft emherzigkeit. pfinden, Die meinen geist bes 8. Es gehe nur nach dessen lebt, Mich reiniget von sünden. willen, Bei dem so viel erbar- Auch bab ich, herr, durch dich men ist; Er wird gewiß sein Gerechtigkeit und heil, Und an wort erfüllen, Er, der die sei- der seligkeit Der gottversöhnnen nie vergißt. Sie währet ten theil. ja in ewigkeit, Die göttliche 5. Dieß müsse meine luft, O barmherzigkeit! herr, an dir erwecken. Zu 9. Auf diesen grund will ich schwach, den ganzen rath Der stets bauen, So lang' ich hier gottheit zu entdecken. Nehm auf erden bin; Der gnade got- ich dein größtes heil Mit dank tes will ich trauen, Fällt alles und freuden an, Und folge andre gleich dahin: So sing' dir getreu Auf ebner tugendich einst nach dieser zeit: Dab- lbahn. grund der barmherzigkeit! Nun danket alle Gott. 6. Herr, deine ewigkeit Wird mir mehr licht gewähren, Und deine große lieb Durch 358. Mag doch der spöt- schauen mir erklären. Unend ter beer Sichlich ist mein heil, O glaube, deines namens schämen; Ich der erfreut! Gelobet sei der freue mich dein heil, Herr je- herr, Gelobt in ewigkeit! Jes fu 222 Zweite Abtheilung. Jesu meine Freude. 359. Wie getroft und bei- gnade. ter, Herr, mein 6. Du haft blut und leben licht und leiter, Machst u Für mich hingegeben; Daß in meinen geist! Der du, die meiner noth Ich nicht hülflos dich lieben, Selbsten im besbliebe: Groß ist deine liebe, trüben, Doch so gern erfreuft. Stärker als der tod! Herr! Niemals wird Bei dir, mein und ich, Ich sollte mich Deis birt, Freund und tröster meiner huld nicht dankbar freuen? ner seelen, Mir erquickung Dir mein herz nicht weihen? fehlen. 7. Würdig dir zu leben; 2. Deinem rath ergeben, Dies sei mein bestreben, Meis Freu ich mich zu leben. Was ne luft und pflicht! Was die du willst, ist gut. Nichts ver- welt vergnüget, O mein gott, mag ich schwacher, Du, mein das gnüget meiner seele nicht. feligmacher, Schenkst mir kraft Hab ich dich: Wie gern will und muth. Wenn die weltlich Das, wornach die sünder Erbebt und fällt; Wenn getrachten, Reich in dir, verricht und hölle schrecken: Willst achten. du mich bedecken. deinem pfade, Dank ich deiner 8. Macht ein gut der er 3. Ich kann ohne grauen de, Daß ich glücklich werde Tod und grab anschauen. In der ewigkeit? Sind nicht Mein erlöser lebt. Ich weiß auch die ehren, Die den wem ich glaube, Weiß, daß sinn bethören, Wahre eitels aus dem staube Mich sein arm feit? Du erfreuft, Herr, erhebt. Todestag! Dein schre- meinen geift; Und du willst, den mag Eines frevlers herz die dich verehren, Ewig wies erschüttern, Was brauch ich zu der ehren. zittern? 9. Deinen hohen frieden 4. In mir ist noch fünde, Schmeck ich schon hienieden, Doch ich überwinde Sie ge- Und was hoff ich dort? Unstärkt durch dich: Sink ich begränzte zeiten Voller selig schwacher nieder: Du erhebst keiten Hoff ich auf dein wort. mich wieder: Du begnadigst Sie sind mein, Durch dich mich. Deine huld Tilgt meinefallein, Bleib ich dir getreu schuld. Nie läßt du reuvollen im glauben Wer kann sie mir seelen Dein erbarmen fehlen.[ rauben? 5. Daß ich gott erfenne, 10. Voll von deiner güte, Froh ihn vater nenne; Und Frohlockt mein gemüthe, gott, anich ewig sein; Daß ich hier mein heiland dir; Dieser geift am grabe Trost und hoffnung der freuden Stärke mich im habe, Dank ich dir allein. leiden; Weiche nicht von mir! Daß dein geist Mich unters Laß mich so Beherzt und frob weiß, Und mich führt auf Einst durchs thal des todes brin 223 II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. bringen; Dort dein lob zu 6. Nichts, nichts kann mich fingen. verdammen, Denn jesus starb für mich. Die höll' und ihre 360. It gott für mich, fo flammen Sind mir nicht fürchtrete Gleich alles terlich. Rein urtheil kann mich wider mich; Denn, wenn ich schrecken, Nichts was uns sonst glaubig bete, Zeigt er mit hül- betrübt: Denn christus will fe sich; Hab ich ihn nur zum mich decken, Mein heiland, der freunde, Und liebet mich mein mich liebt. gott: Was schadt mir dann 6. Sein geist wobnt mir im der feinde Verfolgung schmach berzen; Regiert mir meinen und spott? sinn; Stillt sorgen, furcht und 2. Ich weiß und glaub es schmerzen, Nimmt jeden kumfefte, Und rühm es ohne scheu, mer hin; Gibt auch in trüben Daß gott, der höchst' und beste, tagen Mir freudigkeit und Mein freund und vater sei. schafft, Daß ich fann vater, Er wird in allen fällen Zusagen Durch deines wortes meiner rechten stehn. Er däm fraft. pfet sturm und wellen, Läßt 8. Der spricht auch meinem mich nicht untergehn. geifte Manch anderes trostwort 3. Der grund, worauf ich zu: Wie gott dem hülfe leiste, baue, Ist christus und sein Der bei ihm suchet ruh: Und blut; In ihm, dem ich verwie er hab erbauet, Dir eine traue, Find' ich das ewge gut.jneue stadt; Wo aug' und herz An meinem armen leben Jtleinst schauet, Was es geglaunichts auf dieser erd: Was bet hat. christus mir gegeben, Das ist 9. Da ist mein theil undder liebe werth. erbe, Mir herrlich zugericht; 4. Er ist mein ruhm und Wenn ich gleich fall und sterbe:. ehree Er ist mein troft und Fällt doch mein himmel nicht. licht, Wenn er nicht für mich Mein jesus hilft mir ringen, wäre; So käm' ich ins gericht. Und muß ich manche zeit Mit Wie würd' ich da bestehen Vor weinen auch zubringen, Verseinem richtersig; Ich müßte süßt er mir mein leid. gleich vergehen, Wie wachs in feuerhiß. 10. Kein schmerz und keine freude, Nicht herrlichkeit noch 5. Doch jesus hat sein leben, noth, Kein glück und feine Zur tilgung meiner schuld, Am leiden, Nicht angst, gefahr, freuz dahingegeben. Wie groß noch tod, Nichts, was wir ist diese huld? Ich darf mich denken können, So groß es seiner freuen; Hab' einen bel immer sei, Soll mich von jesu denmuth; Darf fein gericht trennen. Ich bleib ihm ewig mehr scheuen, Wie sonst ein treu. ünder thut. 11. Mein Herz ist vollerfreue 224 mi Zweite Abtheilung. R 11 Freuden, Wie sollt ich traurig schmeichelt! Wer aber sein wort sein? Ich achte nicht der leiden, glaubt und bält, Der liebt ihn Seh' beitern sonnenschein. Der so, wie's ihm gefällt. für mich lebt und wachet, Ist 2. Der glaube, den sein wort mein herr jesus christ. Das erzeugt, Muß auch die liebe was mich jauchzend machet, Ist, zeugen. Je höher dein erkenntwas im himmel ist. niß steigt, Je mehr wird diese Kommt ber zu mir spricht. steigen. Der glaub erleuchtet 371. J beff, o gott mit nicht allein, Stärkt auch das festem muth, Auf herz und macht es rein. deine gnad' und christi blut; 3. Durch jefum rein von Ich hoff' ein ewig leben, Du missethat, Sind wir nun gotbist ein vater, der verzeibt; tes finder; Wer solche hoffnung Haft mir das recht zu seligkeit zu ihm hat, Der flieht den Durch deinen sohn gegeben. pfad der sünder; Folgt christi 2. Herr, welch' ein unaus- beispiel, als ein christ, Und reis sprechlich heil An dir, an dei- nigt sich, wie er rein ist. ner gnade theil, Theil an dem 4. Alsdann bin ich gott anges himmel haben! Im herzen durch nehm, Wenn ich gehorsam übe. den glauben rein, Dich lieben, Wer seinen willen thut, in dem und versichert sein Von deines Ist wahrlich gottes liebe. Ein geistes gaben. immerthätig's christenthum Das 3. Dein wort, das wort der ist des glaubens frucht und seligkeit Wirkt göttliche zufrie- ruhm. denheit. Wenn wir es treu be- 5. Der bleibt in gott, und wahren. Es spricht uns trost gott in ihm, Wer in der liebe im elend zu; Versüßet uns des bleibet. Die lieb' ists, die die lebens rub; Und stärkt uns seraphim, Gott zu gehorchen, in gefahren. treibet. Gott ist die lieb' an 4. Erhalte mir, o herr, mein seinem heil, Hat ohne liebe hort, Den glauben an dein niemand theil. gottlich wort, Um deiner güte willen! Laß ihn mein licht auf erden sein; Ibn täglich mehr, mein herz erneun, Und mich mit trost erfüllen. 3, Um Stärkung und Erhaltung des Glaubens. Mel. O Gott du frommer Gott. 2. Wirkung und Kennzeichen 363. Herr, aller höchster ächten Glaubens. gott, Bei dem M. Machs mit mir Gott nach. wir alle gaben, Und was uns 362. Wer gottes wort nüglich ist, Getrost zu suchen nicht hält und haben: D fieh erbarmend mich spricht: Ich kenne gott, der in meiner schwachheit an, Weil Heuchelt, In dem ist gottes lie- ich nicht wie ich will, Dir be nicht, Wie sehr er sich auch recht vertrauen kann. 2. Jch II. Vom Glauben und seinen uächsten Folgen. 225 2. Ich glaube zwar an dich zu meines glaubens ziel, Der Doch nur mit schwachem glau- seelen seligkeit. ben. Oft will die zweifelsucht! Es ist gewißlich an der Seit. Mir alle hoffnung rauben. 364. gottes sohn, berr jesu christ, Dein Wer macht das herz gewiß, Als du, o herr, allein? Laß ist es, mir zu geben, Was deine hülfe doch Von mir nicht mir zum glauben nüße ist; ferne sein. Was ihin gibt fraft und leben. 3. O reiche du mir selbst Drum hilf du mir von oben Aus gnaden deine hände, Mach' her, Daß ich, gestärkt je mehr daß dein guter geist Sein werk und mehr, echt und beharrin mir vollende. Ist schon, lich glaube. dem senfforn gleich, Mein 2. Durch dein wort unterglaube noch sehr klein: So weise mich, Den vater recht laß ihn doch bei mir Jn stetem zu fennen; Mit freuden voller wachsthum sein. ehrfurcht dich, Des böchsten 4. Gib, daß ich stets in sohn zu nennen; Daß ich auch mir Die zuversicht vermehre: deinem guten geist, Der uns Daß du mein vater seist, Und den weg zum himmel weißt, ich dir angehöre; Daß alle Von ganzem herzen folge. meine schuld Von dir verge= 3. Laß mich dein großes ben sei; Damit mein herz gnadentheil Im rechten licht ersich dein, Als seines gottes, blicken, Und mich dazu an meis freu'. nem theil, Mit allem eifer 5. Mache diese zuversicht In schicken. Durch dich nur find' mir, o gott so kräftig, Daß ich trost und ruh, Und ew'ges ich mein lebenlang In deinem heil, der weg bist du, Die dienst geschäftig, Und stets be- wahrheit und das leben. flissen sei, Zu thun, was dir 4. Gib, daß ich traue deigefällt; So hab' ich schon in nem wort; Es tief zu herzen dir Den himmel auf der welt. fasse; Daß sich mein glaube 6. Mein heiland, der du immerfort Auf dein verdienst einst Für deine jünger batest, verlasse; Daß zur gerechtigkeit Und, wenn sie wanketen, Beim mir werd', Der ich mit sünden vater sie vertratest, Ach un- bin beschwert, Dein heil auch terstüß auch izt Mein sehnli- zugerechnet. ches gebet, Und schenke glau- 5. Doch soll auch stets mein benskraft Dem, der dich darum glaube sich Des bluts, das du flebt. vergossen, Nicht anders trösten, 7. In deiner mittlers hand als das ich, Zu deinem dienst Ist heil und aller segen, Herr, entschlossen, Durch seine kraft unterstüße mich, Auf allen mei- die arge welt, Uud was sie nen wegen: So geh' ich freu- dir entgegen stellt, Besieg' und dich fort, In dieser pilgerzeit, überwinde. 6. 3war P 226 Zweite Abtheilung. 6. 3war ist mein glaube ser pflicht, Das wollest du mir schwach und klein; Oft kann geben. ich ihn kaum merken: Doch 2. Du bast dein göttliches willst du mir, herr, fraft ver- uebot. Mir tief in's berz ges leihn, Du kannst mich mäch- schrieben. Von ganzer feele tig stärken. Das schwache rohr soll ich, gott, Wie mich, den zerbrichst du nicht; Verlö- nächsten lieben. Wenn ich nach schest kein noch glimmend deinem worte thu; So hab' licht; Drum stärke mich den ich schon hienieden Großen schwachen. frieden; Und welches beil bast 7. Hilf, daß ich recht sorg- du Den frommen dort beschiefältig sei, Den glauben zu be- den! wahren, Ein gut gewissen auch 3. Laß mich fein leiden diedabei; Daß ich bei den gefah- ser zeit Kein weltglück dir entren Der welt sei wachsam alle- reißen; Denn du hast deine zeit, Durch früchte der ge- seliakeit Den treuen nur verrechtigkeit Des glaubens kraft beißen. Doch könnten wohl durch beweise. ihre müb Sie solche zu vers 8. O laß den glauben stets dienen, Sich erfühnen? Aus in mir So wachsen und sich gnaden schenfft du sie, Und stärken, Daß er sei fruchtbar du erwarbst sie ihnen! für und für, Und reich an gu- 4. Freund meiner seele, du ten werken, Daß er sei tbätig bist ihr Ein weinstock, sie dein durch die lieb; Mit freuden rebe. Zeuch sie dir nach, daß und geduld sich üb' In dem, sie zu dir Sich von der welt was gott gefällig erhebe! Ja laß mich, wenn ich 9. Insonderheit gib mir die sterben soll, Auf deine gnade kraft, Daß ich an meinem bauen, Dir vertrauen, Und ende Den letzten schritt der pil- dann dort frendenvoll, Dein grimschaft, Durch glauben frohlantlig ewig schauen. vollende. O mache mich, herr, 5. Ich kämpf, ermatt und stets bereit, Daß ich der fee- ftrauchle oft. Erbarme dich des len seligkeit, Des glaubens schwachen, Der nur auf dich end erlange. in demuth hofft; Du kannst mich mächtig machen. In je Ich ruf zu dir Herr Jesu Christ. der kümmerniß laß mich Bei 365. Herr, mein erlöser, dir, herr zuflucht finden, nur von dir Kann Troft empfinden, Und dann zu ich mir hülf erfleben. Ver- legt durch dich In allem übernimm mein seufzen; eile mir, winden. Mein helfer, beizustehn. Des Kommt her zu mir spricht. wahren glaubens kraft und 366. dh weiß, und bin's licht, Das selige bestreben, Dir gewiß, daß ich zu leben, Und muth zu die Erlöst bin, gottessohn durch dich II. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen. 227 dich, Vom schnöden dienst derssehen; Dann hätt' ich keinen sünde. Gelobt sei gott! ich bin's beitern sinn; Dann wär' die gewiß, Hilf, mein erretter, daß frobe hoffnung hin, Zu ihm ich dies Bis an mein end' einst einzugehen. empfinde. 8. Gewissensschrecken würden 2. In dieser so verderbten mich, Der ich vom pfad des zeit Des leichtſsinns und der guten mich, Schon hier zur sicherheit, Wach über meinem qual ergreifen, Und peinigende glauben! Du freund der men furcht vor dir, Der welten schen, wache du, Daß keine richter, sich in mir Mit jedem zweifel meine ruh Und meinen tage häufen. trost mir rauben. 9. Der du für mich am freuze 3. Den spott der frevler starbst, Und boffnung mir und über dich, Und deinen tod am trost erwarbst, Laß mich so freuz, laß mich, Wie er's ver- tief nicht fallen! Erhalt' mir dient, verachten. Mit desto stär- meines glaubens ruh Und meiferer begier Laß meine seele, jnen wandel lenke du Nach deiherr, nach dir, Und deinem nem wohlgefallen. reiche trachten. M. Herzlich lieb hab' ich dich. 4. Wenn mir die welt gele- 367. dh komme friedensgenbeit Zur fünde gibt, zur fürst zu dir! Ereitelkeit, Und zu verbotner barmend rufst du ja auch mir, freude: So dämpfe du in mei- Den frieden zu empfangen. ner brust Die reizung aller! Die Sündenlast ist mir zu bösen lust, Daß ich sie stand-' schwer. O laß mein herz von haft meide. troft nicht leer, Laß es zur 5. Ich möchte sonst, durch rub gelangen, Die jedem tief sie verführt, Die fünde, die den gebeugten geist Dein theuer wertod gebiert, Mich übereilen las thes wort verheißt. Wer trösen; Mich dann aus sündenlust stet mich, als du allein? Wer vergebn, Und deiner wahrbeit macht mein herz von sünden widerstehn, Ihr helles licht gar rein? Herr jesu christ! Mein hassen. troft mein licht, Mein trost 6. Wenn meine freudigkeit mein Licht Verwirf mein sehnzu dir, Mein glaub' und lich flehen nicht! meine boffnung mir, Hierdurch 2. Anbetend steh ich, herr, entrissen würde: So würde vor dir! Dein antlig neige du nichts mich recht erfreun: zu mir, Und sei mir fünder Die welt mir trüb und trau- gnädig! Wenn mein vergehn rig sein; Mein leben eine um rache schreit: So mache, bürde. aus barmherzigkeit, Mich al7. Dann würd' ich nach dem ler strafe ledig. Der du am himmel nicht mit freud', o herr, freuz gelitten hast, Du trugst im angesicht Mit seclen ruhe auch meiner fündenlast; Als 2 du 228 Zweite Abtheilung. du zum heil der fünder starbst, chrift, Ich boff auf dich, Ich Und ihnen gottes huld er- boff auf dich, In dieser hoffwarbst. Herr, jesu christ, Mein nung stärke mich! gott und herr, Mein gott und 4. Mein ganzes leben preise herr, Gib mir den trost be- dich, Erlöst, mein mittler, hast gnadigter! du mich, Dein eigenthum zu 3. Du, du bist meine zu werden. Bin ich nur dein: so versicht, Durch dich entflieh ich fehlt mir nichts; Nichts einst dem gericht, Dem schweren am tage des gerichts; Nichts lohn der fünden; Durch dich hier auf dieser erden. Auf diekann ich der straf entgehn, ser bahn zum vaterland Ents Und mich mit gott vereinigt zeuch mir niemals deine hand. sehn, Durch dich das leben Zu allem guten stärke mich, finden. Dein tod ist der ver- Und laß mich siegen einst durch lornen heil, Gib mir an sei- dich. Herr jesu christ, Mein nem segen theil, Er schafft berr und gott, Mein herr und auch mir berubigung Und wah- gott, Hilf mir zum leben durch re lebensbesserung. Herr jesu den tod! III. Vom thätigen Christenthum oder von christlichen Gesinnungen und Handlungen überhaupt. 1. Deren Nothwendigkeit der sünde reiz, Zorn, hoffahrt, Ein Lämmlein geht und. fleischeslüfte, geiz, In werk 368. Was hilft es mir, and thaten übe? ein christ zuf 3. Weit strafenswürd'ger bin sein, Wenn ich nicht christlichsich dann, Ich, der ich chris lebe, Und heilig, fromm, ge- stum kenne; Weiß, was er recht und rein, 3u wandeln einst für mich gethan, Ihn mich bestrebe? Wenn ich dem berrn und heiland nenne; Als seligen beruf, zu welchem mich der, der in der finsterniß Des mein gott erschuf, Nicht wür- irrthums tappt, noch ungewiß, dich mich beweise, Und den, der Ob er auch richtig wandle, mich erlöset hat, In worten Was nüßt mir seines wortes blos; nicht durch die that Und licht? Was hilft mir aller ungute werke, preise. terricht, Wenn ich darnach nicht 2. Was bilft der glaub' an handle? jesum christ, Den ich im munde 4. Und woher nehm ich troft führe Wenn nicht mein herz und ruh, wenn leiden mich rechtschaffen ist, Und ich die umgeben, und meine sünden frucht verliere; Wenn mich die noch dazu Mir dann vor aueitelkeit der welt Mit ihrer gen schweben? Was hilft luft gefangen hält; Sch ihre mir in der letzten noth, Wenn fesseln liebe, Und fühlbar für sich der schauervolle tod Mir zeigt III. Vom Glauben und seinen nächsten Folgen.: 229 zeigt mit seinen schrecken, Und nen willen thun, Läßt du, als mein gewissen wachet auf, deine finder, O gott, in ew'Von meinem ganzen lebens- gem frieden ruh'n, Wenn lauf Die schuld mir aufzu- beuchlerische fünder Von dir decken? verstoßen werden. 5. Weh mir! was hilft es 3. Drum laß mich doch mir einst dort, Erweckt aus vom glauben nie Ein heilig meinem grabe, Daß ich an leben trennen; Mich nicht für christum und sein Wort Zum einen christen hie Blos äußerschein geglaubet habe Wennlich bekennen, Gib, daß mein Feine fromme gute that Mein glaube thätig sei, Und tugend leben hier bezeichnet hat, Den früchte bringe; Daß ich, vom glauben zu bestärken? Denn sündendienste frei, Mit eifer meine ganze feligkeit Wirkt darnach ringe, Jm guten zuzuglaube und rechtschaffenheit; nehmen. Der glaub in guten werken. 4. Du fennst, o gott, der 6. Gott, dieser hoffnung menschen herz Und liebst, die werth zu sein, Hilf, daß ich redlich handeln; laß in christlich lebe, Und vor dir heisfreude, wie im schmerz, Mich lig, fromm und rein Zu wan- christlich vor dir wandeln. deln, mich bestrebe; Gib mir Dein wille sei mein augenerkenntniß, fraft und mutb, merk: Hilf mir ihn treu vollDamit ich welt und fleisch und bringen. Durch dich muß jeblut Im glauben überwinde; des gute werk, Sollt es auch Und dann, nach wohl durch nicht gelingen, 3um segen mir lebter zeit: Den lohn in jener gereichen. ewigkeit, Um chrifti willen finde. 5. Doch, wenn ich aus unwissenheit Und übereilig fehChrist unser Herr zum Jordan. le: So thu' an mir barmher369. Bewabre mich, herr, zigkeit, Und richte meine seele daß der wahn Durch gnade auf von diesem Nie mein gemüth bethöre, Ais fall. Erhalt' mich bei dem wär es schon genug gethan, einen, Daß ich dich fürchte Wenn dir nur äuß're ehre Der überall, Bis ich einst mit den mensch, dein unterthan, erweist, deinen, Dir ohne fehltritt Erinnre mein gewissen, Daß tiene. alle christen dir im geist Und Alle Menschen müssen sterben. wahrheit dienen müssen, Die 370. Der du uns, mit dir gefallen wollen. deinem blute, 2. Die kommen nicht ins Dir zum eigenthum erwarbst, himmelreich, Die herr! zu je- Und uns sündern, uns zu gute, su sagen, Und nicht mit rech- Schmachvoll an dem kreuze tem ernst zugleich Der heiligung starbst; Ach wie dienen deine nachjagen. Nur die, die dei- christen Immer noch der sün93 de 230 Zweite Abtheilung. de lüften. Leben ohne besserung lüfte dämpfen; Steh uns in Fern von wahrer heiligung. versuchung bei, Und erhalt uns 2. Herr, du littst, uns vom dir getreu. verderben, von der Sünde zu 7. Jesu, lehr auf dich uns befrein: Und wir wollen lie- schauen! Uns besieg die sünde ber sterben; Lieber ihre knechte nie, Laß dein beispiel uns er sein? Glauben immer, noch bauen, stärke selbst uns wiin sünden Unsers lebens glück der sie. Ach! die absicht deiner zu finden, Und vergessen dein schmerzen Präge tief in unsre gebot, Deine schmach und dei- herzen, Daß wir, von der nen tod. sünde rein, Heiligster, dir ähn3. Ach, wenn werden wir's lich sein. erkennen, warum du geftor- O Jesu Christ meines Lebens. ben bist? Wann, uns nicht 371. br, die ihr euch von christo nennt, blos christen nennen; Sondern thun, was christlich in? Wann, Und euch zu seiner lehr bes um deines todes willen, Jesu, fennt; Die ihr durch ihn seid dein gesetz erfüllen, Uud den theu'r erkauft, Und selbst auf fünden wiederstehn, Weil sie seinen tod getauft. deine Leiden schmähn. 2. Führt nicht den namen nur allein; Ihr müsset that'ge christen sein: Wollt ihr einst froh, nach dieser zeit, Eingehn 4. Wer dich sieht, von Gott verlassen, In der tiefsten trau rigkeit; Dich, erlöser, sieht er blassen, Nach vollbrachtem schwe- zu christi berrlichkeit. ren streit; Und läßt doch, zum 3. Wollt ihr bekenner jesu dienst der fünden, Seine lüfte sein: So lebet auch ihm hier sich entzünden: Der hat nicht allein, Der christ ist ganz der an deinem heil, Nicht an got- tugend freund, Und jedem laster tes gnade theil. ist er feind. 5. Meiden könnt er sein ver- 4. n leiden, die er tragen derben, Hülfe gibt ihm gott, soll, Ift er geduldig boffnungs genug; Aber ach, er selbst will voll. Dies leben ist die prüfterben: denn sein glaub' ist fungszeit; Der lohn folgt in wahn und trug. Er bekennet der ewigkeit. deinen namen, Ohne doch dir 5. Wer gott von Herzen sich nachzuahmen; Rühmet feines ergibt, Sich selbst besiegt, den glaubens sich, Und verleugnet, nächsten liebt, So wandelt, so herr, doch dich. gesinnet ist, Wie jesus war; 6. Ach, wenn uns der trieb der ist ein christ. zur fünde Reizet wieder unsre 6. Und wer nun so den heipflicht: Heiligster, so überwinde land ehrt, Der lebt hier der Uns der trieb zur fünde nicht, erlösung werth, Der schläft im Lehr uns, mächtig ihn betode freudig ein, Und wird kämpfen, Und die macht der dort ewig selig sein. 2. Quelle III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 231 mer Cheisten 2. Quelle guter Handlun- fern, Fern von des stolzes gen, Eigenschaften und triebe, Geheiligt durch die furcht Glückseligkeit from des herrn, Das glaub erweckt zur liebe; Dies ist's, was gott M. Was mein Gott will, das. von uns verlangt. Nichts wird 372. Wenn nicht zur ein leben nüßen, Das mit den übung deiner größten thaten prangt: Wenn pflicht Dich gottes lieb besee- wir nicht lieb besigen. let: So rühme dich der tugend 6. Drum täusche dich nicht nicht, Weil dann dir alles feh- durch den schein; Nicht durch let. Wenn vortbeil, wollust, der tugend namen Sieh nicht eigensinn, Und stolz dir gutes auf deine werk' allein; Sieb ratben: So hast Du deinen lohn auch woher sie kamen. Prüf dahin: Thust du gleich gute dich vor gottes angesicht, Ob liebe dich beseelet? Dem berthaten. 2. Sei durch die gaben der zen fehlt auch liebe nicht, Dem natur Das wunder dieser er nicht der glaube feblet. den: Beglückst du andre men7. Wohnt liebe gegen gott schen nur, Um selbst geehrt zu in dir: Wird sie die tugend werden: Erfüllt die liebe nicht stärken: Du wirst die gegendein herz, So sind die größ- wart von ihr An lieb zum ten gaben Vor gott doch nur nächsten merken. Sie ist, die ein tönend erz, die keinen werth dir den muth verleiht, Das nicht haben. böse stets zu meiden; macht 3. Bau häuser auf, und dich zum gutes thun bereit; brich dein brod, Die armen zu Folgt dir in ewigkeiten. verpflegen; Entreiß' die witt Ich dank dir schon durch. wen ihrer noth Und sei der 373. waisen segen: Gib alle deine beiligster, wen nennst du dein, güter bin: Noch bast du nichts Und wen willst du belohnen! gegeben, Wenn lieb und pflicht Wer wird sich ewig deiner freun, nicht deinen sinn Vor gott da- Und ewig bei dir wohnen? zu beleben. 2. Der heilig vor dir lebt, 4. Läg' ibm an unsern wer- und thut, Was dein geseß ihn fen nur, Könnt er, sie zu voll- lehret, Der, dessen herz ist bringen, Uns leicht durch fes- rein und gut, Und sich vom seln der natur Und seine all bösen kehret. macht zwingen. Vor ihm, der 3. Wer treu die wahrheit alles schafft und gibt, Gilt liebt und nicht mit seiner zunweisheit nichts, nichts stärke.ge lüget; Wer nie von andern Er sieht auf's herz, ob das lieblos spricht; Nie lästert und ihn liebt, Sieht auf den zweck betrüget; der werke. 4. Der den geringern nicht 5. Ein herz von eigenliebe verschmäht; Mit fleiß ihn nie betrüP4 232 Zweite Abtheilung. betrübet; Den graden weg in Der bosheit und der tücke allem geht: Und alle, wie feind. fich, liebet. 3. Ein abscheu ist's ihm, 5. Der alle lafter fühn ver- neidisch trauern, Ungern den flucht; Flieht, die gott wider nächsten glücklich sehn; Um streben; Nur aber deren freund- ihm zu schaden, auf ihn lauschaft sucht, Die vor ihm heiern Und seine thaten tückisch lig leben. schmäh'n. Er haßt und fliebt 6. Der, was er schwur stets beleidigungen, würd wird groß beilig hält; Und nie unredlich durch seine redlichkeit, Durch schwöret; Der alles was erjunverschämte lästerungen, Wird zusagt, hält, Auch dann, wann nie von ihm ein nam' enter nicht schwöret. weiht. 7. Nie mit erpressung geld 4. Er ehrt, o herr, die vie verleiht, Aus mitleid und er- dich scheuen, Verachtet den, der barmen, Nothleidenden die dich nicht liebt, Und frech es bände beut, Und niemals drängt wagt, sich noch zu freuen, den armen. Wenn er durch laster dich beO süßer Stand o selig Leben. 8. Wer das tbut, den, den trübt. Er hält, was er dem nennt gott sein, Den, den will nächsten schwöret, Wenn list er belohnen, Der wird sich und trug die treue bricht. Ein ewig seiner freu'n, Und ewig ungerechter wucher mehret Ges bei ihm wohnen. recht erworbne güter nicht. 5. Er eilt, erweichet durch 374. Herr, dessen augen erbarmen, Wenn er der menalles prüfen, Des schen elend sieht, Mit seiner heuchlers list betrügt dich nie. bülfe nach dem armen, Der Du schaueft in der berzen tie- voll vertrauen zu ihm flieht. fen, Und kennst und offenbarest Gern theilt er mit ihm sein sie. Wer darf vor dir mit vermögen, Das nicht das gut freuden wohnen? In deiner der waisen ist, Und hält es liebe sicher sein? Wen wirst nicht für einen segen, Wenn du unser gott, belohnen? es der arme nicht genießt. Wer darf sich deines segens 5. Der fromme nimmt, das freu'n? recht zu beugen, Nicht gaben 2. Nur der, o herr, darf zu von verbrechern an. Er kann dir kommen, Und macht sich zu keinem frevel schweigen, Und deiner freundschaft werth, Der, weicht nicht von der tugends nach dem namen eines from- bahn. Du, unser gott, wirst men, Nie einen größern ruhm ihn belohnen! Du wirst sein begehrt. Die tugenden sind frommes herz erfreu'n! Durch sein vergnügen; Er ist der dich wird er hier sicher wohwahrheit edler freund; Und nen, Und einst dort ewig selig unversöhnlich gegen lügen;' sein. Mel. 233 III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. Freu dich sehr o meine Seele. was gottes ruhm vermehrt. 375. Komint und laß't Gott wird ihr verlangen stillen, euch jesum lehren und den frommen wunsch, erKommt und lernet allzumal, füllen. Welche die sind, die gehören! 6. Selig, wer der noth des Zu der rechten christenzabl, armen Niemals fübllos fich Die im glauben fest besteh'n, entzicht. Jbm, aus zärtlichem Freudig gottes wege geh'n, erbarmen, Wobl zu thun, sich Und den beiland frei bekennen, froh bemüht, Und, wenn er Dürfen sich die feinen nen- um hülfe weint, Jhm mit bülf' und trost erscheint: nen. 2. Selig wer in demuth le Dieser wird auch hülf' embet, Seine schwachheit nie ver- pfangen, Und barmherzigkeit gißt, Nie sich selbst mit stolz erlangen. erbebet, Wenn er groß und 7. Selig, sind, die sich beglücklich ist. Gottes huld wird mühen, Züchtig, keusch und rein ihn erfreu'n Und das himmel zu sein; Die der wollust nege reich ist sein, Gott wird dort fliehen; und der reinigkeit sich zu ehren segen, die sich hier weibn; Die der lockung dieser geringe schäßen. welt, Und dem, was dem fleisch 3. Selig ist, wer seine sünde gefällt, Treu und standhaft wis Wehmuthsvoll vor gott bereut, derstehen; Werden gottes ant Und, damit er ruhe finde, Sich lig sehen. vor neuen sünden scheut. Gott 8. Selig, wer im frieden will ihm die schuld verzeihn, lebet, Wer die ruh' und einigKraft zum guten ihm verleihn, feit Zu erhalten sich bestrebet. Und er soll schon hier auf Und wenn feindschaft, baß und erden, Und auch dort getröstet streit Seiner brüder glück zerstört, Sie die pflicht der eins werden. 4. Selig ist, wer sanftmuth tracht lehrt. Die des friedens übet, Seinem feinde niemals, sich befleißen Werden gottes flucht. Seine fehler ihm ver- kinder heißen. giebet, Nie sich selbst zu rächen 9. Selig, die um's guten sucht, Ruhig seine Pflicht voll- willen Leiden, und sich dessen bringt Und sein eigen berz be- freu'n Standhaft ihre pflicht zwingt. Gott wird selbst sich erfüllen, Und der tugend müh' sein annehmen, Daß sich seine nicht scheun. Gott steht ihnen feinde schämen. mächtig bei, Und will sie für 5. Selig, die mit ernst ver- ibre treu, Einft mit wonn' und langen, Recht gesinnt und siegeskronen, Auf das herrlichfromm zu sein; Die fest an ste belohnen. dem guten hangen, und sich 10. Herr, du wollest selbst ganz der tugend weihn, Deren mich leiten, Auf der wahren herz nichts mehr begehrt, Als tugendbahn, Daß ich dieser se25 ligkeiten, 234 Zweite Abtheilung. seligkeiten, Hier und dort mich Von sünden mich zu wa freuen kann. Gib, daß ich de- schen. müthig sei, Meine schuld vor 4. Dein sohn erniedrigt sich dir bereu, Die gerechtigkeit und stirbt, zu tilgung unsrer stets liebe, Auch an feinden strafen; Büßt für die laster sanftmuth übe. und erwirbt Befreiung ihren 11. Daß ich hilfreich mich sclaven. Wie vielfach, böchgewöhne, Immer hab' ein rei- ster, bin ich dein! O laß mich nes Herz: Die in feindschaft keines andern sein. Dein sohn stehn, versöhne, Dir anhang ist auch mein beiland. in freud und schmerz. Bater 5. Durch ihn versöhnt, und hilf von deinem thron, Daß dir zum ruhm, Erkauft mit ich glaub' an deinen sohn, Und seinen leiden, Will ich mich, durch deines geistes stärke Mich gott, dein eigenthum, Von dir befleiße guter werke. nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die welt; Ge3. Entschließungen zum tödtet, was dir nicht gefällt Dienst Gottes und Damit ich dir nur lebe. frommen Leben. Es ist das Heil uns kommen. 6. Dies wirke, gott, dein geist in mir, Ich habe kein 376. Dein bin ich, herr; vermögen, die sünd und aldir will ich mich les, gott was dir, Verhaßt 3um dienste ganz ergeben. ist, abzulegen. Hier ist mein Rechtschaffen, fromm und reinsberz, nimm ganz mich hin, Und will ich Vor deinen augen legib mir einen neuen sinn, Da ben. Wie könnt ich eines an- mit ich dir gefalle.. dern sein? Ich bin ja durch 7. So werd' ich, der ich findie schöpfung dein! Und dein ster war, Ein licht in deinem durch die erlösung! lichte, Besteb' einst, mit der 2. Ich fiel, und wandte mich kleinen schaar Der frommen, im von dir Zur finsterniß vom gerichte, Frohlocke dann, und lichte; Doch wandtest du dich, lobe dich, Daß deine gnad' gott, zu mir Mit deinem an- und treue mich Gerecht und angesichte. Erbarmen war dein! selig machte. gesicht, Mich von der fin- Kommt ber zu mir spricht sterniß zum licht, zu dir zu- 377. Ermuntre, seele dich, rück zu rufen. und sei Dem gott, 3. Dein berr, dein ist barm- der dich erschuf, getreu, Und berzigkeit, Du liebest selbst die folge dem gewissen. Nie wird fünder. Seid, rufst du, gänz- es jemals dich gereun, Wenn lich mir geweiht: Seid meiner du unsträflich fromm zu sein, gnade kinder. Ich fehle noch, Dich redlich haft beflissen. voch faß ich muth! Dort 2. Gehorch nicht deinem fleisch fließet der versöhnung blut, und blut Gehorche gott, gott meint 235 III. Vom thätigen Christenthum überhaupt meint es gut, Was er gebeut, 2. Die, die sich ibrer laster ist segen. Er liebt uns men- freun, Trifft die kein schmerz schen väterlich, Führt auf der hienieden? Sie sind die sclaven bahn der tugend dich Dem eigner pein, Und baben feinen höchsten heil entgegen. frieden. Der fromme, der die 3. Gott theilt dir seine stärke lüfte dämpft, Hat oft auch seine mit; Drum gehe stets mit fe- leiden; Allein der schmerz, wostem schritt Fort auf der tugend mit er kämpft, Verwandelt sich pfade. Die lust verführt die in freuden. tugend, nie Und gott, dein gott belohnet sie mit segens reicher gnade. 3. Des lasters bahn ist anfangs zwar Ein breiter weg durch auen; Allein sein fort 4. Laß dir die schreckenvolle gang wird gefahr; Sein ende pein Der sünde hell vor augen nacht und grauen. Der tugend sein, Wenn sie dich lockt mit pfad ist anfanas steil, Läßt freuden. Gott fennt den quä- nichts als müb erblicken; Doch lenden verdruß, Der auf die weiter fort führt er zum heil, fünde folgen muß, Und will Und endlich zum entzücken. sie dir verleiden. 4. Was wär es, hätt' uns 5. Gott siehet jene ew'ge gott vergönnt nach unsers fleinacht, Wo sünder, die ihn hier sches willen, wenn wollust, neid verlacht, In tiefem jammer und zorn entbrennt, Die lüfte schmachten. Gott fennt der frei zu stillen. Ließ er den tugend hohen wertb, Und den raub, den undank zu, Den hat jesus dich gelehrt, Und den frevel! dich zu fränken, Den wollst du verachten? menschenbaß, was würdest du 6. Nein, übe sie mit allem Von diesem gotte denken? fleiß, zu deinem alück und got 5. Gott will, wir sollen tes preis. Er siehet rein be- glücklich sein! Drum gab er streben; Und wird dir einst ge- juns gesetze. Sie sind es, die wiß dafür, Nach treuem tu- das Herz erfreun; Sie sind des gendlaufe hier, Der freuden lebens schäße. Er spricht zu fülle geben. uns durch den verstand, Er Ich hab' in Gottes Herz und Sinn spricht durch das gewissen, 378. lag nicht, mein Was wir geschöpfe seiner herz, wie schwer band Fliehn, oder wählen müses sei, Hier als ein christ zu sen. wandeln, Und täglich gottes 6. Ihm folgen, das ist willen treu zu denken und zu weisheit nur, Und freiheit handeln. Wahr ist's, die tu- ist's, dies wähten. Ein thier gend kostet müh, Und sie be- folgt trieben der natur; siegt die lüste; Doch richte selbst, Ein mensch dem licht der seewas wäre sie, Wenn sie nicht len. Was ist des geistes eikämpfen müßte? genthum? Was sein beruf auf erden? 236 Zweite Abtheilung. erden? Die tugend, was ihrsmanches noch verschuldet. Gott lohn, ihr ruhm? Gott ewig liebet herzens redlichkeit, Und ähnlich werden. fieht auf dein bestreben; Er 7. Lern nur geschmack am ist ein vater, der verzeiht, Und wort des Herrn Und seiner er hat luft zum leben. gnade finden, Und übe dich getreu und gern, Dein herz zu überwinden. Wer fräfte 3. Bitte um wahres Christenthum. Genug du hast Gnade. hat, wird durch gebrauch Von 379. Wie selig, herr, ist gott noch mehr bekommen; der gerechte! Wer sie nicht brauchet, dem Du bist sein schild und großer wird auch Das, was er hat, lohn. O daß ich ganz gerecht genommen. sein möchte! Doch ach! wie 8. Du streitest nicht durch wenig bin ich's schon! Du eigne fraft, Drum muß es dir weißt es, gott, ich bin noch gelingen. Gott ist es, welcher weit Entfernt von der vollbeides schaft, Das wollen und kommenheit. vollbringen. Wann gab ein 2. Wie viel ist noch an mir vater einen stein Dem sobn, zu finden! Das nicht mit deider brod begehrte? Bet oft, ner vorschrift stimmt! Oft übers gott müßte goit nicht sein, eilen mich noch fünden, Wenns Wenn er dich nicht erhörte. herz auch bessern vorsaß 9. Dich stärket, auf der tu- nimmt. Ja oft verleß ich meigend pfad, Das beispiel sel'ger ne pflicht, O gott, und weiß geister; Ihn zeigte dir, ja ihn es selber nicht. betrat Ja selbst dein herr und 3. Wer kann, wie oft er feh meister. Laß dich nur nie des let, merken? Nur du, du siehst frechen spott Auf diesem pfade mich, wie ich bin, Nur du hindern. Der wahre ruhm ist fannst mich im guten stärken, ruhm bei gott, Und nicht bei Drum fall ich, Bater, vor dir menschenkindern. hin. O mach, um heilig ganz 10. Sei stark, o seele, alle zu sein, Mich von verborgnen zeit, Denk oft an deine bahre; fehlern rein. Vergleiche mit der ewigkeit 4. Von 4. Von aller eitlen eigens Den kampf so furzer jabre, liebe Befreie mich durch deine Das kleinod, das dein glaube kraft. Erweck' und mehr in hält, Wird neuen muth dir mir die triebe Zu dem was geben; Und kräfte der zukünft- wahre beßrung schafft. Laß gen welt, Die werden ihn be- meinen fleiß gesegnet sein, Und meine heiligung gedeih'n. 11. Denk endlich zur beru5. Du wirst das demuthshigung, Daß gott den schwa- volle flehen Des sünders der chen duldet, Der, bei dem dich scheut und ehrt, O gott ernst der heiligung, Doch der gnade, nicht verschmähen, leben. Du 237 In voriger Melodie. III. Bom thätigen Christenthum überhaupt. Du bist es, der gebet erhört. Jein reiues herz in mir. Ein Mein fels, mein beil, ich traue herz, das sich vom sinn der dir, Das, was ich bitte, gibst welt Entfernt, und unbefleckt du mir. erhält. 2. Laß mich auf die begang380. Laß mich, o herr, nen sünden Mit inniger be in allen dingen Aufschämung sehn; Durch chriftum dich nur sehn und dir mich vor dir gnade finden, Und auf weihn. Gib selbst das wollen dem weg der tugend gehn. Ich und vollbringen, Mein herz will forthin das unrecht scheun, laß dir gebeiligt sein. Nimm Und deinem dienst mein leben leib und geist zum opfer bin, weihn. Dein ist, herr, was ich hab' 3. O stärke mich in den geund bin. danken, Gib meinem vorsatz 2. Gib meinem glauben muth festigkeit, Und will mein schwaund stärke, Laß ihn durch liebe des herz je wanken: So hilf thätig sein; Daß man an sei der unentschlossenbeit. Wie nen früchten merke. Er sei viel vermag ich, gott, mit dir! fein traum, fein falscher schein, Nimm deinen geist nur nicht Er stärke meine wanderschaft, von mir. Und gebe mir stets sieges kraft. 4. Gib, daß er mir stets bülfe leiste, Und muth und 3. Laß mich so lang ich träfte mir verleih, Daß ich bier soll leben, Am bösen tag mit findlich treuem geiste, Dir auch sein vergnügt; Und dei- bis zum tod ergeben sei: So nem willen mich ergeben, Der fieg' ich über sünd' und welt mir zum besten alles fügt, und thue, was dir wohlgeGib demuth, wenn du mich fällt. beglückst: Geduld, wenn du mir trübsal schickst. 5. Wenn ich indeß aus schwachheit fehle, Mein vater, 4. Ach hilf mir beten, was so verwirf mich nicht; Vers dhen, ringen So will ich, ist birg nicht der betrübten seele, mein lauf vollbracht, Dir ewig Wenn sie dich sucht, dein andank und ehre bringen; Dir, gesicht; Und mache in bekümder du alles wohl gemacht. merniß Mein herz von deiner Dann werd' ich beilig, dir gehuld gewiß. weiht, Dich preisen, herr, ewigkeit. in; 6. Erquicke mich mit deinen In voriger Melodie. 381. Gott, freuden, Schaff ein getreues berz in mir, Und stärke mich dir gefällt in freud und leiden: So halt fein gottlos we- lich mich, mein gott, zu dir, sen, Wer bös ist bleibet nicht Bis nach vollbrachter übungsvor dir. Drum laß von sün- zeit, Der deinen erbtheil mich den mich genesen, Und schafflerfreut. Hilf 238 Zweite Abtheilung. Hilf mir mein Gott, hilf daß. sucht triebe, Gib, daß den feind, 382. Getreuer gott, ver- Nicht nur den freund, Mein leihe mir, Daß herz aufrichtig liebe. ich nur dich begehre, Mein 6. Nach reichthum, hoheit, ganzes glück nur such in dir, rubm und pracht Laß mich Und dich allein verehre; Daß nicht ängstlich streben, Und ich in Noth Dich, meinen gott, gibst du ehre, gut und macht; Und vater, glaubig nenne; Mein herz sich nicht erheben. Daß weder leid, Noch glück Gibst du es nicht; So sei mir's und freud', Mich jemals von pflicht, zufrieden dich zu ebren, dir trenne. Nicht was der welt, Was 2. Erfülle mich mit wahrer dir gefällt, Das laß mich stets reu, Wenn ich dich, gott, be- begehren. trübe. Gib, daß ich alles böse 7. Herr, lebre mich enthalts scheu, Und stets das gute liebe. samkeit; Gib mir ein rein geLaß mich doch nicht, Herr meine müthe, Daß ich in dieser prüpflicht Mit vorsaß je verlegen, fungszeit Vor böser lust mich Der seele beil, mein bestes hüte, Der lügefeind, Der wahrs theil, Laß mich nach würden heit freund, Laß mich autrichschätzen. tig wandeln. Und jederzeit Nach 3. Mein gott, ich bitte dich, billigkeit Mit meinem nächsten verleih Mir einen festen glau- handeln. ben, Der standhaft, treu und 8. Gib, daß ich stets den thätig sei, Und laß mir den müßiggang Sammt aller träg nichts rauben. Gib, daß ich beit fliehe, Daß ich der welt mich Allzeit auf dich, Und auf mein lebenlang zu nügen mich dein wort, verlasse, Und in der bemühe, Laß meinen fleiß, Zu noth, Ja selbst im tod, Was deinem preis, O gott, mir du verheißen, fasſe. wohl gelingen, Und segneft du 4. Hilf mir, der ich erlöset Das, was ich thu, Dir dafür bin, Daß ich den heiland liebe, ebre bringen. 11nd bilte mich nach deinem! 9. Ach gib mir deinen guten sinn, Gib, daß ich mich stets geist, Daß er mich stets regiere, übe, Auf ihn zu schn, ibm Und mich, wie es dein wort nachzugehn, Mich seiner nicht verheißt, Auf deinen wegen zu schämen, Und gern, wie er, führe; So wird mein herz, In Sei's noch so schwer, Mein freud' und schmerz Dir zu ge kreuz auf mich zu nebinen. fallen streben, Und du wirst 5. Nie müsse stolz und eitel inir, Gott, cinst bei dir Den keit Mein schwaches herz re- lohn ter treue geben. gieren. Nie haß und zorn und M. Herzliebster Jesu was. bitterkeit Zur rache mich ver- 383. führen. Dein wort gebeut verföhnlichkeit, Verdammt der rach- nommen, d) habe mir, gott, ernstlich vorges Des lasters bahn zu fliehn, 239 III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. fliehn, und mit den from- sen, stets vollkommner wermen Vor dir zu wandeln, dir den! Verleihe mir zu jedem mich und mein leben, Treu guten werke Licht, muth und stärke. zu ergeben. 2. Du siehst, v gott, ob ich's 2. Dein wort, ich mög' es auch redlich meine, Gib, daß lesen oder hören, Erhebe tägich nicht blos, was ich sein lich mehr durch seine lehren soll, scheine, mit allen kräften Den trägen geist, daß ich auf strebe deinen willen Froh zu deinem wege Nie wanken erfüllen. möge: 3. Wenn deine furcht mich 3. Gib, daß ich's ernstlich, überall begleitet, Und meinen gern und oft betrachte, Und gang, wenn mich fein mensch treu auf deiner wabrheit einsieht, leitet, Wie sicher werd' druck achte, Und den auch oft ich deine wege wandeln, Wie erneure, vor gefahren Mich richtig handeln! zu bewahren. 4. Laß auch im dunkeln mich 4. Gib, daß ich's tief in mein dein auge scheuen, Nicht ach- gedächtniß fasse, Daß ich von ten auf der fünde schmeiche- ibm mich täglich leiten lasse. leien; Aufmerksam des gewis- Und gegen jede, auch die kleinste sens stimme hören, Und folg- ssünce, Mehr haß empfinde. sam ehren. 5. Hilf, daß ich, was dein 5. Gib eifer, kraft und muth heilig wort verdammet, Das zu meinen pflichten; So mag was der tugend eifer mehr die welt, wie ihr's gefällt, mich entflammet, Was tröstet und richten Ehrt mich dein beifall, erquicket, oft bedenke, Wenn so fann ich mit freuden Ver- ich mich fränke. achtung leiden. 6. Daß ich gestärkt durch jede 6. Du achtest nicht das an- gute rührung, Und täglich weisehn der personen, Wirst al ser unter deiner führung, Stets les billig richten und belohnäber, und bewahrt vor jedem nen, mit herrlichkeit und falle, Zum ziele walle. ehre deine finder, Mit schmach 7. Auch gib, daß ich es die fünder. fühle, wie so nahe Du gott, 7. Vollend ich einstens meine mir seist, damit ich kraft emprüfungsstunden, Und werd' pfahe, Durch deine gegenwart ich bis zum tode treu erfun- zu edlen werken Mein herz zu den: Wie schön verwandeln sich stärken. dann meine leiden In ew'ge freuden. 8. Stets sei mir jesu vorbild gegenwärtig, Daß ich zu In voriger Melodie. allen guten thaten fertig, Und 384. Did ruf ich an, willig sei, zu ehren deinen nagott, laß mich men, Ihm nachzuahmen. stets auf erden Im guten wach- 9. Und was ich denk und anschau 240 Zweite Abtheilung. schau oder höre, Laß mich zur 3. Auch wenn ich auf der beßrung brauchen, es belehre, tugend pfad Bisweilen gleitend Es treibe mich, was recht ist, walle, So unterstüße deine nur zu wählen, Und nie zu anad' Mich vor dem nahen fehlen. falle. Wenn in mir böse luft 10. Es stärke mich der trost, aufsteigt, Und ich zum weichen vor deinem throne Auch zu bin geneigt: So lenke meinen empfahn der überwinder krone willen. Erhebe meinen schwa Und der gedanke: gott wird dhen muth, Daß ich der lei einst dich richten! Zu allen denschaften wuth Durch dich, pflichten. berr, möge stillen. 11. So werd' ich, vater, 4. Mein gott, mein gott, täglich mehr auf erden Im gedenke nicht Der sünden meiglauben wachsen, immer treuer ner jugend. Wie bart schien werden, Und so empfahn zu mir oft meine pflicht! Wie raub jedem edlen werke Mehr licht die bahn der tugend! Und doch und stärke. trugst du mich mit geduld; 4. Wider die Versuchung Laß, vater, laß mich diese huld Nichts undankbar verachs zum Bösen. Ein Lämmlein geht. lten. Dir folgen ist mein wah 385. Erbarm dich, herr, res heil; O laß mich's, als mein schwaches mein bestes theil, Auch immerherz, Geneigt zu eitelkeiten, fort betrachten. Läßt bald durch freude, bald 5. Ich bin ein mensch, du durch schmerz Sich auf den fennest mich: Wie schwach sind irrweg leiten. Gleich einem meine kräfte! Doch meine seele rohr, vom wind bewegt, hofft auf dich; Du wirst zu Wankt auch, von Leidenschaft dem geschäfte Der heiligung erregt, Oft meine schwache mir kraft verleihn, Mein herz Seele. Wann komm ich zu je mehr und mehr erneun, der wahren ruh, Daß ich recht Vor dir gerecht zu leben. Ich feste tritte thu, Und nur das aber will hier in der zeit, gute wähle? Und einst in der vollkommen. mein herz nicht heit, Herr, deine kraft er 2. Laß doch fernerhin In seiner neigung heben. wanken. Stärk' meinen unge Herr ich habe mißgehandelt. wissen sinn Zu festeren gedan- 386. Herr, wie lange, ken. Wenn von der lust zur muß ich ringen, eitelkeit Mich deines geistes Eh' ich auf der steilen bahn kraft befreit, Wie will ich dir Deines rechts zum himmel drinlobsingen! Mich ganz zu dei- gen, Und vom kampfe ruhen nem dienst zu weihn, Soll stets kann? Werd' ich meinen bang mein ernster wille sein, Gib zur fünden Endlich völlig überdazu das vollbringen. winden? 2. Ach! III. Vom thätigen Christenthum überhaupt 241 2. Ach! wenn mich die luft] 2. Du willst, daß ich mich der erde, Oder fühner fünder treu In jeder tugend übe Der spott, Reizet, daß ich träger glaube den du wirkst, Soul werde, Wirst du mein verges fruchtbar durch die liebe, In sen, gott? Wirst du mich zu wahrer heiligkeit, In guten wers unterstügen, Eilen? wirst du fen seyn; Drum will ich dir, dann mich schüßen? mein gott, Mein ganzes leben 3. A ich zittre, gott, wie weibn. lange Coll ich fämpfen? die 3. Dieß will ich; und doch ser streit meiner schwachheit macht Die schwäche meiner macht mir bange. Bei so viel seele, Und der Versuchung reiz, gefährlichkeit, Daß ich doch Daß ich so oft noch feble. Ich noch unterliege Und mein klei- seh' der tugend glück; Ich wüns nod nicht ersiege. sche gut zu seyn, Und doch gibts 4. Schaue ber zu deinem immer noch So vicles zu bes finde, Höre mich und steh' mir reu'n. bei, Herr bewahre mich vor 4. Das siebst du herr, mein sünde! Mache mich getroft und gott, D sich es mit erbarmer, treu, Daß ich standhaft deine Und reiche väterlich Doch deine wege Wandeln, und nicht hand mir armen. Gib meinem straucheln möge. griste licht, Gib meinem vors 5. Daß die welt mich nicht sag fraft; So fämpf ich glück. verführe, Daß sie mich nicht licher Mit welt und leidenschaft. ungetreu Mach, und spottend 5. Eröffne den verstand, Stets triumphire, Daß ich auch ge heller einzusehen, Daß fünd uns fallen sei! Daß sie sich nicht elend macht, Daß wahres wobl ihrer siege Rühme, weil ich ergeben Und innrer friede nur unterliege. Aus reinem herzen fließt; Daß 6. Der du fraft und muth du mit deiner huld Der freus gewährest, Hilf des schwachen den quelle bist. schwachheit auf. Ja, ich hoffej 6. Laß in versuchung mich daß du hörest, Und ich freue nicht zaghaft unterliegen: Ers mich darauf. Rühmen will munire mich zum muth; Und ich's, und dir singen, Daß du bilf dem schwachen siegen. Mein stärke gibst zu ringen. auge laß allein Auf deine weise heit schaun; Mein berz dir folge 387. Herr, höre mein ge- sam sein; Und dann dir froh O gett du frommer goit. SAY bet, Und laß es vertraun. dir gefallen! Es ist mein gan7. Ich bin ein pilger hier, zer ernst Auf deiner bahn zu Umringt von vielen fündern. wallen. Ergreife, leite, färf den Ihr beispiel fönnte leicht der schwachen, der dich flebt; Ver- tugend eifer hindern. Wann wirf die bitte nicht, Die mir der verführung gift, Des von herzen geht. leichtfinns frecher spott, Dem geit Zweite Abtheilung di male 11 242 geist gefährlich wird: Dann versprechen, Und doch mein ge steb mir bei, mein gott! lübde brechen: Eb' ich armer duena 3weite 3. Bewahre mein gemüth, mich's versah, War die fünde Daß mich, bis an mein ende, wieder da! Die falsche fröhlichkeit Der fün- 4. Nun ich weiß nichts ander nie verblende; Ihr thöricht zufangen, Als mit demüth, lachen wird Bald lange reu' gott, von dir Kraft und und pein; Laß diesen wechsel stärke zu verlangen; Schwach mir Doch ja vor augen sein. bin ich, o bilf du mir! Du bist 9. So werd' ich, herr, mein mächtig, fannst mich retten, gott, Dir nicht umsonst ver- Zu dir will ich gläubig beten, trauen; Einst, wenn ich treu Daß dein geist doch mit mir dir bin, Der freuden fülle sei: Vater! vater! steh mir schauen: Und wenn du ewig bei. lobust, Für jede gute that, Froh- 5. Nichts, als deines geistes locken, daß mein herz Sich dir gnade, Die verlangt dein geheiligt hat. schwaches find; Dann geh' ich en flerben. auf rechtem pfade Sicher, muAlle Menschen müssen sterben. thig und geschwind; Dann 388, Sjott, gern möcht' fann ich mein fleisch bezwingen, ich heilig leben, und des geistes früchte brinGutes thun wär meine lust: gen; Kann mich meines gote Aber lüfte widerstreben Dem tes freu'n, Meines heils vergesetz in meiner brust. Ach! sichert sein. mein herz ist mir verdächtig. 6. Mein erlöser hat's verSelten bin ich seiner mächtig: sprochen, Jedem gibt er seinen Hart drückt mich der fünde joch, geist; Nie hat er sein wort geWas ich nicht will, thu' ich brochen; Er erfüllt, was er doch. d verheißt. Auch ich bitte nicht 2. Ach ich kann's nicht wei- vergebens Um die fraft des ter bringen! Meinem vorfag neuen lebens; Ich bin gottes, trau ich nicht. Welt und fünde gott ist mein, Und sein geist legt mir schlingen: Ich vergesse wird mit mir sein. meine pflicht: Selbst den from 5. Grwedung zur Beharr men andachtsstunden, Da ich lichkeit und Wachsthum im freud an gott gefunden: Da Guten und der dazu nöthis ich ihn mein berz ver- gen Wachsamkeit und sprach.; Folgten lasterstunden Selbstprüfung. nach. sity ma mid Wer nur den lieben Gott läßt. 3. Gott, ich will dir's nicht 389, Schön ist die tugend, verbeblen, ohne deines geistes mein verlangen, sit kraft Werd ich immer wieder und meiner ganzen liebe werth fehlen, Immer steigt die leiden- Mit aller kraft ihr anzuhanschaft; Gutes konnt' ich oftigen, Hat meine seel auch oft begehrt. III. Vom thätigen Christenthum überhaupt. 243 begehrt. Ach fönnt ich's wie laffen, gottessohn, Und der fünde würd' ich mich freun! Wer hei- dienen? Mit den lüften dieser lig ist, muß felig sein. orzeit Wieder mich beflecken, Und 12. Gott ist der seligkeiten nicht mehr die süßigkeit Deifülle, Von ewigkeit zu ewigkeit; ner liebe schmecken. Denn sein verstand ist licht; 2. Hab ich doch allein bei sein wille Ist ordnung und voll- dir Meine rub' gefunden. Mittkommenheit. Von ewigkeit her ler, heiltest du doch mir Alle war er gut, Und recht ist im- meine wunden! Und ich sollte mer, was er thut. dein gebot, Wie die fünder, haffen, Und mein recht an deinem tod Wieder fahren 38 3. Wie schnell umhüllen fin sternisse Mich, wenn ich auch erleuchtet bin, Dann fliehn die lassen? d heiligsten entschlüsse, Den mor4. Scharmer! darum fomint nicht. 3. Nein ich bin und bleib' gennebeln gleich, dahin. Bald ein christ, Halt an deinen lebwähl ich, was dem Herrn ge- ren, Lasse mir nicht macht fällt, Bald dien' ich wieder dir noch). list Meinen glauben weho welt. idus ad fren, Fielen tausend ab, ich Mag's die Welt verkein friede In mein verschmach- drießen; Sie wird mein vertetes gebein. Wie bin ich die traun auf d ses wechsels müde. Wannsen müssen.dola werd' ich fest im guten sein? 4. Zeigt sie mir ein heil Wann nicht mehr straucheln, wie du? Bringt sie kraft den allezeit nur deinem dienste, müden, Den bedrängten trost gott, geweiht? und rub? Sündern gottes friemir doch las 5. Unwandelbar ist deine den? Gibt sie mir die zuverwahrheit, Herr, aller guter- ga- sicht, Daß ich, troß dem grabe ben quell. Sie leuchte mir in Deiner ewigkeiten licht zu ervoller flarheit Beständig unbe- warten habe? Me fleckt und hell. Daß nie der 5. Rettet sie mich, wenn vor sünde täuscherei Gefährlich gott Einst die völiker stehen? deinem kinde sei. Und das leben und den tod 6. O bilde, vater, meine Jhm zur feite sehen? Wenn seele; In deiner liebe mache der sichre nun zu spät Aus dem mich, Daß ich kein andres gut schlaf erwachet; Und der spötmir wähle, Gewiß und unver- ter, der hier schmäht, Glaubt änderlich, Denn bin ich erst dein und nicht mehr lachet? A eigenthum: So leb ich nur zu 6. Dwie thöricht, wenn ich deinem ruhind mich noch verführen ließe! und Schwing dich auf zu deinem Gott. Jesu! da ich schon durch dich 390. Sollt ich ist noch, göttes huld genieße; Da ich da mir schon weiß, auf wessen wort Ich die Deine güt' erschienen, Dich ver- hoffnung gründe; Daß auch ich 2 244 Zweite Abtheilung. ich ohnfehlbar dort Gnad und 5. Mich soll auch nicht des und leben finde. todes macht Von gottes liebe 7. Nicht das leben, nicht der scheiden. Er führt mich durch tod, Trübsal nicht, nicht freus des grabes nacht Zu jenem den, Mein erlöser, Und mein licht der freuden. Darinnen gott, Soll mich von dir schei- ich, nach allem leid, Ihn seh den. Welt und sünd und eitel- in seiner herrlichkeit, Und ewig teit, Und des fleisches triebe, mit ihm lebe. Alles überwind ich weit, Herr, durch deine liebe. Vor deinem thron. 392. h staub vom ftaube wer bin ich? Ich bin ein christ, fünder, daß du meiner dich Gott ist mein Noch stets, o briligster, er freund! In dieser boben würde barmst! Weltrichter meiner stets Steh ich und fürchte feinen feind, er barmst? Wenn mein fündlein vorh. 391. J Trag mutbig meine bürde. Dieß 2. Zum glauben und zum glück erfüll mit muth und fraft thun zu schwach, Gibt oft mein Mein Herz in dieser pilgrims berz der Sünde nach. Ic schaft, Darin ich hier noch fämpf, o vater, nicht genug wandle. Den kampf der wahren beilis 2. Mein glaube stebt und gung. wanfet nicht, Starf, feft ist er 3. Wie schnell ist von der gegründet, Er stüßet sich voll rechten bahn Zum irrweg oft zuversicht Auf jesum christ und der schritt getban. Wie nabe findet Bei ihm fraft, rath, treft gränzt die missethat An unsers ruh und heil, Und nimmt an herzens bösen rath! allem segen theil, Den christus, 4. Wie bald wird frevel bat erworben. felbft verübt, Wenn man erst 3. Mich soll hinfert nicht eitel- Echwad heitsfehler liebt; Herr, teit, nicht bitterfeit der leiden, Herr, mein ganzes berz er Auch nicht ein schlaf der sicher ichrickt, Wenn es in diesen abs beit, Von gottes liebe scheiden. grund blickt! Was gott an meiner feele thut, 5. Vertreib, o gott, bes irrs Macht mir zum fampfe ftarken thums nacht! Entreiß du mich muth, Darinnen nicht zu wei der fünte macht! Wie glänzet chen. ceiner streiter schaar, Die einst 4. Was sind die leiden dieser wie ich, auf erden war. zeit Doch gegen jene fronen, 6. Sie, sie empfängt aus Womit gott in der berrlichkeit deiner hand Den lohn izt, weil Die frommen will belehnen? sie überwand, Ich schwacher, Was ist die eitle luft der welt, ich bin noch im streit; O gib Wenn man das glück dagegen auch mir beständigkeit. 7. Echmal ist der weg zu get Ites höh'n, und wenig find, Dię bält, Das gott uns dort will schenken& 111. Bom thätigen Christenthum überhaupt. 245 die ihn gehn. Die pfort ist Survi niemals ganz in uns eng, und der nur dringt Durch rir bruft. 3 sie zu gott empor, der ringt. Nicht jede besserung ist 8. Ich lieg anf meinem an- tugend; Oft ist sie nur das gesicht, Und fleb und weine: werk der zeit Die wilte hige laß dein licht Mir leuchten, oher jugend Wird mit den vater, laß mich dein im le- jabren sittfamfeit. Und was ben und im torte sein. natur und zeit gethan, Sieht 9. Der mir in christo alles unser stolz als tugend an. gab, Mit gnade blick auf mich 4. Oft ist die änd'rung dei herab; Auf mich), der fünde ner seelen Ein tausch der schnellen raub, Den himmels triebe der natur. Du füblft, erben und den staub. wie stolz und ruhmsucht quäs 10. Sink tief, o fcele nieder, len; Du dämpfst sie, doch tief Vor dem, des stimme stets du wechselst nur. Dein herz reiz dir rief. Sink in den staub vor fühlt einen andern dem herab, Der dir in Christo Dein stolz wird wollußt oder alles gab. zeiz. 11. Ja, du erbarmest über 5. Oft ist es funft und ei mich, Verföhnter und versöh- genliebe, Was andern strenge ner dich. Vom leibe dieses tugend scheint. Der trieb des tods befreit, Schau ich einst neids, der schmähsucht triebe deine berrlichkeit. Erwedten dir so manchen 12, Wo meine tugend nicht feind: Du wirst behutsam, mehr wanft, Und dir dafür, schränkst dich ein, Fliebst nicht gott, ewig dankt, Daß sie dein die schmähsucht, nur den gnadenlohn beglückt, Und dei- schein. ner sieger frone schmückt. Wer nur den lieben Gott. 6. Du denkst, weil dinge dich nicht rühren, Durch die der andern tugend fällt; So 393. Nicht, daß ich's werde nichts dein Herz verfühe 1chon ergriffen ren. Doch jedes Herz hat seis hätte, Die beste tugend bleibt ne welt; Den, welchen stand noch schwach; Doch daß ich und geld nicht rührt, Hat meine seele rette, Jag ich dem klei- oft ein blick, ein wort vernod eifrig nach. Denn tugend führt. obne wachsamkeit, Verliert sich leicht in sicherheit. 7. Oft schläft der trieb in deinem herzen. Du scheinst von 2. So lang ich hier im leibe rachsucht dir befreit. Izt follst walle, Bin ich ein find, das du eine schmach verschmerzen, strauchelnd geht. Der sehe zu, Und sieh', dein herz wallt auf daß er nicht fulle, Der, wenn und dräut, Und schilt so liebsein nächster fällt, noch steht. los und so hart, Als es zuAuch die bekämpfte böse luft erst gescholten ward. 8. Oft 03 Agenda mudlashird motition II Zweite Abtheilung. 246 8. Oft denkt, wenn wir der, Dies ist der christen stete pflicht stille pflegen, Das herz im Erforsche deines herzers tiefen, stillen tugendhaft. Kaum la- Und traue diesem herzen nicht. chet uns die welt entgegen: Sei wachsam; weil nur allzu So reget sich die leidenschaft. leicht, Die lust zum bösen es Wir werden im geräusche beschleicht. in Bolni schwach, Und geben endlich 2. Du sprichst: ich haffe falstrafbar nach. ald sche tücke, Zorn, hoffahrt, eitel9. Du opferst gott die leich- feit und geiz. Besiegt du auch tern triebe Durch einen stren- mit gleichem glücke Die miß gen lebenslauf, Dochy opfer gunst und der wollust reiz? test du seiner liebe Nicht gern Wer nicht die lafter alle dämpft, die liebste neigung auf. Dies Hat noch nicht, wie er soll ist das aug', dies ist der fuß, gekämpft. mao bit Die sich ein christ entreißen 3. Oft ruhen manche böse muß. hot do triebe, Aus mangel der gele 10. Du flicht, geneigt zur genheit: Dann schmeichelt dir ruh und stille, Die welt, und die eigenliebe, Du seist von liebst die einsamkeit: Doch ihnen ganz befreit. Vielleicht wärst du, wollt es gottes ist nicht mehr weit dahin, Daß wille, Auch dies zu ändern, sie dich in ihr nege ziehn. fromm bereit? Dein herz baßt 4. Bald überrascht mit stol habsucht, neid und zank, Doch zen freuden, Uns ein verblenunmuth nicht und müßiggang. dend schimmernd glück; Balo 11. Du bist gerecht, doch stürzet uns in gram und lei nicht bescheiden, Liebst mäßig den Ein unerwartet mißgeschid. feit, doch nicht geduld; Du Bald ist es lust, bald traurigdienest gern, wenn andre Teis feit, Die hier den armen geist den; Vergibst du auch dem zerstreut. den feind die schuld? Von allen 5. Wie schwer ist's nicht, lastern sollst du rein, 3u aller sem fall entgehen, In der vertugend willig sein. führungsvollen welt. Ach! wer 12. Sei nicht vermessen, wach sich dünket, fest zu stehen, Der und streite: Denk nicht, daß sehe zu, daß er nicht fällt! du schon g'nug gethan! Dein Der beste vorsaß ist doch Herz hat seine schwache seite: schwach, Und die versuchung Die greift der feind am ersten tausendfach. an. Die sicherheit droht dir 6. Wie selig werden wir den fall. Drum wache stets, einst leben, Wenn von des wach überall. törpers fesseln fret, Wir ewig, herr, dein lob erheben, Unwandelbar der tugend treu Dort 394. Versäume nie, dich werden wir von fünden rein, selbst zu prüfen, Und sicher vor verführung sein. IV. Chrift er met ons und In voriger Melodie. ein grijp Ho ang esting Vusdid sisor adol ydont, vannd and Vg Mi IV. Christliche Gesinnungen oder Pflichten gegen Gott. spris 11 Erkenntniß Gottes. Zu schwach, nie würdig g'nug h Vorige Melodie. erhob! 395. Wo find ich gott, 6. Noch heller scheint von den meine feele allen seiten In deinem worte, Weit über alle schäge liebt? gott, dein licht. Doch blendGott, den ich mir zum freunde werk schnöder eitelfeiten Berwähle, Und der allein mir dunkelt da oft mein gesicht. freude gibt. Wann kommt die Drum gib mir deinen guten zeit, da gott, mein freund, Sich geist, Der mich dadurch recht völliger mit mir vereint! unterweist. 2. Wie wollt ich meinen gott 7. 3war, wenn in meinen nicht preisen, Wenn ich ihn finsternissen Er auch mein blös sehe, wie er ist! Zwar deine des aug' erhellt, Was lern ich, werke, herr, beweisen, Wie gott, von dir? mein wissen. unaussprechlich groß du bist. Bleibt immer stückwerk in der Wie glänzen sie! doch zeigt ihr welt. Ich suche dich und forglanz Mir deine herrlichkeit sche nach, Und bleibe, dich zu nicht ganz. sehn, zu schwach. 247 3. Ich sehe dich hier nur im 8. Doch hört ich nur auf spiegel, Und bete dich in deine stimme In deinem worte, schwachheit an. Ach! häite bört ich nur, Wie du verdiemeine feele flügel, Sich dir, neft, auf die stimme Der dir mein schöpfer, mehr zu nahn! lobfingenden natur: So lernt Wie würde sie sich deiner ich hier schon, gott, allein freun! Wie selig, wie verherr- Mich deiner herrlichkeit za licht sein! freun! 4. Dürft ich am fuße deines, 9. Wie feurig würd, ich dann thrones. Mit deinen engeln dich lieben! Mit welchem eifer dich erhöhn; Könnt ich, im würd' ich mich Dir, vater, zu antlig deines sobnes, Wie deine gefallen, üben, Wie selig würd' seligen, dich sehn! Ich, der ich bloß durch dich! Nun aber ich izt schwach loben kann, täuscht oft meinen geist, Gleich Welch' hohes loblied stimmt kindern, tand, wenn er nur ich an! gleift. 5. Mir macht zwar jedes 10. Welch' elend! vater, ich deiner werke Mehr, als ich empfinde Mein elend, zeuch' rühmen kann, bekannt; Es zeigt mich mehr zu dir. Entkräfte mir deiner allmacht stärke, Ulud ganz die macht der sünde; deinen weisesten verstand, Und Dein geist der weisheit wohn' gnade, die das größte lob, lin mir, Damit ich vor der D4 täus 248 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. tänscherei Der fünde stets ge- dank, Herr, deiner gnade lobfichert sei. 11. Gib, daß dein geift durchgefang. deine wahrheit Mein leben leite, Mein Gott das Herz ich bringe. bis ich dort Dich näher feb' 397. Gott, dessen ftuhl und mit mehr klarbeit, Als hier der bimmel ist, an diesem prüfungsort. Ich Ich finke vo dir bin. Ich der ich hier nur stammeln kann. überd nfe, Wer du bist, Und erhebe würdiger dich dann. was ich vor dir bin. Vom Himmel hoch da. 2. Was ich bin, herrscher, 396. Sott, beilig sei dein gegen dir? Ein welkes gras nam und recht und laub: Du bist und bleibest dem ganzen menschlichen ge- für und für; Ich bin in furs schlecht. Dich bcte, wer dich zem staub. denken kann, 3m geist und in der wahrbeit an. 3. Dein wesen ist vollkom menheit: Du bist's und feiner 2. Verbreite deines wortes mehr. Du gott bist gott von fchall, Wie deine werke, über- ewigkeit, Ich bin von gestern all, Daß alle lernen, wer du her. jeist, Der allerhöchst und feste 4. Hochbeilig bist du, daß geist. vor dir der seraph sich bedeckt. 3. Durch jesum christ, den du Gott, du bist gut, Und, ach, gesandt, Werd' immer mehr der, an mir Ist herz und thun bes welt bekannt, Daß du stets unser fleckt! vater bist, Und er der völfer 5. Bei dir ist weisheit und heiland ist. verstand, Du vater alles lichts; 4. Lehr uns doch deinen rath Was noch nicht ist, ist dir bes verstehn, gehorsam deine wege fannt; Durch mich selbst weiß gehn. Durch deines wortes ich nichts. licht und kraft Mach gläubig 6. Gott, auf dein wort ents uns und tugendhaft. stand die welt; Durch dich ents 5. Durch wahrheit dämpfe stand auch ich; Du bist's, der jeden wahn, Erleucht uns allen sie mit macht erbält; Und du unsre bahn. Das lafter tilg erhältst auch mich. aus unsrer brust, Und tödt in 7. Du Gott! ich staub! den uns die böse luft. unterscheid, Herr, lehr mich 6. So preise deine christen ihn verstehn. Lehr mich in heit, Herr, deinen namen in der tieffter niedrigkeit Bor dir zeit; Sie ist und bleibt dein einber zu gehn. eigenthum, Und ihre thaten 8. In jenem leben werd' ich find dein ruhm. dich In deiner größe seh'n. 7. Du sättigst sie mit selig- Auf diesen anblick freu' ich feit, Von nun an bis in ewigs mich. Wann? ach, wann wird's feit, Unt ewig ist ihrf ommer geschch'n? 2 Picke 2. Siebe und Dankbarkeit gegen Gott. 249 2. Liebe und Dankbarkeit auf erden, Obne dich zu lies ben, werden, Ohne dies, nach gegen Gott. Mel. Jesu, der du meine Seele. diefer zeit, Würdig sein der 398, Quelle der vollkom- seligkeit? menbeiten, Gott, 6. Heil mir, daß ich es mein gott, wie lieb ich dich! empfinde, Wieso liebenswerth Und mit welchen seeligkeiten du bist; Daß mein herz vom Sättigt deine liebe mich; Seel baß der fünde Inniglich durch und leib mag mir verschmach- drungen ist. Daß auf dein ten, hab' ich dich, will ich's gebot ich achte, Und es zu ernicht achten. Mir soll deine füllen trachte. Heil mir, du lieb allein, Mehr, als erd' und verbirgest nicht Einst vor mir himmel sein. dein angesicht! 2. Denk ich recht an deine 7. Noch lieb ich dich unvoll. güte, Wie frohleckt mein herz fommen, Meine feel erkennt es in mir! Mit dem frohesten ge- wohl. Dort im vaterland der müthe Seb' ich sie und danke fremmen, Lieb ich dich, berr dir. Jeder blick auf deine werke, wie ich soll. Ganz werd' ich Deine güte, deine stärke, Wie dort deinen willen Kennen, eh entledigt er mein herz Von beren und erfüllen Und empfahn kümmerniß und schmerz. an deinem tbron Der vollkomme 3. Floß aus deiner segens- nen liebe lohn. fülle Mir nicht so viel gutes! zu? Daß ich ward, das war 399. dein wille; Daß ich noch bin, Duvater deiner men. schenkinder; Der das machst du. Daß ich denke, u die liebe selber bist, Und daß ich wähle, Dafür dankt cessen herz auch gegen fünder bir meine seele, Danft dir, noch gütig und voll mitleid daß sie dich erkennt; Und dich ist, Laß mich von ganzem bers ihren vater nennt. zen dein, Laß mich's mit al. 4. Du erlöfteft vom verderben len fráften sein. Mich durch deinen sohn, o 2. Gib, daß ich als dein gott; Ließeft den gerechten sters find dich liebe, Da du mich ben; Mir zum leben ward als ein vater liebst, Und so sein tod: Dadurch hast du mir gesinnt zu sein, mich übe, Wie gegeben, Ewig dort mit ihm du mir dazu vorschrift gibst. au leben, Ewig deiner mich zu Was dir gefällt, gefall auch freun, Und von dir geliebt mir. Nichts scheide mich, mein zu sein. gott, von dir. 5. Sollt ich den nicht wie- 3. Bewabre mich durch deine der lieben, Der mir so viel liebe, Wenn böses beispiel gutes gibt? Und mit mehr als mich verführt; Und gib, daß vatertrieben So unendlich mich ich verleugnung übe, Wenn geliebt? Könnt ich ruhig hier finnenluft zu sehr mich rührt. Wer nur den lieben Gott. Hamann hrin Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. 250 Wie sollt ich je die kreatur Dir Regiereft me in en lebenslauf, vorziehn, schöpfer der natur? Und hilfest meiner schwachheit 4. Laß mich, um deiner liebe auf. O herr, mein gott, Du willen, Gern thun, was mir bist mein licht, Du bist mein dein wort gebeut. Kann ich's licht, Sch folge dir, so irrich nicht, wie ich's soll, erfüllen, nicht. So sieb' auf meine willigkeit; 2. Du leitest mich nach dei Und rechne mir nach deiner nem rath, Der anders nichts huld Die schwachheit, vater, beschlossen hat, Als was mir mir zur schuld. segen bringet. Geht's gleich zu 5. Der liebt dich nicht, der zeiten wunderlich, so weiß ich noch mit freuden Das thut, dennoch, daß durch dich Der was dir, o gott, mißfällt; ausgang wohl gelinget. Nach Drum laß es mich mit ernst hartem tritt, auf rauher bahn, vermeiden, Gefiel es auch der Nimmst du mich dort mit ehren gangen welt. Die kleinste sünde an, Wo mich an deinem thron selbst zu scheun, Laß, vater, erfreut Die krone der gerechmich behutsam sein. tigkeit. Mein herr, mein gott, 6. Aus lieb zu dir will ich Ach voll begier Seh' ich nach auch leiden, Was mir dein dir, Und wünsche bald zu sein weiser rath bestimmt. Du führst bei dir. durch trübfaal auch zu freuden, 3. Mein sinn ist ganz auf Und wer sie willig übernimmt, dich gericht Hab' ich nur dich, Geduldig trägt, und weislich so frag ich nicht nach himmel nüßt, Wird mächtig von dir und nach erden. Denn wär' unterflüßt, der himmel ohne dich; So 7. In deiner liebe. laß mich könnte feine luft für mich Auch sterben: So ist selbst sterben selbst im himmel werden. Wärst mein gewinn; So werd ich du nicht schon auf erden mein: deinen himmel erben, Wo ich So möcht ich nicht auf erden ganz frei vom übel bin. Da sein. Denn nichts ist in der werd' ich einmal völlig rein ganzen welt, Das mir so sehr, Dich lieben und ganz selig sein. wie du, gefällt. Mein herr Herzlich lieb hab' ich dich. und gott, Wo du nicht bist, 400. Der du mich als Wo du nicht bist, Ist nichts, ein vater liebst, das mir erfreulich ist. Und mich mit wohlthun ganz 4 Und sollte mir durch umgibst, Gott meiner feelen freuz und noth, Durch marfreude! Jch bleibe unverrückt ter, durch gewalt und tod bei dir, Was ist dann noch, Auch feel und leib verschmachdas je mich hier Von dieser ten. Dies alles wird, wenn liebe scheide? Du machst mir auch das heer Der leiden noch deinen weg bekannt, Hältst, so schrecklich wär', Mein glaumich bei meiner rechten hand, be doch nicht achten. Du bist und te mos m 251 und bleibest doch mein heil len dingen Sei du geløbet und Und meines herzens trost und geliebt. Du warst mir, eb' theil. Denn wahrlich nur durch ich war, gewogen, Und ewig dich allein Kann leib und seele auf mein glück bedacht. Du selig sein. Mein gott und hast mich aus dem nichts gezoherr, Ich hoffe fest, Ich hoffe gen; Zum menschen hast du fest, Daß deine hülf mich nicht mich gemacht. verläßt. de in on n 2. Ja, vater, dir gebührt 5. Wer von dir weicht, und die ehre. Ich bin nur, was auf der welt Dir nicht beharr- ich bin, durch dich. Dank, lich glauben hält, Muß end- dank dir! der geschöpfe heere lich doch verderben; Er fann, Erschusst du, vater, auch für weil er die lust und pracht Der mich. Dank dir! du gabst mir erde sich zum himmel macht, fraft zu denken, Und willensNicht deinen himmel erben. freiheit gabst du mir; VerDenn wer dich hier nicht lie- nunft, mein leben hier zu lenben lernt, Und nicht sein herz fen, Empfindung, ach, wie von dem entfernt, Was dir, dank ich dir! du heiligster, mißfällt, Kommt 3. Ich kann dich in der schönicht zu jener bessern welt. pfung finden, Mich deiner Nur der, der hier Sein herz großen werke freun. Dank dir, dir weiht, Lebt recht erfreut, ich kann dich, gott, empfinSein tod führt ihn zur herr- den; Wie freu ich mich, durch lichkeit. dich zu sein! Für meinen leib 6. Drum halt ich mich ge- und alle glieder Gebührt dir troft zu dir, Du aber hältst dank! mit jedem sinn Fall ich dich auch zu mir, Und das ist anbetend vor dir nieder, Und meine freude, Ich sege meine danke laut dir, daß ich bin. zuversicht Auf dich, mein fels, 4. Du hast mir dach und der nicht zerbricht; Auch selbst fleid bescheret, Was fehlte, vaim tiefsten leide. Dein wort, ter, jemals mir? Hast du mich o höchster, soll allein Mein nicht bis jetzt ernähret? Von trost und meine richtschnur sein, ganzem Herzen dank ich dir. Bis sich einst in der ewigkeit War ich umringet von gefahMein herz vollkommen dei- ren: Du battest, vater, mich nerfreut, Gott meines heils, bewacht, Und immer stand, Ich warte drauf, Ich warte mich zu bewahren, An meiner drauf, Nimm mich in deinen seite deine macht. himmel auf. 2. Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. U 5. Erwäg ich, vater, alle O süßer Stand o selig Leben. pfade, Die deine hand mich 401, Dank, bester vater, durch geführt; So seh' ich en will ich singen, weisheit nur und gnade, Und Dank dir, der mir nur gutes fühle, daß dir ruhm gebührt. gibt! Mit aller kraft, vor al- Wie oft entrisseßt du, dem feinde 252 Zweite Abtheilung IV. Pflichten gegen Gott. finte Der wahrheit und der 10. Ja, vater, vater über. tugent? Für meine eltern, meine schwenglich, Und über jeden treante, Fur meine lehrer preis austruck groß, Sind deine ich rich! Janaden unausdenklich und deine 6. Da lenftest von der frühen güte namenlos. Dank sei mein ju end Durch viele fieute, we mund, mein herz, mein leben; ia schmerz, Zu deiner fennt- Du bist die liebe, nichts bin is und zur tugend, O bester ich! O du, der mir so viel gett, verstand und herz! Für gegeben, Gib mir noch dank jede nüßliche erfahrung: Für gefühl für dich! alles, was mich lehren kann, Für unterricht und offenbarIn allen meinen Thaten. ung Bet' ich im staube, gott, 402. Dir dank ich für mein leben, Gott, tich an. 7. 3m dunkeln forsch ich der du mir's gegeben, Ich nicht vergebens, Du gabeft mir danke dir dafür. Du hast, durch trin wort zum licht, Du zeig- buld bewogen. Mich aus dem 1st mir den weg des lebens, nichts gezogen, Durch deine ein glück, mein elend, meine'güte bin ich bier. plicht. Nein, nein, die zunge 2. Du, herr, hast mich beFann nicht sagen, Wie unaus- reitet, Mich väterlich geleitet, fprechlich gut du bist! Nun Bis diesen augenblick. Du gabst terf die feele nicht mehr zagen, mir frohe tage, Und selbst der Die feele, die unsterblich ist. leiden plage Verwandeltest du 8. Unsterblich, vater, ewig in mein glück. Iben Soll ich, der nur den 3. Ich bin, herr aller dinge, tod verdient, Ich, ewig sein! Der treu viel zu geringe, Mit tu bast vergeben, Haft mit dem der du mich bewacht. Damit fünder dich versöhnt! Dein sohn ich staub und erde Auf ewig to wer faßt das erbarmen!) glücklich werde, Hast du schon Entäußerte des himmels sich, ewig mein gedacht. Vom tore zu befrein mich ar 4. Du hörtest schon mein men, Ward er, der sohn, ein sehnen, und zähltest meine thräs mensch wie ich! nen, Eb' ich bereitet war. Eb' 9. Ein mensch, um menschen ich zu sein begonnte, Und zu zu versöhnen! Er, der mich dir rufen konnte, Da wogst du schuf und mich erbält! Er schon mein theil mir dar! starb; o fließet freudenthränen! 5. Du liess'st mich gnade Wie dank ich bir, o berr der finden, Und sahst doch meine welt! Anbetung dir und ewig sünden Vorber von ewigkeit. ebre! Und dank und liebe je böchster, welch erbarfus chrift! Von mir, der ewig men! Du forgteft für mich elend wäre, Und nun unend armen, Und bist ein vater, der ich selig ist! [ verzeißt! 6. Für harg 253 21 Ut 3. Andenken und Freude an Gott. 6. Für alle teine treue, Für Mit ihm ist alles mein. das, des ich mich freue, Lob- willst mir alles schenken, finget dir mein acist. Dein liebreich an mich denfen, lleo größeftes geschenfe Ist er, durch stets mein vater sein. den ich denke. Dein ist's, daß er dich fröhlich preist! 4. Mit fröhlichem gemütke Denk ich an deine treu, Denn, Andenken und Freude an Gott. 7. Daß du mit Kraft mich vater, deine güte Jt alle mers stärkest, Auf meine tage merfest, gen neu. Du unterstügest mich Dieß, Vater, dank ich dir, Daß Auch wenn ich schweiß vergiefe, du mich liebreich fübrest, Mit Wird mir die arbeit jüße, Denk deinem Geist regie est, dießlich dabei an dich. alles vater, dank ich dir. 5. Wie gut ist's dein zu der 8. Was mir in diesem leben fen! Die welt mag immerhin Noch nüßt, wirst du mir geben; Jbr herz auf's ird'iche lenken! Du gibst, ich hoff' auf dich Wie schlecht ist ihr gewinn! Dir, vater, dir befehle Jch Ich halte mich zu gett, Tirk meinen leib und seele, Herr, bringt mir wahre freute; segne und behüte mich. Dieß stärkt mich wenn ich leive, Und ist mein treft im tod. 6. Drum will ich an gott denken, So lang ich denken 403. 2n dich, mein gott. fann. Mein berz auf den bine Beuch ein zu deinen Thoren. zu denken, pflicht und Trost für Wann forg und gram fränken: So sieht mein Iftllenfen, Der stets mir gute ars mich. tban; Und meiner nie vergift, mich Der noch im grabe meirer aua' Denft, wenn auf Erden keiner auf rich; Dann mindert sich Mein eingedeuk mehr ist. mein schmerz, Dann wird der gram verscheuchet, Und jede Christus, der uns selig mat. forge weichet, Und rub' erfüllt 404. Deines gottes heue mein herz. rid, Danf but 2. Denk ich an deine liebe, meine seele! Sorget er midt Wie werd ich dann erfreut! väterlich, Daß dir alud nicht Dann fühl' ich neue triebe; feble? düßt dich seine ver* Mein berz, aus dankbarkeit, sicht nicht, Wenn gefahren Dir, vater, ganz zu weihn: drauen? It's nicht ſeli s Dich freudig zu erbeben, Zur feit und pflicht Seiner dicht ebre dir zu leben, Vor fünden freuen? mich zu scheun. 2. Ja, mein gott, ich b b 3. Du gabst mir, aus erbar- an dir, was mein berg beach men, Den sohn, der für mich ret: Einen vater, welcher wie starb, Und großmuthsvoll mir Was mir nüßt, gewäb tets armen. Die seligkeit erwarb; Der mich durch sein gönlic Fort 254 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. Mich wort Hier zum guten lenket, christ, Mich zu seinen freuUnd mit himmelswonne dort den. at all A Meine feele tränfet, im i 8. Meine luft an dir, mein 3. Wenn ich didy, mein herr gott, Wird dann ewig währen. und gott, Kindlich" ebe und noch so furchtbar sei der fod, liebe; Wenn ich redlich dein Er wird sie nicht stören, Wilgebot Und mit freuten übe: lig werd ich mein gebein Der wie ist mir dann so wohl! verwesung geben; Denn sie Wie ist mein gemüthe Seliger macht mich frei von pein, Führt empfindung voll! Voll von zum neuen leben. C deiner güte! sam d o 9. Gib mir nur so lang ich 4. Dann darf ich voll zu bier In der fremde walle, Das versicht Nach dem himmel bli bewußtsein, das ich dir, herr den. Meine leiden acht ich mein gott, gefalle, Diese fanfte nicht, Wie sie mich auch drü- freudigkeit, Die ich zu dir cken! Hoffnung und zufrieden- babe, Sei mein heil in dieheit Wohnen mir im Herzen, er zeit, Und mein trost im Trösten und erhöhn mich weit grabe. din superonline Ueber alle schmerzen. 10. Laß die lust zur fünde 5. Du bist mein, so jauchz Rüste selbst mich wider sie, nie Dieses beil mir rauben; ich dann; Wer ist der mir Stärke meinen glauben, Gib schade? Heil mir, daß ich's rühmen kann: Mein ist deine mein thun regiere, Daß ich mir deinen geist, der mich, Und guade! Dir ist meine wohlfahrt mein vertraun auf dich Nimwerth! Der du mir das leben mermehr verliere. Schenktest, wirst auch, was din mich nährt Und erfreut, mir Was mein Gott will das. geben. 405. Hier ist mein herz, 6. Jesus ist, nach deinem rath, In die welt gekommen, hin, Dir sei es ganz ergeben. herr, nimm es Alle meine miffethat Hat er Was hat die Seele für gewinn weggenommen Shm vertrau' Bom schnöden sündenleben? ich, bet ihn an, Glaub an Der fünden tand Hat nicht bes seine leiden; Folg ihm treulich stand, Und statt den geist zu und so kann nichts von dir nähren, Füllt er das Herz Mit mich scheiden.noreu und schmerz; Wie sollt ich's 7. Dich, du trofst der sterb- so beschweren? gine lichkeit, Heil des bessern lebens, 1 2. Nur du, gott, bist das Himmlische vollkommenheit höchste gut, Nach dir steht mein Such ich nicht vergebens. verlangen. Erfülle mich mit Wenn mein lauf vollendet fraft und muth, Allein dir ist, Und vollbracht mein lei- anzuhangen. O hätt' ich doch den, Ruft mein mittler, jesus Dein sanftes joch allzeit 0111@ yen trill nauf 3. Andenken und Freude an Gott. 255 auf mich genommen! So heit, Vollkommne ruh und stille wär auch ich Schon längst Nie reize mehr Luft, geld und durch dich Zur wahren ruh ehr Zur fünde mein verlangen. gekommen. Bis in den tod Soll dir, mein 3. Kann auch das größte gutt, Getrost mein herz anglück der welt Das herz vor hangen. fummer schügen? Kann es wenn Trübfal uns befällt, Mit trof 406, uns unterstüßen? Sein glanz verschwindt, Wie rauch vom bist mein trost und was fann wind, Und schnell fliehn seine mir In deiner liebe fehlen? Freuden. Nur deine treu Wird Du berr, bist mein, Und ich täglich neu, Und gibt auch ruh bin dein, Was mangelt meiner MARC im leiden. ifeelen? In dich hab ich gehoffet. freue mich, mein Ich gott, in dir. Du 4. Wer dich zu seinem troft 2. Du bast mich von der erwählt, Sein herz zum guten welt erwählt, Und deinen finneiget, Das arge haßt, und dern zugezählt, Nie wirst du wenn er fehlt, Sich glaubig mein vergessen! Du liebst mein vor dir beuget, Der schmeckt wohl, Hast gnadenvoll Mein schon hier, Erfreut in dir, Der glück mir zugemessen. seele wahren friedben, und vol- 3. Du trägst mich liebreich les heil Ist einst das theil, mit geduld, Vergibst durch chris Das du ihm haft beschieden. stum mir die schuld, Wenn ich 5. Wie thöricht irrt ich doch aus schwachheit fehle. An seiumber! Fern von dem sinn des nem heil Hab ich auch theil; christen, Sucht ich, an wahrer Dieß tröstet meine feele. freude leer, Rub in der erde 4. An dir bab ich den treuen lüsten! Welch ein betrug! Es freund, Der es auf's beste mit sei genug, Mich so getäuscht zu mir meint; Wo find ich deines haben. Nicht meinen sinn, gleichen? Du stehst mir bei, gott, forthin Nach wünschens- Und bleibst mir treu, Wenn würd'gern gaben. [ berg und bügel weichen. 6. Hilf, daß ich mein ge 5. In finsterniß bist du mein müth zu dir In andacht oft licht, Erfreust mein herz, d'rum erhebe, Und mit der eifrigsten acht ich nicht zu sehr das gut begier Nach deiner gnade strebe; der erde. Denn ohne dich Ist Dir folgsam sei, Und dein mich nichts für mich, Das einst zum freu, Du meiner seele leben! trost mir werde. Denn gott, nur du kannst 6. Du bist mein allerhöchstes wahre rub Und trost dem ber- gut, Du stärfft im leiden meimonet zen gebe. nen muth; Durch dich muß 7. Bei dir ist bis in ewig- mir's gelingen Selbst was mich feit Der reinsten freuden fülle, kränkt, Das muß, gelenkt Von Des wohlseins größte sicher- dir, mir segen bringen. 7. Und dicht Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. 256 WHAT CEL MOD 7. Und schließ ich dann einst sündern fündlich freu'n; Nie meinen lauf: So nimmst du muthlos, doch auch nie vers mich zu dir binauf. Zu deines messen Und stolz in deinem himmels freuden! Und da verdienste sein; nie fübre mich gißt Der sel'ge christ Des lebens zur sicherbeit Der reichthum längste leiden. deiner gütigkeit. 8.3war bat's fein menschlich 5, Saß mich mit weiser vors obr gehört, Was uns deinsicht flichen, Was mich zu sünhimmel einst gewährt, Doch den reizen kann, Mich um ein seh ichs schon im glauben: Voll- reines herz bemühen Und nimm kommnes beil Ist da mein theil; dich meiner bülreich an: So Und niemand wird mir's rau fomm ich in der gnadenzeit ben. Durch dich zur wahren selige feit. 4. Frommer Scheu oder Findliche Ehrfurcht vor Gott. 6. Erhalt in mir ein gut gewissen, Das weder spott noch trübfal scheu, Und mache von den Hindernissen Der wahren 407. Dich, höchster, ehr- tagend selbst mich frei. Nie Wer nur den lieben Gott. gallerbietig scheuen före furcht und lust der welt Ist unser glück und unsre mich, das zu thun, was dir pflicht. Kein mensch fann tei- gefällt. ner buld sich freuen; Scheu't 7. Mit ebrfurcht laß mich er dein beilig auge nicht: Drum vor dir wandeln, Und stets, flöße, um mich dein zu freu'n, ich sei auch, wo ich sei, Nach Wir wabre findesehrfurcht ein. deiner vorsicht redlich handeln, 2. Sie leite mich auf meinen Entfernt von aller heuchelei. wegen; Sie sei mir weisbeit Wer dich von herzen liebt und and verstand, Und treibe mich und chrt, Nur der ist dir, o das abzulegen, Was ich als vater werth. unrecht bab' erkannt. Denn 8. In deiner gnade laß mich wer nod) luft zur sünde bat. sterben: So schreckt mich weder Ehrt wahrlich dich nicht in tod noch grab; So werd ich der that. jenes leben erben. Dazu dein 3. Gib, daß ich stets zusohn sich für mich gab: herzen nebme, Daß tu allgegen- Da werd ich dein mich ewig wärtig bist, Und das zu thun, freu'n Und völlig durch dich vor dir mich schäme, Was dir, selig sein. mein gott, zuwider ist. Der Nun freu't euch lieben. beifall einer ganzen welt 408. Laß roch in meis Hilft den ja nichts, der dir mißfällt. nes herzens grund, Gott, deine furcht stets woh5. Nie laß mich dein ge- nen! So werd ich auch mit richt vergessen, Mich nie mit meinem mund, Gott, deine chrez . 4. Frommer Edheu oder findliche Ehrfurcht vor Gott. 257 ehre schonen. schonen. Und nicht deln, was sein rath beschließt, durch fluchen fie entebren, Der wunderbar, doch heilig Nicht aus gewohntem leicht sinn schwören, Nie deinen namen lästern. ist. 3. Wirst du den höchsten findlich scheuen, So wird dir 2. Groß, majestätisch bist du, keine pflicht zur last. Nur das herr, Sm himmel und auf er- wirst du vor ihm bereuen, den Soll deines großen na- Daß du sie oft versäumet mens ehr Tief angebetet wer haft. Wer gott als zeugen den. Wer deines namens bei vor sich hat, Der freut sich ligkeit Durch lästerung, flach jeder guten that. und schwur entweiht, Den treffen deine strafen. 3. D wehe dem verwegnen verbrecher muth verleihn, mund, Der gerne flucht und Wird dich die furcht des schwöret! Der macht den grö- herra erwecken, Auch dann, sten leichtsinn fund, Der so was unrecht ist, zu scheun. dich, herr, entehret. Wer Denk nur vor seinem angeoft so schwöret, fündigt oft, sicht Ist finsterniß wie mitUnd wird von dir wohl un- stagslicht. one miss verhofft Zur firafe hingeraffet. 5. Den höchsten öffentlich 4. Herr, laß voll ehrerbie- verehren, Sowohl als in der tigkeit Uns deiner stets geden- einsamkeit: Auf des gewise ken. Wer dich, den höchsten, sens stimme hören, Und wil findlich scheut, Wird seine lig thun, was sie gebeut; Auch zunge lenken, Daß sie sich nicht das lehrt dich die furcht des zum fluch und schwur, Zuherrn, Auch das thut, wer ihn deiner ehr, zum guten nur, fürchtet, gern. Nach deinem willen rege. Wer nur den lieben Gott. 6. Läst dich der thor verachtung merken, Wenn du dich 409. Willst du der weis- fromm von ihm entfernst; Die heit quelle fen- furcht des höchsten wird dich nen? Es ist die furcht vor stärken, Daß du dich selbst gott, dem herrn. Nur der ist recht schäßen lernft. Wer weisund flug zu nennen, gott, dem höchsten, wohlgefällt, Der alle seine pflichten gern, 3st glücklich selbst beim spott Weil gott fie ihm gebeut, der welt. vollbringt, Wenn gleich dazu 7. Sich stets vor dem allkein mensch ihn zwingt. mächt'gen scheuen, Gibt hel2. Lern gottes größe recht denmuth und tapferkeit, Wenn empfinden; Und füble deine uns der menschen stolzes dräunichtigkeit: So wirst du nie en, Was gott mißfällt, zu dich unterwinden Mit thö- thun, gebeut. Ift gott mein richter verwegenheit Zu ta- schuß, mein heil und licht: R 4. Wenn nacht und dunfelheit dich decken, Die dem 258 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. So beb ich vor den menschen, Ein unverletzt gewissen; Nur beb ich vor dei nicht. das allein kann uns Des les 8. Laß deine furcht, gott, bens schmerz versüßen; Das mich regieren, Auf dich, den bleibt uns auch im tod, Und höchsten, stets zu sehn; Laß sie folgt uns aus der zeit, Zum mich zu der weisheit führen; großen segen nach, Bis in So werd ich niemals irre die ewigkeit. gehn Wohl dem, der dich stets 6. O selig, wer darnach Mit findlich scheut! Dich fürchten, heiligem eifer trachtet, Und gott, ist seligkeit. für sein größtes glück, Gott, Mel. O Gott du frommer Gott. deine gnade achtet, Der liebt 410. Gib, vater, daß allein sich recht, Der findet mein herz, Sich in der zeit Die wahre ruh, deiner liebe weiße, Und daß und einst Vollkommne seligkeit. in allem ich Dein Auge kind- 7. Das sei mein zweck und lich scheue. Wer als ein christ fleiß! C segne mein bemühen: sich liebt; der flieht auch als So wird das wahre wohl ein christ, Was wider gottes Nicht meinem wunsch entflies ehr Und menschenliebe ist. hen. Bewahre mich dabei, 2. Kein schnöder eigennuß Herr, vor dem lauf der welt; Beherrsche meine seele, Und Daß ich mein bestes wirk', wenn zu meinem glück Ich weg 2Sie dir es wohl gefällt. und mittel wähle: Laß, gott, 411. Erbabne majestät, mich stets dabei Auf recht und An macht unendwahrheit schaun, Auch nie lich reich, Wer ist dir auf mein wohlergehn Auf andrer der erd, Und wer im himmel elend baun. gleich? Vor dir erbebet höll 3. Dein fluch trifft jedes und welt; Und was dein arm glück, Dabei die tugend leidet, umschlossen hält, Muß deinen Dabei der, der es fucht, Gott, ícepter scheuen, Und sich mit deine wege meidet. Wer un- zittern freuen. he en recht liebt und thut, Erbt dei 2. Du hast durch deine hand nen himmel nicht. Nie treffe Die bimmel ausgestreckt, Die mich, o gott, Dieß schreckliche erde fest gegründt, Der see gericht. Bad fight ein ziel gesteckt. Dein wort bes 4. Nie blende mein gemüth wegt der berge grund Und Der citelkeiten schimmer. Die stürzt sie in des meeres schlund welt mit ihrer Lust Vergeht Willst du zur strafe ziehen: doch einst auf immer. Was So kann kein mensch entfliehen. bilft uns furze lust? Was 3. In deiner hand sind wir, bilft uns eitle pracht? Nicht Wie thon in töpfers hand. ein vergänglich gut Ists, was Leib, seele, gut und blut Hast uns glücklich macht. du uns zugewandt. Du lehrst 5. Ein gott ergebnes herz, das menschliche geschlecht durch LOO 259 Ho@ 5. Gehorsam gegen Gott. Durch die vernunft und schrift dir zum preiß und dank, Aus dein recht, Willst, daß wir liebe folgen, nicht aus zwang. thun und denken Nach deiner vorschrift lenken. 2. Mein heiland ist mir vorgegangen, Er thate deinen 84. Erleuchte meinen geist, willen gern: Will ich des chriO gott, mit deinem licht; Cich sten ruhm erfüllen, Und ihm fürchten ist mir stets Co selige gefallen meinem herrn: So keit als pflicht. Hilf, daß ich muß ich auch von lastern rein, als dein unterthan, Der nie- Gleich ihm, zum guten willig mals dein entbehren kann, sein. Bemüht sei deinen willen, Ge- 3. Laß deine Heilige gefege horsam zu erfüllen. Mir immerdar vor augen 5. Präg deine gegenwart, fein, Und gib, daß ich sie nie Herr, den gedanken ein. Laß verlege, Stets fürchten, was mich im dunkeln auch Dein sie sündern dräun. Wie helles auge scheun. Erinnre schwers auch meinen lüften mich an deine macht, An je- deucht, So ist dein joch doch ner seligkeiten pracht, Wenn sanft und leicht. ich es wollte wagen, Gehorsam zu versagen. 4. So oft ich deine stimme böre, So mache leib und geist 6. Doch gib, daß meine furcht bereit, Daß ich mit folgsamkeit Vor dir nicht knechtisch sei. fie ehre, Und thue, was sie Befreie mein gemüth Von mir gebeut: Ich soll nicht hözwang und heuchelei. Schenk rer nur allein, Ich soll und einen findlich freien geist, Der will auch thäter sein. willig thut, was du ihn heißt, 5. Beut mir die welt gleich Und der aus reiner liebe Sich tausend freuden, Damit ich im gehorsam übe. ungehorsam sei, Und droht 7. Laß, vater, deine furcht sie mir auch tausend leiden, Des lebens leitfern sein, Und So bleib ich dennoch dir gemir zum guten kraft Und eifer treu. Dir will ich folgen, stets verleihn. Sie mache mich o mein gott, Dir treu verblei von heuchelei, Von menschen ben bis zum tod. furcht und trägheit frei: So 6. Wenn ich mich im gehorwerd ich im gewissen Die sam übe, So bin ich sicher, daß füßte rub genießen. ich dich Von ganzem Herzen 5. Gehorsam gegen Gott. redlich liebe, und wie so sehr Gott dessen Allmacht sonder Ende. licbst du denn mich! Auch 412. Geborsam ist die den gehorsam in der zeit Bebeste gabe, Die lohnst du in der ewigkeit. man, o gott, dir bringen kann, 7. Drum laß mich, herr, Wenn ich sie dir geopfert ha- mit treuem berzen Dir fol be, Welch ruh und freud em- gen, dir gehorsam sein. D pfind ich dann! Nur muß ich laß im glücke wie in schmerzen, R 2 260 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. zen, Stets treu mich deinemsbahn uns hin, Lehr uns dienste weihn: So bin ich jeden irrweg fliehn, Denn glücklich in der zeit, Und selig dein weg allein ist richtig. in der ewigkeit. Mach uns unsern pflichten Sollt ich meinem Gott nicht singen. treu, Daß der wandel heilig 413. Gut und beilig ist sei. dein wille, Wie 5. So wird auch bei uns du selbst es bist, o gott; Du auf erden, Wie im himmel gebeutst in tiefster fiille Hört dein gebot Willig ausgerichdie schöpfung dein gebot. Die tet werden, Heiliger und gros im himmel dir lobsingen, ßer gott Alle werke deiner hänStehn um deinen thron bereit, de Werden unterthan dir sein, Freuen sich der seligkeit, Dei- Alle deiner huld sich freun, nen willen zu vollbringen. Bis an deiner schöpfung ende. Nur der mensch erkennts oft Denn, der deinen willen thut, nicht Für sein glück und seine Hat allein es ewig gut. pflicht. ter! 2. Dir gehorcht mit sanfter 6. Vertrauen auf Gott. wonne Selger geister zahllos Was Gott thut das ist. beer. Deine veste, deine sonne, 414. Auf gott, und nicht Sturm und donner, erd und auf meinen rath, meer, Alles dienet deinem Will ich mein glück stets bauen, willen. Alles, höchster, was Und dem, der mich erschaffen du schufft, Eilt und drängt hat, Mit ganzer seele trauen. sich, wenn du rufft, Dein ge- Er, der die welt Allmächtig bot stets zu erfüllen. Nur der bält, Wird mich in meinen mensch erkennts oft nicht Für tagen, Als gott und vater fein glück und seine pflicht. tragen. 3. Oft empört sich seine seele, 2. Er sab von aller ewigkeit, Herr und schöpfer, wider dich, Wie viel mir nüßen würde; deine herrlichen befehle Wirst Bestimmte meine lebenszeit, er thöricht hinter sich; Läßt Mein glück und meine bürs sich nicht von dir regieren, de. Was zagt mein herz? PR Klüger oft, nach seinem wahn, Ist auch ein schmerz, Der zu Wählt er eine andre bahn, Die des glaubens ehre Nicht zu ihn soll zum heile führen, besiegen wäre? Aber seine bahn, sein sinn 3. Gott fennet, was mein Führt ihn ins verderben hin. berz begehrt, Und hätte, was 4. Gott, laß es uns doch ich bitte, Mir gnädig, eh ichs empfinden, Daß uns unser bat, gewährt, Wenns meine herz verführt, Daß die eitle wohlfahrt litte. Er sorgt für lust der sünden Uns zulegt den mich Recht väterlich! Nicht, tod gebiert. Mach uns deinen was ich mir ersehe, Dein wille willen wichtig, Führ auf deinelnur geschehe. 4. 3f 6. Vertrauen auf Gott. E 261 4. Ist nicht ein ungestörtessten, Den geist wird gott erglück Weit schwerer oft zu tra- halten. gen, Als selbst das widrige 4. Mein beiland, jesu christ, geschick, Bei desfen last wir Der du aus liebe bist Für mich flagen? Die größte noth Hebt am kreuz gestorben, Du hast cinst der tod Und ehre, glück mir beil erworben. Du und babe Verläßt uns doch schenkit, nach allem leiden, im grabe. Den deinen ewge freuden. 5. An dem, was seelen glück- 5. Ich harr und traue dir; lich macht, Läßt gott es kei Einst schenkst du sie auch mir, nem fehlen. Gesundheit weltlust Ich habe dein versprechen, che und pracht Sind nicht Das kannst du nimmer brechen. das glück der seelen. Wergottes Auch ich bin, wenn ich sterbe, rath Vor augen hat, Dem Des ewgen lebens erbe. wird ein gut gewissen Die Jourion trübsal auch versüßen. In bekannter Melodie. 6. Was ist der erden herrlich- 416. Von gott will ich nicht lassen, Denn leiden die- er verläßt mich nicht, Im ists übere jkummer mich zu fassen, Gibt keit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das fer zeit? Wie bald wunden! Hofft auf herrn, Er bilft uns Seid fröhlich, ihr ten, Der herr hilft knechten. den er mir kraft und licht. Er steht gern mir hülfreich bei, Mit jedem gerech- neuen morgen, Weiß er mich seinen zu versorgen; Ich sei auch wo ich sei. aller noth; tung flehten in nöthen. unglück wenden, feinen Händen. 2. Wenn menschengunst und liebe In kaltsinn sich verkehrt: gott Trau ich in Bleibt er voll mitleids triebe, Die ihn um ret Er, der mein flehen hört. Er Verließ er nie hilft in jeder noth, Hilft von Er wird mein der fünde banden, Befreit von Es steht in ihren schanden, Und rettet afelbst vom tod. 2. Auch beim gewissens- 3. Jhm, ihm will ich vers schmerz Verzaget nicht mein trauen, Auch in der schwersten herz. Auf christum will ich zeit Auf seine hülfe bauen. bauen, Und fest auf ihn ver- Er wendet alles leid, Jhm trauen, Ihm bleib ich stets erge- sei es heimgestellt, Leib, seele, geben, Im tode wie im leben. gut und leben Will ich ihm 3. Und nimmt der tod mich übergeben, Er machs wies bin, Ists dennoch mein ge- jihm gefällt. winn; Ich weiß, an wen ich 4. Es kann ihm nichts gefal glaube Er läßt mich nicht im len, Als was uns nüßlich ist; flaube Es mag der leib erkal- Gut meint ers mit uns allen, R 3 Wo soll ich fliehen hin. 415. Auf meinen lieben 262 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Er gab uns jefum christ; Hat bimmel fübre. Hoch sei der er so viel gethan, So wird herr gepreist! er auch gewähren, Was unsern leib ernähren, Den geist Ach was soll ich Sünder machen. erfreuen fann.org/pub 417. A wie ist der men5. Lobt ihn mit herz und schen liebe So munde, Ihn, der uns beides veränderlich, so falt, Wie erschenkt, Gesegnet sei die stun- stirbt sie doch so bald! Mensch, de, Darin man sein gedenkt; seß nie auf diese liebe, Die So braucht man recht der zeit, nicht hält, was sie verspricht, Wir sollen ja auf erden Durch Seß nie deine zuversicht. ihn schon selig werden, Noch 2. Aber gottes liebe trauen, mehr in ewigkeit. Das gereut und fehlet nie: 6. Mag doch die welt ver- Denn ein starker sels ist sie; gehen mit aller ihrer pracht, Die auf diesen felfen bauen, Das glück bleibt ewig stehen, Sollte auch die welt vergebn. Wohnen sicher und bestehn, Das gott mir zugedacht. 3war schließ ich hier den lauf, 3. Täglich sag ichs meiner Doch wenn ich nun im grabe seele: Gott liebt ewig, seine Genug geruhet babe, Weckt er treu Wird mit jedem morgen. mich wieder auf. neu! Ibn, den ewigen erwäh 7. Die feel ist unverloren dich dann, Daß kein feind dir le Dir zum freund und freu In gottes vaterhand; Der schaden kann. leib wird neu geboren Zum 4. Und ich will auch dich beßren vaterland. Wie selig erwählen, Vater, dir soll ganz werd ich sein! Mit gott und allein Mein vertraun gewid seinen frommen Soll ich mich met sein, Aber, ach die fräfte da vollkommen, Soll ich mich fehlen, Und mein schwaches ewig freun! herz, vergißt Gott, wie gut 8. Ob ich gleich nun auch und treu du bist. dulde Viel leiden dieser zeit; 5. Plöglich überfällt mich Wie ichs auch oft verschulde; wieder Sorge der vergänglich Kommt doch die ewigkeit, So feit, Irdisch hoffen, irdisch großer freuden voll, Die, da leid; Und dann sink ich muthich christum kenne, Und mich los nieder, Suche bei den men von ihm nicht trenne, Mein schen ruh Und mein helfer erbtheil werden soll. wärst doch du! 9. Das ist des vaters wille, 6. Ach, vergib mir, der im Der uns erschaffen hat, Ausstaube Dieses leibes dich noch seines sohnes fülle Empfabn nicht Näher kennt von ange wir gnad um gnad, Er gibt sicht! Ach, vergib mir, daß uns seinen geist, Damit er mein glaube Hier noch wankt uns regiere, Die bahn zum und sich nicht fest, Wie er follt, 6. Vertrauen auf Gott. sti 263 do sollt, auf dich verläßt! Mein schüchternes gemüthe. 7. Täglich laß es mich emp- Gib, daß ich freudig hoff auf finden, Daß nicht menschen dich, Du werdest nie als vabülfe nüßt, Auf die sich meinster mich Verlassen noch verherz oft stützt, Allen trost laßsäumen. mir verschwinden, Bis ich wie- 5. Seh ich schon keine wege der flieh zu dir, Und dann, noch Zur rettung vor mir of vater, hilf du mir! fen; Auch da laß mich, mein 8. Der du deiner finder fle- retter, doch Auf deine hülfe ben Gott, mein gott, so gern hoffen; Du bleibst doch immer erhörst, Und sie selbst auch fle- groß an rath, Und immer hen lehrst Laß mich fest im mächtig auch an that, Mein glauben stehen, Und erfahren, bestes zu besorgen. Aus tiefer noth. HD wie so treu Deine vaterliebe 6. Dieß sei mein trost, dieß sei sei. mein licht, wenn mich die sorgen fränken. Erfüllst du meine 418. Du hast, mein vater wünsche nicht; So laß mich und mein gott, glaubig denken: Daß mirs Mich durch dein Wort beleh nicht gut gewesen ist, Weil ret: Daß deine hand der from- du die höchste weisheit bist, men noth Dereinst in freude So schickst du flets das kebret; Und daß ich alles, was beste. mich fränkt, Auf dich, der un- 7. Was hier mir fehlt, das ser schicksal lenkt, Mit zuver- wirst du mir Aufs reichlichste sicht soll werfen. ersetzen, Wenn ewge freuden 2. So will denn auf dein mich bei dir In deinem reich wort auch Der sorgen mich ergößen. Da ist mein erb und - entschütten. Erhöre, gott, mein höchstes gut, O stärke mir davater mich, Erhör mein kind. durch den muth Bis an mein lich bitten. Gib meiner seele selig ende! wahre Nuh. Was mich bekümmert, lenke du 3u meinem 419. ewgen besten. Was gott thut das ist. Du, herr, bist meine zuversicht, Mein 3. Der sorgen macht hat einzger trost im leben, Mir freilich oft Mich übermeistern fehlt es nie an troft und licht, wollen. Stets hab ich nicht Weil ich mich dir ergeben; Du auf dich gehofft Wie ich wohl bist mein gott, Auf dein gebot boffen sollen. Mein gott, wie Wird meine seele stille; Denn groß ist meine schuld, An dir gut ist stets dein wille. hab ich durch ungeduld Vielfällig mich verfündigt! 2. Wer wollte dir, gott, nicht vertraun, Du bist des schwa4. Erbarmender, vergib es chen stärke, Die augen, welmir, Nach deiner großen güte, che auf dich schaun, Sehn deiErfülle mit vertraun zu dir ner weisheit werfe. Herr, R 4 groß 264 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. groß von rath, Und stark sich Nicht ganz auf dich, Allvon that, Mit gnadenvollen mächtiger verlassen, und muth bänden Wirst du mein glück und hoffnung fassen. vollenden. In di 8. In deine hand befehle 3. Noch nie hat sich, wer ich Mein wohlfein und mein dich geliebt, Verlassen sehen leben. Mein hoffend auge müssen; Du läßt ihn, wenn blickt auf dich, Dir will ich ihn noth umgibt, Doch dei- mich ergeben. Sei du mein nen troft genießen. Des from- gott, Und einst im tod, Mein men herz Wird frei von fels, auf den ich traue, Bis ich schmerz. Der fünde böses dein antliz schaue.laadi dichten Pflegst du oft zu vernichten. Alle menschen müssen sterben. 420. Sott der wahrheit, 4. Hoff, feele, hoffe nur, auf dessen treue Unfre gott; Des sünders troft ver- hoffnung stürzt und hält! Ich schwindet, Wenn der gerechte erkenn es voller reue, Daß in der noth Die gunst des mich kleinmuth oft befällt. schöpfers findet. Wenn jener Ach, mein herz hängt noch an fällt, Ist er ein held; Er steht, dingen, die nie wahre ruhe wenn jene zittern, Als fels in bringen; Und wie oft vergeb ungewittern. ich mich, Alengstlich zweifelnd 5. Drum werf ich nicht die wider dich. ht hoffnung hin, Die mir mein 2. Gott, vergib mir meine glaube reichet. Wie elend, die fünde! Nimm den kleinmuth von zu menschen fliehn! Wohl! mir hin. Schenke, vater, deinem wer von gott nie weichet! finde Einen dir ergebnen sinn, Mein heiland starb; Er, er Der von dir nur hülfe heierwarb, Durch seine todes schet, Den nicht falsche hoff leiden, Mir ewge himmels- nung täuschet, Die das herz freuden. aufs eitle zieht, Und so schnell, 6. Getrost bin ich, wenn um wie rauch, entflieht. mich her Sich ungewitter 3. Laß mich grain und sorgen sammeln! Du bilfst, gott, meiden, Weil dein auge für wenn wir freudenleer Zu dir mich wacht, Und du schon in um gnade stammeln. Die manchen leiden Mit mir alles zeit der qual, Der thränen wohlgemacht. Laß mich auf zahl, Zählst du, du wiegst die dein wort stets hoffen, Das schmerzen, Und wälzst sie von doch immer eingetroffen. Gott, dem Herzen. der deinem wort nicht traut, 7. Herr, du bist meine zu Hat auf leichten sand geversicht; Auf dich hofft meine baut. seele. Du gibst, was meinem 4. Laß mich vest im glauben glück gebricht, Gibst, daß ich werden, Daß dein wort warmich nie quäle. Wer wollte haftig sei! so werd ich hier auf Vertrauen auf Gott.st 265 auf erden Von so mancher ich ein heide, Der ohne gott unruh frei. Dann werd ich, und hoffnung ist? Nein, das gott, mit vertrauen Stets auf ist meines Herzens freude, deine hülfe schaun; Dann Daß du, o gott, mein helfer wächst meine zuversicht Und bist. Hilf, mein erbarmer, die hoffnung trügt mich nicht. stärke mich, Denn nichts ver5. Auch erhebt sie meine seele mag ich ohne dich. mest Selbst noch über tod und 3. Der Herr erzieht hier seis grab, wenn ich den zum füh- ne finder 3ur ewigkeit mit rer wähle, Der sich einst auch weiser huld. für mich gab. Er, der siegreich züchtigt viel auferstanden, Macht mich los wir verdient, von todesbanden, Führt mich ould; Er hat nicht lust an zu dem leben ein, Wo kein unserm schmerz; Ganz anders leid wird weiter sein. denkt sein vaterherz. Er schont, er gelinder, Als Und hat ges 6. Muß ich gleich noch hier 4. Die lieb ist gott! wie auf erden, Gott, vor dir ein pil- fann ich zagen? Gab er für grim sein, Wirst du doch von mich nicht jesum chrift? Was den beschwerden Dieser zeit mich könnte mir ein gott versagen, einst befrein. Derwünschte Der so unendlich gütig ist? selge stunden, Ewig aller Erhabner trost, der nimmer noth entbunden, Werd ich trügt, Und jeden zweifel überdich, mein heiland sehn, Und, wiegt! wie du, zur freud ein 5. Ich harre seiner, und bin gehn. stille. Wie bald verstreicht die 7. Laß mich fröhlich darauf prüfungszeit! Dann schöpf ich hoffen, Herr, herr, meine zuver- dort aus seiner fülle, Unendsicht, Bis das alles eingetroffen, liche zufriedenheit. Er leite Was auch mir dein wort ver- mich nach seinem rath, Wie spricht. Auf dich quelle alles er mir zugesaget hat. lebens, Harrt der glaube nie vergebens; Was wir glauben, 422. Wer nur den lieben schauen wir, Einst gewiß, o herr, bei dir. gott läßt walten, und hoffet auf ihn alleWer nur den lieben gott. zeit, Den wird er wunderbar 421. Mein schuß ist gott, erhalten In aller noth und Jutakais ihn laß ich wal- traurigkeit. Wer gott, dem ten, Ich hoff auf ihn, er kennet allerhöchsten, traut, Der hat mich. Ihm fehlts, die seinen an, feinen fand gebaut. zu erhalten, An mitteln nie, 2. Was helfen uns die und sein bin ich; Ich gründe, schweren sorgen? Was hilft meine zuversicht Auf diesen uns unser weh und ach? fels, und wanke nicht. Was hilft es, daß wir alle 2. Was quäl ich mich? bin morgen Beseufzen unser un R 5 gemacht 266 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. gemach? Wir machen unser] In allen meinen thaten. kreuz und leid Nur größer 423. Auf deine weisheit durch die traurigkeit. schauen, Gott, 3. O halte doch dem höch deiner güte trauen, Das sten stille, Und sei mit seinem schafft zufriedenheit. Wer kann rath vergnügt; Erwarte wie mein wohl entscheiden? Wer sein guter wille, Wie fein schenft mir bessre freuden, Als allwissenheit es fügt, Gott! du, herr, aller seligkeit? ber uns ibm bat auserwählt, 2. Vor dir ist nichts verDer weiß am besten, was uns borgen: Wie sollt ich ängstfehlt. blich sorgen, Da du mein va4. Er fennt die rechten freuter bist? Du, herr, gabst mir denstunden, Weiß, wenn uns mein leben, Und wirst mir hülfe nüßlich sei; Wenn er alles geben, Was mir zur uns nur hat treu erfunden, wohlfahrt nöthig ist. Geduldig, ohne heuchelei: 3. Wir streben oft nach dinSo kommt er, eb wirs uns gen, Die, wenn sie uns ge versehn, Und lässet uns viellingen, Des unglücks quellen guts geschehn. sind. Ein schein, der uns 5. Denk nicht, in deiner bethöret, Und unsern stolz verdrangsalshiße, Daß du von mehret, Macht uns für wahre gott verlassen seist, Daß ihm güter blind. nur der im schoose sige, Den 4. Der hang zu eitelkeiten alle welt für glücklich preist. Stört doch zu allen zeiten Die Die zukunft ändert oft sehr wahre seelenruh. Wenn wir viel, Und seget jeglichem sein dir unser leben, O vater überziel. geben, Dann fließt dem herzen 6. Es sind ja gott sehr friede zu. leichte fachen, und seiner all- 5. Dein rathschluß sei mein macht gilt es gleich, Den reiwille, Ich will in beilger stille chen, flein und arm zu ma- Mich deiner vorsicht freun. chen, Den armen aber groß Dein ewiges erbarmen, Dein und reich. Er ist der herr, beistand soll mir armen Zuder jedermann Gar bald er- friedenheit und muth verhöhn, bald stürzen kann. leihn. 7. Sing, bet und geh auf 6. Laß mich nicht zweifelnd gottes wegen, Verrichte deine wanken, Wenn traurige ges pflicht getreu, Trau ihm und danken Mir deinen trost ents seinem reichen segen, So wird zichn. Ich werde nie vergeer bei dir werden neu. Denn bens Zu dir, herr meines wer nur seine zuversicht Auf lebens, Mit findlichem vertraugott segt, den verläßt er en fliehn. nicht. 7. Erleichtre meine leiden Durch 7. Ergebung in Gottes Willen u. Führungen. 267 Durch deines geistes freuden, Lobsingt in mir Dann meine Durch muth und hoffnung ganze seele dir. mir. Drückt mich die last der schmerzen, Dann spricht meinem herzen: Ich, dein retter, belfe dir.. der 3. d), alle leiden dieſer zeit zu Sind doch nicht werth der cr- berrlichkeit, Die du wirst of fenbaren. Bald wird auch mir 8. Was sollt ich mich be- der duldung lohn; Bald steh trüben, Den menschen, die auch ich vor deinem thron dich lieben, Muß alles segen Mit treuer fämpfer schaaren; sein. Ich bin ja vein erlöster, Und danke dann dir, gott, Sonst weiß ich keinen tröverflärt, der ißt mich prüft, ster, Sonst keinen schuß als mich dann bewährt. Daß ich rich allein. von allen leiden frei Ein seliM. Herzlich lieb hab ich dich o herr. ger des bimmels sei, Barmher424. Dir trau ich, gott, ziger, Fest, ohne graun, Will und wanke nicht, ich dir traun, Denn einst Wenn gleich von meiner hoffe werd ich dein antlig schaun. nung licht Der letzte funke schwindet. Mein helfer und 7. Grgebung in Gottes wil len und Führungen. mein gott bist du, Durch den 1100 mein herz toch endlich rub Wer nur den lieben. Und freude wieder findet. 425. Herr, mache meine Von jeher hast du mich ge seele stille! Was führt, Und meines wandels mich hienieden fränkt und lauf regiert; mit segenvoller drückt, Das ist dein weiser vaterhand So manche nothrath und wille, Der nichts hinweg gewandt. Unendlicher zu meinem schaden schickt. Du Ich trau auf dich, Du leiteft bist's, der alles ändern kann, mich, Sch kämpf und stege, Und was du thuft, ist wohlgott, durch dich. gethan. 2. Schwer ist der kampf der 2. Auch auf den aller rauhleiden schwer! Kaum fübl ich sten wegen Fübrst du mich zur muth und stärke mehr, Noch glückseligkeit. Bon jeder trübsal länger auszudulden; Dodhernet ich segen, 3 dir nur, ewig, vater, zürnst du nicht, gott, mein herz geweiht; Ihr Du gehst mit uns nicht ins ausgang wird erfreulich sein, gericht; Strafft nicht nach un- Siehts gleich mein blöder geist sern schulden. Bald ist der nicht ein. thränen maaß gefüllt, Bald 3. Drum laß mich stille sein meiner seelen schmerz gestillt, und hoffen, Wenn du mir Bald hat gott all mein flebnprüfung bast bestimmt; Dein erhört, Mich gnug geprüft vaterherz steht dem doch offen, und mich bewährt. Du gott Der zu dir seine zuflucht nimmt. der huld! Erhört von dir, Wer hier treu deinen wil fen 268 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. len thut, Mit dem machst dus der, Mache daraus, was bu auch immer gut. willt, Was du willt; mein 4. Uns bleibt oft, was uns gott und schild! nüßt, verborgen. Wer hat es je 2. Von dir hab ich ja mein genau erkannt? Wie oft sind leben, Gott, der du mein vaunsre wünsch und sorgen Voll ter bist; Mir zum heil hast du thorheit und voll unverstand! gegeben Deinen sohn selbst, jeWer kann, was seinem wohl- fum christ, Und mein sichrer ergebn Zum schaden dient, treuer führer, Der mir deine ganz übersehn? wege weist, Ist ja selbst dein 5. Nur du, gott, fennst und guter geist. Hab ich den nur wählst das beste, O vater, ma- zum regierer. Dicho du dreis che selbst mein herz In dieser ein'ger gott, O! so schreckt mich überzeugung feste, So ehr ich, feine noth. auch im größten schmerz, Dich 3. Und wie könnt ich doch stets mit der entschlossen verzagen, Ging es noch so wunbeit, Was gott will, das ge- verlich; Da ich kann bis heute scheb allzeit. sagen: Gottes güte führet mich! 6. Die stunde wird gewiß Nun erleb ich denn auch mordoch kommen, Da mich voll- gen, so lebt auch noch kommnes glück erfreut. Denn mein gott, Der für mich in jeder einmal führst du deine from noth Treu und liebreich fermen Zur völligen zufrieden- ner forgen, Gut und treu mich heit, Und dann wird ihnen führen wird, Weil er vater offenbar, Daß nur dein rath ist und hirt. der beste war." 4. Ginge mir es wie ich's 7. Da erndt' ich auch von wollte; So ging mir es selten meinen plagen Die felgen gut. Wenn das siets geschehen früchte ewig ein. Da wird mein sollte, Was sich wünscht mein berz, ftatt aller flagen, Nurseigner muth, Würd ich oft mein voll des frohen lobes sein: unglück wählen. Ich erfahre Der herr, der für mein heil gar zu oft Böses, wenn ich gewacht, hat alles mit mir guts gehofft; Meine besten wohlgemacht. wünsche fehlen. Drum in gott, Laffet uns den herren preisen. mein herz, sei still, Mir geschehe, 426. Ich ergebe mich dem was gott will. willen Meines 5. Was gottwill, geschehe im gottes ganz und gar, Der mer! Was ich will und schädwird auch an mir erfüllen lich ist, Daslaß ja geschehen Was mir nüget immerdar. Inimmer, Gott, der du so gütig Siehe, höchster gott hernieder; bift! Und da dir mein unverAlles, was ich hab und bin, mögen, Dir zu folgen, ist bes Geb ich dir ganz eigen hin! Du fannt. O so laß doch deis gabst es, bir geb ichs wie- ne bhand Meiner schwachheit fraft 7. Ergebung in Gottes Willen. 269 fraft beilegen, Und dann, va- 7. An das, was du beschlossen ter, folg ich dir; Was du Will ich ganz unverdrossen willst, geschehe mir, Mit froher Hoffnung gebn. Kein unfall unter allen Wird Nun ruhen alle Wälder. n allen meinen thalie zu schwer mir fallen; Mit ten Laß ich dich, dir werd ich ihn überstehn. höchster, rathen, Der alles 8. Dir hab ich mich ergeben, kann und hat, Du mußt in Zu sterben und zu leben, Wie allen dingen, Soll etwas mir es dein wink gebeut; Es sei gelingen, Mein helfer sein mit mein end verborgen, Es komm rath und that. beut oder morgen, Du weißt 2. Nichts hilft mein ban- dazu die beste zeit. ges sorgen Vom abend bis 9. So sei nun, seele, seine zum morgen, Nichts meine Und traue dem alleine, Der ungeduld. Du magst's mit dich erschaffen hat; Es gebe meinen sachen Nach deinem wie es gehe! Dein vater in willen machen; Ich traue dei- der höhe, Weiß doch zu allen ner vaterhuld. fachen rath. 3. Es kann mir nichts ge- 428. Befiehl du deine we schehen, Als was dein rath alege, Und was dein ersehen Und für mich nüßlich herze kränkt, Der treuen vas hält. Ich nehm es, wie dus terpflege, Des, der den weltgiebest; Was du von mir be- kreis lenkt, Der wolken, flyth liebest, Das hab ich völlig und winden Gibt ordnung, auch erwählt. ziel und bahn, Der wird auch 4. Jch traue deiner gnade, wege finden, Die dein fuß Die mich auf deinem pfade gehen kann. Vor allem übel schützt; Leb ich 2. Dem herrn mußt du nach deinen säßen, So wird vertrauen, Wenn dirs soll mich nichts verlegen, Nichts wohlergebn, Auf ihn mußt du fehlen, was mir wirklich nüßt. stets schauen, Wenn dein wert 5. Laß mich nur meiner fün- soll bestehn. Mit sorgen und den Vor dir vergebung finden, mit grämen Und mit selbst Und tilge meine schuld; Zum eigner pein Läßt gott sich gar heiligungsgeschäfte Verleih mir nichts nehmen, Es muß erbemuth und kräfte, Und habe ten sein. dann mit mir geduld. 427. 3. Dein aug, o gott der gna6. Leg ich zum schlaf mich de, Sieht immer ungeschwächt, nieder Weckt mich der morgen Was gut sei, oder schade Dem wieder zu meines lebens sterblichen geschlecht. Und was pflicht; Irr ich auf finstern du dann erlesen, Dein rath wegen, Geh ich dem leid ent- fürs befte hält, Bringst du gegen, So gibt dein wort mir zum stand und wesen, Wie es trost und licht. dir wohl gefällt: ll 4. An 270 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. 4. An mittel und an wegen hätt in seinem sinn Er deiner Fehlt dirs, allweiser nicht; sich begeben, Und sollst du fürDein thun ist gnad und segen, und für In angst und nöthen Dein gang ist recht und licht; schweben; Als fragt er nichts Dein werk kann niemand hin- nach dir. dern, Du kannst nicht träge 10. Wirds aber sich befinden, ruhu, Wenn du, was dei- Daß du ihm treu verbleibst; nen findern Ersprießlich ist, So wird dein leid verschwinwillst thun. R den, Da dus am mind'sten 5. Und wollten welt und gläubst; Er wird dein berz er teufel bier boshaft widerstehn: lösen Von der so schweren So wird doch ohne zweifel last, Die du zu keinem bösen Gott nicht zurücke gehn; Was Bisher getragen hast. er sich vorgenommen; Und 11. Wohl dir, denn deine was er haben will, Das muß treue Trägt da den sieg dadoch endlich kommen Zu sei von; Sieh muthig auf und nem zweck und ziel. Dich über ihren lohn; freue 6. Hoff, o bedrängte seele, Gott schmückt mit siegespalHoff und sei unverzagt! Gott men Gewiß einst deine hand; weiß es, was dich quäle, Den Und du fingst freudenpsalmen fummer, der dich nagt, Er Dem, der dein leid gewandt. wird dich ihm entrücken. Er 12. Herr, mach ein fröhlich warte nur der zeit, Bis dich ende Mit aller unser noth, mit bolden blicken Sein ange Und reich uns deine hände ficht erfreut! leben und in tod. Stets 7. Auf! wehre deinem laß uns deiner pflege Und schmerze, Der bangen sorgen treu empfohlen sein, So ges nacht. Laß fahren, was das ben unsre wege gewiß zum berze Betrübt und traurig himmel ein. Im macht. Bist du doch nicht reIn voriger Melodie. gente, Der alles führen soll, 429. Chrift, alles, was Gott sigt im regimente, Und fübret alles wohl. dich fränket, Bes fiel getroft dem Herrn, Er, 8. Jhn, ibn laß thun und der die himmel lenfet, Ist walten, Er ist ein weiser fürft, auch von dir nicht fern. ErUnd wird sich so verhalten, wach ous deinem schlummer, Daß du dich wundern wirst, 3u gott erhebe dich. Er fiehet Wenn er, wies ihm gebühret, deinen kummer, Und liebt dich Mit wunderbarem rath Das väterlich. werk hinausgeführet, Das dich 2. Sinds sünden, die dich bekümmert hat. schmerzen, So fühle deine 9. Er wird zwar eine weile schuld; Doch trau mit gan Mit seinem trost verziebn, zem Herzen Auf deines mittlers Und thun an seinem theile, Als huld. Zu wahrer ruhe führet Die 7. Ergebung in Gottes Willen. 271 Die reu, die gott gefällt; Al- Jaieret Sein ratb ift wunderlein den tod gebieret Die trau- bar, Einst wirst du überfüh rigkeit der welt. ret, Daß er der beste war. 3. Trau gott, nicht deinen Will auch dein berz oft wanschlüssen, Die wahl des besten fen, Als dächt er deiner nicht, zu. Sprich, wer wirds besser Wirst du ihm doch einst danwissen, Dein schöpfer oder du? ken, Er hält, was er verspricht. Er weiß ja, was dir fehlet In 9. Wie sollt er dein nicht jedem Augenblick, Was er, denken, Er, ter dich kennt und dein vater wählet, Das dient liebt; Nicht troft und glück dir zu deinem glück. schenfen, Er, der so gerne 4. Der gott, auf dessen segen giebt? So gern mit seinem Dein ganzes wohl berubt, Ist segen Der menschen herz ers stets in seinen wegen, Gerecht freut, Auch auf den rauhsten und weis' und gut, Und was livegen Führt er zur seligkeit. er seinen findern Zu ihremj 10. Mit ruhigem gemüthe beil erfah, Kann kein erschaff- Verlaß auf ihn dich fest, Und ner hindern, Wenn er gebeut, wiß, daß seine güte Dich stehts da. POZY ST167 St ewig nicht verläßt. Er will, 5. Vergeblich toben feinde nach einer weile, Dich desto Auch noch so fürchterlich, Hast mehr erfreun. Zu deinem du nur ihn zum freunde, Ist grösten heile Verzeucht er, er dein gott für dich, Wer barre fein! Ho gleicht ibm? feinen winken 11. Wohl dir alsdann, du Gehorchen erd und meer. Laß trener, Wie groß ist einst dein deinen muth nicht sinken, Dein lohn! Dein richter, dein beschirm und schild ist er. Neicht dir die sieges6. Gott zählet deine zähren,[ fron! Auf kurze prüfungstage Und wird, was gut ist, gern, Folgt ew'ger preiß und dank. Auch deinen wunsch gewähren Dann schweiget jede klage Harr in geduld des Herrn, Und wird ein lobgesang. Ders niemals böse teinet. Nun ruhen alle Wälder. Hoff unverzagt auf ihn. Wenn 430. Was soll ich ängst seine zeit erscheinet, Wird deine lich flagen, Und wohlfahrt blühn. freier in der noth verzagen? Der 7. Ergib dich ihm mit freu- böchste sorgt für mich. Er den, Sei stark durch seine sorgt, daß meiner seele Kein fraft! Sei auch zur zeit der wahres wohlsein fehle. Genug leiden Ein christ und tugend- zum trost, mein herz, für haft! Und dann ergreif im dich! glauben Den troft der ewig- 2. Was nützt es ängstlich keit; Wer kann dir diesen rau sorgen, Und jeden neuen morben, Der allen gram zerstreut? gen mit neuem fummer sehn? 8. Sei froh, dein gott re- Du, vater meiner tage, Weißt, 272 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Weißt, eb ich dirs noch sage, Was du mit mir gethan, Kann Mein leid und auch mein ich doch des mich trösten, Du wohlergebn. nimmst mich, mich erlösten, Ge 3. Auf deine hand zu schau- wiß dereinst zu ehren an. en, Dir findlich zu vertrauen, 10. Dort bei den frommen Das, herr, ist meine pflicht. schaaren, Dort werd ich es Ich will sie treulich üben, Und erfahren, Wie gut du mich dich, mein vater, lieben; Denn geführt. Da sing ich dir mit du versäumst die deinen nicht. freuden, Nach überstandnem 4. Der du die blumen fleidest, leiden, Den dank, der deiner Und alle thiere weidest, Du huld gebührt. bi schöpfer der natur, Weißt alles, was mir fehlet; Drum, Wer nur den lieben Gott. feele, was dich quälet, Befiehl 431. Mein gott, du weißt dem Herrn und glaube nur. am allerbesten 5. Herr, alle meine sorgen, Das, was mir gut und nütlich Die noth, die oft verborgen ist; Du bleibst, ist auch die An meinem herzen nagt, Werf noth am grösten, Mein hels ich auf dich den treuen; Dufer, wie dus ewig bist. Gib, weißt den zu erfreuen, Der daß ich einzig dir vertrau, Und fromm nach deiner hülfe fragt. nie auf menschenhülfe bau. 6. Wenn meine augen thrä- 2. Räum alles weg aus meis nen, Und sich nach hülfe seh- ner seelen, Was deinem willen nen, So flag ich dirs, dem widerspricht, Und wollte mirs berrn. Dir, vater, dir befehle sich auch verbehlen, So stelle Ich jeden wunsch der seele, du mirs selbst ins licht, Was Du hörst, du hilfst, du segnest mir noch fehlt an findes sinn, gern. Und neige dann mein herz 7. Der du mir hier im leben dahin. Saver er delt Schon größres heil gegeben, 3. Hilf mir im geist und Und deinen sohn geschenkt, wahrheit sprechen: Du bist Du wirst mir alles schenken, mein vater, licht und heil, Und mir zum besten lenken, Verzeihst mir gnädig meine Was mich bekümmert, quält schwächen, Und schenkst auch und fränkt. mir an chrifto theil. Du bist 8. Du führest, herr, die dei- mein aller bester freund, Ders nen Nie so, wie sie es meinen; treu und redlich mit mir Nein, nur nach deinem rath. meint. de chaty to Settim Ob ich mich auch betrübe, 4. Denn darf ich mich dein Bleibt doch dein rath voll lies find nur nennen, Bist du mein be, Das zeigt der ausgang vater und mein freund: So mit der that. muß mir alles nüßen können, 9. Wenn ich hier tiefen sebe, Was mir auch noch so böse Und es nicht ganz verstehe, scheint. Das bitterste wird önit mir 07 Ergebung in Gottes Willen. 273 mir versüßt, Wenn du nur, Mein berz und sinn ergeben. gott, mir gnädig bist. Was böse scheint, ist mir ge 5. Drum gib, daß ich dir winn, Der tod selbst ist mein findlich traus, Und demuths- leben; Denn gott ist mein, Und voll, doch unverzagt, Mein ich bin sein; Was ist wohl, boffen sicher darauf baue, daß mir schade! Ob er gleich Was dein so theures wort schlägt und freuz auflegt Ist mir sagt, Dein geist erkläre doch sein thun voll gnade. meinem geist, Was deine vatertreue beißt. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr, Mein vater muß 6. Jd bin ja auf so viele mich lieben, Läßt er auch oft weise, Mein berr und gott, mich freudenleer, So will er dein eigenthum, Drum gib, mich nur üben, und mein ges daß ich zu deinem preise, Und müth In seiner güt Gewöhdeines großen namens rubm, nen sich zu fassen, Uleb ich ge Dir digne in gerechtigkeit Mit duld, Trau seiner huld, Wird williger ergebenbeit.er mich nicht verlassen. Put 7. Du schaffst das wollen 3. Ich bin ja nicht von unund vollbringen, Von dir gefähr Entsprungen aus der fommt weisheit und verstand; erden; Gott ists, der mich zu Drum reiche mir in allen din- seiner ehr, Das, was ich bin, gen Aus gnaden deine vater- ließ werden. Gab er das sein band. Erbarme meiner Dem leib allein, Der kurze schwachbeit dich, Und stärk zu zeit nur währet? Nein, auch allem guten mich. dem geist, Der jeßt ihn preist, 8. Legst du was auf, so bilfs Und der ihn ewig ehret. auch tragen, Gib mir geduld 4. Und wer erhält mit allin leidenszeit Und sei in gut gewalt Mir jede fraft zum und bösen tagen Mein troft leben! Wär ich nicht längund meines herzens freud. stens todt und kalt, Wenn Gib demuth, einfalt, lieb und mich nicht gott umgeben Mit zucht, Was unrecht ist, das seinem arm, Der alles warm, sei verflucht. Gesund und fröhlich machet? 9. Nun, herr, du siehest Was er nicht hält, Das bricht mein bestreben, Verleih mir und fällt; Was er erfreut, deines geistes frast: Du willst das lachet. sie ja dem gerne geben, Der 5. Bei ihm ist weisheit und treulich gutes durch sie schafft. verstand Mehr, als wir mens Dann zeigt mein redlich from- schen fassen; Er hat von ewigmer sinn, Daß ich dein ewig feit erfannt, Was er will kombleib und bin. men lassen. Er weiß, wann M. Was mein Gott will, bas. freud, Er weiß, wann leid 432. J bab in gottes Uns, seinen findern diene, herz und finn Und was er thut, Ist alles gut, TUDITOR 2274 Zweite Abtheil.V. Pflichten gegen Gott. gut, Obs noch so traurig weg zum schauen. Du bist schiene. so an mein hirt, Der alles wird zu 6. Du denkest zwar, wenn solchem ende kehren, Daß ic du nicht hast, Was sinnen- mit dank und lobgesang Dich Just begebret, Als sei mit ei- ewig werde ehren. ner großen last Dein lebens- Mel. Was Gott thut das ist. gang beschweret, Hast spät 433. Was zagst du? gott und früh, Viel sorg und müh regiert die welt! Auf selbst erwählten wegen; Und der ist ja allmächtig, Den Und denkest nicht, Das wae arın, der alles fleisch erhält, geschicht, Geschehe dir zum Was macht dir den verdächjegenindusj da tig? da tig? Wenn meeresfluth, 7. Es fann bei lauter son Schwerdt, feuersgluth Uns nenlicht Das feld nicht früchte ichon ereilet hätten; So kann tragen; So reist auch men- doch er noch retten. Bild schen wohlfahrt nicht Bei 2. Was zagst du? gott re lauter guten tagen. Wie bit- giert die welt! Und der ist ja ter sei Die arzenei, Schafft allwissend, Selbst was dein fie doch neues leben; So muß herz verborgen hält, Ist den das leid zu neuer freud Und noch ihm wohlwissend. Sollt' wahrem glück erheben.ibm dein schrein Verborgen 8. Ei nun, mein gott, so sein? Die bitte, die du thatest, fall ich dir Getrost in deine Wußt er noch, eb du batest. hände. Nimm mich, und mach 3. 20as zagst du? gott res es so mit mir, Bis an des le- giert die welt! Und der i ja bens ende, Wie dirs gefällt, allweise; Stets dient der weg, Der du die welt Nach weisem der ihm gefällt, Zum heil dir, rath regierest, Und so auch ihm zum preise. In finster. mich Stets väterlich Auf richt- niß führt er gewiß Oft auß gem pfade führeft. der nacht der leiden Ins hellste 9. Willst du mir geben son- licht der freuden.d nenschhein, So nehm ichs an 4. Was zagst du? gott res mit freuden, Solls aber giert die welt! Ist stets allge. schmerz und trübsal sein, genwärtig; Wenn sich dein Will ichs geduldig leiden. herz verlassen hält, Dir nay, Willst du allhier noch län- zu helfen fertig. Sein odem ger mir Des lebens fraft er nur Trägt die natur, Trägt, balten, Wie du mich führstwo auch jeder walle, Doch Und führen wirst, So laß ich allenthalben alle. gern dich walten.tis 15. Was zanst du? gott re10, Auch noch im tobe bin giert die welt! Und er ist auch ich dein, Vor ihm soll mir geduldig. 3Zwar, wenn er ins nicht grauen; Er führt zum gericht uns stellt Sind selber bessern leben ein, Er ist dersfromme schuldig; Doch sein Jup gericht dio mga 18.7 Vom Gebet.didle sining 275 gericht Trifft fromme nicht., met, Der schämt sich gottes Drum sei gewiß er schone Freund zu sein; Und stößt bas Auch dein in seinem sobne. angebotne glück Muthwillig 6. Nun, gott, da du die welt selbst von sich zurück. regierst, Wie dürft ich ängst 5. Sein glück von seinem lich zagen? Ein leid, in wel gott begehren, Ist wahrlich ches du mich führst, Soll nie keine schwere pflicht; Und seimich niederschlagen. Ich hoff ne wünsche gott erklären, Ge auf dich, Du läsfest mich Bald reuet sicher niemals nicht. Er deine hülfe schauen. Dir, dir gibt uns muth und stärkt die will ich vertrauen. fraft Zur dämpfung jeder leirenschaft. 8. Vo m Gebet. 1. Pflicht u. Beschaffenheit des Gebets Grweckung dazu. Wer nur den lieben Gott. den stärken In dem vertraun, 6. Sich in den leidensstundaß gott uns liebt, Im fleiß zu allen guten werken; Ist 434. Dein beil, o christ diese pflicht für dich betrübt? nicht zu verscher So triffst du nichts auf erden zen, Sei wach und nüchternan, Das dauerhaft erfreuen zum gebet! Ein findlich flehn kann. si sunt intoss aus reinem herzen Hat gott, 7. Gott, laß mich nicht mein dein vater, nie verschmäht, beil verscherzen, Gib lust und Er ist die liebe selbst und kraft mir zum gebet; Und wenn bört, Was seiner finder herz mein mund aus gutem herzen begehrt, feiner Zu dir um hülf und gnade 2. Erhebe dich zu seinen hö fleht: So höre mich von dei ben mit dank und fleben oft nem thron Durch jesum chris und gern; Er läffet, was dir stum deinen sohn. nügt, gescheben, Ist dir zu hels fen niemals fern; Und thut, so du nur zu ihm flebst, Mehr 435. als du bittest und verstehst. dankie 3. Welch glück, so boch ge- D christ, vor gottes angesicht. ehrt zu werden, Und im gebet Laß keine trägheit dich besies vor gott zu stehn, Der herr gen In der erfüllung dieser des himmels und der erden pflicht. Dübe sie zu gottes Bedarf der eines menschen preiß Und deinem heil, mit flibn? Er will blos deine se treuem fleiß. lipfeit, enn er zu beten dir gebeut, d 2. Bet oft in einfalt deiner seelen, Gott sieht aufs berz, In voriger Melodie. Komm betend oft und mit vergnügen, 4. Sagt gott nicht: bittet, gott ist ein geist. Wie können daß ihr nehmet? Ist des gebe- dir die worte fehlen, Wenn tes frucht nicht dein? Wer nur dein herz dich beten heißt? sich der pflicht zu beten schä- Der glaub an gett und sei S2 nen 276 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. nen sohn, Rübrt ihn; nicht| glied soll sein des andern leerer worte ton.feind; Solch bitten, das aus 3. Bet oft zu gott und schmeck liebe fließt, Gefällt dem, der in freuden, Wie freundlich er, die liebe ist. Ende: dein vater, ist. Bet oft zu 9. Bet oft, so wirst du glau gott, und fühl im leiden, Wie ben halten, Dich prüfen und treulich er das leid versüßt. das böse scheun; An lieb und Gott hörts, gott ists, der hülfe eifer nicht erkalten, Und reich schafft; Er gibt den müden an guten werken sein. Denn trost und fraft. muth und fraft und seelenrub 4. Bet oft und heiter im Sagst du, gott, dem, der bits gemüthe, Schau dich an seinen tet zu. wundern satt, Schau auf den 10. Dies reize mich, vor dich erust, schau auf die güte, zu treten Mit lob und dank, Womit er dich geleitet bat. mit wunsch und flehn. Doch Oft irrtest du, er trug ge- meine fehler bei dem beten duld; Erfenn und preise seine Wollst du, mein vater, über huld. Ardila as m schn. Weil der, der dir zur 5. Bet oft, durchschau mit rechten fißt, Mich als mein frohem muthe Die herzliche mittler unterstüßt. barmherzigkeit, Des, der mit In voriger Melodie. seinem theuren blute Uns vom 436. verderben hat befreit; Und Von dir kommt jede gute gabe; Nur cigne dir zu deiner ruh Und du, mein gott, fannst mich als heiligung sein opfer zu. lein Mit allem, was ich nö6. Bet oft, gott wohnt an thig babe, Zu meinem wahren jeder stätte, In keiner minder wohl erfreun. Mein leben und oder mehr. Denk nicht, wenn mein glück beruht Allein auf ich mit vielen bete, So find dir, du höchstes gut. ich ch'r bei gott gehör Ist nur 2. Umsonst ist alle meine dein wunsch gerecht und gut, mühe, Wenn dein gedeihen So sei gewiß, daß gott ihn sie nicht frönt. Was ich auch thut. noch so ängstlich fliehe, Wird 7. Doch säume nicht in den doch von mir nicht abgelehnt, gemeinen Auch öffentlich gott Wenn vor dem übel, das mich anzuflehn, Und seinen namen schreckt, Mich nicht sein mächts mit den seinen, Mit deinen ger schuß bedeckt. brüdern, zu erhöhn. Fühl der 3. Wie sollt ich denn nicht vereinten andacht werth; Die von dir bitten, Was meiner deine eigne stärkt und nährt. seele wunsch begehrt? Vor 8. Bet oft zu gott für deine dir, o gott, sein herz ausschüt brüder, Für alle menschen, als ten, Wenn noth und fummer ihr freund. Denn wir sind uns beschwert, Besänftiget eines leibes glieder. Rein der seele schmerz, Und öffnet 11211 dei 277 og 8. Vom Gebet. if that deinem trost das herz. muth niederfällt; Jehovah, 4. Sollt ich nicht dank und er, der ewig war, Und ist und ruhm dir bringen, Wenn mich sein wird immerdar. ein wahres glück erfreut? Dir, 3. Durch ein verstelltes allerhöchster, dir lobsingen Ist händefalten, Durch schöner wor gut, ist für uns seeligkeit, Und te leeren laut, Ist bei dem flößt uns wahren eifer ein In herrn nichts zu erhalten, Der deinem dienste treu zu sein. nur allein aufs herze schaut. 15. Du hörest es mit wohlge Bor ihm gilt nicht der äußre fallen, Wenn deine kinder zu schein: Man muß nicht scheidir flehn, Verschmähest nicht nen, sondern sein. 16 ihr schwaches lallen, Wenn 4. Ein zuversichtlich findfie lobfingend dich erhöhn. lich) lallen, Ein wahrer glaub Du ehrst den wieder, der dich an jesum christ, Der voll beehrt, Und hörest den, der dich, gier, gott zu gefallen Durch gott, hört. reine liebe thätig ist; Dieß 6. Mit segen uns zu über- ists, was durch die wolken schütten, Bist du, o vater, bringt, Und segen uns herniestets bereit. Was wir nach der bringt. deinem willen bitten, Gibst 5. O welch ein glück schon du uns aus barmherzigkeit. hier auf erden Im glauben Und wer dir dankt, dem stö- mit gott umzugehn! Schon mest du Beständig neuen se- hier den engeln gleich zu wergen zu. den, Die stets anbetend vor 7. So will ich dann zu dei- jihm stehn! Mensch, nimm zu nem throne Oft im gebet mich deinem eignen heil, An diesem findlich nahn. Nimm, vater, himmelsglück oft theil! si nimm in deinem sohne Der an- 6. Mußt du in angst und dacht opfer gnädig an, Dein fummer schmachten, Eo flage geist regiere meinen geist, Daß er deine noth dem Herrn. Er dich betend würdig preist. In voriger Melodie. wird dein flehen nicht verachten, Er ist allmächtig und 437. Wagst du vor got hilft gern, Verbirgt er auch tes thron zu tre- sein angesicht: Er hilft gewiß, ten, So mache dich bereit, osverzage nicht. de vous fait christ, In geist und wahrheit 7. Wenn gute thaten dir anzubeten Den gott der geist gelingen, Preiß ihn, der dich und wahrheit ist. Laß nicht der als vater liebt, Jhn, welcher eiden sorgen zu Und denke, wollen und vollbringen Durch mit wem redest du? seinen geist zum guten gibt, 2. Er ists, dem alle himmel Und zuversichtlich rufe dann dienen, Der herr und schöpfer Um diesen geist ihn ferner an. aller welt, Vor dem das chor 8. In bösen und in guten der seraphinen Verhüllt in de- tagen Laß das gebet dein lab S 3 fal 278 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. fal fein: So wirst du nie vollssen auch nicht werth: So fei Eleinmuth zagen, Und nie dich coch unser flchu erhört Von übermüthig freun. In deinem dir aus lauter gnade. herzen und mit dir Bleibt 6. Du, vater, weißt, was gottes friede für und für uns gebricht, So lange wir bier leben. Es ist dir auch vers nicht, Wenn wir in Sei lob und ehr dem. 438.vater unser gott, borgen un des ist Dein werk, nöthen schweben. Um beistand uns zu belehren, Wie du recht fleben wir dich an, Des macht anzurufen bist, Daß du uns und gnades alles kann, Die fannst erhören. Drum geuß, uns nicht will verlaffen. wie uns dein wort verheißt, 7. Wir haben ja die freuSelbst über uns aus deinen digkeit Durch) jesum chrift emp geist Der gnad und des gefangen, Der gnadenthron ift betes. mg 30 uns bereit, Von dem wir 2. Er nehm sich unsrer bülf erlangen. Laß heil'ge, bänd schwachheit an, Uns fräftig zu uns immer bier Aufheben, vertreten, So oft wir deinem vater, und zu dir Mit wahthron uns nahn, zu dankenfrer inbrunft fleben. ahir und zu beten, Und unser flehn 8. Dein nam, o gott, gehei zu dir, o herr, Sei nie ein ligt werd; Dein reich laß uns frostiges geplerr; Es sei ein erfreuen, Dein will gescheh flehn des herzens. auch hier auf erd; Gib fries 3. Ingeist und wahrheit laß den, brod, gedeihen; All unfre zu dir Das herz uns glaubig sünden uns verzeih; Steb uns richten, Mit andacht beten in der versuchung bei Erlös für und für, Obn fremdes uns von dem übel.com gildust thun und dichten. Gib uns 9. Dieß alles, water, werde des glaubens zuversicht, So wahr, Du wollest es erfüllen. hoffen wir und zweifeln nicht Die Erhör und bilf uns immerdar bitte zu erhalten. Um jesu christi' willen, Denn 4. Hilf, daß wir keine zeit dein, o herr, ist allezeit Von noch maaß Im beten dir vor- ewigkeit zu ewigkeit Das reich, schreiben, Anhalten ohne unter- die macht, die chre. terlaß Und auch bei dem nur nd din pr bleiben, Was uns dein wille 2. Kraft, Nußen und Segen des Gebets. bitten lehrt, Was deinen grossen namen ehrt, und unser wohl befördert. d 439. Genug du haft genade. Mein bester trost in 5. Laß uns im herzen und ud meinem Leben gemüth Auf unsre fraft nicht Ist ein gebet zu meinem gott, bauen, Auf deine weisheit, Dieß kann mir kraft in schwach macht und güt Laß einzig uns beit geben, Geduld und muth vertrauen, Und sind wir des.in jeder noth, Bei jedem. gram 8. Vom Gebet.edido 279 grai bei jedem schmerz Ein Dann bitt ich gott; er hilft ruhiges zufriednes herz. mir kämpfen, Er gibt mir 2. Wie kann ich troft und muth zu jeder pflicht Und zuflucht finden, Wenn mein schenft mir willigkeit und gewissen mich verklagt; Wenn kraft Zum siege über leidenbei der menge meiner fünden schaft. 10 Mein herz vor seinem richter 8. Wenn ich im 1'eg ten zagt? Nichts tröstet mehr als fampf des lebens Bei nieein gebet, Das bei dem herrn mand hülfe finden kann: So um schonung fleht. ruf ich gott doch nicht verges 3. Muß ich um des gewis- bens Um seinen troft und beifens willen Ein spott der la stand an, Der, wenn die sprasterbaften sein, So bet ich de che mir vergeht, Doch meine muthsvoll im stillen Zu mei- seufzer noch versteht. nem gott, er hört mein Nun ruhen alle wälder. schrein, Nimmt väterlich sich 440. Könnt ich in meinen meiner an und stärkt mich nöthen nicht gott bog auf der tugend bahn.vertraun, nicht beten, Wie 4. Nie will ich mich zu rä- elend wär ich dann; Wann chen suchen, Wenn mich ein trost und hoffnung wanken; feind zu fränken sucht, Und Wie soll ichs gott verdanken, nie will ich dem wieder flu- Daß ich dann zu ihm beten chen, Der mir aus unverstand fann? geflucht. Nein, meine rach sei 2. Oft raubten bange ein gebet, Das gott um gnade schmerzen Den frieden mei für ihn fleht. nem Herzen Und störten meine 5. Und wenn ein kummer ruh: Doch wenn mich fummich verzehret, Den ich nie- mer quälte, Dann fleht ich, mand entdecken kann; Dann dann beseelte Dein troft michy, ruf ich gott, der mich erhöret, gott, dann hörest du. Um trost in diesem fummer] 3. Dann trug ich meine lei an. Ich weiß, wer ihm mit den Mit größerm muth und zuversicht Sein leld klagt, den freuden, Und ruh empfand verwirft er nicht. mein geist. Ich fand dann im 6. Ruf ich ihn an bei dem gebete Den trost, um den ic geschäfte Des standes, den er flebte, Den treft, den uns mir verlieb; So fleh ich nie dein wort verheißt. ingidumsonst um kräfte: Der gott 4. Ficht ich zu dir am morder stärke gibt mir sie; Er gibt gen, So schwiegen meine for aus väterlicher huld Mir se- gen Den ganzen tag in mir. gen, Flugheit und geduld. Mit ruhigem gemüthe Ver7. Wenn, meine böse luft traut ich deiner güte Und zu kämpfen, Mir schwachen überließ mein schicksal dir. d ni muth und fraft gebricht, 5. Und ruhig war mein S 4 schlummer, 280 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. schlummer, Wenn ich dir meiden schon, Wie er geschieht nen fummer, O gott, zuvor gevor deinem thron. Mach flagt. Von diesem trost umges uns, o gott, in freud und leid ben, Daß du wachst für mein Zu dem, was dir gefällt, be leben, War meine seele unver- reit. Wehr auch des fleisches zagt. sind übermuth, Das wider deinen 6. Noch werden viele tage willen thut. Mir traurig unter plage Und 5. Gib uns heut unser täg unter gram vergehn. Laß, lich brod, Du fennst am bes herr, in meinen leiden Mich sten unsre noth. Hilf uns, nie dein antlig meiren, Mich entferne frieg und streit, Pest, immer freudig zu dir flehn. seuchen, mißwachs, theure zeit! 7. Und laß mich stets empfin- Laß bei uns heil und friece den, Daß die dein antlig fin- blühn Und laß uns geiz und den, Die glaubig dir vertraun. sorge fliehn. Mit ruhevollem herzen Will 6. Vergib uns gnädig unsich in meinen schmerzen Aufre schuld, Und trage doch mit dich nur meine hoffnung baun. uns geduld! Begnadiget von 3. Das Gebet des Herrn. dir, dem herrn, Verzeihn wir unsern schuldigern. Und du Golt vater an erbar thuft auch barmherzigkeit An dag men reich Derjdem, der gern, wie du, du in eintracht uns zugleich verzeiht. Vater unser im himmelr. Als kinder heißest zu dir 7. Herr, in versuchung führ nah'n; Wir rufen auf dein uns nicht. Und wenns im wort dich an. Und betet vor kampf an fraft gebricht, Hilf dir unser mund, Hilf, daß es du mit deiner starken hand geb von herzens grund! Und gib uns kraft zum widers 441. we 2. Dein name müß uns hei- stand; Daß wir zuletzt als sie. lig sein; Erhalte dein wort ger stehn Und deiner gnade bei uns rein; Und gib, daß, ruhm erhöhn. wie du heilig bist, Auch heilig 8. Mach uns von allem übel unser wandel ist. Behüt uns, los! Des lebens elend hier herr, vor falscher lehr; Und ist groß. Bewahr uns vor die verführet sind, bekehr. dem ewgen tod; Hilf auch in 3. Dein reich erschein in unsrer sterbensnoth; Und ende dieser zeit, Und vollends in glücklich unfern lauf: Nimm der ewigkeit. Steb uns mit uns in deinen himmel auf. deinem geiste bei, Mach uns 9. Dein it reich, kraft und von sünden knechtschaft frei, berrlichkeit, O herr, in alle Dämpf deiner feinde macht ewigkeit, Wir alle sind dein und wuth, Nimm deine firch eigenthum. Gebet erhören, ist in deine hut. had bein ruhm. Im namen jesu 4. Dein will gescheh auf er- flehn wir nun; Du kannst, du Gebet des Herrn. 231 8. Vom Gebet. du wilist, du wist es thun. machst du uns zu deinen er10. Herr, amen! ja es werdejben, Und führst uns endlich, wahr. Stärk unfern glauben wenn wir sterben, zu dir ins immerdar, Daß wir nicht reich der chren ein. Wie wohl ist mir o freund. 442. Gott, der du in dem zweifeln, unser flehn Turch 4. Herr, es gescheh dein deine gnad erfüllt zu sebn. beilger wille Auf erden, wie Ein freudig amen sprechen wir, im himmelreich. In ihm kommt O vater, auf das wort von alles guten fülle, Ihn thun, dir. macht uns den engeln gleich, Dein wille ist in allen dingen Gerecht, und heilig, ihn voll biminel throneft, bringen, Ist unfre rub und se Mit herrlichkeit reid) angeligkeit. Nur laß uns ihn auch than, Und tort in einem lich- recht erkennen, Laß uns von te wohneft, zu welchem nie lieb und eifer brennen, zu folmand fommen fann. Jehovah, gen dem, was er gebeut. unser berr und vater, Erhal 5. Gib uns in unsern lebenster, schöpfer und berather, tagen Des leibes nahrung un Gott, den der ganze himmel ser brod! Lehr uns das glück beehrt, Vernimm mich, da ich vor scheiden tragen, Und mit ges dich trete, Mit dem vollkom- lassenheit die noth. Gib, daß mensten gebete, Das uns. dein wir nicht des eitlen achten; ewaer sobn gelehrt. Vielmehr mit ernst am ersten 2. Geheiligt werde, berr, trachten Nach deines reichs gedein name, So wie er selber rechtigkeit: So wird von deiheilig ist! Es wiß es adams nen gütern allen Auf uns ganzer saame, Daß du sein auch unser antheil fallen, Wie gott und vater bist; Daß auf dort, so hier auch in der zeit. der ganzen weiten erde Dein 6. Erlaß, o gott, uns unsre hoher ruhm verherrlicht wer- schulden Und gib, daß wir auch de, Und jedes herz dein tempel gern verzeihn, Beleidigungen sei; Daß nicht ein frevler, fromm erbulden, Und nie radchnicht ein spötter, Nicht ein süchtig wieder dräum. Stets verehrer fremder götter, Dich dem gebot gehorsam leben: und dein heiligthum entweih. Vergebet, so wird euch verges 3. Dein reich, v gott, laß zu ben: So wirst du auch nach uns kommen, Das reich der deiner huld Dieß theure wort gnade und der kraft, Das sel- an uns erfüllen, Und uns, um ge reich, das in den frommen jesu christi willen, Vergeben Dein heilger geist erbält und unsre sünden schuld. schafft. Laß uns durch lehre 7. Laß uns nicht in versu und durch leben Dein reich chung führen Von unserm hier zu erweitern streben Und herzen und der welt. Und hilf deine treue bürger sein: So uns allzeit triumphiren, Wenn ihre 282 Zweite Abtheil. 1V. Pflichten gegen Gott. ihre macht uns überfällt, der höh, Mit freudigkeit! Stark ist in uns der reiz der 5. Was unser leben hier sünden, Wir sind zu schwad erhält, Gib uns so lang es zum überwinden, Und der ver- dir gefällt. Doch gib uns suchungen sind viel, Drum auch ein herz dabei, Das gott sei mächtig in uns dankvoll und genügsam sei, schwachen Durch treues fäm- Und die vertrau! poon m pfen, beten, wachen Bring uns 6. Ach, oft vergehn wir uns zum vorgesteckten ziel! Joan dir, Verzeih uns, vater, 8. Du herr! haft macht, uns so wie wir, Um deiner huld zu erlösen Unendlich groß ist uns zu erfreun, Auch unserm deine treu. Drum mach uns nächsten gern verzeihn, Der frei von allem bösen, Mach an uns fehlt! gilt 10 uns auch von der fünde frei, 7. Dringt Erleicht're uns des todes lei- versuchung her, So sei sie nie den, Und führ uns ein zu für uns zu schwer. Steh uns deinen freuden Nach dieses zum siege mächtig bei, Mach lebens müh und streit. Denn uns im guten fest und treu, wundervoll find deine werke, Erbarmender! auf und wo Dein ist das reich) und fraft 8. Erlöß uns endlich, unser und stärke, Von ewigkeit zu ewigkeit. gott, Nach deinem rath, aus aller noth. Nimm, nach vollErschienen ist der herrlichkeit. brachtem prüfungslauf, Uns 443. Du, deß fich alle bim- zu dem bessern leben auf, mel freun, Auch Gott, dem wir traun! unfre feele freut sich dein, 9. In deines himmels bei Daß du, deß macht unendlich ligthum, Auf deiner erd erschall ist, Daß du gott unser vater dein ruhm! Dein ist die macht, die bift. Gelebt seist du! herrlichkeit, Von ewigkeit zu 2. Weit, über unsre einsicht ewigkeit. Gelobt seift du! weit, Geht deines namens 4. Andere allgemeine Bitberrlichkeit. Ibn ehre stets, vont ten zu Gott. lieb entbrennt, er deinen Ich dank dir schon durch. großen namen nennt, Unend 444. Allmächt'ger, der im licher! Mut himmel thront, 3. Verbreite deiner gnade Und auf das niedre siehet, D ruhm Durch jesu vangelium; hör mich, der im staube wohnt Mach unser Herz ihm unter- Und betend zu dir fliehet. than, So beten wir dich freu dig an, Allgütiger! 2. Was ist der mensch, wie arm, wie bloß Ist er, der berr 4. Der du in deiner waht nie der erden! Was ist der mensch, irrst, Und wohl zu thun nie mü- wie frei, wie groß! Unsterb de wirst, Dein wille, weisester, lich soll er werden. gescheh Auf erden, so wie in 3. Welch ein geschenk gabft M 8. Gebet. Allgemeine Bitten zu Gott. 233 du mir nicht, Da du vernunft groß an rath und that. Du mir schenftest, Und da du durch willst, daß mit gebet und flehn, ibr göttlich licht Mich zu der Wir stets auf deine hülfe wahrheit lenkteſt! sehn. rti 4. Verleih mir doch die wis 2. Drum komin ich auch mit senschaft, Mein ewges glück meinem beten, O gott, vor zu finden; Und gib mir wils deinen beilgen thron. Wie len, muth und fraft, Mich freudig kann ich vor dich treten, selbst zu überwinden.om die Denn mich vertritt bei dir 5. Lehr mich, was mein dein sohn. Durch ihn bin ich gewissen fagt, Weit allem voll zuversicht. Mein schwa vorzuziehen, und laß mich, ches flebn verwirfst du nicht. was es untersagt, Mit größ 3. So gib mir denn nach tem eifer flichen. sid deinem willen, Was deinem 6. Gib mir ein weich gefühl- finde heilsamist, Nur du voll herz, Wenn leidende ich fannst mein verlangen stillen, febe. Gib, daß bei meines Weil du des segens quelle bist. feindes schmerz Ich nie froh Vor allen dingen sorge du Für lockend stebe.meines geistes wahre rub. 7. Laß mich nie mit vers 4. Gib mir beständigkeit in wegner hand Nach deinem glauben, Laß meine liebe tbäs strafrecht trachten, Noch jeden, tig sein. Will etwas mir dieß der dich nicht erkannt, Der fleinod rauben, So schränke hölle würdig achten. die versuchung ein, Und stärke 18.3m glücke furcht, in mich mit fraft und muth: unglück muth, Sei alles, was So fieg ich über fleisch und ich flehe. Was du, mein blut. schöpfer, willst, ist gut, Und 5. Bewahr in mir ein gut was on willst, geschehe! io mgewissen, Ein berz zu dir voll 9. du, des ewge majestät freudigkeit, Ein herz, aufs Durch alle himmel dringet, Vor gute stets beslissen, Das sich dem mit lob der engel steht, vor deinem auge scheut. Und Und preis und ehre bringet. febl ich, gott, so zücht'gel mich, 10. Jch beug mein fuie vor zu meiner beßrung väter dir, o herr, Der du mich staublich. Fundur mbi erboben, Heil mir, ich bin 6. Ein herz, das in beglückten ein geist wie er, Der mensch tagen, D vater, deiner nie vers darf, herr, dich loben. gißt, Ein herz, das unter noth Wer nur den lieben gott läßt. und plagen Mit deinem rath 445. Wer kann, gott, je zufrieden ist. Ein herz, voll was gutes haben, zuversicht zu dir, Und voll Das nicht von dir den ur- geduld, verleibe mir.-The sprung hat? Du bist der ge- 7. Du wirst es alles weißber aller gaben, Und immer lich fügen, Du weißt am best sten, 284 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. sten, was mir nüßt, An dei- lest du mir geben. In deiner ner huld laß ich mir gnügen, band steht meine zeit, Laß du Die schwache mächtig unter- mich nur barmherzigkeit Vor stützt. Zufrieden, vater, folg dir im tode finden. im toe n diabest ich dir, Befest'ge diesen sinn in mir.on Vor deinen thron. 8. Soll ich auf erden länger 447. Ich komme vor dein leben, So gib, daß ich dir angesicht, Verwirf, leben mag. Laß mir den todo gott, mein flehen nicht, Vervor augen schweben, Und gib mir alle meine schuld, Du fommt dereinst mein sterbetag: gott der gnade und geduld. So fei mein sausgang aus 2. Schaff du ein reines herz der zeit Ein eingang in die in mir, Ein herz voll lieb und herrlichkeit. Sei lob nnd ehr dem 446. Gott, deine furcht zu dir, Ein herz voll demuth, preis und dank, Ein gute ruhig herz mein lebenlang. Pe reicht so weit, So 3. Sei mein beschüßzer in weit die wolken geben, Du gefahr, Ich harre deiner im frönst uns mit barmherzigkeit, merdar; Wo ist ein übel, das Und eilst uns beizustehen. mich schreckt, Wenn deine Bist mächtig väterlich gesinnt; vaterhand mich deckt? aut Vernimm mein flehn, bör 4. Ich bin ja, herr, in deiner mich dein find! Denn ich will hand, Von dir empfing ich vor dir beten. TELMUT den verstand, Erhalt in mir 2. Jch bitte nicht um über und durch dein wort Erleucht fluß, um schäße dieser erden. und leit ibn immerfort. in Laß mir, so viel ich haben 5. Laß, deiner güte mich muß, Nach deiner gnade wer zu freun, Sie stets vor meiden. Gib mir nur weisheit nen augen sein. Laß, meines und verstand, Dich gott, und glaubens mich zu freun, Jhu den, den du gesandt, Und mich stets durch liebe thätig sein. selbst zu erkennen. 6. Das ist mein glück, was 3. Ich bitte nicht um ehr du mich lehrst; Das sei mein und ruhm, So sehr sie men glück, daß ich zuerst Nach deischen rühren: Des guten na- nem reiche tracht und treu Ju mens eigenthum Laß mich nur allen meinen pflichten sei. nicht verlieren. Mein wahrer 7. Ich bin zu schwach aus ruhm sei meine pflicht, Der eigner fraft Zur dämpfung ruhm vor deinem angesicht, meiner leidenschaft. Du aber Und frommer freunde liebe. ziehst mit fraft mich an, Daß 4. So bitt ich dich, mein ich den sieg erlangen kann. herr und gott, Auch nicht um 8. Gib von den gütern die langes leben, Im glücke de ser welt, So viel mir nützt muth, muth in noth, Das wol- und dir gefällt, Bei wenis gem 8. Vom Gebet. Allgemeine Bittgesänge. 285 gem zufriedenheit, Zu meinem, mels vorschmack ist, und einst fleiße beiterkeit. mein Ende mir versüßt. 9. Schenkst du mir aber 4. Dein wort sei meines überfluß, So laß mich mäßig lebens licht, So täuscht der im genuß, Und dürft'ge men- erden glück mich nicht. Die welt schen zu erfreun, Mich einen mit ihrer lust vergeht, Wer froben geber sein. deinen willen tbut, beftebt. 10. Gib mir gesundheit und 5. Hilf, daß ich meiner pflicht verleih, Daß ich sie nüß und getreu, Gern andern menschen dankbar sei, Und nie, aus nüßlich sei; Mich freue mit liebe gegen sie, Mich zaghaft den fröhlichen, Und weine mit einer pflicht entzieh. den weinenden. dee dhi 11. Erwecke mir stets einen 6. 3um woblthun fei mein fecund Ders treu mit meiner berz bereit, Zur sanftmuth, wohlfahrt meint, Mit mir in zur versöhnlichkeit; So bring deiner furcht sich übt, Mirjich christlich und in rub Aaf rath und trost und beispiel erden meine tage zu. gibt. 7. Im glück gib mir beschei 12. Bestimmst du mir ein] denheit, Ein herz zu dir voll längres ziel, Und werden mei- dankbarkeit, Jm unglück schenke ner tage viel: So sei, berr, mir geduld, Und trost an dei meine zuversicht, Verlaß mich ner vaterbuld. auch im alter nicht. mein 8. Was sonst mir fönnte nüß 13. Und wenn sich wird lich sein Siehst du, mein gott, mein ende nahn, So nimm dich am besten ein. Gib nur, daß meiner herzlich an, Und feilich stets sei vergnügt, mit al durch christum deinen sohn, lem, was dein rath verfügt. Mein schirm und schild, 9. Du, herr, bist meine zus großer lohn. versicht. Entzeuch mir deine gnade nicht, Und schließt sich 448. Bis hierher halfft du hier mein lebenslauf: So nimm mir, mein gott, mich in den himmel auf. Du halfft mir aus so mancher 10. Da wechselt nicht mehr, noth, Und o wie viel, die un- freud und leid. Da find ich bekannt Mir blieb, ward von bis in ewigkeit Das glück, das mir abgewandt. Feine unluft stört, Das glüd, 2. 3um frohen aufenthalt das sich ohn ende mehrt. allhier Gabst du so manche In voriger Melodie. tret ich freuden mir, Und immer noch 449. Vor deinen thron ist deine treu, Mich zu beglücken, biemit, täglich neu. Gott vater, höre, was ich 3. Drum wart ich ferner auf bitt, Verwirf von deinem dein heil, Ein gut gewissen sei angesicht, Verwirf mich armen mein theil. Das hier des him- sünder nicht. 2. Gott 256 Zweite Abtheil, IV. Pflichten gegen Gott. 2. Gott, schöpfer, vater, o thig sich Und auch im elend wie mild Schufst du mich als nicht vergeb, Daß mein herz dein ebenbild. Durch dein wort trost und rube find, Und alles bin und lebe ich, Vergehen freudig überwind. müßt ich ohne dich. 11. Dir, gott, dankt dann 3. Errettet hast du mich gar mein berz und mund, Dir oft Sehr wunderlich und un- dank ich jetzt und alle stund Für verhofft, Da nur ein schritt, deine güte, treu und gnad, ja nur cin haar, Mir zwischen Die mich so viel gesegnet hat. tod und leben war. 12. Laß deine treue vater4. Berstand und ehr hab hand Niemals von mir sein ich von dir, Des lebens noth- abgewandt. Mich selbst, und durft gibst du mir; Dazu was ich hab und bin, Geb ich auch einen treuen freund, in deinen schug dir bin. Ders treu im glück und un- 13. Hilf, daß ich sei von herglück meint, din zen fromin Und daß mein ganzes 5. Sohn gottes, durch christenthum Aufrichtig und dein blut und tod Halfft du rechtschaffen sei; Nicht augen, mir aus der fündennoth. Du dienst und heuchelei. bifts, der mein gewissen stillt, 14. Fehl ich, so hab mit Mein herz mit fried und freud mir geduld, Vergib mir gnäerfüllt. dig meine schuld, Und heilige 6. enn mich mein eigen durch frömmigkeit Mich imberz verklagt, Und dann die mermehr zur ewigkeit. bange feele zagt: So sichert 15. Und fommt mein lebens, mich dein mittleramt, Daß ziel heran, Mein Herr und mich mein richter nicht ver gott, so bilf mir dann. Laß dammt. nur mein sterben selig sein, 7. Du bist mein beil in ewig- Auch noch im tode bin ich feit, Bist meines herzens trost dein. und freud, Ich kann durch 450. dein verdienst allein Hier rubig und dort felig sein. 61 gott, du frommer gott, Du quelle Ohn ten nichts aller gaben, 8. Gott beilger geist, du höch- ist, was ist, Von dem wir alste fraft, Du bists, der in mir les haben; Gefunden leib gib alles schafft. Ist guts an mir, mir, Und daß in solchem leid so iste nicht mein, Du hasts Ein unverlegte seel, Und rein gewirkt: es ist aanz dein. gewissen bleib. 9. Du schaffft, daß ich gott 2. Gib, daß ich thu mit fleiß, recht erkenn, Ibn glaubig herr Was mir zu thun gebühret, und vater nenn, Daß ich dem Wozu mich dein befchl In wort der wahrheit treu Und meinem stande führet. Gib, standhaft gott ergeben sei. daß ichs jedesmal Thu, wann 10. Daß ich in trübsal mu- lund wie ich soll, Und so ges rathe 8. Vom Gebet. Allgemeine Bittgesänge. 287 rathe mirs Durch deinen ses Dein ruf lebendig machen. bein gen wohl.h wloat 90 Dann führe mich verklärt In 3. Hilf, daß ich rede stets, deinen himmel ein Und laß Womit ich kann bestehen, Laß mich selig dort mit allen kein unnüßes wort Aus meis frommen sein. nem munde gehen. Und wenn Vater unser im himmelr. nach meiner pflicht Ich reden 451. Herr und regent der soll und muß: So gib den ganzen welt, der worten fraft Und nachdruck sie einst schuf, sie noch erhält. ohn verdruß. id so 54 Mass Du bist es gott, der alles trägt, 4. Findt sich gefährlichkeit, Was ist, was lebt und sich So laß mich nicht verzagen. bewegt. Dein ist die macht, Gib einen frohen muth Und fraft, majestät, Durch die der trost in leidenstagen. Durch weltbau herrlich steht. fanftmuth lehre mich Besiegen 2. Jch aber bin blind, dürfmeinen feind; Und wenn ich tig, blos, Mein elend, meine raths bedarf, Gib einen weis noth ist groß. Drum bring ich sen freund. mein gebet vor dich, Erhör, 5. Laß mich mit jedermann erhör es gnädiglich. Schenk In fried und eintracht leben, du mir, der du gütig bist, Gott So weit es christlich ist; alles, was mir nöthig ist. Willst du mir etwas geben An 3. Erleuchte mein sonst finreichthum, ehr und glück: So stres herz, Gib wahre buße, gib auch dies dabei, Daß ich reu und schmerz. Und babe bei nicht ungerecht, Nicht stolz so mancher schuld Noch ferund sicher sei. nerhin mit mir geduld. Gib 6. Soll ich in dieser welt meinem glauben fraft und Mein leben höher bringen, licht; Erseße du, was mir Und unter mancher last Hin- gebricht. durch ins alter dringen: So 4. Nimin, vater, der es einzig gib, daß ich auch stets Ein kann, Dich meiner seele liebs frommes herz bewahr, Damit reich an; Bewabre mich für ich tragen mag mit ehren beuchelschein, Und mache mein graues haar. inite all gewissen rein, Daß ich( o 7. Laß mich auf christi tod stehe du mir bei!) Der tuEinst froh von binnen scheiden gend treu ergeben sei. Die seele nimm zu dir Hinauf 5. Gib mir verstand in alzu deinen freuden. Es rubellem thun, Der weisheit geist sanft der leib In seiner stillen laß auf mir ruhu, Und wo gruft, Bis ihn dein allmachts- mein berz im zweifel steht, wort Ins neue leben ruft. gleich den kindern, wanUnd, 8. Wenn alle todten dann kend geht: Da leite mich Auf dein gebot erwachen, nach deinem ratb, Und för So wird auch meinen staub dere zugleich die that. 6. Wann 288 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. 6. Wann denn mein fleiß fraft Mich ernstlich zu befleidas seine schafft: So gib dem ßen, Ein wahrer chrift zu sein, leibe stärk und fraft, Erhalte llnd nicht nur so zu heißen. mid) gesund und frisch, Und Denn wer den namen hat segne nahrung, haus und Und nicht die that zugleich, tisch, Bescheere mir mein täg- Kommt wahrlich nimmer mehr lich brod, Und sorge für mich zu dir ins himmelreich. in der noth. 5. Laß mich gewissenhaft In 7. Hilf, taß des lebens allen stücken wandeln, und big und last, Die du mir überall vor dir So denken, re aufgeleget host, Mir nicht zu den, handeln, Daß ich) im hers schwer zu tragen sei. Und zen rein Dir, gott, vertrauen bricht des leibes hütt entzwei; kann, Und fromm versichert sei, So führ durch Christi blut und Du nimmst dich meiner an. pein Den geist in deinen him- 6. Doch wenn ich schwacher mel ein.sebeld noch Aus übereilung feble, Herr, so verwirf mich nicht, Erwecke meine scele, Daß sie den fehltritt bald Erkenne und 5. Besondre Bittgefänge um geistl. Wohlthaten. tmb Gott du frommer. 452. Herr, aller weisheit bereu, Und ihn aufs künftige quell, Gib mir Zu meiden, wachsam sei.e recht zu erkennen, Daß nur 7. Ich übergebe mich Bis an die frömmigkeit Auch weis- mein lebensende Mit allem, beit sei zu nennen. Doch gib was ich bin, In deine vater mir auch dabei Ein herz, das hände. O mache du, mein so dich ehrt, Wie dir es wohl gott, Den vorsatz fest in mir, gefällt, Und uns dein sohn Ein wahrer christ zu sein; gelehrt. So leb und sterb ich dir. 53. Shp Sich hier bin ich, Ehrenkönig, Les fen und zu leben. Ich bin ge- ne mich vor deinen thron, tauft auf ihn, Dies sei zur hei- Meine thränen Und das sehe liaung, Der ich gewidmet war, nen Meines herzens weißt du Mir stets ermunterung. schon. Laß dich finden, Laß 3, Auch mir gabst du dein dich finden. Herr bist du, ich ivort, Dies leite meine fcele, staub und thon! 2. Ich nenne mich nach ihm, Befördre mein Bestreben, Auch 453. ftets nach deinem sinn Zu den-) 2aß sie den sichern weg Der 2. Sich doch auf mich, Herr, wahren tugend wähle. Was ich bitt dich, Lenke mich nach nüßt der glaube mir Mit sei- deinem sinn. Gott, mein trö ner wissenschaft? Wenn dochlster, Des erlöster, Deffen ei mir immer fehlt 3um guten genthum ich bin. Laß dich finluft und fraft. honden, laß dich finden, Gib dich 4. Gib, höchster, mir dielmir, nimm mich dir hin. 3. Sch man 8. Vom Gebet. Um geistliche Wohlthaten. 289 3. Ich begehre Nichts, ofseele Den alten fünden sinn, herre, Als nur einzig deine Daß ich, was du willst wähgnad. Du versagst nie, Son- le, Voll eifer mich forthin dern gibst sie Dem, der dich Treu deinem dienst ergebe, liebt in der that. Laß dich fins Und dir zu ehren lebe, Weil. ren, laß dich finden, Der hat ich erlöset bin. alles, wer dich hat. 4. Befördre dein erkennt4. Gnadensonne, Seelen- niß In mir, mein feelenhort wonne, Unbeflecktes gottes- Und öffne mein verständniß lamin, Freund der seele, den Durch dein heilsames wort, ich wähle, Der zu mir vom Damit ich an dich glaube, himmel fam. Laß dich finden, Nichts böses mir erlaube, Sei laß dich finden, Herr, der selig hier und dort. fünder gern annahm! 5. Ach zünde deine liebe In 5. Hör, wie kläglich, ie meiner feele an, Daß ich aus beweglich Dir bie treue fecle innrem triebe Dich ewig liesingt, Wie demüthig, Wie ben fann, Und tir zum wohl wehmüthig Dir dein kind sein gefallen, Beständig möge walherz darbringt! Laß dich fin- len, Auf rechter tugendbahn. den, laß dich finden, Wenn 6. Du gibst dem schwachen dein kind sich zu dir dringt. stärke, Verleih auch mir die 6. Dieser zeiten Eitelkei- fraft zu jedem guten werke, ten, Reichthum, wollust, ehr Die dein geist in mir schafft. und freud Lindern schmerzen Mein eigenes bestreben In Nicht dem herzen, Das da diesem armen leben Ist viel denkt an ewigkeit. Laß dich zu mangelhaft. finden, laß dich finden, Großer 7. Ich hoff auf deine gnagott, ich bin bereit. de, Mich tröstet deine treu. 454. Herr jesu, gnaden. Auf deinem guten pfade fonne, Des wah- Mach immer mehr mich neu. ren lebens licht, Laß leben, und daß ich deinen willen licht und wonne, Die allen Aufrichtig mög erfüllen, So kummer bricht, Mein ganzes steh mir kräftig bei. herz erfreuen, Und meinen ſag mir nicht. geist erncuen. Dies glück ver- 455. Herzallerliebster gott; Der du in 2. Vergib mir meine fünden, diesem leben Die reine chris Und laß mich, berr durch dich stus lehr Zum führer mir geDer anade trost empfinden, geben, Regiere doch mein herz Verleihe gnädiglich, Daß an Durch deinen guten geist, Daß des friedens gabe mein herz ich stets folgsam sei Dem, stets antheil habe. Dherr, was dein wort verheißt. er böre mich! 2. Verleih, daß ich zuerst deinem beifall trachte, T Und 3. Tilg ganz aus meiner Nach 290 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Und kein vergänglich gut Dir doch getroft vertraun. Mehr, als es werth ist, achte. 8. Erlöse endlich mich Von Wer nach dem ewigen Mit allen meinen leiden, und ist rechtem eifer ringt, Empfängt die stunde da Aus dieser welt schon hier zum lohn, Was zu scheiden, O vater, so verwahre uhe bringt. laß, Wenn meine hütte bricht, 3. Gib, daß ich von der sünd Mich sterbenden mit trost Und Mich unbefleckt erhalte, Und froher hoffnung nicht. raß in mir der trieb Zum gu- 3ch weiß mein Gott daß all. ten nie erfalte. Hili, daß ich 456. Von ganzer seele immer wach, Im fampf des preiß ich dich, glaubens tren, Und in der Herr, der du mich so väterlich boffnung stark, Und unbewea- Bis hierher haft erhalten. Laß. lich sei. für und für Noch über mir 4. Gib, daß ich als cin chrift dein vaterauge walten. Mich christo ähnlídy zeige, 2. Du schenkst uns leben, Und solgsam mein gemüth glück und rub, Gibst kraft zur Zu seiner lehre neige. Sein pflicht und schaffst dazu Daß geist regiere mich, Und nicht wollen und vollbringen, Wird der geist der welt, So bleib dein gedeihn Uns nicht erfreun ich auf dem weg, Der dir, So kann uns nichts gelingen. o herr, gefällt. 3. Du schufft und du re 5. Hilf, daß ich dich, mein gierst die welt Nach deinem gott, Von ganzer seele liebe, rath, wie dirs gefällt, Du ind lieb und gütigkeit Auch lenfft der menschen Herzen, an dem nächsten übe. Demü- Sei auch mein licht, Und toig, dankbar laß mich bei laß mich nicht, Gott, deine des glückes schein, Geduldig huld verscherzen. hoffnungsvoll In trüben ta gen sein. 4. Dein wort lehrt mich des lebens pflicht, Doch wie so oft 6. Nie müffe sich mein noch fühl ich nicht Die mängel herz Des fleisches lust erge- meiner feele! Ach gott der ben, Und nie dem schnödenhuld, Vergib die schuld, Wenn geiz. Mein dir geweibtes leich aus schwachheit fehle. ben Sei von betrug und neid, 5. Verstand und herz ist feh, Von unbarmherzigkeit, Bon lerbaft. Bald fehlt mir licht, ungerechtem gut Und stolzem bald fehlt mir fraft, Michfinn befreit. weislich zu regieren; Drum 7. Will deine hand mich hier bitt ich dich: Laß, höchster, mich auf raube wege leiten: Eo Selbst deine weisheit führen. unterflüge mich, Wenn meine 6. Herr, dessen treu uns rritte gleiten. Laß mich in al- ewig liebt, Paß mich bei je ler noth Auf deine hülfe baun gen, den sie gibt, Auf dich den Und auch wenn sie verzencht, geber schauen. Selbst, wenn du 8. Bom Gebet. Um leibliche Wohlthaten. 291 du schlägst, und freuz auf, 6. Ein gleicher muth in freud legst, Laß mich dir fest ver- und leid, Zufriedner sinn und mäßigkeit, Und ordnung trauen. 7. Gib, daß ich meine lebens- in geschäften Dieß sei mein zeit Nur dir mit ganzem ernst rubm, laß meinen leib Das geweiht In deiner furcht voll- lafter nie entkräften. bringe, Bis ich einst dir Dort 7. Und dann laß mich des für und für Lob, preiß und lebens fraft, Die deine güte ehre singe. mir verschafft, 3um guten Bittgesänge um leibliche zweck verwenden. Zu deiner Wohlthaten. Um e ebr, in lieb und pflicht Mich meinen lauf vollenden. sundheit. In dich hab ich gehoffet. 8. Doch schickst du mir auch 457. Von dir, gott der frankheit zu, So gib geduld, barmherzigkeit, sei meine ruh, Du kannst mein Kann unter gütern dieser zeitleid versüßen. Mein labsal Kein größres mir zufließen, sei dann deine gnad, Ein Als wenn du mich gesund- unbefleckt gewissen, brit, gott, Und träfte läßt 9. Und kommt dann endlich genießen. auch mein tod, D da sei du 2. Dank sei, o bester vater, mein trost, mein gott, Vers dir, Du bast aus großer liebe zeib mir alle sünden, Laß meis mir Dies gut bisher geschen- nen tod, herr, heilig sein Mich fet! Dein ists, daß ich noch ewge ruhe finden. leb und bin! Du biss, der 10. Ja gib mir, was mir mein gedenket! nüß und gut An seel und leib 3. Ach friste ferner väter an ehr und gut, Von aller lich mir dieß geschenk, denn schwachheit leiden Erlöse mich nur durch dich kann ich es und schenke tann Mir deines mir versprechen. Verschone himmels freuden. mich, ists nüglich mir, Mit um Segen in Berufs- und ankheit und gebrechen. Nahrungsgeschäften. 4. Auch laß mich meiner Herr Jesu Christ dich zu uns. sinnen nicht, enn dirs ge- 458. Hott, dessen hand fällt, o gott, mein list, Je die welt ernährt, mals beraubet werden. Er Und jedermann sein theil gebalte sie mir fernerhin, So währt, Laß deinen segen auf lang ich leb auf erden. mir ruhn Und mich mein werk mit freuden thun. 5. Mich leite deine vaterhand. Nie laß mich der ge 2. Du forgst für mich, doch sundheit Pfand Durch eigne so, daß ich Auch sorgen soll zu schald verscherzen. Auf sünden thun, was mich Dein offenfelat schwachheit und noth Und barter wille heißt, Dazu verfeel und leibesschmerzen. leib mir deinen geist. 3. Hilf, T2 292 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. 3. Hilf, daß ich stets in ich sorge, wie ich soll. Ja dieser welt, So lebe, wie es jorge du, so gehts mir wohl. dir gefällt, Mich von der Um Rettung aus Noth fünde zu befrein, Laß meine und Gefahren. erste sorge sein. 459. Wenn wir in höch4. Stehts erst mit meiner sten nöthen sind, seele wohl, Dann lehre mich Wenn weder hülf noch trost auch, wie ich soll Auf meines sich findt, Und wissen weder leibes wohlergehn Mit wah- schuß noch rath, Ob wir gleich rer christenweisheit schn. forgen früh und spat. 5. Dich ruf ich an, verlaß 2. Dann ist es unser troft mich nicht, Du weißt ja wohl, allein, Daß wir uns deiner was mir gebricht, was du noch erfreun, Und fliehn zu willst geben, gib du mir Und dir, o treuer gott, Du bester dann zufriedenheit mit dir. helfer in der noth! 6. Mit beten geh ich an 3. Wir heben unser ang und mein werk, Gib du dem leibe herz Hinauf zu dir in unserm fraft und stärk. Mit dir fang schmerz, Und flehn dich um ich die arbeit an, Durch den begnadigung, Und aller stras ich sie vollenden faun. fen linderung. 7. Erleichtre mir der ar 4. Nach deiner gnade fabrit last, Laß mich, wie du gest du, Dies allen, die dich befohlen hast, Das thun, was bitten, zu, Durch den, der meines standes ift, Erfreut, unser mittler ist, Durch un daß du mein helfer bist. sern heiland jesum Christ. 5. Dir, unserm vater, un 8. Zu dir hoff ich voll zuversicht, Du werdest meinem serm gott, Dir flagen wir all fleiße nicht ein fegnendes unsre noth. Ach deine vaters gedeihn entziehn, Vergebens auzen sehn, wie so verlassen wir da stehn. ist sonst mein bemühn. 6. Nur du bist unsre zuver 9. Du machst die dürren achst die dürren sicht, Vergilt nach unfrer berge naß, Du fleidest blumen, schuld uns nicht, Stey und laub und gras, Für deine sorg um christi willen bei, Mach ist nichts zu klein, Du wirst uns vo: allen plagen frei. auch mein versorger sein. 7. Dann danken und lobsin 10. Verstünd ich nur nach gen wir Mit freudenvollem deinem sinn, So lang ich noch herzen dir. Gehorsam deinem auf erden bin, Mit deinen ga theuren wort, Herr preisen ven umzuzehn, Wie wohl wir dich hier und dort. wird es dann um mich stehn! Allgemeine Fürbitte. 11. O mache mich dazu Was mein Gott will. recht tren, Daß ich dir tha 460. Gott, dessen nam ift tig dankbar sei, Hilf, daßl wie dein ruhm, Ich 293 8. Vour Gebet. Allgemeine Fürbitte. Bringt nicht gnug freuden. Ich wags, zu dir zu treten, unserm glück verbreiten! Und will, als für mein eigen- 6. Gib, daß sich ehre, recht thum, Für andrer wohlfahrt und treu Im ganzen lande beten. Für sich allein Beglückt küffe, Daß jeder fromm und beis zu sein, christen lig sci, Und richte jedes füße Drückt Vom sündensteg zum himmich kein joch, So fränkt melsweg, Daß beines namich doch Des nebenchristen mens ebre, Herr, durch dein leiden. wort fich fort und fort Bei 2. Du schusst ja, was von allen menschen mehre. abam stammt, 3um wahren 7. Die armen laß durch deis glück und leben. Willst allen ne huld Sich ihrer arbeit nähe auch, von lieb entflammt, Dieren; Den franfen wollest bu seligkeit gern geben. Erleuchte geduld, Betrübten trost ge doch, Die ißo noch Bei dicken währen! Wer dich verchrt, finsternissen, Sich selbst all- Sich redlich nährt, Dem wolbier Den weg zu dir Durch left du, herr, geben Zu aller sünd und wahn verschließen. zeit Zufriedenheit, Glück, hülfe, 3. Erweiche der verstockten trost und leben. herz, Bekehre die verführten. 8. Wir alle, vater, wir sind Ach, daß sie doch der sün- ja Ein werk von deinen händen schmerz Und deine gna- den, Laß nie, ist angst und de spürten! Daß keiner nicht trübsal da, Dein schuß sich In dein gericht Und strenges von uns wenden. Du bist ja urtheil fiele! Ach leite fie der, Dem nichts zu schwer, Doch spät und früh Zum vor- Drum sprich durch jesu nagesteckten ziele! men, zu deren flehn, Die 4. O stärke die im glauben vor dir stehn, Dein ja und stehn, Und kindlich dich ver- mächtig amen. ehren, daß deinen weg sie freudig gehn, Und deinen ruhm vermehren! Hilf ih- i. nen auf In ihrem lauf, Wenn ihre füße gleiten, Und lehre sie Des lebens müh Durch deine 461. fraft bestreiten. 9. Lob und Dank. Bflicht des Lobes Gottes. Erweckung dazu. Vom Himmel hoch da. Auf, christen, preißt mit mir den 5. Hilf, daß die ganze chris berrn! Wer preißt, was herrstenheit Dich als den höchsten lich ist, nicht gern? Er, den chre, Daß weder hochmuth, der ganze himmel ehrt, Ift baß noch neid Dein heiligunfers höchsten lobes werth. wort verkehre! Laß seine macht 2. Lobt ihn, sein ganzer nam Des irrthums nacht, Der ist ruhm; Unendlichkeit sein sünde reich bestreiten, Und sei- eigenthum, Dies grenzenlose nen schall Sich überall Zulmeer von licht Durchschaut T3 der 294 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. der höchste engel nicht. loben kann? Gedenkt, was er an uns gez 3. Ja freuet euch, ihn zu er- than; Wer ist, der ihn gnug böhn! Solch lob ist heilsam, herrlich, schön. Es zeigt verstand, erfreut das herz, Und 462. stillt im leiden unsern schmerz. Nun danket all und bringet. Auf, christen, brine get preiß und ehr 4. Wie wird der geist da Dem herrscher aller welt, durch entzückt, Hinauf zum Dem mächtigen, der erd und himmel hingerückt! Mit seinem meer, Und alle himmel kält. hocherhabnem freund, Mit 2. Lobt gott mit frohem gott stets inniger vercint! jubelschall, Ihn, unfer höchs 5. Welch ein so herrlicher sites gut, Der greße wunder beruf, Zu dem gott selbst die überall Auch an uns men engel stuf! Welch eine theu- schen thut. Demirer lyse re süße pflicht, Die uns so 3. Von unfrer zarten find reichen lohn verspricht! heit an Hat er uns unterflüßt: 6. Ja pflicht ist's, daß ihr Er, der allein uns helfen faun, sein gedenkt, Ihr, denen er Und gern uns hilft und schützt. verfland geschenkt, Die ehre 4. Aus seiner fulle nehmen des verstandes ist, Daß ihr wir noch immer, was uns ren ew'gen kennt und wißt! nährt, Und unsern feclen 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn auch schon hier Zufriedenheit besinat, Die ihr von ihm ein gewährt. berz empfingt, Das sich zu 5. Er breitet stets auf uns gott mit inbrunst nahn Und ferm pfad Viel freuden um feine größe fühlen kann. ber, Die noth, Womit 8. Auch euer mund, so ost sein weiser rath Uns prüft, er spricht, Erinnert euch an erleichtert er. uns diese pflicht. Die sprache dankt 6. Er trägt, nach güt'ger ihr ihm allein, Und wolltet vaterart, Uns schwache mit nicht voll ruhmes sein? geduld, Er züchtigt wohl, 9. Wer ist gutthätiger als doch nie zu bait, Und schenkt er? Denn welche gabe follt uns gern die fdule. uns der Nicht schenken, der 7. Er weckt uns das gefo sehr uns liebt, Daß er auch wissen auf, Ruft uns zur seinen sohn uns gibt? besserung: Und stärkt uns, 10. Was gebet ihr nun ihm achten wir darauf, Mit fraft tafür? Gebt ihm ein herz voll zur heiligung. dankbegier, Das ganz in sei 8. Er bleibt uns treu, fein ner lieb entbrennt, Das ist es, wort steht fest. Wer hier fich was ihr geben fönnt. zu ihm hält, Kommt, wenn 11. Auf, christen, preist er diese welt verläßt, Zum mit mir den herrn, Wer glück der bessern welt. preist nicht milde geber gern? 9. Drum, christen, singt ihm 9. Lob und Dank. Pflicht und Erweckung dazu. 295 ihm preiß und dank für Dort in ter ew'gen rub. seine freundlichkeit. Dort preist Nun freut euch lieben. fie unfer lobgesang, Noch mehr 464. Lobsinget gott und in ewigkeit. betet an! Es dank, 463. Nun danfet all und es rühm, es singe, Es jauchze, bringet ehr, Jbr wer nur jauchzen fann, Dem menschen in der welt, Dem schöpfer aller dinge! Wie gott, vor dem der engel heer groß, wie schön ist seise kraft! Anbetend niederfällt. Wie herrlich, wie untadelhaft 2. Befingt mit frohem ju- Sind alle seine werfe! belschall Gott, unser höchstes! 2. Wie schön, wie würdig seis aut, der seine wunder überall uer macht Sind nicht der himUnd große dinge thut. mel heere! Welch berrlich licht 3. Der uns von unsrer welch eine pracht Bestrahlt sie findbeit an So väterlich er ihm zur ehre! Das auge sicht hält, Und wo kein mensch sich nimmer satt, Sieht, was nicht helfen kann, Sich selbst es auch gesehen hat, Doch zum belfer stellt. immer neue wunder! 4. Der, wenn wir sänder 3. Nicht wunder für das ibn betrübt, Uns doch noch aug allein, Auch wunder für vater ist, Die straf erläßt, die die seele: Damit es ihr, sich zu schuld vergibt, Und wohlthun erfreun, An feiner schönheit nicht vergißt. fehle, Wie funstvoll ändert 5. Er gebe uns ein fröhlich gott sie ab, Dem mangelt, berz Erquicke geist und sinn; was er andern gab, Und jeUnd bei des lebens sorg und des ist doch herrlich! schmerz Helf er uns fernerbin! 4. Wo ist ein gras, wo ist 6. Er laffe seinen frieden ein blatt! Ein stäublein auf der ruhn Auf unserm vaterland, erde! Wodurch, o mensch, Er gebe glück zu unserm thun nicht gottes rath und kraft und beil in jedem stand. verherrlicht werde? O wie 7. Er laffe seine lieb und güt ist seine macht so reich! Was Noch ferner mit uns gehn. aber deiner trägheit gleic), Was er als vater außersieht, Daß du's nicht sichst, nicht Wird uns zum heil geschehu. fühleft! 8. So lang dieß leben hier 5. Gab seine macht, die schö noch währt, Sei er stets un- pferin, Zum führer deines les ser heil. Und scheiden wir bens, Dir deinen geist, so einst von der erd, Dann manchen sinn, So viel gefühl bleib er unser theil. 9. Wenn dann das im tode bricht, Schließ vergebens? Für wen, für herzwen, als dich erschafft, Ersich bält und schmücktet seine fraft das aug sanft zu, Und gott So viele große werke? zeig und sein angesicht 6. Dein gott bedarf nichts! feine 296 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. seine hand, Die feine schö- sicht, Verschmäht nicht schwapfung schmückte, Gab dir em- cher menschen lied! pfindung und verstand, Da- 2. Höchster, deiner allmacht mit er dich beglückte. Willst gleichet Auch deine gnade, und du, o mensch, nicht glücklich sie reichet Durch aller himmel sein? Will sich nicht deine biminel bin! Nie hast du dein feele freun? Nicht immer wort gebrochen, Selbst bofffroher werden! nung des, das du versprochen, 7. Er selbst entflammt in Ift mehr als einer welt gewinn. deiner brust Die sehnsucht nach Eh erd und himmel war, vergnügen. Er schuf auch Warst du umwandelbar! quellen, die voll lust Stets Lobt den höchsten! Ibn, ibn rinnen, nie versiegen. Gib erhöht! Sein wort bestebi, nur auf seine güte acht, Denn Wenn erd und himmel schon seine segenvolle macht Schafft vergeht! con allen wahre freude. 3. Eiuft erschuf er, sich zur 8. Dir wohlzuthun, das ist ehre Von sonnen unzählbare ihr ziel; Laß dich zum dank heere, Auch die, die uns strahlt erwecken! O hätt ich doch genug und erquickt. Um die sonnen gefühl, Wie gut er ist zu hieß er erden, Auch die, die schmecken! Ist seiner wohnung uns ernähret, werden, Und vorhof schon So schön, wie berrlich hat er sie geschurückt. wird mich cinst sein thron, Er sprach, und es geschah; Die Wie wird er selbst entzücken! welt stand fertig da. Lobt den 9. Lobsinget gott, und betet böchsten! Er will, er sprichts; an, Es dank, es rühm, es sin- Er schafft aus nichts, Der ge, Es jauchze, wer nur jauch- herr, der vater alls lichts! zen kann, Dem schöpfer aller 4. Herr, von dem wir alle dinge! Wie groß ist unsers gaben Aus deines reichthums schöpfers fraft. Wie herrlich, fülle baben, Du, herr, vers wie untadelhaft Sind alle giffest unser nie, Du schufft sein werke! alle millionen, Die auf dem Wacht auf ruft uns die. weiten erefreis wohnen; Du 465. Unserm gott, den fennst und überschauest sie, gott der chre, Be. Und jedem theilest du Sein fingen seiner engel chöre, Der maaß mit weisheit zu. Lobt herr ist groß, sein name hoch! den höchsten! Mein gott, durch Werd auch du voll seines ruh- dich Entstand auch ich, Und mes, Volk gottes, volk des ci- du regierst mich väterlich. genthuynes, Ob du schon staub bist preiß ihn doch! Ein dankDas Te Deum. bares gelall Ift ihm ein ſüßer 466. Herr gott, dich tvschall! Lobt den höchsten! wir, Herr Der reich an güt Aufs niedre gott, wir danken dir. Dein, vater, 9. Lob und Dankgesänge. is 297 vater, ist in ewigkeit Das prufungszeit Bis zu der froreid), die fraft die herrlich ben ewigkeit. feit. Die welt, dein werk 5. Täglich, herr gott, wir und eigenthum, Verkündigt loben dich, Dir heiligt unfre deines namens ruhm. Der en- secte sich, Vor aller ungerechgel beer, die seraphim, Lob- tigkeit Behüt uns heut und fingen dir mit bober stimm: allezeit. Sci gnädig uns, o Heilig ist unser gott! Heilig ist trener gott, Sci gnädig uns unser gott! Heilig ist unser in aller noth. Wenn wir zu gott! Der herr, berr zebaoth. dir, erbarmer, flehn, So laß 2. Weit, über alle bimmel uns deine hülfe sebn. Auf weit, Geht deine macht und rich steht unsre zuversicht, Verherrlichkeit. Der heiligen apo- laß uns auch im fode nicht. stel zabl, Und die propheten Amen. allzumal, Der wahrheit mär- 2. ob- und Dankgefänge ther überall Lobsingen dir mit für alle Wohlthaten frohem schall Auch deine ganüberhaupt. ze christenheit Preist dich auf erden weit und breit, Dich, 467. vater auf der himmel tbron, Wie schön leuchtet der. Lobsinget gott! cauf, preiß und ehr Sei Und jesum deinen eingen sohn, unserm gott je mehr und mehr Sammt deinem geiste, dessen Für alle seine werke. Von fraft Ein neues ben in uns ewigkeit zu ewigkeit Lebt er, schafft. und berrfchct weit und breit 3. Du, herr der ehren, jesul Mit weisheit, güt und stärke. christ, Der du ter fünder hei- Singet, Bringet, frobe lie land bist, Du wardst, um un- der, Fallet nieder, Gott ist ser trost zu sein, Ein mensch, herrlich, Unaussprechlich wie wir, doch fehlerrein. Du groß und selia.ee bast den weg zu gott gelehrt, 2. Lobsinget gott! dank, Des totes macht hast du zers preiß und ruhm Sei von ims, stört. Nun berrschest du ins deinem eigenthum, Herr jesu, vaters reich, An majestät und dir gefungen. Du mittler gnad ihm gleich. Im grabe läß zwischen uns und gott, Haft sest tu uns nicht; Du femmst durch gehorsam bis zum tod dereinst und hältst gericht. Das leben uns errungen. Hei4. So hilf uns denn, dir lig, Selig It die freundschaft dankbar sein, Dir folgen und Und gemeinschaft aller fromuns deiner freun, Einst fei men, Die durch dich zum im bimmel ewig heil Mit al- vater fommen. len frommen unser theil! Hilf 3. Lobsinget gott! du geist deinem volk, herr jesu christ, des Herrn, Sei nie von unUnd segne, was dein erbtheil ferm geiste fern, Mit fraft Leit uns durch unsre ihn auszurüsten. Du machst T5 298 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. uns glaubig, weis' und rein, strömen der güte geregnet. Hilfft uns getrost und siegreich Denket daran, Was der allfein Im streit mit unsern lümächtige fann, wie er uns sten. Leit uns, Stärk uns, In liebreid) begegnet.. der freude, Wie im leide, 7. Lobet den herren, der, Gott ergeben, Und der tugend wenn wir als christen einst treu zu leben. sterben Uns auch im tode nicht 468. Lobet den herren, den läsfest vergehn und verderben mächtigen fönig Und nach dem tod Uns liebt der ehren! Laßt uns den gü- und segnet als gott, Ewige tigen vater in himmel verch freuden läßt erben. ren. Tretet beran Stimmct 8. Lobet den herren, wer ein freudenlied an Des höchsten lebet der freue sich seiner, lob zu vermehren! Er ist der höchste, der einzi 2. Lobet den herren, der alles ge, außer ihm feiner, Er ist so herrlich regieret; Der uns ein licht, Seele vergiß es auf erden so weislich und vä- ja nicht, Ewig erbarmt er sich terlich führet; Der uns erhält deiner. In der gefährlichen welt, Daß Nun denfet all und bringet. man sein vater herz spüret! 469. Mein geist erstaunt, 3. Lobet den herren, der allmächtiger, unserer seelen gedenket, Geist- Wenn er das gute denkt, Das liche segen in bimmlischen gü- du auch mir, mein gott und tern uns schenket, Der das herr, So unverdient, geschenkt. gemüth Tröstet und himmelwärts zicht, Wenn zeitlich trübsal cs fränfet. 2. Dann ist mein herz so hoch, erfreut Ganz deiner gute voll, Und weiß, vor heißer dankbar 4. Lobet den berren, der große keit, Nicht wie cs danken soll! barmherzigkeit übet; Der, wenn 3. Da ich noch in der mut wir menschen mit sünden ihn terschoos, Mir selbst verborbäufig betrübet, Ned mit gen schlicf. Bestimmtest du für geduld Göttlicher gnade und mich das loos, das mich zum Huld Uns trägt und fünden leben rief. vergiebet. 4. Du wählst des sterblichen 5. Lobet ten herren, der nahe geschick Eh er geboren ist, Und rung dem leibe beschyceret, Der jo ward ich,( o welch ein glück!) uns gesundheit und freude Schon als ein find ein christ. und hülfe gewähret! In wie 5. Noch schwach und klein viel noth hat nicht der gnä- ward ich durch dich Geschüßet dige gott Das leid in freute unsichtbar. Am geift und leibe verkehret. stärkte mich Dein arm von 6. Lobet den berren, der jahr zu jahr. unfer thun sichtbar gesegnet, 6. Wenn in der jugend ich Auf uns vom himmel mit vom pfad der tugend mich ver 299 9. Lob- und Dankgesänge. verirrt; So hat mich, berr, Nun lob mein Seel den. dein treuer rath Darauf zu- 470. Man lobt dich in rückgeführt. stille, Denn du 7. Du warst mein schuß und erhörst gebet, o gott, Aus meine wehr Vor unglück und deiner segensfülle Fließt alle gefahr; Und vor dem laster, freud und hülf in noth. Nur das noch mehr, Wie sie, zu du bist herr auf erden, Der fürchten war. frommen zuversicht. In trübsal und beschwerden, Läßt du 8. In frankheit hast du vädie deinen nicht. Drum foll terlich mir neue frist ge dich freudig ebren Mein mund fchenft, Und deine huld er vor fidermann, Und deinen quickte mich, wenn sünden ruhm vermehren, So lang er mich gefränkt. reden kann.oll 9. Wie froh and heiter is 2. Es müsse dein sich freuen, mein blick, Da du so hoch mich wer deiner güte größe fennt, liebst, Auch kommt, von dir der und deinem dienst sich weihen, freundschaft glück, Wodurch dus Wer jesu christi namen nennt. trost mir gibst. Hoch seit du stets gepriesen! 10. Und welche wohltbat, Du bist, der wunder thut, bherr ist nicht Dies berz, das und haft auch mir erwiesen. fühlen kann! Dies herz, ganz, Das, was mir nüß und gut. dein, das dankbar spricht; Drum geb ich mich mit freuWas du an mir gethan. den Dir zum gehorsam bin. 11. Froh sell mir jeder tag nichts soll mich von dir scheis vergehn Bei deinem ruhm den, So lang ich hier noch bin. und preis; Ich will dich lie- 3. Herr, du hast deinen naben und erhöhn So gut ich men Sehr herrlich in der welt fann und weiß. gemacht, Wenn schwache zu 12. In schrecken, anast, gedir famen, Hast du mit bülf fahr und noth Trau ich allein an sie geradyt. Auch mir hair auf dich. Durch rich acstärkt, reine anate, Herr, wie ver ist selbst der tod, Mir nicht gelt ichs dir? Bleib auf des mehr fürchterlich. lebens pfade Noch fernerhun 13. Und wenn einst eid und mit mir: So will ich dich bimmel bebt, Curch dich den er beben, Dich, der so gern berrn der welt, Will ich den erfreut, Und dir zu ehren preisen, der stets lebt, Und leben Hier und in ewigkeit. mich alsdann erhält. 14. Denn, berr, auch bei Nun danket all und bringet. der welten sturz Bleib ich 471. Du bists, rem chr dein eigenthum, Die ewigkeit und ruhm ge= selbst ist zu kurz, Zu deinem bühit, Und das, berr, bring lob und ruhm. ich dir; Mein schicksal haft du 300 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. stets regiert, Und stets warst zer prüfungszeit Zu ewgein du mit mir.. glück erhöhn. 2. Wenn angst und noth sich 11. Vergiß nicht, feele, deis mir genaht, So hörtest du, nen gott, Nicht, was er dir mein flchu, Und ließest mich, gethan Verehr und halte sein nach deinem rath, Hülf und gebot Und bet ihn ewig an. errettung sehn. Nun laßt uns Gott den. 3. Wenn ich in schmerz und 472. Laßt unserm gott krankheit sanf, Und rief: heri! uns singen, Ihm rette mich, So halfst du mir, dank und chre bringen, Daß mit welchem dank, Mein gott, wir so viele gaben Von ihm erheb ich dich? empfangen haben. 4. Betrübte mich des fein- 2. Nur er hat uns daß lcdes haß, So flagt ich dir den ben Und feel und leib gegeben. schmerz, Du halfft mir, daß Er ist es, der sie schüßet, Und ich ihn vergaß, Und gabst gibt, was beiden nüßet. geduld ins herz. 3. Dem leibe gibt er speise, 5. Wenn ich den rechten Die seele macht er weise, Dapfad verlor, und mich vermit sie frei von sünden, Mög schuldet' fah, Nief ich zu dir, wahres glück empfinden. mein gott, empor, Und gnade 4. Für uns dahin gegeben war mir nah. PALET BASE Ward christus unser leben; 6. Herr, für die leiden Er ,, der für uns gestorben, dank ich dir, Dadurch du Hat uns das heil erworben. mich geübt, Und für die freu- 5. Sein wort wird uns den, welche mir Dein milder zum segen Ein licht auf unsegen gibt. fern wegen zu allen guten 7. Dir dank ich es, daß die na- werken Soll selbst sein geist tur Mich nährt und mich er- uns stärken. freut- Id) schmeck in jeder frea- 6. Er läßt uns gnade finden, tur, Gott, deine freundlichkeit. Vergibt uns unsre fünden, 8. Ich danke dir für dei Wenn sie uns herzlich reuen, nen sohn, Der für mich fün- Und wir forthin sie scheuen. der starb, Und der zu deinem 7. Da wir denn schon auf gnadenthron Den zutritt mir erden So hoch begnadigt wer erwarb. den: Gott was wird nicht 9. Wie sehr liebt gott der für gaben Für uns dein himmenschen wohl! Erheb ihn, mel haben! volk des herrn, Die drd ift 8. Wir bitten deine güte, seiner güte voll, Er hilft, er Daß sie uns stets behüte, Laß rettet gern. bir zum wohlgefallen Uns 10. Er hilft und läßt die gute weze wallen. traurigkeit Bald uns vor- 9. Leit uns durch deine wahr überzehn, Willst uns nach fur heit, Bis wir in voller fiarbeit 9. Lob und Dankgesänge. 3 301 heit Dich sehn und deinen na 3. 3u zählen sind sie nicht, men Dort ewig preisen, amen. mein vater, Die werke teis 473. Nun danfet alle gott, ner segens hand, Du warst Cake Livel Mit herzen, schon lange mein berather, mund und bänden, Der große Eh mein berürfniß ich emdinge thut An uns und allen pfand. Selbst eb ich war, enden; Der uns von mutter ca masfest du Mir schon mein leib und findesbeinen an, Bis schicksal liebreich zu. diesen augenblick Unzählig 4. Tu stärkst mir das geguts gethan. schenkte leben Und läßt es nie 2. Der ewig reiche gott ganz freudenleer; Zum höWoll uns, so lang wir le- bern glück mich zu erheben, ben, Ein immer fröhlich herz Schickst du zwar manche trübUnd edlen frieden geben; sal her; Doch stehst du auch Und uns in seiner gnad Er- mit fraft mir bei, Daß ich balten immerfort; Und uns nicht trost- und muthloß sei. aus aller noth erlösen hier 5. Eo oft hab ich in meis und dort. nen tagen Mit freud und. 3. Lob chr und preiß sei dank es schon verspürt, Wie gott, Dem vater und dem du mich unter allen plagen sohne Und seinem heilgen Zwar wunderbar, doch gut geist. Er, der vom himmels- geführt. Ich werd in drohenthrone Erbarmend auf uns der gefahr Stets deines trostes fieht, Bleibt, wie er ewig licht gewahr. war, Unendlich groß und 6. Wie sollt ich denn nicht gut. Lob sei ihm immerdar. voller freuden Beständig deis Wer nur den lieben Gott läst. Inen ruhm erhöhn? Wie sollt 474. fönnt ich dich, mein ich auch im tiefsten leiden, gott recht preisen, Nicht freudig trauernd auf Wie du des preises würdig eich sehn? Und fiele selbst der bist! Könnt ich dir gnug den himmel ein, dank erweisen, Den dies mein mein beschüger sein. herz dir schuldig ist. Dies 7. Drum reiß ich aus des herz, das deiner gütigkeit fummers höhle Mein sorSich täglich mit entzücken gendes gemüthe los, Und rus freut. fe mit erfreuter seele: Wie So wirst du 2. Wer überströmet mich gut bist du, mein gott, wie mit segen? Wer theilt mir mit, groß! Du leitest mich nach was mir gebricht? Wer schüßet deinem rath, Der nur mein mich auf meinen wegen? Wer heil beschlossen hat. schenkt dem geiste trost und 8. Von deiner güte will ich licht? Wer gibt zu meinem singen, So lange sich die zunthun gedeihn? Allzütiger, du se regt; Dir will ich dank und bists allein! ehre bringen, Eo lange sich mein 302 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. mein herz bewegt. Und wird le meines glücks. mein mund auch fraftlos fraftlos 5. Es lehrte mich dein wort sein, So flimm ich noch mit Did), wie du bist, erkennen, seufzen ein. Nicht blos dich schaudernd, 9. Dieß schwache lob kann ich gott, Nein dich auch vater nur geben, Nimm es, mein gott, nennen. Ich sahe mein gein gnaten an, Bis ich in ei schick Als himmelsbürger ein, nem bessern leben Dich wür- Und dacht, ich sei nicht hier, diger erheben kann. Da steinet Um ewig hier zu sein. mit der engel chor Mein lobgesang zu dir empor. Nun danket afle Gott. 6. Also bat gott die welt, Mich in der welt geliebet, Daß er mir seinen sohn, Und 475. Jd will dem schö- mit ihm alles giebet. Sein pfer lob, Lob dem freuz bringt segen mir, Sein erlöser singen, Mein danker- ganz verdienst ist mein, Ich fülltes herz, Soll in die höb bin im leben jetzt Und einst sich schwingen. Stch, wie ein im tod noch sein. wandrer, still, Und übersich 7. Schreckt das gewissen mich die bahn, Denf, seele, was Mit angst der jugendsünden; gott thut, Und was er hat Denk ich: wo werd ich trost gethan. Wo trost i tode finden? 2. Du hast mich wunderbar So gibt mein glaube mir Geschaffen und bereitet, Herr, Von neuem zuversicht: Gott, durch die lebenszeit Hast du der so gern verzeiht, Vermich treu geleitet. Wenns um dammt mich armen nicht. mich) stürmisch war, Bedroh- 8. Bald ist des lebens test du das meer, Dann leg- bahn, Die kurze bahn zu ende, te sich die angst; Und still Du, gott, dem ich gelebt, wards um mich her. Nimm mich in deine hände. 3. Ost, wenn ich unruhvoll Komm, frohe ewigkeit! Voll An ferne tage dachte, Und hoffnung wart ich dein, Und mande trübe nacht Durch- slimm in höher lob Mit him. weinte und durchwachte: Dann melsbürgern cin. wars nur eitler wahn, Was meinen geist geplagt, Mein 476. unglück nicht mein glück Hat mir der heir versagt. Vorige Melodie. Durch dich, o großzer gott, Durch dich bin ich vorhanden, Die him4. Rob sei dir für mein glück, mel und ihr heer Sind durch Und lob für trübe stunden. cein wort entstanden. Denn, Wer niemals freuz gefannt, wenn du sprichst, geschichts, Hat nie sein glück empfunden. Wenn du gebeutst, stehts da. Es war die bitterfeit des jeg. Mit allmacht bist du mir gen augenblicks Oft schon Und auch mit güte nah. mein glücke selbst, Oft quel- 2. Du bist ter gott der fraft, 9. Lob und Dankgefänge. 303 fraft, Dich preisen erd und mir dein herz, mein sobn, Und meere, Und himmel predigen wandle meinen weg, Ich bin Die wunder deiner ehre. Dich rein schild und lohn! bet ich dankend an, Mein heil 8. Herr, dein gebot ist heil, kommt von dem Herrn, Du Dein weg ist fried und leben. hörst der menschen flehn, Und Wie könnt ich einem gott Der du errettest gern. liebe widerstreben? Der las 3. Und wenn ich deiner huld, sterhafte mag In stolzem glücke gott, gewürdigt werde: blühn, Mich soll er dennoch Was frag ich außer dir Nach nicht In seine nege ziehn. allem glück der erde. Im bim- 9. Auch wenn kein mensch mel donnerst du Und schrecken mich sieht, Will ich die fünde füllt das land, Doch fürcht ich fliehen, Denn du wirst aller nichts, denn du Deckst mich werk Vor dein gericht einst ziemit deiner hand. ben. Ich will, wenn meinem 4. Wenn ich die bimmel seb, fleisch) Was böses noch gelüft. Die du, herr, ausgebreitet, Bedenken, daß mein leib, Der sonne majestät, Den gott, dein tempel ist. mond, den du bereitet; So 10. Sollt ich) nach ehr und sprech ich: was ist doch Der rubin Mit sünd und unrecht mensch, daß du sein denfst, trachten? Nein, herr, wenn Und daß du täglich uns Un- du mich ehrst, Mag mich die zählig gutes schenkst? welt verachten. Du bist es, 5. Voll güte läßt du uns Auf dem zum dien Ich leib und grünen auen weiden, Nährst seele weib; Gib, daß mein uns mit speis und tranf, Und wandel stets Dir wohlgefäl füllst das herz mit freuden. lig- fei. Du dachtest mein, ch mich mein Gott das Herz ich bringe. Die mutter noch gebar, Ja 477. Je finge dir mit berz sahst mich, eh der grund Der und mund, Herr, welt geleget war. meines herzens lust, Jch sing 6. Du nogst mein glück und mach auch andern fund, mir ab, Und leiden, die mich Was mir von dir bewust. üben, Und meiner tage zabl 2. Ich weiß, daß du von War in dein buch geschrieben. ewigkeit Die reiche quelle bist. Du bist der fremmen schuß, Woraus uns allen jederzeit Du bist der müden ruh, Ein Viel heil und gutes fließt. gott, der gern verzeiht, Wie 3. Was sind wir doch, was gnädig, gott, bist du! haben wir Von gütern aller 7. Wem sollt ich sonst ver- art, Das uns, o vater, nicht traun Als dir, du gott der von dir Allein gegeben ward? götter? Wen ehren so wie dich, 4. Du hast des bimmels schös Mein schuß und mein erretter? nen bau So prächtig aus.. Wie sanft ist dein befehl: Gib geschmückt, Du bists, der unfer 304 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott ser feld mit thau Und regen sprung ist, Und bleibt auch stets erquickt. stets dein gut. 5. Du sorgt für uns beim 14. Er ist dein schuß, dein größten froß, Bei allem sturmlewig theil, In finsterniß dein und wind, Du machst, daß licht, In aller noth dein trost jährlich korn und host Für und heil, Schafft fath und uns vorhanden sind. läßt dich nicht. 6. Du gibst uns leben und 15. Was fränkst du dich gedeihn, Du scheuft mit treuer in deinem sinn Und grämst hand Den frieden, des wir eich tag und nacht? Nimm uns eifreun, In unserm va- deine sorg und wirf sie hin terland. Auf den, der dich gemacht. 16. Hat er dich nicht von dir Fließt alles heil uns zu, jugend auf Versorget und Geschöpfe deiner hand sind ernährt, lind wunderbar der wir, Und unfer schug bist du, dinge lauf 3u deinem glück 8. Du nähreft uns von gekehrt? 7. Allgütiger, allein von jahr zu fahr, Bleibst immer 17. Er hat noch niemals gut und treu, Und stehest uns was versehn In seinem res auch in gefahr Und nöthen giment; Nein, was er thut gnädig bei.. und läßt geschehn, Das nimmt 9. Du trägst uns sänder ein gutes end. mit geduld, Und frafft nie 18. Ei nun, so laß ihn all zusehr; Ja endlich nimmst ferner thun llnd red ihm du unsre schuld, Und wirsst nicht darein: Sy wirst du sie in das meer. hier im friede rubi, Und ewig 10. Das unglück, das von fröhlich sein. ferne droht, Kehrst du so oft Dreieinigkeit der Gottheit. zurück, Und die schon gegen- 478. Mein größter wunsch, wärt'ge noth Verwandelst du in gluck. mein innigstes bestreben Ist, herr mein gott, 11. Du fennest unsrer ar- dich wäreis zu erheben. Un beit müh, Und bist mit frafelendlich groß ist deine vater. nicht fern, Ou förderst und treu Mit jedem tag ist deine vergiltst uns sie, Erfreut und güte neu. fegnest gern. 2. Die sonn enthüllt den 12. Du füllst des lebens schauplaß deiner werke, Und mangel aus Mit gütern, die alles zeugt von deiner buld bestehn, Wenn dieses leibes und stärke. Sie, die das ziel irdisch baus Einst wird zuvon ihrer laufbahn weiß, Eilt trümmern gehn. raftlos bin, und strahlt zu 13. O feele, die du zaghaft zu deinem preiß. bist, ei froh und faffe 3. Die erd ist dein, und muth. Gott, alles guten urdu regierst dies ganze. Vom men 9. Lob und Dank. Für geistliche Wohlthaten. 305 menschen an bis auf die klein- geist in mir, der sich des heiste pflanze Seh ich, wie groß lands freut, Rübint unaufs sich deine vorsicht zeigt; Sie hörlich deine freundlichkeit. reicht so weit, so weit der himmel reicht. 2. Denn du hast mich elenden angesehen, Von deinem hin4. Und sie umfaßt auch mich, throne börtest du mein fleben. du, höchster, denfest An mich, Du hast, o herr, mich armen den staub, der du die welten nicht veracht, Hast mich er lenfest, Du forgst für mich, höht und väterlich bedacht. gott, wie vergelt ichs dir? 3. Gott, wer fann deine huld Ein dankvoll herz bas bring und macht ergründen? Wer ich dir dafür. bilfann, wie weit dein wohlthun 15. Nimms gnädig an, gedenk gebet, finden? Wie viel, wie nicht meiner fünden, Durch viel hast du an mir gethan? deinen sohn laß mich vergeb- Mebr, als ich jemals dir verung finden. Er, welcher nie danken fann. binig ein glaubig flehn verwarf, 4. In feiner noth bast du Erlaubts, daß ich dich vater mich je verlassen. Wie könntest nennen darf. mist spuse du dein kind, o vater haffen? 6. So will ich dann mit kind- Nein, ewig währet die barmlichem vertrauen Auf dich als berzigkeit, Die du an dem ers lein, so lang ich lebe, schauen. zeigt, der sich dir weiht. Du bist mein gott, mein retter 5. Du übst gewalt mit dei in gefabr, Mein bester freundnes armes stärke. Gerecht und mein helfer immerdar. 3 rounderbar sind deine werke, 17. Mein heiland! gib mir Die stolz und hoch in ihrem fraft zum neuen leben. Gib berzen sind, Zerstreuest du, so mir den muth, dem beispiel wie die spreu der wind. nachzustreben, Das bu, o 6. Die hohen läßt, im anges herr, uns hinterlassen haft. sicht von allen, Dein rath oft Dein joch ist sanft, und leicht schnell von ihren höhen falist deine laft. vad dull len, Die niedrigen zicht deine duo 8. Dein auge sieht die schwä hand hervor, Und bebet sie chen meiner feele, Verwirf ganz unverhofft empor.. mich nicht vertritt mich, wenn 7. Die hungrigen, die tich ich fehle! Zu dir empor fleht vor augen haben, Erfüllest du meine seele stets, Und du ver- mit gütern und mit gaben. nimmst's, erhörer des gebets. Die reichen läßt du leer beim Der Lobgefang Marien. überfluß, Und ihren trop straft TE In voriger Melodie.hinefel und verdruß. 479. Was in mir ist, mein 8. Du denkest der barmher100 die ganzes herz erhe- zigkeit und güte, Und forgeft bet Dich, höchster gott, der selbst mit segnendem gemüthe, ewig herrscht und lebet. Mein Daß deine firche steht und sich 11 fre 306 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. erhält Bei allem pott unt 6. Du bist und warest im droben dieser welt.nl merdar Mein schuß mein ret9. Was du, wie längst vor ter in gefabr, Der stifter meiunfrer zeit den alten, Auch nes wohlergebns, Und der uns verheißen, wirst du ewig erhörer meines flehns. d balten. Du, berr, verläsfest 7. Wie oft entfernt ich mich deine finder nicht. Denn du von dir? Doch du, du bleibest allein bist unsre zuversicht.vater mir, Der, wenn ich reu10. Gott, vater, bir sei dank voll wieder fam, Mich wieder gesagt und ebre. Herr jesu väterlich annahm. stat p christ, den glauben in uns 8. Unzäblbar sind und täg inchre. O heiliger geist, erneulich neu Die proben deiner vas uns herz und mund, Daß wirftertreu, Dir fließt, o gott, der tein lob ausbreiten jede flund.gern erfreut, Die zähre meis ner bankbarkeit.del Für geistliche Wohlthaten o infonderheit. Für beinen thron tret' ich. 480. Dich, herr und vater zeuge sein, Ich sei erkenntlich, Nun lob mein Seel den. unwerth aller welt, Preist ich sei dein. mein gefang und dir mißfällt Der menschen stammelno 481. Aufl meine feel! lob. danklied nicht, Mein gott und finge! An dir, so meine zuversicht! du auch bist, Tbut 2. Von mutterleib an warst gott so große dinge, Web tu es, Wie freut sich meine dem, der seinen gott vergißt! seele deß, Daß du auch mir Gott rettet mich ins leben, rin vater bist, Der seines fin- Will alle missethat In Christo des nie vergißt! mir vergeben: gnadenvol 3. Früh ward ich in der tau- ler rath! Schon hier wirst du fe schon Geweibet dir und dei- mit heile Getröstet und erfreut, nem sohn, Durch dein un- Und dort wird dir zu theile schäßbar wort allein Weiß Die rub der ewigkeit! ich, die ewigkeit fei mein. 2. Es hat uns wissen lassen 4. Wer war der immer Der berr fein recht und sein aütige, ver langmutbevoll michaericht; Erbarmung obne leitete? Und stürmte trübsal maaßen Dem frommen, der auf mich zu, Ber balf mir den bund nicht bricht! Schnell anders als, gott, du? cilt sein zorn vorüber; Straft 9. Nimm, da ichs nicht ver gelten fann, Das opfer meines dankes an. Mein leben müffe 5. Herr, beffen augen stets nicht nach unsrer schuld; Der mich sahn Du ließest auf der berr begnadigt lieber, Nimmt pilgerbahn, Durch wohlthun lieber auf mit buld! Wobl mich zu dir zu ziebn, Für mich dem, der christo lebet! Gott so viele freuden blühn.lift er angenehm! Mit atlers flüs 9. Dank, und Lobgesänge für geistl. Wohlthaten. 307 flügeln schwebet Erbarmung Mein mund, mein volles herz über dem! erzähle Das gute, daß er mir 3. Wie väter mit erbarmen erweist. Vergiß nicht, was Auf ihre schwache kinder dir gott gethan, O seele lob schaun; So thut gott an uns ihn, bet ibn an! bibu an armen, Wenn wir in einfalt 2. Wie oft hat mir der berr ihm vertraun. Gott weiß es, vergeben? Wie oft vom un wir sind sünder, Gott weiß es, glück mich befreit! Wie oft wir sind staub, Und der verwe- gesundheit mir und leben Aus fung finder; Ein niederfallend väterlicher huld erneut? Wie laub! Kaum, daß die winde oft zog seine vaterhand Mich wehen; So ist es nicht mehr noch zurück vom grabesrand. da. Wir sterbliche vergeben. 3. Mit gnade hast du mich Stets ist der tod uns nab. geschmücket, Mit guter nab 4. Des ew'gen gnad alleine rung mich ernährt. Wie oft Bleibt, wie er selbst in ewig im elend mich erquicket? Wie feit Bei dir, des berrn gemeiloft mich in der noth erhört? ne! Die ganz sich seinem dien- Wie oft wenn mich gefahr ste weibt, Und, daß sie selig umringt, Mein leben wieders werde, Mit furcht und zitternum verjüngt? ringt. Eucht, daß ihr von der 4. Mitleidig bist du, voll erde Schon jetzt euch dorthin erbarmen Dein thun ist lauter schwingt! Dort steht bei sei- gnad und buld. Du trägst nen engeln Der frommen auf treuen vaterarmen Auch. menschen schaar Ganz rein missethäter mit geduld. Du von allen mängeln, Und lobt zürnst, jedoch nicht ewiglich: gott immerdar! Befehret nur der fünder sich! 5. Anbetung, preis und eb 5. Was wären wir, wenn re Set dir, gott vater, fobn gott nicht schonte! Wie ferne und geist! Wir singens in die waren wir von dir! Wenn chöre Der schaar, die dich voll gott uns nach verdiensten fommner preist. Anbetung, lobute, Wie ewig elend wä. preis und ehre, Dir, der duren wir! Doch er, der herr warst und bist! Wir stam- der ewigkeit, lebt ewige barm melns nur, doch höre, Hör, herzigkeit.cas gott, der ewig ist. Einst tras 6. Nein, feine menschliche gen wir auch palmen, Du gedanken Ergründen seiner gott, auf den wir traun, Einst gnade meer. Eb finden wir fingen wir dir pfalmen, Wenn ces himmels schranken, Eb wir verklärt dich schaun! zahlen wir der sterne beer! Wer nur den lieben Gott. Unendlich wird von gott ges 482. Lobsing dem berrn, liebt, Wer fromin in gottes o meine seele, Lob'furcht sich übt. nd mobi deinen guten gott mein geißt, 7. Das thor ter morgenrös 11 2 the 308 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott.@ the stebet Weit von der abend- jewig, du mein geist! röthe zelt; Doch weiter als die Für deinen Thron tret. fonne gehet, Weit hinter je 483. Froblecend, gott, de ferne welt, Entfernet got ich tes vaterhuld Bereueter ver- vater forgtest du für mich, gehen schuld! Verschafftest ew'ges leben mir 8. Wie bei den thränen und zogst mein ganzes herz seiner finder Kein vaterherz zu dir. ORD TIME verhärtet bleibt: So kehrt sich, 2. Durch jesum mit dir auss gott, dein herz zum fünder, geföhnt, Mit gnad und buld Den reu demüthig zu dir treibt. von dir gekrönt, Ihm meinem Kein vater siehet, so wie du, mittler unterthan, Gehör ich Dem guten find mit liebe zu. dir auf ewig an. 9. Du kennst die schwachheit 3. Wie heilig ist, wie segensunsrer berzen, Kennt unsers vell, dein recht, dem ich ge geistes flüchtigkeit. Du weist, borchen soll? Wie mächtig wie oft mit heißen schmerzen weckt zum tugendlauf Mich, Wir jeden sehler still bereut. herr, as du verbeißest, auf. Du, schöpfer, der aus staub 4. In deiner fraft geb ich uns schafft, Kennst uns und einher, Was du gebietest, ist fennst der fünde kraft. nicht schwer. Denn du verweis 10. Kurz, eitel, wandelbar gerst muth und licht Zum gu und flüchtig Ist bier des men- ten deinen findern nicht. schen aufenthalt!( Gras ist 5. Wer demuthsvoll es sein leben; schwach und nichtig nicht vergißt, Daß du des mens Des leibes prächtigste gestalt; schen stärke bist, Nimmit stets Blüht, blumen gleich; sinkisan kraft und weisheit zu, Die und vergeht, Gleich blumen, stolzen nur erniedrigst du. wenn ein sturmwind weht. 6. Sei standhaft! rufest du 11. Wer gern an dein gebot mir zu. Ich kämpfe, wer ver. gedenket, Und deinen bund gilt, wie du? Wo beut sich von berzen hält; Wen jeder mir ein fönig an, Der ewig. fehltritt schmerzlich fränfet; feiten geben kann? Und wem nichts böses mehr 7. Mit dir besieg ich allen gefällt: Dem wirst du hier reiß Der sünde, wollust stolz schon gnädig sein, Den wirst und geiz. Gerüstet, herr, mit du ewia dort erfreun! deiner Fraft Bekämpf ich jede 12. 3hr gottfolgsamen gei leidenschaft, der e fterbeere, obt, engel gots 8. Und fehl ich, so bestrafft tes, seine fraft! Geschöpfe, du mich zu meiner warnung rühm des schöpfers ehre, väterlich. Siehst meine reue Shn, der erhält, was er er- gnädig an Und hilfst, daß ich schafft! Ibn lobe, was nur mich bessern kann. wesen heißt, Lob ihn auch 9. Drum preiset dich mein lobge Dank u. Lobgesänge für getstl. Wohlthaten. 309 lobgesang. Mein ganzes Leben den. Höchster, ich bekenn es frei, sei dein dank. Denn du, mein Durch mein ganzes leben gott, sorgst gnadenvoll Für Kann ich deine lieb und treu meiner see le tauernd wohl. Nie genug erheben. 2. Herr, ich leb und bin in Aus meines Herzens grunde. dir. Dir dank ich mein wesen, 484. Groß ist des höchsten Deine hand ist über mir Immer güte! Wer sie nicht noch gewesen! Längst vor anbeachtete, Welch fühllos herz ver- ginn der zeit Hast du mich erwäh riethe Der unerkenntliche? Sie let, Erben jener seligkeit! Mich rettet uns aus noth Erquicket auch zugezählet! uns im leide, Verwandelt es 3. Durch die taufe weibest in freude, Verfüßet selbst den du mich zum gnadenbunde. tod. budrd te st a Treue fagt ich da dir zu, Und 2. Und meine lippen schwie bis diese stunde Hältst du, was gen Von ihm? ich raubte mir dein mund versprach: Brach Das himmlische vergnügen, ich mein versprechen: So sab Gott, lob zu singen dir? Nein, deine huld mir nach, Schonte mode berr von meinem dank Sei mein verbrechen. jeder morgen zeuge, Und jeden 4. Und dein abendmahl und abend steige Zu dir mein wort Schenkst du mir zur weide. lobgefang! Pip Dadurch trägst du immerfort 3. Du wirst mich ferner leis Stärkung, trost und freude, ten, So unwerth ichs auch bin Ja mein ganzes heil mir an, Treu bleibt zu allen zeiten, und bringst mir entgegen, Was Dein milder vatersinn, Ich ich je nur wünschen kann, hoffe stets auf dich. Du wirst Friede, leben, fegen. in kümmernissen Mir wohl zu 5. Gott, dein auge sieht auf belfen wissen, Dir überlaß ich mich. mich, Dein ohr bört mein fleben, Deine hand eröffnet sich Mir 4. Jadeine huld ist größer Als zum wohlergehen. Wenn dein es der mensch versteht. Dein aufsebn mich beschüßt, Kann rath unendlich besser, Als was mein fuß nicht gleiten. Liebreid) sein wunsch erflebt. Herr, meine gibst du, was mir nüßt, Auch zuversicht, Dir froh mich zu in schweren zeiten. ergeben, Dich dankbar zu er- 6. Herr, du hast mich je geliebt, heben, Sei meine liebste pflicht. Und zu dir gezogen, Auch dann, wenn ich dich betrübt, Bliebst M. Schwing dich auf zu deinem. du mir gewogen, Denn du 485. Sott, mein höchstes schlugft bei meiner schuld Mich gut, mein theil, mit vaterruthen, Lenktest fie Durch unzähl'ge gnaden durch deine huld Mir zu vieSchaffft und förderst du mein lem guten.. heil, Schüßest mich vor scha- 7. Deine vaterlieb und treu 11 3 Hält 310 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Hält mich ganz umschlossen: kein ergößen, Dem ein schaß, Sie kommt täglich auf mich die gesundheit, fehlt. Kann den neu, Strömen gleich, geflos fein glück erfreuen, Hilft den fen. Wenn ich ernsthaft mich sein überfluß, Der heiser von anseh, Find ich aller wegen dem schreien Bei schmerzen Ihre breite, tief und höy Mirlächzen muß? Wird nicht der zum heil und segen. beld selbst beben Bei länger 8. Ach herr, ich bin zu ge- leibesnoth? Ist nicht ein ring Aller deiner treue! Nimm schwaches leben Viel härter als der tod? dafür, was ich dir bring, 3. Uns menschen unausMeiner sünden reue, Mit dem! vorsag, daß ich bier Deinen sprechlich Ift, schöpfer, deine beil'gen willen, Der mein wohl gnad und huld. Wie schwach fucht für und für, Will getreu leib durch adams schuld! Der und wie zerbrechlich Ist unser erfüllen. tod wohnt in der hütte, In 9. Dein, o gott, soll ewig der die seele wohnt: Jedoch fein Dank und preiß und ehre. ver gott der güte Sicht uns, Ruhm und berrlichkeit ist den staub, und schont. Er dein, Erd und himmel höre! wacht, daß keine plage Und Heilig, beilig, heilig ist, Der frankheit uns erreicht; Durdy uns alles giebet, Der die viel gesunde tage Macht er feinen nie vergift, Sie als viel lasten leicht. vater liebet. 4, Jauchzt fröhlich, ihr ge funden! Der herr ist unsers Für leibliche Wohlthaten. lebens kraft; Durchlebt die Für Gesundheit. frischen stunden nicht unges Vel. Nun lob mein feel den herrn. braucht; lebt i tugendhaft! 486. Welch lob soll ich dir Mein gott, laß alle Franken, aufgeben, Daß ich Die winselnd zu dir schrein, dir würdig dankbar bin? Gott, Mir einen trieb zum danken du beglückst mein leben, Ge Für die gesundheit sein! Lamm, sundheit hast du mir verliebn. daß du auf der erde Für mich Ich hab aus meinen fräften, zerschlagen wardst, Sprid, Herr, deine fraft gemerkt Zu wenn ich frank sein werde: den berufsgeschäften hat mich Ich bin der herr dein arzt! dein arm gestärkt. Gesund in an at masay erschaffenen gliedern Hast du stets wohl gethan, Wie soll ich dirs erwiedern? Nimm mich zum opfer an. Für Ernährung und irs. difchen Segen. ei lob und ehr den. 487. Uus teiner milden 2. Der größte von den sä- tad segensband, Du gen, Den sich ein mensch zum geber aller gaben, Muß jedes troft erwählt, Gibt dem dech velk und jedes land Des guten Jesu 311 9. Lob und Dank: Für leibl. Wohlthaten. der du meine seele. ce guten zufluß haben. Mit großer weisheit hältst du baus 488. Halte dich nicht läns Und breitest deine güte aus, Der völker wohl zu gründen. zähre ger, fließe Stille meines danks! Meine 2. Als milder geber zeiaft volle feel ergieße Sich in du rich Den völkern aller ströme des gesangs! Selig einst lande, Und du verknüpfst sie vor ihm zu werden Schuf unter sich Durch deines segens mich gott, und schon auf erbande. Vom fernen oft, vom den Seh und fühl ichs wonfernen nord Strömt deines nevoll, Was ich künftig wersegens quelle fort Zum westen den soll. bonn und zum füden. 00 2. Jeder tag gebiert mir 3. Von dir stammt kunst und freude; Freude jeder augenwissenschaft, Wodurch die län- blick; Selbst die schmerzen, die der blühen. Du schenkest jeg- ich leide, Segnen mich und lichem die fraft, Sich nüglich werden glück. Niefeln nicht im zu bemühen In seinem amt, pilgerlande Quellen auch im beruf und stand, Darzu dein dürren sande? Immer strahlt rath ihn tüchtig fand, Zum die sonne nicht; Aber auch die besten mit zu wirken. nacht bat licht. 4. Du seanest auch des fünft 3. Strömen nicht durch lers fleiß 3um nugen seiner alle finnen Lustempfindungen brüder: Was er nur gutes mir zu? Jedes glück, das ich kann und weiß, Das kommt von gewinne, Wer gewährt es mir dir hernieder. Was deine als du? Ist es, gott, nicht aüt uns zugewandt, Das deine gabe, Daß ich diese sin fließet stets aus hand in hand nen babe, Und zum täglichen Durch nüßliche gewerbe. genuß, Nothdurft, füll' und 5. Herr, unser gott, wir überfluß? preisen dich: Mit dankbarem 4. Gott, wie viele frohe tagemüthe. Du herrfchest unverge Flossen, weil mir nichts ges änderlich Mit weisheit und brach, Ruhig hin, und frei mit güte. Geuß deinen segen von klage, Frei von noth und ferner aus Auf unser land, ungemach Hatt' auch einer auf unser haus, Zu deines müh und sorgen; Sie entnamens ehre. flohn, und jeden morgen, 110 6. Hilf, daß ein jeder red- Wenn ich deine sonne sab, lich sei In seinem thun und Waren neue freuden da. bandel; Rechtschaffen, brüder- 5. Hab ich nicht aus deiner lich) und freu In seinem gan- fülle Was mein herz nur wüns zen wandel. Mit lust, o vaschen mag? Speiß und tranf ter, wendest du Dem lande und dach und hülle, Schutz deinen segen zu, Das solch und hülfe jeden tag? Jahre, ein voll bewohnet.n monden, tag und Runden 11 4 folch Ha 312 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. Haben wir genug empfunden schatten wohnen, Die preisen Deiner vatergüte macht; Aber deine schöpfersmacht, Die sie nie genug bedacht. und hervorgebracht. uns 6. Ach, bei diesem überflusse Gebt unserm gott 20.69 Fehlt uns, immer froh zu sein 3. Was unser gott geschaf Diese weisheit im genusse; fen hat, Das will er auch ers Diese mangelt uns allein. yalten; Darüber will er früh Deines segens quellen flossen und spat Mit seiner guade Uns vorüber ungenossen. Wir walten. In seinem ganzen vergassen unsre pflicht. Doch fönigreich Ist alles recht und versiegen sie noch nicht. alles gleich. Gebt 2c. 7. Sicherheit in jedem lande, 4. Ich rief zum berrn in meis Ordnung und geseß und recht ner noth: Ach gott, vernimm Diese starken festen bande mein weinen; Da half mein Für das menschliche geschlecht; belfer mir vom tod Und ließ Auch des umgangs süße freu- mir trost erscheinen. Drum den Und der freundschaft trost dank, o gott, drum dank ich im leiden, Rath und hülfe dir! Ach danket, danket gott haben wir, Milder vater nur mit mir! Gebt 2c. me dran von dir. thilind ibn 5. Gott ist uns nah und nies 8. Dies gewährst du diesem mals nicht Von seinem volk leben, In der kurzen Prü- geschieden; Er ist der from fungszeit. Was wirst du uns men zuversicht, Ihr segen heil dann nicht geben, Bater, in und frieden. Mit vaterhäne der ewigkeit! Selig einst vor den leitet er Die seinen glückdir zu werden, Schusst du lich hin und her. Gebt 2c. mich, und schon auf erden 6. Wenn bülfe nicht mehr Seh ichs, fühl ichs wonnevoll, nüßen kann, Die menschenkraft Was ich fünftig werden soll erzeiget, Dann hilft, der ewig Di sdont shave- ajor 100 helfen kann, Der schöpfer selbst Für Errettung aus Nothund neiget Die vaters augen und Gefahren. denen zu, Die sonsten nirgends 489. Sei lob nud ehr dem finden rub. Gebt 2c. tig höchsten gut, Dem7.Jch will mein ganzes le= vater aller güte, Dem gott, der benlang, gott, dich freudig alle wunder thut, Dem gott, ehren. Einst sollen meinen der mein gemüthe Mit seinem lobgesang Auch deine himmel reichen troft erfüllt, Dem hören. Mein geift und leib er gott, der allen jammer stillt. bebet dich! Dein ganzes herz Gebt unserm gott die ehre! erfreuet sich. Gebt 2c.mil In 2. Es banken bir die bim- 8. 3br, die ihr christi namen melsheer, Beherrscher aller nennt, Gebt unserm gott die thronen. Und die auf erden ebre! 3hr, die ihr gottes macht luft und meer In deinem befennt, Gebt unserm gott die ehre! 313 9. Dank u. Lob: Für leibliche Wohlthaten. ebre! Die falschen gögen macht 5. So sei denn jetzt gepreiſt zu spott. Der herr ist gott! der D vater, gott der treue! Dank dir, erretter, dank! Dir berr ist gott! Gebt 2c. und huld Uns opfer dar, Und wird ganz Dein 9. Kommt, laßt uns vor sein bringen wir aufs neue Für angesicht Mit froher ehrfurcht deine hülf bringen! Bezablet die gelobte selbst zum pflicht und laßt uns fröhlich unser herz fingen: Der berr bat alles lob- und danfaltar. wohl bedacht Und alles recht 6. Und deiner rettung huld, und gut gemacht! Gebt unserm gott dir ebre! Die du uns, gott, erwiesen, Soll von uns nicht nur jegt, Nun danfet alle gott. Nein ewig sein gepriesen. 490. Lob, chr und dank Erschallen soll rein ruhin, jei dir, O großer So lange wir hier find; gott, gesungen! Du, du hast Dich preise, mächtigster, Noch die gefahr, die uns umgab, find und findesfind. bezwungen, Das unglück tobte 7. Und künftig wollen wir wild: Dein eifer schreckte sehr, Nur dir zu ehren leben. Nicht Und fluthen rauschten start mehr dir, wie bisher, Mit und fürchterlich daher. sünden wiederstreben. Und zorn dann balt, vater, du Mit ferEs uern strafen ein, Und la in brach dein vaterherz, Du zeig- deine hand uns eingezeichnet test an uns armen, Daß du sein. 2. Doch mitten in dem Bewiesest du erbarmen. die menschen nicht Gern plaWer nur den lieben gott. gest und betrübst, Und im 491. Mein herz ermuntre betrüben selbst Sie als ein vater liebst. did zuin preise Des gottes, der dein vater ist! 3. Dein sohn war unser Bedenke, auf wie viele weise fels, Auf den sich unser hoffen Du ihm zum dank verpflichtet Gewiß und fest verließ; Drum bist. Bring ihm, der stets sland rein ohr uns offen. Der dein belfer war, Mit freuden sturm erschütterte; Doch fielen tuhm und chre dar. det war. wir nicht gar, Weil unsre 2. Herr, deine band ist imboffnung fest Auf ibn gegrün- mer effen, zu geben, was mir nüglich ist. Und dennoch wan4. Entflohn ist die gefahr! fet oft mein hoffen Auf dich, Entflohn ihr schrecklich toben der du die liebe bist. Mein Gott, du hast sie bedroht Mit gott, wie wenig bin ichs starker hand von oben. Die werth, Daß mir noch gnade plage drückt nicht mehr; Das wiederfährt. bange herz wird froh, Das 3. Unendlich groß ist dein ervoll von furcht und angst An- barmen, Nur wohlzuthun bist du betend zu dir floh. gewohnt. Drum wird aud 11 5 mir, sa 512 314 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott. mir, mein gott, mir armen, der schwachheit trägt. Von dir nicht nach verdienst, 9. Drum soll mir deine huld gelohnt. Noch immer steht mir und güte Beständig, gott vor auceine treu Mit segen, troß gen sein. Ich will mit rede und hülfe bei. lichem gemüthe Mein leben deis 4. Du bist es, der in meinen nem lobe weihn, Bis ich vollsorgen Mit rettung mir ent- fomm ner deinen ruhm Erheb gegen eilt; Und wenn sie, noch im höh'ren heiligthum. vor mir verborgen, Nach mei thoved idoar nem wahn zu lang verweilt: 10. Von der gemeinschafte So kommst du, eh ich michs lichen Gottesverehrung. versebn, Und hilft mir und1. Pflicht und Nußen des df. erhörst mein flehn. fentlichen Gottesdienstes. In voriger Melodie. 5. Du wäbist und wirkeft stets das beste, Und wenn auch 492. Den höchsten öffent meine noth sich bäuft; So lich verehren, Und steht durch dich mein wohl doch in sein haus mit freuden gehn, feste: Und wenn mich elend lid andachtsvoll sein wort zu ganz ergreift, So willst du hören, Und ihn lobpreisend mein erbarmer sein, Mich vom zu erhöhn, Ist eine pflicht, verderben zu befrein. wozu der christ, so lang er 6. Du bist mein heil! mein kann, verbunden ist. ganz gemüthe 3ft deines ruhms 2. Denn billig ists das höchmein retter voll! O fönnt ich ste wesen, Durch das der deine große güte Doch so erinensch ist, lebt und denkt. heben, wie ich soll! Doch mei- Den herrn und richter aller ne fraft reicht nicht dabin. wesen, Den, der uns jede Du weißt es, gott, wie wohlthat schenkt, Mit lob und schwach ich bin. preise zu erhöhn, Um neue 7. Und hätt' ich auch viel huld ibn anzuflehn. tausend zungen: So würde 3. Wenn du nur in der still deines wohlthuns preiß Nie ihn ehrest, Und jesum deinen würdiq g'nug von mir besun- beiland nennst; Doch ibn nicht gen Auch bei dem größten öffentlich verehrest, Ihn nicht ernst und fleiß. Denn mehr auch für der welt bekennst: guts, als ich zählen kann. Hat Bist du dann sein? bist du deine huld an mir gethan. ein christ, Der seinem heiland 8. Jedoch du siehst mit dankbar ist? mone wohlgefallen Auch auf des 4. Wer sich dem dienst des herzens redlichkeit; Und höherrn entziehet An dem dazu reft selbst das schwache lallen bestimmten tag, Aus leichtsinn Der deinen mit zufriedenheit die versammlung fliehet Und Du hörft es, wie ein vater nicht mit andern beten mag. pflegt, Der feiner fin. Der, der verleget feine pflicht, Ver 10. Von der gemeinschaftl. Gottesverehrung. 315 Verachtet gott, chrt jesum wir sind eines leibes glieder! Kommt, unsern vater zu er nicht, ind preiset 5. Auch deinen nächsten zushöhn! Frohlockend erbauen, Mußt du zum hause jefum Christ, Der unser herr gottes gebn; Wie viele sind, und heiland ist! got mis die auf dich schauen, Die 2. Würdige Sonntagsfeier. sehr auf andrer beispiel seyn; Herzliebster jesu was haft. lind Wenn einer durch dich träge 393. Dieß ist der tag, an wird, Bist du es nicht, der den welchem deine ihn verführt? Ofrommen, Herr, in dein haus 6. Und selbsten uns in un dich anzubeten kommen; Mit iern pflichten, Und von der lob, gebet und dank dich zu vers bahn zur seligkeit Noch immer ehren, dein wort zu hören. mehr zu unterrichten In dies 2. Er sei nun auch, o heiland, fer vorbereitungszeit: Wie vir geweibet, Ihn feiert gern, nöthig ist dieß nicht, o christ, wer deines heils sich freuet. laß mich auch mit Der du geneigt zu fehlern laß bist. 16. doak freuden vor dich treten, Dich 17. Der gottesdienst ist ein anzubeten. john geschäfte, Dazu aus lieb uns 3. Dich preist der lobgesang gott verband; Er stärket under himmelsheere; Auch unser fers geistes fräfte, Gibt mebr tempel schall von deiner chre! erkenntniß und verstand. Er ist Auch unser dank und unsrer ein mittel, das uns fraft Zum ehrfurcht flehen Soll dich ers glauben und zur tugend schafft. höhen. usumamagiosp 8. Hast du nicht auch oft 4. Wie freu ich mich, die stätte troft empfunden, Wenn dulzu begrüßen, Wo durstigen des tas wort des berrn gehört? lebens bäche fließen, Und wo dein Sind dir nicht lieb die frohen beil von den erlösten zungen stunden, Da man gott öffent- Froh wird besungen. lich verehrt, Und, um das 5. Mich lockt die welt umsonst ewige bemüht, Sich dem ge zu ihren freuden, Mein geist räusch der welt entzieht. soll sich an deiner lebre weis 9. Was gleicht dem himm- den; Dein himmlisch wort, lischen entzücken, Das hier ein das deine boten lehren, Das frommes herz belebt? Wenn will ich hören.s 8 es, in stillen augenblicken, Mit 6. Mit andacht will ich heuandern sich zu gott erhebt te vor dich treten. Ich weiß, Und, voll des glücks, das es du hörst, die kindlich zu dir genießt, Bon dank und freu- beten. Der menschen glück, die den überfließt. ont sich der sünde freuen, Rann 10. Kommt dann, o christen, nicht gedeihen. midi andal theure brüder, Vereint im 7. O laß auch heute deinen geist vor gott zustehn. Kommt, geißt mich lehren, Vom weg, der 316 Zweite Abtheilung. IV. Pflichten gegen Gott.1 der dir mißfällt, mich abzu- mag. Bewahr mich vor dem kehren: Er leite mich, daß geist der welt, Der diesen tag meine ganze seele Zum troft verächtlich hält. dich wähle.@ 6. Was dein wort heute in 8. Dein tag sei mir ein denk- uns schafft, Behalt die ganze mal deiner güte; Er bring mir woche fraft; Daß jeder tag beil und lenfe mein gemüthe der lebenszeit Sei deinem lob Auf jenes glück, das du der welt und dienst geweiht. erworben, Da du gestorben. Wer nur den lieben gott. g 9. Dich bet ich an, bu to 495. Wie lieblich ist doch, des überwinder! An diesem er herr, die stätte tag hast du zum heil der fün- Wo beines namens ehre der Die fern von gott in wohnt! D gib, daß ich sie gern todesschatten saßen Dei grab betrete, Weil da dein segen die verlassen. nd and belohnt, Die deiner lebre fic sich 10. Es feire dankbar diesen erfreun, Und dir des herzens tag die erde, Daß jedes land andacht weibn. uo. 13 voll deines ruhmes werde! Lob 2. Wohl dem, der dich in fei, erlöser, deinem großen na- deinem tempel, Gott, zu vermen Auf ewig; amen! ebren, ernft beweist! Du hörst & O jefu rift meinsund fein lob: und sein exempel gott, du bist mein Stärkt auch des nebenmenschen preiß und ruhm, geist, Daß er auf deiner wahrMein herz feirganz dein ei beit bahn Rechtschaffen vor genthum! Laß mir den sonn- dir wandeln kann.com 494. tag beilig sein, Und gern ihn 3. Dein wort bleibt niemals meinem glücke weihn! ohne segen, Wenn mans nur 2. Gib, daß ich mein gemüth recht zu berzen nimmt, Es gibt bewahr, Wenn ich mit deiner uns troft auf trübfalswegen, christen schaar zu deines haus Die du zu unserm beit bestimmt. ses stätte geh; Und so mit Es gibt im kampf uns muth andacht vor dir steh. di und fraft, So wie es sieg 3. Erinnre selber meinen und freude schafft. geist, Daß du inir gegenwär tig seist, Damit ich reines aci ftes lehr Begierig und mit nußen hörst de 1509 s 4. Olaß auch mir dein licht beut scheinen! Dein tag, berr, bring auch mir gewinn, Wenn andachtsvoll ich mit den deis 4. Drück alles tief ins berz nen Vor dir an heilger flätte hinein, Und laß mich nicht bin. Laß dir das lob, das wir bloß hörer sein; Steb mir mit dir weihn Ein angenehmes deiner gnade bei, Daß ich der opfer sein. lehre thäter sei..ndida di 5. Du bist der vater aller 5. Hilf, daß ich deinen ruhe- frommen, D segne heute beine tag Zu meinem fegen feiern lehr! Erhör, wenn wir zusammen 2. Würdige Sonntagsfeier. 3. Pflicht u. Nußen des 2c. 317 men kommen, Der frommen güt und macht Gethan, geordwunsch zu deiner ehr. Wir sus net und vollbracht. a dualy chen nur, herr, deine gnad, Ach 9. Du sieger über tod und leit uns auf der tugend pfad. grab, Der sich für uns zum Vom Himmel fan bersopfer gab Laß uns der wohl 496. Dies, christen ist der that würdig sein Und mach OTORID tag des Herrn, uns von den fünden rein, Geschäft und müb sei von 10. Laß deiner auferstehung euch fern, Kommt vor des höch- fraft, Die neues leben in uns sten angesicht, und freuet euch schafft, Uns mit dem hoben in seinem licht. gg mm troft erfreun, Einst ewig, berr ,. da 2. Kommt, betet curen schö- bei dir zu sein. do d pfer an, Und rühmt, was er 3. Pflicht und Nußen bes an euch gethan Ihn preisen, ist häuslichen Gottesd ter christen amt; Drum preist dientes int tus und lobt ihn allesammt! Alle Menschen müssen sterben.at 3. Rühint feine weisheit, 497, Nuch zu haus und in fraft und frath, Da er außsmo der stille, Christ, nichts erschaffen hat Den him- vergiß der andacht nicht. Sie inel und die ganze welt, llnd führt dich zur segensfülle;. alles, was sie in sich bält. Sie ist eine sel'ge pflicht. Vor 114. Und als er ihren bau voll- gott täglich mit den deinen bracht, hat er den menschen Dankbar im gebet erscheinen, auch gemacht, Den er nach Bringt viel vortheil, bringet feinem ebenbild, Mit weisheit luft, Troft und ruhe deiner und verstand erfüllt. brust my sid tasta 5. Erfennt, um cuch voll 2. Solltest du nicht den erdank zu freun, Wie er durch heben, Der dir täglich gutes seine güt allein, Uns täglich schenkt, Der dir fristet glück schüßzet und ernährt, Und man- und leben, Jede stunde dein ches unglück von uns febrt. gedenkt? Kannst du rettung 6. Dankt auch, daß beute deiner fünden, kannst du neue jesus chrift Vom tode aufer gnade finden, wenn du nicht standen ist, Und durch die größe zu gott hingebit, Und um huld seiner macht Das leben an das und wohltbat flebstost licht gebracht. 4 p 3. Welch ein segensvoll ges 7. D gott, der du den erden- schäfte Ist ein bäusliches ge freis Erschaffen hast du dei- bet? Muth zur arbeit, luft nem preis Und auch in trübe und Fräfte Gibt gott dem, der fal und gefahr Uns treu be zu ihm flebt. Tröstung in bewahrt so manches jabr. trübten Bunden Haben from de 8. Hilf, daß wir voller dank- me stets gefunden, Die im begier Erkennen, was du für gottesdienst vereint, Stille und für Durch deine weisheit, thränen ihm geweint. 4. Sicht 318 3weite Abtheil. IV: Pflichten gegen Gotte 4. Sichtbar mehrt sich, kein wort spricht je ein fal glaub und tugend, Glück und scher mund, Allwissender, dir segen blüht und grünt, Wo ist es fund; Du beiligster das alter und die jugend, Gott wirsi's rächen. Laß jederzeit mit mund und thaten dient: mein ja und nein Wie's chris Aber unordnung und sünden sten ziemt, aufrichtig sein! Wird man in den Häusern fin 2. Und wenn ich schwörend den, Wo man lebt, wie ohne vor dir steb, Dir feierlich ins gott, Wider denkt an pflicht antlig seh Die hand zum him. noch tod: allo mel hebe; Wenn ich dich, gott, , 5. Gute fromme finder ha- zum zeugen ruf, Zum rächer ben, Froh in seinem haufe dich, der mich erschuf, Durch fein; Treue hausgenossen ha den ich bin und lebe! Dann sei ben; Gott, wie muß dics glück von trug und heuchelei Mein erfreun? Im gebet ist reiz zur herz und meine zunge frei! tugend Für bediente! für die 3. Wenn frevler da auch jugend; Sichy einander zu er- gott noch schmähn, Mit lügen baun, Wirket lieb und fromm' frech noch vor ihm ftehn, Dann vertraun. 150 daigne laß mein herz erschrecken! Web 6. Drum, o christ, ein jeder dem, der gott und gottes morgen Jedes abends rub'ge macht Zum siegel feiner bos zeit Eine stunde, frei von for heit macht, Sie vor der welt gen: Sei vor allem gott ge- zu decken. Herz schau den weiht. Bete selbst, bet mit den gott mit zittern an, Der leib deinen; Gott hörts, und ers und feel verderben fann! freut die seinen: Achtsam lies 4. O feele, wenn du dich nech die beil'ge schrift; Sie lehrt, liebst, Denk, was du da zum was bein heil betrifft.dpfande gibst; Dein glück, dein 7. Hochster, mache dies ge- ewig leben! Verlier nicht mit schäfte Allen Häusern theu'r verwegenheit Dein theil an und werth; Gieb dazu uns gott und seligkeit: Wer fann trieb und kräfte; Hindre, was dirs wieder geben? Gott und es uns erschwert; Laß dir un fein evangelium. Wie fotbar fer schwaches lallen In der ist das eigenthum! fund stille wohlgefallen, Bis wir 5, Gott, wenn du nicht mein ewig vor dir stehn, und mit gott mehr bist. Dein, sobn cugeln dich erhöhn. mehr mein beiland ist, 11. Gidschwur. Heiligkeit Dein himmel nicht mein erbe; Gibi beffelben. Wenn mich beim leiden dieser nicht O Gwigkeit du Donnerwort.zeit Kein troft vom himmel 498. Sott, der du her mehr erfreut, Kein troft mehr zenskenner bist, wenn ich sterbe! It gott und Herr, dem die falschheit greuel jesus nicht mehr mein; Dann ist, und jeder lug verbrechen. besser nie geboren fein! du 6. Frech 11. Eids& iur. Heiligkeit desselben. 319 Gott nicht, gott achtets 6. Frech ist die zunge, die ein trug, kein gottlos wesen. noch spricht: sichets Du bist ein gott des rechts, nicht!" der treu: Wers wagt bei So lästern spötter rotten. Ja, dir zu schwören, Und begt im gottes langmuth ist bekannt; Er herzen heuchelei, Den wird lähmt nicht jede falsche hand; ecin ohr nicht bören, Dein Doch gott läßt sich nicht spot- eifer wird ihn firafen. ten. Zum strafen bat er lang 2. Drum laß mich, gott, nech zeit, Zum strafen noch der wahrbeit nur Ein laut'res die ewigkeit. zeugniß geben, Und nie die 7. Nein ehre nicht, nicht gut band empor zum schwur Auf und geld, Kein fürstenthum trug und falschbeit heben. und feine welt Soll mich soj Du blickst ins innre, wirst weit verführen. Um alle lei gar bald die wahrheit bell ent den dieser zeit Will ich doch decken, Wenn wir sie gleich gott und seligkeit Muthwillig im binterhalt Der lüge schlau nicht verlieren. Wie klein verstecken, und blöde menschen mein glück auch immer sei; Nur täuschen. reines herz und gott dabei! 3. Auch des gewissens un8. Gott, lehr du mich bei rub quält, Den, der die lügen jedem eid, Aus furcht vor dei liebet, Was wahr und redlich ner heiligkeit Die wahrbeit ist, verheelt, Und falsches pünktlich sprechen. Beschwörszeugniß giebet. Voll argwohn ich heilig amt und pflicht, So geht er, und beschämt Aus laß mich auch im kleinsten scheu entdeckt zu werden: Wer nicht Die theure zusag' brechen. aber seine zunge zähmt, Der Auch dir, gott, schwur ich treu findet rub auf eiden Und lohn zu sein; Erhalt mich ewig, bei gott im himmel. ewig dein! 4. Wenn mich des vortheils 9. Der du mein troft im stimme lockt: So laß mich fie tod noch bist, Gott, dessen nicht hören, Und nicht, durch wort wahrhaftig ist, Du hast niedern geiz verstockt, Mir auch mir geschworen. So unrecht gut erschwören. Was wahr du gott bist, sagst du's arglift und betrug gewinnt, zu, Ich hört's mit voller sees Wird lange nicht aereihen: lenruh: Ich soll nicht sein Was nie dahin fällt, nie verloren. O feele, balt gott zerrinnt, Und ewig fann er. deinen cid! Dann freu dich freuen, Ist redlichkeit und seiner gütigkeit! unschuld. ( Sbrist unser Herr zum Jordan. 5. Dann kann ich frei von 499. Herr, du bist beilig falschheit rein, zu deinem the im gericht: Dein throne treten, kann zu dir zern vertilgt die bösen; Bor flehn, mein gott zu sein, In tir besteht der heuchler nicht; feftem glauben beten. Des from 320 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. frommen hülf und gott bist mens heiligkeit Durch falschen du, Wirst sein gebet erhören; schwur entweihen; Ins anges lidhar Und des gewissens heitre rub sicht dir lügen. Wird ihn den lohn bewähren, 4. Herr, steure bei uns der ewig seiner wartet. allezeit Dem greuel solcher 6. Denn einst wirst du des fünden. Laß deines namens herzens rath Der menschen beiligkeit Ein jedes berz empoffenbaren, Und jedem wird, finden, Daß je zum eide sich nach dem er that, Vergeltung entschließt. Du, aller falsch wiederfahren. Beschämtheit rächer, Du, dessen droben wird dann vor deinem thron wahrheit ist, Strafft zwiefach Entdeckt der heuchler stehen: die verbrecher, Die fälschlich Den frommen aber wird der bei dir schwören. saisi lohn, Dich, wie du bist, zu 5. Laß niemand auch geles fchen, Du gott der treu und genheit Zu falschen eiden gewahrheit! ben. Und will sich oft um kleis . In voriger Melodie. nigkeit Ein böjer zwist erhe500. gott, mein schöp- ben: So lenke du durch deis fer, berr der nen geist Zum frieden die welt, Des auge alles siehet; gemüther, Daß niemand jes Vor dem der engel niederfällt, mals sich erdreift, Umehre Der höchsic seraph fnieet! Laß oder güter Mit unbedacht zu deines namens majestät Mein schwören. di diffic herz mit ehrfurcht füllen, 6. Du siges auch mit im Wenn ich bin vor bein antlig gericht, Wo deine diener rich, tret, Nach meiner obern wil ten: Lässt sich der menschen has len, Dich eidlich anzurufen. der nicht, Als nur durch eide. 2. Laß deine gegenwart mich schlichten; Dann laß zu deischeun, allerhöchstes wesen! nes namens ehr, Getroft bes Nichts kann vor dir verborgen zeuget werden, Du, du seist, yeti, Gedanken kannst du le-' o allwissender; Im himmel sen. Du bist mir nah, ich und auf erden Der zeuge und bin dir fund An einem jeden der richter, g orte: Du kenneft meines berzens grund, Weißt alle meine worte, Und was ich dabei denke. 12. Pflichtmäßige Gesin nung gegen Jesum den Griöfer. t 1. Preis für die Grlösung. 3. Du bist auch, o allwissen- Miel. Wie schön leuchtet der. er, Der bosbeit strenger rä- 501. ie groß, wie ange her; Und strafft als ein ges betet ist ein nas rechter herr Den leichtsinn der me, o herr jesu christ! Wie verbrecher, Die mit so viel ver- theuer deinem volfe! Welch wegenheit Die allmacht selbst licht ging in der finsterniß nicht scheuen, Und deines nas Mit dir der welt auf, wie zerrißi, 321 12. Gesinnungen gegen ten Erlöser. zerriß, Wie floh des irrthums noch, Jesu, werden Schon wolfe! Als du Kamest, Hör- auf erden Dir lobsingen Preiß ten taube, Und der glaube und dank und ruhm dir Half den franken; Stumme bringen. fangen, dir zu danken. 6. Wie groß, wie angebetet 2. Nur schwache warens, ist dein name, heiland, jesu die dein licht Verbreiteten; christ, Wie herrlich bei den die weisen nicht. Wo sind sie, deinen! Führst du uns einst wo die boben? Und wo die reis zu deiner rub: O wie weit den, wo die macht, Vor der berrlicher wirst du Den fromdes gößendienstes nacht Und men dann erscheinen! Ewig seine schrecken flohen? Macht Müsse, Dir zur ehre, Ihrer, nicht; ist nicht; Deine ga- höre lob erschallen Durch die ben, Mittler, haben Dich bimmel wiederhallen. verkläret, Uns den weg zu 502. Wie herrlich strahlt gott gelehret. der morgenstern; S 3. Wir werden deinen ruhm O welch ein glanz geht auf erhöhn, Wir werden deine vom Herrn, Wer sollte sein bimmel sehn, Den preiß von nicht achten? Glanz gottes, deinen leiden; Geri sen, was der die nacht durchbricht! du uns erwarbst, Als du für Du brichst in finstre feelen uns am freuze starbst, Der licht, Die nach der wahrheit engel bohe freuden. Welche schmachten. Dein wort, Je Gnate! Daß wir sünder su, Ist voll klarheit, Führt zur Gottes finder Werden sollen, wahrheit und zum leben. Wer Wenn wir an dich glauben kann dich genug erheben. wollen. 12. Du, bier mein trost, und 4. Du hast dich deiner herr- dort mein lohn! Sohn gottes lichkeit Entäußert eine kurze und des menschen sohn! Des zeit Und deinen thron verlas himmels großer könig! Von sen; Doch nun mit ehr und ganzem Herzen preiß ich dich! ruhm gekrönt, Nun machst du Hab ich dein heil, so rühret felig, die versöhnt, Der sün- mich Das glück der erde wes ren greuel bassen. Ihnen nig. Bu tir Komm ich, WahrWillst du Heil und leben Ger- lich keiner Tröstet deiner Sich ne geben, Und uns allen Hel vergebens, Wann er dich fin, daß wir gott gefallen. fucht, herr des lebens! 5. Vom aufgang bis zum 3. Durch dich nur kann ich niedergang Erschallet dir der selig sein, drücke tief ins lobgesang Erretteter gerech- berz mir ein Empfindung deiten. Unzählbar sind die schaa- ner liebe; Damit ich ganz ren schon, Die gerne dir vor dein eigen sei, Aus weltfinn deinem thron Ein würdig deinen dienst nicht scheu, Und Toblied brächten. Ihrer Mehr dein gebot gern übe. Nach dir X 322 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. bir, Nach bir, Den ich fasse, 503. Wer ist wohl wie du, Und nicht lasse, Ewig wähle, Stifter wahrer Dürstet meine ganze seele. rub? Jesu, freund der men 4. Bon gott strahlt mir ein schenkinter, Netter der verfreudenlicht, Die hoffnung, fornen fünder, Licht der seele daß dein angesicht Jah cin rub Fließt von dir uns zu. ftens soll erblicken. Du kannst 2. Herr der berrlichkeit! indeß durch deine fraft, Die Zur bestimmten zeit Kamst du rub in müden feclen schafft, uns zum beil auf erden, Warst Mich stärken, mich erquicken. zur bulcung und besd werden Tröste Du mich, Seligmacher, Unfrer niedrigkeit GroßmuthsDaß ich sdhwacher Auf der erdevoll bereit. Himmelsfreuden inne werde. 3. Tiefe schmach und noth, 5. Und wie, gott vater, preiß Selbst den frenzestod, Haft, ich dich? Von ewigkeit ber zu tilgung unfrer schulden, hast du mich In deinem sohn Du, als mittler wollen duls geliebet; Dein sobn hat mich den; Hast durch deinen tod mit dir vereint, Er ist mein Uns verföhnt mit gott. bruder und mein freund, Was 4. Reine furcht der welt ist's das mich betrübet? See- Schrekte sich, o held, Sünd le, Wähle Jbn den besten, und tod hast du bezwungen Ihn den größten Dir zum Und ein eiges beil errungen freunde, Und dann fürchtesfür die ganze welt Tur feine feinde.lt to it in dein lösegeld. 6. Ihm, welcher tod und 5. Deine majestät, König grab bezwang, Jbm müsse und prophet, Will ich de frober lobgesang Mit jedem muthsvoll verehren Und auf tag erschallen; Tem lamme, deine stimme bören, Denn das erwürget ist, Dem freun tein reich besteht, wenn die de, der uns nie veraißt, Zum' welt vergeht." did, jeg rubm und woblacfallen. Tö- 6. Eaß mich, dir zum rubm, net, Tönct Jubellieder! fdal- Als dein eigentbum Recht und let wieder! Daß tie erde Voll nach gewissen handeln, Und von seinem rubine werde. mit freuten dir nachwandeln. 7. Wie freu ich mich, o jein Wabres christenthum Sei mein christ, Daß du der erst und letzte größter rubin! dall bist, Der anfana und das 7. Zench zu dir mein Herz, ende! Du schließest selia mei- Laß in freud und schmerz Mich nen lauf; Du wechst auch mich an deine treue tenfen, led von todten auf; Des klopf ich wenn notb und furcht mich in die hände. Ewig Werd ich, fränken, so gib in schmerz Herr, dort oben, Hoch rich Muth und troft ins herz. loben, dem ich traue, Wenn ich nun dein antlig schaue. 8. Bilde mich nach dir, Daß ich eifrig hier Mich in wahrer fanfte 323 Meinen 12. Gesinnungen gegen den Erlöser. fanftmuth übe, Und wie du die meines lebens licht. Demuth liebe. Stolz und rach jesum laß ich nicht. begier Herrsche nie in mir. 2. Er, der welt und mir ges 9. Neiget sich mein sinn Zu sandt, Uns zu lehren, uns zu dem citlen hin: O dann war- retten, Gab sein leben uns zum ne meine seele, Daß sie nicht pfand, Daß wir gottes gna, ibr ziel verfehle! Lenke mei de bätten. O wie bin ich ihm nen sinn Auf das ew'ge hin. verpflicht! Meinen 2c. 10. Wecke mid) stets auf, 3. Durch ein herz voll dankDurch gehorsam, Daß in meinem lauf Nichts barkeit, von dir zurück mich halte, lind den ich übe, Das zu thun, mein cifer nicht erfalte; In was er gebeut, Halt ich fift dem tugendlauf Hilf mir an seiner liebe; Traue tem, schwachen auf. was er verspricht, Und so laß 11. Inversuchungszeit Stär- ich) jesum nicht. ke mid) zum freit; Laß mit 4. So ist er mein theil und wachen und mit beten Vollruhm Bis an meines lebens vertrauen vor dich treten, ende; Ihm geb ich zum eizenBis nach kampf und streit thum Ganz mich hin in seine Mid der sieg erfreut. hände. Er ist meine zuversicht. 12. Will der trübfal nacht, Meinen 2c. Und der menschen macht, Mei- 5. Wenn mein auge schon ne bange fecle schrecken, Müs verlischt; Wang und lippen se mich dein schild bedecken, sich entfärben, Mich kein lab Hab in solcher nacht Huldreich sal mebr erfrischt, Alle sinneu auf mich acht. mir ersterben, Und das matte 13. Einen edlen muth, Daß herz nun bricht, Laß ich meis ich) irdisch, gut Willig, janen jesum nicht. mein eigen leben, Mag für 6. Auch im himmel ist er ew'yes glück hingeben: Sol- mir Seligkeit und troft und chen weisen muth Gib mir, freude. Da belohnt er, was böchftes gut! jich hier Jbin zu chren willig 14. Sells zum sterben gebn, leide; Da schau ich sein ange Laß mich auf dich schn! Bleib icht. Meinen 2c. mir bülfreich dann zur seiten, 7. Nichts auf dieser ers Mich durch schmerz und too den ists, Was des herzens zu leiten, Bis ich einst dich wünsche stillet. jeh; Dir zur rechten sieb. Du, o jesu, du nur biss, Der sie einst ( laubige Zuversicht zu Sesu. noch ganz erfüllet. Dich, 504. Meinen jesum laß mein reichthum, ruhm und Dich, mein jesu laß ich ich nicht, Weil licht, er sich für mich gegeben, So nicht. erfordern dank und pflicht Ibn 8. Dich, mein jefu, halt ich zu lieben, ihm zu leben, Er ist fest, Lasse nichts von dir mich * 2 scheiden. 324 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. scheiden Weh euch, die ihr ihn le spricht: Meinen jesum laß vergeßt! Ihr beraubt cuch ew- ich nicht. er freuden. Selig, wer in warheit spricht: Meinen 2c. 7. Durch dich bin ich reich und hoch, Ich bin gottes find und erbe; Gott liebt mich, In voriger Melodie. 505. Du, oberrscher, stiegst, was fehlt mir noch? Eins vom thron Und noch, daß ich selig sterbe. Auch famst als ein knecht auf er- so sterben hilf du mir, Und den! Du bist würdig, gottes dann nimmst du mich zu dir. wohn, Ewig hochgelobt zu 8. Drum, erlösete des Herrn, werden; Freund, der froh Preiset ihn, lobsingt ihm fröhfein blut vergoß, Werd und lich. Alle sünden trug er gern, bleib mir ewig groß. nichts war für ihn zu beschwer 2. Du, erlöser, bist mein lich, für die welt, die strafbar theil; Denn du bist für mich war, Gab der heilige sich dar. gestorben, Du hast gnade 9. Preiß und dank und trest und beil An dem him herrlichkeit Müsse dir der mel mir erworben. Alles, al weltkreis bringen. Und wenn Its ist nun mein, Wie kann aufhört welt und zeit, Müß ich g'nug dankbar sein? fie dir der himmel singen: 3. Für die leiden ohne zahl, Menschen, engel, seraphim, a Für die leibs- und feelenschmere Groß ist isus, jauchzet ihm! zen, Und für deine tovrsqual Dank ich dir mit reinem her Liebe gegen Jesum. zen Tren dank ich, doch man- 3ch ruf zu dir Herr Jesu Christ. gelhaft, Gib zum beffern dank 506. jefu Chrift, mein höchstes gut, mir fraft. 4. Welche liebe! daß für mich Mein heil, mein trost, mein leben! Du rich ganz dabin gegeben; Der du für mich dein theures Feuria, ewig lieb ich dich Und blut Und leben hingegeben; will dir zu ehren leben; Will Gib, daß ich, als dein eigen. dir stets geborsam sein; Denn thum, Dich herzlich lieb und ich bin ja ewig dein. ebre, Nichts begehre, Als daß 5. Nichts soll mich so sehr er ich deinen ruhm Mit mund freun, Als daß ich dir angehöre, und that vermehre. Jesum lieben, jesu sein Ist des 2. Gib, daß kein andrer trieb christen troft und ehre. Wenn in mir, Als dich zu lieben, lebe; ich dein, o heiland, bin, Wird Daß ich mit herrschender be mir alles zum gewinn. qier Dir zu gefallen strebe. 6. An dir jesu, balt ich fest, Nimm alles, alles von mir hin, Weil ich werd auf erden wal- Was mich und dich kann scheiden, len. Wehe dem, der dich ver. Eitle freuden, Die dir mein läßt, Er muß ins verderben berz entziehn, Laß mich mit fallen; Meine ganze see- lernst vermeiden. 3. Du 12. Gesinnungen gegen Jesum den Erlöser. 325 3. Du hast mich je und je ges was ich hab In meinem ganliebt, Mich stets zu dir gezo zen leben. Daß ich es deinem gen; Eh ich noch etwas guts lobe weih', Dem nächsten das geübt, Warst du mir schon ge- mit nüglich sei, Wollst du mir wogen. Laß noch, freund mei- gnade geben. Laß mein verner seligkeit, Mich deine liebe trauen auf dich rein, Und heiz leiten Ind begleiten, Und sie lig meinen wandel sein. In zu jederzeit, Mir hülfreich stehn aller trübsal stärke mich, Daß zur feiten. ich sie dulde williglich. Herr 4. Laß meinen stand, darin jesu christ, Mein herr und gott ich steh, Herr, deine liebe zie- Mein herr und gott! Hilf mir ren; Und wenn ich etwa irre auch in der letzten noth. geh, Zu dir zurück mich führen. 3. Verleih, wenn du mich Laß sie mich stets des christen sterben heißt, Daß dann dein pflicht Und jede tugend lehren, engel meinen geist Ins reich Und mir wehren, Daß der wonne trage. Dann wird welt und fünte nicht mich mein leib und mein gebein blenden und bethören. 3war erde, doch nicht länger 5. Laß sie mir freudigkeit in sein, Als bis zum letzten tage. leid, In schwachheit stärke ge- Du läsfest mich im tode nicht, ben: Und wenn du nach voll- Du kommst, du fommst und hältst brachter zeit Mich rufft aus gericht. Ach laß mich dann dich diesem leben, Ach dann laß ohne graun Getroft als meideine lieb und treu Auf mich nen richter schaun. Herr jesu mit troste blicken. Mich er christ, Erhöre mich! Erhöre quicken, Und, aller leiden frei, mich! So preiß ich hier und In ewigkeit beglücken. ewig dich. 507. den in Herzlich lieb hab ich dich, o herr, Und 508. meine seele schäßt nichts mehr, Wie schon leuchtet der. jesu, jesu, gottes sohn, Der du Als deiner gnade gaben. Die noch, eh ich war, mich schon ganze welt erfreut mich nicht, Geliebt aus reinem triebe. Nach ihren schäßen frag' ich Vor dir ist alles sonnenklar, nicht, Wenn ich dich nicht soll Mein Herz ist dir auch offens haben, Wenn auch mein herz bar, Du weißt, daß ich dich im tobe bricht, Bist du doch liebe. Herzlich Such ich Dir meine zuversicht, Mein hei vor allen Zu gefallen, Nichts land, der mich hat erlöst, Mich auf erden kann und soll mir auch im tobe nicht verstößt. theurer werden. Herr jesu christ, Mein herr 2. Dies eine nur bekümmert und gott, mein herr und gott! mich, Daß ich mit solcher trene Hilf mir im leben und im tod. dich Nicht liebe, wie ich wollte. 2. Es ist ja dein geschenk und Ich selbst empfind es nur zu gab, Mein geist, mein leib und sehr, Daß ich durch thaten X 3 dich 326 Zweite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. dich noch mehr, Mein heiland, nes leben Wird anheben, Wo lieben sollte. Laß mich Glan- die fron.men Aller trübsal sind big Deine güte Ins gemü entnommen. the Stärker fassen, Dir mich ganz zu überlassen. en di 7. Da werd' ich deine gütigkeit, Die mich schon hier so sehr 3. Du stehst mit deiner erfreut, In vollem umfang fraft mir bei; D'rum will ich schmecken. Da sch ich in dem auch mit größter treu Und hellsten licht Dein gnaden. ewig dir anhangen. Nichts, volles angesicht Auf immer was sonst menschen wohlges frei von schrecken. Wohl mir! fällt, nicht sinnenlust, nicht Preiß dir! Der mir droben ehr noch geld Befriedigt mein Aufgehoben Er'ge freuden; verlangen. Ohn dich kann nichts, herr, foll mich von mich nichts von schäßen Recht dir scheiden. 4. Den, der dich liebt, den ergögen Und beglücken: Du 4. Nachfolge Jeju. nur fannst mein herz erquicken. 509. Jesu, du mein licht und leben, Du liebst auch du, Dem schoffstsprichst: kommt und lernt von du für die seele ruh Und trost mir! Sich, ich komin, ich komm für sein gewissen. Ob mich zu dir! Gern möcht' ich mich auch manche noth hier drückt, vir ergeben. Uisprung meiner So werd' ich doch durch dich seligkeit, Lehr' mich selbst die erquickt In meinen fümmer- frömmigkeit. andaland niffen. Endlich Wird sich 2. Ach wie ist mein herz verNach dem leide Volle freude verbet! Wie regt sich der fünde Für mich finden. Da wird luft Immer noch in meiner all mein trauren schwinden. brust! Böses ist mir ange 5. Noch hat kein Aug es je erbet; Schwach ist meine gefehn, Es kanns auch hier kein tugentfraft, Mätig blut und mensch verstehn Und würdig leirenschaft. 18slost sajn g'nug beschreiben, Was denen 3. Hilf, ach hilf du mir dort für herrlichkeit Bei dir besiegen Alle laster, haß und und von dir ist bereit, Die neid; Stolz und ungerech dir ergeben bleiben. Was hierstigkeit Laß im fampf mich Von cir Ist gegeben, Unfer nicht erliegen, In versuchung leben Zu ergößen, Ist dagegen steb mir ki, Mach mich standnichts zu schätzen. haft und dir tren. a 6. D'rum laß ich billig tieß 4. Pflanze mir in mein allein, jesu, meine freude gemütbe, Mittler, deine heisein, Daß ich dich herrlich liebe ligkeit Und geduld und freundUnd mich in dem, was dir lichkeit, Deine liebe, deine güte, gefällt, Je mehr und mehr in Sanftinuth, treu und red dieser welt Nach deinem worte lichkeit, Wapi heit und gerech übe; Bis sich Für mich Je-' tigkeit. dog 5. Laß 12. Gesinnung gegen Jesum. herk 327 5. Laß mich dir zu ehren, und that Vor aller welt mit leben, Jesu, meines Herzens freuden. Du warst bereit nach licht, Mein trost, heil und seinem rath Zum heil für uns zuversicht! Laß mich dir sein zu leiden. Wie er die liebe ganz ergeben; Laß mich fliehn selber ist: So warst dus auch, die lust der welt, Und nur herr jesu christ. thun; was dir gefällt. 5. Duzeigtest, daß die größte 6. Führe mich auf deinen we noth Dich nicht zum murren gen; Gib mir, wie dein wort reize, Warst gott gehorsam verheißt, Deinen beistand, dei- bis zum tod, Ja bis zum tod nen geist; Täglich gib mir am freuze. Auch da war deine gnad und segen; Täglich weis zuversicht Auf ihn allein und beit, hülf' und rath; Segnesfest gericht. denken, mort and that. 6. Von ihm verlassen, blicb 7. Bis ich endlich werde fomdein herz An ihm, troß alles men Aus der unvollkommenheit, spottes. Dein hoffen war im Jefu, zur vollkommenbeit; Und größten schmerz Die sichre hüldann dich mit allen frommen, fe gottes. Und was du boffHelfer meiner seligkeit, Prei- test, ist geschehn; Gott hörte deiner stimme flebn. sen in der ewigkeit. 510. 7. Mit ehr und preiß von Auf christenmensch auf.. Diefu, wahrer fröm ihm gekrönt, Lebst du zu seis amigkeit Vollkomner rechten Voll majestät, menstes crempel, Dein berz dem und dir ertönt Bon allen vater ganz geweiht, War jeder gottesknechten Das lob, des tugend tempel; dein wandel du so würdig bist. O selig, rein von aller schuld, Gott wer dir ähnlich ist! werth und würdin seiner huld. 8. Hilf, daß ich dein crempel 2. Wer war wohl eifriger mir Auch nun zum muster als du, zu thun des vaters seßze, Und gott, den berrn, willen? Dir war es ruhm und gesinnt gleich dir, Weit über alfeelenruh Ihn treulich zu er- les schäße, Mit freuden seinen füllen, Dir keines eignen willen thu Und ganz in seiner ruhms bewußt, War, ihn zu fügung ruh. preisen, deine luft. 3. Wenn, wo dein auge 511. frevler sab, Warst du voll edler schmerzen. Doch, wenn des Mein vaters wort geschah, Quoll leben? Sollt ich nicht gern freud aus deinem Herzen. An und mit begier Dir nachzuah. ihm nur hing dein ganzer men streben? Und nicht den sinn, Auf ihn sab stets dein weg, den du betratst, Auch auge bin. htungehn und das thun, was du 4. 3hn ehrtest du mit wort thatst? X4 2. Dein Follos Vorige Melodie. Welch hobes beispiel gabst du mir, heilaud, durch dein 329 3weite Abtheil. IV. Pflichten gegen Gott. STE 2. Dein herz war vollersruhe doch verfehlet. Nur dieß heiligkeit, So rein wie deine einzige gib mir, Wahren frie lehre. Dein thun lieb und den dort und hier. rechtschaffenheit; Dein end- 2. Seele, willst du dieses zweck gottes ehre; Für uns finden, Such's bei keiner freas allhier zufriedenheit, Und dort tur. Laß nichts irdisches rich einst ew'ge feligkeit. binden; Erdengüter täuschen 3. In fnechtsgestalt erschie- nur. Nur bei dem auf gottes nest du, Um uns beglückt zu throne Hocherhöhten menschen. machen; Den franken gabst du sohne Findest du dein wahres trost und ruh, Und warst stark in heil Und das aller beste den schwachen. Du trugst die theil. POSER DEe on leiden mit geduld, Und trugt 3. fie sonder eigne schuld. 4. Ein opfer unsrer misse- erlas, Als sie, ohne zu ermü, that, Liebt'st du uns doch als den, Fromm zu jesu füßen saß. freunde; Erfüllt'st für uns Dwie brannt ihr herz, die lehren des vaters rath Und batest Aus der weisheit mund zu felbst für feinde. Du starbst, hören! Da vergaß sie welt und gehorsam bis zum tod, Und sich, Als sie, jesu, hörte dich. ehrtest auch im tøde gott. 4. Also richt auch mein verlan 5. Dieß große beispiel hast gen, Mein erlöser, stets nach du mir Zur richtschnur bin- dir, Deiner warheit anzuhanterlassen, Daß ich gesinnet sei, gen, Schenke trieb und fräfte gleich dir, In meinem thun mir. Wenn auch andre sie und lassen. Komm, sprichst du, nicht achten, Will ich sie mit nimm dein kreuz aufdich, Komm, luft betrachten, Und, mich dei folge mir und thu wie ich. nes heil's zu freun, Ihren leh 6. Jch fomme, herr, gib ren folgsam sein. fraft und licht, Daß ich mein 5. In dir liegt der weisheit beil erkenne, Ein wahrer chrift fülle. Was die seel allein bes sei und mich nicht nur äu- glückt, Zeigst tu mir und wenn Eerlich so nenne: Damit ich mein wille Sich in deine ord. deinem beispiel treu, Auch an- nung schickt: Dann werd ich dern selbst ein beispiel sei. wahrhaftig weise, Mir zum heil 5. Jesus und sein Heil, das und dir zum preiße, Lerne gote einzige Nothwendige. tes rath verstehn, Und den weg des lebens gehn, Alle menschen müssen sterben. 512.! Fins ist noth lo herr, 6. Mit vergebung aller fünden dieß eine Lehre mei Herr, begnadigst du mich dann; ne seele doch! Alles andre, Läßt mich wahre ruhe finden, wie's auch scheine, Ist nur ein Daß ich fröhlich rühmen beschwerlich joch, Unter dem kann: Ich bin auch bei gott das herz sich quälet, Und der in gnaden; Und was kann mir Dir ist auch das glück beschieden, Das maria sich 329 1. Selbstliebe. mir denn nun schaden? Meis dentuft zu fliehn. nes mittlers gütigkeit Danf 8. Darum sollst du, herr, al. leine Mir mein ein und alich diese sicherheit! 7. Aber du bist meiner seele les sein. Prüß' und forsche wie Auch zur heiligung gemacht, ichs meine; Tilge allen heus Daß sie nicht mit vorsatz feble, chelschein. Daß ich hier schon Fliehe vor der fünde macht. auf der erde Durch eich gut Muth und fraft zum beil'gen] und selig werde, llnd dir treu leben kannst und willst du als sei bis zum tod; Nur dieß len geben, Die mit ernst sich eine ist mir noth. nur bemühn, Schnöde sün V. Pflichten gegen uns selbst. 1. Selbstliebe 4. Wir versäumen unfre Jesu deine tiefe wunden. pflichten, Von bequemlichkeit 513. Daß ich mich, mein regiert; Werden, wenn wir gott, selbst liebe, guts verrichten, Oft von ei Kann dir nicht mißfällig sein; gennuß verführt. Nur gar Du, du pflanzest ja die triebe felten trachten wir Nach dem Tief biezu dem menschen ein. wahren ruhm bei dir; Und Lenke du nur meinen sinn Auf wie oft feblts uns am wellen, andern dienen die wahre weisheit hin, Daß Wenn wir ich nicht mein glück verfeble, sollen. Und selbst das verderben wähle. 5. Mache, o mein gott, in 2. Hilf mir alle meine pflichten gnaden Mich von solcher unRecht verstehn und mit becacht art frei, Daß ich nicht zu meinem Auf das mein bestreben richten, scharen gegen mich verblende, Was wahrhaftig glücklich sei. Pflanze selbst den tricb macht. Wer dir, o du höchster, mir ein, Mich vor allem dein lebt, Und dir zu gefallen zu freun, Auch nach andrer strebt, Der nur kennt der wohl zu trachten, Und sie, feele atel, Der nur liebt sich wie du willst, zu achten. ohne tadel. 6. Gib mir denn auch das 3. Doch wie oft und leicht vollbringen, Mich zu lieben, verführet Eigenliebe unser wie ich soll. Laß mich eifrig berz! Durch den äußern shein darnach ringen, Was mir rient gerühret, Wünscht es freud zum wahren wohl. Auch dem und wählt es schmerz, Sucht nächsten beizustehn, Liebreich und findet niemals rub, Hofft stets auf ihn zu sehn, Uleber fie und Kommt nie dazu, Weil alles dich zu lieben: Das r8 fih verliert in dingen, das hilf mir treulich üben. Die kein wahres glück uns bringen. 514. Nun danket alle gott. Du willst es, herr. mein 330 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. mein pott, Daß ich mich sel der zeit, Zum großen segen, ber liebe. Gib, daß ich diese nach Bis in die ewigkeit. pflicht, Nach deiner vorschrift 7. O selig, wer darnach Mit übe, Und laß den sel'gen trieb, beilgem eifer trachtet, Und für Mich meines glücks zu freun, sein größtes glück Gott, deine Den du mir eingepflanzt, Nie gnade achtet! Der liebt allein mein verderben sein. sich recht, Der find schon in 2. Gib, daß mein ganzes der zeit Die wahre rub und herz Sich deiner liebe weihe, einst Vollkommne seligkeit. Und daß ich überall Dich find 8. Das sei mein zweck mein lich ehr' und scheue. Wer ale fleiß; O segne mein bemühen! ein christ sich liebt, Der flieht So wird das wahre wohl auch als ein christ, Was dei. Nicht meinem wunsch entflie nem heil'gen rath, O gott ben. So liebe ich mich so, Wie dir entgegen ist. cs wohlgefällt und über alles 3. Kein schnöder eizennuß dich, Mein gott, Und nicht die Beherrsche meine seele, Une welt. 4. wenn zu meinem glück Ich weg 2. Selbsterkenntnis. und mittel wähle; So laß Wer nur den lieben gott. mich stets dabei Auf recht und 515. Wer bin ich wichwahrheit schaun, Und nie mein stig ist die frage! woblergehn Auf and'rer elend Gott, lehre sie mich recht vers bau'n. stehn! Gib, daß ich mir die Dein fluch tritt jedes wahrheit sage, Um mich so, wie glück, Dabei die tugend leidet, ich bin, zu sehn. Wer sich nicht Dabei der, der es sucht, Gott, selbst recht kennen lernt, Bleibt deine wege meidet. Wer un- von der weisheit weit entfernt. recht liebt und thut Erbt 2. Ich bin ein werk von deinen bimmel nicht; Nie treffe deinen Händen, Du schufft mich, o gott, Dies schreckliche mich, gott, zu deinem preiß, gericht. Dazu mein leben anzuwen, ' 5. Nie blende mein gemüth den, Das ist dein väterlich Der citelkeiten schimmer. Die geheiß. Doch leb ich, als welt mit ihrer luft Vergeht dein eigenthum, Auch wie ich doch einst auf immer. Was soll, zu deinem ruhm? bilft uns furze lust, Was 3. Ich bin ein christ nach hilft uns eitle pracht? Nicht dem bekenntniß; Doch bin ich ein vergänglich gut Ift's, was das auch in der that? Herr uns glücklich macht. djöffne selbst mir das verständ6. Ein gottergeb'nes herz, niß, Necht einzusehn, ob ich Ein unverlegt gewissen, Nur den pfad, Den jesus mir ge das kann uns allein des lebens wiesen, geb; Und ob ich auch luft versüßen; Das bleibt uns im glauben steh? auch in tod Und folgt uns aus 4. Du fennest unsers herzens 2. Selbsterkenntniß. 3. Demuth. 331 sens tiefen, Die uns selbst un lichts! Mein dasein und mein ergründlich sind; D'um laß leben Ward mir von dir mich oft und ernstlich prüfen, gegeben, und ohne dich verOb ich sei christo gleich ge mag ich nichts. 300) 1970) 2. Sowohl verstand als finnt. Befreie mich von fals schem wahn, Der auch den kräfte, Zum nüglichen geschäfte, flüaften täuschen fann. Hab ich aus reiner buld. Dein 5. Wie kann der, der bei ist's, wenn gute thaten Dem allem wissen Des herzens zuvorsag wohl gerathen: Die stand sich verhehlt, Auf wabre fehler sind nur meine schuld. beß'rung sein beflissen, Er, der 3. Das glück, deß ich mich nicht weiß, wie viel ibm freue, Schaffst du nach deis febit? Sich selbst recht ken ner treue, Du herr der gannen, ist verstand, D'rum mache zen welt! Du ordnest unfre mich mit mir bekannt. tage, Ihr glück und ihre plas 6. Was mir zu meinem ge, Nur so, wie dir es wohlbeil noch fehlet, Mein vater, gefällt. ras entdecke min! Hab ich der] 4. Sollt ich mich denn ers wahrheit weg erwäblet, So heben, Wenn mir in diesem gib, daß ich ihn nicht verlier. leben Viel gutes wiederfährt? Erleuchte mich mit deinem Was hat dich, berr, bewogen, licht So täuschen nich ver- Daß du mich vorgezogen? Vin fübrer nicht. id) auch jemals dessen werth. 7. Bin ich ist von dem 5. Ich bin viel zu geringe sichern pfade, Der mich zum Der buld, herr aller dinge, leben fübrt, noch fern: So Die du mir bast erzeigt. Olaß wecke mich durch deine gnade, michs nicht vergessen, Wenn Daß ich ihn ernstlich suchen sich mein herz vermessen Zum lern. Gib mir zur beß'rung stolz und eigendünkel neigt. luft und fraft; Du bist's, der 6. Das nüßlich anzuwenbeides in uns schafft. den, Was du mit vaterbänden 8. Ich muß es einmal doch Mir gütig zugewandt: Dies erfahren, Was ich hier war sei in meinem leben Mein und bier gethan; D'rum laß eifriges bestreben! Dazu gib mich's nicht bis dahin sparen, demuth Wo reue nichts mehr belfen fann. Hier mache mich zum 517. bimmel flug, Und frei vom ichnöden selbstbetrug. und verstand. Vorige Melodie. Gib, gott, wenn ich 3. Demuth. vir diene, Daß ich mich nicht erfübne, Auf mich selbst stolz zu sein. Wer kann In allen meinen thaten. bei seinen werken, Wie oft er 516. Was ich nur gutes fehlet, merken? Wer ist von a babe Sft deine mängeln völlig rein? milde gabe, Du vater alles 2. Such ich stets deinen wil Ien 332 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. len So cifrig zu erfüllen, Als, ben, Wär er doch ein une cs dein wort gebeut? Trag ich nüßer knecht! der tugend bürde, Aus fenntnißling dige ihrer würte Auch immer mit Wider Stolz und Vers zufriedenheit? messenheit. Gin lämmlein geht. 3. Entzieh ich mich den sünden Auch stets aus rechten grün- 518. Wenn ich, o gott, den? Aus wahrer frömmig von dir geführt, feit? Oft sind die guten triebe Auf deinen wegen wandle; Nicht früchte deiner liebe, Wenn ich, durch deinen geist Nur früchte der natur und regiert, Nach deiner vorschrift zeit. handle; Wenn mir mein herz 4. Der fünden meiner ju- as zeugniß gibt, Daß meine gend, Der mängel meiner tu feele mehr dich liebt, Als alHend, O herr, gedenke nicht. les gut auf erden: So Willst du mit deinen fnecten, laß durch stolz und sicher. Wie fies verdienet, rechten: beit ich deiner huld und So trifft sie alle rein gericht. gütigkeit Doch nicht verlustig werden. 5. Doch, wenn auch dir zur 2. Wie leicht erliegt ein sichrer ehre, Rein meine tugend wäre, finn, Bekämpft durch seine lüfte! Weß ist das eigenthum? Wer Sieht ruhig auf gefahren bin, ließ mich unterrichten? Wer wovor er zitteru müßte. ließ in meinen pflichten Mein Bollkommen glaubt er schon glück mich sehn und meinen rubin? zu sein; Denkt: diese fünde fei nur flein, Und jene 6. Wer gab mir, dich zu lie pflicht nicht wichtig. Nun ist ben, und dein gebot zu üben, er seinem falle nab, Fällt unverDie lust und freudigkeit? Wer merkt, und glaubt noch da, Er stärkte meine fräfte Jm heili- wandle fest und richtig. gungsgeschäfte? Wer gab mir 3. So schwach ist, herr, der muth und sieg im streit? mensch, so bald Zur sünde 7. Du schafft, daß ich dich fortgerissen! Sein eifer wird wähle; Du rufft mich, wenn ich gar leichtlich kalt, Nachgebend fehle, Auf rechten weg zurück. sein gewissen. Web ihm, wenn Du ziehst mich ab von sün- er vermessen ist, Wenn seine den, Und läßt mich gnade schwachbeit er vergißt, In sich finden, Und gibst zu meiner nur stärke siehet! Der urs beßrung glück. thum und die sinnlichkeit Be 8. Sollt ich mich des erheben, siegen ihn in jedem streit, Was du mir, herr, gegeben? Wenn er nicht flüglich fliehet. Hab ich zum lohn ein recht? 4. Wer sich selbst, gott, vor Könnt jemand alles üben, dir erhöht, kann nicht vor Was du ihm vorgeschrie- dir bestehen. Wer seine nies drigkeit Wider Stolz und Vermessenheit. 333 drigkeit gesteht, nur den wirst geist regiert, Nach einer vordu erhöhen. Veracht ich and- schrift handeln. Ich werde re neben mir: So miffällt nicht durch sicherheit, Durch meine tugend dir, Wie groß stolz und durch vermessenheit ich sie auch finde. Mein glau- Von deinem worte weichen: be bat da feinen werth. Dem So bleibt auch deine gnade nur, der demuthsvoll tich ehrt, mir, Und ich werd, unterVergibst du seine fünde. stüßt von dir, Des glaubens 5. Drum lehre mit behut- ziel erreichen. famfeit Auf meine bahn mich Mel. O Gott du frommer Gott. schauen, Und niemals aus ver- 519. Herr, der du alles Von dem messenheit Auf meine fräfte bauen. Wenn wo versuchun ich alles habe; Was ist mein gen mir drehn, So zeige sie stand, mein glück, Und jede von fern mir schon, Daß ich gute gabe? Es ist nicht mein, mich zeitig rüste. Aufmerf- es ist Ein unverdientes gut; sam mache meinen blick Auf Darum bewahre mich Vor riese welt, auf zeit und glück, stolz und übermuth. Und auf die macht der lüste. 2. Wenn ich vielleicht der 6. Du weißts, zum guten, welt Mehr als mein nächster berr, bin ich nur öfters falt nüße; Und wenn ich mehr verund träge. Mein täglich stand, Als er besitzt, besize: straucheln mache mich Vor- Bin ich drum mehr, als er? fichtig allewege. Find ich beides fommt von dir, Vers mich auf der rechten bahn: stand und tüchtigkeit, Und du So gib, daß ich so gut ich kann, erhältst es mir. Bei jedem schritte wache. Be- 3. Wenn mir ein größres glück wahre meinen fuß, daß nicht Nach deinem rath begegnet, Stolz und vermesine zuversicht und deine gütigkeit Mich Zu mir, mich fallen mache. mehr als andre segnet: Gibt 7. Mein glaube, meine diese deine buld Mir wohl frömmigkeit, Und was ich anzum stolz ein recht? Bin ich mir babe Von tugend und darum nicht auch, Was and rechtschaffenheit, Ist alles dei- re sind, dein knecht? ne gabe. Ich bin nur staub, 4. Wenn ich geehrt und groß den du erschufft, Den du be- In höhern würden stehe, Und anadiaft und berufft, In dei andre unter mir Im fleinern nem reich zu leben. Laß mich, glücke sebe; Wer machte sie entfernt von stolz und wabn, gering? Und wer erhöhte mich? Mit demuth deine gab empfahn, 3st nicht mein nächster oft Und dir die ehre geben. Viel würdiger als id)? S. So werd ich, gett, von dir 5. Wie könnt ib mich, o gott, geführt, Auf deinen wegen Des guten überheben? Was wandeln, Durch deinen guten ich besiß, ist dein; Von dir hab ich 334 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. ich mein leben, Und was ich, 6. Wer fünde liebt, bleibt gutes thu, Dazu gibst du nicht vor dir; Drum schaffe gedeihen; Drum laß mich selbst, o gott, in- mir Ein herz, ewig fern Von stolz und das sünden basset. Das seine hochmuth sein. schuld vor dir bercut Und daß zu deiner qütigkeit Turq christum boffnung fasset. 4. Sorge für die Secle. Kemmt her zu mir spricht. 7. Oib, rafi ich dir mich 520. Herr, meiner feelen ganz ergeb. Und was ich noch großen werth, Den auf erden leb, Laß mich im mir dein theures wort er glauben leben An jefum Chris klärt, Laß mich mit ernft bes stum, der auch mich So boch denken. Und auf die forge geliebet, daß er sich Für mich für ihr wohl, So unermüdet, dabin gegeben. als ich soll, Den größten eifer 8. In meiner ganzen pillenfen, grimschaft Laß mich, gestärkt 2. Wie hoch ist sie vor dir durch deine kraft, Nach jenem geacht! Welch glück hast du ihr kleinod trachten, Das mir zugedacht! Wie viel an sie ge- dein ruf vor augen stellt, Und wentet! Du schufft sie, gott,' alle güter dieser welt Wie drin bild zu sein, Und bast, nichts dagegen achten. es in ihr zu crneun, Eclbst deinen sohn gesendet. 9. Wie selig werd ich dann nicht sein! Schon hier werd 3. 3u groß für diese furze id) mich deiner freun, Durd zeit, Bestimmt zum glück der dich, gott, rubig leben; Und ewigkeit, lebt sie im fleisch du wirst nach vollbrachter auf erden, Durch glauben und zeit, Auch mich gewiß zur gottseligkeit zu größerer voll berrlichkeit In deinem reich fommenheit Im himmel reif erheben. zu werden. Kommt laßt euch den Herren. 4. Mit großer trene will 521. Lehre mich, berr, du sie, Selbst durch des le en recht bedenken, bens furze müb 3u jenem le. Was wabrbafte weisheit sei, ben führen. O laß mich nicht meinen fleiß darauf zu lenken durch eigne schuld Das heil, Stebe mir aus gnaden bei. ras deine vaterhuld Ihr aus Denn die flugbeit, so die weit ersehn, verlieren. Ohne grund für weisheit bält, 5. Wie du, o gott, gesinnt Fördert nicht mein wohler. zu sein, Mich ewig deiner geben und wird nie vor dir huld zu freun Und dich zum bestehen. troft zu wählen: Das sei mein 2. Weisheit ists, wenn unsee fleiß und höchster zweck, Laß seelen Sich, herr, deincs wor mich dazu den rechten weg tes licht nur allein zum leitAus leichtsinn nie verfehlen. stern wählen Und mit fester 34 4. Sorge für die Seele. 335 zuversicht Diesem licht sich anger sind; Wunsch und hoffvertraun. Denn die folgsam nung dabin lenken, Wo die darauf schaun, Ihre hoffnung scele rube findt, Ecine augen darauf gründen, werden heil unverwandt Nach dem ewgen und leben finden. vaterland Richten, und sich 3. Weisheit ist es, darnach bier bestreben, Wie man drotrachten, Recht mit sich bekannt ben lebt, zu leben. zu sein, Sich nicht schon voll. 8. Diese weisheit ist auf er Fommen achten und den ci- den, Höchster, unser bestes gendünkel scheun. Gern auf theil. Die von ihr geleitet wer scine fehler sebn Neuig sie vorsten, Deren weg ist leicht und gott gestehn, Eifrig stets nach heil. Solche weisheit kommt befrung streben Und doch nie von dir; Gott, verleihe fie fic stolz erheben. auch mir! Laß sie mich zu al4. Weisheit ist es, christum len zeiten Auf den weg des bren, Seiner mittlershuld fricdens leiten. vertraun; So auf seine stimune Bon Goit will ich nicht lassen. bören, Und auf seinen wan- 522. Wem weisheit fehlt, del schaun, Daß man falsche! der bitte Von wege flicht, Und mit eifer sich gott, der weisheit bat; Er leibemüht, Seinem bilte bier tet unfre schritte Durd seines auf erden Immer ähnlicher zu geistes rath. Wer ruft mit werden. crnft zum Herrn, Tem das 5. Weisheit ist es, alles meis nicht wird gewabet, Was er den, Was mit reu das her; von ihm begebret? Er hört beschwert, Und sich hüten vor und giebet gern. den freuden, Die der fün- 2. Gib, vater meiner väter, den dienst gewährt. Eitlen Mir einen weisen sinn, Du ruhm, der bald verblüht, Lust, gibst die übertreter In ibren die im genuß schon fliebt, sinn dahin. Ich aber wünsche Nicht für wahre woblfahrt mir Ein herz, das dich nur lies achten; Nein, nach bessern bet, Gern, was du forderst, gütern trachten. übet: Das wünsch ich mir 6. Weisheit ist es, gottes von dir. gnate sich zu seinem ziel ers 3. Der leib beschwert die sebn, Und auf seiner wahrheit feele; Wie leicht verirr ich rfare Diesem glüct entgegen mich, Wenn ich mein glück mir gehn; Gern nach Gottes willen wähle, Nicht unterstüßt durch tbun, Froh in seiner fügung rich! Durch jeden schein ver ruhn, Und, wenn leiden uns führt, Wähl ich mir falsche beschweren, Hoffend mit gegüter, Wenn meines lebens duld ibn ehren. hüter, Mich nicht dein rath 7. Weisbeit ist es, Acts be- regiert. denken, Daß wir hier nur pil- 4. Kaum treff ich, was auf erten 336 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. erden Mir gut und heilsam ben, Und wenn man nicht mehr ift, Wie kann ich selig werden, sünd'gen kann, Gott um erbars Wenn du mein licht nicht bist? mung fleben: Das ist der weg Regierst du nicht dein find, zum leben nicht, Den uns, 0 So wirds ein übertreter; gott rein unterricht In deiDa meines beils verräther nem wort bezeuget. Selbst meine sinnen sind. 3. Du rufit uns hier zur 5. Du selbst regierst und heiligung, Drum laß auch lenkest Solch eine große welt. hier auf erden Des geistes Geschicht nicht, was du den wahre besserung Mein Hauptfeft? Nicht, was dir wohl geschäfte werden. Herr, stär. gefällt? Wann überschritt fe mir dazu den trieb. Nichts ibr gleis Die fonne, die du sei mir je so groß, so lieb, schufest? Was ehrt nicht, wenn Mich davon abzuwenden. du rufest, Sogleich auch dein geheiß? 4. Gewänn ich auch die gan. ze welt, mit allen ihren freu 6. Wenn deine meere toben, ten, Und sollte das, was Und du gebeutst nur: rubt! dir gefällt, O gott, darüber Hast kaum die hand erhoben; meiden, Wae hülfe mirs? So legt sich ihre wuth. Wie nie fann die welt Mit allem, leicht, wenn böser lust Empö- was sie in sich hält, Mir rung in mir wütbet, Rubt! deine anad ersegen. wenn dein wink gebietet, Der aufrube meiner brust. 5. Was führt mich zur zu friedenheit Schon hier in dies 7. Ach leite du mein leben, sem leben? Was kann mir Dir sei cs ganz geweibt. Mein trost und freudigkeit In noth, einziges bestreben Sei, was in tode geben? Nicht mens tein rath gebeut. Dann bin schengunt, nicht irdisch glück, ich weis und klug; Dann thu Nur friede gottes und ein ich recht auf erden; Dann blick Auf jencs lebens freuden. werd ich selig werden: Dann, 6. Nach diesem kleinod, gott, hab ich genug. herr, laß mich Vor allen dins Sei Lob und Ehr dem. gen trachten, Und was mir 523. Nad meiner feelen daran hinderlich, mit edlem seligkeit Laß, berr, muth verachten. Daß ich auf mich eifrig ringen. Sollt reinen wegen geb, Und im ich die kurze gnadenzeit In gericht dereinst besteh, Sei sicherheit verbringen? Wie meine größte sorge. würd ich einst vor dir be 7. Doch was vermag id, stehn? Wer in dein reich wenn du nicht Vor trägbeit wünscht einzugehn, Muß rei- mich beschüßest Und mich zur nes berzens werden. treu in dieser pflicht Mit 2. Erst an dem schluß der le- fräften unterstüßest. O stärke bensbahn Auf seine sünden se- mich, mein gott, dazu, So find 5. Bewahrung eines guten Gewissens. 337 find ich hier schon wahre rub' ,, Was tröstet gottes finder, Und dort das ew'ge leben. Beim spotte frecher fünder? Ein ruhig herz das beste 5. Bewahrung eines guten gut. Gewissens und dazu nöthige Wachsamkeit. Nun ruhen alle Wäldrr. 7. Zu dir gen himmel schauen, O gott, und mit vertrauen Sich rühmen: ich bin 524. in ruhiges gewissen dein; Im glauben der erlös Laß, herr, michsten Sich deiner huld getrösten. stets genießen, Denn hab ich Welch glück, mein gott, fann dieses nur: So ist für mich in größer sein? S. Läst du mich im gewissen tagen, Wo andre ängstlich za gen, Nichts schreckliches in der Einst diesen trost genießen, Wenn alles von mir weicht; natur. 2. Wenn meine schuld mich kann ich dann voll vertrauen beuget, Und dann dein geist be- Auf dich noch, vater schauen, zeuget, Daß ich begnatigt bin; So wird mir selbst das ster. Wenn mich dein troft erquicket; ben leicht. So oft mich trübfal drücket: 9. O laß zu allen zeiten ie unschäßbar ist mein ge mich deine weisheit leiten Und mache mich selbst treu, Zum winn! 3. Sollt ich solch ruhig le- fleiß in guten werken Laß mich ben Für lust der sünde geben, die hoffnung stärken, Daß groß Und dann die innre pein, Mich der lobn im himmel fei. felber zu verklagen; In meinem 525. Mache dich, mein geist bereit! bufen tragen? Gott laß dieß ferne von mir sein. Wache, fleh und bete! Daß. 4. Sein eignes berz bekäme dein herz zur bösen zeit Nicht pfen, lud seine neigung däm von gott abtrete. Auch schon pfen, Ist freilich schwere pflicht. ist Mancher chrift Von versuchToch, wenn wir uns besiegen, ungsstunden Plößlich über Weld himmlisches vergnügen, wunden. Gewihrt die überwindung nicht! 2. Auf dann und ermunt re dich Aus dem sichern schlafe! 3mmer, glaub es, zeiget sich Bald darauf die strafe. Der 5. Nichts kann im wobler geben o unfer glück erhöhen, Als cin aeruhia berz. Das fällt leicht Den es täucht, schafft uns innre freuden, Daß er sicher stehe Auf der Und mildert auch im leiden. tugend böhe. Turch seinen treft den größten 3. Wache! denn hier hat sbmerz. der christ Noch von allen sei6. Die freuden zu verachten, ten, Was der seele schädlich Wonach die fünder schmach ist Muthig zu bestreiten, Gott ten, Was gibt uns dazu muth? läßt zu, Daß auch du, Wenn Y du 338 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. du forglos wallest, In versuche ich und allein, Gott mit dir ung fallest. beschäftigt sein. 4. Wache! daß dich nicht die 2. Nicht aus wahn noch welt Durd) gewalt bezwinge, aberglauben, Oder nur aus Oder, wenn sie sich verstellt, cizensiun, nicht der welt den Lisßig an sich bringe. Wach fleiß zu rauben, den ich brü und sieh! Daß dich nie Die dern schuldig bin; Weder wild verführer fällen, Tie dir nege noch menschenscheu, Nicht aus ellen. d pant stolz noch gleißnerei! 5. Wach und hab' auf dich 3. Nur zu prüfen mich im wohl acht! Trau nicht deinem stillen, Wie entschlossen, wie berzen. Beicht fann, wer es getreu, deinen willen zu erfüls nicht bewacht, Gottes huld len, Meiner seele vorsoßz sci, verscherzen. Ach es ist Veller Weiser noch zu weiden, herr, lift, Weiß sich selbst zu ben- Und im beten eifriger. chein, Und mag gern sich schmei dheln! Dans 4. Jeder täuschung dann entiffen, Seb, ich näher, gott, 6. Aber bet auch stets da- mein ziel. Freier sicht auch bei, Bete bei dem wachen, mein, gewissen, Wo ich siegte, Das wird dich von trägbeit wo ich siel; Mehr auch flammt frei Und behutsam machen. mein herz sich dann Zu der Gott verleiht unterfeit Auf tugend kämpfen en. dem rechten pfade Durch erbetne gnade. 5. Mehr empfind ich deine liebe, Wo mich kein geräusch 7. Rabe rich denn mit ge- zerfreut; Stärker deines geistes bet Oft zu seinem throne, triebe; Mehr der zukunft berr Wenn dein herz nur glaubig lichkeit; Hller seh ich dein gefleht, Hört er in dem sehne. richt; Michr die würde jeder Er verheißt Seinen geist, Mitipflicht. ibm kraft und leben Auf dein 6. Wohl mir, gott, denn ich flehn zu geben. gewinne Dann für meine pil8. Nun so will ich immer grimschaft Ueber alle meine dar, Wachen, kämpfen, beten, finne Und vermehrt sich die gefahr, mehrer gewalt, zum sieg mir Nicht von gott abtreten. Kurze bewußt, Mehr zum guten muth zeit Währt der freit, Und welch und luft. eine krone Wird mir dann zum Johne! Gott des Himmels und der. 7. Wenn in dir geweihter stille Meine leidenschaften ruhn, Werd' ich fester, strebt mein aur fille will ich wille, Frober, was du willst, zu fliehen, Will durch thun, Und übt dann durch deine eingezogenkeit Dem geräusche huld In der trübsal mehr geduld. mich entziben, Das mich flö. 8. So geflärfet febr ich wie ret und zerstreut! Ruhig will der Zu den menschen froh zu rück 526. 6. Eorge für den Leib und Erhaltung tes Lebens. 339 rück, gebe thätiig für die brü bau verlegen, Den du, als der, Freue mich bei ihrem schöpfer, selbst eibaut? Weß glück. Umgang oder einsam ist mein leib er ist ja dein: feit, Beites sei dir gott ge. Sollt ich denn sein zerstörer weiht; fein? min aloj duu dhil this Wer weiß, wie nahe mir mein. 527. Lockt der versuchung 3. Ihn zu erhalten, zu bes schüßen, Gibst du mit milder zauberflimme Mich vaterband, Die mittel, tie dazu schmeichelnd ins verderben bin, uns nüßen, llnd zum gebrauch Und will von deiner sanften gibst du verstand. Dir ist die flimme Mein Herz o gott, voll sorge nicht zu klein: Wie sollte leichtsinn fliehn: So treffe wie sie es mir denn sein? ein bliß von dir, Mich der 4. Gesunde glieder, muntre gedanke: gott ist hier! fräste, O gott, wie viel sind 2. Laß, herr, bei jedes las die nicht werth! Wer taugt zu sters reize mich schnell und desberufsgeschäfte, Wenn franfe muthig zu dir flebn; Dich jesu, heit seinen leib beschwert? Ift schmachtend schn am freuze, Dich nicht der erde größtes gut cultend, bluten, sterbend seh'n. Gesundheit und ein heit'rer Wie bald entflicht aus meiner muth& brust, Seh ich dich an, des lasters luft. 5. Drum gib, daß ich mit forgfalt meide, Was meines 3. O jesu, mächtiger befreier, törpers wohlsein flört, Daß Mach mich durch deine wahr- nicht, wenn ich je frankheit beit frei, Echent mir dein licht, leive, Mein geist den innern daß täglich treuer Der wahr- vorwurf hört: du selbst bist beit ich und reiner sei. Mit störer deiner ruh, Tuzogst dir jeden tage mehr eir gleich, selbst dein übel zu! Und näher dir in deinem reich. 6. Laß jeden sinn und alle glieder Mich zu bewahren acht6. Sorge für den Leib und sam sein; Und drückt mich Erhaltung des Lebens. eine frankheit nieder; So flöße Wer nur den lieben gott läßt. selbst geduld mir ein Gib 528. Des leibes warten froben muth und dann verGhi chord baie und ihn nähren, leib, Daß auch des arztes rath Das ist, o schöpfer, meine gereih. flicht; Durch eigne schuld ihn 7. Dech, gib, daß ich nicht zu zerstören, Verbietet mir dein übertreibe, Was auf des törpers unterricht. she mir mit pflege zilt; Und stets in jes weisheit bei, Daß diese pflicht nen schranken bleibe, Die dein mir heilig sei! gebot mir anbefiehlt. Des 2. Sollt ich, o herr, geringe leibes wohl laß nie allein Dos schäßen, Was deine hand mir ziel von meinen sorgen sein. anvertraut? Den wundervollen S. Mein größter fleiß auf dieser Y 2 340 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. dieser erde Sei meinem geifte dienst ergeben. Hilf du nur gott, geweiht, Daß er zum selbst der schwachheit auf. bimmel weise werde, Noch in 7. Was nüßt ein langes les der vorbereitungszeit: So wird ben, Wenn man nicht gott ersich leib und feele dein In alle geben, Nach wahrer tugend ewigkeit erfreun. strebt? Wer gott und menschen 12 In allen meinen Thaten. liebet, ich stets im guten übet, 529. as ist mein zeit- Nur der hat lang und wohl 7. Keuschheit und Mäßigfeit. 30-010 lidh leben, Das gelebt. du mir, gott, gegeben? Ein un schäßbares gut. Du gabst mir's berr auf erden Zum himmel Fren dich sehr o meine Seele. reif zu werden, Worauf mein 530. Gfrig sei und fest mein wille, Reis wahres glück beruht. 2. Hier wird die faat ge- nes berzens, gutt, zu sein, In freuet, Dort erndtet man ere der unschuld heitrer stille Dei fecuct Der tugend früchte ein. ner anade dich zu freun. Je länger ich bier lebe Und Keine feude dieser welt, Wenn aut zu banteln strebe, Je grö- sie noch so sehr gefällt, Laß ser wird mein glück bort fein! mich, wider mein gewissen, 3. Collt ich dies glück mir Wünschen, suchen und genießen. rauben? O herr, laß mir im 2. Weiß ich doch, daß reine lauben Der fünft'aen erndte üte Viel zu groß o vater, ist, zeit Mein Leben auf der eiden Daß fie ebne grund verbiete, So werth und wichtig werden Was das leben uns verfüft. Als es mir selbst dein wort Uns zum besten nur gebeut gebeut. Dein geseg enthaltsamkeit, Weife 4. Mir felbst es zu verkürs ordnung im genusse, Mäßigung zen, Mich in den tod zu stürz im überflusse. zen, Ist wider meine pflicht. 3. Unire fintheit, unsre jus Ein redliches gemütbe Lohnt gend, Unser alter darf sich nie mit Undank aüte; Entweicht freun. Auch die freude, gott, auch dem berufe nicht. ist tugend, Aber beilig muß sie 5. Was leicht in frontbeit sein; Freude, woraus segen flürzet, Das leben leicht ver- quillt, Nicht geseglos frech und Fürzet, Laß mich mit forefalt wild, Nicht ein taumel, der bes flichn; Doch auch nicht ängst thöret, Der gefühl und kraft per gefühl un lidy zagen Für meine pflicht zu zerstöret. wagen, Was du mir, gott, für 4. Nur in sie verliebn. zen, Nur in 6. In deine vaterhände Be- brust Toben nie ter reue fehl ich, herr, mein ente Und schmerzen, obnen wahre rub meiner tage lauf. Es sei mein und lust! Unbeherrschte finns ganzes leben Dir hier zum' lichkeit Tödtet die zufriedens beit unbefleckten hers einer feufchen 7. Reuschheit und mäßigkeit. E 341 heit; Sie vergiftet alle freu- wissens schmerz In das durch den, Und verwandelt sie in sie betrogne herz.d leiden. 4. Der mensch sinkt unter 5. Sittsamkeit und unschuld ihrer bürde Zur niedrigkeit fchmücket Mehr als schönheit, lees thiers berab. Er schändet sie vermehrt Jede luft, die uns und entehrt die würde, Die entzücket, Jedes glückes reiz ihm sein weiser schöpfer gab; und werth. Reinen herzen Vergißit den zweck, dazu er fließt der quell Jeder wonne lebt, Weil er nach niedern lü rein und hell, Denn sie hoffen sten strebt. voll vertrauen Gott, dein an: 5. So schimpflich sind ber gesicht zu schauen wollust bande, Schon vor der n 6. Gott, dein geist, um den welt sind sie ein spott: Sie wir bitten, Mache unfern sind vor dem gewissen schande wandel rein. Laß die frech Und noch weit mehr vor dir, beit wilder sitten Unfre feelen o gott! Der lasterselav ent nie entweihn; Vor verführung flieht dir nicht, Du forderst schüß du sie. Unser berz geliyn vor dein gericht. Wer nur den lieben Gott horche nie Einer schändlichen 6. Du übergibst den dem verbegierde. Heiligkeit sei unsre derben Schon hier, der seinen zierde.adageband leib entweiht, Und nie wird dun out da du deinen himmel erben, Wer sids unreiner lüfte frut. Drum 531. Der wollust reiz zu fleb ich demuthsvoll zu dir, O widerstreben, Laß, schaff ein reines berz in mir! böchster, meine weisheit sein. 7. Gib, daß ich allen bösen Sie ist ein gift für unser le- lüften Mit muth und nachben, Und ibie freuden werden druck widersteh, Und stets darpein. Vor ihrer schnöden lof- wider mich zu rüsten, Auf fung fliehn, Heißt dem verder dich, allgegenwärt'ger, seh'. ben sich entziehn. Denn wer dich, gott, vor au2. Die wolluft fürzet unfrelgen hat Flieht auch verborgne tage, Sie saubt dein förper missethat. alyumoral seine Fraft, Und armuth- seu- In voriger Melodie. chen schmerz und plage Sind 532. Sei um die wollust früchte ihrer leidenschaft, Der zu verhüten, baßt sich selber, der fie liebt, Christ, schamhaft, gegen deinen Und sich in ihre fesseln gibt. leib, Laß nicht dein auge dir 3. Sie raubt dem geiste gebieten Flich eitlen scherz und muth und stärke, Schwächt zeitvertreib. Des frechen wigden verstand, der feele licht, lings freier scherz Erniedrigt Eie raubt den eífer edler werke und verdirbt dein herz. in Und ernst und lust zu jeder 2. Um ihr die nahrung zu pflicht. Sie führt reu und ge- verwehren, Sei stets cin freund 3 342 3we ite Abtheilung: V. Pflichten gegen uns ſelbst. freund der nüchternheit. Laß dein äußrer wandel rein, fpeis und trant dich nie be Soll's nicht auch deine seele schweren, Und steure deiner sein? finnlichkeit. Sei deiner schwach 8. Begierden sind es, dte heit stets bewußt, Und meid uns schänden: Und die verlegen oft selbst erlaubte lusts unsre pflicht, auch ohne, daß 3. Entzich der wollust ihre wir sie vollenden. Drum rühme kräfte Im schweiße deines anges dich der keuschheit nicht, Es sichts. Der unschuld schußwehr sei dann, daß du durch den sind geschäfte; Nichts thun, geist Der lüste herrschaft dich das neß des bösewichts: entreißt. Bei trägheit und bei müßig 9. Denk eft den mächtigen gang Besiegt uns jeder böse gedanken: Tie unschuld ist der hang. fcele glück: Der halte, fängst 4. Willst du der wollust trieb du an zu wanken, Dich noch bekämpfen, Ch' er die freiheit von deinem fall zurück. Dir dir verwehrt, So such ihn früh gibt dein ganzer lebenslauf in dir zu dämpfen. Hat ihn Sich nicht zurück; gibst du dein Herz zuvor genährt, Und sie auf.und n du hast ihn nicht gleich erstickt, 10. Die wollust kürzt des So wird er schwerlich unter lebens tage, Da keuschheit heil drückt. dans und leben gibt, Und seuchen 5. Oft täuschen dich des las werden dessen plage, Der ihre sters triebe, Und du erblickst gift'gen reize liebt. Wer got nicht die gefahr. Oft wird das tes tempel hier zerstört, If unerlaubte liebe, Was anfangs seiner strengsten firafe werth. nichts als freundschaft war. 11. Wie blühte nicht des Ein langer umgang macht dich jünglings jugend, Eh' ihn der dreist Und du vergißt, was wollust reiz bethört. Doch er un schuld heißt. vergaß den weg der tugend, 6. Dein fühlend herz wird und seine fräfte sind verzehrt. sich's verzeihen, Daß es des Verwesung schändet sein gelasters trieb ernährt, Es wird sicht, Und predigt gottes strafges nur seinen ausbruch scheuen, richt. i on!! Weil dieser vor der welt ente 12. Drum fliehe vor der ehrt; Wird kleine fehler über- wollust pfade, Und leckt dich sehn, Und so zu großen über schmeichelnd ihre bahn: So gehn. rufe brünstig gott um gnade, 7. It's sünde nur, die that Um weisheit in versuchung an. vollbringen? Ist, der's nicht Erzittre vor dem ersten fall! thut, schon tugendhaft? Sollst Du fällst gewiß mehr als du nicht auch den trieb bezwin- einmal. 10 0415 gen? Nicht auch den wunsch 533. Wie mannigfaltig der leidenschaft? Soll blos Om sind die gaben, 280 Keuschheit und Mäßigkeit. 343 Wodurch, herr, deine huld freun, Mich mäßig im genusse uns nährt, Die alles gute, sein. was wir haben, Beständig und and 7. Mit speis' und trank sich so so gern gewährt. Auch das, beschweren, Daß man derselben was unser mund genießt, Zeigt übervoll, Dadurch wird das, uns, wie gut und mild du was uns ernähren, Und unbist. ser berz erquicken soll, Ein 2. Du gibst uns brod für gift, das in die adern schleicht, unser leben Und läsfest auch, Und krankheit schmerz und tod uns zu erfreun, Die mittel, erzeugt. die uns nahrung geben, So 8. Unmäßigkeit raubt uns die viel, so mannigfaltig fein. fräfte Zu dem, was uns die Wie angenehm ist der genuß pflicht gebeut; Macht träge Von dem was uns ernähren zum berufsgeschäfte, Untüchtig muß! zur gottseligkeit; Erweckt un3. Du fegnest auen und ge ordnung, streit und zank; Erstickt filde Mit unerschöpfter frucht- den dir, gott, schuld'gen barkeit, Die, vater, jährlich cank deine milde, Daß keiner hun 9. Wer sich den bauch zum gern mög, erneut, Daß jeder- gott erkohren, Unmäßig deine mann von sorgen frei Gesät- gaben braucht; Der ist für's tigt werd' und dankbar sei. himmelreich verloren, Zu dem 44. Du gibst, daß ich nicht fein fnecht der lüfte taugt. mangel leide, Was nöthig ist, Gott, laß mich ja dies laster auch mehr als brod: Gibst scheun, Enthaltsam, mäßig, zum bedürfniß auch noch freude nüchtern sein! Für einen jeden sinn, o gott, 10. So oft ich speis' und Wie ist zum wechsel im ge- trank genieße, So laß es mit nuß So groß, so reich dein vernunft geschehn, Und daß ich überfluß! beides mir versüße, Mit dank 5. So will ich denn mit auf dich, den geber, sehn; freuden effen, Was deine va- Auf dich, der du mich zärtlich terhuld mir schenkt; Nie aber liebst, Mir nahrung und erauch, o berr, vergessen, Daß quickung gibst.e sie mich speißt, daß sie mich tränkt; Nie, daß fie feine luft mir wehrt', Als die, die schadet und zerstört. mis 8. Arbeitsamkeit und Treue im Beruf. Nun freut euch lieben. 6. Drum laß die kraft, uns 534. Gott ist's, der das zu vergnügen, Die du in speis' vermögen schafft, und trank gelegt, Mich nie, Das gute zu vollbringen Er v höchster, so besiegen, Daß sie gibt zur arbeit muth und fraft zum schweigen mich bewegt. Und lässet sie gelingen. Was Laß, deiner gaben mich zu'man mit ihm nur unternimmt, Y 4 Wird lo 344 Zweite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. Wird, wenn's mit seinem willen Wer nur den lieben Gott läßt. stimmnt, Nicht ohne fortgang 535. Mit dir geh ich an bleiben. and THE NO tonines mein geschäfte, 2. Wer das zu seinem haupt gott, du gibst dura) deinen zweck macht, Gefällig ihm zusgeist Mir auch gewiß zur arwerden, Zuerst nach seinem beit fkräfte, So lange du mich beifall tracht Dem gibt er leben heißt. Laß dieser hoff auch auf erden Bom zeitlichen nung mich zu freun, Auch deis mit milder hand, So viel, nen rath mir beilig sein. beim fleiß in seinem stand, Als 2. Der ehrt dich nicht, der ihm wahrhaftig nüßet. feine tage In tragem müßig. 3. Gott ist der frommen gang verlebt, Und sich und schild und lohn, Er frönet sie ihm geliehne pfund vergräbt. andern nur zur plage Das mit gnaden, Was sollte ihrer Du bist's, der uns den fleiß feinde hohn Und mißgunft ih bedeckt er fie, Und fegnet bei bidh, ao bost mit jo vietan nen schaden? Mit seinem schuß gebot, Und wer ihn übt, ehrt o gott! 3. Du so des lebens herz mit troft und hoffnung. dern trieben uns auch den trieb zur thätigkeit, Und, ihn auf's 4. Drum gib, o gott, daß nüßlichste zu üben, Gibst du ich auf dich Bei meiner ar uns auch gelegenheit. Du fen beit sehe. Mit licht und weis nest unsrer arbeit müh, Und heit segne mich, Daß ich nie deine Fraft erleichtert sie. wege gehe, Die mir, berr, 4. Laß mich auf diese ord. dein gesetz verbeut Nach christli- nung sehen, Ihr folgen und ther rechtschaffenheit Laß mich mich ihrer freun. Wie sollt vor allem trachten. sich dabei irre gehen, Und 5. Laß müßiggang und träg nicht vielmehr gesegnet sein heit mich, Als dir mißfällig, Von dir, der du der arbeit meiden Und hilf, daß ich, ge last Auch reichen lohn beschiestärkt durch dich, Voll muth den hast? TEEN mit lust und freuden In meis 5. So wart ich, gott, auf nem fand geschäftig sei; Dein deinen segen, Und sorge nicht, fegen Fröne meine treu, Daß wie's werden soll, Ich geh sie auch andern nüße. ihm doch gewiß entgegen, und 6. Sei überall, mein gott, bin der froben hoffnung mit mir, Die werke meiner voll: Mein fliß ist wohlze. hände Befehl ich, allerhöchster, fällig dir; Du siehst und du dir; Hilf, daß ich sie vol- vergilist ihn mir.LATE THE lende Zu deines großen na 6. Jch tröste mich des nicht mens preis, Daß mir die vergebens, Bleibt er gleich unfurcht von meinem fleiß In vergolten hier; Du reichst am ienes leben folge.abend meines Lebens, Auch mir 9. Rechtmäßiges Verhalten gegen zeitliche Güter. 345 mir der trene lohn dafür; nüßlich als ich kann zu sein, Dann freu ich mich in ewig. Das sei mir ehr und reichthum. feit Tes nüglichen gebrauchs 6. Dir zu gefallen sei mein ter zeit, eddziel, Bei allem, was ich thue, Sei Lob und Ghr dem So bat, es gebe wie es will, 536. Nach deinem rath, Doch mein gewissen rube, o gott, sind wir Denn wer dir, heiligster, mißZum fleiß bestimmt auf erden; fällt, Was nüßit dem die Du willst es, daß wir alle bier aanze welt Mit allen ihren andmot di Einander nüglich werden. Gib schätzen? mir verstand und lust und 7. Gib, daß mein fleiß in fraft, Geschickt treu und ge dem beruf, Dazu mich auf der wissenhaft zu thun, was mir erde Dein weiser rath, mein, gebühret. ndoa gott, crichuf, Mir cine stufe 2. Hilf, daß vor träger werde, Worauf ich nach vollweichlichkeit Ich flanthaft mich brachter zeit Zur böheren ges bewabre; Und wo die pflicht schäftigkeit Des bessern lebens mir müb gebcut, Nie meine steige. 9. kräfte spare. Erholen darf ich nechtmäßiges Verhalmich nur dann, wenn ich, von ten gegen zeitliche Güter, fraft erschöpft, mich fann Zu Reichthum, Ghre 2c. neuer Arbeit färfen. Ge ist das Heil uns. 3. Gib treuen fleiß und laß 537. Herr, laß mich mich nicht Die zeit mit neben roch gewissenhaft dingen, Und mit versäumung ein zeitlich gut verwalten, meiner pflicht, Verschwenterisch Gib selbst mir weisheit, gib verbringen. Das müsse mein mir fraft, Damit wohl þaus veranügen sein, Mich den ge- zu halten, Auf daß ich, im schätten ganz zu weihn, Die geringern treu, Turch deine du mir aufgeleget. gnade fäbig fei zu größern 4. Ein beil'ger trieb belebe gnatengütern. Indited mich, D böchster, meine pflich. 2. Mein bab und gut fommt ten In deiner furcht, gestärkt ja von dir Und deinem milden curd rich, Mit freuten zu segen. Nicht zum verderben verrichten. Ein herz, das sich aabst du mir Mein zeitliches des guten frent, Gibt zu der vermögen. Du gabh c8 mix arbeit munterfeit, Macht leich zum wahren wohl; Drum gib, ter unfre laften. berr, daß ich's wie ich soll Nach 5. Laß mich vor dir, berr, deiner vorschrift brauche. unverrückt Mit einem herzen 3. Es ist das mir geschenkte wandeln, Das geiz und ebr- aut Vergänglich, wie die erde. sucht nie bestrict, Gewissen Hilf, daß ich nie zum überlos zu handeln. Mein leben muth Dadurch verleitet werde. ceinem dienst zu weihn, So Nie reiß ein irdischer gewinn 5 Mein 346 Zweite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. Mein herz so weit zum eiteln schäßen dieser erren So sehr bin, Daß ich mein heil vegesse. ergeben sein, Daß sie mein 4. Was hülfe mir die ganze abgott werden. Oft fehlt welt Mit allen ihren schägen, beim überfluß doch die zus Verblendete mich gut und geld, friedenheit, Und was ist Mich dir zu wiedersetzen? Ver- ohne sie Des lebens herrlich schmäßt ich, was dein wort feit? tog begehrt, Was mir ein ewig 2. Kann ein vergänglich gut heil gewährt: Wie elend würd' Audy unfre wünsche stillen? ich werden? Es steht ja sein besig Nie blos 5. Mein stärkstes trachten in unserm willen. Nicht stets sei allhier Nach deines geisles wird's dem zu theil, Der ängstgaben. Wie reich bin ich, o lich darnach ringt, Und schnell gott, in dir, Kann ich nur verlierts oft der, Dem sein diese haben. Besiß ich höchster bemühn gelingt. deine hule, Bin ich voll glaus, 3. Ein gut, das unsern geist ben und geduld; Was fehlt Wahrhaftig fell beglücken, Muß denn meinem glücke? Spal nicht vergänglich sein, Und für 6. Den geiz laß ferne von den geist sich schicken. Der sün mir sein, Die wurzel alles bös der hat oft geld, Und wünscht sen. Von sünden und gewiß sich dessen mehr, Doch dabei senépein Kann reichthum nicht bleibt sein herz Von wahrer erlösen. Er bilst in todesstun ruhe leer. 010-89 den nichts, Und nichts am tage 4. O gott, fo wehre boch des gerichts: Gold schüßt da den ungerechten trieben, Und keinen fünder. heilige mein herz Nie sclavisch minat 7. Lehr mich die weise spar- das zu lieben, Was man mit samkeit, Um das nicht zu ver- müh gewinnt, Bald schwelges schwenden, Was du mir gabst risch verzehrt, Bald unruhvoll in dieser zeit, Esnüßlich anzu- bewacht, und bald mit fluch wenden. Gib mir die flugbeit, vermehrt. 19 daß ich hier Dadurch dem näch- 5. Ein weises frommes herz sten, so wie mir, Des lebens Das sei mein schaß auf erden. müh erleichtre. Sonst alles, nur nicht dies, 8. Es kommt ein tag der Kann mir entriffen werden. rechenschaft: Das laß mich stets Dies bleibt im tod auch mein, bedenken, und mein gemüth ge- Dies folgt mir aus der zeit, wissenhaft Zur beil'gen sorgfalt zum seligsten gewinn, Bis in lenken, Also die güter dieser die ewigkeit. bening zeit Zu nüßen, daß ich dort er- 6. Wenn dieses fehlt, dann freut Noch segen davon erndte. ist Das herrlichste vergnügen D Gott du frommer. Nur füßen träumen gleid), 538. Laß mich doch nicht, Die unsern geist betrügen. 8ott Den Drum lenke, gott, den wünsch Vom 9. Rechtmäßiges Verhalten gegen zeitliche Güter. 347 Auf Shriftenmensch. Vom indischen gewinn Durch abzubrechen, Er wird in dir Deines geistes fraft Zu ew'gen der wittwen flehn, Der waisen gütern hin. thränen wieder sichn.- 100 7. Wie könnt ein herz, von 539. Web dem, der beßre geize bart, Des wohlthuns schage liebt Als freuden schmecken? Und in des schäße dieser erben! Wohl dem, unglücks gegenwart Den ruf der sich mit eifer übt, Un tugend zur bülf entdecken? Und wo reich zu werden, und in dem ist eines standes pflicht, Die glauben, daß er lebt, Sich nicht der geiz entehrt und über diese welt erhebt. bricht? ind your dull ind 2. 3war ächte tugend webrt 8. Du bist ein vater und uns nicht, Hier güter zu besigen. aus geiz Entziehst du dich den Gott gab sie uns und auch findern, Und läsfest dich des die pflicht, mit weisheit sie goldes reiz Ihr herz zu bilden zu müßen. Sie dürfen unser hindern, Und glaubst, du habst herz erfreun, Und unsers sie wohl bedacht, wenn du sie fleißes antrieb sein. reich, wie dich, gemacht. 3. Doch nachten gütern dies 9. Du hast ein richterliches fer zeit Mit ganzer seele schmach- jamt, Und du wirst dich cr ten; Nicht mehr nach wahrer frechen, Die sache, die das recht frömmigkeit Und gottes beifall verdammt, Aus habsacht recht trachten; Ist dieses eines mens zu sprechen: Und selbst der tuschen ruf, Den gott zur ewig gend größter feind Erkauft an feit erschuf? r det bid rir sich einen freund. 4. Der geiz erniedrigt unser 10. Gewinnsucht raubt dir herz, Erstickt die edlen triebe, muth und geist, Die wahrheit Die liebe für ein schimmernd frei zu lehren, Du schweigst, erz Verdrängt der tugend liebe, wenn sie dich reden heißt, Christ, Und machet, der vernunft zum wo du nicht sollt ehren, Und spett, Der erben gold zu dei- wirst, um ein verächtlich geld, nem gott. Ein schmeichler und die pest 5. Der geiz, so viel er an der welt. sich reißt, Läßt nichts recht 11. Erbalte mich, o gott, froh genießen; Er quält durch dabei, Daß ich mich gnügen babsucht deinen geist Und töd- lasse Geiz ewig, als abgötterei, tet dein gewissen, Und reißt Bon mir entfernt und hasse. durch schmeichelnden gewinn Tich lieben, herr, mit frohem. Dich blind zu manchem frevel muth, Seimeines lebens größ bin. ondasur sites gut! alde hiery te 6. Um vortheil wird er gar Wenn meine Sünd' mich fränken. wohl schon Aus dir mit mein 510. Herr, laß nach eit eid sprechen; Dich zwingen, ller ehre Mich nieder arbeiter lehn Unmenschlich mals geizig seyn. Gib, daß dein geist 190 348 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. geist mich lebre, Der ehre bethört. Der tugend meinen mich zu freun, Die ewiglich fleiß zu weibn Und andrer glück vor dir besteht, Und mit mir zu fördern, Laß mein bestreben von der erde Zum himmel sein. übergeht. 8. Auf dieser bahn der ehre 2. Nie blende mich der schim Erhalte meinen gang, Durch mer Des ansehns vor der welt! deines sobnes lehre Mein qanDenn der ist doch nicht immer zes lebenlang; So werd' ich Ein mensch, der dir gefällt, bei verständigen Das glück des Der titel, rang und würden guten namens Mir g'nug ges bat; Und wer damit sich brü- sichert sebn. Hage se radi stet, It fern vom tugendpfad. 9. Gib mir, o herr, die 3. Nicht im besit von schäßen gnade Mich dieses glücks zu Und güter dieser zeit, Las meis freun. Leit mich auf rechtem nen rubm mich schätzen, Sie pfade, Ein solcher mensch zu sind doch eitelkeit. Sind oft sein, Den einst die ehrenkrone mals auch des thoren glück, schmückt, Die ewig deine from. Verlassen uns im sterben Und men In jener welt beglückt. bleiben hier zurück. 0 10 3ufriedenheit und 4. Laß mich in demuth lesbo Genügsamkeit. ben, Wenn mich die welt verNun ruhen alle Wälder. ehrt; Durch stolz mich nie er 541. Dir hab' ich mich heben, Wenn sich mein ansebn Nergeben, Mein mehrt; Und schenkst du mir gott im ganzen leben Im un der erbegut, O vater, so bewahrelglück, wie im glück: Dir dank Mich auch vor übermuth. ich meine freuden; ich preis 5. Dich kennen, meine pflich- ich auch im leiden Bis an den ten Mit tren und redlichkeit legten augenblick. Gewissenhaft verrichten, Wie 2. Du bist's, der für mich mir dein wort gebeut, Und wachte, Noch eb' ich war und überall mein christenthum, Nach dachte, Du hast mit treuer jesu vorbild übe: Das sei mein band Mich huldvoll stets gelei wahrer rum. tet, Auch da mir glück bereitet, 6. Dein beifall ist das beste, Wo ich nur schmerz und leis Was ich mir wünschen fann, den fand. Wenn ich mich des getröfte, 3. Was helfen meine sorgen? So hab' ich g'nug daran, Wenn Ist mir mein glück verbormir es auch an ruhm der welt, gen, So ist's toch dir, herr, Bei allen guten thaten, Die nicht, Dir will ich mich empfeh ich verrichte, fehlt. uglen, Du weißt, was meiner 7. Nie laß mich ruhm er seelen, Und meinem leibe hier schmeicheln, Der mir doch nicht gebricht. Sis mod) gehört; Nie als ein gleißner 4. Um was ich heute flebe, heucheln, Den menschengunft Das möchte, wenn's geschebe, Schon Nah 10. Zufriedenheit und Genügsamkit. 349 Schon morgen mich gereu'n, mancher wunsch gewährt; Eh' Nur einen wunsch vor allenj ich eft noch lepfe an, Wird Laß dir, o herr, gefallen, Zu- mir auf und guts gethan. pricden alle zeit zu sein. 4. Dantbar zähl ich meine 5. Wenn ich verlaffen scheine, stage Bis auf die gebuit zurück, Im leiden zag und weine, Zähle fummer, forge, plage, Was wünscht mein banges 3äble freute, rub und glück, berz? Ach bilfes mir besiegen! Finde, daß gott immerdar Weis Es wünschet sich vergnügen, se, mächtig, gütig war Und was es wünscht, wird oft 5. Widme gott dein thun sein schmerz. und leben, Tran auf ihn und 6. Drum will ich findlich sorge nicht. Sorgen, helfen, fchweigen, Zufrieden mich bes schügen, geben, Jit des vaters zeigen, mit allem, was du lust und pflicht. Nahe dich zum giebst. Du kannst uns nicht herrn und sprich: Gott, du kennst verlassen, Die dir vertrau'n, mich, foraft für mich. nicht haffen, Weil du die from men ewig liebst, du no 6. Weide niemals wankelmüthig. Bist du schwach; gott 7. Nicht das, worum ich ist getreu: Bist du zaghaft; flehe, Dein wille nur geschehe gott ist gütig: Such ihn nur, Und was mir selig ist. Ich er cilt berbei. Bist du sorgwill dir ganz ergeben, Getroft sam; Gott weiß rath, Gott, und ruhig leben, Bis einst der der alles ist und hat. tod mein auge schließt. 7. Vater, ewig reich an güte, In dem Leben hier auf Erden. Mächtiger regent der welt! Diefi 542. Qualet mich nicht ist stündlich meine bitte: Thu' bange forgen! mit mir, was dir gefällt. Gott Mein versorger lebt und wacht; bleibt meine zuversicht; Weicht, Ihm ist alles unverborgen, ihr sorgen! quält mich nicht. Gas die christen traurig macht. Was mein gott beschließt und Wo soll ich flichen hin. i thut, Ehret ihn und ist mir 543. Nein, murren will ich nicht, Herr, gut. 2. Che noch die berge wa- meine zuversicht, Daß ich nur ren, War mein schidial ibm wenig babe, Des glückes beste befannt Und den lauf von mei- laabe Für dieses Furze leben nen jahren Lenket seine weise Hast du mir, berr, gegeben. hand. Nichts geschieht von 2. Mir ward das beste theil: obngefähr. Alles fommt von Du bist mein treft und heil. oben ber.asi In armuth die ich leide, 37 3. Gott, ganz vater! gott jesus ineine freute. Ward mir ganz gnade! Bin ichs fünder nicht viel beschieden, Ist doch gleich nicht werth, Wird mir mein herz zufrieden. auf des lebens pfade Dennoch 3. Mein heiland, freund UND 350 3weite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst und berr, Wie arm, wie arm ist dein geschäfte, Und ihr ge war er! Wie viel hat er ge brauch ist rubm für dich. litten, Eb' er ganz ausgestrit- 3. Zwar andern bat des hims ten! Und er bat alle plagen mels segen Mebr güter zuge, Mit beldenmuth getragen. theilt als dir Cech soll rieß 4. Ich trag ibm seine schmachy deinen neid erregen? Dent, 2118 christ auch willig nach, wer ist gott? und wer sind wir? 11nd für den andern morgen Weiß er nicht besser, was dir Will ich nicht heidnisch sorgen. nüßet, Und was dem andernnügt Gott wird zu allen zeiten, als du? Wenn er dich führt, res Was ich bedarf, bereiten.siert und schüßet, Was fehlt 5. Der armuth joch ist schwer, noch wohl zu deiner rub? Kanu's sein, so bilt mir, herr, 4. Du prangest nicht mit Von ibren haiten plagen; hoben würden: Beneide nicht Doch soll ich sie noch tragen der großen glück; Sie seufzen Laß dieser last beschwerden Mir unter schweren bürten, ind nicht zum fallstrick werden. fallen eft im augenblick. Dir 6. Nicht ewig währt mein ward kein überfluß gewähret: leid; Es kommt die Rettungs Jhn wünschen, das ist selbstbezeit. Muß ich bier öfters weis trug, Wer gern, was er nicht nen; Dort jauchz' ich mit den braucht, entbehret, Der ist bes deinen Muß ich hier mangel glückt und reich genug. leiden Dort sättigen mich ficu- 5. Herr, der du mir zum den. this phin 25168 ertenleben Eo viel ich brauchte, O süßer stand, o selig leben. flets verliehn, Laß täglich sich 541. Gntebre nicht mein mein berz bestreben, Den fors herz mit klagen genvollen gram zu fliehn. In Den gott, der rich zum glück demuth laß mein herz sich üben, erschuf. Die müh' des lebens Gott deiner güte sich zu freun; zu ertragen, Und froh zu sein Dich fürchten, vir vertraun, dich ist dein beruf. Der christ murrt lieben, Muß ewig mein vernicht bei den beschwerden Von gnügen sein. BHD dieser furzen lebensbahn; Er Vorige Melodie. fucht, daß sie ihm abulich wer 545. Du klagst und fübden, Und betet gottes füzung all. Babich left die beschwer cen, Des flante, in dem du 2. Gott selbst bat dir dein mühsam lebst; Lustrebest glückloos beschieden, Nimms danklicher zu werden, Und siebst, bar aus der vorsicht hand. Er- daß du vergebens strebt, Ja, fülle jede pflicht zufrieden, Tie flage, gott erlaubt rie zähren, sie mit riesem lovs verband. Doch denk im flagen auch Sie gibt dir munterfeit und zurück. Ist denn das glück, Fräfte Und nährt und stärkt sie das wir begehren; Für uns väuslich. Sie brauchen, dieß auch stets ein wahres glück? 2. Nie 10. Zufriedenheit und Genügsamkeit.. 351 2. Nie schenkt der stand, nie) 3. Es ist umsonst; wir wers schenken güter Dem menschen dens nicht erzwingen, Wenn die zufriedenheit. Die wahre wir auch nächte durch mit rube der gemüther Ist tugendskummer ringen, Und tag vor und genügsamkeit. Genieße,[ tag mit ängstlichen geschäften was dir gott beschieden, Ent Den Icib entkräften. behre gern, was du nicht baft. 4. Mein glück beruht, o gott, Ein jeder fland bat feinen frie auf deinem segen; Vertrau ich den; Ein jeder hat auch seine dir und geh auf deinen wegen: last. So wirst du mir, auch ohne 3. Gott ist der herr, und sorg' und fränken, Was gut seinen segen Vertheilt er stets ist, schenken. mit seiner hand; Nicht so, wie 5. Bin ich getreu mit dem wirs zu wünschen pflegen, geliehnen pfunde, lnd barr ich Doch so, wie ers uns beil- nur der rechten segensstunde: sam fand. Willst du zu den So kommt sie und dann werfen, dich erfühnen, Daß seine den meine thaten Zum glück liebe dich vergißt? Er gibt gerathen. uns mehr, Als wir verdienen, 6. Drum fördre selbst die Und niemals, was uns schäd- werke meiner tände. Gesegnet lich ist. sei der anfang und das ende! 4. Verzebre nicht des lebens, Gib guten rath, Damit, was fräste In träger unzufrieden ich vollbringe, Wir wohl gebeit Beforge deines stands ge- linge. schäfte, Und nüße deine lebens- 7. Hilf mir mit treue meine zeit. Bei pflicht und fleiß pflicht erfüllen; Und dann sich gott ergeben, Ein ewig mein Herz mit f.ober boffnung glück in hoffnung seb'n, Dicß stillen. Sollt ich mit dem ist der weg zur rub' und le was du mir, berr, beschieden, ben. Herr, lehre diesen weg Nicht sein zufrieden? mich gebu. 8. Kann ich den leib nicht so, wie andre laben; So gib 546. Gott fann allein mir nur zufriedenheit und gais Herzliebsler Jesu was. das beste für uns ben; Die mehr als alles irdis wählen Wie tbönicht bandeln fche erquicken Und its bes unzufriedne scelen! Sie quälen glücken. sich und machen ihrem herzen vergeblich schmerzen. 9. Dann werd ich auch, o gott, mit allen frommen zu 2. Was helfen uns die ängst dem genuß der himmelsgüter lidh bangen sorgen Für den kommen; Dann wird mein noch ungewissen andern mor- wunsch, den irdisch gut nie gen? Der uns doch, daß wie stillet, Böllig erfüllet. uns umsonst gegrämet, Schon 547. Was mein gott will, oft beschämet. geschch allezeit! 352 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. Er wählet flets das beste Zu vergnügt Mit allem, was bein helfen ist er dem bereit, Der rath, herr, fügt. 10 an ihn glaubet feste. Es bilft 3. Wird mir die freuden. nus noth Der treue goft, Und sonne scheinen: So dank ich's Südtiget mit maßen. Wer fröhlich reiner buld; Muß en wid ihm vertraut, Fest auf ihn aber ich in trübsal weinen: bau'f Den wird er nicht ver. So nehm ich's auch an mit laffen. geduld. Denn das was deine 2. Er ist mir trost und zu- weisheit thut, Ist alles ewig versicht, Gibt beffnung freud recht und gut. und leben. Dium was er 010 will, dem will ich nicht Un- Grmuntre dich mein schwacker. muthig widerstreben. Scin 549. Du bist cin chrift, wort ist wahr, Un in gefahr was quälst du ist er es, ber mich schüßet. Des dich, Und sorgft schon heut für wunden. Wer nur den lieben Gott. höchsten macht, Die für mich morgen? Nur blinde heiden wacht, Gibt mir stets, was quälen sich mit tausend bangen mir nüget. sorgen. Dein vater lebt, dein 3. Wenn es sein wille mir gott regiert, Drum sei vergnügt, gebeut, Das leben zu verlassen, wie er dich führt. Will en So will ich voll ergebenbeit, durch gram und plagen Dir In seinem roth mich faffen. felbft dein glück versagen? Dir gott, befebt Jd meine 2.2er bat gesorgt, wer hat feel In incinen legten stunden; gewacht Im anfang deiner tage, Dein sohn, o gott, hat grab Da noch dein leib in finstrer und fod Audy für mich über nacht, Dir selbst verborgen lage? Wer hat da schon dein beil bedacht? Was that ta aller menschen macht, Da geist und sinn und leben Dir ward huld zufrieden, von gott gegeben? berr, und dem, was du zum 3. Den leib schufgottes weise theil An glück und leicen mir band, Ein wunder seiner werke; beschieden: Dein weiser rath Gub jedem glied den rechten sucht stets mein heil: Ob er stand und angemesine stärke, gleich wunderbar oft scheint, Er fügte bei dem wunderbau Doch weiß ich, daß ers redlich Ein glied ans andre ganz ae. meint. Inau, Gab jedem seine Fräfte 2. Du weißt allein, wodurch Und jetem sein geschäfte. auf erden Mein glück und 4. Ist dir dein vorzug nicht wohlfahrt für und für Muß bekannt, Tie bobeit deiner fifter und vollkommner wer scele? Der schöpfer gab ihr den: Dieß griget beine weisheit den verstand Und willen, daß mir; D'rum bin ich ruhig und sie wähle. Sie schauet ja mit ibrem 548. Jh bin mit deiner 11. Verläugnung der Welt. 353 ihrem blick Auf beut, die zu- mit gefahr umgeben, Währt kunft und zurück, Geschehenes es nur eine kurze zeit. zu wissen, Auf das, was kommt zu schließen. 3. Was hilft unnüßes wis fen? Wird's, wenn wir ster5. Hat gott dich nicht von ben müssen, Für uns ein vorjugend auf Mit seiner macht zug sein? Was hilft uns macht getragen? Durchdenke deinen und ehre, So glänzend sie auch lebenslauf. Kannst du es an- wäre, kann sie uns wohl als ders sagen? Du athmest seine dann erfreun? luft in dich; Sein boden trägt 4. Der ruhm, nach dem wir und nähret dich), Und seine trachten, Den wir unsterblich gnad' und treue Wird alle achten, Ist meist ein falscher wahn; So bald der geist gee morgen neue. 6. Kannst du, was gott answichen, Und unser leib vers dir gethan, Die wohlthat alle blichen, Fragt oft kein mensch zählen? Fang bei der früh- was wir gethan. sten findheit an, Und wenn 5. Wie bald wird das zerdir zahlen fehlen: So zählerinnen, Was wir mit müh erst der sternen heer, Und da- gewinnen, Was unser fleiß ers zu auch den fand am meer, wirbt? Kann wohl, was wir Und nimm denn diese zahlen besigen, Uns vor dem tode Zu millionen malen. schüßen, Und stirbt nicht alles, 7. Gott, ich fann überden, wenn man stirbt? fen nicht die größe deiner güte, 6. Was sind des lebens freuDrum seg ich meine zuversicht den? Wie bald folgt angst und Mit ruhigem gemüthe Zu al leiden Und reu auf den gelerzeit auf dich, den berrn: Dulnuß! Was ist's, womit wir forgest und du hilfft uns gern. prangen? Wo wirst du ehr Ich will fiets mit vertrauen erlangen, Die nicht zulegt ver Auf deine hülfe bauen. schwinden muß? 7. Was sind selbst alle thro11. Verläugnung der Welt. nen? Gibt es wohl ird'sche fro In allen meinen Thaten. nen, Die unverwelklich blübn? 550. Die herrlichkeit der Kann vor des grabes schrecken? erben Maß staub Der purpur dich bedecken Die und Asche werden, Und nichts frone dich dem tod entziehn? bleibt ewig stehn; Das, was 8. Wie, wenn die sonn auf uns hier ergößet, Was man gehet, Die rose blühend stehet für ewig schäget, Wird als ein In ihrer schönsten zier, Und leichter Traum vergehn. doch verwelft sich beuget, Eh' 2. Was sind doch alle sachen, sich der abend zeiget: So blüDie uns so troßig machen? hen und verwelken wir. Nur tand und eitelkeit. Was 9. Froh wachsen wir auf ist der menschen leben? Stets'erden Und hoffen, groß zu 3 wers 354 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. werden, Von schmerz und sors luft wilde aluth, Bricht die gen frei. Doch in den schön- gewalt der sinne; Erweicht das ften tagen, Eh' wir noch früchte berz, Daß fremder schmerz Dein fragen, icht uns des toces mitleid leicht gewinne. fturm entzwei. 5. Auch übt das freuz dic 10. Wir rechnen jabr auf zur arduld, Erhöht den werth jahre, Inzwischen wird die bahre von gottes ule, Stärkt mäch Vor unser baus gebracht. tia dein vertrauen, Lehrt im Man scheitet von den seinen, verluft Dich nun mit lust Aufe Die bülflos uns beweinen, unsichtbare schauen. Und uns bedeckt des grabes 6. Des leidens bitz entflammt nacht. rich stets Zu arößrer inbrunst 11. Gott, laß uns dies betes gebets, Und läutert dei denken Und uns zum himmel en glauben, Weit minder kann lenfen, Seil er uns offen Verführung dann Dir deine sleht. Wer dabin will gelans frone rauben. den, Muß an der welt nicht 7. 3var flört das kreuz oft baugen, Die einst mit ihrer deine rub, Mit bangen thränen luß vergeht. fäest du Und unter viel bes schwerden. Christ, boffe roch, eder Es wird dir noch Zur reichen ernete werden. 12. Gebulb im Leiden Trostgesänge. In dich hab ich gehoffet. 8. Verschmerzt ist leicht ein 551. J n trübfal, chrift, irdisd leide; Kurz ist der aus sei stark im acist, genblick der zeit, Doch ewig. Auch das ist gut, was trübsal ewig wäbret Dort dein genuß brist. Eheitre dein gemütbe. Obn, überdruß, Wie ihu der Du weißt, auch dich Liebt vä- geist begehret. terlichy Der vater aller güte. 9. Auch bleibet fiets dein gott 2. Kein leiden kommt von getreu, Steht dir, als vater, ohngefahr, Dein gott schickt liebreich bei; Sorgt, daß er dir es zu, und er Zeigt sich dich erquicke. Er schafft dir in feinen wegen So groß rast, Daß deine last Dich nie von rath is groß von ganz niederdrücke. that, Und reich an gnad' und jegev. 10. Verbirgt er auch sein angesicht, Dies raube deinen 3. Der rich in jesu berzlich muth dir nicht! Gott kann sein liebt, Sucht, wenn er dich find nicht hassen, Wer ihn nur burd) freuz betrübt Das wabre liebt, Sich ihm ergibt, Den heil der seele; Weckt dich, daß wird er nicht verlassen. nicht zu deiner pflicht Dir lust 11. Durch trübfäl sind zu und cifer fehle. Joller zeit Die frommen in die 4. Das freuz beugt stolz herrlichkeit, Gleich jesu eins und übermuth, Erslickt der wol- lgegangen. Denkst denn nur tu 355 12. Geduld im Leiden oder Trostzesänge. du In träger rub Die frone derben droht, Bin bei gott in zu erlangen? gnaden. Schenkte gott mir seinen 12. Demütbige dich gleich sobn. Ließ ihn für mich sterben; als sie, Gleich ihnen, bet und So versichert dieß mich schon zage nie: Denn gett erhört Ich soll nicht verderben. dein fleben. Bald weicht dein 6. Aengsten feinde mich, als leid zu seiner zeit Wird dich sei Gott mir nicht gewogen: dein gott erhöhen. So wird doch durch ihr gea 552. Swing dich auf schrei Mein herz nicht betrogen. zu deinem gott, Wäre gott mir gram und feind, Du betrübte seele! Sei nicht Würd er mich mit gaben nicht trostlos, was für noth Dich als vater und als freund Ueauch immer quäle! Daß dein berschüttet haben. gott noch vater ist, kannst du 7. Was ist, das die erd ent sicher glauben, Den trost gab hält, Was im tiefen meere, vir jesus christ, Den laß dir Was ist gutes in der welt, nicht rauben. Das nicht mir gut wäre? 2. Faffe neuen muth und Wem gibt gottes sonn ihr licht? sprich: Warum ist mir bange? Wozu ist gegeben Luft und Warum fürcht und zweifle ich, waffer? tient es nicht Mir Ob ich gnad erlange? Hat und meinem leben? doch jesus heil gebracht! Will 8. Ich bin gottes, gott ist doch gott vergeben, Hat toch mein. Wer ist, der uns schei mir sein wort gesagt: Sünder re? Gott bleibt mein ich blei du sollt leben. be sein, Auch noch, wenn ich 3. Hab ich was nicht recht leide. Kommt denn all mein gethan, Ist mirs leid von herleiden nicht Von des vaters zen: Glaubend aber nehm ich bänden? Ihm trau ich mit an Christi tod und schmerzen. zuversicht; Er wirds glücklich Gott sprich mich durch christi wenden. blut Frei von meinen schulden! 9. Kinder, die der vater foll Und was meine schwachbeit Ziehn zu allem guten, Die ge thut, Wird der vater dulden. rathen selten wohl ohne zucht 4. Seele, fällt dir böses ein, und ruthen. Bin ich denn nun Hegst du manchen zweifel! gottes lind, Warum will ich Denfe nicht zu deiner pein: fliehen? Wenn er mich von metAch, dieß wirft der teufelner sünd will zum guten ziehen. Warum willst du ohne noth 10. Es ist herzlich gut geDich so traurig rachen? Dich meint Mit der chriften plagen schüßt jesus: Dich liebt gott: Gott bereitet uns als freund 3r Was kann satan machen? vergnügtern tagen. Und das glück 5. Schreckt ihr fünden! schrek, der ewigkeit kann der fromme fe tod! Mir fönnt ibr nicht hoffen; Sicht mit glaubensfreuschaden. Ich, dem ihr vers rigkeit Schon den himmel offen. 3 2 11. Got 356 3weite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. 11. Gottes finder säen zwar] 5. Sonst konnte ich die fün Traurig und mit thränen, Aber den Weit besser überwinden, endlich bringt das jahr Frucht Und ich bestritt sie gern. Jgt nach langem sehnen; Endlich ist die sünd' geschäftig und ihre kommt die erndtezeit, Da sie reizung beftig, Ich fühle keine garben binden, Dann wird kraft vom Herrn. forge, furcht und leid Ewiglich 6. Christ, fasse muth, die verschwinden. schmerzen Sind zeugen veßrer 12. Laß denn, o betrübtes herzen, Als dir das deine herz, Deinen kummer fahren, scheint. Wünschst du recht gott Ueberwinde allen schmerz, Zag zu lieben, Wie kannst du dich nicht in gefahren! Ist dein betrüben? Du bist gewiß mit kreuz auch groß und schwer: ihm vereint. So gib doch den namen Dei 7. Vermagst du gott zu fennes gottes preis und ehr, Ernen Und jefum herrn zu nen wird helfen, amen! nen, Als nur durch gottes In allen meinen Thaten. geist? Den hast du ja empfan 553. Du flagst, o gott, gen; Er ist's, der gott vers im leiden, Klagst, langen Und seine gnad' mich daß der geist der freuden Von suchen heißt. dir gewichen ist? Du rufft: 8. Trau gott, er wohnt bei herr, wie so lange! Gott denen, Die sich nach hülfe sch schweigt, und dir wird bange, nen: Er kennt und will dein Daß du von gott verlassen bist! glück. Er höret deine stimme 2. Jst mir die fünd' verge- Und schweigt doch nicht im ben,( Klagst bu) ist beil und grimme, Nur einen kleinen aus leben Durch christum mir ver- genblick. schafft: Warum fühl ich die 9. Gott ließ schon manchen liebe und seines geistes triebe frommen In dies gedränge kom Und hoffnung nicht in voller inen, Und stand ihm dennoch fraft? bei. Du sollst dein nichts em3. Mühselig und beladen pfinden, auf ihn allein sich Hör ich das wort der gna- gründen, Und sehn, was seine den, Und ich empfind es nicht! gnade sei. Bin träg vor gott zu treten, 10. Vor stolz dich zu be Und kann nicht freudia beten, wahren, Läßt er dich angst er Und fühle feine zuversicht! fahren; Dich läutert, gott, dein 4. Mir, der ich seinen wil herr, Wie reines gold im len Treu suchte zu erfüllen, feuer, Macht dir sein heil recht War sonst sein wort gewiß; theuer, Und seinen troft er Ist kann ich's nicht recht fas quickender. fen, Sein licht will mich vers 11. Wie väter ihren kindern: laffen. Mich decket gleichsam So ist der herr uns fündern finsterniß. Ein gott voll gnad' und huld. Gern 857 12. Gebulb im Leiden oder Troftgesänge. Gern will er uns vergeben, noth erweckte, Vergnügte uns Gern schenkt er uns das leben, dein himmel nicht, Wer suchte, Und hat mit kindern gern ge- wenn ihn nichts erschreckte, duld. Die hülfe, die dein wort ver12. Jeßt ist um trost bir spricht? Wer fühlt, wenn keine bange, Denn züchtigung, so last ihn drückt, Wie sanft, o lange sie da ist, scheint sie gott, dein troft erquickt. hart. Doch nachmals wird sie 4. 3um dulden führt dein geben Zufriedenheit und leben, ruf der gnaden! Der uns zu Wie Dem, der durch sie geübet chrifti gliedern macht. ward. schwer war der nicht hier bes 13. Halt glauben bet und laden! Wie hart verfolgt! wie wache! Gott trägt und stärkt sehr veracht! Und toch trug er uns schwache, Ist liebe für und dieß alles gern. Gib, daß ich für; Daran laß dir genügen; folge meinem herrn! Sein wort kann ja nicht trü- 5. Er wird beleidigt, ohu' gen: ,, Ich stärke dich, ich helfe vergelten, Gegeifelt, ohne widerdir!" stand: Gescholten, ohne wider14. Faß dich in deinen nö- schelten, Ohn widerspruch zumn then; Sprich: wollt mich gott kreuz verbannt. Wie? sollt ich auch tödten: So barr ich den- denn nicht mit geduld Das noch sein; Er hilft ja den er tragen, was ich selbst verlöften Will er mich jetzt nicht schuld't? trösten; Wird er mich doch im 6. Laß, gott, mir dieses letod erfreun. Wer nur den lieben Gott. bens leiden Zu meiner beff'= rung fruchtbar sein: So geb ich zu des himmels freuden 554. Was ist das leben Durch dieser erde trübsal ein. hier auf erden? Dort wird mein leben ohne Wo ist hier wohl vollkommen- pein, Und meine thränen freude beit? Wer lebt hier frei von sein. den beschwerden Der trübsal und mühseligkeit? Bald soll die 555. freude unser Herz Zur pflicht erwecken, bald der schmerz. Herzliebster Jesu was hast. Fin herz, o gott, in duldig, leid und freuz ges 168 Das bin ich dir und 2. Doch das sind treuge- meinem heile schuldig. Laß mich meinte schläge Der vaterhuld die pflicht, Die wir so oft vers die für uns wacht. Wie hast gessen, Doch recht ermessen. du, gott, durch leidenswege So 2. Bin ich nicht staub, wie manchen schon zu dir gebracht! alle meine väter? Bin ich vor Denn ungestörtes irdisch glück, dir, herr, nicht ein übertreter? Hält uns von dir, o gott, zu- Thu ich zu viel, wenn ich die rück. schweren tage Standhaft er 3. Wenn uns die welt nicht trage? 33 3. Wie 358 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. 3. Wie oft, o gott, wenn nicht, warum du leiden müss wir was böses dulden, Erdul- sen: Allein du wirst, was seine den wir nur unsrer thorheit wege waren, Nachmals erschulden, Und nennen lohn, den fahren. wir verdient bekommen, Trübfal der frommen. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, Die heis 4. Doch selbst, o gott, in ligung des geistes zu empfastrafen unsrer fünden Läßt du ben, und mit dem trost der den weg zu unserm heil unsjbülfe, die wir merken, Andre finden, Wenn wir sie uns, die zu stärken. missethat zu passen, Erwecken laffen. 12. Das freuz, o gott, wirkt weisheit und erfahrung, Und 5. Streb ich nur nach dem diese gibt dem glauben muth frieden im gewissen, Wird al- und nahrung. Drum stehe ich les mir zum besten dienen müs- in meinem glauben feste: Gott sen. Du, herr, regierst, und thut das beste! stets gewährt dein wille Gutes die fülle. Befiehl du deine Wege. 556. Dem herrn will ich 6. Ich bin ein gost und pilvertrauen, Verger auf der erden! Nicht hier, lassen mich auf gott; Auf sand erst dort soll ich ganz glücklich nicht schlösser bauen, Nicht zawerden, Und was sind gegen gen in der noth. Gott ist's, euch ihr ew'gen freuden, Die- der mich geführet, So lang ser zeit leiden. ich denken fann, Er, der die 7. Wenn ich nur nicht mein welt regieret, Nimmt sich auch elend selbst verschulde, Wenn meiner an. ich als mensch, als chrift, hier 2. Bei ihm ist himmel, erde leid' und dulde: So kann ich Und mensch, und engel gleich! mich der hülfe der erlösten Er spricht: vergch und werde! Sicher getrösten. Zum wurm und königreich. 8. Ich bin ein mensch, und Er straft, und kann behüten, leiden müssen kränken. Doch Denn sein ist rach' und lohn. in der noth an seinen schöpfer Hier läßt er donner wüthen, denken, Und ihm vertraun, vies Dort läßt er sie nur drohn. stärket unsre herzen, Mitten 3. Jbr thränen, die ich weine, im schmerzen. Seid bloßer unverstand! Wenn 9. Schau über dich, wer sich verlassen scheine, Hält mich trägt der himmel heere! Meikjdes höchsten hand. Was heut auf! wer spricht: bis bieber! ich unglück nenne, Ist morgen zu dem meere? It er nicht schon mein glück. Ich, der auch dein helfer und berather, mich selbst nicht fenne, Kenn Ewig dein vater? minder mein Geschick. 10. Willst du so viel als der 4. Wenn aber trübe fun allweise wissen? Jeßt weißt dulden, Wenn mancher schwüler tag, 359 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. tag, Wenn bier geheime wun- aller pein Vertrau ollein Auf den, Und wenn dort schlag auf ihn, er wird's wohl machen. schlag, Und schrecken schnell 2. Kein leiden fommt von auf schrecken, Den untergang ohngefäbr, Die band des höchs mir drobn, It gott mir stab sten schickt es ber, Sein rath und stecken, Und schild und hat's so ersehen. Drum fei großer lohn. nur fill, Was dein gott 5. Den frommen, die gott will, Laß immer gern ges lieben, Ist alles seligkeit, Ihr schehen. jaurzen, ihr betrüben, 3br 3. Erweckt dir gleich das fiegen und ihr streit; Shr glück leiden pein: So soll dir's doch und ihre plage; Jbr gan- nicht schädlich sein. Gott kann zer lebenslauf Löst sich am sein find nicht bassen. Wer letzten tage In himmelsjubel ibn recht liebt, Sich ihm erauf. gibt, Den wird er nicht ver6. Hinweg ihr bangen lla- lassen. gen Und aram und ungeduld! 4. Wie lange währt der Durch boffnungsloses zagen frommen leid? Nicht ewig, berr, Häuft sich der fünden schuld. nur furze zeit. Nach überWir mebren unsre schmerzen, standnem leide, Erquickest du Vergrößern unsre pein, Und Jbr berz mit ruh Und einst flößen unserm herzen Geheimen mit ew'ger freute. gift nur ein. 5. Drum hab, o scele, gu7. Wie tröstlich sind die leb ten muth, Vertraue gott, cs ren, Die gottes wort mir gibt: wird noch gut Nach aller trübMein flehn will gott erhören, sal weiden. Er ziebet didy Er züchtigt, den er liebt, Nach Durch's freuz zu sich Zum trüben augenblicken Geh ich himmel von der erden. zur frohen rub. Tem geist 6. Gott ist dein gott, er ist winkt mit entzücken Die schaar getreu Und stehet dir als vader sel'gen zu. ter bei In aller noth auf er= 8. Kurz sind der christen leis den. Der leiden beer Wird den, Kurz ihre prüfungszeit, nie zu schwer Durch ihn dem Nicht werth ter ew'gen freu: christen werden. den Und der unsterblichkeit! D 7. Es haben ja zu aller zeit trost, wie kannst du trösten! Die heiligen in traurigkeit Hier Wie sehr das herz erfreun! oftmals wandeln müssen. Ich geh mit den erlösten Zur Warum willst du hier nur rub des himmels ein. von rub, Und nichts von trübIn dich bab ich gehoffet Herr. sal wissen? Abril 557. Sei feele stark und 8. O bet' und sieb auf deiunverzagt, Wenn nen gott In aller deiner angston irgend dich ein fummer plagt, und noth, Laß, wie er will, Befiehl gott deine sachen. In'es gehen. Sein will' ist gut, 34 Be 360 3weite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst. Behalte muth, Gott wird dich plagen, Der mangel, schwer zu einst erhöhen. tragen, Noch schwerer haß und 9. Der du ein gott des tro- spott: So harr ich doch in stes bist, Laß jeden, der hier fille, Denn nicht mein eigner traurig ist, Doch deinen trost wille, Dein wille nur gescheh, empfinden Hilf, den du liebst, o gott! Durch trübsal übst, Den unmuth überwinden. 7. Du bist der müren stärke Und aller deiner werke Er In allen meinen Thaten. barmst du ewig dich. Was 558. Was ists, daß ich kann mir widerfahren, Wenn mich quäle? Harr du mich willst bewahren? Und gottes, meine seele! Harr und du mein gott, bewahrest mich. fei unverzagt! Du weißt nicht 559. Will mich, o gott, was dir nüßet, Gott weiß es, bienieden Des und gott schüßet, Er schüßet lebens last ermüden: So står, den, der nach ihm fragt. fe meinen geist. Wenn mich 2. Er zählte meine tage, die leiden fränken: So laß Mein glück und meine plage, mich wohl bedenken: Auch das Eh ich die welt noch sah. Eh sei gut was trübsal heißt. ich mich selbst noch kannte, Eh 2. Nicht ewig soll sie wäh ich ihn vater nannte, War er ren, Oft werden unsre zähren, mir schon mit hülfe nah. Auch hier schon abgewischt; 3. Die kleinste meiner for Und seufzen wir: wie lange gen 3ft dem gott nicht verbor- 3st unsrer seele bange! So gen, Der alles sieht und hält; wird das herz mit trost er. Und was er mir beschieden, frischt. Das dient zu meinem frieden ,! 3. Du wendest solche bürden, Wärs auch die größte last der Die uns erdrücken würden, welt. Gott, gnädig von uns ab, Du 4. Ich lebe nicht auf erden, siehst bei unsern plagen Auch Ganz glücklich hier zu werden. auf die kraft zu tragen, Die Die lust der welt vergeht. Ich deine hand uns selber gab. soll mein glück hier gründen, 4. Dein väterlich bemühen Um dort ein heil zu finden, Will uns, als tinder, zichen, Das ewig, wie mein geist be- 3u thun was dir gefällt, Will steht. eignen willen brechen, Die 5. Was dieses glück ver- macht der fünde schwächen, mehret Sei mir von dir ge- Und uns entwöhnen von der währet, Gott, du gewährst es welt. gern Was dieses glück ver- 5. Es find nur liebesschläge, leget, Wenn's alle welt auch Wenn ich es recht erwäge, schäßet, Sei von mir jetzt und Voll gnad und voller buld.00 ewig fern! alk Du willst den eifer mehren, 6. Sind auch der krankheit Gehorsam dich zu ehren Mit glau 861 12. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. glauben, Hoffnung und ge- und wie oft Half deine hand duld. mir unverhofft, Oft jammert 6. Was will uns, herr, auch ich untröstbar heut, Und mors scheiden Von dir und jenen gen ward ich schon erfreut! freuden, Die du für uns er 6. Oft fab ich feinen aus sebn? Wir leben oder sterben, gang mehr, Dann weint ich So wird uns, deinen erben, laut und flagte sehr: Wo bist Doch einst der himmel offen du, gott? wie schauest du Dann meinem elend ruhig zu? stebn. 7. Dann hörtest du, o herr, 7. Zu jenem bessern leben Willst du auch mich erheben; mein flehn, Und eiltest bald mir Der tod ist mein gewinn Muß beizustehn; Du öffnetest mein gleich mein leib verwesen Wird auge mir, Ich sah mein glück doch mein geist genesen; Ersund dankte dir. cilt zu scligkeiten hin. htd 8. Sagts alle, die gott je 8. D brüde meinem hers geprüft, Die ihr zu ihm um zen, Bei allen feinen schmerzen, bülfe rieft; Sagts, fromme, ob Dies doch aufs tiefste ein: Es er das gebet Geduldig leidender fann der, der dich liebet, Auch verschmäht? wenn er wird betrübet, Doch niemals unglückselig sein. Vor deinem Thron. 9. Die stunde kommt früb oder spät, Wo dank und freud aus leid entsteht; Wo pein die 560. Von dir, o vater, stunden nur gewährt, In freunimmt mein herz denjahre sich verkehrt. Glück, unfall, freuten oder 10. Du erntest deiner leiden schmerz, Von dir, der mich lohn Vielleicht in diesem leben nicht haffen kann, Boll dank schon; Vielleicht, daß, eh' du und voll vertrauen an. ausgeweint, Dir gott mit sei 2. Du, der du selbst die ner hülf erscheint. weisheit bist, Du kennest was 11. Schau deinen heiland mir beilsam ist. Nur du siehst, glaubig an; Wenn niemand was mir jedes leid Für heil dich erquicken kann: So schütte bringt in der ewigkeit. du in seinen schooß Dein herz 3. Ist alles dunkel um mich aus; seine bulb ist groß. her, Die seele müd und freu- 12. Einst hat er auch der denleer, Bist du doch meine zu- menschenfreund Im thränenversicht; Bist in der nacht, thale hier geweint. Auf deine o gott, mein licht. thränen gibt er acht, Und dir 4. Verzage herz, verzage nie! zu helfen hat er macht. Gott legt die laft auf, gott 13. Ja, gott, du hilfft, ich fennt fie, Er weiß den kummer, zweifle nicht; Denn jesus mein der dich quält; Und geben kann erbarmer spricht: Folg treulich er, was dir fehlt. mir, ich rette dich, Sei frohes 5. Wie oft herr, weint ich muthes, glaub an mich! 35 561 362 Zweite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. 561. Warum sollt ich sollt er zu schrecklich finden? mich dann grä- Auch den tod hilft ihm gott men? Hab ich doch Jesum Freudia überwinden. noch, Wer will mir den neb 8. Denn er fann den leib men? Wer will mir den him- nur tödten; Und dann reißt mel rauben, Den mir schon Er den geist Aus viel tausend Gottessohn Beigelegt im glau- nöthen; Endigt dieses lebens ben. leiden, llnd gibt mir Einst werde. 2. Arm und blos fam ich dafür Dauerhafte freuden. in's leben, Da es mir, Herr, 9. Dann wird sich an bes von dir Ward zuerst gege- fern schäßen Geist und herz ben; Nichts nehm ich auch auf den ichmerz Ewiglich ers von der erde, Wenn ich sie gößen. Hier ist kein recht gut Nach viel müh Einst verlassen zu finden; Was die welt In sich hält, Muß wie rauch ver3. Was ich hab, leib, feel schwinden. und leben, Sft nicht mein, 10. Was sind dieser erden Gott allein Hat es mir gegeben. aüter, Unbestand, Eitler tand, Soll ich es ihm wiedergeben. Lasten der gemüther. Dort, Nehm er's hin; Mein gewinn dort sind die edlern gaben, Da Bleibt ein ew'ges leben. mein birt Christus wird Mich 4. Echickt er mir ein freuz obn' ende laben. zu tragen, Dringt berein Angst 11. Herr, mein heil, quell und pein: Sollt ich drum ver- aller freuden! Du bist mein, zagen? Der es schickt, der Ich bin dein; Niemand kann wird's auch wenden, Er weiß uns scheiden. Ich bin dein, wohl, Wie er soll All mein weil du dein leben Und dein unglück enden. blut Dir zu gut In den tod 5. Gott hat mich bei guten gegeben. tagen Eft ergößt, Sollt ic 12. Du bist mein, weil ich jetzt nicht auch etwas tragen? rich faffe, Und rich nicht, O Liebt er mich doch drum nicht mein licht, Aus dem herzen minder. Nie zu schwer Züchtaffe. Laß mich, laß mich hintigt er Seine treuen finder. gelangen: Wo du mich Und ich 6. Stolz, baß, neid und dich Ewia weid' empfangen. ihre rotten können mir nichts 562. Was gott thut, das mehr hier Thun: als meiner ist wohlgethan, spotten. Laß sie spotten, lak Gut ist und bleibt sein wille. fie lachen! Gott, mein heil, Er nimmt sich stets der seinen Wird in eil Sie zu schanden an; Drum halt ich ihm auch machen. stille. Er ist mein goit, Der 7. Unverzagt und obne grauen in der noth Mich wohl weiß Soll ein chrift, Wo er ist, zu erhalten, Drum laß ich ihn Stets sich lassen schauen. Was nur walten. 2. Was 12. Geduld im Leiden oder Troftgesänge. 363 2. Was gott thut, das ist Als wenn gott verließ die seis wohlgethan; Scin wort kann nen; Dennoch weiß und glaub ja nicht trügen. Er führet mich ich dies: Gott hilft endlich auf rechter babn, Drum laß noch gewiß. ich mir genügen An seiner hule 2. Hülfe, die er aufgeschos Und hab geduld Er wird mein ben, hat er drum nicht auf. unglück wenden, Es ficht in gehoben: Hilft er nicht zu jeder seinen bänden. fist, Hilft er doch, wenn's 3. Was gott tbut, das ist nöthig ist. wohlgethan; Er wird mich wohl! 3. Gleich wie väter nicht bedenken. Zu dem, was ich bald geben, Wernach ihre finvon selbst nicht fann, Mirder streben: So hält gott auch licht und fräfte schenken: denn maaß und ziel; Er gibt, wie seine treu I täglich neu; und wann er will. Drum will ich auf ihn bauen, Und seiner güte trauen. 4. Seiner kann ich mich getrösten, Wenn die noth am 4. Was gott thut, das ist aller größten: Er ist gegen mich wohlgethan; Er ist mein licht sein kind Mehr als väterlich und leben, Der mir nichts gesinnt. böses aönnen fann; 3bm 5. Laß den feind mir bange will ich mich ergeben Inmachen; Gott, mein schuß wird freud und leid; Es kommt für mich wachen; Schwer sei die zeit, Da es gewiß erschei ineines freuzes joch, Gott, mein net, Wie gut er's mit uns vater lebet noch. meinet. 6. Laß den armen leib auch 5. Was gott thut, das ist tödten, Gott kann mich auch woblaethan; Muß ich gleich va noch retten. Hab ich unbittres schmecken: So nehm verschuldet feind'; Gott im ich's doch geduldig an Und himmel ist mein freund. laffe mich nicht schrecken; 7. Laß die ganze welt mich Weil er zulegt Mich doch er- neiden, Gegen mich voll mißgößt mit süßem trost imaunst streiten, Ich empfehle berzen; Da weichen alle schmer- mich als chrift, Meinem gott, der richter ist. zen. 6. Was gott thut, das ist 8. Wollen menschen mich vers wohlgethan; Darauf will ich treiben, Muß mir doch der flets bauen; Auch, wenn er himmel bleiben. Bleibt nur will die todesbahn Betreten noch der himmel mein, Büß ohne grauen: Denn da wird ich alles willig ein. mich Gott väterlich Ju feinen 9. Ach, berr, wenn ich dich armen halten; Drum laß ich nur habe: O dann fehl sonst ibn nur walten. ide gabe. Legt man mich 563. Sollt es gleich bis auch in das grab: Ach, herr, weilen scheinen, wenn ich dich nur hab'. ng 364 3weite Abtheilung. V. Pflichten gegen uns selbst Was Gott thut das ist. 6. Mich den vollendeten darf 564. Die bahn ist rauh, dann nicht mehr die sünd ents auf der ich bier weihen; Mit unschuld steh ich Nach meiner heimath eile, Wie angethan In der verklärten viel gefahr seh ich vor mir! reihen, Und ewiglich Erfreust Wie droht sie meinem heile! ou mich, Daß ich, der mensch Gott wärst du nicht mein troft von erde, Gleich deinen engeln und licht, Mein heil in finstern werde. tagen: So müßt ich ganz verzagen. 7. Drum will ich dieses les bens schmerz, Mein gott, ge2. Vor dir darf ich mein duldig tragen; Beruhigen foll traurig herz, Erbarmer nicht sich mein herz, Nicht mehr voll verhehlen; Darf meinen fum- unmuth flagen. Du bist bes mer, meinen schmerz Vertrau- reit, zu rechter zeit, gott lich dir erzählen. Dann schaf von allem bösen Mich herrlich fest du Mir troft und ruh Aus zu erlösen. beiner segensfülle; Und meine feel ist stille. 565. Warum betrübft bu 3. Du lehrest mich den bo- und quälest dich mit bangem dich, mein herz hoben werth, Der trübsal, die schmerz Blos um ein zeitlich ich leide; Daß sie mich dir vergut? Vertraue dem nur, der trauen lehrt; Mich führt zu die welt Erschaffen hat und wahrer freude, Ich würde dein noch erhält. Mich minder freun, Nur dieser welt begehren Wenn keine leiden wären. 2. Dich lassen will und kann er nicht; Auch weiß er wohl was dir gebricht, Die ganze 4. Dein wort gibt mir die welt ist sein. Er ist dein vas zuversicht: Du sorgst für meine ter und dein gott, Und hilft tage. Dein auge schläft und dir gern aus aller noth. schlummert nicht. Du hörest 3. Weil du mein gott, mein meine flage Du frönst mich vater bist: So weiß ich, daß einst, Wenn du erscheinst In mich nie vergist Dein väter deinem heiligthume Mit wonne, liches herz. Ich staub und preis und ruhme. asche habe hier Ja keinen troft, als nur bei dir. 5. O dann wird alle traurig feit Aus meiner brust verschwin- 4. Ach, gott, so reich bist den! Vergessen werd' ich ganz du noch heut, Als du es warst mein leid, Und nur dein von ewigkeit, Zu dir steht mein heil empfinden! Mein lobge- traun. Mach mich an meiner sang voll preis und dank, seele reich, So gilt mir alles Wird dir zum wohlgefallen, andre gleich. Durch deinen himmel schal- 5. Mir mangle reichthum, ruhm und pracht, Wenn jesus mich len. Geduld im Leiden oder Trostgesänge. 365 mich nur selig macht, So bin 6. Ich folg', wie du beich reich genug. Der erde glück fiehlft, dir nach Sollt ich bei währt kurze zeit, Und schenkt meinem ungemach Verzwei. mir nicht die feligkeit. boffnung sein? feln, ohne 6. Dir, jesu gottes sohn sei Nein, bu bist mein und ich preis, Daß ich aus deinem bin dein. worte weiß: Was ewig selig 7. Mit leib und feele bin ich macht. Gib, daß ich nun auch dein; Und wollten höll und fest und treu Jm glauben und tod mir dräun: So trau ich im guten sei. deiner starken band, Die tod 7. Lob, ehr und preis sei und hölle überwand. dir gebracht, Daß du es immer 8. Verschmachtet auch mein wohlgemacht! Du bist höchst berz in mir, So laß ich dennoch weif' und gut. Das zeigst du nicht von dir, Ich sing und uns hier in der zeit, Und noch bete: so wird schnell Die dickste mehr in der ewigkeit. finsterniß mir hell. Wenn wir in höchsten Nöthen. 566. A gott wie man 9. Dann schmeck ich schon hier in der zeit Die freuden ches schwere leid jener herrlichkeit. Mein dorBegegnet mir hier in der zeit! nenfeld wird mir nicht mehr Der weg ist schmal und trüb. Mit allen seinen leiden schwer. falvoll, Den ich auf erden wandeln soll. 10. In der glaubens zuversicht Nehm ich mein freuz 2. Wie widerstrebt nicht und zage nicht. Bereite du fleisch und blut Jhm, unserm mich selbst dazu, Denn meine wahren böchsten gut! Du jefu, stärf und fraft bist du. mittler du allein Must unfrei schwachheit stärke fein. 11. Erhalte meine seele rein, So leb und sterb ich dir allein, 3. Bei dir fand ich zu jeder Und schaue dann nach dieser zeit Im unglück rath und trost zeit Dein antliß in gerechtigim leid; Und wenn ich schon feit. am abgrund stand, Erhielt mich deine starke hand. Wer nur den lieben Gott. 567. Was ist mein leben 4. Du gottes eingeborner hier auf erden? sohn, Du kainst herab von deis Ein wechsel isis von luft und nem thron, Und nahmst der leid. Hier flört eft unruh und fünder fluch auf dich, Wardst beschwerden Die sanfteste zufriemensch für uns ein mensch wie denheit. Hier wohn ich noch ich. in einer welt, Die fein voll5. Du littest hier im jam fommnes glück enthält. merthal, O gottmensch, leiden 2. Weß soll ich mich, o herr, obne zahl, Du starbst für mich denn trösten? Nur deiner den kreuzestod Und risfest mich buld; du bist mein heil, Und aus aller noth. bleibst, wenn auch die noth am größ 366 3weite Abtbeil. V. Pflichten gegen uns selbst. größten, Doc mais verzens wie cilen wir zur ewigkeit! troft und theil Und stebst nach Wie mancher sinkt, eb' er's deiner vatertreu Mir stets mit gedacht, In's tores nacht! O rath und hülfe bei. feele, nimmn dies wohl in acht! 3. Du stärfst mir unter al- 2. Tas leben ist gleich ei ler plage, gott, auf mein nem traum, Gleich einem leich. gebet den mutb, Daß ich gelas ten wofferschaum Ift alle seine sen sie ertrage, Und machst zu- berrlichkeit. Der strom der leßt doch alles aut. Auf fum- zeit Reißt schnell uns fort zur mer folgt zufriedner dank, Aufsewigkeit! flagen frober lobgesang. 3. ur du, mein gott, du 4. Was bist du denn, o meine bleibest mir Das, was du bist, feele! In deiner netb so tums'ich traue tir. Es falle bera mervoll? Du weißt ja wobl, und hügel bin, mir bleibts ge daß gott nur wable, Was tir minn, Wenn ich dein tod und zum besten dienen soll. Einst lebend din. dankst ru ihm nach der gefahr, 4. Co lang ich noch auf er Daß er dein gott und retter war. den wohn: Erwecke mich, o 5. Er wird es sein ruf ingottes sohn! Verborgen ist mein gefahren, Ibn als den besten todestag, Gib, daß ich wach, belfer an. Er weiß dich mach- llnd wenn er fommt, bereit tich zu bewabren, Und da, wo sein mag. niemand helfen kann, Fehlt ibm 5. Was bilft die welt in die kraft zu helfen nicht. Dies todesnoth? Was ehr und reichstärke deine zuversicht. thum nach dem tod? Bedenks, 6. Empfebl dich seiner vaters o mensch, was eilest du Dem pflege; Hoff und vertrau ihm schatten zu? Kein irdisch glück allezeit. Auch auf dem allers gibt wahre rub. rauhsten wege Sich fröblich bin zur ewigkeit. Da wirst du frei von aller pein Ganz selig, ganz zufrieden sein. 6. Das eitle schafft nur kurze lust, Mir ist kein beffres gut bewußt Dahin geht stets mein bauptbenier, Das bleibet mir, 7. So laß mich, gott, stets Herr jesu, mich verlangt nach dahin schauen, Und dann mit dir. stark m muth auf dich, Auch in 7. Wie wird mir sein, der größten noth vertrauen Du wenn ich dich seb, Und fro bist bei mir, tas stärke mich. zu deiner rechten steh? O mein Wer dessen stets versichert ist, der er löser, stärke mich, Daß lett und stirbt getroft als christ eifrig ich Bis an mein ende 13. Rechte Anwendung der liebe dich. Zeit und des Lebens. Genug dn haft Gnade. M. Ich hab mein Sach' Gott heim. 569. Du gabst mir ew 568. ie flieht dahin der ger, dieses lee menschen zeit! ben nicht für den augenblick der 13. Nechte Anwendung der Zeit und des Lebens. 367 der zeit. Du baft es mir, o 7. Wobl mir, wenn ich den gott, gegeben Zur saatzeit auf bang der fünde, All böse luft die ewigkeit: Hier ist der vor in dieser welt Und jede lockung bereitungsort; Belohnung und überwinde, Die macht, daß bestrafung dort. fünde mir gefällt; Dann 2. Du schenktest mir ver- bin ich schon ein sieger hier. stand und willen, Die wahr- Werd' dort gewiß gekrönt von beit zu erkennen, licht; Kraft, tir. deinen willen zu erfüllen. Und 8, Gib du mir deines geis icyrirft selbst mich meine pflicht. stes stärke, Der du in schwas Zur tugend gabst du mir gehen mächtig bist, Mir, der fühl, Und freiheit, wie ich zu diesem großen werke Gar wäblen will. oft zu schwach und sinnlich ist; 3. Der leib ist oft der fee Laß mich, das böse zu verlen bürde; Tech schmückt st du, chwäbn, Stets auf mein ewig herr, dies ihr baus, Daß fiestleinod schn. durch ihn auch fröhlich würde, 9. Laß, gott, schon in ge Mit vielen fähiafeiten aus: sunden tagen Im geist mich Und wie viel luft gibst du ott zum grabe gehn, Und stets nicht hier Durch jeden meiner bei freuten und bei plagen sinnen mir! Auf dich und jene zukunft 4. Du hast mich aber lassen sebn. Daß ich, stets einen wissen, Daß dies mein indisch pflichten treu, Des höhern lebaus zerbricht. Ich soll zwar bens fähig sei. biese welt genießen, Doch als genöß ich ihrer nicht. Ich soll Jesu Netter in der Noth. der finnen lüfte flichn, Wenn 570. Obne raft und unsie mich zu dem bösen ziehn. verweilt, Strö5. Dein Unterricht sei nicht men gleich, o feele, eilt Deine vergebens: Gib, vater, daß furze pilgrimszeit In das meer ich ihm getreu, Und beim ge- der ewigkeit! nusse dieses lebens Zu dir zu 2. Nimin auch stunden wohl fommen würdig fri. Vell- in acht, Wirfe gutes, denn kommne freude wohnt nicht hier, die nacht, Wo man nichts Wohnt nur im himmel, gott, mebr wirken kann, kommt und bei dir. rückt oft schnell heran. 6. Wohl mir! daß ich es redlich wage, Der großen freude beils! 3. Jetzt noch ist der tag des Frei die wahl des besten werth zu sein, Und diese furze theils! Stell dich dieser welt übungstage Nur dir und mei ner pflicht zu weihn. Wenn nie mein fuß den pfad verliert, Der mich zu deinem bimmel führt. nicht gleit, Werd' an guten werfen reich. 4. Wenn du teine zeit ver träumst, Sie in träger rub versäumst; Sie verschwendest 368 3weite Abtheil. V. Pflichten gegen uns selbst. liederlich; Weh dir! naht dein und stunden. Das, womit wir ende sich! uns bemühn, Sft mit ihnen 5. Der versäumniß deiner nicht verschwunden. Der ver. pflicht Folgt im göttlichen ges geltung ewigkeit Folgt auf richt, Wenn der Tod dich hin- diese arbeitszeit. gerafft, Eine strenge rechen- 3. Gott, wie thöricht hab ich schaft. schon Hier so manche meiner 6. Gott du meiner tage herr, zeiten, Die bereits mir sind Hilf mir, daß ich sterblicher, entflohn, Unter schnöden eitel, Eingedenk der ewigkeit, Weis- keiten, Und auf solche art ver. lich nütze meine zeit. bracht, Die mich jegt beküm. 7. Jede stunde da mein geist mert macht! Sich der eide mehr entreißt, 4. Doch erbarmen schenkt Bringt mir, flieht sie gleich das du mir Jeßt noch zeit und pin, Dennoch ewigen gewinn. raum zur buße. Herr, ich 8. Jede stunde, da ich hier, komm und falle dir Bittend und Andern nüße und vor dir Red beschämt zu fuße. Sei mir lich handle, dauert dort Stets gnädig! Sich mich reut Meine in ihrem lohne fort! hier verlorne zeit. 9. Laß mir diesen werth der 5. Wiederbringen kann ich zeit und der frommen thätigkeit nicht, Was mir einmal ist ver Täglich, gott, vor augen schwunden. Doch bin ich der sein, Daß ich trägheit lerne zuversicht, Nüß ich nur getreu scheun. die stunden, Die du mir noch 10. Steh mit deiner kraft ferner schenkst, Daß du gnädig mir bei, Daß ich meiner mein gedenkst. pflicht getreu, Dir zum preis 6. Lehre mich die kurze frist, und mir zum glück Nuße jeden Die du mir haft zugemessen, augenblick. So wie es dein wille ist, Brau11. Dann vertausch ich diese chen, und es nie vergessen: zeit Nuhig mit der ewigkeit; Hier nur sei die übungszeit Zu Finde da vor deinem thron dem glück der ewigkeit. Meiner arbeit gnadenlohn. 7. Säen muß ich hier mit fleiß Zu der erndte jenes le bens. O wie glücklich, daß ich weiß, Dieß geschebe nicht ver ewigkeit, Gib doch gebens. Ewig freut sich seiner daß ich bis ans ente So wie faat, Wer hier treulich gutes mir dein wort gebeut, Klüglich that. Meinen Jesum laß ich nicht. 571. Herr der zeit und meine zeit verwende, Die mir 8. Gott, laß deinen guten noch dein weiser rath Auf der geist Mich zu dieser weißwelt beschieden hat. beit führen, Und wie es dein 2. Wie ein traum, so schnell wort verheißt, Meinen wans entfliehn Jahre, zeiten, tag del so regieren; Daß ich gu 369 12. Rechtmäßige Anwendung der Lebenszeit. gutes hier ausstreu, Und mich heut Mich gericht und ewigfeit. dessen ewig freu. Vorige Melodie. 7. Deine gnade steb mir bel, 572. Herr, ich hab aus Daß mein leben auf der erde deiner treu, Mir Reich an tugendfrüchten sei, zum heil, noch zeit in händen. Und ich reif zum himmel werde. Gib, daß ich beflissen sei, Sie Nayet denn mein ende sich O auch weislich anzuwenden: so stärk und tröste mich. Denn wer weiß, wie bald zur Sei Lob und Ehr dem. gruft Deiner vorsicht wink mich 573. Was bin ich, gott, vor dir ich staub? ruft! 2. Nnaussprechlich schnell Gleich eines grases blume; Nur entfliehn Die mir zugezählte allzubald des todes raub, Mit stunden: Wie ein traum sind glück und luft und ruhme. sie dahin, Und auf ewig mir mein pilgrimsleben hier ent verschwunden. Nur der augen- fleucht, Wie ein geschwäß des blick ist mein, Des ich mich tags, und gleicht kaum einem noch jetzt kann freun. morgentraume! 3. Laß bei ihrer flüchtigkeit 2. Und dennoch zeigft da Mich, mein gott, doch nie ver- mir von dir So viel in augen geffen, Wie unschäßbar sei die blicken! Entdeckest dich darins zeit, Die du hier uns zuge- nen mir, Mich ewig zu be messen. Wie was hier von glücken. Du machst das leben, aus geschieht, Ew'ge folgen nach dir sei dank! Zu einem heitern sich zieht. übergang In ein beglückt'res leben. 4. Neize mich dadurch zum fleiß, Eh die zeit des heils vers 3. Hier seh ich, vater der laufen. Mir zur wohlfahrt, natur, Im schatten deiner wer dir zum preis Jere stunde aus- fe, Nur dunkel, wie im spiegel zukaufen, Die zu meiner senur, Die größe deiner stärke. ligkeit Deine gnade mir ver- Wie schön ist, was mein auge leibt. siebt, Und doch wieviel, mein 5. Deine schonende geduld gott entflieht Hier noch dem Trage mich hier nicht verge- blöden auge! bens. Ach vergib mir meine 4. Dein vater, des meta schuld, Daß so manchen theil herz sich freut, Du schufft mich des lebens Ich zu meiner seelen nicht vergebens. Was schmed wohl Nicht gebraucht, so wie ich nicht für seligkeit m ich soll. traume dieses lebens! Wie 6. Laß mich meine besse- wenig ists, was ich hier sehe, rung Für mein Hauptgeschäfte Und hier von dir, mein gott, achten, Und nach meiner bei versteh? Doch macht mich das ligung Mit so treuem eifer schon selig. trachteu, Als erwartete noch 5. So fliehe denn dies leben A a hin $ 370 Zweite Abtheit. V. Pflichten gegen uns selbst. hin Schnell, wie ein traum, Dieß ist der wichtigste verlust, noch schneller! Ich weiß, daß Wenn du die zeit bedauern ich unsterblich bin, Dort wird mußt. dieß auge heller. Dort seh ich 6. Thu bald von jedem dei näher, was du bist, Und meine ner tage Vor dem gewissen freude, vater, ist Daun ewig/ rechenschaft, Durchdenk ihn, leg und vollkommen. ihn auf die waage, Vollbrachtest Wer nur den lieben Gott. du ihn tugendhaft? Schwungf 574. Wo cilt ihr hin, du dein berz zum berrn empor? ihr lebensstunden? Kam gott dir stets als heilig Beit! eble zeit! wo fleuch vor? du hin? Wie mancher tag ist 7. Herr meines lebens, fei schon verschwunden, Seitdem doch künftig Mein heil und ich leb und sterblich bin! Viel- meines lebens kraft: So wandleicht der größte theil der zeit le ich als mensch vernünftig: Ist schon im meer der ewigkeit. So leb als christ ich tugend, 2. Ermuntre dich aus dei- baft: So dank ich in der ewignem schlummer, Auf, meine feit Dir für den besten schoß feel, ermuntre dich, Dieß sei der zeit. dein gram, dieß sei dein kummer, Daß mancher tag umsonst In voriger Melodie. verstrich. Der leer gebliebne 575. Jetzt leb ich, ob ich augenblick Ist strafbar und fommt nicht zurück. morgen lebe, Ob diesen abend, weiß ich nicht! 3. Der thor durchlebet seine O lehr du, dem ich mich er jahre, Eh, er des lebens werth gebe, Herr, lehr mich selbst die versteht; Er nahet früher sich große pflicht, Durch deines heils zur bahre, Als er den weg der gen geistes kraft Stets fertig tugend geht, Was ist ein mensch sein zur rechenschaft. lich leben werth, Das unge nügt vorüber fährt? 2. Die blume, die am mors gen slebet Fällt vor der abend4. Mensch, sei ein mensch, dämmrung ab. Die luft, die fang an zu leben, Fang an ein jetzt mich angewehet, Stürzt glied der welt zu sein! Fang mich vielleicht ins nahe grab. an, dem guten nachzustreben; Der jüngling, eh er sichs verBring das versäumte zwiefach sieht, Stirbt, eh' er noch ist ein; Daß, wenn man deinen aufgeblübt. leib begräbt, Dein werk und dein gedächtniß lebt. 3. Entziebe dich dem weltgetümmel, Hier ist der kampf 5. Sei nicht den kleinsten und dort ist ruh. Dein wan zeitpunkt müßig, Da du nicht del, feele, sei im himmel. Du deine pflicht erfüllst. Du hast eilst dem bessern leben zu. den tag nicht überflüßig, Den Nach einer kurzen prüfungseu so frech verschwenden willst. zeit Ist ewigkeit! ist ewigkeit! 4. Ver 1. Chriftliche Menschenllebe. 371 4. Berschiebe niemals deine An meine leste tobesnoth. D pflichten, Was jest zu thun du laß, stellt sie sich plöglich ein, schuldig bist, Denk nicht erst Mich stets dazu bereitet sein. morgen auszurichten, Wer weiß, 6. Es fei, o vater meines ob's morgen möglich ist? lebens, Wenn einst die letzte Mensch, dieser augenblick ist stunde schlägt, Der schwache dein, er künft'ge wird's viel- seufzer nicht vergebens, Der leicht nicht sein. dich zur gnade noch bewegt. 5. Noch eh' ich dieses lied Ach fierb ich einen schnellen tod: vollende, Ergreift vielleicht mich Sei mir barmherzig, herr mein schon der tod. D'rum lehr gott! mich denken, herr, ans ende, VI. Pflichten gegen den nächsten. 1. Christliche Menschenliebe. 5. Was wir auch aus gote Jesus meine Zuversicht. tes hand Zum voraus vor an576. Allen menschen und dern haben, Ansehn, reichthum, auch mir Hat der hoher stand, Leibeskräfte, gei herr dieß vorgeschrieben: Eu- stes gaben; Alles dieß befreit ren nächsten sollet ihr, Als uns nicht Von der menscheneuch selbst, von herzen lieben, liebe pflicht. Christen! was gott hier gebeut, 6. Selbst der gaben unter Sei uns heilig allezeit. schied Dient zum allgemeinen 2. Wir sind bürger einer besten; Wenn nur jeder sich welt, Kinder eines vaters, brü- bemüht, Von dem kleinsten bis der, Die er huldreich, all er zum größten, Andern, und nicht bält; Alle seines leibes glieder; sich allein, Nüßlich wie er kann Die sein weiser allmachtsruf zu sein. All zum ewgen aluck erschuf. 7. Darum gib uns, gott, 3. Eine sterbliche natur Hat ein herz Voll von wahrer mener jedermann gegeben, Und auch schenliebe, Das an andrer freud eine hoffnung nur, Hoffnung und schmerz Antheil nehm und auf ein beffres leben: Wenn gern das übe, Was der liebe wir bier in dieser welt Ned pflicht begehrt, Wie sie ans lich thun, was ibm gefällt. dein sohn erklärt. 4. Und wir follten uns ent- 8. Laß uns großer menschenzwein? Lieblos uns einander freund, Alle dir recht ähnlich bassen? Und zu unsrer eignen werden; Daß wir hier mit dir pein Stolz und neid beherrschen vereint, Nach vollbrachtem lauf laffen? Wer kein freund des auf erden, Einst auch ewig nächsten ist, ist führwahr kein bei dir sein, Deiner lieb uns mensch, fein christ. ganz zu freun. Aa 2 in 372 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. Gin Lämmlein geht. sein herz vertraut, Die redlich 577. Der du die liebe keit, auf die er baut, icht selber bist Und treulos zu versagen. gern die menschen segnest; Ja 5. Laß mich mit brüderlicher selbst dem, der dein feind noch ist, huld Des nächsten fehler dess Mit freundlichkeit begegnest. ken, Durch sanftmuth, mitleid O bilde meinen sinn nach dir, und geduld Zur beßrung ihn Und laß mich doch mein hei erwecken. Und fündiget er ges land, hier, Wie du gewandelt, gen mich: So freue meine feele wandeln! Die fönnen feine fich, Ihm willig zu vergeben: christen sein, Die sich nicht So werd ich dich, herr jesu andrer wohlfahrt freun, Undschrift, Der du die liebe selbsten menschenfreundlich handeln. bist, Aufs würdigste erheben. 2. Dein leben in der sterb- O Gott, du frommer Gott. lithkeit War für die menschen 578. Gib mir, o gott, segen; Dir folgten lieb und ein herz, Das freundlichkeit Auf allen deinen jeden menschen liebet; Bei seis wegen. Wohin du gingst, ging nem wohl sich freut; Bei seis wohlthun mit, Dein wort, dein ner noth betrübet; Ein herz, werk und jeden schritt Beglei das eigennuß Und neid und tete erbarmen. Du übernahmst härte flieht Und sich um andrer Die schwerste pein, Uns vom glück, Wie um sein glück bes verderben zu befrein, Und starbft müht. zum heil uns armen! 2. Seh ich den dürftigen: 3. Auch ist noch auf der So laß mich liebreich eilen, himmel thron Bist du das heil Von dem, was du mir gibst, der fünder. Auch da bleibst Jhm willig mitzutheilen; Nicht du, o gottes sohn, Ein freund aus dem eitlen trieb, Groß vor der menschenkinder. Du der welt zu sein Und mich vers schaffst den deinen wahrejehrt zu sehn, Nein, menschen rub, Und die verirrten sucheft zu erfreun. du Auf rechten weg zu lei- 3. Dieß sei mir gottesdienst! ten, Du hörst der seufzenden Auch unbemerkt von ihnen, gebet Und brauchest deine ma- Dem nebenmenschen gern Mit jestät, Nur segen auszubrei- ratb und that zu dienen. Mich treibe nicht erst dank Zu milder 4. Claß in meiner pilger- wohlthat an, Nein, was ich fthaft Mich auf dein vorbild andern thu, Das sei dir, gott, sehen; Erfülle mich mit luft getban. tent. und fraft Dem nächsten bei 4. Ein trunk, mit dem mein zustehen, Betrübter berzen troft dienst Dem dürftigen begegnet, zu sein, Mich mit den fröh. Ein blick voll trost, mit dem lichen zu freun, Mit weinenden Mein herz bedrängte segnet; zu Flagen, Und dem, der mir Ein rath, mit dem mein mund Im 1. Christliche Menschenliebe. 373 Im fummer andre stärkt; deine große güte, Mich fremden Nichts bleibt, so klein es ist, Von glücks zu freun, Und fern von dir, herr, unbemerkt. meinem herzen, Laß bei des 5. Eilt, wo ein boshaft herz nächsten schmerzen, Doch alle Unfrieden anzurichten: So laß schadenfreude fein. mich sorgsam sein, Der brü2. Wer sich des guten der zwist zu schlichten Aus freuet, Was teine huld ver schmähsucht störe nie Mein mund leihet, Er find es, wo ers find: des nächsten ruh, Er rübme Der ist nach deinem bilde sein verdienst, Deck seine fehler Barmherzig, gütig, milde, Und menschenfreundschaftlich zu. 6. Die rach ist dein, o gott, jgefiunt. Du sprichst: ich will vergelten; gelten; 3. 3war wird mit hinders Drum laß mich stille sein, nissen Mein geift oft kämpfen Wenn menschen auf mich schel- müssen, Bei übung dieser pflicht: ten, Gib daß ich dem verzeih' Denn scheinte, daß fremde gaDer mir zu schaden sucht; Densben Für mich viel nachtheil liebe, der mich haßt, Den segne, baben; Alsdann gefallen fie der mir flucht. mir nicht. - 7. Doch lass mich nicht allein 4. Dann schöpft, versucht, laß Auf zeitlich wobleraeben, Mit vom neive, Mein berz nicht eingeschränktem blick. Bei meis luft und freude Aus andrer nem nächsten feben Noch fär- wohlergebn; Dann regen sich ker müsse mich Sein ewig glück die triebe Der flolzen eigenerfreun; Noch mehr fein see liebe, Des nächsten glück nicht lenbeil Mir angelegen sein. gern zu sehn. 8. Den, der im glauben 5. Doch ta hilft du mir wankt, zu leiten und zu stärs fämpfen, Die böse neigung ken; Den, der noch sicher ist, dämpfen, Die mich zum nete Bei seinen bösen werken, Bon reißt bin; Wenn ich nur dei der verkehrten bahn Des lasters nem triebe Zur wahren näche abzuzichn: Dazu verleib mir stenliebe In meinem leben folgkraft; Und segne mein bemühn. sam bin. 9. O beilige du selbst, Herr, 6. Cott, dein find ja die gameiner feclen triebe, Durch ben, Die ich und andre haben, deine lieb und furcht Zu wab. Mit weisheit hältst du baus, rer menschenliebe. Wer nicht Und theile unter allen, Nach den nächsten liebt, Geht nicht weisem wohlgefallen, Die güter zum himmel ein; Laß diese deines bauses aus. In allen meinen Thaten. wahrheit gott, Mir stets vor 7. Dich selbst den allerhöchaugen sein. sten, Wenn ich beneid den nächsten, Greift ja mein tadel 579. Herr, neige mein ge an. O welche schwere fünde! müthe, Durch Wenn ich mich unterwinee, A a3 3u 374 3weite Abtheilung. VI. Pflichten gegen den nächsten. 3u tadeln, was dein raih ge- beizustehn, Der im verborgnen , was bei than. weinet; Nicht gütig forscht, obs 8. Ich spür an meiner seele, ihm gebricht, Auch der liebt Daß ich mich selbst nur quäle; seinen nächsten nicht. Herrscht neid in meiner brust. 6. Wer niedre, wenn er sie Drum mach, o herr, dieß beschirmt, Mit härt und vor. lafter Mir immermehr verwurf quälet, Und obne nachbaster, Des nächsten glück sei ficht straft und stürmt, Sobald meine lust. Auf christenmensch. fein nächster feblet, Wie bleibt bei folchem ungestüm Des 580. So jemand spricht: nächsten liebe wohl in ihm? ich liebe gott: Und hast doch seine brüder, und zucht Mit rath und that 7. Wer für der armen beil Der treibt mit gottes wahrheit spott, Und handelt ganz da- zu wehren sucht, Das oft fie nicht wachet, Dem übel nicht wider. Goit ist die lieb und will, Daß ich den nächsten liebe, gleich wie mich. 2. Wer dieser erden güter hat, Und siebt den nächsten 8. Wahr ist es, du vermagst leiden, und macht den hung- es nicht, Stets durch die that Doch bist du nur rigen nicht satt; Läßt nackende su lieben. nicht kleiden; Der übertritt die geneigt, die pflicht( Betreulich erste pflicht, und liebt den auszuüben, und wünscheft dir die fraft dazu, Und sorgt da gott der liebe nicht. ihnen gaben gibt: Der hat sie dürftig machet; Nur forutos wenig noch geliebt. 3. Wer seines nächsten ehre für: so liebest du. schmäht Und gern sie schänden, 9. Ermattet diefer trieb in höret, Froblockt, wenn sich dir: So such ibn zu beleben. sein feind vergeht, Und nichts Denk oft: gott in die lieb zum besten kehret, Berläum- und mir hat er sein bild dern niemals widerspricht: gegeben. Das, was ich babe, Der liebet seinen nächsten ist nicht mein: Soilt ich, wie nicht. er, nicht gütig sein? 4. Wer, wenn er auch mit 10. Wir haben einen gott rath und schuß Den nächsten und herrn: Sind eines leibes unterstüßet, Doch nur aus stolzlglieder: Drum diene deinem und eigennug, Aus weichlich- nächsten gern: Denn wir sind keit ihm nüßet; Nicht aus alle brüder. Gott schuf die gehorsam, nicht aus pflicht: welt nicht blos für mich, Mein Auch der liebt seinen nächsten nächster ist sein kind, wie ich. nicht. 11. Sein beil ist unser oller 5. Wer harret, bis ihn an- qut. Ich sollte brüder hoffen, zuflehn, Ein dürft'ger erst er- Die gott durch seines sobnes fcheinet, Nicht eilt dem armen blut So theu'r erkaufen lassen? Daf 2. Gerechtigkeit und Billigkeit. 875 Daß gott mich schuf und mich, wahrer luft Der liebe pflichten verfühnt, hab ich dieß mehr üben. Ein herz, das gern auf als sie verdient. unrecht denkt, Gern schaden 12. Du schenkst mir täglich sucht und andre fränft: Wie so viel schuld, Du herr vonstann das brüder lieben? meinen tagen! Ich aber sollte 4. Nie seufze jemand wider nicht geduld mit meinen brü- mich. Mein ganzes herz bee bern tragen? Dem nicht verstrebe sich, Dem nächsten gern zeihn, dem du vergiebst? Und zu geben, Was er mit recht den nicht lieben, den du liebst? verlangen kann, Und immerfort 13. Was ich den menschen mit jedermann In einigkeit zu hier gethan, Den kleinsten auch leben. 1001 von diesen, Das siehst du, mein 5. Laß mich beständig dahin erlöser, an, Als hätt' ichs dir sehn, Mit jeglichem so umzus erwiesen. Und ich, ich sollt ein gehn, Wie ichs von ihm bemensch noch sein, Und dich in gchre, Damit ich feines menbrüdern nicht erfreun? ichen herz Durch meine härte 14. Ein streng und höchst je mit schmerz Und fümmerniß gerecht gericht Wird über den beschwere. ergeben, Der liebreich seinem 6. Herr, mit dem maaß, das nächsten nicht In noth eilt bei mit ich hier Dem nächsten messe, zustehen. Drum gib mir, gott, wirst du mir Dereinst auch Furch deinen geist, Ein herz, wieder messen. Dieß reize mich das dich durch liebe preist. zur billigkeit: So werd ich auch zu feiner zeit Der liebe pflicht vergessen. Thur 2. Gerechtigkeit und Billigkeit. Erhalt uns Herr bei deinem Wort. Kemmt her zu mir spricht. 581. Du liebt, o gott, 582. Fern sei mein leben jederzeit Von aller gerechtigkeit Und ungerechtigkeit. Wie könnt ich haffest den, der sie entweibt, gottes freund sonst sein, Und Am nächsten unrecht übet. Du seiner gnade mich erfreun! bifi's der jedem seinen lohn, 2. Wer seines nächsten rechte Ohn alles ansehn der person, kränkt, Auf seinen schaden bosNach seinen werfen giebet. haft denkt, Verlezet des ge2. Gerechter gott, laß deis wissens pflicht, Und ehrt den nen geist Zu dem, was recht gott der liebe nicht. und billig heißt, Stets meine 3. Du schreibst in jedes berz, feele lenken! Nie komm es mir o gott, Tief ein das heilige doch in den sinn, Aus schnöder gebot: Was dir mißfällt, habsucht und gewinn, Des, wenn dirs geschieht, Das thue nächsten recht zu fränken. du auch andern nicht. 43. Pflanz redlichkeit in meine 4. Wenn ich dieß billige ges brust Und laß mich stets mit sep Turch ungerechtigkeitverleß: 2 a 4 Vers 376 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. Verurtheil ich ja selber mich, ruhme laß mich weihn! Nies Als übertreter wider dich. mals laß mich mehr verlan 5. Dein wort, das sündern gen, Als was ich von dir strafe droht, Schärft mir empfangen. das heilige gebot: Frei von 2. Laß mich dankbar und unrechtem gut zu sein, Mit zufrieden Im genuß der güter noch viel größerm ernste ein. sein, Die mir deine huld be 6. Es brohet jedem beinen schieten, Auch an andrer glüd fluch, Der seinen nächsten durch mich freun; Nie auf fremdes betrug, Durch die berei an sei größres glück Neidisch sehn mit nem gut Und seiner habe scha- scheelem blick, nie, was du den thut. mir gabft, verachten, Nie nach 7. Das haus des diebes ist fremdem gute trachten. verflucht, Wird hier auch schon 3. Jebem laß mich willig oft heimgesucht; Und dort trifft geben, Was er recht zu fodern vollends dein gericht Den un- bat; Nicht den obern widersire gerechten bösewicht. ben, Denn sie sind an deiner 8. Darum, mein gott, beftatt; Geb ich gern mit frobem wahre mich Vor allem unrecht sinn Schulb'ge steu'r und gaben väterlich. Beging ichs je, so hin; So wird freudiges ges fei mirs leto, Und zum ersatz wissen Mir die herbste pflicht inein herz bereit. verfüßen. 9. Wer andern schaben einst 4. Dem, der mühsam für gethan, Und irgend ihn erstat- mich schwißte, Der mit seinen ten kann, Doch deß sich wei- kräften mir Und mit seiner ar gert, findet nicht Vor dir er beit nüßte, Dem gebührt mein barmen im gericht. lohn dafür. Halten, was mein 10. Er kann nicht wahre mund verspricht, Sei mir im buße thun, Dein segen kann mer heil'ge pflicht; Trug und nicht auf ihm ruhn, Eh er das ausflucht laß mich fliehen, böse daß er that, Nach möglich- Keinem lohn und sold ents feit erseget hat. ziehen. 11. Gib, herr, daß ich es 5. Laß, wenn ich von anwohl bedenk, Und nie durch dern borge, Zum ersag mich unrecht andre kränk. Die hab sein bereit. bercit. Redlichkeit ſei sucht, auch die armuth nicht, meine forge, Mein bemühn Berleite mich von meiner pflicht. gerechtigkeit. Vorschub, den Freu bich sehr, o meine Seele. ein freund mir thut, Ist nicht 583. Alles, was ich bin mein, ist fremdes gut; Dankund habe, Rommt, bar will ich meinen brüdern o gott, aus deiner band; Wie Beistand, hülf nnd rath erwies so manche gute gabe Hast du dern. mir herabgesandt! Bater, all 9. Eigenthun, das ich entmein glück ist dein; Deinemlwende, Würde fluch und tod mir 2015 377 2. Gerechtigkeit und Billigkett. 4. Und kann ich auch das mir sein. Aber halt ich meine hände Von betrug und raube böse selbst nicht bessern: Laß rein; Dann darf ich sie frob mich's doch ch'r verschweigen, empor Betend beben, gettes als vergrößern; Anstatt es auss ohr Wird des frommen flehn aubreiten, es vermindern, Und erbören, Den verbrechen nicht schaden bindern. entchren. 5. Den größten fünder lag 7. Hab ich mich durch and mich nicht verachten, Noch im rer schäge Und durch arglift mer ihn als dein geschöpf bes reich gemacht, Laß mich, gott, trachten, Nie, die mit mir von taß ichs ersege Bald und eif einem blut abstammen, Lieblos rig sein bedacht; Lieber arm verdammen. und dürftig sein, Als mich 6. Aufrichtig laß mich sch meines unrechts freun, Und gen deine gaben, Die audre, nach bald durchträumten freu- berr, von dir empfangen bas den Des gewissens folter leiden. ben; Es müsse nie mein herz 8. Heil'ger gott, ein frommes des nächsten freuden Boshaft leben Liebe und belobnest du beneiden. Gib mir fraft und laß mich 7. Bescheiden laß mich von streben Fromm und gut zu mir selber denken, Durch stolz sein wie bu! Daß mein leben und hochmuth keinen menschen ohne reu. Ohne qual mein ende fränken, Mit sanftmuth selbst sei; Daß mich, wenn ich einst dem lästerer begegnen Und erwache, Keine schuld verdamm feinde segnen. lich mache. 8. Hab ich des nächsten hee 584. Hilf, jesu, daß ich te beflecket; und seine schwachmeinen nächsten beit lieblos aufgedecket; Schlug liebe, Durch lieblos richten ihn ich der unschuld in betrübten ja nicht betrübe, Jhn nicht stunden Schmerzhafte wunden. verläuinde, noch durch falsche ränke Sein wohlsein fränke. 9. So laß mich reuevoll und liebreich eilen, Die ihm 2. Gib, daß ich nachsichts- geschlagne wunden bald zu bei vell des nächsten feble, Wenns len, Und der verläumdung fol meine pflicht erlaubt, der welt gen zu zerstören, Ihm recht verbeble; Und wenn er fällt, gewähren. auf mich, wenn ich noch stehe, 10. Laß alle schmähsucht mich Mit vorsicht sebe. von herzen hassen! Zur selig3. Hilf, daß ich füglich ihn keit wird niemand zugelaffen, zu bessern trachte, Und seiner Der bosheit, neid und graus feele wohl mir theuer achte, jiamkeit hier übet, Und falsch. Denn du haft selbst für sie in heit liebet. todesbanden Biel ausgestanden. 11. Laß mich, mein heiland, limmer mehr auf erden An lieb A a 5 und 378 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächflen. und gütigkeit dir ähnlich wer es Wie zügellos denn du Ihn den. Gib kraft dazu, so in den seinen schmähst; Der schmeck ich schon hienieden, rächer hört dir zu. Herr, deinen frieden. 6. Er zählt die thränen, die, Mel. Gott du frommer Gott. Geweint von seinen frommen, 585. Wenn du des näch- Die du gefränket hast, Mit sten ehr' Und seufzen vor ihn fommen. Es achtung suchst zu schmälern; fommt, es kommt ein tag, Wo Selbst von nichts lieber sprichst, gott einst vor gericht, Im anAls and'rer menschen fehlern; gesicht der welt, Auch dir dein Aus chrfurcht oder stolz Ver- Urtheil spricht. kleinerst ihren rubun Und ihre 7. Ach wollst du künftig schuld erhöhst: Wo bleibt dein noch Tes nächsten ehr verlegen, christenthum? Nein, hast du ihr geschad't, 2. Wenn du aus argwohn Such sie ihm zu ersehen. Des nur Vom nächsten böses den nächsten guter nam' Sei selbst left, Wenn du durch falsch ge- dein eigner ruhm, Und schüß rücht Ihm schadest und ihn und rette ihn Stets als dein fränkest; Wenn leichtsinn, neid eigenthum. und haß Ihn vor der welt] 8. D laß uns, gott der huld, entehrt! Bist du denn ferner Mit dieser pflicht nicht scher, noch Des christen namens zen: Und präge du vielmehr werth. T In unser aller berzen Die 3. Wer, wenn er läst'rer große wahrheit ein: Nur der hört, und unter spöttern figet, fei deiner werth, Der seine Aus scheuer menschenfurcht brüber liebt, Und durch die Nicht andrer unschuld schüßet, that fie etrt. Wer aus gefälligkeit Selbst cin verläumder ist, Und nichts zum besten kehrt: Ist dieser wohl ein christ? 3. Sanftmuth und Verföhnlichkeit. Herr ich habe mißgehandelt. 586. Allen, welche nicht 4. O mensch betenke doch, vergeben, Wirst Gott hört an jedem orte, Solon, richter, nicht verzeibn; du zugegen bist, Ein jedes dei- Trostlos werden sie im leben, ner worte. Ach, er der alles Trostlos einst im tode fein, sieht, Wie sollt er dich nicht Unentladen ihrer fünden, Nim sebu, Wenn du dich frech er- mer vor dir gnade finden. fübnst, Die unschuld selbst zu 2. Wie dein herz mit jedem schmähn. fünder väterliches mitleid hat; 5. Wenn du der fremmen Wie der freund der menschen. lachst, Wenn du die tugend finder Selbst für seine mörder schändest, Dem würdigen das bat: So soll auch der christ lob, das er verdient, entwen- verzeihen, und sich nicht der dest. Verläumder, gott weiß/ rache freuen. 3. Wir 3. Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 379 3. Wir geloben's dir mit schonen, Willig tragen seine freuden: Willig wollen wir last; Und so lang ich hier soll verzeihn, Nie uns rächen, wenn wohnen, Bleibe zanksucht mir wir leiden; Nie zu dir um verhaßt. Auch das ist, o gott, rache schrein. Vielmehr vor dein wille, llnd die eintracht dein antlig treten, und für liebest du, O so helf mir, unsre feinde beten. auch dazu! Gib ein herz mir, 4. Vater, särk uns deine das die stille Und den frieden frommen, Tren zu bleiben die sucht und liebt; das, statt, fer pflicht, Wenn wir in verrache, fanftmuth übt. suchung kommen: So besiege 3. O wie wird das herz bes fie uns nicht. Laß uns sanft schweret Durch des zornes leis muth dann empfinden, Um sie denschaft. Zanksucht, rachgier, schnell zu überwinden. baß verzehret Nach und nach 5. Laß in unserm ganzen des Lebens fraft; Kürzt das leben Uns dir gleich gesinnet ziel von unsern jahren, Macht sein, Willig feinden zu verge zum himmel ungeschickt. Herr, ben: Dann, wenn ihnen wir der auf mich schwachen blickt, verzeihn, Läsfest du uns gnade Ach, du wollest mich bewah finden Auch für unsre eigne ren, Daß des jähzorns rase sünden. ret Nie des herzens meister 6. Wohl uns! gott verzeiht sei. uns fündern, Geht nicht mit 4. Wer mir flucht, den will uns ins gericht, Nimmt uns auf zu seinen findern, Strafetich segnen, So wie mein erlöuns dann ewig nicht. Paßt ser that Und dem nachsichtsvoll uns beten, laßt uns kämpfen, begegnen, Der zum zanken neiRachsucht in uns stets zu gung bat. Für die feinde will jich beten, Und für dich, du dämpfen. friedefürst, Wenn du menschen Sollt ich meinem Gott nicht. richten wirst In den schmuck Gott des 587. Gott, der du die der liebe treten. menschen liebest, friedens, stärke du mich mit Der du nicht ein strenges deiner kraft dazu! recht; Sondern lauter gnade 5. Ewig heil ist dem beschieübest An dem sündlichen geden, Der nach frommer einHöchster, gib schlecht: Laß mich deinen geist tracht strebt. beleben, Daß ich, vater, als mir deinen frieden, Der zur dein kind, Liebreich sei wie du sanftmuth uns erhebt. Er res gesinnt. Herr, du wollst den giere herz und sinnen; Denn sinn mir geben, Der bei feb- wenn er das herz regiert, Wird lern nachsicht zeigt, Und mit was zu der zwietracht führt, fanftmuth spricht und schweigt. Niemals übermacht gewinnen 2. Laß mich meines nächsten Bis einst in der herrlichFeit 380 Zweite Abthell. VI. Pflichten gegen den nächsten. lichkeit Ew'ger friede uns ers 8. Verleih mir das um dei freut. ner sanftmuth willen: So erb ich auch im lande deiner lillen Die feligkeit, wozu sich jenes muth ist nicht leben Einst wird erheben. Herzliebster Jesu was, 588. Herr, deine fanft Vorige Melodie. zu ermessen; wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach führe mir doch deine große güte 580. Recht zu gemütbe! Herr, mein erlöfer, der du für mich 2. Du segneteft mitleidig, die litteft, Und noch zur rechten dir fluchten; Du beiltest selbst, gottes für mich bitteft, Erwed die dich zu fangen suchten; Du in mir, du Mufter wahrer liebe zeigteft fiets, bei deiner feinde Cer sanftmuth triebe! toben, Der fanfimuth proben. 2. Wenn baft du jemals baß 3. Ach glich ich dir, o bei mit baß vergolten? Du schaltst land, ich befenne, Daß ich nicht wieder, da man dich ge noch oft vom schnellen zorn scholten. Du segnetest mit entbrenne, Und mich vor dir weblthun nicht bloß freunde; manchmal durch eigne rahe Auch deine feinde. Verwerflich mache. 4. Dir berzensfündiger, dir muß ichs klagen, Wie wenig 3. Und ich, herr, follte mich den deinen nennen? Und doch fann mein stolzes herz vertra-, von rachaier gegen andre brens gen! Wie schwer weiß ich, nen? Ich sollte jemals haß mit wenn andere mich hassen, Mich haß vergelten Und wieder recht zu fassen! felten? Und 5. Bergib mir, Berr, 4. Wie kann ich vater zu wende mein verderben! Bei dem höchsten sagen? Und groll wilcem zorn läßt sich dein reich im herzen gegen brüder tragen? nicht erben. Und jener tag ver. Wie kann ich zu ihm flehn, gilt nach strengem rechte Dem mir zu verzeihen, Und rache barten knechte. schreien? 6. So bilf mir denn die 5. Wer nicht vergibt, der rachbegier ersticken! Laß sich wird für seine fünden Auch dein bild in meine seele druk nicht bei dir, o berr, verges fen: So werd ich mich ver- bung finden. Dein jünger is föhnlich finden lassen, Nicht nur, der wie du vergiebet, Und wieder hassen. feinde liebet. 7. Flucht mir mein feind: 6. So beilige venn meiner so gib, daß ich ibn fegne; Und feelen triebe, Mein heiland, seinem grimm mit freundlichkeit durch den geist der wahren begegne, daß mich das böse, daß liebe; Daß nie die unglücksel'ge ich dann empfinde, Nicht über- lust der rache Mich strafbar winde. mache. 7. Wenn 3. Sanftmuth und Verföhnlichkeit. 381 7. Wenn andre menschen sich ich denn wieder schelten, Da en mir vergehen: Co lehre er nicht wieder schalt, Mit liebe mich, ihr unrecht übersehen, nicht vergelten, Wie er tem Und sollten sie mich auch feind vergalt? empfindlich fränfen, An dich 3. Verläumtung dulden müssen, Ist schwer, doch diese gedenken. 8. Erwecke denn, o herr in pflicht Wird leicht, wenn das meinem berzen Aufe neue das gewissen Für meine unschuld gedächtniß jener schmerzen, Tiefpricht. Dies will ich treu du in deinen schweren leidene bewahren; Eo bessert mich stunden Für mich empfunden. mein feind, Und lehrt mich 9. Laß mich mit fanftmuth flug verfahren, In dem er's meinem feind begegnen, Und böse meint. so wie du, den, der mir fluchet, 4. Jch will die fehler scheuen seanen. Herr, mache gegen Die er von mir erfann. Auch olle, tie mich hassen, Mein die will ich bereuen, Die er nicht wissen kann, Durch huld herz gelassen. 10. Will zu der rachsucht will ich mich rächen, An ihm mich die furcht verführen, Als das gute sehn, Und gutes von würd ich sonst mein ganzes glück ihm sprechen: Wie könnt er verlieren: So zeig mir, herr; länger schmäbn? Das sei mein glück auf erden, 5. Ich will niemals ermüDir ähnlich werden. den, Jhm thätig zu verzeihn, 11. Denn du beglückest den, Und als ein christ, zum frieden, der christlich hantelt, Und Zu diensten willig sein. Wenn, überall nah deinem vorbild mich zu untertreten, Ihn güte wandelt; Drum laß in allem mehr erhigt: So will ich für mich schon hier auf erden Dir ihn beten, Und gott vertraun; ähnlich werden. gott schüßt! Ist Gott für mich so. 390. Nie will ich wieder Ach was soll ich Sünder machen. 591. Sollten menschen, meine brüder, fluchen, Wenn Mir, mein gott, nicht theuer mir mein baffer flucht; Nie sein? Sollt ich sie nicht gern dem zu schaden suchen, Der erfreun? Sind nicht alle chrimir zu schaten sucht. Ich will sten glieder Dessen, der für ihm fanft begegnen, Nicht dro- alle starb, Allen gottes bulb ben, wenn er droht, Schilt er, erwarb? so will ich segnen. Das ist des Herrn gebot. 2. Alle sind wir eines flam, mes, Gleich an dürftiger natur; gotteslammes; 2. Mein jesus der gerechte, Allen hilft ein opfer nur Des Bergalt die schmach mit buld; unschuld'gen Die wuth ergrimmter fnechte und dieselbe feligkeit Ift für Ertrug er mit geduld. Soll alle gleich bereit. 382 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. 3. Gottes finter sollt ich christ, durch eigne rache. Vers haffen; Lieblos, unbarmherzig zeihen ist des christen pflicht, fein? Meinem feinde nicht Vergelten gottes sache. Die verzeihn? Keine schulden ihmlsanftmuth, die sein wort gebeut, erlassen? Gott, nicht fürchten Liebt feinde, segnet und verdein Gericht? Dein erbarmen zeiht. achten nicht? 2. Wahr ists, empfindlich ist 4. Herr, der du für übel- der schmerz, Von menschen thäter Um vergebung batst, dielunrecht leiden, Und dennoch last, Welche du getragen haft, soll des christen herz Am zorne War die last der übertreter! sich nicht weiden. Doch warst tu von rache fern, sein eigner richter sein. Soll Soll' nicht Duldetest, vergabeft gern. alles unrecht gern verzeihu. 5. Wenn mein herz vom bang der jünde hingerissen dich eir scheint, So mußt du sie 3. So widrig diese pflicht verkennt, llnd zu haß und rach doch üben; Sonst bist du nicht entbrennt: Hilf dann, daß ich des heilands freund, Der sie überwinde Meinen haß, und dir vorgeschrieben. Empört dein laß mich sehn In den tod für herz dawider sich: So sich auf uns dich gehn. ihn, besiege dich. 4. Wer hat wohl größern 6. Wie dir deine thränen! flossen, Als dein aug um mich geweint; Wie du, großer men- widerspruch Von sündern bier schenfreund, Auch für mich erduldet? Als er, der herr, der dein blut vergessen, Wie duschmach und fluch Von andern litist, mich zu erfreun; Das nie verschuldet! Und dennoch laß mir vor augen sein. will er langmuthsvoll, Daß 7. Gib cs mir so zu erken- keiner ewig sterben soll. nen, Daß ich thu', wie du 5. Ihm folgen, ist dein wah gethan. Wer nicht liebt, geht rer ruhm. Beleidigern ver dich nicht an, Ist kein glied von zeihen, Ist ehre für dein chris dir zu nennen. Ist dem gott stenthum! Sich ihres falls der lieb ein gräul, Und ver- nicht freuen, Nicht den, der scherzt sein eignes heil. dich schmäht, wieder schmähn, 8. so bilf mir, daß ich Gereicht dir selbst zum wohl. übe, Was dein Wille mir ge- ergehn. beut, Nachsicht, sanftmuth, gü- 6. Jm zorn denkt niemand tigkeit, Daß ich wie du liebest, ernstlich nach, Was gott gefalliebe, Innig liebe, milde, treu, len sollte. Die rache selbst Sanft und leicht versöhnlich vermehrt die schmach, Die man fei. beftrafen wollte. Kein schimpf wird ungeschehn gemacht, 592. Verbittre dir dein Wenn deine rachgier wild er. leben nicht, Olmacht, Auf dristenmensch auf. 7. Die 4. Dienflfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. 383 7. Die rachgier reißt gerech- 3. Er denkt, die welt hat recht tigkeit, Reißt glauben aus dem Auf meinen dienst und frätte, berzen, Stört des gemüths zu Ihr nüßen, ist für mich Ein friedenheit Und straft mit bit- seliges geschäfte. Als glietern schmerzen. Sie hindertlder schuf uns gott, Als bürdank, gebet, vertraun Under einer welt, In der des raubt den muth, auf gott zu einen band Die hand des andern bält. bau'n. 8. Durch sanftmuth( übe 4. So denft der menschennur die pflicht!) Wirst du den freund; Und das ist sein bes feind besiegen. O raube dei- streben, So treu als er sich ner seele nicht Dieß göttliche lebt; Zum wohl der welt zu vergnügen. Dann wird der leben. Ihm wird des nächsten herr auch dir verzeihn, Dein beil sein eignes himmelreich, vater und vergelter sein. Er füblet fremde noth Als träf' 9. Laß mich aus liebe, gott, ihn selbst der streich. zu dir Das unrecht nicht selbst 5. Er eilt dem, der's bedarf, rächen. Du wirst, verzeih ich Mit hülfe beizustehen. Sein gern, auch mir ein guäcig ur- lansehn und sein freund, Sein theil sprechen. Von dir kommt stand, sein wohlergehen, auch der sanftmuth sinn; Nach Sind mittel, die er braucht, deiner gnade gib mir ihn. Behülflich gern zu sein, Und einen leidenden Mit troste zut 4. Dienstfertigkeit, Barm- erfreun. herzigkeit und Leutseligkeit. O Gott du fremmer Gott. 6. Was andrer nothdurft heischt, Das reizet seine triebe, Auch ohne ruhm und lohn, 593. Wie felig lebt ein 3ur wahren menschenliebe. mensch, Der Rein stolz noch eigennuß Wirkt dienstbegierde fennet Und an- jfeine gütigkeit. Er sieht auf dern wohlzuthun, Aus men- seinen gott, der liebe ihm ges schenliebe brennct! Der, wenn beut. 7. So laß mich auch geihn auch kein eid Zum dienst der welt verbind't; Beruf und sinnt, Mein gott durch chrieid und amt Schon in sich stum werden! Voll regen eiselber findt. fers sei Mein leben bier auf 2. Dir, höchsler, ahmt er erden, So nüßlich als ich kann, nach, Im wohlthun dir zu dem nächsten stets zu sein; gleichen; Durch diensibeflissen- Dann geh ich einst zu dir beit Sucht er dieß zu erreichen. Ins reich der liebe ein. Er hält für eignes wohl Sich In allen meinen Thaten. nicht allein gemacht, Er bält 594. Du aller menschen fich für die welt Von dir her- j vorgebracht. vater, Du gütigster berather In allem, was uns 384 Zweite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. uns drückt! Die freuden, die Christen, daß vergeffet nicht. wir haben, Eino cinzig deine Mitleidsvoll und willig eilen gaben; Du bist's, der unser Herz Armen beizustehn, ist pflicht: erquict. Pflicht, die fisus selbst und 2. Du läßt dich von uns lehret, Und bie gott, den höch fündern Durch unbank nicht sten, ehret. verhindern, Uns täglich zu er 2. Epeiset die, die bungrig freun; Zu ew'gen seligkeiten leiden, Und die durstig sind, die Uns flerbliche zu leiten, Wird tränkt; Eilt, den nackenden zu immer dein vergnügen sein. fleiden, Tröstet die, die kum 3. Wie groß ist deine milde! mer fränkt, Schwache, such zu Barmherz'ger vater, bilde unterstüßen: Unterdrückte zu Mein herz nach deinem sinn, beschüßen. Daß ich der noth der armen, 3. Nicht nur denen, die um Mich willig mög erbarmen: liebe, Die um hülf und rettung Rimm alle härte von mir hin. flehn, Sucht aus christlich ed. 4. Gib, daß ich willig gebe, lem triebe, Nach vermögen bei Mich wohlzuthun bestrebe, So zustehn: Gönnt auch unver wie mein beiland that, Der hoffte freuden Denen, die im zärtliche erbarmer, Den kein ftillen leiden. bedrängter ärmer Vergebens 4. Denkt( wie möglich sind e um bülfe bat. die fälle!) Denkt, ihr fühlt 5. Erhalt in mir die triebe Der mitleidsvollen liebe Wie an jener ftelle; Wie dann ener jenen schmerz; Denft, ihr wär't du mir guts gethan: So laß leidend berz Sich von andern um reinetwillen Mich andrer wünscht erbarmen: So thut seufzer stillen, So oft ich sie ihr auch andern armen. nur flillen fann. 5. Und dieß sich nicht an 6. 3um fleiß in guten werken, Laß mich die hoffnung als bürde, nicht als laft, be Särken: Vor dir, dem Herrn Alückter chrift, Hoheit ist es, es der welt, Der frohe geber ist würde Wenn man mild und liebet, Sei, was man willig bülfreich ist. Welch ein ruhm giebet, Ein opfer das dir wohl für dich erlösten, Arme brüder gefällt. jesu trösten! 7. O wohl mir ich gewinne 6. Und was schafft's für Schon hier bei diesem sinne fanfte freuden Der verlaßnen trost und zufriedenheit! Und belfer sein! Sehn, wie sie in einst vor gottes throne, Zum ihrem leiden Sich durch uns anschäßbaren lohne, Die freu- gestärkt erfreun. Ein betrüb. den einer ewigkeit! tes berz erquicken, Bringet himmlisches entzücken. Herr ich habe mißgehandelt. 395. Mobizuthun und 7. Heil und glück auf unsern. mitzutheilen, wegen, Ruhe und zufriedens beit, 4. Dienstfertigkeit, Barmherzigkeit und Leutseligkeit. 385 beit, Huld bei menschen, got uns nie Fühllos sein, wo brütes segen, Folgt hier auf barm der weinen, Unser mitleid tröste berzigkeit; Und dereinst zum sie, Daß, wenn wir zu dir gnadenlohne Schenkt ihr gott uns nahen, Wir auch troft und hülf empfahen. des himmelskrone. Wer nur den lieben Gott. so laßt uns unsre ga8. ben Gern bier in der zeit aus 597. Nicht mürrisch, finstreun! Was wir hier gesäet ster, ungesellig, baben, Erndten wir einst reich Ist, wer ein christ zu sein sich lich ein. Grid barmherzig! freut; Ist ohne schmeichelei liebt die armen! Dann wird gefällig, Vereinigt ernst und gott sich eu'r erbarmen. freundlichkeit. Ist traurig, mit den traurigen, Und fröhlich mit den fröhlichen. menschen, höret, 2. Es liegt in keinem seiner Hört das beilige gebot, Das blicke, 21s wie in einem binuns jesus christus lehret: Seid terbalt, Auflauernd schadenfrohe barmherzig, seid's wie gott; tücke; Und haß in lächelnder Gebt, so wird auch euch ge- gestalt. Sein blick, fein blick geben, Was euch noth ist heil der heuchelei, Jft liebreich of und leben. fen, gut und frei. In voriger Melodie. 596. Seid barmherzig, 2. So viel menschen, so viel 3. Sein Antlig, heiter wie brüder. Denn ein gott ist's, der morgen, Wird trüb und der uns schuf. Wir sind alle seine freud entfliebt: Wenn es christi glieter. Allgemein is bekümmerniß und sorgen In gottes ruf. Seine sonne läßt seines bruders auge sieht, Und er scheinen Auch den bösen, wie strahlt in neuer beiterkeit Wenn den seinen. ein getrösteter sich freut. 3. Gleicht dem vater im ers 4. Bescheiden, sittsam ehrbarmen, Seid barmherzig, seid's erbietig Jft, wer ein jünger wie er! Gebt den dürftigen jesu ist: Nie sclavisch, auch nie und armen, Was ihr gebt, übermüthig: Wenn er vor anempfängt der herr. Helft und dern glücklich ist. Er ist, weil cilt auch ungesehen, Euren brüsler, wie jesus liebt, In allem, dern beizustehen. was erfreut, geübt. 4. Hülfreich zu bedrängten 5. Er schleicht, für fromm eilen, Sie beschüßen und er- serklärt zu werden, Nicht traus freun; Kummer lindern, wun- rig, heuchlern gleich, einher; den beilen, Woblthun, trößten Doch fündereizende geberden und verzeihn. Und dies obne Haßt, wie sein gott sie haßt, stolz verrichten, Das sind jedes auch er: In seinem blick auch christen pflichten. feusch und rein, Stets fröhlich, 5. Herr, wir geben von dem ohne frech zu sein! deinen, Was wir geben, laß 6. Durch liebliches gespräch Bb er= 386 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. erbeitert Er auch des blöden Leeren schwägern gleich zu sein angesicht, Und jedes herz fühlt Heuchelnd brüder zu betrügen fich erweitert Und freuden Herr, das falle mir nicht ein. voller wann er spricht. Denn Wahrheit leit an allen orten was er sagt, und was er thut, Mich in werken und in wor Ist wohlgemeint, It wahrsten. Nedlich sei res berzens und gut. grund! Nedlich sprech auch stets der mund! 7. Er muß gefallen, er ge biete, Er warn, er straf auch 3. Die der falschheit sind erer gebeut, Er warnt, er straft geben, Sind vor dir, o gott, aus lieb und güte, Mit ernft ein gräul, Und ein unglückselig und doch mit freundlich feit Un leben Jt gewiß ibr künftig tröstet er, wie leicht vergißt theil, Hier schon trifft verdiente Sein nächster, was sein kum- schande Sie bei redlichen im iner ist. lande, Denn ein jeder men 8. Nicht rauh, noch bart, schenfreund Ist der falschheit noch menschenfeindlich, Nein, ränke feind. eifrig jeden zu erfreun, Und sanft 4. Echmäht mich, ohne mein und anmuthsvoll und freundlich verschulden, Der verldumder Soll jeder jünger jesu sein. lästermund: O so laß michs Ach wären wirs! ach glichen stil erdulden, Einst wird doch wir, D vorbild wahrer liebe die wahrheit fund. Darf ich dir! ja nicht länger schweigen, 9. In allen worten und ge- Meine unschuld zu bezeugen: berden, In allen thaten laß, So verleihe, daß dabei Herz o berr, Uns aller menschen und mund voll sanftmuty freude werden, Dir, heiland, sei. immer ähnlicher: So werden 5. Daß du, herr, an jedem wir uns ewig freun, und got- orte Zeuge meines wandels tes wabre finder sein. bist, Daß kein eing'ges meiner worte Deinem ohr verborgen ift, Dicß erwecke mein gemüthe, Daß ich mich vor lügen büte, 598. Laß mich, höchster, Denn du liebst den wahrheits 5. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. Alle menschen müssen sterben. darnach streben, freund, Und bist allen falschen Stets der wahrheit freund zuffcind. fein, Zu des himmels frohem leben Geht fein frecher lüg- 599. ner ein, Und vor deinem angesichte. Werden sie beschämt als ein Befiehl du deine Wege. Wohl dem, der rich tig wandelt, Der wahrheitsfreund In zu nichte, Denn vor dir sind wert und werken bandelt, Und immerdar Aller herzen effen- das ist was er scheint; Der bar. recht und treue liebct, Ind 2. Andern zu gefallen lügen von dem sinn der welt, Die trug wse 5. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit. 387 Die trug und falschheit übet, lingt; Wenn er mit bösen tülSich unbefleckt erhält! fen In kümmerniß mich bringt 2. Wohl dem der lügen has So stärke meine seele, Daß sie set, Und der, so oft er spricht, nicht unterlieg, Und alles dir So seine reden faffet, Daß er befehle, Du giebst der unschuld Diap angg die wahrheit nicht mit vorbe- fieg. dacht verleget, Und der an jes wort. 8. Ein berz voll treu und dem ort Sich dieß vor augensglauben, Daß, gott, dein auge seget: Gott merkt auf jedes scheut, Das soll mir niemand rauben; So fann mit freudig13. Wohl ihm, wenn sein ge- feit Sch hier zu dir aufmüthe, Gott, so die wahrheit sehen, und dort vergiltst du übt, Ibn leitet deine güte, Ermir, Wenn falsche nicht be wird von dir geliebt; Du wirst stehen, it wonn und preis ihn einst erhöhen, Wenn in der dafür. Wahrheit licht Beschämt die falschen stehen, Geschreckt durch dein gericht. Sei Lob und Ehr dem. 600. Die zunge, tie vers nehmlich spricht, 4. Herr, drücke diese sachej Mir tief ins herze ein, Daß hat dir dein gott gegeben. ichs zur pflicht mir mache Der Welch ein geschenk, mißbrauch lügen feind zu sein. Erinnre es nicht! Sie bringet tod und mein gewissen Du basseft leben. Man fluchet und man heuchelei, Damit ich stets be lobt damit, Ach gott, erhöre flissen Der treu und wahr meine bitt, Daß ich sie recht beit sei. gebrauche. 5. Laß niemals mich ver- 2. Laß doch in meines hersprechen Was ich nicht halten zens grund, Gott, deine furcht fann, Auch nie zusagen brechen, stets wohnen, Gewissenhaft wird Die ich einmal gethan; Nie denn mein mund Der wahrmich den stolz verleiten, Und beit rechte schonen. Und wohl nie des beispiels macht Als dem, der von schmeichelei, wahrheit auszubreiten, Was List, lästersucht, verstellung ich doch selbst erdacht. frei, Nicht mit den lippen 6. Doch laß zu allen zeiten fündigt. Auch deiner wahrheit licht, Herr, 3. Auf deinen ruhm und meine feele leiten. Damit ich andrer wohl Soll stets mein meine pflicht Mit Flugbeit thun sich lenken. Laß dann üb' und wisse, Wenn ich für auch, wenn ich reden soll, Mich andrer wohl, Und für mich dieß mit ernst bedenken. Dein reden müsse, Und wenn ich lob, des nächsten glimpf und schweizen soll. nup, Der tugend ruhin, der 7. Wenn jemals mich zu unschuld schuß Beschäft'ge meine drücken, Des feindes rath ge- lzunge. 6:11 4. SchandB62 388 3weite Abtheil. VI. Pflichten gegen den nächsten. 4. Schandbare worte, frecher in jedermann, War er auch schmerz, Unheil'ge spöttereien nur ein christ. Doch ganz un. Verrathen ein verderbtes herz schäßbar ist er dann, Ist er Einst muß man sie bereuen. auch wahrer christ. ll Drum schaff in mir durch 3. Als wahrheits- und als deinen geist, Daß dich vielmehr tugendfreund Besißet er mein die zunge preist Und deinen berz. Ich theil mit ihm, der's namen beiligt. at redlich meint, Mein glück und 5. Was züchtig, keusch und meinen schmerz. ehrbar, ist, Was wohl und 4. Ich schmeck des lebens lieblich klinget, Das redet über- süßigkeit In doppelt starfer all der christ, Epricht, wenn kraft, Wenn mich das edle es nutzen bringet. Und scheut glück erfreut, Das so ein freund ren zorn der menschen nicht; verschafft. de Doch schweigen wird alsbald 5. Manch leid umwölfet mein ihm pflicht, Wenn es die liebe gemüth, Ich flag es meinem fodert. freund, Fühl, daß schon halb 6. Web aber dem verwege der fummer flieht, Wenn er nen mund, Der fluch und nur mit mir weint. schwur nicht scheuet, Wie wird 6. Oft lintert mir sein gu des verzens leichtsinn fund ter rath Des leidens herben Und oft zu spät bereuet! Ach schmerz. Oft hilft er mir auch fluchen bringet fluch und noth, mit der that Und froh dankt Und, wenn nicht buße folgt ihm mein herz. b.denken. ren tod: Laß mich dies stets 7. Freimüthig, ohne bittere feit Straft er mich wenn ich 17. Auch lügen schäudet, bringt febl, und eigne unvollkomnur muh, Ist eine frucht der menheit hält er vor mir nicht bölle. Lehr mich sie hassen, hehi. daß ich nie Mich) lügnern zu 8. Manch wort zu unsers geselle. Die wahrheit bringet gottes ruhm Theil ich mit ihm lob und ruhm Und ziert das vertraut. Und werd' in meis ganze christenthum, Darnachynem christenthum Oft sehr durch Taß mich stets fireben. ihn erbaut. Ga 9. Ich freue mich mit ihm 6. Freundschaft. der zeit, Da uns in jener Mein Gott das herzlich. welt, Verklärt zum glück der 601. Das glück ist groß, ewigkeit, Nichts mehr an wohldaß gott mir sein feblt. fchenkt, In einem wahren freund, 10. Da wir vor gottes thron Der als ein christ rechtschaf- vereint, Von allen mängeln fen denft, Und treu es mit rein, Ihn sebn, den allerhöch mir meint. nt.ph ften freund; Mit ihm uns ewig 2. Man schäßt den freund freun. 11. D 6. Freundschaft. VII. Glückseligkeit wahrer Christen. 389 11. O gott, mein gott, wie dar, Vor irrthum, schaden dank ich dir, Wenn so ein und gefahr An leib und seele Su and freund mich schäßt! Ich bitte warne. dich, erhalte mir Dies glück 5. Doch laß mein Herz vor stets unverlegt. fichtig sein, Mit wem es freundschaft machet, Kein spötEs ist das Heil uns. 602. Welch glück, o gott, ter der religion, Der über tuist freundschaft gend lachet; Kein wollüstling, bier In diesem pilgerleben! fein stolzes herz, Wer fühllos Sie kann im unglück und im ist bei andrer schmerz, Sei glück Uns troft und freuden jemals mein vertrauter. geben. Sie ist der tugend 6. Ein mensch, vom lafter starkes band, Es führet ibre angesteckt, Wird mich auch leicht fromme band Uns ab vom anstecken: Laß mich ihn fliebn sündenwege. als eine pest, Mich nicht durch 2. jesu, bester menschen ihn beflecken. Und wie fann freund, Der du uns sünder der, der ohne scheu Stets liebtest, Nur das, was groß gott verleugnet, menschen und edel beißt, Uns bier zum treu Und redlich sein und bleibeispiel übtest: So göttlich ben? 3500 liebreich für uns starbst, Selbst 7. Doch bab' ich einen wabgottes freundschaft uns er ren freund Bon dir, o gott, warbst Uns ewig zu beglücken. erhalten: So laß denn auch 3. Schenf mir auch einen mein warmes herz Nie gegen frommen freund,( Nur du kannst ihn erkalten. Laß mich verschwie ihn mir geben), Der ebel und gen reolich sein, Neid, falschrechtschaffen denkt, Der mir in heit, argwohn, schmeichelein Und meinem leben Ein reizend tu- eigennuß fiets fliehen. gendmuster sei, Und bei mir 8. Gott, präge du der liebe standhaft und getreu Im glück sinn So freunden ein als feins und unglück stehe. den. Auch die, die meine feinde. 4. Der meine unvollkom- sind, Die mache mir zu freunmenheit Mit sanfter schonung den. Bild unser herz zur einigtrage, Mir fehler obne bitter- feit! Lehr uns, daß jene seligfeit, Nur mich zu bessern, sage; feit Sei wahre lieb und freundDer mich vor fünden immer- schaft. VII. Von der Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie schön leuchtet der. Selbst unter viel beschwerden; 603. Wie groß ist unsre Wenn unser herz sich dir er= feligkeit, gott, gibt, Und treu in jesu dienst schon in der prüfungszeit, sich übt! Wie groß wird fie cinst B63 390 m Zweite Abtheilung. einst werden! Wenn sich herr. In der seelen, Dich zu wählich Jenes leben Wird anpe len Und das leben Ganz zu ben, Wo man freuden Erndtet jesu dienst zu geben. von der saat ber leiden. Wer nur den lieben Gott. 2. Dwie erhaben ist das 604. Gott, deine gnad' recht, Das du uns giebest, ist unser leben, dein geschlecht Und freunde hier Sie schafft uns beil und seelenzu heißen! Bei dir ist unser ruh Dein ist's, die fünden zu vaterland, Und wer will dei- vergeben, Und willig ist dein ner starken hand, Allmächt'ger berz dazu. Du nimmst die uns entreißen? Wenn wir fünder gnädig an, Die sich voll Gleich hier müssen streiten freue zu dir nahn. Und zu zeiten Schwach uns 2. Uns, uns verlorne, zu finden; Hilfst du uns doch erretten, Gabst du für uns überwinden! selbst deinen schn. Er litt, 3. Du deckest unsre schulden damit wir fricde hättén, Für au, Schenkst unsrer feelen uns den tod, der sünde lohn, wahre rub Und stärkest uns D gott, wie hast du uns ge mit freuden. Dein sohn ist liebt! Welch ein erbarmen ausunser haupt und rubm; Wir geübt! fein erkauftes eigenthum Und 3. Dank, ewig dank sei deischaafe feiner weide. Gutes ner treue, Die niemand g'nug Muthes Sind auf erden In erheben kann! Nun nimmst du beschwerden Unsre seelen; Herr, jede wahre reue Um christi was kann bei dir uns feh- willen gnädig an. Wohl dem, der sich zu dir be4. Es bleibet zwar der hohe kehrt, Und glaubig seinen mitts werth Der gnade, die uns ler ehrt! Ien? wiederfährt, Verborgen hier 4. Den, herr, befreist du auf erden: Doch wann der von den plagen, Die dem ge einst vor aller welt, Er, un- wissen furchtbar sind; Der kann fer haupt, gerichtstag bält, getroft und freudia sagen: Gott Dann wird er sichtbar werden. jift für mich, ich bin sein kind; Alsdann Sieht man Ihn mit Hier ist der, welcher für mich kronen Uns belohnen Und mit litt, Und mich noch jetzt bei chren Für die seinen uns gott vertritt. erklären. 5. O herr, wie selig ist die 5. Wie glücklich gott, sind seele, Die so sich deiner gnade wir alsdann! Wie viel hast du freut! Ob auch groß irdisch an uns gethan! O laß uns gut ihr fehle, Fehlt ihr doch unsre würde Vor augen haben nicht zufriedenheit. Gott! jederzeit! So tragen wir mit deine huld ist weit mehr werth, willigkeit Der kurzen leiden Alls alles, was die welt ge bürde. Herr, gib Den triebwährt. 6. Drin VII. Glückseligkeit wahrer Christen. 391 6. Dein friede stärkt mitsgeschlecht Zur sel'gen ewigkeit frobem muthe Das berz auch ein recht, Durch deinen tod in der größten noth; Gibt hoff- erworben! Nun wird mein leib nung zu dem ew'gen gute, Und zwar asch' und staub, Doch macht getroft selbst in dem tod. nicht des todes ew'ger raub, Wer diesen frieden hat, genießt Du bist für mich gestorben. Luft, die des himmels anfang Mir, der ich dein erlöster bin, ift. St, daß ich sterbe, nun ges 7. Laß, vater dann in die winn. sem frieden Auch meine feele 3. Ich bin erlöst, und bin freudig rubn. Auch mir haft ein christ, Mein Herz ist ruhig du dieß glück beschieden, Denn, und vergißt Die schmerzen dies auch für mich genug zu thun, ses lebens. Sch dulde, was Ward sterbend der am freuzlich duiden soll, Und bin des ein fluch, Der aller menschen boben trostes voll: Ich leire sünden trug. nicht vergebens. Gott sel8. O laß mich dieß im glau- ber mist mein theil mir zu, ben fassen, Und mich mit star- Hier kurzen schmerz, dort ew'ge ker zuversicht Auf deine vater- ruh. treu verlassen; Wenn alles 4. Was seid ihr leiden diewankt, wanft sie doch nicht. ser zeit, Mir, der ich jener Wohl dem, der sich auf dich berrlichkeit Mit ruh entgegen verläßt, Sein heil steht unbe- schaue? Bald ruft mich gott weglich fest! und ewiglich Belohnet und er 9. Lobsingend will ich dich quickt er mich, Weil ich ihm Bald, bald erheben, Mich ewig deiner bier vertraue. gnade freun, Und deinem dienst verschwindet aller schmerz! mein ganzes leben In kind- Und himmelsfreuden schmeckt lichem gehorsam weihn; Denn mein herz! du vergabft mir meine schuld. 5. Bin ich gleich schwach, Nie, nie, vergeß ich diese so trag ich doch nicht mehr buld! der fünde schändlich joch In Dewigkeit du Donnerwort. meinem Lauf auf erden. Die 605. Mein glaub ist meistugend ist mir süße pflicht; nes lebens ruh, Und wenn ich gleich hienicden Und führt mich deinem himmel nicht Ganz frei von fehlern zu, O du, an den ich glaube! werde: So ist mein trost: gott Ach gib mir, herr, beständigkeit, bat geduld, Und straft nicht Daß diesen troft der sterblich meiner schwachheit schuld. keit nichts meine seele raube. 6. Der du den tod für Tief präg cs meinem herzen mich bezwangst, Du hast mich ein: Welch glück es sei ein mittler aus der angst, Die christ zu sein! ich verdient, gerissen. Dir, 2. Du haft dem sterblichen dir verdank ich meine ruh, 364 Du 392 Zweite Abtheilung. 17 Du heileft meine wunden zu 5. Das ist der fromme! Du fillest mein gewissen; Und Was er macht, Geräth ihm fall ich noch in meinem lauf: und gedeiht: Staub ist der füns So richtest du mich wieder auf. der der sein lacht, Epreu, die 7. Gelobt sei gott! ich bin der wind zerstreut. ein chrift, Und seine gnad' und 6. Der, der sich gegen gott wahrheit ist An mir auch nicht empört, Besteht nicht im ges vergebens. Ich wachs in meie richt. In der gemeine, die ner heiligung, Ich spüre täg- gott ehrt, Bleibt der verbrelich besserung Des herzens und cher nicht. des lebens. Ich fühle rurch 7. Dir, böchster, dir ge des geistes fraft Mich, herr, fällt die bahn, Die der ge getroft und tugendhaft. rechte gebt, Im zorn schaust 8. Dank dir, o vater, dank du den fünder an; Des sünund ruhm! Du lehrtest mich ders weg vergeht. das christenthum Fest glauben, redlich üben. Es macht mich ruhig und erfreut Führt mich 607. zur wahren seligkeit: Wie solli In voriger Melodie. Hab' ich ein gut ges wissen nur, Wohl ich es nicht üben? Erhalte fiets mir! was fürcht ich dann? mein herz dabei, So preis ich nichts schrecklich's, zagte je. ewig deine treu. dermann, It mehr in der Nun fich der Tag geendet. 606. Wohl, natur. wohl dem 2. Dies sei mein ruhm, dies menschen, der sei mein theil! Trotz dem, der dem rath Der frevler sich ent mir es raubt: Ein reines herz, zieht; Dem menschen, der den das thätig glaubt! Sodann ist frummen pfad Der übertreter gott mein heil. fliebt! 3. Welch ein erhabener ge 2. Der, wo der gottheit spöt- winn, Wenn meine fünde ter lacht, Sich fromm und schweigt, Wenn gottes geift weit entfernt; Sich gottes recht selbst in mir zeugt, Daß ich zur freude macht Und tag und ihm ähnlich bin! nacht es lernt. 4. Und dieses glück, und diese 3. Er grünet, wie am bach ruh, Den seligen gewinn Gäb' ein baum Von seinem segen ich für lust der sünde hin? schwillt, Sich hebt und einen Das laffe gott nicht zu! weiten raum Mit seinem wipfel 5. Jch stürzte mich in jene füllt. pein, Der sünde fluch mit mir 4. Er trägt, wenn seine zeit Umherzutragen, und von ihr kommt, frucht, Stets unent Stets angeflagt zu sein! laubt und grün; Er tröstet 6. Laß es der pflichten schwer den, der schatten sucht, Der ste sein, Daß du dich selbst wandrer segnet ihn. bekriegst. O welche luft wird, wenn VII. Glückseligkeit wahrer Christen. 393 wenn du siegst, Dich nach dem sen sagt: Daß nichts, was kampf erfreun. ihn bei gott verklagt, Ver7. Welch hohe freube! ist dammlich's an ihm ist. man sich Mit wabrheit selbst 16. Fest steht der fromme, bewußt: Ich brannte zwar wenn die welt Und erd' und von böser luft; Mit gott be bimmel bricht, Stebt felfenfest schüßt ich mich. und zaget nicht; Gott ist es, 8. llnd o welch schreckliches der ihn hält. gericht! Muß ich mir selbfl geftehn: Dem falle fonnt i 608. zwar entgehn, Und ich entging ihn nicht. Sei Pob und Chr dem. welch' ein un schäßbares gut Ist doch ein gut gewissen! 9. Ein reines berz nur fann Hab' ich nur das; so hab' ich im glück Den werth des glücks muth, Wenn andre zagen müs erböhn; Dies, ties versüßtfen. Dann zittert meine seele im wehlergehn Den froben nicht mich schreckt kein tod und augenblick. fein gericht, Dann hab' ich 10. Was ist, das deiner gott zum freunde! leiden schmerz In deinem 2. Bin ich mir dessen, gott, schmerze fillt, Ja dich mit bewußt, Und sieh bei dir in freude gar erfüllt? Ein gott gnaden: So wohnet ruh in gelasnes berz. meiner brust, Und wer will 11. Ein ebles berz nur gibt mir dann schaden? Ich seh auf dir muth, Die güter zu ver- dich in aller noth, Womit die schmähn, Worauf die niedern zukunft mich bedroht; Mich seelen sehn, Dies herz, das tröstet deine liebe. beste gut. 3. Trifft mich auch hier zu 12. Erduldet hier der from- weilen noch Das gift der läs me spott; O der ist rubm für sterungen; Wird meines herihn. Das gute thun, das zens ruhe doch Dadure nicht böse fliehn, Schafft ruhm, den ganz bezwungen. Weiß sich nur ruhm bei gott. mein gewissen rein Und flich 13. 3u gott in seinem ber ich auch den bösen schein, zen rein Hinauf gen himmel Wirst du mich schon beschüßen. schaun, Und sagen: du bist 4. Ich sebe mit zufriedenmein vertraun! Welch glück beit Der fünft'gen welt ent fann größer sein? gegen. Sie gibt mir muth 14. Sieb, alles um dich und freudigkeit Auf allen meis her entweicht, Bald kommt die nen wegen. Denn dort macht legte nacht, Und nur ein gut selbst, o herr, dein mund Den gewissen macht Den tod selbst boben werth des christen fund, süß und leicht! Da wird der fromme siegen. en tod felbft 15. Wohl dem, der diese 5. So hilf denn, daß ich mir rub genießt, Dem fein gewis zum heil Ein unverlegt gewiss B65 394 Zweite Abtheilung. V sen, Ces lebens aller bestes 3. Sollt ich nun toch den theil zu haben, sei beslissen. gott mit willen Beleidigen, der Mit dir, gott, ausgeföhnt zu mir vergibt? Ter mir gebote sein, Dein heilig recht nicht zu erfüllen, Gegeben hat, weil zu entweihn, Das sei meiner mich liebt. Der die erfülgrößter eifer. lung meiner pflichten Aus laus 6. Des richtigen gewissens ter güte mir vergilt? Und der, spruch Laß mich stets folgfam anstatt mich strena zu richten, ehren, Und immer aufmerksam Mein berz mit troft und freud' genug Auf seine warnung bö- erfüllt? ren. Erinnerts mich an meine 4. Sein dienst ist glück für schuld: So laß mich, vater, meine seele, Gehorsam meine deine huld Voll reu und glau- sseligkeit! Wie kindlich wein ich, ben suchen. wenn ich fehle, Vor ihm dem 7. Dit deiner gnade tröfte vater, der verzeiht! Ich fübl mich, Und stärke meine seele die schwere meiner fünden, Die Daß sie vor fünden hüte sich, weder mensch noch engel büßt. Und nie aus vorfag fehle. 20ie freudig fann ich's dann Denn wer nur reines Herzens empfinden, Daß qristus mein ift, Hat immer dich durch jeserlöjer ist. sum christ, Allgütiger, zum troße. 5. Den großen tröstenden gedanken Geb ich für alle wel ten nicht. Wahr bleibt er, O süßer Stand o felig Seben. wenn auch berge wanken, Fest 609. Wie mächtig spricht steht er, wenn die welt auch in meiner. seele, bricht. Es mögen sündigen Herr, deine stimme voller huld! und zittern, Die finder dis Du schonest meiner, wenn ich verderbens sind! Gott, wird feble; Zürnst nicht, hat väter der erde grund erschüttern: lich geduld; Schicß deinen geist, Eo beb ich nicht, ich bin dein mich zu regieren, Eprichst mei- find! Nun danket alle Gott. nem herzen freundlich zu, Wirst niemals müde, mich zu 610. Wer gottes wege führen, Und sorgt für meine wabre rub. geht, Nur ter bat wahren frieden. Wie 2. Erbarmer deiner freatu- berrlich ist sein glück Shu ren, Liebreicher herr der gan- selbst von gott beschieden! Boll zen welt! Die deiner güte reiche glaubens widersteht Er jeder spuren In jedem sounenstaub bösen luft; Ift seiner tugend enthält zu groß sind sie, daß sich F: oh vor dem Herrn beich ermessen Die wunder deiner wußt. liebe kann. Nie will ich un- 2. Er merkt auf seinen gang, dankbar vergessen, Was du zu Geht ihn mit festem muthe; meinem heil gethan! Wird in der schwachheit stark, Liebt „#the# manoisë 1. Morgenlieder. 395 Liebt immermehr das gute. Ihn noth erfreun; Gut, wie sein machet gottes geist Durch sein gott, gesinnt, Und milde wird wort tugendhaft; Und er nimmt er sein. immer zu An fenntniß und an fraft. 6. Er fränkt den nächsten nie, Schüßt seinen rubm, sein 3. Gott hat er allezeit Vorfleben Er trägt ihn mit ge augen und im herzen, Wacht duld, Ist willig zu vergeben. über sich und scheut Sich für Und übereilt ihn auch Der der sünde schmerzen. Er eilet, zorn, so foßt er sich, Und denwenn er fällt, Den foll gleich ket bald: wie oft Verschonet zu bercun; Eucht gnad' und gott auch mich. strebt noch mehr Der tugend 7. Er suchet jedes berz Im treu zu sein. guten zu bestärken; Und jeden 4. Getreu in seinem stand, reizet er Zu allen guten were Genießt er gottes gaben, Ver- fen: Mit allen suchet er Ein gnügt, wenn andre gleich Mehr berz und sinn zu sein, Mit glück und anschn baben. Mit ihnen eines berrn Und heils dem was gott ihm gibt, Zu- sich einft zu freun. frieden frei von neid, Von 8. Das beil der ewigkeit, babsucht und von geiz, Von Das bier der fromme schmecket, stolz und eitelkeit. Erhält ihn so getrost, Daß ihn 5. Schenkt gottes hand ihm fein unfall schrecket; Es schafft viel: Eo wird er vielen nüßen. ihm froben mutb, Und stillet Des freundes glück erhöhn, seinen schmerz, Im tobe selbst Verlaßine tugend schüßen. Auch frohlockt Sein gott ergebnes felbst beleidiger wird er in herz. Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. 1. Morgenlieber. schlummer Des lebens licht Aus meines Herzens Grunde. verlischt, Und daß mich, frei 611. 211mächtiger, ich von fummer, Ein sanfter hebe Mein aug' schlaf erfrischt: Dies dank ich empor zu dir, Preis dir, durch deiner macht, Und deiner vaten ich lebe, Und neuer danftertreue. Durch sie bin ich dafür! Herr, deine huld ist auf's neue Mit heiterm muth groß, Und niemals hat dasserwacht. lallen Des dankes dir miß- 3. Beschüßzer unsrer feelen! fallen, das aus dem herzen Ich traue stets auf dich. Was fluß. soll ich für mich wählen? O 2. Daß night in tiefem irähle du für mich! Gib, was mir 396 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. mir nüßlich ist, Gott, dem 3. Gib mir auch stärk und ich alles danke; Mich stärke kräfte Auf diesen ganzen tag, der gedanke: Daß du stets um Das mein berufsgeschäfte Ich mich bist. treu vollbringen mag. Bes 4. Er stärke mich mit freu- schüße mich, mein gott, Vor den zu thun, was dir gefällt; allem, was kann schaden, BeEr tröste mich im leiden; Und hüte mich in gnaden Vor will die lust der welt Mich bösem schnellem tod. jemals nach sich zichn, Helf 4. Getreuer vater! schenke er mein herz bewahren, Helf Mir, was mir nüglich ist er mir die gefabren Der Hilf, daß ich stets bedenke, fünde sehn und fliebn. Daß du mir nahe bist Daß 5. Beglücke du die meinen ich zu feiner zeit Gewissenlos Nach deiner gütigkeit. Ver mög handeln, Auf bösem weg laß der armen feinen; Wend' nicht wandeln, Der mich zu alles berzeleid. Du willst zwar legt gereut. gern erfreun, Eilft allen beis 5. Mich feff'le nicht die erde, zufleben; Doch sell der liebe auf der ich fremdling bin. fleben Dir auch gefällig sein. Gott, deine gnade werde, 6. Gott, dem ich angeböre, Mein größester gewinn Weicht Dein fegen ruh auf mir Mein forgen! eins ist noth, seufzen, meine zühre, ErbarDer mer, ist vor dir. mein berz sich freun, dir nicht traut, der bebe, Sch sterbe oder lebe: So bin ich ewig dein. Des follott, der mir das leben Und er seinen sohn gegeben, Gibt mir auch täglich brod. 612. Aus meines herzens grunde Sag' ich 6. Herr, fei auch meiner freunde Echild, trost und zuversicht. Verlaß auch meine feinde Mit deiner hülfe nicht. dir lob und dank In dieser Die meinen segne du; Gib, morgenstunde; Dich rühmet daß sie tugend üben, Gott mein gesang. O schöpfer die- und den nächsten lieben, Führ fer welt, Der du auch mir das sie gen himmel tu. leben Allmächtig haft gegeben, 7. Gott will ich laffen ras Des gnade mir's erhält. then, Der alle ding vermag. 2. Herr, du hast mich aus Er segne meine thaten An dies gnaden In der vergangnen sem ganzen tag. Mein glüc nacht Vor schrecken und vor in dieser welt, Mein leib, schaden, der möglich war, bemein feel, mein leben Sei wacht. Sei gnädig ferner- alles gott ergeben. Er thu, hin: Vergib mir meine fün- was ihm gefällt. de, Und schenk mir deinem 8: Hierauf sprech ich mein finde Auch findlich frommen amen, Und zweifle nicht daran, finn. Gott nimmt in jesu namen Mein hd 1. Morgengesänge. 397 Mein beten gnädig an. Und auch heute Deinen weisen seine vaterhand wird segnen fügungen. Herr, mich sieht und erfreun, Wird kraft und dein vaterblick! C wie groß muth verleihen Zum fleiß insist dies mein glück. meinem stand. Aus meines Herzens Grunde. Gott des Himmels und der. 614. Des morgens erste 613. Der du alle deine stunde Will ich, m werke Liebest, mein gott, dir weihn. Mein gott, von ewigkeit, Du bist herz slimmt mit dem munde auch mit huld und stärke Jh- Zu deinem lobe ein. Ja laß nen nahe in der zeit. Deine den ganzen tag Mich so vor güt' und deine treu Ift mit oir, herr, wandeln, Daß ich jedem morgen nou. nicht nur fromm handeln, Nein, 2. Unter vielen millionen auch fromm denken mag. Siehst du liebreich auch auf 2. Fromm laß mich), doch mich; Sicher läsfest du mich gesellig; Klug, doch von falsch wohnen und beschirmst mich beit rein; Freimüthig, toch ges väterlich. Dafür preist mit fällig; Und stark zur tugend neuem dank, Dich mein froher sein; Auch standhaft in der lobgesang. noth; Kein zorn schwäch meine 3. Darf ich erd' und staubliebe, Kein ernst der sanfte es wagen, Heut zu dir em- muth triebe, Kein scherz die por zu sehn? Meinen kuminer furcht für gott. dir zu klagen? Kindlichfrei dich 3. Was dein gebot verleget, anzuflehn? Ja durch christum Saß nie mit lust mich schaun, babe ich Dieses zutraun gegen Wenn es die welt crgößet; dich. Erwed es mir das graun, 4. Du läst meine fümmer- Schnell wirkt des lasters gift. nisse, Bin ich redlich fromm, Nichts, nichts sei mir verhaße entfliehn: So wie alle fin- ter; Doch daß mein haß das sternisse, Da die morgensonn laster, Nicht meinen nächsten erschien. Keine forge raubt trifft. dann mir meine freudigkeit 5. Des nächsten ehre schmäs zu dir. lern, Entehrt mein christen5. Du gewährst mir neue thum. Ein ruhm aus fremstunden Zu vollbringung mei- den fehlern It schande und ner pflicht. Werd ich da nur kein ruhm. Laß mich das richtreu befunden: So bin ich voll ten fliehn; Nie schlimm, was zuversicht, Wenn mein richter gut ist, deuten; Und seh ich nun erscheint, Der erhabne andre gleiten, Es fedem aug" menschenfreund. entziehn. 6. Stärfe du mich schwa- 5. Bei fleiß und arbeit schleis chen, leite mich mit deinen che kein geiz sich in mein fegnungen. Ich ergebe mich herz; Und fremde noth erweiche Mich 398 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. Mich leicht zu mitleidsschmerz 3. Gleich der nacht, laß Kein glück, das andern blübt, meine sünden Vor der gnate Empöre mich zum neide; Und glanz vergebn, Die durch chris fein genuß der freude Ber- slum alle finden, Welche glauzärtle mein gemüth. big auf ihn sehn, Der für 6. Bewahr an diesem tage uns're missethat Sich am freuz Mich vor gefahr und leid, geopfert hat. Und trifft mich eine plage: 4. Hilf, daß ich an diesem So gib gelaffenheit. Nur bilf, morgen Geistlich auferstehen o vater, mir, daß ich sie mag Und für meine seele for nicht verschulde, nicht murre, gen, Daß ich, kommt dein christlich dulde Voll zuversicht großer tag, Meines richters antlig dann Ohne schreden 7. Wie bald ist überwunden, schauen kann. Das leiden dieser zeit. Auf 5. Auf der babn der tugend wenig bange stunden Folgt leite Du mich, herr, verlaß glück in ewigkeit: Dies stärket mich nicht, und verleihe mir mich in noth, Daß ich nicht auch beute Muth und fraft zu ängstlich zage, Am letzten mei jeder pflicht. Dein geschenk, ner tage Gibt dieß mir muth die gnadenzeit, Werde nie von mir entweiht. zu dir. im tod. Dir vertrau ich feel und leben, 8. Der tod fomm', willst du, beute: Denn da ich dein, herr, Alles, was ich hab und bin. 6. Deinem schuße sei ergeben bin: So gibst du, daß er leite, Gewiß zu dir mich hin: Und wenn er kommen soll; Soll er mich frei von sünden, Dir Herr, mein heil, mein schild wohlgefällig finden: Dann, und ruhm, Segne mich dein eigenthum. vater sterb ich wohl. Werf auf dich die sorgen bin. 615. Gott des himmels 7. Hülfe wollefst du mir und der erden, senden, Wenn gefahr und Bater, fohn und heil'ger geift! noth mir droht; Alles mir Der es tag und nacht läßt zum besten wenden, Es fei Sterb ich, werden, Mond und sonne schei- leben oder tod. nen heißt; Deffen starke band herr, so nimm mich hin, Wo tie welt, Und was drinnen ich nicht mehr sterblich bin. And wa ist, erbält. 2. Gott, ich danke dir von herzen, Daß du mich in dieser 616. nacht Für gefahr, angst, noth Vorige Melodie. Gott sei dank! ich lebe wieder, Fübund schmerzen, Haft behütet le und empfinde mich. Herr, und bewacht, Und bei aller dir bring ich meine lieder, meiner schuld Mich noch trägst Und mein herz rühmt dankbar mit vaterhule.onli dich: Denn dein aug' hat in 1. Morgenlieder. ING 899 in der nachht Ueber mich, dein 2. Sieb, bere icy unterwinde find gewacht. mich Mit dir zu reden, staub 2. Wenn ich einst vollendet bin ich. Von deinem hauch bebabe Diese meine pilgerzeit; feelt Gleich einem toden lag Ruh ich auch also im grabe, ich hier, Daß ich noch lebe, Saame für die ewigkeit. Auch dank ich dir. in dieser langen nacht Wid 3. Ein, jedes gut, des ich mein staub von dir bewacht. mich freu, Empfang ich jego 3. Aber ich erwach auch wie- wieder neu Aus deiner milden der Und mein lobgefang mit hand. Mein auge wird, womir. Dann erschallen meine hin es blickt, Von wundern lieber Mächtiger und reiner deiner huld entzückt. rir. Ewig wird der morgen 4. Dich, dem ich nichts fein, Ewig schlaf ich nicht vergelten kann, Dich vater, bet mebr ein! ich findlich an: Ich opfre dir 4. Wach auch über meine mein herz, Ein herz voll lieb tage, Gott du meine zuversicht und zuversicht, Ein dankbar Daß mich feiner einst ver- herz verwirfst du nicht. flage, Wenn du kommst zum 5. D du, den meine feele weltgericht; Daß ich meiner preißst, Erwecke mich durch pflicht getreu, Und dort uners deinen geist Zur übung meiner schrocken sei. pflicht, Er helfe meiner schwache 5. Reinen tag zählst du vers heit auf, Bis ich vollende gebens, Gott, durch den ich meinen lauf. bin, mir zu. Jeder ist ein theil des lebens, Jeden, jeden mein theil, Dich wirk in mir, 6. Ein gut gewissen sei richtest du. Lehr mich wachen, o berr, mein heil, Und segne daß mir nie Ungenügt ein tag meinen fleiß. Die ist, was entflieb! ich bedarf, bekannt, Und alles 6. Heute, leb ich; laß auch heute nicht umsonst mein leben steht in deiner hand. sein! Laß mich nach vollbrach- 7. Die blumen kleidest du tem fireite Dieses tages auch mit pracht, Nährst jeden vogel, mich freun. Necht zu handeln gott der macht, Bin ich nicht gib mir heut Stärke, lust, mehr denn sie? Ich werfe gelegenheit. meine forg auf dich, Du mein erbarmer, forgst für mich. Warum betrübst du dich mein. 617. hm, der das licht entstehen hieß Und Ich dank dir schon durch. mich gefund erwachen ließ. 618. Mein erst geschäft Sei preis und froher dank! sei preis und Ihm bring ich dieses opfer dank, Erhebe, gott, o feele! beut. Ihm sei mein ganzes Der herr hört deinen lobgeherz geweiht. sang, Lobsing ihm meine seele! 2. Mich 400 Dritte Abtheil. I. Lieder für besondere Zeiten. 2. Mich selbst zu schüßen lebenszeit In deiner furcht geohne macht, Lag ich und schlief nieße, Und meinen lauf mit im frieden. Wer schafft die freudigkeit, Wann du gebeutst, ficherheit der nacht, Und ruhe beschließe. für die müden? Wer nur den lieben Gott. 3. Wer wachte für mich, da 619. Mein gott, auch ich schlief, Wer schüßte mich dieser neue more für schrecken? Wer war es, gen Verkündigt deine gnade mir, ter dem lichte rief, Mich wie Mit mir erwachen meine for der zu erwecken? gen, Jedoch auch mein ver. 4. Du bist es, gott und traun zu dir. Ich werfe meis herr der welt, und bein ist nen fummer hin Auf dich, durch unser leben. Du bist es, der den ich leb und bin. es uns erhält Und mir's jest 2. Ich bin noch immer auf neu gegeben. der erde, Wo alles wohl sich 5. Gelobet seift du, gott der mischt mit weh, Und ich zu macht, Gelobt sei deine treue, größerer beschwerde Eo mans Daß ich nach einer sanften chen fehltritt noch begeb. Gott, nacht Mich dieses tags er der mich schüget und ernährt, freue. Wär ich doch deiner liebe 6. Laß deinen segen auf mir werth! ruhn, Mich deine wege wal. 3. Laß den entschluß mein Ien, und lebre du mich sel- berz erfüllen, Stets gern zu ber thun Nach deinem wohl- thun, was dir gefällt. Es gefallen. ache mir nach deinem willen, 7. Nimm meines lebens gnä- D weiser herrscher aller welt, dig war, Auf dich bofft meine Schließ mich in deine vorsicht seele. Sei mir ein retter in ein; Dein will ich tod und gefahr, Ein vater, wenn ich lebend sein. feble. 4. Bergib mir, vater, alle 8. Gib mir ein berz voll sünde, Vergib, was ich nicht guversicht, Erfüllt mit lieb und recht gethan, Nimm mich zu rube Ein weises berz, das seine deinem gnadenfinde Ulm meines pflicht Erkenn und willig thuc. mittlers willen an. In seinem 9. Daß ich, als dein gebor namen bitt ich dich; Er litt fam find, Dir zu gefallen stre- und starb ja auch für mich. be, Dir treu ergeben, gut ges 5. Hilf du in allen sachen finnt In deinem reiche lebe. rathen, Ich bin mir selbsten 10. Daß ich dem nächsten nicht genug, Bebüte mich für beizustehn, Nie fleiß und ar- missethaten, Für böser menschen beit scheue; Mich gern an lift und trug. Erhalt mich auf andrer wohlergehn Und ihrer der tugendbahn, Was ich dann tugend freue. thu, sei wohlgethan. 11. Daß ich das glück der 6. Bewahre inir leib, feel und 1. Morgenlieder. G 401 und leben, Verwandte, freunde, digkeit Mich diese pflicht vollehr und gut. Willst du mir bringen. Treib ftets mich an, freuz zu tragen geben, So So gut ich fann, Den hülf stärke mich mit troft und muth reich zu erquicken, Den noth Und willst du mich mit glück und elend drücken. erfreun: So laß mich dir auch dankbar sein. 6. Noch eine bitte wag ich, herr, Ein flehen für die meis nen. Beschüße fie, allmächtis gott, durch ger, Denn sie sind ja die deis deine güt' allein nen, Dein vaterherz Wend' Erwach ich jetzt vom schlum- lallen schmerz, Von aller derer mer, Und sei des neuen tages- hütten, Die glaubig darum schein Gesund und frei von bitten. Was Gott thut das ist. 620. Mein kummer. Herr, deine treu St Befiehl du deine Wege. täglich neu; Sie hat mich sanft 621. Mit freudigem ges bedecket, Daß mich fein leid müthe Sing ich erschrecket. dir meinen dank, Es preise 2. So sei denn auch dein deine güte Mein froher loblob dein ruhm Mein erst und gefang, Herr, der du mir das liebst geschäfte! Mein leben leben Bis diesen tag verlängt, ist dein eigenthum. Dein alle Mir täglich guts gegeben, Auch meine fräfte. So gib denn heut schon beil geschenkt. auch Mir zum gebrauch Der gaben deiner güte, Ein himmlisches gemüthe. 2. Beherrscher aller welten, Mein gott, wie dank ich dir! Wie sollt ich dir vergelten, Was 3. Schaff in mir, gott, ein du gethan an mir? Ich bin neues berz, Mit diesem neuen viel zu geringe; Doch du vertage, Damit ich mich in freud schmähest nicht Das opfer, das und schmerz, Wie's christen ich bringe, Das herz voll zuziemt, betrage. Herr laß mich versicht. beut und allezeit Die werke 3. Gedenk nicht meiner fünmeiner pflichten Mit treuem de, Gott der barmherzigkeit, fleiß verrichten. Sei deinem schwachen kinde 4. Gib du den segen und Ein vater, der verzeiht. Gib gedeibn Zu jedem meiner werke, frömmigkeit und dämpfe Die Daß ich mich ihrer möa er finnliche begier, Mit der ich freun, Und deinen beistand stets noch kämpfe: Und ziehe merke Gib, daß ich nicht Der mich zu dir. fleinsten pflicht, Zuwider et 4. Herr, send auf deinen was wage, Das mein gewis- wegen Mir deine hülfe zu, sen nage. Und sprich du selbst den segen 5. Zeigt heute sich gelegen- Zu allem, was ich thu. Ja heit Dem nächsten beizusprin- sende du mir kräfte Von deigen: So laß mit frommer freu- ner heil'gen höh, Damit all mein C 402 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. mein geschäfte Erwünscht von 3. Drum will ich tir lob. flatten geb. fingen, Mich deines namens ben, 5. Gib mir vor allen din- freun, Nach deiner gnade ringen Zufriednen muntern geist, gen, Mein ganzes herz dir Das freudig zu vollbringen, weihn. O tilger meiner fünWas mein beruf mich beißt. den, Mein beiland jesu christ, Laß mich in guten tagen Nicht Laß mich den treft empfinden, übermüthig fein, Doch auch Daß du mir gnädig bist. nicht troftlos zagen, Wenn 4. Dir bab' ich mich erge trübsal dringt herein. Ich freue mich in dir. 6. Hilf mir in meinem flante Viel fofilicher als leben J Treu thun, was dir gefällt. deine güte mir. O führe mich Bebüte mich für schande, Hilfauch heute Auf wabrer tugend glücklich durch die welt. Nicht pfad, Du ewig weiser leite selbst mein ganzes leben Nach Dich seibt nach deinem rath. deinem willen ein, Und die du 5. Noch eins laß mich er anir gegeben, Laß auch geseg- fleben, Das chriftlich weise herz, net sein. Auf dich lets hinzuseben In 7. Gib, daß im glück und freuden, wie im schmerz. Laß leide Jd flets fo leben mag. inidh am ersten trachten Nach Daß ich mit frommer freudejdem, was dir gefällt; Mebr Denk an den legten tap. Und deinen beifall achten, Als al fommt er, so vergönne, Daßen rubin der welt. ich mit freudigkeit Boll glau- 6. Laß mich dir findlich ben sprechen könne: Herr, fomm, trauen, Das gute redlich tbun ich bin bereit. Getrost gen himmel schauen, In deinem willen rubn. Daß Vorige Melodie. 622. Noch läßt der berr frei vom dienst der fünde, Ges mich leben Mit trost und glaubensvoll, Der fröhlichem gemüth Eil ich ihn tod alsdann mich finde, Wenn zu erheben, Er bört mein frü- ich einst fterben soll. bes lied. Zu ihm ruft mich 623. Wach auf mein herz jetzt wieder Der morgensonne und singe Dem pracht. Ich falle vor ihm schöpfer aller dinde, Dem ges nieder, Der fie und mich ge ber aller güter, Des menschen macht. trenem hüter. 2. Du herrscher aller wel, 2. Als nächtliche gefahren ten Nimmst dich auch meiner Verborgen um mich waren, an. Wie soll ich dir vergel- Als ich nicht sab, nicht dachte, teu, Was du an mir getban? Warft du's, der für mich wachte. Wirst du nach opfern schauen? 3. Mit göttlichem erbar Sie gelten nichts vor dir. Du men Berecktest du mich armen, forderst nur vertrauen, Nur Und ich schlief obne graucn liebe, gott, von mir. Und kann das licht ist schauen. 4. Wie 1. Morgenlieder. Morgenlieb eines Kranken. 403 4. Wie fühl ich mich er- 5. Gib, daß ich fern vom quicket! Du, der uns stets be- müßiggang, In meinem stande glücket, Du machst, daß ich treu Und wem ich fann, mein auf's neue Mich meines lebens lebenlang Bereit zu dienen sei. freuc. 6. In allem, was ich tenf 5. Eteia auf mein dank zum und thu, Sei dein gebot vor throne! Dem vater und dem mir, Und wenn ich von gefobne, Dem geist des berrn sei schäften ruh: So sei mein herz ebre! Anbetung preis und ebre. bei dir. 6. Hör, gütigster, mein flee 7. Was du mir zum verben, Du kannst in's berze ses gnügen gibst, Vermehr in mir ben, Laß dir mein findlich) lals, die lust, Ganz dein zu sein, O len, D vater, woblgefallen. der du mich liebst, Und so viel 7. Laß deinen grift mid) leiguts mir thust! ten, Daß ich zu allen zeiten 8. Wenn sorg und fummer. Mich dir zum opfer gebe, Und mich befällt, Eo laß mich auf heilig dankbar lebe. dich schaun, Und deiner vor= 8.3u jeglichem geschäfte, Gib sicht, herr der welt, Mit fromuth, verstand und fräfte, So bem muthe traun. werd' ich meine rflichten Mit 9. An deiner gnade gnüge luft vor dir verrichten. mir, Sie ist mein bestes tbeil; 9. Gib mir denn deinen fe- Mein troft und meine zuflucht gen Auf allen meinen wegen, hier, Und dort mein volles heil. Dein wort fei meine speise! Auf meiner pilgerreise. Morgenlied eines Kranken. Wer nur den lieben Gott. Nun danket all und bringet. 624. 3u einer ehr bin 625. Der morgen kommt ich erwacht, Drum und meine flage bring ich chr und preis Dir Wird jetzt mit diesem morgen gott, der durch die ruh der neu. Wie traurig eilen meine nacht Uns zu erquicken weiß. tage Der bangen pilgerschaft 2. D vater, deine gütigkeit vorbei! Der sonne neugeschente Ist alle morgen neu, Du tbust tes licht Erheitert meine seele uns wohl zu aller zeit, Und nicht. groß ist reine treu. 2. Eo traurig, als die abend3. Jeßt schenkst du mir zu flunden, Ist dieser neue tag meinem heil Von neuem einen für mich. Die qual, die ich tag. Gib, daß ich davon jeres bieber empfunden, Verneuert theil Mit weisheit nügen mag. mit demselben sich. Ich hoffte 4. Die zeit, in deinem dienst trost in meiner pein. Doch vollbracht, Bringt ewigen gemeine hoffnung traf nicht winn. Eo fließe vor dir, gott ein. der macht, Auch dieser tag 3. Noch immer bin ich auf mir bin. der erde, Wo mich gefahr und noth c2 404 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besondere Zeiten. noth umringt, Und täglich bär- 1 2. Abendlieder. tere beschwerde Zu klagen und O Jesu Christ mein's Lebens. zu thränen zwingt. Noch im- 626. Ach gott, wie ein mer fleh ich unerhört Um lageschwäß verfließt bung, die mein Herz begehrt. Die zeit, die mir gelieben ist; 4. Herr, eile toch mir bei Sie rauscht vorbei schnell wie zustehen, Verlaß den schwa- lein bach, Und dein gericht, chen pilger nicht! Mein va gott folgt ihr nach. ter, neige auf mein fleben 3u, 2. Die ewigkeit, die ewig mir dein freundlich angesicht. feit Ergreift mich nach durch. Gib mir geduld und bei dem lebter zeit; Ich sei alsdenn schmerz Ein hoffend und zu auch wo ich sei, Ein sünder, friednes herz. oder gott getreu. 5. Mir ist mein schicksal noch 3. Da wall ich hin, da verborgen, Daß diesen taq mich wartet mein Das anschaun treffen soll: Doch bin ich obne gottes, oder pein. Ach gott, aram und sorgen. Du, vater, mein beil und mein vertraur, kennst mein wahres wobl, Und Laß mich dein herrlich antlig was dein rath beschließt und schaun. tbut, Ist heilig und gerecht und gut. 4. Du träufelst auf die müs den ruh, und wenn wir schlum6. Soll ich die laft noch mern, wachest du. Doch wie länger tragen, Jch balte reis viel seelen wallen nicht m ner fügung still, Dein will' schlummer hin vor dein ge aeschebe, will ich sagen, Herr richt? wie du willst, Nicht wie ich 5. Wir sind nur wie ein will. So laß mich, vater, in schlaf vor dir, Wie gras, so der pein,( Seculdig, wie mein blübn und welfen wir. Tu hetland, sein. forrerst uns vor dein gericht; 7. Hab' ich des tages last Vor dir besteht kein fünder empfunden, So rückt der abend nicht. einst herbei. Dann hab' ich 6. Verzeihe denn nach deis ewig überwunden, Und bin von ner huld Auch mir, erbarmer, aller trübsal frei. Und du gibst meine schuld. Schenk mir an mir, o gottessohn, Den theu'r jesu chrifto theil. Und deire erworbnen gnadenlohn. gnade fei mein heil. 8. Gestärft durch diesen ho- 7. Gib du die wabre wris hen glauben, Tret ich auf meis heit mir, Daß ich nichts fürchte nen leidenspfad. Herr stärke, außer dir: So schlaf ich mit stärke meinen glauben Auch dem trofte ein: Ich sei im tod dann, wenn sich der tod mir und leben dein. naht. Vielleicht erscheint er 8. Und fürchte nicht, von heut; wohl mir! Dir lebt ich, dir bewacht, Des todes schlaf, und dann ferb ich dir! des grabes nacht. Du, gott, biſt 2. Abendlieber. 406 bist meine zuversicht Und läß't empfehl' ich dir. Walt allmächmich auch im tode nicht. tig über mir. Sei du auch Werde munter mein Gemüthe. der gott der meinen; Zähl' fie 627. Auf, o secle, werde alle zu den deinen. munter! Lob ist 6. Ach laß uns kein banges immer deine pflicht; Zwar die schrecken, Räuber nicht, nicht sonne gebet unter Aber gottes feuersgluth Plößlich aus dem güte nicht. Heut auch hat sie schlafe wecken. Halt uns fest mich genährt; Heut auch freud in deiner but. Hilf, wenn und trost gewährt; Vor ge- frankheit oder tod, Uns im fahren mich geschüßzet; Meine sichern schlafe droht Oder willst schwachbeit unterstüßet. du, daß wir sterben, Gott, fo 2. Angebetet und gepriesen seis nicht zum verderben. Seift du, treuer gott von mir! 7. Höre, vater, ach erhöre, Was tu gutes mir erwiesen, Was dein armes find begehrt. Danft mein berz mit freuden D sohn gottes, den ich ehre, tir. Du haft, war ichs schon Durch dich werd' es mir genicht werth, Dennoch mein ge- währt. Heil'ger geift stärt' bet erhört, Das ich beut als mein vertrau'n, Kindlich froh ich erwachte, Dir in jefu na auf gott zu schaun. Hör, o men brachte. großer gott, mein flehen. Amen, 3. Gott, da ich voll dank ja, es wird geschehen! erzäble, Wie so groß dein wohl In allen meinen Thaten. thun war, Stellen sich auch 628. Der alles weislich meiner seele Die begangnen wendet, Der gott sünden dar. Wie ist ihre zahl der liebe sendet Auch nun die so groß! Denn, herr, nicht nacht uns zu; Hüllt uns in nach thaten bloß, Auch nach stille schatten; Erquicket dann ihres berzens dichten, Wirst die matten Im sich'ren schlums du einst die menschen richten. mer durch die rub. 4 Doch von ernster reu'; 2. Der herr versäumet keis durchbrungen, Wag ich's, gott, nen. Der andern weit zu scheimich dir zu nah'n. Sieh nicht nen, Rief er die sonne igt. Uns die beleidigungen, Siehe mei decken finsternisse, Doch chne nen mittler an. Ich verleugne kümmernisse Ruhn wir, da seine nicht die schuld; Doch weiß macht uns schüßt. ich, daß deine buld Größer ist, 3. In unermeßner ferne Erals unsre sünden. Gnade werd zählen tausend sterne Die gröich armer finden! fe seiner macht. Fall, meine 5. Sib nun bis zum frohen seele nieder; Erhebe froh dich morgen Meinem leibe sanfte wieder zu deinem gott, der ruh. Durch dich schlaf ich ob- dich bewacht. ne sorgen, Wenn ich schlafe, 4. Er, der den mond bereiwachest du. Seel' und leibltet Die sterne zählt und leitet, c3 Ift 406 Dritte Abtheilung. I. Lieder für besontere Zeiten. Ist auch von mir nicht fern. sschaft? Such ich mit eifer des Zu seines himmels böhe Blid gebets Zum fampfe gottes ich empor und flebe. Denn fraft? meine bülfe kommt vom berrn. 7. War ich in meinem gott . 5. Wer bin ich, staub und vergnügt? Im glauben im fünder? Dod, vater aller fin- mer feft? Vergnügt mit al der, Auch mich begnadigft du, lem, was gott fügt? Was er Wenn stillgeweinte zähren Dir geschehen läßt? meine reu erklären: So ruft 8. Wie darf ich heute nichts dein sohn mir gnade zu. bereun? Kränkt mein gewis 6. Mein herz vergesse nim. sen nichts? Wird dieser tag mer Der vaterhuld, die immer mir freutig sein Am tage des Mich träget, nie vergist Und gerichts? meine zunge preise Den böch- 9. Und wie, wenn gott in sten, der so weise, So gütig, dieser nacht Mich fordert vor's als allmächtig ist. gericht; Erschreck' ich vor dis Nun danket all und bringet. richters macht und seinem 629. Gott fennet und er- antlig nicht? forschet mich, Er Freu dich sehr o meine Seele. weiß, was ich gethan. Darum, 630. Herr, es ist von mei. o seele prüfe dich Und schau dich redlich an. leben Aber. mal ein tag dahin. Kann mein 2. Hab' ich bei meinem thun berz mir zeugniß geben, Daß an gott, Und böses nicht ge ich fromm gewesen bin? Prüf dacht? Mit ehrfurcht, was er mich, gott, und zeig mir an, mir gebot, Und findlich froh Wo ich was nicht recht ge vollbracht? than. Laß mit ruhigem ge 3. War ich in meiner ar wissen Mich mit dir den tag beit treu? Vor gottes aug' beschließen. ein drift? Bin ich von allem unrecht frei, Von trägheit und Son lift? 2. Du wirst an mir man. ches finden, Das dir nicht e fallen hat. Denn ich bin noc 4. Welch gutes hab' ich heut voll von sünden In gedanken gethan, Gelernet und ge- wort und that. Jeden tag und lehrt? Nahm ich mich des ver- jede stund Siebeft du berz, hand laßnen an, Der troft von mir und mund, Wissend und unbegehrt? wissend fehlen, Sch kann nicht 5. Hab' ich in liebe michy die febler zählen. acübt? Dacht ich stets brüders 3. Aber, o du gott der ga lich? Ward niemand heut von den, mir betrübt, Seufzt niemand duld! über mich? Habe noch mit mir ge Schwer bin ich mit schuld beladen. Doch vergib 6. Bewacht ich beut mein mir meine schuld! Sieb nic! berze sets, Und meine Iriven an die missethat; Sondern zeig 2. Abendlieder. 407 zeia mir teine gnad. Hilf mir uns neue kräfte Für jedes tags denn auch deinen willen Küns- geschäfte; Das danken wir, o tig mehr, als heut, erfüllen. pater, dir. 4. Heilige mir das gemütbe, 2. Noch wach ich und erDaß mein schlaf nicht sündlich zähle, Mit tief gerührter seele, sei Stehe mir nach reiner güte, Was du an mir gethan. Sei Gott, mein schuß, gott! steb' dankbar mein gemüthe! Besing mir bei! Wehr dem unglück, des schöpfers güte! Stimm das uns drobt; Wende feu'r ihm ein frohes loblied an. und wassersnoth, Daß ich mor- 3. Von dir kommt jede gabe, gen mit den meinen Nicht im Das leben, das ich habe, Die elend müsse weinen. ficherheit der nacht; Auch alle 5. Webre allen bösen leu- andre güter verdank ich, treuer ten, Die im finstern übels thun. hüter, Blos deiner vaterhuld Wenn sie boshaft sich bereiten, und macht. Uns zu schaden, weil wir 4. Du läßt cs finster werruhn: So zernichte ibren rath, den Und büllst den freis der Und verhindere ihre that. erden In schwarze dunkelbeit, Wende alles, was uns schrek Doch auch in dunfler fille fen Und bekümmerniß kann Wohnst du mit deiner fülle, erwecken. Und zeigst uns deine herrlichkeit. 6. Herr dein auge gebt nicht 5. Du führst aus dunkler unter, Wenn es bei uns abend ferne Den mond und tausend wird: Ewig bleibt es wach sterne Mit majestät herauf. und munter. Du bist unser Sie leuchten dir zur ehre, Hoch, treuer birt, Der auch in der über erd und meere Und deine finstern nacht Ueber seine beerde band lenkt ihren lauf. wacht. Also gib uns deinen schaafen, Daß wir alle sicher 6. Groß, wenn der morgen schlafen. grauet, Groß wenn der abend 7. Laß mich denn gefund thauet, erwachen, Wenn es rechte zeit nacht; Groß, in der stillen Im sonnenschein und wird sein. Hilf denn ferner sturme; Am menschen und am meine fachen Dir zu ehren wurme; Groß zeigst du, vater, richten ein. Oder haft du, deine macht. weiser gott! Heute mir bestimmt 7. Voll ordnung, pracht und den tod; Eo empfehl ich dir stärfe Stebn deiner hände am ende Seel und leib in deine werke Jn deiner schöpfung da. hände. In allen meinen Thaten. Wie kann ich dirs vergelten? Du gott und berr der welten 631. Jest sinkt die sonne Warft auch mit deiner huld nieder, Die stille mir nah. nacht kommt wieder, Und schlaf 8. Wem kann ich ohne grauen und ruh mit ihr. Sie schenkt Mich froher anvertrauen, AllSc4 mächti. 408 Dritte Abtheil. 1. Lieder für besondere Zeiten. mächtiger, als dir? Ja, vater, schwert, Gott, gott allein ist dir befeble Ich darum leib und liebenswerth! seele. Verherrliche dich auch 4. Mir ward der tag, der an mir. jetzt vergeht, Durch dich zum 9. Dir dafür ruhm zu sin- gnadentage! Dein arm, dem gen Und ferner dank zu brin- niemand widerstebt, Beschüßte p gen; Sei meine liebste pflicht. mich vor plage! Du gabst mir Ich leg' nun meine glieder was ich bat. Bei allem, was Getroft und freudig nieder. ich that, Ward mirs durch glück Du wacht für mich, ich sorge und segen flar! Daß gott mein nicht. freund und belfer war! 10. Soll mir der schlaf zum 5. Auch fordre mich nicht leben Noch neue fräfte geben: ins gericht, Gott bel des tages So schlaf ich fröhlich ein: schlusse! Verschmäb mein Abend Soll er mein leben enden: opfer nicht, Das opfer meiner So wirst du mich vollenden, buße! Beweis an mir geduld! Und auch mein gott i tode Vergib mir alle schuld! Sieb sein. von dem strengen richter, toron Auf meinen bürgen, deis Der lieben Sonnen Licht. 632. Preis sei dir meinen sobn. nem gott gebracht 6. Gib nach der sanften ruh Jetzt, da der tag sich neiget; der nacht Mir einen froben Jeßt, da die sternenvolle nachtmorgen. Du tbuft's! nun, Von deiner allmacht zeuget. da dein ange wacht, So schlaf Dich, herr, lobt jeder stern Und ich obne sorgen. Ich wach' ruft auf, lobt den herrn! und schlafe dir, Du, herr, Erheb dich, seele, lob' erfreut bist stets bei mir. Ach gott, Den Herrn des himmels und du meine zuversicht! Verlaß ber zeit. mich einst im tod aud nicht! 2. Wie groß, wie unermeß lich ist, o böchster deine stärke! Daß du der allerhöchste bist, Sagt jedes deiner werke. Mit 633. So flieben unsre ta göttlich weiser macht Negierst Nun sich der Tag geendet. ge bin, Auch dies du tag und nacht! Das, was ser ist nicht mehr! Die nacht, du schufft, thut dein gebot Und der müden trösterin, Cilt wit dienet dir, du großer gott! der zu uns her. 3. Was bin ich, o mein 2. Nur du, berr, bleibest gott, vor dir, Daß du mich wie du bist, Du schläfst und täglich liebeft! Womit verdien schlummerst nicht. Die finster ichs, daß du mir So viele niß, die uns umschließt, Ift gaben giebeft? Herr, deine gnad deinem auge licht. ist groß! seele, reiß dich los 3. Voll zuversicht befehl ich O Vom eiteln, das das herz be mich Dir auch in dieser nacht. Sch 2. Abendlieder. 409 Ich bin getrost, ich trau auf zu beruhn, Und deinen willen rid, Mich schüßet deine macht. gern zu thun, Bis du zum 4. Hab ich an deiner gnade bessern leben Mich führst, herr, nur Nech theil, o berr, meinlwas ich bab und bin, Geb ich Rott: So fürcht ich feine frea- in deine hände uge ewig tur Und scheue nicht den tot. 3. Du, dessen Auge ewig 5. Zwar ich erfenne meine wacht', Verleih auch nun in schuld; Mit reue fühl ich sie dieser nacht Den sanften schlaf Doch, mein verföhner, deine mir müden. Beschirmet deine huld Wie trostvoll ist mir rechte mich: So schlaf ich ganz Die! im frieden: Erwache froh und 6. Jch eil im glauben zu mein gefana Singt dir, mein dir bin, Und weiß wie sicher vater, neuen dank. ich Im schatten deiner flügelten so bin. Du wacheft über mich. 7. Flicht bange forgen weit Ich dank dir schon durch. von mir. Du, jesu, wobn al- 635. Wie schnell ist mir lein In meinem bergen, weib' der tag entflohn, es dir zu deinem tempel ein. Den ich durchlebet habe! Vols 8. It dies vielleicht die legte lendet ist nun wieder schon Ein nacht In meiner pilgrimszeit: neuer schritt zum arabe! So führe mich durch deine macht 2. Herr, lehre mich die flucht Zum licht der ewigkeit. der zeit Mit stillem ernst be. 9. Ich lebe dir, ich fierbe denken; Wenn in des lebens dir; Dein bin ich auch im tod. eitelkeit Mein herz sich will Du, mein erretter, bist bei mir versenfen. Und hilft aus aller noth. 3. Damit ich jeden aberd mich In zukunft frömmer finde: So tödte selbst, dies bitt' ich dich, In mir die macht der Ewigkeit du Donnerwort. 634. So hab ich, gott, fünde. durch deine macht 4. Mit glauben, der sich Nun wieder einen tag vollbracht tbätig weißt, Schmück, höchster, Sei hoch dafür gepriesen! Mit meine seele! Und warne mich freber rübruna dank ich dir durch deinen geist, So oft ich Für alle webltbat, die du mir strauchelnd fehle. So unverdient erwiesen. 5. Dir dank ich, vater, für laß mich ferner mit vertraun die huld, Die du mir heut er Auf dich und deine leitung wiesen. Du trägst mich fünder schaun! ne dormit geduld; Sei hoch von mir 2. Auch des verflofnen ta- gepriesen! ges schuld Verzeihe mir nach 6. Sich ferner mich in gnadeiner huld; Und fördre mein den an, Vergib mir meine bestreben, In deiner fügung fünden? Und laß mich auf e 5 der 410 Dritte Abtheilung. L. Lieber für besondere Zeiten. der tugendbahn Der seele fries flichn Dte tage, die uns gott den finden. geliehn Ein jahr tritt ein und 7. Wenn meine matten glies cilt davon. Wie manches ist der nun Vom schlaf gefesselt bereits entflohn! liegen. So laß mich sanft und 2. Dank sei rir, ewig treuer ficher rubn Bis nacht und gott, Für deinen beistand in der schlaf verfliegen. noth, Für tausend proben deis ner treu; Denn deine huld war täglich neu. Abendlied im Leiden. Nun sich der Tag geend'. 3. Wenn unser herz, von 636. Auch diesen tag bab schuld befreit, Sich mancher ich vollbracht Mit guten tbat erfreut: Weß war aller seiner notb. Nur deiner rie fraft? Wer gab gedeihn? vaterlieb und macht Verdant' Dir, berr, gebührt der ruhm ich es, o gott! allein! 2. Wärst du nicht meines 4. Oft feblten wir und lebens fraft, Mein retter und merftens nicht; Verzeih uns mein heil; So würd in meiner die verlegte pflicht! Du siehst, pilgrimschaft Rein troft mir je erbarmer, unste reu; um chris zu theil. sti willen sprich uns frei. 3. Ach ohne dich, allgütiger, 5. Wir eilen mit dem strom Verging ich in der noth. Von der zeit Stets näher hin zur trost und aller boffnuna leer ewiafeit. Tu haft die stunden Wär ohne dich mein tod! zugezählt; Die legte weislich 4. Doch welchen trost fühlt uns verheblt. nun mein herz! Du bist und 6. Herr unsers lebens, mache bleibst mein gott. Dein wort eu uns selber recht geschidt versüßt mir jeden schmerz Und dazu, Daß nicht, in dem wir lindert jede noth. ficher sind, Der tod uns unbes 5. Froh kann ich mich dem reitet find. schlaf vertraun, Auch schlafend 7. Ist einst die zahl der stun bin ich dein. Vor feinem un- den voll, Die unser loos ent fall soll mir graun Du wirst scheiden soll: So führ uns aus mein belfer sein. der prüfungszeit Zu deiner 6. Und sollt, o vater, diese froben ewigkeit. nacht Des leidens legte sein: 8. Da sind wir unsers heils Wohl mir, dann ist mein laufaewiß; Da wechseln licht und vollbracht, Vollbracht des les finsterniß nicht mehr, wie hier, bens pein! o ew'ges licht, Herr, unser gott, verlaß uns nicht. 3. Beim Jahreswechsel. 1. Am Neujahrstag. D Jesu Christ meins. 3eug ein zu deinen Thoren. 637. 638. Helft gottes buld mir preisen alle ein. Laft Unwieder bring. lich schnell ent Stimmt, Christen, 3. Beim Jahreswechsel. 1. Neujahrslieder. Laßt uns ihm danf erweisen, Uns auch im neuen jahre Und Und sein uns ewig freun. Er bilf aus aller noth. ist der herr der zeit, Der ihren lauf regieret, Bisher uns gut Sei lob und Ehr dem. geführet, Und jetzt das jahr 639. Du, gott, du bist der herr der zeit erneut. 2. Mit ernst laßt uns be- Und auch rer ewigkeiten. Laß trachten Den reichthum seiner mich auch jetzt mit freudigkeit gnad, Und so gering nicht ach Dein hohes lob verbreiten. ten Den liebevollen ratb, Den Ein jahr ist abermal dahin. er an uns erfüllt. Er ists, Wem dank ichs gott, daß ich der uns zum leben, Was nö noch bin? Nur deiner guad tbia war, gegeben, Und allen und güte. jammer ftillt. 2. Dich, ewiger, dich bet 3. Er bat uns noch erhalten, ich an, Unwandelbares wesen, Sein wort und fried und rub: Dich, den kein wechse! treffen Tie jugend und die alten Er kann, Wir werden, sind gewenährt; und noch dazu Mit sen, Wir blühen und vergebn milder vaterhand Biel Freuden durch dich. Nur du bist un ausgespendet; Viel unfall abs veränderlich, Du warst und bist und bleibest! gewendet Von unseim ganzen land! 3. Herr, ewig wäbret teine treu, Mit buld uns zu begeg4. Er ists, der unsrer schonet nen, Und jeden morgen wird Aus guatenvollem rath; Denne neu, Dit wohlthun uns zu bätt' er uns gelobuet Nach fegnen! Ich kenne feinen au unfrer misfetbat Mit strafen, genblick, Da nicht von ihr stets gleich der schuld; Wir wären neues glück Mir zugeflossen längst gestorben Und in der noth verdorben. Wie groß ist feine buld! ame wäre. 5. Er gönnt mit vatertreue 4. Du baft auch im verfloßnen jabr Mich väterlich ge. leitet, Und wenn mein herz voll Uns noch zur beßrung frist; sorgen war, Dir hülf und trost Und wenn mit wabrer reue bereitet. Von seele Wir traun auf jesu christ, preif ich dich. und ihn zum dienst uns weibn: übergeb ich mich, Gott, deiner So will er uns vergeben, Und weisen fügung! ganzer Aufs neue zum rechtschaffnen leben Selbst 5. Vergib mir alle meine unser beistand sein! schuld Von den verfloßnen ta6. Sei vater, hoch gepriesen gen, Und laß mich deine vater Für alle gütiafeit, Die du an buld In chrifto ferner tragen! uns bewiesen Im lauf der vor- Laß mich in deiner gnade ruhn, gen jeit. Sei ferner unser Und lehre lebenslang mich thun gott, Versorge und bewahre Rach deinem wohlgefallen. 6. Gib 412 Dritte Abtheil. I. Lieder für besondere Zeiten. 6. Gib neue luft und neue kraft ist dein! In deiner furcht kraft, Vor dir gerecht zu wan- jzu leben. Du schüßzest uns, deln Laß mich stets, herr, ge- und du vermehrst Der menwissenhaft Mit mir und andern schen glück, wenn sie zuerst Nach bandeln. Dein geist belebe wahrer weisheit fireben. herz und muth, Dich, o du 4. Gib mir, wofern es dir allerhöchstes gut, Und nicht die gefällt, Des lebens rub' und welt zu lieben! freuden, Doch schadet mir das 7. Die welt vergeht, dies alück der welt: So gib mir reize mich Die lust der welt zu freuz und leiden. Nur stärke fliehen. Um beßre freuden lerne mit geduld mein herz, Und laß sich Mein geist schon jetzt bemich nicht in noth und schmerz mühen. Den engeln bin ich Die glücklichen beneiden! ja verwandt, Sm himmel ist 5. Hilf deinem volke väters mein vaterland, Dahin, berr, lich In diesem jahre wieder! laß mich trachten! Erbaime der verlaßnen dich, 8. Olehre selbst mich meine Und der bedrängten alieder! zeit Dit wahrer weisheit fau. Gib glück zu jeder guten that, fen! Laß mich die bahn zur Und laß dich, gott, mit heil ewigkeit Mit beil'aer vorsicht und rath Auf unsre berrschaft laufen! Der tage loft erleichtre nieder. ralp Ruf mir Bis meine ruhe cinst bei 6. Laß weisheit und gerechdir Kein wechsel weiter föret! tigkeit Ihr tbun, o herr, stets Vorige Melodie. leiten. Voß tugend und zufries 640. Gott ruft die sonn' denheit Im lande sich ausbreis und schafft den ten. Laß treu und liebe bei mond, Das jahr darnach zu uns sein; Dieß, vater, wollst theilen. Er schafft es, daß du uns verleihn Jezzt und zu man sicher wohnt Und beißt die allen zeiten.song zeiten eilen. Er ordnet fahre, 641. Mit freuden last tag und nacht. Auf, laßt uns uns treten Vor ihm, dem gott ber macht, Ruhm gott, ihn anzubeten Vor gott, preis und dank ertheilen! er unserm leben Bisher hat 2. Herr, der da ist und der kraft gegeben. firm da war, Von danferfüllten guns 2. Wir erdenpilger wan gen Sei dir für das verfloßne dern, Von einem jahr zum jahr Ein heilig lied gesungen! andern. Die schnelle flucht der Für leben, wohlfahrt, trost und ftunden Wird kaum von uns rath, Für fried' und ruh, für empfunden! jede that, Die uns durch dich gelungen! 3. 11nd diese wander tage Sind nie ganz frei von plage. 3. Laß auch dies jahr geseg- Wir gehn auf rauben wegen net sein, Das du uns neu ge- Der ewigkeit entgegen. geben. Berleih uns kraft, die 4. Doch du bist voll erbar men, 413 14. Das wolleft du uns ges ben, Du herr von unserm les ben: So geben wir im segen Der ewigkeit entgegen. Beim Jahreswechsel. 1. Neujahrslieder. barmen, Und wirst mit vaterarmen In nöthen und gefab ren Uns schüßen und bewah ren.. Werde munter mein Gemüthe. 5. Erhalter unsers lebens! Wir sorgen nur verbens, Wenn du uns nicht 642. Hilf, berr, laß es beschüßest, Mit kraft uns unwohl gelingen, terflügeft. Hilf, das neue jahr geht an. 6. Lob dir, o gott dem Laß es nene fräfte bringen, treuen, Durch den wir uns Neuen segen jedermann. Unerfreuen! Lob deinen vaters fern leib, feel' hab' und gut bänden, Die so viel noch ab- Nimm in deine vaterbut. wenden! Neues glück und neues leben 7. Hör ferner unser fleben, Wollst du uns aus gnaden Und eil uns beizustehen. Gib geben. mäßigung in freuden; Geduld und troft im leiden! 2. Laß dies sein ein jahr der gnaden, Habe ferner noch Ach erlaß fie Wife wahre Dann laß uns 8. Gib uns und allen de geduld. Denn wir sind mit nen, Die sich von herzen sehschuld beladen. nen, 3u thun, berr, deinen uns aus huld. willen, Auch fraft ihn zu erreu und leid, füllen. barmherzigkeit Und vergebung 9. Herr wehre du den fries aller fünden In dem blute jesu gen. Laß mensbenliebe sie finden! aen. Und wo nur thränen 3. Du bast uns dies jahr fließen, Eich deinen troft er gegeben. Gib, daß dir's gegießen. beiligt sei! Laß uns fromm 10. Gib deinen milden segen und christlich leben, Redlich Zu allen guten wegen. Laß obne beuchelei; Und voll nächgroßen, herr, und kleinen Die stenliebe sein, Auch den feins gnadensonne scheinen. den gern verzeibn, Daß wir 11. Sei der verlaßnen vas glücklich hier auf erden Und ter, Der irrenden beratber, dort ewig felig werden. Der unbesorgten gabe, Der 4. 3m vertraun auf deine armen bülf und habe! liete Gehn wir dann getroft 12. Hilf gnädig allen fran- dahin; Was ist, das uns fen, Gib fröhliche gedanken noch betrübe Bei dem dir Den fummervollen seelen, Die ergebnen sinn? sich mit sorgen quälen! Lebend, sterdein, Du gnädig fein, wir zu dir fegnen und 5. D bend sind wir 13. Vor allem, herr, ver- wirst uns auch leihe Uns deinen geist auf's Und uns, wenn neue, Der uns mit tugend treten, Schüßen, ziere Und so zum himmel führe! erretten. 414 Dritte Abtheilung. I. Lieter für besondere Zeiten. 5. O so laß uns fröblich Ist dein, in deine hände, enden Dieses angefangne jabr. Bifehl ich, vater, meinen Leit uns, herr, mit vaters geist. bänden, Schüße uns doch in Wer nur den lieben Gott. gefahr; Steb uns bei in aller noth, Auch verlaß uns 644. Erwache fiöhlich nicht im tod. Dann so können mein gemütbe, wir mit freuden Auch dereinst Jeßt, da von hinnen scheiden. der leib vom schlaf erwacht! Edwing dich zum Ifchöpfer, dissen aüte, Mir die sen tag zur freude machi. Stimmt herz und mund ein der du mir danflied an! Der herr þat 2. Am Geburtstage. In allen meinen Thaten. 643. Herr, das leben Bis wohl an mir getban! diesen tag gegeben, Dich bet 2. Ein jahr ist wieder hin ich findlich an. Ich bin viel geflossen, Ein jabr von meis zu geringe Der treu, die ich ner lebenszeit. Ich bab' un. befinge, Die du bisher an mir zählig guts genossen Bon dir, getban. du gott ter gütigkeit. Du 2. Mit dankendem gemüthe gabst, vergabst und standst Freu ich mich deiner güte, mir bei, Ja, vater, ja du bist Ich freue mich in dir. getreu! gib mir fraft und stärfe, Ges 3. Wie soll ich deine buld reibn zu meinem werfe erheben? Gott, tu bist groß, Und schaff ein reines herz in mein dank ist flein! O mödte mir. doch mein ganzes Leben Ein 3. Gott, welche rub der tank für deine gnade sein! seelen Nach deines worts be- Nimm, gott, durch den ich fehlen Einber im leben gehn. fröhlich bin, Mein ganzes herz Auf deine gute Hoffen, Im zum opfer hin. geist den himmel offen Und 4. Herr, dessen treu auf dort den preis res glaubens allen wegen Viir nabe, sicht. sehn! bar, tiöstlich war; O leg auch 4. Ich weiß, an wen ich einen neuen segen Auf dies glaube, Und nabe mich im ses neue lebensjahr. Gott, ftaube Zu dir, o gott, mein der du weis' und gütig bist, beil! Bin ich der schuld ents Gib mir stets, was mir nüßladen, Und nur bei dir in' lich ist. gnaden: So ist im himmel 4. Bei den vier Jahreszeiten. auch mein tbeil. 5. O leite mich" im segen, Dem großen ziel entgegen, 1. Frühling. Sollt ich meinem Gott nicht. Dabin dein wort mich weist. 645. Hoch am bimmel Mein leben und mein Långer Bei den vier Jahreszeiten. 1. Frühling. 415 Länger strablt uns nun ihr fleide Prangt die blüthenlicht. Alles leben athmet won-' reiche flur. Jede blume läne, Wonn' ist jedes angesicht. helt freude Vor dem schöpfer Pracht des frühlings senkt sich der natur, Der mit thau nieder In die wälder, auf die die erde tränket, Und sie flur. Die erstorbene naturwärmt, bis ibre saat, Wenn Lebet auf und wirket wieter. sie sich entwickelt hat, Sich Opfre meinem schöpfer dank, von früchten schwer nun sens Preis ihn fröhlich mein ges fet. Bringe meinem schöpfer jang! dank! Preis ihn fröhlich mein 2. Schreckenvolle stürme heu. gesang. len Nun nicht durch die lust 6. Dieser frühling, wie daber, Und die vollen segel geschwinde, O mein gott, eilen Rubig wieder bin auf's wird er verblübn! Wie ein meer. Nicht mehr strömen re- lichiff, vom stoß der winde gengüsse, Deren fluth das thal Fortgeführt, wird er entfliehn! erfüllt, Und fein dicker nebel Aber dort vor einem throne büllt Stadt und land in finster- Wird ein ew'ger frühling sein! nisse. Opfre meinem schöpfer Ewig wird er die erfreun, dank, Preis ihn fröhlich mein Die dich ebr'n in deinem gefang! sobne. Opfre meinem schöpfer 3. Munter zu der arbeit dank! Preis ihn fröhlich mein wallet Nun der landmann bin gesang! in's feld, Und sein fröblich) 7. Diese herrlichkeit der erde liederschallet Hoffnungsvoll dem Ist ein schatten von dem licht, berrn der welt. Er vertraut Cas ich ewig schauen werde, die saat ter erde, Chrt durch Tort vor gottes angesicht. fromme zuversicht Seinen gott, Auch das freudenvollfie les und zweifelt nicht, Daß ben hier auf erden ist nur fie gut gerathen werde. tod Gegen jenes, das mir Opfre 2c. gott Dort verbeißen bat zu 4. Echt, wie in die wei geben. Opire meinem schöpfer ten felder Freudenvoll die beer- cant! Preis ihn fröhlich mein den zichn. Fröblich wandern gefang! durch die wälter Satter thiere schaaren kin. Hört der vögel fanfte höre! Hier der lauten nachtigall, Dort der lerche frohen schall! Alles bringt 646. dem schöpfer ehre! Brina' gott! so bald der tag erwacht, auch du ihm lob und dank! Erfreuft du, was da webet, Preis ihn fröhlich mein ge- Und abends danfet deiner fang! macht, Was auf der erde le 5. Daftend and im feier- bet, Voll segens macht da unjer 4. Sommer. Allein Gott in der Höh' sei. 416 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. fer land, Und schenkest uns Doch theilest du die jahresmit milder band Die frucht, zeit Mit weiser unpartheilich die uns ernäbret. feit. 2. Du gibst uns regen früb 2. Der nahen sonne alanz und spät, Und jeder grashalm und kraft hat uns nun freud zeuget Von dir, vor dessen und brod verschafft. Nun cilt majestät Die volle äbr sich sie andern brüdern zu: So neiget. Daß flur und auen weis' und gnädig herrscheft sich erneun, Dazu gibt deine, du! buld gedeihn Durch sonnen- 3. 3war flieht uns jetzt die schein und regen. fommerlust, Dafür erfreuft du 3. Du frönft mit uner- unsre brust Mit dieses jahres schöpfter band Das jahr in speis und trank. O dafür sa sommerzeiten, Und schüttest gen wir dir dank. auf das ganze land Des se4. Bald wird ersterben die gens lieblichkeiten. Es trieft natur, Jedoch sie schläft und von ihrem milden guß Nun ruhet nur, Empfängt zum über berg und that dein neuen leben kraft, Das deine fuß, Wir freun uns seiner hand ibr wieder schafft. spuren. 5. Jmmittelst segne uns, o 4. Das forn, von deinem aott, Erleichtre allen ihre notb, segen schwer, Bedecket nun Die in der rauhen jahreszeit die felder. Die freude breit't Kein obdoch, so wie uns, ersich weit umber Auf wiefen freut. und durch wälder, Auf je- 6. Der armen hütten decke des thier, das du ernährst, du Mit deinem segen, vater, Und dem du überfluß ge- zu. Wenn trost, wenn bhuns währst, Mit freuden satt zu gersnoth sie drückt, Schaff werden. hülfe, welche sie erquickt. 4. Winter. Auf Christenmensch auf. 4. Der fromme landmann bringt dir dank Für deinen milden segen, Dir schallt sein froher lobgesang Aus voller 648. Des jabres schöns brust entgegen. Wir stimbeit ist nun fort! men in sein lied mit ein, Wie traurig stehn die triften! Und wollen dir, herr, dank- Es stürmt ein ungestämmer bar sein Für so viel reiche nord Aus schwer beladnen lüfgaben! Die erde starrt vom froste nun Und ihre nahrungsträfte rubn. ten. 3. Herbst. Vom Himmel hoch da. 2. Wohl mir bei dieser 647. Du gott und vater rauhen zeit! Ich darf vor aller welt, Du frost nicht beben. Mich schüßt herrschest, wie es dir gefällt. mein dach, mich wärmt mein, fleid Winter. 5. Zur Eaat und Erndtezeit. 417 fleid, Und brod erhält mein unser feld Mit nug bestellt leben. Auf meinem bette schlaf Und angebaut kann werden. ich ein, Und kann mich sanfter 2. In hoffnung streun wir rube freu'n. faamen aus; Doch segnest du 3. So hat's der arme bru- nicht feld und haus; So ist die der nicht, Dem brod und flei- müb vergebens. Nur deine dung fehlet, Den, wenn es kraft Und güte schafft Uns unsehr daran gebricht, Frost oder terhalt des lebens. hunger quälet. Und dreifach 3. Laß nnsre saat gesegnet fühlt er seine pein, Wenn sein. Gib regen, wind und Frankheit plagt und finder sennenschein, Daß wachsthum schrei'n. und gedeihen Uns spät und 4. O zaudre, zaudre nicht früh, Nach sorg' und müh', mein herz Ihm liebreich zu Einst wiederum erfreuen. zucilen. Fühl seinen jammer, 4. Bewahre sie das ganze seinen schmerz, Dein brod mit jabr Für so vielfältiger gefahr, ihm zu theilen. Wer seiner Die fie leicht kann verlegen. brüder noth vergißt, Verdient Und den, den heut Sein feld nicht, daß er glücklich ist! erfreut, In fummer bald ver5. Vor tausenden bist du segen. beglückt, die in der stille klagen. 5. Bei solcher saat seb' ich Da wärm und nahrung dich allhier Zugleich manch' tröst erquickt In diesen rauben tas lich bild vor mir. Denn un gen. Lobsinge frohes herz in ter flurm und winden Er mir, Une bringe gott ten dank bebt sie sich: So muß auch dafür. 6. Sich nicht auf das, was dir noch fehlt, Und mancher ich Beim kenz den himmel finten. 35id. 6. Und wie das förnlein gleichsam stirbt, Um neue frucht mehr befizet. Nein, auf die erst verdirbt, und in der erde noth, die andre quält, Auf gott, ter dich beschüßet. Ach vater, lindre jeden schmerz, zu bringen: So werd', o gott, Und gib mir ein zufried'nes Ich durch den tod Ins befre herz. leben bringen. 1. 3ur Saatzeit. 7. Auf diesen feligen ge winn Freu't sich bereits mein herz und sinn; Muß ich bei ddtrüben fällen Die thränenfaat, nach deinem rath, Gleich öfters In dich hab' ich gehoffet herr. hier bestellen. d 649. Liebreicher gott, dein 8. Nur mache mich, o gott, segenswort Erzeis bereit Im glauben und gottget fich noch immerfort In seligkeit Viel gute frucht zu seiner kraft auf erden, Daß bringen; So will ich dir Dr Der1. 3ur Saat- und Grndtes zeit. 418 Dritte Abtheilung. 1. Lieder für besondere Zeiten. Dereinst bafür in ewigkeitssegen unser land: D dann sei lobsingen. herr, gepreiset! Dann bringen wir dir dank und ehr', Der du der kreaturen heer Mit wohlgefallen fättigft. 6. Wir trauen dir, wohl2. Um Gesegnung der Feldfrüchte. Es ist das Heil uns. 650, 8 baut, herr, dei- that'ger gott. Dich lassen wir ner menschenschaar frei walten, Du, vater, kennst Auf dein geheiß die erde Und all' unsre noth, Haft lange hofft dabei von jahr zu jahr, baus gehalten, Du wirst in Daß sie versorget werde. Denn deinem eigenthum, 3u unserm du versprichst, du treuer gott, wobl, zu deinem ruhm, Dic Daß sie bei fleiß und müh' ferner gnädig zeigen. ihr brod Von bir erhalten folle. 3, um Regen bei großer Dürre. Trat 2. Bis hieher trifft die zufag ein. Gib ferner deinen fegen. Laß unsre früchte wohl Mel. O gott bu frommer gett gedeihn. Gib sonnenschein und 651. Herr, allhöchster regen. Denn ohne deine segott, im himmel genshand Bringt selbst ein und auf erden, Dem wolken, fettes gutes land Uns nim luft und wind Allzeit gehormer, was es könnte. sam werden: Was du befiehlst, 3. Vergebens ist all unsre geschieht. Dlaß auch unser kunst, All müh und zubereiten flehn Durch dich, allmäche Wenn nicht, gott, deine gnad' tiger, Jeßt in erfüllung und gunst Hier unsern fleiß gehn. begleiten. Durch dich nur 2. Wir bitten findlich dich keimt der saamen auf, Wächst, Um deinen vaterfegen. Gib treibt, segt frucht und reift uns, o vater, gib uns einen darauf. Du bists, der alles milden regen. Staub ist jest giebet! unser land, Erstorben jede flur, 4. Straf uns, herr, nicht Es schmachtet feld und thier, in deinem zorn. Sei uns ein Es trauert die natur. gott der güte. Erhalte unsrer 3. Wir haben es verdient. felder forn. Ach, vater, ach Ach groß sind unsre sünden! verhüte, Daß frost und sturm Und billig strafst du uns, Doch und Hagelschlag Sie nicht zer- laß uns gnade finden! Vers störend treffen mag, Und gib uns unsre schuld. Thu' wir dann trauern trauern müß auf die milde hand. Wirf eis nen vaterblick Auf uns und ten. 5. Gib gnädig, was uns unser land! deine hand Jeßt in der hoff4. Befeuchte berg und thal. nung weiset. Und kröt dein Erfrische unsre felder. Dein regen Dank für verliehenen Regen. 4. Um Sonnenschein. 419 regen träufle fanft Auf äcker, 3. Gott, laß uns nicht vers gärten, wälder. Das, was gebens Die gaben deiner band bisher gelechat Erquicke, herr, empfahn; Uns nicht, du quell' aufs neu, Daß jede freatur des lebens, Dir undankbar und Dir freudig dankbar sei. fruchtlos nahn! Du sendest 5. Ergieß zugleich dein wort, thau und regen, Gibst milden Gleich einem milden regen, sonnenschein. Auf unser träges herz Mit deinem segen Du eilft mit Uns alle zu tausendfachem segen. Der erfreun. Ach, laß uns nicht fromme nur fann sich, Gott, vergebens So manche gab ems deines segens freun, O laßlpfahn! Laß nicht, du quell des uns alle reich An wahrer tu- lebens! Uns undankbar tir gend sein! nah'n! Danklieb für verliehenen Regen. 4. Um Sonnenschein. Wo Gott der Herr nicht. goft, du fannst den himmel ganz Nun lob mein Seel den. 652. in milder regen Mit wolken überziehen; Doch sinfet Erquickend müssen vor der sonnen glanz auf die dürre flur. Wie labt Sie, wenn du willst, ent fie fich, wie trinket Ihn die fliehen. Halt doch den regen verschmachtende natur! Die jest zurück, Und laß der sonne fanften ströme fühlen Der lüfte frohen blick Uns wiederum weites meer, Und die geschöpfe erfreuen. 653. fühlen Sich nicht mehr träg 2. Die felder trauern über. und schwer. Gott spricht: das all! Die faat und früchte leir feufzen schweiget, Und hig' und den! Des regens überhäufte dürre fliehn. Der frommen fall Erstickt der fluren freuten. danklied steiget Hinauf und Dein segen, den du uns gepreiset ihn! zeigt, Der sich betrübt zur erde 2. Mit muth im angesichte neigt, Scheint nahe tem verBeschaut des acters herr sein derben. feld. Erquickt hat gott diel 3. Herr, unsre sünd und früchte, Er, der versorger missethat Hat dieses wohl verseiner welt. Steif steht die dienet; Jedoch erzeig' uns deine faat, die ähren Vom mark gnad, Weil uns dein sohn vers der erde voll, Das seine men- fühnet. Wir nahen dir voll schen nähren Und thier er- reu uns nur, Wir wollen freuen soll. Weit schallt es ernstlich buße thun, Und unser im gefilde: Gott ist's der leben bessern. regen schickt. Auf! preiset 4. Gedenk, o gott an deine seine milde, Die erde ist treu Und laß uns erquickt! hülfe elschen. schen. Mach deine guade bri Od 2 420 Dritte Abtheil. 1. Lieder für besondere Zeiten. bei uns neu, Um die wir 4. Durch wolken ließest du findlich flehen, Entzeuch uns das sonnenlicht bedeckeu. Wind, deine freundlichkeit Doch nicht regen, wetter, sturm Erfüllbei dieser trauerzeit. Du bist ten uns mit schrecken. Weil ja unser vater. man nur dunkelheit Und fin. 5. Gib uns, o du liebreicher stre nebel sab, Und unsers gott, Den heitern schein der landes frucht War dem ver sonne, Und überschütt uns derben nab. nach der noth, Mit freude, 5. Doch, herr, auf deinen luft und wonne Und zeig' wink Erschien die sonne wieder. uns jetzt nach deiner treu, Das trauern ist vorbei. Wir Daß außer dir kein fegen singen freudenlieder, Und preis sei Im himmel und auf sen deine huld, Daß du auf erden! unser flehn, Bei unsrer küm merniß Erbarmungsvoll gesehn. 6. Ja, herr, wir preisen dich Mit freudigem gemüthe. Osorg auch fernerhin Für 654. Mein gott, du bist uns mit vatergüte. Gib uns gerecht Und auch zu rechter zeit Thau, regen, dabei voll liebe: Selbst wenn sonnenschein. Wir wollen dir es dir gefällt, Daß leiden uns dafür von herzen dankbar betrübe. Scheint's gleich als sein. In adm dächtest du, Bei unsrer sündenschuld, Nicht mehr an uns, dein volf, Mit vatertreu und huld. topt al 04/ 5. Dank für die Grudie. Herr ich habe mißgehandelt. 2. Wir reizen freilich dich 655. Gott im himmel Gar oft mit unsern sünden. und auf erden, Und gleichwohl läsfest tu Uns Herrscher in der ganzen welt, huld und gnade finden. Wenn Laß das herz vell preises du den arm auch schon zu werden, Da man dir zu fuße strafen ausgestreckt, Und der fällt Für den nahen erndtengedrohte schlag Die menschen segen Dank und opfer darheilsam schreckt.zulegen. gightni Danksagung dafür. Nun banket alle Gott. 3. Herr, dein erbarmen 2. Herr, dir jauchzen feld kann kein menschensinn errei- und auen; Wald und pü chen; Wer ist dir, höchster, gel zeugt von dir. Ueberall gleich? Wenn berg und büs läßt du dich schauen, Und gel weichen; Wenn erde, undankbar schwiegen wir? sonn' und mond Aus ihrem Gleich, als ob zu deiner ehr laufe gehn; Bleibt deine gna- Feld und au so schön niche de doch Stets unbeweglich wäre. stehn. 3. Vater, du hast aus er bar 5. Dank für die Erndte. 421 line barmen Uns unwürdige ers Wer nur den lieben Gott. nährt. Du hast reichen, bu 656. daß doch bei der baft armen Milder gaben viel dulreichen erndte, gewährt. Gott, der uns viel Womit du, höchster, uns ers guts erwiesen, Sei gelobt und freuft, Ein jeder froh empfinden hochgepriesen. lernte: Wie reich bu, uns zu dos 4. Du haft sonnenschein und segnen, seift. Wie gern du regen Uns zu rechter zeit unsern mangel ftillst, Und uns. geschickt, Daß man deinen va- mit speis' und freud erfüllst. tersegen Allenthalben hat er 2. Du siehst es gern, wenn blickt! Berg und thäler, tiefen; deiner güte, O vater, unser höhen Lassen deine huld uns herz sich freut; Und ein er sehen. fenntliches gemüthe Auch das, 5. Ach wer ist, der beine was du für diese zeit Uns zur güte Dir genug verdanken erquickung haft bestimmt, Mit kann? Nimm ein dankbares gedank aus deinen händen müthe Für die große wohlthat nimmt. sp an. Unser mund soll stets 3. So fommt denn, gottes erschallen: Gott macht satt mit huld zu feiern, Kommt, chris wohlgefallen. hin dinten, laßt uns seiner freun! 6. Hilf uns, herr, daß Und bei den angefüllten trank und speise, Die uns scheuern Dem herrn der ernddeine þuld gewährt, Ja nicht te dankbar sein! Shm, der nach der fünder weise, Werd uns stets versorger war, zu unserm fluch verzehrt. Bringt neuen dank zum opfer Bleiben wir in alten fünden: dar. Nu hamid na Kann das gute leicht verschwin- 4. Nimm gnädig an das ben. Das gu lob der liebe, Das unser Herz 7. Schenk uns auch ver- dir, vater, weiht! Dein segen gnügte herzen. Stolz und mehr in uns die triebe zum geiz laß ferne sein. Laß den thätgen dank, zur folgsamkeit; undanf nichts verscherzen. Daß preis für deine vaterGib uns ferner dein gedeihn. treu Auch unser ganzes leben Willia laß mit deinen gaben sei! uns die dürftigen auch laben. CHAT SAC 5. Du nähreft uns bloß aus erbarmen, Dies treib auch uns wohlthun an. Nun sei 8. Laß es deinem wort zum gelingen, Daß auch wir, zu auch gern ein troft der armen, beiner chr, Hier schon reiche Wer ihren mangel ftillen kann! früchte bringen. Stärke du Herr, der du aller vater bist, uns immermehr. Schenk uns Gib jedem, was ihm nüßlich auch, nach allem leide, Dro ist. ben mehr als erndtefreude. 6. Thu deine milde seD03 gens, 422 Dritte Abtheil. 1. Eieder für besondere Zeiten. genshände, Uns zu erquicken, guter wille, Daß feld und au ferner auf. Bersorg uns bis und garten grünt. Und uns, an unser ende, Und mach in sind wir es gleich nicht werth, unserm lebenslauf Uns dir im Die frucht der erde reichlich kleinsten auch getreu, Daß nährt. einst uns größres glück erfreu. 5. Bewahre ferner unfre 7. Bewahr uns den ge- saaten, Und unsre bhäuser, bab schenkten segen, Gib daß uns und gut. Bewahre uns vor sein genuß gedeih; Und unser missethaten, Vor wohlluft, Herz auch seinetwegen Dir dankgeiz und übermuth; Weil bar und ergeben sei. Du, der sonst im reichsten überfluß uns täglich nährt und speist, Die scele doch verderben Erquid auf ewig unsern muß. geift! The Ed Soun Sou 6. Ja, wenn wir, water, In voriger Melodie. dein vergessen, Der du so liebs reich an uns denkst: So muß singen, herr, der fluch den segen fressen, von deinen se Mit dem du feld und haus gen, Wiewohl sie nicht zu zäh- beschenkst. Wird auch der vor. len sind. Du gibst uns sonnen- rath nicht zerstreut: So man, schein und regen, Frost, hige, gelt doch zufriedenheit. donner, thau und wind. So 7. So wollen wir denn hier blüht und reifet unfre saat auf erden, Des guten saamens Nach deinem wundervol- auszustreun, Nie müde, nie len rath. Ind is en verdrossen werden; Und uns 2. Der himmel träufelt laus vielmehr der erndte freu'n, ter güte. Die erd' ist deiner Die einst, nach dieser zeit der schäße voll; Damit ein acht- saat, Dein rath für uns ersepen fames gemüthe Dich finden hat. und bewundern soll. Dich, der durch seine weise macht 6. Bei sparsamer Grndte. Das alles hat hervorges 657. Wir bracht. Was Gott thut das ist. 3. So sei die liebe denn 658. Preist, Christen, mit gepriesen! Gespriesen sei die zufriedenheit wunderkraft! Die auf den fel- Preift gott, den berrn der dern, auf den wiesen, Den erndte! Daß sich nicht ganz die erdbewohnern nahrung schafft. fruchtbarkeit Von au und feld Du nähreft uns, wir werden entfernte. Noch stets erhält satt. Du gibst, daß man noch Er seine welt. Was nöthig übrig hat. ift zum leben, Will er uns 4. Du schüttest deines segens alles geben. fülle Herab, die wir doch nicht 2. Er ist der herr, in fei verdient. Es ist allein bein ner hand 38, was die erbe bringet H. Sieder für besondere Stände, Alter und Geschlechte. 423 bringet. So sehr auch men- gewinn! An dem sich gnü. schenfleiß das land Baut, pfle- gen lassen, Was da ist, und get und bedünget; Kommt mit heiterm sinn Das fefte roch Von ihm ge- zutraun fassen, Daß, der deihn. allein Nur er, er läßt die die welt Regiert und hält, saaten Blühn, reifen und ge- Auch uns, so lang wir les rathen. ben, Was nöthig ist, wird 3. Oft sehn wir froh in geben. boffnung schon Der reichsten 6. Ja, höchster, wir vers erndt entgegen. Und plöglich ehren dich In allen deinen we ist er uns entflohn, Der uns gen, Und trauen unverändergezeigte segen. Gott nimmt und lich Auf deinen milden segen. gibt, Was ihm beliebt, Daß Auch unser brod Wirst du er, als herr der erde, Von uns, gott, Von zeit zu zeit gewähren, wir werde. 4. Zeigt auch nicht gleich lich ehren. ſo sichtbar sich der reichthum. Wir bet 7. Wir beten bemuthsvoll seiner gaben: So giebet er dich an, Der alles weislich doch sicherlich, So viel wir füget, Des vorsicht niemals nöthig baben; Ist stets be- irren fann, Des wohlthun dacht, Voll gnad' und macht, nicmals trüget. Froh danken Die seinen zu erhalten, Die wir, Erhalter, dir, Unb preiihn nur lassen walten. sen deine gute Dit g'nügsamem 5. Und, o was ist's für einlgemüthe. II. Für besondere Stände, Alter und Geschlechte. 1. Für Obrigkeiten. Den redlichen im land ere Sei Lob und Ehr. freu, Dem unrecht kräftig 659. Erhalt uns, berr, steure. Get an die obrigkeit, Die 3. Laß uns, durch ihren du uns gabst auf erden, Mit schuß bewacht, Des friedens wohlstand und mit sicherheit glück genießen, Und ruhig uns Durch sie beglückt zu werden. ter ihrer macht, Das leben Verleih ihr weisheit, trieb und uns verfließen. Hilf, daß sie fraft, Was wahres wohl dem in gottseligkeit Dir diene, und lande schafft, Mit sorgfalt wahr- in unsrer zeit Wir frucht da. zunehmen. von empfinden. 2. Gib, taß sie, deinem 4. Beschirme sie durch deis vorbild gleich, Uns väterlich nen schuß, Daß, die ihr regiere, Und stets an huld übels gönnen, Mit ihrer list und weisheit reich, Die herr, und ihrem truß Ihr niemals schaft glücklich führe. Daß schaden können. Nie fehle Ke ein schuß der unschuld sei, jeder guten that, Die unser Od 4 glück 424 Dritte Abtheil. 11. Lieber für besondere Stände. glück gur absicht hat, Dein seg führen, Und feines zu vernendes gedeihen. licren; Welch großes wicht'ges DO 5. Gib denen eifer, fleißwert! und treu, Die ihr find unters 4. Zu schwach sind meine geben, Daß jedermann be- fräfte, Zu schwach ist mein fliffen sei, Nach seiner pflicht verstand. Der finderzucht zu leben. Erleichtre ihr des geschäfte Steht unter dei lebens müh. Mit deinem segen ner hand: Gott, darum bitt tröne sie, Und sei ihr lohn auf ich dich, Um jesu christi wil ewig. len,( Du wollft die bitt 6. Laß sie mit uns beflissen erfüllen!) Regiere sie und fein In deiner furcht zu le mich! MEDIS ben; Uns deiner oberherrschaft Vom Himmel hoch da. freun, Mit ihr dein lob er- 661. Die finder, deren beben; Daß so vor deiner wir uns freun, majestät, die über alle hoheit Sind alle, gott und water, geht, Herrschaft und volk sich dein; Sind deine beste gab', beuge. o herr, Bewahre sie, barmher ziger. ph G 2. Für Eltern und Kinder. Aus meines Herzens Grunde. 2. Wenn treuer eltern liebe sucht Sie aufzuziehn in deiner 660. Aus freudigem ge- zucht: So steh, damit sie glück. müthe Sing ich lich sei, Mit deiner weisheit zu gott hinauf. Es zeugt von ihnen bei. feiner gute Mein ganzer les 3. Gib allen findern lehrbes benslauf. Von dir, mein gott, gier, 3um guten luft und lieb von dir Kommt jede gute zu dir, Und laß sie meiden gabe, Rommt alles; was ich ohne zwang Troß, eigensinn habe, Auch finder gabst dujund müßiggang. s mir! 4. Gesegnet sei ihr unterricht! 2. Laß mich stets überle- Laß sie durch deines wortes gen: Daß du ihr vater bist, licht Dich recht erkennen, laß Und daß auch ihrentwegen Dein sie nie Gefährlich irren, leite sohn gestorben ist. Verhüte, fie! daß ich die Nicht ärgre, nicht 5. Im glauben mache sie verachte, Die christus selig gewiß, Bewahre sie vor är machte; Ach dies gescheh ja gerniß, Und wider der verfüh nie! rung list, Weil jesus ihr ers 3. Dir, vater, dir zum löser ist. preise Wollt ich sie gern er 6. Hilf, daß sie dich an jes ziehn: O mache du mich dem ort Vor augen haben und weise, Und segne mein bes dein wort, Und sich befleißen mühn. Dies sei mein augen jederzeit Der tugend, zucht und mert, Din, gott, fie auzu frömmigkeit. 7. Die du Alter und Geschlechte. 425 7. Daß wir in ihnen chri- 5. Freude sei es dann sten seyn, Die freudig deine auch mir Folgsam sein, denn wege gehn, Und menschen das ist billig; Und gefällig, einst, voll luft und muth, gott, vor dir. Mach tu selbst Zu thun, was edel ist und dazu mich willig. Wohl gut. es wird auch os mir dann, 8. D hilf uns, vater, sohn mein Dein verheißner segen und geist! Bis man dich dort sein! im himmel preist. Dann dans Es ist gewißlich an der Seit. ken noch vollkommner wir 663. herr, mein gott, Mit allen unsern kindern ich bitte dich dir! im Um weisheit und um tugend. is Jefus meine Zuversicht. Regiere du mich väterlich In 662. Gott, bir sei mein meiner frühen jugend. Laß dank geweiht, deinen segen auf mir ruhn, Heilig dir mein ganzes leben. Nur das zu lieben und zu Denn aus freier mildigkeit thun, Was dir, mein gott, Hast du selbst es mir gege- gefällig. ben: Es durch eltern mir ver 2. Gib, daß sich meine liehn, Die zur tugend mich eltern freun, Mich tugendhaft erziehn. zu sehen. Laß ihre zucht an 2. Hilf, daß gegen sie mein mir gedeihn Zu meinem wohl. herz Kindlich sei, und nicht ergehen. Das gute, das sie blos scheine. Und daß ich, mir gethan, Von meiner ersten trifft sie ein schmerz, Zu dir kindheit an, D das vergilt du fromme thränen weine; Für ihnen. ihr glück dir dankbar sei;! Und mich ihrer wohlfahrts 3. Für Herrschaften und freu. Diensiboten. Auf Ghristenmensch auf. 3. Laß auf ihre winke bin ich, was mid Kindlich und mit sorg 664. Durch dich, gott falt achten; Ja selbst ihren wünschen mich noch zuvor ich bin, Und es ist deine gna. zu kommen trachten; Gern, de, Daß ich als herr, so viel was sie vergnügt, vollziehn, gewinn Von meinen brüdern Stets was ihnen mißfällt habe; Sie leihen ihre kräfte fliebn! mir. Dies, höchster herr, ver4. Jesus st. lle mir sich dar, dank ich dir." Er, das beispiel frommer tin- 2. Mich zu beglücken, dies der, Der der herr vom himnen sie, Verzehren ihre kräfmel war, Gottes fohn, das te, Und dulden gern des lebeil der fünder; Er war doch bens müh In meinem hause von findheit an Seinen eltern geschäfte. Laß dieses vor unterthan. rechts fromm mich freun DI S Nie 426 Dritte Abtheil. 11. Lieder für besondere Nie hart, nie stolz, nie lieb gen, Mich redlich treu bezei los sein. gen, Und schlecht und recht 3. Auch der geringste die einher zu gehn. da 350 ser ist Bestimmt zum ew'gen 4. Vor frechheit, stolz und leben Für ihn und mich hat neide, Bor lift und schadenjesus christ Sich in den tod freude Bewahre, gott, mein gegeben. Vor deinem richtstuhl herz. Was meine herrschaft hat mein knecht Mit mir ders fränket, einst ein gleiches recht. In unmuth sie versenket, Das sei zugleich mein 4. Gott, präg, dies meinem eigner schmerz. herzen ein, Als bruder ihn zu 5. Gern will ich sie ers lieben, Laß immer mich bes freuen; Gern mein versehn bes beflissen sein. Wie sollt ich den reuen; Und willig folgsam sein. betrüben, Der über meine grau- Ich will sie redlich lieben; samkeit Um rache still gen him. Im fleiße gern mich üben; mel schreit? Und müßiggang und trägheit 5. Laß mich ihm seine saure scheun. Sing pflicht Durch lindigkeit ver 6. Laß mich sie nicht betrü füßen. Er soll, wenn hülfe gen. Necht thun, sei mein ihm gebricht, Sie stets von vergnügen, Und freude jede mir genießen. Ihn tragen pflicht. Was ich dent', will ich, ihm verzeihn, Und rede, thue, Ich gehe oder wird er frank, sein pfleger ruhe, Gescheh vor deinem an sein. gesicht! dull Nun ruhen alle Wälder. 7. Du, gott der herrn gott, du gott der und knechte, Vertheilst mit deinen Der großen milder rechte Den hoy'n und der kleinen, Auch ich und niedern heil. Wer nied bin schöpfer, dein! Du hast rig ist auf erden, Kann mich auch auf erden Zum groß im himmel werden, Hat menschen lassen werden, Und fürsten gleich, an dir, gott, deiner soll mein herz sich theil. freun. fe 665. 8. Auch mich wirst du be 2. Ich soll hier andern die lohnen. Bei dir werd' ich dort nen; Ich thu's; und folg ich wohnen, Und mich mit en ihnen, So folg ich dir, mein geln freun. Laß mich dies stets gott. Laß meiner herrschaft ermessen, Nie deiner bier ver willen Mich gern und froh gessen, Und dann werd' ich erfüllen. Denn dies ist dein einst selig sein. will' und gebot. 3. Behüte mich vor klagen, 4. Gines Alten. Laß still mein joch mich tra Vorige Melodie. gen, Auf dich im dienste sehn. 666. Lehr du mich reden, schweiGott bat in meinen tagen Mich väter and Stände, Alter und Geschlechte. 427 terlich getragen Von meinersich in jesu hände, denn er jugend auf! Hat mich auf mei hat mich mit gott versöhnt. nen wegen Geleitet und zum segen Gelenfet mcines lebens lauf. 5. Gines Jünglinge. 2. Ich hatt' oft große sor- Ermuntre dich mein schwacher. gen; Doch wie ein heitrer 667. h komme vor dein morgen Durch dunkle nächte angesicht, Du bricht: So hab ich stets erfah: schöpfer meiner jugend, Vers ren. Der herr weiß zu bewirf mein findlich fleben nicht wahren, Und führt durch fin- Um weisheit und um tugend! sterniß zum licht. ganzes leben dank ich Mein 3. War menschenrath ver- dir; Erbarmer, weiche nicht gebens, So kam der Herr des von mir; Damit ich deine lebens Und half und machte wege Unsträfllich wandeln bahn. Ich ließ ihn thun und möge. rathen. Denn er thut große 2. Du pflanztest, herr, tn thaten, Und nimmt sich aller meine brust Verlangen nach mächtig an. vergnügen. Laß mich den 4. Bis zu des alters tagen bang zu jeder lust, Die du Will ich dich heben, tragen verbeutst, besiegen! Dein unUnd dein erretter sein! Dieß ausbleibliches gericht Vergesse hat mir gott versprochen; Hat meine seele nicht. Und weder nie sein wort gebrochen, Des glück noch leiden Laß, herr, will ich auch als greis mich von dir mich scheiden. freun. 3. Wenn, vater, sich auf 5. Er wird in meinem al meiner bahn, Mich in ihr neg ter Mich tragen: Mein erhal zu ziehen, Berführer meiner ter Ist gütig und getreu. Bin seele nahn: So laß mich ich gleich schwach und müde: flüglich fliehen. Ihr beispiel, Bei ihm ist trost und friede; herr, entferne nicht Mein Er steht auch meiner schwach- herz von dir und meiner heit bei. pflicht; Ihr spotten und ihr 6. Nach wenig bangen lachen Laß nie mich wankend funden hab ich ganz über- machen. wunden; Ich bin dem ziele 4. Der tugend heilige mich nah, Dem ziele meiner lei ganz, Mein schöpfer und ers den. O welche hohe freu- halter! Sie werde meiner jus den Erwarten meine frele gend glanz, Und einst mein da! troft im alter. Erhalte mein 7. Ich harre froh und stille gewissen rein, Laß feinen meis Bis meines gottes wille Mich ner tage sein, Der nicht zu nach dem kampfe frönt. An deiner ehre Von mir geheiligt meiner laufbahn ende Sins wäre: 5. AIJ 428 Dritte Abtheilung. 11. Cieber für besondere. 5. Ach), lehre mich ben werth Stets sei ihr schmuck bescheis der zeit, Daß ich sie nicht denheit Und ihre schönheit tus verschwende; Daß ich mit gend. Kein schmuck gefalle weifer thätigkeit Zum guten mir, wie sie; Den gib mir, fie verwende. Laß meiner gib, daß ich mich nie Für jugend fleiß und müh Um- unbescheidne blicke, Um sie zu sonst nicht sein und segne reizen, schmücke. sie. Laß auch durch mich 5. Die lust zur eitelkeit laß auf erden Dein werk geför- nicht Mein junges herz ent dert werden. zünden. Sie streitet wider Lampe mu dan deur meine pflicht Und locket mich 8. Einer jungen Christin. zu fünden. Was hilft das In voriger Melodie. nogott mein herz nicht dir ges 174 prangen vor der welt, Wenn, 668. J will in stiller fällt? Drum will ich mich einsamkeit Mein bescheiden In zucht und des herz zu dir erheben. Nur muth fleiden. beinem dienste sei's Dir ewig, gott, geweiht; 6. Auch sei mein auge, ergeben. wie mein herz, Unsträflich); Vernimm, o vater, mein genie entzünde Ein freier uns bet, Das stets um licht und fittsamer scherz Geheime luft ftärke flebt: Ganz deinen guur sünde! Die unschuld ten willen Mit freuden zu sei mein liebster ruhm, Ein erfüllen. 2. Preis dir und bank, mein Den jeder gern mir gönne, guter ruf mein eigenthum, schöpfer, gott, Du gabft mir und niemand läßtern könne. meine seele! Preis dir unt bank, mein mittler, gott, Du 7. Gib, daß in stiller häusstarbst für meine seele! Preie lichkeit Ich eitle zeitvertreibe sei dem geiste, dank und lob! Stets gern entbehr' und alles Der mich zu seinem lichtzeit Im guten thätig bleibe. erhob, Der mich zur wahrheit Der Umgang, der verführung führet, Erleuchtet und regieret. droht, Sei mir mehr schicklich 3. Jch, bin o herr, mein als der tod; Laß seine wilden gott, dein find, Mein beit freuden, Wie eine pest mich ist's dich zu lieben. O mache meiden. mich dir gleichgesinnt In 8. Mit wahren frommen allen meinen trieben Laß muß ich mich Durch frömmig meine seele keusch und reinsfeit verbinden, und ihrer Stets deiner liebe wohnung liebe werth durch dich Der sein; Und suchen dir vor allen, freundschaft glück empfinden. O vater zu gefallen. Caß diesen umgang sanft 4. Vor eitler selbstgefällig und rein Mir liebreich durch keit Bewahre meine jugend.life beispiel sein, Daß mich wenn ollbrück Stände, Alter und Geschlecht. 1429 wenn ich mich freue, Nie mein los weine in filter einfams vergnügen reue. feit. Du vater aller welten, 9. Ach sende deine hülfe mir, Willst öffentlich vergelten, Dieß gern zu thun erhöre Wenn deiner fill mein herz Mein brünftiges gebet zu dir, sich freut. Daß ich dich ewig ebre. Tir 6. Ich will dann frohen weiß ich, gott, mein lebenlang muthes Aus allen fräften gu Der unschuld und der tu- tes Vor deinen augen thun; gend dank, Und will, zu dir Will mich der welt entziehen erhoben, Dich einst vollkom- Und lärm und thorheit fliehen, men loben. Aus dou Und still in deiner fügung a dir- long perubn. 7. Einer Wittwe. In allen meinen Thaten. 7. Dann eilen meine tage, Mit ihrer noth und plage, Leicht, wie ein traum, dahin. 669. Sott hört der witt- Dann leg ich meine glieder swen flehen, Mein Froh einst im tode nieder, aug' soll auf ihn seben; Er ist Wenn ich zum himmel reifer mir mehr als mann! In bin. allem schmerz und leide Sft er 8. Dann geh ich, den zu mein troft und freude, Mein schauen, Der mein stab, mein fels, den ich umfassen kann. vertrauen, Mein gott ist und 2. Mich tröstet seine gnade, mein freund. Wie will ich Er ist auf jerem pfade Bei ihn dann ehren, Ihm danken mir bis an das grab. Er für die zähren, Die ich als will mich nicht verlassen Dieß wittwe hab geweint! troftwort will ich fassen, Als 9. Dann find ich, die ich meinen wittwenwander stab. liebte, Der'n abschied mich be3. Wo feit viel tausend jab trübte, In meines schöpfers ren Betrübte wittwen waren, hand. Wie wollen wir uns Die haft du, gott, verpflegt; freueu, Und unsre lieb er. Die sich auf dich verließen, neuen, Jun thränenfreien vater Und glaubig dir zu füßen land! Des fummers schwere last 10. gelegt. tot gnade Getreft durch gottes Geh ich tie schweren 4. In dir will ich mich ftär- pfade. Gott lindert meine ken, Du wirst auf mich auch noth. Nicht ewig werd' ich merken; Mein seufzen ist vor weinen. Ich komme zu den dir. Ich will mit heißem fles meinen, Bald seh' ich sie bei hen Vor deinem antlig stehen: meinem gott! Du wittwenhelfer siehst nach mir. ( Wenn sie Kinder hat.) 5. Du siehst mich, wie ichs 11. Hierber, ihr meine meine, Siebßt, wie ich bülf- waisen! Mit mir den gott zit 430 Dritte Abtheilung. III. Lieder bei besonderen Vorfällen. zu preisen, Der euch erhalten schon jung so schmerzlich kann! O gott, sei du ihr vater! schlägst? an. Ihr schutzherr, ihr berather! 3. Doch ich erfahr es wahrlich Nimm dich der armen schaafe einst, Daß du es treulich mit mir meinst. Vielleicht Ischon in der prüfungszeit; Gewiß dort in der ewigfeit! duu ducim 670. Shon frühe setzt 4. Gott, nicht aus zorn ents mich gottes band ziehest du mir meiner jugend In einen kummervollen stand; lust und ruh. Zu meiner bes Auf einer leidenvollen bahn bensbesserung Fühl ich des les Fang ich den lauf ces lebens bens notb schon jung. 8. Einer Waife. Herr Jesu Christ wahrer. an. 5. Jch bitte, herr, laß jede pein 2. Gott, du bist meine zu Mir cine tugendschule sein. versicht. Allweiser, noch weiß Laß mich unsträflich vor dir ich es nicht, Warum du früh gebn, Und still auf deine hülfe mir freuz auflegst, Und mich sehn. III. Für besondere Vorfälle. 1 Bei der Trauung der & heleute [ be, Gottes freundschaft immer habe. in 4 fax Liebster Jesu wir sind hier. 671. Herr, der durch der noth. 4. Sei ihr beistand in der Sei in fummer ihre liebe band Mann freude. Gib, daß nichts, als und weib genau verbindet, nur der tod, Die verbundne Herr, der auf den ebestand herzen scheide. Laß sie, frei Seines reiches wachsthum grüns von noth und fünden det. Segne die, die jetzt mit Sich im himmel wieder fin beten In den stand der ehe den. on treten. 2. Du hast, großer gottessohn Einst ein frommes paar geseg- 672. net: Und noch jetzt auf deinem Vom Himmel hoch da. JOH Gott, dessen liebes voller rath Den thron Bist du helser, der gernlebestand gestiftet hat. Mit fegnet. Laß die, die sich jetzt segen weihtest du ihn ein, verbinden, Deine huld und Laß ihn auch) stets gesegnet macht empfinden. sisſein. 3. Christen stehen hier ver 2. Dein segen fehl auch diesen eint, Deinen segen zu erbitten. nicht, Die hier vor deinem anAllertreuster menschenfreund! gesicht Verbunden durch der ehe Tritt du segnend in die mitten, band sich treu gelobt mit herz Daß dieß paar die beste ga- und hand. 3. Mit 2. Bei der Kommunion junger Christen. 431 Bei der( Sommunion junger Ghriften. 3. Mit gnaden schau auf sie 2. berab, Daß sie zusammen bis insgrab Verträglich, freundlich, Mel. Allein Gott in der höh. gleichgesinnt, Vor allem gottes Herr, unser gott, fürchtig sind. derbarme dich In 673. ben dich. 4. Laß sie als chriften lie- rito aller fünder, Und sieh Laß sie als gatten auch jego gnädiglich Auf diese unsre finder Dunahist sie schon lieben sich. Von untreu bei ihrer tauf Durch deinen auch im Herzen rein, Und sohn zu findern auf, zu erben feusch in wort und werken eines bimmels. sein. 2. Zu ihres glaubens re5.3usammen laß sie dir ver- chen chaft, Zu ihrem angeloben, traun; Zusammen ihre seel' er- Gib, vater, teines geistes kraft, baun; Zusammen deinen ruhm Das sie des glaubens proben, erböhn, Und deinen segen sich Voll eifer für das christenthum, erflehn. Zu ihrem heil und deinem ruhm, 6. Was ihnen ihr beruf ge- 3m ganzen leben zeigen. beut, Das laß fie thun mit 3. Zwar mächtig wird in freudigleit. Und so geling ihr ihrer brust Die sünde sich emfrommer fleiß Zu ihrem wohl pören. Sie werden oft zur und deinem preis. bösen luft Gefährlich locken bö ren. Die welt wird ihre list und macht, Die manchen schon fie Des erdenlebens laft und zu fall gebracht, An ihnen müh: So trage jeder gern sein auch versuchen. theil zu seines gatten troft und heil. 7. Empfinden und erfahren 3. Doch deines geistes fraft und gnad Kann, bei so viel ges 8. Willst du durch kinder sie erfahren, Auf wahrer tugend ebe freun; So gib zu ihrer zucht nem pfad Allmächtig sie bewah. gedeihn; Daß sie als christen ren. Erbarme dich, steb ihnen sich bemühn, Dem himmel bei, Daß ihres lebens zierde sei bürger zu erziehn. Ein frommer christenwandel.. 5. Hier nah'n sie sich zu dir, o 9. Wenn dein rath ihnen gott, Dir heilig zu versprechen: trübsal schickt: Laß sie darin wo freud und leid bis in den nicht unerquickt. Gib beitre tod Den taufbund nicht zu tage nach dem leid, Und segn' brechen. Gib doch durch deine es für die ewigkeit. gnadenkraft Die alles gute in 10. Und trennet einst auch sie uns schafft, Das wollen und der tod. So sei ihr trost, daß un vollbringen. fer gott, Die tugendhaft sich 6. Uns selbsten, herr, verhier geliebt, Einander ewig lasse nie, Die wir es freudig wieder gibt. wagen, Für uns zu bitten und 432 Dritte Abtheil. 111. Lieder für besondere Fälle. und für sie, Du wollst uns du's meinst mit mir. Beglüde liebreich tragen. Ja nimm meine reise, Denn ich vertraue dich aller gnädig an, Und dír Auf allen meinen wegen leit' uns auf tie tugendbahn, Begleite väterlichy Mit deinem Die zu dem himmel führet. schuß und segen Mit deiner bülfe mich. 2. Ich bin in deinen bän ren, Deß soll mein herz sich freu'n; Denn du kannst rettung senden, Wo mir gefahren dräun. ser hirt, Der Bin ich bei dir in gnaden; So sein amt nun angetreten, Der fürcht ich nichts, v gott, Du uns fünftig weiden wird; wehrest allem schaden, Mein Höre sein und unser beten; retter in der noth; 3. Bei der Einführung So eines Prediges. Liebster Jesu wir sind hier. 674. Herr, hier febet uns Sein gebet; uns recht zu leb! 3. So will ich denn mein ren, Unser flehn; ihn recht zu leben, Getrost und wohlgemuth, hören. Dir, vater, übergeben Und 2. Gib ihm kraft, nach seis deiner treuen hut. Erhalte nem flehn, Das verwundete meine fräfte, Beglücke meis zu heilen; Den verirrten nach nen fleiß, Und meiner pflicht zugehn; Den bestürzten zuzus geschäfte Zu deinem ruhm und eilen; Frevler heilsam zu erspreis. schrecken; Und die trägen zu 4. Laß dir auch meine lies empfohlen 3. Ruf ihin zu: so hab nun sein. Nichts müsse uns be acht Auf dich selbst und auf trüben, Dein troft uns stets die heerde; Daß, wenn er erfreun; Und sehen wir uns für andre wacht, Er nicht selbst wieder In rub und wohl verwerflich werde; Daß er ergebn: Wie sollen unsre nicht die frucht der lebre lieder Dann deine huld er Durch den wandel selbst zerstöre. böhn! be a gorgon 4. Legt er endlich in dastur grab Lebenssatt die matten glieder, Und auch seinen hirs tenstab, Nach der sauren ars beit nieder: Herr, so gib ihm bort zum lohne Tie verheißne Wer nur den lieben Gott läßt. gnadenkrone. 2. Nach glücklich volls brachter Reise. 676. Dank sei dir, vater meines Lebens, Du hast mich froh zurückge bracht. Ich flehte nicht zu dir vergebens. Du hast mich vä4. Bei Neisen. 1. Vor und auf der Reise. Herzlich thut mich verlang. 675. Dich bitt' ich, gott, terlich bewacht. Durch deine beweise, Wie gut gnate bin ich hier. Dein schuß 4. Bei Reisen. 5. Bei schweren Gewittern. 433 schutz und schirm war überjund wetter her; Machst durch mir. 818 der blige brand Die luft von 2. Gesundheit hast du mir dünsten rein, Und tränkft das verliehn, Und schaden von cürre land. mir abgewandt. Du haft ge- 3. Dallmacht unsers herrn! fegnet mein bemühn Durch O güte, der nichts gleichet! D deine milde vaterband. Auch weisbeit, die fein wiß Der meiner seele wandtest du, sterblichen erreichet! Laß dei O herr, so manches gute ne größe uns In deinen zu. werken schn, Und selbst im 3. Nun kann ich wieder wetter auch Uns deine huld mit den meinen Mich deiner versteh'n. aüt' und bülf' erfreun; Mit 4. Denn wenn darüber ihnen mein gebet vereinen gleich Luft, erd und meer er Und dir des dankes opfer schüttern: So tarf ein from weih'n; Daß. du mit deiner mes herz Doch darum gar vaterhand Gefahr und schaden nicht zittern. Schreckt dich abgewandt. des schöpfers macht: So den 4. Sei ewig, gott, sei fe froh rabei: Daß sie auch hochgepriesen Für alles gute, groß genug Zu deinem schußze das du mir Auf meiner rei- fei. C se baft erwiesen. Mein fro- 5. Du ehrst, o christ, ihn hes lob gefalle dir. Oir will nicht, Wenn du nur knechtisch ich nun mich ferner weihn. bebeft; Bei jedem donners Dein lebend und auch sterbend schlag In ängsten troftlos sein. 5. In allerlei Gefahren und Nöthen. schwebest. Sieh deinen stars los an, Daß er im wetter fen gott Doch nicht so machtnicht Dich auch beschüßen 1. Bei schweren Gewittern. fann. Nun danket alle Gott. 677. höchfter, fraft Luft, und erde träget; Der luft und meer Durch 6. Es wirket seine macht dessen Ein ehrfurchtvolles grauen; meer Doch tiese macht wirkt auch erde, Bei frommen das vertrauen: einen An uns liebt unser gott Zwar wink beweget. Ich traue ehrerbietigkeit: Doch mehr deiner güt, Und ehre deine noch zuversicht, Mehr noch ges macht, Obschon bei deinem laffenheit. bliß Der donner schrecklich 7. Und sollte dieser sturm fracht. Dir etwa schaden bringen; 2. Du führest väterlich, Der So suche christlich stark Die faat zum reichen segen, In unruh zu bezwingen. Es kann wolken über uns Den oft dir nichts geschehn, Als was gewünschten regen Durch wind durch ihn geschieht, Und das ift 431 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Borfälle. Herzliebster Jesu was. 678. Kommt, laßt uns 8. Doch weil so fester muth gott und seine In unsrer macht nicht stehet; größ erheben, und nicht für Und man sich nur durch dich seinen donner heidnisch beben, Zu dir, o herr, erhöhet: So Und nicht( dann er kann fegnen flebe ich zu dir, Der alles und uns schüßen) Vor seinen gute schafft, Gib mir, dir zu bligen! vertraun, Muth, willigkeit und 2. Sie können tödten uns und unsre heerden; Zerstörer fraft. ist alles gut, Begreifft du es schon nicht! 9. So eft wir bligen fehn; sein und auch wohlthäter werSo oft wir donnern bören, een; Soll aber dann, wann Laß uns durch hoffnung dich sie die welt erschüttern, Der Und auch durch ehrfurcht eh fromme zittern? ren. Hat deine güte schon 3. Jf's gottes absicht, daß Den blig bervorgebracht: So sie beben sollen, Wo donner ist dein strahl doch auch Ein unter seinem throne rollen; werkzeug deiner macht. Und daß wo blige flammen, T 10. Was ist's, daß dir dein cann zur rache Sein zorn er. nichts mehr fühlbar machen wache? könnte, O mensch, als dieser] 4. Sie zeugen ja, wie alle sturm Empörter elemente? Er deine werke, O gott, von deis predigt, sterblicher, Der oft soner weisheit, huld und stärke. tropia ist Mit lauter flimme Gleich herrlich ist im sturm dir: Wie schwach und klein du und in der stille Dein rath bift. und wille: 11. Gott, der die wolken 5. Von tiefer ehr furcht, lenkt, Erbarme dich aus ana- herr, von dir durchdrungen, den. Laß dieß gewitter doch, Seh'n wir in der natur Ovater, uns nicht schaden. erschütterungen, Auch Gib, daß der feuer strabl, güte, die sie schmücket und Wind und der schlossenbelebet, Selbst wenn sie beer Uns nicht an leib bebet. 6. Furchtbarer wird sie dann, wie deine frommen, Geprüft 12. Ach laß in der gefahr zu werden, oft in trübsal kome Bei donner, blig und stürmen men. Wir leiden, durch geduld Uns deine lieb und macht Be- zu edlen werken Uns mehr zu decken und beschirmen. Vorstärken. allem aber gib, Wenn die ges 7. Dann reifen fröhlicher fahr vorbei, Daß dir für der tugend saaten 3u mannig schuß und huld Auch jeder dank- faltigern und schönern lihaten. Sie werden, wenn die bar sei. und gut, Allmächtiger vers zehr. 5. Bei schweren Gewittern. HC 435 die trübsal sie bewähret, Nur 2. O seele, preise den er mebr verkläret. retter. Der seine große fraft 8. So strahlt, wenn donner betvieß, Den starken gott, der die natur erschüttern, In größ sich im wetter So majestätisch rer schönheit sie nach ungehören ließ, Der selbst des wittern, Als schmückte sie nun bliges strahlen lenft, Und eine neue sonne Mit neuer stets an uns in gnaden denft. wonne. 9. Verderben, schwangre 3. Wenn die erhigte dünfte dünst' entfliehn, und seuchen. Die uns und unsern heerden und das vieh Den odem matt glühen, so daß die menschen drohn', entweichen. Auch athmen wir, von leichtrer luft froh und munter werden sie! und schmachtend ziehen: Wie umgeben, Mehr kraft, mehr Sobald nur in die schwüle leben. fraft, mehr luft Der donner fühle winde ruft. 10. So steigt, wenn einst am größten aller tage Für fromme nicht mehr sein wird 4. Wie lieblich hebt sich das leid und flage, Empor, nach getraide, Getränket durch den jenes weltgerichts getümmel, regenguß? Und wie vergnügt Ein neuer himmel. betritt die weide Der neu Der 11. Wir werden dann zu belebten thiere fuß? einem neuen leben Hervorgebn, muntern vögel frohes heer werden dir entgegen schweben, Singt froher des erhalters In diesen neuen himmelehr'. aufgenommen Mit allen from men.d Indie Ther 5. gott, es bringt uns 12. Weil wir noch hier donner deiner hand. Er bahnt manchen segen Der bliß und sind, sei von uns erhoben, den weg wohlthät'gen re Dann werden wir mit neuer fraft dich loben, Dir bringen, auf das land. D'rum wird gen Und fruchtbarkeit strömt berr, für alle deine werfe Preis, dank und stärke. Von dir, wenn der frevler zagt, christen freudig dank ge 3183 sagt. Nach dem Gewitter Wer nur den lieben Gott. 6. Jcht sprichst du zwar 679. So ift, nach gottes nicht mehr aus wettern; Doch rath und wille, beilig bleibst du für und Das wetter glücklich nun vor- für. Dein blig droht nicht bei, Und bei der angenehmsten mehr zu zerschmettern, Doch stille Lebt alles auf und lebt bleib ich ehrfurchtsvoll vor aufs neu. Herz! fordert dies dir. Du bleibst fiets meine nicht deinen dank Und deinen zuversicht. Ich liebe dich und frohen lobgesang? Izage nicht. 2. Bet e2 436 Dritte Abtheil. III. 2. Bei Feuers nöthen. Für Abgebrannte. In allen meinen Thaten. Lieder für besondere Vorfälle. 7. Indessen gönn' uns armen, Opater, dein erbarmen Und steh uns mächtig fammervolle ta- bei; Daß fünftig neuer segen, ge, Da so viel Auf allen unsern wegen, angst und plage Uns bart be- Nach deiner huld stets bei troffen bat: Ein großes maaß uns sei.e voll thränen, Ist bei dem ban 8. Ersege, was zusammen gen sehnen, Jegt unsre speise Wir durch die wuth der flamfrüh und spat. men So schleunig eingebüßt. 680, 2. Drum fallen wir in bu- Erfülle dies begehren. Du se Dir, höchster gott, zu fu- wirst uns, gott, gewähren, ße, Erkennen unsre schuld; Was unsrer wohlfahrt diens Erbarme dich der fünderlich ist. anda Verstoß nicht deine finder; 9. Erbaue, was zerstöret Erzeig uns wieder gnad und Und was die gluth verzehhuld. ret. Steu'r fünftig allem treue brand: So wollen wir von Ach, neuem Uns deiner güte freus Du en, Und ehren dankbar deine 3. Gedenk an beine Wir fleben voller reue merk auf unser flehn. bist ja unser vater, Erhalter hand. und berather. Laß uns nicht gänzlich untergebn. sette 4. So groß der sünden schaNach der Feuersgefahr. Wenn wir in höchsten nöthen. de: So ist doch deine gnade 681. Gott, dessen macht Noch größer als die schuld. des feuerskraft Du kannst uns nicht verder Zum segen und verderben schafft, ben. Denn christi blut und Mit welcher schrecklichen ges sterben Erwarb uns deine gnad walt Verwüstets und wie leicht und huld. wie bald! Short wallin si midden in 5. Wir flehn durch seine 2. So manche häuser hats wunden, Wo wir stets heil ge- verzehrt, So mancher mens funden. Ach gib uns troft und schen glück zerstört, Auch dies heil. Laß sich um deren wil hat deine hand gethan. Wir len Doch unser elend stillen, weinen, herr, und beten Gib uns an deiner gnadelan. theil. Kubin Join 3. Wir weinen, doch ver6. Es soll dir leiß und le- ehren wir Auch deine huld, ben Zu deinem dienst ergeben sie half auch hier; Und hielt Und aufgeopfert sein. Dein der flammen schnellen lauf, geist, herr soll uns führen Der übrigen zu schonen, auf. Und jederzeit regieren. Dein 4. Mit unsern brüdern wort, o herr, soll uns er seufzen wir In ihrem jams freun. ( mer, gott, zu dir. Laß sie Jhin nicht 2. Bei Feuersnöthen. 3. In Wassersnoth. 437 nicht hilflos, tröste sie Die du Beschüß uns gut und legebeut bast, segne fie. ben. Dann wollen wir Dir, 5. D gib, daß wer ver- gott, dafür Dank, preis und schont ward, nicht Bergesfelehre geben. seiner schönsten pflicht Derj Edi Wasserss pflicht betrübte zu erfreun, Nach geendigter Barmherzig und auch mild zu Barmherzig und sein. Gnu talk mbe nim 6. Was du uns nimmst, 683. das kannst, du, gott, Auch wiedergeben, jede noth. Nun banfet alle Gott. Nob, ehr und dank sei dir, O grogesungen, Daß du deine macht die wilde Ist alles, was dein wille fluth bezwungen. Es tobete thut. indivut dong S un der wind, Das waffer schreck7. Gib unterwerfang und ge- te sehr, Die wellen rauschduld, Daß wir nie deiner vaten schon Fast über uns daterhuld Verlustig werden; voll ber. vertraun, Dich, wo kein leid ist, einst zu schaun. 2. Doch mitten in der flutb Bewießest du erbarmen, Und 8. Schüß unser ganzes va- balsst uns väterlich; Du zeigterland Vor mangel, seuchen, eft an uns armen, Daß du frieg und brand. Gib, weil von herzen doch Die mendu unser vater bist, Uns allen schen nie betrübst, Und im bewas uns selig ift. trüben auch Sie als ein vater liebst. auch noth In ßer gott, heil verwandeln, weis' und gut durch 3. 3n Wassersnoth. Was mein Gott will. 3. Nun ist der sturm vorbei, Die fluth hört auf zu 682. Wir sind in noth, toben. Gott, du haft sie beLaß uns, o gott, droht mit starker hand von Die fluth nicht überschwem oben. Die wasser laufen ab, men! Nimm uns in acht, Wehr Der mensch wird wieder froh, ihrer macht, Du fannst die Der voll von furcht und wogen hemmen. Verbirg jest angst Nach hohen orten nicht dein angesicht. Gedenk floh. an uns in gnaden. Gott, 4. So sei denn nun ge wenn uns jetzt Dein arm be- preißt, vater aller güte, fchüßt, Was kann die fluth uns Nimm an, was wir dir jetzt fchaden& Fan die fl lip Aus dankbarem gemüthe Für 2. Ach, bilf uns, herr, deine große treu Zum opfer Allmächtiger, Um jesu christi bringen dar, Selbst unser willen! Ach du allein Kannst herz soll sein Der lob- und uns befrei'n, Kannst sturm dankaltar. und wellen stillen. Erbar 5. Erfreue wiederum Das me tich. Hils päterlich land, bas du betrübet, Erquide 438 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. quicke uns, bein voll, Dasftigungen gut: Eo fassen wir in sich dir, herr, ergiebet Zuffrommer stille Dennoch zu dir ewig treuem dienst. Gib neue ben frohen muth, Daß du gefruchtbarkeit, Und schenk auf wiß zur rechten zeit, Uns zu diese fluth Uns segensvolle erretten, seift bereit. zeit. 6. Du züchtigeft; doch stets mit massen Und meinst es im mer väterlich: Auch uns wirst du nicht ganz verlassen, Und 684. s siebt, o gott, unsrer noth erbarmst du dich. ein friegeswetter Wir sollen nur durch angst Jeßt über unserm haupt ein- und pein Geläutert und gereiher; Doch bist du unser schug nigt sein. 4. In Kriegszeiten. Wer nur den lieben Gott. und retter, So fürchten wir 7. Frob werden auch wir uns nicht so sehr. Wie hef- rühmen müssen, Wenn du uns tig auch gefahr und völkern und den droht. noth Den wieder wohlgethan: Gott brach, ländern nach uns verborgnen schlüssen, Zum beil uns auch durch noth 2. Gib, vater, in so trü- die bahn. Du bleibest unsre ben tagen, Uns nur den sinn, zuversicht, Barmherziger, vers auf dich zu sehn, Und da, wo laß uns nicht. andre troftlos zagen, Mit zu D versicht zu dir zu flehn, Weil nach erlangtem Frieden. nie doch menschenhülfe nüßt, Wenn deine rechte uns nicht schützt. In voriger Melodie. 685. Gjelobt, gelobt seist 3. Rein blinder zufall herrscht du mit freuden, auf erden, Du bist es, der Gott, der du liebreich an uns die welt regiert. Ein jeder denkst, Und nun uns nach muß es inne werden, Daß des krieges leiden, Des frie deine hand die welt regiert. dens wonne wieder schenfft. Drum wollen wir, herr, voll Du heisseft die verwüstung. vertraun Auf deinen schuß und fliebn, Und sicherheit und segen hülfe baun. blühn. 4. Wir fallen gern in dei- 2. Herr, bas thust du, was ne arme, vater der barm- du behütest, Dem darf sich herzigkeit! Und flehen demuths- kein zerstörer nahn. Wenn voll: erbarme Dich über du, allmächtiger, gebietest, Ist uns zu dieser zeit! Laß gna- alle zwietracht abgethan. Auch de nur für recht ergehn: So über uns hast du gewacht, bleiben wir noch aufrecht Auch uns die ruh zurückge. flehn. bracht. 5. Und findet, herr, dein 3. hriften fühlt das weiser wille Noch ferner züch- ganz und preiset Frohlockend O ihn 4. In Kriegszeiten. 5. In Theurung. 439 bn, der uns erfreut; Der seis scher aller welt, Du vater nes armes macht beweiset, voll erbarmen, Der ewig glau Und bei der macht barmherzigs ben hält, Du unsre zuvers feit; Der uns auf gnadensicht, Zu dem wir alle flehen, flügeln trägt, Und wunden Auf den wir findlich sehen, heilet, die er schlägt... Verlaß, verlaß uns nicht! 4. Preist ihn durch freu2. Erbarmender ach wende diges vertrauen! Jhr seht, Der zeiten schweren lauf! Thu was seine hülfe kann. Er läßt deine milden hände, Uns zu sie uns auch ferner schauen, versorgen, auf! Was irgend Und nimmt fic unfrer mächtig leben hat, Nährst du mit wohlan. Wo wir nichts können, gefallen, Nábr uns auch, schaff nichts verstehn, Wird, was uns allen Bei unserm mangel uns nüßt, durch ihn gerath! schehn. 3. Herr, der du auch uns 5. Preiſst ihn durch wohl schufeft, Steb uns mit bülfe thun und erbarmen, Wo ihr bei, Allmächtiger du rufeft ber brüder noth erblickt; Daß Dem nichts, damit es sei. ihr die leidenden nnd armen zu helfen ist dir leicht, Du Epeift, tränfet, fleidet und er fannst dem mangel wehren, quickt. Damit sich alles, alles In überfluß ihn kehren freu', Und durch den frieden Wenn's uns unmöglic glücklich sei. deucht. 6. Preift, preift ihn durch ein frommnes leben; Dieß ift, 4. Die früchte laß gerathen, der beste lobgefang! So viel Und deine bülf uns sehn; ist uns von ihm gegeben! So Erquide du die saaten, So febr verdient er diesen dant! oft fie traurig tehn. Herr, baue selbst das land, O lasset herz und wandel rein Und ihm ein würdig opfer Tränk es mit thau und resein! gen, Und füll es an mit 7. Nimm, vater, unsers liegen, Aus deiner milden dankes lieber Auch jetzt mit hand. wohlgefallen an. Frob schal- 5. Erbör uns, vater, frös len unsre tempel wieder Bonne Das jahr mit deinem dir, der uns so wohlgethan gut, Das sich das Herz geHerr, uuser gott, dich loben wöhne Zu wohl gefaßtem wir, Herr gott, wir danken, muth. Lehr es sich deiner danken dir! freu'n; Stets zutraun zu dir baben, Und deine segensgaben Durch mißbrauch nie entweihn. 5. In Theurung. Von Gott will ich nicht laffen. 686. Du bester troft der 6. Allgütiger, wir hoffen armen, Beherr Auf dich und deine treu. Ce 4 440 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. Oft hat uns noth betroffen, berrn, Gehorchen, dir nur leUnd da standst du uns bei. ben.and om> BORNÁ. 630 Sprich nur dein mächtig 6. Auch glauben wir an wort, Daß wir den mangel deinen sohn, Um jefu willen heben, Wir werden froher duld und schon'; Und laß uns leben, Dich preisen hier und troft erscheinen. Etreck aus dort. What D 1 die hand, Und laß das land 193Nicht länger hülflos weis nen. 6. Bei gefährlichen Seuchen. In dich hab ich gehoffet. 7. Sei mit den sterbenden, daß fie Dein antlig schaun und alle, die Noch leben, die 687. Du, gott, bist unsre bewabre; Tröft in dem schmerz hülf und macht Daß unser herz, Wie gern du Wenn uns dein auge nicht be hilsst, erfahre. wacht, Wer wacht, wer hilft 8. Das ganze volk frohlodt uns armen? Erretter, dir, Dir, ir dann, Und betet dich, er flehen wir, Du wollest dich retter, an, Und preiset deine anade. Dann wandeln wir, 2. Der seuchen gift verbrei- O gott, vor dir Mit freuden tet sich Weit um uns her, deine pfade. anda erbarme dich, Laß uns nichts med diff plöglich sterben. Entreiß dem 7. In allgemeiner Noth tod Uns, der uns droht, Entüberhaupt. reiß uns dem verderben. erbarmen. 3. Du bist ein gott, der Wenn wir in höchsten Nöthen. gern verzeiht. Laß uns den 688. Nimm von uns, noch barmherzigkeit, Für deinem throne finden. Und dein ge- dich an, Dich, der allein uns richt Vertilg uns nicht In helfen kann, Nimm von uns, unbeweinten fünden. herr, der firafe laft, Die du 4. Kein reichthum schüßt; uns aufgeleget haft. kein stand; kein ort; Hier 2. Herr, unsrer schulden zahl weinen wittwen; eltern dort; ist groß! Wer wird die böse Und da verwaisie kinder. Die neigung los? Wer ist, der seuch erreicht auch den, der seine sünden zählt? Wer von fleucht, Den frommen, wie den uns weiß wie oft er fehlt? sünder. 3. Nicht schwachheit nur, 5. Deß alles sind wir auch missethat Ift's, die dich werth, doch wir Beweinens, gott, beleidigt hat. Oft has gott, und flehn zu dir! Duben wir der menschheit werth, wolleft uns vergeben, Wir dein göttlich ebenbild ents wollen gern Dir, unserm'ehrt. 4. Ge albrot 7. In allgemeiner Noth überhaupt. 441 un banket all' und bringet. vor dir Bekennen und bereuen 689. Gott, ein erbarmer wir: Demüthig flagt dir herz warest du Des 4. Gerechter gott, vor dir, und mund: Wir brachen deinen volfes israels. Du führeft fie heil'gen bunt. ngomain's land der rub, Und warst 5. Ach, laß uns noch erbar ibr gott, ihr fels. mung sehn: Laß noch vor 2. Sie fündigten, dn uns vorübergehn Die strafge- test sie; Da flebten sie um richte, die uns drohn, Und gnad. Du gnädiger erhörtest gib uns nicht verdientensie, Wenn fromm ihr herz dich lohn. du strafbat. 6. Hörst du uns nicht, 3. Mit demutb und mit zus bör jefum chrift, Cer unser versicht Flebn wir dich, vater freund und mittler ist, und an, Verstoß uns deine finder laß noch stehen dieses jahr nicht, Du bists, der helfen Den baum, der ohne früchte kann. war. 4. Dein vaterherz erbarmet 7. O geist der gnad' und sich; Ist willig zum verzeihn. des gebets, Regiere du fort. Der menschen wohlfahrt freuet hin und stets! Laß unser herz dich, Dich schmerzet iğre von sünden rein, Und unsern pein. wandel heilig sein. 5. Ach fehre wieder, und 8. Ström deinen segen, herr, erquid Dein volk, das zu dir ins land, Thu auf die milde weint: Mit deinem segen vaterhand, Gib unsern feldern komm zurück. Bleib ewig undein gedeihn, Hör nicht auf ser freund. vater uns zu sein. 6. D vater! wir vertraun 9. Verleih uns frieden auf dich, Auf deine gütigund verleih, Daß unser herzeit. Vergib uns armen vå dir dankbar sei. Nie sei dein terlich Die fünde, die uns volk der feinde fpott, Zeig reut. immer dich als unsern gott. verzeihn: So freut sich unser 7. Wirst du erhören und 10. Nimm unser größtes geist: So wird dein voll auch gut uns nicht Erhalt uns frömmer sein, Wenn es dich deines wortes licht, Das licht, dankbar preift. das uns die dunkle nacht Des pilgerlebens helle macht. land! 8. Ach, vater, schone unser Vergib uns unsre Wir küssen deine vas 11. Und fährst du hier zu fchuld! strafen fort: So schone, gott, terband, Und fleyen: hab genur unser dort Und gehe, va- duld. ter, gehe nicht mit deinen fin- 9. Laß güte, treu und rede dern ins gericht. llichkeit, Laß frieden bei e 5 und 442 Dritte Abtheil. 111. Lieder für besondere Vorfälle. und blühn Laß liebe und gesjan der länder noth und heil rechtigkeit Nie unter uns ent- Nimmt find und frevler seinen fliehn. theil; Nach unerforschter weis 10. Treu wohn' in jedes sen wahl; Nicht nach der werke menschen brust, Zu aller wohl- maaß und zahl. ergebn, Daß gottes engel stets 4. Laut ruft uns jedes mit lust Herab zur erdeschicksal zu: Wir sein nur sehn. staub, und herr seist du. Doch 11. Vom himmel wird ges hast du ewig schon gesehn Der segnet sein, Wer thut, was nenschen dir gefällig flehn, gott gefällt! Dann werden wir Und hast bestimmt, wo, wie uns dankbar freun, Gott seg- und wann Die weisheit sie net baus und feld! erbören fann. 12. Gott leitet uns zur 5. Dir unterwirft sich unser ewigkeit, nach seinem weisen herz; Doch zittert es vor noth rath, Geheiligt sei ihm und schmerz; Und dies gejederzeit Gedanke, wort und bet, das unsern geißt Zum þimthat. mel von der erde reißt, Und 13. Getroft sehn wir auf das bein wort uns selbst ges seine hand, Und trauen seiner beut, Das hörteft du von güt, und hoffen auf das va ewigkeit. terland, Wo ewig friede 6. Wenn ab von uns, o blüht. herr, die noth, Die elend Vater unser im Himmelreich. und verderben droht. Da 690. in mensch, ein stehn wir, gott vor deinem fürst, ein ganzes thron, Vertraun auf jesum land, Was sind sie, herr, in deinen sohn. Er starb für deiner hand? Du winkst! so unsrer sünden schuld; Du sind wir nichts als staub, schenkst sie und verzeihst mit Des unglücks und des todes huld. raub. Du winkst! so strömt 7. Herr, vor dir beugt sich uns freud und ruh Aus deiner herz und knie: Ad rette, gottesfülle zu. schüße, tröste die, Die dein 2. Unhaltbar gehst du deine verborgner weiser rath Ers bahn Mit menschenmacht ist schreckt, geprüft, gestrafet hat: nichts gethan, Die niemals Erschüttre jedes lieblos herz; deinen rathschluß bricht, Es sei Gib mitleid mit der brüder uns wohlthat oder nicht, Wer schmerz. ift der deine tiefen seh? Duj 8. Und will dein unerforsch. schaffst das wohl und schaffst ter schluß, Das unser land das web! noch leiden muß: So schrede 3. 3war schuldlos if fein dann dein richterschwert mensch vor dir: Die sünder Den, der zu freveln noch bes Strafft du oft schon hier. Dochgehrt; So tröfte den, der gott 6. In Krankheiten. 443 gott noch liebt, Mit trost, den zu lenken, Daß ich in meiner deine buld ihm gibt. pilgrimszeit Mit neuer treu 9. O vater, der du mäch- und redlichkeit Auf deinen wes tig bist, Dir beugt sich, dir gen wandle. vertraut dein christ. Wir 5. Du weißt, wie wenig trau'n dir unserm gott undlich vermag, Du wolleft selbst berrn, Du hörst gebet und mich leiten, und recht auf bilfft uns gern! Beweis durch meinen sterbetag Durch frömjesum gnad und huld! Schon migkeit bereiten, Daß über uns verzeih uns unsre alles, alles ich Dich lieb, und schuld! dankvoll gegen dich, Dich liebe, gott, bir sterbe. 6. In Krankheiten. In voriger Melodie. 692. Dein wille, herr, Es ist gewißlich an der Zeit. und vater, ift, 691. A lieber gott! ich Daß ich jest schmerzen leide: bitte dich, Hilf Doch weiß ich, daß du vater mir und andern franken, bist, Und dieß ist meine freude. Und segne jeden doch wie Dir ist die frankheit wohl bemich Mit heiligen gedanken. kannt, Mein leben steht in deiGib uns gelassenheit und ruh, ner hand, Du zählest meine Und unser bester arzt sei du; tage. In schmerzen unser tröster. 2. Wenn in mir manchen 2. Belohne, treuer vater, augenblick Gesundes blut gedie, Die liebreich meiner flossen: So schenkteft du mir, pflegen; Für ihre treue segne gott, dieß glück, Das ich so sie mit deinem reichen segen. oft genossen. Oft war id Gib gegen sie mir freundlich frei von jedem schmerz, War feit. Laß mich aus unzufrie- gutes muths, brum, o mein denheit Sie nie durch murren berz Leid jetzt auch unvers fränken. droffen. 3. Soll diese frankheit tödt Gib deinen geist mir, 3. Nein bester vater, gib lich sein; Soll ich die welt nicht zu, Doß ungeduld mich verlassen: So laß von fünfränke. denlieb mich rein, im glau- der mir ruh Für meine seele ben dich umfaffen. Gib luft schenke! Den geist, der stark und kraft zu jeder pflicht, in schwachen ist, Damit ich als Lehr mich im glauben ans ein wahrer christ Dieß leiden gericht, Die liebste sündewillig trage. bassen. 4. Vergessen laß mich's va4. Doch willst du, befter ter, nie, Du seist und bleibst vater mir Gesundheit wieder die liebe. Gib nicht zu, daß schenken; So flebt mein herz mein herz doch je Unglaubig dankbar zu dir, Es all'zeit so fich betrübe. Trug jesus nicht auch 444 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle. auch meine schuld? Ist grän- weißt, was jeden tag Dein zenlos nicht deine huld? Nicht schwaches find ertragen mag. ewig deine liebe? bildid Hilf mir, erbarm dich meis 5. Das eilen meiner lebens- ner. zeit Laß mich, mein gott, erwägen. Der todesnacht, der 693. ewigkeit Flieg', ich stets mehr entgegen. Erst dann, wenn Die ich jetzt dieß mein geist bedenkt, Sich Bezeugt mir, daß ich meinen recht zu dir zum himmel lenkt, top Stets in und bei mir füh. Wird mir mein schmerz zum/ re. Ja jede stunde, jede zeit segen. Erinnert mich der sterblichAus tiefer Noth. Die krankheit, du gerechter gott, an mir spüre, adi 6. Voll hoffnung wend' ich keit, Und spricht: denk an dein mich zu dir, Dir will ich ende. mich ergeben. Schenk wahren 2. Du haft die schmerzen ernst und weisheit mir, Wie auferlegt, Die meine glieder du befiehlst, zu leben. Be tragen; Doch da mich deine wahre nur für heuchelei, Oliebe schlägt, Willst du mir gott, mein herz; zum himmel damit sagen: Des todes ure sei Gerichtet mein bestre- sach ist in dir! Dein leben ben. draber fommt von mir, Und 7. Ach jeden, jeden augen- stebt in meinen bänden. blick Laß mich, mein gott, dir 3. Ja wahrlich deine vaters weiben; Zieh von der erde band Will mich durch leiden. mich zurück; Laß nichts den rühren, Und mich von allem geist zerstreuen. Kein glück eiteln tand zu edeln sorgen der welt, fein traum der zeit; führen. Wenn ich gleich sehr Gott und das glück der ewig- entkräftet bin, Wird doch, dein keit Sei meine höchste freu- treuer vatersinn Mir, wo es de. dienlich, helfen. 8. Ach zum gebete schenke 4. Beschlöffest du in deinem mir Noch munterfeit und rath: ich sollte länger leben: stärke; Mein herz wird sonst So kannst du leicht auch in entfernt von dir, Und träg' der that Den mitteln fräfte zum guten werke. Will gleich geben Ist aber dieß dein weimein geist, der leib ist schwach, ser schluß; Daß ich nunmehro Hilf deinem finde, vater, sterben muß; So bin ich auch mach, Daß deine kraft ich zufrieden. met spüre. 5. Dieß eine bitt ich, heile 9. Laß nicht zu, daß der nur Die wunden meiner see. krankheit pein Zu groß mir len. Wenn gleich im leibschwachen werde. Laß deine lichen die kur Und alle mittel gnade mich erfreu'n, Und mil- fehlen. Dann leb ich fromm bre die beschwerde Du, vater, vor dir, o gott: So werd' ich 108-6. In Krankheiten..sadece 445 ich auch bis in den tod Stets) 7. So hilft du, berr, in deine wege preisen. In allen meinen Thaten. gnaden Und heilst den feelens schaden, Wenn du den körper 694. Mein jesu, der voll stäupst. Mein leiden wird mir schmerzen, Undssegen, Auch auf den rauhsten matt am leib und herzen, Ain wegen Seb ich, daß du die ölberg niedersank; Mein bester liebe bleibst! freund und tröster! Ach siebe 3. Vernimm mein glaubig dein erlöster Liegt jetzt nach fleben, Laß mich doch hülfe deinem willen franf. ud seben, Verbira dich nicht vor 2. Wie viel gesunde stun- mir! Mein bester helfer, eile, den Sind, wie ein strom ver- Erquice, lindre, beile; schwunden! Wie schnell ver- Denn meine hoffnung steht zu floß ein jahr. Du, herr, hafst dir. mich gestärket. Ich hab' es 9. Vermindre meine plage, kaum gemerket, Daß ich ge- Verlängre meine tage, Wenn sund und glücklich war. es mir nüglich ist. Im neu3. Jetzt, da ich schmerz em- geschenkten leben Will ich mich pfinde, Denk ich an meine dir ergeben Und rühmen, daß sünde mit wahrer reu und du bülfreich bist. leid. Du hast mich stets ge- 10. Doch soll ich bald ers liebet, Und treu an mir ge- blaffen, Und diese welt vers übet, Doch liebte ich dich nicht lassen: So waffne mich mit allzeit. Imutb. Laß mich mein haus 4. Ich warf mich nicht in bestellen, Und machs in allen demuth, Und nicht in wahrer fällen Mit mir und mit den wehmutb, Vor dir, erhabner, meinen gut. bin. Jegt wirfst du meine glieder Aufs frankenbette nie. Befiehl du deine wege. der; Und lehrst mich, daß ich 695. Zeit, die ich feufzend erde 5. Ich wandte meine fräfte und ungemach! Betrübt ist Nicht stets zum hauptgeschäfte; meine seele, Und fraft und Nicht stets zur tugend an. odem schwach. Fast jeder morDas fühl ich jetzt mit reue; gen mehret Besorgniß nur Gelob dir wahre treue, Die- und schmerz; Doch gott will weil ich gutes denken kann. sein geehret! Ehr ihn auch mein berz! Was zieht dich noth und 6. Wie oft bin ich beim be- nun, ten Ohn' ernst vor dich ge- 2. treten! Wie laulich sucht ich plage Von freud und dandich! Jest lernt mein herz nun fen ab? Gedenk der ersten ringen, Und ernfilich zu dir tage, Die dir dein vater bringen; Segt ruf ich zu dir gab. O tage, reich an freuflehentlich. den, An tausend segen reich! Was 446 Dritte Abtheil. III. Lieder bei besonderen Vorfällen. Was sind nun diese leiten, tödten, Sch dich im glauben Vergleich ich sie mit euch faß'. 13. Daß ihr mich einst bes 8. D schenk mir licht und glücket, Wem dant ich's? got gnade, Lebendig einzuseh'n: tes huld! Daß krankheit mich Es sei für mich kein schade, jetzt drücket, Wem dank ich's? Den trübfalsweg zu geh'n; meiner schuld! Nun muß mir Damit die last ich trage In schmerz beweisen, Was leicht siegender geduld, Und nimmers finn oft vergißt, Daß unser mehr verzage An dir und deis leib nicht eisen, Sein bau nicht ner huld. ewig ist. 9. Nun so gescheh dein wille 4. Mein gott in tiefer reue, Getreuer gott, zu dir Ift meis Mir meiner schuld bewußt, ne seele stille, Denn täglich Komm ich, der ungetreue, Und hilsst du mir. Wo vor sollt' schlag an meine brust: Laß ich erbeben? Du bists, o gott, mich nur gnade finden: Somein theil. Im tode wie im duld' ich demuthsvoll, Was leben, Bist du mein licht und mich von meinen sünden Zum heil. guten leiten fell. man earch this In allen meinen Thaten. 5. Denn du lenfft unsern 696. ch bab in guten herzen Selbft plage zum geftunden Des les winn; Zeigft mir in großen bens glück empfunden, Und schmerzen, Wie schwach, wie freuden ohne zahl: So will nichts ich bin, Und läss'st mich ich denn gelaffen Mich auch inne werden, Daß diese ganz im leiden fassen, Versüßen ze welt, Und alles gut auf durch geduld die qual. erden, nicht troft für mich 2. Ja, herr, ich bin ein enthält. sünder, Und stets strafst du ges 6. Du machst mich los linder, Als es der mensch ver von fünden, Dämpfft meinen dient. Sollt ich, beschwert mit übermuth, Und läsfest mich schulden, Kein zeitlich weh er. empfinden: Das leiden sei dulden, Das doch zu meiner mir gut. Du zeigst mir in besten dient? der näbe Tod, ewigkeit, ges 3. Dir will ich mich ergeben, richt; Wenn ich nun in mich Und weder rub' noch leben gehe: Verstößest du mich Mehr lieben als den herrn. nicht. Dir, gott, will ich vertrauen, 7. O gott, dein weg ist Und nicht auf menschen bauen; güte, Und ewig wird er's Du hilfft und du errettest gern. sein. Drück tief in mein ge 4. Laß mich nur gnade finmüthe Mir diese wahrheit ein; den, Mich alle meine jüns Daß in den tiefften nöthen den Erkennen und bereu'n. Ich doch von dir nicht laß, Jetzt hat mein geist noch Und scheints, du wollst mich kräfte, Mein heil laß sein grs llaro no 6. In Krankheiten. 447 geschäfte, Dein wort mein troft Mein banges und beklemmtes und führer sein. berz. 5. Wenn ich in Chrifto fsters 4. Bielleicht empfang, o be: Bin ich des himmels er berr, ich heute Zum legtenmal be. Was schreckt mich grab dein leib und blut. D'rum und tod? Auch auf des to gib dadurch dem herzen freude, des pfade Vertrau ich deiner und der verzagten seele mutb, gnade; Du, herr, bist bei mir noch einmal, jesu, flehe ich, in der noth. Ach tröste und erfreue mich. 5. Laß das Gedächtniß deis 6. Ich will bem fummer wehren, Dich durch geduld verebren, flehn. Sm glauben zu dir ner leiden Wir schwachen troft Ich will den tod bes und fraft verleihn. Laß es cenfen, Du, berr, wirst alles die quelle fanfter freuden Und lenfen, Und was mir gut ist wird geschehn! Dein leiden, dein versöhnungs jenes lebens vorschmack sein. tod Erquicke mich in meiner noth. Bei der Communion auf dem Krankenbette. Wer nur den lieben Gott. 6. Ich sehe schon den him. mel offen. Ich tröst mich 697. 2 fönnt ich doch meiner feligkeit. Was kannst mit deinen gliedu, seele, größres hoffen, Als dern Im tempel, jesu, dich was dir da dein gott verleibt? erhöhn, Und freudenvoll mit Nun fomm ein neues leiden meinen brüdern Das denkber, Mein herz erbebt dafür mal deines tots begebn! Doch, nicht mehr! weil mich noth und frankheit 7. Und naht der tod mit plagt, Ist diese freude mir seinen schrecken; Ich bin getroft versagt. und zage nicht. Vom tode 2. Sieh, hier auf meinem wirft du mich erwecken. Ich Frankenbette Fei'r ich fürchte, herr, nicht dein ges das abendmahl allein. Doch, richt. Doch, richt. Ich bin getroft, dein berr, ich weiß, an jeder ftät- leib und blut Gibt mir im te Hast du verheißen nah tode troft und muth. zu sein. Wo je ein from mer seufzt und weint, Danach erlangter Genesung. bist du, großer menschenfreund! Aus meines Herzens Grunde. 3. Um troft ist meinem her 698. 218 in der frankzen bange, Ich suche, herr, Noto heit schmerzen dein angesicht. Um deine Die seele faft versank, Und nun büife, gott, wie lange Ruf ich aus vollem herzen Mein und du erhörst noch nicht. flehn zum himmel brang: Ach stärke bei des leibes schmers Da hörte gott mein flehn, Der 448 Dritte Abtheil. III. Lieder für besontere Vorfälle. Der treue, der erhalter; Nunden, Und deine treu und soll auch den erhalter Mein freundlichkeit, Loß, vater, sie dank und lob erhöhn! empfinden, Gib muth und 2. Herr, über tod und le- kräfte ihrem geist. Gib jedem ben, Du meiner väter gott, reichlich, was du weist, Das Wie soll ich dich erheben, er bedarf zum beile, d Mein heil, mein herr, mein 3. Den geist der ruhe und gott? 3u wenig ist mein geduld Wollst du den schwadank! Wer bat dich g'nug chen schenken. Laß sie an erhoben? Zu schwach ist, dich deine vaterhuld zu ihrem tro zu loben, Der engel lobgefte denken. O möchte doch fang! dein will allein Jbr will und 3. Und doch von dir zu deine freude sein, D vater aller schweigen Wär eine frevel- gnaden! armen that. Ich will's, ich will's 4. Gib ibnen allen kraft bezeugen, Wie gott errettet und much, Die schmerzen zu bat. Hört's, menschen, gott besiegen. Sei du ihr allers nur fann Vergeben und er- böchstes gut: Shr innigstes retten! Ach wenn wir gott vergnügen. Die leichte qual nicht hätten, Wer hülf' uns der kurzen zeit Laß durch den ann? troft der ewigkeit Für sie vers 4. Dir will ich nun ganz süßet werden. leben, und sein dein eigens 5. Ach jeden, wär er noch thum. Mein künftiges bestre- so schwach, Laß deine kraft ben Sei deiner gnade rubm. empfinden; Und fluge tröster, Dir weih' ich meine zeit. Vor vater, ach! Laß jeden kranken dir will ich stets wallen, die finden. Die last der frankheit dienen und gefallen In alle und ihr schmerz Erwecke mans ewigkeit. anches christenherz Zum zärtlichen erbarmen. THE Fürbitte für alle Kranken überhaupt. Aus tiefer Noth schrei'. 6. Den franfen, der nun sterben soll, Den lehr, o vater, sterben. Ach jeder tugend werd 699. Für alle franken er voll, Geschickt dein heil zu bitt ich dich mit erben. Ach jesu, mach zum chriftlich gutem herzen Mein himmelreich, Ihn fähig, deinem gott, erleichtre väterlich Die bilde gleich, Schon heilig hier last von ibren schmerzen. auf erden. Sprich tröftung allen schwa- 7. Den kranken, der durch chen ein Und laß auf dich, auf dich geneßt; Den lehre heilig dich allein, Mit festem muth leben; Der müsse, wenn du fie trauen. ihn erlöst, Durch liebe dich er2. Des gnadenlebens furze heben; Nicht mehr im traum zeit, Den gräuel ihrer sün- der sicherheit; Nein als ein erb 7. In Todesnöthen oder Sterbelieder. 449 erb der erblichkeit Muß er ruh, was fein sterblicher verunfträflich wandeln. nommen, Gottes heil gewäh reft du! Freudenerndten schenkt 7. In Todesnöthen oder gott denen, Die erft hier ges Sterbelieder. fät mit thränen; Alle thră700. Alle menschen müs- nen trocknet er Sünd und sen sterben, Ihre elend sind nicht mehr. berrlichkeit verblüht, Und wer 7. Ich entbrenne von verfann den himmel erben, Der langen, Was ich glaub im licht zuvor den tod nicht sieht? zu sehn, Jene frone zu em Staub wird dieser leib von pfangen, Bald erhöret gott erte; Doch, damit er himmemein flebn. Diese hütt zer.. lisch werde, Wird er einst von fall im ftaube! Jch, ich weiß, gott erneut, Und zieht an un an wen ich glaube; Mir ist sterblichkeit. sterben ein gewinn, Denn zum 2. Darum will ich dieses vater geh ich hin. leben, Wenn es meinem gott! 7. Welche tröstung, das zu beliebt, Willig ihm zurücke gewissen! Dieser großen hoffnung ben, Ihm, der mir den him- voll, Zag ich nicht in fümmermel gibt. Hab ich doch in nissen, die ich hier noch duljesu wunden Gnade, heil und den soll. Leicht und kurz sind troft gefunden; Und mein trost diese leiden, Sie verwandeln in todesnoth Ist des großen sich in freuden, Wenn ich christ mittlers tod. lich fie ertrug, Bis gott spricht: 3. Und wer fann mich ihm es ist genug. entreißen? Mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt was, er verheißen. Sein soll ich Christus der ist mein Leben.. mich ewig freun'. Ja mir solls 701. Gott hab ich michy durch ihn gelingen, Mich zu ergeben, und ihm empor zu schwingen, Freu- fahr im frieden hin. Denn denvoll vor ihm zu stehn, Seis christus ist mein leben Und ne herrlichkeit zu sehn. sterben mein gewinn. 4. Da, da ist das freuden 2. Ich freu mich abzuscheis leben, Wo viel tausend seelen den, Und bei dem Herrn zu schon Mit des himmels glanz sein. Zu meines heilands umgeben, Gott vor seinem freuden Geh ich erlöfter ein. höchsten thron Dank und preis 3. Bald hab ich überwunund ehre bringen, Und mit den Gefahr der sünd und noth; allen engeln singen: Heilig, Vergebung hab ich funden; heilig, beilig heißt Gott, der Und selig ist mein tod! vater, sohn und geist! 4. Wenn meine fraft vers 5. Vaterlandverklärter froms gebet, Die zung am gaumen men, Heil, unsterblichkeit und klebt; Das herz um gnade 8 f flehet 450 Dritte Abth. III, Lieder für besondere Vorfälle. flehet und langsam schlägt und, ter, dich genannt. In diebebt. ndio fer seelenwürde liegt Ein hoffe 5. Wenn meine augen brenungsgrund, der nimmer chen, Und, wie zur dürren trügt. zeit, Der hirsch nach frischen 5. Dein sohn zeigt mir die bächen, Zu gott die seele beßre welt. Nun ist mein schreit. glaube festgestellt. Wie herr6. Dann fiebe meinen jain- lich wird der menschheit mer, Herr, sieh mein elend werth Durch jesu zusag' auf an, Und öffne mir die kam- geklärt! mer, In der ich wohnen 6. Glücksel'ge aussicht auch fann. d 10 für mich! Entzückt hebt meis 7. Gib mir ein stilles ende, ne seele sich! Ich seh im Mein Vater nimm von mir geist des christen lohn; Ich In deine treuen bände Den feb auch meinen himmel müden geist zu dir! schon! 7. Daß ich gekrönt mit 7. Da find ich, was dein freuden, Mit wonn und seligs guter rath Zu meinem wohl keit, Nach überstandnem leiden, geordnet hat, Genieße deines Bei dir sei allezeit. si gnadenblicks, Und der vollen9. Dann sing ich mit der dung meines glücks. menge, Die dich im himmel 8. Viel freude gabst du mir preist, Dir ewig lobgesänge, schon bier, O gütigster, wie Gott vater, sohn und geist! dank ich's dir? Stets folgte Nun laßt uns den Leib. fleinerm ungemach Die größere 702. Des todes graun, verfüßung nach. des grabes nacht 9. So hat schon dieser kinds Flieht, herr, vor deiner wahr- heitsstand Der höh'ren hoffnung beit nacht. Mein geist, erunterpfand. Die liebe, die mich hellt von deinem licht, Bebt hier beglückt, Die bleibt und vor des leibs zerstörungsegnet unverrückt. nicht. mi 10. Des freudigsten vers 2. Es fällt ja nur die hütte trauens voll, Erwart' ich, hin, Mit der ich hier umge- was mir werden soll; Wann ben bin. Ich selber, lebend ich, von sünd und noth bewie zuvor, Schwing aus den freit, Nun reife zur vollkomtrümmern mich empor. menheit. the face 3. Ein inn'res mächtiges 11. Der tod darf mir nicht gefühl Verkündigt mir mein schreckend sein; Er führt zum höh'res ziel; Dies streben wahren leben ein. Durch got nach der ewigkeit Erhebt mich tes kraft besiegt mein herz Der über erd' und zeit! frankheit laft, der trennung 4. Dich, höchster, hab' ich schmerz.all analis hier erkannt, Voll liebe, va- 12. Wenn hier von uns, die gott 7. In Todesnöthen oder Eterbelicder. 451 gott vercint, Der letzte auch schmerz. Er peinige mein arbat ausgeweint; Dann wird mes herz. Die feele schreiet ein frohes wiedersehn Auf ewig still in mir: Nimm mich zu unser glück erhöhn. dir, nimm mich) zu dir: GOY 13. Herr unsrer tage führe 4. Jch blick zu deinem kreuz du Uns alle diesem glücke zu; empor, Und halte dir dein sterDaß uns bei standhaft from ben vor. Mir fann in meiner mer treu, Des lebens end'stodespein Nichts füßer als erfreulich sei. dein sterben sein. Jesus meine Zuversicht. 5. Verschmähe meine feufzer 703. Herr, ich bitte, nicht. Sein geift soll, wenn stärke mich, Denn mein mund nicht spricht, Im des tudes schrecken nahen; Und schwersten kampf geschäftig sein, das grab eröffnet fi, Mei Und abba, vater, in mir ne glieder zu empfahen schrein. Stärke mich mit deiner macht, j 6. Wenn einst mein flers Tenn um mich wird alles bend haupt sich neigt, Und nacht. dall sich mein grab mit schrecken 2. Lindre, wenn es dir gezeigt: So sei dein wort: es ist fällt, Meine leiden, meine vollbracht, Mein licht in jener schmerzen, Laß die freuden die- todesnacht. jer wilt Sein verbannt aus 7. Alsfieger gingft du einfk meinem herzen. Steure jedem ins grab, Als sieger leg ich citlen sinn, Daß der tod sei meinen stab Mit freuden vor mein gewinn. die babre hin, Und freu mich, 3. Tiöste mich mit jesu tod, raß ich selig bin. Tröste mich mit jesu wunden. 8. Ich traue, herr, auf deiDaß ich in der legten noth, nen tod, Du bilfft mir in der Daß ich in den legten flun- legten noth; Und schließt sich den, Wann mein mattes herze dann mein lebenslauf: So bricht, Standhaft gehe zum nimm mich in den himmel auf. gericht. 9. Am jüngsten tag erwecke 703. jesu christ, mein's mich, Da sieht mein auge frob lebens licht, Mein auf dich. Ich weiß, im schreck troft und meine zuversicht, lichen gericht Verdammt mich Tief beugt mich meines elends mein erlöser nicht. last; Ach unter ihr erlieg ich faft! 10. Unsterblich werd' ich auf erstehn, Verklärt werd' ich den 2. Mein gott, wo nehm ich vater fehn, Und du machst mich fräfte ber? Der gang zur ewig in deinem reich Auf ewig deis feit ist schwer. Nimm deinen nem bilde gleich! pilger an der hand Und führ 11. frohe aussicht, nahes C ihn in sein vaterland.iel, Wie warten mein der 3. Mich ängsliget des todes freuden viel! Wie selig bin f2 ich, 452 Dritte Abtheil. III. Lieder bei besonderen Vorfällen. ich, wenn mein geist Sich dieser ich selig werden, Drum brauch hütte bald entreißt! nd Wer nur den lieben Gott läßt. 705. ich euer nun nicht mehr. Du, gott, bist's, wenn das eitle Ich fasſe, vater, deine weicht, Ter mir des lebens mm hände, Und halte krone reicht. fie im glauben fest. Verlaß 7. Ich übergebe dir die meis den nicht an seinem ende, Der nen, Du vater der barmherzig ewig sich auf dich verläßt. feit Laß ihnen slets dein troffs Du bist mein aott von jugendlict seinen, und bleib ibr auf. Hilf glücklich enten meis laott zu aller zeit. Behüte sie nen lauf. für ungemach, Und bringe sie 2. Du hast nach deiner vater mir selig nach. güte Beständig wohl an mir ges Vorige Melodie. 10 ttan. Erhör auch meine legte 706. I will dich, gott, bitte. Nimm, gott, mich dort im tod erheben, zu ehren. Ach vater, eins, Selbft noch am grabe dank ich noch eins ist noth, Ein gutes dir. 3um segen gabst du mir end, ein sel'ger tod! mein leben, Und auch zum 3. Du hast mich je und je segen nimmnst du's mir. Mein geliebet, Versorgt, gestärkt, ge- leben sucht ich dir zu weihn, schüßt regiert. Mich oft er Drum bleib ich auch im tode quickt durch leid geübet; Oft dein. wunderbar, stets wohl geführt. 2. Gott, welche feierliche Wohin ich ging, wobin ich stunten, Wenn du mich nun sah, War mir stets deine güte der erd entziehst! Auf mich, nah. den du getreu befunden, Mit 4. Auch jetzt auf meinem stere schonender erbarmung siehst! bebette Sieb meine noth mit Allmächtiger, in dein gericht mitleid an. Erquicke, lindere Gebst du mit mir erlösten errette! Denn du bist's, der nur nicht. helfen kann. Stärt mich im 3. Der leib wird schwach, guten bis ans end, damit ich die morsche hütte, In treu den lauf vollend. mein geist hier wohnt, zers 5. Mein heiland, treib die fällt. Echon gehen meine mü furcht zurücke, Besiege meinen den schritte Den weg zu gott legten feind. Lenk auch im aus dieser welt. Ich bin sterben meine blicke auf deinen getrost und zage nicht, Denn tod, o seelenfreund, Sprich gott ist selbst mein heil und mir muth, trost und freude zu, iicht. Mach ende, bringe mich zur 4. Wie sollt ich vor dem rub. tode beben, Da du, erlöser, 6. Shr, meine güter dieser für mich starbft? Er ist durch erden, Ihr machet mir den tod dich der weg zum leben, Das nicht schwer! Denn jegund werd' du am freuze mir erwarbst. Wie 7. In Todesnöthen oder Sterbgesänge. 453 Wie du ihn gingst, will ich land, sprich: Ich leb', und ihn gehn, Wie du, werd' ich du sollst leben! Dies wort auch auferstehn! von dir nur mir genügt; 5. Laß auch das grab in Des todes schrecken sind be seiner nähe Viir noch die letz- siegt! ten schrecken dräun; Du, herr, 5. Dann droh' mir nicht auf den ich hoffend sebe, Wirst dein angesicht, Gleich misseauch noch dann mein beistand thätern, das gericht, Und sein. So nah dem lohn, den laß mich nicht verderben. gott verspricht, So nah am Nicht sterben laß mich, herr, ziele zag ich nicht! wie die. Die dich verwarfen, 6. Du wacheft über meine die sich nie Bereiteten zu sters seele, Wenn sie ihr baus, den ben! Was ist so furchtbar als leib, verliert: Gibst deinem der tod, Der ewige verwerboten dann befehle, Der sie zu fung droht? deinen freuden führt; Zu denen 4. Ach sterben, sterben wird der rechtichaff'ne christ Durch den tod, Der ewige verwers jesu tob berechtigt ist. fung droht, Wer, herr, dein 7. Ich will dich noch im heil verachtet! Wer nicht in tod erheben, Selbst noch am deinem blute rein, Sich bos grabe preis ich dich! Dann haft weigert, fromm zu sein, ewig werd' ich bei dir keben, Mit vorsag dich nicht achtet; Und da erfreu ich ewig mich! Ach den ergreift der tod, der Für mich ist selbst der tod tod, Der ewige verwerfung gewinn, op! mir, daß ich droht. erlöset bin. 5. Von angst des todes ist D Ewigkeit du Donnerwort. der frei, Der dir geweiht ist, 707. Wann, beiland, dir getreu, 3bun ist er keine meine pilgerzeit ftrafe. Gelobet sei der herr, Nun ganz durchlebt ist, und mein licht, Des todes macht der streit Des glaubens aus erschreckt mich nicht: Mir wird gestritten. Wann kaum mein er nur zum schlafe. Er ist sterbend herz mehr spricht, ein finstrer weg; doch mir Dann jesu komm und schweige Ein weg zum leben und zu nicht zu seinen legten bitten; dir. Erhöre mich, wenn mein ge 6. Gelobet sei der herr, mein bet llm trost zu dir, um gnade schild, Der mich mit rub und fleht. troft erfüllt, Mit willigkeit zu 2. Wann mich fein freund sterben! Ich glaub an ihn und mehr trösten kann, Und doch bin gewiß, Er führt mich aus mein herz bebt, sage dann: der finsterniß Zu seiner freudie sünd ist dir vergeben. Ach den erben. O welchen jubel wenn des todes schrecken mich stimm ich dann Dem todesErgreifen: dann, mein hei- überwinder an! 813 7. Gib 454 Dritte Abtheil. III. Lieder für besondere Vorfälle din 7. Gib, jesu, deinen from- leib erwacht, wie groß bist men fraft, Den schwersten du, und weldy' ein troft im schritt der pilgerschaft Getrost, tode! wie du zu enden! Sprich zu 5. Des tob es schmerzen, den schwachen seelen: ich Bin gott, will ich, Wenn er nun euer beiland, freut euch, fommt, verachten, und mit sprich: Ich will euch nun getrostem blick auf dich, Nach vollenden. Erquicke sie, und meinem ziele trachten, Und nach dem streit Erhöhe sie zur mich dem ziele freudig nahn, feligkeit. mon on Mein himmlisch kleinod zu emWenn mein Stündlein vorh. pfahn, Das je sus mir ers 708. Menn einst meinworben. for repo flerbend augen of BASER 310 bricht, Mein letzter hauch vers Fürbitte für einen schwindet; Mein leib erstar Sterbenden. ret und selbst nicht, Daß er entschläft, empfindet. Wenn um mich, den entschlummernIch hab' meine Sach' Gott. 709. Du wollst erhören, gott, sein flehn, den, Nun alle meine lieben nicht ins gerichte mit ihm gehn, stehn, Und angstvoll mich be. Der jego deiner ewigkeit Sich weinen. naht, befreit Nun bald von 2. Dann, vater, nimm ihn dieser eitelkeit. auf den geist, Der freudig zu 2. Des lebens und des tos dir fliehet, Der dankbar deineldes herr! Nun ist für ihn die güte preift, Daß er den tod zeit nicht mehr. Du hast ges nicht siehet; Dann tröfte, die zählt des bauptes haar, Sein betrübt um mich Mit thränen todesjahr Bestimmt, als keine klagen; laß fie fich Mehr mei- zeit noch war. ner wonne freuen. AUT 3. Erfüllt ist seiner leiden 3. Mein hingefallner leib zahl, Er leidet ißt das leßtes bleibt hier, Ihn wird das mal. Ach sei in seiner todes. grab verschließen. Heil mir, noth Sein freund und gott; das grab wird dennoch dir Ein schlummer sei für ihnder Ihn wiedergeben müssen! Du tod! kommst, erwecker, deine macht, 4. Vollende, vater, seinen Die ihn aus nichts hervorges lauf. Nimm ihn zu deinem bracht, kann auch aus staub frieden auf. Verlaß ihn, wenn ihn bauen. fein herz nun bricht, Verlaß 4. Wie könnt ich trauern, ihn nicht, Herr, herr, mit daß im tód Mein leib zu staub deinem gnadenlicht! 4. 2006 vermobert? Wie könnt ich flas 5. Erleichtre ihm den letzten gen, da ihn gott Vom tode schmerz, Von dir erquidet, wieder fordert? O hoffnung, ruh sein berz. Durch jesu todaß nach kurzer ruh Mein des schweiß und blut, Das ihm 8. In Todesnöthen. did 455 ihin zu gut Er einst vergoß, klagen; Doch, als christ, nicht stärk ibin den muth! zagen.co 6. In ihm vermehre deine 2. Heidnisch es getümmel ruh, Sein armes herz er- Sammert laut gen himmel, quicke du. Geist gottes, laß Und betäubt das ohr! Abgebu in ihm vertraun Auf jesum bärmte mienen Todesangst in schaun, Und so entgehn des ihnen Blicken da hervor. todes graun. Ohne gott Läßt uns der tod 7. Mach ihn getroft, o geist nichts als fummer, furcht des berrn, Zeig ihm den gna- und grauen Bei den gräbern denlohn von fern, Laß ihn den schauen. chon himmel offen sehn, Und jesum 3. 3war der freundschaft zähfehn, Bereit, ibu gnädig zu ren können nicht entebren erhöhn. Menschliche natur; Doch amn 8. Ach gnade, gnade geb für tag der leiden Heulen nur die recht! Denn von dem mensch- Heiden. Christen weinen nur. lichen geschlecht Ist selbst der Sind nicht blind, Wie heibeiligste nicht rein! Wer kann den sind, Die, wenn sie den wohl bein, Gott, ohne deine freund begraben, Keine hoff huld sich freun? nung haben. schis 9. Set, richter, ihm nicht 4. Wahre Christen wehren fürchterlich. Erbarme seiner seele Ungestümmen zähren Den zu dich, Auch aus der tiefe rufet freien lauf. Denn all unser fie, Erböre fie! Erlöse, gott, sehnen, Und ein strom von crlöse sie! thränen Weckt den freund nicht 10. Behüte ihn in seinem auf. Die ihr flagt, Seid un. tod, Ihn segne, segne, segue verzagt, Goites welt ist nicht gott! Wann nun sein augelverdorben, Wenn ein freund sterbend bricht, Leit ihn dein gestorben. licht, Tröst ihn vor deinem 5. Christen, welche hoffen, angesicht! Sehn den himmel offen, Wo ihr tröster ist; Der die ihränen fiillet, Erd' und himmel füllet, Kein geschöpf vergist. Und den freund, Den man beweint, Wann er selig abgeschieden, Nuhet dort im trübet, Freund, frieten. den ich geliebet, Ach du bist 6. Christen dürfen weinicht mehr! Tiefe fille trauer, nen Ueber den gebeinen, Die Bange to dessauer Herr das grab verschließt, Doch schen um mich her; Und dei nur eine zähre, Die dem schmerz Zerreißt mein berz, freund zur chre, Und nicht Ich bin mensch: hier muß ich immer fließt; Denn ihr brick 8f4 Sieht slar alm 8. Bei Sterbefällen. Ghriftliche Trauerum Freunde. Jesu meine Freude. 710. Gott hat mich be 456 Dritte Abtheil. 111. Lieder für besondere Vorfälle. Sieht nach dem glück, Dashmir fehlt die treue hand der menschenfreund dort oben Am weg in's besre vaters Uns hat aufgehoben. land, Mir fehlt des lebens 7. Durch des lebens wüsten freude. Wandern fromme christen Hin 3. O jesu, ach dein liebe nach kanaan; Und auf diesen reich herz Kennt selbst der wegen Ging zu seinem segen freundschaft erlen schmerz, Den Unser freund voran. Seele, ich zu tragen habe. Du selbft du Wirft auch zur ruh In das baft auch als freund geliebt, land des friedens gehen Und Dein zärtlich herz war auch den bruder sehen. betrübt, Bei deines frcandes 8. Freunde treffen dorten, grabe. An des himmels pforten, Ihre 4. Doch sei mein schmerz freunde an. Und ein david auch noch so g: os; Mein Fennet, Ewig ungetrennet, Sei- freund ruht nun in gottes nen jonathan. Eltern gehn schoos. Vor gott will ich mich In jenen höhn Frommen fin beugen. O feliger, genieß dein bern an der seite Mit verein- glück. Ich wünsche rich nicht ter freude. mehr zurück: Geduldig will 9. Es gescheh dein wille, ich schweigen. Bater, seufz ich stille Unter 5. Der leichnam rubt im meinem flobr. Meine augen stillen grab, Gott nahm ihm schauen Glaubend voll ver seine schmerzen ab, Und alle trauen Zu dem herrn em laft der leiden. Empor ge por Träufle du Geduld und flogen ist der geift Zu gott, der rub Gleich dem thau in düre aller vater heißt, Zu seines ren wüsten In das herz der heilands freuden. christen. Beim Verlust eines from 6. troft, o bober troft für mich! Betrübteft herz, ermuntre bich Und stille deine men Freundes. flagen! Erlöst von ihres leiKommt her zu mir spricht. bes joch, Lebt die geliebte seele 711. A hier nicht mehr noch, Sollt ich dann trofilos ach fern von mir zagen? Bist du: ich seh nichts mehr 7. Nein, stille will ich gott von dir, liebe treue feele! vertraun, Auf seine gute füb Entflohn aus meinen armen rung schaun, Und gehn auf weit Aus diesem thal der gottes wegen. Einst schwingt sterblichkeit Entfloh'n bist du, mein geist sich auch empor, o seele! Ich finde, was ich hier ver2. Der freundschaft labsal lor, Mein freund fliegt mir ist dahin, Dein trost, wenn entgegen. ich verlassen bin, Dein mit 8. Du seliger wirst vor mir leid, wenn ich leide! Mir fehlt, stehn, Dich werd' ich fröhlich wie. 8. Bei Sterbefällen. 457 wieder sebn, O freudenvolle 6. Seelen werden hier auf Hunde; Ich fliege deinen ar- lerden Größten theils vergiftet; men zu, Unfierb ich ich, unsterb. Drum nimmt gott nach seis li du, zum neuen freund- nem willen Unsre finder hin schaftsbunde! im stillen, Seinen himmel aus 9. Gedanke der unsterblich zufüllen, doop niaj feit, Erbeitre jede dunkelheit 7. Weint gelinder Um die Und stärk' mich, wenn ich finder; Eltern hemmt die zäh wanke: Besiege jede leidenren. Kann es ihren kleinen schaft; Erfülle mich mit muth seelen Wohl an der erziehung und fraft; Du himmlischer fehlen, Da, wo keine zweifel getanke! quälen? quaten, wo ferit 8. Sebet torten An den pforten Seines himmels wins fet Jesus winkt mit holcen mienen, Und zu lehrern 712. Freund der herzen, gibt er ihnen Engel, die dem Sieh die schmerzen vater dienen. Ach wie nichtig ac wie. Tiefgebeugter seelen! Gott, laß! 9. Nun, wir schweigen Und deinen troft erscheinen, Echau wir beugen Vor dem herrn erbarmend wie die deinen Ueber uns nieter. Wann die erde ihre tobten weinen. wird vergeben, Werden wir 2. Thränen fließen, Weil in jenen höhen, Unsre todten wir müssen Zweige dorren ses wieder sehen. hen, Die, wie jugendliche ro9. Bei Begräbnissen. sen, Von dem morgenthau be nun laßt uns den Leib begraben. gossen, Aus dem garten gottes 713. Begrabt den leib in sprossen. feine gruft, Bis Bei der Leiche eines Kindes. - 3. Eltern stehen stumm und ihn des richters stimme ruft! seben Auf die kleine leiche, Ihre Wir säen ihn einst blüht er hoffnung ist zerschlagen, Und auf Und steigt verklärt zu gott die luft von fünft'gen tagen hinauf. Sehn sie nun zu grabe tragen. 2. Aus staube schuf den 4. So verwelfen Dann die leib ber herr: Er war schon nelfen Noch in ihrer fnospe! ftaub, und wird's nun mehr, Blumen, die so herrlich stehen, Er liegt, er schläft, verwest, Müssen, wenn die winde weerwacht Dereinst aus dieser hen, Kaum halb aufgeblüht, todesnacht. vergehen. 3. Des frommen feele lebt 5. Doch nur stille, Gottes bei gott, Der sie aus aller wille Jft allein der befte! Derjihrer noth, Aus aller ihrer die finder uns gegeben, Hat missethat Durch seinen sohn die macht zum bessern leben erlöset hat. Diese kinder zu erheben. JUL 4. Hier hat ihn trübsal oft 8f5 458 9. Bei Begräbnissen. gedrückt: Nun wird er dort 4. Schuell schwindet unsre bei gott erquict, Hier wandelt lebenszeit; Auf's sterben folgt er im dunkeln thal Nun ist die ewigkeit. Wie wir die zeit er frei von schmerz und qual. hier angewandt, So folgt der 5. Blieb er gott treu bis an lohn aus gottes band. sein grab: So wischt gott ihm 5. So währen reichthum, die thränen ab. Was sind die ehr und glück, Wie wir selbst, leiden dieser zeit, Gott, gegen einen augenblick: So währt deine herrlichkeit! auch freuz und traurigkeit, 6. Nun, du erlöster, schlaf Wie unser leben, kurze zeit. in ruh! Wir gehn nach unsern 6. Mensch, tod und richhütten zu, Und machen zu der ter nahen sich. Es schallet ewigkeit Mit freud' und zit hier die stimm an dich: In tern uns bereit. allem, was du denkst und 7. Herr jesu, dein versöh- thust, Bedenke, daß du sterben nungstod Stärf uns in unsrer mußt! sinon legten noth! Laß uns im glau. 7. Hier, wo wir bei den ben treu und rein Und selbst gräbern stehn, Soll das geim tode freudig sein. bet zum vater gehn: Mein gott, ich bitt durch christi blut, Mach's einst mit meinem ende and Tout Joon and In voriger Melodie. 714. Nun bringen wir gut. den leib zur rub. 8. Laßt alle sünden uns bes Und decken ihn mit erde zu, reun, Vor unserm gott uns Den leib, der nach des schö- findlich scheun. Wir sind hier pjers schluß, 3u staub und immer in gefahr: Nehm jeder erde werden muß. seiner seele wahr! 2. Er bleibt nicht immer 9. Wenn unser lauf vollenasch und staub; Nicht immer det ist, So sei uns nah, herr der verwesung raub; Er wird, jeju christ! Dach uns das sterben wenn christus einst erscheint, zum gewinn; 3euch) unsre fees Mit seiner seele neu vereint. jien zu dir hin. 18 das 3. Hier, mensch), hier lerne, 10. Und wenn du einst, o was du bist, Wie elend unser lebensfürst, Die gräber mächtig leben ist! Nach sorge, furcht öffnen wirst, Dann laß uns und mancher noth, Kommt fröhlich auferstehn, Und freudig endlich noch zulegt der tod. bir entgegen gehn. Indor amer 114 Mug Tomur- sil Register 459 196-110 110 115 60 Register der Gesänge nach dem Alphabet, und auf die Nummer der Lieder rind eingerichtet. Ach gott und herr wie 339 Auf jesu freunde freuct 203 487 Ach gott vom himmel 273 Auf meinen lieben gott 415 Ach gott wie ein geschwäß 626 Auf meine seel lobsinge 481 Ach gott wie manches 566 Auf o feele werde munter 627 Ach hier nicht mehr ach 711 Auf schicke dich recht feiert. 114 Ach könnt ich toch mit 697 Aus deiner milden seg. Ach lieber gott ich bitte 691 Aus einem tief vor dir Ach wenn werd' ich von 355 Aus freudigem gemüthe Ach wie ist der menschen 417 Aus meines herzens Ach wider dich mein gott 337 Aus tiefer noth ruf ich Alle menschen müssen sterben 700. Allein gott in der böb sei 47 Befiehl du deine wege gr. 612 341 tfe notp ruf io, 341 428 340 660 713 429 83 Chrifte du lamm gottes 142 23 Allein zu dir herr jesu christ 352 Begrabt den leib in seine Allen menschen und auch 576 Bewahre mich berr, daß 369 Allen welche nicht vergeb. 586 Bis bieber balfst du mir 448 Alles was ich bin und 583 Bringt preis und ruhm 190 Allmächt'ger der im himmel 444 Ford Hop t Allmächtiger ich bebe mich 611 Christ alles was dich fr. Allmächtig großer gott Allwissender vollkommner Als in der krankheit schm. Also hat gott die welt Am freuz erblaßt der Am freuze rief der sohn Anbetungswürd'ger gott An dich mein gott zu denk. Auch diesen tag bab' ich Auch zu baus und in der Auf christen bringet preis Auf christen laßt unse Auf christen preist mit Auf christi Himmelfahrt Auf deine weisheit schauen 698 Dank bester vater will 109 Dank ewig dank sei dein. 167 Dank sei dir vater mein. 164 Das glück ist groß das 17 Das grab ist 1er des 403 Daß ich mich mein gott 636 Dein bin ich gott dein 497 Dein bin ich herr dein 462 Deines gottes freue dich 98 Dein heil bat beut volk 461 Dein heil o christ nicht 208 Dein reich v gott ist 423 Dein sind wir gott in 294 Auf gott und nicht auf 414 Dein wille herr und vater 692 Dein 401 265 676 601 194 513 79 376 404 129 434 63 460 Register ter Gesänge Dein wort o böchster ist 229 Dir unserm gott ist niem. 64 Dem herrn will ich vertr. 556 Dir vater der du dein. 211 Dem höchsten öffentlich 492 Dies christen ist der tag. 496 Den rathschluß deiner 139 Dies ist der tag an 493 Der alles weislich wend. 628 Dies ist der tag den gott 115 Der du alle deine werke 613 Dreieiniger gott ich preise 51 Der du das leben mir 278 Du aller menschen vater 594 Der du der strafen schwere 177 Du bester trost der arinen 686 Der du die liebe felber 577 Du bist ein christ was Der du durch deiner allm. 43 Du bist's dem ehr und Der du mich als ein vater Der du uns als vater Der du uns das heil err. Der du uns mit deinem Der freuden füll' ist Der herr hat alles wohl Der herr ist gott und Der legte meiner tage Der morgen kommt und Der unsre menschheit an Der wollust reiz zu wider Des jahres schönheit ist Des leibes warten und Des morgens erste stunde Des todes graun des Dich bet' ich an erstand. Dich bitt' ich gott beweise Dich herr und vater Dich höchster ehrerbiet. Dich ruf ich an gott laß Die auf der erde wallen Die bahn ist raub auf Die feinde deines Die herrlichkeit der erde Die Kinder deren wir Die frankheit du gerecht. Die zunge die vern. Dir dank ich für mein Dir gott dir will ich Dir gott sei preis und Dir großer herrscher Dir hab' ich mich ergeben Dir sing' ich lob herr Dir trau ich gott und 216 87 173 158. 549 471 400 Du der du die wahrheit 230 215 Du ter frommen beste 111 Du der fein böses thut 370 Du der menschen heil 326 Du der voll blut und 188 Du des sich alle himmel 443 18 Du führer der mit tr. 213 295 Du gabst mir ew'ger net 569 625 Du gott bist unsre bülf' 687 316 Du gott du bist der Herr 639 531 Du gott und vater aller 647 648 Du bast auch mich zur 240 528 Du hast mein vater und 418 614 Du herr bist meine zuv. 419 702 Du berr der seraphinen 72 197 Du berr haft aus barmh. 258 675 Du berr und vater mein. 284 480 Du flagst o christ im 553 407 Du flagst und fühlest 384 Du liebst o gott gerecht 282 Du milder geber aller 564 Du o berrscher stiegst 274 Durch dich gott bin ich 550 Durch dich v großer 661 Du vater deiner menschh. 399 693 Du weiser schöpfer aller 33 600 Du wesentliches ebenbild 131 402 Du wiesest jesu nicht die 249 44 Du willst es herr mein 514 77 Du wollst erhören gott 709 135 541 Cifriz sei und fest mein 530 76 Cilt fünder eilt in jesu 424 Ein frembling bin ich 110 227 Ein 545 581 62 505 664 476 auf die Nummer der Lieder eingerichtet 461 483 187 699 65 Ein herz o gott in freud 555 Froblockend gott erheb Ein lamm geht hin und 145 Froblock mein herz weil 202 Ein mensch ein fürst ein Ein milder regen stärket Ein ruhiges gewissen Eins ist noth o herr dies Ein starker schuß ist uns. Entehre nicht mein berz Entfernet cuch unsel'ge Erbarm dich herr mein Efülle herr doch selbst Erbabue majeftät 690 Froblockt dem berrn bringt 189 652 Frohlockt ihr Christen 524 Für alle Franken bitt 512 Fürroahr du bist o gott 269 544, Gedanke der uns leben 279 Gehorsam ist die beste 385 Geist vom vater und 138 Gelobet seist du gott 411 Gelobet seist du jesu chr. Erhabner gott was reicht 13 Gelobt gelobt seist du Erhalt uns berr bei dein. 271 Gelobt sei gott ich bin 277 Ehalt uns herr die obr. 659 Gelobt seist du herr uns. 259 Eibebe christ dein herz 206 Gerechter gott vor bein E: bebe vom Geräusch d. 159 Getreuer gott verleihe Erhebt den berrn ihr 99 Getreuer gott wie viel Erhöhter jesu gottessohn 315 Geweiht zum christenthume Erhör uns gott wir flehn Erinnre rich mein geist Er ist erstanden jesus Er kommt er kommt der 36 ist dieſes 2 196 Geweiht zum christenthume 193 246 sind wir 106 Gib gott wenn ich dir 517 Er fommt er kommt zum 317 Gib herr daß dein theures 3 Er lebt o freudenwort Erlöser der im staube Ermuntre scele dich und Erniedrigt batte sich Erwache fröhlich mein Es baut berr deiner 96 412 217 236 116 685 Es eilt der letzte von den 293 Gott dein unsichtbares Es ist noch eine ruh vorh. Es ist vollbracht ruft Es wolle gott uns gnäd. Es zieht o gott ein Ew'ge liebe mein gem. Ewig ewig bin ich dein Ewig o jesu wird dein Fern set mein leben jeder Freudenvoll ist meine Freue dich des herren tag Freund der herzen fieb Freiwillig hast du dar. 382 45 250 122 195 Gib mir o gott ein herz 578 141 Gib vater daß mein herz 410 377 Gott deine gnade sei 161 Gott deine gnade ist 644 Gott deine gute reicht so 650 Gott deine weise macht 604 446 58 233 66 95 324 Gott der an allen enden 165 Gott der du die mensch. 587 272 Gott der du für uns 684 Gott der du herzenskenner 498 97 Gott der du in dem 442 248 Gott der wahrheit dessen 420 268 Gott des himmels und 615 Gott dessen band die welt 458 582 Gott dessen liebesvoller 672 192 Gott dessen macht des 681 199 Gott dessen nam' ift 460 712 Gott dessen starke hand 191, Gott dessen stuhl der him. 397 Gott 56 pin Register der Gesänge. id tun 462 Gott dir gefällt fein Gott dir sei mein dank ( Sott du bist beilig und Gott du bist von ewigkeit Gott du baft in deinem Gott durch den wir sind Gott du willst, daß Gott ein erbarmer Gottes sohn ist kommen Gott gern möcht ich bei. Gott grenzenlos undenk. Gott bab' ich mich ergeben Gott hätte dein geliebt. Gott hat in meinem Gott hat mich betrübet Gott beilig sei dein nain' Gott hört der wittwen Gott im himmel und auf Gott ist's der das verm. Gott ist mein bort und Gott ist mein lied er Gott kann allein das beste Gott fennet und erforschet Gott mein höchftes Gott ruft die jonn und Gott sei dank ich lebe Gott sei dank in aller Gott vater an erbarm. Gott vor desfen angesicht Gott werde stets von Großer gott erhabnes wesen Großer mittler der zur Groß ist des böchsten Gut und heilig ist dein Hab' ich ein gut gewiss. Halte dich nicht länger Halt im gedächtniß jesum Heiland den uns gott ver. Heil teinem volke dem heilig, beilig ist der herr Heilichster jesu heiligungs. Heil uns aus unsrer f. Helft gottes huld mir 381 Herr allerhöchster gott 363 662 Herr allerhöchster gott im 89 himmel 242 in 651 21 Herr aller weisheit quell 452 218 Herr an dir bab' ich ge. 342 237 Herr teine allmacht reicht 27 238 Herr deine rechte dein 689 Herr deine sanftmuth 1 124 Herr dein geseß, daß 388 Herr der du alles gibst 29 Herr der durch der liebe 701 Herr der du mir tas 588 231 73 94 Herr der du willig als 666 Herr der zeit und ew. 710 Herr des himmels starfer 148 396 Herr dessen auge alles 669 Herr tir sei preis ich 655 Herr du bist heilig im 534 Herr du bist meine zuverfi. 243 Herr du erforschest mich 59 Herr du erforscht und 546 Herr du hast in dein, 629 Herr du kennest mein mo 90 485 Herr du wollst uns vor 256 640 Herr es ist von meinen 630 616 Herr gott rich loben wir 466 126 Herr gott du bist die 441 Herr bier fichet unser 35 Herr höre mein gebet 81 Herr ich bin dein eig. 88 Herr ich bitte stärke mich 703 209 Herr ich falle vor dir 254 484 Herr id) hab' aus dein. 572 413 Herr jesu christ du 351 Herr jesu christ mein 297 607 Herr jesu deine angst 488 Herr jesu gnadensonne 266 Herr laß mich doch ge. 537 127 Herr laß nach eitler 234 Herr mache meine seele 108 Herr mein erlöser der 136 Herr mein erlöser nur 93 Herr mein licht erleucht 241 633 Herr meiner seelen 387 320 143 454 365 519 671 643 263 571 374 235 499 200 24 25 22 674 540 425 589 520 Herr auf die Nummer der Lieder eingerichtet Herr neige mein gemüthe 57913ch glaub an einen Herr obne glauben kann Herr sei gelobet, daß Herr stärke mich dein Herr und regent der Herr unfer gott erb. Herr unser gott wer ist Herr vor deinem angesicht Herr wenn einst deine 309 3ch Herr wie lange muß 386 Herzallerliebster gott an 455 3ch Herzlich lieb hab' ich dich 50701 Herzliebster jesu was hast Heute sprach mein heil. Hier bin ich jesu zu erf. Hier ist mein herz Hilf berr laß es wohl Hilf jesu, daß ich meinen Hin an dein freuz zu Hoch am bimmel steht Höchster denk ich an Höchster dessen starke Höchster gott wir danken Höchster tröster fomm Hör unser gebet geist 463 48 367 255 667 356 Ich habe mir Gott ernstl. 383 264 3h habe nun den grund 357 137 3h hab' in gottes herz 432 4513 hab' in guten stunden 696 673 3h hoff, o gott, mit 361 50 Jch komme friedensfürst 4 3ch fomme herr und komme vor dein angesicht dud komme vor dein an- 002 gesicht verwirf 155 Jch lobe dich und preise 163 3ch preise dich o herr 260 3d) finge dir mit herz 405 Sc singe meiner seelen 642 3h staub vom staube 584 Sch sünder darf mein 169 Ich weiß an wen mein 645 Ich weiß mein ende 343 3ch weiß mein gott, daß 75 Ich weiß und bins ge. 9 Ich will das abendmahl 219 Ich will dem schöpfer 220 Ich will dich gott im ich will in stiller einsam K 46 Jauchzt unserm gott Ja zur fille will ich Ich armer mensch o Ich bin ein christ gott Ich bin getauft nach Ich bin ja herr in Ich bin mit deiner Ich bin o gott dein Ich danke dir von herzen Ich danke dir vor Ich denk an dein ge. Ich ergebe mich dem Ich fasse vater deine Ich flehe gott von ew. Ich freue mich der Ich freue mich mein Ich fühle, daß ich ft. Ich geh' einst ohne beb. 447 32 252 477 67 392 345 301 288 69 366 251 475 706 feit ist 668 526 Jesu Christe dessen w. 344 Jefu deine tiefe wund 391 Jesu du mein licht 247 Jefu freund der 2831 Jesu jesu stärke mich 584 Jesu meiner seelen licht 312 82 Jesu meines lebens leben 174 175 Jesus lebt mit ihm auch 198 176 Jesus meine zuversicht 318 Jegt leb ich ob ich morg. 426 Segt sinkt die sonne 705 Jhm der das licht ent. 338 Sbr die ihr euch von 310 n allen meinen thaten 406 In gottes rath ergeben 280 trübfal christ sei 304 3ft auch ein gott wer 149 181 1509 262 178 172 575 631 671 371 427 296 651 10 Ift 464 fin Register der Gesänge.9306 Ift gott für mich sons 360, Lobsinget gott und bet. Ist nun auch meine 298 tobt den höchsten jesus Lobt gott ihr christen 183 Cockt der versuchung Kaum flieg zu ihrem Kein lehrer ist dir jesu Klag nicht mein herz Könnt ich in meinem Komm auf uns o geist Komin betend oft und 1 Mein bester trost in Komm heilger geist erf. Komm o komm du geist 222 Meine lebenszeit verft. Kommst du kommst du 107 Meinen jefum laß ich Komm schöpfer fomm o 223 nicht Kommt die ihr noch nicht 133 Meinen leib wird man Kommt kommt den herrn zu 28 Mein erlöser auch für Kommt laßt uns gott 678 Mein erlöser gottesjohn Kommt laßt uns jesum 160 Viein erst geschäft sei Kommt und laßt euch 375 Mein ganzer geift gott Mein geift erstaunt all. 408 Mein glaub ist meines 275/ Mein gott auch dieser 86 Mein gott dir ist bew. 538 Mein gott du bist ger. 332 Mein gott durch deine 598 Mein gott du weißt am 380 Mein gott du wohnest 224 Mein gott ich weiß w. 472 Mein gott zu dem ich 125 Mein größter wunsch 121 Mein beiland deine 521 Mein heiland lebt er 649/ Mein Herz ermuntre Laß doch in meines Laß doch o jesu laß dein Laß mich des menschen Laß mich doch nicht o Laß mich doch o mein Laß mich höchster dar Laß mich o herr in all Laß vater reinen guten Laßt unsern gott uns Laßt uns mit ehifurcht Laßt uns unserm gott Lehre mich herr recht Liebreicher gott dein seg. Liebster jesu wir sind hier 51 Mein jesu der voll Liebster vater ich dein 349 Mein jesu du haft unf. Lob ehre preis und d. 102 Mein jesu für dein Lob chr und dank sei dir Mein jesus ist mein 490 und 683 Mein jesus lebt mag 468 Mein jesus triumph. 117 Mein leben steht in 482 Mein schuß ist gott 113 Menschen unser heil ist 185 Mit dir geh ich an 467 Mit ern o menschenk. 55 Mit freuden laßt uns Lobet ten herrn den Lob sei dem allerhöchst. Lobsing dem herrn o Lobsinge gott o christenh. Lobsinge meine seele Lobfinget gott dank pr. Lobsinget gott er schuf 464 186 120 527 130 378 Mache dich mein geist 525 440 Mag doch der spötter 221 Man lobt dich in der 435 Mein auge sicht o gott 358 470 68 439 292 504 314 150 171 618 328 469 605 619 91 654 620 431 239 285 348 478 100 313 491 694 128 151 299 201 207 300 421 112 535 104 641 Mit auf die Nummer der Lieder eingerichtet. Mit freudigem gemüthe 6211 Mit fröhlichem gemüthe Mit frommer freude 18: 30-19: Nach deinem rath o Nach dir verlanget m. Nach einer prüfung Nach meiner seelen feel. Nein murren will ich Nicht daß ichs schon Nicht mürrisch finster Nicht um ein flüchtig Nie bist du höchster v. Nie will ich wieder sch. Nimm von uns herr Noch bin ich ein gast Noch immer wechseln Noch läßt der herr m. Noch nie hast du dein Nun bitten wir den Nun bringen wir dem Nun danfet alle gott Nun danket all und Nun ist es alles wohl 465 heiliger geist laß uns 6 40 heiliger und guter gott 214 311 heiligfler wen nennst 373 Hoherr mein gott der 179 536 herr mein gott ich 347 Ohne raft und unver. 325 höchster dessen kraft 5230 jammervolle tage 543 jesu christe gottes 393 D jesu christ mein H. 597 jesu christ meins leb. 225 D jesu jesu gottes sohn 30 jesu licht und heil 590 jesu wahrer frömm. 688 könnt ich dich mein gottessohn berr jest O gott ich preise deine gott mein schöpfer O gott sobald der tag großer gott der alle großer gott du rein. heilger geist kehr bei 303 60 622 37 D vater fend uns dein 226 vater unser gott 714 473 463 166 welch ein glück ein welch ein unschäßbar welt sich hier dein 156 blinde wuth o durst O taß doch bei der O du mein mittler jesu O freude seht das grab 656 Preis fei dir meinem 144 Preis christen mit zuf. 184 11 Quälet mich nicht b. gott aus deinen w. O gott den alle weisen O gott des himmels 54 Quelle der vollkommn. 53 gott du bist die liebe 39 Schaffet schaffet men. gott du bist mein O gott du frommer gott du gott der O gott du kannst den 494 Schicke dich erlöste f. 450 Schon frühe segt mich 665 Schon ist der tag von 633 Schön ist die tugend 364 Schüße die deinen die 84 Schwing dich auf zu 500 Schwingt heilige ged. 646 Seele denk an golgata 31 Sebt jesum den ger. 227 Seht welch ein mensch 228 Selig gott sind die dein & 8 663 570 677 680 261 506 704 lamm gottes unschuld, 140 331 schreckliches leid der vater der barmh. 346 508 267 510 474 8 438 78 608 157 wie huldreich ist der 118 O wie unaussprechlich s. 329 632 658 542 398 336 253 670 319 389 276 552 16 168 153 154 7 Seli 119 Register der Gesänge sid tun 289 Vom himmel ward d. 307 Von angst dabin geriss. 152 123 Von dir gott der barmb. 457 596 Von dir kommt jede gute 436 489 Von dir o vater nimmt 560 557 Von ganzer feele preis 532 Von Gott will ich nicht 212 Vorbild wahrer men. 57 Vor dir herr jesu steb 335 Vor deinen thron tret 453 456 15 Wach auf mein herz 61 Wachet auf vom schlaf 633 Wagst du vor gottes 147 Wann beiland meine 634 Warum betrübst du 105 Warum erbebst du 101 Warum sollt ich mich 580 Was bin ich gott vor 679 Was gott thut das ist 80 Was hilft es mir ein 591 Was ich nur gutes h. 563 Was in mir ist mein 390 Was ist das leben hier 70 Was ist der mensch d. 334 Was ist mein leben b. el 466 atch Selig gott sind die die Selig find des himm. Sei christenheit sei Seid barmherzig mensch. Sei lob und ehr dem Sei seele stark und Sei um die wolluft zu Sei weltversöhner sei Sei zufrieden mein g. Sichrer mensch noch Sieh hier bin ich ehr. Singt unserm gott ein So bald o gott der tag So flieben unsre tage So gehst du jesu willig So hab ich gott durch Sohn der uns verheiff. Sohn gottes eingebor. So jemand spricht ich So ist nach gottes rath So lang ich athme Sollten menschen m. Sollt es gleich bisw. Sollt ich jetzt noch da Sollt ich meinem gott So wahr ich lebe sp. So weit nur deine sonne 31 Was ist mein zeitl. leb. Theuer sei mir allez. Was ists daß ich mich 244 Was kann ich doch für Was mein gott will 210 Was soll ich ängstlich 162 Was sorgst du ängstl. 26 Was zagst du, gott r. 291 Web dem der läugnet 20 Welch glück o gott ist 31 Welch bohes beispiel 19 Welch lob soll ich dir 465 Wem weisheit fehlt d. 637 Wenn Christus seine Wenn du des nächsten 592 Wenn einst in meinen 304 Wenn einst mein sterb. 257 Wenn ich auf gottes 7 Wenn ich gott meinen Ueber aller himmel Um gnade für die sünd. Umsonst umsonst verh. Unaussprechlich schnell Unendlicher den feine Unerforschlich sei mir Unermeßlich ewig ist Unsern gott den gott Unwiederbringlich schnell Verbittre dir dein I. Versäume nie dich sel. Voller ehrfurcht dank Voll freud und fromm 416 132 353 449 623 321 437 707 565 305 561 573 562 368 516 479 554 170 567 529 558 354 547 430 21-281 433 12 602 511 486 522 270 585 308 708 323 14 Wenn auf die Nummer der Lieder eingerichtet. dulc 518 Wie selig lebt ein m. 52 Wie sicher lebt der in. 180 Wie soll ich dich empf. 372 Wie theuer gott ist 459 Wie ungewiß ist herr 515 Wie viele freuden dank 610 Wie wichtig ist roch off Wenn ich o gott von Wenn ich o schöpfer d. Wenn mich die sünden Wenn nicht zur übung Wenn wir in höchsten Wer bin ich wichtig ist Wer gottes wege geht Wer gottes wort nicht 622 Wie wird mir denn D302 Wer ist wohl wie du 503 Wie wohl thust du m. Wer kann gott je was 445 Will mich o gott bien. Wer nur den lieben gott 422 Willst du der weisheit Wer weiß wie nahe m. 287 Wir freuen uns herr Wer zählt der engel beere Wie finster ist der letzte Wie fliebt dahin der Wie getroft und beiter Wie göttlich sind doch Wie groß ist des allm. Wie groß ist unsre fel. Wie groß wie angebet. Wie grundlos sind die Wie herrlich jesu starker Wie herrlich strahlt der Wie lieblich ist doch berr Wie mächtig spricht in Wie mannigfaltig f. Wie sanft sehn wir den Wie schnell ist mir ter Wie selig herr ist der 10 467 593 290 103 333 286 42 1985 330 559 209 204 92 149 245 682 74 Wir gehn in unvollf. 322 ir glauben an den 568 Wir menschen sind zu 359 Wir sind in nothom 134 Wir singen herr von 38 Wo eilt ihr hin ihr I. 603 Wo find ich gott den 501 Wohl dem der begre 146 Wohl dem der richtig 205 Wohl wohl dem m. 502 Wohlzuthun und mitzuth. 495 Wort aus gottes mund 609 Wo soll ich fliehen hin 533 306 Zeit die ich seufzend z. 635 Zu deiner chr bin ich 379 3ur grabes rub entschl. 657 574 395 539 599 606 495 232 350 695 624 182 Die Litaney wie sie an monatlichen Bußtagen gelesen wird. Herr Gott Vater im Himmel erbarme dich über uns! Herr Gott Sohn, der Welt Heiland, erbarme dich über uns! Herr Gott heiliger Geist, erbarme dich über uns! Sei uns gnädig, verschone uns, Herr unser Gott! Sei uns gnädig, hilf uns, Herr, unser Gott! Für allen Sünden, für schädlichen Irrthümern, für allem Uebel, für des Teufels Trug und List, für bösem schnellem Tod Die litaney. sid 468 Tod, für verderblichen Seuchen und theurer Zeit, für Krieg und Blutvergießen, für Aufruhr und Zwietracht, für Hagel und Ungewitter, für Feuer und Wassersnoth und für dem ewigen Tod behüte uns, Herr unser Gott! Durch deine Menschwerdung und heilige Geburt, durch deinen Todeskampf und blutigen Schweiß, durch deinen Tod am Kreuz, durch deine siegreiche Auferstehung und Himmelfahrt, in unserer letzten Noth und am jüngsten Gerichte hilf uns, Herr unser Gott! Wir arme Sünder bitten, du wollest uns erhören, Herr unser Gott, und deine christliche Kirche regieren und führen, alle Bischöfe, Pfarrer und Kirchendiener im heilsamen Wort und heiligen Leben erhalten, allen Rotten und Aergerniffen wehren; alle Irrige und Verführte wieder bringen, für Versuchungen zum Bösen uns behüten, treue Arbeiter in deine Erndte senden, deinen Geist und Kraft zum Worte geben, allen Betrübten und Schwachen helfen, und sie trösten: erhöre uns, Herr, unser Gott! Unferm Kaiser, allen Königen und Fürsten Frieden und Eintracht geben, unsere hohe Landesobrigkeit und ihre Be amten und Diener mit deinem Geist regieren, segnen und behüten. die christliche hohen und andere Schulen kräftiglich erhalten, unsere Stadt, den Rath und die ganze Gemeinde segnen und behüten, erhöre uns, Herr, unser Gott! Allen, die in Noth und Gefahr sind, mit Hülfe erscheis nen, allen Schwangern und Säugerinnen fröhliche Frucht und Gedeihen geben, aller Kinder und Kranken pflegen und warten, alle, die unschuldig gefangen sind, los und ledig lassen, alle Wittwen und Waisen vertheidigen und versorgen, aller Menschen dich erbarmen, unsern Feinden, Verfolgern und Lästerern vergeben und sie bekehren, und uns gnädiglich erhören. Erhöre uns, Herr, unser Gott! Jefu Chrifte Gottes Sohn, erbarme dich über uns! O du Lamin Gottes, das der Welt Sünde trug, erbarme dich über uns, o du Lamm Gottes, das der Welt Sünde trug, gib uns deinen Frieden. Amen! 09 T dies hag Episteln und net BARA van gelien auf alle Sonntage und hohe Feste. Am I. Sonntage des Advents. Epistel, Rom. 13, v. 11.14. our cluar) Lieben Brüder, weil wir solches wissen, nehmlich die Zeit, daß die Stunde da ift, aufzustehen vom Schlaf, ( fintemal unfer Heil jeßt näher ist, denn da wirs glaubs ten), die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeikom men: So laffet uns ablegen die Werke der Finsterniß und anlegen die Werke des Lichts. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium, Matth. 21, v. 1.. Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, fandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihr; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Sage der Tochter Zion, fiehe dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Efel und auf einem Füllen der lasts baren Efelin. Die Jünger gingen hin und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und 1 2 Episteln er et feßten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg, die andern hieben die Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobet sei der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe. Am II. Sonntage des Advents. Epistel, Rom. 15, v. 4. 13. Lieben Brüder, was aber zuvor geschrieben ist, das iſt uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei ges finnet seid unter einander nach Jefu Chrifto, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott, und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleich wie euch Christus hat auf genommen zu Gottes Lobe. Ich sage aber, daß Jeſus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott los ben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stes het: Darum will ich dich loben unter den Heiden, und deinem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch ihr Heiden mit seinem Volf. Und abermal: lobet den Herrn alle Heiden, und preiset ihn alle Völker. Und abermal spricht Jefaias: Es wird sein die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium, Lucå 21, v. 25:36. Jesus sprach zu seinen Jüngern, Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange fein und werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und warten der Dinge, die da kommen sollen auf und Evangelien. Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und als dann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolfen mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber diefes anfäher zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlöfung nahet. Und er fagte ihnen ein Gleichs niß: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume. Wenn fie ausschlagen, so sehet ihr an ihnen und merket, daß jeßt der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles febet angehen, so wiffet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: dies Geschlecht wird nicht vergehen; bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschwes ret werden mit Freffen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch: denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, die auf Erden wohnen. So seid nun wacker allezeit, und betet, daß ihr würdig werden möger zu entfliehen dies sem allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. 3 for Gaul Am III. Sonntage des Advents. Epistel, 1 Kor. 4, v. 1.5. Dafür balte uns jedermann, nemlich für Chrifti Dies ner und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fuchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß fie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt: aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr ists aber, der mich richtet Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr fommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offens baren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Evangelium, Matth. 11, v. 2.10. a aber Johannes im Gefängniß die Werke Chrifti börete, fandte er feiner Jünger zween, und ließ ihm sas gen: Bist du, der da fommen soll, oder follen wir eis 1* 4 Episteln un nes andern warten? Jesus antwortete und sprach in ihnen: Gehet bin und faget Johanni wider, was ihr fehet und hörer. Die Blinden, sehen, die Lahmen ges hen, die Aussäßigen werden rein, die Zauben hören, die Todten stehen auf, und den Armen wird das Evan. gelium gepredigt. Und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seid ihr hinaus gegans gen in die Wüste zu sehen? Wollet ihr ein Rohr sehen, daß der Wind hin und her webet? Oder, was seid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wollet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Klei der tragen, sind in der Könige Häuser Oder, was feid ihr hinaus gegangen zu sehen? Wollet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser ists, von dem ges schrieben stehet: Siehe, ich fende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. Am IV. Sonntage des Advents. Epistel, Phil. 4, v. 4.7. Lieben Brüder! Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich: Freuet. Eure Lindigkeit laffet fund seyn allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sor get nicht; sondern in allen Dingen laffet eure Bitte im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund wers den. Und der Friede Gottes, welcher höher ist denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Chrifto Jesu. Evangelium, Joh. 1, v. 19, 28. Und dieß ist das Zeugniß Johannes, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und längs nete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Chriftus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elias? Er. sprach: Ich bins nicht. bist du ein Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm. Was bift du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns ges fandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüsten: und Evangelien. 5 richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gefandt waren, die waren von den Pharifäern, und fragten, ihn, und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ist's, der nach mir fommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dieß geschah zu Bethabara, jenseits des Jors dans, da Johannes, taufete. Am heiligen Christtage. Epistel, Tit. 2 v. 11. 14. Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Mens fchen, und züchtiget uns, das wir follen verläugnen das ungöttliche Wesen, und die weltliche Küste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die felige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unsers Heilandes Jefu Chrifti, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er und erlös fete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken, Evangelium, Lucă 2, v. 1 14. a Es 8 begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto aus ging, daß alle Welt geschäßer würde. Und diese Schatzung war die aller erste, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schaßen ließ, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Fand, zur Stadt David, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, feinem vertrau ten Weibe, die war schwanger. Und als sie das felbst waren, fam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine: Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und 6 Episteln. es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Heerden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie und fie furchten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet ench nicht, Siehe, ich, verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Am Tage St. Stephani, des ersten Märtyrers ne neuen Testaments. Epistel, Ap. Gesch. 6 und 7. Kapitel. Stephanus aber voll Glaubens und Kräfte, that Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da stans den etliche auf von der Schule, die da heißet der Libers tiner, und der Cyrener und der Alexanderer, und derer, die aus Cicilia und Asia waren, und befragten sich mit Stephano. Und vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, der da redete. Da richteten sie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn get höret Lästerworte reden wider Mofen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Aeltesten, und die Schriftgelehrten, und traten herzu und rissen ihn hin, und führten ihn vor den Rath, und stellten falsche Zeus gen dar, die sprachen: Dieser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und andern die Sitten, die Moses gegeben hat. Und sie faben auf ihn alle, die im Rath fassen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechten Gott tes, und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie und Evangelien. fchrieen aber laut, und hielten die Ohren zu, und stürme, ten einmüthiglich zu ihm ein und stießen ihn zur Stadt hinaus, und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß. Saulus. Und steinigten Stephanum, der ausrief und sprach: Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er kniete aber nieder und schrice laut: Herr behalte ihnen diese Sünde nicht! und als er das gesagt, entschlief er. 7 Evangelium, Matth. 23, v. 34-39. Der Herr sprach zu den Pharifäern und Schriftgelehr. ten und Obersten der Juden: Siehe, ich fende zu euch Propheten und Weisen und Schriftgelehrten, und ders felbigen werdet ihr etliche tödten und freuzigen, und ets liche werdet ihr geißeln in euren Schulen und werdet fie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergoss sen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Ale tar. Wahrlich ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die du tödtest die Phropheten, und steinigest die zu dir gefandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln. wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein un. ter die Flügel, und ihr habt nicht gewollt! Siehe euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobet sei der da fommt in dem Namen des Herrn! An dem Tage St. Johannes des Apostels und Evangelisten. 3951 & pistel, Girach 15, 1.8. toisid on 196 Solches thut niemand, denn der den Herrn fürchtet; und wer sich an Gottes Wort bält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn ems pfahen wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tränken mit Waffer der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu 8 Episteln Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund auf thun in der Gemeine. Sie wird ihn frönen mit Freude und Wonne und mit ewigem Namen- begaben. Aber die Narren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von dem Hoffärs tigen, und die Heuchler wissen nichts von ihr. Evangelium, Joh. 21, v. 15.24. Da sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andernmal zu ihm! Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traus rig, daß er zum drittenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr du weißest alle Dinge; du weißest, daß ich dich lieb habe! Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schaafe. Wahrlich, wahrich ich fage dir: da du jünger warest, gürtes test du dich selbst und wandeltest, wohin da woll test; wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um und sahe den Jüns ger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: Herr wer ists, der dich verräth? Da Petrus diesen sab, spricht er zu Jesu: Herr, was foll aber diefer? Jesus spricht zu ihm: so ich will, daß er bleibe; bis ich komme, was gebt es dich an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: Dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach zu ihm: Er stirbt nicht; sons dern: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Dieß ist der Jünger, der von diesen Din und Evangelien. 9 gen Zeuget, und hat dieses geschrieben. Und wir wis sen, daß sein Zeugniß wahrhaftig ist. Am Sonntage nach dem Chrifttage. Epistel, Gal. 4, v. 1.7. Ich cb fage aber, so lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knecht fein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit om Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Saßungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, gebohren von einem Weibe, und unter das Ges feß gethan, auf daß er die, so unter dem Gefeßze war ren, erlöfete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott Gesandt den Geist seis nes Sohnes in euere Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Also ist nun hier kein Knecht mehr, sondern citel Kinder; Sind's aber Kinder, so sind's auch Ers ben Gottes durch Christum. Evangelium, Lucă 2, v. 33-40. Und sein Vater und Mutter wunderten sich deß, das von ihm geredet ward. Und Simeon segnete sie, und sprach zu Maria seiner Mutter: Siehe, dieser wird gefeßt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Ifrael, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwert durch deine Seele dringen, auf vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuel vom Geschlechte Asser, die war wohl betaget, und hatte gelebt sieben Jahr mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft. Und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren, die kam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Diefelbe trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie alles vollendet hatten, nach dem Gefeß des Herrn, kehreten sie wieder in Galiläam zu ihrer Stadt Episteln bie Nazareth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geist, voller Weisheit und Gottes Gnade war bei ihm. 10 Am neuen Jahrstage. Episteln, Gal. 3, v. 23-29 Che denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Geseß verwahret, und verschlossen auf den Glaus ben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Ge seg unfer Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder durch den Glauben an Jefum Chriftum. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist kein Jude noch Grieche, bie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal Einer in Chrifto Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Evangelium, Lucă 2, v. 21. 2000.02 Und da acht Tage um waren, daß das Kindlein bes schnitten wurde, da ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Am Sonntage nach dem neuen Jahre. Epistel, Tit. 3, v. 4.7. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unsers Heilandes. Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gerhan haben, sondern nach feiner Barmherzigkeit macht er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Je fum Chriftum, unsern Heiland, auf daß wir durch dess felbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Les bens nach der Hoffnung, das ist gewißlich wahr. 11 und Evangelien. Thi uscatan TH 10bt andad Evangelium, Matth. 2, v. 13-15. Da die Weisen aus Morgenland hinweg gezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf, und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir fage. Denn es ist vorhans den, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzus bringen. Und er stund auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis; auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Pros pheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Am Feste Epiphaniä, oder der Erscheinung Christi. Epistel, Jesaias 60, v. 1.6. Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siehe Finsterniß bedecket das Erdreich und Dunkel die Völker. Aber über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe dein Auge auf und siehe umher; dieſe alle versammelt, kommen zu dir. Deine Söhne werden von Ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehren, und die Macht der Heiden zu dir fommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bes decken, und die Läufer aus Median und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Ond Evangelium, Matth. 2, v. 1-12.0 10m Da Jeftis geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da fa men die Weisen vom Morgenland gen Jerusalem, und Episteln sprachen wo ist der neugeborne Köntg der Juden? Wir baben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerufalem, und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftges lehrten unter dem Volf, und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet ges schrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir foll mir kommen der Hers 30g, der über mein Volk Ifrael ein Herr sei. Da bes rief Herodes die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wenn der Stern erschienen wäre. Und weifete sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs fins det, so sagt mir wieder, daß ich auch komme und es anbete. Olls sie nun den König gehöret hatten, zogen fie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus, und funden das Kindlein mit Maria, seis ner Mutter, und fielen nieder, und beteten es an, und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weih. rauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht follten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. 12 Am I. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Rom. 12, v. 1.6. Ich ich ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmhers zigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet, zum Opfer das da lebendig, beilig und Gott wohlgefällig fey, wels ches sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da fei der gute, der wohlgefällige nnd der volls kommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand, und Evangelien. 13 weiter von ihm halten, denn sich gebühret zu halten, sondern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausgetheilet hat das Maaß des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder baben aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben: also sind wir viel ein Leib in Chrifto, aber unter einander ist einer des andern Glied. Und haben mancherlei Ga: ben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Evangelium, Luc. 2, v. 42:52. Da Jefus zwölf Jahre alt war, gingen seine Eltern hinauf gen Jerusalem, nach Gewohnheit des Festes. Und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerufalem, und seine Eltern wußten's nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und famen eine Tagreife, und fuchten ihn unter den Freunden und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wiederum gen Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich, nach dreien Tagen fanden sie ihn im Tempel fißen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, wunderten sich seines Vers standes und seiner Antwort. Und da sie ihn saben, entfeßten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ist's, daß ihr mich ges fucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth, und war ihnen unters than. Und seine Mutter behielt alle diefe Worte in ihs rem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weishheit, Al, ter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am II. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Róm. 12, v. 7. 16. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des 14 Episteln du Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Er mahuet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältig. Regieret jemand, fo fei so er forgfältig: übet jemand Barmherzigkeit, so thue er's mit Luft. Die Liebe sei nicht falsch. Haffer das Arge, banget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander set herzlich. Einer fomme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun follt. Seid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trubfal. Haltet an am Gebet. Nehmt euch der Heiligen Noth durft an. Herberget gerne. Gegnet, die euch verfol gen fegnet und flucher nicht. Freut euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden. Habt eini erlei Sinn unter einander, Trachter nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedris gen. 100 sm dar ch an amor p ha dit maar dan on the 21 36 call Evangelium, Soh. 2, v. 1.11.2 150801 85603 and mob on ng musicior si month outle Und am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jefu war da. Jefus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit gelas den. Und da es am Wein gebrach, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben nicht Bein. Jefus spricht zu ihr: Weiß, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er ench' faget, das thut. Es waren aber allda fechs steinerne Wafferkrüge gesetzt. nach der Weise der jüdischen Reinigung, und gingen je in einen zwei oder drei Maas. Jefus spricht zu ih nen: Füllet die Wafferkrüge mit Wasser. Und sie füll ten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun, und bringts dem Speisemeister, und sie brach, tens. Als aber der Speisemeister kostete den Wein, der Wasser gewesen war, und wußte nicht, von wan nen er fam, die Diener aber wußtens, die das Was wußtens vo fer geschöpfet batten, rufet der Speisemeister dem Bräu: tigam und spricht zu ihm: Jedermann gibt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunfen worden sind, als dann den geringern, du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, daß Jefus that, und Evangelien. 15 geschehen zu Kana in Galiläa, und offenbarete feine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn. Am III. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Rom. 12, 17:21. Haltet altet euch nicht selbst für flug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem; fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. It's möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden. Nächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn( Gottes.) Denn es stehet geschrieben: die Nache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn, dürftet ihn, so tränke ihn; wenn du das thust, so wirst du feurige Koblen auf sein Haupt sammeln Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. IND SE Evangelium, Matth. 8, v. 1:13. 100% 80 Da Jefus vom Berge herab ging, folgete ihm viel Bolfs nach. Und siehe, ein Aussäßiger kam, und betete ihn an und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen. Und Jefus ftreckte feine Hand aus, rührete ihn an und sprach: ich will's thun, sei gereis niget. Und alsbald ward er von seinem Aussaß rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siebe zu, fag's niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Zeugs Mofes niß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jefus sprach zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. Der Hauptmann ante wortete und sprach; Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gehest, sondern sprich nur ein Wort so wird mein Knecht gesund. Denn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, doch wenn ich sage zu einem: Gehe hin, so gehet er, und zum andern: Komm her, so kommt cr. Und zu meinem Knechte: Thue das, so that er's. 16 pli Episteln Da Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, folchen Glauben habe ich in Ifrael nicht funden. Aber ich sage euch: Viele werden kommen von Morgen und von Abend, und mit Abraham uud Isaak und Jacob im Himmelreich figen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus, da wird sein Heulen und Zähnklappen. Und Jefus sprach zu dem Hauptmann; Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet hast. Und sein Knecht ward gefund zu derselbigen Stunde. Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Rom. 13, v. 8.10. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch un ter einander liebet. Denn wer den andern liebet, der bat das Gefeß erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du follst nicht ehebrechen; Du sollst nicht tödten; Du follst nicht stehlen; Du sollst nicht falsch Zeugniß ges ben; Dich soll nicht gelüften; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfaffet: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gefeßes Erfüllung. Evangelium, Matth. 8, v. 23.27. Jefus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siebe, da erhob sich ein groß Ungestüm im Meere, also, daß auch das Schifflein mit Wellen be deckt ward, und er schlief Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Jhr Kleingläus bigen, warum feid ihr fo furchtsam? Und ftund auf, und bedrohete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich, und sprachen: was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? und Evangelien. 17 V. Am Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. CO Epistel, Koloff. 3, v. 12.17. So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heis ligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichs feit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch unter einander, so jes mand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber zies het an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommens heit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in Einem Leibe, und feid dankbar. Laffet das Wort Christi unter euch reich. lich wohnen, in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch felbst mit Psalmen und Lobgefängen und geistlichen liebs lichen Liedern, und singet dem Herrn in eurem Hers zen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danket Gott und dem Vater durch ihn. Evangelium, Matth. 13, v. 24-30. Jefus legte Ihnen ein anderes Gleichniß vor, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf seinen Acker fäete. Da aber die Leute schliefen, kam fein Feind und fäete Unfrant zwischen den Waizen, und ging davon Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unfraut. Da traten die Knechte zu dem Hansvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gefäet? Woher hat er denn das Unfraut? Er sprach zu ihnen: Das hat der Frind gethan. Da fprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hinges hen, und es ausgäten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit außraufet, so ihr das Unfraut ausgätet. Laffet beides mit einander wachsen bis zu der Erndte, und um der Erndte Zeit will ich zu den Schnittern fagen: Sammelt zuvor das Unfraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern. 2 18 Episteln can Am VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 1, v. 16.21. Wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch fund gethan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jefu Chrifti; sondern haben seine Herrlichkeit felbst gesehen, da er empfing von Gott dem Vater Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm geschah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dieß ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir haben ein festes prophetisches Wort, und ihr thut wohl, daß ihr darauf achtet, als ein Licht, das da scheint in einem dunklen Ort, bis der Tag aubreche und der Morgens stern aufgehe in euern Heizen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigner Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weisfagung aus menschlichem Willen hervorges bracht; sondern die heiligen Menschen Gottes haben geredet, getrieben von dem heiligen Geist. Evangelium, Matth. 17, v. 1.9. Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, seinen Bruder, und führete sie beiseit auf einen hohen Berg, und ward verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete, wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siche, da erschien ihnen Moses und Elias, die redeten mit ihm. Petrus aber antwors tete, und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut seyn; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Mofe eine, und Elia eine. Da er noch also redete, fiehe, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dieß ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den follt ihr hören. Da das bie Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und Erschracken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach; Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom und Evangelien. 19 Berge berab gingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dieß Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. Am Sonntage Septuagesimä. Se on Epistel, 1 Kor. 9, v. 24 bis Kap. 10, v. 5. Wiffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laus fen, die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen; wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als auf's Ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet: fondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predigte, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Båter sind alle unter der Wolke gewesen, und sind alle durch das Meer gegans gen, und sind alle unter Mofe getauft, mit der Wolfe und mit dem Meer, und haben alle einerlei geistliche Speife gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Aber an ihrer vielen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie sind nies dergeschlagen in die Wüste. Evangelium, Matth. 20, v. 1. 16. Jefus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen auss ging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Taglohn, fandte er sie in feinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sah andere an dem Markt müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermat ging er aus um die fechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er 2* 20 Episteln sprach zu ihnen: Gehet ihr auch htn in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter, und gib ihnen den Lohn, und hebe an an dem Leßten bis zu dem Ersten: Da kamen, die um die eilfte Stunde gedingt waren, und empfingen ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen, und sie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murreten sie wider den Haushalt ter, und sprachen: Diese Leßten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hiße getragen haben. Er antwors tete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm das dein ist, und gehe bin. Ich will aber diefem Leßten geben, gleich wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu thun, was ich will, mit dem Meinen? Siehest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die letzten die Ersten, und die Ersten die letzten seyn. Denn viele sind berufen, aber wenig sind aus erwählet. Am Sonntage Seragefimä. Epistel, 2 Kor. 11, v. 19 bis Kap. 12, v. 9. Lieben Brüder! Jhr vertraget gern die Narren, die weil ihr flug seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knechten macht, so euch jemand schindet, so euch je mand nimmt, so euch jemand troßt, so euch jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun je mand fühn ist( ich rede in Thorheit), darauf bin ich auch fühn. Sie sind Hebräer; ich auch, sie sind f raeliten, ich auch; sie sind Abrahams Saamen, ich auch. Sie sind Diener Christi;( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in To desnöthen gewesen. Von den Juden habe ich fünf mal empfangen vierzig Streiche weniger eins. J bin dreimal gestäupet, einmal gesteinigt, dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zuges und Evangelien. 21 bracht in der Tiefe des Meeres. Ich bin oft gerei fet; ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr unter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was sich sonst zuträgt, nemlich, daß ich täglich werde- angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheir rühmen. Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, welcher sei gelobet in Ewigkeit, weiß daß ich nicht lüge. Zu Damascus der Landpfleger des Königs Aretå verwahrte die Stadt der Darrascer, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich fommen auf die Geschichte und Öffenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo, vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; Gott weiß es); derselbige ward entzückt bis in den dritten Himmel. Und ich fenne denselbigen Menschen,( ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es) Er ward entzückt in das Paradies, und hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch fagen fann. Davon will ich mich rühmen; von mir felbst aber will ich mich nichts rühmrn, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht höricht; denn ich wollte die Wahrs heit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl in's Fleisch, nemlich des Satans Engel, der mich mit Fäuften schlage, auf taß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir ges fagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; denn meine 22 Episteln Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebften rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. Evangelium, Lucă 8, v. 4, 15. Da a nun viel Volks bei einander war, und aus den Städten zu Jesu eilten, sprach er durch ein Gleichniß. Es ging ein Säemann aus zu fäen seinen Saamen und indem er fäete, fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fra, Ben es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dors nen gingen mit auf und erstickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf, und trug hun dertfältige Furcht. Da er das sagte, rief er: Wer Oh ren hat zu hören, der höre! Es fragten ihn aber feine Jünger, und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist gegeben, zu wissen das Geheim niß des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnist fen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Saame ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören: darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel: eine Zeitlang glauben sie, und zur Zeit der Anfechtung fallen fie ab. Das aber unter Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen hin unter den Gorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ers sticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die, die das Wort hören und behal ten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. Am Sonntage vor der Fasten, Estomihi. Epistel, 1 Kor. 13, v. 1-13. Lieben Brüder! wenn ich mit Menschen und mit En gelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich und Evangelien. 23 ein fonendes Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse, und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge verfeßte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nüße. Die liebe it langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, fie trachtet nicht nach Schai den, fie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, fie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, so doch die Weisfagungen aufhören wer den, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, i so wird das Stückwerk aufhören; da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und batte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Ort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jeht erkenne ich es stück. weise; dann aber werde ich es erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. TC sid 305012 Evangelium, Luca 18, v. 31.43. l Jesus nahm zu sich die zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird vers spottet, und geschmähet, und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Sie aber vernahmen der keins, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gefaget war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. 24 Episteln Da er aber hörete das Bolk, das durchhin ging, fors fchete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meis ner! Die aber vorne, an gingen, bedrohten ihn, er follte schweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand still, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun foll? Er sprach: Herr, daß ich fehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er fehend, und folgte ihm nach, und pries Gott. Und alles Volks, das solches sah, lobte Gott. Am I. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel, 2 Kor. 6, v. 1.10. Lieben Brüder! wir ermahnen euch, als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Fch habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils gehol fen. Sehet, jest ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Laffet uns aber niemand irgend ein Alergerniß geben, auf daß anser Amt nicht verlåstert werde; fondern in allen Dingen laffet uns beweisen als die Diener Gottes, in großer Geduld, in Trübsal, in Nöthen, in lengsten, in Schlägen; in Gefängniss fen, in Aufruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keuschheit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundi lichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Waffen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Gerüchte; als die Verführer, und doch wahrs baftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbenden, und sie wir sehen; als die Gezüchtig ten, und doch nicht ertödtet; als die Traurigen, aber allezeit fröhlich; als die Armen, aber die doch viele reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. 25 und Evangelien. Evangelium, Matth. 4, v. 1.11. Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführet, auf daß er vom Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Verfucher trat zu ihm und sprach: Bift du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stebet ger schrieben: Der Mensch lebet nicht vom Brod allein, fondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die Zinne des Tempels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab, denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl thun, und sie wers den dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jefus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn nicht versuchen. Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dieß alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es stehet geschrieben: Du sollft anbeten Gott deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und siche, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Am II. Sonntage in der Faften, Reminiſcere. Epistel, 1 Theff. 4, v. 1.7. Weiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermah: nen euch in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfanget habt, wie ihr sollt wandeln und Gott ges fallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wiss set, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jefum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglis cher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Luftfeuche, wie die Heiden, die 26 Epistelnau von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile feinen Bruder im Handel: denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gefaget und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium, Matth. 15, v. 21-28. Und Jefus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend Tyrus und Sidon. Und siehe, ein Kananäts sches Weib ging aus derselbigen Gränze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, er barme dich meiner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. llnd er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm feine Jünger, baten ihn, und sprachen: Laß sie doch von dir; denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nicht gefandt, denn nur zu den verlornen Scheafen von dem Hause Ifrael. Sie aber kam, und fiel vor ihm nieder, und sprach; Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brofamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da anwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Am III. Sonntage in der Fasten, Oculi. Episteln, Ephes. 5, v. 1.9. So feid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Rins der, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem füßen Geruch. Hu rerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet. Auch schandbare Worte und Narrentheidinge, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksa gung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer oder Unreiner, oder Geißiger( welcher ist ein Gößendiener) und Evangelien. 27 Erbe hat an dem Reich Chrifti und Gottes. Laffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten: denn um dieser willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum feid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Furcht des Geistes ist allerlei Gütigkeit, und Gerechtigkeit, und Wahrheit. Evangelium, Luc. 11, v. 14.28. Jefus tried einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr faget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie euer Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, fo kommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker gewapneter feinen Palast bewahret so bleibet das seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und übers windet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir fammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätte, fuchet Ruhe, und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt so findet er's mir Besen gekehret und geschmücket. Dann gehet er hin, und nimmt sieben Geister zu fich, die ärger sind, denn er selbst. Und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demsel, 28 Episteln d bigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen baft. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Am IV. Sonntage in der Fasten, Lätare. Epistel, Gal. 4, v. 21.31. Saget mir, die ihr unter dem Gefeße sein wollt, habt ihr das Gefeß nicht gehöret? Dann es siehet geschries ben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleisch geboren; der aber von der Freien, ist durch die Verheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Testas mente, eines von dem Berge Sina, das zur Knechts schaft gebieret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Arabia der Berg Sina, und langet bis gen Jerus falem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit feinen Kindern. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einsame hat viel mehr Kinder, denn, die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, find Ifaaks nach der Verbeißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch gebor ren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jeßt auch. Aber was spricht die Schrift? Stcße die Magd hinaus mit ihrem Sohne; denn der Mago Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. 1.15. Evangelium, Sob. 6, v. Darnach fuhr Jefus weg über das Meer an der Stadt Tiberias in Galiläa. Und es zog ihm viel Bolks nach, darum, daß sie die Zeichen saben, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen und Evangelien. 29 Berg, und feßte sich dafelbst mit feinen Jüngern. Es war aber nahe die Offern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm fommt, und sprach zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese effen?( Das sagte er aber ihn zu vers fuchen; denn er wußte wobl, was er thun wollte). Phis lippus antwortete ihm: Zweihundert Pfennige werth Brods ist nicht genug unter fie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Jefus aber fprach: Schaffet daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die fich gelagert hatten; deffelbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, forach er zu feinen Jüngern; Sammelt die übrigen Brocfen, daß nichts umkomme. Da sammelten sie, und füllten zwölf Körbe mit Brecken, von den fünf Gerstens broden, die überblieben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen faben, das Jesus that, fprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden, ihn zu haschen, daß sie ihn zum König machten, entwich er abermal auf den Berg, er felbft allein. Am V. Sonntage in der Fasten, Judica. Epistel, Hebräer 9, v. 11:15. Chriftus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpries ster der zu künftigen Güter, durch eine größere und volls kommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eignes Blut einmal in das Heilige ein gegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut, und die Afche von der Ruh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit: wie 30 Episteln d vielmehr wird das Blut Chrifti, der sich selbst ohne als len Wandel durch den helligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den todten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Uebertretuns gen, die unter dem ersten Testament waren, die, so bes rufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen.co Evangelium, Soh. 8, v. 46-59 do Jefus sprach zu den Juden: Welcher unter euch kann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrs heit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht; denn ihr seid nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich fuche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich, ich sage cuch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht fehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel haft. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: So jemand mein Wort hält, der wird den Tod nicht fchmecken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist? und die Propheten find gestorben. Was machst du aus dir selbst? Jesus ants wortete: So ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gott, und kennet ihn nicht. Ich aber kenne ihn. Und so ich würde fagen: Ich kenne ihn nicht; so würde ich ein Lüge ner, gleich wie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte fein Wort. Abraham ener Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn, und freuete sich. Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt, und hast Abraham gesehen? Jefus fprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, und Evangelien. 31 bin ich. Da hoben fie Steine auf, daß fle auf ihn würfen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tems pel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. - Am VI. Sonntage in der Saften, Palmarum. Epistel, Philippi 2, v. 5. 11. ni ni war. in jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für einen Naub, Gott gleich seyn, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Gebärden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jefu sich beugen sollen aller derer Kniee, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde sind; und alle Zungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangeliu m, Matth. 21, v. 1.9. Siehe das Evangelium am ersten Sonna tage des Advents. Seite 1. Am heiligen Ostertage. Epistel, 1 Kor. 5, v. 6.8. Euer Ruhm ist nicht fein. Wisser ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig versäuert? Darum feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Teig feid, gleichwie ihr ungefäuert, feid. Denn wir has ben auch ein Ofterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im als ten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schalkheit, sondern im Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium, Mark. 16, v. 1.8. Und da der Sabbath vergangen war, kauften Maria Magdalena, und Maria Jacobi und Salome Spe: 32 Episteln. e zerei, auf daß sie fämen und Jefum falbten. Und sie Famen zum Grabe an einem Sabbath fehr frühe da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Thür? Und fie saben dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abges wälzt war; denn er war sehr groß. lind sie gingen hins ein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sißen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entfeßten sich. Er aber sprach zu ibnen: Entsetzet euch nicht. Ihr fuchet Jesum von Nazareth, den Gei freuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten Gehet aber hin und faget es feinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa, da werdet ihr ihn ses hen wie er euch gesagt hat. Und sie gingen schnell her aus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zits tern und Entfeßen angekommen; und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. Am Ostermontage. Epistel, Ap. Gesch. 10 v. 34:41. Petrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Perfon nicht ansiehet: sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet nud recht thut, der ist ihm angenehm( Ihr wisset wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Ifrael gefandt bat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jefum Christum, welcher ist ein Herr über alles), die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte: wie Gott denselbigen Jefum von Nazareth gefalbet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem: Den has ben sie getödtet, und an ein Holz gehänget. Denfels bigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ihn laffen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern und Evangelien. 33 uns, den vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aufer. standen ist von den Todten. Evangelium, Luca 24, v. 13. 35. Sell Und siehe, zween aus den Jüngern des Herrn gingen an demselben Tage in einen Flecken, der war von Je. rufalem fechzig Feldwegs weit, des Name beißt Ems mahus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie redeten und bes fragten sich mit ihnen. Aber ihre Augen wurden ges halten, daß sie ihn nicht kannten: Er sprach aber zu ihs nen: Was sind das für Reden: die ihr zwischen euch handelt unterwegs, und feid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber spras chen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Prophet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Bot; wie ihn unsere Hohenpries ster und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todtes, und gekreuziget. Wir aber hofften, er follte Ifrael erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Eag, daß solches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, fommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche fagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber fagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er fprach zu ihnen: O ihr Thoren und tråges Herzens, zu glauben allem dem, das die Propheten geredet has ben Mußte nicht Christus folches leiden, und zu feiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schrifs ten aus, die von ihm gefagt waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen; und er stellte 3 34 Episteln die sich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend wers den, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hin ein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brod, dankete, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffs net, und erfannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht uns fer Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehrten wieder gen Jerusa lem, und fanden die Eilfe veriammelt, und die bei ihs nen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen. Und fie erzäblten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, daß er das Brodbrach. Am Osterdienstage. Epistel, Ap. Gesch. 13, v. 26. 33. The Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Ges schlechts Abrahams, und die unter euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gefandt. Denn die zu Jerusalem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie dies fen nicht fannten, noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabbather gelesen werden, haben sie dieselben mit ihren Urtheilen erfüllet. Und wiewohl sie feine Ursache des Todes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tödten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auferwecket von den Todten. Und er ist ers schienen viele Tage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, indem, daß er Jesum auferwecket hat. und Evangelien. 35 Evangelium, Luca 24, v. 36.47. WEDWARG Da a sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mits ten unter fie, und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch! Sie erschracken aber, und fürchteten sich; meinten, sie fähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken? Und warum kommen folche Gedans fen in eure Herzen: Sehet meine Hände und meine Füße: Ich bin es selber; füblet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeiget er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fische und Honigseim. Und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir gefchrieben ist im Geset Mosis, in den Pros pheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden. Und er sprach zu ihnen: Also ist es geschrieben, und also musite Christus leiden, und auferstehen von den Todten am dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. Am I. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel, 1 Joh. 5, v. 4-10. Alles was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt übers windet, ohne der da glaubet, daß Jefus Gottes Sohn ift? Dieser ist es, der da fommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeus zet, daß Geist Wahrheit ist drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden. Der Geist, das Wasser und 3* 36 Epiftelnom das Blut und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer; denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeus get hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium, Joh. 20, v. 19.23. Am Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jefus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede fei mit euch! Und als er das fagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jefus abermal zu ihnen: Friede fei mit euch! Gleichwie mich der Vater gefandt hat, also fende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an, und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Am II. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. Epistel, 1 Petri 2, v. 21-25. Denn dazu feid ihr berufen. Sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; welcher feine Sünde gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gefcholten ward, nicht drohete, da er litte: Er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunder ihr seid heil geworden. Denn ihr waret, wie die irrende Schaafe; aber ihr seid nun bekehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seele. Evangelium, Joh. 10, v. 12.16. Ich bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läßt fein Leben für die Schaafe. Ein Miethling aber, der nicht Hirte ist, deß die Schaafe nicht eigen sind, siehet den und Evangelien. 37 Wolf kommen, und verläßt die Schaafe, und fliehet; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber fliehet; denn er ist ein Mieths ling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein gus ter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater. Und ich laffe mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselbigen muß ich hers führen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Jubilate. Epistel, 1 Petri 2, v. 11. 20. Lieben Brüder ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrimme: Enthaltet euch von fleischlichen Luften, welche wider die Seele streiten, und führer einen gus ten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure gute Werke sehen, und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ords nung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Ges fandten von ihm zur Nache über die Ulebelthäter, und zum Lobe des Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohltbun verstopfet die Unwiss fenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bos, heit; sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte, seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Miffes that willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohls that willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott. 38 Episteln ur Evangelium, Joh 16, v. 16 23. Ueber ein fleines, fo werdet ihr mich nicht sehen; und 11029 aber über ein fleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da fprachen etliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, das er faget zu uns: Ueber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er faget, über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich gefagt habe: Ueber ein fleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein flei nes, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen; ihr aber werdet traurig sein, doch eure a fein Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traus rigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz foll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demfelbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel, Jacobi 1, v. 16:21. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erftlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langfam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Mens fchen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch ge, pflanzet ist, welches kann eure Seelen selig machen. 39 und Evangelien. Evangelium, Joh. 16, v. 5. 15. Nun aber gehe ich bin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Sondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derfelbige fommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtige Feit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie. nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht sehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet es jeßt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrs heit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selbst reden; fon dern was er hören wird, das wird er reden, und was zufünftig ist, wird er euch verfündigen. Derselbige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Var ter hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Am V. Sonntage nach Ostern, Rogate. Epistel, Jacobi 1, v. 22.27. Seid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer al. lein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der, ift gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschaut in das voll: tommene Gesetz der Freiheit und darinnen behars ret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Chäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch läßt dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein 40 Epistelnu k reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vu rer, ist der die Waisen und Wittwen in ihrer Trübfal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium, Joh. 16, v. 23.30. Bahrlich, wahrlich, ich fage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es fommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Va ter. An demselbigen Tage werder ihr bitten in meinem Namen. Und ich fage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will: denn er selbst, der Vater hat euch lieb, darum daß er mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater aus gegangen und gekommen in die Welt; wiederum vers Jaffe ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm feine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagst kein Sprüchwort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 1.11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von allem dem, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tage da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte ges wählet, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Erweisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befabl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( fprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wass und Evangelien. 41 fer getauft; ihr aber follt mit dem heiligen Geist ges tauft werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen gekommen waren, fragten ihn, und spra chen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Ifrael? Er sprach aber zu ihnen: Es ges bühret euch nicht zu wissen Zeit eder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat? sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, wels cher auf euch kommen wird, uhd werdet meine Zeus gen sein zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria, und bis an das Ende der Erde. Und da er folches gesagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachfahen gen Himmel- fahrend, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleis dern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galis Denne läa, was steher ihr und sehr gen Himmel? Dieser Jefus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren.. Evangelium, Mark. 16, v. 14.20. Suleßt, da die Eilfe zu Tifche faßen, offenbarte sich der Herr, und schalt ihren Unglauben und ihres Hers zens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubt batten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden Und er sprach zu ihnen, gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glauber und get tauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glau: bet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Tödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Franken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und figet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus, und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort Durch mitfolgende Zeichen. • Episteln Am VI. Sonntage nach Ostern, Eraudi. Epistel, 1 Petri 4, v. 8.11. So feid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünftige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln, und dies net einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter, der manchers lei Gnaden Gottes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Je fum Chrift, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigs keit zu Ewigkeit! Amen. 42 Evangelium, Joh. 15, v. 26 bis Kap. 16v. 4. Senn aber der Tröster fommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahr. heit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen; denn ihr seid von Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch ges redet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und folches werden sie euch darum thun, daß fie weder meinen Bater, noch mich erkennen. Aber folches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt: denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingsttage. Epistel, Ap. Gesch. 2, v. 1-13. Und als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren ſie alle einmüthig bei einander. Und es geschah schnell ein Braufen vom Himmel, als eines gewaltigen Wins des, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man fab an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig. Und er sette sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu und Evangelien. 43 predigen mit andern Zungen, nachdem der Geist nen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerus salem wohnend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt; denn es hörete ein jeglicher, daß fie mit feiner Sprache redeten. Sie entfeßten fich aber alle, verwunderten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galis läa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther Meder und Elas miter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judäa und Kappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten, und an den Enden der Lybien bei Kyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenoffen, Kreter und Araber: Wir hören fie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll füßen Weins. Evangelium, Soh. 14, v. 23.31. Wer mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm fommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters der mich gesandt. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewefen bin. Aber der Trös ster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derfelbige wird es euch alles lehe ren; und euch erinnern alles deß, das ich euch ges fagt habe. Den Frieden laffe ich euch, meinen Fries den gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Thr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hätter ihr mich lieb, fo würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gehe zum Vater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich 44 Episteln werde hinfort mehr nicht viel mit euch reden; denn es fommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber, auf daß die Welt erkenne, daß ich den Bater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Am Pfingstmontage. Epistel, Ap. Gesch. 10, v. 42, 48. Der er Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten! daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petro gekommen waren, entfeßten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegoffen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Waffer wehren, daß diese nicht getauft werden, die den heili gen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium, Joh. 3, v. 16-21. Jefus sprach zu Nicodemo: Also bat Gott die Welt 3, v. 16. geliebet, daß er seinen eingebornen Sohn gab, auf daß alle die an ihn glauben, nicht verloren werden, sons dern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaus bet nicht an den Namen des eingebornen Sohns Got tes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist; und die Menschen liebten die Fins sterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke was ren böse Wer Arges thut, der hafset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht und Evangelien. 45 gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß feine Werke offenbar wers den; denn sie sind in Gott gethan. Am Pfingstdienstage. Epistel, Ap. Gesch. 8, v. 14-17. Da aber die Apostel hörten zu Jerufalem, das' Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, fandten Sie zu ihnen Petrum und Johannem. Welche, da sie hinab kamen; beteten sie über sie, daß sie den heiligen Geift empfingen. Denn er war noch auf feinen gefals len, sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jefu. Da legten sie die Hände auf sie, und sie em pfingen den heiligen Geift. E Evangelium, Joh. 10, 1. 11. Jefus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich fage euch: Wer nicht zur Thür hinein gehet in den Schaafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Der aber zur Thür hinein gehet, der ist ein Hirt der Schaafe. Demselbigen thut der Thürhüter auf, und die Schaafe hören seine Stimme, und er ruft seine Schaafe mit Namen und führet sie aus. Und wenn er seine Schaafe ausgelaffen hat, gehet er vor ihnen hin, und die Schaafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. Einem Frem den aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen der fremden Stimme nicht. Diesen Spruch sagte Jefus zu ihnen; sie vernahmen aber nicht, was es war, das er zu ihnen fagte. Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Thür zu den Schaafen. Alle, die vor mir ges kommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen; aber die Schaafe haben ihnen nicht gehorchet. Ich bin die Thür: So jemand durch mich eingehet, der wird selig werden, und wird eins und ausgehen, und Weide finden. Ein Dieb fommt nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Gnüge haben sollen. 46 Episteln d Am Sonntage Trinitatis. Epistel, Rom. 11, v. 33-36, D welch eine tiefe des Reichthums, beides der Weiss heit und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind feine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuver gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm fei Ehre in Ewigkeit! Amen. Evangelium, Soh. 3, v. 1:15. Es war aber ein Mensch unter den Pharifäern, mit Namen Nicodemus, ein Oberster unter den Juden; der kam zu Jefu bei der Nacht, und sprach zu ihm! Meis ster, wir wissen, daß du bist ein Lehrer, von Gott ger kommen; denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und fprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib ges hen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich fage dir: Es fei denn, daß jemand geboren werde aus dem Wasser und Geist, so fann er nicht in das Reich Gottes fommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir ges fagt habe: Ihr müsset von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du hörest sein Saus sen wohl: aber du weißt nicht, von wannen er fommt, und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Ifrael, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, des wir wisfen, und zeugen, das wir gesehen haben, und ihr nehmet unser Zeugniß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdischen und Evangelien. 47 Dingen fage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fähret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, nemlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet wers den, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Am I. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 4, v. 16.21. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibet, der bleibet in Gott und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit haben am Tage des Gerichts; denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sons dern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben; denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dieß Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebet, daß er auch feinen Bruder liebe. Evangelium, Luca 16, v. 19-31.$ 0 Es war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purs pur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Lage herrs lich und in Frenden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwäs ren, und begehrte sich zu sättigen von den Brodsamen, die von des Reichen Tische fielen. Da famen die Hunde, und leckten ihm seine Schwäåren. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Ens geln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb anch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sah Abraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und 48 Episteln d sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers in's Wasser tauche, und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses ems pfangen; mu aber wird er getröstet und du wirst ges peiniget. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, die da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn fendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brü der, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kom men an diesen Ort der Qual Abraham fprach zu ihm, sie haben Miofen und die Propheten; laß sie dieselbi gen hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; fondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werten sie auch nicht glauben, ob jemand von den Todten auferstünde. Am II. Sonntage nach der Trinitatis. 1001 ford Epistel, 1 Sob 3, v. 1318. Berwundert cuch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt basset. Wir wissen, daß wir aus dem Code in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brü der. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Todte. Wer seinen Bruder basset, der ist ein Todt schläger; und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht, bat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran bar ben wir erfannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und sieher seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, laffet uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit mit der Wahrheit. und Evangelien. Evangelium, Luca 14, v. 16.24. Es war ein Mensch, der machte ein großes Abends 49 mahl und lud viele dazu. Und fandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hins aus gehen und ihn befehen! ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und gebe jeßt hin sie zu befehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen; darum kann ich nicht kom, men. Und der Knecht fam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu feinem Knechte: Geh aus bald auf die Straßen und Gaffen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich fage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Am III. Sonntage nach) Trinitatis. Epistel, 1 Petri 5, v. 6.11. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er forget für euch. Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teus fel, gehet umher, wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehe, fest im Glaus ben, und wisset, daß eben dieselbige Leiden über euere Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu feiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derfelbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vorbereiten, stårken, fräftigen, gründen. Demselbigen fei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigs Feit! Amen. 4 Episteln Evangelium, Euch 15, v. 1.10. Es naheten aber zu Jefu allerlei Zöllner und Sünder, daß fie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schriftger lehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sün der an, und isfet mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dieß Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe bat, und so er der Eins verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hingehe nach dem Verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim kommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Ge rechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie den Einen vers lieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß fie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nach, barinnen, und spricht: Freuet euch mit mir: denn ich habe meinen Groschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, fage ich euch, wird Freude sein vor den En geln Gottes, über einen Sünder, der Buße thut. 50 Am IV. Sonntage nach Erinitatis. Epistel, Rom. 8, v. 18-23. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth fel, die an uns soll geoffen. baret werden. Denn das ängliche Harren der Kreas tur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintemal die Kreatur interworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deß willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreas tur frei werden wird von dem Dienst des vergängs lichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kin der Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur fehnet sich mit uns, und ängstigt sich noch immers dar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, und Evangelien. 51 die wir haben des Getsies Erflinge, schnen und anch bei uns selbst nach der Kundschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. 1901-3 Evangelium, Luck 6, v. 36-42. Darum feid barmherzig, wie auch euer Vater barms berzig ist. Richter nicht, fo werdet ihr auch nicht gerichs tet. Verdammet nicht, fo werdet ihr auch nicht vers dammet. Bergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll, gebrückt, gerütteit und überflüffig maas wird man in curen Schoos geben; denn eben mit dem Maas, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er fagte ihnen ein Gleich nis: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weifen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht fiber feinen Meister; wenn er Jünger ist wie fein Meister, so ist er vollkommen. Was fiehest du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht ger wahr? Oder, wie kannst du fagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! Ich will den Splitter aus deinem Auge zieben; und du siebest selbst nicht den Balken in Deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und bestehe dann, daß du den Splits ter aus deines Bruders Auge ziehest. V Am V. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Petri 3, v. 8.15. Endlich aber feid allesammt gleich gefinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Bergelret nicht Bö. ses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sons dern dagegen fegnet, und wiffet, daß ihr dazu berufen feid, daß ihr den Gegen beerbet. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige feine Zunge, caß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und the Gutes; er suche Frieden, und jage ihm nach. Denn die Aus gen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Dhren auf ihr Gebet; das Angesicht aber des Herrn fiehet auf die, so Böses thun. Und wer ift, der euch 4* 52 Episteln au fchaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so feid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Evangelium, Lucd 5, v. 1.11. Es begab sich aber, da sich das Volk zu Jeſu drang, zu hören das Wort Gottes; und er stand am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fi aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Neße: Erat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und hat ihn, daß er es ein wenig vom Land führete. Und er setzte sich, und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfer euer Neß aus, daß ihr einen Zug thut. Und Simon ant wortete, und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Neß auswerfen. Und da sie daß thaten, beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Neß zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im andern Schiffe waren, daß sie fämen und hük fen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also, daßi sie fanken. Da das Simon Petrus fah, fiel er Jesus zu den Knien, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein fündiger Mensch. Denn es war ihnen ein Schrecken angekoms men, und alle, die mit ihm waren, über diesen Fischs zug, den sie mit einander gethan batten; deffelbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Ze bedai, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie fähreten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Am VI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 6, v. 3:11. Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Chrift, getauft find, die find in feinen Tod getauft? So find und Evangelien. 53 wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Todten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also follen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber fammt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, fo werden wir auch der Auferstehung gleich sein: Dieweil wir wissen, daß unfer after Mensch fammt ihm gekreus ziget ist, auf daß der fündliche Leib aufböre, daß wir binfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ift gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wiffen, daß Christus von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen. Denn daß er gestorben ist, das ist Er der Sünde, gestorben zu einems mal! Daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und leber Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium, Matth. 5, v. 20.26. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besfer denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so wers det ihr nicht in das Himmelreich fommen. Jhr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber fage ench: Wer mit seinem Bruder gürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu feis nem Bruder fagt: Racha, der ist des Raths schuls dig; wer aber fagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirft allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm, und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widers facher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widerfacher nicht dermaleins überantworte dem Richter, und der Richter überante worte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den legten Heller bezahlest. Epistelnu Am VII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 6, v. 19:23. Ich muß menschlich davon reden, um der Schwach, beit willen eures Fleisches. Gleicbwie ihr eure Glieder gegeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: Also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß fe heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit Was batter thr nun zu der Zeit für Furcht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Lod. Nun ihr aber feid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt the eure Frucht, daß ihr beilig werder, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist bas ewige Leben, in Chrifio Jesu, unserm Herrn 54 02.02.20 Evangelium, Marc. 8, v. 1.9 Grade Su der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts. zu effen, rief Jesus feine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu essen, und wenn ich fie ungegessen von mir heim ließe geben, würden sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jün ger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Büge, daß wir sie sättigen? Und er fragte fie: Wie viel habt ihr Brod? Sie fprachen: Sier ben. Und er gebot dem Volk, daß es sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brodę, und dankte, und brach sie, und gab fie feinen Jüngern, daß fie diefelbigen vorlegten. Und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte, und hieß diefelbigen auch vortragen, fie aßen aber und wurden fatt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Sörbe. Und ihrer waren bet vier taufend die dagegeffen hatten. Und er ließ sic von No. Tajet 2 55 und Evangelien. Am VIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Rom. 8, v. 12.17. 3. o find wir nun, lieben Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo thr aber durch den Geift des Fleisches Get fchäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn weiche der Geist Gottes treibet, die find Gottes Kinder. Denn ibr habt nicht einen knechtlichen Geift empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen findlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist gibt Zeugs niß unferm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nemlich Gottes Erben, und Miterben Chrifti; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit ers boben werden. Ammobe O 1150 260 Evangelium, Matth. 7, v. 15.23. Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schaafskleidern zu euch kommen; intvendig aber sind fie reißende Wölfe. Un thren Früchten sollt ihr sie ers Fennen. Kann man auch Trauben lefen von den Dors nen, oder Feigen von Diffeln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum fann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und in's Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr fie ers fennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich fommen; fondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir fagen an jenem Eage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweißfas get? haben wir nicht in deinem Namen Teufel ause getrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nte erkannt; weichet alle von mir, ihr Uebelthäter! 06 on the BE 56 Episteln Am IX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Kor. 10, v. 6.13. Das ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüften laffen des Bösen, gleichwie jene ges lüftet hat. Werder auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden; als geschrieben stehet. Das Volk sette sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch laffet uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf Einen Lag drei und zwangzig tausend. Lasset uns aber auch Chriftum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn vers fuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche mirreten, und wurden umgebracht von dem Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber ges schrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche, Versuchung betreten: aber Gott ift getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium, Luca 16, v. 1.9. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushals ter der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du fannst hinfort nicht mehr Haushalter sein. Der Haushalter sprach bei sich felbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Graben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner feines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, sege dich, und schreib flugs fünfzig. Dars nach sprach er zu dem andern: Du aber, wie viel bist und Evangelien. 57 du schuldig? Er sprach: hundert Malter Watzen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib achts zig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er fo flüglich gethan hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder des fichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufnehmen in die ewige Hütten. Am X. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 12, v. 1.11. Von on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden feid gewesen, und hingegangen zu den stummen Gößen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch fund, daß niemand Jefum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jefum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Nemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen zeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach dem felbigen Geist; einem andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in demselbigen Geift; einem andern Wunder zu thun; einem andern Weisfagnng; einem andern Geister zu uns terscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einems andern die Sprachen auszulegen. Dieß alles aber wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem jeglichen seines zu, nachdem er will. Evangelium, Luck 19, v. 41:48. Und als er, der Herr Jefus, nahe binzu kam, sah er die Stadt an, und weinete über sie. Und sprach: Wenn du es wüsteft, so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden über dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, 58 Episteln dich belagern und an allen Orten angstigen; und wers den pich schleifen, und seinen Stein auf dem andern laffen, darum, daß du nicht erkannt Bast die Zeit, Darinnen du beimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, and fing an auszutreiben, die barinnen ver. fauften und fauften. Und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus: ihr habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrete tägs lich im Lempel. Aber die Hohenpriester und Schrifts gelehrten und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten, und fanden nicht, was sie ihm thun follten; denn alles bing ibm an, und börete ihn.. Jó co Alm XI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Cor. 15, v. 1.10. erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündigt habe, welches ihr auch anges nommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch welches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch verkün bigt babe, fo ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr es tamsonst geglaubt háttet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsere Sünde, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er aufers ftanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von deu Bwölfen; darnach ist er gefeben worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele les ben, erliche aber sind entfeblafen. Darnach ist er ges sehen worden von Jakobo, darnach von allen Aposteln; am leßten nach allen ist er auch von mir, als ciner unzeitigen Geburt, gefeben worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel beiße, darum, daß ich die Gemeinde Gottes verfolget habe. Aber von Gottes Gnade Bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, benn sie alle; nicht aber ich, sondern Gots tes Gudde, die mit mir ift. 59 and Evangefien. Evangelium, Lucd 18, v. 9.14, Der Herr fagte zu etlichen, die sich selbst dermaßen, daß fie fromm wären, und verachteten die andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu beten; einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand; und betete bei sich felbft also: Jcb dankfe dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Lente, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie Dieser Zöllner. Jch faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig. Ich fage euch: Dieser ging hinab gerechtfertiget in fein Haus vor jenem. Denn wer sich felbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich felbft erniedriget, der wird erhöhet werden, Am XII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Cor. 3, v. 4.11. Ein solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von und selber erwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott: Belcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Castaments; nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben tödtet und in die Steine ist gebildet, Klarheit hatte; also, daß die Kinder Ifraels nicht konnten ansehen das Angesicht Mosis; um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufs böret; wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist gibt, Stlarheit haben? Denn so das Amt, das die Vers dammniß prediget, Klarheit hat; vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das verkläret war, ist nicht für Klarbeit zu achten gegen dieser überschwenglichen Klarheit. Denn so daß Klarheit hatte, daß da aufhöret; dielmehr wird das Klarbeit haben, das da bleibet. Evangelium, Marc. 7, v. 31.37. Und da der Herr Jefus wieder ausging von den Grenzen Tyrus und Cibon, kam er an das Galiläische 60 Episteln Meer, mitten unter die Gränze der zehn Städte. Und fie brachten zu ihm einen Eauben, der stumm war, und fie baten ihn, daß er die Hand auf ihu legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, fpigete, und rührete feine Zunge. Und fab auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata, das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten fich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Jemebr er aber verbot, jemehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend, und die Sprachlofen redend. Am XIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 3, v. 15.22. Lieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch Einen, durch deinen Saamen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testament, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung follte durch das Geseß aufhören, welches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Ende durch das Gefeß erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. Was soll denn das Gefeß? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Saame käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das fei ferne? Wenn aber ein Geseß gegeben wäre, das da könnte les bendig machen; so fäme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gefeß. Aber die Schrift hat es alles beschloss sen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme und Evangelien, 61 durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium, Luck 10, v. 23:37. Jefus Sefus wandte sich zu feinen Jüngern, und sprach insonderheit: Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr fehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollen sehen, das ihr fehet, und haben es nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht gehöret. Und siebe, da siand ein Schriftgelehr. ter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Geset geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Geele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüth; und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue das, fo wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertis gen, und sprach zn Jefu: Wer ist denn mein Näch. ster? Da antwortete Jefus und sprach: Es war ein Mensch, der ging nach Jerusalem hinab gen Fericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ibu, und gingen davon, und ließen ihn halb todt liegen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desselbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sah ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reisete, und kam das hin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden, und goß drein Del und Wein, und hob ihn auf sein Ehier, und führte ihn in die Herberge, und pflegte sein. Des andern Tages reifete er, und zog heraus zween Groschen, und gab sie dem Wirth, und sprach zu ihm: Pflege fein, und so du mehr wirst darthun, will ich dir's bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen der Nächste fei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmher zigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Episteln dan Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 16-24. Lieben ieben Brüder, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüfte des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleiseb gelüstet wider den Geist, und der Geift wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gefeß. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hures ret, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberet, Feindschaft, Hader, Neid, Born, Zauf, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Freffen, Saufen, und ders gleichen: Von welchen ich euch babe zuvor gesagt, und fage noch zuvor, daß die folches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freunds lichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gefeß nicht. Welche aber Christo angehören, die freuzigen thr Fleisch sammt den Lüften und Begierden. 62 Evangelium, Lucå 17, v. 11.19. Und es begab sich, da Jefus reifete gen Jerusatem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aus, fäßige Männer, die standen von ferne, und erhoben tore Stimme, und sprachen: Jefu, lieber Meister, ers barme dich unser! Und da er fie fab, sprach er ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da sie bingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er fab, daß er gesund gewors den war, kehrte er um, und prics Gort mit lauter Stimme, und fiel auf fein Angesicht zu feinen Füßen, und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete, und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich fonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, und gåbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. કામ કોને બે 63 und Evangelien. Am XV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Kap. 6, v. 10. So wir im Geist leben, so laffet uns auch im Geist int wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu haffen. Lieben Brüder, fo ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so belfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geift, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Chrifti erfüllen. So aber sich jemand läßt dünken, er sei etwas, so er aber doch nichts ist, der betrog sich selbst. Ein jeglicher aber prüfe selbst sein Werk, und alsdann wird er an ihm felber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Last tragen, ber aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes, dem, der ihn unterrichtet. Frret euch nicht, Gott läßt fich nicht fpotten. Denn was der Mensch fäct, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch fäet, der wird von dem Fleische das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist fäet, der wird von dem Geist das ewige Les ben ernten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so laffet uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Evangelium, Matth. 6, v. 24.34. Niemand kann zween Herren dienen. Entweder er wird einen haffen, und den andern liebe; oder er wird einem anbängen, und den andern verachten. Ihr köns net nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum fage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr effen und trinken werdet; auch nicht für euern Leib, wat ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, den die Speise? Und der Leib mehr, denn die Kleidung?( Schet die Vögel unter dem Himmel an: Sie fäen nicht, sie ernten nicht; fie fammeln nicht in die Scheunen; und euer himme lifcher Vater nähret fie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, der seiner Länge eture Elle 64 Episteln zuseßen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lillen auf dem Felde, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen fe nicht. Icb sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als dersels ben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde alfo Fleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? ihr Kleingläubigen? Darum follt ihr nicht for gen und sagen: Was werden wir efsen, was werden wir trinken? Womit werden wir uns fleiden? Nach folchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlis scher Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Ges rechtigkeit: So wird euch solches alles zufallen. Darum forgetnicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeder Tag feine eigene Plage habe. Am XVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 3, v. 13.21. Lieben Brüder! darum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trübsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Knie gegen den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, ftark zu werden durch feinen Geift an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches. da sei die Breite und die Långe, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet wers bet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschweng lich thun fann über alles, was wir bitten oder vers stehen, nach, der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Chrifto Jefu ift, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 65 und Evangelien. Evangelium, Lucă 7, v. 11:17. Und es begab sich darnach, daß Jefus in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volks. Alls er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten hers aus, der einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe; und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Beine nicht! Und trat hinzu, und rührete den Sarg an; und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Tobte richtete fich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es kam sie Alle eine Furcht an, und priesen Gott, und sprachen: Es ist ein großer Pros phet unter uns auferstanden, und Gott hat sein Bolk heimgefucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land, und in alle umliegende Länder. Am XVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Epheser 4, v. 1.6. So ermahne nun euch ich Gefangner in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich gebühret eurem Beruf, darins nen ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geißt, durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eueres Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater( unser) Aller, der da ist über euch Alle, und durch euch Alle, und in euch Allen. Evangelium, Luca 14, v. 1:11. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharifaer, auf einen Sabbath bas Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war wasserfüchtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schrifige lehrten und Pharisäern, und sprach: If es auch recht, auf den Sabbath heilen? Sie aber schwiegen still. Und er griff ihn an und heilete ihn, und ließ 5 66 Episteln d ihn gehen. Und antwortete und sprach zu ibnen: Wels cher ist unter euch, dem fein Ochse oder Efel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie fie erwählten, oben an zu sißen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa etn Ehrlicherer, denn du, von ibm ger loden fei; und so dann kommt, der dich und ihn gelas den hat, spreche zu dir: Weiche diefem; und du müffef dann mit Scham unten an sißen. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und feße dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen bat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor benen, die mit dir zu Tische sitzen. Denn wer sich felbft erhöhet, der soll erniedriget werden, und wer sich felbft erniedriget, der soll erhöhet werden. Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Kor. 1, 4.9. Ich danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Chrifto Jefu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß. Wie denn die Predigt von Chrifto in euch fräftig geworden ist, also, daß ihr feinen Mangel babt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jefu Chrifti, welcher auch wird euch fest behalten bis an's Ende, daß ihr unsträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jefu Chrifti. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen feid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Chrifti, unsers Herrn. Evangelium, Matth. 22, v. 34.46. Da aber die Pharifäer höreten, daß Jefus den Sadducäern das Maul gestopfet hatte, versammel ten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftges lehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, wels ches ist das vornehmste Gebot im Geset? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst Iteben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüthe. Dieß ist das vornehmste und und Evangelien. 67 größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du follst deinen Nächsten lieben, als dich felbft. In die sen zweien Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharifäer bei einander waren, fragte fie Jefus, und sprach: Wie dünkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihr denn David im Geist einen Herrn, da er fagt: Der Herr bat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße! So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn fein Sobn? Und niemand fonnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch Niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am XIX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4, v. 22:28. So leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Frrthum Sch verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott ges schaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit feinem Nächsten, fintemal wir unter eins ander Glieder sind. Zürnet und fündiget nicht; laffet die Sonne nicht über Eurem Zorn untergeben. Gebet auch nicht Raum den Lästerer. Wer gestohlen bat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben den Dürftigèn. Evangelium, Matth. 9, v. 1.8. Da a trat er, der Herr Jesus, in das Schiff, und fuhr wieder berüber, und kam in feine Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben fab, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Set getrost, mein Sohn; deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche uns ter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Diefer lästert Gott. Da aber Jefus thre Gedanken sah, sprach er: Warum denket ihr so lrges in enren Herzen? Wels ches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden verges ben; oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß 5* 68 Episteln ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf, und ging heim. Da das Volk das fah, verwunderte es sich, und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am XX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 5, v. 15.21. So febet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Bille. Und faufet euch nicht voll Weins, dar. aus ein unordentliches Wesen folgt; sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lobgefängen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und faget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater, in dem Namen unsers Herrn Jefu Chrifti und seid unter einander Un terthan in der Furcht Gottes. Evangelium, Matth. 22, v. 1.14. Und Jefus antwortete, und redete abermal durch Gleicht nisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte; und fandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit riefen, und sie wollten nicht kommen. Abermal fandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvich ist geschlachtet, und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf seinen Acker, der andere zu seiner Hands thierung. Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König hörte, ward er zors nig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu feinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gehet bin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gingen aus auf die Straße, und brachten zusammen, und Evangelien. 69 wen fie fanden. Böse und Gute. Und die Tische wurs den alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu besehen, und sah allda einen Menschen, der hatte fein hochzeitliches Kleid an; und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen, und hast doch kein hoch: zeitliches Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die äußerste Finsterniß hin aus; da wird sein Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Am XXI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 6, v. 10:17. Suleht, meine Brüder, feid stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könner gegen die liftigen Aus läufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewals tigen, nemlich mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Wis derstand thun, und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Ge. rechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treis ben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seid. Vor allen Diugen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feus rige Pfeile des Bösewichts. Und nehmen den Helm des Heils, und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium, Joh. 4, v. 47:54. Und es war ein Königischer, des Sohn lag frank zu Kapernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todtkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Kös 70 Episteln nigische sprach zu mein Kind stirbt. ihm: Herr, komme hinab, ehe denn Jesus spricht zu ihm! Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jefus zu ihm fagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm feine Knechte, verkündigten thm, und fprachen: Dein Kind lebt. Da forschete er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die fiebente Stunde verlies ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wåre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam kam. Am XXII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Philipp. 1, v. 3.11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gedenke, ( welches ich allezeit thue in allem meinem Gebet für euch alle, und thue das Gebet mit Freuden) über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis hieher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Sag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evanges lium verantworte und bekräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig feid. Denn Gott ist mein Beuge wie mich nach euch allen verlanget von Herzenss grund in Jefu Chrifto. Und darum bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erfennts niß und Erfahrung, daß ihr prüfen möget, was das Beste fei; auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerech tigkeit, die durch Jesum Chriftum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium, Matth. 18, v. 23.35. Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der mit feinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing und Evangelien. 71 zu rechnen, fam ihm einer vor, der war ihm zehn saufend Pfund fchuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Beib, und seine Kinder, und alles, was er hatte und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derfelbige Knecht binaus, und fand einen seiner Mits fuechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ibn, und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht; sondern ging bin, und warf ihn in's Gefängniß, bis daß er bezablete, was er schuldig war. Da aber seine Mits Enechte folches fahen, wurden sie sehr betrübt, und famen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben batte. Da forderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zors nig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so thr nicht vergebet von euren Herzen ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Philipp. 3, v. 17.21. Folget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die alfo wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe; nun aber fage ich auch mit Weinen, die Feinde des Kreuzes Christi: Welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ift im Himmel, von dannen wir auch warten des Hellans des Jesu Chrifti, des Herrn, welcher unfern nichtigen 72 Episteln Leiß verklären wird, daß er ähnlich werde feinem vers Flärten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium, Matth. 22, v. 15-22. Da gingen die Pharifäer hin und hielten einen Rath, wie sie Jefum fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und spra chen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lebreft den Weg Gottes recht, und fragest nach nies mand: denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum fage uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaifer Zins gebe, oder nicht? Da nun Jes fus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versuchet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reichten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwuns derten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Coloff. 1, v. 9. 14. Derhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es gehöret baben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Erkenntniß feines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Vers stand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allent Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken, und wachset in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden; und dankfaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errets tet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseßet in das Reich seines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nemlich die Vergebung der Sünden. 73 und Evangelien. Evangelium, Matth. 9, v. 18. 26. Da Jefus folches mit ihnen redete, siehe da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgete ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von binten zu ihm, und rührte feines Kleis des Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gefund. Da wandte sich Jesus um, und sah sie, und sprach: Sei getroft, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gefund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und fab die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Magdlein ist nicht todt, fondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dieß Ges rücht erscholl in dasselbige ganze Land. Am XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Theff. 4, v. 13-18. Wir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten von denen, die da schlafen, auf daß ihr nicht traurig feid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jefum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder koms men vom Himmel, und die Todten in Christo werden auferstehen zuersi. Darnach wir, die wir leben und übers bleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt wers ben in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So trös stet euch nun mit diesen Worten unter einander. 1 Episteln Evangelium, Matth. 24, v. 15. 28. Wenn ihr nun sehen werdet den Grenel der Verwür 74 stung, davon gefage ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte;( wer dos liest, der merke darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht bernieder, etwas aus seinem Hause zu hos len. Und wer auf dem Felde ist, der fehre nicht um, feine Kleider zu holen. Webe aber den Schwangern und Säugern zu der Zett! Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbatb. Denn es wird alsdann eine große Trübfal sein, als nicht ger wefen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Tage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch felig: Aber um der Anserwählten willen werden die Tage verkürzet. Go alsdann jemand zu euch wird fagen: Siehe, hier ist Christus oder da; fo follt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Chrifft und falsche Propheten aufs stehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß vers führet werden in den Frrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe, ich habe es euch zuvor gefagt. Darum, wenn sie zu euch sagen werden: Siche, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus: Siehe, er ift in der Kammer; so glaubet es nicht. Denn gleich wie der Bliß ausgebet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang; also wird auch fein die Zukunft des Menschen Eohns. Wo aber ein Aas ist, da fammlen sich die Adler. Am XXVI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Theff. 1, v. 3.10. Wir Dir sollen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüs der, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübfas len, die ihr duldet; welches anzetgt, daß Gott recht. und Evangelien. 75 richten wird, nud ihr würdig werdet zum Reich Got tes, über welchem ihr auch leidet: Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübfal denen, die euch Trübs fal anlegen. Euch aber, die ihr Trübfal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird geoffenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, fo Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Chrifti; welche werden Pein leiden, das ewige Verderben vor dem Angesicht des Herrn, und vor seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit feinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium, Matth. 25, v. 31.46, Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seis ner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schaafe von den Böcken scheidet, und wird die Schaafe zu seiner Rechten stellen, und die Böcke zur linken. Da wird dann der König fagen zu denen zu fels ner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vas ters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von An beginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewesen, und ihr habt mich besuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder durftig und haben dich getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? Oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich frank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekoms men? Und der König wird antworten und sagen zu ihneh: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr gethan habt einem unter 76 Episteln diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir gethan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht ges speiset. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, oder frank, oder gefans gen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Vein gehen; aber die Gerechten in das ewige Leben. Am XXVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Petri 3, v. 3. 14. Lieben Brüder! Wisser das auf's erste, das in den lets ten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Vers heißung seiner Zukunft? Denn nachdem die Väter ents schlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewesen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gots tes Wort; dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dies felbigen mit der Sündfluth verderbet. Also auch der Himmel jeßund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behalten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Lieben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Vers heißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand avrloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße und Evangelien. 77 Fehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel zergehen werden mit großem Krachen, die Elemente aber werden bor Hiße zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles foll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zukunft des Tages des Herrn, in welchem die Hims mel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hiße zers schmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welcher Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr barauf warten follet; so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden erfunden werdet. Evangelium, Matth. 8, v. 23-27. Siehe das Evangelium am vierten Sonntage nach der Erscheinung Christi. Seite 16. Episteln und Evangelien auf die Aposteltage und einige andere firchlichen Feste. Am St. Andreastage. Epistel, Rom. 10, v. 8-18. Dieß ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde bekenneft Jefum, daß er der Herr sei, und glaubeft in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Todten auferwecket hat; so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig. Dann die Schrift spricht: Wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden. Es ist hier kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist allzumal Ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, foll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie 78 Episteln aber glauben, von dem sie nichts gebört haben? Wie follen sie aber bören ohne Prediger? Wie follen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben fiehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die Den Frieden verkündigen, die das Gute verfündigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jefatas spricht: Herr, wer glaubt unsern Predigten? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben fie es nicht gehöret? 3war es ist je in alle Lande aus gegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. Evangelium, Matth. 4, v. 18.22. A18 nun Jesus an dem Galiläischen Meere ging, fah er zween Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andream, seinen Bruder; die warfen ihre Neße in das Meer, denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach, ich will euch zu Menschenfischern ma chen. Bald verließen sie ihre Neßze, und folgten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß ging, fab er zween andere Brüder, Jakobum, den Sohn Zebeddi, und Johannem, seinen Bruder im Schiff, mit ihrem Vater Zebedão, daß sie ihre Neße flickten; und er rief fie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater, und folgten ihm nach. Am St. Thomastage. Epistel, Ephes. 1, v. 3.6. Gelobet fei Gott und der Vater unfers Herrn Jesu Chrifti, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Ser gen in himmlischen Gütern, durch Christum. Wie er uns denn erwählet hat durch denselbigen, ehe der Welt Grund geleget war, daß wir sollten sein heilig und un sträflich vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet sur Sindschaft gegen ihn seibst, durch Jesum Chriftum, nach dem Wohlgefallen feines Willens, zu Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. 79 und Evangelien. Evangelium, Joh. 20, v. 24.31. Thomas aber, der zwölfen einer, der da heißt Zwil. ling, war nicht bei ihnen, da Jesus fam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gefehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen fehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in feine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal feine Jünger darinnen, und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlossen waren, und tritt mitten ein und spricht: Friede fei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Fine ger her und siehe meine Hände; und reiche deine Hand ber, und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläus big, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr, und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gesehen hast, Thoma, so glaubeft du. Gelig sind, die nicht sehen, und doch glaus ben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Chris, der Sohn Gottes; und daß ihr durch den Glaus ben das Leben habt in seinem Namen. Am Tage St. Pauli Bekehrung. Epistel, Ap..Gesch. 9, v. 1-22. Saulus aulus aber schnaubte noch mit Drohen und Mors den wider die Jünger des Herrn, und ging zum Hohens priester, und bat ihn um Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er Etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerus falem. Und da er auf dem Wege war, und nahe bei Damaskus kam, umleuchtete ihn plößlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde, und hörete eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgest du mich? Er aber sprach; Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel zu lecken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich thun foll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf und gehe in 80 Episteln die Stadt; da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die feine Gefährten waren, standen und waren erstarret; denn sie hörten eine Stimme, und fahen Niemand. Saulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sah er Niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn gen Damaskus. Und er war drei Tage nicht sehend, und aß nicht, und trank nicht. Es war aber ein Jüns ger zu Damaskus, mit Namen Ananias, zu dem sprach der Herr im Gesicht: Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die Gasse, die da heißt die Richtige, und frage in dem Hause Juda nach Saulo, mit Namen von Carsen; denn siehe, er betet, und hat gesehen im Geficht einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hins einkommen, und die Hand auf ihn legen, daß er wies der fehend werde. Ananias aber antwortete: Herr, ich habe von Vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Ulebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerufas lem; und er hat allhier Macht von den Hohenpriestern, zu binden Alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein aus. erwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen tragen vor den Heiden, und vor dem Könige, und vor den Kindern von Ifrael. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen. Uud Ananias ging hin, und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn, nnd sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest), daß du wieder sehend und mit dem heis ligen Geist erfüllet werdest. Und alsbald fiel es von feinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend; und stand auf, ließ sich taufen, und nahm Speise zu fich, und stärkte sich Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Damaskus. Und alsobald predigte er Christum in den Schulen, daß derselbige Gottes Sohn fet. Sie entfeßten sich aber alle, die es hörten, und sprachen: ft das nicht, der zu Jerufalem verstörte alle, die diesen Namen anrufen, und darum herkommen, daß er sie gebunden führe zu den Hohenpriestern? Saulus aber ward je mehr kräftiger, und trieb die Juden ein, die zu Damaskus wohneten, und bewährte es, daß dies ser ist der Christ. und Evangelien. Evangelium, Matth. 19, v. 23.39. Jefus aber sprach zu feinen Jüngern: Wahrlich, ich 81 fage euch: Ein Reicher wird schwerlich in's Himmelreich fommen. Und weiter fage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kameel duech ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher in's Reich Gottes komme. Da das seine Jünger hörten, entsegten sie sich sehr und sprachen: Je, wer fann denn felig werden? Jesus aber sab sie an, und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott find alle Dinge möglich. Da antwortete Petrus. und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind dir nachgefolget; was wird uns dafür? Jefus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die thr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch figen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Ifraels. Und wer verläßt Häuser, oder Bruder, oder Schwester, oder Vater oder Mutter, oder Weib oder Kinder, oder Acker, um meines Namens willen, der wird es hun. Dertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die lepten, und die Leßten werden die Ersten sein. Am Tage Maria Reinigung. Epistel, Malachid 3, v. 1-4. Siehe, ich will meinen Engel fenden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu sei nem Tempel der Herr, den ihr fuchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zus Funft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Goldschmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sigen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kinder Levi reinigen und lautern, wie Gold und Silber; dann werden sie dem Herrn Spetsopfer bringen in Gerechtigkeit. Und wird dem Herrn wohls gefallen das Speisopfer Juda und Jerusalem, wie vors hin vor langen Jahren. E 6 Episteln Evangelium, Lucd 2, v. 23.32.' Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis famen, brachten sie das Kind Jesum gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstelleten dem Herrn;( wie denn ges schrieben sichet in dem Gesez des Herrn: Allerlei Männs lein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiligt beißen), und daß sie geben das Opfer, nachs dem gesagt ist im Gefeß des Herrn: Ein Paar Turtels tauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon, und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Troft Ifraels, und der heilige Geift war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geift: Er sollte ten Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und er fam aus Unregen des Geiftes in den Tempel. Und da die Eltern bas Kind Jefum in den Tempel brachten, daß fie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gefeß, da nahm er ihn auf feine Orme, und lobete Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt baft, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zu ers leuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Ifraels. 82 Am Tage Matthäi. Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 15.26. Und in den Tagen trat auf Petrus unter die Jünger, und sprach:( es war aber die Schaar der Namen zu Hause bei Hundert und zwanzig). Jbr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund David, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jefum fingen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte das Amt mit uns übernommen. Dieser hat erworben den Acker um den ungerechten Lohn, und sich erhängt, und ist mitten entzwei geborsten, und alle feine Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist fund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derfelbige Acker genennet wird auf ihre Sprache: Hakeldama, das ist, ein Blutacker. Denn es siehet geschrieben im Pfalmbuch: Ihre Behausung müsse wüste werden, und sei niemand, der darinnen wohne, und sein Bißthum empfahe ein und Evangelien. * 83 anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jefus unter und ist aus und eingegangen, von der Laufe Johannes an, bis auf den Tag, da er von uns genommen ist, ein Zeuge feiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Joseph, genannt Bars fabas, mit dem Zunamen Just, und Matthiam; beteten und sprachen: Herr, aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen bu gewäblet baft, unter diesen zween, daß einer empfahe diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abgewichen ist, daß er hinginge an seinen Drt. Und sie warfen das Loos über sie, und das Loos fiel auf Mati thiam, und er ward jugeordnet zu den eilf Aposteln. Evangelium, Matth. 11, v. 25.30. Bu derfelbigen Zeit antwortete Jefus, und sprach: Ich preise dich, Vater und Herr des Himmels und der Erden, daß du solches den Weifen und Klugen verbors gen hast, und hast es den Unmündigen offenbaret. Fa Vater; denn es ist also woblgefällig gewesen vor dir. Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand Fennet den Sohn, denn nur der Vater. Und niemand Fennet den Bater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen feid, ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin fanftmüthig und von Herzen demis thig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist fanft, und meine Laft ist leicht. Am Tage der Verkündigung Mariä. Epistel, Jesaias 7, v. 10.16. Und der Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fodere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott; es fei unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will nichts fodern, deß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David; ist's euch zu wenig, daß ihr die Leute beleis diget, ihr müffet auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe 6* 84 silEpisteln d eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn ges bären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Hos nig wird er effen, daß er wiffe Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lerner Böses verwerfen, und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlaffen sein von seinen zween Königen. Evangelium, Lucă 1, v. 26-38. Und im sechsten Mond ward der Engel Gabriel ge. fandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel fam zu ihr hinein und sprach: gegrüßet seist du, Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. Da sie ihn aber sab, erschrack fie über feine Rede und gedachte: welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Giebe, du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Sohn gebåren, deß Namen sollst du Jesus beißen. Der wird groß und ein Sohn des Höchs ften genennet werden; und Gott, der Herr, wird ihm den Stuhl feines Vaters Davids geben; und er wird ein König sein über das Haus Jacobs ewiglich, und feines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: wie soll das zugeben? Sintemal ich von feinem Manne weiß. Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geift wird über dich Fommen, und die Kraft des Höchsten wird dich übers schatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes Sobn genennet werden. Und siebe, Elisabeth, deine Freundin, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gebet jetzt im sechsten Mond, die im Gefchrei) ist, daß sie unfruchtbar fei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Ciehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt haft. Und der Engel schied von ihr. S500 Am Tage Philippi und Jakobi. Epistel, Ephef. 2, v. 19.22. Lieben Brüder! fo feid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Brüder mit den Heiligen, und und Evangelien. 85 Gottes Hausgenossen, er bauet auf den Grund der Apos stel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchen der ganze Bau, in einander gefüget wächset zu einem heiligen Tempel in dem Herrn; auf welchem auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behaus fung Gottes im Geist. Evangelium, Joh. 14, v. 1:14. Jesus sprach zu feinen Jängern: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubet ihr an Gott, fo Glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenns nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und ob ich hins ginge, euch die Stätte zu bereiten, will ich doch wieder fommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingebe, das wisset ihr, und den Weg wiffet ihr auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht wo du hingehest; und wie föns nen wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Jeh bin der Weg, und die Wahrheit, und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich kennetet, so fennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an fennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Var ter, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennest mich nicht? Philippe wer mich siehet, der siehet den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu ench rede, die rede ist nicht von mir felbft. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir ist; wo nicht, so glaubet mir doch um der Werke willen. Wahrlich, wahrlich ich fage euch: Wer an mich glaubet, der wird die Werke auch thun, die tch thue, und wird größere denn diese thun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thun, auf Daß der Vater geehret werde in dem Sohn. Was the bitten werdet in meinem Namen, thun. The das will ich Episteln Am Tage Johannis des Täufers. Epistel, Jesaias 40, v. 1.5. Eröftet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich, und prediget ibr, daß ihre Ritterschaft ein Ende bat; denn ihre Missethat ist vers geben; denn sie bat Zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste; bereitet dem Herrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Babn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel follen geniedriget werden, and was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, foll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn foll offenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. 86 Evangelium, Lucd 1, v. 57.80. Und Elisabeth tam thre Zelt, daß sie gebären sollte, und fie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Freunde höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ibr gethan batte, und freueten sich mir ibr. Und es begab sich am achten Tage, famen fie zu beschneiden das Kindlein, und bießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete, und fprach: Mit nichs ten, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und fie winkten feinem Vater, wie er ihn wollte beißen lassen? Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er beißet Johannes. Und sie verwunders ten sich Alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Bunge aufgethan, und redete, und lobte Gott. Und es fam eine Furcht über alle Nachbarn, und diese Ges schichte ward ruchbar auf dem ganzen jüdischen Ges birge. Und alle, die es hörten, nahmen es zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kinds lein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Bachartas ward des heiligen Geistes voll, weiffagete, und sprach: Gelobet fei der Herr, der Gott Ifrael; denn er hat besucht und ers löset sein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn und Evangelien. 87 des Heils, in dem Hause seines Dieners Davids. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner beilis gen Propheten, daß er uns errettet von unfern Fein den, und von der Hand aller, die uns baffen; und die Barmherzigkeit erzeigte unsern Våtern, und gedächte an seinen heiligen Bund; und an den Eid, den er ges schworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöfet aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirft ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß du seinen Weg bereitest, und Erfenntniß des Heils gebeft seinem Volk, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch die herzliche Barms herzigkeit unsers Gottes, durch welche und besucht hat der Aufgang aus der Höhe: auf daß er erscheine denen, die da sißen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs, und ward stark im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte hervortreten vor das Volk Israel. Am Tage Petri und Pauli. Epistèl, Ap. Gesch. 12, v. 1.11. Um diefelbige Zeit legte der Köntg Herodes die Hände an etliche der Gemeine, zu peinigen. Er tödtete aber Jakobum, Johannes Bruder mit dem Schwert. Und da er fab, daß es den Juden gefiel, fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Eage der füßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn in's Gefängniß, und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegsknechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volk vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufhören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vorstellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsfnechten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hüter vor der Thü hüteten des Gefängnisses. Und siche, der Engel des Herrn kam daher, und ein Licht schien in dem Gemach, und 88 Episteln Gemach, und schlug Petrum an die Seite, und weckte ihn auf, und spricht: Stehe behend auf Und die Kets ten fielen ihm von feinen Händen. Und der Engel ſprach zu ihm: Gürte dich und thue deine Schuhe an. Und er that alfo. Und er sprach zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach. Und er ging hinaus, und folgte ihm, und wußte nicht, daß ihm wah: baftig folches geschehe durch den Engel, sondern es däuchte ihn, er sehe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die Erste und andere Hut, und famen zu der eifernen Thüre, welche zur Stadt führet; die that sich ihnen von ibr felber auf. Und traten hinaus, und gingen hin eine Glasse lang; und alsbald schied der Engel von ibm. Und da Petrus zu ihm selber kam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gefandt bat, und mich errettet aus der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdischen Volks. Evangelium, Matth. 16, v. 13.26. Da tam Jefus in die Gegend, der Stadt Cäfarea Philippi, und fragte feine Jünger, und sprach: Wer, fagen die Leute, daß des Menschen Sohn fey? Sie Sprachen: Etliche sagen, du feiest Johannes, der Täus fer; die andern, du feieft Elias; etliche, du feiest Jeres mias, oder der Phropheten einer. Er sprach zu ihnen; Wer faget denn ihr, daß ich sey? Da antwortete Sis mon Petrus, und sprach: Du bist Christus, des lebens digen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denit Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbaret, sons dern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felfen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle follen sie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmels Schlüssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein; und alles, was du auf Erden lösen wirft, soll auch im Himmel los sein. Da verbot er seinen Jüngern, daß sie nies mand sagen sollten, daß er Jesus, der Christ wäre. und Evangelien. di Am Tage Mariä Heimsuchung. WO 89 Epistel, Rom. 12, v. 9.13. Die Liebe sei nicht falsch. Haffer das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbies tung zuvor. Seid nicht träge, was ihr thun follt. Geid brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübfal, haltet an am Gebet. Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet die euch verfolgen; fege net, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlet Sinn unter einander. Erachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Haltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet nicht Böses mit Bösem. Befleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jeders mann. Ist es möglich, so viel an cuch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Evangelium, Lucd 1, v. 39.56. Maria aber stand auf in den Tagen, und ging auf das Gebirge endlich zu der Stadt Judäa. Und fam in das Haus Zacharias, und grüßete Elifabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfte das Kind in threm Leibe, Uud Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief laut, und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenes deier ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes börete, hüpfte mit Freunden das Kind in meinem Leibe. Und, o felig bist du, die du geglaubeft haft; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria spricht: Meine Seele ers hebt den Herrn, nnd mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siebe, von nun an werden mich felig preisen alle Kindesfinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Uud feine Barmherzigkeit währet immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er 90 Episteln übet Gewalt mit fetnem Arm, und zerstreuet die hofs färtig find in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Ges waltigen vom Stuhl und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läsfet die Reichen leer. Er denfet der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Ifrael auf, wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham, und seinem Saamen ewiglich. Und Maria blieb bet ihr bei drei Monden: Darnach kehrte sie wie. derum heim. Am Tage St. Jakobi. Epistel, Rom. 8, v. 28.39. Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, die nach dem Vorsaß berufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich fein sollten dem Ebenbilde seis nes Sohnes, auf daß derfelbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet bat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber gerecht gemacht, die hat er auch berrlich gemacht. Was wols len wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein? Welcher auch seines eignen Sohs nes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alte Dabin gegeben; wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldis gen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist; ja viels mehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübfal oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen wers den wir getödtet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschaafe. Aber in dem allen überwinden wir weit, um deßwillen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur, mag uns scheiden von der Liebe Gots tes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. 91 und Evangelien. on Evangelium, Matth. 20, v. 20.23. Da trat zu Jefu die Mutter der Kinder Zebebät, mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder, und bat etwas von ibm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sißen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Shr wisset nicht, was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trins ken, den ich trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da ich mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm; Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch follt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das Sißen zu meiner Rechten und Linken zu geben, stebet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Am Tage Bartholomai. Epistel, 2 Kor. 4, v. 7.10. Wir haben aber solchen Schaß in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft fei Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübfal, aber wir ångsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir letben Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um alle Zeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Evangelium, Luc. 22, v. 24, 30. Es erhob sich auch ein Zank unter den Jüngern, welcher unter ihnen sollte für den Größesten gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige berrschen, und die Gewaltigen beißet man gnädige Herren. Thr aber nicht also: Sondern der Größeste unter euch soll fein wie der Jüngste, und der Vornehmste, wie ein Dies ner. Denn welcher ist der Größefte? Der zu Tische figet, oder der da dienet? It's nicht also, daß der zu Tische fige? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Shr 92 Episteln din aber feids, die ihr beharrer habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr effen und trinken ſollt, über meinem Tisch in meinem Reich, und ngen auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Ifrael, ni andmiseg 100 Foot Giù estradice but: Am. Tage St. Matthäi. Epistel, 1 Cor. 12, v. 4.11. 6 find mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist Und es sind mancherlei Alemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirker Alles in Allem. In einem jeglichen erzeit gen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben, durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist. Einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun, einem andern Beissagung, einem andern Geister zu unterscheiden, einem andern manchers lei Sprachen, einem andern die Sprachen auszulegen. Dieß aber alles wirket derselbige einige Geist, and theis let einem jeglichen Seines zu, nachdem er will. Evangelium, Matth. 9, v. 9.13. Und da Jefus von dannen ging, fah er einen Mens schen am Zoll sißen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, fiehe, da kamen viele Zöllner und Sünder, und faßen zu Tische mit Jefu und feinen Jüngern. Da das die Pharrifäer sahen, sprachen sie zu seis nen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, fprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. Gehet aber hin, und Iernet, was das fei: Ich habe Wohlgefallen an Barms 93 und Evangelien. herzigkeit, und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sünder zur Buße zu rufen, und nicht die Frommen. Am Tage St. Michaelis. Epistel, Offenb. Joh. 12, v. 7.12. Und es erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und feine Engel ftritten mit dem Drachen, und der Drache ftritt und seine Engel; und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißet der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführet; und ward geworfen auf die Erde, und feine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich börte eine große Grimme, die da sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft, und das Reich und die Macht unsers Gottes feines Christus geworden, weil der Berkläger unferer Brüder geworfen ist der sie verflaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn übers wunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ibres Zeugnisses, und haben ihr Leben nicht geliebt, bis an den Tod. Darum freuet euch, ihr Himmel, hot und die darinnen wohnen. ALO Evangelium, Matth. 18, v. 1.11. Bu derfelbigen Stunde traten die Jünger zu Jeſu, und sprachen: Wer ist der größeste im Himmelreich? Jefus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter fie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß ihr euch umfehret und werdet wie die Kinder, fo werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie dieß Kind, der ist der Grös Beste im Himmelreich. Und wer ein solches Kind aufs nimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt werde, und er erfäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Aergerniß halber! Es muß ja Nergerniß kommen, doch wehe dem Menschen, durch welchen Alergerniß kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich 94 Episteln ärgert, so baue thn ab, und wirf ihn von dir; es ist dir beffer, baß du zum Leben labm, oder als ein Krüps pel eingehest, denn daß du zwo Hände und zween Füße babest, und werdeft in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirf es von dir; es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habeft, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sebet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel seben allezeit das Anges ficht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, das verloren ist. Am Tage Simonis und Judä. Epistel, 1 Petri 1, v. 3.9. Gelobet fet Gott und der Vater unsers Herrn Jeſu Christi, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wies der geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jefu Chrifti von den Todten; zu einem unvergänglichem und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werdet zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß fie offenbar werde zu der letzten Zeit; in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jeßt eine Fleine Zeit( wo es sein soll) traurig feid in mancherlet Anfechtungen; auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel föstlicher erfunden werde, denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu Lobe, Preis und Ehren, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus. Welchen ihr nicht gesehen, und doch lieb habet, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht fehet; so werdet ihr euch freuen mit uns aussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende eures Glaubens davon bringen, nemlich der Seelen Seligkeit. Evangelium, Soh. 15, v. 17.21. Jefus sprach zu feinen Jüngern: Das gebiete ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. So euch die und Evangelien. 95 Welt baffet, fo wiffet, daß sie mich vor euch gehaffet bat.. Wäret ihr von der Welt, so bätte die Welt das Thre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt feid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum baffet euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; baben sie mein Wort gehalten, so wers den sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch thun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gefandt bat. non jase Am Tage der Kirchweihe. Epistel, Offenb. Joh. 21, v. 1.5. Und ich fah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich Johannes sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bet ihnen wohs nen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott, mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwis schen alle Thränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Gefchret, noch Schmerzen wird mehr fein; denn das Erste ist vergans gen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. Und er fpricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß. Evangelium, Luc. 19, v. 1.10. Und Jefus zog hinein, und ging durch Jericho. Und fiehe, da war ein Mann, genannt Zachaus, der war ein Oberster der Zöllner, und war reich; und begehrte Jefum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Volf, denn er war klein von Person. Und er lief 96 Episteln vorhin, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn allda follte er durchfommen. Und als Jesus fam an dieselbige Etätte, fat er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zachäi, steig eilend hernieder, denn ich muß heute in deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das saben, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder einkehrete. Zachäus aber trat bar, und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, bas gebe ich vterfältig wieder. Jefus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist; denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und felig zu machen, das verloren ist. 5019 sus anjo don Jammid ( 1 estant Mag sals 588409 6 s to Bordo dull ps E TRUE m him is) How y 1009 make a du bon de som 10 ondoand 20 abd Ott 21 put muilstands w 1200 37-40 nhi 10 y 11 te blir his bitrund af en Der kleine monial isd sig ind modsil dan ouby Hom uollot 22 Katechismus Lutheri. Bist du ein Chrift? ol Woher weißt du bas? to ulioli Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Christi und die christliche Lehre weiß und glaube. ND Ja Herr, ich bin ein Christ. Welches ist denn die driftliche Lehre? lot Q Die in den Schriften Mose, der Propheten und Aposteln verfasset und begriffen ist. Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? oli Fünf. Die zehn Gebote Gottes. MG- 11010) Das erste? Das andere? Die Artikel des christlichen Glaubens. Das dritte? Das Gebet des Herrn. Das vierte? Das Sacrament der heiligen Taufe. Das fünfte? 197 ut 17st this That#G De alle sine dichise ndroj t Das Abendmahl des Herrn, oder das Sacrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi.. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen erstlich, wer wir sein, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Darnach wer unser Herr Gott sei, und wie wir mit ihm mögen versöhnt und vereinigt werden. Toi Das erste Hauptstück. 20 a thin ne 10000 niet mijanie Von den zehn Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? ad turdait dir Du sollst keine andre Götter haben neben mir. Was ist das? hint with G Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben und ihm allein vertrauen. SEO in mold da od Das andere Gebot? joist Du sollst den Namen Gottes deines Herrn nicht un nüßlich führen. BLO madol ujed s Ball du nedo Was Das erste Hauptstück. ³ Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen: sondern in und danken. 2 Das dritte Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten; sondern dasselbige heilig halten, gerne hören und lernen. Das vierte Gebot: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß dir's wohl gehe und du lange lebeft auf Erden. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Eltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen, sondern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth haben. Das fünfte Gebot: Du sollst nicht tödten. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun, sondern ihm helfen und fördern in allen Leibesnöthen. 200 Das sechste Gebot: Du sollst nicht ehebrechen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir feusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. The sive gri Das siebente Gebot: Du sollst nicht stehlen. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld oder Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen; sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten Was ist das? 19df Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen oder bösen Leumund machen: sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren. ordij ongiur. Das Das erste Hauptstück. vi s du Das neunte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Falls diss Was ist das? 3 to b Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechten an uns bringen: sondern ihm dasselbe zu behalten, förderlich und dienlich sein. Das zehnte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles was sein ist. Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen: sondern bei denselben anhalten, daß sie bleiben und thun, was sie schuldig sind. Was sagt Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein starker eifriger Gott, der über die, so mich hassen, die Sünde der Väter heimsuchet an den Kindern bis in's dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben und meine Gebote halten, thue ich wohl bis in's tausendste Glied. Was ist das? Gott dränet zu strafen Alle, die diese Gebote übertreten, darum sollen wir uns fürchten für seinem Zorn, und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute allen Denen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. this Wozu sind uns die zehn Gebote Gottes nüß? Zu zweierlei. Erstlich zeigen sie uns die Sünden an und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod bei unserm Herrn und Heiland Jesu Christo zu suchen. Zum andern lehren sie, welches die gute Werke sein, so die Gläubige und Neugeborne zu thun schuldig sind ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Vater im Himmel damit zu beweisen. nien Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Gebote und Gesetze erfüllen? Ach nein! denn unsere gute Werke sind nicht vollkom( 1) 2 men Das andere Hauptstück. men gut, dieweil wir arme Sünder sind, und wenn wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch das Böse an. 4 Wer hat denn das Gesetz und die zehn Gebote Gottes erfüllt? Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns dem Gesetz ge nug gethan, anders nicht, als ob wir selbst das Gesetz gehalten hätten: und um desselben willen gefallen Gott auch unsere guten Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun, ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm Nächsten zu Dienst, ob schon Mangel an denselben ist.. Das andere Hauptstück. wak Von den Artikeln des christlichen Glaubens. Welches sind die Artikel des Chriftlichen Glaubens? Der erste: Von der Schöpfung. Der andere: Von der Erlösung. Der dritte: Von der Heiligung. inghjh And ast50 Mie lautet der erste Artikel? Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erden. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat, sammt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren, und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat und noch erhält, dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vich und alle Güter, mit aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens reichlich und täglich versorget, wider alle Gefährlichkeit beschüßet und beschirmet, und vor allem Uebel behütet und bewahret; und das alles aus lauter väterlicher göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohne all mein Verdienst und Würdigkeit, deß alles ich ihm zu danken und zu loben, und dafür zu dienen und gehorsam zu sein, schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Ent Wie lautet der andere Artikel? Von der Erlösung. Und an Jesum Christum feinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist von dem heiligen Geist, geboren aus Maria der Jungfrau. Gelitten unter Pontio Pilato, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Höllen, am dritten Das andere Hauptstück. 5 ten Tag auferstanden von den Todten, aufgefahren gen Himmel, het zu der Rechten Gottes, des allmächtigen Baters, von dannen er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? 58 Ich glaube, daß Jesus Christus wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr, der mich armen, verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels, nicht mit Gold oder Silber, sendern mit seinem heiligen theuern Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden von den Todten, lebet und regieret in Ewigfeit. Das ist gewißlich wahr. 10 ph Wie lautet der dritte Artikel? in din dress Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesum Christum meinen Herrn glauben oder zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiliget, und bei Jefu Christo erhält im rechten einigen Glauben: in welcher Christenheit er mir nnd allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird, und mir ſammt allen Gläubigen in Christo Jesu ein ewiges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. 19 pii Wozu dienen uns die Artikel des Gristlichen Glaubens? obrods) wit Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wesen und was sein gnädiger Wille gegen uns sei. Twin dallatorow ( a) 3 Wer Das andere Hauptstück. Wer ist nun Gott in seinem Wesen? Er ist Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der heilige Geist, drei unterschiedliche Personen, in einem einigen, ewigen, unzertrennlichen Wesen. Sind denn drei Götter? Nein, es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. 6 Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünden vergeben, und mittheilen das ewige selige Leben. HOTE Wozu nüßet uns die Erkenntniß göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkommen, und durch den Glauben selig werden. Welcher unter den dreien Personen ist Mensch worden? Die andere Person, als nämlich der ewige Sohn Gottes. dar Wer ist nun Christus unser Erlöser in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren. Mein Herr; oder fürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch. Oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat deines Erlösers Jesu Christi? Er hat mich armen, verlorenen und verdammten Menschen erlöset, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels. Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit. indi Glaubest du auch, daß Christus dein Herr bei seiner lieben Kirchen allhier auf Erden und auch bei dir jei? ***** Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Gläubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset hat, also schüßet und schirmet er mich auch, und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. E Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch fein ander Werk als durch den ganzen allerheiligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesu Christi, und durch sein allerbitterstes Leiden und Sterben, das halt ich mit festem Glauben, und darauf stehet all meines Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher Das dritte Hauptstuck. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jesum Christum? Es ist eine Gabe des heiligen Geistes; der wirket und gibt mir sie durch sein heilig Wort und Evangelium, und durch die heiligen Sacramente. San Die erste Bitte: Geheiliget werde dein Name.is Was ist das? Das dritte Hauptstück. Von dem Gebet des Herrn? Wie lautet das Gebet des Herrn? Es lautet also: Vater unser, der du bist im Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater und wir seine rechten Kinder, auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten jollen, wie die lieben Kinder ihren lieben Bater. shut no daque 7 mnie w TH: net 0519 Aan in al Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geheiligt werde. Wie geschiehet bas? bak Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig als die Kinder Gottes darnach leben: da hilf uns lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes, da behüt uns vor, lieber himmlischer Vater. OPTIC Die andere Bitte mit leur nochlith whit me thin stil sout Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohn' unser Gebet von ihm selbst: aber wir bitten in diesem Gebet, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? 100GT H Dein Reich komme. Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Worte, durch seine Gnade, glauben, und göttlich leben hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte: nord) and Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden. Was ist das? ann god ide mi Gottes guter gnädiger Wille geschieht wohl ohn' unser 8 Das dritte Hauptstück. fer Gebet, aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe. Die tribieht bas t Wenn Gott allen böfen Rath und Willen bricht, und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen, und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsers Fleisches Wille: sondern stärket in ung an unser Ende. Das ist sein gnädiger guter Wille. Die vierte Bitte. Unser täglich Brod gib uns heute.ollo intum 00 Was ist das? 25 Gott gibt das tägliche Brod, auch wohl ohn unsre Bitte, all en bösen Menschen: aber wir bitten in diesem Gebet, daß er uns solches erkennen lasse, und wir mit Danksagung empfahen unser täglich Brod. monia mail vider Was heißt denn täglich Brød? Alles, was zur Leibesnahrung und Nothdurft gehört: als Essen und Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, frommte und getreue Oberherrn, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, gefreue Nachbarn und dergleichen. 25 ansdel bene Die fünfte Bitte. 1976 1901, Tyle s Und vergib uns unsre Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Die fünfte Bitte. pild hun rist se Was ist das? Wir bitten in diesem Gebet, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsre Sünde, und um derselben willen solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines werth, das wir bitten, haben's auch nicht verdient; sondern er wolle uns alles aus Gnaden geben, denn wir täglich viel sündigen, und wohl eitel Strafe verdienen. So wöllen wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gerne wohlthun denen, die sich an uns versündigen. bas Die sechste Bitte.ds thing Gar Und führe uns nicht in Versuchung. THE 400 olles was ist das? doblap ollite ne Gott versucht zwar Niemand, aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt und unser eigen Fleisch 391 nicht Das vierte Hauptstud. nicht betrüge, noch verführe in Meißglauben, Verzweifelung und andere große Schand und Laster. Und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. maist up to Die siebente Bitte. ER-/ bard 100 des mor Sondern erlöse uns von dem Uebel.. tomt is dit Was ist das? 9 Wir bitten in diesem Gebet, als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Uebel, Leibes und der Seele, Guts und Ehre, erlöse und zuletzt, wenn unser Stündlein kommt, ein seliges Ende bescheere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. thin id fod E Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß sein, solche Bitte seie dem Vater im Himmel angenehm und erhöret, denn er selbst hat uns geboten, also zu beten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, ja, es soll also geschehen. Wozu bienet uns das Gebet des Herrn? Daß wir erkennen alles, was zur Aufenthaltung dieses zeitlichen und Erlangung des ewigen Lebens gehöret, könne man nirgends anders woher haben, denn von Gott, und es derhalben von ihm mit glaubigen Herzen bitten und erlangen. Saudi spai solat jent site HeSchloj oj odnalo sa dnesd ist, dum time 11020 691100 Suda 2014/0 150 20 the Das vierte Hauptstück. Vom Sacrament der heiligen Taufe. 1 of min pil Was sind die heiligen Sacramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen uns Gott mit sichtbaren Zeichen( oder in seinem Wort verfaßten Elementen) die unsichtbare verheißene Gnadengüter versiegelt und übergibt.?) 1198 adoro manied thoud 19 HO aler Wozu find die Sacramente eingesetzt? Zur Bestätigung unsers Glaubens an die göttliche Verheißungen.n Wieviel sind Sacramente im neuen Testament? Zwei: Die Taufe und das Abendmahl des Herrn. ( a) 5 Zum Das vierte Hauptstück. 3 um ersten: led tom Was ist die Taufe? susdun du Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durch's Wasserbad und Wort, unsre Sünde gnädiglich um Jesu Christi willen vergibt, nimmt uns an zu seinen Kindern und macht uns zu Erben aller seiner himmliſchen Güter. 10 Oder: die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot verfasset und mit Gottes Wort verbunden. Was ist denn solch Wort Gottes? TADE Da unser Herr Christus spricht, Matth. am letzten: Gehet hin in alle Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes. at mat zum andern: * 20 20 dod das gibt oder nüßt die Taufe? 10 Sie wirket Bergebung der Sündeu, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten. indby Welches sind denn solche Worte und Verheißung Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marc. am letzten: Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig; wer aber nicht glaubet, der wird verdammt. ammnt. med mindred Zum dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thut's freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist und der Glaube, so solchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser und keine Taufe, aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist ein gnadenreich Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie Sanct Paulus sagt zum Tito im dritten Kapitel. Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselben Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr. Robintig side 3um vierten: nempitäi Das bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, daß der alte Adam in uns durch tägliche Ren und Buß soll ersäuft werden, und sterben mit allen re Sün Das fünfte Hauptstück. Sünden und bösen Lüsten, und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit für Gott ewiglich lebe. is its Wo stehet das geschrieben? idnimónsdie Sanct Paulus zu den Römern am sechsten spricht: wir find sammt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Christus ist von den Todten auferwecket durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen wir auch in einem nenen Leben wandeln. 11 Wozu nützt uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns gut seinen Kindern angenommen, wolle sich in allen Dingen als ein gnädiger Vater gegen uns erzeigen. Warum sprichst du in der Auslegung des Katechismus: Die Taufe wirket Vergebung der Sünden, erlöser vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit, so toch allein der Herr Christus solches gethan hat? Der Herr Christus hat uns dieses alles erworben mit seinem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat er's uns geschenft und zugeeignet. i 11 pd Gim napot sit ast Das fünfte Hauptstück. Vom Abendmahl des Herrn: oder: andre Nenodistust stunt of sigt Vom Sacrament des Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? d) and Das Abendmahl des Herrn ist ein Sacrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und übergibt uns mit Brod und Wein seinen wahren Leib und Blut, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sacrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jeſu Christi, unter dem Brod und Wein, uns Christen zu essen und zu trinken, von Christo selbst eingesetzt. di Wo stehet bas geschrieben? So schrieben die heiligen Evangelisten und Aposteln' Matthäus, Marcus, Lucas und Paulus: Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, danfet und brachy's, und gab's seinen Jüngern und sprach: Nehmethin und 12 Das fünfte Hauptstud. und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtniß. Car#ol Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament, in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihr trinket, zu meinem Gedächtniß. Was nüßt denn solch Essen und Trinken?#GSR Das zeigen uns diese Worte an: Für euch gegeben und pergossen zur Vergebung der Sünden. Nämlich, daß uns im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligfeit durch solche Worte gegeben wird, denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Effen und Trinken thut's freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken, als das Hauptstück im Sacrament, und wer denselben Worten glaubet, der hat, was sie sagen und wie sie lauten, nämlich Vergebung der Sünden. Wer empfäht denn solch Sacrament würdiglich? 10000 Fasten und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine äußerliche Zucht; aber der ist recht würdig und wohlgeschickt, der den Glauben hat an diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden. Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt; denn das Wort:( Für euch) erfordert eitel glaubige Herzen. Wozu ist uns das Abendmahl des Herrn nütz? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unſern Vater im Himmel erzürnt haben, will er uns doch solches verzeihen, und unser gnädiger Vater sein und bleiben, und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat: Das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht will entgelten lassen. bu im belligen 6321 -110 10 41 Was empfängst du im heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi unter dem Bred und Wein. ita mort d'opin Warum Gaur Das fünfte Hauptstück. Warum gehst du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum durch die Nicßung seines Leibs und Bluts stärfe, und meine arme Seele tröste. 13 Glaubest du und bekennest dieses alles von Herzen, was du von der christlichen Lehre jegund gesagt haft? Ja, Herr. Willst du dich denn auch in den Gehersam der christlichen Kirche ergeben, und nachdem du glaubeit und bekennest, hinfort thun und leben, und was du allhier verheißest und zusagest, thun und treulich halten? 318 i du Ja, Herr durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jesu Christ. Von der Beicht. Was ist die Beicht? Die Beicht begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünde bekenne; das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und ja nicht daran zweifle, sondern fest glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man beichten? Für Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater unser thun. Aber für den Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. R MOVE Welche sind die? Da siehe deinen Stand an, nach den zehn Geboten: ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht oder Magd seieft? Ob du ungehorsam, untren, unfleißig, zornig, untüchtig, hässig gewesen seiest? Ob du Jemand Leid cethan mit Worten oder Werfen? Ob du gestohlen, versiumet, verwahrloset, oder sonsten Schaden gethan hast?@ Beson 14 Besondere Fragstücke. Ja, ich Glaubest du, daß du ein Sünder bist? glaube es, ich bin ein Sünder. glawie weist du bas it ge ? Aus den zehn Geboten, die habe ich nicht gehalten. Sind dir deine Sünden auch leid? Ja, es ist mir leid, daß ich wider Gott gesündiget habe. Was hast du mit deinen Sünden bei Gett verdient? Seinen Zorn und Ungnade, den zeitlichen Tod und die ewige Verdammniß. Röm. 6.50 Goth 300 m2 Hoffest du auch selig zu werden? Ja, ich hoffe es. Weß tröstest du dich denn? Meines lieben Herrn Christi. Wer ist Christus? Gottes Sohn, wahrer Gott und Mensch. Wie viel sind Götter? Nur einer, aber drei Personen, Bater, Sohn und heiliger Geist. Was hat denn Christus für dich gethan, daß du dich sein tröftest? Er ist für mich gestorben und hat sein Blut am Kreuz für mich vergessen, zur Vergebung der Sünden. indaries Ist der Vater auch für dich gestorben? Nein. Denn der Vater ist nur Gott der heilige Geist auch: aber der Sohn ist wahrer Gott und Mensch, für mich gestorben und hat sein Blut am Kreuz für mich vergoffen. bat Mie weißt du das? Aus dem heiligen Evangelio, und den Worten vom Sacrament, und bei seinem Leib und Blut im Sacrament, mir zum Pfand gegeben. Wie lauten die Worte? Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brachs, und gabs seinen Jüngern und sprach: Nehmet hin und eset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird: solches thut zu meinem Gedächtniß. Desselbigen gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, danket, und gab ihnen den und sprach: Neb Besondere Fragstücke. Nehmt bin und trinket alle daraus, dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden, solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. EXTR So glaubest du, daß im Sacrament der wahre Leib und das wahre Blut Christi ſei? 15 Ich glaube es. at bid, bad's Hold Wes bewegt dich, das zu glauben? Die Worte Christi: nehmet hin und esset, das ist mein Leib; trinfet alle daraus, das ist mein Blut. Was sollen wir thun, wenn wir seinen Leib essen und sein Blut trinken, und das Pfand also nehmen? Wir sollen seinen Tod und Blutvergießen verkündigen und gedenken, wie er uns gelehret hat: Solches thut, so oft ihrs thut, zu meinem Gedächtniß. Warum sollen wir seines Todes gedenken, und denselben verkündigen? Daß wir lernen glauben, daß feine Creatur hat können genug thun für unsere Süude, denn Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch; und daß wir lernten erschrecken für unsern Sünden, und dieselben lernen, groß achten, und uns seiner allein freuen und trösten, und also durch denselben Glauben selig werden. Was hat ihn dann bewegt, für deine Sünden zu sterben und dafür genug zu thun? Die große Liebe zu seinem Vater, zu mir und andern Sündern, wie geschrieben stehet: Joh. 14. Röm. 5. Gal. 2. Epheser 5. Kap. Warum willst du zum Sacramente geben? Auf daß ich lerne glauben, daß Christus um meiner Sünde willen aus großer Liebe gestorben sei wie gesagt, und danach auch von ihm lerne Gott und meinen Nächsten Iteben. odun sma Was soll einen Christen vermahnen und reizen, das Sacras ment des Altars oft zu empfangen? Von Gottes wegen soll ihn beides, des Herrn Christi Gebot und Verheißung, darnech auch seine eigene Noth, so ihm auf dem Hals lieget, treiben, um welcher willen solch Gebiete, Locken und Verheißung geschiebt.id ande Wie soll ihm aber ein Mensch thun, wenn er solche Noth nicht fühlen kann, oder keinen Hunger noch Durst, zum Sacrament empfindet? Dem kann nicht besser gerathen werden, denn daß er ernstlich in seinen Busen greife, und fühle, ob er auch Fleisch 16 Besondere Fragstücke. Fleisch und Blut habe, und glaube doch der Schrift, was sie davon sagt. Gal. 5. Röm. 7. 2016 Zum andern, daß er um sich sehe, ob er auch noch in der Welt sei, und denke, daß es an Sünden und Noth nicht fehlen werde, wie die Schrift sagt, Joh. 15 und 16. Joh. 2, 15. 16. Zum dritten, so wird er auch den Teufel um sich haben, der ihm mit Lügen und Morden Tag und Nacht keinen Frieden innerlich und äußerlich lassen wird, wie ihn die Schrift nennt, Joh. 6 und 16. 1. Petr. 5. Epheser 6, 2. 2. Tim. 2. di diru Die Haustafel. Etliche Sprüche für allerlei heilige Orden und Stände, dadurch dieselben, als durch eigene Lection ass ihres Amtes und Dienstes zu ermahnen. Den Bischöffen, Pfarrern und Predigern. Ein Bischoff soll unsträflich sein, eines Weibes Mann, nüchtern, sittig, mäßig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter: Gottes, nicht ein Weinsäufer, nicht hässig', nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenen Hause wohl fürstehe, der gehorsame Kinder habe mit aller Ehrbarkeit; nicht ein Neuling, der ob dem Worte halte, das gewiß ist, und leh ren kann, auf daß er mächtig sei zu ermahnen, durch die heilsame Lehre und zu strafen die Widersprecher. 1. Tim. 3, 2. Tit. 1, 6. tha olio hormit Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern da gargalle zu thun schuldig sind. Effet und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. Luc. 10, 7. Der Dies Haustafel. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelium nähren. 1. Cor. 9, 14. dist pidinhtrdi en 18 hp 5 Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Jrret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Die Neltesten, die wohl fürstehen, die halte man zweifacher Ehren werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Lehre. Denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischet, das Maul nicht verbinden. 1. Tim. 5, 17, 18. Aus dem 5. B. M. 26, 6. 3 Depth Como D up Wir bitten euch, lieben Brüder, das ihr erkénnet', die an euch arbeiten, und euch fürstehen in dem Herrn, und euch ermahnen, habt sie desto lieber, um ihres Werkes willen, und seid friedfam mit ihnen. 1. Thess. 5, 12, 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. 13, 17. Hebr. and m Von weltlicher Obrigkeit. 1912 Tim 19 Hond indoo borbi, and sin mobilio mod odoo dnia Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist feine Obrigkeit ohne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ord nung, die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfahen: denn sie trägt das Schwert nicht umsonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Nächerin zur Strafe, über den, der Böses thut.- Röm. 13, v. 1, 2, 4. und Bip ws599 z modtratan oral sedis si for oid dan and autodio moderd o sin misc auton Von den Unterthanen. blom 3350 3& I dhi atahi of shin Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Matth. 22, 21.1. n So seid der Strafe nun aus Noth unterthan, nicht allein um willen in sondern auch um des Gewisſens willen Die Haustafel. willen. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie find Gottes Diener, die solchen Schuß sollen handhaben. So gebet nun Jedermann, was ihr schuldig seid; Schoß, dem der Schoß gebühret; Zoll, dem der Zoll gebühret; Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm 13, 5. 6. 7. 18 So ermahne ich nun, daß man für allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet und Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit; denn solches ist gut, dazu auch angenehm für Gott unserm Heiland. 1. Tim. 2, v. 1-3.00 Erinnere fie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam sein. Tit. 3, 1., Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter und zum Lobe den Frommen. 1. Petri 2, 13. 14. this 88 Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnt bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem Weiblichen, als dem schwächsten Werkzeuge, seine Ehre, als Miterben der Gnade des Lebens, auf daß Euer Gebet nicht verhindert werde. I. Petri 3, 7. Und seid nicht bitter gegen fie. CoLoffer 3, 9. Den Ehefrauen. Die Weiber feien unterthan ihren Männern, als dem Herrn, wie Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohlthut und nicht so schüchtern seid. 1. Petri 3, 6. 1 mod die. totul) Den Eltern. dum Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum 3orn, daß fie Die Hanstafel. 19 fie nicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Hrrrn. Eph. 6, 4. 18.13 Den Kindern. in Ihr Kinder seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig: Ehre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheißung hat: Auf daß dir's wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Ephes. 6, v. 1-3. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte seid gehorsam euren leiblichen Herren mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens als Christo. Nicht mit Tienst allein für Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen mit gutem Willen. Lasset euch dünken, daß ihr dem Herrn dienet und nicht den Menschen. Und wisset, was ein jeglicher Gutes thun wird, das wird er von dem Herrn empfahen, er sei Knecht oder ein Freier. Ephef. 6, v. 5-8. Den Hausherren und Hausfrauen. LINE DAT Ihr Herren, thut auch dasselbige gegen ihnen, und laffet das Dräuen, und wisset, daß auch euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehen der Person. Ephes. 6, v. 9. Den Alten. SEG Intre todasi dall the 19th Ga Re Du aber rede, wie es sich geziemet, nach der heilsamen Lehre: Den Alten, daß sie nüchtern seien, bar, züchtig, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld. ehr8. Den alten Weibern desselbigen gleichen, daß sie sich stellen, wie den Heiligen geziemet, nicht Lästerinnen seien, nicht Weinsäuferinnen, gute Lehrerinnen. Daß sie die junge Weiber lehren züchtig sein, ihre Männer lieben. ( b) 2 Sittig Die Haustafet. Sittig sein, keusch, häuslich, gütig, ihren Männern unterthan, auf daß nicht das Wort Gottes verlästert werde. Tit. 2, 1. 5. 20 Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen seid den Alten unterthan, und beweiset darinnen die Demuth denn Gott widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demüthigen gibt er Gnade. So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gettes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1. Petr. 5, 5. 6. dit manding on stand m2 Den Jungfrauen. 115115011 Eine fromme christliche Jungfrau soll nicht sorgen, wie sie den Leuten, sondern wie sie Gott gefalle( wie Maria, die Mutter Gottes, welche allen Jungfrauen eine Krone Leibe und gethan hat), auf daß sie heilig sei, beides am Leibe und auch am Geist. 1. Cor. 7, 34. Und so sie Eltern und Oberherrn hat, soll sie sich ohne derselben Rath und Willen nicht verändern oder verheirathen. 2. B. M. 22, 17. Snder and TOUR GRIL madoras mnd od 19 dria enérindt optir 3- cd0 J is 1960 ton 191 19 Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellet ihre Hoffnung auf Gott, und bleibet im Gebete Tag und Nacht. Welche aber in Wollüsten lebet, die ist lebendig todt. 1. Tim. 5, 546- bind, 1 G and do nd dink nivt, mdi isl fi din( 10 Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst, in dem Wort sind alle Gebote verfasset. Röm. 13, 9. Und haltet an mit Beten für alle Menschen. 1. Tim. 2, 21794 an tsmsigop thit 89 91 90 min damist ribün sind all phot in mi midis in, da mi doppitchie and Andare die matin m@ tipe mopili mid stor 2018 nis thin ist pitching mordot dheR spanj $.00 # 9 and thisie op ist 2 thin sidst ind 802 970 ini សភា លើ ៩ BUCH Inches 1 Centimetres Blue ¹2 1 3 Cyan Y Greb. 1856. 4 A 2 5 14 16 17 3 Farbkarte# 13 Green 18 Yellow 9 10 Red 11 5 12 13 Magenta 14 ( O 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8