L.F.A.G. 18 3 6. 00 де 1146 Josua 1, 8. Zum Andenken. an den Tag deiner Confirmation als d. 27 Marz 1836. u. an deinen Pathen u. Jahrer for bo Witte. Westerhüsen am 17. Februar 1836. Jb 1446 Gesangbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche für die Stadt und das Herzogthum Magdeburg. Nebst einem Anhange einiger Gebete zur häuslichen Erbauung. Kostet ungebunden 8 Sgr. 9 Pf Sechste Auflage. Mit Königl. Preuß. allergnädigsten Privilegio. Magdeburg, im Verlage der Pansa'schen Buchdruckeren. 18 3 2. 4000 sounds© mõllilmoideeltop 13 902 lengve) and dur tönt sid dos semis mandult mout juste Es no cluydandou 1+ 198 Univ.- Bibl. Giessen #animalno jebjedinjalce smu spinis that of cele m unded com Mujse as ide and Vorre de. Durch die Veränderungen, welche, seit der vor 67 Jahren für die hiesige Stadt veranstalteten Sammlung geistlicher Lieder, sowohl in unserer Sprache, als in der Art und Weise Gedanken und Empfindungen darzustellen, vorgegangen ist, war eine neue Ausgabe dieses Gesangbuches theils wünschenswerth, theils nothwendig geworden für eine große Anzahl Derjenigen, welche den hohen Werth guter, geistlicher Gesänge zu schäßen, und solche für ihre edelsten Fähigkeiten in den seligsten Stunden ihres Lebens zu benußen wissen. Das Königl. Consistorium veranlaßte daher, daß von dem geistlichen Ministerio der Altstadt Magdeburg eine neue Auswahl von Liedern zur öffentlichen und Privaterbauung gemacht, und nach abermaliger von Seiten des Königl. Consistorii geschehenen Durchsicht dem Drucke übergeben ward. Dieje ihre Vorrede. Diejenigen, denen dieses Geschäft aufgetragen war, haben sich bemüht, solches, so weit einige une abånderliche Umstände und Rücksichten es verstars teten, seinem Zwecke gemäß auszuführen. Daher sieht das Königl. Consistorium der Erreichung seiner Absicht mit gegründeter Hoffnung entgegen, indem es die künftige Einführung dieses Buches zum gottesdienstlichen Gebrauche, welche auf Veranlassung des hiesigen Magistrates zunächst in den Stadtpfarrkirchen veranstaltet werden wird, mit Zustimmung der höchsten geistlichen Behörde, auch für alle übrigen Gemeinden des Herzogthus mes Magdeburg genehmigt und verordnet. Mdge dadurch religidse Gesinnung und Empfine dung bey Vielen erweckt und belebt, und christa liche Andacht und Gottseligkeit befördert werden! Magdeburg, den 12ten Januar 1805. CHI Königl. Preuß. Magdeburgisches Consistorium. v. Vangerow. wee Inhalt. pon? 1:49 asmet Inhalt. Werth der Religion. Nummer 1-3. I. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke 4-74. Daseyn Gottes, 4-6. Es ist nur ein Gott, 7. Gottes unendliche Vollkommenheit und Größe, 8 13. Ewigkeit - VI und unveränderlichkeit, 14 16. Ullmacht, 17-19.= wissenheit und Allgegenwart, 20-25. Weisheit, 26-28. Heiligkeit und Gerechtigkeit, 29-34. Wahrhaftigkeit und Treue, 35-36. Liebe, Güte, Barmherzigkeit, 37-44. Langmuth, Gnade, 45-48. Höchste Seligkeit Gottes, 49. Schöpfung der Welt und Erde, 5054. Schöpfung des Geisterreiches, 55-58. Schöpfung des Menschen, 59-61. Erhaltung, 62-70. Regierung, 71-74. II. Der Mensch, 75-104. Natur, Fähigkeiten, Bürde und Bestimmung des Mens fchen, 75 80. Vernünftige Seele, 81-82. Freyheit, 83. Gewissen, 84-85. Erinnerungskraft, 86. Nachah mungstrieb, 87. Sprache, 88. Menschenwürde, 89-92. Mangelhafte Einsicht und Fehlerhaftigkeit, 93-104. III. Erlösung und Erlöser, Nummer 105-183. - 107. -- Rathschluß Gottes, die Menschen zu erlösen, 105 Sendung und Geburt Jesu, 108-121. Lehrgeschäft Jesu, 122-125. Jesus, Beyspiel und Muster der Tugend, 126 132. Leiden Jesu, 133- 135. Um Oehlberge, 136137. Falsche Unklage, 138. Mißhandlung, 139. Icsus am Kreuze, 140. Jesu Worte am Kreuze', 141-145. Zodestag Jefu, 146 154. Das Grab Jesu, 155. Unwendung des Leidens und Sterbens Jesu, 156 164. Auferstehung Jesu, 165-176. Hingang Jesu zu Gott, 177-183. IV. Scift - - Inhalt. IV. Geist und Wort Gottes, Christliche Kirche, 184-223. Geist Gottes, 184-192. Wort Gottes, Lehre Jesu, Bis bel, 193-201. Christliche Kirche, 202-209. Taufe, 210 Vor der Confirmation, -213. Confirmation, 214-215. 216. Bey der Confirmation, 217. Nach der Confirmation, 218-222. Erweiterung des Reiches Christi, 223. V. Vater, Sohn und Geist, 224-232. VI. Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten im Allgemeinen, 233-279. Thätiger Glaube an Jesum, 233-236. Selbstprüfung und Erkenntniß der Fehlerhaftigkeit, 237-245. Nothwendigs 247. Demüthigung vor keit der Sinnesänderung, 246 Gott, Reue, 248-252. Entschluß zur Besserung, 253256. Glaube an Gottes verzeihende Batergüte, Trost der Sündenvergebung durch Christum, 257-263. keit und Fortschritt in der Besserung, 264-279. Beharrliche VII. Christliches Gesinntseyn und Verhalten in Hinsicht auf Gott und Jesum, 280-429. 283. Ehrfurcht, Streben nach Erkenntniß Gottes, 280 290. 284-285. Gehorsam, 286-288. Demuth, 289Heiligung des Namens Gottes und Jesu, 291. Heilighaltung des Eides, 292 294. Undenken an Gott, 295. Liebe gegen Gott, 296-299. Nachahmung Gottes, 300- 306. Lob Gottes, 307Dankbarkeit, 302trauen auf Gott, 321-338. - 301. Vers 3ufriedenheit, Ergebung, Un320. terwerfung, 339-341. Hoffnung zu Gott im Leiden, 342Bider falsches Vertrauen auf 352. Geduld, 353-365. 372. Das Bater Unser, 373. Gott, 366. Gebet, 367. Allgemeine Bitten, 374-381. Fürbitte, 382. Deffentliche Gottesverehrung, 383 387. Beym Anfange des Gottes: dienstes, 388-398. Nach dem Gottesdienste, 399-401. Anerkennung und Berehrung die Verdienste und der hohen Würde Jesu, 402-404. Liebe gegen Jesum, 405. Dankz berkeit gegen Jesum, thätige Benußung seiner Verdienste, 411. Treue, 412-414. AnNachahmung Jesu, 406 denken an Jesum, Abendmahlsfeyer, 415-424. Vor dem Abendmahl, 425-426. Nach der Abendmahlsfeyer, 427429. VIII. Chrifts 4 - - Inhalt. VIII. Christliches Gesinntseyn und Verhalten gegen uns selbst, 430-478. - 14 Anerkennung der Menschenwürde und Sorge für die Seele überhaupt, 430- 432. Streben nach Einsicht und Weisheit, 433 435. Streben nach Tugend und Unwendung der Tugendmittel, 436-437. Umgang mit guten Menschen, 438-439. Ginsamkeit, 440. Selbſtbeherrschung, 441. Aufe merksamkeit auf sich selbst, und Wachsamkeit, 442 445. Undenken an die Vergangenheit, 446. Streben nach Hers zenss und Gewissensruhe, 447 448. Weiser Gebrauch des Lebens, 449 453. Vernünftige Selbstliebe, 454 455. Sorge für Lebenserhaltung, Körperpflege und Gesundheit, 456 459. Mäßigkeit, 460. Fleiß und Arbeitsamkeit, 461 465. Christlicher Gebrauch und Genuß der irdischen Güter und finnlichen Freuden, 466-470. Keuschheit, 471473. Christliche Ehrliebe, 474-478. - - IX. Christliches Gesinntseyn und Verhalten gegen andere Menschen, 479-542. Menschenliebe überhaupt, 479 482. Sorge für Underer Weisheit und Zugend, 483- 485. Gutes Beyspiel, 486. Wider Intoleranz, 487 490. Sorge für Underer Leben und Gesundheit, 491. Schonung der Ehre Underer, 492. und Billige Beurtheilung des Nächsten, 493. Gerechtigkeit - 494 497. ufrichtigkeit, 498-499. Ge meinnüßigkeit und Dienstfertigkeit, 500-502. Wider Neid und Schadenfreude, 503. Nachsicht, Friedfertigkeit, Vers föhnlichkeit, 504 508. Wohlthätigkeit, 509-513. Umgang, Freundschaft, 514-516. Dankbarkeit gegen Wohlthåter, 517. Für Eltern und Erzieher, 518-521. Kindespflicht, 522-524. Christliches Verhalten gegen Nachbarn, 525. Lehrer und Zuhörer, 526. Fürbitte für den König, 527-528. Unterthanenpflicht, 529-530. Pflicht der Hdhern und Wohlhabenden, 531. Pflicht der Dienenden und Mermern, 532-534. Pflichten gegen alte Personen, 535. Landeswohlstand und bürgerliche Gesellschaft, 536. Baterlandsliebe, 537-538. Landmann, 539. Für Soldaten, 540. Vernünftiges Verhalten in Unsehung der vernunftlosen Geschöpfe, 541-542. 1 X. Glückseligkeit des Christen in diesem Leben, 543-556. XI. Sterblichkeit und Unsterblichkeit, 557-602. Erweckung zur weisen Benußung des Lebens durch den Gedanken an den Tod, 557-564. Ruhiges und freudiges Andenken Inhalt. - denken an den Cob, 565-571. Sanftes Ende des From men, 572. Das Grab, 573- 575. Bey der Beerdigung eines edlen und verdienstvollen Mannes, 576. 2m Grabe Frühverstorbener, 577. Unsterblichkeit, 578-586. Gericht und Vergeltung, 587- 590. Strafe der Ewigkeit, 591. Ewige Seligkeit, 592-601. Trost des Wiedersehns, 602. XII. Für besondere Zeiten und Veranlassungen, 603-653. Bey dem Jahreswechsel, 603-611. Frühling, 612-613. Aussaat, 614-615. Sommer, 616-618. Ernte, 619623. Bey einer Mißernte, 624 625. Serbst, 626. Wins ter, 627 628. Witterung, 629. Bitte um Regen, 630. Nach dem Regen, 631 634. Dank für erflehten Sonnens schein, 635 636. Gewitter, 637 638. Nach dem Ges witter, 639. Um allgemeinen Bettage, 640. Litaney, oder allgemeines Gebet, 641. In allgemeinen Nöthen, 642-643. In Theurung, 644. Nach der Theurung, 645. Krieg, 646647. Friede, 648-650. Bey Einweihung einer Kirche, 651. Ben der Einführung christlicher Lehrer, 652. Um Gedächts nißtage der Reformation und des Westphälischen Friedens, 653. We - XIII. Für häusliche Andacht und Erbauung, 654-719. Morgenlieder, 654-665. Morgenlieder für Am Geburtstage, 668 - 1 Leidende und 669. Tisch 1 Kranke, 666 667. tieder, 670-674. Abendlieder, 675-684. Jugend, 685 -687. Jüngling, 688. Jungfrau, 689. Häuslicher Ums gang, 690. Ehestand, 691-692. Bey Trauungen, 693695. Bey einer Taufhandlung, 696. Vor der Reise, 697 698. Nach der Reise, 699. Dürftigkeit und Mangel, 700. Bey einem großen Verluste, 701. Krankheit, 702Abendmahlslied eines Kranken, 704. Fürbitte für Kranke, 705. Genesung, 706-707. Sohes Ulter, 708. Der sters bende Christ, 709- 711. Am Sterbebette, 712. Beym Tode eines Kindes, 713. Beym Tode mehrerer Kinder, 714. Waisen, 715. Schullieder, 716. Vor dem Unterrichte, 717. -718. Nach dem Unterrichte, 719. 703. 11 Werth Werth der Mel. Wer nur den lieben Oder: gegeben, sey ewig meinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben, Dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sich'rer Hand den Pilger hin ins Vaterland. In eigener Melodie. 1. Religion, von Gott mild den trüben Sinn; reichst dem Belafteten und Müden den sichern Stab der Hoffnung hin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 5. Du lehrst mich glaus ben, lieben, hoffen, verkün dest mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist seine Seligkeit. Ich glaube fest bist meine Zuversicht! und zweifle nicht: du, du reinste Wonne, begleite du 6. Ja, du, des Lebens mich bis ans Grab, und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todess thal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sey Dank für dich, Religion! J.D. Thieß und Ribbeck. [ 76.] A Mel. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nens nen, gewiß seyn, daß er mich auch hört. Du rufft mir zu: dein Gott ist gut! Wohl Dem, der seinen Wils len thut! 3 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer schärfet meines GeistesBlick zur hellen Einsicht meiner Pflichten, und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stärkest den Gewissenstrieb, Religion. und machst mir Recht und Tugend lieb. 4. Du gibst dem Geiste Werth der Religion. 2 Mel. Wenn meine Sünd. 2. Wenn ich mit Eifer fåe den Samen guter That, und Neid und Aberglauben verwüsten meine Saat: wer unterstützt mich dann mit Kraft, daß ich nicht unters liege, daß nicht mein Muth erschlafft? 2. Wenn Feinde mich bez ftürmen; wennbittrerSpott und Hohn die Achtung mir zu rauben, mein Glück zu hemmen drohn: wer kann alsdann mein Beystand feyn? Wer kann zum stil len Dulden mir Muth und Kraft verleihn? 3. Wenn Kleidung, mich zu decken, wenn Brod, wenn Obdach fehlt, und wenn, verkannt von Menschen, mich die Verachtung quält: wer lindert dann der Seele Schmerz? Wer tröstet dann im Kummer das forgens 3. Wenn hier in dieser schwere Herz? 4. Und wenn der Tod Ges liebte mir von der Seite reißt; wenn düstrer Gram und Unmuth die Welt mich fliehen heißt: wer trocknet dann die Thränen ab? Wer reicht dem Tiefgebeugten, daß er nicht sinkt, den Stab? Auge hinauf zum Himmel flehn: wer gibt alsdann der Seele Licht, des frohen Wiedersehens trostvolle Zus versicht? 6. Wenn einst der letzte Schlummermich dieser Welt entrückt, und Furcht und banger Zweifel den Geist darnieder drückt: wer hellet mir den dunkeln Pfad? Wer stärkt zum letzten Kampfe mich, wenn der Tod sich naht? 5. WennGattin, Kinder, Freunde am Sterbebette fehn, mit rothgeweintem 17. Du bist es, Heil der Menschen, du bist's, Nelis gion, die er vom Himmel brachte, der Heiland, Gots tes Sohn! Du, du gewährst in Glück und Leid, im Les ben und im Tode, uns Hims melsseligkeit! Weddigen und Ribbeck. [ 95.] Mel. Wenn mein Stündl. Uebungszeit mein Herz voll Unruh bebet; wenn hier nach reinerSittlichkeit mein Geist, oft irrend, strebet: so gibt Religion zur Pflicht dem Herzen Muth, dem Geis ste Licht; gibt Trost und Scelenruhe. 2. Welch Glück, o Gott! zu dir kann sich mein Geist und Herz erheben, zum fros hen Glauben, daß auch ich foll Werth der Religion. 3 der Sünder im Genuß des Glücks sich pflichtlos freuet: so schwächt dieß meinen Eis fer nicht; ich übe standhaft meine Pflicht: Du, Gott, bist ein Vergelter! 6. Und wenn mein Aug' auf Gråber blickt, wo meis ne Brüder liegen; dann denk' und fühl' ich hoch ents zückt, daß Grab und Tod nicht siegen; daß über sie. der Geist sich hebt, und dort in bessern Welten lebt, wo Tugend nicht mehr weinet. 7. Glaube, der das Herz erfreut, nichts, nichts soll dich mir rauben! Mich lehrt an Gott und Ewigkeit Religion fest glauben. Dich, Vater, will ich lebenslang für diese Führerin mit Dank, im Tode noch, dich preifen. 5. Wenn hier der From: me dulden muß, der sich der Tugend weihet, und wenn Plato, Dolz und Köhler. 1. Gottes Wesen, Eigenschaften Werke. und 2. Den Wurm im Staus be mußt' ich dann beneis den; versiegt für mich wär' jeder Quell der Freuden; mir würde jedes Lustgefild auf Erden zur Wüste wers den. foll ewig, ewig leben; daß ich zu reinrer Sittlichkeit, zu immer größrer Seligkeit ohn' Ende reifen werde. 3. Die Tugend hoffteinst Seligkeit! DerGlaube kann nicht trügen. Im Kampfe mit der Sinnlichkeit kann die Vernunft nun siegen. Ein Blick hin auf die Ewigs keit und, Gott, auf deine Heiligkeit, stärkt sie bei ih rem Kampfe. 4. Ja, Vater, meine Besserung, sie wird, sie muß gelingen; ich will nach meis nerheiligung mit Muthund Eifer ringen! Rein wird dann meine Tugend seyn; ich werde jedes Laster scheun, gestärkt durch diesen Glaus ben. Daseyn Gottes. Mel. Herzliebster Jesu. 4. Es ist ein Gott; er hat auch mich erschaffen! Was hätt' ich wider Furcht und Gram für Waffen; wer fäbe meines stillen Kum mers Zähre, wenn Er nicht wåre? [ 96.] 3. Dann würde mich der Durst nach Glück nur quas A 2 len, 4 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. len, und meine Sehnsucht ihres Ziels verfehlen; dann würde nur der Lüste wild Getümmel mein Gott, mein Himmel. 4. Flieht, lästernde Ge: danken! Ihr beflecket von ferne schon die Seele, die ihr schrecket. Flieht! Nur der finfire, blinde Wahn der Thoren hat euch geboren. 5. Ich weiß, daß Gott ist; weiß, an wen ich glaus be, weß Hauch mein Geist ist, wer den Leib von Staus be so herrlich schmückt, mir schenket, was mir nüßzef, mich täglich schützet. 6. Ich weiß, worauf ich meine Wohlfahrt baue, wen ich verehre, wem ich mich vertraue. Gott zu gefallen nur will ich mich üben; Gott will ich lieben! [ 38.] J. A. Cramer. Mel. Wenn mein Stündl. 5. Es ist ein Gott! fühl' es, Herz! Erhebet euch, Gedanken! Im höchs ften Glück, im tiefften Schmerz foll nie mein Glaube wanken! Woher die Hoffnung, die mich hält in den Verwirrungen der Welt, wenn ich an Gott nicht glaube? 2. Bestimmt zur Tugend, leb' ich hier, und sehne mich nach Freuden. Wer stillt die heiße Sehnsucht mir? er rettet mich vom Leis den? Wenn sich mein Herz der Tugend weiht wer knüpft an sie die Seligkeit? Wer reicht mir Siegeskros nen? nsid 3. Du bist es, Gott! Du bist und lebst! Gleich Felsen, steht mein Glaube. Du lohnst der Tugend, du erhebst sie mächtig aus dem Staube. In deinen Vers ken, nah' und fern, erkenn' und seh' ich dich, den Herrn, den Schöpfer, den Erhalter. 4. Und sollt' auch Alles, Alles hier vor meinem Bli cke schwinden; doch würd ich den Beweis in mir von deinem Dafeyn finden. Ich bin, ich bin! Wie könnt ich seyn, wär' ich, o Herr der Welt, nicht dein, nicht dein Geschöpf, o Vater? 5. Der mich aus seiner Quelle trånkt, mich speist, von seinem Gute; deß Kraft in meiner Seele denkt, und wallt in meinem Blute, und fühlt und wirkt in Herz und Sinn; durch den ich ward, durch den ich bin, Gott, du mußt seyn und leben! 6. Drum blick' ich, Herr, mit - Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 5 Du, Gott, du schufest die Natur, und, Schöpfer, deine Creatur ist Alles, was wir sehen. 5. Du bist's, der die gez schaffne Welt in schöner Ordnung stets erhält, mit Weisheit sie regieret; du bist es, der nach seinem Rath auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. D wohl mir, Höchfter, daß du bist, und daß dein Werk der Weltkreis ist! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche Ziel nun nicht vergebens stres ben. mit Zuversicht empor zu deiner Höhe. Du bist und lebst! Ich zweifle nicht, obgleich ich dich nicht sehe. Stets müsse dieser Glaube rein und stets durch Werke thätig seyn: dann freu' ich dein mich ewig! [ 96.] Pfranger u. Reche. Mel. Kommt Her zu mir. 6. Wie könnt ich zweis fein, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. Zu sichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht: nichts ist an ihm vergebens! 2. Wohin, wohin mein Auge blickt, da seh' ich Ord nung, die entzückt, im Gros Ben und im Kleinen; mit frohem Staunen sehe ich, wie alle Creaturen sich zu Einem Zweck vereinen. 3. Eins muß dem Andern nutzbar seyn, daß Alle sich des Daseyns freun, und glücklich werden können: und dennoch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich! nicht von ungefähr entstanden Himmel, Erd und Meer: fo.fönnte nichts catfichen. entstehen. 7. Mein Sehnen nach Glückseligkeit, mein Dür: sten nach Vollkommenheit wird sicher nun gestellet; wenn nur zu dir mein Geist sich hält, und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es meine Freude seyn, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weihn, zur Ehre dir zu leben; dann wirst du mir in jeder Noth ein Helfer seyn und durch den Tod zu dir mich einst erheben. [ 53.] Diterich. 6 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke, Es ist nur Ein Gott. Mel. Es wolle Gott uns, 7. Wer ist dir gleich, du Einziger? Wer thut, Gott, deine Werke? Wem jauch zet sonst der Himmel Heer, und nennt ihn Gott der Stärke? Du warst, und deiner Allmacht Ruf hieß Erd' und Himmel werden. Bekennt es, Völker, die er schuf: im Himmel und auf Erden ist Keiner seines Gleichen! 2. Der Sterne ungezähl 8.Aufelger, deine Herrs tes Heer, die hoch am Himmel schweben, die Erd', o Gott, die Luft, das Meer, und die in ihnen leben, wie preiset ihre Harmonie dich, o du Geist der Geister! Mit welcher Eintracht vuz fen sie: der Schöpfung Herr und Meister ist Einer! ist Jehova! lichkeit war vor dem Ans fang aller Zeit, und wird in Ewigkeit bestehen, wenn Welten untergehen. Mit Wonne fåttigt sich mein Geist, so oft er deinen Nas men preist. Wie köstlich ist mir's, dir lobsingen, dir danken, Herr, dir Ehre bringen und im Gebet zu die mich nahn! 3, Sinkt in den Staub bin, betet an! Jehova ist der Höchste! Er ist's allein, und Keiner kann ihm gleich seyn, noch der Nächste! Gott spricht: ich bin allein der Herr; ich bin, ich war, ich werde seyn, der ich bin; kein Anderer im Himmel, auf der Erde, hat meinen Nuhm und Namen! 4. Und ewig bleibst du mir allein der Gott, an dem ich hange; und ewig soll's kein Anderer seyn, von dem ich Heil verlange! Mein ganzes Leben weih ich dir, mein Gott, auf den ich traue; ich weiß ges wiß: einst zeigst du mir, wenn ich dein Antlitz schaue, dich mehr in deiner Größe! [ 25.] Münter, Gottes unendliche Volls kommenheit und Größe. Mel. Komm, heiliger Geist. 2. Du, der da ist, und der da war, dein Nam' ist groß und wunderbar! Wer kann sich bis zu dir erhes ben, dein Antlitz schau'n, und leben? Kein Bild ist, das dir, Schöpfer, gleicht, so weit auch deine Schös pfung reicht. Du bist ein Geift; nur Geister föns nen dich fühlen und dich Vater 7 o 16. O höchster Geist, v führe du uns dir, dem Schöpfer, wieder zu, die du nach deinem Bilde schufest, zum Leben sie bes rufest! Auch wir sind Geis ster, danken dir, daß du uns Leben gabst, daß wir die herrlichsten von deinen Gaben, daß wir Verstand und Freyheit haben; dir danken wir's, Allgütiger! [ 51.] Münter und Diterich. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Bater nennen und deiner sich auf immer freun. 3. Du bist's allein, dem nie ein Tod durch alle Ewigkeiten droht. Dir, les bensurquell, hat dein Leben kein Andrer je gegeben, Du lebst durch dich; dein Leben ist ein Strom, der inversieglich fließt, rings um dich Leben zu verbreis ten, und Lebensglück und Seligkeiten von Ewigkeit zu Ewigkeit, un her Mel. O Gott, du frommer. 4. Allwissender, das hells dein lich Angesicht; du bist's, der 9. Anbetungswürdiger, Alles kennt und siehet, deß Auge nichts entfliehet. In die Vergangenheit zurück schaust du mit sonnenhel: lem Blick; schaust in die Zukunft; dir verhehle vers gebens ich, was meine Seele tief in sich selbst vers schlossen denkt, mit Ehrfurcht stets zu nens nen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können, D ftöße meinem Geist die tiefste Demuth ein! Laß stets mein Herz vor dir voll Ehrz erbietung seyn! eus ng 15 5. Was dein Befehl, o Gott, gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. Nie kann dein weiser Rathschluß feb: len, das Beste stets zu wäh len. So oft ich dir auf deiner Bahn von ferne nach: feb', bet' ich an, und from me Zuversicht im Leiden erz füllt mein Herz mit sanf ten Freuden und meinen Mund mit Preis und Dank. 2. Du riefit dem, das nicht war, um tausend Ses ligkeiten, durch aller Wesen Reih'n, rings um dich zu verbreiten. Du bist die Lies be selbst; Verstand und Rath sind dein, und deiner Weiss beit Ziel ist Segnen und Ers freun, 3. Du sprichst und es geschieht. Auf dein alle må-) tig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde, Mit deinem kräft'gen Work trägst Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 8 trågst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 4. Wer hat, Unendlie cher, wer hat dich je geses hen? Kein endlich Auge reicht bis zu des Lichtes Hös hen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst, und Alles, was da lebt, mit Seligkeit bes glückst. 2 used 5. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besitzet, das Leben gibt und nimmt, der unserm Odem schützet. Was ist, was lebt und webt, das lebt und webt in dir. Willst du, so wird es nichts, doch - du bleibst für und für. 6. Jetzt kennen wir dich, Herr, nur schwach und uns vollkommen! Einst aberHeil uns! wird der Vors hang weggenommen, der deine Herrlichkeit hier uns ferm Aug' entzieht. Hell sieht dann unser Blick, was er jetzt dunkel sieht. 7. Doch sey auch hier von uns dein hoher Ruhm besungen! Verschmäh' ein oblied nicht von schwachen Menschenzungen! Dort soll, wenn wir verklärt in bels lerm Licht dich sehn, ein beße rer Preisgesang dich, Ewis ger, erhöhn! [ 71.] Rambach u. Diterich. Mel. Sey Lob und Ehr zc. 10. Der Herr ist Gott und Keiner mehr! Frohlockt ihm Alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkom men? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß; unends lich ist und grenzenlos der Herr in seiner Größe! 2. Er ist und bleibet, wie er ist; wer strebet nicht verz gebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seis nes Lebens? Eh' Berg und Thal, und Land und Meer, eh' noch der Himmel war, war er; er ist und lebet ewig. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet; ihn fass sen alle Himmel nicht, ihn, der sie all' erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offens bar in seiner Werke Wuns dern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebils det håtte? Er kennt uns; kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bey ihm ist Weisheit und Vers stand, und Kraft und Stårs ke; feine Hand regieret Erd' und Himmel. 5. Er ist uns nah', ist Nies Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 9 mehr, als des Sandes? Alle gütiger! Gott, unser Herr, wie würdig bist du unsers Ruhms! 2. Und in diesem Heis ligthume darf, Herr, bes stimmt zu deinem Ruhme, auch ich mich deiner Größe freun; darf auch vor dein Antlig treten, dich, Wels tenschöpfer, anzubeten, und deines Namens Herold seyn. Wie vieler Himmel Pracht verkündigt deine Macht! Doch, o Schöpfer, der du sie wölbst, dich fass sen selbst die Himmel aller Himmel nicht. sibunt 3. Wer bin ich, ich Staub der Erde, daß ich von dir gewürdigt werde, dich ans zuschaun in deiner Pracht? Diesen milden Glanz des Lichtes, den Schatten deis nes Angesichtes, für mich auch schuf ihn deine Macht. Auch mir verherrlicht er von tausend Sternen her. deine Größe. D wer bin ich, daß du auch mich mit deinem Lichte überströmst? 4. Schwinge dich empor und singe; bis über alle Himmel dringe zu Gott, o Geele, dein Gesang! Seine Huld und Gnade gehen viel höher, als der Sterne Höhen; fleug höher denn auch du, mein Dank! Barms herzig niemals fern, weiß unser Aller Wege. Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen môs ge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht; Gedanken selbst entfliehn ihm nicht in unsers Herzens Tiefen. das 6. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner, als die Sonne. Wohl Dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Wons ne. Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig seyn; hast Freuden, Gott, die Fülle. 7 Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und Reiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrs lich, so vollkommen? [ 22.] J. A. Cramer. Mel. Wachet auf, ruft uns. 11. Gott! wer ist die zu vergleichen? Wer zählt in deinen weiten Reichen die Schaaren, die sich deiner freun? Sonnen über Sons nen geben zahllosen Welten Glanz und Leben; sie alle schufst du, du allein! 2er nennt ihr mächtig Heer? Sind nicht der Welten 10 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. herzig schauet er auf alle Seelen her, die ihn fürch, ten. Er sorgt für sie und läßt sie nie umsonst zu ihm nach Hülfe flehn. nes Namens Preise mit Herrlichkeit erfüllt. 3. Laß, Sonn', in hoher Ferne dein Strahlerants lig glühn; glänzt, Sonnen gleich, ihr Sterne: was send ihr gegen ihn? Ihr send mit eurer Pracht, wos mit der Herr euch schmütz ket, womit ihr uns ents zücket, nur Schimmer seiz suild the ner Macht. 4. Von ihm strömt alles Leben; er ist der reinste Geist; hat alle Kraft geges ben dem Engel, der ihn preist. Der Welten ganzes Heer, und zahlenlose Mens ge, singt freudig Lobgesäns ge, zu feines Namens Ehr. 5, Stimm' in der Engel J. A. Cramer. [ 88.] Mel. Aus meines Herzens. Chöre, du, meine Seele, 12. Schwingt, heilige Ehre, du, seines Athems auch! Sen voll von seiner Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frey von allen Schranken, ist uns aussprechlich groß; er ist der höchste Geist; er will verherrlicht werden von Menschen hier auf Erden, wie ihn der Engel preist. Hauch! Dieß, dieß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Ges schäfte, wozu dich Gott ers schuf! 6. Jm Geiste bet' ihn, Seele, und in der Wahrheit an! Lieb' ich des Herrn Bes fehle, wie selig bin ich dann! Er hat Unsterblich keit und Seligkeit und Les ben; das Alles wird er geben Dem, der sich ganz ihm weiht. [ 8.1 5. Hab' ichs nicht von ihm vernommen? Jst nicht ein Wort zu mir gekoms men, das selbst sein Mund geredet hat? Berg und Hügel können zittern; doch nichts kann meine Huld ers schüttern, sen gleich oft wunderbar mein Rath." So sprach er liebevoll! Wer preist ihn, wie er soll? Ja, die Gnabe, die er verheißt, -jauch;', o mein Geist! ist höher, als die Himmel sind, 2. Kein Sinn kann ihn erreichen; kein Mensch, kein Engel ist dem Höchsten zu vergleichen, den kein Ges dank ermißt. Macht euch von ihm kein Bild, der aller Welten Kreife zu feis J. A. Cramer. Mel, Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 11 Mel. Lobt Gott, ihr Christ. bist mir nah' im Abgrund, in der Höh'; wohin ich 13. Singt unferm Gott flieb, wohin ich geh', bist du doch immer da. ein frohes Lied! Er ist's und Keiner mehr; groß, una aussprechlich groß ist er, der Weltkreis sein Gebiet. 2. Groß ist der Herr! Er will und sprichts: da steht voll Herrlichkeit der Welten Heer; und er ges beut: fo fallen sie in Nichts. 3. Erüberschaut, was ist und war, in Himmel, Erd' und Meer; und seiner Werke zahllos Heer bleibt vor ihm offenbar. 4. Wer faffet deiner Wuns der Pracht, die da sind, wenn du rufft? Ein jeder Staub, den du erschufft, verkündigt deine Macht, 5. Hell strahlet aus dem kleinsten Halm, Gott, deis ne Weisheit her; und Au und Hügel, Luft und Meer sind deiner Ehre Psalm, 6, Frohlockend preiset dich das Land, was deine Milde trånkt; und Korn und Wein und Freud' eme pfängt der Mensch aus deis ner Hand. 7. Gerechtigkeit und Wahrheit ist die Beste deines Throns. Preis dir, der auch des Erdensohns, des Menschen, nie vergißt! 8. Du kennest mich; du 9. Du bist um mich, vernimmst mein Fleh'n, schaffst meiner Seele Ruh'; siehst, wenn ich fehl' und Gutes thu, und eilst mir beyzustehn. sast 10. Du wogst mir deta ne Gaben dar, schriebst auf dein Buch auch mich und meiner Tage Zahl, da ich noch unbereitet war, 11. Dir dank' ich Alles; nichts ist mein, das dir nicht angehört. Herr, deis ne Huld, die ewig währt, soll stets mein Loblied seyn! Gellert u. C. F. Neander. [ 66.] Ewigkeit und Unverans derlichkeit. Mel. Sey Lob und Ehr. 14, Erhaben über Welt und Zeit lebst du, Gott, ohne Schranken von Ewigs feit zu Ewigkeit! Mir schwinden die Gedanken. Mein Geist erstaunt und sinnet nach, er denkt und forscht, und ist zu schwach, dein ew'ges Seyn zu fassen. 2. Noch hatte keine Sonn' ihr Licht durch unfre Welt verbreitet: die Him mel 12 Gottes Wesen, Elgenschaften und Werke. mel jauchzten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet; noch war kein Trocknes, und kein Meer floß an der Berge Gründen her; du aber warst schon ewig. 3. Nicht eine Stunde ist's vor dir vom Anfang bis zum Ende. Nur Augens blicke leben wir, die Werke deiner Hände. Nie neh, men deine Jahre zu; in als le Ewigkeit wirst du derfels be seyn und bleiben. 4. Ja, ewig bist du, du ftirbst nie, bleibst immer meiner Seele der starke Fels, den ich für sie zur fichern Zuflucht wähle. Herr, deine Gnad' und Wahrheit ist so ewig, als du selber bist. Heil mir, wenn ich dir traue! 5. Ja, wohl mir, wenn ich eifrig hier nach ew'gen Gütern strebe, und dir, Unendlicher, nur dir zum Wohlgefallen lebe: dann hab' ich auch an deinem Heil mit allen Frommen ewig Theil, und jauchze dir ohn' Ende. 6. O lebre mich hier in der Zeit, die du mir noch wirft schenken, der seligen Unsterblichkeit mit allem mit allem Ernst gedenken! Sie sey mein Trost, mein höchsies Gut; sie starke mich mit Ism Kraft und Muth, schon hier gerecht zu leben! [ 22.] Münter. Mel. Liebster Jesu, wir ic. 15. Gott, du bist von Ewigkeit, und dein herrs lich großes Wesen åndert fich zu keiner Zeit; du bleibst stets, wie du gewes sen! Laß dieß meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben! 2. Ewig und unwandels bar ist, o Gott, dein hos hes Wissen! Was dir eins mal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Auss spruch fehlen: laß mich ihn zur Richtschnur wählen! 3. Herr, du bist fein Menschenkind, daß dich et: was reuen sollte. Immer bist du gleich gesinnt: was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. D hilf uns Allen thun nach deinem Wohlgefallen! 4. Inimer, Gott, miss fallen dir Alle, welche Uns recht üben: und nur Die gefallen dir, die das Gute eifrig üben. Laß darin uns schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 5. Deine Worte trügen nicht; du bist ewig der Ge treue, der das hält, was er Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 18 2. Du wirst auch bleis ben, wie du bist, wenn dies ser Erdkreis nicht mehr ist, und längst schon jene Kros nen, die du im Himmel aufs bewahrst, dem Ueberwins ber lohnen. 3. Ja, du bist unveräns derlich, und so wird auch die Wahrheit sich unwans delbar erhalten, wenn auch die Welten, die du schufft, wie ein Gewand veralten. er verspricht. O daß dieß mich stets erfreue, laß, Herr, deinen Geist mich treiben, dir auch stets getreu zu bleiben! 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deis ne Liebe: wohl mir! wenn ich auch mit Lust mich in gus ten Werken übe, daß es nie mals meiner Seele, Herr, an wahren Freuden fehle. 7. Erd' und Himmel wird vergehn, alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehn, deine Hand wird mich um faffen, wenn ich nun von hinnen scheide; ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir deine Ewigs feit, Herr des Himmels und der Erden, für die gans ze Lebenszeit immer neuen Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und mein Glück auf dich) zu bauen! [ 54.] Größsch u. Diterich. 4. Versinkt ihr Berge, stürzt ins Thal! Fallt hin, und macht durch euren Fall die Erde weit erzits tern! Vater, deinen Bund mit mir kann ewig nichts erschüttern. 5. Was zaget denn mein Herz in mir? Warum bes flag' ichs, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß voll Müh' und Unbes stand dieß Leben mir ents fließe? 6. Mag doch die ganze Welt vergehn; mag keine Lust der Welt bestehn: ich weiß, an wen ich glaube. Ein Herz, o Gott, das dir Mel. Da Jesus an dem Kr. 16. Gott, wie du bist, sich weiht, wird nie dem Gram zum Raube. so warst du schon, noch che du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, ins Daseyn riefft, um deis ne Macht und Huld zu of fenbaren. 7. Nur Menschengunst verändert sich; doch di liebst unveränderlich, und willst mich ewig leben. Des Frommen Name steht im 14 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. im Buch der Seligen ges schrieben. 8. Mein Geist ent: schwingt sich hoch erfreut dem eitlen Wechsel dieser Zeit, und schaut ins beßre Leben. Dwohlihm! Dort wirst du, o Gott, ein daus ernd Glück ihin geben. 9. So schwinde denn die Welt vor mir! Unwandels barer Gott, bey dir sind dauerbafte Freuden. Du gibst fie Dent, der treu bir Wer mag von dir fich scheiden! [ 14.] war. Müntet. 3. Du haft dein großes Schöpfungswerk allmächs tig ausgeführet; es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret; noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Der Ehrfurcht Stau: nen wirft vor dir tief in den Staub mich nieder; doch, Mächt'ger, du bist Vater mir! Dieß, dieß erhebt mich wieder. Ich freue deiner Größe mich, du starker Gott, und preise dich. Allmacht. 5. D schenke mir die Zus bersicht, nur deiner Macht zu trauen, der Macht, die Hülf' und Trost verspricht, wenn wir auf dich nur bauen; auf dich und deis Mel. Mir nach, spricht. 17.Sperr, beine Allmacht nes Armes Kraft, die Al les kann und Alles schafft. [ 62.] Rambach. reicht so weit, als felbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Nichts ist so groß und nichts so schwer, das dir, zu thun, nicht möglich wär. 2. Du sprichst: und deis ner Worte Macht durch: dringt der Schöpfung Raus me: dir glänzt die helle Sternennacht, dir grünen Feld und Bäume. Wenn du gebeutst: so stehet da, was noch zuvor kein Auge saty. Mel. Nun lob', mein' Seel. 18. Kommt, kommt den Herrn zu preifen, der groß von Rath ist, groß von That; den Gütigen, den Weisen, der Keinen, der ihm gleich sey, bat! Der Herr thut große Werke. Wer hindert seine Kraft? wer seines Armes Stärke, die nur, was gut ist, schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, die Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 15 Ihr Lob sey unsre Pflicht! O Vater, o Regierer, wen hält, wen schätzt sie nicht! Du lebst, du wirkst in Allen! Dir, dir vertrauen wir! Wir stehn, wenn Welten fallen, gehalten, Herr, von dir. [ 68.] J. A. Cramer. die weiten Himmel aus. Er spricht: so gehen Wel: ten aus ihrem Nichts her: aus. 2. Er will: und Son: nen flammen. Auch drångt das Wasser, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den unges wittern: das Meer wird ungestüm; des Himmels Mel. Es ist das Heil uns. Säulen zittern; die Erde 19. Wie groß, o Gott, bebt vor ihm. Er will: und Bliße zünden Gebirg' an; sie vergehn. Er spricht, und ruft den Winden: schnell wird sein Himmel schön. 3. Wer, wer gebeut den Wellen: hieher! nicht weis ter! Lest euch hie! Wer schafft in Felfen Quellen? Sie riefeln und versiegen nie. Wer füllt auch Wüs steneyen mit seinen Wuns dern an; heißt Thiere da sich freuen, wo Niemand wohnen kann? Wer kann die Sterne führen? Wer weiß, als er allein, die Himmel zu regieren, und Segen zu verleihn? 4. Herr, dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein! Das preis sen deine Werke, die deis ner Kraft allein sich freun. Auch wir erfreun uns ihrer! ist deine Macht! Du Herr, durch den wir leben, wie viel hast du hervorgebracht, wie viel auch uns geges ben! Wer überschaut das Sternenheer! Wer zählt die Welten weit umher? Wer zählt die Wesen alle? 2. Herr, der du Erd' und Himmel füllst, dein Allmachtsruf: es werde! bewirkt im Himmel, was du willst, bewirkt es auf der Erde. Zu hoch ist nichts für deine Kraft. Was ist, ist dein, und Alles schafft dein unerforschter Wille. 3. Du winkst der Welt, und sie ist schnell auf deis nen Wink entstanden. Du rufft das Licht, und es wird hell, und Wesen find vorhanden, und Alles, was dein Hauch belebt, empfins det, freuet sich und strebt, zu wirken, zu genießen. 4. Rein 16 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 4. Kein endlicher Vers stand ermißt die Größe deis ner Werke. Was über mir und um mich ist, vers kündet deine Stärke; und überall ist Trieb und Drang nach Ordnung und Zusams menhang, und Alles fest verkettet. 5. Und nie ermüdet deiz ne Hand! Du ordnest Erd' und Meere, den ungezähl ten Ufersand, und aller Sonnen Heere. Du, Quell des Lebens und des Lichts, Herr, ohne dich ist Alles nichts; nur du regierest Alles. 6. D du, vor beffen Ans gesicht viel tausend Sonnen prangen, mit welcher fe: sten Zuversicht sollt ich an dir nicht hangen! Mit welchem Ernst die Sünde scheun! Mit welchem Eifer thätig seyn, nach deiner Huld zu ringen! 7. Ich bete dich mit Ehrfurcht an, allmächtiger Beleber! Du gibst, was Niemand geben kann, uns endlich reicher Geber! In jeder Sorge, jeder Noth, in jeder Angst und selbst im Tod ist deine Kraft mir. nahe. 8. Herr, deine Macht ist außer mir und in mir zu bemerken. Drum weiht sich meine Seele dir; du, du nur kannst fie stärken; und einst gestärkt, o Herr, durch dich wird sie in küh nem Schwunge sich zur Herrlichkeit erheben. [ 22.] Allwissenheit und Allge genwart. Mel. Nun lob', mein' Seel. 20. Der Herr ist in den Höhen, und in den Tiefen ist der Herr; wo Menschen zu ihm flehen, und wo ihn Engel schaun, ist er; ist, wo ich in Gedanken mich denken mag, mir nah'; ist, frey von allen Schranken, in jedem Raume da. Er faßt mit starken Händen die Welten, und umspannt an allen ihren Enden, was je durch ihn entstand. 2. Er theilt von seinem Throne, bald Freuden aus, bald Gram und Schmerz; gibt Fürsten ihre Krone, und lenkt, den Bächen gleich, ihr Herz. Mag doch aus eignem Willen der Frevler Böses thun, um seine Lust zu stillen; Gott spricht- und er muß ruhn! Mag er die Welt ers schüttern und dem Berders ben weihn: Gott spricht: und Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 17 deinem grenzenlosen Blick durchschaust du Ewigkeis ten. 2. Dir glänzet stets der Wahrheit Licht; du, ihre Quelle, irrest nicht, und wirst und kannst nicht ir ren; kein Blendwerk, keine Täuschung kann dich, Herr, wie uns, verwirren. und er muß zittern; Gott wird sein Richter seyn. 3. Ohn' alle Schranken schauet sein alldurchfors schend Aug umher; und, wer nur ihm vertrauet, Den schüßzet, Den versorget er. Er hört das Schreyn der Raben, hat für die ganze Welt, hat für den Wurm selbst Gaben, und Schmuck für Thal und Feld. Für sein Geschöpf zu sorgen, fehlt ihm nie Rath und Macht. Er ist's, der, auch verborgen, uns nah' ist, uns bewacht. 3. Wie sehr täuscht sich des Sünders Herz! Glaubt er, wenn ihn Gewissens schmerz und Furcht und Unruh qualen, er könne dir sein Innerstes und seine Schuld verhehlen? 4. Verhüllt uns gleich die Finsterniß, du, Gott, siehst uns, und weißt ges wiß, was Andre nie ents decken; siehst auch der Frommen edlen Kampf, wie ihrer Tugend Flecken. 5. Wandl ich vor dir der Tugend Pfad: so kennst du jede gute That; du kennest meine Sorgen, mein Angstgefühl in Noth und Schmerz; nichts ist dir, Herr, verborgen. 6. D welch ein Trost! daß du mich siehst, wo ich auch sey, und nah' mir bist zu meinem Schuß und Glük Mel. Da Jesus an dem Kr. 21. Gott, dir ist Alles ke. Heil mir! ich wandle offenbar, was ist, was seyn wird, und einst war, in aller Welten Zeiten; mit meine Bahn, bewacht von deinem Blicke. [ 14.] 4. Ja, er ist nahe Des hen, die willig thun, was er gebot; er zählet ihre Thränen, kennt die Gefahr, die sie bedroht. Wohl mir! mir ist zur Rechten, zur Linken mir ist Gott; in meines Kummers Nächten, und wo ich seufz, ist Gott. Wo keinen Freund ich habe, wo nichts mehr hilft, ist Gott; im Sturm, im Tod, im Grabe, und überall ist Gott! [ 68.] J. A. Cramer. B Grot. Mel. 18 Gottes Wefen, Eigenschaften und Werke. Mel. Liebster Jesu, wir. 22. Gott, du kennst von Ewigkeit die Bewohner deis ner Erde; siehst, ob ich die Uebungszeit dir zum Preise nüßen werde; meine Thas ten, meine Sorgen sind, o Herr, dir unverborgen. 2. Deine Gegenwart ers füllt jede Tief und jede Höhe; selbst die Finsterniß. verhüllt nie vor dir, was ich nicht sehe. Meiner Seele stilles Sehnen hörst du, zählest meine Thrås nen. 3. Alles überschauest du, merkst und siehst, worauf ich sinne, was ich wünsche, was ich thu', was ich thun will und beginne; wo ich bin, an allen Enden bin ich, Gott, in deinen Hän den. 4. Ach, umsonst verhüllt ich dir mich mit allen Finsternissen; gegenwärtig bleibst du mir überall, auch im Gewissen; und vor dieses Zeugen Schreks fen kann mich keine Nacht bedecken. 5. Hören will ich deinen Ruf, nicht verkehrte Wege gehen. Du, der Ohr und Auge schuf, würdest meine Thorheit sehen und zur Rechenschaft mich ziehen! Richter, wer kann dir ents fliehen! 6. lleberall vertrau' ich dir! Daß ich, was ich bitt', empfahe, hoff' ich; denn du bist bey mir, bist in jeder Noth mir nahe; hältst mich aufrecht, wenn ich wanke! Welch' ein trös stender Gedanke! [ 54.] Mudre. Mel. O Gott, du frommer. 23. Herr, du erforschest mich; dir bin ich unverbors gen; du kennst mein gans zes Thun und alle meine Sorgen! Was meine Seele denkt, war dir bereits bes kannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' ents stand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu'; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich; wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste flies hen? Wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ' ich gen Himmel auf: so bist du, Höchster, da. Führ' ich zur Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 19 Gott, und prüfen, wie ich's meine; ob ich der wirklich bin, der ich zu seyn, mir scheine. Und wenn mein Fuß vielleicht sich einem Irrweg naht; so leite mich zurück auf ebnen, bessern Pfad! [ 71.] J. A. Cramer. zur Tief hinab: auch dort bist du mir nah'. 4. Und nåhm' ich, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb' ich dir nicht verborgen; auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall und dein ist jedes Land. 5. Wolle ich in Finsters niß mich deinem Aug' ents ziehen: so sucht' ich doch umsonst auch da, dir zu entflichen! Die dickste Fin: sterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt, wie der Tag, vor deinem Angesicht. 6. Du wähltest schon mein Loos, eh' ich mich sels ber kannte; du bildetest mein Herz, eh' es dich, Schöpfer, nannte. Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht und meiner, eh' ich war, schon väterlich gedacht. 7. Wie herrlich sind vor mir des Ewigen Gedans ken! Unzählbar sind sie mir, sind ohne Maaß und Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 8. Erforschen lehr' mich, Mel. Es ist gewißlich an. 24. Nie bist du, Höch ster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr als ler Herrn, bin ich in deis nen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schüset mich auf allen meinen Wes gen. 2. Mein Denken, Wols len kennest du; du prüfest. meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu'; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Blick entfliehn und nichts mich deiner Macht ents ziehn im Himmel und auf Erden. 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit der Herzensans dacht lebe, und, über deis ne Huld erfreut, lobsins gend dich erhebe: so hörst du es und stehst mir bey, daß ich, Herr, deinem Rufe 32 20 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Rufe treu, der Tugend Pfade wandle. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehr: te Wege wählet; und blieb' auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: du sah'st sie doch, und dein Gerichtzieht aus dem Duns kel sie an's Licht und straft geheimen Frevel. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine; voll Mit leid, Vater, zählest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wågest mei: nen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz, und seine Klagen schweigen. 6. O drück, Allgegen: wärtiger, dieß tief in mei ne Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu', die Sünde flieh' und willig sey, dir, meinem Herrn, zu leben! 7. Laß überall gewissen: haft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich durch deine Kraft, vor dir getrost zu wandeln! Daß du, o Gott, stets um mich seyst, laß diese Wahr, heit meinen Geist zu allem Guten stårken! [ 23.] Sturm u. Bruhn. SHAR Mel. Sey Lob und Ehr. 25. Zu Gott, o Seele, schwing dich auf und werde Dank und Wonne! Er, der voll Huld der Welten Lauf, den Lauf der hohen Sonne, er, der die ganze Schöpfung lenkt, und als len Wesen Freude schenkt, Gott ist allgegenwärtig. 2. Wenn sich in stiller Einsamkeit der Geist zu Gott erhebet, Gott erhebet, und, voll von hoher Seligkeit, in heil'ger Andacht schwebet: dann sieht sein milder Vas terblick mit Wohlgefallen unser Glück; Gott ist all: gegenwärtig. 3. Wenn ich, zu thun, was ihm gefällt, den from men Vorsatz fasse; wenn ich die Eitelkeit der Welt und jedes Lafter hasse: so stärkt mich Schwachen seine Kraft; denn er, der das Vollbringen schafft, Gott ist allgegenwärtig. 4. Wenn er mir heitre Tage gibt und dieses Les bens Freuden, und wenn er meine Tugend übt durch Prüfungen und Leiden: so zag' ich nicht; er ist auch da mit seiner Hülf' und Güte nah'; Gott ist allges genwärtig. 5. Und wenn mein Auge sters Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 21 berrlichen Gesetzen, den Bau der großen Welt. 3. Du schufft das Heer der Sterne, und gabst der Sonne Kraft, daß sie aus boher Ferne uns Licht und Leben schafft. Es unters füst fie Nichts; in unges meßnen Weiten ihr Wohl thun zu verbreiten, bleibt sie der Quell des Lichts. sterbend bricht; wenn jeder Sinn mir schwindet; wenn selbst des Freundes Trö stung nicht das bange Herz empfindet und nicht mehr liebend schlagen kann: o bester Vater, dann, auch dann bist du mir gegens wärtig. 6. Dann führet mich der Tod hinauf zu deines Hims mels Freuden, und ich bes ginn' den neuen Lauf, nun ewig frey von Leiden; dann seh' ich dich, der Alles lenkt, der hier mir Trost, dort Wonne schenkt, mir immer gegenwärtig. [ 22.] Frau v. d. Recke. Weisheit. Mel. Aus meines Herzens, 26. Ich, den du schufft, ich preise dich, Herr; du bist allein von Ewigkeit höchst weise und wirst es ewig seyn. Laß immer meinen Geift in allen deinen Werken auf deine Weisheit merken, die auch der Engel preist. 2. Wohin mein Auge blicket, ist Ordnung, Kunst und Pracht; und jeden Sinn entzucket, Herr, deine weife Macht. Sie schaf fet, sie erhält, zum Seg nen und Ergößen, nach 4. Wer hålt im Gleich gewichte so vieler Körper Kraft? Wer fullt die Welt mit Lichte? Du, du, der Alles schafft! Du thuft's; du sorgst, daß sie einans der nie erreichen, aus ihrer Bahn nie weichen, aus ih. ren Kreifen nie. 5. er rief, uns zu umgeben, der Luft, die Alles trägt? Durch sie hat Alles Leben, wird Alles stets bewegt. Da sams meln Dünfte sich und wer: den Thau und Regen, und Fruchtbarkeit und Segen für Pflanzen, Thier und mich. 6. Du haft sie so bereis tet, daß sie den Blis gez biert; daß fie den Wind verbreitet, den Schall zum Ohre führt, den leichten Vogel hebt, der Wolken Lasten tråget, sich unsicht bar beweget, der Lunge Kraft belebt. 7. Wee 22 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Wahl der Wesen ungemeß ne Zahl! 7. Wer gründete die Erde auf unsichtbaren Grund; hob, daß sie fruchtbar wer:de, sie aus der Wasser Schlund; goß Ströme aus; wer bricht die Wass ser, wenn sie schwellen, spricht zu des Meeres Wel, len: bis hierher, weiter nicht? 8. Wer schafft das Laub der Wälder? Wer ruft das Gras hervor; befruchtet unsre Felder, thürmt Bers ge hoch empor? Wer schmückt sie überall? Wer macht die Feuerschlünde; legt in der Tiefe Gründe die Steine, das Metall? 2. Dein kleinstes Werk ist, wie das größte, voll Ordnung, Herrlichkeit und Pracht, ist denn du wählest stets das Besteein Spiegel deiner weisen Macht. Wie mannigfaltig und wie gut ist das, was deine Weisheit thut! 3. Was du nach ihrem Rath erschufest, regierst du auch nach ihrem Rath; was kommen soll, kommt, wenn du's rufest, wie es dein Wink geordnet hat. Du brauchst, o unerschaffe nes Licht, der Menschen Rath und Beystand nicht. 4. Oft ist uns, Herr, dein Rath verborgen, und bleibt doch immer wuns derbar; der Ausgang deis ner weisen Sorgen macht hell, was unbegreiflich war. Was du beschließest, das besteht; und, was dir mißfällt, das vergeht. Mel. Religion von Gott. 5. Der Mensch, begabt mit freyem Willen, muß doch, wie frey er immer 27. O Schöpfer, jedes wählt, gehorsam deinen deiner Werke macht dei: ner Größe Ruhm bekannt, verkündigt deine Macht und Stärke, verkündigt Weisheit und Verstand. Wie herrlich ordnet deine Nath erfüllen, der seines Zicles nie verfehlt. Du machst zu Schanden Tück und List, und zeigst, daß du allweise bist. 6. D Weisheit Gottes, meine 9. Herr, deine Weis. heit schmücket, bereitet und erhält, und segnet und bes glücket die lebenvolle Welt. Sie rühme mein Gesang! Ich finge dir und preise dich, Gott; denn du bist weise. O bringt ihm Alle Dank! [ 8.] J. A. Cramer. - - Gottes Werke, Eigenschaften und Werke. 23 meine Seele kennt ohne dich das Gute nicht; doch, daß fie stets das Beste wähle, gewähre du ihr selbst dein Licht; deckst du mirTrug und Täuschung auf: so wandl ich sicher meinen Lauf. 7. Noch immer, Vater meines Lebens, hat deine Hand mich gut geführt. Wohl mir! ich lebe nicht vergebens wenn deine Weisheit mich regiert. Sie führt gewiß durch Welt und Zeit mich hin zu deiner Geligkeit. [ 76.] Rambach u. Cramer. 5. Bey aller Mannigs faltigkeit in deiner Hände Werken lehrt dennoch Ords nung, weit und breit, mich deine Weisheit merken. Bey allem Wechsel in der Mel. Mir nach, spricht. 28. Wer kann, o Gott, Welt bist du der Gott, der fie erhält. wie groß du bist, hier jes mals ganz empfinden? und wer, was deine Weisheit ist, durchdenken und ers gründen? Wem wird sie je enthüllet seyn? Wer dringt in ihre Tiefen ein? allweife; bestimmst den Sternen ihren Lauf und ihrer Bahnen Kreise. Auch unsern Erdball leitest du, und wägst ihm Schmuck und Segen zu. 4. Wohin mein forschend Auge sieht, in Thieren, Steinen, Pflanzen, fügt Alles, Alles, Glied an Glied, sich wundervoll zum Ganzen. Hier zielt Verlust und dort Gewinn aufs Bes ste deines Reiches hin. 2. Wer kennt den Plan, nach dem du schufft? Wer kann ihn je verstehen? Wer kann, was du ins Dasern rufft, im Ganzen übersehen? Und wer ers, forscht der Kräfte Gang? Wer sieht sie im Zusam menhang? 8. Jch blicke still zu dir hinauf; nur du, du bist 6. Selbst, was die freye Seele denkt, hast du vors hergesehen; durch dich wird jeder Plan gelenkt; nichts kann dir widerstehen. Ges recht und heilig führest du den Menschen seinem Zielezu. 7. Dir will ich stets mit Zuversicht mein Schicksal überlassen. Du weißt allein, was mir gebricht; drum will ich Hoffnung faffen, auch wenn sich mir auf dunkler Bahn Gefahr und Schmerz und Elend nahn. [ 62.] Grot. Heilige 24 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Heiligkeit und Gerech tigkeit. the Mel. Allein Gott in der. 29. Du bist, o Gott, gerecht; du gibst uns hei: lige Geseße, und willst, weil du das Gute liebst, daß Keiner fie verletze. Dein Wort und die Vernunft erklärt uns deines Willens hohen Werth. Sey, Herr, dafür gepriesen! 2. Was du befiehlst, machst du uns leicht durch Antrieb und Vermögen. Ber nicht von deiner Vorz fchrift weicht, hat hier schon großen Segen; er ist sich keiner Schuld bewußt, und Friede wohnt in seiner Bruft, die Ruhe des Ges wiffens. 3. Du bist der Frommen Zuversicht, du wirst gerecht vergelten; wer dir gehorcht, Den tauschet nicht die Hoff nung beßver Welten; groß wird für ihn vor deinem Thron der hier verkann ten Tugend Lohn, reich feine Ernte werden. 4. Oft scheint der Sün der hier im Glück in stol, zer Ruh' zu leben; doch bald erscheint der Augenblick, wo er muß angstvoll be: ben. Dein heiliges Ges richt erfüllt, was du ge droht hast, und vergilt ihm nun nach seinen Thaten. 5. Gerechter Gott, dieß Günde locket, eh' meine warne mich, wenn mich die Seele forglos sich vers schlimmert und verstocket! Der Tugend Würde gebe mir stets Trieb und Kraft, o Vater, dir mit Ehrfurcht zu gehorchen! [ 5.] J. A. Cramer. Mel. Es ist gewißlich an. 30. Gerechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt fich stellen; du wirst vor aller Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. Dieß lehre mich die Sünde scheun, gerecht und fromm und heilig seyn, damit ich dir gefalle! 2. Du siehst von deinem hohen Thron auf alle Mens schenkinder; bestimmest Jes dem seinen Lohn, dem Frommen, wie dem Sünz der. Dich täuschet nicht des Heuchlers Schein; du prüfft und siehst ins Herz binein, gerechter, weiser Richter! 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit gibst du schon hier den Frommen; du Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 25 nen Wegen. Du frönst das menschliche Geschlecht zwar gern mit deinem Segen; doch willst du unfre Fröms migkeit, weil sie nur zur Zufriedenheit und ew'gem Glück uns leitet. du schüßest sie vor man chem Leid, worin die Sün: der kommen, und zeigest so vor aller Welt, daß die der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend weihet. 4. Doch Dem, der nicht das Böse scheut, dem fres velnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht ents weiht, bist du ein strenger Rå cher. Verachtung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewiß fensmartern sind sein Lohn, oft schon in diesem Leben. 5. Bleibt hier auch Bö fes ungestraft und Gutes unbelohnet: einst fömmt ein Tag der Rechenschaft, der keines Sünders scho; net; dann, Heil'ger, stellst du dein Gericht vor aller Welt ins hellste Licht; dann triumphirt der Fromme. 6. Laß mich, gerechter Gott, gleich dir, das Gute eifrig lieben! Erwecke selbst die Kraft in mir, es freu: dig auszuüben, und regt in mir die Sünde sich: so müsse der Gebank an dich und dein Gericht mich warnen! [ 23.] Rambach. Mel. Sey Lob und Ehr. 31. Gott, du bist heilig und gerecht in allen deiz 2. Drum willst du, daß in deiner Welt ein Feder die Gesetze, die deine Weiss stets und schätze. Wer das heit feft gestellt; verehre von weicht, der weicht zu gleich von seinem Glück; in deinem Reich ist nur der Fromme glücklich. 3. Ja, Herr, dein heis liges Gericht zeigt sich uns schon auf Erden; du läs fest, fürchten wir dich nicht, uns hier schon Zeugen wers den, daß du auf unfre Thaten siehst und ein ges rechter Richter bist, zur Ahndung alles Bösen. 4. Es klagt uns das Ges wiffen an, wenn wir die widerstreben; straft uns, daß wir nicht recht gethan, straft unser böses Leben: da flieht die Ruh' aus unsrer Brust, und auf die schnöde Sündenlust folgt eine bittre Reue. 5. Du strafft auch hier den Sünder schon für feine bösen Thaten, und läsfest ihn in Schimpf und Hohn, in 26 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. in Angst und Noth geras then; hat er die Sünde nicht gescheut, hat ihn ihr falscher Reiz erfreut: so fühlt er ihre Leiden. 6. Doch bloß zu ihrer Besserung strafft du, o Gott, die Sünder, und züchtigst nur zur Heiligung hier deine schwachen Kinder. Wohl Dem, der sich noch bessern lernt, sich von dem Sündenpfad entfernt und deiner Zucht gehorchet! 7. Weh' aber Dem, der in der Zeit nicht deine Wahrheit höret; dein erns stes Strafgericht nicht scheut, und nicht zu dir sich kehret! Wie schrecklich ist dereinst sein Theil, wenn du den Frommen volles Heil in jener Welt wirst geben! 8. Herr, dieß bezeugt dein wahres Wort: du kannst umsonst nicht drauen. Dhilf uns, daß wir immers fort den Weg der Sünde scheuen! Nimm unser dich erbarmend an, und leit' uns auf der Tugend Bahn, daß Jeder selig werde. [ 22.] Heeren. Mel. Freu dich sehr, o. 32. Gott, vor dessen Angesichte nur ein reiner Wandel gilt! Ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Klarheit quillt, heis lig und gerecht bist du, und. uns Allen rufst du zu: ich bin heilig; heilig werde jeder Mensch schon auf der Erde! 2. Heilig ist dein gans zes Wesen, und kein Bos ses ist an dir; ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unstråflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke.n 3. Heilig follen deine Kinder, ähnlich deinem Bilde seyn. Herr, vor dir besteht kein Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Huld und Gnade freun; wer bes harrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. 4. D so laß uns nicht verscherzen, was du uns haft zugedacht! Schaff in uns stets reine Herzen! Tödt' in uns der Sünden Macht! Gib uns, wie du selbst verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere und zu allem Guten führe 5. Rei: Univ.- Bibl. Giessen Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 27 5. Keiner sündlichen Bes gierde bleibe unser Herz geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sey rechtschaffs ne Heiligkeit! Mach uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur Die erheben, die im Glauben heilig leben. [ 26.] Chr. Zimmermann. Mel. O Gott, du frommer. 33. Preis dir, dem Heis ligen! Olehr' uns dir ges fallen durch Aehnlichkeit, mit dir! Du schenktest ja uns Allen Erkenntniß dei nes Rechts: schenk uns auch Lust dazu, und lehr' uns heilig seyn und fromm und gut, wie du. ihn belohnest du, Gott, jede gute That. 4. Wer von der Fröm migkeit, von dir, Gerechter, weichet, umsonst flöh' er vor dir; denn dein Gericht erreis chet ihn dennoch; es vers folgt, wo kein Verfolger ist, ihn selbst sein eignes Herz, durch das du Richter bist. 5. D laß mich, Heilis ger, die Sünde stets vers achten! Laß auf der TugendNuf, auf dein Gebot mich achten! Unsträflich sey mein Sinn, mein Herz und Wandel rein: dann werd' ich ähnlich dir, werth deis ner Gnade seyn! [ 71.] J. A. Cramer. Mel. O Gott, du frommer. 2. Wer das Glück des menschlichen Gez 34. Wenn sich der Frevschlechtes durch unser eig nes Herz, durch sein Ges fühl des Rechtes? Wer beugt des Sünders Troßz? Wer gibt der Tugend Ruh', auch wenn sie kämpfen muß? Du thust's, Vergel ter, du! er bläht und Tugendhafs te leiden: soll dennoch nie mein Herz des Thoren Glück beneiden; wie gläns zend es auch sey, oft welkt im Augenblick, wie leicht verborrend Gras, dieß un verdiente Glück. 3. Wer fromm ist, fühlt durch dich Zufriedenheit und Ruhe, gibt Zeugniß ihm sein Herz, daß er, was Recht ist, thue. Froh ist im Unglück selbst, wer innern Frieden hat; durch 2. Nicht immer wird der Herr dem stolzen Frevler schweigen. Er kommt, der Heil'ge kommt, als Richter sich als Richter sich zu zeigen. Wähnt nicht, daß unges firaft ihm feine Bosheit glückt, 28 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. glückt, die ihn nur fester noch zu seinem Fall ver strickt. 3. Wer seinem Schöpfer trott, ertroßt sich sein Verderben. Sey er auch noch so stolz: bald wird er dennoch sterben. Wer kennt die Stätte dann, da sonst der Frevler stand? Hins weggenommen hat ihn Gots tes Richterhand. 4. Jhr, die ihr Gott verehrt, o traut nur seiner Liebe! Er sorgt für euer Wohl. It's um euch her Eure auch trübe: hofft! Tugend strahlt, der hohen Sonne gleich, einst durch die Wolken hin; erst aber prüft er euch. 5. Wann sah wohl je ein Mensch den Frommen ganz verlaffen? Ihn konn te nur die Welt, doch nie sein Vater haffen. Und leidet er auch viel: wie lange währt sein Leid? Bald stehet er vor Gott in voller Herrlichkeit. 6. Christen, übet nur, selbst leidend, edle Werke! Send muthig, wan: fet nicht, der Herr ist eure Stärke! Das Elend, das euch drückt, das Uebel, das euch droht, verwans delt er in Heil. O Chriz sten, hofft auf Gott! 7. Ein Richter naht sich einst, in Macht und Huld gekleidet. Dann bebt, wer unrecht thut; dann jauchzt, wer Unrecht leidet. Groß ist der Tugend Lohn; Ges fahr und Elend fliehn! Der Herr ist Gott und hilft; ihr Frommen, hofft auf ihn! [ 71.] J. A. Cramer, Wahrhaftigkeit und Trene. Mel. Freu dich sehr, o. 35. Treu ist Gott! Das nehmt zu Herzen, Mens schen, die ihr jammernd klagt! Hört in allen euren Schmerzen, was sein heis lig Wort euch sagt! Ev, der seine Hand euch reicht, macht der Trübsal Last euch leicht; macht das Ende bittrer Leiden euch zum Anfang ew'ger Freuz den. 2. Laß mir an der Gna de gnügen, die du, Herr, mir Schwachen schenkst! Nimmermehr werd' ich ers liegen, da du gnådig mein gedenkst. Du, der meine Thränen zählt, haft auch schon die Zeit erwählt, da du meine Klagen stillest und mein Herz mit Troff erfüllest. 3. ,, Hes Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 29 Gottes Treue hat dieß Sies gel: sie soll fest und ewig seyn. Laßt den Weltkreis untergehn: Gottes Gnade muß bestehn! 2. Gott hat mir ein Wort gesprochen, einen Bund mit mir gemacht; der wird nims mermehr gebrochen: was er spricht, das wird volls bracht. Erd' und Himmel mag vergehn; was Gott sagt, das muß geschehn. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüge lich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch hält. Er, ein Feind der Heucheley, ist wahrhaftig 3. ,, Heben will ich dich und tragen, spricht der Herr wenn schwach du bist." Auch des grauen Al ters Klagen hört er, der uns nie vergißt. Die Vers heißung steht noch fest, daß er Fromme nie verläßt; nie versäumt, auf Die zu schauen, die ihm kindlich sich vertrauen. - 4. Nun so ruh in seinen Händen, Seele, die du klagst und wankst! Er wird deine Leiden wenden, daß du ihm noch freudig dankst. Seiner Gnaden Bund allein müsse deine Stärke seyn! Halte nur mit festem Muthe dich zu Gott, dem nächsten Gute. 5. Laß mich diese Gnad' erreichen, Herr, Gott, meis ne Zuversicht! Mögen doch Verzagte weichen; mein Vertrauen weiche nicht! Gott der Treue, ich bin dein; du wirst mein Erret ter seyn; wirft mir, wenn mich Leiden frånken, deines Trostes Labsal schenken. [ 26.] Mudre. Mel. Gott des Himmels. 36. Weicht, ihr Berge! fallt, ihr Hügel! Felsen, wankt und stürzet ein! und getreu. 4. Scheint er oft mein nicht zu achten, und vers birgt sein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten: so vergißt et mein doch nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist und was er war. 5. Er will Frieden mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Lies be mag erkalten, bleib' ich meinem Gott nur werth! Er, der meinen Kummer und Schild. stillt, ist mir immer Schirm 6. Er, der Hert, ist mein Erbarmer; so hat er sich 30 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. sich selbst genannt. Welch ein Trost! Nun bin ich Armer sicher unter seiner Hand. Er will meine Zu: flucht seyn; nie wird ihn sein Wort gereun. 7. Nun, so soll mein ganz Vertrauen unbewegs lich auf ihm ruhn; ewig will ich darauf bauen: was er sagt, das wirb er thun. Erd' und Himmel mag vers gehn; Gottes Treu' bleibt ewig stehn. [ 28.] Schmolk. Liebe, Güte, Barmhers zigkeit. Mel. Sollt' ich meinem. 37. Alles rühmt des Schöpfers Ehre, Alles rüh met seine Macht. Ohne Zahl find jene Heere, die sein Wink hervorgebracht. Herrlich strahlet deine Son ne, Gott, von deinem Himmel her, strömt aus ihrem Flammenmeer Leben uns und Licht und Wonne. Wie erquickt ihr milder Schein! Gott, wie herrs lich mußt du feyn! 2. Allenthalben find' ich Epuren: Gott ist weise, gut ist Gott. Herr, dich lobet auf den Fluren früh der Thau bepm Morgens roth. Herrlich glänzen die Gefilde, wenn der neue Tag erwacht. Gott, der weiten Schöpfung Pracht predigt deine Treu' und Milde. Wer kann auf zu deinen Höh'n, ohne Dank und Rührung sehn? 3. Hüte dich, o Mensch, zu klagen, daß der Herr nicht Liebe sey! Sieh den Wurm; er wird dir sagen: Gottes Huld ist täglich neu. Wer ernähret im Gesträuche noch den Vogel, wenn es schneit; wer das Wild zur Winterszeit? Und in deinem großen Reiche hätte deine Lieb und macht mich, den Menschen, nicht bedacht? 4. Keine Blume blüht vergebens; denn sie duftet und erfreut. Drum gib, Vater meines Lebens, meis nem Herzen Achtsamkeit, deine Zwecke zu erfüllen, dir mein Leben ganz zu weihn, Alles um mich zu erfreun, und zu thun nach deinem Willen! Laß mich wirken jeden Tag, was ich Gutes nur vermag! 5. Gabst du, Schöpfer deiner Werke, die kein Auge völlig sieht, allen Thieren ihre Stärke, ihrem Mund ein frohes Lied, mir Verstand, es einzusehen, Liebe, Liebe sepst du nur: o fo Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 31 nützet; einen Herrscher, der mich schüßzet. 4. Sichrer ist der Weg und besser, den an deiner Hand wir gehn; und dein Wohlthun ist viel größer, als wir wünschen und vers stehn. Schallte gleich so hoch mein Dank, als der Engel Lobgefang: dennoch Mel. Freu dich sehr, o. 38. Gott, mein Vater, würde durch mein Loben deine Huld nur schwach erhoben. 5. D, so zeuch durch deis ne Liebe, Herr, mein gans zes Herz zu dir! Stårk' und mehre selbst die Triebe wah; rer Dankbarkeit in mir! Laß mich ganz dein eigen seyn und mich deines Wohls thuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. 6. Laß mich, jede deis ner Gaben recht zu braus chen, mich bemühn, und den Zweck vor Augen has ben, wozu du sie mir vers liehn! Deine Güte reize mich, inniger und reiner dich, Gott, zu lieben, deis nen Willen freudiger stets zu erfüllen! [ 26.] v. Schüß u. Diterich. so laß mit der Natur mich auch deinen Ruhm erhöhen! Dir gehorchen sey mein Dank, Gutes thun mein Lobgesang! [ 81.] Reiber. deine Liebe reicht, so weit der Himmel ist. Groß sind deines Wohlthuns Triebe, ewig, wie du selber bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, erschöpfet keine Zeit, und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? 2. Als ich noch, der Welt verborgen, in der Mutter Schooße lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beystand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht; und was hat mein ganzes Leben, Herr, das du mir nicht gegeben? 3. In den schwachen Jugendjahren warst du meines Lebens Stab, mein Beschirmer in Gefahren; an dir hab' ich bis ins Grab einen Vater, der mich liebt; einen Mel. Dir, dir, Jehovah. der gern mir gibt, was 39. Laßt unserm Vater, zum wahren Wohl mir laßt uns singen aus voller Seel', 32 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Seel', ein dankbar frohes Lied! Laßt uns empor zu ihm uns schwingen, zu uns serm Gott, der auf uns niedersicht, uns hört von seiner Höh'; und reine Lust, wenn wir ihm danken, strömt in unfre Brust! 2. Laßt uns ihm singen! Was wir haben, sind schwache Lieder und ein dankbar Herz für alle, alle feine Gaben, für alle Vas tertreu bey Freud' und Schmerz, für jeden Trost, den, zu ihm hingewandt, das bange Herz in seiner Liebe fand. Erde wallen, hast du uns mitBarmherzigkeit geführt. Uns fegnen, war dein Wohls gefallen; uns retten, wenn wir uns von dir verirrt, uns trösten, wenn wir weinten, unbewußt unsFreude schaf fen, Gott, war deine Lust. 6. Wohl uns! du wirst mit Vaterhånden uns fer ner leiten bis an unser Grab; uns vollbereiten, uns vollenden; im Todes: thal' uns Stecken seyn und Stab; und, leben wir dir unsre Pilgerzeit, uns geben Leben und Unsterblichkeit. 7. Gott, Gett, wie gut bist du! o Séele, ſink in den Staub, bet ihn verstummend an! Fleuß, Freudenthrane, und ers zähle, was Gott, mein Gott, aus Huld an mir gethan! Ihm ähnlich wers den sey mein beßrer Dank, mein ganzes Leben ihm ein Lobgefang! [ 16.] Niemeyer. 3. Er ist die Liebe! Voll Erbarmen hat, eh' wir waren, er uns schon geliebt! Mit immer offnen Vaters armen nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt; ruft uns zurück von des Verderbens Bahn; beut uns die Hand, und nimmt sich unser an. 4. Nur wir, sein Werk, nur wir vergessen oft uns dankbar, was er an uns der Mel. Sey Lob und Ehr.. die das Herz nicht messen, die 40. Lobsinget Gott! Er schuf die Welt zum Schaus platz seiner Güte; lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe! Gott ist die Liebe; rühmt es laut, ihr Frommen, die feine Sprache würdig nens nen kann; vergessen sein, der unser nie vergißt, den Undank sieht, und doch Erbarmer ist. 5. Seit wir auf dieser Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 33 die ihe ihm vertraut, die Mel. Nun lob', mein Seel. kennt und 2. Du wollteft, daß vor 41. Mit fröhlichem dir nichts leer von Freud' und Leben bliebe; drum schufst du, Gott, der Him mel Heer, schufft unfre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie, Uns endlicher; du ließeft sie zu ihrem Heile werden. Gemüthe dankt, die ihr Christo angehört, dankt Gott, daß seine Güte und Vaterliebe ewig währt! Nach so viel tausend Jah ren, die durch sie alle reich an Heil und Segen waren, bleibt sie sich immer gleich. Nie hört sie auf zu sorgen, und forget immer treu; sie wird mit jedem Mors gen an seinen Werken neu. 3. Kein Engel und kein Mensch ermißt dein Wohl thun, deinen Segen; wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott, deine Güte geht so weit, als deines Reichs uns endlichkeit, weit über alles Denken. 4. Vater, welchem Keiner gleicht an Liebe, wie an Stärke, kein Dank, kein Lobgesang erreicht die Wun: der deiner Werke; doch ist dir's angenehmer Dank, ist dir noch mehr als Lob, gefang, wenn ich dich thà. ich did tig liebe. 5. Du bist die Liebe! Dank sey dir, daß ich dich so erkenne, und, dir zum Ruhm, zum Trofte mir, dich meinen Vater nenne! Auch ich, ich will ganz Liebe seyn, will Unglück wenden, will erfreun, will helfen, und dir gleichen. [ 22.] Münter u. Diterich. 2. Herr, deine Güte reichet so weit, als Erd' und Himmel geht, und ihre Dauer gleichet dem Fels, der unbeweglich steht! Vor ihren heitern Strahs len, vor ihrem Antlitz fliehn die bangen düstern Quas len, wie leichte Wolken hin. Wer zählt die Millionen, die sie erwärmt und nährt? So weit nur Wesen wohnen, hat sie sich uns vers klärt. 3. Wer wollte sie nicht loben, die Huld, die Allen Alles gab, vom höchsten Engel droben bis zu dem kleinsten Wurm hinab; fie, die der Kreaturen zahllose Menge nährt, und sich durch Segensspuren uns täglich neu bewährt! Von ihr, C 34 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. ihr, aus der Entzücken stets für den Himmel quoll, ist auch, wohin wir blicken, der weite Erdkreis voll. 4. Zu ihrem Lob erwecke vor Allen du dein Herz, o Christ! Komm her und sich und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vas ter, ist! Auf! feinen Ruhm erzähle dein from mes Saitenspiel, und deine ganze Seele sey Inbrunst und Gefühl! Von seiner Güte sage, wie treu sie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der andern Nacht! 5. Gott, Schöpfer aller Dinge, nimm unser schwas ches Danklied an! Wir sind viel zu geringe der Treu', die du an uns gethan. Du schenkst den Sohn uns Sün: dern, begnadigst uns durch ihn, erwählest uns zu Kin dern, willst selbst uns zu dir ziehn. Auf! da in Jesu Namen ihm unser Lob gefällt: lobsingt ihm, Amen! Amen! Lobsing' ihm alle Welt!" [ 68.] J. A. Schlegel. mit frohem Triebe dich unsre dankerfüllte Brust. Ganz ohne Maaß und Grenzen ist deine Gütigs keit; so weit die Himmel glänzen, übst du Barmhers zigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was du erschufft, und Freude schenkst du Allen, die du zum Leben rufft. S 2. Zu segnen, zu beglük ken, zogst aus dem Nichts du deine Welt, die hier schon zum Entzücken so viele Wunder in sich hält. Noch größrer Güte Proben hat, Gott, uns deine Hand im Himmel aufgehoben, im wahren Vaterland. Dahin uns zu erheben, kam einst dein Sohn her: ab, der liebevoll sein Leben für uns Verlorne gab. Mel. Nun lob' mein' Seel'. 42. Gott, du bist die Liebe; uns wohlzuthun, ist deine Luft. Drum preist 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße, und, fallen wir gebeugt in Rene dir zu Fuße, in Reu', die Bes rungzeugt: so schenkest du uns Armen aufs neue deis ne Huld, und tilgest aus Ers barmen der SündeSchmach und Schuld. 4. Mit Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 35 müthe mein Leben ganz dir weihn! [ 68.] Diterich. 4. Mit jedem neuen Morgen kommt neuer Ses gen, Gott, bon dir. Du sorgst, eh' Menschen sor: gen; eh' ich noch klage, Mel. Wachet auf, ruft. du Urs sprung aller Gaben, du 43. Auf! Erwacht, the weißt, was uns gebricht, und, was wir nöthig haben, bersagest du uns nicht. Gott, jeder unsrer Tage ist deines Wohlthuns voll; felbst seine Last und Plage lenkst du zu unserm Wohl. frohen Triebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe; er ist's in alle Ewigkeit! D wo kann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu vers künden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr, vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe! Lies be! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja, selbst der Engel faßt es nicht. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du liebtest uns zuerst, und bist dir immer gleich geblieben, ein Gott, der immer huldvoll ist. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Lust: mit Dank dir zu begegnen, fey, Herr, auch unsre Lust! Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruhn! Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Vater, thun? 6. Wer hier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, dem schenkst du deinen Gegen hienieden und in jener Welt. Du fröneft seine Leiden mit herrlichem Ges winn, und führest ihn zu Freuden, die nie vergehen, hin. O möcht' ich, deiner Güte, Gott, immer werth zu seyn, mit freudigem Ges 2. Wundervoll find deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Über deine Liebe thronet auch da, wo Macht und Weisheit wohnet; ich seh' es, und erhebe mich. Was ist's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe; der kleins ste Wurm, der Donners sturm, und Alles, Alles preiset sie. 3. Freundlich riefft dit mich ins Leben, um hobe Kräfte mir zu geben, und Freuden um mich ber zu streun. Jeder Tag ers zählt's dem andern: die € 2 Erde, 36 Gottes Wefen, Elgenschaften und Werke. Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof ih res Himmels seyn. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deis ner Liebe. Von dir ges schützt und unterstützt, durchlauf ich fröhlich meis ne Bahn. Sünder Leben; felbst deis nen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sey. fey. Weisheit fam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder, und sprach ihr Herz von D Gott, engsten frey. was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun, und preist deine Liebe! Dein Sohn erschien! Du sands test ihn! Wie hoch haft du die Welt geliebt! 4. Trüben auch sich mei: ne Tage: hinweg mit jes der Jammerklage! Nur du, mein Vater, trübest fie. Licht entströmt den Dunkelheiten; du willst nur Segen mir bereiten, und Trost und Hoffnung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht: ich zage nicht! Du reichst mir deine Bater; hand. 7. Gott, ich will dir folgsam werden! Wer ist im Himmel und auf Erden, der so, wie du, beglücken fann? Einst umstrahlet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wone ne, geh' ich nur gern auf deinerBahn. Dann schwebt mein Geist empor, und singt im Sternenchor: Liebe! Lies be! O Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß, daß du die Liebe bist. 5. Ach, wie kann ich dirvergelten, was du, Bez herrscher aller Welten,' mir armen Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde, und dennoch seh' ich und empfinde, daß du, mich noch liebst. [ 88.] Reche. Mel. Die Tugend wird. Du haft Geduld mit mir, 44. Wie groß ist des und lockst mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! Den begna: digst du. Allmächt'gen Güte! Ift Der ein Mensch, den sie nicht rührt? der mit vers härtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr ges bührt? Nein, seine Liebe 6. Ja, du willst der zu Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 87 lieben, und deinen Nächs fien, so wie dich. za ermessen, fey ewig met ne größte Pflicht! Der Herr hat meiner nie vers geffen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht! 2. Wer hat mich wun dervoll bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf! Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf! Wer stärkt den Frieden im Ge wissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glücks genießen? It's nicht der Herr, der Alles schafft? 8. Blick, o mein Geist, in jenes Leben, für wel: ches du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit um: geben, erkennen wirst, wie gut er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden: durch Gottes Güte sind sie dein; auch darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig seyn. 34. Und Gott ich nicht ehren, und ſeine Güte nicht verstehn? Auf feinen Ruf folle ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben; Vernunft und Schrift belehren mich: Gott sollst du über Alles 5. Dieß ist mein Dank; dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er; und wenn ich dieß Gebot erfülle, stell' ich sein Bilds niß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele: so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle: herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß deine Vas terliebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stårt in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn; sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie besieg im bangen Hers zen die Furcht des letzten Augenblicks! [ 15.] Gellert Langmuth, Gnade. Mel. Aus tiefer Noth. 45. Ach! wäre nicht, o Herr! bey dir Vergebung unsrer Sünden: wer hälf uns dann? Wo würden wir Gewissensruhe finden? Wie oft vergessen wir, o Gott, dich und dein våter: lich Gebot, und folgen schudden Trieben! 2. Das 38 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 2. Das schwache Herz, voll Sinnlichkeit, weicht oft von deinen Wegen, und geht in stolzer Sicherheit dem nahen Fall entgegen. Sollt's uns dann nach Verdienst ergehn: wer könnte wohl vor dir bez stehn? Auf Erden, wahrz lich! Keiner. 3. Und dennoch, Vater, schonest du; du willst nur unser Leben, siehst uns mit großer Langmuth zu, bist willig zum Bergeben, und tilgst erbarmend unsre Schuld, so bald wir uns durch deine Huld zur Beß rung leiten laffen. 4. Erbarmen ist's, und nicht Verdienst, daß du uns, Gott, so liebeft; daß du in Jesu uns erscheinst und uns so gern vergibest, so gern ein reuerfülltes Herz zur Behrung stärkst, und seinen Schmerz mit deinem Troste heileft! 5. Wohl uns, daß du, mit so viel Huld Verschuls deten begegnest, und mit, Verzeihung aller Schuld vor dir Gebeugte segnest! Auf ewig, Bater, sey mein Dank und deiner Gnade Lobgefang ein dir geweih tes Leben! 6. Wer sollte sich auch dir nicht gern, Allgütiger, ergeben? wer nicht, von Sündenliebe fern, dir zu gefallen streben? Wen das zu deine Gnade rührt, wen sie zum Fleiß der Beßrung führt, Den führt sie auch zum Frieden. [ 9.] Lavater. Mel. Wunderbarer König. 46. Aller Welten Herrs scher, groß ist deine Güte in dem ganzen Weltgebies te! Sie verherrlicht täglich sich auch an uns Allen, die wir hier auf Erden wal len. Ja, fie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder, nein, auch selbst die Sünder. 2. Dieser LangmuthGröße se läßt sich zwar empfinden, aber niemals ganz ergrün den. Frevler so verschonen, Millionen Schulden mit ſo vieler Nachsicht dulden, und dabey doch so treu warnen, die dich haffen; Herr, wer kann dieß fassen? 3. Ach, du bist barm; herzig, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen, linderst ihren Kummer, fristest oft ihr Leben, daß auch sie nach Tugend streben. Voll von Huld und Geduld, Lockst Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 39 2. Du gönnest ihnen Zeit und Raum, damit fie in sich gehen; auch selbst den unfruchtbaren Baum läßt du noch länger stehen. Du wartest sein;- ume sonst- und doch pflegst du des Baumes immer noch, verzeuchst, ihn abzuz hauen. welche Lang: muth und Geduld! Wer faßt die Größe deiner Huld? Wer kann sie ganz durchschauen? lockst du ihre Seelen, deis nen Weg zu wählen. 4. D daß dieser Reich thum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesand'rung triebe! O daß wir voll Reue unsre Schuld bedachten, und die willig folgen möchten! Uns fer Schmerz rührt dein Herz: sollten wir noch weis len, zu dir hinzueilen? 5. Dank sey dir, o Vas ter, daß du unser schon test, und nicht nach Vers dienst uns lohntest! Nos thig ist uns Schwachen beis ne Huld und Gnade auch noch auf dem Tugendpfade. Leit' uns doch ferner noch, bis wir dich einst droben ohne Sünde loben! [ 105.] Nambach u. Diterich, 3. Erbarmest du dich schon, so sehr, o Vater, selbst der Sünder: so trägst du schonend noch vielmehr die Frommen, deine Kin der. Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Kampfe schwach und tråg' in guten Werken: so jammerts dich; du denkst Mel. Ein Lämmlein geht, 47. Du trägst mit daran, wie leicht ihr Herz fie täuschen kann, und eis lest, sie zu stärken. Langmuth und Geduld, o Gott, uns Menschenkinder, und schonest bey gehäufter Schuld auch selbst der größten Sünder. Sie na: hen dem Verderben sich; du siehst es, und es jam: mert dich des Elends dies ser Armen; daß sie demsel ben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn aus innigem Erbar, men. 4. Du warnst fie gütig vor Gefahr, noch eb' sie irre gehen; und reichst Ge fall'nen Stärke dar, bald wieder aufzustehen. lockest sie mit Lieb' und Huld, verheißest ihnen, ihre Schuld durch Chris stum zu vergeben. Und stehn sie auf: wie feuert dann dein Trost, Gott, ibren 40 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. ihren Eifer an, vorsichtiger zu wandeln! 5. Wenn sie oft; audernd und mit Angst den Weg des Glaubens wallen; nicht freudig, nicht, wie du vers. langst, mit vollem Wohlges fallen; wenn sie nur schwer und mühsam sich entschliess sen können, Herr, für dich und ihre Pflicht zu leiden: wie nachsichtsvoll gewöhnst du sie zum Zugendkampf und dessen Müh'; wielohnst du sie mit Freuden! 6. D Langmuth, der nichts gleichen kann! Ges benk, o Herr, der Süns der! Nimm mit Geduld dich ihrer an, als deiner schwachen Kinder! Ach, Keiner häufe Schuld auf Schuld durch kühnen Miß brauch deiner Huld! Hilf uns das Böse hassen, daß Alle sich, von dir erneut, durch deine Huld und Gü tigkeit zum Himmel leiten laffen! [ 18.] J. Chr. Zimmermann. Mel. Wer nur den lieben. 48. welch ein Trost für meine Seele, daß, Gott, ben dir Vergebung ist, und daß, wenn ich aus Schwachheit fehle, du nicht ein strenger Nichter bist! Nun kann ich einst vor dir bestehn, und freu dig in die Zukunft sehn. 2. Ja, diese Lehre gibt mir Leben; aus ihr fließt Heil und Trost mir zu! Wer ist zum Schonen und Vergeben, o Vater, wils liger, als du? Du, den nur unser Wohl erfreut, du willst nur unsre Seligkeit. 3. Mit Zuversicht dars auf zu hoffen, lehrt uns, gesandt von dir, dein Sohn; durch ihn steht uns der Zutritt offen zu dir, zu deines Himmels Lohn, wenn wir nur ernste lich uns bemühn, der Sünde Sklavendienst zu fliehn. wenn 4. Wohl mir! deine Huld und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Vergehn zur Reue, zur Sorgfalt in der Befrung führt: dann find ich auch in deiner Huld gewiß Verzeihung meiner Schuld. 5. Gib, daß ich dieß zu Herzen fasse, und mich zum Fleiß der Heiligung durch deine Güte leiten laffe: so fehlt mir nie Beruhigung. welch ein Glück, im Hers zen rein, und dir, Gott, wohlgefällig seyn! [ 99.] Diterich. Höchste Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 41 Herr, stets durch dein o Anschaun feliger.d 7. Und er, wie hoch er strebt, umfaßt doch nimmer, nur durchschaust dich ganz was du bist und hast; du allein: wie felig mußt du, Gott, nicht seyn! de Hochste Seligkeit Got n. tes. Mel. Vom Himmel hoch. 49. Aus deiner Quels le, Schöpfer, nimmt der Mensch, zur Seligkeit be stimmt, zahllose Freuden; täglich fließt ihr Strom, der unerschöpflich ist. 2. Vom Himmel strömt dein Segen her, strömt durch Gebirg und Thal und Meer. Wie schön ist deine Welt, wie reich! Herr, was ist deinen Schäzs zen gleich! 3. Sie fließen durch die Schöpfung hin, gewähren uns für jeden Sinn, für jeden mäßigen Genuß Be friedigung und Ueberfluß. 4. Fließt so viel reine Luft von dir, kannst du uns Sterbliche schon hier mit so viel hoher Wonn erfreun: wie selig mußt du selber seyn! 5. Ja, du bift felig: denn du bist unendlich; unermeßlich ist, o Fülle der Vollkommenheit, der Reichthum deiner Herrlich feit. 6. Der Engel dort an deinen Thron sieht durch Jahrtausende dich schon, wird immer weiser, wird, 8. Und deine hohe Se ligkeit kennt keine Grenzen, feine Zeit. Aus dir, du aller Wonne Meer, strömt ewig Heil und Freude her. 9. Jauchzt, hohe Lieder unsers Danks! Frohlockt ihm, Jubel des Gefangs! Der Herr ist selig; und dieß Heil wird seinen Kindern auch zu Theil. [ 85.] J. A. Cramer. Schöpfung der Welt und Erde.ibd Mel. Sollt ich meinem. 50. Gott, aus beinen Schöpferhånden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vollenden, konnte solch ein Schöpfer nur. D, wie könnt' ich deis ne Werke, ihre Regelmäßige keit, Pracht und Mannig faltigkeit, wie die Zeugen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit fehn, und doch stumm vorübergehn? 2. Rings auf Erden hallt es 42 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. es wieder: gut und groß ist, der uns schuf! Betend werf auch ich mich nieder; Herr, dein Preis sey mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preifen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer fenne, und, von hohem Eifer voll, mehr dich fen nen lernen soll! 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung sehn, und durch ihre Herrlichkeiten ſtets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Nermsten ja bekannt; näher werd' ich dir vers wandt, habe ich schuldlos fie genoffen. Still und beiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühls los bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh' noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine Freuden vor dem ersten Athemzug. Zum Ge nuß für Leib und Seele hast du, Herr, mit Freundlich, Feit so viel Gaben hingestreut, daß ich im Genuß oft wähle. Wer so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt! 5. Ja, wer wollte je ver: meffen mitten in der schö nen Welt deiner Herrlichkeit vergessen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem klein sien Burme seine Vaters forge weiht, du bist's, der auch mich erfreut in der Stille, wie im Sturme. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! [ 81.] Kampf. Mel. Religion, von Gott. 51.Noch glänzten nicht die schönen Sterne; kein Firmament war ausgez spannt. Gott sprach: und jene blaue Ferne, und je nes Sternenheer entstand, und Sonnen strahlten nun ihr Licht mit aufgedecktem Angesicht.d 2. Noch war er nicht, der Ball der Erde, noch keine Tiefe, keine Höh'. Gott sprach allmächtig: Erdball, werde, vertheile dich in Land und See! Nun stand er da; nun floß das Meer um die geschaffe ne Erde her. 3. Noch war die Erde nicht bekleidet; noch waren Berg' und Thåler fahl. Gott sprach: entsteht, Ges wächse, kleidet den Berg, die Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 43 Ist auch der Mensch, der Staub, es werth, daß so viel Huld ihm widers fährt? 8. Preis ihm und Ruhm dem Gott der Stärke, ihm, der durch seinen Wink und Ruf so unermeßlich große Werke, wo nichts vorhans den war, erschuf! kann, der preise ihn, den Herrn, verehre ihn und dien' ihm gern! Wer die Hügel und das Thal! Und die sonst nackte Erde stand nun da im lieblichsten Gewand. 4. Noch waren Land und Luft und Meere mit Lebenden nicht angefüllt, Der Schöpfer sprach: zahls lose Heere lebend'ger Thies re, zahm und wild, entz standen, und erfüllten bald Luft, Wasser, Berge, Feld und Wald, 5. Nun zogen Schaaren hin und wallten durch Luft und Meer, Gebirg und Thal; und Berg und Thal und Luft erschallten von ihrer Stimme Wies derhall; doch keinem war der Herr bekannt; feins hatte Weisheit und Vere stand. 6. Gott sprach: der Mensch, ein Wefen werde, das seinen Schöpfer kennt Mel. Religion, von Gott. und preist! Da ward der 52. O Gott, den alle Welten ehren, von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, sehn und hören, das hast du, Gott, hervorgebracht. Doch deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weife nicht. Mensch, gebaut von Erde: doch ward er mehr noch, ward ein Geist; ein Geist, durch Freyheit und Vers stand mit seinem Schöpfer lbst verwandt. 7. Preis ihm und seiner Macht und Milde! Preis ihm! Wie hat er uns bes glückt, wie liebevoll nach feinem Bilde mit Freyheit, mit Verstand geschmückt! 9. Du kannst es, du bist Geist und Leben, vers fündige des Schöpfers Ruhm, o Mensch, sein Bild! Sen ihm ergeben, sein ihm geweihtes Eigen? thum! Erzähl, von ihm belebt, erfreut des Schös pfers Lob in Ewigkeit! [ 76.] C. L. Weiß. 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet und ihnen Lust und Wohlfeyn schenkt, mit Anmuth unsre Erde Fleis 44 Gottes Wefen, Eigenschaften und Werke. Fleidet und sie mit Thau und Regen trånft; du bist's, Erhabner, dessen Kraft dem Frühling neues Leben schafft: 3. Daß Gras und Pflanzen sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben spielt. Der Blume Wohlgeruch und Pracht verkündigt, Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabst, o Urquell alles Lichtes, der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes, und willst auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. 5. Was lehrt das Heer von tausend Sternen, das felbst die Nächte reizend macht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deis ner Schöpfermacht. Weit, über meine Faffung weit geht, Schöpfer, deine Herr: lichkeit! 6. So oft ich sie bewuns dernd sehe, führ' mich ihr Anblick stets auf dich; und wo ich geh' und wo ich stehe, erfülle heil'ge Ehr: furcht mich vor dir, der du stets un mich bist, und meines Herzens Tiefe siehst! 7. D laß mich stets mit frommen Blicken die Wuns der deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Ents zücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, bir meines Herzens Andacht weihn! sodij [ 76.] Georgii u. Diterich. Mel. Sey Lob und Ehr. 53. Wenn ich, o Schöz pfer, deine Macht, die Weis heit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbes tend überlege: so weiß ich, von Bewundrung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 16 2. Mein Auge sieht, wo hin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, ausgeschmückt, prächtig preist dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer klei: det sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 493. er mißt der Winz de feinen Lauf? Wer heißt die Wolken regnen? Wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu fegnen? Du, Gott, der Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 45 der Macht und Herrlich feit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Himmel reichen. und das Ferne? Wer hat am Himmel aufgestellt die Sonne, Mond und Sters ne? Woher der Thiere große Zahl? Wer schuf die Felder, Berg und Thal und Blumen, Baum' und Früchte? 4. Dich predigt Sonnen: schein und Sturm; dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ges ringste Wurm, bringt meis nem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baun in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Chre! 2. Das Alles, Alles, groß und klein, der Wesen tausend Stufen, hast du, o Erster, du allein vom Nichts ans Licht gerufen. Durch deine Macht, auf dein Gebot ist Alles, uns nennbarer Gott, ist auch der Mensch geworden. 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu ers kennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 3. Wie gut, wie liebes voll du bist, seh' ich, wo bin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn' und Mond und Wald und Thier und Korn und Wasser nüßen mir, und allen deinen Mens schen. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vas ter, sen gepreist, und alle Welt fag' Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und ehr' ihn gern! Wer wollte Gott 4. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glücklich werde, schufft du die herrliche Natur, den Himmel und die Erde. Dich, der uns, wie ein nicht ehren? Gellert. Bater liebt, und Allen alles Gute gibt, dich foll mein Lied erheben. Mel. Sey Lob und Ehr. 54. Wer machte diese schöne Welt, das Nahe 5. Wie bin ich froh! Du schufft auch mich zum Zeugen deiner Güte. Ich danke 46 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. danke dir und denk an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich: du schufft, und du erhältst auch mich zu immer größern Freuden. [ 22.] Lavater. Schöpfung des Geister reichs. Mel. Mir nach, spricht. 55. Gott, beine Güte, deine Macht kann jedes Auge sehen; fie zeigt sich in der Erde Pracht und in des Lichtes Höhen; und doch begreift ben aller Müh' der größte Weise niemals sie. 2. Du bildetest im Stu: fengang, sich deiner zu ers freuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen. Vom Men: schen bis zum Thier und Baum ist nirgend leerer Zwischenraum. so oft bethöret, vom Blends werk jedes Wahns befreyt, der die Vernunft entehret, voll Kraft zu jeder guten That, gehn sie der Tugend fichern Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thås tigkeit, sucht Jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in Wons neliedern gern dich, seinen Schöpfer, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermeh; ret ihre Freuden; sie neh men voller Mitleid Theil an guter Menschen Leiden; und wenn der Sünder reuig weint: so werden sie des Sünders Freund. 7. Drum gib, daß ich, den Engeln gleich, o Gott, mit frommem Triebe, voll Eifer und an Tugend reich, dich und die Brüder liebe: dann werd' ich einst, wie Engel, rein, mich deiner, o mein Vater, freun. [ 62.] Grot. 3. Auch Engel, deren Geistesblick kein schwaches Licht begrenzet, und denen hohes Himmelsglück in reiz Mel. Ich dank dir schon. chem Maaße glänzet, auch 56. Mit beilgem Engel schufft du, Gütig; ster, der Wesen Vater und ihr Herr. Schauer blick ich hin, Herr, zu des Himmels Höhen, wo Sonn' auf Sonne, Welt auf Welt empor gethürmet stehen. 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, der uns 2. Auf Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 47 zu dir hinauf, o Vater, sehn, zu dir aus allen Wels ten flehn? 2. Auf mich im Staube glänzt herab aus ungemeßs ner Ferne des Mondes sanf ter Silberglanz, das milde Licht der Sterne. 3. Vom Staube wag' ich's, hinzuschaun, wo deis ne Sonnen glänzen, und forschend sucht mein Auge dort, Herr, deines Reiches Grenzen. 4. Umsonst! Den grens zenlosen Raum der fernsten Sonnenheere mißt kein Er schaffner; zahlenlos sind sie, wie Sand am Meere. 5. Du zählst, o Uners meßlicher, der Sterne Mils lionen, und herrschest hier, und herrschest dort, so weit Geschöpfe wohnen. 6. Auch dort ist deines Reichs Gebiet erfüllt mit höhern Wesen; auch sie hast du zur Ewigkeit, wie mich, den Staub, erlesen. 7. Mit euch, ihr Brüs der, werd' ich mich von Sonn' zu Sonne schwins gen; mit euch dem Wel; tenschöpfer Dank und Preis und Ehre bringen. [ 42.] Sturm. Mel. Vom Himmel hoch. 57. Wer mißt und zählt der Wesen Reihn, die dei ner sich, o Schöpfer, freun, 2. Unzählbar ist der Sees len Schaar, die einst an Staub gefesselt war, und die, schon selig, unsre Welt nicht mehr in ihren Schrans ken hält. 3. Unzählbar ist der See len Schaar, die deine Hand noch wunderbar zur Erde künftig senden wird, und durch den Tod zum Les ben führt. 4. Doch hier auf Erden nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, die auf zu dir, dem Vater, sehn, und Glück und Heil von dir erflehn. 5. Ein ungezähltes Geis sterheer riefst du ins Leben, Gütigster, die deine große Huld geweiht zu unnenns barer Seligkeit. 6. Wenn einst auf dei nen Wink mein Geist sich seinen Fesseln hier entreißt: dann werd' ich unter ihren Reih'n auch ihnen gleich und selig seyn. 7. Dann preis ich dich, deß Allmachtsruf mit ihnen mich verschwistert schuf, und nur dem Leibe hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. [ 85.] Niemeyer. Mel. 48 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Mel. In allen meinen. 58. Wer zählt der Ens gel Heere, die du zu deiner Ehre, Herr aller Welten, schufft? Sie freun sich, deis nen Willen in Allem zu ers füllen, wohin du sie, o Vas ter, rufft. 2. In solcher Geister Chören dich ewig zu verch ren, welch eine Seligkeit! Nur Der wird sie empfins den, der hier, entwöhnt von Sünden, sich ihnen gleich zu werden, freut. 3. Laß, Gott, mich die auf Erden und ihnen ähn lich werden: dann freu' ich hier schon mich, daß ich mit deinen Engeln einst heilig, rein von Mångeln, dein Antlitz schaue ewiglich. 4. Sie, über mich erhoben, sie lehren, dich zu loben, mich dann noch hö hern Dank. In deinem Heiligthume wird dann zu deinem Ruhme der ganze Himmel Ein Gesang. [ 49.] 3. A. Cramer. Schöpfung der Menschen. Mel. Sey Lob und Ehr. 59. Dir, Gott, fey Preis und Dank gebracht; dich rühme Harf und Pfalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Der ganze Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv' an mir ist Denkmal deiner Größe. 2. Haupt, Aug' und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erz hebe, die Haut, so künft lich ausgespannt, der Adern fein Gewebe, und Glieder sagen mir, ich sey, o Gott, ein Werk von dir, voll Weisheit ausgebildet. alle 3. Wie biegsam, wie ges lenkvoll schließt, den Thos ren zu verdammen, der's leugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine Seele spåt und früh zu ihrem Dienst fie for: 4. D hättest du mein Auge nicht so künstlich zus bereitet: was nüßte mir der Sonne Licht, so wuns derbar verbreitet? Dann fäh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, die Welt, die du gemacht, zum Sig der Freuden schmückest. 5. Jch jauchze, daß ich sehen kann und hören und empfinden! Dich bet' ich, Bater, staunend an; denn wer Gottes Wefen, Eigenschaften und Werke. 49 wer kann dich ergründen? der mächtig mich erhebt, Mein Mund sey voll von frommem Dank, und deis ner Schöpfung Lobgefang sey mein Gehör geweihet! der, wenn ich irr' und wanke, wohlthätig mich belebt! Ich weiß, ein gus ter Gott gab mir dieß erste Leben, wird mir ein bess res geben, und ist und bleibt mein Gott. 6. Wer lenket meinesBlus tes Lauf? Wer hält das Herz so rege? Wer drängt die Brust und schwellt sie auf, damit ich athmen mös ge? Du bist es, der dieß Alles thut; dir schlägt mein Herz, dir wallt mein Blut; Preis dir und Dank, mein Schöpfer! 3. Entzückender Gedans ke: Gott schuf, o Seele, dich! Gott, dem ich Alles danke, rief auch ins Leben mich! Er wägt mein Glück mir zu, und machet meine Leiden zu Quellen größrer Freuden: Gedanke volles Ruh'! [ 8.] Frau von der Recke. 7. Ich will in Thätig, keit und Ruh' dir für die Sinne danken; Furcht meis nes Gottes, halte du mich stets in heil'gen Schrane fen! Selbst mein Gedanke müsse rein, mein Leib ein Tempel Gottes seyn, den Lafter nie entweihen! [ 22.] J. A. Cramer. Mel. Aus meines Herzens. 60. Erfreuender Gedans fe: Gott schuf, o Seele, dich! Gott, dem ich Alles danke, rief auch ins Leben mich! Er, der mit Licht und Pracht den ganzen Weltkreis schmücket, und jeden Wurm beglücket, er hat auch mich gemacht. 2. D feliger Gedanke, Mel. Nun lob', mein Seel'. 61. Ich jauchze bir, ich finge dir, Gott, dem Preis und Ruhm gebührt, dem Schöpfer aller Dinge, dir, Herr, der weislich sie res giert! Du riefft auch mich ins Leben, und lehrtest meis nen Geist mit Muth nach Allem streben, was groß und edel heißt; verliehst mir hoher Gaben und reger Kräfte viel; denn glänzend und erhaben und herrlich ist mein Ziel. 2. Was sind die Gees lenkräfte des Thiers, das nicht vernünftig denkt? Auf niedrige Geschäfte ift D all 50 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. all sein Streben einges schränkt; es kann bey blins den Trieben, die es befol gen muß, nichts suchen und nichts lieben, als sinnlis chen Genuß; tief steht es auf der Leiter der Schös pfung unter mir, und nims mer steigt es weiter; ich bin sein Herrscher hier. 3. Stets weiter forts zuschreiten, gelingt nur menschlichem Bemühn. Mir hast du Fähigkeiten, die ewig wachsen, Gott, ver: liehn! Durch Achtsamkeit vergrößert mein Wissen täglich sich, und Selbstbes herrschung bessert und stärkt im Guten mich. Ich darf Mann zu werden an Kraft und an Verstand. 4. Ja, leg' ich meine Mängel durch siete Selbst veredlung ab: so prang' ich einst, als Engel, um faßt gleich meinen Staub das Grab. Dort sieht mein Geist dann heller, was er hier dunkel sah, und wächst im Guten schnels ler, als einst es hier ges schah. Ich wandle hier auf Erden als Kind an Gottes Hand, um dert ein 5. Ich jauchze, ich lobs finge dir, Herr; denn ewig ist mein Loos! Gib, daß ich streb und ringe, zu werden edel, gut und groß! Laß mich der Leiden Bürs de ertragen glaubensvoll, fie, die des Geistes Würz de erhöhen kann und soll. ,, Stets vorwärts, nie zus rücke!" rücke!" dieß soll mein Bes Wahlspruch seyn. stimmt zu ew'gem Glücke, Gott, bin ich ewig dein! [ 68.] Friedrich Mohn. Erhaltung. nur standhaft ringen: so Mel. Lobt Gott, ihr Chr. mehrt sich meine Kraft zum Ziel hindurch zu drin: 62. Dich preiß ich, gen; ich werde tugends haft. Herr, mit Herz und Mund; denn dir gebühret Preis. Froh mach' ich meinen Brüdern fund, was ich von dir nur weiß. 2. Ich weiß, Gott, groß von Macht und Rath, daß du die Quelle bist, daraus uns Allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch; was haben wir, wenn du nicht Segen gibst? Kommt alles Gute nicht von dir, der du die Menschen liebst? 4. Ber Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 51 4. Wer hat das schöne Himmelszelt hoch über uns gefeßt? Wer ist's, der gnädig unser Feld mit Thau und Regen netzt? 5. Wer ist's, der uns gedeihen läßt? Wer hält mit seiner Hand den edlen, goldnen Frieden fest in uns serm Vaterland? 6. Herr, unser Gott, das kommt von dir; du nur, du kannst es thun! Dein Schild bedeckt und schüßt uns hier, und läßt uns sicher ruhn! Es 7. Du nåhreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst ims mer fromm und treu, und stehst uns, wenn wir in Gefahr gerathen, treulich bey. böllé str 8. Du trägst uns Sün; der mit Geduld; du strafest väterlich, und reut uns ernstlich unfre Schuld: ers barmst du unser dich. 9. Oft, wenn der Christ verlassen scheint, hast du ihn schon gestärkt, und keis ne Thräne, die er weint, bleibt von dir unbemerkt. Herz! Frohlock' und sing' und habe guten Muth! Dein Gott, der Ursprung aller Ding', ist selbst und bleibt dein Gut. 11. Wohl auf, mein 12. Er ist dein Schatz, dein Erb' und Theil, dein Glanz und Freudenlicht, dein Schirm und Schild, dein Trost und Heil, schafft Rath und läßt dich nicht. 13. Was frånkst du dich in deinem Sinn, und gråmst dich Tag und Nacht? Nimmt deine Sorg und wirf sie hin auf Den, der dich gemacht. 14. Hat er dich nicht mit milder Hand von Jugend auf ernährt; nicht manches unglück abgewandt und dir zum Glück gekehrt? 15. Er hat noch niemals was versehn in seinem Res giment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End'. 16. Wohlan! so laß ihn ferner thun, und red' ihm nicht darein: so wirst du hier in Friede ruhn, und ewig fröhlich seyn. [ 56.] Gerhard u. Weisse. 10. Du füllst des Lebens Mangel aus mit dem, was ewig steht, und führst uns in des Mel. Wie schön leucht't. wenn uns die Welt ver: 63. Erschalle laut, mein geht, sid Lobgefang, Anbetung Gott und Ruhm und Dank vor D 2 feis 52 Gottes Wefen, Eigenschaften und Werke. feinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Lobs lied gern, obgleich die Ens gel ihm, dem Herrn, in höhern Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu feinen Himmeln: seyd! und zu dem Erdkreis: werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Er gebot es: da begonnen taus send Sonnen, und erhells ten ein unzählbar Heer von Welten! 3. Er hat der Sonne hohes Zelt, die Himmel über seine Welt für mich auch ausgebreitet. Wer nüßt die Erde mehr, als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich gegründet und bereitet? Lachen mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Ses gen? lebt der Thiere zahllos Heer auf jährlich grünen Trifs ten? Quellen rieseln; Wins de wehen; Fluff und Seen werden Meere, mir zum Segen, Gott jur Ehre. 5. Noch strahlt mir uns geschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken; noch strömt ihr Freudenquell für mich; noch ist sie schön und ju gendlich, mein Auge zu entzücken! Seine Güte wird die Werke feiner Stärke auch erhalten, schützend über ihnen walten. 6. Wie hat mein Gott an mich gedacht! Wie hat mich seine Huld und Macht begnadigt und erhoben! zu ihm, dem laut die Schös pfung preist, erheb' auch du dich, o mein Geist, ans betend ihn zu loben! Rühm' ihn dankbar! Es erschalle von dem Halle deiner Lies der Gottes Erd' und Hims mel wieder! [ 100.] J. A. Cramer. Mel. O Gott, du frommer. 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und 64. Durch dich, o groſs schwebt der Sånger in den Lüften? Für wen bevöl fert sich das Meer? Wem ser Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Hime mel und ihr Heer sind durch Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 53 dachtest mein, eh noch die Mutter mich gebahr; du sahst mich, eh der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß; du bist der Müden Ruh'; ein Gott, der gern verzeiht! Wie gnådig, Gott, bist du. 7. Wem sollt ich sonst vertrau'n, als dir, du Gott der Götter? wen ehren, als nur dich, mein Schutz und mein Erretter? Wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meis nen Weg; ich bin dein Schild und Lohn!" [ 71.] Gellert u. Diterich. durch dein Wort entstanden. Denn wenn du sprichst, ges schieht's; wenn du gebeutst, steht's da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah'. 2. Du bist der Gott der Kraft! Dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder dei: ner Ehre. Dich ber ich dankend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde: was frag' ich außer dir nach allem Glück der Erde? In Wolken dons nerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht ich nichts; denn du deckst mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Hims mel seb', die du, Herr, ausgebreitet, der Sonné Majestät, den Mond, den du bereitet was ist vor dir der Mensch, daß du, Herr, fein gedenkst, und daß du täglich uns unzäh, lig Gutes schenkst? 5. Als Schaafe läßt du uns auf grünen Quen wei den; nährst uns mit Speif und Trank, und füllst das Herz mit Freuden. Du - Mel. Vater unfer im Himm. 65. Gott, deine weife Macht erhält die ganze les benvolle Welt, und Aller Augen freuen sich und war: ten hoffnungsvoll auf dich; auf dich, der du sie Alle. liebst und Allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand: so fließt herob, was Jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen fattigt sie bein 54 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. bein Aufsehn und versäumt sie nie. Nie sind Geschd pfe deiner Hand dir un werth oder unbekannt. 3. 8. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil; gabst mirs mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn als du für mich. 4. Ich bin gewiß, du kannst mich nicht verlaffen, meine Zuversicht! Ich bin gewiß, du thust mir wohl, fo lang ich hier noch leben foll! Nicht Ueberfluß bitt ich von dir; was ich bez darf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; doch nährst du ihn mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich; doch hat sie nicht Verstand, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie: weit mehr bin ich vor Gott, als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit; mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabft mir Freyheit und Verstand, und machtest felbst dich mir bekannt; nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speis' und Trank em: pfahn. Selbst Dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Ges bet; und fleht' ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie dennoch mir. 8. Drum will ich stets genügsam seyn; will deiner Gaben mich erfreun, und mehr noch deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich; der du des Les bens Quelle bist, aus wels cher alle Wohlthat fließt! 9. Ben deiner Gaben Ueberfluß erhalt mich måss sig im Genuß; bewahre mich in Dürftigkeit vor schnöder Unzufriedenheit. Du nåhrst mich immer; Preis und Dank bring' ich dir, Gott, mein lebelang! [ 84.] Münter. Mel. Aus meines Herzens. 66. Gott, der an allen Enden viel große Wunder thut, du bist's, in dess sen Händen mein ganzes Schicksal ruht; für diese Prüfungszeit hast du, Herr meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Mich schüßte, mich bes Gottes Wefen, Eigenschaften und Werke. 55 Seele Lust vor dir, Herr, hocherfreut; ich fing' aus dankerfüllter Brust von deis ner Gütigkeit. beglückte, Gott, deine Bas terhand, eh' ich das Licht erblickte und deine Huld verstand. Mein Loh ist zu gering, das Gute zu ers heben, was durch mein ganzes Leben ich, Herr, von dir empfing. 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Laft und Müh': so führt auch sie zum Segen, und du ers leichterst sie. Du bleibest mitleidsvoll; hilfft liebreich deinen Kindern des Lebens Noth vermindern, und förs derst gern ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben, Herr, dieses Tros stes Licht mir Muth und Kraft gegeben und frohe Zuversicht. Wenn ich bes kümmert war: so seufzt ich und war stille, und es entriß dein Wille mich im mer der Gefahr. 5. Dein Name sey geprie: sen, der bis hieher an mir so herrlich sich erwiesen! Ja, Vater, ich will dir auf Erden und einst dort, ver: klärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen frohlocken immerfort! Fr. v. Gersdorf u. [ 8.] Diterich. Mel. Lobt Gott, ihr Chr. 67. Ich finge meiner 2. Was ist der Mensch, der Staub vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer het den Hims mel ausgespannt, der uns ser Aug' entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis aus geschmückt? 4. Wer fleidet Hügel, Thal und Au', und ziert mit Pracht den Hain? trånkt sie mit Regen und mit Thau, und gibt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? Wer spricht zum Mond Mond in dunkler Nacht: dem Menschen leuchte du? 6. Wer front mit Segen jedes Jahr, daß unser Herz sich freut? Wer liebet uns unwandelbar, auch wenn sein Donner draut? 7. Wer sichert, Herr, uns vor Gefahr, die oft uns furchtbar droht? Wer rettet oft so wunderbar aus gegenwärt'ger Noth? 8. Herr, unser Herr scher, 56 Gottes Wefen, Eigenschaften und Werke. scher, nur von dir fließt alles heil uns zu! Dein Volk, dein Eigenthum find wir, und unser Gott bist du! 9. Web Dem, der an dem Herrn verzagt, und seine Zuversicht auf Mens schen setzt, und heidnisch fagt: Gott achtet unser nicht! 10. Er liebt dich mehr, als du verstehst; ist, See, le, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flehst. Vertraue fest dem Herrn! 11. Er schaut herab von feiner Höh' auf Den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 12. Lobsing' ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat Wie viel hat er an dir gethan! Ver giß es, Seele, nicht! [ 56.] 3. Noch bringen Frost und Schnee und Wind und Reif und Thau und Regen, die deiner Güte Boten sind, den Ländern reichen Segen; noch strömt auf dein Wort die Quelle fort. Wenn sich die Ernte naht: so rauscht die reife Saat des Schnitters Arm entgegen. ons 4. Noch folgen auf des Frühlings Pracht des Sommers Nehrenfelder, auf sie des Herbstes trübe Nacht, des Winters öde Wälder. Noch haucht durch Mel. Eine feste Burg tst. 68. Nur bu, o Sche, die Luft die Blume Duft; noch stellt in jedem Jahr verjüngt sich wieder dar, was unser Aug' entzücket. 5. Kein Saame, Gott, kein Kraut vergeht, und kein Geschlecht von Thies ren; so lange noch die Erde P. Gerhard u. Neander. wenn es bein Wille war, gestärkt und unterstützet. pfer unsrer Welt, nur du kannst sie erhalten. So lange noch dein Arm sie hålt, wird sie auch nicht veralten. Was dein Wort erschafft, der Wesen Kraft, wird von dir immerdar, 2. Noch strahlt der Sonne mildes Licht herab aus hoher Ferne; noch weicht aus seinem Gleise nicht das große Heer der Sterne. Immer noch ers neut zu rechter Zeit der Mond sich; Tag und Nacht gehorchen deiner Macht in unverrückter Ordnung. Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 57 mit starker Hand, und seines Reichs Unendlichkeit ist ohre Grenzen, Maaß und Zeit. Erde steht, soll keines sich verlieren. Du bist's, der die Welt allmächtig hält. Es pflanzet auf dein Wort fich jede Gattung fort in ungezählten Schaaren. 6. Die Menschen sind des Todes Raub, um nie zurück zu kehren, und auch die Thiere werden Staub: die Zeit wird sie zerstören. Dennoch fehle ten sie der Erde nie, und wenn ihr auch der Tod fogar Entvolkrung droht: sie wird doch nicht entvöl; fert. 7. Ja, Gott, du forgst, als Herr der Welt, auch für des Menschen Leben. Du bist es, der es uns erhält; du hörst nicht auf, zu ges ben, was den Leib ernährt, die Kräfte mehrt. Wer follte nicht sich freun, nicht bir sein Leben weihn? Wer follte dich nicht preisen? [ 17.] Grot. 3. Hoch schwinget sich der Welten Heer in Kreis sen um einander her; es rückt aus seiner Ordnung nicht, bleibt stets durch ihn im Gleichgewicht. der Welten Pracht, und denk ich Gottes Gür und Macht, der sie erschuf: so steigt mein Geist empor und betet an und preist. 2. Er, der den Himmel ausgespannt, umfaffet ihn 4. Und diese Erd', in Schöpfungsreich ein Punkt, ist doch an Pracht so reich, und nährt Bewohner ohne Zahl; ist voll von Wuns dern überall! fürs Ganze nur, der große 5. Doch sorgt er nicht Vater der Natur: den Wurm, der sich im Staube nährt, hält er auch seiner Sorge werth. 6. So forget auch sein. Baterfinn für mich; und was ich hab' und bin, ist Alles seiner Güte Pfand, ward mir aus seiner Vas terhand. Mel. Vom Himmel hoch. 7. Er wog nach meis ner Fähigkeit mir meine 69. Seh' ich erstaunt Wohlfahrt und mein Leid, mein Schicksal bis zur Gras besruh, und meines Lebens Dauer zu.. 8. Stets heilig sey der Glaube mir, o Gott: was kommt, das kommt von dir! Was deine Vorsicht ant 58 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. an mir thut, ist herrlich, weis' und immer gut! [ 85.] Frau von der Recke. Mel. Sey Lob und Ehr. 70.Wo ist ein Voll, wo ist ein Land, o Geber aller Gaben, wo Menschen nicht aus deiner Hand des Lebens Güter haben? Wie weislich, Herr, vertheilst du nicht, was Dieser hat und Dem gebricht, um Völkerwohl zu gründen! 2. Von dir stammt Kunst und Wissenschaft, wodurch die Länder blühen; von dir des Bürgers Muth und Kraft, durch nüßlis ches Bemühen in seinem Amt, Beruf und Stand, wozu dein Rath ihn tüch tig fand, zum Besten mits zuwirken. 3. Als milder Geber zeigst du dich den Völkern aller Lande; verknüpfest alle unter sich durch deines Segens Bande. Vom fers nen Ost, vom fernen Nord strömt deines Segens Quels le fort zum Westen und zum Süden. 4. Du gibst den Schif fen ihren Lauf in Strò: men und in Meeren; thust täglich neue Quellen auf, Geschäftige zu nähren; zeigst überall und allezeit zur Nothdurft und Bes quemlichkeit dem Fleiße fichre Wege. 5. Du, Herr, gibst Weisheit und Versand, daß Jeder Freuden finde. Du schaffest, daß sich Land mit Land und Volk mit Volk verbinde, hier durch des Landmanns Müh' und Schweiß, dort durch des Künstlers regen Fleiß, durch Umtausch, durch Ges werbe. 30 mg 1600) 6. Wer reichlich so ges winnen kann, Der segne seine Brüder, wenn er durch ihren Fleiß gewann, durch Fleiß und Wohlthun wieder! Er sey zu seinem Glücke klug, doch fern von Arglist und Betrug, mit Redlichkeit und Treue! 7. Herr, unser Gott, wir preisen dich mit freus digem Gemüthe; du herrscheft unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Geuß deinen Segen ferner aus auf unser Land, auf jedes Haus, um Alle zu beglücken! 8. Hilf, daß ein Jeder redlich sey in seinem Amt und Handel, rechtschaffen, brüderlich und treu in seiz nem ganzen Wandel! Wie gern, 201 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 59 das Maaß der Leiden ab, das hier uns treffen sollte. Auch wog er schon den Gnadenlohn, den er uns schenken wollte. Regierung. 6. Wie oft hat in der Vorzeit Gott durch Trüb, fal, durch Gefahr und Noth, die Heiligen geläus tert! Doch ward ihr Herz, Mel. In dich hab' ich. 71. Gott führt die Seis nach kurzem Schmerz, mit Trost von ihm erheitert. 7. Ich übe meine Chris stenpflicht, bin fromm vor Gottes Angesicht, befehl ihn meine Sache! Ich will ihm traun; einst werd ich schaun, wie wohl es Gott stets mache. [ 50.] gern, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk be. wohnet! [ 22.] J. A. Cramer. nen väterlich! Ich glaub es fest, und schicke mich, ihm willig nachzugchen: kann gleich mein Wahn nicht jede Bahn zu meiner Wohlfahrt sehen. 2. Die Wege, die sein weis ser Rath, uns selber vorges zeichnet hat, sind oft nicht unsre Wege. Doch faß' ich Muth! Sein Weg ist gut Liebich. Mel. Ich dank dir schon. und Heil find ſeine Stege. 72. Preist, Menschen, 8. du, allweiser Gott, mich führst, mein Schicksal väterlich regierst: so kann mein Herz sich stillen; Beruhigung find' ich genung in deinem weis sen Willen. 4. Von keinem blinden Ohngefähr, von seiner Lies be kommt es her, das Leid, das mir begegnet, die, wenn sie schlägt und Kreuz auflegt, durch Leiden selbst mich fegnet. 5. Eh' er der Welt ihr Daseyn gab, wog Gott preist den Herrn der Welt! Seht seiner Vorsicht Spus ren auf Berg, im Thal, im Wald und Feld, auf Wiesen und auf Fluren! 2. Durch seine Macht, die Alles schafft, erhält, belebt, regieret, steht Alles da; durch seine Kraft wird Alles ausgeführet. 3. Nichts läßt er durch ein Ohngefähr, nichts ohne Zweck geschehen; sein Wink ruft die Geschöpfe her, sein Wink läßt sie vergehen. 4. Und 60 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 4. Und nichts von Allem, was er thut, kann feinen Zweck verfehlen; sein Nath ist heilig, weis und gut, das Beste zu erwählen. 5. Er, er vertheilt der Kräfte Gang; in Mens schen, Thieren, Pflanzen, herrscht Ordnung und Zu fammenhang zum sichern Wohl des Ganzen. 6. Uns bringt, zum fröh, lichen Genuß, das Aehrens feld Getreide; dem Vieh gibt Gott im Ueberfluß der Kräuter fette Weide. 7. Er machet, daß die Saat gedeiht, ihr Saame sich vermehret, und daß uns die Natur erfreut, die alle Wesen nähret. 8. Die dürren Felder trånfet er mit Thau und mildem Regen; der Dons ner kracht und rollt daher, und bringt den Menschen Segen. im 9. So forget Gott- auf! rühmt es laut, ihr frohen Christenchöre, daß, wer hier seine Werke schaut, ihn kindlich lieb' und ehre! 10. Auch uns führt er mit Vaterhand, und lenkt, was uns begegnet; gibt, was er für uns nüglich fand: er ist es, der uns fegnet! 11. Wohl, wohl uns! denn wir dürfen nicht vor Kreuz und Leiden beben; zu Gott kann sich mit Zuvers sicht froh unser Herz erhes ben. 12. Drum, Chrisien, auf! und lobt den Herrn, den Gott von großer Güte! Erhebt ihn, dankt ihm, fingt ihm gern mit fröhlis Chem Gemüthe! [ 42.] Grot. Mel. Werde munter, mein. 73. Nichts auf Erden und im Himmel ist, was Gott nicht kennt und sieht. hier auf Erden und im Himmel lenkt er Alles, was geschieht. Alle Kräfte seis ner Welt, die mit Allmacht er erhält, sind von ihm bes stimmt, gezählet, und nach weisem Rath gewählet. 2. Ohne dich kann nichts geschehen; du lenkst aller Kräfte Gang; Alles, Schös pfer, was wir sehen, stehet im Zusammenhang; nichts kann blinder Zufall seyn; keine Wirkung ist so klein, welche nicht, von dir ges leitet, immer weiter sich verbreitet. 3. Jeder von den Millionen, die durch deine Echöpfersmacht fern und nab' Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. 61 nah' die Welt bewohnen, ich ficts Recht und Tus wird von deiner Huld gend übe. bewacht. Deine Menschen sind dir werth, du kannst, was uns wiederfährt, keis [ 98.] Grot. Mel. Was Gott thut. nem Zufall überlasſen, noch 74. Was zag ich? im Leiden uns verlassen. Gott regiert die Welt, und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der dieses Weltall hält, was macht mir den verdächtig? Wenn Mee resfluth und Feuersgluth uns schon ereilet hätten: so kann er doch noch retten. 4. Alles willst du uns gewähren, was uns gut und nützlich ist; wer kann deiner Hülf' entbehren, der du Aller Vater bist? Oft wird unser Zweck verfehlt; doch, wenn ihn dein Raths schluß wählt, muß es uns durch dich gelingen, ihn auch endlich zu ers ringen. 5. Was sind unsers Geis, 5. stes Kräfte, Klugheit, Eins sicht und Verstand, Fleiß und Eifer im Geschäfte, die Werke unsrer Hand? Mangelhaft und schwach sind sie. Dann gelingt nur unsre Müh', wenn du, Herr, uns un terstüßest und bey unserm Thun uns schüßzest. und 6. Auf dich will ich im mer bauen, Gott und Vater deiner Welt; fest will ich auf dich trauen, der mich und mich erhålt! Deine Hülfe fehlt mir nie; denn du sendest gnädig sie, wenn in deiner Furcht und Liebe vers schuf 2. Was zag' ich? Gott regiert die Welt, und Gott weiß alle Dinge. Selbst was der Mensch für kleine lich hält, ist ihm nicht zu in mein Gemüth; eh' ich zu geringe. Sein Auge sieht seufzen wage, versieht er meine Klage. regiert die Welt, und 3. Was zag' ich? Gott Gott ist der Allweise. jest mißfällt, zu feines Mich reizt einst, was mir Namens Preise. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Leis den zum Lichte reiner Freus den. 4. Was zag' ich? Gott regiert die Welt, und ist allgegenwärtig. Der Froms me, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. Gott 62 Gottes Wesen, Eigenschaften und Werke. Gott ist nicht fern; er hilft uns gern; wo Mens schen zu ihm flehen, da eilt er, beyzustehen. 5. Was zag' ich? Gott regiert die Welt, und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, was Dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Mein Gott ist gut; dieß gibt mir Muth. Sollt' er nicht seis ne Treuen gern segnen, gern erfreuen? 6. Was zag' ich? Gott regiert die Welt, und Gott ist auch geduldig. 3war, wenn er vor Ges richt uns stellt, sind selbst die Frommen schuldig; doch sein Gericht trifft Fromme nicht; er schos net, als Erbarmer! Was 200 Natur Würde Fähigkeiten, Bestim mung des Menschen. und wär' ich sonst, ich Ars mer? Mel. Ich dank' dir schont. 75. welch ein Glück, O ein Mensch zu seyn! Wer follte Gott nicht preisen! Wer seiner Menschheit sich nicht freun und würdig sich beweisen! 7. Was zag' ich? Gott regiert die Welt, wird ewig fie regieren. Wenn Alles gleich in Staub zers fällt: mich wird kein Leid berühren. Gott stirbet nie; er sorgt für Die, die hier verlassen scheinen. Sie bleiben stets die Seis nen. vertraue. [ 91.] II. Der Mensch. 8. Wohl uns, daß du die Welt regierst! Nun will ich nie verzagen. Ich folge dir, wie du mich führst; nichts soll mich niederschlagen! Ich hoff' auf dich; du segnest mich, wenn ich auf dich nur schaue, und freudig dir A. A. Schlegel. dund 2. Nicht nur den Leib, Gott, dank ich dir: du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Ges denk und wähle. fühl mit ihr, durch die ich Ald 3. Der Mensch nur ist's, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft im Geist dich an, und kann dir ähnlich werden. 4. Du ETUDE Der Mensch. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit; gabst mir ein Herz voll Triebe zum Mits gefühl, zur Menschlichkeit, zur Freundschaft und zur Liebe. 5. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzähls bare Freuden; gibt mir zur Tugend Muth und Kraft, und Ruh' und Trost im Leiden. 6. Dich, dich erkenn' ich, meinen Gott, erkenne deine Werke, mich selbst, dein heiliges Gebot, dein Wohlthun, deine Stärke. 7. O welch ein Glück, ein Mensch zu seyn! Dich Vater, will ich preifen, mich meiner Menschens würde freun, mich ihrer werth beweisen! [ 42.] Münter u. Küster. Mel. Vom Himmel hoch. 76. Wie wundervoll bin ich gemacht, mit wel cher Kunst, mit welcher Pracht! Ich finne nach, und tiefer Dank weckt meis nen Geist zum Lobgesang. 2. Wie dank' ich die für mein Gesicht! Ich sehe bey des Himmels Licht die Wunder, die du, Herr der Welt, an allen Orten aufgestellt. 63 3. Ich seh' in fenen fers nen Höh'n sich unzählbare Welten drehn, die Sonn am Tag, und in der Nacht den Mond in stiller, sanfter Pracht. 4. Auf Erden, in der Luft, im Meer erblick ich der Geschöpfe Heer, mit Kunst gebaut, an Kräften reich, und keines doch dem andern gleich. 5. Und seh' ich mich), dein Kunstwerk, an, o Gott, wie sehr bewundr' ich) dann den Leib mit seiner Glies der Kraft, den Geift, der die Gedanken schafft! 6. Das Auge wunders bar gebaut, der Blick, der auf zum Himmel schaut und nach der Erde Pracht zurück wie metrt er meines Dascyns Glück! 7. Auch Weisheit, Kennts niß meiner Pflicht und nicht; geistvoller Rede Kraft Freundestrost entbehr' ich und Sinn dringt durch das Dhr zum Herzen hin. 8. Und Wohlgeschmack wird mir gewährt durch Alles, was mich stärkt und nährt. Ich athme in der reinen Luft mit süßer Lust der Blumen Duft. 9. Durch meine Adern fließt das Blut; ich fühl in ihm die Lebensgluth; der 64 Der der Glieberbau ist so ges schickt, daß mein Geschäft nach Wunsch mir glückt. 10. Wer sieht der Seele Vorhang auf? Wer kens net der Gedanken Lauf? Wer mißt des Willens freve Kraft, die selbst Ges ses und Bahn sich schafft? 11. Mit Wonne fühl ich, daß ich bin; denn Wonne schafft mir jeder Sinn. Vor Freude wallt dir, Gott, mein Blut! Wie weise bist du, Gott, wie gut! [ 85.] C. A. Overbeck. Mensch. Mel. Sey Lob und Ehr. 77. Lobfinget Gott, und betet an! Es danke, rühm und singe, es preise, wer nur preisen kann, den Schöpfer aller Dinge. Ers haben, groß ist seine Kraft, und herrlich und untadels haft sind alle seine Werke. 2. Wie schön, wie würdig feiner Macht sind aller Hims mel Heere! Wie strahlen fie voll Licht und Pracht Dem, der sie schuf, zur Ehre! Das Auge sieht sich niemals satt; sieht, was es auch gesehen hat, doch immer neue under. 3. Wo ist ein Gras, wo nur ein Blatt, ein Staubs chen auf der Erde, wos durch, o Mensch, nicht Gottes Rath und macht verherrlicht werde? O wie ist die Natur so reich und was ist deiner Trågs heit gleich, wenn du's nicht siehst, nicht fühlest? 4. Gab feine Macht, die Schöpferin, zum Füh rer deines Lebens dir deinen Geist, so manchen Sinn, so viel Gefühl vergebens? Für wen, für wen, als dich, erschafft, erhält und schmücket seine Kraft so viele große Werke? 5. Dein Gott bedarf nichts; seine Hand, die feine Schöpfung schmückte, gab dir Empfindung, die Verstand, damit er dich beglückte. Willst du, o Mensch, nicht glücklich seyn? Will sich nicht deine Seele freun, nicht immer froher werden? 6. Er pflanzte selbst in deine Brust die Sehnsucht nach Vergnügen, und schuf dir Quellen, deren Lust und Freuden nie vers fiegen. Gib nur auf seis ne Wunder Acht: dann wird's im Anschaun ihrer Pracht dir nie an Freuden fehlen. . 7. D darum fommt und betet an! Es danke, rühm' und Der Mensch. und singe und preise, wer nur preisen kann, den Schöpfer aller Dinge! Uns wohlzuthun, ist stets sein Ziel; laßt uns mit innis gem Gefühl, wie gut Gott ist, empfinden! [ 22.] J. A. Cramer. Mel. Religion, von Gott. 78. Gott werde fiets von dir erhoben, du, deis nes Schöpfers Bild, mein Geist! Sollt' ich nicht meis nen Vater loben, den jedes seiner Werke preift? Thn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, und seiner Werke mich zu freun? 2. Voll Pracht und Ans muth, zum Entzücken, ist feine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken, die Güter, die sie in sich hålt? Und dennoch kann sie nicht vers stehn, wie wundervoll sie sey, wie schön. 3. Verständ'gen Geistern nur, nur Seelen, die Gott zu dieser Würd' erhob, dem Menschen nur, nur mir erzählen die Welten ihres Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß sein Ruf auch dich zu einem Geiste schuf! 4. Gott, ich kann den 65 ken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meis ner Sinne Gedanken taus sendfacher Art! Ach, strebt' ich, alle dir zu weihn, wie felig könnt' ich hier schon seyn! 5. Ich kann sie same meln, sie verbinden, sie trennen, wie es mir ges fällt; ich kann die Welt, kann mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. zu tausend Thaten hab' ich Kraft von dir, o Gott, der Alles schafft. 6. Wie feurig dürstet meine Seele nach Ruhe, Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft aus Irrthum wähle, was mich nach dem Genusse reut! Doch das ist meiner Thorheit Schuld, ist Mißbrauch deiner Vas terhuld. 7. Begabt mit wunders vollen Sinnen, mit Freys heit, mit Vernunft von dir, sollt' ich dich, Gott, nur lieb gewinnen, dich nur; und was gebräche mir? O möchte meine Seele dein mit allen ihren Kräften seyn! 8. Gott, meine Lust fey, dich zu kennen, dich, Quelle der Vollkommenheit! Wer kann mir rein're Frenden nem 66 nennen? Wo find' ich höh's re Seligkeit? Bewahr', o Seele, dieß Gefühl; nur Gott und Tugend sey dein Ziel! [ 76.] J. A. Cramer. Der Mensch. Mel. Wer nur den lieben. 79. Dein bin ich, Gott, dein ist mein Leben; mein ganzes Wesen kömmt von dir. Du hast das Daseyn mir gegeben: wie trostvoll ist mein Ursprung mir! Du, Vater, riefft mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichts. 2. Wie wird, o Vater in der Höhe, mein Herz von Freud' und Dank ents zückt, wenn ich den Bau des Leibes sehe, den du so kunstvoll ausgeschmückt! Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. - 3. Doch mehr noch gabst du mir die Seele, den Geist, der meinen Leib be lebt, durch den ich denke, pruf und wähle, den einst dein Ruf zum Himmel hebt; Vernunft und Frey, heit und Verstand empfing ich, Gott, aus deiner Hand. 4. Der Wunder deiner Huld und Liebe wie Ziele. wünsch' ich, threr werth zu seyn! Wie wallt mein Herz vom regsten Triebe, sich dir, Allgut'ger, ganz zu weihn! Wie viel hast du an mir gethan! Ich bete dich in Demuth an. [ 99.] Anonym. u. Diterich. Mel. Sey Lob und Ehr. 80. Uns schuf ein gros ßer Gott: so ruft die Welt mit ihren Heeren in Fluren, Wäldern, in der Luft, in Strömen und in Meeren. Auch deine Sonnen preisen dich; doch nur dein Seraph, Herr, und ich kann dir, dem Schöpfer, danken. 2. Mein Leib kam, Herr, aus deiner Hand; von dir kam meine Seele, begabt mit Freyheit und Verstand, daß sie ihr Bestes wähle; Erkenntniß, Weisheit, Wiss senschaft ist nur durch ihre hohe Kraft uns, Herr, von dir verliehen. - 3. Durch sie wächst uns fer Wissen fort in tausend. neuen Zweigen; und wenn ihr Ohr der Wahrheit Wo vernimmt, muß Irrthum schweigen. So führt sie uns im Lauf der Zeit stets näher zur Vollkommenheit, der Menschheit hohem 4. Preis Der Mensch. 4. Preis dir! Du gabst zu Wonn' und Schmerz dem Auge seine Zähre; schufft Bruderlieb' in uns ser Herz, neigst es zu gus ter Lehre; vermehrst der Tugend Unterricht und läsfest uns ihr himmlisch Licht aus edlen Seelen leuchten. 5. Du hast vor uns ein weites Feld des Ses gens ausgebreitet, überall in deiner Welt und tet. zu Freuden Stoff bereis Gesundheit, Ehre, Ehre, Glück und Ruh, unser ew'ges Heil es zu, fåßt wirst du uns nicht versa: gen. 6. Dir ist kein Seufzen und kein Flehn des Leiden: den verborgen; du hast uns Ullen Heil ersehn, wirst für uns Alle sorgen. Die Liebe, die uns Jesum gab, führt uns mit Freudigkeit ins Grab, und durch das Grab zum Himmel. - - 7. Ich freue mich, und bete an vor dir, dem Gott der Güte! Dich rühm' und preise Jedermann mit danks barem Gemüthe! Du, der vom Staube mich erhob, einst fing' ich würdiger dein Lob mit Engeln, meis nen Brüdern! [ 22.] 67 Vernünftige Seele. Mel. Kommt her zu mir. 81. Wie dank ich, Gott, wie dank' ich dir! Auch eine Seele gabst du mir, das höchste der Ges schenke! Daß du ganz Gnad' und Liebe seyst, zeigt. der mir eingehauchte Geist, durch den ich leb' und denke. 2. Durch meinen Geist erkenn' ich dich und deine Werke, Herr, und mich; durch ihn kann ich empfin den; durch ihn will ich; durch seine Kraft kann ich, was wahr und falsch ist, was bös und tugendhaft, finden. Seele Licht, wie elend wär' 3. Gebräche mir der ich! Würd ich nicht, als Thor, stets thöricht han deln? Ich säh' und flöh nicht die Gefahr; verblens det würd ich immerdar den Weg zum Unglück wans deln. 4. Du schufft sie zur Volls kommenheit; Unsterblich keit, Unsterblichkeit ward, Seele, dir gegeben! Wenn einst der große Bau der Welt auf Gottes Ruf: vergeh!" zerfällt, wirst du, mein Geist, noch leben. [ 53.] € 2 Liebich. Mel. 68 Der Mensch. Mel. Es ist gewißlich an ic. 5. Sie ist es, die nicht angstvoll bebt, wenn Wets 82. Viel hast du uns ter um sie blißen; die sich voll Muth im Kampf er: hebt, der Menschheit Recht zu schützen; sich niemals furchtsam täuschen läßt, und unerschütterlich und fest für Pflicht und Wahrs heit streitet. 6. Sie ist die weise Leb rerin der Demuth, macht bescheiden; fie gibt uns wahren Christensinn und hohen Muth im Leiden; sie zeiget uns der Menschheit Werth, und sie bes lohnt Den, der ihn ehrt, mit freudigem Gewissen. 7. Durch Jesum Chris stum selbst erschien Vers nunft in Himmelsklarheit; wir freuen uns, belehrt durch ihn, der lautern, Wer reinen Wahrheit. haßte blinden Glauben mehr? Und wer empfahl so stark, als er, die Průz fung seiner Lehre? re en 8. Gott, lehr' uns dies ses hohe Gut, das du uns gabst, erhalten! Gib uns, es zu beschützen, Muth, wenn sich in Truggeftal: ten, uns einzuschläfern, Abers Frömmeley und glaub' und Schwärmerey uns hinterlistig nahen! 9. Dann werden wir in ihrem Allliebender, des Guten hier gegeben; durch taus fend Gaben, Gütigster, beseligt unser Leben. Doch, Herr, zum würdigen Gebrauch der vielen Güter gabst du auch Vernunft uns, deinen Menschen. d 2. Sie ist's, die uns zu dir erhebt, du Vater aller Wesen; die unser schwa ches Aug' belebt, in der Natur zu lesen, und Ord nung, Zweck und weisen Plan, und deiner Vorsicht hohe Bahn zu sehn in deis nen Werken. 3. Führt sie uns auf des Lebens Bahn, dann wird es um uns helle; vor ihr zerrinnt des Irrthums Wahn, und aus der Wahr heit Quelle strömt uns ihr unvergånglich Licht, und bange Zweifel stören nicht des Herzens Uebers zeugung. 4. Jhr heiliges Gesetz gebeut, für Recht und Pflicht zu leben, und uns dadurch zur Aehnlichkeit mit dir, Gott, zu erhe ben. Mit Glauben an Unsterblichkeit, mit Hoff: nung froher Seligkeit ers füllt fie unfre Seele. Der Mensch. 69 Gericht sind dann mir nicht mehr schrecklich. 4. Bleibt frey mein Wollen, mein Entschluß, und thu' ich Gottes Wils len: o dann erquickt mich der Genuß des innern. Lohns im Stillen. Schön und gefahrlos ist mein Pfad; denn jeder tugend. haften That folgt himmlis sche Belohnung. Freyheit. Mel. Es ist gewißlich an. 5. Unfriede tobt in des 83. Der Mensch soll fen Brust, den eitler Wahn hier aus eigner Wahl nach Gottes Willen leben, und nicht zu seiner Schmach und Qual dem Laster sich ers geben. Gott schuf vernünfz tig ihn und frey, daß er sein Bild auf Erden sey, und seiner Huld sich freue. bethöret, und der, berauscht von Sinnenluft, der Weis heit Rath nicht höret. Wie könnt' er froh im Hers zen seyn? Er selbst ist Schöpfer seiner Pein; ihn trifft gerechte Strafe. 6. Der Mensch ist frey und Gottes Bild; frch locket laut, Gerechte! Der Mensch ist frey, und Gott vergilt; erbebt, ihr Lasters knechte! Du wirst nach uns serm Thun uns einst, Herr, wenn du zum Gericht ers scheinst, als freye Wesen, richten. Mohn. ihrem Licht dich, Vater, recht erkennen; dann wird uns Wahn und Irrthum nicht vom Weg der Wahrs heit trennen; dann werden wir dir ähnlicher, zu allem Guten williger, und immer froher werden. [ 23.] Schink. 2. Von Gott geschaffen, kann und soll ich Gottes Wege wandeln, und, hei liger Gesinnung voll, ges recht und edel handeln. Mein Wille kennet keinen Zwang; Gott gibt mir Kräfte, selbst den Hang zum Bösen zu bekämpfen. 3. Wohl mir, wenn ich mit Muth und Kraft den hohen Sieg erringe, und durch Vernunft die Leiden: schaft, stets Gott getreu, bezwinge! Dann quält mich bittre Reue nicht, und Tod und künftiges [ 23.] Gewissen. Mel. Wer nur den lieben. 84. Zum Trost in unfern Kümmernissen, zum Licht auf dunkler Pilgerbahn gab Der Mensch. 70 gab uns der Schöpfer das Gewissen; das zeigt uns jeden Irrweg an, mahnt Sünder noch zu rechter Zeit, und schenkt dem Frommen Seligkeit. 2. Hätt' ich ein Paras dies auf Erden, und wär' des Unrechts mir bewußt: es würde mir zur Hölle werden; denn Hölle wär' in meiner Bruft. Um Rub' im Herzen gåb' ich gern die Welt; doch Ruhe wär' mir fern. 3. Selbst wenn ich über Meere flöhe, und einen menschenleeren Ort zu meis ner Wohnung auserfäbe: mich fånde mein Gewiffen dort. Vergebens schläfr' ich's mühsam ein; es wacht einst auf zu größrer Pein. 4. Wohl Dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben kann, sein Glück auf das Bes wußtseyn gründet, daß er nach seiner Pflicht gethan; der höher, als den Ruhm der Welt, ein freudiges Gewiffen halt! ihm dráun, sein Führer und sein Retter seyn. 6. Ja, Unschuld, du verscheuchst die Sorgen; o welch ein großer Schatz bist du! Du wachst mit mir am frühen Morgen, drückst Abends mir die Augen zu. Du schwebst mir selbst im Traume vor, und führst zum Himmel mich empor. 7. Ich zage nicht, wenn ich auch leide; du tröstest mich in aller Pein, und machst es mir zu hober Freude, auch, unterdrückt, noch fromm zu seyn. Die Hütte wird mir zum Pals last, wenn sie mit mir auch dich umfaßt. 8. Und wenn ich einst vollendet habe, mein letzter Schweiß die Stirne deckt: wie fliehn die Echrecken dann vom Grabe, wenn mich fein innrer Richter schreckt! Dann ruf' ich froh selbst im Gericht: mein Herz, mein Herz verdammt mich nicht! [ 99.] Pfranger. 5. In jedem Alter, jeder Lage wirds liebreich ihm Mel. Religion, von Gott. zur Seite stehn, die kleinste 85, och über mir bein Freude seiner Tage durch stillen Beyfall ihm erhöhn, und, wo Versuchungen Sternenhimmel, und dein Gefeßz, o Gott, in mir er: hebt den Geist vom Erdges tums Der Mensch. 71 tümmel anbetungsvoll hins mir hell und rein: dann auf zu dir! Ein heiliges irr' ich nicht. Gefühl durchglüht mit hos[ 76.] her Undacht mein Ges müth. Dolf. 2. Es flößt Empfindung meiner Würde und reinen Tugendfinn mir ein; felbst Bürs bey des Erdenlebens de fühl ich das Glück, ein Mensch zu seyn, und thue mit Entschlossenheit, was dein Geseß in mir gebeut. 3. Ich soll und will das Gute lieben, nicht darum, weil der guten That Bes lohnung folgt: ich soll es üben, weil Tugend inn're Würde hat; sie hebt uns über Grab und Zeit zur Hoffnung der Unsterblich keit. 4. Nach reiner Selig: feit auf Erden streb' ich mit Angst und Sorgen nicht: nur würdig will ich ihrer werden, und immer Gutes thun aus Pflicht! Richt' ich auf Gottes Reich den Sinn: so wird mir herrli cher Gewinn. 5. Drum fegne, Vater, mein Bestreben, dem Ruf zur Tugend treu zu seyn! Laß ganz mich meinen Pflichten leben, nur ihnen meine Kräfte weihn! Stets leuchte dieses innre Licht Erinnerungskraft. Mel. Wie wohl ist mir. 86. Welch sterblich Aus ge kann ergründen, wie weit, Gott, deine Einsicht reicht? und wo ist ein Verstand zu finden, der deiner Kenntniß Tiefen gleicht? Du kennest was auf Erden und im aller Sterne Heere, und Meere sich regt; du zählst des Meeres Sand. Was Menschenwille je begonnen, ersonnen, war dir von was menschlicher Verstand Ewigkeit bekannt. 2. Auch uns, die wir dein Lob nur stammeln, verliehst du hohe Fähigkeit, heilfame Kenntniß einzus sammeln in dieses Lebens flücht'ger Zeit. Mit Aug und Ohr dem nachzuspüren, was dir gefiel; es auszu führen, und was des Mens schen Kunst erfand, was wir aus früher Vorzeit hös ren, ruhmwerthe Thaten, Weisheitslehren zu fassen, gabst du uns Verstand. 3. Was wäre doch für uns dieß Leben, was Kunst, Erfahrung, Wissenschaft, und 72 Der Mensch. und was du sonst dem Geist gegeben: befäßen wir nicht auch die Kraft, was wir empfinden und erwägen, uns ins Gedächtniß einzus prägen, und dieses Scha: tzes uns zu freun? Selbst über uns so weit erhaben, schufst du uns, auch in die sen Gaben, Alwissender, dein Bild zu seyn. 4. Es weihe frohe Lobs gesänge dir, wer dich kennt, wer denken kann! Es bete dich der Menschen Menge für das Gedächtniß dank, bar an! Das Böse darin aufzunehmen, deß müsse jeder Mensch sich schämen: du gabst es mir: ganz sey es dein! Ich will, zu deis nem Wohlgefallen, auch diese Geisteskraft vor allen dir, Herr, und deinem Dienste weihn. [ 101.] K. F. Senff. Nachahmungstrieb. Mel. Befiehl du deine sc. 87. Nicht Sündern nachzuahmen, riefst du uns, Gott, als wir auf diese Erde kamen: nur deinem Sohn und die in unserm Thun auf Erden, in uns ferm ganzen Sinn stets ähnlicher zu werden das führt zum Heile hin.. 2. Mit welchem Wohls gefallen, Gott, bildet schon das Kind sich unvermerkt nach Allen, die ihm nur nahe sind! So schufst du es: voll Liebe, Allgütiger, führst du uns auch mit diesem Triebe früh unsrer Wohlfahrt zu. 3. Wer zählt die Schaar der Schwachen, die bloß nachahmen kann? Stets über uns zu wachen, Gott, treibe dieß uns an! Ja, jede Sünde fliehe der Christ mit festem Sinn, und unser Beyspiel ziehe zum Bösen Niemand hin! 4. Doch ach! wie viel Gefahren umringen stets uns hier, wenn, durch der Sünder Schaaren schnell fortgeriffen, wir da glaus ben, recht zu wandeln, wo Viele vor uns gehn, und, daß wir unrecht hans deln, oft nur zu spåt erst sehn. 5. Herr, hilf uns jede Blöße am Beyspiel Andrer sehn; und keines Menschen Größe reiz' uns, ihm nach zugehn! Dir nachzuahs men, werde uns Wonne; wir sind dein! Dann wird auf dieser Erde uns nichts gefährlich seyn. [ 10.] K. F. Senff. Sprache. Der Mensch. 73 ich ohne Sprache seyn. Schwerer fühlt' ich jede Bürde; unbekannt mit meis ner Würde sänk' ich einst ins Grab hinein. 6. Wohl mir! Du hast nicht nur Leben, haft auch Sprache mir gegeben! O mein Gott, wie freu' ich mich! Schon der Kinder frohes Lallen schafft mir füßes Wohlgefallen. Vas ter, o wie lieb' ich ch!. 7. Laut und freudig dir lobsingen, und dir Dank zum Opfer bringen, Vas ter, das ist mein Beruf. Wer vermag von dir zu schweigen? Meine Worte selbst sind Zeugen, daß mich deine Liebe schuf. Reche. Sprache. Mel. Alles ist an Gottes. 88. Laut und freudig dir lobsingen, und dir Dank zum Opfer bringen, Vater, das ist mein Beruf! Wer vermag von dir zu schweis, gen? Meine Worte selbst find Zeugen, daß auch mich dein Arm erschuf. 2. Du, du gabst mir Kraft, zu sprechen, Wüns sche, Sorgen und Gebres chen meinen Brüdern zu gestehn, und mit kindlichen Gebeten, Herr, vor deinen Thron zu treten, laut um deinen Schutz zu flehn.d 3. Was ich fühle, weiß und wähle, alle Schätze-.[ 6.] meiner Seele kann ich um mich her verstreun; kann die Menschen, die mich hös ren, liebreich warnen und belehren, sie durch Rath und Troft erfreun. 4. Süßer wird mir das Vergnügen, schneller kann ich Gram besiegen, reiner strahlt der Wahrheit Licht, fanfter flieht des Lebens Stunde, wenn im treuen Freundschaftsbunde Jeder redlich denkt und spricht. 5. Nimmer könnt' ich hier auf Erden weise, froh und glücklich werden, müßt Menschenwürde. Mel. Die Tugend wird ic. 89. Wie groß ist meine Menschenwürde, wie hoch mein Rang schon in der Welt! Nur jetzt trag' ich des Körpers Bürde: einst werd' ich Engeln zugefellt. Wie hoch bin ich schon hier erhoben, wie herrlich ist mein Erdenstand! Ich kann Gott kennen, ehren, loben; der Himmel ist mein Vaterland! 2. Mein Der Mensch. 74 2. Mein Geist, bestimmt, noch fortzuleben, wenn dies fer Leib in Staub zerfällt, wird über Sonnen sich er heben in Wohnungen der bessern Welt. Erinn're mich an diese Würde, Gott, dess sen Hand mich dazu schuf! Sie fen mir bey des Lebens Bürde Ermuntrung, Trost und Tugendruf! da 3. Sie stärke mich zu allen Pflichten, zu Allem, was dein Wort gebeut! Das Gute freudig zu vers richten, sen hier für mich schon Seligkeit! Sie lehr' mich Alles fliehn und meis den, was meinen Mens schenstand entehrt; denn jene Welt mit ihren Freus den ist auch des größten Dpfers werth. [ 15.] C. G. L. Meister. der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie, das nie ein Ende nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns des sen werth zu machen. 3. O laß mir doch dieß große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', und doch dabey nicht fähig bin der reinen Geistesfreude? 4. Auf kurze Zeit nur bin ich hier; laß mich dieß nie vergessen! Nur wenig Tage hast du mir zur Ues bung zugemessen. Schnell, wie ein Traum, find fie vollbracht, und dieser schö nen Erde Pracht wird dann auch mir vergehen. Mel. Wenn mein Stündl. 5. D laß mich jene Herrs lichkeit, Gott, stets vor Augen haben, und hier in 90. Wie wichtig, Herr, der Erziehungszeit um jene ist mein Beruf, den du mir selbst gegeben! Als deine Liebe Menschen schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, wo uns kein Leiden mehr beschwert, willst du uns hier entziehen. bere Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, vor allen Dingen mich bes mühn, und so zur Ernte reifen. 6. Ein Herz, das dich, o Vater, liebt, sich seiner Würde freuet, das so, wie Jesus, Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird 2. Nicht hier ist unser Vaterland; nur, Gott, ben dir, dort oben, da ist make allein Der Mensch. allein sich ewig deiner Güte freun in jenem höhern keben. 7. Zu diesem Sinne wollst du mir, Gott, Muth und Kräfte geben, damit ich immer möge hier nach den Gesetzen leben, die felbst im Himmel gültig find, bis ich einst, als dein heil'ges Kind, dein Vater antlitz schaue. [ 96.] Diterich. Mel. Religion, von Gott. 91. Du gabst mir, Vas ter, dieses Leben nicht bloß für eine kurze Zeit: du hast es mir, mein Gott, geges ben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier soll ich treu den Saamen streun; die Früchte ernt' ich dort erst ein. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen; die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, dein Gebot gern zu erfüllen, und lehr teft selbst mich meine Pflicht; für Tugend gabst du mir Gefühl, und Erey heit, was ich wählen will. 3. Du gossest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus, und schmückteft durch dein macht'ges: Werde! auch meiner Seele irdisch Haus; 75 gabst mir der Sinne fein Gefühl, und auch dadurch der Freuden viel. 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil diese Hülle fallen muß; darum soll ich der Welt genießen mit weiser Vors sicht im Genuß. Ich soll der Sinne Lüfte fliehn, wenn sie mich hin zur Sünde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so leicht fie auch die Sinne reizt; nach Wollust, Ehr' und Gold nicht trachten, wors nach der Mensch so lüstern geizt, nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und wär' es auch voll Bitterfeit. 6. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, des fünft's gen Lebens werth zu seyn, und diese kurzen Uebungss tage Gott und der Tugend ganz zu weihn; wenn nie mein Fuß den Pfad vers liert, der mich zum bessern Leben führt! 7. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die meinem Herzen Netze stellt; wenn ich- o seliger Gewinn! - als Sieger dort gekrös net bin! 8. D Der Mensch. 76 8. D gib mir deines Geistes Stärke, der du in Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn, und auf das Ewige nur sehn! 9. Laß oft mich in ges funden Tagen im Geist zu meinem Grabe gehn, und da bey Freuden und bey Plagen auf dich und jes nes Leben fehn; damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würs dig sey! [ 76.] Weisse. Mel. Freu dich sehr, o. 92. Schuf mich Gott für Augenblicke? Nur für diesen Traum der Zeit? Nur zu ihrem eitlen Glü cke, aber nicht zur Ewigs feit? Spotter sagen: nur ein Hauch ist der Geist, und schwindet auch, wie ein Strahl in Nacht vers schwindet, daß man seine Spur nicht findet. 2. Bin ich, wenn ich sterben werde, völlig der Verwesung Raub? Dieser Leib, ich seh's, wird Erde, und ein bald verwester, Staub. Ach, erreicht' ich hier mein Ziel; hätt' ich alles Selbfigefühl, alles Le ben dann verloren: lieber wär' ich nicht geboren! Ist 3. Jft dieß Leben nicht zum Leben einer bessern Welt der Pfad: sagt, wars um mir's Gott gegeben, mir Vernunft gegeben hat? Glücklich wär' ich, hätt' er mir sie versagt, so wie dem Thier, das sich seines Lebens freuet, seinen Tod nicht kennt, noch scheuet! 4. Seyn, und dann vernichtet werden; schrecks licher Gedanke, fleuch! Oder, ihr Gewürm' auf Erden, neidisch seh' ich hin auf euch! Denn was nüßte mir der Flug, der so oft zu Gott mich trug? Wärst du, Grab, das Ziel des Lebens; dann hofft' ich auf Gott vergebens. 5. Nein, es soll mir meis nen Glauben, daß mein Leib nur sterblich sey, keis nes Zweifels Blendwerk rauben, und kein Hohn der Spötterey! Nicht vers gehen, wie ein Rauch, nicht verschwinden, wie ein Hauch, kann mein Geist, des Ew'gen Gabe; ihn verweht kein Sturm am Grabe. 6. Nein, Gott schuf nicht Menschenseelen bloß für einen Augenblick; schuf fie Der Mensch. sie nicht, um sie zu quälen: Gott schuf sie zu ew'gem Glück. Für das Leben schuf er sie; Menschenseelen ster, ben nie: selig machen oder richten wird sie Gott, und nicht vernichten. 7. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unver: gånglichkeit; dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heimath aus der Zeit Zeugen, Bürgen sind sie mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einst, wohin ich firebe, mich erheb' und ewig lebe! 8. Du, o Schrecken im Gewissen ben Verbrechern; du, o Ruh', und, was Fromme nur genießen, hos her Friede Gottes, duZeugen, Bürgen send auch ihr, wenn der Tod mich schrecket, mir, wenn der Leib zerstäubt zu Erde, daß mein Geist nicht sterben werde! inst und 1 - 9. Ewig, ewig, werd' ich leben! Sicher der Uns sterblichkeit, streb' ich, mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit! Wandeln will ich fest und still jeden Pfad des Rechts, und will, was davon mich locket, haffen, will die Ewigkeit umfassen! 10. Aber daß mein Fuß Ido.c 77 nicht wanke, stärke mich, o Gott, dein Wort und der selige Gedanke: dort ist meine Heimath, dort! Dort ist weder Schmerz noch leid, Wonne nur und Herrlichkeit! Dort ist, Gott, vor deinem Throne meines Kampfes Preis und Krone! [ 26.] J. A. Cramer. Mangelhafte Einsicht und Fehlerhaftigkeit. Mel. Ich hab' mein' Sach'. 93. Noch schauen wir im dunkeln Wort; noch reißt uns Wahn und Irrs thum fort, und unser wans kender Verstand hat, abe gewandt von Gott, oft Gottes Rath verkannt! 2. Auch selber Der, der weiser denkt, sich nicht in jeden Abgrund senkt, zwar forscht, doch mit Beschei denheit, dringt doch nicht weit, umringt von tiefer Dunkelheit. 3. Uns decket Dunkel: heit vom Herrn! Am Grab' hier, sollen wir nur fern des Ewigweisen Raths schluß sehn, von weitem stehn, und noch ins Heis ligthum nicht gehn. 4. Wenn vor dem Schö pfer tief gebeugt die kühne iße 78 Der Mensch. Wißbegier auch schweigt: so tragen wir der Sünde Joch, so fliehn wir doch, du Heis ligster, dein fanftes Joch. 5. Ach, wir, der Uebers tretung Raub, wir ew'gen Seelen, und wir Staub, wir Sünder, ach! was was ren wir, erhoben wir nicht glaubend unsern Blick zu dir? - 6. Hier wird der Sohn der Sterblichkeit nie von der Sünde ganz befreyt. Ach, waren's Schwächen nur allein, die uns ents weihn! Mocht uns're Schuld nie Bosheit seyn! 7. Du, der uns Arme nicht verstößt, wie wollen wir uns, einst erlöst von unfrer Sünden Elend, dein mit Jauchzen freun, und ganz uns dir, Vollender, weihn! ind [ 45.] Klopstock. wir gefallen! Wo ist jetzt unter Allen ein Mensch ganz rein von Sünden vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unters schied: dein helles Auge sieht auf alle Menschenkins der, und sieht sie alle Süns der. Da ist vor dir, Herr, Keiner unschuldig, auch nicht Einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, zu wählen und zu lieben und freudig auss zuüben. 5. Der Sinne Luft und Schmerz rührt leider! un ser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir, auf Ewigkeiten, selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe, und wer vers mag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? Mel. Wo soll ich fliehen. Sam 94. Du, der kein Bd. ses thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum feligen Geschäfte, in Heis ligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 7. Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir erkennen, und von dem 2. Wo ist der Unschuld Ernst entbrennen, der Sün Ruhm? Ach, wir, dein de zu entsagen, der Bes Eigenthum, wie tief finde rung nachzujagen. 0 8. Wohl Der Mensch. 8. Wohl dem, der sie gewinnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen, und neue Kraft ertheilen, durch Christum schon auf Erden von Sünz den frey zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns diese deine Huld nicht freventlich vers scherzen! Erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widers streben, damit wir ewig leben! [ 104.] Diterich a Mel. Vater unser im Himm. 95. Der Hang zum Bösen wohnt in mir, und trennet mich, o Gott, von dir. Zu oft nur wird in meiner Brust zur Leiden: schaft die böse Lust, daß ich, verführt durch Sinn lichkeit, vollbringe was dein Wort verbeut. 2. Ich fühl's, die Tus gend, Gott, ist schön; ich will auch ihre Pfade gehn, voll regen Eifers und voll Muth, gewiß, daß, wer nicht Sünde thut, und sei ner Pflichten nie vergißt, hier ruhig und dort selig ist. S. Doch oft erwacht in meiner Brust die unters drückte böse Lust, und locket mich zu Sicherheit, zu eita Onan 79 ler Selbstgefälligkeit. Ges lingt es ihr: so glaub' ich dann, daß ich so leicht nicht fallen kann. ch 4. Und ach, wie nah' ist dann mein Fall, wenn ich, versuchet überall von außenher und durch mein Herz, mit Luft, Gewinn, und Furcht und Schmerz nun kämpfen soll: leicht, wie leicht vergißt sich die Vernunft und weicht! wie 5. Ich fühle meine Schwachheit, Gott! Mich schrecken leicht Gefahr und Spott. Zerstreuung und Vermessenheit, des Bey; spiels Reiz, die Weichlich keit, ein stark Gefühl für Lust und Schmerz: wie leicht verderben die das Herz! or 6. In diesem Kampf kannst du allein, Herr, meine Hülf und Stärke feyn! Laß meine Schwach heit immer mir vor Augen seyn, daß ich von dir nie weich', und, meiner Pflicht getreu, dir bis zum Tod ers geben sey! lings@ [ 84.] J. A. Cramer. Bukous Mel. Alle Menschen müssen. 96. Ach, wann werd ich von der Sünde, Gott, mein Vater, völlig frey, daß Der Mensch. 80 daß ich ganz sie überwinde, ganz dir wohlgefällig sey? Immer noch, ich fühl's mit Schmerzen, regt sie sich in meinem Herzen; nur zu oft noch regt sie sich und versucht zum Bösen mich. 2. In der Andacht sel', gen Stunden, wo mein Geist die Wahrheit hört, hab' ich oft das Glück empfunden, das die Fröm migkeit gewährt; gewährt; habe nichts so sehr hienieden mir gewünscht, als innern Frieden, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tu gend Seligkeit. 3. Voll von heiligen Ent: schlüssen, schwur ich dann, dir treu zu seyn, stets mit wachendem Gewissen meis ner Unschuld mich zu freun; willig wollt' ich da mein Leben dir, o Gott, zum Dienste geben, aller Suns de widerstehn, standhaft deine Wege gehn. 4. Aber wie so schnell: emporet sich der Leidenschaft Gewalt! Sie entkräftet und zerstöret Eifer und Entschluß gar bald. Plöße liche Versuchungszeiten, Beyspiel, Reiz der Eitel Feiten, deren Menge mich umringt, das ist's, was zum Fall mich bringt. and 5. O, ich Armer, dem zur Treue feste Seelenstärke fehlt; den so oft aufricht'ge Reue, und doch oft noch fruchtlos quält! Ach, wer wird mich ganz vom Bo sen, von der Sünde Joch erlösen? Ich Elender, wer befreyt mich vom Dienst der Sinnlichkeit? 6. Du verzeihest, Gott, die Fehler meiner fündigen Natur; nicht die Schwachs heit unsrer Seele, böfen Vorsatz strafft du nur. hätt' ich nicht den Trost: würde unter meiner Fehler Bürde ganz erliegen, und mich dein, höchstes Gut, nie können freun. ich 7. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Sünde nach; kann ich nicht vollkommen werden; bin und bleib' ich immer schwach: o so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelen und der Bosheit ferne sey! 8. Wenn ich falle, laß mich's merken; laß mich streben, aufzustehn; eile, mich, dein Kind, zu stär ken; lehre selbst mich fester gehn; warne mich; sey mein Begleiter; führe, Gott, mich täglich weiter, bis ich's in der Ewigkeit bringe Der Mensch. 81 vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit beiner freyen Güte. bringe zur Vollkommen: heit! [ 4.] Münter. Mel. Ach Gott, vom Him. 97. Kein Mensch, o Gott, ist sündenfren; wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heus cheley? Du kennest Herz und Leben. Umsonst, um sonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen, und uns fers Geistes edle Kraft dem Sündendienste weihen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, verscherzen wir oft unsre Zeit und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken; wir föns nen's auch; denn du, o Gott, willst gern die Schwachen stärken: und dennoch unterdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr, vor dir, und folgen unsern Lüften. Mel. Sollt' ich meinem ic. 4. Wie leicht entwöhnt 98. Gut und heilig ist sich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie bald vergessen wir Schmerz, dir kindlich zu im im dein Wille, wie du selbst es bist, o Gott. Du ges beutst: beutst:- in tiefer Stille, hört die Schöpfung dein $ Gebot. 5. Du hast mit Menschen uns vereint, die dir, Gott, angehören; wir sollen, aller Bosheit feind, auch ihre Freuden mehren; doch wer ist immer liebevoll? Wer sorgt so gern für fremdes Wohl, wer hilft, so viel er könnte? 6. Oft wirkt auch unsers Beyspiels Macht, daß Ans dre, wie wir, fehlen. Sie sehn auf uns; die Luft ers wacht, das Böse zu erwähs len; gleich uns, verschmähn sie deine Huld, und ihr Verz derben, ihre Schuld vers mehrt auch unsre Schulden. 7. D großer Gott, hier stehen wir, verklagt von unsern Sünden! Vor dir, Allheiliger, vor dir ist Keis ner rein zu finden! Wie kümmert nnfre Seele sich! Wir Alle fehlen wider dich! Erbarm' dich unser Aller! [ 2.] Reche. 82 Der Mensch. Gebot. Geiser, die dein Loblied singen, stehn um deinen Thron, bereit, freuen sich der Seligkeit, deinen, Willen zu vollbringen: nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. Willen wichtig, führ' auf deine Bahn uns hin, lehr' uns jeden Irrweg fliehn; denn dein Weg allein ist richtig. Gib, daß unser Herz dir treu, unser Wanz del heilig sey! 4. Vater, laß uns doch empfinden, daß uns böse Lust verführt, und daß jes der Hang zu Sünden nichts, als Angst und Noth, ge biert! Mach' uns deinen 5. Dann, o Gott, wird wie im hier auf Erden, Himmel, dein Gebot freus dig stets befolget werden, und entweichen manche Noth. Alle, Alle, die dich kennen, werden unterthan dir seyn, und sich deiner Liebe freun, und dich ihren Vater nennen; denn, wer deinen Willen thut, der hat immer heitern Muth. [ 81.] Münter. 2. Dir gehorcht mit hoher Wonne nicht nur aller Geister Heer; deine Veste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd' und Meer, Alles dienet deinem Willen, Alles, Höchster, was du schufst, eilt und drängt sich, wenn du rufft, dein Gebot auch zu erfül; len: nur der Mensch, der Erdensohn, spricht oft deis nem Willen Hohn. 3. Stolz empört sich sei: ne Seele, Herr und Schö Mel. Vater unser im H. ic. pfer, wider dich; deinem 99. Gott, welch, Vers göttlichen Befehle widers fett er frevelnd sich, läßt sich nicht von dir regieren, folget lieber seinem Wahn, wählt sich eine andre Bahn, die ihn soll zum Heile füh ren, und geht blind mit sicherm Sinn auf verkehr ten Wegen hin. derben wohnt in mir! Wie oft, wie oft mißfall' ich dir! durch wie viel Sünden! Wer erzählt, wie oft der Mensch nur täglich fehlt; er, der, so lang er lebt, noch irrt, und niemals ganz vollkommen wird? 2. Oft fällt er aus Uns wiffenheit: oft durch die Macht der Sinnlichkeit; aus Trägheit und aus Selbstvertraun vergißt er, stets auf dich zu schaun, verirret und verfündigt sich erst Der Mensch. erst unbewußt, dann wis fentlich. 3. Ihm mangle weder Kraft noch Licht: wie oft vergißt er seine Pflicht! Wie oft fehlt ihm zum Kampfe Muth! Und wenn er seine Pflicht auch thut: wie zaus dert er! Wie lässig ist nicht selten der geübte Chrift! 4. Doch, wer zum Sün; densclaven sich verkauft hat, wie vergißt Der dich! Mit welchem Frevel füns digt Der! Wie häuft er stets die Lafter mehr, wenn Leidenschaft und Sinnlich, keit, dir nicht zu folgen, ihm gebeut! 5. Er achtet nicht auf dich, o Gott! Sich zu bes täuben, treibt er Spott mit allem dem, was götts lich heißt; betrübet fres velnd deinen Geist; vers läugnet Zukunft und Ges richt aus Haß der Tugend und der Pflicht. 6. Und halt in seiner Bosheit Lauf ihn andrer Menschen Macht nicht auf: was achtet seiner Lüfte Wuth der Brüder Jams mer und ihr Blut? Wenn er erreicht, was ihm ges fällt, was kümmert ihn das Wohl der Welt? 7. So schrecklich ist der Sünde Macht! Drum 83 felig, wer sich selbst bes wacht, daß er nicht falle wissentlich, dich lieb und ehre, Herr, nur dich; und dir und deinem Wort getreu bey aller seiner Schwachheit sey! 8. Mach' uns von diesem Elend frey, und steh' uns, deinen Kindern, bey, daß wir der Sünde Greuel fliehn, und uns in deiner Kraft bemühn, dein heil'ges Eigenthum zu seyn, und dich durch Tugend zu erfreun! [ 84.] J. A. Cramer. Mel. Mir nach, spricht ic. 100, Wer Wer Sünde thut, Der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trus gen; er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen. O hilf mir, Gott, daß ich die treu, und fern vom Selbsts betruge sey! 2. Wer Sünde thut, Der unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte; wird frech und blind und unges schickt zum Heiligungsges schäfte. schäfte. O Vater, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt! 3. Wer Sünde thut, Der haßt das Licht, das Gott uns angezündet; er kennt F 2 die DE Der Mensch. 84 die wahre Weisheit nicht, die Mel. Die Tugend wird zc. uns mit ihm verbindet. Olehre, Gott, mich weise 101. Gott, welch ein seyn, und stets den Reiz der Sünde scheun! Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist gebeut, daß ich dich wähle, er sehnt, o Tugend, sich nach dir; allein das Fleisch vers führt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt ihre Lüsternheit zu stillen, schmiegt sich den Leidenschaften an. 2. Der gute Vorsatz, den ich faffe, entweicht oft, wie ein Traumgesicht; das Bös se thu' ich, das ich haffe, das Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu spåte Thränen folgen nach. 4. Wer Sünde thut, Der trotzt dem Herrn, durch den wir sind und leben; er bleibt von jenem Reiche fern, nach dem die Froms men streben. Wie thöricht und wie undankbar! Ents reiße, Gott, mich der Ges fahr! 5. Wer Sünde thut, ach! Der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade; verkehrt, verstockt wird sein Gemüth, und tief sein Seelenschade. welch ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgfam bin! 6. Wer Sünde thut, sieht schreckenvoll die letzte Stunde kommen; die Hoff nung, die ihn trösten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Tugend nicht; nun drohn ihm Tod und Weltgericht! 7. So tauscht die Sün de; so bestraft sie selbst sich schon auf Erden. Einst wird zur strengern Rechen: schaft ihr Sclav gezogen werden. Lehr' uns, o Gott, die Sünde fliehn: noch ist uns Zeit dazu verliehn! [ 62.] Mudre u. Grot. 3. Wer löst mich von den Sclavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich von der Sünde retten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deis ner Gnade gnüget zur fes ligsten Genesung mir; o send' ihn, daß mein Glaus be sieget! Und ewig, ewig dank ich dir! [ 15.] S. G. Bürde. Mel. Der Mensch. Mel. Herzliebster Jesu. 102. Wo ist wohl Noth und Elend auf der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde! Vers wandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. D wären wir, vom Jüngling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise: was würs den wir mit freudigem Ge wissen für Glück genießen! 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden, und jede Bürde uns erleichtert wers den, wenn wir nur kämpf, ten, jeden Reiz der Suns den zu überwinden. 4. Noch herrscht die Sün. de, Alles zu zerrütten, er schüttert Thronen und ver wüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Tagen mit harten Plagen. 5. Nie denkt der Suns der, ohne Furcht und Bes ben, an Tod und Grab und an der Zukunft Leben; nie wird er freudig, ohne Furcht und Grauen, gen Himmel schauen. 6. Die Luft zum Bösen feffelt ihn und wüthet; er leidet selbst durch das, was fie gebietet, und bahnet sich den Weg durch ihre 85 Freuden zu Gram und Leis den. 7. Du, Gott, zu dem wir fromm die Hände heben, o führe du uns selbst den Weg zum Leben; und gib uns Kraft, im Kampfe mit den Sünden zu überwinden! [ 38.] J. A. Cramer. Mel Jesusmeine Zuversicht. 103. Läftig ist der Sünde Joch, drückend find des Lasters Bande; und ihr Sclave wählt sie doch, taumelt an des Abgrunds Rande, dünkt sich glück lich, groß und frey bey der tiefsten Sclaverey. 2. In des Ungestümen Brust weilet feine Freude lange; Unmuth folgt auf Taumellust; angstvoll bebt sein Herz und bange, sucht vergebens Seelenruh', und eilt neuen Lastern zu. 3. In der Unschuld fros hen Reihn wandelt er mit trüben Blicken, will, und kann nicht fröhlich seyn; nichts fann ihn hinfort bes glücken; denn das Herz voll Gram und Neid störet seine Fröhlichkeit. 16790 4. Gottes schön geschmück te Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Wald und Au und Saatenfeld, was den Froms 86 Der Mensch. Frommen stets entzücket, dessen Herz gefühlvoll wallt, läßt den Lasterhaften kalt. 5. Niedre Lust und eit: les Spiel locken ihn zu wilden Scherzen; edler Freundschaft sanft Gefühl bannt er weg aus seinem Herzen; übt in dunkler Einsamkeit, was der Uns schuld Auge scheut. 6. Herr, dein heiliges Gericht straft Die, so das Gute haffen, die Verächs ter heil'ger Pflicht! Laß mich dieß zu Herzen fassen, daß ich, meiner Pflicht ge: treu, für das Gute thätig sen! [ 48.] Niemeyer. Mel. Herr, ich habe miß. ic. 104. Gott, nur Eines Menschen Sünden, was für Uebel zeugen sie! Und der ganzen Menschheit Sünden, wie viel Glück zerstören die! Alle, feit dem ersten Falle, jedes Menschen Sünden, alle! 2. Nur Ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wan deln sollen, Gott, was vernichtet der für Segen; wie versenkt der oft in Noth! Und wie langes, bittres Leiden folgt oft Eis ner Thorheit Freuben! 3. Starke, Gott, vers folgen Schwache; Schwas che Schwäch're! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache, Wollust, Stolz und Uleps pigkeit, wie erfüllen sie mit Plagen deine Welt; mit welchen Klagen! 4. Wie die Arglift Fres vel brütet! Wie Gewalt und Tyranney, gleich der Pest im Mittag, wüthet! Wie im Finstern Heucheley schleicht, um über alle Zeis ten Fluch und Jammer zu verbreiten! 1 5. Und wir Sünder könn ten wähnen, Gottes heilis ges Gericht strafe feines Elends Thränen, acht' auf unsre Laster nicht? Der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich; es sey kein Racher? 6. Schrecklich, schreck lich sind Verbrechen, weil sie, kaum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar råchen, Richter, dein Ges setz und dich! Ach, dem Lafter folgt Verderben, Armuth, Schmach und frü hes Sterben! 7. Und wie quält Den fein Gewissen, der ver worfne Thaten übt! Kann er jenes Trost's genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann 1517 Der Mensch. Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein künftig Leben? 8. Laß erschrecken mich und beben, Gott, so oft mein Herz vergißt, daß, wenn wir nicht heilig les ben, unsre Hoffnung eitel ist, selig dort, und schon 87 auf Erden ruhig und ges troft zu werden! 9. Laß der Sünde bittre Früchte stets mir in Gedan ken seyn; nie mich zweifeln am Gerichte; auch den kleine sten Fehltritt scheun; daß ich jeden Reiz zur Sünde, stark durch dich, Herr, überwinde! [ 31.] J. A. Cramer. III. Erlösung und Erlöser. Rathschluß Gottes, die sein Ueberwinder! Die Menschen zu erlösen. Furcht davor hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Eröffnet ist uns nun die Bahn, die Mel. Sey Lob u. Ehr dem. von der Erd' uns hims melan zu ew'ger Wonne leitet. des 105. Auf, Christen, laßt uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod; mill, daß wir ewig leben. Was uns zum Hei le nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ ers barmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnaden vollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unfrer Schuld und Misses that ein Netter uns zu wers den. Er ward's; er hat fein Werk vollbracht, und sich, nach kurzer Grabes nacht, zum Himmel auf geschwungen. 3. Wo ist des Todes Herrschaft nun? Hier ist Que 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns, aus freyem Trieb, sein Liebstes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn, der, uns zu gut, sich bis zum Tod ernie: brigt! 5. Was er zum Leben uns verschafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, und sein die Kraft, das Heil uns zus zuwenden, das er so lieb, reich uns erwarb, als er für Erldfung und Erldser. 88 für uns am Kreuze starb. Wohl Dem., der an ihn glaubet! 6. Jhm nur, ihm wol len wir vertraun, und seine Stimme hören; auf seine Mittlerhülfe baun; ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedevoll auch schon auf Erden wandelt. 7. Drum sey du selbst auf diesem Pfad, Herr, unser Licht und Leiter, und hilf durch Beystand und durch Rath uns Schwachen immer weiter: dann werden wir an deinem Heil und an dem Himmel ewig Theil mit allen Frommen haben. [ 22.] Diterich. Mel. Wenn mein Stündl. 106. Nun last uns Alle fröhlich seyn, daß Gott uns Jesum sandte! Laßt uns des Gottes hoch uns freun, den Jesus Vas ter nannte; der Alles schuf und liebt und nährt; der alle seine Kinder lehrt, und alle gut erziehet. 2. Zur Reife der Voll: kommenheit, die schon hie: nieden keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist versäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! Owohl mir, alle Menschen sind des höchs sten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf Alle mild herab: führt auf vers schiednen Wegen uns Alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Spras che nennt, der Gott, den Niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Ver: nunft uns zieret, und kinds lich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet; der Menschheit hoz hen Zweck und Werth hat Jesus Christus uns gelehrt; Gott sey dafür gepriesen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit hans belt; wie Tugend über Als les siegt, und fest zum Zies le wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr' und Tod: Gott sey dafür ges priesen! 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Ar muth, Sorgen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Gråmen, und für den schweren Schritt ans Erldfung und Erlöser. ans Grab beut Jesus einen festen Stab; Gott sey da: für gepriesen! 7. O guter Gott, wir zas gen nicht! Du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unsern Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: sey hoch dafür gepriesen! [ 96.] G.W.C. Starke. 89 fer an, heilt unsrer Seele Schaden, und hilft uns gern aus Gnaden, wo Nies mand helfen kann. 4. Ihn wollen wir erhes ben hier und in Ewigkeit, wo uns ein beßres Leben vor seinem Thron erfreut! Dann sind wir ewig sein, und nichts wird uns mehr fehlen; dann werden unfre Seelensich seiner ewig freun. [ 8.] Schirmer u. Diterich. Mel. Aus meines Herzens. 107. Erhebt den Herrn, ihr Frommen! Er Met. Befiehl du deine W. ic. hält, was er verspricht; der Heiland ist gekommen, der Völker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, Gott hat zum Heil und Les ben uns ſeinen Sohn gege: ben, und uns durchihn erlöst. 2. O welche hohe Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe sein Herz zu uns geneigt! Von seiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Ver; berben uns Sündern zu ers werben, fein hocherhabner Sohn. 3. Er hat's vollbracht! O bringet Gott euern Lob; gefang, erlöste Menschen; finget dem Mittler ewig Dank! Er nimmt sich uns Sendung und Geburt Jefu. 108.Wie soll ich dich empfangen, Heil aller Sterblichen, du Freude, du Verlangen der Trostbes dürftigen? Gib selbst mir zu erkennen, wie, frommen Dankes voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preifen soll. 2. Mit Zweigen grüner Palmen holt dort dein Volk dich ein. Ich will in Freus denpfalmen dir meine Sees le weihn. Dich, Herr, will ich erheben, so gut ich Schwacher kann; mein Herz will ich dir geben: ach, nimm es gnädig an! 3. Damit du mich be freytest, gabst du dich ſelbst für Erldsung und Erlöser, 90 für mich; mich zu erretten, weihtest du selbst zum Opfer dich. Du sahst, von Allen Keiner vermocht es, außer dir: da jammerte dich meis ner; da kamst und halfst du mir. 4. Ddu, an den ich glaus be, was war's, das dich bes wog; das dich herab zum Staube, zu mir herunter zog? Dein göttliches Erbars men! Ja, du, Sohn Gottes, haft mit mitleidsvollen Ars men die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte; klagt nicht mehr! Zagt nicht in euren Schmerzen, als ob fein Helfer wär'! O sehet auf! Ihr habet den besten Helfer nah'; der eure Sees len labet, der treue Freund ist da! 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld be weint, glaubt, daß er euch verzeihe; er selbst, der Menschenfreund, ruft heils begier'gen Sündern der Gnade Trostwort zu, macht fie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh'. 7. Er übersiehet Keinen, und weiß, was Jedem nützt; hat immer noch die Seinen mit mächt'gem Arm beschüßt, und sie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt! Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun feine Lust. 8. Er macht uns von den Ketten der schnöden Sünde frey; er nur kann uns erretten, und steht uns immer bey; gibt stil: len Muth im Leiden, und Kraft zu jeder That, und sichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Frohlockt, ihr from men Seelen! Ihr habt das befte Theil. Was solltet ihr euch quälen? Er ist ja euer Heil. Wohl ewig als len Denen, die seine Wege gehn, und einst mit Freus denthrånen zu seiner Rech ten stehn! [ 10.] P. Gerhard und Neander. Mel. Vom Himmel hoch zc. 109. Lob sey dem al 109. lerhöchsten Gott! Erbars mend sah' er unsre Noth, und sandte Jesum, seinen Sohn, zu uns von seiner Himmel Thron. 4300 2. Ihn sandt' er, unser Trost zu seyn, vom Suns dendienst uns zu befreyn, mit Licht und Kraft uns beyzustehn, und uns zum Himmel zu erhöhn. 3. D welch ein liebevol ler Rath! unaussprech lich Erldsung und Erldser. lich große That! Gott thut ein Werk, dem keines gleicht, das keines Mens schen Lob erreicht. 4. Was sind wir, daß uns Gott so liebt, und seis nen Sohn selbst für uns gibt? Was nützen wir dem höchsten Gut, daß es so Großes an uns thut. 5.Nimm, Seele, nun dein Bestes wahr; verschmäh' das Glück nicht undankbar, das Gott durch Jesum dir bestimmt, der Sund' und Irrthum von dir nimmt. 6. Bet' ihn als deinen Retter an, und sey ihm willig unterthan. Durch feine Lehre zeigt er dir den Weg zum Leben; folge ihr! 7. Bey dieser Treue haft du Theil an dem von ihm erworbnen Heil. Wo nicht, ach! so verschließt du dir muthwillig selbst des Him mels Thür. 8. Gelobt sen Gott, der ihn gesandt! Sein Ruhm erfülle jedes Land! Gelobt sen von uns Jesus Christ, der uns zum Heil erschies nen ist! [ 85.] 91 mein Geist, in mir und preis se Gott, der huldreich dir selbst seinen Sohn zum Helfer gibt; preis ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er mach te dir zum Trost bekannt, wie huldreich seine Vaters treu, wie lieb und werth der Mensch ihm sey. Mich. Weiß u. Diterich. 3. Er ist es, der den sichern Pfad zur Tugend dir gewiesen hat; durch ihn hat Gott dir Muth und Kraft, auf diesem Pfad zu gehn, verschafft. 5. Aus Gegenlieb' und Dankbarkeit sey ihm dein ganzes Herz geweiht; dein Herz, das ganz ihm anges hört, und selig ist, wenn's ihn verehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge reds, lich bis ans Grab; folg' ihm, und wende dankvoll an, was er zu deinem Heil gethan. Mel. Vom Himmel hoch zc. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Frömmig 110. Auf! Freue dich, der ihm, dem Retter unsrer keit: dieß ist der Preis, Welt, 4. Darum vergiß zu keis ner Zeit die Größe seiner Gütigkeit; denk' oft, und stets mit Freuden, dran, und bete Gott von Hers zen an. 92 Erldsung und Erldser. Welt, an dir und Allen wohlgefällt. 30 [ 85.] Diterich. Mel. Nun kommt der Heid. 111. Gott sey Dank in aller Welt, der sein Wort so treulich hält, und der Sünder Trost und Rath zu uns hergesendet hat! 2. Was der frommen Vås ter Schaar heißer Wunsch und Sehnen war; er, nach dem ihr Auge fah, Jesus Christus, ist nun da. Mel. Lobe den Herren, den. 3. Lob sey auf der Hims mel Thron Gott! Er sands te seinen Sohn! Ruh' der 112. Ehre fen Gott sey Seelen, ew'ges Heil ward durch Jesum uns zu Theil. 4. Menschenfreund, wie dank' ichs dir! Schenke dieses Heil auch mir, das du unter vieler Last für die Welt bereitet haft! 5. Deiner Hülfe mich zu freun, laß mein Herz dein eigen seyn; mach' es von der Sclaverey schnös der Sündenliebe frey! 6. Deine Wahrheit leuchs te mir, Herr, bey Allem, was ich hier zur Befördes rung meiner Ruh' denke, wünsche, wähl' und thu'! wenn mir Niemand helfen kann: dann nimm du dich meiner an! 8. Wenn ich kämpfe, schenke du Kräfte mir und Seelenruh'! Hilf zum treuen Tugendlauf meiner Schwachheit mächtig auf! 7. Trifft mich Traurigs feit und Schmerz: tröfte dann mein zagend Herz, 9. Laß mich, wenn, o Menschenfreund, dein Vers geltungstag erscheint, dir getrost entgegen sehn, und gerecht vor dir bestehn! Heinrich Held und [ 29.] Diterich. in der Höhe! Der Herr ist geboren, Sündern zum Heiland, vom Höchsten aus Gnaden erkoren. Laffet uns sein dankvoll, ihr Chri: sten, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Dunkel bedeckte den Erdkreis; in Finsterniß irrs ten Völker umher, wie die Heerden, verlassen von Hirs ten. Jesus erschien! Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, sich untereinander zu lies ben, folgten der Zwietracht und Bitterkeit schåndlichen Trieben. Jesus erschien ,. lehrte den Menschenhaß flichn, Erlösung fliehn, lehrte den Frieden uns lieben! 4. Wohlthun und Segen entsproffen des Göttlichen Schritten; Troft und Ers quickung trug er in der Weinenden Hütten; selbst er, ihr Freund, hatte viel fältig geweint, selber ges duldet, gelitten. 5. Ehre sey Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, seiner Sohn, uns erbarmend ges geben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel hers ab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Wohl mir, wenn ich dann ihn, meinen Erretter, auch sehe, und mit den Schaaren Vollendeter ewig erhöhe! Ehre sey dir, Heis land der Menschen, schon hier! Ehre sey Gott in der Höhe! [ 55.] Niemeyer. Mel. Von Gott will ich ic. 113. Mit Ernst, o Menschenkinder, bereitet Er euch dem Herrn! Er kommt, das Heil der Sünder; er rettet sie so gern! Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben ver: sprochen hat zu geben; ihr follt nun selig feyn. und Erldser. 93 2. Kommt, reinigt eure Seelen! Seyd heilig und bereit, was ihm gefällt, zu wählen, zu fliehn, was er verbeut! Ach, leben soll, wer glaubt; doch, wer nicht glaubt, wird sterben; der Sünder wird verderben, der selbst sein Heil sich raubt. 3. Das hat der Herr geboten; sein Wort hat's uns gelehrt; es lehren's seine Boten; Heil Dem, der darauf hört! Wer ihm sein Herz ergibt, der wird sein Tempel werden, und dort, wie hier auf Erden, erfahren, wie Gott liebt. 4. Doch, was vermag ich Schwacher, ich Sünder, ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Mein Herf verlangt nach dir. Komm, komm mit deinem Segen, mir, Gütigster, entgegen; dein Geist wohn' stets in mir! [ 86.] Valentin Thilo. Mel. Vom Himmel hoch ic. 114. Erhebe dich, mein froher Geist, zur Andacht, die den Ew'gen preist; ihn, der uns heut ein Freudenfest mit allen Chris sten fevern läßt! 2. Wo Nacht und Fin ster: 94 Erlösung und Erldser. Finsternis sonst lag, daglåns zet nun ein heller Tag. Unsterblichkeit und Gott und Pflicht erkennen wir in hellerm Licht. 3. Auf reiner Tugend hos her Bahn ging Jesus muth: voll uns voran, und lehrte uns nach Heiligkeit so stre: ben, wie es Gott gebeut. Geift erfüllet. Die Fins sterniß entfloh, und wo nur Nacht sonst lag, glänzt jetzt durch Sesum Chrift dem Geist ein heller Tag. 43. Durch ihn sind wir bes lehrt, der Tugend Bahn zu wandeln, nach dem Gesetz der Pflicht zu denken und zu handeln. Durch ihn fühlt froh das Herz Gott und Unsterblichkeit; es fühlt sich neu belebt mit Muth und Kraft zum Streit. 4. Auf! Laßt uns dieses Fest mit Herzensandacht fevern! Froh laßt uns den Entschluß zur Tugend heut erneuern! Auf! Bringet unserm Gott Anbetung, Preis und Dank, und laut erhebe sich des Herzens Lobgesang! [ 65.] 4. Durch Jesum ward in uns erneut der Glaube an Unsterblichkeit; als uns fern Vater lehrt er Gott uns treu verehren bis zum Tod. da 5. Fühlt, Christen, füh, let dieses Glück, und denkt an jene Zeit zurück, dieses Licht von Gott ers schien, und danket Gott und preiset ihn! [ 85.] Dolz. Mel. Nun danket alle G. ic. 115. Preist den Allgüs tigen, preiſt ihn mit uns, 116. Laßt uns mit ihr Brüder! Hebt euer Herz zu Gott, und singt ihm frohe Lieder! Auf! Fevert diesen Tag, da Jes sus hier erschien, frohem Herzensdank; ihr Christen, feyert ihn! mit 2. Der Erdkreis war verderbt, mit Finsterniß umhüllet; vom Aberglaus ben war der Menschen Dolf. Side 1400 Mel. Sey Lob und Ehr. ehrfurchtsvollem Dank den Gott der Lieb' erhöhen; mit feyerlichem Lobgefang des Heilands Fest begehen! Preis sey dem Vater, der ihn gab! Preis sey dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Mens schen. 2. Der ist kein Christ, der dieses Heil nicht schäßt und Erldsung und Erlöser. und lieb gewinnet. Nehmt froh an seiner Wohlthat Theil, und seyd ihm gleich gesinnet. Wer liebevoll, wie Jesus Christ, ein hel fer seiner Brüder ist, Der bringt ihm würdig Ehre. 3. Jm Armen laßt uns ihn erfreun, ihn kleiden, speisen, trånken, des Schwachen Schuß und Hülfe seyn, und fein dabey gedenken. Was wir den Seinen hier gethan, das sieht er, der Erlöser, an, als wär' es ihm erwiesen. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, der darf sich seiner trösten. Von ihm beglückt, von ihm belehrt, lobsingt ihm, ihr Erld sten! Es freue sich die Christenheit des Stifters ihrer Seligkeit! Dir Herr, sey ewig Ehre! [ 22.] Kraft. Mel. Lobt Gott, ihr ic. 117. Lobt Gott, ihr Christen, freuet euch! Es kam von seinem Thron, zu gründen unter uns fein Reich, herab des Höchsten Sohn. 2. Er kam nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und uns ein Führer auf dem Pfad zur Ewigkeit zu seyn. 95 3. Er kam, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn; vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 4. Er lehrt uns jedes Unrecht scheun, und gibt uns Kraft dazu; er schenket uns, wenn wir's beéreun, Begnadigung und Rub. 5. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Hims mel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hütte fällt, den frommen Geist kein Grab. 6. Eröffnet ist uns nun die Thür zu seinem Hims melreich. Christen, wie beglückt sind wir! Sobt Gott, und freuet euch! Nik. Hermann u. [ 56.] Diterich. In bekannter Melodie. 118. Gelobet seyft bu, ren bist! Geweiht sey dieser Jesu Christ, der du uns gebos Festtag dir! Zu deinem Preis se singen wir: Halleluja! 2. Dich, unsern Heis land, unsern Herrn, sahn die Völker schon von fern mit glaubensvoller Zuvers sicht, dich, aller Völker Trost und Licht; Halleluja! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an Denen, welche Erldsung und Erldser. 96 welche nie ihn sahn; auf fie, die Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab; Halleluja! 4. Jauchzt, Himmel! Ers de, freue dich! Gott vers söhnt die Welt mit sich; der Menschen fündiges Ges schlecht entsündigt er, macht uns gerecht; Halleluja! 5. Gelobet seyst du, Jesu Chrift, der du uns geboren bist! Deß freue sich die Christenheit, und danke die in Ewigkeit; Halleluja! [ 27.] Luther und G. B. Funk. Mel. Wer nur den lieben. 119. Auch dir ist Gotz tesGnad'erschienen; erheb', DSeele, Gott, dein Heil, und nimm, bereit, ihm treu zu dienen, im Glauben an dem Frieden Theil, den sein ers barmungsvoller Rath durch Chriftum dir bereitet hat. 2. Allein, wie theuer auch und wichtig für uns des Höchsten Friede ist: bleibt dennoch Deffen Hoffs nung nichtig, der sich vers läßt auf Jesum Christ, hoch ihn und sein Verdienst ers hebt, und doch im Dienft der Sünde lebt. 3. Willst du mit ihm schon hier auf Erden vers 2431544 20 eint, und angenehm ihm seyn: so mußt du gut und heilig werden; sonst ist dein Gottesdienst nur Schein. Ein Herz, von Sündenliebe rein, nur das kann Gott gefällig seyn. 4. Hätt' ich dieß Herz! Doch, ach! ich Schwacher, was kann ich jemals ohne dich? Erleuchte du, meinSes ligmacher, mit deiner Wahrs heit Lichte mich, und stärke mich mit deiner Kraft, die neues Leben in mir schafft. 5. Gib mir dein Herz!" Das ist dein Wille; ich geb' es dir zum Opfer hin! Du weißt, wie gern ich das ers fülle, was ich, mein Heil, dir schuldig bin. O hilfnur meis ner Schwachheit auf, und stärke mich zum Tugendlauf! 6. Die unermeßlich gros ße Liebe, die dich herab vom Himmel zog, dich aus erbarmungsvollem Triebe felbst in den Tod zu gehn bewog, die halte mich von Sünden ab, daß ich dir treu sey bis ins Grab! [ 99.] Sophie Herzogin v. Braunschweig. Mel. Warum sollt ich sc. 120. Laßt uns unserm Gott lobsingen! Hochers freut laßt uns heut ihm Verz Erlösung und Erldser. 97 Verehrung bringen! In der Müh', was ist sie ges des Himmels hohe Chöre stimmt ein: ,, Gott allein, unserm Gott sey Ehre!" gen ew'ge Freuden? 2. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freyen Tries ben zu uns her: so muß er wahrlich uns auch lieben. 3. Wenn euch nun die Sünden frånken: eilt hers zu! Suchet Ruh'; er will Ruh' euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensbliks fen! Zittert nicht; denn er spricht: ,, ich will euch ers quicken." 4. Eures Herzens banges Sehnen er. Kommt nun her! Opfert Freuden: thránen! Gnade tönet Gnade tönet euch entgegen. Welch ein Freund! Er erscheint Feins den selbst zum Segen. 5. Drückt euch hier des Lebens Plage: euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Brins get ihm an seinem Feste Ruhm und Preis; denn er weiß und verschafft das Beste. 6. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, um euch stark zu machen. Diese furze Zeit der Leiden und 150 7. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frey und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig foll freudenvoll sie mein Herz empfinden! nd the ot 8. Dir, mein göttlicher Befreyer, folg' ich nach, obgleich schwach, dennoch immer treuer. Keine Welts luft und kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. [ 90.] Gerhard u. C. F. Neander. is Mel. Wie schön leucht't ic. 121. Dank; Preis und Ehre, Gott sey dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in deinem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, um Die dem Efend zu entziehn, die schnöden Lüften dienen. Preis dir, das mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich von Sünz den frey zu sehen! 2. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir schon, eh' ich war, bewiesen? Du bahntest unter bitterm Leid auch mir den Weg zur Seligkeit; sey hoch dafür gepriesen! Durch Erldsung und Erlöser. 98 Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen, und einst volles Glück erlangen.no 3. D gib, daß ich an diesem Heil nun auch von ganzem Herzen Theil in wahrem Glauben nehme; daß ich hinweg vom Eits len seh', die Wege deiner Wahrheit geh', und deiner nie mich schäme, bis ich durch dich, wenn ich sters be, zu dem Erbe deiner Frommen einst auch mich feh' aufgenommen. dod 4. Dir bring' ich, Herr, ein dankbar Herz, bereit, in Freuden und im Schmerz, wie dir's gefällt, zu wan: deln. Verleihe du mir felbst die Kraft, nach dei nem Wort gewissenhaft zu denken und zu handeln! Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und einst droben wonnevoll dich ewig loben!. [ 100.] Diterich. Lehrgeschäft Jesu. Mel. Mir nach, spricht ic. 122.Mühseliger, komm her zu mir; ich, ich will dich erquicken. Mein Joch ist fanft, und meine Last soll dich nicht niederdrüks fen. Die Welt vergeht, und wer ihr traut, hat nicht auf festen Grund ges baut. Hoc aut 2. Wenn Kreuz und Widerwärtigkeit dir dei nes Lebens Tage verbits tern: lerne dann von mir, wie man sie fromm ertrage. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene Herrs lichkeit? 3. Wenn dich der Zus kunft düsire Nacht umhüllt mit bangen Sorgen: geht meines Lichtes Glanz dir auf, wie Sonnenlicht am Morgen. Der Glaube an Unsterblichkeit gibt Hoffs nung, Trost, Zufriedenheit. 4. Wenn weinend an dem Sterbebett die Deinen um dich stehen: dann ruf ich tröstend: hoffet, glaubt! Ihr sollt euch wiedersehen! Der Trennung Schmerz herrscht hier allein; dort wird nicht Tod, nicht Trens nung seyn. 5. Trau' nicht den Güs tern dieser Welt, die Zeit und Rost verzehren, und lern' zu deiner Ruhe fie, als Erdentand, entbehren. Such' Güter, die kein Rost verzehrt, kein Zufall raubt, kein Tod zerstört. 6. Auf, Dulder! Sey den Kämpfern gleich, die nach der Erlösung und Erldser. 099 der Krone ringen; mein fanftes Joch, Religion, soll dauernd Glück dir bringen. Sie ist's, die Muth zum Kampf gewährt; wohlDem, vor dir die Völker sahn, erleuchtet nur durch deine Wahrheit, zur Seligkeit die sichre: Bahn. Wie groß um uns ist dein Vers der ihre Stimme hört! dienst, du, der du uns zum Licht erschienst! 5. Ja, Preis sey dir, du höchster Lehrer, zum si flash bheil auch mir von Gott gesandt! D würde Jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Gib, daß ich deiner Wahrs heit treu, und ewig durch fie selig sey! mon [ 99.] aud Diterich. [ 62.] P. F. Weddigen. Hotels met nog Mel. Wer nur den lieben. 123. Auf Erden Wahrheit auszubreiten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, die, uns zu ew's gem Glück zu leiten, das Herz zur Gotteslieb' ents flammt: dazu erschienst du, Jesu, hier, ein Licht der Welt, ein Licht auch mir. 20 sid on a Mel. Gott des Himmels ic. 2. Um dieses Licht der Welt zu werden, wie wil 124. Aus der Fülle beis lig übernahmst du nicht die schwersten Leiden dieser Erden; und drückte gleich dich ihr Gewicht: so trugst du doch voll Gut und Huld sie gern, mit himmlischer Geduld. 3. Auch bis zu uns ist fie gedrungen, die Wahrs heit, die dein Mund ges lehrt. Auf ewig sey dir Lob gesungen, dir, der das Dunkel aufgeklärt! Du kamst: da ward zum lichten Tag die Nacht, die auf den Völkern lag. 4. Wir sehen nun in größrer Klarheit, als es ner Wahrheit, aus dem uns erschöpften Meer deineskich: tes floß die Klarheit unfree Heilserkenntniß her. Herr, dein Licht, Religion, strahs let uns durch deinen Sobn. 2. Doch Jahrtausende verflossen vor dem Anbruch dieses Lichts; viele Völker, Gott, entsproffen und vers sanken in ihr Nichts, die auf ihrer langen Bahn doch nur Morgendämms rung fahn. s 3. Daß du Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erde bist, und daß jedes Menschenalter 2 dir Erldsung und 100 dir, Herr, unterworfen ist, sahy einst schon die Vors welt ein, doch nicht hell, nicht klar und rein sid 4. Dich durch Heiligkeit verehren, nicht durch Opfers dienst allein, forderten schon Mosis Lehren, und nur dir ergeben seyn; doch dein Volk selbst hing aus Wahn falschem Gottesdienst oft 09792- ming 15. Von der Tugend groß sem Lohne sprachst du zu der Vorzeit schon; doch den uns vor deinem Throne aufges hobnen, ew'gen Lohn ahn: dete kaum noch die Welt; ben hat Jesus aufgehellt. an. 6. Konnte sie es früher faffen, ach! gern hättest du der Welt volles Licht früh scheinen lassen, alles Duns fel aufgehellt; aber selbst das schwächre Licht faßte jene Zeit oft nicht.big mist 7. Doch auch schon die schwächern Strahlen muß ten ihr zum Heile seyn, und von namenlosen Quas len den Verstand, das Herz befreyn; selbst uns brachte nach und nach jene Dâms merung den Tag. bod 8. Als den Höchstvollz tommnen kennen wir dich nun in Jesu Licht; Aller Vater dich zu nennen, gab er uns die Zuversicht. Fren 0 Erlöser. vom Opferdienst, nah'n wie uns in Geist und Wahrheit Car Mod dir. 34 de 9. Hilf, daß der voll kommnern Lehre wir uns Alle herzlich freun; und zu deines Sohnes Ehre ihr von Herzen folgsant seyn! Wer durch Lafter sie entehrt, ist des hellern Lichts nicht werth. [ 28.] Senffu. Tromler. 19tumi@ mo sidaisdade23 in Mel. Vater unser im Him. 125. Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich! An Weiss heit und an Liebe reich, bist du, sowohl durch Wort als That, der schwachen Mens schen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Glaus ben sich; und preist für deine Lehre dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bes kannt, wie wir, befreyt von Sündenschuld, uns würdig machen seiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium!' dot 3. Du sahest in der Gotts heit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was, nach des Höchsten weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; auch machtest du durch deis Erldsung und Erlöser deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen kund. 4. Du zeigtest uns durch Wort und That den Weg zu Gott, der Tugend Pfab. 126. Führer zur Voll Du bist das Haupt, du gingst voran; gib, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit fteter Treu dir nachzufolgen eifs rig sey! kommenheit, liebevoll kamst du auf Erden, Muster reis ner Sittlichkeit deinen Brüs dern hier zu werden. Un fer Herz klopft dir entges gen, Jesu, dir, der Mensch heit Segen! 5. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Vers söhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite fiets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Segen schafft! 6. Noch immer hilfft du deinem Bort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deis nen guten Geist, der Dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 101 Jesus, Beyfpiel und Mus de ster der Tugend. ald 7. Mein Heiland, send' ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ', von Eigendünkel mich bes frey', damit ich dir gehors sam sey; bis mich dereinst in Ewigkeit ein hellres Licht ben dir erfreut, [ 84.] S. Rambach. non Mel. Liebster Jesu, wir xc. 2. Unserm Geifte gabst näher kennen, und mit fros du Licht, lehrtest uns Gott her Zuversicht unsern Schö Pfer, Vater! nennen, der schüßzet und uns gibt, was uns liebt, versorgt, bes wahrhaft nüßet. 3. Du haft uns der Menschheit Werth durch dein Leben, deine Lehre, die von Gott kommt, aufs geklärt; lehrtest uns des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Laster überwinden. 4. Dann auch, wenn das Auge bricht, Grabess schrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist ins beßre Leben, in das Land volls, kommner Freuden, daß wir sanfter können scheiden. 5. Dankt, o Christen, betet an! Laßt uns Chris stum 102 Erldsung und Erldser. stum herzlich ehren, wans und sein Vater liebt' ihn deln auf der Tugend Bahn wieder. willig folgen seinen Lehren! Fevert seinen Tag, ihr Frommen; er ist euch zum Heil gekommen. [ 54.] 5. Willig ließ er sich herab zu den Sündern, zu den Schwachen; trug sein Kreuz und ging ins Grab, um sie glaubensvoll zu mas chen, um mit Gott sie zu versöhnen, und zur Tus ngend zu gewöhnen. Demme. Mel. Liebster Jesu, wir ic. 127. Niedrig und in 6. Immer soll bein hols Dürftigkeit lebte Jesus des Bild, Heiland, mir einst auf Erden. Ihn, den vor Augen schweben! Im Herrn der Herrlichkeit, mer will ich sanft und mild drückten Mangel und Bes meine Zeit, gleich dir, schwerden: aber still und durchleben, und, wenn Ans ohne Klagen wußt' er seine dre mich verkennen, doch Last zu tragen.mich nie von Liebe trennen! 2. Er entäußerte sich gern feiner göttlich hohen Rech. te, und, von eitlem Glanze fern, trat er in den Kreis der Knechte; denn er war bier nur erschienen, um in Demuth uns zu dienen. 3. Das Geräusch der großen Welt, Rang und Pracht und schnöde Freus den, und was Thoren sonst gefällt, konnte nie sein Herz beneiden. Seine Von ne war's, im Stillen Gottes Rathschluß zu enthüllen. 4. Nur der Ehre werth zu seyn, aber nie fich zu ers heben; nur die Menschen zu erfreun, war fein heilis ges Bestreben. Ach, er liebte fie, wie Brüder, 7. Weise, fromme Thas tigkeit will ich stets für Ehre achten, und, entfernt von Gram und Neid, nies mals meinen Stand vers achten. Nur auf Sünden ruhet Schande, aber nicht auf niederm Stande. 8. Herr, mein Reichs thum sen ein Herz, das den Armen nie verachtet, und auch unter Hohn und Schmerz stets nach höhern Gütern trachtet! Solch ein Herz wird schon auf Erden deinem Herzen ähn lich werden. 9. Aus der Tiefe schwangst du dich zu des Himmels Freudenhöhe. Heil mir ewig, wenn ich auch dort vor Erldsung und Erlöser. vor deinem Throne stehe! D. dann schau' ich, fern vom Staube, was ich hier nur hoff' und glaube. [ 54.] Reche. Mel. Mir nach spricht ic. 128. O Jefu, wahrer Frömmigkeit vollkommen, stes Erempel! dein Herz, dem Vater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel, dein Wandel rein von als ler Schuld, Gott werth und würdig seiner Huld. 2. Wer war wohl eifris ger, als du, zu thun des Vaters Willen? Du fans dest darin Seelenruh' und Ruhm, ihn zu erfüllen. Nicht deine Ehre war dein Ziel: du suchtest nur, was Gott gefiel. 3. So oft dein Blick Vers irrte sah, warst du voll eds ler Schmerzen; doch, wenn des Vaters Wort geschah, quoll Freud' aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein ganzer Sinn; auf ihn fah stets dein Auge hin. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath, zum Heil für uns, zu leiden. Wie er die Liebe felber ist, so warst 103 du's auch, Herr Jesu Christ! 5. Du zeigteft, daß die größte Noth dich nicht zum Murren reize; wardst Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz ze; auch da war deine Zus versicht der Herr allein; du wanktest nicht. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm, trots alles Spottes. Dein Hoffen war im bångsten Schmerz die sichre Hülfe Gottes. Und, was du hoffe test, ist geschehn: Gott half dir, höcte auf dein Flehn. 7. Mit Ehr' und Preis von ihm gekrönt, lebst du bey ihm in Freuden. Dort herrschest du, und die ers tönt nach ausgestandnen Leiden das Lob, deß du so würdig bist. D selig, wer dir ähnlich ist! 8. Hilf, daß ich dein Erempel mir, o Herr, zum Muster setze, und meinen Gott, gesinnt gleich dir, weit über Alles schätze; mit Freuden seinen Willen thu', und ganz in seiner Fügung ruh'! [ 62.] Diterich. Mel. Schmücke dich, o ic. 129. Vorbild wahrer Men: 104 Erlösung und Erlöser. Menschenliebe, Jesu, beis nes Mitleids Triebe zogen dich herab auf Erden, der Verlornen Heil zu werden, und für sie dein theures Les ben in den Tod dahin zu geben. Wo ist Jemand, der die Größe deiner Lieb und Huld ermesse? 2. Ohne Vortheil zu bes gehren, sich in Andrer Dienst verzehren, Gutes Jedem gern erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, auch an Feinden Wohlthun üben- das heißt, Mens fchen göttlich lieben! Herr, dein ganzes Herz durch glühte diese himmlisch reine Güte. ben bein beständiges Bes streben. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Sünd' und Strafen abzus wenden, unter frecher Mörz der Händen Angst und un erhörte Schmerzen litteft mit gelaßnem Herzen, als ein Misfethäter starbest und uns ew'ges Heil erwars best! SER 4. Menschenfeelen zu bes glücken, Reuerfüllte zu ers quicken, Unverständige zu lehren, Abgewichne zu bes kehren, Sünder, die sich felbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken- dieß, Herr, war in deinem Les 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, deine Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästers ten, zu fegnen, deine Mörs der zu vertreten, und für sie zu Gott zu beten. 3. D du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen, auf 7. Demuth war bey fein redliches Verlangen, Spott und Hohne deiner Hülfe, Ruh' und Troft Tugend Schmuck und Kros empfangen? D, wie pflegene; nie hast du nach Ruhm test du zu eilen, das Ges getrachtet, noch auf Mens betne zu ertheilen! Freude schenlob geachtet. Deines war dir's, Seligkeiten schon Baters heil'gen Willen mit auf Erden zu verbreiten. Gehorsam zu erfüllen, und uns Heil und Trost zu ges. ben, war der Zweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu reis chem Segen, deinen Wana del oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hoffnung bey die TO DE Erlösung und Erldser. die finden! Gib zur wahren Menschenliebe Kraft und ims mer rege Triebe! Laß mich immer mehr auf Erden deis nem Bilde ähnlich werden! [ 77.] Rambach u. Diterich. Mel. Wo Gott der Herr, ic. 130. Welch Welch hohes Beyspiel gabst du mir, Ers löser, durch dein Leben! Sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nachzuah men streben? nicht gehn den Weg, den du betratst? nicht willig thun, Herr, was du thatst, und so dir ähnlich werden? 2. Dein Herz, von Süns de nie entweiht, war rein, wie deine Lehre; dein gans zer Wandel Heiligkeit, dein Streben Gottes Ehre; an dir, Herr, fand man keis ne Schuld, und dennoch trugst du voll Geduld der Leiden schwerste Bürde. 105 Schwachheit deiner Freuns de; mit Sündern hattest du Geduld und bat'st für deine Feinde; gehorsam immer deinem Gott, warst du ges lassen bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuze. 4. Du trugst mit Sanfts much und mit Huld die 5. Dieß große Beyspiel hast du mir zum Vorbild hinterlassen, daß ich gesins net sey, gleich dir, in meis nem Thun und lassen. Sey standhaft ,, Sey standhaft- sprichst du,- so wie ich; komm, fols ge mir, und sich auf mich, und wandle meine Pfade." 6. Ich komme, Herr; gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Schüler sey, und nicht mich nur zum Schein fo nenne; damit ich deinem Vorbild treu, und Andern felbst ein Beyspiel sey, dir Jesu nachzuwandeln. [ 103.] Rambach u. Beiffe. Mel. Die Tugend wird ic. 3. Der Kummervollen Troft zu seyn, zu wehren 131. Gedenk' ich, Heis jedenr Leide, stets wohlzus thun und zu erfreun, war dir die größte Freude; und jede Thräne, jeder Schmerz erregte schnell dein sanftes Herz zum Mitleid und Ers barmen. land, an das Leben, das du auf Erden haft geführt: wie innig fühlt, dich zu erhes ben, sich dann mein gans zer Geist gerührt! Ich seh', wie deiner Tugend Größe durch all' dein Thun sich mir verklärt; und, Herr, je mehr ich sie ermesse, je mehr Erlösung und Erlöser. 106 mehr empfind ich deinen Werth. 2. Nur wohlzuthun war deine Freude, Erbarmen Erbarmen deine Seligkeit. Du wehrs test gern dem Menschenleis de, und warst zum Helfen ftets bereit; befreytest Mens schen gern von Sünden, brachst Hungrigen so gern das Brod, verschafftest das Gesicht den Blinden, und halfft von Krankheit, halfft vom Tod. sen, und nicht fühlen, wie werth du unsrer Ehrfurcht bist? dran denken, und mit Dankgefühlen dein Lob nicht singen, Jesu Christ? Doch, Herr, dein tugends reiches Leben soll nicht bloß unser Loblied feyn: du rufft dadurch uns zum Bes streben, der Tugend uns, wie du, zu weihn. 6. Verleih' mir selbst, dir nachzuahmen, Erlöser, Stärke, Muth und Treu', damit ich nicht bloß nach dem Namen ein Christ, nein, auch durch Thaten fey. Nie laß mich von der Tugend weichen; auch auf des Lebens rauhster Bahn, hilf mir dein hohes Bild ers reichen, so weit es meine Schwachheit kann! [ 15.] Frau von der Recke. til range Mel. D Gott, du frommer. Yes 40 The 4. Und o, mit welcher fanften Seele trugst du 132. Preis dir, Herr Jesu Christ, Dem Alter, wie der Jugend, warst du, als Pilger hier, ein Vors bild ächter Tugend. Von frühster Kindheit an bes trat'st du ihren Pfad, und ehrtest deinen Gott mit Herz und Mund und That. 3. Zum Heil der Welt gabst du in Schmerzen dich hin; du fühltest ihr Ges wicht, und klagtest zwar: doch deinem Herzen entwich Vertraun zum Vater nicht. Laß diesen Kelch vorüber gehen!" riefst du in deis ner Seelenpein: jedoch dein Wille soll geschehen, der meine nicht! Ganz bin ich dein!" die Schwachen in Geduld! Wie großmuthsvoll vers gabst du Fehle und auch die allerschwerste Schuld! Selbst unter deiner Môr der Händen riefst du für fie voll Mitleid noch, von ihnen Elend abzuwenden: vergib es ihnen, Vater, ,, doch!" 5. Wer kann dieß wis 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unbefleckt von Sünde floh deine Ju gend Erldsung und Erldser. 107 Bahn sahst du mit Heiterm Blick den großen Lohn dir nahn. 7. So kann auch ich dereinst, o Jesu, ohne Bes ben in deines Vaters Hand die Seele übergeben, wenn, unbefleckt und rein von des Gewissens Schuld, sie dir, Herr, ähnlich ist an Tus gend und Geduld. 8 Blick', o mein Geist, auf ihn! Verschmäh' des Lasters Freuden! Der Süns de Lohn ist Tod, und ihre Frucht ist Leiden. Wie er, so weih' auch du Gott deine Lebenszeit; dann gehst du auch, wie er, ins Reich der Seligkeit. [ 71.] Niemeyer. gend hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon das nur, was Gott gefiel! Ihm angenehm zu feyn war deines Strebens Ziel. 3. Du bliebest immers fort bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreus zestod mit Freuden zu ers füllen. Du trugest mit Geduld Verlust und Müh' und Schmerz; sahst die Beglückteren, und neidlos blieb dein Herz. 4. Nie hast du deine Pflicht, die kleinste nie verleßzet; nie Leidende ge: fehn, und nicht mit Trost ergößet; stets hast du Jrs rende gewarnt, belehrt, ges rührt, und sie mit Freuns desband auf beffern Weg geführt. Leiden Jefu. 5. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiches Mel. Herzliebster Jesu, c. leyen, dort lockender Ges 133. Gott, der ku für winn, hier bittrer Feinde Drauen umgaben immer dich; doch der Gedank an Pflicht gab dir in Schwach, heit Kraft, in Finsternissen Licht. 6. Voll hoher Seelens ruh' bliebst du bis an dein Ende; empfahlest still den Geist in deines Vaters Hande. Vollendet war dein Lauf; am Ziele deiner uns deinen Sohn gegeben, wer kann doch deine Huld genug erheben? Wie herrs lich zeigst du im Erlösungs werke der Liebe Stärke! 2. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und ihm zumRetter deinen Sohn selbst schenkest? Was findest du an mir und an uns Allen für Wohlgefalen? 3. D welche Tiefe dei: ner Erldsung und Erlöser. 108 ner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust weit mehr zu unserm Wohl, ergehen, als wir verstehen. 4. Ach, lehre diese Huld mich recht erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vas ter nennen, und vollerDanks barkeit mein ganzes Leben dir, Gott, ergeben! 5. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen; im Glück sey er mein Stab, mein Trost in Schmerzen; er geb' mirkräfte, deinen gus ten Willen treu zu erfüllen! 6. So werde das, was Jesus uns erworben, da er so großmuthsvoll für uns gestorben, durch deine Huld, zu meinem ew'gen Heile, auch mir zu Theile! [ 38.] Liebich. Mel. Nun last uns den L. c. 134. An Jesu Leiden denken wir, o Vater, jetzt und danken dir, daß du ihm Muth und Kraft vers liehn, sein Werk so stands haft zu vollziehn. 2. Wohl uns! Auch uns zu gut betrat fein Fuß den schmerzensvollen Pfad; auch uns strömt Besrungs kraft und Ruh' aus seinem bittern Leiden zu. 3. Daß du uns als ein Vater liebst, den Reuens den die Schuld vergibst; daß ewig unsre Seele lebt, und sich zur bessern Welt erhebt. 4. Daß Jesu Lehre fest besteht, und daß sein Reich nie untergeht: den großen Trost von dir, o Gott, bes lebt und sichert Jesu Tod. 5. Er gibt uns feste Zus versicht; denn ohne Hoff nung, Ruh' und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer ihn verschmäht. 6. Mit Dank und Freus de folgen wir, nach Jesu Beyspiel, Vater, dir, und hoffen einst in Ewigkeit der Tugend hohe Selig, feit. [ 67.] Niemeyer u. Diterich. 38-2 sud undlic Mel. Wer nur den lieben ic. 135. Laß mir die Fever deiner Leiden, o großer Duls der, heilig seyn! Sielehre mich, die Sünde meiden, und dir mein ganzes Leben weihn, der du der größten Schmerzen Last zu meinem Heil getragen hast. 2. Ach, in den stillsten meiner Stunden will ich nach deinem Kreuze sehn, und dich, o Herr, für deine 109 3. Selbst zu des Kreuzes Schmerzen entschlossen und bereit aus liebevollem Hers zen, und doch mit Bangige keit erfüllt, lagst du im Staube, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht geschreckt! 4. Auf dich, der Mens schen Bester, drang Angst auf Angst herzu; und doch hing Niemand fester an seinem Gott, als du. Sollt ich den Kelch nicht trine ken, den mir mein Vater reicht?" dieß ließ dein Herz nicht finken, war's gleich so tief gebeugt. 11 5. Entsagend allen Freus den gingst du mit hohem Muth, das Schrecklichste zu leiden, selbst deiner Feinde Wuth und ihrer Schaar entgegen, die blutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 2. Hier sahst du schon bereiten dein Kreuz auf Golgatha; fahst dich den Grausamkeiten ergrimmter Haffer nah'; sahst deine Grabeshöhle und fühltest Todesnoth. Betrübt war 7. Der Menschen Heil deine Seele, betrübt bis zu fördern, gabst du mit an den Tod.fanftem Sinn dich willig Judge 6. Mit welcher Geistess stille trugst du das Unges mach, das aus der Bosheit Fülle gehäuft nun auf dich brach! Du scheutest keine Schmerzen, die die ihr Grimm gedroht; zu schwer war deinem Herzen felbft nicht der Kreuzestod. deiz Erlösung und Erlöser. deine Wunden mit heißem Herzensdank erhöhn. Ers messen will ich deine Huld, und reuvoll fühlen meine Schuld. 3. Mir sollen diese Feyer: zeiten nicht unbenutzt vors überfliehn. Ich will dich an dein Kreuz begleiten, und wilden Freuden mich entziehn. Nie komm' es, Herr, mir aus dem Sinn, daß ich durch dich erlöset bin! [ 99.] G.L. Meister u. Ribbeck. hid Um Dehlberge. Mel. Befiehl du deine ic. 136. Du, der voll ho, her Liebe sich bis zum Tod' und Grab dahin, aus freyem Triebe, zu unsrer Nettung gab! Ach, unter welchen Plagen schloß, Jes su, sich dein Lauf! Mit Zitz tern und mit Zagen stiegst du zum Dehlberg auf.d Erlösung und Erldser. 110 deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe: doch du bliebst ruhevoll. So start war deine Liebe zu uns und unserm Wohl! 8. Freund der Mens schenkinder, den nun kein Leid mehr drückt, wie hoch hast du uns Sünder durch deinen Tod beglückt! Durch ihn ist uns bewähret des Vaters Gnadenrath, den uns dein Mund erkläret, und fest versichert hat. 9. Wie viel sind wir die schuldig, daß du die schwere Last des Kreuzes so geduldig für uns getragen hast! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben! Nimm unser Opfer an! Diterich und J. [ 10.] prinsdould J. Mayer. Mel. Wenn meine Sünd ic. 1998 137. Vor deinen Bli cken schwebte der nahen Martern Heer, und deine Seele bebte erschüttert, Heiligster! Dahingesunken in den Staub, von aller Welt verlassen, warst du der Schmerzen Raub! 2. Auch sie, die so ents schloffen, so männlich dich bekannt, sie waren nun verdroffen, vom Schlums mer übermannt; sie sahen deiner Seele Schmerz vor Augen; aber keiner sprach Tröstung dir ins Herz. 3. Doch, du ertrugst die Schwachen mit göttlicher Geduld; du gingst, sie stark zu machen, und sprachst mit fanfter Huld: wie kons net ihr jetzt schlummern? Wacht, o wacht mit mir, und betet! Nah ist des Feindes Macht!" 4. Du Tröster schwacher Brüder, nimm meiner auch dich an! Wie leicht, Herr, fint' ich nieder, verführt durch eitlen Wahn! Ach, oftmals schlummr' ich sorgs los ein; bin ruhig in Gefahs ren, die meiner Seele draun. 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist vers drossen machen, und gib mir Kraft im Streit! Flöß' mets ner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: ,, wach' und bete! BaldistdieKronedein." [ 95.] un Sturm. Falsche Anklage. Mel. Seelenbräutigam ic. 138. Seiland, hilf mir still, wenn es Gott so will, der Verläumdung Schmach erdula Erlösung und Erldser. 111 erdulden, nie durch Nach ich, Gottes Sohn, durch gier sie verschulden, und, wie du, so rein von Vers schuldung seyn! dich alle Låstrung überwins den, und den Lohn der Unschuld finden, den du mir erwarbst, als du für mich starbst. chi s [ 78.] Anonym. u. Reche. derlegtest du durch Schweissentrada 2. Deine Seelenruh' nahm im Leiden zu. Selbst die Lügen falscher Zeugen wi Mißhandlung. gen. Ohne je zu drohn, trugst du Spott und Hohn. Mel. Herzliebster Jesu, xc. 3. wann lernt mein Herz auch, wie du, den 139. Unschuldigfier, Schmerz, so verkannt zu du hattest nichts verbros fenn, ertragen ohne un chen; doch ward das Todesz muthsvolle Klagen? Wann urtheil dir gesprochen! Du, führt edler Sinn zur Ges Heiligster, warst ja in Mis duld mich hin? sethaten niemals gerathen. 4. Was die Welt verz ehrt, gibt noch keinen Werth: nur ein ruhiges Gewissen fühlt sich wahrer Schmach entriffen. Deine Huld allein kann mich stets erfreun. kas sain 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeis felt, und, von Schmerzen schon entkräftet, ans Kreuz geheftet. Tils 12.0 5. Find' ich Trost bey dir: o was fehlet mir? Warum sollt' ich mich erhe, ben, und nach Menschen benfall streben? Demuth ehret mich, und wird leicht durch dich. nad Ad 3. Was ist die Ursach als ler solcher Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen; zu ihrer Tils gung hast du, Herr, erdul det, was wir verschuldet. 6. Ja, was acht' ich Spott, liebt mich nur mein Gott? Still und furchtlos will ich dulden; frey von eigenem Verschulden, trugst, du, Heiligster, willig noch weit mehr. 4. O große Lieb! Lies be, kaum zu fassen! Auch mir zum Heil hast du dich martern laffen. Damit ich lerne, Sünden ernstlich meiden, willst du, Herr, leiden. 7. Endlich werd' auch 5. Unendlich groß, Herr, ohne alle Schranken, ist deia Erldsung und 112 Erlöser. Jefus am Kreuz. deine Huld; wer fann dir würdig danken? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug Mel. Wie wohl ist mir, o ic. 6. Doch dir gefällt's, 140. Dein Leben, Jes wenn ich den Hang zur Sünde, aus treuer Gegen: liebe, überwinde; drum sey forthin mein Herz, mein ganzes Leben; dir, Herr, ergeben! fu war auf Erden voll Liebe; Liebe jede That. Ein Opfer für die Welt zu werden, war dein erbarmungsvoller Rath. Ihn zu vollziehn, gingst du mit Freuden den Weg des Todes und der Leiden, den unsre Rettung dir gebot; warst voll Ers barmen gegen Feinde, und liebtest deine schwachen Freunde; du liebtest fie bis in den Tod. 802 7. Gib felbft zu die: sem seligen Geschäfte mir Schwachen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe, und mich regiere! 8. Dann werd' ich danks voll deine Huld betrachten; dich lieben, und die Luft der Welt verachten; mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Dros hen achten, keine Schmach noch Plagen; mich sollen auch des bångsten Todes Leiden nicht von dir scheiz den! 10. Empfang' ich einst vor unsers Gottes Throne, gleich dir, des Himmels Geligkeit zum Lohne: dann will ich würdiger dein Lob befingen, und Dank dir bringen. sds Jos Heermann u. [ 38.] Diterich.de 2. Selbst in den grauen vollen Stunden, da du den Kelch des Todes trankst, und bey der Qual, die du empfunden, erschöpft zur Erde niedersankst; auch da ermanntest du dich wieder, um deiner schwachen, sichern Brüder Erinnerer und Schutz zu seyn. Du trugst mit Nachsicht ihr Versehen, und eiltest ihnen beyzustes hen, und von Gefahr fie zu befreyn. 3. Mit welcher göttlich großen Treue veziehst du dem verirrten Freund, als er, gequält von Schmerz und Neue, so bitterlich den Fall beweint! Dein Blick voll Majestät und Gnade rief Erlösung und Erldser. rief den Gefallnen von dem Pfade des Leichtsinns und der Sicherheit. Bey deiner eigenen Pein den Schwas chen durch sanften Zuspruch stark zu machen, war für dich Trost und Seligkeit. 4. Du hångst am Kreuz! Die Frevler haben, o Heis ligster, mit bittrer Wuth die Hand und Füße die durchgraben; aus allen Adern strömt dein Blut! Doch, du, so wenig sie's verdienen, flehst laut: ,, vers gib, mein Vater, ihnen; was sie jetzt thun, verstehn fie nicht! Es strömt auf dich von tausend Zungen das schwarze Gift der Lästes rungen: du aber schweigst, und rächst dich nicht. 5. Kein Schmerz erstickt die edlen Triebe der Zärts lichkeit in deiner Brust. Im Tode noch bist du die Liebe, bleibt wohlzuthun noch deine Lust. Der Schäs cher fleht: ,, Herr, denke meiner!" Du hörst sein Flehn, erbarmst dich seis ner, und öffnest ihm das Paradies. Nun, als ein Sünder Heil gefunden, fühlst du weit minder deine Wunden und deines Hers zens Kümmerniß. 6. Bey eigner Angst siehst du die Deinen und 113 ihr zerrißnes, wundes Herz; siehst sie untröstbar dich bes weinen, und fühlest ganz der Theuren Schmerz. Du, dessen Qual kein Herz ers weichte, dem Niemand Trost und Labung reichte, spric Trost noch den Verlaßnen ein. Sie fühlen deines Trostes Segen; nun siehst du froh dem Tod' entgegen, trågst noch gelaßner deine Pein. 7. D Wunder der Erbars mung! Keiner von Gottes Engeln liebt, wie du; von den Erschaffnen auch nicht Einer, o Welterlöser, liebt, wie du! Der Ruh' des Les bens, allen Freuden ents sagen; selbst die Todesleis den, des Kreuzes tiefe Schmach nicht scheun; auch sterbend Feinde noch vers treten, um Gnad' und Rettung für sie beten kann eine Liebe größer seyn? 8. Herr, diese hohe Liebe bete, wer an dich glaubt, mit Ehrfurcht an; es müsse deiner Todesstätte sich danks voll, wer dich kennet, nahn! Da steh' er unter deinem Kreuze, daß ihn dein hohes Beyspiel reize, der Mens schen wahrer Freund zu seyn; da lern' er, ohne Drohn und Klagen die Lasten seiner Brüder tras $ gen, Erldsung und Erldser. 114 gen, und gern Beleidigern verzeihn! 9. Mein Herz zur Liebe zu entzünden, blick ich hins auf nach Golgatha; der Rachsucht Reiz zu überwin den, erwag' ich dann, was dort geschah. Gern will auch ich die Feinde lieben; nicht Einen will ich je bes trüben, für den du littest, Jefu Chrift! Ich will, o Göttlicher, mit Freuden Beschwerden für die Mens schen leiden, für welche du gestorben bist! 10. Seh' ich im Geist dich, Heiland, bluten; denk ich an deine Todespein: so weck in mir den Trieb zum Guten, den Trieb, ein Men schenfreund zu seyn! Hilf mir, wie du, den Feind er quicken, wie du, den Leiden: den beglücken, wie du, der Armen Beystand seyn: so folgt mir der Erquickten Gegen; einst eilen sie mir froh entgegen; sich über meinen Lohn zu freun. [ 101.] Sturm. Jesu Worte am Kreuz. Mel. Wiewohl ist mir, o ic. 141. Mit heil'ger An dacht Blicken sehen wir heut hinauf nach Golgatha, auf dessen furchtbar dunkeln Höhen, was unser Geist kaum faßt, geschah. Wir hören an des Todes Pforte des hohen Dulders letzte Worte, und nehmen glaus bensvoll sie an. Sie kön nen Tröstung uns im Les ben, sie können Trost im Tod' uns geben, wenn sonst nichts mehr uns trösten kann. 2. Schon zeigt der Bluts berg sich von weiten. Ers schrick und zittre, frommes Herz; sieh deinen Netter, sich ihn streiten, und wers de ganz Gefühl, ganz Schmerz! Sieh ihn, den Mördern übergeben, dort unter Codesqualen beben, und dennoch leiden mit Geduld. Was fühlt er nicht in diesen Stunden! Nie hat's ein Sterblicher empfunden: und Alles litt er ohne Schuld. 3. Gelassen bey den größ ten Schmerzen, fleht er für seine Feinde nun, und ruft mit fanftmuthvollem Herzen: sie wissen, Gott, nicht, was sie thun!" Der göttliche, der größte Bes ter fleht liebreich noch für Misfethäter, die Schöpfer seiner Pein und Schmach. O Mensch, den Rach' und Zorn verführen, laß dich durch Erldsung und Erldser. durch dieses Beyspiel rüh: ren, und bete dem Versöh ner nach. 4. Welch Beyspiel kind, lich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger sei ner Liebe die Mutter, eh' er starb, befahl! Ach, wird mein Aug' einst um die Meinen in meiner letzten Stunde weinen; so soll dieß Wort mir Trost vers leihn. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßzen strebte, wird auch der Meinen Helfer seyn. 5. Gott straft beharrli che Verbrecher; Gebesserte verwirft er nicht. Hört, Reuige, hört, was zum Schacher, der sich bekehrt, die Liebe spricht: ,, du wirst, ruft Jesus ihm entgegen, noch heute, deines Glaus bens wegen, mit mir im Paradiese feyn!" Erhalt' mich, Herr, mit dir im Bunde: dann wird dieß Wort aus deinem Munde auch mir im Tode Trost verleihn.onst 6. Wer kann die hohen Leiden faffen, als Christus an dem Kreuze rief: ,, mein Gott, wie hast du mich verlaffen! Wie beuget mich dein Rath fo tief!" was 115 hat der Sohn nicht da empfunden! Und doch blieb selbst in diesen Stunden sein Vater seine Zuversicht! Verlassen ach! von Gott im Sterben, laß mich im Tode nicht verderben! Mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 7. ,, Mich dürftet," klagt, erschöpft von Schmerzen, entblößt von Allem, was erquickt, der Göttliche, der Aller Herzen mit Trost und Liebe gern erquickt. Noch immer ruft er um Erbars men aus tausend hilfsbes dürft'gen Armen, die Huns drückt. D selig, wer den ger, Durst und Mangel Ruf erfüllet! Denn, wer den Durst des Armen stils let, Der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren Leiden. Der Heiz land spricht: ,, es ist voll, bracht!" Wort des Sieges, Wort der Freu den, du nimmst dem Tode feine Macht! Heil uns, Heil uns! Wer darf es wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen? Er starb für uns, und wir sind sein. Gib, daß am Ende meis ner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: es ist H2 voll: 116 Erldsung und Erldser. vollbracht; ich bin nun dein! 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Erlöser, soll das meine seyn in meiner letzten, bängsten Stunde auch ich bin Gottes dann und dein! Du riefest: ,, Vater, ich befehle in deine Hände meis ne Seele, die allen Mens schen Heil erwarb!" Nun war das große Werk volls endet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft fein Haupt, und starb. Seme 10. Dich, Mittler, will ich ewig ehren, will ewig deinen Ruhm erhöhn! Ich weine dir des Dankes Zähs ren; du wirst dieß Opfer nicht verschmähn. Du bist zu meinem Heil gestorben, haft sterbend Leben mir ers worben, besiegt des Gras bes furchtbar Graun. Du, Held, zerbrachst des Todes Banden; zum Leben bist du auferstanden, und ich- werd' einst dein Antlig schaun. [ 101.] Bachof von Echt. Mel. Freu dich sehr, o ic. 142. Mitten unter eignen Schmerzen fühlt mein Heiland fremdes Leid; fühlt's mit liebevollem Hers zen, das so gern mit Trost erfreut. Auch am Kreuz auf Golgatha, seiner letzs ten Stunde nah', freut sein Herz sich noch auf Ers den des Betrübten Trost zu werden. 2. Nicht vergebens flehet Einer der mit ihm Gekreus zigten: Hert, ach! Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich wirst gehn! Voller Huld ruft er ihm zu: ,, wahrlich! heute noch wirst du mit mir, aller Angst entnommen, zu dem Paradiese kommen." 3. Theures Wort aus Jesu Munde, welchen Trost gewährst du mir! In der finstern Todesstunde dank ich meine Ruhe dir. Wenn auch meine Hütte bricht, bleibt mir doch die Zuversicht, daß ich dann zur Himmelshöhe und zu ihren Freuden gehe. 4. Ruhig kann ich also fierben: meine Seele stirbt doch nie, und ihr drohet kein Verderben; auch kein Schlaf betrübet sie, wo fie erst aus langer Nacht nach Jahrhunderten ers zum Leben durch den Tod wacht; augenblicklich wird sie sich erheben. 5. Der du sterbend meis ner Seele diesen Trost vers fichert Erldsung und Erldser. fichert hast, daß die düstre Grabeshöhle fie nicht, wie den Leib, umfaßt, Jesu, ewig Dank sey dir! Heilig sey die Hoffnung mir, die du auf ein beßres Leben deinen Freunden haft gegeben! 6. Herr, fie reize mich zum Fleiße, ganz mich deis nem Dienst zu weihn, und dein Jünger, wie ich heiße, in der Wahrheit auch zu seyn! Unter Sorgen, Gram und Schmerz stärke sie mein schwaches Herz, mit Ges duld die kurzen Plagen dieses Lebens zu ertragen. [ 26.] Frau v. d. Recke. Mel. In allen meinen zc. 143. Wer kann die Leiden faffen, die du, o Herr, gelassen für mich erduldet haft? Daß ich gerettet würde, trugst du die schwers ste Bürde, und übernahmst auch meine Last. 2. Laß deine letzten Stuns den, die Qual, die du ems pfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden den Dienst der Sün, de meiden, und die mich jetzt und ewig weihn! 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in To desschmerzen für deine Fein de bat. Wie du, will ich 117 mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt auch er nicht, was er that. 4. Du tröstetest den Ars men, der sich auf dein Ers barmen am Kreuze fest vers ließ. Auch ich bin, wenn ich sterbe, war ich dir treu, dein Erbe, und folge dir ins Paradies. 5. Du sorgtest, voll von Liebe, aus regem Mitleids triebe, noch für der Deis nen Ruh'. Ach, wenn auch ich muß leiden, und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu. 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Keiner labte dich. Warum Durst noch klagen, und follt' ich denn beben wenn Leiden mich umgeben? Du labst durch deine Tröstung mich. 7. Du riefft voll tiefer Trauer im bangen Todes schauer: verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblaffen: du wirst mich nie verlaffen; du fühls test selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: mein Werk ist nun vollbracht! Lehr' es auch mich vollbringen, und einft zum Ziele dringen durch Erlösung und Erlöſer. 118 durch meines Todes finstre Nacht. 9. Du gabst am Leidens, ende in deines Vaters Håns de getroft die Secle hin. Wenn ich auch meine Seele ihm' einst, wie du, befehle: dann ist der Tod mir nur Gewinn. 10. Für Sünder, meine Brüder, sank, Herr, dein Haupt hernieder; duschliefst in Frieden ein. In mei nem letzten Kummer soll mir dein Todesschlummer noch Labsal und Erquickung feyn! [ 49.] C. G. L. Meister. Mel. In allen meinen c. 144. Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! Dein Heil sinkt in den Tod; der große Herr der Ehren låst willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. or 2. Komm, schaue seine Schmerzen; erwäge, was im Herzen, sich keiner Schuld bewußt, der heil'ge Dulder leidet, bis seine Seele scheidet aus der von Qual erschöpften Brust. 3. Wer ist's, der dich geschlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebür: det hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder, und rein von aller Missethat! 4. Du gingest meinets wegen dem Todeskampfent: gegen mit wahrem Heldens muth; du starbst, mir vom Verderben Errettung zu erwerben, und litteſt Ala les mir zu gut. 5. Wie bin ich dir vers bunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefsten Danka barkeit! Dir sen mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jesu, Leib und Seel' geweiht! 6. Es soll dein Ted und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Augen seyn; in meinen Christenpflichten mich tåge lich unterrichten, und mir zur Tugend Kraft vers leihn! Find 7. Dein Beyspiel foll mich lehren, des Höchsten Rath zu ehren, gehorsam ihm zu seyn; die Brüder treu zu lieben, und, wenn fie mich betrüben, mit edlem Wohlthun zu erfreun! 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für fie bat. Ich will des Les bens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 9. Nie Erlösung und Erldser. 9. Nie will ich wieder schels ten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leis de, draun. Selbst Unrecht will ich dulden; dem Näch sten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen, will ich mit Ernst entfagen dem, was dir nicht gefällt; was du mich leh: rest hassen, das will ich fliehn und laffen, gefiel' es auch der ganzen Welt. 11. Und soll ich endlich sterben; so laß dein Reich mich erben, mich so ges trost, wie du, in deines Vaters Hände den Geist. an meinem Ende empfehlen zu der ew'gen Ruh'. [ 49.] P. Gerhard u. Diterich.. Mel. Wenn meine Sünd: c. 145. Sin an dein Kreuz zu treten, in deinem Leiden dich voll Glauben ans zubeten, Versöhner, stärke mich! Laß mich mit Zittern und Vertraun, wie du dich für die Sünder hin in den Tod gabft, schaun. 2. Wie ist des Besten Sees le bis an den Tod betrübt! So innig, meine Seele, hat Jesus dich geliebt. In heißen Nengsten schwebt er 119 da, ach, nur um unfertwes gen! dem Opfertode nah'. 3. Hört's, die ihr eure Herzen der Sünde noch ers gebt! Der Preis so vieler Schmerzen ist, daß ihr ewig lebt. D nehmt an seiner Gnade Theil; erkens net seine Liebe; verwerft nicht euer Heil. 4. Vernehmt's auch ihr, o Spotter, die ihr den mittler schmäht! Er ist auch euer Retter; hört für euch sein Gebet: sie wis sen's nicht, was sie begehn; vergib, o Vater, ihnen, wenn einst sie zu dir flehn!" 5. Ihr, eurer Brüder Feinde, o schlagt an eure Brust; feyd aller Menschen Freunde; verdammt der Rache Luft; vergeltet euern Haffern nie; den Feinden, die euch fluchen, vergebt, und segnet sie. 6. Noch währen seine Qualen; noch trinkt er ohne Raft der Leiden volle Schaalen, trägt willig ihre Laft. So hoch hat Gott die Welt geliebt, daß er zum Tod am Kreuze selbst Jesum Christum gibt. 7. Vor seines Todes Schrecken erblaßt der Sons ne Licht, und Finsternisfe decken des Himmels Anges sicht. Nun sinkt er in die Todes: 120 Erldsung und Erldser. Todesnacht- Erbarm', o Gott, dich unser!- Er stirbt; es ist vollbracht. Der Chor: Mel. Nun lob', mein'Seel. 8. Ihn preife, mas auf Ers den, ihn preise, was im Himmel ist! Die Gemeine: Der Erdkreis müsse werden voll deiner Ehren, Jesu Chrift! Der Chor: Der, für uns hingegeben, den Tod am Kreuze starb, Unsterblichkeit und Leben von neuem uns erwarb! Lob deinem großen Namen, Gott, der uns nicht verstößt! Die Gemeine: Gelobt sey Christus! Amen! Er starb; wir sind erlöst. 68.1 95. G. B. Funk. Todestag Jesu. Mel. Jesus meine Zuvers. 146. Geist der An bacht, senke du dich in unsre Seele nieder! Sie erfülle Trost und Ruh'! Im Ges fange frommer Lieder, in geweihter Psalmen Chor strebe sie zu dir empor! 2. Diesen feyerlichen Tag weih' die ehrfurchtsvollste Stille, baß der Wehmuth Seufzern nach unsers Dans kes Thräne quille; unfre Seele, still vor Gott, denk an ihres Mittlers Tod! 3. Diese Welt und ihre Müh', dieses Lebens kurze Freuden, eitle Lust vergess sen sie; tief gerührt von seis nen Leiden, seiner marters vollen Schmach, folge fie ihm betend nach! 4. Zwischen Erd' und Himmel schwebt blutend er, der nichts verschuldet, für der Brüder Wohl ges lebt, Müh' und Arbeit gern erduldet, Nächte im Gebet durchwacht, und auf Menschenwohl gedacht. 5. Liebend hat er an sein Herz mit den ausgespanns ten Armen, jetzt erstarrt im Todesschmerz, oft voll Mitleid und Erbarmen Kinder seines Volks ges drückt, und die Schmach tenden erquickt. und ringt, ach! von aller 6. Nun verschmachtet er, Welt verlassen! Kein Ges fühl des Mitleids dringt in die Seelen, die ihn hass sen. Also, also hat die Welt Sünd' und Eitelkeit entstellt! 7. Aber Jesus murret nicht, will des Vaters Rath vollenden, weiß: die Nacht Erldsung und Erldser. 121 2.D schön vollbrachte Le benstage! Wer leget so vers dient, wie du, nach Kampf und Schmerz, nach Müh' und Plage, das müde Haupt zur sanften Ruh? Jetzt siehest du der Thaten Mens ge, die du in kurzer Lebens. länge zum Segen einer Welt vollbracht. Nur wer, gleich dir, für Andre lebet, nach Kräften wirkt, zu nutzen strebet, spricht einst, wie bu: es ist vollbracht: Nacht wird doch mit Licht, Schmach mit Herrlichkeit sich enden; hält getroft im Kampfe aus, führt sein großes Werk hinaus. 8. Hocherhabner, Ewis ger, vor dir wirft der Geist sich nieder; preist dich, Uns erforschlicher, daß für ihn und seine Brüder dieses Tos des dunkle Nacht Trost und Ruh' ans Licht gebracht. 9. Ja, Erbarmender, wir schaun nun getrost zu deinem Throne. Uns auch liebst du; wir vertraun, Vater, dir und deinem Sohne, leben dir und sterben dir: o wie hoch bes glückt sind wir! [ 48.] Niemeyer. Mel. Wie wohl ist mir ic. 147. Er stirbt! Sie sind vollbracht, die Leiden; vollbracht der saure Lebens gang! Der viel unschuld's gen Menschenfreuden ents fagte, uns zu gut, oft bang die Nächte einsam durchges betet, bis sich der Himmel wieder röthet, neigt jetzt das Haupt; sinkt in den Tod. D du, so sehr ges schmäht, geschåndet, nun ist dein göttlich Werk volls endet! Du stirbft: so wollte es dein Gott! 3. Du sprichst: ,, nun, Vater, ich befehle in deine Hände meinen Geist!" Bis an den letzten Kampf der Seele, die laut Gott ihren Vater heißt, warst du gehorsam; seinen Wile len mit Eifer täglich zu ers füllen, war deines Lebens eing'ge Luft. Getrost, da sich die Leiden enden, gibst du den Geist des Vaters hånden, fühlst Gottes Ruh' in deiner Brusi. 4. Der Retter aller Mens schenseelen, ihr Lehrer und ihr Heiland seyn; der Sünder Menge sich erwäh len, sich ihrer Seligkeit erfreun: bey diesem götte lichen Geschäfte fühlst du zum Todeskampf noch Kräfs te, und, da dein müdes Haupt sich senkt, rufst du noch laut: ,, es ist geend't! Dein Erldsung und Erldser. 122 Dein Wille, Vater, ist voll: endet, den Sündern Ruh' und Heil geschenkt!" 5. Für meine Seele je: den Morgen, ben deiner Wahrheit hellem Licht, ges wissenhaft, als Christ, zu forgen: dieß, Herr, ist meis ne erste Pflicht. D laß sie eifrig mich vollbringen, im Guten stündlich vorwärts dringen, nicht Mühe, nicht Gefahren scheun, gernFreuz de schaffen, fördern, mehren, für Andrer Wohl selbst gern entbehren, auch Feinden wohlthun und verzeihn! 6. Naht sich dann einst, von Gott gesendet, auch die Erlösungsstunde mir: ruf ich, wie du: es ist vollendet! Herr, meinen Geist befehl ich dir!" Dann, dann erfüllest du mein Sehnen, und ew'ge Wonne folgt den Thränen; mit sanfter Ruhe schlummr' ich ein. Dann nahen sich die Augenblicke, da du mich führst zum ew'gen Glücke; mit dir werd' ich dann selig seyn. [ 101.] J. F. Walz. Im Geiste, will ich Jesum sehen, ihn sehn in seines Todes Schmerz. Ich will mich seiner Liebe freun, und dankbar ihm mein Leben weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, deß Unschuld selbst sein Tod bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt; doch seiz nes Herzens Reinigkeit gibt ihm im Tode Freus digkeit. 3. Er stirbt, die hohen Himmelslehren von Gott und Pflicht und Ewigkeit der Welt, als göttlich, zu bewähren; er glaubt und hofft Unsterblichkeit; er ehret Gott und seine Pflicht, und scheut das schwerste Opfer nicht. 4. Er stirbt, der Se gen ausgebreitet, oft Nach te im Gebet durchwacht, die Sterblichen zu Gott ges leitet, und treu sein Tages werk vollbracht. Wie freus denvoll stirbt nun ein Chrift, dem Jesu Wandel Bey spiel ist! 5. Froh fevert er die große Stunde, da er zu seinem Vater geht, und noch, mit schon erblaßtem Munde, voll Großmuth Mel. Wer nur den lieben ic. 148, O Golgatha zu deinen Höhen erhebt sich dankend jetzt mein Herz!. für die Feinde fleht; Den sters. Erldsung und Erldser. sterbend segnet, der ihn schalt, der Wohlthun ihm mit Haß vergalt. 6. Naf Die, so weinend um ihn stehen, gießt er der Freundschaft Segen aus; spricht hoffnungsvoll vom Wiedersehen im Himmel, in des Vaters Haus; strömt neuen Trost und Muth und Ruh' den kummervollen Herzen zu. 7. Er sieht auf die volle brachten Thaten, als Aus. saat für die Ewigkeit; dankt Gott, durch den fein Werk gerathen, und freut sich der Unsterblichkeit; ema pfiehlt den Geist in Gottes Hand, und geht getrost in's beßre Land. 8. Gib, Gott, daß ich ihm ähnlich werde; so wird auch mich der Hoffnung Strahl, wenn ich einst scheide von der Erde, bes gleiten durch des Todes Thal. Der Tod kann mir nicht furchtbar seyn: dein bin ich dann, auf ewig dein! [ 99.] foder u, Niemeyer. Mel. Alle Menschen müs. ic. 149. Du, der Mens schen Heil und Leben, deß sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stif ter meiner Seligkeit! lie: 123 ber wolltest du erblaffen, als mich im Berderben las sen. Ach, wie dank', wie dank' ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür? 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, zu erfüllen seinen Rath, längst hast du dein Berk vollendet, und versöhnt die Misfes that; doch in den Gedächts nißtagen Deiner Leiden, Jesu, sagen deine Theurerslösten dir billig neuen Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leis bensbahn; stiegst, uns Les ben zu erwerben, gern den Todesberg hinan, trugst, vergessend eigneSchmerzen, deine Menschen nur im Hers zen; diese Liebe preifen wir. Unvergeßlich sen sie mir! 4. Meinetwegen trugst du Bande; littest frecher Låstrer Spott; achtetest nicht Schmach und Schans de, zu versöhnen mich mit Gott, Mich hast du der Noth entriffen, die mich håtte treffen müssen. Vie verpflichtet bin ich dir les für! benslang, mein Heil, das 5. Du, der tausendfahe Schmerzen mir zu Liebe gern ertrug, deinem großmith; vollen Herzen war nein Seil 124 Erlösung und Erlöser. Heil Belohnung g'nug. 3. Entblößt von allem Trost in meinen letzten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür! Reize, der Menschen wohl. gefällt, hingst du an deis nem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst des Volkes Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun sein Gott? 6. Ruh' im Leben, Trost am Grabe: unaussprechlis cher Gewinn, den ich dir zu danken habe, dir, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzustres ben, dir zu traun, zu sters ben dir dieß, dieß sey mein Dank dafür! [ 4.] Homburg u. C. F. Neander. a Mel. Befiehl du deine sc. 150. Der du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbft, und unsern letzten Stunden den höchs sten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rets tung hingegeben- mein Heil, wie dank' ich dir! 2. Wie viel hast du erdul: deterhabner Menschensohn, alé du, der nichts verschuls det empfingst der Sünder Lotn! Da folgte Schmerz ansSchmerzen, da traf dich Somach auf Schmach; Amst lag auf deinem Hers zen bis dir das Auge brach. 4. Wer kann dir nachs empfinden den Schmerz, die Todesangst, mit wel cher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last gehäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, und drang dich, laut zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mühe hab' ich auch dir ges macht! Nun, mein Erlös ser, fiche vom Throne deis ner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sich vers schuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat! 6. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trübfal Trost und Freuden, die ewig find, verschafft. Ogib an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; gib auf des Lebens Pfade mir Kraft und Trost und Heil! 7. Ich danke dir von Herzen, o bu, mein bester Freund, für deine Codes: schmerz Erlösung und Erldser. schmerzen! Wie gut haft du's gemeint! Ach, gib, daß ich mich halte zu dir mit wahrer Treu', daß, wenn ich einst erkalte, dein Tod mein Leben sey. 8. Wenn ich einmal soll scheiden: auch dann verlaß mich nicht! In meinen Todesleiden sey du mein Trost und Licht; und wenn am allerbängsten mir um das Herz wird seyn: dann laß in meinen Alengsten mein Herz sich deiner freun! 9. Belebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr, deinen Himmel sehn! Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken! Wer so ftirbt, der stirbt wohl. [ 10.] P. Gerhard u. Diterich. Mel. In allen meinen ic. 151. Nach langen To: desleiden am Kreuze dich verscheiden, für mich ver: scheiden sehn: was könnte meinem Herzen, bey deinen Todesschmerzen, mehr deis ner Liebe Werth erhöhn? 2. Dir folgen meine Thränen mit meiner Liebe Sehnen, und fallen auf 125 dein Grab. Hier will ich, dich zu ehren, die neue Treue schwören; hier sterb ich jeder Sünde ab. 3. An deinem Sterbetas ge mischt in der Deinen Klas ge sich auch mein Trauers lied. Es fließe, dir zur Ehre, o Mittler, meine Zähre, die heiß auf meiner Wange glüht! 4. Was hat mein Herz empfunden! O trauervolle Stunden, feyd meinem Geifte nah'! Ich stehe hier und bete an der geweihten Ståtte, auf deiner Höhe, Golgatha! 5. Hier seh' ich dich ges laffen für meine Schuld ers blassen, und neigen sanft dein Haupt. Wohl mir in Codesleiden, wohl mic bey meinem Scheiden, daß meine Seele an dich glaubt! 6. Die Augen sind ges schlossen, aus welchen Thras nen flossen, zum Heil der deine Wangen, und deine Welt geweint; verblichen Hände hangen erstarrt am Kreuz, o Menschenfreund! 7. Bis ich einst werd' erkalten, will ich mich zu dir halten, mein ganzes Herz dir weihn. Dann weiß ich, wenn ich sterbe: ich bin des Himmels Erbe, bin ewig selig, ewig dein! [ 49.] Mel. Erlösung und Erldser. 126 Mel. O Traurigkeit zc. 152. Ihr Augen, weint! Der Menschenfreund, der Edle, der Gerechte wird verachtet, wird verschmäht, stirbt den Tod der Knechte. 2. Ihr Augen, weint! Der Menschenfreund sinkt unter tausend Plagen. Wel che Leiden, welchen Schmerz mußt' er für uns tragen! 3. Ihr Augen, weint! Der Menschenfreund bes schließt sein theures Leben; hat dem Vater seinen Geist willig hingegeben. 4. Ihr Augen, weint! Der Menschenfreund sinkt in des Grabes Schatten. Wohl ihm! Süßer Schlaf erquickt den gequälten Mats ten. 5. D weint nicht mehr! Es kann der Herr nicht die Verwesung sehen. Er wird, nach des Grabes Ruh', wie der auferstehen. [ 73.] Ramler. nun dargebracht, und al lem Opferdienst ein End' gemacht. 2. Wie viel, wie viel, hast du vollendet! Wo ist der Mensch, der es bes schreiben mag? Du hast das Elend weggewendet, das auf der Welt, gehäuft durch Sünden, lag, und durch des Todes lange, fin stre Nacht uns zu dem Hims mel lichte Bahn gemacht. 3. So will ich stands haft denn vollbringen, was Pflicht und Dankbarkeit von mir begehrt; nach Heiligung mit Ernste rin gen, durch dich und durch dein Beyspiel, Herr, bes lehrt. Dank dir! Du gabst zum Wollen mir die Kraft; sie sey es auch, die das Vollbringen schafft! 4. Du littst so viel zu meinem Leben: wie? sollt ich nicht voll warmen Eifers seyn, mich deinem. Dienste zu ergeben; und sollt' ich wohl dabey vor Schmach mich scheun? Dein, Jesu, seyn, dein theures Eigens thum, sey meines Herzens Freud' und größter Ruhm! 5. Soll ich, ben dir er: gebnem Herzen, auch in der Welt durch manche Trüb: fal gehn, und hat mir Gott gehäufte Schmerzen zu meis ner Mel. Dir, dir, Jehovah zc. 153. Es ist voll bracht!" ruft nach dem Lei den der Menschenfreund mit schon erblastem Mund. D Wort voll Troffs und beil's ger Freuden! Dumachst der Welt die theure Wahrheit kund: das große Opfer sey Erldsung und Erldser. ner Prüfung weise ausers sehn: so laß mich dann den hohen Trost erfreun: es kommt doch einst das Ende meiner Pein! 6. Und fühlt mein Herz des Todes Schrecken: dann, Herr, erleichtre freundlich mir die Last! Laß mich den Trost noch sterbend schmeks ken, daß du dem Tod die Macht genommen haft: so grauet mir nicht vor des To des Nacht; ich sterbe gern; denn Alles ist vollbracht! [ 16.] Anonym. u. Diterich. In bekannter Melodie. 154. Lamm Gottes unschuldig, am Kreuze für uns erwürget; erfunden stets geduldig, da du für uns dich verbürget. Du trugst der Sünder Plagen, daß wir nicht dürften ver: zagen. Gib uns deinen Frieden, o Jesu! [ 72.] Decius. Das Grab Jesu. Mel. D Traurigkeit ic. 155. Zur Grabesruh entschliefest du, der du für uns gestorben, und durch deinen Kreuzestod ew'ges Heil erworben. 127 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich den Sterblichen, hielt dich einst das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sey mir! Du konntest hier nicht die Verwesung sehen. Bald hieß dich des Höchsten Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, auch mich zu dir erheben. Sollte denn mein gläubig Herz vor dem Grabe beben? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen; denn durch und Grab besiegen. deinen Tod kann ich Tod 6. So sink ins Grab, mein Leib, hinab! ich will mich drum nicht frånken, sons dern, Jesu, mir zum Trost, an dein Grab gedenken. [ 73.] Rist u. J. A. Schlegel. Anwendung des Leidens und Sterbens Jesu. Mel. Ach Gott und Herr ic. 156. Herr Jesu Christ! Du, Heiland, bist der Tilger kann ich allein durch dich meiner Sünden. Bey Gott Trost und Erbarmung fins den. 2. Dir dankt mein Herz, voll Reu' und Schmerz, für alle 128 Erlösung und Erldser. alle deine Leiden. Dein tes ein'gen Sohn und Ers Wort erklärt mir ihren ben, wie mächtig ihn die Werth; ich fühl ihn nun Menschenliebe drang! Wo ist ein Freund, der je, was mit Freuden. er, gethan; der so, wie er, für Sünder sterben kann? 3. Mich zu erneun, mich zu befreyn von jener Zu kunft Schrecken, starbst du für mich, und ließest dich mit Schimpf und Schmach bedecken. 4. Wie kann ich dir voll Dankbarkeit das, was du thatst, vergelten? Was ist mein Dank, mein Lobges sang hier und in höhern Welten? 5. Zu schwach bin ich, um würdig dich, o Heiland, zu erheben. Mein Dank sen der, dir, Heiligster, nur dir allein zu leben. 6. Und doch fehlt mir der Eifer, dir mein ganzes Herz zu weihen. D schenke du mir Kraft dazu! Nur du kannst sie verleihen. 7. Gestärkt durch dich, o Herr, will ich den Reiz der Sünde fliehen. Gib, daß ich treu dir immer sey, und segne mein Bemühen!, [ 1.] Grot. Mel. Dir, dir, Jehovah: c. 157. Ach, sich ihn dul den, bluten, sterben! D meine Seele, fag' ihm frommen Dank! Sieh Gots 2. Zum Trost mir, und dir, Herr, zur Ehre gereicht dein Kampf, dein herber Kreuzestod. Bestätigt ist nun deine Lehre; ich baue fest darauf in jeder Noth. Du littest schuldlos; doch ist Preis und Ruhm auch noch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 3. Ja, Herr, dein Bey; spiel soll mich lehren, wie sanft und schön der Tod des Frommen sey! Wenn sich auch meine Leiden mehs ren: mein Herz sey doch der reinsten Tugend treu! Die Dankbarkeit dringt mächtig mich dazu; wer hat es mehr um mich vers dient, als du? 4. Nie will ich mich an Feinden rächen! Auch dieß, o Heiland, lern' ich hier von dir; nie Gottes Schik kung widersprechen, wär' auch der Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dors nen gingst du selbst zum Ziele hin; ich folge dir, weil ich dein Jünger bin. 5. Was fürcht' ich noch des Erldsung und Erlöser. des Grabes Schrecken? Im Grabe schliefft auch du, mein Seelenfreund. Mag Staub einst meine Hülle decken: mein Geist bleibt doch mit seinem Gott vereint; und er, der mir das Erdenles ben gab, erhebt mich auch einst über Tod und Grab. o 6. Nimm hin den Dank für deine Plagen, den Dank D Herr, den dir die Liebe bringt! Noch heißern Dank will ich dir sagen, wenn dich mein Geist im Engels chor besingt. Dann stimmt die Schaar der Seligen mit ein; der ganze Hims mel soll dann Zeuge seyn! [ 16.] J. A. Hermes. Mel. Alle Menschen müssen. 158. Der du uns mit deinem Blute dir zum Eis genthum erwarbst, und uns Sündern, uns zu Gute schmachvoli einst am Kreuze starbst, ach, wie dienen deine Christen immer noch der Sünde Lüsten, und vers geffen dein Gebot, deine Schmach und deinen Tod! 2. Ach, wann werden wir's erkennen, warum du gestorben bist? Wann uns nicht bloß Christen nennen, wann auch thun, was christlich ist? Wann um 129 deines Todes willen, Mitts ler, dein Gesetz erfüllen, und den Lüften widerstehn, weil fie deine Leiden schmähn? 3. Wer dich sieht von Gott verlaffen, in der tiefs sten Traurigkeit; wer dich, Heiland, sieht erblaffen nach vollbrachtem schweren Streit, und läßt doch zum Dienst der Sünden immer. noch sich willig finden: der hat nicht an deinem Heil, nicht an Gottes Gnade Theil. 4. Mag er immer dir vertrauen, und auf dich und deinen Tod alle seine Hoffnung bauen in Gewiss sensangst und Noth: er bekennt nur deinen Namen, ohne dir, Herr, nachzuahs bens sich, und verläugnet men; rühmet feines Glaus dennoch dich. 5. Drum, wenn uns der Hang zur Sünde reizet wider unsre Pflicht: Heis ligster, so überwinde uns die Macht der Sünde nicht! Lehr' uns, muthig sie bekäms pfen, und die Gluth der Lüfte dämpfen! Steh' uns in Versuchung bey, und erhalt' uns dir getreu! 6. Jesu, lehr' auf dich uns schauen! Du erlagst der Sünde nie. Laß dein Beyspiel uns erbauen, und I uns Erldsung und Erlöser. 130 uns stärken wider sie! Und den Endzweck deiner Schmerzen präge tief in unsre Herzen, daß wir, von der Sünde rein, Heiligster, dir ähnlich seyn! [ 4.] Münter. Mel. Freu dich sehr, o ic. 159. Jefus, deine tiefe Wunden, deine Qual, dein bittrer Tod geben mir in bangen Stunden Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt' ich durch Sünd' entweihn? Und ich dächt' an deine Pein? Sie lehrt mich die Sünde hassen, vor ihr zittern und sie lassen. 2. Die Erinnrung an dein Leiden stårke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch undBlut! Auch, wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt: laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden mer ken! 3. Will mein schwaches Herz mich führen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so Viele sich verlieren: o, dann schau' ich betend an deiner Todesqualen Laft, die du, Herr, getragen hast; kåm: pfen kann ich dann und rin: gen, muthig mich der Welt entschwingen. 4. Wenn ich innig an dich glaube: o wie werd' ich hingerückt über Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt! Hier schon, Jesu, dir geweiht, harr' ich jener Seligkeit; denn du haft sie mir erworben, da du bist für mich gestorben. 5. Schreckt mich einst des Codes Grauen: o so stärke dann dein Tod mit leben digem Vertrauen mich in meiner letzten Noth! Si cher ist bey dir mein Heil. Hab' ich, Herr, an dir nur Theil: o so wirst du ew'ges Leben mir auch einst aus Gnaden geben. .6. Glaub' ich das von ganzem Herzen; seh' ich hoff nungsvoll auf dich: so bes sieg' ich alle Schmerzen, selbst den Tod; du stårkest mich. Sen mir nah, verlaß mich nicht, wenn des Leibes Hütte bricht! Führe mich aus meinen Leiden, Jesu, hin zu deinen Freuden! J. Heermann u. [ 26.] Klopstock. Mel. Herzlich lieb hab' ic. 160. Um Gnade für die Sünderwelt fleht Jesus Christ am Kreuz, gequält vont Erlösung und Erldser. 131 von frecher Sünder Not: net; daß ich noch fröhlich ten. Aus seinen Wunden strömt sein Blut; er höret feiner Feinde Wuth am Kreuze seiner spotten. Da sieht er mit erhabnem Blick von ihnen weg auf Den zu rück, den diese Schaar in ihm entehrt; ruft, daß es Erd' und Himmel hört: ,, vergib, o Gott, und führe nicht fie ins Ges richt; denn, was sie thun, verstehn sie nicht!" sagen kann: auch mich, mich Sünder, nimmt Goft an dieß Glück hat deis nes Todes Kraft, mein treuer Heiland, mir vers schafft. Mein letzter Kampf, Herr Jesu Christ, wird mir versüßt, wenn du mein Troft im Tode bist. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld, wie göttlich groß ist die Geduld, die Mördern so begegnet! Jhr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hos hen Werth, die selbst die Feinde segnet! Auch uns hat er durch sein Gebet den größten Trost von Gott erfleht; er sagt auch uns, zu unsrer Ruh', Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, durch dich hilft Gott uns aus der Noth. Gelobt seyst du für deinen Tod! 3. Daß Gott mit Langs muth und Geduld, auch selbst ben sehr gehåufter Schuld, die Sünder den noch schonet; daß er so liebs reich ihrer denkt, und ihnen Zeit zur Beßrung schenkt, eh' nach Verdienst er loh — 4. Wohlmir, wenn ich dir ähnlich bin! O flöße deinen sanften Sinn doch auch in meine Seele! Gib, daß mein gottergebnes Herz, bey unverdientem Haß und Schmerz, dir meine Noth empfehle. Besänftige mein reges Blut; und wenn mein schwaches Herz die Gluth des wilden Zorns nicht dams pfen kann: o so erinn're mich daran, wie du, mein Heil, am Kreuz erhöht, durch dein Gebet selbst deis nen Mördern Gnad'erfleht! [ 87.] Sturm. Mel. Wer nur den lieben ic. 161. Der Edle starb, der unverdroffen sein Glück im Recht und Wohlthun fand; er starb, von seinen Zeitgenoffen gelohnt mit Undank und verkannt; des Haffes Opfer und der Wuth, floß des erhabnen Weisen Blut. I 2 und 2. Wir 132 2. Wir schaudern; aber laßt uns fragen: ob nicht dem großen, edlen Mann auch wir die Achtung oft versagen, die solche Tugend fordern fann? Ob zu dem Dank, der ihm gebührt, uns sein Verdienst erweckt und rührt? In bekannter Melodie. 3. Wenn nie der Hang 162. Wenn mich die zum Angenehmen das Pflichtgefühl in uns bes fiegt; wenn bey mühvols Term Unternehmen der edle Wille nie erliegt; wenn niemals Vorurtheil und Wahn uns ablockt von der Wahrheit Bahn; 4. Wenn seinem liebevol: len Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen, es. nie von Recht und Tugend weicht; wenn wir auch Fein: den gern verzeihn, und sie mit Rath und Trosterfreun; Erldsung und Erldser. 5. Wenn wir stets reis nes Herzens leben; wie er, uns ganz der Tugend weihn, und unser eifriges Bestres ben das ist: gehorsam Gott zu seyn, und still zu duls den, was sein Rath bes schließt, so wie es Jesus that: - 6. Nur dann, Erhabes ner, verkennen wir dich und deine Würde nicht! Was hilft es, daß wir Herr! dich nennen? Dich thätig ehren, ist uns Pflicht! Wird dieser Sinn in uns verklärt: dann, dann nur sind wir deiner werth! [ 99.] J. F. Köhler. Sünden krånken: so laß, Herr Jesu Chrift, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Ret tung von der Schuldenlast den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben hast. 2. Ich weihe dir von Herzen, Herr, jetzt und lebenslang, für deine Tos desschmerzen Bewundrung, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu auf ewig ganz ergeben und thätig dankbar sey! 3. Herr, laß dein bitte res Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was bös und fündlich ist. Nie komm' es mir aus meinem Sinn, wie viel es dir gekostet, daß ich erlöfet bin! 4. Mein Kreuz und meis ne Plagen, und wår's auch Schmach und Hohn, hilf mir geduldig tragen! Laß mich, o Gottes Sohn, stets fliehn die eitle Lust der Welt, wie Erlösung und Erldser. 133 3. Am Kreuze voller Schmerzen, hingst du ge schmäht und verachtet. So theuer deinem Herzen, so hoch von dir sind geachtet, wir Menschen voller Sün de: o daß uns dieß ents zünde, zu heißem Dank dir, Herr Jesu! [ 72.] Tode und Funk. wie mich dein Beyspiel leh: ret, das du mir vorgestellt. 5. An Andern laß mich üben, was du an mir gethan; auch meine Feinde lieben; gern dienen Jedermann ohn' Eigennuß und Heucheley, und, wie du mir's erwiesen, aus wahrer Lieb' und Treu'. 6. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein Tod, daß ich, mit dir vers bunden, die Noth! Laß mich im freus 164, Denkt mein Geift digen Vertraun, daß du mich selig machtest, dir sters ben und dich schaun! an jene Stunden, da du Mittler, für mich starbst, und durch deine Todesmuna [ 95.] Gesenius u. G. den Heil und Leben mir ers I. Zollikofer. warbst; denk ich, was du noch gesprochen, eh' dein liebend Herz gebrochen: o dann reißet meinen Sinn Andacht und Bewundrung hin. 2. Der du unter Schmach und Schmerzen noch für deine Feinde batst, las mit sanftmuthvollem Hers zen mich verzeihn, wie du es thatst; Gott die Rache. überlassen; Denen wohl. thun, die mich haffen. O wie selig ist der Christ, der dir, Jesu, ähnlich ist! 3. Nie laß Behrung mich verschieben bis der nahe Tod mir droht! Lehre früh mich Tugend lieben und befolgen dein Gebot! Meis ner Mel. Lamm Gottes un. ic. 163. Erlöser, der im Staube einst lag, mit Angsts schweiß bedecket, dein tröste sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrek fet; dein tiefer Schmers, bein Klagen, dein Todes: kampf, dein Zagen sey meis ne Ruhe, Herr Jefu! 2. Du littest ganz uns schuldig von Frevlern Schmähung und Schmers. zen, und trugst sie doch ge duldig mit fanftem, vers föhnlichen Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu bulden, zu vergeben, wie du, zu lieben, Herr Jesu! 1156 Mel. Jesu, der du meine sc. Erlösung und Erlöser. 134 ner wirst du dann geden: ken, Ruhe mir im Tode schenken, und mich mit dem Troft erfreun, ewig dort ben dir zu seyn. 4. Eitle Luft und ihre Reize feffeln meine Seele nicht. Leicht wird unter deinem Kreuze mir die schwerste Les benspflicht. Herr dein Bey, spiel soll mich lehren, Schwa: chen Hülfe zu gewähren, die Betrübten zu erfreun, der Verlaßnen Schuß zu seyn. 5. Ach, wer kann dein Leiden fassen, als du riefft: ,, mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlas sen?" Doch mich tröstet deine Noth. Nun eilt Gott, mir beyzustehen, und er: hört mein letztes Flehen, wenn die bange Seele spricht: Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! 6. Durften mußtest du und schmachten, du, der mit dem Tode rang! Rechs erfüllte Feinde brachten Wermuth dir zum Labes trank. Einst, wenn Durst und Angst mich quälen, will ich dir mein Leid empfehlen: du erfuhrst, was Leiden heißt, und ers quickest meinen Geist. 7. Auch in deinen To desschmerzen war dir Hülfe zugedacht; endlich sank dein Haupt zum Herzen, und du riefft: es ist vollbracht! Vater, Bater, ich befehle deinen Händen meine See: le!" Sanft und freudig war dein Tod, und so gingst du hin zu Gott. 8. Naht sich einst, von Gott gesendet, der Erlös sung Stunde mir; ruf' ich auch: es ist vollendet! meinen Geist befehl ich dir! Dann versiegen meineThras nen; dann stillst du mein letztes Sehnen, führst mich, nach des Lebens Pein, zu des Himmels Freuden ein. [ 26.] Wegleiter u. Sturm. Auferstehung Jefu. Mel. Nun lob', mein' Seel. 165. Lobfinge, meine Seele, dem Welterlöser, bet ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, was er zu deinem Heil gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen; er ist nicht furchtbar mehr. Nun ist des Grabes Grauen bes fiegt, da er erstand; wir hoffen, einst zu schauen der Frommen Vaterland. 2. Froh führte Gottes. Sonne den festlich hohen Tag herauf: da stand er, mir Erlösung und Erldser. 135 Mel. Wachet auf, ruft ic. mir für Wonne, mein gött: licher Versöhner, auf. Ges danke, der zu Freuden 166. Ihm, dem Todes des Himmels mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle, mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? wo deine Macht, o Tod? überwinder, dem Heiland seiner Menschenkinder, sey ewig Ebre, Preis und Dank! Singet ihm mit großem Schalle, ihr, seine Himme!, singt ihm alle; du Erde, weih' ihm Lob: gefang! Er hat sein Werk vollbracht, besiegt des To des Macht, und lebt wies der. Dank ihm erfreut, o Christenheit! Sein Leben ist dir Seligkeit! 3. Des Felsen Grund er bebet; die Hüter fliehn; das Grab ist leer. Der todt war, Jesus, lebet; er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken: er stärkt die Wankenden; sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen; sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm, bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten fiegen, von dir und deis nem Geist gelehrt; die Gößentempel liegen; der Erdkreis wird zu Gott be: kehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudevoll ein Christ; ihn bet' ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Ich werd' ihn ewig schauen einst, wenn er mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen: er starb für mich, und lebt! [ 68.] C.F. Neander, 2. Was vermag uns zu erschüttern? Der Sünde Sclaven mögen zittern vor ihm, der ewig glorreich lebt: wir, des Auferstands nen Brüder, wir Christen, seines Leibes Glieder, wir freun uns, daß er ewig lebt. Für uns litt er den Tod; für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. Vers achter, bebt! Vom Grab' erhebt der Sieger, Jesus, sich, und lebt. 3. Unser Herz darf nun nicht wanken: des Todes schreckenden Gedanken bes siegt des Glaubens Zuvers sicht. Wie ein Fels des Herrn im Meere, steht unerschüttert Jesu Lehre, verbreitet um sich Trost und Licht. Der Himmel Bau zers 136 Erldsung und Erlöser. zerfällt, die Herrlichkeit der Welt wird verschwinden: nur Jesu Wort, Herr, un fer Hort, bleibt Licht und Wahrheit immerfort. 4. Ja, auch wir, wir werden bleiben. Mag doch des Körpers Staub zerstäus ben! Zerfall in Asche, mein Gebein! Jesus lebt; des Hauptes Glieder erweckt einst Gottes Allmacht wies der; gleich ihm, werd' ich unsterblich seyn. VomStaus be schwingt mein Geist zu ihm sich auf, und preist dort ihn ewig. Dann werd' ich sein mich ewig freun, und ewig mit ihm selig seyn. [ 88.] Sturm. Mel. Sollt' ich meinem ic. 167.Auferstanden, auf, erstanden ist der Herr, der uns versöhnt, ist befrent von Todesbanden, herrlich nun von Gott gekrönt! Dort zu seines Vaters Rechten; über Erd' und Welt erhöht, herrscht er nun in Majeståt. Freut euch seiner, ihr Gerechten! Und ihr, seine Feinde, bebt! Halleluja! Jesus lebt! 2. Singt dem Herrn! Er ist erstanden, er, der starb auf Golgatha! Rühmt es, rühmt's in allen Landen: was er uns verhieß, ge: schah! Wer, wer fann ihm widerstreben? Mächtig dringt der Held empor; im Triumph bricht er hers vor, und des Abgrunds Pforten beben, da ihr Sies ger sich erhebt, Hallelus ja! Jesus lebt! 3. Uns vom Tode zu bes freyen, sank er in des Gras bes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, durch ihn bist du bezwun gen; deine Schrecken sind gedämpft; deine Herrschaft ist bekämpft, und das Les ben uns errungen. Jauchzt ihr, die man einst begräbt! Halleluja! Jesus lebt! 4. Aus dem Grab' uns zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Laß uns ihm zur Ehre leben: dann ist Sterben uns Gewinn. Hal tet unter Lust und Leiden im Gedächtniß Jesum Christ, der vom Tod' erstanden ist. Unvergänglich sind die Freuden Deß, der nach dem Himmel strebt. Halles Iuja! Jesus lebt! 5. Freut euch seiner, Gottes Kinder! Er sey euer Lobgesang! Bringt dem Todesüberwinder Ehr' und Stärke, Preis und Dank! Rühmt's in der Verz Erldsung und Erldser. 137 Versuchung Stunden, wenn euch Sünd' und Elend droht; rühmt's in eurer Todesnoth; und habt einst ihr überwunden, wenn er euch zu sich erhebt- rühmt es ewig: Jesus lebt! 3. Du, mein Glaube, lehrst mich siegen; vor dir muß Furcht und Graun ers liegen, du Glaube der Uns sterblichkeit! Drücken mich des Lebens Leiden: wie lange währt's? Des hims mels Freuden umfangen mich nach kurzer Zeit. Klag' ich um einen Freund? [ 81.] Sturm u. Diterich. Mel. Wachet auf, ruft uns. 168. Fevern laßt uns Mit ihm werd' ich vereint ewig leben. Wen diese Welt gefesselt hält, nur Der vergißt des hohen perglige bes Ziels. diese Stunden; denn unser Herr hat überwunden! Wie selig ist, wer ihn bekennt! Christus hat den Tod bes zwungen; nun sey von uns ihm Lob gesungen; nun jauchze, wer nach ihm sich nennt! Er stieg zur Gruft hinab, und er verließ das Grab groß und herrlich. Sein ist das Reich! Fleuch, Irrthum, fleuch! Der Wahrheit Macht behält den Sieg. 4. Daß ich einst vor Gott nicht zage, sey jeder meiner Lebenstage mit ede len Werken ausgeschmückt! Besser, besser nur zu wers den, das ist es, was schon hier auf Erden mich näher hin zum Ziele rückt. So leb' ich in der Zeit schon für die Ewigkeit, und ich sterbe des Siegs gewiß, den Gott verhieß; der Tod hat keine Macht an mir. 2. Nur der Sünder muß erzittern; ihn schreckt der Tod, gleich Ungewittern, und Angst färbt seine Wans ge bleich. Meiner wartet ew'ges Leben; der Gott, der mir Vernunft gegeben, hat auch ein unsichtbares Reich. Verkündigt hat's sein Sohn; auf Erden ist es schon bey den Frommen; und Seligkeit ist Dem bes reit, der treu bis in den Tod beharrt. 5. Feyern laßt uns diese Stunden! Für uns hat Jesus überwunden; auch unser ist Unsterblichkeit! Furcht ist nicht im Chris stenglauben; wer kann uns unsre Hoffnung raus ben, wenn wir nur thun, was Gott gebeut? Wir fürchten nicht den Tod, nicht dein Gericht, o Gott! Jesus Erldsung und Erldser. 138 Jesus lebt! O jauchzt ihm Dank, der für uns rang! Auf! Halleluja! Jauchzet ihm! [ 88.] J. H. Fritsch. 2. Glorreich hat der Held gerungen, hat seiner Feinde Macht bezwungen, von Todesketten uns be In eigener Melodie. 169. Christ ist erstanz freyt. Wir von Gott ges den! Von des Todes Bans den half ihm der Allmäch tige; freut euch, ihr Erld sete! Gelobt sey Gott. wichne Sünder sind ihm versöhnt, sind seine Kins der und Erben jener Seligs feit. Bald, bald entschla fen wir, entschlafen, Vater, dir; ruhn im Frieden die kurze Nacht, bis deine Macht zum Tag der Ewigs feit uns ruft. 3. Ob uns Gråber gleich bedecken, wirst du vom Tod' uns doch erwecken, der du des Lebens Urquell bist. Du wirst unvergånglich's Leben und Herrlichkeit dem Geiste geben, der hier des Staubs Bewohner ist. Wir werden ewig dein, gerecht und ses lig seyn; Halleluja! Tod und Gericht erschreckt uns nicht: denn, Heil uns! Jesus Christus lebt. [ 88.] G. B. Funk. 2. Bey dem Grabgedans ken mag der Unchrist wans fen! Unsre Hoffnung stehet feft, die auf Christum sich verläßt. Gelobt fey Gott! 3. Gelobt fey Gott! Ges lobt sen Gott! Gelobt sey Gott! Dankbar wollen wir uns sein hier und dort im Himmel freun! Gelobt sey Gott! [ 11.] M. Weiß, Luther u. C. F. Neander. Werk vollbracht; Hallelus ja! Er hat's vollbracht, er, der die Macht des To des und des Grabes hat. Mel. Wachet auf, ruft ic. 170. Halleluja! Jauchzt, ihr Chöre! Singt Jesu Christo Lob und Ehre! Wie groß, wie herrlich ist fein Tag! Siegreich ist er von den Banden des Todes, der ihn hielt, erstanden, er, der für uns im Grabe lag. Ihm Ehre, Ruhm und Macht! Er hat sein Mel. Wachet auf, ruft ic. 171. Wer ist's, der mit Himmelslichte, verklärt, mit Sieg im Angesichte, aus jener Todeshöhle geht? Erlösung und Erldser. Er ist's, o ihr Menschen: finder; er ist's, der Todes überwinder, der siegreich aus dem Grab' ersteht! Sein offnes Grab ist leer! Dort liegen um ihn her seine Feinde! Preis ihm und Dank! Er, er bes zwang den Tod.. Gelobt, gelobt sey Gott! 2. Sollt ich nicht mit Danfen kommen? Dir, du Erretter deiner Frommen, dir sollt ich nicht mein Lobs lied weihn? Du hast bis zum Tod gerungen, und sterbend meinen Feind bes zwungen: dein Sieg, du Siegesfürst, ist mein! Lob, Preis und Dank sey dir! Du halfft vom Tode mir, Ueberwinder! Mein Lobges fang, mein heißer Dank, er hebt sich ewig, Gott, zu dir! 3. Betet ihn, den Uebers winder des Todes, betet, Menschenkinder, in De muth glaubensvoll ihn an! Werfet euch, erlöste Brü der, werft ehrfurchtsvoll vor ihm euch nieder, und rühmt's, was er an uns gethan! Glaubt Alle, sein Gebot ist uns Befehl von Gott, Mitgenossen! Er firitt allein! Dringt mit ihm ein in seinen Himmel, in sein Reich! [ 88.] Münter. 139 Mel. Mir nach, spricht zc. 172. Herr, du bist meis ne Zuversicht! Du lebst, und ich soll leben; du wirft mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht: dieß, dieß ist meine Zuvers sicht! Induction IN 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Samen auszustreuen: dort wird ein herrlicher Gewinn der Ernte mich erfreuen. Ich leide; doch verzag ich nicht; denn du bist meine Zuvers sicht. Caellemes 3. So finke denn mein Leib in Staub, vom Staus be mir gegeben; er werde der Verwesung Raub; ich werde dennoch leben und schauen, Herr, dein Anges sicht! Dieß, dieß ist meine Zuversicht! 4. Zu dir, Herr, wird mein Geift empor vom Staube sich erheben. Du gingst aus deinem Grab hervor; du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir, und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zus versicht. 5. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost empfinden, den süß fen Erldsung und Erldser. 140 fen Trost, daß ich durch dich den Tod soll überwinden! Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht! [ 62.] Sturm. Mel. Herr, ich habe miß. ic. 173. Jesus Christus ist erstanden! Licht strömt in des Grabes Nacht! Er ist frey von Todesbanden, hat sein großes Werk volls bracht; ja, der Sieg ist nun errungen und der letzte Feind bezwungen! 2. Laßt das Siegeslied erschallen! Uns hat er den Sieg gebracht; uns, die noch auf Gräbern wals len, aufgehellt des Grabes Nacht; uns hat er den Sieg errungen, und sein Werk ist ihm gelungen. 3. Gott, in welcher Sons nenklarheit strahlt, was Jesus uns verheißt, strahlt die Mel. Jesus meine Zuvers. ic. heit: ,, ewig ist des Mens 174. Siegreich stand schen Geist! Tugend reicht an Gottes Throne Froms men einst die Sieges. frone!" mein Heiland auf: Friede ruht auf meinem Grabe. Auch mein Morgen eilt herauf, wenn ich ausges schlummert habe. Mich erschreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer! 2. Froh' besieg' ich nun das 4. Stimmet keine Traus erlieder bey der Frommen Gråbern an! Unser Geist betritt, o Brüder, eines bessern Lebens Bahn. Zu der Wahrheit lichten Hö hen müssen wir durch Gråber geben. 5. Unsern Todestag hies nieden feyern Engel dort erfreut, als den Uebergang zum Frieden, als Geburt zur Seligkeit. Denn voll kommner, als auf Erden, edler sollen wir dort werden. 6. Heil uns! In der Sel'gen Reihen sollen wir uns dem Beruf himmlisch reiner Tugend weihen, ihm, zu dem Gott uns auch schuf; sollen unsers Gottes Willen immer freudiger erfüllen. 7. Auf! An Jesu Sies gesfeste laßt uns das Ges lübd' erneun: hier schon soll das größte, beste, wichs tigste Geschäft uns seyn, unsre Pflichten zu vollbrin gen, und nach Heiligung zu ringen! [ 31.] Demme. *** Erlösung und Erldser. das Grauen, das die Tods tenhügel decket. Meinen Heiland werd' ich schauen, den der Vater hat erweks fet; der durch seines Gras bes Nacht meine Gruft mir heller macht. 3. Wohlthat wird das Sterben mir! Jesus kennt und liebt die Seinen; ewig nicht läßt er sie hier kams pfen, dulden, klagen, weinen: nein, der Abend eilt herzu; einst gelangen sie zur Ruh'! 4. Schwing' dich denn, mein Geist empor! Lerne nach dem Himmel streben! Jesus ging den Weg dir vor; Jesus lebt: auch du follst leben! Auferstand ner, lebenslang weiht mein Herz dir Preis und Dank! [ 48.] Anonym. u. Reche. 141 erfüllt, was er verspricht: dieß ist meine Zuversicht. das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich, wo kein Tod ist, ewig leben. Gott 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, der verkleinert Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Süns der sich bekehre. Gott vers stößt den Reu'gen nicht: dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein: sein sey auch mein ganzes Leben! Reines Hers zens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er vers läßt die Schwachen nicht: dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt: ich bin ges wiß, nichts soll nun von ihm mich scheiden; keine Macht der Finsternis, keine Herrs lichkeit, kein Leiden! Er gibt Kraft zu jeder Pflicht: dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Tod Eingang mir ins beßre Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird es meis ner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: du bist meine Zuversicht! [ 48.] Gellert. Mel. Jesus meine Zuvers.ic. 175. Jefus lebt; mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von dem Tod einst aufers wecken! Er verklärt mich in sein Licht: dieß ist meis ne Zuversicht. Mel. Wenn mein Stünd. ic. 2. Jesus lebt; ihm ist 176. Wenn der Ges danke mich erschreckt, daß dieser Leib aus Erde, ents seelt, mit Erd' und Staub' bedeckt, einst Erd' und Asche werde; Erldsung und Erldser. 142 werde; dann trôft', o Gott, der Glaube mich, daß Jes sus, auferweckt durch dich, den Tod hat überwunden. 2. Ich lebe! Friede sey mit euch!- spricht er- und ihr sollt leben! Mir ist die Macht, mir ist das Reich des Vaters über: geben." Welch herrlich Wort, mein Herr und Gott! Nun fürcht' ich nicht mehr Grab und Tod; denn mein Erlöser lebet. [ 96.] Mudre. Hingang Jesu zu Gott. Mel. Was Gott thut, c. 177. Triumph! Thr Himmel, freuet euch, jauchzt ihm, dem Gottessohne! Frohlockend zieht er in sein Reich, empfängt des Sie; ges Krone; umstrahlet ganz mit Himmelsglanz, genießt er nach dem Leiden der Tus gend sel'ge Freuden. 2. Auf Erden ist volls bracht sein Lauf, das gros Be Werk gelungen; nun schwingt er sich zum Him mel auf und hat das Ziel errungen. Mit Majestät wird er erhöht, und herrscht, nach Kampf und Leiden, mit Gott in ew'gen Freuden. 3. Doch schließet ihn kein Himmel ein: er wirkt noch fort auf Erden; noch sollen, die ihr Herz ihm weihn, durch ihn gesegnet werden. Strebt nur die Bahn zum Ziel hinan: nach kurzem Erdenleide lohnt euch des Himmels Freude. 4. Gedanke, der das Herz erfreut, Gedanke vol ler Segen! Die Hoffnung der Unsterblichkeit kommt uns am Grab' entgegen. Die beßre Welt ist uns erhellt mit ihren ew'gen Freuden, um einst getrost zu scheiden. 5. So wahr, als Jesus Christus lebt, wir werden mit ihm leben! Zum Urs quell alles Lichtes strebt der Geist, von Gott gegeben. Still sinkt ins Grab der Leib hinab: der Geist schwingt, frey von Leiden, sich auf zu ew'gen Freuden. 6. Doch führt uns nur der Tugend Bahn zu jenen sel'gen Höhen; auf ihr ging Jesus uns voran: laßt uns auch muthvoll gehen der Tugend Bahn zum Ziel hinan! Und fo stet's Kampf und Leiden: uns lohnen ew'ge Freuden. 7. Triumph! Jhr Chris ften, freuet euch! Nun ist der Tod bezwungen; wir haben Erldsung und Erldser. haben Theil an Jesu Reich; der Sieg ist uns errungen! Auf! bringt ihm Dank und Lobgesang! Wir gehn durch Kampf und Leiden mit ihm zu seinen Freuden. [ 91.] Demme. Mel. Wie schön leucht't ic. 178. Wie herrlich, Jesu, starker Held, du Rets ter einer Sündenwelt, hat sich dein Kreuz geendet! Nach überstandnemleidens: lauf, gehst du verklärt zu Gott hinauf, der dich zu uns gesendet. Ewig trifft dich dort kein Leiden; voller Freuden lebst du droben, über Alles hoch erhoben. 2. Die Sel'gen alle dienen dir, und unser Herz, vereint sich hier mit ihnen, dich zu loben. Du hast dein gros ses Werk vollbracht, und dich hat deines Gottes Macht, mit Sieg gekrönt, erhoben. Hilf nur, daß wir uns bestreben, dir zu leben, und auf Erden stets dir ähnlicher zu werden. 3. Du, Herr, bist uns ser Haupt, und wir sind deine Glieder; nur von dir kommt Wahrheit, Heil und Leben. Licht und Ers kenntniß unfrer Pflicht, und Hoffnung, Freud' und Zuz 143 versicht wird uns durch dich gegeben. Laß dein Joch uns gerne tragen, und ents sagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe fin den! 4. Zeuch unsre Herzen ganz zu dir, damit vor allen Dingen wir nach deis nem Reiche trachten! Laß uns im Wandel fromm und rein, voll Sanftmuth und voll Demuth seyn, und eitle Lust verachten! Jede Sünde lehr' uns meiden, und mit Freuden unser Les ben deinem Dienste ganz ergeben! 5. Sey unser Schutz und unser Hort, und tröst' uns durch dein göttlich Wort in bangen Kummerstuns den! Nur da ist Wonne, wo du bist; die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid verbunden. Stärke, Jesu, unsre Hers zen in den Schmerzen, die wir leiden, durch die Hoff nung jener Freuden! 6. Für uns erlittest du den Tod; zu unserm Heil bist du zu Gott, zum Hims mel eingegangen. Schenk uns im Guten Festigkeit, und laß uns nach der Uebungszeit, wo du bist, hingelangen. Dafür foll dir, Herr, zu Ehren ohn' Aufe Erldsung und Erldser. 144 Aufhören von uns Allen Dank und Lobgefang ers schallen! [ 100.] Homburg u.Diterich. Mel. Wachet auf, ruft ic. 179. Ueber aller Him mel Heere erhobst du dich zum Thron der Ehre, du Stifter unsrer Seligkeit! Durch die Himmel hallen wieder der Sel'gen hohe Freudenlieder, und preisen deine Herrlichkeit. Ernies drigt brachtest du dein Ers denleben zu, uns zum Ses gen. Nun sehen wir ems por zu dir; wir staunen, jauchzen, beten an! 2. Ganz war Alles nun vollendet! Du warst zum Retter uns gesendet, und errettetest die Sünderwelt. Werden wir nur Gottes Kinder: so ist das Heil auch für uns Sünder durch dich, Herr, wieder herges stellt. Von banger Furcht entwöhnt, sind wir mit Gott versöhnt. Preis dir, Mittler! Du führest nicht uns ins Gericht, wenn froms mer Glaube uns belebt. 3. Deines Vaters Gnas denwillen auf Erden treus lich zu erfüllen, warst du gehorsam bis zum Tod. " Sige Sohn, auf deinem Throne! Ich gebe dir ein Reich zum Lohne, deß Dauer ewig ist!" sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohnt, erhöhter Gottess sohn! Dihr Frommen, durch Streit und Schmach folgt treu ihm nach! Gott, dem ihr dient, belohnt, als Gott. 4. Deine trauernden Ers löften, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie dein guter Geist. Er ist's, der auch uns im Leis den mit Troft erfüllt, und uns die Freuden, den Lohn der Ewigkeit verheißt. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sahn deis ne Freunde. O folgen wir, Erlöser, dir: so glänzt auch uns die Kron' am Ziel. 5. Uns die Stätte zu bes reiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Uns, die wir dein Lob jetzt stammeln, uns Alle wirst du dort versammeln, uns reichen deine Freundes: hand. Geweiht hast du uns Gott und dir durch deinen Tod. Wo du les best, und Gott mit dir, da sollen wir einst mit dir les ben ewiglich. [ 88.] Münter. Mel. Erldsung und Erldser. Mel. Mir nach, spricht zc. 180. Mit Preis und Ruhm gekrönt, hast du dein großes Werk geendet, blickst auf dein Tagewerk mit Ruh'; denn Alles ist vollendet, vollbracht der Kampf der Sterblichkeit, und dein ist nun die Herr lichkeit. 2. Du lebst und erntest nun den Lohn für deiner Leiden Menge. Versams melt stehn um um deinen Thron, in fröhlichem Ges dränge, schon Tausende, durch dich beglückt, belehrt, geheiligt und erquickt. S. Aus allen Völkern kamen sie, mühselig und beladen, und suchten Ruh' und fanden sie, und sind des Jochs entladen; weihn freudig dir sich, Gottess sohn, und werden deiner Arbeit Lohn. 4. Gerettet sind, die sich verirrt, in Finsterniß vers loren. Welch eine Schaar von Kindern wird dir durch dein Wort geboren, un zählbar, wie der Morgens thau in hellen Tropfen auf der Nu'! 5. Sie Alle felig- und durch dich! zur Wonne deis nem Herzen, das nur für Andre schlug, und sich vers 145 gaß bey Qual und Schmers zen! Gerettet Alle, Herr, von bir, gerettet sind durch dich auch wir. 6. Auch wir! O schau' von deinem Thron herab auf deine Kinder! Auch wir find deiner Arbeit Lohn; Sünder, doch- das ist uns zwar sterblich noch und fre Zuversicht- einst füns denfrey, und sterblich nicht. 7. O daß, Beseliger, wir nie dich undankbar verkens nen, und deinen Namen, Jesu, nie mit faltem Hers zen nennen! Ach, Reiner von uns Allen sey dir, seis nem Retter, ungetreu! 8. Heil uns, wenn mit der Frommen Schaar, die, schon zum Schaun erhoben, dich preist, auch wir einst immerdar dich, Hocherhabs ner, loben; von reinerm Dank das Herz uns glüht, entzückt dich unser Auge sieht! 9. Vollenden hilf auch uns den Lauf, das Tages werk vollbringen; und ist's vollbracht: laß froh hinauf die Seele zu dir dringen! Laß uns, gleich dir, vor Gottes Chron empfangen edler Thaten Lohn! [ 62.] Niemeyer. K Mel. und Erldser. Erben, wie du, gefinnet seyn; dir, Herr, ganz ähnlich wer den, und dein uns ewig freun! 4. Und sind wir einst zum Lohne der Himmels bürger dort erhöht: dann stehen wir am Throne, und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne dringt dann der Dank zu dir: erhaben über Sterne, dir näher, jauchzen wir, und mit des Himmels Heere schallt unser Lobge: sang: dem Ewigen sey Che re, dem Welterlöser Dank! [ 68.] Sturm. 146 Erldsung Mel. Nun lob', mein S. ic. 181. Vom Grab, an dem wir wallen, soll, Jesu, Christ, dein Lobgesang em por zum Himmel schallen; dir opfre jede Seele Dank! Ja, Jeder der Gebornen fey froh, ein Mensch zu seyn, und Jeder der Vers lornen bereit, sich dir zu weihn! Zum Heiland uns gegeben, erschienst du, Gotz tes Sohn; mit dir erschien das Leben, mit dir des Himmels Lohn. 2. Frohlockt, ihr Mit genossen der Erde und der Sterblichkeit! Nun ist uns aufgeschlossen der Eingang in die Herrlichkeit. Zu uns frer Welt hernieder fam Gottes ew'ger Sohn; nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Chron. Er ward das Heil der Sünder; er bleibt es immerfort; hier find sie Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. 3. D du, dem jetzt die, Menge der Engel und Vers klärten singt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Bolk im Staube bringt! Auch du warst einst auf Er den, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwer den, doch immer fromm ges sinnt. O laß auch uns auf Mel. Aus meines Herzens. 182. Dich frönte Gott mit Freuden, o Jesu, nach dem Streit; du drangst durch Schmach und Leiden zu deiner Herrlichkeit. Tris umph war dir dein Tod; dein Kampf war ausges kämpfet; der Feinde Wuth gedämpfet: nun gingst du hin zu Gott. 2. Jch, dein Erlöster, walle dir, meinem Führer, nach. Zwar irr' ich oft und falle, bin muthlos oft und schwach: doch hilfst du mir im Streit, und führst auch mich durch Leiden zum Ziel, zu hohen Freuden, zu deis ner Herrlichkeit. 3. D, Erldsung und Erldfer. 147 3. D, wenn ich bis zum Grabe vollendet meinen Mel. Wachet auf, ruft sc. Streit, und gut gekämpfet 183. Jefus fommt, habe um meine Seligkeit: wie werd' ich dann mich freun! Wie werd' ich voll Entzücken auf meine Krone blicken! Wie felig werd' ich seyn! 4. Mit freudigem Ver trauen darf ich vom Kampf plaß schon nach deinem Himmel schauen, auf meie nes Glaubens Lohn. Und mangeln Kräfte mir; fint ich im Kampfe nieder: dein Wort erhebt mich wieder: sey treu! Ich bin mit dir!" 5. Dir geh' ich froh entgegen, du Netter aus der Noth! Durch dich wird lauter Segen mir selbst der herbste Tod; denn schließt sich hier mein Lauf: so nimmst du meine Seele, die ich dir, Herr, empfehle, in deinen Himmel auf. 6. Nah' sey mir der Ges danke: groß ist der From men Lohn! damit ich nims mer wanke von dir, o Gotz tessohnt. So bleib' ich die getreu, bleib' immer dir ergeben, damit ein beß res Leben mein ew'ges Erb theil sey. [ 8.] Münter. von allem Bösen einst seine Treuen zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an seinem großen Tage, verwandelt sich der Frommen Klage in ewige Zufriedenheit. Sey fröh Er kommt, lich, Volk des Herrn! Er kommt, er ist nicht fern, dein Erretter! Dein Schmerz ist kaum ein Mor gentraum; auf ihn folgt unvergänglich Heil, 2. Augenblicke dieser Leis den, was seid ihr gegen jene Freuden der grenzens lofent Ewigkeit? Seht die Kron' am Ziele prangen, und kämpft und ringt, fie zu erlangen, die ihr dazu berufen seyd! Euch halt' in eurem Lauf kein Schmerz des Lebens auf! hin zum Ziele! Das Ziel ist nah': bald send ihr da, und eure Leiden sind nicht mehr! 3. Der fich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, ftritt auch mit unbesiegtem Muth. Wie hat Jesus nicht ges rungen! Wie war sein Herz von Angst durchbrungen! Zur Erde fiel sein Schweiß, wie Blut. Doch fah'n die Feinde nicht auf K2 feinent 148 Erlösung und Erldser. feinem Angesicht bange wie mächtig ihr Erlöser Schrecken; gestärkt von ift. Gott, ging durch den Tod der Sieger ein zur Herrs lichkeit. 4. Mitgenoffen seiner Leis den sind wir; einst ernten wir auch Freuden mit ihm, dem Ueberwinder, ein. Laßt uns kämpfen, laßt uns rin: gen, mit unserm Herrn hindurchzudringen, und seis nes Himmels werth zu seyn! Er ist's, der Hülfe schafft; er ist voll großer Kraft und voll Stärke. Die ihm vers traun, Die werden schaun, IV. Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. PR Geist Gottes. Mel. Ewigkeit, du Don. 184. Der mir den Weg zum Heile weist, des Vaters und des Sohnes Geist, dich soll mein Lied erheben! Mein Lehrer, du, gesandt von Gott, du gibst mir Freudigkeit im Tod, und leitest hier mein Leben. Was gut und löblich ist an mir, Geist Gottes, das vers dank' ich dir. 5. Ja, du kommst, von allem Bösen einst deine Treuen zu erlösen: deß sind wir froh, und danken dir! Nein, Vollender, nicht verzagen soll unser Herz in trüben Tagen; auf dei ne Zukunft hoffen wir! Wir wissen, wer du bist; wie hoch beseligt ist, wer dich kennet! Ob Erd' und Welt in Trümmer fällt: wir traun auf dich, und zagen nicht! [ 88.] Münter. 2. Vollendet hatte Got: tes Sohn sein Werk; der Himmel ward sein Lohn: da fandt' er seinen Zeugen, dich, und mit dir der Liebe Gluth, die Wunderkraft, den Heldenmuth, die Welt zu überzeugen. Groß war die Ernte, schwer die Müh': doch, Geist des Herrn, du stärktest sie. 3. Da that der Unge: lehrten Mund die großen Thaten Gottes kund, und lehrte Jesu Lehren; da wurden Gößentempel leer; da schwand der falschen Götter Heer, sammt Opfern und Altåren. Das Kreuz des Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 149 des Mittlers überwand mir die feste Zuversicht: auch verjährten Wahnes Widers mich verwerfe Gott einst stand. nicht, auch mich lieb' er im Sohne! Durch Glaus ben und durch Besserung vollende meine Heiligung! 4. Umsonst, umsonst em pörten sich der Erde Fürs sten wider dich, erwürgten die Gerechten! Was konn ten Menschen wider Gott? Es siegte fren der Mårt's rer Cod, der Tod von Jesu Knechten! Unüberwindlich war ihr Muth; und schwie: gen sie: so sprach ihr Blut. 8. Gehorsam will ich auf der Bahn, die du mir zeigst, dem Ziel mich nahn: hilf mir auf meinem Wege! Ich kämpf um meine Ses ligkeit mit Eifer und mit Wachsamkeit, nicht muth, los und nicht tråge; du gabst den Vorfaß, Gott, gib du mir Schwachen auch die Kraft dazu! [ 70.] 5. Die Kirche pflanztest du; bis jetzt hast du noch immer sie beschützt; nie wird sie untergehen. Fest stehet fie, gleich wie dein Thron, auch wenn ihr macht'ge Feinde drohn, und Himmel selbst vergehen. Münter. Mel. Komm, heiliger Geist. Ihr Grund, das Wort von 185. Hör unfer Bits Jesu Christ, ist ewig, wie du selber bist. 6. Heil ihren Kindern, welche sich dir übergeben, und durch dich zum Hims mel führen lassen! Du lehrest fie des Glaubens Kraft, stärkst sie auf ihrer Wanderschaft, lehrst sie die Sünde hassen; des Heils gewiß sind sie in dir, und Himmelsluft tränkt tränkt sie schon hier. sie 7. D führe mich an bei ner Hand hinauf ins wah: re Baterland; auch mir glänzt dort die Krone. Gib ten, Gottes Geist, den Je sus Christus uns verheißt! Erfüll' mit deinen Seligkei: ten uns, die sich Christo weihten! Die Völker aller Welt führst du ins Heiligs thum, zu Gottes Nuh'. Es schall Anbetung dir zum Ruhme! Singt, Völker, ihm im Heiligthume! Hal leluja! Halleluja! 2. Du heiliges Licht! Starker Hort! Durch dich leucht' uns des Les bens Wort! Lehr' uns den Ewigen erkennen; ihn herz lich Vater nennen! Du haft 150 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. haft durch deiner Wahrheit Macht auch uns zum Licht aus Gott gebracht; laß nie dieß Himmelslicht uns rauben! Ohngitterey und Aberglauben laß immerdar fern von uns seyn; 3. Du heilige Ruh'! Süßer Trost! Hilf, daß wir freudig und getrost in uns fers Gottes Dienste siegen, der Trübsal nie erliegen! Dieß Leben ist der Prüz fung Zeit: wir überwinden durch dich weit. Du hilfft, o Geist, mit Muth uns ringen, zu dir durch Tod und Leben dringen; Hallez luja! Halleluja! 4. Du höchster Trost in aller Noth, selig sey durch dich uns einst der Tod; daß wir, stark im Glauben, gern und mit Freuden, wenn es Gott gebent, von hinnen scheiden. Hör' unser Flehn! [ 64.] Luther u. Funk. Mel. Gott deshimmels ic. 187. Komm, o Geist, von Gott gegeben, heilige und beßre mich! Weise, [ 51.] Klopflock u. G.B. fromm und gut zu leben, Funk. dieß vermag ich nur durch dich. Läsfest du an Trost mich leer: dann wird mir der Kampf zu schwer. 2. Ach, ich irr' in Fins sternissen, Geist der Wahrs heit, ohne dich! Von Bes gierden hingeriffen, täuschet meine Seele sich; suchet Ruh', und findet sie in der Erde Gütern nie. Mel. Nun bitten wir zc. 186, Send uns, o Vater, deinen Geist, ihn, den Jesus Christus uns verheißt, daß er uns bes büte vor falscher Lehre; die von dir gewichen sind, bes fehre. Hor unfer Flebn! und Einigkeit, mach' uns dir gefällig und bereit, daß wir, Christo ähnlich, von dir getrieben, gern verzeis hen und einander lieben. Hör unser Flehn! 2. Du Geist der Weiss heit und der Kraft, mache durch dein Wort uns tuz gendhaft; hilf an ihn uns glauben, den treuen Hei land, der uns bringen will zum rechten Vaterland. Hör unser Flehn! 3. Du Geist der Lieb' 3. Hilf mir, nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält! Hilf mir, Gott und Jesu leben, nicht den Lüsten dieser Welt! Lehre mich, von Sünden rein, heilig und Gott ähn lich seyn! 4. Leite Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 151 druck deinem Wort an un sern Herzen immerfort, daß wir es folgsam hören; daß wir dich, Vater, Sohn und Geist, wie es uns Jesu Lehre heißt, mit Sinn und Bandel ehren. Rühre, führe unsre Herzen, daß nicht Schmerzen und nicht Freuden uns von deiner Liebe scheiden! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Les ben hin! Stårke mich durch deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag! 5. Gib zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und Lust, und im Kampfe flöße Stärke mir in meine schwache Brust! Gib mir Trost in jeder Noth! Hilf mir treu seyn, bis zum Tod! 6. Sey mein Beystand wenn ich sterbe; zeige meiz nem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. [ 28.] Joach, Neander, Mel. Wie schon leucht't ic. 188. Komm, komm zu uns, o Geist des Herrn, mit deinen Gaben! Sen nicht fern, du, unsrer Hers zen Wonne! Dir ist bez kannt, was uns gebricht; gib neues Leben, Kraft und Licht, Herr, unsrer Sees len Sonne! Neue Treue, unsre Pflichten auszurich ten, wollst du geben, daß wir froh und beilig leben. 2. Gib Kraft und Nach: 3. Du, aller Weisheit! Quelle, gib in unsre Her zen regen Trieb, die Wahr: heit auszubreiten, zu from mer Gottergebenheit und wahrer Lebensheiligkeit die Frrenden zu leiten. Alle, Alle laß mit Klarheit deine Wahrheit froh erkennen, und sich von der Sünde trennen! 4. Verlaß uns nie mit deinem Rath, daß wir der Tugend ebnen Pfad mit freudigem Gewiffen fiets wandeln. Gib Gelaffens heit, gib Treue und Bes ständigkeit, auch wenn wir leiden müssen. Tröster, Tröster, komm, die Schwaz chen stark zu machen, die dir trauen, und nach deis ner Hülfe schauen! 5. Verleih uns gnådig Muth und Kraft zum Kampf mit jeder Leidens schaft, und führ' uns tågs lich weiter. Ja, unter deiz 152 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. deinem treuen Schuß ers schreck' uns nie der Feinde Truß, ermüde nie der Streis ter! Endlich, endlich wird der Friede, ew'ger Friede, und die Krone deinen Sie gern dort zum Lohne. 6. Flöß' uns auch Brus berliebe ein, und laß uns stets verbunden seyn, wie Eines Leibes Glieder. Es sey mit Liebe Jedermann dem Nächsten redlich zuges than; denn wir sind Alle Brüder! Kein Neid, kein Streit uns betrübe! Fried' und Liebe wollst du geben, zu beglücken unser Leben! 7. Gib, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; sey unsers Geis stes Stärke! Laß uns ein Volk seyn, das Gott ehrt, ihm wohlgefällig ist und werth durch edle gute Wers ke. Rühre, führe unser Sins nen und Beginnen von der Erde, daß es hier schon himmlisch werde! [ 100.] Schirmer u.Diterich. Mel. Aus meinesHerzensic. 189. 3euch ein zu deis nen Thoren, zu deiner Chris stenheit; du hast uns neu geboren, du hast uns Gott geweiht, Geist Gottes! Himmelskraft! Erfülle mei: ne Seele, damit ich such' und wähle, was ew'ges Heil mir schafft. 2. Du bist es, der mich lehret, wie ich recht beten soll, und daß mich Gott erhöret, bet' ich nur glaus bensvoll. Nun steigt zu Gott hinan mein Flehn; und gute Gaben werd' ich zu hoffen haben von Dem, der helfen kann. 3. Du bist ein Geist der Freuden, Freuden, dem Trauern nicht gefällt! Erquick' auch mich im Leiden, im Elend dieser Welt; erleichtre mir den Schmerz, und, daß es meiner Seele an feinem Troste fehle, so tröste du mein Herz. 4. Du bist ein Geist der Liebe; willst nicht, daß Haß und Neid der Chris ften Herz betrübe, willst Fried' und Einigkeit! Ents ferne allen Streit; bes zähm' der Rachsucht Tries be; gib brüderliche Liebe, gib Herzenseinigkeit. 1 5. Du hast in deinen Händen die ganze weite Welt; kannst Menschen herzen wenden, wie dir es wohl gefällt! Der du die Liebe bist, verknüpf in als len Landen mit sanfter Lies be Banden, was noch ges trennet ist." 6. Den Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 153 6. Den Kriegesflammen und Irrthums Finsternissen steure, und lodern sie empor; wird, Geist des Lichts, wer dann dämpfe fie; erneure Licht begehrt, durch deine verheerter Länder Flor! Wahrheit nur entrissen, die Friedsame Bürger laß in uns den Weg des Fries sichern Hütten wohnen; bens lehrt. Getäuscht von entferne von den Thronen Trug und Thorheit, irrt, List, Schmeicheley und Haß! wer nicht von dir erleuch tet wird. 7. Hilf allen Obrigkeiten, und schüßze jeden Thron! Beglücke unsre Zeiten! Es sen des Greises Kron' Ers fahrung und Verstand; vers leihe unsrer Jugend Gott: seligkeit und Tugend; und segne jeden Stand! 8. Gib zweifelnden Ges müthern des Glaubens Freudigkeit; erfüll' mit deis nen Gütern das Herz, das dir sich weiht! Gib Kräfte unserm Geist, das Gute stets zu lieben und stand, haft auszuüben, so wie es Gott uns heißt. 2. Zur wahren Weisheit oft zu träge, kennt er nicht sich, noch seine Pflicht, nicht seinen Gott, noch seine Wege, und selbst sein ties fes Elend nicht; vergißt in eitler Sicherheit Tod, Res chenschaft und Ewigkeit. 3. Doch Dank sey dir und Preis und Ehre! Licht hast uns Armen du ges währt; durch Jefu Wort, der Wahrheit Lehre, haft du das Dunkel aufgeklärt. So lernen wir durch dich, wie blind, wie thöricht, wie verderbt wir sind. 4. Du zeigst uns Gott in seiner Größe, in seiner Heiligkeit und Huld, sein Recht, und ach! auch unsre Blöße, und unsers Uns gehorsams Schuld; das Elend unsrer Sicherheit, Tod, Rechenschaft und Ewigkeit. 5. Das sehen wir durch dich, und beben; doch, sol: len wir verzagen? Nein! Des Wahns Du zeigst uns auch den Weg 9. Richt unser ganzes Leben nach Gottes Willen ein, damit wir, ihm ers geben, uns seiner Gnade freun! Zum Tod' mach' uns bereit; laß hoffnungsvoll uns sterben; führ' uns, als Gottes Erben, zur ew'gen Seligkeit! [ 8.] P. Gerhard. Mel. Religion, von Gott. 190. 154 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. Weg zum Leben und leh: rest uns: Gott will vers zeihn! Du führst zu Dem, der uns verföhnt, und uns mit Heil und Gnade krönt. 6. Auch schauen wir in deinem Lichte der Frömmig, keit und Tugend Werth; und alle Frommen im Ges richte von Gott begnadigt und verklärt; und ihre Leis den in der Zeit belohnt mit ew'ger Herrlichkeit, 7. Dir, Geist des Lichts, sey Dank und Ehre! O laß dein Licht uns Alle sehn; laß uns dein Wort, der Wahrs heit Lehre, nicht undankbar und frech verschmähn! Gib, daß wir thun, was du uns lehrst, bis du bey Gott uns einst verklärst. [ 76.] J. 2. Cramer, Mel. Lobt Gott, ihr zc. 191, Nicht um ein flüchtig Gut der Zeit ich fleh' um deinen Geist, den mir zu meiner Seligkeit dein Wort, o Gott, verheißt. 2, Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich; die Weisheit, die das Herz ents flammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit; gern thun, was dir gefällt, wirkt edlere - Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Ja, dann hab' ich Vers trauen zu dir; dann schen: ket selbst dein Geist das freudige Bewußtseyn mir, daß du mir gnådig feyst. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin; zur Tugend stårk er mich; beweise, wenn ich traurig bin, auch mir, als Tröster, sich! 6. Er schaff in mir ein reines Herz, verleih' mir deine Huld, und waffne mich in jedem Schmerz mit Muth und mit Geduld! [ 56.] C.F. Neander. Mel. Werde munter, mein, 192. Reine Quelle wahrer Güter, hochgelobter Gottesgeist, der du mensch liche Gemüther befferst und mit Trost erfreust, nimm mein Herz; regiere mich; denn nach dir verlanget mich! Mache mich, zu Got tes Preise, heilig und zum Himmel weise. 2. Fülle mich mit heil's gen Trieben, daß ich Gott mein höchstes Gut, über und Alles möge lieben, dann mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freun, als sein Kind, die Sünde scheun, stets vor seinen Augen Geist und Wort Gottes, christliche Kirche, 155 nach dir! Geist des Herrn, regiere mich; gib mir Muth und Kraft, daß sich, mir zum Heil und dir zur Ehre, meine Heiligung stets mehre. [ 98.] Bruhn. Wort Gottes, Lehre Jefu, Bibel, Augen wandeln, heilig den ken, christlich handeln. 3. Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und es achte für Gez winn, wenn ich je ein Fries densband knüpfen kann; wenn meine Hand zur Ers leichtrung der Beschwerden kann dem Nächsten nüslich Mel. Sen Lob und Ehr zc. werden. 4. Lehre mich mein Inn, 193, Zum Guten sind, res kennen, auch verborge ne Fehler sehn, demuths: voll sie Gott bekennen, und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', sie zu beffern, in mir neu, und gib immer neue Kräfte mir zum Heiligungs, geschäfte! 5. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Ges wissen niederschlägt; wenn sich Zweifel in mir finden, die mein Herz mit Zittern begt; wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint; gib dann, daß es meiner Seele nicht an Trost und Stårs fung fehle!. 6. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gna: denwerk in mir; selbst den Trieb hast du entzündet, Daß mein Herz verlangt o beil'ger Gott, wir ohne dich nicht tüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig; wir wissen's und verstehen's nicht, wenn nicht dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir uns zeiget. 2. Drum hast du ehmals ausgesandt Propheten, deis ne Knechte; fie machten in der Welt bekannt dein Heil und deine Rechte. Zuletzt ist selbst dein eigner Sohn, o Vater, von des Himmels Thron gekommen, uns zu lehren. 3. Dieß Heil, das uns fer Danklied preist, dein Wort, laß uns nicht raus ben, und gib uns deinen guten Geist, daß wir's von Herzen glauben, und Al les, was dein Wort gebeut, mit Treue, Lust und Fren digs 156 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. digkeit, zu deiner Ehre, üben! 8. Gib, daß wir deine Wahrheit rein und unvers fälscht bewahren! Laß Alle, die sich ihrer freun, stets ihre Kraft erfahren! Dein Wort sey Rath und Trost in Noth, daß wir im Leben und im Tod ihm zuversichts lich trauen! 4. Hilf, daß der Frev: ler frecher Spott nie unser Herz bethöre; sich selbst bestrafen schrecklich, Gott, Verachter deiner Lehre. Erweck uns durch der Wahrheit Kraft; und, was sie Gutes in uns schafft, das laß uns treu bewahren! 5. Herr, öffne selbst Vers stand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen; daß wir es nie, in Freud' und Schmerz, aus unserm, Herzen lassen; daß wir nicht hörer nur allein des Wortes, sondern Thater seyn, Frucht hundertfältig bringen! Mel. O Gott, du frommer. 6. Drum mache du uns Alle gleich dem fruchtbar 194. Du schenkſt uns, guten Lande! Mach' uns an edlen Werken reich in unserm Amt und Stande! Laß uns, in Demuth und Geduld, bewahren deine Lehr' und Huld in einem guten Herzen! Gott, das Licht, das uns zur Wahrheit führet, des Irrthums Nacht vertreibt, und unser Thun regieret, uns dich erkennen lehrt, uns deine Größe zeigt, und uns fer Herz zu dir in frommer Ehrfurcht neigt. 7. Laß deines Worts Bekenner hier der Sünder Wege meiden! Hilf, daß wir halten fest an dir in Trubsal, Kampf und Leis den! Rott' Alles aus, was dir mißfällt! Hilf uns die Gorgen dieser Welt und böse Lüste dämpfen! 2. Wie gut, wie våter: lich sind alle deine Lehren! Wie groß ist ihre Kraft, den Sünder zu bekehren! Durch sie erweckt, fühlt er, auch bey der Reue Schmerz, die Größe deiner Huld; fühlt Ruhe für sein Herz. 3. In 9. Laß, Herr, dein Wort je mehr und mehr sich un ter uns verbreiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög' und leiten! O heilger Geist, dein götts lich Wort laß in uns wir ken immerfort Trost, Hoff nung, Lieb' und Glauben! [ 22.] Dav. Denicke. Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 157 und Staub erwecken: so sieht im Geiste schon mit glaubensvollem Blick der Christ in jener Welt der Zukunft beßres Glück. 8. Mich dieses Glücks zu freun; es ewig zu bes sitzen; erleuchtet durch dein Licht, mir und der Welt zu nutzen- dieß sey mein heißer Wunsch, dieß meine liebste Pflicht! im Leben sey mir's Trost, im Tode Zuversicht! [ 71.] Grot. 3. In deinem Licht er: fennt der Fromme seine Pflichten; er lernet, willig fie, so schwer sie sind, ver: richten; fühlt, wenn sein schwaches Herz des Kam pfes Mühe scheut, durch deines Geistes Kraft doch seinen Muth erneut: 4. Bemüht, der Tugend Bahn mit festem Schritt zu wandeln, nach deinen Lehren stets zu denken und zu hans deln, erkennt er täglich mehr, wie sehr man ihren Werth, durch innre Besserung und Seelenruh', erfährt. binnen vind Mel. Herr Christ, der ein. c. 5. Sie machen uns den Hang, die Luft zu jedem 195. Gott liebet unfer Laster, wie reizend es auch sey, mit jedem Tag vers haßter. So lernen wir durch sie, aus Pflicht das Böse scheun, und unser ganzes Herz Gott und der Tugend weihn. Leben. Zu unserm Heil hat er uns sein Gesetz geges ben; aus Liebe gab's der Herr. Wohl mir, wenn, fromm und weise, ich Gotz tes Liebe preise, und ihm gehorsam bin! 6. Sie stärken unsern Geist, gewähren reine Freus den. Nichts gleichet ihrem Trost bey dieses Lebens Leiden; sie führen zur Ges duld; fie lindern unsern Schmer;, und bey des Kum: mers Last erleichtern sie das Herz. 7. Naht einst sich uns der Tod, und fühlen wir die Schrecken, die uns sein furchtbar Bild, und Gruft 2. Schon die Vernunft kann wissen, was gut und böse sey! sie richtet durch's Gewissen, verdammt und spricht uns frey, verheißt uns Ruh' und Freuden, wenn wir die Sünde meiden, und gern das Gute thun. 3. Doch Hang zu taus send Sünden verblendet unfern Geist, daß wir den Quell nicht finden, aus dem das Leben fleußt. Drum gab 158 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. gab der Herr uns Armen, aus göttlichem Erbarmen, auch seines Wortes Licht. 4. Nur ihn soll ich vereh ren, ihn lieben, ihm ver traun, auf seine Stimme hören, auf seine Wege schaun; nicht fremden Gö: Ben dienen; nie thöricht mich erfühnen, die Welt ihm vorzuziehn. 5. Ich soll mit fanftem Herzen des Nächsten Glück erhöhn; ihm gern bey seiz nen Schmerzen mit Trost zur Seite stehn, nicht sei: ne Tage trüben; soll, wie mich selbst, ihn lieben, gern fegnen und erfreun. 6. Mein ganzes Herz foll heilig, mein Sinn und Wandel rein, die Tugend mir erfreulich und Gott mein Alles seyn. In mei nem ganzen Leben soll ich nach dem nur streben, was Gott gefällig ist. 7. Herr, stårke meine Liebe zur wahren Heiligkeit, das mit ich freudig übe, was mir dein Wort gebeut! Denn nur auf deinen Wegen ist Ruhe, Heil und Segen, und Ruhm, der ewig währt. [ 35.] Mudre. Mel. Ach Gott und Herr ic. 196. Gott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen; ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr: laß immerdar mich seine Kräfte schmecken; laß feis nen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glaus ben schrecken! 3. Wo fånd' ich Licht, wo: fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstånd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterb lichkeit und Leben. Zur Ewigkeit ist diese Zeit mir, Herr, von dir gegeben. 5. Gott, deine Huld, von Sündenschuld durch Jefum uns zu retten, sie kennt' ich nicht, wenn wir dein Licht, dein theures Wort nicht hätten. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünde nicht verzagen: nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! sagent. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, gibt mir dein Wort, Herr, Kräfte; benn mangelhaft ist meine Kraft zum Heiligungsges schäfte. 8. Herr Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 159 Leiden eine Quelle wahrer Freuden. 5. Hilf, daß ich zu jeder Zeit meines Heils Erkennts niß mehre! Find' ich dann noch Dunkelheit bey des Glaubens hoher Lehre: so laß Zweifel mich entfernen, lernen! und in Demuth glauben 2015lator 1 6. Gib mir immer neue Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir ges wissenhaft auf der Tugend Pfad zu wandeln: so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. [ 54.] Hecker u. Diterich. 8. Herr, unser Hort, laß dieß dein Wort mir Licht und Freude geben! Es sey mein Theil; es sey mir Heil und Kraft zum ew'gen Leben! [ 1.] Gellert. Mel. Liebster Jesu, wir ic. 197. Herr, mein Licht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Laß, o Herr, mich schon auf Erden weise für den Himmel werden! 2. Lautre Wahrheit ist dein Wort: lehre mich, es recht verstehen! Was hier dunkel bleibt, wird dort Mel. Werde munter, m. 2c. meine Seele heller fchen; 198. Wohl dem Menmache mich nur, dir zum Preise, erst für dieses Les ben weise! ndan 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam seyn, den er kannten Weg zu gehen: sonst würd' ich, bey allem Wiffen, seinen Trost ents behren müssen. schen, der nicht wandelt in gottloser Leute Rath! Wohl Dem, der nicht unrecht handelt, nicht betritt der Sünder Pfad; der der Spotter Freundschaft flieht, ihrem Umgang sich entzieht; der hingegen liebt und ehret, was uns Gott vom Himmel lehret!" 201 4. Folg' ich seinem Un: terricht: o so werd' ich's auch erfahren, was es de: nen Gut's verspricht, die es hören und bewahren; mir auch wird es dann im 2. Wohl dem, der des Höchsten Willen zu erfors schen sich bestrebt; der ihn thätig zu erfüllen suchet, und unsträflich lebt! Segen wächst ihm zu; er blüht, gleich dem Baume, den man 160 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. man sieht an lebend'ger. Gott und Vater nennen, Quellen Rande wohlges und nach seinem heilgen deihn im guten Lande. Willen redlich unsre Pflicht erfüllen. 3. Also wird gedeihn und grünen, wer in Gots tes Wort sich übt; Alles wird ihm müssen dienen, daß er reife Früchte gibt. Bis zum höchsten Lebenss ziel wirket er des Guten viel; Gott gibt Glück zu feinen Thaten, läßt ihm Alles wohl gerathen. 4. Aber wen die Sünd' erfreuet, Dessen Glück wird bald vergehn; wie der Wind die Spreu zerstreuet, wird man es zerstieben sehn. Hält der Herr einst sein Gericht: da besteht der Sünder nicht. Sünde stürs zet ins Verderben! Fromme find des Himmels Erben. [ 98.] P. Gerhard. Mel. Liebster Jesu, wir zc. 199. Köstlich sey mir allezeit, Herr, mein Heis land, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsamkeit treulich ihre Vorschrift eh: re; dem, was sie verheißt, vertraue, und an ihr mich stets erbaue! 2. Nur bey deiner Wahrs heit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern 3. Was die Weifen dies ser Welt vor dir nicht ers forschet haben, das hast du ins Licht gestellt; und durch deines Geistes Gaben schenkst du dieses Licht den Seelen, daß sie Heil und Frieden wählen. 4. Du entdeckst uns unfre Schuld, und der Sünde großen Schaden; aber auch des Höchsten Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns, aller unsrer Sünden gnädige Verges bung finden. 5. Huldreich rufft du, Herr, uns zu: ,, kommt zu ,, mir, belad'ne Seelen! Nie soll's euch ben mir an Ruh' und an sanftem Tros ste fehlen; wollet ihr von ,, mir nur lernen, von den " Sünden euch entfernen." 6. Herr, dein Evanges lium hat viel tausend, taus send Zeugen, die zu deines Namens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, weil du noch dein Wort erfüllest, und der Seelen Kummer stillest. 7. D vernimm den heis Fen Dank, den ich ehr: furchtsvoll dir bringe! Hös re Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 161 re meinen Lobgefang, den mit frohem Schalle: daß ich hocherfreut dir singe! Du befreyst auch mich von Sünden, lehrst auch mich sie überwinden. bu sein Gott und Vater bist, nicht läsfest Sünde walten, und daß dein Wort der Segen ist, durch den wir Kraft erhalten, auf rechter Bahn zu wallen. 8. Köstlicher, als Gold sey mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja, ewig Dank sey dir, daß es stets mir Trost gewähret! Würdiger will ich dich loben, werd' ich einst zu dir erhoben. 9. Ja, so lang' ich hier noch bin, will ich dir que Ehre wandeln, und mit dankerfülltem Sinn nur nach deinem Willen hans deln. Wenn ich einst von hinnen scheide, führst du mich zu ew'ger Freude. [ 54.] S. An uns auch laß dein Wort gedeihn, dein Werk an uns gelingen; uns gleich dem guten Lande seyn, und reichlich Früchte bringen. Uns fegne Vater, Sohn und Geist, daß unser Heil sich mehre! Er, unser Gott, sen hoch gepreist! Ihn lob und ihn verehre der ganze Weltkreis! Amen! Heeren. In eigner Melodie. 200. Es wolle Gott uns gnädig seyn, und seinen Segen geben! Mit seiner Wahrheit hellem Schein erleucht' er uns zum Leben! Er lehr' uns, was. ihm wohlgefällt, gern thun schon hier auf Erden; und laffe jedes Volk der Welt an Christum gläubig werden, und sich zu ihm bekehren. 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle; so freuet dein der Weltkreis sich, und singt [ 25.] Luther u. Klopstock. Mel. D Gott, du frommer. 201. Soll bein vers derbtes Herz zur Heiligung nicht, das Wort des Herrn genesen, Christ, so versäume zu lesen; bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligs keit, den Geist aus Gott enthält. 2. Merk auf, als ob ein Ruf vom Himmel dir ers schalle, und Gottes Stims me selbst zu dir hernieder halle! Mit heil'ger Ehrs furcht lies, mit Lust und mit Vertraun, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. £ 3. Sprich 162 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 3. Sprich fromm: o Gott, vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich ftets dein Wort für ew'ge Wahrheit halte! Erleuchte mich, was du gebieteft, eins zusehn, und laß mich dei nen Rath von meinem Heil verstehn. 4. Er, aller Weisheit Gott, kann dich nicht irs ren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch; lies oft: du wirst es faffen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und sie von Herzen liebt. 5. Lies, frey von Leiden schaft, und ledig von Ges schäften, und sammle det: nen Geist mit allen seinen Kräften. Des Tages bester Theil, des morgens Heiz terkeit, sen, wie der Tag des Herrn, von dir der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein star: ker Spruch: so ruf ihn, dir zum Glücke, ben deinem Tagewerk oft in dein Herz zurücke; empfinde feine Kraft, und stärke dich durch ihn zu dem gefaßten Schluß, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu feyn, dazu sind wir auf Er: den. Thu', was die Schrift gebent; dann wirst du inne werden, die Lehre sey von Gott, die dir verkündigt ist; du wirst das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheims nißvoll: so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlic cher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt: so glaube, was er spricht; nicht, was dein Wahn dich lehrt. 9. Sich seines schwachen Lichts ben Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und seinen Wahn alsdann ges fangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Ges schöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, from: mer Christ, durch keine Zweifel kränken. Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schens ken. Dort wächst mit deis nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit. ld 11. Verehre stets di Schrift; und siehst du Duns kelheiten: so laß dich einen Freund, der mehr, als du, sieht, leiten. Ein forschens der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein schon geprüfe Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 168 ke das Vermögen zum sichern Tugendlauf! 6. Ja, bleib mit deiner Treue bey uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleis he; hilf uns aus aller Noth! D. Stegmann u. [ 12.] Hermes. geprüftes her; hebt mans che Dunkelheit. 12. Halt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden. Verachte christlich groß des Bibels feindes Spott; die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. [ 71.] Mel. Sey Lob und Ehr ic.. Gellert. 203. Jesu, Trost und Heil der Welt, der du in diesem Leben dein Wort, das Gottes Rath enthält, zum Licht uns haft gegeben, du bist der Herr der Chris stenheit, die du in dieser Pilgerzeit dir aus den Mens schen sammelft. Christliche Kirche. Mel. Christus, der ist meinic. 202. Ach, bleib mit deis ner Gnade ben uns, Herr Jesu Christ; damit fein Feind uns schade mit seis ner Macht und List. 2. Entzieh uns deine Lehre, das Wort der Wahrs heit, nicht! Durch ihre Kraft gewähre uns immer Trost und Licht! 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir, von Irrs thum frey, bey deiner Wahrs heit bleiben, dir folgsam, dir getreu! 4. Hilf uns die Lüfte dåms pfen; hilf uns den Reiz der Welt und ihre Macht bekäms pfen, du sieggewohnter Held! 5. Komm uns mit Kraft entgegen; hilf unsrer Schwachheit auf, und står 2. Du willst sie, als dein Eigenthum, zur wahren Weisheit leiten, und durch dein Evangelium zur Seligs feit bereiten. Du, Herr, bist groß von Rath und That, und, was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Mag auch die Mens ge immerhin auf deinen Ruf nicht hören, und Mans cher in verkehrtem Sinn sich wider dich empören: so fällt doch deine Kirche nie; du hältst sie aufrecht, schüßzest sie durch deines Geistes Weisheit. 4. Dein ist das Reich 22 und 164 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. und dein die Kraft; wer follte dir nicht trauen, nicht auf dein Wort gewissenhaft fest feine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; laß uns nur stets mit frohem Muth dich vor der Welt bekennen! 5. 3war kämpfen wie noch manchen Streit hier mit uns selbst auf Erden: doch werden zur Vollkoms menheit auch wir erhoben werden. Dann endet sich der Deinen Müh'; dann Frönest und belohnst du sie mit Preis und Ehr', ohn' Ende. 6. Wir sehn dich dann in Majestät, und uns gleich deinen Engeln, zu nie empfundnem Glück ers höht, befreyt von allen Mängeln; frohlocken dir, und preisen dich, daß deine Macht und Gnade sich so hoch an uns verherrlicht. [ 22.] Diterich. Mel. Dir, dir, Jehovah ic. 204. Der du zu den bes glückten Schaaren, die Jes sum kennen, mich, auch mich gesellt; durch ihn schon in der Kindheit Jahren mich treu gelehrt, was dir, o Herr, gefällt; dir bringt, gerührt von seiner Seliga CATE feit, mein Herz die Opfer seiner Dankbarkeit. 2. Ich darf ja dich nun Von dir, Bater nennen. der du die Liebe selber bist, kann Tod und Leben mich nicht trennen. Dein Kind bin ich; dein Kind ist jeder Chrift, der treulich übt, was ihn sein Meister lehrt, und sein Gebot, als Stims me Gottes, ehrt. 3. Unzahlbar sind die Seligkeiten, die mir mein hoher Glaube täglich gibt. zu freudenvollen Ewigkeis ten werd' ich auf dieser Er de vorgeübt. Wer Jesu glaubt, Den schrecken Grås ber nicht; denn ew'ges Les ben bracht' er an das Licht. 4. Er ist mein Trost in Kümmernissen, mein Vors bild auf des Pilgerlebens Bahn; und fühl ich Kums mer im Gewissen: so schau' ich glaubensvoll zu ihm hinz an, der von der Furcht mein banges Herz erlöst, und mir's verbürgt, daß Gott mich nicht verstößt. 5. Gelitten hat er selbst, geduldet, kennt Noth und Elend, weiß von Gram und Schmerz, und ach! er hats te nichts verschuldet, und rein von Sünden blieb im Kampf sein Herz. Nunt kann er helfen, weiß, wie Dent, Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 165 4. Ja, du herrschest nicht mit Strenge; nur von Lies be wallt dein Herz, und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Gelig, wer dir feine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! Su 5. Mag der Krieg die Belt zerrütten! Friede schwebt um deinen Thron. In Pallåsten und in Hüts ten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, Jeder, der dich chrt, ist und bleibt die ewig werth. Dem, der weint, zu Muthe seyy, der treue Menschen freund! Jika d 6. Wer zählt, wer zählt die Segen alle, die durch ihn wurden unser Loos und Theil? Preist ihn mit laus tem Jubelfchalle, und fühlt, erlöste Brüder, euer Heil! Ihm danke, wer ihn kennt, und wer ihn ehrt! O selig, wer auf seine Stimme hört! [ 16.] Niemeyer. Mel. Gott des Himmels ic. 205, Herrlich ist's in deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Er denlust entweiche: doch beutst du mir Wonne dar; onne, die den Geist ents zückt, ewig, ewig ihn be glückt! 2. Was sind Nang und eitle Schäße, was sind Kronen dieser Welt, Herrs fcher, Dem, der die Gefeßze deines Reiches ehrt und hålt? Edel handeln ist sein Ruhm, deine Huld fein Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit dei nem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eilet er zu dir zurück. 6. Drohn dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spotter Heer: ach, sie naz dann toben sie nicht mehr. ben sich dem Falle, und Ewig wird dein Reich be ftehn; Wahrheit kann nicht untergehn. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen fan ken in den Staub: doch dein Thron hat fest gestan: den; nie wird er der Zeiten Raub. Glaubend blickt dein Unterthan immer noch zu dir hinan. 8. In den fernsten Him melsstrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die dir entwichen, fes hen seine Strahlen nicht; doch der Weise bleibt die treu, 166 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. treu, und du machst ihn groß und frey! 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und laß einst auch Den dich preisen, der noch blind vor Gößen kniet! Zeig' uns Allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! [ 28.] Reche. Mel. Eine feste Burg ist ic. 206. Herr, deine Kirs che danket dir: noch wohnt dein Wort im Lande. Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfans de. Kommt sie in Gefahr durch Feindesschaar: dann hilf, o Jesu Christ! Besie: ge Macht und List, und herrsch' in jedem Lande! 2. Sey, Herr, mit uns! Verlaß uns nie, uns, deine Theurerlösten! Hilf deiner Kirche, schüße sie; dein darf fie, Herr, sich trösten. Sie, die dir vertraut, hast du ers baut. Erhalte sie dir rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. denken nicht: es droh' ein schwer Gericht den trågen, sichern Christen. 4. Und du, o Jefu, bist so treu! Ach, daß wir frömmer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekehren! Gib uns Wissenschaft, und Lieb und Kraft; gib uns Ents schluß und Muth, zu was gen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren! 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt uns Ruh' und Frieden! Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ers müden! Mache leicht, was drückt; gib, was beglückt! Nach dieser Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden! 6. Herr, deine Kirche streitet noch: hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf ist: müsse doch kein Kämpfer unterliegen! hör' ihr kindlichs Flehn, ihr beyzustehn! Gib, daß sie standhaft sey, stets deiner Wahrheit treu! Hilf deis ner Kirche siegen! [ 17.] J. N. Cramer. 3. Eins ist's, was deine Treuen frånkt: daß unter deinen Christen noch Mans cher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen Lüften. Mel. Meinen Jesum laß ic. Nur auf's Eitle hin steht 207.Schweigt, Verächs Vieler Sinn; denn sie bez ter, spottet nicht! Schmås bet Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 167 het nicht, was ich verehre! Meiner Seele Zuversicht, und mein Licht ist Jesu leh re. Ja, was euer kühner Spott stolz verachtet, ist von Gott. 2. Sie verdrängen könnt ihr nie, nie verdunkeln ihre Klarheit; gleich der Sonne, leuchtet fie; Wahrheit ist fie, Gottes Wahrheit, des ren reines, helles Licht alle Finsterniß durchbricht. 3. Wessen starke Rechte hat uns des Irrthums Macht entriffen? Wo ist Weisheit, wo ist Rath für geängstete Gewissen? Wo, als da, wo der regiert, dessen Wort zu Gott uns führt? ed 4. Da ist's Freude, da ist's Ruhm, sich zu Gott empor zu schwingen; da ist Kraft, ins Heiligthum seis ner Wahrheit einzudrins gen, und, entfernt von Furcht und Graun, noch am Grab' empor zu schaun. 5. Da ist Freyheit, da ist Kraft, da ist Muth, für Gott zu leben, und vor ihm gewissenhaft nach des Geistes Heil zu streben; da ist stets Zufriedenheit, Vor: gefühl der Seligkeit. 6. Schweigt, Verächter, fpottet nicht! Schmåhet nicht, was ich verehre! Meiner Seele Zuversicht, und mein Licht ist Jesu Leh re. Selig, wer fie fennt und liebt, und sein Herz ihr ganz ergiebt! [ 58.] J. A. Cramer. sadvic Mel. Religion, von Gott ic. 208. Wohl Dem, der Jesu angehöret! Auch er bat Freunde: denn sein Freund ist Jesus, und wer Jesum ehret, durch Einen Sinn mit ihm vereint. nicht einsam wandelt er den Pfad, auf den ihn Gott gerufen hat. 2. Er sey auch unbekannt: ihn lieben und achten Alle, welche sich im Glauben, in der Tugend üben, aufrichs tig, treu und brüderlich, so bald sie sehn, daß er ein Christ, ein wahrer Jünger Jesu ist. 3. Kein Eigennuk, kein Stolz, kein Leiden, fein Wechsel ihres Glücks, kein Schmerz, entzieht ihm ihrer Treue Freuden, ihr fest mit ihm verbundnes Herz. Sie haben haben an einander Theil durch Einen Troft, Ein Glück, Ein Heil. 4. Ja, alle Christen auf der Erde, wie weit sie auch getrennet sind, find alle doch nur Eine Heerde, in Liebe 168 Geist und Wort Gottes, chriftliche Kirche. Liebe Jefu gleich gefinnt, durch Glauben, Hoffnung, Liebe gleich, an Früchten guter Werke reich. Mel. Wo Gott der Herr, ic. 209. Die Feinde beis snes Kreuzes drohn, dein Reich, Herr, zu verwüsten; du aber, Mittler, Gottes Sohn, beschüßzest deine Chri: sten. Dein Chron bestehet ewiglich; vergeblich ist's, daß wider dich sich deine Feinde waffnen. 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein dern: drum fonnte keine Werk von Menschenkin Macht der Welt, Herr, seis nen Fortgang hindern. Dir können deine Feinde nie die Ehre rauben: selbst durch sie wird sie vergrößert 5. Und welche Freunde, weiche Brüder, hat nicht im Himmel einst der Christ, wo Jesus seiner Kirche Glieder versammelt, wo er sichtbar ist! Da soll sein Diener nicht allein, mit Allen soll er selig seyn. zu 6. O Trost, zu Jesu Nuserkornen zu kommen, zu der Våter Schaar, unsers Gottes Erstgebors nen, zu Jedem, der hier heilig war; mit Allen dort am Thron zu stehn, und Gott mit ihnen zu erhöhn! zu 7. So mache denn, o Herr, uns tüchtig, dein würdig's Eigenthum seyn! Nichts sey so theuer uns und wichtig! Denn was kann uns so sehr ers freun, schon hier in dieser Pilgerzeit, und dort einst in der Ewigkeit? 8. Schenk uns den Geist der Bruderliebe, der Nachs sicht und der Einigkeit. Gib, daß sich Jeder eifrig übe in edler Dienstbefliss senheit; daß Alles, unserm Bunde treu, Ein Herz und Eine Seele sey. [ 76.] J. A. Cramer werden. 3. Weit wollst du deine Herrschaft noch in deiner Welt verbreiten, und unter dein so fanftes Joch die Völker alle leiten! Vom Aufgang bis zum Nieders gang bring' alle Welt dir Preis und Dank, und glaub' an deinen Namen! 4. Auch sie, die dich vers blendet schmähn, die fres velnd sich empören, laß deis ner Gnade under sehn, daß sie sich noch bekehren: daß sie mit uns gen Him mel schaun, dich kennen lernen, die vertraun, und deinem Wort gehorchen! 5. Uns Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 169 Chrifsto zu erfreun, und deis nes Geistes Triebe gehorsam stets zu seyn; damit schon auf der Erde, noch mehr in jener Welt, das Glück zu Theil uns werde, wozu du uns erwählt. 5. Uns, die wir glaus ben, wollest du fest in der Wahrheit gründen, daß wir für unsre Seelen Ruh in deiner Gnade finden! Mach unsers Glaubens uns gewiß! Vor Irrthum und vor Finsterniß wollst du uns stets bewahren! 6. Ein frommes Herz schaff' in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen, und lehre täglich mehr und mehe uns dein Gefeßz ers füllen; gehorsam deiner Vorschrift seyn, und dann uns deiner Gnade freun, sey unser Heil auf Erden! 7. So wird dein Volk dir unterthan, und lernt die Sünde meiden; fo führst du es auf ebner Bahn, zu deines Reiches Frenden; und herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlis cher in Ewigkeit, dein gros Ber Name werden. [ 103.] Münter. Taufe. Mel. Nun lob' mein'Seel'c. 210.Geweiht zum Chris Deweiht zum Chris stenthume, sind wir auch dir, o Gott, geweiht, nur dir zum Preis und Ruhme zu führen unsre Lebenszeit; uns deiner Vaterliebe in 2. Wie viel hat deine Gnade bis hieher schon an uns gethan! Auf diesem Pilgerpfade fing kaum sich unsre Wallfahrt an: da gabst du schon uns Armen am Reiche Christi Theil, und sorgtest aus Erbarmen für unser ew'ges Heil. Du schafftest unsern Seelen schon früh Gelegenheit, zu kennen und zu wählen den Weg der Seligkeit. 3. Herr, auch für diese Güte gebührt dir unser Lobgefang! Mit freudigem Gemüthe bringt unser Herz dir Preis und Dank, daß du uns durch die Taufe zu Christen haft geweiht, und uns zum Tugendlaufe mit deinem Licht erfreut! Gib daß wir oft ermessen, was uns dein Wort verspricht, und strafbar nie vergessen die dir gelobte Pflicht! 4. Ja, bilf du stets uns Allen, o Gott, in deinem Willen ruhn, und, dir zum Wohlgefallen, nach dei nes Sohnes Lehre thun! Du wirs in diesem Leben, wie 170 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. wie du bisher gethan, uns was uns nöthig, geben: verleih' uns nur auch dann die beste deiner Gaben, daß wir durch Jesum Christ Theil an dem Erbe baben, das unvergånglich ist. [ 68.] C.F. Neander. Mel. Wer nur den lieben ic. 211. Ich bin getauft, nach Jesu Lehren, dich, Vas ter, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu eh ren, daß Herz und Mund und That dich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier schon und einst dort zu freun. se ganz aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu stes ter Treue, und bilde mich nach deinem Sinn! Was dir mißfällt, sey fern von mir, und heilig sen mein Leben dir! fin 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Gelübd' aus Leichtsinn bres che, steh', Gott, mit deis ner Kraft mir bey; und fall' ich: so verwirf mich nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch deine Gnade zum fteten Ernst der Besserung, und leis te mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heis ligung! Gott meines Heils, feo ewig mein, und laß mich stets dein eigen seyn! J. Rambach u. [ 99.] Diterich. 2. Du hast zu deines Reiches Erben, o treuer Vater, mich erklärt; es hat die Frucht von seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und, dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geist mein Beystand seyn. Mel. Meinen Jesum laß ic. 3. Gelobt, mein Gott, fey 212. Ewig, ewig bin ich deine Liebe, die mir, noch eh' ich dich gekannt, aus freyem, väterlichen Triebe schon so viel Gutes zuges wandt! Wie huldreich haft du mein gedacht, und für mein wahres Wohlgewacht! dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Dessen soll mein Herz sich freun, ewig, ewig bin ich dein!. 4. Dir geb' ich mich, mein Gott, auf's neue nun 2. Lehrt die Völker; taufet die, welche gläubig werden wollen, kündigt's AL Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 171 du wirst mir Kraft verleihn, treu bis in den Tod zu seyn. [ 58.] J. A. Cramer. Allen an, daß sie ewig ses lig werden sollen." Jesus, sprach's, und er ist mein; ewig werd' ich selig seyn! 3. Welch ein herrlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Einst von allen Sünden rein, bin ich, Vater, ewig dein! 4. Jch, ein Sünder von Natur, ich Gefallner, soll auf Erden eine neue Krea: tur, kann und soll Gott ähnlich werden. Fromm und heilig will ich seyn; Jes sus und sein Geist ist mein! 5. Ich gelobt' es; aber doch brach ich oft den Bund der Taufe, kämpfte schon, und wurde noch schwach im Kampf, und matt im Laufe: gleichwohl will noch Jesus mein, Gott will noch mein Vater seyn! 6. Das ist Gottes Bund mit mir; das hat Jesus mir verheißen; und ich soll: te, Sünde, dir nicht auf immer mich entreißen? Ja, ich will's; ich will nicht dein, ich will meines Got tes seyn! 7. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinem Wege heilig und ges wissenhaft, und im Glau ben wandeln möge! Gott, Mel. Lobt Gott, ihr ic. 213. Daß ich in deis ner Christenheit, mein Gott, geboren bin, und durch die Laufe dir geweiht, welch herrlicher Gewinn! 2. In meiner Kindheit ward ich schon mit dir und Dem bekannt, den du von deines Himmels Thron zum Heil der Welt gesandt. 3. Ich lernte da schon früh verstehn, was bein allweiser Rath auch mie zum ew'gen Wohlergehn voll Huld verordnet hat. 4. Erleuchtet durch dein heiligs Wort, sah' ich die sichre Bahn, auf welcher wir uns hier und dort dem wahren Leben nahn. 5. Du riefft vom Laster mich zurück, und gabst mir Trost im Schmerz; du zeigs test mir des Christen Glück, und bildetest mein Herz. 6. Wie dank' ich dir, Allliebender, für diese Vas tertreu! Gib, daß dir ims mer inniger mein Herz ers geben sey. 7. Nur dir bin ich zum Eigenthum durch deinen Sohn erkauft; nur dir zum Diens 172 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. Dienste, die zum Ruhm auf sein Gebot getauft! 8. Dir will ich denn- o stärke mich!- mein gans zes Leben weihn: so freut mein Herz auf ewig sich des Glücks, ein Christ zu seyn. [ 56] Diterich. sto bind om u et Confirmation. d Mel. Komm, heiliger G. c. 214. Erhöregnädig un. fer Flehn für sie, die betend vor dir stehn! Erbarmend blick auf sie hernieder; denn fie find Christi Glieder. Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist den Segen, den dein Wort verheißt! Erfülle sie mit deinen Gaben! Laß fie mit dir Gemeinschaft has ben! Erhör' uns, Gott! Erhör' uns, Gott! 2. Sie wollen dir nun ganz sich weihn und les benslang die Deinen seyn, der Taufe heil'gen Bund erneuern, die feierlich bes theuern, in ihrem Glaus ben fest zu stehn, in ihrem Thun auf dich zu sehn, im Bandel rein, und rein im Herzen, dein Heil nie sorg: los zu verscherzen. Gib ih nen, Herr, die Kraft dazu! 3. Schenk, Vater, ihnen Freudigkeit! laß des Ge lübdes Heiligkeit durch deis ne Kraft ihr Herz durch dringen; gib Wollen und Bollbringen! Nach wir ers neuern unsern Bund, dir treu zu seyn, mit Herz und Mund. Laß Alle, die hier betend stehen, mit ihnen einst zum Himmel gehen! Erhör uns, Gott! Erhör uns, Gott! [ 51] ( 191268 Küster. Mel. D du liebe meiner ic. 215. Mittler, schau' auf sie hernieder, die sich deiner Gnade freun, und, als deiner Kirche Glieder, dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Sie sind dein!- fich sa Erbarmer, weihe sie dir ganz bis in das Grab! 2. Sie bekennen deine Lehre, sind auf deinen Tod getauft: laß sie leben dir zur Ehre; denn sie sind durch dich erkauft. Leite sie mit deinen Händen, daß sie auf der rechten Bahn ihren Lauf durch dich voll enden, immer wallen hims melan! 8. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheis ligt seyn, daß sie nie vom Pfad der Tugend in der Irre Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 173 Frre sich zerstreun. Schüßze ihr Herz empfand! Laß fie vor allen Schlingen, vor den Lockungen der Welt; laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt. die seligen Gefühle nie ers kalten, nie vergehn; bis zu ihrem Lebensziele laß fie fest im Glauben stehn! 48. Sammle sie einst alle wieder dort in deines Vas ters Reich! Sie sind dei ner Kirche Glieder; einst den Engeln Gottes gleich, fingen sie dir, Herr, zu Ehren dann ihr Loblied hocherfreut, in der Sel'gen hohen Chören, laut durch alle Ewigkeit. [ 69.] C. G. L. Meister. 4. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre seyn, und durch deines Geiz stes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun. Stärke fie durch deine Gna: de, wenn sie kindlich zu die flehn, daß sie auf der Tus gend Pfade stets den Weg zum Leben gehn. 5. Halte fie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, fest; laß sie fühlen dein Erbarmen, daß sie nimmermehr verläßt! Und wenn Einer sich verirrte, und verließe deine Bahnach), dann nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kins des an! 1 6. Keinen, Keinen, ach! von Allen, die mit dir den Bund erneun, laß aus deis ner Gnade fallen, und von die geschieden seyn! Herr, versiegle ihren Glauben, der sie ewig glücklich macht; Keinen laß die Krone raus ben, die du Allen zuges dacht! 7. Sieh' hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu die gewandt; ach, die Thränen, die sie weinen, zeugen, was Vor der Confirmation. Mel. Ach bleib mit deiner 26. 216. Sie nahen sich, o Vater, fie, deine Kinder, nahn, um deinen Vaterfes gen von neuem zu empfahn. 2. Sie nahen sich, o Vater, um dir ihr Herz zu weihn, und heilig zu gelo: ben, bir ewig treu zu seyn; 3. Um unschuldsvoll zu wandeln, auf Jesum hins zusehn, den Weg, den Jes sus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. So blicke denn mit Ses gen, o Gott, auf sie herab, und laß sie dem Gelübde getreu seyn, bis ans Grab. [ 12.] C. G. Ribbeck. Ben 174 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. Bey der Confirmations gen; herzlich, Vater, bit: ten wir dich um deinen Ses gen. Segne Vater, un fern Fleiß; segne das Bes streben, schuldlos, fromm und tugendhaft stets vor dir zu leben! Gemeine und Kinder: Die Kinder allein. Mel. Ach, bleib mit deiner ic. 217. Laß diese heil'ge Stunde, Gott, uns geseg: net seyn! Dir, heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn! 2. Wir wollen jede Sün: de und jedes Unrecht fliehn, nd, christlich gut zu wans deln, mit Eifer uns bes mühn! 3. O, blicke du mit Se gen jetzt, Gott, auf uns herab, und laß uns dein Gelübde getreu seyn, bis ans Grab. C. G. Ribbeck. [ 12.] Nach der Confirmation. Mel. Christus, der uns selig. Gemeine: 218. Segne fie, die hinfort geleitet seyn. dir, o Gott, treu gelobet haben; segne du, o Vater, fie mit den besten Gaben! Wahrhaft weif und fromm laß fie deine Wege wane deln; christlich weise, christs lich gut bis zum Tode hans deln! 3. Laß uns Alle, Alle, Gott, Jesum thätig ehren, eifrig und gewissenhaft fol gen seinen Lehren! Gib, daß durch Religion immer mehr auf Erden Tugend und Zufriedenheit ausges breitet werden! [ 13.] C. G. Ribbeck. Mel. Wer nur den lieben zc. 219. Herr, dir gelob ich neue Treue, und neuen Fleiß im Christenthum. Dir, Jesu, geb' ich mich auf's neue zu deinem ew'gen Eis genthum. Von deinem gus ten Geift allein will ich Die Kinder allein: 2. Ja, in Demuth bite ten wir dich um deinen Ses 2. Nimm, Heiliger, von deinem Kinde den theuern Eid der Treue hin. Vers suchet mich hinfort die Sünde: so will ich ihre Netze fliehn; will dir mich und der Tugend weihn. Sieh, dieser Tag soll Zeuge seyn! 3. Hab' ich schon oft das Wort gebrochen, das ich dir Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 175 Heil! Deß freu' ich mich! Herr, nimm mich hin; dein, dein bin ich! [ 99.] Sturm. dir in der Taufe gab; hab ich zwar Beßrung oft vers sprochen, und ließ doch nicht vom Bösen ab: so denk' ich jetzt mit Reue dran; nimm gnådig mein Versprechen an! 4. Nie will ich wieder treulos werden; nie deine guten Wege fliehn! Kein Scheingut, keine Lust der Erden, kein Leiden soll von dir mich ziehn! Weich, eitle Welt; weich, Sünde, weich! Gott hört es: jetzt entsag' ich euch! 5. Gott selbst, Gott höret mein Versprechen; er sieht tief in mein Herz hinein. Wollt' ich je mein Gelübde brechen: wie strafbar würd' ich dann nicht seyn! Zuviel geschahe dann mir nicht, Gott, durch dein härtestes Gericht. 6. Regiere denn mein ganzes Leben, und mache selbst mein Herz dir treu, daß dir mein Sinn und Thun er: geben, gefällig deinem Wils len sey; denn ohne dich bin immerdar ich schwach, verkehrt und wandelbar. 7. Dann werd' ich einst vor deinem Throne mich dieses Bundestages freun; geschmückt mit jener Sies geskrone, verklärt und ewig felig seyn. O welch ein Die Gemeine: Mel. Es ist gewißlich an ic. 220. Die hier vor dir, o Vater, stehn, sind Jesu Christi Glieder: hör ihrer Herzen heißes Flehn; schau' liebend auf fie nieder! Gib ihnen, Vater, Sohn und Geist, den Segen, den dein Wort verheißt, im Les ben und im Sterben! Die Kinder: Mel. Wer nur den lieben ze. 2. Wir übergeben uns aufs neue, o Vater, dir dir, Sohn und Geift; ges loben heilig ew'ge Treue, und hoffen, was du uns verheißt. So schließen wir mit Herz und Mund mit dir, o Gott, den heil'gen Bund! Die Gemeine: Mel. Es ist gewißlich an ic. 3. Sie kennen, Vater, deinen Sohn und seine heil'ge Lehren. Ist Freus de, Gott, vor deinem Thron, wenn Sünter sich bekehren! wie groß ist uns fre Freude nun, jetzt, da sie das Gelübde thun, dir, Herr, getreu zu leben! 4. D daß fie nimmer zum Ges 176 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. Gericht dein heiligs Mahl empfahen, laß stets mit Glaubenszuversicht sie würs dig ihm sich nahen! Es stärke sie in aller Noth, und reize sie, des Mittlers Tod zu preisen durch ihr Leben! Die Gemeine: Mel. Es ist gewißlich an ic. 6. Wenn frech sich der Verführer naht, wenn böse Lust erwachet, und den Entz schluß zur guten That in ihnen wankend machet: dann laß sie hin auf Jesum sehn, daß sie der Sünde widerstehn, beharren bis ans Ende. Wir schwören ihn mit Herz und Mund, und ewig, ewig sey der Bund! Die Kinder: Mel. Wer nur den lieben zc. 5. Gedenke nicht der Jugend Kampf nicht scheun. Herr, stärke fie; denn ſie sind dein! Dein laß sie ewig bleiben! gendsünden, o Vater; nimm uns huldreich an! Laß uns durch Jesum Gnade finden, und führ' uns stets auf ebs ner Bahn! Dein Geist, der Wollen in uns schafft, geb' uns auch zum Vollbringen Kraft! Die Kinder: Mel. Wer nur den lieben ic. 7. Ja, Vater, nimm uns hin aufs neue; wir flehn voll fiefer Rührung hier: vers nimm den Schwur der ew's gen Treue, des frommen Wandels, Herr, vor dir! Die Gemeine: Mel. Es ist gewißlich an ic. m 8. Zeig' ihnen, die auf alle Zeit jetzt Treue dir ges loben, den hohen Lohn der Ewigkeit, die Herrlichkeit dort oben, daß sie der Tu 223.2 99. v. Hippel u. Seiler. Mel. In allen meinen T. sc. 221. Dir, Herr, mich zu ergeben, nur meiner Pflicht zu leben, gelobt' ich andachtsvoll. D stårke den Gedanken in mir; laß nie ihn wanken, vor dir zu wandeln, wie ich soll! 2. Du, Führer meiner Jugend, gabst mir Gefühl für Tugend, Gefühl von meiner Pflicht; ich lernte beyde lieben: gib mir, sie auszuüben, die Kraft, die mir so oft gebricht! 3. Dich, Gott, nie zu verlassen, die Sünde stets zu hassen, dieß schwur ich heute dir. Laß, Heil'ger, dieß Versprechen mich nie aus Leichtsinn brechen; stets unverbrüchlich sey es mir! 4. Wie Geist und Wort Gottes, christliche Kirche. 177 gen, dir, Gott, dir übergeben wir uns hente ganz zu eigen, um ewig dein zu bleiben!" ogro 2. Wie Viele schon ges lobten dir, sich fest an dich zu halten: doch, ach! bald treulos ließen sie die erste Lieb' erkalten. Ogib, daß, die jetzt dir sich weihn, dich, Höchster, ewig lies ben; daß sie im Guten standhaft seyn, und jede Tugend üben, nie dieß Gelübde brechen! 4. Wie könnt' ich's je mals wagen, der Tugend zu entfagen, die so viel Glück verspricht? Der Lüs ste Macht zu dämpfen, stets wider sie zu kämpfen, Herr, stärke mich zu dieser Pflicht! 5. Ich will mit neuem Muthe dem Eifer für das Gute Zeit, Fleiß und Kräfte weihn. Laß deinen heil'gen Willen mich stets mit Luft erfüllen, und nie zum Guten' tråge seyn! 6. Ich will mit frommen Trieben dich, Gott, von Herzen lieben, und dich als Vater scheun. D segne mein Bestreben, stets tus gendhaft zu leben; nur du kannst Kraft dazu verleihn. 7. Laß endlich mir's ges lingen, den Segen zu ers ringen, der mir verheißen ist! Dir und der Pflicht ers geben, laß stets mich christs lich leben, daß ich auch sterbe, als ein Chrift! [ 49.] Grot. Mel. Es wolle Gott unsic. 222. O stårke, Mittler, stärke sie, fie, deine Theu'rs erlösten! Laß ihr Vertraun auf dich ihr Herz im Tod und Leben trösten! Allwis sender, fie schwören dirwir sind des Schwures Zeus 3. Will ihnen frecher Sünder Spott der Chris sten heil'gen Glauben an Tugend, Gott und Ewigs keit, des Lebens Unschuld rauben: dann stehe mach tig ihnen, Gott, mit deiz ner Kraft zur Seiten! Hilf ihnen Irrthum, Laster, Spott und jeden Feind bez streiten und muthig übers winden! 4. Laß endlich einst im Tode fie, sie, deine Theu'r erlösten, durch festen Glaus ben an dein Wort sich stärz ken und sich trösten! All liebender, Allgnädiger, laß dann sie selig sterben, und, dir getreu bis in den Tod, den Lohn des Himmels ers ben! Erhör' uns gnädig! Amen. [ 25.] Münter u. Funk. m Erweis 178 Geist und Wort Gottes, christliche Kirche: Erweiterung des Reichs Christi. men! Ja, Herr, es kommt gewiß dein Reich! Schon ist es da; mit ihm zugleich das Heil für alle Frommen! Dein Sohn hat schon es Mel. Wie schön leucht't ic. 223. Noch Fehet nicht, gegründet: fest verbündet, o ihr Brüder, uns die Tus gend einst als Glieder. o Sterblicher, bein dunkler Blick, was Gott, der Herr, im Stillen vorbereitet. Voll heil'ger Größe ist sein Gang! Zwar dünket dir der Weg zu lang, auf dem das Gute schreitet; aber muthvoll kannst du trauen! Gott wird bauen feinen Garten, und den Keim des Guten warten! 3. Die Morgensonne fommt gewiß, muß gleich erst Licht und Finsterniß in kurzem Kampfe liegen. Ist nur die Dämmerung vors bey: dann wird von dü stern Nebeln frey, der Glanz der Wahrheit siegen! Herrs lich hebt sich dann die Sonne, und mit Vonne preifen alle deine Kinder einst dich, alle! [ 100.] Hahn. 2. Verhüllt ist noch die Zukunft mir; doch fleh' ich fchweigend auf zu dir: laß, Gott, dein Reich uns kom V. Bater, Sohn und Geist. In bekannter Melodie. 224. Allein der Höh' sey Ehr', und Dank für seine Gnade! Allz sehend blickt sein Aug' um her, daß uns kein Unfall schade. Den Sünder trägt er mit Geduld; den From men segnet seine Huld; er ist der All'erbarmer! freis ist dein Eigenthum; dein Reich hat keine Schrans Gott in Allein Gott in ken. Wer mißt die Größe deiner Macht? Was du gebietest, wird vollbracht: wohl uns, daß du regies rest! 3. D Jefu Chrift, des Höchsten Sohn, für uns am Kreuz gestorben! Der Menschen Rettung war dein Lohn; uns hast du Heil ers worben. Hilf, Retter, uns gesandt von Gott! Hilf uns 2. Wir preisen, Vater, deinen Ruhm; wir beten an und danken! Der Erd: Vater, Sohn und Geist. 179 uns im Leben und im Tod! Mel. Wie schön leucht't rc. Hilf Allen, die dich lieben! 4. D heil'ger Geift, du 226. Lobsinget Gott! Geist von Gott! Erleuchte, begre, tröfte, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Dienst der Sünd' erlöste. Stärk' uns im Leiden, Geist von Gott! Stårk' uns in unfrer Todesnoth! Sen Führer uns zum Himmel! [ 5.] Decius u. Westermeier. Mel. Gelobet seyst du, J. ic. 225. Preis ihm! Er schuf und er erhält seine wundervolle Welt. Du sprachst: da wurden, Herr, auch wir. Wir leben und wir sterben dir. Halleluja! 2. Preis, Jesu, dir in Ewige feit! Ueber alle Himmel weit erschall dein Lob! Du haft uns dir erlöst: dein sind, dir leben wir; Halleluja! 3. Geist Gottes! Auf der Tugendbahn führest du uns himmelan. Geheiligt und erneut von dir, sind Kinder Gottes wir schon hier. Halleluja! 4. Fließt, unsrer Freude Thränen, fließt! Heilig, mächtig, gnådig ist der Herr! Ihm sey in Ewigkeit Lob, Preis und Dank von uns geweiht! Halleluja! [ 27.] Klopstock. Dank, Preis und Ehr' sey unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er, und herrschet weit und breit mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, bringet frohe Lieder! Fallet nieder! Gott ist herrlich, uns aussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sey von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen! Du, Mittler zwischen uns und Gott, hast, durch Ges borsam bis zum Tod, das Leben uns errungen. Heis lig, selig ist die Freunds schaft und Gemeinschaft als ler Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 3. Lobsinget Gott! Du, Geist des Herrn, sey nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weise, rein; hilfft uns ges trost und siegreich seyn im Streit mit unsern Lüften. Leit uns, stårk uns, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Tus gend treu zu leben! [ 100.] M 2 Craffelius u. W. A. Teller. Mel. Vater, Sohn und Geist. 180 Mel. Freu dich sehr, o ic. 227. Betet Brüder, an im Staube unsern Gott, den Ewigen! Sen gesegnet, Christenglaube! Jhn, den Unaussprechlichen, ihn, der seyn wird, war und ist, den kein Forscher je ermißt, den selbst Engel nicht ganz kens nen, ihn lehrst du uns Vas ter nennen. 2. Ihm, den göttliches Erbarmen, heiße Menschens liebe drang, daß er Retter ward uns Armen, bringt ihm, Menschen, frommen Dank! Er ging auf der Tugend Bahn uns, ein Muster, stets voran, und hat selbst für uns sein Les ben in den bångsten Tod gegeben. 3. Werdet reines Herzens, strebet nach der Heiligung, und preist Den, der euch mit Muth belebet, preiset Gottes heil'gen Geist! Jhm, der alles Gute schafft, euch beseelt mit Tugendkraft, schwört's und haltet's, fromm zu wandeln, und als Christen stets zu handeln. [ 26.] Demme. Mel. Herzlich lieb hab' ich ic. 228. Ein Glück im kur zen Raum der Zeit ist ges gen ew'ge Seligkeit nicht werth, daß ich's erwähle. Du riefft mich, Vater, aus dem Nichts zum frohen Ans schaun deines Lichts; dieß dankt dir meine Seele. Nicht zu der Freude dieser Welt, die so viel Mängel noch enthält; zur Wonne jes ner Ewigkeit bestimmt mich deine Gütigkeit. O Vater, Gott, wie liebst du mich! Wie liebst du mich! Dein freuet meine Seele sich! 2. D Sohn, vom Vas ter uns gesandt, Erlöser, der mit sanfter Hand zu Gott die Seinen leitet, für mich auch gabst du dich dahin, und hast, wenn ich dir folgsam bin, mir ew's ges Heil bereitet. Zwar seh' ich jetzt mit schwachem Blick von ferne nur des Himmels Glück; noch dun kel ist mir jene Welt, die Gott dem Glauben vorbes hält: doch preis' ich dich, o Gottes Sohn, o Gottes Sohn, im Licht dereinst an deinem Thron. 3. Geist Gottes, unfre Zuversicht, verlaß, verlaß uns Armen nicht, und gib uns Kraft zum Glauben! Zeuch uns zu Gott und seis nem Sohn, und laß nichts unsern Gnadenlohn in jes ner Welt uns rauben! Lent' vont Vater, Sohn und Geist. 181 von des LebensEitelkeit uns her Stimm': heilig ist auf das Heil der Ewigkeit! Ach, unfre Seel' empfehlen wir im Leben und im Ster: ben dir. O Geist aus Gott, zeig' uns im Tod das Heil des Herrn; dann sterben freudig wir und gern. unser Gott! heilig ist uns ser Gott! heilig ist unser Gott, der Herr, Herr Zes baoth! 4. Unendlicher, wie groß sind wir durch dich; wie selig werden wir! Lehr' uns dieß Glück recht achten! Der Erde Scheingut säts tigt nicht, und ihre Weiss heit trößtet nicht, lehr' uns dieß recht betrachten! Dir, Schöpfer, und, Erlöser, dir, und dir, Geist Gots tes, bringen wir mit Freus den hier im Heiligthum vereinigt Preis und Dank und Ruhm! Unendlicher, in Ewigkeit, in Ewigkeit sen unser Herz dir ganz ge: weiht! [ 37.] 2. Weit, über alle Him mel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, die preisen ewig dich, o Herr. Auch deine ganze Christenheit rühmt dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, und Jesum, deinen ein'gen Sohn, sammt deinem Geis fte, dessen Kraft ein neues Leben in uns schafft. 3. Du, Herr der Ehren, Jesu Christ, der du der Sünder Heiland bist, du wardst, um unser Trost zu feyn, ein Mensch, wie wir, doch fünder- rein. Du hast den Weg zu Gott gelehrt; des Todes Macht hast du Sturm. In eigener Melodie. 229. Herr Gott, dich zerstört; du herrschest in des Vaters Reich, wie er, an Macht und Gnade reich. Im Tode läsfest du uns nicht: du kommst dereinst, und hältst Gericht. 4. So hilf uns denn dir dankbar seyn, dir folgen, und uns deiner freun! Einst sey im Himmel ew'ges Heil mit loben wir; Herr Gott, wir danken dir. Dein, Vater, ist in Ewigkeit das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit. Die Welt, dein Werk und Eigenthum, verkündigt deiz nes Namens Ruhm. Der Engel Heer, die Gera: phim lobsingen dir mit ho Vater, Sohn und Geist. 182 mit allen Frommen unser Theil! Hilf deinem Volk, Herr Jesu Christ, und seg: ne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsre Prus fungszeit, bis zu der fro: hen Ewigkeit! 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich! Dir heiligt uns fre Seele sich. Vor aller Uns gerechtigkeit behüt' uns jetzt 3. Lob, Ehr' und Preis sey Gott, dem Vater, und dem Sohne, und seinem beilgen Geift! Er, der vom Him melsthrone erbarmend auf uns sicht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und gut. Lob sey ihm immerdar! [ 65.] Mart. Rinkhard. In eigener Melodie. und allezeit! Sey uns, o trener Gott, fey 231. Ich glaub an gnädig uns in aller Noth! Wenn wir zu dir um Hülfe schreyn: laß dein Erbar: men uns erfreun! Auf die steht unsre Zuversicht; vers laß uns auch im Tode nicht! Amen. [ 30.] Luther u. Klopfstock. Einen Gott allein, der alle Dinge, groß und klein, den Himmel und die Erde schuf, als er sprach: es werde! Er ist mein Vater, dessen Ruf auch mich zu seinem Dienst erschuf; er hat mir Leib und Leben, Sinn und Vernunft gegeben. Er, groß durch Weisheit, Gut und Macht, hat vor der Welt an mich gedacht, bleibt stets mein Vater und mein Gott, der für mich sorgt, mir hilft in Noth, mich nähret, mich beschüßzet. In eigener Melodie. 230, Nun danket Alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut ar uns und allen Enden; der uns so väterlich von unsrer Kinds beit an bis diesen Augene blick unzählig Gut's gethan! 2. Der ewigreiche Gott voll' uns, so lang wir les ben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden ges ben, und uns in seiner Gnad' erhalten immerfort, und uns aus aller Noth ers lösen hier und dort! 2. Ich glaub' an Jesum, Gottes Sohn. Er herrscht, und ewig ist sein Thron; er ward für mich geboren, für mich zum Heil erkoren; er tilgte meiner Sünden Schuld, erwarb mir meis nes Gottes Huld, und ließ für mich sein Leben, den Himmel mir zu geben; vom Tode Tode stand er siegreich auf, und fuhr verklärt zu Gott hinauf. Wenn diese Erde einst vergeht: dann richtet er mit Majestät die Lebenden und Todten. Vater, Sohn und Geist 3. Ich glaube an den heil'gen Geist, der mich der Finsterniß entreißt, den Weg des Lichts mich lebs ret, und mich zu Gott bes kehret. Wohl mir! Der ewig treue Gott stärkt meiz nen Muth in jeder Noth; läßt in der Noth der Süns den mich Gnad' und Rets tung finden; er macht mich fromm und tugendhaft, und gibt zum Guten Lust und Kraft; er führet mich zur Seligkeit, zu der, nach dieser Prüfungszeit, mein Geist sich wird erheben. [ 43.] Jacob Fr. Schmidt. Mel. Wir glauben all' an ic. 232. Wir glauben an den ein'gen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, Aller Vater, Aller Gott, hieß uns feine Sein: der werden; er will uns auch stets ernähren; jedes wahre Gut gewähren; er XO di 183 erwog schon, eh' wir was ren, unsre Rettung in Ge fahren; er forgt für uns, und hilft und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. der Verlornen. Er hat selbst sein theures Leben willig für uns hingegeben; er erstand, und herrscht ers höhet in dem Reich, das nie vergehet; er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Welt: gericht. 3. Wir glauben an den beil'gen Geist, unsern götts. lichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beystand und zum Führer. Er lehrt uns Bergebung finden, und der Tugend Werth empfinden; er gibt Weisheit, Ruh' und Freuden, stårket uns fern Muth im Leiden, und flößt uns selbst im Codes: schmerz des ew'gen Lebens Ruh' ins Herz. [ 102.] Luther u. C. F. Neander. VI. Christ 184 Christliches Gesinntseyn und Verhalten VI. Christliches Gesinntseyn und Verhalten im Allgemeinen. Thätiger Glaube an Jesum. mich, daß der Wahn nie mein Gemüth bethöre, als wär' es schon genug ges Mel. D Gott, du frommer. 233. Du fagst: ich bin than, wenn dir nur äußre terthan, erweist: erinnre Ehre der Mensch, dein Uns mein Gewissen, daß in der Die verehren müssen, die Wahrheit und im Geist dich dir gefallen wollen. ein Christ! Wohl dir, wenn Werk und Leben dir dessen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Dann füh. rest du nicht nur den Nas men: nein, du bist, was Jeder werden soll, ein wah rer, frommer Christ. 2. Nicht Der ist schon ein Christ, der Jesum Chriftum kennet; doch mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet. Der ist's, der wil lig thut, was Jesus uns ges beut; wer anders denkt und lebt, deß Ruhm ist Eitelkeit. 3. So will ich denn, o Gott, nach Tugend ernst lich fireben, treu und ge horsam dir gefinnet seyn und leben. Denn wehe Denen einft, zu welchen Christus spricht: weicht Alle fern von mir! Euch, Sünder, kenn' ich nicht. Haßlocher u. 6. G. [ 71.] B. Funk. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die: Herr! zu Jesu sagen, und nicht mit rechtem Ernst zugleich der Heiligung nachjagen. len thun, läßt du, als deine Nur Die, die deinen Wil Kinder, o Gott, in ew' gem Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. vom Glauben nicht ein heis 3. Drum laß mich, Herr, lig Leben trennen; durch treue Ulebung meiner Pflicht laß Jesum mich bekennen! thätig sey, und Frucht der Gib, daß mein Glaube Eugend bringe; daß ich, vom Dienst der Sünden frey, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzuneh men. Mel. Es wolle Gott uns ic. 4. Doch wenn, der Pflicht 234. Bewahre, Herr, mir nicht bewußt, ich je aus milén im Allgemeinen. 185 SAND mir den frommen Eifer raube, christlich tugendhaft zu seyn, und, was sündlich ist, zu scheun! [ 58.] Demme u. Beck. l Mel. Ein Lämmlein zc. aus Irrthum feble; wenn ich, gelockt durch Sinnens luft, aus Leichtsinn Böses wähle: so richte schnell mich auf vom Fall! Ers halt' mich bey dem Einen, daß ich dich fürchte überall, bis einst ich, mit den Deis nen, dir ohne Fehltritt diene. [ 25.] J. Ritter u. Diterich. Mel. Meinen Jesum laß ic. 235. Ferne sen der Fres thum, fern, daß Die Jesu, angehören, die ihn zwar, als ihren Herrn, mit dem Munde laut verehren, aber nicht ihm gleich gesinnt, nicht der Tugend Freunde find. 2. Ferne sey von uns der Wahn, sich vollTrägheit deß zu trösten, was einst Jesus hat gethan; einen Christen und Erlösten sich zu nens nen, wenn man nicht treu erfüllt der Christen Pflicht. 3. Schande nie, wer Jes fum nennt, Jefum durch sein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, müsse thätig sich bestreben, fest zu wandeln auf dem Pfad, den einst Jesus selbst betrat. 4. Gott, erleuchte meis nen Geist, daß kein uns fruchtbarer Glaube, der dich nur durch Worte preist, 236. Was hilft es mir, ein Chrift zu seyn, wenn ich nicht christlich lebe; wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe; wenn in der Heis ligung Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, ich mich nicht treu beweise, und Den, der mich erlöset bat, in Worten bloß, nicht durch die That, und from: me Werke preise? 2. Was hilft der Glaub an Jesum Christ, den ich im Munde führe, wenn er. nicht wirksam bey mir ist, ich seine Kraft nicht spüre; wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust gefans gen hält, ich ihre Fesseln liebe, und, fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hofe fart, Fleischeslüfte, Geiz, und andre Laster übe? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Christum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als Der, der in der Fins 186 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Finsterniß des Irrthums hingeht, ungewiß, auf wel cher Bahn er wandle. Was nüßet mir der Wahrheit Licht; was hilft mir Jesu Unterricht, wenn ich nach ihm nicht handle? und Muth und Kraft, da: mit ich Welt und Leidens schaft im Glauben übers winde, und dann, nach wohldurchlebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine Tugend finde. [ 18.] Felix Weiffe. 4. Was soll mir Trost und Ruh' verleihn, wenn Leiden mich umgeben? Was foll, wenn mir Gefahren braun, mein Herz mit Muthtigkeit. beleben? Was hilft mir in der letzten Noth, wenn furchtbar mir der nahe Tod ſich zeigt mit ſeinen Schrek ken, und mein Gewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzudecken? 5. Weh mir! Was hilft es einst mir dort, daß Chris stus mich erlöfte, und daß, im Glauben an sein Wort, ich dessen mich getröste, wenn nicht Erfüllung meis ner Pflicht, wenn gute fromme Thaten nicht, was ich geglaubt, bestårken? Zu jener höhern Seligkeit führt Tugend nur und Frömmigkeit und Glaub in guten Werken. 6. Gott, dieser Hoffs nung werth zu seyn, hilf, daß ich chriftlich lebe, und vor dir heilig, fromm und rein zu wandeln mich bez strebe! Gib Weisheit mir masid.mon Selbstprüfung und Er kenntniß der Fehlerhafs Mel. O Gott, du frommer. 237. Erforsch' und prüs fe dich, ob du im Glauben stehest, und als ein wahrer Christ auf Christi Wegen gehest; ob du von Herzen dich dem Dienste Gottes weißst, und deinem Nächsten stets zu dienen willig seyst? 2. Der Glaub' ist nicht ein Licht im Herzen nur vers borgen: sein Glanz bricht aus, und strahlt, der Sons ne gleich am Morgen. Durch unsre Besserung bes weist er seine Kraft, macht Chrifto gleichgesinnt, den Wandel tugendhaft. 3. Wer also glaubt, der schöpft aus Christo Heil und Leben; wie ihm fein Gott vergibt, so will auch er vers geben; liebt nicht mit Wor ten bloß, er liebt auch in der That, beständig, wie fein im Allgemeinen. sein Gott auch ihn gelies bet hat. 4. Wenn er gescholten wird, schilt er nicht feind lich wieder; spricht zu den Armen nicht: geht, wärmt, erquickt euch, Brüder und läßt die Leidenden doch hülflos in der Noth: nein, mitleidsvoll bricht er dem Hungrigen sein Brod. 5. Der Christ liebt Heis ligkeit, und lebt nach Chris sti Lehre; und Alles, was er thut, thut er zu Gottes Ehre; ist in Gedanken rein, und heilig in der That, zuz frieden, wenn er nur den Beyfall Gottes hat. 6. Nach Tugend strebt der Christ; er meidet jedes Laster; was bös und uns recht ist, wird täglich ihm, verhaßter; treu ist er, ohne Falsch, ein Feind der Hens chelen, von Stolz, von Eis telkeit, von Neid und Geize frey. 7. Legt Gottes weiser Rath ihm auf, ein Kreuz zu tragen: so trägt er's mit Geduld, und ohne zu verzagen; ist wachsam in Gefahr, und nüchtern zum Gebet; hält in der Prüfung aus; kämpft muthig, und besteht. 8. Der Christ sucht un befleckt sein Leben zu bewah: 187 ren; hat nicht das Eitle lieb; schaut nach dem Uns sichtbaren; er nüßzet jeden Tag, und heiliget ihn Gott; er wünscht daheim zu seyn, und fürchtet nicht den Tod. 9. Ob solch ein Glaub', o Christ, in deinem Hers, zen lebe, Das pruf, und sieh, ob er zur Tugend Lust dir gebe. Er wirkt nicht nur Vertraun: er macht auch tugendhaft, und gibt zur Heiligung Trieb, Wil ligkeit und Kraft. 10. So soll ich, Gott, an dich, und Jesum Chris stum glauben. Gib diesen Glauben mir, und laß mir nichts ihn rauben! Die Werke folgen ihm, und folgen aus der Zeit mir über Tod und Grab in jene Ewigkeit. [ 71.] Joach. J. Breithaupt. Mel. Wer nur den lieben zc. 238. Wer bin ich? Welche wichtige Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich so, wie ich bin, zu sehn. Wer nicht sich selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; du schufft mich, 188 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten mich, Gott, zu deinem Preis! Mein Leben nüßlich anzuwenden, will mein Bes ruf und dein Geheiß; doch leb' auch ich, bein Eigens thum, wie mir's gebührt, zu deinem Ruhm? 3. Ich zähle zwar mich zu den Christen: jedoch, bes weist es auch die That, daß bein Verehrer allen Lüften der Sünd' und Welt ents faget hat? Geh' ich, der Christi Wort empfing, auch stets den Weg, den Jesus ging? 4. Du fennest meines Herzens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft mein Innres prüfen, mich fras gen: bin ich Gottes Kind? Bewahre mich vor jedem Wahn, der zum Verders ben führen kann! 5. Jft Der, der selbst bey tiefem Wiffen des Herzens Zustand sich verhehlt, der wahren Befrung wohl bes fliffen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich felbst recht kennen, ist Vers stand; drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heile fehlet, mein Vater, das entdecke mir! Hab' ich der Wahrheit Weg erwäh: let: so gib, daß ich ihn nicht verlier"; erleuchte mich mit deinem Licht: so tau schen mich Verführer nicht! 7. Doch bin ich fern vom schmalen Stege, der einst zur Seligkeit mich führt: so füh re mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich vers liert. Gib mir zur Befrung Luft und Kraft; du bist's, der Beydes in mir schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan! D laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel klug, und frey von Wahn und Selbstbetrug! [ 99.] Diterich. Mel. Freu' dich sehr, o c. 239. Gott, ich will mich ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Herzens Ties fen; ach, entdecke sie auch mir. Laß mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel sey; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe. 2. Eitelkeit und Eigens liebe sind die Gößen dieser Welt: aber sie sind nicht die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, bas im Allgemeinen. das er übt, nicht mit reiz ner Seele liebt, Richter, Dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, Diese, Diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll uns drins gen, gute Werke zu volls bringen. 4. Wie ein leichter Nebel, schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trens nen Lieblingssünden mich, o Heiligster, von dir! Deis ne Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß, an dich zu dens fen, ließ von Eigennutz mich lenken. 19 189 Meinen Lohn hab' ich das hin; eitler Ruhm ward mein Gewinn: aber ihn sollt' ich verachten, nur nach deinem Beyfall trachten. 7. Du, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sey mir gnädig, und verzeihe die unlautre Fröms migkeit. Mache reiner meis nen Sinn; lenk' ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben, und vor Allen dir, o Höchster, zu gefallen. 8. Laß, Herr, alle meis ne Werke Früchte deiner Liebe seyn; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tus gend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigens thum! Drum sey dieß mein höchster Ruhm, daß ich hier schon auf der Erde dei ner Liebe würdig werde! [ 26.] Münter. 5. Oft gehorch' ich deis nem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bey Mens schen Ehre brachte, und den Mel. Gott, du frommer ic. O Ruhm der Frömmigkeit. 240. Gott, du erfors Wenn ihr Beyfall mich ers hob: o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach, wie konnt' ich dich vergessen; wie so uns dankbar dir seyn, deine Liebe nicht ermessen, deines Beyfalls nicht mich freun! schest mich; dir kann ich nichts verhehlen; du siehest jede That, kennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir; erhös re huldvoll mich: entdecke mir mein Herz; denn, ach! oft täuscht es sich! 2. Ich bin ein Christ, o Gott, getauft auf deinen Namen. 190 Christliches Gesinntseyn und Verhatten Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? Namen. Erfüllt ich jede feit; und straft' ich ihr Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchler nur: so ehr' ich Christum nicht. 3. Hab' ich dich, Gott, geliebt, und durch ein frommes Leben der Tugend mich geweiht, mein Herz dir ganz ergeben? hat mich dein Unterricht gebes fert und erfreut? War ich, was er befiehlt, auch stets zu thun bereit? 7. Blieb ich der Wahr heit tren? Bar ich voll Menschenliebe, und regten sich in mir des Mitleids edle Triebe bey meiner Brüs der Noth? Floh ich des Stolzes Reiz! Verschloß ich Aug' und Herz dem Neide und dem Geiz? 8. Hab' ich, wie Jesus that, gesegnet, die mir fluchten; geliebet, Jefu gleich, die mir zu schaden suchten; beherrs schet stets den Zorn; gezeigt Versöhnlichkeit; mich nie am Feind gerächt; vermies den Zank und Streit? 4. Vertrant' ich stand: haft dir in Kummer, Noth und Leiden? Danft' ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? War ich, der Tugend treu, auf's Ewige bedacht? Und hab' ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 9. War ich der Unschuld Trost, und hab' ich sie vers theidigt? Hab' ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Brach ich dem Hungrigen mein Brod; und that ich's gern? War Uebermuth und Troß und Herrschsucht von mir fern? 5. Gebraucht' ich meis nen Geist mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, zu nützlichen Ge: schäften? Hab' ich des Leis bes Wohl mit Weisheit stets bedacht, und keine böse Lustgenährt und angefacht? 6. Hab' ich Die, welche ' du zur Aufsicht mir verz trauet, durch eignes Bey; spiel gern gebeffert und ers bauet? Sorgt' ich stets für ihr Wohl und ihre Selig 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet, merken? Sey gnådig, hand le nicht mit mir nach meis nen Werken! Vergebung ist bey dir: laß ihren Trost auch mein, und mich das durch gestärkt zum Fleiß der Beßrung seyn! [ 71.] Weigel. Mel. milen? im Allgemeinen. Mel. Herzliebster Jesu, ic. 241. Wie leicht vers kenn' ich meines Herzens Schwäche, wenn ich mir von mir selbst zu viel vers spreche; mich mit dem Wah: ne, fromm zu seyn, belüge, mein Herz betrüge! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachsicht gönne, und nie mich selbst schon gut und edel nenne; denn beffer soll ich lebenslang auf Erden und edler wers den. 3. Entdecke mir der Tu gend wahre Größe, und jedes Lasters Niedrigkeit Mel. Herr, ich habe miß. se. und Blöße, damit fein fal: 242. Sollt ich meis scher Reiz mich nie verblen: de, und von dir wende. 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen, und unerheb: lich finden! Hilf, daß ich sie voll tiefer Scham be: reue, und ernstlich scheue. 5. Verhehl ich mir beym Heiligungsgeschäfte aus Vorurtheil den Manz gel meiner Kräfte: so gib, daß ich ihn redlich mir ges stehe, und Hülf' erflehe. 191 meine Schwächen dich nicht bestechen. 7. Wie manche That entspringt aus niederm Triebe, aus Eigennuß und nicht aus Menschenliebe! Wie manche muß, auch hoch gerühmt von Allen, doch dir mißfallen! 8. Gib denn, daß ich mich nie vor mir verhehle; hilf mir erkennen, wo ich irr' und fehle, daß ich mit kluger, frommer Vorsicht wandle, und weislich handle. [ 38.] is Grot. 6. Wenn ich mich meis ner guten Thaten freue, und doch mein ganzes Herz dir, Gott, nicht weihe: so lehre mich, daß sie für nem Herzen heucheln, Sün de thun und sicher seyn; mir mit falscher Tugend schmeicheln, und dann faz gen: ich bin rein? Sein Verschulden nicht empfin: den, führt zu immer grös Bern Sünden. 2. Schlief' ich ohne Sorg' und Kummer für der Seele Seligkeit, eingewiegt in ties fen Schlummer einer trågen Sicherheit: welche fürchter: liche Schrecken würden end lich mich erwecken! 3. Bin ich, wenn ich das nur hasse, was selbst Heiden nicht verzeihn; wenn ich das nur unterlaſs fe, 192 Christliches Gesinntseyn und Verhalten se, I was auch Andre meis ben, rein? Ist's genug, nur nichts verbrechen, was schon Menschenstrafen rås chen? 4. Bin ich darum fromm und besser, darum Gottes Kind und Freund, weil des Nächsten Schuld noch grös Ber, als die meine, mir ers scheint! weil von eines Undern Sünde ich entfernt und rein mich finde? 5. Nein, dieß Blend; werk, diese Lügen täuschen meine Seele nie, müssen nie mein Herz betrügen; denn du, Vater, hasfest sie, sie, die mir den wahren Glauben, und der Tugend Eifer rauben! 6. Keine Sünde soll ich lieben, auch den Wunsch der Sünde nicht; rein in allen meinen Trieben, fren von falscher Zuversicht, nicht mit Vorsatz mich verblen: den, und mir selbst mein Heil entwenden. 7. Hilf mir streiten mit den Lüsten, fliehen Stolz und Sicherheit, muthig mich zum Kampfe rüsten, aber fern von Eitelkeit; bis ich einst zum Ziele drin ge, und des Sieges Palm' erringe. [ 31.] J. A. Cramer. Mel, Wer nur den lieben zc. 243. Nicht, daß ich's schon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach: doch, daß ich meis ne Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sichers heit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächs ster fällt, noch steht. Auch stirbt niemals ganz in uns die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in uns frer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend: oft ist sie nur das Werk der Zeit; die wilde. Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sitts famkeit; und, was Natur und Zeit gethan, sieht un ser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seele ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quäle, und dämpfft sie: doch du wechs felst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigens im Allgemeinen. Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe ers weckten die so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein: fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 193 einen strengern Lebenslauf; doch opferst du wohl seiner Liebe die stärkste, liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, fordert's Gots tes Wille, auch dieser zu entfliehn, bereit! Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank: flieht'sUnmuth auch, und Müßiggang? 11. Du bist gerecht: bist du bescheiden? Uebst du auch Billigkeit, Geduld? Du dienest gern, wenn Anz bre leiden: vergibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend wils lig seyn! 6. Du denkst, weil Dins ge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde nichts dein Her; verführen; doch je: des Herz hat seine Welt: Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort vers führt. 7. Oft schläft der Laster Trieb im Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreyt; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf, und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugends haft; doch kaum lacht uns die Welt entgegen; so regt sich unsre Leidenschaft; wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. Mel. Vor deinen Thron ic. 9. Du opferft Gott die 244. Nach dir verkans schwächern Triebe durch n get 12. Sen nicht vermessen, wach' und streite! Denk nie, daß du schon g'nug gethan! Dein Herz hat seine schwache Seite; da greift dich die Versuchung an. Die Sicherheit droht dir den Fall: drum wache fiets, wach' überall! [ 99.] Gellert. 194 Christliches Gefinitseyn und Verhalten get mich, nach dir, Gott; meine Hülfe kommt von dir! Wer ist, wie du, so gnadenreich? Wer dir an Macht und Weisheit gleich? 2. Wie gut, wie leicht ist dein Gebot! Du willst: ich soll dich lieben, Gott; willst, daß ich redlich hans deln soll, zu meinem und des Nächsten Wohl. ( 000 3. Und doch verletzt' ich diese Pflicht, und schäßzte deine Gnade nicht; ein blendend Scheingut zog ich Thor oft dir und meinem Heile vor. Mel. Die Tugend wird it. 4. Mein Herz, das seine 245. Wie fürcht' ich Schuld erkennt du sies beft es mein Herz ents brennt, zu thun, was dein Gefeß befiehlt, das nue mein Bestes mir empfiehlt 5. Jch traue der Barm herzigkeit, die sich noch jes den Tag erneut; der Vas terhuld, die immerdar ge fallner Seelen Zuflucht mich, mein Herz zu prüfen, mich zu erforschen, wer ich bin! Wie blick ich über seine Tiefen nachlässig und mit Vorsatz hin! Mich warnt im Stillen mein Ges wissen: betrüg', o Mensch, dich selber nicht! Geneigt, mein Unrecht nicht zu wiss sen, vergeß ich, was mein Inn'res spricht. 2. Ich wandle ruhig auf dem Pfade des Leichtsinns und der Eitelkeit; ein trå ges Hoffen deiner Gnade stärkt mich in meiner Sis cherheit. Der schnöden Luft - wie viele Stunden hab' ich im Leichtsinn ihr ges weiht! Kaum war ein Aus gens - war. 6. Dein Wort gibt mir Versicherung vollkommener Begnadigung: ich bin ges wiß durch Jesum Christ, daß sie auch mir verliehen ift. 7. Doch nie entfall' es meinem Sinn, daß ich, als Christ, berufen bin, auf Jesu Vorbild hinzusehn, und standhaft seinen Weg SERIN zu gehn! 8. Ein Herz, das sich des Guten freut, voll Men: schenlieb' und Gott geweiht, empfah' ich nicht erst dort: schon hier auf Erden fors dert's Gott von mir. 9. Schaff dieses Herz in mir; denn, ach, du weißt es, Vater, ich bin schwach! mein Trost sey mein Vers traun auf dich, und Wachs famkeit behüte mich! [ 34.] C.F. Neander. 195 ebnen Bahn, und lehre mich dann ein recht Vertraun auf dich! Dir laß mich ganz mein Leben weihn; vor dir sey Herz und Wandel rein: so werd' ich die Gefahr stets scheun, betrogen von mir selbst zu seyn. [ 15.] di m Münter. med lid en Nothwendigkeit der Sin 339 nesänderung. Mel. Vater unser im H.ic. 4. wie lange werd ich mich selber 246. So wahr ich les - hintergebn? Ich nahe mich dem Untergange, und will doch die Gefahr nicht sehn. Erwecke, Gott, mich aus dem Schlafe! Ach, groß ist freylich meine Schuld! Doch, eile nicht mit mir zur Strafe, und hab', o Vater, noch Geduld! be!- spricht dein Gott mir ist nicht lieb des Sün: ders Tod: ich will, daß er vomBösen sich mit Ernst bes kehr und suche mich; vom Elend seiner Sünden frey, geheiligt mir und selig sey. 5. Ob ich mich vor mir selbst verhehle, verhehl ich mich vor dir doch nicht; denn in der Tiefe meiner Seele ist alles deinen Aus gen Licht. Reiß mich aus meinen Finsternissen; ent falte du mein Herz vor mir! Dann treibe mächtig mein Gewissen zur Reue mich und, Gott, zu dir! 2. Vernimm, o Mensch, dieß Gnadenwort, und wandle nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir gnädig seyn; gern alle Sünden dir verzeihn! Vers nimm, was er so gnädig spricht! Sey reuvoll; doch verzage nicht! 3. Nur hüte dich vor Sicherheit! Denk nicht: noch ist zur Beßrung Zeit; ich will mich meiner Lüfte freun; und werd' ich ihrer müde seyn: dann ist's noch Zeit; dann beßr' ich mich; 2 Gott im Allgemeinen. genblick verschwunden: so that ich, was ich kaum bes reut. 3. Ausschweifend bleiben meine Triebe, und uners leuchtet mein Verstand; mein Herz ist leer von deis ner Liebe, mit meinen Pflich ten unbekannt; mein Glaub' ist todt und ohne Früchte; mein Wandel ohne Besse: rung: und dennoch hoff' ich im Gerichte von dir, o Gott, Begnadigung. 6. Der du die Herzen prüfft, bekehre, erleuchte, begre, leite mich auf deiner 196 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Gott wird doch mein er: barmen sich. 4. Wahr ist es, aus Barmherzigkeit vergönnt er dir zur Beßrung Zeit: doch weh Dem, der mit frechem Sinn auf Gottes Lange muth fündigt hin! Suchst du nicht jetzt dein ewig's Heil: dann ist Verwerfung einst dein Theil.usdoft 5. Vergebung war vers heißt dir Gott aus Lang muth bis an deinen Tod: doch, Sünder, dir ist uns bewußt, ob du nicht mors dy gen sterben mußt! Dann, wehe dir! dann stürzt das Grab in ew'ges Elend dich hinab. 6. Heut lebst du; heut befehre dich! Eh' morgen kömmt, kann's ändern sich. Wer jetzt gefund ist, stirbt vielleicht, eh' er den Abend noch erreicht! Drum wand le nicht in Sünden fort; denn, ach! zu spåt ift Buße dort. 7. Hilf denn, o Vater, hilf, daß ich noch heute, heute beßre mich, eh' meis ne Schuld sich mehr noch häuft, eb' mich ein schnel: ler Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meis nem Ende sep bereit! [ 84.] Heermann u. Funt. Mel. O Gott, du frommer. 247. Wagt ich es, länger noch die Befrung aufzuschieben, zu der mein Gott mich ruft: so würd' ich mich nicht lieben. Ist wahre Besserung nicht meis ner Seele Glück? Warum verlier' ich denn noch einen Augenblick? 2. Wahr ist's, es kostet Müh', sein eigen Herz bes kämpfen, der Sünde widers stehn, und böse Lüfte dåms pfen: doch bleibt es meine Pflicht; und jede Schwie rigkeit, die heute mich ers schreckt, wird größer mit der Zeit. 3. Je öfter ich das thu', was Sinnlichkeit befohlen, je stärker wird mein Hang, die That zu wiederholen. Scheu' ich mich heute nicht, der Lüste Sclav' zu seyn; so werd' ich morgen schon noch weniger mich scheun. 4. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Behrung ist kein Werk von wenig Aus genblicken; ein Seufzer hin zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst vor Strafen reicht nicht hin zur Heiligung. 5. Gewinnet Gott das ben, wenn ich ihn findlich liebe, im Allgemeinen. 197 sen kehre: so darf ich nicht zu spät, zu meiner größten Pein, mein hier versäum tes Glück, tes Glück, als meine Gellert. Demüthigung vor Gott; Reue. 6. So süß ein Laster ist, gewährt's doch keinen Fries den; der Tugend nur als lein hat Gott dieß Glück beschieden. Nur Der, der Mel. Freu dich sehr, o mein. ihr gehorcht, erwählt das 248. Höchster, denk beste Theil; wer von der Tugend weicht, verläßt sein eignes Heil. 7. Die Beßrung führt mich nicht zu lauter Angst und Leiden: sie führet mich zu Gott, zu wahren, ew'gen Freuden; macht meine See: le rein, stärkt mich mit Zu versicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu jeder Pflicht. 8. Herr, du verleihst uns selbst die Kraft, uns zu besiegen! Der Sieg, so schwer er ist, schafft gött: liches Vergnügen. Was zag ich? Schreit' ich gleich mit Müh' im Guten fort: du, Gott, bist mir ja nah', und stärkst mich durch dein Wort. liebe, und, feiner werth zu senn, mich in der Tugend übe? Wenn ich das Gute thu', das sein Gesetz ges beut: so bringt es mir als lein Ruh' und Zufriedens heit. 9. gib denn, weil ich jetzt, Herr, deinen Ruf noch höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bö: Schuld, bereun. [ 71.] ich an die Treue, die du mir bisher erzeigt: o, dann wird zu Scham und Reue tief vor dir mein Sinn ges beugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Ges bot verletzt, und dich, der mich so geliebet, doch so oft und schwer betrübet. 2. Alle meine Seelens kräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollen dem Geschäfte meiner Beßrung heilig seyn; doch hab' ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht! Ja, ich ließ zum Dienst der Sünden nur zu oft mich willig finden! 3. Deine Huld war jes den Morgen über mir, o Vater, neu. Von wie manchen schweren Sorgen machtest du das Herz mir frey! Meine Hülfe kam von dir; was mir nützte, gabst du mir! Gleichwohl hab' 198 Christliches Gesinntseyn und Verhalten hab' ich oft vermeffen, danks zu seyn! Stehe mir stets bar dir zu seyn, vergessen. 4. Bey so hellem Licht der Gnaden sollt' ich nicht die Sünde fliehn? nicht um Rettung von dem Scha den meiner Seele mich bes mühn? Deine Güte lockte mich aber mächtig bey; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sen mein ernstliches Bestreben. [ 26.] Fabricius. ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, benge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bey dir Gnade finden; nei: ge, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich noch erbarmend an! Füh re mich vom Sündenpfade auf den sel'gen Weg der Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich aufs neue. Gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vas terhuld sich freue, die dein tröstend Wort ver: heißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, laß mich Reuigen genies ßen! 7. Stärke selbst in meis ner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gib, daß mir's an Kraft nicht fehle, folgfam deinem Wort Mel. Alle Menschen müs. ic. 249. Mit bekümmers tem Gemüthe blick' ich, Gott, empor zu dir, und. vertraue deiner Güte; o, wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Keiner harrt auf dich vers gebens; nur Verächter deis ner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Ach, gedenke an die Sünden meiner Jugendjah; re nicht! Laß mich vor dir Gnade finden; geh' mit mir nicht ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzeihn; o so höre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich. 3. Ja du willst des Süns ders Leben; dir ist seine Seele werth; gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt; mits ten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl Dem, der zu seiner Pflicht umkehrt; Den verwirfst du nicht! 4. Du erquickest die Elens den alodis im Allgemeinen. den, deren Herz fich dir ers gibt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld betrübt. Freude schenket deine Güte dem ges ångsteten Gemüthe, wenn du ihm die Sündenlast liebreich abgenommen haft. 5. Herr, zu welchen Ses ligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen einst willst leiten, der dir Treu' und Glauben hålt, offene barst du allen Seelen, die zu ihrem Theil dich wäh, len. Jeder, der dich liebt, erfährt deiner Gnade hos hen Werth. ave 6. Lehre denn mich deine Wege! Zeige deinen Willen mir! Leite mich die rechten Stege! Nichts entferne mich von dir! Gott, du sies best mein Vertrauen; sicher will ich auf dich bauen; deine Vatertreue ist ewig, wie du selber bist. 7. Dir will ich mich ganz ergeben! Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich immer heilig les ben, Herr, vor deinem Angesicht! Keine schnöde Lust der Sünden soll mich ferner überwinden! Hilf mir Schwachen väterlich, mein Erbarmer, stårke mich! [ 4.] Lavater. * 199 In bekannter Melodie. 250. Aus tiefer Noth ruf ich zu dir; erhör', o Gott, mein Flehen, und laß, Erbarmungsvoller, mir für Recht nur Gnad' erges hen. Denn sähest du, als Richter, an, was wir nicht recht vor dir gethan; wer könnte dann bestehen? 2. Vor dir gilt nichts, denn Gnad' allein, dem Sünder zu vergeben! Nie ist der Mensch von Fehlern rein, auch in dem besten Les ben; und, ach! was ist er ohne dich? Wie darf der Staub, der Sünder, sich des Ruhms vor dir erküh nen? 3. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Verdienst nicht, bauen; auf dich verlassen will ich mich, und deiner Güte trauen. Dein theures Wort sagt mir sie zu, aus ihr fließt meine Seelenruh', und aller Trost im Leiden. 4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, soll doch mein Herz an deiner Macht verzweifeln nicht, noch for: gen; der wahre Glaube zweifelt nicht an dem, was uns dein Wort verspricht, und harret feines Gottes. 5. Db 200 Christliches Gesinntseyn und Verhalten 5. Ob ben uns ist der Sünde viel, ist doch bey dir mehr Gnade; denn dein Erbarmen hat kein Ziel, wie groß auch sey der Schade. Du bist allein der gute Hirt, der wieders bringt, was sich verirrt; du hilfft aus allen Nöthen. [ 9.] Luther u. W. Teller. Mel. Wer nur den lieben: c. 251. Mein Gott, zu dem ich weinend flehe, du, der allein mich retten kann, noch einmal sich von deis ner Höhe mit gnadenvol lem Blick mich an. Er barme dich, und geh' noch nicht, mit mir, o Höchster, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reus voll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Leben, gereiniget von Miss fethat! Doch ich vergaß, was ich versprach, und ging der Sünde wieder nach. 3. Nun bin ich nah' dem Untergange, den dein ges rechter Ernst mir droht. Um Trost wird meiner Sees le bange, um einen Retter aus der Noth: mein rich tendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 4. Zu wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kann sie aus dem Abgrund ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun setz' ich auf dich: du, Freund des Lebens, rette mich! 5. Für alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlöfers Blut. O laß durch ihn mich Gnade finden, du, meiner Seele höchstes Gut! Noch eins mal, Vater, sprich zu mir: auch diese Schuld erlaß ich dir. 6. Gott, sey mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz soll dir gehorsam seyn! Dir, deinem Willen, beis ner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn, und standhaft deine Wege gehn! 7. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon gefallen bist! Merk' auf die heiligen Befehle des Gottes, der dein Retter ist! Ruf ihn im Glauben täglich an; erhalt mich, Herr, auf ebner Bahn! 8. Bin ich gleich schwach: du wirst mich stärken, mein Helfer in Versuchung seyn; zum Glauben und zu guten Werken mir Kraft und Freuz im Allgemeinen. 201 angefleht! Freubigkeit verleihn! So bet um Kraft dazu dich steh' ich fest und wanke nicht; denn du bist meine Zuversicht! [ 99.] Münter. Mel. Wer nur den lieben ic. 252. Ach, abermal bin ich gefallen mit Ueberlegung und mit Wahl! Tief, o wie tief bin ich gefallen, vielleicht noch nicht zum letzten Mal! Elender Süns der, der ich bin, in wels chen Abgrund eil ich hin! 2. die verhafte Liebs lingssünde, o die Gewohn: heit böser Lust, der Hang, den ich zu ihr empfinde, wie stürmen sie in meiner Brust! Wie machtig und wie fürch: terlich ist ihre Herrschaft über mich! 3.Längst warnte schon mich mein Gewissen: Mensch, du empörst dich wider Gott! Von böser Lust dabin geriß fen, eilst du, Betrogner, in den Tod; dir raubt die Sünd' in kurzer Zeit dein Glück in Zeit und Ewigkeit. 4. Wie oft hab' ich mir vorgenommen: nun, nun will ich die Sünde flichn; rein und unsträflich und vollkommen zu wandeln, will ich mich bemühn! Wie oft, o Gott, hat mein Ges 5. Doch regt aufs neue sich die Sünde, und schwach nur war mein Widerstand; fie lockte mich, und, ach! ges schwinde ergriff sie mich, und überwand. Die Luft verschwand mir im Genuß; ihr folgten Ekel und Vers druß. 6. Auch diesmal bin ich überwunden und abers mal fiel ich so tief! Mein Vorsatz war noch nicht verschwunden; mein Herz schlug, mein Gewissen rief; Gott, Richter, ich gedacht' an dich, und dennoch, dens noch fündigt' ich! 7. D tief verborgneSündenliebe, wie werd' ich endlich frey von dir? Wie überwind' ich deine Triebe, wie dåmpf ich deine Macht in mir? Gott, mein Ers barmer, hör' mein Flehn, und lehre mich, ihr widers stehn! 8. Ach, liebt' ich dich nur, wie ich sollte, dann flöh' die Lust zur Sünde mich; wenn sie mich auch versuchen wollte, ich widers stånd' ihr, stark durch dich; durch deiner Liebe Gottes: kraft blieb' ich dir treu, und tugendhaft. in du 9. Gott, pflanze bu iu meine 202 Christliches Gesinntseyn und Verhalten meine Seele rechtschaffne Lieb' und Lust zu dir; und was ich denke, was ich 3. ,, Bezähme nun in dir wähle, das zeuge durch die die Liebe zu allem dem, That von ihr! Dich lies was Sünde heißt, und ben, als mein Eigenthum, folge jedem guten Triebe, den Gott erweckt durch feinen Geist. Von nun an sev, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt." das sey mir Lust und Heil und Ruhm! 10. So werd' ich endlich überwinden, und Herrscher meiner Lüfte seyn; und du wirst meine vor'gen Süns den mir aus Barmherzigs keit verzeihn. Mein Leben hier, mein Lobgefang einst dort im Himmel, sey mein Dank! [ 99.] Münter. Entschluß zur Besserung. dram siyr adsites Mel. Wer nur den lieben ic. 253. Gott, lehre mich verstehn und fassen, was wahre, rechte Buße sey! Hilf mir die Sünden ernste lich haffen, damit ich ohne Heucheley mein Leben bess re: dieß allein kann dir, Herr, wohlgefällig seyn. 2. Dein Wort gebeut und spricht: thu' Buße, verandre, beßre deinen ,, Sinn; fall' deinem Gott gebeugt zu Fuße; fen nicht ein Sünder, wie vorhin, der immerfort in Sünden lebt, nie ernstlich fromm u handeln strebt." 4. Dein Frommseyn , sey kein Heuchelwesen, dein Beten nicht Scheinheilig: keit; dein ernster, that's ger Haß des Bösen, bes weise deine Frömmigkeit! Vollbringe das, was Gott gefällt, und flieh die Lüste dieser Welt." 5. Erstatte deinem Nächs sten wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder zurück zur Tus gend; beut die Hand dem Unterdrückten liebevoll; , thu' Jedem, auch dem Feinde, wohl!" 6. Flieb neid, Vers leumdung, Haß und Lüs gen: begehr nicht, was des Nächsten ist; zeig durch den Abscheu vor Bes trügen, daß du ein Feind des Lasters bist; sey bil lig, friedlich, und ges recht, aufrichtig, wahrs haft, schlecht und recht." 7. Herr, im Allgemeinen. 7. Herr, dieß beftehlt mir deine Lehre! Du weißt am besten, wie ich bin: gib, daß ich deine Stimme höre, und andre du selbst meinen Sinn. Ich will, und lass' oft wieder nach; hilf du mir auf, ich bin zu schwach. [ 99.] P. Busch u. I. I. Mayer. ping 203 Was ich verdient, wird Gott mit geben, hier Trübs fal, und dort Angst und Pein. Verachtet hab' ich sei: ne Liebe, getroßzet ihm ins Angesicht! Gerecht, wenn ungestraft ich bliebe, wär' er, der Welten Richter, nicht. 4. Darf ich noch vor dein Antlig treten, der du den Tod den Sündern schwörst; noch vor dir weinen, zu dir beten, und hoffen, daß du mich erhörst? Du bist gerecht: mein Herz erbebet vor deiner Heiligkeit in mir! Du bist die Liebe: dieß erhebet mein sinkendes Bertraun zu dir! Mel. Die Tugend wird zc. 254, Gott, ach! es wachet mein Gewissen aus seinem langen Schlummer auf, und prüft, von spåter Reu' zerrissen, aufrichtig meines Lebens Lauf., welche Thorheit, welch Vers brechen und schwarzen Uns dank zeigt es mir! Wie ruft es drohend: Gott wird's rächen, wie du's verdienest; wehe dir! 2. Wo sind die Freuden, die die Sünde in ihrem Dienste mir versprach? Ach, wie entflohn sie so geschwins de, und ließen Gram und Ekel nach! Und mit euch, o ihr eitlen Freuden, ents floh mir meines Lebens Ruh'; nun stürmen täglich neue Leiden von allen Seis ten auf mich zu. 3. Ich fühl es: ewig werd' ich leben, und schreck: lich wird mein Urtheil seyn. 5. Wenn ich der Sünde nun entsage, sie flieh' und hasse, wie den Tod; hins fort nach deinen Rechten frage, und ernstlich ehre bein Gebot; wenn ich zu dir in deinem Sohne noch bete: hab', o Gott, Ges duld; um seines Todes willen schone! D, dann vergibst du mir die Schuld. 6. Ihr Himmel, hört es! Erde, höre! Send Zeugen zwischen Gott und mir! Vergib mir, Ewiger; ich schwöre bey Christi Tode Beßrung dir! Erbarm' dich meiner, und befreye vom Elend meiner Sünde mich! Mit kindlicher, mit ew'ger 204 Christliches Gesinntseyn und Verhalten ew'ger Treue, so wahr du lebest, fürcht' ich dich. [ 15.] Münter. Mel. Herr, wie du willst ic. 255. Ich will von meis ner Missethat mich, Herr, zu dir bekehren. Du wollest selbst, nach deinem Rath, mich wahre Beßrung leh ren, und deines guten Geis stes Kraft, die uns zum neuen Menschen schafft, aus Gnaden mir gewähren! 2. Der Mensch kann ohne dich ja nicht den Weg zum Leben finden; bleibt, ohne deines Geistes Licht, blind, kraftlos, todt in Sünden. Ach, ich vermag nichts ohne dich; drum fleh' ich, Herr, du wollest mich vomŠündenjoch entbinden. 3. Gib Selbsterkennt niß; zeige mir die Mängel meiner Seele, damit ich keine Schuld vor dir, noch vor mir selbst, verhehle; laß jede mich mit Ernst bes reun, daß ich des Ziels, ge: recht zu seyn, nicht heuchs lerisch verfehle. O 4. wie viel Gutes hast du mir an Leib und Seel' erwiesen! Was mein ist, das ist, Herr, von dir: wie hab' ich dich gepriesen? Du bist mein Vater, ich dein Kind; und doch hab' ich nicht treu gesinnt, nicht dankbar mich erwiesen. 5. Du haft mir's nicht an Unterricht und Wars nung mangeln lassen. Wie oft erwecktest du mich nicht, der Sünde Weg zu haffen! Du führtest mich zur Tus gend an; doch hab' ich, leis der, ihre Bahn, die Bahn zum Glück, verlaffen. 6. Wie drången nun die Sünden sich, o Gott, vor mir zusammen! Wie drohn sie mir! Wie muß ich mich jetzt selbst mit Recht vers dammen! Hart klagt mich mein Gewissen an, dem ich nicht widersprechen kann; ich fühle seine Qualen. 7. D hättest du nicht Vas tersinn, nicht zärtliches Ers barmen! wo flöh' in meiner Noth ich hin? Wer rettete mich Armen? Ich werfe, Gott, vor dir mich hin; noch trågt dein milder Vaterfinn mit Neuenden Erbarmen. 8. Hier ist mein Herz; o mach' es rein von aller feis ner Sünde, damit es, dir ges treu zu seyn, gan; deine Lieb' empfinde; ganz deinem Willen folgsam sey; durch dich der Lüfte Tyranney bekämpf und überwinde. Louise Henriette, Churf. v. Brandenb. [ 39.] Mel. im Allgemeinen. Hii Mel. Nun sich der Tag ic. 256. Mein Herz, o Gott, ergeb' ich dir zur Gabe, zum Geschenk; du willst es, Vater, ja von mir: deß bin ich eingedenk. 2. Wem sonst, als dir, gehört es zu; dir, meinem Gott und Herrn! Ben dir nur findet's wahre Ruh; und du erquickst es gern. 3. So sey es denn dein Eigenthum, und müß" es ewig seyn! doch schaffe, Vater, schaff es um, und mach' es gut und rein. 4. Gebeugt vor dir, fühlt's seine Schuld und seine Sündlichkeit; es fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft zur Heiligkeit. 5. Verwirf, verwirf dieß Flehen nicht; sey mir mit Gnade nah'! Zu dir steht. meine Zuversicht; mein Vas ter bist du ja. 6. Steh mir zur wahren Befferung mit deinem Geiz ste ben, damit, Herr, meine Heiligung durch seine Kraft gedeih'! 205 Jedermann, von Stolz und Neide fren, aufrichtig, und so viel ich kann, zu dienen willig sey! 9. Hilf, daß ich wohlzus thun mich freu', und, fern von Rachbegier, selbst meis nem Feinde gern verzeih'; denn du verzeihst auch mir. 10. Von Herzen fromm seyn, sey mein Ruhm, doch fern von Heuchelen, damit mein ganzes Christenthum dir wohlgefällig sey! 11. Nimm denn, o Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit, und laß es deine Wohnung seyn auch in der Ewigkeit! 12. Weg, Welt und Sünd'! Euch dien' ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein, dieß, dieß ist meine Zuversicht!- fann ewig mich erfreun. [ 59.] Schade. Glaube an Gottes verzeihende Vatergüte. Trost der Sündenvergebung durch Christum. 7. Hilf, daß ich sey im In bekannter Melodie. Leiben fest durch Hoffnung 257. Herr Jefu Chrift, und Geduld! Mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sey deine Vaterhuld! 8. Hilf, daß ich gegen 22 du höchstes Gut, du Zus flucht der Erlösten, ich koms we mit gebeugtem Muth 206 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten zu dir, mich dein zu trös sten; durch dich zum Vater mich zu nahn, von ihm Vergebung zu empfahn und Kraft zum neuen Leben. 32. Wie drückt mich meie ner Sünden Last! Nimm du sie mir vom Herzen, dee du auch mich erlöset hast, erlöft mit Todesschmerzen, damit ich nicht vor Angst und Weh bey dem Bewußts fenn gang vergeh', daß ich mich schwer verschuldet. 3. Fürwahr, denk ich mit Ernst zurück an mein geführtes Leben, an das von mir verscherzte Glück: was soll dann Trost mir geben? Ich finde ihn bey dir allein, und würde ganz verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht hätte. 14. Dieß ewig theure Wort verspricht Heil Als len, die dich ehren; die reuevoll zu ihrer Pflicht zu rück, zu dir, Herr, kehren, und nun, vom Sündenjoch befreyt, mit neuer Lust und Willigkeit treu deine Wege wandeln. 5. Du rufft den Süns dern liebreich zu: ihr Reus erfüllten alle, kommt her zu mir; ich schenk euch Ruh' und richt' euch auf vom Falle; mein Joch ist sanft, leicht meine Last; nehmt willig sie auf euch, und fast die Hoffnung, Nuh' zu finden! 16. Herr, dieser Zuruf tröst auch mich, wenn mich die Sünden schrecken! Du weißt es, ich vertrau' auf dich! laß seine Kraft mich schmecken! Vergib, o du, der gern vergibt, das Unrecht, das ich oft verübt, nach deiner Lieb' und Gnade! 7. Ach stärke mich dein Freudengeist einst in den letzten Stunden, wenn sich mein Geist der Erd' ent reißt, von Sünden ganz entbunden; und nimm mich, wenn es dir gefällt, des Himmels würdig, aus der Welt, zu deinen Außers wählten! [ 33.] Ringwaldt u. C. Neander. In bekannter Melodie. 258. Ach, Gott und Herr, wie groß und schwer find meine vielen Sünden! Wie drückt mich doch ihr hartes Joch! Wo kann ich Hülfe finden? 2. Flöh' ich gleich weit, voll Bangigkeit, bis an der Erde Enden, der Angst und Pein befreyt zu seyn: doch würd' ich sie nicht wenden. 3. Zu mind im Allgemeinen. 3. Zu dir flieh' ich; ers barme dich, du Gott der Gnade, meiner! Geh mit mir nicht, Herr, ins Gericht! vor dir bestehet Keiner. 4. Und sendest du mir Leiden zu; so sey's ein heil: fam Leiden! Die Züchtis gung wirk Besserung und Ernst, die Schuld zu meis den! 5. Sonst mach's, wie's dir gefällt, mit mir; bu kannst nichts böse meinen. Nur wollst du mich nicht ewiglich dort scheiden von den Deinen. 6. Das thust du nicht; mit Zuversicht darf es mein Glaube hoffen. Durch Chriz fti Tod steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 7. Dieß stärket mich; und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden: so schenkt du mir alsdann bey dir des Himmels ew'ge Freuden. 8. Gott, dir sey Ruhm! Dein Eigenthum bleib ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, soll selig werden. [ 1.] Rutilius u. Weiffe. Mel. Wer nur den lieben ic. 259. Ich armer Mensch, o Herr, ich Sünder, steh' 2207 hier vor deinem Angesicht. Erbarmer aller Menschens finder, Gott, geh' mit mir nicht ins Gericht; bin ich es gleich vor dir nicht werth, daß mir noch Gnas de widerfährt.um Hot 2. Soll ich an deiner Huld verzagen, ich, dein Geschöpf? Das willst du nicht! Du, der du mich bis jetzt getragen, bleibst ewig meine Zuversicht. Du, Gott, durch den ich leb' und bin, gibst mich nicht dem Verderben hin. 3. Du siehst die Folgen meiner Sünden; und denk ich: wer vertilget die? so läsfest du mich Ruhe finden, und sprichst: ich, ich vers tilge sie! Du schenkest mir an Jesu Heil, zur Stils lung meines Kummers, Theil. 4. Auch mir hat er das Glück erworben, getrost zu dir empor zu sehn; auch mir zum Heil ist er gestors ben; auch ich, Herr, darf um Gnade flehn zu dir, dem Gott, der gern vers gibt, und lieber segnet, als betrübt. 5. Sprich denn zu mir: dir ift vergeben! und stille des Gewissens Schmerz; und will mein zagend Herz noch beben; so sprich du kräft's 208 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten kräft'gér, als mein Herz. vertrauen will ich dir, fiets Dein Gnadenwort mach' die Sünde hassen, nie vers Alles gut, und schenke mie gessen, daß du mir so viel zur Beßrung Muth! Schuld erlassen. 4. Preis sey dem Allgüs tigen, der mein Jnn'res kennet, und dem Gnadeſus gön chenden freyen Zutritt gons net! Sing' es, Seele, vor dem Herrn; fleuß von Freuden über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern; er begnadigt lieber! 5. Ewig bist du so ges sinnt, Retter meiner Sees le! Auch wenn ich, dein strauchelnd Kind, noch aus Schwachheit fehle: so ges denkst du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, meiner Schwachheit, und verzeihst Dem, der wiederkehret. [ 13.] 6. Ich zweifle nicht, ich bin erhöret; mein Glaube fagt mir, daß ich's bin. Der Trost, der sich im Herzen mehret, der neue dir ges weihteSinn, mein findliches Vertraun auf dich bezeu gen's: du begnadigst mich! Titius u. C. F. Neander. [ 99.] Mel. Christus, der uns selig. 260. Liebster Bater, ich, dein Kind, falle vor dir nieder. Du weißt, was wir Menschen sind, und erbarmst dich wieder. Groß ist meine Sündenschuld, die mich) innigst reuet; größer deine Vaterhuld, die mich noch erfreuet. 2. 3war, ich bin nicht werth, zu dir kindlich auf 261. Gott, aus dessen zusehen: doch du bleibst ein Vater mir; du vernimmst mein Flehen, kennst mein Junres, siehest mich, wenn ich vor dir weine, und vers gibst mir väterlich, wenn ich's redlich meyne. Gnadenfülle lauter Segen auf uns fließt, Alles, was dein Rath und Wille fors dert, ordnet und beschließt, ist der Weg zum wahren Leben. Wahre Sinnesbess ferung, steter Fleiß der Heis ligung soll uns immer mehr erheben, bis wir ganz von Sünden rein, deines Heils uns ewig freun. 2. Von 3. Dieß, dieß soll in jes dem Schmerz mein Vers traun erwecken! Vor der Sünde soll mein Herz, nicht vor dir erschrecken! Ganz Titius u. C. F. Neander. disc- slave mel. Sollt' ich meinem ic. malim 2. Von den Sterblichen ist Keiner deiner großen Gnade werth; unter Allen auch nicht Einer, der nicht oft von dir sich kehrt. Den noch willst du das Verders ben deiner schwachenKinder nicht; lockest sie zu ihrer Pflicht; rufest: warum wollt ihr sterben? Sünder, kehrt zu eurem Glück, fehrt auf meinen Weg zurück! 3. Gib, daß dieses Wort mich dringe, daß ich in Mel. Herzlich lieb hab' ic. wahrhafter Neu' dir mein 262. Ich komme Frie Herz zum Opfer bringe, ohne Trug und Heucheley, Komm' ich mühvoll und beladen mit der Sünden: last zu dir: o so nahe du dich mir mit dem Reich thum deiner Gnaden; gehe aus Erbarmen nicht, Vas ter, mit mir ins Gericht! densfürst, zu dir; erbars mend rufest du auch mir, den Frieden zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer: o laß mich nicht von Trofte leer; laß mich zur Ruh' gelangen! Sieh an mein tiefgebeugtes Herz! Sich meiner Seele Angst und Schmerz! Wer tröstet mich, als du allein? Wer machet mich von Sünden rein? HerrJesu Christ, mein Trost, mein Licht! Mein Trost, mein Licht! Verwirf mein sehnlich Flehen nicht! 4. Dein Erbarmen über wieget alle Schuld, die mich verklagt; deines Geis stes Beystand sieget, wenn mein Geist erschrocken zagt. Dwie soll mein Herz dich lieben, der du mich in Christo liebst, und mir neue Kräfte gibst, gern die Pflichten auszuüben, die das Wort der Seligkeit den Begnadigten gebeut! 2. Du, du bist meine Zus versicht! Durch dich komm' ich nicht ins Gericht; du tils gest meine Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und mich mit Gott vereinigt sehn; durch dich das Leben finden. Dein D Tod Allgemeinen.bitio 5. Dich von ganzem Hers zen lieben, deinem Wink ges horsam seyn; Liebe auch am 209 Nächsten üben, und mich seines Wohlfeyns freun; fromm ben allen meinen Pflichten, Gott, auf deinen Willen sehn; deine Wege folgsam gehn; redlich, was du willst, verrichten; Süns denwege ernstlich fliehndieß sen täglich mein Bes mühn! bid state Mudre. [ 81.] 210 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Tod ist der Verlornen Heil; sein Segen werd' auch mir zu Theil; er sey auch mir Beruhigung: erwecke mich zur Besserung! Herr Jesu Christ, ich hoff' auf dich! Ich hoff auf dich! Du gibst mir Trost; du stårkest mich. 3. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Bin ich nur dein: so fehlt mir nichts; nichts einst am Tas ge des Gerichts, und nichts schon hier auf Erden. Auf dieser Bahn ins Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand; zu allem Guten stärke mich, und laß mich fiegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht, mein Trost und Licht bist du noch, wenn mein Herz einst bricht! [ 37.] Freylinghausen u. Sturm. Met. Valet will ich dir ic. 263. Ich bin der Angst entnommen; Gott blickt mich gnädig an. Ich darf mit seinen Frommen mich wieder zu ihm nahn. Da bin find meine Schmerzen; mein Mittler fiillte sie. Ach, folche Nuh' im Herzen fühlt ich, als Sünder, nie! 2. Der Lüfte wild Ge tümmel schweigt nun in meiner Brust; ich seh' den offnen Himmel, und athme Himmelslust, bin frey von Seelenleiden, bin frey von innrer Pein, und ihr, der Tugend Freuden, kehrt wieder ben mir ein. 3. D Gott, voll Huld und Treue, was macht mich dir so werth, daß du das Flehn der Neue so gnädig haft erhört? Ich fühl's, ich fühl's im Staus be, was dich zur Huld be: wog: mein Glaube, Gott, mein Glaube war's, der dich zu mir zog! 1960190 4. So sey denn nun mein Leben, Erbarmer, ewig dein! Mein eifrigstes Bes streben sey, deiner werth zu seyn! Der Lüfte Macht zu dämpfen, fürs Gute nur zu glühn, die Sünde zu bekämpfen, fey ewig mein Bemühn! 5. Und wankt auf meis nem Pfade mein ungewiſ fer Schritt: so lenke, Geist der Gnade, allmächtig meis nen Tritt! Dir, Führer, folg ich immer: dir folg' ich bis ans Grab! Verlass fen wirst du nimmer Den, der sich dir ergab. [ 83.] Beharr 131 im Allgemeinen. Beharrlichkeit und Fort schritt in der Besserung; Heiligung. MD 211 Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Bater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn ſie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Bekümmer: niß mich deiner Gnad' und Huld gewiß! dit misd 6. Erquicke mich mit dei nen Freuden; schaff' ein ges trostes Herz in mir, und stårke mich in allen Leiden: so halt' ich mich, mein Gott, zu dir, bis, nach vollbrach ter Prüfungszeit, der Deis nen Erbtheil mich erfreut. J. Olearius u. [ 99.] Diterich. Mel. Wer nur den lieben: c. 264, Gott, dir gefällt kein gottlos Wesen; wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt, und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die be: gangnen Sünden mit innis ger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und standhaft deine Wege gehn! Ich will fort: hin die Sünde scheun, und deinem Dienst mein Leben weihn. Mel. Alle Menschen müs. ic. 3. Du kennst und lenkest 265. Vater, heilig die Gedanken! Gib meis nem Vorsatz Festigkeit; und will mein schwaches Herz noch wanken: so hilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! Nimm deinen Geist nur nicht von mir! möcht' ich leben, Rechtthun wäre meine Lust; aber Lüfte widerstreben dem Gesetz in meiner Brust; und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir Quell der Schmerzen. Mich beschwert der Sünden Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. 2. Sieh um Kraft mich Schwachen beten; meinem Vorsatz trau' ich nicht. Lockende Begierden treten zwischen mich und meine D2 softlicht. 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Gei: ste dir bis zum Tod erges ben sey: so sieg ich über 212 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Pflicht. Selbst den heil's gen Andachtsstunden, wo, der niedern Welt ents ents schwunden, ich von dir und Tugend sprach, folgten Sündentage nach. 3. D wie oft hab' ich ges weinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig mich mit dir vereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnås dig sahst du zu mir nieder: aber bald vergaß ich wieder meine dich; und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wenn mich Niemand retten kann. Bes ten will ich, brünstig beten; schau' mich mit Erbarmen an! Reiß die Wurzel mei: ner Schmerzen, reiß die Sünd' aus meinem Her gen! Tief im Staube bitt' ich dich: leite selbst zur Tugend mich! 5. Sich, mich dürftet nach dem Guten! Früh und spät ruf ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten! Deinen Geist ver: leibe mir! Hilf mir böse Luft bezwingen, und nach deinem Beyfall ringen! Stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! 6. Ja, du hörst mein kindlichs Flehen! Du ers quickst mein Herz mit Ruh'! Leben werd' ich, nicht vers gehen; meine Stärke, Gott, bist du! Ueberwinder, übers winden werd' ich durch dich alle Sünden! Meine Sees le, faffe Muth! Endlich werd' ich fromm und gut! [ 4.] Lavater. Mel. Aus tiefer Noth c. 266. Wie ist mein Herz so fern von dir, von dir, du Quell des Lebens! Mein Geist bekümmert sich in mir, sucht Ruh, und sucht vers gebens. Verlaß mich, Gott, mein Vater, nicht! Verbirg mir nicht dein Angesicht, du, aller Geister Wonne! 2. Rings um ist Duns kelheit um mich! Wie strebt mein Herz mit Beben nach Licht und Trost, und ångstet fich! Doch fruchtlos ist sein Streben. Der Sünden tågs lich neuer Streit, die Bürde meiner Sterblichkeit beugt in den Staub mich nieder. 3. Ich bin zu schwach, aus eigner Macht zu dir mich aufzuschwingen; zu schwach, durch diese dunkle Nacht der Anfechtung zu dringen. Wirst du nicht meine Stärke seyn: wo find' ich Trost? Zu dir als lein. im Allgemeinen. lein, o Gott, steht mein Vertrauen. 4. Mit starkem Glauben an dein Wort will ich dich mächtig faffen; ich will von dir, mein Fels, mein Hort, nicht wanken, dich nicht laffen. Wie viel auch meis ner Fehle sind, bin ich durch Jesum doch dein Kind, du mein versöhnter Vater. 5. Wohl mir! So fürcht' ich keinen Streit; du kannst mich sieghaft machen; du gibst den Bangen Freus digkeit, und Kraft und Muth den Schwachen. Du, Gott, bist meiner Seele Licht; hab' ich nur dich: so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde! [ 9.] G.B. Funk. 5. Geist Gottes, du, der Seelen Licht, der Herzen und Gedanken regiert, laß von der Tugend nicht mich sal weichen oder wanken. Gib, der daß ich jedes Lafter flieh, daß Ehrsucht, Geiz und Wollust nie mein Herz bes flecken möge. 6. Und schlägt die letzte Stunde mir: so hilf mir überwinden! Laß meine Seele Troft bey dir, du Gott des Trostes, finden! Belehre mich, daß Schmerz und Noth, der Krankheit Laft, und selbst der Cod mich doch zum Leben führe. [ 39.] D.Denicke u. Neander. Mel. Mel. Herr, wie du willst ic. ning 213 Heiligung, daß ich in meis ner Besserung es täglich weiter bringe. 3. Und du, o Jesu, der du dich für uns dahin geges ben, du hast aus freyer Huld auch mich erlöst zum ew'gen Leben; auch mich hast du versöhnt mit Gott: erbarm dich meiner Seelennoth, und gib mir deinen Frieden! 4. Für Sünder floß dein theures Blut zur Rettung vom Verderben. So komm es denn auch mir zu gut, im Leben und im Sterben! Es tröste in Gewissenss schmerz, Gott, deine Vaters huld mein Herz, und lehr' mich Sünden meiden. ar 267. Bater Barmherzigkeit, ich falle dir zu Fuße, und thu' noch in der Gnadenzeit von ganzem Herzen Buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbars mer, das verzeihe mir, nach deiner großen Güte. 2. Du, Geber wahrer Seelenruh', nimm von mir, was mich quälet; durch deine Gnade wirke du, wors an es mir noch fehlet. Gib mir den Geist der 214 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Mel. Es ist gewißlich zc. 268. Damit ich die gefällig sey, und vor dir Gnade finde: so mache mich, o Vater, fren von aller Lust zur Sünde. Erwecke mich, zu deinem Preis und mir zum Heil, mit stetem Fleiß nach Heiligung zu streben. 2. Vor dir ist keine Sün, de klein, wie klein ſie ims mer scheine; doch ist mein Herz und Wandel rein: dann bin ich ganz der deis ne, und preife dich durch Wort und That, daß mich dein Sohn erlöfet hat, das mit ich selig würde. 3. Wer von den kleins sten Pflichten weicht, kann großes Heil verlieren; der kleinste Fehltritt kann so leicht selbst bis zum Laster führen. Wer auch nur Eine Sünde liebt, und ihren Lüsten sich ergibt, ist schon durch sie verloren. 4. Drum gib, daß ich mit stillem Schmerz den kleinsten Fehl bereue, und stets mit Ernst mein ganzes Herz der wahren Tugend weihe! Dann wird mich deine Huld erfreun, und meines Kampfes kohn wird. seyn, daß ich stets beffer werde. 5. Ja, bin ich stets im Guten treu: so werd' ich mit den Frommen auch einst, von allem Uebel frey, in jenes Leben kommen, wo feine Schwachheit mehr mich drückt, mich keine Sünde mehr berückt, wo ich ganz rein dir diene. [ 28.] Diterich. Mel. Freu dich sehr o* c. 269. Kommt und laßt uns Christi Lehren, laßt uns was er uns verheißt, Wahrs heit Gottes von ihm hören; hören, wen er selig preist! Die im Glauben fest bes stehn, froh der Tugend We ge gehn, und ihn vor der Welt bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Des muth lebet, seiner Schwach heit nie vergißt; nie voll Stolzes sich erhebet, wenn er groß und glücklich ist. Gottes Huld wird ihn ers freun, und das Himmels reich ist sein; Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend ges ben. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, ernstlich alle Sünden scheut. Jbm will im Allgemeinen. will Gott die Schuld verz zeihn, und zum Guten Kraft verleihn; froh im Geiste schon auf Erden, soll er dort ganz glücklich were den. 4. Selig ist, wer Sanfts muth übet, niemals seinem Feinde flucht, thm Beleidis gung vergibet, nie sich selbst zu rächen sucht, ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz bezwingt. Gott wird über ihn stets wachen, und ihn reich an Segen machen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und ges recht zu seyn; welche fest am Guten bangen, nicht bloß an des Guten Schein; deren Herz nichts mehr bes gehrt, als was ihre Tus gend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, ihren frommen Wunsch erfüllen. 6. Selig sind, die, voll Erbarmen, Keinem ihre Hülf' entziehn, bey den Kranken, bey den Armen nie des Elends Anblick fliehn, gern behilflich sind mit Rath, und nach Kräfs ten mit der That. Diese werden Hülf empfangen, und Barmherzigkeit erlans gen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie 2 215 entweihn, züchtig, auch in ihren Scherzen, den Vers dacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Lust, regt er sich in ihrer Brust, dennoch standhaft wider: stehen, werden Gottes Antz lig sehen. 8. Selig, wer in Fries den lebet; wer stets Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und, wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zer: stört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, wers den Gottes Kinder heißen. 9. Selig sind, die ohn' Ver: schulden, Schmach, Verfol gung, Haß und Pein, als Verehrer Christi, dulden, und Gott mehr, als Mens schen scheun. Gott sieht ihnen mächtig ben, und will sie für ihre Treu auf das herrlichste belohnen; bey ihm sollen sie einst wohnen. 10. Herr, du wolleft selbst mich leiten auf der Tugend sichern Bahn, wo ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud' und Schmerz treu dir blei be; daß mein Herz sich durch deines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke! [ 26.] David Denicke. Mel. 216 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Mel. Religion, von Gottic. 270. Wer fiets mit reis nem Wohlgefallen der Tus gend hohe Schönheit sieht, und, frey von Stolz und Eigennuße, für alles wahre Gute glüht; wer jedem Las ster sich entreißt, der sam: melt Schätze für den Geist. 2. Er trachtet nach dem höchsten Gute, nach Weiss heit und Gerechtigkeit: und Jesus spricht: wer darnach trachtet, der findet auch Zufriedenheit; ihn lohnet innre Seelenruh', und als les Andre fällt ihm zu. 3. Doch hoffe nicht, o Christ, daß Tugend dir stets auch Erdenglück ver, schafft! Wie mancher fand feit früher Jugend an ihrer Seite Licht und Kraft; bewachte sorgsam stets sein Herz, und doch empfand er Noth und Schmerz! 4. Die Tugend nur, nur Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht: nicht eitles Glück, nicht Macht und Schimmer, bes ruht auf deiner Thätigkeit. Wer bloß nach äußerm Glanze firebt, Der täuscht sich selbst, so lang' er lebt. 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vorz theil, den die Tugend die Tugend bringt! Sey fromm! Sep fromm, wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag' nicht: was bringt die That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir seyn! 6. Doch übst du redlich deine Pflichten: so sen ges trost, und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tus gend, und er, dein Gott, belohnet sie. Ein Herz, von Sünd' und Lastern rein, kann nicht auf immer elend seyn. 7. Ja, leb' und stirb' für alles Gute; es folgt ge wiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im To de, indem du zu verlieren scheinst! Auch Jesus gab sein Leben hin, und Herrs lichkeit ward sein Gewinn. 8. Im Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beyde nicht vereis net; nur droben ist Vollkom menheit. Wer hier der Tus gend Saaten så't, wird dort zu ew'gem Glück erhöht. [ 76.] Mar. Louise Wilhelm., Fürstin v. Neuwied. Mel. Hier legt mein Sinn c. 271. Hier wirft mein Sinn sich vor dir nieder; mein im Allgemeinen.alig mein Geist sucht seinen Ursprung wieder! Durch Nehnlichkeit mit dir allein kann er dir wohlgefällig seyn. 2. Doch, ach! dir ähn, licher zu werden, säumt er so oft; die Lust der Erden, der Sinnen niedre Schmeis chelen macht mich so oft dir ungetreu! 3. Ich muß noch mehr schon hier auf Erden durch deinen Geist geheiligt wers den; muß mehr auf dich, mein Vorbild, sehn; muß mehr dem Bösen widerstehn. 4. Ich muß mich besser kennen lernen, mich nie von meiner Pflicht entfernen; mein Herz muß mehr von Stolze rein, muß redlicher gesinnet seyn. 5. Oft schwur ich dir's: doch ach! ich Armer, was kann ich ohne dich, Erbars mer? Der Geist ist willig: doch es reißt das Fleisch zur Sünde hin den Geist! 6. Er trägt beschämt der Sünde Ketten, und ringt nach Freyheit, will sich ret: ten. hilf ihm ringen; steh' ihm bey, Allmächtis ger, und mach' ihn frey! 149 217 ter, rühmt und preist dich inniger der sel'ge Geist! [ 40.] Fr. Richter. Mel. Alle Menschen müs. ic. 272. Du, der Herz und Wandel kennet, Ewiger, ers forsche mich! Ach, ich war von dir getrennet: aber du erbarmtest dich; merktest auf mein Flehn, mein Sehs nen; fahst auf meiner Neue Thränen; fahst auf mich mit Vaterhuld, und vers gabst mir alle Schuld. 2. Forsche selbst in meis nem Herzen! Sieh, es irrt und fehlet noch; unter Uns ruh', Sorg' und Schmerzen fühlt es oft der Sünde Joch! Wankend, ungewiß und tråge geht mein Fuß der Tugend Wege, und zu oft noch sieht mein Blick auf der Laster Bahn zurück! 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Antlitz wieder fand: wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zuüberwinden! Jhre Schres cken sah' ich nur, aber keis ner Anmuth Spur. 7. Sind endlich der Vers suchung Stunden dahin; ist er der Sünd' entbun: den: dann, o mein Rets 4. Wenn, von Andacht hingerissen, ich den Hims mel offen sah, lag die Welt zu meinen Füßen, und, Gött, 218 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Gott, deinem Throne nah', mischt' ich in der Engel Chöre den Gefang von deis ner Ehre, von der Huld, die ewig liebt, Sünden decket und vergibt. 5. Welche Ruhe, wel: cher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich müde; Welt, ich lachte deiner Luft! Ich verschmähte deine Gaben; mir war, Gottes Huld zu haben und ein Herz, das ihn verehrt, mehr, als Erd' und Himmel, werth. gen nie; feine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter fie. Auf des herbsten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen; sahn den Himmel offen stehn; konn ten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und in jene Welt erhoben, wo fein Feind mehr ihrer lacht, hilf auch mir den Spott bezwingen; hilf auch mir den Lauf vollbringen! Vas ter, bis ans Ende sey dir mein ganzes Herz getreu. [ 4.] Eschenburg. 6. Der Erbauung heil's ge Stunden, reich an felis gem Gewinn, ach, wohin feyd ihr geschwunden; heil's ge Ruhe, ach, wohin? Mel. Wer nur den lieben: c. Oft noch such ich Gott 273. Damit ich Pils Ges durch Zähren, durch bet und Flehn zu ehren: doch der Welt Geräusch zerstreut meines Betens Innigkeit! ger dieser Erde im Guten immer eifriger, stets weiser und stets besser werde: so leite du mich selbst, o Herr, und laß, zu wandeln deine Bahn, mich täglich Licht und Kraft empfahn! 2. Daß ich mich nie von ihr entferne: erleuchte du mich selbst, daß ich mich immer besser kennen lerne; wenn ich mich täusche, warz ne mich, daß nicht mein Herz durch Heucheley und Stolz selbst sein Verführer sey! 3. Verbotner Lüfte Schmei ches 7. Wenn die Menge der Verachter meines frommen Wandels lacht, aus der Ans dacht ein Gelächter, Thors heit aus dem Beten macht; wenn sie spottisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: opfre ich der Furcht vor Hohn zaghaft die Religion! 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Jesu Zeus im Allgemeinen. cheleyen verführen, ach, so oft, so leicht! Doch, wer kann dort vor dir sich freuen, wenn er sich hier nicht haßt und fleucht? Ja, keiner Lüs ste Reiz und Wahn entferne mich von deiner Bahn! 4. Um mich zu sichern vor Gefahren, will ich vor Täuschung sorgsam mich und mein zu schwaches Herz verwahren; auf nichts mehr achten, als auf dich, auf deine Stimme, dein Gebot, auf dein Gericht und mei nen Tod! 5. Auch will ich täglich mein Gewissen vor dir ers forschen, Herr, mein Gott! Ift ihm der Unschuld Ruh' entrissen, droht dein Ges setz mir Straf und Tod: so eil' ich reuevoll zu dir; du schenkest Kraft zur Bess rung mir. 6. Ich strebe dann mit neuen Kräften, und übe treuer meine Pflicht, durch Fleiß in nützlichen Geschäf ten; wenn Rath, wenn Hülfe mir gebricht: dann fleh' ich, Herr, zu dir um Kraft, die alles Gute wirkt und schafft. [ 99.] J. A. Cramer. 219 Christ zu seyn, und nach dem Sinn des Geistes ganz zu leben. Wie geht's so schwer dem trågen Herzen ein, sich ganz dem Herrn zum Dienste zu ergeben! Schwer ist der Kampf; und wie so oft erneut sich nicht der Streit?:,: 2. Doch ist es wohl des Kampfes werth, wenn man mit Ernst die Seligkeit ers wäget, die hier und dort ein wahrer Christ erfährt, der Jesu Joch und Last mit Freuden tråget. Es kostet Müh': die Gnade aber schafft uns Muth und Kraft.:: 3. Dann ist's nicht schwer, ein Christ zu seyn, und nach dem Sinn des Geistes fromm zu leben; dann wird's uns leicht, uns Jes su ganz zu weihn, wenn er uns hat der Liebe Geist ges geben; dann stärkt er unser Herz mit Freudigkeit und Kraft zum Streit.:,: 4. Der Geist, der uns mit Gott vereint, wird immer mehr uns in der Lies be üben. Wenn nur, o Christ, dein Herz es reds lich meint; lich meint;- fann nicht das Kind schon seine Mut ter lieben? Wer Liebe hat, für Den ist nimmermehr der In eigener Melodie. 274. Es fostet viel, ein Kampf zu schwer.:;; 5. Wirf 220 Christliches Gesinntseyn und Verhalten 5. Wirf nur getroft den Kummer hin, der doch dein Herz vergeblich drückt und plaget. Erwecke nur zum Glauben deinen Sinn, wenn beym Gefühl der Schwachheit er noch zaget. Sprich: Bater, schau' mein Elend gnådig an! Er hilft bir dann.:,: 9. So kämpfe denn; ers müde nicht, den Kampf des Glaubens muthig auszus ringen! Was sorgest du, daß dir's an Kraft gebricht! Mit dir ist Gott! Mit Gott muß dir's gelingen! Dein ist die Ruh', der Lohn, den er verspricht. Ermüde nicht!:,: [ 24.] C. F. Richter. 6. Nur faffe, Christ, dich in Geduld, ob du auch nicht gleich seine Hülfe mers Fest: und fehlest du, und Mel. Alle Menschen müs. sc. schmerzt dich beine Schuld: 275. Wer das Kleiz so sieh, daß du durch seine Kraft dich stårkest. Dann lehrt die Reue dich behuts sam seyn, und Fehler scheun.:,: 7. Laß nur dein Herz im Glauben ruhn, wenn Näch: te dich und Finsterniß bes decken. Dein Vater kann nichts, als was gut ist, thun; was sollte dich, wenn du ihn liebst, erschrek: ken? Ja, siehst du endlich keiner Rettung Spur: so glaube nur!:,: 8. Wohlan, mein Geist! Was säumest du, dich deis nem Gott ganz findlich zu ergeben? Hienieden schon gibt er dir wahre Ruh': im Frieden sollst du ewig ben ihm leben. Die Sorg' und Last wirf nur getroft und kühn allein auf ihn.:: nod will erringen, wer zum Lohn der bessern Welt will hindurch, als Sieger, drins gen, zeig' im Kampfe sich als Held! Hier in seinen Uebungstagen muß er Alles thun und wagen, um der Hoffnung werth zu seyn: einst ist jene Krone mein! 2. Wie hat nicht der Herr gestritten, eh' fein Haupt am Kreuze sank'! Welche Qual hat er gelit ten, als den Todeskelch er trank! Hoch erhöht zum Himmelslohne ist er, und an Gottes Throne beugen nun sich Aller Knie; denn er kämpfte einst, wie sie. 3. Kämpften nicht und überwanden seiner Wahrs heit Märtyrer? Was fie duldend einst empfanden, fühlt und duldet Keiner mehr! 221 2. Ich muß mit Ernste ringen; muß stets gewissens haft bekämpfen und bezwins gen die Macht der Leidens schaft; muß, daß ich übers winde, auf Gottes Hülfe sehn; muß jeden Reiz zur Sünde und ihre Lust vers schmähn. 3. Der Sinne Täusches reyen muß ich behutsam fliehn; mich allen Schmeis cheleyen der Eigenlieb' ents ziehn; muß standhaft in Gefahren, die oft mir furchtbar draun, den Glaus ben treu bewahren, und ohne Tadel seyn. 4. Wie schwach sind meis ne Kräfte zur Lebensbeffes rung; wie schwach, Herr, zum Geschäfte der wahren Heiligung! Doch sollt' ich darum zagen? Nein, im Vertraun zu dir, Gott, will ich's muthig wagen; sey du nur stets mit mir! Mel. Befiehl du deine W. c. 5. Verleih' zu diesem Werke mir nur, durch deis nen Geist, die Weisheit 276.Um, als ein Christ, und die Stärke, die mir zu leben, muß ich die Süns de scheun; muß eifrig mich bestreben, vonHerzen fromm zu seyn; muß Gottes Wege wandeln; muß auch beym Haß der Welt nach seiner Vorschrift handeln, und thun, was ihm gefällt. dein Wort verheißt. Durch ihn gib meiner Seele die Einsicht und die Kraft, daß ich das Eine wähle, was ew'ges Glück mir schafft. 6. Werd' ich im Guten tråge: so stärke mich zum Lauf! Fall' ich auf meinem Wege: im Allgemeinen. mehr! Und doch trugen sie mit Freuden der Verfols gung schwere Leiden; ach teten nicht Schmach und Noth, Bande nicht, nicht Qual, noch Tod. 4. Und ich sollte unters liegen? Und mich sollte Leis denschaft, mich der Reiz der Welt besiegen? Nein, zu wagen meine Kraft, um der Lüste Gluth zu dåm: pfen, muthig mit der Welt zu kämpfen dieser meis ner Christenpflicht feig mich weigern darf ich nicht! 5. Reiche mir aus deiner Höhe, Herr, die Waffen selbst zum Streit, daß ich unerschüttert stehe, wenn der Feinde Macht mir draut; daß mich selbst ich überwinde bey den Lockun: gen der Sünde; daß ich, meiner Pflicht getreu, stands haft in Versuchung sey! [ 4.] 5. Menzer. - 222 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten Wege: so hilf mir wieder auf; und mache jedes Las ster, deß sich der Sünder freut, mir jeden Tag verhaß, ter in seiner Schändlichkeit! 7. So kann ich alle Süns den, mich selbst, die Welt, den Tod, und Alles übers winden, was mir Verderben droht. Ich werde nicht er: liegen; ich bring' ins Reich des Lichts; ich bin gewiß zu fiegen. Dein Wort, o Gott, verspricht's. [ 10,] L.A. Cramer u. Diterich. Mel. Religion, von Gottic. 277, Beglückt ist, wer mit Lust auf Erden aus als len seinen Kräften strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt; fiets vors wärts bringt, und nie vers gißt, daß seine Seel' uns sterblich ist! 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, nach je der Pflicht sie schnell zu thun; spricht nicht unthä tig, gleich dem Trägen: noch will ich schlummern, will noch ruhn. Er nust des Lebens flücht'ge Zeit zur Aussaat für die Ewigs feit. 3. Sein Herz, erfüllt von edlen Sorgen, denkt immer und mit Lust daran, wie er, bald sichtbar, baid verborgen, ein edles Werk vollenden kann; er nußet jes den Augenblick für Tugend und für Menschenglück. 4. Ihn schrecken feine Hindernisse; durch Jesu Beyspiel stärkt er sich, und seine heiligen Entschlüsse sind fest und unerschütters lich. lich. Wie schr er auch zu kämpfen hat: so reift sein Vorfaß doch zur That. 5. Er widersetzt mit fes stem Muthe den Lastern sich, gestärkt durch Gott; treff ihn im Kampfe für das Gute der Welt Vers folgung oder Spott: so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpfet, weil es Gott gebeut. 6. So laß auch uns, als Chriften, handeln; der Wille Gottes sey uns Pflicht! Laß uns die Bahn der Tugend wandeln: da strahlet immer helles Licht, und unser Loos in Ewig keit ist reiner Tugend Ses ligkeit. 20 [ 76.] J. A. Cramer. Mel. Werde munter, m. ic. 278. Schaffet, schaf fet, Menschenkinder, schaf fet im Allgemeinen. fet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmels reich! Strebet, heilig hier auf Erden, strebet, felig dort zu werden! 223 dringet durch die enge Pforte!" 5. Zittern will ich vor der Sünde, und auf Jefu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird ers höhn! Fehl ich: o so gehe nicht, Richter mit mir ins Gericht! Gib mir deines Geistes Waffen, meis ne Seligkeit zu schaffen! 6. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lehre mich, mit Ernst bes zwingen Alles, was mein Herz entweiht! Zeige mir von deinem Chron den verz heißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und empor zum Himmel dringe! [ 98.] Gotter. 2. Selig, wer im Glaus ben kämpfet; wer im Kams pfe muthig steht; wer des Fleisches Lüfte dämpfet, und den Reiz der Welt vers schmäht! Ohne tapfern Streit im Krieg folget nies mals Ruhm und Sieg. Nur den Sieger schmückt, zum Lohne seines Kampfs, die Himmelskrone. 3. Ernstlich beten, reds lich wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bes mühn, selbst beym Spott der Mel. Es woll' uns Gott zc. zu thun, was Gott gefällt 279. Ihr Mitgenof -dieß nur wollen und vollbringen, heißt, nach Gottes Himmel ringen. 4. Auf! Entreißet euch den Lüften, die ihr noch gefesselt fend, und beweiset euch, als Christen, muthig und getroft im Streit; Schont der liebsten Neis gung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Christi Worte: 300 sen, auf zum Streit, damit uns Gott belohne! Es gilt das Reich der Herrlichkeit, der Ueberwinder Krone! Der Weichende wird nicht gekrönt. Wie hat der Herr gestritten, der Herr, der uns mit Gott versöhnt, er, der für uns gelitten am Dehlberg und am Kreuze! 2. Miterben, haltet an, und seht empor zum großen Lohne; 224 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Lohne; denn nur durch unsre Feinde geht der Weg zu jener Krone. Ob taus send auch zur Rechten euch, zur Linken tausend fänken; wankt dennoch nicht! Gott wird sein Reich, wird Kraft zum Streit uns schenken, wenn wir nicht muthloß weichen. 3. Zwar groß ist unsers Kampfs Gefahr; doch soll fie uns nicht schrecken! Mit uns ist Gott, und wunders bar wird Gottes Schuß uns decken. Er stärkt, der mächtig stärken kann, wenn wir um Hülfe flehen. Blickt glaubend nur zu ihm hins an: so könnt ihr muthig stehen, und freudig über winden. 4. Wer überwindet, soll 115 VII. Christliches Gesinntseyn und Verhalten in Hinsicht auf Gott und Jesum. Streben nach Erkenntniß Gottes. Mel. Es woll' uns Gott ic. 280. Ich kann, Unendlicher, schon hier durch eifriges Bestreben, bin ich gleich schwach mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Hilf nur den Tod, den ew'gen Tod nicht sehen; verging' er auch in seiner Noth: dort wird er nicht vergehen. Nach dieses Lebens kurzem Streit, nach seinen kurzen Leiden wird ihn der Herr der Herrlichkeit mit seines Himmels Freuden, mit ew's ger Wonne lohnen. 5. Ist bald der Leiden Nacht dahin, die dunkle Nacht der Erden? Wenn ich einst Ueberwinder bin, wird Licht das Dunkel wers den. Wer überwindet, Der wird seyn des Himmelreis ches Erbe. Sohn Gottes, Jesu, laß mich's seyn! Sey mit mir, wenn ich sterbe, und dort einst an dem Chrone! [ 25.] Klopstock. 650 mir, auf den Unterricht von dir und deinen Wer ken, so wie auf deines Wortes Licht, getreu und forschend merken, damit ich weiser werde. 2. D, laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon hier stets näher zu erkennen, daß in Hinsicht auf Gott und Jesum. 225 dig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih'! Gib, daß ich thu', mit allem Fleiß, was ich von deinem Wils len weiß! daß ich, von jedem Wahne fren, dich immer treuer liebe, dir immer mehr gehorsam fen, und täglich mehr mich übe, dich würdig zu verehren! [ 25.] J. A. Cramer. 5. Dich kennen, Gott, das soll in Leiden die Lins drung meines Kummers seyn, und mich, wenn Leib und Seele scheiden, mit Hoffnung und mit Kraft ers freun! Dort seh' ich dich im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht. [ 99.] Schmolk u. Diterich. Mel. Wer nur den lieben ic. 281. Du wohnest zwar, o Gott, im Lichte, wohin kein sterblich Auge dringt: doch gibst du uns zum Uns terrichte dein Wort, wo durch es uns gelingt, dich, Herr, zu kennen, wer du bist, und was mit uns dein Mel. Ein Lämmlein geht: c. Rathschluß ist. 2. Gib, daß ich nie 282. Dich kennen, dein Wort verachte, dieß Licht in meiner Finsterniß; und mache mich, wenn ich's betrachte, von seiner Göttlichkeit gewiß! Laß für der Wahrheit hellen Schein Verstand und Herz stets offen seyn. Gott, ist Seligkeit; und sich zu dir erheben, ist Wonne, die mein Herz erfreut! Sie stårket mein Bestreben, gang deinem Dienste mich zu weihn; sie läßt das Glück, ein Mensch zu seyn, mit Freude mich empfinden; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Glück zu gründen. 3. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Vater, dich und Den, den du zum Heil uns hast ges geben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe mich auf dieser Bahn, Gott, selbst durch deine Wahrheit an! 4. Vor Allem gib, daß stets lebendig in mir, Gott, dein Erkenntniß fen, und daß ich dir darnach bestáns 2. Leicht kann ich deiner Größe Spur bey jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur, in allen ihren Zwecken, zeigt Orde nung und Zusammenhang; ja, aller deiner Werke Gang, vom Staube bis P zur 226 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten zur Sonne, der Sterne zahlenloses Heer, zeigt tågs lich deine Macht mir mehr, gibt stets mir neue Wonne. 3. Je mehr ich lerne, was du bist; je mehr ich deis ne Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nach: denkend überlege; je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ew'ge Glück; ich hoff' ein beßres Leben! Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben! scheun; denn du wirst mir mehr Licht verleihn nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd' ich, was ich hier nicht weiß, erfah; ren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen; dann wird mir Alles of fenbar, was mir hier uns erforschlich war in deiner Weisheit Wegen; erhaben über Welt und Zeit, eil' ich dann der Vollkommenheit und hellerm Licht entgegen. [ 18.] Grot. 4. O laß von deiner Herr: lichkeit mich immer mehr wenn mein Mel. Es woll' uns Gottic. Geist sich ihrer freut, ihn 283. Wenn jemals immer mehr erwecken, daß er die Wahrheit sucht und liebt: doch, wenn er sich im Forschen übt, laß ihn bey Dunkelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Täuschung leicht ihn irre führt, das Licht der Wahrheit leiten. Zweifel sich in mir fühn wi der deine Lehren und ihren Ursprung, Gott, von dir und ihren Werth empören: dann führe stiller Prüfungsgeist mich bald zurück zur Wahrz heit, die mir den Weg des Lebens weist, und einst in voller Klarheit von mir ers kannt soll werden. 5. Ganz kann hier meine Faffungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was bein Rathschluß schafft, ergründen und vers stehen. Und wagt mein Forschen dann zu viel; will es das ihm gesetzte Ziel aus Vorwitz überschreiten: so laß mich diesen Vorwiß 2. Ach, leicht kann Stolz und Hang zum Spott die Zweifelsucht erzeugen! Und Zweifelsucht, wie leicht, o Gott, kann sie zur Sünde neigen! Drum, wenn ein Spötter mir sich naht, von dir mich abzuziehen: so laß mich seinem finstern Pfad mit in Hinsicht auf Gott und Jesum. 227 scheun; Herr, flöß' mir Ehrfurcht vor dir ein. of mit reiner Seele fliehen, und treu im Guten bleiben! 3. Bin ich von bösem Vorsatz fern, treu meiner Christenwürde: dann glaub' ich deinem Worte gern. Doch, wen der Sünden Bürde schwer drückt, wen sein Gewissen plagt, sucht Zweifel aufzufinden; von dem, was dein Gesetz ihm sagt, strebt er sich zu ents binden; er hafset deine Wahrheit. 4. O möcht' ich doch mehr Wissenschaft von dir, o Gott, empfangen; mehr Trieb und Eifer, Muth und Kraft, dem Guten ans zuhangen! Herr, der du mich so gern schon hier vor Trug und Wahn bewah, rest, und einst in hellerm Lichte mir dich völlig offens barest, erhalte mich im Glauben! [ 25.] J. A. Cramer. 2. Sie leite mich auf meinen Wegen; sie sey mir Weisheit und Verstand, und dringe mich, das abs zulegen, was mein Gewis sen strafbar fand! Wer Scheu vor dir, o Heil'ger, hat, Der scheut auch jede Uebelthat. 284. Dich, Höchster, ehrerbietig scheuen, ist uns ser Glück und unsre Pflicht; wie kann ich deiner Huld mich freuen, scheu' ich dein beil'ges Auge nicht? Drum lehre mich, dich findlich 159 3. Laß fiets es mich zu Herzen nehmen, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun vor dir mich schämen, was wider deinen Willen ist. Was hilft mir alles kob der Welt, wenn dir mein Leben nicht gefällt? 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen; nie mich mit Sündern fündlich freun; nie muthlos, doch auch nie vermessen und stolz in deis nem Dienste seyn. Nie führe mich zur Sicherheit der Reichthum deiner Güs tigkeit! Med Ehrfurcht. 5. Mit Ehrfurcht laß mich vor dir wandeln, und Mel. Wer nur den lieben c. fiets, ich sey auch, wo ich sey, nach deiner Vorschrift redlich handeln, entfernt von aller Heucheley. Wer dich durch reine Tugend ehrt, nur Der ist dir, o Vater, werth. 6. In deiner Furcht laß mich auch sterben: so schreckt P2 mich 228 Christliches Gesinntseyn und Verhalten mich weder Grab noch Tod; so werd' ich deinen Himmel erben, und, ganz vereint mit dir, o Gott, mich ewig deiner Liebe freun, und ewig ben dir selig seyn! [ 99.] 3. Schmolk u. Diterich. Mel. Wer nur den lieben ic. 285. Der Weisheit Quell ist, Gott erkennen, Gott erkennen, ihn kindlich fürchten, unsern Herrn. Ein Weiser ist nur Der zu nennen, der alle feine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, voll bringt, nicht weil Furcht vor der Welt ihn zwingt. 2. Laß deine Größe mich empfinden, o Gott, und meine Niedrigkeit: so werd' ich nie mich unterwinden, mit thörichter Vermessens heit zu tadeln, was dein Rath beschließt, der wuns derbar, doch heilig ist. 3. Wenn ich mit Kin dessinn dich scheue: wird meine Pflicht mir nie zu schwer; nur, wenn ich sie verlegt, beugt Reue vor dir mich in den Staub, o Herr! Wie freut sich jeder guten That, wer immer dich vor Augen hat! 4. Wenn Nacht und Dunkelheit mich decken, die dem Verbrecher Muth vers leihn: wird deine Furcht mich, Herr, erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Ich weiß, vor deis nem Angesicht ist Finster: niß, wie Mittagslicht. 5. Muß ich der Thoren Tadel hören, wenn ich nicht ihren Weg will gehn: so wird, Herr, deine Furcht mich lehren, der Thoren Beyfall zu vers schmähn. Wenn dir mein Wandel wohlgefällt: was schadet mir der Hohn der Welt? 6. Vor dir, Allmächtis ger, sich scheuen, gibt Hels denmuth und Freudigkeit, wenn macht'ger Menschen stolzes Drauen, was uns recht ist, zu thun gebeut. Bist du mein Schuß, mein Heil und Licht: so fürcht ich mich vor Menschen nicht. 1 7. Laß, Herr, mich deis ne Furcht regieren: dann bin ich sicher vor Gefahr; sie wird mich schützen, wird mich führen auf ebnem Der Pfade immerdar. Weisheit Anfang, Quell der Ruh', Furcht meines Gottes, das bist du! [ 99.] Georg Joachim Zollikofer. Gehors in Hinsicht auf Gott und Jesum. 229 die deinem Dienst sich weihn. 2door 8. So sey dir denn mein Herz geweiht; ich bin dein Eigenthum! Gib diesem Willen Festigkeit; dir fols gen, sey mein Ruhm! [ 59.] G. J. Zollikofer. Jeund bin Mel. Wer nur den lieben zc. Gehorsam. Mel. Nun sich der Tag ic. toda 286. Du, Gott, bist als ler Welten Herr; Verstand und Huld find dein. Wer sollte denn, Allgütiger, nicht gern dir folgsam seyn? 2. Was du gebeutst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl Dem, der 287. Gott, beinen heis deinen Willen thut, und gut zu seyn, sich freut! 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, Der bringt sich selbst in Noth; denn nur, was bös und schädlich ist, verbeutst du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Gefeße gibst, nur Vater, nicht Tyrann; und treibst uns bloß, weil du uns liebst, dir zu gehorchen, an. 5. Nehm' ich auf mich dein sanftes Joch: so sezz' ich meinen Lauf mit Freus den fort; und fall' ich noch: so hilfst du selbst mir auf. 6. Dein Wort warnt, drohet und verheißt, legt Heil und Tod mir vor: und ich verschlösse deinem Geist gefühllos Herz und Ohr? 7. Wie könnte Der, der dich nicht hört, dein Kind, o Bater, seyn? Nur Die sind dieses Namens werth, ligen Befehlen will ich mit Ernst gehorsam seyn; nur sie zu meiner Richtschnur wählen, und dir mein gans zes Leben weihn. Dein Will' ist stets gerecht und gut; wohl Dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu ken: nen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, die folgsam, als dein Kind, thu', was du willst, aus Lieb' und Dank, und nicht aus Sclavens furcht und Zwang. 3. Laß deine heiligen Ges seße mir immer gegenwärs tig seyn; und mich, daß ich sie nie verletze, dich, o Allwissender, stets scheun. Dein Joch ist sanft, und leicht die Laft, die du uns auferleget hast. 4. So bald ich deine Stimme höre, so sey mein Herz 230 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Herz und Sinn bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre, und thue, was sie mir ges beut! Ja, Hörer will ich nicht allein, ich will des Wortes Thater feyn.ee 5. Beut mir die Welt auch tausend Freuden, die dein Gesetz nicht billigt, an: so laß mich, Herr, sie fliehn und meiden; was ist's, das sie mir geben kann? Im Anfang Lust, am Ende Schmerz, und ein von Reu' zerriffnes Herz. 6. Doch, wenn ich mich im Guten übe, mit Freu: den deinen Willen thu': dann schenkst du, Gott, mir deine Liebe, und mit ihr des Gewissens Ruh'; dann gibst du mir schon in der Zeit das Vorgefühl der Seligkeit. [ 99.] J. A. Cramer u. Diterich. Mel. Was mein Gott will ic. 288. Sey Gott getreu und seinem Bund; bekenn' ihn durch dein Leben; ihn ehre nicht allein der Mund: dein Herz sey ihm ergeben! Wie hat er dich verpflich tet sich durch seine Huld und Gnade! Sey treu dem Herrn und wandle gern der Tugend sichre Pfade. 2. Sey Gott getreu von Jugend auf; laß keine Lust, fein Leiden dich je in deis nes Lebens Lauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu wird täglich neu; sein Wort kann niemals trus gen. Was er verspricht, das bricht er nicht; baran laß dir genügen. 3. Sey Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich setzet; dann schützt dich seine starke Hand. Wer ist, der dich verleget? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin, und folge dem Gewissen; der wird, was dir begegnet hier, zum Besten dienen müssen. 4. Sey Gott getreu, sein theures Wort frey müthig zu bekennen, vor Jedermann, an jedem Ort dich seinen Freund zu nen nen. Was in der Welt dir wohlgefällt, muß Alles bald vergehen; nur Gots tes Wort bleibt immers fort zum Heil der From: men stehen. 5. Sey Gott getreu: so wirst du dann durch ihn auch Stårke finden. Er nimmt sich deiner Schwachs heit an; bekämpfe nur die Sünden in seiner Kraft, die Sieg verschafft. Doch wirst du dich vergehen: daß dann die in Hinsicht auf Gott und Jesum. 231 4. Sollt' ich mich denn erheben, wenn mir in dies sem Leben viel Gutes wis derfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? War ich deß mehr, als Andre werth? 5. Ich bin viel zu gerin ge der Huld, die ich befin ge; und werd' es ewig seyn. Das laß mich nie vergessen, so werd' ich nie vermessen vor dir mich meis nes Vorzugs freun. 6. Das nüßlich anzus wenden, was du mit Vas terhånden mir gütig zuges wandt; gehorsam dir zu werden, das sey mein Fleiß auf Erden; dazu gib Des muth und Verstand! [ 49.] die Reu' nur ernstlich sey, um künftig fest zu stehen! 6. Sen Gott getren bis in den Tod; laß nichts von ihm dich wenden. Er kann, er will in jeder Noth dir seinen Beystand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht laß nie dein Herz erschrecken. Es ist dir ja dein Retter nah; sein Schild wird dich bedecken. [ 92.] Mich. Franke. Demuth. Sim Mel. In allen meinen T. 2c. 289. Was ich nur Gus tes habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts! Mein Daseyn und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag 2. Verstand und Luft und Kräfte zum nüglichen Ges schäfte hab' ich von deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohl gerathen; an Fehlern bin allein ich schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mir's? Deine Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie dir's, Alls weiser, wohlgefällt. Diterich. Mel. In allen meinen T. c. 290. Fern sey's, wenn ich dir diene, Gott, daß ich mich erkühne, darüber stolz zu seyn! Wer kann bey seinen Werken, wie oft er fehlet, merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such' ich wohl deis nen Willen so eifrig zu ers füllen, als mir dein Wort gebeut? Trag' ich die fanfte Bürde, aus Kenntniß ihrer Würde, wohl immer mit Zufriedenheit? 3. Such' 232 Christliches Gesinntseyn und Verhalten 3. Such' ich den Trieb zu Sünden in mir zu übers winden, aus wahrer Fröm: migkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nein, Früchte nur der Furcht und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mångel meis ner Tugend, wie viel sind ihrer nicht! Welch unbes ständig Wanken in Thaten, Mel. O Gott, du frommer. in Gedanken, bey deiner 291. Bewahre meinen Wahrheit hellstem Licht! 5. Doch, wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tus gend wåre: ist das mein Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? Mund, so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mein ew'ger Geist anbetet und erkennet, daß nie durch Uns bedacht ich strafbar ihn. entweih'; daß nie mir Spiel und Spott dein großer Name sey! 2. Stets heilig bleib' er mir, und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und was du sprachst, entehren: so reiße nie der Strom der Spotter mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr mitgenoffe bin. 3. Auch Jesus Christus sey zu jeder Zeit und Stuns de, so oft ich fein gedenk', so oft aus meinem Munde sein hoher Name tönt, mir heilig! Ihn entweiht nur Der, der ihn nicht kennt, nicht seines Heils sich freut. 4. Von meinen Lippen fern 6. Wer gab mir, dich lieben und dein Gebot zu üben, die Lust und Freu: digkeit? Wer stärkte meine Kräfte zum Heiligungsges schafte? Wer gab mir Muth und Sieg im Streit? 7. Dein Licht lehrt gut uns wählen; du rufft uns, wenn wir fehlen, auf deis nen Weg zurück, verleidest uns die Sünden, lehrst uns die Tugend finden, und in der Tugend wahres Glück. 8. Fern sey's, wenn ich dir diene, Gott, daß ich mich erkühne, darüber stolz zu seyn! Nie, nie will ich vergessen, wie schwach ich bin, vergessen; der Demuth soll mein Herz sich weihn! [ 49.] Gellert u. Diterich. Heiligung des Namens Gottes und Jesu. in Hinsicht auf Gott und Jesum. 233 scher Scham und Rache verkehren die Gerechtigkeit, und meines Nächsten Sas che; wie ihm durch Meins eid frech den Ruhm der Redlichkeit entwenden, und so der Unschuld Eigens thum, die Wahrheit, fres velnd schänden, und mich in Elend stürzen? Heilighaltung des Eides. Mel. Es wolle Gott uns ic. 4. Nein, nie so frech, so freventlich beug' ich, Herr, deine Rechte, daß ich dann ihren Fluch auf mich durch 292. Du siehst, mein solch Verbrechen brachte! Schöpfer und mein Herr, ins Innerste der Seelen, und Niemand kann, All wissender, dir, was er denkt, verhehlen. Laß deine Macht und Hoheit mich mit heil'ger Scheu erfül len; wenn ich, als Wahrs heitszeugen, dich nach meis ner Obern Willen, anruf und bey die schwöre. Denn, ach! wie elend würd' ich seyn, wie freudenlos dann leben! Der Selbsts verdammung bittrer Pein schon hier dahingegeben, war' mir die Zukunft Hölle. 2. Arglistig können Mens schen zwar auch Menschen hintergehen: doch dir ist Alles offenbar; du siehst, was sie nicht sehen. Im Zorn schaust du die Lügner an; verheimlichte Verbres chen, die Menschenmacht nicht strafen kann, wird 5. Drum will ich Lug und Trug, o Gott, von ganzem Herzen haffen, und, treu der Wahrheit bis zum Tod, von Redlichkeit nicht lassen! Mich soll kein Glück, so groß es sen, mit seinem Reiz verführen, durch falschen Eid und Heuchelen den Himmel zu verlieren, und mich selbst zu verdammen! [ 25.] Cramer u. Heine. Mel. Ewigkeit, du Don. deine Macht einst rächen, 293. Gott, der du Hers die jeden Frevel strafet. zenskenner bist, dem Falsche heit stets ein Gräuel ist, und fern sey Fluch, sen freches Schwören! Fern sen schams loser Scherz! Der Mund kann dich nicht ehren, auf dessen Lippen schwebt, was strenge Tugend schmäht; den Beter hörst du nicht, der dir ohn' Ehrfurcht fleht. [ 71.] Niemeyer. 3. Wie sollt' ich denn aus Geiz und Neid, aus fals 234 Chriftliches Gesinntfeyn und Verhalten hat sie, das dich schadlos halt! oczaid und Lügen ein Verbrechen, die ganze Welt? Nichts kein Wort spricht je ein falscher Mund: Allwiffen der, dir ist es kund, und du wirst einst es råchen! Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 2. Gott, wenn ich schwös rend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel seh', und meine Hand erhebe; wenn ich dich da zum Zeus gen ruf, zum Rächer dich, der mich erschuf, durch den ich bin und lebe: dann sey von Trug und Heucheley mein Herz und meine Zun. ge frey! 3. Wenn Frevler auch, noch da dich schmähn, und frech mit Lügen vor dir stehn: dann laß mein Herz erschrecken! Weh' Dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht, sie vor der Welt zu decken! Weh' ihm! Er stürzet freventlich in ewis ges Verderben sich. 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk', was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ewig's Les ben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann dir's wiederges ben? Was hilft dir dann 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heiland ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn bey den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual bes freyn? Dann besser, nie geboren seyn! 6. Wie thöricht, wer noch denkt und spricht: Gott siehet's nicht! Gott achtet's nicht! So låstern Spotterrotten. Zwar seis ne Langmuth ist bekannt; er låhmt nicht jede falsche Hand: doch läßt er sein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit und einst in jener Ewigkeit. 7. Drum soll nicht Ehre mich, noch Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt verblenden und verführen; um alle Leiden dieser Zeit will ich doch meine Seligs keit muthwillig nicht vers lieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit: nein, es gilt Gott und Ewigs keit! 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nie fres in Hinsicht auf Gott und Jesum. 235 bringst es ans Licht, und richtest es. [ 99.] Junkheim. frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß, wenn's mir auch zu schaden scheint, aufrichtig und der Wahrs heit Freund ich stets von Herzen bleibe! Dann kann ich ohne und Graun Andenken an Gott. Mel. Von Gott will ich sc. einst selbst dem Tod ins 295. An dich, mein Antlitz schaun. [ 70.] and 2021 2 2141 Mel. Wer nur den lieben ic. 294. Wer, Gott, ben deinem Namen schwöret, und treulos sein Verspre: chen bricht, Der ist ein Frevs ler; denn er ehret dich, Gott, den Gott der Wahrheit, nicht. Er kann nicht froh, nicht mit Vertraun zu dir hinauf gen Himmel schaun. 2. Und flöh' er zu dem fernsten Meere: du findest allenthalben ihn! Er kann, so mächtig er auch wäre, sich deiner Allmacht nicht entziehn; ihm hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beyfall, Gunst und Schutz der Welt. 3. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich erwogen, was ich thu', und den Gedanken oft ers neuern: des Eides Richter, Gott, bist du; schaust meis nes Herzens Innerstes, Gott, zu denken, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Gram und Angst mich frånken: so blick ich hin auf dich. Dann mindert sich der Schmerz; die banz ge Sorge fliehet, wie sich Gewölk verziehet, und leich ter wird mein Herz.d 2. Denk' ich an deine Liebe: wie werd' ich hoch erfreut! Mit dankbar fros hem Triebe fühl ich mich dann bereit, dir ganz mein Herz zu weihn, dich kind; lich zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Wie gut ist's, dein zu denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken: wie klein ist ihr Gewinn! Ich halte mich an dich; dieß gibt mir reine Freude; dieß stårkt mich, wenn ich leide; dieß stärkt im Tode mich. 4. Ja, Herr, dein will ich denken, so lang ich den: ken kann. Mag man ins Grab 236 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Grab mich senken: mein Geist steigt himmelan. Vers gesse mich die Welt! Du, Herr, gedenkst doch meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtniß hält. B. Schmolk u. [ 86.] Diterich. 4. Laß mich um deiner Liebe willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen: so sich auf meine Willigkeit, und rech ne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld. Liebe gegen Gott. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich 296. Du, Vater deiz mit Ernst vermeiden, ges Mel. Wer nur den lieben tc. at ner Menschenkinder, der du die Liebe selber bist; du, deffen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräf ten ſeyn! fiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Süns de selbst zu scheun, laß mich mit Ernst bemühet seyn. and 2. Gib, daß ich, als dein Kind, dich liebe, der du mein Gott und Vater bist, und so gesinnt zu seyn mich übe, wie's dir gefällt, mir nützlich ist. Was dir gefällt, gefall' auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bewahre mich durch deine Liebe, daß nie die Sünde mich verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenluft zu sehr mich rührt. Wie sollt ich je die Kreatur dir vor: ziehn, Schöpfer der Natur? 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir dein weiſer Rath bestimmt. Du führst durch Trübfal Den zu Freuden, der seine Last gern auf sich nimmt; und wer sein Leiden weislich nützt, wird mächtig von dir unterstützt. mind 7. In deiner Liebe laß mich sterben: dann wird felbst Sterben mein Ges winn: dann werd' ich deis nen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näher bin; dann liebt dich meine Seele rein, und liebend wird sie selig seyn. [ 99.] Benjamin Schmolk. Mel. Gott und Jesum. 237 in Hinsicht auf Mel. Alle Menschen müs. ic. du mir durch ihn gegeben; ewig deiner mich zu freun, 297. Quelle der Boll und von dir geliebt zu seyn. 5. Sollt' ich dich nicht wieder lieben, der du mich zuerst geliebt, und mit mehr, als Vatertrieber, so unendlich mich geliebt? Könnt' ich ruhig hier auf Erden ohne deine Liebe werden; ohne sie nach dies ser Zeit würdig seyn der Seligkeit? kommenheiten, Gott, mein. Gott, wie lieb' ich dich; und mit welchen Selige keiten fåttigt deine Liebe mich! Sie gewährt mir Troft im Leiden, und erhös het meine Freuden. Deine Liebe soll allein Antrieb mir zur Tugend feyn! 2. Denk' ich deiner: wie erhebet meine Seele sich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl' ich mich, o Gott, von dir! Jeder Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärke, wie entledigt er mein Herz von Bekümmers niß und Schmerz! 3. Floß aus deiner Se: gensfülle mir nicht stünde lich Gutes zu? Daß ich ward, das war bein Wille; daß ich noch bin, das schaffst du. Daß ich denke, daß ich wähle, dankt dir, Vater, meine Seele; dankt dir, daß sie dich erkennt, und dich ihren Vater nennt! 4. Du erlösest vom Ver: derben mich durch deinen Sohn, o Gott; ließest den Gerechten sterben; mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, haft 6. Heil mir, daß ich es empfinde, daß du, Gotty die Liebe bist, und aus Liebe jede Sünde ernstlich meis de, als ein Chrift! Wenn auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte: dann, o Vater, fehlt mir nicht Seelenruh' und Zus versicht. 7. Hier lieb' ich dich uns vollkommen; meine Seel' erkennt es wohl: dort, im Vaterland der Frommen, lieb' ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd' ich dort deinen Willen kennen, ehren, und erfüllen, und empfahn an deinem Thron vollkommnen Liebe Münter. Mel. Religion, von Gott ic. 298, Wo find ich Gott, der Lohn. [ 4.] 238 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Gott, den meine Seele weit über alles schätzt und liebt? Gott, den ich mir zum Freunde wähle, und der allein mir Freude gibt? Wann kommt die Zeit, da Gott, mein Freund, vollkommner sich mit mir vereint? dr ost 2. Wie wollt' ich doch ers freut ihn preisen, wenn ich ihn sähe, wie er ist! Zwar deine Wunder, Herr, bes weisen, wie unaussprech lich groß du bist; wie glans zen sie! Doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlich: feit nicht ganz. 3. Ich schaue hier dich nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an; o, hätte meine Seele Flü gel, sich dir, Erhabner, mehr zu nahn: wie würde fie sich deiner freun! Wie felig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft' ich am Fuße deines Thrones mit deinen Engeln dich erhöhn: könnt' ich zur Seite deines Soh nes, wie deine Seligen, dich sehn; ich, der ich hier kaum stammeln kann: welch hohes Loblied stimmt' ich an! 5. Doch bör' ich nur auf deine Stimme in deinem Worte; hör' ich nur, mit frommer Achtsamkeit die Stimme der dir lobsingen: den Natur: so lern' ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit erfreun. 6. Wie innig kann ich dann dich lieben! Mit wel: chem Eifer kann ich mich dir, Vater, zu gefallen üben! Wie selig kann ich seyn durch dich! O dann entflieht aus meiner Brust der Sünde Reiz und eitle Lust. 7. Noch reizt sie mich; beschämt empfinde ich meis ner Liebe Launigkeit! Er barm' dich meiner, und ents binde mich von dem Dienst der Eitelkeit. Mach' von der schnöden Sclaverey der Sinnlichkeit du selbst mich frey. 8. Erleuchte mich mit deiner Wahrheit; entzünd' in mir der Liebe Gluth! Einst schau' ich dich in vol ler Klarheit, dich, meiner Seele höchstes Gut! Dann lieb' ich dich, mein Gott, allein; wie selig werd' ich dann nicht seyn! [ 76.] J. A. Cramer. Mel. Was mein Gott will ic. 299. Wen Gottes lies be nicht zur Pflicht, zur Tugend nicht beseelt, Der rühme seine Tugend nicht, weil in Hinsicht auf Gott und Jesum. 239 nie der Tugend Namen! Gott sieht auf Werke nicht allein; er fragt, woher sie kamen? Ich darf mich deis ner Huld nur freun, Gott wenn mich Liebe dringet, und wenn aus lauter Lieb' allein mein Gutesthun ent: springet. 6. D Liebe, die vom Himmel stammt, die Gottes Geist erzeuget, wenn deine Gluth mein Herz entflammt, zum Guten hin mich neiget, zur Menschenliebe Reiz mir gibt: dann darf getroft und fröhlich ich hoffen, daß meth Gott mich liebt; bin fromm hier und dort selig. [ 92.] Gellert u. Ribbeck. weil aller Werth ihr feh: let. Wenn Vortheil, Wols luft, Eigensinn und Stolz ihm Gutes rathen: so hat er seinen Lohn dahin für seine guten Thaten. 2. War ich durch Gaben der Natur ein Wunder hier auf Erden; beglückt ich andre Menschen nur, um selbst geehrt zu werden: so kann mein Thun, so kann mein Herz nicht Gottes Beyfall haben; vor Gott sind nur ein tonend Erz dann alle meine Gaben. 3. Brech' ich mit milder Hand mein Brod, die Ars men zu verpflegen; entreiß' ich Wittwen ihrer Noth; bin ich der Waisen Segen, geb' alle meine Güter hin: noch hab' ich nichts geges ben, wenn Lieb' und Pflicht nicht meinen Sinn vor Gott dazu beleben. 4. Låg' ihm an unsern Werken nur: wie leicht könnt er uns zwingen, er der Beherrscher der Natur, das Gute zu vollbringen! Allein vor ihm, der Alles gibt, gilt Klugheit nichts und Stärke: er sieht das Herz an, ob's ihn liebt; sieht auf den Zweck der Werke. 5. Drum täusche nies mals mich der Schein, und Nachahmung Gottes. Mel. Nun danket alle G. sc. 300. Wer, hocherhab ner Gott, kann würdig dich erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Daseyn und ihr Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jetzt noch Alles trägt. 2. Du schufft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner. Ehre, und wollteft, Heiz ligster, daß ich dein Bild niß wäre. Welch Glück, dir 240 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten dir ähnlich seyn, und heiz lig seyn wie du! O wohl mir, wenn ichs bin! Hilf du mir selbst dazu. 3. Laß dieses hohe Ziel mir stets vor Augen schwes ben. Mein steter, liebster Wunsch, mein eifrigstes Bes streben in allem meinen Thun sey dieß, o Gott, als lein, dir täglich mehr und mehr durch Tugend ähn lich seyn! und, wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 7. Noch bin ich weit ents fernt, o Gott, von diesem Ziele. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! [ 65.] Hiller u. Diterich. Mel. Dir, dir, Jehovah: c. 4. Du der heit Freund: auch ich will 301. Dir immer åbn Wahrheit lieben, mit stets erneutem Fleiß in dem mich ernstlich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und Allem Beyfall gibt, was du uns selbst gelehrt. 5. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster neh.. men. Hilf mir die Sünde fliehn, die Sinnenlust be zähmen, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und Dem, der's üben will, auch gern behülflich seyn. 6. Gib, daß ich so, wie du, ein Freund der Mens schen werde, dem Wohl; thun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, sein Leiden gern versüßt, licher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das sey mein Ziel schon hier auf Erden; das bleibt mein Ziel, nach dem in Ewigs keit mit höhrer Kraft mein Geist zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennutzes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun kein sterblichs Auge sieht: dann bin ich ähnlich Dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er stets in Hinsicht auf Gott und Jesum. 241 stets die besten Mittel hoher Liebe an den Herrn, wählt, und selbst mit und opfre Dank! Weih' Weisheit handle, so wie ihm jeden deiner Triebe! er: dann werd' ich meinem Seele, Gott sey dein Ges Vorbild ähnlicher. fang! Selig einst vor ihm zu werden, schuf er mich; und schon auf Erden seh und fühl' ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. 4. Wenn ich mit immer res gem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute lies be, wie sinnenreizend auch das Laster lacht: dann gleich ich Dem, der rein und heis lig ist, nur Gutes liebt, und feind dem Bösen ist. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Aus genblick; selbst die Schmers zen, die ich leide, werden oft mir Heil und Glück. Ries seln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht; aber auch die Nacht hat Licht. 5. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt mir's, Herr, als du? Strömen nicht durch alle Sinne Lust mir und Vers gnügen zu? Ift's, o Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft und oft Uebers fluß? 4. O wie viele frohe Tas ge floffen, weil mir nichts gebrach, ruhig hin und frey von Plagen, fren von jedem Ungemach! Hatt auch einer Müh' und Sors gen: fie entflohen, und Dankbarkeit. Mel. Alle Menschen müs. ic. 302. Halte dich mit am Morgen, wenn ich D deine 5. Wenn ich mich Leis bender erbarme mit brüders lichem, liebevollen Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sey, daß ich fein Erretter bin: dann gleich ich Dem, der ewig gütig ist, und keines Mens schen, keines Wurms vergißt. 6. So sey, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urs bild der Vollkommenheit, mein höchstes Ziel schon hier auf Erden; mein Ziel, zu welchem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu bringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt.s [ 16.] Sucro. 242 Christliches Gesinntseyn und Verhalten deine Sonne saß, waren neue Freuden da. 5. Ja, ich hab' aus beis ner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speis und Trank und Dach und Hülle, Schutz und Hülfe jeden Tag: Immer kam und kommt dein Segen uns erwartet mir entgegen, und wo mir ein lebel droht, Rettung, oder Trost in Noth. id diseng 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese starken, feften Bande für das menschliche Geschlecht; auch des Umgangs füße Freus den, und der Freundschaft Glück im Leiden, Rath und Beystand hab' ich hier, milder Vater, nur von dir. 7. Dieß gewährst du diefem Leben, dieser kurzen Uebungszeit. D was wirst du, Herr, mir geben einst in jener Ewigkeit! Selig bort vor dir zu werden, schufft du mich, und schon auf Erden seh' ich's, fühl ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. [ 4.] J. A. Cramer. Mel. Ach, was soll ich Sün. 303. Alles hast du mir gegeben, Alles, Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich; Kräfte, Triebe, Freyheit, Leben, Glieder, Sinnen und Vers stand gab mir deine Schö pferhand. 2. Eh' ich noch dich Vas ter nannte; eh' ich reif zum Daseyn war; eh ich Schmerzen und Gefahr, eh' ich Glück und Freude kannte, sorgtest du schon väterlich für mein Daseyn und für mich. 3. In den Jahren meis ner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, fegnetest du mein Bemühn, mich Verführern zu enta ziehn.nl 4. Alle meine Lebenss freuden hab' ich, Vater, nur von dir; Glück und Wohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinem Leiden; und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! ad aim 5. Tåglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen liebst, ihnen Schutz und Beystand gibst, fie vor Uebeln zu bewah ren; wie du sie versorgst und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. 6. Wie du flets mich weise in Hinsicht auf Gott und Jesum. 243 mir gewähret, was tm Les ben mich erhält, was den Körper stärkt und nähret, und den Sinnen wohlges fällt. Täglich strömt aus deiner Hand Segen auch auf meinen Stand; ich auch kann oft Leiden mins dern, Andrer Noth und Elend lindern.a dostisi weise führeft, väterlich an mich gedenkst, Uebel auch zum Guten lenkst; wie du mein Geschick regiereft, meine Wohlfahrt zu ers höhn, lern' ich immer mehr verstehn.dadd 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Werth, die mir. täglich widerfährt, preise deine weise Güte, und ers fleh' auch künftig mir Ses gen, Troft und Heil von dir. [ 3.] Dlearius u. Grot. abd Mel. Werde munter, meit. 304. Tief gerührt von deiner Güte preis ich, lies ber Vater, dich, und mit kindlichem Gemüthe freu' ich deiner Leitung mich! Alles Gute kommt von dir; Freund und Helfer bist du mir; wohl ist mir durch dich auf Erden; wohl wird mir im Himmel werden. 4. Und mit welcher Huld und Treue nimmst du meis ner Seele wahr! Daß ich, als ein Christ, mich freue, reichst du selbst mir Kräfte dar; lenkst vom Eitlen meinen Sinn auf die bess stfern Güter hin; führst mich auf der Tugend Wes gen jenem ew'gen Glück entgegen.orget hite 2. Du, der Alles hieß entstehen, haft auch mich hervorgebracht, auch zu meinem Wohlergehen Erd' und Himmel schön gemacht. Wie viel Herrliches enthält unser Wohnplatz, diese Welt! Wie viel Güter! Wie viel Freuden! Wie viel Hülfe selbst im Leiden! 3. Du nur bist's, der 5. Selbst aus Leiden dieses Lebens fließt mir Heil und Segen zu, und bey dir sucht nie vergebens meine Seele Troft und Ruh'. Nutz' ich deine Züch tigung nur zu meiner Bess serung! dann führt auf dem Dornenpfade mich zum Heile deine Gnade.? 6. Ja, in Allem, was du schickest, seh' ich deiner Güte Spur; wenn du züchtigst und beglückest, willst du, Gott, mein Bes stes nur. Warum sollt' ich nun nicht dein mich von ganzer Seele freun; dir A 2 nicht 244 Christliches Gesinntseyn und Verhalten nicht danken und lobsins gen, und mein Herz zum Opfer bringen? sa 7. Täglich will ich dich ers heben, und mich deiner Aufs ficht freun; täglich dir zur Ehre leben, und dir ganz ge: heiligt seyn! Deine Güte ist es werth, daß mein Geist fie froh verehrt; sie wird zu den Seligkeiten deines Himmels einst mich leiten. G. v. Breitenau u. Diterich.in [ 98.] warme, rege Liebe, und Beyden ward, mir unbes wußt, die Mühe der Ers ziehung Lust, und mir ihr Anblick Freude.. que 4. Ich lernte fühlen, hören, sehn, und fing bald an, zu stammeln, der Muts ter Winke zu verstehn, und Kenntniß mir zu sammeln. Ich lernte Wahrheit, Recht und Pflicht aus Beyspiel, Rath und Unterricht und meiner Fehler Folgen.se Mel. Sey Lob und Ehr ic. mam der 305. Augütiger, gern erfreut, ich preise deis ne Gnade! Du führtest mich mit Freundlichkeit auf meines Lebenspfade; du haft von meiner Kindheit att mir überschwenglich wohl gethan, mein Schös 5. Und wie viel Freus den schenktest du der Kinds heit und der Jugend! Ich irrte; doch du riefft mir zu, und locktest mich zur Tugend. Ich fiel; du halfft mir wieder auf, und hemm test meiner Thorheit Lauf durch Lehrer und durch Freunde. alstu 2023 6. Du führtest mich nach pfer und Erhalter! S deinem Rath auf allen 2. Du reichtest Lebens: kraft mir dar; du schüßztest in Gefahren mich, da ich felbst nicht fähig war, mein Leben zu bewahren; du forgtest, Gott, und es ge brach mir, war ich gleich noch zart und schwach, an keiner Hülf und Pflege. meinen Wegen; du kamst, wenn ich um Gnade bat, mit Gnade mir entgegen; erquicktest in der Trübsal mich, und sichertest mich våterlich in Stunden der Bersuchung. dir 3. Du jogst des Vaters Herz zu mir durch sanfte, milde Triebe; der Mutter Brust empfing von dir die SOS 7. Wie gütig hast du jederzeit, o Vater, mich ges leitet! Durch Glück und Widerwärtigkeit ward Ses gén mir bereitet. Ich bes te dich bewundernd an! Ach, in Hinsicht auf Gott und Jesum. 245 genblicks war oft schon selbst mir Heil, oft Quelle meines Glücks. Ach, daß ich so nicht dan: ten kann, wie ich dir dans ken sollte! [ 22.] J. A. Cramer. Mel. Nun danket alle G. c. 306. Voll reger Danks begier, mit freudigem Ges müthe erheb' ich dich, mein Gott, und preise deine Güte! Ich überseh' die Bahn, die ich zurückgelegt, und preise deine Huld, die mich erhält und trägt! 2. Wie gnådig hast du mich bis hieher, Gott, ges leitet! Wie treu für mich gesorgt! Wie liebreich mir bereitet, was mir zum Wohlergehn nur immer nöthig war! Wie mächtig mich beschützt bey drohen der Gefahr! 5. So ist dein weiser Rath! Auch auf den rauh ften Wegen führst du Den, der dir folgt, dem höhern Glück entgegen; dem Glück, vor dir gerecht, mit dir vereint zu seyn, und auf der Tugend Pfad sich deis ner Huld zu freun. 6. Du lehrtest diesen Rath mich durch dein Wort erkennen, und voller Zus versicht dich meinen Vater nennen; den Vater, der so gern und bis in Ewigs keit mit Allem, was mir nützt, mich segnet und ers freut. 7. Was könnte denn mich je von deiner Liebe scheiden? Du stärktest mich mit Kraft, der Sünder Weg zu meiden; machst mich durch deinen Geist treu in der Tugend Lauf, und nimmst mich durch den Tod in deinen Himmel auf. T. G. v. Hippel u. Diterich. [ 65.] 3. Wenn ich oft unruhs voll an ferne Tage dachte, und mir so manche Nacht durch Sorgen schlaflos machte: so nahmst du weg den Gram, womit ich mich geplagt. Nie haft du mir mein Glück, nur Uns glück mir versagt. 4. Du mischtest väterlich in meines Lebens Freus Lob Gottes. den zwar manchen herben Mel. Alle Menschen müs. ic. und mich durch Leiden; jedoch die 307. Bester, weife: Bitterfeit des bangen Ausster Regierer, aller Welten Preis 246 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Preis sey dir! Dir, auch Lage schenkte beine Gate meines Lebens Führer, Preis, dir ewig auch von mir! Unter allen Millios nen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huld: reich auch auf mich, und versorgst mich väterlich. mir! Sandtest du auch eie ne Plage: o so kam auch Trost mit ihr! Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Baterhuld verlich? Nein, zu zählen sind sie nie! 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben seyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dråun? Nein, o Herr, dich laß ich walten; du, du wirst mich aufrecht halten! Sende Wonne, sende Schmerz: dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 7. Flöhn mich auch die besten Freunde; fehlt auch andre Freude mir; wären viel auch meiner Feinde: dennoch bleib' ich stets an dir; dennoch will ich nicht verzagen; will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die beßre Zukunft, schaun, und von Herzen dir vers traun! 2. Kann ich dich genug erheben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Gute, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh vers stand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir; o wie preis' ich dich dafür! 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrs te mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Vater, dich. Ja, du kamst mit neuem Gegen jeden Morgen mir entgegen; was mir gut und heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe 8. Beffer noch, als selbst das Leben, ist, o Vater, deine Huld; was mir nützt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Ges duld. Laß mich nur, du Allerbester, immer inniger und fester hier mit dir vers einigt in Hinsicht auf Gott und Jesum. 247 und mich deis 3. Gingt unserm Gotte! ner Gnade freun. Singt dem Herrn! Denn er 9. Oder seligen Vers bindung, Allergütigster, mit dir! verleihe stets Ems pfindung deiner Vaterliebe mir! Mache du mich ims mer reiner, daß mein Herz sich einst noch deiner dort in deinem Reiche freu', und in dir ganz selig sey! [ 4.] Lavater. Mel. Komm, heiliger Geist. 308, Singt anserm Gotte! Lobt den Herrn! Er höret unser Loblied gern, der Vater aller Nationen, die seine Welt bewohnen! Laßt ewig ihm uns danks bar seyn, und seiner Güt' und Lieb' uns freun! Ihr, seine Kinder, meine Brüs der, bringt unsrer Herzen frohe Lieder vor seinen Thron, und betet an! 2. Gott ist die Liebe; wir sind sein! Du bist die Lieb', und wir sind dein! Wie groß und viel sind deis ner Werke, du Gott der Macht und Stärke! Dein ist der Weltkreis, und in dir, Erbarmer, sind und leben wir; der Himmels: geister Millionen, und wir, die noch auf Erden wohnen, freun deiner Huld und Güte fich. erbarmt sich unser gern; führt uns mit Vaterlieb und Gnade auf unerforschtem Pfade durch dieses Lebens kurze Zeit zu seines Himmels Herrlichkeit; er überschüttet uns mit Freuden, und schickt zu unserm Heil uns Leiden: ihm Dank! Jhm Dank für Freud und Schmerz! 0 4. Preis und Anbetung singen wir, Allliebender, Erhabner, dir! Es müsse jedes Land der Erden voll deines Preises werden! Wie selig, wie begnadigt ist, wem du durch Christum Vater bist! In Jesu Chris sti großem Namen sey ewig hochgelobt uns! Amen! Halleluja! Halleluja! [ 51.] 6. B. Funk. Mel. Lobt Gott, ihr Christ. 309. Auf! Danket Alz le, bringet Ehr' dem Schö pfer dieser Welt; ihm, der das ganze Himmelsheer, die ganze Erd' erhält! 2. Ermuntert euch und fingt mit Schall, Gott, unserm höchsten Gut, der seine Wunder überall, und große Thaten thut! 3. Der uns von zarter Kindheit an gesund und froh 248 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten froh erhält, und, wo fein Mensch uns helfen kann, uns hilft, wie's ihm gefällt. 4. Der, ob wir ihn gleich oft betrübt, doch stets als Vater denkt, die Straf erläßt, die Schuld vergibt, und Alles Gute schenkt. 2. Ihm, aller Freuden Quell, ihm laßt uns unser Leben, ihm laßt uns, was wir sind, aus ganzer Seel' ers geben! Er sey in aller Noth und Trübsal unser Hort, und unsers Herzens Lust auf Erden und einst dort! 3. Lob, Ehr und Preis sey Gott in Jesu Christi Namen! Lob, Ehr und Preis sey Gott! und alle Welt fag': Amen! Wohl Denen, die schon hier sich feines Lobes freun! Sein Lob wird ewiglich einst uns fre Wonne seyn. [ 65.] G. B. Funt. 5. Er gebe uns ein fröh lichs Herz und einen froms men Sinn; und nehme Sor: ge, Furcht und Schmerz aus unsern Herzen hin! 6. Er laffe seinen Ses gen ruhn auf unserm Vas terland! Er gebe Glück zu unserm Thun, und Heil für jeden Stand! 7. Er trag' uns ferner mit Geduld, und lass uns heilig seyn, und seiner Mel. Nun danket alle G. sc. Gür und Vaterhuld uns 311. Preis dir, o Gott, und Dank, daß du mich riefft ins Leben, und Kraft dem Geiste gabst, zu dir sich zu erheben; daß ich, was deine Huld auch für mein Wohl entwarf, schon hier erkennen kann, und dein mich freuen darf! 2. Eh' noch die Erde war, sahst du auf mich schon nieder; vernahmst mein künft'ges Flehn und meines Dankes Lieder. Du wogst. mit Vaterhand mir zu mein ganz Geschick; und zeichnetest schon da die Bahn zu meinem Glück. 3. Da allezeit erfreun! 8. So lang' wir leben, fen der Herr beständig uns fer Theil, und geb' uns, sind wir hier nicht mehr, einst Seligkeit und Heil! [ 56.] Gerhard. Mel. Nun danket alle G. c. 310. Anbetung unserm Gott auf Erden, wie im Him: mel! Der große Dinge thut auf Erden, wie im Himmel! Ihm, der mit Vaterhuld uns, seine Kinder, liebt, und einst Unsterblichkeit und höhres Leben gibt. in Hinsicht auf Gott und Jesum. 249 8. Hilf fernerhin, mein treuer Hort; laß deine Hand mich leiten; hilf, Vater, mir an jedem Ort, hilf mir zu allen Zeiten! Ich traue fest auf dich, mein Gott; drum hilf du mir aus aller Noth, wie du bisher geholfen! Aem. Jul. Gråf. zu Schw. Rudolst. u. Paulmann. [ 22.] 3. Da warfst du hin den Keim der Blumen, die nun sprießen, und mir des Lebens Müh' erleichtern und versüßen. Gesundheit, heitrer Sinn, und Kraft zu guter That, mein gans zes Glück ward mir nach deiner Vorsicht Rath. 4. Dank, Dank sey mein Gebet dir, der so viele Freuden dem Erdenleben gab! Und trifft mich auch Mel. Lobet den Herren, d. ic. ein Leiden: es kommt, o Gott, von dir; drum will 313. Preis und Ans ich nie es scheun, und freus diges Vertraun dir auch im Kummer weihn! betung sey unserm Gotte! Denn er ist sehr freundlich; weit über Erd' und alle Himmel gehet seine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlig kommen, und unserm Gots te mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns seine Kinder; singt zu seis nem Preise! Ein Loblied ihm sey unser ganzes Les ben! Jhn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebt hat! hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben! 3. 3war kann der Mensch nicht ihn würdig preisen! doch mit Wohlgefallen vers nimmt er hoch herab von seinem Himmel unser fro bes Danklied, und geußt der Freuden viel in unfre Seele [ 65.] von Köpken. Mel. Sey Lob und Ehr ic. 312. Bis hieher hat mich Gott gebracht! Das dank ich seiner Güte und seiner wundervollen Macht mit kindlichem Gemüthe. Bis hieher hat er mich erfreut mit Proben der Barmherzigkeit, und gnås dig mir geholfen. 2. Dir sey Lob, Ehre, Preis und Dank für alle deine Treue, der ich, o Gott, mein Leben lang bis hieher mich erfreue! O mehr, als ich, Herr, rüh, men kann, weit mehr haft du an mir gethan, haft gnädig mir geholfen! 250 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Seele, wenn wir ihm dan ken, dem Gnadevollen. 4. Schon hier auf Er: den quillt Freud' und Les ben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet Denen, die ihn lieben; wenn sie der einst, erneut zu seinem Bilde, verklärt und heilig, vom Tod' erwacht sind. 5. Laßt unsers Gottes uns ewig freuen! Hallelus ja! Amen! O welche Ses ligkeit ist's, fein sich freuen; hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns feine Kinder. [ 75.] G. B. Funk. In eigener Melodie. 314, Sollt ich meis nem Gott nicht fingen? Sollt' ich ihm nicht dank bar seyn; ihm nicht Preis und Ehre bringen; mich nicht seiner Liebe freun? D, es ist ja nichts, als Liebe, die sein Vaterherz bewegt, und mich mit Ers barmen trägt, wenn ich feinen Willen übe! Alles währet seine Zeit: Gottes Lieb' in Ewigkeit. 2. Wie der Adler bey Gefahren seine Brut be schirmend deckt: so hältst du, mich zu bewahren, dei nen Arm, Gott, ausges streckt. Du, der über mich schon wachte, als ich kaum zu feyn begann, sahst mit Vaterhuld mich an, eh' ich athmete und dachte. Leib und Seele gabst du mir, Gott; o wie verdank ich's dir! 3. Für mich Armen, mich Verlornen, mich, der ich gefallen bin, gabst du deinen Eingebornen, Jes fum, aus Erbarmen hin. Mir zum Heil fam er auf Erden, lehrte und vergoß sein Blut, starb am Kreus ze, mir zu gut, daß ich möchte selig werden. Seis nes Heils kann ich mich freun: Gott, dein bin ich; du bist mein! 4. Du, mein Vater, mein Regierer, hilft mir selbst im Guten fort. Du gibst mir zum sichern Füh rer deinen Geist in deinem Wort, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht, das des Tos des Nacht durchbricht, und das bange Herz macht stille; er ist's, der durch feine Kraft gern in mir, was gut ist, schafft. 5. Meinem bessern Theil, der Seele, gibst du Trost und Kraft und Ruh. Wenn ich, in Hinsicht auf ich, was du willst, erwähle, strömet mir dein Friede zu. Was, so lang' ich hier noch walle, ich bedarf in dieser Welt; was den Leib ernährt und hält, daß er nicht in Staub zerfalle; dieß wird mir von deiner Hand Als les reichlich zugewandt. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere sind auch mir zum Nußen da. Wohin ich mein Auge kehre, ist mir, Gott, dein Segen nah'. Thiere, Kräuter und Getreis de in den Gründen, auf der Höh', in den Wäldern, in der See sind mir Nahrung, find mir Freude. Deine Welt ist, mir zum Wohl, ungezählter Güter voll. 7. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz sein Herz entzeucht, ob es gleich, verführt zur Sünde, von dem rechten Pfade weicht: also siehst du mein Verges hen, das mich übereilen kann, als ein güt'ger Vas ter an; rufft mir, eilig auf zustehen von dem Fall, und züchtigst mich, mir zur Warnung, våterlich. 8. Wenn auch über deine Schläge bitter gleich mein Gott und Jesum. 251 denket, und mich von dem Dienst der Welt, die mich sonst gefesselt hält, durch die Trübfal zu sich lentet. Leiden währt nur kurze Zeit; Gottes Lieb' in Ewigkeit. 9. Wenn Betrübniß meine Seele, Schwachheit meinen Leib umgibt: o dann bet' ich, und verhehs le nichts vor dir, der ewig liebt. Wärst du nicht mein Gott gewesen; hätte mich dein Angesicht nicht ers quickt: so wär' ich nicht von so mancher Noth genesen. Nur von deinem Schutz bes wacht, ging ich durch die dunkle Nacht. 10. Weil denn ohne Ziel und Ende deiner Liebe Proben sind: so erheb' ich Herz und Hände zu dir Bater, als dein Kind. Möchtest du mir Stärke geben, bir mein ganzes Herz zu weihn, deiner Liebe mich zu freun, ganz zu deis nem Ruhm zu leben, bis ich dich, nach dieser Zeit, lieb' und lob' in Ewigkeit! P. Gerhard u. [ 81.] Diterich. Mel. Nun lob' mein'Seel ic. weint: wenn ich's recht erwäge, sind sie 315. Man lobt dich in Zeichen, daß mein Freund, der mich liebet, mein ges der Stille; denn du erhörst Gebet, o Gott! Aus deis ner 252 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten ner Segensfülle fließt alle Mel.Wunderbarer König i. Freud' und Hülf' in Noth. Nurdu, Herr, bist auf Erden 316.Gnadenreicher Kös der Frommen Zuversicht; in Trübfal und Beschwerden läßt du die Deinen nicht. Drum will ich freudig ehren dich, Herr, vor Jedermann, und deinen Ruhm vermeh. ren, so viel ich immer kann. 2. Es müsse dein sich freuen, wer deiner Güte Größe kennt; und deinem Dienst sich weihen, wer Jesu Christi Namen nennt! Hoch seyst du stets gepries sen! Du bist's, der Wuns der thut! Was du mir hast erwiesen, ist nüßlich mir und gut: drum geb' ich mich mit Freuden dir zum Gehorsam hin; nichts soll von dir mich scheiden, so lang' ich hier noch bin! 3. Herr, du haft deinen Namen sehr herrlich in der Welt gemacht. Wo Schwas che zu dir kamen, hast du mit Hülfe sie bedacht. Auch mir half deine Gnas de; Herr, wie vergelt' ich's dir? Bleib' auf des Lebens Pfade noch fernerhin mit mir: so will ich dich erhes ben, dich, der so gern ers freut, und dir zur Ehre les ben hier und in Ewigkeit! J. Neander u. Diterich. [ 68.] nig! Herrscher von uns als len! Laß dir unser Lob ges fallen! Deine weise Güte, deine Macht und Stärke preiset jedes deiner Werke. Sollten dir nicht auch wir Dank und Ehre bringen, und dir froh lobsingen? 2. Rühmet ihn, ihr Himmel, und ihr Himmels heere! Rühmet ihn, ihr Engelchöre! Großes Licht der Sonne, deine Strahs len preisen Gott den Mächs tigen und Weisen! Lobt den Herrn, Mond und Stern! Er hat euch bes reitet; er ist's, der euch leitet! 3. Stimm', o meine Seele, freudig ein, und singe ihm, dem Schöpfer aller Dinge! Ach, er ist bein Vater! Wirf vor ihm dich nieder! Sing' ihm dei nes Dankes Lieder! Er ers freut jederzeit Seelen, die ihn kennen, und ihn Vas ter nennen. 4. Preis und Ehre brins ge, wer des Herrn sich freuet, und sich ihm zum Dienste weihet! Preis und Ehre bringe, wer Gott herzlich liebet, ihm ges horcht, und Gutes übet! Preis in Hinsicht auf Gott und Jesum. 253 hen. Drum dank' ich, Gott, ich danke dir! O danket, danket Gott mit mir; gebt unserm Gott die Ehre! 5. Nah' ist der Herr! Noch ist er nicht von seis uns Trost und Zuversicht, nem Volk geschieden; er ist schafft Segen, Heil und Frieden. Mit Mutterhån den leitet er die Seinen sicher; nah' ist er. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen kann, kein Retter uns sich zeiget: nimmt Gott sich unsrer mächtig an; der Allerbars mer neiget zu unserm Angstgebet sein Ohr; sein starker Arm hålt uns em por. Gebt unserm Gott die Ehre!! sals das Preis sey dir auch von mir! Einst werd' ich dort oben würdiger dich loben. [ 105.] Joachim Neander. Mel. Sey Lob und Ehr ic. 317. Lob, Ehr und Preis dem höchsten Gut, dem Vater aller Güte! Preis ihm, der große Wuns der thut! Dank seiner Huld und Güte! Sein Trost ers füllet unser Herz; er heilt und lindert jeden Schmerz. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Der Himmel Heere danken dir, Beherrscher als ler Thronen! Auch wir, o Vater, die wir hier auf deiner Erde wohnen, wir Alle preifen deine Macht, die uns erschuf, die uns bewacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott er: schaffen hat, das will er auch erhalten, darüber wird sein weiser Rath und seine Huld stets walten. In sei nem großen Weltenreich herrscht Weisheit, Lieb' und Macht zugleich! Gebt uns ferm Gott die Ehre! 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: vernimm, o Gott, mein Flehen! Das half der Herr mir; da ließ Gott die Noth vorüberges 7. So lang' ich lebe, foll mein Dank dich, mein Erretter, ehren; einst sols len meinen Lobgesäng auch deine Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Die ihr euch Christi Jünger nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Thr, die ihr Gott als Vater fennt, gebt unserm Gott die Ehre! Allmächtig bist du, unser Gott, und unser Schuß in jeder 254 Christliches Gesinntseyn und Verhalten jeder Noth! Gebt unserm tiger; und wer dich kennet, Gott die Ehre! forsehnt sich, Herr, dich ewig mehr zu lieben.s- ash 9. So kommet vor sein Angesicht, ihm Lob und Preis zu bringen! Erfüllt des Dankes heil'ge Pflicht; laßt uns frohlockend fins gen: der Herr hat Alles wohlbedacht, und Alles, Al les wohlgemacht! Gebt uns ferm Gott die Ehre! [ 22.] Joh. Jak. Schüß. In voriger Melodie. 318. Gelobt fey Gott, mein höchstes Gut! Er schenkt mir reichlichFreuden! Gelobt sey Gott, mein höch: ftes Gut! Er übt mich hier durch Leiden. Auch dann ist er mir Trost und Ruh'; und seine Liebe sagt mir zu: ich soll einst felig werden. 2. Dort singt die Schaar der Himmel dir, Beherrs scher aller Thronen; frohlo ckend preisen dich auch wir, die noch an Gräbern wohs nen. Auch uns hast du hervorgebracht, und deine Weisheit, Lieb und Macht, hält unsre Wohlfahrt sicher. 3. Der Geist verlangt Unsterblichkeit! Du wirst fie, Vater, geben; geschickt zur höhern Seligkeit, wird er ohn' Ende leben. Du schufft aus Lieb', Allmäch. 4. Du führst uns auf verborgner Bahn zu schon bestimmten Höhen! Die wir des Leidens Zweck nicht sahn, wir werden einst ihn sehen! Doch schützt uns deine Vaterhand, obgleich von uns oft unerkannt, vor größern Uebeln täglich. 5. Ich will mein ganzes Leben lang, einst ewig, Gott, dich ehren; dann sollen meinen Siegsgefang auch deine Himmel hören. Mein Geist, mein Geift erhebe dich; mein ganzes Herz ers freue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! dsmit [ 22.] Klopstock u. Basedow. #sid fucho by sid In eigener Melodie. 500 220 319. Løbe den Herren, den mächtigen König der Ehre! Stimme frohlockend mit ein in die himmlischen Chöre, Seele; dein Dank schalle mit frohem Gesang, deinem Erhalter zur Ehre! 2. Lobe den Herren, der Alles aufs beste regieret; der dich mit Weisheit und Güte bis hieher geführet; der dir gewährt, was dich erfreuet und nährt. Dank' ihm es innigft gerühret! 3. Lobe in Hinsicht auf Gott und Jesum. 255 4. Lobe den Herren, der deinen Stand sichtbar gesegs net! Ströme des Guten hat auf dich sein Wohlthun ges regnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, wie er dir huldreich begegnet! 3. Lobe den Herren, der und Liebe groß! Ja, uns deinen Leib künstlich bereisermeßlich groß!" Wie tet; der dir Gesundheit groß war deine Herrlichkeit verliehen; dich freundlich schon vor dem Unbeginn geleitet! In wie viel Noth der Zeit! Doch wolltest du, hat nicht der gnädige Gott und es geschah; zahllose über dich Flügel gebreitet? Welten standen da, und jede trat die weite Bahn auf deinen Wink mit Freus den an. Nie hob ihr Gleichs gewicht sich auf; noch im mer lenkst du ihren Lauf, und froh ist Jeder, der es denkt: du bist's, der auch die Erde lenft. n 5. Lobe den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lob' ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Er ist dein Licht! Seele, vergiß seiner nicht; lob' ihn in Ewigkeit! Amen! [ 55.] 6 J. Neander u. Diterich. Mel. Here Gott; dich ic. Ti si 320. Dich, Höchster, preisen wir! Herr Gott, wir danken dir! Dein Ses gen strömt durch deine Welt; du bist es, der auch uns erhält. Es steige denn im Freudenton auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie du? Uns rufens alle Hims mel zu: Der uns erschuf, ist groß! Un Macht und Weisheit groß! An Huld 2. Wie weise, groß und herrlich ist, Allherrscher, was dein Rath beschließt! Die Kronen sind in deiner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Helden ihren Heldenmuth, und. Als les, was du thust, ist gut. Durch dich erringt ein Voll den Sieg, durch dich ents fleucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Ruh' und Glück und Segensfülle froh zurück. Das Feld belohnt auf dein Geheiß des treuen. Landmanns regen Fleiß; es blühen Kunst und Wiss senschaft und Alles, Herr, durch deine Kraft! d w 3. Auch wir, der Erde Pilger, wir flehn, Gütis ger, empor zu dir; zu dir, der du uns gern erhörst, und liebreich unsre Freuden mehrst. 256 Christliches Gesinntseyn und Verhalten mehrst. Kein Wesen ist vor dir zu klein; du willst fein milder Vater seyn. Von deines hohen Namens Ruhm erschallt auch jetzt dein Heiligthum. Wie wohl hast du an uns ges than! Nimm unsers Dans fes Opfer an! Doch öffne deine Vaterhand auch fer ner noch für unser Land! Laß jeden Stand gesegnet feyn, und fromm sich deis nes Segens freun! Dann tönt einst lauter noch, als hier, Gott, unser Dank hinauf zu dir. Amen. [ 30.] Reche. Vertrauen auf Gott. Sunsdisce nad GD Mel. Sollt ich meinem ic. Grid 321. Frende wallt in meinem Herzen; o mein Gott, wie gut bist du! Du entfernest Gram und Schmerzen, führst mir heil und Segen zu. Was ich binys vermag und habe, strömt aus deiner Fülle her; nichts kömmt mir von ohngefähr; Alles ist nur deine Gabe; Alles wird durch deine Hand abe gewehrt und zugewandt. 2. Du gebeutst: und schnell entfliehet, was mit Sorgen mich erfüllt, und mein frohes Auge fiehet, wie mein Schicksal sich ents hüllt. War die Hoffnung schon verschwunden; fant ich schon in Schwermuth hin; dachte schon mein trus ber Sinn nichts, als bange Trauerstunden: oft sprachst du dann nur ein Wort, und die Sorgen eilten fort. 3. Ja, nur du, nur du bereitest Alles, was mie widerfährt. Wunderbar und herrlich leitest du die Seele, die dich ehrt. Was rest du nicht mein Erbars mer; nähmst du auf des Lebens Bahn dich nicht meines Wohlfeyns an: ach; wie hulflos war' ich Armer! Wohl mir, daß bu, Herr, mich führst, und mein Schicksal selbst res gierst! & 4. Immer will ich dir vertrauen, dir, der Alles weislich fügt! O wie dürft' ich aufwärts schauen, wenn mein Glaube fast erliegt? Wer sich freut, wenn ich mich freue; wer mir nichts, als Gutes, thut; wer im Segnen niemals ruht, Der verdient die réinste Treue. Gott, ich gebe, was ich kann: nimm mein Herz, ach, nimm es an! m 5. Fern sey nun auch jes de Klage! Fern auch Stolz und in Hinsicht auf Gott und Jesum. und Sicherheit! Bes glücker meiner Tage, stärke mich zur Frömmigkeit! Laß mich im Genuß der Freuden auf den Wink der Weiss heit sehn, und auch dann noch aufrecht stehn, wenn sie wieder von mir scheis den. Bis mein letzter Odem flieht, preise dich mein fros hes Lied! [ 81.] Reche. Mel. Wer nur den lieben ic. 322. Befiehl dem Höch, sten deine Wege, und mas che dich von Sorgen los! Vertraue seiner Vaterpfles ge! Für ihn ist nichts zu schwer und groß, das er zu seines Namens Preis nicht herrlich auszuführen weiß. Mel. Jesus, meineZuvers.ic. 2. Wo du nur hast walten lassen, da hat er Als 323. Wer auf feinen Gott vertraut, ångstigt sich durch keine Sorgen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verbors gen; Gott verläßt die Seis nen nicht: dieß ist seine Zuversicht. les wohlgemacht; und was dein Denken nicht kann fass sen, das hat er längst zu vor bedacht. Wie es sein Rath hat ausersehn, so und nicht anders muß es gehn. 257 Welt, als was Gott will, was ihm gefällt! 4. An wahrem Glück wird dir's nicht fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst und lehrst, nur das, was Gott will, zu erwählen, und deis nem Eigenwillen wehrst. Gott ist voll Weisheit und Versland! du irrest leicht, und baust auf Sand. 5. Gib meinem Herzen folche Stille, mein Vater, daß ich sey vergnügt mit Allem, was dein weiser Wille mit mir in meinem Leben fügt! Nimm du dich meiner Seele an; so hab ich, was ich wünschen kann. [ 99.] 3. Wie werden deine Les benstage so manches Kum mers seyn befreyt; wie leicht wird alle Last und Plage dir werden in der Prüfungszeit, wenn du nichts wünschest in der Frau v. Gersdorf u. Diterich. 2. Er, der Schöpfer als ler Welt; der Versorger seiner Kinder, der, was er verspricht, auch hält, huldreich selbst noch gegen Sündér; er, der uns hers R vors 258 Christliches Gesinntseyn und Verhalten vorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Macht. 3. hm, ihm ist es im mer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie unmöglich es uns daucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen stets, wenn quält, wenn uns Rath und Beystand fehlt. 4. Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? Wer so reich, wie er, an Segen? Nies mand hilft, wie er, so gern auf des Lebens raus hen Wegen; er, der liebs reich unser denkt, und zum Glück die Trübsal lenkt. 5. Wenn mein Auge lans ge weint, ich nicht seine Hülfe sehe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe: weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Auch dann, wenn, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Trost ver: schwindet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der da tausend Wege findet, wo sie Niemand sonst ents deckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Ihm sey denn, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib' ich nur der Tugend treu: so steht er mir huldreich bey. [ 48.] Grot. Mel. Wer nur den lieben ic. 324. Nie kann ich meis nes Gottes Wege mit meis nen Blicken übersehn, noch wenn ich alles überlege, vollkommen seinen Rath verstehn. Er herrscht, als Gott; drum bleibt auch mir sein Rathschluß uner: forschlich hier. 2. Doch kann ich g'nug von ihm erkennen, ihn zu bewundern und für ihn in frommer Liebe zu entbrens nen, ihn jedem Gute vors zuziehn; genug, um mich ihm ganz allein, mich seis ner Liebe gern zu weihn. 3. Der Wolken Sturm, des Meers Getümmelbrauft oder ruht, wie er's bes schließt; er, unser Vater in dem Himmel, der aller Welt Regierer ist, erquickt, selbst durch den Sturm, was lebt, obgleich die Welt erschrocken bebt. 4. Zwar kann ich hier oft nicht ergründen, den Rathschluß seiner Lieb' und Macht: doch kann ich ihn als Vater finden im Sons nenglanz und in der Nacht. Was in Hinsicht auf Gott und Jesum. Was er für seine Kinder thut, ist Alles recht, ist Alles gut. 5. Kenn' ich den Weg des Lichts, des Regens, des Blizes und der Stürs me Gang? Kenn' ich die Quellen alles Segens? Versteh' ich's, wie das Meer entsprang? Sah' ich's, wie er die Berge wog, und seiner Erde Grens zen zog? 6. Wer trägt die Hims mel, die nicht wanken? Wer hålt uns, daß wir nicht vergehn? Wer gibt ver, ständige Gedanken, der Weisheit Lehren zu vers stehn? Er gibt sie, er, der nur beschließt, nur thut, was gut und heilig ist. 7. Ihm will ich folgen, Alles haffen und meiden, was er mir verbeut; ihm will ich findlich überlassen mein Glück in Zeit und Ewigkeit. Er führe mich! Er führt gewiß zum Lichte durch die Finsterniß. [ 99.] J. A. Cramer. In eigener Melodie. 325. Befiehl du deine Wege und Alles, was dich frånkt, der treuen Vaters pflege Deß, der den Welts freis lenkt! Der Sternen, 259 Wolken, Winden, bezeich net ihre Bahn,- er wird auch Wege finden, wo dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs foll wohlergehn; auf ihn nur mußt du schauen, wenn bein Werk soll bestehn. Was helfen Gram und Sorgen, und selbstgeschaffe ne Pein? Noch ist es dir verborgen, was dir wird nüglich seyn! 3. Dir, Vater, voller Gnade, dir ist allein bes fannt, was gut sey oder schade Geschöpfen deiner Hand; und was du aus ersehen zum Besten deiner Welt, das wird und muß geschehen, wie dir es wohls gefällt. DRING 4. An wunderbaren Wes gen fehlt's dir, Allweiser, nicht, Dein Thun ist laus ter Segen; dein Gang ist lauter Licht; dein Werk kann Niemand hindern, wenn du entschlossen bist, zu geben deinen Kindern, was wahrhaft nüßlich ist. 5. Drum, Seele, laß ihn walten! Er will dein Wohlergehn; er wird auch dich erhalten; bewundernd wirst du sehn, wie gut er dich regieret, wie wunders bar sein Rath das Werk R 2 hins 260 Christliches Gesinntseyn und Verhalten hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 6. Verzieht der Trost auch lange, weil dieß dir heilsam ist: so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt! Er wird nach trüben Stunden o Seele, harre sein! dich, bist du treu erfunden, mit seiner Hülf' erfreun. 7. Wohl dir! Wohl deis ner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich dein Kampf nicht reue, blick hin auf seinen Lohn! Auch nach dem größten Leide, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freude und ew'ger Ruhe ant. 8. Mach, Herr, ein fröhs lich Ende mit aller unsrer Noth; stårk unser Herz, und fende uns Trost bis in den Tod; laß stets uns deiner Pflege und Treu empfohlen feyn: so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. P. Gerhard. u. [ 10.] Diterich. - Mel. Herzlich lieb hab' ich ic. 326. Gott, der du mich als Vater liebst, mit Wohlthun überall umgibst, du Schöpfer aller Freuden, bist du mein Freund: wie wohl ist mir! Ich bleibe darum stets an dir; nichts soll von dir mich scheiden! Du fasfest mich bey meiner Hand, machst mir des Heis les Weg bekannt, machst meinen Gang darauf ges wiß, und schaffst mir Licht in Finsternis. Ja, Herr, mein Gott, du bist mir Licht!:,: Folg' ich nur dir: so irr' ich nicht. 2. Wer dich verläßt, und wer die Welt noch liebt, hat seines Zwecks verfehlt, und stürzt sich ins Verders ben. Wer dieser Erde Lust und Pracht zu seinem Hims melreiche macht, Der kann dein Reich nicht erben; denn wer nicht hier dich lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, o Heiligster, mißfällt, schaut nicht das Heil der künft'gen Welt. Wer aber hier sein Herz dir gibt,:;: wird ewig auch von dir geliebt. 8. Und dieses Glück ents Nein, zög' ich mir?- Gott, ich halte mich zu dir; das, das ist meine Freude! Dein Wort, o Vater, soll allein die Richtschnur meis nes Lebens seyn, mein Trost in allem Leide! Ich sese meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und wanke nicht, bis einst sich in der Ewige feit in Hinsicht auf Gott und Jesum. 261 keit mein Herz ganz deiner ner Treue, die so liebreich Liebe freut. Gott, meines sorgt und wacht! Sey, Heils, ich bleibe dein;:,: o Seele, stets aufs neue laß deine Huld stets mit froh auf Gottes Preis bes mir seyn! dacht. Groß von Rath, [ 37.] Neumeister u.Diterich. groß von That, ist, der dich erschaffen hat. [ 57.] In eigener Melodie. 327. Meine Hoffnung stehet feste auf dich, du, mein Herr und Gott! Du, der Weiseste, der Beste, dessen Hülfe mich in Noth fann erfreun, du allein sollst stets meine Zuflucht seyn. 2. Wem, als dir, könnt ich vertrauen, wenn mir Rath und Trost gebricht? Nicht auf Menschen darf ich bauen; Menschenhülfe gnügt mir nicht. Was wir sehn, muß vergehn; nichts auf Erden kann bestehn. 3. Aber deine Güte wähs ret immer und in Ewigkeit. Sie allein ist's, die uns nähret, für uns forget, uns erfreut. Lust und Ruh strömt uns zu, Herr, durch dich); wie gut bist du! 4. Was uns nüßt, das gibst du reichlich, gibst es oft im Ueberfluß. Deine Lieb' ist unvergleichlich, wie ein milder Regenguß. Jes des Land, jeden Stand seg, net deine Vaterhand. 5. Dank sey, Vater, deis J. Neander u. Diterich. Mel. Was Gott thut, sc. 328. Auf dich, Gott, nicht auf meinen Rath, will ich mein Glück fiets bauen, und dir, der mich erschaffen hat, von ganzer Seele trauen! Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich zu allen Zeiten als Gott und Vater leiten. 2. Du sahst von aller Ewigkeit, wie viel mir nützen würde; bestimmtest meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist wohl ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wåre? 3. Du kennest, was mein Herz begehrt, und hätteft, was ich bitte, mir gnådig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's deine Weisheit litte. Du forgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille nur geschehe! 4. Ist 262 Christliches Gesinntseyn und Verhalten 4. Ist nicht ein ungestör: tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrigste Geschick, bey des sen Last wir flagen? Die größte Noth hebt einst der Tod; und Ehre, Glück und habe verläßt mich doch im Grabe. 5. Du sorgest, daß mir nie Genuß wahrhafter Güter fehle. Gesundheit, Ehre, Ueberfluß, sind nicht das Glück der Seele. Bin ich gefinnt, Gott, alsdein Kind: so wird mir mein Gewissen die Trübfal selbst versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden! Du bist mein Gott in Noth und Tod! Einst wird dein Rath den Deinen in hel lerm Licht erscheinen. [ 91.] Gellert. zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Du magst's mit meinen Sachen nach deis nem Willen machen; ich traue deiner Vaterhuld. 2. Nichts hilft mein bans ges Sorgen vom Abend bis 3. Es kann mir nichts geschehen: du hast's vors her gesehen: du hast es felbst bestimmt. Nie will ich mehr begehren, und wil lig das entbehren, was deis ne Vaterhuld mir nimmt. 4. Wohl mir, daß deine Gnade auf meines Lebens Pfade mich leitet und bes schützt! Hab' ich mich dir ergeben: wie freudig kann ich leben! Nichts fehlt mir, das mir ewig nüßt. 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder; und weckt der Tag mich wieder zu neuer Lebenspflicht; irr' ich auf dunkeln Wegen Gefahr und Noth entgegen: ist doch dein Wort mir Trost und Licht. REN In eigener Melodie. 6. Ja, Herr, was du beschlossen, dem will ich unverdrossen und froh ents 329. In allen meinen gegen gehn! Kein Unfall Thaten laß ich dich, Höch, ster, rathen, der Alles kann und hat! Du mußt in ale len Dingen, soll etwas mir gelingen, mein Helfer seyn mit Rath und That. unter allen soll je zu hart mir fallen: mit dir will ich ihn überstehn! 7. Dir hab' ich mich ers geben, zu sterben und zu leben, wie mir's dein Wink gebeut; es sey heut' oder morgen: dich, Bater, laff ich in Hinsicht auf ich sorgen! Du weißt al lein die beste Zeit. 8. So sey nun, Seele, stille; dich leitet Gottes Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe: dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. P. Flemming u. [ 49.] Diterich. Gott und Jesum. 263 gen Raben ihren Unterhalt gewahrt, wird dir seine Gas ben nicht entziehn. Hoff' auf ihn! Er läßt nie die Sets nen lange trostlos weinen. 5. Er wird schon zu rech ter Zeit dir zu helfen wiss fen; dann wird alle Trans rigkeit plötzlich weichen müss fen. Hat er dich väterlich nicht bisher erhalten? Laß ihn ferner walten! ale 6. Wenn auch tief em pfundne Noth lebenslang dich drücket: wirst du den noch einst bey Gott ewiglich erquicket. Alles Leid diefer Zeit lehrt des Himmels Er ben froh in Christo sterben. [ 82.] Mel. Straf mich nicht in zc. 330. Warum willst du täglich dich voller Sorgen frånken? Muß nach Gots tes Willen sich nicht dein Schicksal lenken? Deine Noth fennet Gott; und dein Leid zu enden, steht in seinen Händen. SHISEN Bhojp 2. Laß dich von der Schwermuth nicht zur Vers Mel. Wer nur den lieben ic. diners zweiflung treiben; suche 331. Was ist mein vielmehr deiner Pflicht stets getreu zu bleiben. Denk und sprich: mehr, als ich, hat der Herr erduldet, der doch nichts verschuldet. 3. Nie ist Gottes Hülfe fern, ob sie gleich verzies het. Bete nur; er hört dich gern, und dein Kums mer fliehet, wenn dein Herz. in dem Schmerz, der dich angstlich quälet, ihn zur Zuflucht wählet. 4. Der den Wurm im Staube nährt, und den jun; Leben auf der Erde? Ein Wechsel ist's von Freud' und Leid. Hier stört oft Uns fall und Beschwerde mein Wohl und meine Heiters keit; hier wohn' ich noch in einer Welt, die kein vollkommnes Glück enthält. 2. Weß soll ich nun, o Herr, mich trösten? Nur deiner Huld; du bist mein Heil! Du bleibst, ist auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil. Du stehst nach deis ner 264 Chriftliches Gesinntfern und Verhalten ner Vatertreu mir stets mit Rath und Hülfe ben. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Vater, durch Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriede ner Dank, auf Klagen fros Her Lobgesang. 4. Ganz ungestörte Ses ligkeiten erträgt nicht unser Uebungsstand. Wie würde, traf uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu' ers kannt? Vollkommne Ruh' Mel. Kommt her zu mir, ic. und Sicherheit ist nur das 332. Erfülle redlich deis Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so unmuthsvoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zum Troste dir: er schützt dein Wohl. Einst bankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es seyn! Ruf' ihn in Leiden als deinen Freund und Helfer an! Er führt durch sie zu wahren Freuden; und da, wo Nies mand helfen kann, fehlt's ihm an Kraft zu helfen nicht; bieß stärke deine Zuversicht! de an jene frohe Ewigkeit; da wirst du, frey von aller Pein, ganz selig, ganz zus frieden seyn. 8. Drum harr' ich Got tes und bin stille; wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehmen wir aus seis ner Fülle unendlic; e Zufries denheit. Er leite mich nach feinem Rath, wie mir sein Wort verheißen hat! [ 99.] Borchward. 7. Vertraue findlich seis ner Gnade, bie täglich sich an bir erneut, und denk' auch auf dem rauhsten Pfa: ne Pflicht, und hoffe dann mit Zuversicht: Gott sorgt mit Vaterliebe für deines Le: bens wahres Glück. Zu ihm erhebe deinen Blick, wär' auch dein Himmel trübe. 2. Die Wolken werden sich verziehn; im heitern Sonnenscheine blühn die wieder neue Freuden. Oft wird zur Wohlthat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüs fungen und Leiden. 3. Oft führt die dornens vollste Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan; als fanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater, thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch in Hinsicht auf Gott und Jefum. 265 re gläubig, wie sein Wille dich leitet und dein Schicksal fügt! Er, der das Beste kennt und wählt, er weiß und gibt uns, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden; er weiß wohl, was uns nüßlich sey; und hat er uns getreu erfunz den, geduldig, ohne Heuches ley: so kommt er, eh wir's uns versehn, und lässet uns viel Gut's geschehn. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme wie im Sonnenschein Be: ruhigung zu finden, bes nuße selbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen. 5. Daß ich gewissenhaft und treu in allen meinen Pflichten sey, und jede gern erfülle- zu dem Entschlusse stärke mich; dann trau' ich fest, o Gott, auf dich, und harre dein in Stille. [ 53.] Demme. Mel. Wer nur den lieben: c. 333. Wer nur den weisen Gott läßt walten, und auf ihn hofft zu aller Zeit, den wird er väterlich erhalten in jeder Noth und Traurigkeit; wer ihm, dem Höchsten, fest vertraut, der hat auf einen Fels gebaut. 2. Was helfen Schwers muth, Gram und Sorgen? Was hilft es, wenn wir jeden Tag, am Abend spät und früh am Morgen, bes seufzen unser Ungemach? Vergrößert nur wird unser Leid durch unsre Sorg' und Traurigkeit. 3. In Gott sey, meine Seele, stille, mit seinem weis sen Rath vergnügt, und har: 5. Denk nicht in deiner. Drangsalshite, daß du von Gott verlaffen seyst; daß Jeder wahres Glück befiße, den alle Welt als Scheinglück ist das Herz glücklich preist! Bey allem oft voller Unruh', Sorg, und Schmerz. 6. Ein leichtes ist es Gott, die Großen und Stolzen, ob sie hoch gleich stehn, von ihrer Höh' hinabzustos Ben, und die Geringen zu erhöhn. Er ist der Herr, der Jedermann erniedern und erheben kann. 7. Geh' ich nur stets auf feinen Wegen; bin ich stets meiner Pflicht getreu, und hoff' auf ihn: dann ist sein Segen und seine Huld mir täglich neu. Denn wer mit ganzer Zuversicht auf ihn hofft, den verläßt er nicht. [ 99.] Georg Neumark. Mel. 266 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten Mel. Herzliebster Jesu, ic. 334. Du forgst, o Gott! Was helfen bange Sorgen für den doch ungewissen ans dern Morgen? Ach, Unzus friedne machen ihrem Hers zen vergeblich Schmerzen! 2. Es ist umsonst; wir können nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ångst: lichen Geschäften uns selbst entkräften. 3. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir, und geb' auf deinen Wegen: so wirst du mir, was nöthig ist, vers leihen, und mich erfreuen. 4. Laß nur mit dem mir anvertrauten Pfunde mich redlich wuchern; denn die frohe Stunde, wo du mich segnest, wird gewiß erscheiz nen! Du liebst die Deinen. 5. So fördre denn die Ars beit meiner Hände! Geseg, net sey ihr Anfang und ihr Ende! Gib Kräfte, Rath und Muth in allen Dingen mir zum Vollbringen. [ 38.] C. S. Ulber u. Cramer. Mel. Alles ist an Gottes ic. 335. Alles ist an deis nem Segen, Herr der Welt, allein gelegen; du bist unser böchftes Gut. Wer dich über Alles ſchäs Bet, auf dich seine Hoff nung feßzet, lebt getrost, und stirbt mit Muth. 2. Du, der mich bisher ernähret, tausend Freuden mir gewähret, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Vater und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben seyn. 3. Glück der Welt und ihre Freuden, ihre Sorgen, ihre Leiden tauschen und vergehn geschwind. Wobl Dem, der sich aufwärts schwinget, und nach jenen Gütern ringet, die bestehn. und ewig sind. 4. Hoffnung soll mein Herz erquicken! Was mir gut ist, wirst du schicken; was du willst, ist Seligkeit. Ist mein Wunsch nach deis nem Willen: o, so wirst du ihn erfüllen, und ges wiß zur rechten Zeit. 5. Dir, Herr, hab' ich mich ergeben. Was von dir kommt, sey es Leben, sey es Tod, ist mir Ges winn. Deine Gnad' allein bestehet; alles Irdische vergehet, und fleucht, wie ein Rauch, dahin. [ 6.] Kohlroß u. Diterich. Mel. in Hinsicht auf Gott und Jesum. 267 Mel. Gott, du frommer. 5. Im Leiden lern' ich mich und meinen Gott ers 336. Nichts ist von ungefähr! Ein großer Gott regieret, der mich auch kennt und liebt, mit weiser Huld mich führet. Was kennen, und mich mit eds lem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich seyn, was mich vollkommner er beschließt und will, ist macht? Mehr ist die Tus Alles recht und gut! wohl mir, daß mein Glück in seinen Händen ruht! Ogend werth, als Sinnens luft und Pracht. [ 71] Joh. P. Uz. 2. Wie dürft' ich mißs vergnügt in meinem Stans de leben! Kann jemals Mel. Ach was soll ich Sünd. schädlich seyn, was Gott 337. Selig, wer mit mir hat gegeben? Der Thor nur flagt und murrt, und tabelt Gottes Rath; er hat nicht, was er wünscht, und will nicht, was er hat. stillem Herzen dem Allweis sen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 3. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Din ge. Ich quale nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg' ich Gots tes Rath: so lindert sich mein Schmerz; denn, was mich elend macht, ist im mer nur mein Herz. 4. Wie thòricht würd' ich seyn, wenn ich begeh ren wollte, daß alles Uns glück mich, nur mich ver, schonen sollte! Mein Vas ter liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Leidens Bitterfeit. 2. Ach, kein Schicksal meines Lebens, sorgt' ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Lauf! Sorge quält, und quält vergebens; meine Kräfte zehrt sie ab; stürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh' ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh' noch meine Thräne rann, sah' mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm' ich Glück und Freuden aus des Hochs 268 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Höchsten milder Hand; Mel. O Gott, du frommer. und ist Kreuz mir zuers kannt: o, so faß ich Muth, 338. Des Höchsten zu leiden! Gut ist Alles, was Gott will; duld' ich, dulde ftill! willig 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen, und mißs lingt mir mein Bemühn: denk' ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen; Wohlthat ist's für mich gewiß, daß mir's Gott mißlingen ließ. Nath kann ich hienieden nicht durchschauen: anbes ten soll ich ihn voll Des muth und Vertrauen. Wie felig bin ich dann, wenn ich mit stillem Sinn den Weg, den Gott mich führt, zu gehen willig bin! 24 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieh: soll doch andrer Wohlstand nie Neid in meiner Brust erres gen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und frånkt: hält sie Gottes Macht ums schränkt. Droht der Tod mit seinen Schrecken: der vom Lode retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter; im Vertraun auf Gottes Wort setz' ich meine Wallfahrt fort! Der bisher half, hilft mir weis ter; er hålt fest, was er verspricht! Gott, mein Gott, verläßt mich nicht! [ 3.] J. A. Schlegel. 2. Wenn wahre Froms migkeit, auf diesen Weg mich leitet: so ist es Gottes Huld, die mich zum Ziel begleitet. Auf ihn bau' ich mein Glück, und dieser Grund ist fest. Gesegnet ist der Mann, der sich auf Gott verläßt! 3. Wenn hier ein Freve ler jauchzt, und dort die Frommen weinen: mit Gottes weiser Huld ist's dennoch zu vereinen. Nicht ich, nur Er kennt ganz der Menschen Werth und Schuld. Mit Weisheit lohnet er, trågt Sünder mit Geduld. 4. So, wie des Mens schen Geist aud) dann noch lebt und bleibet, wenn ſein entfeelter Leib schon modert und zerstäubet: so kann die Tugend auch vom Glück getrennet seyn, und ihre Freunde doch beglücken und erfreun. 5. Mag in Hinsicht auf Gott und Jesum. 269 5. Mag Frommen auch Freud' und Leben. Drum, der Quell des Erdenglücks will ich seinem Willen versiegen: aus reiner Tus nicht unmuthig widerstres gend quillt doch göttliches ben. Sein Wort ist wahr: Vergnügen! Sie lebet in er hat mein Haar auf meis sich selbst; es gibt kein nem Haupt gezählet! Er Glück der Welt, das nicht, sorgt und wacht, und seine so bald sie flieht, in leeren Macht gibt Alles, was Cand zerfällt. mir feblet. 6. Gott, ich ergebe ganz mich deinem weisen Wils len; Vertraun und hoffe nung soll stets meine Brust erfüllen! Und werd' ich deinen Plan einst ganz ents hüllet sehn: dann wird mein lautes Lob, Herr, deinen Ruhm erhöhn. [ 71.] 6. D. Hartwig. Zufriedenheit, Ergebung, Unterwerfung. In eigener Melodie. 339. Was mein Gott will, gescheh' allezeit; das Beste wählt er immer! Den, der ihm traut, ganz ihm sich weiht, läßt und versäumt er nimmer. Zwar züchtigt Gott uns wohl durch Noth: doch kann er uns nicht haffen. Wenn ich ihm trau' und auf ihn bau': wird er auch mich nicht lassen. 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, gibt Hoffnung, 3. Wenn einst sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen: so will ich, voll Ergebenheit in seinen Rath, mich faffen. Dir, Gott, befehl' ich meine Seel' in meinen letzten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Grab und Tod für mich auch überwunden. [ 92.] Albrecht der 4te u. Weisse. In voriger Melodie. 340. Ich hab' in Gots tes Herz und Sinn mein Herz und Sinn ergeben. Was böse scheint, ist mir Gewinn, der Tod selbst ift mein Leben; denn Gott ist mein, und ich bin sein: was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, ist doch sein Thun voll Gnade. 2. Das kann mir fehlen nimmermehr; mein Vater muß mich lieben. Läßt er auch oft mich freudenleer: so 270 Christliches Gesinntseyn und Verhalten so will er mich nur üben; er will mein Herz, auch unter Schmerz, gewöhnen, sich zu fassen. Trau' in Ge duld ich seiner Huld: wird er mich nicht verlassen. 3. Gebildet hat mich seis ne Kraft, mir Seel' und Leib gegeben; er ist's, der Nahrung mir verschafft; er fristet mir das Leben; erbarmend hat auch mich sein Rath gezählet zu den Seinen. Der so mich liebt, so viel mir gibt, er kann's nicht böse meinen. 4. Er ist voll Weisheit und Verstand, voll Kraft in feinen Thaten; Zeit, Drt und Stund' ist ihm bekannt, zu helfen und zu rathen. Er weiß, wenn Freud', er weiß, wenn Leid uns, seis nen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, ob's noch so traurig schiene. 5. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was jetzt dein Wunsch begehret, es sen mit einer großen Last dein Leben hier beschweret; haft spät und früh nur Sorg' und Müh' auf selbst erwählten Wegen,- und denkst nicht dran, daß Gottes Bahn dich führt zu Heil und Segen. 6. Es kann bey stetem Sonnenlicht das Feld nicht Früchte tragen, so reift auch Menschenwohlfahrt nicht bey lauter guten Tas gen. Wie bitter sey die Arzenen, schafft sie doch neues Leben; so muß das Leid zu neuer Freud' und wahrem Glück erheben. 7. Wohlan, ich übergebe dir mich, Gott, in deine Hände! Nimm mich, und mach' es so mit mir, bis an des Lebens Ende, wie dir's gefällt, der du die Welt nach weisem Rath regiereft, und so auch mich stets väterlich auf sicherm Pfade führest. 8. Willst du mir geben Sonnenschein: so nehm' ich's an mit Freuden; soll's aber Noth und Elend seyn: will ich's geduldig leiden. Willst du allhier noch låns ger mir des Lebens Kraft erhalten: wie du mich führst und führen wirst, so laß ich gern dich walten. 9. Auch noch im Tode bin ich dein; mir soll vor ihm nicht grauen; er führt zum bessern Leben ein, und leitet mich zum Schauen. Du bist mein Hirt, der Alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich mit Dank und Lobgefang dich einst werd' ewig ehren. [ 44.] - P. Gerhard u. Diterich. In in Hinsicht auf Gott und Jesum. 271 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn: laß ich mich drum nicht schrecken! Erquickt Gott doch zuletzt mich noch mit süßem Trost im Herzen, und lindert alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Das soll mein Trost stets bleiben; und wollt auch von des Glaubens Bahn mich Noth und Elend treiben: foll doch mein Herz in Angst und Schmerz an meinem Gott fest halten; ihn laß ich thun und walten! [ 91.] Radigast u. Funk. In eigener Melodie. 341. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Gut ist und bleibt sein Wille! Wie er fångt meine Sas chen an, halt' ich ihm finds lich stille! Er ist mein Gott, der in der Noth mich mach tig fann erhalten: drum laff' ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er, der die Welt regieret, er kennt allein die rechte Bahn, die aus der Angst mich führet. Harr ich der Zeit: wird er mein Leid mit Gnad' und Weisheit enden; es steht in seinen Händen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Warum soll ich mich frånken? Er wird, was Niemand wen: den kann, mir doch zum Mel. Valet will ich dir ic. Heile lenken. Denn lich neu ist ſeine Treu: 342. Hoffnung, kes drum will ich auf ihn bauen, und ihm allein vers trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Es sey Tod oder Leben; ihm, der nichts Böses wollen kann, ihm hab' ich mich ergeben. Die Ewigkeit folgt dieser Zeit; dann wird zur Freus de werden, was Trubsal schien auf Erden. Hoffnung zu Gott im Leiden. benswonne, der Menschen Trösterinn! Gleich Gottes milder Sonne, erwärmst du Geist und Sinn; du strömest reine Freuden in jedes Menschenherz, vers süßest seine Leiden und lins derft seinen Schmerz. 2. Schon oft hast du die Müden mit neuer Kraft erfüllt, geschenkt dem Geis ste Frieden, haft manche Noth 272 Chriftliches Gefinntseyn und Verhalten Noth gestillt: in bangen uns hier. Was ist des Les Augenblicken des Zagens kann das Herz dein sanfter Trost erquicken, und lins dern seinen Schmerz. bens Leiden? Ein ernster Streit um Seligkeit! Es mag uns übel gehen; wir werden's überstehen! 3. Du bist es, die dem Kranken die Angst des To: des stillt, mit himmlischen Gedanken der Zukunft ihn erfüllt; in seinen letzten Stunden zeigst du ihm Ses ligkeit, die, von der Hüll' entbunden, dort seinen Geist erfreut. 4. O Gott, mein Herz und Leben will ich dir dans kend weihn, hier deinen Ruhm erheben, dort dein mich ewig freun! Schon oft hab' ich erblicket der Hoffs nung sanften Strahl; er hat mein Herz beglücket mit Freuden ohne Zahl. 5. Er leuchte mir noch weis ter auf meines Lebens Bahn, damit ich froh und heiter zum Ziel gelangen kann! Im wilden Weltgetümmel sey er mir Trost und Licht; er leite mich zum Himmel, hin vor dein Angesicht! [ 83.] Bürger u. J. C. Dolz. Mel. Was Gott thut, das ic. 343. Ein Gott regiert! Was zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck 2. Was, Brüder, uns am Herzen nagt: wir werden's überleben, und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vers geht; der Geist besteht! D laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen und zerstäuben; es nahe sich uns Tod und Grab: des Schöpfers Huld wird bleiben! Er fegnet gern, und ist nicht fern von Als len, die ihn lieben, und sich im Dulden üben. 4. Wir zagen nicht! Du, Gott, regierft, und wenn du Menschenherzen durch Leiden hin zum Guten führst: so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth! Sind wir nur gut; so mag's uns übel gehen; wir werden's überstehen! [ 91.] E. W. C. Starke. Mel. Warum sollt' ich zc. 344. Warum willst du doch für morgen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu in Hinsicht auf Gott und Jesum. 273 Wozu dient dein täglich Gott mich; ihm will ich Gråmen? Nur dazu, dir vertrauen! die Ruh' ohne Noth zu nehmen.40% 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher Alles mir gegeben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war? Immerdar laff ich, Gott, dich walten. 7. Nüß' ich meine Zeit und Kräfte, widme sie spät und früh nützlichem Ges schäfte: o dann kommt sein reicher Segen mir ges wiß glaub' ich dieß!- meis nem Thun entgegen. 8. Ich will nur vor allen Dingen suchen, mir Weiss heit hier, Tugend zu errina gen. Was mir sonst noch nüßt hienieden, das wird mir, Herr, von dir ja ges wiß beschieden. 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, bieß Leben, wird uns auch das Klein're schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was mir noth ist auf der Reise durch die Welt, was mir fehlt, weiß er, der Allweise. Sollt' er meiner je vergessen? Er, mein Heil, hat hat mein Theil längst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grafes Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seis ner Huld zum Ruhme? Mel. Wo soll ich fliehen ic. 6. Nur auf mich folle 345. Ich traue feft er nicht achten? In der Noth ließe Gott hülflos mich verschmachten? Ich bin sein; mir foll nicht grauen! Väterlich liebt 9. Vor der fernen Zus funft zagen will ich nicht; Plagen. Heute leb' ich; es gebricht keinem Tag an bin ich morgen nicht viels leicht schon erbleicht? Wars um will ich sorgen? 10. Sorge du nur; ich bes fehle glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt' ich stille! Ich soll dein ewig seyn: es gescheh' dein Wille! [ 90.] Laurentii u. Diterich. auf Gott, wenn gleich mich Angst und Noth und Tod umgeben hätten! Er kann allmächtig retten; es sieht in seinen Händen, mein Uns 274 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Unglück schnell zu wens den. in 2. Auch im Gewissens: schmerz verzaget nicht mein Herz. Auf Christum will ich bauen, und fest auf ihn vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Sterben, wie im Leben. 3. Und nimmt der Tod mich hin: ist's dennoch mein Gewinn. Ich weiß, an wen ich glaube; er låst mich nicht im Staube. Es mag der Leib erkalten! den Geist wird Gott erhalten. 4. Mein Heiland, Jesu Christ, der du aus Liebe bist für mich am Kreuz ges storben, du hast mir Heil erworben; du gibst nach kurzen Leiden den Deinen ew'ge Freuden. 5. Ich harr' und traue dir; du schenkst sie einst auch mir. Drum will ich nimmer klagen; denn du wirst Noth und Plagen zum Heile mir einst wenden, und Alles herrlich enden. Weingärtner u. [ 104.] Funk. Mel. In dich hab' ich ic. 346. Sey, Seele, rus hig, unverzagt, wenn irs gend dich ein Kummer plagt; befiehl Gott deine Sachen! In aller Pein vertrau' allein auf ihn! Er wird's wohl machen... 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; wenn's noch so unverschuldet wär': hat's Gottes Rath ersehen. Drum sen nur still, und was Gott will, das laß du gern geschehen. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein: so wird's dir doch nicht schädlich seyn; Gott kann sein Kind nicht bassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, Den wird er nicht verlassen. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr; nur kurze Zeit! Nach überstandnem Leide erquis ckest du ihr Herz mit Ruh', und einst mit ew'ger Freude. 5. Drum hab', o Seele, guten Muth! Vertraue Gott! Es wird noch gut nach aller Trübfal wers den. Er ziehet dich durchs Kreuz zu sich, zum Him mel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott; er ist getreu, und stehet dir, als Vater, bey in allem Krenz auf Erden. Der Leis den Heer läßt er zu schwer den Seinen niemals werden. 7. Es haben ja, zu aller Zeit, die Heiligen in Traus rigkeit hier oftmals wan deln in Hinsicht auf Gott und Jesum. 275 ich, daß mich nie vergißt dein väterliches Herz; mich, ein Geschöpf von gestern her, das ohne dich ganz hülflos wär'. 4. Ja, Gott, so reich bist du noch heut', als du es warst von Ewigkeit; zu dir steht mein Vertraun. Mach mich an meiner Seele reich: so gilt mir andrer Reichthum gleich. 5. Das Alles, was die eitle Welt allein für Glück und Freude hält, Gold, Ehre, Wollust, Pracht,- das wähs ret doch nur kurze Zeit, und hilft uns nicht zur Seligkeit. 6. Gott, wie freudig dank' ich dir, daß du in deinem Wort auch mir dein Heil haft offenbart! Vers leih' mir nun auch feste Treu', daß dort bey dir mein Erbtheil sey. beln müssen; warum willst du denn stets nur Ruh' und Wohlergehn genießen? 8. D bet' und sieh' auf deinen Gott in aller deiner Angst und Noth! Laß, wie er will, es gehen! Sein Will' ist gut; behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist, laß Jes den, der hier traurig ist, des Glaubens Trost em: pfinden. Dem, den du liebst und prüfend übst, hilf Alles überwinden. L. Helmboid u. [ 50.] Diterich. In eigener Melodie. 347. Warum Parum betrübst du dich, mein Herz, und härmst dich ab durch bans gen Schmerz, bloß um ein zeitlich Gut? Vertrau' du Dem, deß Allmachtsruf die ganze Welt aus Nichts erschuf. 2. Dich lassen will und fann er nicht; auch weiß er wohl, was dir gebricht, und alle Macht ist sein. Er ist dein Vater und dein Gott, und hilft dir gern in aller Noth. Mel. Was Gott thut, c. 3. Weil du nun, Gott, 348. Die Bahn ist mein Vater bist: so weiß rauh, auf der ich hier zum S2 Vater 7. Lob, Ehr' und Preis sen dir gebracht, daß du es immer wohl gemacht! In Demuth bitt' ich dich: vers wirf von deinem Angesicht mich, Herr, mein Gott und Vater, nicht! [ 89.] Hans Sachs u. Schlegel. 276 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Vaterlande walle. Ach, viel empfinden! Dann wird Gefahren drohen mir; oft bin ich nah' dem Falle! Gott, wärst du nicht mein Trost, mein Licht, mein Heil in finstern Tagen: wie ängstlich würd' ich zagen! mein Dank, mein Lobges sang durch deinen Himmel schallen, und ewig dir ges fallen! 2990 2. Dir darf mein kum mervolles Herz nicht schüch. tern sich verhehlen; es darf vertraulich seinen Schmerz dir betend nur erzählen: dann schaffest du mir Trost und Ruh' aus deiner Gots tesfülle, und meine Seel' ist stille. 6. Mich, den Vollendes ten, wird dann nicht mehr die Sünd' entweihen! Mit Unschuld sieh' ich angethan in deiner Sel'gen Reihen; und schau' im Licht dein Angesicht, wenn ich, der Mensch von Erde, den Ens geln ähnlich werde! 7. So will ich standhaft jeden Schmerz der Sterb lichkeit ertragen! Beruhis gen soll sich mein Herz, nicht mehr voll Unmuth klagen! Zu seiner Zeit bist du bereit, o Herr, von allem Bösen mich herrlich zu erlösen. [ 91.] Münter. 3. Du zeigest mir den hohen Werth der Trübsal, die ich leide, daß sie auf dich mich trauen lehrt, und führt zu wahrer Freude. Ich würde dein mich min der freun, nur dieser Welt begehren, wenn keine Leis den wären. 4. Dein Wort gibt mir die Zuversicht: du sorgst für meine Tage; dein Aus ge schläft und schlummert nicht; du hörest meine Klas ge; du frönst mich einst, wenn du erscheinst, in deis nem Heiligthume mit Won ne, Preis und Ruhme. 5. D, dann wird alle Traurigkeit aus meinem Herzen schwinden! Vers gessen werd' ich ganz mein Leid, und nur dein Heil Mel. Religion, von Gottic. 349. Wohlthätig find der Erde Leiden! Dieß glaub' ich fest, und murre nicht; am Ende folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Sonnens licht. In Glauben und Ges laffenheit vollend' ich diese Lebenszeit. 2. Durch Glauben will mich Gott bewähren, ents wöh; in Hinsicht auf Gott und Jesum. 277 wohlthätig sind die sanften Schläge, wodurch er mein Gewiffen rührt. Ich ehre seine Vaterhand, die mir das Leiden zugesandt. wöhnen von der Lust der Welt; will mich das weise Streben lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt. Ich soll mit kindlichem Vertraun auf ihn und seis ne Hülfe schaun. s. Würd' ich, bey lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein, so leicht der Thorheit Bahn vermeiden; so gern die Sünde fliehn und scheun? Wie leicht wär' oft vers führt mein Herz, empfänd' es nimmer Gram und Schmerz? 4. Nichts predigt mir so laut die Lehre: vergång; ,, lich ist die Lust der Welt!" als wenn in Trübfal mans che Zähre berab von meis nem Auge fällt! Was lehrt mich mehr Beständigkeit, Geduld und Gottergebens heit? 7. Gott will, wie gute Våter handeln, durch Züchs tigung mich auferziehn: ich soll vor ihm unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüfte fliehn; mich bils den in der Prüfungszeit, zum Leben der Unsterblich keit. 6. Ja, Leiden sind die weisen Wege, wodurch mich Gott zur Tugend führt; 8. Ich nehm' in Des muth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an, und walle, ohne Furcht und Grauen, auch auf der rauh sten Lebensbahn; ihr Ende wird mich einst erfreu'n, und Wonne, Ruh' und Friede seyn. [ 76.] C. G. L. Meister. Mel. In allen meinen zc. 5. Wenn alle meine Stüs zen brechen, auf welche sich 350. Wie gut sind uns mein Arm gestützt; wenn Krankheit, Gram und Schmerz mich schwächen, und Macht und Reich thum mich nicht schüßt: dann folg' ich gern der füßen Pflicht, zu suchen Gottes Angesicht. fre Freuden mit prüfungss vollen Leiden, von dir, o Gott, gemischt! Du züchtiz gest die Deinen: doch oft, wenn sie noch weinen, haft du die Thränen abgewischt. 2. Auf deinen Ruf zu merken, im Glauben sich zu stärken, in Hoffnung froh zu seyn: dies soll das Kreuz sie lehren, damit sie dich 278 Christliches Gefinntseyn und Verhalten dich verehren, und dir ihr ganzes Leben weihn. 3. Es führt sie deine Rechte durch grauenvolle Nächte, durch Finsterniß ins Licht. Durchs Thras nenland hienieden gelangen sie zum Frieden, und schauen einst dein Angesicht. 4. Versiegt sind ihre Thränen, gestillt ihr bans ges Sehnen, im Schooße ew'ger Ruh'. Es stromen Seligkeiten, durch alle Ewigkeiten, den nun ges krönten Duldern zu. 5. Gib, daß auch ich ihn fühle, den Trost, bis ich am Ziele des Pilgerlaus fes bin! Und lenke meine Blicke im widrigsten Ges schicke auf jenen Lohn des Himmels hin! 6. Dann werd' ich nicht verzagen, nicht ungeduls big klagen: nein, findlich bir vertraun! Einst werd' ich, ohne Zähren, dich freus diger verehren, und deis ner Weisheit Rath durch, schaun. [ 49.] C. G. E. Meister. Mel. Herzlich lieb hab' ic. 351. Die trau' ich, Gott, und wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffs nung Licht der letzte Schim mer schwindet! Mein Hel: fer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh' und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt, und meines Lebens Lauf regiert; mit segensvoller Vaterhand so manche Noth von mir gewandt. Unendlicher, ich trau' auf dich: du leitest mich! Ich kämpf und fies ge, Gott, durch dich. 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; kaum fühl' ich oft noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu siegen: doch ewig, Vater, währt er nicht! Wenn mir dein Beystand nicht ges bricht: so werd' ich nicht erliegen. Bald ist der Thränen Maaß gefüllt; bald meiner Seele Schmerz gestillt; bald hast du, Gott, mein Flehn erhört, mich gnug geprüft und mich bes währt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobs sing' ich hier mit dankers füllter Seele dir.. 3. Ach, alle Leiden dies ser Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirst offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh' auch ich vor deinem Thron mit treuer Kämpfer Schaaren; und in Hinsicht auf Gott und Jesum. 279 freut: bald reift fie für die Ewigkeit. 4. Drum heb' empor die trüben Blicke, wenn sich in Nacht dein Weg vers liert! Dich leitet Gott! D, denk zurücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wenn Dunkel um dich lag, aus Nächten selbst das Licht dir brach! und danke dann dir, Gott, verklärt, der jetzt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frey, ein Seliger des Hims mels sey: Barmherziger, fest, ohne Graun, will ich dir traun; denn einst werd' ich dein Antlitz schaun! [$ 7.] Eschenburg. dziermund te meten Mel. Wer nur den lieben: c. 5. Gott, gnådig, wenn du uns erhörest, oft gnås biger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerstörest, dich, Vater, bet ich kindlich an! Ich hoff' auf dich mit festem Muth; denn, was du sendest, ist mir gutaged in a 6. Die Lieb' hat mir den Pfad bestimmet, den ich auf Erden wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen frümmet: ich geh' ihn hos her Ahndung voll! Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Füh rung Weisheit sehn. [ 99.] von Köpfen. 352. Entschwinge dich, mein Geist, den Nächten, in welche dich die Schwers muth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jetzt kennst du, was dir gut ist, nicht: einst ftrahlet dir sein höh's ves Licht. 2. In Finsternissen wankt hienieden des Menschen un gewisser Schritt; was Gotz tes Borsicht ihm beschies den, was ihn erfreute, was er litt, klärt sich am Ziel von seinem Lauf für ihn, als gleiche Wohlthat, auf.sse diad 3. 8. Dort findest du, von Licht deis el. Wer nur den lieben c. ner Erdenthränen Lohn. 353. Herr, mache meis Schau'! Ihre Saat ist auf geschoffen; sie blüht der nahen Ernte, schon. Im Kummer ward sie ausges ne Seele fiille! Ben jedem Leiden, das mich krånkt, ges schieht doch nur dein weis fer Wille, der Alles mir zum 1 de Ann Geduld. 280 Christliches Gesinntseyn und Verhalten zum Besten lenkt. Du bist's, der Alles åndern kann; und, was du thust, ist wohl gethan. 2. Du führst uns, selbst auf rauhen Wegen, zu höherer Vollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Segen für Jeden, welcher dir sich weiht. Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein: wird doch der Aus gang herrlich seyn.gd 3. Laß denn mich stille feyn und hoffen! Hast du mir Prüfungen bestimmt: fo steht dein Vaterherz Dem offen, der seine Zus flucht zu dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es im: 354. It gleich uners mer gut. hirited daif 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; ge: nug für uns: Du hast's er Fannt! Wie oft sind unfre Wünsch' und Sorgen kurzs fichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hindert's gern. 5. Nur bu erkennst und wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben feste; dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld' ihn mit Gelaffenheit; du führst mich ja zur Seligkeit. 6. Sie wird, sie wird doch endlich kommen, die Stunde meiner Seligkeit; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zus friedenheit; und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz, statt aller Klas gen, voll Dankes und voll Lobes seyn: der Herr hat für mein Heil gewacht; hat Als les mit mir wohl gemacht! [ 99.] Diterich. Mel. Gott des Himmels ic. San forschlich immer unsers Got tes Weg und Rath; ist die Nacht gleich ohne Schim mer, die mich hier umschats tet hat: doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheine, weis und gut. Sam 2. Sollt' ich Gott nur weise nennen, wenn er meis nen Wunsch erfüllt? Sollt' ich seine Huld verkennen, wenn sein Rath sich mir verhüllt? Wehe dem, der murrend klagt, Gottes Weg zu tadeln wagt! 3. Soll ein Vater uns terlaffen, was dem Kinde Thorheit ist? Kaum die Engel in Hinsicht auf Gott und Jesum. 281 Engel können faffen, was des Höchsten Rath bes schließt. Hier soll ich dem Herrn vertraun; glauben nur; und dort erst schaun. 4. Soll er unfre Wünsch' erheben zu Gefeßen seiner Welt? Kann er selig seyn, und geben, was den Lüsten nur gefällt? Wohl uns, wenn er nicht gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pils. gerstande sey mein Theil Zufriedenheit; dort in meis nem Baterlande wohnet wahre Seligkeit! Mag mein Gang hier dunkel seyn: führt er doch zum Himmel ein! peg 6. Auf des Lebens rauhs sten Wegen zage drum, o Seele, nicht! Was hier Schmerz ist, wird dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht; und ich fasse Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. [ 28.] J. A. Cramer. Mel. Erschienen ist der ic. s 355, Gott lebet noch! Drum sorg' ich nicht; denn er ist meine Zuversicht. Stürzt auch der ganze Weltkreis ein: er wird mein Schutz und Retter seyn. Gott lebet noch! 2. Ich glaube feft: er forgt für mich; auch mich, mich liebt er väterlich; er ist es, der die ganze Welt mit weiser Huld und macht erhält. Gott lebet noch! 3. Fehlt mir's an Eins sicht, Macht und Rath, wenn mich Gefahr umges ben hat: so denk ich glaus bensvoll daran, daß er res giert, und bet' ihn an. Gott lebet noch! 4. Legt er mir auf ein schweres Joch: so halt' ich still und hoffe doch. Er hilft uns dulden, was uns plagt, und stärket Den, der nicht verzagt. Gott lebet noch! mi due id n 5. Ich weiß es, daß er mich erquickt, wie schwer mich auch ein Leiden drückt. Er gibt mir Kraft zum Kampf und Lauf, und fall ich: so hilft er mir auf. Gott lebet noch! 6. Mein Vater, ich vers lasse mich in Noth und Leis den nur auf dich, und fies hest du mich gnädig an: so bin ich froh, und jauchze dann: Gott lebet noch! [ 21.] Maurit. Cramer. Mel. In allen meinen T. c. 356. Was soll ich ängstlich klagen, und in der Noth 282 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Noth verzagen? Der Höch: ste sorgt für mich! Er sorgt, daß meiner Seele zum wahren Wohl nichts fehle: genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nügt es, angst, lich sorgen, und jedem neuen Morgen mit Furcht entgegen fehn? Du, Vas ter meiner Tage, kennst, eh' ich's dir noch klage, mein Leid, und eilst mir beyzustehn... 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, dieß, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben; denn Des nen, die dich lieben, ents zeuchst du deinen Beys stand nicht. Things this fe fehnen: so klag' ich dir's, dem Herrn! Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du hilfft, und rettest gern. 7. Du hast mir hier im Leben schon größers Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt: du wirst mir Als les schenken, und stets zum Besten lenken, was meis nen Geist betrübt und frånkt. 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie fie es meinen, doch stets nach weisem Rath. Sind meine Tage trübe: bleibt doch dein Rath voll Liebe; dieß zeigt der Ausgang mit der That.ma 9. Dort, bey der From men Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring' ich dir mit Freuden, nach überstandnem Leiden, den Dank, der Huld gebührt. [ 49.] deiner 4. Der du die Blumen fleideft, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet; drum, Seele, was dich quålet, befiehl dem Herrn, und glaube nur! id in un mod 05. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Hers Mel. In allen meinen T.*. zew nagt, werf ich auf dich, 357. Was ist's, daß ich den Treuen; du weißt Den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hül, FORT Sturm. mich quale? Hoff auf den Herrn, o Seele; hoff, und sey unverzagt! Du weißt nicht, was dir nützet: Gott weiß es, und Gott schüßet allmach: in Hinsicht auf Gott und Jesum. 283 und Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! allmächtig Den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plaz ge, eh' ich die Welt noch sah; eh' ich mich selbst noch fannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah'. The thi 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dir, Herr, nicht verborgen, der Alles sieht und hält; und, was du mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. 4. Jch lebe nicht auf Erden, ganz glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, bes steht. 5. Was dieses Glück vermehret, sen mir von dir gewähret! Gott, du ges währst es gern. Was dies ses Glück verleßzet, wenn's alle Welt auch schäßet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krank, beit Plagen, ist Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr' ich, und bin stille; denn nicht mein Wunsch 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wis derfahren, wenn du mich willst bewahren? Und du mein Gott, bewahrest mich. [ 49.] Gellert. Mel. Religion, von Gott c. 358. Fürwahr, du biſt, Dein o Gott, verborgen! Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgteft, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon våters lich: dieß sen genug zum Trost für mich! 2. Vor unfern Blicken zwar verlieret dein Weg fich oft in Finsterniß: doch, wenn wir fehn, wohin er führet, dann jauchzen wir und sind gewiß, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Gut'; du kannst viel tausend Wes ge finden, wo unser Auge keinen sieht. Du rufft dem Licht: das Dunkel flicht; du sprichst, o Gott, und es geschieht! 4. Co 284 Christliches Gesinncseyn und Verhalten 4. So weicht denn, ängst liche Gedanken! Gott kann viel mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Des muth Schranken; die De muth wird von Gott ers höht. Ja, Herr, du liebst Den, der dich liebt, und deiner Führung sich ergibt. 5. Drum will ich dir mich überlassen, mit Als lem, was ich hab' und bin; und kann ich deinen Rath nicht faffen: so schau' ich in die Zukunft hin; dann wird mir hell und offenbar, wie gut und gnadenvoll er war. 6. Gott, mein Vertraun zu dir vermehre sich im merfort in Freud' und Leid! Schick Alles, Herr, zu dei ner Ehre und meiner Sees len Seligkeit: so preis ich einst vollkommen dich; so freu' ich dein auf ewig mich! Sal. Frank und d[ 76] Diterich. Mel. Wer nur den lieben: c. und of 359. Oft hålt dein Antlig sich verborgen, als fåhest du mein Elend nicht. Oft fang' ich ångstlich an zu sorgen, weil Trost und Freude mir gebricht. Mein thránenvolles Auge sieht nach Hülf umher, und sie verzieht. 2. Doch will ich drum von dir nicht lassen; dir, Vater, eil' ich flehend nach. Nur fester noch will ich dich faffen, dich, der noch nie fein Wort uns brach. Vers birgt sich auch dein Antlig mir! voll Hoffnung blick ich doch zu dir. 3. Ein Vater sorgt für seine Kinder; und wer ist Vater, so wie du? Dein Regen träufelt selbst dem Sünder, und deine Son ne strahlt ihm zu. O wohl mir, Gott! Ich bin dein Kind, und du bist väters lich gesinnt. 4. Flieht, Zweifel, die ihr euch vermessen im bans gen Herzen noch empört! Mein Gott hat meiner nicht vergessen, wenn er mich auch nicht schnell erhört. Er kennet mich und meinen Schmerz. So sey denn ruhig, banges Herz! 5. Von jeher stellte deis nem Blicke die ganze Zuz funft, Herr, sich dar. Du warst bekannt mit meinem Glücke und meinem Leid, noch eh' ich war; denn du, du bist es, dessen Rath mein Schicksal selbst ges ordnet hat. 6. Wie könntest du denn, was mir fehlet, nicht deuts licher noch sehn, als ich? Du, in Hinsicht auf Gott und Jesum. 285 dankbar an aus seiner Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die er mit diesem Loos verband. Er gibt dir Munterkeit und Kräfte, erhält und stärkt sie väters lich; gebrauch sie zum Bes rufsgeschäfte: und ihr Ges brauch wird Glück für dich. 3. Hat Undern deines Vaters Segen mehr Güter anvertraut, als dir: darf dieß wohl deinen Neid ers regen? Denk: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß. er nicht besser, was dir nus ßet, und deinem Nächsten frommt, als du? Wenn er dich nährt, regiert und schüs het: was fehlt dann noch zu deiner Ruh'? 4. Du prangest nicht in hohen Würden;- beneide nicht der Großen Glück! Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. Dir ward nicht Ueberfluß gewähret; -wünsch' ihn dir nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. Du, der des Hauptes Haas re zählet, du wärest unbes sorgt um mich? Nein! Aller deiner Kinder Schmerz bes wegt dein väterliches Herz. 7. Wenn dir mein Elend Freude machte: du hättest Jesum nicht gesandt. Er war es ja, der Segen brach te, er, der mit dir, Gott, uns verband. Er ruft mir zu: verzage nicht, wenn dir auch jede Stüße bricht! 8. Umhüllen dich gleich finfire Wetter: du bist uns doch mit Gnade nah'. Uns helfen wirst du, starker Retter! Nur deine Stund' ist noch nicht da. Dein licht geht auf, das Elend weicht, sobald es deinen Zweck erreicht. [ 99.] J. A. Schlegel. Mel. Die Tugend wird zc. 360. Entehre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück ers schuf. Des Lebens Mühezu ertragen und froh zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die feine Klugheit hindern fann; schaff' nur, daß sie dir heilsam werden, und bete Gottes Weisheit an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; nimm's A 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, so viel mir nöthig, hier verliehn, laß täglich sich mein Herz bestreben, die Unzufriedens heit zu fliehn! In Des muth, 286 Christliches Gesinntseyn und Verhalten muth, Herr, will ich mich üben; stets deiner Güte mich erfreun: dich fürchten, dir vertraun, dich lieben: wie selig werd' ich dann nicht seyn! [ 15.] Benj. Fr. Köhler. Mel. Wer nur den lieben: c. 361. In diesen furzen Pilgertagen der mühevols ken Lebenszeit ertrag' ich jede meiner Plagen, mit christlicher Gelaffenheit; Gott will es, daß der wahre Christ ein held in Noth und Leiden ist. 2. Das furze Leben hier auf Erden ist nur des Chris sten Uebungszeit: hier muß er zubereitet werden zu jenes Lebens Herrlichkeit. Hienieden ist sein Prüfungs stand; dort oben erst sein Vaterland. 3. Drum soll nie Gram mein Herz verzehren, mich nie besiegen Traurigkeit! Erdulden will ich, Gott zu Ehren, die größten Leiden dieser Zeit. Belohnen nicht dieß kurze Leid die Freus den einer Ewigkeit? 4. Muß ich im tiefsten Elend weinen; quält mets nen Leib der Krankheit Pein: Gott hilft zu rechter Zeit den Seinen; er wird auch mich mit Hülf' erfreun. Er bleibt mein Vater, der mich liebt, wenn er mich auch durch Leiden übt. 5. Muß ich mich hier verspotten lassen, verlästert werden ohne Schuld: will ich die Feinde, die mich hassen, als Christ besiegen durch Geduld! Ertrug nicht selbst des Höchsten Sohn mit sanftem Sinne Spott und Hohn? 6. Betrübet der Verlust der Meinen, der Güter und des Glücks mein Herz: ich bin ein Mensch, drum darf ich weinen; doch murr' ich nie in meinem Schmerz. Ich sage mit gelaßnem Geist: Gott gab's, Gott nahm's; er sey gepreist! 7. Mein Freund, mein Gönner liegt im Grabe; - doch bete ich mit Zuver: sicht: ach, Herr, Herr, wenn ich dich nur habe: frag' ich nach Erd' und Himmel nicht! Ja, stürzt der Bau der Welt auch ein: ich werde stehn und sicher seyn! 8. Einst ruft nach kurs zem Erdenleide die Stimme meines Herrn mir zu: geh' ein zu deines Gottes Freu de, nach Müh' und Kampf, zur ew'gen Ruh'! Komm und empfang' vor seinem Thron in Hinsicht auf Gott und Jesum. Thron der Ueberwinder großen Lohn! T [ 99.] Bachof von Echt. Mel. Herzliebster Jesu, ic. 362. Ein Herz, o Gott, in Leid und Kreuz geduls dig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. O laß die Pflicht, die wir so oft vergessen, mich stets ermessen. Madison 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Våter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Tage mit Muth ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen! 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trågen klagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwelgers Schmerz, des Neid's vermisste Freuden, des Christen Leiden? 5. Ist Deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Tugend nie getrachtet, und die nun büßen ihrer Thorheit Freus den, ein christlich's Leiden? 287 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Suns den läßt deine Huld den Weg zum Heil uns fins den, wenn wir sie nur, die Missethat zu haffen, uns 7. Jag' ich nur nach dem Frieden im Gewiffen: wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst; dein väterlicher Wille wirkt Gut's die Fülle. zücht'gen lassen. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden: und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, die kurs zen Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschuls de; wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde: so kann auch ich der Hülfe der Erlösten mich sicher trösten. 10. Ich bin ein Mensch und Leiden müssen kranken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, stårkt in den herbsten Schmerzen der Christen Herzen. 11. Schau' über dich! Wer trägt der Himmel Hees re Merk auf! Wer spricht: bis hieher! zu dem Meere? Ift 288 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Ift Er nicht auch dein hels fer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise wissen! Jetzt weißt du nicht, warum du leiden müssen: allein du wirst, was seine Wege waren, hernach erfahren. 13. Er züchtigt uns, das mit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahn, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, auch Undre stärken. 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Ers fahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoff stets das Beste! [ 38.] Gellert. Mel. Jesus, meineZuvers.ze. 363. Sie deine Thras nensaat, frommer Dulder, hier im Glauben! Dunkel sen dein Lebenspfad: doch laß dir den Trost nicht rau: ben, daß nach dieser Duns kelheit dich ein hellres Licht erfreut. 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glaus. ben litten. Sieh', fie stehn vor Gottes Chron; ihre Krone ist erstritten! Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vas ters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich trå get. Väterlich ist fein Bes mühn, dich zum Himmel zu erziehn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freudeschenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer från: ket. Gott ist Vater, mild und gut; Lieb' ist Alles, was er thut. 5. Lerne denn Gelaffens heit, Unterwerfung und Vertrauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh hernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht. 6. D dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier gefloffen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Trost ins Herz gegoss sen; und vor dem verklårs ten Blick schwebt des Him mels ew'ges Glück. 7. Dulder, sey nur uns verzagt! Harr' in deiner Nächte Grauen! Wenn der große Morgen tagt: wirst du in Hinsicht auf Gott und Jesum. 289 reun. Jetzt hat mein Geist nochkräfte zum Heiligungss geschäfte, und du, Gott, wirst mein Beystand seyn. du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen stehn; dir die Krone winken sehn. 8. Dort verschwindet als les Leid, wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heitre Land der Wonne. In den Himmel gehst du ein, ewig selig da zu seyn. [ 48.] C. G. L. Meister. strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Sollt' ich, beschwert von Schuls den, kein zeitlich Weh' ers dulden, das doch zu meis nem Besten dient? 5. Wenn ich in Christo sterbe: bin ich des Himmels Erbe; was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bey mir in der Noth! Mel. In allen meinen T. ic. 364. Ich hab' in gu ten Stunden des Lebens Glück empfunden und Freus ben ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch im Leiden faffen! Welch Les ben hat nicht seine Qual? bin Mel. Wenn mein Stünd. ic. ein Sünder, und stets 365. Wir schauen über 3. Dir will ich mich ers geben; nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen! du hilfft und du errettest gern. 4. Laß nur mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bes 6. Ich will dem Kummer wehren, dich durch Geduld dich sehn; ich will den Tod verehren, im Glauben auf bedenken: du, Herr, wirst Alles lenken, und, was mir gut ist, wird geschehn. [ 49.] Gellert. Tod und Grab hinauf in jenes Leben. Dieß trocknet unsre Thrånen ab; dieß kann das Herz erheben. und drückt uns auch die größte Noth: aus allem Leiden führt der Tod. Wir wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm, und hätten nichts als Sorgen und Mangel, Blöße, Frost und Harm, und ach! kein Brot für morgen: zur Weisheit führt des Lebens Noth, und Glück und Fülle bringt T der 290 Christliches Gesinntseyn und Verhalten der Tod. Wir wollen nicht verzagen! 3. Und wären wir auch noch so krank: zur Tugend führen Schmerzen. Für jes des Leiden Preis und Dank! Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück. Wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so manches Grab geliebter Menschen nieder, und mans che Thräne rollt hinab; doch Eins erhebt uns wies der: Gott Lob, sie sind im Vaterland! Wir finden sie in Gottes Hand. Wir wollen nicht verzagen! 5. Der Schmerz, der uns das Herz zerreißt, veredelt die Gefühle; er stärkt und läutert unfern Geist, und führt empor zum Ziele. Wir trocknen unsre Chrá: nen ab, und schauen über Tod und Grab. Wir wol len nicht verzagen! [ 96.] G. W. C. Starke. Wider falsches Vers trauen. Mel. HerrChrist, d. ein'ge c. 366. Hilf mir nach deinen Lehren, vom Übers glauben fern, dich kennen und verehren, dich, meinen Gott und Herrn; auch würdig von dir denken, auf dich mein Zutraun lenken, der du mein Vater bist. 2. Gern laß mich dem entsagen, was der Vers stand nicht lehrt; aufs Ohngefähr nichts wagen, was die Vernunft empört. Dann werd' ich weise hans deln, mit kluger Vorsicht wandeln, der Thorheit Spiel nicht seyn. 3. Ich fann nicht Alles wissen, was deiner Weiss heit Rath nach heilighos hen Schlüssen für mich ges ordnet hat; ich kann von deinen Zwecken sehr viele nicht entdecken, die uner: forschlich sind. 4. Und Bunder zu be gehren aus thörichtfalschem Wahn, die nie dein Rath gewähren, und ich nicht fordern kann: das heißt, kühn und vermessen verkens nen und vergessen, du seyst ein weifer Gott. 5. Im kleinsten beiner Werke, o Vater der Nas tur, entdeck' ich Huld und Stärke und deiner Weis heit Spur; du, der die Welt regieret, und mich als Vater führet, lenkst als ler Dinge Lauf. 6. Drum laß den Abers glaus in Hinsicht auf Gott und Jesum. 291 dir begehren, was deine Weisheit nicht erlaubt; nie bitten, das mir zu gewähs ren, was Andern ihre Wohls fabrtraubt. Denn du erhös rest kein Gebet, das Andrer Weh' von dir erfleht. 5. Wünsch' ich mir Güz ter dieser Erde: so laß mich das auch von dir flehn, daß ihr Besitz mir Mittel wers de, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn; daß ich, von Geiz und Kargheit fern, mit Weisheit sie gebraus chen lern'. glauben dir nie mein Herz entziehn, nie meine Ruh mir rauben; laß mich ihn ernstlich fliehn! Du, der mich stets beschüßzet, nur du weißt, was mir nützet; dir, Gott, ergeb' ich mich. [ 35.] Grot. Gebet. Mel. Religion, von Gott ic. 367. Zu dir, o Gott, das Herz erheben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu bes leben und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht und stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich, bes fannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank ermessen, welch Heil von dir mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und allen gern, was gut ist, gibt. 3. Wenn ich, o Vater, vor dich trete, von dir mir Gutes zu erflehn; wenn ich in meinem Kummer bete, und wünsche, mich erhört zu sehn: so gib, daß ich von Heucheley und Eigens dünkel ferne sey. 4. Nie muss ich das von 6. Wünsch' ich bey kums mervollen Leiden, von ihrer Last mich frey zu sehn; er sehn' ich mir des Lebens. Freuden: so laß mich doch nur das erflehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüglich ist. 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen; dann werd' ich nie mich troftlos sehn; du, Herr und Vater von uns Allen, erhörest dann gewiß mein Flehn, gibst mir im Glück Zufriedens heit, in Trübsal Ruh' und Heiterkeit. [ 76.] Grof. Mel. O Gott, du frommer. 368. Unendlich ist mein £ 2 Glück faker 292 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Glück! Ich darf mich Lust mir unschuldsvoller, unterwinden, mich betend Gott zu nahn, um tief es zu empfinden, wie groß an Macht und Huld, wie reich an Freundlichkeit er jedem Frommen sey, der sein Gebet ihm weiht. 2. Zu meinem Trost und Glück, zu meiner Tugend Segen, mich gegen Gott zum Dank, zur Liebe zu bewegen, von ihm im Leis den Kraft und Stärke zu empfahn: darf ich mit Zuversicht ihm im Gebet. mich nahn. 3. Wie innigst freu' ich mich, wenn ich aus voller Seele die Wunder seiner Huld mit heißem Dank erzähle! Du bist die Liebe, Gott!" So ruf ich hochentzückt, und fühl im Geiste schon zu dir mich hingerückt. 4. Wenn ich mein Glück und Herz in deine Hände lege, und deine Führuns gen mit Preis und Dank erwäge: wie süß ist meine Ruh'! Wie feft die Zus versicht: mein Vater und mein Gott verläßt die Seinen nicht! 5. Ich wandle Gottes 5. Ich wandle Gottes Weg nie froher, nie ses wisser; nie ist des Lebens 30 süßer; nie bin ich meiner Pflicht mit größrer Sorg, falt treu; nie ist mein Blick so froh, mein Herz so sorgenfrey! 6. Fromm, ruhig und vergnügt verflossen mir die Stunden, wo ich am Mors gen schon Gott im Gebet empfunden, ihn dankerfüllt erhob, und Weisheit, Kraft und Rath, Schutz, Segen, Trost und Ruh' andächtig mir erbat. 7. So will ich denn, o Gott, mit kindlichem Vers trauen mein Herz oft durch Gebet veredeln und ers bauen! Erweck und stärk in mir der Andacht hohen Trieb; und dann versiegle mir den Trost: du hast mich lieb! [ 71.] F. W. Loder. Mel. Wer nur den lieben u. 369. Mein bester Trost in diesem Leben ist ein Gebet zu dir, o Gott! Dieß kann mir Kraft in Schwachheit geben, Ges duld und Muth in jeder Noth; ben jedem Gram, ben jedem Schmerz ein ruhiges, jufriednes Herz. 2. Wie in Hinsicht auf 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wenn mein Gewissen mich vers Flagt; wenn bey der Menge meiner Sünden mein Herz vor dir, du Heil'ger, zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Ges bet, das, Gott, zu dir um Gnade fleht. 3. Und wenn ein Kum mer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen fann: dann ruf ich dich, Herr, der mich höret, um Trost in diesem Kummer an. Wer dir sein Leid mit Zuversicht entdecket, Den verwirfst du nicht. 4. Bet' ich bey des Bes rufs Geschäfte, das du mir auferlegt, zu dir: so fleh' ich nicht umsonst um Kräfte; du, Gott der Stärke, gibst sie mir; du gibst aus väterlicher Huld mir Segen, Weisheit und Geduld. 5. Wenn, böser Lüste Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bet' ich, und du hilfft mir kämpfen; du gibst mir Much zu jeder Pflicht, und, stark durch deine Gottes Kraft, bezwing' ich jede Leidenschaft. Gott and Jesum. 293 6. Wenn ich im letzten Kampf des Lebens bey Nies mand Hülfe finden kann: so ruf ich dich doch nicht vergebens um deinen Bey stand, Vater, an, der, wenn die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. [ 99.] Balth. Müller. Mel. Religion, von Gott zc. 370. Mein Heil, o Gott, nicht zu verscherzen, laß nüchtern seyn mich zum Gebet! Ein Flehn aus rei: nem, gutem Herzen hast du, o Vater, nie verschmäht; und deine Vaterhuld er: hört, was deiner Kinde: Herz begehrt. 2. Mein Geist soll, Herr. zu deinen höhen empor sich heben oft und gern; du läsfest, was mir nützt, ges schehen, bist uns zu helfen niemals fern, und, thust oft, wenn wir zu dir flehn, mehr, als wir bitten und verstehn. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor dir zu stehn! Du, Herr des Himmels und der Erden, bedarist nicht eines Menschen Flehn: nein, daß ich zu dir beten foll, 294 Christliches Gesinntseyn und Verhalten soll, gebeutst du nur zu meinem Wobl. 4. Mein Glück von meis nem Gott begehren, welch eine leichte, süße Pflicht; und meine Wünsche ihm erklären, bleibt wahrlich ohne Segen nicht! Es gibt mir Muth und stärkt die Kraft zur Dämpfung je: der Leidenschaft. 5. Mich in der Furcht des Höchsten stårken, in dem Vertraun, daß Gott mich liebt, im Fleiß zu als len guten Werken, wär' diese Pflicht für mich bes trübt: so träf' ich nichts auf Erden an, was meinen Geist erfreuen kann. 6. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen; gib Lust und Kraft mir zum Gebet; und wenn mein Mund aus lauterm Herzen zu dir um Hülf' und Gnade fleht: so sey, o Herr, von deinem Thron Erhörung meines Betens Lohn! [ 76.] Gellert. Mel. Dir, dir, Jehovah ic. 371. Wenn ich vor dich, mein Schöpfer, trete, und andachtsvoll in stiller Einsamkeit aus vollem Hers zen zu dir bete: was fühl' ich da für hohe Seligkeit! Ich denke deiner dann, und Alles flieht, was meinen Geist zur Erde niederzieht. 2. Dann acht' ich nicht der niedern Freuden, vers geffe gern den Tand der Eitelkeit, um den sich Mens schen oft beneiden, der Thorheit Sclaven und der Sinnlichkeit; ich fühl' es, Gott, du bist mein höchstes Gut; du bist's, auf den mein ganzes Heil beruht. 3. Dann weichen selbst die schwersten Sorgen; dann flieht der Schmerz, der sonst mich niederdrückt; ich weiß es, dir ist nichts vers borgen, auch nicht der Seufzer, den mein Herz erstickt. Du bist ein Vas ter, der mich ewig liebt, auch wenn er mich durch kurze Leiden übt. 4. Ja, das Gebet gibt Kraft im Leiden, belebt und stärkt zur Tugend meis nen Geist, und hilft mir Alles, Alles meiden, was mir die Zuversicht zu dir entreißt; nur muß mein Flehen ernstlich, fromm lich, wahrhaft christlich und rein, demüthig, finds seyn. 5. Drum bitt' ich nicht in meinen Leiden! o Vaz ter, Vater, nimm sie weg von mir! Auch bitt' ich nicht in Hinsicht auf Gott und Jesum. 295 wenn mich ein wahres Glück erfreut? Dir, Allers höchster, bir lobsingen, ist Pflicht für uns und Seligs keit, und flößt uns Muth und Eifer ein, in deinem Dienste treu zu seyn. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn: vers schmähest nicht ihr schwas ches Lallen, wenn sie lobs singend dich erhöhn. Du ehrst Den wieder, der dich ehrt; des Frommen Lob, Herr, ist dir werth. nicht in meinen Freuden: erhalt', o Vater, diese Freus den mir! Nur um ein froms mes dir ergebenes Herz bet' ich zu dir in Freuden und im Schmerz. [ 16.] Frau v. d. Recke. Mel. Wer nur den lieben ic. 372. Von dir kommt jede gute Gabe; nur du, mein Gott, kannst mich allein mit Allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dir, du höchstes Gut! 2. Umsonst ist alle meire Mühe, wenn mir dein Ses gen, Herr, gebricht; uma sonst, daß die Gefahr ich fliehe: entfliehen kann ich doch ihr nicht, wenn vor dem Ulebel, das mich schreckt, dein starker Schuß mich nicht bedeckt. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Bas ter, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, gibst du uns aus Barmhers zigkeit: und wer dir dankt, Dem strömest du von neuem Heil und Segen zu. 7. So will ich denn zu deis nem Throne oft im Gebet mich findlich nahn. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne der Andacht Opfer gnädig an. Dein Geift res giere meinen Geist, daß bes tend er dich würdig preift! [ 99] Diterich. Das Vater Unser. Mel. Erschienen ist der ic. 4. Sollt' ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, 373. Du, beß sich alle Him: 3. Wie sollt' ich denn von dir nicht bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? Mein Innerstes vor dir aus; schütten, wenn Noth und Kummer mich beschwert, besänftigt meinen Gram und Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 296 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Himmel freun, auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du, Gott, unser Vater bis, in Ewigkeit. 2. Weit, über unser Dens ken weit, geht deines Nas mens Herrlichkeit. Dich eh re, wer dich, Vater, kennt, so oft er deinen Namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deiner Gnas de Ruhm durch Jesu Evans gelium. Mach' unser Herz ihm unterthan: so beten wir dich freudig an, All gütiger! 4. Der du in deiner Wahl nie irrst, und wohl zuthun nie müde wirst, dein Wille, Weisester, gescheh auf Erden so, wie in der Höh', mit Freudigkeit! 5. Was unser Leben hier erhält, gib uns, so lang, es dir gefällt; doch gib uns auch ein Herz dabey, das dankbar und genügsam sey, und dir vertrau'! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuld; trag' unfre Schwachheit mit Geduld; wir wollen auch, von von Rachsucht rein, des Brus ders Fehler gern verzeihn. Wir wollens, Herr! 7. Zu heiß sen die Vers suchung nicht; Herr, stårk uns, wenn uns Kraft gez bricht; steh' uns zum Siege mächtig bey; mach' uns im Guten fest und treu, Ers barmender! 8. Erlöf, erlöf uns, uns ser Gott, nach deinem Nath aus aller Noth. Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem bessern Leben auf, du, dem wir traun! 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, die Herrlich keit, von Ewigkeit, zu Ewigkeit. Gelobt seyst du! [ 21.] Klopstock. Allgemeine Bitten. In eigener Melodie. 374. Herr, lehr mich thun nau) deinem Wohl gefallen; dein guter Geist führ' mich auf ebner Bahn! Durch ihn laß Weisheit mich und Kraft empfahn, stets unverrückt den rech ten Weg zu wallen, dir ims mer mehr, mein Vater, zu vertraun, und stets mit Luft auf dein Gebot zu schaun. 2. Kein Heuchelschein, kein unbeständigs Wanken verführe meinen Geist; Auf richtigkeit und rechter Ernst sey meine Frömmigkeit! Selbst meine Triebe, Büns sche in Hinsicht auf Gott und Jesum. 297 laß mich, Herr, in aller meiner Noth nicht meiner Kraft, nur dir allein vers trauen. Du fennest jeden Kummer, der mich nagt; du hilfst gewiß, wie du es zugesagt! [ 36.] Freylinghausen. Mel. O du Liebe meiner zc. 375. Nicht um Reich; thum, nicht um Ehre bitt ich, bester Vater, dich. Wenn ich Weltbesitzer wäre, ohne Gott: wie arm wär' ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehen himmelan: sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann. sche und Gedanken laß alle dir, nur dir geheiligt seyn; mein ganzes Herz sey, wie mein Leben, rein! 3. Gib, daß ich stets bey meinem Thun bedenke, ob es, o Herr, dir wohlgefäl lig sey; ob ich, der Pflicht und deinem Willen treu, mein Herz allein auf Recht und Tugend lenke: ob nie mein Fuß vom richt'gen Pfade irrt; ob dein Gesetz mir immer theurer wird. 4. Daß du, mein Gott, stets nahe bist uns Allen; daß du auch mir allgegens wärtig bist; daß deinem Auge nichts verborgen ist: das schütze mich, zu straus cheln und zu fallen. Lockt die Begier, lockt Eitelkeit der Welt: dann gib mir Muth, zu thun, was dir gefällt. 5. Laß sorgsam mich mein schwaches Herz bewachen, wenn eitle Luft und Thor: heit mich umgibt; und wenn Versuchung meine Trene übt: dann reiche du die starke Hand dem Schwas chen. Vergessen laß mich, was vergånglich ist; und leidend fühlen, daß du Vater bist. 6. Was du mir schickst, davor laß mir nicht grauen, nichts scheuen mich, und war' es auch der Tod; nur 2. Dich, o Gutigster, zu kennen; dich in Freude, dich im Schmerz meinen Vater froh zu nennen, dieß nur wünscht mein gans zes Herz. Dankempfindung beym Genießen deiner Gas ben wünsch' ich mir, stillen Frieden im Gewissen, Freud' am Guten und in dir. 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, allen Mens schen wohl zu thun; Trost und Stärke, wenn ich leis de, sanft und still in dir zu ruhn; Muth, die kas ster zu bekämpfen, ihre Reize zu verschmähn, jede Letz 298 Christliches Gesinntseyn und Verhalten was du mich lehrst: drum gib mir Kraft, daß ich zus erst nach deinem Reiche streb', and treu in allen meinen Pflichten sey. Leidenschaft zu dämpfen, 5. Das ist mein Glück, unerschüttert fest zu stehn, 4. Nur auf deinen Wil len sehen; dich, o Gott, sonst Niemand scheun; fest in deiner Liebe stehen; stehen; Vater, stets dir nahe seyn: diesen heißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein! Ja, um deis ner Liebe willen wirst du, was ich bat, verleihn! [ 69.] 6. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Kams pfe mit der Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an: daß ich den Sieg erringen kann. Lavater. Mel. Vor deinen Thron ic. 376. Ich komme vor dein Angesicht! Verwirf, o Gott, mein Flehen nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Gott der Gnas de und Geduld! 2. Schaff du ein reines Hert in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein rus higs Herz mein lebelang. 3. Sey mein Beschützer in Gefahr; ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Ues bel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand; von dir empfing ich den Verstand: erhalt' ihn mir, und durch dein Wort erleucht und leit' ihn immerfort. 7. Gib von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; bey Wes nigem Zufriedenheit; zur Ars beit Muth und Heiterkeit. 8. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig seyn, und dürft'ge Brüder gern erfreun. 9. Gib mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie nüß' und dankbar sey; doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh'. 10. Erwecke mir stets eis nen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beyspiel gibt. 11. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und wers den meiner Tage viel: so sey, Herr, meine Zuvers ficht! in Hinsicht auf Gott und Jesum. 299 so laß mich nicht verzagen; gib wahren Christenmuth und Trost in Leidenstagen; gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und schenke Freunde mir, die gut und weise sind. ficht! Verlaß mich auch im Alter nicht! 12. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an, und gib mir dann, vor deinem Chron, der Gottesfurcht verheißnen Lohn! [ 34.] Gellert. 5. Laß mich mit jeders mann in Fried' und Eins tracht leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Mel. O Gott, du frommer sc. 377. Huldreicher, mil, Ehr' und Glück: so gib, o Herr, dabey, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz noch lieblos sey! der Gott, du Geber aller Gaben, von welchem Alles ist, von dem wir Al; les haben, gesunden Leib gib mir; doch gib, Herr, daß daben auch meine Seele fromm, rein min Gewissen sey! 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen fauern Tritt hindurch ins Alter dringen: so schenke mir Geduld, und gib, daß ich alsdann mein graues Haar, o Gott, mit Ehren tragen kann! 7. Laß mich an meinem End' auf Christi Tod abschei: den; auch mir erwarb er ja die Hoffnung ew'ger Freuz den! Sanft aber ruh' der Leib in seiner stillen Gruft, wenn deine Huld den Geist zum höhern Leben ruft! [ 71.] 2. Gib, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs im: mer thu', wann, wo und wie ich soll, und dann ges rathe mir's durch deinen Segen wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen, hilf, daß ich rede frey, doch ohne Bitterkeit, sanft, doch mit weisem Ernst, was Amt und Pflicht gebeut! Mel.DO Gott, du frommer ic. 4. Gerath ich in Gefahr: 378. Herr, höre mein Gebet, Heermann u. Schlegel. 300 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Gebet, und laß es dir ges fallen! Es ist mein ganz zer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite mich; flöß' Kraft mir Schwachen ein; laß nicht umsonst mein Flehn um deine Gnade seyn! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Wers ken seyn; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn. 3. Dieß will ich, und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Vers suchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seh' der Tugend Glück; ich wünsche, gut zu seyn: und immer hab' ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott: o sieb es mit Erbarmen, und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen. Gib meinem Geiste Licht: gib meinem Vorsatz Kraft: so kämpf ich nicht umsonst mit Welt und Leidenschaft. 5. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sün: dern; ihr Beyspiel könnte leicht der Tugend Eifer hindern. Wenn der Vers führung Gift, des Leicht: finns frecher Spott dem Geist gefährlich wird: dann steh' mir bey, mein Gott! 6. So werd' ich deinem Dienst vergebens mich nicht weihen; der Schwachheit Fehle wirst du gnadenvoll verzeihen. Hab' ich dann, dir getreu, vollendet meis nen Lauf: so nimm, Herr, meinen Geist in deinem Himmel auf! [ 71.] Cramer u. Spalding. Mel. Was mein Gott will ic. 379. uf mir, mein Gott, hilf, daß nach dir von Herzen mich verlange; doß ich dich suche mit Bes gier, und standhaft dir anhange! Verleih', daß ich mit Freuden dich in deis ner Hülfe schaue; im Hers zen rein, mein Glück allein auf deinen Beystand baue! 2. Gib, daß ich in Ges rechtigkeit nach deiner Gnas de strebe, gottselig, züchtig allezeit in deinem Reiche lebe; und falle ich: so stårke mich, bald wieder aufzusies hen, mit wahrer Reu', dem Guten treu, den bes fern Weg zu gehen. 3. Laß Lieb' und Glauben allezeit in mir, o Gott, fich mehs in Hinsicht auf Gott und Jesumn. 301 mehren: dann werd' ich Ruh' Mel. Was mein Gott zc. und des zens nie entbehren. Mein 380. Ach, höchster bestes Theil, der Seele Heil, laß weise mich erwählen; das bey laß mir im Leben hier, was nöthig ist, nicht fehlen. 4. Gib, daß ich immer achtsam sey, was mir zu thun gebühre; daß Ehrgeiz nicht noch Heucheley zu Sünden mich verführe. Hilf, daß ich nicht je meine Pflicht durch Eigennut ents ehre, und nie durch Neid, Haß, Falschheit, Streit des Nächsten Ruhe store. 5. Gib, daß des Zornes Leidenschaft nie mein Ges müth regiere; gib, daß durch sanfter Tugend Kraft ich selbst den Hasser rühre. Vergeff ich mich; will Hochmuth sich in meiner Seele regen: so hilf du mir, gebeugt vor dir, der Des muth Schmuck anlegen. 6. Hilf, daß ich folge treuem Rath, von falscher Meinung trete, den Armen helfe mit der That, für Freund' und Feinde bete, dien' Jedermann, so viel ich kann, und alles Uns recht meide an allem Ort, nach deinem Wort, bis ich von hinnen scheide. [ 92.] Heermann u. Spalding Gott, verleihe mir, daß ich nur dich begehre, mein gans zes Glück nur such' in dir, und dich allein verehre: int Glück und Noth dich meis nen Gott und Vater glaus big nenne; daß Freud' und Leid zu keiner Zeit von dir, mein Gott, mich trenne. 2. Erfülle mich mit wah rer Reu', wenn ich dich je betrübe; gib, daß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorfaß je verletzen; der Seele Heil, mein bestes Theil, laß mich nach Würs den schätzen. 8. Auch bitt' ich dich, mein Gott, verleih' mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sey, den nichts mir könne rauben. Gib, daß ich mich allzeit auf dich, und auf dein Wort verlaffe, und in der Noth, ja selbst im Tod, dein Heil getrost umfaffe. 4. Hilf mir, der ich ers löset bin, daß ich den Heis land liebe, und bilde mich nach seinem Sinn; gib, daß ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzus gehn, 302 Christliches Gesinntseyn und Verhalten gehn, mich seiner nie zu schämen, und gern, wie er, sey's noch so schwer, mein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und Zorn und Bitterkeit zur Rache mich verführen! Dein Wort gebeut Vers föhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe: gib, daß den Feind, so wie den Freund, mein Herz auf richtig liebe. 6. Nie soll nach Reich thum, Gut und Geld mein Herz begierig trach, ten; nie Ruhm und Ehre dieser Welt mehr, als sie werth sind, achten; und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und eitlem Lobe streben: laß mich vielmehr, zu deiner Ehr', in wahrer Demuth leben. durch niedre Schmeicheley um Menschengunft bemüs he. Laß Ja und Nein mir heilig seyn; laß nie mich lieblos richten, und Zank und Streit mit Freundlich, keit, mit Lieb und Sanfis muth schlichten. 9. Schaff, Gott, ein reines Herz in mir, voll Glauben, Liebe, Güte; ein Herz, das, ganz geheiz ligt dir, vor böser Lust fich hüte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billig feit mit meinem Nächsten handeln. 10. Verleihe, Herr, mir deinen Geist, daß er mich stets regiere, mich, wie es uns dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe: so wird mein Herz in Freud' und Schmerz dir zu gefalz len streben, und du wirst mir, Gott, einst bey dir den Lohn der Treite geben. [ 92.] Rist, Diterich, Spalding. 7. Laß keine Ungerech tigkeit, o Gott, mein Herz beschweren; durch Mittel, die dein Wort verbeut, laß nie mein Gut mich mehren. Nie neig' mein Sinn zum Geiz sich hin! Willst du mir Güter schenken: so laß Mel. In dich hab' ich geh. ic. auch mich stets brüderlich 381. Ich weiß, mein der Dürftigen gedenken. 8. Gib, daß ich Trug und Heucheley mit aller Sorgfalt fliehe; mich nie Gott, daß, was ich thu', als lein auf deinen Willen ruh': von dir fommt Glück und Segen. Regierest du, Herr, meis in Hinsicht auf Gott und Jesum. 303 8103 meinen Gang: geh' ich auf fast unmöglich däucht; guten Wegen. Herr, du bist stark und weise! Vollende selbst dein Thun und Werk zu deinem Ruhm und Preise. 2. Es steht in keines Menschen Macht, daß das gescheh', was er bedacht, und er sich dessen freue. Dein weiser Rath, Gott, macht allein, daß Mens schenrath gedeihe. 8. Scheint's gleich im Anfang mir zu schwer; will Furcht und Sorge zu mir her von allen Seiten dringen: so muß es doch, durch deinen Schuß, mir endlich wohlgelingen. 3. Oft denkt der Mensch, und denkt's voll Muth, dieß oder jenes sey ihm gut, und täuscht sich doch, und feh: let. Oft sieht er das für schädlich an, was doch Gott selbst erwählet. 9. Der Weg zum Guten ist oft steil: doch immer fins det Ruh' und Heil, wer ihn mit Freuden gehet; und lohnen wird ihn einst sein Herz, wenn er am Ziele fiehet. 4. Drum gib mir Weiss heit aus der Höh', damit ich nie aus Stolz besteh' auf meinen eignen Willen. Mein höchster Wunsch sey, was du willst, gehorsam zu erfüllen! 5. Hilf mir, eh' sich mein Herz entschließt, erkennen, was mir schädlich ist; was dir mißfällt, verwehre. Mein einzig Ziel, mein bestes Theil sey deine Lieb' und Ehre. Fürbitte. 6. Ift's Werk von dir: Mel. Herr Jesu Christ d. ic. so gib mir Glück; ist's nicht von dir: so treib's 382. Für unsre Brüs zurück, und laß mich's nicht beginnen. Was du nicht willst, das muß von selbst in kurzer Zeit zerrinnen. der beten wir, o Bater, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm heilsam ist. 7. Steh du mir bey und mache leicht, was mir sonst 10. Dir, Herr, sey aller Ruhm gebracht! Frohlok: kend will ich deine Macht vor aller Welt erheben, und Dankes voll, zum Preise dir, nach deinem Willen leben. P. Gerhard u. Diterich. [ 50.] 2. Dir opfert unser Lob: gesang Anbetung, Ehre, Preis 304 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Preis und Dank, daß du die Menschen alle liebst, und liebend Allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns, und danken dir, und bes ten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie uns, o Gott, zu Mens schen schuf. 4. Nimm Aller väterlich Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir dir, unser Aller Vater, dir! [ 32.] J. A. Cramer. Deffentliche Gottes verehrung. dich an, und leite fie auf Mel. Herzliebster Jesu, ic. ebner Bahn; es o Herr, zu deinem Ruhm ein 383. Dir, Ewiger, sey jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir sich führen läßt, Den mach' im Guten treu und fest! 6. Entreiß der Laster Ty. ranney die Sünder; mas che, Gott, fie frey, daß fie der Tugend Pfade gehn, und freudig einst dein Ant lit sehn! 7. Gib Allen einen fro: hen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hånde Werk ges deihn, verdiente Achtung fie erfreun. 8. In ihrer Noth vers laß sie nie, und sind sie traurig: tröfte sie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort des Himmels Seligkeit. 9. Wir Alle, einst den dieser Tag geweihet! Ihn fevert gern, wer deiner, Gott, fich freuet. D laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzus beten. 2. Dich preist der Lob gefang der Himmelsheere! Auch unser Tempel schallt von deiner Ehre! Laß Lob und Dank und Bitten von uns Allen dir wohlgefallen! 3. Mit Andacht will ich, Vater, vor dich treten; du liebest Die, die kindlich zu dir beten, und willst, die ihrer Sünden Schuld bes reuen, mit Trost erfreuen. 4. O laß auch heute deis nen Geist mich lehren, im Geist und in der Wahrheit dich verehren, und festen Schrittes wandeln deine Pfade, du Gott der Gnade! 5. Dein Tag sey mir ein Denkmal deiner Treue! Gib, in Hinsicht auf Gott und Jefum. 305 ne Lehre Segen Dem, der fie recht zu Herzen nimmt; sie gibt uns Trost auf Leis denswegen, die du zu uns ferm Heil bestimmt; fie gibt im Kampfe Muth und Kraft; fie ist's, die Sieg und Freude schafft. Gb, daß mein ganzes Herz des Glücks sich freue, des hohen Glücks, das uns dein Sohn erworben, da er ges storben. 6. Ja, Preis sey dir, du Todesüberwinder! An die sem Tag haft du zum Heil der Sünder, die fern von Gott in Todesschatten sa: sen, dein Grab verlaffen. 7. Drum feyre dankbar diesen Tag die Erde, daß daß jedes Land voll deines Rubs mes werde! Lob sey, Erlös fer deinem großen Namen auf ewig! Amen! [ 38.] Sturm. 4. Auch uns wollst du dieß Glück gewähren, wenn wir in deinen Tempel gehn, um uns durch deiner Weisheit Lehren, gebeffert und erbaut zu sehn! Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein ans genehmes Opfer seyn. 5. Ja, dir gefällt das Lob der Frommen; und näher fühlen sie dein Heil, wenn sie vereinigt vor dich kommen, vor dich, ihr Mel. Religion, von Gott ic. 384. Wie lieblich ist, höchstes. Gut und Theil. o Herr, die Stätte, wo deis nes Namens Ehre wohnt! O gib, daß ich sie gern be: trete, weil da dein Segen Die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. Was du verheißest, stehet fest: wohl Dem, der sich auf dich verläßt! [ 76.] J. G. Ruths u. Diterich. 2. Wohl Dem, der in der Deinen Mitte, dich zu verehren, Ernst beweist! Du hörst sein Lob und seis ne Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er, auf deiner Wahrheit Bahn, rechtschaffen vor dir wandeln kann. ab 3. Stets ist, Herr, deis Mel. Sey Lob und Ehr ic. 385. Frohlockend dank ich, Vater, dir am Tage deiner Ehre! Du schenkest deinen Geist auch mir, daß er mich Weisheit lehre; damit auch ich, erleuchtet, dich und Jesum, deinen Sohn, und mich zu meinem Heil erkenne. 11 2. pochs Christliches Gesinntfeyn und Verhalten 306 2. Hochheilig sey die Ståtte mir, wohin, Gott, Mel. Mache dich, mein ic. deine Frommen mit Dant 386. Herr, versams und Lust und Lehrbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie, und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, dich find. lich anzubeten. 3. Hier fühl' ich durch den frommen Dank, wos mit dich Christen loben, durch ihren heiligen Ges fang, zum Himmel mich ers hoben. Hier hör' ich, Gott, im Geiste schon die Selis gen an deinem Thron ihr Heilig! Heilig! singen. 4. Hier seh' ich jeder Tugend Preis an deinem Throne peangen, und rins ge nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu ers langen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu' in meiner Pilgers schaft: mein Wandel ist im Himmel! 5. Hier fühl ich immer mehr mein Herz von deis ner Lieb' entbrennen, und feufze: laß nie Glück, noch Schmerz von dir, mein Gott, mich trennen! Wie schwer die kast ist, wird sie doch mir leichter stets, und fanft dein Joch, weil mich dein Wort erquicket. [ 22.] J. A. Cramer. melt sind wir hier, mit der Schaar der Deinen. D wer wollte nicht vor dir oft und gern erscheinen? Du erfreust unsern Geist, wenn wir vor dich treten, Herr, dich anzubeten. 2. Groß ist überall dein Ruhm, wo nur Wesen denken. Dieses Tempels Heiligthum kann dich nicht umschränken: doch auch hier strömt von dir deiner Guade Segen deinem Voll entgegen. 3. Von dem Weltges rausch entfernt, das uns oft zerstreuet, fühlt hier unser Geist und lernt, was ihn stets erfreuet. Eitles Glück weicht zurück vor den höhern Gaben, die die Seele laben. 4. Unser Herz erweitert sich, wenn wir Menschen sehen, die hier still und feyerlich mit uns vor dir stehen. Jeder nennt und bekennt, trotz dem Wahn der Spötter, dich, den Gott der Götter. 5. Jeden zieht ein fanf tes Band hin zu seinen Brüdern. Alle fühlen sich verwandt, Hohe mit den Niedern. Freund und Feind find in Hinsicht auf Gott und Jesum. 307 2. O möcht' ich doch mich allezeit an dir, mein Gott, erfreuen, und, voll von deiner Herrlichkeit, mein ganzes Herz dir weis Hen! Oft aber reißen meis nen Sinn Geschäfte, Noth und Welt dahin zur Eitels keit der Erde. sind vereint, dich, durch den sie leben, dankbar zu erheben. 6. Hier wird Christens finn geweckt, Licht und Troft verbreitet, mancher Sünder aufgeschreckt und zu dir geleitet; Noth und Schmerz lernt das Herz, hier gestärkt, ertragen, ohne zu verzagen. 7. Ja, dein Wort, das hier ertönt, ist das Wort des Lebens! Er, der uns mit dir versöhnt, sprach es nicht vergebens. Selig ist jeder Christ, der es acht sam höret und durch Tus gend ehret. 8. Gott, wir wollen oft und gern dich im Tempel preisen, und hier Jesu, un ferm Herrn, dankbar uns beweisen! Er allein soll es seyn, den sich unsre Seelen stets zum Führer wählen! [ 82.] Reche. Mel. Sey Lob und Ehr ic. 387. Vor deinem Thros ne bet' ich an, du Schöpfer aller Dinge! Ich will, ich darf mich zu dir nahn; du hörst, wenn ich dir sin ge; du willst's, wenn du gleich wohnst im Licht, in das mein blödes Auge nicht vermag hineinzuschauen. 3. Ach zeuch mich), o mein. Gott, zu dir am Tage dei ner Ehre; gib, daß ich dann nur dich in mir ems pfind' und seh' und höre: doch laß auch jeden Tag allein dir, o mein Gott, geheiligt seyn, zur Wohls fahrt meiner Seele! 4. Nimm hin mein Herz, und wohn in mir, damit mich nichts zerstreue, wenn ich dich lob' und mich in dir und deiner Gnade freue! Laß keine Sorgen dieser Zeit die Sorge für die Ewigkeit in meiner Seele stören. 5. Geheiligt laß vor deis nem Chron, o Vater, mich durch deinen Sohn, mein erscheinen; geheiligt, Gott, Herz mit dir vereinen! Was deiner Gnade Wort verheißt, gewähre mir dein guter Geist, und allen deis nen Frommen. 6. Gib, daß des Wors tes Geist und Kraft Vers stand und Herz durchdrine 11 2 ge, 308 Christliches Gesinntseyn und Verhalten ge, daß ich mit Fleiß, ges wissenhaft und treu dein Recht vollbringe. Auch mache mir bis auf den Grund mein Herz, mein ganzes Leben kund, daß ich nie heucheln möge. 7. Gib Alles, was dein Sohn verheißt, und send' uns Kraft von oben, das mit wir dich mit Einem Geist, aus Einem Munde loben. Laß unser Lob und unser Flehn, und unsern Dank von Mel.Wunderbarer König i. und dir, o Herr, gefallen! 389. Gott ist gegens [ 22.] J. A. Cramer u. wärtig! Froh ihn anzubeten, Niemeyer. laßt uns vor sein Antlitz tres ten! Er ist groß und herrlich! Alles, Alles beuge sich vor seinem Thron und schweis ge, andachtsvoll, uns zum Wohl, auf die sel'gen Lehs ren seines Worts zu hören! 2. Möchten wir doch würdig deinen Namen preis sen, Gott, dir würdig Dank erweisen! Möchten wir, gleich Engeln, einst dein Lob erhöhen, und, wie sie, dein Antlitz sehen! Gib, daß wir dir schon hier suchen zu gefallen; hilf das zu uns Allen! Beym Anfang des Got tesdienstes. Mel. Nun danket alle G. ic. 388. Gott, Preis dir, daß wir dich im reinern Licht erkennen, und kinds lich, voll Vertraun, dich dürfen Vater nennen; daß du, Herr, durch dein Wort den Pfad zu dir uns zeigst, und deine Vaterhand uns, wenn wir straucheln, reichst! trüben Stunden Muth, zu guten Thaten Kraft. 3. Laß uns, o Ewiger, dir reine Opfer bringen; von heil'ger Gluth ents flammt laß sie zum Throne dringen! Wir stammeln nur dein Lob; neig' uns voll Huld dein Ohr! Einst mischt sich unser Dank in deiner Himmel Chor. [ 65.] von Köpken. 2. In deinem Heiligthum, vereint zur Andacht, hören wir deines Rechts Gebot, und deines Trostes Lehren. Hier fammelt unser Geist zur Erdenpilgerschaft in 3. Gib, daß unsre Kennts niß sich von dir vermehre, uns zum Heil und dir zur Ehre. Unsre ganze Seele müsse schon auf Erden gros in Hinsicht auf Gott und Jesum. 309 hier vor dir, dich, o Vater, zu verehren, und mit stiller Lehrbegier auf das Wort des Heils zu hören, von der Welt uns zu entfernen, und, was dir gefällt, zu lernen. Mel. Herzliebster Jesu, ic. 2. Gib uns deinen Geist, o Gott, und durch ihn den wahren Glauben! Nim390. Sep uns geseg, mer laß der Låstrer Spott net, Tag der stillen Fever! Du, heil'ger Tag, sey unserm Herzen theuer! In froms mer Andacht laß uns deine Lehren, o Vater, hören! dieses Segens uns beraus ben! Gib auch Licht und Muth und Stärke uns zu jedem guten Werke! 2. Doch laß, o Herr, dein Wort uns nicht nur hören: laß uns auch thun nach deines Wortes Lehren, und gib uns Kraft, mit Freuden deinen Willen treu zu erfüllen! 3. Hilf, daß alle Süns der sich durch dein Wort zu dir bekehren! Laß uns Alle, stark durch dich, gern vollbringen, was wir hös ren! O dann findet schon hienieden unfre Seele Heil und Frieden. [ 54.] J. A. Cramer. 3. Laß für die Tugend unser Herz entbrennen, und lehr' uns Jesum Christum recht erkennen, daß wir, In voriger Melodie. von seinem Sinn und Geist 392. Komm zu uns, o getrieben, das Gute üben. 4. Dein Wort, o Gott, ist Licht auf unsern Wegen; es gibt uns Weisheit, Sees lenruh' und Segen, und wird einst Seligkeit in jenem Leben den Frommen geben. [ 38.] Sturm. Geift des Herrn! Lehr uns zu dem Vater beten, und erweck uns, daß wir gern und voll Glaubens zu ihm treten: so wird er, um Chrifti willen, unsre Bitten gern erfüllen. Mel. Liebster Jesu, wir ic. 2. O du Geist der Herrs lichkeit, wirke kräftig in uns Allen! Jedes Herz sey dir geweiht; schaff' zu deinem 391. Wir erscheinen Wohlgefallen, daß wir, reich großer Gott, dein Tempel werden! Wo wir stehn, wo wir gehn, hilf uns dir nur leben, und dich stets erheben. Tersteegen u. [ 105.] Schlegel. 310 Christliches Gesinntseyn und Verhalten an deinen Gaben, Weis, Mel. Liebster Jesu, wir sc. heit, Tugend, Ruhe haben! 3. Laß uns jetzt bein bei 394. Hilf, Herr, daß lig Wort mit vereinter An dacht hören! Gib auch, daß wir fort und fort wans deln, Herr, nach deinen Lehren: so wird, Höchster, uns dein Segen leiten auf des Lebens Wegen. dein theures Wort unfre Seele ganz durchdringe; daß es jetzt und immerfort in uns reiche Früchte brins ge! Gib, daß es uns kråfs tig stärke zur Vollbringung guter Werke! [ 54.] [ 54.] Tob. Clausnitzer. Mel. Herr Jesu Christ, dich. 393. Erhör uns, Gott! Wir flehn um Licht: verfas ge deinen Geist uns nicht! Laß uns dein heilig Wort verstehn, und freudig deine Wege gehn! 2. Erleuchte unsre Sees len nun; stårk' uns, und lehr' uns redlich thun nach deinem Wohlgefallen, Gott! Denn dein sind wir jetzt und im Tod. 3. Mach' uns im Glaus ben stark, und fren von Trägheit und von Heuche: len, zu weihn dir unsre Lebenszeit in christlicher Rechtschaffenheit. 4. D Höchster, unser Lobgesang gefalle dir und unser Dank, bis wir vor deinem Throne stehn, und dann vollkommner dich ers höhn! [ 32.] J. A. Cramer. Müller u. Stocks hausen. Mel. Liebster Jesu, wir x. 395. Herr, vor deinem Angesicht sind wir hier, dich anzubeten. Laß uns ohne Andacht nicht, nicht ohn' Ernst dein Haus betreten; gib uns Herzen, die dich ehren, gern der Wahrheit Stimme hören. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen, und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Sees len dringen; laß es unsern Sinn erneuen, und des Irrs thums Nacht zerstreuen! 3. Daß, mit deinem Wort bekannt, wir, was du befohlen, üben, dich und Den, den du gesandt, Jefum Christum, herzlich lieben; daß kein Leid und keine Freude uns von deiz ner Liebe scheide! [ 54.] Schiebler Mel in Hinsicht auf Gott und Jesum. Mel. Ach, was soll ich ic. In eigener Melodie. 396. Lent, o Gott, in 398. Liebster Jefu, wir sind hier, deiner Wahrheit Wort zu hören! Lenke Sins nen und Begier zu des Hims mels heil'gen Lehren, daß die Seele von der Erde ganz zu dir gezogen werde. 2. Dieses Lebens Wissens schaft ist mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deis nes Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet. Glaubend lehr auf's Wort uns merken! Laß es uns zum Leben stårken! dieser Stunde unsern Geist empor zu dir! O wie felig werden wir, stehn wir nur mit dir im Bunde! Wer bich kennet, liebt und ehrt, findet, was sein Herz bes gehrt. 2. Sieh, wir sind an diesem Orte still und fevers lich vereint; preifen dich, o Menschenfreund; hören hier des Lebens Worte. Fern sey alle Heucheley! Jeder sey dir ewig treu! [ 3.] Reche. Mel. Herr Jesu Christ, dich. 397. Der du stets uns fre Zuflucht bist, sen mit den Deinen Jesu Christ! Send uns den Geist, der uns res giert, und uns den Weg zur Wahrheit führt. 311 2. Er stärk' den wankens den Verstand, mach' uns dein heilig's Wort bekannt; zur Heiligkeit flamm' er uns an, und leite uns auf rechter Bahn! 3. Halleluja! Einft sin gen wir, Gott: heilig! heilig! heilig! dir, und schauen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht. [ 32.] Klopstock. 3. Du, von Gott zur Herrlichkeit über Alles hoch erhoben; du, den dort in Ewigkeit hoher Geister Schaaren loben, lehr uns, deines Himmels Erben heilig leben, selig sterben! [ 54.] Tob. Clausnißer. Nach dem Gottesdienst. Mel. Liebster Jesu, wir ic. 399. Unfer Gott, wir danken dir, daß du uns Dein Wort gegeben. Hilf uns gnädig, daß auch wir treu nach deinem Willen les ben! Gib dem Glauben Kraft und Stärke, daß er thätig sey durch Werke! 2. Uns, o Bater, leh: rest 312 Christliches Gesinntseyn und Verhalten rest du, wie wir vor dir wandeln sollen. Schenk uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wols Ien, und zum Wollen das Vollbringen! Herr, laß Alles wohl gelingen. [ 54.] Haßlocher u. Diterich. Mel. Nun danket alle G. c. 400, Gepriefen fey der Herr für seines Wortes Lehren! Den Sündern rief er zu, sich ernstlich zu bes kehren; Betrübten gab er Trost; den Schwachen Muth und Kraft; den Frommen stårkern Trieb zu dem, was Segen schafft. 2. Es bringe nun sein Wort, durch seines Geistes Stårke, in unserm Wandel stets auch Früchte guter Werke; daß unser Glaube fest, ihm bis zum Tode treu, und immer thätiger durch wahre Liebe sey! [ 65.] J. A. Cramer. Mel. Liebster Jesu, wir zc. Rel. Liebster 401. Gott fey Preis und Dank gebracht! Jetzt auch haben wir vernom men, was uns gut und selig macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen; Lehren, die zu guten Werken fråfs tig unsern Glauben stärken. 2. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vas tersegen; wer auf Gottes. Wegen geht, findet Heil auf seinen Wegen. Laßt uns denn, ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 3. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang, uns fre Werke; segne Jeden in der Noth mit Geduld, mit Trost und Stärke: daß wir, feines Sohnes Erben, ihm nur leben, ihm einst sterben! [ 54.] J. A. Cramer. Anerkennung und Ver ehrung der Verdienste und der hohen Würde Jefu. high Mel. Komm, heiliger G. u. 402. Uns, die anbe tend dir sich nahn, nimm', Jesus Christus, gnädig an! Wir wollen unser Herz dir geben, die sterben und dir leben. Rüst uns mit deines Geistes Kraft auf dieſer Ers de Pilgerschaft, daß nicht die Lockungen der Sünden uns, deine Jünger, überwinden, durch ihre Macht.:,: 2. Du, Schuß der Deis nen, starker Hort, laß deis ner Wahrheit helles Wort auf in Hinsicht auf Gott und Jesum. 313 auf unsers Lebens Pfad uns 2. Noch immer bist du, leiten, nicht wanken uns, Herr, bereit, den Sichern noch geleiten! Treib fern zu erwecken; Dem, der von uns des Irrthums Gott weder kennt noch Nacht, und wehre deiner scheut, sein Elend aufzus Feinde Macht: daß herr: decken; und wenn, von schend auf der ganzen Erde Sündenschuld beschwert, er dein sanftes Gottesreich der Vergebung Trost bes bald werde, zum Heil der gehrt, ihn dann in seinem Welt!:,: Leide mit Gottes Frieden zu erfreun, und Bekrungskraft ihm zu verleihn, ist dir, Erlöser, Freude. 3. Noch immer stehst du Denen bey, die dich zum Führer wählen, und ihre Geelen deiner Treu' zur Leis tung anbefehlen. Du lens test deiner Freunde Schritt, und theilest ihnen Kräfte mit, der Tugend Bahn zu gehen; du schenkest ihren Herzen Ruh', und führst fie deinem Himmel zu, sich ganz beglückt zu sehen. 3. Du Hocherhabner! Gottes Sohn! Hilf uns vor deines Vaters Thron getroft, in deinem Namen, treten, und freudig zu ihm beten! Mach uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewig, keit: daß wir als deine Streiter ringen, zu dir durch Tod und Leben drin gen! Halleluja!:,: [ 51.] G. B. Funk. Mel. Ein Lämmlein geht ic. 403. Dich ehre dank voll jeder Chrift, o Jesu, Trost der Sünder! Du blei best ewig, was du bist, der Freund der Menschenkin: der. Die Seligen, Herr, jauchzen dir: wie sollten denn, Erlöser, wir nicht deinen Ruhm erheben? Auch uns erwarbst du ew'ges Heil, und willst so gern uns Allen Theil an deinem Segen geben. 4. Dieß ist dein Ruhm und unser Glück! Wer folls te dich nicht ehren? Wer auch nur einen Augenblick nicht deine Stimme hören? zeuch selbst mein Gemüth zu dir, und wecke deinen Sinn in mir und deines Geistes Triebe! Gib mir ein stilles, frommes Herz, voll Mitleid bey des Näch sten Schmerz, und voll von Menschenliebe! [ 18.] Diterich. Mel. 314 Christliches Gesinntseyn und Verhalten. In eigener Melodie. 404. Mein Heiland nimmt die Sünder an, die unter ihrer Last von Süns den kein Mensch, kein Ens gel retten kann, die nirs gends Troft und Ruhe fins den. Wenn ihnen dieses Lebens Noth, wenn ew'ges Elend ihnen droht, und wenn sie nirgend Hülfe wissen: so stillt er huldvoll thr Gewissen, und lehrt fie gläubig Gott sich nahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 2. Sein überschwenklich liebend Herz bracht' ihn zu uns herab auf Erden. Er scheute nicht Gefahr noch Schmerz; er trug die drückendsten Beschwerden und bittre Leiden ohne Zahl, Schmach, Lästerung und jede Qual; wie willig hat er selbst sein Leben zu unserm Heile hingegeben! Für uns, für uns hat er's gethan! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 3. Nun herrscht er auf der Himmel Thron, auch da die Zuflucht aller Sees len, die, schnödem Sündendienst entflohn, zum Freund und Retter ihn ers wählen. Er, der sein Blut für sie vergoß, macht von der Sündenschuld fie los, wenn sie sich gläubig zu ihm wenden; er hat ihr Heil in seinen Händen, der Reuige begnad'gen kann. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 4. Deß freut der Jün ger Jesu fich; mit Gott versöhnt, nicht mehr ein Sünder, genießt er jetzt und ewiglich die Rechte der geliebten Kinder. Die Kinder läßt der Vater nie; er heiliget, er segnet sie; sie sollen sich zu ihm ers heben, bey ihrem Vater ewig leben, ein herrlich's Erbtheil dort empfahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 5. Ganz unbegrångt ist Jesu Huld. Mit welchem liebenden Verlangen, mit welcher schonenden Geduld ist er Verirrten nachgegans gen! Er streckt die Hand nach Zöllnern aus; er eilet in der Sünder Haus, stillt auch der Tiefgefallnen Zäh ren, die seiner Liebe Trost begehren, erbarmt sich Aller, die ihm nahn. Mein Heis land nimmt die Sünder an. 6. Wie blickt er dort auf Petrum hin! Wie fleht er sterbend für die Feins be! Wie bald, mit wels chem treuen Sinn besucht er, in Hinsicht auf Gott und Jesum. er, auferweckt, die Freuns de, die ihn verließen; wie verzeiht er ihre blöde Schüchternheit!- Er war einst, unter Kreuz und Leis den, ist noch, in seinen Himmelsfreuden, den Süns dern liebreich zugethan. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 7. Drum eil' ich hin zu ihm voll Reu'; wenn meis ne Sünde mich betrübet: unwandelbar ist Jefu Treu', der bis zum Tode mich ges liebet. Verloren müßt' ich wahrlich gehn, wollt' ich nicht selbst mein Elend sehn, und länger noch der Sünde dienen! Er ist zum Retter mir erschienen, bes tret' ich nur der Beßrung Bahn! Mein Heiland nimmt die Sünder an. 315 9. Und fündigt' ich auch noch so schwer: er wird mich dennoch retten wols len. Sagt nicht sein Wort: es will der Herr, daß als le Menschen leben sollen? Wenn ich es jetzt nur reds lich mein', nur ernstlich meinen Fall bewein', sein leichtes Joch nur willig trage, und allen Sünden ganz entsage: hinweg dann mit des Zweifels Wahn! Mein Heiland nimmt ges wiß mich an. 8. Will banger Kleins muth dir, mein Herz, der Gnade Gottes Hoffnung rauben: so lehrt sein Wort in diesem Schmerz an Gots tes Huld mich freudig glaus ben. Lern' ich von ihm; bin ich bereit, zu thun das, was er mir gebeut: so werd' ich Reinigung von Sün, den, und Weisheit, Tugend, Ruhe finden, und freudig gehn auf ebner Bahn. Mein Heiland nimmt die Sünder an. 10. Doch fern sey die Verwegenheit, jetzt dieser Welt noch zu genießen, und erst, wenn Tod und Grab mir draut, zur Besserung mich zu entschließen! Weiß ich, was mein Herz wollen wird, wenn es noch weiter sich verirrt? Und wollt' ich auch! werd' ich auch können? Wird mir der Herr zu thun vergönnen, was ich aus Frevel nicht gethan? Heut komm ich; heut nimmt er mich an. 11. D zeuch mich selber, Herr, zu dir, daß innig ich nach dir verlange, daß ich dich suche, und schon hier Vergebung, Heil und Trost empfange! Durch bringe mich mit Reu' und Schmerz, und laß dann mein geängstet Herz der Gna: 316 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Gnade Frieden tief empfin: der Seelen Glück; Zwei: den! Zeuch mich zu dir, daß, frey von Sünden und Sündenschuld, ich rühmen kann: auch mich nahmst du, mein Heiland, an! [ 60.] Lehr und Ribbeck. Liebe gegen Jesum. Mel. Sollt' ich meinem ic. 405, Welterlöfer, dich zu lieben, bis das Aug' im Tode bricht, mit des Her zens reinsten Trieben, ist uns theure, heil'ge Pflicht! Von der Liebe Gluth durch drungen, kamst du aus des Himmels Reich, wurdest schwachen Menschen gleich, haft mit Noth und Tod gerungen. Froher Herzen Preisgefang sagt nun deis ner Liebe Dank! 2. Keine lockende Bez gierde drängte dich zum Eiteln hin; Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrets tung dein Gewinn. Willig trugst du deine Bürde, tras test fanft und still hervor, hobst die Welt zu Gott empor, daß sie ewig selig würde. Niedrigkeit war, Niedrigkeit war, Herr, dein Loos: und doch dein Verdienst so groß! 3. Mächtig selbst im tiefs ften Staube, schufefst du felsucht und Aberglaube schwanden in die Nacht zus rück; hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgsam war, fab sein Heil in voller Klarheit. D wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Licht!" 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem großen Weltenherrn. Freu dig sehen wir und schmek ken: er ist nimmer von uns fern! Seine Liebe, nichts, als Liebe, predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Lieben übe. Menschenfreund, seit du erschienst, ist die Liebe Gots tesdienst. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du sollst leben! heitert seinen Thränenblick. Ach, du blutetest am Kreuz ze, trugest Schmach und Angst und Noth, starbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frömmern Leben reize. Folgt er dir:- 0 welche Huld!- ausges tilgt ist seine Schuld. 6. Heil uns, wenn wir treu dir dienen! Wonne ftrömt 2179 in Hinsicht auf Gott und Jesum. strömt durch unsern Geist. Noch ist es uns nicht ers schienen, was die Zukunft uns verheißt. Dich, dich hat uns Gott gegeben; o zu welcher Herrlichkeit wird er nach durchkampfter Zeit uns, dein treues Volk, ers heben! Herr, durch diesen Hoffnungsstrahl wird uns hell das Todesthal. 7. Dank sey dir von als len Frommen, Preis und Dank sey dir geweiht! Herr, durch dich ist heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer, gleich dir, durch's Leben gehet, schmeckt schon hier des Hims mels Lust; Friede wohnt in seiner Brust; wird er einst zu Gott erhöhet: dann mischt sich der Liebe Dank in der Engel Preisgesang. [ 81.] Reche. Dankbarkeit gegen Je sum, thätige Benußung seiner Verdienste, Nach ahmung Jesu. 317 folgen will ich siets, mich ganz der Tugend weihn, und jede Günde fliehn: so bleib ich ewig dein! 2. Was war' ich ohne dich? Umringt mit Finsters niffen auf meines Lebens Bahn, würd' ich von Gott nichts wissen. Du hast den Geist erhellt durch deis nes Lichtes Schein; du bahntest mir den Weg: dir will ich dankbar seyn! 3. Durch dich nur lerns te ich den Gott der Liebe kennen, und kann vertraus ensvoll ihn meinen Vater nennen. Ift Gott mein Vater: dann darf ich nichts ängstlich scheun, und in der größten Noth werd' ich nie trostlos seyn. 4. Kommt einst der Tod: er wird als Friedensbote kommen. Das Schrecken, das ihn sonst umgab, ist ihm genommen. Wie sollt dankbar seyn? Ich leb, ich ich nicht dafür dir, Jesu, sterbe dir; ich bin, Herr, ewig dein! [ 65.] Demme. Mel. Nun danket alle G. ic. Mel. Herr, ich habe miß. ic. 406. Was kann ich, 407. Jefum ewig zu Jefu, dir für deine Liebe, geben? Nimm hin mein Herz und Sinn, nimm hin mein ganzes Leben! Dir verehren, ist mir fanfte, heil'ge Pflicht; feine weiss heitsvollen Lehren geben meis 318 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten meinem Geiste Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beyspiel Kraft und Stärke. dich, der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jesu, dir zu werden, sey mein höchstes Ziel auf Erden! [ 31.] Demme. 2. Sollt' ich ihn nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschen ist? Mel. Sieh, hier bin ich Ehr. Nennt den Edlen, nennt 408. Sieh, hier bin den Weisen, welcher so, wie Jesus Christ, reine Tugend, die er lehrte, durch ein göttlich Leben ehrte; ich! Heiß und innig steigt zu dir empor mein Flehn! Meiner Liebe reine Triebe wirst du, Mittler, nicht vers schmähn. Laß dich finden, laß dich finden! Blick auf mich von deinen Höhn! 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband; der selbst bey des Todes Schmerzen Mitleid gegen Die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluch. ten, seine Qual zu mehren suchten; 2. Gib mir Armen, voll Erbarmen, gib aus Gnaden mir den Sinn, dir vor Allen zu gefallen, dir, deß Eigens thum ich bin. Laß dich fins den, laß dich finden! Nimm mich ganz zum Opfer hin! 4. Den kein Sturm des Schicksals beugte; der ges recht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hinzugeben! 5. D, ich weil' an deinem Bilde gern, erhabner Men schenfreund, wo mit so viel fanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jes dem guten Werke find' ich Antrieb hier und Stärke! 6. Durch mein Leben dich zu preisen, sen mir hobe, heil'ge Pflicht; dich, den Liebevollen, Weisen, 3. Sieh mein Sehnen, meine Thränen: ach, sie suchen, Jesu, dich! Deiz ner trösten die Erlösten hier im Pilgerleben sich. Laß dich finden, laß dich finden! Hab' ich dich, wie reich bin ich! 4. Heilig immer, wanks te nimmer in der From: migkeit dein Herz. Ich nur finde noch der Sünde tödtend Gift in mir mit Schmerz. Laß dich finden, laß dich finden! Schaff in mir ein reines Herz! 5. Tief in Hinsicht auf Gott und Jesum. 319 blickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. 5. Tief in Nöthen laß mich beten, kindlich beten, Herr, vor dir. Wenn ich weine: so erscheine bald mit deiner Hülfe mir! Laß dich finden, laß dich fin den! Denn mein Herz vers langt nach dir. 6. Ach, wie nichtig, kurz und flüchtig sind die Freus den dieser Zeit! Dich nur wähle meine Seele, dich, mein Theil in Ewigkeit! Laß dich finden, laß dich finden! Mach zum Hims mel mich bereit! [ 79.] J. Neander u. J. Mayer. Mel. D du Liebe meiner zc. 409, Menschenfreund nach deinem Bilde bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig' auch mich zur Güte hin! Unwerth wär' ich, dich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht! 2. Wo du, Jesu, Mens schen nahtest, folgte Wohls thun deiner Spur; wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager franker Brus der, wo du je nur hinges 3. Menschenfreundliche ster von Allen, Keinen bast du je verschmäht. Wer vers irrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für seines Herzens Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe, die er nirgend fand. 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leis det, ruhe hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich' ich dem Herrn: fein Vers schonen, sein Vergeben, o wie übt's mein Herz so gern! 5. Mag man mich auch bitter krånken: o, mein Heiland litt noch mehr! Mag man Arges von mir denken: dulden will ich es, wie er! Wenn mir Jes mand Gram bereitet: irrt vielleicht nur sein Vers stand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Lie be sich zu weihn! Des schafft so süßen Frieden, wohls 320 Christliches Gesinntseyn und Verhalten wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn dahin; wen zum Wohl thun Liebe dringet, Den lohnt dauernder Gewinn. 7. Zwar der Wehmuth Zahr' entfließet Dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut: aber wer beym Sien weinet, freut doch einst sich, wär's auch spåt; endlich, Heil uns! endlich keimet, was die Liebe auss gesät. [ 69.] Niemeyer. In eigener Melodie. 410. Mir nach, spricht Christus, unser Held; folgt meinem Vorbild, Christen! Verläugnet euch, besiegt dieWelt mit ihren schnöden Lüsten; gebt ihren Reizun: gen nicht nach, erduldet lieber Ungemach. 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu heil'gem Tus gendleben. Wem soll ich auch, wem sonst, als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigft den Weg zum wahren Wohl; zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. 3. Dein Herz, voll Gott ergebenheit, war auch voll Menschenliebe, voll Des muth, Sanftmuth, Freunds lichkeit, und reger Mits leidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du groß müthig Hülf und Wohl that zu. 4. Dein Beyfpiel lehrt, was schädlich ist, mit weis ser Vorsicht fliehen; es lehs ret mich, mein Herz der Lift und Heucheley entzies hen. D, wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! 5. Du gingst als Füh rer einst voran, stehst auch mir noch zur Seite; du kämpftest selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich im Streite. Wie könnt' ich denn noch zags haft seyn, und mich, dir nachzufolgen, scheun? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wird's ohne dich verlieren; wer's bey dir zu verlieren scheint, Den wirst zum Heil du führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, und in dem Kampf der Tugend gern, getrost und stand haft stehen; denn wer nicht kämpft, trägt nicht die Kron' in Hinsicht auf Gott und Jesum. 321 Auch Leiden werden mir einst Segen: aus dunkler Nacht strahlt mir dein Licht. Nur Sünder zits tern vor dem Grabe; ich, der ich dich zum Freunde com to 11 411. Wie wohl ist mir, habe, kann über Tod und Grab mich freun; denn ich gehöre zu den Deinen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen; bald werd' ich völlig selig seyn. o Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh'! Ich traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Ben dir vers geff' ich meine Leiden; denn o wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt' ich jemals muth: los werden? Du, du bist überall mit mir! Kron' des ew'gen Lebens einst davon. [ 62.] J.Angelus u.Diterich. In eigener Melodie. 2. Hab' ich, Erlöser, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du sorgst für mich. Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde: ich bin getrost; ich trau' auf dich. Auch wenn die Suns den mich verklagen, darf ich nicht rettungslos verzas gen: ich weiß, was du für mich gethan. Tråt' Alles wider mich zusammen: ich bebe nicht; wer will vers dammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall' ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. 4. Gelobt seyst du, o Freund der Seelen! In deiner Huld wie wohl ist mir! Was kann, da dut mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bey dir. In noch so drückenden Bes schwerden hab' ich den Hims mel schon auf Erden; denn du bist durch den Glauben mein. Ich darf, ich will nicht ängstlich klagen: wer kann, wo Jesus ist, vers zagen? Mein Freund ist mein, und ich bin sein. [ 101.] W. Deßler u. Cramer. - Treue. Mel. Warum sollt' ich zc 412. Meines Herzens reinste Freude ist nur die ,, daß ich nie mich von Jefit scheide; daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit * hocha 322 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Hocherfreut seine Stimme durch den Retter unfrer höre. Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit wartet unser nach der Zeit! 2. Freundlich ruft er alle Müden, und erfüllt, fanft und mild, ihren Geist mit Frieden; seine Laft ist leicht zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tròs ftet, wenn wir zagen. 2. Meines Glaubens freu' ich mich; freue, Gott, mich deines Sohnes! Meis ne Seele rühmet sich ihres Retters und des Lohnes, den durch ihn in jener Welt deine Huld uns aufs behält. night 3. Ja, er kennt die Leidensstunden; größern Schmerz hat kein Herz, als sein Herz, empfunden. Darum blickt, wenn seis ner Brüder Einer weint, unser Freund mitleidsvoll hernieder. Jst am 3. Bringt gleich sein Bes fenntniß hier mir oft Leis den und Beschwerden: dens noch bin ich treu; denn mir follen ew'ge Freuden wer: den. Was ist gegen solch ein Glück meines Leidens Augenblick? datar bel 4. Will das Herz der Noth erliegen: dann hilft Er, unser Herr, kämpfen uns und siegen. Selig, wer in bösen Zeiten, in Gefahr, immerdar sich von ihm läßt leiten! 4. Seines Wortes will ich nie feige mich vor Spits tern schämen, wenn, aus Wahn und Dunkel, fie frech ihm seine Ehre nehs men! Was vermag der Låstrer Spott wider Jes fum, wider Gott? 5. Was vermag er, tobt er gleich, wider mich und meinen Glauben? Gottes Beyfall, Gottes Reich kann doch keine Macht mir raus ben. Herr, ich halte an dir fest, der die Seinen nie verläßt! 6. Welchen Kampf hast du einst, Herr, für mein ew'ges Heil gestritten! Jes ne 5. Jesu, treuster Freund von Allen, mit dir will, froh und still, ich durch's Les ben wallen! Auch der Tod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken! [ 90.] Bürde. Mel. Jesus, meineZuvers.zc. 413. Sanft und leicht ist Christi Joch; und was kann bey ihm uns fehlen? O wie selig sind wir doch in Hinsicht auf Gott und Jesum. ne Schaar der Märtyrer, der Welt ein Licht; und was hat die für dich gelits ten! Schmach und Mars tern, selbst den Tod litten sie für dich und Gott. folg' ich seinem Schein: wie glücklich bin ich dann, wie selig werd' ich seyn! 7. Nein, der Spotter Wiß und Hohn darf und soll mich nie verführen, meinen Theil an Gottes Lohn, meinen Himmel zu verlieren! Fest will ich im Glauben stehn, auch für fie um Rettung flehn! 8. Treu seyn will ich bis zum Tod; denn mein Glaub' ist nicht vergebens. Nach dem Tode führt mich Gott zu der Wonne jenes Lebens, und mit ew'ger Herrlichkeit krönt er mich nach kurzem Streit. [ 48.] J. A. Cramer. 1 323 3. Dieß müsse meine Lust an dir, o Herr, erwecken! Zu schwach, den ganzen Rath der Gottheit zu ents. decken, nehm' ich dein hohes Heil mit Dank und Freus den an, und folge dir getreu auf ebner Tugendbahn. 4. Einst wird die Ewig: keit mir hellres Licht gewäh ren, und, Mittler, dein Vers dienst im Schaun sich mir erklären. Unendlich ist mein Heil; o Glaube, der ers freut! Gelobet sey der Herr, gelobt in Ewigkeit! [ 65.] Gellert u. Diterich. Andenken an Jesum; Abendmahlsfener. Mel. Nun danket alle G. 16. 414. Mag doch der Mel. Wer nur den lieben ic. Spotter Heer sich deines Namens schämen; ich freue 415. Spier bin ich, Jes mich, dein Heil, Erlöser, anzunehmen. Dein Kreuz ist Thorheit nur Dem, der es nicht versteht, Licht aber Dem und Trost, der Gots tes Wege geht. su, zu erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Wils len, zur Pflicht und Wohls that mir gemacht. Verleih', zur Ulebung dieser Pflicht, mir deines Geistes Kraft und Licht. 2. Du kamst, des Höch ften Sohn, im Leben und im Sterben uns Weisheit, Kraft und Trost und Gnas de zu erwerben. Du wardst 2. Es werde mir für mein Gewiffen dein Mahl ein tröstlich Unterpfand, € 2 daß 324 Chriftliches Gefinntseyn und Verhalten daß ich, der Sündenschuld dich! Du lebtest und du entrissen durch dich, bey starbst für mich. Gott Vergebung fand: so freuet meine Seele sich, Herr, deines Heils, und preiset dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deines Mitleids Triebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! Es wecke deines Todes Schmerz zu heißer Dankbarkeit mein Herz! 7. Ich will, wie du, den Nächsten lieben; und, wenn er sich an mir vers geht, Versöhnlichkeit und Sanftmuth üben! Dir, der für seine Mörder fleht, und Gott, der so viel Schuld vergibt, ist ähnlich, wer auch Feinde liebt. 4. Hilf mir mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir ers warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Jch übergebe mich aufs neue, mein Herr und Heiland, jetzt an dich; ich schwöre dir bestånd'ge Treue bey deinem Mahle feyers lich. Dein eigen will ich ewig sevn; du starbst für mich: drum bin ich dein! 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen der Ehr: furcht, die dir, Herr, ges bührt; nie Theil an frecher Kafirung nehmen, die zu des Lasters Abgrund führt; mein ganzes Leben preise 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und einst, entfesselt von dem Staube, zu dir, Erlöser, sich ers hebt! Bereitet ist die Stats te mir, in deines Vaters Reich, von dir. 9. Ich fall' im Geiste vor dir nieder, und bete deine Liebe an. Mit neuer Kraft beginn' ich wieder des Glaubens und der Tugend Bahn! D, daß zur Stärkung meiner Treu' dein Mahl mir, Herr, gesegnet fey! [ 9.9.] Bruhn. Mel. Nun freuet euch, lieb.c. 416. Sperr, deines Les bens letzte Nacht, die Nacht voll Angst und Schmerzen, die dich dem Tode nah' ges bracht, sen heilig unsern Herzen! Un deiner legten Stunden Qual laß uns bey deinem Abendmahl mit in Hinsicht auf Gott und Jesum. 325 Abendmahl, so oft wir es genießen, der Segen, daß wir jedesmal von neuem uns entschließen, uns deis ner Liebe zu erfreun, dir unverbrüchlich treu zu seyn im Leben und im Tode. [ 66.] Lavater. mit Dank und Rührung denfen! 2. Versammelt hattest du um dich noch einmal deine Treuen, den Bund der Liebe feyerlich mit ih nen zu erneuen; von Lod und Trennung sprachest du: vernichtet war der Deinen Ruh', ihr Muth und ihre Hoffnung. Mel. Valet will ich dir: c. 3. Da gabst du, for: 417. Voll Inbrunft, gend für ihr Wohl, Erquik: fung ihren Herzen. Du tröstetest sie liebevoll bey deinen eignen Schmerzen. Du stiftetest der Liebe Mahl: und einer bessern Hoffnung Strahl ging auf in ihrer Seele. 4. Auch wir erheben uns fern Blick, an deines Altars Stufen, zu jenem höhern, ew'gen Glück, zu dem uns Gott berufen durch dich, der du für Alle starbst, und Hoffnung uns, auch uns, erwarbst, des ew'gen Les bens Hoffnung. 5. Gib, daß aus Dank: barkeit wir nun die Süns de ernstlich meiden, mit Frenden Gottes Willen thun und standhaft seyn im keiden; gib, daß wir deine große Huld durch Liebe, Sanftmuth und Geduld, und frommes Leben ehren. 6. Dieß sey von deinem Dank und Freude versams melt, beten wir, gedenken deines Todes und fingen, Jesu, dir! Erweckt bey deis nem Mahle zu neuer, festrer Treu', empfinden wir, wie felig, wer dir sich weihet, fey. 2. Wie heilig ist die Stunde, da wir uns bes tend nahn, und mit ges rührtem Herzen dein heil's ges Mahl empfahn; wenn dein verdienstlich's Leiden vor unserm Blicke schwebt, und auf der Andacht Flüs geln der Geist zu dir sich hebt! 3. Wie brennen unsre Seelen in heil'ger Danks begier! Wie wallen unsre Herzen voll heißer Liebe dir! Dir, unserm Herrn, geloben wir, ewig treu zu seyn, und uns und unser Leben ganz deinem Dienst zu weihn. 4. Zwar sehen unsre Augen 326 Chriftliches Gefinntseyn und Verhalten Augen dich, unsern Heis land nicht deine Huld und Liebe in deinem Angesicht; sehn nicht das Brot dich reichen, des Bundes Kelch uns weihn; uns schallt nicht deine Stimme: nehmt und ges denket mein! 5. Doch wir, auch wir empfinden, wie göttlich du uns liebst; wenn du in, deinem Mahle der Gnade Pfand uns gibst. Wir fehn den Himmel offen, und der entzückte Geist hört, wie der Sel'gen Menge dich, ihren Ret: ter, preist. 6. Dort, wo nach Kampf und Siegen die Kron' am Ziel uns lohnt; wo Tod nicht ist, nicht leiden; wo ew'ger Friede wohnt, dort werden wir, vereint in Eine Brüderschaar, dir danken, Herr, dich preisen, der uns auch Retter war. 7. Laß diesen Tag der Wonne uns, Herr, geseg net seyn, daß noch der einst im Himmel wir seis nes Heils uns freun! Und was wir dir geloben, dazu verleih uns Kraft! Dann enden wir mit Freuden einst unsre Pilgerschaft. [ 83.] Niemeyer. Mel. Es ist gewißlich an ic. 418. Ich will den Bund mit meinem Herrn bey seis nem Mahl erneuern, und, von der Welt Geschäften fern, jetzt sein Gedächtniß fevern. Wie heilig ist die Stuade mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, sich erheben! 2. Mich führe nicht Ges wohnheit hin, nicht der Betrug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn das durch schon Gnade finde! Es soll mein Herz, von Heucheley, von eitlem Selbstbetruge frey, dieß Mahl der Liebe feyern! 3. Dir, mein Erlöser, will ich mich zum Eigens thum ergeben; bekennen will ich öffentlich: dein Sterben sey mein Leben! So lang' ich athme, will ich dein und deiner Liebe mich erfreun, und sterbend noch sie preisen! 4. Mit Reue will ich meine Schuld erkennen und gestehen, und Gott um ſeine Vaterbuld und um Vers gebung flehen! Hilf mir, mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mitts ler, schaun, und dankbar dein gedenken. 5. Dein Liebesmahl vers fichert in Hinsicht auf Gott und Jesum. 327 Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. fichert mich von deines Vas ters Gnade, und, so getrös stet, Herr, durch dich, geh' ich der Tugend Pfade. Dann kann ich deiner mich erfreun, und voll der fros hen Hoffnung seyn, den Himmel einst zu erben. 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde feind; Gott über Alles liebe, und ernstlich mich, mit dir vereint, in guten Werken übe. Ges fällig ist dir dieser Dank: ihn will ich dir mein les benlang aus reiner Liebe bringen! [ 23.] Münter. Mel. Schmücke dich, o liebe. 419. Schicke dich, ers löfte Seele, gläubig nach des Herrn Befeble seinen Mittlertod zu feyern, deis nen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bångsten Lod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohl fahrt zu bereiten. 2. Zu dem Mahle seis ner Liebe nahe dich mit rei nem Triebe! Tugendsinn muß dich durchdringen, soll sein Mahl dir Segen brins gen. Komm getrost: es ift feln Wille; schöpf aus. seiner Gnadenfülle neuen 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen, mich im Fleiß zu guten Werken durch dein heil'ges Mahl zu stärken. Möcht' ich würdig es ges nießen! Ernstlich will ich mich entschließen, dir mein Leben ganz zu weihen, und mich ewig dein zu freuen. 4. Dir gelob' ich neue Treue. Herr, du siebst mein Herz voll Reue! Du, der gern den Geist erquicket, wenn die Schuld ihn nie: derdrücket, stille du mein heißes Sehnen; trockne meines Kummers Thras nen; tilg' erbarmend meine Sünden; laß mich Trost und Frieden finden! 5. Ja, ich hoff' auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit neuer Kraft zum Werke meiner Heiligung mich stårs ke. Was du, da du für uns starbest, Jedem, der dich sucht, erwarbest, See lenruh' und ew'ges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich, einst Schwache waren, Dank und Sies geslieder fingen, sie, die hier 328 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten ben, Alles, was du liebest, lieben. pocket bier dein Heil empfingen; mie mit Vorsatz dich betrůs laß auch mich dahin einst kommen, wo ich mich mit allen Frommen ewig deis ner Huld erfreue, ewig Lieb' und Dank dir weihe. [ 77.] J. Frank u. Diterich. 4. Darum hilf du mir, und stärke mich zu jedem guten Werke! Laß mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich fehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; dieses soll in trüben Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mich mit Hims melstroft erquicken! Mel. Schmücke dich, o ic. 420. Serr, der du dein theures Leben in den Tod für mich gegeben, zu erlös fen mich von Sünden, wer kann deine Huld ergrüns den? Sieh', ich komm', von dir geladen, zu dem Mah, le deiner Gnaden; will den Bund mit dir erneuen, deis nem Dienst mich ganz zu weihen. 5. Gib, daß ich und alle Christen sich auf deis ne Zukunft rüsten, daß sich Keiner vor dir schäme, wenn dein Tag schon heute käme. Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du koms men, daß wir mit der Ens gel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren? 2. Heute sen der Bund erneut; gan; sey dir mein Herz geweihet! Dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben! Mich soll weder Lust noch [ 77.] Lavater. Mel. Religion, von Gott. Leiden, Herr, von deiner 421. Nimm hin den Liebe scheiden! 3. Ich gelob' aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen tåg, lich brüderlich zu lindern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Was du hafsfest, wil ich haffen, nur dein Wort mich leiten lassen, Dank für deine Liebe, erhabs ner Mittler, Jesu Christ! Gib, daß ich, dir getreu, stets übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deines Todes Pein mir ims merdar vor Augen seyn! 2. Wie kann ich dich ges nug erheben? Ich, sünds haft in Hinsicht auf Gott und Jesum. 329 empfangen Einen Wein, Ein Brot. 7. Mit euch will ich mich hier vereinen, die ihr durch Tugend ihn erhöht! Und wenn wir einst vor ihm ers scheinen im Glanze seiner Majestät: dann geh' ich im Triumph mit euch, ihr, seine Treuen, in sein Reich. haft und des Todes werth, ich soll nicht sterben, son. dern leben! Du hast das Leben mir gewährt; denn du starbst, Jesu, auch für mich: wie preis und ehr ich würdig dich! 3. Von Herzen hab' ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu seyn; dein Pfand, das Brot wird mir gebrochen; ich trinke deincs Bundes Wein, und nun gelob' ich's noch mals dir, und flehe nur: Herr, hilf du mir! 4. Stets will ich danks bar es ermessen, was du für mich gelitten hast, und deis ner Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thås rig seyn, und mir zur Tugend Kraft verleihn! 5. Im Kampfe hilf mir überwinden, und stärke mich zu jeder Pflicht! Bewahre mich vor neuen Sünden! Verlaß mich in Versuchung nicht! Im Tode noch sey, Herr, dein Heil mein höch sier Trost, mein bestes Theil! 6. Euch Alle, seiner Kirs che Glieder, die so, wie mich, sein Heil erfreut, euch Alle lieb' ich, meine Brüder, Miterben seiner Herrlichkeit. Wir haben Einen Herrn und Gott; 8. So soll denn weder Glück noch Leiden, noch Hohn und Ruhm und Lustder Welt, mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich ers hålt! Du bist und bleibest ewig mein; laß nur mich deiner würdig seyn! [ 76.] G. Joach. Zollikofer. Mel. Es ist gewißlich an is 422. O heiland, beſe sen hohen Werth des Suns ders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur grüns det; auch ich, ich Sünder, suche dich: erbarme dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm' an deinem Segen Theil; daß ich nicht trostlos bleibe, reichst du auch mir zu meinem Heil dein Mahl, dieß Pfand der Liebe. Ich nehm' es und empfinde dann, wie viel 330 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten viel du auch für mich ges than, wie viel, mich zu beglücken! 3. Hier ist dein Leib, hier ist dein Blut, für mich dahin gegeben; du starbst der ganzen Welt zu gut, erwarbst auch mir das les ben. Ich eff das Brot, ich trink' den Wein, um, Herr, mit dir vereint zu seyn, und dir getreu zu leben. 4. Laß denn zur Glaus bensfreudigkeit dieß heilge Mahl mich stärken! Es stärke mich zu Willigkeit und Fleiß in guten Wers ken, zum Eifer in der Heis ligung, zur wahren Her, zensbefferung, zum Kampf mit bösen Lüften! 5. Sollt' ich forthin den Lüsten noch zu meiner meiner Schande dienen? Ich trus ge noch ihr sclavisch Joch? Ich sollte mich erkühnen, dich, Heiland, der für mich auch starb, mir Gnas de, Trost und Heil ers warb, durch Sünden zu verläugnen? 6. Nein, göttlicher Ers retter, nein, ich will das Böse hassen; will jeden Reiz der Sünde scheun, und Muth zum Kampfe faffen, dein Mahl nicht andankbar entweihen, und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freudigkeit volls bringen! [ 23.] Grot. Mel. Befiehl du deine zc. 423. O du, der bis zum Tode am Kreuz' auch uns geliebt, und bis zum Tode Tugend bey Schmerz und Hohn geübt! Wir nah'n voll heil'ger Andacht zu deinem Todesmahl, ges denken deiner Liebe, gedens ken deiner Qual. 2. Wir weihen uns auf's neue, dir, Herr, zum Eis genthum; wir wollen dir nur leben, durch echtes Christenthum. Es ist auf Erden Keiner, der besser ist, als du; es findet unsre Seele in dir nur Trost und Ruh'. 3. Wenn, Herr, auf dich zu hören, sich unser Dhr verschließt; wenn, deis nem Wink zu folgen, das Herz zu trage ist; wenn eitle Luft der Sinnen in unsrer Seele wohnt: dann ernten wir die Früchte, womit die Sünde lohnt. 4. Von Eitelkeit umges ben, vom Irrthum oft verführt, von Sinnlichkeit betrogen, wie leicht sind wir verirrt! Das Vorbild deiner Tugend vergaß oft unfer in Hinsicht auf Gott und Jefum. 331 9. Kommt, miterldste Brüs der, wir wandeln Hand in Hand dem großen Ziel ents gegen, ins rechte Vaterland, voll Bruderlieb' und Treue, im süßen Vorgefühl des Lohns bewährter Tugend, des Wiedersehns am Ziel. 10. Den herrlichen Volls. ender erhebe Lobgesang! Bey seinem heil'gen Mahs le ihm Ehre, Preis und Dank! Wir schauen hier im Bilde, und dort von Angesicht! Wir wandeln hier im Dunkel: doch einst wird Alles Licht. [ 10.] Niemeyer. unfer Herz verwarf die bessern Freuden, und wähls te Reu' und Schmerz. 5. Doch heut', o Jesu, fühlen wir deine Lieb' aufs neu'; empfinden ganz, wie selig dein treuer Jünger sey. Das Bild von deis nem Leben erneut sich un serm Blick; wir sehn auf uns fre Schwächen mit Scham und Reu' zurück. 6. D laß, wenn wir das Denkmal der höchsten Lieb' empfahn, mit fündereinem Herzen uns Alle zu dir nahn. Den Segen deines Todes empfängt nur, wer, dir gleich, nach Gottes Reiche trachtet, an guten Thaten reich. 7. Mit fester Treue bange das Herz an seiner Pflicht; es frag" im Kampf der Tugend nach Lust und Schmerzen nicht! So stand: haft, wie du kämpftest, sey unsrer Tugend Streit; so herrlich, wie du siegtest, der Sieg, der uns erfreut! 8. Kost' es uns oft auch Mühe, der Tugend uns zu weihn; kost' es die schwer sten Opfer, der Pflicht ges treu zu seyn: was sind der Erde Freuden? Wie bald sind sie dahin! Was sind der Erde Leiden? bald find sie dahin! Wie Mel. Jesus, meine Zuver.ic. 424. Laßt mit Andacht im Gemüth uns hinzus nahn zum Altare! Wer von Lebenskraft noch glüht, und der Greis im Silbers haare, hoch und niedrig, arm und reich, Alle sind wir hier uns gleich. 2. Alle gehn wir eine Bahn; Alle schreiten wir zum Ziele. Auf, und wans delt himmelan; und voll menschlicher Gefühle, durch der Menschheit Werth vers wandt, reichet euch die Bruderhand! 3. Wer in Noth und Armuth lebt; wer des Les bens 332 Christliches Gesinntseyn und Verhalten bens Glück genießet; wess sen Herz fich froh erhebt; wem der Neue Thräne fliess fet, Jeder, Jeder ist mein Freund; ich bin keines Menschen Feind. 4. Wandelt Alle fanft und gut! Wandelt edel, o ihr Brüder! Denket: Jefu Chrifti Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwerth und Brus derfinn uns zu lehren, floß es hin. 5. Der uns lehret, Kraft und Gut hin für Menschens glück zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Leben, hat, was er em pfahl, geübt; o, wie hat er uns geliebt! 6. Fließt, des Dankes Thränen, fließt; und es fühle Himmelsfreuden, wer dieß heil'ge Mahl genießt, Kraft zum Guten, Muth im Leiden; fühle froh und glaubensvoll, was er ist und werden soll! Vor dem Abendmahl. Mel. Wachet auf, ruft uns ic. 425. Herr, du wollest uns bereiten zu deines Mahs les Seligkeiten! Sen mitten unter uns, o Gott! Leben, Les ben zu empfahn, laß würdig unser Herz sich nahen, durch dich vergessen Sünd' und Tod! Denn nur von Sünde rein, sind wir, o Jesu, dein, deine Freunde: laß, laß uns fehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder Lohn! 2. Die dein Kreuz in jenen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, ges trost in vieler Tode Qual. Verleih Beständigkeit auch uns! Nicht Lust noch leid laß uns scheiden, o Herr, von dir; denn dein sind wir! Im Leben und im Tode dein! [ 88] Klopstock. Mel. DLamm Gottes, un. ic. 7. Jesus Christus hat sein Blut für der Mens 426. Bereit sind wie schen Wohl gegeben. Laßt uns Kräfte, Zeit und Gut, Brüdern widmen, für sie leben! Laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn! [ 48] G. W. C. Starke. von Herzen, uns dir, o Herr, zuweihen. Du trugft des To: des Schmerzen, von Furcht uns zu befreyen, und Allen, die dir leben, den hohen Trost zu geben: Gott ist doch ewig die Liebe! 2. Durch in Hinsicht auf Gott und Jesum. 2. Durch dich mit Gott versöhnet, sind wir nun seis ne Kinder; und Preis und Ehre krönet uns einst als Ueberwinder. Heiland, welche Freuden! Wer mag von dir sich scheiden, von dir, der herrlich uns führet? [ 72.] Reche. Nach der Abendmahls feyer. Mel. Wenn mein Stünd. sc. 427. O last uns für das Gute glühn, und mach dem Himmel fireben! Die Welt vergeht, die Jahre fliehn, und schnell enteilt das Leben! Ach, seine Blüthen welken ab, zum Staube sinkt der Staub ins Grab; doch wir sind dann am Ziele! 2. Da walten Lieb' und Hei ligkeit vollkommner, als hie: nieden; da wirken wir in Ses ligkeit und reinem Seelens frieden. D, laßt uns zu des Himmels Höh'n die Bahn der Lieb' und Tugend gehn; einst sind wir dort am Ziele! [ 96.] G. W. C. Starke. Mel. Religion, von Gott ic. 428.herr, voll Troft Herr, voll Trost und Dank und Freuden, geh' ich von deinem Mahlzurück, und danke dir für deine Leiz den, für meiner Seele Ruh' 333 und Glück, das du auch mir am Kreuz erwarbst, als du für meine Sünden starbst. 2. Jetzt, in der seligsten der Stunden hat mich mit meinen Brüdern hier Ein Band der Liebe fest vers bunden. Wir Alle, Alle danken die mit Einem Munde, beten an, und gehn gestärkt auf deiner Bahn! 3. Vollendet ist die heilige Feyer; verkündigt ward von uns dein Tod! Herr, dein Gedächtniß sey uns theuer, und unvergeßlich dein Ges bot! Dann freun wir dein, o Gottes Sohn, uns einst an deines Vaters Thron. [ 76.] C. G. L. Meister. In voriger Melodie. 429, Preis dir und Dank und Freudenthrånen für deine Liebe, Jesu Christ, der du, mit Gott uns zu verföhnen, für uns am Kreuz gestorben bift! Wie viel hast du für uns gethan! Wir beten deine Liebe an. 2. Uns Allen, ward dein Brot gebrochen; wir trans ken deines Bundes Wein, und haben feyerlich verspro: chen, bis in den Tod dir tren zu seyn! Verleih' uns Kraft, so fleben wir den heil's gen Eid zu halten dir! dan - [ 76.] - Lavater. VIII. 334 Chriftliches Gefinntseyn und Verhalten VIII. Christliches Gesinntseyn und Verhalten gegen uns ſelbst. Anerkennung der Men4. Du schufft mich schenwürde und Sorge zur Geselligkeit und zu für die Seele überhaupt. Mel. Wenn mein Stündl. 430, Gib, daß ich der Freundschaft Freuden; gabst mir Gefühl für Andrer Leid, Gefühl für Andrer Freuden; gabst mir ein Herz, das fähig ist, sich dein, der du mein mein Vater bist, zu freun und dich zu lieben. meinen hohen Werth, o Gott, zu Herzen nehme, und dessen, was mich selbst entehrt, vor dir mich ernstlich schäme. Nie komme mir es aus dem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deis ne weife Güte! 5. In stiller Andacht kann mein Geist zu dir empor sich schwingen, und dir, den Erd' und Him mel preist, Dank, Preis und Ehre bringen. Auch ich kann thun, was dir gefällt, und um mich her in deiner Welt des Gus ten viel verbreiten.. 2. Du gabst mir Das seyn nicht allein: du hauch: test mit dem Leben des hö hern Lebens Geist mir ein, und hast mir Kraft gege ben, noch mehr, als was die Sinne rührt, und Sinnenlust und Schmerz gebiert, zu fassen, zu ers wagen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch bes lebt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen; gabst mir zur Aehnlichkeit mit dir Vernunft und Freyheit und mit ihr die Fähigkeit zur Tugend. • 6. Nicht bloß für diese kurze Zeit riefst du mich in das Leben: zu Freuden eis ner Ewigkeit soll sich mein Geist erheben. Des Leibes Bau zerfail' in Staub: der Geist ist nicht des Grabes Raub; du, Gott, schufst ihn unsterblich. 7. Vom Himmel fam gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er fam und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu werden. Wie hoch sind wir gegen uns selbst. wir durch ihn geehrt; wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen! 8. Wie könnt' ich, Gott, dein Bild entweihen, und gleich den Thieren handeln; den Sinnen nur ergeben seyn; nicht deine Wege wandeln? Der Freyheit und Vernunft mir gab, Gott, laß mich nie so tief herab von meiner Würde sinken! 9. Hilf dann mir jetzt und allezeit auf mein Ges wissen achten; nach Weiss heit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachten; dich lieben und mich deiner freun, und ähnlich deinem Bilde seyn, zu dem du mich erschufest. [ 96.] Diterich. Mel. Kommt her zu mir, ic. Indete 431. Herr, meiner Seele hohen Werth, den mir Vernunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenken, und auf die Sorge für ihr Wohl so uns ermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie gütig hast du uns bedacht; wie viel hat deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Du schufft uns, Gott, dein 335 Bild zu seyn, und haft, in uns es zu erneun, selbst deinen Sohn gesendet. 3. Zu groß für diese fur ze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich dieses Leben, durch) Glaus ben und durch Frömmigkeit zu höherer Vollkommenheit mich ewig zu erheben. 4. Mit großer Treue willst du mich durch dieses Leben väterlich zu jenem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld, das Heil, das deine Vas terhuld mir zugedacht, vers lieren! 5. Mit dir, o Gott, vereint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen: dieß sey mein Ziel und mein Bemühn! Laß mich den rechten Weg dahin aus Leichtsinn nicht verfehlen. 6. Wer Sünde thut, bleibt nicht vor dir: o schaffe selbst, mein Gott, in mir ein Herz, das Une recht fliehet, das auch die kleinste Schuld bereut, mit Vorsatz keine Pflicht ents weiht, für alles Gute glühet. 140 t Sp 7. Wie werd' ich dann so selig seyn! Schon hier werd' ich mich deiner freun, und in die ruhig leben; und du 336 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten du wirst nach vollbrachter würd' ich dann gewinnen? Zeit auch mich gewiß zur Was hälfe Glück und Reichs Herrlichkeit in deinem Reich thum mir; was aller Ruhm, erheben. wenn ich dafür, mein ew'ges [ 53.] Heil verscherzte? Diterich. Mel. Aus tiefer Noth: c. sd 432. Nach meiner Sees le Seligkeit hilf, Herr, mir eifrig streben, und die mir hier verliehne Zeit in Leichtsinn nicht verleben! Wie würd ich sonst vor die bestehn! Wer in dein Reich wünscht einzugehn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wenn die leß ten Stunden nahn, erst, wenn wir sterben sollen, zu dir sich wenden; deine Bahn erst dann betreten wollen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht, den Jesus Christus lehret. 3. Du rufest uns zur Heiligung: drum soll schon hier auf Erden mir meines Herzens Beſserung die höch: Gib ste Sorgen werden! mir dazu nur Lust und Trieb; nichts sey zu groß mir und zu lieb, der Tus gend es zu opfern! 4. Gewann' ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meis nen Lüften wohlgefällt: was 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit dereinst im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht Erdenglück: dein Beyfall nur, Gott, und ein Blick auf jenes beßre Leben. 6. Herr, laß nach dies sem Kleinod mich vor allen Dingen trachten; und im mer laß mich nur auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Ges richt vor dir besteh', sey meine größte Sorge! [ 9.] Diterich. Streben nach Einsicht und Weisheit. d Mel. Werde munter, mein. 433. Lehr, o Gott, mich recht bedenken, was die wahre Weisheit sey; meinen Fleiß, darauf zu lenken, stehe mir aus Gnas den bey! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, förs dert nicht mein Wohlers gehen, molds der gegen uns selbst. gehen, und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ist's, mit Ernste trachten, sich vor Mångeln zu befreyn; sich nicht schon vollkommen ach: ten, und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehe ler sehn, reuig sich vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz erheben. 3. Weisheit ist es, Als les meiden, was mit Reu' das Herz beschwert; fern sich halten von den Freus den, die der Sünde Dienst gewährt; eitlem Ruhm, der bald verblüht, Luft, die im Genusse flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; stets nach bessern Gütern trachten. 4. Weisheit ist es, Gotz tes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gern nach Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn; leidend durch Geduld ihn ehren; nicht im Grame sich verzehren. 5. Weisheit ist es, stets bedenken: das, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dorthin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unvers 337 wandt hin auf jenes Vas terland richten, und mit Ernste streben, für die Ewigkeit zu leben. is 6. Weisheit ist es, Chris ftum ehren; seiner Mitts lerhuld vertraun; gläubig seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun. Solche Weisheit kommt von dir: Herr, verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf des Fries dens Wege leiten! [ 98.] Freylinghausen u. Bruhn. Mel. Es ist gewißlich an d. 434. Erkenn' ich Gotz tes Wahrheit nicht: wie kann ich weise handeln? Und fehlet meinem Geiste Licht: wie werd' ich richtig wane deln? Doch, ist das Dunkel aufgeklärt: dann fühl ich meiner Menschheit Werth, erkenne meine Würde. 2. Der Mensch, durch Wahrheit aufgeklärt, lernt Pflicht und Tugend lieben, und freut sich, durch Vers nunft belehrt, getren sie auszuüben. Er fieht in sich der Gottheit Bild, und diese hohe Würde füllt sein Herz mit edlem Muthe. 3. Erleuchtet ehrt der Tugendfreund im Menschen Y Mens 338 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Menschenwürde, und, wo ein Schwergedrückter weint, erleichtert er die Bürde; für Tugend und für Menschens wohl thut gern er, was er kann und soll, als Mensch, als Christ und Bürger. 4. Jbn treibet nicht vers heißner Lohn zu edlen, schö nen Thaten; doch lehrt ihn die Religion, daß echter Tugend Saaten hier reifen für die Ewigkeit; sein Geist verlangt Unsterblichkeit, um stets sich zu veredeln. 5. Hilf uns, o Gott, zu jeder Zeit nach Licht und Wahrheit streben! Dann werden wir zur Aehnlichkeit mit dir uns stets erheben; dann sehn wir einst in hels Ierm Licht, was Wahrheit ist und Recht und Pflicht, und lieben nur die Tugend. [ 23.] Dolz. höchsten Weisheit Spur, um meinen. Geist zu näh ren; selbst Gras und Blus men auf der Au', des Wurs mes wundervoller Bau kann hohe Weisheit lehren.de 3. Der Schöpfung rege Wirksamkeit erweckt auch mich zur Thätigkeit, mein Werk, treu zu verrichten. Mich warnt der Stunden schneller Flug vor Müßig: gang und vor Verzug in Uebung meiner Pflichten. 4. Gott, welchen Un terricht enthält für mich die ganze Menschenwelt, ihr Glück und ihre Leiden! Des Reichen und des Ar men Loos lehrt in des Mits telstandes Schooß mich Uns geduld vermeiden. 5. Mich soll, was An Dern widerfährt, und Gots tes Herrschaft mir bewährt, zum ernsten Denken leiten; es soll auf ähnliches Ges schick denn wandelbar Mel. Kommt her zu mir ic. - 435. Es fehnt mein sind Zeit und Glück- mich christlich vorbereiten. Geist nach Weisheit sich,- und, Heil mir! Alles lehrt sie mich, von Staub' bis zu den Sternen. Heil mir! Ein jeder Gegenstand von Gottes, von der Menschen Hand gibt Anlaß mir, zu Iernen. 2. Der große Schauplaß der Natur zeigt mir der 6. D wohl mir, wenn mein Geist sich übt, in Als lem, was mich hier ums gibt, der Gottheit Wink zu finden! Befolg' ich ihren unterricht: dann wird in Uebung meiner Pflicht mir jeder Tag verschwinden. [ 53.] Pfranger. Stres gegen uns selbst. Streben nach Tugend und Anwendung der Tugendmittel. 339 das sie zusammen hält, wenn Jeder zügellos nue thut, was ihm gefällt! 5. Ja, heilig soll ich feyn! Dieß sagt mir mein Gewissen; mich lehrt mein eignes Herz, daß Frevler zagen müssen; und reine Seligkeit durchströmt, Herr, meine Brust, bin ich mir meines Thuns nach deis nem Sinn bewußt. Mel. O Gott, du frommer. 436. Bestimmt hast du, o Gott, auch mich schon hier auf Erden, die an Vollkommenheit stets åbns licher zu werden. Die Sünde soll ich fliehn; soll gut und weise seyn, um einst noch herrlicher mich deiner Huld zu freun. 2. Sollt' ich der Sins nenlust zum Dienste mich ergeben, und, niedern Wes sen gleich, am Erdenstaube tleben? Du gabst mir einen Geist, der dich, o Schöpfer, denkt, und den der Wahrheit Kraft zur Pflicht und Tugend lenkt. Mel. Befiehl du deine W. ic. 3. Selbst Jesum, deis 437. Wie schwach ist nen Sohn, hast du dahins gegeben, damit ich eifrig sey, nach Heiligung zu stres ben. Sein Licht erleuchtet mich; sein Muster glänzt mir vor; er steht am hos hen Ziel, ruft mich zu ihm empor. 4. Wie ist die Welt so schön, wo Menschen mensch, lich handeln! Wie wird sie da entstellt, wo Menschen thierisch wandeln! Wie schnell zerreißt das Band, 6. O lehre, Gott, mich thun nach deinem Wohlges fallen, und auf der Tugend Bahn zu meinem Ziele wals len. Beseelt mich frommer Sinn im Elend, wie im Glück: dann schau' ich ruhes voll einst auf die Welt zurück. [ 71.] Reche. meine Tugend! Wie leicht verirr' ich mich! Seit meis ner frühen Jugend- wie oftmals strauchelt' ich! Zum Guten oft zu trage, und sinnlich bis ans Grab, führt mich vom rechten Wege gar leicht Verblens dung ab. 2. Oft fehlt es mir am Muthe, zu thun nach meis ner Pflicht: oft kenn' ich zwar das Gute, und dens noch wähl' ich's nicht. 2 Leiche 340 Christliches Gesinniseyn und Verhalten Leicht laff ich mich verleis so sehr Gefahren drohn: ten, das Böse vorzuziehn, dann werd' ich einst erreichen zu schwach, es zu bestreiten, das Ziel- der Treue Lohn! und seinen Reiz zu fliehn..[ 10.] Grot. 3. Gott, laß mich eifrig streben, der Tugend treu zu seyn, nur meiner Pflicht zu leben, des Guten mich zu freun; nie laß es mich auch der Umgang mit guten Mentre schen. G Mel. Herzliebster Jesu, ic. Fromme fehlt, der, eitel 438. Im Tugendeifer, und vermessen, sich die Gefahr verhehlt. Gott, nicht zu erkalten, will ich mich stets zu guten Mens schen halten; will mich ers wecken, freudiger mit ihnen dir, Gott, zu dienen. 4. Hilf, Herr, mir bey Gefahren der Welt und Eitelkeit, mein schwaches Herz bewahren, daß es sie weislich scheut. Laß der Verführer Lehren und Lok kungen mich fliehn, daß sie mich nicht bethören, nicht in ihr Neß mich Resid ziehn! 5. Mein Herz kann bald verzogen, bald wieder tro: Big seyn; hier, was es nicht soll, wagen; dort, was es thun soll, scheun; kann leicht mich hinterges hen; wird leicht der Lüfte Spiel; will die Gefahr nicht sehen; baut auf sich felbst zu viel. 6. Gott, laß mich nicht erliegen; verleih mir Wach, famkeit! Hilf du mir Schwachen siegen, auch in dem schwersten Streit! Laß nie von dir mich weichen, 2. Der Begrung heilis ges Geschäft verbinde uns in dem Kampfe wider jede Sünde, daß der Versus chung Keiner unterliege, daß Jeder siege. 3. Laß Andrer Eifer in der Tugend Werken zu meines Fleißes Antrieb mich bes merken, um nicht, wenn sie im Guten vorwärts gehen, zurück zu stehen. 4. Drum laß mich gern den Rath der Weisen hös ren, und mache sie geneigt, mich zu belehren; durch ihren Trost vermindre meis ne Klagen in trüben Tas gen. 5. Laß sie mich warnen, wenn ich unrecht handle, und mir's entdecken, wie ich richtig wandle, und wie ich mlades gegen uns selbst. ich jeder Tugend Hinder niffe besiegen müsse... 6. Wir sind ja deine Kins der; wir sind Brüder, sind Alle, Vater, Eines Reiches Glieder, daß wie, um Eis nen Himmel zu besitzen, einander nüßen. 7. Uns Alle, Gott, laß für das Gute glühen, eins Mel. Gott deshimmels ic. müthig es zu fördern uns 440. Ja, zur Stille bemühen, bis wir zu höh's rer Tugend uns erheben in jenem Leben. [ 38.] J. A. Cramer. Mel. Wer nur den lieben ic. 439. Vereint mit deiz nen guten Kindern, will ich der Bösen Umgang fliehn, Verführern und vermeßnen Sündern mich, wo ich kann und darf, entziehn. Ihr Beyspiel bringt Gefahr und Schmerz, und ist ein Gift für Geist und Herz. 341 und weise, wird Antrieb mie zur Tugend seyn. Er gibt schon jetzt mir Seligkeit und einst noch in der Ewigkeit. [ 99.] J. N. Cramer. Einsamkeit. 2. Wo Menschen dich, o Gott, verehren durch wahre Lebensfrömmigkeit, und ges genseitig sich belehren mit Liebe, mit Bescheidenheit; wo Alle sich der Tugend weihn: gern will ich unter ihnen seyn. 3. In edler Menschen frohem Kreise kann ohne Furcht mein Herz fich freun; ihr Umgang macht mich gut will ich fliehen; will mit weifer Sorgsamkeit dem Geräusche mich entziehen, das mich störet und zers streut; will, o Gott, mit dir allein andachtsvoll bes schäftigt seyn. Jos 40 2. Prüfen will ich mich im Stillen; wie entschloss sen, wie getreu, dein Ges setz, Herr, zu erfüllen, meis nes Herzens Vorsatz sey; ob, von niedrer Selbsts sucht fern, ich dir redlich dier' und gern? 3. Allen Täuschungen ents rissen, seh' ich heller dann mein Ziel; freyer sagt mir mein Gewissen, wo ich siegte, wo ich fiel; stärker flammt mein Herz sich dann zu dem Kampf der Tugend an. 4. Mehr empfind' ich deis ne Liefe, wenn mich kein Geräusch zerstreut, stärker deines Geistes Triebe und der Zukunft Herrlichkeit; mehr die Heiligkeit ber Pflicht, 342 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Pflicht, und dein fünftiges Gericht. 5. Wenn, in dir geweih. ter Stille, meine Leidens schaften ruhn: o wie stres bet dann mein Wille, Als les, was du willst, zu thun! Herr, durch deine Huld ers freut, fühlt sich meine Kraft erneut. 6. Froher fehr' ich, theus re Brüder, dann zur Thås tigkeit zurück; menschens freundlich leb' ich wieder gern für euch und euer Glück; freue mich, wenn ihr euch freut; leide, wenn ihr traurig seyd. 7. Ja, zur Stille will ich fliehen, will mit weiser Sorgsamkeit oft mich dem Geräusch entziehen, das mich störet und zerstreut; bis mich einst zur stillen Gruft, Vater, deine Stim me ruft. [ 28.] J. A. Cramer. Selbstbeherrschung. Mel. Aus meines Herzensic. 441. Mich selbst soll ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu seyn. Das Gute zu vollbringen, der Sünde Luft zu scheun, soll ich mit Christenmuth den Kampf der Tugend wagen, mir manchen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu unters ziehen; soll mit Entschloss senheit da, wo Gefahren sind, aus Pflicht Gefahr nie scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. 3. Wer gibt mir zum Geschäfte der Selbstbeherrs schung Kraft? Wie schwach sind meine Kräfte; wie stark die Leidenschaft! Du, Vater, fannst allein zu meinem treuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleihn. 4. Auf jeden meiner Tries be, Herr, laß mich achts sam seyn; laß mich die Eis genliebe, und jeden Düns fel scheun. Will Wollust, Zorn und Geiz mein schwas ches Herz berücken: hilf mir sie unterdrücken, besies gen ihren Reiz. 5. Auf dich nur will ich sehen; gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir bestehen, er sev mir noch so schwer. Du uns terstüßest mich, mich selber zu bekämpfen, der Büste Macht zu dämpfen: ich fiege, Gott, durch dich! [ 8.] Grot. Alufe Aufmerksamkeit auf sich felbst und Wachsamkeit. gegen uns selbst. Mel. Ein Lämmlein geht ic. 442. Wenn ich, o Gott, von dir geführt, auf deinen Wegen wandle; wenn ich, durch deinen Geist regiert, nach deiner Vors schrift handle; wenn mir mein Herz das Zeugniß gibt, daß meine Seele mehr dich liebt, als alles Gut auf Erden: so laß mich nicht durch Sichers heit, durch Stolz und durch Vermessenheit, vor dir verwerflich werden! 2. Wie leicht erliegt ein fichrer Sinn, bethört durch eitle Lüste; sieht ruhig auf Gefahren hin, wovor er zittern müßte! Vollkome men meynen wir zu seyn; hier scheint uns diese Sünde klein, dort jene Pflicht nicht wichtig! Nun sind wir uns ferm Falle nah'; wir fals len aber auch noch da scheint unser Gang uns richtig. 3. Drum lehre mit Bes hutsamkeit auf meine Bahn mich schauen; laß nie mich, in Sicherheit auf meine Tugend frauen! Wenn mich Versuchungen bedrohn: so zeige mir von - 19 343 fern sie schon, daß ich mich zeitig rüste; bedachtsam wens de sich mein Blick auf diese Welt, auf Zeit und Glück und auf die Macht der Lüste! 4. Mein Glaube, meine Frömmigkeit, was ich an Tugend habe und christs licher Vollkommenheit, ist alles deine Gabe. Du bist es, Herr, der mich erschuf; von dir allein kommt mein Beruf, in deinem Reich zu leben. Mög' ich, ents fernt vom stolzen Wahn, mit Demuth deine Gab empfahn, und dir die Ehre geben! 5. So werd' ich, Gott, von dir geführt, auf deinen Wegen wandeln; durch deinen guten Geist regiert, nach deiner Vorschrift hans deln. Ich werde nicht durch Sicherheit, durch Stolz und durch Vermess senheit von deinen Rechten weichen. Heil allen Froms men! Heil auch mir! Wir werden Preis und Dank sey dir! des Glaubens Ziel erreichen. [ 18.] C Münter. In eigener Melodie. 443. Mache dich, mein Geist, bereit; wache, bet und flehe, daß auch in der bösen 344 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten bösen Zeit fest dein Glaube stehe. Ach, schon ist man cher Christ in Versuchungsstunden plöglich überwuns den! 2. Sage nicht: noch bab' ich Zeit; jetzt noch darf ich schlafen! Denk' an Tod und Ewigkeit, an der Süns, de Strafen; sieh, der Tod, der dir droht, kann dich leicht in Sünden unbereis tet finden. 3. Wache! Dir ist unbes kannt, ob dich nicht auf Ers den Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen wer: den. Der fällt leicht, dem es daucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. ihr die Lust erwacht, schimpfs lich überwinde. Sie betrügt und besiegt leicht Den, der sich heuchelt, fest zu stehn sich schmeichelt. 7. Aber bet' auch stets das bey, bete bey dem Wachen; das wird dich von Trägheit frey und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir, durch seine Gnade, auf dem rechten Pfade. 8. Nun, so will ich ims merdar wachen, flehn und beten, und, vermehrt sich die Gefahr, immer brünft's ger beten! Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Sies geskrone! [ 82.] Freystein u. Diterich. 4. Wache! Denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig Mel. Wer nur den lieben ic. zu bestreiten. Gott läßt 444. Gott, laß auf zu, daß auch du, wenn du forglos walleft, in Versus chung fallest. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz verkehre; nicht, wenn sie fich freundlich stellt, dich durch Lift bethöre. Wach' und sieh', daß dich nie die Verführer fällen, die dir Neße stellen. jeden unsrer Schritte uns sorgsam achten überall! Kaum merklich sind die ers sien Tritte zum nahen, oft so tiefen Fall; die Uebers macht der Sinnlichkeit, das Herz ist's, was Gefahr uns draut. 6. Wach' und hab' auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu 2. Sind uns nicht schon von früher Jugend des Herzens Neigungen bes kannt? Bau'n wir zuviel auf unsre Tugend: so stehn wiran des Abgrunds Rand! Die gegen uns selbst. 345 Müh'; sie ist der Sieg der Lüste: doch, heil'ger Gott, was wäre sie, wenn sie nicht fämpfen müßte? Die Sicherhelt stürzt in ift's, die Tugend kostet Gefahr; es fällt, wer nicht zu warnen war! 3. Verführer werden sich vereinen, uns in des Lasters Netz zu ziehn; ihr Thun wird uns oft löblich schei: nen, und leicht reißt uns ihr Beyspiel hin. Nichts rettet uns, als Wachsamkeit an jedem Ort, zu jeder Zeit. 4. Sind wir zu schwach zum Widerstehen: du står test unsre Kraft, o Gott; hörst unsers Herzens heiz ßes Fleben; eilft, uns zu helfen in der Noth! Wie groß auch die Versuchung sey: Allmächtiger, du stehst uns bey. 5. Drum mag für uns die Stunde schlagen, die mit Versuchung uns umringt: wir kämpfen, ohne zu vers zagen, weil uns mit dir der Sieg gelingt. Wer wacht und betet, als ein Christ, Der siegt, weil du sein Beystand bist. [ 99.] Anonym. Mel. Was mein Gott will: c. 445. Oft flagt mein Herz, wie schwer es sey, den Weg des Herrn zu wandeln, und täglich seis nem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr 2. Die frech sich ihrer Lafter freun, trifft Die kein Schmerz hienieden? Sie schaffen selbst sich Noth und Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; als lein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fortgang wird Ges fahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts, als Mühe, blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. wenn 4. Gott, hättest du es uns vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frep zu stillen; dürft' Undank, Haß und Nachbegier nach Willkühr Fromme kranken: gerechter Gott, was müße ten wir, wir selbst dann von dir denken! 5. Du willst, wir follen glück: 346 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten glücklich seyn; drum gabft du uns Gesetze. Sie sind es, die das Herz erfreun; fie find des Lebens Schäße! Du sprichst zu uns durch den Verstand, und lehrst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, flichn, oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Frey, heit ist's, sie wählen. Das Thier folgt Trieben der Natur, der Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Ers den? Die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Ruhm? ihr Ruhm? Dir, Heil'ger, ähnlich wers den! 7. Ich streite nicht durch eigne Kraft: drum muß es mir gelingen. Gott ist es, welcher beydes schafft, das Wollen und Vollbringen. Er kennt mich Schwachen; er nur kann mir Stårk und Muth gewähren; ruf ich ihn darum gläubig an: wie sollt er mich nicht hören! 8. Mich stärket auf der Tugend Pfad das Beyspiel fel'ger Geister. Ihn zeigte mir und ihn betrat einst felbst mein Herr und Meis ster. Nie müsse mich des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bey Gott, und nicht bey Menschens kindern. 9. Drum will ich jetzt und allezeit an meinen Tod gedenken; auf Rechens schaft und Ewigkeit oft meine Blicke lenken. Das Kleinod, das am Ziel mir winkt, soll mir vor Augen schweben, und, wenn mein Muth im Kampfe finkt, mit Kraft mich neu bes leben. 10. Gott ift barmherzig; freue dich des Trostes, meis ne Seele! Er schonet meis ner väterlich, wenn ich aus Schwäche fehle. Versöhnt mit sich hat seine Huld die Welt in seinem Sohne; Vergebung der bereuten Schuld find' ich an seinem Throne. [ 92.] Gellert. Andenken an die Vergangenheit. Mel. Religion, von Gotti. Blick hin in die 446. Blick vergangnen Zeiten, mein Geist, und sammle Weisheit ein, um, frey vom Dienst der Eitelkeiten, der Tugend dich allein zu weihn. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das be gegen uns selbst. 044509 347das wahre Glück, Zufries kurze Leben dem weisesten denheit. Gebrauch zu weihn; es ward vom Schöpfer dir gez geben, hier guten Samen auszustreun, der, reifend für die Ewigkeit, am Tag' der Ernte dich erfreut. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld ers quickt; doch dank ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 7. Dann blickst du einst am Ziel der Zeiten mit Ruh' in das Vergangne hin, und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die dort den ums gibt, der hier sich treu im Guten übt. [ 76.] E.G. L. Meister 3. Vergiß nicht, wie er dich beschüßte, wenn sich Gefahren dir genaht; die schenkte, was dir wahrhaft nüßte, oft ehe noch dein Flehn ihn bat; und wie er oft die mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm begehrt. 4. Denk an die hinges floßnen Stunden, die der Allliebende dir Sind Mel. Gott des Himmels: c. fie in seinem Dienst vers 447. Ruhig soll die schwunden: dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn die für die Ewigkeit. Seele bleiben, die sich sels ber kennt und ehrt. Wenn mich Leidenschaften treis ben: so verlier' ich meinen Werth, und mein unges stümer Sinn reißet mich zur Thorheit hin. 5. Doch blick auch vols ler Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und lern' aus ihnen beßre Treue, und größre Sorge für dein Glück; so werden Fehler, die dich reun, selbst Mittel dir zur Weisheit feyn. 6. Ermanne dich, dieß Streben nach Herzenss und Gewissensruhe. 2. Herr, du gabst mir Kraft, zu denken, Kraft, mein Leben dir zu weihn. Wahrheitsliebe soll mich lenken, Tugend meine Freus de seyn. D, wo bleibt die edle Kraft, folg' ich bloß der Leidenschaft? 3. Wer 348 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten 3. Wer kann ernstlich gend unterdrückt, und des überlegen, rein und hell Geistes Kraft erstickt. d die Wahrheit sehn; wer kann seine Pflicht erwägen, und auf deinen Pfaden gehn; wer, o Gott, ist Mensch und Christ, wenn sein Herz in Aufruhr ist? 8. Kämpfen will ich, bis ich siege! Vater, Vas ter, steh' mir bey! Hilf mir, daß ich nicht erliege! Hilf mir, daß ich stand haft sen! Mehr, als Hels denruhm, erringt, wer die Leidenschaft bezwingt. [ 28.] Reche. Mel. Es ist gewißlich an: c. 448. 4. Von Verblendung fortgerissen, schrecket ihn kein Unrecht mehr; er bes täubet sein Gewissen, breis tet Schrecken um sich her, lästert, wo die Unschuld weint, fluchet seinem treu sten Freund. 5. Wenn ihn Stolz und Neid beseelen, wenn sich Argwohn in ihm häuft, wenn ihn Geiz und Hab. sucht qualen, und ihn Rachbegier ergreift: ach, dann flieht vor seinem Blick Menschenrecht und Mens schenglück. 6. Aber ist die That vollzogen, die sein wildes Herz erfreut: o wie hat er sich betrogen! O wie wird fie nun bercut! Hinges schwunden ist sein Wahn, und nun klagt er selbst sich an. 7. Nein, ich bin ein Mensch, und fühle, daß mich Leidenschaft entehrt; daß sie meinen Lauf zum Ziele, und mein Wohl auf Erden stört, Lieb' und Zuz welch ein uns schätzbares Gut ist doch ein rein Gewissen! Besitz' ich das: so hab' ich Muth, wenn Andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht; mich schreckt kein Tod und kein Gericht: ich habe Gott zum Freunde! 2. Herr, deines Beys falls mir bewußt, freu' ich mich deiner Gnade; dein Friede wohnt in meiner Brust, und wer ist, der mir schade? Ich feb' auf dich in jeder Noth, womit die Zukunft mich bedroht; mich tröstet deine Liebe. 3. Und ob ich auch oft Lästerung und Schmach hies nieden dulde: so ist mir's doch Beruhigung, daß ich sie nicht verschulde. Erhalt ich mein Gewissen rein, und meid' ich auch des Bös gegen uns selbst. Bösen Schein: dann wirst du, Heer, mich schützen. 4. Ich sehe mit Zufries denheit der fünft'gen Welt Mel. Wer nur den lieben zc. mir Muth und Freudigkeit auf 449. O bak von meis allen meinen Wegen. Dort macht, Wahrhaftiger, dein Mund den wahren Werth der Menschen fund; dort wird der Fromme siegen. 5. Bewahre denn, o Bater, mir ein unverleßt Gewissen. Nie werde dies ses Kleinod hier durch Sün de mir entrissen! Dein heilig Recht nie zu ent: weihn, und deiner Huld gewiß zu seyn, sey meine größte Sorge! la 349 Weiser Gebrauch des Lebens. 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als deine Stimme ehren; laß mich mit Widerwillen nicht auf seine Warnung hören. Ers innert's mich an meine Schuld: so laß mich, Vaz ter, deine Huld voll Reu' und Glauben suchen. 7. Mit deinem Beyfall tröste mich, und stärke meis ne Seele, daß sie vor Sün: den hüte sich, und nie aus Vorsatz fehle. Denn wer stets reines Herzens ist, nur Der kann, als ein wahrer Christ, sich deines Beyfalls freuen. [ 23.] Rist u. Diterich. nen Lebenstagen doch keiz ner ganz verloren sey! Vers lorne Stunden, ach! sie nagen das Herz zu spät mit Gram und Reu, und den verlornen Augenblick bringt kein Gebet, kein Flehn zurück. 2. Laß jeden meiner Aus genblicke, o Gott, mir werth und theuer seyn; laß mich die Zeit, die du zum Glücke mir gabst, durch Sünde nie entweihn, nie durch die Luft der Eitels feit, die doch zuletzt das Herz bereut. 3. Noch ist es Tag! Jetzt laß mich Werke der Tus gend wirken; denn die Nacht, wo Niemand wirkt, kommt bald: jetzt stärke zum Tugendfleiß mich deine Macht! Wie viel ist noch für mich zu thun: und ich, ich sollte jetzt schon ruhu? 4. Wie schwach ist noch mein Herz; wie schwanket es zwischen dieser Welt und dir! Wie oft, o Gott der Liebe, wanket der Bruders liebe Sinn in mir! Wie viel ist noch für mich zu Ibun: 350 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten thun: und ich, ich sollte jetzt schon ruhn? 5. Auf, auf, mein Geist! Laß keine Stunde des Les bens ungenügt vorbey! Ich schwör' es jetzt mit Herz und Munde- erhalt' mich, Gott, dem Schwur getreu! - Dir, Herr, der Zeit und Ewigkeit, sey jeder Augen blick geweiht! at 16. Naht dann sich meia 6. Weh' Dem, der die nes Lebens Ende, und ist am Ziele nun mein Lauf: fo heb' ich freudig meine Häns de zu dir, mein Gott und Vater, auf, und ruf': es ist vollbracht; nicht mein, dein fey der Ruhm, die Ehre dein! Zeit versäumt, fie in trås ger Ruh' verträumt, fie mit eitlem Tand verdirbt; weh' dereinst ihm, wenn er stirbt! [ 99.] od Niemeyer. 7. Der Versäumniß seis ner Pflicht folgt im göttlis chen Gericht, hat der Tod ihn hingerafft, ernste, strens ge Rechenschaft. Mel: Gott sey Dank in c. 8. Gott, du, meiner Tas 450. Ohne Naft ge Herr, bilf mir, daß ich Sterblicher auch den kleins sten Theil der Zeit nüße für die Ewigkeit. und unverweilet, Strömen gleich, o Seele, eilt dies fes Lebens kurze Zeit in das Meer der Ewigkeit. 2. Wellenreich und ohne Ruh' stürzt ein Strom dem Meere zu; schau, wie keine Welle bleibt, eine stets die andre treibt! in Acht; wirke Gutes; denn die Nacht, wo man nicht mehr wirken kann, kommt und rückt oft schnell heran. 35000 5. Jetzt ist noch die Zeit des Heils, fren die Wahl des besten Theils: stell' dich dieser Welt nicht gleich; werd' an guten Werken reich. O dira 3. So vertreibet immers dar dieses Jahr das nächste Jahr; und das letzte eilt herbey, eh' man merkt, wie nah' es sey. 4. Jede Stunde nimm 9. Jede Stunde, da ich hier besser werde, und vor dir redlich handle, dauert dort stets in ihren Folgen fort. 10. Auch die Tage, da ich hier tråge war und, Gott, von dir abwich, auch die dauern dort stets in ihren Folgen fort. 11. Laß mir diesen Werth der Zeit und der frommen This hodne gegen uns selbst. 351 Thätigkeit täglich, Gott, wenn es nicht unsre Tus vor Augen seyn, mich gend mehrt? der Stunden Mißbrauch scheun. 12. Dann vertausch ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit; finde dann vor deinem Chron meiner Ar beit ew'gen Lohn. [ 29.] J. A. Schlegel. 1595 Mel. Religion, von Gott zc. 451. Wo eilt ihr hin, ihr Lebensstunden? Ach, edle Zeit, wo fleuchst du hin? Wie viele Tage find entschwunden, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit floß schon ins Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer; auf, auf, mein Geist, ermuns tre dich! Dieß sey dein Gram, dieß sey dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenügten Augens blick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor' durchlebet seine Jahre, eh' er des Les bens Werth versteht; er nahet früher sich der Bah: re, als er den Weg zur Tus gend geht. Doch, ach! was ist das Leben werth, 4. Nicht eine Stunde will ich müßig, verdrossen nie zur Arbeitseyn! Kein Augenblick ist überflüssig: drum soll mir jeder wichtig seyn! Denn ein Verlust, der ewig reut, ist der Verlust der edlen Zeit. 5. Von jedem meiner Les benstage, Gott, forderst du einst Rechenschaft. Drum sey an jedem meine Frage: vollbracht ich ihn gewissen, haft? Und jede Stunde meiner Zeit sey dir und meiner Pflicht geweiht. [ 76.] Liebich. Mel. Gott des Himmels u. 452. Bis der Tod ihm winkt zum Grabe, danke seinem Gott der Christ, der Christ, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, verliehen ist; der auch nie sie frech ents weiht, immer sich in uns schuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufrieds nem Sinn; unter nüßlis chem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heitrer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber von der Tugend gern sich in wils 352 Christliches Gesinntseyn und Verhalten wildemTaumeltrennet, blei: bet von dem Christen fern, dessen heitrer, fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände, und die Zukunft freudenleer ihm vor seinen Augen stånde: Hoffnung flicht ihn nim. mermehr; muthvoll geht an ihrer Hand er ins beßre Vaterland. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt. Ewig währt mein heitrer Sinn, wenn ich fromm und weise bin. [ 28.] Pfranger u. Reche. Mel. Herr, ich habe miß. ic. 453. Scheint mir freuz denleer das Leben, freus denleer mein Stand, mein Loos; ist mein höchster Wunsch, mein Streben, reich zu seyn, geehrt und groß: dann verfließen meis ne Tage mir in Mißmuth, Sorg' und Plage. 2. Lernt ich måßiger bes gehren, mäßiger in Wüns fchen seyn, jetzt genießen, dann entbehren: o wie glücklich würd ich seyn! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 8. Hoher Stand und große Güter schaffen nicht Zufriedenheit: wahre Ruhe derGemüther wohnt nurbey Genügsamkeit, die mit Weis: heit sich verbindet, und ihr Glück auf Tugend gründet 4. Gott vertheilet feinen Segen stets mit weiser Vas terhand; nicht, wie wir's zu wünschen pflegen: im mer, wie er's heilsam fand. Auch mich hat er nicht vers geffen; auch mein Theil 2.14 mir zugemessen. 5. Ringet, um der Tus gend willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nurGeistesheiterkeit. Gram, im Herzen tief verschloss sen, macht zu jeder Pflicht verdroffen. 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still und kindlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! [ 81.] Demme. Vernünftige Selbstliebe. Mel. O Gott, du frommerzc. 454. Du willst es, Herre gegen uns selbst. Herr, mein Gott, ich soll mich selber lieben. Hilf denn mir diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb, froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Grenzen ein. 2. Gib, daß mein gans zes Herz sich deiner Liebe weihe, das Gute willig thu', das Böse ernstlich scheue. Ver, als ein Christ, sich liebt, Der flieht auch, als ein Christ, was der Vernunft und dir, o Gott, zuwider ist. 3. Kein niedrer Eigens nuß beherrsche meine Sees le, und wenn zu meinem Glück ich Weg' und Mits tel wähle: so laß mich stets dabey auf Recht und Wahrs heit schaun, und nie mein Wohlergehn auf Andrer Unglück baun. 4. Kein Segen wohnt ben Dem, der nicht das Unrecht meidet; das kann mein Glück nicht seyn, wos durch mein Nächster leidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beyfall nicht; wie könnt' er einst bestehn vor dir, Herr, im Gericht! 09353 Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft ein flüchs tig Glück? Was nützet eitle Pracht? Wo ist ein zeitlich Gut, das stets zus frieden macht? 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverleßt Gewiss sen, dieß nur allein kann uns des Lebens Müh' vers süßen; dieß bleibt uns auch im Tod', und folget aus der Zeit dem Frommen segens reich einst in die Ewigkeit. 7. D felig, wer darnach mit Ernst und Eifer trach tet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beyfall achtet! Der, nur Der liebt sich recht; Der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollkommne Seligkeit. 5. Nie blende mein Ges müth der Eitelkeiten Schim: mer! Die Welt mit ihrer 8. Dies sey mein Zweck, mein Fleiß! O segne mein Bestreben! Dann werd' ich wahrhaft froh schon hier auf Erden leben; dann nur lieb' ich mich so, wie die es wohlgefällt; lieb' über Alles dich, dich, Gott, und nicht die Welt. [ 71.] Hochmuth u. Diterich. mel. Kommt her zu mir, ic. 455. Du förderst gern mein wahres Wohl; drum hilf mir, Gott, auch, wie ich soll, darnach mit Weise 3 heit 354 Christliches Gesinntseyn und Verhalten heit streben. Von dir selbst Weisheit mir: so werd ich kommt die starke Lust, der auch vor Allem hier nach rege Trieb in meiner Brust, deinem Beyfall streben, beglückt und froh zu les mich um ein reines Herz ben. bemühn, die schnöde Lust der Sünde fliehn, und nur der Tugend leben. • 2. Stets heilig sey mir dieser Trieb; doch auch dein Wille mir so lieb, daß ich mein Wohlergehen nur such auf jenem sichern Pfad, den mir dazu dein weifer Rath von Ewigkeit ersehen! 3. Untrüglich, Herr, ist bein Verstand; nur dir ist es genau bekannt, was Noth, was Heil gebieret. Mich aber täuscht oft fals scher Wahn; oft seh' ich bas für nüßlich an, was mich zum Elend führet. 4. Drum laß mich nie dem Scheine traun, und niemals, um mein Glück zu baun, nur, was mir gut däucht, wählen. Auch Sorge für Lebenserhal hier sey stets dein Wort mein Licht; folg' ich nur tung, Körperpflege und Gesundheit. ihm: so werd' ich nicht mein wahres Wohl verfehlen. 5. Hilf mir, den höchst Mel. In allen meinen£. c. verschiednen Werth der Güter, die der Mensch 456. Was ist mein begehrt, recht einsehn und bedenken; und meine größs te Emsigkeit auf das, was ewig mich erfreut, mit weis fer Sorgfalt lenken! zeitlich Leben? Wozu ist mir's gegeben? Es ist, Herr, dein Geschenk! Ich lebe, um auf Erden zum Himmel reif zu werden: deß sey mein Herz stets eingedenk! 2. Hier 6. Hilfst du zu dieser 7. Dann wird mich wahres Glück erfreun; ja ruhig wird mein Herz dann seyn in meinen Pilgertas gen! Und was sonst meis nem Wohl gebricht, das wird mir deine Güte nicht, Allgütiger, versagen. 8. Ich gehe dann den ebnen Pfad, auf welchem mich dein weiser Rath zum höhern Leben führet, wo mich vollkommnes Glück ers freut, und wo michy, Gott, in Ewigkeit kein Unfall mehr berühret. [ 53.] Diterich. gegen uns selbst. 2. Hier wird gestreuet; die Saat dort, wenn sie werd' ich wohl gedeihet, mich ihrer freun; je långer ich hier lebe, und gut zu handeln strebe, je reicher wird die Ernte seyn. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? Gib, Herr, daß mir, im Glauben der fünfrgen Erntezeit, mein Leben auf der Erde fo werth und wichtig werde, wie mir's dein heil'ges Wort gebeut. 355 Mel. Da Jesus an dem. sc. 457. Wem Gott Ges sundheit hier verleiht, der hat von Gütern dieser Zeit die größte, beste Gabe, Wie froh bin ich, Allgütis ger, daß ich dies Kleinod habe! 2. Daß ich es habe, bank' ich dir; nur du, mein Bater, hast es mir aus Baterhuld gegeben. Dir Dank, daß ich mit Krafts gefühl noch wirken kann und leben! 4. Mir selbst es zu vers fürzen, mich in das Grab zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich ins Leben; dir soll ich's wiedergeben, wenn du gebeutst, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krank: heit stürzet, das Leben leicht verkürzet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu was gen; auch dazu hast du mir's verliehn. 6. Was nützt ein langes Leben Dem, der nicht, gotts ergeben, nach wahrer Tus gend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, im Guten treu sich übet, nur Der hat lang' und wohl gelebt. [ 49.] Diterich. 3. Und läßt es deine Weisheit zu: mein Vater, so erhalte du dieß größte Glück der Erde mir immers dar, damit ich nicht ein Raub der Krankheit werde. 4. Der Sünde folgt Verderben nach; sie stürzt in Angst, in Pein Schmach, bringt Leib Seele Schmerzen. sey's von mir, durch eigne Schuld Gesundheit zu vers scherzen! und und Fern 5. Ein gleicher Muth in Freud' und Leid, zus friedner Sinn und Mäßigs keit und Ordnung in Ges schäften, dieß sey mie Pflicht! Dann werden nie die Laster mich entkräften. 6. Doch schickest du mir Krankheit zu: so gib Ges 32 duld 356 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten duld und Seelenruh, das zu seyn! Ach, Viele drücke Leiden zu versüßen. Mein ein größrer Schmerz, und Trost im Schmerz sey deis doch verzaget nicht ihr Herz. ne Huld und Frieden im Gewissen! 4. Wie, wenn vor Nacht mir anders würde, als mir am trüben Morgen ist? Mit Hoffnung trag' ich meine Bürde, so schwer sie sey; ich bin ein Chrift! Ich grabe mir nicht selbst die Gruft; ich warte, bis mein Gott mich ruft! 7. Und bringt die Kranks heit mir den Tod: so müsse meinen Muth, o Gott, der hohe Trost erheben: mich trifft nicht mehr Schmerz oder Tod in jes nem bessern Leben! [ 14.] Küster. Mel. Religion, von Gott: c. 458. Mein Leben, das du mir verliehen, Gott, zu bewahren, ist mir Pflicht; mich eigenmächtig ihm entz ziehen, es selbst verkürzen darf ich nicht, wie hart mich auch mein Schicksal drångt, das über mich dein Rath verhängt. 2. Der Glaube lehre Muth mich fassen, erhelle meine Schwermuthsnacht! Der mich erschuf, kann mich nicht haffen, und grenzens los ist seine Macht: wie teles ist ihr unterthan, was mein Geschick erleich tern fann! 3. Nie flöße mir die Last der Leiden den quälenden Gedanken ein: so arm, wie Keiner sonst, an Freuden, wie Reiner sonst, gedrückt 5. Ich habe, Herr, aus deinen Händen mein Les ben, und du gabst mir's nicht, es unbedachtsam zu verschwenden: dein ist es; es gehört der Pflicht! Der Pflicht und dir weih' ich es gern; ich leb', ich sterbe dir, dem Herrn! [ 76.] Mel. Wer nur den lieben ic. 459. Des Leibes wars ten und ihn nähren, dieß ist, o Schöpfer, meine Pflicht; durch eigne Schuld ihn zu zerstören, verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bey, daß diese Pflicht mir heilig sey. 2. Sollt' ich, o Herr, nicht theuer schätzen, was deine Hand mir anvers traut; den wundervollen Bau verletzen, den du, mein Schöpfer, selbst ers baut? wsflag gegen uns selbst. D 357 übertreiben, was auf des Leibes Pflegezielt, und stets in jenen Schranken bleiben, die dein Gesets mir anbes fiehlt. Des Leibes Wohl soll nie allein mein Wunsch und meine Sorge seyn! baut? Wes ist mein Leib? Er ist ja dein: wie dürft ich sein Zerstörer seyn? 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit milder Vaterhand die Mits tel uns, daß wir sie nüßen, und zum Gebrauch gibst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein: wie sollte sie denn uns es seyn? 4. Gesunde Glieder, mun: tre Kräfte sind mehr, als alle Schäße, werth. Wie leiden des Berufs Geschäf te, wenn Krankheit un sern Leib beschwert! Ift nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein froher Muth? Mäßigkeit. 5. Drum gib, daß ich Mel. Religion, von Gott sc. mit meide, was meines Körpers Wohlseyn 460. Wie mannichfalz stört, daß nicht, wenn ich oft Schmerzen leide, mein Geist den innern Vorwurf hört: ,, du selbst bift Stö: rer deiner Ruh'; du selbst zogst dir dein Leiden zu." tig sind die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken, uns zu las ben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist, wie freundlich, Gott, du bist. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bes wahren achtsam seyn; und drückt mich Last der Krank: heit nieder: so flöße du Geduld mir ein! Gib gus ten Muth, und dann ver, leih, daß auch des Arztes Rath gedeih'. 7. Doch niemals will ich 00 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sey meisner Seele, Gott, geweiht, daß sie zum Himmel weise werde, und reife zur Volls kommenheit! Vergånglich ist der Leib von Staub; mein Geist wird nie des Todes Raub. [ 99.] Diterich. 2. Du segneft Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine väterliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frey, gesättigt werd' und dankbar sey. 3. Du 358 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten 3. Du läsfest uns nicht chenschaft gefordert, mit Mangel leiden; du gibst Schmach im Grabe noch uns unser täglich Brot; du bedeckt. D laßt uns dieses gibst noch mehr, gibst uns Laster scheun; laßt måßig auch Freuden für einen jeden uns und nüchtern seyn! Sinn, o Gott; wie groß, zum Wechsel im Genuß, ist deiner Gaben Ueberfluß! 8. Uns den Genuß mehr zu versüßen, laß, Gott, auf dich uns findlich sehn, so oft wir Speis und Trant genießen, und dich durch Dankbarkeit erhöhn, dich, der uns, seine Kinder, liebt, und Nahrung uns und Freude gibt. J. G. Ruths u. Diterich. [ 99.] 4. Drum will ich måßig im Genusse der Gaben deiner Güte seyn, und nichts von meinem Uebers flusse durch niedre Schwele geren entweihn! Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. Fleiß und Arbeitsamkeit. 5. Mit Speis und Trank den Leib beschweren, ist thöricht, ziemet Christen nicht: Gott Mel. Mir nach, spricht. daß ſie uns nähren, uns 461. Gott gibt uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? Kraft und Munterkeit, und läßt den Fleiß gelingen; wie könnt' ich denn des Les bens Zeit mit Müßiggang verbringen? Ist meine Kraft auch noch so klein: so will ich dennoch thätig seyn. 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Kranks heit, Armnth, Zank und Streit; macht träge zum Berufsgeschäfte; vernichtet jede Thätigkeit; setzt zu den Thieren uns herab, und stürzet früher uns ins Grab! 7. Ach! Mancher starb schon längst und modert, durch Schwelgerey ins Grab gestreckt, von Gott zur Nes 2. Um nüßlich für mein Baterland, so viel ich kann, zu leben, dazu ist mir von Gott Verstand und jede Kraft gegeben; durch Trägheit würd' ich sie entweihn, und eine Last der Erde seyn. 3. Wenn ich, o Vater, treu vor dir mein Tagewerk volls gegen uns selbst.shing 359 vollbringe: so gib, daß meis ne Arbeit mir nach meinem Wunsch gelinge. Dein Ses gen krone meinen Fleis zum Heile mir, und dir zum Preis! [ 62.] Niemeyer. Mel. Es ist gewißlich an ic. 462. Zur Arbeit, nicht zum Müßiggang, bin ich bes stimmt auf Erden. Drum will ich jetzt und lebenslang durch Arbeit nüßlich wers den; will gern mit aller meiner Kraft, will eifrig und gewissenhaft, was mir gebührt, verrichten. 2. Hast du ein Amt': so warte sein!" So, Herr, ges beut dein Wille; du gibst zu meinem Thun Gedeihn, wenn ich ihn treu erfülle; gibst, daß ich an Vollkoms menheit, an Einsicht und an Fertigkeit zum Gutess wirken wachse. 3. Drum will vor trás ger Weichlichkeit ich stands haft mich bewahren, und, wo die Pflicht mir Müh' ges beut, nie meine Kräfte sparen; wenn sie ermatten: dann will ich durch reine, stille Freuden mich zu neuer Arbeit stärken. ner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu vers richten! Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt bey der Arbeit Heiterkeit, versüßet jede Mühe. 5. Gib, daß mein Fleiß in dem Beruf, zu dem mich auf der Erde, dein weiser Rath, o Gott, erſchuf, mir Vorbereitung werde, damit ich hier schon in der Zeit, zur höhern Kraft und Thätigkeit des beffern Lebens reife. [ 23.] Borchward. Mel. Sey Lob und Ehr ic. 463, Gott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen. Was unser Fleiß hier unters nimmt, wird, wenn's mit feinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Nie müßig seyn soll meine Hand, das freudig zu verrichten, wozu mich Kraft, Beruf und Stand, die Gott mir gab, ver: pflichten! Dann wird mir seine Gütigkeit auch von den Gütern dieser Zeit, so viel mir nüßet, geben. 4. Ein heil'ger Trieb bes lebe mich, Herr, meines 3. Drum gib, daß ich, Standes Pflichten, in deis o Gott, auf dich bey meis ner 360 Christliches Gesinntseyn und Verhalten ner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß deinen Weg ich gehe; nach deines Reichs Gerech tigkeit, nach Tugend und Vollkommenheit laß mich vor Allem trachten. 4. Laß Müßiggang und Trägheit mich mit allem Ernste meiden; und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth, mit Lust und Freuden in meinem Stande thätig sey. Dein Segen Fröne meine Treu', daß sie auch Andern nüße! 5. Sey überall, o Gott, mit mir! Die Werke meis ner Hånde befehl' ich, Allers höchster, dir; hilf, daß ich fie vollende zu deines gros Ben Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge. S. Listovius u. [ 22.] Diterich. Mel. In allen meinen T. ic. 464. 3um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer uns gegeben, und nicht zu träger Ruh'. Wie Fruchtbarkeit dem Regen, fo folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Ges schäfte, gibt uns ein fröh lichs Herz; es schafft uns süßern Schlummer, erleichs tert Gram und Kummer, und lindert oft den herbs sten Schmerz. 3. Er hilft den Hang bes siegen zu sündlichem Vers gnügen. Was mehr, was stets erfreut,- der Uns sern Wohlfahrt schützen, der Welt und Nachwelt nützen, das ist das Glück der Thätigkeit! 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie tråg' im Guten werden; du gabst der Kraft uns viek. Dich, unsern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehs ren, sey immer unser höchs stes Ziel! 5. Wenn Andre trostlos klagen: dann werden wir nicht zagen, und feinen Tag bereun. Wenn Trås ge trauern müssen: dann spricht uns das Gewissen getrosten Muth und Hoff nung ein. 6. Wenn einst viel edle Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reis chem Segen stehn; wenn Tausende fich freuen und heißen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! [ 49.] 6. D. Hartmann. Mel. - gegen uns selbst. Mel. Mir nach, spricht zc. 465. Mag immerhin wohl vollbracht. 6. im Müßiggang der Thor auf Erden leben: fern sey von mir es, mich dem Hang zum Nichtsthun zu erges ben! Nur unverdroßne Thätigkeit gewähret mir Zufriedenheit. 2. Ich bin ja nicht in dieser Welt um stets nur zu genießen: ich soll auch das, was Gott gefällt, zu wirken mich entschließen. Von ihm, der mich zum Wohlseyn schuf, kommt auch zur Arbeit der Beruf. 361 bebt nicht vor des Grabes Nacht: sein Tagewerk ist 4. Dem Fleißigen kann seine Zeit zur Bürde nies mals werden; den Trägen plagt Verdroffenheit; er schafft sich selbst Beschwers den; nie hat ihn das Ge fühl beglückt, womit nach Arbeit Ruh' erquickt. 5. Wer thätig ist, ge: nießt das Glück, auch Ans dre zu erfreuen; sieht froh auf seine Zeit zurück, und darf sie nie bereuen; ers Einst wird er über viel gesetzt: er war getreu im Kleinen; sein Herr, sein Vater ruft ihn jetzt zur Herrlichkeit der Seinen. Wie freudig naht er sich dem Thron! Wie groß ist seiner Arbeit Lohn! [ 62.] Anonym u. Reche. 3. Und wann ist fröh: licher mein Sinn, wann Mel. Wo Gott der Herr, ic: füßer meine Ruhe, als 466. Herr, lehre mich wenn ich in dem Kreise bin, worin ich Gutes thue? Mein eignes Herz belohnt mich hier, und Gottes Ses gen folget mir. Christlicher Gebrauch und Genuß der irdischen Güter und sinnlichen Freuden. gewissenhaft mein zeitlich Gut verwalten! Gewähre mir Verstand und Kraft, damit wohl hauszuhalten, wie mir esitzt und die gefällt, daß ich die Güter jener Welt darüber nicht verliere! 2. Mein Hab' und Gut kommt nur von dir; es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermö gen: zu meinem und zu Andrer Wohl verliehst du mir es; dazu soll ich weiss lich es benutzen. 3. Es ist das mir ges schenks 362 Christliches Gesinntfern und Verhalten schenkte Gut vergänglich, es nach Pflicht und weiss ist nur Erde. Gib, daß lich anzuwenden. Laß mich ich nie zum Uebermuth damit aus Dankbegier auch dadurch verleitet werde. meinem Nächsten, nicht Nie reiß' ein irdischer Ges blos mir, des Lebens Last winn mein Herz so weit erleichtern. zum Eitlen hin, daß ich mein Heil vergesſe! 4. Was nuste mir die ganze Welt mit allen ihs ren Schäßen: verblendeten mich Gut und Geld, die Pflichten zu verlegen, die mich dein heilig Wort ges lehrt? Die Tugend nur hat ewig Werth; nach ihr nur soll ich trachten. 5. O schenke dazu gnås dig mir, Gott, deines Geis stes Gaben: so werde ich, reich genug in dir, die bes sten Güter haben; so bin ich, sicher deiner Huld, voll Friede, Freude und Ges duld; nichts fehlt dann meiner Seele. 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen; er nüßet mir im Tode nichts, und wird am Tage des Gerichts die Seele nicht erretten. 7. Was du mir schenks test, will ich nicht, dem Thoren gleich, verschwens den; will ernstlich streben, 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft! Dieß laß mich stets bedenken, und ernstlich, treu, gewissenhaft mein Sorgen dahin lens ken, daß von, den Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichs sten Segen ernte. [ 103.] Diterich. Mel. O Gott, du frommeric. 467. Laß mich doch nicht, o Gott, dem Reichs thum dieser Erde so meine Neigung weihn, daß er mein Abgott werde. Oft fehlt beym Ueberfluß doch die Zufriedenheit; und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergänglich Gut des Geistes Wünsche fiillen? Und reich zu werden, Gott, steht das in meis nem Willen? Nicht stets ward Reichthum Dem zu Theil, der nach ihm rang; und oft verliert ihn Der, dem sein Bemühn gelang. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll bes glücken, gegen uns selbst. 868 glücken, muß unvergånglich nach wahrer Frömmigkeit, seyn, muß für den Geist nach Gottes Reiche trachs sich schicken. Der Thor hat ten, ist nicht des Menschen Geld und Gut; er hat's, hoher Ruf, den Gott zur und wünscht noch mehr: Ewigkeit erschuf. doch immer bleibt sein Herz von Ruh' und Freude leer. 4. Ein weises, frommes Herz, das sey mein Schatz auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dieß, kann mir entriffen werden. Dieß bleibt im Tod auch mein; dieß folgt mir aus der Zeit, jum seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. [ 71.] Gellert. Mel. Mir nach, spricht zc. 468. Wohl Dem, der befre Schätze liebt, als Schätze dieser Erde! Wohl Dem, der sich mit Eifer übt, daß er vollkommner werde, und, von des Hims mels Geist belebt, sich über Erd' und Staub erhebt! 2. Der Herr verbeut den Seinen nicht, hier Güter zu besitzen; er gibt fie; doch gebeut die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen; sie sollen unser Herz ers freun, und Mittel uns zur Tugend seyn. 3. Doch nach den Güs tern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten; nicht erst 4. Der Geiz entehrt des Menschen Herz, erstickt des Mitleids Triebe; die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Lies be, und machet, der Vers nunft zum Spott, ein elend Gold zu seinem Gott. 5. So viel der Geiz auch an sich reißt, kann er's doch nie genießen; er quält durch Habsucht stets den Geist, und tödtet das Gewissen; ihn treibt der lockende Gewinn zu jedem Frevel mächtig hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon Meineide frevelnd schwören; Arbeis tern den verdienten Lohn verkürzen; wird nicht hös ren auf armer Wittwen jammernd Flehn; wird frech der Waisen Recht verdrehn. 7. Vom Geize Hart, schmeckt nie das Herz des Wohlthuns edle Freuden; bleibt ungerührt bey Ans drer Schmerz, fühlt nicht der Armuth Leiden. Ems pfindungslos verletzt und bricht der Geiz'ge jede Tugendpflicht. 8. 3war 364 8. Zwar ist er Vater: doch aus Geiz ist er's nicht seinen Kindern; läßt thö: richt sich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hins dern, und wähnt, er hab' sie wohl bedacht, wenn sein Bemühn nur reich sie macht. Christliches Gesinntseyn und Verhalten 9. Hat er ein richterlis ches Amt: so wird er sich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen, und selbst der Tugend größter Feind erkauft an ihm sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt ihm Muth und Geist, die Wahrheit frey zu lehren; er schweigt, wenn sie ihn reden heißt, ehrt, wo er nicht soll ehren, und wird oft um ein schnödes Geld ein Schmeichler, eine Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabey, daß ich mir gnügen lasse, und Habs fucht, als Abgötteren, von Herzen flieh' und hasse. Ein weises Herz, ein fro: her Muth sey meines Les bens größtes Gut! [ 62.] Gellert. Mel. Nun danket alle G. ic. 469. Herr, der so gern beglückt, gern Freuden uns bereitet, wie selig, wer, von dir an Vaterhand ges leitet, nur dann sich glück lich fühlt, wenn er zu dir sich hält, und jede Lust verschmäht, die nicht auch dir gefällt! 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude kennt, mit sich als lein zu seyn, und deiner Lieb' und macht und Weiss heit sich zu freun! 3. Wie selig, wenn er selbst die bessern Erdenfreus den mit Maaß und Weiß heit wählt! Jhr Uebermaaß wird Leiden. Nach ars beitvoller Müh' ist schulds los ihr Genuß: wer nur Vergnügen sucht, Der fins det Ueberdruß. 4. O gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Sees le, wenn sie nach Freuden strebt, nie jene Freuden wähle, die endlich doch ges reun; es wohn' in meiner Brust, durch Laster nie entweiht, nur fromme, reine Lust! 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten! Die Tugend müsse nie vor meinem Scherz erröthen! Nach treu volls brachs gegen uns selbst. 365 brachter Pflicht darf ich für Gram und Schmerzen der Ruh' mich freun; doch keinen Augenblick des Las sters Freuden weihn. Empfindungen in unfree Brust, daß, mächtig vom Gefühl erregt, das Herz bald froh bald bang' uns schlägt. 6. Die Unschuld, Gott, sen stets Gefährtin meiner Freuden! Dem Schwelger laß mich nie sein falsches Glück beneiden. Was mir an Reichthum fehlt, ersetzt Zufriedenheit: der frohste Sinn wohnt stets bey frommer Häuslichkeit. 2. D Dank dir, daß für tausend Freuden ges fühlvoll ich gebildet bin; und fließen gleich, wenn sie nun scheiden, oft Thrá nen auf die Wangen hin: so dank' ich, Vater, doch dafür selbst mit bethrånz tem Auge dir. 7. Der Tag der Fröh: lichkeit sen niemals ganz verloren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spiele nicht, geboren! Ers holung gönnt mir Gott; nur stårke sich mein Muth mit neuer Kraft zur Pflicht, so oft mein Wirken ruht! 3. Nur laß, in meinen frohen Tagen, dieß leicht bewegte Herz mir nie für unerlaubte Freuden schlas gen! Gefühl für niedre Lüste flieh', es flieh' der Laster wilde Lust, o Gott, auf immer meine Brust! 4. In dichtbelaubten Schattenwäldern, auf grüs ner, blumenreicher Flur, auf segensvollen Erntefels dern, im großen Tempel der Natur, bey deiner Schöpfung Jubelchor, da schlage hoch mein Herz empor! 5. Erblick ich hier in edlen Thaten, die werth sind der Unsterblichkeit, der Wahrheit und der Eus gend Saaten, von meinen Brüdern ausgestreut; zeigt mir der Menschheit Würs de 8. Bey meinen Freuden soll der Dürftige nie leis den; der Tag, der mich beglückt, sen ihm auch Tag der Freuden! Ist er vers lebt: wohl mir, wenn er mich nie gerent! Für jeden frohen Tag sen dir, Gott, Dank geweiht! [ 65.] Niemeyer. Mel. Religion, von Gott zc. 470, Auliebender, du gabst dem Herzen Gefühl für Wohlseyn, Glück und Lust; du schufest auch 366 Christliches Gesinntseyn und Verhalten. de fich: so preise meine Seele dich! ook Keuschheit. 6. Wenn ich verwandte Mel. Wer nur den lieben: c. Herzen finde, die für mich schlagen treu und warm; mein Daseyn innig froh empfinde an eines edlen Freundes Arm: auch dieß Gefühl fen dir geweiht! Es folgt uns in die Ewigkeit. 7. Zur Menschenliebe, zum Erbarmen erwecke mich der Brüder Schmerz; es breche ben der Noth des Armen mir immer mits leidsvoll das Herz! Mein Mitleid werde Trost und Rath, mein Wunsch, zu helfen, werde That! 8. Vor Allem laß sich mit Entzücken, mein Herz, Gott, deiner Liebe weihn; und, wenn es Kummerlas ften drücken, gefühlvoll deis ner Huld fich freun: dann wandelt sich die Furcht in mir in kindliches Vertraun zu dir. me m 9. Alliebender, du gabst dem Herzen Gefühl für Wohlseyn, Glück und Lust; du schufest auch für Gram und Schmerzen Empfins dungen in unsrer Brust. Für Beydes bringt mein Herz dir Dank; Preis, Bater, dir, und Lobges fang! [ 76.] Niemeyer. 471. Der Wollust Reiz zu widerstreben, soll ernste, heil'ge Pflicht mir feyn! Sie ist ein tödtlich Gift dem Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh' ich innig, Gott, zu dir: erhalt' ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper feine Kraft, und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte dieser Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wols lust liebt und sich in ihre Feffeln gibt. 3. Sie raubt dem Hers zen Muth und Stärke; schwächt den Verstand, der Seele Licht; erstickt den Eifer edler Werke, den Ernst, die Lust zu jeder Pflicht; bringt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt uns ter ihrer Bürde noch tiefer, als zum Thier, hinab; er schåndet und entehrt die Würde, die ihm sein heil's ger Schöpfer gab; vergißt den Zweck, zu dem er lebt, wenn sainer is gegen uns selbst.chiliging3 367 wenn er nach niedern Lüs sten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt ist sie ein Spott; und tråfe sie auch keine Schande: so sieht und ahndet sie doch Gott, Gott, der in das Verborgs ne fieht, Gott, dem auch kein Gedank' entflieht. 6. Drum will ich allen böfen Lüften mit Muth und Nachdruck widerstehn, und, um mich gegen sie zu rüz sten, auf dich, Allgegens wärt'ger sehn. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch geheime Missethat. [ 99.] Gellert. 252 Mel. Werde munter, m. ic. 472. Standhaft fev, o Gott, mein Wille, reines Herzens stets zu seyn; in der Unschuld heitern Stils le deiner Gnade mich zu freun! Keine Freude dies fer Welt, wenn sie noch so fehr gefällt, laß mich, wider mein Gewissen, wünschen, hen und genießen. 2. Unsre Kindheit, uns fre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend: aber heilig nicht ein Taumel, der bes thört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüste muß sie scheuen, und die Sünde nicht entweihen. 3. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feus schen Brust toben nicht der Reue Schmerzen, wohnet Nuh' und reine Lust. Uns beherrschte Sinnlichkeit töds tet die Zufriedenheit; fie vergiftet alle Freuden, und verwandelt sie in Leiden. 4. O so will ich ernste lich streden, reines Herzens stets zu seyn; keusch und züchtig will ich leben, jes den Reiz der Lüste scheun. Keine Lockung täusche mich, und mein Herz erhebe sich keiner schåndlichen Begiers de! Reinigkeit sen meine Zierde! dsc 5. Dann umgibt mich Heil und Segen; himmlis sche Zufriedenheit leitet auf der Unschuld Wegen mich zu größrer Seligkeit. Reis nen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein nnd hell; denn sie hoffen voll Vers trauen, Gottes Antlik einst zu schauen. Es Del [ 98.] J.A. Cramer. Mel. Wer nur den lieben zc. 473. Den Trieb der Wollust früh zu dämpfen, eh' 368 Christliches Gesinntseyn und Verhalten eh' er die Freyheit mir vers wehrt, muß ich ihn unges fäumt bekämpfen, sobald er sich in mir empört! Nur mühsam wird er unters drückt von Dem, der ihn nicht früh erstickt. 2. Oft täuschen ihn des Lasters Triebe; er wähnt sich sicher vor Gefahr; oft wird zu unerlaubter Liebe die Neigung, die einst schuld: los war! Dann, dann wird jene Sicherheit, ach! bitter, doch zu spät bereut. d Christliche Ehrliebe. 3. Getäuscht, wird sich's das Herz verzeihen, daß es des Lasters Triebe Mel. Wenn meine Sünd. ic. es wird nur ihren Aus: 474. Laß, Herr, nach bruch scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt; wird kleine Fehler übersehn, und bald zu größern über gehn. eitlen Ehren mich niemals geizig seyn. Laß deinen Geist mich lehren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, bes steht, und mit mir von der Erde zum Himmel übergeht. 4. Ist's Sünde nur, die That vollbringen? Jft, wer fie meidet, tugendhaft? Nein, auch den Trieb foll ich bezwingen, den Hang und Bunsch der Leidens schaft! Nicht unser Wandel nur soll rein, auch unsre Seele soll es seyn. 5. Die Lüfte sind's, die uns entehren: sie schwäs chen unsers Geistes Licht: auch wenn wir ihrem Auss bruch wehren, sind sie Verlegung unsrer Pflicht. Drum will ich streben, daß mein Geist sich ihrer Tyranney entreißt! 6. Beleb' in mir, Gott, den Gedanken: die Un schuld ist der Seele Glück! und lenke, wenn mein Herz will wanken, auf Tod und Zukunft meinen Blick! Dann flieht der Sinne Fruggestalt, und jeder Leis denschaft Gewalt. [ 99.] Gellert u. Heeren. 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt; das nur sey, Vas ter, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfas de; verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht im Besitz von Schätzen und Gütern dies ser Zeit laß meinen Ruhm mich ## py]] v9f gegen uns selbst. $ 69 mich feßen: sie sind doch Eitelkeit; fie sind so Mel. Religion, von Gott i. oft des Thoren Glück; vers 475. Von die in dieſe laffen uns im Tode, und bleiben hier zurück. Welt gerufen, sichn, Vas ter, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und was sie has ben, kommt von dir; du machest arm, du machest reich: dort sind vor dir wie Alle gleich. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben; denn du als lein, Allweiser, gibst Dent diese, Jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Alle liebst; es sollen Alle glücks lich seyn, und Jeder fich des Andern freun. 4. Nicht Stand und außre Würde verblende meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend sey allein der Ruhm, nach dem ich ringe! Nur er bleibt ewig mein. 5. Dich kennen, meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit gewissenhaft verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jesu Beyspiel üben, das sey mir wahrer Ruhm! 6. Dein Beyfall ist das Größte, wornach ich fire: ben kann; wenn ich mich deffen tröste: wie glücklich bin ich dann, ob mir gleich oft, auf dieser Welt, der Menschen Lob und Ehre ben guten Thaten fehlt! 7. Wenn einst die ernste Waage du, Weltenrichter, nimmst, und am Ver: geltungstage der Thaten Werth bestimmst: dann muffe meinem ew'gen Geist des Himmels Krone wers den, die mir dein Wort verheißt! [ 95.] Heeren. 3. Beglücken, und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Darz um ist Diefer hier auf Erden gering und arm, Der reich und groß; Der hat mehr Kraft, Der mehr Versrand, und Jener braucht, was Der erfand. 4. Wer hat mich Anz dern vorgezogen? Wer wies der andre Menschen mir? Du, Gott, durch freye Huld bewogen; benn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden, und fern 2 a von 370 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten von allem Stolze seyn; les habe, was ist mein ich Den, der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? War' ich wohl, hätt' ich mehr, als er, auch besser dann und seliger? Stand, mein Glück, und jede gute Gabe? Es ist nicht mein; es ist ein uns verdientes Gut. Darum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 6. Nein, gern will ich auch Andre ehren, sie mös gen noch so niedrig seyn. Sie können meiner nicht entbehren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nähm' Keiner meines Glücks sich an: wie arm, wie hülflos war ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßet, Der verehret der Niedern und der Hohen Herrn. Wohl ihm! Denn mit Zufriedenheit lohnt Des muth und Bescheidenheit. 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Reiz, Liebenswürdigkeit und Werth; gibt Würd' und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schimmer gern ents behrt. Sie sey, o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt mein Ruhm! [ 76.] J. A. Cramer. Mel. O Gott, du frommer. 476. Herr, der du Al les gibst, von dem ich Als 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster, nüße, und wenn ich mehr Verstand, mehr Kraft, als er, besitze: bin ich drum mehr, als er? D, nein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigkeit? Gott, Alles kommt von dir! 3. Wenn mir ein größ res Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Güs tigkeit nicht mehr, als Ans dre, segnet: gib diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich, geehrt und groß, in hohen Würden stehe, und Andre unter mir in kleinerm Glücke sehe: wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? Ift nicht mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten übers heben? Dein ist es, was ich bin; von dir hab' ich mein Leben! Gelang das Gute mir: nur Du gabst ihm 371 ihm Gedeihn! Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn! [ 71.] Zimmermann. Wird aber hier mein Werth verkannt: getrost! Im bess sern Vaterland nimmst du mich an mit Ehren. [ 103.] Reche. Mel. Wo Gott, der Herr zc. o Gott, Mel. Herr Jesu, Gnadens.zc. 477, Du gabft, der Alles schafft, das kes 478. Bin ich mit fes ben mir auf Erden; ich soll mit immer reger Kraft den Menschen nüßlich werden. Doch ach, wie schwer wird diese Pflicht, wenn guter Name mir gebricht, und Jeder mich verachtet! gegen uns selbst. 2. So sey denn mehr, als alles Gold, mir dieser Nas me theuer! Ift meiner Brüder Herz mir hold: so leb' ich sorgenfreyer; und wenn der Tod zu dir mich ruft: dann weinen sie an meiner Gruft noch Thrås nen wahrer Liebe. 3. Vermag ich auch kein großes Glück den Meinen zu gewähren: mein guter Name bleibt zurück, und wird auch sie noch ehren. Sie finden leichter dann den Freund, der's gut und treu mit ihnen meint, ihr Leben gern verfüßet. 4. Ja, Gott, ich will durch frommen Sinn nach gu tem Namen streben, und ist und bleibt er mein Gewinn, doch nie mich stolz erheben. stem Muthe Gott und der Tugend treu, und wirksam für das Gute, von Sün, denliebe frey: so darf ich's auch bemerken; darf, meis nen Muth zu stärken, mich meines Werthes freun. 2. Doe) will ich nie vers messen und stolz auf Andre sehn; nie will ich es vers geffen, will dankbar es ges stehn, daß Gott, der mir mein Leben aus freyer Huld gegeben, auch Kraft zur Tugend gibt. 3. Zwar darf ich es empfinden, wie sehr mein Geist sich hebt, wenn er dem Reiz der Sünden mit Ernste widerstrebt; doch stolz auf Schwächre sehen, die nicht im Kampf beftes hen, soll nie der Mensch, der Christ. 4. Auch wenn ich edel handle, und stets mit fes stem Schritt die Bahn der Tugend wandle, die nie der Thor betritt: auch dann, o Gott, verhehle 2a2 es 372 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten es nie sich meine Seele, wie viel mir noch gebricht! Rahmsucht scheun! Laß niemals mich vermessen des innern Werths vers gessen, den stille Tugend gibt! [ 35.] Grot. IX. Christliches Gesinntseyn und Verhalten gegen andre Menschen. 5. Hilf denn mir, stets bescheiden in Wort und Thaten seyn, und falsche Freuden der eitlen alle Menschenliebe überhaupt. Mel. Ein Lämmlein geht ic. 479. Der du der Liebe Vorbild bist, und gern uns Menschen segnet, selbst Dem, der nicht dein Jünger ist, mit Wohlthun doch bes gegnest, o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich, Herr, mein Heiland, hier nach deinem Beyspiel wandeln! Die können feine Christen seyn, die nicht sich Andrer Wohlfahrt freun, nicht menschens freundlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir fola: ten Lieb' und Freundlich keit auf allen deinen Wes gen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit; dein Wort, dein Werk und je den Schritt begleitete Er barmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befreyn, und starbst zum Heil uns Armen. 3. Auch jetzt, erhöht zu Gottes Thron, bist du das Heil der Sünder; noch immer bist du, Gottes Sohn, der Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten fuchest du auf rechten Weg zu leis ten; Dem, der auf deine Stimme hört, und dich durch Sinn und Wandel ehrt, lohnst du mit Seligkeiten. 4. D laß in meiner Pil gerschaft mich auf dein Vorbild sehen! Erfülle mich mit Luft und Kraft, dem Nächsten beyzustehen, bes trübter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Fröh lichen zu freun, mit Weis nenden zu klagen; Dem, dessen Herz sich mir vers traut, laß mich die Treu', auf die er baut, unredlich nicht versagen. 5. Hilf gegen andere Menschen 5. Hilf mir, mit bråderlis cher Huld des Nächsten Feh, ler decken, durch Sanfts muth, Mitleid und Geduld zur Befrung ihn erwecken; und fündiget er gegen mich: so freue meine Seele sich, ihm willig zu vergeben! Verkennet gleich sein Herz mich hier: du kennst und lohnst mich einst dafür bey dir im beffern Leben. [ 18.] Hiller u. Sturm. Mel. O Gott, du frommer. 480. Gib mir, o Gott, ein Herz, das alle Mens schen liebet, bey ihrem Wohl sich freut, bey ihrer Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte flieht, und gern sich, wo es kann, um Andrer Glück bemüht. 373 milder Wohlthat an: nein was ich Gutes thu', das sey, Herr, dir gethan! 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstis gen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Her; Betrübte segnet, ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre stärkt, nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Gott, unbemerkt. 2. Erblick' ich Dürftige: so laß mich liebreich eilen, von dem, was du mir gabst, gern ihnen mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich geehrt zu sehn: nein, Menschen zu erfreun! 3. Es sey mir heil'ge Pflicht, felbst unbemerkt von ihnen, den Brüdern, wo ich kann, mit Rath und That zu dienen! Nicht Dank erst treibe mich zu 5. Sucht wo ein böses Herz Unfrieden anzurichten: so will ich sorgsam schlichten. Aus Schmäh seyn, der Brüder Zwist zu sucht störe nie mein Mund des Nächsten Ruh': er rüh me fein Verdienst; gern deck' er Fehler zu! 6. Fern sey's, o Gott, von mir, das Böse zu vers gelten! Still, duldsam sey mein Sinn, wenn Andre draun und schelten! Verges ben will ich Dem, der mir zu schaden sucht, Den lies ben, der mich haft, Den segnen, der mir flucht. 7. Auch laß mich nie als lein auf zeitlich Wohlerges hen mit eingeschränktem Blick bey meinem Nächsten feben: noch mehr, Herr, müsse mich sein Seelens glück erfreun, und über Alles werth fein ew'ges Heil mir seyn! 8. Den 374 Christliches Gesinntseyn und Verhalten 8. Den, der im Guten wankt, im Tugendsinn zu stårken; Den, der noch sicher ist bey seinen bösen Wer ken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn; dazu verleih' mir Kraft und segne mein Bemühn! 9. O heilige du selbst, Gott, meines Herzens Tries be, durch deine Lieb' und Furcht, zu wahrer Men schenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein: laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn! [ 71] Gellert. Mel. Jesus, meineZuvers.ic. 481. Allen Menschen, und auch mir hat der Herr dieß vorgeschrieben: ,, euren Nächsten sollet ihr, wie euch selbst, von Herzen lies ben." Heilig sey uns jes derzeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Eis ner Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich All' erhält; Alle Eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtsruf Alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat uns Allen Gott gegeben, und auch Eine Hoffnung nur, Hoffnung auf ein bes res Leben, wenn wir nur in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten uns entzweyn; lieblos uns ein: ander haffen; ung, zu uns frer eignen Pein, Stolz und Neid beherrschen laffen! Wer kein Freund des Nächs sten ist, ist kein guter Mensch, kein Christ! 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher, als Andre, haben: Ans sehn, Reichthum, hoher Stand, Leibeskräfte, Geis stesgaben, alles dieß bes frent uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Selbst der Gaben Uns terschied knüpft das große Band auf Erden, wenn nur Jeder sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu werden; sich der Menschheit Dienst zu weihn; auch im Kleins sten treu zu seyn. 7. Drum gib uns, o Gott, ein Herz, das von Menschenliebe brennet, auch in Armuth, Noth und Schmerz nie den nächsten stolz verkennet, nie voll eitlen Wahns vergißt, daß er unser Bruder ist. 8. Laß dem großen Mens schenfreund, laß uns Jesu ähnlich werden, daß wir cinst, gegen andere Menschen. einst, mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Ers den, ewig mögen bey ihm seyn, und uns seiner Liebe freun! [ 48.] Felix Weisse. Mel. Mir nach, spricht ic. 482. So Jemand spricht: ich liebe Gott! und haßt doch seine Brüder, Der treibt mit Jesu Lehre Spott, und handelt ihr zuwider. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächs sten liebe, gleich als mich. 2. Wer dieser Erde Güs ter hat, und sieht die Brüs der leiden, und macht doch Hungrige nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden: der haßt des Christen schönste Pflicht, und hat die Liebe Gottes nicht. 375 ihm gebricht: Der liebt auch seinen Nächsten nicht. 5. Wer Niedre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet: wie bleibt, ben feis nem Ungestüm, die Liebe Gottes wohl in ihm? 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schutz den Nächsten unterstüßet; doch nur aus Stolz, aus Eigens nuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht: der liebt auch seinen Nächsten nicht. 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beyzustehn, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, was 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt: Der hat sie wenig noch geliebt. 7. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eis nes Leibes Glieder: und dienen sollten wir nicht gern einander hier, als Brüder? Gott schuf die Welt nicht blos für mich: mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 8. Ein Heil ist unser Aller Gut: wie sollt' ich Brüder haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut, wie mich, erkaufen lassen? wie nicht verzeihn, da er vergibt; nicht lieben Alle, die er liebt? 9. Was ich den Froms men hier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das siehet mein Erlöser an, als 376 Christliches Gesinntseyn und Verhalten als hätt' ich's ihm erwies sen: und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und ihn in Brüdern nicht erfreun? 10. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ers gehen, der nicht barmherzig ist, und nicht Die rettet, die ihm flehen. Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist! [ 62.] Gellert. Sorge für Andrer Weiss heit und Tugend. Mel. Alle Menschen müs. ic. 483. Laß, o Jefu, mich empfinden, welch ein Ses gen mir es ist, daß du, mich von Wahn und Sünden zu befrenn, erschienen bist, und daß du mit Huld und Gnas de auf des Lebens dunkiem Pfade die Gefahr mir of fenbarst, treu mich wars nest und bewahrst. 2. Laß mich's fühlen, welch ein Segen es für meiz ne Seele sen, wenn ich dir auf Gottes Wegen immer folgsam bin und freu; wenn ich meinen Schöpfer lieben, und, von deinem Geist getrieben, immer fro: ber hoffen kann: mich nimmt Gott mit Ehren an. 3. Doch, wie könnt' ich dieß empfinden, und doch fühllos Menschen sehn, die, bethört vom Reiz der Süns den, Wege des Verderbens gehn; wie nicht rufen, daß sie's hören: ,, eilt, o Brüder, umzukehren, wenn ihr ses lig werden wollt, wie ihr's werden könnt und sollt!" 4. Auch für meiner Brus der Seelen, nicht nur für mein Heil allein, soll ich sorgen; wenn sie fehlen, gern ihr treuer Führer seyn. Wenn sie fündigen und sterben, und ich rief nicht vom Berderben, wo derst du ihr Blut von ich konnte, sie zu dir: fors mir. 5. Von des Irrthums Finsternissen selbst errettet, will auch ich warnen, rühs ren das Gewissen Dessen, der, Herr, von dir wich; will ihm zeigen, was ihn blende, daß sein Herz zu die sich wende; ihn ermuns tern, dir allein, nicht der Sünde fich zu weihn. 6. Hilf, daß ich ihn mög' erreichen; und wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen: sen mein Beyspiel ihm ein Licht, daß an mir er sehen möge, wie der Tugend richt's ge Wege Jeden, der sie liebs ald gegen andere Menschen. 377 liebgewinnt, lauter Heil sie, und Furcht vor Stras und Segen find! [ 4.] fen schrecke Die, die nicht die Liebe beffert! J. N. Cramer. 5. Die aber thun, was dir gefällt, erhalt' in deinem Segen; laß, unverführt von dieser Welt, sie gehn auf deinen Wegen, und leite fie an deiner Hand den sichern Weg ins Vaterland, daß sie dein Heil dort schauen. Mel. Aus tiefer Noth zc. 484. Serr, deine langs muth ist sehr groß; wer kann sie ganz ermessen? Lebt gleich so mancher zus gellos und seiner Pflicht vergessen: schonst du doch. seiner lange Zeit, und trägst ihn mit Barmherzigkeit; du willst nicht sein Verderben. 2. Noch herrschet Leichte sian immerfort in vieler Menschen Herzen, die, Heiliger, mit deinem Wort und mit der Sünde schers zen; und wilde Sittenlos figkeit, gestüßt auf falsche Sicherheit, fröhnt unges scheut dem Laster. 3. Wir flehn, Allmächtis ger, zu dir: hilf du dem Uebel wehre! Noch Viele können, hoffen wir, zu dir sich einst bekehren. Nur Berspiel ist's und Luft der Welt, was in Verblen dung sie erhält und an das Lafter fesselt. Mel. Sey Lob und Ehr ic. 4. Erbarme dich, o treuer 485. Laß meines Nächs Gott, der tiefgefallnen Sees len, die jetzt, verführt, in Günden todt, ihr wahs res Wohl verfehlen. Der Wahrheit Licht erleuchte sten bestes Théil mich werth und theuer achten, o Gott, und seiner Seele Heil zu fördern, ernstlich trachten. Du schufft sie zur Unsterbe lichs 6. Ein treuer, guter Vater meint es redlich mit den Seinen; du, unser Vater, unser Freund, du kannst's nicht böse meinen. Drum bitten wir in Des muth dich: erhalt uns ferner väterlich in deiner Furcht und Liebe! 7. Getreu dir seyn, o Herr, ist schon Gewinn für dieses Leben; doch wirst du einst noch größern Lohn den Treugebliebnen geben. Dann wandeln wir in deis nem Licht; dann wird des Lasters Anblick nicht die Seligen mehr frånfen. [ 9.] J. E. Troschel. 378 Christliches Gestantseyn und Verhalten lichkeit, und hast sie selbst zur Seligkeit durch deinen Sohn berufen. 2. Dem Nächsten zur Verschlimmerung, zu Thors heit, Eitelkeiten, zum Irrs thum, zur Verfündigung durch List und Zwang vers leiten; durch That und bis ses Beyspiel ihn in Laster und Verderben ziehn: o Gott, welch ein Verbre chen! 3. Hilf mir, nach seiner Besserung im Glauben und im Leben durch Rath und durch Erinnerung durch lehrreich Beyspiel streben, daß Achtung für Religion und Jesum Christum, deis nen Sohn, in ihm sich stets vermehre. 4. Je mehr du mir Ges legenheit und Fähigkeiten gibest: je mehr laß mich zu aller Zeit die Seelen, die du liebest, zu retten auch geschäftig seyn, und nicht Verdruß, nicht Mühe scheun, dir, Gott, sie zu zuführen. 5. ibst du mir Kinder, Herr, mein Gott, gibst du mir Hausgenossen: laß mich dein heiliges Gebot fie lehren unverdroffen. Du gabst sie mir, und deine Hand wird dieß mir an: vertraute Pfand von mir einst wieder fordern. 6. Kann ich kein zeitlich Glück und Gut den Meinis gen erwerben; so laß sie doch das größte Gut, die Tugend, von dir erben. Laß mich, dir, Gott, sie zu erziehn, selbst Sünd' und Laster eifrig fliehn, und stets behutsam wandeln! 7. Und hätt' ich eine Seele, Gott, geärgert und verblendet, durch Leichtsinn, Bosheit, frechen Spott, von bir sie abgewendet: o, so vergib mir diese Schuld, und laß mich wieder deine Huld, durch ihre Beßrung finden! [ 22.] Küster. Gute's Beyspiel. Mel. Vater unser im c. 486. Von dir, der meine Freude schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wans del rein, und nützlich in der Welt zu seyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, Der ist auch keiner Freude werth. 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte redlich mich bes mühn, auch sie zum Guten hins gegen andere hinzuziehn. Strahlt ihnen meines Beyspiels Licht: so fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Ja, groß ist jedes Beyspiels Macht! würd' es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt, und täglich mehr und mehr die schwäs chern Herzen, die es rührt, zuTugend oderLastern führt! 4. D wehe Dem, der forglos bleibt, und fühn des Lasters Werke treibt; den nie der Blick der Uns schuld schreckt, und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwachen gern berückt, und liftig in sein Netz verstrickt! 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun Jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn vers klagt, und dann sein fres cher Geist verzagt! 6. Fern sey so schwere Schuld von mir! Ja, Vas ter, ich gelob' es dir! Mein Beyspiel reize jeders zeit zur Tugend nur und Frömmigkeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Gutes schafft! [ 84.] Reche. Menschen. 379 Wider Intoleranz. Mel. Erschienen ist der ic. 487. Lobfinget dem Herrn! Denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr war's, der uns ihr entriß! Lobs singet ihm! 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Chris stenlehrer sahn es nicht. Aus Unterricht ward Glaus benszwang, und ach! in Sclaverey versank das Volk des Herrn! 8. Wie tobte der Vers folger Wuth! Wie strömte treuer Christen Blut! Und ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch! D welch ein Wahn! 4. Erhebt den Herrn! Gerecht ist er! Die Chris sten sind nicht Sclaven mehr; ihr Lehrer ist nicht mehr Tyrann. D freut euch! Das hat Gott ges than! Er liebt das Recht. 5. Der Herr stand seiner Kirche bey: da wurden die Gewissen frey; da ward dem Glaubenszwang ges wehrt; wir sahn, dem Herrn sey Jeder werth, der treu ihm dient. 6. Verbindet, Christen, jeders 380 Christliches Gesinntseyn und Verhalten jederzeit mit Wahrheitss dentrieb erstickt, und Tus finn Verträglichkeit! Ist gend liebt. Tugend stets der Wahrs heit Zier: dann siegt sie, dann ist Gott mit ihr! Gott ist ihr Schuß! 7. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Spötter stolz die Wahrs heit schmähn: verzaget nicht! Sie wird bestehn! Sie ist von Gott! 8. Schaut auf zur Sons ne! Sie erbellt nicht gleich den ganzen Raum der Welt. Doch wohl Dem, der des Lichts genießt, und Gott durch Liebe dankbar ist! Das laßt uns seyn! 12. Lobfingt dem Herrn, und send bereit zum Eins gang in die Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein Ein Hirt und Eine Heerde seyn. Lobsingt dem Herrn! [ 21.] J. A. Cramer. Mel. Wie schön leucht't ic. 488. Schon weicht die finstre Mitternacht des Aberglaubens, und die Macht der Vorurtheile schwindet, schon leuchtet uns der Morgenstern, und jener Tag ist nicht mehr fern, da uns ein Band verbindet. Zeige Liebe, Christ, und höre Jesu Leh: re: lieben sollen, die nach ihm sich nennen wollen. 2. In allem Volk wird von dem Herrn nur Der geliebt, der immer gern die Bahn der Tugend wans delt. Wer Recht thut, Gott durch Tugend ehrt, Der hat vor ihm den größ ten Werth, weil er vernünfs tig handelt. Darum übet Tugend, Brüder; Gott sieht nieder auf uns Alle, wer durch Tugend ihm gefalle. 9. Wie Mancher irret ohne Schuld, und Gott bes weist ihm seine Huld! Wer dürfte denn, von Zorn ents flammt, verdammen, wen Gott nicht verdammt? Nein, das sey fern! 10. Kein Mensch ist ganz von Irrthum frey, wie groß auch seine Weisheit sey; drum sichet Gott sein Herz nur an, und Heil ihm, wenn er sagen kann: mein Herz ist gut! 11. Verschieden ist der Seelen Kraft, verschieden Menschenwissenschaft; doch immer wird von Gött bes 3. Nur auf Gesinnung und auf That sieht er, der glückt, wer jeden Gün: Aller Herzen Rath mit Einem gegen andere Menschen. 881 Jenem leife: ,, ein Gott ist, welcher dich erschuf." Nur Der ist froh und gut und weise, der gläubig hört auf deinen Ruf, und wer dich fromm und findlich ehrt, von dir Einem Blick durchschauet. Wem reiner Tugendsinn ges briche, Dem hilft sein leerer Glaube nicht, wie sehr er darauf bauet. Darum laßt uns so zu leben uns bestres ben, daß die Erde voller Deß Flehen wird v erhört. Lieb' und Eintracht werde! [ 100.] J. D. Thieß. 5. Kein Erdensohn hat andre Pflichten, als seinem Lichte treu zu seyn. Wie könntest du Den strenge richten, dem du mehr Licht versagtest? Nein! Begnas digest du nicht selbst Den, der's wagt, dir, Herr, zu widerstehn? Mel. Religion, von Gottic. 489. Dir, Bater, Dank und Preis und Ehre, von aller deiner Kinder Schaar! Dir, Herr der hos hen Sternenheere, bring' jeder Mund Anbetung dar! Du, unser Aller Vater, gib, zu preisen dich, uns Kraft und Trieb. 2. Bereit, dich Dem zu offenbaren, den Sehnsucht drångt; sich dir zu nahn, nimmst du von allen Völs kerschaaren Gebete, Lieder, Opfer an. Ohn' einen Strahl von deinem Licht ist keines Menschen Angesicht. 3. Und Keiner Aller, welche leben, ist fern, uns endlicher, von dir. In dir, du Vater Aller, we ben wir All' und sind und athmen wir! Wir sind von dir und durch dich; du rufft: ,, sucht mich!" allen Herzen zu! 4. Dem rufft du lauter, 6. Und wir, wir sollten strenge richten? Wir lieblos seyn, wo du verschonft; die Einfalt und die Tus gend richten, die du viels leicht mit Ehre lohnst; Den schmähen, der dich anders ehrt, als uns der Våter Glaube lehrt? 7. Wer heilig deinett Namen nennet, dir ehrs furchtsvoll zu dienen meint, so gut dich ehrt, als er dich kennet, sey Bruder uns, mit uns vereint! D wehe Dem, der sie vers dammt, die Andacht, die zum Himmel flammt! 8. Erwecke Fürsten, bils de Lehrer voll weiser Mens schenfreundlichkeit. Ents waffne mächtig, Herr, den Sto: 382 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Störer der Eintracht und Verträglichkeit; und hels ler strahle bald dein Licht da, wo's an Duldung noch gebricht! [ 76.] dank ich es, o Herr, nicht dir? Zum Gutesthun gabst du es mir; zum Guten es zu nutzen, soll ich es sorg: sam schützen. J. C. Fröbing. 2. Doch nicht mein Les ben, Herr, allein, auch meiner Brüder Leben soll theuer mir und heilig seyn, Mel. Erhalt' uns, Herr, ic. 490. Erhalt uns deis und eifrig soll ich streben, es ner Wahrheit Wort, und treibe Wahn und Irrthum fort! Bewahre, Herr, vor Glaubenszwang, uns, deine Kinder, lebenslang! zu erhalten, wo ich kann; soll dienen, helfen Jedermann; soll jeden vor Gefahren gern warnen und bewahren. d 2. Die Herrschsucht, die in wildem Grimm Den, der nicht glaubt, mit Unges stüm, gewaltsam zieht vor's Richteramt, sey unter Chris fien ganz verdammt! 3. Drum müsse, wer mir dienstbar ist, nie über Härte klagen! Wie dürft' ich ihm, als Mensch und Christ, die Schonung je versagen, die mir, o Herr, dein Wort ges idbeut! Wie dürft' ich, fern von Menschlichkeit, mein Wohlseyn zu vermehren, der Brüder Last erschweren! 4. Mit Ernst ermahnen will ich sie, mit Freunds lichkeit fie bitten, ihr Les ben, ihre Kräfte nie durch Leichtsinn zu zerrütten. Was ihres Lebens Frieden stört, was ihren Gram und Un muth mehrt, das will ich stets mit Freuden entfernen und vermeiden. 5. Der Schwachen Fühs rer will ich seyn; der Krans fen will ich pflegen; die Traurigen mit Troft ers freun, auf ihren Leidenss wes 3. Zerbrich des Zwanges hartes Joch; dann sieget freye Wahrheit doch! Sie sey bey uns von Irrthum frey, voll Frömmigkeit, ohn' Heucheley! [ 19.] Basedow. isar fansid Sorge für Undrer Leben und Gesundheit. Mel. Ermuntre dich, mein ic. 491. Das Leben ist ein großes Gut; wie follt' ich es nicht ehren! Wie dürft' ich je im wilden Muth es freventlich zerstören! Vers gegen andere Menschen. wegen; will eilen, benzus stehn in Noth; will retten aus Gefahr und Tod; will Schmachtende erquicken; will helfen und beglücken. 6. Das Leben ist ein großes Gut: ich will es treu verwalten; will gern mit Sorgfalt und mit Muth auch Andern es erhalten. Wenn dann der Tod sie mir entreißt: so quält kein Vorwurf meis nen Geist; ich darf dann ohne Grauen auf ihre Gråber schauen. [ 20.] Reche. Schonung der Ehre Un derer. 383 entehrt: bin ich dann noch ein Christ, und dieses Nas mens werth? Freuden hör' des Undern Ehre schmälern, und rede selber gern von meines Bruders Fehlern; wenn ich aus Neid und Stolz vers kleinre seinen Ruhm, deck' seine Schwächen auf: wo bleibt mein Christenthum? 2. Wenn ich aus Args wohn bloß von ihm nur Böses denke, und durch ein falsch Gerücht ihm schade und ihn kränke; wenn ihn mein Neid, mein Haß, mein Stolz, mein Spott 3. Wer, wenn er Låstrer hört, und bey Verläumbern fizet, aus niedrer Mens schenfurcht nicht Andrer Unschuld schüßzet; wer aus Gefälligkeit selbst ein Vers läumder ist, und nicht zum Besten kehrt: bleibt Der auch noch ein Chrift? 4. Wer jeden Schein ers greift, den nächsten hart zu richten: verletzet Der nicht frech die heiligste der Pflichten? Ist dieß nicht eitler Stolz; ists nicht Vermessenheit? Vergißt er daben nicht der eignen Fehlbarkeit? Mel. D Gott, du frommer. 5. Gott ist mir immer nah'; er hört an jedem Drs 492. Wenn ich mit te, wo ich nur immer ſey, ein jedes meiner Worte; und er, der Alles sieht, er sollte mich nicht sehn, wenn ich mich untersteh', Unschuldige zu schmähn? 6. Dürft' ich mit Spott und Hohn die Tugend fres velnd schånden; dem Würs digen das Lob, das er vers dient, entwenden? Allwiss sender, du hörst der frechen Schmåhung zu; ihr Richs ter, heil'ger Gott, the Nächer bist einst du! 7. Die Thränen zählt der 384 Christliches Gesinntseyn und Verhalten der Herr, die von gekränks ten Frommen, die lieblos ich geschmäht, wehklagend vor ihn kommen; und dann erscheint ein Tag, wo Gott, im Angesicht der Welt, dem Lästerer ein strenges Urtheil spricht. 8. Hab' ich durch Läste rung, Herr, Schuld auf mich geladen: so laß durch Widerruf mich tilgen jeden Schaden. Des Nächsten Ehre sey mir fiets ein Heiligthum! Nicht lieblos richten, nein, sie schützen, sen mein Ruhm! 9. Wir müssen Rechen, schaft von unsern Worten geben; darum, gerechter Gott, laß stets dahin mich streben, daß meine Zuns ge nicht der Schmähsucht Werkzeug sey, und mache mich von Haß, Neid, Stolz und Leichtsinn frey! Paulmann. [ 71.] dstva BiH Billigkeit in Beurthei lung des Nächsten. Mel. Gott des Himmels u. od pie 493. Richten will ich nicht mit Strenge, wenn ich Andre fehlen seh'! Groß ist auch der Fehler Menge, die ich selbst noch oft begeh'. Lieblos tadeln will ich nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Seh' ich allezeit die Gründe von des Nächsten Handeln ein? Ist auch, was ich table, Sünde? Oder trüget mich der Schein? Urtheil' ich ges wissenhaft? Oder reizt mich Leidenschaft? 3. Hab' ich auch in seis ner Jugend stets den Blick ihm zugewandt? Und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle mir bekannt? Schwäche riß vielleicht ihn hin; er war schwach, wie ich es bin. 4. Er vollbringt viel leicht im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt vielleicht mit Widers willen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; liebt oft Klugheit bey der Pflicht, aber Bosheit übt er nicht. 5. Und ich sollte nicht bedenken, was mein Nächs ster fordern kann? D, wie würd' es mich nicht krån ken, griff' er meine Ehre an! Nein, auch meiner schont der Herr; schonend will ich seyn, wie er! 6. Selbst bey wirklichem Vergehen will ich mit Be scheidenheit meiden alles bittre Schmähen; will mit sanfter Menschlichkeit, mit vers 385 Pflicht, ehrte deinen Wils len nicht. 2. Könnt' ich, taub bey ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben Andern Gut und Ehre rauben: welchen Haß verdient' ich nicht; welch ein schreckliches Gericht! 3. Nein, ich will das Unrecht haffen, Recht ers zeigen Jedermann; Jedem geben, Jedem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leis den, als begehen, und mit Freuden lieber arm und niedrig seyn, als mich eines Unrechts freun. 4. Würden der Bedrånge ten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Ges richt? Würd' ich nicht fiets zittern müssen? Würde Mel. Alle Menschen müs. ic. nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schres 494. Aller meiner Brücken dräun, und des Uns gegen andere Menschen. verzeihender Geduld decken meines Bruders Schuld. 7. Hat er sich verirrt: so biete meine Hand sich gern ihm dar! Warnen will ich ihn mit Güte vor der dros henden Gefahr! Beffern will ich so sein Herz; doch nicht mehren seinen Schmerz! 8. Såh' ich seine harten Leiden für verdiente Stras fen an; nennt' ich sündlich feine Freuden, da ich mich doch irren fann: o wie strafbar würd' ich seyn! Gott ist Richter! Gott allein! 9. Er, der Nichter aller Welten, richtet mit Gerech: tigkeit; Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Sein, nur sein ist das Gericht; richten sollen Menschen nicht! [ 28.] C. L. Funk u. Reche. Gerechtigkeit und Billigfeit. der Rechte sollen, Gott, mir heilig seyn! Wenn ich sie zu krånken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben: dann verlegt' ich meine rechts Rächer seyn.? 5. Eines Unterdrückten Thrånen, o wie furchtbar sind nicht die? Eh' es Uns gerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe fle. Und wenn du nicht eilen 36 folls 386 Christliches Gesinntseyn und Verhalten solltest, wenn du, Richter, säumen wolltest: harrt dann mein am Grabe nicht ein noch schrecklich'res Gericht? 6. Nein, ich will gerecht und billig, selbst auch ges gen Feinde, seyn; Keinen drücken, lieber willig dem Beleidiger verzeihn. Hab' ich macht: ich will fie nützen, die Bedrängten zu beschützen; eilen, wo Vers laßne flehn, ihnen liebreich beyzustehn. 7. Schützen will ich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld; wir sind Alle deine Knechte, und wie groß ist deine Huld! Du vergibst mir meine Schulden: sollt' ich denn kein Unrecht duls den; nicht gelind seyn; mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeihn? 8. Hilf mir immer rich tig wandeln, und, von als lem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich hans deln, ähnlich Jesu, mei nem Herrn. Du, der Richter aller Welten, wirst mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein großer Tag sich naht. [ 4.] J. A. Cramer. Mel. Kommt her zu mir, ic. 495. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit, und strafest Den, der sie entweiht, am Nächsten Unrecht übet. Einst wirst du den verdiens ten Lohn für ungerechten Druck und Hohn dem stols zen Frevler geben. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie reiße mich die Habsucht hin, aus schnöder Liebe zum Gewinn, des Näch; sten Recht zu krånken.. 3. Pflang' Redlichkeit in meine Brust; laß treu mich immer und mit Luft der Liebe Pflichten üben! Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, kannst du, o Gott, nicht lieben. 4. Nie seufze Jemand über mich; dein Wort, o Herr, gebeut, daß ich dem Nächsten redlich gebe, was er mit Recht verlangen kann, auch billig gegen Jedermann zu handeln mich bestrebe. 5. Laß mich beständig dabin sehn, mit meinem Nächsten umzugehn, wie ich's von ihm begehre; das mit ich keines Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Küm merniß beschwere. 6. Herr, gegen andere Menschen.. 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten meffe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit, und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! [ 53.] Hiller u. Diterich. Margitt Mel. In allen meinen Th. Da 387 das fordert meine Chris stenpflicht. 5. Auf seine Rechte dringen, gewaltsam sie ers zwingen, und keine Härte scheun; sich nicht der Noth des Armen und Dürftigen erbarmen, heißt: schåndlich alles Recht entweihn. 6. Wenn du mit deinen Knechten, o Höchster, wolls test rechten: wer könnte dann bestehn? Doch wirst du streng Die richten, die, trotzend allen Pflichten der Billigkeit, aufs Recht nur sehn. 496. Mein Gott, nach deinen Lehren, darf ich nicht stets begehren, was vor dem Richter gilt; darf nicht stets darauf dringen, Den durch Gewalt zu zwingen, der, was ihm obliegt, nicht erfüllt. 2. Oft mangelt's ihm an Kräften, an Fortgang in Geschäften, bey aller Thätigkeit; und, bey dem besten Willen, kann er doch nicht erfüllen, was ihm Gefeß und Pflicht gebeut. 3. Wie soll ich es denn wagen, Dem Nachsicht zu Mel. Werde munter, mein c. versagen, der nicht mit 497. Alles, was ich bin Vorsatz fehlt; und, taub ben seinem Flehen, es ohne Rührung sehen, wie sehr ihn meine Strenge quålt? 4. Nein, lieber will ich dulden, als deffen Gram verschulden, für den sein Unglück spricht! Zur Scho nung mich zu neigen, und Billigkeit zu zeigen, 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich, o Gott, gelinde, mild und barmhers zig seyn, mein Recht nicht übertreiben, und immer billig bleiben, von aller Streng' und Härte rein! [ 49.] Grot. und habe, kömmt, o Gott, aus deiner Hand. Wie so manche gute Gabe hast du mild mir zugewandt! Vas ter, all' mein Glück ist dein: deinem Ruhme will ich's weihn! Niemals laß mich mehr verlangen, als was ich von dir empfangen. 2. Laß mich dankbar und 362 zus 388 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten zufrieden im Genuß der Güter seyn, die mir deine Huld beschieden; über Uns drer Glück mich freun; nie auf fremdes größres Glück neidisch sehn mit scheelem Blick; nie, was du mir gabst, verachten, und nach fremdem Gute trachten. 3. Jedem laß mich wils lig geben, was er Recht zu fordern hat; nicht den Obern widerstreben; denn fie find an deiner Statt. Geb' ich gern mit frohem Sinn, was ich Jedem schuldig bin; o so wird ein gut Gewissen mir die schwer. ste Pflicht verfüßen. 4. Dem, der Arbeit und Geschäfte, die mir nützten, übernahm, der mit Aufs wand seiner Kräfte, meis nem Fleiß zu Hülfe kam, laß mich lohnen seine Müh', redlich ihm vergelten fie; Trug und Unrecht laß mich flichen, Niemand Lohn und Sold entziehen. 5. Eigenthum, das ich entwende, würde mein Vers derben seyn; aber halt' ich meine Hände von Betrug und Raube rein: dann darf ich mit Zuversicht tresten vor dein Angesicht; Deffen Flehn, Gott, wirft du hören, den Verbrechen nicht entehren. 6. Hab' ich mich durch Andrer Schätze und durch Erglist reich gemacht: lag mich, Gott, daß ich's ers setze, bald und eifrig seyn bedacht! Lieber arm und dürftig seyn, als mich meis nes Unrechts freun, und, nach bald entflohnen Freus den, des Gewissens Quas len leiden! 7. Heil'ger Gott, ein frommes Leben liebest und belohnest du. Gib mir Kraft, und laß mich streben, stets gerecht zu seyn, wie du; daß mein Leben ohne Reu', ohne Qual mein Ende sen; daß mich, wenn ich einst erwache, keine Schuld verdammlich mache! [ 98.] Eschenburg. Aufrichtigkeit. Mel. Herr J. Chr. mein's L. 498. Gib, Gott, daß ich der Wahrheit treu, und redlich stets im Umgang sey, fern von des Heuchlers falscher Lift, die, Heil'ger, dir ein Gräuel ist. 2. Verhaft sey mir die Schmeichelen und glatter Worte Täuscheren; das, was ich denke, streite nicht mit dem, was meine Zuns ge spricht! 3. Hilf mir auch des Bes gegen andere Menschen. Betruges Schein mit Vors ficht fliehn; laß flug mich seyn, doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, in Worten so, wie in der That! 5. Doch laß mich auch freymüthig seyn, und keines Menschen Ansehn scheun, wenn irgendwo Gerechtig, keit der Unschuld Rettung mir gebeut. 6. Wer Wahrheit über. Alles schätzt, und wissent: lich sie nie verlegt, ist, Gott, dein Freund und wird bestehn, wenn alle Falsche untergehn. 7. Du bist sein Schutz und Schirm, o Gott! Tráf ihn auch gleich der Menschen Spott; tråf' ihn der Haß der ganzen Welt: wohl ihm, wenn er nur dir gefällt! 8. Er wird vor deinem Angesicht einst strahlen, wie der Sonne Licht, die früh in voller Herrlichkeit hers vorglänzt und die Nacht zerstreut. 389 mich, von aller Falschheit rein, wie du, ein Freund der Wahrheit seyn! [ 34.] 4. Vereint mit Offens herzigkeit sey auch bey mir daß ich Mel. Valet will ich dir: c. zu meines Nächsten Wohl 499. Wohl Dem, der da schweige, wo ich schweis gen soll! 9. Daß ich mich dieses Glücks erfreu', so stehe mir, mein Vater, bey! Laß J. A. Cramer u. Diterich. richtig wandelt; der als ein Wahrheitsfreund, in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trug und Falschbeit übet, sich unbefleckt erhält! 2. Wohl Dem, der Lüz gen haffet, und der, so oft er spricht, so seine Reden faffet, daß er die Wahrs heit nicht mit Vorbedacht verletzet, und der an jedem Drt es sich vor Augen ses Bet: Gott merkt auf jes des Wort! 3. Wohl ihm, wenn er mit Freuden sich in der Wahrheit übt; bereit, für fie zu leiden, sie mehr, als Schäßze liebt! Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht bes schämt die Falschen stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. D Herr, laß alles Lügen stets ferne von mir seyn; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! 390 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Schein! Erinnre mein Ge wissen: du hasfestHeucheley; damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sey! 5. Nie laß mich, Herr, versprechen, was ich nicht wohl bedacht; auch dann mein Wort nicht brechen, wenn mir's Beschwerde macht; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Beys spiels Macht, als Wahrs heit auszubreiten, was Schmähsucht nur erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeis ten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leis ten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb', und wisse, wann ich für Andrer Wohl, und für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll! 7. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Nies mand rauben! So geh' ich aus der Welt im freudigen Vertrauen: wenn einst dein Tag erscheint, mit Wonne dich zu schauen, dich, Gott, der Wahrheit Freund! [ 83.] Bruhn. Gemeinnüßigkeit und Dienstfertigkeit. uns Gutes wirken! O Chris sten, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band, und Jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Auge ster: bend bricht! 2. Wir sind ja Eines Vaters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; find ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm seyn oder reich, und sollen uns mit Brudersinn treu lieben, bis zum Grabe hin. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Mens schenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Armer: gemildert sey durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöht dann unser eignes Glück. 4. D Wonne, Menschen glücklich machen! Wons ne, Menschen glücklich sehn! Durch dich wird. Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudens reichre Pflicht, als Mens schenliebe, gibt es nicht! 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Men Mel. Religion, von Gott ic. schenfreund: so naht mit ihr ein Engel Gottes, und 500, Vereinigt laßt verkündigt den Lohn der Mens med gegen andere Menschen. 391 Menschenliebe dir. Des ich Klagen stillen, dort Grabes Nacht wird die erhellt: du få'test für die bekre Welt. Wünsche gern erfüllen; dieß fordert Gott von mir. 4. Im Umgang stets ges sellig, vom Eigennutze frey, nicht mürrisch, gern gefäls lig, und im Versprechen treu, des Nächsten Glück vermehren, und seine Tus gend nähren, gibt wahren Ruhm vor Gott. 5. Herr, lehr' mich, dies fe Pflichten der Lieb' und Menschlichkeit gewissenhaft verrichten, mit Unverdros fenheit. Laß nie bey An drer Leiden und nie bey ihren Freuden mich hart und fühllos seyn! 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der reins sten Menschenliebe weiht, Der streut den Samen ed ler Thaten, und erntet hohe Seligkeit! Auf, laßt uns diesen Samen streun! Auf, laßt uns Menschen freunde seyn! [ 76.] Demme. Mel. HerrChrist, d. ein'ge ic. 501. Dem Nächsten gern zu dienen, und auf sein Wohl zu sehn, nie stolz mich zu erkühnen, den Niedern zu verschmähn, gebeut die Menschenlies be; und folg' ich ihrem Triebe: so werd' auch ich geliebt. 2. Ich soll mich stets bez streben, gerecht und brüs derlich für Andrer Wohl zu leben, und nicht allein für mich; soll Andern ras then, nutzen, ihr Ansehn unterstüßen, und helfen, wo ich kann.) 3. Kein Vorwand darf mich hindern, auch nicht Bequemlichkeit darf je den Eifer mindern, zu thun, was sie erfreut. Hier foll 6. Ja, wenn mit froms mem Triebe ich Andern nüßlich bin: so leitet Mens schenliebe mich zu der Hoffe nung hin, dich einst im höhern Leben mit ihnen zu erheben, und ewig froh zu seyn. [ 35.] Grot u. Fröbing. Mel. In allen meinen T. ic. 502. Herr, fegne mein Bestreben, nicht bloß für mich zu leben: auch Mens schenfreund zu seyn; auch Ändern gern zu nüßen; des Glücks, das sie befiz ßen, mich, wie des meinis gen, zu freun. 2. Laß 392 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten 2. Laß nie bey Andrer Klagen mich, eh' ich helfe, fragen: was wird mein Lohn denn seyn? Ich will, nach deinem Bilde, mit rei ner Herzensmilde zur ſchnell und willig ſeyn. 3. Bey meinen guten Werken laß stets mich dars auf merken: ob Stolz und Prahlerey, ob Lust, Die zu beschämen, die Gutes von mir nehmen, nicht meines Wohlthuns Quelle sey? instantiamo 4. Wenn ich des Dans kes Zähre für Wohlthun auch entbehre: so laß doch nie mein Herz des Wohls thuns müde werden; sogar auch mit Beschwerden, vers mindr' es gern des Näch sten Schmerz! lling 5. Es liebe nicht nur Freunde: es sorge selbst für Feinde, voll Groß muth, voll Geduld! Du hilfit ja in Gefahren, o Gott, auch Undankbaren; felbst Böse segnet deinehuld. 6. Laß dir mich ähnlich werden: dann lohnt mein Herz auf Erden mich schon mit Seligkeit. Noch gröBern Lohn verkündet dein Wort mir, Herr; ihn fins det mein Geist einst in der Ewigkeit. [ 49.] J. A. Cramer. Wider Neid und Schas denfreude. Mel. In allen meinen T. ic. 503. Beleb', o Gott der Liebe, in mir die ed len Triebe, mich fremden Glücks zu freun; und fern von meinem Herzen laß bey des Nächsten Schmers zen der Schadenfreude Res gung seyn. 2. Der Brüder Wohlers gehen gern und mit Freus den sehen, gefällt ja dir, o Gott! Durch schadenfros hes Lachen dem Nächsten Kränkung machen, ist fres velhafter Hohn und Spott. 3. Wer sich des Guten freuet, was deine Huld verleihet, er find' es, wo es sey, Der ist, nach deinem Bilde, barmherzig, gütig, milde, und seiner Christens pflicht getreu. 4. Ein Herz, versucht vom Neide, verschließet sich der Freude an Andrer Wohlergehn. O welche mächt'ge Triebe sind Stolz und Eigenliebe, zum Glück des Nächsten scheel zu sehn! 5. Hilf, Herr, fie mic bekämpfen, und jede Re gung dämpfen, die hin zum Neide führt. Dann wird lodgegen andere Menschen. wird mir dieses Lafter mit jedem Tag' verhafter, verhaßter, wenn mich, o Gott, dein Geist regiert. has 6. Dein sind, o Herr, die Gaben, die ich und Ans dre haben; mit Weisheit hältst du Haus, und theilest unter Allen, nach freyem Wohlgefallen, die Güter deines Hauses aus! [ 49.] Heeren. Nachsicht, Friedfertigkeit, Versöhnlichkeit. ansur Mel. Herzliebster Jesu, ic. 504. Herr, beine Sanftmuth ist nicht zu ers messen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Ge: müthe! 2. Du fegnetest voll Mitleid, die dich schmäh; ten; du konnteft felbst für deine Mörder beten; wie zahlreich waren deiner Sanftmuth Proben bey ihrem Toben! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier ges gen Andre brennen? Ich follte jemals Haß mit Haß vergelten, und wie der schelten? 393 4. Wer nicht vergibt, Der wird für seine Süns den bey dir, o Herr, auch nicht Vergebung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du, vergibet, und Feinde liebet. 5. So heilige denn meis ner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß ich mich stets versöhnlich fins den lasse, und Rachgier baffe. 6. Sollt' ich im Zorn auch jemals mich vergehen: las laß auf dem Fehltritt mich nicht stolz bestehen; mich bald Vergebung suchen, und auch eilen, sie zu ertheilen. 7. Flucht mir mein Feind: so gib, daß ich ihn segne, mit fluger Sanftmuth seinen Haß begegne; daß mich das Böse, das ich dann ems pfinde, nicht überwinde. 8. Will zu der Nach: sucht mich die Furcht vers führen, als würd' ich sonst mein ganzes Glück verlies ren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. 9. Du schüßest Dent, der redlich vor dir wans delt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon 394 Christliches Gesinntseyn und Verhalten schon hier auf Erden dir ähnlich werden! [ 38.] Ulber u. Diterich. Mel. Sollt' ich meinem sc. 505, Gott, der du die Menschen liebest; der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem fündigen Geschlecht, laß mich deinen Geist beles ben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich fen, wie du, gesinnt! Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bey Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. Shasthy 2. Meines Nächsten will ich schonen, ihm erleichtern feine Last; und, so lang' ich hier foll wohnen, bleibe Zanksucht mir verhaßt! Denn das ist, o Gott, dein Wille: Fried' und Ein tracht liebest du: o so bilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt; das, statt Rache, Sanftmuth übt. 3. D, wie wird das Herz beschweret durch des Jornes Leidenschaft, Zanks sucht, Zorn und Haß vers zehret nach und nach des Lebens Kraft; hemmt den Lauf von unsern Jahren; macht zum Himmel unges schickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Jahzorns Raserey nie des Herzens Meister sey! 4. Wer mir flucht, Den will ich fegnen, so wie mein Erlöser that; will Dem nachsichtsvoll begegs nen, der zum Streiten Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen rich ten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens; stärke du mich mit deiner Kraft dazu! 5. Ewig Heil ist Dem beschieden, der nach froms mer Eintracht strebt! Gib mir, Höchster, deinen Frie den, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn, wenn er das Her; regiert, wird, was zu der Zwies tracht führt, niemals les bermacht gewinnen: bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. [ 81.] Hiller u. Diterich. 8 19igten Mel. Mir nach, spricht ic. 506. Verbittern Laff, o Gott, mich nicht mein Leben laß, gegen andere Menschen.d 395 Leben mir durch Rache! wieder schmähn, gereicht Vergeben ist des Menschen mir selbst zum Wohlergehn. Pflicht, vergelten deine Sache. Die Sanftmuth, die dein Wort gebeut, liebt auch die Feinde, und verzeiht. 6. Im Zorne denket Niemand nach, was Gott gefallen sollte. Die Rache mehret selbst die Schmach, die sie bestrafen wollte. Kein Schimpf wird unges schehn gemacht, wenn wils de Rachbegier erwacht. 2. Empfindlich ist uns zwar der Schmerz, von Menschen Unrecht leiden: und dennoch soll des Chris sten Herz Zorn, Haß und Rachsucht meiden; soll nicht sein eigner Richter seyn; soll alles Unrecht gern verzeihn. 7. Die Rachgier reißt Gerechtigkeit und Glauben aus dem Herzen, sie störet die Zufriedenheit, und straft mit bittern Schmerzen; sie hindert Dank, Gebet und Pflicht, und raubt zu Gott uns. Zuversicht. 3. So schwer auch diese Pflicht mir scheint: so muß ich doch sie üben; sonst bin ich nicht des Heilands Freund, der sie mir vorge: schrieben, sie mir zum Bey spiel auch geübt, und die Beleidiger geliebt. lte 4. Wer hat wohl grö: Bern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch durch Unrecht nie verschuldet? Und doch verzieh' er liebs reich; doch bat er für seine Mörder noch. 5. Jhm folgen, fey mein schönster Ruhm! Beleidis gern verzeihen, gebietet mir das Christenthum; mich ih res Falls nicht freuen, Dent, der mich schmäht, nicht 8. Ist das nicht, was mir widerfährt, oft Folge meis ner Sünden? Und handl ich thöricht und verkehrt: wie kann ich Achtung finz den? O war ich immer weif und gut: so reizt ich nie den Uebermuth. 9. Läßt nicht des Feindes bittrer Haß durch Sanfts muth sich besiegen? Und ihn verföhnen, bringet das nicht göttliches Vergnügen? Ja, ich will lieben und verzeihn: dann schonest du, o Gott, auch mein! [ 62.] Mudre. Mel. Befiehl du deine W. ic. 507. Nie will ich wie der fluchen, wenn mir mein Haf 396 Chriftliches Gefinntseyn und Verhalten Haffer flucht; nie Dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht! Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er: so will ich segs nen! Dieß ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Ges rechte, vergalt die Schmach ers mit Huld; die Wuth grimmter Knechte ertrug er mit Geduld. Sollt' ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt; mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt? 3. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Dieß will ich treu bewah ren: so beffert mich mein Feind; lehrt weiser mich verfahren, indem er's böse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ers fann; auch die will ich bes reuen, die er nicht wissen kann. Entfernt, mich je zu rächen, will ich sein Gutes fehn, und Gutes von ihm sprechen: wie könnt' er dann mich schmähn? 5. Auch ihm will ich mit Freuden zu Diensten willig feyn; ihn gern in seinen Leis den mit Rath und Hülf erfreun. Wie wird er mich erquicken, wenn endlich er, erweicht, mit reucrfüllten Blicken die Bruderhand mir reicht! [ 10.] Gellert. Mel. Es ist gewißlich an ic. 508. Um deine Kinder zu erfreuen, Gott, soll ich selbst in Blicken, nicht stolz und übermüthig seyn, nicht Menschlichkeit ersticken! Stets soll ich Zorn und Rache fliehn, und mich durch Freundlichkeit bes mühn, auch Niedre zu gewinnen! 2. Voll Sanftmuth, Nachsicht und Geduld foll ich des Schwachen schonen; gefällig und mit frommer Huld der Dienstbegierde lohs nen, die meine Wünsche gern erfüllt, und meines Hers zens Kummer stillt, mich tröstet, warnt und bessert. 3. Der stille Dulder, der sich scheut, die Sorgen, die ihn nagen, aus Ehrgefühl und Schüchternheit, vers traulich mir zu klagen, der feh' in meinem Blick ein Herz, das Mitgefühl bey seinem Schmerz und mil der Sinn belebet! 4. Ja, nie will ich mit Sits gegen andere Menschen. Bitterfeit mir Spott und Scherz erlauben; mir nie durch Unbescheidenheit des Nächsten Zutraun rauben! Nie schrecke der Verach tung Blick den Hülfsbe: dürftigen zurück, mir seis nen Wunsch zu äußern! 5. Darf ich, als Freund der Tugend, nicht zu frem. den Fehlern schweigen; ges beut es meines Standes Pflicht, beym Unrecht Ernst zu zeigen: so laß, wenn Andre sich vergehn, sie doch ben jedem Vorwurf sehn, daß ich mit Liebe table. 6. Wenn ich aus Pflicht gebieten muß, und auf Ges horsam dringe: so gib, daß ich nie mit Verdruß, was ich befahl, erzwinge; daß ich im Warnen freunds lich sey, im Strafen jede Härte scheu', den Unmuth unterdrücke. [ 23.] A. L. Karschin. Wohlthätigkeit. Mel. Herr, ich habe miß. ic. 509. Wohlzuthun und mitzutheilen, Christen, das vergesset nicht! Mitleids: voll und willig eilen, Ars men beyzustehn, ist Pflicht; füße Pflicht, die Jesus lehret; Gott selbst wird durch sie geehret. 397 2. Speiset Die, die Hunger leiden, und die Durstenden erquickt; eilt, die Nackenden zu kleiden; tröstet Die, die Kummer drückt; Schwache sucht zu unterstüßen, Uns terdrückte zu beschützen. 3. Nicht nur Denen, die euch lieben, oder euch um Hülfe flehn, Allen eilt, bes lebt von Trieben des Erbars mens, beyzustehn; suchet auf, die still sich gråmen, Hülfe sich zu fordern schämen. 4. O wie lohnt's mit sanften Freuden, der Vers laßnen Helfer seyn; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquis cken, welch ein himmlisches Entzücken! 5. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zus friedenheit, Huld bey Mens schen, Gottes Segen, fol gen auf Barmherzigkeit. Was ist Müh', was sind Beschwerden, wenn sie so belohnet werden? 6. Laßt uns eilen, unfre Gaben, weil es Zeit ist, auszustreun! Was wir hier gesået haben, ernten wir einst reichlich ein. Seyd barmherzig; helft den Urs men! Gott wird Euer sich erbarmen. [ 31.] Paulmann. Mel. 398 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Mel. Nun laßt uns den L. ic. 510. Wie hart ist Dessen Loos, o Herr, ach, welche Lasten trägt nicht Der, der bey des Reichen Ueberfluß in bitterm Man gel darben muß! 2. Wie elend ist, wer alt und schwach umherirrt, ohne Kleid und Dach; oft, bey der Krankheit Qual und Noth, umsonst herbey, sehnt seinen Tod! 3. Wie elend, wenn nun um ihn her viel Kinder rus fen: Brot! und er tief auffeufzt, und bey Müh' und Fleiß doch weder Rath noch Hülfe weiß! 4. Und wenn er sich auch mühsam nährt: so wird er doch vom Gram verzehrt; welkt hin, wenn seine Thräne rinnt; weiß nicht, was Lebensfreuden sind. 5. Jhm strahlt nicht froh der Sonne Licht; ihn freut der Erde Schönheit nicht; ihm ist die Welt in voller Pracht, ach, öde, wie die Mitternacht! 6. du, der du mein Vater bist, deß Kind, wie ich, der Arme ist, du gabst Empfindung mir ins Herz für seine Leiden, seinen Schmerz. 7. Führt deine Vorsicht ihn mir zu: dann gib, Herr, daß mein Herz nicht ruh', bis ich erleichtert ſeine Last, die du ihm auferleget hast! 8. O möchten doch, durch mich erquickt, viel Arme, die die Noth gedrückt, einst, wenn ich von der Arbeit ruh', mich segnen! Hilf mir, Gott, dazu! [ 67.] J. A. Cramer. Mel. Herr, ich habe miß. ic. 511. Seyd barmhers zig, Menschen; höret, hört das heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: send barmherzig, seyd's, wie Gott! Gebt: so wird auch euch gegeben, was euch Noth ist, Heil und Leben. 2. Alle Menschen sind hier Brüder: Ein Gott ist's, der uns erschuf; alle Einer Kirche Glieder durch des Vaters Gnadenruf. Seine Sonne läßt er scheis nen hier den Bösen, und den Seinen. 3. Seyd ihm ähnlich an Erbarmen; seyd barmhers zig, seyd's, wie er. Gebt den Dürft'gen und den Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungesehen euren Brüdern bevzustehen. 4. Hülfreich zu Bedrångs tent gegen andere Menschen. ten eilen, ihnen Schutz und Retter seyn, Kummer lins dern, Wunden heilen, wohl thun, trösten und erfreun, und dieß thun aus edlem Triebe, das ist wahre Menschenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir ge: ben; laß uns nie fühllos seyn, wenn Brüder weinen: unser Mitleid tröste sie; daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf empfahen.com [ 31.] v. Hippel. Mel. In allen meinen T. c. 512. Du, aller Men schen Vater, du gütigster Berather in Allem, was uns drückt! Die Güter, die wir haben, sind einzig deine Gaben; dein ist, was uns ser Herz erquickt. 399 4. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe; und wie du mir ges than, so laß um deinetwils len mich Andrer Seufzer stillen, so oft ich sie nur stillen kann. dich hindern, uns segnend zu erfreun! So will auch ich der Armen mich, wo ich kann, erbarmen, und in der Noth ihr Helfer seyn. 3. Gib, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bes strebe, so wie mein Heis land that, der göttliche Erbarmer, den fein bes drängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffs nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sey, was man willig gibet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 6. Laß reichlich hier mich säen; denn das, was uns aus der Zeit. Wer hier geschehen, folgt einst hier gern hilft und gibet, und wohlzuthun sich übet, der erntet dort in Ewigkeit! P. F. Hiller u. [ 49.] Diterich. Mel. Wiewohl ist mir, o ic. 2. von uns Sündern durch Undank nie 513. Wie wohl ist mir, wenn mit Erbarmen ich meiner Brüder Elend seh'! Wie wohl ist mir, wenn ich den Armen mit Hülf und Rath entgegen geh'; wenn seiner Freude stille Zähre Gott, der durch mich ihm half, zur Ehre von seiner bleichen Wange fließt; wenn dann mein Herz die füßen Freuden, beym Anblick der gehobnen Leis 400 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten Leiden des Wohlthuns fe, die mehr als Gold sind; Freuden ganz genießt! ihrer benke, wenn ihrer auch die Welt vergißt; wenn ohne Lohn, selbst ohne Bitte, der Frühverwaiste in der Hütte so werth mir, als der Reichste, ist! 2. Wie wohl ist mir, wenn ich erquicken, und Menschen fröhlich machen fann; Dem, welchen schwes re Lasten drücken, mittras gend sie erleichtern kann! Wenn armer Brüder, die mir dienen, ich menschlich schone, freundlich ihnen, das Loos versüße, das sie traf; in ihnen nie mich selbst verkenne, Erholung ihren Kräften gönne, und nach der Arbeit süßen Schlaf! 3. Wie wohl ist mir, wenn ich dem Kranken, der unter Angst und Schmer, zen ringt, wenn sein Vers traun beginnt zu wanken, ob sein Gebet zu Gott auch bringt, mit Stärkung dann entgegen eile, sein Elend willig mit ihm theile, ihn tröst' in Umgang, Freundschaft. Mel. Allein Gott in der H. ihm seiner Armuth Jam 514. Die Zunge,' die mer mindre, ihm seiner Wunden Schmerzen lins dre; und mich sein stiller Dank erfreut! vernehmlich spricht, hat mir mein Gott gegeben. , mißbraucht' ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie stürzt in Unglück; hilft in Noth; fie flucht und segnet, fleht und droht; fann heilen und verwunden. apman 4. Wie wohl, wenn vas terlosen Kindern ich Vater werde; wenn ich sie der Noth entreiße; wenn ich mindern ihr Elend kann; sie weis erzieh'! Wenn ih rem Geist ich Güter schen 5. Du schufft zum Mens schen mich! Erhalte, mein Schöpfer, stets d'en Sinn in mir, daß meine Liebe nie ers kalte; durch Lieb' und Güte gleich' ich dir. Gib, daß mir nichts die Freude nehme an Menschenwohl; ich nie mich schäme des Mitgefühls bey fremder Noth. Helf' ich in ihrer Noth den Armen: o so erquicket dein Erbars men auch mich in meiner Noth, o Gott! [ 101.] Niemeyer. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Grund, Herr, deine gegen andere Menschen. 401 deine Furcht fiets wohne, und ehrbar ist, was wohl und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechs te schone; daß ich, von niedrer Schmeichelen, von Schmähung und Verstels lung frey, was sündlich ist, nie rede! und lieblich flinget, das redet überall der Chrift; spricht, wenn es Nutzen bringet, und scheut den Zorn der Menschen nicht; doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken: hilf mir, so oft ich reden foll, mit Ernste dieß bes denken! Zum Guten rege felbst mich an, damit ich, wo ich nutzen kann, nüßen aus Menschenfurcht nicht schweige! 4. O wehe dem verwegs nen Mund, der Fluch und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn kund; wie oft zu spåt bes reuet! Ach, Fluchen brin: get Fluch und Noth, ent fernet immer mehr von Gott! Herr, lehr' es mich bedenken! lehr' es mich 5. Auch wehe Dem, der Tücke liebt, und dessen Worte trügen; der seis nen Nächsten gern betrübt mit Falschheit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur offner Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Ges winn, der ewig uns bes gleitet. 6. Was züchtig, keusch 7. D gib mir, Gotf, ein reines Herz, und laß mich Spottereven und fres chen, sittenlosen Scherz mit frommem Eifer scheus en! Zum Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechens schaft von meinen Worten geben. [ 5.] Hävecker u. G. Leß. Mel. Vom Himmel hoch ic. 515. O welch ein Ses gen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir, in Einem Geiste dann mit mir für Wahrheit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüders lich dein Licht; ermuntern uns zu jeder Pflicht; wie bitten dich vereint um Kraft, Ec gleich 402 Christliches Gesinntseyn und Verhalten gleich fromm zu seyn, gleich alle Freuden, die mir deis tugendhaft. 4. Vom Jrren hålt er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint: so warn' ich treus lich ihn, als Freund. - ne Huld verlieh: und des Lebens Gram und Leiden, o mein Gott, wie trug' ich sie: wär' ich, wie in Wüsteneyen, auf die Erde hingebannt: lebt' ich eins sam, unbekannt; müßt ich ohne Freund mich freuen; fånd' ich hier in Freud' und Schmerz nie ein gleichges stimmtes Herz! 5. Nicht Argwohn, Miße traun oder Streit, nicht Freude und nicht Trau: rigkeit, auch nicht des Glückes Unbestand, trennt unsrer Freundschaft festes Band. 6. Wir theilen Alles, Lust und Leid, in inniger Vertraulichkeit; und treues Mitgefühl versüßt uns als les, was uns schmerzlich ift. 7. Trennt auch das Schicksal Freund von Freund: die Herzen blei ben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath, und, wo wir köns nen, durch die That. 8. Vollenden wir einst unsern Lauf: so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. [ 85.] J. A. Cramer. Mel. Sollt' ich meinem ic. 516. Gott, was waren 2. Dank dir, Herr, für jede Stunde, die an treuer Freunde Hand, in der Tugend heil'gem Bunde froh genossen, mir verz schwand! Dank für alle reine Freuden, die mir Deren Liebe gab, die, um mit mir bis ans Grab hier zu theilen Freud' und Leiden, deine treue Vaters hand, guter Gott, mit mir verband! 3. Dank, daß viel der bessern Seelen- mir ein Segen und der Welt- mich zu ihren Freunden zählen, von dir selbst mir zugesellt; die das Gute mit mir theis len, das mir deine Güte schenkt; und, wenn mich ein Kummer frånft, meis ner Seele Wunden heis len; mich erheben, wenn ich sank: Preis dir, Vas ter, Preis und Dank! 4. D, was gleicht der edlen gegen andere Menschen. edlen Freude, die aus reiner Freundschaft quillt? Was erquickt, gleich ihr, im Leide unser Herz so fanft und mild? Mit ges wisserm wir Schritte wallen des Lebens steile Bahn an des Freundes Hand hinan; und wenn wir auch strauchelnd fal, len; hilft zum neuen Tus gendlauf uns die Freunde schaft wieder auf. 5. Darum segne, Gott der Freude, du bes glückst und segnest gern!- schütze vor Gefahr und Leide meine Freunde nah' und fern! Trockne, Vater, ihre Thränen; höre gnådig ihr Gebet, das vielleicht für mich jetzt fleht! Stil: le ihr geheimes Sehnen; theile Heiterkeit und Ruh' ihnen Allen, Allen zu! 6. Hebe, wenn der Tod die Bande, die uns bins den, einst zerreißt, zu der Freundschaft Vaterlande, zu dem Himmel, unfern Geist! Laß uns dort uns wiederfinden, wo nicht Trennung, wo nicht Tod deinen Seligen mehr droht; wo fie fester sich verbin: den, keine Abschiedsthrås ne fließt, und die Freunds schaft ewig ist! [ 81.] Niemeyer. - 403 Dankbarkeit gegen Wohl= thåter. Mel. Wer nur den lieben ic. 517. Wenn Menschen streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn, und mich mit wil ligem Gemüthe durch ihren Rath und Trost erfreun: mit reichem Segen fegne dann sie, die ich nicht bes lohnen kann! 2. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröster seyn; und kann ich lindern ihre Noth: mit Freuden will ich's thun, o Gott! 3. Und kann ich's nicht: dann, Vater, dringe mein eifrigstes Gebet zu dir: was ihnen gut ist, das ges linge; denn, Herr, sie thas ten wohl an mir! Auf Jeden komme Freud' hers ab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will fie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klager nie beschwes ren, bescheiden stets, und lastig nie; will, wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie Cc2 neis 404 Christliches Gefinntseyn und Verhalten neidisch seyn und nie bes trübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme, über sie; sey stets ihr Hel: fer und behüte vor Wiz derwärtigkeiten fie! Trifft dennoch sie Gefahr und Schmerz: so tröst' und heis le selbst ihr Herz. 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einst sie scheiden, gnädig an! Erquicke sie mit Trost im Sterben, die mir im Leben wohl gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron, sen herrlich einst und groß ihr Lohn! [ 99.] J. A. Cramer. Für Eltern und Erzieher. Mel. Alle Menschen müs. ic. 518. Menschen weis und gut erziehen, die zum Les ben Gott erschuf: welch ein wichtiges Bemühen! Welch ein seliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Ses gen, ihres eignen Heiles wegen, Kinder weis und gut erziehn: welch ein wichtiges Bemühn! 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne Zucht heran, ohn' Erkenntniß, ohne Tugend: kann er dann des Lebens Bahn würdig, mit Vers nunft, betreten? würdig dich, o Gott, anbeten? ſeis nem Nächsten nüglich seyn? deiner Liebe sich erfreun? 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder gnädig anvertraut, forge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben, und das Gute willig üben! Diese Pflicht ist ernst und groß; nichts, nichts spricht von ihr uns los. 4. Menschenschöpfer! Tu: gendmehrer! Laß, zu förs dern Menschlichkeit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit, mit vereinter Sorgfalt was chen, unsre Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr'. und Beyspiel ziehn, und selbst Sünd' und Laster fliehn. 5. Pflanz' in aller Kin der Herzen weisen, from men Tugendsinn, daß fie nicht ihr Wohl verscherzen; laß sie Trägheit, Eigens sinn, Vergerniß und Leichts sinn fliehen, und um Uns schuld fich bemühen. Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann. 6. Dort, vor deinem Ans gesichte, werden die Erzies ber gegen andere Menschen. her stehn; selig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir fehn, und dann sagen können: Keinen, Herr, Herr, verlor ich von den Mei nen; und dann Kinder flehn für sie: ,, Gott, vers gilt nun ihre Müh'!" 7. Menschen weif und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: welch ein wichtiges Bemühen! Welch ein feliger Beruf! Laß, o Heil'ger, deinen Willen alle Eltern treu erfüllen, und gib deinen Segen dann, daß sie reichen Lohn empfahn. Küster. Mel. Neligion, von Gott ic. 519. Gib zu dem wich tigen Geschäfte, die Kin: der weise zu erziehn, o Gott, Verstand und Muth und Kräfte, und segne redliches Bemühn Dem, der mit Ernst durch weise Zucht der Kinder Herz zu bilden sucht. 2. Du rufft die Mens schen in das Leben, und willst, fie sollen glücklich seyn; haft ihnen auch den Ruf gegeben, dem Dienst des nächsten sich zu weihn. Wie wichtig, Gott, ist das Bemühn, die Kinder weise zu erziehn! 405 3. Wohl, wohl den El tern, die den Pflichten, wos zu du sie berufst, getreu, nur darauf ihre Sorgfalt richten, daß ihre Kinders zucht gedeih'! Wohl ihnen hier in dieser Zeit, und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie baun die Wohle fahrt zarter Jugend, zu deis nes großen Namens Preis, durch frommes Beyspiel eigner Tugend, und weiser Lehrer treuen Fleiß; und um Gedeihn fleht früh und spät zu dir, o Vater, ihr Gebet. 5. Mit weiser Liebe fie zu lenken, mit Freundliche keit in ihr Gemüth die edlern Triebe früh zu sens bemüht. Doch widerstrebt ken, ist ihre Sorgfalt stets das Kind der Pflicht: schont weise Zucht des Ernstes nicht. 6. Für jedes Haus, für ganze Staaten, ist's um so größerer Gewinn, je mehr die Kinder wohl gerathen, erzogen, Herr, nach deis nem Sinn; Fleiß, Ord: nung, Wohlstand, Fried' und Ruh', nimmt desto mehr auf Erden zu. 7. Gott, lehr' El tern dieß erwägen! Er weck' und stärke ihr Bes mühn, daß, unter deinem mils 406 Christliches Gesinntseyn und Verhalten milden Segen, sie ihre Kinder wohl erziehn! laß sie, Herr, so glücklich seyn, sich dessen hier und dort zu freun! [ 76.] Heeren. Mel. Freu' dich sehr, o ic. 520. Meine Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabst sie mir. Preis sey dir von ganzer Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Ach, verlaß, vers laß sie nie, segne sie, bes hüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen! 2. Aber ach! wie viel Gefahren warten ihrer in der Welt! Wer vermag fie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hålt? Uns bezwinglich laß sie seyn als len Lüften; fromm und rein nur nach deinem Beyfall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie verschonst; nicht, daß du durc ftete Freuden ihre Tugend hier schon lohnt, jeden ihrer Wünsche stillst, jede Hoffnung gleich er: füllst; nicht um Schäße, die vergeben, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Les bensreise, wie es långst dein Rath bedacht, ihnen daß nur, was sie weise und des Himmels würdig macht. Bichen sie von dir zurück: ihr verlornes Seelenglück wär' mit al len Erdenschätzen nimmer ihnen zu ersetzen. 5. Eine Bitte, die ich wage, finde gnädiges Ges hör! Laß nicht ihre Lebens: tage, guter Gott, ganz freudenleer. Werden sie geprüft durch dich: o so sen es väterlich, und dann laß es ihren Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 6. Kein's von meinen Kindern werde durch das Laster elend, Gott; keins dem Nächsten zur Beschwers de, oder seiner Feinde Spott! Nüßlich laß der Welt sie seyn; keine Müh' und Arbeit scheun; still sich ihres Fleißes nähren, und durch ihn dem Mans gel wehren. 7. Jener Siegstag der Gerechten sey auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mic zu deiner Rechten ihrer Keines fehlen mag! Dann froblock' ich: ,, Vater, sieb, hier bin ich; hier find auch Die, die mir deine Huld gegen andere Menschen. 407 7. Laß uns in ihnen Christen sehn, die froh der Tugend Wege gehn, und Bürger einst, voll Lust und Muth, zu thun, was edel ist und gut. 8. Dann gib so viel, als dir gefällt, einst ihnen von dem Glück der Welt; nur sey, Herr, deine Huld ihr Theil, ihr Erbe deis nes Sohnes Heil! 9. Erhör', o Vater, dieß Gebet; verleih', was wir von dir erfleht! Dann danken einst, Allgüt'ger, wir mit allen unsern Kins dern dir! [ 34.] J. A. Cramer. Huld geltehen, sie zum Himmel zu erziehen!" [ 26.] J. A. Schlegel. Mel. Herr J. Chr. mein's L. 521. Die Kinder, des ren wir uns freun, sind, allerhöchsier Vater, dein; find deine beste Gabe, Herr! bewahre sie, Allgütiger! 2. Hilf, daß wir ernstlich uns bemühn, sie dir zum Preise zu erziehn, und gib zu dieser schweren Pflicht Geduld und Weisheit, Kraft und Licht. 3. Nie fehl uns wahre Zärtlichkeit, die weislich droht, doch auch verzeiht; die liebreich warnt und weislich schont; zu rechter Zeit bestraft und lohnt. Kindespflicht. Mel. Wer nur den lieben ic. 4. Gib unsern Kindern Lernbegier, zum Guten 522. Wir flehn für Lust, und Furcht vor dir; Trotz, Eigenfinn und Müs Biggang sey fern von ih. nen lebenslang! unfrer Eltern Leben, dich, aller Menschen Vater, an. Du hast sie uns zum Heil gegeben; sie leiten uns auf deiner Bahn. Von gans zem Herzen danken wir für deine Vaterliebe dir. 5. Gesegnet sey ihr Un terricht! Laß fie durch deis nes Wortes Licht dich recht erkennen; laß sie nie ges fährlich irren; leite fie! 6. Im Glauben mache fie gewiß; bewahre sie vor Nergerniß; und naht Vers fuchung ihnen sich: so står ke du sie våterlich. 2. Verleih' uns stets für ihre Lehren ein offnes, weises, sanftes Herz, und laß uns gern sie kindlich ehren, daß niemals Kume mer, Gram und Schmerz der treuen Eltern Herzen krånkt, 408 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Frånkt, und ihre Liebe von uns lenkt. 3. Gib ihnen deinen bes ften Segen und Alles, was ihr Herz erfreut. Beschirme, sie auf ihren Wegen in ih rer ganzen Lebenszeit. Ge: fegnet sen ihr Erdenloos, und einst ihr Lohn im Hims mel groß! [ 99.] C. G. L. Meister. Mel. Ach, was soll ich S. ic. 523. Keine Liebe gleicht der Liebe, die in Elterns berzen wallt. Jede Liebe fonst wird falt; aber o die heißen Triebe guter Els tern für ihr Kind bleiben ewig, was sie sind! 2. Leicht wird Eltern jede Pflege, jede Sorge für ihr Kind; auch die rauhfien Wege sind ihnen immer ebne Wege. Treuer Eltern Zärtlichkeit fühlet nie Berdrossenheit. selbst hinein? Würde nicht die Mutter bluten, riffe Blut ihr Kind aus Noth? Mutterliebe trotzt dem Tod! 5. Muttertreue, Vaters liebe, überschwenglich groß send ihr! D, wie elend wären wir ohne diese Hims melstriebe, die, an Huld unendlich groß, Gott in Elternherzen goß! 6. Elternliebe! Taus send Gaben, Herzenstu stesbildung, unser Glück, gend, Kunst, Geschick, Geis Alles, was wir Gutes has ben, Alles, Alles strömt aus dir; Gott der Liebe, Dank dafür! 7. Liebend guter Eltern pflegen, sen, bis einst ihr Auge bricht, guter Kinder süße Pflicht! Heil dem Kind' und Gottes Segen, das den Eltern lebenslang Achtung weiht und Lieb' und Dank! [ 3.] Schaller. 3. Für der Kinder Glück ertragen Eltern willig jede Müh'; und kein Opfer Mel. Komm, o komm, du ic. scheuen sie, kein Entbeh, 524. Kinder, die ihr ren, kein Entsagen, wenn's den Kindern frommt und nüßt, vor Gefahe und Schmerz sie schützt. noch im Kreise eurer guten Eltern weilt, und, um Kleid und Trank und Speise forgenlos zu ihnen eilt; noch durch sie in jeder Pflicht Lehr' empfangt und Unterricht! 4. Welcher Vater, um aus Fluthen seine Kinder zu befreyn, stürzte sich nicht 2. Kins gegen andere Menschen. 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück; denkt der nas menlosen Mühe, die sie euch, vom Augenblick eures Aufa blühns bis zur Zeit eurer Reife, stets geweiht! 3. Elternlieb' ist ohne Schranken. Kinder, nie belohnt ihr fie; danken aber könnt ihr, danken euren Eltern Lieb' und Müh'; danken manche lange Nacht, schlummer: los für euch durchwacht. 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folgsam seyn; nie mit Vorsatz sie betrüben, jes de Kränkung schnell bes reun; ohne Klügeln ihnen traun, und auf ihre Wins, ke schaun; 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sey; daß ihr auf der Tugend Wege, eurem hohen Rufe treu, jedem Laster trotzend, geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den El tern leihen, wenn sie krafts los sind und schwach; fie mit Trost und Hülf er freuen, bey des Alters Un gemach: dieß ist Kindes: dank und Pflicht; Kinder, dieß vergesset nicht! [ 52.] Schaller. 409 Chriftliches Verhalten gegen Nachbaren. Mel. Was Gott thut, daß ic. 525. Gib, Höchster, daß ich fromm und treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sey, ihr Unglück mich bes trübe! Sey du in Noth ihr Freund und Gott! Bes frey' an jedem Morgen ihr Herz von bangen Sorgen! 2. Auch laß mich ihren Beystand seyn in Kranke heit und Gefahren! Laß mich sie troffen und ers trösten freun, und sie vor Gram bes wahren! Ich bin ja hier, o Gott, von dir bestimmt und ausersehen, auch Nachs barn beyzustehen. 3. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sey willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, stets nachs barlich das Gut, das sie besitzen, nach Möglichkeit zu schützen. 4. Gib, daß ich gern verschwiegen sey, und gern den Frieden suche; nie näh re Neid und Heucheley; nie heimlich ihnen fluche. Und thun sie mir auch Unrecht hier; hab' ich's nur nicht ver: 410 Christliches Gesinntseyn und Verhalten verschuldet: so wird es leicht erduldet. 5. Was hilft ein feinds lich böser Sinn? Er führt nur in's Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit da: hin! Wer weiß, wie bald wir sterben? Freunde, feyd entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Gras be zu stillen Nachbarn habe! 6. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch, als Nachbar, seyn, was mir dein Wort gebietet. Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in deiner Nähe leben. [ 91.] J. G. Heym. Lehrer und Zuhörer. Mel. Herr Jesu Christ, dich. 526. Das Amt der Lehrer, Herr, ist dein; dein soll auch Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst! 2. Gesegnet sey ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heil'ges Wort, und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, ers leuchtet selbst durch dich, den Jüngern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt! 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugendhaft, in Lehr' und That von Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freun, gewissenhafte Hörer seyn, und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht ers klårt. 6. Dein Wort ist, was fie lehren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und besser werden; nur als dann gehn wir einher auf rechter Bahn. 7. Das ist der Lehrer bester Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon sie hier in unsrer Tugend fehn, mit uns den Weg zum Himmel gehn. 8. Fern sen von uns der Frevel, Gott, durch Uns dank fie, durch Haß und Spott zu kränken; daß sie, was sie thun, mit Freus den, nicht mit Seufzen, thun! 9. Ja, Gott, wir wols len sie erfreun, und dank; bar fromme Hörer seyn: so gegen andere Menschen. so führst du auch einst uns zugleich mit ihnen in dein ew'ges Reich. [ 32.] J. A. Cramer. Fürbitte für den König. Mel. Nun sich der Tag ic. 527. Gott, deiner Stärke freue sich der Kö nig allezeit; sein Auge ses he stets auf dich; sein Herz sey dir geweiht! 2. Begnadiget mit deis ner Kraft, und deines Geistes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Er fördre willig deis nen Ruhm; er denke gern daran: fein Reich sev, Herr, dein Eigenthum, und er dein Unterthan! 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sey deiner Kirche Schuß und Zier, ein edler Mensch) und Christ! 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er ein Mensch, wie wir; ach, er bedarf vor Undern Licht und Rath und Kraft von dir! 6. Er suche dich! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn: so bilf ihm, in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! 411 7. Er lieb' auf seinem Throne dich, und ehr' dich, als ein Sohn! Den Lastern sey er fürchterlich, der Tus gend Schuß und Lohn! 8. Beglückter Völker Lies be sey sein edelster Gewinn; und kein gerechter Seufzer schren' um Rache wider ihn! 9. Um seinen Thron sey immerdar Recht und Ges rechtigkeit! Beschüß ihn mächtig in Gefahr, ihn, der uns Schuß verleiht. 10. Er wünsche nie der Helden Ruhm! Doch zeucht er in den Krieg, zu schützen Recht und Eigenthum: so folg' ihm Muth und Sieg! 11. Auch ihm hast du bestimmt das Ziel, das er erreichen soll; Herr, mache seiner Tage viel, und jes den segensvoll! 12. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb' und Dank gedacht! Erhör' uns, Gott: dann jauchzen wir, und preisen deine Macht! [ 59.] J. A. Cramer. Mel. Herr Gott, dich zc. 528, 528. Der Welten Herrscher, dir, dir, Vater, danken wir! Es schuf der Herr, der Herr erhält, der Herr, beherrscht auch unsre Welt. Des Segens Fülle strömt 412 Christliches Gesinntseyn und Verhalten strömt ins Land, Allmäch, tiger, aus deiner Hand. Der Reiche Schicksal wägst du ab; du warst es stets, der Alles gab. Gott! Schö pfer, unser Gott! Erhals ter, unser Gott! Herr! Herr! Herr! unser Gott! Jehovah Zebaoth! wenn er sie fühlt, der Herrs schaft Laft, mit der du ihn begnadigt haft. Wie schmal, wie steil sein Weg auch sey: bleib' er dir, seinem Herrscher, treu! Wohl Dem, der Vies le hier erfreut! Jhr Segen folgt zur Ewigkeit, und der Erfreuer wird erhöht von Gott, vor dem nur That besteht. Zwar hältst du hier noch nicht Gericht; ganz lohnst du, Vater, hier noch nicht: doch deiner Herrschaft Majestät, der Keiner, Keiner widersteht, hast du der Erde fund gethan. Dich beten alle Volker an! Gerechte Herrs scher, Gott, gibst du dem Einen Volk, und Füll' und Ruh'; Tyrannen aber fen: dest du und all' ihr Weh dem Andern zu. Du, Herr, du bist es, der es thut; wie du es lenkst, so ist es gut. Aufs lieblichste fiel un fer Loos! Wir ruhn in eines Fürsten Schooß, der unser Freund und Vater ist, weil du sein Gott und Vater bist. Ach, laß ihn Unterthanenpflicht. Mel. Sey Lob und Ehr ic. leben, leben, Gott! Der 529. Dank, Herr, dir Enkel erst seh' seinen Tod! Lang' üb' er noch Gerech: tigkeit; noch lange üb' er Menschlichkeit! Erhalt' in deiner Weisheit ihn. Zu deiner Hülfe laß ihn fliehn, Wir zweifeln, Gott, wir zweifeln nicht, wir hofs fen's voller Zuversicht, daß unser inniges Gebet für ihn, für ihn, umsonst nicht fleht. Gott, segn' ihn! Gott, behüte ihn! Um strahl' mit deiner Gnade ihn! Ewiger, dein Ans gesicht umleucht' ihn stets mit seinem Licht! Dein Frieden leit' ihn durch die Zeit, und uns mit ihm zur Ewigkeit. Amen! [ 30.] Klopstock. für die Obrigkeit! Du gabst fie uns, auf Erden mit Wohlstand und mit Si cherheit durch sie beglückt zu werden. Verleih ihr Weisheit, Luft und Kraft, was gegen andere Menschen. was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorg, falt wahrzunehmen. 2. Gib, daß sie, gleich: gesinnet dir, uns väterlich regiere; daß jeder Bürger unter ihr ein ruhig Leben führe. Laß sie der Unschuld Zuflucht seyn, gern jeden Redlichen erfreun, und allem Unrecht wehren! 3. Laß uns, von ihrem Schutz bewacht, des Fries dens Glück genießen; laß ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen. Hilf uns, daß wir durch Frömmigkeit dich ehren, und schon in der Zeit die Frucht davon genießen. 4. Gib Denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr untergeben, daß Jedermann bemühet sey, nach seiner Pflicht zu leben. Erleichte ihr dieses Lebens Müh'; mit deinem Segen kröne fie, und sey ihr Lohn auf ewig! 5. Laß sie mit uns bes flissen seyn, in deiner Furcht zu leben, und vor der Rechenschaft sich scheun, die sie dir einst muß ges ben; daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, wir Alle tief uns beugen. [ 22] Anonym u. Diterich. 413 Mel. Herr J. Chr. mein's L. 530. Gott, der zum Segen für die Welt uns Ob're gibt und fie erhält, du willst, daß ihnen Jes der treu, und folgsam dem Gesetze sey. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für des Landes Glück. Durch sie fließt Sicherheit und Ruh' den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder ist an Würde groß, oft ist ein niedrer Stand sein koos; doch Jeder, sey er noch so klein, kann achtungswerth, als Bürger, seyn. 4. Er ist's, wenn er die Bürgerpflicht nicht öffents lich, nicht heimlich bricht, ihr seine Sorge, Kraft und Zeit mit Freude, Lust und Eifer weiht. 5. Er ist's, wenn er als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte kränkt, und, fern von niedrer Rånke Lift, zum Wohl des Ganzen thätig ist. 6. Er weiß: nur des Gesetzes Kraft, und wär' es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volfe Sis cherheit und Ordnung und Zufriedenheit. 7. Er lebt, von Trug und 414 Christliches Gesinntseyn und Verhalten und Unrecht frey, stets feine Pflicht aufs möglich: folgsam dem Gesetz und treu, und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frey, als der regiert. ste versüße; daß, wenn an Hülf' es ihm gebricht, er sie von mir genieße; daß ich ihm Fehler gern vers zeih', und, wird er krank, sein Pfleger sey! 8. O möchten wir gewiss senhaft, und stark durch innre Tugendkraft, uns redlich diesen Pflichten weihn: wie glücklich würs den wir dann seyn! 4. Gib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung gern ihm gönne; gern seine freue Thätigkeit in meinem Dienst erkenne, und unter nicht's gem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn entzieh'! 9. Drum hilf uns, guter Vater, du, und schenk uns felbst die Kraft dazu: dann werden Streit und Zwies tracht fliehn; Glück wird in jedem Stande blühn. [ 34.] Grot. 5. Auch der geringste Diener ist bestimmt zum höhern Leben; es hat für ihn auch Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein gleiches Recht. Pflicht der Höhern und Wohlhabenden. Mel. Mir nach, spricht zc. 6. Opråge dieses tief mir ein! Nie müss' ich mich 531. Gott, es ist deine erfühnen, tyrannisch gegen Die zu seyn, die meinem Hause dienen! Auch der mir dient, ist Mensch, wie ich, und lieben soll ich ihn, als mich. [ 62.] J. F. Feddersen. Gütigkeit und unverdiente Gabe, daß ich so viel Bes quemlichkeit vor årmern. Brüdern habe; sie leihen ih: re Dienste mir: dieß, Höch ster, dieß verdank' ich dir! 2. Erfüllen sie mit Red lichkeit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte: so gib, daß Mel. Ich dank' dir schon ic. ich für ihre Treu' erkennt, lich und gefällig sey! 3. Hilf, daß ich Jedem Pflicht der Dienenden und Armen. 532. Berufen haft du mich, mein Gott, in Ans drer le gegen andere Menschen. 415 9 rer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brot in dieser Welt zu geben. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meis nen Kräften nützen, und du, Gott, willst mit Vas terhand dabey mich unter: stüßen. 3. D laß in meinem Dienst dieß nie mich aus den Augen setzen; und, ko stet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verletzen. 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, daß sie sich meines Dienst's erfreu', mit Eifer mög' erfüllen. 5. Vertraut sie etwas meiner Hut: so laß mich darauf achten, und immer, als mein eignes Gut, das ihrige betrachten. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier's gen hånden, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr ets was zu entwenden! ns 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sey auch mir so werth, als ob's das meine wäre! 8. Erkennt sie meine Treue nicht: so sey's mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deinem Angesicht nicht kann entzogen werden! 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie, und wirst schon, hier im Leben mir unter aller meiner Müh', Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Les bens Abend dann: so nimmst du, Herr, mich Müden mit Ehren einst im Himmel an, und schenkst mir ew'gen Frieden. [ 42] J. A. Cramer u. Diterich. Mel. In allen meinen ic. 533. Gott, deinen weisen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir heilig seyn! Laß alle meine Kräfte mich treulich dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Zwar muß ich Ans dern dienen; doch dien' ich redlich ihnen: so folg' ich dir, mein Gott. Drum hilf mir, ihren Willen so gern und treu erfüllen, als deinen Willen, dein Gebot. 3. Lehr' ohne bittre Klas gen des Lebens Last mich tragen, und Weichlichkeit verschmähn: im Reden und im Schweigen mich ehrers bietig zeigen, und gern den Weg der Demuth gehn.! 4. Der 416 Christliches Gesinntseyn und Verhalten 4. Der Herrschaft Wohl Mel. Wenn wir in höch. ze. und Schaden abzuwehren, foll meine 534. Wie elend ist, Freude seyn! Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsatz nicht betrüben, verdrofnen Sinn und Frechheit scheun. 5. Ich will sie nie bes neiden; will alle Trägheit meiden, und alle Zanksucht fliehn; will recht thun, nicht betrügen, nicht là stern, und nicht lügen, und allem Leichtsinn mich ents ziehn. 6. In meinem Dienst auf Erden stets tüchtiger zu werden, sey Freude mir und Pflicht! Wer treu ist hier im Kleinen, Den zählst du zu den Deinen, und er bereut sein Leben nicht. 7. Du bist stets der Ges rechte, der Herr der Herrn und Knechte, und beyder Trost und Heil. Wer nie; drig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat, wie der Reiche, an dir Theil. 8. Dieß laß mich stets erwägen; denn dieß gibt Troft und Segen, und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüglich war. [ 49.] Lavater. wer arm und schwach umher irrt ohne Kleid und Dach! Wie voll von Kummer ist fein Herz! Wie drücket ihn so mancher Schmerz! 2. Wie groß ist, Urmer, deine Noth! Doch blicke still empor zu Gott! Er hat die Last dir auferlegt; er gibt die Kraft auch, die sie trägt. 3. D sey nur redlich vor dem Herrn, und immer vom Betruge fern! Du wirst durch Armuth nicht entehrt; nur Sünde raubt dir deinen Werth. 4. Bedenke, Gott ist Als ler Herr; hier gibt, und dort entziehet er. Kein Armer darf ihm widers stehn, und neidisch auf den Reichern sehn. 5. Mit weiser, våterlis cher Hand vertheilt er, was durch ihn entstand, und er, der feines Wurms vergißt, bestimmt auch dir, was heilsam ist. 6. Ach, darum fey nicht sorgenvoll! Dein Vater forget für dein Wohl. Von Anfang hat er's auss ersehn, und bald wird Hülfe dir geschehn. 7. Bald oder spåt! Gott will gegen andere Menschen. will dein Glück! Das Les ben ist ein Augenblick; und Alles gilt im Tode gleich, sen groß, sen klein, sen arm, sen reich. 8. Den Reichen quält einst feine Schuld, der, fern von Freundlichkeit und Huld, den Gram in deinen Blicken liest, und Herz und Hand vor dir verschließt. 9. Doch Gott hat Den dir schon bestimmt, der Theil an Deinen Leiden nimmt: du wirst ihn fins den, und er dich; erbars men wird er deiner sich. 10. Dann danke Gott: Verschwende nicht das Brot, das dir die Liebe bricht! Wer Gottes Gas ben schnell zerstreut, vers dienet nichts, als Dürfe tigkeit. 11. D fegne, liebevoller Gott, dem Armen das ges gebne Brot! Beglücke Den, der willig gibt, und in den Brüdern Jefum liebt! [ 97.] J. A. Cramer. Pflichten gegen alte Personen. 417 beglückt durch dich. Der fremme Greis am Stabe, bald reif zur Ruh' im Gras be, freut noch des Erdens lebens sich. Mel. In allen meinen Th. ic. 535, Auch noch im späten Alter fühlt sich, o Welterhalter, der Mensch 2. Er rufet nicht verges bens im Herbste seines Les bens dich, Ewigguter, an; du tröstest ihn im Leiden, und läsfest Jugendfreuden ihm oft noch blühn auf seiner Bahn. 3. Ihn macht des Als ters Bürde, wenn er mit stiller Würde sie trågt, der Achtung werth; viel hat der Greis erfahren, ges kämpft oft mit Gefahren, und manchen Dienst der Welt gewährt. 4. Jetzt ruft ihn vom Geschäfte der Mangel seis ner Kräfte, und nöthige ihn, zu ruhn; ich soll in jungen Jahren nie Fleiß und Eifer sparen, für ihn, so viel ich kann, zu thun. 5. Ja, ich will mich bes streben, die nab' am Ziele leben, wie du, Gott, zu ers freun! Ich will die Als ten ehren; will ihre Ruh' nicht stören; will ihnett Trost und Beystand seyn. 6. Du Führer meiner Jugend, von dir kommt Kraft zur Tugend: o laß mich jederzeit auch diese Pflicht erfüllen; dann ehr' DD ich 418 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten ich deinen Willen, und fühle hier schon Seligkeit. [ 49.] Dolz. Landeswohlstand und bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Christ, dich. 536. Nach Gottes weisheitsvollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht, durch gegenseitiges Bes mühn, sieht man der Bürs ger Wohlfahrt blühn. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ord nung und Zusammenhang; Der nützt durch Kunst dem Vaterland, und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geifteskraft, durch Ein sicht, Kenntniß, Wiffens schaft; Der nüßt mit seis nem kühnen Muth, und Der mit seinem Erdengut. 5. So knüpfst du, Gott, durch jeden Stand der alls gemeinen Wohlfahrt Band, vertheilft mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reichs thum, Ueberfluß, und ims mer wechselnder Genuß, Bequemlichkeit und Freud' und Ruh' fließt uns durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig seyn; nicht seines Standes sich erfreun; auf der ihm angewiesnen Bahn nicht wirken, was er wirs fen kann? 8. Wer jede ihm ver: liehne Kraft gebraucht, und durch sie Gutes schafft, Der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich, zum Glück der Welt. [ 32.] Grot. Baterlandsliebe. Mel. Sey Lob und Ehr ic. 537. Beym holden Namen: Vaterland! ers wachen frohe Triebe. Ich fühle mich mit ihm vers wandt; ich fühle, daß ich's liebe. Jn dir, o Vaters land, begann ich meinen Lauf einst auf der Bahn zum hohen Ziel des Lebens. 2. In heitrer Unschuld lernt' ich hier die ersten Worte stammeln, uno mir Begriffe, Gott, von dir und deinen Werken sams meln. Ich sah mit Eltern mich gegen andere Menschen. 419 7. Wie könnt' ich, ist mein Vaterland mir werth, mich so vergehen, ein fremdes Volk mit Unverstand zu hafs sen und zu schmähen? Vers dienst und Tugend, nah' und fern, soll immer meine Seele gern an jedem Mens schen schätzen. 8. Dwohl dem Lande, wo der Geist des Christens thums regieret; wo Jeder dich, o Vater, preist, und sich mit Weisheit zieret; wo nie die Bürgertreu entfliebt, und keiner sich der Pflicht entzieht, Ges meinwohl zu befördern! [ 22.] Reche. Mel. Es ist gewißlich an ic. 5. Ich will durch Fleiß und Redlichkeit dem Vaz 538. Mein Vaters terlande dienen, und, was mir das Gesetz verbeut, mich nie zu thun erkühnen; will Jedem geben, was ich soll, und ohne Zwang und ohne Groll die Vors gesetzten ehren. 6. Um überall aus Danks begier des Landes Ruhm zu gründen, soll auch der Fremde stets in mir den Freund der Menschen fins den; ich will gerecht und liebreich seyn, ihm im Ge fahren Schutz verleihn, und Freuden ihm gewähren. mich vereint, und sie und mancher Jugendfreund vers füßten meine Tage. 3. Wie viele waren um mich her geschäftig, mein zu pflegen! Wie Viele führten immer mehr der Wahrheit mich entgegen! Hier war mein Bürgers recht bereit; hier fand ich Ruh' und Sicherheit im Schuße der Gesetze. 4. So will ich denn auch dankbar seyn, und Andern wieder nützen; will rathen, helfen und erfreun, und Gutes unterstüßen. Was Ordnung, Recht und Eins tracht nährt, und was des Landes Wohlstand mehrt, foll stets mir theuer bleiben. land, das mir mein Gott zur Wohnung angewiesen, läßt in Bedrückungen und Noth mich seinen Schutz genießen; es gibt mir Brot und Sicherheit; ers hålt Recht und Gerechtigs feit und schüßt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets bemühet seyn, durch nüße liche Geschäfte dem Dienst des Staates mich zu weihn; will Zeit, Beruf und Kräfe te dem Vaterlande, das mich schüßt, und mir und D42 mets 420 Christliches Gesinntseyn und Verhalten Der Landmann. meinen Brüdern nüßt, mit treuem Eifer widmen. Mel. Valet will ich dir ic. 3. Nie will ich Ruh' und Sicherheit im Staate fres velnd stören; will meine 539. Wie reich ist Landesobrigkeit, als Got tes Ordnung, ehren, und ihren Willen jederzeit, mit treuer Unterwürfigkeit, nach Möglichkeit erfüllen. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets thr widriges Geschick, so viel ich kann, vermin: dern; gern will ich dienen Jedermann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf! Brüder, die ihr's redlich meint, nügt eurem Vaterlande, das euch zu gleichem Zweck vers eint, in jedem Amt und Stande! Auf! opfert für des Landes Wohl, wie je der Christ und Bürger soll, mit Freuden, Gut und Leben! 6. Gott, sieh' uns gnås dig bey, daß wir nach dies fer Pflicht stets leben, und schon, als gute Bürger, hier nach jenem Reiche streben, in das nur treue Knechte gehn, die in dem Dienste hier bestehn, zu dem du fie berufen! [ 23.] E. B. Funk. deine Güte, o Schöpfer der Natur, der Knospen, Frucht und Blüthe, und Wald, und Thal, und Flur mit so viel Schöns heit schmücket, sie jedes Jahr erneut, uns fegnet und beglücket, und auch das Thier erfreut! 2. Du gibst uns Thau und Regen, und mit dem Sonnenschein den Feldern deinen Segen, der jungen Saat Gedeihn; durch dich reift das Getreide, und wächst im Ueberfluß; das Vieh hat seine Weide, nie Mangel im Genuß. 3. Mit immer frohem Muthe bau' ich mein fruchts bar Land, genieß' das viele Gute der Arbeit meiner Hand; du läsfest sie ges lingen, daß, wie ich's von dir bat, die Bäume Früch te bringen, die Felder reis fe Saat. 98 3706 4. Ich darf nicht Mans gel leiden, wenn ich nur fleißig bin; in Arbeit find' ich Frenden; der Mühe folgt Gewinn. Mich quas len keine Sorgen; Ges sundheit fehlt mir nicht, und metod gegen andere Menschen. 421 und jeder neue Morgen euch Ehr und Achtung ruft mich zu meiner Pflicht. beut. Die ihr der Freche 5. Ich widme meine heit Grenzen fetzt, nie werde Kräfte, mit Muth und Heiz Ruh' von euch verlegt! terkeit, dem täglichen Ges schäfte, und nüße meine Zeit. Genügsam und zufrieden geh' ich des Lebens Bahn, und, was du mir beschieden, das nehm' ich dankbar an. 6. Gott, auf der Tugend Wegen getroft einherzus gehn, laß mich auf ihren Segen, auf ihre Freuden fehn; rechtschaffen, treu und bieder, von Trug und Falschheit rein, der Bru der meiner Brüder, der Armen Stüße seyn.m [ 83.] Grot. Om Für Soldaten. Mel. Erhalt uns, Herr, ic. 540, Bewaffnete! Der Krieger Stand bewacht, beschützt das Vaterland, und stehet dem Gesetze bey, damit sein Ausspruch wirksam sey. 2. Gehorsam, Gehorsam, Muth Muth und Tapferkeit send stets zuzeigen gern bereit; vers geßt im Krieg und Fries den nicht den edlen End zweck eurer Pflicht. 3. Drum übet fiets Bes scheidenheit, wenn man 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie wers de Tugend euer Spott! Auch Kriegern soll sie beis lig seyn! Auch Krieger fols len Sünde scheun! 5. Zieht ihr in Krieg: fo störct nie die Rechte Un drer; schüßzet sie! Gewalt übt ungeheißen nicht; stets Icit' ench Lieb' und Chris stenpflicht! 6. Daß ja nicht Einer Frevel treib! Daß Jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstehn nicht mag noch kann! 7. Wer vor euch nieders fällt, den hebt mit Brus derarmen auf; wee bebt, Den tröstet; Brüder, nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist. 8. Dann send ihr wahre Helden, sevd Vertheidiger der Menschlichkeit, dem Volke, wie dem Fürstenwerth, von Gott und Vas terland geehrt. 9. Gott sey mit euch in Fried' und Krieg, mit euch in Niederlag und Sieg, mit euch im Les ben und im Tod! Hier segne, 422 Chriftliches Gesinntseyn und Verhalten segne, dort beglück euch Gott! [ 19.] J. A. Cramer u. Basedow. Vernünftiges Verhalten in Ansehung der vernunftlosen Geschöpfe. Mel. Kommt her zu mir, ic. 541. Die Thiere, des ren Herr du bist, erwåg' es oft, mit Ernst, o Chrift, find auch des Ganzen Glies der. Der Schöpfung Bürs gerrecht verlieh' Gott ih, nen auch; drum blick auf sie nicht mit Verachtung nieder. 2. Sie, Wunder auch von Gottes Hand, sind, stolzer Mensch, dir nah' verwandt durch innern Bau und Triebe. Sie zeigen des Denkens sind alle Kinder der Na tur, und freun sich ihrer Liebe. 3. Du baft durch Geis ftesübermacht sie unterwürs fig dir gemacht; kannst ihre Wildheit zähmen; darfst, was dich stärket, was dich schützt, was dir zu deinem Leben nüßt, von ihrem Les ben nehmen. 4. Doch ihnen auch- vergiß es nicht!- verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu seyn, und nicht, dich ihrer Qual zu freun, o Mensch, dir untergeben. 5. Du kannst, was beine Hand gemacht, was bein Verstand hervorgebracht, wenn die's gefällt, vernichs ten: doch über eines Thies res Tod, der dir nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer, richten, 6. Zwar sind für dich der Thiere Herr, o Mensch, noch Pflichten wichtiger, die Pflichten für die Ars men: doch sollst du auch, wie Gott gebot, des are men Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. [ 53.] Pfranger, Mel. Sen Lob und Ehr ic. 542, Der weise Schöz pfer, dessen Ruf einst mach tig schbll: es werde! und aller Welt Bewohner schuf, bestimmte diese Erde nicht für die Menschen nur als lein: auch Thiere schuf er, groß und klein, des Les bens sich zu freuen. 2. Sein Wille war, daß ihre Zahl sich allenthalben mehre. Sie füllen Wäls der, Berg und Thal und Seen, gegen andere Menschen. Seen, Flüss' und Meere, beleben hier die hohe Luft, und dort der Erde tiefste Kluft, und freuen sich des Lebens. 3. Das kleinste Thier betritt die Welt mit mir auf gleiche Weise; es fühlt sein Daseyn, und erhält sich auch mit Trank und Speis se; hat eben so, wie ich, ein Herz, hat Sinneskraft, fühlt Lust, und Schmerz, und liebt, wie ich, das Leben. 4. Dem, der für Alles Sorge trågt, dem Schö, pfer aller Dinge, ist nichts, was auf der Welt sich regt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Ens gel mißt, er, der des Mens schen Vater ist, ist auch des Wurmes Schöpfer. 423 6. Nein! Kein Ges schöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel quas len; mag, was mich übers Thier erhebt, mag auch Vernunft ihm fehlen! Sie macht mich zu der Gottheit Bild; doch lehrt sie mich auch, göttlichs mild Glück um mich her verbreiten. 5. Und er, der alle Wes sen liebt, er sollte mir er: lauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu rauben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, aus Leichtsinn zu zerstören? 7. Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren! In der Geschöpfe großem Heer will ich den Schö pfer ehren! Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Gottes Aufs ficht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. 8. Wen eines Thieres Qual erfreut, Der sieht mit faltem Herzen gar bald auch seiner Brüder Leid, und spottet ihrer Schmerzen. Wer frech ein Mitgeschöpf betrübt, und Härt' und Grausame keit verübt, Der kann auch Gott nicht lieben. [ 22.] Fulda. X. Glück, 424 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. X. Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Mel. Sen Lob und Ehr ic. 543. Wie heiter fließt mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust entsage, von jeder bösen Neigung frey, und deiner heil'gen Vors schrift treu, rechtschaffen denk und handle! 2. Sanft führt dann deis ne Vatertreu' mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Morgen wird fie neu zu neuem Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschüßt, gewährst mir Als Ies, was mir nüst, lentft Boses selbst zum Guten. 3. Dich fennt, dich liebt, dir traut mein Herz; wie könnt ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die Last mir tragen. Verlaffen kannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meis ne Zuversicht: du wirst es ewig bleiben! 4. Wenn deine Gnade mich erquickt, und Nuh ins Herz mir fenfet; Gott, wenn dein Friede mich bes glückt, und keine Reu' mich frånket: wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn' und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 5. Die Bahn der Tus gend und der Pflicht führt hin zum ew'gen Leben! D Gott, mein Gott, ich zweifs le nicht, du wirst zu den Bestreben, sie treu zu wan beln, deine Kraft, die als les Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht vers sagen! [ 22.] Grot. Mel. Christus, der uns selig. 544, Deines Gottes freue dich dankbar, meine Seele! Sorget er nicht våterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wenn Ges fahren drauen? Ift's nicht Seligkeit und Pflicht, seis ner dich zu freuen? 2. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, treu und findlich liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: o wie ist mir dann so wohl! Ruhig im Gemüthe, seliger Em pfin, Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 425 Heil in dieser Zeit, und mein Trost am Grabe! pfindung voll, schmeck' ich Deine Güte! 3. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Him mel blicken; selbst der Leiden acht' ich nicht, wie sie mich auch drüz cken; Hoffnung und Zu friedenheit wohnen mir im Herzen, und ihr Trost erhebt mich weit über als le Schmerzen. 7. Laß die Lust zur Süns de nie dieses Heil mir raus ben; hilf mir kämpfen wis der sie; stärke meinen Glaus ben; gib mir deinen Geift, der mich und mein Thun regiere; daß ich mein Vers traun auf dich ewig nicht verliere! [ 13.] Münter. 4. Du bist mein!- fo jauch ich dann! Wer ist, der Mel. Wer nur den lieben: c. mir schade? Heil mir, daß ich's rühmen 545. Mit dir, o Hoch kann: mein ist deine Gnas de! Dir ist meine Wohl fahrt werth; was in die sem Leben wahre Freude mir gewährt, wirst du gern mir geben. 5. Dich, du Trost der Sterblichkeit, Heil des bes fern Lebens, himmlische Vollkommenheit, fuch' ich nicht vergebens. Hab' ich einst vollbracht den Lauf, enden meine Leiden: dann nimmst du mich, Bater, auf zu des Himmels Freuden. fier, Frieden haben, und deiner Huld versichert seyn, dieß ist die größte aller Gaben, die unsre Herzen hier erfreun; dieß bleibt auch in der Ewigkeit uns Quelle der Zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner Geele grauen, wenn du mir, Gott, nicht schrecks lich bist? Kann ich auf dich voll Hoffnung schauen, dem Alles unterworfen ist: so seh' ich mit getros frem Sinn auf alles Ans dre ruhig hin. 3. Mein Heil steht ganz in deinen Händen, und dein ist, Vater, alle Macht, mir alles Gute zuzuwen: den, das deine Huld mir zugedacht. Nie irrt dein weisheitsvoller Rath: wohl Dem, 6. Gib mir nur, fo lang' ich hier noch auf Er den walle, das Bewußte seyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle. Diese fanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, fey mein 3. M so 426 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Dem, der dich zum Freun, de hat! Mel. Was sorg' ich ängstl. 4. Der freut im Glück 546. Liegt Gottes Beyz sich deiner Gnade; ihm ist die Erde zwiefach schön; und wandelt er auch rauhe Pfade, sieht seine Freuden schnell vergehn: so tröstet deine Huld sein Herz; gelassen trägt er jeden Schmers. 5. Er sieht schon hier dem höhern Segen, dem Tugendlohn der fünft'gen Welt, voll Hoffnung und Vertraun entgegen. Ob auch sein Leib in Staub zerfällt: er bebet vor dem Tode nicht; denn du bist seine Zuversicht! 6. Dieß ist das Glück der reinen Seelen, die sich mit Ernst vor Sünden scheun, die dich zu ihrem Trost erwählen, und, vor dir recht zu thun, sich freun. Wer dich mit frommem Sinn verehrt, der ist dein Freund: Der ist dir werth. 7. Hilf denn, daß ich, so lang' ich lebe, um deis ner Gnade mich zu freun, nach Reinigkeit des Hers zens strebe, und pråg' es mir aufs tiefste ein: fein größres Glück sey auf der Welt, als wenn man man Gott, dir wohlgefällt. [ 99.] Diterich. fall mir am Herzen; will ich nicht Ruh' und Heil verscherzen, nicht zittern, wenn mir Menschen dräun; will ich den Frieden im Gewissen und süßer Hoffs nung Trost genießen: so muß ich mich der Tugend weihn! 2. Sie ist mein Schmuck und meine Würde; leicht wird durch sie mir jede Bürde; sie ist in finfirer Nacht mein Licht. Wenn mir Verläumder Treu' und Glauben, Tyrannen Glück und Freyheit rauben: ruft sie mir zu: ,, verzage nicht!" 3. Ich fühl im Innern Muth und Kräfte zu jedem nützlichen Geschäfte, wenn ihr mein ganzes Herz sich weiht. Zum Himmel hebt sie meine Seele, und läßt mich hoffen, daß die Fehle der Schwachheit Gottes Huld verzeiht. 4. Den Bruder, wie mich selber, ehren, stets seines Lebens Wohlfahrt mehren, ihn warnen, wenn Gefahr ihm droht; und wenn ihn herbe Leiden drüs cken, mit Trost sein wuns des Herz erquicken: das ist ihr heiliges Gebot. 5. Mein Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 427 ergehen so unser Glück ers höhen, Gott, als ein rus hig Herz; dieß schafft uns innre Freuden, und mins dert auch in Leiden durch seinen Trost den größten Schmerz. 3. Die Güter zu verachs ten, wornach die Thoren schmachten, was gibt das zu uns Muth? Was très stet Gottes Kinder beym Spotte frecher Sünder? Ein ruhig Herz, das beste Gut! 5. Mein Lohn, wenn ich fie redlich übe, ist Gottes Huld, der Menschen Liebe; dem Tode kann ich ohne Graun, wenn er mir winkt, entgegen blicken; ich kann mit freudigem Entzücken empor zu Gott, dem Nich, ter, schaun. 6. Dann weiß ich, daß fie mir wird werden, die Seligkeit, nach der auf Erden mit frommer Sehns sucht ich gestrebt. Zur Rechten Gottes werd' ich stehen, und mich umringt von Sel'gen sehen, die tus gendhaft, wie ich, gelebt. 7. Mit allen Guten, allen Weisen werd' ich den ew'gen Vater preisen, und edler Wirksamkeit mich weihn. Mit den Verklärs ten, mit den Engeln werd' ich, befreyt von Erdenmåns geln, dir, Heiligster, dann ähnlich seyn. [ 93.] P. F. Weddigen. 4. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; im Glaus ben der Erlösten, sich deis ner Huld getrösten: welch Glück, mein Gott, kann größer seyn? 5. Låßt mich ein gut Gewissen einst diesen Trost genießen, wenn Alles von mir weicht; nagt bey des Todes Schmerzen kein Vors wurf mir am Herzen: so wird mir selbst das Sters ben leicht. Mel. In allen meinen T. c. 547, Mit ruhigem Ges 6. Hilf in der Welt Gefah: ren mein Herz mir rein bes wahren; steh' mächtig, Gott, mir ben! Laß mich im Kampf erwägen, wie groß der Lohn und Segen des Friedens im Gewissen sey! [ 49.] Gellert. Mel. wissen des Lebens zu ges nießen, verleihst du dieß mir nur; so ist, o Gott, in Tagen, wo Andre ängst lich zagen, nichts schrecks lich mir in der Natur. 2. Nichts kann im Wohle, 428 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Mel. Valet will ich dir c. 548. It Gott für mich: so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, stårrt meine Sees le fich. Hab' ich nur ihn zum Freunde: wie glücklich bin ich dann! Vergeblich drohn mir Feinde; Gott nimmt sich meiner an! 2. Wie ruhig und wie felig, bin ich in Gott, als Chrift! Ich weiß und glaub' es fröhlich, daß er mein Vater ist, der mir zu als len Zeiten die Vaterhände reicht, im Kampfe mir hilft freiten, in Noth nicht von mir weicht. versicht; auch dann, wenn ich einst sterbe, finkt meine Hoffnung nicht. Hier geh ich unter Zähren wohl oft auf rauher Bahn: doch nimmst du mich zu Ehren dereinst auf ewig an. 6. Dieß stärke mich, im Leiden dir, Höchster, treu zu seyn! Nichts kann von bir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenkst sie mir zum Besten, bist mir mit Troste nah'; und wenn die Noth am größ ten, ist deine Hülfe da. 7. Ist Gott für mich: so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, stårkt meine Seele sich. Deß ist mein Herz voll Wonne! Was ist, das mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schutz, mein Heil, mein Licht! [ 83.] Gerhard u. G. Zollikofer. 3. Wenn ich aus Schwach, heit fehle, und nur aus Vors fats nicht: so stärket meine Geele die hohe Zuversicht: Den, der, Herr, deinen Wils len, so gut er immer kann, bemüht ist zu erfüllen, siehst du erbarmend an. 4. Dein Geist wohnt mir im und trös Mel. Herzlich lieb hab' ic. ftet meinen Sinn; stillt alle 549. Der du mich, als meine Schmerzen; nimmt jeden Kummer hin; zeigt mir, daß Erdenleiden nicht zu vergleichen sen mit jenen Himmelsfreuden, dem kohn bewährter Tren'. 254 ein Vater, liebst, mir jedes wahre Gute gibst, Gott, meiner Seele Freude, ich hang' und bleibe stets an dir! Was ist, mein Gott, das je mich hier von deis ner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bes kannt, 5. Auf dieß mein heil und Erbe seh' ich voll Zus T Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 429 kannt, hältst mich an dei: dort selig seyn. Mein ner Vaterhand, regierest Herr, mein Gott, ich hoffe meinen Lebenslauf, hilfft fest, daß deine Kraft gnädig meiner Schwach mich nicht verläßt. heit auf. D Herr, mein Gott, du bist mein Licht; :: folg' ich nur dir: so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der anders nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Trifft gleich jetzt Schmerz und Leiden mich: so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl ges linget. Ich wandle hier auf rauher Bahn: dort nimmst du mich mit Ehren an, wo mich vor deinem Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr, mein Gott, o laß mich fest:,: dir trauen, der mich nie verläßt! 4. Wer von dir weicht und liebt die Welt; wer dir nicht standhaft Glauben hält, muß endlich doch vers derben. Er kann, weil er die Lust und Pracht der Ers de sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Wer nicht dich hier schon. lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur Den, der hier sein Herz dir weiht,:,: nur Den führst du zur Herrlichkeit. 3. Und sollte mir in Kreuz und Noth, Verfols gung, Marter oder Tod, auch Seel' und Leib vers schmachten: dieß Alles wird, wenn's auch noch mehr, ja über Menschens kräfte wär', mein Glaube doch nicht achten. 5. Drum halt' ich mich getroft zu dir; Gott, deine Huld weicht nicht von mir; das, das ist meine Freus de! Ich setze meine Zuvers ficht auf dich, mein Fels, und wanke nicht, selbst in dem tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll als lein mein Troft und meine Zuflucht seyn, bis sich einst in der Ewigkeit mein Hers vollkommen deiner freut! Gott meines Heils, ich hars re dein!:: Dein bin ich, Herr, und du bist mein! Neumeister u. Diterich. [ 37.] Mel. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Troft und Theil. Durch dich, durch dich kann ich allein hier glücklich und 430 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Mel. Wie schön leucht't ic. 550. Jesu, Jesu, Gottes Sohn, der du noch, eh' ich war, mich schon ges liebt aus reinem Triebe; du, der für mich auf Ers den kam, der Sünd' und Irrthum von mir nahm, daß ich die Tugend übe; herzlich such' ich, dir vor Allen zu gefallen; nichts auf Erden kann und soll mir theurer werden! 2. Den, der dich liebt, Dem liebst auch du, Dem schaffst du für die Seele Ruh' und Trost für sein Gewissen. Ob ihn auch manche Noth hier drückt: so wird er doch durch dich erquickt in seinen Kümmer: nissen. Endlich wird sich nach dem Leide volle Freude für ihn finden; da wird all' fein Trauern schwinden. 3. In feines Menschen Seele fam's, kein Auge fah's, kein Ohr vernahm's, was du ihm dort bereitest; ihm, den du aus der Pilz gerzeit zur Wohnung deis ner Herrlichkeit, zu deinem Throne leitest. Was hier sonst mir ward gegeben, mich im Leben zu ergôßzen, ist dagegen nichts zu schätzen. 4. Drum laff ich immer dieß allein, o Jesu, meine Freude seyn, daß ich dich herzlich liebe, und mich in dem, was dir gefällt, je mehr und mehr in dieser Welt nach deinem Worte übe. Wohl mir! Preis dir, der mir droben aufs gehoben ew'ge Freuden! Nichts soll, Herr, von dir mich scheiden! mires [ 100.] Joh. Heermann. Mel. Wachet auf, ruft unsic. 551. Herr, aus deiner Gnadenfülle strömt Heiters keit und sanfte Stille und reine Lust der Seele zu. Seit ich dir mein Herz ers geben, empfind' ich erst das wahre Leben; ich fübs le des Gewissens Ruh'. Erbarmend gabst du mir den Frieden, Gott, mit dir! Hochgelobet sey deis ne Treu'! Sie schuf mich neu; vom Sündendienst. bin ich nun frey. 2. Heiter fühlt sich meis ne Seele, weil ich, was gut und recht ist; wähle, und, unterstützt von dir, ouch thu'. Jeder Sieg, den ich erringe, wenn ich der Lüste Reiz bezwinge, schafft neue Wonne mir und Ruh'. Gott, welche Seligkeit, vom Sündens dienst befreyt, deinen Wils len Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 431 im heißen Kampf ermüden: so blick ich auf die Krone hin. Dann fühl ich hoch erfreut die volle Seligkeit deiner Gnade, und preife dich, Herr, daß du mich so hoch beglückt hast, ewiglich. [ 88.] Diterich. len von Herzen thun, und freudig nun in deiner Huld Bewußtseyn ruhn! 3. Beugt mich manche Schwachheit nieder: so richtest du mein Herz doch wieder mit deinem Troste huldreich auf. Du vers leihest zum Geschäfte der Heiligung mir Muth und Kräfte, und förderst meis nen Tugendlauf. Wie freut sich dann mein Geist, daß du so gern verzeihst! Re: ger Eifer wird in mir neu, daß ich dir treu, und wachsam in der Zukunft sey. 4. Und wie sollt' ich angstlich zagen, wenn auch in meinen Pilgertagen Ges fahren mir und Leiden drohn? Auch auf dornen: vollem Pfade bleibst du mein Trost mit deiner Gnade; du bist der Deinen Schild und Lohn. Des Lebens größte Pein muß mir zum Heil gedeihn; denn dich liebet mein kind lich Herz; im größten Schmerz seh' ich voll Glaus ben himmelwärts. 5. Ja, ich seh' den Him: mel offen; mein Geist froh lockt im sichern Hoffen, daß ich dereinst sein Bürs ger bin. Welch ein Glück ist mir beschieden! Will ich Mel. DEwigkeit, du Don. ic. 552. Mein Glaub' ist meines Lebens Rub', und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaus be! Ach, gib mir, Herr, Bes ständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube. Tief pråg' es meinem Herzen ein: welch Glück es sey, ein Chrift zu seyn! 2. Du hast dem sterblis chen Geschlecht zu deinem ew'gen Heil ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehr zurück der Staub: mein Geist wird nicht des Todes Raub; du bist für mich gestorben! Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist ruhig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Tros 432 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Troffes voll: ich leide nichts vergebens; Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Ruh'. 4. Was send ihr, Leis den dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Rub' entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und ers quickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmels freuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach: so trag' ich doch nicht mehr der Sünde schåndlichs Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht; gelang es mir bis jetzt noch nicht, von Feh: lern frey zu werden: so ist mein Trost: Gott hat Gez duld, und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen. Dir, dir verdank ich meine Ruh'; du heilest meine Wunden zu; du stils left mein Gewissen; und fall' ich noch in meinem Lauf: so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sey Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Heilis gung; ich merke täglich Bes serung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sey dir, Vater, Dank und Ruhm, daß mich dein Evangelium lehrt glau: ben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig; es ers freut und führt mich einst zur Seligkeit; drum will ich's willig üben. Hier rühm' ich meines Glaus bens mich; für ihn preis ich dort ewig dich! [ 70.] Münter. Mel. Jesu, meine Freude ic. 553. Wie getroft und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, ist in die mein Geift! Alle, die dir trauen, schmecken es und schauen, daß du freundlich seyst. D wie kann mir je ben dir, Freund und Tröster from mer Seelen, Fried' und Freude fehlen! 2. Deinem Rath erges ben, freu' ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Ob mich Leiden drücken: du kannst mich erquicken, gibst mir Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 433 wornach die Thoren trach ten, reich in dir, nicht achten! 7. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelkeit? Du erfreust, Herr, meinen Geist, und du willst, die dich vers ehren, ewig wieder ehren. 8. Deinen hohen Fries den schmeck' ich schon hies nieden; und was hoff ich dort? Unbegränzte Zeiten voller Geligkeiten hoff' ich auf dein Wort! Sie find mein durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben: wer kann sie mir rauben? mir Kraft und Muth. Ob auch Noth und Elend droht; ob auch Furcht und Angst mich schrecken: du wirst mich bedecken! 3. Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Gott, an den ich glaube, ist's, der mich vom Staube einst zu sich erhebt. Todestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern: ich, ich darf nicht zittern! 4. Auch in mir ist Sün: de; doch ich überwinde sie, gestärkt durch dich. Sink' ich oft noch nieder: du er hebst mich wieder, und bes gnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und läßt reuerfüllten Seelen nie an Troft es fehlen. 5. Daß ich dich erkenne, froh dich Vater nenne, dank ich dir allein! Daß ich hier am Grabe Trost und hoffe nung habe, ewig dein zu seyn; daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank' ich deiner Gnade! 6. Würdig dir zu leben, dieß sey mein Bestreben, fey mir theure Pflicht! Was die Welt erfreuet, und sie oft gereuet, das ges nügt mir nicht. Hab' ich dich: wie gern will ich das, 9. Groß ist deine Treue! Preis sey dir! Ich freue mich, mein Gott, in dir! Dieser Geist der Freuden stårke mich im Leiden, weis che nie von mir! Laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen! opis i C.F. Neander. [ 47.] Mel. Alle Menschen müs. ic. 554, Eins ist noth! D Herr, dieß Eine lehre meis ne Seele doch! Alles Ans dre, wie's auch scheine, ist nur 434 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. nur ein beschwerlich Joch, unter dem das Herz sich quälet, und der Ruhe doch verfehlet. Nur dieß Eins zige gibt mir wahren Fries den, dort und hier. 2. Seele, willst du dies ses finden! such's bey keiner Kreatur! Laß nichts Irdis sches dich binden; Erdengu: ter tauschen nur. Such's bey Dem, der dich den Wils len deines Gottes lehrt ers füllen; Jesus sey dein bes stes Theil! Er führt dich zum wahren Heil. 3. Lenke selbst, Herr, das Verlangen meines Herzens hin nach dir; deiner Wahrs heit anzuhangen, schenke Trieb und Kräfte mir! Wenn auch Andre sie nicht achten: ich will sie mit Lust betrachten, und, mich deis nes Heils zu freun, ihren Lehren folgsam seyn. 4. In dir ist der Weiss heit Fülle. Was die Seele ganz beglückt, zeigst du mir; und wenn mein Wille sich in deine Ordnung schickt: dann werd ich weise, mir Heil und dir zum Preiſe; vers lerne Gottes Rath stehn, und den Weg des Lebens gehn. 5. Mit Vergebung meis ner Sünden, Herr, begnas digst du mich dann; läsfest wahre Ruh' mich finden, daß ich fröhlich rühmen kann: ,, wer vermag es, mir zu schaden? Bin ich doch bey Gott in Gnaden!" Dies se Freudigkeit in mir, mein Erlöser, dank' ich dir. 6. Aber du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß sie sich zum Vorbild wähle, stårke ſie mit deiner Macht! Muth und Kraft zum heil'gen Les ben kannst und willst du Allen geben, die mit Eis fer sich bemühn, stets der Sünde Dienst zu fliehn. 7. Darum sollst du mir das Eine, Jefu, und mein Alles seyn! Prüf' und fors sche, wie ich's meine; laß mich, fern von Heuchels schein, Herr, mein Heis land, schon auf Erden durch dich gut und selig werden, treu dir seyn bis in den Tod: dieß, dieß Eine nur, ist noth! [ 4.] Schröder u. Schlegel. Mel. Wenn mein Stünd. ic. 555. Ich weiß, an wem mein Glaube hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer bessern Welt, leb' ich hier nur im Glauben: dort schau' ich, was Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 435 was ich hier geglaubt. mein Vollendungstag ers Wer ist, der mir das Erbs scheint, dann werd' ich's theil raubt, das Jesus mir froh empfinden. erworben? 6. Jm Dunkeln nur, Herr, seh' ich hier, wo ich dir gläubig trane, die Ses ligkeit, die dort bey dir in vollem Licht ich schaue. hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verklåret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Lust, nicht leid und Noth, das Leben nicht, und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden! 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit, und herrlich ist die Krone, die Gott dem Ueberwinder beut, zum ew'gen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh' mich schreckt: du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich siege. 3. Du, Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich, dein Eigens thum, zu deinem Reich er heben. Der Freuden Füls le ist bey dir; dort hab' ich Alles, was ich hier nur suche, und nicht finde. 4. D lenke meines Geis stes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Kurz ist der Erde Herrlich keit, vergänglich alles Glück der Zeit: im Himmel sey mein Wandel! 5. Jetzt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch was die fünft'ge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wenn mein Auge nicht mehr weint, wenn 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigs feiten. [ 96.] Sturm. Mel. Was Gott thut, das ic. 556. Was Gott ers schuf, was er erhält im Hims mel und auf Erden,-Preis ihm! das kann in seiner Welt und soll vollkommner Fe2 wers 436 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. werden. Zum Beffern hin wirkt Gottes Sinn; drum laffet mit Entzücken uns in die Zukunft blicken! 2. Einst strahlt der Wahrheit reines Licht der ganzen Menschheit heller; dann täuscht sie Wahn und Frrthum nicht; dann siegt das Gute schneller. Nach seinem Rath wird jeder Saat der Wahrheit Gott Gedeihen und reiche Frucht verleihen. 3. Glänzt einst dieß hell's re, reinre Licht: dann wers den Menschen leben, die, wärmer fühlend für die Pflicht, nach lautrer Tus gend streben. Von Zeit zu Zeit wird Sittlichkeit in Gottes Welt sich heben, Vernunft den Sieg er streben. 4. Wir denken dieser frohen Zeit, und sehn XI. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. morgen noch, das weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft mich Gott noch heut, zur Res chenschaft vor ihm bereit. 2. Am Morgen blüht und prangt die Blume, und Erweckung zur weisen Benutzung des Lebens durch den Gedanken an den Tod. im Geist auf Erden die Menschen rein'rer Selig keit durch Tugend würdig werden. Der Menschheit Glück sieht unser Blick in Zukunft schöner blühen, und Noth und Elend fliehen. 5. O dieser sel'gen Hoffe nung voll, laßt hier uns Saaten streuen für Wahrheit und für Menschens wohl, und ihrer Frucht uns freuen! In einer Welt, die Gott erhält, da müssen Tugendfaaten, zu seinem Ruhm, gerathen. 6. Deckt uns des Gras bes Hügel schon: noch les ben unsre Brüder; der Tus gend und Religion erschals len ihre Lieder. Auch uns ser Geist im Himmel preist mit unsern Erdenbrüdern dich, Gott, in höhern Lies dern. [ 91.] Dolf. Mel. Wer nur den lieben ic. 557. Noch leb' ich; doch wie lang' ich lebe, ob Sterblichkeit und Unsterblichkeit. und fällt oft noch vor Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft eh' er's denkt, in's Grab! O möcht' ich jeden Augenblick benußen füt mein ew'ges Glück! 3. Entfleuch, mein Geist, dem Weltgetümmel! Hier fuchest du vergebens Ruh' Auf, streb' und ringe nach dem Himmel; eil deiner bessern Heimath zu! Schnell flieht sie hin, die Lebens: zeit! Sie naht, sie naht, die Ewigkeit! don 4. Und ich, ich sollte meine Pflichten verschieben bis auf weiter hin? Nein, heute will ich sie verrich, ten: wer weiß, ob morgen ich noch bin? Nur dieser Augenblick ist mein; der nächste wird's vielleicht nicht seyn! se 437 ich, mit getrostem Sinn, auf Tod und Grab und Zukunft hin! [ 99.] C. T. v. Hippel. 5. Gott, stårke mich durch deine Gnade, und führe mich durch deine Kraft der Tugend ebne, sichre Pfade, daß ich treu und gewissenhaft und gern erfülle den Beruf, zu dem mich deine Liebe schuf! 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Ses gen für die Ewigkeit; dann leb' ich, Gott, hier nicht vergebens, und nüße weis: lich meine Zeit; dann seh' that Mel. Jesus, meine Zuvers.ic. 558. Meine Lebens zeit verstreicht; stündlich nah' ich mich dem Grabe, und wie wenig ist's viels leicht, das ich noch zu leben habe? Denk, o Mensch an deinen Tod! Saume nicht; denn Eins ist noth! V 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst, Würs den, die die Menschen gas ben, nichts wird dich im Tod erfreun: diese Güter sind nicht dein! admw 3. Nur ein Herz, das Gus tes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deis nen Tod versüßen. Dieses Herz, von Schuld befrent, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner letz ten Noth Freunde hülflos dich beben: dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz ers Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 438 erwirbst, fürchte Gott, und bet und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Tod nicht scheun; lern' auch, feiner dich erfreun! 6. Uleberwind' ihn durch Vertraun! Sprich: ich Sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einstaus dem Staube. Er, der rief: es ist vollbracht!" nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Grab' oft hin; siehe dein Gebein versenken! Sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst be denken; lehre du mich's jeden Tag, daß ich weiser werden mag! [ 48.] Gellert. Mel. Wer nur den lieben: c. 559. Du, Herr und Vater meiner Tage, du weißt, daß ich, der Mensch von Staub, den Keim des Todes in mir trage; wie bald bin ich des Grabes Raub! gib, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sey bereit! 2. Daß du für dieses Ers denleben ein mir verborg: nes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ens de nimmt: das flöße mirdie Weisheit ein, aufs Ewige bedacht zu seyn! 3. Hier hab' ich lebens, lang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von dem Eitlen zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn: o mas che mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt! 1320928 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bey dir, Gott, ist mein bestes Theil! Dort ist mein Glück mir aufgehoben, ein ew'ges und vollkommnes Heil. Da, wo mein Schaß ist, sey mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst des Himmels Glück zu erben, dazu laß meine Sterblich keit mir immer, Herr, vor Augen seyn: so wird mich selbst der Tod ers freun. 6. Willst du mich långer leben laffen: so laß es mir zum Heil geschehn! Doch, soll ich heute noch erblass fen: so höre, Vater, auf mein Flehn! Sen, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 439 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Ges duld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benußte, wie ich soll. Mel. Jesus, meineZuvers.ic. 5 6. Gib, daß meine Bes 560. Herr, ich hab' ferung, als mein höchstes aus deiner Treu', mir zum Heil, noch Zeit in Hånden. Gib, daß ich bemühet sey, sie auch weislich anzuwens den; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vors sicht Wink mich ruft? Glück, ich achte, und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachte, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. mein Trost und meine Zus versicht! nd mat 7. Dir will ich mich, o Gott, ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin! Bist du mein Trost, mein Heil, mein Leben: so ist selbst Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; an deiner Gnade gnüget mir. [ 99.] Senfft zu Pilsach u. Diterich. 2. Schnell und unauf haltbar fliehn die mir zu gezählten Stunden! Wie ein Traum sind sie dahin, und auf ewig dann verz schwunden; dieser Augen: blick ist mein: wird es auch der künft'ge seyn? 7. Deine Gnade steh' mir bey, daß mein Leben auf der Erde reich an Cus gendfrüchten sey, und ich reif zum Himmel werde! Nahet dann mein Ende sich; o, so stärk' und trös ste mich! [ 48.] Diterich. 3. Laß mich, bey der Flüchtigkeit meiner Lage, Mel.Jesus, meine Zuvers. ic. nie vergeſſen, wie unschätß 561. Herr der Zeit und bar sey die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, da, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht. Ewigkeit, gib, daß ich, bis an mein Ende, wie dein Wort es mir gebeut, weiss lich meine Zeit verwende, die Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 440 die mir deiner Liebe Rath hier noch zugemessen hat. 2. Wie ein Traum, so schnell entfliehn Jahre, Monden, Tag' und Stun: den; doch, die Frucht von unsern Müh'n ist mit ih nen nicht verschwunden. Der Vergeltung Ewigkeit folgt auf fromme Thätigkeit. 3. Sien muß ich hier mit Fleiß zu der Ernte jes nes Lebens. O wie glücks lich, daß ich weiß: es geschehe nicht vergebens! Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gutes that. bishil [ 48.] Dlearius u. Diterich. 3. Ein ew'ges Glück einst zu besitzen, dazu sollst du des Lebens Zeit, die Zeit der Ausfaat, eifrig nutzen, und thun, was dir der Herr gebeut. Sein Wort ruft dir die Warnung zu: Eins ist dir noth! Was säumest du? 31-02 4. Drum eile, rette deis ne Seele, und denke nicht: ein andermal! D wache, bet' und überzähle der Menschentage kleine Zahl. Und wär' dein Ende dir auch fern: doch mandle fromm stets vor dem Herrn! 5. Mit jedem neuges schenkten Morgen erwecke dich, gewissenhaft für deis ner Seele Heil zu sorgen, und suche Gottes Licht und Mel. Wer nur den lieben ic. se 562. Er eilt, der letzte Kraft! Sprich: dir will ich, o Gott, allein mein Herz, mein ganzes Leben weihn! wisih andand 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnaden mir auch diesen Tag. Was ist nicht jede Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt! s oby 7. Wohl mir, hab' ich aus allen Kräften nach deis nem Reiche hier gestrebt, in dir gefälligen Geschäften die von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbey! Erkauf die Zeit, und, statt zu flagen, sie fen zu kurz, gebrauch' fie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wahr: sie flicht! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck: vers schiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg. Bist du, du Fühner Sterblicher, des nachfien Augenblickes Herr? Sterblichkeit und Unsterblichkeit. die Pilgertage durchgelebt! Wohl mir, wenn ich einst sagen kann: du nimmst mich, Gott, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flehn ben meinem Ende vers nimmst du, Herzenskündi ger. In deine treuen Vaz terhånde befehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt, wenn seine Hütte fällt, zu dir sich über Grab und Welt.de si [ 99.] C. F. Neander. 5. Ich denke dein, D Tod, wenn Ehren der Welt mein schwaches Herz bethören, wenn äußrer 563. Was forg' ich Glanz mich eitel macht! In eigener Melodie. Wie leicht kann alles Glück der Erden, wie plöglich mir entrissen werden! Mic folgt ins Grab nicht Glanz noch Pracht. Este d 36. Kann meine Luft in frohen Tagen, o Tod, dein ernstes Bild vertragen: so ist sie unschuldsvoll und rein. Des Lebens Glück mir zu versüßen, es sanf ter, stiller zu genießen, gedenk ich bey der Freude dein! dum spat ångstlich für mein Leben? Es Gott gelaffen überges ben, das ist des Christen heil'ge Pflicht. Ich foll es schätzen, weislich niz Ben, es dankbar, als ein Glück, besigen: abgöttisch lieben soll ich's nicht. 2. Der Tod soll nicht mein Herz erschrecken: doch, mich zur Weisheit zu ers wecken, soll er mir stets vor Augen seyn; in Freude Mäßigung mich lehren; doch nicht in dem Beruf mich stören, vielmehr mir Kraft dazu verleihn. 441 sind. Das Gute darf ich nie verschieben; denn meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie enteilt geschwind. 4. Dein denk' ich, Tod, so oft die Triebe der Sinns lichkeit und Erdenliebe mich reizen: ich ersticke sie! Kann ich vielleicht nicht heut noch sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben: der Sünde Loks kung folg' ich nie! 3. Ermatt' ich je in meinen Pflichten: so soll der Tod mich unterrichten, wie wenig meiner Tage 7. Ich denke dein, wenn Leiden kommen. Ach, alle Trübsal ist dem Frommen, o Tod, in deiner Nähe leicht! Ich leide; doch von allem Bösen wirst du viels leicht mich bald erlösen: wohl Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 442 wohl mir! Dann ist mein Ziel erreicht! blaber 8. Gern will ich dein, Tod, gedenken, auf dich oft meine Blicke lenken, aus Weichlichkeit dein Bild nicht scheun; es soll mir Trost bey Müh'n und Plas gen, soll Warnung mir in guten Tagen, und Schild in der Versuchung seyn! [ 93.] vor's Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier vers borgen war, den Rath der Herzen, offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut: so sey stets wachsam und bereit; prüf' deinen Glauben, als ein Christ, ob er durch Lies be thätig ist. Gellert.7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu 564. Wie sicher lebt seyn, dieß macht dich nicht von Sünden rein. di MOT Mel. Wenn wir in höchsten. der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeis chelt er sich gern: der Tag des Todes sey noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greifes Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch Ein Jahr und Keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod! Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod ruft Seelen 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt, und sich vom Bösen kehrt; ein reines Herz, von Lieb erfüllt, dieß ist es, was vor Gott nur gilt. 9. Die Heiligung erfors dert Müh; doch glaube, Gott verläßt dich nie. Ringst du mit Eifer nur nach ihr: so gibt er Muth und Stärke dir. 10. Der Zweck, zu wels chem du hier lebst, dein Ziel, wornach du weise strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist- Tus gend durch des Glaubens Kraft! 11. Jhr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 443 letzten Pein? Wer kann mir Rath und Trost vers leihn, mit neuer Hoffnung mich beleben? Wer blickt voll Huld mich Schwachen an, wenn mir kein Mensch mehr helfen kann, und Todesschauer mich durchs. beben? Wer schafft der bangen Seele Licht! Chust du es, mein Erbarmer, nicht? in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung. 12. Wie oft vergess' ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht! Drück' tief des Todes Bild mir ein, und laß es in mir wirksam seyn; du 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu', die Frucht des Geiz stes, in ihm sey; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachheit widersteh', und, freudig durch des Glaubens Macht, im To: de ruf': es ist vollbracht! [ 97.] Gellert. Ga Farbin bloane Ruhiges und freudiges Andenken an den Tod. In eigener Melodie. 565. Ich bin, o Herr, in deiner Macht; du hast mich an das Licht gebracht, und noch erhältst du mir das Leben. Du kennest Du kennest meiner Tage Zahl, weißt, wenn mich Sterblichen eins mal die Nacht des Todes wird umgeben. Wo, wie und wenn ich sterben soll, Allwiss sender, das weißt du wohl. 2. Wen hab' ich in der 3. Mich dùnkt, schon lieg' ich kraftlos da, dem letzten Augenblicke nah', von Todesangst schon übers fallen; der Sinnen Kräfte laffen nach; Gehör und Augen werden schwach, und kaum kann noch die Zunge lallen; nur des Gewissens Stimme spricht noch laut genug: Gott hält Gericht! 4. Nicht Stand und Macht erretten dann; ums sonst beut sich ein Bruder an, den andern da noch zu erlösen. Nach dem, was Jeder hier gethan, wird Jeder dort den Lohn ems pfahn; kein Schein der Tugend hilft den Bösen. Auf die versäumte Gnas denzeit folgt Elend in Elend in der Ewigkeit: 5. Drum fleh' ich, Herr, mein Heil, zu dir, erleuchte mich, damit ich mir nicht Eine böse That verzeihe! Erhals Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 444 Erhalte mich im Guten treu, daß ich, vom Joch der Sünde frey, mich gånz lich deinem Dienste weihe: so geh' ich voller Zuversicht hier in den Tod, dort vor Gericht. 6. Für mich auch floß dein theures Blut, mein Heiland, einst; dieß gibt mir Muth: ich weiß, daß ich dir angehöre. Doch fallen in der Todespein mir trübe, bange Zweifel ein: so rette meines Glaubens Ehre, und nimm dich meis ner huldreich an! Du bist's, der Schwache stärken kann. 7. Preis dir, du, meines Lebens Heil! Ich nehm' an deiner Wonne Theil; dir werd' ich nach zum Himmel dringen! Nun sieg' ich über Angst und Noth; mag früh doch oder spät der Tod mit feinen Schrecken mich ums ringen: so lang' ich lebe, bin ich dein; dein werd' ich auch im Tode seyn! [ 41.] Sim. Dach u. Diterich. Mel. Befiehl du deine Wege. 566. Die auf der Erde caplet pats wallen, die Sterblichen, find Staub. Sie blühen auf, und fallen, des Tos des fichrer Raub. Vers borgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft: doch jede, jede Stunde bringt näher uns der Gruft. 2. Getroft gehn Gottes Kinder die öde, dunkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, Gott, seinem Retter, ers zittert und verzagt. 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wenn meine Kräfte beben, und schon das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 4. Hilf, Todesüberwins der, hilf mir in solcher Angst, der du zum Heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst. Und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt: nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast! dond 5. Des Himmels Wonn' und Freuden faßt nie ein für kurze Seiden, für kurzen sterblich Herz. D. Trost Todesschmerz! Dem Suns denüberwinder sey ewig Preis und Dank! Preis ihm, der auch für Sün der Sterblichkeit und Unsterblichkeit. der den Kelch des Todes trank! 6. Heil Denen, die auf Er: den sich schon dem Himmel weihn, die, aufgelöst zu wers den, mit heil'ger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu ges ben, wenn Er, ihr Gott, ges beut, gehn sie getrost durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. [ 10.] G. B. Funk. Mel. Christus, der ist meinic. 2. Gott, welche feyerliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst; auf, 567. Einst geh' ich mich, den du getren erfun den, voll schonender Erbars mung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlöften nicht! 445 Mel. Religion, von Gott zc. 568. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe dank' ich dir. Zum Segen gabst du mir das Leben, und auch zum Segen nimmst du's mir. Wohl mir! Ich sucht es dir zu weihn; drum bleib' ich auch im Tode dein. ohne Beben zu meinem Tode hin; denn Christus ist mein Leben und Sters ben mein Gewinn. 2. Ich scheue nicht die Schrecken der freudenlees ren Gruft: Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft. 3. Und rief mich, abzu scheiden, auch heute schon mein Gott: so folg' ich ihm mit Freuden, und sterb' versicht zie folle ich vor auf sein Gebot. 4. dem Tode beben, da du, Erlöser, für mich starbft? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran: ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir! 5. Und mag auch in des Grabes Nähe, mir die Vers wesung 4. Ich hoff' ein beßres les ben nach dieser Uebungszeit; mein Gott wird mich erhes ben zum Glück der Ewigkeit. 5. Dann eil' ich dir ents gegen, mein triumphirend Haupt, und seh' entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt! [ 12.] Sturm. 3. Der Leib wird schwach; die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen einer bessern Welt. Ich bin getrost und zittre nicht; denn Gott ist meine Zus Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 446 wesung furchtbar braun: du, Herr, auf den ich hofs fend sehe, du wirst auch dann mein Beystand seyn. So nah' dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziel, verzag' ich nicht! 6. Ich will dich noch im Tod' erheben, Herr, noch am Grabe preif ich dich; denn ewig werd' ich ben dir leben, und ewig freu' ich deiner mich! Durch dich ist Sterben mir Ges winn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! [ 76.] Eschenburg. Mel. Wenn mein Stünd. ic. 569. Ein Pilger bin ich in der Welt, und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt oft mich hier zur Klas ge: doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgerzeit, und stärkt mich felbst im Leben. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie leicht ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig seyn; dieß tröstet meine Seele. 3. Jn stiller Nacht wein' ich, o Herr, hinauf zu deis ner Höhe; mein schwaches Herz seufzt freudenleer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel trös stet mich; denn meine Thras nen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zus kunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie die Sorg' in mir erweckt, ob ich sie auch ers trage: so stårket mich die Ewigkeit, daß, bey dem Elend dieser Zeit, mein Glaube nicht erliege. 5. Wenn einst, der jetzt von ferne dråut, der Tod, mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlums mer finket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlich feit, den ew'gen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier unter Müh' und Schmerzen! Ein ewig uns vergånglichs Heil erwars tet mich, und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. [ 96.] Sturm. Mel. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Mel. Befiehl du deine zc. 570. In Gottes Rath ergeben, verlaff' ich gern die Welt; ich geb' zum bess sern Leben, sobald es ihm gefällt. Was wär's, das mich betrübte? Dort schau' ich ewig Den, den meine Seele liebte; dort werd' ich Jesum sehn. 2. Er ruft, zur Zeit der Schmerzen, uns voll Ers barmen zu: ,, kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh'!" Dieß Wort aus deinem Mun de, laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner letzten Stunde mir Geist und Les ben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken laß meine Sees le sehn, wie für das Heil der Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, ihn auch für mich bezwangst! 4. Der frohe Siegsges danke: wo ist dein Stas chel, Tod?" start' mich, daß ich nicht wanke, in meiner Todesnoth! Mir ist, ob ich gleich sterbe, das Sters ben doch Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe, weil ich der Deine bin. 447 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein; dein Blut wird nicht vergebens für mich vergossen seyn. Dir trauet meine Seele; dich lobt, was in mir ist, Ers löser meiner Seele; der du die Liebe bist. [ 10.] Herberger u. C. Neander. Mel. Mit Fried' und Freud'. 571. Mir schauert nicht vor dir, o Gruft, o Codesstille! Ich bin getrost, wenn nun mich ruft, Gott, dein Wille. Durch dein gnadenvolles Wort ist mir der Tod ein Schlummer.. 2. Ihm, der für uns geopfert ist, sen Preis und Ehre! Dir, unserm Retter, Jesu Christ, Preis und Ehre! Dein ist's, daß wir ohne Furcht den Pfad des Todes wandeln! 3. Wir kommen nicht in dein Gericht, die an dich glauben; du läsfest uns im Tode nicht ewig bleiben. Halleluja! Denn du wirst zum Leben, uns erwecken! 4. Dann ist nicht Süns de mehr, noch Tod; nicht Schmerz noch Leiden; dann lohnen dieses Lebens Noth Himmelsfreuden. Hallelus ja! Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 448 ja! Denn durch dich ist mir der Tod ein Schlummer! [ 63.] 6. B. Junk. weinen, ermahnt und tro ftet fie; und, seiner Treue wegen, erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und vers läßt sie nie. 6. In Gottes hohem Fries den entschwingt dem Staub' hienteden sein Geist sich hoch entzückt; stimmt ein in Ens 572. Wie fanft fehn gelchöre; singt Preis dem Herrn und Ehre, und wird mit ew'gem Heil erquickt. wir den Frommen, nun bald der Erd' entnommen, sich feinem Ziele nahn! Wo dies fes Lebens Freuden von ihm im Tode scheiden, hebt ew's ges Glück des Himmels an. 2. Er fürchtet nicht sein Ende, hebt dankbar seine Hände zu seinem Vater auf. Gott läßt ihn nicht verderben; wie freudig kann er sterben: denn wohl vollendet ist sein Lauf! 7. Herr, laß im Erdens leben mich nach dem Sinne streben, der mir dieß Glück erwirbt; damit auch ich, ein Erbe der Seligkeit, einst sterbe, wie der ges rechte Fromme stirbt! [ 49.] Felix Weisse. 3. Sein ruhiges Gewiss sen hat ihn der Angst ents riffen, die nur der Frevler kennt. Des Todes finstre Pfade erleuchtet ihm die Gnade des Gottes, den er Vater nennt. od Sanftes Ende des Frommen. dat Mel. In allen meinen T. c. 4. Er fühlt nicht unter Thränen der spåten Neue Sehnen, die ihm das Herz zerreißt. Zu Gott empor gehoben, empfängt er Trost von oben, fühlt Fried' und Freud' im heil'gen Geist. 5. Er fegnet froh die Seinen, die um sein Lager Das Grab.. Mel. Nun laßt uns den Leib. 573. Begrabt den Leib in seine Gruft! Gott, der den Geist zum Himmel ruft, weist hier den Staub, zu ruhen, an; was Gott thut, das ist wohlgethan! Grabt mein verweslis ches Gebein, o, ihr noch Sterblichen, nur ein. Ich sehe die Verwesung nicht; mich führte Gott aus Nacht zum Licht. 2. Den Leib schuf einst aus Staub der Herp! er war Sterblichkeit und Unsterblichkeit. was schon Staub, und wird's nur mehr; zu Got: tes Anschaun eilt der Geist, wenn er dem Staube sich entreißt. Dich, du mein aufges löft Gebein, wird die Verwesung weit vers streun. Verklärt hat mich mein Schöpfer schon; schon bet' ich an vor seinem Thron. 3. Des Frommen Seele lebt bey Gott, fren von der Erde Schmerz und Noth; verziehen hat ihr Gottes Huld der Erdenschwachheit Fehl' und Schuld. Gott ist barmherzig; er verstößt im Tode nicht, die er erlöst, für die der Welterlöser starb, der Allen Gnad' und Heil erwarb. 4. Wir wandeln hier im dunkeln Thal, erdulden oft hier Müh' und Qual. Wir tragen Jesu Chrifti Joch, entschlafen einst und leben doch. Auch mich hat Trüb, fal oft gedrückt: nun hat mich Gottes Rub' ers quickt. Im finstern Thas le wandelt' ich; doch Gottes Rechte führte mich. 5. Er litt' vielmehr, der uns versöhnt, und himms 449 lisch seine Strefter front. Kurz ist der Kampf; dem kurzen Streit folgt ew'ge Ruh' und Herrlichkeit. Ich trug sein Joch bis an mein Grab: nun wischt er meine Thränen ab. Was sind die Lets den dieser Zeit doch ges gen seine Herrlichkeit! 6. Du, Todter Gottes, schlummr' in Ruh'. Wir gehen unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigs keit mit Freud' und Zits tern uns bereit. Ja, laffet mich in meis ner Ruh', und gehet eus ren Hütten zu. Schafft, daß ihr selig werdet, ringt, bis ihr euch auch der Erd' entschwingt! 7. D laß, Erlöser, deis nen Tod uns stärken in der letzten Noth! Laß unsre ganze Seele dein, und freudig unser Ende feyn! [ 67.] Klopstock. Mel. Welt, ade, ich bin ic. 574. Sanft und ruhig sev dein Schlummer in der Erde kühlen Schook! Nach des Lebens Müh' und Kummer ward dir nun ein beßres Loos. Wir umrin gen noch dein Grab, schauen F f webs 450 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. wehmuthsvoll hinab: doch zur Ruhe gehn auch wir; Gott sey Dank! Wir fols gen dir. 2. Weg mit unserm Blick vom Staube! Was hier schlummert, bist du nicht. Schon erblickt dort unser Glaube dich, umglångt von höherm Licht. Nach des Lebens Pilgerlauf schwang dein Geist zu Gott sich auf. Nein, du selbst bist nicht mehr hier! Gott sey Dank! Wir folgen dir. 3. Laßt uns trocknen unsre Thränen: ewig ist auch unser Geist! Heil uns, wenn nach bangem Sehnen er dem Staube sich entreißt! Dort, wo keine Thranefließt, wo nicht Tod, nicht Trennung ist, freun wir ewig uns mit dir. Gott sey Dank! Wir folgen dir! [ 94.] Reche. ***** wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihs res Lebens Bahn hinab zur sanften Ruh' ins stille Grab. 4. Du sollst uns unvers geßlich seyn! Die Thränen, die wir jetzt dir weihn, vers siegen einst beim Wieders sehn, wenn wir dir nach zum Himmel gehn. 5. Dahin erhebt sich uns ser Herz von unsers Gras mes tiefem Schmerz. Wir weinen still und hoffen doch; dein Geist, Ents schlafner, lebet, noch! [ 67.] Bürde. Bey der Beerdigung ei nes edlen und verdienst. vollen Mannes. Mel. Begrabt den Leib ic. Mel. Alle Menschen müs. ic. 575. Wir gehn an's 576. Wer mit Luft und Grab, und hoffen doch; dein Geist, Entschlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoth befreyt, im Lande der Unsterblichkeit. 2. Rub' sanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich füße Ruh'. Dein Gott hat Eifer strebte, seine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich seyn! Sein Gedächtniß bleib' und daus re! Seine Nachwelt flag' und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schäßen kann. 2. Last Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 451 2. Laßt uns Alle heute Blume, schnell verblüht, Flagen; denn es starb ein edler Mann! D, wie Vies le müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz ehrt der Wehmuth lauter Schmerz. 3. Seines frommen Les bens Thaten bleiben seg nend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten ist der Nachwelt Heil und Glück! Achten laßt uns feinen Namen! Seine Tus gend nachzuahmen, edel wie er war, zu seyn, wol. le Gott uns Kraft vers leihn! [ 4.] J. A. Cramer. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüß' und Krone finket mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden! 4. Ach, es müßte unters liegen, dieses arme, schwas che Herz, bülfest du nicht, Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz! Deine Rechte schlug uns nieder: deine Rechte hebt uns wieder! 5. Wandeln nicht in Am Grabe Frühverstorben dort am Thron? Solls hohen Freuden unsre Lies bener. ten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Verlors nen wieder geben! Mel. Herr, ich habe miß. ic. 577. Wenn der Stif ter der Geschlechter unsre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft: ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprech lich tiefe Schmerzen! und die Mutter nun vers loren ihre ganze Hoffnung sieht: kaum kann, ohne zu verjagen, diesen Schmerz das Herz ertragen 2. Wenn der Säugling, taum geboren, gleich der 6. Vater, deines Tros ftes Quelle trocknet auch am Grabe nicht; selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mils des Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns einst, als Glück, erscheinen. [ 31.] Griefinger. 8f2 Un . 452 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Unsterblichkeit. Mel. Ich ruf' zu dir, Herr,: c. 578. Aus Erde ward mein Leib erbaut, und wird auch wieder Erde: doch weiß mein Geist, der Gott vertraut, daß er nicht sters ben werde. Er, mehr als Staub, er, Gottes Hauch, wird nach dem Tode leben; sich erheben wird er zu Gott, und auch noch dann nach Heil'gung streben. 2. Nicht dieser Leib, mein Geist allein kann denken und begehren; kann deis ner sich, o Vater, freun, dich kennen und verehren. Was ich durch Sinne hier empfand, dieß lehrte mich, dich finden, dich em: pfinden, und durch der Liebe Band mich fest mit dir verbinden. Liebe zu erfreun, hast du mich, Gott, berufen. wohl mir! Welch ein gro Bes Heil! Mag doch, was Staub ist, sterben und verderben: des Menschen beßrer Theil, die Seele, kann nicht sterben. 5. Ja, nimmer soll, mein Herr und Gott, mir diesen hohen Glauben des Zweis fels Wahn, des Leichtsinns Spott, aus meinem Hers zen rauben! Ich werde sterben; aber dann wirst du zu dir mich führen; triumphiren werd' ich: die Seele kann im Tode nichts verlieren. 6. Dann werd' ich, wenn du, Gott, erscheinst, weit mehr, als alle Sinnen zu faffen fähig sind, dereinst durch meinen Tod gewin nen. Ich jauchze, daß ich ewig bin; mein Leib nur kann verderben! Gottes Erben ist selbst der Tod Gewinn; die Seele kann nicht sterben! [ 46.] 3. Du bautest diese Hüts te mir, Gedanken hier zu fammeln, und, obgleich schwach, mein Gott, von dir und deiner Huld zu stammeln; voll regen Ei fers immer mich im Guten mehr zu J. A. Cramer. Mel. O Ewigkeit, du Don. trieben von deinem Geiste, 579. Gedanke voller dich stets inniger zu lieben. 4. Und dieses Glück ist ewig mein! Auf immer hö hern Stufen mich deiner Seligkeit, du, Glaube der Unsterblichkeit, du, bester Troft im Leben! Was wär' mein Daseyn ohne dich! Mit Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 453 Mit welchem Schauber Schauder und Staub; der Geist wird würde mich die Zukunft oft nie des Todes Raub! durchbeben! Umsonst er:[ 70.] P. J. Weddigen. hebe sich mein Herz zum Himmel bey so manchem Schmerz. 2. Im Dunkeln irrt' ich dann hinab den Weg des Lebens, bis ans Grab, das Ziel von meinen Thränen. Was wäre meines Lebens Glück? Ein Traum, der einen Augenblick mich täuscht nach langem Seh; nen! Was sind die Freu den dieser Zeit, wenn uns der Tod Vernichtung draut? 3. Und ist nicht Sorge, Müh' und Qual, sind nicht oft Leiden ohne Zahl das Loos des Pilgerle bens? Ist nicht das La ster oft beglückt? Seufzt hier nicht, in den Staub gedrückt, die Tugend oft vergebens? Und ach, wen täuscht der Irrthum nicht? Wer schmachtet nicht nach höherm Licht? 4. O wohl mir, daß mich Gott erschuf! Die Ewigkeit ist mein Beruf, und Uebungszeit dieß Les ben. Des Geistes Hülle fällt einst ab, und Staub und Moder füllt mein Grab; doch er wird sich erheben, sich schwingen über Grab Mel. Mir nach, spricht ic. 580. Bald oder spät 580. des Todes Raub, wall' ich noch hier auf Erden: doch nur mein Leib wird wieder Staub; ich soll unsterblich werden, und dann, dann ist mein ew'ges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Freuz de soll der Christ nach seiz nem Heile ringen; gern laffen, was auf Erden ist; hinauf zu Gott sich schwins gen; getrost den Pfad der Tribsal gehn, und stands haft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß; noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele: doch mein Fuß beginnet oft zu wans ken. Gott, stärke mich durch deine Kraft auf dies fer kurzen Pilgerschaft! 4. So lang' ich noch, ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle: érs halt ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir ges falle; und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sey mein Ruhm, Dit Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 454 dir werth zu seyn, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu traun, und meine Hoffnung, dich zu schaun! 6. Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen hos hen Glauben, dieß Vorges fühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung, rau ben! Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? 7. Heil mir! Ich bin dein Eigenthum; nichts foll von dir mich scheiden; nicht Sinnenlust, nicht Gold noch Ruhm, nicht Schmach, noch Tod, nech Leiden! Was ist des Les bens kurze Zeit! Heil mir! Mein ist Unsterblichkeit! [ 62.] 6. B. Funk. 509 Mel. In allen meinen T. ic. 581. Einst felig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. Unsterblichkeit und Leben des Himmels wird mir geben Gott, der zum Leben mich erschuf. 2. Die Erde, da wir wallen, oft firaucheln, stebn und fallen, ist nur ein Pils TE gerland, das uns zum Hims mel leitet, zur Ewigkeit bereitet; der Frommen kurzer Uebungsstand. 3. So soll nicht Lust noch Leiden von meinem Gott mich scheiden, mich, der ich ewig bin! Was ist dieß Erdenleben? Wozu ist mir's gegeben? Wie lange währt's, so ist's dahin! 4. Einst felig dort zu werden, das ist und bleibt auf Erden mein heiliger Beruf. So sey es all' mein Streben, ganz heilig dir zu leben, Gott, der zur Ewigkeit mich schuf! [ 49.] G. B. Funk. In eigener Melodie. 582. Jefus, meine Zus versicht, mein Erlöser, ist im Leben! Dieses weiß ich: sollt' ich nicht auch zu sterben mich ergeben, ob das Grab, das einst mich deckt, mein zu schwaches Herz auch schreckt? 2. Jesus, mein Erlöser lebt! Ich werd' auch das Leben schauen, seyn, wo er vollendet lebt: und es sollte mir noch grauen? Er ist der Gemeine Haupt; ewig sein, wer an ihn glaubt! S. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 455 hebst von den Lüften dieser Erden; nur, daß du schon hier ihm lebst, mit dem du vereint sollst werden! Heilig mußt du, Seele, seyn, willst du sein dich ewig freun. Louise Henr., Churs [ 48.] fürstin v. Brandens burg, und Ribbeck. mit ihn verbunden; er stärkt mich mit seiner Hand auch in meinen legten Stunden, führt mich auf der finstern Bahn, und nimmt mich zu Ehren an.. 4. Meine Hütte nur ist Staub; sie nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! D, fel'ger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt! 5. Ob dieß Aug' im Tod' auch bricht! wird es dich doch, Heiland, kennen; mit belohnter Zuversicht werd' ich dich, Vollender, nennen, wenn ich von der Sterblichkeit nun auf ewig bin befrept. 6. Mich, der hier noch seufzt und fleht, wirst du herrlich dort erhöhen. Frs disch werd' ich ausgesät, himmlisch werd' ich aufer: stehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd' unsterblich seyn. 7. O, der hohen Zuvers sicht! Nichts beugt meine Hoffnung nieder. Jefus lebt! Ich sterbe nicht! Meine Seele kehret wies der, siegend über Tod und Grab, zu dem Schö: pfer, der sie gab. 8. Nur, daß du empor dich Mel. Begrabt den Leib ic. 583. Des Todes Graun, des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit macht; mein Geist, erleuchtet durch dein Licht, erbebt vor der Vers wesung nicht. 2. Es falle nur die Hüts te hin, mit der ich hier umgeben bin: mein Geist, noch lebend, wie zuvor, schwingt aus den Trum mern sich empor. 3. Ein inn'res mächtiges Gefühl verkündigt mir mein höhres Ziel: dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Lies be, Vater, dich genannt; Gott, welch ein Vorzug! In ihm liegt ein Hoffs nungsgrund, der nimmer trügt. 5. Dein Wort zeigt mir die beßre Welt, an der des Chris * FEE 456 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Christen Glaube hält. Wie heit und der Trennung herrlich wird der Menschs Schmerz. heit Werth durch Jesu Lehren aufgeklärt! 6. D fel'ge Aussicht, auch für mich! Entzückt hebt meine Seele sich; ich feb' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der Lette auch hat ausgeweint: dann wird ein frohes Wieders sehn auf ewig unser Glück erhöhn. 7. Da find' ich, was dein heil'ger Rath zu meis nem Wohl geordnet hat; von Angesicht schau' ich dich dann, und bete deine Führung an. Mel. Religion, von Gott!. 8. Viel Freude gabst du, 584. Es ist noch eine mir schon hier; Augutiger, wie dank' ich's dir! Wie oft folgt kleinerm Unges mach bald größere Vers süßung nach! Ruh' vorhanden für jeden Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Bans den nach Gottes Willen einst entreißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand der höhern Hoffnung Unterpfand; die Huld, die segnend hier ers freut, bleibt und beglückt in Ewigkeit. 10. Des freudigsten Vers trauens voll, erwart' ich, was mir werden soll, wenn einst, von Sünd' und Noth befrent, ich reife zur Volls kommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht furchtbar seyn; er führt zum wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft besiegt mein Herz der Krank: 13. Herr unfrer Tage, führe du uns Alle diesem Ziele zu! Mach' uns im Guten fest und treu, daß uns der Tod erfreulich sey! [ 67.] Joh. Joach. Spalding. 2. Zu dieser Rühe werd' ich kommen, und, Gett, wie selig werd' ich seyn! Der Erde Mühen dann entnommen, werd' ich mich ihres Lohnes freun dort, w wo mich keine Last mehr drückt, und ew'ger Friede mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlös • ften, Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 457 sten, nach wohlvollbrachter dieser Prüfungszeit mich Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung einst vollkommne Seligkeit. [ 76.] Kunth u. Diterich. war. In eigener Melodie. 4. Dann alle meine Klagen; dann bringt 585. Alle Menschen mein frommer Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen, mit nie gefühlter Rührung, Dank. Froh jauchz' ich dann: es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, und kei ne Schwachheit drückt mich mehr; ich denk und fühle nichts, als Freuden, ges krönt von dir mit Preis und Ehr'; fest steht mein Glück, und, Herr, dein Heil bleibt dann in Ewig: keit mein Theil. 6. Gott, wer kann deine Gnade faffen? Du willst Den, der dich treu verehrt, nicht ewig in der Unruh' lassen, die dieses Lebens Freuden stört: dieß flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn! 7. Gib, daß in Hoffe nung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich eifrig deinen Willen thue, und standhaft dulde, als ein Chrift: so lohnt nach müssen sterben; ihre Herrs lichkeit verblüht; Keiner kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht. Staub, ist dieser Leib: er werde wiederum zu Staub und Erde, daß der Geist, von ihm befreyt, eile zur Unsterblichkeit! 2. Herr, wer kann mich dir entreißen? Mein bist du, und ich bin dein! Du erfüllst, was du verheißen; dein werd' ich mich ewig freun. Ja, mir wird's durch dich gelingen, mich zu dir empor zu schwingen, freudenvoll vor dir zu stehn, deine Herrlichkeit zu sehn! 3. Dort bey dir ist wahs res Leben, Millionen stehn, mit Licht und mit Herrlichs feit umgeben, dort vor deis nem Angesicht; hohe Hims melsgeister ringen, mitans betend dir zu bringen Preis und Dank vor deinem Thron, dir und Jesu, deis nem Sohn. 4. Alle, die ihm nach: gewandelt, sehn des Glaus bens Dunkelheit dert in Licht Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 458 Licht und Schaun verwans Mel. Wenn mein Stünd. c. belt, und in Wonne jedes 586. Einst, wenn mein neuen Leid; weihen ihm die Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn, und opfern Dank ihm im hös hern Preisgesang. Auge sterbend bricht, mein legter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er ents schläft, empfindet; wenn um mich, den Entschlums mernden, Gott, alle meine Lieben stehn, und angstvoll zu dir weinen. 5. Baterland verklärter Frommen! Heil, Unsterb: lichkeit und Ruh! mas kein Sterblicher vernoms men, Gottes Heil gewährest du! Freudenernten schenkt er Denen, die hier einst gesåt mit Thränen; alle Thränen trocknet er; Sünd' und Elend sind nicht mehr. 2. Dann geht zurück zu bir der Geist, er, den das Grab nicht schrecket, der dankend dei e Güte preist, weil er den Tod nicht schmecket. Ihm öffnet, wenn die Hütte fällt, sich eine neue, ew'ge Welt, wo Lieb' und Wahrheit wohnet. 6. Ich entbrenne von Verlangen, was ich glaub', im Licht zu sehn; jene Kros ne zu empfangen; bald vers flårt vor Gott zu stehn! Werde dieser Leib zu Staus be: ich, ich weiß, an wen ich glaube! Geh' ich nicht zum Vater hin? Mir ist Sterben ein Gewinn! 3. O du, mein Geist, den Gott erschuf zum ew'gen Seyn und Leben, sey stets be reit, bey seinem Ruf, zu ihm dich zu erheben! Was hier vermodert, bist nicht du; eil' freudig deiner Heimath zu: du bist und lebest ewig! [ 96.] Münter. 7. Welche Tröstung, das zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich Gericht und Vergeltung. Mel. Religion, von Gott i. in wenn ich lich sie erfrug, bis Gott 587. Wenn ich auf Gottes Wegen wanke, und straucheln will: so schrecke mich der herzerschütternde spricht: es ist genug! Albinus u. C. F. Neander. Ges Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 459 Gedanke: Gott richtet einst himmels Freuden werden die Welt und dich! Er dir!" hat's verkündigt; sein Ges richt ist unausbleiblich: strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, ben ich walle, sey rauh und steil: wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich ges tren und standhaft bin, gestärkt durch seine Vas terhuld zur Selbstverläug: nung, zur Geduld. 3. Oft will ich zu mir selber sagen: die Welt vers geht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich ben allen Plas gen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt, es kommt die Ewigkeit, die mich von aller Welt be: freyt. 4. Einst werd' ich Jesu Stimme hören: ,, der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was dir bereitet ist! Komm; erbe meines Vaters Reich! Sen selig und den Engeln gleich!" Mel. Wachet auf, ruft tc. 5. Du haft in deinen 588. Wachet auf vom 11 Schlaf, ihr Sander! Ers wacht; denn euch, o Mens schenkinder, erwarten Tod und Ewigkeit. Lohn und Strafe, Tod und Leben bat Gott in cure Hand ges geben; armen Brüdern Barmhers gigkeit an mir gethan; ich nahm in meiner Kirche Gliedern den Segen deiner Wohlthat an! Komm nun, Gesegneter, zu mir! Des 6. D welche Wonne wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb' und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin! Wie könnt' ich hart und lieblos seyn; Betrübte fehn, und nicht erfreun! 7. Den aber, der hier, ohn' Erbarmen, nicht mens schenfreundlich sich beweist; der, fühllos bey der Noth der Armen, sie ihrem Elend nicht entreißt, den Hungris gen sein Brot nicht bricht, verwirft der Herr einst im Gericht.ndsins o 8. D Herr, verleih' mir Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, und reich an Früchten gus ter Werke, bewährt und unverwerflich sey! So werd' ich ewig selig seyn; mich ewig deiner, Gott, erfreun. [ 76.]. J. A. Cramer. 16-**** 460 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. geben; erwacht! Noch ist Mel. Mache dich, mein c. zur Beßrung Zeit! Gerecht, gerecht ist Gott; er hört der Frevler Spott! Frev: ler, sittert! Wist, was er spricht, gereut ihn nicht; er kommt gewiß und hält Gericht. 2. Sünder werden angst voll zagen, sich vor dem Richter selbst verklagen und bebend stehn vor seinem Thron. Jauchzet, jauchzt, ihr, seine Frommen! Er wird zu eurem Heile kom men: bald kommt er, und mit ihm sein Lohn! Euch schrecket kein Gericht; der Herr verwirft euch nicht. Euer Mittler hat euch vers föhnt, mit Gott versöhnt: wer überwindet, wird ges frönt! 3. Seyd bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Her: zen zu empfangen: denn plößlich bricht fein Tag hers ein, und der Richter wird vom Bösen sein Volk, die Frommen, ganz erlösen, von Sünd' und Tode sie befreyn. Dann ist voll tommnes Heil in Ewigkeit ihr Theil. Jauchzt, ihr Frommen; send stets des reit! Balb fommt die Zeit; sie kommt, mit ihr die Ewigkeit. [ 88.] G. B. Funk. 589. Herr, ich bin dein Eigenthum; dein ist auch mein Leben. Mir zum Heil, und dir zum Ruhm hast du mir's geges ben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst kommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden, und ich soll zur Rechenschaft dann gerufen werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter als ler Welten: du, du wirst vergelten! 3. Weh' dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meis ne Zeit, hier gemißbraucht habe! Weh' dann mir, hab' ich hier, sie nicht treu verwendet, sorglos sie vers schwendet! schwendet! sesspig 4. Möchte tåglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht' ich im mer, meiner Pflicht treu zu bleiben, fireben, daß ich nie thöricht sie aus den Augen sege, nie sie frech verletze! 5. Lehre mich gewissens haft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur was gut ist, wählen. Gib, daß ich ernstlich mich tags Sterblichkeit und Unsterblichkeit. täglich, und auch heute, darauf vorbereite. 6. Zeigt sich erst die Ewigkeit fürchtbar in der Nähe: o dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe. Wenn der Tod schon mir droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich ben jeder Süns de, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du dann mir zu: befferst du dein Leben: so ist dir vergeben. 8. Einst, am Tage des Gerichts, werd' ich mit den Frommen zu dem An schaun deines Lichts gnädig angenommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! [ 82.] 461 2. Die Frommen stehn zu deiner Rechten; sie segs nen deiner Gnade Blick! Kommt," ,, Kommt,"- sprichst du zu den treuen Knechten kommt und empfanget ew's ges Glück! Euch soll der Üleberwinder Krone nach langem, heißen Kampf er freun: kommt, geht mit mir zum hohen Lohne, ihr Sel's gen, in den Himmel ein!" 3. Laß lebenslang, o Herr, mich streben, einst dieses Zus rufs werth zu seyn! Ich will nach deiner Vorschrift les ben: will dir mein ganzes Leben weihn; dann werd' auch ich, vor deinem Thros ne, mit hoher Freudigkeit einst stehn; dann werd' auch ich zum ew'gen Lohne, mit dir in deinen Himmel gehn! [ 15.] Grot. Münter. Strafe der Ewigkeit. Mel. Die Tugend wird d. sc. Mel. Wenn mein Stünd ic. 590. Sie stehen da, 591. Groß wird des Sünders Elend seyn, unends lich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wenn ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert. 2. Verschwendet ist die Gnas die Millionen, die Völker einer jeden Zeit, die Schaas ren aller Nationen, weil es dein Richterwink gebeut; sie stehn vor deinem Ange: fichte, erstaunt, bestürzt, beschämt, erfreut, und sehn dich, Jesu, im Gerichte, im Glanze deiner Herrlichkeit. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Gnadenzeit! Wie viele seis zu bekehren! Laßt nicht, ner Stunden sind, in dem Dienst der Eitelkeit, vers gebens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt: o welche Reu' ergreift und quält zu spät nun seine Seele! weil das Gericht verweilt. euch durch den Wahn bes thören: zur Befrung sey noch immer Zeit, und fern sey noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 3. Wo bleibt nun jedes eitle Gut, worauf sein Wunsch sich lenkte? Wo bleibt der Stolz, der Uebers muth, womit er Andre Frånkte? Gebeugt ist jetzt sein troßig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, in Pein und Qual vers wandelt. Ewige Seligkeit. 4. Nun flucht ihm, wer des Lasters Bahn, durch ihn verführt, erwählte. Nun klagen ihn die Seelen Mel. Es ist gewißlich an der. an, die er aus Bosheit 592. Der Freuden Fül quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück, durch ihn ge: stört, tritt furchtbar ihm vor Augen. le ist bey dir, mein Gott, in jenem Leben. Da wirst du überschwenglich mir, was mich erfreuet, geben; da seh' ich dich, in hellerm Licht, von Angesicht zu Angesicht, voll hoher Himmelswonne. 5. Des Richters ernste Stimme spricht: ,, weicht von mir, Uebelthåter!" und in ihm sein Gewissen spricht: ,, du bist ein Uebelthäter!" Von Gottes Angesicht vers bannt, fühlt er, was er sonst nie empfand: gerecht sen seine Strafe. 2. Da werd' ich deinen gnåd'gen Rath noch mehr, als hier, verstehen; dir danken, daß der Tugend Pfad du mir gebotst zu ges hen, und selbst durch Leis den dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so vas terlich erzogest. 6. D Sünder, sichre Sünder, eilt, euch reuvoll 3. Ju 462 7. Sie kommt; ihr mögt, was Gott euch droht, bes zweifeln oder glauben; und leicht kann euch ein schnels ler Tod die Zeit zur Beßs rung rauben! Jetzt noch will Gott Erbarmer seyn, will eure Sünden noch vers zeihn: o fuchet seine Gnade! [ 96.] Grot. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 463 3. In unbefleckter Hets feyn, und ihm will ich ligkeit werd' ich dann, auch sterben! Gott, dich lieben, und, was dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. Ich werde dann- o welche Luft!- mir keiner Sünde mehr bewußt, der Tugend Glück empfinden. 4. Mit allen Bürgern jener Welt, die deinen Thron umgeben, werd' ich dort, ihnen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. Schon wallt, o Gott, in meiner Brust das Vorges fühl der hohen Lust, die ich mit ihnen theile. 5. Der Freuden Fülle ist bey dir, mein Gott, in je nem Leben. Da wirst du überschwenglich mir, was mich erfreuet, geben; da währt mein Glück in Ewig: feit; nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Dhilf es mir erreichen! [ 23.] Heeren. Mel. Wenn mein Stünd.: c. 593. Mein Heiland lebt: des Todes Macht hat er als held bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufges schwungen. Er ist mein Haupt; fein Sieg ist mein; sein soll mein ganzes Leben 2. Wird gleich mein Leib des Todes Raub: der Geist wird ewig leben, und über der Verwesung Staub zu Gott empor sich heben; denn du, o großer Lebenss fürst, der du den Tod be: siegtest, wirst uns Alle zu bir sammeln. 3. O welch ein seligs Theil ist mir in jener Welt bes reitet! Der Freuden Fülle ist bey dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd' ich in deinem Himmelreich uns sterblich, deinen Engeln gleich, das reinste Glück genießen. 4. Da, wo du bist, da follen Die, die hier dir folgen, leben, und ewig, frev von Schmerz und Müh', von Seligen ums geben, dich schaun in deis ner Herrlichkeit. D, was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freus den? 436 5. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben, und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit mehr mich drückt, wo ich, der Sterblichkeit entrückt, froh: lockend vor dir wandle. 6. Ers 464 Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 6. Erwecke mich dadurch Kummer und in Unges zum Fleiß, der Tugend duld. nachzustreben, und, als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu les ben, und fühl ich hier noch Noth und Schmerz: so tröste sich damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben. [ 96.] Diterich. Mel. Wer nur den lieben ic. 594. Nach einer Prů, fung kurzer Tage erwartet uns die Ewigkeit, dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufries denheit. Hier übt die Tus gend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr, den Preis. 2. Wahr ist's, der From: me hat auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick doch alle Freuden, die ihm werden, sind nur ein un vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch; und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in seis nem eignen Herzen ein Feind, der öfter fiegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öf ters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vers gißt: hier kann der Mensch nie frey von Pein, nie fren von eigner Schwachs heit seyn. 5. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und vers klärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den uns aussprechlich hohen Werth; den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vors sicht heil'ger Wille mein Wille, meine Freude seyn, und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Throne Gots tes mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Ges winn mich fühlen, daß ich selig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah, das wunderbar und heilig nens nen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusams menhang. 8. Da werd' ich zu dem Thros Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Throne dringen, wo Gott, mein Heil sich offenbart; da Heilig! Heilig! Heilig! singen Dem, der für mich ein Opfer ward; und aller Himmel fel'ges Heer stimmt ein, und singt ihm Preis und Ehr'. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig fehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird in jes dem Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dank voll Dem begegnen, der Gottes Weg mich gehen bieß; ihn mit entzückter Rührung segnen, daß er der Tugend Pfad mir wies: da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft- o möchs te Gott es geben!- viels leicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil, Heil sey dir! Du hast das Leben, die Seele mir gerettet, du! D Gott, wie muß das Glück erfreun, der Retter einer Seele seyn! 12. Was send ihr Leis den dieser Erden doch ges gen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll wer 465 den, von Ewigkeit zu Ewige keit! Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'! [ 99.] Gellert. Mel.Jefus, meine Zuvers. ic. 595. Hier ist nur mein Prüfungsstand; hier ist nicht mein bleibend Erbe. Dort, dort ist mein Vaterland; das erreich' ich, wenn ich sterbe. Dann bring' ich dir, Herr, mein Gott, Preis und Dank für meinen Cod. 2. Gottes Stadt, die droben ist, wo der Unsichts bare wohnet, wo mein Mittler, Jesus Christ, seis nen Freunden herrlich loh net- Himmel, nie gedenk ich dein, ohne göttlich froh zu seyn! 3. Er, dein König, der mich hier auf der Bahn des Friedens leitet, er, mein Heiland, hat in dir eine Stätte mir bereitet; und an allem deinem Heil hat auch meine Seele Theil. 4. O wie wohl wird dann mir seyn, wenn ich einst dich in der Nähe, fren von Kummer, Angst und Pein, mit verklärtem Auge sehe! Ginke nur mein Leib zur Gruft: Gott ist's, der die Seele ruft! 69 5. To: Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 466 5. Todesschrecken, ihr follt dann meinen Glauben nicht erschüttern! Nur der Thor, der Unchrist kann vor des Grabes Nacht er zittern: fromme Seelen zittern nicht; denn sie fürchten kein Gericht. 6. Daß ich diese Freu: digkeit einst in meinem Tod' empfinde, mache sieg: reich mich im Streit ges gen jeden Reiz der Sün de! Stårke mich, o Herr, im Lauf! Nimm mich ends lich gnådig auf! [ 48.] Münter. Mel. Jesus, meineZuverf. ic. 596, Wie im Herbste fällt das Laub: wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst verstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölk, verwallen; ruhen in des Grabes Schooß, jes des Erdenfummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gabst du, Vater, mir das Leben: ich bin hö herer Natur, soll vom Staube mich erheben; jen feit ist mein Vaterland; hier ist nur mein Ules bungsstand. 3. Jenseit, überm Staub', beginnt erst mein ächtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd' ich mich er: heben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt. 4. Dort erst ist mein Auge nicht mehr zu trübe für die Wahrheit: dort umgibt mich hell'res Licht; dort wird Alles mir zur Klarheit; dort erkenn' ich unverhüllt Wahrheit fselbst, nicht nur ihr Bild. 5. Lichtvoll ist dann meis ne Bahn, und ich seh' mit hellern Blicken, was, Er barmer, du gethan, Mens schen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet' ich ihn freudig an. 6. Jauch, o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staus be! Heil mir, einst bes lohnet mich, wenn er thas tig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd' ich ihm entgegen gehen; wers de Gott anbetend schaun, werde, wie er ist, ihn ses hen, weil mein Tod durch Jesum Christ Eingang in den Himmel ist. [ 48.] Schink. In Sterblichkeit 467 In eigener Melodie. Mel. Alle Menschen müs. ic. 597. O wie felig feyd 598. O wie unaus, sprechlich selig werden wir im Himmel seyn! Ja, die Güter sind unzählig, die dann ewig uns erfreun! Keine Sorgen, keine Zäh ren werden unser Glück dort stören. Gott, zu wels cher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier zwar fann, was du den Deinen dort für Glück bereitet hast, nicht in vollem Licht erscheinen; noch hat's kein Verstand gefaßt. Nach der Erde kurzen Leiden findet einst an Himmelsfreuden Jeder, der dich treu verehrt, mehr, als je sein Herz begehrt. 3. Neue Wunder deiner Güte werden unser Glück erhöhn; und mit staunen dem Gemüthe werden wir stets heller sehn: deine Huld sen überschwenglich, groß das Heil und unvergångs lich, das dem Frommen, der dich liebt, deine Vaters hand dort gibt. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wons ne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu so hohen Seligkeiten wird uns da der Mittler leiten, 692 der und Unsterblichkeit. ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Jhr seyd entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach! hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg' und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist noch kein volls kommnes Glück zu nennen. 3. Jhr hingegen ruht in ficherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward bes schieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Genusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet find all' eure Thränen; ihr genießt schon, wornach wir uns sehnen; ihr hört und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und, statt Erdenglücks, den Hims mel erben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wech, fel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernst: lich darnach streben! Komm und führ' uns zu dem hd hö hern Leben, wo deine From men erst zur vollen Ruh' und Freude kommen. [ 74.] Sim.Dach u.Diterich. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 468 der uns dieses Glück er: warb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Kin der Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Liebe, Dank und Lobgesänge dir, erhab: ner Gott, zu weihn; dir und Dem, der selbst sein Leben willig für uns hinges geben! Mit ihm, unserm treusten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. D, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo, nach ausges weinten Thränen, ew'ge Güter uns erfreun? Kam pfer tragen Mel. Aus meines Herzens: c. Dulder singen Freudenpfalz 599. Der letzte meiner Lage ist mir vielleicht nicht fern; o dann wird meine Klage ein Lobgefang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein Lauf; ich trete zu dem Throne, und Gott fett mir die Krone der Uebers winder auf. sterben, wie 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich ers Flårt. Was fürcht' ich mich, zu zu sterben, wie er mich sters ben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! Daß ich unsterbe lich werde, entschwing' ich mich der Erde, eil' ich zum Himmel hin. men; auf die Angst folgt heitre Ruh': Gott, wie hoch beseligst du! 7. Ob auch unser Loos auf Erden noch so schön und lieblich sey: niemals ist es von Beschwerden, niemals ganz von Kummer frey. Bittre Thränen weis net heute oft, wer gestern noch sich frente. Dort, wo uns kein Wechsel beugt, sinkt die Wonne nie; sie steigt! 8. Du, bestimmt zu sols chem Glücke, sey, o Seele, hoch erfreut! Richte deis nes Glaubens Blicke auf des Himmels Herrlichkeit! Streb' auch du, mit allen Frommen zu der Stadt des Herrn zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, stets nach dem, was droben ist! 9. Ohne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gehn. Mache du mein Herz nur reiner, daß auch ich dich möge sehn! Hilf, ach, hilf du meiner Seele, daß sie nie des Wegs verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig Lob vir singt. [ 4.] Schmoll u. Diterich. 3. Nicht mich, nur meine Bürde verschließt die finstre Gruft. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 469 Heil mir! Er ist nicht fern, der letzte meiner Tage; er fommt, und meine Klage wird Lobgefang dem Herrn! [ 8.] Münter u. Cramer. Gruft. Mich hebt zu höh': rer Würde mein Vater, der mich ruft. Er ruft mich durch den Tod; der reißt der Schwachheit Glieder, die morsche Hütte nieder: mich selbst führt er zu Gott. 4. Jch, der Gefahr ents ronnen, geh' aus dem Das Chor: Mel. Wachet auf, ruft uns. Kampf hervor. Hoch über 600. Selig sind des alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Brüder; in ihre frohen Lieder stimmt mein Triumphlied ein. Himmels Erben, die Tod; ten, die im Herren sterben; sie gehen ein zur Herrlichs keit! Nach den letzten Au genblicken des Todesschlums mers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit! Im Frieden ruhen fie, frey von der Erde Müh'! Hals teluja! Vor Gottes Chron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werke sie. Die Gemeine: Mel.Jefus, meineZuvers. ic. 2. Staub bey Staube, ruht ihr nun in dem fries devollen Grabe! Möchten wir, wie ihr, auch ruhn in dem friedevollen Grabe! Ach, der Welt entrannt ihr schon, kamt zu eurer Ars beit kohn! 3. Gott will es! Wir le: ben noch, leben noch in Pilgerhütten. Alle trugen einst dieß Joch, Alle, die die Kron' erstritten. End lich endlich kommt der Tod, 5. Gott schaut von seis nem Throne mit Huld auf mich herab, dem er in sei: nem Sohne das Recht der Kindschaft gab. In seiner Ewigkeit wird er mit hö hern Freuden die Ausers wählten weiden, die hier sich ihm geweiht. 6. Dir bleib' ich, Herr, ergeben, dir, meines Lebens Fürst, der du mich einst zum Leben, zum Himmel führen wirst. Ich harre dieser Zeit, getreu in dei nem Bunde, und freue mich der Stunde, die ewig mich befreyt. 7. Dann geh' ich, frep von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht, nach kurzem Schlummer, ein ew'ger Morgen an. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 470 Tod, führte fie, führt uns zu Gott. 4. Jesus lebte selber hier, lebte selbst in Pilgerhütten. Ach, viel mehr, viel mehr, als wir, hat der Göttliche gelitten! Standhaft laß im Kampf uns stehu, stets auf dich, Vollender, sehn! 5. Was ist dieses Lebens Zeit, diese schwüle Mits tagsstunde, gegen die Un: sterblichkeit? Aber an der furzen Stunde hängt, du unerforschter Gott, gleich wohl Leben oder Tod! 6. D du unsre Zuvers ficht, unser Theil ist einst das Leben! Wenn auch un: fer Auge bricht, wirst du, Mittler, uns es geben. Gottes und des Menschen Sohn, deinen Frieden gabst du schon. 7. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, dies se Kraft der bessern Welt, laß in unserm Tod' uns schmecken. Gib uns mehr noch, als wir flehn, mehr noch, als wir jetzt vers stehn! 8. Wenn wir einst, wie fie, zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen: wollst du überschwänglich thun, über Alles, was wir flehen; denn was hatt'st du nicht *** E vollbracht, als bu riefft: es ist vollbracht! Das Chor: Mel. Wachet auf, ruft ic. 9. Dank, Anbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, ewig, ewig Ehs re sen dir, Versöhner, Jes fu Chrift! Ibr, der les berwinder Chöre, bringt Dank, Anbetung, Preis und Ehre ihm, der für uns geopfert ist! Er fant, wie wir, ins Grab; wischt unsre Thränen ab, alle Thrånen! Er hat's volls bracht! Nicht Tag, nicht Nacht wird an des Mitts lers Throne seyn. Die Gemeine: 10. Nicht der Mond, nicht mehr die Sonne scheint uns alsdann: er ist uns Sonne, der Sohn, die Herrlichkeit des Herrn! Heil, nach dem wir weinend rangen, nun bist du, Heil, uns aufgegangen, nicht mehr im Dunkeln, nicht von fern! Nun weinen wir nicht mehr; der Tod ist nun nicht mehr: Hallelus ja! Er sank hinab, wie wir, ins Grab; er ging zu Gott: wir folgen ihm! 48.2 88. Klopstock. Mel. Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Mel. Wie schön leucht't: c. 601. Wie wird mir dann, o dann, mir seyn, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde! Von keis ner Sünde mehr entweiht; entladen von der Sterb, lichkeit; nicht mehr der Mensch von Erde! Fren' dich, Seele, stårke, tröste dich, Erlöste, mit dem Les ben, das dir dann dein Gott wird geben! 2. Ich freue mich, und bebe doch! So drückt mich meines Elends Joch, die Last der Sünde nieder. Der Herr erleichtert mir dieß Joch; es stärkt durch ihn mein Herz sich doch, glaubt, und erhebt sich wies der. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, deines Vaz ters Reich zu erben! 471 wenn nun mein bricht, zu sammelt. 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, mein Auge deinen Todten Vielleicht ums gibt mich ihre Nacht, eh ich dieß Flehen noch volls bracht, mein Lob dir auss gestammelt. Vater, Vas ter, ich befehle meine Seele deinen Händen; jezzo, Vas ter, deinen Händen! 3. Besiege denn des Tos des Graun, mein Geift! Er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sey dir nicht mehr fürch terlich! Ins Allerheiligste führt dich der Weg im fins stern Thale. Gottes Ruh' ist unvergånglich, über schwänglich! Die Erlösten wird sie unaussprechlich trösten. 5. Vielleicht find meiner Lage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meis ner Sterblichkeit, wird sie erst spät zertrümmert: laß mich, Bater, reiche Saas ten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 6. Wie wird mir dann, ach dann, mir seyn, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde! Von feiner Sünde mehr entweiht; ein Mit: genoß der Ewigkeit; nicht mehr der Mensch von Ers de! Heilig! Heilig! Heis lig! fingen wir dir, brin gen Preis und Ehre! Dir, der war und seyn wird, Ehre! [ 100.] Klopstock. Troft Sterblichkeit und Unsterblichkeit. 472 Trost des Wiedersehens. Mel. Wenn mein Stündl. 602, Schwer liegt der Trennung Schmerz auf mir; ich liebe sie, die Meinen! Mit meinem Kummer laß vor dir mich, Herr, mein Gott, erscheinen: werd' ich nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deis nem Reich die Meinen wieder sehen? 2. Des Herzens Eeh, nen kennest du, du hörst mein heißes Flehen! Die Hoffnung ruft mir trd stend zu: du wirst sie wieder sehen!" Wir sind auf immer nicht getrennt; Gott, der die Seinen Al le kennt, wird wieder uns vereinen. 3. Des Frommen Sees le trennt sich nicht von gleichgesinnten Frommen. Sie werden All' in Gots tes Licht dereinst zusams men fonimen, forthin durch Feinen Tod getrennt; denn Gott, der ihre Treue kennt, vereinigt sie auf ewig. 4. Der Freund sieht Throne Gottes wieder; seine Freunde dann am der Gatte trifft den Gats ten an, der Bruder seine Brüder; die Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle gute Seelen sind in Gottes Stadt beysammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand auf Gottes Wegen gehen, das mit wir dort im Vaters land uns einst vereinigt sehen! Wie wird uns seyn, wenn wir uns sehn, wenn wir uns froh ents gegen gehn, forthin uns thin uns nie zu trennen! 6. So send getrost und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden: wir werden in des Vaters Reich uns Alle wiederfins den! O Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück erhöhn! Wie tröstest du die Seele! [ 96.] Bürde. XII. Für Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 473 XII. Für besondere Zeiten und Beranlassungen. Bey dem Jahreswechsel. der Herr der Zeit, und Herr der Ewigkeiten; drum will ich jetzt mit Freudigs feit dein hohes Lob vers Mel. Lobt Gott, ihr*. 603. Anbetungswürdis breiten! Ein Jahr ist abermal dahin. Dir dank ich's, Gott, daß ich noch bin, des Lebens noch mich freue! 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an; dir will ich mich ergeben; dir, den kein Wechsel treffen kann, vertrau' ich froh mein Les ben! Wir blühen und vers gehn durch dich: nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleis best. ger, zu dir steig' unser Lobs gesang! Wir, alle deine Kinder, wir sind Freude, Lob und Dank. 2. Dich preist ein hoher Jubelchor von Welten nah' und fern; doch hört, All gütiger, dein Ohr auch unser Loblied gern. 3. Jahrhunderte der vor'gen Zeit sind unsern Vätern schon voll deiner Huld und Gütigkeit, wie uns dieß Jahr, entflohn. 4. Und segnend hebt jetzt seinen Lauf für uns ein neues an, durch dich, der uns von Jugend auf uns zählig Gut's gethan. 5. Drum soll dein Lob. lied allezeit in unserm Munde seyn, und ewig deiner Gütigkeit sich uns fre Seele freun! [ 56.] Niemeyer u. G. B. Funk. 3. Here, ewig währet deine Treu', uns gnädig zu begegnen; an jedem Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ist wohl ein eing'ger Aus genblick, da nicht von dir, Gott, Heil und Glück mir zugefloffen wäre? 4. Du hast auch im vers floßnen Jahr mich våters lich geleitet, und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele Mel. Sey Lob und Ehr ic. 604. Du bist, o Gott, preis ich dich, und übers geb 474 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. geb' aufs neue mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Gib mir von neuem Lust und Kraft, vor dir gerecht zu wandeln; und hilf mir, stets gewissenhaft nach deinem Willen hans deln. Dein guter Geist be: lebe mich, dich, allerhöchs stes Gut, nur dich, und nicht die Welt, zu lieben! 6. Die Welt vergeht: dieß reize mich, die Lust der Welt zu fliehen! Um beßre Freuden müsse sich schon hier mein Geist bemühen! Auf Erden ist mein Prüs fungsstand; im Himmel ist mein Vaterland: dahin laß, Herr, mich trachten. gesang preist seine Majes ståt: von uns auch sey durch Lob und Dank dein Name, Gott, erhöht! 3. Du frönst mit deis nem Gut das Jahr, gibst Leben und Gedeihn; und Alles, was uns froh macht, war Geschenk von dir, ist dein! 4. Was uns ernähret und erquickt, gabst du in Ueberfluß. Des Jahres Anfang war beglückt; bes glückt war auch feitt Schluß. sein 5. Dein Wort erfreute Geist und Sinn, gab in Versuchung Muth. Auch, was uns fränkte, ward Gewinn: wie mild bist du, wie gut! 6. Im Frieden bauten wir das Land; wir erntes ten in Ruh', und gütig wandte deine Hand uns reichen Segen zu! cat 7. Dir, Gott und Vas ter, danken wir für dieses Jahres Heil; und flehn vertrauensvoll zu dir! sey ferner unser Theil! 7. O stårke mich, die Les benszeit recht weislich auss zukaufen! Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe dort bey dir forthin kein Wechs fel störet. [ 22.] Diterich. Mel. Lobt Gott, ihr ic. 8. Wie Thau des Mors 605. Erhebt, Bewoh: gens, breite sich dein götts ner dieser Welt, erhebt den Herrn der Zeit! Ein Opfer, das ihm wohlgefällt, sen ihm von uns geweiht! lich Wohlthun aus; und mit Frohlocken rühme dich das Land und jedes Haus! 2. Der Engel hoher Lob: 9. Herr, deine Güte sey der Schild, der uns in Noth Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 475 uns gegeben. Verleih' uns Kraft- die Kraft ist dein! Noth bedeckt, und unsern Schmerz und Jammer stillt, wenn Unglück uns erschreckt! Tel 10. Laß leuchten uns dein Angesicht, wenn bang' um Trost uns ist! Verlaß uns, o Erbarmer, nicht, bis uns das Grab umschließt. 11. Wenn, nach voll brachtem Lebenslauf, der Leib in Staub zerfällt: so nimm uns, Vater, gnädig auf in deine beßre Welt! [ 56.]# Mudre. Mel. Sey Lob und Ehr'd.ic. 606. Gott rief der Sonn' und schuf den Mond, das Jahr darnach zu theiz len. Er, der hoch über Sternen thront, er heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jabre, Tag und Nacht: auf! Laßt uns seine Güt und macht mit Preis und Dank erheben! in deiner Furcht zu les ben. Du schützest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach deinem Reiche trachten. 4. Gib uns, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden; doch, schadet uns das Glück der Welt: so send' uns, Herr, auch Leiden. Nur stårke mit Geduld das Herz, und laß uns nicht in Noth und Schmerz an deiner Huld verzagen. väterlich in diesem Jahre 5. Hilf deinem Volke wieder! Erbarme der Vers laßnen dich und der bes drängten Brüder! Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Kraft und Rath auf uns sern König nieder! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf feinem Stuble throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Lieb' und Treue bey uns sey: dieß, lieber Vater, dieß verleih um deiner Gnade willen! [ 22.] Gellert. 2. Herr, der da ist, und der da war, von dankerfülle ten Zungen sey dir, für das verfloßne Jahr, ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Troft und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen! Mel. Herr, ich habe miß. ic. 3. Laß auch dieß Jahr gesegnet seyn, du hast es 607. Gott, mit allen feis 476 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. seinen Freuden schwand dieß Jahr des Lebens hin; aber auch mit seinen Leiden schwand es schnell, und, Herr, ich bin, lebe noch, und soll auf Erden noch geüst, gebildet werden. 2. Viele trug man schon zu Grabe; aber du erhiels test mich. Daß ich noch das Leben habe, dafür, Vater, preis ich dich; danke dir für alle Freuden; danke dir auch für die Leiden. - des Lebens nüßen mich zur Besserung; es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen, meine, Pflichten treu erfüllen. 7. Alles, Alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist deine Gabe! Dankend heb' ich meinen Blick auf zu dir, gelobe Treue heute dir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns Allen deinen Segen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Tus gend heil'gen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil dem Vaterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! [ 31.] Demme. 3. Ja, auch für die trus ben Stunden meines Les bens dank' ich dir; denn auch sie sind hingeschwun, den, und sie wurden Wohi that mir. Auch auf dors nenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Uebung nur ist dieses Leben, Bildung für die bess re Welt. Meinem Wüns Mel. Christus, der uns selig. fchen, meinem Streben ist 608. Ewig und un ein höh'res Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne je zurück zu kehren, strömt in's Meer der Ewigkeit. Nichts kann Zeitverlust er: feßen: laß den Werth der Zeit mich schätzen! 6. Laß auch dieses Jahr wandelbar, Gott, ist deine Gnade, und durch dich strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag' und Jahre ändern sich, und wir selbst veralten: du nur bleibest, und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Huld mit Segen; deine Vaterbuld beglückt uns auf allen Wes gen. Jeden Morgen sen dest Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 477 dest du Lebenskraft und laß jede Tugendfaat für Bonne, und durch dich den Himmel bringen! kommt sanfte Ruh' mit[ 13.] der Abendsonne. Loder. Antr 3. Auch das Lebens; jhr, das wir froh volls Mel. Wach' auf, mein Herz. endet haben, war gefeg: 609. Kommt, laft vor net, Herr, von dir, war so reich an Gaben! Du haft unser täglich Brot uns so mild gewähret; haft in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner All: macht Hand liebevoll geleis tet; daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück verbreitet; daß der Arbeit Müh' und Schweiß uns durch dich gelungen: Gott, dafür sey Dank und Preis herzlich dir gesungen! 5. Freudig, Vater, tres ten wir in dieß Jahr des Lebens! Wann, o Herr, vertrante dir unser Hers vergebens? Ja, du wirst dein Angesicht über uns erheben; wirst uns, Gott wir zweifeln nicht!- ferner Gutes geben. 6. Zeit; lüchtig ist die edle groß sind unsre Pflichten: lehr uns, für die Ewigkeit jede treu verrichten. Jede gute, fromme That laß uns wohl gelingen; Frucht Gott uns treten, ihn kinds lich anzubeten, den Herrn, der unserm Leben bis hies her Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger wans dern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. Und diese Wanders tage sind nie ganz frey von Plage; auf dornenvol len Wegen gehn wir dem Grab' entgegen. 4. Doch Gott liebt uns nicht minder, als Mütter ihre Kinder, und wird uns in Gefahren auch fernerhin bewahren. 5. Erhalter unsers Les bens, wir sorgen nur vers gebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft nicht unterstüßest. 6. Lob sey dir! Deine Gnade führt uns auf sicherm Pfade. Lob sey den starken Hånden, die alles Unglück wenden! 7. Hör' ferner unser Fles hen, und eil', uns beyzustes hen; erquick' uns, Herr, in 478 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. in Leiden durch deines Geis stes Freuden. 8. Gib mir, gib allen Denen, die sich nach Hülfe sehnen, in Kummer, Noth und Schmerzen, vertraus ensvolle Herzen. 9. Herr, wehre du den Kriegen; laß Menschenliebe fiegen; laß sich, wo Thrå nen fließen, des Trostes Quell ergießen. 10. Sen der Verlaßnen Vater, der Irrenden Bes rather, der Unversorgten Gabe, der Urmen Gut und Habe. 11. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Gedanken den fummervols len Seelen, die sich mit Schwermuth qualen. 12. Vor Allem, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs neue, daß er uns stets regiere, und uns zum Him mel führe. 13. Das wollest du uns geben, du, Herr von uns ferm Leben: so geben wir im Segen der Ewigkeit entgegen. [ 87.] Gerhard u. Küster. Mel. Wenn mein Stündl. 610. Schnell eilen Jahr auf Jahre hin; noch schneller Tag und Stuns den. den. Wie viele sind, seit: dem ich bin, schon mir, auch mir verschwunden! und keine Stunde kommt zurück; selbst ein verlors ner Augenblick läßt fith durch nichts erkaufen. 2. Gott, diese schnelle Flucht der Zeit soll meinen Geist beleben, nach. Thas ten, werth der Ewigkeit, nach meinem Heil zu stre ben! Beständig folgsam dir zu seyn, dir immer mehr mein Herz zu weihn, laß auch dieß Jahr mich nützen. 3. Umringt mit täglis cher Gefahr bin ich in dies sem Leben; dieß ist viels leicht das letzte Jahr, das du mir, Herr, gegeben; wie sollte denn ich meis ner Pflicht, und dir, Herr meiner Tage, nicht aus allen Kräften leben? 4.D hilf mir allen Leichts sinn scheun; hilf mir Ents schlüsse faffen, die selbst im Code nicht mich reun; laß mich die Thorheit haffen, die dieses Lebens Zeit vers traumt, des Geistes ew's ges Wohl versäumt, für diese Welt nur lebet. 5. Laß mich mir strenge ge geben; verleih' mir Eins Rechenschaft von jedem Tas sicht, Muth und Kraft, als wahrer Christ zu leben; gib, Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 479 Greise, sind wir reif zur Ewigkeit. Dort im großen Weltgerichte, Gott, vor deinem Angesichte, wird Verwerfung oder Heil dann auf ewig unser Theil. 2. Nah' bin ich vielleicht dem Ziele meiner schnell durchlaufnen Bahn: sollt' auch ich mich, wie so Vies le, diesem Ziel mit Leichts finn nahn? Herr, es ist von meinen Jahren wieder Eins dahin gefahren! Sind noch viele Jahre mein? Oder wird's das letzte seyn? gib, daß ich meinen Pflich: ten treu, und treu in dem Berufe sey, den du mir angewiesen. 6. Laß mir dieß Jahr gesegnet seyn an achten Tus gendfrüchten! Um guter Thaten mich zu freun, laß mich sie gern verrichten; voll Eifer für des Nächsten Glück, laß mich mit liebes vollem Blick ihn trösten und erfreuen. 7. Mein Schicksal über: geb' ich dir: du wirst es weise lenken; Herr, was mir gut ist, wirst du mir aus Vaterliebe schenken. Im Leiden selbst verzag' ich nicht: ich glaub' und bin der Zuversicht, es muß mir Wohlthat werden. 8. Soll' ich, eh' dieses Jahr verfließt, nach dei nem Willen sterben: so laß, der du mein Vater bist, mich deinen Himmel erben. Dann freu' ich mich der Ewigkeit, Gott, wie ich dankbar mich noch heut des Erdenlebens freue. [ 96.] Grot. Mel. Alle Menschen müs. ic. 611, Vater, mach' uns fromm und weise, treu zu nutzen unsre Zeit! Eh' wir's merken, sind wir 3. Wiff' es, Seele, nicht vergebens: klein ist deiner Tage Zahl! Thatst du jes den Schritt des Lebens mit Bedachtsamkeit und Wahl? Säume nicht, dich selbst zu richten! Forsche nach des Glaubens Früchten! Fra ge: bin ich auch bereit, Gott ruft, zur wenn Ewigkeit? 4. Wåg' ich selbst von jedem Tage Tugenden und Fehler ab: o wie steiget dort die Waage, und wie finkt sie hier hinab! Kann ich so vor Gottes Throne Krone, die den Frommen freudig stehen? Ist die Gott verhieß, mir, so wie. ich bin, gewiß? 5. D beginn ein neues Les 480 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. Leben, Seele; fang' es heut noch an; ernstlicher sey dein Bestreben, treu zu gehn der Tugend Bahn! Laß nicht auch dieß Jahr, mit Sünden schwer belas ftet, dir verschwinden! Nu se, nüße deine Zeit redlich für die Ewigkeit! [ 4.] Münter. Frühling. Mel. Sollt' ich meinem ic. 612. Söher hebt sich Gottes Sonne, långer strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wons ne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur! Die erstorbene Natur lebet auf und wirket wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Ar. beit, wallet nun der Lands mann hin aufs Feld, und fein frohes Danklied schal: let laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde; ehrt durch fromme Zuversicht feinen Gott, und zweifelt nicht, daß sie wohl geras then werde; bringt schon boffnungsvoll ihm Dank. Preise Gott, du, mein Gesang! 3. Glänzend und im Feyerkleide prangt die blus thenreiche Flur. Jede Blus me duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh'; der ihr Samen gibt, wenn sie welkend endlich niedersins fet. Bring' auch du ihm Lob und Dank, preis ihn fröhlich, mein Gefang! 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine. Aber, Pracht entfliehn. Gott, vor deinem Throne wird ein ew'ger Frühling seyn; ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang; Gott, dich preise mein Gesang! 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist ein Schatten von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Gottes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, das mir Gott dort verheißen hat zu ges ben. Dir, mein Gott, sey Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 481 dich, ich singe dir; denn du bist, wo ich bin, bey mir, mit Allmacht, Lieb und Gnade. fey Lob und Dank! Ewig preist dich mein Gesang. [ 81.] Münter. Mel. Eey Lob und Ehr ic. 613. Gelobt sey, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmus cket, Gott, groß von Stars ke, groß von Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft; der Herr erhält; er liebt und fegnet feine Welt: lobsins get ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das jüngst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strds met jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der still im Staus be webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erden Antlitz ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg' und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel: und voll Erbarmen schaut herab, der Allen Seyn und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 5. Du rufft die Wolken in das Land, und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu uns frer Freude Quellen. 6. Selbst, wenn, vom Donnersturm bedraut, ers schrockne Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hers vor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, von dir, Quell aller Gaben: dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strömen laben. Wohl, wohl den Mens schen, die schon hier sich die ergeben, und einst dir im Glauben freudig sterben! [ 22.] G. B. Funk. 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah', ihr feiner Wel Aussaat. ten Heere! Der Herr ist in Mel. Wo Gott, der Herr ic. den auf Erden und im Meere. Ich preise 614. Es baut, o Gott, 12 B auf 482 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. auf dein Geheiß der Mens schen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gesegnet werde. Auf dein Verspres chen trauen fie: ,, du sollst bein Brot bey Fleiß und Müh', so lang' du lebest, effen." 2. Noch immer traf dieß Wort auch ein. Gib fers ner deinen Segen; laß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Lands mann baut umsonst das Land, wenn, Vater, deine Allmachtshand nicht seine Arbeit fegnet. 3. So frône denn mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte; und wenn die Aussaat dann gedeiht: o Vater, so verhüte, daß Frost und Sturm und Has gelschlag, daß Dürre sie nicht treffen mag; nicht Fluth sie überschwemme. o 4. Wir traun auf dich, guter Gott! Gern laf sen wir dich walten! Du kennst am besten unsre Noth; fannst mächtig uns erhalten. Ja, Herr, du wirft, zu deinem Ruhm, für uns, dein Werk und Eigenthum, forthin auch gnädig sorgen. [ 103.] Ringwaldt. Mel. Liebster Jesu, wir sc. 615. Herr und Schö pfer der Natur, laß den Samen, den wir streuen, sich erheben auf der Flur, und zu reifer Frucht ges deihen, die beym Anblick schon entzücke, und einst im Genuß erquicke! 2. Einfach streuen wir ihn hin: gib, o Gott, ihn vielfach wieder; und, voll Dants für den Ges winn, laß uns dann auch arme Brüder gern von deis nem Segen speisen, und durch Frömmigkeit bich preisen! [ 54.] Sommer. Mel. Herzliebster Jesu, ic. 616. So weit die Menschen, Gott, auf Erden wohnen, bist du der Vater aller Nationen, der Allen reichlich gibt, und gern ges währet, was sie ernähret. 2. Du suchst das Land heim, und die Fluren las chen; du wässerst sie mit Thau, sie reich zu machen. Dein Strom ist voll! Durch dich reift das Getreide zu unsrer Freude. 3. Die tief gepflügten Furchen füllt bein Segen, und Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 483 die Heerden nährst du auf der Weide, und deinen Menschen gibst du Brot. Ja Alles wird, was Leben hat, durch deine Güte froß und satt. und das erstorbne Land belebt dein Regen; du machst es weich, und sor: gest für die Saaten, daß sie gerathen. 4. Gefilde schmückst und füllest du mit Heerden, und schaffest Gras, daß sie gesät: tigt werden. Dem Schnits ter rauscht der vollen Felder Segen zur Ernt' entgegen. 5. Dein Ruhm ertönt von den Geschöpfen allen, und Wald und Auen, Berg' und Thal erschallen von laus tem dir frohlockendem Ges tümmel bis in die Himmel. 6. Dich preise denn, o Gott, auch meine Seele! Was ist's, das ihr an Glück und Wonne fehle? Wenn diese Welt mit al: ler Pracht zerstäubet: die Seele bleibet! [ 38.] J. A. Cramer. 3. Und Leben strömet deine Sonne berab, o Gott, und süße Lust; mit Heiters feit und sanfter Wonne erfüllt sie jedes Menschen Brust; verschönt durch ihs ren milden Strahl Gefild' und Wald und Berg und Thal. 2. Du bist der Geber als ler Freude; des Segens Schöpfer bist du, Gott; 4. Auf unsre Saaten träufelt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie erfrischt dein sanfter Regen das Gras, die Blus men auf der Au'! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wans drer und das Wild. Mel. Religion, von Gott zc. 5. Hier stehn die Zeus gen deiner Milde in deis ner Schöpfung Heiligthum; durch reifer Nehren Korns 617. Augütiger, dir gefilde tönt laut, o Gott, will ich singen auf jeder ses gensreichen Flur; dir will ich frohe Lieder bringen im weiten Reiche der Natur! Vom Aufgang bis zum Niedergang preist dich der Schöpfung Lobgesang. dein hoher Ruhm, und das Geschöpf, durch dich, deiner Güte sich. 6. D fühle du auch, meis ne Seele, und rühme deis nesSchöpfers Macht! Dein lauter Lobgesang erzähle, wie herrlich Alles er ges macht! Vom Aufgang bis 562 zum beglückt freut innig 484 Für besondere Zeiten und Veranlaſſungen. zum Niedergang erschall' ihm Ehre, Preis und Dank! [ 76.] Sturm. Mel. Wiewohl ist mir, o ic. 618. Nings um mich her ist Alles Freude; vers schönt ist, Schöpfer, deine Welt! Es prangt in seinem Feyerkleide Gebirg' und Chal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh, wohin ich trete, bist du mir nah', erblick' ich dich; wo hin ich schau', arf allen Fluren, in allen deinen Kreaturen, erblick ich, Welterhalter, dich! 2. Wie haft du, Gott der Güt' und Stärke, so väterlich an uns gedacht! Wie viel und groß sind deine Werke, wie schön, wie wundervoll gemacht! Zum vollen fröhlichen Ges nuffe empfängt von deinem Ueberflusse, o Gott, was lebet, Speis' und Trank. Gebirge geben, Thåler ge: ben, was Allen nöthig ist zum Leben; und Alle jauch, zen froh dir Dank. 3. Rings um mich her ist Alles Freude: o freu' auch, meine Seele, dich in Gottes schönem Weltges bäude! Wie reichlich segnet er auch mich! Laß Dessen Loblied froh erschallen, der dir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm' ein in der Geschöpfe Chöre: dir, Gott, sen Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnådig bist! [ 101.] Feddersen. Ernte. Mel. Lobt Gott, ihr ic. 619. Gott forgt für uns: o singt ihm Dank! Ihr Christen, singt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht seine Gnad' und Macht; er ist, im Sonnenschein und Sturm, auf unser Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Seele bringt nun Dank und Preis ihm dar! Die Nehre, die vom Segen sinkt, macht reich durch ihn das Jahrh 4. Ja, Höchster, wir vers ehren dich mit kindlich, fros hem Dank; du nährst uns, gibst uns väterlich noch mehr, als Speis' und Trank. 5. Gesundheit, Frieden und Für besondere Zeiten und Beranlassungen. 485 und Gedeihn zu unsrer was da lebet, Speise, bes Hände Fleiß, auch das schirmst und segnest jedes gibst du, und dir allein Land; du liebest unveräns gebühret Dank und Preis. derlich; der Bösen selbst erbarmst du dich. 6. Laß deines Segens Ueberfluß uns nun auch nützlich seyn, und hilf uns, daß wir beym Genuß mit Mäßigkeit uns freun. 4. Der Erdkreis ist von deiner Güte, von deiner Weisheit ist er voll. D, daß mit freudigem Gemüs the ich) so dir dankte, wie ich soll. Ja, ewig sey von mir geliebt, Gott, der mir so viel Gutes gibt! 7. Verrachr in uns die Zuversicht, dir ewig zu ver traun; bis wir einst dort in deinem Licht des Glau: bens Ernte schaun. [ 56.] W. N. Teller. Mel. Religion, von Gottic. 620. Du milder Ge, ber aller Gaben, Herr, dir gebühret Ruhm und Dank! Du hörst das Schreyn der jungen Raben, so wie der Lerche Lobgesang. Mein lauter Dank steigt jetzt zu dir! O nimm ihn gnädig an von mir! 2. Die kleinste deiner Kreaturen macht deine Weisheit offenbar. Ich sehe deiner Güte Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jeder Grass halm lehret mich: wie groß ist Gott! Wie klein bin ich! 3. Du sorgest, liebevoll und weife, für alle Werke deiner Hand; gibst Allem, 5. Das Saatkorn wird in deinem Namen auf Hoffnung in das Feld gestreut. Allgütiger, du gabst dem Samen, da du ihn schufft, die Fruchtbars keit. Dem Landmann gibst du, Gott, allein Kraft zu der Arbeit und Gedeihn. 6. Du öffnest mild den Schooß der Erde; du machst des Ackers Furche naß, damit die Flur bes fruchtet werde; du schaffest Blumen, Laub und Gras; du träufelst mit dem füh len Thau die Fruchtbars keit auf Feld und Au'. 7. Gib, Vater, daß uns deine Liebe zu deines Nas mens Ruhm erfreut! Dein Segen mehr in uns die Triebe der Gegenlieb' und Dankbarkeit! Viel Gutes hast du uns gethan: treib' uns zum Fleiß im Guten an! 8. Gib 486 Sür besondere Zeiten und Veranlassungen. 8. Gib Denen herzli ches Erbarmen, die deine Hand mit Gütern füllt, damit ihr Ueberfluß der Armen Bekümmerniß und Hunger stillt! Herr, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm nöthig ist! [ 76.] Liebich. Mel. Religion, von Gott ic. 621. Wir fingen, Herr, von deinen Gaben, wie wohl sie nicht zu zählen sind. Du gibst, damit wir Nahrung haben, uns Regen, Wärme, Thau und Wind. So blüht und reis fet unfre Saat nach deis nem wundervollen Rath. 2. Der Himmel träufelt lauter Güte; die Erd' ist deiner Schäße voll, daß mit erkenntlichem Gemüthe dich jeder Mensch verehren foll. Wie groß, ist deine weise Macht, die uns vers forget und bewacht! 3. So sen die Liebe denn gepriesen, gepriesen sen die Wunderkraft, die, auf den Feldern, auf den Wiesen, den Erdbewohnern Nahrung schafft! Du nåhrest uns: wir werden fatt; du gibst, daß man noch übrig hat. 4. Bewahre ferner un fre Saaten, und schüße uns OFICE FEE ser Hab' und Gut! Bes wahr' uns auch vor Misses thaten, vor Wolluft, Geiz und Uebermuth! O Herr, wie wären wir sonst werth, daß uns die Frucht der Erde nåhrt! 5. So wollen wir denn stets auf Erden, o guter Gott, uns deiner freun, und nimmermehr verdross sen werden, der Tugend Samen auszustreun, bis einst, nach dieser Zeit der Saat, sich uns des Hims mels Ernte naht. [ 76.] Gottfr. Hoffmann. Mel. Die Tugend wird. 622. Wir Alle, Mens schenvater, bringen in deis nem Heiligthum dir Dank, und unsre frohen Herzen singen dir heute Pfalm und Lobgesang. Gekrönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land; dein Segen floß auf die Gefilde aus deiner offnen Vaterhand. 2. Du schenkteft Sons nenschein und Regen für jede Frucht zur rechten Zeit, und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte nicht im Feyerkleide bas volle ährenreiche Feld! Wie Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 487 wir wollen seiner liebreich pflegen; er trockne seine Thränen ab! Er danke beute mit uns Allen, frohe locke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohls gefallen, so viel, o Gott, an uns gethan! [ 15.] C. G. E. Meister. Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! 3. D welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ernähren und zu laben, von neuem uns herabgesandt! Für Millionen deiner Kins der reicht der verliehne Segen hin; du nährst den Frommen, wie den Süns Mel. Wach' auf, mein Herz. der, mit ewig treuem Bas 623. Kommt, laßt uns terfinn. 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter, als die Wolken, reicht? Wer kann sie undankbar vergessen, die sich so herrs lich uns gezeigt? O nimm mit heißen Freudenzähren, nimm an, o Vater, unsern Dank! Es preise in verein: ten Chören dich unser Al ler Lobgesang! 5. Die Gaben nüßlich anzuwenden, die du vers liehn, gib uns Verstand; nicht üppig, Herr, sie zu verschwenden, gab sie uns deine Baterhand. Du willst, wir sollen sie genießen, doch näßig, mild und dankbar seyn, daß wir mit ruhigem Gewissen uns deines Ses gens, Gott, erfreun. 6. Den Armen auch ers freu' der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; Gott lobsingen, und Preis und Dank ihm bringen für seiner Ernte Gaben, die wir gesammelt haben. 2. Aus seinem Uebers fluffe zum freudigen Genusse hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. 3. Die Scheuern find voll Segen; denn er gab Thau und Regen, und Wachsthum und Gedeihen der Frucht, der wir uns freuen. 4. Preis, Herr, sey deis ner Milde, daß Gårten und Gefilde, was wir ges sået haben, so reichlich wies der gaben! 5. Preis sey dir, uns ferm Retter! Es drohten Sturm und Wetter Vers derben unfern Saaten: Dank dir! Sie sind geras then. 6. Du ließeft froh uns ernten. 488 Für besondere Zeiten ernten. daß wir danks voll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mil dem Sinn erbarmen! 7. Wenn wir Die gern erquicken, die Sorg' und Mangel drücken: so wirst du, was zum Leben uns nöthig, ferner geben. 8. Leit' uns durch deine Gnade stets auf der Tugend Pfade, daß deiner Vater: treue sich unfre Seele freue! [ 87.] J. A. Cramer. Ben einer Mißernte. Mel. Was Gott thut, das ic. 624. Auf! Preift Gott mit Zufriedenheit, deß Güte ewig währet, der auch ben mindrer Fruchtbarkeit uns väterlich ernähret! Noch stets erhält er seine Welt. Was nöthig ist zum Leben, will er uns Allen geben. 2. Die Früchte stehn in seiner Hand, die uns die Erde bringet. Des Men, schen Mühe baut das Land: Gott gibt, daß sie gelinget! Von ihm allein kömmt das Gedeihn; nur er läßt uns fre Saaten blühn,-reifen und gerathen. 3. Dft sehn wir, froh in Hoffnung schon, der reichs fen Ernt' entgegen: und ***** und Veranlassungen. plötzlich ist er uns entflohn, der uns gezeigte Segen. Gott nimmt und gibt, was ihm beliebt; sein Rath ist uns verborgen: doch will er für uns sorgen. 4. Zeigt auch nicht ims mer sichtbar sich der Reich thum seiner Gaben: so schenkt er doch uns våters lich, so viel wir nöthig has ben; er ist bedacht, voll Güt' und Macht, die Seis nen zu erhalten, die ihn nur lassen walten. 5. Und o was ist es für Gewinn, sich stets genügen l'assen; mit frohem Muth und heiterm Sinn das feste Zutraun faffen: er, der die Welt regiert und hält, wird auch, so lang' wir leben, was nöthig ist, uns geben! 6. Ja, Höchster, wir verehren dich in allen deis nen Wegen, und trauen unveränderlich auf deinen milden Segen! Auch unser Brot wirst du uns, Gott, zu jeder Zeit gewähren, wenn wir dich kindlich ehren. 7. Wir beten demuths: voll dich an, der Alles weislich füget, deß Vors ficht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preis fet Für besondere Zeiten und Beranlassungen. 489 rung schenken. Wie haft du dich so väterlich biss her an uns bewiesen! Sey hoch dafür gepriesen! fen deine Güte mit gnügs samem Gemüthe. [ 91.] Diterich. Mel. WasGott thut, das ic. 625. Was trauern wir? Gott sorgt ja doch; er sorgt für unser Leben. D laßt uns auch im Mans gel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Ja, Preis dem Herrn! Von Unmuth fern, laßt, ihm zum Wohl gefallen, ein frohes Lied erschallen! 2. Er herrscht allein, und, wie er will, vertheilt er seine Gaben; von ihm kömmi's, daß wir nicht so viel, als sonst, geerntet haben: und was er thut, ist recht und gut, geschieht, daß seine Ehre und unser Wohl sich mehce. 3. Ja, Gott, du bist untadelhaft in allen deinen Wegen; und was dein Rath beschließt und schafft, das dienet uns zum Ses gen; stets sorgtest du für unsre Ruh': auch Leiden, die uns quälen, sind Heil für unsre Seelen. 5. Wie manches fegenss schon gewähret! Wie gnås reiche Jahr hast du uns dig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, o Vater, schauen, und deiner Güte trauen? 6. Laß uns, o Gott, nur fernerhin bey unfrer Hände Werken, mit stils lem, stets zufriednem Sinn, auf deinen Segen merken! Laß deine Hand auch unser Land um deiner Güte willen mit neuen Gaben füllen! 7. Verehrung, Ruhm und Dank sey dir! Du hös reft unser Flehen. Herr, wir sind dein; drum wers den wir auch deine Hülfe sehen; auch diese Noth wird dein Gebot zu rechter Zeit schon enden, und uns zum Besten wenden. [ 91.] Herbst. Mel. Ein Lämmlein geht ic. 4. Du bist allmächtig; alle Noth kannst du zum 626. Früh, mit um Besten lenken. Du, Vas ter, wirst uns auch noch Brot bey größrer Theus wölktem Angesicht, geht schon die Sonne nieder, und spät erscheint ihr schwäch res 1 STEFEE 490 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. res Licht am trüben Hims o Gott, das Land uns für mel wieder. Die schönre den Winter Brot, dem Zeit ist nun entflohn; die Vich sein Futter geben, rauhen Stürme rauschen und Wein, der unser Herz schon durch die entblößten erfreut, und unsers Lebens Felder; die letzte Blume Kraft erneut, quillt aus neigt ihr Haupt; des Herb: der Frucht der Reben. ftes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ih: rem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Wins terruh' entgegen. Getheilt in großen Schaaren, fliehn die Vögel vor dem Frost, und zichn weit über Land und Meer; Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn, und sättigt ihre Heere. 5. Auch unser Leben einst verblüht, wie jetzt das Feld, im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schützt, die Müden mächtig unterstüßt, die nah' am Grabe wanken. Gebeugt vom Alter, werden wir, mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend, danken. 3. Uns, feine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicherheit des Jahres rauhe, öde Zeit beginnen, und vollenden. Die Erde, ruht; doch er gewährt voll Liebe das, was uns ernährt, mit vå: terlichen Händen. 6. Wohl Allen, die sich ihrer Pflicht von ganzem Herzen weihen: sie werden ihre Jugend nicht im Al ter einst bereuen! Wohl Dem, der redlich sich bes müht, weil seiner Jahre Kraft noch blüht, der Tus gend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jus gend sevn, und dankbar wird er sich noch freun in seinen letzten Tagen. [ 18.] Münter. 4. Bie find nicht unfre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, Winter. ber uns nåbren soll, vom Mel. Wie wohl ist mir,: c. Vorrath, uns zu laben! Durch deine Vorsicht must, 627. Gott rief der Sonne: Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 491 nimmer; hoch schaut auf seiner Menschheit Trums mer, er von des Himmels Höh'n herab. Sonne: ,, kehre wieder auf deiner weiten Bahn zu rück!" Sie ging, fank täglich früher nieder, entzog fast ganz uns ihren Blick. Er rief den Winden: ,, stürmt!" Sie fuhren gewaltsam her: ,, bedect' die Fluren!" dem Schneegewölk'; es deckte fie. ,, Gerinnt, ihr Stri: me!" Sie geronnen: ,, Ihr Meere, wüthet!" Da bes gonnen sie ihren Kampf, da tobten sie. 4. D Todestag, du Tag der Wonne, wie sehnet sich mein Herz nach dir! D du, des ew'gen Lebens Sonne, wann wirst du aufgehn über mir? Zum Leben führt mich Gott durch Sterben; des Keimes Hüls le muß verderben, soll er entwickeln sich und blühn. Der Christ kann seinen Tod nicht scheuen, der Christ muß sich des Todes freuen; ein ew'ges Leben folgt auf ihn! 2. Von ihrer Arbeit ruht die Erde; sie schläft, von Gottes Hand bedeckt, daß ihre Kraft erneuert werde, bis sie der Frühling wieder weckt. Vertraut hat in des Schöpfers Namen der Landmann ihr den späten Samen; [ 101.] Münter. Mel. Vom Himmel hoch ic. der Schöpfer wacht auch über ihn; todt 628. Nicht für der liegt er da; ihm wird das Leben der Sonne Rückkunft wiedergeben, und reich an Hoffnung wird er blühn. 3. Co wird einst unser Leib ermüden, und ruhen in des Grabes Nacht; sanft wird er schlummern da im Frieden, von Dem, der nim: mer schläft, bewacht. Doch nur den Staub empfängt die Erde; damit der Geist zum Engel werde, sinkt feine Hülle hin ins Grab. Er siehet die Verwesung Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Winter dans fen wir, Herr, unfer Gott und Bater, dir. 2. Zwar liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Frost und Eis und Sturm vers heert; ein stilles, weißes Grabgewand deckt Berg und Hügel, Thal und fand. 3. Doch hegt die Erde still und groß die zarte Saat in ihrem Schooß, die sich im Frühling segens voll 492 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. voll entwickeln, und uns nähren soll. 4. So ungefehn und so geheim entwickelt sich der Tugend Keim, zu aller gus ten Menschen Luft, in eines frommen Jünglings Brust. 5. So thut, was An dern nüßen kann, der stil: le, der bescheidne Mann; sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, blühn soll, was sie im Stillen that, soll reifen einst zu rechter Zeit, zur Ernte für die Ewigkeit. 7. Wie viele Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trågst, in unsrer Hütt' uns wärmst und pflegst! 8. Herr, jeder Wechsel unfrer Zeit entflamm' uns zu der Dankbarkeit, die reinen Willen gern ers füllt; denn du bist immer gut und mild! [ 85.] J. A. Cramer. Witterung. 6 Mel. Ich dank' dir schon ic. 629. Du, Herr und Schöpfer der Natur, res gierst an allen Enden, und auch die Witterung ruhet nur in deinen weisen Hans den.se 2. Du ordnest sie, wie dir's gefällt, damit auf deiner Erde, was ihre Fruchtbarkeit erhält, das durch verbreitet werde. 3. Du sendest, Herr, aus deiner Höh' uns Sonnens schein und Regen, und Thau und Nebel, Reif und Schnee, und Alles uns zum Segen. 4. Du rufft den Dons ner und den Wind, die Dünste zu zerstreuen, daß Alle, die im Leben sind, des Lebens mehr sich freuen. 5. Auch dann, Herr, wenn auf dein Geheiß die Fluren dde stehen, bist du es, der zu helfen weiß, damit wir nicht vergehen. 6. Den irdischen Vers luft kannst du zum höhern Glücke lenken, und uns nach Kummer neue Rub', nach Thránen Freude schens Fen. 7. D du, der stets mit Baterhand den Wittrungss lauf regieret, dir bringe jedes Volk und Land den Preis, der dir gebühret! Nengstlichkeit, Herr, un 8. Nie sollen Sorg' und ser Herz besiegen! Wir wol: Für besondere Zeiten und Beranlassungen. 493 wollen mit Zufriedenheit in deinen Rath uns fügen! [ 42.] Diterich. Nach dem Regen. Bitte um Regen. Mel. Nun lob' mein'Seel ic. 631, Ein milder Regen sinket erquickend auf die dürre Flur. Wie labt fie fich; wie trinket ihn die Mel. Gott des Himmels u. 630. Gott von großer verschmachtete Natur! Die Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir; mit ges angstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir; Herr, du weißt, was uns ges bricht: o verlaß, verlaß uns nicht! fanften Ströme fühlen der Lüfte weites Meer, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr tråg' und schwer. Gott spricht: und Seufzer schweigen, und Hitz und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor, und preisen ihn. 44 2. Ach, dem todten dürs ren Sande gleichet bald, Herr, unser Land; und, versengt vom Sonnenbrans de, welkt die Frucht, die frisch schon stand. Schreck lich droht uns ihr Verlust; Sorge füllet unsre Brust. 3. D erhalt uns deinen Segen, treuer, liebevoller Gott! Ende bald, durch milden Regen, unsre Angst und unsre Noth! Ja, wir trauen dir es zu: wie's uns gut ist, fügst es du. 2. Mit frohem Anges sichte beschaut der Land: mann nun sein Feld. Ers quickt hat Gott die Früch te; er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Nehren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Auf! Preiset Gottes Milde! Er ist's, der Regen schickt, das lech: zende Gefilde voll Vater: huld erquickt. 4. Stärke du uns dieß Vertrauen: unser Wohl versäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unser an! [ 28.] Bäßler. 2 13. Erhalter unsers Les bens, Herr, dem wir jetzt uns dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand eimpfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Cons 494 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. Sonnenschein, und eilst, mit deinem Segen uns Alle zu erfreun. O lehr' uns dich erheben, und kind, lich dir vertraun, und mens schenfreundlich leben, bis wir dich ewig schaun! [ 68.] Münter. laubt, wie herrlich grünt die Flur! Und welch ein balsamreicher Duft erfüllt die abgekühlte Luft! 5. Du, unser Herr und uns ser Gott, du hast uns wohls gethan; du halfest uns in unsrer Noth; du nahmst dich unser an! Dir, du Alls liebender, sey Dank! Dich preiset unser Lobgesang! In eigener Melodie. 632. Auch jetzt macht Gott uns offenbar, daß er uns nicht vergißt; daß er in Noth und in Gefahr uns Schutz und Helfer ist. Es fällt, nach langem Sons nenbrand, sein Regen auf das dürre Land. Bitte um Sonnenschein. Mel. Wo Gott, der Herr, ic. 2. Dant, Albarmherz', 633. Du haft, o Gott, ger, Dank sey dir! Du hörs test unser Flehn; am fer: nen Himmel sahen wir des Segens Wolke stehn: und plötzlich stieg im raschen Lauf das schwarz gedrängte Wetter auf. 3. Den Himmel deckte Wolfennacht und graue Finsterniß; des Donners Stimm' erscholl mit Macht, und das Gewölk zerriß: da rauschte Regen kühl und mild herab auf Gar: ten und Gefild'! 4. Wie frisch erhebt der Halm sein Haupt! Wie schön ist die Natur! Wie keht der Baum so neu bes Sophie, Herzog. v. [ 7.] Braunschw. u. Küs ster u. Diterich. den Himmel ganz mit Wol ken überzogen. Wie lange hat uns ihren Glanz die Sonne schon entzogen! D laß,- du liebst ja unser Glück!- laß uns doch ih ren heitern Blick bald wies derum erfreuen! 2. Die Fluren trauern überall; es mangelt dem Gefilde der Sonne lebenss reicher Strahl und ihre Wärm' und Milde. Der Ses gen, den du uns gezeigt, sieh, wie er sich zur Erde neigt, gedrückt von Regengüssen. 3. Wer hilft uns hier? D Gott, wir sehn auf dich bey unserm Klagen. Du thuft Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 495 quicke! Auf dich schauen wir allein mit des Glaubens Blicke. Unsre Noth kennst du, Gott! Eil', uns beyzustes hen! Laß uns Hülfe sehen! [ 82.] Bäßler. thust weit mehr, als wir verstehn, als wir zu bitten wagen. Du, der's mit uns aufs beste meint, kannst leicht, was uns Verderben scheint, in Wohlthat uns verkehren. 4. Erquicke, wenn dir's wohlgefällt, Gott, unser Herz mit Wonne, und schenk dem langdurchnäß, ten Feld den heitern Schein Mel. Wach' auf, mein Herz. der Sonne. Doch findest du 635. Ertönt, ihr Freuz es uns nicht gut: so stark, Allweiser, uns den Muth, auch diese Noth zu tragen. Ringwaldt u. [ 103.] Paulmann. Dank für erflehten Sonnenschein. 112 113 denlieder! Sie scheint, fie strahlet wieder; wir sehn sie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne! 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wols ken thürmten, und Regens Mel. Mache dich, mein G. 634. Sorg und Klage wetter stürmten. füllt das Land; Gott, hör' unser Flehen! Soll der Segen deiner Hand uns verloren gehen? Herr, wir schauen voll Vertrauen auf zu deinen Höhen; laß uns Hülfe sehen! 2. Herr, du lenkst der Wolken Lauf; du gebeutst dem Regen. Sprich ein Wort: so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh' uns bey, und zerstreu', Herr, mit starker Rechte uns fers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Sons nenschein, der die Frucht ers 3. Des Feldes Früchte saben wir dem Verderben nahen. Was Thier' und Menschen nähret, schien durch die Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Hers zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schüßs test unsre Saaten. 5. Schon senkten sie sich nieder; doch du erhobft fie wieder. Herr der mils den Sonne, du segnest uns mit Wonne. 6. Wir preifen deine Güte, mit fröhlichem Ges müthe. 496 Für besondere Zeiten und Veranlaffungen. müthe. Ja, unser ganzes Leben sey ewig dir ergeben! [ 87.] Mudre. Mel. Komm, o komm, duzc. 636. Lieblich scheint die Sonne wieder an dem heis tern Firmament; sanft ers quickend strahlt sie nieder auf die Frucht, die Gott uns gönnt. Sehet, wie sie, neu belebt, wieder sich so schön erhebt! 2. Mit erkenntlichem Ges müthe laßt uns seiner Huld uns freun; ihm, dem Vas ter, reich an Güte, ewig unfre Liebe weihn! Er, der liebreich uns ernährt, er ist dieses Opfers werth. 3. Ja, dir, leben aller Leben, aller Kräfte ew'ge Kraft, dir sey unser Herz ergeben; du bist's der uns Segen schafft! Ewig müss fest du allein unser Gott und Helfer seyn! [ 52.] Bäßler. Gewitter. Mel. Lobt Gott, ihr ic. 637. In Dunkel hüllt der Himmel sich; ein schwe: res Wetter draut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, Deiner Herrlichkeit! 2. Auch wenn du dons nerst, zürnst du nicht, bist Vater uns und Freund; bist's, wenn der Blitz sich Bahnen bricht, und flams mend uns erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du dann fürchterlich; Dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamvoller Duft, was erst geschmachtet hat. doch es scheut der Christ 5. Du kannst auch tödten: nicht dein Gericht; wer deiner Gnade sich erfreut, bebt vor dem Tode nicht. 6. Drum will ich still und ruhig seyn, auch wenn dein Donner droht. Weg, bans ge Fucht! Ich bin ja dein, und du bist mein, o Gott! [ 56.] Lavater. Mel. Herzliebster Jesu,: c. 638. Auf! Laßt uns Gott und seine Größ' erhes ben; nicht, Sündern gleich, vor seinem Donner beben; wenn er sich naht in furchts baren Gewittern; nicht heidnisch zittern! 2. Laßt uns nicht wäh nen, daß wir beben sollen, wenn Donner unter seinem Fußs Für besondere Zeiten und Beranlassungen. 497 Fußtritt rollen, und daß, dern drohn, entweichen; wenn Blige flammen, dann dann athmen wir, von zur Rache sein Zorn erwache. leichter Luft umgeben, mehr Kraft und Leben. 3. Sie zeugen, Gott, wie jedes deiner Werke, von deiner Weisheit, deiner Huld und Stärke. Gleich herrlich ist, im Sturm und in der Stille, dein Rath und Wille. 9. Dein Donner rollet uns, o Gott, zum Segen, und aus dem Blige strahlt uns Huld entgegen. Drum laß auch in der Wetter Nacht und Grauen auf dich uns trauen! 4. Wir sehn, o Herr, von Ehrfurcht tief durch[ 38.] S. A. Cramer u. Sturm. drungen, wie deine Huld, selbst durch Erschütteruns gen, mit neuer Kraft der Erde Schooß belebet, wenn fie erbebet. 5. Fruchtbarer wird sie dann; so wie die From: 639. Mit heiterm men, geprüft zu werden, oft in Trübsal kommen; sie leiden, durch Geduld zu edlen Werken sich mehr zu stärken. Glanz bestrahlt die Sonne nun wieder Gottes schöne Welt; mit ihrem Strahl strömt neue Wonne auf Menschen, Thiere, Wald und Feld. Des Donners furchtbar rollend Drohen hallt nicht mehr durch die schwüle Luft; Erquickung folgt dem kühlen Duft, und Furcht und Angst ist nun entflohen. 4649 6. Dann reifen fröhlis cher der Tugend Saaten zu mannichfaltigern und schönern Chaten; sie werz den, wenn die Trübfalfie bes währet, nur mehr verklåret. 7. So strahlt, wenn Donner die Natur erschütz tern, in größrer Schönheit sie nach Ungewittern, als schmückte sie nun eine neue Sonne mit neuer Wonne. Nach dem Gewitter. in Mel. Mein Jesu, dem die. 8. Verderbenvolle Dün fie fliehn, und Seuchen, die uns und unsern Brüs 2. Der Blitze Strahl und flanimend Feuer erhellt nicht mehr die Wetternacht; und Alles, Alles athmet freyer, und neue Lebenskraft erwacht. Der Landnzann sieht, durch milden Regren, der Felder dürre Saat ges trant't; 498 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. trånkt; froh schlägt sein Herz: im Geiste denkt er sich den nahen Erntesegen. 3. Vater, laß uns dich erkennen im Donner und im Sonnenschein; dich unsern Gott und Helfer nennen, und deinem Ruf gehorsam seyn! Du bleibst der Vater von uns Allen, der auch durch Uebel uns beglückt, auf Alle huldvoll niederblickt! O laß dir unser Lob gefallen! [ 61.] Grot. Am allgemeinen Bettage. Mel. Herzlich lieb hab' ic. 640. Gott, der du un fre Zuflucht bist, Herr, un fer Mittler, Jesu Christ, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, vers wirf uns nicht: wir foms men vor dein Angesicht, mit Misfethat beladen. Nimm von uns unfre Sün: denschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig unser Flehn, daß wir dein Heil, Erbars mer, sehn. Herr, unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh' mit uns nicht ins Gericht! 2. Ward Necht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unsers Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o sieb, wir kehs ren voller Neu' zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Gnade fassen! Sie leit' uns auf den ebnen Pfad, den uns dein Wort bezeichnet hat, daß Frrs thum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Las sters zieh'! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor aller Schuld behüt uns deine Baterhuld! 3. Dein Segen komm' auf unser Land: laß es, beschirmt von deiner Hand, des Friedens Ruh' genieß sen! Wend' ab von uns der Flammen Wuth, und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Bluts vergießen! Sen unser Rets ter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen droht! Du, Vater, wollest mit uns seyn, daß wir uns deines deines Schutzes freun! Herr, unser Gott, verleih' uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thust, ist gut. 4. Sohn Gottes, der uns Heil erwarb, zu uns ferm Heile lebt und starb, mit Gott uns zu versöhnen; der durch den Cod zum Les ben drang, sich auf zur Rechten Gottes schwang, wo Für besondere Zeiten und Beranlassungen. 499 auf ihn und auf sein Haus, und seine Räthe Segen aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land: beglück' es; segne jeden Stand! Sey 7. Vernimm der Leidens den Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, Dem hilf aus seinen Nöz then! Gib Kranken Lindes rung und Ruh; die Ster benden erlöse du, erhör' ihr letztes Beten! aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Wais fen Theil; vereitle der Vers folger Rath, und lehre sie den rechten Pfad. Herr, unser Gott, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu deiner Herrlichkeit! wo Ehr' und Preis dich krönen! Vertritt, o Mitts ler, uns ben Gott, durch deine Leiden, deinen Tod! Stark' uns in unsrer Prüs fung Lauf, und, wenn wie straucheln, hilf uns auf! Herr, unser Gott, dein Trost, dein Licht verlaß uns nicht im Tod', und einst im Weltgericht! 5. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war; vers eine, was getrennet war; schenk' uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures Wort verheißt, sey Licht auf unsern Wegen! Laß, Herr, in Lehr' und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn; und bringe zu der Wahrheit Glück, zu dir, die Irrens den zurück. Herr, unser Gott, breit' aus dein Wort an jedem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 6. Den Sinn der Herr, scher lenke du, daß sie durch Weisheit und durch Ruh' der Länder Wohlstand hes ben! Dem König, der uns schüßt und liebt, dem Lande so viel Gutes gibt, gib, Gott, ein langes Leben! Noch lange sey sein Vater blick uns, seinen Kindern, Schuß und Glück! D, schütt' 8. Du thuft weit mehr, als wir verstehn, kannst mehr gewähren, als wir flehn: laß uns Erhörung finden! D neig' zu unserm Flehn dein Ohr; heb' uns fer Herz zu dir empor, und mach' uns rein von Süns den! Laß uns hinfort die heilig seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Chrifti Tod erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns; leit' uns vàterlich! Eschenburg. Litaney, [ 37.] Jiz 500 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. Vor allem Stolze, Vor allem Leichtsinn, Vor aller Trägheit, Litanen, oder allgemei Ines Gebet. In eigener Melodie. 641. Almächtiger, Andis Erbarme dich! Allgnädiger, BASES Erbarme dich! Allgütiger, Erhöre uns! Herr, Gott, Vater und 4d Schöpfer! nd Erhalter und Beherrs di scher aller Welten! Erbarme dich über * uns! Du, den uns Gott gesandt hat, Weltheiland, Jesu Christ! Dein Friede sey mit uns! Des Vaters und des met Sohnes Geist, n Der Geist der Wahrheit she und der Heiligkeit, Wohne in uns Allen! Was sind wir, Herr, vor dir! Vor dir, Unendlicher! Heilig, heilig, heilig bist du, Gott! applied Und unser Keiner ist von Sünde rein: Drum flehen wir, o Heis at liger, zu dir! Hilf uns der Sün de widerstehn! Vor allem Selbstbetruge, Behüt' uns gnà dig, unser Gott! Vor aller Unzufriedenheit ! mit deiner weisen Füh rung, Vor aller Feindschaft gegen dar unsre Brüder, Vor allem Kaltfinn gegen dein göttliches Wort, Vor allem Aberglauben, Vor aller Verführung durch e a Heuchler und Verirrte, Behur' uns gnädig, unser Gott! Verzagtheit in Gefahr und Schmerz, Trostlosigkeit in Noth und shit wat in der Todesstunde Las fern von uns, Erbarmer, feyn! Du hast uns, eh' die Welt war, schon geliebt; Du hast von Ewigkeit schon Jesum uns zum Heil bestimmt; Haft zur Erkenntniß seis da ner Lehren, zu deis dner Wahrheit, uns geführt: a Dlaß es nicht vers gebens seyn! Daß er im Todeskampf und blutigem Schweiße Den Kelch der Leiden wil lig tranf, Für Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 501 Für uns den Tod am Kreuz Daß wir im Glauben, in ze starb, der Heiligung, Dlaß es nicht vers gebens seyn! Daß er vom Tode aufers stand, In deiner Lieb' und jeder Tugend täglich wachs sen! Daß wir des Lebens Freus den, Die du nach deiner Güte uns verleihest, Unschuldig, fromm und dankbar gegen dich ges nießen! Daß wir, auch wenn du Trübsal sendest, dir vertraun, Und dich mit kindlicher Ers gebung preisen! Erhör' uns gnådig, unser Gott! Zu dir, Gott, seinem Vas ter ging, Und bort, in deinem Hims mel, In unserm rechten Vaterlande, Die Stätte uns bereitet hat, Dlaß es nicht vers gebens seyn! Herr, Gott, barmhers zig und gnådig! Erhalt' uns deiner Wahrs heit Licht! Laß immer heller uns es leuchten; Es immer theurer unserm Herzen werden, Und immer weiter sich vers breiten! Erhör uns gnädig, unser Gott! Leit' auf den rechten Pfad, Die noch in Irrs thum wandeln! Erweck' aus ihrem sichern Schlafe alle Sünder, Daß noch zur rechten Zeit fie eilen, Und ihre Seele retten! Erhör' uns gnädig, unser Gott! Verleih' uns Allen deines den Geistes Kraft, In Allem, Herr, laß aufsehn uns auf Jesum, Und laß uns folgen seinem Wort und Beispiel! Hilf kämpfen uns und überwinden! Erhör uns gnädig, unser Gott! Von dir allein auch kömmt, was schon auf Erden Uns, Herr, erfreun, was uns beglücken kann. Wir, deine Kinder, bitten: Du wollest gnädig unsre Wünsche hören! Allen 502 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. Allen Regenten und Für Alle unschuldig Gefangene sten Fried' und Eins tracht geben; Deinen Gesalbten, unsern König, schüßen und segnen, Daß seines Lebens lange sich sein Volk erfreue! Ueber ihm und über seinem Hause mit Huld und Gnade walten; Seinen vertrauten Råthen, Heerführern und aller Obrigkeit, und Unterdrückte bes freyen; Ernte senden; Den Feinden deiner Wahrs heit und des Guten wehren, und sie bessern; Erhör' uns gnädig, unser Gott! Des Landes Früchte segs nen und bewahren; Allen Schwangern und Ge: båhrerinnen mit Hülfe erscheinen; Alle Betrübte und Leidens de mit Trost erquik: fon; Aller Schwachen, Kranken und Elenden dich ers barmen; Allen Sterbenden des Tos des Kampf verkürzen und gnädig sie vollen, den; Erhör uns gnädig, unser Gott! Allgnädiger! Allgütiger! Um deiner Liebe willen; Um Jesu Christi willen, Erhöre uns! Und gib uns deinen Frieden! Amen. Klopstock u. G. B. Funk. Weisheit, Kraft und festen Muth verleihen, Des Landes Wohl zu sus chen und zu fördern; Erhör uns gnädig, unser Gott! Alle Lehrer an Kirchen und Schulen in reiner Leh re und heiligem Leben erhalten; In allgemeinen Nothen. Mel. Wenn wir in höchsten. Treue Arbeiter in deine 642. Sehn wir nur Trübfal um uns her, und wissen keinen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schuß noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat: 2. Dann bleibt das uns ser Trost allein, daß wir uns deiner Hülfe freun; wir fliehn zu dir, du treuer Gott, du eing'ger Helfer in der Noth! 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz, und Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 503 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du fannst mit starken Händen sie lindern, fannst sie enden. Ein Wort aus deinem Munde veráns dert Zeit und Stunde. und flehn dich um Begna: digung, um unsers Elends Linderung. 4. Erbarmend, Vater, sagest du Dem, der dir trauet, Gnade zu durch Jesum; du verwirfst uns nicht, o Herr, von deinem Angesicht. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und rus fen zu dir in der Noth. Ach, deine Vateraugen sehn, wie bülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unfrer Schuld uns nicht; um Chrifti willen steh uns ben, und mach' uns aller Plage fren! g 7. Dann danken und lobsingen wir mit freudens vollem Herzen dir; gehors fam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. [ 97.] P. Eber und C.F. Neander. Mel. Wo soll ich fliehen: c. 643. Es züchtigt deine Hand, o Höchster, unser Land. Zu deinem Vaters herzen steigt auf in Furcht und Schmerzen das heiße Flehn der Armen: vers nimm es mit Erbarmen! 3. Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Ges richt ben Allem, was wir dulden; denn groß sind uns sre Schulden. Du züchtigst; doch noch minder, als wir's verdient, wir Sünder! 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuvoll vor dir weinen, und laß es ihren Seelen nicht an Ers quickung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth; uns, die jetzt angstvoll fles hen, laß Trost und Rets tung sehen! Verwandle, Herr, die Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu ents fernen: so stårk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtss vollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen. 7. Herr, deine Züchtis gung leit' uns zur Beffes rung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schläfrigen Cts 504 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. erwecken, und Nedlichfrom; me stärken, auf dein Ges bot zu merken. 8. Wenn unser Herz dich liebt: so wird, was uns bes trübt, uns doch zum Heil gedeihen, und uns zuletzt erfreuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunks sicht auf di lem Pfade. 9. So stårke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu D sprich zu unfrer Seele: getroft! Dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden! 10. Schließt einst sich unser Lauf: dann klärt sich Alles auf; dann wird die Aussicht heiter; dann weint kein Auge weiter, dann fin, den unsre Herzen nur Wons ne nach den Schmerzen. [ 104.] Bruhn. 2. Erbarmungsvoller, wende der Zeiten schweren Lauf; thu' deine Vaterhån: de, uns zu versorgen, auf. Uns helfen, ist dir leicht; du kannst dem Mangel wehren; in Ueberfluß ihn kehren, wenn's uns uns möglich däucht. 3. Den Reichen gib Ers barmen, Gefühl für Ans drer Schmerz, und, zu ers freun die Armen, ein mits leidsvolles Herz, damit sie gern ihr Brot bülflosen Brüdern brechen, und nicht mit Härte sprechen: ,, geht hin, euch helfe Gott!" 4. Die Früchte laß ges rathen, uns wieder zu ers freun! Gib allen unfern Saaten, Gott, Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen: dann kehret reicher Segen zurück in unser Land. In Theurung. Mel. Von Gott will ich ic. 5. Erhör' uns, Vater, frône das Jahr mit deis nem Gut; und unser Herz 644. Du befter Trost gewöhne zu stillgelaßnem Muth. Lehr' es sich deis ner freun, zu dir Vers trauen haben, und deine Segensgaben durch Mißs brauch nie entweihn. 6. Allgütiger, wir hofs fen auf dich und deine Treu. Oft hat uns Noth bes der Armen, du Herr der ganzen Welt, du, Vater, voll Erbarmen, der selbst den Wurm erhält, o sieh auf unsre Noth! Laß deine Hülf' erscheinen! Wir traus ern, Herr, und weinen; die Armuth seufzt um Brot. Für besondere Zeiten und Beranlassungen. 505 Erde sieht, soll's nicht an Saat und Ernte fehlen." betroffen; doch standest du uns bey. Du hilfft, du rets test gern: so sen denn uns fer Leben vertrauensvoll ers geben dir, unserm Gott und Herrn! 4. Wie schrecklich lehrte Hungersnoth uns unser Nichts erkennen! Laß uns nur dich allein, o Gott, stets unsern Retter nennen. In Allem lehr' auf dich uns schaun, dich findlich fürchten, die vertraun, und deine Gaben schätzen. [ 86.] 5. Verleih', daß wir im Ueberfluß uns nie mit Stolz erheben, stets måßig bleis ben im Genuß, der Wolluft widerstreben; daß wir mit dem, was deine Hand so lies bevoll uns zugewandt, auch Arme gern erfreuen. [ 22.] Küster. P. F. Hiller u. Schlegel. Nach der Theurung. Mel. Sey Lob und Ehr' ic. 645. Du hast, o gnas denreicher Gott, in Cheus rung uns ernähret; im Elend und in Hungersnoth Errettung uns gewähret; und nun hat deine Segens hand von uns und unserm Vaterland den Mangel abs gewendet. 2. Dich jammerte, Herr, unser Leid, das Angstge: schrey der Armen; du, Vater der Barmherzigkeit, fabst auf sie voll Erbar men! Groß war die Noth; groß unsre Schuld: doch größer noch war deine Huld und deiner Allmacht Stärke. 3. Auf! Laßt uns unferm Helfer Dank und Preis und Ehre geben; laßt mit vereintem Lobgesang uns Gottes Huld erheben! Der Herr erfüllt, was er verspricht: ,, so lang' die Krieg. Mel. Wer nur den lieben ic. 646. Gott, ein furchtbar Kriegeswetter zieht über unser Haupt das her; doch bist Du unser Schuß und Retter: so schreckt uns keines Feindes Heer, wie sehr es auch Ges fahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. O gib in diesen ban gen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu schn, und da, wo Andre troftlos zagen, mit Zuversicht zu dir 506 Für besondere Zeiten und Beranlaffungen. bir zu flehn, weil Mens schenhülfe nüßt, wenn deine Macht uns nicht beschüßt. 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Du, Herr, bist unsre Zuversicht! Wir traun auf dich; vers laß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme, und flehen um Barmherzigkeit! Sen unser Vater, und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüße gnädig Stadt und Land vor Blutvergiess sen und vor Brand. 5. Doch findet dein all: weiser Wille noch hårtre Prüfungen uns gut: so faffen wir, in frommer Stille, voll Zuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, daß du uns wieder wohlgethan. Du bist gerecht in deinen Schlüssen; dich bete danks bar Alles an! Und scheint auch deine Hülf oft fein: doch hilfst du uns und rets teft gern. [ 99.] Borchward. Mel. Singen wir aus Herz. 647. Um Erbarmen flehen wir, Weltenherrscher, jetzt zu dir! Um Erbarmen flehn wir, Herr! Gnådis ger, Allmächtiger, hör und rette! Hilf uns, Gott! Hilf; denn allenthalben droht Raub, Verwüstung, Elend, Tod. 2. Herr, wir beten vor dir an; du nur bist's, der helfen kann. Nicht auf Kriegsmacht trotzen wir: unsre Hülfe steht bey dir. Eile, Gott, zu dem wir flehn, eil', uns mächtig bevzustehn: Laß uns, Vas ter, nicht vergehn! 3. Du, der zu dem Meere spricht: ,, bis hieher, und weiter nicht!" sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort; Treu und Glaube, Fried' und Ruh' eilen uns von neuem zu. Unsre Zus flucht, Gott, bist du! 4. Gibst du Frieden: dann, o Herr, bebet unser Herz nicht mehr. Ach, wir Alle beten dann deine Macht mit Freuden an. Aber jetzt noch seufzen wir; jetzt noch flehn wir angsts voll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! [ 80.] 3. A. Cramer. Friede. Für besondere Zeiten und Beranlassungen. 507 Friede. bleiben wir, und unser Gott bist du! Mel. Lobt Gott, ihr ic. 648. Bringt Gott, ihr Christen, Preis und Dank, ihm, der den Frieden schafft! Erhebt mit fros hem Lobgesang die Wunder seiner Kraft. 2. Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, der so zu rechter Zeit den Streitenden und ihrem Heer, mit Macht zu ruhn gebeut? 3. Er, aller Welten Herrs scher, Gott, vernahm des Jammers Flebn; er sah der Völker Angst und Noth, und half sie überstehn. 4. Kein Krieg, kein feindliches Geschoß droht mehr uns fürchterlich. Wo Menschenblut sich sonst ers goß, ergießt sein Segen sich. 5. Das Feld bringt Frucht zu rechter Zeit dem Landmann, der es baut; er fammelt ruhig und ers freut, was er ihm anvers traut. 6. In jedem Stand lebt neuer Muth zu Fleiß und Arbeit auf, und keine Furcht vor Feindeswuth stört der Geschäfte Lauf. 7. Allgütiger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu! Dein waren, sind und 8. Erweck uns selbst durch deinen Geist zu wahs rer Dankbarkeit, die dich durch frommes Leben preist, und stets sich deiner freut. 9. Lehr' uns des Fries dens großen Werth mit weisem Ernst verstehn, und Allem, was das Herz bes schwert, in deiner Furcht entgehn. 10. Daß Güte und Ges rechtigkeit, daß Redlichkeit und Treu', vereinigt mit Zufriedenheit, im Lande herrschend sey. 11. Durch unsre gange Lebenszeit leit' uns nach deinem Rath; und stets sey dir von uns geweiht Ges danke, Wort und That! 12. Wir sehn, o Gott, auf deine Hand mit ruhis gem Gemüth, und hoffen auf das Vaterland, wo ew'ger Friede blüht. [ 56.] Cramer u. W. A. Teller. Mel. Lobe den Herren, d. m. 649. Nabet anbetend dem Gnädigen, nabet, Bes glückte! Singt ihm; er ist's der den Frieden vom Hime mel uns schickte! Preifet ihn hoch; weg ist das hårs teste 508 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. teste Joch, bas unser Va: terland drückte. Gelobt, gelobt fey Gott! der Weltbeherrscher, Gott! der Weltbeglücker, Gott! der Friedengeber, Gott! 2. Vater, du weißt es, was wir, deine Kinder, erführen; grause Verhees rungen sind noch die traus rigen Spuren! Aber, wie hell rinnt nun der Seg: nungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 2. Wer ist an Majestät dir gleich? Wer ist an Güt' und macht so reich? Du sprichst ein Wort: der Hims mel schweigt! Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweis gend dein Gebot! Du fies hest Völker sich entzweyn, mit Schwerdt und Waffen sich bedräun: die Waffen sinken, und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit, sobald, Herr, deine Rechte draut, und Völkern, still zu seyn, ges beut. 3. Wie schreckend, wie verheerend war emporter Völker Zwift! Gefahr und Vngst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und uns fre Brüder fanken hin, bey Schaaren in das Grab das hin: und Schmerz, der Mutterherzen brach, und Thränen folgten ihnen nach. 4. Gott, furchtbar war der Völker Zwist. Dank dir, Allgütiger! Er ist durch dich, der Erd' und Himmel trågt, geschlichtet und nun beygelegt. Das Schwerdt, das 3. Hör', o Allgütiger, gnås dig das Jauchzen der Deiz nen! Höre, du Liebe, den Jubel der großen und Kleis nen! Friede gabst du, Friede und sichre Ruh', Freuden nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deis nem Namen! Fern ist das Elend, in das deine Kin der einst kamen; fern ist die Noth. Segnend erhalt' uns, o Gott, was du vers liehen hast! Amen. [ 55.] J. J. Mayer. Mel. Herr Gott, dich zc. 650. Sudir, Unendli. cher, zu dir, Allgütiger, der Völker, still zu seyn, gebot, und Frieden sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu uns rer höhern Brüder Chor fingt unser Herz, ents flammt von Dank, den lauten, hohen Lobgefang: C Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 509 den, anbetend dir zu nahn! O fel'ge Andachtsstunden! Auch unser Herz soll hier sich betend deiner freun; drum weihen wir dieß Haus zum Andachtshause ein. 3. Mit lautem Preisges fang dich ehrfurchtsvoll ers heben, wie süß ist dieſe Pflicht, wie wichtig für das Leben! In diesem Tempel hier ertône denn der Dank, den unser Herz dir weiht, im frohen Lobs gefang! 4. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehren fassen, und zur Befolgung uns, zur Treu ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht; hier quillt dem Herzen Ruh'; hier spricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. das Bruderblut vergoß, ist weggelegt; aus deinem Schooß strömt uns des Friedens sanfte Ruh', und Ueberfluß und Segen zu. 5. Hier liegen wir, und beten an dich, Gott, der dieß an uns gethan! Laß ihn, laß ihn beständig seyn, den Frieden, deß wir jetzt uns freun; laß lang' in seis nem Schooße nun uns, und noch unsre Nachwelt ruhn! 6. Aus deiner milden Fülle geuß Gedeihn herab auf unsern Fleiß. So lang' du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geist, den treuen Führer, mit uns seyn. Dann führ' zur ew'gen Ruh' uns ein. Amen. [ 30.] J. G. Füller. Ben Einweihung einer Kirche. 5. Hier wird mit Danke gebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kins Mel. Nun danket alle G. ic. derfreund, dem Vorbild 651. Von heiligem Gefühl der Andacht tief durchdrungen, sey heute dir von uns Lob, Preis und Dank gesungen, da wir das erstemal in diesem Tempel dich, vereint, o guter Gott, anbeten feyerlich. 2. D heiliges Geschäft, mit Andern froh verbuns jeder Tugend; hier schwört es einst den Schwur, Gott ewig treu zu seyn, und tritt dann in den Bund erwachs'ner Christen ein. 6. Hier sollen wir vers eint das Mahl der Liebe feyern, und ernstlich den Entschluß der Besserung ers neuern; erinnern uns an Ihn, der auf der Liebe Bahn 510 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. Bahn, durch Leben und durch Tod, uns muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets er: wågen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich übers legen. Dann wird der heut'ge Tag ein Tag des Gegens seyn; und seiner wird sich noch die spåte Nachwelt freun. [ 65.] C. Dolz. Ben der Einführung christlicher Lehrer. Mel. Sey Lob und Ehr ic. 652. Dein ist das Licht, das uns erhellt; von dir das Amt der Lehrer. Gott, welch Geschenk für deine Welt, für deines Worts Verehrer! Dieß lehrt uns deiner Boten Mund; so wird dein Reich uns Allen kund, uns fund der Weg zum Leben. 2. Welch wicht'ges Amt, Betrug und Wahn und Laster zu bestreiten, und Seelen auf der Wahrheit Bahn, zu dir, o Gott, zu leiten! Wie edel, aber auch wie schwer! Laß alle Lehrer täglich mehr des Amtes Würde fühlen. 3. Gib ihnen deiner 1 Weisheit Licht; stårk' ihres Geistes Gaben, die sie zu Andrer Unterricht von dir. empfangen haben. Laß ihre Lehren wahr und rein, fest ihren eignen Glauben seyn, ihr Leben fromm und heilig! 4. An Sanftmuth und an Nachsicht reich, laß sie die Schwachen tragen, und, keimt der Same nicht sos gleich, nicht an der Frucht verzagen. Laß sie mit Uns verdrossenheit und ohne Haß und Bitterfeit vor Sünd' und Lastern warnen. 5. Gib, Herr, der alles Gute schafft, wenn sie uns unterweisen, daß sie, voll Geistes und voll Kraft, der Tugend Würde preisen; gib, daß nicht nur ihr Unterricht, daß uns auch ihres Beyspiels Licht auf deine Wege leite. 6. Laß sie den Irrenden zurück zu deinem Pfade führen, besorgt für seiner Eeele Glück, zur Besserung ihn rühren. Laß fie' ges duldig und gelind', nicht stolz, nicht hart seyn, stets gesinnt, wie's Christi Die: nern ziemet. 7. Trifft sie Verfolgung oder Spott: o dann laß sie mit Freuden, mit uns erschrocknem Muth, o Gott, für deine Wahrheit leiden. Für besondere Zeiten und Veranlassungen. 511 Du fandtest fie; sie ehren dich. Umsonst empören Frevler sich, die Wahrheit zu vertilgen. 8. Belohne, Herr, fie auch schon hier! Dein Ses gen sen mit ihnen, wenn fie uneigennützig dir und ihren Brüdern dienen! Laß sie mit Vorsatz nie betrübt, von allen Redlichen geliebt, geschäßt von Allen werden. 9. Und wenn sie, ihrem Rufe treu, durch deines Geistes Gaben, Gott, aus der Sünden Sclaverey ges rettet Viele haben: so laß fie einst mit Zuversicht vor deinem heilgen Angesicht sich deines Lohnes freuen! [ 22.] J. A. Cramer. Um Gedächtnißtage der Reformation und des Westphälischen Frie dens. $ Mel. Sey Lob und Ehr ic. 653. Bor bir, Herr, denken wir erfreut an uns frer Väter Glauben! Der Feind erhob sich fühn zum Streit, dein Wort der. Welt zu rauben: fie aber kämpften ritterlich, gestärkt, Allmächtiger, durch dich; fie kämpften und sie siegten! 22. Dein Wort war ihs nen Schwerdt und Schild, Schuß, Heereskraft und Bogen. Lang war's, in Dunkel eingehüllt, der Christenwelt entzogen: sie brachten's wieder an das Licht, und achteten Ges fahren nicht; sie sangen heldenmüthig: In eigener Melodie. 3. ,, Eine feste Burg ist unser Gott, eine gute Wehr und Waffen; er hilft uns frey aus aller Noth, die uns jetzt hat betroffen; der alte böse Feind, mit Ernst er's jetzt meint; große Macht und viel List seine grausame Rüstung ist, auf Erd'n ist nicht seines gleis chen." 4. Mit unsrer Macht ist nichts gethan; wir sind gar bald verloren: es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoren. Fragst du: wer der ist? Er heißt Jes sus Christ, der Herr, Herr Zebaoth, und ist andrer Gott; das muß er behalten." kein Feld 5. Und wenn die Welt voll Teufel wär', und wolls ten uns verschlingen: fo fürchten wir uns nicht so sehr; es soll uns doch ges lingen! 512 Für besondere Zeiten und Veranlassungen. lingen! Der Fürst dieser Welt, wie fau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts, das macht, er ist gericht't: ein Wörtlein kann ihn fållen." stiscentiv 8.6. ,, Das Wort sie sollen laffen stahn, und kein'n Dank darzu haben; er ist ben uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib: laß fab, ren dahin! Sie haben's kein'n Gewinn; das Reich Gottes muß uns bleiben." Mel. Nun danket alle 6. ic. 7. So sangen sie: und weit erschollen ihre Lieder; die Völker kehrten froh zum freyen Glauben wies der. Der Aberglaube floh; es wich die düstre Nacht; das Evangelium ward an das Licht gebracht. 8. Triumph! Die Wahrs heit siegt! Gott war mit ihren Streitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf! Die ihr sie erkennt, und dankbar sie verehrt, auf! Haltet fest an ihr! Sie sey uns ewig werth! 17. Luther, Pfranger u. Mayer. 22. 65.) XIII. Für häusliche Andacht und Erbauung. MOJE schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, fren von Kummer, ein fanfter Schlaf erfrischt: dieß dank' ich deiner Macht, und deiner Vatertreue; durch sie bin ich aufs neue mit heiterm Muth ers wacht. Morgenlied. Mel.Aus meines Herzens ic. 654. Allmächtiger, ich hebe mein Aug' empor zu dir! Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß; und niemals hat das fallen des Dankes dir mißfallen, der aus dem Herzen floß.inssin 2. Daß nicht in Todess le, dein Rath gescheh' an mir! 3. Beschüß meiner Sees le, ich traue freudig dir; nicht, was ich mir erwäh Für häusliche Undacht und Erbauung. 513 mir! Gib, was mir heils fang: lobsing' ihm, meine sam ist; und wenn ich Seele! Schwacher wanke: so stark mich der Gedanke, daß du stets um mich bist! 2. Mich selbst zu schüzs zen, ohne Macht, lag' ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 4. Er stårke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Luft der Welt mich jemals nach sich ziehn: helf er mein Herz bewahren; helf' er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke, Herr, die Meis nen nach deiner Gütigkeit; und wo Bedrångte weinen, wend' ihrer Herzen Leid. Du willst ja gern erfreun; eilst, Allen beyzustehen; so laß auch dieß mein Fles hen dir wohlgefällig seyn. 6. Gott, dem ich ange, höre, dein Segen ruh auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir! Dein darf mein Herz sich freun; nichts ist, wovor ich bebe! Ich sterbe oder lebe: so bin und bleib' ich dein! [ 8.] C. F. Neander. Mel. Ich dank' dir schon ic. 655. Mein erft Ge fühl sey Preis und Dank! Erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobge: 3. Wer hält Gefahren schirmend auf, die mich im Schlaf umgeben? Wer leis tet meines Blutes Lauf, und wer erhält mein Les ben? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, uns wieder zu erwecken? 5. Du bist es, Herr und Gott der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält, der mir's jetzt neu gegeben! 6. Gelobet seyst du, Gott der Macht! Gelobt sey deine Treue, daß ich, nach einer sanften Nacht, mich dieses Tages freue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du, o Herr, mich thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sey mir ein Retter in Gefahr; ein Vater, wenn ich fehle! 9. Gib 514 Für häusliche Andacht und Erbauung. 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, voll Glaus ben, Lieb' und Ruhe: ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. 2. Dn warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewies sen? Zu meinem Leben setest du jetzt einen neuen Tag hinzu: sey hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke: dich erhebe, Gott, mein Mund, so lang'ich lebe! 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sünd' und Gram, gleich dieser Nacht, auf immer von mir fliche; daß ich, die kurze Lebenszeit in christlis cher Zufriedenheit zu nutzen, mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ich's meine; dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ: o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm sey deine Gnade! Denn ach, was Mel. Wie schön leuchtet zc. 656. Dich feb' ich bin ich ohne dich? Ein Irs wieder, Morgenlicht, und freue mich der heil'gen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ja, Schöpfer und Erhalter, dir will ich, voll frommer Dankbegier, Preis und Anbetung brin gen! Dankbar fühl ich jetzt aufs neue deine Treue, und erhebe dich, durch den ich bin und lebe! render! Erhalte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu bes trachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall' ich hier; 10. Daß ich mit Freus digkeit und Muth mich stets zu beffern strebe; gott felig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe. 11. Daß ich, dem Näch. sten beyzustehn, nicht Fleiß, noch Mühe scheue; mich gern bey Andrer Wohler, gehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meis nen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließe. [ 42.] Gellert. Für häusliche Undacht und Erbauung 515 Uebungszeit sey ein Gewinn mir für die Ewigkeit! 4. Auch heute gib mir, was mir nützet; vor Allem aber ein zufriednes Herz, das sich auf deine Vorsicht stützet, und dir vertraut, auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zu meinem Wohl gebricht, und du versäumst gewiß mein Bestes nicht. 5. In diesem kindlichen Vertrauen will ich getroft an meine Arbeit gehn; auf deinen Beystand will ich bauen, und deiner Füz gung still entgegen sehn. Ich weiß, du führst mich auf der rechten Bahn, und nimmst mich einst gewiß mit Ehren an. [ 16.] Diterich. 2. Auch über mir ist deis ne Güte noch immerfort an jedem Morgen neu. Mit Mel. Warum betrübst du zc. innig dankendem Gemüthe 658. Dir, der das fühl ich die Größe deiner Vatertreu. Auch diesen Tag will ich mich deiner freun; auch er soll deinem Dienst geheiligt seyn! 3. Vor deinen Augen will ich wandeln, und treus lich thun, was dir, mein Gott, gefällt, gewissens haft in Allem handeln, und standhaft fliehn die Lockungen der Welt: auch dieser Theil von meiner hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, bir dort ewig Lob zu singen. [ 100.] C.F. Neander. Mel. Dir, dir, Jehovah ic. 657. Dich, dich, mein Gott, will ich erheben; du warst mein Schuß und Schirm in dieser Nacht, erquicktest mich, erhieltst mein Leben; durch deine Huld bin ich gesund ers wacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst, und wieder einen Tag zum Heil mir schenkst? Licht entstehen hieß, und mich gefund erwachen ließ, sey Preis und froher Dank! Des neuen Morgens Heis terkeit sey dir zuerst, mein Gott, geweiht! 2. Gefund bin ich ers wacht durch dich! Dein gnäd'ges Aufsehn schützte mich im Schlummer dieser Nacht. Gleich einem Tode ten, lag ich hier: daß ich noch lebe, dank ich dir. RE2 3. Und 516 Für häusliche Undacht und Erbauung. 3. Und jedes Gut, deß Mel. Nun sich die Nacht zc. ich mich freu', ich heute wieder neu aus deiner 659. Nun ist es Tag! milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld ents zückt. 4. Dich, dem ich nichts vergelten kann, dich, Va ter, bet ich kindlich an; ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank Zuversicht verwirfst du mein Erbarmer, nicht. und 5. O du, den meine Seele preist, erwecke mich durch deinen Geist zur les bung meiner Pflicht! Er helfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meis nen Lauf! 6. Ein gut Gewissen sev mein Theil! Dieß wirk' in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß! Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und Alles stets in deiner Hand. Mit frohem Dank erwach' ich von der Ruh'. Herr, höre meinen Lobgesang! Mein erst Gefühl bist du. 2. Wie hat der Schlum mer mich erquickt! Ich fühle neuen Muth; vor Tausenden bin ich beglückt, die nicht so sanft geruht. 3. Mein neues Leben dank' ich dir, dir die ers neute Kraft; du, Vater, du hast Beydes mir durch deine Huld verschafft. 4. Ich nehm's aus deis nen Händen hin mit froher Dankbarkeit. Herr, was ich habe, was ich bin, sey ewig dir geweiht. 5. Mein ganzes Leben preise dich; dein soll mein Herz sich freun! O lehre, Gott, mein Vater, mich, fromm und getreu dir seyn! [ 59.] Sturm. Mel. Religion, von Gott ic. 7. Die Blumen kleideft du mit Pracht; du nährst 660. Mein Gott, durch den Vogel, Gott der Macht! Bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe meine Sorg' auf dich; denn du, mein Vater, sorgst für mich! deine große Güte seb' ich aufs neu des Tages Licht. Mit freudig dankendem Ges müthepreis ich dich, meine Zuversicht, daß gnädig auch in dieser Nacht dein Vaters auge mich bewacht. 2. Ich [ 89.] C.F. Neander. HOME Får häusliche Andacht und Erbauung. 517 2. Ich lag und schlief 3. Laß keinen Tag ents in ficherm Frieden; denn fliehn, den wir dir, Herr, deine Rechte schützte mich. nicht weihen! Laß täglich Erquickung fandtest du mir gute Saat für Menschen: Müden, und meine Kräfte wohl uns streuen! Steh' stärkten sich. Verjüngt ers uns mit deiner Kraft, o wachet jetzt mein Geist, der, Gott, auch heute bey, daß Bater, dich lobsingendpreist. dieser Tag uns froh und dir geheiligt sey! [ 65.] 3. Auch heute will ich vor dir wandeln, der allents halben mich umgibt. Rechts schaffen will ich vor dir handeln, vor dir, der nur, was recht ist, liebt. D Mel. Religion, von Gottic. stärke mich dazu mit Kraft! 662. Boll Dank an Du bist's, der das Volls diesem neuen Morgen, blick bringen schafft! [ 76.] ich zu dir empor, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu sorgen, mein Schuß zu seyn in jeder Noth; duschüßtest mich auch diese Nacht: durch dich ges stårkt, bin ich erwacht. 2. Wem dank ich's sonst, als deiner Güte, daß mich, o Gott, fein Unfall traf? Mit innig freudigem Ges müthe dank' ich für Stårs fung, Ruh' und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir seyn, und Kraft zum Guten mir verleihn! 3. Wie viele Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie sehen nicht die Sonne wieder, nicht deiner. Schö pfung neue Pracht! Ich lebe noch, und mich er freut Mel. Nun danket alle G. ic. 661. Die stille Nacht entfloh; die Sonne kehret wieder, und was auf Ers den wohnt, singt dir des Dankes Lieder; dir, der du Berg und Chal mit deis nem Thau erquickst, und auch die Lebenden durch fanften Schlaf beglückst. 2. Von deiner Vaters Huld, Allgütiger, durch drungen, sen von uns Al len jetzt dir froher Dank gesungen! Du schüßtest uns vor Schmerz, vor Unglück und Gefahr, daß sanft die Ruh' der Nacht und uns erquickend war. Hartmann u. Niemeyer. 518 Für häusliche Undacht und Erbauung. freut des neuen Tages Hei: terfeit. schwersten Pflichten gib Lust und Thätigkeit. 3. Willst du mir Leiden schicken: so lindre meinen Schmerz! Soll mich ein Gut beglücken: so gib ein dankbar Herz! Soll meine Lebenszeit kurz oder lang hier währen: stets sey es dir zu Ehren und mir zur Seligkeit! [ 8.] Frau v. d. Recke, Mel. Valet will ich dir zc. schrecket auch der Tod mich 664. Lob fey Gott, der nicht; und endet heute sich mein Lauf: so eilt mein Geist zu dir hinauf! [ 76.] C. G. L. Meister. 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig seyn! Ich schwöre Dir mit Herz und Munde, durch Sünde keine zu entz weihn! Entzieh' zur Uebung meiner Pflicht, Herr, deinen Beystand mir nur nicht. 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu, und meiner Pflicht. Mein Leben steht in Mel. Uus meines Herzens ic. 663. Zu neuen Lebenss forgen, zu neuer Lebens. pflicht weckt mich der neue Morgen; allein ich zage nicht. Des guten Vaters Treu', die mich im Schlaf bedeckte, daß mich kein Uns fall schreckte, wird über mir auch neu. 2. leite, Gott der Gnade auch heute mich, dein Kind, und hilf mir gehn die Pfade, die dir gefällig find. Gib mir Ges legenheit, viel Gutes aus, zurichten auch zu den den Morgen uns sendet nach der Nacht; der, wenn wir oh. ne Sorgen entschlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket, und unfre Kraft erneut; Gott, der die Erde schmücket, und, was er schuf, erfreut! 2. Von dir ist mir geges ben, Herr, was ich hab' und bin! Und dieß mein irdisch Leben flieht schnell zum Tode hin. Bald ist fie ganz verschwunden, der Wallfahrt kurze Zeit: doch bångt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3. süßer, hoher Glaus be, vom Tod' einst aufzus stehn! Mein Leib nur wird zu Staube: mein Geist wird nicht vergehn. Ach, laß mich's nie vergessen! Der Für häusliche Andacht und Erbauung. 519 Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heut' bin ich erwacht; Dank sey deiner Huld und Macht! Laß, Herr, heilig und im Gegen diesen Tag zurück mich legen. 3. Laß mich nicht uns tröstbar zittern, wenn mein leßter Tag erscheint; nicht Verzweiflung mich erschüts tern, wenn mein Freund nun um mich weint! Lindre dann des Todes Pein! Laß mein End' ihm lehrreich seyn, daß ich ihn zum Hims mel weise, und dich, Herr des Todes, preise! [ 26.] Der heil'gen Hoffnung voll laß täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. 4. Sollt' ich nach Wol. luft schmachten? Ihr Lohn ist Reu' und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? Nie komm' es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes wer: den, ganz ihm geheiligt seyn! 5. Getrost, mein Geift! Ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stårket Gottes Friede mit Kraft und Zus versicht. Ermuntre dich und streite: des Sieges Lohn ist nah'! Getrost! Vielleicht ist heute des Kampfes Ende Da. [ 83.] G. B. Funk. Mel. Freu' dich sehr, o xc. 665. Wenn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufer: steh', und, befreyt von als lem Rummer, jenen schös nern Morgen seh': o dann wach' ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träumen gleich, entfliehn die Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß feiner meis ner Tage, Vater meiner Lebenszeit, einst mich im Klopstock. Morgenlieder für Leidende und Kranke. Mel. Wer nur den lieben ic. 666. Der Morgen kommt, und meine Klage wird mit dem Morgen wies der neu. Wie traurig fließen mir die Tage der Erdenpils gerschaft vorben! Der Mors gensonne neues Licht erhei tert meine Seele nicht. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich ums ringt; wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer 520 Für häusliche Unbacht und Erbauung. immer fleh' ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3. Herr, eile doch, mir benzustehen; verlaß mich, o mein Helfer nicht, und neige zu mir, auf mein Fles hen, bein väterliches Anges sicht. Gib mir Geduld, und bey dem Schmerz ein stilles, dir ergebnes Herz. Sturm. Mel. Wenn mein Stündl. 4. Noch ist das Schicks fal mir verborgen, das dies 667.Nach einer schmerz sen Tag mich treffen soll: doch laß ich dich, o Vater, forgen! Du kennst und willst mein wahres Wohl; und was dein Rath be schließt und thut, ist heis lig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Last noch långer tragen: so halt' ich deiner Fügung still. In dir zufrieden, will ich sagen: es gehe mir, wie Gott es will! Ich will auch unter Schmerz und Pein geduldig und voll Hoffnung seyn. 6. Einst kommen doch der Ruhe Stunden: einst rückt mein Ende doch hers ben: dann ist das Leiden überwunden, ich bin von aller Trübfal frey; dann folgt auf Sorge, Gram und Leid dort ewige Zus friedenheit. HOTE 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, geb' ich ges trost der Leiden Pfad. Nichts soll mir diese Hoffs nung rauben; auch dann nicht, wenn der Tod sich naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir, und führt mich, Gott, hinauf zu dir. [ 99.] genvollen Nacht seh' ich den Morgen wieder. Dir dank' ich, Gott, der mich bewacht; dich preisen meine Lieder! In großer Angst verliehst du mir nicht ins drung nur: du schenkteft mir auch Trost, Geduld und Fassung. 2. So trag' ich willig jeden Schmerz und meiner Krankheit Leiden. Zu die erhebet sich mein Herz, bu Geber aller Freuden! Durch Leiden ziehst du mich zu dir, und machst durch sie das Streben mir nach deinem Himmel leichter. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hålt mein Glaube dann noch fest, wenn Alles um. mich weinet. Ich bin ges trost; wenn gleich betrübt die Freunde, deren Herz mich Für häusliche Andacht und Erbauung. 521 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu geringe, mit der du mich bes wacht. Damit ich, Staub, ich Erde, auf ewig glücks lich werde, hast du schon ewig mein gedacht. mich liebt, jetzt um mein Leben zittern. 4. Auch sie verlaß, o Bas ter, nicht; stårk ihre bans gen Herzen; erfülle sie mit Zuversicht, und lindre ihre Schmerzen. Ja, dir ems pfehl ich sie, o Herr; sey du ihr Schutz, Allgütiger, und trockne ihre Thränen. 5. Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leis den werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: dar. 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meis ne Thränen, eh' ich bereiz tet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben: da wogst du schon mein Theil mir so gib mir, Vater, deines 5. Für alle deine Treue, Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, Geduld und Hoffnung wirket. Hadas Herr, deren ich mich freue, lobfinget dir mein Geist! Er, den du mir geschens ket, er ist's, der dein ges denket, und freudig dich, o Vater, preift. [ 96.] Frau v. d. Recke. 6. Daß du mit Kraft mich rüstest, und mir mein Leben fristest: dieß, Vater, bank ich die. Daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regiereft: dieß Alles, Vater, dank' ich dir. do Um Geburtstage. Mel. In allen meinen C. c. 668. Dir bank ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, hast mich bereitet; mich väterlich ges leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plas ge verwandeltest du oft in Glück. 7. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben; du gibst's! Ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich kindlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich)! miste [ 49.] Gellert u. Diterich. Mel. 522 Für häusliche Undacht und Erbauung. Mel. Alle Menschen müs. ic. 669. Schöpfer der erschaffnen Heere, freudig rühm' ich deine Macht, daß du mich auch dir zur Ehre hast ans Licht der Welt gebracht. Sinne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Gros fer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet, und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt! Für die treue Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, sey, dir ewig Dank und Lob von mir! 3. Weislich haft du Drt und Zeiten für mein Das fenn ausgewählt. Hat mir's an Gelegenheiten, fromm zu werden, je ges fehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen: weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Hatt' ich, Heiligster, mit Sünden mein verführ tes Herz befleckt: o dann ließest du mich finden Gnas de, die zur Buße weckt. Mit unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Ars men. Nimm, Barmherzis ger, dafür reinen Herzens dank von mir! 6.D was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und, damit ich heilig werde, mich so treus lich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Laß mich fromm und christlich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führe, wie mit Baterhånden, mich zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstges bornen, mit des Mittlers Auserfornen jauchz' ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür! [ 4.] Joh. Fr. Daneil. Tischlieder.ed 4. Herr, du zähltest mets ne Thränen; eh' ich weinte, fabt du fie. Liebreich merktest du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh'; Mel. Herzliebster Jesu, ic. und an lindertest du meine Plage. 670. Auf dich, o Vas Nimm, o Vater, nimm ter, schauen unsre Blicke, daß ATE Für häusliche Andacht und Erbauung. 523 4. Laß stets uns måßig im Genuß, vernünftig froh uns seyn; und, schenkest du uns Ueberfluß, den Dürfs tigen erfreun. [ 56.] Feddersen u. Basedow. daß deine Hand uns våters lich erquicke. Du siehst auf uns, und gibst uns unfre Speisen, daß wir dich preisen. 2. Du öffnest deine mils de Hand uns Allen, und w nährst und stärkest uns mit Wohlgefallen. Wann fich te je zu dir, o Herr des kes bens, dein Kind vergebens? 3. Wir wollen deine Gaben fromm genießen, durch Dank und Mäßigkeit fie uns versüßen. Dann strömt, o Gott, auch ferner noch dein Segen uns hier entgegen. [ 38.] J. A. Cramer. Mel. Lobt Gott, ihr tc. 671. Gott, was des Mel. Gott sey Dank in ic. Lebens Kräfte nährt, wird uns durch Fruchtbarkeit, 673. Bringt dem mildurch Kraft zum Fleiß von dir gewährt. Wir danken's dir erfreut! 2. Gib von den Früchs ten dieser Welt uns, Herr, ein nöthig Theil; und wenn dir unser Fleiß ges fällt: so schenk ihm Glück und Heil! 3. Durch deinen Segen haben wir für heute unser Brot. Wir nehmen's hin, und danken dir, du gna: denreicher Gott! Mel. Herr Jesu Christ, dich. 672. Du schenkst uns, Gott, so väterlich jetztSpeif und Tranf, wir preisen dich; denn Alles, was uns stärkt und nährt, wird uns durch deine Huld gewährt. 2. Sieh, deine Gaben nehmen wir mit Freuden, Vater, hin von dir! O laß uns den Genuß gedeihn, und dir dafür auch dankbar seyn! [ 32.] Sturm. den Vater Dank! Unser froher Lobgesang rühme Den, den Alles preist, der uns segnet, trånkt und speist! 2. Gott zu loben, säumet nicht! Es ist Seligkeit und Pflicht, zu empfinden, wie er liebt, wie viel Gutes er uns gibt. 3. Schauet dankvoll um euch her! Gott erfüllet Land und Meer; willig wächst, auf sein Gebot, aus 524 Für häusliche Undacht und Erbauung. aus der Erde Wein und Brot. 8 4. Unser Vater, der uns liebt, der uns, was uns gut ist, gibt, gab auch jetzt uns Speis' und Trank: lobet ihn und singt ihm Dank! 5. Innig danken wollen wir, guter, milder Vater, dir; dir zu dienen, stets uns freun, und zur Arbeitsmis willig feyn. Abendlieder. 6. Aller Segen kommt Mel. In allen meinen T. ic. vom Herrn! Liebt ihn, und gehorcht ihm gern, bis einst 675. Herr, der du mir in der Ewigkeit größrer Segen uns erfreut. [ 29.] Nic. Selnecker u. Cramer. das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet' ich kind lich an! Ich bin viel zu ges ringe der Huld, die ich bes singe, die du auch heut an mir gethan. Mel. Nun danket alle G. ic. en b 674. Wir danken freus dig dir für alle deine Gas ben, die wir, o Vater, jest von dir empfangen haben! Gesundheit gibst du uns und Nahrung, die erfreut; hier einen frohen Muth und dort die Seligkeit. 2. Laß nie gefühllos uns, Herr, deine Huld verkennen; von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbrens nen! Mach' uns gehorsam dir; mach' im Beruf uns treu, daß unser Wandel die stets wohlgefällig sey! 3. Wenn deine Lieb' uns schon auf Erden so beglüs cket: wie wird uns seyn, wenn einst dein Himmel uns entzücket? Führ' uns dahin, und laß uns, Herr, dein Antlig sehn. Dann wird dich unser Dank dort würdiger erhöhn. [ 65.] J. A. Cramer. med 2. Mit dankendem Ges müthe freu' ich mich deiner Güte, lobsing' ich, Vater, bir! Du gibst mir, Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen; im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Für häusliche Undacht und Erbauung. 525 im Staube zu dir, o Gott, Vater, dein Vergnügen. mein Heil! Jch bin der Schuld entladen; ich bin bey dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil' ich der Ruh' entgegen; dein Name sey gepreist! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist! [ 49.] Gellert. Du schüßest uns, auch wenn wir hülflos liegen, und, wie entseelt, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 5. War' dieß für uns der letzte Tag auf Erden; soll uns der Schlaf ein Todesschlummer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum höhern Leben. 6. Wir legen uns ges trost zur Ruhe nieder; und sehn wir morgen deine Sonne wieder: dann preisen wir mit freudigem Gemüthe, Gott, deine Güte. [ 38.] C. F. Neander. Mel. Herzliebster Jesu, zc. 676. Entflohen sind auch dieses Tages Stun: den! Noch haben wir des Lebens Glück empfunden. Mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben! Mel. O Traurigkeit, o c. 2. Des Lebens Müh 677. In filler Pracht und Arbeit zu versüßen, gibt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen! Wer kann fie zählen? erscheint die Nacht, mein Tagewerk zu schließen. D wie sehnt sich nun mein Leib, Ruhe zu genießen! 2. Doch sieh' zuvor, mein Geist, empor zu Dem, der für uns wachet, unfre Lebenstage zählt, und sie heiter machet. 3. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden; noch immer läßt er uns Erbarmen finden. Wir häufen Schuld auf Schuld: er läßt uns leben, und will vergeben. 3. D Dank dir, Gott! In jeder Noth, in Angst, Gefahr und Plagen half dein Arm mir väterlich meine Bürde tragen. 4. Uns wohlzuthun ist, 4. Auch 526 Für häusliche Undacht und Erbauung. 4. Auch halfst du mir- ich dank' es dir!- so liebs reich meine Pflichten, zwar im Schweiß des Angesichts, dennoch treu verrichten. 5. Mir schicktest du auch Freuden zu auf meinem Pilgerpfade. Herr, ich bin viel zu gering aller deiner Gnade. 6. Auch diese Nacht wird deine Macht mich våter lich behüten. Du thust mehr, als wir verstehn; mehr noch, als wir bitten. 7. Schließt einst der Tod des Lebens Noth, und allen meinen Kums mer: o dann komm' auch er so fanft, wie ein süßer Schlummer! [ 73.] Frau v. d. Recke. ner Fügung still zu ruhn, und deinen Willen gern zu thun, nicht mir, nur dir zu leben. Herr, was ich hab' und was ich bin, geb' ich in deine Hände hin. 3. Du, dessen Auge ewig wacht, verleih' du auch in dieser Nacht Erquickung mir, dem Müden. Bes schirmet deine Rechte mich: so stärken meine Kräfte sich; so rub' ich ganz im Frieden; erwache froh, zu neuem Dank, zu neuem Preis und Lobgesang. [ 70.] Diterich. Mel. In allen meinen T. ic. 679. Die stillen Abend, stunden, wie schnell sind sie verschwunden in häuslich froher Ruh'! Nun senkt die Nacht sich nieder, und Mel. O Ewigkeit, du D. ic. 678. So hab' ich, Gott, drückt uns Allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. durch deine Macht, nun wieder einen Tag vollbracht; sev hoch dafür gepriesen! Mit froher Rührung dank ich dir für alle Wohlthat, die du mir so unverdient erwiesen. Olaß mich fer: ner mit Vertraun auf dich und deine Leitung schaun! 2. D laßt uns ihn erwäs gen, den unverdienten Ses gen, den uns der Tag ges bracht! Laßt uns von Dank entbrennen, und tief ges rührt bekennen: der Herr hat Alles wohl gemacht! 2. Auch des verfloßnen Tages Schuld verzeihe mir nach deiner Huld, und för dre mein Bestreben, in deis 3. Du haft, o Gott voll Gnade, auf segensvollem Pfade uns bis hieher ges führt. Nicht uns, nur dir sey Ehre! Ein jeder Tag vers Für häusliche Andacht und Erbauung. 527 ches Gebet, daß ich in Frieden schlummre! [ 96.] Frau v. d. Recke. vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! bisse 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslast beschieden, auch er sey dir geweiht! Wir schlummern Mel: DGott, du frommer ic. ohne Sorgen; denn du ers 681. Der Tag ist wies weckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit! [ 49.] Bürde. der hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn verlebt? Entfloh' er nicht vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Gus ten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? Mel. Wenn mein Stündl. 680. in ift für uns der Sonne Pracht; ges schmückt durch Sternen heere, erscheint in ihrem Glanz die Nacht und pres digt Gottes Ehre; sie predigt laut die Herrlich keit des Herrschers über Welt und Zeit, durch den wir sind und leben. 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn anges fangen, mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Vers langen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn, fromm, züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 2. Matt und ermüdet sehnen sich nach Ruhe meis ne Glieder; mein Auge finkt: ich lege mich getrost zur Ruhe nieder. Bewußts los schlummr' ich: aber du wachst, Vater, daß ich sicher ruh', daß mich kein Unfall treffe. 3. D du, der im Unend lichen der Welten Schaas ren lenket, und doch des armen Sterblichen in seis nem Schlaf gedenket, o blick auf mich, der zu dir fleht; erhör': mein kindlie 3. Hab' ich in dem Bes ruf, den Gott mir anges wiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott, gepriesen; mir und der Welt genügt; und jes den Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sahn? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eignes Herz regies ret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott ges rühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Flebn bes 528 Für häusliche Andacht und Erbauung. bemerkt? Und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Gedacht ich im Ges nuß der Güter dieser Ers den an den Allmächtigen, durch den sie sind und wer den? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Wie nugt' ich für mein Herz des Umgangs füße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück? Sprach ich, was ich ems pfunden? War auch mein Ernst noch fanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und sprach mein Mund kein Wort, das ich bes reuen soll? 7. War mir der Fehl: tritt leid, fo bald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut: bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 8. Gott, der du Alles weißt, du, dem ich nichts verhehle, ich fühle tågs lich noch die Schwachheit meiner Seele. Vergib dem Neuigen die oft verletzte Pflicht; vergib und geh', 1 DAG T o Herr, mit mir nicht ins Gericht! 9. Ja, du verzeihest Dem, den seine Sünden frånken; und wirst, Barmherziger, nicht meiner Schuld gedens ken. Auch wenn ich schla fe, wacht dein Auge über mir; leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! [ 71.] Gellert. Mel. Alle Menschen müs. ic. 682. Nacht und Stille schließen wieder unsre müs den Augen zu; die von Arbeit matten Glieder seh nen sich nach Schlaf und Ruh'. O mein Geist, vers giß du nicht deines Gottes, deiner Pflicht, dich zu ihm noch zu erheben, seinem Schuß dich zu ergeben! 2. Prüfe dich vor ihm, o Seele! Nütztest du auch deine Zeit? Wärst du, wenn er dir beföhle, vor Gericht zu gehn, bereit? Ach, erwäg es still vor Gott; denk an ihn und an den Tod! Heilige aufs neu dein Leben ganz dem Gott, der dir's gegeben! 3. Reuig muß ich es ges stehen: oft vergaß ich meis ne Pflicht! Ach, du hast es, Gott, gesehen; schone meiner, richte nicht! Mein Vers Für häusliche Andacht und Erbauung. 529 Vertrauen gründet sich, uns umschließt, ist deinem Allbarmherziger, auf dich, Auge Licht. der du auch die Sünder liebest, lieber wohlthust, als betrübest! 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun mich auch in dies ser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? Mich schützet deine Macht! 4. Richter über Tod und Leben, du willst nicht des Sünders Tod; willst die größte Schuld vergeben Denen, die dich suchen, Gott! Ach, ich komm' und suche dich; Herr, mein Gott, erhöre mich: laß vor dir mich Gnade fins den, und vergib mir meis ne Sünden! 4. Hab' ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott: so fürcht ich nichts in der Natur; so scheu' ich nicht den Tod. 5. Leb' ich morgen: ach, so leite meinen Gang auf deiner Bahn; nimm dich dann, daß ich nicht gleite, mächtig meiner Schwach, beit an! Gib zu meiner Pilgerschaft deinen Schutz und deine Kraft; fröhlich geb' ich dann am Ende meis nen Geist in deine Hände. [ 4.] F. Frank u. Sturm. dit to Mel. Nun sich der Tag ic. 5. Zwar ich erkenne meis ne Schuld; mit Reue fühl ich sie: doch, mein Erbars mer, deine Huld, wie trosts voll ist mir die! 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; ich trau' allein auf dich! 7. Ist dieß vielleicht die letzte Nacht in meiner Pris fungszeit: so führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 8. Ich lebe dir, ich sterz be dir; dein bin ich auch im Tod! Du, Gott, mein Vater, bist bey mir, und hilfft aus aller Noth. [ 59.] Herzog u. C. F. Neander. 683. Go fliehen unsre Tage hin; auch dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Tröfferin, eilt wieder zu uns her. Mel. Alle Menschen müs. ic. 2. Herr, du nur bleiz best, wie bist; du schläfft und ſchlummerst 684. Gott der Tage, nicht; die Finsterniß, die Gott der Nächte, unfre PI. Seele 530 Für häusliche Andacht und Erbauung. Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, Jugend. weiß, du kannst nicht ferne Mel. Die Tugend wird ic. seyn. Auch in stiller Nach 33831 te Stunden hat dich mans 685. Wohl Dem, der ches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. 2. Vater, viele Mens schen weinen, viele Kranke schmachten jetzt! Aber du verläsfest Keinen, der auf dich Vertrauen setzt; trocks nest liebreich Kummerthrås nen, und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh' und Lindrung flehn, und auf dich voll Hoffnung sehn. 3. Sende, Vater, Muth den Schwachen, Licht in jes des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz! Laß die Wittwen; laß die Waisen deine Huld und Treue preisen! Gib den Kranken sanfte Ruh! Ster: benden sprich Eröftung zu! 4. D du treuer Mens schenhüter, Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, deis nen Schuß erflehen wir! Allen, Allen, die jetzt lei: den, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frey von ihrer Pein, Huld sich dankbar freun! [ 4.] deiner Lavater. seines Lebens Morgen ganz seinem Herrn und Schös pfer weiht, beschäftigt mit den edlen Sorgen der Aus saat für die Ewigkeit! Er wird die wilde kust der Jus gend und jedes Lasters Reis ze fliehn; sein Herz wird. nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. 2. Von Sorgen frey, voll Muth und heiter wallt er der Tugend hohe Bahn, mit festen Schritten, immer weiter, und blickt getrost zu Gott hinan. Auch wenn Verführer ihn umgeben, besiegt er fie durch Wachs famkeit; ermüdet nie in ſeis nem Streben nach Unschuld und Vollkommenheit. 3. Wie freudenreich sind feine Tage! Wie fanft ent fließt ihm seine Zeit! Er fürchtet keiner Zukunft Plas ge; ihn reut nicht die Vers gangenheit. Er fä't den Samen jeder Tugend, und freuet sich der Ernte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verheißet ihm des Alters Lohn. [ 15.] C. G. L. Meister. Mel. Für häusliche Undacht und Erbauung. 531 streuen, mein Herz, dir, Gott, ganz weihen, und wandeln deine Bahn, damit ich ohne Klage auf meis ner Jugend Tage zurück einst freudig blicken kann. [ 49.] C.G. Got u. Reche. Jüngling. Mel. Alles ist an Gottes ze. 686. Jefu, Vorbild frommer Jugend, höchstes Muster aller Tugend, bilde du mein Herz nach dir! Immer mehr dir gleich zu werden, ist mein höchstesine and Ziel auf Erden, ist der Weg zum Himmel mir. 2. Gottes, deines Vas ters, Willen du ei frig, zu erfüllen, warst den Eltern unterthan. Lehr' auch mich, Gott kindlich ehren, und der Eltern Freude mehren! Führe Führe mich auf ebner Bahn! 3. Auf der Weisheit hel: lem Pfade gingst du siets, und Gottes Gnade und der Menschen Huld mit dir. Ich auch will, was gut ist, lernen, und von Thor: heit mich entfernen; eifrig will ich's, hilf du mir! [ 6.] E DIAR Mel. In allen meinen 2. ic. 687. Wie wichtig find die Tage, wo, fern von Schmerz und Klage, noch meine Jugend blüht! Ent: fleuch mir nicht vergebens, du schönste Zeit des Les bens! Um Weisheit fey mein Geist bemüht! 2. Früh will ich Samen film Mel. Ermuntre dich, mein ic. 688. Ich tretë vor bein Angesicht, du, Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein kindlich Flehen nicht um Weisheit und um Tus gend. nimm dich meis ner Schwachheit an, und wenn sich mir Gefahren nahn: so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite! 2. Mein Herz, von Las stern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein, und stürzt sich in Gefahren: o mache mich mir selbst bekannt, und gib mir Weisheit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich gehen möge! 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen; zum Ehrgeiz, der den Stolz gebiert, dieß Merkmal £ 12 schwas 532 Für häusliche Andacht und Erbauung. schwacher Seelen; zur Jugend; erhör' es! Meine Trägheit, die den Geist verzehrt, und jeden Trieb zum Laster nährt: laß nie zu diesen Sünden sich Neigung in mir finden! 4. Wenn mir auf meis ner Jugend Bahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Vers führer sich voll Arglist nahn: so laß mich weis: lich fliehen. Ihr Beyspiel, Herr, entferne nicht mein Mel. Ermuntre dich, meinic. Jungfrau. von dir und seiner Pflicht; ihr Spotten und 689. Ich will in stiller ihr Lachen soll nie mich wankend machen! Einsamkeit zu dir mich, Gott, erheben! Dir sey mein ganzes Herz geweiht, geweiht zum frommen Les ben! Gib du mir Kraft, sie kömmt von dir,— und stårke den Entschluß in mir, stets deinen heil'gen Wils len mit Treue zu erfüllen. 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: wohl mir, wenn ich dich liebe! O mache mich dir gleich ges sinnt, und heil'ge meine Triebe! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel seyn, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu gefallen. 3. Vor stolzer Selbstges fälligkeit bewahre mich die Tugend! Wie kurz, wie flüchtig ist die Zeit der Schönheit und der Jus gend! 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz, und einst mein Trost im Alter! Erhalte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage seyn, der nicht, zu deiner Ehre, geweiht der Tugend wäre! 6. Auch lehre mich den Werth der Zeit, daß ich fie nie verschwende; daß ich mit weiser Thätigkeit zum Guten fie verwende. Gott, meiner Jugend Fleiß und Müh' laß nicht ums sonst seyn, segne fie; durch mich auch laß aufErdendein Werk gefördert werden! 7. Érhöre gnådig mein Gebet, du Führer meiner Seele fleht um Weisheit und unt Tugend. Mein ganzes Leben dank' ich dir: nie weiche, Gott, dein Geist von mir, damit ich meine Wege unstråflich wandeln möge. [ 20.] Münter. Für häusliche Andacht und Erbauung. 533 gend! Was nützen ohne ihn wandeln, Herr, mein Lugend sie? Drum sollen, Gott, damit du mich er Gott, an ihnen nie mit hörest. Ich opfere dir les thöricht eitlen Freuden sich benslang der Unschuld und meine Blicke weiden. der Tugend Dank, bis du zum höhern Leben dereinst mich wirst erheben. [ 20.] J. A. Cramer. 4. Sucht, zu gefallen, müsse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht, und meine Ruh' zerstören. Gesuchte Zier und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt; Hauslicher Umgang. Mel. Wer nur den lieben ic. drum will ich mich bescheiz 690. Im Stillen wol den in Zucht und Demuth Fleiden. 5. Wenn Umgang mir Verführung droht: so lehre mich, ihn meiden, und lenke fiets mein Herz, o Gott, zu reinen, edlen Freuden. Die Unschuld sey mein liebster Ruhm; ein guter Ruf mein Eigenthum, den Jeder gern mir gönne, den Niemand låstern könne! 6. Laß edle Freundinnen in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit in frommer Eintracht wir der Freund schaft Glück empfinden. Laß unsre Liebe sanft und rein, laß herzlich unfern Umgang seyn, daß nie sich unsre Seelen durch Neid und Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehrest, ich will len wir dich ehren, dich, Gott, der frommen Wan del liebt, und Bittenden, was sie begehren, wenn's ihnen nüßet, willig gibt. Schon oft hat uns, auch unbemerkt, Gebet zum Tus gendfleiß gestärkt. 2. Uns Alle, die hier flehn, verbindet des Blus tes und der Freundschaft Band; und unser Herz, o Gott, empfindet die mils de Leitung deiner Hand, und preist dich, großer Menschenfreund, der uns durch dieses Band vereint. 3. Wohl Dem, der in der Ehe Bunde in fester Lieb und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Lebensstuns de mit Lust und Heiterkeit durchwebt; er blickt mit ruhig frohem Sinn anf seiner Zukunft Tage hin. 4. Wohl 534 Für häusliche Andacht und Erbauung, 4. Wohl Dem, dem ihr Vater, eingeschenkt. frommer Kinder Segen Du wirst und kannst sie den Ehebund noch schös nicht verlassen, du, Gott, ner macht; wenn sie im der seiner Kinder denkt, Herzen Tugend hegen: in und, wenn ihr Glaube ihren Blicken Unschuld standhaft ringt, durch lacht; wenn sie der Eltern Leiden sie zur Wonne Beyspiel rührt, und auf bringt.. den Weg zum Heile führt! com 5. Wohl Denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unverdroffen das, was er soll, zu leisten strebt; wenn Eintracht und Zus friedenheit das Haus zum Sitz des Segens weiht! 9. Drum mag des Tos des Arm uns trennen: wir werden einst uns wieders sehn, vor Gottes Chron die Unsern kennen, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Trens nung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. [ 99.] Eschenburg, 6. Den Frommen, die dich findlich ehren, o Bas ter, strömt dein Segen zu, Ehestand. Sie wandeln, folgsam dei Mel. Wer nur den lieben: c. Lehren, und trayn nen auf dich, und finden Ruh; 691. Du bist der Stift fie finden Freude, deren Werth und Dauer feine Zeit zerstört. 7. Zwar wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt, Oft muß Die Tod und Trennung scheis den, die Blut und Treue fest verband; oft stört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 8. Doch trinken sie den Relch gelaffen, den du, ter unsrer Freuden, Gott, der du Mann und Weib erschufft, und sie im Glück, so wie im Leiden, zu groz ßer Pflichten Uebung rufft! uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unsers Bun des Endzweck seyn! 2. Erhalt uns stets auf deinen Wegen; nimm gnås dig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und jes den Segen mit Dank aus deiner Hand empfahn, und fördre unsrer Hände Fleiß, uns, Für häusliche Andacht und Erbauung. 535 uns, Herr, zum Glück, frommer Mann, wenn er und dir zum Preis. 3. Verleih' uns deines Geistes Triebe; erfülle un: fer ganzes Herz mit reiner, fester, treuer Liebe in Glück und Unglück, Freud' und Schmerz; mit Liebe, die voll Zártlichkeit durch Sinn und Wort und That erfreut. Die liebt und ehren kann, die Gott ihm außersehen! Wie glücklich lebt an seis ner Hand die Gattin, die ihm Gott gesandt, ihm hilfreich beyzustehen! 3. Gott, der du uns vers bunden hast, erleichtre uns des Lebens Laft, und laß sie still uns tragen! Ein Herz, das kindlich dich verehrt, soll nicht, wenn Freud' in Schmerz sich kehrt, wild und verzweifelnd klagen. 4. Kein Theil verbittre seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den Einen Laft und Plage: so mildre fie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff' auch dem Andern Heiterkeit! 5. Laß uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn, und fiets, mit dir geweihten Seelen, im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unfrer Tugend unser Glück. [ 99.] J. A. Cramer, Mel. Kommt her zu mir,: c. 692. Die Ehe foll uns beilig seyn; du Schöpfer fetztest felbst sie ein, der Welt zum Glück und Ses gen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. 2. Wie glücklich lebt ein 4. Gib unsern Seelen Einigkeit, daß, wie im Glück, uns auch im Leid Zufriedenheit nie fehle. Laß nie uns unsern Bund entweihn; laß treu uns, redlich, friedsam seyn, Ein Herz und eine Seele! 5. Lent' unfern Sinn von eitlem Schein auf Freus den, die uns nie gereun, auf Freuden ächter Tugend. Selbst unser spåtes Alter sey von drückenden Bes schwerden frey, und heiter, wie die Jugend! [ 53.] Gerhard u. Schlegel. Bey Trauungen. Mel. Wie schön leucht't ic. 693. Von dir, du Gott der Einigkeit, ward einst ber 536 Für häusliche Andacht und Erbauung. der Ehebund geweiht; o weih' auch Sie zum Segen, die hier vor deinem Anges sicht bereit stehn, dir den Schwur der Pflicht verei: nigt abzulegen. Laß sie, Va ter, dir ergeben, einig leben, einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln! 2. D du, der du so gern beglückst, so liebreich zu so liebreich zu uns niederblickst auf allen unsern Wegen, Herr, lehre sie sich deiner freun, ges schäftig, treu und friedsam seyn; und ihr Beruf sey Gegen! Laß sie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben, und vers eint den Himmel erben! [ 100.] Eschenburg. Schmerz! 8. Euch nehme- schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf er, der euch hier vereinigt hat, in seinen Himmel auf! [ 56.] Eschenburg. 2. Der du die Deinen ewig liebst, und, was uns gut ist, huldreich gibst, schenk ihnen viel der Freus den! Und sendest du des Lebens Müh' auch ihnen einst: dann stårke fie dein Mel. Lobt Gott, ihr zc. 694. Geht hin! Der Gott der Einigkeit hat uns fer Flehn erhört! Geht bin, und macht durch Frömmigkeit Euch seines Gegens werth! Beystand selbst im Leiden! Höre gnådig unser Flehen, und gib ihnen schon hies nieden, und einst ewig, deinen Frieden! [ 100.] G. B. Funk. Bey einer Taufhandlung. 2. Jhm heiligt nun Bes ruf und Stand! Ihm heis ligt Euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand Mel. Sey Lob und Ehr zc. durch Freuden und durch 696. Willkommen! va Mel. Wie schön leucht't ic. 695. Du, der allmäch, tig fegnen kann, wir flehn, o Gott, für Sie dich an, die jetzt vom Altar treten. Von dir gesegnet sen der Bund, den feyerlich ihr Herz und Mund beschwur! Erhör' ihr Beten! Segne gnådig, die auf deine Huld und Güte kindlich schauen, ganz auf dich, o Vater, trauen! rufen wir dir zu, geliebtes Kind; willkommen! Mit warmer Zärtlichkeit feyst Für häusliche Andacht und Erbauung. 537 du von Christen aufgenoms Reise, Gott, ich vertraue men! Des Lebens Gabe ward auch dir, und, Mensch geboren, so, wie wir, bift du, wie wir, unsterblich. 2. Empfang im Reich der Sittlichkeit, empfang' auf Jesu Wegen, du Zög; ling der Unsterblichkeit, der Menschheit frommen Se: gen! finde hier auf dei nem Pfad getreue Liebe, Trost und Rath und Lehre bis ans Ende! 3. Es gehe, wie dein Gott es fügt! Ist Wenig dir beschieden: so sey bey Wenigem vergnügt, bey Fleinem Gut zufrieden! Und trifft dich Leiden: Gott ist gut! Du bist une fierblich: habe Muth, und reiner Unschuld Ruhe! 4. Du mögest dich des Lebens freun! Es ist ein Menschenleben. Und soll dein Geist, zum höhern Seyn gebildet, einst sich beben: so finke, wenn dein Gott dich ruft, so sanft und ruhig in die Gruft, wie in den Arm der Mutter! [ 22] G. W. C. Starie. Vor der Reise. Mel. Befiehl du deine ic. 697, Beglücke meine dir! Sey gnädig, und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen meis nen Wegen begleite våters lich mit deinem Heil und Cegen, mit deinem Schus ze mich. 2. Ich bin in deinen Händen: deß darf mein Herz sich freun; denn du fannst Hülfe fenden, wo mir Gefahren dråun. Bin ich bey dir in Gnaden: so fürcht' ich nichts, o Gott; du wehresi allent Schaden, und hilfft mir in der Noth. 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner Vaterhut. Erhalte meine Kräfte, beglücke meinen Gleiß und meiner Pflicht Geschäfte, zu deinem Ruhm und Preis. 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen seyn, o Gott! Nichts müffe sie bes trüben, kein Unfall, feine Noth! Sehn wir uns fröhlich wieder in Glück und Wohlergehn: dann werden unfre Lieder, Gott, deinen Ruhm erhöhn. [ 10.] Heeren u. Diterich. Mel. 588 Für häusliche Andacht Mel. Herr, wie du willst ic. 698. Sey du, o mein getreuer Gott, mit mir auf meiner Reise; bewahr mich vor Gefahr und Noth, damit ich froh dich preise. Herr, Leib und Seel' ems pfehl ich dir, Gut, Ehr' und Alles, was du mir in dieser Welt gegeben. 2. Du, bester Führer, Gott, verleih', daß ich stets chriftlich wandle, stets fromm, getrost und weise fey, nie fühn, nie strafbar handle. Erleuchte du selbst meinen Pfad; gib Segen, Muth, Verstand und Raty zu meinem Thun und Laffen. 3. Führ' mich gesund, zur rechten Zeit, zu den ges liebten Meinen. Erhalt' und schüße sie vor Leid; sie sind ja, Herr, die Deis nen. D, laß sie dir em: pfohlen seyn, daß wir vor dir uns dankbar freun, wenn wir uns wieder sehen! und Erbauung. Nach der Reise. Mel. Wer nur den lieben: c. 699. Dank dir, Erbal, ter meines Lebens!- Du hast mich froh zurück ges bracht. Ich flehte nicht zu dir vergebens; mich schüßzs te gnådig deine Macht. Dir, dir, o Herr, gebührt mein Dank; dich preife fröhlich mein Gefang! 2. Nun kann ich wieder mit den Meinen mich deiner Vatergüte freun, mit ihnen mein Gebet vereinen, dir meines Dankes Opfer weihn. Mein Thun gelang, o Gott, durch dich; du schüßs test, du beglücktest mich. 3. Sen ewiglich von mir gepriesen! Wie viel des Guten hast du mir auch jetzt von neuem, Gott, ers wiesen! Mein schwaches. Lob gefalle dir! Auch fünf tig will ich dir vertraun, und stets auf deine Hülfe schaun. [ 99.] Heeren. Dürftigkeit und Mangel. Mel.. Die Tugend wird ic. 700. Du flagst, und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürfs tig 4. Laß mich mein Pil gerleben hier in Ehrfurcht vor dir führen! Wo Hüls fe noth ist, hilf du mir; dein Geist müff' mich regies ren! Und end' ich diese Pilgerzeit: so laß mich in der Ewigkeit mein hohes Ziel erreichen! [ 39.] Gesenius u. Diterich. Für häusliche Undacht und Erbauung. 539 Glück in Hoffnung sehn: dieß ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! [ 15.] Gellert, tig lebst, und strebest glücks licher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebst. Ja, flage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk' im Klagen auch zurück: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufrieden heit: die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden; entbehre gern, was du nicht hast! Ein jeder Stand bat feinen Frieden; ein jeder Stand hat seine Laft. 3. Gott ist der Herr, nad feinen Segen vertheilt er ftets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du zu denken dich erfühnen, daß seine Liebe dich vergist? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 47 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tråger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte, und nüße deine Lebenszeit, Bey Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Bey einem großen Vers luste. Mel. Herzliebster Jesu, ic. 701. Du hast es mir gegeben und genommen; Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube foll nicht wanken; ich will dir danken! 2. Verborgen mir, doch gütig, ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel' ist stille. Du führst gewiß mich auch aufranhen Wegen dem Heil entgegen. 3. Wenn's nüßlich mir, und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewez sen wäre: du hättest lieber Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 4. Du sahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich überheben, und sündlich leben. 5. Mein Herz vor Sünd' und Thorheit zu bewahren, ift 540 Für häusliche Undacht und Erbauung. ist mir vielleicht dieß Uns glück widerfahren. Auch Trübfal låsfest du uns, Herr, begegnen, um uns zu segnen. 6. Wie viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name, Freunde, die mich lieben, und Dank fey dir! es ist mein gut Gewissen mir nicht entriffen. 7. Wie sollt ich nicht auf deine Güte schauen; nicht ruhig seyn, und stands haft dir vertrauen? Auch fünftig wirst du, was zu meinem Leben mir noth ift, geben. - -- 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände, und leite gnådig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügen wirst hienie; den, bin ich zufrieden. [ 38.] Münter. Krankheit. Mel. Herr, wie du willst, ic. 702. Es ist dein Wille, Herr, mein Gott, daß ich jetzt Schmerzen leide: doch du bist Helfer in der Noth, und kehrst sie gern in Freus de. Was ich bedarf, ist dir bekannt, mein Leben steht in deiner Hand; dein soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schick's mit mir, zum Sterben oder Leben! Bey dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Geligkeit durch deine Gnas de würdig! 3. Verhüt es, daß der Krankheit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn; erleichtre die Beschwerde. Du, Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf, und erbarm' dich meiner! 4. Erquicke, Gott, und stärke Sie, die liebreich meiner pflegen; lohn' ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen. Gib gegen sie mir Freundlich, keit; gib ihnen, Gott, Ges laffenheit, Geduld mit meis ner Schwäche! 5. Soll tödtlich meine Krankheit seyn, und steht mein Grab schon offen: so laß mich, Herr, von Süns den rein, auf deinen Hims mel hoffen. Des letzten bangen Kampfes Schmerz erleichtre mic, und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen. 6. Doch willst du neue Kräfte mir zu långerm Les ben Für häusliche Andacht und Erbauung. 541 beraubet mich der sanften Ruh'; ich bring', o Gott, die langen Nächte auf meis nem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf' ist schwach und klein: doch du, du wirst mein Helfer seyn! ben schenken: dann laß, so lang' ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, das mit ich künftig jederzeit mit aller Treu' und Redlichkeit, Herr, deine Wege wandle. [ 39.] Lavater. i Mel. Wer nur den lieben: c. 5. Dein Wille mag als lein entscheiden, wie lang' nd die Prüfungsstunde währt. Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meis ne Lebenskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! [ 99.] Bürde. eines 703. Nicht mehr, als meine Kräfte tragen, Barms herziger, legst du mir auf. Nicht immer wird der Schmerz mich nagen: es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krans kenlager hier lobsing' ich, o mein Tröster, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerstreute, rufft du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ångstlich scheute, führst du mich mitten in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trüb: sal soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! stårke, Gott, voll Vaterhuld, mein Herz zu Glauben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, Abendmahlslied Kranken. Mel. Wer nur den lieben: c. 704. O, tönnt' ich mit der Kirche Gliedern vers eint, mein Heiland, dich erhöhn, und freudevoll mit meinen Brüdern dein Tos desdenkmahl, Herr, begehn! Mir, den der Krankheit Leiden plagt, mir ist jetzt dieses Glück versagt. 2. Ach! hier, wo ich im Stillen bete, feyr' ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte hast du verheißen, nah' zu seyn. Wo je ein Frommer seufzt und weint, ist 542 Für häusliche Andacht und Erbauung. ist nah' dein Trost, o Mens schenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwas chen Trost und Kraft ver: leihn; laß es mir Quelle reiner Freuden, und Vor: gefühl des Himmels seyn; und der Gedank' an deinen Tod erquicke mich in meis ner Noth! mmm Gel 4. Ich sehe schon den Himmel offen; ich fühle meine Seligreit! Was kannst du, Seele, Beßres hoffen, als was dir hier dein Gott verleiht? Um ringt mich gleich der Leis den Heer; mein Herz ers bebt davor nicht mehr. 5. Naht sich der Tod mit feinen Schrecken: ich bin ge: trost und zage nicht! Du wirst vom Code mich erwes cken! Ich weiß voll froher Zuversicht: wenn ich dir, Herr, ergeben bin: dann ist einst Sterben mein Gewinn! [ 99.] Sturm. und duldet, gequält von Angst und Schmerz; wir fehn ihn an, und weinen; wie blutet unser Herz! 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Ers barmer feyn? Gern wür den wir ihn retten; doch wir, wir sind zu schwach. Du, Herr, kannst thun, was Keiner von uns zu thun vermag! 3050 3. Des Leidens schwere Stunden las bald vorübers gehn! Doch, Herr, nicht unser Wille, dein Wille soll geschehn! Wir flehn zu div; wir hoffen, Allmächtiger, auf dich! Ers barme dich des Dulders, und hilf ihm väterlich! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon, und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron: dann steh' ihm bey, und führe ihn hin durchs dunkle Chal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! [ 10.] Niemeyer. Fürbitte für Kranke. Mel. Befiehl du deine ic. 705. Barmherziger, Genesung. erhöre der Liebe heißes Flehn! Laß, Den wir innig Mel. Nun danket alle G. sc. lieben, laß deine Hülf ihn fehn! Er liegt und ringt 706. Mit welchem Dank, Für häusliche Andacht und Erbauung. 543 Mel. Aus meines Herzensic. 707.2ts in der Kranks heit Schmerzen ich muthlos fast versank, und aus ges preßtem Herzen mein Flehn zum Himmel drang: da hörte Gott mein Flehn; da half mir seine Liebe. Nun soll mit frohem Triebe ihn auch mein Dank erhöhn! 2. Herr über Tod und Leben, du, meiner Väter Gott, wie soll ich dich ers heben, mein Netter von dem Tod? Wann hat des Menschen Dank dich je ges nug erhoben? Zu schwach ist, dich zu loben, der Ens gel Lobgefang.m. Junch Dank, o Gott, soll dich mein deine Baterhand erhielt mir noch das Leben. Du standst mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bey, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wies der frey.# 2. Dem Tode war ich nah'; schon sah ich für mein Leben, um meine Lagerstatt, Verwandte, Freunde beben; allein ich bebte nicht; mich schrecks te nicht das Grab; ges stärkt durch deinen Geist, fab ich getroft hinab. 3. Allmächtig stärkteft du die halberstorbnen Glies der; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und, Herr nun gibst du mich den Meinis gen zurück: dir dank' ich, Gott, nur dir des neuen Lebens Glück! 3. O hilf mir ganz bir leben; ich bin dein Eigens thum! Mein eifrigstes Bes streben sey deiner Gnade Ruhm! Dir weihen meine Zeit, vor deinen Augen wal: hlen, dir dienen, dir gefals 4. Herr, durch mein Les len, sey meine Seligkeit! ben selbst will ich dir Dank beweisen, fromme Thätigkeit stets [ 8.] Gerhard u. J. A. Cramer. durch deine Liebe preisen, und Hohes Alter. redlich meine Kraft dem Wohl der Menschen weihn, Mel. Ich ruf' zu dir, Herric. um ewig dir Lebens werth zu seyn.708. Sich, Seele, hins [ 65.] Frau von der Recke. ter dich zurück auf die durch lebten Jahre! Auch vor dich hin wirf einen Blick! Was 544 Für häusliche Andacht Was siehst du? Sarg und Bahre! Schon bin ich alt: wie bald, wie bald sind meine Lebensstunden hier verschwunden! Nach kurs zem Aufenthalt werd' ich nicht mehr gefunden. 2. Gott, was ich bin, bin ich durch dich: du bist voll Huld und Grade. Mit Vaterhånden trugst du mich auf jedem meiner Pfade. Wie dank' ich dir? Du, Herr, hast mir in meinem langen Leben viel gegeben. Was geb' ich dir dafür? Wie soll ich dich erheben? ods 3. Du meines Lebens Quell und Kraft, mein Vater, sey gepriesen! Du haft in meiner Pilgerschaft dich groß an mir bewiesen. Wie hast du mich stets vås terlich, oft wunderbar ges führet, wohl regieret! In jeder Noth hab' ich dein Wohlthun, Herr, gespüret. 4. Du, Herr, bist meine Zuversicht, mein Schöpfer und Erhalter. Ich hoff' auf dich; verlaß mich nicht, verlaß mich nicht im Al ter! Mein Haar verbleicht, die Kraft entweicht; mich führen meine Jahre hin zur Bahre. Mach einst mein Ende leicht, wenn ich von hinnen fahre. und Erbauung.. 5. Erlöse mich, o Gott; ich bin vom langen Kams pfe müde! Nimm meine Seele zu dir hin! Bey dir ist Ruh' und Friede. Schleuß meinen Lauf! Ich hoffe drauf. Mein Geist wird doch im Sterben nicht verderben; er schwingt zu dir sich auf, die Seligkeit zu erben. fo for demon Liebich. [ 46.] das Der sterbende Christ. Mel. Wenn mein Stündl. sc. 709. Die letzte Stuns de schlägt, und ruft den Staub zurück zum Staus be. Doch schreckt mich nicht die finstre Gruft: ich weiß, an wen ich glaube. Du führst, Du führst, wenn meine Hütte bricht, den Geist durchs Thal der Nacht zum Licht: dir leb' ich, Gott, dir sterb' ich! 2. Der Himmelsflamme Funken, du, o Seele, rangst vergebens, von bans gen Kämpfen matt, nach Rub', im Sturm des Ers denlebens! Ach, zitternd, hoffend, sehnend schlich mein Daseyn hin. Komm, Tod, laß mich ins befre Leben schlummern! 3. Wie ist mir!- Hör ich Für häusliche Undacht und Erbauung. 545 Ruf, und will mit Ruh und Freuden von dieser Erde scheiden! egyi [ 19.]. md snor Demme. p 3/22- 2 dan Mel. Wachet auf, ruft uns. 711. Still, o Seele! Gott erscheinet! Mein Auge hat bald ausgeweinet; der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd' ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es gang entflohn: doch ein beßres, Gott, wartet mein; uns sterblich seyn soll ich, soll ewig dein mich freun. ich Engelruf?-Schwing' auf dich, Seele, schwebe zu Dem, der dich unsterblich schuf!"- Schon löst sich das Gewebe der Erdenhülle; Athem, Sinn, und alle Kräfs te schwinden hin:- ist dieß der Tod, o Seele? 4. Die Welt entflieht! -Ich sehe schon den Hims mel offen, höre, um des Erlösers hohen Thron, der Seraphinen Chöre! Leiht eure Schwingen mir! Ich flieg' empor!- Wo ist, o Wo ist, o Grab, dein Sieg? D Tod, wo ist dein Stachel? [ 96.] v. Köpken. Mel. Ermuntre dich, mein 710. Gott, öffne dets nen Himmel mir! Bald nahn die letzten Stunden; bald steigt mein Geift empor zu dir; bald hab' ich über wunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlichkeit. Ich sterbe hier auf Erden, um selig dort zu werden. 2. Herr, meine Seel' empfehl ich dir in deine Vaterhånde. Sey gnädig, Gott, mein Vater, mir, und sanft sey mir mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter krönt. Matt am schweren Pilgerstabe sehnt ich mich oft nach Ruh' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wandrer sehnt. Heil mir! Halleluja! Ich bin dem Ziele nah'; von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreyt, schwing' ich mich über Welt und Zeit. 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Schauen; Dank die! Mie ist der Tod Gewinn! Wer, M m wer 546 Für häusliche Andacht und Erbauung. Wie wer winkt mir bort am Throne? Weß ist die hohe Siegeskrone? Jch eile zu dem Throne hin. wird mir? Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, bald seh' ich von Angesicht zu Angesicht in deinem Lichte, Gott, das Licht. Geding [ 88.] verstehst und weinend von ihm flehst, wird er ges ben. Er hat's vollbracht. Der Sünde Macht, die Macht des Todes ist nicht mehr. 3. Nimm von uns den letzten Segen! Zwar sinkt dein Leib dem Grab' ents gegen; doch deine Seele zittre nicht! Sie, sie wird den Tod nicht sehen; bald, bald wirst du vor Gott nun stehen, wirst schaun des Himmels hellres Licht. Um Sterbebette. And Mel. Wachet auf, ruft uns. 712. Sey gefegnet! Dein Glaube stehe feft, wenn Alles dich verläßt! Gott ist mit dir! Nach kurzer Ruh' erwachest du zu jenes Lebens Herrlichs feit. [ 88.] Klopstock. Amen! Amen! Entschlaf in jenem großen Namen, vor dem sich Erd und Himmel beugt! Sieh', an deiner Laufbahn Ende bist du; Gott nimmt in seine Hände die Seel' auf, die der Erd' entfleugt. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jesus Christus hat dich verföhnt; von ihm gekrönt, Beym Tode eines Kin des. Mel. Gott sey Dank in al. 713. Eltern, weinet des empfängst du nun Glaubens Lohn. auf das Grab eures Kindes Thrånen hin: aber trocks net auch sie ab; denn sein Tod ist ihm Gewinn. 2. Gott entriß es der Gefahr, die uns noch auf Erden droht. Uebergang zur Engelschaar, sanfter Schlummer ward fein Tod. 3. Prüfen will Gott euer Herz 2. Welcher Glanz wird dich umfangen, ist nun der Tag dir aufgegangen, des Lebens Tag, nach Eos desnacht! Sen gesegnet! Amen! Amen! Entschlaf! in Jesu Christi Namen! Er nahm dem Tode seine Macht! Viel mehr, als du Für häusliche Andacht und Erbaunung. 547 kämpf ich wider meinen Schmerz! Wo find ich, was ihn stille? Zwar für den Himmel reiften fie; doch meinen Wünschen noch zu früh. Herz, prüfen eures Glaus bens Werth. Zeigt ihm, daß ihr auch im Schmerz findlich seinen Willen ehrt! di t 4. Er, der eurem Arm entriß, was ihr jetzt noch weinend liebt, er ist's, der es euch gewiß einst volls kommner wiedergibt. im 2. Ach! meine Kinder sind nicht mehr! Wie ist mein Herz so hoffnungs leer, so freudenlos mein Leben! Ich sah voll Jus gendkraft fie blühn, und hoffte, dir sie zu erziehn, dir, der sie mir gegeben. Mein Alter sollten sie ers freun, und Trost mir noch Tode seyn. im Tode seyn. Consi 3. Da, Ew'ger, sprachst du:, gib sie mir! Ich ,, selbst, ich selbst erzieh' fie dir; ich will sie hoch ers höhen. Sie sollen hier dich nicht erfreun, nicht Trost dir noch im Tode seyn; du sollst sie sterben fehen." Dein Wille, Herr mein Gott, geschah! Ich war es, der sie sterben sah! 4. Herr, ich verehre dein Gebot. Doch darf Mel. Ewigkeit, du Don. ich meiner Kinder Tod 5. Ja, ihr sollt es wies dersehen, euer Kind, das ihr beweint; sollt mit ihm am Throne stehn, wo euch Gottes Huld vereint. 6. Schaut denn weg von jener Gruft; die nun euren Liebling deckt! Wißt, daß Gott auch, euch einst ruft, und auch euch einst auferweckt! 07. Blickt zur Ewigkeit empor! Lernet euch des Himmels freun! Was sich hier in Nacht verlor, wird euch dort einst lichtvoll seyn.& n [ 29.] C. G. E. Meister. Beym Tode mehrerer Kinder. 714. Für deinen Hims mel reiften sie; doch meinen Wünschen noch zu früh! Es war, o Herr, dein Wille! Wie blutet mein verwundet Herz: Wie mit heißem Schmerz bes weinen! Vor dir, der du barmherzig bist, voll Mitz leid unsern Jammer siehst, vor dir, Herr, darf ich weinen! Auch Elternliebe stammt von dir; nicht fürs M m 2 nen 548 Für häusliche: Undacht und Erbauung. nen kannst du, Vater, mir! 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich Die liebte, die du liebest, und jest in rein'rer Heiligkeit und himmlischer Vollkom menheit vor deinem Chrone übest. Bisher vertrautest du sie mir; Herr, meine Seufzer danken dir! 14 6. Rufst du, o Vater, einst auch mich auch dann preis ich mit Thránen dich; doch dann mit Freudenthránen! Dann werd ich meine Kinder fehn, mit ihnen dankend vor dir stehn, mich nicht mehr treftlos sehnen; dann werd ich stets bey ihnen seyn, und ewig mich mit ihnen freun. 2012 [ 70.] Münter. edsa OP Waisen.as 990 Mel. In allen meinen T.ic. 715. Im Frühling meiner Jahre muß ich schon an der Bahre des Vaters ( der Mutter) trauernd stehn. Ich seh' in's Grab ihn( sie) tragen; wem soll mein Leid' ich tlagen? 3u dir, Herr, steig empor mein Glehn! Hod na Hod 240 512 2. Du, Gott, willst auch an Waisen dich liebevoll beweisen, und ihnen Guz tes thun; Verlaßne willst du nähren, die Vaterlosen ( Mutterlosen) hören; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 3. Du wirst auch mich ernähren, und Freuden mir gewähren: wo ist ein Gott, wie du? O guter Vater, schenke mir frohen Muth, und lenke der Mens schenfreunde Herz mir zu. 4. Und wenn in frühern Jahren Verführung und Gefahren mich rings uma her bedrohn: dann stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite; dann zeige mir der Tugend Lohn! 5. Die nun sich treu bes mühen, mich christlich zu erziehen, o Herr, verlaß fie nie! Ich kann es nicht vergelten; du kannst's in bessern Welten; ich flehe: Herr, belohne sie! 6. Gott, wenn auch ich einst scheide: dann schwebe Heil und Freude, auf ewig um mich her! Dann laß mich vor dir stehen, die Eltern wiedersehen! Dann fließen keine Thränen mehr! [ 49.] Küster. Shuis ste size Für häusliche Undacht und Erbauung. 549 unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umber in deiner Menschens welt; und naht sich uns der Tod einst auf dein Wort; so setzen sie dein Werk auf Erden fort. und Schullieder. Werth treuer Schul bolehrer an Mel. Dir, dir, Jehova. 716. Vergilt, o Vater, allen Lehrern, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich be: mühn, der Kinder Herz von seinen Fehlern, und ihren Geist von Thorheit, abzuziehn! Durch sie wird Saat des Guten ausges ftreut; sie keimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbe: lehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Woher kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leiden: schaft? 3. D Preis dir, der du schon der Jugend, auch unter uns, mit Baterhuld gedenkst, und sie zur Weis: heit und zur Tugend durch frühen Unterricht in Schus len lenfft! Wie gern beförs derst, Gott, das Gute du! Durch Schulen auch strömt uns dein Segen zu. 4. Froh sehn der Zuz Funft wir entgegen, wenn 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und res gen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude feyn! Erfülle sie mit Achs tung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß fie durch Ernst dem Leichtsinn wehren; durch Freundlichkeit die Herzen an sich ziehn; auch, wenn sie strafen, noch bes lehren, und sorgsam selbst den Schein des Unrechts fliehn. Religion und reine Sittlichkeit verbreite fich durch sie zu jeder Zeit! 7. D welche Pflichten! Welche Würde! Allgutis ger, steh' jedem Lehrer bey! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets ges trost und muthvoll sey; und gib auch uns ein Herz, das gern ihn ehrt, das dankz bar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn 550 Für häusliche Undacht und Erbauung. Mel. In dich hab' ich. 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken; wenn ihm der heitre, frohe Sinn ents 718. Verleih', o Gott, weicht: dann laß ihn jenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, so lang' es Tag noch ist! [ 16.] Reche. Vor dem Unterrichte. Mel. Lobt Gott, ihr Chr. 717. Bon Gott allein kommt frommer Sinn, und Einsicht und Verstand; was ich vermag, und was ich bin, verdank ich seiner Hand.:,: 2. Wie liebreich sucht er, meinen Geist zum Gus ten hinzuziehn! Drum will ich das, was Böse beißt, mit Ernst und Eifer fliehn.:,: 3. Den Eltern Lieb' und Achtung weihn, den Leh, rern Folgsamkeit, nur dieß soll mein Bestreben seyn in meiner Jugends zeit!:,: [ 56.] Fröbing. der Alles schafft, uns täglich Weisheit, Lust und Kraft, das Gutezuvollbringen, und laß das Gute, das wir thun, auch heute wohl gelingen. 2. Gib, daß wir Alle jederzeit nach Einsicht und Geschicklichkeit und wahrer Tugend streben. Nur dann, o Vater, werden wir dir wohlgefällig leben. [ 50.] F. Köhler, Plato u. Dolz. Nach dem Unterrichte. Mel. Gott des Himmels. 719. Alles hast du uns gegeben; Vater, wie beglückt sind wir! Seelenkräfte, Leib und Leben, Alles haben wir von dir! Auch zur Uebung unsrer Pflicht gabst du heute Kraft und Licht. 2. Mit dem freudigsten Ges müthe fühlen wir des Lebens Werth, und lobsingen deiner Güte, die sich täglich uns verklärt. Auch in Zukunft hoffen wir heil und Segen, Gott, von dir. [ 28.] Olearius u. Grot. Lieder Lieder Register nach dem Alphabete und der Seitenzahl. Seite Sette 2. 30 Auf! danket Alle, bringet 247 Ach, obermal bin ich gef. 201 Auf dich, Gott, nicht auf 261 Ach, bleib mit deiner Gn. 163 Auf dich, o Vater, schau. 522 Ach, Gott und Herr, wie 206 Auf Erden Wahrh. ausz. 99 Ach, höchster Gott, verl. 301 Auferstanden, auferstan. 136 Ach, sieh' ihn dulden, bl. 128 Auf! Erwacht ihr frohen 35 Ach, wäre nicht, o Herr, 37 Auf! freue dich, mein 6. 91 Ach, wann werd' ich von 79 Auf! laßt uns Gott, und 496 Allein Gott in der Höh' 178 Auf! Preift Gott mit 3. 488 Alle Menschen müssen st. 457 Aus deiner Quelle, Sch. 41 Allen Menschen u. auch 374 Aus der Fülle deiner W. 99 Aller meiner Brüder R. 385 Aus Erde ward mein£. 452 Aller Welten Herrscher! 38 Aus tiefer Noth ruf ich 199 Alles hast du mir gegeb. 242 a 3. and al B. Alles hast du uns gegeb. 550 Bald oder spät des T. 453 Alles ist an deinem Geg, 266 Barmherziger, erhöre d. 542 Alles rühmt des Schöpf. 30 Befichl dem Höchsten d. 257 Alles, was ich bin u. habe 387 Befiehl du deine Wege, 259 Allgütiger, der gern erfr. 244 Beglücke meine Reise, 537 Allgütiger, dir will ich f. 483 Beglückt ist, wer mit Lust 222 Allliebender, dugabst d. 365 Begrabt den Leib in feine 448 Allmächtiger, ich hebem. 512 Beleb', o Gott der Liebe, 392 Allfel'ger, deine Herrl. 6 Bereit sind wir von Herz.332 Als in der Krankheit S. 543 Berufen hast du mich, m. 414 Anbetungswürdiger, m. 7. Bester, weisefter Regier. 245 Anbetungswürdiger, zu 478 Bestimmt hast du, o G. 339 Anbetung unferm Gett 248 Betet, Brüder, an im S. 180 An dich, mein Gott, zu d. 235 Bewaffnete! Der Krieg. 421 An JesuLeiden denken w. 108 Bewahre, Herr, mich), d. 184 Auch dir ist Gottes Gnad' 96 Bewahre meinen Mund, 232 Auch jetzt macht Gottu. 494 Beym holden Namen: 418 Auch noch im späten Alt. 417 Bin ich mit festem M. 371 Auf! Christen, laßt uns 87 Bis der Tod ihm winkt z. 351 Bis Lieber Register. Cette att Geite Bis hicher hat mich) G. 249 Der Tag ist wieder hin; 527 Blick hin in die vergang. 346 Der weise Schöpfer, des. 422 Bringt dem milden Vat. 523 Der Weisheit Quell ist, 228 Bringt Gott, ihr Christ. 507 Der Welten Herrscher, 411 Der Wollust Reiz zu w. 366 Des Höchsten Rath f. 268 138 Des Leibes warten und 356 Des Todes Graun, des 455 Christ ist erstanden Damit ich dir gefällig 214 Des Wahns und Irrth. 153 Damit ich Pilger dieser 218 Dich, dich, mein Gott w. 515 Dank dir, Erhalter m. 538 Dich ehre dankvoll jeder 313 Dank, Herr, dir für die 412 Dich, Höchster, ehrerb. 227 Dank, Preis und Ehre, 97 Dich, Höchster, preisen 255 Das Amt der Lehrer, H. 410 Dich kennen, Gott, ift 225 Das Leben ist ein großes 382 Dich krönte Gott mit F. 146 Daß ich in deiner Christ. 171 Dich preis ich, Herr, m. 50 Dein bin ich, Gott, dein 66 Dich seh' ich wieder, M. 514 Deines Gottes freue d. 424 Die auf der Erde wallen 444 Dein ist das Licht, das u. 510 Die Bahn ist rauh, auf 275 Dein Leben, Jesu, war 112 Die Ehe soll uns heilig 535 Dem Nächsten gern zu d. 391 Die Feinde deines Kreuz. 168 Denkt mein Geist an jene 133 Die hier vor dir, o Vater 175 Den Trieb der Wollust 367 Die Kinder, deren wir u. 407 Der du der Liebe Vorb. 372 Die letzte Stunde schlägt 544 Der du mich, als ein V. 428 Die stillen Abendstunden 526 Der du stets unsre Zufl. 311 Die stille Nacht entfloh 517 Der du uns mit deinem 129 Die Thiere, deren Herr 422 Der du voll Blut und W. 124 Die Zunge, die vernehml. 400 Der du zu den beglückter 164 Dir dank' ich für mein L. 521 Der Edle starb, der unv. 131 Dir, der das Licht entst. 515 Der Freudenfülle ist bey 462 Dir, Ewiger, sey dieser 304 Der Hang zum Bösen 79 Dir, Gott, sen Preis und 48 Der Herr ist Gott und 8 Dir, Herr, mich zu ergeb. 176 Der Herr ist in den Höh. 16 Dir immer ähnlicher zu 240 Der letzte meiner Tage 468 Dir trau' ich, Gott, und 278 Der Mensch soll hier aus 69 Dir, Vater, Dank und 381 Der mir den Weg zum H. 148 Du, aller Menschen V. 399 Der Morgen kommt, u. 519 Du, bester Trost der Ur. 504 Du Lieder Register. Geite Whe Seite Du bist der Stifter unfr. 534 Ein milder Regen sintet 493 Du bist, o Gott, der H. 473 Ein Pilger bin ich in der 446 Du bist, o Gott, gerecht, 24 Eins ist noth! o Herr, 433 Du, der allmächtig segn. 536 Einst geh' ich ohne Beb. 445 Du, der Herz und W. 217 Einst selig dort zu werd. 454 Du, der kein Böses thut 78 Einst, wenn mein Auge 458 Du, der Menschen Heil 123 Eltern, weinet auf das 546 Dit, der voll hoher Liebe 109 Entehre nicht, mein H. 285. Du, deß sich alle Himmel 295 Entflohen sind auch dief. 525 Du förderst gern mein w. 353 Entschwinge dich, mein 279 Du gabft mir, Vater, d. 75 Ereilt, der letzte von d. 440 Dugabst, o Gott, der A. 371 Erforsch' und prüfe dich, 186 Du, Gott, bist aller W. 229 Erfreuender Gedanke: 6.49 Du hast es mir gegeben 539 Erfülle redlich deine P. 264 Du hast, o gnadenreicher 503 Erhaben über Welt und 11 Du hast, o Gott, den H. 494 Erhalt' uns deiner W. 382 Du, Herr und Schöpfer 492 Echebe dich, mein froh. 93 Du, Herr und Vater m. 438 Erhebt, Bewohner dies. 474 Duklagst und fühleft die 538 Erhebt den Herrn, ihr 89 Du liebst, o Gott, Ger. 386 Erhöre gnädig unser Fl. 172 Du milder Geber aller 485 Erhör'uns, Gott, wirfl. 310 Durch dich, o großer G. 52 Erkenn' ich Gottes W. 337 Du sagst: ich bin ein Ch. 184 Erlöser, der im Staube 133 Du schenkst uns, Gott, d. 156 Erschalle laut, mein L. 51 Du schenkst uns, Gott, so 523 Er stirbt! Sie sind vollb. 121 Du siehst, mein Schöpf. 233 Ertönt, ihr Freudenlied. 495 Du sorgst, o Gott! Was 266 Es baut, o Gott, auf d. 481 Du trägst mit Langmuth 39 Es ist dein Wille, Herr, 540 Du, Vater deiner Menf. 236 Es ist ein Gott; er hat Du willst es, Herr, mein 352 Es ist ein Gott; o fühl Du wohnest zwar, o G. Es ist noch eine Ruh v. 456 Es ist vollbracht! ruft n. 126 Es kostet viel, ein Christ 219 3 4 225 Chresen Gott in der H. 92 Es sehnt mein Geist nach 338 Eine feste Burg ist unser 511 Es wolle Gott uns gnåd. 161 Ein Glück im kurzen R. 180 Eszüchtigt deine Hand, 503 Ein Gott regiert! Was 272 Ewig, ewig bin ich dein 170 Ein Herz, o Gott, in Leid 287 Ewig und unwandelbar 476 F. Fern Lieder Register Seite Seite F. Gott, der du für uns d. 107 Fern ern sen der Irrthum, 185 Gott, der du Herzensken. 233 Fern sey's wenn ich dir 231 Gott, der du mich als V. 260 Fevern laßt uns diese S. 137 Gott, der du unsre Zufl. 498 Freude wallt in meinem 256 Gott der Tage, Gott der 529 Frohlockend dank' ich, V. 305 Gott, der zum Segen für 413 Früh, mit umwölktem 489 Gott, dir gefällt fein 211 Führer zur Vollkomm. 101 Gott, dir ist Alles offenb. 17 Für deinen Himmel reift. 547 Gott, du bist heilig und 25 Für unsre Brüder beten 303 Gott, du bist von Ewigk. 12 Fürwahr, du bist, o G. 283 Gott, du erforschest m. 189 Gott, du kennst von E. 18 6. Gedanke voller Seligt. 452 Gott, es ist deine Gütigt, 414 158 Gedenk' ich, Heiland, an 105 Gott führt die Seinen v. 59 Geht hin! Der Gott der 536 Gott gibt uns Kraft und 358 Geist der Andacht, sens 120 Gott, ich will mich ernfil. 188 Gelobet feyst du, Jefu C. 95 Gott ist gegenwärtig 308 Gelobt sey, der den Fr. 481 Gott ist mein Hort, Gelobt sen Gott, mein 254 Gott ist's, der das Verm. 359 Gepriesen sey der Herr, 312 Gott, laß auf jeden unsr. 344 Gerechter Gott, vor dein 24 Gott lebet noch, drum s. 281 Geweiht zum Christenth. 169 Gott, lehre mich verstehn 202 Gib, daß ich meinen hoh. 334 Gott liebet unser Leben 157 Gib, Gott, daß ich der 388 Gott, mein Vater, deine 31 Gib, Höchster, daß ich fr. 409 Gott, mit allen seinen Fr. 475 Gib mir, o Gott, ein H. 373 Gott, nur Eines Mensch. 86 Gib zu dem wichtigen G. 405 Gott, öffne deinen Him. 545 Gnadenreicher König! 252 Gott, Preis dir, daß wir 308 Gott, ach! es wachet m. 203 Gott rief der Sonne: ,, f. 490 Gott, aus deinen Schöp. 41 Gott rief der Sonn' und 475. Gott, aus dessen Gnad. 208 Gott sey Dank in aller 92 Gott, deine Güte, deine 46 Gott sey Preis und Dank 312 Gott, deinen heiligen B. 229 Gott sorgt für uns: o f. 484 Gott, deinen weisen W. 415 Gott von großer Macht 493 Gott, deiner Stärke fr. 411 Gott, vor dessen Ungef. 26 Gott, deine weise Macht 53 Gott, was des Lebens K. 523 Gott, der an allen Enden 54. Gott, was waren alle Fr. 402 Gott, der du die Mensch. 394 Gott, welch ein Kampfin 84 Gott, Lieder Register Seite Seite 82 Herr und Schöpfer der 482 65 Herr, persammelt sind w. 306 Gott, welch Verderben Gott werde stets von d. Gott, wer ist dir zu verg. Gott, wie du bist, so w. Groß wird des Sünders 461 Gut und heilig ist dein 81 H. 9 Herr, vor deinem Anges. 310 13 hier bin ich, Jesu, zu erf. 323 Hier ist nur mein Prüf. 465 Hier wirft mein Sinn 216 Hilf, Herr, daß dein th. 310 Halleluja! Jauchzt ihr 138 Hilf mir, mein Gott, hilf 300 Halte dich mit hoher L. 241 Hilf mir nach deinem L. 290 Heiland, hilf mir still, 110 Hin an dein Kreuz zu tr. 119 Herr, aus deiner Gnad. 430 Hin ist für uns der S. 527 Herr, deine Allmacht 14 Hoch über mir dein St. 70 Herr, deine Kirche danket 166 Höchster, denk' ich an die 197 Herr, deine Langmuth ist 377 Höher hebt sich Gottes 480 Herr, deine Sanftmuth 393 Hör' unser Bitten, Got. 149 Herr, deines Lebens legte 324 Huldreicher, milder Gott 299 Herr, der du Alles gibst 370 J. Herr, der du dein theur. 328 Ja, zur Stille will ich fl. 341 Herr, der du mir das L. 524 Jch armer Mensch, o H. 207 Herr, der du so gern begl. 364 Ich bin der Angst entn. 210 Herr der Zeit und Ew. 439 Ich bin getauft nach J. 170 Herr, bir gelob' ich neue 174 Ich bin, o Herr, in dein. 443 Herr, du bist meine Zuv. 139 Jch, den du schufft, ich 21 Herr, du erforschest m. 18 Ich glaub' an Einen G. 182 Herr, du wollest uns ber. 332 Ich hab' in Gottes Herz 269 Herr, Gott, dich loben 181 Ich hab' in guten St. 289 Herr, höre mein Gebet, 299 Jch jauchze dir, ich finge 49 Herr, ich bin dein Eig. 460 Ich kann, Unendlicher, 224Herr, ich hab' aus dein. 439 Ich komme, Friedensf. 209 Herr Jesu Christ! du H. 127 Ich komme vor dein Ang. 298 Herr Jesu Christ! d. h. 205 Jch singe meiner Seele 55 Herr, lehre mich gewiss. 361 Jch traue fest auf Gott, 273 Herr, lehr' mich thun n. 296 Jch trete vor dein Ang. 531 Herrlich ist's in deinem 165 Ich weiß, an wem mein 434 Herr, mache meine S. 279 Ich weiß, mein Gott, d. 302 Herr, meiner Seele hoh. 335 Ich will den Bund mit 826 159 Ich will dich noch im 445 Herr, segne mein Bestr. 391 Ich will in stiller Einf 532 Herr, mein Licht, erl. Ich Lieber Registet. Seite Cette Ich will von meiner M. 204 Laß meines Nächstens b. 377 Jesu, deine tiefe Wund. 130 Laß mich doch nicht, o G. 362 Jefum ewig zu verehren 317 Laß mir die Feyer deiner 108Jesus Christus ist erstan. 140 Laß, o Jesu, mich empf. 376) Jesus kommt, von allem 147 Laßt mit Andacht im G. 331 Jesus lebt, mit ihm auch 141 Laßt unserm Vater, laßt 31) Jesus, meine Zuversicht 454 Laßt uns mit ehrfurchts. 94 Jesu, Vorbild frommer 531 Laßt uns unserm Gott I. 96. Ihm, dem Todesüberw. 135 Läftig ist der Sünde J. 85 Ihr Augen weint! 126 Laut und freudig dir l. 173 Ihr Mitgenossen, aufz. 223 Lehr', o Gott, mich) recht 336 Im Frühling meiner J. 548 Lenk, o Gott, in dieser 311 Im Stillen wollen wir 533 Lieblich scheint die Son. 496 Im Zugendeifer, Gott, 340 Liebster Jesu, wir sind h. 311 In allen meinen Thaten 262 Liebster Vater, ich dein 208 In diesen kurzen Pilgert. 286 liegt Gottes Beyfall m. 426 In Dunkel hüllt der H. 496 Litaney 500 In Gottes Rath ergeb. 447 Lobe den Herrn, den m. 254 In stiller Pracht ersch. 525 Lob, Ehr' und Preis dem 253 Ist gleich unerforschlich 280 Lob sey dem allerhöchst. 90 Ist Gott für mich: so tr. 428 Lob sey Gott, der den M. 518 Lobsinge, meine Seele, 134 Lobsinget Gott! Dank, 179 Keine Liebe gleicht der 408 kobfinget Gott! Er sch. 32 Kein Lehrer ist dir, Jesu, 100 Lobsinget Gott, und bet. 64 Kein Mensch, o Gott, ist 81 Lobfingt dem Herrn! d. 379 Kinder, die ihr noch im 408 Lobt Gott, ihr Christen, 95 Köstlich sey mir allezeit, 160 K. Komm, fomm zu uns, o 151 m. Komm, o Geist, von G. 150 Mache dich, mein Geist 343 Kommt, kommt den H. 14 Kommt, laßt uns Gottl. 487 Mag doch der Spotter 323 Kommt, laßt vor Gott u. 477 Kommt, und laßt uns C. 214 Komm zu uns, o Geist d. 309 Mag immerhin im Mus. 361 Man lobt dich in der St. 251 Mein bester Trost in d. 292 Meine Hoffnung stehet f. 261 Meine Kinder, Gott, b. 406 Meine Lebenszeit verstr. 437 Laß, Herr, nach eitlen E. 368 Mein erst Gefühl sey P. 513. Meis £. Laß diese heil'ge Stun. 174 Lieder Register. Seite Gette Meines Herzens reinste 321 Nahet anbetend dem G. 507 Mein Glaub' ist meines 431 Nicht, daß ich's schon 192 Mein Gott, durch deine 516 Nicht für der Felder S. 491 Mein Gott, nach deinen 387 Nicht mehr, als meine K.541 Mein Gott, zu dem ich w. 200 Nichts auf Erden und 60 Mein Heiland lebt: des 463 Nichts ist von ungefähr 267 Mein Heiland nimmt die 314 Nicht Sündern nachzu. 72 Mein Heil, o Gott, nicht 293 Nicht um ein flüchtig G. 154 Mein Herz, o Gott, erg. 205 Nicht um Reichthum, 297 Mein Leben, das du mir 356 Nie bist du, Höchster, 19 Mein Vaterland, das 419 Niedrig und in Dürftigk.102 Menschenfreund, nach 178 319 Nie kann ich meines G. 258 Menschen weis und gut 404 Nie will ich wieder fluch. 395 Mich selbst soll ich bezw. 342 Nimm hin den Dank für 328 Mir nach, spricht Christ. 320 Noch glänzten nicht die 42 Mir schauert nicht vor 447 Noch leb' ich, doch wie 436. Mit bekümmertemGem. 198 Noch schauen wir im 77 Mit dir, o Höchster, Fr. 425 Noch sicher nicht, o St. Mit Ernst, o Menschenf. 93 Nun danket Alle Gott, 182 Mit fröhlichem Gemüth 33 Nun ist es Tag! Mit fr. 516 Mit heil'gem Schauer 46 Nun laßt uns Alle fröhl. 88 Mit heil'ger Andacht 114 Nurdu, o Schöpfer uns. 56 Mit heiterm Glanz best. 497 Mit Preis und Ruhm 145 daß von meinem Leb. 349 Mit ruhigem Gewissen 427 O du, der bis zum Tode 330 Mitten unter eignen S. 116 Oft hålt dein Antlig sich 284 Mittler, schau' auf sie b. 172 Oft klagt mein Herz, wie 345 Mit welchem Dank, o G. 542 D Golgatha, zu deinen 122. Mühseliger, komm her 98 D Gott, den alle Welten 43 D Gott, du bist die Liebe, 34 O Gott, ein furchtbar 505 N. Nach dir verlanget m. 193 D Heiland, dessen hohen 329 Nach einer Prüfung tur. 464 D Herr, voll Troft und 333 Nach einer schmerzenv. 520 Ohne Raft und unverw. 350 Nach Gottes weisheits. 418 D Hoffnung, Lebensw. 271 Nach langen Todesleid. 125 D Jesu, Jesu, Gottes 430 Nach meiner Seele Sel. 336 Jesu, Trost und Heil 163 Nacht und Stille schließ. 528 O Jesu, wahre Frömm. 103 könnt Lieder Register. Seite Seite Dkönnt ich mit der K. 541 Schöpfer der erschaffn. 522 Lamm Gottes, unsch. 127 Schon weicht die finstre 380 2, laßt uns für das G. 333 Echuf mich Gött für A. 76 D Schöpfer jedes deiner 22 Schweigt, Verachter, f. 166 Ostärke, Mittler, stärke 177 Schwer liegt der Trenn. 472 Bater der Barmherz. 213 Schwingt, heilige Ged. 10 welch ein Glück, ein 62 Segne sie, die dir o G. 174 O welch ein Segen ist ein 401 Seh' ich erstaunt der 3. 57 Dwelch ein Trost für m. 40 Sehn wir nur Trübfal 502 Dwelch ein unschätzbar. 348 Selig find des Himmels 469 Welt, sich hier dein L. 118 Selig, wer mit stillem H. 267 Dwie felig send ihr doch, 467 Send uns, o Vater, d. 150 Dwie unaussprechlich f. 467 Send barmherzig, Mens. 398 P. Sey du, o mein getreuer 538 Preis dir, dem Heilig. 27 Sep gesegnet! Amen!# 546 Preis dir, Herr Jesu Ch. 106 Sey Gott getreu und f. 230 Preis dir, o Gott, und 248 Sey, Seele, ruhig, unv. 274 Preis dir und Dank und 333 Sen uns gesegnet Tag d. 309 Preis ihm! Er schuf und 179 Siegreich stand mein H. 140 Preift den Allgütigen, Sich', hier bin ich! Heiß 318 Preift, Menschen, preist 59 Sieh', Seele, hinter dich 548 Preis und Anbetung sey 249 Sie nahen sich, o Vater, 173 Sie stehen da die Mill. 461 Singt unserm Gott ein 11 94 Quelle der Vollkomm. 237 N. Singf unserm Gotte! 247 Reine Quelle wahrer 154 So fliehen unsre Tage 529 Religion, von Gott geg. 1 So hab' ich, Gott, durch 526 Nichten will ich nicht mit 384 So Jemand spricht: ich 375 Rings um mich her ist 2. 484 Soll dein verderbtes H. 161 Ruhig soll die Seele bl. 347 Sollt' ich meinem Gott 250 Sollt' ich meinem Herz. 191 Sorg' und Klage füllt d. 495 Sie deine Thränenf. 288 Sanft und leicht ist Chr. 322 So wahr ich lebe! spricht 195 Sanft und ruhig sen d. 449 So weit die Menschen, 482 Schaffet, schaffet, Mens 222 Standhaft sey, o Gott, 367 Scheint mir freudenleer 352 Still, o Seele! Gott erf. 545 Schicke dich, erlöfte S. 327 T. Schnell eilen Jahr auf 478 Tief gerührt von dein. 243 Treu Lieder: Register. $ 199 Seite Seite Treu ist Gott! Das n. 28 Wagt' ich es länger noch 196 Triumph! ihr Himmel, 142 Warum betrübst du dich 275 Warum willst du doch f. 272 Warum willst du täglich 263 Was Gott erschuf, was 435 Was Gott thut, das ist 271 Was hilft es mir, ein C. 185 Was ich nur Gutes habe 231 Was ist mein Leben auf 263 Was ist mein zeitlich Leb. 354 Was ist's, daß ich mich q. 282 Was kann ich, Jefu, dir 317 Was mein Gott will, gef. 269 Was soll ich ängstlich Fl. 281 Vater, heilig möcht' ich 211 Was forg'ich ängſtlich f. 441 Vater, mach' uns fr. 479 Was trauern wir? Gott 489 Verbittern laß, o Gott, 394 Was zag' ich? Gott reg. 61 Vereinigt laß uns Gut. 390 Weicht, ihr Berge! Fallt 29 Vereint mit deinen gut. 341 Welch hohes Beyspiel g. 105 Vergilt, o Vater, allen 549 Welch sterblich Auge f. 71 Verleih', o Gott, der Al. 550 Welterlöfer, dich zu lieb. 316 Viel hast du uns, lll. 68 Wem Gott Gesundheit 355 Voll Dank an diesem n. 517 Wen Gottes Liebe nicht 238 Voll Inbrunst, Dank u. 325 Wenn der Gedanke mich 141 Voll reger Dankbegier, 245 Wenn der Stifter der G. 451 Vom Grab', an dem w. 146 Wenn hier in dieser lleb. 2 Von dir, der meine Fr. 378 Wenn ich auf Gottes W. 458 Von dir, du Gott der E. 535 Wenn ich einst vonjenem 519 Von dir in diese Welt g. 369 Wenn ich mit Eifer fåe 2 Von dir kommt jede gute 295 Wenn ich mit Freuden h. 383 Von Gott allein kommt 550 Wenn ich, o Gott, von d. 343 Von heiligem Gefühl d. 509 Wenn ich, o Schöpfer, 44 Vorbild wahrer Mensch. 103 Wenn ich vor dich, mein 294 Vor deinem Throne bet' 307 Wenn jemals Zweifel ſ. 226 Vor deinen Blicken sch. 110 Vor dir, Herr, denken w. 511 X. Sachet auf vom Schl. 459 11. Uleber aller Himmel H. 144 Um, als ein Christ zu leb. 221 Um deine Kinder zu erfr. 396 Um Erbarmen flehen w. 506 Um Gnade für die S. 130 Unendlich ist mein Glück 291 Uns schuf ein großer G. 66 Unschuldigster, du hatt. 111 Uns, die anbetend dir sich 312 Unser Gott, wir danken 311 V. Wa Wenn Menschen streben 403 Wenn mich die Sünden 132 Wenn sich der Frevler b. 27 Wer auf seinen Gott v. 257 Wer Lieder Register Seite Seite Wer bin ich? Welche w. 187 Wie wichtig, Herr, ist m. 74 Wer das Kleinod will er. 220 Wie wichtig sind die Z. 531 Wer, Gott, bey deinem 235 Wie wird mir dann, o 471 Wer, hocherhabner G. 239 Wie wohl ist mir, o Fr. 321 Wer ist die gleich, du E. 6 Wie wohl ist mir, wenn 399 Wer ist's, der mit Him. 138 Wie wundervoll bin ich 63 Wer kann die Leiden faff.117 Willkommen! rufen wir 536 Wer kann, o Gott, wie 23 Wir Alle, Menschenvat. 486 Wer machte diese schöne 45 Wir danken freudig dir 524 Wer mißt und zählt der 47 Wir erscheinen hier vor 309 Wer mit Luft und Eifer 450 Wir flehn für unsrer Elt. 407 Wer nur den weisen G. 265 Wir gehn ans Grab, u. 450 Wer stets mit reinem W. 216 Wir glauben an den ein. 183 Wer Sünde thut, Der l. 83 Wir schauen überTod u. 289 Wer zählt der Engel H. 48 Wir singen, Herr, von d. 486 Wie dank' ich, Gott, wie 67 Wo eilt ihr hin, ihr Leb. 351 Wie elend ist, wer armu. 416 Wo find' ich Gott, den 237 Wie fürcht' ich mich, m. 194 Wohl Dem, der begre 363 Wie getröst und heiter, 432 Wohl Dem, der Jefu 167 Wie groß ist des Allm. 36 Wohl Dem, der richtig 389 Wie groß ist meine Men. 73 Wohl Dem, der seines 530 Wie groß, o Gott, ist d. 15 Wohl dem Menschen, d. 159 Wie gut sind unsre Fr. 277 Wohlthätig sind der E. 276 Wie hart ist dessen Loos 398 Wohlzuthun und mitz. 397 Wie heiter fließt mein 424 Wo ist ein Volk, wo ist 58 Wie herrlich, Jesu, star. 143 Wo ist wohl Noth und 85 Wie im Herbste fällt das 466 Wie ist mein Herz so fern 212 Zeuch ein zu deinen T. 152 Wie könnt ich zweifeln, 5 Zu dir, o Gott, das Herz 291 Wie leicht verkenn' ich 191 Zu dir, Unendlicher, 508 Wie lieblich ist, o Herr, 305 Zu Gott, o Seele, schw. 20 Wie mannigfaltig sind 357 3um Fleiße ward das£. 360 Wie reich ist deine Güte 420 Zum Guten sind, o heil'g. 155 Wie fanft fehn wir den 448 Zum Trost in unfern K. 69 Wie schwach ist meine T. 339 Zu neuen Lebenssorgen 518 Wie sicher lebt der M. 442 Zur Arbeit, nicht zum 359 Wie soll ich dich empf. 89 3ur Grabesruh' entschl. 127 Anhang einiger Gebete für die häusliche Erbauung. Magdeburg, im Verlage der Pansa'schen Buchdruckerey. 1832. งาน โรส ยีน ส์ 2757 Inhalt. Morgenandacht einer chriſtlichen Familie. Abendandacht einer christlichen Familie Aufmunterung zur würdigen Feyer des Sonntags Abendgebet am Sonntage Morgengebet. Abendgebet.. Ein anderes Morgengebet Abendgebet Ein anderes Morgengebet Abendgebet Morgengebet am Schluß einer Woche Abendgebet Erweckung zur Treue im Berufe Ermunterung zur Dankbarkeit gegen Gott Ermunterung zur Zufriedenheit mit Gottes Schikz. fungen Seite 5 # 1 S 3 31 56769 H 8 S 15 10 10 11 12 13 14 15 2 17 19 Demüthi Inhalt. ' Demüthigung vor Gott bey dem Andenken an Verfündigung Kurzes Sündenbekenntniß Nachdenken für Christen nach der Beichthandlung. Selbsterweckung am Tage der ersten Communions feyer Erweckungen vor der Communion Dankgebet nach der Communion Gebet eines Landmannes bey und nach der Aussaat Gebet bey aufsteigendem schweren Gewitter, und Erweckung zum Vertrauen auf Gott Dankempfindung nach einem Gewitter Gebet nach einem verheerenden Gewitter Dankgebet nach einer gesegneten Ernte Trostgebet nach einer dürftigen Ernte Demüthigung vor Gott in Krankheit Gebet bey anhaltender Krankheit Gebet bey Sterbenden Gebet nach einer Krankheit → Seite 20. 20 21 2 W 11 15 19 11 C 8 ** 1 # 4115 2 22 24 26 26 27 28 29 31 32 34 35 36 37 Gebete Gebete für die häusliche Erbauung. Morgenandacht einer christlichen Familie. Allmächtiger und gütiger Gott! Vater aller deiner Menschen! Mit vereinigten Herzen danken wir dir, daß du uns diesen neuen Tag gesund haft erleben lassen. Ja, deine Treue ist groß, und deine Barmherzigkeit ist alle Morgen neu. Gelobt feyst du für die Erquickung, die wir durch den Schlafgenossen haben, und für die neuen Kräfte, die du uns verliehest. Dir wollen wir sie heiligen, und sie mit freudis ger Gewissenhaftigkeit, durch Herzens- und Berufs- Treue, ganz zu der großen Absicht anwenden, wozu du sie uns gabst, und sie uns heute aufs neue ertheilest. Du willst, daß wir heilig und unsträflich vor dir wans deln in Liebe; denn du willst, daß wir hier unter einander, und dort einst ohne Aufhören bey dir, glückselig seyn sollen. So laß uns Alle festhalten an deinen våterlichen Befeh len, an den großen Verheißungen, die du uns so hulda reich durch Jesum Christum gegeben hast. Dein und uns fers Gewissens Beyfall sey uns mehr werth, als alles Mens schenlob und alles Erdenglück! Du kennest die geheimsten Regungen unsers Herzens, siehest all' das Gute, das wir wollen und thun, und willst es einst gnädig vergelten. Unser frommer Wandel vor dir, unser kindlich reda liches Aufsehn auf dich sey denn auch heute unser ernstlis ches Bestreben, unsre Ehre vor Himmel und Erde, und unsre segensvolle Aussaat auf die uns Allen bevorstes hende Ewigkeit! Gib Jedem unter uns Lust, Kraft und Gelegens beit; heute recht viel Gutes zu verrichten. Gib den Eltern Weisheit, den Kindern Folgsamkeit, den Herrs schaften Güte, den Dienstboten Treue, Allen einen christe lichen Wetteifer in guten Werken. Jeder von uns sey dem Andern Beyspiel und Ermunterung zum Wohls wollen, 6.wollen, zur Sanftmuth, zur Eintracht, zu einem Sinne, wie Jesus Christus gesinnet war. Aufrichtig sey unser Verlangen, unserm Nächsten, so viel wir's immer vermögen, zu dienen; Mäßigkeit und Dankbarkeit begleite uns bey dem Genusse deiner Wohlthaten; Muth und Standhaftigkeit in Ausübung unserer Pflichten und in Ertragung der Prüfungen, die du, bester Vater, nicht anders, als zu unserm Besten, über uns verhången kannst. Sen mit allen Armen, Verlassenen, Leidenden, mit den Lebenden und Sterbenden. Wir vereinigen uns mit allen deinen Kindern, die in dieser Morgenstunde mit uns ihr Herz zu dir erheben. O segne uns Alle mit der Fülle deiner Erbarmungen; damit, so lange wir hier wallen, wir dir wohlgefällig feyn mögen! Amen. Abendandacht einer christlichen Familie. Treuer und barmherziger Gott! Mit Dank haben wir diesen Tag angefangen; mit Dank wollen wir ihn endigen. Du thatst deine milde Hand auf, und fåttigtest auch uns mit Wohlthaten und mit Freude. Speise und Trank, Kleidung, Fortgang in unserer Arbeit, frohen Muth und so manchen andern Segen haben wir aus deiner Vaterhand empfangen. Preis sey dir für alles Gute gesagt, das wir von Andern zu erlernen, das wir Andern zu erweisen durch dich Gelegenheit hats ten. Dank sey dir für die Belehrungen und Tröstungen, die uns durch das Evangelium deines Sohnes Jesu Christi zu Theil geworden. Ach, haben wir denn aber auch würdig gehandelt, würdig des hohen Berufs, zu dem wir als Christen bes rufen sind? Haben wir, als Eltern, als Kinder, als Herrschaften und Dienstboten- Alle, nach den Ums stånden, in die du Jeden von uns gesetzet hast, das wirks lich geleistet, was wir dir so oft, auch diesen Morgen erst, angelobt haben? Du gönnest uns ja, Allgütiger, die reinsten, füße: sten Freuden des beruhigenden Bewußtseyus, das Gute durch - 7- durch dich gewollt und verrichtet zu haben; du hilfft uns dazu; dem Redlichen schenkst du Wollen und Vollbrins gen. Ach, möchten wir uns doch jetzt Alle dieses Glückes von dir zu getrösten haben, daß keiner unsrer Mitmens schen von uns betrübt, und kein Anlaß, dich und dein Reich zu verherrlichen, von uns verabsäumt wäre! Allwiffender, vor dir liegt unser Thun und Laffen aufgedeckt. Gib Jedem unter uns rechtlebhaft zu erkennen, was dir an uns mißfällig gewesen. Gib Ernst und Gnade zur Besserung. Unserm unsterblichen Geiste ist ja doch nur alsdann wohl, wenn wir deines väterlichen Wohlges fallens gewiß sind. Dann legen wir uns getrost in die Arme des Schlafes, in deine Arme hin, o du, dessen Auge auch in der Finsterniß über uns offen stehet. Ja, dein sind wir, o Allgütiger, in Ewigkeit. Amen. Aufmunterung zur würdigen Feyer des Sonntags. Wie groß ist deine Liebe und Güte, o Gott, gegen uns Menschen, daß du uns eine Religion gegeben hast, die unsern Verstand erleuchtet, unsern Willen heiliget, unser Herz bessert, unser Gemüth beruhigt, und uns zu frohen und glücklichen Menschen macht! Daß wir dich als Vater kennen, daß wir uns deiner Vorsehung freuen, daß wir eine selige Unsterblichkeit hoffen; das Alles verdanken wir ihr. Und wie heilig und wohlthås tig sind nicht ihre Gesetze, wie gerecht und menschens freundlich ihre Gebote, wie heilig und erhaben das Muster, das sie uns in dir und deinem Sohne aufs stellt! Gott, wie glücklich könnten wir seyn, wenn wir dieser Religion immer gehorchten! Wie viel Ruhe, Zus friedenheit und Wohlfeyn würde sich dadurch über uns verbreiten! Auch ich freue mich heute, daß ich ein Christ, daß ich zu dieser Religion berufen bin, und an ihrer öffentlichen Verkündigung Theil nehmen kann. Sen mir denn gesegnet, Tag des Herrn, der mich zur würdigsten Beschäftigung, zur heiligsten Freude für meinen Geist einladet, über die wichtigsten Angeles genheiten meines Lebens, über meine höhere Bestim mung nachzudenken! Auch heute will ich mich dieses Vors 8 Vorzugs ganz freuen, und von demselben den besten Ges brauch machen. Heute will ich über die Religion Jesu sorgfältig nachdenken, und mich mit ihr immer bekanns ter und vertrauter machen. Ich will den öffentlichen Versammlungen der Christen beywohnen, und aufmerks sam seyn auf alle die herrlichen Lehren, die ich daselbst höre. Ich will durch mein Beyspiel der Andacht meine Mitchristen erbauen, und zu gleichen Empfindungen ans reizen. Ich will jede Betrachtung und jede Uebung der Andacht dazu anwenden, meinen Geist zu bilden und zu veredeln, mein Herz zu frommen Entschlüffen und Ges finnungen zu beleben, und in denselben zu stärken. Ich will Jesum, den Erretter meiner Seele, den Stifter meines Heils, mit innigster Dankbarkeit verehren, und seine höchst erfreuende und beglückende Lehre über Alles hochschätzen, und durch sie immer weiser, tugendhafter und glückseliger zu werden suchen. Unterstütze mich dazu, mein Vater, und hilf mir diesen Tag würdig vollbringen. Dir sey Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen. UND Abendgebet am Sonntage. So hab' ich denn, o Gott, einen der schönsten Tage meines Lebens verbracht, den Tag, der deiner Verehz rung geweihet war. Dank sey dir für alles Gute, das ich heute genoffen, für alle Freuden, die ich empfunden, für alle Belehrungen und Aufschlüsse, alle Anweisungen und Warnungen, für alle Tröstungen und Ermunteruns gen, die ich aus deiner Religion geschöpft habe. Drücke nun alles dieß Gute meinem Herzen tief ein, und laß es Einfluß haben auf mein ganzes Leben. Laß es mich begleiten ben allen meinen Geschäften, bey allen meinen Schicksalen, im Glück und Unglück, in Freude und Leid, und mich stärken, daß ich weder im Glücke übermüthig, noch im Unglücke verzagt werde. Laß mich überall fo denken und handeln, wie es einem Christen gebührt, und dich durch Werke der Liebe preisen. Verbreite das Licht deiner Erkenntniß immer weiter, und laß alle Menschen immer mehr und mehr zu dem Glücke gelangen, dich in deinem Sohn Jesu, im Geist und in der Wahrheit, zu vers 9 verehren. Vergib, wenn ich diesen Tag durch irgen eine unedle Handlung entweihet habe. Vergib jede Uns achtsamkeit und Zerstreuung bey Anhörung deines Worts, jede Trägheit und Widerspenstigkeit in Befolgung deines Willens, und hilf mir künftig meine Pflicht sorgfältiger und genauer erfüllen. Deines Beyfalls gewiß, gehe ich nun meiner Ruhe getroft entgegen. Dein Auge bewache mich, deine Allmacht schüße mich! Amen. www Morgen gebet. Herr, mein Gott, du Erhalter und Wohlthäter meis nes Lebens! Ich danke dir mit erfreuetem Herzen für die Gnade, daß du mich auch diesen Tag haft erleben laffen. Du hast mich in dieser Nacht beschützt, und durch den Schlaf erquickt; und von dir habe ich die ers neuerte Munterfeit, mit welcher ich abermal die Pflich ten meines Berufs und Standes vollbringen kann. Gib mir dieß so lebendig zu erkennen, daß es mir nie aus dem Sinne komme, wie ich dir ganz angehöre und dir Alles verdanke, was ich bin und habe. Leite mich auch an diesem heutigen Tage mit deiner Gnade auf lauter guten Wegen. Bewahre mich vor aller Ungerechtigkeit und Sünde, damit ich nicht durch eigene Schuld mir Unglück bereiten möge. Mache mich wachsam und stark gegen die Versuchungen, die mir heute vorkommen könnten; damit ich nicht am Abend Vers gehungen gegen dich, und Untreue gegen mein Gewissen, mit bitterm Schmerze zu bereuen habe. Gib meinen rechtmäßigen Geschäften und Unters nehmungen einen guten Fortgang: denn ohne dein Ges deihn ist alle unsere Arbeit vergebens. Wende Gefahr und Unglück ab von mir und von Denen, die mir anges hören. Erbarme dich auch nach deiner väterlichen Güte aller Menschen, die mit mir deine Kinder sind, und laß die Welt deines Segens voll werden. Dir, mein Gott, übergebe ich auch heute mein Herz, mein Leben und meine Schicksale. Erhalte mich in deinem Wohlgefallen und in deiner Liebe, und laß Alles, was mir begegnen soll, zu meinem Besten dienen.. Dut 10 Du wirst mich gnädig erhören, wie du burch Jesum Christum mir verheißen hast. Amen. Abendgebet. Hier ier erscheine ich vor dir, mein Vater, um mit danks erfülltem Herzen dich für die unzähligen Wohlthaten zu preisen, womit deine Hand auch heute mich überschüttet hat. Deine Enade ist es, durch die ich war und lebte. Von dir kam die Kraft zu jedem guten Ges schäfte; von dir kam der Segen, der es begleitete. Leben und Wohlthat hast du mir verliehen; dein Aufsehen bes wahret meinen Odem. Dafür danke ich dir, mein Gott, und erhebe deinen Namen. Möchte ich dir doch eben so wohlgefällig gewesen seyn, als du mir gnädig warst! Möchte ich doch keins der Gelübde gebrochen haben, wodurch ich mich an dem Morgen dieses Tas ges vor deinem Angesichte auf's neue dir heiligte. Aber, Herr, allwissender Gott, wie könnte ich vor dir meine Schwäche verhehlen? Wie manche Gelegenheit zum Gus ten habe ich auch heute ungenützt gelassen! Wie manche meiner Kräfte nicht so angewandt, daß ich mit Zuversicht dir einst Rechenschaft davon ablegen könnte! Ach, handle nicht mit mir nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach meinen Mifferhaten! Um deiner erbarmenden Güte willen, verzeihe die Uebertretung dieses und aller verfloss fenen Tage meines Lebens. Entziehe mir den Schutz nicht, welchen alle Diejenigen genießen, die sich mit kinds licher Demuth deiner Regierung unterwerfen. Erneure die Kräfte meines Körpers durch einen ruhigen Schlaf, damit ich mein Tagwerk morgen mit Freuden wieder ans treten, und mit allem Eifer muthig treiben könne. Laß kein Uebel mir und den Meinigen begegnen, und keine Plage zu unsrer Wohnung sich nahen. Laß mich mit reinem Herzen voll Preis und Dank für deine, auch im Schlafe, mir erzeigte Gnade morgen erwachen. Amen! Ein anderes Morgengebet. Herr, err, wenn ich erwache, so denke ich an dich. Wie köstlich ist mir der Gedanke von dir! Wie erfreus lich 11 lich das Gefühl, daß du uns allenthalben nahe bist, uns allenthalben siehest und kenneft, und mit deiner Allmacht, Weisheit und Gnade umgibst! O möchte der Gedanke an dich heute und alle Tage meines Lebens mein Begleiter, mein Führer, mein Trost und meine Freude seyn! Ja, möchte das Gefühl deiner Gegenwart und Nähe immer in meinem Gemüthe lebhaft und wirksam bleiben! Ich gehe, oder liege, so bist du um mich; du siehest alle meine Wege, alle meine Unternehmungen und Handlungen: nun so will ich immer so handeln, daß ich dich, den Allgegenwärtigen, nicht scheuen darf. Es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht alles wissest: nun so will ich mir auch nicht Ein Wort erlauben, wos von ich dir nicht Rechenschaft geben könnte. Du kennest selbst meine Gedanken von ferne: nun so will ich auch immer so denken, wie es recht und wohlgefällig ist vor dir. Auch mein Seufzen ist dir micht verborgen: darum will ich mich immer mit meinen Wünschen an dich wenden, in Allem auf dich sehen, und Alles, was ich bedarf, mit kindlicher Zuversicht von dir erbitten und erwarten, der du nahe bist Allen, die dich anrufen, und keinen vers giffest und versäumest, der sich auf dich verläßt. Vor dir, dem Allmächtigen und Allgegenwärtigen, will ich wandeln und fromm seyn. Das hilf mir, gnädiger und barm herziger Gott, und gedenke meiner heute und allezeit im Besten, um Jesu Christi willen. Amen. Abendgebet. Gott, der du uns allenthalben nahe bist, uns allents halben die Wirkungen deiner Allmacht, Weisheit und Gnade erfahren läsfest, der Gedanke an dich sollte heute mein Führer seyn. Er sollte mich allenthalben begleis ten, sich an Alles, was ich that, redete und dachte, anschließen, und mir Kraft und Trost, Freude und Seligkeit einflößen. Wie unglückselig würde ich seyn, wenn ich diesen Tag zugebracht hätte, ohne an dich zu denken, wenn der Gedanke an dich mir gleichgültig und beschwerlich gewesen wäre! O möge ich nie so unglücks selig seyn und werden! Möge doch der große, selige Ges danke 12 danke an dich meinem Geiste immer gegenwärtiger, meinem Herzen immer angenehmer und willkommner, und in meinem ganzen Verhalten immer wirksamer wers den! Wie selig werde ich seyn, wenn ich dich immer vor Augen und im Herzen habe! Wie kann es mir an Kraft und Stärke fehlen, das Böse zu meiden und Gutes zu thun, wenn ich dich zum Zeugen aller meiner Gedanken, Worte und Werke nehme? Wie kann es mir an Muth gebrechen, die Leiden dieser Zeit geduldig zu ertragen, wenn ich weiß, daß du bey mir bist in der Noth? Wie sollte ich mich nicht allewege freuen köns nen, da ich Gemeinschaft habe mit dir, dem Quelle aller Freude? führe mich, führe Alle, die dich kennen, zu dieser Seligkeit! Schenke mir die Gnade, dich mir ims mer zu vergegenwärtigen, bey Allem, was ich denke und rede und thue und genieße und dulde, auf dich zu sehen, mich immer nahe an dich zu halten, wie du mir allents halben nahe bist, und in der Vorstellung von deiner Nähe, Kraft und Stärke, Freude und Seligkeit zu fin den. Voll des frohen Gedankens an dich und deine Gegens wart, überlasse ich mich getrost der Ruhe dieser Nacht, und sehe allen meinen künftigen Schicksalen im Leben und im Sterben, in dieser und in jener Welt, getrost entgegen. Ich fürchte kein Unglück; denn du bist bey mir! Amen. Ein anderes Morgengebet. Herr, dem ich lebe, deß ich bin, dem ich auch sterbe, zu dir, dem Erhalter meines Lebens, dem Regierer meiner Schicksale, dem Geber alles Guten, dem Gott, der da hilft, und dem Herrn Herrn, der auch vom Tode errettet, zu dir erhebe ich, dein schwaches, hülfsbedürfe tiges Kind, mein Herz mit frohem Danke und finds lichem Vertrauen. Dir danke ich für die Ruhe dieser Nacht, für den erquickenden Schlaf, für die Erhaltung meines Lebens, für die Stärkung meiner Kräfte und für die Heiterkeit des Geistes, womit ich jetzt erwacht bin. Alles kommt von dir; Alles ist Geschenk deis ner freywilligen, unerschöpflichen, ewig fortwährenden Güte. Alles ist Beweis, daß du mich liebest, für mich fors g 13 - forgest, und nie aufhörest, für mich zu sorgen. Aber zu dir steht auch meine Hoffnung und Zuversicht, daß du ferner allezeit mit mir seyn, mich gnädig erhalten, weise regieren, mächtig beschüßzen, vor dem Bösen bes wahren, zum Guten stårken, mich segnen werdest durch Christum. Ich weiß nicht, was mir gut ist, und was ich mir im Irdischen, von dir erbitten soll. Du allein weißt untrüglich, was mir davon heilsam ist; und deis ner Weisheit und Güte überlasse ich es mit kindlicher Zuversicht. Aber um geistlichen und himmlischen Ses gen, um Weisheit und Verstand, um Stärke im Glaus ben und in der Tugend, um Kraft, deinen Willen zu thun, mich in allen Dingen zu beweisen als einen Jünger Jesu Christi, und dir zu gefallen, um deine Gnade, um ein gutes Gewissen, um den Trost der Vers gebung der Sünden und des ewigen Lebens, darum bitte ich dich von ganzem Herzen; und das wirst du mir gewiß nicht versagen. Ich weiß nicht, was mir heute, oder in dem fünftigen Laufe meiner Tage begegnen wird. Aber das weiß ich, und deß trößte ich mich, daß ich unter deiner Aufsicht, unter der Aufsicht des besten Vaters, des weiseften, gütigsten, mächtigsten Herrn lebe, und daß mir unter deiner Aufsicht nichts geschehen kann, als was du haft ersehen und was mir heilsam ist. Nun so geschehe an mir dein guter und gnädiger Wille! Ich hoffe auf dich. Dir übergebe, dir vertraue ich mich ganz und gar auf diesen und alle folgende Tage meines Lebens, auch auf meinen Tod. Unter deinem Schutze fürchte ich fein Unglück. Unter deiner Regierung werde ich stets zus frieden und glückselig seyn. Herr, wie du willst, so schick's mit mir im Leben und im Sterben. Wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt! Amen. 2 bendgebet. Mit dir, o Gott, gütiger und liebreicher Vater, habe ich heute mein Tagewerk vollendet. Du warst es, der mir heute und allezeit Kräfte, Gesundheit und Muns terkeit zu meinen Geschäften verlich. Von dir kam Alles, was sich zu meiner Wohlfahrt vereinigte. Dir Morera 14 Dir gebührt also mein innigster Dank." Mit Freuden bring' ich dir dieß Opfer. Ich preise dich fröhlich und freue mich deiner Güte und Treue. Nur der Gedanke betrübt mich, daß ich meine Pflicht nicht immer erfüllt, daß ich so manches Gute unterlassen, oder das Gute nicht immer aus reinen und edlen Gesinnungen gethan habe. O mein Vater, der du mich und alle meine Hands lungen und Gesinnungen kennst, vergib mir gnädig jedes Vergehen, jede Verletzung meiner Pflicht, und mache mich für die Zukunft weiser und eifriger zur Erfüllung deines heiligen Willens. Laß mich täglich in meinem Berufe treuer, täglich frömmer, täglich dir wohlge: fälliger werden, und den Abend meines Lebens mit der freudigen Hoffnung erwarten, daß auch ich deine gnås dige Stimme hören werde: du frommer und getreuer Knecht, du bist über Wenig getreu gewesen, ich will dich über Viel setzen; geh' ein zu deines Herrn Freude! Amen. Morgengebet am Schluß einer Woche. Schon wieder, o Gott, steh' ich am Ende einer Woche! Wie viele derselben werde ich noch zurücklegen? Viels leicht ist diese die letzte, die ich durchlebe, vielleicht erleb' ich den Abend nicht. Gib mir, o Gott, die Nichtigkeit und Vergänglichkeit aller irdischen Dinge lebendig zu ers kennen. Lehre mich einen guten und weisen Gebrauch von meinen Tagen machen. Laß mich nicht bloß leben, um zu leben, sondern um gut zu leben, und durch Tugend und Frömmigkeit mich zu einem höhern Leben vorzubereiten. Laß mich niemals um ein irdisches Gut zu sehr besorgt und bemüht, noch auf irgend einen Vorzug stolz seyn. Lehre mich bedenken, daß Alles eitel und vergånglich ist, und daß nichts von Allem, was ich sehe und besiße, mir zuleßt übrig bleibt. Die Freuden dieses Lebens aber, welche du mir nach deiner Güte zutheilest, laß mich uns schuldig, mit Dankbarkeit gegen dich, und als Vorempfins dungen jener Seligkeit des Himmels genießen. Vielleicht bin ich meinem Ziele näher, als ich's glaube. Hilf mir so leben, daß ich jeden Tag, als den letzten meines Lebens, rus hig erwarten, und mich der trosivollen Hoffnung, einer felis gen -- 15 gen Unsterblichkeit freuen könne, die du uns verheißen hast durch Jesum Christum, unsern Herrn und Heiland. Amen. Abendgebet. Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz, prüfe und erfahre mich, wie ich's meine, und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf richtigem Wege. Ja, feine Untersuchung kann für mich wichtig er seyn, als diese. Was wäre es, wenn ich Alles wüßte, wenn ich alle Erkenntniß hätte, wenn ich alle Dinge ergrüns den und erforschen könnte; und dennoch mir selbst unbes kannt und verborgen bliebe, meine eigenen Gesinnungen nicht erforschen, und kein richtiges Urtheil über meine Hands lungen fällen könnte? Allwissender und Allgütiger, mache mich mit dir bekannt! Laß mich mein eigenes Herz, meine Vollkommenheiten und unvollkommenheiten, meine Eus genden und Untugenden erkennen, und immer beffer, immer dir wohlgefälliger werden. Gib mir auch die Fehler, Suns den und Thorheiten, deren ich mich in dieser Woche schuldig gemacht haben mag, lebendig zu erkennen. Vergib sie mir gnädig um deiner Liebe, und um deines Sohnes willen, der mir deine Gnade und die Vergebung meiner Sünden verheißen hat. Laß mich von nun an mit vers doppeltem Eifer an meiner. Selbstverbesserung arbeiten, und jeden kommenden Tag meines Lebens weiser, tugend: hafter und frömmer werden. Sey auch gepriesen für alle die Wohlthaten, die du mir diese ganze Woche hins durch erwiesen hast. Walte mit deiner Güte ferner über mir und den Meinen, und laß mich unter deiner Aufsicht immer ruhig und zufrieden leben! Amen. Erweckung zur Treue im Berufe. Gott, du hast uns Alle zu einem thätigen unts ars beitsamen Leben bestimmt, und mit einem solchen Leben hast du die wesentlichsten Vortheile, die mannigfaltige sten Freuden verknüpft. Wehe Dem, der seiner Bestims mung vergißt, und sich der Trägheit und dem Rüßige gange ergibt! Ihn fliehen Ruhe und Zufriedenheit, ihn verfolgen Langeweile und Ueberdruß; seiner warten Schans 16 Schande und Elend! Fern sey es denn von mir, die Pflicht der Arbeitsamkeit für eine drückende Last zu halten, die ich wider meinen Willen tragen müßte, und der ich mich lieber entziehen möchte! Nein, sie ist, so wie alle Pflichten, die du, Allgütiger, von uns forderst, Mittel und Weg zu größrer Vollkommenheit; und ihre treue Erfüllung belohnt sich selbst. Nur dann, wenn ich meine Fähigkeiten und Kräfte treulich gebrauche; wenn ich meine Berufsgeschäfte fleißig und redlich betreibe; wenn ich ein gemeinnügiges Leben führe: nur dann werde ich meines Daseyns, meiner Kräfte, meiner Zeit und meiner Güte auf eine vernünftige Weise froh; nur dann kann ich mir selbst und Undern, und dir, meinem Schöpfer und Herrn, Rechenschaft von ihrer Anwen dung geben; nur dann mit Zufriedenheit auf jeden vers floffenen Tag zurück sehen, und ihn mit dem Bewußts feyn beschließen, daß ich an demselben guten Samen auf die fünftige Ernte ausgestreuet habe; nur dann kann ich am letzten meiner Lebenstage hienieden ohne Reue und Vorwürfe auf sie alle zurück blicken, darf keis nen für gänzlich verloren halten, und kann mich noch sterbend der guten Bemühungen und Thaten freuen, womit viele derselben bezeichnet sind. Ja, Gott, ich verehre deine weisen, gütigen Anords nungen in der ganzen Welt. Ich erkenne es, ich fühle es, wie stark sie mich zur Arbeitsamkeit, und zur Treue in mei nem Berufe verpflichten. Möchte ich doch diese Verpflich tungen nie vergessen, und sie immer vollkommner erfüllen! Ja, die Arbeitsamkeit soll mir schon an sich, auch ohne Hinsicht auf die äußern Vortheile, welche sie mir verschafft, theuer seyn! Auf eine würdige und pflichts mäßige Weise thätig und geschäftig seyn, das ist wahres Leben, Leben des Geistes, wie gering auch die äußern und sichtbaren Folgen derselben seyn mögen. 6wd Alle meine Fähigkeiten und Kräfte, o Gott, find Ges schenke deiner Güte, find Talente, die du mir zum Gebraus che anvertrauet baft. Einst soll ich dir von der Anwens dung derselben Rechenschaft geben! Wie kann ich sorgs fältig und eifrig genug seyn, sie wohl zu gebrauchen? Du 17- as Du hast mich in mannichfaltige Verbindungen mit meinen Mitmenschen gesetzt. Ich kann ihrer Hülfe und ihres Beystandes nicht entbehren; tausend Gutes ist mir durch sie von meiner Kindheit an zu Theil geworden, und wird mir noch tåglich zu Theil. Welch ein undankbares, unnüßes Geschöpf, und wie unwürdig deiner Gnade und Wohlthaten würde ich seyn, wenn ich nicht andern Mens schen durch Fleiß und Treue in meinem Stande und Bes rufe so nützlich zu werden suchte, als ich nur kann? Ich bin, so wie alle deine Geschöpfe, ein Werkzeug in deiner Hand, wodurch du deine weisen und gütigen Absichten ausführest; und je treuer ich in meinem Bes rufe arbeite, je unermüdeter ich das Gute thue, das ich in meinem Wirkungskreise thun kann und soll: destos mehr darf ich mich dessen freuen, daß ich deine gnädigen Absichten befolge, und dein Werk auf Erden treibe. Du, Gott, wirkest von Ewigkeit zu Ewigkeit! Deine Kraft ist unbegrenzt, dein Thun ist unermeßlich, und Alles, was du wirkest, ist und schaffet Leben, Freude und Seligkeit. O möchte ich durch die beste und unverdross senste Anwendung alles dessen, was ich bin und habe und fann und vermag, dir, meinem himmlischen Vater, immer ähnlicher, und dadurch eines höhern Berufs und wichtigere Geschäfte in der zukünftigen Welt immer fås higer werden! Amen. Ermunterung zur Dankbarkeit gegen Gott. Von dir allein, o Gott, kommt alles Gute, was wir Menschen genießen; du bist die Quelle alles Lebens und Segens. Auch mich hast du mit deinen Wohlthaten überschüttet, und ihrer sind mehrere, als ich zählen kann. Auch mich riefst du ins Leben, um mich zu einem Denks male deiner Liebe zu machen; und immer habe ich sie erfahren, seitdem ich bin. Noch ehe ich selbst mich kannte, war mir von deiner wohlthätigen Fürsorge Hülfe und Pflege bereitet, deren ich zu meiner Erhals tung bedurfte. Daß ich noch lebe, und deiner Güte mich freuen fann; daß so manche Gefahr vor mir vorüber ging, die meiner Wohlfahrt drohte; daß ich so manche 2 Ers 18 Erleichterung erfuhr, wenn Kummer mich drückte, daß ich so manche Noth überstand, und daß des Angenehs men in meinem Schicksale noch immer mehr war, als des Widrigen; ja, daß selbst das Widrige mir nüßen mußte: dieß Alles kam von dir, o Gott! Dieß war das Werk deiner wohlthätigen Liebe, du Herr und Vas ter meines Lebens! Doch du hast noch viel mehr an mir gethan; du hast dich auch meiner Seele herzlich ans genommen, daß sie nicht verdürbe, sondern zum Genuß immer höherer Seligkeiten gelangte. Auch mir zum Heile fandtest du deinen Sohn in die Welt, ließest auch mir sein heiliges Evangelium bekannt werden, durch ihn auch mir Gnade und ewiges Heil verkündigen. Und, o! wie mannichfaltig waren nicht die Erweckungen zu einem treuen Gebrauche dieser Gnade von meiner Jugend an! Wie unermüdet war dein Bestreben, mich auf den Weg zu leiten, der zu wahrer Zufriedenheit in dieser Welt, und einst zu ewigen Freuden führt! Mit welcher Geduld übers fahest du meine so häufigen Verirrungen! Mit welcher Langmuth trugst du mich, wenn ich deinen erbarmenden Absichten widerstrebte! Wie unermüdet wirkst du noch immer durch deinen guten Geist an meinem Herzen, um sie an mir zu erreichen! Gott, wie sind deiner Wohlthas ten so viele! Wie soll ich sie dir vergelten, du mein Vas ter, mein höchster Wohlthäter! Ich bin zu gering aller Barmherzigkeit und Treue, die du an mir bewiesen hast, und selbst in der Ewigkeit noch herrlicher beweisen willst, wenn ich dir kindlich folge. dD gib mir eine immer lebhaftere Ueberzeugung von deiner unaussprechlichen Liebe. Sey mir eine kräftige Erweckung, dich wieder zu lieben, und deinem wohlthäs tigen Willen gerne und mit Freuden zu gehorchen! Immerdar sey sie mir vor Augen, und erfülle mein ganzes Herz mit Ehrfurcht und Liebe gegen dich! De nem Dienst und dem Gehorsam gegen deine Befehle will ich alle meine Kräfte weihen. Laß dir dieses Opfer wohls gefallen! Was kann ich dir schon geben? Du bist der Allselige, der feines Dinges bedarf. Kein Geschöpf kann dir auch nur eine einzige deiner Wohlthaten vers gelten. 19 gelten. Aber was ich thun kann, das will ich thun. Ich will mich redlich befleißigen, deine Wohlthaten den Absichten gemäß anzuwenden, zu denen du sie mir gabst. Das Gute, das du uns schenkst, nach deinem heiligen Willen gebrauchen, das ist dir wohlgefälliger Dant. Stärke mich dazu, o Gott, damit ich hoffen darf, deiner Liebe einst ewig froh, und im vollkommenen Genusse ders felben unaussprechlich glücklich zu werden. Dort will ich dir würdiger danken, als meine schwachen Lippen hier vermögen! Amen. COMPRO Ermunterung zur Zufriedenheit mit Gottes Schickungen. Herr err und Vater meines Lebens, wie trostvoll ist es mir, daß ich unter deiner gnädigen Obhut und Leitung stehe, und daß alle meine Schicksale in deiner Hand sind! Du willst nach deiner unendlichen Güte nur mein Bestes; in dem Lichte deiner Allwiffenheit siehest du untrüglich, was mir am heilsamsten und nützlichsten ist, und was du, Allmächtiger, willst, das geschieht im Himmel und auf Erden. Wie sollte ich denn nicht gern und willig mich allen deinen Schickungen ergeben? Wohl uns, daß du, allweiser und allgütiger Vater, den Lauf meines Lebens mit Allem, was mir begegnet, nach deinem weisen und liebevollen Rathe geordnet hast! Gib, daß dieser Gedanke bey Allem, was mir jemals widerfahren wird, und was mich zur Unzufries denheit reizen könnte, immer gegenwärtig und lebendig in mir sen, und allen Unmuth, der sich bey mir regt, überwinde. Zwar stimmen meine Wünsche nicht immer mit dem überein, was du mich erfahren läsfest: aber nie müffe mein Herz so thôricht seyn, wider deine Füs gungen zu murren, und sich unglücklich zu achten, weil du mich Wege führst, die, wenn sie auch für mich hie und da rauh und schmerzhaft seyn sollten, dennoch gewiß unendlich besser sind als diejenigen, welche ich vielleicht nach meis nem Gutdünken zu meinem Unglücke wählen würde. Du machest Alles wohl, und läsfest Denen, die dich lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Stårke mich denn, mein Vater 2* 20 Bater, in diesem Glauben an dich, daß ich dadurch ge wöhnt werde, das alles gut zu finden, was dein Rath für mich gut gefunden hat; daß ich mit allen Umständen, in welche mich deine Vorsehung setzt, von Herzen zufries den sey, und nur das wünsche und wolle, was mit deis nem heiligen und guten Willen übereinstimmt. Mache es mir immer erleuchtender, daß das wahre Glück nicht an außerliche Dinge gebunden, sondern allein in einem rechts schaffnen dir ergebnen Herzen zu finden sey. Und gib, daß ich mit solchem Herzen dich in jedem Stande met nes Lebens ehre; dann werde ich es gewiß auch in der Folge erfahren, was ich jetzt noch zum Theil glauben muß: daß alle deine Wege mit mir lauter Güte sind, und zu meinem wahren und ewigen Wohle hinleiten. Amen! Demüthigung vor Gott bey dem Andenken an Verdung series for stora fündigung. Wenn ich, o Gott, mit deinen liebreichen Geboten meine Gesinnung und mein Verhalten ernstlich vergleiche, so fagt mir mein eigenes Gewissen, daß ich vor dir nicht schuldlos bin. Wie könnte ich nun meine Verfündigung vor dir verbergen, der du das Innerste meiner Seele kennst, und Alles weißt, was ich denke, rede und thue! Mit inniger Beschämung meiner Seele empfinde ich dieß, und wie unglücklich würde ich seyn, wenn ich nicht auf die Gnade und Barmherzigkeit hoffen durfte, die du durch Jesum Chriftum allen Denen zugesagt haft, welche mit einem Herzen voll aufrichtiger Reue und voll Glaubens sich ernstlich bestreben, täglich besser und dir wohlgefälliger zu werden. Du hilfst gern Denen, die sich bessern wollen. Regiere denn auch mich mit deis nem guten Geiste, daß dieses mein Bestreben mir durch deinen gnädigen Beystand gelinge, damit alles mein Thun und Laffen, mein Denken und Trachten dir wohls gefällig seyn möge. Erhöre mich, so wie du gern Jeden höreft, der nach deinem Willen bittet! Amen. # Death Kurzes Sündenbekenntniß. Du siehst, o Gott, mein Innerstes, und weißt, wie - 21 -- wie manches Unrechtes, wie mancher Uebertretung deiner beiligen Gebote ich mich schuldig gemacht habe. Du siehest aber auch meine herzliche Beschämung und Neue, daß ich damit deinem, meines himmlischen Wohlthäters und Vaters, guten Willen zuwider gehandelt, und mir felbst an meinem wahren und ewigen Glücke so sehr ges schadet habe. Vergib mir nach der Barmherzigkeit, die du in Jesu Christo, deinem Sohne, geoffenbaret hast, alle meine Sünden; und hilf mir zur Vollführung des gefaßten ernstlichen Vorsatzes, besser zu werden, und als ein gewissenhafter, frommer Christ zu leben! Amen. Nachdenken für Christen nach der Beichthandlung. Fern von den Zerstreuungen des Lebens will ich die ses ligen Rührungen, welche heute in mir erweckt sind, noch durch stilles Nachdenken in mir erhalten und befestigen. D, wie war mein Herz bewegt, als ich in der feyerlichen Stunde mit meinen Mitchriften, voll Reue, mich vor Gott demüthigte, und aus dem Munde des Lehrers das Wort des Lebens vernahm, daß Gott den Untergang des Sünders nicht wolle, daß er in Christo sich unser Aller ers barmet habe, und bereit sey, uns unsre Sünden zu vers geben, wenn wir uns dieser Vergebung durch aufrichtige Besserung des Lebens nicht unwerth machen. Vater und Erbarmer, laß es mich mit festem Glaus ben hoffen, daß du dein gnädiges Ja und Amen zu dieser Versicherung gesprochen habest, und daß du mein gnädis ger Gott und mein liebreich gesinnter Vater seyfi. Verleihe mir nun auch deinen Beystand zu meiner Besserung, und stärke mich, forthin als dein gehorsames Kind zu wandeln. Laß mich nie vergessen, was ich dir angelobt habe. Du hast, o Gott, meine Zusage gehört. Ach! wenn ich dir von nun an wieder wissentlich untreu würde: dann würde diese Zufage mich vor dir verwerflich und unvermeidlich elend machen. So will ich denn künftig jede böse Neigung und sündliche Gewohnheit ablegen, mich mit jedem Tage immer mehr von ihnen losreißen, und immer beffer und frömmer zu werden suchen. Ich habe gelobt, dir, mein Gott 22 Gott, getreu zu seyn bis in den Lod, im Glauben und wahrer Frömmigkeit. Nun, so will ich denn mit unges theiltem Herzen an dir hangen, dich über Alles lieben, und dir, als dein gutes Kind, treu und ergeben bleis ben bis an mein Ende. Leite du selbst mich, durch deinen Geist, auf der ebenen Bahn der Frömmigkeit! Schaffe du selbst in mir ein reines Herz, und gib mir eine neue Gesinnung, die nicht mehr wankt, sondern im Guten gewiß und bes ståndig bleibt. Erhalte du mich dir getreu, unter den mannichfaltigen Reizungen und Verführungen zur Süns de, und laß mich von diesem Tage an in dem Bunde der seligsten Freundschaft mit dir, mein Erbarmer, fest stehen, damit ich noch im Tode getrost seyn, und einst von dir den Lohn der Treue empfangen möge! Amen. Selbsterweckung am Tage der ersten Communionfeyer. Wie wichtig und feyerlich unter allen Tagen meines Lebens ist der, welchen ich heute erlebe, der Tag der öffentlichen Huldigung, die ich der Religion Jesu dars bringe; der Tag der dankbaren Erinnerung an seine großen Verdienste um mich; der Tag des Bundes der Liebe mit Ihm, und allen meinen Mitmenschen! Wie sollte ich ihn nicht mit Dank gegen Gott, und mit heis liger Freude begrüßen! Wie sollte er mich nicht zum ernsthaftesten Nachdenken auffordern, und mein Herz mit der innigsten Rührung erfüllen! Aus dem Zustande der hülflosen Kindheit hat Gots tes väterliche Güte mich bis hieher gebracht. Meiner selbst unbewußt, lag ich bey meinem Eintritt in die Welt auf fremden Armen. Schon damals, als ich für nichts sorgen konnte, ward für mich gesorgt; gesorgt für die Bedürfniffe meines Körpers, gesorgt für die höhes ren Bedürfnisse meines Geistes. Ich ward gepflegt, bes lehrt, zum Guten angeführt; ich lernte Gott kennen, und meine Pflichten. Es ist meine Schuld, wenn mir das nicht wichtig geworden ist, was man mich als das Wich tigste für den Menschen kennen gelehrt hat. Senn 23 Wenn ich zurückblicke in die verlebten Jahre, und wie möchte ich heute nicht zurückblicken? o Gott, welche zahllose Menge des Guten, das ich schon genossen, ohne alles mein Verdienst genossen habe, stellt sich meinem - wie vieles, was mich bes Auge dar! Aber zugleich schämt und niederbeugt wie viele verlorne Stundenwie viele gemißbrauchte Kräfte- wie viele Vergessenheit meiner Pflicht vielleicht selbst wie manche Schuld, die auf meinem Gewissen liegt, wie manches Vergehen meiner Jugend, das ich wohl als Unrecht erkannte, aber dennoch beging! - - PURKUO - - Und doch hat es mir nie an Belehrung und Warnung gefehlt. Doch ist mir dein Bild, göttlicher Erlöser, von Jugend an vor meine Augen gestellt. Jch habe an deinem Beyspiele die Unsträflichkeit der Kindheit und die Heiligkeit der Jünglingsjahre kennen gelernt. Oft hat die Größe deiner Verdienste mein Herz gerührt, und oft, wenn ich hörte, durch welche Leiden und Aufs opferungen du mich von der Herrschaft der Sünde frey machen, und zu der Würde der Kinder Gottes erheben wolltest, that ich das fromme Gelübde, mich dir mit allen meinen Kräften wieder aufzuopfern, und durch Unschuld und Heiligkeit des Lebens mich des hohen Christennas mens, den ich führe, würdig zu machen. An dem wichtigen Tage meiner ersten Communione feyer, werde ich diese Gelübde öffentlich ablegen. Meis ne Eltern oder meine Lehrer, meine Bekannten und Freunde, so manche Gespielen meiner Jugend, werden Zeugen seyn, wenn ich mich dem Altare des Herrn nahe, um daselbst durch den Genuß seines heiligen Mahles zu bestätigen, daß ich ihm angehöre, daß ich mich zu seiner Lehre bekenne, daß ich es für mein Gewiß höchstes Glück halte, ein Christ zu seyn. wird in diesem Augenblicke mein Geift von einem ges heimen Schauer, ergriffen werden, der mich erinnert, wie heilig mein Gelübde sey, und zu welcher unvers brüchlichen Treue ich mich verpflichte. Wäre von als len diesem nichts in meiner Seele, ach, so wäre ich ein Heuchler, und ermangelte der heiligen Ehrfurcht vor 24 vor Dem, in dessen Hand mein ganzes Schicksal liegt, und Den ich nie täuschen fann! dan sim O, daß der Eindruck dieser Handlung mich nie verlaffe! Ich gehe mit jedem Jahre, das ich älter werde, schweren Versuchungen entgegen. Bisher ging ich an der Hand leitender Eltern oder Freunde. Bald soll ich allein gehen, soll mich selbst halten. Die Welt erwartet mich mit allen Reizen zum Bösen. Ich trage in meiner Sinnlichkeit einen innern Feind mit mir umber, der so geneigt ist, sich mit der Verführung von außen gegen mich zu verbinden. Werde ich stark genug seyn, ihm zu widerstehen? Heute sind meine Vorsätze so fest, meine Laufbahn in der Welt unsträf lich zu durchwandeln, unermüdet an meiner Pflicht zu hangen. Werden sie es bleiben? Sist in Unterstüße du selbst mich, Vater meines Lebens, mit deiner göttlichen Kraft. Dein Beyspiel, o Jesu, welches dieser Lag meiner Seele so lebendig darstellt, schwebe mir immer vor, und der Gedanke, welche Vers suchungen du überwunden, welche Siege du über die Welt errungen hast, gebe mir Muth, dir nachzukämpfen und getreu zu seyn, bis an den Tod. SHIL Erweckungen vor der Communion. So habe ich denn den Tag erlebt, der ein Wonnetag für meine Seele ist, den Tag, an welchem ich mit meis nen christlichen Brüdern das Gedächtniß der Liebe des größten Menschenfreundes erneure, der für Wahrheit und Tugend so willig starb, und sich der Glückseligkeit freute, die er dadurch dem menschlichen Geschlechte ers ringen würde. Ja glückselig bin ich durch seine Lehre, die er durch seinen blutigen Tod gleichsam versiegelt und bekräftiget hat, glückselig durch ihre Vorschriften und Verheißungen, die meine ganze Seele umbilden, und mit Trost und Hoffnung erfüllen. Innig erheitert ist heute mein Geist, da ich mich meiner hohen Glücks feligkeit durch, Jefum freue, und den ganzen Werth feis ner Menschenerlösung lebhaft empfinde. Habe Dank, o Bater, daß ich ein Christ, ein Erlöser deines Soh nes 25 nes bin. Habe Dank, daß ich von jener traurigen Unwissenheit, von jenen verderblichen Irrthümern, und von jenem sklavischen Joche der Sünde erlöst bin, unter welchem jest noch so viele tausend Menschen seufzen. Auch du habe Dank, theuerster Erlöser, daß du für mich so viel gethan, so viel gelitten und erduldet hast, Heute daß ich diese Wohlthat theilhaftig seyn kann. begehe ich das Gedächtnißmahl deiner Liebe mit innigs ster Freude. Heute bringe ich dir die Opfer des herzz lichen Dankes, die dir gebühren. Heute weihe ich mich deiner Liebe auf's neue. Nichts soll diese Bande der Liebe zerreißen. Nichts soll mich wankend machen in dem Vorfaße, deine heilige Lehre zu befolgen, und dein schös nes Beyspiel nachzuahmen. Ich will lieben, wie du ges liebt hast, alle Menschen, auch meine Feinde, und will. allem dem entfagen, was deinen heiligen Geboten ents gegen ist. Ich will von dir Sanftmuth und Demuth lernen, und durch Uebung jeder Tugend beweisen, daß ich dein Schüler bin. O, daß ich diese guten Vorfäße nie vergessen, sondern täglich erneuern möge! Stärke mich dazu, o Gott! und laß mich täglich heiliger und eifriger in der Erfüllung meiner Pflichten werden, das mit ich die Freude stets genieße, die ich jetzt empfinde, und das Ziel aller meiner Wünsche, die Seligkeit, durch Jesum Christum erreiche, den ich ewig lieben, loben und preisen werde. Amen. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; Ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen Tod. Die Kraft zu diesem Willen. Laß mich von nun an eifrig seyn, Mein ganzes Leben dir zu weihn, Und deinen Tod zu preisen. Laß mich den Ernst der Heiligung Durch Lieb' und wahre Besserung Mir, und der Welt, beweisen. Danks, home 26 Dankgebet nach der Communion. Dank sey bir, Jesu, Sohn Gottes, für das herrliche Gedächtniß deiner Liebe, das ich jetzt gefeyert habe! Mit welcher Beruhigung, mit welcher Freude, mit welcher Hoffnung bin ich erfüllt! Wie wallt mein Herz voll dankbarer Liebe gegen dich, und wie ist jede meiner Empfindungen Liebe und Dank! Herr, mein Heiland! Wie liebreich hast du für mich gesorgt! Durch die süße Pflicht des Andenkens an dich hast du für meine Ruhe und Zufriedenheit gesorgt, und mich durch die feverliche Handlung selbst, die ich zu deiner Ehre und mit Danks Barkeit gegen dich verrichtete, durch himmlische Empfins dungen und Gesinnungen belohnt. Wie erhaben über alle Beschreibung ist deine Liebe! Wie undankbar und wie unwürdig deiner Wohlthaten müßte ich seyn, wenn ich deiner je vergessen wollte! Nein, du sollst immer mein erster, liebster und angenehmster Gedanke seyn; deiner Güte will ich mich erinnern in allen Vorfällen meines Lebens; du sollst mein bester Freund und treuster Führer seyn. Dir will ich folgen, und alle meine Handlungen zu deiner Ehre einrichten. Wie ich mich heute dir verpflichtet habe, will ich mich dir auf immer verpflichten. Ich entsage hiermit nochmals Allem, das die heiligen Bande der Liebe zwischen dir und mir aufs lösen oder trennen könnte. Ich entsage jeder Sünde, jedem Undanke, jedem Ungehorsam gegen deine heiligen Befehle, ich bin ganz dein, dir auf ewig geweihet. Stärke mich, liebevoller Heiland, daß ich niemals dir wieder untreu werde, nie von dir weiche! Hilf mir in allen Versuchungen standhaft seyn; laß mich deine große Liebe und meine theuern Zusagen stets vor Augen haben, und im Leben und Tode mich als deinen treuen Jünger und Bekenner beweisen! Amen. Gebet eines Landmannes bey und nach der Aussaat. Gott, du erfreuest Alles, was lebet, mit Wohlgefal: len; du gibst unserer Erde Fruchtbarkeit, und uns Ses gen zu unsrer Arbeit, und Gedeihen zu unserm Fleiße. Von 27 Von die kommt Sonnenschein und Thau und Regen, aller Wachsthum und alle Kraft der Pflanzen und Früchte, mit denen du Menschen und Vieh ernährest. Jeder Grashalm zeuget von deiner Güte, und jede Kornähre, die zu Halmen aufsteiget, verkündigt deine Macht und deine Ehre. Was wir sind und was wir haben, das sind und haben wir von dir und von deiner Güte. Dir verdanken wir unser Leben und unsern Athem, dir unsere Gesundheit und Stärke, dir unsern Frieden und äußere Sicherheit, dir unsern Trieb zur Vollkommenheit und zur Gottseligkeit, dir den Anfang und Fortgang alles unsers Wohlergehens. Ohne dich vermögen wir nichts, und ohne deinen Segen ist alle unsere Mühe und unsre Arbeit verloren. Wir bitten dich, himmlischer Vater, segne das Werk unsrer Hände, segne die Saat, die wir der Erde anvertraut haben, daß sie sich entwickle, daß sie gedeihe, und der Hoffnung einer reichen Ernte entgegen reife! Laß uns auch in dies sem Jahre deine Güte schmecken, und deine våterliche Barmherzigkeit in allen unsern Wegen erfahren. Gib uns, was wir bedürfen, gib der Erde, was ihren Wachsthum befördert; und verleihe uns Weisheit im Gebrauche deiner Gaben, Mäßigung in unsern Begiers den, und Dankbarkeit für alles Gute, das wir von dir empfangen. Laß auch uns das erfreuende Beyspiel der so reichen und ergiebigen Natur nachahmen, laß uns in als ler Weisheit und Gottseligkeit wachsen, und reiche Früchte guter Werke bringen, zur Verherrlichung deines Namens und zu unserer Glückseligkeit in dieser und in derzukünfs tigen Welt! Amen. Gebet bey aufsteigendem schweren Gewitter, und Erweckung zum Vertrauen auf Gott. Herr des Himmels und der Erde! Richter aller Völker! Dir gebühret Ehrfurcht und Anbetung. Kein Lob kann deine Größe erreichen, kein Verstand deine Macht faffen und begreifen! Wenn dein Donner über uns in den Wolken erschallt, dann zittert vor ihm die Erde, dann beben die Elemente, dann verbergen sich deine Geschis 28 Geschöpfe, es fürchtet sich Alles, was Odem hat, und deinen Blik erblicket. Gott, unser Gott und unser Vas ter, dein Odem tödtet und beseelet; deine Stimme schlägt zu Boden und weckt auf; dein Donner erschüttert die Sichern, und setzet die Uebertreter in Angst und Uns ruhe! Ewig ist deine Macht, und unbeschränkt deine Herrlichkeit! Doch, was du über uns verhångst, das muß zu unsrer Wohlfahrt und Glückseligkeit dienen, wenn wir nur deinen Geboten folgen. Du suchest heim deine Menschenkinder, aber du fucheft sie heim als ein Vater, nicht, um sie zu verderben, sondern zu erhalten, nicht, um sie zu betrüben, sondern zu lehren, daß sie aufs Wort merken, und auf ihre Pflichten; nicht, um sie zu vertilgen, sondern um sie zur Befferung aufzuwecken und zu ermuntern. Gott, du bist Vater in deinen Gerichten, wie in deinen Werken; in drohender Gefahr, wie in ers freulicher Hülfe; im Donner und Blite, so wie im heitern Sonnenscheine und sanften Frühlingsregen. Stärke und erneure in uns das Vertrauen auf deine Güte, den Glauben an deine Hülfe, und die feste Ueberzeugung von deinen väterlichen Absichten! Laß uns mit Dankbarkeit die vielen und großen Vortheile erwägen, die durch ein Gewitter vom Himmel auf die Erde geleitet, und über Menschen und Thiere ausges spendet werden. Fern von uns sey Aberglaube, kindis sche Furcht und unchristliches Zagen vor deiner Alls machtsstimme. Erwecke und erhalte in uns den Sinn und den festen Vorsatz, dich zu fürchten und deine Ges bote zu halten! Amen. Dankempfindung nach einem Gewitter. Gott, du bist sehr groß und herrlich, und deine Güte währet für und für! Wie furchtbar war das Gewits ter, welches über unsern Häuptern schwebte! Wie groß die Gefahr, die unsern Neckern, unsern Fluren, unsern Häusern drohte! Aber du hast die Gefahr vor uns vorübergeführt; die Luft ist gereinigt, und die Felder und Wiesen, für die wir so besorgt waren, stehen in neuer Kraft und Schönheit wieder da. Welch ein Anblick, 29 Anblick, der unser Auge entzückt, und unser Herz mit Wonne erfüllt; der uns den Segen bewundern, und seis ner uns freuen heißt, den deine milde Hand wieder über die ganze Natur um uns her ausgespendet hat! Wie sollten wir da nicht an dich denken, unsern Ers halter und segnenden Vater, nicht freudig zu dir aufs blicken, und dir Dank und Ehre darbringen? Ja, so sehr wir in jenem Wetter deine unendliche Macht, o Gott, erkennen und vernehmen mußten; so nachdrücks lich fordert uns deine schonende Güte zum freudigsten Danke gegen dich, unsern Beschüßer auf. Du, nur du fonntest dem Sturmwinde gebieten, daß er unserer Fluren schonte; du, nur du konntest unser Leben und unsere Wohnungen vor jenen zerstörenden Blitzen bes wahren. Gott, wir wollen deine Güte nie vergessen, nie an deiner väterlichen Aufsicht zweifeln; sondern so oft uns wieder vor einer Gefahr bange werden will, frendig daran denken, daß wir an dir einen Gott, eis nen Bater haben, der da hilft. Aber wie sollte es uns auch aus dem Sinne kommen, wie groß die Angst eines bösen Gewissens sey, wenn Gefahr und Noth eins bricht; damit wir uns vor Sünden hüten, und in allen Umständen Muth und Zuversicht behalten mögen. Nur Der muß sich im Ungewitter fürchten, der bey freunds lichem Sonnenscheine nicht an dich denkt; aber wer dich immer vor Augen hat, und recht thut, Der fürchtet nichts, wenn gleich die Erde wankt und die Berge ers beben, und die Fluthen brausen: er ist dennoch gutes Muths, er ist auch im Unglücke getrost! Laß uns immer mehr in diesem Sinne gestärkt werden; dann werden wir uns, gütiger Bater, fiets deiner freuen, und in bösen wie in guten Tagen zu deinem Preise bekennen: der Herr hat Alles wohl gemacht! Amen. Gebet nach einem verheerenden Ungewitter. Gott, deine Gedanken sind nicht unsere Gedanken, und deine Wege sind nicht unsere Wege. Aber doch find deine Gesinnungen gegen uns immer liebevoll, und alle deine Wege, auf welche du uns leitest, sollen uns unses mo 30 - umferer erhabenen Bestimmung immer näher bringen. Ja, du bist stets unser Vater; Vater, wenn du gibst, und Vater, wenn du nimmst; bist Vater, wenn du ers freust, und wenn du betrübst. Und so hast du gewiß auch aus väterlichen Absichten das Schicksal uns treffen lassen, worüber Viele jetzt klagen und weinen. Ach, Gott, wie hat sich doch Alles um uns her verändert! Erweckte noch vor kurzem der Anblick der von deinem Segen geschmückten Fluren und Gärten uns zur innigs sten Freude: so können wir jetzt ihre Verwüstungen nicht ohne Traurigkeit betrachten. Haben wir in freudiger Hoffnung unsern Saamen ausgestreut: so werden wir wohl nicht ohne Thränen erndten können. Doch so schmerzlich auch für uns der Verlust ist, den wir erlitten haben: so soll uns das doch nicht hindern, dich, o Gott, auch hierbey als unsern Vater zu verehren, der, auch wenn er züchtiget, nur unsre Beßrung will; will, daß wir Alles, was er über uns kommen läßt, als ein Bes förderungsmittel unfrer geistigen Wohlfahrt ansehen und anwenden mögen. Ach, daß doch diese våterliche Ab sicht an uns erreicht werden möchte! Ja, hier, bey dem Anblicke unsrer zerstörten Saaten wollen wir es leb: haft fühlen, wie unglücklich Der ist, der sich allein auf Güter verläßt, die ihm so leicht entriffen werden köns nen: wollen uns erweckt fühlen, mehr auf unsern Geist zu säen, und solche Schätze zu sammeln, die keinen Zus fållen unterworfen sind. Hier wollen wir es uns sagen, und durch den erlittenen Verlust uns ermuntern, auch in Jahren des Ueberflusses doch unsere Bedürfnisse weis: lich einzuschränken, nicht durch Uleppigkeit uns zu vers wöhnen, sondern die große Kunst zu lernen, auch bey Wenigem zufrieden zu seyn. Hier soll unser Unglück, bey dem wir des Mitleids, des Trostes und der Unters stützung unserer Mitbrüder bedürfen, uns um so theilneh: mender, mitleidiger, dienstfertiger, und zum Wohlthun geneigter gegen Die machen, welche von einem ähnlichen Unglücke betroffen werden. Grup So, Herr, laß uns weiser werden, und unser jetzis ges Schicksal zur Beförderung unserer geistigen Wohls fahrt 31 fahrt benußen. Verhüte es nur, Allgütiger, daß uns der erlittene Verlust in Verrichtung unserer Berufsges schäfte nicht verdroffen mache! Laß uns vielmehr erweckt werden zum Nachdenken, daß wir erlaubte Mittel zur Verbesserung unserer Umstände unermüdet aufsuchen, und daben auf die Winke deiner Vorsehung achten, und ihnen willig folgen. Wir wollen uns vornehmen, das Unfrige redlich zu thun, und dann nicht ängstlich zu zagen, sons dern unsere Sorgen dir zu befehlen, und hoffen, du werdest uns nicht verlassen, uns deinen Segen für die Zukunft nicht versagen. Mit kindlicher Zuversicht sehn wir zu dir auf, und halten fest an deiner Verheißung, und rühmen mit getrostem Herzen: gelobt sey der Herr! Er legt uns eine Last auf; aber er hilft uns auch wies der! Amen. 201 SURATO U Mam Dankgebet nach einer gesegneten Ernte. Gott, unser Vater und Versorger, wir freuen uns deiner Güte, und, indem wir unsre Ernte vollendet has ben, sehen wir mit gerührtem Herzen zu dir auf, die die Opfer unsers Dankes darzubringen. Welche Reihe von Wohlthaten stellt sich jetzt unserm betrachtenden Geifte dar! Du hast nach deiner Weisheit die Wittes rung so abwechseln lassen, daß Regen und Sonnens schein das Wachsthum und Reifen der Früchte beförs derte. Alles, was uns die Freude der Ernte hätte. verbittern, oder nur vermindern können, hast du von unsern Fluren mächtig entfernt. Du verliehest uns Kräfte und Gesundheit, Friede und Rahe, um unsere und Feldarbeiten ungestört und mit Luft verrichten zu köns nen. Und so find denn unsere so reichlich angefüllten Scheuern Denkmåler deiner Macht, Weisheit und Güte. Gott, du hast Großes an uns gethan, deß sind wir fröhlich! D, laß dir wohlgefallen unser Lob, und die Gelübde der Dankbarkeit, die wir dir widmen! Deiner Güte, o Vater, wollen wir nie vergessen, deine Wohlthaten nie mißbrauchen. Jeder Genuß des Erntes fegens soll uns in der Liebe, im Gehorsame, und im Vertraun zu dir stärken. Wir wollen nie vergessen, daß Alles - 32 Alles, was wir eingesammelt haben, nur dein Eigens thum sey, und wir als Haushalter darüber gesetzt sind, die durch Mißbrauch der anvertrauten Güter, durch Ueppigkeit, Verschwendung und Faulheit sich derselben unwürdig und dafür verantwortlich machen würden. Wir wollen, was deine Güte zur Nahrung und Noth durft, zur Erquickung und Freude des Lebens uns wies der bereitet hat, mit Danksagung empfangen, und mit Mäßigkeit und Zufriedenheit genießen. Nicht bloß für uns, nein, auch für unsere dürftigen Mitmenschen hast du, Bater aller Menschen, uns so reichlich ernten lass fen. Die Wittwe und die Waise, der Verlaffene und der Arme hat, nach deinem väterlichen Willen, auch Ans sprüche auf einen Theil unsrer Borräthe. Und so wollen wir ihnen diese Ansprüche nicht hartherzig versagen; wollen von unserm Ueberflusse auch den Bedürftigen und Nothleidenden erfreun und erquicken. So laß uns, seg nender Bater, mit menschenfreundlichen Herzen deines Segens uns freun, und durch deine wohlthuende Güte im Guten geübt und gestärkt, dadurch ermuntert und angefeuert werden, nach edlern und höhern Gütern zu trachten, die unserm Geiste bleiben, und unvergånglich find. So laß uns der ewigen Ernte entgegen reifen, wo wir die Früchte eines weisen Gebrauchs deiner irdis schen Geschenke, eines gut geführten frommen und tus gendhaften Lebens von deiner vergeltenden Gnade hoffen können! Amen. Trostgebet nach einer dürftigen Ernte. Du bist immer weise und gütig, Herr unser Gott, wenn wir gleich deine Gedanken und Wege nicht vers stehn; dein Rath ist wunderbar, aber du wirst ihn herrs lich ausführen. Zwar mit Wehmuth denken wir daran, daß du unsre Hoffnung einer ergiebigen Ernte in diesem Orte nicht erfüllt, sondern durch eingetretenen Mißwachs haft vereitelt werden lassen. Aber auch bey diesem Vors falle demüthigen wir uns vor dir. Auch bey dieser Ents ziehung deines Segens erkennen wir es, daß du noch im mer unser gütiger Vater bist. Hast du uns doch, ben allem 33 allem Mangel, noch Etwas, und mehr, als wir vers mutheten, einsammeln lassen. Hast du uns doch das größte Glück des Lebens, unsere Gesundheit erhalten, und uns und unser Land mit dem Glücke des Friedens gesegnet. Fern sey es daher von uns, daß wir deine Güte, die sich immer an uns verherrlicht, verkennen, daß wir wohl gar wider dich murren sollten. Nein, in stiller Gelassenheit verehren wir die Wege deiner Vors sehung, und mit Thränen im Auge preisen wir dich, denn deine Barmherzigkeit ist es, daß wir nicht gar aus sind, und deine Güte hat noch kein Ende! Auf dich hoffen wir, du wirst es wohl machen! Du gabst uns ja das Leben, und hast es bisher väterlich erhalten. Du kennst ja unsere Bedürfnisse, und wirst uns auch Mittel und Wege zeigen, sie uns zu erleichtern. Du, der du die Vögel nährest, und die Blumen kleideft, wirst auch unser nicht vergessen; wirst den Mangel, den wir jetzt leiden, durch Ueberfluß fünftiger Jahre uns zu ersetzen wissen. Bewahre uns nur, o Gott, vor Mißtrauen gegen dich! Bewahre uns vor Neid und Mißgunst gegen Diejenigen, die reichlicher geerntet has ben als wir! Bewahre uns vor Allem, was uns deis nes Segens und deiner Wohlthaten unwürdig machen fönnte! Erwecke uns durch Genügsamkeit und Fleiß unsere Umstände zu verbessern, und durch Muth und Weisheit in dieser Prüfung so zu bestehn, daß wir, das durch im Guten geübt, deines Beyfalls uns erfreuen können. Im Vertraun auf deine Verheißungen, daß nicht aufhören soll Saat und Ernte, werden wir bald unsern Saamen für das künftige Jahr wieder ausstreuen. Deiner schüßenden Aufsicht sey unsre Aussaat empfohlen. Laß, wenn es deiner Weisheit gefällt, unser Ackerwerk nicht ohne Segen seyn! Ja, wir hoffen darauf, da du so gnädig bist; unser Herz freuet sich, da du so gern hilfft. Dein Name sey gelobet immer und ewiglich! Amen. 3 Demüs 34 Demüthigung vor Gott in Krankheit. Nun erfahre auch ich es in der That, mein Gott, welch ein schwaches Geschöpf der Mensch, und wie hins fällig seine Kraft und Gesundheit ist! Aber Dank sen dir, daß ich weiß, du legest uns nie eine Last auf, die wir nicht unter deinem Beystande ertragen können, und werdest auch dieses Leiden mir zum Besten dienen laffen. Was sollte ich denn unruhig klagen oder ängstlich fors gen? Was kann ich beßres thun, als daß ich zu dir aufs fehe, dem Gott, der da hilft, und der es nie böse meis nen kann. Du hast mich bis hierher so väterlich geleis tet, mir so manche Freude gewähret, und mehr Gutes an mir gethan, als ich bitten und verstehen konnte. Auch das, was mir jemals Leid, Unruhe oder Schmerz verursachet hat, hast du immer weislich gewendet. Gott, alles dieses erkennet meine Seele wohl! Ich bin zu gering aller deiner Barmherzigkeit, und meine Seele unterwirft sich vertrauensvoll dir, ohne dessen Willen und Leitung mir nichts begegnen kann! Du wirst Als les wohl machen. Stärke mich in diesem dankbaren, dir ergebenen und vertrauenden Sinne. Füge es mit der Dauer und mit dem Ausgange meiner Krankheit, wie es dein väterlicher Wille ist. Ich weiß nicht, wel: ches für mich und Andere besser und heilsamer seyn mag, ein langes oder kurzes Krankenlager, das Leben oder der Tod. Alles sen deinem weisen und gnädigen Willen anheim gestellt! Auf dich traue ich! Nur lehre mich in meiner, vielleicht noch kurzen Lebenszeit, an meiner Seligkeit mit ganzem Ernst arbeiten. Wie ich diese Zeit bisher angewendet habe; wie ich mit den mir vers liehenen Kräften und Gelegenheiten zum Guten umges gangen bin; wie ich gegen alle meine Nebenmenschen gefinnet gewesen; wie ich mein Herz und mein Leben rein von lasterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren gesucht habe; wie werth mir die Religion sey, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin: das ist die ernsthafteste Ueberlegung, welche ich jetzt anzustellen habe. Gib, daß ich sie weder scheuen, noch leichtsinnig damit zu Ende eilen, und mir die - 35 POLAND die Tröstungen des Evangeliums Jesu Chrifti fälschlich zueignen möge. Zwar ist bey dir, auch für mich, viel Vergebung; auch mir willst du Barmherzigkeit widers fahren lassen; aber ich weiß auch eben so gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zukünftigen Welt fortleben werde, und daß, wie meine Aussaat ist, so auch die Ernte für mich seyn werde. Stets sen mir also der Zuruf Jesu Christi gegenwärtig: selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen, die Sanftmüthigen, die, welche ein aufrichtiges Verlangen haben, gut zu seyn, und nach der Gerechtigkeit hungern und dursten! Dieser Zuruf erwecke mich, mein Herz von allem dem los zu reißen, wodurch es noch an das Ire dische gefesselt ist; er erwecke mich, so viel Gutes zu thun, als ich noch kann, und Allen um mich her durch Geduld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung des zukünftigen Lebens erwecklich zu wers den. Dann tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann fey die Nacht des Grabes mir nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen und freudigen Gesinnung behars ren: Herr, ich warte auf dein Heil! Amen. Gebet bey anhaltender Krankheit. Noch währen meine Leiden, o Gott! Noch empfinde ich sie in ihrer ganzen Stärke. Noch ist der Kampf nicht ausgekämpft, wodurch ich ins höhere, bessere Les ben hindurch dringen soll! Ach, der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach! Ich erkenne meine Pflicht, ich bin bereit, sie zu erfüllen; ich bete dich, meinen Schös pfer und Vater, mit Unterwerfung an. Aber oft reget sich heimliche Ungeduld in mir. Oft will mein Muth finken, und mein Vertrauen auf dich wanken. Gott, stärke mich Schwachen! Hilf du mir Alles überwinden, und bis an das Ende beharren! Du kennest ja das Maaß meiner Kräfte. Du wirst mir nicht mehr zu leiden auflegen, als ich tragen kann! Noch ist es um wenige mühsame Schritte zu thun: so fiche ich am Ziele, und auch diese Schritte wirst du mir gewis 3.6 gewiß erleichtern, du, der du mich von dem ersten Tritte an, den ich auf dem Pfade des Lebens that, bis jett so våterlich geleitet und geführet hast! Ja, du weißt am besten, zu welcher Stunde, und auf welche Art und Weise ich diesen Zustand mit dem künftigen verwechseln soll. Und wenn deine Stunde fommt, dann kommt mit ihr Errettung und Heil! In deine Armie werfe ich mich als in die Arme des weisesten, gütigsten Vaters! Du wirst dein Kind, an dem du dich schon so gnädig und buldreich erwiesen hast, gewiß nicht verlassen! Bald, bald wirst du es allem Leiden, aller Schwachheit ents reißen, und in die Wohnungen der Ruhe und des Fries dens einführen! Ich will auf Jesum, meinen Vorgånger, sehen. Mit seinen Gesinnungen will ich mich stärken. Wie ges duldig, wie standhaft hielt, er aus bis zum Tode, bis zum Tode am Kreuze! Wie ganz ohne alles Widerspres chen, wie findlich unterwarf er sich deinem Willen! Wie unbeweglich war sein Vertrauen auf dich, seinen Himmlischen Vater! Wie ruhig, wie hoffnungsvoll sah er allen Schreckniffen des Todes und des Grabes entges gen! Ja, ihm will ich nachfolgen. Er hat den dun keln Pfad, der vor mir ist, erhellet, und die Schrecknisse des Todes hinweggenommen. Mit ihm und gleich ihm will ich leiden und sterben, damit auch ich dereinst mit ihm und gleich ihm leben, und glückselig seyn möge. Sein Sinn soll der meinige, feine Sprache die meinige seyn: Vater, nicht, was ich will, sondern was du willst! Vater, dein Wille geschehe! Bater, in deine Hände übergebe ich meinen Geift! Amen. Gebet bey Sterbenden. Vater und Herr unsers Lebens, wir danken die von Herzen für alle Barmherzigkeit, die du diesem Sterbens den von Anfange seines Lebens bis auf diesen Augen: blick erwiesen hast, und fassen die Zuversicht, nach dem herrlichen Evangelium Jesu Christi, unsers Herrn, du habest ihn nicht bloß für dieses kurze Leben geschaffen, sons dern werdeft auch an ihm deine barmherzigen Absichten in 37 in der Ewigkeit vollenden. Erleichtere ihm die Schmerz zen und Bangigkeiten des Todes, und belebe in seiner Seele die Ruhe des Geistes, der auf dein größeres Heil in der Ewigkeit wartet. Erlöse ihn so von allem Ulebel, und hilf ihm aus zu dem bessern Leben, wo kein Wechsel mehr seyn, wo sich alles in Freude verkehren wird. Wir unterwerfen uns in der Trennung von ihm deinem stets guten Rath und Willen, und erheben uns von diesem niederschlagenden Unblicke menschlicher Hinfälligkeit zu dir, der du Alles mit uns und für uns wohl machest. Gib uns Weisheit und Ernst, einen heilsamen Eindruck davon in uns zu bewahren. Lehre uns wohl bedenken, daß es mit uns Allen auch einmal, früher oder später, dahin kommen wird, wo alle Güter und Freuden dies ser Welt uns nicht helfen, sondern nur deine Gnade und ein gutes Gewissen uns Troft und Zuversicht geben können. Mache uns dieß zu einem mächtigen Antriebe, stets in deiner Furcht zu leben, damit wir, wenn nun auch unsre Zeit kommt, dieses uns Allen bestimmte Ziel auf Erden, mit wahrhaftig christlichen Gesinnungen und Hoffnungen erreichen mögen! Amen. is nogal Gebet nach einer Krankheit. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergibt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Les ben vom Verderben erlöset, und dich frönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Ja, mein Gott, ich will dich loben, ich will dich ewig loben. Da ich dich suchte, antwortetest du mir, und errettetest mich aus aller meis ner Furcht. Du nahmst die Krankheit von mir, die mich hart drückte, und mich besorgt machte. Mein Les ben war ungewiß, ich war dem Grabe nahe. Aber du sprachst: dieser Kranke soll leben! Und durch deine Kraft lebe ich, und bin gesund. So sey auch mein Les ben dir zum Opfer geweihet. Alle meine Kräfte sollen deiner Verehrung geheiligt seyn. Ich will leben nach deinem Willen, und das mir geschenkte neue Leben nach deinem Wohlgefallen anwenden. Laß mich meiner Zu fage gen an vat bef ich Un als Wit bul bal rei der Mi dul zun chei Wi hin er gen felt des wil ihn Se seyi wil Hå V Her den blic her hal der 38 fage eingebenk seyn, und sie niemals wieder vergessen. Laß mich bedenken, daß du mich von neuem heimsuchen, und meinem Leben plößlich ein Ende machen kannst. Laß mich weise und fromm leben, und zu jeder Stunde auf meinen Tod bereit seyn! Dank sey dir für allen Beystand, den du mir in meiner Krankheit verliehen, für alle liebreiche Unterstüßung, für alle Tröstung und Erquickung, womit du mich erfreuet hast. Vergilt die Liebe, Zärtlichkeit und Treue meiner Freunde, die es gut mit mir meinten, so viele Geduld mit mir hatten, und mir so treulichen Beyfstand bewiesen haben. Ers freue sie wieder mit deiner Hülfe und mit deinem Troste, wann auch sie der Hülfe und des Trostes bedürfen. Und da ich aus Erfahrung weiß, wie einem Kranken zu Mus the ist, so will ich mich der Kranken nach Vermögen ers barmen; und wenn ich besonders Denen wieder dienen kann, die mich in meiner Krankheit gepfleget und uns terstützt haben, so soll dieß meine erste Sorge und meine heiligste Pflicht seyn. Befestige', o Gott, diese guten Vorsätze in meinem Herzen, und laß mich in gesunden und kranken Tagen deiner Liebe empfohlen seyn! Amen. T Chorgesänge der Gemeinde bei der Liturgie. Nach dem Sündenbekentniffe.mondi mad 3002 Gemeinde: Amen! Auf den Spruch nach dem Sündenbekenntnisse: Gem. Herr, erbarm' Dich unser! Christe, erbarm' Dich unser! Herr, erbarme Dich unser! se Nach dem Wunsche: Der Herr sen mit euch!" Gem. Und mit deinem Geiste! Nach der Epistel und des Predigers Hallelujah!" Gem. Hallelujah! Hallelujah! Hallelujah! Nach dem Glaubensbekenntnisse: Gem. Amen! Amen! Amen! Nach dem Dankgebete: Gem. Heilig, heilig, heilig ist der Herr, und alle Lande, und alle Lande sind seiner Ehre voll. edit and tail Nach dem allgemeinen Gebete; Bol Gem. Amen! Nach dem Unser Vater: Gem. Amen! Amen! Amen! and aff Auf den Segen nach der Predigt: Gem. Amen! Amen! Amen! ini? Abendmahlsliturgie. Vor dem Abendmahl.ni me bast Nach dem Unser Vater: Gem. Amen. Heilig ist Gott Nach den Einfeßungsworten vom Brod: Heilig ist Gott Der Herre Zebaoth. Gem. Der Herre Zebaoth, Nach den Einsegungsworten vom Kelch: Heilig ist Gott, ind Der Herre Zebaoth. Seine Ehr die ganze Welt erfüllet hat. lindgy Gem. vid va fi gilid Gamle dan di Nach dem Abendmahl. 1991 Nach dem Danfgebete des Predigers: Gem. Amen. Nach dem Segen: Gem. Amen. Amen. Amen. bun Inches L.F.A.G. Centimetres Blue 2 ¹3 2 Cyan 5 14 ¹6 7 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 1836. 9 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8