D GB 506 MOS Christliches Gesangbuch zur Beförderung der öffentlichen und häuslichen Erbauung, für Neu- Vorpommern und das Fürstenthum Rügen. Neue Auflage. Mit der Königl. Hochpreislichen Regierung Approbation und gnädigstem Privilegio. Stralsund, 1832. Bei Joh. Struck's Wittwe. Gb 506 Univ.- Bibl. Giessen 10 Vorrede zu dieser Ausgabe. Es ist unstreitig mit einer dankbaren Freude zu erkennen, wenn in einer Provinz Fürsorgen und Mittel zum Wachsthum der Erkenntniß Gottes und seines Willens beobachtet werden; wenn die Lehrer in den Predigten und der übrigen Amtsführung es mit gebührender Treue darauf anlegen, daß die Gottseligkeit und Sittlichkeit unter den Gliedern der Gemeinen herrschend werden; wenn faßliche und geradezu auf die vernünftige und gottselige Unterweisung der Jugend gerichtete Lehrbücher im Gebrauch sind; und wenn die öffentlichen Religionshandlungen in solcher Gestalt und mit solchen Gebeten und Liedern verrichtet werden, daß die Theilnehmenden eine gegründete Erbauung daraus ziehen. * 2 Unfre Vorrede Unsre Schwedisch- Pommerschen Provinzen haben die göttliche Wohlthat genossen, daß nicht allein gleich nach dem Aufkommen der Verbesserung der Kirche im sechszehnten Jahrhundert das Licht der gereinigten Erkenntniß in ihnen strahlte; sondern sie haben seit dieser Zeit Lehrer besessen, welche von dem Triebe zur Erhaltung und Ausbreitung der Wahrheit belebt, und von dem Eifer für die thåtige Gottseligkeit durchdrungen gewesen sind; und ihre Oberen haben, vermöge ihres hohen Berufs, Standes und Ansehens, den heilsamen Zwecken Unterstützung erwiesen. Ihr Segen blühet noch auf der Erde, und ihre Belohnung im Himmel. Was in unsern Tagen, zufolge des durch die göttliche Vorsehung regierten Fortganges der Erkenntnisse und Wissenschaften, durch die Bewerkstellung eines neuen Katechismus, durch die Anwendung der Liturgischen Verbesserungen und durch die gestiftete Zubereitung der Landschullehrer geschehen, ist gleichfalls der nicht genug zu preisenden Gütigkeit Gottes zuzuschreiben. Damit die Mittel zur Unterhaltung und Verbesserung zu dieser Ausgabe. besserung der geistlichen Erkenntniß, wie es nöthig ist, zusammenstimmen, wird jetzt auf die hohe Anordnung und Bewilligung der Königl. Hochpreislichen Regierung ein Gesangbuch zum allgemeinen Gebrauch in den gottesdienstlichen Versammlungen unsrer Provinzen empfohlen, das bereits im Jahre 1787 durch die nicht geringe Bemühung des Ehrwürdigen Ministeriums der Stadt Stralsund ausgefertigt wurde, und in dem zeitherigen Gebrauch sich nüglich gemacht hat. Nicht allein sind in demselben mehrere der geistreichen Lieder, welche seit vielen Jahren zur Erbauung der Christen verfertigt wor den, aufgenommen, als in unsern bisherigen Gesangbüchern waren; sondern es wird auch jetzt in unsern Provinzen und deren Stadt- und Landgemeinen eine Einheit des Gesangbuchs veranstaltet, da bisher unter uns drei und wohl gar vier Gesangbücher, nämlich, außer dem Gesangbuche der Stadt Stralsund, das Greifswaldische, das Landgesangbuch, und in einigen Gemeinen ein älteres Stettinsches, im Gebrauch gewesen sind. Auch ist die Buchdruckerei be* 3 müht Vorrede můht gewesen, durch möglichst wohlfeile Preise und durch die Schenkung einer ansehnlichen Zahl von Exemplaren, welche an einige Arme in den gesammten Gemeinen der Provinzen vertheilt werden sollten, die Aufnahme des Gesangbuchs zu erleichtern. Was die in den geistlichen Liedern über eine bestimmte Religionsmaterie wohlerfundnen Gedanken und geschicktgewählten Ausdrücke zur Erweckung der Gemüther beitragen, wird die Empfindung eines jeden einzeugen, der, in der Absicht sich zu erbauen und mit Nachdenken über den Inhalt, einen wohlgesetzten Gesang liefet oder singet. Redliche Christen wissen, daß ihr Wandel in der Anbetung ihres Schöpfers, Fürsorgers und Herrn, der sich durch Jesum Christum so liebevoll geoffenbaret hat, und in der Uebung der ihm wohlgefälligen rechtmäßigen Handlungen und Gesinnungen bestehen müsse. Sie nehmen in der Gemeine mit zu Gott gerichteter Seele Theil an der gemeinschaftlichen Unbetung, und vereinigen sich mit den übrigen Gliedern in ein Gott preisendes, betendes, sich lehrendes Ant zu dieser Ausgabe.com rendes und ermunterndes Chor. Sie wählen aber auch aus der Sammlung der Gesänge, nach der Prüfung ihres Gemüthszustandes und nach ihren Bedürfnissen, einige befondre Lieder aus; machen sie sich und den Ihrigen bekannt; bringen sie ins Gedächtniß und singen sie in ihren Häusern entweder für sich, oder mit ihren Kindern und Hausgenossen. Da ich nach meinem Berufe diese Zeilen bei der allgemeinen Einführung des gegenwärtigen Gesangbuchs habe entwerfen sollen: so bezeuge ich nach den bisherigen Erfahrungen das zuversichtliche Vertrauen, daß die sämmtlichen Christen unserer Provinzen, von welchen ein großer Theil seit langer Zeit ein verbessertes Gesangbuch mit großer Sehnsucht und in lauten Wünfchen verlangt hat, das gegenwärtige ihnen bereits nicht unbekannte dergestalt gebrauchen werden, daß das Wort unsers Gottes, gleich wie durch die Predigten, die Katechismusübungen, die heiligen Religionshandlungen und in dem Denken und Entschließen, also auch durch die Gesänge reichlich unter uns wohnen möge; und ich stimme in * 4 den Vorrede zu dieser Ausgabe. den Wunsch der wohlverdienten Bearbeiter dieses Buchs aus der Vorrede zu der ersten Ausga= be: daß Gott dieses Mittel reiche Früchte der ,, Gottseligkeit, Menschenliebe und jeder christli,, chen Gesinnung und Tugend zur zeitlichen und ,, ewigen Wohlfahrt bringen lasse." Er, der seinen Geist zum Wollen und Vollbringen des Guten verleihet, wird die Redlichkeit derer, welche nach Gottseligkeit streben, befördern und belohnen. Ihn wollen wir dafür mit Gebet und Gesången, mit dem Beispiel gottesdienstlicher Anhörungen seines Worts, und mit unsern Handlungen preiſen! Greifswald, den 1sten November 1796. D. Gottlieb Schlegel, General- Superintendent der Kirchen im Kön. Schwed. Herzogth. Pommern und Fürstenthum Rügen. Inhalt. Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder über die Lehren des chriftlichen Glaubens von No. 1 bis 221 e ..... 1) Von Gott und seinen Eigenschaften I Von Gott und seinem Befen überhaupt I Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 9112 Allwissenheit Gottes Weisheit Gottes 13-15 18-19 20 21 .... Allgegenwart Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes Güte Gottes... Fangmuth und Geduld Gottes Wahrhaftigkeit Gottes ***** 10) Von dem Worte Gottes 11) Von der christlichen Kirche 12) Von der Taufe ..... * 5 ..... *** ....... ... ..... 31-46 47-56 2) Schöpfung und Vorsehung 3) Der Mensch und seine Bestimmung 4) Erlöser und Erldsung..... 5) Sendung und Geburt Jefu.. 6) Von dem Leiden und dem Tode Jefa. 57-67 68-80 ..... 81-104 7) Von der Auferstehung Jesu........ 105-114 8) Von der Himmelfahrt Jefu 115-119 9) Von dem heiligen Geist und seinend met Wirkungen........ .... 120-131 ... ... .... 013( 21 .. - 30 8 ... VO 22-23 24-29 28-27 30 132-145 146-149 150-152 13) Vom Inhalt. 13) Von dem heiligen Abendmahl ... 153-162 14) Von der Vergebung der Sünden 163-172 ........ 15) Glückseligkeit des Chriften in diesem Leben... 16) Vom Tode 17) Von der Auferstehung der Todten 18) Von dem zukünftigen Gerichte 19) Vom ewigen Leben .... ....... more( er ..... 173-186 187-199 200-207 208-210 ... Zweite Abtheilung. Lieder über die Tugendlehren des Christenthums...... von No.222 bis 431 1) Von der Bekehrung und Besserung.. 2) Von der christl. Tugend und Frömmigkeit überhaupt 222-240 211 221 ...... & 3) Von der Ehrfurcht und dankbaren Liebe gegen Gott.... 253-263 4) Von dem Vertrauen auf Gott 264-277 5) Vom Lobe Gottes 278-300 6) Vom Gebet 301-316 7) Vom öffentlichen Gottesdienst....... 317-322 8) Von der christl. Gesinnung gegen Jesum 323-328 9) Von dem christlichen Verhalten gegen 481 uns selbst SOD 241 252 329-392 a) Selbsterkenntniß und Demuth. 329-334 RA b) Selbstliebe und Sorge für die Seele 335-343 c) Rechter Gebrauch dieses Lebens und der Güter desselben 344-362 d) 3u Inhalt. d) Zufriedenheit und Geduld in Widers off for wärtigkeiten .... e) Rechtes Andenken an den Tod 363-385 386-392 10) Von dem christlichen Verhalten gegen C andere Menschen 393-419 a) Liebe gegen den nächsten 393-400 b) Wohlthätigkeit, Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit.... c) Sanftmuth und Versöhnlich feit d) Gerechtigkeit und Bescheidenheit e) Aufrichtigkeit und Wahrheit ... f) Chriftliche Freundschaft und Glück derselben 11) Von der Bedarrung und dem Wachsthum ● **** ...... in der christlichen Tugend... 420-431 Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Umstände und Personen von No. 432-511 1) Beim Wechsel des Jahrs 2) Am Morgen 3) Vor und nach dem Essen 4) Am Abend.. 5) In allgemeiner Noth 6) In Krieges- Zeiten 7) Danklieder für den wieder hergestellten Frieden... .. . ** 8) In ansteckenden Seuchen 9) In theurer Zeit **** **** ****. .. .... 401-404 405-410 411-414 415-4¹7 .... 418 419 ..... 432 438 - 439-456 457-461 462-475 476-477 478 .... 479-480 481 483 484 10) Nach 7. Inhalt. 10) Nach geendigter Theurung 11) Um Regen bei großer Dürre 12) Danklied für verliehenen Regen 13) Bei anhaltendem Regen um Sonnenschein 14) Danklied für den Sonnenschein nach langem Regen.... 15) Danklieder für die Erndte 16) In Feuersnoth 17) Beim Gewitter $ 18) Nachdem Gewitter e 19) Fürbitte für alle Menschen 20) Fürbitte für die Obrigkeit 21) Um Geburtstage 22) In der Jugend 23) Im Alter .... .. 24) Zeitlicher Wohlstand 25) Dürftigkeit und Mangel 26) In Krankheiten 27) Lied eines fierbenden Christen ... .. ..... ... 485 486 ... 487 488 ***. ... 490-491 489 492 493 494 495 496 **** ..... 497-499 ***** 500 501 Jus 502 TDIQ 503-504 505 507 508-510 511 07130880 Erste Erste Abtheilung. Lieder über die Lehren des christlichen Glaubens 1) Von Gott und seinen Eigenschaften. Mel. Nun danket alle Gottic.| hen? Kein sterblich Auge reicht nbetungswürdger Gott, bis zu des Lichtes Höhen, von 1.2 auf Schöpfung blickft, und alles, was da lebt, erfreuest und beglückft. Ann 6. Ja, hier erkennen wir dich nur sehr unvollkommen; wird aber dermaleinst der Vors hang weggenommen, der dich, Unendlicher, noch unserm Blick verschließt, dann sehn wir heller ein, wie herrlich, Gott, du bist. 7. Indeß sey auch schon jetzt dein Ruhm von uns gefangen. Verschmähe nicht das Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst in hellerm Licht dich sehn, auch stärker unser Lied dich, großer Gott, erhöhn... mel. Sey Lob und Ehr dem 2c. ist und 2. Keiner mehr. Frohlockt ihm, alle Frommen! Wer ist ihm gleich; wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam ift groß; er ist unendlich, gränzens los in feinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ift. Wer strebet nicht verges A bens nennen! du bist unendlich mehr, als wir begreifen kön: nen. flöße meinem Geist die tiefste Demuth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung feyn. 2. Du riefft dem, was nicht war, um Luft und Seligkeiten aufs mannigfaltigste rings um dich zu verbreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath sind dein, und du ge: brauchst sie gern, zu segnen, zu erfreun. 3. Du sprichst, und es ge: schieht. Auf dein allmächtig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem Fräftgen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 4. Du bist der Herren Herr; der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staubs; auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehn. 5. Wer hat dich je gefehn? Wer kann im Fleisch dich se: 2 Von Gott bens ihn auszusprechen; wer| Ebre. Kommt, werdet Gottes ermißt die Dauer feines Les bens? Wir Menschen sind von gestern ber; eh noch die Erde war, war er, noch eher als die Himmel. Lobgefang, ihr alle seine Hees re! Der Herr ist Gott und Keis ner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? 3. Des Ewgen Thron um giebt ein Licht, das ihn vor Mel. Christ, unser Herr, zum 2c. uns verhüllet; ibn faſſen alle 3. Gott, mache du mich nicht, die erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, perborgen, und doch offenbar in seiner Werke Wundern. selbst vor nen Chron zu treten, und deine große Herrlichkeit voll Ehr: furcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Hert sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgiebet. 4. Wo wären wir, wenn seis ne Kraft uns nicht gebildet bätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und er um ſpannt mit ſeiner Hand die Erde samt dem Himmel. 5. Ist er nicht nab? ist er nicht fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst hüllt ihr in Finsterniß, was ihr beginnt; er siehts gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breiter fich dein Fittig über alle. Du bift voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld; ein Vater, ein Verschoner. 7. Unfträflich bist du, heilig, gut, und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltft mit Wonne. Du haft Unsterblich Feit allein, bift felig, wirft es ewig seyn, haft Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und 2. Du bist der Herr, und Keis ner mehr, nichts sind der Hei den Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr; kein Helfer und Erretter ist außer dir; laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weihn, mein Glück auf dich nur bauen, und dich nies mals verleugnen. 3. Du bist der böchst volls kommne Geist, der Vater aller Geister; dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister: laß mich der Seele hohen Werth, die Tugend laß mich lehren; und so, wie es dein Wort begehrt, dich unges heuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirft allzeit bes stehen; es bleibet deine Herrs lichkeit, wenn Welten selbst vergehen; laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wabs ren Vaterland; laß mich nach dem nur streben, was ewig mich erfreuet. 5. O und seinen Eigenschaften. 5. O Gott, was seyn wird, ist| fern hinweg genommen, und war, und was wir thun Morgen ist vom Abend. und dichten, das ist dir alles offenbar, du wirft einst alles richten; laß mic dein helles Auge scheun, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freun, auch dann recht. schaffen handeln, wann Fin sterniß mich decket. 6. Unendlich, Herr, ist deine Macht, zu fegnen, die dich lie: ben; zu firafen, wenn man dich verlacht, um revel auszus mich deiner Allmacht Schuß fiets, als ein Schild, bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Strafe schrecke; du tödtest Leib und Seele. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott, kein Mensch Fann fie ergründen; umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Stark mein Vertraun, mein Vater, du, du werdest für mich forgen, und gieb, daß ich kein Bifes thu; denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 8. Du bist unsträflich und gerecht, kannst keinen Frevel dulden. Obeßre du mich, deis nen Knecht, erlaß der Sünde Schulden! Dann hilf, daß ich gewissenhaft, was die verhaft ist, fliebe, und dein Gefeß durch deine Kraft zu halten mich be, mühe, und heilig vor dir lebe. 9. Du Herr, bift gnädig, fromm und gut, vergiebst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laßreichen Trost von deiner Grad auf meine Seele kommen. Von mir sey meine Misfechat so als 10. Gott, wenn ich dich so fenn und ehr, dein Wort zum Grunde setze, erfreu ich mich darüber mehr, als über alle Schäße, bis ich dort, o mein Heil und Licht! dich ohne Lals len nenne, verklåret dann von Angesicht dich schaue, dich er: Fenne, und unaufhörlich lobe. mel. Wach auf, mein Herz, 2c. 4 Gott, aus deinen Werken kann ich Daseyn merken; in allen Krea turen find ich der Gottheit Spuren. 2. Das große Weltgebäude, dein Ruhm und meine Freude, ruft in viel tausend Chören: Gott ift! Gott mußt du ehren! 3. Wer sprach es, daß die Er de, und daß der Himmel wers de? wer sprach es, daß im Meere des Wassers Sammis lung wäre? 4. Wer ließ in jenen Höhen das Sternenbeer entstehen? wer hieß des Donners Brüllen die Welt mit Furcht erfüllen? 5. Du bists, Gott; deine Werke erzählen deine Stärke und deine weise Güte dent achtsamen Gemüthe. 6. Das Würmchen in dem Staube, die bunte Naup am Laube, das Gras, die schlanken Halmen sind deines Rahmes Psalmen. und ewig hoch zu loben, wenn 7. Herr, du bist hoch erhoben, auch der Choren Rotten dich leugnen und verspotten. und dich mit Ehrfurcht nens 8. Laß alle, die dich kennen, nen, und die dir fest vertrauen, dein gnädig Antlig schauen. A 2 Mel. Von Gott 4 Mel. Von Gott will ich nicht. 5. Schwingt, beilige Gedanken, euch von der Erde los! Gott, frei von allen Schranken, ist unaussprechlich groß. Kommt, Menschen, und lobsingt vor seinem Angesich, te! Gott wohnt in einem Fich, te, zu dem kein Auge dringt. 2. Kein Sinn kann ihn errei chen, kein endlicher Verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein Bild! Wer kann den Höchften sehen? ob er gleich alle Höhen und jede Tief erfüllt. H 3. Die Sonn in hoher Fer: ne mag firablenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was send ihr gegen ihn? mit aller eurer Pracht send ihr im schönsten Lichte vor seinem Angesichte noch dunkler, als die Nacht. 4. Du bist des Weltbaus Meister, der deinen Ruhm er höht; der Vater aller Geister, voll Macht und Majestät. Du schufest, Gott, auch mich, gan; felig einst zu leben. Mein Herz fen dir ergeben; mein Leben preife dich. 3. Einft erschuf er, fich zur Ehre, von Sonnen unzählbare Heere; auch die, die uns eftrahlt, uns erquickt. Um die Sonnen hieß er Erden, auch die, die uns ernähret, werden; und herrlich hat er sie ges schmückt. Er sprach, und es geschah; die Welt stand fertig da. Lobt den Höchsten! Er will, er sprichts; Er schaffe aus Nichts, der Herr, der Vater alles Lichts.916 all 5. Im Geifte bet ihn, Seele, und in der Wahrheit an. Lieb ich des Herrn Befehle, wie felig bin ich dann! Er hat Unsterb: lich feit und und Seligkeit und Le ben; das alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht! Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. auch du voll feines Rubmes, Bolk Gottes, Volk des Eigent Stat bift, preis ihn doch. Singt ihn, dankt ihm gern. Lobt den fröhlich unserm Herrn, erhebt Höchsten! der, reich an Güt, aufs Niedre sieht, verschmäht nicht schwacher Menschen Lied. 6.11nfern Infern Gott, den Gott der Ehre, befingen fei ner Engel Chöre; der Herr ist groß! sein Nam ist hoch! Werd 2 Höchster, deiner Allmacht gleichet auch deine Gnade, und fie reichet durch aller Himmel Himmel hin. Nie hast du dein Wort aebrochen; felbft Hoffe nung deß, das du versprochen, ist mehr, als einer Welt Ges winn. Eh Erd und Himmel war, warst du unwandelbar. Lobt den Höchften! ihn, ihn erhöht! sein Wort besteht, wenn Erd und Himmel auch vergeht. 4. Herr, von dem wir alle Gaben aus feines Reichthums Fülle haben, du, Herr, vergif fest unser nie. Du schufft alle Millionen, die auf dem weiten Erdkreis wohnen, du kennst und überschaueft sie; und je dem theilest du sein Maaß mit Weisheit zu. Lobt den Höchs sten! Mein Gott, durch dich entstand auch ich, und du regierst mich väterlich. und seinen In eigener Melodie. 7.23 ir glauben all' an ei: nen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden, der sich zum Vater geben hat, daß wir seine Kinder werden. Er will uns allzeit ernähren, Leib und Seel auch wohl be: wahren: Allem Unfall will er wehren, kein Leid soll uns wie: derfabren: Er forget für uns, but't und wacht; es fteht alles in seiner Macht. Eigenschaften. 5 wacht, und alles steht in seiner Macht. 2. Wir glauben auch an Jes fum Chrift, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Ers retter der Verlornen. Nicht zu theur war ihm sein Leben, es für uns dahin zu geben. Er era stand; herrscht, hoch erhöhet, in dem Reich, das nie verge, bet. Er läst auch uns im Gras 19 be nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. ist 2. Wir glauben auch an Je fum Chrift, seinen Sohn und unsern Herren, der ewig bei dem Vater ist, gleicher Gott von Macht und Ehren: Von Maria der Jungfrauen ein wahrer Mensch geboren, durch den beitgen Geist im Glauben: für uns, die wir war'n vertoren, am Kreuz gestorben, und vom Tod wie: der auferstanden durch Gott. 93. Wir glauben an den heilgen Geift, Gott mit Vater und dem Sohne, der aller Blöden Tröster heißt, und mit Gaben sieret schöne: die ganze Chrifenheit auf Erden bålt in einem Sinn gar eben: Hier all Sund vergeben werden, das Fleisch soll auch wieder leben; nach diesem Elend ist bereit uns ein Leben in Ewigkeit. In voriger Melodie. 8. Bir alauben an den eingen Gott, Schöpfer Himmels und der Erden. Er, aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwoa schon, eh wir waren, unfre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns sorgt und Er 3. Wir glauben an den beils gen Geist, unfern göttlichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beis stand und zum Fübrer; der in Trübfal feine Christen eilt mit Muth und Kraft in rusten; der uns lehrt Vergebung fins den, und der Tugend Werth empfinden. Er fidßet uns im Todesichmer; des ewgen Les bens Trost ins Herz. Ook id Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir sind b. 9 ott, du bist von Ewigs 9. keit! deine Majestät und Größe mebrt und mindert keine Zeit; gieb, daß ich das nie veraeffe, nie auf freaturen bane, sondern dir allein ver traue. 2. Ewig und unwandelbar ist dein grenzenloses Wiffen. Was war, wirds auch ewig bleiben Bas dir einmal Wahrheit müssen. Nie kanns deiner Weisheit fehlen, nur das Beßte zu erwählen. 3. Du bist nicht, wie Men: schen sind, daß dich etwas reuen sollte; bleibest immer gleichges A 3 sinnt, LISA 6 Von Gott finnt, und was je dein Raths| Gott, den Himmel ausgebrei schluß wollte, weiß dein mächtet: Doch sie vergehn, veraltiges Regieren herrlich auch ten wie ein Kleid; du aber hinauszuführen. bleibst für alle Ewigkeit. 4. Sünden bist du ewig feind; wehe denen, die sie lie. ben! Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich in allen Dingen deinen Willen treu vollbringen. 4. Das ist der Troft, die Hoff nung aller Frommen: Du schu: Best sie und läßt sie nicht um kommen. Ihr redlich Herz kann sich stets deiner freun. Du bleibst ihr Gott, und sie find ewig dein. 5. Das sey mein Trost in al len trüben Stunden: vom To: de selbst werd ich nicht übers wunden. Nicht er, die Sünde nur, trennt mich, von dir. Du bleibst mein Trost, mein Heil, auch ewig mir. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 11.11nendlicher, den keine Zeit mit ihren Schranken! Beim Dene ken deiner Ewigkeit vergehn mir die Gedanken. Ich sinne nach bewundrungsvoll, und weiß nicht, wie ichs faffen soll: du bist und bleibest ewig! 5. Immer ist dirs eine Lust, Menschenkinder zu beglücken. Wohl dem, der sich auch mit Luft lernt in deine Ordnung schicken; der nur geht auf fichern Wegen deinen Segnun: gen entgegen. 6. Deine Worte trügen nicht, du, du bist der ewig Treue, der das balt, was er verspricht; gieb, daß ich mich freue, und mich, bis ich einit erkalte, fest an deine Wahrheit halte. 7. Erd und Himmel wird ver: gehn, Alles wird mich eiuft verlassen. Du, du bleibst mir ewig stehn. Deine Huld wird mich umfassen, wenn ich einft von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 2. Noch ward von keiner Sonne Licht durch unsre Welt verbreitet; die Himmel jauch ten dir noch nicht, durch deine Macht bereitet; noch war kein Mel. Dreieinigkeit der Gotth. 10. Herr Gott, du bist die Land, noch floß kein Meer an ten: denn du bist Gott für alle Ewigkeiten; du warst es schon, eh Erd und Himmel ward, eh noch dein Arm sich uns geof: fenbart. 2. Was bin ich, Herr, was alle Menschenkinder? Staub ist vor dir der Heilige, der Sün: der. Wie schnell enteilt dies Le: ben doch von mir! Du Höch: fier, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, du aber warst schon ewia. 3. Von Ewigkeit her sahest du die künftge Welt entstehen; und maßest ihre Zeit ihr zu, und fahst sie untergehen. Vom Engel bis zum Wurm berab, wogst jedem du sein Schicksal ab, und nanntest es mit Namen. 4. Långst stehet unsre Welt schon da, die du bisher erhal: ten. Bald ist sie ihrem Ende nah; fie eilet zu veralten: Denn und seinen Eigenschaften. Denn ihrer Jahre werden viel, und du bestimmteft ihr ein Ziel nach deinem weisen Rathe. 5. Die Zeit ist, Herr, wie Nichts vor dir, vom Anfang bis zum Ende. Kaum Augen: 12.11nermeßlich, ewig ist blicke leben wir, wir Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu: für alle Ewigs keit wirst du derselbe seyn und bleiben. 16. Ja! du bist ewis, ftirbest nie, bleibst ewig meiner Seele der Fels, den fterbend ich für fie zur sichern Zuflucht wähle. Denn deine Gnad und Wahr heit ist so ewig, als du selber bist: wohl mir, daß ich dir traue. 7. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geist; den will ich dir vertrauen: er soll, wie mir dein Wort verheißt, er soll dein Antlig schauen. Mein Leib 7 mein höchstes Gut; sie stärke mich mit Kraft und Muth, gerecht vor dir zu leben. Mel.Jesu, meiner Selen Ruh sc. dei nem Heil, Gott, deinen Auser; wählten Theil, auch mir, auch mir, mit ihnen. 9. Bald fallen Erd und Him: mel hin an deinem Weltgerich te: dann dank ich3 dir, daß ich noch bin, und wohn in deinem Lichte. Dann werd ich ewig, ewig fenn, mich ewig deiner Gnade freun, und dich ohn Ende preisen. 10. Der feligen Unsterblich: keit, die du mir dort wirst fchenken, lehr mich in dieser kurzen Zeit, o Gott, mit Ernst gedenken! Sie sey mein Trost, Gott, Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du warst. 5. Du nur bleibeft, wie du ruht auch nur kurze Zeit: ambist; was dein weiser Rath bes Erndtetag der Ewigkeit wirst schließt, ist unwandel bar wie du ihn auferwecken. du, gut und heilig stets, wie du. 8. Ob Alles um mich her ver- 6. Sollt ich denn auf Mens geht, ich werde nicht vergeschen baun, nicht bloß dir mein ben: vor deinem Thron, der Heil vertraun? ohne Weisheit ewig steht, soll ich einst ewig und Verstand Brunnen gras ben 7. Nein, Unwandelbarer, dein soll sich meine Seele freun. Sey mein Fels, Gott, sey mein Licht, ewig meine Zuversicht! 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weif' allein und gnadens reich, ewig mächtig und voll Kraft, heilig und untadelhaft. 3. Alle Werke deiner Hand waren dir, o Gott, bekannt, eb die Welt auf dein Geheiß da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Herrlich ausgebreitet stehn deine Himmel, doch vergehn deine Himmel, und die Welt sinkt, wenn sie dein Arm nicht hält. 8. Und in allgemeine Nacht finke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze bin, wenn Gott mich hält! Allwissenheit Gottes. Mel. Christ, unser Herr, zum: c. 13.2llwiffender voll: / kommner Geist, der alles völlig siehet, was Nache 21 4 8 ed Von Gott und Abgrund in sich schleußt,| 6. Laß mich, o höchste Majes und dem sich nichts entziehet; es kann vor deinem bellen Licht sich kein Geschöpf verste: cken. Was in der Finsterniß geschicht, das weißt du aufzu: decken, und vor Gericht zu bringen. ftåt! Dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Gleisnereyen? Laß mich auch in der Einsamkeit dich gegenwärtig denken; laß Wahrheit und Rechtschaffen heit mein Thun und Lassen lenken; das Böse laß mich fliehen! nod 2. Selbst die Gedanken Een neft du, eh fie in mir entstehen, und was ich wünsche, rede, thu, das kannst sehen. Wor dir ist alles offenbar; du 14. Heich, bir bin ich Mel. Nun danket alle Gott zc. err, du unverborgen! du kennst mein canzes Thun und alle meine Sorgen; was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eb der Gedanke noch in meiner Seel entstand. unfre Zwecke sind dir klar, noch eh wir sie erfinnen; bleibt vor dir verborgen. nichts 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, das weißt du, eh sie be: ten; ihr Seufzen wird von dir erhört, eb sie noch vor dich treten. Und was der Bösen Rath beschließt, ist dir auch unver, borgen, dir, der du ihren An schlag siehst, als wie den lich: ren Morgen, den keine Schat, ten decken. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit erst künftig wird ges schehen, siehst du schon mit All wissenheit als gegenwärtig fie: hen. Dir stellt sich alles deutlich dar, das, was erst noch soll werden, und was nun ist, und was einst war, im Himmle und auf Erden. Wer sollte dich nicht fürchten! 5. Bleibt gleich vor Men schen manches noch bier in der Beit verschwiegen, so wird der einst selbst dieses doch der Welt vor Augen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles einst entdecken, was im Verborgenen geschieht, und Schande, Furcht und Schre cken wird dann die Heuchler treffen. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wisfest. Du schaffeft, was ich thu; du ordnest, du beschliess fest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh ich auf dich; wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für michida yon 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bift du, höchster, da: Führ ich zur Tief hinab, auch dort bist du mir nah. 4. Nähm ich auch schnell zu fliehn, die Fittige vom Mor gen; selbst an dem ferusten Meer blieb ich dir nicht vers borgen. Auch da umschlöffe mich doch deine Allmachtss band: denn du bist überall, und dein ist jedes Land.img 5. Wollt ich in Finsternis mich deinem Aug entziehen, so sucht ich doch umsonst, auch da dir zu entfliehen! Die dickste Fin und seinen Eigenschaften. Finsterniß ist vor dir helles| ersten Bildung an, bis ihr Licht: die Nacht alan; t wie der Tag vor deinem Angesicht. euch ganz entfaltet. and day 6. Du warst schon über mir in meiner Mutterleibe; du bil: detest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe. Ich danke dir, daß du mich wunderbar ge: macht, und meiner, eh ich war, schon väterlich gedacht. eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkel erst die Bildung angenommen; dein Auge fab mich schon, eb ich bereitet war, und meiner Cage Lauf war dir schon offenbar. 18. Was für Erkenntniffe, für köftliche Gedanken! unzählbar find sie mir; denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, fehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann. erhöhn.sast Tim 3. Er kennet und durchs schauet euch, wenn ihr euch auch entziehet; bemerkt euch, wenn ihr, Strahlen gleich, schnell werdet, schnell entflies het. Vergebens wünsch ich: Sterbt! Vergebt! Ich haß euch! Aufgezeichnet steht ihr 4. Der Herr gedenket eus rer noch; Jahrhunderte ver. schwinden; ihr bleibet, und ich träume doch: Gedanken seyn nicht Sünden? Nein, alle müss fen an das Licht, wenn Gott kommt, daß er im Gericht der Herzen Rath enthülle.dsgod 5. Send beilig, send von Gott nur voll, Gedanken meis ner Seele, daß, wenn gerichtet werden soll, kein einziger mich quále! Seyd heilig! und dann fürchtet nichts; Gott wird am Tage des Gerichts, gleich Chaten, euch belohnen. maz 99. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine? ob ich der wirklich bin, der ich zu seyn mir scheine. Sieb, ob mein Fuß vielleicht sich Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben G. 2c. einem Jerweg nabt, und halte 16.Der Dinge, der Daller mich zurück auf ebnem sichern Pfada 2. Wo ist die Nacht der Ein: famkeit, die mich vor ihm ver heble? Er sieht euch schon, eh ihr noch seyd, Gedanken mei: ner Seele; eh ich euch selbst empfinden kann, von eurer * 12 alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so Mel. Es ist gewißlich an der 3. 15.Umsonst, umsonst ver geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht! Sie ists, die deine große Welt in ihrer Pracht und Dauer hält. bullst du dich, mein Her, in Finsternisfe; was kann ich Gott verbergen, ich! das er nicht alles wisse? Sey, dunkler als das finstre Grab; der Menschenrichter schaut hinab, und kenner deine Tiefen. 2. Die vielen wundervollen Werke: was unsern Augen fern und nah, steht alles, wie durch deine Stärke, so auch durch deine Weisheit da. Uns endlich, Herr, ist dein Vers stand: der ganze Weltbau machts bekannt. 3. Mit eben diesen Meisters hånden, mit welchen du die A 5 Welt 10 Von Gott) Gr Welt gemacht, regierst du auch| det, ordnet, schmücket, was an allen Enden, was deine Macht hervor gebracht; du brauchst, o unerschaffnes Licht! der Menschen Rath und Beis stand nicht. erst durch sie entstand. Sie schaffet, fie erhält, zu segnen, zu ergoßen, nach herrlichen Gesetzen, den weiten Bau der Wit. 4. Was du zu thun dir vor, genommen, krönt auch, so bald du willst, die That; wenn taufend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den beßten Zweck wählt dein Verstand: die Mittel stehn in deiner Hand. 3. Du schufft das Heer der Sterne und gabst der Sonne Kraft, daß sie aus weiter Ferne uns Licht und Leben schafft. Da hånget sie an nichts, in uns ermeßne Weiten ihr Wohlthun zu verbreiten, und ist ein Quell des Lichts. 5. Die Menge so verschied. 4. Wer hält im Gleichge ner Willen, wo jeder seinen wichte so großer Körper Laft? Weg erwählt, muß doch den wie schwimmt die Welt im Deinen bloß erfüllen, der feilichte, das du geschaffen haft! nes Zieles nie verfehlt, und aller Feinde ftolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. Wer weist die rechte Bahn den mächigen Himmelsbeeren, zum Wohl, nicht zum Zerstöh= ren, in sichrer Ordnung an. 6. O Weisheit! decke meiner Seele des Eigendünkels Thor: beit auf, damit sie dich zum Leitfern wähle in dieses Le: bens ganzem Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht; drum leite mich dein sichres Licht. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben bisher aufs wei feste geführt. Ja, dir muß ich die Ehre geben, daß du aufs beßte mich regiert. O leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! Mel. Von Gott will ich nicht zc. 17.J ch lobe dich und preis se dich, o mein Gott, allein. Wer ist, wie du, so weise? Verstand und Rath ist dein. Erwecke meinen Geist, in allen deinen Werken die Weisheit zu bemerken, die auch das Kleinste preift. 2. Wohin mein Auge blicket, seh ich, wie deine Hand verbin 5. Wer rief, uns zu umgeben, der Luft, die alles trägt? Durch sie hat Alles Leben, und Alles wird bewegt. Da ſammeln Dünste sich, und werden Thau und Regen, und Fruchtbarkeit und Segen für Pflanzen, Thier und mich. 1991 1 6. Wer hat sie so bereitet, daß sie den Blik gebiert; daß sie den Wind verbreitet, den Schall zum Ohre führt; den leichten Vogel hebt, den schnel: len Fisch zum Schwimmen, und unsers Mundes Stimmen zu deinem Ruhm belebt? 7. Wer hob, o Gott, die Ers de aus deinem Meer heraus, theilt, daß fie fruchtbar werde, die Wasser weislich aus? wer fammelt fie? wer bricht die Flüffe, wann sie schwellen; spricht zu den Meereswellen: Hieher und weiter nicht! 8. Wer hat den Wald ge* pflanzet? wer ruft das Gras herauf; und seinen Eigenschaften. 5. deiner Macht wird unser Aug einst sehen, wenn nach der lans gen Grabesnacht die Todten aufersteben; wenn du von un ferm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt. und schanzet Gebirg und Chá ler auf? wer schmückt sie überall, wer gråbt dem Feuer Schlünde, legt in der Tiefen Gründe den Marmor, das Metall? 9. Herr, deine Weisheit schmücket, verbindet und erstaunter Geist wirft sich vor dir 6. Allmächtger! mein ers hält, nährt, segnet, schützt, be glücker die lebenvolle Welt. Sie rühme mein Gesang! Ich finge dir, und preise dich, Gott, denn du bist weife; dir weih darnieder: die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgiebt noch meine Glieder. Mach mich aus dem Tode Leben schafft. zum Zeugen deiner Kraft, die ich Lob und Dank. Allmacht Gottes. Mel. Mir nach, spricht Chrift. Herr, deine Allmacht 18. deiner felbft dein Wesen reichet. Nichts ist, das deiner Herr: gleichet. Es ist kein Ding so lichkeit und deinen Chaten dir ju groß und schwer, das thun nicht möglich war. 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt alles dir zu Füßen. Du führeft deinen Anschlag fort bei allen Hin: dernisfen. Du winksit: und plößlich stehet da, was kurz juvor kein Auge sah. 5. Du haft dein großes Echd: pfungswerk allmächtig ausge: führet, es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret; noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erbált. 11 4. Die Menge deiner Wun: der zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Ge. fete steigt, die die Natur be: wegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weifer Willkühr auf. 7. O júnd in mir den Glaus ben an, der sich auf dich vers laffe! It etwas, das mich schrecken kann, wenn ich dich, Herr, umfasse? Nein, Herr, alles kann, und alles schafft. 19. Herrn zu preiſen, der Mel. Nun lob, mein Seel 2c. @ommt, den groß von Rath ist, groß von That; den Gütigen, den Wei fen, der keinen seines Gleichen hat. Der Herr thut große Werke; wer hindert ſeine Kraft? wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? er dehnet, gleich Gezelten, die weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2 Er will, und Sonnen flammen; auch drängt das Waffer, wenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern; das Meer wird ungestùm; des Himmels Säulen zittern; die Erde bebt vor ihm. Er will, und Blizze zünden Gebirg' an; fie vergehn. Er spricht und ruft 12 Von Gott ruft den Winden; schnell wird| be: so siebst du es und stehst fein Himmel schön. mir bei, daß ich dir immer treuer sen. 3. Wer, wer gebeut den Wellen: bieber! nicht weiter! Legt euch hie! Wer leat in Felfen Quellen? fie riefeln, und versiegen nie. Er füllet Wu mit 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte We ge wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt fo an, heißt Thiere da fich freuen, wo niemand wohnen kann. Wer kann die Sterne führen? wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren? verder ben und erneun? 4. Herr, dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott, ist dein. Das preifen deine Werke, die deiner Kraft allein sich freun. Wir auch erfreun uns ihrer: unfreihält, Pflicht! ihr Lob jen o Vater, o Regierer, wen schußt sie nicht? du lebst, du wirkst in allen: dir, dir vertrauen wir! Erhalter, wer kann fallen, getragen, Herr, von dir. strafest mich zu meiner BeßOPE rung väterlich. 5. Du böreft meinen Seufs zern zu, daß Hülfe mir erscheis ne. Voll Mitleid, Vater, zab lest du die Thränen, die ich weine. Du siehst und wägest meinen Schmer;, und stärkst mit deinem Troft mein Herz. 6. drück, Allgegenwärtis ger, dies tief in meine Seele, o herr, mein Herz zur Zuflucht daß, wo ich bin, nur dich, wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig fey. 7. Eaß überall gewissenhaft K nach deinem Wort mich hans deln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft Allgegenwart Gottes. Mel. Mer nach, ſpricht Chrift. 20. Nie Die bist du, Höchster, von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich ich in deinen Händen. Durch nur bin, Herr, aller Herrn, bin dich nur leb und athme ich; denn deine Rechte schußet mich. 5.2.20 2. Was ich gedenk, erkenneft du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu; du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann dei nem Aug entfliehn, und nichts mich deiner Hand entziehn 3. Wenn ich in stiller Ein: samkeit mein Herz an dich er, gebe, und, über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhe: stets um mich senst, dies tröst und beßre meinen Geist. 1: 100 21.3fchwing'ich auf, und Mel. Es ist das Heil uns komm. Gott, werde Dank und Wonne! Er lenkt voll Huld der Welten Lauf, er lenkt den Lauf der Sons ne! Was dich erfreuet schenkt er dir, durch ihn nur sind und leben wir. Er ist allgegens wärtia. 2. Wenn du zu thun, was ihm gefällt, den frommen Vors fat fasfest, wenn du die Eitel: keit der Welt und jedes Laster haffeft: fo mangelt dir nie Licht noch Kraft; denn er, der das und seinen Eigenschaften. das Vollbringen schafft, Er ist allaegenwärtig! 3. Wenn er dir heitre Tage giebt und dieses Lebens Freu den, und wenn er deine Tu gend übt durch Prüfungen und Leiden; so hoff auf ihn, und zage nicht; denn er schafft Fin: sterniß und Licht; Er ist allge; genwärtig! 4. Wenn Erd und Himmel um dich her mit ihrer Pracht verschwinden, die Sinne starren, und nicht mehr dir dienen, nichts empfinden; wenn auch kein Freund mehr helfen kann, so schau auf ihn, er ist auch dann, im Tod dir gegenwärtig. 5. Dann schwingst du dich zu ihm hinauf, zu feines Himmels Wonne, beginneft einen neuen Lauf, fiebst eine beßre Sonne; fiebst ihn, der alle Welten lenkt, im Tod und Leben Freu: de schenkt: Er ist allgegen: wärtig! Heiligkeit und Gerechtigkeit 190 Gottes. Mel. Es ist gewißlich an der 3. 22. Gerechter Gott, vor dein Gericht muß alle Welt fi ftellen; du wirst vor ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. Olaß mich jede Sünde scheun, und bier mit Ernst beslissen seyn, vor dir einst zu bestehen. 13 3. Viel Gutes und Barniherzigkeit giebst du schon hier den Frommen; du schützest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, den man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut; du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommer; fein redlich Thun gefällt dir wohl, ist er auch nicht, so wie er soll, ganz beilig, ganz vollkommen. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Geset und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verach tung, Elend, Schmerz und Hohn, Gewissensmarter sind sein Lohn, oft schon in diesem Leben. 6. und bleibt auch hier viel ungestraft, viel Gutes unbes lohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Suns ders schonet. Da sellest du ins hellste Licht, wie recht und bils lig dein Gericht; dann trium phirt der Fromme. 7. Gerechter Gott, laß mich wie du, das Gute eifrig lieben; gieb selber mir die Straft dazu, es millig auszuüben. Regt sich die Sünde noch in mir, so stars ke mich die le mich die gurcht vor dir, daß ich fie überwinde.. 2. Du siehst von deinem ho 8. Und weil vor dir, gerech hen Thron auf alle Menschen. ter Gott, nur die allein beste kinder; bestimmest jedem sei- hen, die gläubig auf des Mitts nen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Versonen an; auf das allein, was wir gethan, siehst du, ge rechter Richter. lers Tod bei ihrer Neue sehen, so laß mich die Gerechtig Feit, die mich von Schuld und Straf befreit, im Glauben eifrig suchen.dndoR AND Mel. na 14 Von Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 23. 4. Gott! so laß uns denn er wählen, was uns dir gefällig macht; schaff du in uns rein in Gott de sen gefichte nur ein reis ner Wandel gilt, ewges Licht, aus dessen Lichte stets die rein: ste Wahrheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde slets von uns gescheut; laß sie uns Gute Gottes. 1 doch kräftig dringen, nach der Mel. Wer nur den lieben Gottic. Heiligung zu ringen. 24. Droblich fingen, dir, fröhlich 2. Heilig ist dein ganzes We fen, und kein Böses ist an dir: und deffen Freude Wohlthun ist; so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich feyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkom men rein. Du bist nur der Frommen Freund, Uebelthä tern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. den Macht! Unsre Schwach heit ist vor dir; o wie leicht dech fallen wir! und wer kann sie alle zählen, die Gebrechen un: frer Seelen. dag de bleibe unser Herz geweiht; unsers Wandels größte Zier. rechtschaffne Heiliguns deinem Bilde gleich! denn zu deinem Him: melreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. 3. Dir, Höchster, ist nichts zu vergleichen; denn deine Güte reicht so weit, als über uns die Wolken reichen, von Kein Wurm friecht unbemerkt das hin; du siehst, du nährst, du schüßeft ihn. 4. Du, Vater, haft auch mein Gemüthe durch manche Gnadengab erfreut. O gieb mit 5. Uns von Sünden zu erlös auch nach deiner Gute den fen, gabst du deinen Sohn da- Trieb zur frohen Dankbarkeit. hin. Oso reinige vom Bösen Lehr alles das, was in mir ift, durch ihn unsern ganzen Sinn; froh rühmen, daß du gnágieb uns, wie du selbst ver: dig bist. heißt, gieb uns deinen guten Geist, daß er unfern Geist regies re, und zu allem Guten führe. bringen, dir, der du gut und freundlich bist. Ja, Gott, du bist ganz Gnad und Treu; gieb, daß mein Herz ganz Freude sey. Dich preisen alle Engel heere, dir singt der ganze Hims mel Dank. Dir, Herrscher, braufen Wind und Meere; ihr Brausen ist dein Lobge. sang. Die ganze Schöpfung ruft mir zu: es sey kein solcher Gott, wie du. 4. Wer schuf den Geist und feine Kräfte, Gedächtniß, Wil len und Verstand? Wer segnet er fart Geschäfte? Wer stärkt arbeitsame Hand? Wer schüßte mich vor der Ges fahr, und seinen Eigenschaften. 15 fahr, die unsichtbar mir nahe| Buße; und fallen wir gebeugt war.. 6. Wer fristet meine Lebenstage? Wer schmückt und krónet sie mit Heil? Du, Vater, thusts; du wehrst der Vlage, du, Gott, bleibst ewiglich mein Theil! mit ewger Treue liebst du mich von ganzem Herzen preif' ich dich. voll Reue dir zu Fuße, voll Reu, die Beßrung zeugt: so schenkest du uns Armen aufs neue deine Huld, und tilgest aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 7. Dir will ich fernerbin vertrauen; denn du hast mir stets wohl gethan. Ich will mit Hoffnung auf dich schauen; schau mich mit Vaterblicken an. So geh ich durch die Pilgrimszeit mit Freuden hin zur Ewigkeit. Mel. Nun lob mein Seel den 2c. 25. Gott, du bist die Liebe; uns wohlzu thun ist deine Luft. Drum preist mit frobem Treibe dich unfre dankerfüllte Brust. Bie so gar ohne Grenzen ist deine Gutigkeit! so weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du siehst mit Wohlgefallen auf das, was du ge macht; nnd haft auch uns, uns Allen viel Gutes zugedacht. 2. Uns ewig zu beglücken, er: schufst du uns und deine Welt, die hier schon zum Entzücken so viele Wunder in sich hält; noch größrer Güte Proben hat für uns deine Hand im Him mel aufgehoben, der Wonne Vaterland. Dahin uns zu erheben, fandtst du den Sohn berab, der huldreich selbst sein Leben für uns Verlorne gab. 3. Wie groß ist deine Gnade! wer ist so reich an Huld, als du? Auch auf dem Sündenvfade siehst du uns voller Langmuth u. Du rufest uns zur 4. Mit jedem neuen Morgen ist immer deine Güte neu: felbst unserm Wunsch und Sorgen kommst du zuvor mit Vatertreu. Du, Ursprung aller Gaben, du weißt, was uns gebricht; und was wir nöthig haben, versagest du uns nicht. Wie sind doch unfre Tage von deinem Wohlthun voll! Selbst ihre Last und Plage lenkst du zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lie: ben? du hast uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu geblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnaden uns zu fegnen, ist ewig deine Lust; mit Dank dir zu begegnen, fey stets auch unsre Lust! Zu ehren deinen Willen, uns selbst zum Glück und Heil ihn freudig zu erfüllen, sey unser beßtes Theil. 6. Wer bier auf seinen Wegen dein Wort vor Augen hat und hält, den setzest du zum Segen schon hier, noch mehr in jener Welt. Du schaffft ihm felbst aus Leiden den herrlichsten Gewinn, und führeft ihn zu Freuden, die ewig währen, bin. Wie groß ist deine Güte! mich ihrer stets zu freun, laß, Gott, auch mein Gemüthe voll Liebe zu dir senn. In eigener Melodie. 26. Wie groß ist des all Güte! Ist der ein Mensch, den sie nicht rührt; der mit verhärtetem LOCA 16 Von Gott tem Gemüthe, den Dank er:| herrscht doch in mir die Sün fickt, der ihr gebührt? Nein, de nicht. seine Liebe zu ermessen, sev immer meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß mein Herz auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er deffen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Ge| Mel. Sey Lob und Ehr dem h. wissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich fo viel Glück genießen? Jis nicht sein Arm, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geift! in jenes Leben, zu welchem du er. schaffen bist; wo du, mit Herr. lichkeit umgeben, Gott ewig fehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Gute sind sie dein. Sieh, darum mußte Chriftus leiden, damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren? und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen; ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrie: ben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich, Gott soll ich über alles lieben, und meinen Näch sten gleich als mich. 6. Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stårk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn! Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks! 5. Dies ist mein Dank, dies ift sein Wille; ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang ich dies Gebot erfülle, fell ich sein Bildniß in mir ber. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, 27. Wie viele Freuden dank ich dir, die du mir, Herr, verliehen! und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden schon verziehen! Gott voll Langmuth und Geduld! Wie oftmals häuft ich Schuld auf Schuld, und doch währt deine Liebe. 2. Bedenk ich, Schöpfer! deine Macht, blick ich in jene Ferne, und überschau des Himmels Pracht, und Sonne, Mond und Sterne; so bet ich dich voll Ehrfurcht an: Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! 3. Du, Höchster, fiebst auf ihn herab; so geht er nicht verloren; nicht für die Welt, nicht für das Grab, ist er allein geboren. Die Welt vergeht mit ihrer Lust; nur wenn du Gottes Willen thuft, soll dein Glück ewig dauern. 4. Wenn ich erwache, denk ich dein, und wenn ich schlafen gehe; denn du, mein Vater, kannst verleihn, was ich von Dir erflehe. Drum bet ich glaus bensvoll zu dir: Herr, was mir nuket, schenke mir um deiner Gute willen! Lang und seinen Eigenschaften. Langmuth und Geduld Gottes. 28. Gott Mel. Ein lämmlein geht und zc. ott! wie viel Langmuth und Geduld erzeigest du uns Armen! Wir bäufen täglich Schuld auf Schuld, du häufest dein Erbarmen. Ach, wie so mancher Sünder lebt, nur wie ihn lüftet, finnt und strebt dir immerdar entgegen; und du, o Vater! fucheft ihn von seinen Sünden abzuziehn, zur Reu ihn zu bewegen. 2. Der Menschen Elend jammert dich; selbst, wann fie fich verstocken, willst du sie Dennoch väterlich durch Gute zu dir locken. Wie lange fabst und riefest du nicht ehmals deinem Volke zu, daß sich ihr Her; bekehrte! Wie trugst du nicht so lange Zeit die erste Welt mit Gutigkeit, eh sie die Fluth verheerte! 3. So giebst du Sündern Zeit und Raum, der Strafe zu entgehen, du läßt den uns fruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen, du wartest sein, du fucheft Frucht, und wenn du gleich umsonst gesucht, hörst du nicht auf zu bauen. Du schoneft sein von Jahr zu Jahr, dein Vaterherz hofft immerdar noch Frucht von ihm zu schauen. 4. Allgutiger! So große Huld bezeugst du frechen Suns dern, und wie viel Nachsicht und Geduld haft du mit dei nen Kindern! Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Netze stellt, oft ficher, matt und träge. Sie ftraucheln und vergeben sich, 17 und feblen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 5. Du retteft sie aus der Gefabr, so oft sie irre geben, reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen. Du trågest sie mit Baterhuld, bist willig, ihre Sündenschuld durch Christum zu vergeben; giebst ihnen neue Glaubens: Fraft, und nach vollbrachter Vilgrimschaft Sieg, Ruhe, Freud und Leben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren; nie müsse deine Va= terhuld zur Sicherheit uns führen. Trag uns erbarmend fernerhin; doch gieb uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde hassen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gitigkeit zur Beßrung leiten lassen. Mel. Wend ab deinen Zornic. 29. Prett reist unsern Gott! Er ist von großer Gate, barmherzia, und von duldendem Gemüthe; will denen Heil und ewge Luft. bescheren, die ihn verehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde; so groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn, bei denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. So zärtlich sich ein Vater seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sünder, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. B 5. Er 18 Schöpfung und Vorsehung. 5. Er schlägt und heilt; ver| scheut; gieb, daß ich nie leicht wundet, läßt genesen; er weiß, sinnig scherze mit deiner Grafs der Mensch ist ein zerbrech: gerechtigkeit. Nie werde das lich Wesen; er denkt daran, von mir gewagt, was dein daß das Geschöpf aus Erde Gefeß mir untersagt. doch Asche werde. 5. Doch laß mich auch mit feftem Glauben dem Ausspruch deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns je: mals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels; dein Bund steht fest: wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Laß, Seele! laß dich dies beschämen: vertraue Gott, der treu es meint; such ihn zum Muster anzunehmen; der Wahrheit Freund, der Lügen Feind; beweise dich als Got: tes sind, dem Treu und 6. Von Ewigkeit zu Ewig: Feiten währet die Güte Got: tes dem, der Tugend ehret. Ach! leite denn auch mich auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 7. So werd ich ewig deiner Huld genießen; so wird mein Leben fauft vor dir verfließen: so werd ich dort mit allen En gelchören dich fröhlich ehren. Wahrhaftigkeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gottzc. 30. Noch nie hast du dein Wahrheit heilig ſind. gebrochen, nie deinen Gund, o Gott, verlegt; du hältst getreu, was du versprochen; vollführst, was du dir vorgeseßt. Wann Erd und Himmel gleich 31.Dir, milder vergehu, wird doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat; nach dei: ner Macht, nach deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfül lung gleich noch weit, so kömmt fie doch zur rechten Zeit. 2 Die kleinste deiner- Creaturen macht deine Weisheit offenbar. Man siehet deiner Güte Spuren und deine Macht von Jahr zu Jahr. Ein jedes Gråschen lehret mich: wie groß ist Gott, wie klein bin ich! 3. Du sorgft nach treuer Wer dich, o Gott, beharrlich| Väter Weise für alle Werke haßt, fühlt deiner Strafe deiner Hand; giebst allem fchwere Last. 3. Und wie du das unfehl: bar giebest, was deine Huld uns zugedacht; so wird, wenn du Vergeltung übest, dein Droben auch gewiß vollbracht. 4. O drücke dies tief in mein Herze, daß es ja jede Sünde Fleisch zureichend Speise, bes schirmst und segneft jedes Land; du liebest unveränder: lich; 2. Schöpfung und Vorfehung. Mel. Wer nur den lieben Gottic. Daller Gaben, Herr, Geber dir gebühret Ruhm und Dank. Du hörst das Schrein der jungen Raben, so wie der Lerche Lobgefang. O neige jest dein Ohr zu mir! du forderst Dank; ich danke dir. Schöpfung und Vorsehung. lich; der Bösen selbst erbarmstift Sterblichen verborgen; du dich. noch sorgt er, wie er immer 4. Der Erdkreis ist von dei- that; was nützen deine Sor ner Güte, von deiner Weis: gen! Doch irrest du mit bans heit ist er voll. Herr, unter- gem Sinn durch tausend eit: weife mein Gemüthe, wie ich le Sorgen hin, und denkfi; dich würdig loben soll; gieb, Wie wills auf Erden noch daß mein Herz dich freudig endlich mit mir werden! liebt, dich, der mir so viel Gutes giebt. 5. Das Saamkorn wird in deinem Namen, auf Hoffnung in das Feld gestreut; Allgü tiger, du gabst dem Saamen, da du ihn schufft, die Frucht: barkeit. Zur Aussaat giebst du auch allein dem Landmann Kraft, Zeit und Gedeihn. 6. Du machst den Schooß der Erde schwanger; du machst des Ackers Furchen naß; du schmuckest Wiesen, Flur und Anger, mit Blumen, Sträu chen, Laub und Gras; du träufelst mit dem kühlen Thau die Fruchtbarkeit auf Feld und Au. 7. Was dürr ist, feuchteft du mit Regen, was falt ist, wärmt dein Sonnenschein; du theilst die Zeiten, wie den Segen, zu unserm Besten, weislich ein. Bei Wärme, Hiße, Kält und Frost, grünt, wächst und reifet unsre Kost. 8. Kommt, preift des Schös pfers Huld und Stärke, bringt seinem Namen Ebre dar! Groß ist der Herr, und feine Werke find herrlich, groß und wunderbar! Kommt, laßt uns seine Macht er hobn! der Herr ist gut! fein Lob ist schön. 19 2. Was quälst du dich, und willst in Schmerz und Kum= mer dich verlieren? If Gott nicht weifer, als dein Her;? Laß ihn allein regieren. Be fiehl dein Leben, deinen Stand, und was du thust, in seine Hand: er wird, was gut ist, schicken, wird dich gewiß beglücken. 3. Wirf deine Sorgen doch auf ihn, der schon so lang re: gieret, und vielmals, was unmöglich schien, mit Weiss heit ausgeführet. Ergieb dich seiner Vaterhuld, und trag dein Leiden mit Geduld: Er wird noch ferner wachen, und alles sehr wohl machen. 4. Eh' deine Mutter dich gebar, als dich ihr Schoof umgeben, wer schüßte da dich vor Gefahr? Sprich, wer erhielt dein Leben; Wer hat schon da dein Wohl bedacht? Wer hat dich an das Licht ges bracht, und Seele, Leib und Le ben aus Gnaden dir gegeben? 5. Wer hat gesorgt, daß nichts gebrach, als du die Welt betratest, noch ehe deis ne Lunge sprach, und du durch Chránen batest? Wer hat an deiner Mutter Brust gesunde Nahrung, stille Luft dir schon voraus bereitet, und dich bisher geleitet? Mel. Ermuntre dich mein 2c. 6. Erheb einmal dein An32. Du bist ein Mensch geficht iehr unten und dort oben, wo 32 Güte 20 Schöpfung und Vorsehung. einst wirst bewundern müssen, dich zu erretten wissen. Gute nicht, nicht seiner Weis:| gen, die du jest nicht weißt, beit Proben? Oft hat er auch an dir gethan, was du dich felbst, bei allem Wahn, hoffen nicht erkühnteft, mehr, als du verdientest. Mel. Von Gott will ich nicht: c. 33. o Seele, Frfreuender Gedanke! dich! Gott, dem ich alles dans ke, rief auch ins Leben mich! Er, der mit Licht und Pracht den ganzen Weltkreis schmu cket, und jeden Wurm beglüs cket, er hat auch mich gemacht. 2. O, dies ist ein Gedanke, der mächtig mich erhebt, der, wenn ich irr und wanke, wohlthätig mich belebt: ich weiß, ein guter Gott gab mir dies erste Leben, wird mir ein beffers geben, und ist und bleibt mein Gott. zu stets 7. Doch willst du niemals ruhig seyn, und Gott nicht walten lassen, als sähst du leine Weisheit ein, die Men, fchen doch nicht fassen. Wenn du nicht siehst, wie er regiert, wenn er nicht deinen Weg dich führt, so fängst du an zu za gen, zu murren und zu klagen. 8. Bedenke doch, wie man chesmal du nicht zum Ziel gekommen, wenn ohne Gott auf eigne Wahl du etwas unter: nommen. Was aber dir dein Gott ersehn, das mußte seyn, und ist geschehn, und niemand konnt es hindern von allen Menschenkindern. 9. Gott sorgt für unser wahres Glück, macht gut, was wir verwirren, und lenket unsern Gang zurück zum Guten, wann wir irren; giebt immer das nur, was uns nüßt, erret: tet uns und hilft und schüßt, eh wir Gefahren sehen, eb wir um Hülfe fleben. 3. Ich sollte thöricht klagen, wenn mich mein Vater schlägt? nicht gern ein Leiden tragen, das er mir auferlegt? Es dient zu meinem Heil; er kann und wird es enden: bald wird aus seinen Händen mir größres Glück zu Theil. 4. Erfreuender Gedanke! Gott schuf, o Seele, dich! Gott, dem ich alles danke, rief auch ins Leben mich! Er wågt mein Glück mir zu, und machet meine Leiden zu Quels len größrer Freuden! Mein Gott, wie gut bist du! 10. Und diesem Vater woll: test du dein Heil nicht anvertrauen? Nicht deines Lebens ganze Rub auf diesen Felsen bauen? Vertrau ihm, und verpage nicht! Ein Herz voll fe: 34. Fur Gott, verborgen! Mel. Wer nur den lieben Gott: c. bist, fter Zuversicht darf auch in Ungewittern nicht ohne Hoff: nung zittern. 11. Wirf, als ein Kind, voll Glaubens dich in deines Got tes Arme, und fleh ihn, daß er väterlich auch deiner sich erbarme: So wird er, wie fein Wort verheißt, auf Wedein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgteft, eb die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dies sen genug zum Troft für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsterniffen vor unsern Aus gen Schöpfung und Vorsehung. gen oft versteckt; doch wen, wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach auch ent: deckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu er: gründen von deiner Weisheit, Macht und Güt; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ängstli: che Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schran: ken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Führung sich ergiebt. 5. Drum will ich mich dir überlassen, mit allem, was ich hab und bin. Ich werfe, was ich nicht kann faffen, aufdich, den Gott der Liebe, hin; der Ausgang zeigt doch immer dar, daß stets dein Rath voll Gute war. 6. Gieb, daß dies mein Ver: trauen mehre im Glück und Unglück, Freud und Leid. Schick alles, Herr, zu deiner Ehre und meiner Seelen Se ligkeit. So preis ich einst vollkommen dich! so freu ich dein auf ewig mich. Mel. Vater unser im Himelr. 2c. 21 2. Du öffnest deine Hand, so fließt berab, was jedem nothig ist: mit Wohlgefallen fåttigt fie dein Aufsehn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil, noch täglich mein bescheiden Theil; gabst mirs mit Huld Che Freunds lichkeit, so lang ich bin, zur rechten Zeit. Kein Vatersorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bins gewiß, du kannst mich nicht verlaffen, meine Suversicht! ich bins gewiß, du | thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll. Nicht Uebers Auß bitt ich von dir; was ch bedarf, das giebst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht das Land; du nährst ihn doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich; doch hat sie nicht Verstand wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie! weit mehr bin ich vor Gott als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit; mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Verstand, und machtest selbst dich mir bes kannt; nichts, was die Erde eugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis und Trank empfahn. Selbst 35. Gott, deine weise dem, der dich mit Sünden Macht erhält die ganze lebenvolle Welt, und Aller Augen freuen sich, und hoffnungsvoll auf dich; auf dich, der du sie alle liebst und allen ihre Speise giebst. schmäht, giebst du sie zwar ohn sein Gebet; doch folgt dem Frevler Neu und Schmach, dem frommen Dank der Ses gen nach. warten 8. Laß du mich nur genügsam seyn, und deiner Gaben B3 mich 22 Schöpfung und Vorsehung. mich erfreun, mehr aber dei-| herrlich sich erwiesen! Mein ner, der du dich so freundlich Herz und Mund soll dir, du zeigeft gegen mich, der du des Retter aus Gefahr, mein Lebens Quelle bift, aus wel schuldig Opfer bringen, von cher alle Wohlthat fließt. deiner Gute singen jekund und immerdar. 9. Bei deiner Gaben Ue berfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis und Dank bring ich dir, Gott, mein Lebenlang. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 36. Gott, der an allen En- Mel. Wie schön leuchtet der ic. den viel Wun der thut, du bifts, in deſſen 37. Gott, deffen starke Händen mein ganzes Schicks fal ruht, haft in der Prüfungs: zeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage, bestimmt von Ewigkeit. Hand Welt ers schaffen hat und noch erhält, ich sehe deine Güte; ich sehe sie, und werd extzückt, wos bin auch nur mein Auge blickt. So bald ich mein Ges müthe auf dich, Schöpfer, achtsam lenke und dich denke, find ich Armer, dich als Vater und Erbarmer. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sorgen. Ach, Vater, wie vermag mein dürftiger Verstand das Gute zu erheben, das du in meinem Le: ben mir buldreich zugewandt. 3. Drückt mich auf meinen Wegen gleich manche Last und Müh, so führt auch sie zum Segen, und du versüßest fie. Du bleibeft mitleidsvoll, hilfft liebreich deinen Kindern, fie tragen und vermindern; beförderst fiets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft gegeben und frohe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt ich und war stille, und dein frets guter Wille entriß mich der Gefahr. 6. Du hast mir wohl gerathen, und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen kann. Hilf, Vater, daß ich dort, verklärt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen, dir danke immerfort. 5. Dein Name fen gepries fen, der jederzeit an mir so 2. Seh ich so weit mein Auge reicht, gen Himmel, so entdeck ich leicht die Spuren deiner Güte. Der Himmels lichter Lauf und Pracht, sein Sternenheer, das du gemacht, erwecket mein Gemüthe, gro ßer Schöpfer, dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärs ke. Groß sind deiner Allmacht Werke. 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die deines Chros nes Diener sind, entdeck ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wassergrund, macht deine große Liebe Fund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten, und betrachten deine Werke; rühmen deine Huld und Stärke. 4. Dein Schöpfung und Vorfehung. 4. Dein Erdreich, das jedermann giebt Brot und Kleider, seh ich an, und fchmecke deine Güte. Jch ries che, fühl und höre im Feld und Wald; ich sehe sie in aller Fluren Blüthe. Von dir zeugen alle Dinge, so ge: ringe sie mir scheinen; wie im Großen so im Kleinen. Gott, was ich vor oder nachmahls thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du fizest oder geheft, ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft: so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und fehle, und eilt mir gnd dig beizustehn. 5. Ozeuch mich über Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, durch deine große Liebe. Auf dich laß mich in Allem sehn, für jedes Gute dich erhöhn. Belebe meine Triebe, o mein Vater, dir vor allen zu gefallen; dir zu leben sev mein einziges Bestreben. In eigener Melodie. 38. Gott ist mein Lied! meinem Munde seyn. Er Stärke; Groß ist sein Nam und groß sind seine Werke, und alle Himmel sein Gebiet. 2. Er will und sprichts: so sind und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch fein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Feste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn Anfang Gott, und Gott in ewgen Seiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war, in Himmel, Erd und Meere, das Fennet Gott, und seiner Wer ke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 23 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch, wie lang ich les ben sollte, da ich noch unbe reitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll deines Namens Ehre, dein Lob in 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du haft werden lassen, verkündigt seiz nes Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr send fein koblied und sein Psalm! 13. Du trånkst das Land, führst uns auf grüne Weis den; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; follt ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben bålt? 15. Jft Gott mein Schuk, will Gott mein Netter wer den; so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst dem Tode Truß. 34 Int 24 Schöpfung und Vorsehung. In bekannter Melodie. wärtge Noth verwandelst du in Glück. Ars 39. Ich finge din mit Herr, beit Müb, und bist mit Kraft Du und Mund, meines Herzens Lust! ich sing, und mach der Erde kund, was mir von dir bewußt. nicht fern; du förderst und vergiltst uns sie, erfreuft und segnest gern. 12. Die Thränen, die der Fromme weint, bemerkst und zählest du, und sprichst ihm tröstend als ein Freund in feis nem Kummer zu. 13. Du füllst des Lebens Mangel aus mit Gutern, die bestehn, wenn dieses Leibes irdisch Haus einst wird zu Trümmern gehn. 14. Wohl auf, mein Herz, sey froh und fing, und habe guten Muth, dein Gott, der Ursprung aller Ding', ift felbft und bleibt dein Gut. 2. Ich weiß, Gott, groß von Macht und Rath, daß du die Quelle bist, woraus uns allen früh und spat viel Heil und Gutes fließt. 3. Was sind wir doch; was haben wir auf dieser ganzen Erd, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben werd? 4. Wer giebt uns, was in deiner Welt uns nähret und ergößt? Wer ist es, der uns unser Feld mit Chau und Regen nett? 5 Wer schafft uns Wärme bei dem Frost? Wer schützt uns vor dem Wind? Wer macht es, daß man Del und Most u seinen Zeiten findt? 6. Wer giebt uns Leben und Gédeihn? Wer schenkt mit treuer Hand den Frieden, deß wir uns erfreun in un ferm Vaterland? 7. Allgütiger, allein von dir fließt alles Heil uns zu. Ge schöpfe deiner Hand sind wir, und unser Schuß bist du. 8. Du nábreft uns von Jahr zu Jahr, bleibst immer fromm und treu, und stebest uns auch in Gefahr und Nöthen gnädig bei. 9. Du trägst uns Gunder mit Geduld, und strafft nie all; ufehr; ia, endlich nimmst du unsre Schuld, und wirft sie in das Meer. 10. Das Unglück, das von ferne drobt, Fehrst du so oft jurück, und die schon gegen 15. Er ist dein Schat, dein Erb und Theil, dein Glanz und Freudenlicht; dein Schirm und Schild, dein Croft und Heil; schafft Rath, und läßt dich nicht. bocor 16. Was Frånkst du dich in deinem Ginn, und grämst dich Tag und Nacht? Nimm deine Sorg, und wirf fie bin auf den, der dich gemacht. 17. Hat er dich nicht von Jugend auf verforget und er náhrt? Wie manchen schwe ren Unglücksfall hat er zus rück gekehrt! 18. Er hat noch niemals was verfehn in seinem Regis ment; nein, was er thut und läßt geschehn, das nimmt ein gutes End. 19. So trau denn ferner seinem Thun, schick gläubig dich darein, so wirst du hier in Friede ruhu, und ewig fröh lich seyn, Mel. Schöpfung und Vorsehung. 25 Mel. Ich finge dir mit Herz 2c.| unfre Sündenschuld, du siehst 40. Ich finge meiner See: es, und verzeihst. von dir, Herr, hoch erfreut; ich sing aus dankerfüllter Brust von deiner Gütigkeit. 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug entzückt? Wer hat mit gött: lich milder Hand den Erd: kreis ausgeschmückt? 4. Wer kleider Hügel, Thal und Au, und ziert mit Pracht den Hain? tränkt sie mit Re: gen und mit Thau? und giebt der Saat Gedeihn? 5. Wer führt die Sonn in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu? Wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: dem Menschen leuchte du. 6. Wer krönt mit Segen jedes Jahr, deß unser Her; fich freut? Wer liebet uns unwandelbar, auch wann fein Donner draut? Gefahr, die uns von ferne 7. Wer sichert uns vor der droht? Wer rettet oft ſo wunderbar aus gegenwärt ger Noth? 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volk, dein Ei genthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu! du zähltest unser Haar, stehst uns allgegen: wärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trägst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reut uns 11. Ja, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken ziehn; der junge Rabe, Vater, schreit zu dir; du nähreft ihn. 12. Und rührte dich, o Men, schenfreund, nicht stets des Christen Schmerz? Die stillste 3dbre, die er weint, erweicht dein Vaterherz. 13. Weh dem, der an dem Herrn verzagt, und seine Zu versicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unser nicht. 14. Er liebt dich mehr als du verstehst; ift, Seele, dir nicht fern, und eilt zu hels fen, eb du flehst. Vertraue nur dem Herrn. 15. Er schaut herab von seis ner Höh auf den, der niedrig ift. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing ihm, bet ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an dir gethan! Vergiß es, Seele, nicht! 41.hnd tonig, bir tobs Mel. Herzliebster Jefu, was zc. ch will, mein Gott singen, und ewig Ehre deis nem Namen bringen! Sey täglich, ewig sen von mir ers hoben! Dich will ich loben! 2. Du bist so groß! wer kann dich gnug erheben? Wer kann mit feinem feurigsten Bestreben, wie groß du bist, begreifen und empfinden; wer dich ergründen? 3. Wie herrlich bist du, wie geschmückt und prächtig; wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! O daß B 5 dein Schöpfung und Vorsehung. 26 dein Name von der ganzen Erde erhoben werde! 4. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle; die Welt von deinen Chaten wiederhalle, und deine Wahr: heit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe! 5. Denn du bist mild, daß wer nur lebt sich freue, barm: herzig und von großer Güt und Treue; Erbarmst dich deiner Werke, haft an allen dein Wohlgefallen! 6. D! Höchster, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken; deine Frommen wol len mit allen ihren Kräf ten sich bestreben, dich zu erheben! 7. Dein Reich, o Gott, ist herrlich; ewig währen dein Reich und deine Macht, die wir verehren; und ewig wird von aller Völker Zungen dein Lob befungen! 8. Nach dir empor schaun aller Wesen Blicke, daß deine Hand fie väterlich erquicke; du giebst auch einem jeden sei: ne Speise, daß er dich preise! 9. Du nur erhältst mit deis nem Wohlgefallen, was lebt; thust deine Hand auf, und giebst allen, was sie bedür: fen; keiner sucht vergebens, dich, Quell des Lebens! 10. In allen deinen Wegen strahlet Gnade; untadelhaft find alle deine Pfade, und was du thuft, gereicht zu dei: nem Preise, ist gut und weife! 11. Du bist auch nahe de nen, die dich bitten, die ernstlich dich um deine Hülfe bit: ten; du thuft, was die Ge: rechten, die dich ehren, von Dir begehren! 12. Du schützest, Vater, alle, die dich lieben; die aber, die Gewalt und Frevel üben, die werden für ihr Uebelthun auf Erden gerichtet werden. 13. O Vater, ewig wollen wir dich loben! von allen werde, Gott, dein Nam ers hoben! was lebet müffe, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 42, Lob sey Gott, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmůcket! Preis sen ihm! Ehre, Stark und Kraft, der, was er schuf, beglücket! der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt. Lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst er: ftorben lag, erwacht, und lebt nun wieder. Es strömet jeden neuen Tag fein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vo gel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antliß ist ver: jungt; erbeitert glänzt der Himmel. Gebirg und Thal und Wald erklingt vom freudigen Getümmel. Und voll Erbarmen schaut herab, der Allen Seyn und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 4. Lobfinget ihm! er ist uns nah. Singt, alle feine Hees re! der Herr ist allenthalben da, im Himmel, Erd und Meere. Ich preise dich, ich singe dir; denn du bist, wo ich bin, bei mir, mit All: macht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land, und stillst den Durft der Unly. Bibl. Giessen Schöpfung und Vorfebung. 27 3. Kein Mensch, kein Engel selbst ermißt die Größe deiner Segen; wie gütig deine Weiss heit ist, in allen ihren Wegen. Gott, deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Uns 6. Selbst, wenn vom Don endlichkeit, so weit, Herr, als nersturm bedräut, erschrockne dein Leben. Ach, was sind wir? Länder zittern, strömt Stär: die deine Macht aus todtem kung, Segen, Fruchtbarkeit, Staub hervorgebracht, uns aus Nacht und Ungewittern. Dann bricht die Sonne neu hervor, und alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wet ter schweigen. ewig Heil zu geben. der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch ge fegner werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten sind, zu unsrer Freude Quellen. 7. Von dir kommt, was hier erfreut, du Brunn quell aller Gaben. Dort wirft du uns mit Seligkeit in rei chen Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben, und einst dir, als Christen, freu dig sterben. Mel. Ein Lämmlein geht zc. 43. Lobfinget Gott! Er schuf die Welt zum Schauplan seiner Güte. Lob. fingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemüthe. Gott ist die Liebe. Rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm ver: traut, die ihr ihn kennt und eh: ret! Rühmt es, daß seine Gü: tigkeit mit jedem Morgen sich erneut, und 2. Daß außer dir nicht alles leer von Freud und Leben bliebe, schufft du, o Gott, der Himmel Heer und unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurf: teft ihrer nie; Unendlicher, du ließeft sie zu ihrem Heile werden. Du aber sättigest dich nun mit Wonne, allen wohlzuthun, im Himmel und auf Erden. 4. Vater, welchem keis ner gleicht, an Liebe und an Stärke! Kein Dank, kein Lob: gesang erreicht die Wunder deiner Werke. Doch ist dirs angenehmer Dank, es ist dir mehr, als Lobgefang, wenn ich wie du liebst, liebe; und. meine Kräft' in dieser Zeit durch Wohlthun und Barmhers zigkeit an meinem Nächsten übe. 5. Du bist die Liebe. Dank sey dir, daß ich dich so erkens ne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich, Gott, die Liebe nenne. Auch ich will gers ne liebreich seyn, will glück lich machen, will erfreun, will fegnen und dir gleichen. Von diesem Heil, von dieser Pflicht, du ewge Liebe, laß mich nicht, so lang ich lebe, weichen. Mel. Sey Lob und Ehr dem sc. 44. So bald, o Gott, der er= freuft du, was da lebet; du bifts, Erhalter, dessen Macht uns nährt, uns trägt und he bet. Du måsferft unsrer Erde Schooß, so wächst der Felder Reichthum groß. Preis dir, du milder Geber. 2. Dein Brunn erquickt sie früh und spät. Ein jeder Gras: halm zeuget von dir, durch den die Frucht geräth, und Keim Schöpfung und Vorsehung. 28 Keim und Aebre steiget. Wenn Furch und Fluren sich erneun, fo giebst du Wachsthum und Gedeihn zu unsrer Saat und Mühe. 3. Du krönft mit gnadenvol ler Hand, Herr, alle Jahres: zeiten. Sie träufelt auf das ganze Land des Segens Fettigkeiten. Es trieft durch ihren milden Guß die Wüste felbst vom Ueberfluß, und Freude schmückt die Hügel. 4. Die Wiesen stehn bes blümt umher; vom Korne stehn die Auen, beladen reich, und dicht und schwer, so weit die Blicke schauen. Dir finst 46.Wen enn ich, o Schöpfer, der Landmann hocherfreut. Erhalter, deiner Gütigkeit lobsingen wir auch fröhlich. Mel. Lobt Gott, ihr Christen zc. 45. no Doch immer wechseln ordentlich des Jah: res Zeiten ab; und früh und spåt ergießet sich dein Regen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die mil de Hand, Herr, wie du stets gethan; du segnest und du füllst das Land mit deinen Gütern an. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf, und bläht, und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet giebt der Baum, wenn Jemand Schatten fucht, ihm unter seinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Luft und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. Nicht Einem mangelt deine Huld. Wem strablet nicht dein Licht? Mit wels cher Langmuth und Geduld verschont du unser nicht? 8. O betet, Menschen, betet an! erwägts und denket nun: Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? Mel. Es ist das Heil uns 2c. deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, ans betend überlege: so weiß ich von Bewundrung voll, nicht wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel prachtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn an ihm erhöht? wer kleidet sie mit Majestät? wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? wer heißt die Himmel regnen? wer schließt den Schooß der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? O Gott der Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit die Wolken reichen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in feiner Der Mensch und seine Bestimmung. feiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht. Bringt unserm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunderbar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gut und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sey ge. preist, und alle Welt fag Amen! und alle Welt fürcht ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien' ihm gern! wollte Gott nicht dienen? Wer 3. Der Mensch und seine Bestimmung. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. er du durch deiner mein Wesen mir bereitet, und da schon, eh ich dich gekannt, mit Gute mich geleitet; der du erhältst, was du gemacht; mein Schöpfer, Dank sey dir gebracht für deine Macht und Güte! 2. Su meinem Glücke leb ich hier; dein Wort gab mir das Leben; und was ich hab, hab ich von dir. Von dir ward mir gegeben Verstand, Geschmack, Gehör, Gesicht, Geruch, Gefühl; mir fehlt es nicht an Proben deiner Liebe. 3. Du leitest mich nach dei 29 diese Welt noch fah. Wie groß ist deine Güte! 4. Nie ist der Mensch, der Staub, es werth, Herr, daß du sein gedenkest; daß du, da er dich oft entehrt, ihm so viel Gutes schenkeßt. O sähe doch der Mensch dies ein! möcht er dafür dir dankbar seyn, und dir zum Dienst sich weiben! 5. Herr, lehre du mich, wie ich foll, für deine Huld dich preisen, und ewig, deiner Lies be voll, gehorsam mich bes weisen. Du bist mein Heil, mein Trost, mein Gott. Dir treu zu seyn bis in den Tod, sen meines Herzens Freude. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 48.ir ir, Gott, sey Preis und Dank gebracht! dich soll mein Lied erheben! Ich bin ein Wunder deiner Macht, du schufft auch mich zum Leben. Mein ganzer Leib erbaut von dir, Glied und Sinn an mir, bes weifet deine Größe. 2. Haupt, Aug und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe, die Haut so künstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe, und alle Glieder sagen mir: ich sey, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. 3. Wie biegsam, wie gelenks voll schließt, den Thoren zu verdammen, ders leugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen? Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meis nem Rath bei drohenden Gene Seele spåt und früh des Leis fahren; dein Engel muß auf bes Dienst verlanget! meinem Pfad vor Unfall mich bewahren. Zu meinem Dienst war alles da, schon eh ich 4. O hättest du mein Auge nicht so künstlich zubereitet; was nugte mir der Sonne Licht, Der Mensch und seine Bestimmung. 30 Licht, ihr Glanz, vor mir vers breitet? Dann sah ich nicht, mit welcher Pracht, du, Herr, durch deine weife Macht, was du erschaffen, schmuckest. 5. Wie wohl ist mir, dich, Gott, zu sehn in jedem deiner Werke; mit lauter Stimme zu erhöhn dich, als den Gott der Stärke; zu hören froh mit Preis und Dank der ganzen Schöpfung Lobgefang; dein Wohlthun zu empfinden! 6. Wer leitet meines Blu: tes Lauf? wer lenkt des Her zens Schläge? wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag, Herz, entflamme mich, o Blut! daß ich den Höchsten preise. 7. O pries ich, Höchfter, immer dich, wenn ich die Sinnen brauche, geh, lieg und ausruh, oder mich bewege, athme, hauche! gieb, daß ich ewig dein mich freu, und daß mein Leib ein Tempel sey, worin dein Geist stets wohne. Mel. Nun danfet alle Gott 2c. 49. Dur urch dich, o großer Gott, durch dich bin ich vorhanden: die Him, mel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn da sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah. 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd und Meere; die Himmel predi: gen die Wunder deiner Ehre. Dich betich dankend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Meschen Flebs, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde? Im Him. mel donnerst du, und Schrek: fen füllt das Land; doch fürcht ich nichts: denn du deckt mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreis tet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet; so ſprech ich: was ist doch der Mensch, daß sein du denkst, und daß du täglich uns uns zählig Gutes schenkst? 5. Als Schaafe läßt du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis und Trank, und füllst das Herz mit Freuden. Du dachtest mein, eh mich die Mutter noch ges bar; ja, fabst mich, eb der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogft mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war in dein Buch geschrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh; ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 7. Wem sollt ich sonst vers traun, als dir, der du das Les ben mir gabft und mir ers hältst? Dich, Herr, will ich erheben? Wie fanft ist dein Befehl: Gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried und Leben. Wie könnt ich dir, o Gott der Liebe, widerstreben? Der£ afterhafte mag in stolzem Glüks ke blübn; mich soll er dennoch nicht in seine Nege ziehn. 9. Auch Der Mensch und seine Bestimmung. 31 5. Gott, ich kann denken! ich gewinne, weil ich zu einem Geis ste ward, durch die Empfin dung meiner Sinne Gedanken tausendfacher Art. Groß, man nigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln, und verbinden, und trennen wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterschieden von der Welt. Zu tausend Chaten hab ich Kraft; wer giebt sie? Gott, der alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meis Mel. Wer nur den lieben Gottic.ne Seele nach Wahrheit, Ruh und Seligkeit: nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusfe reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld; denn was du schaffst, ist laus ter Huld. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst siehen. Ich will, wenn mei nem Fleisch was Böses noch gelüft, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trach, ten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gieb, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sey. 50. Erwecke dich, den Herrn zu loben, du seines Odems Hauch, mein Geist Es werde Gott von mir erho: ben, den jedes seiner Werke preist! Er, der michi sauf, sein Bild zu seyn, zu kennen ihn, mich sein zu freun. 2. Schön ist der sonnenrei: che Himmel, den er zu seinem Stuble wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; und mir, dem Thone seiner Hand giebt er Empfindung und Verstand. 3. Anmuthig, prächtig, zum Entzücken ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie fen, verstehn. 4. Nur für die Geifter, nur für Seelen, die zu den Geistern Gott erhob, sind sie so herrlich! Sie erzählen nur ihnen ihres Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf! 8. Wie wundervoll ist das Vermögen, Gott, das du meinem Willen giebst! O mögt ich, mögt ich stets erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! mögt ich mit allen Kräften dein, dein mit Vers stand und Willen seyn. 9. Gott, meine Luft sen, dich zu kennen, dich Urquell der Vollkommenheit! Dich kindlich Herr und Vater nen. nen, sen hier schon meine Ses ligkeit. Dien ich als Kind im Geiste dir, was brauch ich noch, was fehlet mir? Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 51. ch bin, o Gott, dein ewig bin ich dein. Mein größtes Glück, mein wahrer Ruhm ist ewig dein zu seyn. 2. Du gabft mir den vernünftgen Geist, bewundernd einzu Der Mensch und seine Bestimmung. einzusehn, wie dich die ganze| wäre alles mein; es bliebe, Schöpfung preist; mit ihr wenn kein Himmel wäre, für dich zu erhöhn. meine Wünsche viel zu klein. Der Geist hat nicht im Staube Rub, er eilt erhabs nern Gütern zu. 3. Was um mich ist, ver: kündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier jedwede Tageszeit. 4. Und ich, ich sollte fühl: los seyn? ich rühmte, Herr, dich nicht? Mein Leben dei nem Ruhm zu weihn, das ist auch meine Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, als ich es foll; mein Herz, mein Mund, mein Wandel sey stets dei ner Ebre voll. 32 6. Wer dich verehrt hält dein Gebot; ihm ist es kei ne Last. Drum gieb, daß ich gera thu, o Gott, was du befohlen haft. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst nur un fer Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! sein ist das beste Theil. 8. Schon hier schmeckt er, dir zugethan, im Herzen wahre Rub, und eilet auf gerader Bahn getroft dem Himmel zu. 9. Da mischt sich fernerhin Fein Leid in seine Freuden ein. Laß, Höchster, diese Geligkeit dereinst auch mich erfreun! Mel. Wer nur den lieben Gottzc. 52. ch bin zur Ewigkeit beßre Welt bestimmt; die Hoffnung ist nicht ganz ver: loren, wenn gleich das Grab den Leichnam nimmt. Ich lebe nicht für diese Zeit, mein Loos ist die Unsterblichkeit. eine 2. Was ist die Welt? was Geld und Ehre? Gesetzt, es 3. Er schuf mich ja, der Gott der Liebe, zu meinem Glück, zu seiner Lust; erpflanz te mir die böhern Triebe mit eigner Hand in meine Brust. Er, der den Geist mit Huns ger füllt, läßt ihn fürwahr nicht ungeftillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, in größrer Klarheit ihn zu ſehn, der hier noch unerfüllt aeblieben, muß einst doch in Erfüllung gehn. So wahr Gott mein Verlangen kennt, wir bleiben ewig ungetrennt! 5. Er ist gerecht, der höch: ste Richter! die Tugend wird doch einst gekrönt; wenn gleich ein Haufen Bösewich: ter fie bier verwirft, verfolgt, verhöhnt. Der Henchler, der bier triumphirt, wird droben vor Gericht geführt. 6. Jsts möglich, kann Gott anders handeln? gilt denn Fein Recht in seinem Reich? die Frommen, die hier vor ihm wandeln, sind die den frechen Spöttern gleich? D komm nur, Tod! ich sterbe drauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 7. Er weckt mich auf aus meinem Grabe! dies hofft mein Herz; so spricht sein Wort; und was ich hier ges funden habe, treibt vollends alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geift, weil Gott ihn selbst unsterb: lich heißt! 8. Noch Der Mensch und seine Bestimmung. 33 8. Noch mehr: Ich kenne| verliebst du mir, Vernunft und Jesu Lehre, und das, was er Freiheit, und mit ihr Gefühl für mich gethan; was ich aus von Recht und Unrecht.d feinem Munde höre, ist Wahr. 4. Du schufft mich zur Ges heit, die nicht trügen kann. selligkeit und für der Freund Ich bin des Heilands Eigenschaft Freuden! gabst mir ein thum, erlöst durch ihn zu sei nem Ruhm. Herz voll Fühlbarkeit für Aus drer Glück und Leiden; noch mehr, ein Herz, das fähig ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu freun, und dich zu lieben. 9. Mein Jesus lebt! wer will mich tödten? wer raubt mir die Unsterblichkeit? Sein Arm reißt mich aus Codes: nöchen, und führt mich bin 5. In stiller Andacht kann zur Seligkeit. Auch dieser Leib mein Geist sich bis zu dir ermuß auferstehn, und schön verheben, und dir, den jeder Him: klárt zum Himmel gehn. 10. Ihr Thaler finkt, fallt, Berge, nieder! mein starker Glaube fürchtet nichts. Ich sehe einst den Morgen wieder, den Morgen jenes ewgen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an; o Gott, wie selig bin ich dann! mel preift, auch Preis und Ebre geben. Auch ich kann deinen Willen thun, in deiner Vorsicht Rath beruhn, und frölich auf dich hoffen. 6. Nicht bloß für diese Furze Zeit riefst du mich in das Leben; zu Freuden einer Ewig: keit soll sich mein Geist erhes. Leib zu Staub, so bleibt er ben. Und wird auch gleich der nicht des Grabes Raub; du Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 53. Laß mich des Menschen wahren ihn Gott, zu Herzen nehmen, und dessen, was mich selbst ent: ehrt, mich allzeit innigst schåmen. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was alles ich vermag und bin, durch deine weise Güte. 2. Du gabft mir nicht bloß Fleisch und Bein; du bauch; test mit dem Leben mir auch zugleich die Seele ein, und haft es ihr gegeben, noch mehr als was die Sinne rührt, und durch sie Schmerz und Luft ge biehrt, zu fassen, zu erwägen. 3. Gott, diesen Verzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beſeelt, genährt von dir, auf deiner Er de wohnen. Was ienen fehlt, 8. Vom Himmel kam, gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam, und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu werden. Wie hoch sind wird durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen! 8. Und ich, ich sollte ihn ents weihn, und gleich den Thie| ren handeln? der Fleischesluft ergeben seyn, und fromm vor dir nicht wandeln? Fern sey ein solcher Sinn von mir! bewahre mich, mein Gott, dafür, daß ich mich so nicht schände! 9. Verleih mir, daß ich allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Ges 34 Der Mensch und seine Bestimmung. rechtigkeit mit allem Eifer Herrlichkeit; fuchr oft, von trachte, dich liebe, und mich Luft der Erde trunken, fein deiner freu, und so des Vor: Glück in Dingen dieser Zeit: er sucht und findet zugs würdig sey, den du mir jedoch, was ihm der äußre haft verliehen. nicht, was Schein verspricht. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 7. Du prägteft ihm durch 54. Gott, ich preise dei sein Gewissen Gefühl von Recht ne Gute, die mich so wunderbar erschuf; und mit frohlockendem Gemüthe verehr ich deinen Schöpfer: ruf, ein Herold deines Ruhms zu seyn, und deiner Wunder mich zu freun. und Unrecht ein. Daß Göse Böses leiden müssen, und Tugendhafte glücklich seyn, erkennt er, doch sieht er noch nicht den Richter hier schon im Gericht. 2. Du gabst zum Denken Empfinden, ich sen dein Werk, mir diesen Geist, der zwar zu schwach ist, zu ergrün den, wie herrlich du, mein Schöpfer, ferst, jedoch, was du an mir gethan, erkennen und bewundern kann. 3. Und diesen Geist, der in mir denket, schufft du nicht bloß für diese Zeit. Du hast ihn mir, mein Gott, gefchen: fet, zum Leben in der Ewigkeit, um da vollkommner zu verstehn, was Sterbliche nur dunkel sehn. 4. 3u eng sind dieses Lebens Schranken für seinen forschen. den Verstand. Der Keim zu böheren Gedanken, als je ein Sterblicher erfand, entwickelt sich erst nach der Zeit im hel: len Licht der Ewigkeit. 5. Jhn fåttiget kein Gut der Erde, kein zeitlich Glück, Daß er im Innern rubig werde, bedarf er mehr, das ihn erfreu. Er fühlts, daß diese ganze Welt fein Wünschen nicht zufrie: den stellt. 6. 3war ist er tief berab gefunken von seines Ursprungs 8. Dem Tugendhaften ift hienieden oft ein sehr widri: ges Geschick zum Loos für dieſe Zeit beschieden, dem Lafter: baften oft viel Glück. Gewiß! erst eine andre Welt ist zum Vergeltungsort bestellt. 9. Gott, wenn mein Geist dies überleget, so hofft er schon Unsterblichkeit. Doch, wenn er aufmerksam erwäget, was ihm dein Wort für Licht verleiht; so wird er selger Freuden voll, daß er auf ewig leben soll. 10. Herr, laß zu jenem bef fern Leben mich täglich hier die Aussaat streun. Laß deinen Geist das Wollen geben, und das Vollbringen auch verleihn. O Wonne der Uns fterblichkeit, wie wird durch dich mein Geift erfreut! in Mel. O Gott, du frommer G. 55. Wer kann doch, groGott, wür dig gnug erheben? du gabst der ganzen Welt Bewegung, Kraft und Leben. Der Geister zahllos Heer, die ganze Körperwelt hat deine Hand ge macht, die jetzt noch alles hält. 2. Du Der Mensch und seine Bestimmung. 2. Du schufft( ich dank es dir!) auch mich zu deiner Ehre, und wollteft, Gutigfter, daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großes Ziel, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, da: zu du mich berufeft! dir, Höch ster, ähnlich seyn, vollkom. men seyn, wie du. wohl mir, wenn ichs bin! hilf du mir selbst dazu. 4. Laß dieses große Ziel mir stets vor Augen schwe ben! des Herzens größter Wunsch, mein eifrigstes Be streben, in allem meinem Chun, fen dies, o Gott, allein, mit Eruft je mehr und mehr, wie du gesinnt zu seyn. 15. Du bist der Wahrheit Freund; Laß mich auch Wahr. heit lieben, mit unverdroß: nem Fleiß in allem dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und Allem Beifall giebt, was uns dein Wille lehrt. 35 8. Noch bin ich weit ents fernt, o Gott, von diesem Zie: le. Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin: O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, Des Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ist, thun, Des Guten mich erfreun, und dem, ders üben will, auch gern behilflich seyn. 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn Unterlaß, Gott, deiner Gute freun. Mel. Nun freut euch, lieben 2c. 56. Wie wicht 56. Wie wichtig ist doch der den uns der Herr gegeben! Gott, als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Sum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vas terland; allein bei dir, Gott, droben; da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nimmermehr ein Ende nimmt. Hier find wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden! Was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Luft gewinn, wenn ich dabei nicht richtig bin, dein Himmelreich zu 7. Gieb, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen wer: de, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beerben. schwerde dem Nächsten gern erfpart, fein Leben ihm ver. füßt, und, wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier. Laß mich dies nie vergessen! Nur wenig Tage haft du mir zur Wallfahrt zuC 2 gemessen. 36 Erlöser und Erlösung. gemessen. Schnell, wie ein| sprach zum Engel: Werde! Du Traum, find sie vollbracht, bist das Wort, durch welches und dann wird dieser Erde Gott der ganzen Welt, zu Pracht auf ewig mir vergehen. feyn, gebot. Du bist der Als les traget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd und Himmel in sich schließt, und was im Meer fich reget. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben, und mich, in meiner Prüfungszeit, um jene beßre Gaben, die mir im Tos de nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich einst nicht darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Va: ter, liebt, und deines Sohns fich freuet; das durch den Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein sol ches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlitz schauen. 7. Und ſolch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Er: barmen geben, damit ich mô: ge auch schon hier nach den Gefeßen leben, die selbst im Himmel gültig sind; bis ich, als dein bewährtes Kind, zu deiner Freude gehe. 4) Erlöser und Erlösung. Mel. Ein Lämmlein geht 2c. 57.Anbetung, Preis und Dank sey dir, o Je. fu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich gnug erheben? Eh noch die Welt ward, warst du schon groß, herrlich und des Höch. sten Sohn, ein Erbe seiner Ehre. Dein ist das Reich, die Herrlichkeit, und du beherrscheft weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie; denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? wer hat das Leben uns verschafft? wer 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekom: men; und haft selbst unser angenommen. Dein Leben gabst du willig dar, zu retten, was verloren war, und wardst ein Knecht auf Erden. O Huld, die sonst nichts Gleiches hat! u starbst, von unsrer Misses that ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns, und bist es noch ist auf dem Him melsthrone; suchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befrein; beschwerter Herzen Trost zu seyn, ist deines Herzens Freu de. Du giebst den måden Seelen Rub; und wer dich liebt, den stärkest du, daß nichts ihn von dir scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet, und endest ihre Plage; du bleibst, bis Zeit und Welt vergeht, o Herr! noch alle Tage bei uns, bei deinem Eigenthum. Dir, dir sey ewig Dank und Ruhm, für alle deine Liebe! Dir geb ich mich zu eigen hin; gieb, daß ich mich, so lang ich bin, in dei nem Lobe übe. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 58. 2[ uf, Christen, last uns unsern Gott mit frohem Dank erheben! Er Erlöser und Erlösung. 37 Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig le: ben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam einst sein Sohn auf Erden, von unsrer Schuld 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad! zeuch uns zu deinem Sohne! daß Glaub an ihn auch mit der That in uns ferm Herzen wohne. So ha: ben wir an seinem Heil zur Freude für uns ewig Theil; so preifen wir dich ewig. mel. Dir, dir Jehovah will zc. u werden. Er wards; er 59. Den Schaaren, die du er zu hat sein Werk vollbracht, und sich nach kurzer Grabesnacht gen Himmel aufgeschwunJesum kennen, mich, auch mich gesellt, durch ihn schon in der Kindheit Jahren mich treu gelehrt, was dir und ihm gefällt: dir bringt, gerührt von seiner Geligkeit, mein Herz ein Sied voll heißer Danks barkeit. und uns gen. 3. Wo ist des Todes Herr schaft nun? Hier ist sein Ueberwinder. Die Furcht davor hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Gebrochen ist uns nun die Bahn, die von der Erd uns himmelan zur ewgen Wonne leitet. 4. Wie hat uns doch der Herr so lieb! wie sucht er un: fer Bestes! Er giebt für uns aus freiem Trieb sein Lieb. stes und sein Größtes. Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn! der uns zu gut sich bis zum Tod er niedrigt. 2. Ich darf ia nun dich Va: ter nennen. Von dir, der du die Liebe selber bist, kann Tod und Leben mich nicht trennen. Dein Kind bin ich, bin ich ein ächter Chrift, der treulich übt, was ihn sein Meister lehrt, und sein Gebot als Gottes Stimme ebrt. 6. O laßt uns ihm uns an: vertraun, und seine Stimme bören, auf seine Mittlershül: fe baun, ihn mit Gehorsam ehren. Das ist der Weg zum ewgen Wohl; der Weg, auf dem wir friedevoll auch schon auf Erden wandeln. 3. Unzählbar sind die Se: ligkeiten, die mir mein hoher Glaube täglich giebt. Zu freus Ewigkeiten werd ich auf dieser Erde vorgeübt. Wer Jesu glaubt, der bleibt im Tode nicht; ein ewig Le ben bracht' er an das Licht. 5. Was uns das wahre Ledenvollen ben schafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, fein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 4. Er ist mein Trost in Küm: mernissen, mein Vorbild auf des Pilgerlebens Bahn, und fühl ich Kummer im Gewiffen, so schau ich glaubensvoll zu ihm hinan, der von der Furcht mein banges Herz erlöst, und mirs verbürgt, daß Gott mich nicht verstößt. 5. Gelitten hat er ſelbst, geduldet, kennt Noth und € 3 Elend, 38 Erlöser und Erlösung. Elend, weiß von Gram und| Müh' und Schmerz, fabst die Schmerz, und ach! er hatte Beglückteren, und neidlos nichts verschuldet, und rein blieb dein Herz. von Sünden blieb im Kampf fein Herz. Nun kann er helfen, weiß, wie dem, der weint, zu Muthe sey, der treue Men: schenfreund. 5. Dein edles Hert! Wer mag die hohe Schönheit fas sen, die göttliche Geduld, so schonend, so gelaffen! den himmlisch reinen Sinn, von Eigennut so fern, wer würdig dich erhöhn, du frommer Knecht des Herrn! 6. Wer zählt, wer zählt die Segen alle, die durch ihn wur: den unser Loos und Theil? Preift ihn mit lautem Jubel fchalle und fühlt, erlöste Brüder, euer Heil! Ihm danke, wer ihn kennt und wer ihn ehrt. O felig, wer auf seine Stimme hört! Mel. Nun danket alle Gott zc. 60.Erscheine meinem Geift, erhabnes Bild der Tugend, erhelle mir den Pfad des Alters, wie der Jugend! Du, Jefu, gingft den Pfad, dein Beispiel lehr' auch mich, denn sichrer geht mein Fuß, feh ich nur fest auf dich. 2. Du Heiliger, wie rein, wie unbefleckt von Sünde floh deine Jugend hin! Wie wil lig ward vom Kinde, wie gera vom Jungling schon, was Gott gefällt, erwählt. Doch ich, wie oft hab' ich als Jung, ling schon aefehlt! 3. So arm, so freudenlos, in Müh' und Kümmernissen, durch frühen Druck geübt, was Andern wird, zu missen, entflob für dich die Zeit der jugendlichen Luft, da seufzte schon der Gram aus deiner frommen Brust. 4. Doch du gehorsam fiets, bereit des Vaters Willen, wär' er auch Kreuzestod, mit Freuden zu erfüllen, du trugt geduldig, still, Verlust und 6. Hat je dein frommes Herz die kleinste Pflicht ver lezzet? Den Leidenden gefehn, ihn nicht mit Trost ergötet? nicht gern gewarnt, belehrt, wo sich ein Mensch verirrt, und ihn mit treuer Hand den beffern Weg geführt? 7. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeiche: leien, dort lockender Gewinn, bier bittrer Feinde Drauen, umgaben, wo du gingst, dich, Heiliger, doch du gingst ftandhaft durch sie hin mit Festigkeit und Ruh. 8. Voll hohen Friedens blieb bis an des Lebens Ende dein schuldlos Herz! Der Geist gab in des Vaters Hände sich ohne Beben hin! Vollendet war die Bahn, mit jedem Schritt sahst du den großen Lohn dir nahn. 210 1 896 9. Vollendeter! Auch ich, auch ich kann ohne Beben in meines Vaters Hand die Sees le übergeben, wenn sie voll Eifer, rein von des Gewissens Schuld, dir ähnlich wird an Treu, an Tugend und Geduld. 10. Schau auf, mein Geist, auf ihn! Verschmäh des Lasters Freuden, der Sünde Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden; wie Jesus, weis he Gott des Lebens furje Zeit, dann Erlöser und Erlösung. dann erbst auch du, wie er, das Reich der Herrlichkeit. 39 dest mich durch deine Hand zu allen guten Werken. Mel. Ich dank dir schon 2c. 10. So lang ich deinen Wil len gern mit reinem Herzen 61. Gedanke, der uns Le- thue, fo fühl ich eine Kraft ben giebt! Wer des Herrn, und schmecke Fried kann dich ganz durchdenken?| und Ruhe. Also hat Gott die Welt ges liebt, uns feinen Sohn zu schenken! 11. Und wenn mich meine Sünde kränkt, und ich zu dir, Herr, trete; so weiß ich, daß du mein gedenkst, und thust, warum ich bete. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit Finsterniffen, füllst du mein Herz mit Majestät, und stillest mein Gewiffen. 12. Ich weiß, daß du, mein Heiland, lebst, und mich einst aus der Erde erweckst, und zu dem Reich erhebst, da ich dich schauen werde. 13. Kann unsre Lieb im Glauben hier für dich jemals erkalten? Das ist die Lieb, o Herr, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 14. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15. Soll ich dereinst noch würdig seyn, Herr, um dich Schmach zu leiden: so laß mich keine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm empfinden. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen; allein das Gött: liche der That, das kann mein Her; empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht auch für mich gestorben ist, so werd ich angstvoll zagen. 6. Jft Chrifti Wort nicht Gottes Sinn: so werd ich irren müssen, und, wer Gott ist, und was ich bin, und wer den soll, nicht wiffen. 7. Nein, diefen Troft der Christenheit soll mir kein Zweifel rauben; ich fühle seine Göttlichkeit, und halte feft am Glauben. 8. Ich bin dein emges Eis nthum, durch dich des Him: mels Erbe; dies, Sohn des Höchsten, ist mein Ruhm, auf den ich leb und sterbe! 9. Du giebst mir deinen Geist, das Pfand, im Glau: ben mich zu stärken, und bil: 16. Und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freud empfinden, so wirk er doch sein Werk in mir, und reinge mich von Sünden. 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt,( laß mich noch sterbend denken, wie sollt uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken. Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 62. Herr, err, wir finden deiner Ehre. Erbarm dich unser, und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! € 4 Herr, 40 Erlöser und Erlösung. Herr, wir danken voll Ent| Mel. Vater unfer im Himm. zücken; wo ist ein Gott, der fo beglücken, so lieben und so fegnen kann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Hell wir sehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird fie seyn. 2. Um zu dir uns zu erhe: ben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schenkest uns der Erde Glück. Ilm zu dir uns zu erheben, entziehst du unfrer Bruft das Leben, und schenkest uns des Himmels Glück. Da giebst das Leben, Gott; du sendest uns den Tod, nur zum Gegen; bist liebevoll, nur unser Wohl, nicht unser Elend schaffest du. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von deiner Wahrheit Pfade; da war es, Gott, als deine Gna: de erbarmend vor uns über ging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück; von der Sünde, von ihrer Nacht sind wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 4. Preiset ihn, ihr Jubellieder! zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch, und starb der Sünder Cod. Chri: stus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied sey ihm ge: fungen! uns segnet und be: gnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgesänge tont, tont zum Himmel! er schallt schon hier! einst kaieen wir an seinem Thron, und beten an. 63. ein gebrer ist dir, Weisheit und an Liebe reich bist du, so wohl durch Wort, alsThat, der schwachen Menschen fichrer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, dein, und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sünden. schuld, theilhaftig werden ſeis ner Huld. Auf ewig sen dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du fahest in der Gottheit Licht mit himmelklarem Angesicht, was nach des Höchs ften weisem Rath, die Welt noch zu erwarten hat; auch machtest du durch deinen Mund die Zukunft selbst den Menschen Fund. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sen Wahrheit, die uns Gott gesehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehrtest uns durch Wort und hat den Weg zu Gott, des Lebens Pfad. Du bist das Haupt, du gingst voran; gieb, Herr, daß ich auf gleicher Bahn, gestärkt von dir, mit fteter Treu dir nachzufolgen eifrig sen. 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Verföhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jetzt dein Heil den Menschen kund. Begleite fiets 41 Erlöser und Erlösung. stets mit deiner Kraft ihr Amt,| Liebe selber ist, warst du es damit es Nutzen schafft! auch, Herr Jesu Chrift! 7. Noch immer hilfft du deinem Wort in seinen Sie gen machtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geift, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt. 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß er mich zu der Wahrheit führ, von Eigen: dunkel mich befrei, damit ich dir gehorsam sey; bis mich dereinst in Ewigkeit ein hell, res Licht bei dir erfreut. Mel. Mir nach, spricht Chrift. 64. Jefu, wahrer Frömmigkeit volkommenstes Erempel! dein Herz, dem Vater ganz geweiht, war jeder Tugend Tempel; dein Wandel rein von aller Schuld, Gott werth und würdig seiner Huld. 2. Wer war wohl eifriger, als du, zu thun des Vaters Willen? dir war es Ruhm und Seelenrub, ihn treulich zu er: füllen. Nicht eigne Ehre war dein Ziel: du suchtest nur was Gott gefiel. 3. So oft dein Blick Verirrte sab, warst du voll edler Schmerzen; doch, wenn des Vaters Wort geschab, quoll Freud aus deinem Herzen. An ihm nur hing dein gan zer Sinn; anf ihn sab stets dein Auge hin. 4. Ihn ehrtest du mit Wort und That vor aller Welt mit Freuden. Du warst bereit, nach seinem Rath, zum Heil für uns zu leiden. Wie er die 5. Du zeigteft, daß die größte Noth dich nicht zum Murren reize; warst Gott ge: borsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. Auch da war deine Zuversicht auf ihn allein, du wankteft nicht. 6. Von ihm verlassen, blieb dein Herz an ihm, troß alles Spottes. Dein Hoffen war im bångsten Schmerz die sich re Hülfe Gottes. Und was du hoffteßt, ist geschehn; Gott halfdir, hörte auch dein Flehn. 7. Mit Ehr und Preis von ihm gekrönt, lebst du zu sei ner Rechten voll Majestät, und dir ertönt von allen ſeis nen Knechten das Lob, deß du so würdig bist. Oselig, wer dir ähnlich ist! 8. Hilf, daß ich dein Erems pel mir, o Herr, zum Muster feßze, und meinen Gott, ge finnt gleich dir, weit über Alles schäße, mit Freuden seinen Willen thu, und ganz in ſeis ner Fügung ruh. Mel. Meine Seele erhebet 2c. 65. Meine Seele lobfins get dem Herrn; Jefum preis ich von ganzem Gemüthe. O wer kennt ihn, und preist ihn nicht gern? Ewig währt des Erhabenen Güte. 2. Tief erniedrigt ging er einher, unser Mittler und himmlischer Lehrer. Jedes Leidenden Helfer war er, jes des Flehenden milder Erhörer. 3. Selig machen war im mer der Zweck feines göttlichen treuen Bestrebens. Er, er zeigte zum Heil uns den Wege € 5 42 Erlöser und Erlösung. Weg, hatte Worte des ewis| Trost empfangen? O wie gen Lebens. pflegtest du zu eilen, das Erbetne zu ertheilen! Freude war dirs, Seligkeiten schon auf Erden auszubreiten. 4. Menschenseelen zu beglüks uns ihn zum Erretter geſendet.| ken, Reuerfüllte zu erquicken, 4. Huldvoll opfert' er fich für uns auf, bis er unsre Be freiung vollendet. Segnend fuhr er zum Vater hinauf, der 5. Hier hat unser Erbarmer und Hort uns ein theu: res Vermächtniß gelassen, seine Lehren der Weisheit, fein Wort. Selig, die es er: wagen und fassen? 6. Voll Erbarmungen schaut er herab; denkt dran, was er den Seinen verheiffen: fie foll keine Verändrung, kein Grab seiner schützenden Alls macht entreißen. 7. Jhn, der keines Erlöften vergißt, soll mein ewiges Lob. lied erheben. Hers, empfind es, wie gutig er ift! preif ihn, Seele! durch chriftliches Leben! Mel. Schmücke dich, o liebe zc. Unverständge zu belehren, Abgewichne zu bekehren, Sunder, die sich selbst verstocken, liebreich zu dir hinzulocken: dies, Herr, war in deinem Leben dein beständiges Bestreben. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Stras fen abzuwenden, unter frecher Mörder Händen Angst und unerhörte Schmerzen litteft mit gelaßnem Herzen, als ein Missethäter starbeft, und uns ewges Heil erwarbest. 6. Deine Huld hat dich ges trieben, Sanftmuth und Ge duld zu üben, Haß mit Haß 66. Vorbild wahrer Men, nicht zu vergelten, deine Jesu, nicht deines Mitleids Triebe zogen dich herab zur Erden, der Vers lornen Heil zu werden, und für sie sogar dein Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist jemand, der die Größe deiner Lieb und Huld ermesse? 2. Ohne Vortheil zu begehren, sich in Andrer Dienst verzehren, Gutes jedem gern erzeigen, zu Beleidigungen schweigen, auch an Feinden Wohlthun üben: das heißt Menschen göttlich lieben. Und wie voll von solcher Güte war, Erlöser, dein Gemüthe! 3. O du Zuflucht der Elen: den! wer hat nicht von deinen Händen auf sein redliches Verlangen Hülfe, Ruh und allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu seanen, deine Mörder zu vertreten, und für sie zu Gott zu beten. 7. Demuth war bei Spott und Hohne deiner Tugend Schmuck und Krone; nie haft du nach Ruhm getrachtet, noch auf Menschenlob geach tet. Deines Vaters heilgen Willen mit Gehorsam zu ers füllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Sweck von deinem Leben. 8. Laß mich, Herr, zu meis nem Segen deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Troft und Hülfe bei dir finden! Heilige auch meine Triebe zu rechts fchaffner Sendung und Geburt Jesu. 43 5. Vom Aufgang bis zum Untergang erschallet dir der Lobgesang erretteter Gerechs ten. Unzählbar sind die Schaa ren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblied brachten. Ihrer mehr noch, Jesu, werden schon auf Erden, dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebe: tet ist dein Name, Heiland, Jesu Chrift! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns deinft zu deiner Rub, o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen. schaffner Menschenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Mel. Wie schön leuchtet der zc. 67.2ie Die groß, wie ange: betet ist dein Name, Heiland, Jefu Chrift! wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf, wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolke! Als du kamest, bör: ten Taube, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 2. Nur Schwache warens, die dein Licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind fie? wo die Hohen? und wo die Reichen? wo die Macht, vor der des Gözendienstes Nacht und seine Schatten floben? Macht nicht, List nicht: deine Gaben, Mittler, haben dich verkläret, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Ruhm erböhn, wir werden deinen Himmel fehn, den Preis von dei nen Leiden; genießen, was du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze fiarbft, der Engel hohe Freuden. Welche Gna: de! daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen. 4. Du hast dich deiner Herr: lichkeit entäußert eine kurze Zeit, für uns, von Gott verlaffen. Und nun mit Ehr und Rühm gekrönt, nun machst du selig, die versöhnt, der Sünden Greuel haffen. Jh. nen willst du Heil und Leben gerne geben, und uns allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5) Sendung und Geburt Jefu. Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 68. Als hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seis nen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der EwigFeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Ich freue mich, mein Heil, in dir; du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir, wer ist denn wider mich? 4. Du, Sohn des Allerhöch sten, wirst auch mir durch Rath und hat ein Helfer und mein Friedefürst auf dies ses Lebens Pfad. 5. Was mir zum Seligseyn gebricht, schafft deine Lieb auch mir; Versöhnung, Les bena Sendung und Geburt Jesu.. 44 ben, Troft und Licht. Wie viel hab ich an dir! 6. Dein Mangel wird mein reiches Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Durch deine Demuth, Herr, mein Heil, gewinn ich Herrlichkeit. 7. Gelobt sey Gott! gelobt fein Sohn! durch den er Gnad erweist. Lobt, Engel, ihn vor feinem Chron! Erheb ihn auch, mein Geist! Mel. Wir Christenkeut habn zc. 69.2uf, schicke dich, recht feierlich des Hei lands Feft mit Danken zu begehen! Lieb ist der Dank, der Lobgefang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb, erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: Also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O, wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in dei: nem Sohn geliebet. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren; er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil! thu täglich Buß, und glaub an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer, Herr, Herr, spricht, und doch nicht fucht sein Beispiel nachquahmen. 5. Aus Dank will ich in Dürftgen dich, dich, Gottes Sohn, bekleiden, fpeisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun, und dein dabei ge: denken. ist im Himmel und auf Ers den! Die Christenheit preist dich erfreut, und Aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er bilft uns gern, und, wer ihn ehrt, den wird sein Name trößen. Gelobt fey Gott! Gelobt sep Gott! Freut euch des Herrn, und jauch; t ihm, ihr Erlösten! 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles 70.Dies Mel. Vom Himmel hoch da zc. ies ist der Tag, den Gott gemacht; fein werd in aller Welt gedacht! ihn preise, wer durch Jesum Christ Freund und Verehrer Gottes ift. 2. Die Völker haben dein geharrt, und als die Zeit erfüllet ward, da fandte Gott von seinem Chron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geift vor Ehrfurcht ftill; er betet an, und er ermißt, daß Got: tes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unferm Heil. 5. Und zu erfüllen Gottes Nath, sprachst du sowohl durch Wort, als Chat: Gott, deis nen Willen thu ich gern. Lob sey dir, der da kam vom Herrn! 6. Dich, der du Mensch geboren bist, dich Gottes Sohn, Herr Jesu Chrift! auf den die Völker hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland, an. 7. Du, unser Heil und höchfies Gut, verbindest dich mit Fleisch Sendung und Geburt Jesu. 45 Fleisch und Blut, wirst unser| leugnet Himmelsfreuden, bis Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir er durch Todesleiden sein großes Werk vollbracht. 8. Gedanke voller Majestät! du bist es, der das Herz er: höht. Gedanke voller SeligFeit! du bist es, der das Herz erfreut. 4. Er hats vollbracht. O bringet Gott euern Lobgesang! Erlöste Menschen, finget dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt un: frer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt; Ein Mittler ifts, der sie erhält. Was zagt der Mensch, wenn der ihn schüßt, der in des Vaters Schooße sitzt? 5. Du Freund der Mens schenkinder! verwirf uns, Jes su, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Zuvers ficht. Gieb unfern Seelen Rub; hilf jeden Reiz der Sünden uns glücklich über= winden! gieb Muth und Kraft dazu. 6. Dich wollen wir erheben hier und in Ewigkeit, wo uns ein beßres Leben vor deinem Thron erfreut. Dann sind wir ewig dein, und nichts wird uns mehr fehlen; dann werden Seelen vollkommen unfre selig seyn. 10. Jaucht, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und, Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd in aller Welt gedacht! ihn preife wer durch Jesum Christ Freund und Verehrer Gottes ist. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 71. Erhebt den Herrn, ihr Frommen! er bålt, was er veripricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Troft und Licht. Gott, Gott, 72. Gefu Chrift, der du In bekannter Melodie. elobet bat der uns nicht verstößt, uns zum Heil und Leben felbst feinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt! mit welchem Vatertriebe fein Herz zu uns geneigt! Von feinem Himmelsthron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, fein eingeborner Sohn. 3. Er kommt zu uns auf Erden in tiefer Niedrigkeit, nimmt auf sich die Beschwer, den von unsrer Pilgerzeit; enthält sich seiner Macht, verMensch geboren bist und uns zu gute wards, wie wir; Preis fen, o Welterlöser dir, auf ewig Preis! 2. Dich, unsern Heiland, unsern Herrn, sahn die Väter schon von fern; du aller Völker Troft und Licht, du warst auch ihre Zuversicht. Gelobt fey Gott! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn fahn; auf die, so Finster. niß umgab, glänzt Gottes Sonne nun herab. Gelobt sey Gott! 4. Er, 46 Sendung und 4. Er, durch den uns ge: holfen ist, der einst richtet, Jesus Chrift, der Schöpfung Herr, kömmt in fein Reich, erniedrigt sich, und wird uns gleich. Gelobt sey Gott! 5. Jauchzt, Himmel! Erde, freue dich! Gott versöhnt die Welt mit fich; uns, Adams fündiges Geschlecht, entsün: digt er, macht uns gerecht. Gelobt sey Gott! 6. Gelobet fenst du, Jefu Chrift, daß du Mensch ges boren bist. Deß freue sich die Christenheit, und dank es dir in Ewigkeit. Gelobt sey Gott! Mel. Ermuntre dich mein 2c. 73. Gott, ott, deine Gnade fen gepreist! fie und Leben. mein träger schuf uns Heit Ermuntre dich, Geift, ihr Wohlthun zu erhes ben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn fich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder hin zu geben. 2. O große That, erwünsch: te Nacht, von Engeln felbft befungen! du haft den Mitt: fer uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir er schien der starke Held, der alles schuf, und alles bält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, ans deinem Himmel kameft, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! Geburt Jesu. 4. O lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht faffen! Was reizte dich, auf diese Erd dich so herab zu lassen? Hier wartete dein nichts, als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du saheft un: fre Sündennoth mit mitleids. vollem Triebe. Du stelltest, unser Heil zu seyn, nach deines Vaters Rath dich ein, wards Mensch, und kamst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höch: ften, freu ich mich; du bist mein Heil und Leben; zu mei ner Seligkeit hat dich der Bater mir gegeben. Was mir wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Beßrungskraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. ein 7: Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bists, der mich mit Gott vereint, du bringt mir ewges Leben. Herr, was ich hab und was ich bin, das geb ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn Aufhören mit Leib und Geift verebren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht, doch wirst du wies derkommen; dann schauen dich von Angesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jefu Chrift, dich schaun, so herrlich, als dubist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. Ed Mel. Sendung und Geburt Jesu. 47 Mel. Jesu, meine Freude zc.| det seiner werth! Eilet, eilt, 74. efus ift gekommen, ihr Frommen! beißet ihn / Frommen, dankt ihm, daß er kam! daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm. Mensch, wie wir, erschien er hier, um des Vaters gnådgen Willen an uns zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott, auf feinem Throne, liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jefum Christ. Welch ein Heil! an Chrifto Theil, Theil an feinen Himmelsgaben, an Gott felbst zu haben. 3. Keine Macht der Leiden kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Einst wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen, hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht seine Brü der hassen, noch sie hülflos laffen. 4. Wenn wir einst ermu den, führt er uns in Frieden in des Grabes Nacht. Unsre todten Glieder giebt die Er: de wieder ihm, der sie be: wacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Nichterthrone werden wir im Sohne unsern Retter schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertraun. Er ward hier versucht, wie wir; überschwenglich wird er loh: che und der Schwachbeit schonen. 6. Eilet, eilt ihr Sünder! werdet Gottes Kinder! werwerth! Preiset ihn, daß er erschien, und sich für euch hingegeben, durch ein götts lich Leben. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. 75. Laßt uns mit_ebr= mit furchtvollem Dank den Gott der Lieb erhöhen, feierlichem Lobgefang des Heilands Feft begehen! Preis sey dem Vater, der ihn gab! Preis sen dem Sohn! er kam herab, und ward das Heil der Menschen. 2. Ist der ein Chrift, der dieses Heil nicht schäßt und lieb gewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil, und werd ihm gleich gefinnet! Wer nicht, wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, ist nicht ein Chrift. Der Herr erkennt die Seinen. 3. Jm Dürftgen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speifen, tränken! ja, laßt uns frohe Geber seyn, und sein dabei gedenken. Was ihr den Sei nen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er wills vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Herzen ehrt, den wird sein Name trösten. Er ists, der euer Flehn erhört; lobsingt sich deine Christenheit, Herr, ihm, ihr Erlösten! Es freut deiner Menschenfreundlichkeit: Dir, dir sey ewig Ehre! Mel. Warum sollt ich mich zc. 76. Laßt uns unserm Gott freut, laß uns heut ihm Anbetung bringen! In des Him: mels 48 Sendung und Geburt Jefu. mels hobe Chöre simmet ein;| Glaubensblicken! zittert nicht! Gott allein, unserm Gott denn er spricht: Ich will euch sey Ehre! erquicken. 2. Jeder, der sich fühlt vers loren, freue sich inniglich; Christus ist geboren. Er, der König aller Wesen, steigt bersage. ab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dies ist gewiß: Gott kann uns nicht haffen. Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt er nicht die Menfchen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nåhm er dann Mensch heit an, daß er uns errette? Deß soll sich der Erdkreis freuen. Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verseiben. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hutten, seht, was dort euer Hort schon für euch gelitten. Er wird niedrig eu. retwegen! Welch ein Freund! er erscheint Feinden selbst zum Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und 9. Drückt euch hier so man che plage; euern Schmerz fühlt sein Herz, kein Erlöfter Bringet ihm an seinem Feste Preis und Ehr! wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr als ihr, litt er hier, euch beglückt zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden und der Müb, was ist fie gegen emge Freuden? fchenfreund erkennen; gnaden reich will er euch seine Brü der nennen. 7. Dankt ihm, der das inn: re Sehnen sehen kann; betet an! opfert Freudenthränen! liebt ihn, der von Liebe brennet; traut dem Herrn, der euch gern feine Brüder nennet! 8. Wenn euch eure Sünden Frånken, eilt herzu, suchet Ruh! Ruh will er euch schenken. Schaut auf ihn mit 11. Jesu, du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb ergründen? Ewig soll freus devoll sie mein Herz em pfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg ich nach, ob wohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, fein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Du kommst einst zum Weltgerichte! dann werd ich, Richter, dich schaun von Angesichte. Wenn vor dir die und Tod göttlich- Gunder beben, dann werd ich groß erdulden. Lernt den Men: deiner mich freun, und ewig leben. Mel. Vom Himmel hoch da ze. 77 ob sey dem allerhöchften Gott! erbarmend sah er unsre Noth, und fandte Jefum, seinen Sohn, zu uns von seinem Himmels thron. 2. Jhn sandt er, unser Trof zu seyn, vom Sündendienst uns zu befrein, mit Licht und Kraft uns beizustehn, und uns zum Himmel zu erhöhn. 3.0 Sendung und Geburt Jesu. 3. O welch ein liebevoller Rath! o unaussprechlich große That! Gott thut ein Werk, dem keines gleicht, das keines Menschen Lob erreicht. 4. Sein er alles schuf, nimmt willig auf sich den Beruf, uns vom Verderben zu befrein, und schämt sich nicht, uns gleich zu seyn. 5. Er kommt zu uns in Knechtsgestalt, verleugnet Hobeit und Gewalt, und läßt, felbst bis zum Tod und Grab, zu unfrer Rettung sich herab. 6. Was sind wir, daß uns Gott so liebt, und seinen Sohn selbst für uns giebt? Was nüßen wir dem höchken Gut, daß er so Großes an uns thut. 7. Nimm, Seele, nur dein Bestes wahr, verschmähe den nicht undankbar, den Gott zum Helfer dir bestimmt, der Deine Lasten auf sich nimmt. 8. Bet ihn als deinen Net ter an, und sey ihm willig unterthan. Durch seine Lehre zeigt er dir den Weg zum Leben; folge ihr! 9. Bei dieser Treue haft du Theil an dem von ihm erworbnen Heil. Wo nicht, ach! so verschließßt du dir muthwillig selbst des Himmets Thür. 10. Sein erste Zukunft in der Zeit war voller Huld und Freundlichkeit; die andre wird, zu großer Wein der Süns der, majestätisch seyn. 11. 3u Ehren aber nimmt er dann mit Freuden seine Frommen an, und wird sie in des Vaters Reich verklärt er höhen, Engeln gleich. 49 12. Gelobt fey Gott, der ihn gesandt! sein Ruhm erfülle jedes Land! gelobt ſey von uns Jesus Chrift, der uns zum Heil erschienen ist. Mel. Ich finge dir mit Herz 2c. 78. Lobt Gott, ihr Chris freuet euch! von seinem Himmelsthron be: ruft er uns zu seinem Reich, und sendet seinen Sohn. 2. Der Sohn kommt, nach des Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ewgen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. die Welt umgiebt ihm keine 3. Bei seinem Eintritt in pracht, die glänzend in die Augen fällt, und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehn; vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lehret uns die Sünde scheun, er giebt auch Kraft dazu, und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Ruh. 7. Er bringt den Croft der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unsre Hütte fällt, den frommen Geist kein Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmelreich. Ihr Christen, wie be glückt sind wir! Lobt Gott, und freuet euch. Mel. 50 Sendung und Geburt Jesu. Mel. Wir Christenleut, habn 2c.| Dich, dich will ich erheben, 79. Sen, Christenheit, fen so gut ich Schwacher kann; geben; mein Herz will ich dir ach, nimm es gnädig an. hoch erfreut! das Heil der Welt, der Mittler ist geboren. Nimm freudig Cheil an seinem Heil; wer an ihn glaubt, wird nimmermehr verloren. 2. Welch große That! Nach Gottes Rath hat sich sein Sohn für uns dahin gegeben. Ein Menschenkind, doch ohne Günd, wird er und bringt uns allen Heil und Leben. 3. Er, er befreit uns von dem Leid, das durch der Sünde Macht auf uns gekom: men. Mit uns ist Gott auch in der Noth. Froblockt dem Herrn und hofft auf ihn, ihr Frommen. 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank. Du wur: Dest Mensch, damit wir selig würden; du machst uns groß, und ewig los vom Fluch der Sund und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sey Gott! Auf unsre Noth sah er mit Hülfe mitleidsvoll hernieder. O Chri: stenheit! preif ihn erfreut! des Höchften Sohn bringt das Verlorne wieder. Mel. Herzlich thut mich zc. 80. Wie soll ich dich empfangen, Heil aller Sterblichen! Ddu Freude, du Verlangen der Trostbedürfti gen! Gieb felbft mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 2. Einst streute man dir Palmen; int soll die Dankbe: gier, mein Heil, in Freudenpsalmen ergießen sich vor dir. 3. Damit du mich befreis test, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten freu: test du, Seligmacher, dich. Du sahst, es wäre keiner vers mögend gnug dazu; da jam merte dich meiner, da kamst, da halfest du. 4. O du, an den ich glau be, was wars, das dich be: wog? was wars, das dich zum Staube, ju mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen; ja, du, o Jesu, haft mit mitleidsvollen Armen die ganze Weit umfaßt. 5. Das schreibt in eure Hers zen, Betrübte! Flagt nicht mehr! zagt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär. O fehet auf! ihr babet den besten Helfer nab; der eure Seele laber, der treue Freund ist da. 6. Die ihr mit ernster Neue ftill eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschenfreund, ruft heil begier'gen Sündern der Gna: de Trostwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihren Seelen Ruh. 7. Er übersiehet keinen, und weiß, was jedem nüßt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn geschützt? nicht fie in ihrem Leide zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Luft. 8. Er macht uns von den Banden des Tods auf ewig los; entreißet uns den Schan den der Sünd und macht uns groß; Von dem Leiden und dem Tode Jesu. 51 groß; giebt Weisheit, Mutb| Vaterherz hinein. Wenn ich im Leiden und Kraft in jeder nun leide, wenn ich sterbe, That; versichert uns die Freu- kann ich unmöglich je verlo: den, die Gott bereitet hat. ren seyn. Wenn Sonn und Mond und Erde untergehn, so bleibt mir Gottes Gnade ewig stehn. 9. Er kommt zum Weltge: richte, und bringt, wann er erscheint, Fluch jedem Bösewichte und Heil dem Tugendfreund. Wohl ewig allen de nen, die feine Wege gehn, und einst mit Freudenthránen an seiner Rechten stehn. 6) Von dem Leiden und dem Tode Jesu. Mel. Dir, dir Jehova, will ich sc. 81.2 ch, fieb ihn dulden, bluten, sterben! O meine Seele, fag ihm from: men Dank! sieh Gottes cin'gen Sohn und Erben, wie mächtig ihn die Menschenlie: be drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan? der so, wie er, für Sünder ster ben kann? 2. Wie dunkel waren jene Stunden, o Herr, und welche Lasten drückten dich! wie quoll das Blut aus deinen Wun den! und ach, es floß zum Heil und Trost für mich; und ruft zu, daß du mich liebst, du frommer Dulder, du. 3. So sollt es seyn; du mußtest leiden: dein Tod macht mir des Vaters Liebe kund. Er wird für mich ein Quell der Freuden, ein Sie: gel auf den ewgen Friedens, bund. So wahr dich Gott für mich zum Opfer giebt, ſo fefte fiebts, daß er mich herzlich liebt. 5. Ja, mir zum Troft und dir zur Ehre gereicht dein Leiden und dein Kreuzes: tod; bestätigt ist nun deine Lehre: ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig littest du; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 6. Herr, dies dein Beispiel soll mich lehren, des Lebens Unschuld sey mein Ehrenkleid. Gern will ich deine Stimme hören, und willig thun, was mir dein Wort gebeut. Die Dankbarkeit dringt innigst mich dazu; wer hat es mehr um mich verdient, als du. 7. Nie will ich mich am Feinde rächen auch dies lern ich, mein Heiland, hier von dir; nie Gottes Schickung widersprechen, wär gleich sein Pfad jetzt noch so dunkel mir. Auf Dornen gingst du selbst zum Ziele hin; ich folge dir, 8. Was fürcht ich noch des Todes Schrecken? du schliefft auch einst im Grab, o Seelens freund. Mag sie doch meine Asche decken, die Erde, wenn des Todes Nacht erscheint! der Gott, der dir das Leben wies der gab, wälzt einstens auch den Stein von meinem Grab. 9. Nimm hin den Dank für deine Plagen, den dir mein Netter, treue Liebe bringt! fagen, wenn dich mein Geist D2 im und Gottes Erbe; ich sehe in sein 52 Von dem Leiden und dem Tode Jesu. im Engelchor besingt. Dann 10. Vergeß ich dein, so wers stimmen alle Selgen fröhlich de mein in Ewigkeit vergess ein; der ganze Himmel soll dann Seuge seyn. fen; Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb ermessen.d Mel. Du, o schönes Weltgeb. 2c. Mel. OTraurigkeit, oHerzel. sc. 82.2m Am Kreuz erblaßt, der 83. Der Menſchen u, Marterlaft, desqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heilger Schmer; durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tief: gerühret schlagen.. Heil und Leben, deß sich meine Seele freut, der für mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit; du, der lieber wollt erblaffen, als mich im Verderben lassen; ach wie dank, wie dank ich dir, mein Erlöser, gnug dafür. 3. Du schüßest mich, und über dich gehn aller Trübsal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter. 4. Du hafts gethan. Dich bet ich an, du König der Er löften; dein will ich im Tode mich glaubensvoll getrösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht. Du zeigst, daß du dein Leben, mein Verföhner, göttlich frei habest hingegeben. 6. Hochheilge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren. Der Erwerber meines Heils wird mirs einst erklären. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden. Leicht entschwingt der Lebensfürst sich den To Desbanden. 2. Menschenfreund von Gott gesendet, zu erfüllen feinen Rath; längst hast du dein Werk vollendet, wegzuthun die Missethat. Doch in den Gedächtnißtagen deiner Leiden, Jesu, sagen deine Theurs dir billig neuen erlösten 9. Ich preise dich. Erfor sche mich, und siehe, wie ichs meine; ja, du fiebst es, wenn ich still meinen Dank dir weine. Dank dafür. 3. Du betratst, für uns zu sterben, willig deine Leidens: bahn; stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg hinan; trugft, vergessend eig ne Schmerzen, deine Menschen nur im Herzen. Dieſe Liebe preisen wir; unvergeß: lich sen sie mir. 8. Das finfire Chal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen: denn durch dich, Er löser, ists mir der Pfad zum! Schauen. 4. Meinetwegen trug du Bande, littest frecher Låstrer Spott, achtetest nicht Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Mich hast du der Noth entriffen, die mich hätte treffen müß sen. Wie verpflichtet bin ich dir lebenslang, mein Heil, dafür! 5. Frevler krönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornenkrone, Kos nig aller Könige. Das baft. Du für mich gelitten, mir die Ehren Von dem Leiden und dem Tode Jesu. Ehrenkron erftritten. Preis, Anbetung, Dank sep dir, Ehrfurchtswürdigster, dafür. 6. Du, der tausendfache Schmerzen mir zur Liebe gern ertrug, deinem großmuthvols len Herzen war mein Heil Belohnung gnug. Trost in meinen legten Stunden floß auch mir aus deinen Wunden. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür. 7. Ruh im Leben, Trost am Grabe; unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe! dir, deß ich nun ewig bin! Jesu, dir mein Herz zu geben, deinem Vorbild nach zustreben, dir zu traun, zu sterben dir: dies, dies sev mein Dank dafür. Mel. Herzlich thut mich verl. 2c. 84. Du, der voll Blut und für uns am Kreuze starb, und unsern legten Stunden den größten Troft erwarbsit; du, der sein theures Leben noch, eb ich war, auch mir zum Heil hat hingegeben, mein Jefu, Dank sey dir! 2. Wie viel hast du erdul. det, erhabner Menschensohn, als du so unverschuldet empfingst der Sünder Lohn! da folgte Schmerz auf Schmer: zen, da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Augst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Nei ze, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; Du warst der Leute Spott; 53 dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun sein Gott? 4. Wer kann dir nachempfinden den Schmerz, die Tos desangst, mit welcher du, von Sünden und zu erretten, rangst. Die Laft gebäufter Plagen, fiel da so schwer auf dich, daß fie dich drang, zu flagen: Gott, wie verläßt du mich? 5. Ach, diese Last und Mus he, hab ich dir auch gemacht. O mein Erlöser, siebe vom Throne deiner Macht in Gnas den auf mich Armen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Misfethat. 6. Ich will auf dich stets fehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? Verwirf du mich nur nicht? Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du haft mir durch dein Leiden Vergebung, Behrungss kraft, in Trübfal Trost, und Freuden, die ewig sind, vers schafft. O gieb an dieser Gnade auch meinem Glaus ben Theil, und auf des Le: benspfade mir Muth, Kraft, Croft und Heil. 8. Mit innig frohem Tries be bring ich dir meinen Dank. Die Größe deiner Liebe bleibt stets mein Lobgesang. Gieb nur, daß ich mich halte zu dir mit Gegentreu, daß, wenn ich einst erkalte, ich noch der Deine sey. 9. Belebe dann mein Hofs fen, zum Himmel einzugehn. Laß mich im Geist ihn offen, D3 und 54 Von dem Leiden und dem Tode Jesu. und dich verherrlicht fehn.| geschlagen, gehst du den Weg Da ruf ich dann mit Freu: zum Kreuzes stamm, in Un. den: nimm meinen Geist, schuld stumm, gleich wie ein Herr, auf! und du nimmst Lamm, das man zur Schlachtihn im Scheiden zu deiner bank führet. Freiwillig, als Wonn hinauf. der Helden Held, fiirbst du aus Liebe für die Welt den Tod, der uns gebühret. Mel. Einkämmlein geht, und zc. 85. Erfülle, Herr, doch felbst mein Herz 5. Du neigst dein Haupt; mit Dank und Ehrfurchts: es ist vollbracht. Du stirbst; triebe. Ich denk an deines die Felsen beben. Du finkest Leidens Schmerz, das Opfer in des Grabes Nacht, da: deiner Liebe. Dein Kreuz sey mit wir ewig leben. Was ist mir gebenedeit! Welch Wunder Mensch, den du befreit? der der Barmherzigkeit haft O wär ich doch ganz Dank: du der Welt erwiesen! Wann hab ich dies genug bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? barkeit! Herr laß mich Gna: de finden! Und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wie: der lieb und dich nicht kreuzi ge mit Sünden. 2. Rath, Kraft und Frie: densfürst und Held, in Fleisch und Blut gekleidet, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet. Du rings mit Angst und Todesnoth, und gehst doch willig in den Ted; o Liebe, sonder Ende! du nimmst auf dich der Men: schen Schuld, und giebst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hände. 3. Du trägst der Missethå: ter Lohn, und hattest nie ge= fündigt, du, der Gerechte, Gottes Sohn; so wars vor: her verkündigt. Die blinde Schaar begehrt dein Blut; du duldest, göttlich groß, die Wuth, um Seelen zu erret, ten. Warum verläßt du mich, mein Gott! rufst du in dei: ner Codesnoth, damit wir Friede hätten. 3. Ein Opfer, nach des Ewgen Rath, belegt mit un fern Plagen, um deincs Vol: kes Missethat gemartert und 6. Welch Warten schrecklich schwerer Pein für die, die dich verachten! die, sols cher Gnade werth zu seyn, keinem Glauben trachfür die, die dein Ver dienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmähn, und deinen Tod verhöhnen. Wer dich nicht liebt, kommt ins Genach ten; richt! wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm hilft nicht dein Versöhnen. 7. Du bafis gesagt, du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ifts, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden kråns ken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb und Demuth stets vor dir erfunden werden. Dein Heil fen mir ein Schirm in Noth, mein Stab in Schwachheit, Schild im Tod, mein letter Troft auf Erden.. Mel. 55 Von dem Leiden und dem Tode Jesu. Mel. O Lamm Gottes, unsch. 2c.| Sohn, und hieß den Freund, 86. Erlöfer, der im Stau der Mutter beizustehen. So wird Gott einst den Meinen auch nach mir den Freund ers sehen. be einst lag mit Angstschweiß bedecket, dein trößte sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrekFet; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein Zagen sey meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschul: dig von Frevlern Schmähung und 5. Dann flebet er: Mein Gott, mein Gott, verläsfest du mich in der Noth? Mein Heiland mich verlassen wird Gott um deinetwillen nicht; mich nimmermehr verlassen. 6. Mich dürftet, rief er, Schmerzen, und trugstj matt vom Schmerz; so sollt fie doch geduldig mit sanf in jeder Noth sein Herz Mits tem, verföhnlichem Herzen. leiden mit uns haben. Wenn Dein Bild muff' uns beleben, nun kein Labsal mehr mich zu dulden, zu vergeben, wie kühlt, wird er, wird er mich du, zu lieben, Herr Jesu! laben. 3. Am Kreuze hingst du Fläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Cod belehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet. Er schreck uns ab von Sünden; er muss uns dir verbinden zu inni gem Danke, Herr Jesu! Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 87. Erniedrigt hatte sich bereits mein Heiland bis zum Tod am Kreuz; doch unter allen Plagen blieb er fich gleich, verherrlichte sein göttliches Betragen. 2. Erbarme, Vater, ihrer dich, vergieb es, sie verken: nen mich! so bat der Herr für Feinde. Ach, wie voll Liebe wallt nun nicht sein für 3. Dem Schicher schenkt er Seelenruh, sprach: Wahr: lich, heute noch bist du mit mir im bessern Leben! So wirst du, Herr, entschlaf ich einst, auch mich dazu erheben. 4. Zur Mutter sprach er, da sie weint: Das ist dein 7. Es ist vollbracht! In Ewigkeit hat er gefiegt, und uns befreit. Hilf, Herr, auch mir vollbringen! du siehst mich kämpfen; stärke mich das Kleinod zu erringen. 8. Dir, Vater, geb ich meis nen Geist in deine Hand. jenes Lebens bewährtest ter O sey gepreift! die Hoffnung bend du mir noch. Ich hoffe nicht vergebens. 9. Wie rührt dein hohes. Beispiel mich! Vergeben will ich, fehn auf dich, nach dir gen Himmel schauen, die Meinen lieben, und in Noth, wie du, dem Vater trauen. Mel. Wer nur den lieben Gott ze 88. Es ist vollbracht! fo des sterbenden Erlösers Mund. O Wort voll Croft und Leben, reize zur Freude meines Herzens Grund. Was Gott auch mir zum Heil ersehn, ift, ihm sen ewis Preis! geschehn. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne D4 Schein 56 Von dem Leiden und dem Tode Jesu. Schein verlieret sich; in 8. Fühl ich zuletzt des Co Todte dringt ein neues Leben, der Heilgen Gråber öffnen fich; der Vorhang reißt: die Erde kracht; der Welt Ver föhnung ist vollbracht. des Schmerzen, so stärke mich in solcher Laft, und mach es lebhaft meinem Herzen, daß du den Tod besieget haft. So geh ich froh zur Grabesnacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 3. Wie viel, mein Heil haft du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft gewendet, mel. Jesus meine Zuversicht zc. der auf der Welt voll Sun: 89. Geist du dich in unfre der der lag; du haft uns durch des Todes Nacht die Bahn jur Ewigkeit gemacht. Seelen nieder! fie erfülle Troft und Ruh; im Gesange from 4. Neßt, fromme Thränen, mer Lieder, in geweihter Psals meine Wangen! voll Glaumen Chor strebe sie zu dir bens und voll Dankbarkeit! fieb, Seele, den am Kreuze hangen, der uns von Sund und Tod befreit; er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht. 5. O bilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt; laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft ge: währt. O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beß, rung ist vollbracht. 5. Du littst so viel zu mei nem Leben. Wie? follt ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben? follt ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein, Jesu, seyn, dein Eigenthum, sen meines Herzens Freud und Ruhm! 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und bat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prufung ausersebn; so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst vollendet seyn. empor. 2. Diesen feierlichen Tag weih' die ehrfurchtsvollste Stille, daß der Wehmuth Seufzern nach unsers Dans kes Thräne quille, unsre Sees le, ftill vor Gott, denk' an ihres Mittlers Cod. d 3. Diese Welt und ihre Müb, dieses Lebens furge Freuden, eitle Luft vergesse fie. Tief gerührt von seinen Leiden, seiner martervollen Schmach, folge sie ihm betend nach. 4. Swischen Erd und Hims mel schwebt blutend er, der nichts verschuldet; für der Brüder Wohl gelebt, Müh' und Arbeit gern erduldet, Nächte im Gebet durchwacht, und auf Menschenwohl ge dacht. 5. O wie oft bat an sein Herz mit den ausgespannten Armen, ausgespannt zu Quaal und Schmerz, er voll Mits leid und Erbarmen, Kinder seines Volks gedrückt! Wie die Schmachtenden erquickt! 6. Nun verschmachtet er und ringt, ach! von aller Welt Von dem Leiden und dem Tode Jesu. 57. Welt verlassen! Kein Gefühl| uns an deine große Noth, des Mitleids dringt in die und deinen martervollen Cod, Seelen, die ihn hassen. Also, so lang wir leben, denken. also hat die Welt Sünd' und 2. Jest wollen wir, voll Eitelkeit entstellt. Dankbarkeit, von Herzen dir 7. Aber er, er murret nicht, lobsingen; und wenn zu deiwill des Vaters Rath volner Seligkeit du uns dereinst lenden, weiß: die Nacht wird wirft bringen, so wollen wir doch mit Licht, Schmach mit dort noch viel mehr, mit dei Herrlichkeit sich enden; hält nem ganzen Himmelsheer, getroft im Kampfe aus, führt dich, Jesu, ewig loben. fein großes Werk hinaus! 91. Herrein Leiden zu bes Mel. Herzliebster Jesu was 2c. Vor dir wirft der Geist sich 8. Hocherhabner, Ewiger! mich, denken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. forschlicher, daß für ihn und feine Brüder dieses Todes dunkle Nacht Trost und Ruh ans Licht gebracht. 9. Du gabst, den du gött: lich liebst, bis zum Tode hin. Das Leben wirst du nun, der du ihn giebst, allen, die ihm treu find, geben. ,, Weg!" ruft unsers Mittlers Tod, weg mit Furcht und Angst vor Gott!" 10. Er ist Liebe, zürnet nicht, liebend gab er den Ge: rechten hin zum Opfer; daß sie nicht, die er liebt, ihm Opfer brachten angstvoll zitternd. Kindersinn und Vertrauen ehret ihn. 11. Ja, Erbarmender, wir schaun nun getroft zu deinem Throne. Auch uns liebst du, denn wir traun dir und dei nem großen Sohne. Leben dir und sterben dir, o wie hochbeglückt sind wir. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Er den, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hoch: heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so finken meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich sehe und empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Nich: ter alles Bösen. Gott ist die Lieb und läßt die Welt erlös sen. Dies kann mein Geift mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnies der. Es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder, lehrt aus Gottes Feinde zu Gots mich mein Glück, macht mich tes Freunde. Mel. Wenn mein Stündlein zc. 90. Herr Jefu, deine Angst und Pein, und dein 6. Herr, mein Heil, an so bittres Leiden, laß allzeit uns vor Augen seyn, die Sünde zu vermeiden. Laß den ich herzlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube; verliere mich mie D5 dankens 58 Von dem Leiden und dem Tode Jesu. dankendem Gemüthe in dei-| vergeblich sey dein unermeß, lich Leiden. Und wenn mein ner Güte. 7. Sie übersteigt die mensch. Lauf vollendet ist, so nimm lichen Gedanken. Allein sollt mich dahin, wo du bist, auf ich darum im Glauben wan: daß ich bei dir lebe. Fen? Ich bin ein Mensch; darf der ſich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Des höchsten Thun ist, Gnad und Lieb erweisen; uns kommt es zu, fie demuthsvoll zu preisen, zu sehn, wie boch, wenn Gott uns Gnad get, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen! da tu mein Heiland, auch für mich dein Leben das hin gegeben. 10. Du liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Wils len üben; o gieb zu diesem feligen Geschäfte stets neue Kräfte. Mel. Herzlich thut mich verl. 2c. 93. Jen, o Jefu liebster Ich danke dir von Freund, für deine Codes: schmerzen. Wie gut hast dus gemeint! Ach, gieb, daß ich mich halte zu dir mit wah erzeirer Tren, daß, wenn ich nun erkalte, in dir mein Ende sey. 2. Wenn ich die Welt ver laffe, verlaß du dann mich nicht, sen auf der dunklen Straße mein Führer und mein Licht. Ach! wenn am allerbängsten wird Seele seyn, so reiß sie aus den lengsten, kraft deiner Codespein! meiner 3. Erhalte mich dir stand: haft treu, bis Leib und Seele scheiden, daß nicht an mir 3. Erscheine dann, Erbarmer! zum Schutz und Nets tung mir. Wo fånd' ich sonst, ich Armer, wohl Rettung, Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 92. Ich danke dir für die nach dir blicken; dich ſeh ich du, und gebäuften Plagen, die mein Heiland, mich aus Noth zu retten, haft ertragen. Laß das Verdienst von deiner Pein seh' glaubensvoll. O himmlisches Entzücken! Wer so stirbt, der stirbt wohl. ein Troft für meine Seele 94. Jefu deine tiefe wenn mich Sünden Frånken. 2. Jch danke dir für deine Huld, die du auch mir erzei: get, da du zur Tilgung mei ner Schuld dein Haupt am Kreuz geneiget. O, wende dich zu mir, mein Gott, mit Troft in meiner legten Noth, daß mich der Tod nicht schrecke. Mel. Fren dich sehr, o meine zc. Quaal, dein bittrer Cod trösten mich in trüben Stunden, und erFällt leichtern jede Noth. mir etwas Arges ein, o! so fielle deine Vein mir vor Aus gen, daß die Sünde keinen Eingang bei mir finde. 2. Schmachtet nach verbots nen Freuden mein verderbtes Fleisch und Slut, o so blick ich auf dein Leiden; verlischt die wilde schnell Gluth. Streb 59 Von dem Leiden und dem Tode Jesu. Streb ich eitler Ehre nach, und| terlichen Höhen einst Gottes denk ich an deine Schmach; größtes Werk geschah. Ermåg schnell erniedrigt fie mich wie an diesem heilgen Orte des der, und schlägt meinen Stolz sterbenden Erlöfers Worte, darnieder. und rufe Gott im Glauben an. Sie können dir viel Trost im Leben und einst noch Trost im Tode geben, wenn bier bich nichts mehr trösten kann. 3. Reizen, Herr, mich man che Plagen, während meiner Prüfungszeit, oft zu mürrisch, bangen Klagen, und zur Un zufriedenheit; o so denk ich ar die Pein, die du, uns zuten Schmerzen, nimmt er sich 2. Geduldig bei den größ: gut, allein unverschuldet hast ertragen, und dann schám ich mich, zu klagen. 4. Wenn mein schreckendes Gewissen mir mit Fluch und Strafe droht; o! in diesen Kümmernissen denk ich, Herr, an deinen Tod, und wie du auch meine Last an dem Kreuz getragen haft; dies kann mein Gewissen stillen, und mein Herz mit Troft erfüllen. mit fanftmuthsvollem Herfeiner Feinde an, und ruft zen; sie wissen nicht, was sie gethan. Der Göttliche, der größte Beter, fleht liebreich noch für Misfethäter, Werks zeuge seiner Bein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieſes Beispiel rühren, und bete deinem Heiland nach. 5. Ja in allem, was mich Franker, schaffen deine Leiden Ruh; wenn mein Herz daran gedenket, stromet neuer Trost mir zu. Mich erschrecket keine Müh: denn der Croft erleichtert sie, daß du, Herr, als du gestorben mir ein ewig Heil erworben. 6. Auf dich fe ich mein Vertrauen, du bist meine Zuversicht: selbst der Tod macht mir kein Granen; du befreist mich vom Gericht. Durch dein mir erworbnes Heil hab ich an dem Himmel Cheil; wahrlich, Herr! ein ewig Leben wirst du nach dem Tod mir geben. Mel. Wie wohl ist mir. o Fr. 2c. 95. K omm, laß uns Jesum sterben sehen, mein Herz! Seh hin nach Golgatha, auf deffen fürch3. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach! wird mein Aug einst um die Meinen in meinen leßten Stunden weinen: so soll dies Wort mir Trost ver: leihn! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 4. Frohlockt, bußfertige Vers brecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend ſpricht: Du wirst, so ruft er deines Glaubens wegen, mit ihm entgegen, noch heute, mir im Paradiese seyn! O Herr, laß an des Todes Pforte einft diese troftesvollen Worte mich auch im letzten Kampf erfreun. 5. Wer 2 Von dem Leiden und dem Tode Jesu. 60 5. Wer kann die hohen Lei: den faffen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlaffen! Wie beuget ihn die Last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt er verschmachten, wir Gott nicht seine Zuver ficht. Herr, der für mich zum Cod gegangen, für mich verlassen da gehangen, mein Herr! mein Heil! verlaß mich nicht. 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Lab: fal ist entblößt, wünscht, daß fein Durst geftillet werde. O Mensch, der dich so theur erlöst, der Heiland rufet dir noch heute im Armen, den an deiner Durst und Mangel drückt. Ofelig, wer den Ruf erfüllet! Denn, wer des Armen Man allen Menschen Heil erwarb. Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet, da neigt er sanft sein Haupt, und starb. 9. Mensch, kannst du ohne fromme Såbren den Heiland Gottes sterben sehn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehs ren, und willig feinen Ruhm erhöhn? O weine fromm bei feinen Plagen, und fröhlich sich ihn nach drei Tagen aus feinem Grabe auferstehn! Und wenn ihn Spötter hier entebr ten, dort wirst du ihn, als den Verklärten, zur Rechten seines Vaters sehn. Mel. Herzliebster Jefu, was zc. 96. Laß deinen Geift mich lehren, das Wort von deinem Kreuze so zu ehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe gel stillet, der hat den Heismich chriftlich übe. land selbst erquickt. 2. Das Gute thun, das Bö 7. Nun enden sich die schwes se fliehn und meiden, Herr, ren Leiden; der Heiland diese Pflicht lebrt mich dein spricht: Es ist vollbracht! heilig reiden. Könnt ich zu O Wort, des Sieges! Wort, gleich das Böse mir erlauben, der Freuden! du nimmst dem und an dich glauben? Tode feine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlösten, zu verkla: gen? der Friede ist mit Gott gemacht. Gieb, daß am En de meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Es ist vollbracht! Es ist voll bracht! 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen le ben, und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 8. Das letzte Wort aus deis nem Munde, Herr Jefu, foll auch meines feyn! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufeft: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele, die wenn 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, Kreuz mich trifft, gelaßnes Herzens werden? da du so viel für uns, die wirs verschul det, liebreich erduldet. 5. Für welche du dein Leben felbst gelaffen, wie könnt ich fie, sie, meine Brüder, baffen; und nicht, wie du, wenn sie mich Von dem Leiden und dem Tode Jefu. 61 mich untertreten, für sie noch| der Ruhe schenken; dein Sterbeten. ben sen, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude. Mel. Christus, der uns felig 2c. 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten, wenn man mich schilt, nicht rach voll wieder schelten; du, Heis liger! du Herr und Haupt auch nicht wieder. 7. Ein reines Hers, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deine To: desschmerzen; und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen, die nachzuahmen. 8. Unendlich Glück! du lit: test uns zu gute; ich bin ver: föhnt in deinem theuren Blute. Du hast auch mir, da du für mich gestorben, dies Glück erworben. 9. Ich bin ja dein, schon selig hier im Glauben! so wird mir nichts, nichts meis ne Krone rauben; so werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben. 10. Ja wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im Glauben kämpf, im Glau: ben wach und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jefus lebet. 11. Lockt böfe Lust mein Her mit ihren Reize, so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze, und werd ich matt in Uebung guter Werke, so fey mirs Stärke. 12. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden; so seys doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden frånken, ſo laß dein Kreuz mir wie 97. Mein Erlöfer, Got tes Sohn, für mich litteft; und erhöht auf Gottes Chron, ist noch für mich bittest! Welche Wohl that ist für mich dein so bitts res Leiden! o wie preis ich würdig dich, Stifter meiner Freuden! 2. Dir, dem Herrn der Herrlichkeit, war es ia gege: ben, ohne Schmerzen, ohne Leid, ewig froh zu leben. Aber, o der großen Huld! daß ich felig würde, über nahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Mise that noch Vergebung finden; denn du starbst, nach Gottes Rath, für der Menschen Suns den. Unsre Lasten trugest du, littest, uns zu retten, daß wir im Gewissen Ruh, mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Luft zur Bess rung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft be werben, Gottes Willen gern zu thun, Sünden abzuster: ben. 5. Froh kann ich ins To: desthal schon im voraus fes hen, und zu jener Welt ein: mal ohne Schrecken gehen. Denn du hast aus aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr 23 62 Von dem Leiden und dem Tode Jesu. 6. Herr, was bin ich, daß| 3. Das Heiligthum sieht du mein so dich angenom- aufgedeckt; die Felfen berften: der Todten men? Laß die Furcht von alles schreckt; deiner Pein nun auch auf Gräber öffnen sich. Wie sicht: mich kommen! Gieb mir Weis: barlich zeigt hier der Gottheit heit, gieb mir Kraft( denn Finger sich. du hasts in Händen) was du mir zum Heil verschafft, glau: big anzuwenden. 4. Weil denn die Kreatur fich regt: so werd auch du, mein Herz, bewegt! empfinde reuvoll deine Schuld; aus Gottes Huld starb Jesus auch für deine Schuld. 5. Sein Tod( o nimm es wohl in Acht!) hat Troft und Heil auch dir gebracht. Ver ehre den, der bis zum Grab sich für dich gab, und stirb dem Sündenleben ab. 7. Strafet mein Gewiffen mich, reun mich meine Sün: den: o dann laß, gestärkt durch dich, mich den Trost empfinden, daß du auch für meine Schuld bist am Kreuz gestorben, und zu Gottes Va: terhuld Zutritt mir erworben. 18. Laß das Wort von dei: nem Kreuz mich mit Muth beleben, standhaft jeder Sünde Reiz hier zu widerstreben. Treib mich mächtig dadurch an, mich vor Gott zu scheuen, und was ich nicht recht ge than, innig zu bereuent ge 9. Stärke mich durch dei nen Tod auf die letzten Stunden. Wie du deines Codes Noth fiegreich überwunden, o so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. Mel. Ich hab mein SachGott ze, 98. Nun ist es alles wohlgemacht. Mein Je fus ruft: Es ist vollbracht! Er neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie ver: dirbt. 2. Der, dem an Hoheit kei ner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Was Wun: der, daß die Erde kracht, und dicke Nacht verhüllt der Sonne Glanz und Pracht. 6. Ja, Vater, unter Pein und Hohn erbleicht am Kreuz nun ist dein eigner Sohn; kein Zweifel, deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt fortbin mit mir Geduld. 7. Hin auf sein Kreuz will ich stets sehn, und dankvoll seine Treu erhöhn; Troft soll er mir im Sterben senn, mich dann erfreun. So schlaf ich fanft und selig ein. 8. Und dient ich nun der Sünde noch? Fern sey von mir ihr schnödes Joch. Auf, Seele, daß du dich erhebst, nur Jefu lebst, ihm zu gefallen dich bestrebſt. 9. Ertódre selbst in meiner Brust, mein Heiland, jede böse Lust; dein Tod, der mir das Leben schafft, verleih mit Kraft im Kampf mit jeder Leidenschaft. 10. Gestärkt von die, befieg ich sie, und scheue dabei kei ne Müh. Ich setze, freudig auf dein Wort, den Kampf hier fort, und volle Rub er: wart ich dort. 11. Wie Von dem Leiden und dem Tode Jesu. 63 Jesu Christ, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich hier schon hocherfreut, doch nach der Zeit noch froher in der Ewigkeit. 11. Wie dank ich dir, Herr| 7. Du gehst, auch meinet: wegen, der Todesnacht ents gegen mit wahrem Helden: muth; du stirbst, mir vom Verderben Errettung zu er werben, und alles thust du mir zu gut. 8. Hoch bin ich dir verbun Welt, ich hier den, mein Heil! zu allen Stundein Leben am ich dein Eigenthum. Mel. In allen meinen baten zc. 99. Stamm des Kreuzes schwe: ben; dein Heil sinkt in den Cod. Der große Herr der Ehren läßt willig fich be schweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. Es thätig zu beweisen, soll Seel und Leib dich preisen. Mein ganzer Wandel sey dein Ruhm. ben 9. Was könnt in diesem Le ich dir sonst wieder geben? Das, Jesu, will ich ich thun: es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele füllt, da aus dem bangen Herscheiden, mir stets in meinem zen vor unerhörten Schmerzen ein Seufzer nach dem andern quillt. 2. Tritt ber und schau mit Fleiße; nun ist von blutgem Schweiße sein Leib ganz über Herzen rubn. 3. Wer hat dich. so zerschlas gen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht? Du bist ja nicht ein Sünder, wie andre Menschenkinder: von Misfetbaten weißt du nicht. als ist an dem Meer; 4. Wir, wir und unsre Sünden, der sich so viele finden, die haben dich geſchlagen, die brachten diese Vlagen und diese Martern auf dich her. in 5. Auch ich, ich sollte bußen, die Strafe leiden müssen, entbehren Gottes Huld; die Geißeln und die Banden, und, was du ausgestanden, verdient ich wegen meiner Schuld.is 6. Du nimmst auf deinen Rucken die Lasten, die mich drücken, bis zum Ertödten schwer; du wirft ein Fluch, dagegen erwirbst du mir den Segen; und o, wie gnaden, reich ist der! 10. Ich wills vor Augen feßen, mich stets daran ers gögen, ich sey auch, wo ich sen; es soll mir feyn ein Spiegel der Unschuld und ein Siegel von deiner großen Lieb und Treu. 11. Wie strenge Gott Ver: brechen an denen einst wird rächen, die seine Huld ver: ſchmähn; wie viel die we den leiden, die nicht die Suns de meiden, will ich aus deis nem Leiden sehn. wer: 12. Dein Beispiel soll mich lehren, des Höchsten Rath zu ehren, auch wenn er Trùbfal schickt. Ich will des Lebens Plagen getroft und tragen, bis mich erquickt. willig Gottes Hülfe 13. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leis de, draun. Das Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine 64 Von dem Leiden und ne Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. 14. Gerührt von deinen Plagen, will ich mit Ernst entsagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen haffen, das will ich fliehn und laffen, gefiel es auch der gan, zen Welt. 15. Soll ich denn endlich fterben, so laß dein Reich mich erben, und so getroft, wie du, den Geift an meinem Ende in deines Vaters Hände befeh. len zu der eigen Ruh. Mel. Herzliebster Jefu, was 2c. 100. Se hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest un frer Sünden Schmerzen. welch ein Herz gleicht dei nem edlen Herzen? Du lieBeft unsre Schuld an dir be: strafen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab ich sonst für sichern Troft auf Erden? was giebt mir sonst wohl sichern Grund zur Freu: de, wenn ich einst scheide? 4. Du bist, mein Heiland, auch für mich gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du, von Barmherzigkeit geleitet, auch mir bereitet. dem Tode Jesu. 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erkühnen, der Sün: de, die dich tödtete, zu die: nen, so könnt ich mich mit den von dir Erlöften, nicht deiner trösten. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden: nur dir, mein Heiland, sey mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden; ich blei be dein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe Zungen stets wird besungen. Mel. Herzlich lieb hab ich dichic. 101. 11m Gnade für die rufft 5. Erhalte felbft mein Herz bei diesem Glauben! kein banger Zweifel müffe mir ihn rauben. Er müsse mich zum Fleiß in guten Werken be: ständig stärken. du, mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir bricht erbarmungsvoll dein Herz, wenn berbften deiner bei dem Schmerz die Bösewichter spots ten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg, auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd und Himmel hört: Vergieb, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidvoll ist die Geduld, die auch der Mörder schonet. Ihr, die ihr euern Heiland ehrt, erkennet dieſer Großmuth Werth, die Fluch mit Segen lohnet. Er hat auch uns durch sein Gebet den größten Trost von Gott erfleht; er sagt auch uns in unsrer Rub, Erbarmen und Vergebung zu; Herr Jefu Chrift, Von dem Leiden und dem Tode Jesu. Chrift, gelobt feyst du für deinen Tod! Gott ist durch dich auch unser Gott. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Zeit zur Buße schenkt, nicht nach Berdienste lohnet: daß ich noch fröh: lich sagen kann: auch mich, mich Sünder nimmt Gott an; hast du durch deines Tos des Kraft, mein treuer Hei land, mir verschafft. O Jefu Christ, mein Trost und Licht! mein Troft und Licht! ver: im Gericht! tritt it mich 4. Wird ie mein Herz von Troßte leer, weil meiner Sün: den furchtbar Heer, aufs neue mich erschrecket; o dann versichre mich aufs neu, daß meines Gottes 65 Gebet felbft deinen Mördern Gnad erfleht. 6. Mich trofie dein Vers föhnungstod; er neige mein Gemüth zu Gott, daß ich ibm ähnlich werde. Er ziebe mich, erhöhter Held, zu dir hinauf von dieser Welt; zum Himmel von der Erde. Du bist das Haupt, wir fol gen dir, zeuch uns dir nach, so laufen wir; so werden wir uns deiner Pein, und deines Todes ewig freun. Herr Je fu Chrift, wie selig ist, wie felig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist. 5. Wohl mir, wenn ich dir ähnlich bin! flöße deinen fanften Sinn doch auch in meine Seele! Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach empfehle. Besänftige mein reges Blut, und flammt des Zernes wil de Gluth mein Herz zur Nach begierde an; o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein In bekannter Melodie. vers 102, Unschuld'ger Jefu, brochen, daß wir das Todeswas hast du urtheil dir gesprochen? Heiligster, bist ja kein Miffethäter, kein Uebertreter. Du Vatertreu auch meine Schuld bedecket. Mein Geift blickt glaubens: voll auf dich, und freuet deiner Hülfe sich Beschließ ich meine Pilgrimschaft, so starke mich mit neuer Kraft. Herrans Kreuz gehefter. Jefu Chrift! der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 2. Und doch wirst du verwor fen und verhöhnet, mit einem Dornenkran; zur Schmach gekrönet, gegeißelt, und vom bångsten Schmerz entkräftet, 3. Was ist die Ursach aller folcher Plagen? Um unsre Sünden wurdest du geschlagen. Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduidet, was wir verschuldet. 4. Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! du, guter Hirte, leideft für die Schaafe; die Schuld bezahlst du, Herr, für böse Knechte, du, der Gerechte! 5. O große Liebe! wer, wer kann sie faffen? Auch mir zum Heil, hast du dich mars tern lassen. Damit ich lernte Sün 66 Von dem Leiden und dem Tode Jeſu. Sünden ernstlich meiden, willst mich glaubensvoll bedenken, du, Herr, leiden. wie du gestorben bist, und 6. Ach, großer Mittler, groß Rettung von der Schulden: zu allen Zeiten, wie kann ich last den reuerfüllten Sündern gnugsam deine Treu ausbrei- am Kreuz erworben haft. ten? Kann ich sie dir, Beherr: 2. O wundervolle scher aller Welten, wohl jej bedenks, o Seele, recht! Es vergelten? Liebe! 7. Doch, dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge, und des Fleisches Lüfte dämpfe. So sey denn auch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben. starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eingen Sohn gab Gott für mich verlornen Men schen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun 8. Gieb selbst zu diesem se- schaden der Fluch, der Sün ligen Geschäfte mir Schwadern droht? Gott sieht auf chen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich zu dir ziehe und regiere, zum Gu ten führe. 9. Dann werd ich dankvoll deine Huld betrachten, die Lust der Welt aus Lieb zu dir ver: achten; mit allem Eifer su: chen deinen Willen treu zu erfüllen. 10. Zu deiner Ehre will ich alles wagen, fein Droben ach ten, keine Schmach und Pla: gen; mich sollen auch des bangsten Codes Leiden nicht von dir scheiden. 11. Dies alles, ist es gleich für schlecht zu achten, wirst du doch, mein Erbarmer, nicht verachten; du wirst dies Opfer gnädig von mir nehmen, dich mein nicht schämen. 12. Empfang ich dann dereinst vor deinem Throne, aus deiner Hand der Ueberwin: der Krone, so soll dich ewig unter Engelchören mein Lob10: lied ehren. In bekannter Melodie.. 103. 23enn mich die Sünden Från ken, so laß, Herr Jesu Chrift, mich in Gnaden; durch Jefu Mittlerstod bin ich von die sem Fluch befreit, und darf nicht angstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum sag ich dir von Herzen ist und mein Lebenlang für deine Codesschmer zen Erlöser, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu auf ewig gan; ergeben und thätig dankbar sey. 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meis den, was vor dir fündlich ist. Nie komme mirs aus meinem Sinn, wie viel es dir gekos stet, daß ich erlöset bin. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, solls auch seyn Schmach und Spott, hilf mir, geduldig tragen. Gieb, o mein Herr und Gott, daß ich vers leugne diese Welt, und folge dem Erempel, das du mir vorgestellt. 7. Laß mich an andern üben, was du an mir gethan; und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ohn Eigennuß und Heuchlerschein, und, wie Von der Auferstehung Jefu. moge wie du mir erwiesen, aus reiner Lieb allein. 8. In meinen letzten Stuns den erquicke mich dein Tod; daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth. Du bift es, Herr, auf den ich trau! stårk meine Seel im Tode, daß ich dich ewig schau! Mel. O Traurigkeit, oHerzel.ic. Dur schliefest du, der du für uns gestorben, und am Kreu uns schmerzenvoll ewges Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und haft Gort dargebracht dein Leben. Gleich den Sterblichen, hielt dich einst das Grab umgeben. 3. Doch, Heil sey mir! du konntest hier nicht die Verwesung seben. Bald hieß dich des Höchsten Kraft aus dem Grabe geben. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch 5. Hier werd ich einft, bis du erscheinst, in fanftem Fries den liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Gruft besiegen. 6. Jhr, die die Welt gefef: felt hält, zagt nur vor der Christo einst meines Leibs Erlösung. 67 drum nicht Franken, sondern, Jefu, mir zum Troft, an dein Grab gedenken. 7. Nein, nichts berdirbt. Selbst das, was stirbt, Leib wird auferstehen, zu Himmelsglanz verklärt, aus dem Grabe gehen. der und, 8. So sink ins Grab, mein Leib, hinab! ich will mich 7) Von der Auferstehung Jesu. Mel. Sey Lob und Ehr dem ze. 105. Bringt Preis und fand dar! Frohlockt ihm alle dem getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Gelobet seyst du, Jefu Chrißt, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden. mich erwecken. der mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 2. Dein Leben in der Mas jestät befestigt unsern Glaus ben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben, daß du, Herr, von der Sünde Macht Be= freiung haft ans Licht ge: bracht, den Himmel uns geöffnet. 3. Gott selbst, der dich den Grab entrückt, bat dem, was Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret; und deis nes Todes hohen Werth hat er aufs herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. 4. Erstandner! ich froblocke dir, daß du nun ewig lebeft. Du lebst und siegst, daß du auch mir das ewge Leben ges retter seyft, und neue Kräfte mir verleiht, mit Freuden Gott zu dienen. 5. Hilf, o mein Netter, mir dazu! Befreie mich von Sün den. Laß mich für meine Seele Ruh im Frieden mit Gott finden! Und pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott € 2 ergeben Von der Auferstehung Jesu. 68 ergeben, hier, als dein Er. löfter, wandle. 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gråber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du, Herr, auferstanden bist, so werd auch ich, o Jesu Christ! durch dich einst auferstehen. 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich, wandeln, und jederzeit nach deinem Sinn, rechtschaf fen vor dir handeln; daß ich, wenn ich einft aufersteh, und dich, des Todes Sieger, seh, vor dir dann nicht erschrecke. 8. Welch eine Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! da findet der ver klärte Chrift das Heil, das unaussprechlich ist. 9. Der du für unsre Seelen wacht, sie zu dir ziehst und felig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Cod auf dich, Erlöfer, schaun.l Mel. Vom Himmel hoch daz. des Mel.Herr JeſuChrift, wahr. 2c. 107, Erinnre dich, mein 106. Dich bet ich an, erhoben Tags der Herrlichkeit; im Christ, der von dem Tod er GRI standen ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn! Als ob er heute dir erschien, als spräch er: Frie de sen mit dir! so freue dich, mein Geift, in mir. 3. Schau über dich und bet ibn an. Er mißt den Ster nen ibre Babn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein Bruder und dein Freund. 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wann du nun erscheint, zu deiner Freud erheben. Laß dieses auch mein Erbtheil seyn; jo werd ich ewig deß mic) freun, daß du vom Tod erstanden. Erretter einer Sünderwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh singet meine Seele dir. 2. Um deinen Chron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestát; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfft mich nicht. 3. Herr, meine Seele preis fet dich. Erlöst auf ewig haft du mich; so wabr du selbst vom Himmel kamßt, dein Leben gabst und wiedernahmst. 5. Nun ist dies ersie Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Gett, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Zwar trifft noch mancher Echmer; uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir. Doch du regierst, und wir sind dein, und ewig werden wir es seyn. 7. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. O Trost, der mei nen Geift erhebt! Ich feb, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrockneni Aug hinab. 4. Wer ist, der mich vers dammen kann? Ich glaub an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 4. Macht, Ruhm und Ho beit immerdar, dem, der da ist und der da war! sein Na me sen gebenedeyt von nun an bis in Ewigkeit. 5. D Von der Auferstehung Jesu. 69 5. O Glaube, der das Herz| Als Sieger trat er auf den erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geift mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht. Staub, hinfort nicht mehr des Codes Raub. Froblocket ihm! in 6. Vor seinem Thron, feinem Reich, unsterblich, bei lig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwuns drung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Gott, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in den Hims meln thronft, ich soll da woh nen, wo du wohnst? Und du erfüllt einst mein Vertraun, dich in der Herrlichkeit zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und einst zu deiner Rechten stehn. 89010. Zu welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum: Mit Dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 10 11 Nie Fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin; damit ich mich, in fiebe treu, zu deinem Bilde stets erneu. 12. Du bists, der alles in uns schafft; dein ist das Reich, dein ist die Kraft. Ich hoff auf dich, Herr Jefu Chrift, der du vom Tod erstanden bist. Mel. Erschienen ist der 2. 108. Er ist erstanden, Je sus Christ, der unser Croft und Helfer ist. verhieß, eb er ſein Leben für uns ließ: Drei Tage sollen nicht vergebn, fo werdet ibr mich lebend fehu. Er hats erfüllt. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, Gläubige, mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft gewiß euch aus der Todten Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen, Jesus Christ, der selbst voin Tod erstanden ist, der Lazarum ins Leben rief, als er im Stanb des Grabes schlief. Er wedt auch uns. 5. Gelobt sey Gott! Ich werde nun nur kurze Zeit im Grabe ruhn. Er weckt mich auf; und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 6. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine from= men Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wiedersehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 7. Wie follt ich, Herr, den Tod denn scheun? mich nicht vielmehr der Hinfahrt freun? nicht deiner, der du mich ers schufft, gelaffen warten, bis du ruff: Entschlafe nun! 8. Gieb nur, daß ich im Glauben treu, und treu im frommen Wandel fen! fo kemm ich nicht in dein Ge richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 9. Herr, rufe mich, wenn dirs gefällt, aus dieser sündenvollen Welt, und führe € 3 mich Von der Auferstehung Jesu. 70 mich an deiner Hand einst in mein himmlisch Vaterland. Erhöre mich.. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc. Freiwillig du 109. Fimbracht für uns, o Herr, dein Leben. Du battest, es zu laffen Macht; Macht, wieder dirs zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du es willig in den Cod für deine Feinde gabeft. 2. Du warst nur eine kleine Beit von deinem Gott ver= laffen. Er fronte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Das Kreuz, dar: an man dich erhöht, verwans delt sich in Majestät; denn du gingst aus dem Grabe. 3. Nun irren mich nicht Schmach und Sport, noch deines Kreuzes Schanden. Du bist mein Herr, du bist mein Gott; denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, Herr, durch desſen mächtig mein Fels, mein Hort, der ist Wort auch ich einst ewig lebe. 4. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies die Hoffnung deines Knechts; in dieser will ich sterben. Wie du nun auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Chrift, durch dich einst auf erstehen. the, Bebet! gebet, stolje Spötter, unserm Retter Preis und Ehre! glaubt an ihn und seine Lehre! 2. ihm! Heil uns! sein Grab ist leer. Feft stehet, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesprochen. felig, wer sich ihm vertraut! er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen. Seele, wähle ihn um Führer und Regierer deines Lebens. Auf ihn hoffst du nicht vergebens. 3. 3um höhern Leben führt er dich, und nimmt gewiß dich einft zu sich, fällt deine Hütte nieder. Das Grab empfängt zwar dein Gebein, doch nicht auf ewig wird es fen verklart giebt, er f dir wieder. Herrlich dann aufs neue feine Treue offenbaren. Ewigs Heil wirst du erfahren. 19 Mel. Jesus, meine Zuversicht 2c. 111. Juch ich! Tod, wo eſus sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in fein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Jefus lebt! ihm ist das Reich über alle Welt geges ben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. Mel. Wie schon leuchtet der 2c. roblockt dem Herrn! 110. bringt Lob und Dank ihm, der des Todes Macht bewang, und uns, den Staub, erhöhte. Der hohe Sieger überwand; Nacht war um ihn, und sie ver: schwand in helle Mergenrös 3. Jesus lebt! wer nun verzagt, der verkleinert Gottes Ehre. Gnade hat er zu gesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt den Sünder nicht; dies ist meine Suversicht. 4. Bejus Von der Auferstehung Jesu. 4. Gefus lebt! fein Heil ist mein! sein sey auch mein gan zes Leben. Reines Herzens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine 5. Für solchen Troft der Seligkeit dankt dir, Herr, deine Christenheit. Wenn wir ders einst dein Antlig fehn, foll dich ein würdger Lied erhöhn! Lob sey dem Herrn! Mel. Nun lob' mein Seelden zc. 6. Jefus lebt! ich bin ges 113. te, dent WelterlöLobsinge, meine 5. wiß, nichts soll mich von Je su scheiden; keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! nun ist der Tod mir ein Eingang in das geben, Welchen Trost in To: desnoth fer! bet ihn an! Lobsing ibm, und erzähle, was dir zum Heil der Herr gethan! dich gerungen, Macht hat er Macht bezwungen und seiner Schrecken Heer. Er hat des er uns Grabes Grauen geschwächt, Er hat für durch seine des Codes geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, mei: ne Suversicht! Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. 112 Pebt Christus, was bin ich betrübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt; und stürb auch Welt mir ab, gnug, daß ich ihn zum Freunde hab! Lob sey dem Herrn! alle so 02. Er nåbrt, er schützt, er tröstet mich; sterb ich, nimmt er mich zu sich. Wo er ist lebt, komm ich auch bin, weil ich mit ihm verei nigt bin. Lob sey dem Herrn! 3. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; durch ihn mit Gnad und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermuntre sich! Gott, und die Engel, lieben mich. Lob sey dem Herrn! 4. Durch seiner Auferstehung Kraft vollend ich meis ne Pilgerschaft; freu seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. Lob sey dem Herrn! Gott einst schauen der Frommen Vaterland. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wone ne, nach furgem Schlaf, mein Heiland auf. Gedanke, der des Himmels zu Freuden mich erhebt! Gedanke, der im Leiden mit reichem Croft bes lebt! des höhern Lebens Quelle! mein Schild in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Sta chel, Tod? 3. Der Felfengrund erbebet, die Wächter fliehn, das Grab ist leer. Der todt war, sieh, er lebet! Er lebt; und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ibu, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn ihn aufwärts steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten sies gen, von dir und deinem Geiß € 4 gelehrts 72 Von der Himmelfahrt Jesu. neut zur Frühlingszeit, sich alles regt und alles freut. gelehrt; die Gößentempel lie-| Welt. Alles lebet, so wie vers gen; der Erdkreis wird zu Gott, bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudes voll ein Chrift. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ift. Ich werd ihn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. 4. O Erstandner, welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat! Unerforschte Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Einst find fie unser Theit; einst Fkrönet uns das Heil deis nes Lebens. Gelobt sey Gott! Mel. Wachet auf, ruft uns zc. 114. Lobt den Höchsten! Auch noch im Tod ist er und bleiber unser Gott. Jefus lebet! Ers löfte Menschen, o erhebet des Welterlosers Majestät! Hörts, betrübte Sünder, gebet der Freude Raum, denn Jesus lebet; Gott hat ihn aus dem 8) Von der Himmelfahrt Jesu. Mel. Vom Himmel hoch da zc. Staub erhöht. Seele, dein 115. 2uf, Christen, auf und freuet zum Dank! ihm zur Ehre! dich, großer Held, erbebt die Welt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Glorreich haft du ihn ers rungen, haft mächtig unsern Tod bezwungen, von allen Schrecken uns befreit. Sind wir gleich des Grabes Kins der; er ist des Todes Ueberwinder; er herrscht, der für uns starb und litt. Bald, bald entschlafen wir, entschlafen, Jesu, dir, ruhn in Friede, die kurze Nacht, bis deine Macht auch unsern Gråbern ruft: Erwacht! 3. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Le ben sich aus des Todes Staub erheben, wenn Jesus den Ent schlafnen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt; lobs finget ihm, lobsinget ihm mit lauter Stimm. 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht: zerstört bat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsins get ihm mit lauter Stimm! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht mit Macht und Gnad als Held; er herrscht, da unter seinem Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Beschirmer seiner Christenheit ist er in alle Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobs sinaet ihm, lobsinget ihm mit froher Stimm! 6. Ja, Von der Himmelfahrt Jesu. 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen fich der Herrlichkeit und Ma jestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht; und dein sind wir. Nimmst du dich unser hulfreich an, was ist, das uns gebrechen kann? 8. In deiner Hand ist un. fer Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am Se gen, den du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst. 73 2. Dein Geschäft auf dies fer Erden ist aufs herrlichste vollbracht! Der Verlornen Heil zu werden, aingst du in die Todesnacht. Aus dem Tod tratst du ins Leben. Welch ein Croft ist uns gegeben! Ewig unser Haupt zu seyn, gingst du in den Himmel ein. 3. Alles sollen wir empfangen, was uns noth ist; denn du bist in den Himmel eingegangen, der nur unsre Heimath ist. Da regierst du, da vollendest du dein großes Werk und sendest deinen Geist auf die herab, die ¡ um Erbe Gott dir gab. 9. Wir freuen uns, nach dieser Zeit bei dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treuvollbrach. tem Glaubenslauf nimmst du uns in den Himmel auf. 4. Herrlich wirket deine Leh re; denn du giebst ihr Licht und Kraft. Sünder macht 10. Ozeuch uns immer mehr fie, Gott zur Ehre, gläubig zu dir! Hilf uns, mit eifrig und gewissenhaft. Alle leh: fter Begier nach dem nur trach- ret sie, den Sünden widers ten, was da ist, wo du, vers stehn und überwinden. Strauklärter Heiland, bist! cheln sie in ihrem Lauf, hilfft du ihnen mächtig auf. 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit stårk uns in unfrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlik schaun. 12. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Men: schenfreund, erfreun; dann fingen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Mel. Du, o schönes Weltgeb. 2c. 116, Großer Mittler, der jur Nechten Got: tes, feines Vaters, sigt, und die Schaar von seinen Senechten überall beglückt und schüßt. Dir frohlocken, dir zur Ehre, aller deiner Engel Heere, und in ihren Lobge= fang jauchzet aller Frommen Dank. 5. Du gedenkest stets der Deinen; du versäumst fie, Heiland, nie. Alle Thränen, die sie weinen, zählst du und belohneft sie. Du verschaffft, daß ihren Glauben ihnen keis ne Feinde rauben, und wirkst in des Vaters Haus ibnen eine Wohnung aus. 6. Du entzeuchst dich auch bekehrt sind, nicht, weil dein den Armen, die noch nicht Herz dir aus Erbarmen über ihrem Elend bricht; bittest, daß Gott ihrer schone, daß er nach Verdienst nicht lohne, daß er die, die dich noch fliehn, kräftig wolle zu dir ziehn. 7. Keiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland, dein begehrt. Rettung aus der 26 74 Von der Himmelfahrt Jesu. der Sünde Banden wird dem| erfüllt, und zu den Freuden ftets von dir gewährt, der um der bessern Welt den Weg Rettung zu dir fleber, und den uns weist. Er leitet uns die Sünden widerstehet! seiner Bahn, auf der dich wandeln Seele schenkest du Leben und fahn deine Freunde. Auch Gewissensruh. wir empfahn auf dieser Bahn dereinst, wie du, die Kron am Ziel. 8. Großer Mittler! wir er: beben deine Lieb und Gütig: keit; deinem Ruhm sey unser Leben, frohem Dank sey es geweiht. Selbst in unsrer Todesstunde schweb auf balbgeschloßnem Munde noch dein Lob, bis einst der Geist bandenlos dich ewig preißt. 4. Uns die Státe zu berei ten, um die wir Vilger hier noch freiten, gingst du vor an ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen, und zu dir alle deine Frommen versammeln in dies Vaters land. Geweiht hast du uns Gott und die durch deinen Mel. Wachet auf, ruft uns 2c. 117. 11eber alle Himmel Tod. Wo du lebeft und Gott mit dir, da follen wir auch mit dir leben ewiglich. 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wies dersehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird seyn ein Tag des Lebens für uns, wir hofften nicht vergebens, wir schauen dich nicht mehr von fern: wir fehn, Herr, bocherfreut, ganz deine Herrlichkeit. Welterldser: dann führest du der Wonn uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit. Heere erhebst du dich zum Thron der Ehre, du Mittler unsrer Seligkeit. Hin zu dem, der dich gesendet, gehst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du hast die Suns denwelt mit deinem Licht er, hellt. Preis und Ehre sey, Jesu, dir! froh sehen wir dir nach in deine Herrlichkeit. 2. Deines Vaters Gnadens willen auf Erden völlig zu er: füllen, wards du gehorsam bis zum Tod. Size, Sohn, auf meinem Throne! dir geb ich meine Welt zum Lohne und meine Mel. Wie schön leuchtet der 2. Herrlichkeit: 118. Wie herrlich, Jeſu, du sprach Gott. Wie herrlich ist dein Lohn! Erhöhter! Got: tes Sohn! Ihr, ihr Frommen, folgt treu ihm nach durch Streit und Schmach! Gott, dem ihr dient, be: lohnt als Gott. 3. Deine trauernden Erlö, ften, o Gott, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ists, der auch uns im Leiden mit Trost Retter- einer Sündenwelt, hat sich dein Kreuz geender! Nach überstandnem Leidens: lauf fährst du verklärt zum Vater auf, der dich zu uns ges fendet. Ewig trifft dich nun kein Leiden; voller Freuden lebst du droben über alles hoch erhoben. 2. Dir dienen alle Sera: phim; und wir vereinen Herz und Von der Himmelfahrt Jefu. 75 Mel. Erschienen ist der herrl. 2c. und Stimm, mit ihnen, dich| Dank erschallen. Ohn Aufs zu loben; weil du dein großes hören wollen wir dich, Heie Werk vollbracht, nach übers land, ehren. standner Leidensnacht gen Preis dir! daß wir auf der Erden 119. Wir freuen uns, Herr Jefu Chrift, daß du erhöht gen Himmel bist. O du, den unser Foblied preist, stårk auch im Glauben unsern Geist, der auf dich hofft. können werden Gottes Kinder und des Todes Ueberwinder. 3. Du, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder. Nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Nutzen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen, und entfagen allen Sünden, daß wir hier schon Ruhe finden. 2. Du fizest auf der Himmel Thron, als unser Freund, als Menschensohn; du schämst auch da dich unser nicht. Drum bist du unsre Zuversicht in Ewigkeit. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestät dir gleich? Mensch, Engel, jede Creatur ist dein, Beherrscher der Natur! Ges lobt seyft du! 4. Seuch unsre Herzen ganz zu dir! Hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche trachten. Mach uns von allen Sünden rein, und flöß uns Muth und Eifer ein, das Eitle zu verachten. Jede schnd de Lust zu meiden, und mit Freuden unser Leben deinem Dienste zu ergeben. 5. Sen unser Schutz und unser Hort, und tröst uns durch dein göttlich Wort, wenn hier uns Trůbfal drån get. Nur da ist Wonne, wo du bist: die Freude, die man hier genießt, ist noch mit Leid vermenget. Von dir kommt hier Trost im Herzen; laß in Schmerzen auf dich hoffen, vor uns steht dein Himmel offen.. 6. Du bist, uns Sterbli chen zu gut, nach theuer hier vergoßnem Blut zur Freude eingegangen. Zeuch, Jesu, zeuch auch uns dir nach, daß wir nach kurzem Ungemach zur Freude auch gelangen. Dafür soll dir von uns allen 4. Umsonst, umsonst empo. ren sich, Herr, deine Haffer wider dich; dein Thron steht fest und wanket nicht, wenn gleich der Frevler widerspricht. Gelobt seyst du. 5. Du, unser triumphirend Haupt, wie selig ist, wer an dich glaubt! Du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, fein starker Schuß, sein ewges Heil. Gelobt feyst du. 6. Herr, unsre Herzen traun auf dich; dein freuet unsre Seele fich. Du, der du huld: reich an uns denkst, und gern uns deinen Segen schenkst, bist unser Troft. 7. Was uns beglückt, ist dir bekannt, und alles ist in deiner Hand. Von keinem deiner Freunde fern, bemerkst du ihn, und hilft ihm gern. Gelobt seyit du. 8. Blick auch auf uns mit Freundlichkeit vom Throne Deiner 76 Von dem heiligen Geist. deiner Herrlichkeit! Hilf un| 4. Ewge Quelle wahrer Gus ferm schwachen Glauben auf, ter, hochgelobter Gottes Geist, und kröne unsern Lebenslauf der du menschliche Gemüther mit deinem Heil. befferst und mit Troft erfreuft! nach dem Glück verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich, mache mich, zu Gottes Preise, heilig und zum Himmel weise. 9. Gen Himmel fuhrst du auf als held. Als Herr und Richter aller Welt wird dich dereinst der Erdkreis sehn. Hilf, daß wir dann vor dir bestehn, und dein uns freun. 5. Fülle mich mit heilgen Trieben, daß ich Sott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getroflem Muth seiner Vaterhuld mich freu, und mit wahrer Kindess treu stets vor seinen Augen wandle, und rechtschaffen denk und handle. Hilf 10. Dann triumphirt der Glaub an dich; dann jauch zen wir dir ewiglich. uns dazu, Herr Jesu Chrift! dir, der du unser Heiland bist, fey ewig Preis. 9) Von dem heiligen Geist der Liebe! bilde mich nach 6. Geift des Friedens und und seinen Wirkungen. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. du uns als deinem Sinn, daß ich Lieb und Sanftmuth übe, und mirs wenn ich 120. Der er liebeft, treuer je ein Friedensband knüpfen Fann, wenn meine Hand, zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüglich werden. 2000 Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ia uns um ihn bitten heiff'st, de muthsvoll fleh ich vor dir: Vater, send ihn auch zu mir, 7. Lehre mich, mich selber daß er meinen Geist erneue, kennen, die verborgnen Febund ihn dir zum Tempel weihe. ter fehn, fie voll Demuth 2. Ohne ihn fehlt meinem Gott bekennen, und ihn um Wiffen Leben, Kraft und Vergebung flehn; mache tags Fruchtbarkeit; und mein Herzlich Ernst und Treu, sie zu bleibt dir entriffen, und dem beffern in mir neu; zu dem Dienst der Welt geweiht, wenn Heiligungsgeschäfte gieb mit er nicht durch seine Kraft die immer neue Kräfte. Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jeſu, noch mit åch: ter Treu meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet mir dein Geist nicht bei; drum so laß ihn kråftiglich in mir wir: ken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre und auf deine Stimme höre.. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewiffen niederschlägt, wenn sich in mir Zweifel finden, die mein Her; mit Sittern hegt, wenn mein Aug in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint; o dann laß es meis ner Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk und feinen Wirkungen. 77 in mir selbst den Trieb haft| Sündern wirkst du Neu und du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O so fezze durch dein Wort deine Gna: denwirkung fort, bis sie durch ein selges Ende herrlich sich an mir vollende. Leid, in frommen Seelen Croft und Freud, und Much im Kampf der Sünden; in bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, und lehrft ihn überwinden. Mel. Einkámmlein geht und ic. 5. Des Vaters und des Soh121. Dir, Barer, der du nes Geift, du Quell des Lichts, deinen zum Heil uns haft gegeben, dir dank ich hier mit Freuden schon, noch mehr im höhern Leben. Ich danke dir, daß du den Geist, der uns der Fin sterniß entreißt, zur Erde haft gesendet. Er kam auf Jesu Wort berab, der seinen Ho, ten Stärke gab, daß sie dein Werk vollendet. der Liebe, uns verheißt, ach beilge meine Triebe; gieb über meine Sün den Schmerz, und Much zum Glauben in mein Herz; hilf mir mit Andacht beten; in bangen Stunden tröste mich, und deine Hülfe zeige sich mir einst in Todesnöthen. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 2. Erfüllt von seiner Wun- 122, D, der Frommen beßteFreude, und ihr Trost in Traurigkeit, der ihr Her; in allem Leide, und im derkraft, gehn fie, die Welt zu lehren. Der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren. Die Völker hören, hocherfreut, die Botschaft ih: rer Seligkeit; Vernunft und Wahrheit siegen. Die Blindheit und das Lafter flieht. Wo man den Finger Gottes sieht, muß beides unterliegen. Tode selbst erfreut, Geift des Höchsten! Komm zu mir, und indem ich gläubig dir Lob und Ruhm zum Opfer bringe, o so höre, was ich finge! 3. Umsonst, daß wilder Ei fer tobt, Verfolgung zu erre gen. Dein Name, Jesu, wird gelobt; dein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Pein noch Müb, dein Geist, o Vater, stärket fie in Martern und im Tode; fie bleiben ihrem Herrn getreu, bekennen seinen Namen frei, und preisen ihn im Tode. 4. Noch ist bist du der Geift der Kraft; noch ist der Menschenlehrer. Du macht fie weis' und tugendhaft, des Sündenreichs Berstörer. In 2. Du kannst alle Herzen prüfen, du durchschaust fie ganz und gar; selbst der Gottheit innre Tiefen sind vor dir, Herr, offenbar. Nun, so kennst du auch gewiß meiner Seele Finsterniß. Drum gieb Weis: heit, und vor allen, daß ich möge Gott gefallen. 3. Böses baffest du, und bleibeft, reinster Geift! bei Reinen nur, schafft, die du erfüllst und treibeft, um zur neuen Kreatur. Heilige du selbst mich dir! Schaff ein reis nes Her; in mir, daß ich, was du liebest, liebe, nie mit Vorsaß dich betrübe.. 4. Du Von dem heiligen Geist 78 4. Du, Herr, machst mein Herz zufrieden, wenn mir Menschentrost gebricht. Bleib ich von dir ungeschieden, o so fehlts an Trost mir nicht. Bleib ich nur dein Eigenthum, so will ich, zu deinem Ruhm, ftets mein Herz der Tugend weihen, und mich deiner Trie: be freuen. 3. Heilige des Herzens Trie: be, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts so wichtig sen, als in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöhn, seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen. 5. Nur bitt ich, daß du mich ftärkest; stebe mir im Stampfe bei. Hilf, mein Helfer, wann du merkest, daß mir Hülfe nöthig sen. Den verkehrten eitlen Sinn nimm aus meis ner Seele bin, daß sie sich nun ganz verneue, und mein Gott sich meiner freue. 4. Stärke mich, wenn zu der Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde; hab ich irgend mich verirrt, o so strafe selbst mein Herz, daß ich unter Neu und Schmerz, mich vor Gott darüber beuge, und den Sinn zur Beßrung neige. 6. Sey mein Beistand, wann ich sterbe! zeige dem gebroch; meinen Mittler schau, und auf ihn die Hoffnung bau, Gnad um Gnad, auf mein Verlangen, von dem Vater zu empfangen. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnaden ftuhl zu treten; gieb, daß ich nen mir zum als auf mein herrlich Erbe, ewig unverwelklich Glück! Stärke du das matte Herz, daß ich, unter allem Schmer;, noch im letten Todesschweiße, Gott, in Jesu Vater heiße. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 123. Geift vom Vater der du unser Tröfter bist, und von unsers Gottes Chrone bülfreich auf uns Schwache fiebst; stehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sey, daß mein ganzes Herz auf Er: den mög ein Tempel Gottes 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Troffe bei, daß ich auch alsdann mit Führung folgsam sey. Gieb mir ein ges laßnes Her;; laß mich selbst im Todesschmerz deines Tro stes Kraft empfinden, alles glücklich überwinden. Mel. Warum sollt ich mich zc. werden. af auf jeden meiner 124. Höchfter Trößer, Wege deine Weisheit mit mir feyn; wenn ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohl feyn hin. Lehrst du mich, was recht if, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. Geist des Herrn, sen nicht fern, stärke Jesu Glieder. Der, der nie sein Wort gebrochen, Jesus hat deinen Rath seinem Volk versprochen. 2. Geist der Weisheit, gieb uns allen durch dein Licht Uns terricht, wie wir Gott gefals len. und feinen Wirkungen. 79 len. Lehruns freudig vor Gott| 3. Laß freudiger Geist, voll treten, sey uns nah und sprich: Vertraun, in Noth auf deine ja, wenn wir gläubig beten. Hilf uns schaun. Lehr.uns, wenn wir zum Vater treten, mit frober Suversicht beren! Mach uns durch deine Kraft bereit zum Sterben und zur Ewigkeit! daß wir mit frohem Muthe ringen, zu dir durch Tod und Leben dringen. Erhöre uns, erhöre uns. 3. Hilf den Kampf des Glaubens kämpfen; gieb uns Muth, Fleisch und Blut, Sund und Welt zu dämpfen. Laß uns Trübfal, Kreuz und Leiden, Angst und Noth, Schmerz und Tod nicht von Jefu scheiden. 4. Hilf uns nach dem Beßten streben: schenk uns Kraft, tugendhaft und gerecht zu le: In voriger Melodie. ben. Gieb, daß wir nie fille 126. omm, Geift des uns an, froh Bahn deines Worts zu gehen. 5. Sey in Schwachheit un, fre Stüße, steb uns bei, mach uns treu in der Prüfungshiße. Führ, wenn Gott uns nach dem Leide sterben heißt, unfern Geist in des Himmels Freude. Herrn, von gefandt, mach deine Kraft auch uns bekannt. Geuß deis nes Trostes Seligkeiten auf uns, die Christo sich weihten. Die Völker aller Welt führst du ins Heiligthum zu Gottes Ruh. Es schall Anbetung dir zum Ruhme! fingt, Völker, sen dem Herrn! Preis sey ihm im Heiligthume: Preis dem Herrn! Mel. Komm heiliger Geist 2c. or unfer Gebct, 125. Heit des Herrn! du hörst der Menschen Fleben gern. Wir wollen unser Herz dir geben; o lehre heilig uns leben! ruft uns mit Stärke, Muth und Kraft. Du, der das Gute in uns schafft, daß nicht die Lockungen der Sün: den uns, Christi Jünger, über: winden. Wir traun auf dich, wir traun auf dich! 2. Du heiliges Licht, star: ker Hort! laß uns der Wahrheit belles Wort auf dieses Lebens Pfaden leiten, daß un fre Füße nicht gleiten. fern von uns des Irrthums Nacht, laß siegen deiner Wahr beit macht; daß Jesus Christ der ganzen Erde bekannt, und angebetet werde. O hilf da zu, o bilf dazu! 2. Du beiliges Licht, edler Hort, laß uns leuchten des Lebens Wort, und lehr uns Gott recht erkennen, von Her zen Vater ihn nennen. Herr, behut vor fremder Lehr, daß wir nicht Meister suchen mehr, denn Jefum Chrift, mit wahs rem Glauben und ihm aus ganzer Macht vertrauen. Preis fey dem Herrn! Preis sey dem Herrn! 3. Du heilige Ruh! süßer Trost! O laß uns fröhlich und getroft, in deinem Dienst beTreibständig bleiben, die Trùbfal uns nicht abtreiben. Herr, durch dein' Kraft uns be reit, und stårk des Fleisches Biddigkeit, daß wir bie ritterlich ringen, durch Tod und Leben zu dir dringen. Preis dem heiligen Geift Preis| schafft, fördre in uns deine Werke, und im Kampfe gieb uns Kraft, wenn Versuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg gelingt. 8. Ja, bewahr uns unsern Glauben, daß Verfolgung, Schmach und Spott niemals ihn uns möge rauben. Du bist unser Schuß, o Gott. Sagt das Herz gleich zweifelnd nein! laß dein Wort gewisser feyn. 9. Wenn wir endlich sollen fterben, o so feb mit Trof uns bei; gieb, daß uns als Gottes Erben jene Herrlich keit erfreu, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. 80 Von Preis sey dem Herrn! sen dem Herrn. Mel. Gott des Himmels und sc. 127. mm, komm, du Geist des Le: bens! hilf uns Schwachen mächtig auf! wir bemühn uns sonst vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns auserfehen bat. 2. Gieb in unser aller See: len Weisheit und Entschlos: fenheit, daß wir anders nichts erwählen, als was uns dein Wort gebeut. Steh mit dei nem Licht uns bei, und mach uns vom Irrthum frei. 3. Zeig uns selbst die rechten Stege zu der wahren Wohlfahrt an; raume alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann; wirke Neue nach wenn der Fuß gestrauchelt hat. 4. Laß uns stets dein Zeug: niß haben, daß wir Gottes Kinder sind; stärke uns mit deinen Gaben, wenn sich Trübfal für uns findt; lehr uns, daß des Vaters Sucht einzig unser Bestes sucht. 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns allezeit; so wird unser Flehn erhört, und die Zuver ficht vermehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: Ach, mein Gott, mein Gott, wie lange? o so wende unser Leid: sprich der Seele tröstlich zu, gieb ihr Muth, Geduld und Ruh. 7. O du Geist der Kraft und Stärke! der in uns das Gute Mel. Komm, Gott Schöpfer zc. 128. Komm zu uns, Got tes guter Geift, schaff deiner Menschen Hers zen neu; du kenneft, was uns fehlt, und weißt, wie jeglis chem zu helfen sey. 2. Hilf uns! gieb dem Vers stande Licht, gieb wahre Lieb in unser Herz, su dir, Gott, frobe Zuversicht, zur Tugend Kraft, und Croft im Schmeri. 3. Des Lebens Wort, das Jesus Christ vom Himmel uns Herab gebracht, und das für jeden heilsam ist, zeig auch bei jedem seine Macht. 4. Vereine deine Chriften: heit durch deines selgen Frie dens Band; lenk ihr Gemüth schon in der Zeit stets auf das ewge Vaterland. 5. Gott, unsern Gott, und Jefum Chrift recht kennen, dieses ist der Quell, aus wel chem ewges Leben fließt; mach diese Kenntniß in uns hell! 6. Lob und seinen Wirkungen. 81 6. Lob sey dem Vater, Lob| 2. Du Quelle, draus die dem Sohn! Lod dir, o Trò- Weisheit fließt, die uns zum fter, Gottes Geift! Einst Heil so nöthig ist, o schenk singen wir vor deinem Thron aus deiner Fülle uns so viel ein Lied, das würdiger dich Einsicht und Verstand, daß preist. beilsam von uns werd erkannt des Höchsten gnådger Wille. In eigener Melodie. 129. Nun bitten wir den Ja, gieb den Trieb unfern nur zu und zu üben, was er uns hat vors geschrieben. heilgen Geist, welchen Jesus Christus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, Alle, die im Irrthum find, bekehre. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft! mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf, daß wir ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bring gen will zum rechten Vater land. Erbarm dich, Herr! 3. Du Geist der Lieb und Einigkeit! mach uns alle: fammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lie ben, gern verzeihn, und nicht gern betrüben. Erbarm dich, Herr! 4. Du höchster Croft in aller Noth! bilf, daß wir nicht fürchten Grab und Tod; laß, wenn wir einst sterben, nicht verjagen, sondern mach uns frei von allen Plagen. Erbarm dich, Herr! uns 3. Steh uns ftets bei mit deinem Rath, und führ uns aur den rechten Pfad des verleib uns Willigkeit, daß Heils, den wir nicht wiffen. wir dir treulich folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Drückt Last uns fast der Trost empfinden, und die mutblos nieder, laß uns wies Trübsal überwinden. Gott ergeben, ruhig leben; und im Sterben einst voll: kommnes Glück ererben. 4. Stark uns durch deines Trostes Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werden. Und sind wir deiner Hülfe da, erheb uns wo dem Falle nab, so sey mit von der Erden. Neue Treue gieb uns Schwachen, du kannst im Kampf nicht unterliegen. machen, daß wir siegen, und 5. Erhalte bei uns immers fort den Glauben an dein göttlich Wort: Nichts müß uns von ihm trennen. Gieb daß wir ihn von Herzensgrund mit Thaten so, wie mit dem Mund, vor aller Welt bekens nen. Jefum Chriftum ohn Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig, und sein Heil uns werth und wichtig. 6. Nimm alle Härte von / Mel. Wie schon leuchtet der zc. 130. beilger Geist, kehr bei uns ein, und laß uns deine Wohnung seyn, du, unsrer Seelen Sonne! laß deiner Wahrheit hellen Schein in unsern Herzen kräf tig ſeyn, zu steter Freud und Wonne; daß wir, schon hier, uns hin; erfülle nach deinem Sinn, wahrer Menschenlieve, daß unser Herz mit Huld und Treu stets zuF gethan PS 82 Von den Worte Gottes. gethan dem Nächsten sey, und| dich gnug erheben. Durch fich darinnen übe. Kein Neid, Christum schenkst du Weisheit Fein Streit dich betrübe! mir. Kennt ich die Lehre Jesu Fried und Liebe wollst du ges nicht, wie wenig hätt ich ben, daß wir froh und ru Croft und Licht! big leben. 2. Auf ungewissen finstern 7. Gieb, daß in wahrer Hei Pfaden würd ich ein Raub des ligkeit wir führen unsre Les Frrthums seyn; mit Sündenbenszeit, fen unsers Geistes schuld und Fluch beladen, Stärke! Daß uns forthin sen müßt ich des Richters Strafe wohl bewußt, wie nichtig ist scheun. Ich fände keinen Trost des Fleisches Lust, und ihre in Noth; mich schreckte stündsünd'gen Werke. Rühre, füblich Grab und Tod. re unser Sinnen und Begin: nen, von der Erden, daß wir Himmelserben werden! Mel. Herr Jefu Chrift dich zc. 131. Bater, send uns wie dein Wort es uns ver: heißt, mit seiner Gnade uns regiert, und auf den Weg der Wahrheit führt. 2. Deffn' uns zu deinem Lob den Mund, und mach uns deinen Willen kund, rühr unser Herz, stårk den Verstand, so wird dein Nam uns wohl bekannt. 3. Bis wir einst deinen En geln gleich, dich preifen in der Himmel Reich, und schauen dich von Angesicht in ewger Freud und selgem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd und Himmel preift, dir, Vater, deinem Sohn und Geist, dir, mit gern erfreut, der Lob und Preis in Ewigkeit. 10) Von dem Worte Gottes, Mel. Wer nur den lieben Gottzc. 132. er du dein Wort wie preis ich dich, o Gott, da für! Nie kann mein Dank 3. Doch allen diesen Finsternissen des Irrthums, und der Sünde Macht hat Jesu Lehre mich entriffen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Sie zeiget mir des Höchfien auf der Wahrheit Pfad. 4. Ich weiß, wozu mich Gott geschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht: mein Geist mird nicht im Tod ents schlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, verklärt zu deiner Rechten gehn. 5. Gott, laß mich dieser guten Lehre gehorchen mit ftets größrer Lust, und keines Spotters Wahn zerstöre ihr Troftgefühl in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! dein Heil erfreu im Tode mich! AR THE Mel. Wer nur den lieben Gotti. 133. Deter, ift vollkoms Dein men; es lehrt uns unfre ganze Vflicht; es giebt dem Sün der und dem Frommen zum wer es hört, bes Leben sichern Unterricht. Ofe wahrt und mit Gehorsamt ehrt! 2. Es Von dem Worte Gottes. 83 2. Es leuchtet uns auf un-| im Finstern mehr: sie bricht fern Wegen, vertreibt des am Mittag selbst hervor, und Irrthums Finfierniß; erfüllt hebt ihr tödtend Haupt empor. mit Freude, bringt uns Se: gen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Arm nicht häålt; fo reißt fie uns zum Code fort. Gieb Sieg und Leben durch dein Wort. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben; lehrt uns, welch Heil du denen giebst, die dein Gebot mit Freuden üben, und wie du väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr, und trüget nicht. 5. Beschütz du uns, Herr Jefu Chrift, der du zur Rechs ten Gottes bist. Sen unser Schild und starke Wehr; Staub ist vor dir der Spöt: ter Heer. 6. Du haft von Ewigkeit 4. Gott, deine Zeugnisse gesehn, wie lange noch ihr find besser und mehr der Sebn- Trez bestehn, und wider dich fucht werth, als Gold; ihr hier toben soll; vielleicht ist Werth ist köftlicher und grd: fer, als alles noch so feine Gold. Wer thut, was uns dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahrheit, te mich lehrt, die dein Wort auf das und mit Gehorsam achten, was er von mir zu thun begehrt! so fließen Troft und Seelenruh auch mir auf deinen Wegen zu. Mel.HerrJesuChrist, wahr'r 2c. 134, D er Spotter Strom reißt viele fort; erhalt uns, Herr, bei deinem Wort; so können wir uns, Vater, dein im Leben und im Code freun. 2. Ein Haufe Låstrer wagts, Gott, mit wildem ausge: laßnen Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmåbn, verachtend auf sein Heil zu febn. 3. Ach, ihrer Lehre Peft, o Herr, schleicht jego nicht nun ihr Maaß bald voll. 7. Auch sie, o Herr, haft du versöhnt, fie, deren Spott dich ist verhöhnt. Gieb, daß noch vor der Todesnacht zur ernsten Reu ihr Herz erwacht. Mel. Christus, der uns selig ze. die 135. Dahrheit bist, Gott, zu dem ich finge; Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge! alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie er leuchtet uns, wenn wir nur ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Finster niß füllen unsre Seelen; uns fer Blick ist ungewiß, unfre Schlüffe fehlen; aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, was du siehst, ift Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Füßen! Seine Wahrheit und sein Recht läßt dein Gott dich F2 wissen. Von dem Worte Gottes. 84 wiffen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt Mel. Durch Adams Fall ist zc. bekebret. Glaubt es freudia; 136. Du bast auch mit folgt gern, Menschen, ihrs höret. 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Dro: hung kann auch nicht leer vorüber gehen. Haben Taufende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm, erfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott deinen Troft dir rau: ben? Der die Himmel aufge: baut, kann der jemals lügen? kann er den, der ihm vertraut, wie ein Mensch, betrügen? 6. Webe allem dem, was fich wider Gott empöret; wider seinen Geist, der dich seine Wege lebret. Web dem Spôt ter, der sich bläht, mehr, als Gott, zu wissen! Er wird einst, vielleicht zu spät, für den Hoch muth büßen. 7. Erd und Himmel wird vergehn! Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterbafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind vor dir Staub, wenn sie sich em: poren; find des schnellen Codes Raub, fie mit ihren Heeren. 8. Du bist Wahrheit, ewig soll mich von dir nichts tren: nen; nicht die Welt, von Arglist voll, mich erschüttern Fönnen. Sollt ich hier auch um dein Wort Schmach und Trübfal leiden; so belohnft du mirs doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. mein Gott, dein Wort geges ben. Hilf, daß ich darauf allezeit mög achten, darnach leben. Sein Unterricht giebt mir anug Licht, die Bahn des Heils zu sehen; es zeiget mir den Weg zu dir; laß mich ihn freudig geben. 2. Erleuchte, Herr, zu mei nem Heil, durch dein Wort meine Seele, daß ich mein aller: beßtes Theil erkenn und auch erwähle. Laß ich mich hier, mein Gott, von dir und deis nem Wort regieren, so wirft du mich auch sicherlich zur wahren Wohlfahrt führen. 3. Dein Wort lehrt mich, daß diese Zeit mir sey von dir gegeben, im Fleiße wahrer Heiligkeit nach ewgem Glück zu streben. Ja, es verschafft mir dazu Kraft, wenn ichs zu Herzen faffe. Drum hilf du mir, daß ich es hier nicht aus dem Herzen laffe. 4. Nichts giebt uns solchen frohen Muth, als deines Wor tes Welt, irdisch Gut kann diesen Muth gewähren. Dein Wort allein ist Trost in Pein, ist unser Sieg in Schmerzen; in jeder Noth, auch selbst im Tod, ifts Croft für fromme Herzen. 5. Wie glücklich ist, o Gott, schon hier, wer deine Wahrbeit ehret, und durch dein Wort, belehrt von dir, die rechte Weisheit böret. Ein frommer Sinn ist sein Gewinn; dein Segen, dein Verschonen, bringt hier ihm Ruh, und dort Von dem Worte Gottes. 85 dort wirst du mit ewgem Glück| deine Güte sey gepreist, daß ihm lohnen. du uns dein Wort gegeben, 6. Wenn alles fällt, so bleibt das zum Heil uns unterweist, dein Wort, o Gott, doch ewig das uns unsre Pflichten lehrt, stehen. Drum laß mich dar: warnt, ermahnet, straft, beauf immerfort in meinem| kehrt, und, wenn uns ein LeiWandel sehen. Es macht uns den drücket, uns mit reichem frei, zum Guten treu, lehrt Troft erquicket. jede Noth besiegen. Drum jens auch mir beständig hier das seligste Vergnügen. Mel. Nun danket alle Gott ze. elobet du 137. Gort, für deines Sohnes Lehre; gieb, Vater, daß ich sie mit wahrer Andacht höre. Ja, mache felbft mein Herz von Vorurtheilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen feyn. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfeh len, und nie was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. Leit, Allerhöchster, selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Dein Wort bleibt ewig wahr. Laß michs von Herzen glauben, und mir nicht seinen Croft durch Ungehorsam raus ben. Wer hier nach deinem Wort gewissenhaft sich hålt, der kommt zum wahren Glück hier und in jener Welt. mein 4. Hilf kräftig mir, Gett, daß ich auf gute Lebre begierig acht und sie auch durch Gehorsam ehre Verleih mir deinen Geist, der Luft und Kräfte giebt, daß man die Wahrheit sucht, sie findt, be wahrt und übt. 2. Gieb, daß wir es innig lieben, ernstlich, ohne Heuchelschein, das darin Befehls ne üben, und nicht bloße Hö. rer feyn. Denn, wer deinen nicht thut mit Fleiß, der ist doch ärger, als die Heiden, wird doppelt Strafe leiden. und 3. Darum präge deine Lebs ren tief in unsre Seelen ein. Laß sie uns mit Nußen hören, und derselben Chater seyn. Treib uns dadurch kräftig an, daß wir dich vor jedermann froh bekennen, kindlich lies ben, und mit Sünden nicht betrüben. 4. In der Seele Finsternis fen sey dein Wort uns fets ein Licht. Laß uns Troft dar= aus genießen, wenn es uns an Croft gebricht. Es versüß uns jede Noth; es erquick uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrbeit trauen. Mel. Ach Gott und Herr: c. 139, ott ist mein Hort! und auf sein Wert soll meine Seele trauen. Ich wandle bier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken; laß keinen Spott, 138. Gott, durch den wir o Herr, mein Gott, mich von Mel. Fren dich sehr, o meine zc. sind und leben! dem Glauben schrecken. F3 3. Wo 86 Von dem Worte Gottes. 3. Wo hätt ich Licht, wo| stehen; laß mich auch beflist fern mich nicht dein Wort die sen seyn, den erkannten Weg Wahrheit lehrte? Gott, ohne zu gehen. Denn sonst würd fie verstund ich nie, wie ich ich bei dem Wiffen doppelt dich würdig ehrte.i Strafe leiden müssen. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur Ewigkeit mir sey von dir gegeben. 4. Folg ich seinem Unterricht, o so werd ichs auch er fahren, was es denen Guts verspricht, die es hören und bewahren. Dann wird es auch mir im Leiden eine Quelle wahrer Freuden.cas 5. Den ewgen Rath, die Misfethat der Sünder zu ver: fühnen; den kennt' ich nicht, 5. Hilf auch, daß von Zeit war mir dies Licht nicht durch zu Zeit meine Kenntnisse sich dein Wort erschienen. mehren. Find ich dann noch 46. Nun darf mein Herz in Dunkelbeit bei des Glaubens Neu und Schmerz der Sün- hohen Lehren; laß mich Zweiden nicht verzagen; nein, du felsucht entfernen, und in verzeihst, lehrft meinen Geist Demuth glauben lernen. ( 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort giebt mir die Kräfte. deinem Licht immer mehr gerührt er: Fenne jener Herrlichkeit Ges wicht, und mich dann nur glücklich nenne, wenn ich weislich darnach trachte, und die Sündenlust verachte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben. Es sey mein Theil, es sey mir Heil und Kraft zum ewgen Leben. Mel. Liebster Jesu, wir sind sc. 7. Gieb mir immer neue Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft auf der Tugend Pfad zu wandeln; so wird 140. Hert, mein Licht, einst in jenem Leben mich ein daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen hellres umgeben. Mel.Wer nur den lieben Gottz. dich) meinen Gott und Vater nens 141. Mein Gott, du war ne; daß ich dadurch auf der Erde für den Himmel weise werde.# 0 im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt; doch giebst du 2. Zuverlässig ist dein Wort; uns zum Unterrichte dein lehre michs nur recht verste- Wort, das uns Erkenntniß hen. Wenn ich forsche, bilf bringt, was du, o Allerhöch mir fort sicher daraus einzuster bist; was mit uns deine fehen, was zu meinem Heil Absicht ist. mich führet, was zu meiden mir gebühret. 3. Aber laß mich nicht al lein richtig seinen Sinn ver: 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und, wenn ich ernstlich es betrachte, ſo bilf Von dem Worte Gottes. 87 es mich zum Guten stärke und ich seinen Troft vermerke. bilf selbst meinem Forschen| laß auch immerført dieses fort. Für deiner Wahrheit Glück mir wiederfahren; daß hellen Schein, laß Aug und Herz stets offen seyn. 3. Hilf, daß ich deinem Worte glaube, das mich zur wahren Weisheit führt, da: mit kein falscher Wahn mir raube, was mir ein ewges Heil gebiert. Kein Spötter: geist verführe mich: kein Zwei: fel sen mir hinderlich. 2. Drück es feft dem Herzen ein, so wird nichts es dar aus rauben. Selig werd ich hier schon seyn, auch bei ei: nem dunkeln Glauben; bis dereinst nach diesem Leben hellres Licht mich wird umgeben. In voriger Melodie. 4. Das ist der Weg zum ewgen geben, daß wir, o Ba 143. Cheuer sey mir alles mein mein Hoffen darauf baue. ter, dich und den, den du zum Heil uns haft gegeben, erken: Heiland, deine Lehre. Gieb, nen, lieben und erhöhn. daß ich mit Folgsamkeit treus O führe du auf dieser Bahnlich ihre Vorschrift ehre; dem, mich selbst durch deine Wahr: was sie verbeißet, traue, fest heit an! bigi 75. Vor allem gieb, daß fiets lebendig, bei mir, Gott, dein Erkenntniß sen, und daß ich dir darnach beständig Lieb, Ehrfurcht und Gehorsam weih. Gieb, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von dei: nem Willen weiß.: 96. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? was nützt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu und stets mein Glaube thätig sey. 17. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahres oftes seyn: um mich, wenn Leib und Seele scheiden, des beffern Lebens zu erfreun. Da irr und wank ich weiter nicht, und sehe dich im hellern Licht. Mel. Liebster Jefu, wir sind zc. 142 Selig find, die, Gott dein Wort hören und zugleich bewahren. Oso 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit frober Suversicht unsern Gott und Vater nennen, und nach seinem heilgen Willen unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt von dir nicht erforschet haben, das hast du ins Licht gestellt; und durch deines Geistes Gaben bringst du es in unsre Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde großen Schaden, aber auch des Höchsten Huld und den Reichs thum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnddige Vergebung finden, 5. Huldreich rufest du uns zu: kommt zu mir, beschwerte Seelen! es soll euch zu eurer Ruh bei mir nicht an Troste fehlen; wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. an 34 6. Herr 88 Von dem Worte Gottes. 6. Herr, dein Evangelium| Mel. Sey Lob und Ehr dem 20. hat viel tausend tausend Beu. 145. Wir Menschen find gen, zu dem, Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfülleft, und der Seele Kummer stillest. was geistlich ist, untüchtig. Dein Wesen, Wille und Gebot ist viel zu hoch und wichtig. Wir wissen und verstehn es nicht, wenn uns dein göttlich Wort und Licht den Weg zu dir nicht zeiget. 2. Von je her haft du auss Propheten, deine gesandt Knechte; sie machten in der Welt bekannt dein Heil, und deine Rechte. Zuletzt ist selbst dein einger Sonn, o Vater, von des Himmels Chron ges kommen, uns zu lehren. 9. Stets, so lang ich bier noch bin, will ich dir zur Eb: re wandeln; täglich mit verneutem Sinn nur nach deinem Willen handeln. So 4. Hilf, daß der Frevler nimmst du mich einst im frecher Spott nie unser Herz Scheiden auf zu deinen böbethöre; denn schrecklich firafft hern Freuden. 3. Für solches Heil sev, Herr, gepreisi! laß uns dabei verbleiben, und gieb uns deis nen guten Geist, daß wir dem Worte glauben, daß wirs annehmen jederzeit mit Ehre furcht, Treu und Willigkeit, als Gottes, nicht der Menschen. du einst, o Gott, die Läftrer Erweck uns deiner Lehre. durch der Wahrheit Kraft, und was sie Gutes in uns schafft, das laß uns treu be wahren. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehr: furcht bringe. Höre meinen Lobgefang, den ich hocherfreut dir singe; du, du beilst auch mich aus Gnaden von der Sünde großem Schaden. 8. Köstlicher, als Gold, sey mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja ewig Dank sey dir für den Troft, den es gewähret; Werd ich einst zu dir erhober, will ich würdiger dich loben. Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 144. Unfer nser Gott, wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben. Gieb uns Gnade, daß wir hier auch darnach rechtschaffen leben. Gieb dem Glaus ben folche Stärke, daß er thätig sev durch Werke. 2. Uns, o Vater, lebrest du, was wir thun und glauben follen. Schent uns deine Kraft dazu; gieb zum Wis sen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbrin gen, so wird alles wohlge: lingen. 5. Herr, öffne du Verstand und Herz, daß wir dein Wort recht fassen; in rieb und Leid; in Freud und Schmer; es aus der Acht nicht lassen, daß wir nicht hörer nur allein, nein, auch des Wortes Chater seyn, Frucht hundertfältig bringen. 6. Geist Gottes! mache selbst uns gleich dem fruchtbar guz ten Lande, daß wir, an guten Werken reich, in unserm Amt und Stande das thun, was Uns Ven der christlichen Kirche. 89 uns dein Wort gebeut, und,| Schalle; daß du auf Erden frei vom Dienst der Eitelkeit, Richter bist, der nicht läßt des Glaubens Kraft beweisen. Sünden walten; und daß dein Wort das Mittel ist, dadurch wir Kraft erhalten, auf rechter Bahn zu wallen. 7. Laß uns, dieweil wir les ben hier, der Sünder Weg vermeiden. Gieb, daß wir balten fest an dir, im Wohl stand, wie im Leiden. Rott aus, was dir, Hert, nicht gefällt, hilf uns die Sorgen dieser Welt und böse Lüfte dämpfen. 8. Erhalt dein Wort uns Flar und rein, und laß es un fern Füßen ein Licht auf unsern Wegen seyn; hilf, daß wir draus genießen Kraft, in aller Noth, 3. Es preise, Gott, und los be dich dein Volk durch gute Thaten; es bringe Frucht und begre fich; dein Wort laß wohl gerathen. Uns segne Gott von seinem Chron, daß unser Heil sich mehre. Er segne uns durch seinen Sohn; ihn lieb und ihn verehre der ganze Weltkreis! Amen! Mel. Herzliebster Jesu, was zc. ewig wird daß wir im Leben und im Tod 147, O Jefort befte dein beständig auf dich trauen. 9. Es müsse sich zu deiner Ehr, Gott Vater, weit aus breiten! Hilf, Jesu, daß uns deine Lehr erleuchten mög und leiten! O bheilger Geist, dein göttlich Wort laß in uns wirken fort und fort Lieb, Hoffnung, Croft und Glauben. 11) Bon der christlichen Kirche. In eigener Melodie. 146. Es wolle Gott uns feinen Segen geben; mit seierleucht er uns zum Leben, daß wir verstehu, was ihm gefällt und gern es thun auf Erden; daß Jesu, als dem Heil der Welt, gehorsam alle werden, und sich zu Gott be: Fehren. 2. So danken dir und loben dich, o Gott, die Völker alle; so freuer dein der Weltkreis sich, and singt mit frohem ben, und Erd und Himmel werden eb vergehen, eh eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Noch immer sammelst du dir auf der Erde ein Volk, das willig dir gehorsam werde, um deinen Frieden hier schon im Gewissen froh zu ges nießen. 3. Reizt blendende Versus chung sie ju Sünden, bist du ihr Beistand, und hilfft über. winden. Nichts wird ſie je du hafts verheißen. 4. dir, Jefu, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug einst schauen, dich und die Freuder, wemit du belohnest da, wo du thronest. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, böhre Lobs gesänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geift regieret, dort triumphiret. -5 Mel. 26 90 Von der Taufe. Mel. Ach Gott vom Himmel zc.| fich der Deinen Müh; dann 148. Jefu, Licht und kröneft und belohnst du ſie, Heil der ohn End mit Preis und der du in diesem Leben dein Wort, das Gottes Rath ent, hält, zur Leucht uns haft ge: geben; du bist der Herr der Christenheit, die du in dieser Pilgerzeit dir aus den Men, schen sammelft. 2. Sie willst du, als dein Eigenthum, zur wahren Weis: beit leiten, und durch dein Evangelium reiten. Du bist, Herr, groß von Rath und Chat, und, was dein Mund versprochen hat, wirst du gewiß erfüllen. 3. Du bist der Deinen Trost und Heil. So viel nur an dich glauben, die haben an dir alle Theil; die wird kein Feind dir rauben. Von dir fließt Weisheit, Trost und Ruh dem, der dir folgt, unfehlbar ju. Dein ist des Guten Fülle. zur Seligkeit be 149. Schuß, o Herr Jes die nach dir sich nennen, die Deinen, die dich vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts fie entreißen. 4. Mag doch die Menge im merhin auf deinen Ruf nicht bören, und mancher im verfehrten Sinn sich wider dich empören: so fällt doch deine Kirche nie; du hältst und du beschützest sie durch deines Geistes Gaben. 5. Dein ist das Reich; dein ist die Kraft. Wer sollte dir nicht trauen? Auf dich, der alles kann und schafft, nicht feine Hoffnung bauen? Dein Heil ist unser höchstes Gut; bilf, daß wir stets mit frohem Muth dich vor der Welt be kennen. 7. Wir sehn dich dann in Majestät, und uns, gleich deis nen Engeln, zu nie empfund: nem Glück erhöht, befreit von allen Mängeln; frohlokken dir und preisen dich, daß deine Macht und Gnade fich so hoch an uns verherrlicht. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. 6. Zwar kämpfen wir noch manchen Streit auch mit uns felbst auf Erden; doch werden jur Vollkommenheit auch wir erhoben werden. Dann endet 2. Laß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gieb Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich ¡ u mehren. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen; führ uns, die Deinen, wie du selbst versprochen, o führ uns endlich aus dem Kampf bies nieden zum ewgen Frieden. 4. O Jesu, ewig sey dein Nam erhoben, und ewig müß fe dich frohlockend loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! 12) Von der Taufe. Mel. Nun lob', mein Seel, c. 150, Geweiht zum Chr find wir auch dir, o Gott, geweiht, nur dir zum Preis und Ruh me zu führen unsre Lebenszeit, uns deiner Vaterliebe in Christo zu erfreun; und deines Geistes Von der Taufe. zu seyn; damit wir schon auf Erden, noch mehr in jener Welt, des Glücks theilhaftig werden, das nur der Christ erhält. 91 dann des Glücks, ein Chrift zu seyn, mich hier und ewig zu erfreun. 2. Durch diese Stiftung deiner Gnade ward jedes 2. Wie viel hat deine Gna- Recht der Christen mein; du de von jeher, Gott, an uns weihtest mich in diesem Bade gethan! Auf diesem Pilger- zu deinem Kind und Erben pfade fing kaum sich unsre ein, und thatest in der Folge= Wallfahrt an: so gabst du jeit an mir noch mehr Barms schon uns Armen am Reiche herzigkeit. Christi Theil; und brachst uns aus Erbarmen die Bahn zu seinem Heil. Du schafftest unsern Seelen früh schon Ge: legenheit, zu kennen und zu wählen den Weg der Seligkeit. 3. Herr, auch für diese Süre gebührt dir unser Lobgefang. Mit freudigem Gemüthe bringt unser Herz dir Preis und Dank, daß du uns durch die Taufe zu Christen haft ge: weiht, und uns zum Tugendlaufe mit deinem Licht erfreut. Gieb, daß wir oft ermessen, was uns dein Wort verspricht, und frafbar nie vergessen die dir gelobte Pflicht. 4. Ja, bilf du selbst uns Allen in deinem Willen stets berubn, und dir zum Wohl gefallen, nach deines Sohnes Lehre thun. Du wirst in die sem Leben, wie du bisher gethan, uns, was wir brauchen, geben. Verleih uns auch nur dann die beste deiner Gaben, daß wir durch Jesum Christ Theil an den Erbe haben, das unvergänglich ist. Mel Wer nur den lieben Gottzc. ch bin getauft, 151.Jnach sein Lebren, dich, Bater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund 3. Du öffnetest mir das Verständniß durch deines Sohnes Lehr und Geist; durch sie gelangt ich zur Erkenntniß, wie man dich würdig ehrt und preift, und welches Heil dein gnådger Rath dem, der dich ehrt, bereitet hat. 4. Daß nicht von Leichtsinn hingerissen undankbar dich mein Herz vergaß, erinnertest du mein Gewissen an seine Pflicht ohn Unterlaß, und wecktest mich zum Tus gendlauf durch deine Wahrs heit mächtig auf. 5. Gelobt, mein Gott, sen deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichen Triebe schon so viel Gutes zugewandt. Wie huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahres Wohl gewacht. 6. Wie sollt ich dich denn nicht verehren, und dir ein Herz voll Liebe weihn? nicht gern auf deine Stimme hös ren, und kindlich dir gehors sam sepn? Was dich entehrt, fey fern von mir! geheiligt sev mein Leben dir. 7. O stehe nur mit deinem Geiste, wie du verheißen haft, mir bei; daß ich, was ich versprech, auch leiste, und treulich 92 Vom heiligen Abendmahl. lich dir ergeben sey; und fehl| das ganze Volk der Chriften: ich, so verwirf mich nicht, mein beit wohlthätig eingeladen. Gott, von deinem Angesicht. Du rufft: Mübfelge kommt zu mir! Ich komme, Heiland, ja, zu dir erheb ich meine Entzeuch mir deine 8. Erwecke mich durch dei ne Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich Seele. auf sicherm Pfade des Glan| Gnade nicht, sey auch mein bens und der Heiligung. Gott meines Heils, sey ewig mein, und laß mich stets dein eigen seyn. Troft, mein Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden find weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl und leide sehr vor Uns rub meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Croft mich nicht; du siebest meine Neue. Erbar mer, nimm sie gnädig an; du bists, der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. mich dir zum Mel. Liebster Jefu, wir sind sc. 152. Mein Erlöfer! der Eigenthum erkaufer; als dein Jünger bin auch ich, Herr, auf dein Gebot getaufet. Bieb, daß ich mit trenem Fleiße, wirklich werde, was ich heiße. 2. Gieb, daß ich mit Acht: famkeit meinen Taufbund oft 3. Nach deinem Troste fehn' ich mich, gebückt vor dir im betrachte, und nur das zu ie- Staube! dein tröst ich mich, der Zeit für Gewinn und Freude achte, daß ich deines Va: ters Willen treulich suche zu erfüllen. und nur auf dich, Erlöfer, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst den Schwachen beizustehn, die nach der Bef rung trachten. Stets bleibst du deinen Worten treu, und wirst ein gläubig Herz voll Reu, auch meines nicht vers achten. 4. Regiere nur auch künftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Willen wandle. Gieb, daß aus Dank für beine spuld, in Liebe, glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe; bis ich ders einst in deinem Reich verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. Mel. Herzlich lieb hab ich d. 2c. elobt du, 13) Bom heil. Abendmahl. Mel. Ein Lämmlein geht zc. 153. D, herr, ha a 154. Gerr unfer Gott! Barmherzigkeit, sum Denkmal deiner Gnaden, Gelobt für unsers Mittlers Tod, 3. Dieser Erde Gut und Rubm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach Davon zum ewgen Glücke. ist auch nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4, Laß mich denn, wie dirs gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wann ich sterbe, das verheißne Leben erbe. Vom beiligen Abendmahl. 93 Tod, der uns das Heil erwore| mein Heiland, ganz zu dir; ben. Wie hoch hast du auch ja, durch den Glauben wohn mich geliebt! Er, der uns ew: in mir! so nimmt in mir die ges Leben giebt, ist auch für Seelenruh und meines Hers mich gestorben. Mein ganzes zens Beßrung zu. Mein Herr, Herz frohlockt in mir; o Vas mein Heil, verlaß mich nicht, ter, ich lobfinge dir. Gieb, verlaß mich nicht, ſo komm daß ich jeden Tag aufs neu ich einst nicht ins Gericht. mich deiner Vaterbuld erfreu! Gott meines Heils, sey ewig mein, fey ewig mein, und laß mich dir stets dankbar seyn. 2. Voll froher Ehrfurcht beug ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich bast hingegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich, Herr, dir schuldig bin; dein Tod bringt mir das Leben. enge Kraft hat deine Liebe mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was meinem Geiste ewig nutzt. Herr, Jefu Chrift, wie liebt du mich, wie liebst du mich! gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunft fleh ich, Herr, zu dir, befördre du doch felbst in mir ein gläubiges Gemütbe. Mich durftet gleich dem dürren Land, bei deiner Liebe Unterpfand, nach dei ner großen Güte. Ich fühle wohl was mir gebricht; o ftärke meine Zuversicht, daß du auch mein Erlöser seyft, und mich vom ewgen Tod be freist. Herr, dieser Trost sey fest in mir! sen fest in mir! so dien ich voller Freuden dir. 4. Sur Weisheit und Gerechtigkeit, jur Heiligung und Seligkeit bist du mir auser, fehen. Gieb, daß auf dieses Heils Gewinn ich eifrig richte meinen Sinn, mein Streben und mein Fleben. Beuch mich, 5. Du öffnest deinen Himmet mir. Der Freuden Fülle ist bei dir; auch ich soll sie genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, ſo meine ganze Pilgrimschaft zu führen, zu beschließen, daß mir dein Wort fiets beilig sey, daß ich bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu, was dir gefällt, und dich auch ehre vor der fey fiets mit mir, sen fiets mit mir! so komm ich einst gewiß zu dir. Mel. Sey Lob und Ehr dem ze. 155.ani gefum Chrift! alt o Seele, der auf Erden vont Himmelstbron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Vergiß sein nicht! denn die zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt im Gedächtniß Je fum Chrift! Er hat für dich gelitten, und dir, da er gestorben ist, am Kreuz das Heil erftritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe! 3. Halt im Gedächtniß Je sum Chrift! der von dem Tod erstanden, und nun zur Rech ten Gottes ift. Er hat von Tos desbanden und aus der duns keln Grabesnacht Befreiung an SUS 94 Vom heiligen Abendmahl. an das Licht gebracht. Dank| erwarbst. Nie führe mich zur ihm für diese Liebe! Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 4. Halt im Gedächtniß Je, Er wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist. die Sünder und die Frommen. Drum forge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. 5. Ich mich aufs neue, o du, mein sherr und Heil, an dich; ich schwöre dir befständge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich; drum bin ich dein. 5. Ja, Herr, mein Heiland, dich will ich nicht aus dem Herzen laffen; mit Gegenliebe will ich dich, so lang ich leb, umfaffen in mir des Dein Abend 6. Nie will ich mich vor Spörtern schämen der Ehre, die man dir erweist: nie will ich etwas unternehmen, was O flöße mir den Eifer ein, wie mein Gewissen fündlich beißt. du, o Herr, gesinnt zu seyn! mahl vermehr Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit steter Treue diene. Mel. Wer nur den lieben Gottze. bin ich, zu erfüllen. 7. vaß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er ftrauchelnd sich versieht, Ver und Sanftmuth 156. Hier be was üben. Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen haft. 8. Es stärke fich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächtger Ruf erhebt; wenn du dich, großer Lebensfürft, den Völkern sichtbar zeigen wirft. 9. Gebeugt lieg ich zu deinen Füßen, mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Laß auf mich neue Gnade fließen; mein Heiland, laß es doch gefcheln, daß mir zur Stärkung meiner Treu dein Abendmahl gesegnet sey. Mel. Einkämmlein geht und zc. ch komme, Herr, 157. und suche dich), du, in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenvollen Willen zur Pflicht und Wohls that mir gemacht. Verleih, zur lebung dieser Pflicht, mir deines Geiftes Kraft und Licht. 2. Es werde mir für mein Gewissen dein Mahl ein tröst: lich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entriffen, durch dich bei Gott Vergebung fand; so freuet meine Seele fich in deinem Heil, und lobet dich. 3. Gewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreu; gebracht! Ogieb von deinem Todes: schmerz ist neuen Eindruck in mein 4. aß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, Erlöser, starbft; durch schnö: den Mißbrauch nie entwei hen, was du so theuer mir mühselig und beladen. O, mein Erbarmer, würdge mich des Siegels deiner Guaden. Ich liege ( Vom heiligen Abendmahl. 95 liege hier vor deinem Cbron,| ich an ihren Früchten Theil, Sohn Gottes und des Men: was fehlt dann meinen Freu: schen Sohn, mich deiner zu den? Du wardst ein Opfer getrösten. Ich füble meiner auch für mich; o gieb, daß Sünden Müh; ich suche Rub, meine Seele fich deß ewig und finde sie im Glauben der freuen möge. Erlösten. 2. Dich bet ich zuversicht: lich an. Du bist das Heil der Sünder; haft ihre Schulden abgethan, und wir sind Got: tes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an das Wort: Es ist vollbracht! Du hast mir Heil erworben! Für mich hast du dich darge: stellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie ge storben. 2. Du läsfest mich in dei nem Tod das wahre Leben finden. Erlösung aus der größ ten Noth, Vergebung aller Sünden, Gewissensrub, zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, der du am Kreuze starbest. 3. So freue dich, mein Herz, in mir! er tilget meine Sunden, und läßt bei seinem Mahle hier mich Gnad um Guade finden. Er hört der Reue fehnlich Flehn, will gern mich frei und glücklich lebn, will mit die Schuld verge ben. Nur soll ich dem, für mich starb, und mir so großes Heil erwarb, von gan zem Herzen leben. Der 4. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. Verleihe mir durch deinen Tod die Kraft zu diesem Willen. Laß mich seyn, mein songes eftir au weihn Leben und deine Huld zu preiser. Laß mich den Ernst der Heili: gung durch eine wahre Besse: rung mir und der Welt beweisen. Mel. Wenn mein Stündlein 2c. 158. ch preise dich, o für deine Todesleiden. Hab 3. Dein Abendmahl ist mir ein Pfand von dieser großen Güte. Wie viel haft du an mich gewandt! O stärke mein trann auf dich, daß ich, ſo lang ich lebe, mich an deiner Gnade halte. 4. Ich fühle, Herr, voll Neu und Schmerz die Laft von meinen Sünden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du aus Gottes Vaters bald, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Behrung haft erworben. 5. Der Troft, den mir dein Tod verschafft, werd ewig mir zum Segen. Er stärke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, nett alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Wie soll ich die Barm berzigkeit, die du mir thust, ermessen! gieb, daß ich sie zu feiner Zeit undankbar mag vergessen; daß ich aus achter und zur Gegentren ganz deinem Dienst Ehre lebe. 7. Laß 96 Vom heiligen Abendmahl. 7. Laß deines Leidens gro-| Her; geweibet; taglich will Ben Zweck mir stets vor Augen ich mich bestreben, nur nach stehen; nimm alle Hindernisse deinem Wort zu leben; was weg, die ebne Bahn zu ge du liebest, will ich lieben, hen, die mir dein heilig Vor ernftlich mich im Guten über; bild weist, und die einst den was du hasfest, will ich haf erlöften Geist zu deiner Freu: sen, stets von dir mich leiten de führet. laffen. 8. Zu meinem Heile haft 5. Doch, ich fühle meine du dich für mich dahin gege: Schwäche. Jesu, was ich dir ben; dein Abendmah! erwecke verspreche, ach, wie leicht ist mich, mit Ernst darnach zu das gebrochen! schneller oft, streben. Herr, mache mich da-| als ichs versprochen. Darum zugeschickt; und werd ich einst der Welt entrückt, so sey dein Tod mein Leben. on Mel. Schmücke dich, o liebe zc. resu, Freund der stårk in mir die Triebe dankbeflißner Gegenliebe, daß ich, bis ich einst erkalte, treu dir sey und Glauben balte. 159. J Menschenkinder, der du dich zum Heil der Sün: der von des Himmels hoben Freuden zu den bångsten To: desleiden willig haft herabge: laffen, wer kann dein Erbar men faffen? Tief gerührt von folcher Güte, preist dich dank: voll mein Gemüthe. 6. Hilf mir wider alles streis ten, was von dir mich will verleiten. Auch den stärksten Rei; zu Sünden hilf mir glücklich überwinden, daß ich hier fiets im Gewissen deinen Frieden mag genießen, und dereinst auch überm Grabe Cheil an deinem Segen habe. 7. O, wie will ich dich erheben, wenn du mich im hdbern Leben, zu den Freuden deiner Frommen( Herr, ich hoff es) läsfest kommen. Da, da wird mich nichts mehr stören, dich aufs innigste za eb ren, da, da werd ich, frei von Sünden, deinen Frieden ganz empfinden. 2. Herr, du hast auch mir bereitet, was zum wahren Wohl mich leitet; Licht, den Weg des Heils zu finden; Croft bei dem Gefühl der Sünden; Kraft, der Beßrung nachzujagen; Muth, des Les bens Last zu tragen; und die Hoffnung beßrer Zeiten in dem Reich der Ewigkeiten. Gnade, selbst mich auf des 5. Ja, du willst mit deiner Lebens Pfade, zum Genuß der Geligkeiten, die du mir ers warbest, leiten. Du, du willst mich beffern, trößten, und zum Erbtheil der Erlösten, zu des Himmels Herrlichkeiten, folg ich dir nur, vollbereiten. 4. Mun, so sey der Bund erneuet: ganz sey dir mein 160. Madeele, glauMel. Schmücke dich, o liebe zc. ach dich auf, ers big nach des Herrn Befehle sein Gedächtniß zu erneuern, deines Mittlers Tod zu fei ern; auch für dich hat er fein Leben in den Tod dahin gegeben; dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. Sum 97 7. Du, dem die verklärten Schaaren, die, wie ich, einst Sünder waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen; laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir meine Jubel weihe. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. Boller Ehrfurcht, Dank und Freu zu empfangen; der du huld: 161. Voer e reich deinen Frieden sterbend auch mir haft beschieden, den, komm ich, Herr, auf dein Herr, ich fall zu deinen Füs Gebot, zu dem Denkmal deis Ben: laß mich würdig hier gener Leiden, und gedenk an nießen deines Mahls, der deinen Tod. Mittler, der du Seelenspeise, mir zum Heil für mich starbst, mir ein ewig und dir zum Preise! Heil erwarbst; dir zur Ehre fets zu leben, fey mein eifrigstes Bestreben. 4. O, wie sehnt sich mein Gemüthe, Menschenfreund, nach deiner Güte! Ewig wäh ret deine Treue, und du siehst mein Her; voll Reue. Ach, so wellst du meinen Zähren deine Tröftungen gewähren: meiner Sünden nicht gedenken, und mir deinen Frieden schenken. Vom beiligen Abendmahl. 2. Zum Genusse deiner Gna: den wirst du von ihm eingeladen. Eil ihm demuthsvollent: gegen, und nimm Theil an feinem Segen. Komm getrost, es ist sein Wille; komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung seiner Liebe. 3. Herr, ich komme mit 5. Ja, ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit neuer Kraft um Werke meiner Heiligung mich stärke; was du, da du für uns starbest, jedem, der Gott sucht, erwarbest; Seelenruh und ewges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 6. Deiner will ich stets mich freuen, ganz mich deinem Dienste weihen, nur nach deis nem Willen leben, und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich; Herr, fie fen mir unvergeßlich, daß ich dich auf alle Weise herzlich lieb und thätig preife. 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, was ich dir, Herr, schuls dig bin. Du, du gabst mit großer Treue ganz dich mir u eigen bin, wiefest mir den Weg zu Gott, und ertrugst den schwersten Tod, mir im Leben und im Sterben sichre Tröftung zu erwerben. 3. Durch dich ist zu Got: tes Gnade freier Zutritt, und die Kraft, auf der Tugend felgem Pfade feft einher zu gehn, verschafft. Und du rufft aufs neuc mir durch dein Nachtmahl, daß ich hier Theil an deinem Segen nehme, und mich deiner niemals schäme. 4. Sollt ich, Jesu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? nicht zur Beßrung meines Lebens mich zu dei nem Tische nabn? Ja, mit neuem Ernst will ich mich vor Sünden scheun, und dich durch ein dir geweihtes Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5. Die: Von der Vergebung der Sünden. 98 5. Diesen Vorsak, den ich habe, thätig dankbar dir zu fenn, prag ihn, Jesu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein. Gieb mir Kraft ihn zu vollsiehn. Lehre mich mit Vor: ficht fliehn, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Zorn und Tod verdient; ich foll nicht sterben, sondern leben, weil du mich selbst mit Gott verfühnt. Du, der Gerechte, starbst für mich. Wie preis ich, Herr, wie preis ich dich? 6. Laß mich über alles schå;zen dein mir theur erworbnes 3. Heil mir! mir ward das Brod gebrochen, ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Heil, und nie aus den Augen| Voll Freude bab ich dir verfeßen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt, und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu werden. sprochen, dir, treuster Jesu, treu zu seyn. Ich schwör es nun noch einmal dir; schenk du nur deine Gnade mir. 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird ja mein Glaube schwach, o so bilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermüde. So erquicke mich dein Friede! 8. Ewig will ich dir es dan, ken, daß du so barmherzig bist; daß auch, wenn wir Schwa che wanken, deine Treu bes fändig ist. Herr, ich hoff es froh und fest, daß fie mich auch nicht verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird mich deine Gnade leiten. Nach dem Genuß des heili: gen Abendmahls. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 162, sen deiner Liebe, erhöhter Mittler, Jefu Chrift! Gieb, daß ich deinen Willen übe, der du für mich gestor: bebist, und laß die Größe 163.2 Gott, deiner Pein mir immer in Gedanken seyn. 4. Laß, Herr, mich dank bar stets ermessen die mir zu gut getragne Laft, und deiner Liebe nie vergessen, die du an mir bewiesen hast. Laß meis nen Glauben thätig seyn, und mir zum Guten Kraft vers leibn. 5. Hilf mir das Böse übers winden, und stärke mich zu jeder Pflicht. Bewahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht; und dein für mich vergoßnes Blut schenk mir im Todes kampfe Muth. 6. So soll denn weder Spott noch Leiden, noch Ehre, Gut und Lust der Welt, mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die felbst im Tode mich erhält. Du bist und bleibest ewig mein; o laß mich deiner wür dig seyn. 14) Von der Vergebung der Sünden. Mel. Herzliebster Jesu, was ic. vor mein hab ich ge fündigt! O laß die Gnade, die Von der Vergebung der Sünden. 99 die dein Wort verkündigt, wann läsfest du mich Hülfe wenn Sünden uns von ganz zem Herzen reuen, auch mich erfreuen. fehn? wie lang entfernst du dich von mir? 2. Schaff in mir, Höchster, eine reine Seele; ein neues Herz, das deine Wege wähle. Befördre du und stärke mein Bestreben, nur dir zu leben. 4. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte! Gieb deinen Geist, daß er mich unter richte! gieb ihn, daß er auf deiner Wahrheit Wege mich leiten möge. 4. Erquicke mich in meiner Seele Leiden mit deiner Hül. fe; gieb den Geist der Freuden, damit er, weil ich keine Kraft befiße, mich unterstüße. 5. Mit neuer Treue will ich dich verehren; ich will die Sünder deine Wege lehren, mein Beispiel foll sie reizen, deinen Willen gern zu erfüllen. Mel. Komm, Gott Schöpfer zc. 164.2 dir hab ich ges fündigt, Herr, und übel oft vor dir gethan. Du siehst die Schuld, Allwissen: der! sieh auch die Neue gnå. dig an. 3. Geh, Herr, mit mir nicht ins Gericht, vergilt mir nicht nach meiner Schuld. Du nur bist meine Zuversicht, du Gott der Langmuth und Ges duld. 6. O höre, Gott, erbar. mend auf mein Flehen! Wie 165.2[ us tiefer Noth ruf zu der ein reuend verschmähen? ein Herz, das dich im Glauben ernstlich su chet, der Sünde fluchet. 7. Ein reuerfülltes Herz, das willst du haben; ein solches Her; willst du mit Trofte laben. Du willst die Seelen, die nach Gnade schmachten, Gott, nicht verachten. 2. Du kennst mein Seufzen, Gott! mein Flehn und meine Thränen sind vor dir: 4. Erfülle selbst, Allgútiger, mein Herz vor dir mit Freudigkeit. Du warest stets Erbarmender, und bleibst ein Gott, der gern erfreut. 5. Dir trau ich! lebre mich, wie gut, wie beilig deine Rechte sind. Laß mich fie thun mit frohem Muth; du bist mein Vater, ich dein Kind. 6. Herr, eile du mir beizustehn, und leite mich auf ebner Bahn. Er hört, der Herr, er hört mein Flehn, und nimmt sich meiner Seelen an. In eigener Melodie. ins Herz kannst sehen, entzeuch nicht dein Erbarmen mir! Gott, laß mich Gnad erflehen! Denn siehest du als Richter an, was wir nicht recht vor dir gethan, wer kann vor dir bestehen? 2. Vor dir gilt nichts, denn Gnad allein, dem Sünder zu vergeben! nie ist der Mensch von Fehlern rein, auch in dem beßten Leben. Und, Herr, was ist er ohne dich? wie darf der Staub, der Sünder, sich, des Rubms vor dir erkühnen? 3. Drum will ich nur allein auf dich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf dich verlass sen will ich mich, und deiner Gute trauen. Sie sagt mir 32 11 100 Von der Vergebung der Sünden. zu dein theures Wort; sie ist nen, dich, o Heiliger, vermein Troft und immerfort föhnen? will ich mich ihrer rühmen. 6. Herr, mein Heiland, dein 4. Sind gleich bei uns der Erbarmen, dein für mich ver: Sünden viel; bei Gott ist goßnes Blut, und dein Tod doch mehr Gnade; sein Arm erlöst mich Armen, heilet zu helfen hat kein Ziel, wie| mich, und giebt mir Muth; groß auch sey der Schade. Er dein Verdienst ists, was mich ist allein der gute Hirt, der decket, wenn mich dein Ges wiederbringt, was sich ver: richetag schrecket. irrt; er hilft aus allen Nöthen. Mel. Herr, ich habe mißgeb. 2c. 166. Herr will an dir hab 7. Rette mich von meinen Sünden, schaff ein reines Herz in mir, laß bei dir mich Rus he finden, zieb mich immer dein gerechter Urtheilsspruch, ich mich befireben, mein Ers Allerheilighier, verkündigt je: löser, dir zu leben. dem Uebelthäter Fluch. Und was kann vor deinen Schrek: Mel. Wer nur den lieben G. sc. fen, Richter aller Welt, mich 167. Jer, ich Sün ch armer decken. 2. Kann ich deinem Arm entfliehen? du bist allenthal: ben nah. Flöb ich, dir mich zu entziehen, himmelan, so bist du da; stürzt ich in die Tiefe nieder, deine Rechte faßt mich wieder. der, sieh bier vor deinem Ans gesicht. Erbarmer aller Mens schenkinder, Gott, geh mit mir nicht ins Gericht! bin ich es gleich vor dir nicht werth, daß mir noch Gnade wieders fährt. 3. Herr, ich flieb in deine Hände; außer dir ist keine Rub. Dein Erbarmen bat kein Ende; wer ist gnädiger, als du? Du bist Gott, und kannst vergeben; ach vergieb und laß mich leben! 2. Um Troft ist meiner See: len bange; die Laft gebäufter Missethat liegt schwer auf mir, die mich so lange von dir, mein Gott, entfernet hat. Wes tröst ich mich, ich Schul diger? als deiner nur, mein Gott und Herr. 4. Groß sind meine Sün: denschulden, ihre Laft ist mir 3. Sollt ich an deiner Huld zu schwer. Ja, wenn länger verzagen? ich, dein Geschöpf, mich zu dulden, deine Lang:| das willst du nicht. Du, der muth müde wår, müßt ich, du mich bis ist getragen, würdest du nur winken, in des bleibst ewig meine Zuversicht. Codes Nacht versinken. Du, Gott, durch den ich leb und bin, giebst mich nicht dem Verderben bin. 5. Mich für straftos zu erFlären, reicht nicht mein Be. dauern zu. Und zerflöß mein 4. Du siehst die Folgen meiHerz in Zähren, fånd ich ner Sünden; und denk ich: darum doch nicht Ruh. Kön- wer vertilget die? ſo läsfest nen eines Sünders Chrá du mich Ruhe finden, und fprichst: 101 Von der Vergebung der Sünden. sprichst: ich, ich vertilge sie!| laß mich vor dir Gnade fin: du schenkest mir an Jesu Heil, zur Stillung meiner Unruh, Theil. den, geh nicht mit mir ins Gericht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du väterlich verzeis ben; o so böre denn auch mich! meine Seele hofft auf dich. 5. Auch mir hat er das Glück erworben, getroft zu dir em-| por zu sehn; auch ich soll, da er ist gestorben, durch ihn Be: gnadigung erflehn, bei dir, dem Gott, der gern vergiebt, und lieber seguet, als betrübt. 4. Gott, du willst des Sün-= ders Leben, feine Seele ist dir werth; gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sun: 6. Sprich denn zu mir: dir ist denwege machst du sein Ge= vergeben! und stille des Gewiswissen reae. Wohl dem, der sens Schmerz, und will mein zu seiner Vflicht umkehrt! den zaghaft Her; noch beben, so verwirfst du nicht. sprich du kräftger, als mein Herz. Dein Gnadenwort mach alles gut, und schenke selbst zur Behrung Muth. 5. Du erquickest die Elenden, deren Her; fich dir er giebt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld be: trübt. Freude schenket deine Gute dem geängsteten Gefagt mirs, daß ichs bin. Der mùthe, welchem du die SünTrost, der sich im Herzen mehdenlast liebreich abgenoms ret, der neue dir geweihte Sinn, mein kindliches Vers traun auf dich bezeugen: du begnadigst mich. 7. bin Ich zweifle nicht: ich erhöret; mein Glaube men baft. 6. Herr, zu was für Selig: Feiren Du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu und Glaus ben hält, offenbarst du allen Mel. Du, o schönes Weltgeb.c. 168. die müthe sehnsuchts: dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. voll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Güte; o wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens, Feiner harrt auf dich vergebens; nur Verachter deiner Huld stür; et ihre eigne Schuld. 7. Dir will ich mich denn ergeben. Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! laß mich heilig vor dir leben, treu seyn meiner ganzen Vflicht. Keine schnöde Luft der Sünden soll mich ferner überwinden; nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann. 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir! leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ. Gott, du siehest mein Vertrauen! sicher kann ich auf Mel. Christus, der uns selig: c. dich bauen, deine Batertreue 169. Liebster Vater, ich ist du selber bist. dein falle 3. Ach, gedenke an die Suns den meiner Jugendjahre nicht! vor dir nieder, du weißt, was wir Menschen sind, und er= கு 3 barmst Von der Vergebung der Sünden. 102 barmst dich wieder. Groß ist meine Sündenschuld, die mich innigft reuet, größer deine Va: terhuld, die mich noch erfreuet. 2. 3war ich bins nicht werth, zu dir kindlich Doch, du bleibst ein Vater mir, du vernimmst mein Fle: ben; kennst mein Innres, fiebest mich, wenn ich vor dir weine, und vergiebst mir vå: terlich, wenn ichs redlich meine. 2. Ja, deine Gnad ist für mich Leben? aus ihr fließt Heil und Trost mir zu. Wer ist zum Schonen und Vergeben, o Vater, williger als du? aufzusehen. Du, den nur unser Wohl ers freut, erzeigst uns gern Barm herzigkeit. 1 3. Dieß, dieß soll in jedem Schmerz mein Vertraun er: wecken. Vor der Sünde soll mein Hert, nicht vor dir er: schrecken. Trauen will ich, Vater, dir, stets die Sünde baffen, nie vergessen, daß du mir so viel Schuld erlassen. 4. Preis sey dem Allgutis gen, der mein Seufzen ken net! der dem Gnadesuchenden freien Zutritt gönnet. Rühm es, Seele, vor dem Herrn, fließ von Freuden über! Gott, dein Gott, verstößt nicht gern, er begnadigt lieber. 5. Ewig bist du so gesinnt, Schöpfer meiner Seele. Auch wenn ich, dein firauchelndkind, noch aus Schwachheit fehle, so gedenkst du, der du weißt, daß mein Herz dich ehret, meiner Schwachheit, und ver zeihst dem, der wiederkehret. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 3. Mit Zuversicht darauf zu hoffen, heißt uns, gesandt von dir, dein Sohn. Durch ihn steht uns der Zutritt offen zu deinem ewgen Gnadenthron, wenn wir uns redlich nur bes mühn, der Sünde schnöde Lust zu fliehn. 4. Wohl mir! wenn deine Gnad und Treue mein Herz zu deiner Liebe rührt, mich über mein Vergebn zur Neue, zur Sorgfalt in der Beßrung führt: dann find ich auch in deiner Huld gewiß Verzeihung meiner Schuld. 5. Und o, wie wohl ist meis ner Seele, wenn ihr dein Friede nicht gebricht! Ob dann auch dußres Glück mir fehle, so fehlt mir wahre Rub doch nicht; und die ist mehr, als alles, werth, was sonst die Welt für Glück erklärt. 6. Dann bin ich froh und gutes Muthes bei jeder Noth, in jedem Leid; dann hoff ich von dir lauter Gutes für meis ne Seit und Ewigkeit. Des Himmels Vorschmack hab ich bier, hab ich nur Friede, Gott, 170. welch ein Troft mit dir. für meine Seele, daß, Gott, bei dir Vergebung ist, und daß du, wenn ich Schwacher fehle, mir nicht ein strenger Nichter bift. Wie könnt ich sonst vor dir bestehn, und der verdienten Straf entgehn? 7. Gieb, daß ich dies zu Her zen fasse, und mich zum Fleiß der Heiligung durch deine Gnade leiten laffe, so fehlt mir nie Beruhigung; und stärkest du mein Herz, o Gott, so halt ich treulich dein Gebor. 8. Dann Von der Vergebung der Sünden. 8. Dann fühl ich auch den innern Frieden, den keine Weltsorg unterbricht, und freue mehr noch als hienieden mich in des höhern Lebens Licht des großen Glücks, im Herzen rein und dir, Gott, angenehm zu seyn. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 171. ie theuer, Gott, ist deine Güte, die alle Missethat vergiebt, so bald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst ge: liebt, erkennt, verdammt und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler faßt. 2. Doch laß mich ja nicht ficher werden, weil du so reich meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gieb, daß sie mir recht wichtig sey; daß ich sie meiner Beßrung weih. 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu und Beßrung viel zu flein. Doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn? wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält. 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fas fen, der zwar auf sein Verdienst fich steift, doch in der Sünde noch beharrt, dajur er selbst ein Opfer ward. 103 Sünden scheun, und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke durch Christum mir geschenket sey, will ich durch Uebung guter Werke beweisen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich; sie dringe stets und leite mich! 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen, vergieb mir gnädig meine Schald; heil mein verwundetes Gewissen mit Trost an deiner Baters huld. Ich will mit Ernst die 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst! das bassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß, Vater, mein Gewiffen rein, und hei: lig meinen Wandel seyn. mel. Auf meinen lieben Gott zc. 172.2 flieb ich Sunder der ich beschweret bin von dem Ges fühl der Sünden? wo soll ich Rettung finden? wer wird sich mein erbarmen? wer schaffet Trost mir Armen? 2. Du, mein Herr Jesu, du rufft auch mir gnädig zu. Mit hoffendem Gemüthe flieh ich zu deiner Güte; du hilfft beladnen Seelen, die dich zum Helfer wählen. 3. Ich traue froh auf dich. Dein Blut floß auch für mich; du rettest mich von Sünden, läßt mich den Frieden finden, den der hat, der dich liebet, und den die Welt nicht giebet. 4. Wie groß die Sünde sey, du machst von ihr mich frei, wenn ich dein Wort recht fass fe, mich fest darauf verlaffe. Du sprichst: dir ist vergeben! so fühl ich neues Leben. 5. Viel mangelt zwar noch mir; doch, Gütigster, von dir kömmt jede gute Gabe, die ich noch nöthig habe. Du wirst 64 104 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. wirst mich unterstüßen, und wie ist mein Gemüthe seliger in Versuchung schüßen. Empfindung voll, voll von deiner Güte. 6. Wie unerschrocken ruht das Herz in deiner Hut! du hast ja selbst verheißen, nichts folle mich entreißen dir, dem ich angehöre, folg ich nur deiner Lehre. 4. Dann darf ich mit 3uversicht nach dem Himmel blicken! meine Leiden fühl ich nicht, wie sie mich auch druks ken. Hoffnung und Zufriedenbeit wohnen mir im Herzen, treften, und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 7. Der du mein Herz gewanns, Gedanken lesen kannst, vor dem ich dankbar weine! du siebest, wie ichs meine, du fiebeft mein Bestreben, die würdiger zu leben. 8. Herr, deß ich ewig bin, gieb mir den festen Sinn, das alles stets zu meiden, was mich von dir kann scheiden: fo leb ich dir, und erbe den Himmel, wenn ich sterbe. 5. Du bist mein! so jauchz ich dann; wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann: mein ist deine Gnade! dir ist meine Wohl fabrt werth; du, der mir das Leben schenkte, wirst auch was mich nährt und erfreut, mir geben. 6. Jeius ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; 15) Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Mel. Christus, der uns selig 2c. alle meine Misfethat hat er weggenommen. Ihm vertrau ich, bet ihn an, alaub an seis ne Leiden, folg ibm treulich, 173. Deines Gottes freue und so kann nichts von dir mich scheiden. dich, dank ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorficht nicht, wenn Gefahren drauen? ifts nicht Geligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begebs ret: einen Vater, welcher mir, was mir nüßt, gerodbret; der mich durch sein göttlich Wort hier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne dort mei: ne Seele trinket. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich scheuend liebe, wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe; o wie ist mir dann so wohl! 7. Dich, du Troft der Sterb: lichkeit, Heil des beffern Les bens, himmlische Vollkommenheit such ich nicht verges bens! Wenn mein Lauf volls endet ist, und vollbracht mein Feiden, ruft mein Mittler Jesus Christ mich zu seinen Freuden. 8. Meine Luft an dir, mein Gott, wird dann ewig wahs ren. Noch so furchtbar sey der Tod, er wird sie nicht sids ren. Willis werd ich mein Gebein der Verwesung geben; denn sie macht mich frei von pein, führt zum neuen Leben. 9. Gieb mir nur, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Hert, Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 105 Herr, mein Gott, gefalle! 6. Die Güter zu verachten, diese fanfte Freudigkeit, die ich zu dir babe, fey mein Heil in dieser Zeit und mein Trost am Grabe! wonach die Thoren schmachten, was giebt uns dazu Muth; Was tröster Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, das beste Gut. 10. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir raubeu! rüste selbst mich wider sie mit entschloßnem Glauben. Gieb mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich nimmermehr verliere. Mel.In allen meinenThaten 2c. 8. Läßt du mich im Gewiss 174. Ein ruhiges Gewif fen einst diesen Troft genies sen laß, Herr, mich| stets genießen. Dena bab ich dieses nur: so ist für mich in Tagen, wo andre ängstlich za gen, nichts Schreckliches in der Natur. wenn alles von mir weicht; kann ich dann voll Vertrauen auf dich noch, Vater, schauen, so wird mir selbst das Sterben leicht. 2. Wenn meine Schuld mich beuget, und dann dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Croft erquicket, so oft mich Trubsal drücker: wie unschätzbar ist mein Gewinn? 3. Sollt ich solch ruhig ke: ben für Luft der Sünde geben, und dann die innre Pein, mich felber zu verklagen, in meinem Busen tragen? Gott, laß dies ferne von mir seyn! 7. Zu dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vers trauen sich rühmen: ich bin dein; im Glauben der Erlds ften sich deiner Huld zu trös sten, welch Glück, mein Gott, kann größer seyn! 4. Sein eignes Herz bekämpfen und seine Neigung dámpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch wenn wir uns besiegen, welch himmlisches Vergnügen gewährt die Ueber windung nicht. 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, daß groß der Lohn im Himmel sey. Mel. Sollt ich meinem Gott ze. 175, Gott, durch welchen alle Dinge und wirken und vergehn, fiårs fe mich, daß ich dich finge; lehre mich dein Lob erhöhn! aß mich dich im Stillen los ben, mich, den du voll Lieb und Huld aus den Tiefen ſeis ner Schuld zu des Chriften Glück erhoben! dich erheb ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 5. Nichts kann im Wohl 2. Könnt ihr die Gestirne ergehen so unser Glück erhözählen; Gottes Gnade zählt hen, als ein geruhig Herz. ihr nicht. Das schafft uns inure Freu: den, vermindert auch im Lei den durch seinen Trost den größten Schmerz. Er erretter unfre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit den Reiz jungen der Lust, mit dem Feind 106 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. in unsrer Brust, wenn wir mit| 2. Mein Leben ist ein furdem Tode streiten; dann hilft zer Streit, und herrlich ist er der Schwachbeit auf, und erleichtert Kampf und Kauf. die Krone. Das Glück der ganzen Ewigkeit wird mir zum frohen Lohne. Der du für mich den Tod geschmeckt, durch deinen Schild werd ich bedeckt; was kann mir denn nun schaden? 3. O Herr, du bist mein aanzer Ruhm, mein bester Troft auf Erden; in jener Welt mein Eigenthum; was kann mir größers werden? Von fern glänzt mir mein Kleinod zu; du schaffst mir nach dem Streite Ruh, und reichst mir meine Krone. 4. Herr, lenke meines Gei stes Blick von diesem Welt! getümmel auf dich, auf mei ner Seele Glück, auf Ewig: Feit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur kurze Zeit; im Himmel sey mein Wandel. 5. Jßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene befre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag er scheint, dann werd ichs fro empfinden. 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ih, re Freuden fliehn, dann giebt er uns seine Freuden; unser Herz empfindet ihn. Kann ich größers Glück begehren? Ewi ger, hat dich mein Herz; o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren. Alles Andre wird mir klein gegen deine Gnade seyn. 4. Wenn mich Leiden nie: derdrücken, nehm ich sie als Wohlthat an von der Hand, die nur beglücken, aber nies mals schaden kann. Du be: lohnt mir meine Schmerzen mit der Seele Heiterkeit, und verfüßeft alles Leid durch die fichre Nuh im Herzen, die mich stets mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 5. Von Gefahr und Noth umgeben, geh ich diesen rau ben Pfad, doch ich weiß, er führt zum Leben, das nicht leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Tod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt ich meine Krone mir? Nein, ich leb, ich sterbe dir! Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. ch 176. mein Glaub sich hält, kein Feind foll mir ihn rauben. Als Bürger einer beffern Welt leb ich hier nur im Glauben. Dort schau ich, was ich hier geglaubt; wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jesus Handen.s 6. Jm Dunkeln feh ich hier mein Heil! dort seb ichs klar und heiter. Hier ist die dort hebt mein Geist sich weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich einst vollkommen schmücket. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von 4 107 Glückseligkeit des Chrifien in diesem Leben. von dir scheiden? Du zeich:| soll mich, ob ich viel muß neft mich in deine Haud; ich bin dir, Herr, du mir bes kannt. Mein sind des Himmels Freuden. leiden, nicht von Jefu scheiden. 5. Weicht, ihr Eitelkeiten, die nur Schmerz bereiten! Choren, täuschet ihr. Sünden, eure Freuden, will ich fliehet fern 8. Wie groß ist meine Herr: lichkeit! empfinde fie, o Seele!| ewig meiden, Vom Tand der Erde unent weiht, erhebe Gott, o Seele! der Erde glänzend Nichts ver: geht, nur des Gerechten Glück besteht durch alle Ewigkeiten. In eigener Melodie. von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmåbsucht, Neid, Jesus wird von euren Ketten mäch= tig mich erretten. 177.eu refu, meine Freude! beßter Troft im Leide! meines Herzens Theil! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil. Hab ich dich, wie reich bin ich! ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich feyn. Laßt auch Felsen splittern! laßt den Erd, kreis zittern und den Einsturz draun. Was ists mehr? rings um mich her, mögen Wetter furchtbar fürmen, Jesus wird mich schirmen. 3. Nicht des Grabes Höhle schrecket meine Seele; nicht das Weltgericht. Nichts kann meinen Glauben, kann mir Jefum rauben; er verläßt mich nicht. Und bewacht durch feine Macht, kann ich, bei der Feinde Coben, Gott mit Freuden loben. 4. Lockt nur, Gold und Schätze! Ehre fen der Göge der betrognen Welt! Mich follt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod 6. Schweiget, bange Klas gen! follt ich ie verzagen? Ist nicht Jesus mein! Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, doch zuletzt erfreun. Hab ich hie viel Angst und Müh; Jesu, auch im bångs fren Leide bleibst du meine Freude. Mel. O Ewigkeit, du Donn. 2c. 178, Mein Glaub ift meines Lebens Rub, und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach, gieb mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit nichts meiner Geele raube. Tief pråg es meinem Herzen ein, welch Glück es sey, ein Christ zu seyn. 2. Du haft dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Nun bin ich nicht mehr Asch und Staub, nicht mehr des Todes ewger Raub! du bist für mich gestorben. mir, der ich dein Erlöster bin, ist dieses Leibes Cod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift, mein Herz ist rubig und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des heben Trostes voll: ich leide 23 108 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. leide nicht vergebens. Gott| sollt ich es nicht lieben! Erselber mißt mein Theil mir balte fiets mein Herz dabei, zu, hier kurzen Schmerz, dort so preis ich ewig deine Treu. ewge Ruh. 4. Was send ihr, Leiden dieſer Zeit, mir, der ich jener 179.Mit driede has Mel. Wer nur den lieben Gottic. o Herrlichkeit mit Rub entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmer;, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünde schändlich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht: und wenn ich gleich hienieden nicht gan; frei von Feblern werde, so ist mein Troft, Gott hat Geduld, und fraft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du hast mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, geriffen. Dir, dir verdank ich meine Rub; du beilest meine Wunden zu, du stillest mein Gewiffen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sey Gott! ich bin ein Chrift, und seine Gnad und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachi' in meiner Heiligung, ich spüre täglich Befferung des Herzens und des Lebeus. Ich fühs le, daß des Geißes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sey dir, Vater, Dank und Ruhm! mich lehrt dein Evangelium fest glauben, Liebe üben. Es macht mich ruhig und erfreut, führt mich zur wahren Seligkeit; wie ster, ben, und deiner Huld versichert seyn, das ist die größte aller Baben, die je des Menschen Herz erfreun; das bleibt auch in der Ewigkeit die Quelle der Zufriedenheit. 2. Wovor darf meiner Seele grauen, wenn du, Gott, mir nicht schrecklich bist? Kann ich getroft auf dich nur schauen, dem alles unterwor fen ist, so seh ich auch mit beiterm Sinn auf alles andre rubig bin. 3. Verklagt mich denn auch mein Gewissen, so weiß ich, du verzeihest mir; erlieg ich unter Kümmernissen, so steht doch mein Vertraun zu dir, daß du die Leiden dieser Zeit selbst lenkst zu meiner Ses ligkeit. 4. Froh ieh ich deinem hös bern Segen, den deine Hand in jener Welt den Deinen aufbewahrt, entgegen, und wenn mein Leib in Staub zerfällt, so zagt mein Herz doch darum nicht; denn du bist meine Zuversicht. 5. Mein Heil steht bloß in deinen Händen, und dein ist, Vater, alle Macht, mir jedes Gute zuzuwenden, das deine Huld mir zugedacht. Nur du vollführst stets deinen Rath. Wohl dem, der dich zum Freunde hat! 6. Dies ist das Glück der reinen Seelen, die sich mit Ernst vor Sünden scheun, nur dich Glückseligkeit des Chriften in diesem Leben. dich zu ihrem Troft erwäh len, und vor dir recht zu thun fich freun. Wer dich mit sol: chem Sinn verehrt, der ist dein Freund, der ist dir werth. 7. Der hat dich auch in allen Fällen gewiß zum Troft, und kann sein Herz in dir, o Gott, zufrieden stellen bei jeder Sorg, in jedem Schmerz; dem wird zum ewgen Wohl ergehn unfehlbar deine Lieb erhöhn. 8. So bilf denn, daß ich, weil ich lebe, um deiner Gna: de mich zu freun, nach einem reinen Herzen strebe, und präg es mir aufs tieffie ein: kein größres Glück sen auf der Welt, als wenn man dir, Gott, wohlgefällt. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 180. welch ein unfchat, 109 ein gut Gewissen! hab ich nur das, so hab ich muth, wenn andre zagen müssen. Dann zittert meine Seele nicht; mich schreckt Fein Tod und kein Gericht; ich habe Gott zum Freunde. 4. Ich sehe mit Zufriedenbeit der Fünftgen Welt ents gegen; sie giebt mir Muth und Freudigkeit auf allen meis nen Wegen. Denn dort macht felbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Mens schen kund; da wird der From me siegen. 5. So bilf denn, daß ich, mir zum Heil, ein unverlegt Gewissen, des Lebens allerbeßtes Theil, zu haben sey befliffen. Mit dir, Gott, auss geföhnt zu seyn, dein heilig Recht nicht zu entweihn: das sey mein größter Eifer. 6. Gieb, daß ich des Ges wissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf ſeine Erinnerts mich an meine Schuld, fo Warnung höre. laß mich, Bater, deine Huld, und 7. Mit deiner Gnade tröste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden bute sich, und nie aus Vorfag fehle: denn wer nur reines Herzens ist, hat immer dich, durch Jefum Chrift, Allwissender, zum Troste. 2. Bin ich mir deiner Huld bewußt, und, Gott, bei dir in Gnaden, so wohnet Rub Mel. Lobt Gott, ihrChriften 2c. in meiner Bruft, und wer will 181. Schon bier lebt ſes Ich lig und auf dich in aller Noth, wo: mit die Zukunft mich bedroht; mich tröstet deine Liebe. wer Gottes Wege gebt, die schnöde Lust der Welt besiegt, fest in Versuchung steht. 3. Trifft mich auch hier zu: weilen noch das Gift der Lå: sterungen; wird meines Her zens Ruhe doch dadurch nicht ganz verdrungen. 2. Sein Theil ist bier Zu friedenheit, die im Gewissen wohnt, wenn sichs des hohen Beifalls freut, womit es Weiß ich| Gott belohnt. nur mein Gewiffen rein, und 3. Noch größrer Lohn ers flieh ich auch den bösen Schein, wirst du mich schon beschützen. wartet ihn in jener Ewigkeit, wenn er mit gottergebnem Sinn 110 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. Sinn gethan, was Gott ges| ableiten; bleib du nur mein beut. höchstes Gut! Hilf mir den Betrug der Sünden sehn und standhaft überwinden; gieb mir dazu Kraft und Muth. 4. Herr, laß mit allem Eis fer mich den Weg der Wahr: heit geha, so werd ich einst im Himmel dich zu meiner Wonne sehn. Mel. Alles ist an Gottes Seg. c. 182, Vater, den mein dem mein Leben angehöret, heilig fey mir dein Gebot: über alles dich zu lieben, deinen Willen gern zu üben, und dir treu zu seyn, o Gott. 2. Ohne dich ist doch kein Friede; und die Seele sehnt sich müde nach dem Blend: werk dieser Zeit. Ihren Durst kannst du nur stillen; ihren Wunsch wirst du erfüllen, hier und auch in Ewigkeit. 3. Gieb, daß schimmernd Glück der Erde nie für mich ein Fallstrick werde; deine Huld sey mehr mir werth. Sie nur ist das Glück der See, len, und das werd ich nicht verfehlen, wenn mein Herz dich findlich ehrt. 4. Frieden werd ich im Ge: wissen, hier den Himmel schon genießen, lieb ich herzlich dich allein; such ich, Vater, mehr, als allen, such ich dir nur zu gefallen, so sind deine Freu. den mein. 5. Kann ich, wenn mich andre haffen, Gott, mich nur auf dich verlaffen, und verdammt mein Herz mich nicht; o so bin ich voller Freude, und verlier, auch wenn ich leide, nicht. den Muth zu meiner Pflicht. 6. Laß den Reiz der Eitel: keiten nie von dir mein Herz 7. Lenke, Vater, mein Bes streben hin zu einem bessern Leben; lehre mich schon in der Zeit mich am Ewigen ere gözen, hier den Werth der wie in der Ewigkeit. In eigener Melodie. 183. War Parum sollt ich mich denn grås men? hab ich doch Christum noch, wer will den mir nehmen? wer will mir den Hims mel rauben, den mir schon Gottes Sohn beigelegt im Glauben? 2. Hülflos kam ich in dies Leben, da es mir ward von dir, Herr, zuerst gegeben. Auch dann nehm ich von der Erde nichts mit mir, wenn von hier ich einst scheiden werde. 3. Was ich hab, Leib, Seel und Leben, ist nicht mein; Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wieders geben, nehm ers hin; zum Gewinn wird mir ewges Leben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein, sollt ich drum vers zagen? der sie schickt, der wirds auch wenden; er weiß wohl, wie er soll alles Unglück enden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergötzt, sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Gott, mein Vater, schlägt mit Maaßen; er, mein Licht, kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Un Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 111 6. Unverzagt und ohne 2. Jch bebe nicht, wenn Grauen foll ein Christ, wo er Sünder beben, daß Gott ge= ift, seinem Gott vertrauen. recht und heilig ist; mein Herz Was sollt er zu schrecklich giebt Zeugniß meinem Leben. finden? auch den Cod hilft daß ich gewandelt als ein ihm Gott freudig überwinden. Chrift, des göttlichen Berufes werth, der mich zum Hims mel wandeln lehrt. 7. Kann mich doch der Tod nicht tödten: nein, er reißt meinen Geist aus viel tausend Nöthen; endigt dieses Lebens Leiden, und giebt mir einst dafür dauerhafte Freuden. 8. Dann kann mich nichts mehr verletzen, frei von Schmerz wird mein Herz sich an Gott ergößen; hier ist doch kein Glück zu finden, welches bleibt; wer nur glaubt, wird es dort empfinden. 3. Getroft wag ichs vor Gott zu treten, und ihn, voll Glaubensfreudigkeit, als meis nen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen giebt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 9. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Tand, Kummer der Gemü ther. Dort, dort sind die edlen Gaben, da mein Hirt, Chriftus, wird mich ohn Ende laben. 4. Mit Muth trag ich des ebens Leiden, Verfolgung, Läftrung, Schmach und Hohn; denn des Gewissens innre Freuden sind süßer, als der Menschen Lohn, und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn? 5. Jch eile mit gesettem Schritte des Lebens letter Stunde zu. Es falle dieses Leibes Hütte, so geh ich ein zur wahren Ruh; indem mein Geift, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 10. Herr, mein Hirt, Quell aller Freuden! du bist mein, ich bin dein; niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, in den Tod gegeben. 11. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen laffe. Laß mich, laß mich hin gelangen, wo du mich, und ich dich ewig werd umfangen. Rel. Wer nur den lieben Gottic. 184. Wenn ich ein gut Gewiffen habe, so hab ich große Seligkeit. Es ist des Himmels beßte Gabe, das höchse Glück in dieser Zeit; in Freud und Leiden giebt es hier die wahre Ruh der Seele mir. 6. O Seele, darum sey befliffen, daß unverrückte from: me Treu dir immerdar ein aut Gewissen und GlaubensZuversicht verleih; und du, mein Gott, regiere mich! denn was vermag ich ohne dich? Mel. Jesu, meine Freude, zc. 185, ie getroft und Licht und Leiter, machst du meinen Geist, der du, die dir trauen, führt zu grünen Auen, und so gern erfreuft! Niemals wird bei dir, mein Hirt und Beruhiger der Seelen, mir Erquickung fehlen. 2. Deis LUK 112 Glückseligkeit des Christen in diesem Leben. 2. Deinem Rath ergeben, auch die Ehren, die die Welt freu ich mich zu leben; was bethören, Traum und Eitel: du willst, ist gut. Nichts ver- keit? Du erfreuft des Mens mag ich Schwacher; du mein schen Geist; Herr, du willst, Seligmacher, rufest mich mit die dich verehren, ewig wies Muth. Wenn die Welt er der ehren. bebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, wirst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen; mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm erhebt. Todestaa, dein Schrek: ken mag eines Frevlers Herz erschüttern; ich will nicht ers zittern. 4. Auch in mir ist Sünde, doch ich überwinde fie, gestärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder; du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt mei ne Schuld, nie läßt du reus 8. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was boff ich dort? unbes grån; te Zeiten voller Seligkei: ren hoff ich. Auf dein Wort sind sie mein, durch dich als lein; bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 9. Voll von deiner Güte froblockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden: weiche nicht von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Codes dringen, dort dein Lob zu finden. Mel. Wie schön leuchtet derit. vollen Seelen dein Erbarmen 186. Wie groß ist unte feblen. 5. Daß ich Gott erkenne, froh ihn, Vater, nenne, und mich ewig sein; daß ich hier am Grabe Trost und Hoff nung habe, dank ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade. Seliakeit, oGott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz fich dir ergiebt, und freu in deinem Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden? wenn sich herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden. 6. Würdig dir zu leben, dies sey mein Bestreben, 2. Schon sind wir göttlimeine Luft und Pflicht! Waschen die Welt vergnüget, o mein Gott, das gnüget meiner See: le nicht. Hab ich dich, wie gern will ich das, wonach.die Eiteln trachten, reich in dir, verachten. 7. Macht ein Gut der Ers be, daß ich glücklich werde durch Bufriedenheit? Sind nicht uns Geschlechts und freuen des bohen Rechts, daß wir dich Vater heißen. Bei dir ist unser Vaterland; und wer will deiner starken Hand, Allmächtger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen freiten, und zu Zeiten Schmach empfinden, hilft du uns doch überwinden. 3. Du Vom Code. 113 unsterblich werde, entschwing ich mich der Erde, und geh zum Himmel hin. 3. Du deckest unfre Schul: den zu, schenkt unsern Seelen wahre Rub und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm; wir sind sein Volk und Eigenthum und 3. Nicht mich, nur meine Bürde, verschließt die finstre Gruft; mich hebt zu böbrer Schaafe seiner Weide. Gutes Würde mein Vater, der mich Muthes find auf Erden in Beruft. Er ruft mich durch den schwerden unsre Seelen; Herr, was kann bei dir uns fehlen? Tod! der reißt die Sünden, glieder, die morsche Hütte, nieder; mich selbst führt er zu Gott! 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns wiederfährt, verborgen hier auf Erden; doch wenn der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Als dann sieht man ihn mit Kro: nen uns belohnen, und die Sei nen ewiglich mit sich vereinen. 4. Jch, der Gefahr entron: nen, geh aus dem Kampf her: vor; hoch über alle Sonnen hebt mich mein Glaub empor. Da tret ich in die Reihn der Engel, meiner Brüder; in ihre hohen Lieder stimm ich mit Jauchzen ein. 5. Wie glücklich, Gott, find 5. Gott schaut von seinem wir alsdann! wie viel hast du Throne mit Huld auf mich an uns gethan! O laß uns herab, dem er in seinem Sohunsre Würde vor Augen ha: ne das Recht der Kindschaft ben jederzeit; so tragen wir gab. In seiner Ewigkeit wird mit Willigkeit der kurzen Leier mit größern Freuden die den Bürde. Herr, gieb den Auserwählten weiden, die hier Trieb in die Seelen, dich zu sich ihm geweiht. wählen, und im Leben und dir herzlich zu ergeben. 6. Die Leiber feiner From: men sind Saat, von ihm ge= fåt; die Freudenzeit wird kommen, da reif die Erndte steht. Dann wird der Erndtetag ein neues ewges Leben auch meis nem Staube geben, der tief 2. Für seines Reiches Er: ben hat Jesus mich erklärt. Was fürcht ich mich zu fierben, wie er mich sterben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn! Daß ich 16) Vom Tode. Mel. Von Gott will ich nicht zc. er legte meiner 187. Dage if mir viel im Tode lag. leicht nicht fern. O dann wird meine Klage ein Lobgefang dem Herrn! Vollbracht ist dann mein Lauf; ich trete zu dem Throne, und Gott setzt mir die Krone der Ueberwins der auf. 7. Mit dir steb ich im Bun: de, Herr, meines Lebens Fürst, der du mir einst die Stunde des Todes senden wirft. Erhalt mich fiets bereit im Glauben deiner Frommen, bis einst die Zeit wird kommen, die mich und sie befreit. 8. Dann geh ich frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht nach kurzem Schlummer ein erger Morgen S all. 114 Vom Tode. Heil mir! er ist nicht| Mel. OEwigkeit, du Donn. x. fern, der legte meiner Tage; 189. I deiner Macht; du bin, o in er kommt, und alle Klage wird Lobgesang dem Herrn. Mel. Herzlich thut mich verl. 2c. n Gottes Rath er: gern die Welt; ich geh zum beffern Leben, sobald es ihm gefällt. Was wärs, das mich betrübte? Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, nech eh ich ihn gesehn. 2. Er ruft, zur Zeit der Schmerzen, uns voll Erbarmen zu: Kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Rub! Dies Wort aus deinem Munde laß, Herr, mich zu er: freun, in meiner letzten Stun: de mir Geift und Leben seyn. 3. Mit dir muß mir es glük. fen, den Stampf zu überstehn. In gläubigem Entzücken laß meine Seele fehn, wie du zum Heil der Sünder einst mit dem Tode rangst, und wie du, Uleberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanfe: wo ist dein Stachel, Cod? färk mich, daß ich nicht wan= Fe in meiner Codesnoth! ift, ob ich gleich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Na= men ein; dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen senn. Dir trauet meine See le; dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele, der du Die Liebe bist. haft mich an das Licht gebracht, und du erhältst mein Leben. Du kennest meiner Tage Zabl, weißt, wenn ich diesem Jamgute geben. We, wie und wann ich sterben soll, Allwissender, das weißt du wohl. 2. Wen hab ich, Herr, als dich allein, der einst in meiner legten Pein mit Troft mich kann beleben? Wer blickt voll Huld mich Schwachen an, wenn nun kein Mensch mir helfen kann, wenn Freunde um mich beben? Wer schafft der trüben Seele Licht? Chust du es, o mein Heiland, nicht? 3. Mich denkt, schon lieg ich kraftlos da, dem letzten Augenblicke nah, von Todes. angst befallen. Der Sinnen Kräfte laffen nach, Gehör und Augen werden schwach, kaum kann die Zunge fallen; doch des Gewissens Stimme spricht noch laut genug; Gott bält Gericht. 4. Ich hör' des Nichters Stimme schon, feb richtend ihn, und vor dem Thron die Völker alle stehen. In seiner Hand ist Heil und Fluch; un, widerruflich ist fein Spruch, ihn hintertreibt Fein Fleben. nur seiner Frommen Loos ift Heil; Berdammniß bleibt der Sünder Theil. 5. Nicht Stand und Macht erretten dann; umsonst beut sich ein Bruder an, den Bruder zu erlösen. Nach dem, was je der hier gethan, wird jeder dort den Lohn empfahn; kein Schein hilft dann den Bösen. Ver Vom Tode. erschwendern ihrer Gnaden: seit folgt Unglück in der Ewigkeit. 6.Drum fleh ich, Herr, mein Heiland, dir, erleuchte mich, damit ich mir nichts Bd. fes je verzeibe. Erhalte mich im Guten treu, daß ich, vom Joch der Sünden frei, ganz deinem Dienst mich weihe; so geh ich voller Zuversicht hier in den Tod, dort vors Gericht. 115 13. O Chorheit, bått ich mich verkannt, und nach der Erdens güter nach großem Ueberfluß gegeist, und be dem niedern Stolz gereizt, dem schudöden Prunk der Eitelkeit mein Herz und mein Bemühn geweibt! 7. O Menschenfreund, dein theures Blut floß auch für mich; dies giebt mir Muth, weil ich nun dir gehöre. Doch fällt in meiner Codespein mir noch ein banger Zweifel ein, tilg' ihn zu deiner Ehre, und nimm dich meiner buldreich an; du bifts, der Schwache stärken kann. 4. Wie viele nimmt dies Blendwerk ein! Herr, laß es ferne von mir seyn. Ich übergebe ganz mich dir; bier bin ich, es geschehe mir nach deis ner Weisheit befferm Rath, die nur mein Heil zur Abs sicht hat. 5. Der Mensch, der aufge: blasne Thor, schreibt kindisch dir oft Weisheit vor. Dit liebst ihn mehr, als er sich liebt; doch wenn ihm deine Hand nicht giebt, was seinem Wahne glücklich scheint, so denkt sein Herz, du seyft sein Feind. 6. Der dich gemacht hat, sorgt für dich; nicht auf die Erde schränket sich des Höchften große Absicht ein. Du sollst, o Mensch, unsterblich feyn. Dies Leben ist ein Aus genblick; ein Frühlingstraum sein längstes Glück. 7. Gedanke der UnsterblichFeit! du hebst uns über Welt und Zeit. Erfülle meine ganze Brust, wenn mich die Lockung falscher Luft vom Guten abzuführen firebt. Wohl dem, der hier der Tugend lebt! 8. Die Rofen um der Lafter Haupt verblühen, eh ihr Sklav es glaubt. Ihr schändlicher Genuß entweibt und dauert doch nur kurze Zeit. Nur Freus den, die der Himmel nährt, sind meiner ganzen Sorge werth. 2 9. Gieb 8. Ja, ja, du meines Lebens Heil! ich nehm an deiner Won, ne Theil, darf Himmelsfreu den hoffen. Nun sieg ich über Angst und Noth, feh' nun mit Rub den nahen Tod, das sin fire Grab schon offen. So lang ich lebte, war ich dein; dein werd ich auch im Tode seyn. Mel. Vater unfer im Himm. zc. Ich fühle, daß ich 190. Ierblich bin mein Leben welkt, wie Gras, dahin. Wer weiß, wie unerwartet bald des Höchsten Ruf an mich erschallt: Mensch, Febre wie der in den Staub! Wie leicht bin ich des Todes Raub! 2. Wenn man ins finstre Grab mich senkt, und meiner bald nicht mehr gedenkt; so bleibt, was irdisch ist, zurück, und hätte gleich der Erde Glück mich hier beständig angelacht, und glänzend vor der Welt gemacht. S 116 Vom Tode. 9. Gieb mir, o du, der gers| dieser Welt zu scheiden, so sey ne giebt, ein Herz, das nur mit deiner Hülse nab, du treudas Gute liebt. Mach andre ster Freund im Leiden! Nimm groß, o Gott! ich sey ver: du dich meiner Seele an; gnügt und meiner Pflicht ge dir übergeb ich fie alsdann, treu, ein Mensch, der dir ge- o Jesu, mein Erlöfer! fällig ist, ein wahrer Weiser und ein Christ. 2. Jt meine Sündenschuld vor mir, drückt ihre Fast mich nieder, so ist mein Seuffen, Herr, vor dir, und du erhebst 191. denk in meiner tiefen Noth an deine Lies be bis zum Tod; die, die wird mich erhalten. Mel. Komm, Gott Schöpfer ic. ch weiß, mein En jedem Pulsschlag rückt die Seit, die oft so ungenügt ver: strich, mich näher hin zur Ewigkeit. 2. Herr, lehre mich der Stunden Wertb, die du mir zugezählt, verstehn; laß keine, die mir noch gehört, aus Leichtsinn ungenutzt vergehn. 3. Und wenn, von dir ge: ordnet, dann die richterliche Stund erscheint; so nimm dich meiner Seelen an, du, mein Erlöser und mein Freund. 4. Verleihe Sterbens: lug: beit mir! Von Eitelkeiten ab: gewandt sey meine Seele ganz bei dir, der für mich starb und auferstand. 3. Ich bin an deinem Leib ein Glied; des tröst ich mich von Herzen. Erbarmer, der mich leiden sieht, du linderst meine Schmerzen. Und sterb ich nun, so fierb ich dir; ein ewges Leben bast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Du, Herr, erstandst, so werd auch ich nicht in dem Grabe bleiben; dein Leben, Herr, deß freu ich mich, kann Todesfurcht vertreiben. Wo du bist, da komm ich auch bin, daß ich bei dir stets leb und bin, drum geh ich hin mit Freuden. 5. Dein bin ich, dein in Ewigkeit; mich soll das Grab nicht schrecken. Da ruh ich, und nach kurzer Zeit wirst du mich auferwecken. Dann will ich dir, o Gottes Sohn, du Menschenfreund, vor deinem Chron mit Freudenthránen danken. 5. Mich stärk, ob auch mein Her erbebt, das felfenfeste Glaubenswort: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! sein bin ich ewig hier und dort. 6. Es sey mein herzlicher Entschluß, mein Leben meiner Pflicht zu weihu, und bei zufriedenem Genuß mich dankbar Gottes zu erfreun. 7. Mein Ende fomm früh Mel. Christus, der ist mein 2c. oder spät, wie es mein weiser 193. MeinLeben, reißt Vater schickt, in deffen Hand mein Leben steht; ich weiß, daß mirs mit Jesſu glückt. Mel. Wenn mein Stündlein sc. ft auch meine auch der Tod mich hin. Was follt ich ängstlich beben? Der Tod ist mein Gewinn. 192. runde day von felis. Dies Wort steht ewig 2. glaubt, wird feft; Vom feft; die Freuden sind unzäh. lig, die es mich hoffen läßt. 3. Drum geh ich einst in Frieden zu dir, o Jefu Chrift; von dir fiets ungeschieden, der du mein Bruder bist. 4. Du kennest meinen Glans ben, und keine Furcht noch Pein soll mir dies Kleinod rauben: ich bin und bleibe dein. 5.Durch ihn bin ich gereinigt, durch ihn mit Gott versöhnt, durch ihn dir fest vereinigt, und bald mit Preis gekrönt. 6. Wer kann dich gnug erhe: ben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben, und, wohl mir! auch für mich. 7. Geheilt ist nun mein Schade: im Himmel ist mein Theil. O theure hohe Gna: de: o unaussprechlich Heil. 8. Zu dir, Herr, will ich fleben, so lang ich lallen kann; du kannst mein Innres seben, und nimmst auch Seuffer an. 9. Du selber hilft mir rins gen, allmächtig bilfft du mir, ins Leben durchzudringen; und dann bleib ich bei dir. 10. Owohl mir! ich vollende Code. 117 3. Die Blume pranaet und fällt ab; so blüht der Mensch, und sinkt ins Grab. Nicht Ingend schüßt, nicht Stand noch Geld; nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 2. 3war nuk ich mit Zufrie: denheit die Tage meiner Sterb, lichkeit; denn du versüßest sie, o Gott! doch Müh und Noth find ihr Gefolg und dann der Tod. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? und wer berubiget mich bier? Allein von dir, o Herr, kömmt Myth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum fichern Glück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wohin, Herr Christ, du selbst voran gegangen bist. 6. Froh werd auch ich, wenns dir gefällt, ein Bürger deiner beffern Welt; dann sag ich dem, der um mich weint: Gott ist der Freund, der uns einst wieder froh vereint. 7. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du haft verfichert: Ihr send mein; auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Herr Jesu Chrift, 2c. vielleicht bald meinen Lauf, 195.JefuChrifte, Gots den Geist; du nimmst ihn auf. Mel. Ich hab mein Sach zc. 194. Mein Leben fieht Er thut, was er mir heilsam fand! Erzählte ja, so wie mein Haar, mir, eh ich war, auch meine Lebensstunden dar. erlittest Angst und Hohn, für mich den Tod am Kreuze starbst, und mir des Vaters Huld erwarbft; 2. Jch bitt, um deiner To: despein wollst du mir Sünder gnädig seyn, wenn ich einst komm in Sterbensnoth, und ringen werde mit dem Cod. 3. Wenn dann mein sterbend Auge bricht, und meine Zun: ge nicht mehr spricht, mein stockend Blut sich kaum bes wegt, und kaum das matte Herz mehr schlägt. 3 4. Wenn 118 Bom Code. 4. Wenn mein Verstand im| entbunden, und ewig alles Dunkeln irrt, und Menschen: Jammers los. Ihre Freuden bülfe kraftles wird: laß dei- find unendlich; ihr Gort wird nen Geist dann bei mir seyn, ihr als Gott recht kenntlich, und seinen Trost mein Herz und seine Majestät recht groß. erfreun.p Gott ist ihr Lobgesang. Ganz Frende und ganz Dank, jauchzt fie entzückt vor seinem Chron im höhern Con: Gelobt sey Gott, gelobt fein Sohn! 3. Sollt uns noch das Grab erschrecken, da Jesus uns will auferwecken, der selbst vom Tod erstanden ist? Er, das Haupt, kann nicht mehr ster: ben, läßt feine Glieder nicht verderben; auch ich bin sein, bin auch ein Christ. Drum schreckt mich nicht die Gruft, daraus er einst mich ruft. So wahr er tebt! er nimmt auch mich dereinst zu fich. Erldste Geele, freue dich! 5. Wenn sich die Seel vom Leibe trennt, fo nimm fie, Herr, in deine Händ; der Leib ruh in der finstern Gruft, bis einst dein großer Tag ibn ruft. 6. Dann laß ihn fröhlich auf: erstehn, und mich dein gnädig Antlitz fehn; gedenke nicht mehr meiner Schuld, gedenk an deine Lieb und Huld. 7. Fürwahr, fyrichst du, euch sage ich: wer mein Wort hält und glaubt an mich, der kommt gewiß nicht ins Gericht, und schmeckt den Cod auf ewig nicht. 8. Ja, herr, mein Heil, ich traue dir, dein Wort erfüllst 4. Ja, du wirst vor Gott du auch an mir, du nimmst mich einst treten, mit frohem Dank zu dir in dein Steich; da lebden anzubeten, den aller Himich dann mit dir zugleich. mel Loblied preift. Dann wird 19. Des freuet meine Seele fich. Erhöre mich, Herr, gnå biglich. Faß mich im ganzen Leben dein, dein laß mich auch im Tode seyn! dich Jesus mit den Freuden der Auserwähiten ewig wei den, und du wirst schaun, was er verheißt. O Tod, was bist du mir? des rechten Lebens Thür; Gott öffner fie. D Herrlichkeit! In Gott erfreut, fing ich ihm Dank in Ewigkeit. Mel.Wer nur den lieben Gottic. Met. Wachet auf, ruft uns 2c. 196. Sterben führet uns zum Leben. FrobTockt, die ihr euch Gott erge ben; des Todes Macht ift längst dahin. Nur der Leib wird einst verwesen, der Geist lebt fort und wird genesen; den Frommen ist der Tod Ge winn. Was ists, das an uns ftirbt? DieSünde nur verdirbt. O welch ein Troft! gelobt sen Gott, in Todesnoth! Er hilft den Seinen durch den Cod. 2. Dann ist alles überwun den. Die Seel ist da der Laft Nur der Leib 197. Warum erbebt du, 197,23 meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst feine Höhle; nur deine Hütte finkt binab. Sie schuf der Allmacht Wink aus Staub; drum wird sie der Verwesung Staub. 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingst dich empor ¡ U Tode. 119 3. Mein bingefallner Leib bleibt bier; ihn wird das Grab verschließen! Heil mir! das Grab wird dennoch dir ihn mies dergeben müssen. Du kommst, Erwecker! deine Macht, die ihn aus Nichts hervorges bracht, kann auch aus Staub ihn banen. 4. Wie könnt ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? wie könnt ich kla gen, da ihn Gott vom Code wieder fodert? Q Hoffnung, daß nach kurzer Ruh mein Leib erwacht, wie groß bist du! und welch ein Trost im Tode! 5. Des Codes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun fommt, verachten, und mit ges troften Blick auf dich nach meinem Ziele trachten; und 5. Wenn nun der Tag des mich dem Code frendig nahn, Herrn erscheinet, verläßt dein mein himmlisch Kleinod zu em Leib der Gråber Rub; zum pfahn, das Jefus mir erworben. zweitenmal mit dir vereinet, et. Wie schon leuchtet der 2c. wird er unsterblich, so wie du. O Seele, jittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau zer bricht. Vom zu Gottes Licht, und schaust den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; be wunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Bracht. 3. Dann, Seele, wirst du das verstehen, was hier kein Lebrer je erklärt, was hier vollFommen einzufeben, des Wis fens Trieb umsonst begehrt; dann täuscht dich Wahn und Frrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du Den, ja Den erblicken, den bier allein der Glaube sieht; Den, der dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz verschted. Dann jauchze, daß kein Wahn, kein Spett dich hier getrennt von deinem Gott. Mel. Es ist gewißlich an der zc. 198.23 in uge bricht, mein letter Hauch ver: schwinder, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er ent: schläft, empfinder; wenn um mich, den Entschlummernden, dann alle meine Lieben stehn, und angsvoll mich beweinen; feyn, wenn ich, mich deiner ganz zu freun, in dir entschla: fen werde! Wie froh werd ich enn einst mein ganz von Süne de und von Sterblichkeit, ents flieben dieser Erde! Freu dich innig, meine Seele, und er wähle schon hienieden, was dir dient zum ewgen Frieden! 199ie wird mir dann, mein Heiland, 2. Dann, Vater, nimm ihn auf, den Geist, der freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Gute preist, daß er den Tod nicht fiehet! dann trößte, die betrübt um mich mit Ehrá nen klagen: laß fie sich mehr meiner Boune freuen. 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geift, er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sey dir nicht mehr fürchterlich; ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Chale. Dort wird dein Hirt, nach den Thränen, nach dem Sehnen, dich Erldfen völlig und auf ewig trösten. 54 3. Herr, 24 120 Von der Auferstehung der Todten. 3. Herr, Herr, ich weiß die| Grabe genug geschlummert Stunde nicht, die mich, wenn babe, erweckst du mich! nun mein Auge bricht, zu deinen Codten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eb ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach mich fertig! Ich befehle meine Seele deinen Händen; laß mich meinen Lauf gut enden. 3. Wie den Träumenden wirds dann mir seyn; mit Je fu geb ich ein zu feinen Freus den. Der müden Pilger Lei den sind dann nicht mehr! 4. Ach! ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann; lebt' ich im Heiligthume, zu seines Names Ruhme. Hals ileluja! 4. Vielleicht find meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Biel, an dem met. Kommt her zu mir, ze. die Krone ſchimmert. Bin ich 201. Einst finkt der Leib von meinem noch weit, fo fen mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrüm mert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich obn Ende könne loben. 5. Wie wird mir dann, mein Heiland, seyn, wann ich mich deiner ganz erfreux, dich dort anbeten werde! Dann bin ich frei von Sünd und Leid, ein Mitgenoß der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen feben. Ewig will ich dich erhöhen. 17) Von der Auferstehung der Todten. Mel. Jesus Christus, unfer zc. uferstehn, ja auf 4. Wie wird mir dann ju Muthe seyn, wenn alle Todten, Groß und Klein', sor dir versammelt fiehen! Du vor 200. mich rufeft, mich bei Namen nennst, zur Freude einzugehen. 5. Befreit und ewig fern von Quaal, getränkt mit Freu den ohne Zahl, Gott immer, immer näher! Ja dann steigt jeden Augenblick, der Seele UNAUS: mein Staub, nach kurzer Ruh. Unsterblichs Leben wird, der dich schuf, dir geben. Halleluja! der Staub zum andern Staub berab, nicht sterblich mehr zu leben; mit freiem Flug' und frohem Blick kehrt der entbundne Geift zurück zu dem, der ihn gegeben. 2. O wohl ihm, war er fromm und gut, wenn er vou seiner Arbeit rubt, wenn Thas ten ibn begleiten! Wenn er dir ähnlich, Jesu Chrift, un stråflich, rein, und würdig ist des Glücks der Ewigkeiten! 2. Tag des Danks, der Freus denthránen Tag! du meines Gottes Tag! Wenn ich im 3. O bohes Glück, vor Gott zu stehn! o Freude, Jesu, dich zu sehn, und mit dir deine Glieder! Zu fehen dich in dei nem Licht von Angesicht zu Angesicht, dich, Erfter aller Brüder! Von der Auferstehung der Tobten. 121 unaussprechlich Gluck noch zu heben, gingst du aus deiunaussprechlich höher. nem Grab hervor; du lebst, und ich soll leben. Ich glaub es dir und zweifle nicht; dein Wort ist meine Zuversicht. 6. Und aller fel'gen Geister Schaar, und wer auf Erden beilig war, find alle meine Brüder; wen ich hier liebte, 6. In diesem Glauben stärke find' ich dort, wir kennen uns,| mich! laß mich den Troft emund o! binfort trennt uns kein Abschied wieder. 7. Der Seligkeiten, Gott, wie viel! O Freuden ohne Maaß und Ziel! hoch über alles Sehnen! O Ewigkeit! O Ewigkeit, was ist das keis pfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Vers wesung schreckt mich nicht; denn du bist meine Zuversicht. Den dieser Zeit! Wie nichts 203. Jfroben Zeit, da Mel. Was Gott thut, das ic. ch mich der sind alle Thränen! Mel. Mir nach, spricht 2. 202, Herr err, du bist meine Buversicht! du lebst, ich werd auch leben. Du wirft mir, was dein Wort ver spricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht! dies stårket meine Zuversicht. 2. Hier geh ich oftmals weis nend bin, den Saamen auszufreuen; dort wird der berrlichste Gewinn der Erndte mich erfreuen. Ich leide und verzage nicht; denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag ich deine sanfte Laßt und fühle meine Würde; balt auch die Welt, die sie nicht faßt, fie gleich für schwere Bürde. Den Frevler trifft einst dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sink immerhin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Nur hier bin ich des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trofts Gewicht; wie ficher meine Zuversicht! 5. Mein Heiland! dir empor aus meiner Gruft mich zu ich werd auferstehen. Dann werd ich in der Herrlichkeit dich, o mein Heiland, sehen; dann werd auch ich, o Herr, durch dich, vereint mit allen Frommen, zur ewgen Rube kommen. 2. Ja, Herr, du führst fie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann Troft, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Luft und Leben in Ewigs keit umgeben. 3. Der du die Auferkebung bist! du biss, an den ich glaus be. Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Chrift, im Tode nicht verbleibe. Und dein Ges richt wird mich dann nicht mit Trùbfal, Anaft und Schrecken, so wie die Sünder, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freu: digkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. O bilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück der Ewigkeiten mich würdig zu bereiten. H5 I# 122 Von der Auferstehung der Todten. 8. Seyd getroft und hochers) In eigener Melodie. 204efus, meine Zuver freut! Jesus kennt euch, feine der Traurigkeit! fterbt ihr, Jesus ruft euch wieder, wenn die Stimm: Steht auf! erschallt, und durch alle Gråber hallt. 9. Lacht der finstern Erdenluft! blickt hinauf ins begre Leben! dorthin wird euch aus der Gruft euers Jesu Macht erheben; dann liegt Schwachheit und Verdruß ewig unter euerm Fuß. s 10. Nur daß ihr den Geiß erhebt von den Lüften dieser Erden, und schon hier dem Hei land lebt, dem ihr dort sollt ähnlich werden. Schickt die Herzen da hinein, wo ihr ewig wünscht zu seyn. ich soll mit ihm leben. Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden geben? was die lange Codesnacht mir auch für Gedanken macht. 2. Jesus, mein Erlöser, lebt, und ich kann ihm sicher trauen, daß er mich zu sich er hebt; warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt fein Glied, welches es nicht nach sich zicht? 3. Ich bin durch des Glau. bens Band zu genau mit ihm verbunden; er, er stärkt mit seiner Hand mich auch in den letzten Stunden. Selbst im Code bleib ich sein, ewig sei ner mich zu freun. 4. Staub bin ich, und muß daher wiederum zu Staube werden. Das ich; aber er weckt mich wieder aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit um ihn fenn mög allezeit. 5. Da wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt ge baut, und geschickt zum bes fern Leben und in diesem Leib feb ich meinen Jesum ewiglich. 6. Dann werd ich im hellen Licht seine große Lieb erken: nen; und wie freudig werd ich nicht dann ihn meinen Retter nennen, wenn er von der Sterblichkeit nun auf ewig mich befreit! 7. Mich, der hier noch seufzt und fleht, wird er herrlich dort erhöhen; irdisch wird mein Leib gefåt, himmlisch wird er auferstehen; zum Verwesen fällt er ein, dort wird er unsterblich seyn. Mel. Es ist das Heil uns 2c. 205. Mein Heiland lebt! des Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufges schwungen. Er ist mein Haupt; fein Sieg ist mein, sein soll mein ganzes Leben fenn, und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ists, was mich zufrieden stellt, wenn mir das Grab macht Grauen. Ich bin getroft und unver; agt, weil du den Deinen zugesagt: Ich leb, und ihr follt leben. 3. Wird gleich mein Leib des Codes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebildet heben; wenn du, o großer Lebensfürft, nun deis nen Todten rufen wirft, zum Leben aufzuwachen. 4. Wie Von der Auferstehung der Todten. 123 4. Wie froh und herrlich| prüft er mich, läßt mir die werd ich dann, vor dir, mein Wahl, Böses oder Guts zu Heiland, stehen! Dann nimmst wählen. Doch werd ich viel du mich mit Ehren an, um Jahre zählen? oder ruft ein in dein Reich zu gehen. naher Tod mich zu banger Forthin von feiner Laft be: Sterbensnoth? schwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein selig Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir; von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmel reich, unsterblich, deinen En geln gleich, vollkommne Lust 2. Herr, du weißt es, haft die Tage meines Lebens mir gezählt; ihre Freuden, ihre Plage sab dein Auge, das nie fehlt, früher noch, als hier auf Erden Pilger du mich ließeft werden, da schon schrieb du meinen Tod auf dein Buch, allweiser Gott! 6. Denn wo du bist, da fol, len die, die dir bier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müb, von Se ligen umgeben, genießen deis ne Herrlichkeit. O was sind Leiden dieser Zeit, Herr, ges gen jene Freuden! 7. Laß diese fünftge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben, und oft in dieser Prùfungszeir mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir der Sterblichkeit entrückt frohlockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Junger, dir zum Preis, nach deis nem Wort zu leben. Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz, so trößte selbst damit mein Herz: es kommt ein beßres Leben. 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein Mensch zu Staub, und die Gluth, die in mir lodert, wird des kalten Codes Raub. So, wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwel: ken; Kraft und Leben nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ibn hin zu deinem Staube, Grab, verwandle ihn in Erd! Dennoch triumphirt mein Glaube; denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwesten Körpers Trümmer bleis ben wahrlich nicht auf im mer der Zerstörung schnöder Raub; neu beseelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein Allmachtswort: Es werde! rufst du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde werd ich, dein Verklärter, seyn. Zu den himmlischen Geschäften schmückst du mich mit neuen Kräften; und von Schmerz und Sterblichkeit, werd ich Mel. Du, o schönes Weltg. 2c. 206. Noch bin ich ein Gast ewig dann befreit. der Erde, Gott mehrt meiner Tage Zahl. Daß ich reif zum Himmel werde, 6. Hir, o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: Das Grab ist da! denn das Ende deiner Leiden V 124 Von der Auferstehung der Codten. Leiden ist mit ihm zugleich dir| sterblich sey, laß ich mir kein nah. Der, der deinen Tod Blendwerk rauben, keinen bezwungen, hat das Leben dir Hohn der Spotterei! Meine errungen; durch den Weg der Seel' ist nicht ein Rauch, ist Sterblichkeit führt er dich zur ein Funke, nicht ein Hauch, Ewigkeit. den ich von dem Schöpfer ha: vom Grabe. 7. Stärke mich auf diese| be; den verlöscht kein Sturm Stunde, Jesu, der du für mich starbst, und an Gottes Gna: denbunde ewig Antheil mir er: warbst. Laß mich Tod und Grab nicht scheuen! Ihrer will ich mich erfreuen, denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Him mel auf. 5. Geist! das ist mein hoher Name; dieser Leib ist Hülle nur, einst des edlern Leibes Saame auf der Auferstehung Flur! Wie ein Saatkorn auch verdirbt, Frucht zu bringen, also stirbt auch mein Leib, ein höh'res Leben einem edlern Keim zu geben. 6. Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 207. Shuf mich Gott Nein, Gott schuf nicht unfre Seelen bloß für einen für Augenblicke? Bloß für diesen Traum der Zeit? Nur zu ihrem eitlen Glücke, aber nicht zur Ewig: feit? Ift, was in mir denkt, ein Hauch? Schwindets weg wie Dunst und Rauch, wenn des Todes legten Siegen alle Sträfte nun erliegen? Augenblick; schuf fie nicht, um sie zu quälen; schuf sie für ein ewig Glück. Nur für die ses schuf er fie; Seelen, Sees len sterben nie; felig machen, oder richten wird er sie, und nicht vernichten. 2. Bin ich, wenn ich sterben werde, völlig der Verwesung Raub? Dieser Leib, ich seh's, wird Erde; ach! ein bald ver: wester Staub! Ach! ist das mein letztes Ziel; hab' ich alles Selbstgefühl, alles Leben dann verloren; bin, nicht mehr zu sevn, geboren? 3. Ist dies Leben nicht zum Leben einer beffern Welt ein Pfad: sagt, warum mirs Gott gegeben, mir Vernunft gege: ben bat? Glücklich wär ich, nähm' er mirs, gåbe mir die Luft des Thiers, das in Freuden hüpft und spielet, und den Tod voraus nie füblet. 4. Nein, Verachter, meinen Glauben, daß ich nicht ganz 7. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergångs lichkeit; dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heis mat aus der Zeit; Zeugen, Bürgen sind sie mir, daß ich mich, mein Gott, zu dir, daß ich einft, wohin ich firebe, mich erheb' und ewig lebe. 8. Du, o Schrecken im Gewissen, bei Verbrechern; du, o Rub, und was Fromme nur genießen, hoher Friede Gots tes, du! Zeugen, Bürgen seyd auch ihr, wann der Tod mich schrecket, mir, wann der Leib zerstäubt zu Erde, daß mein Geist nicht sterben werde! 9. Dankt es Jefu, Gottes Kinder, daß euch keine Zur Funft schreckt; daß des Todes Ueberwinder einst auch unsern Leib 125 3. Laut toner dann in jedes Grab dein allmachtsvoller Ruf hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd und Meer das unzählbare 10. Ewig, ewig werd' ich große Heer der Todten wieleben; sicher der Unsterblich:| dergeben; durch deine StimFeit, streb ich mich empor zu me neu beseelt, gehn sie hers beben über jeden Traum der vor, und keiner fehlt. Zeit! Wandeln will ich fest und fill jeden Pfad der Tugend, will unverrückt zum Ziele stre: ben, hier schon für den Him mel leben. Von dem zukünftigen Gericht. Leib erweckt! Wenn ihr frer: bet, führt er gleich eure See: len in sein Reich, und will selbst ein beßres Leben euerm Staube wieder geben. 11. Aber daß mein Herz nicht wanke, stärke mich, o Gott, dein Wort, und der selige Ge danke: dort ist meine Heimat, dort! Dort ist weder Schmerz noch Leid, Wonne nur und Herrlichkeit! dort, o Gott, vor deinem Throne meines Sam, pfes Preis und Krone. 18) Von dem zukünftigen Gericht. Mel. O Ewigkeit, du Donn. ze. 208. Erhöhter Jefu, Got= tes Sohn! der du schon längst der Himmel Chron als Herrscher eingenommen, du wirst gewiß zur rechten Zeit, in großer Kraft und Herrlich keit, vom Himmel wiederkoms men. Gieb, daß dann froh und mit Vertraun dich, Jesu, mei: ne Augen schaun. groß 2. Hier fast kein Sterbli der die Pracht, die deinen Tag wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, und sie vor dir sich beugen. Dann sieht die Welt die Mas jestät, dazu dich Gott, dein Gott, erhöht. 4. Da stehen sie vor deinem Thron, erwarten den bestimmten Lohn mit Freuden und mit Bes ben. Die Sünder trifft nun Schmach und Pein; die Froms men aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeiat die That, Herr Jesu Chrift, daß du der Erde Richter bist. 5. Herr, wenn dieser Tag erscheint, erscheine mir dann als mein Freund mit deinen Gnadenblicken, daß unbes schämt ich vor dir steb, verklärt ewigen Entzücken; und dazu in deinen Himmel geb, zum mache mich bereit durch Glauben und durch Frömmigkeit. 6. Dein Name sey mir ewig werth, und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Dich, den der ganze Himmel preist, dich müsse bier auch schon mein Geift aus allen Kräften lieben! Dann schreckt mich deine Zukunft nicht, dann hab ich muth selbst im Gericht. Mel. Ach Gott vom Himmel ze. 209. Er komt, er kommt zum Weltgericht, der Heiland, den wir ehren! O weigert ench, Erlöfte, nicht, ist auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht seine Stimme hört, und sie nicht mit Geborsam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 2. Herr, 23 126 Von dem zukünftigen Gericht. 2. Herr, laß mich deiner Angst und Furcht geplagt, Majestät mit wahrer Freude dann jauchze meine Seele. dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch was uns hier verborgen war, macht jener Tag uns offenbar, an welchem du erscheinest. 8. Daß ich dies Glück erlan= gen mag, so laß in diesem Le ben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen schweben. Er reize mich, mich dir zu weihn, in deinem Dienfie treu zu seyn, von dir mein Heil zu hoffen. mel. Straf mich nicht in c. 3. Da, wann vor dir die Erde bebt, und unter deinen Füßen sich alles, was dir wi derstrebt, wird völlig beugen müssen; wenn alle Engel vor 210. Herr, ich bin dein dir da auch jedes Auge fehn, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Da werden, Herr, auf dein Geheiß die Codien wieder leben; dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab erheben; und wer wird da, Herr Jesu Christ, daß du der Herr des Lebens bift, noch ferner leugnen können? 5. Wer spottet dann noch deiner Kraft, wenn du, die 3. Weh dann mir in Emighier dich fliehen, für ihre Feit, wenn ich deine Gabe, Schuld zur Rechenschaft mit meine Kräfte, meine Zeit hier frengem Ernst wirst ziehen? gemißbraucht habe! Weh dann wie wird, wenn dich ihr Aug mir! hab ich hier dein Geschenk erblickt, und dann dein Strafverschwendet, und nicht anges gericht fie drückt, der Spotter Heer verstummen! wendet. 4. Laß mir täglich dein Ges richt, Gott, vor Augen schwe ben, und mich eifrig, meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben! daß ich nie thöricht sie außer Augen setze, noch mit Fleiß verlege. 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre ziereft, und ewig ihnen wohlzuthun, sie in den Himmel fübrest; wie völlig wirds dann offenbar, daß es in deinen Händen war, die Deinen zu beglücken. ist auch mein Leben. Mir zum Heil und dir zum Ruhm, haft du mirs gegeben. Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Eins kommst du mit gro ßer Kraft zum Gericht auf Ers den; dann soll ich zur Rechen: schaft dargestellet werden. Dein Gericht schonet nicht, Richter aller Welten! denn du willst vergelten. 7. Gieb, daß ich dann, Herr Jefu Chrift, mit Freuden vor dir stehe, und dir, der du so berrlich bist, getroft entgegen sehe. Wenn deiner Feinde Rotte jagt, von Reu und 5. Lehre mich gewissenhaft meine Zeit anwenden, eingedenk der Rechenschaft jeden Tag vollenden! Gieb, daß ich darauf mich allzeit, auch noch heute, ernstlich vorbereite. 6. Seigt sich erst die EwigFeit furchtbar in der Nähe, o dann Vom ewigen Leben. 127 dann ist es nicht mehr Zeit,| vor ihm zu stehn, seine Herrdaß ich Grad erflebe. Wann der Tod mir schon droht, kann ich deinen Willen, Herr, nicht mehr erfüllen. 7. Mein Gewissen strafe mich gleich für jede Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade fuch und finde! Rufe du dann mir zu: Alles ist vergeben! Sünder, du sollst leben! 8. Dann werd ich auch im Gericht vor dir, Herr, beftehen, und vor deinem Angesicht Freud und Wonne sehen. Ewig dein werd ich seyn, und mich, dich zu lieben, ewig, ewig üben. 19) Vom ewigen Leben. Mel. Du, o schönes Weltg. 2c. 211.2lle Menschen müf sen sterben, ihre Herrlichkeit verblüht; und wer kann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht fiebt? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himm: lisch werde, wird er einst von Gott erneut, und zieht an Unsterblichkeit. 2. Wollt ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? Seinem Reiche zu zueilen, laß ich gern die Pri fungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden; auch in mei ner leßten Noth rettet mich fein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? Mein ist er, und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freun. Ja, mir folls durch ihn gelingen, mich zu ihm em, por su schwingen, freubenvoll lichkeit zu sehn. 4. Dort bei ihm ist wahres Leben. Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron; bohe Himmelsgeister ringen mitans betend ihm zu singen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erbarmer, Jesus Christ. 5. Alle, die ihm nachgewandelt, fehn des Glaubens Duns Felheit dort in Licht und Schaun verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Krone nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 6. Vaterland Frommen! keit und Ruh, was verklärter Heil, Unsterblichkein Sterbe vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freudenårndten schenkt er denen, die erst hier gefät mit Thränen; alle Thränen trocknet er; Sund und Elend sind nicht mehr. 7. Ich entbrenne von Vers langen, was ich glaub, im Licht zu sehn, iere Strone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, fie zerstäube! ich, ich weiß, an wen ich glaube, mir ist Sters ben ein Gewinn; denn zum Vater geh ich hin. 8. Welche Tröstung, das zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und furt sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freus den, wenn ich chriftlich fie ertrug, bis Gott spricht: Es ist genug! Stef. 128 Vom ewigen Leben. Mel. Sey Lob und Ehr dem zc.| mehr bewußt, in allem rich tig handeln! 212. Di, Gott, bei dir; er Freuden Füll und in dem höhern Leben wird deine Huld daraus auch mir zu voller Gnüge geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Seele Sehnsucht stillt, und sich obhn Ende mehret. bellern Licht in deiner Größe Hern Licht in ich dann im kennen, und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit boher Freude bet ich dann auf ewig dein Erbarmen an, das mich zum Him mel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geift da sieht, was ich dir zugetrauet, wenn er dein unumschränkt Ge biet noch heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! Wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich finden! 4. Noch größre Werke seb ich dann von deiner SchöpfersGüte, als ich auf Erden sehen kann, und mein entzückt Ge. müthe verliert voll Dank und Freude sich in deiner Herrlich, feit, die ich in vollem Glanz erblicke.is 5. Da werd ich deinen gnádgen Rath, noch mehr, als hier verstehen, dir danken, daß du mich den Pfad der Tugend durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väter: lich bereitet. 6. In unbefleckter HeiligFeit werd ich dann, Gott, dich lieben, und, was dein Wille mir gebent, mit frohem Herzen üben. Owelche Quelle reiner Luft, sich keiner Sünde 7. Mein Leib aufs herrlich ste verklärt, mit Himmelsglanz umgeben, von allem frei, was ihn beschwert, geschickt zum höhern Leben, auch der nimmt dann an allem Heil und an der hohen Wonne Cheil, die meis nen Geist entzucket. Den Heiland, den ich hier geliebt, seb ich dort mic zur Wonne. Die Herrlichkeit, die ihn umgiebt, ist mir auch Licht und Sonne. Auch da ist er mein Herr, mein Freund, durch den ich, Gott, mit dir vereint, stets neue Freuden schmecke. 9. Mit allen Bürgern jener Welt, die deinen Thron umgeben, werd ich dort ihnen zugefellt, in reinster Freund schaft leben. O wie schlägt dann in meiner Brust mein ganzes Herz voll Lieb und Lust, die ich mit ihnen theile! gl 10. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reichte Quelle. Ich schöpfe draus, doch bleibt sie mir stets voll, stets rein und helle; mein Glück währt da in Ewigkeit, nichts fehlt ihm an Vollkommenheit. Herr, hilf es mir erreichen! Mel. Herr Jesu Christ, dich ze. 213. Des Todes Gran Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahr beit macht; mein Geist, er hellt von deinem Licht, bebt vor des Leibs Zerstörung nicht. 2. Es falle nur die Hütte hin, mit der ich hier umgeben bin; ich selber, lebend, wie zuvor, schwing aus den Krums mern mich empor. 3. Ein Vom ewigen Leben. 129 auf 3. Ein innres mächtiges| bat ausgeweint, dann wird Gefühl verkündigt mir mein böbers Ziel; dies Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd und Zeit. ein frohes Wiedersehn ewig unser Glück erhöhn. 13. Herr unsrer Tage, führe du uns alle diesem Ziele zu, daß uns, bei standhaft from mer Treu, des Lebens End erfreulich sey! Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 4. Dich, Höchfter, hab ich hier erfanut, voll Liebe Vater dich genannt; in dieser Seelenwürde liegt ein Hoffnungs grund, der nimmer trügt. 5. Dein Wort zeigt mir die beßre ist mein Glaube feft gestellt. Wie herrlich wird der Menschheit Werth durch Jefu Zuiag aufgeklärt! 6. Glückfelge Aussicht auch für mich! Entzückt hebt meis ne Seele fich; ich seh im Geißt des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find ich, was dein guter Rath zu meinem Wohl geordnet hat, genieße deines Gnadenblicks und der Vollendung meines Glücks. 8. Viel Freude gabst du mir schon hier; o Gütiger, wie dank ich dir! Stets folgte Fleinerm Ungemach das größere Vergnügen nach. 214. Es ist noch eine Rub jes 12. Wenn hier von uns, die Gott vereint, der Leste auch den Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Gottes Willen einst ente reißt, und nun nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Hims mel aufgenommen, fang ich das begre Leben an, wo nach der Laft, die bier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kinder trösten, so tröstet deine Gütigkeit mich mit der Wonne der Erlösten, mit völliger Zu friedenheit; und dann wird die 9. So hat schon dieser Kind- mir recht offenbar, wie gut heitsstand der höhern Hoff- bier deine Führung war. nung Unterpfand; die Liebe, die mich hier beglückt, bleibt und segnet unverrückt. 10. Des freudigsten trauens voll, erwart ich, was mir werden soll, wenn ich von Sund und Noth befreit, nun reife zur Vollkommenheit. Ber: 4. Da schweigen alle meine Klagen; da bringt mein from: mer Lobgesang dir selbst für dies ses Lebens Plagen mit nie ges fühlter Regung Dank. Froh auch; ich dann: sie sind vollbracht; der Herr hat alles wohl gemacht. 11. Der Tod darf mir nicht fchreckend seyn; er führt zum wahren Leben ein, durch Gottes Kraft besiegt mein Herz der Krankheit aft, der Tren wung Schmerz. 5. Auf ewis trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich denk und fühle nichts, als Frenden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr; mein Glück wird feft und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. I 6. Gott 130 Vom ewigen Leben. 6. Gott, laß mich dies zu| Leid mehr, kein Geschrei; denn Herzen faffen! Daß du den, der Dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh laffen, die Dieses Leben noch umgiebt! Dies flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn. du, o Herr, machst alles neu; das Alte ist vergangen. Hin fort find dort für Gerechte, deis ne Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem böhern Heiligthum erschallet deines Na mens Ruhm von lauter froben Zungen. Da strahlt die Herrs lichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Hel ler, schneller, als hienieden, ohn Ermüden, sehn wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit neuer Inbrunst lieben wir dich, Vater, dann, und dies nen dir mit fröhlichem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Bruft und unsre taus fendfache Luft an deiner gros ken Gute. Kein Neid, kein 215. Mein ganzer Geift, Streit bemmt die Triebe reis Gott, wird entner Liebe unter Seelen, die zückt, wenn er hinauf gen Him dann weiter nicht mehr fehlen. mel blickt, dahin dein Rath uns Teitet, wo deine milde Vaterhand durch neue Wunder wird bekannt, die du dort hast verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erbeben. 6. Gott, welche Schaar ift dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand fie, die ein Sinn schon bier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig, werd ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln, mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Mein Heiland, der du felbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast! will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Laft, so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth fich entreißt. 8. Gieb, daß in Hoffnung jes ner Ruhe, die einst der From: men Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist; so folgt auf meine Prüfungszeit gewiß vollkommne Seligkeit. Mel. Wie schon leuchtet zc. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen iene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden! du stellst uns hier auf 7. Da komm ich zu des Men Erden zwar viel Wunder deis schen Sohn, der für mich starb, ner Güte dar, daß wir sie froh um dessen Chron viel tausend empfinden; doch hier sind wir Sel'ge stehen. Der du der Deis bei den Freuden noch mit Leinen Woune bist! dich werd ich den stets umgeben; dort nur ist vollkommnes Leben. da, Herr Jesu Chrift, mir zum Entzücken sehen. Dann wird, mein Hirt, nichts mich können von dir trennen; ohn Aufhören werd ich bei dir seyn, dich ehren. 8. Wie 3. Dort ist kein Tod mehr und kein Grab: dort wischest du die Chránen ab von deiner stinder Wangen. Da ist kein Vom ewigen Leben. 8. Wie felig werd ich dann erst seyn, wie sicher werd ich dann mich freun, wie fröhlich dir lobsingen! O Jesu, Herr der Herrlichkeit, von dir ward mir dies Glück bereit't, bilf mir es auch erringen. Laß mich eifrig darnach streben, und mein Les ben hier so fübren, daß ich dort Fann triumphiren. 2. Wenn dieses Lebens Last mich drückt, weß soll ich dann mich trösten? Die Hoffnung ifts, die mich erquickt, einst auch mit den Erlösten bei dir zu seyn, und frei von Pein in Ewigkeit in leben. Sollt ich denn hier nicht mit Begier nach folcher Hoffnung streben? 131 Mel. Herzlich lieb hab ich zc. Mel. Was mein Gott will, 2c. 216. Mein Gott, erschaf ein Gott, erschaf 217. Mein Heiland, fen hast du mich zum ewgen Freudenleben. O mögte doch mit Inbrunst sich mein Herz dabin erheben, wo volles Heil dem wird zu Theil, Der hier dich treu verehret; wo alles Leid der Prüfungszeit in Wonne sich verkehret! 3. Was stärkt mein Herz mit Muth und Kraft, in deiner Furcht zu wandeln, und auch alsdann gewissenhaft, wenn Weltluft reizt, zu handeln? Ein öftrer Blick aufienes Glück des wonnevollen Lebens; richt ich dahin nur meinen Sinn, so kämpf ich nicht vergebens. 4. So gieb dann, daß ich allezeit vorzüglich darauf achte, und nach dem Glück der Ewig, feit vor allen Dingen trachte; damit ich treu im Glauben sey, der Tugendfrüchte bringet. Denn ewges Heil wird nur zu Theil dem, der nach Tu gend ringet. 5. mein! o mein! o schmeckt ich schon die Freuden, daran sich droben, frei von Pein, bewährte From: me weiden! Sieh dieser Zeit, mein Geift, erfreut, doch mit Geduld, entgegen! Herr, steh mir bei, im Guten treu den Lauf zurück zu legen. wenn mein Geift erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ewgen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet haft; wie leicht dünkt mir dann jede Last, die mich hienieden drücket! Dann wird der Eitelkeiten Cand in seinem Unwerth mir bekannt; der Erde Vracht ist mir wie nichts beim Anblick eines ewgen Lichts. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott; mein Herr und Gott! dies Heil verdank ich deinem Tod. 2. Wenn einst auf deinen Wink mein Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stark ihn aus der Höhe, daß mir nicht schrecklich sen das Grab, daß ich ins Todesthal hinab getroft und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff, wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Hers senLicht, und Heiterkeit im Ans gesicht. Dann, Jefu Chrift, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! dann wird ein Schlummer mir der Tod. 3. Aufkurze Zeit schließt fich zur Ruh mein thränenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube; doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft auch einst mich aus der Gruft; ich I 2 weiß, Vom ewigen Leben. 132 weiß, an wen ich glaube. Er les bet, und ich werd durch ihn der Grabesnacht gewiß entfliehn; mein Geist und mein verklärt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freun. Herr Jesu Chrift, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! zum Le ben führst du durch den Tod. 4. Du bleibest meine Zuvers ficht, mein Troft auch dann, wenn zum Gericht du einstens wirft erscheinen. Vor deinem Chron werd ich dann frebn, dich, Richter aller Völker, fehn, anbeten mit den Deinen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten fel'ges Eheil; ich soll, dein Mund fchwur es mir zu, ich foll ver berrlicht seyn wie du. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Bott! mein Herr und Gott! Mit dir fürcht ich nicht Grab noch Tod. 4. Hier, wo die Tugend of ters leidet, das Lafter öfters glücklich ist, wo manten Glück lichen beneidet, und des BeFümmerten vergißt; hier kann der Mensch nie frei von Vein, nie frei von eigner Schwach heit seyn. 5. Hier such ichs nur; dort werd ichs finden. Dort werd ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfine den, den unaussprechlich gros ßen Werth; den Gott der Liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 6. Da wird der Vorsicht heil ger Wille mein Will und meine Wohlfahrt feyn; und lieblich Wesen, Heil die Fülle am Thros ne Gottes mich erfreun. Dann läßt Gewinn fets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und beilig nennen, was uner, forfchlich hier geschah. Da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. Mel. Wer nur den lieben G. 2c. Nach einer Prüfung 218. Nach furger Tage er: wartet uns die Ewigkeit; dort, dort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Cugend ihren Fleiß, und jene Welt reicht ihr den Preis. als fållt, bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kums mer und in Ungeduld. 2. Wahr iffs, der Fromme fchmeckt auf Erden schon man. chen fel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, find ihm ein unvollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Rub nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen; bald das Geräusche dieser Welt; bald Fämpft in seinem eignen Hersen ein Feind, der öftrer siegt, 8. Da werd ich zu dem Thro ne dringen, wo Gott, mein Heil, fich offenbart; ein Hei lig, Heilig, Heilig singen dem Mittler, der geopfert wards und aller Himmel sel'ges Heer iauch; t ibm einstimmig Preis und Ehr. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie geftórs te Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn. Da wird durch jeden Augens blick Vom ewigen Leben. 133 blick ihr Heil mein Heil, ihr ihr hört und fehet, was des Glück mein Glück. Menschen Geift hier nicht verstehet. 5. Ach! wer wollte denn 10. Da werd ich dankvoll dem begegnen, der Gottes Weg mich geben suckter Rührung segnen, daß er mir ihn ſo treulich wieß; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele mir gerettet, du! O Gott, wie muß dies Glück er freun, der Retter einer Seele fenn! 12. Was send ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen iene Herrlichkeit, die an uns offenbart soll werden von Ewigkeit u Ewigkeit. Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh! idIn eigener Melodie. idizmi 219. wie felis fend ihr doch, ihr From: men, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen. Ihr sevd entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach bier, ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht umge ben; was wir hier kennen, ift noch kein vollkommnes Glück au nennen. 3. Shr hingegen ruht im fichern Frieden, der euch nach dem Kampfe is beschieden; kein Schmerz und Leiden stört euch im Genuß der reinsten Freuden. 4. Christus stillt nun völlig eure Thränen; ihr habt schon, wornach wir uns noch sehnen; Erdenglücks den Himmel ers ben? Wer wollt in Zeiten sich zu diesem Wechsel nicht bes reiten? 6. Hilf uns, Jefu, ernstlich darnach streben; komm und führ uns zu dem höhern Leben, wo deine Frommen erst zur vollen Rub und Wonne kommen. mel. Du, o schönes Weltgeb. 2c. 220, wie unaussprech, lich felig werden wir im Himmel seyn! Da, da erndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird ohne Leid und Zähren uns fer Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereiz tet baft, noch in feines Hert gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmets große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden alle, die dir traun, mehr noch, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güs te werden da ihr Glück erhöhn; mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, dein ne Huld sey überschwenglich, und das Gute unvergänglich, das dem, der dich redlich liebt, deine Waterhand dort giebt. 4. Dann wirst du dich un fern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Bonne wird uns fehlen, da, wo alles Wonne ist. zu vollkommnen Seligkeiten 33 wird 134 Vom ewigen Leben. wird uns durt der Mittler leis| bringt, wo man ewig dir lob ten, der uns dieses Glück er- fingt. warb, als am Kreuz er für und starb. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 5. Da wird deiner Frommen 221. Wie wohl thuft du, Menge feyn; Dienst und Dank und Lobgefänge dir, erhabner Gott, zu weihn; dir und dem, der felbft fein Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. mein Gott, den Deinen! du fübrst sie einft zum Himmel ein. Da werden Leid, Geschrei und Weinen mir nur ein dunkles Traumbild seyn. Da wird auf leicht verschmerzte Pein vollkommne Wowne mich erfreun. 6. O, wer sollte sich nicht fehnen, aufgelöst und da zu feyn, wo, nach ausgeweinten Chránen, erge Güter uns er: freun; wo sich unser Kampf in Valmen, unser Klagelied in Pfalmen, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kum: mer stort! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köftlich sen, ists doch nie ganz von Beschwerden. Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Wei nen: dort nur wird die Zeit erfcheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sen, o Seele, bocher freuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleis het! richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst da hin zu kommen, Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird Feiner, Herr, in deinen Himmel gebu. Oso mache immer reiner hier mein Herz, dich einst zu fehn! Hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin 2. Wie fröhlich wird mein ganzer Wille dort, Herr, in deis nem Willem ruhn! da find ich aller Wünsche Fülle; was ich gehofft, das schau ich nun; ja über alle Hoffnung weit em pfind ich da Glückseligkeit. 3. Wie überwiegend ist die Wonne, die den erlöften Geist entzückt, wenn er nun dich, der Deinen Sonne, in deiner Herrlichkeit erblickt. Und ſo, mein Heiland, seh ich dich, und freue dein auf ewig mich. 4. Da komm ich zu den edlen Seelen, die dann durch höhres Licht verklärt sich Gottes Führungen erzählen, der sie durch Prüfungen bewährt, und wundervoll nach seinem Rath zum ewgen Glück erhoben hat. 5. Nie geht ein Frevler, ein Emporer, ins Reich der sel'gen Geister ein; kein schadenfroher Friedenssörer, kein Menschenfeind wird da mehr seyn, wo der, der in dem Himmel thront, der Frommen Creu dereinst belohnt. 6. Wie wohl wird uns da seyn, wo Klarheit durch alle Wege Gottes scheint; wo lau ter Liebe, lauter Wahrheit des Himmels Bürger stets vers eint; und wo du dich, Herr Jefu Von der Bekehrung und Befferung. 135 10 Jefu Chrift, verklärt uns zei: Herr, mich vollbereiten; drum geft, wie du bist. schaff ein reines Herz in mir! 7. 3ur Hoffnung solcher du, den ich schauen soll, bist Seligkeiten, in der Vereini rein: so laß auch meine Seegung mit dir, wollst du, ole seyn. Zweite Abtheilung. Lieder über die Tugendlehren des Christenthums. 1) Von der Bekehrung und Besserung.d mich auch starbest; auch mir zu gut mit deinem Blut der Gnade Troft erwarbest. 8. Dies stårket mich; und ob auch sich einst Leib und Seele scheiden, so schenkst du mir alsdann bei dir des Himmels enge Freuden. 9. Gott, dir sey Ruhm! dein Eigenthum bleib ich dort, wie auf Erden. Ich zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, foll selig werden. Mel. Du, o schönes Weltgeb.zc. 223. Ach, wann werd ich von der In eigener Melodie. 222.21 ch Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sunden! Wie drückt mich doch des Elends Joch! Wo soll ich Hül: fe finden? 2. Floh ich gleich weit voll Bangigkeit, bis an des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreit zu seyn, würd ich sie doch nicht wenden. 3. Bu dir flieh ich. Erbar: me dich, ob ichs gleich nicht verdienet. Geh mit mir nicht, Gett, ins Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Solls ja so seyn, daß Straf und Vein auf Sünden folgen müssen; o so verleib mir nur dabei die Ruhe im Gewiffen! 5. Senft machs, wies dir gefällt, mit mir; du kannsts nicht böse meinen. Nur wollst Du mich nicht ewiglich dort scheiden von den Deinen. 6. Das thust du nicht; mit Suversicht kann es mein Glau: be hoffen. Durch Christi Cod feht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 7. Herr Jefu, Treft und Ruh, di du schaffst du für Gott, mein Vater, völlig frei, daß ich ganz fie überwinde, ganz dir wohlgefällig sey? Noch nicht( ich gestehs mit Thränen) kann ich mich von ihr entwöhnen; noch, zu oft noch, regt sie sich, und versucht zum Bösen mich. 2. In der Andacht sel'gen Stunden, wo mein Geist die Wahrheit bört, hab ich gnug das Glück empfunden, das die Frömmigkeit gewährt; habe nichts fo febr hienieden mir gewünscht, als innern Frieden, als ein Herz, dir ganz geweiht, als der Tugend Seligkeit. 94 3. Voll 136 Von der Bekehrung und Besserung. 2. Voll von heiligen Ent: juftebn; eile, mich, dein Kind, schlüſſen ſchwur ich dann, dir zu stärken; felbft mich fe treu zu seyn, und mit wach- fter gebn; warne mich, fen famem Gewissen meiner Uns schuld mich zu willig wollt ich da mein Leben dir, mein Gott, jam Dienst erge ben, aller Sünde widerstehn, standhaft deine Wege gehn. 4. Aber, empöret fich zu schnell 224.2 ten Macht; fie verdunkelt, schwächt und störet, was ich fonst so gut bedacht. Plögliche Versuchungszeiten, Seispiel, Rei der Eitelkeiten, deren Schwarm mich stets umringt; das iss, was zum Fall mich bringt. # 1925 5. O ich Armer, dem zur Treue feste Seelenstärke fehlt, den so oft aufrichtge Reue, und so oft doch fruchtlos quält! ach, wer wird mich gan; vom Bifen, von des Todes Leib erlöfen? Ich Elender! wer be freit ganz mich von der Sünd lichkeit? 190 156 2 mein Begleiter; täglich fübre, Gott, bis in icb der Ewigkeit dringe zur Vol kommenheit. In eigener Melodie. [ Ulein zu dir. Herr Jefu Christ, stebt Leidenschaf mein Vertraun auf Erden. Ich weiß, daß du mein Tröster bist; fein Trost kann mir sonst werden. Es ist kein Retter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Ndthen belfen kann. Dich rufich an; du bists, der helfen will und kann. 97101 0 2. 3war meine Schuld is übergroß; doch reut sie mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los durch deines Todes Schmerzen. Nimmst du dich meiner bülfreich an, wer ist, der mich verdammen kann. Dann werd ich los der Sünden kast; mein Glaube faßt, Herr, was du mir versprochen hast. 3. Dein guter Geift erneure mich, zu deines Namens Preise, daß jederzeit mein Glaube fich durch wahre Lieb erweife. Sey mir in meiner Prüfungszeit, ein Helfer voll Barmherzig keit; und naht die letzte Stums de fich, so starke mich mit Troff, daß ich soll schauen dich.nam 4. Preis sey Gott auf der Himmel Chron, dem Vater aller Güte! Preis dir, o Jefu, Gottes Sohn! dein guter Geift behüte und führ uns auf der rechten Bahn des wahren Glaubens himmelan. So preisen wir dich hoch erfreut hier in der Seit, und mehr noch in der Ewigkeit. Mel. 46. Du verzeibst, Gott, die Gebrechen meiner fündigen Natur. Nicht die Schmach: beit wirst du råchen; boien Borsag strafft du nur. Hätt ich nicht den Trost, ich würde unter meiner Fehler Bürde ganz erliegen, und mich dein, böch: fies Gut, nie können freun. 7. Stellet mir denn hier auf Erden lebenslang die Sünde nach: kann ich nicht vollkommen werden, bin und bleib ich immer schwach; o so segne mein Bestreben, so gerecht ich kann, zu leben, daß ich doch von Heuchelei und von Bosheit ferne fey. 8. Wenn ich falle, laß michs merken; laß mich fireben aufs Von der Bekehrung und Besserung. 137 Mel. Wer nur den lieben G. sc.| Mel. Wer nur den lieben G. 2c. 226, Gott, bilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Entreiß du mich der fals fchen Ruhe, bei der das Hers fich leicht verstockt, wenn es, von Sinnenlust emport, nicht des Gewissens Stimme hört. 2. Nach deiner mitteidsvols len Güre willst du, Herr, nie des Sünders Tod. Drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem! der deine Stimme bört, und redlich sich zu d dit bekehrt. 225, Gott, bir gefällt fein gottles Wesen; wer bos ist, bleiber nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das fich vom Sinn der Welt entfernt, und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangnen Sünden mit innigster Bes schamung sehn; durch Chris ftum vor dir Gnade finden, und auf dem Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheun, und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. O stårke mich in dem Ge. danken, gieb meinem Vorsatz Festigkeit und will mein schwaches Herz je manken, so bilf der Unentschloffenbeit. mit dir nimm deinen Geist nur nicht von mir. 4. Gieb, daß er mir stets Hul, fe leiße, und Muth und Kräfte mir verleih! daß ich mit Findlich treuem Geifie dir bis zum Cod ergeben sen. So sieg ich überSund und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 15.30 Wenn ich indeß aus Schwachbeit feble, mein Va: ter, fo verwirf mich nicht. Ver birg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Angeficht; und mach du in Beküm: merniß mein Herz von deiner Huld gewiß.st 6. Erquicke mich mit deinen Freuden, schaff ein getroftes Hert in mir, und stärke mich in allen Leiden mit froher Suver ficht zu dir, bis nach vollbrach, ter Prüfungszeit mich unge: körte Ruh erfreut. 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an; macht ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Baterhuld! Er 4. Sollt ich die Güte denn verachten, die mir noch Straft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Goit, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuletzt, der frevelhaft ges ring fie schäßt. u bise 5. So gieb, daß deiner Gnade Kockung, o Gott, mein Herz fiets offen fey; weit frevelmäs thige Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Neu im Sün dendienste zugebracht, dereinst mich böchst unglücklich macht. 6. Sich beffern, ist der Weg zum Leben. Drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und diefür mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geift dem Sundenelend sich entreißt. 7. Verleibe mir dazu die Gnade, die mich vom Sünden: 35 dienst Von der Bekehrung und Besserung. 138 Dienst befreit, und leite mich felbst auf dem Pfade der christ lichen Rechtschaffenheit! Wie felig bin ich dann schon hier! Wie glücklich eins, mein Gott, bei dir! Mel. Wenn mein Stündlein 2c. err Jesu Christ, du 227.bochftes Gut, du Zuflucht der Erlöften! ich kom: me mit gebeugtem Muth zu dir, mich dein zu trösten; durch dich zum Vater mich zu nahn, von ihm Vergebung zu em: pfahn und Kraft zum neuen Leben. 2. Wie drückt mich meiner Sünden Last! nimm du sie mir vom Herzen, der du auch mich erlöfet baft, erlöft mit Todesschmerzen, daß nicht mein Herz vor Angst und Weh bei der Empfindung ganz vergeh, wie sehr ich mich verschuldet. 6. Herr, diefer Suruf trößt auch mich bei dem Gefühl der Sünden; laß dann, denn ich vertrau auf dich, bei dir mich Gnade finden! Vergieb, o du, der gern vergiebt, das Unrecht, welches ich verübt; tilg es durch deine Gnade. 7. Wie groß ist diese Seligs keit, sein Herz vor dir ju stillen, und dann zu thun mit Freudig: keit, Herr, deines Vaters Wils len. O leite mich auf dieser Bahn, auf der du selbst einst gingit voran, die Stätt uns ju bereiten. 8. Stark auch mit deinem Freudengeist mich in den let ten Stunden, wenn sich mein Geist der Erd entreißt, von Sünden ganz entbunden. Und nimm mich so, wann dirs ges fällt, im wahren Glauben aus der Welt zu deinen Auserwählten. 3. Fürwahr, denk ich mit Ernst zurück an mein geführtes Leben, an das von mir ver: Mel. Nun danket alle Gott 24. fäumte Glück, was foll dann 228. Herr! merk auf mein mir geben? Den find ich nur bei dir allein, und würde gang verloren seyn, wenn ich dein Wort nicht bätte. um Wahrheit Willen! du bist an Gnade reich, und wirst mein Seufien stillen. Ach geh nicht ins Gericht mit deinem armen Knecht! denn, wenn du rechten willst, wer ist vor dir gerecht? 4. Dies ewig theure Wort verspricht ja allen Gnad und Leben, die sich von neuem ih rer Pflicht und ihrem Gott er: geben, und nun, vom Sünden: 1och befreit, mit ganger Hersenswilligkeit treu deine Wege wandeln. 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Be schämt empfind ich sie; o trößte du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir mir wahren Troft gewährt? 5. Du ruff den Sündern tiebreich zu: Ihr Reuerfüllten alle, kommt ber zu mir! ich schaff euch Rub, und richt euch auf vom Falle; mein Joch ist fanft, leicht meine Laft; nehmt willig sie auf euch, und faßt die Hoffnung, Ruh zu finden. 3. Zu dir, o treuer Gott, ers heb ich Herz und Hände. Mein Heil sieht nur bei dir. O daß ich Hülfe fäude! für Recht laß Gaad ergehn; ich hoffe, Herr, auf Von der Bekehrung und Besserung. auf dich. Zeig mir den rechten Weg! denn nach dir sehn ich mich. 5. Ich will, o stärke mich! ich will die Sünde baffen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd auch von mir gethan; führ mich durch dei nen Geist auf dieser ebnen Bahn! 5. Beruhige mein Herz, um meines Mittlers willen. Laß feines Opfers Croft auch mein Gewiffen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unveränderlich. Dein will ich ewig seyn. O Gott! erbóre mich! Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 229 Höchfter, denk ich an mir bisher erzeigt; o so wird mein ganz Gemüthe zu der tief ften Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschätzt, häufig dein Gebot verlegt, und dich, der mich so geliebet, doch so oft und schwer betrübet. 2. Gott, dem ich ganz ange: böre, Geist und Glieder sind ja Dein, und sie sollten deiner Ehre allezeit gewidmet seyn; doch hab ich der Eitelkeit unbedacht fam fie geweiht, ia, zum schnd: den Dienst der Sünden ließ ich mich oft willia finden. 139 fliehn, und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Lok fen, suchte selbst mich zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnas de finden, neige, Herr, dein Ohr zu mir; ach vergieb, was ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! führe mich vom Sündenpfade auf den sel'gen Weg der Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gieb, daß mein gebeugs ter Geist deiner Vaterhuld sich freue, die dein trößtend Wort verheißt! Was dein Sohn auch er der starb; Fried und Freude im Gewissen laß mich Reuigen genießen. 7. Stärke felbft in meiner Seele den Entschluß, mich die zu weihn; gieb, daß mirs an Kraft nicht fehle, folgfam deinem Wort zu seyn. Stebe mir stets mächtig bei, mache du mich felbft recht treu. Dich zu lieben, dir zu leben, sey mein herzliches Bestreben. 230.J Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. ch flehe, Gott, von ewig großer Güte, zu dir mit heilverlangendem Gemüthe. Wer hofft aufdich, der hoffet nicht vergebens, du Gott des Lebens. 2. Du willst nicht Opfer, Richter aller Welten! was könnten doch Geschenke vor dir gelten? du kennst das Herz, und willst, statt aller Gaben, nur Reue haben. 3. Wenu 3. Deine Hand war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie manchen schwe: ren Sorgen machte mich dein Beistand frei. Meine Hülfe kam von dir, was mir nüßte, gabst du mir gleichwobt hab| ich so vermessen den dir schuld, gen Dank vergeffen. 4. Bei fo hellem Licht der Gnaden sollt ich ja die Sünde 140 Von der Bekehrung und Besserung. 3. Wenn sich der Sünder| laß dich nicht! Sey mein Vers wieder zu dir kehret, und dich treter im Gericht. durch beffere Gesinnung ehret, so willst du feiner Sünden nicht gedenken, ibm Gnade schenken. A. Allwiffender, du siehest meine Neue, mit der ich Beß rung dir gelob aufs neue; fie wirst du, Gott, der du ins Her kannst sehen, auch nicht verschmähen. Hoot 3. Du, du bist meine Zuvers sicht! durch dich entflieh ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden; durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und mich mit Gott vereinigt fehn, durch dich das Leben finden. Dein Tod ist der Verlors nen Heil; gieb mir an seinem Segen Theit; er sey auch mit Beruhigung, erwecke mich zur Besserung. Herr Jesu Chrift, ich hoff auf dich! ich hoff auf dich! in dieser Hoffnung stärke mich. 5. Stárk mich, des Lafters falschen Reis zu fliehen, ein gut Gemisfen allem vorzuzies ben; fo geh ich dann, Herr, deinem reichen Segen gewiß entgegen. Mel. Herzlich lieb hab ich c. c 4. Mein ganzes Leben preise dich! Erlöst, mein Mittler, haft du 231. / zu densfürst, zu dir; werden. Bin ich nur dein, so erbarmend rufft du ja auch fehlt mir nichts: nichts einst mir, den Frieden zu empfan- am Tage des Gerichts, nichts gen. Die Sündenlaft ist mir hier auf dieser Erden. Auf dies zu schwer; o laß mein Herz ser Bahn zum Vaterland ents von Trost nicht leer, laß es die jeuch mir niemals deine Hand; Rub erlangen, die jedem tief- zu allem Guten stärke mich, und gebeugten Geift, der zu dir laß mich standhaft ſeyn durch flieht, dein Wort verbeißt. Wer dich. Herr Jefu Chrift, du star tröstet mich, als du allein? werker Held! du starker Held! bilf macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Croft, mein Licht! mein Troft, mein Licht! verwirf mein sebulich Fleben nicht. 2. Anbetend steh ich, Herr, vor dir; dein Antlitz neige du zu mir, sey gnädig, ach! mir Armen; wenn mich mein eigen Herz verklagt, und mir, was ich verdienet, sagt, dann troft mich dein Erbarmen. Der du am Kreuz gelitten hast! du trugst auch meiner Sünden Last, als du zum Heil der Sunder farbst, und ihren Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Chrift, ich laß dich nicht, ich mir besiegen Tod und Welt. Mel. Wenn mein Stündlein ze. 232, Sünder, darf mein Auge nicht ju dir, o Gott, erheben. Vor deinem reinen Angesicht muß ich, ich Armer, beben. Ich fübl, wie übel ich gerhan. Ber nimmt sich meines Elends an? Wer kann mich Sünder retten? 2. Gerechter Gott, werth bin ich nicht, dich Vater mehr zu nennen. Ich kannte meine Christenpflicht, und wollte sie nicht kennen. Zwar warntes du mich durch dein Wort, doch ging ich meinen Irrweg fort, als wenn kein Richter wäre. 3. Viel Von der Bekehrung und Besserung. 141 ich? nur mir selbst, und meiner Geligkeit. ( bund 3. Viel tiefer, als ichs sagen| dein Wort gebeut, wem nuk Fann, ist in mir mein Verder ben. Herr, nimmst du dich nicht meiner an, so muß ich ewig fterben. Doch gern verschieb du dein Gericht, und willst den Tod des Sünders nicht, willst meinen Tod nicht, Vater! 4. Von dir, der du die Liebe bist, darf ich Vergebung bof fen: dein Baterher;, o Bater, ist auch mir durch Jesum offen; wenn nur mein Herz recht red lich ist, und ich, voll Reu, an Jefum Chrift von ganzer Seele glaube bid 5. Hier lieg ich tiefgebeugt vor dir, mit Sünd und Fluch beladen. Ach, neige du dein Herz zu mir, du Vater aller Gnaden! Vergieb mir, wie dein Wort verheißt, vergieb, und schenk mir deinen Geist tu einem bessern Leben. e dich vermag ich nichts; drum gieb mir Luft und Stärke; gieb Kraft, Bater alles Lichts, zur Ue: bung guter Werke! Ja, Gütighter, ich bitte dich, um Je: fu Willen stärke mich, das Gute zu vollbringen. Mel. Nun danket alle Gott zc. doch, 233. Laß mich die mein Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! Wie könnt ich sonst mich lieben? It wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer ver fchiebt sein Heil gern einen Augenblick! 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich unsträflich lebe, und deiner werth zu seyn forgfältig mich bestrebe. Wenn ich das Gute thu, was mir 3. So süß ein Lafter ist, so giebts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein haft du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Cheil; wer dich, o Gort, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 4. Was weigre ich mich denn, das Laster zu verlaffen? Weil es mein Unglück ift, befiehlst du, es zu bassen. Was weigre ich mich denn, der Tugend Freund zu feyn? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden. Sie führet mich vielmehr, o Gott, in deinen Freuden, macht meine Seele rein, füllt mich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu meiner Pflicht. 6. Wahr ist es, es ist schwer, fein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und ſeine Lüfte dämpfen. Doch bleibt es meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich die Zeit. erschreckt, wird schwerer durch bi2 mism 7. Je öfter ich vollbring, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheu ich mich heute nicht, o Herr, dein Feind zu seyn; um wie viel wes niger werd ich mich morgen scheun. by med m 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer er ift, bringt göttliches Vergnügen. Gebt er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist du, Gott, 142 Von der Bekehrung und Befferung. Gott, mir nah, und stärkst| Verwundet blutete mein Herz; mich durch dein Wort. betäubt empfand ich keinen Schmerz. 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt ent= rücken! Und Buße ist kein Werk von wenig AugenblikFen. Ein Seufzer, Gott, zu dir, ein Wunsch nach Beffe rung, und Angst auf Missethat, ist noch nicht heiligung. 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme hore, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen kehre; so darf ich nicht dereinst zu meiner größten Pein, mein hier ver fäumtes Glück, wiewohl zu ſpåt, bereun. Mel. Wer nur den lieben Gott zc. 5. Nun bin ich nah dem Un tergange, den, Herr, dein Wort dem Sünder droht. Um Troft wird meiner Seele bange, um einen Retter in der Noth. richtendes Gewissen Mein wacht, und alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater, soll ich fliehen? Wo finder meine See le Rub? Wer kann sie aus dem Abgrund ziehen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertraun seß ich auf dich: du Freund des Lebens, rette mich! 7. Für meine wiederholten Sünden floß auch des Weltvers 234. Mein Gott, zu dem föhners Blut! Noch einmal weinend mich durch meinen Glauben an ſein Blut! Noch einmal, Richter, sage mir: Auch diese Schuld ers laß ich dir! be, erbarme dich, erbarme dich! noch einmal fieh von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Erbarme dich, und geh noch nicht mit mir, du Richter, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn ich dich, Herr, um Gnade bat! Wie oft ver: fprach ich, dir zu leben, zu meis den jede Missethat! Wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmig: Feit. 3. Bald aber, bald ergriff mich wieder die Sünd, und ihre Luft mit ihr, riß meinen ganzen Vorsatz nieder, und herrschte, wie vorher, in mir. Zum Wi derstande viel zu schwach ent: floh ich nicht, ich gab ihr nach! 4. Wie viele fündenvolle Tage durchlebt ich, Vater, als im Traum, und häufte selbst mir Schmach und Plage, und fühlte dies mein Elend kaum! 8. Gott, fey mein Zeuge, da ich schwöre, mein Herz soll dir gehorsam seyn! dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehn, und standhaft deine Wege gehn. 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du schon ge fallen bist! vergiß nicht mehr des Herrn Befehle, nicht mehr, daß er dein Retter ist. Rufibn im Glauben täglich an: Erhalt mich, Herr, auf ebner Bahn! 10. Ja, ich bin schwach; du wollst mich stärken, mein Helfer in Versuchung seyn, zum Glayben und zu guten Werken mir Kraft und Freudigkeit ver leihn. Du kannst es, meine Zuversicht! Wenn du mich stärkst, so wank ich nicht. Mel. Von der Bekehrung und Befferung. 143 3. Wie gut, wie leicht ist dein Mel. Herzliebster Jesu, was 2c.| 235. Mit einem tief vor dir gebeugten Herzen fleh ich zu dir in meinen Sündenschmerzen. O mache mich, Gott, meines Kummers ledig, und sey mir gnädig! Gebot! du willst, ich soll dich lieben, Gott, willst, daß ich reds flich handeln soll zu meinem und des Nächsten Wohl, 4. Und doch verleg ich diese Pflicht, und schätze deine Gna2. Beschämt erkenn und fühl de nicht; ein elend Scheingut ich meine Sünden. Laß, Vazieb ich Thor oft ihr und meis ter, mich Erbarmung vor dir finden. Willst du auf Schuld und llebertretung sehen; wer wird bestehen? nem Heile vor. 5. Mein Hert, das seine Schuld erkennt, du siebest es, mein Herz entbrennt, zu thun, 3. fiebt es zu den er was dein Geser befiehlt, Bestes mir em vergeben. Du willst nicht, daß wir sterben, fondern leben; uns soll die Größe deiner Liebe lehren, dich treu zu ehren. 4. Verzeihe mir, Herr, alle meine Fehle; dein barret, Vas ter, meine müde Seele. Laß Trost und Ruh um des Verföhners willen mein Herz er. füllen. 5. Vom Abend an bis zu dem frühen Morgen, hoff ich auf dich; o stille meine Sorgen! du schenkest ja Beladenen und Müden gern deinen Frieden. 6. Ja, hoffe nur, mein Herz, auf Gottes Gnade! viel größer ift fie, als dein Seelenschade; und endlich wird sie dich von allem Bösen herrlich erlösen. Mel.Herr Jesu Christ, wahr'r 2c. 236. Nach dir verlanget Gott, meine Hülfe kommt von dir. Wer ist, wie du, so gnaden: reich? Wer dir an Macht und Weisheit gleich? 2. Ach, mein Erbarmer, rech: ne du mir meine Missethat nicht zu! fie reuet, Gott, sie reuet mich, und meine Seele hofft auf dich. pfiehlt. 6. Jch traue der Barmhertigkeit, die sich noch jeden Tag erneut, der Vaterhuld, die im merdar gefallner Seeten Zus flucht war. 7. Dein Wort giebt mir Versicherung vollkommener Begnadigung; ich bin gewiß durch Jefum Chrift, daß sie auch mir verliehen ist. 8. Doch nie entfall es meis nem Sinn, daß ich, als Chrift, berufen bin, auch meines Mitt: lers Tugenden hier thätig zu verkündigen. 9. Wie ich die Gaben an: gewandt, die ich empfing aus deiner Hand: die Frage will ich oft erneun, und eingedenk des Richters seyn. 10. Ein Herz, das sich des Guten freut, voll Menschens lieb dies Herz wird dort nicht erst mein yohn; mein Richter forderts jego schon. 11. Schaff dieses Hrrt in mir! denn ach, du weißt es, Vater, ich bin schwach. Mein Trost sey mein Vertraun auf dich, und deine Gnade stärke mich. Mel. V 144 Von der Bekehrung und Befferung. Mel. Herr Jefu Chrift, du zc.| Mel. Bater unfer im Himm. ie. 237. Bater der Barm: 238. So wahr ich lebe, ich spricht mein mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wille, mein Ges bot vielmehr ist, daß er sich zu mir bekehr, sich beßre in der Guadenzeit, und mit mir leb in Ewigkeit. falle dirzu Fuße, und thu noch in der Gnadenzeit von ganzem Herzen Buße. Was ich nicht recht gethan vor dir, Erbar, mer, das verzeihe mir, nach deiner großen Güte. 2. Du Geber wahrer Seelen: rub, nimm von mir, was mich quälet; durch deine Gnade wir ke du, woran es mir noch fehlet. Gieb mir den Geist der Heilis gung, daß ich in meiner Besse: rung es täglich weiter bringe. 3. Und du, o Jefu, der du dich für uns dahin gegeben, du haft aus freier Hand auch mich erloft zum ewgen Leben. Mein Seligmacher und mein Gott, erbarm dich meiner Seelennoth, und gieb mir deinen Frieden.dlyden 4. Für Sünder floß dein theures Blut zur Rettung vom Verderben. So komm es denn auch mit zu gut, im Leben und im Sterben! Es balte von Verschuldungen der Reichthum der Erbarmungen des Höch, ften mich zurücke! 5. Geift Gottes, du, der Seelen Licht, Regierer der Ges danken, erinure mich ans Welt gericht, wenn je mein Herz will wanken; damit ich jedes Lafter flieh, und Ehrsucht, Geiz und Wollust nie mein Herz beflek Fen moge. 2. Dies Wort bedenk, o Sünder, wohl, verzage nicht verzweiflungsvoll! Du nimmst an der Erlösung Theil; Gott felber schenkt dir Gnad und Heil, und er bestärkts durch einen Eid. Wohl dem, der Sünden recht bereut! 3. Ja, hute dich vor Sichers beit; denk nicht: zur Buß iste immer Zeit; ich will mich meis nes Lebens freun, und werd ich deffen müde seyn, dann ruf ich Gott um Gnade an, und Gott erbarmt fich meiner dann. 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohltbun, zur Barmherzigkeit; doch fündigst du auf Gnade bin, beharrst in deinem bösen Sinn, und sorgt nicht für dein ewigs eil, fo ist auch Elend einst dein Theil. 5. Verbeißen hat dir Got tes Huld Erlassung aller deiner Schuld; das aber sagt er nicht dabei, ob dieser Tag dein letter sey. Daß du mußt sters ben, ist dir Fund; verborgen ist die Todesstund. 6. Heut lebst du, heut be Febre dich; noch heute kann es ändern sich Wer heut ift stark, gesund und roth, ist mors gen frank, vielleicht schon todt. Stirbst du nun ohne Befrung bin, wie willst du dem Ges 6. Und schlägt die letzte Stunde mir, so bilf mir über winden! Laß meine Seele Troft bei dir, du Gott des Trostes, finden! belebre mich, daß Schmerz und Noth, der Krankricht entfliehn? heit Laft, und selbst der Tod 7. Hilf, o Herr Jefu, bilf du mir, und lenke meinen mich doch zum Leben führe. Sinn Von der Bekehrung und Befferuna. Sinn zu dir, daß ich mich beßre unverweilt, eh mich mein En de übereilt, damit ich heut und jederzeit zu meinem Hin: gang sen bereit. Melt. Herr Jesu Christ, wahr'ric. 239. Wer bin ich, ich Ber: daß du dich mein, Allgütiger, er barmest, daß du mich verschonft, und mir nicht nach Verdienste lohnst! 2. Zum Glauben und zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf, o Bater, nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 6. Sie, die nun, weil sie über wand, den Lohn empfängt aus deiner Hand, fie ist gekrönt, ich noch im Streit; o gieb auch mir Beständigkeit! 7. Schmal ist der Weg zu deinen Höhn, und Wenige sind, die ihn gehn; die Pfort ist eng, und durch fie dringt nur der zu dir, der ernfilich ringt. 145 laß dein Licht mir leuchten, Vater! laß mich dein im Leben und im Tode feyn! 3. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein banges Herz ers fchricht, wenn es in diesen Ab: grund blickt. 12. Dann wankt nicht meine Tugend mehr, sie dankt dir, ewig, ewig, Herr, daß fie dein Gnadenlohn beglückt, und deis ner Sieger Krone schmückt. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 4. Bie nabe grauit die Mi- 240. Wer gerechte i du ie felis, Herr, ist fethat an unfers Herzens bösen Nath! wie bald wird Frevel felbst verübt, wenn man erst Schwachheits. Fehler liebt! grån; t 5. Vertreib, o Gott, des Irrthums Nacht, entreiße mich der Sündenmacht! Wie glänzet deiner StreiterSchaar, die einst, wie ich, auf Erden bist sein Schild und großer Lohn. O daß ich ganz gerecht feyn mögte! Doch ach! wie we nig bin ichs schon. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Vollkommenbeit. war! 8. Auf dich richt ich mein Angesicht, und flehe sehnlich: 9. Der mir in Chrifio Alles gab, Gott, schaue doch auf mich schnellen Raub, des Himmels berab! auf mich, der Sünden Erben, und den Staub. 10 Erbarm dich mein, und fieh mir bei, daß ich des Gus ten würdig sey, das dem von dir bereitet ist, dem du, Gott, ein Vergelter bist. 11. Ja du erbarmst dich über mich, du Gott der Liebe, väterlich. Vom Leibe dieses Tods befreit, führst du mich einft zur Herrlichkeit. 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, was deiner Vorschrift widerspricht. Wie oft befleck ich mich mit Sünden, und billige fie selbst doch nicht. Wie oft verlaß ich deine Bahn, und mein', ich habe recht gethan. 3. Wer kann, wie oft er feblet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du Fannst mich im Guten stärken; drum fall ich, Vater, vor dir hin. O mach, um heilig ganz St ¡ U 146 Von der christlichen Tagend zu seyn, mich von verborgnen| dein Wort verlasse, und in Fehlern rein. der Noth, ia selbst im Tod, dein Heil getroft umfasse. 4. Von aller eiteln Eigens liebe befreie mich durch deine 4. Hilf mir, der ich erlöfet Kraft. Erweck und mehr in bin, daß ich den Heiland lie mir die Triebe zu dem, was be, und bilde mich nach seinem wahre Beßrung schafft. Laß Sinn; gieb, daß ich mich stets meinen Fleiß gesegnet seyn, übe, auf ihn zu sehn, ihm nach und meine Heiligung gedeihn.zugehn, mich seiner nicht zu 5. Du wirst das demuths- schämen, und gern wie er, volle Flehen des Sünders, der fens noch so schwer, mein, dich scheut und ehrt, o Gott Kreuz auf mich zu nehmen. der Gnade! nicht verschmåben. Du bist es, der Geber erhört. 5. Laß niemals Stol; und Eitelkeit mein schwaches Her; traue dir. Das, was ich bitte, giebst du mir. 2) Von der christlichen Zugend und Frömmigkeit überhaupt. Mel. Durch Adams Fall ist zc. verleihe mir, daß ich nur dich begehre, mein gan: zes Glück nur fuch in dir, und dich allein verehre! daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß we= der Leid, noch Glück und Freud, mich jemals von dir trenne. 2. Erfülle mich mit wahrer Neu, so oft ich Unrecht übe; gieb daß ich alles Böse scheu, und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Vorsat ie verlegen; der Seele Heil, mein bestes Cheil, laß mich nach Würden schätzen. 3. Mein Gott, ich bitte dich, verleib mir einen festen Glau: ben, der standhaft, treu und thätig sen, laß nichts mir die sen rauben. Gieb, daß ich mich allzeit auf dich, und auf und Bitterkeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit, verdammt der Rachsucht Triebe; gieb, daß den Feind, so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, laß, Herr, mich niemals trachten: laß mich die eitlen Schatten achten; und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht und Würden ängstlich streben; laß mich vielmehr, zu deiner Ebr, in wahrer Demuth leben. 7. Gieb, daß ich Trug und Heuchelei mit aller Sorgfalt fliehe, und nimmer mich durch Gleißnerei um Menschengunft bemühe. Laß Ja und Nein mir heilig seyn; laß mich nicht lieb: los richten, und Zank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb und Sanftmuth schlichten. 8. Zur unbefleckten Reinig keit, Herr, lenke mein Gemü the, daß ich in dieser Prüfungsseit vor böser Lust mich bute. Der Lügen Feind, der Wahrs beit Freund, laß mich auf richtig wandeln, und jederzeit nac) Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 9. Gieb, und Frömmigkeit überhaupt. 9. Gieb, daß ich nie dem Müffiggang, der Trägheit mich ergebe, daß ich vielmehr mein Lebenlang der Welt zu nüßen strebe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott, mir wohl gelingen, und segneft du das, was ich thu, so laß mich dir lobsingen. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, daß er mich stets reaiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe; so wird mein Herz in Freud und Schmer; dir zu gefallen fireben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir den Lohn der Treue geben. Mel. Christ, unser Herr, zum 2c. 242. Bewahre mich, Herr, daß der Wahn nie mein Gemüth be: der als war es genug gethan, wenn dir nur äußre Ehre der Mensch, dein Unters than, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist die dich verehren müffen, die dir gefallen wollen. 2. Die kommen nicht ins Himmelreich, die, Herr! zu Jefu fagen, und nicht mit rech tem Ernst zugleich der Heili gung nachjagen. Nur die, die deinen Willen thun, läßt du als reine Kinder, o Gott, in engem Frieden ruhn, wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. 3. Drum laß mich doch vom Glauben nie ein beilig Leben trennen; mich nicht für Jefu Jünger hie bloß außerlich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thätia sey, und Zugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sünden. dienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten uzunehmen. 147 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln; o laß in Freus den, wie im Schmerz, mich riche tig vor dir wandeln. Dein Wille sey mein Augenmerk; bilf felbft mir ibn vollbringen. Durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelins gen, der deine Hülfe suchet. 5. Doch, wenn ich aus Uns wissenheit und Uebereilung feble; fo thu an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt mich bei dem Einen, daß ich dich fürchte über, all, bis ich einst mit den Deis nen dir ohne Fehltritt diene. Mel. Chrift, unser Herr, zum ze. 243. Der du Verstand schenkst, Gott, Vater meines Lebens! wo du nicht Thun und Laffen lenkst, fo leb ich hier vergebens; denn wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd ergeben, und wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurchgedrungen. 2. Drum, Vater, neig dich väterlich zu deinem schwachen Kinde. Gieb mir ein frommes Hert, daß ich mich schen vor jes der Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wert entfalle; vielmehr von meinen Lippen dir manch freu: dig Lob erschalle, den Nächften zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, meinObr, daß ich nicht gern auf Spotter höre, damit in meinem Glau ben mich kein frecher Thor bes thöre. Hilf, daß kein Witz der Lästersucht mir Ohr und Hers K 2 vergifte, Von der christlichen Tugend. 148 vergifte, noch jemals, wie er rückisch sucht, durch mich Unfrieden stifte, sinn, keinen Spott, vom Gu ten mich abkehren. Durch mein Schmähsucht reich nie zur Gewissen weck mich auf zu en Augen, re mir vor unverschämten Blit: Werleib mir Schwachen ken, und vor unzuchtiger Be:| Muth und Kraft, das Gute zu gier, die Unschuld zu bestricken. Laß mich den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schinen; was reiner Engel Aug erfreut, das sey auch mein Er, adtzen; was du liebst, mein Bestreben. 1994 vollbringen. Hilf du mir jede Leidenschaft, die mich verführt, bezwingen, und muthig kampfen, als ein Chrift, den Kampf, der mir verordnet ist, daß ich das Ziel erreiche. 4. Ein Herz, das dir allein vertraut in fummervollen Lei: den, und das auf deine Güte schaut bei dem Genuß der Freuden; ein Herz, das deine Ebre liebt, und sich im Guten standhaft übt, verleihe mir, mein Vater! 5. Gieb, daß ich, wie dein Wort gebeut, den Nächsten, als mich liebe, und weder durch Nachsierigkeit noch Härte ihn betrübe; daß ich den Kummer, den er klagt, den Hunger, der den Armen nagt, gern nach Vermögen stille. 6. Gieb, daß ich in der From: migkeit, in der Geduld und Lies be, in Sanftmuth und Gerech, tigkeit, mich unermüder übe; daß ich um mich Glückseligkeit und Tugend und Zufriedenheit fters zu verbreiten suche. 7. Will mich, Gott, deine Gütigkeit mit Ehr und Reichs thum fegnen; so laß mich mit Bescheidenheit den Niedern fets begegnen. Wenn kun mervoll mein Auge weint, ſo gieb mir einen treuen Freund, der mitleidsvoll mich tröfte. 5. Behüte mich vor Schwels gerei, die leicht das Herz be: schweret, vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Luft, die bloß den Leib ergößt, verdirbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schäßt, bringt Nachren, Elend, Schmerzen, und stürzet ins Verderben. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und denker, als was den Glaus ben stärkt und nährt, und Lust zum Guten schenket; was mich ju jenem Leben bringt, wo man bei dir fiets lebet, dein Lob mit allen Engeln singt, den Hei: land fiebt, erhebet, und ihm sich ähnlich schauet. Mel. Sey Lob und Ehr dem ic. 244. Erfüllt, mein Gott, mit Zuversicht, komm ich zu dir mit Fleben. Sen gnädig mir, verwirf mich nicht, laß mich Erhörung se: hen. Vergib nach deiner Vater: huld mir alle meine Sünden schuld, auch die verborgnen Febler. 2. Verstand und Weisheit gieb mir, Gott, dich würdig zu verehren. Laß keinen Leichtnem treuen Tugendlauf, daß ich ihn 3. 8. Verleih, daß ich den Müss siggang, derLafter Quelle, baffe, und mir an dem mein Leben: lang, was du giebst, gnügen laffe! und Frömmigkeit überhaupt. 149 laffe! Daß ich getreu in dem ein wahrer Chrift zu seyn; so Beruf, zu welchem mich dein leb und fierb ich dirast Wille schuf, mir und dem Mel. Nun danket alle Gott ze. Nächsten nuke. 246. Herr, ohne Glauben vor dir bestehen; drum wend ich mich zu dir mit demuths: vollem Flehen! O zünde selbst in mir den wahren Glauben an, in welchem ich allein dir wohlgefallen kann. Mel. Nun danket alle Gott e. 245, Herr, aller Weisheit Quell, gieb mir recht zu erkennen, daß wahre Frömmigkeit nur Weisheit sey zu nennen; doch gieb mir auch dabei ein Herz, das so dich) ehrt, wie dir es wohlgefällt, und uns dein Sohn gelehrt. 2. Laß mich, Gott, daß du feyst, mit Ueberzeugung glaus ben. Nichts müsse mir das Wert aus meinem Herzen raus ben, daß du dem, der dich ten und zu leben. Ich bin gesucht, fiets ein Vergelter ſeyft, tauft auf ibn. Dies sen zur Hei- und hier und ewig ihn mit dei ligung, der ich gewidmet ward, nem Heil erfreuft. mir fets Ermunterung. 2. Ich nenne mich nach ihm. Befördre mein Bestreben, auch fets nach seinem Sinn zu den 3. Auch mir gabst du dein Wort: dies leite meine Seele, daß fie den sichern Weg der wahren Tugend wähle. Was nußt der Glaube mir mit sei Der Wissenschaft, wenn doch mir immer feblt zum Guten Lust und Kraft? 4. Laß mich gewiffenbaft in überall vor dir so denken, re den, bandeln, daß ich, im Heren rein, dir, Gott, vertrauen kann, und froh versichert jen, du nimmst an. 5. Doch wenn ich Schwacher noch aus Uebereilung feble, Herr, so verwirf mich nicht. Erwecke meine Seele, daß fie den Fehltritt bald erkenne und bereu, und ihn aufs künftige zu meiden wachsam sey. 6. Jch übergebe mich bis an mein Lebensende, mit allem, was ich bin, in deine Bater: hånde. O mache du, mein Gott, den Vorfaz fest in mir, 3. Wahrhaftig ist dein Wort. Gieb, daß ich darauf traue, und meine Hoffnung fest auf deine Treue baue; gieb, daß ich dir im Glück und Unglück fiets ge treu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgfam fey.ddn 4. Auch hilf mir, daß ich den, den du gefandt, erkenne, ihn meinen Herrn und Gott und treu und redlich thu, was mich sein Wort gelehrt, daß ihn Herz, Mund und That als meinen Heiland ehrt. Verdienst fen mir beständig theuer; es fille mich mit Trost; es mache fters mich freier vom schnöden Lasterdienst, es stärke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm, in meiner Pilgerschaft. 6. Wie felig leb ich dann im Glauben schon auf Erden! Noch herrlicher wird einst mein Theil im Himmel werden. Da werd ich, was ich hier geglaubt, im Lichte schaun, K 3 und. 150 und du erfüllst dann ganz mein Findliches Vertraun. Mel. Durch Adams Fall ist ze. ilf mir, mein Gott, Von der christlichen Eugend von Herzen mich verlange, daß ich dich suche mit Begier, und standhaft dir anhange. Verleib, daß ich mit Freuden dich in deiner Hülfe schaue, im Hers auf dich allein Glück und Wohlseyn baue. 2. Gieb, daß ich in Gerech, tigkeit nach deiner Gnade stres be, gottfelig, züchtig allezeit in deinem Reiche lebe; und falle ich, fo fårke mich, bald wieder aufzustehen, mit wahrer Reu, dem Guten treu, den schmalen Weg zu geben. 3. Laß Glauben, Lieb und Hoffnung sich in meinem Her: zen mehren, so ist mir wohl, und ſo kann ich als wahrer Christ dich ehren. Nimm dich auch dann des Leibes an, so lang ich hier noch walle, nur daß dabei, von Sünden fiei, die Seele Dir gefalle. 4. Gieb, daß ich treu und fleißig fey in dem, was mir ges bühret, daß ich auch nicht durch Heuchelei und Ehrgeiz werd verführet; ia, daß ich nicht je meine Pflicht durch Eigennut entehre, und nie durch Neid, Haß, Falschheit, Streit, des Nächsten Ruhe store. 5. Steh du mir bei, daß mein Gemüth Fein wilder Grimm regiere, daß ich vielmehr durch fanfte Gut auch selbst den Has fer rübre. Vergeß ich mich, will Hochmuth sich in meiner Brußt empören; so steh mir bei, laß mich voll Reu jur Demuth wieder kehren. 6. Hilf, daß ich folge treuem Rath, von falscher Meinung trete; den Armen helfe mit der That, für Freund' und Feinde bete, dien jedermann, so viel ich meide an allem Ort, nach deinem Wort, bis ich von hinnen scheide. Mel. Herzliebster Jefu, was ze. 248.h habe ge Gott, mir ernstlich vorgenommen, wie auf der Uebertre: ter Pfad zu kommen, vor dirzu wandeln, dir mich und dein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, fieh, ob ichs redlich meine; gieb, daß ich nicht bloß, was ich seyn sell, scheine, mit allen Kräften fires be, deinen Willen froh zu er füllen. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, såb auch kein Mensch mich, leitet, wie sicher werd ich deine Wege wandeln, wie richtig handeln! 4. Yaß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeis cheleien, aufmerksam des Ges wissens Stimme hören und thätig ehren. 5. Gieb Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, is mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten; ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freu den Verachtung leiden. 6. Du achteft nicht das Ans sehn der Personen, wirst billig alles richten und belohnen mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder; Schmach trifft die Sünder. 7. Bollend ich einstens meine Prüfungsstunden, und werd ich bis und Frömmigkeit überhaupt. 151 bis zum Tode treu erfunden;| Gottes Ruhm vermehrt. Gott wie schön verwandeln sich wird ihr Berlangen stillen, und dann meine Leiden in ewge den frommen Wunsch erfüllen. Freuden! 6. Selig, wer der Noth des Armen niemals fühllos fich entzieht, ihm aus zärtlichem Erbarmen wohlzuthun sich wenn er Mel. Freu dich sehr, o meine zc. 249 ommt, laßt euch ren! kommt und lernet allzu mal, welche die sind, die geho: ren zu der rechten Christenzabl! Die im Glauben fest bestebu, freudig Gottes Wege gehn, und deneiland frei bekennen, dürfen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, nie sich selbst mit Stolz erbebet, wenn er groß und glücklich ist. Gottes Huld wird ibn erfreun, und das Himmel: reich ist sein; Gott wird dort zu Ehren setzen, die sich bier geringe schäßen. 3. Selig ist, wer feine Sünde webmuthsvoll vor Gott bereut, und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ihn verleihn, und er foll schon hier auf Erden, und auch dort gerröftet werden. 4. Gelig ist, wer Ganftmuth über, seinem Feinde niemals flucht, feine Fehler ihm vergie. bet, nie sich selbst zu rächen fucht, ruhig seine Pflicht voll: bringt, und sein eigen Herz be swingt. Gott wird selbst sich fein annehmen, daß sich seine Feinde schämen. 5. Selig, die mit Ernst ver, langen, recht gefinut und fromm zu seyn; die am Guten eifrig bangen, und sich ganz der Tugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Hülfe weint, ihm mit Hülf und Croft erscheint. Dieser wird auch Hulf empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemü ben, züchtig, keusch und rein zu feyn; die der Wohlluft Nege fliehen, und der Heiligkeit fich weibn. Die der Lockung dieser Welt, und dem, was dem Fleisch gefällt, treu und stand. haft widergeben, werden Got tes Antlig sehen.. 8. Gelig, wer in Frieden le: bet; wer die Rub und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit feiner Brüder Glück; er= stört, fie die Pflicht der Eintracht lehrt. Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Gelig, die um Chrifti wil len leiden, und sich deffen freun; standhaft ihre Pflicht erfüllen, und der Tugend Müh nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Tren einst mit Wonn und Siegeskronen auf das Herr: lichfte belohnen. 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf gerader Tugendbahn, daß ich wahrer Se. ligkeiten hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich de müthig sey, meine Schuld vor dir bereu, die Gerechtigkeit stets liebe, auch an Feinden Sanftmuth übe. $ 4 11. Daß 152 Von der chriftlichen Tugend 11. Daß ich Armen helf und Mel. Nun danket le Gottwo diene, immer hat ein reines 251. Mein Vater and in verfühne, an dir hang in Freud und Schmerz. Vater, hilf von deinem Thron, daß ich glaub an deinen Sohn, und, durch deines Geiftes Stärke, mich befleisse guter Werke. Gott, du Herr von meinem Leben! der du dein heilsam Wort zut Nichtschnur mir gegeben; regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sen, was dies dein Wort mir heißt di Mel. Dir, dir, Jehovah, will 2c. 2. Verleih, daß ich zuerst nach wahrer Weisheir trachte, und kein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, achte. Wer nach dem Ewigen mit regem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Rube bringt. 3. Gieb, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte: bilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet fey. 2nd 4. Gieb, daß ich als ein Chrift, mich Christo ähnlich zeis ge, und achtsam mein Gemüth iu feiner Lehre neige. Sein Beift regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so wandle ich vor dir den Weg der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gutigkeit auch an ohne Uebermuth mich bei des Glutfes Schein, und ohne Unges duld in trüben Tagen seyn.b 6. Nie müsse sich mein Herz der Sinnenluft ergeben, und nie dem schnöden Geiz. Mein dir geweihtes Leben fey von Be trug und Neid, vennbarmberzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. nig 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten, fo unters 250, Laß mich, Gott, in allen Dingen auf deinen Willen fehn, und dir mich weihn; gieb selbst das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt seyn. Nimm meinen Leib und Geiß zum Opfer hin; dein, Herr, ist alles, was ich hab und bin. sidneitarbeid 2. Gieb meinem Glauben Muth und Stärke, laß ihn durch Menschenliebe thätig seyn, daß man an seinen Früch. ten merke, er sey Fein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Wanderfchaft, und gebe mir zum Kampf und Sieae Kraft. 3. Laß mich, so lang ich hier foll leben, auch an dem bösen Tage feyn vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten alles weislich und muth, wenn du mich beglückst, Geduld und Trost, wenn du mir Trübfal schickt. 4. Ach, bilf mir beten, wachen, ringen, so will ich einft, wenn ich den Lauf vollbracht, dir ewig Dank und Ehre bringen, dir, der du alles haft so wohl gemacht. Dann werd ich beilia, rein, ganz dir geweiht, dein fob verkündigen in Ewigkeit.ne und 1531 und Frömmigkeit überhaupt. unterstüße mich, wenn meine| 4. Und woher nehm ich Troft Critte gleiten; laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wenn sie verzeucht, dir doch getroft vertraun. und Rub, wenn Leiden mich umgeben, und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen fchweben? Was hilft mir in der letzten Noth, zeigt sich der schauervolle Tod mit allen seie nen Schrecken und wacht dann mein Gewiffen auf, von mei nem Schuld mir aufsudecken die 5. Weh mir! was bilft es mir einst dort, wenn ich aus meinem Grabe erwach, daß ich 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Troft und froher Hoffnung nicht. Mel. Einzämmlein geht und zc. 252, es mir, ein Chrift zu feyn, wenn ich nicht christlich lebe, und heilig, fromm, gerecht und rein zu wandeln mich befirere? wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich bewei: ſe, und den, der mich erlöfet hat, in Worten bloß nicht durch die Chat und gute Wer, fe preife.offiad 2. Was hilft der Glaub an Jefum Chrift, den ich im Mun: de fùbre, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen bält, ich ihre Fef feln liebe, und fühlbar für der Sünde Reiz, Born, Hoffarth, Fleischeslüfte, Geiz, in Werk und Thaten übe. 1927 an Wort zum glaubet habe, wenn keine from me gute That mein Leben hier bezeichnet hat, den Glaubenzu bestärken? der Glaube giebt die Seligkeit: doch wirkt er auch Rechtschaffenheit und Fleiß in guten Werken, 199 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, hilf, daß sich chriftlich lebe, und vor dir heilig, fromm und rein zu wan dein mich bestrebe. Gieb mir Erkenntniß, Kraft und Muth, damit ich Welt und Fleisch und Blut im Glauben überwinde, und dann, nach wohl durchlebterZeit, den Lohn in jener Ewig: feit durch deine Gnade finde. 3) Von der Ehrfurcht und dankbaren Liebe gegen Gott. 016090 MENY 3. Wie viel ftrafwürdger bin ich dann, ich, der ich Christum Mel. Von Gott will ich nicht ze. terne, weiß, was er einst für 253.2 dich, mein Gott mich ihn Herr und Meister nenne; als der, der in der Finsterniß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig mandle! Was nüßt mir feines Wortes Licht? Was hilft mir aller Unterricht, wern ich nicht darnach handle? zu denken, Pflicht und Croft für mich. Wenn Sorg und Gram mich kränken, ſo sieht mein Aug aufdich. Dann mindert sich mein Schmer;; dann fliehn die bangen Sors gen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh erfüllt mein Herz. K 5 2. Denk Von der Ehrfurcht und dankbaren Liebe gegen Gott. 154 2. Denk ich an deine Liebe, wie werd ich dann erfreut! dann fühl ich neue Triebe zur Dankbefliffenheit mein Herz dir ganz zu weihn, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. 3. Du gabst mir aus Erbar men den Sohn, der für mich ftarb, und großmuthsooll mir Armen die Seligkeit erwarb. O welch ein Glück ist mein! Gott, wenn ich dies erwege, wie wird mein Herz so rege, dir ewig treu zu seyn, 4. Mit freudigem Gemüthe denk ich an deine Treu, denn, Vater, deine Gute ist alle Mors gen neu. Du unterstüßest mich; auch wenn ich Schweiß veraie fe: wird mir die Arbeit fäße, seb ich dabei auf dich. bescheide? Du machst mir deis nen Weg bekannt, bältst mich bei meiner rechten Hand, regiereft meinen Lebenslauf, und hilft mir, wenn ich sinke, auf. O Herr, mein Gott! du bist mein Licht, du bist mein Licht; ich folge dir, so irr ich nicht. 2. Du leitest mich nach dei nem Rath, der anders nichts befchloffen hat, als was mir Gegen bringet. Und führst du mich gleich wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohl gelinget. Nach bartem Tritt auf rauher Bahn nimmst du mich dort mit Ehren an, wo mich vor deinem Chron erfreut die Krone der Gerech: tigkeit. Mein Herr, mein Gott! ach, voll Begier, ach, voll Bes gier wünsch ich zu seyn, mein Heil, bei dir. 5. Dein will ich stets gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken, wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich balte mich zuGott; dies bringt mir wahre Freude, dies flärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Croft im Tod. 3. Und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Trubsal, Angst und selbst den Tod, auch Seel und Leib verschmachten: dies alles wird, sollt auch die Vein, ohöchster, noch so schrecklich senn, mein Glaube doch nicht achten. Du bist und blei 6. Drum will ich an Gott best doch mein Heil, und meis denken, so lang ich denken nes Herzens Trost und Theil. kann. Wird man ins Grab mich Denn, wahrlich! nur durch senken, fo geh ich war die dich allein kann Leib und Seele Bahn, da mich die Welt ver- glücklich seyn. O Heir, meine gißt; doch du, Herr, denki noch Schup! ich hoffe feßt, ich hoffe meiner, wenn auch auf Erden fest, daß deine Kraft mich keiner mein eingedenk mehr ist. nicht verläßt. Mel. Herzlich lieb hab ich zc. er du mich als ein und 10 mich mit Wohlthun ganz um giebst, Gott, meiner Seelen Freude! Ich bleib und bang allein an dir. Was ist, o Gott, das je mich bier von deiner Lie4. Wer von dir weicht, und in der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, der stürzt sich ins Verderben. Er kann, weil er die Lust und Pracht der Erde sich dein zum Himmel macht, Reich doch nicht ererben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem extfernt, 155 Von der Ehrfurcht und dankbaren Liebe gegen Gott. entfernt, was dir, du Heilig, los, doch auch nie vermessen ster, mißfällt, kommt nicht in und stolz in guten Tagen seyn; jene beßre Welt. Nur den, der nie führe mich zur Sicherheit hier sein Herz dir weibt, sein der Reichthum deiner Herz dir weiht, nur den fübrst tigkeit. du zur Herrlichkeit. 5. Laß mich mit weiser Vors ficht fliehen, was mich zu Sun: den reizen kann, mich um ein reines Herz bemühen; nimmst du dich meiner hülfreich an, fo komm ich in der Gnadenzeit durch dich zur wahren Se ligkeit. 5. Drum halt ich mich ges troft zu dir; denn du, Herr, bältst dich auch zu mir; und das ist meine Freude. Ich setze meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und wanke nicht, auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Croft und meine Richt schnur seyn, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz vollkom: men deiner freut. Gott, meis nes Heils! Ich marte drauf, ich warte drauf. Nimm mich 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, daß weder Sport noch Trübfal scheu, und mache von den Hindernissen der wahren Eugend selbst mich frei. Nie före Furcht und Lust der Welt mich das zu thun, was dir gefällt. in deinen Himmel auf. Mel. Wer nur den lieben G. 20. 7. Mit Ehrfurcht laß mich 255. ich, erbietig scheuen, ist unser Glück und unsre Pflicht. Kein Mensch kann deis ner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum Höße, um mich dein zu freun, mir wahre Kindesehrfurcht ein. 2. Sie leite mich auf meinen Wegen; fie fen mir Weisheit und Verstand, und lenke mich, das abzulegen, was ich als uns noch Luft zur Sünde bat, liebt wahrlich dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herfey auch, wo ich sey, nach deis ner Vorschrift redlich handeln, entfernt von aller Heuchelei. Ber dich von Herzen liebt und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Gnade laß mich sterben, so schreckt mich weder Cod noch Gruft; ich werde deis nen Himmel erben, wohin mich mein Erlöfer ruft. Wie werd 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, mich nie mit Gün: dern sündlich freun; nie muth, groß wird meine Wonne seyn. Mel. Wer nur den lieben G. 2c. wa nebe, daß du allgegen: 256. Du Bater beincr wärtig bist, und das vor thun mich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gutig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß michs mit allen Kräften seyn. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein 156 Von der Ehrfurcht und dankbaren Liebe gegen Gott. ein Vater liebst, und so gesinnt| schlecht! dich bete, wer dich zu feyn mich übe, wie du die denken kann, im Geist und in Borschrift dazu giebst. Was der Wahrheit an! Dir gefällt, gefall auch mir, nichts scheide mich, mein Gott, von dir.is gratis 13. Bewahre mich durch deine Liebe, wenn böses Beispiel mich verführt, und gieb, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenluft zu sehr mich rührt. Wie sollt ich je die Creatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Ehre willen gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen, fo fieb aut meine Willigkeit; und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld.se 5. Der liebt dich nicht, den eitle Freude zu dem verführt, was dir mißfällt; drum gieb, daß ichs mit Ernst vermeide, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Bater, mich be: fliffen feyn. 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Werke, übers all, daß alle lernen, wer du senf, der höchste und der beßte Geift.2013 29191 1910 3. Durch Jesum Chrift, den du gesandt, werd immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. unterstüßt. * 7. In deiner Liebe laß mich sterben, so ist selbst Sterben mein Gewinn; so werd ich dei nen Himmel erben, wo ich ganz frei vom Uebel bin. Da werd ich einmal, söllig rein, dich lie: ben, und ganz felig seyn. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 257, Gott, heilig sey dein Nam und Recht dem ganzen menschlichen Ge 4. Lehr uns, Herr, deinen Rath verstehn, und folasam deine Wege gehn. Durch deines Wortes richt und Kraft mach gläubig uns und tugendhaft. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn erleucht uns als lea unfre Bahn, das Lafter tilg aus unsrer Brust, und tidt in uns die böse Luft. 6. So preifet deine Chris stenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigentham, und ihre Chaten sind dein Ruhm. nim 7. Du ſättight fie m mit Se ligkeit, von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist übe frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. 199 Mel. Freu dich sehr, o meine 26. Time rid 916. Gieb, daß ich alles millig leide, was mir dein weifer Rath bestimmt. Du führst durch Trubsal auch zur Freude, und wer sie willig übernimmt, ge= duldig trägt und weislich nüßt, wird mächtig von dir 258. Gott, mein Vater, reicht, so weit der Himmel ist. Deines Wohlthuns starke Triebe find so ewig, als du bist. Deiner Huld unendlichkeit, Gott, erichöpfet Feine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Gute würdig loben? 26 192 2. Als ich noch, der Welt vers borgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Von der Ehrfurcht und dankbaren Liebe gegen Gott. 157 jeden Tag. Durch den Bei-| Mel. Sollt ich meinem Gott ze. fand deiner Macht bin ich an 259. Gut und beilig ift dein Wille, wie hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein Ge: müthe obne brünftge Dankbe gier jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhabne Necht gewährt, daß ich, für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlöften zu versichtlich darf getroffen. 4. In den zarten Jugend jabren warst du meines Lebens Stab; mein Beschirmer in Ge: fahren. An dir hab ich bis ins Grab, einen Bater, der mich liebt, einen Vater, der mir giebt, was jum wahren Wohl mir nüßet, und mich überall beschüßet. 5. Gott, du machst es alles beffer, als wir wünschen und verfiehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich fo boch mein Dank, wie der Engel Lobgefang; dennoch würde durch mein Leben deine Huld nicht gnug erhoben.com du selbst es bist, o Gott. Du gebeutt! in tiefer Stille hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lobsingen; stehn um deinen Thron bereit, freuen sich der Seligkeit, deis nen Willen zu vollbringen; nur der Mensch erkennts oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 7. Laß mich jede deiner Ga: ben recht zu brauchen mich be. mühn; stets den Zweck vor Aus gen haben, dazu du sie mir ver: liebn. Deine Gute reize mich, daß ich immer brünstiger dich, Gott! von ganzem Herzen lie: be, deinen Willen freudig übe. 2. Dir gehorcht mit Freud und Wonne fel'ger Geister zahls los Heer. Deine Feste, deine Senne, Sturm und Donner, Erd und Meer, alles dienet deis nem Willen; alles, Höchfier, mas du schufft, eilt und drängt sich, wenn du rufft, dein Gebot stets zu erfüllen; nur der Mensch erkennts oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 3. Stolz emport fich meine Seele, Herr und Schöpfer, wis der dich; deine göttlichen Bes feble wirft fie thörigt hinter fich, läßt sich nicht von dir res gieren; flüglicher, nach ihrem Wahn, wählt sie eine andre Bahn, welche sie zum Heil foll 6. Oso zeuch durch deine Lie, führen. und geht mit verblends be, Herr, mein ganzes Herz zutem Sinn auf verkehrten Wedir. Stark und mehre selbst die Triebe wahrer Dankbarkeit in mir. Laß mich ganz dein eigen jenn; so mich deines Wohl thuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. gen bin. 4. Bater, laß es uns em pfinden, daß uns unser Herz verführt, daß die eitle fust der Sünden nur zuletzt den Tod gebiert. Mach uns deinen Wils len wichtig, führ auf deine Bahn uns bin, lehr uns jeden Srrweg fliehn; denn dein Weg allein ist richtig. Mach uns unfern Pflichten treu, daß der Wandel beilig sey. mage lime 5. So wird auch bei uns auf Erden, wie im Himmel, dein Gebot dankbar ausgerichtet werden, AN 158 Von der Ehrfürcht und dankbaren Liebe gegen Gott. werden, heiliger und großer| Christen, sucht ich, an wahrer Gott! Alle Werke deiner Hände Freude leer, Ruh in der Erde werden unterthan dir seyn, alle Lüften. Welch ein Betrug! es deiner Huld sich freun bis an sey genua, mich so getäuschtzu deiner Schöpfung Ende. Denn, haben. Richt meinen Sinn, o wer deinen Willen thut, hat Gott, fortbin nach wünschens: allein es ewig gut. werthern Gaben! Mel. Was mein Gott will, 2c. 260. Hier ist mein Herz, es bin; dir sey es gang ergeben. Was hat die Seele für Gewinn vom schudden Sündenleben? Der Weltlust Tand hat nicht Bestand, und, statt den Geist au nähren, füllt er das Herz mit Reu und Schmer;; wie sollt ichs so beschweren? 2. Nur du, Gott, bist das böchste Gut; nach dir steht mein Verlangen. Erfülle mich mit Kraft und Muth allein dir anzuhangen. O hätt ich doch dein sanftes Joch allzeit auf mich genommen! so war auch ich schon längst durch dich zur wahren Rub gekommen. 3. Kann auch das größte Glück der Welt das Herz vor Kummer schützen? Kann es, wenn Trübfal uns befällt, mit Troft uns unterstützen? Sein Glanz verschwindt, wie Rauch vom Wind, und schnell fliehn feine Freuden; nur deine Tren wird täglich neu, und giebt auch Ruh im Leiden. 4. Wer dich zu seinem Troft erwählt, sein Herz zum Guten neiget, das Arge baßt, und, wenn er fehlt, befchämt sich vor dir beuget; der schmeckt schon hier, erfreut in dir, der Seele wahren Frieden; und volles Heil ist einst das Theil, das Du ihm haft beschieden. 5. Wie thöricht irrt ich doch umber! fern von dem Sinn des 6. Hilf, daß ich mein Ge müth zu dir in Andacht oft ers hebe, gier nach deiner Gnade strebe; dir folgfam fey, und dein mich freu, du meiner Seele Leben! Denn, Gott, nur du kannst wahre Rub und Trost dem Herzen geben. 7. Bei dir ist bis in Ewigkeit der reinsten Freuden Fülle, des Wohlfeyns größte Sicherheit, vollkommne Ruh und Stille. Nie reize mehr die Luft und Ehr der Erde mein Verlangen! bis in den Tod soll dir mein Gott, getroft mein Herz anhangen. Mel. Du, o schönes Weltg. 2c. 261.Duelle der Vollkommenheiten, Gott, mein Gott, wie lieb ich dich, und mit welchen Seligkeiten fåttigt deine Liebe mich! Seel und Leib mag mir verschmach ten; hab ich dich, werd ichs nicht achten; mir wird deine Lieb allein mehr als Erd und Himmel seyn. 2. Denk ich deiner, wie erhe bet meine Seele sich in mir! wie getröstet, wie belebet fübl ich mich, o Gott, von dir! Je der Blick auf deine Werke, deis ne Güte, deine Stärke, wie ents ledigt er mein Herz von Bes kümmerniß und Schmerz. 3. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht so viel Wohl, that zu? daß ich ward, das war dein Wille: daß ich nech bin, das Von der Ehrfurcht und dankbaren Liebe gegen Gott. 159 das machst du. Daß ich denke, fie ihm gebeut, vollbringt, daß ich wähle, dafür dankt dir menn gleich dazu kein Mensch meine Seele; danke dir, daß sie ihn zwingt. dich erkennt, und dich ihren Vater nennt! 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thörichter Verwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch beilig ist. 3. Wirst du den Höchsten Findlich scheuen, so wird dir kei ne Pflicht zur Last; nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du sie oft versäumet haft. Wer Gott, als Zeugen, für sich hat, der freut sich jeder guten Chat. 4. Du befreitest vom Ver derben mich durch deinen Sohn, o Gott; ließest den Ge: rechten sterben; mir zum Leben ward sein Tod. Ewig dort mit ihm zu leben, bast du mir durch ibn gegeben; ewig deiner mich zu freun, und von dir geliebtj zu seyn. to buy 5. Sollt ich dich nicht wieder lieben, der du mich zuerst geliebt? und mit mehr als Vatertrieben so unendlich mich ges liebt? Könnt ich ruhig hier auf Erden ohne deine Liebe werden, ohne sie nach dieser Zeit würdig fenn der Seligkeit? 194 36. Heil mir, daß ich es em pfinde, wie so liebenswerth du bist, daß mein Herz vom Haß der Sünde inniglich 4. Wenn Nacht und Dunkels beit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn ers wecken, auch dann, was Unrecht ist, zu fcheun. Denk nur: vor seinem Angesicht ist Finsters niß wie Mittagslicht. durchdrun- 5. Den höchsten vor der Welt verehren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn ehret, gern. gen ist: daß auf dein Gebot ich achte, und es zu erfüllen trachte. Heil mir, du verbirgest nicht einft vor mir dein Angeficht. 7. Noch lieb ich dich unvolls kommen; meine Seel erkennt es wohl. Dort im Baterland der Frommen lieb ich dich, Herr, wie ich soll. Ganz werd ich dort deinen Willen kennen, ebren und erfüllen, und em pfahn an deinem Chron der vollkommnen Liebe Lohn.: Mel. Wer nur den lieben Gottic. 262. Willst du der Weis, beit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weif' und klug zu nennen, der alle feine Pflichten gern, weil Gott 6. Laßt dich die Welt Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst; die Furcht des Herrn wird dich schon stärken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott dem Höchsten wohlgefällt, ist glücks lich selbst beim Spott der Welt. 7. Sich stets vor dem Allmachtgen scheuen, giebt Kraft und Muth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen stolzes Drauen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Jft Gott mein Schuß, mein Heit und Licht, so 160 Von der Ehrfurcht und dankbaren Liebe gegen Gott. fo beb ich vor den Menschen nicht. die Gnade, die selbst Davids Lob zu schwach, nie würdig gnug erhob. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf 6. Noch heller scheint von Dich, den Höchften, fehn; laß allen Seiten, in deinem Worte, fie mich zu der Weisheit füh: Gott, dein Licht; doch Blendren: so werd ich niemals irrej werk schnöder Eitelkeiten vers gehn. Wohl dem, der dich stets Findlich scheut! dich fürchten, Gott, ift Seligkeit. dunkelt mir da mein Gesicht. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unterweist? Mel. Wer nur den lieben G. 2c. 7. Doch, wenn in meinen 263, 23o find ich Gott, Finsternissen er auch mein bldden meine Seele weit über alles schäßt und liebt? Gott, den ich mir zum Freunde wähle, und der allein mir Freude giebt? Wann werd ich, Gott, nur dir allein, dir les ben, und mein Herz dir weihn? des Aug erhellt; was lern ich, Gott, von dir? mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich und for: sche nach, und bleibe, dich zu febu, zu schwach. 2. Wie wollt ich meinen Gott nicht preisen, wenn ich ibn sähe, wie er ist? 3war deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaus: forechlich groß du bist. Wie glänzen sie! doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 8. Und hört ich nur auf deine Stimme in deinem Worte, hört ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobsin: genden Natur; ſo lernt ich hier schon mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit erfreun. 9. Wie brünftig würd ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd ich mich, dir, Va ter, zu gefallen, üben! wie ſe: lig würd ich bloß durch dich! Nun aber täuscht oft meinen Geif, gleich Kindern, Land, wenn er nur gleißt. 3. Ich sehe dich hier nur im Spiegel, und bete dich in Schwachheit an; ach, hátte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nahn; wie würde sie sich deiner freun! wie selig, wie verherrlicht seyn. 4. Dürft ich am Fuße deines Chrones mit deinen Engeln dich erhöhn; könnt ich im Antlit deines Sohnes, wie deine Seligen, dich sehn; Jch, der ich bier kaum stammeln kann, welch hohes Loblied stimmt ich an! 5. Mirmacht zwar jedes deis ner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt; es zeigt mir deiner Allmacht Stärke, und den unendlichen Verstand, 10. Ach, Elend! Vater, ich empfinde mein Elend; zeuch mich mehr zu dir! entkräfte selbst die Macht der Sünde; dein Geist der Weisheit wohn in mir, damit ich vor der Taus scherei der Sinnlichkeit ge sichert sey. 11. Gieb, daß der Strahl von deiner Weisheit mein Le ben leite, bis ich dort dich näher seb, und mit mehr Klarheit, als hier an diesem Vrüfungss ort. Ich, der ich hier kaum stammeln Von den Vertrauen auf Gott. 2007 161 ftammeln kann, stimm dann| 7. Täglich laß es mich ems ein höhres Loblied an. pfinden, daß nicht Menschen bülfe nüßt, wenn mein Herz auf sie sich fützt. Allen Troft laß mir verschwinden, bis ich wieder fleb zu dir, und dann, 4) Bon dem Vertrauen auf Gott. Mel. Ach, was soll ich Sünd. 2c.| Vater, hilf du mir. 264, 21h, wie ist der Menfchen Liebe so veranderlich, so kalt! wie erfirbt fie doch so bald! Seße nie auf diefe Liebe, die nicht bält, was sie verspricht, Seele, deine Suversicht. 2. Aber deiner Liebe tranen, Höchster, das gereuet nie; Denn ein starker Fels ist sie. Die auf diefen Felfen bauen, wohnen unverlegt, und sebn rubig felbst die Welt vergebn. 3. Täglich fag ich meiner Seele: Gott liebt ewig! Seine Treu wird mit jedem Morgen nen! ha, den Ewigen, er wähle dir zum Freund, und jauchze dann, daß kein Feind bir fsbaden Fa 4. Ja, ich will auch dich erwählen, Bater; id will dir allein, gan; dir mein Vertrauen weibn Aber ach, die Kräfte fehlen meinem Vorfaz: bald vergißt Fleisch und Blut, wie treu du bist. 5. Plößlich überfällt mich wieder Sorge der Vergänglich keit, irdisch Hoffen, irdisch Leid; und dann sink ich muthlos nieder, suche bei den Men schen Rub: doch mein Helfer bleibst nur du. 6. Ach, vergieb mir, wenn im Staube dieses Leibes sich mein Geift stets so schwer der Erd entreißt. Ach, vergieb mir, daß mein Glaube hier noch wankt, und sich nicht fest, wie er follt, auf dich verläßt. 8. Der du deiner Kinder Fles hen, Gott, mein Gott, so gern erhört, und sie zu dir fleben lebrit; laß mich fest im Glaue ben fieben, und erfahren, wie so tren deine Varerliebe sey. Mel. Was Gott that, das ist ze. 265. Auf Gott und nicht Rath will ich mein Glück stets bauen, und dem, der mich erschaffen bat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen, als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigkeit wie viel mir nugen würde; bes fimmte meine Lebenszeit, mein Gluck und meine Bürde. Was jagt mein Her;? ist auch ein Schmers, der zu des Glaubens Ebre nicht zu befiegen wäre? 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns feine Weisheit litte. Er sorgt für mich recht väterlich. Nicht was ich mir ersehe, sein Wille nur gefchebe. 4. Ist nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tra gen, als selbst das widrige Geschick, bei deffen Last wir klas gen? Die größte Noth hebt einst der Cod; und Ehre, Glück und habe verläßt uns doch im Grabe. 5. An dem, was wahrhaft glücklich macht, läft Gott es Keinem 162 Von dem Vertrauen auf Gott. Keinem fehlen; Gesundheit,| Mel. Wer nur den lieben Gottic. Ebre, Reichthum, Pracht find nicht das Glück der Seelen. 267. Befehl dem Höchs sten deine Wege, Wer Gottes Rath vor Augen und mache dich von Sorgen hat, dem wird ein gut Gewis sen die Trubsal selbst verfüßen. los! vertraue seiner Vaterpfle: ge! für nichts 6. Was ist des lichkeit? wote ba sebens errzu groß, das er in ſeines Na mens Preis nicht herrlich auss suführen weiß. schwunden! Was ist daskeiden dieser Zeit? wie bald ists über: wunden! Hofft auf den Herrn! er hilft uns gern. Seyd fröhlich, ihr Gerechten! der Herr hilft feinen Knechten. Mel. Wo soll ich fliehen hin 2c. 266,2uf meinen lieben trau ich in aller Noth. Die ihn um Ret tung flehten, verließ er nie in Nöthen. Er wird mein Unglück wenden; es steht in sei nen Händen. 2. Auch beim Gewissensschmerz verzaget nicht mein Herz. Auf Chriftum will ich bauen, und fest auf ihn vertrauen; ihm will ich mich erges ben im Tode, wie im Leben. 3. Und nimmt der Tod mich hin, ist dieß auch mein Gewinn. Ich weiß, an wen ich glaube; er läßt mich nicht im Staube. Es mag der Leib erkalten; den Geift wird Gott erhalten. 4. Mein Heiland, Jefu Chrift, der du aus Liebe bist für mich am Streu; gestorben, du haft mir heil erworben; du fchaffft auf kurze Leiden den Deinen ewge Freuden. 5. Jch barr und traue dir, einst schenkst du sie auch mir. Ich habe dein Versprechen; das kannst du nimmer brechen. Auch ich bin, wann ich sterbe, des ewgen Lebens Erbe. 2. Wo du ihn nur haft walten laffen, da hat er alles wohl gemacht; und was dein DenFen nicht kann fassen, das hat er längst juvor bedacht. Wie es sein Nath hat auserfehn, fo und nicht anders muß es gehn. 3. Wie werden deine Lebenstage so manches Kummers seyn befreit! wie leicht wird alle Last und Plage dir werden in der Prüfungszeit! wenn du nichts wünscheft in der Welt, als was Gott will, was ihm gefällt. 4. An wahrem Glück wird dirs nicht fehlen, wenn du dein Herz gewöhnst, und lehrst, nur das, was Gott will, zu erwäh len, und deinem Eigenwillen wehrst. Gott ist voll Weisheit und Versand; du irrest leicht, und baust auf Sand. 5. Gieb meinem Herzen sol che Stille, mein Jesu, laß mich feyn vergnügt mit allem, wie's des Vaters Wille mit mir in meinem Leben fügt. Nur nimm dich meiner Seele an, so hab ich, was ich wünschen kann. 6. Ich weiß, du thusts; sie ist die Deine, und kostet dir dein theures Blut. Drum mach sie frei vom Heuchelscheine, Gott ganz ergeben, fromm und gut. Wird deine Kraft, Herr, bei mir seyn, so wird gewiß dein Segen mein. 7. Indes Von dem Vertrauen auf Gott. 7. Indeß, mein Gott, sey stets gepriesen für das Erbar: men, das du mir, noch eh ich war, bereits erwiesen, da du, mein treuer Hirt, mich dir zum Eigenthume bast erwählt, und so den Deinen zugezählt. 8. Dir sey auch Dank und Lob gegeben, daß du mich von so mancher Fast befreit, und für mein zeitlich Leben so gna: denreich geforget hast. Mehr, als ich dir verdanken kann, haft du schon hier an mir gethan. 9. Dort preis ich dich in his hern Chören mit seliger Zufriedenheit. Dort wirst du mir den Wunsch gewähren, daß ich im Licht der Ewigkeit erkenne, wie mich hier dein Rath aufs selig ste geführet hat. 163 4. An wunderbaren Wegen fehlt dirs, Allweiser, nicht; dein Thun ist Gnad und Se gen, dein Gang ist Recht und Licht; und wenn du deinen Kin dern ein Glück haft auserfehn, wer kann dich daran hindern? du willst! es muß geschehn. 5. Hoff, o bedrängte Seele! Hoff und sey unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle des Kummers, der dich nagt, mit starken Armen rücken; erwarte nur der Zeit! bis dich mit holden Blicken sein Angesicht erfreut. 6. Auf, trockne deine Thrd nen, und fasse wieder Muth; Gott kennt dein Leid, dein Sehnen, und er fügt alles gut. Bist du es, der regieren und alles ordnen soll? Laß dich von Gott führen, der führet alles Mel.Herzlich thut mich verl. 2c. nur 268, Befehl du deine wohl. Wege, und was dich, Seele, Frånkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Welt Freis lenkt! Der Wolken, Fluth und Winden bestimmte Ziel und Bahn, der wird auch We: ge finden, die dein Fuß gehen kann. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dirs foll wohler, gebn; auf ihn nur mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Gott läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemach: te Pein, sich keine Wohlthat nehmen; sie muß erbeten seyn. der de, sieht immer ungeschwächt, was gut sen oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erle en, dein Rath fürs Beste hält, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. 7. Drum, Seele, laß ihn walten! er will dein Wohlergebn und wird dich aufrecht halten; bewundernd wirst du fehn, wie gut er dich regieret, wie wunderbar sein Rath das Werk hinaus geführet, das dich bekümmert hat. 8. Verzieht der Troft auch lange, den du von ihm begehrt, und wird dir oftmals bange, daß er dich nicht erhört; er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mindsten glaubst, und alles Unglück wenden, so du ihm treu verbleibst. dir, deiner 6. Treue! sie trägt den Sieg das von. Daß sie dich niemals reue, denk ihren großen Lohn! Nach noch so vielem Leide, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freude und ewgen Ruhe an. £ 2 10. Mach, Von dem Vertrauen auf Gott. 164 10. Mach, Herr, ein fröhlich Ende mit aller unsrer Noth, und reich uns deine Hände im Leben und im Tod. Stets laß uns deiner Pflege und Treu em pfohlen seyn; so geben unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Snel. Herzlich thut mich verl. ic. brist, alles, was dich 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Harr in Geduld des Herrn, ders niemals böse meinet; hoff un verzagt auf ihn; wenn seine Seit erscheinet, wird deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit 269. Franfet, befiehl ge- den, fey fark in ſeiner Kraft! troft dem Herrn! Er, der den Himmel lenket, ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlummer; zu Gott erbebe dich! er siebet deinen Kummer, und liebt dich väterlich. sen auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft! Und dann ergreif im Glauben den Troft der Ewigkeit. Wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 2. Sinds Sünden, die dich schmerzen, so fühle deine Schuld; doch trau mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe fübret dienen, dieGott gefällt; allein den Tod gebieret die Traurigkeit der Welt. 3. Trau Gott, nicht deinen Schlüffen, die Wahl des Beß: ten zu. Sprich, wer wirds bes fer wissen, dein Schöpfer oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick; was er, dein Vater, wäblet, das dient zu deinem Glück. 8. Sen froh! dein Gott res gieret, fein Rath ist wunder: bar; einst wirst du überführet, daß er der beßte war. Will auch dein Herz oft warken, als dicht er deiner nicht, wirst du ihm doch einst danken. Er hält, was er verspricht. 9. Sollt er dein nicht geden: ken? er, der dich kennt und liebt; nicht Trost und Glück dir schenken? er, der so gerne giebt; so gern mit seinem Se gen der Menschen Herz erfreut. Auch auf den raubfien Wegen führt er zur Seligkeit. 4. Der Gott, auf dessen Se 10. Mit rubigem Gemüthe gen dein ganzes Wohl beruht, verlaß auf ihn dich fest, und ist stets in seinen Regen gewiß, daß seine Güte dich ewig recht und weif und gut. Und nicht verläßt. Er will nach eis was er seinen Kindern zu ihrem Heil erfah, kann kein Erschaff ner hindern; wenn er gebeut, stehts da. 5. Vergeblich toben Feinde auch noch so fürchterlich; haft du nur ihn zum Freunde, ist er, dein Gott, für dich. Wer gleicht ihn? Seinen Winken gehor: chen Erd und Meer; laß deinen muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. ner Weile dich desto mehr ers freun; zu deinem größten Heile verzeucht er; harre sein; 11. Wohl dir alsdann, du Treuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Be freier reicht dir die Sieges: kron. Auf kurze Prüfungs tage, folgt ewger Preis und Dank; dann schweiget jede Klage, und wird ein Lob: gefang. Mel. 165 Von dem Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist zc.| er; er wägt die Schmerzen, und 270. Der Herr ist meine wälzt fie von dem Herzen. Zuversicht, einiger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf fein Ge: bot wird seine Seele stille; ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, richt vertraun? Du bist des Schwachen Stärke; die Augen, welche auf dich schaun, fehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mir gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen sehen müssen: 7. Herr, du bist meine Zuversicht! auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was mei= nem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlaffen, und sich im Kummer faffen! 8. In deine Hand befehl ich mich, mein Wohlfein und mein Leben. Mein boffend Auge blickt aufdich; dir will ich mich ergeben. Sen du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antliß schaue. Mel. Aus tiefer Noth schrei zc. du taffest, wenn ihn Norh um. 271. u baft, mein Vater giebt, ihn deinen genie: ßen. Des Frommen Herz wird frei vom Schmerz; der Sün. der eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten. 4. Drum hoff, o Seele, boff auf Gott! der Thoren Troft verschwindet, wenn der Ge rechte in der Noth Hülfund Erbarmung findet. Wenn jener fällt, steht er als held; er sieht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. mich durch dein Wort belebret, daß deine Hand der Frommen Noth zuleßt in Glück verkehs ret, und daß ich alles, was mich Fränkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht foll werfen. 2. So will ich denn auch, auf dein Wort, der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gieb mei 5. Wirf nicht die große Hoffner Seele wahre Nuh: was nung bin, die dir dein Glaube mich bekümmert, lenke du zu reichet. Verflucht sind, die zu meinem ewgen Beßten. Menschen fliehn, verflucht, wer von Gott weichet! Dein Heiland starb, er, er erwarb auf seinem Todeshügel dir deines Glaubens Siegel. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich überwältgen wollen. Auch hab ich nicht auf dich gehofft, als ich wohl bof. fen sollen. Mein Gott, wie groß ist meine Schuld! Andir hab ich durch Ungeduld vielfäl 6. Sey unbewegt, wenn um dich her fich Ungewitter sam: meln! Gott hörts, wenn wir| tis mich verfündigt. von Sorgen schwer zu ihm um Dulfe stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt 4. Erbarmender, vergieb es mir nach deiner großen Güte! Erfülle mit Vertraun zu dir 2 3 mein LOK Von dem Vertrauen auf Gott. 166 mein schüchternes Gemüthe, und stärk in mir die Zuversicht, du werdest mich, als Vater, nicht verlassen noch versäumen. 25. Seh ich auch gleich nicht immerfort den Weg zur Net tung offen; so laß mich den: noch, Herr, mein Hort, auf deine Hülfe hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an Chat, mein Beßtes zu besorgen. 6. Dies sey mein Trost, dies sen mein Licht, wenn mich die Sorgen frånken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich glaubig denken, daß mirs nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so wählst du stets das Beste. 7. Was bier mir fehlt, das wirk du mir aufs reichlichste erfeßen, wenn ewge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergögen. Da ist mein Erb und höchfies Gut. O stärke mir dadurch den Muth bis an mein felig Ende. Mel. Du, o schönes Weltgeb. 2c. 272. Gott der Wahrheit, deffen Treue unfre Hoffnung füßt und hält! ich erkenn es voller Reue, daß mich Kleinmuth oft befällt. Ach, mein Herz hängt noch an Dingen, die mir keine Ruhe bringen; und wie oft vergeh ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich. 3. Laß mich Gram und Sor: gen meiden, weil dein Auge für mich wacht, und du schon in manchen Leiden mit mir alles wohlaemacht; laß mich auf. dein Wort stets hoffen, das doch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahr: baftig fey! o, 10 werd ich hier auf Erden von so mancher Uns ruh frei. Dann werd ich, Gott, mit Vertrauen stets auf deine Hülfe schauen; dann wächst meine Zuversicht, und die Hoffs nung trügt mich nicht. 5. Auch erhebt sie meine Seele selbst noch über Tod und Grab, wenn ich den zum Füh rer wähle, der sich einst für mich auch gab. Er, der fieareich auf erstanden, macht mich los von Todesbanden, führt mich zu dem Leben ein, wo kein Leid, kein Cod wird seyn. 200 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott vor dir ein Pilgrim ſeyn, wirst du doch von den Beschwerden dieser Zeit mich einst befrein. Derwünsch re sel'ge Stunden! Ewig aller Noth entbunden, werd ich dich, mein Heiland fehn, ein zu deiner Freude gehn. 99 2. Gott, vergieb mir diese Sünde, nimm die Kleinmuth von mir hin. Schenke, Vater, deinem Kinde einen dir ergeb: nen Sinn, der von dir nurhülfe heifchet, den nicht falsche Hoff nung das 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Bus versicht! bis das alles einges troffen, was auch mir dein Wort verspricht. Auf dich, Quelle alles Lebens, barrt der Glaube nie vergebens; was wir alauben schauen wir einst gewiß, o Herr, bei dir. auts Eirle zieht, und so schnell, 273. Je lag ich dich, In eigener Melodie. allen meinenTha: wie Rauch, entflieht. ten laß Höchfter, Von dem Vertrauen auf Gott. 167 dazu die beste Zeit. Höchfter, ratben, der alles kann| beut oder morgen, du weißt und hat. Du mußt in allen Din, nie gen, soll etwas mir gelingen, 9. So sey nun, Seele, fiille, mein Helfer seyn mit Rath und vertrau dem, deffen Wille die That. Welt geschaffen hat; es aebe, wie es gehe, dein Vater in der Höhe weiß doch zu allen Sachen Rath. 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Du magsts mit meinen Mel.Herr Jesu Christ, wah'r2c. Sachen nach deinem Willen 274. Mein Auve fiebt, o machen; ich traue deiner Va: terhuld. nach dir. Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 2. Es kann mir nichts geschehen, als was dein Rathers feben, und was mir dient zum Heil. Ich laffe mir genügen, wie dus mit mir wirst fucen, und halt es für mein bestes Theil. 2. Getroft, mein Her;! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht: in Finsterniß ist er dein Licht. 4. Jch traue deiner Gnade, die mich auf meinem Prade vor allem Uebel schützt. Such ich nur deinen Willen gehors fam zu erfüllen, so wirst du geben, was mir müßt. 3. Kein Uebel sey dir fürch terlich; denn Gottes Rechte schußer dich. Durch seine treue Vaterhand wird, was dir schas det, abaewandt. 5. Laß alle meine Sünden vor dir Vergebung finden, und tilge meine Schuld; zum Heili gungsgeschäfte verleib mir Muth und Kräfte, und trage noch mit mir Geduld. 5. Herr, fegne und behüte 6. Leg ich zum Schlaf mich mich! du bist mein Heil, ich nieder, weckt mich der Morheff auf dich; dein Segen folg gen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr ich auf finstern Wegen, geh ich dem Zeid ent aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. gegen, fo fen dein Wort mir 275. Me weist am allere Mel. Wer nur den lieben Gott ze. Gott, du Trost und beßten das, was mir gut und nützlich ist; du bleibst, ist auch die Noth am größten, mein Helfer, wie dus ewig bist. Gieb, daß ich einzig dir vertrau, und nie auf Menschen= hülfe bau. 2. Naum alles weg aus meis ner Seele, was deinem Willen widerspricht, und wenn ich mir 24 es 7. An das, was du beschlos: fen, will ich gan; unverdressen, im Glauben an dich, gebn. Kein Unfall unter allen wird je zu fchwer mir fallen; mit dir werd ich ihn überftebn. 4. Sein Schutz gewährt die Sicherheit; fein Troft fullt dich mit Freudiakeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Ebren an. 8. Dir hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie es dein Wink gebeut; sen mir mein End verborgen, kommes 168 Von dem Vertrauen auf Gott. es auch verheble, so stelle du mir| dir diene in Gerechtigkeit, mit selbst ins Licht, was mir noch fehlt an Kindessinn, und neige dann mein Herz dahin. 3. Hilf mir in Geift und Wahrheit sprechen: Du bist mein Vater, Licht und Heil, ver-| zeihst mir gnädig meine Schwä chen, und schenkst auch mir an Chrifto Tbeil; du bist mein al: lerbeßter Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint. 4. Denn darf ich mich dein Kind nur nennen, bist du mein Vater und mein Freund, so muß mir alles nüßen können, was mir auch noch so böse scheint. Das Bitterste wird mir verfüßt, wenn du nur, Gott, mir gnädig bist. 5. Drum gieb, daß ich dir Findlich traue, und demuthsvoll, doch unverzagt, mein Hof fen sicher darauf baue, was dein so theures Wort mir sagt. Dein Geift erkläre meinem williger Ergebenheit. 9. Du ſchaffst das Wollen und Vollbringen, von dir kommt Weisheit und Vers stand; drum reiche mir in allen Dingen aus Gnaden deine Va= rerband. Erbarme meiner Schwachbeit dich, zu allem Guten stårke mich. 7. Wie kann mein schwacher Mund es sagen, wie sehr ich deine Treu verspürt, da du mich haft in meinen Tagen bis bie her wunderbar geführt, und einst in deiner Herrlichkeit st mir das beßte Glück bere it. 10 Legst du was auf, so hilf auch tragen. Gieb mir Geduld in Leidenszeit; bewahre mich in guten Tagen vor Stolz und vor Vermessenbeit. Gieb Demuth, Einfalt, Lieb und Zucht; was unrecht ist, das sey verflucht. 11. Nun, Herr, du siebest mein Bestreben; verleih mir deines Geistes Kraft! nur deine Gnade kann sie geben, die alles Gute in uns schafft. Dann zeigt mir dieser Kindessinn, daß ich gewiß der Deine bin. Mel. Ach was soll ich Sünder 2c. Geist, was deine Vatertreue 276. Sollt ich dir, mein heißt. nicht trau16. Du unerschaffnes höchstes Wesen haft vor der Welt an mich gedacht, haft, da ich selbst noch nicht gewesen, für mich gesorgt; haft mich bewacht: so lang ich bin und denken kann, nahmst du dich meiner immer an. en? liebst du mich nicht våterlich? forgst du nicht so treu für mich? Sollt ich, Herr, auf dich nicht bauen, der du unbewegt und feft, deine Kinder nie verläß'st? 2. Du bemerkst ja, was mich drücket, kennest alle meine Noth, stehst mir bei bis in den Cod, weißt auch, was mein Herz erquicket. Deine Lieb und Batertreu ist und bleibt mir ewig neu. ht 3. Der die Vögel alle nåh: ret, der die Blume herrlich schmückt und was Leben hat, beglückt, dessen Huld ohn Ende wäbret: follte der verlassen mich? Er, mein Gott, ver4. Wenn 8. Dient mir nicht alles zum Beweise: Ich sen, mein Gott, dein Eigentbum? Drum sieb, daß ich zu deinem Preise und deines großen Namens Ruhm| leugnen sich? Von dem Vertrauen auf Gott. 169 4. Wenn nach seinem Reich| so viel gethan, so wird er auch ich trachte, wenn ich feine Se- gewähren, was unsern Leib ligkeit, und das, was er mir geserndhien, den Geift erfreuen beut, über alles lieb und achte: kann. hab ich des Gewissens Rub; und das Andre fällt mir zu. 5. Heiter sen der andre Morgen, oder nicht: was künf tig ist, irrt mich nicht; ich bin ein Chrift. Dich, o Vater! laß ich forgen, froh durch alles, was dein Rath jeden Tag bein schlossen hat. 5. Lobt ihn mit Herz und Munde, ihn, der uns beides schenkt. Gesegnet ist die Stunde, darin man sein gedenkt! So braucht man recht die Zeit. Wir sollen ja auf Erden in ihm fchon felig werden, noch mehe Ewigkeit. 6. Meine Seele soll dich preis fen, denn du liebst mich våters lich. Du, mein Vater, forgst für mich; ewig wirst du's mir be weisen; Seele, freue feiner dich! ewig sorgt mein Gott für mich! In eigener Melodie. on Gott 6. Mag doch die Welt verges hen mit aller ihrer Pracht! Das Glück bleibt ewig stehen, was Gott mir zugedacht. Vollend ich hier den Lauf; er weckt mich, wenn im Grabe ich ausgeruhet habe, zum neuen Leben auf. 7. Die Seel ist unverloren in Gottes Baterhand; der Leib 277. V nicht laffen, denn wird neu geboren zum beſſern er verläßt mich nicht; im Kummer mich zu faffen, giebt er mir Kraft und Licht. Er steht mir bülfreich bei; wit jedem neuen Morgen weiß er mich zu versorgen, ich sen auch wie ich sey. Vaterland. Wie selig werd ich feyn! mit Gott und seinen Fremmen, soll ich mich davoll. kommen, soll ich mich ewig freun. 2. Der Menschen Gunst und Liebe wankt oft, und ändert fich; doch Gottes Batertriebe find unveränderlich. Er weiß aus jeder Noth, eb wirs ver: muthet bätten, und wunderbar zu retten, und wårs auch selbst der Tod. 3. Ihm, ihm will ich vertrauen, auch in der schwersten Beit auf seine Hülfe bauen; er wender alles Leid. Ihm sey es heimgestellt; Leib, Seele, Gut und Leben sen Gott dem Herrn ergeben; er machs, wies ihm gefällt. 4. Es kann ihm nichts gefallen, als was uns nüglich ist; gut meint ers mit uns allen; er gab uns Jesum Chrift. Hat er 8. Ob ich schon Trübsal dulde und Leiden dieser Zeit, wie ichs auch oft verschulde; kommt doch die Ewigkeit, fo großer Freuden voll, die, da ich Christum kenne, und mich von ihm nicht trenne, mein Erbtheil werden soll. 9. Das ist des Vaters Wille, der uns erschaffen hat; aus seines Sohnes Fülle empfahn wir Guad um Gnad; er giebt uns seinen Geist, damit er uns regies re, die Bahn zum Himmel füh re. Hoch seyft du, Herr, gepreist! 5) Vom Lobe Gottes. In bekannter Melodie. 278 2llein Gott in der Ehr, und Dank sey seiner Gnade. Er for£ 5 get, 170 Vom Lobe get, daß uns nimmermehr Ge fahr und Unfall schade. Uns wohl zu thun ist er bereit; fein Rath ist unsre Seligkeit. Er hebet ihn mit Freuden! 2. Ja, Vater, wir erheben dich mit freudigem Gemüthe. Du berrfchest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und stets geschieht, was du bedacht. Wohl uns, daß du regiereft!.0.0.48 3. O Jefu Chrift, des Höch: fien Sohn! dich seinen Einge: bornen, dich fandte Gott vom Himmelsthron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod! erbarm dich unser aller! 4. O heil'ger Geift, du Geist von Gott, erleuchte, beßre, tröfte, die Jesus Christ durch seinen Tod zum Dienst des Herrn erlöfte. Auf deinen Beistand hoffen wir; verlaß uns nicht, so sind wir hier und auch einst ewig selig. Mel. Dir, dir Jehovah, will 2c. 279.[ uf, laßt uns unserm Vater fingen aus voller Seel' ein dankbar frohes Lied! Erwache Geißt, dich auf zuschwingen, hinauf zu Gott, der auf uns nieder sieht, uns hört von seiner Höh; undreine Luft, wenn wir ihm danken, strömt in unsre Brust. 2. Laßt uns ihm singen! was wir haben, sind schwache Lieder und ein dankbar Herz, für alle, alle seine Gaben, für alle Va Gottes. 3. Er ist gan; Liebe, ganz Ers barmen, bat, eb wir waren, uns als Gott geliebt! Mit immer offnen Vaterarmen nimmt er uns auf, auch wenn wir ihn betrübt. Ruft uns zurück von ungerader Bahn, beut uns die Hand, und nimmt sich un frer an. 4. Nur wir, fein Werk, nur wir vergessen undankbar oft, was er an uns gethan; der Gnade, die das Herz nicht mess sen, nicht was sie thut, die Sprache nennen kann; verges sen sein, der unser nie vergißt, den Undank sieht, und doch Erbarmer ist. 5. Seit wir auf dieser Erde wallen, bast du uns mit Barm berzigkeit geführt, uns segnen war dein Wohlgefallen, uns retten, wenn wir uns von dir verirrt, uns trösten, wenn wir weinten, unbewußt uns Freud erschaffen, das war deine Lust. 6. Das wird sie seyn; mit Vaterhånden willst du uns leis ten bis an unser Grab, uns vollbereiten, uns vollenden, im Todesthale Stecken seyn und Stab; und lebten wir dir uns fre Pilgerzeit, uns geben Leben und Unsterblichkeit. 7. Wie gut bist du, mein Gott! o Seele, fink in den Staub, ber' ihn verstummend an! Fließ Freudenthrane, und erzähle, was Gott, dein Gott, an dir, an dir gethan! Ihm ähnlich werden fey der beste Dank, dein Leben ihm ein ftes ter Lobgefang. Mel. Vom Himmel hoch da zc. tertreu bei Glück und Schmerz, 280. Auf, Christen! preif mit für alle Freuden, Lieb' und Huld, für alle Treu und schower preift, was herrlich ist, nende Geduld! nicht gern? und welch ein Glanz, Vom Lobe Gottes. 171 Glanz, der Gott verklärt! Wer| 11. Auf, Christen, preift mit ist, wie er, des Lobes werth? mir den Herrn! Wer preist nicht milde Geber gern? Ges denkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? Mel. Lobt Gott, ihrChriften 2c. 3. Ja, eure Luft fen, ihn er- 281.3ringt, Menschen, ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Ver: stand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmer;. und Ehr dem Herscher aller Welt; dem Mächtigen, der Erd und Meer und alle Himmel bält. 4. Wie wird der Geist das 2. Froblockt mit jubelreis durch entzückt; binauf gen chem Schall Gott, unserm höchs Himmel bingerückt; mit seisten Gut, der große Wunder nem bocherbabnen Freund, mit überall, auch an uns Mens Gott, stets inniger vereint! schen thut. 5. O welch ein herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure füße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht! 3. Von unsrer farten Kindbeit an hat er uns unterfùßt; Er, der allein uns helfen kann, und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle nehmen wir noch immer was uns náhrt, und unsern Seelen auch schon hier Zufriedenheit gewährt. 5. Er fireut auf dieses Les bens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, womit sein weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er trågt, nach güt'ger Väter Art, uns Schwache, mit Geduld; er züchtigt wohl, doch nie zu hart, und schenkt uns gern die Schuld. 7. Er weckt uns das Gewis: sen auf, ruft uns zur Besserung, und stärkt uns, achten wir dars auf, mit Kraft zur Heiligung. 8. Er bleibt uns treu. Sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm balt, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der beffern Welt. 9. Singt, Chriften, singt ihm Preis und Dank für seine Freund2. Lobt ihn! fein ganzer Nahm ist Ruhm; Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies granjenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 6. Ja Pflicht iss, daß ihr fein gedenkt, ihr, denen er Verstand geschenkt, durch den ihr Gott erkennt, und wißt, wie herrlich euer Schöpfer ift. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn befingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nahn, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er fpricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein; und wolltet nicht voll Rühmens seyn? 9. Wer ist wohlthätiger, als Er? denn welche Gabe sollt uns der nicht schenken, der so fehr uns liebt, daß er auch sei nen Sohn uns giebt. 10. Was gebet ihr nun ihm dafür? Ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das gan; in seiner Liebe brennt, das Einz'ge, was ihr geben könnt? Vom Lobe Gottes. Freundlichkeit Einst wird sie| ret! und Ruhm und Ehre bring euer Lobgesang dort in der Ewigkeit. ich dir! Du, Herr, haft fiets mein Schicksal regieret, und deine Hand war über mir. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte sich nabte: so hörte Gott, der Herr, mein Flehn, und ließ nach seinem gnädigen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 172 Mel. HerrJefe Chrifti, wahr'r 2c. 282. Dich, Herr und Va ter aller Welt, preist mein Gesana, und dir mißfällt des Menschen stammelnd Danklied nicht, mein Gott und meine Zuversicht! 2. Von Mutterleib an warst du es. Wie freut sich meine Seele deß, daß du auch mir ein Bater bist, der seines Kindes nie vergißt! OU 3. Wer war der Gnädige, der mich voll Langmuth leitete zu fich? und stürmte Trübfal auf mich zu, wer half mir über. winden? Du. 4. Herr, dessen Augen stets mich fahn, du ließ'st auf mei: ner Pilgerbahn für mich so viele Freuden blühn, durch Wohlthun mich zu dir zu ziehn. 15. Du bist und wareft immer dar mein Schuß, mein Netter in Gefahr, der Stifter meines Wohlergebns, und der Erhörer meines Flebus. 6. Wie oft entfernt ich mich von dir! doch du, du bliebest Vater mir, der, wenn ich reuvoll wieder fam, auch mich voll Huld entgegen nahm. 7. Unzählbar sind und tåg lich neu die Proben deiner Batertreu. Dir rinnt, o Gott, der gern erfreut, die Thräne meis ner Dankbarkeit. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit darnieder, und rief: v Herr, errette mich! Da half mir Gott, der mächtige, wieder, und mein Gebein erfreute sich. 8. Nimm, da ichs nicht ver gelten kann, das Opfer mei nes Dankes an. Mein Leben müsse Zeuge seyn: ich sey dir dankbar, ich sey dein. 4. Wenn mich der Haß des Feindes betrübte: Flagt ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache verübte, und stärkte durch Ge duld mein Herz. 5. Wenn ich, verirrt vom richtigen Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade! und seine Gnade war mir nah. 6. 11m Troft war meiner Seele so bange; denn Gott ver barg sein Angesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr! wie so lan: ge? und Gott verließ den Schwachen nicht, au 7. Er half und wird mich ferner erlösen. Er hilft; der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus der Versuchung zum Bösen, und giebt mir zu der Tugend Muth. 8. Dir dank ich für die Prü fung der Leiden, die du mir liebreich zugeschickt. Dir dank ich für die häufigern Freuden, wo mit mich deine Hand beglückt. 9. Dir dank ich für die Güter der Erden, für die Geschenke deiner Treu. Dir dank ich: In eigener Melodie. 283, Du bists, dem Ruhm denn du hiekest sie werden, und und Ehre gebüh deine Güt ist täglich neu. 10. Dir Vom Lobe Gottes. 10. Dir dank ich für das Wunder der Güte; selbst dei nen Sohn gabst du für mich. Von ganzer Seel und ganzem Gemüthe, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, adtt: liche Werke! die Erd ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke; er hilft und er errettet gern. 12. Er bilft. Des Abends währet die Klage, des Morgens die Zufriedenheit. Nach einer Prüfung weniger Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Bergiß nicht deines Gots tes, o Seele! vergiß nicht, was er dir gethan. Berehr und halte feine Befehle, und bet ihn durch Gehorsam an. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 285. Gott forgt für uns 284. Frobe ich dich. Als ihr Chriften, singt ihm gern! Mel. Wenn wir in höchsten zc. Crohlockend Gott, Vom Aufgang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. Vater forgtest du für mich, verschafftest ewges Leben mir, und jogit mein ganzes Herz zu dir. 12. Durch Jetum mit dir aus: geföhnt, mit Gnad und Huld von dir gekrönt, ihm, meinem Mittler, unterthan, gehör ich dir auf ewig an. 2. Bom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht feine Gnad und macht; im Sonnenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Wie heilig ist, wie segens: voll dein Recht, dem ich gehors chen soll! Wie mächtig weckt zum Tugendlauf mich, Herr, was du verheißeft, auf! 173 6. Sey ftandhaft! rufest du mir zu. Ich kämpfe. Wer vers gilt, wie du? Wo treffich sonst die Freude an, die Ewigkeiten dauern kann. 7. Mit dir besieg ich allen Rei; der Sünde, Wollust, Stolz und Geiz. Gerüstet, Herr, mit deiner Kraft, be kämpf ich jede Leidenschaft. 8. Und fehl ich, so bestrafft du mich, zu meiner Warnung, väterlich, siehst meine Neue gnädig an, und hilfft, daß ich mich bessern kann. 9. Drum preiset dich mein Lobgefang. Mein ganzes Leben sey dein Dank. Denn du, mein Gott, forgs gnadenvoll für meiner Seele daurend Wohl. 4. In deiner Kraft geh ich einher. Was du gebietest, ist nicht schwer. Denn du verweis gerft Muth und Licht zum Gu: ten deinen Kindern nicht. 5. Wer demuthsvoll es nicht vergißt, daß du des Menschen Stärke bist, nimmt stets an Kraft und Weisheit zu. Stoljen nur erniedrigst du. Die 3. Mit frob gerührter Seele bringt ein Her; voll Dank ihm dar. Die ehre, die vom Se gen sinkt, ist sein. Gott krönt das Jahr. 4. Ja, Höchster, wir vereh. ren dich mit kindlichfrohem Dank; du nährst uns und giebst mildiglich auch mehr als Speis und Trank. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hans de Fleiß, auch das giebst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß PI 174 Dom Lobe Gottes. 6. Laß deines Gegens Ueber:| Welt, dein Werk und Eigen: fluß, laß ihn uns nùßlich seyn, thum, verkündigt deines Naund hilf uns, daß wir beim mens Ruhm. Der Engel Heer, Genuß uns deffen mäßig freun. die Seraphim, lobsingen dir mit hoher Stimm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! der Herr, Herr Zebaoth!(*) 7. Vermehr in uns die 3u: versicht, dir ewig zu vertraun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens Erndte schaun. 2. Weit, über alle Himmel weit, geht deine Macht und 286. Güte. Wer fie Herrlichkeit. Sie, die den Mel. Von Gott will ich nicht zc. roß ist des höchsten nicht achtete, welch fühllos Herz verriethe der Unerkennt liche! Sie rettet uns aus Noth, erquicket uns im Leide, verwandelt es in Freude, ver: füßet selbst den Tod. 2. Und meine Lippen schwie gen? Ich felbst versagte mir das himmlische Vergnügen, Gott, lobzufingen dir? Nein, Herr, von meinem Dank sey jeder Morgen Zeuge, und ie: den Abend steige zu dir mein Lobgefang. 3. Du wirst mich ferner lei: ten, so unwerth ichs auch bin; treu bleibt zu allen Seiten dein milder Vatersinn. Ich hoffe stets auf dich. Du wirst in Kum: mernissen mir wohl zu helfen wiffen; dir überlaß ich mich. 4. Ja, deine Huld ist größer, als es der Mensch versteht; dein Rath unendlich besser, als was sein Wunsch erflebt. Herr, meine Zuversicht, dir froh mich zu ergeben, dich dankbar zuer heben sen meine liebste Pflicht. In eigener Melodie. errGott, dich loben 287. wir danken dir! Dein, Vater, ist von Ewigkeit das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit. Die Erdkreis wunderbar bekehr: ten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jefu Märtyrer, die preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Chrißenbeit preist dich auf Erden weit und breit; dich, Vater, auf der Himmel Chron, und deinen eingebohrnen Sohn, und deinen Geist, ihn, dessen Kraft ein neues Leben in uns schafft. ein 3. Du Herr der Ehren, Jesu Chrift, der du der Sohn des Höchsten bist, du wardst, der Heiland uns zu seyn, Mensch, wie wir, doch fundens rein. Du hast des Todes Reich zerstört, und uns den Weg zu Gott gelehrt. Du berrschestin des Vaters Reich, an Majestät und Huld ihm gleich. Im Gras be läsfest du uns nicht; du kommst dereinst, und hältst Gericht. 4. Dein soll sich unfre Seele freun, dir treu, geborsam, danks bar feyn. Laß einst uns an des Himmels Heil mit allen Sel's gen haben Theil. Hilf deinem Volk, Herr Jefu Chrift, und segne, was dein Erbtheil ist. Leit den Weg zur frohen Ewigkeit. 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich! dir heiligt unsre Seele (*) Das ist der Herr der Heerschaaren, aller Geschöpfe, die auf seinen Wink bereit stehen, seinen Willen zu vollbringen. Vom Lobe Gottes. Seele sich. Vor aller Ungerechtigkeit behüt uns ießt und alles geit. Sen gnädig uns, o treuer Gott! Sey gnädia uns in aller Noth. Laß dein Erbarmen uns erfreun, wenn wir zu dir um Hülfe schrein. Auf dich, 0 Herr, vertrauen wir; wir leben und wir sterben dir. Amen. Mel. In dich hab ich gehoffet zc. ch freue mich, mein das mir bei deiner Liebe fehle? Du, Herr, bist mein, und ich bin dein; was mangelt meiner Seele? 2. Du hast mich vor der Welt erwählt, und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein 175 7. Auf deiner Huld allein bes ruht mein ganzes Glück, mein höchstes Gut; in dir leb ich zus frieden. So dort, als hier, Herr bleiben wir in Liebe ungeschieden. 8. Du willst mein ewges Wohlergebn; einst werd ich dich noch näher sehn, du Urs sprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann inniglich 5. In Finsterniß bist du mein Licht, erfreuft mein Herz, drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Selbst was mich kränkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. Ohr gehört, was uns dein Him: mel einst gewährt; doch seb ichs schon im Glauben. Voll. kommnes Heil ist dort mein Theil, das wird mir niemand rauben. Mel. Lobt Gott, ihrChristen ze Wohl, haft gnadenvoll mein Glück mir jugemessen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergiebst durch Chriftum mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. An feinem Heil hab ich auch Theil; dies tröstet meine Seele. 4. An dir hab ich den treuen Freund, der es aufs Beste mit mir meint; wo find ich deines gleichen? mit deiner Treu 3. Er giebt die Sonne seistehst du mir bei, wenn Bergner Welt, dem Mond ein sanf und Hügel weichen. tres Licht. Er ists, der unfern Erdkreis bält in seinem Gleich: gewicht. 4. Das Feld weiß seine Zeit genau; nichts dringt zu früh hervor. Der Halm, erquickt durch seinen Chau, schießt täglich mehr empor. 5. Gott giebt der jungen Saat Gedeihn; uns Kräfte zum Genuß; auch, unsre Herzen zu erfreun, des Weines Ueberfluß. 6. Er hält den Blitz in seiner Hand; ihm dient der Wolken Heer. 289 Kommt her, verküns digt ihr Menschen, preift den Herrn; denn ihr, ihr send fein Eigens thum! Lobsingt und dankt ihm gern. 2. Vom Engel an bis auf den Wurm, zeigt alles seine Pracht. Des Frühlings Lüft: chen, wie der Sturm, verkündigt seine Macht. 102 Vom Lobe Gottes. 176 Heer. Mit Segen füllet er das Land: mit Segen auch das Meer. 7. Noch steht zum Zeichen feiner Huld sein Bogen in der Luft. Noch trägt den Sünder die Geduld, die ihn zur Buße| haben! ruft. 8. Der Morgen fagts der Mitternacht: groß ist der Schöpfer, Gott! der Tag ver: kündigt seine Macht dem hol den Abendroth. 290, Last Mel. Wach auf, mein Herz 2c. unserm Gott uns singen, ihm Dank und Ehre bringen, daß wir so viele Gaben aus seiner Fülle haben. 2. Nur er hat uns das Leben und Seel und Leib gegeben. Er ist es, der sie schützet, und schenkt, was beiden müßet. 3. Dem Leibe giebt er Speise; die Seele macht er weise, in Reinigung von Sünden ihr wahres Glück zu finden. den, wenn sie uns herzlich reuen und wir forthin fie scheuen. 7. So hoch begnadigt werden, o Gott, wir schon auf Erden! Was wird dann nicht für Gaben dein Himmel für uns 4. Für uns dahin gegeben ward Christus unser Leben; er, der für uns gestorben, hat uns das Heil erworben. 9. Groß, wenn sein Donner rollt daher: groß, wenn die Sonn entzückt; groß, wenn ihm rauschet Strom und Meer; groß, wenn der Bach erquickt. Mel. Es ist das Heil uns u. 10. Allmächtiger! wie weit 291 Lob, Ehr und Preis dem Höchsten Gut, und breit schallt deines Namens Ruhm. Ein dankbar Her sey dir geweiht, dir ganz zum Heiligthum. dem Vater aller Güre, dem Gott, der große Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Troft ers füllt; dem Gott, der allen Jammer stillt. Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Der Himmel Heere danken dir, Beherrscher aller Thronen! Auch wir, die wir, o Vater hier auf deiner Erde wohnen! wir preisen alle deine Macht, die uns erschuf, die uns bes wacht. Gebt unserm Gott die Ebre! 6. Er läst uns Gnade fin, den, vergiebt uns unsre Sun8. So bilf du nur uns allen die ebne Bahn zn wallen, die, wenn wir sie vollendet, in ews ges Heil sich endet. 9. Leit uns durch deine Wahrheit, bis wir in voller Stlarheit, dich, dem wir hier vertrauen, noch heller werden schauen. 3. Was unser Gott geschaf fen hat, das will er auch erhal ten; darüber will er früh und spat mit seiner Gnade walten. In seinem ganzen Königreich ist alles recht und alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Sein Wort wird uns zum 4. Ich rief zum Herrn in mei Gegen, einlicht auf unsern Wener Noth: Ach Gott, schau auf gen; zu allen guten Werken soll felbst sein Geist uns stärken. mein Weinen; da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Croft erscheinen. Ich dan: te, Gott, ich danke dir! Ach dan; fet, Vom Lobe Fet, danker Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nab, er ist noch nicht von seinem Volk ge: schieden; er ist der Frommen Zuversicht, ihrSegen, Heil und Frieden. Mit Baterhånden führer er die Seinen, selbst durch Feu'r und Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenmacht nicht helfen kann, und sich kein Retter zeiget; so nimmt Gott unsrer Netb sich an, er selbst, der Schöpfer, neiget sein huldreich Angesicht uns zu, und schafft uns Hülfe, schafft uns Rub. Gebt unserm Gott die Ehre! Gottes. 177 2. Erpflegt, als Vater, seine treuen Kinder; und sorgt auch selbst für undankbare Sünder. 3. Er giebt dem FeldeWachsthum und Gedeihen, daß Vieh und Menschen sich darüber freuen. 4. Er schaffet Speise reichlich gern uns allen; und sättigt was da lebt, mit Wohlgefallen. 7. Drum will ich dich mein Lebentang, o Gott mit Freu: den ehren; man soll, Herr, meinen Lobgefang an allen Orten hören. Mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ebre! 5. Auch ist laßt uns ihm dan: Fen für die Gaben, die wir von seiner Hand empfangen haben. 6. Wir wollen ihn bienie den, wie dort oben, für alle seine große Gnade loben. 7. Ja, emig, ewig seyft du, Herr, gepriesen für jede Wohls that, die du uns erwiesen. 8. Sehr groß ist deine Weiss beit, Grad und Stärke, und wunderbar sind alle deine Werke! 9. Herr, wir lobsingen iquchzend deinem Namen, und jedermann sprech: Ehre fey Gott! Amen. 8. Jhr, die ihr Chrifti Namen nennt, gebr unſerm Gott 293. Meie sich zum Breis Mel. Wer nur den lieben Gottie. sein Herz, ermun tre die Ehre! Jhr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt ihm, dem Ewgen, Ehre! Allmächtig bist du, unser Gott, und unser Schus in jeder Noth. Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, laß uns vor sein Angesicht mit tiefer Ehrfurcht dringen! Bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich fingen: Der Herr hat alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht. Gebt un: ferm Gott die Ehre! Mel. Waskobes folln wir dir zc. 2. Herr, deine Hand ist ime mer offen, zu geben, was mir nüglich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt. 3. Unendlich groß ist dein 292, Lobt unsern Gott mit Erbarmen; nur wohlzuchun fröhlichem Gemüthe bist du gewohnt. Drum wird für seine Batertreu und milde auch mir, mein Gott, mir ArGüte. neden men, von dir nicht nach VerM dienst se des Gottes, der dein Vater is! Bedenk es, auf wie viele Weise du ihm zum Dank vers pflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freu den Ruhm und Ehre dar. 178 Vom Lobe Gottes. dienst gelohnt. Noch immer| sein Leben ewig währt. Nach steht mir deine Treu mit Se- so viel tausend Jahren, die gen, Trost und Hülfe bei. durch sie alle reich an frohem Segen waren, bleibt sie sich im. mer gleich. Nie bört sie aufzu sorgen, und sorget immer treu; fie wird mit jedem Morgen an den Geschöpfen neu. 4. Du bist es, der in meinen Sorgen mit Rettung mit ent: gegen eilt; und wenn sie, noch vor mir verborgen, nach mei nem Wahnzu lang verweilt, so kommst du, eh ichs mich verfehn, und hilft mir, und ers hörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest ftets das Beste: und wenn auch meine Noth sich bäuft, so fteht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend gan; ergreift, so bleibst du doch erbarmungsvoll, und forderst stets mein wahres Wohl. 6. Du bist mein Heil; mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Retter, voll. O Fönnt ich deine große Güte doch so erheben, wie ich soll! doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. Auch siehest du mit Wohlgefallen auf wahre Herzensred: lichkeit; und höreft selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du börst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 8. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich voll: Fommner deinen Ruhm erheb im höhern Heiligthum. Mel. Nun lob' meinSeel den: c. 2. Sie reicht durch Erd und Himmel, um, was da lebet, zu erfreun. Welch fröhliches Gewimmel in ihrem milden Sons nenschein! Ver ihren heitern Strahlen, wo sie hervorbricht, fliehn die bangen finstern Qualen, wie leichte Wolken bin. Wer zählt die Millionen, die fie erwärmt und nährt? So weit nur Wesen wohnen, bat sie sich auch verklärt. 3. Süß ist das Licht derSons ne, das täglich jedes Aug ents ; uckt; weit füßer ist die Won: ne, womit uns Gottes Güterquickt. Erfreulich ist das Les ben, und schauervoll der Tod: doch besser noch, als Leben, ist deine Güte, Gott. Wie ist sie uns so theuer? fie, sie verläßt uns nie. Was ist wohl milder, treuer, und trößtender, als sie? 4. Zu ihrem Lob erwecke vor allen du dein Herz, o Chrift! Komm her, und sieb, und schmecke, wie freundlich Gott, dein Vater, ist. Auf, seinen Ruhm erzähle dein frommes Saitenspiel, und deine garze Seele sey Inbrunst und Gefühl! von seiner Güte sage, wie treu fie für uns wacht, ein Tag dem andern Tage, die Nacht der nächsten Nacht. 5. Wer wollte sie nicht los 294.Mit fröhlichem Geben? fie, die doch allen alles müthe dankt, die gab, vom hohen Seraph droben ihr Chrifto angehört, dankt bis zu des Staubs Gewürm Gott, daß seine Güte, so wie hinab. Von so viel Creaturen läßt Vom Lobe Gottes. läßt sie nicht eine leer, und ihres Segens Spuren verbreitet fie umher. Und wie aus ihr Entzücken stets für den Himmel quoll, ist auch wohin wir blik ken, von ihr der Erdkreis voll. In bekannter Melodie. 295. Nun danket alle Gott mit fröhli: chem Gemüthe, dem Gott, der groß von Chat, voll Weisheit ist und Güte; der mächtig uns erhält und von der Kindheit an uns so viel Guts gethan, mehr als man jählen kann. 2. Der gnadenreiche Gott woll uns, so lang wir leben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben; er schüß uns in Gefahr, er helf uns allezeit, und führ uns aus der Welt zu seiner Seligkeit. 179 3. Zu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deiner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Berather, eh ich, was ich bedurft', empfand; felbst eh ich war, da maßeft du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 3. Lob, Ehr und Preis sey Gott, dem Vater und dem Sohne, und seinem heil'gen Geist. Er, der vom Himmelsthrone er barmend auf uns fiebt, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß und gut. Lob sey ihm immerdar. Mel. Wer nur den lieben Gottze. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben und läsfest es nie freudenleer; zum böbern Glück mich zu erheben, schickst du auch manche Trübsal her; doch stehst du auch mit Straft mir bei, daß ich nicht zag' und muthlos sey. 5. So oft hab ich in meinen Tagen mit Freud und Dank es schon gespürt, wie du mich uns ter allen Plagen, zwar wunderbar, doch gut geführt: bei jes der drobenden Gefahr ward ich dein Troftlicht fiets gewahr. 6. Wie sollt ich denn nicht voller Freuden beständig deis nen Ruhm erhöhn? Wie sollt ich auch im tiefsten Leiden nicht freudig trauernd auf dich sehn? und fiele selbst der Himmel ein, so wirst du mein Beschirmer seyn. 7. Drum reiß ich aus des 296. kunt ich dich, Kummers Höhle mein sorgendes Gemüthe los, und rufe mit ers freuterSeele: Wie gut bist du, mein Gott! wie groß! Du leiteft mich nach deinem Rath, der nur mein Heil beschlossen hat. mein Gott, recht preisen, wie du des Preises würdig bist! könnt ich dir gnug den Dank beweisen, den dies mein Herz dir schuldig ist! dies Hers, das deiner Gùtigkeit sich täglich mit Entzücken freut. 2. Wer überströmer mich mit Segen? wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schützet mich auf meinen Wegen? wer schenkt dem Geiste Trost und Licht? wer giebt zu meinem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bists allein. 8. Von deiner Gute will ich fingen, so lange sich die Zunge regt; dir will ich Dank und Ehre bringen, so lange sich mein Herz bewegt; und wird mein Mund auch kraftlos seyn, so stimm ich noch mit Seufzen ein 9. Dies schwache Lob kann ich nur geben. Nimm es, mein M 2 Gott, LA Vom Lobe Gottes. 180 Gott, in Gnaden an, bis ich in einem beffern Leben dich würdi: ger erheben kann. Da steis get mit der Engelchor mein Lobgesang zu dir empor. deinen Wegen. Bis in des Grabes Nacht sen dir mein Dank geweibt, und einst vor deinem Cbron, Gott der Barmherzigkeit. Mel.Jefus, meine Zuversicht 2c. In eigener Melodie. 297. Preift den Höchften 299, Sollt ich meinem alle Welt! Sein ist Majestät und Stärke. Dient ihm, wie es ihm gefällt, ibr, ihr Zeugen ſeiner Werke! Tommt froh vor sein Angesicht und bezahlt ihm eure Pflicht. 2. Er ist Gott. Gebt ihm die Ehr! Er gab uns nicht nur das Leben; seine Gnade thut viel mehr und erhält, was er gege: ben. Unsre Fluren, Glück und gen? follt ich ihm nicht dank bar seyn? hab ich doch in allen Dingen, so viel Anlaß mich zu freun. O, es ist ja nichts, als Liebe, die sein Vaterherz bewegt, die mich mit Erbarmen trägt, wenn ich seinen Willen übe. Alles währet feine Zeit; Gottes Lieb in Ewigkeit. 2. Wie ein Adler bei Gefahs Stand blühen unter feiren treulich seine Jungen deckt, so hält Gott, mich zu bewah: wer Hand. ren, seine Schußband ausge freckt. Er, der über mir schon wachte, als ich kaum zu seyn begann, sah mit Vaterhuld mich an, eh ich war, und eh ich dachte. Leib und Seele gabst du mir; Gott! o wie 3. Last uns seiner Güt uns freun, die Jahr ein Jabr aus uns nähret. Nicht für diese Zeit allein, auch in Ewigkeit gewähret seine Huld dem, der ihn ehrt, Freude, die kein Wechsel fört. Mel. Nun danket alle Gott rc. Gott, will ich dein 2ob verbreiten. Das Leben gabst du mir mit seinen Süßig Feiten; du gabeft mir Verstand, der dich erkennen kann, und boteft ewges Heil in deinem Sohn mir an. 2. Was bin ich, Gott der Huld, daß du so viel mir schen. Fest? Was ist ein Menschenkind, Herr, daß du sein gedenkest? Ja, du gedachtest, Herr, schon| vor der Welt an mich, und denkst noch meiner stets, und führt mich väterlich. 3. Ich freue mich in dir, und traue deinem Gegen. Mein ganz Bestreben fen, zu geba auf verdank ichs dir. 3. Für mich Armen, mich der ich ge I fallen bin, gabst du deinen Ein: gebornen, Jesum Chriftum selber bin. Mir zum Heil kam er auf Erden, lehrte, litt', vers goß sein Blut, starb am Kreuze, mir zu gut, daß ich mögte selis werden. O wie groß ist deine Huld, größer noch, als unsre Schuld. 4. Du, mein Vater, mein Regierer, hilft mir selbst im Guten fort, und giebst mir zum sichern Führer deinen Geist in deinem Wort: daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht, das des Todes Schatten bricht; und des Hergens Unruh stille. Er ists, der durch Vom Lobe Gottes. 181 durch seine Kraft gern, was| schmerzhaft sind; sinds doch, gut ist, in mir schafft. 5. Meinem beffern Theil, der Seele, giebst du Trost und Stark und Ruh. Wenn ich, was du willst, erwähle, ftrömet mir dein Friede zu. Was, so lang ich hier noch walle, ich bes darf in dieser Welt, was den Leib ernährt und hält, daß er nicht in Staub zerfalle, auch das wird von deiner Hand väterlich mir zugewandt. wenn ichs recht ermåge, Zeis chen, daß du mich, dein Kind, willst zu höherm Glück erzies hen. Wohl mir, wenn ich folg: sam bin! Mir zum reichlichen Gewinn, erndt ich von des fes bens üben und der ausges standnen Pein einstens ewge Freuden ein. 10. Weil denn ohne Ziel und Ende, Vater, deine Gnaden find, so erheb ich Herz und Hän de freudig zu dir, als dein Kind; bitte: wollst mir Gnade geben, dir mein ganzes Herz zu weibn, deiner Liebe mich zu freun, ganz zu deinem Ruhm zu les ben, bis ich dich nach dieser Zeit lieb und lob in Ewigkeit. Mel. Warum betrübst du dichze. 6. Himmel, Erd und ihre Heere sind auch mir zum Nußen da. Wohin ich mein Auge kehre, ist mir, Gott, dein Segen nah. Thier und Kräu ter, und Getraide, in den Grün: den, auf der Höh, in den Bu fchen, in der See, find mir Nah rung, sind mir Freude. Deine Welt ist, mir zum Wohl, un- 300, Vol Freud und voll. frommer begier erheb ich meinen Geist zu dir, mein Vater und mein Gott. Wie froh und heiter machet mich der himmlische Gedank an dich! 2. Mein Aug erblickt die stolze Pracht der Werke deiner weisen Macht. Du riets, da wurden sie; und Erd und Him mel sind noch heut ein Spiegel deiner Herrlichkeit. 3. Da freuet sich, Allgutiger, ein zahllos Heer Lebendiger der milden Vaterhuld, die neu an jedem Morgen ist, und auch des Wurmes nicht vergißt. 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Schwachbeit meinen Leib umgiebt; dann, dann bet ich, und verheble nichts vor dir, der mich doch liebt. Wärst du nicht mein Gott gewesen; båt: te mich dein Angesicht nicht er quickt, so wär ich nicht aus so mancher Noth genesen. Nur allein von dir bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht. 8. Wie ein Vater seinem Kinde niemals ganz fein Herz entzeucht, ob es gleich, ver: führt zur Sünde, von dem rech: ten Wege weicht;: also siehst du meine Schwächen, Höchster, mit Erbarmen an, züchtigst mich, da ichs gethan, ohn es doch im Zorn zu rächen; weil, obgleich ich es beging, doch mein Herz noch an dir hing. 9. Wenn gleich deine Kreu: jesschläge meinem Fleisch oft 4. Da stelleßt du, durch den ich bin, mich unter deine Wunder bis zum fröhlichen Genuß. Was ist der Mensch, Herr, deß du dich so gnädig annimmst? Was bin ich? 5. Den Menschen krönte dei: ne Hand, dich zu erkennen, mie M 3 Ver, 182 Vom Gebet. Verstand; sie bildete dies Hers,| zur Versöhnlichkeit, so bring das dankbar froh empfinden kann, wie viel sein Gott an ihm gethan. ich chriftlich und in Rub auf Erden meine Tage zu. 6. Vergiß, mein Geist, der Wonne nicht, die uns in seinem Wort verspricht der Stifter unsers Heils. Versüßt wird jedes Leid durch sie, und leicht der Tugend edle Müh. 7. Im Glück gieb mir Bes scheidenheit, ein Herz zu dir voll Dankbarkeit; im Unglück schenke mir Geduld, und Trost an deiner Vaterhuld. 7. Ihr will ich, deiner werth zu seyn, die theuern Lebensstunden weihn, die mir noch übrig find. Viel höhern Frieden hab ich dann, als diese Welt mir geben kann. 6) Vom Gebet. Mel. Nach dir, o Herr 2c. 301. Bis bieber balfft du 10. Da wechselt nicht mehr Freud und Leid. Da find ich bis in Ewigkeit das Glück, das keiz mir, mein ne das sich ohn Ende mehrt. du halfft mir aus so mancher Noth: und o wie viel, die unbekannt mir blieb, ward von dir abgewandt! 2. 3um frohen Aufenthalt allhier gabst du so manche Freuden mir; und immer noch ist deine Treu, mich zu beglücken, täglich neu. 3. Trum wart ich ferner auf dein Heil. Ein gut Gewiffen sey mein Theil, das hier des Himmels Vorschmack ist, und einst mein Ende mir versüßt. 4. Dein Wort sey meines Lebenslicht! so täuscht der Erde Glück mich nicht. Die Welt mit ihrer Lust vergebt; wer deinen Willen thut, besteht. 5. Hilf, daß ich meiner Pflicht getreu, gern andern Menschen nützlich sen, mich freue mit den Fröhlichen, und weine mit den Weinenden. 8. Was sonst mir könnte nüßlich seyn, siehst du, mein Gott, am besten ein. Gieb nur, daß ich stets sen vergnügt mit al: lem, was dein Rath verfügt. 9. Du, Herr, bist meine Zus versicht. Entzeuch mir deine Gnade nicht, und schließt sich hier mein Lebenslauf, so nimm mich in den Himmel auf. 6. Zum Wohlthun sey mein er bereit, jur Sanftmuth, Mel.Wer nur den lieben Gottre. 302.Dein Heil, o Chrift, nicht zu verscheren, sen wach und nüchtern zum Gebet! Ein Flebn aus reinem guten Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Er ist die Liebe felbst, und hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Hös hen mit Dank und Fleben oft und gern! Er läßt das, was dir nüßt, geschehen, ist dir zu hbelfen niemals fern; und thut, so du nur zu ihm flehst, mehr als du bittest und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! DerHerr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Menschen Flebn? Er will bloß deine Ses ligkeit, wenn er zu beten dir gebeur. 4. Sagt Vom Gebet. 4. Sagt Gott nicht: Bittet, daß ihr nehmet? Ik des Gebe tes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu sevn; und 0, wie würd es um mich stehn, wenn er dich deinen Weg ließ gebn? 5. Sein Glück von seinem Gott begehren, ist wahrlich keine schwere Pflicht; und seine Wünsche Gott erklären, gereuet sicher niemals nicht. Es giebt uns Muth, und stärkt die Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Sich in der Furcht des Höchften stärken, in dem Vers traun, daß Gott uns liebt, im Fleiß zu allen guten Werken; ist diese Pflicht für dich bes trübt: so triffst du nichts auf Erden an, das deinen Geist erfreuen Faun. 7. Gott, laß mich nicht mein Heil verscherzen, gieb Lust und Kraft mir zum Gebet; und wenn mein Mund aus vollem Herzen zu dir um Hülf und Gnade fleht; so bore mich von deinem Chron durch Jesum Chriftum, deinen Sohn. Mel. Dir, dir Jehovah, will ze. 303. Dirdir, duhöchster, wer ist an Huld und macht so reich, als du? vor dich will ich mein Fleben bringen; ach gieb mir deines Geistes Kraft dazu, 483 eifrig flieb; von deiner Gnad und Huld versichert sev, und dessen mich im Junersten erfreu. fällig ist. 2. Bieh, Vater, mich; uldei nem Sohne, damit dein Sohn mich wieder zu dirzieh; gieb, daß dein Geist stets in mir woh ne, damit ich, was dir mißfällt, 3. Erzeige, Gott, mir solche Güte, so bet ich dich im Geift und Wahrheit an; so preist mit dankbarem Gemüthe mein Mund, wie viel du haft an mir gethan; so bebt dein Geist mein Herz empor zu dir; so bab ich schon des Himmels Vorschmack hier. 4. Dein Geist treibt mich, zu dir zu treten mit Seuffern, die mir unaussprechlich und; nur er lehrt mich reqt gläubig beten, und überzeuget mich, ich sey dein Kind, und einst auch Erbe deiner Herrlichkeit. Er ists, der in mir lieber Vas ter! schreit. 5. Und weil ich dich zum Va ter habe; so bin ich voller Troft und Freudigkeit. Ich weiß es, jede gute Gabe, die bier mir nützt, und ewig mich erfreut, die giebst du, und thust über: schwänglich mehr, als ich verstebe, bitte und begehr. 6. Wohl mir! ich bitt in Jes fu Namen, der mich zu deiner Rechten selbst vertritt. Durch ihn ist alles Ja und Amen, was ich von dir im Geist und Glaus ben mir, deine Huld so hoch erfreut! Preis dir dafür ist und in Ewigkeit! Mel. Wenn wir in böchsten ze. daß es gescheh im Namen Jeſu 304. Du! deß ſich alle wie es dir allein ge auch unsre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht uns endlich ist, daß du, Gott, uns ser Vater bist. 2. Weit über unsre Einsicht, weit, geht deines Namens M 4 Herrlich 16 184 Vom Gebet. Herrlichkeit! Ibn ehre stets,| drauet, dich sucht und ehrt und von Lieb entbrennt, wer dei nen großen Namen nennt. liebt; das im beglückten Leben, dir, seinem Gott, ergeben, die Tugend tren und freudig übt. 3. Ein Herz voll edler Tries be, voll warmer Menschenliebe, entfernt von Haß und Neid; das nie den Nachfien kränket, auf Rache niemals denket, gern jedem dienet und verzeiht. 4. Ja, Herr, folch ein Gemüthe gieb mir nach deiner Güte, mir, der nur darum flebt! O stårk mich, deinen Willen stets freudig zu erfüllen; erhör, o Vater, dies Gebet! Mel. Es ist das Heil uns ic. 6. Ach! oft vergehn wir uns 306. Gott, deine. Gure reicht so weit, fo weit die Wolken gehen; du kronst uns mit Barmherzigs Feit, und eilft, uns beizustes ben. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein stehn, merk auf mein Wort! denn ich will vor dir beten. 2. Jch bitte nicht um Ueber: fluß und Schäße dieser Erden; laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gefandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Verbreite deiner Gnade Ruhm durch Jesu Evangelium; mach unser Herz ihm unter: than, so beten wir dich freu dig an. 4. Der du in deiner Wahl nie irrft, und wohl; uthun nie müde wirft, dein Wille, Wei fester, gescheh, auf Erden so, wie in der Höh. 5. Was unser Leben hier ers hält, gieb uns, so lang es dir gefällt; doch gieb uns auch ein Herz dabei, das dankvoll und genügsam sey. an dir; verzeih uns, Vater, so wie wir, um deiner Huld uns zu erfreun, auch unserm Nächsten gern verzeihn. 7. Dringt auf uns wo Versuchung her, so sen sie nie für uns zu schwer; steh uns zum Siege mächtig bei, mach uns im Guten fest und trea. 8. Erlöf, erlöf uns, unfer Gott, nach deinem Rath aus aller Noth. Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem beffern Leben auf. 9. In deines Himmels Heiliathum, auf deiner Erd erschallt dein Ruhm! dein ist die Macht, die Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Mel. In allen meinenThatenze. 305., Vater, wollfi mir geben, was mich in diesem Leben zu jenem tüchtig macht: Ein mäßig Glück bienieden fey mir von dir beschieden, o du, der für mein Beßtes wacht! 2. Ein her, das dir gewei: bet, das selbst, wenn Unglück 3. Jch bitte nicht um Ehr und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Rubm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben; im Glücke Des muth, Muth in Noth, das wol lest du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit, laß du mich Vom mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. Mel.HerrJesuChrist, wahr'r 2c. ch komme vor dein 307. Angesicht; verwirf, einer Pflicht entzieh. Gebet. 10. Gieb mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nük und dankbar sey, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft DGott, mein Fleben nicht: ver: gieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnaden und Geduld. 2. Schaff du ein reines Herz in mir; ein Herz voll Lieb und Furcht zu dir, ein Herz voll De muth, Preis und Dank; ein rubig Her; mein Febenlang. 3. Sen mein Beschützer in Gefahr; ich barre deiner immerdar. It wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 13. Und wenn sich wird mein Ende nahn, so nimm dich meis 4. Ich bin ja, Herr, in deiner herzlich an, und sey, durch ner Hand; von dir empfing ich Christum deinen Sohn, mein den Verstand; erbalt ihn mir, Schirm und Schild und großer und durch dein Wort erleucht Lohn. und leit 5. Laß, deiner Güte mich zu 308. I daß all mein Thun Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. weiß, Gott, freun, fie stets vor meinen Augen seyn! laß, meines Glaubens mich zu freun, ibn fiets durch Liebe thária seyn. und Werk auf deinem Willen ruhn, von dir kommt Glück und Segen! was du regierst und fördern willst, geht ſeinem Ziel entgegen. 6. Das ist mein Glück, was du mich lehrst; das sey mein Glück, daß ich zuerst nach dei nem Reiche tracht, und treu in allen meinen Pflichten sey! 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft, zur Dämpfung meiner Leidenschaft; du aber siebst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dies fer Welt, so viel mir nüßt, und dir gefällt, bei Wenigem Zus friedenheit, zu meinem Fleiße Heiterkeit. 185 9. Schenkst du mir aber Ueberfluß; so laß mich mäßig im Genuß, und dürftge Brüder zu erfreun, mich einen frohen Geber seyn. 11. Erwecke mir stets einen Freund, ders treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Troft und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meis ner Tage viel: so sey, Herr, meine Zuversicht; verlaß mich auch im Alter nicht. 2. Es steht in keines Men fchen Macht, daß das gescheh, was er bedacht, und er sich dess fen freue; dein Segen, Hoch, fter, machts allein, daß Menschenrath gedeihe. 3. Oft denken wir mit sicherm Muth, dies oder jenes ſey uns gut, und ist doch weit gefehlet; oft sehn wir auch für schädlich an, was doch dein Rath ers wählet. 4. Drum gieb mir Weisheit aus der Höh, mein Vater, daß ich nicht besteh auf meis nem Eigenwillen; sey du mein Licht, und lebre mich nur deis nen Rath erfüllen. M 5 5. Was 186 Vom Gebet. 5. Was dir gefällt, gefall| dich besiegen in der Erfüllung auch mir, zufrieden sey mein dieser Pflicht. O übe sie, zu Her; mit dir bei allen deinen Gottes Preis und deinem Heil Wegen; und was dir mißfällt, mit treuem Fleiß. laß mich nie in meiner Seele hegen. 6. Tritt du zu mir und mache leicht, was mir sonst fast un: möglich däucht. Reichst du mir Deine Hände, so kommt, was angefangen ist, gewiß zum guten Ende. 2. Bet oft in Einfalt deiner Seelen; Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte feblen, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Borte Ton. 3. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater, ist; bet oft zu Gott und fühl im Leiden, wie treulich er das Leid versüßt, Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft; er giebt den Müden Croft und Kraft. 4. Bet oft, und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern satt; schau auf den Ernst, schau auf die Güte, wos mit er dich geleitet hat. Oft irrtest du, er trug Geduld; ers kenn und preise seine Huld. 5. Bet oft, durchschau mit frohem uthe die herzliche Barmherzigkeit deß, der mit seinem theuern Blute uns vom Berderben hat befreir; eigne dir zu deiner Ruh und Heiligung fein Opfer zu. uns 6. Bet oft, Gott wohnt an jeder Ståtte; in keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, so find ich eh bei Gott Gehör. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, so sey aewiß, daß Gott ihn thut. 7. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen, mit den Seinen, mit deinen Brüdern, zu erhöhn. Fühlder vereinten Andacht Werth, die deine eigne stärkt und nåbrt. 8. Bet 7. Ift gleich der Anfang et was schwer, und muß ich gleich ins tiefe Meer der bitern Sor: gen treten, so stärke mich der Glaub an dich, und ein trost: volles Beten. 8. Wer fleißig betet, dirver: traut, wird alles, wovor sonst ihm graut, mit tapferm Muth bezwingen. Du heißest seine Sorgen fliehn, hilft ihm den Sieg erringen. 9. Zwar rauh ist oft der Tu gend Pfad, den uns dein Wort gewiesen hat; doch wer ihn muthig gehet, wird endlich, Herr, durch deinen Geist zu steter Wonn erhöhet. 10. Du bist mein Vater, ich dein Kind; was ich bei mir nicht hab und find, hast du zu voller Gnüge. So bilf nun, daß ich meinen Stand wohl halt und herrlich siege. 11. Dein soll seyx aller Ruhm und Ehr; ich will dein Thun je mehr und mehr, aus bocherfreuter Seelen, vor deinem Volk und aller Welt, so lang ich leb, erzählen. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 309.m Domm betend oft und mit Vergnü, gen, o Christ, vor Gottes Angeficht. Laß keine Trägheit Vom Gebet. 8. Bet oft zu Gott, für dei ne Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund: denn wir sind 4. Ich will mich nie zu ras eines Leibes Glieder; einGlied chen suchen, wenn mich ein davon ist auch dein Feind. Feind zu franken sucht, und Solch Bitten, das aus Liebe dem will ich nicht wider flus fließt, ehrt Gott, der selbst die| chen, der mir, aus Unverstand, Liebe ist. geflucht. Nein, meine Rach ist ein Gebet, das, Herr, für ihn um Gnade flebt. 9. Bet oft; so wirst duGlauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb und Eifer nicht erkalten, und reich an gu ten Werken seyn; denn Muth und Kraft und Seelenrub sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich dich, der mich erhöret, um Trost in meinem Kummer an. Wer dir sein Leid mit Zus versicht entdecket, den verwirfst du nicht. 10. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn; doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, über fehn, weil mich, der dir zur Nechten sitzt, durch seine Für sprach unterstüßt. 6. Ruf ich dich an bei dem Geschäfte des Standes, den ich hab von dir: so fleh ich nie um sonst um Kräfte; du, Gott der Stärke, giebst sie mir. Du siebst, ans väterlicher Huld, mir Segen, Klugheit und Geduld. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 310. Mein bester Troßt in diesem Leben ist ein Gebet, zu dir, o Gott! Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Geduld und Muth in jeder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges zufried nes Herz. 7. Wenn eine böse Lust zu dämpfen, mir Schwachem, Muth und Kraft gebricht; dann bitt ich dich; du hilft mir kämpfen, und giebt mir Muth zu jeder Pflicht; und, stark durch meines Gottes Kraft, bes zwing ich jede Leidenschaft. 2. Wie kann ich Troft und Rube finden, wenn mein Gewissen mich verklagt; wenn, bei der Menge meiner Sünden, mein Herz vor seinem Richter sagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Schonung fleht. 8. Noch in dem letzten Kampf des Lebens ruf ich dich, Vater, kindlich an. Gieb, daß ich flehe nicht vergebens zu dir, der einzig helfen kann, der, wann die Sprache mir vers geht, doch meine Seufzer noch versteht. 3. Muß ich um des Gewis Mel. Nun sich derTag geend. 2c. fens willen ein Spott der Las 311.Nicht um ein flüch Zeit, bet ich, Demuthsvoll, im Stillen zu dir, o Gott! Du hörst mein Schrein, nimmst väterlich 187 | dich meiner an, und stärkst mich auf der Tugendbahn. ich fleh um deinen Geist, Gott den, zu meiner Seligkeit, dein thenres Wort verheißt. 2. Die 188 Vom 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehre mich; die Weisheit, die das Her; entflammt zur Liebe ge: gen dich. Gebet. 4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gieb einen Heldenmuth und Trost in Leidenstagen. Durch Sanftmuth lebre mich befie: 3. Dich lieben, Gott, ist Se- gen meinen Feind; und wenn ligkeit; gern thun, was dir ge- ich Raths bedarf, gieb einen fällt, wirkt edtere Zufrieden- weisen Freund. beit, als alles Glück der Welt. 4. Alsdann hab ich Ver, traun zu dir; dann schenket felbst dein Geist das freudige Bewußtsein mir, daß du mir gnädia feyst. 5. Laß mich mit jedermann in Fried und Eintracht leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reich thum, Ehr und Glück, so gieb auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz noch sicher sey. 5. Er leite mich zur Wahr, heit hin, zur Cugend stärk er mich beweise, wenn ich tran: rig bin, auch mir, als Erdfter fich, 6. Er schaff in mir ein reines Hert, verfiegle deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Last hindurch ins Alter dringen; so gieb, daß ich auch stets ein frommes Herz bewahr, damit ich tragen mag mit Ehren graues Haar. 312, 7. Laß mich auf Chrifti Tod einst froh von hinnen ſcheiden, Ge zu Gott, du from, mer ber aller Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gieb mir, und daß in solchem Leib ein' un verleßte Seel und rein Gewis fen bleib. 2. Gieb, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebüh: ret, wozu mich dein Befehl zu meinem Stande fübret: gieb, daß ichs thu mit Luft, wann, wo, und wie ich soll; nur dann gerath es mir durch deinen Gegen wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüßes Wort aus mei: nem Munde gehen; und wenn nach meiner Pflicht ich reden foll und muß, so gieb den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß. zu deinen Freuden; es ruhe fanft der Leib in feiner stillen Gruft, bis ihn dein Almachts, wort ins neue Leben ruft. 8. Wenn deine Stimme wird die Todten alle wecken; o, dann wird sie sich auch auf meinen Staub erstrecken. Durch deine Macht werd ich zum Leben auf erstehn; mit allen Seligen lobfingend dich erhöhn. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 313. Ron dir kommt jede gute Gabe; du, mein Gott, kannst mich allein, mit allem, was ich no thig habe, zu meinem wahren Mein Leben Wohl erfreun. und mein Glück beruht allein aufdir, du höchstes Gut! 2: Umsonst ist alle meine Mühe, wenn dein Gedeihen fie Vom Gebet. 189 fie nicht krönt. Was ich auch| bis diesen Tag erhalten; laß noch so ängstlich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem lebel, das mich schreckt, mich nicht dein mächt: ger Schutz bedeckt. für und für noch über mir dein Vaterauge walten. 3. Wie sollt ich denn nicht von dir bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? Vor dir, o Gott, sein Herz ausschutten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftiget der Seele Schmerz, und öffnet deinem Trost das Herz. 4. Sollt ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? Dir, Allerhöchster, dir lobsingen, if aut, ist für uns Seliakeit, und flößt uns wahren Eifer ein, in deinem Dienste treu zu seyn. 5. Du böreft es mit Wohlge: fallen, wenn deine Kinder zu dir flehn; verschmäheft nicht ihr schwaches fallen, wenn sie lob fingend dich erhöhn. Bist gnd dig dem, der dich, Gott, ehrt, und höreft den, der dein Wort hört. 6. Mit Segen uns zu über schütten, bist du, o Bater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, giebst du uns aus Barmherzigkeit, und wer dir dankt, dem strömest du be ständig neuen Segen zu. 7. So will ich denn zu deis nem Throne oft im Gebet mich kindlich nahn. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne der Andacht Opfer gnädig an! Dein Geift regiere meinen Geist, daß er dich, betend, würdig preift. Mel. In dich hab ich gehoffet zc. 314.on ganger Seele preis ich dich, Herr, der du mich so väterlich 2. Du schenkt uns Leben, Glück und Ruh; giebf Kraft zur Pflicht, und ſchaffst dazu das Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn uns nicht erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dirs gefällt; du lenkst der Menschen Herzen. Sey auch mein Licht, und laß mich nicht, Gott, deine Huld verscherzen. 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch wie so oft noch fühl ich nicht die Mängel meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachbeit feble. 5. Verstand und Herz ist feh: lerhaft. Bald fehlt mir Licht, baid fehlt mir Kraft, mich weiss lich zu regieren; drum bitt ich dith: laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. 6. Herr, dessen Treu uns ewig liebt, laß mich beim Se gen, den sie giebt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst und Kreuz auflegst, laß mich dir fest vertrauen. 7. Gieb, daß ich meine Les benszeit, nur die mit ganzem Ernst geweibt, in deiner Furcht vollbringe; bis ich einst dir dort für und für Lob, Preis und Ehre singe. Mel. Wer nur den lieben G. 2c. 315. Wer kann, Gott, je ben, das nicht von dir denurs sprung hat? Du bist der Geber was Gutes ha: aller Gaben, und immer groß an Nath und That. Du willst, daß 190 Vom Gebet. daß mit Geber und Flehn wir| gen schweben, und kommt ders stets auf deine Hülfe sehn. einst mein Sterbetag: so sey mein Ausgang aus der Zeit ein Eingang in die Herrlichkeit. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 2. Drum komm ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heilgen Thron. Wie freudig kann ich vor dich tre 316.3u dit, mein Gott, ten, bei dir dein Sohn; durch ihn bin ich voll Zuversicht; mein schwas ches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach deis nem Willen, was deinem Kinde heilsam ist; nur du kannst mein Verlangen stillen, weil du des Gegens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Rub. 4. Gieb mir Beständigkeit im Glauben; laß meine Liebe thätig seyn. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schránke die Versuchung ein, und stär, ke mich mit Kraft und Muth, so fieg ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, aufs Gute ftets beflissen, daß sich vor deinem Auge scheut; und fehl ich, Gott, fo zuchtge mich zu meiner Begrung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Vater, deiner nie vergißt, ein Herz, das unter Noth und Plagen mit deinem Rath zufrieden ist, ein Herz, voll Zuversicht zu dir, und voll Geduld, verleihe mir. 7. Du wirst es alles weislich fügen: du weißt am besten, was mir nügt. An deiner Huld laß ich mir gnügen, die Schwache machtig unterstüßt. Zufrie den, Vater, folg ich dir! be festge diesen Sinn in mir. 8. Soll ich auf Erden länger leben, so gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Aumir Leben, Heil und Segen giebst, erheb ich Herz und Häus de. Was deine Weisheit will and thut, nimmt stets cin gutes Ende. 2. Ich weiß nicht, was mir nüßlich ist; du weißt, der du mein Vater bist, und willst mein Wohlergehen. Drum laß mich nie mit Eigensinn auf meinem Wunsch bestehen. 3. Wenn unfer blödes Auge wählt, dann wird sehr leicht das Ziel verfehlt, nach dem wir ringen wollten. Wir fuchen oft nach unserm Wahn, das, was wir fliehen sollten. 4. Du willst, wir sollen voll Vertraun auf deiner Vorsicht Wege schaun, und dir uns übergeben; denn du, du sorgst mit Vaterhuld für unser gauzes Leben. 5. Wo ist auch wohl ein beßs rer Freund! Wer kann den, der verlaffen scheint, mit Segen überschütten? Du, Gott, thust überschwenglich mehr, als wir verstehn und bitten. 6. Du haft die Welt in deiner Hand; dein unermeßlicher Verstand weiß alles wohl zu machen. Wie sollte deine Vor ficht nicht für meine Wohlfahrt wachen? 7. Wenn deine Macht für mich gebeut, wie könnte meine Sterblichkeit und Ohnmacht mich erschrecken? Du wirst mich in Gefahr und Noth mit deinen Flügeln decken. 8. Ach, Vom öffentlichen Gottesdienst. 191 8. Ach, leite mich durch deis| Gottes gehn. Wie manche sind, ne Kraft auf meiner kurzen Pil- die auf dich schauen, die bloß grimschaft, daß ich von dir auf andrer Beispiel sehn! O nicht weiche, den Weg der Tu- denke dran, daß du, als Chrift, gend freudig geh, und einst ein gutes Beispiel schuldig bift! das Ziel erreiche. 5. Doch selber dich von dei9. Ich will auf deine Gnadenen Pflichten und von der schaun, und nicht auf Men- Bahn der Seligkeit noch im schenbülfe baun, die uns so mer mehr zu unterrichten, in leicht betrüget. Gieb nur, dieter deiner Prüfungszeit, daß fich mein schwaches Her; wie nöthig ist dies nicht, 0 mit deiner Huld begnüget. Chrißt, der du geneigt zu Fehlern bist. 6. Wie schwach sind unsre eignen Kräfte! wie schwach Erkenntniß und Verstand! der Gottesdienst ist ein Geschäfte, woju Gott gütig uns verband; 7) Bom öffentlichen Got zum Glauben und zur Tugend ein Mittel, das uns neue Kraft 10. Gabst du mir deinen Sohn zum Heil, so wirst du mir gewiß auch Theil an deinem Himmel schenken. Ich kann nun an die Ewigkeit im Glauben freudig denken. tesdienst. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 317.D en höchsten öffent, lich verebren, und in sein Haus mit Freuden gebn, um andachtsvoll sein Wort zu bören, und ihn lobpreisend zu erhöhn; ist eine Pflicht, wozu der Chrift, so lang er lebt, verbunden ist. 2. Wenn du nur in der Still ihn ebreft, zwar Jesum deinen Heiland nennst; doch ihn nicht öffentlich verebreft, ihn nicht auch vor der Welt bekennst: bist du dann sein? Bist du ein Chrißt, der seinem Heiland dankbar ist? 3. Wer sich dem Gottesdienst entzieher, an seines Got tes Ruhetag; aus Trägheit die Versammlung fliehet, und nicht mit andern beten mag; entzieht sich einer heilgen Pflicht, und giebt, was Got: tes ist, ihm nicht. 4. Auch deinen Nächsten zu erbauen, mußt du zum Hause schafft. 7. Wie manchen Troft hab ich empfunden, wenn ich das Wort des Herrn gehört! Wie lieb ich euch, ihr frohen Stuns den, da man anbetend Gott verehrt, und, um das Ewige bemüht, sich aller Erdensorg entzieht! 8. Nichts gleicht dem himmlifchen Entzücken, das hier ein frommes Herz belebt, wenn es in fel'gen Augenblicken sich im Gebet zu Gott erhebt, und voll des Glücks, das es genießt, von Dank und Freuden überfließt. 9. Wie nichtig sind der Erde Freuden dem, der des Himmels Freuden schmeckt! Wie süß der Trost, wenn man im Leiden fein Herz dem besten Freund entdeckt! Wie nichts ist alles Glück der Welt dem, der mit Gott sich unterhalt! 10. Kommt, fromme Chris ften, theure Brüder, vereint im Geist, vor Gott zu stehn; kommt, wir sind eines Leibes Glieder, KA 192 Vom öffentlichen Gottesdienst. Glieder, kommt, unsern Scho: 6. O, laß auch heute deinen pfer zu erhöhn. Frohlockend Geist mich lehren, vom Weg, preifer Jesum Chrift, der under dir mißfällt, mich abzufeb. fer Haupt und Mittler ist. 11. O laßt uns schmecken und empfinden, wie freundlich Gott den Seinen ist! Er, der so gnås dig unsrer Sünden, so bald wir Buße thun, vergißt, von neuem uns als Kinder liebt, und lieb, reich Gnad um Gnade giebt. 12. Erleuchte, Herr, selbst unfreSeelen; vertreib aus uns des Irrthums Nacht; laß uns die Wahrheit nicht verfehlen, die du uns selber kund gemacht, damit dein großer Ruhetag dort ewig und beglücken mag. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. 318. Dies ist der Tag zum Segen eingewei bet. Jbn feiert gern, wer dei ner, Gott, sich freuet. O laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 2. Dich rühmt der Lobgefang unser Tempel schallt von deiner Ehre. Laß Aller Lob, laß das Geber von allen dir wohlgefallen! 3. Wie freu ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Dur: sten den des Lebens Bäche flie: Ben, und wo dein Heil von der Erlöften Zungen froh wird befungen! 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden. Mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heil'ges Wort, das feine Boten lehren, das will ich hören. 5. Mit Andacht will ich, Höchfier, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten; und willst, was wir zum wahren Heil begehren, uns gern gewähren. ren. Regiere mich, daß meine ganze Seele zum Troft dich wähle. 7. Dein Tag sey mir ein Denkmal deiner Gute; ein Tag des Heils; er lenke mein Gemüthe aufjenen Troft, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich bet ich an, des Co des Ueberwinder, der du an diesem Tag zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Codesschatten saßen, dein Grab verlaffen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erde. Gieb, daß er immer beiliger mir werde. Lob fey, Erlöser, deinem gro ßen Namen auf ewig, Amen! Mel. Liebster Jesu, wir sind zc. 319. Gort fen Preis und Dank gebracht! denn nun haben wir vernom men, was die Sünder selig macht, Gottes Wort, den Croft der Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwas chen Glauben stärken. 2. Unser Gott erhört Gebet, giebt uns seinen Batersegen; wer nur seine Wege geht, findet Heil auf seinen Wegen. Laßt uns denn, ihm zu gefallen, fröhlich seine Wege wallen. 3. Seine Liebe müsse sich im mer mehr uns offenbaren, und die Seinen väterlich vor der Sünden Lust bewahren, daß wir uns von ihm nie trennen, ihr bis in den Tod bekennen. 4. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang, unfre Werke! segne jeden in der Noth Vom öffentlichen Gottesdienst. 193 Noth mit Geduld, mit Troft| Mel. Wer nur den lieben Gottic. und Stärke, daß wir, feines 322 Wie lieblich ist doch, Sohnes nur ben, ihm auch sterben. In voriger Melodie. 320. Herr, vor deinem Anwir err, vor da deines Namens Ehre wohnt! Ogieb, daß ich sie gern betrete, weil ja dein Segen die bes sich erfreun, und dir des Herzens Andacht weihn. hier, dich anzubeten. Laß uns doch ohn Andacht nicht, nicht ohn Ernst dein Haus betreten; gieb uns Kraft dich zu verehren, dir zu flehn, dein Wort zu hören. 2. Laß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu vereh. ren, Ernst beweist! Du hörst fein Lob und seine Bitte, und fårkft mit neuer Kraft den Beist, daß er auf deiner Wahrbringen, und mit göttlicherheit Bahn rechtschaffen vor Gewalt tief in unsre Seelen dir wandeln kann. dringen; laß es unsern Sinn erneuen, und des Irrthums Nacht zerstreuen. 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, den du gesandt, Jefum Chriftum, berglich lieben; daß kein Leid und keine Freude uns von dies fer Liebe scheide. 4. Gott, laß auch mir dein Antlig scheinen! dein Festtag bring auch mir Gewinn, wenn In eigener Melodie. 321 Liebster Jefu, wir sind andachtsvoll ich mit den Deis bier, um dein gött: lich Wort zu hören. Gieb uns Andacht und Begier nach der Wahrheit fel'gen Lehren, daß die Herzen von der Erden ganz ¡ u dir gezogen werden. nen vor dir an heil'ger Ståtte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer seyn. 5. Ja, du bist Vater deinen Frommen; du Herr, giebst ih* 2. Unser Wissen und Vernen Gnad und Ehr. Und wer stand ist mit Finsterniß umge nur erst zu dir gekommen, dem ben. Mache du uns das be: fehlt das wahre Glück nicht kannt, was uns dient zum mehr. Was du verheisfest, frommen Leben. Gutes den- hältst du feft. Wohl dem, der fen, Gutes üben, kommt von sich auf dich verläßt! deines Geistes Trieben. 3. Deiner Wahrheit reines Licht, leuchte ist auch unsern Seelen, daß wir ihrem Unter richt folgen, und das Gute wäh: 8) Von der christlichen Ges finnung gegen Jesu. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesuze. len. Lenke du Gebet und Lehre 323. Herr, meinerlöfer, uns zum zur N 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Gegen, wenn mans nur recht zu Herzen nimmt. Es giebt uns Trost auf finstern Wegen, die du zu unserm Heil bestimmt. Es giebt im Kampf uns Muth und Kraft, und dämpfet jede Leidenschaft. von Fann ich 194 Von der christlichen Gesinnung gegen Jesum. ich mir hulf erflehen. Ver: nimm mein Seufjen, eile mir, mein Helfer, beizustehen! Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das selige Bestreben, dir zu lebe und Muth zu die: fer Pflicht: das wollest du mir geben. 2. Du haft dein göttliches Gebot mir tief ins Herz geschrieben: Von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich, den Nächsten lieben. Wenn ich nach deinem Worte thu, so hab ich schon hienieden großen Frieden; und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden! 3. Laß mich Fein Leiden dieser geit, kein Weltglück dir ent: reißen; denn du haft deine Se= ligkeit den Treuen nur verheis Ben. Doch könnten wohl durch ihre Müb fie, folche zu verdie: nen, sich erkühnen? Aus Gna den schenkst du sie, und du er: warbst sie ihnen. 4. Freund meiner Seele, du bift ihr ein Weinstock, fie dein Rebe. Zeuch sie dir nach, daß fie zu dir sich von der Welt er bebe! Ja, laß mich, wenn ich fterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort freudenvoll dein Antlig ewig schauen. 5. Jch kämpf, ermatt und ftrauchle oft. Erbarme dich des Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft; du kannst mich mächtig machen. In jeder Küm: merniß laß mich bei dir, Herr, Zuflucht finden, Trost empfin: den, und dann zulegt durch dich in allem überwinden. loft bin, Gottes Sohn, durch dich vom schnöden Dienst der Sünde. Gelobt sen Gott, ich bins gewiß. Hilf, mein Errets ter, daß ich dies bis an mein End empfinde. 2. In diefer so verderbten Zeit des Leichtsinns und der Sicherheit wach über meinen Glauben! Du Freund der Mens schen, wache du, daß keine 3weifel meine Nuh und meis nen Trost mir rauben. Mel. Kommt her zu mir, 2c. 324. weiß und bins ch I daß ich er3. Den Spott der Frevler über dich und deinen Tod am Kreu; laß mich, wie ers vers dient, verachten. Mit desto stärkerer Begier laß meine Seele, Herr, nach dir und deinem Reiche trachten. 4. Wenn mir die Welt Geles genbeit zur Sünde giebt, zur Eitelkeit und zu verbotner Freude; so dämpfe du in meiner Brust die aufgeregte böse Lust, daß ich sie standhaft meide. 5. Ich möchte sonst, durch sie verführt, die Sünde, die den Cod gebiert, mich übereilen lassen; mich dann aus Sün denlust vergehn, und deiner Wahrheit widerstehn, ihr hels les Licht gar baffen. 6. Wenn meine Freudigkeit zu dir, mein Glaub und meine Hoffnung mir, o Gott, entreifs sen würde; so würde nichts mich mehr erfreun, die Welt mir trùb und traurig seyn, mein Leben eine Bürde. 7. Nach deinem Himmel würd ich nicht mit Freud und Croft im Angesicht, mit Sees lenwollust sehen; dann hättich für ihn keinen Sinn; dann wär die frohe Hoffnung hin, zu ihm 8. Gewif Von der christlichen Gesinnung gegen Jefum. 195 8. Gewiffensschrecken wur.| schwach, den ganzen Rath dec den mich, der ich vom Pfad des Gottheit zu entdecken, nehm Guten wich, schon hier zur ich dein großes Heil mit Dank Pein ergreifen, und qualen- und Freuden an, und folge dir volle Furcht vor dir, der Wel getreu auf ebner Tugendbahn. ten Richter, sich in mir mitje: dem Tage häufen. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil. O Glaube, der ers freut! Gelobet sen der Herr, gelobt in Ewigkeit! Mel. Jesus, meine Zuversichtic. 6. Der du für mich am Kreuze starbst, und Hoffnung mir und Troft erwarbs, laß mich so tief nicht fallen! Erhalt mir meines Glaubens Nuh, und mei nen Wandel lenke du nach dei nem Wohlgefallen. Mel. Nun danket alle Gott 2c. 325. Mag doch der Spöt: ter Heer sich deines Namens schämen; ich freue mich, dein Heil, Herr Jesu, anzunehmen. Deinkreuz ist Thorheit nur dem, der es nicht versteht, und keiner spots tet sein, der Gottes Wege geht. 2. Du kamst, des Höchsten Sohn, im Leben und im Ster: ben uns Weisheit, Kraft und Trost und Gnade zu erwerben. Du wardst der Welt ein Licht; und folg ich seinem Schein, wie weise bin ich dann wie selig werd ich seyn! 3. Ich kann hier freilich nicht das große Wunder fassen: gefandt vom Ewigen, der Himmel Chron verlaffen, die Cha: ten Gottes thun als eingeborner Sohn, und dann am Kreuz empfahn der Misfetbåter Lohn. 4. Doch kann mein Herz gar wohl der Wahrheit Kraft empfinden, die meinen Geist be lebt, mich reiniget von Sün: den; doch hab ich, Herr, in dir Gerechtigkeit und Heil, und an der Seligkeit der Gottversöhn: ten Theil. 5. Dies müsse meine Luft an dir, o Herr, erwecken. Zu 326. Meinen Jefum laß ich nicht; er fich für mich gegeben. Sollt ich nicht aus Dank und Pflicht an ihm hangen, ihm nur leben? Er ist meines Lebens Licht: meinen Jefum laß ich nicht. 2. Er, der Welt und mir ges sandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm vers pflicht't! meinen Jesum laß ich nicht. 3. Durch ein Herz voll Danks barkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er ges beut, halt ich fest an seiner Lies be; traue dem, was er vers spricht, und so laß ich Jesum nicht. 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigen: thum, ganz mich bin in seine Hinde. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht. 5. Wenn mein Auge schon verlischt, Wang und Lippen sich entfärben, mich kein Lab. fal mehr erfrischt, alle Sinnen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht, laß ch meinen Jesum nicht. 2 6. Dort K 196 Von der christlichen Gesinnung gegen Jefum. 6. Dort auch laß ich Jesum| 4. Oft ist mein Glaube nie, bange stets an seinen schwach und klein; noch öfter Blicken; denn nach dieses Le leer an Werken; wer hilft mir bens Müh will er ewig mich auf? nur du allein; du kannst erquicken. Ewig strahlt mir mich mächtig stärken. Das dort sein Licht; meinen Je- schwache Rohr zerbrichst du fum laß ich nicht. nicht, du löscheft aus kein glims mend Licht; erbarm dich dann auch meiner. 7. Nicht nach Macht, nach Hoheit nicht, ist der Seele Wunsch und Streben. Jefum wünscht fie und fein Licht; dem allein will ich stets leben. Mich erschreckt auch kein Gericht, denn dich, Jesu, laß ich nicht. 8. Dich, mein Jefu, halt ich feft, laffe nicht von dir mich scheiden. Wehe dem, der ihn verläßt! er beraubt sich ewger Freuden. Selig! wer in Wahrs heit fyricht: meinen Jesum laß ich nicht. Mel. Ach Gott vom Himmel ic. 327. Gottes Sohn, Herr Jesu Chrift! dein ist es, mir zu geben, was mirzum Glauben nuge ist, was ihm giebt Kraft und Leben; drum bilf du mir von oben her, daß ich, gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Durch deine Wahrheit lehre mich Gott, meinen Vater, kennen, mit freudenvoller Ehr: furcht dich, den Sohn des Höchsten nennen; gieb, daß ich deinem guten Geift, der uns den Weg zum Himmel weist, von ganzem Herzen folge. 3. Laß mich dein großesGna denheil stets würdiglich bedens ken, und mein Bemühn drauf, 328. daran men, lenken. In dir nur find ich Troft und Ruh und ewges Heil; der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 5. O gieb, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen faffe, daß ich mich nun und immerfort ganz sicher drauf ver: laffe; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich den noch auf dich unverzagt, als meinen Retter, hoffe. 6. Gieb, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe, und dann, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem der Gerechtigkeit erfüllet, lag mich allezeit des Glaubens Kraft beweisen. 7. Wohn in mir durch den Glauben fo, o du, der Deinen Stärke! Daß ich, als dein Ers löster, frob, Herr, auf dein Beispiel merke, dir nachfolg auf der rechten Bahn, und eifrig, gleich als du gethan, Gott und dem Nächsten diene. 8. Insonderheit gieb mir die Kraft, daß ich an meinem Ens de des Glaubens voll, die Pil grimschaft mit Freudigkeit vols lende. Herr, mache mich dazu bereit, daß ich der Seelen Selig keit, des Glaubens Ziel erlange. Mel. Wie schön leuchtet der 2. Jeſu, Jeſu tes Sohn, der du, noch eh ich war, mich schon ges liebt aus reinem Triebe. Vor dir ist alles sonnenklar; mein Her; ist dir auch offenbar, du weißt, Von der christlichen Gefinnung gegen Jefum. 197 weißt, daß ich dich liebe. Herz-| feyn, daß ich dich herzlich liebe, lich such ich dir vor allen zu ger und mich in dem, was dir ges fallen; nichts auf Erden kann fällt, je mehr und mehr in dies und soll mir theurer werden. fer Welt nach deinem Worte übe; bis sich für mich jenes fes ben wird anbeben, wo die Frommen aller Trübsal sind entnommen. 2. Dies eine nur bekümmert mich, daß ich mit folcher In brunst dich nicht liebe, wie ich wollte. Ich felbft empfind es nur zu sehr, daß ich dich mit der That noch mehr, mein Heiland, lieben follte. Laß mich aldubig deine Güte ins Gemüthe fårfer faffen, dir mich ganz zu überlaffen. 7. Da werd ich deine Gütig, Eeit, die mich schon hier so sehr erfreut, im vollen Umfang schmecken; da seb ich in dem bellsten Licht dein gnadenvolles Angesicht, auf immer frei von Schrecken. Wohl mir! Preis dir der mir droben aufgehoben ewge Freuden; nichts, Herr, soll mich von dir scheiden. 3. Stehst du mit deinerkraft mir bei, so werd ich stets mit fester Treu und einzig dir an bangen. Nichts, was sonst Menschen wohlgefällt, nicht Luft der Sinne, Ehr und Geld befriedigt mein Verlangen. 9) Von dem christlichen Verhalten gegen uns ſelbst. a) Selbsterkenntniß und Demuth. Ohn dich kann mich nichts von Schagen recht ergößen und be glücken. Du nur kannst mein Herz erquicken. Mel. Wo soll ich fliehen hin sc. 329, der kein dies D 4. Denn der dich liebt, den liebst auch du, dem schafft du für die Seele Ruh und Troft für thut! du schufift fein Gewiffen. Ob ihn auch den Menschen gut; du gabst manche Noth hier drückt, so ibm Licht und Kräfte zum felis wird er doch durch dich ergen Geschäfte, in Heiligung zu quickt, in feinen Kümmernisfen. Endlich wird sich nach dem Leide volle Freude für ibn fin. den; da wird all sein Trau ern schwinden. wandeln, und recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Rubm? Ach, wir, dein Eigen thum, wie tief sind wir gefals 5. Noch hat kein Aug es jelen! wo ist ist unter allen ein gelehn, es kann auch hier kein Mensch ganz rein von Sünden Mensch verstehn und würdig vor dir, o Gott, zu finden? anug beschreiben, was denen dort für Herrlichkeit bei dir und von dir ist bereir't, die dir ergeben bleiben. Was hier von dir wird gegeben, unser Leben 34 ergößen, ist dagegen nichts zu schätzen. 6. Drum laß ich billig dies allein, o Jefu, meine Freude 3. Hier ist kein Unterschied; dein helles Auge sieht auf alle Menschenkinder, und sieht sie alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, feiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was 97 3 dein 14 198 Von dem christlichen Verhalten gegen uns selbst. Dein Wille wollte, mit freu: Denvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Der Sinnen Luft und Schmerz rührt leider! unser Heri, mehr, als die höhern Freuden, mehr, als die größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geift bereiten. 3. Entzieh ich mich den Sunden auch stets aus rechten Gründen? aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die guten Triebe nicht Früchte reiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Eu gend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie fie's verdienen, rechten, so trifft sie alle dein Gericht. 6. Dir felgen, dünkt uns Swang. Des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Criebe zu schnöder Sündenlies be; und wer vermags zu zäh len, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr gieb uns dein Licht, daß wir, was uns ge, bricht, beschämt vor dir erkennen, und von dem Ernst ent: brennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nachzuiagen. 6. Wer gab mir, dich zu lies 8. Wohl dem, der sie geben, und dein Gebot zu üben, winnt! Gott, so verderbt wir die Luft und Freudigkeit? Wer find, so willst du uns doch hei: stärkte meine Kräfte im Heilis len, und neue Kraft ertheilen, gungsgeschäfte? Wer gab mir durch Christum schon auf Erden Muth und Sieg im Streit? von Sünden frei zu werden. 9. Acb, laß durch unsre Schuld uns diese deine Huld nicht fresentlich verscherzen; erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. Mel. In allen meinenThatenic. 330. Gieb, Gott, wenn ich dir diene, daß ich mich nicht erkübne, darüber stol; zu seyn. Wer kann bei feinen Werken, wie oft er feh: let, merken? wer ist von Mängeln völlig rein? Mel. Nun danket alle Gott 20. 2. Such ich stets deinen Willen fo eifrig zu erfüllen, als 331, Herr, der du alles von es dein Wort gebeut; trag ich der Tugend Bürde, aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit Zufriedenheit? 5. Doch, wenn auch dir zur Ehre rein meine Tugend wäre, weß ist dies Eigenthum? Wer ließ mich unterrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 7. Du schaffft, daß ich dich wähle; du rufft mich, wenn ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und giebst zu meiner Behrung Glück. 8. Sollt ich mich deß erhes ben, was du mir, Herr, geges ben? hab ich zum Lohn ein Recht? Könnt ich auch alles üben, was du mir vorgeschries ben, wer bin ich? ein unnüßer Knecht. ich alles habe; was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut. Darum Selbsterkenntniß und Demuth. Darum bewahre mich vor Stol; und lebermuth. 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächster, nüße, und wenn ich mehr Ver: stand, als er befißt, befiße, bin ich drum mehr, als er? O beides kommt von dir, Verstand und Tüchtigkeit, und du erhältst es mir. 3. Wenn mir ein größres Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigkeit mich mehr, als andre, fegnet, giebt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? bin ich darum nicht auch, was andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stebe, und andre unter mir im kleinern Glücke febe, wer machte sie ge ring, und wer erhöhte mich? Ist nicht min Nächster oft viel würdiger, als ich? Mel. Ein Lämmlein geht 20. 5. Wie könnt ich mich, 333. 2 von dir geführt, Wenn auf deinen Wegen wandle; wenn ich durch deinen Geift res giert nach deiner Vorschrift handle; wenn mir mein Herz das Zeugniß giebt, daß meine Seele mehr dich liebt, als alles Gut auf Erden; so laß durch Stolz und Sicherheit mich deis ner Huld und Gütigkeit doch nicht verlukig werden. 2. Wie leicht erliegt ein sich, rer Sinn, bekämpft durch seine Lüfte; sieht ruhig aufGefahren bin, wovor er zittern müßtes! Vollkommen glaubt er schon zu seyn; denkt, diese Sünde sey nur klein, und jene Pflicht nicht wichtig. Nun ist er seinem Fal: ie nab, fällt unvermerkt, und glaubt noch da, er wandle fest und richtig. N4 3. 50 D Gott, des Guten überheben? Was ich besitz, ist dein; von dir hab ich mein Leben, und was ich Gutes thu, dazu giebst du Gedeibn. Drum laß mich ewig fern von Stol; und Hochmuth seyn. Mel. In allen meinenThatensc. 332, Was ich nur Gutes habe, ist deine milde Gabe, du Vater alles Lichts! Mein Dasein und mein Leben ward mir von dir gege: ben; und ohne dich vermag ich nichts. 199 3. Das Glück, deß ich mich freue, schafft du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage, nur so, wie dir es wohlgefällt. 4. Sollt ich mich denn erhes ben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, Herr, bewugen, daß du mich vorgezogen? Bin ich auch jemals deffen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, Herr aller Dinge, die du mir bast erzeigt. Olaß michs nie vergeffen, wenn sich mein Herz vermessen zum Stolz und Eigendünkel neigt. 6. Das müßlich anzuwenden, was du mit Baterhånden mir gütig zugewandt, gehorsam dir zu werden; das sey mein Fleiß auf Erden; dazu gieb Demuth und Verstand. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nützlichen Geschäf te, hab ich aus deiner Huld. Dein ists, wenn gute Thaten dem Vorsatz wohl gerathen; ich bin allein an Fehlern schuld. 100 Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbst. be. Ich bin nurStaub, den du erschufft, den du begnadigst und berufft, in deinem Reich zu le: ben. Laß mich, entfernt von Stolz und Wahn, mit Demuth deine Gab empfahn, und dir die Ehre geben. 8. So werd ich, Gott, von dir geführt, auf deinen Wegen wandeln; durch deinen guten Geift regiert, nach deiner Vor4. Wer selbst sich, Gott, vor schrift handeln. Ich werde dir erhöht, kann nicht vor dir nicht durch Sicherheit, durch bestehen. Wer seine Niedrig Stolz und durch Vermessens Feit gesteht, nur den wirst du beit von deinen Rechten wei: erböben. Veracht ich Andre neschen. So bleibt auch deine 3. So schwach ist, Herr, de Mensch! so bald zur Sünde fortgeriffen! fein Eifer wird gar leichtlich kalt, nachgebend sein Gewissen. Web ihm, wenn er vermessen ist, wenn er, wie schwach er fen, vergißt, in sich nurStärke siehet! DerJrrthum und die Sinnlichkeit besiegen ihn in jedem Streit, wenn er nicht Flüglich fliehet. ben mir, so mißfällt meine Cu gend dir, wie groß ich sie auch finde. Mein Glaube bat da keinen Werth. Nur dem, der Demuthsvoll dich ehrt, ver= giebst du seine Sünde. 5. Drum lehre mit Behutfamkeit auf meine Bahn mich schauen, und niemals aus Ver: messenheit auf meine Kräfte bauen. Wenn wo Versuchun: gen mir drohn, so zeige sie von fern mir schon, daß ich mich zeitig rüste. Aufmerksam mache meinen Blick auf dieſe Welt, auf Zeit und Glück, und auf die Macht der Küste. 6. Du weißts, zum Guten, Herr, bin ich nur öfters kalt und träge. Mein täglichStraucheln reize mich zu gehn auf ebnem Wege. Find ich mich auf der rechten Bahn, so gieb, daß ich, so gut ich kann, bei jedem Schritte wache. Bewahre mei nen Fuß, daß nicht Stol; und vermeßne Zuversicht zu mir mich fallen mache. Gnade mir, und ich werd, uns terstügt von dir, des Glaubens Ziel erreichen. Mel. Wer nur den lieben Gotte. 334, 2er bin ich? welche wichtge Frage! Gott, lehre sie mich recht vers ftehn! gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Wahrheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deis nen Händen; du schurst mich, Gott, zu deinem Preis dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; dech bin ich das auch in der That? Herr, öffne jelbst mir das Verständ niß, recht einzuscbn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiefen, geh, und ob ich fest im 7.Mein Glaube, meine Fröm-| Glauben steh. migkeit, und was ich an mir 4. Du fenneft unsers Hers babe von Eugend und Recht- zens Tiefen, die uns selbst uns schaffenheit, ist alles deine Ga- ergründlich sind: drum lag mich 43: Selbstliebe und Gorge für die Seele. 201 mich oft und ernftlich prüfen, daß ich nicht mein Glück vers ab ich sen Chrifto gleich ge finnt. Befreie mich vom falfchen Wahn, der auch den Klugften täuschen kann. feble, und selbst das Verders ben wähle. 5. Nie ist wohl, der bei als lem Wissen des Herzens Zu stand sich verbeelt, auf wahre Besserung befliffen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? ich selber kennen, ist Vers stand. Drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehtet, mein Vater, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg erwäblet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier. Erleuchte mich mit deinem ficht, so täufchen mich Ver führer nicht. 7. Bin ich jetzt von dem fichern Pfade, der mich zum Le ben führt, noch fern, so wecke mich durch deine Gnade, daß ich ihn ernstlich suchen lern. Gieb mir zur Beßrung Luft und Kraft; du bists, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. Olaß michs nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Hier mache mich zum Himmel klug, und frei vom schnöden Selbst betrug. b) Selbstliebe und Sorge für die Seele. Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 335. Da aß ich mich, mein Gott, selbst liebe, kann dir nicht mißfällig seyn; du, du pflanztest ja die Triebe tief biezu den Menschen ein. Lenke du nur meinen Sinn auf die wahre Weisheit hin, 2. Hilf mir, die mir schulds gen Pflichten recht verfehn, und mit Bedacht auf das mein Bestreben richten, was wahrbaftig glücklich macht. Wer dir, o du Höchfter, lebt, und dir zu gefallen strebt, der nur kennt der Seele Adel, der nur liebt sich ohne Tadel. 3. Doch wie oft und leicht verführet Eigenliebe unser Herz! durch den äußern Schein gerühret, wünscht es Freud, und wählt den Schmerz; sucht und finder niemals Rub, boffe sie, und kommt nie dazu, weil es sich verliert in Dingen, die kein wahres Glück uns bringen. 4. Wir versäumen unsre Pflichten, von Bequemlichkeit regiert; werden, wenn wir Guts verrichten, oft von Ei gennutz verführt. Nur ear felten trachten wir nach dem wahren Ruhm bei dir; und wie oft fehlts uns am Wollen, wenn wir Andern dienen sollen. 5. Mache, o mein Gott, in Gnaden mich von solcher Uns art frei, daß ich nicht zu meinem Schaden gegen mich vers blendet sey. Pflanze selbst den Trieb mir ein, mich vor allem dein zu freun, auch nach Andrer Wohl zu trachten, und sie, als mich selbst zu achten. 6. Gieb mir dann auch das Vollbringen, mich zu lieben, wie ich soll; laß nach dem mich eifrig ringen, was mir dient anm wahren Wohl. Auch dem Nächsten beizustehn, auf ihn, als mich fe bft, zu sehn; über alles dich zu lieben: das, das hilf mir treulich üben. N 5 Mel. 196 202 Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbst. 336.D", Geift befehle, Mel Wer nur den lieben Gottze.| daß ich ewiglich soll leben, daru, dem ich meinen um starb er zu meinem Wohl. Er lebt, er, der Gemeine Haupt; und mit ihm lebt, wer an ihn glaubt. mein Gott und Vater, leite mich, daß ich, zu retten meine Seele, gedenke täglich, Herr, an dich, erwäge, warum du mich schufft, und einstens wie der zu dir rufft! 8. Sollt ich im Sterben uns tergehen, war auch mein Cod der Seele Tod; was lohnte denn, hier auszustehen so mans chenummer, Angst und Noth? Was hielt des Jammervollen Hand, zu trennen dieses Les bens Band? 2. Ein Gott, wie du, der kann nicht wollen, daß Seelen von so hohem Werth nur wenig Jahre leben sollen, nur wenig! und dazu beschwert mit einem Leibe, der verdirbt, hinfällig ist, und endlich stirbt. 3. Wie? solltest du erschaffen baben Geschöpfe, väterlich vers fehn mit so viel edlen Geistes: gaben, und wollen, daß sie un. tergehn, dann, wenn sie endlich sind befreit von ihres Le bens Sterblichkeit? 4. Dann, wenn sie einst mit reinern Trieben ihr Herz zu deinem Chron erhöhn, dich reiner ebren, preisen, lieben, und dich von Angesichte sehn; und dort in deinem Heiligthum vollkommner kennen deinen Rubm. mir 5. Ich fühle ſelber in Triebe, die sagen: ich soll ewig fenn; sie flößen unumschránk te Liebe zur Ewigkeit dem Herzen ein; und diese hast du mir verliehn. Warum? weil ich unsterblich bin. 6. Denn, solltest du mein Her beseelen mit Wünschen nach Unsterblichkeit, und es mit eitlen Trieben quälen, wenns lebte nur so kurze Zeit? Nein, dies thut deine Weis beit nicht, ohn welche nichts von dir geschicht! 7. Dein Sohn hat sich für mich gegeben, nicht, daß ich hier nicht sterben soll. Nein! 9. Drum, Spotter, schweigt; ich bin, ich lebe; und nicht als lein für diese Welt! Gott aber, dem ich mich ergebe, und dem mein Glaube wohlgefällt, der stårke mich durch seine Kraft, daß ich nie werde zweifelhaft. 10. Gott, laß den größten Troft der Seelen, wenn nun mein Ende mir erscheint, den Trost im Tode mir nicht fehlen, ich werde dann, mit dir vereint, nach dieser leidensvollen Zeit glückselig fein in Ewigkeit. Mel. Nun danket alle Gott ic. 337. Du willst es, Herr, ich mich selber liebe. Gieb, daß ich diese Pflicht nach deiner Vorschrift übe; und laß den sel'gen Trieb, mich wahren Glücks zu freun, den du mir eingepflanzt, nie mein Verderben seyn. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weibe, und daß in allem ich dein Auge Findlich scheue. Wer als ein Christ fich liebt, der flieht auch als ein Christ, was deis nem beilgen Rath, o Gott, entgegen ist. 3. Kein schnöder Eigennuk beherrsche meine Seele, und мени Selbstliebe und Sorge für die Seele. 203 wenn zu meinem Glück ich Weg| Andre, wies auch scheine, ist und Mittel wähle; so laß mich frets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, und nie mein Woblergehn auf Andrer Elend baun. nur ein beschwerlich Joch, uns ter dem das Herz sich qualet, und der Ruhe doch verfehlet. Nur dies Einzige giebt mir wahren Frieden dort und hier. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend lei: det, dabei der, der es fucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht; nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! 2. Seele, willst du dieses fins den, fuchs bei keiner Kreatur; laß nichts Irdisches dich binden; Erdengüter täuschen nur. Nur bei dem auf Gottes Chros ne bocherhöhten Menschensobne findest du dein wahres Heil und das allerbeßte Theil. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer! Die Welt mit ihrer Luft vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Luft? Was hilft uns eitle Pracht! Nicht ein vergänglich Gut ists, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen; das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit, zum größten Segen nach, bis in die Ewigkeit. 7. O felig, wer darnach mit heil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet! Der liebt allein fich recht, der findt schon in der Zeit die wahre Nub, und einst vollkommne Seligkeit. 8. Das fey mein Zweck, mein Fleiß; o fegne mein Bemüben! So wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entflieben. So liebe ich mich so, wie dir es wohlgefällt und über alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. Mel. Du, o schönes Weltgeb. 2c. 338. Fins ist noch! o Herr, dies Eine lehre meine Seele doch! Alles 3. Dir ist auch das Glück bes schieden, das Maria sich ers las, als sie ohne zu ermüden, fromm zu Jefu Füßen saß. O wie brannt ihr Herz, die Leh ren aus der Weisheit Mund zu hören! Sie vergaß die Welt und sich, hört und sah nur, Jesu, dich. 4. Also richt auch mein Vers langen, mein Erldfer, nur nach dir; deiner Wahrheit anzus hangen, schenke Trieb und Kräfte mir! Wenn auch andre sie nicht achten, will ich sie mit Lust betrachten, und, mich deis nes Heils zu freun, ihren Lehren folgiam seyn. 5. In dir liegt der Weisheit Fülle. Was die Seel allein bes glückt, zeigst du mir; und wenn mein Wille sich in deine Ord, nung schickt, dann werd ich wahrhaftig weise, mir zum Heil und dir zum Preise, lerne Gottes Rath verstehn, und den Weg des Lebens gehn. 6. Mit Vergebung aller Sünden, Herr, begnadigst du mich dann; läsfest wahre Rub mich finden, daß ich fröhlich rühmen kann: Ich bin auch bei Gott in Gnaden; und was könnte mir denn schaden? Reis nes 23 204 Von dem christlichen Verhalten gegen uns selbst. nes Mittlers Gütigkeit dank ich diese Sicherheit. 7. Darum sollst du mir das Eine, Jesu, und mein Alles feyn. Pruf und forsche, wie ichs meine, tilge allen Heuchel schein. Daß ich hier schon auf der Erde durch dich gut und se= lig werde, und dir treu fen bis zum Cod: nur dies Eine ist mir noth. Mel. Wenn meine Sünd' z. 339. Herr, laß nach eitler 6. Dein Beifall ist das Beßte, was ich mir wünschen kann; wenn ich mich des ge: tröfte, so hab ich gnug daran, menn mir es auch an Ruhm der | Welt bei allen guten Thaten, die ich verrichte, fehlt. 7. Nie laß mich Ruhm er: schmeicheln, der mir doch nicht gehört; nie als ein Gleisner beucheln, den Menschengunst Fleiß zu weihn, und Andrer bethört. Der Tugend meinen Glück zu fördern, laß mein mals geiztg fenn. Gieb, daß 8. Auf dieser Bahn der Ehre Dein Geist mich lehre, der Ehre erhalte meinen Gang durch mich zu freun, die ewiglich vor deines Sohnes Lehre mein gan: dir besteht, und mit mir von derzes Lebenlang. Dann ist der Erde zum Himmel übergeht. große Vorjuq mein, mich ei wes guten Namens bei Red. licben zu freun. 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt? denn der ist doch nicht immer ein Mensch, der dir gefällt, der Titel, Rang und Wür den hat und wer damit sich bru. ftet, ist fern vom Tugendpfad. 3. Nicht im Besitz von Schäßen und Gütern dieferzeit laß meinen Rubm mich setzen; sie sind nur Eitelkeit, sind oft mals auch des Thoren Glück, uns im Sterben, und bleiben hier zurück. 4. Laß mich in Demuth le: ben, wenn mich die Welt ver: ehrt, durch Stol; mich nie er heben, wenn sich mein Ansehn mehrt; und schenkst du mir der 2. Wie hoch ist sie vor dir ges Erde Gut, o Vater, so bewab- acht't! Welch Glück hast du ihr re mich auch vor Uebermuth). den mir dein theures Wort ers flärt, laß mich mit Ernst be denken, und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 5. Dich kennen, meine Pflich: ten mit Treu und Redlichkeit gewissenhaft verrichten, wie mir dein Wort gebeut, und überall mein Chriftenthum nach Jefu Vorbild üben, das fey mein wahrer Ruhm! zugedacht! Wie viel au fie ges wendet! Du schufft sie, Gott, dein Bild zu seyn, und haft, es in ihr zu erneun, selbst deis nen Sohn gesendet. 9. Gieb mir, o Herr, die Gnade, mich dieses Glücks zu freun. Leit mich auf rechtem Pfade, ein solcher Mensch zu fenn, den einst die Ehrenkrone schmückt, die ewig deine Froms men in jener Welt beglückt. Mel. Kommt her zu mir, 2c. 340, Herr, meiner Seele 3. Su groß für diefe kurze Beit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch aut Selbstliebe und Sorge für die Seele. auf Erden, durch Glauben fördert nicht mein Wohlerge: und Gottseligkeit zu größere: Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. hen, und wird nie vor dir bestehen. 4. Mit großer Treue willit du sie selbst durch des Lebens kurze Müh zu diesem Ziele führen. O laß mich nicht durch eigne Schuld das Glück, das deine Baterhuld ihr auser sehn, verlieren. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen fich, Herr, deines Wors tes Licht nur allein zum Leits tern wählen, und mit fester Zuversicht diefem Licht sich ans vertraun; denn die folgsam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 5. Mit dir, o Gott, vereint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Heil zu wählen: das sey mein Fleiß und höchster Zweck; laß mich dan den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn, sich nicht schon vollkommen achten, und den Ei gendunkel scheun; gern auf feine Fehler sehn; reuvoll sie vor Gott gefehn, eifrig fiets nach Beßrung streben, und doch nie fich stol; erbeben. 4. Weisheit ist es, Chris flum ehren; feiner Mittlers. huld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf sei nen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer fich bemüht, seinem Bits de bier auf Erden immer ähns licher zu werden. Güter dieser Welt wie nichts 5. Weisheit ist es, alles meiden, Gott, in mir ein Herz, das Sünden baffet, das seine Schuld vor dir bereut, und daszu deiner Gütigkeit durch Chriftum Hoffnung fasset. 7. In meiner ganzen Pil grimschaft laß mich, gestärkt durch deine Straft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle 205 8. Wie felig werd ich dann nicht seyn? Schon hier werd ich mich deiner freun, und in dir rubig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich ge wiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheven. Mel. Freutich sehr, o meine 2c. 341. ebre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sen; mei nen Fleiß darauf zu lenken, ste be mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, schwert, und sich biten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eiteln Rubm, der bald verblüht, Luft, die im Ges nuß schon flieht, nicht für wahs re Wohlfahrt achten; nur nach beffern Gütern trachten. Gnabe sich zu seinem Ziel er 6. Weisheit ist es, Gottes fehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gern nach Gottes Wils len thun; froh in seiner Fü gung ruhn, und wenn keiden uns beschweren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weis 206 Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbst. 7. Weisheit ist es, ftets be:| gefällt, o Gott, darüber meis denken, daß wir hier nur Pil: den, was hulf es mir? Nie ger sind; Wunsch und Hoff kann die Welt mit Allem, nung dahin lenken, wo die was sie in fich hält, mir deis Seele Ruhe findt; feine Au- ne Gnad erfeßen? gen unverwandt nach dem ew: gen Vaterland richten, und fich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchfter, unser beßtes Theil; die von ihr geleitet werDen, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit kommt von dir; Gott, verleihe fie auch mir! Laß fie mich zu allen Seiten auf den Weg des Friedens leiten! 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mirCroft und Freudigkeit in Noth, im Tode geben? Nicht Menschengunft, nicht irdisch Glück, nur Friede Gottes und ein Blick auf ienes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dins gen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen dereinst besteh, sen meine Wegen geh, und im Gericht größte Sorge. 7. Doch was vermag ich, Herr, mich eifrig ringen. Sollt wenn du nicht vor Trägheit ich die Farge Gnadenzeit in mich beschüßest, und mich zur Sicherheit verbringen? wie Treu in dieser Pflicht mit Kräfs würd ich einst vor dir bestehn? ten unterstüßest. O stårke mich, Wer in dein Reich wünscht mein Gott, dazu, so find ich einzugebn, muß reines Herbier schon wahre Rub, und zens werden. dort das ewge Leben. Mel. Von Gott will ich nicht ze. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden fehen, und, wenn man nicht mehr sünd'gen kann, zu Gott um Gnade flehen, das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deis nem Wort bezeichnet. 3. Du rufft uns hier zur Hei ligung. Drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre 2. Gieb, Vater meiner Vå Besserung mein Hauptgeschäfter, mir einen weisen Sinn; du te werden. Herr, stärke mir giebst die Uebertreter in ihren dazu den Trieb; nichts sey Sinn dahin. Ich aber wünsche mir je so groß, so lieb, mich mir ein Herz, das dich nur lies davon abzuwenden. bet, und, was du forderst, übet: das wünsch ich mir von dir. 4. Gewonn ich auch die gan: se Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir 3. Der Leib beschwert die Seele; wie leicht verirr ich mich, Mel. Es ist das Heil uns 2c. 342. Nach meiner Seelen 343. 20 fehlt, der bitte em von Gott, der Weisheit hat; er leitet unfre Schritte durch feines Geiftes Rath. Wer ruft mit Ernst zum Herrn, dem das nicht wird gewähret, was er von ihm begehret? Er hört ihn und giebt gern. Rechter Gebrauch dieses Lebens und der Güter 207 mich, wenn ich mein Glück mir| und ihre Freuden werden Pein. wähle, nicht unterstüßt durch Drum fleh ich demuthsvoll zu dich. Durch jeden Schein ver: dir, schaff ein reines Herz führt, wähl ich mir falsche Gü: in mir. ter, wenn, o mein treuer Hüter, mich nicht dein Rath regiert. 2. Die Wollust Für; et unfre Tage, fie raubt dem Körper seis 4. Kaum weiß ich, was aufne Kraft, und Armuth, Seus Erden mir gut und heilsam ist; chen, Schmerz und Plage sind wie kann ich selig werden, wenn du mein Licht nicht bist? Zeigst du mir nicht den Pfad; so werd ich mich verlieren auf Wege, die verführen zu schnöder Missethat. 5. Doch du, o Herr, bist weife; was dir, mein Gott, gefällt, ist gut und dir zum Preise be zeugts die ganze Welt! denn lenkt sie nicht dein Ruf zu ei nem großen Ziele, zum selig ften Gefühle der Güte, die uns schuf? 6. Wenn deine Meere toben, und du gebeutst nur: ruht! so hoch sie sich erhoben; legt sich gleich ihre Wuth. So ruh, wenn böser Lust Empörung in mir wüthet, so bald dein Ruf gebietet, der Aufruhr meiner Brust. 7. Ach, leite du mein Leben! dir sey es ganz geweiht. Mein einziges Bestreben sey, was dein Rath gebeut! Dann bin ich weis' und klug, dann thu ich recht auf Erden; dann werd ich felig werden; dann, Gott, hab ich genug. e) Rechter Gebrauch dieses Lebens und der Güter desselben. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 344. Der Wollust Reiz zu widerstreben, laß, Höchster, meine Weisheit seyn. Sie ist ein Gift für unser Leben, Früchte dieser Leidenschaft. Der haßt sich selber, der fie liebt und sich in ihre Fesseln giebt. 3. Sie raubt dem Geiste Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; fie raubt den Eifer edler Werke und Ernst und Lust zu jeder Vflicht. Sie führt Neu und Gewissensschmer; in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Chiers hinab; er schänder und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüften strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande. Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! der Lafter Sklav entflieht dir nicht; du forderst ihn vor dein Gericht. 6. Du übergiebst den dem Verderben schon hier, der sei wird deinen Himmel erben, nen Leib entweiht; und nie wer sich unreiner Lüfte freut. Laß mich vor ihrer Lockung fliehn, und keusch zu seyn mich stets bemühn. 7. Gieb, daß ich allen bd. fen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh; und stets, dawider mich au rusten, auf dich, Allges Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbst. Allgegenwärtger, feb. Denn,| flöße selbst Geduld mir ein. wer dich, Gott, vor Augen Gieb froben Muth, und dann hat, flieht auch verborgne verleih, das auch des Arztes Misfethat. Rath gedeih. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 7. Doch gieb, daß ich nicht 345. Des Leibes warten übertreibe, was auf des Kör, und ihn Das ist, o Schöpfer, meine Pflicht, durch eigne Schuld ihn zu zerstören, verbietet mir dein Unterricht. O stebe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig fep. zielt, und stets in ienen Schranken bleibe, die dein Gebot mir anbefiehlt. Des Leibes Wohl laß nie als lein das Ziel von meinen Sor gen feyn. 2. Sollt ich, o Herr, geringe schätzen, was deine Hand mir anvertraut? Den wundervolTen Leib verlegen, den du, als Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein; follt ich denn fein Zerstörer feyn? 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sen meinem Geiste, Gott, geweiht, daß er zum Himmel weise werde noch hier in dieser Prüfungszeit. So wird sich Leib und Seele dein in alle Ewigkeit erfreun. Mel. Nun danket alle Gott 20. 346. D u, der so gern be 3. Jbn zu erhalten, zu beschußen, giebst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu glückt, gern Frem den uns bereitet, wie selig, wer, von dir an Vaterhand geleis uns nügen, und zum Gebrauchtet, nur dann sich glücklich giebst du Verstand. Dit ist die fühlt, wenn er zu dir fich bält, Gorge nicht zu klein; wie foll- und jede Lust verschmäht, die te sie denn mit es seyn? dir, o Gott, mißfällt. 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte, wie viel sind die, mein Gott, nicht werth! Gelingen des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit unsern Leib be fchwert? Gesundheit und ein heitrer Muth sind für uns ein unschätzbar Gut. 2. Wie selig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denkt und wählt, sich oft und gern erhebet; wenn er die Freude kennt, mit dir allein zu seyn, erstaunt sich deiner Macht und deiner Huld zu freun. 5. Drum gieb, daß ich mit Sorgfalt meide, was meines Körpers Wohlseyn stört, daß nicht, wenn ich in strankheit leide, mein Geift den innern Vorwurf hört: du selbst bist Störer deiner Rub, du zogst felbft dir dein lebel zu. 3. Wie felig, wenn er selbst der Erde kleinre Freuden mit Maaß und Weisheit wählt! Ihr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeitvoller Müh', ift schuldlos ihr Genuß: wer nur der Freude lebt, fühlt Eckel und Verdruß. 6. Laß zur Bewahrung meiner Glieder und Sinnen mich fiets achtsam seyn; und drückt mich eine Krankheit nieder, so 4. O gieb, Allgütiger, gieb, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude firebt, nie jene Freuden wähle, die endlich doch gereun; Es schlage meine Bruft, 208 209 Rechter Gebrauch dieses Lebens und der Güter 2c. Bruft, vom Eiteln unverführt,| Schweiß beneßt; genug, daß nur für die reinre Luft. du mich selbst in den Beruf gefert. 5. Laß meine Tage mich durch eitles Spiel nicht tödten, 3. Bewahre nur mein Her; nie vor der Tugend mich bei vor eitlen Nahrungssorgen. meinem Scherz erröthen. Nach| Gieb mir mein täglich Brod, treu vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh mich freun, doch Feinen Augenblick des Lasters Freuden weihn. und sorge selbst für Morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn. 6. Vernunft und Tugend sen Gefährtin meiner Freuden. Dem Schwelger laß mich nie fein kurzes Glück beneiden. Was mir an Reichthum fehlt, erfet Bufriedenheit; der froh fe Sinn wohnt stets bei stik ler Häuslichkeit. 4. Ach fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände, hilf mir bei meinem Thun, im Ans fang und am Ende. Laß mich, bei meiner Laft, auf jeneu Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Rube gehn. Mel. Wer nur den lieben Gottze. 7. Der Tag der Fröhlichkeit fen niemals aan; verlohren. Ich ward zum Dienst der Welt, 348, Freilt, der lezte von geboren. Erholung sen er mir; es stärke sich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht. 8. Nie laß durch meine Lust den ärmern Bruder leiden. Der Tag, der mich beglückt, sen auch ihm Tag der Freuden. Ift er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie gereut; nie scheid' er ohne Dank für den, der mich erfreut. Mel. Nun danket alle Gott 2c. u haft uns, Herr, 347. Die flicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepråget. Der träge Müssiggang ist dir, o Gott, verhaft; durch ihn sind wir uns selbst, und Andern nur zur Last. 2. Zu deiner Ordnung, Herr, mich willig zu bequemen, will ich mein Tagewerk mit Freuden auf mich nehmen. Wird gleich meix Angesicht mit fauerm bier lebeft, Mensch, herbei; erkauf die Zeit, und statt zu klas gen, sie fen zu kurt, gebrauch sie Nimm mit erkennte lichem Gemüth der nahen Stunde wahr; fie fliebt. treu. 2. Getäuscht von eiteln Kleis nigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so ficher Jahre weg. Bist du, zu kühner Sterblis cher, des nächsten Augenblik: kes Herr? 3. Einft Ewigkeiten zu befizzen, dazu sollst du des Lebens Zeit, als deine Saatzeit, weislich nutzen, und thun, was dir der Herr gebeut; er ruft, o Mensch, dir freundlich zu: Sieb, Eins ist noth! was säus mest du? 4. Drum eil, errette deine Seele, und denke nicht: Ein andermal! Sey wacker, bet und überzähle der Erdentage kleine LINK 210 Von dem chriftlichen Verhaiten gegen uns selbst. Fleine Babl. Gefeßt, dein Ende| gefällt; mich von der Sünde war auch fern; sey fromm und zu befrein, laß meine erste wandle vor dem Herrn. Sorge seyn. 5. Mit jedem neugeschenk. 4. Stehts erst mit meiner ten Morgen erwecke dich zu Seele wohl, dann lehre mich dieser Pflicht. Sprich: Dir, o auch, wie ich soll auf meines Gott, ist nichts verborgen; ich Leibes Wohlergehn mit wah: bin vor deinem Angesicht, undrer Christenweisheit sehn. will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. 6. Erleucht und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du schenkst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnaden mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt? 7. Wohl mir! wenn ich aus allen Kräften nach wahrer Weisheit bier gestrebt, in gott: gefälligen Geschäften die pil gertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: Du nimmst mich, Herr, iu Eb: 5. Dich ruf ich an, verlaß mich nicht! du weißt ja wohl, was mir gebricht. Was du willst geben, gieb du mir, und dann Zufriedenheit mit dir. 3. Hilf, daß ich stets in die fer Welt so lebe, wie es dir 6. Mit Beten geh ich an mein Berk, gieb du dem Leibe Kraft und Stärk; mit dir fang ich die Arbeit an, durch den ich sie vollenden kann. 7. Erleichtre mir der Arbeit Laft; laß mich, wie du befob= len baft, das thun, was meis nes Standes ist; erfreut, daß du mein Helfer bift. 8. Budir hoff ich voll Zuvers ficht, du werdeßt meinem Fleiße nicht dein ſegnendes Gedeihn entziebn; vergebens ist sonst mein Bemühn. ren an. 8. Mein sprachlos Flebu bei meinem Ende hörst du dann, Herzenskündiger; in deine treuen Vaterbände befehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hut: te fällt. 9. Du machst die dürren Berge naß, du kleidest Blumen, Laub und Gras; für deis ne Sorg ist nichts zu klein; du wirft auch mein Versorger seyn. 10. Verstund ich nur nach Mel. Herr Jefu Chrift, dich zc. deinem Sinn, so lang ich noch deffen Hand Erden bin, mit deinen Gas 349. Gott er ernährt, ben umzugehn! wie wohl würd es dann um mich stehn! die und jedermann sein Cheil ge währt, laß deinen Gegen auf mir rubn, und mich mein Werk mit Freuden thun. 2. Du forgt für mich, doch so, daß ich auch sorgen soll, zu thun, was mich dein offenbarer Wille heißt. Dazu verleib' 350. Gort ifs, der det, tott mir deinen Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; er giebt zur Arbeit Muth und Kraft, 11. O mache mich dazu recht treu, daß ich dir thätig dankbar sen! Hilf, daß ich sorge, wie ich soll; ja sorge du, so geht mirs wohl. Mel. Es ist das Heil uns 2. Rechter Gebrauch dieses Lebens und der Güter ic. 211 Kraft, und läßt sie wohlgelin-| sen andern Morgen? Ach, Uns gen. Was man mit ihm nur zufriedne machen ihrem Herzen unternimmt, wird, wenns mit vergebens Schmerzen. feinem Willen stimmt, nicht ohne Fortgang bleiben. 2. Es ist umsonst; wir wer: den nichts erzwingen, wenn 2. Wer über alles sich be wir auch Nächte durch mit strebt, vor ihm gerecht zu wer- Kummer ringen, und noch so den, und treu nach seinem Wil- früh mit ängstlichen Geschäf len lebt, dem giebt er auch auf ten den Leib entkräften. Erden vom Zeitlichen mit milder Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nutzet. 3. Mein Glück beruht, o, Gott, auf deinen Segen; vers trau ich dir, und geh auf deinen Wegen, so wirst du mir, auch ohne Sorg und Kränken, was nüßet, schenken. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; und krönt er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Miß gunst ihnen schaden? Mit sei: nem Schuß bedeckt er sie, und fegnet, bei des Lebens Müb, ihr Herz mit Troff und Hoffnung. 4. Bin ich getreu mit dem verliebnen Pfunde, und barrich nur der rechten Segensstunde, so kommt sie, und dann werden meine Chaten mir wohl ge; rathen. 4. Drum gieb, o Gott, daß 5. Drum fördre selbst die ich auf dich bei meiner Arbeit Werke meiner Hände; gesegs sehe. Mit Licht und Weisheit ner sey der Anfang und das ſegne mich, daß ich nie Wege| Ende! so wird gewiß, was mir gebe, die mir dein heilig Wort zu thun gebühret, glücklich verbeut; nach chriftlicher vollführer. Rechtschaffenheit laß mich vor allem trachten. 5. Laß Mütsigang und Träg: beit mich, als dir mißfällig, meiden; und hilf, daß ich, ge stärkt durch dich, voll Muth, mit Luft und Freuden in meinem Stand geschäftig fen. Dein Segen krone meine Creu, daß sie auch andern nüße. 6. Sep überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; bilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. Mel. Herzliebßer Jefu, was 2c. ott forgt für uns, 351. Gott 6. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung filten. Erlang ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. Sorgen für den noch ungewis 7. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben, vers sorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Jrdische, erquicken, und stets beglücken. 8. Hier hab ich gnug. Laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmelsgus ter kommen! so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, dort ganz erfüllet. Mel.Jesus, meine Zuversicht zc. err der was helfen bange 352. Ewigkeit, gieb 0 2 doch 196 212 Von dem christlichen Verhalten gegen uns selbst. doch, daß ich bis ans Ende, so,| führen, und, wie es dein Wort wie mir dein Wort gebeut, verbeißt, meinen Wandel fo Flüglich meine Zeit verwende, regieren, daß ich Gutes bier die mir noch dein weiser Rathausstren, und mich dessen ewig auf der Welt beschieden bat. freu. 2. Wie ein Traum, so schnell entfliehn Jahre, Zeiten, Tag Mel. Nun danket alle Gottic. 353, Laß mich doch nicht, den und Das, womit wir uns bemühn, ist mit ihnen nicht verschwunden. Der Ver, geltung Emigkeit folgt auf diese Arbeitszeit. 3. Gott, wie thörigt hab ich schon hier so manche meiner Beiten, die bis jest mir sind entflohn, unter schnöden Eitelkeiten, und auf solche Art verbracht, die mich ist bekümmert macht. 4. Doch erbarmend schenkt du mir ist noch Zeit und Raum zur Buße. Herr, ich komm und falle dir flehend tiefgebeugt zu Fuße: fen mir gnädig! fieb, mich reut meine bier verlorne Zeit. 5. Wiederbringen kann ich nicht, was mir einmal ist verschwunden: doch bin ich der Zuversicht, niß ich nur getreu die Stunden, die du mir noch ferner schenkst, daß du gnädig mein gedenkst. 6. Lebre mich die Furie Frist, die du mir haft zugemessen, so, wie es dein Wille ift, brauchen, und es nie vergessen, hier nur sen die Uebungszeit zu dem Glück der Ewigkeit. 7. Sien muß ich hier mit Fleiß zu der Erndte jenes Lebens. O wie glücklich, daß ich weiß, dies geschehe nicht vergebens! Ewig freut sich seiner Saat, wer hier treulich Gu tes that. 8. Gott, laß deinen guten Geist mich zu dieser Weisheit dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft feblt beim Ueber: fluß doch die Zufriedenheit; und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit? 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es stebt ja sein Befig nicht bloß in unferm Willen; nicht stets wirds dem zu Theil, der angste lich darnach ringt: und schnell verlierts oft der, dem sein Ber mühn gelingt. 3. Ein Gut, das unfern Geift wahrhaftig soll beglücken, muß nicht vergänglich seyn, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut, er bats, und wünscht noch mehr; doch immer bleibt sein Hert von wahrer Freude leer. 4. O Gott, so mehre doch der Habsucht niedern Trieben, und beilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh gewinnt, bald schwelae: risch verzehrt, bald unruhvell bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Heri, das sey mein Schatz auf Erden! Sonst alles, nur nicht dies, kann mir entriffen werden; es bleibt im Tod auch mein, und folgt mir aus der Zeit, zum seligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 6. Wenn dieses fehlt, dann ist das herrlichste Vergnügen den süßen Träumen gleich, die unfern Rechter Gebrauch dieses Lebens und der Güterze. 213 unsern Geist betrügen. Drum| sen! von Unruh, von Gewislenke, Gott, den Wunsch vom senspein kann Reichtbum nicht irdischen Gewinn durch deines erlösen. Der Reichthum hilft Geistes Kraft, zu ewgen Gus im Tode nichts, auch nichts tern bin. am Tage des Gerichts; da schützt er keinen Sünder. Mel. Ach Gott, vom Himmel zc. 354. Laß mich, o Gott, gewissenhaft mein irdisch Gut verwalten! Gewähre mir Verstand und Kraft, um weislich hauszuhalten, wie es mir nugt und dir gefällt, daß ich die Schake jener Welt bes wahr, und nie verliere! 7. Gieb mir die weise Spars famkeit, nicht Güter zu vers schwenden, die du mir gabst, um in der Zeit sie nüglich anzuwens den. Gieb mir die Klugheit, daß ich bier durch sie dem Nächs sten, so, wie mir, des Lebens Müh erleichtre! 2. Mein Haab und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Zu keinem Fall, ftrick gabst du mir mein irdi: sches Vermögen; gabsi es für mein und andrer Wobl; drum hilf mir, daß ichs, wie ich foll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Es ist das mir geschenkte Gut vergänglich wie die Erde. Gieb, daß ich nicht zum Uleber muth dadurch verleitet werde. Nie reiß ein irdischer Gewinn mein Herz zu Ueppigkeiten hin daß ich mein Heil vergesse. 4. Was bülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schätzen, verblendere mich Gut und Geld, mich dir zu widerseßen; Verschmäht ich, was dein Wort begehrt, was mir ein ewig Glück gewährt, wie elend würd ich werden? 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; Gott, laß mich das erwägen! so brauch ich stets gewissenhaft den mir ver= trauten Segen. Wohl dem, der mild ist; denn er hat in seinem Reichtbum eine Saat zu einer ergen Erndte! Mel. Wer nur den lieben G. ic. 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bd. 355. Mit dir geh ich an mein o Gott! Du giebst durch deinen Geist mir auch gewiß zur Arbeit Kräfte, so lang dein Wink mich leben beißt. Laß, deiner Hoffnung mich zu freun, auch deis nen Rath mir heilig seyn. 2. Der ehrt dich nicht, der seine Tage in trågem Müssiggang verlebt, und, sich und Andern gleich zur Plage, das ihm verliehne Pfund vergråbt. Du bifts, der uns den Fleiß gebot, und wer ihn übt, ehrt dich, o Gott! 5. Mein größtes Streben sen schon hier nach deines Geistes 3. Du gabst mit so viel ans Baben! Wie reich bin ich, odern Trieben uns auch den Gott, in dir, kann ich nur dieſe Trieb zur Thätigkeit, und, ihn haben! Besitz ich, Höchster, aufs nüglichste zu üben, giebst deine Huld, bin ich voll Glau- du uns auch Gelegenheit. Du ben und Geduld; was fehlt fennest unfrer Arbeit Müh, denn meiner Seele? und deine Kraft erleichtert fie. 4. Laß mich auf diese Ord: nung sehen ihr folgen, und mich 03 1 214 Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbft. mich ihrer freun. Wie sollt ich| ten in deiner Furcht, gestärkt dabei irre gehen, und nicht durch dich, mit Freuden zu vielmehr gesegnet seyn von dir, verrichten. Ein Herz, das sich der du der Arbeit fast auch rei: des Guten freut, giebt zu der chen Lohn beschieden hast! Arbeit Munterfeit, versüßt uns ihre faften. 5. So wart ich denn aufdei nen Segen, und sorge nicht, wie's werden soll; ich geh ihm doch gewiß entgegen, und bin des hohen Troftes voll: mein Fleiß, o Höchfter, ist vor dir; du fiebst ihn, du verailtst ihn mir. 6. Jch trößte mich deß nicht vergebens, bleibt er gleich uns vergolten hier; du reichst am Abend meines Lebens auch mir der Treue kohn dafür. Dann freu ich mich in Ewigkeit des nüglichen Gebrauchs der Zeit. Mel. Es ist das Heil uns 2. 356. Nach deinem Rath, 6. Dir zu gefallen, sey mein Biel bei allem, was ich thue! so bat, es gehe wie es will, doch mein Gewissen Rube; denn wer dir, Heiligster, mißfällt, was nüßer dem die ganze Welt mit allen ihren Schäßzen? 7. Gieb, daß mein Fleiß in o Gott, sind wir dem Beruf, dazu mich auf der bestimmt zum Fleiß auf Erden; Erde dein weifer Rath, mein du willst es, daß wir alle bier Gott, erichuf, mir eine Stuffe einander nüßlich werden. Gieb werde, worauf ich nach voll mir Verstand und Luft und brachter Zeit zur böheren GeKraft, geschickt, treu und geschäftigkeit des bessern Lebens wissenhaft zu thun, was mir steige. gebühret. 2. Hilf, daß vor träger Weich, lichkeit ich standhaft mich be wahre; wo die Müh gebeut, nie meine Kräfte spare. Erhoien darf ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mich kann zu meiner Arbeit stärken. 3. Mit kluger Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Neben dingen, die ferne find von mei: rer Pflicht, verschwenderisch verbringen. Das müsse mein Vergnügen seyn, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferlegeß. 4. Ein beilger Trieb belebe mich, o höchster, meine Pflich: 5. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehr sucht nie bestrickt, gewiffenlos ju handeln. Mein Leben deiz nem Dienst zu weihn, so müße lich, als ich kann, zu seyn: das sev mir Ehr und Freude. Met. Jefu, meiner Seeten N. ic. 357.bne Naft und un men gleich, o Seele, eilt deine kurze Pilgrimszeit in das Meer der Ewigkeit. 2. Nimm auch Stunden wohl in Acht, wirke Gutes! denn die Nacht, wo man nichts mehr wirken fann, kommt, und rückt oft schnell beran. 3. Ißt noch ist der Tag des Heils, frei die Wahl des bess fern Cheils. Stell dich dieser Welt nicht gleich, werd an gus ten Werken reich. 4. Wisse, für die Ewigkeit gab der Herr dir diese Zeit. Weh Rechter Gebrauch dieses Lebens und der Güter ic. dir, wenn du sie verträumst, sie in trdaer Rub versäumst. 215 3. Wenn vor deinem Antlik fich jede Sünd enthüllet, wenn dann eine jede dich ganz mit Gravn erfüllet; dich nichts dann stärken kann, feine deiner Frenden, was wirst du 5. Der Versäumniß deiner Pflicht folgt im göttlichen Ge: richt, wenn der Tod dich hingerafft, eine strenge Rechenschaft. 6. Gott, du meiner Tage| dann leiden! Herr, hilf mir, daß ich Sterbli cher, eingedenk der Ewigkeit, weislich nutze diese Zeit. 7. Jede Stunde, da mein Beist sich der Erde mehr ent: reißt, bringt mir, fliebt sie gleich dahin, dennoch ewigen Gewinn. 8. Jede Stunde, da ich hier andern nüße, und vor dir red: lich handle, dauert dort stets in ihrem Lohne fort. 5. Noch, noch wandelst du allhier auf des Lebens Pfade; noch ist zur Errettung dir nah des Ewgen Gnade. Eil ihr zu, daß du Rub für dein Herz ems pfindest, und Vergebung findest. 9. Laß mir diesen Werth der Zeit und der Frommen Thätig: Feit täglich, Gott, vor Augen Mel. Es ist das Heil uns kommic. ſeyn, daß ich lerne Trägheit 359. Mas bin ich, Gott, scheun. 10. Steh mit deiner Kraft mir bei, daß ich meiner Pflicht getreu, dir zum Preis und mir zum Glück, nüße jeden Augenblick. vor dir, ich Staub? gleich eines Grafes Blume; nur allzuvald des Tos des Raub mit Glück und Luft und Ruhme. Mein Pilgerles ben hier verfleucht, wie ein Geschwätz des Tags, und gleicht kaum einem Morgentraume. 2. Und dennoch zeigst du mir von dir so viel in Augenblicken; entdeckest dich darinnen mir, mich ewig zu beglücken. Du machst dies Leben, der sey Dank! zu einem beitern Uebergang in ein beglückters Leben. 4. Nah dem Untergang wirst du an des Grabes Stufen, bang um Troft und Seelenruh, dann vergebens rufen: Rette, Gott, mich vom Tod! rette noch im Sterben mich von dem Vers derben! 11. Dann vertausch ich diese Zeit ruhig mit der Ewigkeit; finde da vor deinem Chron meiner Arbeit Gnadenlohn. Mel. Straf mich nicht in 2c. 358. Sicher Mensch, noch ist es Zeit aufzustehn vom Schlafe! Nahe ist die Ewigkeit, nahe Lohn und Strafe. Hör, Gott spricht! faume nicht, seinen Ruf zu hd: ren, und dich zu bekehren. 2. Kommt nun, eh du es gedacht, unter Sündenfreuden deines Lebens letzte Nacht, was wirst du dann leiden? wenn dein Herz, von dem Schmer; deiner Schuld zerriffen, wird verzagen müssen. 3. Hier seh ich, Vater der Natur, im Schatten deiner Werke nur dunkel, wie im Spies gel nur, die Größe deiner Stärke. Wie schön ist, was mein Auge sieht, und doch, wie viel, mein Gott, entflieht hier noch dem blöden Auge! 4. Nein, Vater, des mein Herz fich freut, du schufßt mich 04 nicht ins 216 Von dem christlichen Verhalten gegen uns selbst. nicht vergebens. Was schmecklich zagen, für meine Pflicht ich nicht für Seligkeit im Trau zu wagen, was du mir, Gott, me dieses Lebens! Wie wenig für sie verliehn. ists, was ich hier seh, und hier von dir, mein Gott, versteb? doch macht mich dies schon felig. 5. So fliehe denn dies Leben bin, schnell wie ein Traum, noch schneller! Ich weiß, daß ich unsterblich bin. Dort wird dies Auge heller; dort seh ich näher, was du bist, und meine Freude, Vater, ist dann ewig und vollkommen. 6. In deine Vaterbände be fehl ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es sey mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf. 7. Was müßt ein langes Le ben, wenn man nicht Gott ers geben nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Men, schen liebet, und sich im Guten übet, nur der bat lang und wohl gelebt. Mel. Wer nur den lieben Gottic. Mel. In allen meinenThaten zc. 360.23 as ist mein seit 361. Wie mannigfaltig lich das du mir, Gott, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück berubt. sind die Galen, wodurch uns, Herr, dein Wohls thun nährt, und die, so Geist als Leib, zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! Auch das, was unser Mund genießt, 2. Hier wird die Saat gezeigt uns, wie freundlich, Gott, ftreuet; dort, wenn sie wohl du bist. gedeihet, wird reich die Erndte jevn; je länger ich hier lebe, und gut zu handeln strebe, je größer wird mein Glück dort feyn. 3. Sollt ich dies Glück mir rauben? O Herr, laß mir im Glauben der künftgen Erndte. zeit, das Leben auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Ein red. liches Gemüthe lohnt nie mit Undank Güte; entweicht auch dem Berufe nicht. 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht verkür: zet, laß mich mit Sorgfalt fliehn; doch auch nicht angst2. Du giebst uns Brodt für unser Leben, und läffest auch, uns zu erfreun, die Mittel, die uns Nahrung geben, so gut, so mannigfaltig feyn. Wie anges nehm ist der Genuß von dem was uns ernähren muß! 3. Doch laß die Kraft uns ju vergnügen, die du in Speis und Trank gelegt, mich nie, o Höchfter, so besiegen, daß sie zum Schwelgen mich bewegt; lab, deiner Gaben mich zu freun, mich mäßig im Genusse seyn. 4. Mit Speis und Crank ſein Herz beschweren, des Guten satt und übervoll, dadurch wird das, was uns ernähren und uns. fern Geist erquicken soll, ein Gist, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. 5. Die Rechter Gebrauch dieses Lebens und der Güter ic. 5. Die Schwelgerei raubt die Liebe für ein schimmernd uns die Kräfte zu dem, was Erz verdrängt der Tugend Lies uns die Pflicht gebeut, macht be, und macht, selbst der Verträge jum Berufsgeschäfte, nunft zum Spott, ein elend untüchtig zur Gottseligkeit, Gold zu unserm Gott. erweckt Unordnung Streit und Zank, erstickt den dir, Gott, schuldgen Dank. 6. Wer sich den Leib zum Gort erkohren, unmäßig deine Gaben braucht; der ist fürs Himmelreich verloren, zu dem kein Knecht der Lüfte taugt. Gott, laß mich ja dies Lafter scheun, enthaltsam, mäßig, nüchtern seyn. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habfucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzus brechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waysen Chránen widerstehn. 7. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehn, und, daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, ben Geber, tehn; auf dich, der du uns järtlich liebst, uns Nahrung und Erquickung giebst. Mel. Mir nach sprichtChrift. 2c. 362. Wohl dem, der beßre 23⁰ als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden; und in dem Glauben, daß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, bier Güter zu befigen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit fie zu nußen; sie dürfen unser Herz erfreun und unfers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele fchmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Nei che trachten, ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott jur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Hert, erfickt die edlern Triebe; 217 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, des Wohlthuns Freuden schmecken, und in des Unglücks Gegenwart, den Ruf zur Hülf entdecken? und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Erhalte mich mein Gott dabei, daß ich mir gnügen lass fe, Geiz ewig als Abgötterei von mir entfern und haffe. Ein frommes Herz, ein guter Muth sey bier mein Theil, mein beßtes Gut. d) Zufriedenheit und Geduld in Widerwärtigkeiten. Mel. In allen meinenChaten 2c. 363, 2uf deine Weisheir ner Gute trauen, das schafft Zus friedenheit. Wer kann mein Wohl entscheiden? wer schenkt mir beßre Freuden, als du, Herr aller Seligkeit? 2. Vor dir. ist nichts verbors gen; wie sollt ich ängstlich sorgen, da du mein Vater bift? Du, Herr, gabst mir mein Les ben, 05 218 Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbst. ben, und wirst mir alles geben,| Wenn dich Noth ringsum bewas mir zur Wohlfahrt nö: droht, Sorgen stets mit dir ibig ist. erwachen; wohl wirds Gott doch machen. 3. Wir streben oft nach Dingen, die, wenn sie uns gelingen, des Unglücks Quellen sind. Ein Schein, der uns bethöret, und unsern Stolz vermehret, macht uns für wahre Güter blind. 4. Der Hang zu Eitelkeiten stört doch zu allen Seiten die wahre Seelenruh. Wenn wir dir unser Leben, o Varer, übergeben, dann fließt dem Herzen Friede zu. 5. Dein Rathschluß sey mein Wille. Ich will in heil'ger Stille mich deiner Vorsicht freun. Dein ewiges Erbarmen, dein Beistand foll mich Armen Su: friedenheit und Muth verleibn. 6. Laß mich nicht zweifelnd wanken, wenn traurige Gedanken mir deinen Trost entziehn. Ich werde nie vergebens zu dir, Herr meines Lebens, mit kindlichem Vertrauen fliehn. 7. Erleichtre meine Leiden durch deines Geistes Freuden, durch Muth und Hoffnung mir. Drückt mich die Laft der Schmerzen, dann sprich zu meinem Herzen: ich, dein Er: retter, helfe dir. 8. Was soll ich mich betrůben? Den Menschen, die dich lieben, muß alles Segen seyn. Ich bin ja dein Erlöster. Sonst weiß ich keinen Eröfter, sonst keinen Schuß, als dich allein. Mel. Jefu, meine Freude, 2c. 364, Cbrift, aus deinem Herzen banne Sorg und Schmerzen! fchöpfe neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket, Gott ists, der es schicket; was er schickt, ist gut. 2. Ist der Himmel trübe, wankt der Freunde Liebe, wird die Last dir schwer; stürzt mit je dem Tage eine neue Plage über dich daher; weicht das Glück stets mehr zurück, scheints dich nicht mehr anzulachen; wohl wirds Gott doch machen. 3. Bürden abzunehmen, hilft nicht Angst noch Gramen; schafft auch keine Nast. Unge duld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, dir zur Fels fenlaft. Zagend Hers, zähm deis nen Schmerz: drückt die Bürs de schon dich Schwachen; wohl wirds Gott doch machen. 4. Du führst Chrißi Namen; Chriftum nach; uahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert, und der Himmel bricht. Der fteht feft, der Gott nicht läßt. Laß rings um dich Wetter krachen! wohl wirds Gott doch machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seiner Treu empfängt. Nur nichts felbft verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Sieg', als Held! mag doch die Welt deiner Hoffnung spöttisch lachen; wohl wirds Gott doch machen. 6. Dabei, Herr, folls bleis ben! ich will nie mich firauben, folgsam dir zu seyn. Stets im Tod und Leben bleib ich dir ergeben; ich bin dein, du mein. Was Gott will, sey fiets mein Ziel; wunderbar mag Gott es machen, wohl wird ers doch machen. Mel. 219 Zufriedenheit und Geduld in Widerwärtigkeiten. Mel. Was Gott thut, das ist zc.| von Erde, gleich deinen Ens 365. Die Babu ift raub geln werde. auf der ich hier iu meiner Heimath eile. Wie viel Gefahr feh ich vor mir! wie droht sie meinem Heile! Gott, wärst du nicht mein Troft und Licht, mein Heil in finstern Tagen, so müßt ich längst verzagen. 7. Drum will ich dieses Lebens Schmerz, mein Gott, geduldig tragen; beruhigen soll sich mein Her;, nicht mehr, voll Unmuth, klagen. Du bist bereit, zur rechten Zeit, o Gott, von allen Bösen mich herrlich zu erlösen. 2. Vor dir darf ich mein traurig Her, Erbarmer, nicht Mel. Herzliebster Jesu, was zc. verheblen, darf meinen Kum: 366, Ein Herz, o Gott, in meinen vertraulich dir erzählen; dann schaf fest du mir Trost und Rub aus deiner Gottesfülle; und meine Geel ist stille. Leid und Kreuz duldig, das bin ich dir und meis nem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergeffen, täglich ermessen. 2 Bin ich nicht Staub, wie alle meine Våter! Bin ich nicht, Herr, vor dir ein Uebers treter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Du lebreßt mich den hohen Werth der Trübfal, die ich lei: de; daß sie mich dir vertrauen lehrt, mich führt zu wahrer Freude. Ich würde dein mich minder freun, nur dieser Welt begehren, wenn keine Leiden waren. 4. Dein Wort giebt mir die Zuversicht, du sorgt für meine Tage; dein Auge schläft und schlummert nicht, du börest meine Klage; du krönst mich einst, wenn du erscheinst, in deinem Heiligthume mit Wenne, Preis und Ruhme. 5. O, dann wird alle Traurigkeit aus meiner Bruft verschwinden: vergeffen werd ich ganz mein Leid, und nur dein Heil empfinden. Mein Lobge: fang, voll Vreis und Dank, wird, dir zum Wohlgefallen, durch deinen Himmel schallen. 6. Mich, den Vollendeten, darf dann nicht mehr die Sünd entweiben! mit Unschuld steh ich angethan in treuer Senechte Reihen. Und ewiglich erfreuft du mich, daß ich, der Rensch 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Böse dulden, erduls den wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, Trübfal der Frommen. 4. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden lässt du den Weg in unserm Heil uns finden, wenn wir uns dann, die Misfethat zu flies ben, eifrig bemühen. 5. Streb ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und stets gewährt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gaft und Pil ger aur der Erden, nicht bier, erst dort soll ich ganz glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ewgen Freuden, dies ser Zeit Leiden? 7. Wenn 220 Von dem christlichen Verhalten gegen uns selbst. 7. Wenn ich nur nicht mein| oft er fehle? Doch einst werd Elend selbst verschulde, wenn ich vollkommen rein, gang beis ich als Mensch, als Chrift, lig und gan; selig seyn; dies bier leid und dulde; so kann tröstet meine Seele. ich mich der Hülfe der Erldsten sicher getrösten. 8. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen Franken. Doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dies stärket unsre Herzen mit: ten in Schmerzen. 3. Vor meinen Augen wan deln die, die dich, o Jefu, schmähen; ihr eitles Herz bes thöret sie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einft bebt der Spotter Heer vor dir, wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 9. Schau über dich, wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! wer spricht, bis bieber! zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, ewig dein Vater? 10. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jßt weißt du nicht, warum wir leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hül fe, die wir merken, andre zu stärken. 4. In stiller Nacht wein ich oft, Herr, hinauf zu deiner Hö be; ein schwaches Herz seuit freudenleer, wenn ich den Morgen sebe. Ein Blick gen Him: mel tröstet mich, und meine Chränen stillen sich einst gan; in jenem Leben. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Notb der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorge meckt, ob ich sie auch ertrage; so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dies fer Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 6. Benn einst, der ist von 12. Das Kreuz vom Herrn ferne draut, der Cod mir näher wirkt Weisheit und Erfah- winket, wenn nach der Arbeit rung; Erfahrung giebt dem dieser Seit mein Haupt zum Glauben Muth und Nahrung. So stehe denn in deinem Glauben feste, hoffe das Beste! Mel. Herr Jesu Christ du zc. Schlummer sinket; so sterb ich froh! die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles überwieget. 367. Ein Pilgrim bin ich in der Welt, und kurz find meine Tage; so manche Noth, die mich befällt, reizt mich bier noch zur Klage. Doch, Bater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärkt mich selbst im Leiden. 7. Herr, diesen Troft, der mich erfreut, vermehr in mei nem Herzen! Mich stärke jene Herrlichkeit bei meiner Walls fahrt Schmerzen! Sie sev in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod erwache. Mel Wer nur den lieben Gotti. err, mache meine 2. Jßt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein 368. este ftille! Was mich Bufriedenheit und Geduld in Widerwärtigkeiten. 221 mich hienieden kränkt und mein Herz, statt aller Klagen, drückt, das ist dein weiser Rath nur voll des frobften Lobes und Wille, der nichts zu meis feyn; der Herr, der für mein nem Schaden schickt. Du bists, Heil gewacht, hat alles mit der alles ändern kann, und was mir wohl gemacht. du thuft, ist uch auf den allerrauh. 369. chicks mit mir Mel. Wenn mein Stündlein 2c. err, wie im Leben und im Sterben! Mein Herz verlangt allein nach dir; entreiß mich dem Verders ben. Erhalte mich in deiner Huld, wie du es fügst, gieb mir Geduld; was du willst, ist das Beste. sten Wegen führst du mich zur Glückseligkeit von jeder Trüb: sal erndt ich Segen, ist dir nur, Gott, mein Herz geweiht. Ihr Ausaang wird erfreulich seyn, fiebts gleich mein blöder Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille fenn und hoffen, wenn du mir Prus fung hast bestimmt; dein Vas terherz siebt dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer hier nur deinen Willen thut, mit dem machst du's auch immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nügt, verborgen; wer hat es je genau erkannt? Wie oft sind unfre Wünsch' und Sorgen voll Chorheit und voll Unver: stand! Wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 5. Nur du, Gott, kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste, so übers wältigt mich fein Schmerz: ich mein Herz und Sinn ergeben. duld ihn mit Gelaffenheit, du| Was böse scheint, ist mir Ge führst mich ja zur Seligkeit. 6. Die Stunde wird gewiß doch kommen, wo mich vollkommnes Glück erfreut; denn einmal führst du deine From men zur völligen Zufrieden beit. Und dann wird ihnen offenbar, daß dein Rath nur der beßte war. winn, der Tod selbst ist mein Leben; denn Gott ist mein, und ich bin sein. Was ist wohl, das mir schade? Ob er gleich schlägt und Kreuz auflegt, ist doch sein Thun voll Gnade. 2. Das kann mir fehlen nime mermehr, mein Vater muß mich lieben. Läßt er auch oft mich freudenleer, fo will er mich nur üben, und mein Ges müth in seiner Güt gewöhnen, fich 7. Da erndt auch ich von meinen Plagen die felgen Früchte ewig ein; da wird 2. Zucht, Ehr und Treu ver: leibe mir, zu deinem Worte Liebe; gieb, daß ich wanke nie von dir, noch deinen Geist bes trübe. Laß hier und dort mich felig seyn, und was vor dir, Herr, bös ist, scheun in meis nem ganzen Leben. 3. Und wenn ich soll nach deinem Nath einmal von hin: nen scheiden, so hilf du mir durch deine Gnad, daß es gescheb mit Freuden. Herr, Seel und Leib befehl ich dir; gieb du ein sel'ges Ende mir durch Jes fum Chriftum, Amen. Mel. Durch Adams Fall ist rc. 370. und Sinn ch hab in Gottes 222 Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbst. sich zu fassen; üb ich Geduld, trau seiner Huld, wird er mich nicht verlaffen. 3. Ich bin ja nicht von ohu gefähr entsprungen aus der Er: den; Gott ists, der mich zu sei: ner Ehr das, was ich bin, ließ werden. Gab er das Seyn dem Leib allein, der kurze Zeit nur währet? nein, auch dem Geist, der ist ihn preift, und der ihn ewig ehret. 4. Und wer erbält mit Allgewalt mir jede Kraft zum Leben? War ich nicht längstens todt und falt, wenn mich nicht Gott umgeben mit seinem Arm, der alles warm, gesund und fröh. lich machet? Was er nicht hält, das bricht und fällt; was er erfreut, daß lachet. 8. Ei nun, mein Gott, fo fall ich dir getroft in deine Häns de. Nimm mich, und mach es so mit mir bis an des Lebens Ende, wie dirs gefällt, der du die Welt nach weisem Rath res giereft, und so auch mich stets väterlich auf richtgem Pfade fübreft. 6. Du denkest zwar, wenn du nicht hast, was Sinnenluft bes gebret, als sen mit einer großen Last dein Lebensgang beschwe: ret; haft spåt und früh viel Sorg und Müh auf selbster: wählten Wegen, und denkest nicht, das, was geschicht, ge schehe dir zum Segen. lauter 7. Es kann bei lauter Son: nenlicht das Feld nicht Früchte tragen; so reift auch Menschen Woblfahrt nicht bei guten Tagen. Wie bitter sen die Argenei, schafft sie doch neues Leben; so muß das Leid zu neuer Freud und wahrem Glück erheben. 9. Willst du mir geben Son: nenschein, so nehm ichs an mit Freuden; folls aber Nacht der Trubsal seyn: ich wills gedul dig leiden. Willst du allhier noch länger mir des Lebens Kraft erhalten; wie du mich führst und führen wirft, so laß ich gern dich walten. 10. Auch noch im Tode bin ich dein, vor ihm soll mir nicht grauen; er führt zum beffern Leben ein, er ist der Weg zum Schauen. Du bist mein Hirt, der alles wird zu solchem Ende kehren, daß ich mit Dank und Lobgesang dich ewig werde ehren. Mel. Wer nur den lieben Gottx. 5. Er ist voll Weisheit und Verstand, voll Kraft in seinen Chaten; Seit, Ort und Weg ist ihm bekannt zu helfen und zu rathen. Er weiß, wenn Freud, er weiß, wenn keid uns, feinen Kindern, diene; und was er thut, ist alles gut, obs 371. Mein Schuß i noch traurig Gott! laß ich walten, ich hoff auf ihn, et Fennet mich. Ihm fehlts, die Seinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich. Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels, und wanke nicht. bin 2. Was qual ich mich? ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein, das ist meis nes Herzens Freude, daß du, o Gott, mein Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärke mich; denn nichts vermag ich ohne dich. 3. Der Herr ergiebt hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weis ser Huld. Er schont, er züch tigt viel gelinder, als wir vers dient, Bufriedenheit und Geduld in Widerwärtigkeiten. 223 dient, und hat Geduld; er hat| durchs Kreuz zu sich, zum Himnicht Luft an unserm Schmerz: mel von der Erden. ganz anders denkt sein Vas terher;. 4. Die Lieb ist Gott! wie kann ich sagen? Gab er für mich nicht Jefum Chrift? Was könn te mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erbab. ner Troß, der nimmer trügt, und jeden Zweifel überwiegt! 6. Gott ist dein Gott; er ist getreu, und stehet dir, als Bas ter, bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ihn den Seinen werden. 5. Jch barre seiner, und bin fille; wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich einst aus seiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leite mich nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 372, Sen, Seele, ruhig, unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt: befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau allein auf ihn! er wirds wohl machen. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; wenns noch so uns verschuldet war, hat Gott es so ersehen. Drum sey nur ftill! was dein Gott will, laß im mer gern geschehen. 7. O bet, und sich auf deis nen Gott in aller deiner Anast und Noth! Laß, wie er will, es gehen. Sein Will ist gut; behalte Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 8. Der du ein Gott des Troftes bist, laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden. Hilf, den du liebst, und prüfend übst, das Leiden überwinden. 4. Wie lange währt der Frommen Leid? nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Rub, und einst mit ewger Freude. Mel. Warum sollt ich mich zc. 373. Sen sufrieden mein Gemüthe! Gott 5. Drum hab, o Seele, gu ten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Er ziehet dich ift gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß an Rath, wie von That, alles wohlzu machen. 3. Erweckt dir gleich das Lei- wegt, lobt ihn nah und ferne. den Pein, es soll dir doch nicht schädlich seyn; Gott kann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier, melden dir seinen Ruhm obn Ende. Was wir klein und unwerth nennen, Gras und Laub, felbft der Staub, giebt ihn zu erkennen. 2. Beides, Erd und Himmel preifen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweisen. Sonn und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bes 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh, in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit feiner Werke; je: der Wurm, Wind und Sturm, preisen seine Werke. 5. Sollt ich denn nicht ihn erheben! wie so gar wunderbar gab 23 224 Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbst. gab er mir mein Leben! Was ich hab, ist sein Geschenke; auch der Geist, der ibn preist, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich fein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Mor: gen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Setten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfft du, o mein Gott, fie tragen; quält ich mich in finstern Stunden: deine Kraft bat geschafft, daß ich überwunden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan; denke bran, wird dir jemals bange, als wollt er dich ganz verlaffen. Es geschicht wahrlich nicht; er kann dich nicht haffen. 9. Drum ergieb dich seinem Willen, heiffe gut, was er thut, er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wirds wohl machen. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. 374. So wie du bist, fo schon, Gott, ehe du von deinem Chron Geschöpfe, die nicht waren, beriefft zu seyn, um deine Macht und Gute zu erfahren. 2. Du wirst auch seyn, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn långft schon Ewigkeiten uns Stämpfer Frönen, die wir hier mit Noth und Sünde streiten. 3. Von Ewigkeit zu Ewig: Feit kann deines Wesens Herr, lichkeit sich selbst nicht un, gleich werden; bedarf auch nie sich gleich zu seyn, Himmels und der Erden. 4. Gott, mit dir unveränder: lich, bezeugte deine Weisheit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufft, sich ferner offenbaren. 5. Ob Felsen weichen, Berg' ins Thal sich fürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzits tert; so bleibt doch deine Lieb und Gnad auf ewig uners schüttert. 6. Was zaget denn mein Herz in mir? Was klag ich ängstlich, daß ich hier kein daurend Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dies Leben mit verfließe? 7. Was klag ich? Liebest da mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lies ben; haft selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 8. Dein bin ich, Gott, und du bist mein, und wirft es auch auf ewig seyn; von dir kann nichts mich scheiden. Die Welt vergeht mit ihrer Luft, nicht du und deine Freuden. Mel. Gott des Himmels und ic. 375.11nerforschlich mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sey ohne Schims mer, die mich hier umschattet bat; doch ist alles, was er thut, wies auch scheine, weis und gut. 2. Sollt ich das von Gott nur loben, wo auch ich bier Weisheit seh? Jsts nicht ein Geschenk von oben, wenn ich seinen Weg versteh? Ach der frevelt, welcher Flagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt. 3. Sollt ein Vater unterlass dessen, was dem Kinde Thorbeit ist? Kühner Tadler! Engel faffen Bufriedenheit und Geduld fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, hier nur glauben, noch nicht schaun. di 4. Sollte denn Gott meinem Willen unterwerfen seine| Welt? meine Wünsche nur er füllen, nur das thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thóricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilgerstande sey mein Theil Zufrie: denheit! Dort in meinem Va: terlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunket seyn. 6. Wenn du auch aufrauhen Wegen wandelft, Seele, klage nicht; was hier schmerzet, wird dort Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht; und ich faff' erft Gottes Sinn, wenn ich ganz vollendet bin. Mel. Nach dir, o Herr 2. on dir, o Vater, Glück, Unglück, Freuden oder Schmerz, von dir, der nichts als lieben kann, voll Dank und voll Vertrauen an. in Widerwärtigkeiten. 5. Wie oft, Herr, weint ich, und wie oft half deine Hand mir unverhofft! Oft jammert ich untröstbar heut, und mor gen ward ich schon erfreut. 00 6. Oft fah ich keinen Aus: gang mehr; dann weint ich laut und klagte sehr: wo bist du, Gott? wie schauest du denn meinem Elend müssig zu? 7. Dann hörtest du, o Herr, mein Flehn, und eiltest bald mir beizustehn. Du öffnetest mein Auge mir; ich sah mein Glück, und dankte dir. 2. Nur du, der du allweise bist, nur du weißt, was mir heilsam ist; nur du siehst, was mir jedes Leid für Heil bringt in der Ewigkeit. 8. Sagts Alle, die Gott je geprüft, die ihr zu ihm unt Hülfe rieft; sagts, Fromme! ob er das Gebet geduldig Leidender verschmäht? 9. Die Stunde kommt früh oder spåt, wo Dank und Freud aus Leid entsteht; wo Pein, die Stundenlang nur währt, in Freudenjahre sich verkehrt. 10. Du erndtest deiner Leis den Lohn vielleicht in diesent Leben schon; vielleicht daß, mit seiner Hülf erscheint. 11. Schau deinen Heiland gläubig an! Wenn niemand dich erquicken kann, schütt aus dein Herz in seinen Schooß, denn seine Huld und Macht ist groß. 12. Einst hat er auch, der Menschenfreund, im Thränens thale bier geweint. Auf deine Chránen giebt er Acht, und dir 3. Ist alles dunkel um mich her, die Seele mud und freuzu helfen hat er Macht. denleer, bist du doch meine Zu: versicht, bist in der Nacht, o Gott, mein Licht. 13. Er hilft gewiß, nur zweifle nicht; denn er selbst, dein Erbarmer, spricht: Vertraue mir, ich rette dich; sen frohes Muths und glaub an mich! In eigener Melodie. 4. Verzage, Herz, versage nie! Gott legt die Last auf, Fennet fie. Er weiß den Kummer, der dich quält; und 377.2arum betrübst du geben er, was dir fehlt. dich, mein Herz, und 23 196 226 Von dem christlichen Verhalten gegen uns selbst. und härmst dich ab mit bangem| Mel. Was Gott thut, das ist zc. Schmerz bloß um ein zeitlich 378.as Gott für mich Gut? Vertrau du dem, des bestimmet hat, Almachtsruf die ganze Welt nehm ich mit Dank entgegen. aus Nichts erschuf. Ich weiß, sein ewig weiser Rath ist lauter Heil und Segen. Wer ibm vertraut, fest auf ihn baut, bat Trost in Kümmernissen, wo Andre jagen müssen. 2. Drum jag' ich nie, auch bitt ich nicht um freudenvolles 3. Weil du nun, Gott, mein Leben; nur frohen Muth zu Vater bist, so weiß ich, daß jeder Pflicht, den wollst du, mich nie vergißt dein väter- Gott, mir geben. Und sinkt liches Herz; mich, das Gemein Herz bei herbem Schmerz, schöpf von gestern her, das ohne dich ganz hülflos wär. dann wirst du, Herr, mich stårken zu neuen guten Werken. 4. O, Gott, du bist so reich noch heut, als du es warft von Ewigkeit; zu dir steht mein Vertraun. Mach mich an mei ner Seele reich, so gilt mir alles andre gleich. 5. Des Zeitlichen entbehr ich gern, hab ich das Ew'ge nur vom Herrn, das er auch mir ers warb, durch seinen berben bit: tern Tod: Das, das gieb mir, mein treuer Gott. 2. Dich lassen will und kann er nicht; auch weiß er wohl, was dir gebricht, und was du fiebßt, ist sein. Er ist dein Vas ter und dein Gott, und hilft dir gern in aller Noth. 6. Das alles, was die eitle Welt allein für Glück und Freu: de hält, Gold, Ehre, Wohlluft, Pracht; das währt nur eine kurze Zeit, und hilft doch nicht zur Seligkeit. 7. Sohn Gottes! freudig dank ich dir, daß du in deinem Wort auch mir dein Heil haft offenbart. Verleib mir nun auch feste Treu, daß dort bei dir mein Erbtheil sey. 8. Lob, Ehr und Preis sey dir gebracht, daß du es im: mer wohl gemacht! in De muth bitt ich dich: Verwirf von deinem Angesicht mich, Herr, mein Gott, nur ewig nicht. 3. Auch bitt ich nicht, Allliebender! um Güter dieser Erden; an Tugend laß, 0 Gott, mein Herr! mein Herz stets reicher werden! Vertraun ju dir, dies gieb du mir, und Kräfte, deinen Willen mit Freuden zu erfüllen. 4. Kein langes Ziel erfleh' ich mir; ein dir geweihtes Les ben ist nur mein Wunsch, um mich zu dir, dein würdia, zu erheben. Doch hat mein Ziel der Tage viel, so laß, Herr, meine Thaten zu deinem Ruhm gez rathen. 5. Und ist ein Franker Leib mein Theil, sind traurig meine Cage, so gieb Geduld, o Gott, mein Heil, daß ich auch da noch sage: Gott zieher mich durch Kreuz zu sich; ihn preif ich felbst für Leiden; sie sind der Weg zu Freuden. In eigener Melodie. 379. Was Gott thut, das es bleibt gerecht sein Wille. wie er felbst will, so fang ers an, fein harr ich und bin stille. Er ist mein Gott, der in der Noth Bufriedenheit und Geduld in Widerwärtigkeiten. 227 Noth mich wohl weiß zu er.| Leid Hier stört oft Unruh und balten; drum laß ich ihn nur Beschwerde die sanfteste Zufriedenheit; hier wohn ich noch in einer Welt, die kein volls kommnes Glück enthält. walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan, er taffet mich nicht fallen; er führet mich auf rechter Bahn, lehrt seinen Weg mich wallen. Trost und Geduld giebt seine Huld; er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. und Hülfe bei. 3. Was Gott thut, das ist| Vatertreu mir stets mit Rath wohlgethan; nur Er weiß, was uns nüßet. Wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stüßet; ja, feine Treu ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen, und seiner Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Bdfes gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit, da wunderbar erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ift nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil doch zuletzt Gott mich ergökt mit süßem Trost im Herzen; da weichen alle Schmerzen. 6. Was Gott thut, das ist wohlgethan; dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich doch väterlich in feinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deinerHuld; du bist mein Heil, und bleibst, ist auch die Noth am größten, doch meines Herzens Troft und Theil. Du stehst nach deiner 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, durch mein Gebet den Muth, daß ich gelassen fie ertrage, und machst zulegt doch alles gut. Auf Kummer folgt zufriednerDank; auf Klagen froher Lobgefang. 4. Bu ungestörten Sicherbeiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt' uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu erkannt; Vollkommne Ruh und Sicher: heit ist nur ein Glück der Ewigkeit. Mel. Wer nur den lieben G. 2c. 380, Was ist mein Leben auf der Erde? Ein Wechsel ists von Luft und 5. Was bist du denn, o mei: ne Seele, in deiner Noth so Fummervoll? Vertraue Gott, nur ihn erwähle zu deinem Troft; er schüßt dein Wobl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 6. Er wird es senn; ruf in Gefahren ihu als den einigen Helfer an? Er weiß dich mich, tig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht; dies stärke deine Zuversicht. 7. Befiehl ihm alle deine Wege, hoff und vertrau ihm allezeit. Auch auf dem allerrauhsten Stege denk froh an jene Ewigkeit; da wirst du, P2 frei 196 228 Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbst. frei von aller Pein, ganz selig,| ftillezu Gott, denn nicht mein gan; zufrieden seyn. Wille, dein Wille nur gescheh, o Gott. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! du bist bei mir, das stärke mich. Wer deffen stets versichert ist, der lebt und stirbt getreft als Chrift. Mel. In allen meinenThatenic. 381.as is, daß ich mich quale? Harr Gottes, meine Seele barr, und sey unverzagt? Du weißt nicht, was dir nüßet! Gott weiß es, und Gott schüßet; er schüßet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh ich die Welt noch sah. Eb ich mich selbst noch kannte, eb ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 3. Die kleinste meiner Corgen, Jhm ist sie nicht verbor: gen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, wårs auch die größte Laft der Welt. 4. Jch lebe nicht auf Erden, gan; glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergebt. Jch lebe bier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geift, besteht. 7. Du bist der Müden Stars ke, und aller deiner Werke er barmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn du mich willst bewahren? Und du, mein Gott, bewahreßt mich! In eigener Melodie. 382. Was mein Gott will, gescheh all: seit! er wählet stets das Beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glaubet feste. Er hilft aus Noth, der treue Gott, und süchtiget mit Maaßen; wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nicht verlassen. 2. Er ist mir Trost und Zu: versicht, giebt Hoffnung Freud und Leben. Drum, was er will, dem will ich nicht undankbar widerstreben. Sein Wort ist wahr, und in Gefahr ist er es, der mich schüßet; des Höchsten Macht, die für mich wacht, giebt mir stets was mir nuget. 3. Wenn es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen, so will ich mit Zufriedenheit in seinen Rath mich faffen. Dir, Gott, befehl ich meine Seel in meinen letten Stunden; dein Sohn, o Gott, hat Grab und Cod auch für mich übers wunden. 5. Was dieses Glück vermeh: Mel. In allen meinen That. zc. ret, fev mir von dir gewähret; 383. Was foll ich augsts du es gern. Was dieses Glück verleget, wenns alle Welt auch schäßet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern. lich klagen, und in der Noth verzagen? Der Höchfte sorgt für mich. Er forgt, daß meiner Seele kein wahres Wohl je fehle; genug zum Trost, mein Herz, für dich. 6. Sind auch der Krankheit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr ich und bin 2. Was nützt es ängstlich for: gen, und jeden neuen Morgen mit neuem Summer sehn? Du, Vater 229 10. Dort bei den frommen Schaaren, dort werd ich es er: fahren, wie gut du mich ge: führt. Da sing ich dir mit Freuden, nach überstandnen Leiden, den Dank, der deiner Sufriedenheit und Geduld in Widerwärtigkeiten. Vater meiner Tage, weißt, eh ich dirs noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu ver: trauen, daß, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich| Huld gebührt. üben, und dich, mein Vater, In bekannter Melodie. lieben; denn du verläß'st die 384. Wer nur den lieben Deinen nicht. 2012 wals 4. Der du die Blumen Flei: dest, und alle Thiere weideft, du Schöpfer der Natur, weißt alles, was mir fehlet. Drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thrånen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele; du hörst, du hilfst, du fegneft gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt! Du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und Fränkt. 8. Du führeft, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrü be, bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der Chat. ten, und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhals ten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerböchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schwe ren Sorgen? Was hilft uns un fer Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur grd: ßer durch die Traurigkeit. 3. 3u Gott sey deine Seele ftille, mit seinem weisen Rath vergnügt, und warte, was sein guter Wille zu deinem Wohlergebn verfügt. Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am beßten, was uns fehlt. 4. Er kennt die rechten Freudenstunden, weiß, wann ein Glück uns nüglich sey. Wenn er uns nur hat treu erfunden, geduldig, ohne Heuchelei, so kommt er, eb wirs uns ver: fehn, und läsfet uns viel Guts geschehn. 9. Wenn ich hier Tiefen febe, nicht deine Bahn verstehe, die wundervolle Bahn, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, mich Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 5. Denk nicht in deiner Drangsalshige, daß du von Gott vergessen seyst, daß ihm nur der im Schooße size, den alle Welt für glücklich preist: die Zukunft ändert oft sehr viel, und setzet jeglichem sein Biel. 6. Es sind ja Gott sehr leich: te Sachen, und seiner Allmacht P3 gilt LONS 230 Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbft. gilt es gleich, den Reichen klein| sehn. Wir leben oder sterben, und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; er ists nach deffen Rath und macht bald Noth uns drückt, bald Freude lacht. so wird uns, deinen Erben, des Himmels Wonne nicht ents gehn. 7. Zu diesem Freudenleben wirst du auch mich erheben; der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genefen; er eilt zu deinem Anschaun hin. 7. Sing, bet und geh auf Gots tes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu! Trau ihm und feinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu; denn wer nur seine Zuversicht auf Gott feßt, den verläßt er nicht. Mel.In allen meinenThaten zc. 385.23ill mich, o Gott, bienieden des Le 8. O drücke meinem Hers zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen den Croft aufs tiefs fte ein: daß der, den, Herr, du liebeft, auch wenn du ihn bes trubeft, fich deiner könne kindlich freun. bens Last ermüden jo stårke mich mein Muth; so oft mich Leiden kränken, so laß mich wohl bedenken, auch Trübfal sey uns Menschen gut. e) Rechtes Andenken an den Tod. Mel. Wer nur den lieben Gottzc. 2. Nicht ewig foll ſie wäh: 386. Du gabft mit, den 11 ren. unsre schnell von dir abgewischt, und feufzen wir: wie lange ist un: frer Seele bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. ger, dieses Leben nicht für den Augenblick der Zeit. Du hast es mir, o Gott, gegeben zur Saatzeit für die Ewigkeit. Hienieden ist der Prüfungsort; Belohnung und Bestrafung dort. 2. Du schenktest mir Vers stand und Willen; die Wahrs beit zu erkennen, Licht; Kraft, deinen Willen zu erfüllen, und lehrtest selbst mich jede Pflicht; für Tugend gabst du mir Ges fühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 2 3. Du, Vater, wendest Bürden, die mich erdrücken wür. den, von meinem Haupte ab; du wägest unsre Plagen stets nach der Kraft zu tragen, die deine Hand erst selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüfte schwächen, den Eigenwillen brechen, und uns entwöhnen von der Welt. 5. Du willst den Eifer meh ren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Geduld; daß wir in unsern Nöthen, auch wenn du uns willst tödten, doch trauen deiner Vaterhuld. 6. Nichts, nichts kann, Herr, uns scheiden von dir und jes nen Freuden, die du für uns er: 3. Der Leib ist oft der Seele Bürde; doch schmückteft du auch dies ihr Haus, daß fie auch durch ihn fröhlich würde, mit tausendfachem Segen aus. und wieviel Lust gabst du nicht hier durch jeden meiner Sin nen mir! 4. Doch liefest du dabei mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar 20 200 231 Rechtes Andenken an den Tod. do war diese Welt genießen, doch dich und deine Zukunft sehn: als genöß ich ihrer nicht; ich daß ich, dir bis zum Tode treu, soll der Sinnen Lüße fliehn, des höhern Lebens fähig sey. nenn sie mich zu der Erde ziehn. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 5. Dein Unterricht sey nicht vergebens! daß ich ihm getreu, und im Genusse 387, Du Herr und Vater deines Lebens bei dir zu woh: nen würdig sey! vollkommne Freude wohnt nicht hier; wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. meiner Tage! du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Glies dern trage, die irdisch und zers brechlich find; drum gieb, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sen bereit, 2. Daß du hier meinem er ften reben ein mir verborgnes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn. 6. Erneuern willst du einst die Erde; einst einen neuen Himmel baun. Laß, daß ich immer frömmer werde, mich auf das Unsichtbare schaun; ftets allen Lüften widerstehn, und nur auf deinen Wegen gehn. ind sonism 7. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und dieser kurzen Prüfung Tage nur dir und meiner Pflicht zu weihn; wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zu deinem Himmel führt. 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, wodurch, was sündlich ist, gefällt; wenn ich ein treuer Kämpfer hier, dort Sieger bin, gekrönt von dir! 9. Gieb du mir deines Geistes Stärke, der du in Schwa chen mächtig bist; mir, der zu diesem großen Werke nur allzu schwach und sinnlich ist! Laß mich, das Eitle zu verschmähn, fiets auf mein ewig leinod sehn! 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sün den abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn; o ma che mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meis ner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben, dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schatz ist, sen mein Herz! Herr, tenke selbst es himmelwärts.... 5. Hier allen Sünden abzuz sterben, zu leben der Gerechtig: keit, um einst des Himmels Glück zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir immerdar vor Augen seyn, so wird mich selbst der Tod erfreun. Land 6. Willst du mich länger les ben laffen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblaffen, so bire, Bater, auf mein Flehn! Sey, wenn mein Herz im Tode P4 bricht, 10. Laß, Gott, schon in ge funden Tagen mich oft zu mei nem Grabe gehn, und da, bei Freuden und bei Plagen auf LONS 232 Von dem chriftlichen Verhalten gegen uns selbs. bricht, mein Croft und meine| ten, und nach meiner Heiligung roft un Suversicht. mit so treuem Eifer trachten, als erwarteten noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir be, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüchten sen, und ich reif zum Himmel wers de. Nahet dann mein Ende sich, o so stark und tröste mich! Mel. Wer n nur den lieben G. ic. 389. Jest leb ich: ob ich ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe! dann kenn und thuich meine Pflicht; dann bin ich durch des Geistes Kraft bereit zu meiner Rechenschaft..dog 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So sinkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, eh ers besorgt, ins Grab. Und, Seele, du mißs brauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht. imic 3. Entziehe dich dem Welts getümmel; hier ist der Kampf, dort ist die Rub. Ach, streb und ringe nach dem Himmel; eil einer bessern Heimath zu. Wie bald verfließt der Prüfung Zeit! Und, ach! dann kommt die Ewigkeit. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich bin; bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt selbst Sterben mein Gewinn. lebe dir, ich sterbe dir; sey du mein Trost, so gnüget mir. Mel. Jesus, meine Zuversicht zc. Ich 388. Herr, ich hab aus dintre mit Treu, zum Heil, noch Zeit in Händen. Gieb, daß ich befliffen sey, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink| mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn die mir zugezählten Stunden! Wie ein Traum sind fie dabin, und auf ewig mir verschwunden; nur der Augen: blick ist mein, deß ich mich noch ist kann freun. 3. Laß bei ihrer Flüchtigkeit mich, mein Gott, doch nie ver: geffen, wie unschäßbar sen die Beit, die du bier uns zugemes: fen; wie, was hier von uns ge: schieht, ewge Folgen nach sich zieht. osim on 24. Neize mich dadurch zum Fleiß, eb die Zeit des Heils ver: laufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszu 4. Verschiebe niemals deine Faufen, die ju meiner Selis- Wflichten. Was du zu thun ist keit deine Gnade mir verleiht.| schuldig bist, das eite beute zu 195. Deine schonende Geduld verrichten; wer weiß, obs mor: trage e mich hier nicht verge gen möglich ist? Nur diefer bens! Ach, vergieb mir meine Augenblick ist dein; der nächste Schuld, daß so manchen Theil wirds vielleicht nicht seyn. des Lebens ich zu Wohl nicht gebraucht, so wie ich soll. 5. Es sey, o Vater meines Lebens, die Warnung: Was chet fend bereit! an meiner Seele nicht vergebens; verlo: ren nicht die Gnadenzeit. Dann 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäfte ach: Nechtes Andenken an den Tod.ed 233 Dann führt mich selbst ein| 7. Tritt im Geist zum Grab schneller Tod zu deiner Seligs keit, o Gott! Mel. Jesus, meineZuversicht: c. 390. Meine Lebenszeit oft hin, siehe dein Gebein vers fenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken; lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. lich eil ich hin zum Grabe. Und was ists, das ich vielleicht noch mel. Ich hab' mein Sach G. sc. 391. Wie fleucht dabin Zeit! Wie eilen wir zur Ewige Feit! Wie mancher sinkt, eh ers gedacht, ins Todes Nacht! O Seele, nimm dies wohl in Acht. 2. Dies Leben ist gleich ei 2. Lebe, wie du, wann du ftirbst, wünschen wirft, gelebt zu haben. Güter, die du hier er= wirbst, Würden, die dir Men- nem Traum; gleich einem fchen gaben; nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. allhier zu leben habe? Dent, o an deinen Tod; faume nicht: denn Eins ist Noth. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewis fen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod ver: füßen; dieses Herz, von Gott, erneut, giebt im Tode Freu: digkeit. 4. Wann in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben: dann wird über Welt und Tod dich dies reine Her; erheben; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet und wache. Gorge nicht, wie früh du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lerne nur den Tod nicht scheun, lerne seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ihn durch Vertraun, sprich: Ich weiß, an men ich glaube, und ich weiß, ich werd ihn schaun einst in die fem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. leichten Bafferschaum ist alle seine Herrlichkeit. Der Sturm der Zeit reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Es falle Berg und Hügel bin! mir bleibts Gewinn, wenn dein ich todt und lebend bin. 200 4. So lang ich noch auf Er den wohn, erwecke mich, o Got: tes Sohn! Verborgen ist mein Todestag; gieb, daß ich wach, und, wann er kommt, bereit seyn mag. 5. die Welt in os desnoth? Was Ehr und Reichthum nach dem Tod? Bedenks, o Mensch, was eilest du dem Schatten zu? Kein irdisch Glück giebt wahre Ruh. 6. Weg Eitelkeit, der Thos ren Lust; mir ist ein beßres Gut bewußt; dahin allein geht mein Begier, das bleibet mir. Herr Jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir seyn, wenn ich dich seh, und froh zu deiner Rechten steh? Ob, mein Erlöfer, p5 Birke 234 Von dem chriftl. Verhalten gegen andere Menschen. stärke mich, daß eifrig ich bis| ringe stets nach ihr, als wäre an mein Ende liebe dich. Mel.HerrJesu Christ, wahr'r 2c. sie ein Werk von dir.) 392, ie ficher lebt der Mensch, der Staub? Sein Leben ist ein fallend Ichmeichelt er und dennoch er fich gern, der Tag des Todes sen noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch feiner Jahre viel, der Greis zu Vielen noch ein Jahr, und kei: ner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk bei Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod? Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben bier zur Ewig: keit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor Gericht: da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum da dein Tod dir täglich draut, so sen doch wacker und bereit; pruf dei nen Glauben als ein Chrift, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seuffer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Chron gerecht zu seyn: dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört, ihr folgt, und sich vom Bösen kehrt; ein glau: big Herz, voll Lieb erfüllt, dies ist, was vor dem Höchsten gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh. Du wirkt sie nicht, Gott wirket sie; doch aber 10. Der Zweck des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebt, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend durch des Glaubens Kraft. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Codes seyn; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todserinnerung.: 400 12. Wie oft vergeß ich diese Vflicht! Herr, geh mit mir nicht ins Gericht; druck selbst des Todes Bild in mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz anjes dem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, o Liebe, Des muth, Fried und Treu die Furcht des Geiftes in mir sey. 14. Daß ich ju dir um Gnade fleb, fiets meiner Schwachheit widersteh, und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf: Es ist vollbracht! 10) Von dem christlichen Verhalten gegen andere Menschen. e a) Liebe gegen den Nächsten. Mel.Jefus, meine Zuversicht zc. llen und 393. Auch mir hat der Herr dies vorgeschrieben: Ens ren Nächsten soller ihr, als ench felft, von Herzen lieben! Christen, was Gott hier gebeut, sey uns beilig allezeit. 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er alle huldreich hält; alle Eines Leibes Glie der, die sein weiser Allmachtsruf alle, sich zu dienen, schuf. 3. Eine bing Liebe gegen den nächsten. 235 3. Eine sterbliche Naturo bilde meinen Sinn nach dir, ward uns allen gleich gegeben, und auch Eine Hoffnuna nur, Hoffnung auf ein beßres Leben, wenn wir nur in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. und laß mich doch, mein Heis land, bier, wie du gewandelt, wandeln. Die können keine Christen seyn, die sich nicht Ans drer Wohlfahrt freun, und menschenfeindlich handeln. 4. Und wir sollten uns ent: wein? Lieblos uns einander haffen? Uns zu unsrer eignen Pein Stolz und Neid beherrfchen laffen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr kein Mensch, kein Chrift. 5. Was wir auch aus Gots tes Hand zum Voraus vor Andern haben, Anfehn, Neichthum, hoher Stand, Leibes kräfte, Geistesgaben, alles dies befreit uns nicht von der Men schenliebe Pflicht. 6. Selbst der Gaben Unter: schied dient zum allgemeinen Besten, wenn nur jeder sich bemüht, von dem Kleinsten bis um Größten, Andern, und nicht sich allein, nüglich, wie er kann, zu seyn. the 7. Darum gieb, o Gott, ein Herz, voll von wahrer Men schenliebe, das an Andrer Freud und Schmerz Antheil nehm und gern das übe, was der Lies be Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diesem großen Menschen freund laß uns alle ähnlich werden, daß wir hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, mögen ewig bei ihm seyn, seiner Lieb uns ganz zu freun. 2. Du bist auch auf der Himmel Thron noch ißt das Heil der Sünder; auch da bleibst du, o Gottes Sohn, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Rub, und die Verirrten suchest du auf rechten Weg zu leiten; du börft der Seufzenden Gebet, und braucheft deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 3. Olaß in meiner Pilgrims schaft mich auf dein Vorbild fes ben! Erfülle mich mit Luft und Kraft, dem Nächsten beizufie: ben; betrübter Herzen Troft zu seyn, mich mit den Fröblichen zu freun, mit Weinenden zu Flagen, und dem, der mir sein Her; vertraut, die Redlichkeit, auf die er baut, nicht treulos zu versagen. 4. Laß mich mit brüderlicher Huld des Nächsten Fehler decken, durch Sanftmuth, Mits leid und Geduld ibu erweckel zur Begrung fündiget er gegen mich, so freue meine See le fich, ihm willig zu vergeben; so werd ich dich, Herr Jefu Chrift, der du die Liebe felber bist, aufs würdigste erheben. mel. In allen meinenThaten ze. 395. Gieb, Gott voll Lieb und den er du die Liebe fel Trieb in mein Gemüthe, mich fremden zu Bei meines Nächsten Schmerzen laß fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude seyn. 2. Wer Mel. Einkämmlein geht, und zc. 394. die Menschen segneft, ja selbst dem, der dein Feind noch ist, mit Freundlichkeit begegnest; 236 Von dem chriftl. Verhalten gegen andere Menschen. 2. Wer sich des Guten freuet,| verebrt zu sehn; nein, Men was deine Huld verleihet, er schen zu erfreun.ng diem find es, wo ers findt, der ist nach deinem Bilde barmherzig, gütig, milde und als ein wahrer Chrift gesinnt. 3. Der Stolz, die Eigenliebe sind freilich machtge Triebe, auf Andrer Wohlergehn und auf die größern Gaben, die sie von dir, Gott, haben, mit scheelen Augen hinzusehn. 4. Jedoch hilfft du mir kämpfen, hilfft Neid und Mißgunft dämpfen, wenn ich nur wach, fam bin, und wenn ich auf dich sebe, zu dir um Hülfe flebe, so hilfft du mir zum bessern Sinn. 5. Beneid ich meinen Näch ften, so greift dich selbst, den Hichsten, mein Unmuth tadelnd an. Gott, welche schwere Sünde, wenn ich mich unterwinde, zu meistern, was du selbst gerhan! 6. Ich Thor, ich selber quäle mit Unmuth meine Seele, berrscht Neid in meiner Brust. Herr, mache mir dies Laster ie mehr und mehr verhaßter. Auch Andrer Glück sey meine Luft! Mel. Nun danket alle Gott zc. den Menschen liebet, das Ans drer Wohl ergötzt, und ihre Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und Neid und Härte fliebt, und sich um AndrerGlück, 3. Dies sey mein Gottes: dienst! Auch unbemerkt von ih: nen, muß Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dies nen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu, das sey dir, Gott, gethan. 6. Die Rach ist dein, o Gott! du sprichst: Ich will vergelten. Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schels ten. Gieb, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segs ne, der mich flucht. 7. mich nicht allein 396. Gers, das je: auf zeitlich Woblergehen mit ieb mir, o Gott, eingeschränktem Blick bei mei nem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun; noch mehr sein Seelenheil mir angelegen seyn. 2. Seh ich den Dürftigen, fo laß, o Herr, mich eilen, von dem, was du mir giebst, ihm bülfreich mitzutheilen; nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durftigen begeg net; ein Blick voll Troft, mit dem mein Her; Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer Andre färkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 5. Sucht wo ein boshaft Her; Unfrieden anzurichten, so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwift zu schlichten. Aus Schmåbsucht störe nie mein Mund des Nächsien Ruh; er rühme sein Verdienst, deck feine Fehler zu. wankt, zu leiten und zu stärken; den, der noch sicher ist, bei seinen bösen Werken, von der verfehrten Bahn des Lasters abzuziehn; dazu verleih mir Kraft, und segne mein Bemühn. 9. D Liebe gegen den nächsten. 237 9. O heilige du selbst, Herr,| mich von Sünden zu befrein, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen sevn! Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. erschienen bist, daß ich Gottes Wege walle; daß du liebreich, eb ich falle, die Gefahr mir offenbarit, mich ergreifeft, mich bewahrst. 2. Daß, durch deinen Geist getrieben, dein Erretteter fic freut, über Alles Gott zu lie397, Hilf, Jefu, daß ich ben, dich und deine Seligkeit; liebe; durch lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verlaumde, nicht durch falsche Ranke sein Wohlfeyn kränke. 2. Gieb, daß ich nachsichts: voll des Nächsten Fehle, wenns meine Pflicht erlaubt, der Welt verhehle, und wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. 3. Hilf, daß ich Flüglich ihn zu bessern trachte, und seiner Seele Wohlfahrt theuer achte. Wie viel hast du für sie, in Todesbanden, selbst ausgestanden! 4. Laß mich aufrichtig schå: Ken Andrer Gaben, die sie, o Herr, von deiner Güte haben; es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden und Glück beneiden. 5. O gieb, daß ich nicht leicht von Zorn entbrenne, nie auch dem Feinde etwas Uebels gons ne; und, Allen zu beweisen Gut und Treue, mich herzlich freue. 6. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden an Lieb und Gütigkeit dir ähnlich werden. Gieb Kraft dazu; so schmeck ich schon hienieden, Herr, deinen Frieden. Mel. Du, o schönes Weltgeb.sc. 398 Las, o Jefu, mich em: pfinden, welche Seligkeit es ist, daß du mir, am was er mir verbeut, und hasse, was vor dir ein Gräuel ist, weil du meine Hülfe bist! 3. Ach, wie könnt ich dies empfinden, und doch fühllos Menschen fehn, in der Sclaves rei von Sünden Wege des Verderbens gehn; und nicht rufen, daß fie's bören: Eilt, ihr Brus der, um; ukehren, wenn ihr selig werden wollt, wie ihre werden könnt und sollt! 4. Auch für meiner Brüder Seelen, und nicht für mein Heil allein, soll ich sorgen; wenn sie fehlen, wo ich kann, ihr Führer seyn. Wenn sie füns digen und sterben, und ich rief nicht vom Verderben, wo ich könnte, fie zu dir; foderst du ihr Blut von mir. 5. Von des Irrthums Fin: sterniffen selbst errettet, foll auch ich unterweisen deß Ges wissen, der von deinem Wege wich; soll ihm zeigen, was ihn blende, und, daß er zu dir sich wende; vor dem Fall ihn warnen, ihn bitten, weil er kann, zu fliebn. 6. Nicht erbittern, nur ers weichen; ihm, wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen, durch mein Beispiel seyn ein Licht; daß er an mir sehen möge, wie so lieblich Gottes Wege jedem, der 238 Von dem chriftl. Verhalten gegen andere Menschen. der fre lieb gewinnt und sie geht; wie gut sie sind. 7. Sehn an allen meinen Freuden, wie beglückt der fromm ist; sehn, wie so froh find, selbst im Leiden, die, so Gottes Wege gebn; daß er doch der Luft der Erde sich ent reiß, und heilig werde, selig auch, wie ich, zu fenn, ewis 400. Sollten Menschen, deiner sich zu freun. Mel. Mir nach, spricht Chrift.zc. ift.2c. 399. S o jemand spricht: ich liebe Gott, und hast doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahr: heit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb, und will, daß ich den Nächsten lie-| be, gleich als mich. meine Brüder, mir, mein Gott, nicht theuer seyn? Sollt ich sie nicht gern erfreun. Sind nicht alle Chri sten Glieder dessen, der für Alle starb, Allen Gottes Huld er warb. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind Alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht bloß für mich; mein Nächster ist sein Kind, wie ich. 3. Sein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut so theur erkaufen lassen? Daß Gott mich schuf und mich verfühnt, hab ich dies mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von mei: nenTagen? Ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht verzeihn, dem du vergiebst, und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den Frommen bier gethan, den Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöfer, an, als hätt ichs dir erwiesen. Und ich, ich sollt ein Mensch noch seyn, und dich im Brüder nicht erfreun! 6. Ein unbarmherziges Ges rücht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihm fleben: drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist. Mel. Ach was soll ich Sünder zc. 2. Du haft sie aus einem Blute stammen lassen; alle sind dein, Gott, jeder ist dein Kind; alle sind mit einem Blute auch erkauft, und eines Chrons Ers ben; Erben deines Sohns. 3. Gottes Kinder sollt ich baffen, lieblos, unbarmherzig seyn? Meinem Feinde nicht verzeihn? Keine Schulden ihm erlassen? Gott, nicht fürchten dein Gericht? dein Erbarmen achten nicht? 4. Ja, du, der für Uebelthås ter um Vergebung bat, die Laft, welche du getragen haft, wat die Laft der Uebertreter; doch warst du von Rache fern, duldeteft, vergabeft gern. 5. Wenn mein Herz, vom Hang zur Sünde hingerissen, dich verkennt, und zum Haß und Nach entbrennt! hilf dann, daß ich überwinde meinen Haß, und laß mich sehn, dich für uns zum Tode gehn. 6. Wie dir deine Chránen flossen, als dein Aug um mich geweint; wie du, großer Menschenfreund, auch für mich dein Blut vergossen, wie du littft, mich Wohlthätigkeit, Dienstfertigkeit u. Barmherzigkeit. 239 4. Gieb, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, fo, wie mein Heiland that, der zärtliche Erbarmer, den kein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Guts gethan, so laß, um deinetwillen, mich Andrer Seufzer stillen, so oft ich sie nur ftillen kann. 6. Zum Fleiß in guten Wers Fen laß mich die Hoffnung står: ken. Vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, sen, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt. 7. Owohl mir! ich gewinne schon hier, bei diesem Sinne, Trost und Zufriedenheit, und einst vor Gottes Throne zum unfchäßbaren Lohne die Freuden einer Ewigkeit. mich zu erfreun: das laß mir vor Augen seyn. 7. Gieb es mir so zu erkennen, daß ich thu, wie du gethan. Wer nicht liebt, geht dich nicht an; ist kein Glied von dir zu nennen; ist dem Gott der Lieb ein Gräul, und verscherzt sein eignes Heil. 8. O so bilf mir, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanftmuth, Gütigfeit! daß ich, wie du liebeft, lie: be; innig liebe, milde, treu, fanft und leicht verföhnlich sey. 9. Ja, ihr meines Hauptes Glieder, Chrifti, der für Alle starb, Allen Gnad und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder! für euch beten, euch erfreun, wohlthun dul den und verzeihn. b) Wohlthätigkeit, Dienst fertigkeit und Barmher zigkeit. Mel. In allen meinenThatenze. u aller Menschen fter Berather in Allem, was uns drückt! die Freuden, die wir haben, sind einzig deine Gaben; du bists, der unser Her erquickt. 2. Du lässt dich von uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns seguend zu er: freun; zu ewgen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, ist Weisheit, Macht und Güte Dein. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherzger Vater, bilde mein Herz nach deinem Sinn. Daß ich der Noth der Armen mich willig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin. Mel. Mir nach, spricht Chrift.c. 402, er dieser Erden Güter bat, und sieht den nächsten leiden, und den nicht satt, läßt Nackende nicht klei den: der übertritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, es nicht zum Besßten kehret, nicht dem Verläumder widerspricht: der lies bet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten untersüßet, doch nur aus Stolz und Eigennut, aus Weichliche keit ihm nußet, nicht aus Geborsam, nicht aus Pflicht; auch der liebt seinen Nächsten nicht. 4. Wer 240 Von dem chriftl. Verhalten gegen andere Menschen. 4. Wer harret bis, ihn an-| fucht er dies zu erreichen; er zuflehn, ein Dürftger erst er- hält für eignes Wohl sich nicht fcheinet, nicht eilt, dem Armen allein gemacht; er hält sich für beizustehn, der im Verborgnen die Welt von dir hervorges weinet, nicht gütig forscht, obs bracht. ihm gebricht; auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Niedre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt und Vor: wurf qualet, und ohne Nachficht ftraft und stürmt, sobald fein Nächster fehlet, wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl in ihm. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte; ihr nutzen, ist für mich ein feliges Geschäfte. Als Glie: der schuf nns Gott, als Bürs ger Einer Welt, in der des Eis nen Hand die Hand des Ans dern bält. 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; dem Uebel nicht zu mehren sucht, das oft fie dürftig machet: nur sorglos ihnen Gaben giebt: der hat fie wenig noch geliebt. 4. So denkt der Menschens freund; und das ist sein Bestres ben; er fuchet, weil er lebt, für Andrer Wohl zu leben. Er fei: nes hohen Rufs zum Wohlthun fich bewußt, verbreitet überall Zufriedenheit und Lust. 7. 3war du, mein Herz, vers magst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch bist du nur geneigt, die Pflicht getren: lich auszuüben, und wünscheft dir die Kraft dazu, und sorgst dafür, so liebeft du. 5. Er sieht der Brüder Noth, und kann die Noth nicht sehen, ohn ihnen gleich mit Rath und Hülfe beizustehen. Er trägt die Bürde mit, die seine Brüs der drückt, voll Freude, wenn sein Trost die Traurigen erquickt. 6. Was ihre Nothdurft beischt, reist jeden seiner Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn zu Werken wahrer Liebe. Nicht Stol, nicht Eigennuß wirkt seine Gutigkeit; er übt sie, weil ihm Gott, was Andern nützt, gebeut. 7. So laß mich auch gefinnt, mein Gott, durch Chriftum werden! Voll regen Eifers sev mein Leben hier auf Erden, so nüglich, als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geh ich einst, o Gott, ins Reich der Liebe ein. 9. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beleben. Denk oft: Gott ist die Lieb, und mir hat er sein Bild ge geben. Ja, Höchster, was ich hab ist dein; sollt ich, wie du, nicht liebreich seyn? Mel. OGott, du frommer G. 2c. 403. 28ie felis lebt ein der Dienstbegierde kennet, und ih re Pflicht zu thun aus Menfchenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbindt, Beruf und Eid und Amt schon in sich sel ber findt. 2. Dir, Höchfter, ahmt er 404. nach, dir, als dein Bild zuglei: chen; durch Dienstbeflissenheit Christen, das vergesset nicht! Mitleid Mel. Herr, ich habe mißgeb. 20. oblzuthun und in Sanftmuth and Verföhnlichkeit.sd no 02$ 241 mitleidvoll und willig eilen, e) Sanftmuth und VersöhnArmen beizustehn ist Pflicht; 15 lichkeit. Pflicht, die Jefus felbst uns mel. Herr, ich habe mißgeh. zc lebret, und die Gott, den Höchsen, ebret. 405.2llen, welche nicht 2. Speiset die, die Hunger vergeben, wirst leiden, und die durstig sind, die| du, Richter, nicht verzeihn; tránkt; eilt, die Nackenden zu fleiden; tröstet die, die Kum: mer kränkt: Schwache fucht zu unterstützen; Unterdrückte zu beschützen. troftlos werden sie im Leben, trofilos einst im Tode seyn, uns entladen ihrer Sünden nim: mer vor dir Gnade finden. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, oder euch um Hülfe flehn, Allen eilt, aus eignen Crieben, nach Vermögen bei zustehn; die auch, die im Stillen leiden, führt zu unverhoff ten Freuden. 2. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat: wie der Freund der Mens schenkinder selbst für seine Mörder bat; so soll auch der Chrift verzeihen, und sich nicht der Rache freuen. lang 4. Und dies sey dir keine Bürde, keine Laft, beglückter Chrift! Hobeit ist es, Rubm und Würde, wenn du mild und hilfreich bist. Welch ein Ruhm für dich Erlöften, arme Brü der Jesu trösten! 3. Wir geloben's dir mit Freuden; willig wollen wir verzeihn, nie uns rächen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schrein, vielmehr vor dein Aut lit treten, und für unsre Feinde beten. 4. Stårk uns, Vater, deine Stárk 5. O wie lohnt's mit fanften Frommen, treu zu bleiben dies Freuden, der Verlaßnen Helfer Pflicht! wenn wir in Vers fer feyn! Sehn, wie sie in ih: suchung kommen, so besiege fie rem Leiden sich, durch uns ges uns nicht. Laß fie uns gewaffstärkt, erfreun! Ein betrübnet finden! laß uns schnell fie tes Herz erquicken, welch ein überwinden! himmlisches Entzücken! 6. Heil und Glück auf un. fern Wegen, innige Zufrieden heit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Barm berzigkeit. Was ist Mühe, was| Beschwerden, wenn sie fo ver- bung finden. usd dan 100 15. Mach in unserm ganzen Leben deinem Sohn uns gleich gesinnt! Sind wir willig zu vergeben Allen, die uns schuls dig find, so laß auch für uns fre Sünden uns bei dir Verge: golten werden? 1996. Heil uns! Gott verzeiht 7. Laßt uns eilen, unsre Gauns Sündern, geht nicht ben, weil es Zeit ist, auszu mit uns ins Gericht, nimmt streun! Was wir hier gesiet uns auf zu seinen Kindern, baben, erndten wir einst zürnet mit uns ewig nicht. reichlich ein. Send barmher: Laßt uns beten, laßt uns sig, belft den Armen: Gott kämpfen, allen Groll in uns will euer sich erbarmen. nd zu dämpfen. D Mel. Von dem christl. Verhalten gegen andere Menschen. 242 Mel. Sollt ich meinen Gott c. 406. Gott, der du die Menschen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem fündlichen Geschlecht; laß mich deinen Geift beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sen, wie du, gefinnt! Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachficht zeigt und mit Sanftmuth spricht und schweigt.org 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen feine Last; und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Banksucht mir verhaft! Auch das ist, o Gott, dein Wille, und die Eintracht liebeft du; o so bilf auch mir daju. Gieb ein Herz mir, das die Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache Sanfmuth übt. 3. O wie wird das Herz bes schweret durch des Zornes Leidenschaft! Banksucht, Zorn und Haß verzehret nach und nach des Lebens Kraft; hemmt den Lauf von unsern Jahren, macht um Himmel unge, schickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach! du wols left mich bewahren, daß des Jahzorns Raserei nie des Her zens Meister sey. 4. Wer mir flucht, den will ich fegnen, so wie mein Erlöser that, und dem nachsichtsvoll begegnen, der mich oft beleis digt hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Frie: dens, stärke du mich mit deiner Straft dazu. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht firebt. Höchster, gieb mir deinen Frieden, der zu Sanftmuth uns erhebt. Er re giere Herz und Sinnen; denn, wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewins nen; bis einst in der Herrlich: keit ewaer Friede uns erfreut. Mel. Herzliebster Jesu, wasic. err, mein Erlöſer, litteft, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest; erweck in mir, du Muster wahrer Lies be, der Sanftmuth Triebe. 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, da man dich ges Wohlthun nicht bloß Freunde; scholten. Du fegneteft mit auch deine Feinde. 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen andre bren nen? Ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und wieder schelten? 4. Wie kann ich, Vater! ¡ u dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tras gen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Verge bung finden. Dein Jünger ist nur, wer, wie du, vergiebet, und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seelen Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Lie be; daß nie die unerfåttliche Begier nach Rache mich straf, bar mache. 7. Wenn Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 243 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergeben, so lehre mich ihr unrecht übersehen, und sollten fie mich auch empfindlich Frånken, an dich gedenken. 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen, aufs neue die Erinnrung jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfun: den. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Freund begegnen, und fo, wie du, den, der mir fluchet, seanen. Herr, mache gegen Alle, die mich baffen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd ich sonst mein ganzes Glück verlieren, o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann sehen. 11. Du schüßest den, der red: lich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild han: delt; drum laß in allem mich schon hier auf Erden dir ähn lich werden. Mel. Herzliebster Jefu, was ic. 408. Herr, deine Sanftmuth ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergessen! Ach, füb re mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe. 2. Du segnetest mitleidig, die dir fluchten; du heiltest felbst, die dir zu schaden suchten; und gabst auch bei der Feinde Spott und Toben der Sanftmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir ber Trieb zur eignen Rache verwerflich mache. 4. Dir, Herzenskündiger, dir muß ichs klagen, wie wenig noch mein stolzes Herz kann tragen; wie schwer ich ofts mals, wenn mich andre haffen, mich weiß zu fassen. 5. Vergieb mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. 6. So bilf mir denn die Rach, begier ersticken; laß fich dein Bild in meine Seele drücken! so werd ich mich versöhnlich finden lassen, nicht wieder haffen. 7. Flucht mir mein Feind, so gieb, daß ich ihn segne, und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne; daß er, wenn ich durch dich mich überwinde, mich freundlich finde. 8. Verleih mir dies, um deis ner Sanftmuth willen; so erb ich auch im Lande deiner Stils len die Seligkeit, wozu się jes nes Leben einst wird erheben. mel.Herzlich thut mich verl. 2c. 409. Nie will ich wieder wenn mein Haffer flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schas den sucht. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht; schilt er, so will ich fegnen. Dies ist des Herrn Gebot. 2. Mein Jesus, der Gerech te, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Ges duld. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt, mit Liebe nicht vergelten, wie er dem Feind vergalt! Q2 3. Ver: 244 Von dem christl. Verhalten gegen andere Menschen. 3. Verläumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. Dies will ich treu bes wahren; so beffert mich mein Feind, und lehrt mich flug verfahren, indem ers böse meint. 4. Ich will die Fehler scheuen, die er von mir ersann; auch die will ich bereuen, die er nicht wissen kann. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm fprechen: wie könnt er långer schmåbn? 5. Ich will niemals ermůden, ihm thätig zu verzeihn, und, als ein Chrift, zum Frieden, zu Diensten, willig seyn. Wenn mich zu untertreten, ihn Gute mehr erhigt; so will ich für ihn beten, und Gott vertraun, Gottschützt! Mel. Mir nach, sprichtChrift. 2c. 410.Verbittre dir dein 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach und Fluch von An dern nie verschuldet; und den: noch will er langmuthsvoll, daß keiner ewig sterben soll. Chrift, durch eigne Rache; vergeben ist des Menschen Pflicht, vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort ge beut, liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Wahr ists, empfindlich ist der Schmerz von Menschen Unrecht leiden; und dennoch foll des Christen Herz sich nicht am Zorne weiden, soll nicht fein eigner Richter seyn, soll alles Unrecht gern verzeihn. 5. Jhm folgen ist dein wahrer Ruhm. Beleidigern verzeis ben ist Ebre für dein Christen: thum; fich ihres Falls nicht freuen, den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, reicht dir selbst zum Wohl ergehn. ges 6. Jin Zorn denkt niemand ernstlich nach, was Gott gefallen sollte. Die Rache felbft vermehrt die Schmach, die man bestrafen wollte. Kein Schimpf wird ungeschehn ges macht, wenu deine Rachgier wild erwacht. 7. Die Rachgier reißt Ge rechtigkeit, reißt Glauben aus dem Herzen, kört des Gemüths o und bittern Schmerzen. Sie hin dert Dank, Gebet, Vertraun, und raubt den Muth, auf Gott zu baun. 8. Durch Sanftmuth( übe nur die Pflicht!) wirst du den Feind besiegen. O raube deiner Seele nicht dies göttliche Vergnügen. Dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter seyn. 9. Laß mich aus Liebe, Gott, zu dir, nicht selbst das Unrecht rächen. Du wirst, verzeih ich gern, auch mir ein gnädig Urtheil sprechen. Von dir kömmt auch der Sanftmuth Sinn. Her: dawider sich, so sieh auf Nach deiner Gnade gieb mir ihn; besiege dich. ihn. 3. So widrig diefe Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorgeschrieben. Empört dein d) Ge Gerechtigkeit und Bescheidenheit. 245 d) Gerechtigkeit und Be- nen,& wie furchtbar find niche 6. Thrdscheidenheit. 16 ani Mel. Du, o schönes Weltgeb. sc. 411.21ller meiner Brüder Rechte follen, Gott, mir heilig seyn! Wenn Die! Eh es Ungerechte wähnen, treffen deine Pfeile sie. Und wenn du nicht eilen sollteft, wenn du, Richter, säumen woll ich sie ju frånken dachte, ihres| teft: harrt am Grabe meiner Kummers mich zu freun, über fie mich zu erheben, oder mir allein zu leben: welchen Haß verdient ich nicht! Welch ein schreckliches Gericht! nicht ein noch schrecklicher Gericht? 7. Nein; ich will gerecht und billig auch selbst gegen Feinde seyn; keinen drücken, lieber willig jedem, der mich Frånkt, verzeihn. Hab ich Macht, ich will sie nüßen, die Bedrängten zu beschüßen; eis len, wo Verlaßne flehn, ihnen liebreich beizustehn. 8. Sichern will ich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist dei ne Huld! Du vergiebst so viele Schulden: sollt ich denn kein Unrecht dulden; nicht gelind seou, mich nicht freun, wie mein Vater, zu verzeihn? 9. Nie will ungerecht ich bandeln, immer billig; will auch gern schonen, dulden, und doch wandeln froh die Wege meines Herrn. Er, der Nich ter aller Welten, wird mich schonen, mir vergelten, wenn er mich vollendet hat, was ich meinen Brüdern that. 2. Könnt ich taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigen: sinn, oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt ich ohne Treu und Glauben Andern ihren Segen rauben: welchen Haß verdient ich nicht! Welch ein schreck, liches Gericht! 3. Jedes Unrecht will ich haffen; will gerecht seyn, kein Tyrann; iedem geben, jedem laffen, was er hat und fordern Fann. Lieber will ich Unrecht leiden, als begehn, und will mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Un recht reich und groß. 4. Sollt ich, giebst du auch mehr Segen, mir, als Andern, mehr Gewinn, ihnen ungerecht begegnen, weil ich reich und mächtig bin? darum, weil so oft Verbrecher, ohne Furchr vor dir, o Rächer, obgleich alle| Mel. Kommt ber zu mir, zc. Welt sie haßt, fest doch stehn, wie ein Pallasi? 5. Würden der bedrängten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Nettung, Gott, von dir begehren, nicht auch schärfen dein Gericht? Würd ich nicht stets zittern müssen? Würde nich selbst mein Gewissen über mich um Rache schrein, und ihr erster Richter seyn? 412," u liebst, o Gott, Gerechtigkeit, und baffest den, der ſie ents weiht, am nächsten Unrecht über. Du bists, der Jedem sei= nen Lohn, ohn alles Anfehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geift zu dem, was recht 23 und A 246 Von dem chriftl. Verhalten gegen andere Menschen. und billig heißt, stets meine| bot: Das, was dich kränkt, Seele lenken. Nie komm es wenns dir geschicht, das thu du mir doch in den Sinn, aus gegen Andre nicht. Habsucht, mir nur zum Ge winn, des Nächsten Recht zu Frånken. 4. Wenn ich dies heilige Gesetz durch Ungerechtigkeit vers le, so sprech ich selber über mich das Urtbeil: Gott ist wi der dich. 3. Pflanz Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit Freud und Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht und Andre kränkt, wie kann das Bruder lieben? 4. Nie seufze jemand wider mich! Mein ganzes Herz besirebe fich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht ver: langen kann, und immerfort mit Jedermann in Einigkeit zu leben. 5. Laß mich beständig dahin fehn, mit Jeglichem so umzus gehn, wie ichs von ihm begeh re; damit ich keines Menschen Hert durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere. 6. Herr, mit dem Maaß, das mit ich hier dem Nächsten mes fe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich fur Billigkeit, und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. 5. Dein Wort schärft mirs noch stärker ein, kein schadens frober Mensch zu seyn; es droht der Kränkung, dem Bes trug des Nächsten unfehlba: ren Fluch. 3. Du schriebst in jedes Hers, o Gott, tief ein das billige Ge 6. Darum, mein Gott, be wahre mich vor allem Unrecht väterlich. Beging ichs je, so sey mirs leid, und zum Ersak mein Herz bereit. 7. Wer Andern Schaden hat gethan, und irgend ihn erstats ten kann, doch des fich weigert, findet nicht vor dir Erbarmen im Gericht. 8. Auf Buße, die er meint zu thun, kann nie dein Wohlges fallen ruhn, wenn er nicht willig das ersetzt, womit er Andrer Recht verletzt. 9. Herr, gieb, daß ich des eingedenk durch Unrecht nies mals Andre frånk. Du bist ge recht. Dies sen auch ich; in diesem Sinne stärke mich. Mel. Wer nur den lieben G. 2c. Mel. Herr Jesu Christ, wah. c. Fern fey mein Les 413. ben jederzeit von 414.Von dir auf dieſe aller ungerechtigkeit. Wie könnt ich sonst der Deine seyn, und, Gott, mich deiner Gnade freun? Welt gerufen, stehn, Schöpfer, alle Menschen bier auf vielerlei verschiednen Stufen der Kräfte, die du gabst, vor dir; nie gleich eins ander an Gestalt, an Neigung, Stande und Gewalt. 2. Wer seines nächsten Rech te frånkt, auf deffen Schaden boshaft denkt, verletzet des Ge: wissens Pflicht, und ehrt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben; und das ist Cute: denn du giebst dem diese, jenem andre Gaben, weil du uns all', o Vater, Aufrichtigkeit und Wahrheit... #ate 247 o Vater, liebst; denn alle sol| fich an, wie arm, wie niedrig len glücklich seyn, und einer bin ich dann! sich des andern freun. 3. Beglücken, Herr, und glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Nur darum, Gott, ist der auf Erden gering und arm, der reich und groß. Der hat mehr Kraft, der mehr Verstand; denn Jener braucht, was der erfand. 9. Wer eitler Ebre gern ents behret, und Tugend an Gerins gen gern erkennt und schärzt und ehrt, der ebret der Niedrige. feit und Hoheit Herrn, und De muth und Bescheidenheit be lobnt ihn mit Zufriedenheit. 10. Sie schmückt das Alter, giebt der Jugend Reit, Liebens: würdigkeit und Werth, und Glanz und Hobeir jeder Tugend, die eitten Schimmer gern entbehrt; bewahrt vor Mik gunst und vor Neid, ist des Verdienstes schönstes Kleid. 11. Gieb, Herr, zu allen dei: nen Gaben, auch diese; laß, vom Stolze rein, uns Alles brauchen, was wir haben, uns durch einander zu erfreun! Darn nimmt die Lieb und Freundschaft zu, und Friede wohnt bei uns mit Nub. e) Aufrichtigkeit und Wahre heit. 108 4. Verschieden sind auch unfre Freuden; verschieden Aller Last und Müh, und aller deiner Kinder Leiden; der duldet je: ne, dieser die. Verschieden ist des Vaters Zucht; verschieden auch Gewinn und Frucht. 5. Wer hat mich andern vorgezogen; wer wieder andre Menschen mir? Du thusts, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin alles, was ich bin, durch dich. 6. Und ich, ich sollte nicht bescheiden, ich stolz und über müthig seyn? ich den nicht achten, den beneiden? mich, mel. Es ist das Heil uns kom.zc. weil er mehr empfing, nicht 415. Die unge, die vers freun, als wär ich ( hätt ich mehr, als er,) auch besser dann, auch feliger! spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch sie nicht; fie bringet Tod und Leben. Sie ists, wo mit man lobt und schmäht; Gott! erhöre mein Gebet; laß mich fie recht gebrauchen. 2. Laß doch in meines Her zene Grund, Herr, Ehrfurcht vor dir wohnen; gewissenhaft wird dann mein Mund der Wahrheit Rechte schonen. Und wohl dem, der von Schmeiches lei, von Lästrung und Verstel. lung frei, nicht mit den Lippen fündigt! 24 3. Auf 7. Laß, Gott, in meinem ganzen Leben mich meines Glücks und Vorzugs nicht zu Andrer Kränkung überbeben; verkennen nie der Demuth, Pflicht! nicht bloß auf meinen Vorzug sebn, nicht Andrer Gas ben stolz verschmähn! 8. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie niedrig fie auch seyn. Sie können mei ner nicht entbehren; ich kann mich ohne sie nicht freun. Nimmt keiner meines Glücks 248- Vondem christl. Verhalten gegen andere Menschen. 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl laß meinen Sinn fich lenken; und dies laß, wenn ich reden soll, mich auch mit Ernst bedenken. Dein Lob, o Gott, des Nachfien Nuß, der Tugend Ruhm, der Unschuld Schuß, beschäftge meine Sunge. 4. Web dem, der frech und ungescheut mit Falschheit und mit Lügen! die Wahrheit und fich felbft entweiht; web dem, deß Worte trügen; dem Fluch und Schwur gewöhnlich ist, und der mit Falschheit und mit Lift den nächsten hintergebet. 5. Gieb mir, o Gott, ein reis nes Herz und laß mich Spotte reien, schandbare Worte, frechen Scher; gewissenhaft sters icheuen. Was ehrbar und was nüglich ist, laß mich stets re den, als ein Chrift; zu rechter Beit auch schweigen. Mel. Du, o schönes Weltg. c. 416. Laß mich, Hochfier, darnach streben, stets der Wahrheit Freund zu feyn. Zu des Himmels frobem Leben gebt kein frecher Lugner ein, und vor deinem Angesichte werden sie beschämt zunichte denn vor dir sind immerdar Aller Herzen offenbar. 2. Andern zu gefallen lügen, leeren Schwägern gleich zu sevn, heuchelnd Brüder zu be trügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werken und in Worten; redlich sey des Herzens Grund, redlich sprech auch fiers der Mund. 3. Die der Falschheit fich er: geben, sind vor dir, o Gott, ein Graul; und ein unglückselig Leben ist gewiß ihr fünftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande fie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falsch, beir anken feind. 4. Schmåht mich ohne mein Verschulden der Verläumder Fastermund; o to laß michs ftill erdulden; einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, fo verleibe, daß dabei Herz und und voll Sanftmuth sey. 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist, daß nicht eines meiner Worte deinem Ohr verborgen ist: dies erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen bute; denn du liebst den Wahrs beitsfreund, und bist allen Falfchen feind. el. Herzlich thut mich 2c. 417.0hl dem, der rich. als ein Wahrbeits- Freund in rig wandelt, der Wort und Werken handelt, und das ißt, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Trua und Falschheit übet, fich unbefleckt erhält. 2. Wohl dem, der Lügen baffer, und der, so oft er spricht, fo jeine Reden faffet, daß er die Wahrheit nicht mit Vorbes dacht verleget, und der an jes dem Ort sich dies vor Augen feget: Gott merkt auf jedes Wort. 3. Woblihm, wenn sein Ge müthe, Gott, so die Wahrheit übt: ihn leiret deine Güte, et wird von dir geliebt. Du wirst ibn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt die Falfchen Chriftliche Freundschaft, und Glück derselben.. 249 geschreckt| traulich liebt, sich mit mir freut, mit mir betrübt. Falschen fiehen, durch dein Gericht. 4. O laß, Herr, alles Lügen doch ferne von mir seyn; nie laß die Lippen trügen, nie fen die Tugend Schein. Erinnre mein Gewissen, du hasfest Heu. chelei, damit ich stets befliffen der Treu und Wahrheit sey. 5. Laß niemals mich versprechen, was ich nicht halten kann, auch keine Zusag brechen, die ich einmal gethan; nie mich den Stolz verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrbeit auszubreiten, was ich doch felbft erdacht. 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Wahrheit Licht, Herr, meine Seele leiten, da mit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wife, wann ich für Andrer Wohl und für mich reden müsse, und wann ich fchweigen soll. 7. Wann je, um mich zu drücken, des Feindes Anschlag gilt, der sich bei böfen Tücken, in guten Schein verhüllt; so stärke meine Seele, daß fie nicht unterliegt, und alles dir befeh le, durch den die Unschuld siegt. 8. Ein Herz voll Treu und Glauben, das, Gott, dein Auge scheut, das soll mir Niemand rauben: so kann mit Freudigkeit ich hier zu dir aufsehen, und dort vergiltst du mir, menu Falsche nicht bestehen, mit Wonn und Preis dafür. f) Christliche Freundschaft, 2. Ter fest vereinigt erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir der Tugend hohes Leben lebt, mit mir nach einem Siele strebt. 3. Gedanke, Neigung, Will und Chat sind Eins in beiden, nur den Pfad, den wir in deinem Lichte fehn, getreu, und Hand in Hand zu gehn. 4. Der Herzen Heil und Besserung, nicht eitler Lüfte Sättigung, der wahren Liebe voll Gefühl ist unsre Sehns fucht, unser Ziel. 5. Wir theilen brüderlich dein Licht, das uns erleuchtet, jede Pflicht uns zu erleichtern, jede Kraft, gleich fromm zu seyn, gleich tugendhaft. 6. Vom Irren bålt er mich zurück, durch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint, so warn ich ihn, den Freund, als Freund. 7. Und wenn ich strauchle: ( Denn wie leicht fällt nicht der schwache Mensch!) so reicht er seine Bruderhand auch mir, und führer mich zurück zu dir. 8. Stets durch einander weiser, Herr, stets edler und vollkommener, verschmähn wir redlich, offen, fret, die Tauschungen der Schmeichelei. 9. Kein Streit, kein Mißtraun, kein Verdacht, nichts, was froh oder traurig macht, felbft nicht des Glückes Unbes stand trennt unfrer Liebe festes Band. und Glück derselben. Mel. Herr JesuCbrift, wahr. sc. 10. Wir theilen Alles, Luft 418, welch ein Segen ist ein Freund, und reid, in inniger Vertraus lichkeit, und jede Zärtlichkeit der durch dich, Gott, mit mir versüßt dem andern, was ihm vereint, mich zärtlich und verschmerzlich ist. 25 11. Trennst 250 Von der Beharrung und dem Wachsthum 11. Trennst du auch selber| sey dir! Laß fie lange glücklich Freund und Freund: die Hers leben, und erhalte du sie mir. zen bleiben doch vereint durch Schenk auch Ruh und Tröflung Liebe, durch Gebet und Rath, allen, denen, Herr, dein Wohl und, wo wir können, durch die gefallen solche Freunde nicht That. bestimmt, oder bald sie ihnen 12. Vollenden wir den Pil- j nimmt. gerlauf; so nimmt uns, Gott, Dein Himmel auf. Unendlich ist die Geligkeit, die uns aus gleich vor dir erfreut. 13. Da bleibt mir ewig ieder Freund, der sich mit mir durch christlichen Zugend. Mel. Herzliebster Jefu, was ic. dich vereint, mit Herz um Herz, 420. Dot, laß mich Dich ich o Vater, giebt, mich zärtlich, treu und ewig liebt. einen Mel. Du, o schönes Weltgeb. 2c. 419. Bater, meine Seer Freund, der Tugend liebt, den mein gleicher Sinn ergößet, der sein Herz für meines giebt, der mich auch in Noth erkennet, den kein Unfall von mir tren net, dessen Bund nach langer Zeit ohne Reu, wie ist erfreut. 2. Wähle, Herr, mir und er: balte einen solchen treuen Freund. Daß die Liebe nicht erfalte, sey der Sinn in dir ver eint! Laß den Argwohn nie uns qualen, unsers eiders Wunsch verfehlen, unsrer Liebe Absicht rein, sanft und treu die War: nung seyn. 3. Hab ich Schwachbeit und Gebrechen, Herr, fo lenke mei nen Freund, sich durch Kaltfinn nicht zu rächen, nicht durch Här te, wie ein Feind. Laß den Weifern freundlich schlagen und bes Schwächern Fehler tragen! Beßrung folge stets auf Schuld, Hochmuth niemals auf Geduld. 4. Hast du, Vater, mir ge geben folche Freunde; Dank 11) Von der Beharrung und dem Wachsthum in der stets auf Erden im Guten wach fen, stets vollkommner werden! Verleibe mir zu diesem beßten Werke felbft Licht und Stärke! 2. Dein Wort( ich mög es les fen, oder bören,) erhebe täglich mehr durch seine Lehren den trågen Geist, daß ich auf deinem Wege nie wanken möge. 3. Gieb, daß ichs ernstlich, gern, und oft betrachte, und treu auf deiner Wahrheit Eins druck achte, und ihn auch oft erneure, vor Gefahren mich zu bewahren! 4. Gieb, daß ichs tief in mein Gedächtniß fasse; daß ich von ihm mich täglich leiten laffe; und, immer edler, gegen jede Sünde mehr Haß empfinde! 5. Hilf, daß ich, was mich rührt, was es verdammet, was meiner Tugend Eifer mehr ent flammet, was trößtet, und ers quicket, oft bedenke, wenn ich mich frånke! 6. Daß ich, gestärkt durch jes de gute Rührung, und täglich weiser unter deiner Führung, fiets nåber, und, bewahrt vor jedem Falle, zum Ziele walle! 7. Auch gieb, daß ichs oft fühle, wie so nahe du, Gott, mir 251 in der christlichen Tugend. and#off mir seyst, damit ich Kraft em-| Straft befreit, wie will ich dir pfahe, durch deine Gegenwart, zu edlen Werken mein Her; zu stärken! 10t si mis lobfingen? mich ganz zu dei nem Dienst zu weihn, soll stets mein erster Wille seyn. Gieb dazu das Vollbringen. 8. Auch fen mir Jesu Vorbild gegenwärtig, daß ich zu allen 3. Auch wenn ich auf der Tu guten Thaten fertig, und wilgend Pfad bisweilen gleitend lig fen, zu ehren deinen Namen, ihm nachzuahmen! 9. Und was ich denk' und schaue, oder höre, laß mich zur Beßrung brauchen; das beleb: re, das treibe mich, was recht ist, nur zu wählen, um nie zu fehlen! walle, so unterstüße deine Gnad mich vor dem nahen Falle. Wenn böse Luft sich in mir regt, und mich zum Weichen schon bewegt, so båndge meinen Wils len; erbebe meinen schwachen Muth, daß ich der Leidenschaf ten Wuth durch dich, Herr, möge stillen. 10. Es stärke mich der Troft, vor deinem Throne auch zu.em= pfahn der leberwinder Krone; und der Gedanke, Gott wird einst mich richten, zu allen Pflichten! 4. Mein Gott, mein Gott, gedenke nicht der Sünden meis ner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie raub die Bahn der Tugend! und doch truest du mich mit Geduld; laß, Bater, laß mich diese Huld nicht undankbar Overachten. Dir folgen ist mein wahres Heil; laß das mich als mein beßtes Theil sohn Unterlaß betrachten! Mel. Ein Lämmlein geht zc. 5 Ich bin ein Mensch; du 421, Erbarm dich, Herr, kennest mich. Wie schwach find meine Sees 11. So werd ich, Vater, tåglich mehr auf Erden im Guten wachsen, immer treuer werden, und so empfahn zu meinem beßten Werke, mehr Licht, mehr Stärke. mein Herz, geneigt zu Eitelkeiten, läßt bald durch Freude, bald durch Schmerz, fich auf den Irrweg leiten. Gleich einem wankt auch, von Leidenschaft erregt, oft meine schwache See, le. Wann komm ich zu der wahren Rub, daß ich recht fefte Tritte thu, und nur das Gute wähle. 2. Laß doch mein Herz nicht fernerbin in seiner Neigung wanken. Stårk meinen unges wiffen Sinn zu festeren Gedan: ken. Wenn von der Luft zur Ei= telkeit mich beines Geistes le hofft auf dich; du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleihn, mein Herz je mehr und mehr erneun, vor will hier in der? und dort in der Vollkommenheit, Herr, deine Kraft erheben. mel. Kommt ber zu mir, 2c. Seele, 422, Ermuntre, dich, und sey dem Gott, der dich erschuf, getreu, sen folgfam dem Gewiffen; es wird dich wahrlich nie gereun, hast du unsträflich fromm zu seyn, aufrichtig dich befliffen. 2. Gehorch 252 Von der Beharrung und dem Wachsthum 2. Gehorch nicht deinem| aber nie sind sie die Triebe, des Fleisch und Blut! gehorche ren Wirkung dir gefällt. Wer Gott! er meint es gut; was er das Gute, das er übt, nicht mit gebeut, ift Segen. Er liebt uns reiner Seele liebt, Richter, Menschen väterlich, und führt dem giebst du die Krone der Geauf rechten Wegen dich dem rechten nicht zum Lohne. höchsten Glück entgegen. 3. Gott theilt dir selbst die Stärke mit; drum gehe stets mit festem Schritt fort auf der Tugend Pfade. Die Luft verführt, die Tugend nie, und Gott, dein Gott, belohnet sie mit segensreicher Gnade. 4. Laß dir die schreckenvolle Pein der Sünde stets vor Augen seyn, wenn sie dich lockt mit Freuden. Gott kennt den qua: lenden Verdruß, der auf die Sünde folgen muß, die Angst, die du wirst leiden. 3. Die um deiner Liebe wils len wandeln, wie dein Wort gebeut, diese, diese nur erfül len das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir ge: than, auch die Quelle siebst du an. Deine Liebe soll uns dringen, gute Werke zu vollbringen. 4. Wie ein Nebel, so vers schwinden meine Tugenden vor mir. Strafft du sie gleich nicht als Sünden, stammen sie doch nicht von dir. Deine Liebe trieb mich nicht, zur Erfüllung meiuer Pflicht. Ohne, Gott, an dich zu denken, ließ ich mich zum Guten lenken. 5. Gott sieht der Ewigkeiten Nacht, wo Sunder, die ihn hier verlacht, in tiefem Jammer schmachten. Gort kennt der Tugend hohen Werth, und den hat Jesus dich gelehrt; und den willst du verachten? 5. Ich gehorchte deinem Rechte, daß mir diese Folgfamkeit Huld und Gunft bei Mens schen brachte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie füß war mir dies Lob! dies allein ließ ich mich treiben, meiner Tugend treu zu bleiben. 6. Nein, übe sie mit allem Fleiß, zu deinem Glück und Gottes Preis; er fieber dein Bestreben, und wird dir einst gewiß dafür, nach treuem Eu, 6. Ach, wie konnt ich dich gendlaufe hier, der Freuden Fülle geben. vergessen! dir, mein Gott, nicht dankbar seyn? Deine Liebe nicht ermessen! mich nicht deines Beifalls freun! Meinen Lohn hab ich dahin; eitler Ruhm ward mein Gewinn! und zu dir konnt ich mich schwingen, und ein Mel. Freu dich sehr, o meine 2c. 423, Gott, ott, ich will mich ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir. Du ach, entdecke sie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel fen; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe. 2. Eitelkeit und Eigenliebe find die Gögen dieser Welt; 7. Gott, der du in deinem Sohne reich bist an Barmher zigkeit; Gott, mein Vater, ach verschone der nicht lautern Frömmigkeit! Ich bekenne meine Schuld. Ach, bedenke ſie mit Huld! laß mich deine Lie be in der chriftlichen Tugend. 253 be rúbren, und mein ganzes| rer Friede nur aus reinem Her Herz regieren! si zen fließt; daß du mit deiner Huld der Freuden Quelle bist. 8. Mögten alle meine Werke Früchte deiner Liebe feyn! fie erfülle mich mit Stärke, ganz mein Leben dir zu weihn! Ich bin Gottes Eigentbum; dies fey mir der höchste Ruhm! was ist mir das Lob der Erde, wenn ich seiner würdig werde. 6. Laß in Versuchung mich nicht zaghaft unterliegen; ermuntre mich zum Muth, und hilf dem Schwachen siegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgsam seyn, und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, 424. ver umringt von vielen Sündern; Mel. Nun danket alle Gott 2c. err, höre mein Ge: dir gefallen! Es ist mein gan. zer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, stårk den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir vom Herzen geht. 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, den du wirkst, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Werken senn; drum will ich dir, mein Gott, mein ganzes Leben weihn. 3. Dies will ich; und doch macht die Schwäche meiner Seele und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch fehle. Ich seb der Tugend Glück; ich wünsche gut zu seyn; und doch hab ich noch stets so vieles zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott, o sieb es mit Erbarmen, und reiche väterlich die Hel: fershand mir Armen. Gieb meinem Geiste Licht, gieb mei nem Vorsatz Kraft; fo kampf ich glücklicher mit Welt und Leidenschaft. 5. Erleuchte den Verstand, stets heller einzusehen, daß Sund uns elend macht, daß wahres Wohlergehen und innTugend Eifer hindern. Wenn der VerführungGift, des Leicht: finns frecher Spott, dem Geist gefährlich wird, dann steh mir bei, mein Gott. 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende die falsche Fröhlichkeit der Eitlen nie verblende. Ihr thöricht Lachen wird bald lange Neu und Pein; laß diesen Wechsel, Herr, mir stets vor Augen seyn. 9. So werd ich, o mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen, einst, wenn ich treu dir bin, der Freuden Fülle schauen, und, wenn du ewig lohnft, für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. Mel. Straf mich nicht in 2c. 425. Meift, bereit! Pache wache, fleh und bete! daß dein Herz zur bösen Zeit nicht von Gott abtrete. Ach, schon ist mancher Christ von Versu chungsstunden plößlich überwunden. 2. Auf dann, und ermuntre dich aus dem sichern Schlafe! Eh du's glaubest, zeiger fich bald darauf die Strafe. Der fällt leicht, dem es daucht, daß er Von der Beharrung und dem Wachsthum 254 er sicher stehe auf der Tugend 3. Wache! denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schädlich ist, muthig zu bestreiten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du forg: los wallest, in Versuchung fallest. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge, oder, wenn sie sich verstellt, li= ftig an sich bringe. Wach und fieh, daß dich nie die Verführer fällen, die dir Neze stellen. 5. Nimm dein eignes Her; in Acht, denn es liebt die Sün de, daß, wenn ihre Luft erwacht, fie nicht überwinde. Leicht betrügt sie, und siegt, wenn wir felbst uns heucheln, stark zu seyn uns schmeicheln. 6. Aber bet auch stets dabei, bete bei dem Wachen: das wird dich von Trägheit frei und behutsam machen. Gott verleiht Munkerkeit auf dem rechten Pfade durch erbetne Gnade. 7. Nahe dich denn mit Gebet oft zu seinem Chrone; wenn mein Herz nur gläubig fleht, hört er in dem Sohne. Er verheißt seinen Geist, mit ihm Kraft und Leben, auf dein Flehn zu geben. 8. Drum je näher dir Gefahr und Versuchung treten, desto mehr mußt du fürwahr, was chen, flehn und beten. Halt nur an; denn Gott kann und Gott will vom Bösen dich ge wiß erlösen. fiegt die Welt mit ihren ſchnds den gen nicht nach, erduldet lieber Ungemach. In eigener Melodie. 426, Mir ir nach, spricht Christus, unser Held, folgt meinem Vorbild, Christen! verleugnet euch, be: 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchtet mir zu einem heilgen Leben. Wem soll ich auch wohl sonst, als dir zu folgen mich bestreben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, und wie ich richtig wandeln soll. 3. Dein Herz, voll Gotts ergebenheit, war auch voll Menschenliebe, voll Demuth, Sanftmuth, Freundlichkeit, voll reger Mitleidstriebe; selbst deinen Feinden wandtest du großmüthig Hülf und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt, was schåndlich ist, mit weiser Vors ficht fliehen; es lehret mich, mein Herz der List und Heuche lei entziehen. O wohl mir, wenn ich deinem Sinn stets und in Wahrheit ähnlich bin. 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite: du kämpftest selbst und brachst die Bahn, stärkst nun auch mich im Streite. Wie könnt ich denn noch zags haft seyn, und mich, dir nachzufolgen, scheun? 6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wirds ohne dich verlieren; wers bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn, dir, meis nem Herrn, dir nach, Herr, will ich wandeln, und in dem Kampf der Tugend gern, so standhaft, wie du, handeln, denn wer nicht kämpft, trägt auch die Krondes ewgen Lebens nicht davon. Mel. in der chriftlichen Tugend. no 255 Mel. Wer nur den lieben Gottic. 7. Oft schläft der Trieb in 427, nicht, das ichs schon deinem Herzen. Du scheinst, ergriffen båtte; von Rachsucht dir befreit; int die beste Tugend bleibt noch sollst du eine Schmach vers schwach; doch, daß ich meine schmerzen, und sieh, dein Herz Seele rette, jag ich dem Klei- wallt auf und draut, und schilt nod eifrig nach: denn Tugendj so lieblos und so hart, als es ohne Wachsamkeit, verliert zuerst gescholten ward. sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das ftrauchelnd geht. Der sebe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch sieht. Auch die bekämpfte böfe Luft firbt niemals gan; in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend. Oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hipe roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit. Und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung dei, ner Seelen ein Tausch der Tries be der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft sie; doch du wech: felft nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wohlluft oder Geiz. 4. Oft ist es Kunst und Eimuth auch und Müssiggang? genliebe, was andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmåbsucht Trie: be erwecken dir so manchen Feind. Du wirst behutsam, schränkt dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, har oft ein Blick, ein Wort verführt. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen, so reget sich die Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leich, tern Triebe durch einen strens gen Lebenslauf; doch opferst die liebste Neigung auf? Dies du, wills seine Liebe, ihm auch ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt ¡ u Ruh und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, forderts Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank; fliebts Uns 11. Du bist gerecht; denn auch bescheiden? liebst Mäfigs keit; denn auch Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? Bon allen Laftern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sen nicht vermessen! Wach und streite! denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind dez Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache fiets, wach überall! Mel. 256 428.ft ft klagt mein Herz, wie schwer es sey, bier als ein Chrift zu wandeln, und täglich Gottes Willen tren zu denken und zu handeln. Wahr ists, die Tugend foster| Gott ewig ähnlich werden. Von der Beharrung und dem Wachsthum Mel. Was mein Gott will, ic.| wählen; ein Thier folgt Trie: ben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Müb, sie ist der Sieg der Lüfte; doch richte selbst, was wäre fie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ihrer Lafter freun, trifft die kein Schmerz hienieden? Sie sind die Skla: ven eigner Pein, und haben keis nen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, womit er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lasters Bahn ist anfangs war ein breiter Weg durch Auen; allein sein Fort: gang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken. 4. Was war es, bått uns Gott vergönnt, nach unsers Fleisches Willen, wenn Wohlluft, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; ließ er den Raub, den Undank zu, den Frevel, dich zu kranken, den Menschenbaß; was würdest du von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glücklich seyn; drum gab er uns Gesege. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schäße. Er spricht zu uns durch den Verstand, er spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Jbm folgen, das ist Weis: beit nur, und Freiheit ists, dies 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden; und übe dich ges treu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer sie nicht brauchet, dem wird auch das, was er hat, genommen. urch 8. Du ftreiteft nicht eigne Kraft: drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wenn gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Bet oft, Gott, müßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich stärker auf der Tus gend Pfad das Beispiel selger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat ja felbft dein Herr und Meister. Laß dich nur nie des Frechen Spott auf diesem Pfa de hindern; der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. 10. Sey kark, o Seele, alles zeit, denk oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünftgen Welt, die werden ihn beleben. 11. Denk endlich zur Beru: higung, daß Gott den Schwaz chen duldet, der bei dem Ernst der Heiligung doch manches noch verschuldet. Gott liebet Herzensredlichkeit, und fiebt auf in der christlichen Tugend. auf dein Bestreben, er ist ein Vater, der verzeiht, und er bat Luft zum Leben. Mel. Fren dich sehr, o meine sc. 429.Shafft mit Ernst, 257 6. Gieb zum Wollen das Vollbringen, Muth und Kräfte zu dem Streit; lehre mich, mich selbst bezwingen, und verleih Beständigkeit! Zeige mir ihr von der, schaffet eure Seligkeit. nen Gnadenlohn, daß ich wa Bauet nicht, wie sichre Sünche, bete, ringe, und also zum der, auf die ungewisse Zeit. Un: Himmel dringe. verweilt bekehret euch, ringet nach dem Himmelreich; fire bet beilig hier auf Erden, und Mel. Wer nur den lieben Gottze. 430. Son ist die Tudort zu 2. Selig, wer im Glauben kämpfet, felig, wer im Kampf besteht: wer der Sinnen Lüfte dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäht! Ohne tapfern Streit und Krieg folger nie gend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seele oft begehrt. Ach, könnt ichs! wie würd ich mich freun! Wie selig würd ich dann nicht Sieger schmückt zum Lohne jene unverwelkte Krone, 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewig: Feit. Denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 3. Wie schnell umhüllen Fin fernisse mich, wenn ich auch ers leuchtet bin: dann fliehn die heiligsten Entschlüffe, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl ich, was dem Herrn ge: fällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt. 4. Ich Armer! darum kömmt kein Friede in mein verschmachtetes Gebein! Wie bin ich dies ses Wechsels müde! Wann 3. Eifrig beten, allzeit wa: chen, weislich die Versuchung fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und sich niemals ihr entziebn; selbst beim Spott und Hohn der Welt das nur thun, was Gott gefällt; dieses wollen und vollbringen, das heißt nach dem Himmel ringen. 4. Drum entreißet euch den Lüften, die ihr noch gefeffelt send; und beweiset euch als Christen standhaft und getroft im Streit. Schont der liebsten Neigung nicht; war es auch die schwerste Pflicht, und denkt oft an Christi Worte: Drin, get durch die enge Pforte. 5. Bittern will ich vor der Sünde und dabei auf Jefum fehn, daß ich seinen Beistand| Gott, geweiht? finde in der Gnade zu beftehn. Ach, mein Heiland, steh mir bei, daß ich wohl gerüstet sey; gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. werd ich fest im Guten seyn? Wann nicht mehr firaucheln, allezeit nur deinem Dienste, 5 Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit beständig uns befleckt und hell, daß nie der N Sünde 258 Von der Beharrung und dem Wachsthum 2c. Sünde Täuscherei gefährlich| mein Vertraun_auf dich mir deinem Kinde fen. doch gönnen müssen. 6. O bilde, Vater, meine Seele in deiner Liebe, mache mich, daß ich kein andres Gut mir wähle, gewiß und unverän: berlich; dann leb ich als dein Eigenthum, mir selbst zum Glück und dir zum Ruhm. Mel. Chriftus, der uns selig 2c. 431.Samir schon beis ollt ich jetzt noch, ne Güt erschienen, dich verlass fen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüften dieser Zeit wieder mich beflek: ken, und nicht mehr die Süßig Feit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh gefunden; Mittler, heiltest du doch mir alle meine Wunden; und ich follte dein Gebot, wie die Sünder, bassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren laffen! 3. Nein, ich bin und bleib ein Chrift, folge deinen Lehren, laffe weder Macht noch List meis nen Glauben stören. Fielen tausend ab, nicht ich: mags die Welt verdrießen! sie wird 4. Zeigt sie mir ein Heil, wie du? Schafft sie Kraft den Müs den, den Bedrängten Troft und Rub, Sündern Gottes Frie: den? Giebt sie mir die Zuversicht, daß ich, trok dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu ers warten habe? 5. Rettet sie mich, wenn vor Gott einst die Völker stehen, und das Leben und den Tod ihm zur Seite sehen? wenn der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spit ter, der hier schmäht, glaubt, und nicht mehr lachet? 6. O wie thörigt, wenn ich mich noch verführen ließe, Jes su, da ich schon durch dich Gots tes Huld genieße; da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoff nung gründe, daß auch ich uns fehlbar dort Gnad und Leben finde. 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trubsal nicht, noch Freus den, sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir scheiden. Welt und Sünd und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe. Dritte Abtheilung. Lieder für besondere Zeiten, Umstånde und Personen. und auch der Ewigkeiten. Laß mich auch ist mit Frendigkeit 1) Beim Wechsel des Jahres. Mel. Es ist das Heil uns 2c.| dein hohes Lob verbreiten. Ein u, Gott, du bift Jahr ist abermal dahin. Wem Zeit daß noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. 2. Dich Beim Wechsel des Jahres. 259 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen, dich, den kein Wechsel treffen Fann. Wir werden, sind gewes sen; wir blühen und vergehn durch dich; nur du bist unvers änderlich; du warst, du bist, und bleibest. 8. Olehre selbst mich, meine Zeit mit wahrer Weisheit kauz fen. Laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit beilger Vorsicht laufen. Der Cage Laft erleichtre mir, bis meine Ruhe eins bei dir kein Wechsel weiter 1916#bftore. 3. Herr, ewia wäbret deine mel. Herzlich thut mich verl. 2c. Tren, mit Huld uns zu begeg: 433. Durch kummervolle nen; und jeden Morgen wird fie nen, mit Wohltbun uns zu fegnen. Ich kenne keinen Angenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugefloffen wäre. 4. Du haft auch im verfloß nen Jahr mich väterlich geleis tet, und, wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und Troft bereitet. Von aanzer Seele preif' ich dich; aufs neue übergeb ich mich, Gott, deis ner weisen Führung. 5. Vergieb mir die gebäufte Schuld von den verfloßnen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Chrifto ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruhn, und lehre Lebenslang mich thun nach deinem Wohl: gefallen. 6. Gieb neue fust und neue Kraft vor dir gerecht zu wan deln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und andern handeln. Dein Geist be: lebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht: dies reize mich, die Luft der Welt zu fliehen. Um beßre Freuden ler ne fich mein Geist schon ist be: mühen. Den Engeln bin ich ja verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. bangen Pilgerzeit, durch so viel Sorg und Place, durch manches Her zeleid bin ich hindurch gedruns gen. Vorüber ist das Jahr. Dem Herrn fen Lob gefungen, der fiets mein Helfer war. 2. Der du mich haft gebauet, in dir besteht mein Heil. Dir sey es anvertrauet, du bist und bleibst mein Cheil. Du, du hast mich erhalten, mein Schdvfer und mein Hort! dich laß ich ferner walten, und trane deinem Wort. 3. Wiedu, o Gott der Liebe, es willk, gefchebe mir! Gieb, daß ich nichts verübe, mas un recht ist vor dir. Dir ist mein Will ergeben; er tit nicht weiter mein. Mein Heri, mein ganzes Leben ist, weiser Vas ter, dein. 4. In deinen Rath sich schiks ken, ist Weisheit, Pflicht und Ruh. Soll mich die Armuth drücken? mein höchstes Gut bleibst du. Soll mich Verfols gung plagen? so schüßest da mich doch. Soll ich Verachtuna tragen? dein Kind bin ich dennoch. 5. Soll ich verlassen leben? verlaß nur du nicht mich. Soll ich in engsten schweben? ich hoffe doch auf dich. Und soll ich Krankheit leiden? du wirst Geduld verleihn. Soll ich von R 2 dannen Beim Wechsel des Jahres. 260 dannen scheiden? Herr, dein Will ist auch mein. 6. 3um Himmel soll ich eis len? mit Freuden eil ich hin. Doch soll ich hier verweilen? dein bin ich, wo ich bin! Nur daß dein Geift mich leite, in meiner Prüfungszeit mich stets mehr vorbereite zum Heil der Ewigkeit. Glück der Welt, so gieb mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern be neiden. 5. Hilf deinem Volke våter: lich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaßnen dich, und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Kö nig nieder. 6. Daß Weisheit und Ges rechtigkeit auf seinem Stuble throne; daß Tugend und Zus friedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu und Liebe bei uns sey; dies, lieber Vater, dies verleih in Chrifto, deinem Sohne. Mel. Es ist das heil uns kom. 2c. 434, Gott ott ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man ficher wohnt, und heißt die Zei: 435. Helft otpreiſen! Mel. Von Gott will ich nicht zc. Gottes Huld ten eilen. Er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank er theilen. 7. Das Jahr ist hingeflos sen; Gott, deine Gnade sey neu über uns ergoffen, mach unsre Herzen neu! Meid ich die alten Sünden, so werd ich stets bei dir erneuten Segen fin den; dein Wort verspricht es mir.d Stimmt, Chriften, alle ein! Laßt uns ihm Dank erweisen, und sein uns innig freun! Er ist der Herr der Zeit, der ihren Lauf regieret, bisher uns wohl geführet, und ist das Jahr erneut. 2. Herr, der da ist, und der da war! von dankerfüllten Bungen sey dir für das verfloßs ne Jahr ein heilig Lied gefun- 2. Mit Ernst laßt uns begen; für Leben, Wohlfahrt, Troft und Rath, für Fried und Ruh, für jede That, die uns durch dich gelungen. trachten den Reichthum seiner Gnad, und so gering nicht achten den liebevollen Nath, den er an uns erfüllt. Er ists, der uns zum Leben, was nöthig war, gegeben, und allen Jams mer stillt. 3. Laß auch dies Jahr gefeg: net seyn, das du uns neu gege: ben. Verleih uns Straft; die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schüßest uns, und du vermehrt der Menschen Glück, wenn sie zuerst nach wahrer Weisheit streben. 3. Er hat uns noch erhalten sein Wort, und Fried und Ruh; die Jugend und die Alten ernährt, und noch dazu mit milder Vaterhand viel Freuden ausgespendet, viel Unfall ab gewendet von unserm ganzen Land. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Rub und Freuden; doch schadet mir das 4. Cr Beim Wechsel des Jahres. 261 4. Er ists, der unser schonet| men sey bereit, und meinem aus gnadenvollem Rath; denn bätt' er uns gelohnet nach un frer Missethat mit Strafen, gleich der Schuld; wir wären längst gestorben und in der Noth verdorben. Wie groß ist seine Huld! de Heiland folge! 4. So leite mich denn dieses Jahr nach deiner Huld, mein Vater! und führest du mich in Gefahr, so fen auch mein Bec rather! Um Erdenguter bitt' ich nicht: Nur gieb mir Lust zu jeder Pflicht, und Kraft zu jeder Tugend! sm bf Mel. Wach auf, mein Herz, 2c. Freuden 5. Er gönnt mit Vatertreue uns noch zur Beßrung Frift; und raun auf Jefum Chrift, und 437. Mit treten vor wenn bei wahrer Neue wir so uns ihm zum Dienst uns weihn; will er uns vergeben, und zum rechtschaffnen Leben selbst unser Beistand seyn. Gott, ihn anzubeten!; vor Gott, der unserm Leben bisher hat Kraft gegeben. 2. Wir Erdenpilger wan: dern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 6. Sep, Vater, hoch gepriefen für alle Gütigkeit, die du an uns bewiesen im Lauf der vorgen Zeit. Sen ferner unser Gott; versorge und bewahre uns auch im neuen Jahre, und bilf aus aller Noth! 3. Und diese Wandertage find nimmer frei von Plage; der Ewigkeit entgegen. wir gehn auf rauhen Wegen Mel. Es ist das Heil uns kom.zc. blick in das ver4. Doch Gott liebt uns nicht 436. Jauge Jabe mit minder als Båter ihre Kinder, und er wird in Gefahren auch künftig uns bewahren. dankerfülltem Herzen; du warst mein Retter in Gefahr, mein Fels, mein Trost in Schmerzen; Herr, meine Seel' erhebet dich! Wach' auch mit Vaterhuld für mich in diesem neuen Jahre. 5. Erhalter unsers Lebens! wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßest, mit Kraft nicht unterstüßest. 2. Laß es ein Jahr des Segens seyn, wie es dein Rath erfiehet; doch laß mich ja kein Glück erfreun, daß dir mein Herz entziehet! Das Glück allein, Herr, schenke mir, daß ich in diesem Jahre dir gefällig leben möge. 6. Preis dir, Herr! deine Treue zeigt jeder Tag aufs neue; Preis sey den starken Händen, die allen Jammer wenden. 7. Mitgläubigem Vertrauen laß uns auf dich nur schauen! gieb festen Muth im Leiden, ein dankbar Herz in Freuden. 8. Versüß durch deine Freuden den herben Kelch der Leis den, und laß, wo Thränen fließen, sich deinen Troft ergießen. 9. Dein reicher milder Segen folg uns auf unsern We: R 3 gen; 3. Hält deine Weisheit es für gut, mir Leiden aufzulegen, fo gieb der Seele Stärk und Muth, Geduld und das Vermögen, daß ich mein Krenz mit Freudigkeit auf mich zu neh 262 Beim Wechsel des Jahres. gen; laß Großen und Gerin:| daju, daß nicht, indem wir gen, was dir gefällt, gelingen. ficher sind, der Tod uns unbereiter find. 7. Sft einst die Zahl der Stunden voll, die unser Loos entscheiden soll; so führ und aus der Prüfungszeit zu deiner frohen Ewigkeit. 8. Da sind wir unsers Heils aemiß; da wechseln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du ewges Licht, Herr, unser Gott, verlaß uns nicht! 10. Sei der Verlaßnen Vas ter, der Irrenden Berather, der Unversorgten Gabe, der Armen Hilf und habe. 11. Hilf anddig allen Tran Fen; gieb fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Schwermuth quälen. 12. Vor allem, Herr, verlei: be und deinen Geist aufs neue, den Geift, der uns regiere, und uus zum Himmel führe. 13. Damit wir dir ergeben, nur dir zur Ehre leben, und wann wir einstens sterben, dein ewigs Reich ererben. 439. Mel. Herr Jesu Christ, wahr.ze. 438, wiederbringlich schnell entfliehn die Tage, die uns Gott geliehn. Ein Jahr tritt ein, und eilt davon, wie manches ist be, reits Dank ewig Goran fen bir, enia treuer der Noth, für tausend Proben deiner Treu; denn deine Huid war täglich neu. 191 3. Wenn unser Her; von Schuld befreit, sich mancher guten Thar erfrent: weß war die Kraft? wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Rubm allein! d verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein fanfter Schlaf erfrischt, dies dank ich deiner Macht und deiner Vatertreue. Durch fie bin ich aufe neue mit heiterm Muth erwacht. 19931 3. icht Beschüßer unsrer Seelen! auf Wad foll ich für mich wählen? O wähle du für mich! Gieb, was mir nüßlich ist. Gott, dem ich alles der Gedanke, daß du stets um mich bist. 5. Wir eilen mit dem Strom der Zeit frets nåber hin zur 4. Er stärke mich mit Freus Ewigkeit. Du hast die Stunden, zu thun, was dir gefällt; den zugezählt; die letzte weis. lich uns verheblr.pd er trofie mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich zichn, belf er mein Herz bewahren, helf er. 14. Oft fehlten wir, und merk tens nicht; verjeib uns die ver, lekte Pflicht! du siebst, Erbar mer, unfre Neu; um willen sprich uns frei. 2) Am Morgen, Met. Von Gott will ich nicht zc. mächtiger, ich 2¹ 6. Herr unsers Lebens, mache du uns selber recht geschickt bebe mein Aug empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Danf dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das Lals len des Dankens ir mißfallen, dem Herzen 2. Daß nicht im tiefen Schlummer des Lebens Locht Am Norgen.e 263 er mir die Gefahren der Sün.| Herr deiner Kinder, und freut de sehn und fliehn. fich dein, daß du so gnädig bist. und ich, den deine Huld so hoch erhob, ich stimmite nicht in ihr vereintes Lob? sit 5. Beglücke du die Meinen nach deiner Gütigkeit. Verlaß der Armen keinen; wend alles Herzeleid. Du willst uns gern erfreun, eilst, allen beizufte ben; doch wird der Liebe Fle: ben dir auch gefällig seyn. 5. Ja, Herr, in dieser Mors genstunde steigt dir mein lauter Lobgesang binauf. Nimm, Heis liger, von meinem Munde ein feiernd Opfer meines Herzens auf! Auch diese Nacht hieltst du, zu meinem Glück, mit Vas terarmen jedes Leid zurück. 6. Gott, dem ich angehöre, dein Friede ruh auf mir. Mein Geufien, meine Bähre, Erbar: mer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe! ich sterbe oder lebe; fo bin ich ewig dein. Mel.Dir, dir, Jehovab, will 2c. 440, ant dir, die Nacht, Herr, ist vergan: gen, ein Strablenglang bricht aus der Nacht hervor. Seht königlich die Sonne prangen, fie zieht herauf aus ihrem gold: nen Thor, und was noch erst, gleich Todten, schlummernd lag, das regt vergnügt sich wieder und ist mach. 2. Auch du, mein Geist, ihr meine Kräfte, ermuntert euch, da alles lebt und macht. Gott preisen sey eur erst Geschäfte, ihn, der auch euch erhielt in die fer Nacht. Wir ruhten, er nur schläft und schlummert nicht, bedarf der Rub, bedarf der Stärkung nicht. 3. Er ist der Herr, der Cag' und Nächte allmächtig schuf und sprach: Es werdelicht! Da fieg aus des Erschaffers Rechte die neue Welt mit jungem Anklagen? gesicht. Der Mond, die Son- zusehn? ne und der Sterne Heer vers Fünden dieses Schöpfers Ruhm und Ehr. 4. Der Lüfte Volk, des Mees res Kinder, und alles Leben, das auf Erden ist, das jauchzer dir, 6. Dir, dir will ich mich ganz ergeben, und deiner Treue im merdar vertraun. Dir heilig fey mein ganzes Leben. Hilf du mir, unverrückt auf dich zn schaun. Auch diesen Tag will ich dir, Heilger, weibn; gieb selbst mir Kraft, dem Vorsay treu zu seyn. Mel. Gott des Himmels und ze. 441. Der du alle deine Gott, von Ewigkeit, du bist auch mit Huld und Stärke ihnen nahe in der Zeit. Deine Gut und deine Treu i mit jes dem Morgen neu. 2. Unter vielen Millionen siehst du liebreich auch auf mich: sicher läsfest du mich wohnen, und beschirmst mich väterlich. Dafür preist mit neuem Dank dich mein früher Lobgefang. 3. Darfich, Erd und Staub, es wagen, frob zu dir emporzu sehn? meinen Kummer dir zu kindlich frei dich aus Ja, durch Chriftum fer auch ich dieses Zutraun, Herr, auf dich. 4. Du läßt meine Kümmernisse im Vertraun auf dich entfliehn. So entflobn die Finferniffe, da die Morgensonn R 4 erschien 264 Am Morgen. erschien. Keine Sorge raube| Mel.Wer nur den lieben Gottic. mir meine Freudigkeit zu dir! 443. Drobne Klage und 5. Du gewährst mir neue Stunden zur Vollbringung meiner Pflicht. Werd ich da nur treu befunden, so bin ich voll Zuversicht, wenn mein Richter einst erscheint, der er seh ich die schöne Welt aufs neu. Wie fröhlich eilen mir die Tage der Erden, Pilgerschaft vorbei! Der Morgensonne heitrer Blick bringt Freuden auch mich 6. Stärke du mich Schwa: chen; leite mich mit deinen Segnungen. Ich ergebe mich auch heute deinen weisen Fugungen. Herr, mich sieht dein Vaterblick; o, wie groß ist dies mein Glück! Mel. Wer nur den lieben Gottic. 442.Det er frohe Morgen weckt mich wie. der und ladet mich zur Arbeit ein. Der Schlaf erquickte meis ne Glieder; nun will ich wie. der thätig seyn! Mit frohem Herzen will ich nun, was meis ne Pflicht erfordert, thun. 2. Zwar bin ich stets noch auf der Erde, wo mich Gefahr und Noth umringt, vielleicht auch härtere Beschwerde mich künftig noch zu Chránen zwingt; im Lande meiner Sterblichkeit hoff' ich umsonst Vollkommenheit. 3. Jft mir das Schicksal gleich verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch bin ich ohne Gram und Sorgen, du, Vater, kennst mein wahres. Wohl, und, was dein Rath beschließt und thut, ist heilig und gerecht und gut. 2. Gott, dir sey Dank für meinen Schlummer! und dir befehl ich mich aufs neu. Ju deinem Schutz bin ich von Kummer, bin ich von allen Sor. gen frei. Du weißt es, was mir nüßlich ist, und giebst es, weil du gütig bist. 4. Gestärkt durch Zuversicht und Glauben verfolg ich fröhlich meinen Pfad; das Glück kann mir kein Unfall rauben, das mir mein Gott beschieden hat. Er giebt und nimmt, er nimmt und giebt, was heilsam ist dem, den er liebt. Mel. Dir, dir Jehovab, will ic. 3. Du unterhältst mir meine 444. Dich, dich mein damit ich gebrau: chen foll; und treib ich redlich mein Geschäfte, o so geräth es immer wohl! Bei Treu und Fleiß giebst du Gedeihn; drum will ich treu und fleißig seyn. Gott, will ich erbeben, du warst mein Schirm in der verfloßnen Nacht; erquicks test mich, erhieltst mein Leben, und schafftest es, daß ich vers gnügt erwacht. Wer bin ich, daß du meiner so gedenkst, und wieder einen Tag zum Heil 4. Ich will es seyn, so lang ich lebe, so lange du mir Kräfte ich mir das Glück erstrebe, daß du mit Bei: fall an mich denks. Dann hab ich hier Zufriedenheit, dort vollkommne Seligkeit. und 2. Auch über mir ist deine Güte noch immerfort mit je dem Morgen neu. Mit innig dankbarem Gemüthe fühl ich die Am Morgen. 265 die Größe deiner Vatertreu.| pfer! Vater! deine Treue Auch diesen Tag will ich mich deiner freun, und er soll dir zum Dienst geheiligt seyn. rührt aufs neue mein Gemüs the. Froh empfind ich deine Güte. 3. Vor deinen Augen will ich wandeln, und treu das thun, was dir, mein Gott, gefällt; gewissenhaft in allem handeln, und standhaft fliehn 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär ich, hätteft du nicht dich so hülfreich mir bewiefen! Zu meinem Leben seßest du ist einen neuen Tag die schnöde Luft der Welt. Ohinzu; sey hoch dafür geprie: stärke selbst mit deiner Hülfe mich! denn was vermag ich Schwacher ohne dich? fen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke; dich erhebe meine Zunge, weil ich lebe! 4. Laß diesen Tag mich so vollbringen, daß ich ihn ohne Reu beschließen kann. Soll guter Vorsag mir mißlingen, so schreib den Vorsatz selbst zum Heil mir an. Auch dieser Theil von meiner Uebungszeit sey ein Gewinn noch für die Ewigkeit. 5. Gieb mir auch heute, was mir nüßet. Vor allem aber gieb ein ruhig Herz, das sich auf deine Vorsicht süßet, und dir vertraut auch in dem größten Schmerz. Du weißt, was mir zum wahren Wohl ge bricht, und du versäumst ge wiß mein Beßtes nicht. 6. In diesem kindlichen Vers trauen will ich getroft an mein Geschäfte gehu; auf deinen fichern Beistand bauen, und Deiner Fügung still entgegen fehn. Ich weiß, du führst mich auf der rechten Bahn, und nimmst mich einst gewiß zu Ehren an. Mel. Wie schön leuchtet der zc. 445. Dich feh ich wieder, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchften lobzufingen. Ich will voll frommer Dankbegier, o mildester Erbarmer, dir Preis und Anbetung bringen. Schö3. Verleib, o Gott der Lieb und Macht, daß, was mein Leben elend macht, auch heute von mir fliehe; daß ich die kurze Lebenszeit in chriftlicher Zufriedenheit zu nutzen mich bemühe. Prüfe, fiehe, wie ichs meine; dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht verborgen. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih, daß ich des Namens würdig sey. Mein Ruhm sen deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich! ein Jr. render. Erhalte mich, mein Gott, auf deinem Pfade. Stärk mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Ges dank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Chale wall ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff ich. Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig lobzusingen. Mel. Warum betrübst du dichic. 446. Dit, der das Licht und mich gesund erwachen ließ, fey Preis und froher R 5 Dank! Am Morgen. 266 Dank! Des neuen Morgens Heiterkeit sey dir, mein Gott, zuerst geweiht! 2. Ein jedes Gut, deß ich mich freu, empfang ich jego wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wo: bin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 3. Dich, dem ich nichts vergelten kann, dich, Vater, bet ich findlich an; ich opfre dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Allerhöchster, nicht. 4. O du, den meine Seele preift, erwecke mich durch deis nen Geist zur Pflicht! Er belfe meiner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 5. Ein gut Gewissen sey mein Cheil! dies wirk in mir zu meinem Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 6. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht; bin ich nicht mehr, denn sie? Ich werfe mei ne Sorg auf dich; du, mein Erbarmer, forgst für mich. Mel. Gott des Himmels und 2c. 447. ir sey Preis! id) rer, und empfinde mich. Mit mir wachen meine Lieder, und erheben dankbar dich. Denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht! 2. Wach auch über meine Cage, o du, meine Zuversicht, daß mich keiner eins verklage, wenn du kommst zum Weltgericht; daß ich meiner Pflicht bier treu, und dort unerschrokken sey! 3. Keinen Tag zäbist du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu! Jeder ist ein Theil des Lebens; jeden, jeden richs test du. Lehr mich wachen, daß mir nie ungenügt ein Tag entflieh. 4. Heute leb ich: laß auch beute nicht umsonst mein Leben feyn! Laß mich nach vollbrach tem Streite mich auch dieses Tages freun! recht zu handeln, gieb mir heut Stärke, Luft, Gelegenheit. Mel. Es ist das Heil uns kom x. 448. Er geht hervor, der glängt vom Strahl der Sonne; erwecktes Leben folgt thm nach, und freut sich neuer Wonne, die Gottes Güte ausgestreut; auch ich, zu meinem Glück erneut, erfreue mich des Lebens. 2. Frei von der Sorgen Eis telkeit, die oft das Herz bethös ret, bast du mir neue Heiters keit auch diesen Tag gewähret. Du, der so gnädig auf mich fieht, schauft auf mein stilles Wonnelted und meine Freuz dentbränen. 3. Der Unschuld Friede weis che nie, o Gott, aus meinem nicht zu Herzen! Hilf, daß ich jede Lokverscherzen. Denn wer auch nur durch eine That ihr Heilig thum entebret hat, von dem weicht sie auf immer. 4. Berlaß mich nicht, und eige mir bei jeder Prüfung Leiden, der Tugend Geligkeit bei dir, und jenes Lebens Fren den! Dann dring' ich aus der Nacht hervor, und firebe nach dem Ziel empor, wo du die Sieger kroneft. Mel. 267 7. Gieb, daß des Wortes 449. ich Geist und Kraft mein ganzes treu gewissenhaft, was du mich lehrt, vollbringe. Laß tiefer mich erforschen, mehr, was mir noch mangelt, fühlen, leer von allem Stol; e werden. 2. Dich beten alle pimmel an, o Schöpfer aller Dinge. Doch auch ich darf zu dir mich nahn; du börsis, wenn ich dir finge. Du willsts, und woh, neft doch im Licht, in das mein blödes Auge nicht vermag hins ein ju schauen. 8. So wird dein Tag, o Va= ter, mir ein Tag des Segens werden. So seh ich und empfind' in dir den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prüfungszeit zur Ruh, in deine Seligkeit, zu deinen Freuden kommen. noma! In eigener Melodie. 3. O mögt ich doch mich alle: 450. Mein erster Wunſch, zeit an dir, mein Gott, ers freuen, und voll von deiner Herrlichkeit mein ganzes Herz bir weiben! Doch ach! wie oft reißt meinen Sinn die Eitelkeit der Erde hin, daß deiner ich vergesſe. innigstes Bestreben ist, Herr, mein Gott, dich würdig zu erheben; unendlich groß ist deine Vatertreu; mit jedem Tag ist deine Güte neu. 4. O zeuch mich, Heiliger, 1 Dir am Tage deiner Ehre. Bieb, daß ich inniger in mir dich, Herr, empfind und höre, Laß diesen Ruhetag allein dir, o mein Gott, geheiligt seyn, zum Besten meiner Seele. 2. Die Sonn' enthüllt den Schauplaß deiner Werke, und Alles zeugt von deiner Huld und Stärke. Sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos bin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die regierst Um Morgen. Mel. Es ist das Heil uns kom.zc. croblockend, Water, Lage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf; ichau du herab, und höre den Dank, daß Tugendkraft und Licht auch heut in deinem Unterricht mir deine Treu bereitet. 5. Es freue meine Seele fich, dein Dein göttlich Wort erleuchte mich; laß schmecken mich und fehen, wie freundlich du, mein Vater, bist, wie dein Gesetz nur Liebe ist, wie felig, wer dir folget. 6. Und wenn der Wahrheit Lehrer mir den Weg zum Himmel zeigen, so laß mein Herz empor zu dir in heißer Andacht freigen.. Gieb Lernbegier, Luft und Verstand, daß mir dein Wille gan; bekannt, ich immer weiser werde. JD100 rat das Gant dein, und du das Pflanze seb ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt: sie reicht fo weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du Höchster, denkest an mich, den Staub! der du die Himmel lenkest, du forgst für mich; Gott, wie vergelt ichs dir? Ein dankvoll Herz, das bring ich dir dafür. 5. Nimms gnädig an; ge: denk nicht meiner Sünden! durch deines Sohn laß mich Ver Am Morgen. 268 Vergebung finden. Ihm, wel: cher nie ein gläubig Flehn ver. warf, dank ichs, daß ich dich Vater nennen darf. 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, uns wieder aufzuwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Les ben. Du bist es, der es uns erhält, und mirs jetzt neu ge= geben. 6. Gelobet fenst du, Gott der Macht! gelobt sey deine Treue, daß ich nach einer fanf ten Nacht mich dieses Tags erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen, und lehre du mich sels ber thun nach deinem Wohl gefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig war; auf dich hofft meine Seele. Sey mir ein Retter in Gefahr; ein Vater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Buversicht, erfüllt mit Lieb und Ruhe; ein weises Her das seine Pflicht erkenn, und willig thue. 10. Daß ich, als dein gebor fam Kind, dir zu gefallen firebe; dir treu ergeben, gut gefinnt, in deinem Reiche lebe. Mel. Ich dank dir schon durchzc. 451.Mein erft Gefühl 11. Daß ich dem Nächsten sen Preis und beizustehn, nie Fleiß und Ar Dank! erhebe Gott, o Seele! beit scheue; mich gern an Ander Herr hört deinen Lobge: drer Wohlergehn und ihrer fang; lobsing ihm, meine Seele. Tugend freue. tis. 2. Mich selbst zu schützen ob ne Macht, laa ich, und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für den Müden? 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht ge nieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeut, beschließe. 6. So will ich denn mit kind: lichem Vertrauen auf dich al: fein, fo lang ich lebe, schauen; du bist mein Gott, mein Netter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 7. Du weißt, wie lang ich hier noch wallen werde. Fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde, so nimmst du, Herr, auch meines Lebens wahr; mit Namen nennst du mich, und záblst mein Haar. 8. Mein Heiland, gieb mir Kraft zum neuen Leben; gieb mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen hast. Dein Joch ist sanft, und leicht ist Deine Last. 9. Dein Auge sieht die Schwächen meiner Seele; verwirf mich nicht, vertritt mich, wenn ich fehle. Zu dir hinauf fleht meine Seele stets, und du vernimmsts, Erhörer des Gebets. 3. Werwacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu stärkt Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? Mel. Wer nur den lieben Gott. auch 452. Mein Gott, et dieser neue Mors gen verkündigt deine Gnade mir. Mit mir erwachen meine Sorgen, Am Morgen. 269 hes Lied. Sorgen, jedoch auch mein| zu erheben. Er bört mein frus Vertraun zu dir. Ich werfe meinen Kummer hin auf dich, durch den ich leb und bin. 2. Zu ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 2. Ich bin noch immer auf der Erde, wo alles Wohl sich mischt mit Weh, und ich zu größerer Beschwerde so man: chen Fehltritt noch begeh. Gott, der mich schüßet und ernährt, war ich doch deiner Liebe werth! 3. Laß den Entschluß mein Herz erfüllen, stets gern zu thun, was dir gefällt. Es gehe mir nach deinem Willen, o weifer Herrscher aller Welt! Schließ mich in deine Vorficht ein, so bin ich todt und lebend dein. 4. Vergieb mir, Vater, alle Sünde, vergieb, was ich nicht recht gethan. Nimm mich zu deinem Gnadenkinde um mei nes Mittlers willen an. In sei: nem Namen fleh ich dich: er litt und starb ja auch für mich. 5. Hilf u in allen Sachen rathen; denn wo war ich mir selber gnug? Behüte mich vor Miffetbaten, vor böser Men. schen ist und Trug. Führ du mich selbst auf ebner Bahn; und, was ich thu, sey wohl gethan. 6. Bewahre mir Leib, Seel und Leben, Verwandte, Freun: de, Ehr und Gut. Willst du mir Streu; zu tragen geben, so stärke mich mit Trost und Muth; und willst du mich mit Glück erfreun, so laß mich dir auch dankbar seyn. Mel. Chriftus, der ist mein 2c. 453. Noch läßt der Herr mich leben! Mit fröhlichem Gemüth eil ich ihn 3. Du Herrscher aller Wels ten, nimmst dich auch meiner an. Wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? fie gelten nichts vor dir. Du forderft nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. So will ich bir lobsingen, mich deines Namens freun, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weihn. 6. Dir hab ich mich ergeben, ich freue mich in dir. Erfreuens der, als Leben, ist deine Güte mir. 7. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad. Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath. 8. Nur Eins laß mich erfle. ben: das chriftlichweise Herz, auf dich stets aufzusehen, in Freuden, wie im Schmerz. 9. Laß mich am ersten trachs ten nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achten, als allen Ruhm der Welt. 10. Laß mich, dir innig traus end, das Gute standhaft thun, dann, froh gen Himmel schaus end, in deinem Willen rubn. 11. Bereit den Lauf zu schließen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewis sen, so finde mich der Tod. In eigener Melodie. 454.9ach auf mein Hers, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Ge ber aller Güter, des Menschen treuem Hüter. 2. Mit 270 Am Morgen. 2. Mit göttlichem Erbars 4. Die Zeit in deiner Furcht men beschüßtest du mich Armen, und stärktest mein Vertrauen, der Sonne Licht zu schauen. 3. Und dies, Herr, ist ge schehen; ich kann das Licht noch feben. Du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sen Ehre, Anbetung, Preis und Ehre! 5. Hör meinen Dank, mein Fleben! du kannst ins Herze sehen. Ach, möchte dir ge, fallen, Herr, meines Herzens Lallen. 6. Dein Werk wollst du vols tenden, dich nimmer von uns wenden, und mich in meinen Tagen fiets mit Verschonen tragen. 7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber rathen, mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten. vollbracht, bringt ewigen Ges winn. So fließe vor dir, Gott der Macht, auch dieser Tag mir bin. 5. Gieb, daß ich fern vom Müffiggang, in meinem Stande treu, und, wenn ich kann, mein Lebenlang bereit zu dies nen sey. 6. In allem, was ich denk und thu, sey dein Gebot vor mir, und wenn ich von Ges schäften rub, so sey mein Herz bei dir. 7. Was du mir zum Vergnü, gen giebst, vermehr in mir die Luft, gan; dein zu seyn, der du mich liebst, und so viel Guts mir thus. 3. Jht schenkst du mir zu meinem Heil von neuem einen Tag. Gieb, daß ich davon je: den Theil mit Weisheit nutzen mag. 8. Wenn Sorg und Kummer mich befällt, so laß mich auf dich schaun, und deiner Vorficht, Herr der Welt, mit fros hem Muthe traun. 9. An deiner Gnade gnüge mir! sie ist mein beßres Theil; mein Croft und meine Zuflucht hier, und dort mein volles Heil. 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen; dein Wort sen meine Speise auf meiner Pilgerreiſe. Morgen- Lied im Leiden. Mel. Lobt Gott, ihrChristen: c. deinem Preis und Mel. Wer nur den lieben Gottic. 455,3 Ruhm erwacht, 456. Der Morgen kommit, und meine Klage bring ich dir Ruhm und Preis, dir, Gott, der durch die Ruh der Nacht uns zu erquicken weiß. 2. O Bater, deine Gutig Feit ist alle Morgen neu; du thuft uns wohl zu jeder Zeit, und groß ist deine Treu. wird ißt mit diesem Morgen neu. Wie traurig eilen mir die Tage der bangen Wanderschaft vorbei! Der Sonne neu ges schenktes Licht erheitert meine Seele nicht. 2. So traurig, als die Abends frunden, ist dieser neue Tag für mich; die Qual, die ich bisher empfunden, verneuet mit demselben sich. Ich hoffte Trost in meiner Vor und nach dem Essen. 271 meiner Pein; doch meine 13) Vor und nach dem Hoffnung traf nicht ein. Effen. 3. Noch immer bin ich auf der Erde, wo mich Gefahr und Noth umringt und tag lich härtere Beschwerde zu Klas gen und zu Thränen zwingt; noch immer fleh ich unerhört um Labung, die mein Herz begehrt. 4. Herr, eile doch mir bei zustehen, verlaß den müden Wandrer nicht. O neige, Vater, auf mein Flehen zu mir dein freundlich Angesicht. Gieb mir Geduld, und bei dem Schmer; ein hoffendes gelaßnes Herz. 5. Mir ist das Schicksal noch verborgen, das diesen Tag mich treffen soll: auf dich, Herr, werf ich meine Sorgen; du kennst und suchst mein wahres Wohl; und was dein Rath be: schließt und thut, ist heilig und gerecht und gut. 6. Soll ich die Laft noch lån: ger tragen, so halt ich deiner Fügung still. In dir zufrieden, will ich sagen: Herr, wie du willst, nicht wie ich will! So laß mich, Vater, in der Bein geduldig, wie mein Heiland, fenn. 7. Nach diesen schmerzen: vollen Stunden rückt einst mein Ende doch herbei! dann hab ich ewig überwunden, und bin von aller Trübfal frei. Dann felget auf die Leidens: zeit dort ewige Zufriedenheit. 8. Gestärkt durch diesen ho: hen Glauben, tret ich auf meis nen Leidenspfad. Herr, stärke, stärke meinen Glauben, auch dann, wann sich der Tod mir naht. Vielleicht erscheint er heute mir: wohl mir! ich leb und sterbe dir. Mel. Herzliebster Jesu, wasic. 457.2[ uf dich, o Vater, schauen unfre Blicke, daß deine Hand uns väterlich erquicke; du siebst, und giebst auch jedem seine Speise, daß er dich preise. 2. Du segneft uns nach deis nem Wohlgefallen, thus deis ne milde Hand auf, und giebst allen, was Noth ist; keiner flebt, o Herr, des Lebens, zi dir vergebens. 3. Auch, wenn wir essen oder trinken, müssen wir dir zur Ehre, Gott, mit Dank ges nießen, was wir zum Leben hier von deinen Gaben ems pfangen haben! 4. Laß, Vater, dies uns keinen Tag vergessen; laß uns mit Dank und Mäßigkeit stets effen, damit wir leben, und durch deinen Segen satt werden mögen. mel. Wer nur den lieben Gotte. 458. Gott, von dem wir baben, wir preisen, wir erheben dich! Du überschütteft uns mit Gaben; du sorgft für uns so våters lich! dein Gegen macht uns alle reich. Herr, was ist deis ner Güte gleich? 2. Wer kann die Menschen alle zählen, die sich von dir ers nähret sehn? doch muß die Nothdurft keinem fehlen: denn du weißt allen vorzus stehn; du sorgft für uns, und jedes Land bekömmt sein Brot aus deiner Hand. 3. Du machst, daß man auf Hoffnung fået, und endlich auch 1:35 Vor und nach dem Effen. 272 auch die Frucht genießt; der Wind, der durch die Felder webet, die Wolke, die das Yand begießt, des Himmels Thau, der Sonne Strahl, sind deine Diener allzumal. 4. Laß uns zwar satt, doch mäßig seyn, uns deiner Güte dankbar freun, und nie vergessen im Genuß, daß auch der Arme leben muß. Mel. Singen wir aus Herz. 2c. 4. Und also wächst des Menschen Speise; der Acker schaffet 460.as den Leib ers und ihm sein Brot. In Gärten grunt auf gleiche Weise sein Unterhalt auf dein Gebot; ihm reichst du, was von nothen war, in Fischen, Vieh und Vögeln dar. 5. Woran soll ich zuerst ge denken? der Wunder sind hier gar zu viel. So viel, als du, kann niemand schenken, und dein Erbarmen hat kein Ziel; denn immer wird uns mehr beschert, als wir, wir Sünder, je sind werth. 6. Wir wollen deiner nie vergessen, da deine Gaben uns erfreut. Für unser Brot, das wir gegessen, sen dir, Herr, unser Dank geweibt! Und uns fer ganzes Lebenlang erheb dich unser Lobgesang. Mel. Herr Jesu Christ, dich zc. 4. So genieß ich dies mein 459. Bater, kindlich Theil, dir zu Ehren, mir zum beten wir um unfer täglich Brot zu dir! giebs deinen Kindern, die du liebst, und segne, was du huldreich giebst. Heil; so wird deine Gutigkeit nicht durch Uebermuth ents weiht. Dankbar will ich mich erfreun; du sollst künftig mir allein Vater und Versorger seyn. hat uns unser Gott gewährt, der die ganze weite Welt durch sein Allmachtswort erhält; und was lebet auf dem Land, in der Fluth, im dürrsten Sand, sättigt sich aus seiner Hand. 2. Herr, auch mich, auch mich erfreut deine große Mildigkeit; und mit Freuden bring ich dir Lob und Dank und Preis da für: dir, der noch an mich ges denkt, mir noch immer lieb: reich schenkt, was mich speis fet, was mich trånkt! 3. Du haft auch uns bisher genährt, was wir bedurften, uns gewährt, und flehn wir drum voll Zuversicht, versagst du es auch künftig nicht. 3. Aber gieb, daß ich das bei auch im Glauben standhaft fey; und mein Herz vergesse nicht seine große Christens pflicht, daß von meinem Ueber: fluß ich, nach mäßigem Genuß, auch die Armen speisen muß. 2. Thu auf, Herr, deine milde Hand! Auf dich ist aller Blick gewandt, der du von al mel. Nun danket alle Gott zc. lem, was da ist, der Schöpfer 461. Wir danken freudig und für alle Gaben, die wir, o Vater, ist von dir empfangen haben! Gefundheit giebst du uns, und Nahrung, die erfreut, hier eis nen frohen Muth, dort deine Geligkeit. 2. Laß Am Abend. 2. Laß nie undankbar uns, wie gut du bist, verkennen; von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbrennen! Mach uns gehorsam; mach in unserm Stand uns treu, daß unser Wandel, Gott, dir wohlgefällig ſen. 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so beglücket, wie wird uns seyn, wenn uns dein Himmel einst entzücket: Führ uns dahin, und laß uns da dein Antlig sebn; dann wird dich unser Dank noch würdiger erhöhn. fließt die Zeit, die mir geliehen ift; fie rauscht vorbei, schnell wie ein Bach, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die EwigFeit ergreift mich nach durch: lebter Beit; ich sey alsdann auch, was ich sey, ein Sün. der, oder Gott getren. 3. Da wall' ich bin; da wars tet mein das Anschaun Gottes, oder Pein. Ach, Gott, mein Heil und mein Vertraun, laß mich dein herrlich Antlik schaun! Mel. Werde munter, mein 2c. 4) Um Abend. 463.2[ uf, o Seele, werde munter, und beMel.HerrJefu Chrift, wahr'r 2c.zahl des Dankes Vflicht; unfre 462.2, Gott, wie ein Sonne gehet unter, unsers ver Gottes Gute er schuf der Sonne Pracht, auch den Mond, der in der Nacht leuchtet; und in weiter Ferne funkelt sie in jedem Sterne. 4. Du träufelst auf die Mù den Ruh, und wenn wir schlum. mern, wachest du; doch wie viel Seelen wallen nicht im Schlummer hin vor dein Ge richt. 273 6. Verzeihe denn nach deiner Huld, auch mir, Erbarmer, meine Schuld; schenk mir an Jefu Chrifto Cheil, und deine Gnade sey mein Heil! 5. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir; wie Gras, so blühn und welken wir. Du forderst uns vor dein Gericht; vor dir besteht der Sünder nicht. 7. Gieb du die wahre Weisbeit mir, daß ich nichts fürchte außer dir; so schlaf ich mit dem Troste ein: Ich sey im Tod und Leben dein. 8. So fürcht ich nicht, von dir bewacht, des Todes Schlaf, des Grabes Nacht. Du, Gott, bist meine Zuversicht, und läßest mich im Tode nicht. 2. Und ich sollte sie nicht fingen? Stets fen sie mein Lobgefang; sie half diesen Tag vollbringen, daß es meinem Fleiß gelang. Sie hat heute mich genährt, mir der Freuden viel beschert, vor Ge fahren mich geschüßer, meine Schwachheit unterstüzet. 3. Angebetet, bochgepriesen fen, o treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwies sen, dankt kein ganzes Leben dir. Noch trägst du mich mit Geduld, und vergiebst mir meine Schuld, leitest mich mit Vaterarmen, voll Verschos nung, voll Erbarmen. 4. Gieb ist bis zum frohen Morgen meinem Leibe fanfte Ruh! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen, wenn ich schlafe, wachest Am Abend. 274 wachest du. Seel und Leib be: fehl ich dir! Walt allmächtig über mir; sey der Schußgott all der Meinen, tröfte die, die zu dir weinen! Mel. In allen meinen Chatenzc. er Tag hat sich ge464.D endet, und unser Vater sendet die Nacht uns liebreich zu; hullt uns in stille Schatten, und laber dann die Matten, im fichern Schlaf durch fanfte Ruh. 2. Jest gießt, Herr, deine Sonne Licht, Wärme, Heil und Wonne auf andre diker aus. Uns decken Finsterniffe, doch ohne Kümmernisse, dein Arm schützt uns und unser Haus. hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 3. In unermeßner Ferne ers die zählen tausend Sterne Größe deiner Macht. Geele, falle nieder, erhebe froh dich wieder zu deinem Gott, der dich bewacht. 4. Er, der den Mond berei tet, die Sterne zählt und leitet, ist auch von mir nicht fern. Bu feines Himmels Höhe blick ich empor, und flebe; denn meis ne Hülfe kommt vom Herrn. 2. Wars in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefans gen? mit Dank und mit Ges bet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gort, der Tugend mich zu weihn, und süchtig, und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, dieſen Gott, gepriesen? mir und der Welt genüßt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen fahn? 4. Wie bab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? bat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerübret? erfreut ich mich des Herrn, der unser Flebn bemerkt? und hab ich im Vertraun auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächtigen, durch den fie sind und werden? verehrt ich ihn im Staub? empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich ems pfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab ich nichts geredt, das ich bereuen soll? 5. Mein Herz vergesse nim: mer der Baterhuld, die immer mich trägt und nie vergißt. Auch meine Zunge preise den Höchften, der so weise, so mäch: tig, so erbarmend ist. Mel. Nun danket alle Gott 2c. er Tag ist wieder 465.Din, und dieſen 7. Hab ich die Meinigen Theil des Lebens, wie hab ich durch Sorgfalt mir verpflich ihn verbracht? verstrich er mir tet, sie durch mein Beispiel vergebens? hab ich mit allemstill zum Guten unterrichtet? Ernst dem Guten nachgestrebt? war zu des Mitleids Pflicht mein Am Abend. mein Herz nicht zu bequem? ein Glück, das andre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, so bald ich ihn begans gen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott, der du alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb durch Christi Blur mir die verletzte Pflicht; vergieb, und gehe du mit mir nicht ins Gericht. 10 Ja, du verzeiheft dem, den seine Sünden kränken; du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir fie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb ich, so leb ich dir, sterb ich, so sterb ich dir! 2. Des Lebens Müh und Elend zu versüßen, giebt uns der Herr viel Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er unsern Seelen? Wer kann sie zählen! 275 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Prüf unser Herz! es flehet dir voll Reue; ach, laß es uns vor dir im Glauben stillen, um Chrifti willen. 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden, er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 5. Uns segnen ist dein göttliches Vergnügen. Dein Aufsehn saugt uns, wenn wir bülflos liegen, und Todten gleich, umhüllt von Finsternis sen, von uns nichts wissen. 6. Wir dies für uns der letzte Tag auf Erden, soll uns fer Schlaf ein Codesschlums mer werden: dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ewgen Leben. 7. Eo legen wir getroft zur Rub uns nieder; sehn wir erfreut die Morgensonne wieder, dann preisen wir mit heiterem Gemüthe, Gott, deine Güte. Mel. Herzliebster Jesu, was zc. 466. Entflohen sind auch ihrer zu geringe. diefes Tages Stunden Dank, den Lobgesang, den den, an dem wir noch des Le ich dir kindlich finge. bens Glück empfunden; mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben. Mel. In dich hab ich gehoffet 2c. alle preif 467.ich dich, mein Gott und Herr! wie sehr bin ich nicht Vernimm 2. Du nahmft dich meiner her; lich an, bast Großes beut an mir gethan, mir mein Ges bet gewähret; haft väterlich mein Haus und mich beschüs Bet und genähret. 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk; der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe. Was ich vermag bis diesen Tag, ist alles deine Güte. 4. Sen auch, nach deiner Lieb und macht, mein Schuß und Schirm in dieser Nacht: vergieb mir meine Sünden. Und kommt der Tod, mein 52 Herr Am Abend. 276 Herr und Gott, so laß mich Guade finden. das Mel. Nur ruhen alle Wälder 2c. 468. Herr, der du mir den ben bis diefen Tag gegeben, dich bet ich Findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich singe, und die du beut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüs the freu ich mich deiner Güte: ich freue mich in dir. Du giebst mir Kraft und Stärke, Ge deihn zu meinem Werke, und schaffst ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Rub Seelen, nach deines Worts Befehlen einber im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glauder bens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! Ich bin der Schuld enr: laden, ich bin bei dir in Gna: den, und in dem Himmel if mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Se gen, eil ich der Rub entgegen dein Name sey gepreift! Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Geist. Mel. Nun ruhen alle Wälder 2c. 469. n ernster Abendfiil: selbst im Leiden weit mehr uns liebt, als wir verstehn. 3. Ja Vater voll Erbarmen, nimm gnädig von uns Armen dies schwache Loblied an. Einf rühmen wir, durchdrungen von dir, mit Engelzungen, was du, o Herr, an uns gethan. D Mel. Nun ruhen alle Wälder zc. guter Wille auch heut an uns geschah, in dieser Stille brin: gen wir unfern Dank, und fingen dir, der so huldreich auf uns fab. 2. Welch seliges Entzücken, mit unsern legten Blicken auf den zurück zu sehn, der tausendfache Freuden uns giebt, und 470, Nun sinkt die Sonne nieder, die stille Nacht kommt wieder, und mit ihr Schlaf und Ruh. Sie schenkt uns neue Kräfte, be schließt des Tags Geschäfte, und drückt die müden Augen zu 2. Noch wach ich und erzähs le, mit tiefgerührter Seele, was Gott an mir gethan; mit dankbarem Gemüthe lobfing ich seiner Güte: er hört mein frommes foblied an. 3. Von ihm kömmt jede Gabe, das Leben, das ich babe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß berr und Behüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Er läßt es finster werden, und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit: doch auch in dunkler Stille wohnt Gott mit seiner Fülle, und zeigt mit seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Fers ne den Mond und tausend Sterne mit Majestät herauf: über Eid und Meere, und seine Hand lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wann der Morgen grauet; groß, wann der Abend thauet; groß in der stillen Nacht, im Sonnenschein und Sturme, am Menschen und am Wurme; groß, Vater, zeigst du deine Macht. 7. Moll Am Abend. 277 7. Voll Majestät und Stär- selbst ein Her; voll Dankke stehn lauter Wunderwerke barkeit und kindlicher Zufrie: in deiner Schöpfung da. Wiedenheit. kann ich dirs vergelten? Du 5. Gedenke meiner Sünden Gott so vieler Welten, warst nicht, und geh' nicht mit mir auch mir Armen heute nab. ins Gericht; laß meine Feh ler, die mich reun, mir, der dich liebt, vergeben seyn. 8. Woher mein Glück, mein Leben? Gott ists, der mirs gegeben, Gott ists, der für mich wacht! Woher auf mei nen Wegen so mancher frobe Segen? Gott ists, der alles wohl gemacht! 6. Behüte du auch väterlich in dieser Nacht vor Unglück mich! so schlaf ich ruhig ein, denn du, du wachst auch über meine Ruh! 9. Gott, groß von Macht und Treue! Igt, da ich dein Mel. Nun sich derTag geend.ic. mich freue, wird mir die Nacht 472. So flieben unſre Ta= auch Leg ich Glieder in deinem Namen nieder, so wacheft du; ich sorge nicht. ge auch dies fer ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Nur du, Herr, bleibest wie du biß, du schläfft und schlummerst nicht; die Finsters niß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb ich voll Vers traun mich auch in dieser Nacht. Und wovor sollte mir 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben, fo schlaf ich fröhlich ein soll er mein Leben enden, so wird Gott mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode seyn. Mel. Wenn wir in höchsten zc. 471, wie viel Gutes denn graun? Mich ſchüßzet dei; du mir ne auch heut, mein Gott, wie dank ich dir? Du schenkteft Speise mir und Trank und Kleid und Nahrung, dir sey Dank! 2. Und noch vielmehr em. pfing mein Geift, der tief gerührt, dich, Vater, preißt, viel Kraft und viel Gelegenheit zu thun, was feine Pflicht gebeut. 4. Hab ich an deiner Gna, de nur noch Theil, o Herr, mein Gott, so fürcht ich keine Creatur, und scheue nicht den Tod. 5. Swar ich erkenne meine Schuld, mit Reue fühl ich sie; doch, mein Versöhner, deine Huld, wie trofvoll ist mir die! 6. Ich eil im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin; du wacheft über mich. 3. Du schüßteft, du bewahrtest mich vor Angst und Noth so väterlich! du schenkteft mir, der Freuden viel, und für fie meiner Brust Gefühl. 4. O möcht ich dir recht dankbar seyn, und immer, immer dein mich freun! Gieb ein! 7. Sliebt, finstre Sorgen weit von mir! Herr Jesu, du allein sey mein Gedanke! weihe dir mein Herz zum Tempel 8. JA 1 278 Am Abend. will versenken. 8. Ist dies vielleicht die letzs| Lebens Eitelkeit mein Herz fich te Nacht in meiner Prüfungs, zeit; so führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod! Du, mein Erretter, bist bei mir, und hilfft aus aller Noth. Mel. O Ewigkeit, du Doñer. ic. o bab ich, Gott, durch deine Macht nun wieder einen Tag voll. bracht; sey hoch dafür gepries fen! Mit froher Rührung dank ich dir für alle Wohlthat, die du mir so unverdient erwiesen. Olaß mich ferner mit Vers traun auf dich und deine Leis tung schaun. 473. 2. Auch des verfloßnen Tages Schuld verzeibe mir nach deiner Huld, und fördre mein Bestreben, in deiner Fügung zu beruhn und deinen Willen gern zu thun, bis du mich führt zum Leben. Herr, was ich hab, und was ich bin, geb ich in deine Hände bin. 3. Du, deffen Auge ewig wacht, verleih auch nun in die fer Nacht den sanften Schlaf mir deine Rechte mich, so stårken meine Kräfte fich, so schlaf ich ganz im Frieden, erwache froh, und mein Gefang fingt dir, mein Vater, neuen Dank. Mel. Ich dank dir schon durch zc. 474.28ie fchnell ist mir der Lag entflohn, den ich durchlebet habe! Voll endet ist nun wieder schon ein neuer Schritt zum Grabe. 2. Herr, lehre mich die Flucht der Zeit mit stillem Ernst bedenken, wenn in des 3. Damit ich jeden Abend mich in Zukunft frömmer fins de, so tödte selbst, dies bitt ich dich, in mir die Macht der Sünde. 4. Mit Glauben, der fich thätig weist, schmück, Höchfier, meine Seele! und warne mich durch deinen Geist, so oft ich strauchelnd fehle. 5. Dir dank ich, Vater, für die Huld, die du mir heut ers wiesen. Du trägst mich Sünder mit Geduld; sey boch von mir gepriesen! 6. Sieh ferner mich in Gras den an; vergieb mir meine Sünden, und laß mich auf der Tugend Bahn der Seele Frieden finden. 7. Wenn meine matten Glie: der nun vom Schlaf gefeffelt liegen, so laß mich fanft und sicher ruhn, bis Nacht und Schlaf verfliegen. Abendlied eines Leidenden. met. Nun sich der Tag geend.. 475.2uch dieſen Tag bab mit aller seiner Noth. Nur deiner Vaterlieb und Macht verdank ich es, o Gott. 2. Wärst du nicht meines Lebens Kraft, mein Netter und mein Heil; so würd in meiner Wilgerschaft fein Croft mir ie au Theil. 3. Ja, ohne dich, Allgutiger, verging ich in der Noth; von allem Muth und Hoffnung leer wär ohne dich mein Tod. 4. Doch, welchen Troft fühlt nun mein Herz! du bist und bleibst mein Gott; dein Wort versüßt In allgemeiner Noth. verfüßt mir jeden Schmerz, und lindert jede Noth. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertraun; auch schla. fend bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir graun; du wirst mein Helfer seyn. 6. Und sollt, o Vater, diese Nacht des Leidens legte seyn: wohl mir! dann ist mein Lauf vollbracht, vorbei des Lebens Pein! 8. Wenn dich das Herz nur liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen. Wer deiner sich kann freuen, 476. Gs süchtigt deine dem wird auch deine Gnade 5) In allgemeiner Noth. Mel. Wo soll ich fliehen hin zc. ißt das Land. Zu deinem Vas 9. So stärke denn mein Herz, terherzen erhebt mit bittern daß auch im größten Schmerz Schmerzen sich das Geschrei es nie am Muth uns fehle; der Armen; erhör es mit Erso sprich zu unsrer Seele: Ges barmen. trost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von unserm Lauf, dann klärt sich alles auf; dann wird die Aussicht beiter, dann thránt kein Auge weiter: und dieses Lebens Leiden vers wandeln sich in Freuden. Met. Wenn wir in höchsten 2c. 2. Da fiebß des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit mächtgen Hans den sie lindern, kannst sie en: den. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 279 wandle alles Leiden in neue Les bensfreuden. 6. Doch wenn, Herr aller Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübfal zu entfernen, fo stårk uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns kindlich beugen. 7. Ja, deine Buchtigung leit uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schläfrigen erwecken, auf dein Gebot zu merken, und Redlichfromme stärken. 3. O herr, wir murren nicht; gerecht ist dein Gericht bei al lem was wir dulden; denn 477. Sehn wir nur Trüb. um uns her, groß Schulden, du bestrafft uns minder, als wirs verdient, wir Sünder. 4. Doch, Vater, deine Huld ist gröffer, als die Schuld. Ge: denke an die Deinen, die reuend vor dir weinen; gedenke mit Erbarmen an die gebeugten Armen. 5. Verkürze, gnådger Gott, die Dauer unfrer Noth! Laß, Die voll Angst dir fleben, Trofi und Erleichtrung lehen; vers und wissen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schuß noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat; 2. Dann ist es unser Troft allein, daß wir uns deiner noch erfreun, und fliehn zu dir, du treuer Gott, du beßter Helfer in der Noth! 3. Wir beben unser Aug und Her; hinauf zu dir in unserin Schmerz, und fleben um BeS4 gnadis dun madalamate In Kriegeszeiten. gnadigung und aller Strafen| Itt Gott für uns, was hilft Linderung. es euch? 280 4. Nach deiner Gnade sa: Je weniger fich oft auch gest du sie allen, die dich bits zeiget, woher uns Hülte noch ten, zu, durch den, der unser Mittler ist, durch unsern Hei land Jesum Chrift. 5. Drum kommen wir, Herr, unser Gott, und klagen dir all' unsre Noth. Ach, deine Bateraugen fehn, wie so verlaf. 5. Was hilft der Streiter fen wir hier stehn! entspringt; je mehr Gefahr und Plage feiget, und alles in Berrüttung bringt; um so viel mehr laß voll Vertraun uns, Gott, auf deine Vorsicht MINCE ALON schaun. 6. Nur du bist unfre Su versicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht, fieb uns in allen Nöthen bei, und mach uns aller Plage frei. d 7. Dann danken und lob. fingen wir mit freuderfülltem Herzen dir; gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 6) In Kriegeszeiten. Mel. Wer nur den lieben Gottic. 478, sieht, o Gott, ein Kriegeswetter itzt über unser Haupt einher. Doch, bist du unser Schutz und Retter, so fürchten wir uns nicht so febr, wie heftig auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. Gieb, Vater, in so trüben Tagen uns nur den Sinn auf dich zu sehn, und da, wo andre troftlos zagen, mit Zuversicht u dir zu flehn, weil keine Menschenhülfe nützt, wenn uns nicht deine Rechte schüßt. es A. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß auch ist alle inne werden, daß dir allein die Macht gebührt. Send böse, Völker, rüstet euch! große Menge: was hilft Ge waltgen ihre Macht? Der Roß und Wagen dicht Gedränge hat doch nicht immer Sieg gebracht; der wird allein von deiner Hand, wem du ihn gön neft, zugewandt. um fallen wir in deine Arme, o Vater der Barmhers igkeit, und flehen demuthsvoll: Erbarme dich über uns jur bösen Zeit! Laß Gnade nur für Recht ergehn, so bleiben wir noch aufrecht stehn. 7. Und findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züch, rigungen gut; so faſſen wir in frommer Stille dennoch zu dir den frohen Muth, daß du ges wiß zur rechten Zeit uns zu ers retten feyst bereit. 8. Du züchtigeßt, doch stets mit Maaßen, und meinst es immer väterlich; auch uns wirst du nicht gan; verlassen; auch unfrer Noth erbarmst du dich. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt feyn. 9. Froh werden wir einst rühs men müssen, wenn du uns wies der wohlgethan; Gott brach, nach uns verborgnen Schlüss sen, zum Heil uns auch durch Noth die Bahn. Du bleibest unsre Zuversicht! Barmberziger! verlaß uns nicht. 7. Dank: Danklieder, für den wiederhergestellten Frieden. 281 7) Danklieder, für den barkeit, die dich durch from mes Leben preift, und stets sich deiner freut. wiederhergestellten Frieden. ( 0 Mel. Lobt Gott, ihr Christen: c. 10. Lehr uns des Friedens großen Werth mit weifem Ernst versiehn, und allem, was das Herz beschwert, in deiner 479, Bchriften, Preis Furcht entgehn.mati rinat Gott, ihr und Dank, ihm, der den Fries den schafft! Erhebt mit frohem Lobgefang die Wunder seiner Kraft. zertheilt. on 15. Die Feinde toben nun nicht mehr, drohn nicht mehr fürchterlich; wo Menschenblut sonst floß daber, ergießt sein Segen sich. 11. Daß Gute und Gereche tigkeit und aller Lafter Scheu, vereinigt mit Bufriedenheit, im Lande herrschend sey. 12. Wer ist ihm gleich? mer ift wie er? der fo zur rechten Seit den Streitenden und ih rem Heer mit Nachdruck Rub gebeut. 3. Er fieht der Völker Angst und Müh, und hilft sie überstebn; er bört ihr Flebn, und läffet fie Hülf und Errettung fehn. 4. Auch wir sebn fie, erfreut von ihm, der allen Jammer heilt, wie, wenn ein schweres 480, Gelobt, gelobt feyſt 6. Das Feld giebt nun zu feiner Zeit die Frucht dem, der es baut; er sammelt rubig und erfreut, was er ihm an: vertraut. 67. In jedem Stand lebt neuer Muth zu Fleiß und Ars beit auf, und keine Furcht vor Kriegesmuth stört der Ge: schäfte Lauf. f 8. Allgütiger, allein von dir fließt dieses Heil uns zu; dein waren, sind und bleiben wir, und unser Gott bist du. dein Erweck uns selbst durch deinen Geist zur wahren Dank 12. Durch unsre ganze Les benszeit leit uns nach deinem Rath, und froh sey dir von uns geweiht Gedanke, Wort und That. 13. Getroft fehn wir auf deine hand, und warten deiner Güt, und warten auf das Vaterland, wo ewger Friede blüht. Mel. Wer nur den lieben Gottir. Gott, der du liebreich an uns denkst, und nun uns nach des Krieges Leiden des Friedens Wonne wieder schenkst! Vers müstung, Mordfucht bheißt du fliehn, und Sicherheit und Segen blühn. 2. Herr, das thuft du. Was du behüteft, dem darf sich kein Zerstörer nahn. Wenn du aus deiner Höh gebietest, ist alle Zwietracht abgethan. Auch über uns hast du gewacht; auch uns die Rub zurück gebracht. 3. O Chriften, fühlt das ganz, und preiset froblockend ihn, der uns erfreut, der seines Armes Macht beweifet, und in der Macht Barmherzigkeit; der trägt, und die er schlägt. nadenflügeln heilet, ACRED 4. Preift In ansteckenden Seuchen. 282 4. Preist ihn durch freudiges Vertrauen; ihr sebt, was seine Hülfe kann. Er läßt fie uns auch ferner schauen, und nimmt sich unser mächtig an. Wo wir nichts können, nichts verstehn, wird, was uns nußt, Durch ihn geschehn. 5. Preist ihn durch Wohls thun und Erbarmen, wo ihr Der Brüder Noth erblickt, daß ihr die Leidenden und Armen fpeift, tränket, fleidet und ers quickt; damit sich alles, alles freu, und durch den Frieden glücklich sey. 11 6. Preist, preist ihn durch ein frommes Leben; dies ist der beste Lobgefang. So viel ist uns von ihm gegeben! so sehr verdient er diesen Dank! laffet Herz und Wandel rein würdig Opfer seyn. 3. Du bist ein Gott, der gern verzeiht; drum laß auch uns Barmherzigkeit vor deinem Throne finden; und dein Ge | richt vertilg uns nicht in unbeweinten Sünden! 4. Kein Reichthum schüßt, kein Stand, kein Ort; hier weinen Witwen, Eltern dort, und da verwaiste Kinder. Die Seuch erreicht auch den, der fleucht; den Frommen, wie den Sünder. 45. Deß alles sind wir werth: doch wir beweinens, Gott, und flehn zu dir, du wolleft uns vers geben! dein Volk will gern dir, unserm Herrn, gehorchen, dir Onur leben. 6. Auch glauben wir an deis nen Sohn. Um Jesu willen und imm, Vater, unsers duld und schon, und laß uns 7. Dankes Lieder auch ist mit Wohlgefallen an! Froh schals len unfre Tempel wieder, von dir, der uns so wohl gethan. Herr, unser Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken, danken dir. Tod uns, der uns drobt; ent: reiß uns dem Verderben. 8) In ansteckenden Seuprochen. Mel. In dich hab ich gehoffet zc. u, Gott, bift unsre 481.Dilfund Macht, Troft erscheinen! Streck aus die Hand, und laß das Land nicht länger bülflos weinen. 7. Sen mit den Sterbenden, daß sie dein Antlik schaun, und alle, die noch leben, die bewab; re. Lindr' ihren Schmer;, daß bald ihr Herz, wie gern du hilfft, erfahre. 8. Das ganze Volk frohlockt dir dann, und betet dich, Erretter, an, und preiset deine Gnade. Dann wandeln wir, o Gott, vor dir mit Freuden deine Pfade. In voriger Melodie. mus Armen? Erretter, dir, dir 482. I fallen wir, voll Wenn uns dein Auge nicht bewer hilft n fleben wir: du wollest dich er: barmen! 2. Der Seuchen Gift ver breitet sich weit um uns her; erbarme dich; laß uns nicht plöglich sterben! Entzeuch dem Neu und demüthsvoll, vor dir, in unserm Jammer, nieder: denn Seuch und Tod umgiebt uns, Gott, und würget unfre Bruder. 2. So In ansteckenden Seuchen. # 283 2. So viete fanken schon ins| und Ruhm und Preis zu brinGrab, wie schnell, wie unge: gen. Des ganzen Volkes laus warnt hinab! Wie ist um Hülf uns bange! Ofebone noch! He: frei uns doch von unserm Un: tergange! ter Dank, soll, Retter, dir lobfingen. Du warst mit uns! In welcher Noth! Wir fahen überall den Tod, den Unters gang uns drohen. Nun wüthet feiner Seuchen Heer durch uns ser Vaterland nicht mehr, sie sind vor dir entflohen. 3. Arzt, Kunst und Vorsicht retten nicht; wir haben keine Suversicht, als nur zu deiner Güte: dem Tod, o Herr, ge beut, daß er nicht mehr, nicht weiter wüthe.mado 4. Wir glauben an den Sohn und dich und darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder! denn du allein kannst uns befrein; errett uns deine Kinder. 5. Wir übergeben Volk und Land in deine treue Vater band; entferne jede Plage.fes Lebens. Erquick uns, Herr, Allmach, tiger, gieb wieder heitre Tage. 6. Doch willst du uns noch nicht befrein, so laß uns, Gott, geduldig seyn, und die uns ganz ergeben! Laß, sterben wir, uns dort vor dir in dei ner Wonne leben! 7. Gieb allen Sterbenden dein Heil, und laß fie, Gott, ihr beßtes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noch zu deis nem Throne führen! 8. Laß unter gläubiges Gebet, das, Herr zu dir um Gnade fleht, dir, Bater, woble gefallen; und froher Dank und Lobgesang soll einst bei uns erschällen. IN BAD Danklied, nach ansteckenden Seuchen. 2. Wir sahen dort und sahen hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da war kein Schonen; stündlich war furchtbarer, näher die Ges fahr, und alle Kunst vergebens. Nichts trieb des Bürgers macht zurück, und uns schien jeder Augenblick der legte dies 3. Zu dir, du Menschenrets ter, schrien der Deinen bange Herzen. Du hörtest uns; die Seuchen fliehn; du heileft un: fre Schmerzen. O du Erbar: mer voll Geduld, nach unsrer llebertretung Schuld haft du uns nicht gelohnet! Gezüchtigt, o wir preisen dich! ges züchtigt hast du väterlich, und väterlich geschonet. 4. Auf! laßt uns unferm Helfer Dank und Preis und Ebre bringen, und durch ver: einten Lobgesang ihr dankbar froh befingen. Es bete dich, Erretter, an, und jauchze, wer, nur danken kann, und diene deinem Namen; und rühme: Gott ist unser Gott! Frohlockt! er bilft uns in der Noth! Frohlockt ihm! Amen! Amen! Mel. Einkámmlein geht, und ic. mel. Von Gott will ich nicht zc. 9) In theurer Zeit. 483. Wir kommen, el. 484. Du bester Troft der fer, dir Gefang Armen, fcher 1 284 In theurer Zeit. Nach geendiater Theurung. fcher aller Welt! du Vater voll| 10) Nach geendigter TheuErbarmen, der ewig Glauben hält! du unsre Zuversicht, zu rung. dem wir findlich flehen, auf Mel. Es ist das Heil uns kom.zc. den wir Endlich sehen, ver- 485, Dubai, o guadem hast, uns 2. Erbarmender, ach, wen- Cheurung uns ernähret; im de der Zeiten schweren Lauf; Elend und in Hungersnoth thu deine milden Hände, uns Errettung uns gewäbret; und zu versorgen, auf. Was irgend nun hat deine Gegenstand von Leben bat, nährst du mit Wohl: uns und unserm Vaterland den gefallen. Nähr uns auch! Mangel abgewendet. fchaff uns allen bei unserm Mangel Rath. 3. Herr, der du uns er schufest, steb uns mit Hülfe bei Allmächtiger, du rufest dem Nichts, damit es sey; 2. Dich jammerte, Herr, unser Leid, das Angstgeschrei der Armen; du, Vater der Barmherzigkeit, siehst auf sie, voll Erbarmen! Groß war die Noth, zu belfen ist dir leicht, du kannst noch größer war schuld! dem Mangel wehren, in Ueberfluß ihn kehren, wenns uns unmöglich däucht. Gott, deine huld und deiner Aumacht Stärke. ORIE 3. Auf, laßt uns unserm Helfer Dank und Preis und Ehre bringen, und durch vers einten Lobgesang ihn dankbar frob befingen! Der Höchste bält, was er verspricht, so lang die Schöpfung steht, soll nicht bier Saat und Erndte fehlen. 4. Die Früchte laß gerathen, und deine Hülf uns sehn; er quicke du die Saaten, so oft fie traurig stehn. Herr, baue felbst das Land, tránk es mit Thau und Regen, und füll es an mit Gegen aus deiner mil den Hand. 5. Erhör uns, Bater, krone das Jahr mit deinem Gut, daß sich das Herz gewöhne zu Su versicht und Muth. Lehr es sich deiner freun, stets Zutraun zu dir haben, und deine Se gensgaben durch Mißbrauch nie entweihn. 6. Alguriger, wir hoffen auf dich und deine Treu. Oft hat uns Noth betroffen, doch fandest du uns bei Sprich nur dein mächtig Wort! das wird den Mangel heben; wir werden frober leben, dich preifen hier und dort. 201 4. Gott, unfre Sünde wars, die dich zur Züchtigung bewogen: durch Trubsal hast du våterlich und ist zu dir gezogen. Laß uns die Sünden ernftlich fliehn, und dir, der gnädig uns verziebn, ganz unser Le ben widmen. I* 4910390 5. Wie fürchterlich lehrt Hungersnoth uns unser Nichts erkennen! O, laß uns dich allein, o Gott, fiets unfern Ret ter nennen! Lehr uns in allem auf dich schaun, dich kindlich fürchten, die vertraun, und deine Gaben schäßen. 6. Laß Um Regen bei großer Dürre, und Dankl. für verlieb. N. 285 6. Laß uns, o Herr, im Ue berfluß uns nie durch Stolz er: beben; stets måkig bleiben im Genuß; der Wollust widerstreben; von dem, was deine Da tergnad uns mildreich gab durch Liebesthat den Armen gern erfreuen. Regen träufle sanft auf Anger, Gärten, Wälder! Das, was bisher gelechst, erquicke, Herr, aufs neu, daß jede Creatur dir freudig dankbar sey. 5. Ergieß zugleich dein Wort, gleich einem milden Regen, auf unfer tråges Herz mit tausendfachem Segen. Der Fromme nur kann sich, Gott, deines Segens freun; o laß uns alle reich an wahrer Tugend seyn! 7. Und künftig wollst du gnd diglich vor mangel uns bes mabren. Mit dir ist uns nichts fürchterlich: du deckst uns in Gefahren. Mit krst, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, in welchem From- 12) me wohnen. 11) Um Regen bei großer Dürre. Mel. Nun danket alle Gott 2c. err, allerhöchster 486. Het im Himmel Gott und auf Erden, dem Wolken, Luft und Wind allzeit gehor, sam werden! Was du befiehlst, geschieht: o laß auch unser Fleha durch dich, Allmächtis ger, itzt in Erfüllung gehn. 2. Wir bitten findlich dich um deinen Vatersegen: gieb uns, o Vater, gieb uns einen milden Regen! Staub ist ist unser Land, erstorben jede Flur; es schmachter Feld und Thier, es trauert die Natur. 3. Wir haben es verdient; ach, groß sind unfre Sünden, und billig frafft du uns: doch laß uns Gnade finden! vergieb uns unsre Schuld! Thu auf die milde Hand; wirf einen Vaters blick auf uns und unser Land! 4. Befeuchte Berg und Thal, erfrische du die Felder! Dein Danklied für verliehenen Regen. Mel. Nan lob' mein Seel den: c. 487. Ein milder Regen auf die dürre Flur. Wie labt sie sich, wie trinket ihn die vers schmachtende Natur! in ten Ströme kühlen der Lüfte weites Meer; und die Geschdpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht: das Seufzen schweiget, und Hiß und Dürre fliehn! Der From men Danklied steiget hinauf und preiset ihn. 2. Mit Muth im Angesichte, beschaut der Landmann ist sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte, er, der Versorger sei: ner Welt. Dick steht die Saat, die Aehren vom Mark der Erde voll, das seine Menschen näh ren, und sie erfreuen soll. Auf! der Regen schickt, und lechzens preiset Gottes Milde! Erists, des Gefilde, voll Vaterhuld, erquickt. 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns ist danke bar nahn: o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand 286 Bei anhaltendem Regen um Sonnenschein.mit Hand empfahn! Du sendeft 14) Danklied für den SonChau und Regen, giebst mil den Sonnenschein; du eilft mit deinem Gegen uns alle zu erfreun. Ach laß uns nicht vergebens so manche Gab em: nenschein nach langem Regen. 111941 mel. Nun danket alle Gott: a pfahn, und nimm, o Quell 489, Mein Gott, du bist des ner an. und gleichwohl lauter Liebe, selbst, wann es dir gefällt, daß Leiden uns betrübe: scheints gleich, als dächtest du, bei unsrer Sündenschuld, nicht ferner mehr an uns mit Vatertreu und Huld. 2. Durch Wolken ließeft du das Sonnenlicht bedecken; Wind, Regenwetter, Sturm erfüllten uns mit Schrecken, weil man den Himmel nicht, nur schwarzes Dunkel sab; und unsers Landes Frucht war dem Verderben nah. 488. 13) Bei anhaltendem Regen um Sonnenschein. Mel.WoGott, der Herr, nichtze. Gott, du kannst den Himmel ganz mit Wolken überziehen: doch müssen vor der Sonne Glanz fie, wenn du willst, entfliehen. Halt deinen Regen ißt zurück, und laß der Sonne frohen Blick uns wiederum erfreuen. 2. Die Felder trauren über all, die Saat und Früchte lei den; des Regens überhäufter Fall erstickt der Fluren Freuden. Der Segen, den du uns gezeigt, der sich betrübt zur Erde neigt, ist nahe dem Verderben. 3. Nun hast du Sonnen: schein uns wiederum gegeben; die Felder sind erquickt: wir fühlen neues Leben. Wir preis fen deine Huld, daß du auf unfer Flebn, bei unsrer Kümmerniß, erbarmungsvoll gesehn. 4. Ja, Herr, wir preifen dich mit freudigem Gemüthe. O sorg auch künftig noch für uns mit Vatergüte. Gieb uns zu rechter Zeit Thau, Negen, Sonnenschein! Wir wollen dir dafür von Herzen dankbar seyn. 3. Herr, unsre Sünd und Misfethat hat dies sehr wohl verdiener: jedoch erzeig uns Huld und Gnad; dein Sohn hat uns verfühnet. Wir nahen dir, voll Reu, uns nun; wir wollen ernstlich Buße thun, und unser Leben beffern. 4. Gieb uns, o gnadenreis 15) Danklieder für die cher Gott, den heitern Schein der Sonne, und überschütt uns nach der Noth mit Freude, Erndte. Mel. Wer nur den lieben G. 20. Luft und Wonne: und zeig uns 490, daß doch bei der ißt nach deiner Treu, daß auBerdir kein Segen sey im Him, mel und auf Erden. reichen womit du, Höchster, uns er freust, ein ieder froh empfinden lernte, Danklieder für die Erndte. 287 lernte, wie reich du uns zu seg,| täglich nährt und speist, ernen seyst; wie gern du unsern Mangel ftillst, und uns mit Speiß und Du fiebst es gern, wenn quick auch ewig unsern Geist! Mel. Was Gott thut, das ist zc. 491. Preift ufriedenheit, deiner Gute, o Vater, unser Her fich freut; und ein er kenntliches Gemütbe auch das, was du für diese Zeit uns zur Erquickung baft bestimmt, mit Dank aus deinen Händen nimmt. 3. So kommt denn, Gottes Huld zu feiern; kommt, Chriften, feiner uns zu freun! laßt uns bei angefüllten Scheuern dem Herrn der Erndte dankbar feyn. Ihm, der uns stets Ver: forger war, bringt neuen Dank zum Opfer dar! 4. Nimm gnädig an das Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Segen mehr in uns die Triebe zum thatgen Dank, zur Folgsam keit; daß Preis für deine Vatertreu auch unser ganzes Les ben sey. 5. Du nähreft uns bloß aus Erbarmen. Dies treib auch uns zum Wohlthun an. Nun fen auch gern ein Troft der Armen, wer ihren Mangel ftillen kann. Herr, der du Aller Vater bift, gieb jedem, was ihm nüßlich ist. 6. Thu deine milde Segenshånde, uns zu erquicken, ferner auf. Versorg uns bis an unser Ende, und mach in un. ferm Lebenslauf uns dir im Seleinsten auch getreu; daß einst uns größres Glück erfreu. 7. Bewahr uns den geschenk ten Segen; gieb, daß uns sein Genuß gedeih, und unser Herz auch feinetwegen dir dankbar und ergeben sey. Du, der uns preist Gott, den Herrn der Erndte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von Au und Feld entfernte. Noch. stets erhält er feine Welt; was nöthig ist zum Leben, will er uns alles geben. 2. Er ist der Herr; in seis ner Hand ist, was die Erde bringet. So sehr auch Menschenfleiß das Land baut, pfles get und bedünget, kommt doch allein von ihm Gedeihn. Nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. 3. Oft ſehn wir froh in Hoffnung schon der reichsten Erndt entgegen; und plößlich ist er uns entflohn, der uns gezeigte Segen. Gott nimmt und giebt, was ihm beliebt, daß er, als Herr der Erde, von uns verehret werde. 4. Zeigt auch gleich nicht so sichtbar sich der Reichthum seiner Gaben; so giebt er den noch sicherlich, so viel wir nó, thig baben; ist stets bedacht voll Gnad und Macht, die Seinen zu erhalten, die ihn nur laffen walten. 5. Und o, was ists für ein Gewinn, an dem sich gnügen laffen, was da ist, und mit beiterm Sinn das feste Zus traun fassen, daß, der die Welt regiert und hält, auch uns, so lang mir leben, was nöthig ist, wird geben. 6. Ja, Höchfter, wir vers ehren dich in allen deinen We gen, und trauen unveränderlich Lone 288 In Fenersnoth, und beim Gewitter. alles, was dein Wille thut. lich auf deinen milden Segen.| wandeln; weif und gut ist Auch unser Brot wirst du uns, Gott, von Zeit zu Zeit gewähren, wenn wir dich kindlich ehren. 19 db) 7. Gieb Unterwerfung und Geduld, daß wir nie deiner Vaterbuld verlustig werden; voll Vertraun, dich, wo kein Leid ist, einst zu schaun. 7. Wir beten demuthsvoll dich an, der alles weislich fù: get, deß Vorsicht niemals ire ren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter, dir, und preis sen deine Güte mit gnügsa men Gemüthe. 16) In Feuersnoth. 17) Beim Gewitter. Mel. Nun sich derTag geend.ic. Umächtiger! mer Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 493,2m kann vor dir und 492, Gott ott, deffen macht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben fchafft! Mit welcher schreckli: chen Gewalt verwüstet es! Wie leicht, wie bald! deinem Donner ftehn? der Herr ist groß! Was troßen wir? Er winkt, und wir vergehn. 2. Ach, manche Häufer hats verzehrt, und vieler Armen Glück zerstört! Auch dies hat deine Hand gethan: wir weinen, Herr, wir beten an! 3. Wir weinen; doch verehren wir auch deine Huld; fie half auch hier, und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seuf: zen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir! Laß sie nicht bülflos; trößte die, die du gebeugt haft, segne fie! 5. O gieb, daß, wer ver: schont ward, nicht vergesfe seiner schönsten Pflicht, der Pflicht, Betrübte zu erfreun, barmherzig durch die That zu seyn! 8. Echüß unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gieb, weil du unser Vater bist, uns als len, was uns selig ift! 6. Was du uns nimmst, das Fannst du, Gott, auch wieder geben; jede Noth in Heil ver2. Er lagert sich in schwars zer Nacht; die Völker zittern schon: Geflügeltes Verderben wacht um seinen Herrschers thron. 3. Rotbalübend schlendert feine Hand den Blix aus fins Sein Donner ftrer Höh: stürzt sich auf das Land in eis ner Feuerfee. 4. Den Herrn und seinen Arm erkennt die zitternde Natur, da weit umber der Himmel brennt, und weit umher die Flur. 5. Wer schüßt mich Sterblichen, mich Staub, wenn, der im Himmel wohnt, und Welten pflückt, wie durres Laub, nicht huldreich mich verschont! 6. Wir haben einen Gott voll Huld, auch wann er fors nig scheint: Er herrscht mit schonender Geduld, der große Menschenfreund. Mel. 289 Beim Gewitter, und nach dem Gewitter. Mel. Ein feste Burg ist unser zc.| 18) Nach dem Gewitter. ch deine Ma494. prette er in Sturm und Blizen! Dein Mel. Ich dank dir schon durchie. 495. Gott, der Gewitter widersteht, schafft der wird mich wohl beschußen; mich trofie deine Macht, die gnädig uns bewacht, die uns aus jeder Noth, und war es selbst der Tod, erlöfet und er rettet. 2. Ich fürchte nicht des Don ners Knall, wenn nur der Sünder zittert; mein Gott ist bei mir überall, auch wenn die Erd erschüttert; mein Unglück will er nicht; ich glaubs mit Zuver: ficht, der mir das Leben gab, der läßt gewiß nicht ab, es treulich zu erhalten. 3. Ich weiß, daß Gott die Welt regiert, wenns noch so furchtbar scheinet, und daß ihn jede Thräne rührt, die unser Her ihm weinet: das giebt mir Muth und Kraft, dem Gott, der alles schafft, der keinen Wurm vergißt, der selbst die Liebe ist, von Herzen zu vertrauen. Mit fröhlichem Gemüthe lob. singen wir: denn an uns denkt dein Herz mit neuer Güte. 2. Groß bist du, Herr! auf dein Gebot muß Blik und Dons ner schrecken: doch bist du bei uns in der Noth, allmächtig uns zu decken. 3. Duzuchtigeft; doch nicht im Grimm: du ftrafest; doch mit Maken. Noch immer schallt des Vaters Stimm: ich will dich nicht verlaffen. 4. Was wären wir, wenn deine Hand uns nach Verdien, sten lohnte? Wenn Häuser, Guter, Volk und Land nicht dein Erbarmen schonte? 5. Wohl uns! Du zeigest viel Geduld in allen deinen Wegen: du krönest jeden Tag mit Huld, mit immer neuem Segen. 6. Groß bist du! auf dein mächtig Wort, muß Sturm und Wetter schweigen. Vor dir muß sich an jedem Ort das Reich der Schöpfung beugen.g 7. Gelobt sey deine Wun: derkraft, die nach Gefahr und Schrecken, uns Rube schenkt, und Segen schafft, nach weis: 4. Er meint es gut mit uns, und tränkt das Land mit seinem Regen; mit starken Ungewittern ſchenkt er Fruchtbarkeit und Segen. Die Wolken auf gethürmt, der Wind, der heult und stürmt, das Feuer und das Eis, sind seiner Macht Be- heitsvollen Zwecken. weis, und alles feine Engel. 5. Und sollte auch ein kleiner Schmerz, zur Prüfung uns be: trüben, so soll ihn dennoch un-= fer Herz von ganzer Seele lie: ben. O allerhöchstes Gut! gieb uns getroften Muth, und laß uns in der Noth, im Leben und im Tod, dich immer findlich fürchten! 8. Dein Auge stand mit Va: terblick auf uns, voll Vorsicht, offen: drum hat kein widriges Geschick im Wetter uns bes troffen. 9. Kein Zufall bat des Fet: des Schmuck uns Schmach: tenden entriffen; kein Hagel, kein zu schwerer Druck von starken Wassergüffen. C 10. Mehr Fürbitte für alle Menschen. 290 10. Mehr Leben ist in die Natur von dir, Herr, ausge: Zum Wohlthun, Schöpfer, hast du nur die Himmel aufgeschloffen. 11. Olaß doch wahre Furcht vor dir stets unser Her; regie: ren: laß uns, als deine Kinder, hier ein frommes Leben führen! mwezig 12. Du wirst dann ferner Vater seyn, und gnädig auf uns blicken: wir werden uns des Vaters freun, und er wird uns beglücken. 19) Fürbitte für alle Men- Seligkeit. schen. Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 2 496. Für unsern Nächsten wir, o Glück; und den, der dich sich führen läßt, den mach im Glau ben treu und fest. 6. Entreiß des Lasters Tvrannei die Sünder; mache, Gott, fie frei, daß fie nur deine Pfade gehn, und einft dein Vaterantlig sehn. 8. Gieb allen einen frohen Muth! Bewahr ihr Leben und ihr Gut, ihr Haus, ihr beßtes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm! 9. In ihrer Noth verlaß fie nie; und sind sie traurig, tröße fie! Gieb ihnen bier Zufriedenbeit, dort deines Himmels ter, wie für uns, judir. Gieb, der du aller Vater bist, gieb je= 20) Fürbitte für die Obrigdem, was ihm nüglich ist. keit. viel Gutes giebst. 3. Dank, daß du auch an fie gedenkk, den Eingebornen ihnen schenkt; zu deinem Him: met sie auch schufft, zum Glau ben sie, jur Tugend rufft! 2. Dir opfert unser Lobge: sang Anbetung, Ehre, Preis und Dank, daß auch unsre Brüder liebst, und ihnen ſo 497.Dher, bit, dir, Mel. Herr Gott dich loben w. ic. Weltbeherrdir, Vater, danken wir! Es schuf der Herr, der Herr erbält, der Herr beherrscht auch unsre Welt, Fluch oder Segen strömt ins Land, Allmächtiger, aus der Reiche deiner Hand; Schicksal wägst du ab, du warst es fiets, der alles gab. Gott, Schöpfer, unser Gott! Erhals ter, unser Gott! du, Vater, unser Gott! du starker weiser Gott! 4. Deß freun wir uns, und danken dir, und beten brünstig, Gott, zu dir: laß stets fie deine Kinder seyn, und ewig deiner Huld sich freun! 5. Nimm ibrer väterlich dich an, und leite fie auf deiner Bahn, und mache sie für dei nen Ruhm zu deinem Erb und Eigenthum! 10. Wir all', einst deinen feßzet in dein Reich, dich ewig; Engeln gleich, erhöhn, vers ewig danken wir, unser aller 6. Verirrte führe, Herr, zus rück zu dir, zu ihrem wahren # 093e 201 2. Aufs lieblichfte fiel unser Loos, wir ruhn in eines Fürs ften Schoos, der unser Freund und Vater ist, weil du sein Freund und Vater bist. Ach laß Fürbitte für die Obrigkeit. 291 Muth und Sieg! laß ihn lange leben, Gott! Der| und Eigenthum, so folg ihm Enkel seb erst seinen Tod! Sein Chun sen stets Gerechtigkeit! Sein Wunsch des Volks Zufriedenheit! Dein Friede wobn' in seiner Brust! Der Volker Friede sen ihm Luft! Gott! schüß und segne Thron und Reich, und uns als Brüder allzugleich! 9. Auch ihm haft du be stimmt das Ziel, das er errei: chen soll; o wären seiner Tage viel, und alle segensvoll! 10. Sein werd in jedem lehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht. Erhör uns, Gott! so jauchzen wir, und preisen deine Macht. Mel. Nun danket alle Gott ic. 499. präge tief uns ein Unterthanen Pflichten; du siehst das Herz, o Gott! du wirst uns alle richten. Der Redliche allein kann deiner fich erfreun, wer seines Eids vergißt, muß deine Stra: fe fcheun! Mel. Lobt Gott, ihr Christen 2c. 498, Gott, deiner Stärke freue fich der Sto: nig allezeit! fein Auge sehe stets auf dich! sein Herz sep dir geweiht! 2. Begnadiget mit deiner Kraft, und deines Geiftes voll, gedenk er stets der Rechen: schaft, die er dir geben soll! 3. Groß und voll Müh ist feine Pflicht, und er ein Mensch, wie wir; wie sehr braucht er vor andern Licht und Rath und Kraft von dir! 4. Berleih ihm das, wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott zu seyn, und laß ihn in dein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! 5. Er zeig auf seinem Thros ne sich als deinen treusten Sohn; den Lastern fey er fürchterlich, der Tugend Schuß und Lohn. 6. Beglückter Völker Liebe fen fein edelfter Gewinn; und kein gerechter Seufzer schrei um Rache wider ihn! 7. Um feinen Thron sey immerdar Recht und Gerechtig: Feit; und dann beschüß ihn in Gefahr, und wenn sein has ser dråut! 8. Er wünsche nie der Helden Ruhm. Doch zeucht er in den Krieg, zu schügen Recht 21) Um Geburtstage. Mel. In allen meinen Chat. ze du das 500. Herr, der dan diefem Leben Tag gegeven, wie dank ich die dafür! Du hast, von Huld be: wogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier. 2. Du, Herr, haft mich be reitet, mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Vlage verwandelteft du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Huld viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich, Staub und Erde, aufemia glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du börtest schon mein Sehnen, und zählteft meine Chránen, eh ich bereitet war; T2 eb 292 Am Geburtstage und in der Jugend. eh ich zu senn begonnte, und zu| Glück noch Leiden laß, Herr, dir rufen konnte, da wogst du von dir mich scheiden. schon mein Theil mir dar. 5. Du ließt mich Gnade finden, und sahst doch meine Sün: den vorher von Ewigkeit. O Höchfier, welch Erbarmen! du forgteft für mich Armen, und bist ein Vater, der verzeiht. 6. Für alle deine Treue, für Das, des ich mich freue, lobfinget dir mein Geift. Es ift dein größt Geschenke, daß ich durch ihn dich denke; dein ifts, daß er dich Vater heißt. 7. Daß du mein Leben fri: steft, und mich mit Kraft ausrüftest; dies, Bater, dank ich dir. Daß du mich liebreich führeft, mit deinem Geift regie: reft: dies alles, Vater, dank ich dir. 8. Was mir in diesem Leben noch nüßt, wirst du mir geben. Du giebfis; ich hoff auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich mei: nen Leib und Seele. Herr segne und behüte mich! 22) In der Jugend. Mel. Ermuntre Dich, mein 20. 501. komme vor dein J Angesicht, pfer meiner Jugend! verwirf mein kindlich Fleben nicht um Weisheit und um Cugend! Mein ganzes Leben dank ich dir; Erbarmer, weiche nicht von mir, damit ich deine Wege unsträflich wandeln möge. 3. Wenn, Vater, sich auf meiner Bahn, mich in ihr Nez zu ziehen, Verführer meiner Seele nahn, so laß mich kluglich fliehen. Ihr Beiſpiel, Herr, entferne nicht mein her; von dir und meiner Pflicht, ihr Sporten und ihr Lachen laß nie mich wankend machen. 4. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer und Ers halter! Sie werde meiner Jus gend Glanz, und einst mein Troft im Alter! Erhalte mein Gewiffen rein! Laß keinen meis ner Tage senn, der nicht zu deiner Ehre von mir geheiligt wäre. 5. Ach! lehre mich den Werth der Zeit, daß ich sie nie vers schwende; daß ich mit weifer Thätigkeit zum Guten fre verwende. Herr, meiner Jugend Fleiß und Müh sey nicht ums fonft; Herr, segne fie, und laß durch mich auf Erden dein Werk gefördert werden. 23) Im Alter. Mel. Ich ruf zu dir, Herr J. u. 502. Sieb, Seele, binter dich zurück auf die durchlebten Jahre; auch vor dir bin wirf einen Blick. Was siehst du? Grab und Bah re. Ich bin schon alt; wie bald, wie bald find meine Lebensfunden hier verschwunden! Nach kurzem Aufenthalt, werd ich nicht mehr gefunden. 2. Du pflanzest, Herr, in meine Brust Verlangen nach Vergnügen: laß mich den Hang zu jeder Luft, die du ver, beuti, besiegen. Dein unausbleibliches Gericht vergesse 2. Gott, was ich bin, bin ich durch dich. Du bist nur Güt und Gnade; mit Vaterhånden trugst du mich auf manchem meine Seele nicht, und weder| rauhen Pfade. Wie dank ich dir! Im Alter, und zeitlicher Wohlstand. 295 dir? Denn du haft mir in mei-| ich, daß du meiner dich, so an: nem langen Leben viel gegeben. nimmst, und so väterlich vor Was geb ich dir dafür? Wie andern mir begegnest? Laß foll ich dich erheben? doch täglich mein Gemüche deiner Güte reichen Gegen dankvoll fühlen und erwegen. 3. Du, meines Lebens Quell und Kraft, mein Vater, sen gepriesen! Du hast in meiner Pils grimschaft viel Gutes mir er. wielen. Gott, du hast mich oft wunderlich, und doch stets wohl geführet, wohl regieret; in aller Noth hab ich dich im mer noch gefpuret. 2. Wie beiter floß mir bis bieber mein Leben bin! wie wars so leer von drückend hars ter Plage! wie strömteft du, mir zum Genuß, Herr, deiner Gaben Ueberfluß auf meine tes benstage! Ruhig, fröhlich sind, wie Stunden, sie verschwunden; wenig Leiden förs ten meiner Wallfahrt Freuden. 4. Durch dich ist meiner Red, lichkeit viel Gutes zwar gelun: gen; doch that ich auch nicht allezeit nach deinen Forderup: gen; du, Gott der Huld, hast mit Geduld, da Sünden auf mir lagen, mich getragen, ges denke nicht der Schuld von al len meinen Tagen. 3. So mancher meiner Brus der blickt, von bittrer Armuth schwer gedrückt, hinauf zu deis ner Höhe, und fleht voll Kums mer dich um Brot; mir aber giebst du es, mein Gott, noch eb ich darum flebe. Innig vreift dich, du mein Vater und Berather, meine Seele. Du, du sorgst, daß mir nichts feble.st 5. Mein Gott und meine Zu: versicht, mein Schöpfer und Erhalter, getreuer Gott, ver: laß mich nicht in Schwachheit und im Alter! Die Zeit eilt hin, die Kräfte fliehn, es reifen meine Haare zu der Bahre. Gieb, daß, wenn ich schwach bin, ich deine Kraft erfahre. 6. Erlöse mich, o Gott, ich bin vom langen Kampie mude. Nimm meine Seele zu dir hin; bei dir ist Freud und Friede! Schleuß meinen tauf; ich hoffe drauf mein Leio wird nach dem Sterben nicht verderben; vers Flärt steht er einst auf, die Se ligkeit zu erben. 24) Zeitlicher Wohlstand. Mel. Wie schön leuchtet der ic. 503, Vil iel zu gering bin ich, o Herr, der Huld, womit du reichlicher als Tausende mich segneft. Wer bin 4. Wenn andre Durft und Hunger quält, wenn ihnen Dach und Kleidung fehlt, und fie im Elend schmachten: wenn ihnen hier gebricht ein Freund, kein Aug' um ihren Jammer weint, und Menschen sie nicht achten: o so giebt mir deine Fülle Dach und Hülle, und daneben Freunde, die mein Glück beleben. 5. Du schenkt Gesundheit mir und Ruh; mit jedem Tage sättigst du mich ohne meine Sorgen. Und wenn so mancher seine Nacht mit Schmerzen uns ruhvoll durchwacht: so ieb ich froh den Moragen. Herr, du macht mich frei von Kummer. Sanfter Schiummer stärkt mich müden: denn ich lieg und schlaf im Frieden. £ 3 6. So 1 Zeitlicher Wohlstand. 294 6. So glücklich bin ich, Herr, durch dich! O gieb, daß deine Gute mich um steten Danke rühre. Gieb, daß nicht zur Vers meffenheit, zum Uebermuth, sur leppigkeit mein Wohlstand 25) Dürftigkeit und Månmich verführé. Reizung fey mir jede Gabe, die ich habe mich im Leben, dir, mein Gott, ganz zu ergeben. gen, der mich im Irdischen er freut. Sie strömt mir Freud und Glück entgegen, die Fülle deiner Gütigkeit! Kein man gel drückt mich, keine Noth; du giebst mir mehr als täglich Brot. Skel. Wer nur den lieben Gottic.des Stands, in dem du dürftig 504. Non dir, mein Gott, lebt; du strebeßt, glücklicher werden, und daß du vergebens firebst. 2. Laß ab, und stille deine 3ibren; erheitre deinen trùden Blick. I denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Wie gut bist du! meinVa ter, leite mich stets auf deiner ebnen Bahn. Wie leicht ists, daß ich Schwacher gleite! Wie leicht zieht irdisch Glück mich an, und lenkt aufs Eitle mei: nen Sinn, zum Geiz, zum Stolz, zur Wellußt hin. 3. O laß doch, was du mir beschieden, nicht für mich wah: res Unglück seyn. So lang ich lebe, floß hienieden mir immer den Bedanken ein, daß ich vor dir einst den Genuß des Erden: glücks berechnen muß. gern behütflich sey. Hie ist die Saatzeit. Stärke mich; so erndt' ich dort auch ewiglich. gel. In eigener Melodie. 505, D" die Beschwerden u 5. Gieb, Herr, daß ich durch deine Gaben auch reich an gus ren Werken sev, und, daß auch andre Freude haben, gern gebe, 4. Hilf mir nach deinem Rei che trachten mehr, als nach seitlichem Gewinn; weit mehr, als ihn, das Erbe achten, zu dem auch ich erlöfet bin; dir als dein Kind allein vertraun, und nicht auf Erdenschäße, baun. 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die mahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott beschieden; entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand bat seinen Frieden, ein jeder Stand hat seine Laft. 5. Gott ist der Herr, und feinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand, nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen; doch so, wie er's uns heilsam fand. 6. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Stets giebt er mehr, als wir verdienen, und niemals was uns schädlich ist. 7. Verzehre nicht des Lebens Kräfte in tråger Unzufrieden: beit. Beforge deines Stands Geschäfte, und nutze deine Lebenszeit. 8. Bei Pflicht und Fleiß fich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn; dies ist der Weg Dürftigkeit und Mangel. 295 Qeg zu Ruh und Leben, Herr,| Mel. Warum sollt ich mich d. 26. lehre diesen Weg mich gehn. arum du Mel. Gott des Himmels und 2c. 506. Fliebt liebt von mir, ihr 507.20och für mors gen, banges Herz! bir zum Schmerz, immer ängstlich forgen? Wozu dient dein täglich Gramen? Nur dazu, dir die Ruh obne Noth zu nehmen. bangen Sorgen! Mein Versorger lebt und wacht. Meinem Gott ist nichts verborgen, was dem Herzen Kummer macht. Was sein Rath beschließt und thut, eh ret ihn, und ist mir gut. 2. Er, dein Gott, gab dir das Leben, Seel undkeib. Ihm, ihm bleib voll Vertraun erges ben. Sollt er deiner je verges, fen? Er, dein Heil, hat dein Theil längst dir jugemessen. 2. Eher noch, als Welten waren, war mein Schicksal ihm bekannt, und den Laufvon meinen Jabren lenket feine Bas terhand. Nichts geschieht von ungefähr; alles kommt von oben her. 3. Båhl, o Seele, deine Tage bis auf die Geburt zurück; zähle Kummer, Müh und Pla ge; zähl auch Freude, Trost und Glück. Sprich, ob Gott nicht immerdar weise, mild und hülfreich war. 4. Widme Gott dein ganzes Leben; trau auf ihn und sorge nicht. Er ist Vater, er wird geben, was zum Leben dir ge bricht. Geh getroft zu ihm, und sprich: Gott, mein Va: ter, segne mich! 5. Bet, und sen nicht zweifelmüthig, nicht des Meeres Wellen gleich. Sen gerrost; Denn Gott ist gütig; bist du dürftig, er ist reich. Fürchte nichts; denn der weiß Rath, der auch Kraft zu belfen har. 6. Ja, du kennst die Noth der Armen. Herr, mein Gott, fie drückt auch mich. Doch, ich kenne dein Erbarmen, und vertrau allein auf dich. Stark durch diese Suversicht, jag ich auch im Mangel nicht. 3. Mehr ja ist dein Leib und Leben, als das werth, was dich nährt, sollt er dirs nicht geben? Der das Größre dir verliehen, wird dir nie, brauchst du's bie, minders Gut entziehen. 4. Was auf deiner Pilgers reise noth dir ist, das, o Chrift, weiß ja der Allweise. Sollte dir in deinen Tagen Kleid und Brot bis zum Tod seine Huld versagen? 5. Schau die Vögel in den Wäldern! Spät und früh nährt er fie. Schau, wie auf den Feldern ſeine Hand die Blumen schmücket, fie voll Pracht reizend macht, uns durch sie erquicket! 6. Sollt er denn wohl dich versäumen, den sein Ruf höher schuf? Läßt sich dies auch reimen? Lerne Butraun zu Gott faffen. Er wird dich sicherlich unversorgt nicht laffen. 7. Trachte nur zuerst hienies den, und mit Fleiß, Gott zum Preis, nach des Höchsten Fries den. Alles andre, was auf Ers den noth dir ist, läßt, o Christ, dir dein Gott dann werden, 8. Jeder Tag hat seine Pla: gen, und du hast an der Last schon genug zu tragen. Warum £ 4 willst 296 In Krankheiten. willst du für den Morgen, der vielleicht dir entweicht, so voll Summer forgen? 9. Seine Wege Gott befeh: len, und sich sein kindlich freun, das beglückt nur Seelen. Die, so Gottes Vorsicht ehren, deren Noth wird ihr Gott einst in Freude kehren. 10. Nun, mein Vater, ich befehle glaubensvoll, wie ich foll, dir so Leib als Seele Sorge du: dir halt ich stille, ich soll dein ewig seyn; es gescheh dein Wille! 11. Meine Hoffnung laß nicht wanken; fo will ich emig lich dir mit Freuden danken. Lob und Preis fev deinem Na: men! Und dein Heil sey mein Theil hier und ewig. Amen. mich nur zur Ewigkeit durch deine Gnade tüchtig. 4. Laß, Herr, nicht zu, daß Schmerz und Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß deis ne Gnade mich erfreun, und mildre die Beschwerde. Du Vater weißt, was jeden Tag dein schwaches Kind ertragen mag. Hilf mir, erbarm dich meiner! 5. Jch bitte, treuer Vater, dich für mich und alle Kranken: o segne jeden, gleich wie mich, mit beiligen Gedanken! gieb uns Gelaffenbeit und Ruh, und unser bester Arzt fey du, in Schmerzen unser Trößter! 26) In Krankheiten. Mel. Wenn mein Stündlein sc. 508. Dein Wille, befter daß ich ist Schmerzen leide; doch weiß ich, daß du Vater bist, und dies ist meine Freude. Dir ist mein ganzes Leid bekannt: mein Leben steht in deiner Hand: du zähleft meine Tage. 2. Mein Gott, mein Vater, gieb nicht zu, daß Ungeduld mich Franke. Gieb deinen Geist mir, der mir Ruh und Kraft und Hoffnuna schenke, den Geift, der stark in Schwachen ift, damit ich, als ein wahrer Chrift, mein Kreuz geduldig trage. 3. Voll Hoffnung wend ich mich zu dir, und bleibe dir er geben. Gott, wie du willst, so ichids mit mir zum Sterben oder Leben! In deiner Hand feht meine Zeit: mach du 6. Belohne, bester Vater, die, die liebreich meiner pfles gen! Für ihre Treue segne fie mit deinem besten Segen! Gieb, wenn zur Unzufriedens beit mein Schmer; mich reizt, mir Freudigkeit, gelassen ihn zu tragen. 7. Soll meine Krankheit tödtlich seyn, soll ich die Welt verlassen; so laß mich, Herr, von Sünden rein, im Glauben dich umfassen. Versüße mir des Todes Schmerz, und laß bis an den Tod mein Herz an deiner Gnade hangen. 8. Doch willst du noch Ge sundheit mir zum längern Leben schenken: so laß mich, Herr, voll Dankbegier, an deine Hülfe denken, und mich in dieser Pilgrims; eit, stets eingedenk der Sterblichkeit, nur deine Wege wandeln. 9. Du siehst, wie wenig ich vermag; du mollest felbst mich leiten, mich selbst auf meinen lesten Tag durch deinen Geiß bereiten, daß über alles, alles ich dich lieb, und, danfeell ges in Krankheiten.is 6919 gen dich, dir lebe, Gott dir fterbe. 12 Mel. In allen meinen That. 2c. Mel. Von Gott will ich nicht zc. 509. Jhbab in guten 510, 21s in der Krankheit Stunden des Le bens Glück empfunden, und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen nich auch in Leiden faffen; welch Leben hat nicht seine Qual? 2. Ja, Herr, ich bin ein Sunder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Web erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Rub, mein Leben, mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade fin: den, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jetzt hat mein Geift noch Sträfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 297 Danklied nach wieder erlangter Gesundheit. 5. Wenn ich in Chrifto sterbe: bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. die Seele fast versank, und nun aus vollem Herzen mein Flebn zum Himmel drang; da hörte Gott mein Flehn, der Treue, der Erhalter! Nun soll auch den Erhalter mein Dank und kob erhöhn. 2. Herr über Tod und Leben, du meiner Våter Gott! Wie soll ich dich erheben? Mein Heil, mein Herr, mein Gott! zu wenig ist mein Dank! Wer hat dich gnug erhoben! Zu ich wach ist, dich zu loben, der Engel Lobgefang. 3. Und doch von dir zu schweigen, war eine Frevelthat. Ich will, ich wills bezeu= gen, wie Gott errettet hat. Horts, Menschen! Gott nur fann vergeben und erretten. Ach, wenn wir Gott nicht háts ten; wer huff uns Armen dann? 4. O laßt uns gan; ihm le, ben, ganz Gottes Eigenthum; und jedes Tags Bestreben sey seiner Gnade Ruhm! Ihm opfern seine Zeit, vor seinen Augen wallen, ihm dienen und gefallen, ist Ehr und Seligkeit. 27) Lied eines sterbenden Christen. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehu. Ich will den Tod beden: 511. Jod erheben, ſelbst Mel. Wer nur den lieben Gottic. im ten. Der Herr wird alles lenfen; und, was mir gut ist, wird noch am Grabe dank ich dir. geschehn. Zum Segen gabfi du mir mein T5 Leben, 298 Lied eines sterbenden Chriften. Leben, und auch zum Segen für mich farbst? Ec ist durch nimmst du's mir. Rein Leben dich der Weg zum Leben, das sucht ich dir zu weihn; drum du am Kreuze mir erwarbst. bleib ich auch im Tode dein. Wie du ihn gingst, will ib 2. Gott, welche feierliche ihn gehn; wie du, werd ich Stunden, wenn du mich nun auch auferstehn. der Erd entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. 3. Der Leib wird schwach, die irdsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ichon geben meine müden Schritte den Weg zn Gott, aus dieser Welt. Ich bin getroft und zage nicht: denn Gott ist selbst mein Heil und Licht. 4. Wie sollt ich vor dem Code beben, da du, Erlöser, $ 150 NE 5. Laß auch das Grab in seis ner Nähe mir noch die letzten Schrecken dräun; du, Herr, auf den ich hoffend sebe, wirft auch noch dann mein Beistand feyn. So nah dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Biele sink ich nicht. 6 Ich will dich noch im Tod erheben, selbst noch an Grabe preis ich dich; denn ewia werd ich bei dir leben. Wie segneft du, mein Vater, mich! Für mich ist selbst der Tod Gewinn; wohl mir, daß ich erlöser bin! Alpha Ad Gunting bid to building 50 insired an inds 14 Alphabetisches Register. thi and high o Dia *** Nach den Blatt- Seiten. Ach böchster Gott verl. 146 Auch diesen Tag hab ich Ach Gott und Herr 135 Auf, Christen, auf, und Ach Gott, wie ein Gefch. Ach, sieh ihn dulden Ach, wenn werd ich von Ach, wie ist der Mensch. Alle Menschen müssen Allein Gott in der Höh Allein vor dir, mein G. Allein zu dir, Herr Jesu Allen Menschen und auch Allen, welche nicht verg. Aller meiner Brüder Allmächtiger, ich bebe Allmächtiger, wer kann Allwissender, vollkommn. Als in der Krankheit S. Also hat Gott die Welt An Kreuz erblaßt, der Anbetung, Preis und Anbetungswürdger Gott 7 297 Befehl dem Höchfien beine Wege 43 52 36 1 Bringt Gott, ihr Chrift. An dir hab ich gefündigt 99 Bringt, Menschen, brins An dich, mein Gott, zu 153 get Preis und Ehr 237 Auf, Chriften, laßt uns unsern Gott 51 135 Auf, Christen, preist mit 135 161 127 169 98 136 234 241 Auf dich, o Vater, schauen unsre Blicke Auferstehu, ja auferst. mir den Herrn 170 Auf deine Weisheit sch.1 217 Auf Gott und nicht auf Auf, laßt und unserm Auf meinen lieben Gott 245 Auf, o Geele, werde m. 262 Auf, schicke dich, recht 288 Aus tiefer Noth rufich 278 72 Befiehl du deine Wege Bewahre mich, Herr Bis bieber balfst du mir 36 271 120 161 170 162 273 44 99 162 163 147 182 281 171 Bringt Bringt Preis und Ruhm dem Heiland dar Der Tag hat sich geendet Der Tag ist wieder hin, und diesen 274 Der Wollust Rei; ju 207 Des Leibes warten und 208 Dank dir, die Nacht, Der Todes Graun, des 128 Herr, verg. 263 Dich bet ich an, erstandn. 68 Dank, ewig Dank sey 98 Dich, dich, mein Gott 201 Daß ich mich, mein G. Deines Gottes Dich, Herr und Vater 104 Dich, höchster, ehrerbiet. 182 Dich ruf ich an, Gott 296 Dich seh ich wieder 82 Die Bahn ist rauh, auf 191 263 freue Dein Heil, o Cbrift n. Dein Wille, befter V. Dein Wort, o Höchster Den Höchften öffentlich Der du alle deine Werke Der du dein Wort mir Der du die Liebe selber Der du durch deiner Der du mich als ein V. uns als Vater Der du ich singen liebest, treuer Dir, Gott, dir will ich Der du Verstand und fröhlich fingen Der du zu den beglückt. 37 Dir, Gott, sey Preis und Der Freuden Füll ist G. Dies ist der Tag, den Gott gemacht 82 Dies ist der Tag zum Segen b 235 29 154 Dir, dir, du Höchster, will 76 147 128 Dir, milder Geber aller Der frohe Morgen weckt 264 Dir sey Preis, ich lebe 1 Christ, alles, was dich Christ, aus deinem Herz. Register. Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Zus versicht Der letzte meiner Tage Der Morgen kommt und meine Klage Der Morgen kommt und ohne Klage Der Spotter Strom 67 164 218 274 165 113 264 172 155 250 265 219 44 192 Die Zunge, die verneml. 247 Dir, der das Licht entst. 265 183 14 29 18 266 Dir, Vater, der du 77 Dir, Weltbeherrscher 290 Du, aller Menschen V. 239 Du bester Croft der 283 270 Du bists, dem Ruhm und Ehre gebühret 264 Du bist ein Mensch und 83 Gottes Rath 172 19 Du Register. Du, dem ich meinen G. 202| Ein Hers, o Gort, in 219 83 77 52 Du, der du die Wahrh. Du, der Frommen beste 1200 Du, der kein Böses thut 197 Du, der Menschen Heil Du, der so gern beglückt Du, der voll Blut und Du, deß sich alle Himmel Du gabft mir, Ewger Du, Gott, bist unsre Hülf und macht Du, Gott, du bist der Herr der er Zeit Du haft auch mir zur Seligkeit 11: 282 258 2009 Du hast uns, Herr, die Du, Herr, haft aus Barm berzigkeit Ein milder Regen sink. Ein Pilgrim bin ich in Ein ruhiges Gewiffen Eins ist Noth, o Herr Herr Finst sinkt der Leib ins Entfloben sind auch dies. 183 Erbarm dich, Herr mein Er eilt, der lette von den Erfreuender Gedanke 230 Du, Herr und Vater meis ner Tage im 208 53 Du hast, mein Vater und mein Gott ind 110165 Du hast, o gnadenreicher 100 Gott 284 209 Du klagst und fühleft die Du liebst, o Gott, Ger. Durch dich, o großer Gott Durch Fummervolle Tage der bangen Du Vater deiner Men schenkinder 110 Du Vater wollft mir ges ben, was Du weiser Schöpfer Du willst es, Herr, mein 84 Erfülle, Herr, doch selbst Erfüllt, mein Gott, mit Er geht hervor, der junge Erhebt den Herrn ihr F. Erhöhter Jesu, Gottes Erinnre dich, mein Geist Er ist erstanden, Jesus +45 125 68 69 Er kommt, er kommt 125 Erlöser, der im Staube 55 Ermuntre, Seele, dich el 251 Erniedrigt hatte sich 55 231 294 Erscheine meinem Geift 1938 Erwecke dich, den Herrnal 31 Es ist noch eine Ruh vorhanden 92 245 30 259 155 184 100 Es ist vollbracht! so ruft 285 220 105 > 9 202 ER 203 120 275 of Es züchtigt deine Hand, o Höchster 251 209 20 54 148 266 129 am Kreuze 301907955 Es wolle Gott uns gnäd. 89 Es zieht, o Gott, ein Kriegeswetter 280 1000910 276 Fern 1 Register. Fern fey mein Leben 246 Gott, deine Gnade sev gepreist Flieht von mir, ihr 295 275 290 Für alle Güte preis ich Für unsern Nächsten Fürwahr, du bist, o Gott Freiwillig bast du darges bracht für uns Frohlockend, Gott, erheb nismich dich Froblockend, Vater, wach ich auf am Tage Frohlockt dem Herrn! bringt Lob und tim 0100 Gott, deine weife Macht Gott, der an allen Enden Gott, der du die Menfajen liebest Gott, der Gewitter schafft Gott der Wahrheit, d. Gott, deffen Hand die Gott, dessen Macht des Gott, dessen starke Hand Gott, dir gefällt kein Gott, du biß von Ewigk. Gott, durch den wir sind Gott, durch welchen alle Gott, beilig sey dein N. Gott, belf mir, daß ich Gott, ich will mich 40 to Gott ist mein Lied! Er ist Gott ist mein Hort! und Gott ists, der das V. Gott, mache du mich selbst $ 13 Gott, mein Vater, deine Gott raft der Sonn und 90 Gott sen Preis und D. 082. Gieb, Gott, wenn ich dir Gott sorgt für uns, o fingt ibm Gott sorgt für uns, was helfen 198 du diene Gieb mir, o Gott, ein H. 236 Gott, vor desfen Angefichte 14 211 Gott! Gelobet feyst du, Gott, für deines Gelobet seyft du, Jesu thi Chrift 20 Gelobt, gelobt feyst du mit Freuden 002 soatd 39 Gedanke, der uns Leben 19 $ 9200 giebt Geist der Andacht, senke Geist vom Vater und vom Sohne! 56 Gelobt seyft du, Herr, unser Gott Gerechter Gott, vor dein Gericht muß Geweiht Gieb, Gott voll Lieb und Güte 70 um Christenthume, sind 173 267 70 78 22 de 137 SUNCA 5 85 105 156 137 252 23 85 210 2 156 260 192 85 45 Gott, deine Güte reicht ſo weit, so weit 281 92 Gott, deiner Stärke freue fich der 235 46 184 291 21 22 242 289 166 210 288 24 dos # 173 Gott! wie viel Langmutb Großer Mittler, der zur Groß ist des Höchsten Gut und heilig ist dein Halt im Gedächtniß Helft Gottes Huld Herr, allerhöchster Gott Herr, aller Weisheit Q. Herr, an dir hab ich gef. Herr, deine Allmacht Herr, deine Sanftmuth Herr, der du alles giebst Herr, der du mir das Les ben bis diesen Tag gegeben Register. dad 157 17 Herr, mein Erlöser, nar von dir 73005 174 Herr, meiner Seele gr. Herr, mein Licht, erl. Herr! merk auf mein G. Herr, ohne Glauben t. Herr, stärke mich, dein 2. Herr, vor deinem Ang. Herr, wie du willst, so 100 149 Herr, wir singen deiner Hier bin ich, Jeſu, zu siz201 Hier ist mein Heri, H. 11 243 Hilf Jesu, daß ich 198 Hilf mir, mein Gott, hilf Höchster, denk ich an die 276 Höchfter Trößter, komm Hör unser Gebet, Geist 00 nim ad mini Ich armer Mensch, o Ich bin getauft nach Ich bin, o Gott, dein E. Ich bin, o Herr, in deiner Ich bin jur Ewigkeit geb. Ich blick in das verg. Ich danke dir für deinen 30 Cod: CHUST 93 260 285 Herr, der du mir das Les ben an diesem Tag gegeben 291 Herr der Zeit und Ewigk. 211 121 8 6 253 Herr, du bist meine Zuv. Herr, du erforschest mich Herr Gott dich loben w. Herr Gott, du bist die Zufl. Herr, höre mein Gebet Herr, ich bin dein Eigenth. 126 Herr, ich hab aus deiner Herr Jesu Christ, du h. Her Jefu, deine Angst Herr, laß nach eitler E. Herr, mache meine S. Herr, mein Erlöfer, der du für 232 138 Ich danke dir von Herzen, o Jesu Ich erhebe mein Gem. 57 204 Jch flehe, Gott, von 220 Ich freue mich der frohen Beit 193 86 138 149 57 193 221 39 94 158 237 150 139 78 79 di 100 91 31 114 32 261 g 58 58 50197 101 MUAR 139 Usl$ 121 242 Ich freue mich, mein Gott 175 Ich Register. 115 In ernster Abendstille 150 In Gottes Rath ergeb. 221 In unsern Nöthen fallen Ist nun auch meine St. Ich fühle, daß ich flerbl. Ich habe, Gott, mir Ich hab in Gottes Hers Ich hab in guten Stuns den, des m 297 Ich komme, Friedensf. 140 Kein Lehrer ist dir, J. Ich komme, Herr, und 94 Ich komme vor dein Angesicht, du Schös pfer meiner Jug. Ich komme vor dein An292 gesicht, verwirf, ei Gott, mein Flehen nicht 1185 276 114 282 116 40 Komm betend oft und 186 79 59 80 Komm, Geift des Herrn Komm, laß uns Jesum Komm, o komm, du Geift komm zu uns, Gottes Kommt her, verkündigt 175 Kommt, kommt, den Herrn 11 Kommt, laßt euch den 151 80 BEE Ich lobe dich und preife10 Ich preise beine Majest. 289 Ich preise dich, o Herr 95 Ich finge dir mit Herz u. Ich finge, meiner Seelen Ich Sünder darf mein 24 Laf Laß deinen Geist mich 25 Laß mich des Menschen 140 106 Laß mich doch, o mein 116 Gott! die Buße 000 185 Laß mich, Höchster dar. 110 152 237 Ich weiß, an wen mein Ich weiß, mein Ende n. Ich weiß, mein Gott Ich weiß und bins gew. Ich will dich noch im T. Ich will, mein Gott, du Jesu, deine tiefe Wund.. Jefu, Freund der Mensch. Jesu, meine Freude! Jesus is gekommen, d. Jesus lebt! mit ihm Jesus, meine Zuversicht 194 Laß mich, o Gott, gewiff. 297 Laß mich, o Herr, in all. 25 Laß, o Jesu, mich empf. 58 Laßt unserm Gott uns 96 Laßt uns mit ehrfurchtsv. 47 107 Laßt uns unserm Gott # 197 176 AUG 47 lobsingen Lebt Chriftus, was bin Lehre mich, Herr, recht Liebster Vater, ich dein Jetzt leb ich, ob ich morg. In allen meinen That. 166 Liebster Jefu, wir find 70 122 20 232 Laß mich doch nicht, o Gott, onsden Schäßen 90 33 212 141 1076 248 213 112 47 71 205 101 193 Lob, Lob, Ehr und Preis dem höchsten Gut Lob sey dem allerhöchsten Gott Lob sey Gott, der den Fr. Lobsinge meine Seele Lobfinget Gott, er schuf Lobt den Höchsten! Jef. Lobt Gott, ihr Christen Lobt unsern Gott mit Mach dich auf, erlöste Mache dich, mein Geist Mag doch der Spötter Mein Auge sieht, o Gott Mein bester Trost in Meine Lebenszeit verstr. Meinen Jesum laß ich Mein Erlöser! der du Mein Erlöser, Gottes Sohn, der Mein erster Wunsch, m. Mein erst Gefühl sey P. Meine Seele lobsinget Mein ganzer Geift, G. Mein Glaub ist meines Mein Gott, auch dieser Mein Gott, du bist ger. Mein Gott, du weißt am allerbesten Mein Gott, du wohneft war im Lichte Mein Gott, erschaffen Mein Gott, zu dem ich Register. 176 48 29 71 27 72 49 177 96 253 195 Mein Heiland lebt: er 122 Mein Heiland, wenn mein Geift erfreut ** 131 177 116 117 222 152 254 213 108 143 Mit Freuden laßt uns 261 Mit fröhlichem Gem. 178 167 Mein Herz ermuntre d. Mein Jesus ist mein L. Mein Leben steht in G. Mein Schuß ist Gott! Mein Vater und mein 167 187 Nach deinem Nath, o 233 Nach dir verlanget m. 195 Nach einer Prüfung E. 92 Nach meiner Seelen S. k. Mir nach, spricht Chrift. Mit dir geh ich an mein Mitdir, o Höchster, Fr. Mit einem tief vor dir Nicht, daß ichs schon Nicht um ein flüchtig G. Nie bist du, Höchster, v. 255 61 187 267 12 268 243 41 123 130 Noch immer wechseln ord. 28 107 Noch läßt der Herr mich 269 268 286 18 Noch nie hast du dein W. Nun bitten wir den heilg. 81 Nun danket alle Gott 179 Nun ist es alles wohlgem. 62 276 86 Nun sinkt die Sonne 131 142 Oft klagt mein Herz 256 daß doch bei der 286 Gott 214 143 Nie will ich wieder fluchen Noch bin ich ein Gast 132 206 L O Gott, aus deinen Werk O Gott, du bist die Liebe O Gott, du frommer G. Gott, du kannst den O Gottes Sohn, Herr O Gott, ich preise deine O Gott, von dem wir O beilger Geist kehr bei Ohne Raft und unverw. O Jesu Christe, Gottes DJesu, ewig wird dein O Jesu, Jesu, Gottes O Jefu, Licht und Heil O Jesu, wahrer Frömm. Okönnt ich dich, mein O präge tief uns ein der O Vater der Barmherz. O Vater, kindlich beten O Vater send uns deinen O welch ein Segen ist ein O weld ein Troft für m. O welch ein unschäßbar. DWelt, sieh hier dein L. Dwie selig send ihr doch O wie unaussprechlich Owie viel Gutes thatst Register. 31 Schafft mit Ernst ihr 214 117 15 Schön ist die Tugend 188 Schon hier lebt selig u. 286 Schuf mich Gott für A. 196 Schük, o Herr Jesu, die 34 Schwingt, heilige Ged. 271 Sehn wir nur Trubsal 81 Selig sind, die, Gott, d. Sen, Christenheit, sen h. Sen hochgepriesen, Herr 89 Sey, Seele, ruhig, unv. 196 Sey zufrieden, mein G. 90 Sichrer Mensch, noch ist 41 Sieb, Seele, hinter dich 179 So bald, o Gott, der Tag 291 So fliehen unsre Cage 144 So hab ich, Gott, durch 272 So jemand spricht: ich 82 So lang ich athme, G. 249 Sollten Menschen, m. 102 109 Sollt ich dir, mein Gott Sollt ich jetzt noch, da 63 Sollt ich meinem Gott 133 So wahr ich lebe, spricht 133 So wie du bist, so warst 277 Sterben führet uns z. Preift, Chriften, mit 287 Preift den Höchften alle Preist unsern Gott: Er uelle der Vollkommen. beiten, Gott 180 17 Ueber aller Himmel H. 158 257 257 109 124 90 4 279 87 50 64 223 223 215 292 27 277 278 238 180 238 168 258 180 144 224 118 heuer fen mir allezeit, Herr mein Heiland 87 Um Gnade für die S. Umsonst, umsonst verhüllst 74 64 9 Unend. Unendlicher, den Feine Zeit 6 Unerforschlich sep mir 224 wohlgethan Was den Leib erhält und Was Gott für mich best. Unermeßlich, ewig is G. 7 Was Gott thut, das ist Unschuld'ger Jesu, was 65 Unser Gott, wir danken 88 Unsern Gott, den Gott der 4 Unwiederbringlich schnell 262 Vater, den mein Herz 110 250 Vater, meine Seele sch. Verbittre dir dein Leben Viel zu gering bin ich, o 244 293 Voller Ehrfurcht, Dank und Freuden Voll Freud und frommer Dankbegier Mach auf, mein Herz, und singe Register. Warum betrübst du dich mein Hert Von dir auf dieser Welt Von dir kommt jede gute Gabe, nur Von dir, mein Gott, kommt aller Gegen 294 Von dir, o Vater, nimmt 225 Von ganzer Seele preif 189 Von Gott will ich nicht 169 Vorbild wahrer Mensch. 42 Warum erhebst du, meine Seele Warum sollt ich mich d. Warum willst du doch Was bin ich, Gott, vor 97 181 246 188 269 225 118 110 295 215 Was hilft es mir, ein Was ich nur Gutes habe Was ist mein Leben auf der Erde Was ist mein zeitlich Leben, das du Was ists, daß ich mich Was mein Gott will Was soll ich ängstlich kl. Wem Weisheit fehlt, der 216 228 228 228 206 Wenn einst mein fterbl. 119 Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht 272 226 Wenn mich die Sünden Wer bin ich, ich Verschuldeter 226 153 199 Wenn ich ein gut Gew. 111 Wenn ich, o Gott, von dir geführt Wer bin ich? welche wichtge Frage! 227 199 28 66 145 200 Wer dieser Erden Güt. 239 Wer kann doch, großer Gott 34 Wer kann, Gott, je was Gutes haben 189 Wer nur den lieben G. 229 Wie fleucht dahin der 233 Wie getroft und heiter 111 Wie groß ist des Allmächtgen Güte 15 Wie Wie groß ist unsre Ges ligkeit Wie groß, wie angebetet Wie herrlich, Jesu, starker Wielieblich ist doch, Herr Wie mannigfaltig find Wie schnell ist mir der Wie selig, Herr, ist der Wie selig lebt ein Mensch, der Register. Wie sicher lebt der Mensch der Staub 112 43 74 193 216 278 145 240 234 Wie soll ich dich empfangen 50 Wie theuer, Gott, ist deine 103 Wie viele Freuden dank Wie wichtig ist doch der 16 35 119 Wie wird mir dann, mein Wie wohl thuft du, mein 134 Will mich, o Gott, hienied. 230 Willst du der Weisheit 159 Wir danken freudig dir 272 Wir freuen uns, Herr J. 75 Wir glauben all' an einen Gott Wir glauben an den ein: gen Gott Wir kommen, Helfer, dir Wir Menschen, sind zu Wo find ich, Gott, den Wo flieh ich Sünder hin Wohl dem, der beßre Schäße liebt Wohl dem, der richtig wandelt Wohlzuthun und mitzu. Du deinem Preis und Ruhm erwacht 3u 3u Gott, o Seele, schwing dich auf, und werde Dank 5 Zur Grabesruh entschlies fest du 5 283 88 160 103 217 270 3u dir, mein Gott, der 190 248 240 12 67 1: 0 ی Xe Inches 1 Centimetres Blue 2 ¹3 4 Cyan 2 15 XIX 3 111, ³0 ¹6 17 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White | 16 17 7 3/ Color 18 19 8 B.I.G. Black