the gh Gesangbu. zuin gottesdienstlichen Gebrauche Norpsets für protestantisch evangelische Christen. OPROS RE SPEN Siebente Auflage auf Druckpapier. Speyer, 183 8. Gedruckt bei J. F. Kranzbühler. 544 مات unde Univ.- Bibl. Giessen Privilegium. Wir Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Baiern zc. Wir ir haben uns bewogen gefunden, der Versorgungsa Anstalt für geistliche Wittwen und Waisen im Rheinkreise, zu ihrer bessern Begründung, ein Privilegium auf den Druck und Verlag des neuen Gesangbuches für die dortige vereinigte evangelische Kirchen- Gemeinde sowohl, als auf alle, für den Rheinkreis erscheinenden protestantischen liturgischen Schriften, und die in den Schulen einzuführenden Religionsbücher, zu verleihen. Wir ertheilen daher gedachter Pfarr- Wittwen- und Waisen- Pensionsanstalt das Recht, zur Erzielung möge lichst wohlfeiler Preise und der nöthigen Gleichförmig, feit, obengenannte Bücher ganz allein zu verlegen, zu drucken, auszugeben, und feil zu halten, und dieselbe, durch aufgestellte Commissarien, im ganzen Rheinkreise verkaufen zu lassen. Demzufolge verbieten Wir allen Unsern Unterthanen, insonderheit aber allen, in Unsern Staaten anges sessenen Buchdruckern und Buchhändlern, bei Vermeidung Unserer allerhöchsten Ungnade, und einer Strafe von Ein hundert Dukaten, wovon jedesmal die Hälfte Unserer Staatskaffe, die andere Hälfte aber besagter instalt zufallen soll, sich unter keinerlei Form und Vorwand, weder mittels noch unmittelbar, einen Nachdruck oder Debit gemeldeter Bücher und Schriften zu erlauben. Zugleich ermächtigen Wir Un ser protestantisches Consistorium zu Speyer, als Aufsichts- Behörde jener Anstalt, zur Sicherung dieses Privilegiums, bei verspürten Eingriffen, mit Hülfe Unserer Obrigkeiten, gegen die Beeinträchtigenden einzuschreiten, die unrechtmäßigen Auflagen wegnehmen zu lassen, und nach den darüber erhaltenen Weisungen damit zu schalten; weßhalb, zu Jedermanns Kenntniß und Warnung, die, in dem Verlage gemeldeter Anstalt erscheinenden, Schriften mit einem bes sondern Stempel, vor der Abgabe, zu bezeichnen sind. Zu dessen Urkunde haben wir diesen Brief allerhöchst eigenhändig unterschrieben, Unser Königliches geheimes Innsiegel vordrücken lassen, und die Bekanntmachung desselben durch das allgemeine Regierungs- und Intelligenzblatt befohlen. Gegeben Tegernsee den fünfzehnten September im Jahr Ein tausend acht hundert zwei und zwanzig, Unseres Reiches im Siebenzehnten. Mar Joseph. ( L.S.) Graf von Thürheim. Auf Königlichen allerhöchsten Befehl Der General Secretär, Statt dessen Staudacher, Geheimer Secretär. Sedlare HARGARE rolindinhoudt seneste on D90 bei Vorrede. sulatio Nach dem einmüthigen Beschluffe der, vom zweiten bis zum sechszehnten August 1818 in Kaiserslautern gehaltenen, General: Syn: ode, auf deren Verhandlungen sich die, am neun und zwanzigsten November desselben Jahres gefeierte, kirchliche Vereinigung der protestantischen Christen in dem KöniglichBaierischen Rheinkreise gründet, erscheint gegenwärtige Sammlung geistlicher Lieder, welche, von der General- Synode des Jahres 1821 geprüft und angenommen, sich auch der allerhöchsten Genehmigung, und eines, von ) o( der Gnade Seiner Majestät, des Königs, ihr huldvollst ertheilten Privilegiums zu erfreuen hat. VI Daß weder Ueberladung noch Mangelbaftigkeit diesem Buche möchte zur Last gelegt werden können; daß, bei Ausfüllung der verschiedenen Rubriken, sich allenthalben, mit der gebührenden Achtung für beliebte åltere Lieder, eine gerechte Rücksicht auf das verbände, was wir den neuern Dichtern geist. licher Gesänge Gutes und Schönes verdanken; daß, so viel es nur immer geschehen konnte, in den vorhandenen Liedern jede Härte des Ausdrucks verschwände, und doch dem Geiste derselben keine Gewalt angethan würde; daß die Auswahl der Melodien sich möglichst auf die bisher bekannten beschränkte, und überall eine ungekünstelte edle Einfachheit zu er: streben suchte; daß endlich, unbeschadet der VII ) 0( Vollständigkeit, der Inhalt sich nicht zu einem Umfang ausdehnte, welcher den Ankauf des Buches erschwerte; das waren die wesent, lichsten Forderungen, denen bei diesem wich tigen Unternehmen Genüge gethan werden sollte. Möchte diese, mitunter höchst schwie. rige, Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit glücklich gelöst worden seyn! der ny dan i round and 990 Derselbe fromme Sinn, welchem gegenwärtige Sammlung geistlicher Lieder ihr Daseyn verdankt, begleitet nunmehr ihr öf fentliches Erscheinen mit dem innigen Wun sche, daß dieses Buch, als rühmliches Denk mal der christlichen Eintracht, welche Ge meinden und Lehrer beseelt, eine recht freu: dige Aufnahme finde, und bleibenden Segen stifte. Mit immer neu belebender Kraft komme es der öffentlichen und häuslichen Andacht zu Hülfe; es wecke und nähre Gefühle ) 0( des Dankes und der heiligen Freude vor dem Allgútigen; es laffe feinen Tugendhaften ohne Ermunterung, keinen Leidenden ohne Trost; es werde ein Antrieb für Kinder und Enkel, nach der Våter Weise, immer mehr fortzuschreiten in der Gnade und Erkenntniß un sers Herrn und Heilandes Jesu Christi, und zu wachsen in allen Stücken an ihm, der das Haupt ist! Speyer, im Monate Jänner hoonhou 1823. VIII Atmak giging strand 12 bl Sus ber idbest slad 1032 adriadalad suis mochilena dnu rochilust $ 18: 01: 00 hur C ea- 00 33-58 201-- Ta SIT- ON nad obj.199 pol ad ho gadsi 596 odnosov da smiled no VI Einleitung. Inhalt. odsileida Bestimmung des Menschen, Religion, Bibel Glaubenslehre. ● ✔ I. Von Gott und seiner Schöpfung... 14-19 II. Von der Erhaltung und Regierung der Welt, de oder von der göttlichen Vorsehung. III. Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 61 192 19398 3 mindedbagt Gru prie 1) Ewigkeit und Unveränderlichkeit 2) Allmacht. 3) Allwissenheit und Allgegenwart 4) Weisheit 5) Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld, und Langmuth pritis 6) Heiligkeit und Gerechtigkeit 7) Treue und Wahrhaftigkeit S) Höchste Seligkeit . ● ● ● ● sill( 1 ● Nro. 1-13 20-35 36-39. 40-41 42-44 45-48 49-50 51-56 57-60 61-62 63-64 X IV. Von der Sünde und ihrem Elende... V. Von der Erlösung der Menschen.- Adventlieder. 1) Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften des Weihnachtslieder. Inhalt. Erlösers. 2) Von den Lehren und dem Leben! Jesu. 3) Von dem Leiden und Sterben Jesu. - ● ● sionslieder. 4) Von der Auferstehung Jefu. Osterlieder. 5) Rückkehr Jesu in die Herrlichkeit. Himmel 1:10, ● - a) Glaube an Jesum. b) Dankbarkeit und Verehrung. ●● fahrtslieder.. 6) Wiederkunft Jesu. 7) Christus als Haupt seiner Gemeinde 8) Wirkung Christi auf seine Gemeinde durch das Lehr- und Predigtamt 9) Verhalten gegen Jesum: ● . - - ● ● ● Pass c) Liebe und Treue gegen ihn.. d) Gehorsam gegen Jesum und Nachahmung seines Beispiels. ● VI. Von der Heiligung des Menschen. Pfingstlieder. ● e) Freimuthigkeit im Bekenntnisse feiner Religion. Nro. 1) Von dem heiligen Geiste......... 2) Von der Verbreitung des Evangeliums. 65-69 70-73 ... 126-130 131-135 136-140 74-81 82-86 87-103 104-112 113-117 mo 118-120 121-124 125 141-143 144 145-155 156-157 3) Von der Gründung und Erweiterung der christ lichen Kirche 4) Von der christlichen Besserung. Vorbereis tungslieder; so wie auch am jährlichen Bußund Bettage. a) Erkenntniß der Sünde und Bitte um Vergebung derselben cas b) Scham und Reue.. c) Fortgang und Wachsthum in der christlichen ● ● ● ● ● ● Besserung. d) Warnung vor dem Aufschub der Besserung ● Inhalt. ● ● ● ● VII. Von den Mitteln zu unserer Heiligung und Seligkeit. 1) Von dem Worte Gottes. 2) Gebet. 3) Von den heiligen Sacramenten, und der Confirmation ● a) Taufe. b) Confirmation. c) Das heilige Abendmahl. - ● ● 1) Pflichten gegen Gott. a) Erkenntniß und Verehrung. 85 310798 ● XI Nro. 158-160 161-168 169-170 171-173 174-176 ( 2 177-179 180-186 Die Sitten: oder Tugendlehre. I. Zugend, Pflicht, christliches Hauptgebot. 209-212 II. Einzelne Pflichten. 187-189 190-196 197-208 213--222 XII 1001 b) Dankbarkeit. c) Freude an Gott, Liebe zu ihm, und Streben nach Gottähnlichkeit d) Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Willen .. Inhalt. ● 0349 ● ● ● e) Ehrfurcht gegen Gott. Heilighaltung des Eides. den ● 3) Pflichten gegen den Nächsten. a) Allgemeine Pflichten. Bei öffentlichen Catechisationen Beim Anfange und Schlusse des Schulunters richts ● ● 2) Pflichten gegen uns selbst. a) Christliche Selbstliebe b) Sorge für die leibliche Wohlfahrt: Gesundheit, Ehre, Eigenthum c. c) Sorge für die Wohlfahrt der Seele: Weisheit,( Erkenntniß), Tugend und Seelenruhe. Himmlischer Sinn.. ● ● ● ● aa) Achtung und Liebe. bb) Theilnahme an Anderer Schicksalen, und Fürbitte für sie. Wider den Neid . ● cc) Gerechtigkeit und Billigkeit dd) Güte, Wohlthätigkeit und BarmherzigFeit. ● . ee) Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit,( Treue, Redlichkeit) und Vorsichtigkeit im Re Nro. 223-229 230-232 prir 233-248 249-255 256-257 258-259 260 261-279 280-300 301-307 308-314 315-317 318-321 322-326 ff) Leutseligkeit und Dienstfertigkeit.. gg) Dankbarkeit. hh) Demuth und Bescheidenheit. ii) Sanftmuth und Friedfertigkeit kk) Geduld und Nachsicht.. 11) Versöhnlichkeit und Feindeslieve.. mm) Sorge für des Nächsten Leben, Gesundheit, Ehre, Eigenthum. Wie dererstattung Inhalt. ● . ter ● 7● nn) Sorge für des Nächsten Weisheit ( Erkenntniß), Tugend und Seelenruhe.. 00) Sorge für das Wohl der Nachwelt.. b) Besondere Pflichten in gewissen Ständen und Verhältnissen. aa) Ehegatten. Bei Trauungen. bb) Eltern, Vormünder und Erzieher, cc) Kinder und Verwaiste,( Mündel) dd) Geschwister und Blutsverwandten ee) Dienstherren und Dienstboten ff) Freunde . D gg) Vaterland und Wohnort. hh) Obrigkeit und Unterthanen. gung. ● - - ● ● ● ● ● .. ● Am Geburts- oder Namensfeste des Landesvaters oder der LandesmutHuldi XIII 18. Nro. 327-328 329-330 331 332-333 334-335 336-340 341-345 346-352 353-355 356-358 359-361 362-363 364-365 366-367 368-370 371-373 374-378 379-384 XIV Trauer des Vaterlandes.. ii) Vertheidiger des Vaterlandes..... kk) Nachbarn 11) Alter und Jugend.. mm) Arme und Reiche ● nn) Fremde und Reisende. 00) Kirchengesellschaften. PP) Prediger und Gemeinden. Ordination und Einführung. 99) Schul- und Jugendlehrer. Inhalt. ● ● ● 3. IV) Allgemeines Weltgericht V) Von der Ewigkeit. .. ● ● ● 3 ukunft. I) Kürze des Lebens, und weiser Gebrauch desselben II) Von dem Lode 1) Vorbereitung auf denſelben..... 2) Wider die Todesfurcht III) Auferstehung der Todten und Wieders sehen ● ● - ● In Schulen und bei Schulprüfungen 402-406 rr) Landleute, Künstler und Handwerker 407-409 Ss) Verhalten gegen die thierische und leb lose Schöpfung ● . .. e 1) Ueberhaupt. 2) Von den verschiedenen Schicksalen der Frommen und Gottlosen in der Ewigkeit ● Nro 385-386 387 388 389-390 391-393 394 395 396-397 398-401 410-411 412-416 417-421 422-428 429-432 433-436 437-441 442-446 Besondere Umstände, Borfälle und Zeiten. 002 1. Besondere Umstände und Vorfälle. Inhalt. 1) Einweihung einer Kirche, und Orgel. 2) Jm Kriege. 43263) Am Friedensfeste. . ● 4) Bei und nach allgemeiner Noth 5) Bei und nach Mißwachs und Theurung ( 06) Bei und nach Krankheiten und ansteckenden Seuchen 7) Bei und nach anhaltender Nässe. 8) Bei und nach anhaltender Dürre 9) Bei und nach einem Gewitter O ● 10) In und nach Wassersgefahren 11) Bei strenger Kälte 12) Nach einer Feuersbrunst 13) Bei Begräbnissen ● ● ● ● ● 9 ● 9 ● ● 11 ● ● ● 2-917 a) Bei dem Tode eines Gatten, einer Gattin 485-486 487-488 b) Bei dem Tode der Eltern c) Bei dem Tode eines Kindes d) Bei dem Tode junger Personen 489-490 e) Bei dem Tode alter Personen f) Bei dem Tode eines Religionslehrers g) Bei dem Tode eines Verunglückten. h) Beruhigung und Trost i) Andenken an die Vollendeten. ders am Schlusse des Jahres WATCH XV > BefonNro. 1101016( 474 • m( 475 476-484 447-449 ( 450 451-453 454-457 458-459 460-464 465-466 467-469 470-471 472-473 491 492 493 494 495-497 498 499 XVI II. Besondere Zeiten. 1) Jahreswechsel 2) Schluß und Anfang des Kirchenjahres 3) Beim Anfange und Schlusse der Woche. a) Frühling b) Sommer c) Herbst d) Winter Sonntag 4) Tageszeiten. TyG dan Sis a) Morgenzeit b) Mittagszeit. Tischlieder c) Abendzeit.. 5) Wechsel der Jahreszeiten ● ● ● . ● F ● Inhalt. - 46 mm#$ 397 ● 7) Reformationsfest 8) Amts und Ehe: Jubelfeier. a) Umts Jubelfeier b) Ehe- Jubelfeier ● ● 6) Saatzeit, Erndtezeit. Dankfest für Erndte und Herbst Nro. .. Gr. 500-510 511-513 Riscal( 1 514-516 517-523 524-526 527-536 82( 537 538-540 541-542 14 543-544 545-546 6.547-552 553-558 # 050( 2) 559 560 mn Einleitung. mitt! Bestimmung des Menschen, Religion, Bibel. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit zc. 1.* Laß mich des Menschen wahren Werth, und dessen, was mich selbst ent- ehrt, mein Gott, zu Herzen nehmen. Nie komm' es mich all' zeit innigst schämen. 11 + # mir aus meinem Sinn', was Alles ich vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Du schufst mich, nicht blos Fleisch und Bein, zu diesem Erdenleben; du lies sest mich ein Wesen seyn, das nach Vernunft soll leben. Ich kann mehr, als die Sinne rührt, und durch sie Schmerz und Luft gebiert, umfassen und erwägen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die, auch belebt, ge: nährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was jenen fehlt, verlieh'st du mir, Vernunft und Freiheit, und, mit ihr, Gefühl von Recht und Unrecht. 1 Bestimmung des Menschen, 4. Du schufst mich zur| der Menschheit Werth zu Geselligkeit und für der schätzen. Freundschaft Freuden; gabst mir ein Herz voll Fühlbar keit für Andrer Glück und Leiden; noch mehr, ein Herz, das fähig ist, sich dein, der du mein Vater bist, zu freu'n, und dich zu lieben. 8. Und diese Würde zu entweih'n, sollt' ich gleich Thieren handeln; der Sinnlichkeit ergeben seyn, nicht rein und heilig wandeln? Fern sey ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, mein Gott, dafür, daß ich mich so nicht schände! 5. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zu dir er: heben, dir, den die ganze Schöpfung preist, auch Preis und Ehre geben. Auch ich kann thun, was dir gefällt, und um mich her in deiner Welt, was nützlich ist, verbreiten. 2 6. Nicht blos für diese kurze Zeit riefst du mich in dieß Leben, zu Freuden ei ner Ewigkeit soll sich mein Geist erheben; und wird auch gleich der Leib zu Staub, so bleibt er nicht des Grabes Raub; du wirst ihn auferwecken. 9. Gib, Vater! daß ich allezeit auf mein Gewis sen achte, nach Weisheit und nach Frömmigkeit mit allem Eifer trachte; dich liebe, und mich deiner freu', und so des Vorzugs würdig sey, den du mir hast ver: liehen. durch ihn geehrt! Wie ernst lich durch ihn selbst belehrt, ent: 10. Stets will ich nach Vollkommenheit mit allem Eifer trachten, und mich), weil Sünde mich weih't, zu hoch für Sünden achten. Nur wer nach diesem Adel strebt, und seines Vorzugs würdig lebt, kann sich der Menschheit freuen. 7. Vom Himmel kam, gesandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, der Menschen Heil zu Mel. 40. Es ist das Heil uns ic. werden. Wie hoch sind wir 2. Wie wichtig ist doch der Beruf, den du mir, Gott, gegeben! Als einst Religion, Bibel. mich deine Liebe schuf, da schuf sie mich zum Leben; zum Leben, welches ewig währt, wo uns kein Leiden mehr beschwert, willst du mich hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland, es kommt ein höh'res Leben, wo du uns wirst mit milder Hand des Himmels Glück einst geben, das uns nicht Zeit, nicht Zufall nimmt; hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dessen werth zu machen. 3. O, laß mir doch dieß große Ziel durch nichts ver: rücket werden! Was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', und doch dabei nicht fähig bin der höher'n Geistesfreuden? 3 vor Augen haben, und hier, in unsrer Prüfungszeit, um jene besser'n Gaben, die mir im Tode nicht entflieh'n, vor allen Dingen mich bemüh'n, und so zur Erndte reifen! 6. Ein Herz, daß dich, o Vater, liebt, und deines Sohns sich freuet, das so, wie er, die Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet, ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freu'n in jenem höher'n Leben. 5. Drum laß mich jene Herrlichkeit, Gott, stets 7. Zu diesem Sinne wollst du mir, Gott, Muth und Kräfte geben, damit ich immer möge hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein geprüftes Kind, zu jener Freude gehe. 4. Auf kurze Zeit bin ich nur hier; dieß laß mich nie vergessen! Nur wenig Tage 3. Lobsinge, Mensch, hast du mir zur Uebung zu gemessen; schnell, wie ein Traum, sind sie vollbracht, und dieser schönen Erde Pracht wird dann auch mir vergehen. lobsinge dem Gott, dem Preis und Ruhm gebührt, dem Schöpfer aller Dinge, dem Herrn, der weislich fie regiert! Er rief auch dich ins Leben, und lehrte deinen Geist, mit Muth nach 1* Mel. 123. Nun lob, mein Seel, den ic. 4 Bestimmung des Menschen, Allem streben, was groß und edel heißt; verlieh dir hoher Gaben und reger Kräfte viel; denn glänzend und erhaben ist, Sterbli: cher, dein Ziel. 2. Was sind die Seelenkräfte des Thier's, das nicht vernünftig denkt? Auf thierische Geschäfte sind sie vom Schöpfer eingeschränkt. Es kann bei blinden Trieben, die es befolgen muß, nichts suchen und nichts lieben, als sinnlichen Genuß; steht auf der Schöpfung Leiter, o Mensch, tief unter dir, und steiget hier nicht weiter; du bleibst sein Herr scher hier. 3. Mit edlern Fähigkeiten, die ewig wachsen, prangest du, und an Vollkommenheiten nimmst du durch Fleiß und Uebung zu. Du mehrst der Weisheit Schähe, indem du täglich lernst, vollbringst des Herrn Gese: tze stets leichter, ist dir's Ernst. Du darfst nur stand haft ringen, so stärkt sich deine Kraft, dich selber zu bezwingen, und du wirst tu gendhaft. 4. Ja, legst du deine Mängel bey steter Selbstveredlung ab, so prangst du dort als Engel, umfaßt gleich deinen Staub ein Grab. Dort sieht dein Geist stets heller, was er hier dunkel sah, und wächst im Guten schneller, als es einst hier geschah. Hier wandelst du auf Erden, als Kind, an Gottes Hand, um dort ein Mann zu werden, an Kraft und an Verstand. 5. Groß ist dein Seelenadel; dein Ziel ist die Vollkommenheit. Ein Leben ohne Tadel führt dich, o Mensch, zur Seligkeit. Heil ewiglich dem Frommen! Er folget immerdar dem Jesu, der vollkommen, wie Gott, sein Vater, war. Drum wird er einst, erhoben hoch über Tod und Grab, den Gott vollkommen loben, der Menschenwerth ihm gab. 6. Lobsinge, Mensch, lobsinge dem Herrn; denn ewig ist dein Loos! Sen thätig, strebe, ringe, so wirst du edel, gut und groß. O, trag' der Leiden Bürde getrost, als Christ und Mann, weil sie des Geistes Würde erhöben soll und kann. Stets Religion, Bibel. vorwärts, nie zurücke! Dieß so bleibt am Himmelsglücke muß dein Wahlspruch seyn; der schönste Antheil dein. Mel. Ewigkeit, du Donnerwort zc. $ 155 54 5 dp pr Gedanke vol- ler Seligkeit! Gedanke Was wär' mein Daseyn ohne dich? Mit welchem **** der Unsterblichkeit! Du stärkster Trost im LeSchauder würde mich die Zukunft oft durch- beben! Umsonst er- hö- be sich mein Herz zum Himben! # mel bei so manchem Schmerz. 2. Jch irrt' ein dunkles| und seufzt nicht, tief in Thal hinab bis an mein Staub gebückt, die Tugend schreckenvolles Grab, das Ziel von meinen Thränen? Was wäre meines Lebens Glück mehr, als ein flücht' ger Augenblick, mehr, als ein banges Sehnen? Was sind die Freuden dieser Welt, wenn ew'ge Nacht uns einst befällt? 3. Und ist der Leiden große Zahl in diesem dun-| keln Pilgerthal nicht oft das Loos des Lebens? Ist nicht das Laster oft beglückt, oft vergebens? Wird nicht der Wahrheit hoher Werth oft von des Irrthums Nacht entehrt? 4. Heil mir, daß mich mein Gott erschuf! Die Ewigkeit ist mein Beruf, und hier das erste Leben. Zwar diese Hülle fällt einst ab, und Asch und Moder füllt mein Grab; doch wird mein Geist sich heben, erheben über Grab und Staub, unsterblich, feines Grabes Raub. Bestimmung des Menschen, 5. Heil mir, mein frohes| mach des Lebens folgen Alle Aug' erblickt die Brüder, nach. Es ist nun ausgelitdie, der Erd' entrückt, vor ten; und meinem Blick entmir den Sieg erstritten. hüllt sich dann der Gottheit Nach überstandnem linge großer, weiser Plan. 6 5. Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ ic. # € Er de ward mein Leib erbaut, und 2us Doch weiß mein Geist, der Gott vertraut, daß 自 wird auch wieder Erde. Er, mehr als Staub, er nicht sterben werde. $ er, Gottes Hauch, wird nach dem Tod auch F leben; schweben, schweben wird er zu Gott, und auch Gott außerm Leibe leben. 2. Mein Leib denkt nicht, mein Geist allein kann den ken, kann begehren; deß, was nicht sichtbar ist, sich freu'n, Gott kennen und verehren; in dem, was er durch ihn empfand, dich, o mein Schöpfer, finden, dich empfinden, und durch der Liebe Band sich selbst mit dir verbinden. 3. Du bautest eine Hütte mir, Gedanken da zu sammeln, und da zuerst, mein Gott, von dir, und deiner Huld zu stammeln, und, immer mehr veredelt, mich in deinem Lob' zu üben, und getrieben von deinem Geiste, dich stets inniger zu lieben. 4. Ach, viele Heiden Religion, Bibel. wußten's nicht, weil sie, ver: hüllt in Schatten, nicht dei ner Wahrheit Sonnenlicht, dein Wort, o Gott, nicht hatten; ich aber weiß es! Welch ein Heil! Mag doch, was Staub ist, sterben und verderben; mein beß'rer, höh'rer Theil, die Seele, kann nicht sterben. 5. Nicht sterben, ja, nicht sterben! Gott, des bes sern Lebens Glauben soll keines Läst'rers Wahn und Spott aus meinem Herzen rauben! Ich werde sterben; aber dann wird Gott zu sich mich führen, triumphiren wird meine Seel', und kann im Tode nicht verlieren. meinen 6. Soll nicht verlieren; mehr dereinst, als ich mit al: len Sinnen genieße, wann du, Gott, erscheinst, durch Tod Tod gewinnen! Ich jauchze, daß ich ewig bin; denn nur mein Leib wird sterben! Gottes Erben ist dieser Tod Gewinn; die Seele kann nicht sterben! 7₁ Mel. 58. Freu dich sehr, o meine 2c. sen Traum der Zeit; nur zu ihrem eiteln Glücke, aber nicht zur Seligkeit? Ift, was in mir denkt, ein Hauch? Schwindet es, wie Dunst und Rauch, wann des Todes letzten Siegen alle Kräfte nun erliegen? 2. Bin ich, wann ich sterben werde, völlig der Verwesung Raub? Dieser Leib, ich seh's, wird Erde; ach, ein bald verwester Staub! erreicht' ich hier mein Ziel, hätt' ich alles Selbstgefühl, alles Leben dann verloren: lieber wär' ich nicht geboren. 3. Ist dieß Leben nicht zum Leben einer bessern Welt der Pfad; sagt, warum mir's Gott gegeben, mir Vernunft gegeben hat? Glücklich wär' ich, nähm' er mir's, gäbe mir die Lust des Thier's, daß in Freuden hüpft und spielet, und den Tod nie voraus fühlet. 4. Seyn und dann vernich tet werden: Mitternachtgedanke, fleuch! Oder, ihr Gewürm' auf Erden, neidisch seh' ich hin auf euch! Denn was hülfe mir der 6. Schuf mich Gett für Flug, der so oft zu Gott mich Augenblicke? Blos für die: trug, wenn ich ganz im Tode 8 Bestimmung des Menschen, stürbe, ganz, des Todes Raub, verdürbe? 5. Nein, Verächter, mei nen Glauben, daß ich nicht ganz sterblich sey, soll kein Blendwerk je mir rauben, keines Leichtsinns Spötte: rei! Meine Seele ist kein Rauch, ist ein Funken, ist ein Hauch, den ich von dem Schöpfer habe, ihn verweht kein Sturm im Grabe. 6. Geist! das ist mein hoher Name. Dieser Leib ist Hülle nur; einst des edlern Leibes Same auf der Auferstehung Flur! Wie ein Sa: menkorn verdirbt, Frucht zu tragen, also stirbt auch mein Leib, ein höh'res Leben ei nem edlern eim zu geben. 7. Nein, Gott schuf nicht unsre Seelen blos für einen Augenblick; schuf sie nicht, um sie zu quälen; schuf sie für ein ewig Glück. Nur für dieses schuf er sie; Seelen, Seelen sterben nie; selig machen, oder richten, wird er sie, und nicht vernichten! 8. Dieser heiße Durst im Herzen nach der Unvergänglichkeit; dieser Drang in Leid und Schmerzen nach der Heimath aus der ZeitZeugen, Bürgen sind sie mir, daß ich mich, mein Gott zu dir, daß ich einst, wohin ich strebe, mich) erheb', und ewig lebe! 9. Du, o Schrecken, im Gewissen der Verbrecher; du, o Ruh', und, was Fromme nur genießen, hoher Friede Gottes, du— Zeugen, Bürgen send auch ihr, wann der Tod mich schre cket, mir, daß mein Geist nicht sterben werde, wann der Leib zerstäubt zu Erde. 10. Dank't es Jesu, Got tes Kinder, daß euch keine Zukunft schreckt; daß des Todes Ueberwinder einst die Schlummernden erweckt! Euch empfängt, send ihr ihm gleich, wann ihr sterb't, ein himmlisch Reich, wo zu einem bessern Leben Gott die Seinen wird erheben. 11. Ewig, ewig werd' ich leben; sicher der Unsterblichkeit, streb' ich), mich empor zu heben über jeden Traum der Zeit. Wandeln will ich vest und still, jeden Pfad des Rechts, und will unverrückt zum Ziele streben, hier schon für den Himmel leben! Religion, Bibel. A 09 12. Aber, daß mein Flug, nichtung Raub? Der uns nicht wanke, stärke mich, o Gott, dein Wort, und der selige Gedanke: dort ist meine Heimath, dort! Dort ist weder Schmerz, noch Leid, Wonne nur und Herr lichkeit! Dort, o Gott, vor deinem Throne meines Kampfes Preis und Krone. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. das Seyn gegeben, erhält, was er uns gab; schafft aus Verwesung Leben, lockt Keime aus dem Grab.m 4. Nach einem höhern Ziele strebt hier mein Geist schon früh'; doch, ach, so sehr ich ringe, erreich)' ich es doch nie. Wozu der Muth, dies Streben, der Keim voll hoher Kraft? Für diese Spanne Leben? Wie klein, 7. Unsterblichkeit! Ge- wie räthselhaft! danke, der meinen Geist be lebt, und in der Trübsal Stunden ihn zu den Sternen hebt! Du strahlst mehr, als die Sonne, mir Licht und Wärme zu; mein Glück und meine Wonne, mein höchster Stolz bist du! 2. Ich sterbe nicht auf ewig, sonst wäre Leben Qual. Ich komme, nach dem Tode, zu Freuden ohne Zahl. Es stammt vom Herrn des Lebens dies süße Vorgefühl. Er gab mir's nicht vergebens; ich seh' mein höh'ras Ziel. 5. Der Geist des Menschen strebet nach Wahrheit und nach Licht; doch, ach, er strebt vergebens, hier findet er sie nicht. O, dieser Durst nach Wahrheit wird dort, nur dort gestillt, wo einst, in größ'rer Klarheit, der Born der Wahrheit quillt. 6. Hier weinet oft die Tugend, verkannt, verfolgt, geschmäht, indeß des Lasters Sklave sich stolz im Glücke bläht. Dort über Sternen thronet, er, der Gericht einst hält. Die Tugend wird belohnet, in einer bessern Welt. $ 751 3. Vernichtet wird auf 7. Deß freu't sich meine Erden auch nicht der kleinste Staub. Thor! und des Men schen Seele wär' der VerSeele, die vor Erwartung glüh't. Hoch tonet noch am Grabe der Sieger Jubellied. 10 Bestimmung des Menschen, Ich weiß, an wen ich glau| hin; die Frühlingssonne läbe, weiß, was mir Gott verheißt: der Leib nur wird zu Staube, unsterblich ist mein Geist. chelt, und Wald und Fluren blüh'n. O Bild vom bessern Leben! Du Flur im Frühlingskleid! Mein Haupt werd' ich erheben im Lenz der Ewigkeit. 8. So sterben Wald und Fluren im Winterschlaf da: 8. $ Mel. Nun sich der Tag geendet hat ic. Heil dem, der dich, Re- li- gi- on, durch Wort R # podre und That bekennt! Denn ihm gewährst du Se: ligkeit, die keine Sprache nennt. 2. Doch dem nur, der von Herzen dich bekennt, dem Frömmigkeit, dem wahre Tugend heilig ist, der ihr sein Leben weiht; 3. Der nicht nach leerem Schatten greift, vom Glauben nicht blos spricht; nein, auch des Glaubens Früchte bringt, das Gute thut aus Pflicht. de 4. Den, göttliche Reli gion, führst du mit Mutter hand durchs Pilgerleben hin, und bringst ihn einst ins Vaterland ora 5. Schon hier wird jede Freude ihm verschönert, je des Glück erhöht; denn inn': re Seelenruh' erheitert ſei nen Blick. 6. Und trübt sein Himmel sich, verbirgt die Sonne sich, so hellt ein Strahl von Gottes Licht ihm auf die schön're beß're Welt. 7. Mit Muth geſtählet, wird er selbst dem Tod' entgegen seh'n; er weiß: durch Gräber werden wir zum höhern Leben geh'n. 8. Gott, laß uns die Religion, Bibel. 11 Religion stets theu'r und des Lebens Sonne, vor uns heilig seyn, und laß, bei wahrer Frömmigkeit, uns ihres Segens freu'n! ins Todesthal hinab! Du ziehst um uns der Hoffnung Band, wir geh'n getrost an deiner Hand. Mel. 181. Er starb, der größte ic. 9. Neligion, von Gott gegeben, wie bist du unſerm Herzen werth! Ach! traurig ist das Erdenleben für den, der deinen Trost entbehrt: du gibst uns Trost in jeder Noth, besiegst die Furcht vor Grab' und Tod'! 2. Du bist es, die uns Gott erkennen, uns unsern Schöpfer lieben lehrt; wir dürfen ihn nun Vater nennen, und hoffen, daß er uns erhört, uns Muth und Kraft zur Tugend schenkt, und unser Aller Schicksal lenkt. 3. Du lehrest unsern Geist vest glauben, er lebe fort in Ewigkeit; die Hoffnung soll uns niemand rauben, die Hoffnung der Unsterblich keit. Und wo uns nichts mehr trösten kann, da fängt dein rechter Trost erst an. 4. Religion, des Lebens Wonne, begleite du uns bis an's Grab; einst strahle du, Mel. 519. Gott des Himmels 2c. 10. Theures Wort aus Gottes Munde, das so edle Früchte trägt, dich allein hab' ich zum Grunde meiner Seligkeit gelegt. In dir treff ich Alles an, was zu Gott mich führen kann. 2. Mich ergreifet jenes Lebens Freude, süßes Vorgefühl meines Denkens, meines Strebens, dort an meines Laufes Ziel, wann mein Blick, durch deine Macht, dringet durch des Todes Nacht. 3. Du mein höchstes Gut auf Erden, Führer zur Vollkommenheit! möcht' ich durch dich weiser werden hier in dieser Prüfungszeit! Heil mir! deiner Weisheit Sinn führt zu hoher Würde hin. 4. Geist vom Vater und vom Sohne, du, o meines Gottes Geist! fordern konnt' ich's nicht zum Lohne, was Depumung ves du durch dein Wort mir reichst; freie Güte war's, daß du dieses Licht mir sandtest zu. 5. Möcht' ich mun auch recht erkennen deiner Gabe hohen Werth, und von from mem Eifer brennen, auf das, was dein Wort mich lehrt, voll von heil'gem Andachtssinn, meinen Geist zu richten hin! 6. Möcht' auf seine Tu gendlehren, Lehren der Unsterblichkeit, allezeit ich achtsam hören, daß nicht Welt, nicht Eitelkeit, mich von Gottes Wegen zieh'n, an des Lasters Abgrund hin. 7. Was ich lese, möcht' ich's merken, was du sagst, möcht' ich es thun! Wird dein Wort den Glauben stärken, möcht' es dabei nicht beruh'n! Soll er wahr und lauter seyn, sey auch Herz und Wandel rein. menjayen, 9. Jesus, dein so edles Leben, deine Tugend, deine Treu', möchten sie mir Eifer geben, daß auch ich, mit heil'ger Scheu, hier stets vest im Glauben steh', bis ich dort zum Schauen geh'. Mel. 214. Liebster Jesu, wir sind hier 2c. 8. Möchten alle meine Wege nur nach dieser Nicht: schnur geh'n! Wort, das ich zum Grunde lege, vest, wie Felsen, sollst du steh'n, daß mein Herz auch Trost und Rath in den Leidenstagen hat. - 11. Theuer sey mir allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre. Gib, daß ich mit Folgsamkeit treulich ihre Vorschrift ehre, dem, was sie verheißet, traue, vest mein Hoffen darauf baue. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und, nach seinem heil'gen Willen, unsre Pflichten treu erfüllen. 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du ins Licht gestellt; und durch deines Geistes Gaben bringst du es in unsre Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde groſ sen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Religion, Diver. Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unsrer Sünden gnädige Vergebung fin den. nen Lobgesang, den ich, hocherfreut, dir singe. Du, du heilst auch mich, aus Gnaden, von der Sünde großem Schaden. do sid 8. Köstlicher, als Gold, 5. Huldreich rufest du uns zu: komm't zu mir, beschwerte Seelen, es soll euch, zu sey mir, was dein göttlich eurer Ruh', nicht am Troste| Wort mich lehret. Dank, ja, bei mir fehlen, wollt ihr an ders von mir lernen, euch son Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend, tausend Zeugen, die, zu deines Namens Ruhm, dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfüllest, und der Seele Kummer stillest. 7. O, nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Chrfurcht bringe! Höre mei ewig Dank sey dir für den Trost, den du gewähret! Werd' ich einst zu dir erhoben, will ich würdiger dich loben. 2 9. Stets, so lang' ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deinem Worte handeln. So nimmst du mich einst, im Scheiden, auf zu Scheiden, auf zu deinen hö hern Freuden. Mel. Ach Gott und Herr ic. 12.€ + E Sott ott ist mein Hort, und auf sein Wort |*****|*||[[*] i soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein $ Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr;| Kräfte schmecken; laß keinen laß immerdar mich seine Spott, o Herr, mein Gott, reprmmang vev mensuyen, mich von dem Glauben schrecken. bad 3. Wo hätt' ich Licht, wo fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie, verstünd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblich keit und Leben. Zur Ewig keit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger Nath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dieß Licht nicht durch dein Wort er schienen. 6. Nun darf mein Herz, in Reu' und Schmerz der Sünden, nicht verzagen. Nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist, ein glaubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch mei ne Müh' vermag ich's nie, dein Wort giebt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dieß Wort! denn du hast's uns gegeben. Es sey meinTheil; es sey mein Heil, und Kraft zum ew'gen Leben. Mef. 165. Gott, du from O m mer Gott 2c. 13. Soll dein verderb tes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; bedenke, daß dieß Wort, zum Heil der ganzen Welt, von Gott gegeben ist, und seinen Rath enthält. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertrau'n, und mit dem frommen Ernst, in ihm dich zu erbau'n. 3. Sprich) fromm: o Gott, vor dem ich meine Hände falte, gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll versteh'n, auch stets das Göttliche in deiner Lehre seh'n! 3. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft, du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, wenn Rengion, Diver. man sie redlich sucht, gewiſsenhaft sie liebt. 5. Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräf ten. Des Abends stille Ruh', des Morgens Heiterkeit, und dann der Tag des Herrn, der sen der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tag's oft in dein Herz, im Stillen oft zurüdke; empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollzieh'n. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu-sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut, dann wirst du inne werden, die Lehre sey von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort versteh'n, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimnißvoll, so laß dich dieß nicht schrecken. Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken; Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt; so glaube, was er spricht, nicht, was dein Wiß begehrt. 9. Auch seines schwachen Lichts nicht stolz sich überheben, fern von Vernünftelei, Gott dann die Ehre geben, wann er sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, das glauben, was Gott spricht. 10. Drum laß dich, frommer Christ, durch keine Zweifel kränken. Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken. Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Schrift. Und sieh'st du Dunkelheiten; so laß dich deinen Freund, der mehr, als du, sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilverlangend Herz, hebt manche Dunkelheit. 12. Halt' vest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist! dein Glück im HimVerachte, mel werden. christlich groß, des Bibelfeindes Spott; die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Glaubenslehre. I. Von Gott und seiner Schöpfung. Miel. 64. Wie selig bin ich,| da für mich gewacht, als ich wenn mein Geist 2c. im Dunkeln schlief. fuis chat 4. Und wenn ihn nicht er 14. Ein Gott ist, ruft reicht mein Flug, mein Geisſt ihn nicht ermißt; so ist's dem Herzen schon genug, daß er mein Vater ist. mir Alles zu, laut sagt es mir mein Herz. Wo fänd ich, ohne ihn, wohl Ruh', wo Trost bei Leid und Schmerz? 2. Zwar fassen kann ihn nicht mein Geist, wie er sich auch bestrebt, ihn, den das Heer der Sterne preist, vor dem die Erde bebt; 3. Jhn, der, mit unbe gränzter Macht, mich in das Daseyn rief, und der schon 15. ' 5. Dieß trocknet mir die Thränen ab, erhellt das Dunkel hier, und gibt mir Muth, wenn nun das Grab sich öffnet unter mir. 9. Ein Gott ist, wohl mir, daß mein Herz dieß innig fühlt und glaubt! Es wäre mir bei Leid und Schmerz sonst jeder Trost geraubt. Mel. Kommt her, spricht Christus 2c. € 1 Wie ie könnt' ich zweifeln, daß du bist, o Gott, der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Von Gott und seiner Schöpfung. 17 Lebens. Zu sichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts, 11. nichts ist hier vergebens. 2. Wohin auch nur mein| nung noch erhält, mit WeisAuge blickt, da seh' ich Ord nung, die entzückt, im Grof sen und im Kleinen; ich sehe, ganz erstaunt seh' ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu Einem Ziel' vereinen. heit sie regieret. Du bist es ,. der, nach seinem Rath, auch uns auf unsers Lebens Pfad'. mit weiser Gnade führet. 6. O, wohl mir, Höchster, daß du bist, und diese Welt 3. Eins muß dem Andern nur dein Werk ist! Nun ist nüßlich seyn, daß Alle sich gewiß mein Leben nicht eides Daseyns freu'n, die sich nes blinden Zufalls Spiel; empfinden können. Und wie? ich darf nach meiner WünDoch wäre die Natur und ih- sche Ziel' nun nicht vergeb re weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? lich streben. 4. Nein, wahrlich! nicht vom Ohngefähr entstanden Himmel, Erd und Meer; so konnte nichts entstehen! Du sprachst ein Wort, da ward, was ist; und einzig darum, weil du bist, ist Alles, was wir sehen. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält, und nicht die schnöde Lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 5. Du bist's, der die ge schaffne Welt in ihrer Ord 8. Drum soll es stets mir Freude seyn, dir, Gott, mein ganzes Herz zu weih'n. Von Gott und seiner Schöpfung. 18 zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth hier reichen Trost, und nach dem Tod des Himmels Wonne geben. Mel. 429. Wachet auf, so ruft die zc. 3. Oben wölbt er seinen Himmel; aus Wassern unter seinem Himmel wird jede Wolk' ein hangend Meer. Wasser deckt der Erde Hö hen; es flieht auf sein allmächtig Wehen, und überströmet sie nicht mehr. Er hemmt der Fluthen Lauf; enthüllet steigt herauf Got tes Erde, sein Eigenthum, sein Preis und Ruhm, und seines Sohnes Eigenthum. 16. Betet an, laßt uns lobsingen, und Ruhm und Dank dem Schöpfer bringen, dem Allerhöchsten Ehr' und Macht! Betet an! Er hat erschaffen. Frohlock't, frohlock't, er hat erschaffen. Ihm werde Lob und Preis gebracht! Die Engel sind durch ihn; die Menschen sind durch ihn; Preis dem Schöpfer! Er schuf die Welt, die er erhält; es rühm', es preis ihn seine Welt! 4. Er gebeut: der Erde Felder, und Hügel, Thäler, Berg' und Wälder blüh'n fruchtbar durch sein Wort voll Macht. Seine Sonn' in hoher Ferne regiert den Tag, und Mond und Sterne regieren still die ernste Nacht. Er spricht, da lebt im Meer ein tausendfältig Heer. Preis dem Schöpfer! Auch singt und ruft das Volk der Luft zum Schöpfer, der's zum Leben ruft. 2. Er verließ die erste Stille, die Welt zu schaffen; was sein Wille aus freier Huld beschloß, geschah. Als er schaffend rief: Es werde! da ward der Himmel, stand die Erde zum Preise seiner Güte da. Der Allmacht erster Sohn, der Engel jauchzte 5. Sag't, wer schuf auf dem Gefilde das Thier; wer war es, der dem Wilde die Fesseln aufgelöset hat? Sag't, wer schon: Preis dem Schöpfer!| gab den Wüsteneien zum Doch schien noch nicht der Welt sein Licht; er sprach: Es sey! da ward es Licht. Herrn, der Thiere Furcht, den Leuen? Der Ew'ge, groß von Rath und That. Das Von Gott und seiner Schöpfung. 19 ist nur er, kein Andrer, Gott. kühne Roß, der Stier dankt,| Gott! der Herr ist Gott! Es Herr, sein Daseyn dir! Alles jauchze: der Herr ist Gott, der Herr ist Gott! Er ist der Schöpfer, er ist Gott! 6. Tiefer betet an, und bringet der Lobgesänge mehr, und singet gewaltigern, er habnern Dank! Ich will, sprach er, Menschen schaf fen, nach meinem Bilde sie erschaffen! Und Adam ward, erstaunt' und sang: Gott ist mein Schöpfer, Gott, ich ward auf sein Gebot. Preis dem Schöpfer! Der Herr ist 7. Ewig wollen wir lob singen, und Preis und Dank dem Schöpfer bringen, dem Allerhöchsten Ehr' und Macht! Denn er hat auch uns erschaffen; zu seinem Ruhm auch uns erschaffen. Ihm werde Lob und Preis gebracht! Wir sind, o Gott, von dir. Frohlockend jauchzen wir: Preis dem Schöpfer! Er schuf die Welt, die er erhält, es rühm', es preis ihn seine Welt! Mel. Mein's Herzens Jesu, meine Lust ic. 17.11 P We enn ich, o Schöpfer, deine Macht, die Lie: be, die für All- le wacht, od prit die Weisheit deiner Wege, so weiß ich, von Bean be tend über- lege; wund'rung voll, nicht, wie ich dich er- he- ben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! Von Gott und seiner Schöpfung. 2. Mein Auge sieht, wo: täglicher Beweis von deiner hin es blickt, die Wunder Güt' und Größe. deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Gott voll Macht und Herrlichkeit! Gott, deine Güte reicht so weit, so weit der Himmel reichet. 4. Dich predigt Sonnen: schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich), ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unserm Schöpfer Ehre! 20 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wunder: bar bereitet, der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater, sey gepreist, und alle Welt sag': Amen! Ja, alle Welt ehr' Gott, den Herrn, und hoff auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? Mel. 322. Herr Jesu Christ, $ 16 mein's 2c. 18.Wer Der mißt und zählt der Wesen Reih'n, die sich, o Schöpfer, deiner freu'n, zu dir hinauf als Vater seh'n, zu dir aus allen Welten fleh'n? 2. Unzählbar ist der See len Schaar, die einst an | Staub gefesselt war, und die, schon selig, unsre Welt nicht mehr in ihren Schranken hält. 3. So wird, durch deiner Allmacht Kraft, die immer neues Leben schafft, noch manch Geschlecht die Erde seh'n, und durch den Tod zum Leben geh'n. 4. Doch hier auf Erden nicht allein sind Wesen, die Von Gott und seiner Schöpfung. noth sich deiner freu'n, die auf zu, seinen Fesseln hier entreißt; dir, dem Vater, seh'n, und Glück und Heil von dir er flehn. dann werd' ich unter ihren Reih'n auch ihnen gleich und selig seyn. 7. Preis dir, o Vater! dessen Ruf mit ihnen mich verschwistert schuf, und nur dem Leibe hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. 09 5. Zu deines großen Namens Ehr' schufst du der Geister zahllos Heer; durch deine Huld sind sie geweiht zu unnennbarer Seligkeit. 6. Wann einst, auf deinen Wink, mein Geist sich 19. Mel. Ich dank' dir schon xc. 21 Mit heil gem Schauer blick ich, Herr, zu ‡ deines Himmels Höhen, wo Sonn' auf Sonne, + $ Welt auf Welt, von dir geordnet, stehen. 2. Wie schön, wie herr:| losen Raum der fernsten lich leuchtet mir, aus uner: Sonnenheere mißt kein Ermeßner Ferne, des Mondes schaffner; ihre Zahl gleicht fanfter Silberglanz, das der des Sands am Meere. milde Licht der Sterne! 2. Vom Staube wag' ich's, hinzuschau'n, wo deineSonnen glänzen; und forschend sucht mein Auge dort, Herr, deines Reiches Gränzen. 4. Umsonst! den gränzen 5. Nur du, o Unermeßlicher, zählst ihre Millionen; du segnest hier, du segneſt dort, wo frohe Leben wohnen. 6. Auch dort ist deines Reichs Gebiet erfüllt mit 22 Von der Erhaltung und höhern Wesen; und sie, wie ich, sind, Herr, durch dich, zur Ewigkeit erlesen. 7. Frei werd' ich einst, mit II. Von der Erhaltung und Regierung der Welt; oder von der göttlichen Vorsehung. Regierung der Welt; ihnen, mich von Sonn' zu Sonne schwingen; mit ihnen, Weltenschöpfer, dir, Dank, Preis und Ehre singen! Mel. 74. Wie leuchtet uns der 2c. 3. Wie sie so herrlich sind, so schön; einmüthig Alle Gott erhöh'n, und seine 20. Fleug auf, mein Größe preisen! Wie Alle Jubel sind und Dank; ein hoher lauter Lobgesang dem Gütigen und Weisen! Ach, wie könnt' ich fühllos schweigen; solcher Zeugen Lob vernehmen, und doch seines Ruhms mich schämen! Psalm, mein Lobgesang, Anbetung Gott, und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört auch Menschenlieder gern, wenn gleich die Engel ihrem Herrn viel höh're Psalmen singen. Darum hat er mit den Heeren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch dich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit! Er sprach zu seinen Himmeln: Seyd! und zu dem Erdkreis: Werde! Gleich standen da, voll Reiz und Pracht, vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen, und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 4. Für wen hat Gott, gleich einem Zelt, die Himmel über seine Welt so künste lich ausgebreitet? Wer nützt die Erde mehr, als ich? Hat sie mein Vater nicht für mich gegründet und bereitet? Lächeln mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich) für mich von seinem Segen? 5. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wenn tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das oder von der göttlichen Vorsehung. Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf blumenreichen Triften? Quellen rieseln; Winde wehen, Flüß und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 6. Noch strahlt mir unge schwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken. Noch hat sie Freuden g'nug für mich, bleibt immer schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Eher werden auch die Werke sei ner Stärke nicht veralten, bis er kommt, Gericht zu halten. 7. So hat mein Gott an mich gedacht; hat über sie, 21. 23 durch seine Macht, zum Herrscher mich erhoben. Mir, mir gab seine Schöpferhand Gefühl, Bewußtseyn und Verstand, ihn würdiger zu loben. Rühm' ihn, Seele! Jauchzend halle, von dem Schalle deiner Lieder, Got tes Erd' und Himmel wieder! 8. Das Kind, der Jüngling und der Mann, die ganze Schöpfung bet' ihn an und seiner Wunder Menge! Ström't hin aus meiner vollen Brust, ström't hin, Empfindungen voll Lust, in hohe Dankgesänge! Schöpfer, Vater, dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine tiefgerührte Seele! Mel. Ein' veste Burg ist unser Gott 2c. € ✰ Durch dich, o Schöpfer, kann die Welt, So lan ge sie dein Arm er hält, 2 ind allein durch dich, bestehen. Du Urquell aller wird sie auch nicht vergehen. * Kraft, du bist's, der Alles schafft; von dir, von 24 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; CHIA dir allein kommt Leben und Gedeih'n, dich + preisen unsre Lieder! jüngt sich wieder dar, was unser Aug' entzücket. 2. Noch strahlt der Sonne| noch stellt in jedem Jahr vermildes Licht herab aus hoher Ferne; noch weicht aus seinen Bahnen nicht das Heer zahlloser Sterne. Noch wird zu rechter Zeit des Mondes Licht erneut; noch wechseln Tag und Nacht, wie, Herr, es deine Macht von Anbe ginn geordnet. 5. Kein Same, Gott, kein Kraut vergeht, und kein Geschlecht von Thieren. So lange noch die Erde steht, soll keines sich verlieren. Du bist's, der in der Welt die Wesen all' erhält. Es pflanzet, auf dein Wort, sich jedes Würmchen fort in ungezählten Schaaren. 6. Die Thiere sind des Todes Raub, um nie zurück zu kehren; auch unsre Leiber. werden Staub, die Zeit wird sie zerstören. Und dennoch fehlen sie durch dich der Erde nie; es werden, wenn der Tod auch gleich Entvölk rung droht, sich Mensch und Thier doch mehren. 7. Ja, Gott, du forgst, als Herr der Welt, auch für des Menschen Leben. Du bist es, der es uns erhält; du hörst nicht auf, zu geben, 3. Noch bringen Frost und Schnee und Wind, und Reif und Thau und Regen, die deiner Güte Boten sind, den Ländern Heil und Se: gen. Noch strömet, auf dein Wort, des Lebens Quelle fort, und wenn die Ernte naht, rauscht noch die reife, Saat des Schnitters Arm entgegen. 4. Noch immer muß, auf dein Geheiß, der Herbst sein Füllhorn leeren, und nach des Winters Sturm und Eis der Frühling wiederkehren; noch immer würzt die Luft der Blumen süßer Duft; ab oder von der göttlichen Vorsehung. was unsern Leib ernährt, gewiß, du thust mir wohl, und unsre Kräfte mehrt. Wer sollte sich nicht freu'n, nicht dir sein Leben weih'n? Wer sollte dich nicht preisen? so lang' ich hier noch leben soll! Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht Mel. 125. Vater unser im das Land, doch nährt ihn deiHimmelreich 2c. ne milde Hand. Du schmückst die Blume königlich, die 22. Gott, deine weise nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie, weit mehr bin ich vor Gott, als sie! Macht erhält die ganze le: benvolle Welt; und aller Augen freuen sich, und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie alle liebst, und Allen ihre Speise gibst. 2. Kaum öffnest du die Hand, so fließt herab, was ihnen nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder un bekannt. 25 3. Auch mir gabst du, mein Herr und Gott, Ge sundheit, Kräfte, täglich Brot; gabst mir's mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 4. Ich bin's gewiß, du kannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bin's 6. Du schufst mich nicht für diese Zeit; mein Ziel, Herr, ist die Ewigkeit. Vernunft, und Freiheit gab mir Gott; für mich ging Jesus in den Tod; nichts, was die Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speis und Trank empfahn. Dem Sünder selbst, der dich verschmäht, gibst du sie ohne sein Gebet. Wie solltest du mein kindlich Fleh'n um Kleidung, Speis und Trank verschmäh'n? 8. Laß du mich nur genügsam seyn, und deiner Gaben mich erfreu'n, doch mehr noch deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen 2 26 Von der Erhaltung und Regierung der Welt. und selbst die reiche Quelle| Dürftigkeit vor Schmach bist, aus welcher jede Wohl- und Unzufriedenheit! Du SICH that fließt. nährst mich immer; Preis und Dank bring' ich dir, Gott, mein Lebenlang! 9. Bei deiner Gaben Ueberfluß erhalt' mich mäßig im Genuß; bewahre mich in 23.11 Mel. Was mein Gott will 2c. f Preist, Menschen, preift den Herrn der in Berg und Thal, in Wald und Welt! Seh't seiner Vorsicht Spuren, Durch seine Feld, in Wiesen und auf Fluren! I mittl Kraft, die nichts erschafft, was er nicht auch re +3 H gieret, steht alles da, wird fern und nah' sein Rathschluß ausgeführet. 2. Nichts läßt er durch| len. Ihm mangelts nicht an ein Ohngefähr, nichts ohne Macht und Licht, das Beste Zweck geschehen. Sein Wink zu erwählen. ruft die Geschöpfe her, sein Wink läßt sie vergehen, und was er thut, ist immer gut, 3. Nur er vertheilt der Kräfte Gang; in Menschen, Thieren, Pflanzen herrscht kann nie des Zweck's verfeh- BlOrdnung und ZusammenGiessen oder von der göttlichen Vorsehung. hang zum sichern Wohl des mich, wie könnt' ich jemals Ganzen. Der Bäume Laub, klagen? der feinste Staub, und Was ser, Luft und Erde zeugt, daß die Welt, die er erhält, 24. Der du mit starker nie leer an Segen werde. 4. Die dürren Felder tränket er mit Thau und mildem Regen; der Don ner fracht und rollt daher, und bringt den Völkern Se gen. Wir seh'n erfreut den Reiz erneut, der unsre Erde schmücket, und daß die Saat Gedeihen hat, wirkt er, der gern beglücket. Hand der Welten All regierest, und aller Sterne Heer in seinen Kreisen führest, du blickst mit Vaterhuld auch auf den Staub herab, dem deine Allmacht einst Gefühl und Leben gab. 2. So viel der Wesen sich auf deiner Erde regen, mit Vatergüte kommst du Jeglichem entgegen; doch hast du, Preis sey dir, der selbst den Wurm erquickt, vor allen das Geschlecht der Sterblichen beglückt! 5. Der Herr, der Welten Herr allein, läßt unsern Plan gelingen, gibt Kraft, der Tugend treu zu seyn, und Gutes zu vollbringen. Was uns gebricht, versagt er nicht, er will uns stets er freuen, wenn wir nur gern, ihm, unserm Herrn, hier unser Leben weihen. 6. Gott, was dein Rath mir nützlich fand, mag im mer mir begegnen. Mein Schicksal steht in deiner Hand; ich weiß, du willst mich segnen. Ja selbst im Schmerz soll nie mein Herz an deiner Huld verzagen. Ich kenne dich, du kennest 27 Mel. 223. Nun danket alle Gott 2c. 3. Ein Funke deines Lichts glüht auch in unsern Seelen; frei können wir, wie du, was recht und gut ist, wäh len; das Ziel, nach dem dein Wort, zu streben, uns gebeut, wir fühlen's tief entzückt, es heißt Unendlichkeit. 4. Du hast uns deinen Sohn zu unserm Heil gege ben; die Menschheit soll durch ihn stets höher sich er: heben; durch Thaten groß und gut, durch Wahrheit und 28 Von der Erhaltung und durch Recht in Zeit und Ewigkeit ein glückliches Geschlecht! 5. Zwar sank sie oft herab von ihrer hohen Würde; sie trug des Lasters Joch, sie trug der Thorheit Bürde; durch Vorurtheile blind, ge täuscht durch eiteln Wahn, entfernte sie sich oft, o Gott, von deiner Bahn. 6. Und ach, wie oft hat 25. Gott, von Frohge: Regierung der Welt; 9. Laß, wo noch Irrthum herrscht, die Wahrheit mächtig siegen, und Recht und Tugend nie auf Erden unterliegen; von jedem harten Druck', von jeder Tyrannei mach, o Allgütiger, mach' uns auf ewig frei! sie des Elends Druck empfunden, vor manchem Wütherich im Staube sich gewunden! Wie oft verströmte fie, gereizt durch eigne Wuth, in wildem Schlachtgetöf für einen Wahn ihr Blut. 7. Doch immer väterlich hast du sie, Herr, geleitet; in trüber Nächte Sturm ihr Licht und Trost bereitet; und wenn sie sich gedrängt von allen Seiten sah, warst du, der Rettende, mit deiner Hülf' ihr nah'. Mel. 194. Du, o schönes Weltgebäude ic. fühl gehoben, denken wir der alten Zeit, denken wir so mancher Proben deiner Huld und Freundlichkeit! Deine Weisheit, deine Stärfe, strahlt aus jedem deiner Werke, lehrt, voll Hoffnung und Vertrau'n, auf die Zukunft hin uns schau'n. 2. Rettung hat dein Arm bereitet uns am Tage der Gefahr; hat zum Lichte die geleitet, deren Pfad umnachtet war. Aus dem Dunkel schufst du Klarheit, zogst 8. O, leit' auch ferner sie, hervor aus Wahn die Wahrdurch deine Huld und Gna- heit, und der Väter Thräde, der Tugend sichre Bahn, der Weisheit lichte Pfade, daß sie, von dir geführt, beseliget durch dich, mit kühnem, freiem Flug', stets höher schwinge sich. nenblick gründete der Kinder Glück. 3. Ewig weis und ewig milde, waltest du, Allmächtiger, deckest, wie mit einem Schilde, deine Kinder um oder von der göttlichen Vorsehung. dich her, wenn sie mit ent schlossnem Muthe für das Wahre, für das Gute vest und treu im Kampfe steh'n, und auf dich voll Hoffnung seh'n. 4. Siegen muß die gute Sache, unter deinem Schutz ist sie! Mag des Frevlers wilde Rache schnauben, er vertilgt sie nie. In den grau: envollsten Stürmen fannst du Licht und Tugend schirmen. Frevler, eure Macht ist Spott! Eine veste Burg ist Gott! 29 7. Drohet ihr mit Skla venketten; selbst in Fesseln bleibt sie frei; und es eilet, sie zu retten, ihr Befreier bald herbei! Und er hat mit euern Waffen, euern Waffen, Schwert und Feuer, nichts zu schaffen, Wahrheit siegt durch inn're Kraft; Gott ist's, der ihr Sieg verschafft! der 8. Ja, du hilfft ihr kämpfen, siegen. Mag des Frevlers Trug und List, mag Irrthum sie bekriegen; der du selbst die Wahrheit bist, du läßt sie nicht untergehen, ewig wird ihr Reich bestehen. Immerfort hat deine Macht sie im schwersten Kampf bewacht. 5. Stirbt die Wahrheit in den Flammen? Sinkt die Tugend in der Fluth? O, ihr könnt nur den verdammen, der die Wahrheit liebt und thut. Aber wird sein Blut euch nützen? vor der Wahr: heit Macht euch schützen, die, je mehr ihr sie entehr't, sich nur herrlicher verklärt? 6. Aus des Kampfes heißer Gährung tritt sie rein und ungetrübt, wie des rei nen Goldes Währung in der Flamme sich ergibt. Frucht: los strebet ihr, Tyrannen, Licht und Wahrheit zu verwas den angehört, wird nicht mit 26. Was Gott erschuf, dem Leib zerstört. was er erhält im Himmel 9. Auf denn, huldiget dem Wahren, huldiget dem Gu ten gern! Zu den drohendsten Gefahren ist des SchüBers Arm nicht fern. Lieb't im Pilgerlauf hienieden nur die Wahrheit und den Frieden, bis euch in der bessern Welt ihre Sonne ganz erhellt. Mel. 236. Was Gott thut, das ist 2c. 30 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; und auf Erden, dieß Alles kann in seiner Welt und soll vollkommen werden. Zum Bessern hin treibt Gottes Sinn; drum lasset, mit Ent zücken, uns in die Zukunft blicken. 2. Einst strahlt der Wahr: heit reines Licht den Men schenseelen heller; dann täuscht sie Wahn und Irrthum nicht, des Geistes Blick sieht schneller. Nach Gottes Rath muß jede Saat der Wahrheit einst gedeihen, und ihrer Frucht sich freuen. 5. O, dieser sel' gen Hoffnung voll, laßt uns hier Saaz ten streuen für Wahrheit und für Menschenwohl, und ihrer Frucht uns freuen. In einer Welt, die Gott erhält, da müssen Tugendsaaten blüh'n, reifen und gerathen. 3. Und glänzt nur erst dieß hell're Licht, dann werden Menschen leben, 6. Deckt uns des Grabes Hügel schon, noch leben uns die, ganz erwärmt für ihrere Brüder; der Tugend und Religion erschallen ihre Lie: der. Auch unser Geist im Himmel preist, mit unſern Erdenbrüdern, dich, Gott, in höhern Liedern. Pflicht, nach reiner Tu gend streben. Von Zeit zu Zeit wird Sittlichkeit in Gottes Welt sich heben, Vernunft den Sieg erstreben. 27. una 4. Wir denken dieser fro hen Zeit, und seh'n, im Geist, auf Erden, die Menschen rein'rer Seligkeit durch Tugend würdig werden. Ja unser Blick sieht Menschenglück in Zukunft schöner blühen, und Noth und Elend fliehen. Mel. Allmächtiger, wir singen dir zc. 트위 x€ € & 8 8 strömt, o Gott, aus deiner Hand Durch dich erhebt sich Meer und Land den Völkern Heil entgegen. Mit weiser Güte theileft zu Fruchtbarkeit und Segen. oder von der göttlichen Vorsehung. 31 du, was diesem fehlt, dem Andern zu, um Alle 1990 zu beglücken. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand, wodurch die Reiche blühen; du weckst die Weisen in dem Land', und segnest ihr Bemühen, du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bist's, der jedem Kraft verleiht, um nüßlich hier zu werden. 3. Als milder Geber zeigst du dich den Völkern aller Lande, und du verknüpfst sie unter sich durch deines Se gens Bande. Von Land zu Land, von Ort zu Ort strömt deines Segens Quelle fort, die Völker zu beglücken. 4. Du gibst den Schiffen ihren Lauf auf Strömen und auf Meeren, und hilfsft dem Flor der Handlung auf, viel Tausende zu nähren; zeigst überall und allezeit zur Nothdurft, zur Bequemlich keit dem Fleiße sichre Wege. Mel. 1. Es ist gewißlich zc. 5. Du zeichnest ihren Wir 28. Du bist ein Mensch, kungskreis den Bürgern die- und Gott hat dir, was künfser Erde, daß jeglicher, durchtig ist, verborgen; dein Herr seinen Fleiß, dem Andern nützlich werde, der Landmann hier durch Müh' und Schweiß, der Künstler dort durch seinen Fleiß, der Weise durch Belehrung. 6. Herr, unser Gott, wir preisen dich mit kindlichem Gemüthe! du herrschest unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Beglücke unser Vaterland, durch deine milde Segenshand, mit Wohlstand, Fried' und Ruhe. 7. Gib uns, daß wir, mit Redlichkeit, in des Berufs Geschäften benutzen unsre Lebenszeit nach unsern besten Kräften. Mit Lust, o Vater, wendest du dem Lande deinen Segen zu, das solch ein Volk bewohnet. 32 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; und Schöpfer sorgt dafür ,, chen Schlägen? Wer allen was nüßen deine Sorgen? deinen Gliedern Pracht und Und doch irrst du mit ban- Kraft, sich zu bewegen? Wer gem Sinn, durch tausend jeden Sinn? Wer Aug' und trübe Sorgen hin, und Ohr? Wer richtete dein denkst: wie will es werden? Haupt empor, zum Himmel aufzublicken? 2. Was quälst du dich, und willst in Schmerz und Kumer dich verlieren? Ist Gott nicht weiser, als dein Herz? Laß ihn allein regie: ren! Befiehl dein Leben, deinen Stand, und, was du thust, in seine Hand, er wird, was gut ist, schicken. 6. Wer gab dir Speise, Kleid und Dach? Wer trug dich voll Erbarmen, als dir's an Allem noch gebrach, auf väterlichen Armen? Wer gab dir deiner Mutter Brust, dir, daß du lächeln konnteſt, Lust? Wer sorgte für dein Leben? 3. Hast du mit ihm sein Hochgezelt, den Himmel, 7. Und doch willst du nicht ausgebreitet? Hast du mit ihm den Kreis der Welt, und Licht und Luft bereitet? Gabst du mit ihm der Sonne Macht, zu leuchten, und den Mond der Nacht? Schufft du mit ihm die Sterne? ruhig seyn, und Gott nicht walten lassen, als säh'st du seine Weisheit ein, die Men schen doch nicht fassen? Wenn du nicht siehst, wie er regiert, wenn er nicht deinen Weg dich führt, so willst du ihm nicht trauen? 8. Wo du ihn nicht zum Helfer nahmst, was ist dir da gelungen? Und, wenn du auch zum Ziele kamst, was hast du dann errungen? Ach, Lust auf einen Augenblick, und Kummer für ein wahres Glück das war's, was du erwähltest! 9. Durch Eigenwillen 4. Eh' deine Mutter dich gebar, dein Leben dir verborgen, verborgen dir dein Anfang war, wo waren dei ne Sorgen? Wer hat, durch Beistand und durch Rath, schon da dein Heil bedacht? Wer hat dich wunderbar bereitet? 5. Wer gab dem Herzen seine Macht zu immer glei - oder von der göttlichen Vorsehung. 33 kamst du oft in schreckliche 13. Solch einem Vater Gefahren; doch Gott er wollten wir nicht unser Heil schien dann unverhofft, dich vertrauen, und nicht auf gnädig zu bewahren. Er, diesen Felsen hier, wo sonst der nicht, was du wolltest, kein Fels ist, bauen? Nein, that, er führte dich, durch| o mein Herz, sey ruhig, seinen Rath, vom Fluche| sey, auch wenn es stürmet, weg, zum Segen. Gott getreu! Dein Gott kann dich nicht hassen. 10. Er richtet die Be trübten auf, macht gut, was wir verwirren, und lenket liebreich unsern Lauf zum Guten, wann wir ir: ren; gibt immer das nur, was uns nützt, errettet uns und hilft und schützt, eh' wir um Hilfe flehen. 14. So wirf denn nur, voll Glaubens, dich in deines Gottes Arme; und sey gewiß, daß väterlich er sich auch dein erbarme. So vieler schon er barmt' er sich; drum zweifle nicht, er wird auch dich aus allem Kummer reißen! 11. Hält Gott dem Men schen oft sein Licht, weil er's nicht verborgen: wie grämt, wie ängſtigt er sich 29. Gefund, mit fronicht mit lauter eiteln Sor gen; sucht hie und da, und findet nichts; will seh'n, und mangelt doch des Lichts, kann keinen Ausgang finden. hem Muthe, genießen wir das Gute, das unser Gott uns schenkt. O, preis't ihn, Christen, preiset den Vater, der uns speiset, und unser Herz mit Freude tränkt. 12. Gott fennet ihn, und eilt er dann, sein Herz ihm auszuschütten; so nimmt er seiner Treu' sich an, läßt nicht umsonst ihn bitten. Geh' nur zu ihm, uns wohl zu thun, ist seine Lust, er kann nicht ruh'n, dein Bestes wahrzunehmen. 2. Er ruft herab: es wer de! Und Segen schwellt die Erde, verjüngt steh'n Wald und Flur. Es lebt und schwebt auf Triften, im Wasser und in Lüften er: freut sich jede Creatur. 3. Dann ſammeln seinen 2* Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 34 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; Segen, so viel sich lebend re-| uns hier. Was ist des Legen, Geschöpfe sonder Zahl. bens Leiden? Ein ernster Vom Menschen bis zum Streit um Seligkeit. Es Wurme, im Sonnenschein mag uns übel gehen; wir und Sturme, herrscht Freud' werden's überstehen. und Wohlseyn überall. 2. Wir werden, was am Herzen nagt, o Chris sten, überleben, und über Alles, was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergeht; der Geist bez steht. O, laßt den Schöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 5. Lobsinget seinem Na: men, und streb't, ihn nach 3. Der Geist erforschet zuahmen, deß Huld ihr nie die Natur; hier sieht er | ermest; der alle Welten seg net, auf Gut' und Böse regnet, und seine Sonne scheinen läßt! 6. Mit herzlichem Erbar: men, reicht eure Hand den Armen, weß Volks sie im mer sey'n! Wir sind nicht mehr, nicht minder, sind Alle Gottes Kinder, und sollen uns, wie Brüder, freu'n. 4. Gott aber schaut vom Himmel das freudige Ge: tümmel vom Auf- und Nie: dergang; sieht seine Kinder sammeln, und ihr vereintes Stammeln tönt ihm, in tau send Sprachen, Dank. Gottes Milde, sieht rings umher der Liebe Spur in Wäldern, im Gefilde, im Wintersturm', im kleinsten Wurm', im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch wel chen Alles lebt, durch welchen das Gewimmel der Thiere wandelt, schwimmt, und schwebt, der unter sei nem Himmel die Vögel speist, wird unsern Geist für Licht und Glück erhal30. Ein Gott regiert, ten. O, laßt den Schöpfer walten! was zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden, und durch des Schmerzes Druck, 5. So mag denn, was die Welt uns gab, zerfallen Mel. 236. Was Gott thut, das ist 2c. oder von der göttlichen Vorsehung. 35 und zerstäuben; es nah'| wölkten Höhen, auf dieses sich Schmerz und Tod Prüfungsland. und Grab, des Schöpfers Huld wird bleiben! Er seg net gern, und ist nicht fern von Allen, die ihn lieben, und sich im Dulden üben. 6. Wir zagen nicht, du, Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen, durch Lei den, hin zum Guten führst: so segnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mag's uns übel gehen, wir werden's überstehen. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. *** 31. Wenn dich in dun keln Tagen geheimer Kummer drückt, und, unter stil: len Klagen, dein Auge auf wärts blickt; wenn dann kein Licht hernieder in deine Seele fällt: so zage nicht, du Müder! dein Gott re: giert die Welt. 2. Er hat auch deinen Leiden ein weises Ziel bestimmt; sie wandeln sich in Freuden, wann er dich zu sich nimmt. Dann lernst du heller sehen, was hier dem Blick entschwand, schau'st, von ent: 3. Dann sind die Finster nisse durch Gottes Licht zer streut; die Weisheit seiner Schlüsse entdeckt die Ewigkeit; dann fließt die Freudenzähre; dann tönt dein froher Dank; der Erde Schmach wird Ehre, die Klage Lobgesang. 4. Vollbracht ist, Gott zum Preise, dein kurzer Leidenslauf; du wurdest gut und weise, drum nahm der Herr dich auf. Nun schwinden dir die Freuden bewährter Tugend nie. Gott prüfte sie durch Leiden, und nun belohnt er sie. 5. Dieß hemme deine Sorgen, erleuchte deine Nacht, und zeige dir den Morgen, der einst dich fröhlich macht; dieß lehre, mit Vertrauen auf Gott, den Herrn der Welt, dich dann noch aufwärts schauen, wenn ganz dein Glück zerz fällt. 6. So fammle denn, im Stillen, den Trost der Vorsicht ein! Ihr Rath wird sich enthüllen, ihr Licht wird dich erfreu'n. Du segnest einst 36 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; die Pfade, auf denen Gott dich führt, und dankest sei: ner Gnade, die deinen Lauf regiert.. danken: mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken. Ich sollte, was ich bin, nicht etwas anders seyn, und mein besonMel. 165. Gott, du from dres Loos stimmt mit dem mer Gott 2c. 32. Nichts ist von unge fähr! Ein großer Gott regie: ret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh' es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt, und Einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was künftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird seyn, als was und wie er's wollte; und alles, was er will, ist weise, recht und gut. O, wohl mir, daß mein Glück in seinen Händen ruht! 3. Wie dürft' ich mißvergnügt in meinem Stande le ben? Kann jemals böse seyn, was mir mein Gott gegeben? Der Thor nur klagt und murrt, und lästert Gottes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Ge Ganzen ein. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch, folg' ich meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Wie thöricht würd' ich seyn, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich, und mischt, mit Freundlichkeit, in seinen Segens- Kelch des Leidens Bitterkeit. 7. Im Leiden lern' ich mich und meinen Gott erkennen; und mich, mit edlem Sinn', von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich seyn, was mich vollkommner macht? Die Tugend ist mir mehr, als eines Königs Pracht. 8. Ja, Tugend wird bald schwach im Schoose niedrer Freuden, und stark erscheinet 37 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr, mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh' ich hörte, früh' verstand. Aus unendlichem Erbarmen, zogst du mich mit Vaterarmen, in der Kindheit schon, zu dir. , wie preis ich dich dafür! 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich; was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, mein Vater, dich. Du, du kamst mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen; was nur je mir heilsam war, 33. Bester, weisester reichte deine Huld mir dar. 5. Wie so viele frohe Tage schenkte deine Güte mir! Schicktest du auch eine Pla ge; o, so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Freu den alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Va terhuld verlich? Herr, zu oder von der göttlichen Vorsehung. fie, umringt von herben Leiden. Sie strahlt am gött: lichsten aus tiefer Dunkel: heit, da leuchtet sie der Welt, und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, und auch auf rau her Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott, o, stehe du mir bei, daß, selbst in Noth und Tod, mein Herz dir folgsam sey. incips. id Joar Mel. 162. Alle Menschen müssen 2c. Regierer aller Welten, Preis sen dir! Dir, du meines Le bens Führer, sen auch ewig Preiß von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, sor: gest für mich väterlich. 2. Dankvoll will ich dich erzählen sind sie nie! heben. Du, der Alles werden heißt, gabst mir, mit des Leibes Leben, auch die Seele, die dich preist. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als dein Ebenbild mich an. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und er geben seyn? Sollt' ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder dräu'n? Nein, ich lasse, Gott, dich walten; stets wirst du mich aufrecht halten. Sende Freude, sende 38 Von der Erhaltung und Regierung der Welt; Schmerz; dankvoll nimmt's von dir mein Herz. deckt, wenn dich an manchen Tagen ein trüber Morgen 7. Flöh'n mich auch die weckt. Dieß ist das Loos der besten Freunde, fehlte man- Erden; nur dort ist heit'rer che Freude mir, wären Tag! Dort folgen, nach Beviel auch meiner Feinde; schwerden, dir Ruh' und doch bleib' ich ergeben dir. Wonne nach. Nimmer will ich ängstlich zagen, will auf's Ziel von mei nen Tagen, in die höh're Zukunft, schau'n, und mit Freuden dir vertrau'n. 2. Jetzt hüllen Finsternisse den Plan der Vorsicht ein; oft müssen ihre Schlüsse hier unerforschlich seyn. Einst wird der Nebel fallen; dann betest du sie an. Froh wird dein Lied erschallen: wie wohl hat Gott gethan! 8. Nie verlassen, in dem Leben, wird mich, Vater, deine Huld; was mir nüßt, wird sie mir geben, und mich 3.Erkenne, vollVertrauen, tragen mit Geduld. Laß mich denHöchsten, der regiert, und nur, du Allerbester, immer die, die auf ihn schauen, mit inniger und vester dir verweiser Liebe führt! Ist gleich trau'n, gehorsam seyn, stets sein Nath verborgen, führt mich deiner Gnade freu'n! gleich sein Weg durch Nacht; so darfst du doch nicht sorgen, weil stets der Vater wacht. 9. O der seligen Verbin: dung, Gott, Allgütigster, mit dir! Deiner Vaterhuld Empfindung gib, o Vater, täglich mir. Mache du mich immer reiner, daß mein Herz dereinst auch deiner sich im höhern Leben freu', und in dir ganz selig sen. Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 4. Sein Rath ist immer Gnade, voll Weisheit bleibt sein Plan; er führt, auf dune kelm Pfade, doch immer himmelan. Von ihm fließt Segen nieder auf unser Erden: land; er hält der Kette Glie der mit unsichtbarer Hand. 5. Nur er durchschau't das Ganze; nur er umfaßt die 34. Entehre nicht durch Welt. Ihm ist im SonnenKlagen die Vorsicht, die dich glanze stets Alles aufgehellt. 39 me leiden. O, möchten sie doch nie des Sünders Glück beneiden! Es währt ja doch nicht lang, nur einen Augenblick. Wie leicht verwelkend Gras, verwelkt dies eitle Glück. oder von der göttlichen Vorsehung. Vor dir verhüllen Nächte den wunderbaren Rath, nach welchem der Gerechte dich) oft geführet hat. 6. So ehre denn hienie: den die Vorsicht, die dich schützt; sie wirkt zu deinem Frieden, und gibt dir, was dir nützt. Ergib dich ihr ge: lassen, weil sie die Welt regiert! Bist du von ihr ver: lassen, wenn sie dich weise führt? 7. Sie ist an deiner Seite, du wirst von ihr gedeckt; wenn morgen oder heute ein Unfall dich erschreckt; geführt von ihren Händen, verlierst du nie den Pfad, den Gott, ihn zu vollenden, dir vorgezeichnet hat. 8. Auch in den bängsten Leiden wird Gott dir nahe seyn, dir Muth in Dunkelheiten, selbst, wenn du zagst, verleih'n. Wird einst dein Lauf sich schließen, der wunderbar begann, dann wirst du sagen müssen: wie wohl hat Gott gethan! Mel. 173. Wenn du, mein Gott, verlangst 2c. 35. Oft blüht ein Frevler auf, und Gottes From: 2. Nicht immer kann der Herr zu wildem Frevel schweigen. Er kommt, der Richter kommt, sich herrlich zu erzeigen. Zürn't, From: me, nicht auf den, dem seine Bosheit glückt, denn er wird. selbst durch sie in seinem Netz verstrickt. 3. Wer seinem Schöpfer trotzt, ertrotzt sich sein Ver derben. Sey er auch noch so stolz; bald wird er dennoch sterben. Wo ist die Stätte dann, da er zuvor noch stand? Man findet ihn nicht mehr; der Herr hat ihn ver: bannt. 4. Jhr, die ihr Gott ver ehr't, o trau't nur seiner Güte! Er sorgt für euer Wohl, wie sehr die Noth auch wüthe. Hoff't! Eure Tugend strahlt, der hohen Sonne gleich, einst durch die Wolken hin; erst aber prüft er euch. 5. Wann sah wohl je ein 40 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Mensch den Frommen ganz verlassen? Ihn konnte nur die Welt, doch nie sein Va: ter, hassen. Und leidet er auch viel; wie lange währt sein Leid? Er steht einst da vor Gott in voller Herrlichkeit. 6., Christen, übet nur, selbst leidend, edle Werke! Send muthig, wanket nicht! der Herr ist eure Stärke. Das Elend, das euch drückt, FRA das Ulebel, das euch droht, verwandelt er in Heil. O, Christen, hofft auf Gott! 7. Ein Richter naht sich einst, in Macht und Huld gekleidet; dann bebt, wer Unrecht thut, dann jauchzt, wer Unrecht leidet. Groß ist der Tugend Lohn; Gefahr und Elend flieh'n. Der Herr ist Gott, und hilft; ihr Frommen, hoff't auf ihn! III. Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Mel. Christ, unser Herr, zum Jordan 2c. 36. er ist, du Ein zieger, dir gleich? Wer ist so groß, und wer so reich, fi r Q ↓ ↑ Wer thut, Gott, deine Werke? Du warst, und wie du, ein Gott der Stär- te? deiner Allmacht Ruf befahl der Welt, zu werden. + Bekenn't es Völker, die er schuf: Jm Himmel und El auf Erden ist keiner seines gleichen. Von Gottes Wesen 2. Fragt mein erstaunter Geist die Welt, wer sie am erstenTage, allmächtig schuf? Fragt er die Welt, wer sie noch täglich trage? so nennt sie ihm, du Erster, dich, du Wesen aller Wesen! Gott, deinen Namen nur kann ich auf allen Dingen lesen, und keines andern Namen. d 3. Der Sterne unzählbares Heer, das frei im Weltraum schwebet, die Erd', o Gott! die Luft, das Meer, und was in ihnen le bet; wie preiset ihre Harmonie dich, o du Geist der Gei ster! mit welcher Eintracht rufen sie: Der Schöpfung Herr und Meister ist Einer, Gott, der Höchste! 37. EP $ und Eigenschaften. 41 4. Sink't in den Staub hin, betet an! Gott, Gott nur ist der Höchste! Er ist's allein, und keiner kann ihm gleich seyn, ihm der Nächste! Er selbst spricht: Ich, allein der Herr, ich bin, ich war, ich werde seyn, der ich bin. ein anderer im Himmel, auf der Erde, hat meinen Ruhm und Namen. 5. Ja, ewig bleibst du mir allein der Gott, an dem ich hange; und ewig soll's kein andrer seyn, von dem ich Heil verlange. Mein ganzes Leben weih' ich dir, mein Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr, als hier, in deiner Größe schaue, und u selig durch dich lebe. Eigne Melodie. chwingt', hei: lige Gedanken, euch Gott, frey von allen Schranken, ist von der Er de los! Komm't Menschen, und lobun aussprechlich groß. q q r r i p o p q dq dz Gott wohnt in einem + sing't, vor seinem Angesich- te! Ef Lichte, zu dem kein Auge dringt. Von Gottes Wesen 2. Kein Sinn kann ihn erreichen, kein endlicher Verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Mach't euch von ihm kein Bild! Wer kann den Höchsten sehen, ob er gleich alle Höhen und jede Tief' erfüllt? 3. Die Sonn' in hoher Ferne mag strahlenreicher glüh'n; glänz't heller noch ihr Sterne, was send ihr gegen ihn? Mit aller eurer Pracht send ihr, im schönsten Lichte, vor seinem Angesichte, noch dunkler, als die Nacht. 4. Du bist des Weltbau's Meister, der deinen Ruhm erhöht; der Vater aller Geiz ster, voll Macht und Maje: stät. Du schufest, Gott, auch mich, ganz selig einst zu leben. Mein Herz sey dir erge: ben; mein Leben preise dich! 42 5. Im Geiste bet' ihn, Seel, und in der Wahrheit an. Lieb' ich des Herrn Befehle, wie selig bin ich dann! Er hat Unsterblichkeit, und Seligkeit und Leben; das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. und Eigenschaften. Mel. 74. Wie leuchtet uns zc. 38. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ehr' sey unserm Gott je mehr und mehr für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt er, und herrschet weit und breit mit Weisheit, Huld und Stärke! Singet, bringet frohe Lieder! Fallet nie: der! Gott ist herrlich, unaussprechlich groß und selig! 20 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sey von uns, deinem Eigenthum, Herr Jesu, dir gesungen! Du, Mittler zwischen uns und Gott, hast, durch Gehorsam bis zum Tod', das Leben uns errungen! Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen! 3. Lobsinget Gott! Du, Geist des Herrn, sey nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns glaubig, weise, rein, hilfft uns getrost und siegreich seyn, im Streit' mit unsern Lüsten! Leit' uns, stärk uns, in der Freude, wie im Leide, Gott erge Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 43 ben, und der Tugend treu| Wesen ganze Kette; bei ihm ist Weisheit und Verstand, zu leben. und Kraft und Stärke, seine Mel. 17. Mein's Herzens Hand umspannet Erd' und Jesu 2c. Himmel. 5. Ist er nicht nah'? Ist er nicht fern? Weiß er nicht Aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich, dem Herrn, einMensch verbergen möge? Umsonst hüll't ihr in Finsterniß, was ihr beginn't: er sieht's gewiß, er sieht es schon von ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau, ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwär tig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner! 39. Der Der Herr ist Gott, und keiner mehr; frohlock't ihm alle Frommen! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, sein Nam' ist groß! Er ist un endlich, gränzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist; wer strebet nicht ver: gebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; doch vor der Erde schon war er, noch eher, als die Himmel. 3. Des Höchsten Thron umstrahlt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fas sen alle Himmel nicht, die seine Kraft erfüllet. Er blei bet ewig, wie er war ver: borgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern! 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, kennet, was er schafft, der 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner, als die Sonne. Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne. Du hast Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig seyn; hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Dir nur gebühret Lob und Dank, Anbetung, Preis und Ehre! Komm't, werdet Gottes Lobgesang, ihr, alle 44 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. seine Heere! Der Herr ist ist ihm gleich; wer ist, wie er, Gott, und feiner mehr! Wer so herrlich, so vollkommen? Ewigkeit und Unveränderlichkeit. Mel. Es ist das Heil uns kommen her 2c. 40. X # Un- end- li- cher, den keine Zeit umschließt Beym Denken deiner Ewigkeit ver- geh'n € * mit ihren Schranken! Jch sinne nach bewunmir die Gedanken. 1990 drungsvoll, und weiß nicht, wie ich's fassen soll: $ 3 t du bist, und bleibest ewig! 2. Noch ward von keiner| tergehen. Vom Engel bis Sonne Licht durch unsre zum Wurm' herab wogst JeWelt verbreitet; die Himmel dem du sein Schicksal ab, und jauchzten dir noch nicht, nanntest ihn mit Namen. durch deine Macht bereitet; noch war kein Land, noch floß kein Meer an hoher Berge Gründen her: du aber warst schon ewig! 3. Von Ewigkeit her sahest du die künft'ge Welt entstehen; du maßest ihre Zeit ihr zu, und sah'st sie un4. Kein Zeitenwechsel ist bei dir, kein Anfang und kein Ende. Kaum Augenblicke leben wir, die Werke deiner Hände. Nie nehmen deine Jahre zu, in alle Ewigfeit wirst du derselbe seyn und bleiben. 5. Ja, du bist ewig, du Ewigkeit und Unveränderlichkeit. 45 schenken, lehr' mich in dieſer kurzen Zeit, o Gott, mit Ernst gedenken! Sie sey mein Trost, mein höchstes Gut, sie stärke mich mit Kraft und Muth, gerecht vor dir leben! zu stirbst nie, bleibst ewig meiner Seele der Fels, den, ster bend, ich für sie zur sichern Zuflucht wähle; denn deine Gnad' und Wahrheit ist so ewig, als du selber bist. Heil mir, daß ich dir traue! 6. Mein Leib ist sterblich, nicht mein Geist; den will ich dir vertrauen. Er soll, wie mir dein Wort verheißt, er soll dein Antlig schauen. 41. Gott, du bist von Mein Leib ruht auch nur kurze Zeit; am Erntetag der Ewigkeit wirst du ihn auferwecken. 8. Einst fallen Erd' und Himmel hin an deinem Weltgerichte; dann dank' ich's dir, daß ich auch bin, und wohn' in deinem Lichte. Dann werd' ich ewig, ewig seyn, mich ewig deiner Gna: de freu'n, und dich ohn' Ende preisen. 9. Der seligen Unsterblichkeit, die du mir dort willst Mel. 214. Liebster Jesu, wir sind hier 2c. 7. Ob Alles um mich her vergeht, soll ich nicht mit vergehen; vor deinem Thron', der ewig steht, soll ich einst 2. Ewig und umwandelbar ist dein gränzenloses ewig stehen. Du gibst an al- Wissen; was dir einmal lem deinem Heil, Gott, dei nen Auserwählten, Theil; auch mir, auch mir mit ihnen! Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Nie kann's deiner Weisheit fehlen, stets das Beste zu erwählen. Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu keiner Zeit; du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen Geist beleben, ehr furchtsvoll dich zu erheben! 3. Du bist nicht, wie Menschen sind, daß dich etwas reuen sollte; bleibest immer gleich gesinnt, und, was je dein Rathschluß wollte, weiß dein mächtiges Regieren herrlich auch hinaus zu führen. 4. Sünden bist du ewig feind; wehe denen, die sie 46 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. lieben! Ewig bleibst du de rer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Lehre mich, in allen Dingen deinen Willen treu vollbringen. 5. Stets ist Wohlthun dei- 42. Unser Gott ist groß ne Lust, ewig währet deine Liebe; wohl mir, wenn auch ich, mit Lust, mich in guten Werken übe! daß es dann auch meiner Seele nie an wahren Freuden fehle. 6. Deine Worte trügen nicht, denn du bist der Ewig treue, der das hält, was er verspricht; gib, daß ich mich dessen freue, und mich, bis ich einst erkalte, vest an deine Wahrheit halte! 7. Mag dann auch die Welt vergeh'n, mag auch Alles mich verlassen! Ewig bleibest du mir steh'n, deine Huld wird mich umfassen, wann ich einst von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude! 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und mein Glück auf dich zu bauen! A II madh t. Mel. 429. Wachet auf, so ruft die zc. und mächtig, sehr herrlich, schön geschmückt und prächtig, Kraft, Weisheit und Vollkommenheit. ihr, seiner Allmacht Heere, rühm't mit den Himmeln Gottes Ehre, verkündet seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht! Er hält im Gleichgewicht ganze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! Da trat die anmuthsvolle Erde vor ihren Schöpfer, aufzublüh'n. Allmacht spricht, so stürzen Welten, die Berge flieh'n vor ihrem Schelten, und fahren vor dem Donner hin. Er hat, wie ein Gewand, die Himmel ausgespannt. Durch ihn gehet, so wie ein Held aus dem Gezelt, die Sonne, und erfreut die Welt. 3. Er, der auf den Winden schwebet, die Erde schaut er an, sie bebet; er rührt Allmacht. den Sandberg an, er raucht; speist den Vogel, nährt die Heerde, verneuert die Gestalt der Erde, erfreut, was durch ihn Leben haucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speise; liebt und erhält die schöne Welt. Sein Segen kleidet Wald und Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr darnach zu theilen, der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ist gnädig, Gott regie: ret, wenn er den Lenz mit Blumen zieret, im Sommer seine Saaten streut. Der Wallfisch und der Wurm, des Frühlings Weh'n, der Sturm rauscht sein Loblied; der Tag, die Nacht rühmt seine Macht, rühmt, daß er stets allmächtig wacht. 4.7 wohin entzückt mein Aug' auf deine Wunder blickt. 6. Er herrscht in des Weltraums Weiten, läßt Wonne sich auf uns verbreiten, und sorgt mit weißheitsvollem Rath. Menschen muß der Wein erquicken, für sie muß sich die Blume schmücken, vor ihren Augen reift die Saat. Hain, Garten, Flur und Vieh vergnügt und nähret sie. Er, vor dem sich die Ceder neigt, wenn Sturm sie beugt, Gott ließ sich uns nicht unbezeugt. 5. Dir gebühret Preis und Stärke! Wie groß und viel sind deiner Werke, wie voll von Gütern ist das Land! Schiffe geh'n in weiten Meeren, da wimmelt's von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. In Mannichfaltigkeit, und Regelmäßigkeit prangt die Erde, mit Reiz geschmückt, 7. Der vergänglich Gras bekleidet, die Fische nährt, die Lämmer weidet, Gott sorgt als Vater, sorgt für mich. Für das Glück von fernen Tagen sollt' ich, wie Hei den, traurig zagen? Nein, meine Seele, tröste dich! Trau' deinem Gott! Auf ihn wirf alle Sorgen hin! Gott wird sorgen, der mein Gebet, eh' ich gefleht, weit besser, als ich selbst, versteht. 8. Dank und Ehre Gott zu bringen, mein Lebenlang dem Herrn zu singen, soll meine höchste Freude seyn! Laut soll ihm mein Lob erschallen; mein Opfer wird 48 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. ihm wohlgefallen; gerührt| ich dereinst bei Engeln will ich mich seiner freu'n. steh'n, entzückt ihn seh'n, Sein Lob ist Seligkeit! Zu dann ewig seinen Ruhm Himmelsglück erneut, werd' erhöh'n. Eigne Melodie. 43.11 $ Gott ist mein Lied. Er ist der Gott der Tit Stärke! Groß ist sein Nam', und groß sind seine ✰ Werke, und al- le Himmel sein Gebiet. 2. Er will und spricht's, so sind und leben Welten; und er gebeut, so fallen, durch sein Schelten, die Himmel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 4. Unendlich reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sigest oder gehest; ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöhest, so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Fleh'n und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle; und eilt, mir gnädig beizusteh'n. Allmacht. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte; schrieb auf sein Buch, wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitet war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr, immerdar soll dei nes Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fas sen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spie: gel. Die Luft, das Meer, die Auen, Thal und Hügel, sie sind dein Loblied und dein Psalm. 13. Du tränkst das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Nacht und Tag, und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 49 15. Ist Gott mein Schutz, will Gott mein Retter wer den, so frag' ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen. Sollt' ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? Mel. 141. Mach's mit mir, Gott 2c. 44. Herr, deine Allmacht reicht so weit, als je dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun nicht möglich wär'? 2. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich regieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 3. Die Größe deiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über alle Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du lenkest sie, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. 3 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 4. Was für ein Wun allen Enden! Ich bin, wo der deiner Macht wird unser Aug' dann sehen, wann wir einst, nach der Todesnacht, zum Leben auf erstehen; wann unsern Staub du neu belebst, und zur Unsterblichkeit erhebst! ich auch bin, o Herr, in deinen Vaterhänden. Ich leb' und athme nur durch dich; du trägst und unters stüßest mich. 5. Allmächtiger, erstaunt fall' ich vor dir anbetend nieder; mein Geist verliert bewundernd sich, und singt nur schwache Lieder; er: reicht nicht dich und deine Kraft, die Todten neues Leben schafft. 2. Was je mein Herz empfunden hat, was ich verwerf und wähle; der erste Trieb zu jeder That, der stille Wunsch der Seele, der leiseste Gedank' in mir; Gott, Alles liegt enthüllt vor. 6. O, schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet, der Macht, die Hülf' und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet; auf dich und deiner Allmacht Kraft, die Alles kann und Alles schafft! 50 Allwissenheit und Allgegenwart. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott, nach) 2c. 3. Wohl mir, wann ich, durch deine Kraft, mein Herz zu dir erhebe, und redlich und gewissenhaft, nach deinem Willen lebe! Du siehst es, Herr, und stehst mir bei, damit ich immer treuer sei. 4. Vor dir ist sicher und gewiß, was ich der Welt verhehle; auch in der tief sten Finsterniß siehst du es, wenn ich fehle; du zeigst es mir, und züchtigst mich, zu meiner Bessrung, väterlich. 5. Du hörst auch meinen Seufzern zu, schaffst, daß 45. Du bist, o Un mir Hülf erscheine; voll ermeßlicher, und wirkst an Mitleid, Vater, zähleſt du Allwissenheit und Allgegenwart. 51 sen! die Thränen, die ich weine;| und dir zu dienen eifrig dein Trost erquicket mein Gemüth, und jeder Schmerz und Kummer flieht. 6. O, drück', Allgegen wärtiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, ich mir zur Zuflucht wähle; daß ich deir heilig Auge scheu', bist! Eigne Melodie. 46. bet 7. Laß, ohne Falsch und Heuchelei, mich alle Sünden meiden, daß ich vor dir unsträflich sey, im Glück und auch im Leiden; weil deine Huld so mächtig ist, weil du allgegenwärtig o sind die Weisen, die mich lehwas werden wird? Wer kann er- klären, wie Gott erkennt, was war, was ist, ren, was sein Verstand durchschaut und mißt? FIL Wer kennet ihn von Angesichte? Und ob er sich zum Himmel schwingt, er sieht ihn nicht; er wohnt im Lichte, zu dem kein sterblich + Auge dringt. * 52 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 2. Könnt' ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seelen von seiner ersten Schöpfung her; so wär' ich weiser, als auf Erden ein Mensch ist, als am Strom des Lichts vielleicht auch selbst nicht Engel werden; doch wüßt' ich gegen Gott noch nichts; 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Tiefe der Unendlichkeit, und jede Welt, die er gebauet, und jeden Punkt der Ewigkeit. O du, der Alles weiß und nennet, was ist, was wers den soll, und war, wie bist du jedem, der dich kennet, unendlich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, begreifen gleich dich Engel nicht. Ich seh', 47. ich fühle meine Schranken; doch du vergiltst mein For schen mir mit immer wür digern Gedanken, o Une erforschlicher, von dir! € 5. Du schau'st in Nächte, kannst ergründen, was noch so tief verborgen ist. Dieß warne mich vor allen Sünden, vor Heuchelei, Betrug und List. Nichts kann vor deinem Blick mich decken, kein falscher Schein betrüget ihn; dein Daſeyn würde stets mich schrecken, könnt' ich auch aus der Welt entflieh'n. 6. Wer kennet seines Herzens Tiefen? Wer darf, o Gott, sich selber trau'n? Hilf mir, Allwissender, mich prüfen, und meines Herzens Grund durch schau'n! Ach, siehst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn! dann werd' ich hier schon deinen Segen, und dort dein ewig Heil empfah'n. Mel. Aus tiefer Noth 2c. F Umſonst, umsonst verhüllst du dich, mein was kann ich Gott verbergen, ich, das Allwissenheit und Allgegenwart. 53 E Herz, in Finsternisse; Sen, kannst du, dunkler, er nicht alles wisse! F TJ U Mp q po als das Grab, das Auge Gottes schaut hinab, und kennet deine Tiefen. 2. Wo ist die Nacht der Einsamkeit, die mich vor ihm verhehle? Er sieht euch schon, eh' ihr noch seyd, Gedanken meiner Sees le; eh' ich euch selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an, bis ihr euch ganz entfaltet. 3. Er kennet und durch schauet euch, wenn ihr euch gleich entziehet; be merkt euch), wenn ihr, Strah len gleich, schnell werdet, schnell entfliehet. Vergebens wünsch' ich, sterb't! vergeh't! ich haff' euch! Auf gezeichnet steh't ihr all' in seinem Buche! 4. Der Herr gedenket 48. Herr, du erforschest ihrer noch, Jahrhunderte verschwinden; sie bleiben, und ich träume doch, Gedan ken sey'n nicht Sünden! Nein, alle müssen an das Licht, wann Gott kommt, daß er, im Gericht, der Herzen Rath enthülle. 5. Seyd heilig, send von Gott nur voll, Ge danken meiner Seele, daß, wann gerichtet werden soll, kein einziger mich) quäle. Seyd heilig, und dann fürchtet nichts, Gott wird am Tage des Gerichts, gleich Thaten, euch belohnen. Mel. 165. O Gott, du frommer Gott zc. mich, dir bin ich unverborgen; du kennst mein ganzes Thun, du kenneſt 54 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. meine Sorgen. Was mei Nacht vor dir mich nicht ne Seele denkt, war dir, o Gott, bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. verstecken. Du winkst, die Dunkelheit verwandelt sich in Licht; die Nacht glänzt, wie der Tag, vor deinem Angesicht. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu', du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunend bet' ich an, dich, dessen Weisheit selbst kein Engel fassen kann. 6. Du wähltest schon mein Loos, eh' ich mich selber kannte; du bildetest mein Herz, eh' ich dich, Vater, nannte. Geschaffen, Gott, von dir, ein Wunder deiner Macht, fühl' ich's, wie väterlich du meiner stets gedacht. 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste flie: 7. Du zähltest, eh' ich hen? Mich kann die tief ste Nacht nicht deinem Blick entziehen. Führ' ich zum Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ' ich zur Tief' hinab, auch hier bist du mir nah'. war, schon jeden meiner Tage, bestimmtest, weißheitsvoll, sein Glück und seine Plage; was ich nur denk und thu', das, o mein Schöpfer, war, von Anbeginn der Welt, dir Alles offenbar. 4. Eilt' ich, dir zu ent flieh'n, vom Abend bis zum Morgen, selbst an dem fernsten Meer' blieb' ich dir nicht verborgen; auch da umschlöße mich doch dei ne Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Rief' ich der Finster: niß, vor dir mich zu bedecken, es würde selbst die 8. Unendlicher, wer kann, was du erkennst, erreichen; sich dir, der Alles sieht, und Alles kann, verglei chen? Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, seh'n, und durch Gehorsam dich, und dei ne Größ' erhöh'n! 9. Erforsche, lehre mich, und prüfe, wie ich's meis Weisheit. ne, ob ich unsträflich bin,| an nichts, in unermeßnen wenn ich mir heilig scheine. Und wenn mein Fuß viel leicht sich einem Irrweg naht, so leite mich zurück, auf ebnen, bessern Pfad. Weiten ihr Wohlthun zu verbreiten; ein Schatten deines Lichts. 4. Wer hält im Gleicy gewichte so großer Körper Laft? Wie schwimmt die Welt im Lichte, das du geschaffen hast? Wer zeigt die rechte Bahn so vielen Him melsheeren, zum Wohl, nicht zum Zerstören, in Weisheit. 1130 Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken? c. 55 49. Ich lobe dich und sichrer Ordnung an? preise dich, o mein Gott, 5. Wer rief, uns zu allein. Wer ist, wie du, so| umgeben, die Luft, die weise? Verstand und Rath| Alles trägt! Durch sie hat ist dein. Erwecke meinen Geist, in allen deinen Wer ken die Weisheit zu bez merken, die Erd' und Him mel preist. Alles Leben, und Alles Da sam wird bewegt. meln Dünste sich, und werden Thau und Regen, und Fruchtbarkeit und Se gen für Pflanzen, Thier' und mich. 2. Wohin mein Auge blicket, seh' ich, wie deine Hand verbindet, ordnet, schmücket, was erst durch sie entstand. Sie schaffet, sie erhält, zu segnen, zu ergößen, nach herrlichen Gesetzen, den weiten Bau der Welt. 3. Du hingst, in lichten Fernen, hoch über uns hin auf die Sonne, mit den Sternen, uns zu erleuch ten, auf. Da hangen sie 6. Wer hat sie so be reitet, daß sie den Blitz gebiert; daß sie den Wind verbreitet, den Schall zum Ohre führt, den leichten Vogel hebt, den schnellen Fisch zum Schwimmen, und unsers Mundes Stimmen zu deinem Ruhm belebt? 7. Wer hob, o Gott, die Erde aus deinem Meer" heraus; theilt, daß sie Von Gottes Wesen und Eigenschaften. fruchtbar werde, so gleich, hat! doch ist Alles, was die Wasser aus? Wer sam er thut, wie's auch scheine, melt sie, wer bricht die weis und gut. Flüsse, wenn sie schwellen; spricht zu der Meere Wellen: hieher, und weiter nicht? 56 8. Wer rief den grünen Wäldern? Wer lockt das Gras hervor, schafft Korn und Most den Feldern, und thürmt Gebirg' empor? Wer sümückt sie überall? Wer gräbt dem Feuer Schlünde, legt in der Tiefen Gründe den Marmor, das Metall? 9. Herr, deine Weis heit schmücket, verbindet und erhält, nährt, fegnet und beglücket die leben volle Welt. Sie rühme Mel. 519. Gott des Him mels 2c. 2. Sollt' ich da nur Gott erheben, wo ich Licht und Weisheit seh'? Ward mir's nicht von ihm gegeben, wenn ich seinen Weg versteh'? Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 4. Sollt' er zu Regiemein Gesang! Ich fingererinnen seiner Werke, ſeiz dir, und preise dich, Gott, ner Welt, meine Lüste denn du bist weise; dir setzen? Sinnen, ordnen, bring' ich Lob und Dank. thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 3. Sollt' ein Vater unter: lassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel fassen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertrau'n, glauben, noch nicht völlig schau'n. mir immer meines Gottes Weg und Rath, und die Nacht sey ohne Schimmer, die mich hier umschattet 5. Hier in meinem Pil 50. Unerforschlich sey gerstande sey mein Theil Zufriedenheit! Dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel Liebe, Gûte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld 2c. 57 ein; mag er immer dunkel| hier schmerzet, wird dort ſeyn! - 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelst, ach, so klage nicht! Was Segen, was hier Nacht ist, wird dort Licht; dann erst faff ich Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld und Langmuth. Eigne Melodie. 51.²¹11 po| p² Wie groß ist des Allmächt'gen Güte! Ist der mit verhär te tem Gemüthe den $ der ein Mensch, den sie nicht rührt? Nein, seine Dank er stickt, der ihm gebührt? Liebe zu ermessen, sey ewig meine größte Pflicht! Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, * mein Herz, auch seiner nicht. 2. Wer hat mich wun-| geleitet? Er, dessen Rath derbar bereitet? Der Gott, ich oft verwarf. Wer stärkt der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue 3* Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 53 Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Blick, o mein Geist, in jenes Leben, für welches du erschaffen bist, wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig seh'n wirst, wie er ist! Du hast ein Recht zu diesen Freuden: durch Gottes Güte sind sie dein. Sieh, darum mußte Chri: stus leiden, damit du könntest selig seyn. 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren, und seine Güte nicht versteh'n? Er sollte rufen, ich nicht hören; den Weg, den er mir zeigt, nicht geh'n? Sein Will' ist mir ins Herz ge: schrieben, sein Wort bestärkt ihn ewiglich: Gott soll ich über Alles lieben, und mei nen Nächsten so, wie mich. 52. **€£$ E 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll ganz Liebe seyn, wie er. So lang' ich dieß Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. Gott, laß' deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weih'n! Sie tröste mich in Noth und Schmerzen, sie leite mich, zur Zeit des Glücks, und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. Mel. Wunderbarer König zc. ◊ Ar - ler Welten Herrscher! Sie verherrlicht täglich Groß ist sich auch ** * Ï Î| ↓ ↓ Ti+ N deine Güte in dem ganzen Weltgebiete. Ja ſie an uns Allen, die wir hier auf Erden wallen. Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld ic. 59 # pflegt, nährt und trägt, nicht nur deine Kinder, $ nein, auch selbst die Sünder. weilen, zu dir hinzueilen? 2. Dieser Langmuth Grö| dein Herz, sollten wir noch se läßt sich zwar empfinden, aber niemals ganz ergründen. Frevler so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden, und dabei doch so treu warnen, die dich has sen, Herr, wer kann dieß fassen? 5. Dank sey dir, o Va ter, daß du unsrer schontest, und nicht nach Verdienst uns lohntest! Nöthig ist uns Schwachen deine Huld und Gnade, auch noch auf dem Tugendpfade. Leit' uns doch ferner noch, bis wir dich einst droben ohne Sünde loben. 3. Ach, du bist barmherzig, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor dir stehen; linderst ihren Kummer, fristest oft ihr Leben, daß auch sie nach Tugend streben. Reich 53. Ach, wäre nicht, o an Huld und Geduld, lock'st du ihre Seelen, dei nen Weg zu wählen. 4. O, daß dieser Reich thum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesänd'rung triebe! O, daß wir, voll Reue, uns're Schuld bedächten, und oir willig folgen möch ten! Unser Schmerz rührt Herr, bey dir Vergebung uns'rer Sünden; wer hälf uns dann, wo würden wir Gewissensruhe finden? Wie leicht verführt, wie ungerührt vom Rufe deiner Gnade, verlieren wir uns, Gott, von dir, und geh'n des Irrthums Pfade? 2. Nicht dort erst in der ** Mel. 23. Was mein Gott will ic. 60 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Ewigkeit, schon in der Zeit auf Erden soll jeder, wie dein Wort gebeut, gut, weis und heilig werden, sich immer dein in Unschuld freu'n; wie sich, den Nächsten lieben; und ach, zer streut, voll Sinnlichkeit, gehorcht er niedern Trieben. 3. Und dennoch, Höchster, schonest du, und willst nur unser Leben; siehst uns mit großer Langmuth zu, bist willig zum Vergeben; tilgst uns're Schuld mit Vaterhuld, wenn wir uns bessern lassen; und gibst uns Theil an deinem Heil, wenn wir die Sünde has sen. 4. Der du in Jesus uns erschienst, dich uns zu of fenbaren, als Vater, der nicht nach Verdienst mit uns pflegt zu verfahren, Preis dir, daß du mit Trost und Ruh' Verschuldeten begegnest, und, macht die Reu' sie dir getreu, sie ewig, ewig fegnest! 5. Wer sollte denn sich dir nicht gern, Allgütiger, ergeben? Wer nicht, von Sündenliebe fern, dir zu gefallen, streben! Wir wollen dein nun immer seyn; dich, Vater, kindlich lieben, und dein Gebot, bis in den Tod, nach allen Kräften üben. Mel. 27. Allmächtiger, wir singen dir zc. 54. Erhebe deinen Blick zum Herrn bei die ser Erde Freuden; er segnet seine Kinder gern, und prüft sie nur durch Leiden. Die Erd' im schönen Lenzgewand macht jedem Erdensohn bekannt: Gott ist ein lieber Vater. 2. Noch nie vergaß der Höchste dein, er war dein Schuß, dein Retter; er gab dir milden Sonnenschein nach manchem Unglückswetter. Drum heb zum Himmel deinen Blick, und sprich getrost im Mißgeschick: Gott ist ein lieber Vater. 3. Er schenkte dir der Freuden viel im frohen Kreis der Deinen; gab ihnen Mitleid und Gefühl, bei deinem Schmerz zu wei nen. Ein jedes Herz, daß für dich schlägt, sagt dir, Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gnade, Geduld c. 61 o fühl' es, Mensch, be- dich, als Vater und Er wegt: Gott ist ein lieber Vater. barmer. 4. Wenn Gott dir Kraft und Muth verleih't, viel Gutes zu vollenden; wenn du der Noth und Dürf tigkeit kannst Hülf' und Freude spenden: so schau, von Fried' und Ruh' beglückt, zum Himmel auf, und sag' entzückt: Gott ist ein lieber Vater. 2. Seh' ich, so weit mein Auge reicht, gen Himmel, so entdeck' ich leicht die Spu ren deiner Güte. Der Sonne und des Mondes Pracht, dein Sternenheer, das du gemacht, erwecket mein Ge müthe, großer Schöpfer, zu besingen deine Güte, deine Stärke. Groß sind deiner Allmacht Werke! 5. Und wenn dir näher rückt der Tod, wenn deine Freunde weinen: so wird Gott selbst in dieser Noth, als Vater, dir erscheinen. Vollendet ist dein Kampf, dein Lauf, zu hohen Freuden nimmt dich auf dein liebe: voller Vater. 3. In Ungewittern, Sturm und Wind, die dei ner Allmacht Diener sind, entdeck' ich deine Güte. Das Feuer, wie der Wasser Grund, macht deine große Liebe kund. Mit fröhlichem Gemüthe will ich täglich darauf achten, und betrachten deine Werke, rühmen deine Huld und Stärke. Mel. 74. Wie leuchtet und zc. 4. Dein Erdreich, Gott, 55. Gott, dessen große das jedermann gibt Brod und Kleider, seh' ich an, empfinde deine Güte. Ich spüre, fühl' und höre fie im Feld und Wald, ich sehe sie in aller Fluren Blüthe. Von dir zeugen alle Dinge, so geringe sie mir scheinen, wie im Großen, so im Kleinen. Macht die Welt erschaffen hat, und noch erhält, ich sehe deine Güte; ich sehe sie, und werd' entzückt, wohin auch nur mein Auge blickt. Sobald ich mein Gemüthe auf dich, Schöpfer, achtsam lenke, und dich denke, find' ich Armer! 62 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 5. O, leite mich durch Welt und Zeit zu dir, o Herr der Herrlichkeit, mit väterlicher Liebe! Auf dich laß mich in Allem seh'n, für 56. jedes Gute dich erhöh'n! Belebe meine Triebe, o mein Vater, dir in Allem zu gefallen; dir zu leben, sey mein einziges Bestreben! Mel. An Wasserflüssen Babylon 2c. Mit it welcher Langmuth und Geduld trägst Wie trägst du, bei gehäufter Schuld, auch du, Gott, Menschenkinder! Sie nahen dem Verselbst die größten Sünder! $ derben sich; du siehst es, und es jammert dich des Elends dieser Armen. Daß sie demselben noch ent+ flieh'n, suchst du ihr Herz zu dir zu zieh'n, aus innigem Erbarmen. 2. Du gönnest ihnen Zeit| Du wartest ihn; umsonst, und Raum, noch in ihr Herz zu gehen. Auch selbst den unfruchtbaren Baum läßt du noch länger stehen. und doch pflegst du des Baumes immer noch, verziehst, ihn abzuhauen. O, was für Langmuth und Heiligkeit und Gerechtigkeit. Geduld! Wer faßt die Größe deiner Huld; wer kann sie ganz durchschauen? 3. So gnädig, Herr, erbarmst du dich selbst unbiegsamer Sünder! Doch mehr noch schonst du väterlich der Frommen, deiner Kinder! Läßt ihrer Tugend Eifer nach, und werden sie im Glauben schwach, und träg in guten Werken: so jammert's dich, du denkst daran, wie leicht ihr Herz sie täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Du warnst sie vor des Fall's Gefahr, noch eh' sie irre gehen; Gefallnen reichst du Stärke dar, bald wieder aufzustehen. Du rufest sie voll Lieb' und Huld, verheißest, ihnen ihre Schuld, durch Christum zu vergeben; und steh'n ſie auf, wie feuert dann dein Trost sie zu dem Eifer an, unsträflicher zu leben! 63 recht zu thun, für dich und ihre Pflicht zu leiden: wie nachsichtsvoll gewöhnst du sie zum Tugendkampf und dessen Müh', und an des Kampfes Freuden. 6. 5. Wenn sie oft furcht sam und mit Angst den Weg des Glaubens wallen, nicht freudig, nicht, wie du ver langst, mit vollem Wohlge: fallen; wenn sie, obgleich mit Mühe, sich entschließen, Gott, deß Huld nichts gleichen kann, gedenke stets der Sünder; nimm mit Geduld dich ihrer an, wie deiner schwachen Kinder! Ach, keiner häufe Schuld auf Schuld durch kühnen Mißbrauch deiner Huld! Hilf uns das Böse hassen, daß Alle sich, durch dich erneut, den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten lassen! Heiligkeit und Gerechtigkeit. Mel. 40. Es ist das Heil zc. 57. Du bist, o Gott, gerecht; du gibst uns heilige Gesetze, und willst, weil du das Gute liebst, daß keiner sie verletze. Dein Wort und unser Wohl erklärt uns deiner Rechte hohen Werth. Sey, Herr, dafür gepriesen! 2. Was du befiehlst, 64 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. machst du auch leicht durch| tig und belohnst, und kröAntrieb, durch Vermögen. nest, was sie thaten. Wer nicht von deinem Rechte weicht, den frönet Heil und Segen. Wir rühmen dich, daß du verdammst, was bös ist; daß du uns entflammst, was unrecht ist, zu hassen. 3. Was lobenswürdig ist und nützt, gebeutst du deinen Knechten, und deine Huld belohnt und schützt die Thaten der Gerechten. Ein Segen, den kein Sün der hat, entſprießt durch dich, aus ihrer Saat, die Ruhe des Gewissens! 4. Die Frommen wer den immerdar in deinem Schatten grünen; und kommen sie auch in Gefahr, so bleibest du bei ihnen. Du schüßzest; erndten sie nicht gleich, wie fruchtbar werden dann, wie reich, die spätern Erndten werden! 5. Denn du bist ihre Zu versicht; du wirst gerecht vergelten. Sie finden auf dem Weg der Pflicht den Lohn in bessern Welten. In deinem Lichte, wo du wohnst, entdeckst du fünf 6. Oft prangt der Sünder, wie ein Baum, voll grüner, frischer Blätter, bes schattet einen weiten Raum, und trotzt dem fernen Wetter; doch plötzlich braust der Sturm daher, zerbricht den stolzen Baum, und er behält nicht Stamm, noch Wurzel. 7. In Frieden scheinet er vielleicht, und selig auch zu sterben; weh' aber ihm! denn bald erreicht ein Sturm des Fluches Erben. Dein heiliges Gericht erfüllt, was du gedroht hast, und vergilt ihm nun nach ſeinem Frevel. 8. Und ich, ich sollte Unrecht thun, weil des Verbrechens Strafen hier oft, wie ferne Stürme, ruh'n, nicht hier sein Haupt schon trafen? Ach, immer bleibest du gerecht. Daran erinn're deinen Knecht, daß er dich immer fürchte! 9. Herr, diese Furcht ergreife mich, wenn mich die Sünde locket, eh' meine Seele sorglos sich verschlimmert und verstocket! Der Heiligkeit und Gerechtigkeit. 65 Tugend Lohn und Ruhm Kraft in mir, dir fröhlich vor dir erhalte Trieb und zu gehorchen! Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele 2c. 58. † † † ↓ JPTT* Gott, vor dessen Angesichte nur ein rei Ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die rein ✰ ner Wandel gilt, Höchster, deine Heiligkeit werde ste Klarheit quillt! stets von uns gescheut; laß sie uns doch kräftig + dringen, nach der Heiligung zu ringen! 2. Heilig ist dein gan- Du bist nur der Frommen zes Wesen, und kein Böses Freund; Uebelthätern bist ist an dir. Ewig bist du du feind. Wer beharrt in so gewesen, und so bleibst seinen Sünden, kann vor du für und für. Was dein dir nicht Gnade finden. Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut; ja unsträflich) sind die Werke deiner Weisheit, deiner Stärke. 3. Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sey'n. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was dein Rath uns zugedacht. Scheff in uns, Gott, reine Herzen; tödt' in uns der Sünden macht. Wie so manche böse Lust wohnet noch in unſrer Brust! Ach wer kann ſie alle zählen die Gebrechen unfrer Seelen? 66 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. 5. Uns von Sünden zu heit vestgestellt, | erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so rei nige vom Bösen, durch ihn, unsern ganzen Sinn; gib uns, wie du selbst verheiß'st, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Gu: ten führe! 6. Nie von sündlicher Begierde werde unser Herz entweiht; unsers Wandels größte Zierde sen bewährte Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. verehre stets und schätze. Wer da von weicht, der weicht zugleich von seinem Wohl; in deinem Reich' ist nur der Fromme selig. 3. Ja, Herr, dein heiliges Gericht zeigt sich uns schon auf Erden; du lässest, fürchten wir dich nicht, uns hier schon inne wer den, daß du auf unsre Thaten siehst, und ein gerechter Richter bist, zur Ahndung alles Bösen. 4. Es flagt uns daß Gewissen an, wenn wir dir widerstreben; straft uns, daß wir nicht recht gethan, straft unser böses Leben: Da flieht die Ruh' aus unsrer Brust, und auf die süße Sündenlust 59. Gott, du bist heilig folgt eine bittre Reue. 5. Du strafst oft hier den Sünder schon für seine bösen Thaten, und läſfest ihn in Schimpf und Hohn, in Angst und Noth gerathen. Hat er die Sünde nicht gescheut, hat ihn ihr falscher Reiz erfreut; so fühlt er ihre Leiden. Mel. 1. Es ist gewißlich an der Zeit zc. und gerecht in allen deinen Wegen; du frönst das menschliche Geschlecht zwar gern mit deinem Segen; doch dringst du auch auf Frömmigkeit, weil diese zur Zufriedenheit und wah rem Wohl uns leitet. 2. Drum willst du auch, daß in der Welt ein Jeder die Gesetze, die deine Weis: 6. Doch blos zu ihrer Besserung strafft du, o Heiligkeit und Gerechtigkeit. 67 Gott, die Sünder, und wird keinen Trost verzüchtigst nur zur Heiligung missen, ihr ruhiges Gewis oft deine trägen Kinder. sen schützt sie vor innerm Wohl dem, der sich noch Schmerz. bessern lernt, sich von dem Sündenpfad entfernt und deiner Zucht gehorchet! 7. Weh' aber dem, der in der Zeit nicht deine Warnung höret, dein ernstes Strafgericht nicht scheut, und nicht zu dir sich kehret! Wie schrecklich ist der einst sein Theil, wann du den Frommen volles Heil in jener Welt wirst geben! 2. Sie freu'n sich ihres Lebens, der kleinsten guten That, und gehen nicht ver: gebens der reinen Tugend Pfad. Ihr Eifer, der nie ruht, lehrt sie stets wachen, kämpfen, die Macht der Lüste dämpfen, und stärket ihren Muth. 8. Herr, dieß bezeugt dein wahres Wort. Du kannst umsonst nicht dräuen. O, hilf uns, daß wir immerfort den Weg der Sünde scheuen! Nimm unsrer dich erbarmend an, und leit' uns auf der Tugendbahn, daß jeder selig werde! 3. Du willst sie, Gott, beglücken, erfreust auch hier sie schon, und zeigest ihren Blicken von fern der Zukunft Lohn; dort wird ein größres Heil, dort werden beffre Freuden, nach dieses Lebens Leiden, ihr ewig sichres Theil. 4. Dem Sünder droht Verderben, ihm drohet dein Gericht; er kann nicht ruhig sterben, erbt deinen Himmel nicht. Bei der gehäuften Schuld, bei immer neuen Sünden, wird er nicht Gnade finden, vers liert er deine Huld. Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken. 60. Wie bebt vor dir der Sünder, o Gott voll Ernst und Macht! Wie freu'n sich deine Kinder der Huld, die für sie wacht! Ihr dir ergebnes Herz 5. Du kannst ihn nicht verschonen, wirst mit Gerechtigkeit, wie er's vers dient, ihm lohnen, der kein Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Verbrechen scheut; wenn scheu'n, dich treu und fromm er gleich immer noch sein Glück hier wachsen siehet, im Wohlstand lange blühet, strafst du ihn künftig doch. 6. Laß mich nach deinen Lehren, Gott, alles Böse verehren, und mich des Glaubens freu'n: so werd' ich sicher nicht vor deinen Strafen beben, bei dir einst selig leben, bewährt in dem Gericht! 63 Treue und Wahrhaftigkeit. Mel. Ich hab' genug, mein Herr ist zc. 61.² EML Gott ott ist getreu! Sein Herz, sein Vaters Gott ist getreu! In Wohlseyn und in Ir pt r É herz, verläßt die Seinen nie. Mich decket seiner Schmerz erfreut und trägt er sie. Allmacht Flügel. Stürz't zin, ihr Berge! fall't, ihr + Hügel! Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund. Dieß weiß, dieß hoff' ich vest; ich bin gewiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich, nach seinem Bunde, in meiner Prüfung bängsten Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt; er hält, was er verspricht! Wenn mir sein Wort den Weg zum Leben weist, so Treue und Wahrhaftigkeit. irr' und gleit' ich nicht. Gott| Lust, wenn schon ein irdisch ist kein Mensch, er kann nicht lügen; das Wort der Wahrheit kann nicht trügen, Gott ist getreu! Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen; Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und, was er thut, ist gut. Die Trüb: sal auch; mein Vater bef sert mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freu'n? Sey Gott getreu, und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Falschheit seyn! Selbst falscher Men schen Neid und Tücke gereichen endlich) mir zum Glücke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er hat uns selbst befreit von unsrer Sündennoth durch seinen Sohn, durch seine Heiligkeit, durch seinen Kreuzestod. Damit wir Sünder nicht verderben, ließ er den Eingebornen sterben. Gott ist getreu! 9. Gott ist getreu! Vergiß, o Seele, nicht, wie zärtlich treu er ist. Gott treu zu seyn, sen deine größte Pflicht, so lang du denkst und bist! Halt vest an Gott, sen treu im Glauben! Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Mein Vater will er seyn, sorgt für mein ewig Wohl; er rufet mich zu seinem Himmel ein, will, daß ich leben soll. Er reinigt mich von allen Sün den, und läßt mich Trost 62. Noch nie haft du durch Christum finden. Gott ist getreu! 69 7. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Er sieht's mit Mel. 187. Dir, dir, Jehovah zc. dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, ver: letzt; du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn 70 Von Gottes Wesen und Eigenschaften. Erd' und Himmel auch ver:| Wort ist wahr, dein Bund geh'n, wird ewig doch dein steht vest. Wohl dem, der Wort besteh'n. sich auf dich verläßt! 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Wort verheißen hat; nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du, 6. Gib, Herr, daß ich die Wahrheit liebe, und, allen meinen Pflichten treu, was recht und gut ist, redlich übe, entfernt von List und Heuwas du versprichst, zur[ chelei! Dann zeig' ich mich That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. als Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. Höchste Seligkeit. Mel. 322. Herr Jesu Christ, mein's 2c. 3. Wie du unfehlbar das verleihest, was deine Liebe uns verhieß; so trifft auch Strafe, die du dräuest, den, welcher frevelnd dich verließ. 63. Aus deiner Quelle, Die deine Langmuth, Gott, verschmäh'n, wie wollen die vor dir besteh'n? Schöpfer, nimmt der Mensch, zur Seligkeit bestimmt, zahllose Freuden; täglich fließt ihr Strom, der unerschöpflich ist. 2. Er fließt durch deine Schöpfung hin, und hat für einen jeden Sinn, für jeden heiligen Genuß, Befriedigung und Ueberfluß. 3. Vom Himmel strömt dein Segen her; strömt durch Gebirg und Thal und Meer. Wie schön ist deine Welt, wie reich! Herr, was ist deinen Schätzen gleich? 4. O, pflanze, Herr, in mein Gemüthe die Ehr: furcht, die dich findlich scheut! Gib, daß ich mich vor Leichtsinn hüte, vor aller Ungerechtigkeit! Nie werde das von mir gewagt, was dein Gesetz mir untersagt! 5. Doch laß mich auch mit vestem Glauben dem Worte deiner Gnade trau'n. Wer kann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen bau'n? Dein ( Höchste Seligkeit. 71 4. Noch größre Freuden, wie selig mußt du selbst nicht sendest du uns, wenn wir seyn! dich nur lieben, zu; du beutst uns Seligkeiten an, womit kein Mensch uns ſegnen kann. 8. Unendlich selig! denn du bist unendlich; unermeßlich ist, o Fülle der Vollkommenheit, der Reichthum deiner Herrlichkeit! 9. Der Mensch, wie hoch er strebt, umfaßt er nimmer, was du bist und hast. Nur du durchschau'st dich ganz allein; wie selig, selig mußt du seyn! 10. Und das auf ewig! keine Zeit umgränzet deine Seligkeit; aus dir, Gott, aller Wonne Meer, strömt ewig Heil und Freude her! 11. Preist ihn, den Gott der Seligkeit, der hier und dort uns hoch erfreut! Der Herr ist selig nicht allein; auch wir, wir sollen's ewig seyn! Eigne Melodie. 5. Wenn wir dich fen nen, wie entzückt ist, ihrer die Finsterniß entrückt, Seele, die sich deiner freut; was fühlt sie dann für Se ligkeit! 6. Welch eine Wonne, wenn sie nun, was du be fiehlst, beginnt zu thun; selbst fühlet, wie der Tugend Werth erhebt, beglücket und verklärt! 7. Fließt so viel hohe Lust von dir schon hier auf uns; kannst du schon hier mit sol chen Gütern uns erfreu'n: 64. Wie felig bin ich, wenn mein Geist em-* por zu Gott sich hebt, und, weil er seinen Schö + € pfer preist, des Engels Leben lebt! 72 Von der Sünde und ihrem Elende. 2. Wer ist so reich ge schmückt wie er, mit Herrs lichkeit und Glanz? Licht ist sein Kleid, der Sterne Heer ist seines Thrones Kranz. 3. Ein Strom von Seligfeiten quillt aus seiner Liebe Kraft; denn er ist ses lig, und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Ja, selig ist nicht er allein; der Herr will, in der Zeit und Ewigkeit, auch uns erfreu'n durch seine Seligkeit. 5. Er wollt's und schuf, und nun umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 6. Auch ich, und das ist mein Beruf, auch ich soll ewig seyn. Heil, Seele dir, die Gott erschuf, um seiner dich zu freu'n! 7. Schon siehst du durch ein dämmernd Licht, was Engel mehr versteh'n. Dort wirst du ihn von Angesicht zu Angesichte seh'n. IV. Von der Sünde Mel. 245. Auf meinen lieben Gott 2c. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Ei genthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter Allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor dir, o Gott, zu finden? und ihrem Elende. 4. Hier ist kein Unterschied; dein helles Auge sieht auf alle Menschenkin 65. Du, der kein Bö- der, und sieht sie alle Sünder; da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht Einer. ses thut, du schufft den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 4. Verderbt ist unser Sinn; die Weisheit ist da hin, die uns regieren sollte, nur, was der Vater wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Der Sinne Lust und Schmerz rührt, leider! une ser Herz mehr, als die hö hern Freuden, mehr, als die 73 größern Leiden, die wir, auf Ewigkeiten, selbst unserm Geist bereiten. Kampf in meiner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist gebeut, 6. Dir folgen, dünkt uns| daß ich dich wähle; er sehnt, Zwang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sünden: liebe; und wer vermag's zu zählen, wie oft wir vor dir fehlen? o Tugend, sich nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt, ihre Lüsternheit zu stillen, schmiegt sich den Leidenschaften an. 7. O Herr, gib uns dein Licht, daß wir, was uns ge bricht, beschämt vor dir er- 2. Der gute Vorsatz, den kennen, und dann von Ernst| ich fasse, entweicht oft, wie entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beßrung nach zujagen! 8. Wohl dem, der sie ge: winnt! Gott, so verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen, und neue Kraft er: theilen, durch Christum schon auf Erden von Gün den frei zu werden. ein Traumgesicht; das Böse thu' ich, das ich hasse, das Gute, das ich liebe, nicht. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach, reißt ſie mich hin, die Macht der Sünde, zu späte Thränen folgen nach. Von der Sünde und ihrem Elende. 9. Ach, laß durch) unsre Schuld uns diese deine Huld nicht freventlich verscherzen; erwecke unsre Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben! 3. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Nuh'? Wer kann mich von der Sünde retten? Nur du, Allgütiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade Mel. 51. Wie groß ist des g'nüget zur seligsten GeneAllmächt'gen 2c. sung mir; o send' ihn, daß mein Glaube sieget! Und 66. Gott, welch ein ewig, ewig dank ich dir. 4 74 Von der Sünde und ihrem Elende. Mel. 125. Vater unser, im bury Himmelreich 2c. is 67. Der Hang zum Bösen wohnt in mir; auch wenn ich schon, mein Gott, von dir geheiligt bin, ver: sucht er mich zu Sünden doch, und stärket sich durch Lüste meiner Sinnlichkeit, zu thun, was dein Gesetz verbeut. 2. Ich seh's, die Tugend, Gott, ist schön; auch ihre Bahn nur will ich geh'n, be: treten sie voll Lust und Muth, gewiß, daß, wer nicht Sünde thut, und seine Pflichten nie vergißt, hier ruhig und einst selig ist. 3. Doch bald erwacht in meiner Brust die unterdrückte böse Lust, und locket mich zur Sicherheit, zu eitler Selbstgefälligkeit. Ge: lingt ihr's, ach! so glaub' ich dann auch leicht, daß ich nicht fallen kann. 4. Dann bin ich bald verführt; denn ach! wer stolz und sicher wird, ist schwach; zu reich an Kräften träumt er sich; verläßt sich dräu'n, wird träg' und laß, und schlummert ein. 5. Und ach! wie nah' ist dann sein Fall, wenn er, versuchet überall, von auf sen, durch sein eignes Herz, durch Lust, Gewinn und Furcht und Schmerz, nun kämpfen soll; wie leicht, wie leicht verliert er alle Kraft, und weicht! 6. Ich fühle meineSchwachheit, Gott! mich schrecken leicht Gefahr und Spott. Zerstreuung und Vermessenheit, des Bei spiels Reiz, die Weichlich keit, ein stark Gefühl für Lust und Schmerz; wie leicht verderben die. das Herz! 7. Wer kann mir bei steh'n? Du allein sollst meine Hülf' und Stärke seyn. Laß meine Schwachheit immer mir vor Augen seyn, daß ich von dir nicht weiche, daß ich standhaft sey, dir bis zum Tode selbst getreu! 8. Dann kommt die Zeit, wo Herr, von dir der Hang zum Bösen ganz in mir mehr auf sie, als dich; ver- vertilgt und ausgerottet schmäht die Feinde, die ihm wird, wo nie Verstand und Von der Sünde und ihrem Elende. Herz mehr irrt. Wie heilig werd' ich dann, wie rein, wie herrlich, Gott, wie selig seyn! dan su Gapirs 136 Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht zc. 5. Unter schuldlos frohen Reih'n wandelt er mit trübem Blicke, will, und kann nicht fröhlich seyn, sehnt ver68. Dwie fanft ift, gangne Zeit zurücke; wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. Herr, dein Joch!, wie leicht dein Vaterwille! Oft gedenkt die Seele noch jener Ruhe, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt, und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber ach! ist er ent floh'n, des Gewissens sanf ter Friede, dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht krank und müde. Keine, keine Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. hin 3. Drückend ist des La75 sein Herz und bange, sucht vergebens Fried' und Ruh', und eilt neuen Lastern zu. 6. Gottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und Saatenfeld, was den Tugendfreund entzücket, dem sein Herz entgegen wallt, läßt die stumpfe Seele kalt. 7. Niedre Lust und eitles zu wilden Spiel locken ihn Scherzen; edler Freundschaft sanft Gefühl bannt er sters Joch, schwer der Sün- weg aus seinem Herzen; de harte Bande; und ihr Sklave wählt sie doch, taumelt man des Abgrunds Rande, dünkt sich glücklich, groß und frei, bei der tiefsten Sklaverei. übt in dunkler Einsamkeit, was der Unschuld Auge scheut. 8. Herr, dein heiliges Gericht strafet, welche Zugend hassen, die Verächter ihrer Pflicht. Gott, ich will dich nie verlassen; steh' mir in Versuchung bei, und er4. In der ungestümen Brust weilet keine Freude lange; Unmuth folgt auf Taumellust, angstvoll bebt halte selbst mich treu! Von der Sünde und ihrem Elende. 36. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. van grad 69. + +€ alon teinem eignen Herzen heucheln, Sünsich mit falscher Tugend schmeicheln und 76 de thun und sicher seyn; selbst sein Elend nicht empfindann sagen, ich bin rein; Cha mind m Ape me I l I I I P 140 den, welche gift'ge Frucht der Sünden! 6 and 2. Wer so schläft, ohn' allen Kummer für der Seele Seligkeit, eingewiegt in tiefen Schlummer einer trä gen Sicherheit; ach, wie fürchterliche Schrecken wer den endlich den erwecken! dern Sünde ich mich rein und schuldlos finde? 5. Oder, weil durch äußre Werke, und oft blos durch ihren Schein, ich mich in dem Wahne stärke, wohlgefällig Gott zu seyn? oder, weil geheime Sünden Men 3. Bin ich, wenn ich das nur hasse, was schon Menschenblicke nicht ergründen? schen hassen, rein? wenn ich 6. Darum, darum sollt' das nur unterlasse, was auch ich wähnen, ich bedürf der Heiden nicht verzeih'n? Beßrung nicht, keiner Reue, Ist's genug schon, nichts keiner Thränen, keiner ve verbrechen, was der Menstern Zuversicht? darum mich schen Strafen rächen?.8 4. Bin ich darum fromm und besser, darum Gottes Kind und Freund, weil des Nächsten Schuld weit gröf ser, als die meinige, mir scheint? weil von eines Anzu Gottes Kindern zählen, und nicht zu den Sündern? 7. Nein, dieß Blendwerk eitler Lügen täusche meine Seele nie, müsse nie mein Herz betrügen! Heil'ger, dir mißfallen sie, weil sie mir Von der Erlösung der Menschen. 877 den wahren Glauben, deis| ben, heilig und gerecht zu ne Huld und Tugend rau leben. ben. 8. Rein in allen meinen Trieben, frei von falscher Zuversicht, müßt' ich keine Sünde lieben, auch den Wunsch der Sünde nicht! Deine Kinder müssen stre: 9. Laß mich streiten mit den Lüsten, fliehen Stolz und Sicherheit, muthig mich zum Kampfe rüsten, aber frei von Eitelkeit! daß ich nicht vergebens ringe, und gewiß zum Ziele dringe. sig 07901 791 V. Von der Erlösung der Menschen. 1992 and Adventlieder. nad ! modap nommoT Innamisù Mel. 429. Wachet auf, so dieses Leben, und schenkest ruft c. 1:50 uns des Himmels Glück. 70. Herr, wir singen Du gibst das Leben, Gott, und führst, auch durch den Tod, uns zum Leben! Du willst allein, daß wir uns freu'n; daß wir verderben, willst du nicht. deiner Ehre, erbarm' dich unsrer, und erhöre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll, Ents zücken! Wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Du, der du gnädig bist, wie niemand gnädig ist, bist die Liebe! Schon vor der Zeit, von Ewigkeit, warst du die Liebe, die du bist! 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unsre Brust das Leben, und schen kest uns der Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entziehst du einst uns 3. Als wir, von der Sünde Plagen gequält, in un serm Elend lagen, und Furcht und Schrecken uns umfing, jammerte dich unser Schade; da war es, Gott, als deine Gnade gerührt bei uns vorüber ging. Da rief der Liebe Blick ins Leben uns zurück, von der Sünde; aus ihrer Nacht sind wir erwacht, dein Licht, dein Antlitz, Gott, zu seh'n! Von der Erlösung der Menschen. 4, Preis't ihn, unsers Jubels Lieder! Zur Erde stieg sein Sohn hernieder, ward Mensch, und starb der Sünder Tod. Christus hat den Tod bezwungen; ein neues Lied werd' ihm gesungen! 4. Heil uns, daß der Er hört uns, er ist unser Gott. Wir sind mit ihm verföhnt; ihr Lobgesänge, tön't! Tön't zum Himmel! Erschall't schon hier! Einst kom men wir an seinen Thron, und beten an! Herr erschien! Heil uns schon auf Erden! Hier schon können wir durch ihn froh und heiter werden. Und wie viel wird, am Ziel dieſer Bahn durch's Leben, er den Frommen geben! 78 | ish) dru de assid 07 jun 1 Mel, 175. Mache dich, mein Geist, bereit 2c. reit 20₁3 Vater thut, dem wir an gehören, ist und bleibet im mer gut, und muß Heil ge währen. Ihm gebricht Weiß ren, und der Ankunft Wich tigkeit früh die Welt erfahren. Was geschah, fern und nah', wußte Gott zu lenken, um uns ihn zu schenken. Dmit alor 71. Was der große 72. Sesus ist gekommen. Dank't ihm, seine Frommen, dank't ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werheit nicht, ihm, der nie verden, seine Wohnung nahm! fehlet, was sein Rathschluß Mensch, wie wir, erschien wählet. er hier, der zur Schöpfung sprach: entstehe! der einst spricht: vergehe! 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ist! Gott auf seinem Throne liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jesum Christ. Welch ein Heil, am Sohne Theil, 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer uns'rer Brüder; er, der Helden größter Held, kam zu uns her nieder. Brüderlich wollt' er sich und sein theures Leben hin für Sünder geben. est-$ 0 Mel. 132. Jefu, meine Freude 2c. ON 3. Seiner Ankunft frohe Zeit ließ Gott offenba: 310739 79 Von der Erlösung der Menschen. Theil an seiner Sendung| schmeckte, den das Grab Gaben, an Gott selbst zu auch deckte. haben! 3. Keine Macht der Lei: den kann von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen gänzlich uns erlösen; hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, kann nicht ſeine Brüder hassen, noch sie hülflos lassen. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne unsern Retter schau'n. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm hier vertrau'n. Er ward hier versucht, wie wir, überschwänglich wird er lohnen, und der Schwachheit scho nen. 4. Wann wir einst er müden, führt er uns im Frieden in des Grabes Nacht. Unsre todten Glie: der gibt die Erde wieder dem, der sie bewacht. Je: sus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst 6. Eilet, eil't, ihr Sünder, werdet Gottes Kin der, werdet seiner werth! Eilet, eil't, ihr Frommen, seyd, wie er, vollkommen, bleibet seiner werth! Preiz set ihn, daß er erschien und sich für euch hingegeben, durch ein göttlich Leben! Eigne Melodie. 73. 11 Gott sey Dank in aller Welt, der ſein *** 1 Wort beständig hält, und der Sünder Trost und Rath in die Welt gesendet hat. 80 Von der Erlösung der Menschen. 2. Was der alten Väter Schaar Wunsch und Trost und Hoffnung war; was sie fern im Dunkeln sah, Heil uns! ist im Lichte da. 3. Hier ist mehr, als Da vids Sohn; keines ird' schen Reiches Thron. Licht der Seelen, ew'ges Heil ward durch Jesum unser Theil. 4. Menschenfreund, wie dank' ich's dir! Schenke dieses Heil auch mir, daß du unter vieler Last für die Welt bereitet hast. 5. Deiner Hülfe mich zu freu'n, laß mein Herz dein eigen seyn; mach) es von der Sklaverei jeder Sünde völlig frei! 74. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Netz tung aus Gefahr; so er scheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir! 11 € 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei allem, was ich hier, zur Befördrung meiner Ruh', denke, wünsche, wähle, thu'! Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften Weihnachtslieder. des Erlösers. Eigne Melodie. 8. Trift mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz, hilf zum treuen Tugendlauf meiner Schwachheit mächtig auf! 9. Daß ich, wann du, Lebensfürst, herrlich wieder kommen wirst, froh dir mög' entgegen seh'n, und gerecht vor dir besteh'n. +* ie leuchtet uns der Morgenstern voll OSohn, von deinem Angesicht um £ Gnad' und Wahrheit von dem Herrn! der Aufgang strahlet mich ein göttlich Licht, daß ich den Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften 2c. 81 aus der Höhe! Leben werd' ich! Zwar ich werde Tod nicht sehe! ## wieder Erde! Aber dennoch leben werd' ich, ewig leben! porfes. 2. O, mach' dich auf, und werde Licht, mein Geist! denn hier schon kommt dein 4. Des Vaters Klarheit Licht zu dir vom ew'gen Throne; ganz geht dort, nach vollbrachtem Lauf', die Herrlichkeit des Herrn dir auf: der Vater mit dem Sohne! Jesus Christus! ew'ges Leben wirst du geben Gottes Kindern, Kronen, Herr, den Ueberwindern! schauen wir in Christi Angesicht schon hier, des em': gen Vaters Klarheit! O süßer Blick in jene Ruh', voll wunderbaren Heils bist du! siehst wunderbare Wahrheit. Jesus zeigt uns, ohne Hülle, Gottes Fülle! Gnade, Gnade schau'n wir, nehmen Gnad' am Gnade! 3. Du bist, Versöhner, mein, ich dein! Geuß sie auch meinem Herzen ein, die Flamme deiner Liebe! Wer wär' ich, wenn durch Hei ligkeit ich nicht der Prüfung kurze Zeit dir treu, Versöhner, bliebe? Treu dich lieben hilf mir Schwa chen! Hilf mir wachen, kämpfen, ringen, stark in 5. O du, der schuf, und der erhält, du hast mich ewig, vor der Welt, in deinem Sohn erkoren! Du hast den Bund: durch Christi Blut sey'st du auch mir das höchste Gut, Herr, bei dir selbst beschworen! Preis dir, Gott, dem ich lobsinge; fieh, 4* Tho dir, zu Gott mich schwingen! 82 Von der Erlösung der Menschen. hin ich bringe Dank im Staube,| Mensch, wie wir; daß wir weiß und fühl', an wen ich selig würden, übernahm er glaube! willig hier schwerer Leiden Bürden. 6. Mein Psalter, meine Harf, erwach't! Noch ruf' ich aus der Tiefe Nacht, und kann sein Lob nur stammeln; doch er, der Alles wohl gemacht, will mich, wenn einst mein Lauf voll: bracht, zu höhern Geistern sammeln. Heilig, gnädig bist du! Singet Christo! Brin get Preis dem Sohne! Bald kommt er mit seinem Lohne. 7. Wie freu' ich dein mich, Jesu Christ, daß du der Erst' und Letzte bist, der Anfang und das Ende! Einst, wann er dich im Tode preist, und jetzt befehl' ich meinen Geist, Herr, Herr, in deine Hände! Amen! Amen! Du Gott, Amen! Deinem Namen sey'n gefungen Dank, und Preis, und Anbetungen! Mel. 161. Schwing dich auf, zu deinem Gott 2c. 75. Von des Vaters ew'gem Thron kam zu uns auf Erden Jesus Christus, Gottes Sohn, unser Heil zu werden. Ja, er ward ein 2. Nun herrscht er voll Majestät, nach ertragnen Leiden, als der Herr, von Gott erhöht, und regiert mit Freuden, weisheitsvoll, daß große Reich, das ihm Gott gegeben. Fromme sollen, Engeln gleich, ewig mit ihm leben. 3. Ehrfurcht und Gehorsam soll ihm der Mensch bezeigen; aller Knie' fich demuthsvoll vor dem Mittler beugen; freudig jede Naz tion es mit Dank bekennen: er sey Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 4. Wer den Sohn ehrt, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben. Ist des Vaters Macht und Reich ihm nicht übergeben? Wer zu Jesu, Herr, Herr, spricht und doch) Böses übet, kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme liebet. 5. Ewig liebe dich mein Herz, göttlicher Erbarmer! denn durch deinen Todes: schmerz leb' und sieg' ich Armer. Du, du kennst, o Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften 2c. 83 Menschenfreund, uns're Lei: der Höhe! Der Herr ist gedensstunden, und, wie ein Bedrängter weint, hast du selbst empfunden. boren! Laßt uns ihm sin gen, o Christen! auch wir sind erkoren, sein uns zu freu'n, und durch ihn selig zu seyn. Christen, wir sind nicht verloren! 6. Du, den in der Sie drigkeit, Noth und Angst umgaben, kannst nun, in der Herrlichkeit, Mitleid mit uns haben. Wenn Gebet und Angstgeschrei nun zum Himmel dringen, stehst du mitleidsvoll uns bei, hilfft den Sieg erringen. 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdkreis, es irrten Völker umher, wie die Heerden, verlassen von Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durdy ihn, die auch den Weisen verwirrten. 7. Weich)', Erbarmer, nicht von mir einst an meinem Ende, daß auch ich den Weg zu dir freudig dann vollende! Laß, weil ich auf Erden bin und mit Noth umgeben, deinen liebevollen Sinn meinen Geist beleben. 8. Lehr' einst in des Todes Nacht, wann die Augen brechen, mich dein Wort: " Es ist vollbracht!" auch mit Freuden sprechen. Hilf, daß ich mein Heimathland dann im Geist erblicke, und mich, durch des Vaters Hand, ew'ge Wonn'erquicke. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwie tracht, und haßten sich vor den Altären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn, Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! 4. Unschuld und Tugend entkeimten des Göttlichen Tritten; Trost und Erqui ckung trug er in der Weinenden Hütten. Wo ist ein Freund, der je so treu es gemeint, selber so schmerzlich gelitten? 5. Ehre sey Gott in der Höhe! Ein ewiges Leben hat er durch ihn, den Ge 76. Ehre sen Gott in liebten, uns Allen gegeben. tel. 227. Lobe den Herren, den 2c. Von der Erlösung der Menschen. 84 Bis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu heben. 6. Selige Aussicht! Wie werd' ich im Lichte der Höhe, Retter, dich preisen, wenn dort ich verherrlicht dich sehe! Danket schon hier, Christen, o dank't ihm mit mir! Ehre sey Gott in der Höhe! 4. Wenn er uns verwor fen hätte, nähm' er dann Menschheit an, daß er uns errette? Nein, der Erdkreis soll sich freuen; zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Wenn euch nun die Sünden kränken, eil't herzu! Suchet Ruh! Er will Ruhe schenken. Schau't auf ihn mit Glaubensblicken! Zitz Mel. 152. Warum sollt' ich tert nicht! denn er spricht: mich dann 2c. ich will euch erquicken. 77. Laßt uns unserm Gott lobsingen! Hocher freut laßt uns heut' ihm Verehrung bringen: In des Himmels hohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sey Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist geboren! Er, der König aller Wesen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: Wir sind nicht verlassen! Kommt sein Sohn, aus freien Trieben zu uns her, so muß er wahrlich uns auch lieben. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lern't den Menschenfreund erkennen! Gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Eures Herzens banges Sehnen siehet er. Komm't nun her! Opfert Freudenthränen! Gnade tönet euch entgegen. Welch ein Freund! Er erscheint Feinden selbst zum Segen. 8. Drückt euch hier des Lebens Plage, euern Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm an seinem Feste Ruhm und Preis; denn er weiß und verschafft das Beste. Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften 2c. 9. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr, als ihr, litt er hier, um euch stark zu machen. Diese kurze Zeit der Leiden und der Müh)', was ist sie gegen ew'ge Freuden? de 10. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freu: denvoll sie mein Herz em pfinden. 78. 85 +6 11. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach), obgleich schwach, dennoch immer treuer. Keine Weltlust und kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 12. Einst erscheinst du zum Gerichte dann werd' ich, Richter, dich schau'n von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, werd' ich dein stets mich freu'n, mit dir ewig leben. Mel. Durch Adam's Fall 2c. 1¶¶¶¶NN Gelobt elobt seyst du, Herr Jesu Christ, von aller von jedem, der noch sterblich ist, sey froh dir F Menschen Zungen! Gelobet seyst du von der Schaar, Lob ge sungen! = die einst, wie wir, auch sterblich war, und nun der Last entbunden, hat ewig überwunden. 2. In dieser höher'n Brü-| Menschen Lobgesang läßst der Dank soll unser Loblied du dir wohlgefallen. Noch schallen. Auch schwacher schauen wir, doch nur von Von der Erlösung der Menschen. 86 fern, die hohe Seligkeit des Herrn, wozu, nach diesem Leben, du dort uns wirst erheben. 3. Doch bald, bald sind wir auch, wie sie, zum Le ben durchgedrungen; bald ist, nach kurzer Tage Müh', das Kleinod uns errungen; dann singen wir, Herr Jesu Christ, dir, der du Mensch geboren bist, in deiner En gel Chöre, Anbetung, Preis und Ehre.. Mel. 74. Wie leuchtet uns zc. 79., stimm' auch du mit frohem Dank, mein Geist, in jenen Lobgesang, davon der Himmel tönte, als der zur Welt hernieder kam, und unsre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte. Freu' dich innig! Er, dein Führer Ere zur und Regierer kam den, Licht und Heil auch dir zu werden. 4. Hier soll, so lang' noch 2. Ja, Preis und Ehre, Sterblichkeit und Leiden uns Gott, sey dir! Wie gnadenbeschweren, durch unsre ganz voll bist du auch mir in ze Pilgerzeit dich unser Dank deinem Sohn erschienen! verehren. Es preise Herz und Du fandtest aus Erbarmen Zunge dich, und unser Geist ihn, um die dem Elend zu bestrebe sich, stets durch ein entziehn, die schnöden Lüheil'ges Leben, dich, Heisten dienen. Preis dir, daß land, zu erheben! mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen. 3. Und wie vergelt' ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen? Du bahntest, unter bitterm Leid, auch mir den Weg zur Seligkeit. Sey hoch dafür ge priesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes 5. Schon hier, erhabner Gottes- Sohn, sind wir in Hoffnung selig; die Freuden, die uns dort am Thron' erwarten, sind un zählig. Dir, der sie huldvoll uns erwarb, für uns ein Mensch ward, für uns starb, sey, mit der Engel Heere, auf ewig Dank und Ehre! Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften 2c. Frieden schon empfangen, einst auch mich seh' aufges und einst volles Glück er nommen. langen. 5. Dir bring' ich, Herr, ein dankbar Herz, bereit in Freuden und im Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleihe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort, gewissenhaft zu denken und zu handeln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und einst droben, wonnevoll, dich 4. O gib, daß ich an diesem Heil nun auch, von ganzem Herzen, Theil in wahrem Glauben nehme; daß ich hinweg vom Eiteln seh', die Wege deiner Wahrheit geh', und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen ewig loben. Mel. Vom Himmel hoch, da zc. 80. € 87 Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; $ ² sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preise, was [*] durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron' das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. 3. Wenn ich dieß Wunder fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an, und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst 88 im Fleisch, und wirst uns Heil. 9. Durch Eines Sünde siel die Welt. Ein Mitt5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Jch komm', im Buche steht von mir: " Gott, deinen Willen thu'| ler ist's, der sie erhält. ich gern." Gelobt sey, der Was zagt der Mensch, wenn da kommt vom Herrn! der ihn schützt, der zu des Vaters Rechten sitzt? 10. Jauchz't, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt! Und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied! Von der Erlösung der Menschen. 81. Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 6. Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, und Friedefürst, auf den die Väter hoffend sah'n, dich, Welterlöser, bet' ich an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, vereinest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier; und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Madurch Jesum Christ im Himjestät! du bist es, der das mel und auf Erden ist! Mel. Valet will ich dir geben 2c. 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt ges dacht! Ihn preise, was Wie ie soll ich dich empfangen, Heil aller SterbDu Freude, du Verlangen der Trostbedürflichen! Du woll'st mich selbst belehren, wie, deiner Güte tigen! 09 -0 voll, dich meine Seele ehren, dich würdig preisen soll. 89 leidsvollen Armen die ganze Welt umfaßt. 6. Das schreib't in eure Herzen, Betrübte, flag't nicht mehr; zag't nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär'. O, sehet auf! ihr habet den besten Helfer nah', der eure Seele labet, der treue Freund ist da. Menschwerdung, Geburt und Eigenschaften 2c. 2. Mit Zweigen grüner Palmen holt dort dein Volk dich ein; ich will in Freudenpsalmen dir meine Liebe weih'n. Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwa cher kann, mein Herz will ich dir geben, o nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich. Zu meiner Rettung 7. Die ihr mit ernster weihtest du, Herr, als Opfer Neue still eure Schuld bee dich. Uns war das Reichwein't, wißt, daß er euch genommen, wo Tugend verzeihe; er selbst, der Menherrscht und Glück; du schenfreund, ruft reuevol Retter bist gekommen, und len Sündern der Gnade bringst es uns zurück. Trostwort zu, macht sie zu Gotteskindern, schafft ihren Seelen Ruh'. 4. Mich hielten schwere Bande; du eilst und kaufst mich los. Ich war bedeckt mit Schande; du kommst und machst mich groß; du hebst mich hoch zu Ehren, gibst mir ein ewig Heil; was kann ich mehr begehren? Der Him mel ist mein Theil. 5. O du, an den ich glaube! was war's, das dich bewog? Was war's, das dich zum Staube, zu mir hernieder zog? Dein göttliches Erbarmen. Ja du, o Jesu, hast mit mit 8. Ja, er verläßt hier keinen, und weiß, was Jedem nützt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn beschützt? nicht sie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? Erfreu'n ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 9. Er kommt zum Welt: gerichte; der Bösewicht verz geht, wann da im hellen Lichte vor ihm sein Freund besteht. Wohl ewig allen Von der Erlösung der Menschen. denen, die seine Wege und Thränen, mit Freuden geh'n, und einst, nach Leid vor ihm steh'n! 90 Von den Lehren und dem Leben Jesu. Mel. Fürwahr, du bist, o Gott zc. 82. Auf Erden Wahrheit auszubreiten, die und uns zum ew'gen Glück zu leiten, das Wahrheit, die vom Himmel stammt, dazu ers Herz zu Gottes Lieb' entflammt: * # 99 97 schienst du, Jesus, hier, von Gott gesandt, zum XXX t Heil auch mir. 2. Dieß war das tägli- freudigem Vertrau'n bis in che Geschäfte, darin dein die Ewigkeit zu schau'n. Geist Vergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, ange wandt, durch deiner Lehren hellen Schein der Menschen Seelen Licht zu seyn! 4. Und, um der Welt dieß Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwerden! Und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Güt' und Huld, sie gern mit himmlischer Geduld. 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem Heil recht einzuseh'n; ihr Licht, auf diesem sel'gen Pfade mit sicherm Schritt' ein her zu geh'n; ihr Licht, mit 5. Was konnte deinen Ei fer stören, das Glück, das Gott uns zugedacht, den Von den Lehren und dem Leben Jesu. 91 Weg, der dahin führt, zu Heil von Gott gesandt! O, lehren? Du scheutest keines würde Jeder dein Verehrer, Menschen Macht. Kein Un- der deinen Werth noch nicht dank, den dein Volk dir erkannt! Gib, daß ich dei gab, hielt dich von diener Wahrheit treu, und sem Eifer ab. ewig durch dich selig sey! 6. Dein Licht ist auch zu uns gedrungen; du bist noch jetzt das Licht der Welt. Auf ewig sey dir Lob gefun: 83. Der du dein Wort gen, dir, der das Dunfel aufgehellt, das einst auf mir hast gegeben, wie preis' ganzen Völkern lag! Die ich würdig dich dafür! Ulus g! Die Nacht entfloh, es kam der Jesu Unterricht quillt LeTag. auben für meinen Geist, und 7. Wir sehen nun in| Weisheit mir. Kennt' ich größrer Klarheit, als es ihn, meinen Lehrer, nicht: vor dir die Völker sah'n, wer gäbe mir dann Trost erleuchtet nur durch deine und Licht? Wahrheit, zur Seligkeit die sichre Bahn. Der du auch uns zum Licht erschienst, wie groß ist um uns dein Verdienst! 2. Auf ungewissem, finsterm Pfade würd' ich ein Raub des Irrthums seyn; und unbekannt mit Gottes Gnade, ihn nur als strengen Richter scheu'n. Bang sucht' ich Hülfe in der Noth, und schrecklich wäre mir der Tod. 8. Und, Herr! noch im mer ist das Leben, das du auf Erden hast geführt, ein Segen, den uns Gott ge geben, dafür ihm ew'ger Dank gebührt, ein Segen, dessen auch mein Geist sich freut, und dich, Erlöser, preißt. 9. Ja, Preis sey dir, du beßter Lehrer, auch mir zum Mel. 241. Wer nur den lieben Gott zc. 3. Doch diesen trüben Finsternissen des Irrthums und der Sünde Macht hat Jesu Lehre mich entrissen, ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht, lehrt mich, wie viel Gott für mich that, 92 Von der Erlösung der Menschen. und ebnet selbst den rauh: froher Zuversicht unsern sten Pfad. Schöpfer Vater nennen, der uns liebt, versorgt, bes schüßzet, und uns gibt, was wahrhaft nüßet. 4. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen, ich kenne besser meine Pflicht; er lieg' ich gleich des Todes Waffen, so stirbt mein ew': ger Geist doch nicht. Der Werke Lohn folgt dort ihm nach; und Gott erfüllt, was er versprach. 3. Du hast uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kömmt, auf geklärt, uns gelehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Laster überwinden. Hong 5. O, laß mich dieser guten Lehre gehorchen stets mit größrer Lust; und keis 4. Dann auch, wann das nes Zweiflers Spott zer: störe ihr Trostgefühl in meiner Brust. Er erntet doch nur Reu' und Schmerz; und hohen Frieden fühlt mein Herz. Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, um mit frohem Muth zu scheiden. 5. Danket, Christen, betet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf 84. Führer zur voll der Tugend Bahn, willig kommenheit, Lehrer, Muster uns zu werden hoher reiner Sittlichkeit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unser Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen. folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden gehen, um sein ew'ges Licht zu sehen. Inna Mel. 46. Wo sind die Weisen 2c. 2. Du gabst unserm Geiſte Licht, lehrtest uns 85. Gedent' ich, Heiz Gott näher kennen, und mit land, an das Leben, das Mel. 214. Liebster Jesu, wir find hier zc. Von den Lehren und dem Leben Jesu. du auf Erden hast geführet: wie innig fühlt, dich zu er heben, sich dann mein gan: zer Geist gerührt! Ich seh', wie deiner Tugend Größe durch all' dein Thun sich mir verklärt; und, Herr, je mehr ich sie ermesse, em pfind' ich deinen hohen Werth.229 2. Nur wohlzuthun war deine Freude, Erbarmen deine Seligkeit. Du wehr test gern dem Menschenleide, und warst zum Helfen stets bereit; nahmst von den Menschen ihre Sünden, brachst freudig Hungrigen dein Brot, verschafftest das Gesicht den Blinden, und halfft von Krankheit, halfft vom Tod. 270 3. Zum Heil der Welt gabst du in Schmerzen dich hin und fühltest ihr Gewicht. Zwar klagtest du; doch dei nem Herzen entwich Vertrau'n zum Vater nicht. " Laß diesen Kelch vorüber " gehen!" riefst du in dei ner Seelenpein; jedoch dein Wille soll geschehen! der meine nicht. Ganz bin ich dein. 93 4. Mit sanftem, schonendem Gemüthe trugst du die Schwachen in Geduld, verziehst, mit namenloser Güte, den Sündern auch die schwerste Schuld. Selbst un ter deiner Mörder Händen, riefst du, für sie voll Mitleid noch, von ihnen Elend abzuwenden: vergib es ihnen, Vater, doch!" 5. O, laß es uns doch recht erkennen, wie werth du unsrer Ehrfurcht bist, daß wir mit Dankgefühl dich nennen, und dir lobsingen, Jesus Christ! doch, Herr, dein tugendvolles Leben soll nicht bloß unser Loblied seyn, es soll uns auch ein Beispiel geben, wie du, der Tugend uns zu weih'n. 6. Verleih' mir selbst, dir nachzuahmen, Erlöser, Stärke, Muth und Treu', damit ich nicht blos nach dem Namen ein Christ, nein! auch durch Thaten sey. Nie laß mich von der Tugend weichen, auch auf des Lebens rauh'ster Bahn; hilf mir dein hohes Bild er: reichen, so weit es meine Schwachheit kann! 94 Von der Erlösung der Menschen. so find Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 2c. 86.£££ Vorbild wahrer Menschenliebe, Je su, zogen dich her ab auf Erden, der VerJd bli i i ft deines Mitleids Triebe und für sie sogar dein lornen Heil zu werden, 19 -- ✰ FLI # 7 Leben in den Tod dahin zu geben. Wo ist, HeiBoar rube ✰ 1500 land, deines Gleichen, wer kann dein Verdienst MCL STONES Ø erreichen? Isialist 2. Ohne Vortheil zu be- Verlangen, Hülfe, Ruh' gehren, sich in And'rer und Trost empfangen! O, Dienst verzehren, Gutes wie pflegtest du zu eilen, Jedem gern erzeigen, zu das Erbet'ne zu ertheilen! Beleidigungen schweigen, Freude war dir's, Selig auch an Feinden Wohlthun keiten schon auf Erden üben, das heißt Menschen auszubreiten. göttlich lieben. Und wie voll 4. Menschenseelen zu be: von solcher Güte war, Er glücken, Reuerfüllte zu erlöser, dein Gemüthe! quicken, Unverständ'ge zu 14 3. Du warst Zuflucht aller Armen, jeder fand bei dir Erbarmen, jeder hat auf sein belehren, Abgewich'ne zu bekehren, Sünder, die die Tugend fliehen, liebreich zu Von dem Leiden und Sterben Jesu. dir hinzuziehen; nur für meinem Segen deinen WanMenschenwohl zu leben, war dein tägliches Bestreben. 5. Und wie hoch stieg dein Erbarmen, da du, Mittler, von uns Armen Gottes Strafen abzuwen den, unter frecher Mörder Händen, Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, als ein Missethäter starbest und uns ew'ges Heil erwarbest? del oft erwägen. Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bey dir finden. Gib zur wahren Menschenliebe Kraft und immer rege Triebe. Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, Mel. 410. Herzliebster Jesus. deine Schmäher nicht zu 87. Herr, stärke mich, schelten, Allen freundlich zu begegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vertreten, und für sie zu Gott zu beten. dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen! 95 Von dem Leiden und Sterben Jesu. Passionslieder. - 7. Demuth war, bei Spott und Hohne, deiner 2. Du wolltest, Herr, ein Tugend Schmuck und Kro- Mensch, gleich uns auf Erne; nie hast du nach Ruhm den, und bis zum Tod' am getrachtet, noch auf Men schenlob geachtet. Deines Vaters heil'gen Willen, mit Gehorsam zu erfüllen, uns zum Himmel zu erheben, war der Zweck von deinem Leben. Kreuz gehorsam werden, an unser Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen; 8. Laß mich, Herr, zu 3. Welch) wundervoll, hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, so zagen meine 96 Von der Erlösung der Menschen. Kräfte, mein Herz erbebt;| Gott uns Gnad' erzeiget, ich seh' und ich empfinde den die Gnade steiget. Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Richter alles Bösen; Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist, mit Schrecken und Entzücken, am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnie: der, es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Got tes Freunde. 9. Laß deinen Geist mich, o mein Heiland, lehren, stets deinen Tod im Glauben zu verehren! daß ich, getreu in dem Beruf der Liebe, mich christlich übe. 6. Herr, mein Heil, an dessen Tod ich glaube; ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Ge müthe in deine Güte. 10. Das Gute thun, das Böse flieh'n und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein schweres Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, und an dich glauben? 11. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie könnt' ich jetzt noch meinen Lüsten leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 12. Ich sollte nicht, wenn 7. Sie übersteigt die Leiden dieser Erden, wenn menschlichen Gedanken. Al- Kreuz mich trifft, gelaßnen lein, sollt' ich darum im Glauben wanken? Jch bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu er: gründen? Herzens werden? da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet. 8. Das Größt' in Gott ist Gnad' und Lieb' er: weisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen, zu seh'n, wie hoch, wenn 13. Wie könnt' ich jemals meine Brüder hassen? für welche du dein Leben selbst gelassen, und nicht, wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? 14. Ich will nicht Haß Von dem Leiden und Sterben Jesu. 97 mit gleichem Haß vergelten, für mich geflossen, deß Herz wenn man mich schilt, nicht für mich im Tode schlug, rächend wieder schelten. Du der ruhig, heiter und ent trugst ja selbst den Haß verschlossen, zu meinem Heil, irrter Brüder, und schaltst den Tod ertrug. nicht wieder. 15. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deine Todesschmerzen. Und Gott gibt uns die Kraft, in deiske, Herr, erhöh'n; gerührt, nem Namen, dir nachzu- die große Lieb' ermessen, die ahmen. noch kein Sterblicher gefaßt, und nie es undankbar vergessen, was du für mich gelitten hast. 16. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Hei land, auch für mich dein Leben dahin gegeben! 17. Du liebteſt mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden dei nen Willen üben. O, gib zu diesem feligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! Mel. 46. Wo sind die Weisen 2c. 2. Ach! in der stillsten meiner Stunden will ich nach deinem Kreuze seh'n, und dich für deine Pein und Wunden mit thät'gem Dans 88. Laß mir die Feier deiner Leiden, o großer Dulder! heilig seyn, um jede Sünde gern zu meiden, und dir mein Leben ganz zu weih'n, dir, dessen Blut 3. Mir sollen diese Fei erzeiten der größten Liebe heilig seyn; was mich entehret, will ich meiden, was dir mißfällt, das will ich scheu'n. Dein Leiden sey auch mir zum Segen, dein Tod mein seligster Gewinn; mein Herz schlägt dir voll Dank entgegen, weil ich durch dich erlöset bin. 4. O, bleibet meinem Herzen theuer, Gethsemane und Golgatha! ihr Derter, wo die Welt die Feier der allergrößten Liebe sah. Nach euch will ich, voll Andacht, schauen, wo mein Erlöser 5 98 Von der Erlösung der Menschen. litt und starb, und hofftrauen, der mir die Selig: nungsvoll auf den verkeit erwarb. 89. Mel. Herzlich thut mich verlangen x. Hand E er du, voll Schmach) und Wunden für und un- sern letzten Stunden den El C uns am Kreuze starbst, der du dein theures Leben, höchsten Trost erwarbst; noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, ਬ mein Heil, wie dank ich dir! erlösen, rangst? Die Last gehäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang, zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! 2. Wie viel hast du er duldet, erhabner Menschen sohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn. Da folgte Schmerz auf Schmerzen, 4. Ach, was du Herr da traf dich Schmach aufi erduldet, das ist auch meine Schmach, da lag auf dei Last; ich habe das vernem Herzen Angst, die das schuldet, was du getragen Herz dir brach. haft! O, sieh, hier steh id) Armer, um Huld fleb' ich zu dir. Du neigst dein Haupt, Erbarmer, o neig es auch zu mir! 3. Wer kann dir nach empfinden den Schmerz, die Todesangst mit welcher du, von Sünden uns zu Von dem Leiden und Sterben Jesu. 5. Du hast mir, durch| nach dir, Vollender, bli dein Leiden, zur Tugend cken. Wer so stirbt, der Muth und Kraft, in Trüb- stirbt wohl! sal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. Nun hab an deiner Gnade auch 90. Jesu, meiner Seele Theil, ich, mein Retter, und wann des Lebens Pfade sich enden, ew'ges Heil! Licht, Ursprung meiner Freuden, wie viel Trost und Zuversicht fließt aus deinem Leiden! Nimm den Dank in Gnaden an, den ich dir jetzt singe; deß, was du an mir gethan, bin ich zu geringe. 6. Ich danke dir von Herzen, Versöhner meiner Schuld, für deine Todes: schmerzen, für deine treue Huld; dir will ich mich ergeben, um, mein Erlöser, dein im Tode, wie im Le ben, um ewig dein zu seyn! 7. Wann ich einmal soll scheiden, ach, so verlaß mich nicht! Sen auch im Todes: leiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wird mir's am allerbängsten an meinem Ende seyn: so reiß' mich aus den lengsten, und lind're meine Pein! 8. Belebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu geh'n, und laß im Geist mich offen, Herr, deinen Himmel seh'n, laß mich dann mit Entzücken und heil'ger Sehnsucht voll, Mel. 161. Schwing dich auf zu 2c. 99 2. Ich erwäg' es immer mehr, was dich angetrieben, eine Sünderwelt so sehr, wie du thatst, zu lieben! Uns Verlorne zu befrein, haft du Angst und Banden, Gei ßeln, Schmach und Todespein willig ausgestanden. 3. War es uns're Wür digkeit? Nein, des Vac ters Güte, deines Herzens Freundlichkeit und dein treu Gemüthe; dieß hat dich an's Kreuz gebracht, daß kein Mensch verzagte, wenn der Sünden Meng' und Macht das Gewissen nagte. 4. Unerforschlich ist der Rath, heilig, nie ergründet; ohne Gleichen ist die 100 Von der Erlösung der Menschen. That, uns, vom Herrn, vers| den, wenn auf dich mein kündet! Un sich selbst läßt Glaube blickt, mich, Herr, Gottes Sohn streng die Gnade finden. Sieh, ich Sünden rächen, deren, ih: fall', zerknirscht von Reu', rem Gott zum Hohn, Men- mit wahrhafter Buße und schen sich erfrechen. dem Vorsatz größ'rer Treu', Jesu, dir zu Fuße! 5. Meine schwere Sün: denschuld traf den treuen Bürgen; ar ließ sich, aus groffer Huld, mir zu gut, erwürgen. So hat er uns Heil gebracht. Sollt' uns nicht geziemen, seiner Liebe starke Macht ewiglich zu rühmen? 6. Herr, dein Friede sey mit mir, dann wird mein Gewissen nie verzagen, nie bei dir Trost und Freu: de missen! Trost ergießt in jedes Herz sich aus dei nem Herzen, auch den bängsten, herbsten Schmerz hei len deine Schmerzen. 7. Laß, sobald mein Herz erschrickt über seine Sün 8. Nun ich weiß, woauf ich bau', und bei wem ich bleibe, wessen Huld ich mich vertrau', und an wen ich gläube. Jesu, du nur bist's allein, der mich freundlich schirmet, wenn der Sünde Schmach und Pein meinen Geist bestürmet. 9. Hier bin ich dein Eigenthum, soll dort mit dir erben. Drum will ich, zu deinem Ruhm', leben und auch sterben, daß auch ich einst rühmen mag, aus dem Grab' erstanden, meines Jesu großer Tag, Heil mir! ist vorhanden. Eigne Melodie. 91.1 + Begleite mich, o Christ, wir gehen zum auf dessen fürchterlichen Höhen, was POLI 111 schmerzensvollen Gol- gastha; Erwäg', an diesem nie ein Engel faßt, geschah! Von dem Leiden und Sterben Jesu. 11p 100| 7 1 ²49 11 4 ¡ ¤•| d² heil'gen Orte, des sterbenden Erlösers Worte, und $ L #B 101 rufe Gott uni Glauben an! Sie können dir den H30 F + ptp² Trost im Leben, und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 12. Schon zeigt der Blut| was sie gethan! Der Göttberg sich von Weitem, er- liche, der größte Beter fleht schrick und zitt're, frommes liebreich noch für MisseHerz! Sieh deinen Retter, thäter, Werkzeuge seiner sieh ihn streiten, und werde Pein und Schmach! O ganz Gefühl, ganz Schmerz!! Mensch, den Rach) und Hier hing, den Mördern Zorn verführen, laß dich übergeben, am Holze Got durch dieses Beispiel rühtes Sohn, dein Leben; hier ren, und bete dem Versöh-. trug er unsrer Sünden ner nach! Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht' uns wieder Got tes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: Sie wissen nicht, 4. Welch Beyspiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter, sterbend, anbe fahl! Ach, wird mein klug' einst um die Meinen in meines Todes Stunde weinen, so soll dieß Wort mir Trost verleih'n! Der, als 102 Von der Eriösung der Menschen. der Tod schon um ihn blößt, wünscht, daß sein schwebte, die Seinen noch zu schützen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyn. Durst gestillet werde. D Mensch, der dich so theu'r erlöst, der Heiland rufet dir noch heute, aus tausend Armen dir zur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt! O, selig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 8. Nun enden sich die schweren Leiden; der Hei land spricht: Es ist voll bracht. O Wort des Sieges! Wort der Freuden! Du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns, wer darf es jetzt noch wagen, uns, die Erlösten, zu verklagen, da er für uns genug gethan? Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: Geendet ist des Leidens Bahn! 5. Frohlock't, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht in's Gericht. Hör't, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht! Du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute, deines Glaubens wegen, mit mir im Paradiese sein! O Herr, laß, an des Todes Pforte, einst diese trostesvollen Worte auch meiner Seele Trost verleih'n! 6. Wer kann die großen Leiden fassen, als Christus an dem Kreuze rief: Mein Gott! wie hast du mich verlassen? Wie beuget ihn die Last so tief, die uns're Sünden auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, wär' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegan gen, für mich), verlassen, da gehangen, mein Herr und Gott, verlaß mich nicht! 7. Der Fürst des Him mels und der Erde, von Allem, was erquickt, ent9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sey auch mein! Laß es in meiner Todes: stunde mir Muth und Zu versicht verleih'n! Du ru fest: Bater, ich befehle in deine Hände meine Seele, Von dem Leiden und Sterven Jelu. 2. Du siehst die allen Menschen Heil erwarb. Nun war das große siehst den die Mutter, Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt er sanft sein Haupt und starb. Freund, und sprichst zu ihr, die trostlos weint: Sieh, Mutter, die ser Sohn ist dein, was ich dir war, wird er dir seyn. 10. Bewein' ihn fromm, mit stillen Zähren, o Christ, du hast ihn sterben seh'n! Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauch 3. So innig bis zum Tod', so treu, sey meine Zärtlich keit; ich sey so willig, Andern beizusteh'n, und ihnen Beistand zu erfleh'n! zend seinen Ruhm erhöh'n! 4. Wenn euch, die hier Den deine Seufzer jetzt be mein Herz geliebt, ihr klagen, der wird, als Held, Freunde, einst mein Tod nach dreien Tagen, vom betrübt; dann übergeb' ich Grabe siegreich aufersteh'n! euch dem Herrn; er hört, Den freche Rotten hier enter hilft, er segnet gern. ehrten, den wirst du dort, 5. Froh geh' ich, wann bei den Verklärten, zur es ihm gefällt, den Weg Rechten seines Vaters seh'n. zu jener bessern Welt; euch sag' ich, die ihr um mich wein't: Getrost, bald wer: den wir vereint! Mel. 237. Wenn wir in Gle höchsten.c.cun 92. Du u denkest in der tiefsten Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößest ihnen Trost in's Herz. 6. Den Trost, o Jesu, dank' ich dir, du brachtest ihn vom Himmel mir. Du hast verheißen: Ihr seyd mein: wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! Eigne Melodie. pusing a di 93. c d£ ppo.|. 11 of Mon on Furcht dahin gerissen, verleug- net Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er 104 Bon der Erlösung der Menschen. Petrus dich. Dein Blick, o Jesu, rührt sein Herz; bit terlich. er fleht zu dir um Gnade, und du stillst seiz # nen Schmerz. 2. Wie wuchs nun deinem 5. Du hast, o Herr, dein Zeugen Beständigkeit und Leben für meine Seligkeit Muth! Furcht konnt ihn so willig hingegeben, zum nicht mehr beugen; für dich Segnen so bereit. Wie unfloß selbst sein Blut. Dich, dankbar, wie schwach war seinen Herrn, und seinen ich, daß ich den Haß der Gott, verherrlichte sein Le Sünder mehr fürchtete, ben, verherrlichte sein Tod. denn dich! 3. Betrübt ist meine See le, erfüllt mit Reu' und Schmerz! Was hilft's, daß ich's verhehle? durchschau'st du doch mein Herz! Be kennen will ich's, Jesu, dir, oft hab' ich dich verleugnet; vergib, vergib es mir. 4. Wenn deines Namens 7. Laß mich bei meiner Spötter dich schmähten, wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter, dich, ihren Herrn und Gott, dann schwieg ich zaghaft, schämte mich, ein Christ zu seyn, und scheute mehr ihren Spott, als dich.me th Reue den Bund mit dir erneu'n, Standhaftigkeit und Treue dir, mein Versöhner, weih'n! Dich zu verleugnen, Herr, mein Gott, daß fürchte meine Seele weit mehr, als Qual und Tod. 8. Bewahr' ich deine 6. Ich seh' jetzt, ich empfinde die Größe dieser Schuld: Vergib auch diese Sünde, nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an; laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfah'n! 201 DE Gnade, folg ich dir standhaft nach); wer ist dann, der mir schade? Was fürcht' ich Hohn und Schmach? Die Spötter mögen mich verschmäh'n! Sie werden mich mit Ehre von dir verherrlicht seh'n. 9. Nichts soll von dir mich trennen; dich will ich frei und gern vor aller Welt bekennen, dich, meinen Gott und Herrn! Denn vor dem Vater im Gericht verleugnest du, o Richter, den, der dir treu ist, nicht. A Mel. 93. Von Furcht dahin. gerissen zc. STA! SE Qualen, uns Menschen zu befrei'n. 3. Hört's, die ihr eure Herzen dem Sündendienst ergeb't! Der Preis so vie ler Schmerzen ist, daß ihr ewig leb't. O, nehm't an seiz ner Gnade Theil; erkennet seine Liebe, verwerf't nicht euer Heil! 4. Vernehmt's auch ihr, o Spötter, die ihr den Mittler schmäh't! Er ist auch euer Retter; auch euch nennt sein Gebet: sie wis sen nicht, was sie begeh'n; vergib, o Vater, ihnen wenn sie zu dir einst fleh'n! 75 5. Jhr, eurer Brüder Feinde, o, schlag't an eure. Brust! Send aller Menschen Freunde! Verdamm't der Rache Lust! Vergeltet euern Feinden nie; und Allen, die euch fluchen, vergeb't, und segnet sie. stage 94. Hin an dein Kreuz zu treten, in deinem Leiden dich, voll Glauben, anzube ten, Versöhner, stärke mich! Laß mich mit Wehmuth und Vertrau'n, wie du einst für die Sünder den Tod erdul det, schau'n. 6. Noch hat er keinen Frieden, noch steiget ſeine 2. Wie ist des Herrn Ge: Noth. Seh't, es ergreift müthe bis in den Tod be- den Müden der fürchterlichtrübt! So brünstig, so voll ste Tod! Nun sinkt er in Güte, hat Jesus uns ge die Todesnacht. Erbarm', liebt! Er leidet unsers Too Gott, dich unser! Er des Pein, fühlt unerhörte stirbt; es ist vollbracht! 5 Mel. 527. Nun ruhet in den uns Alle, und Lob und Wäldern 2c. 95. Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben; dein Heil sinkt in den Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschweren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Noch ist der Heil'ge Gottes ein Ziel des frech fren Spottes und unnennbarer Qual. Doch sorgt er für die Freunde, doch fleht er für die Feinde, noch an dem blut'gen Marterpfahl. 3. Er hatte nichts ver: schuldet, der alle Schmach erduldet, ach, alle Noth und Pein! Nein, er war nicht ein Sünder, wie an d're Menschenkinder. Wer kann ihn einer Sünde zeih'n? Tuy 4. Drum hält er, voll Vertrauen, sich noch an Gott im Grauen der bängsten Todesnacht; befiehlt am Leidensende den Geist in seine Hände, und ruft: Mein Werk, es ist voll bracht! 5. Vollbracht ist's für Dank erschalle ihm nun für unser Heil. Er starb, uns zu erretten, damit wir Fries den hätten. Sein Segen wird auch mir zu Theil. 6. Mich dankbar zu erweisen, will ich gerührt dich preisen, Herr, ich dein Eigenthum. Dein Beispiel soll mich lehren, des Höchsten Rath verehren, und dir gehorchen, sey mein Ruhm. 7. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen, so lang' es Gott gefällt; will alles Unrecht haffen, das Böse flieh'n und lassen, gefiel' es auch der ganzen Welt. 8. Nur Gutes will ich üben, treu meine Freunde lieben, auch meinen Feind erfreu'n. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, wie du, dem Lästerer verzeih'n. 9. So will ich leben, ringen, mein Werk hier zu vollbringen, und dann ge trost, wie du, befehl' ich einst am Ende den Geist in Gottes Hände- er fühe ret ihn dem Himmel zu! 96. wit S Mel. Werde munter, mein Gemüthe ic. H ir t Heute, wahrlich! ja noch heute," ſprach als ein Sünder, ihm zur Seite, ster€ der Herr, am Kreuz' erhöht, heute, das betheur' bend noch um Gna- de fleht, 11111 ich dir, heute noch sollst du, mit mir, in die besfre |****|*||*| H Welt erhaben, Theil an ew'gen Freuden haben! 2. Theures Wort aus nach Jahrtausenden erwacht. Jesu Munde, fest versie: Nein! sie soll zum bessern gelt durch sein Blut, in Leben durch den Tod sich der düstern Todesstunde bald erheben. gibst du Freudigkeit und Muth. Wann der Christ nun scheiden soll; bleibt er froher Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwan delt, weiß gewiß, wohin er wandelt. 4. Theures Wort des ew'gen Lebens, tröste du mein brechend Herz! o, dann ängstiget vergebens meinen Geist der Tren nung Schmerz. Er finkt nicht in Finsterniß; denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeu gen, hier muß jeder Zweifel schweigen. 3. Ohne Zagen kann er sterben; seine Seele stirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie 5. Herr, nun fühl ich, erst aus langer Nacht abzuscheiden, eine heil'ge Lust in mir. Dort sind unbefleckte Freuden; aber Müh' und Sünden hier. Kein, auch noch so frühes Grab kürzt des Geistes Leben ab. Er soll nur, frei von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Furchtlos, reich beglückt im Herzen, ja, von nun an selig ist, frei von Erdenharm und Schmerzen, der im Herrn entschlafne Christ. Was er Gutes je gethan, jede edle That folgt dann seiner Seele von der Erde, daß von Gott belohnt sie werde. scheiden seh'n; was könnte meinem Herzen, bei deinen Todesschmerzen, mehr deiner Liebe Werth erhöh'n? Mel. 527. Nun ruhet in den Mäldern 2c. 56 97. Nach tausend To: desleiden am Kreuze did) verscheiden, für mich) ver2. Dir folgen meine Thränen, mit meiner Liebe Sehnen, und fallen auf dein Grab. Hier will ich, dich zu ehren, dir neue Treue schwören; hier sterb ich allen Sünden ab. 3. An deinem Sterbeta: ge mischt in der Deinen Klage sich auch mein Trauer: lied Es fließe, dir zur Ehre, der Wehmuth fromme Zähre, die heiß auf meiner Wange glüht. 7. Run, auch ich, v Herr, 4. Was hat dein Herz befehle, wann ich kaum noch sprechen kann, die durch dich erlöste Seele deiner treuen Sorgfalt an. Und du, Heiland, stärkest mich, rufest mir auch zu, daß ich schon am Tage, da ich ster: 5. Hier seh' ich dich ge be, mit dir Seligkeit er: erbe. empfunden! O trauervolle Stunden, send meinem Geiste nah'! Ich stehe hier. und bete an der geweihten Stätte, auf deiner Höhe, Golgatha! dans lassen, zu meinem Heil, er blassen, und neigen sanft dein Haupt. Wohl mir in Todesleiden, bei meinem letzten Scheiden, daß meine Seele an dich glaubt! 6. Die Augen sind ge schlossen, aus denen Thränen flossen, zum Heil der Welt geweint; verblichen deine Wangen, und deine Hände hangen erstarrt am Kreuz', erblaßter Freund! 7. Mit Ernst will ich hier lernen, von Sünden mich entfernen, und sterben, wie du starbſt! Bis zu der letzten Stunde, bleib' ich mit dir im Bunde, der du mir Seligkeit erwarbst! 8. Nun darf ich nicht ver: zagen, wenn in den bängsten Tagen der Tod mir näher rückt. Ich weiß, auch wenn ich sterbe, daß ich ein Glück ererbe, das ewig meinen Geist entzückt. s 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit erbleicht. Seh't Gottes Wink! die Erde fracht, und dicke Nacht ver: hüllt der Sonne Glanz und Pracht. Mel. 415 Ich hab' mein Sach Gott heimgestellt 2c. 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt; die Felsen bersten; Dunkel schreckt; der Todten Gräber öffnen sic). Wie sichtbarlich zeigt hier der Gottheit Finger sich! 9. O Todestag voll Segen, sollt' ich dich nicht erwägen? an dir starb einste mein Freund! Dich will ich stets erneuern, dich bis ans Ende feiern, mit Thränen, die die Liebe weint. 98. Nun ist es Alles wohl gemacht. Mein Jesus ruft: Es ist vollbracht! Der neigt sein Hanpt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie ver: dirbt. 4. Weil furchtbar die Natur sich regt, so werd' auch du, mein Herz, bewegt! Empfinde reu'voll deine Schuld! Aus Gottes Huld starb Jesus auch für deine Schuld. 5. Sein Tod o nimm hat es wohl in Acht! Trost und Heil auch dir gebracht. Verehre den, der bis ins Grab sich für dich gab; und stirb dem Sündenleben ab! 6. Ja, Vater, unter Pein und Hohn erblaßt am Kreuz' dein ein'ger Sohn. Nun ists versiegelt: deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Hin auf sein Kreuz will ich stets seh'n, und dankbar| seyn; mich dann erfreu'n; seine Treu' erhöh'n; Trost so schlaf' ich sanft und selig soll er mir im Sterben ein! 99. Mel. O Traurigkeit, o Herzeleid 2c. € S 中 中 中 09 o schlummerst du in stiller Ruh', der du für uns gestorben, uns am Kreuz', in schwerer. Müh', ew'ges Heil erworben! 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich, als Sterbliche, hat dich nun ein Grab umgeben. 3. Doch Heil sey mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; son dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Durch dich belebt, o Herr, erhebt mein Leib sich aus dem Staube. Selbst auf. Grabeshügeln blüht froher Christen Glaube. 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in stiiler Ruhe liegen; denn durch 0103 deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen.de 6. Nein! nichts ver: dirbt; selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und mit jugendlicher Kraft aus dem Grabe gehen. 7. So sink' ins Grab mein Leib hinab! Ich will mich drum nicht fränken; Jesu, an dein Grab will ich, mir zum Trost, gedenken. Mel. 426. Mein Jesus ist Mit mein Leben, c. 100. Die Sonne ſtand verfinstert, am Tage ward es Nacht; nun hatt' er überwunden, und rief: Es ist vollbracht! 2. Der Erde furchtbar Beben hob das Gebirg em por, und Gottes Todte gin: gen aus ihrer Gruft her: vor. 112 33. Den Todesüberwinder umgab des Grabes Nacht, und Gottes Engel jauchzten: Heil ihm, er hat's voll bracht! on GL 3 4. Das Opfer für die Sünder, war dargebracht vor Gott; er starb, und Heil und Leben erwarb uns Christi Tod.Ind 5. Nun wird kein Opfer wieder in Ewigkeit ge bracht; der, den sein Volk erwürgte, der hat es ganz vollbracht. 7. Nun wohnt in ew'gem Frieden das menschliche Geschlecht, und du regierst die Völker mit Wahrheit und mit Recht. Heil und Würde sie deinen Engeln gleich. 9. Wie herrlich ist dein Name; wie groß ist deine Macht! Preis dir, und Dank und Ehre! Du hast dein Werk vollbracht. 8. Du kommst und führst die Deinen in deines Va ters Reich; du machst an 10. Dein Beispiel foll mich stärken, daß ich im Glauben treu, und standhaft in der Liebe bis an mein Ende sey! 11. Darf ich den Tod noch fürchten, der mich von hinnen rafft? Wohl mir, ich überwinde, durch deines Todes Kraft! 12. Du führst mich hin zum Ziele, vollbracht ist dann mein Lauf; dann nimmt in seine Hände auch mich mein Vater auf! 6. O du, der mich ver dem Richter aller Welt, du hast das Heil der 101. D Golgatha! Erde allmächtig hergestellt. Mel. 241. Wer nur den lies ben Gott 2c. zu deinen Höhen erhebt jetzt dankend sich mein Herz. Im Geiste will ich Jesum sehen, ihn seh'n in seines Todes Schmerz; ich will mich seis ner Liebe freu'n, und will ihm Herz und Leben weih'n. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, deß Unschuld 1000 ſelbst der Tod bewährt!| um ihn stehen, gießt er der Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz' entehrt; doch seines Herzens Reinigkeit gibt ihm im Tode Freudigfeit. Freundschaft Segen aus, spricht hoffnungsvoll vom Wiedersehen im Himmel, in des Vaters Haus, und strömt getrosten Muth und Ruh' den kummervollen Herzen zu. 10 3. Er stirbt, die hohen Himmelslehren von Tu gend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren; mein Lehrer, dir sey Dank geweiht! Nun kenn' ich meiner Seele Werth, den du, Erlöser, mir erklärt. 7. Er sieht auf die vollbrachten Thaten, als Aussaat für die Ewigkeit; dankt Gott, durch den sein Werk gerathen, und freut sich der Unsterblichkeit; die Demuth auf dem Angesicht', freut er sich der vollbrachierad i 4. Er stirbt, der Wohlten Pflicht. nads? du lic thun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwacht, die Sünder hin zu Gott ge leitet, und treu sein Tage werk vollbracht. Wie freu: denvoll stirbt nun der Chrift, der Jesu Beispiel nie ver gißt! 8. Er, halb der Ewigfeit schon eigen, beschäftigt mit dem großen Ziel', nun auch sein müdes Haupt zu neigen, erhebt das Herz mit Dankgefühl, empfiehlt den Geist in Gottes Hand, und geht getrost in's Vaters land. 9. Erlöser! tausend Fromme schieden auf dein Verdienst mit Freudigkeit, empfanden sterbend Seelen: frieden, den Trost, den uns dein Tod verleiht. O, laß mich dir mein Leben weih'n, dir auch noch sterbend dank bar seyn! 5. Froh feiert er die große Stunde, da er zu seinem Vater geht, und noch mit halb gebrochnem Munde, voll Großmuth, selbst für Feinde fleht; densterbend segnet, der ihn schalt, und Wohthun ihm mit Haß vergalt. 6. Auf die, die weinend Von dem Leiden und Sterben Jesu. Mel. 99. O Traurigkeit, o Herzeleid 2c. mein Leib, zur Ruh'; schläfft unter kühlem Moose sicher, wie der Säugling 102. Grab meines ruht in der Mutter Schooſe. 8. Dann ist vollbracht des Kummers Nacht, er: duldet jede Plage; und die Nacht des Grabes wird bald zum ew'gen Tage. Herrn, ich weile gern in deinem heil'gen Schauer. Sanfter, stiller wird in dir meiner Seele Trauer. 2. Jhn, den empört sein Volk entehrt, daß ihm kein Nachruhm bliebe, den Gekreuzigten begrub hier die Hand der Liebe. 113 Mel. 47. Aus tiefer Noth c bie 103. Wie groß, o Herr, erscheinest du auf deinen Leidenswegen! Mit welcher hohen Seelenruh' gehst du dem Tod entgegen! bi Voll Zärtlichkeit und Edel muth, warst du bereit, nur uns zu gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit, mit Weisheit, zu 5. Hier weicht der erziehen, war stets, bei deiSchmerz, das matte Herzner Lebenszeit, dein ernstli ruht sanft von seinen Lei- ches Bemühen; und ſelbst den; und des Schatten im Tode wolltest du Heil, landes Traum wird zu Trost für sie und See: Himmelsfreuden. lenruh', voll Großmuth, noch erwerben. 6. So ruhte sie von Schmerz und Müh' hier aus, die blut'ge Hülle; und verklärt entschwebte sie dieser heil'gen Stille. 7. Einst sinkst auch du, 3. Indeß nun schon sein Geist den Lohn empfing vom Freudengeber, heiligte sein Leib in dir uns're stillen Gräber. G4. Welch Heiligthum! Um mich herum herrscht feierliches Schweigen. Se lig, die getrost ihr Haupt zu dem Grabe neigen. 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn, voll Hele denmuth, mit Freuden zur Stätte Golgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden. 114 Von der Erlösung der Menschen. Hier zeigest du dich, Gottes such' Alles zu vermeiden, Sohn, gequält von Mar was dich zur Sünde reizen tern, Spott und Hohn, kann; mit froher Hoffnung in deiner wahren Größe. geh'st du dann der bessern Welt entgegen! 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen; sprichst Trost betrübten Seelen zu, und fleh'st mit edlem Herzen, selbst in der letzten Todesnoth, für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. un 5. Ach, sieh ihn hier, er löster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen; sieh ihn, der dir gekreuzigt ist, jetzt mit dem Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmerz! Denk' an sein liebevolles Herz! Ach, sich ihn duldend sterben! 8. Herr Jesu, der du für uns starbst, zur Ret tung vom Verderben, uns so viel Heil und Trost er warbst durch Lehren, Lei den, Sterben; steh' uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deinem Vorbild leben! 150 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld, und bei dem Druck' der Leiden, woll'st du uns Trost, Muth und Geduld, durch deinen Tod, bereiten. Naht dann auch unser Ziel heran, so laß 6. Hier denk' an jenen uns diese Pilgerbahn im Zweck zurück, der ihn hier: Glauben sanft beschließen! her getrieben! Nun sagain and S bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lie ben? Nein! hier, o Christ, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weihen!@ Von der Jesu. Jesu. Mel. 429. 7. Entsag' den Sünden dieser Welt, und sünden vollen Freuden; flieh' Men schenhaß, der ihm mißfällt; Auferstehung Osterlieder. Wachet auf, so ruft 2c. 1 104. Lob'e den Höch sten! Jesus lebet! Erlößte Menschen, komm't, erhebet des Welterlösers Majestät! Hört's, betrübte Sünder, Von der Auferstehung Jesu. 115 bet der Freude Raum,| Er tilgt die Schuld, und enn Jesus lebet; Gott trägt uns liebreich mit Ge at ihn aus dem Staub' duld. höht. O Seele, dein Geng erschall' auch ihm zum Dank, ihm zur Ehre! Dich, roßer Held, erhebt die Belt, weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehr't em Leide! Lobsinget ihm, nd nehm't, voll Freude, am Siege Theil, den er erstritt! Send ihr gleich des Graes Kinder; er ist des Codes Ueberwinder; er errscht, der für euch starb nd litt. Was woll't ihr raurig seyn? Getrost könn't hr euch freu'n! Jesus le et in Ewigkeit! Zu aller Beit ist er zur Hülfe uns ereit. 4. Tod, wo sind nun deine Schrecken! Nicht ewig wird das Grab uns decken, verwest der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich von der Erde Staub erheben, wann Jesus den Entschlafe nen ruft. Dann wird des Todes Feld zu einer regen Welt. Alles lebet, so wie er neut, zur Frühlingszeit, bie junge Schöpfung sich erfreut. 5. Auferstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen eins hergeh'n, die dein Fuß betrat! Nie gefühlte Seligs keiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg errungen hat. Einst sind sie unser Theil; einst krönet uns das Heil deines Lebens! Halleluja! der Herr ist nah! Bald ist der Tag des Sieges da! 3. Nun verzag't auch nicht, Verbrecher! Gott ist uch nun kein strenger Räher, wenn ihr die Schuld mit Ernst bereu't. Durch es Todes Ueberwinder ist r dem reuerfüllten Sünper ein Vater der Barmverzigkeit. Er nimmt ihn iebreich auf, mit Kraft um zu egnen. Preift seine Huld! 105. Jejus lebt, mit Mel. 110. Jesus, meine Zus hoe versicht 2c. 116 Von der Erlösung der Menschen. dieß ist meine Zuversicht. ihm auch ich! Tod, wo sind gibt Kraft zu dieser Pflicht; nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auf erwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie glaubig zu ihm spricht: " Herr, Herr, meine Zuversicht!" 2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich einst auf ewig selig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht, dieß ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben! Reines Her: zens will ich seyn, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dieß ist meine Zu versicht. 5. Jesus lebt! Ich bin gewiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herr lichkeit, kein Leiden. Er Mel. 74. Wie leuchtet uns zc. 106. Triumph, Tri umph und Lobgesang dem, der des Todes Macht bezwang, und uns vom Staub erhöhte! Der hohe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verröthe. Bebet! Gebet, stol in helle Morgenze Spötter, unserm Netter Preis und Ehre; glaub't an ihn und seine Lehre. 2. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sen mir ge grüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille! Nur wenig Tage werden's seyn, o so empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Hülle. Ewig selig werden wieder diese Glieder auferstehen, wer den die Verklärung sehen. 107. ¹ Von der Auferstehung Jesu. Eigne Melodie. 117 polő Preis dem Todesüberwinder! Sieh, Preis dem Heiliger der Sünder! Preis er starb auf Golgatha. Sieh, er starb auf Golihm, und Hal- le- lu- ja! gatha. Sing't, des neuen Bundes Kinder, aus Ï Ï***** Ï ÏÏ dem Grab' eilt er empor! Singet ihm in höherm Chor! stro d 2. Laßt des Bundes Harfe| flammet, rühmt er, danft klingen, daß die Seele freu- er, jauchzt, entreißt dieser dig bebt! Laßt uns, laßt Welt sich. Denn er preist uns mächtig singen dem, dich, der ihn nun nicht der starb, und ewig lebt! verdammet, weil du starbst, daß das Herz voll Wonne und auferstandst; Gott bebt. Preis und Ehre laßt mensch, weil du überwandst! uns bringen dem, der starb und ewig lebt! dem der starb und ewig lebt! 4. Da, in Morgendämmerungen noch gehüllt, die Erde schwieg, da, zu 3. Du, der uns nun tiefen Anbetungen, Gottes nicht verdammet, wie er Engel niederstieg, aber jetzt hebt dein Lob den Geist! noch bebend schwieg, da Durch die Ewigkeit enterstandst du, und geſungen 118 Von der Erlösung der Menschen. wurden Himmels Chöre dir, Todesüberwinder, dir! 5. Da die Freundin, ihn zu finden, zu der Gruft ging, wo er schlief; ach, was mochte sie empfinden, als er sanft: Maria! rief, und als sie: Rabbuni! rief. Herr! einst werd' auch ich dich finden, wo dein Gott ist, und mein Gott: ruft mich nun zu dir der Tod. 6. Wann ich aus dem Grabe gehe, und mein Leib nicht Staub mehr ist; wann ich, Herr, dein Antlig sehe, dich, mein Mitt ler, Jesus Christ, dich, Verklärter, wie du bist! o dann, wann ich aufer: stehe: hab' ich, du, der Sünder Heil, ganz an deinem Leben Theil! 7. Jetzt, da ich an dich nur glaube, seh' ich dunfel nur und fern, ich, der Wanderer im Staube, dich, die Herrlichkeit des Herrn! Dich, die Herrlichkeit des Herrn! Dennoch, wenn ich innig glaube, wenn ich dürste, strömet Ruh' mir dein Tod und Leben zu. 8. Gerne will ich hier noch wallen, Herr, so lange du es willst! Knieen will ich, niederfallen, fleh'n, daß du dich mir enthüll'st, und mein Herz mit Kraft er füll'st! dann soll dir mein Lob erschallen. Selig war stets, wen dein Lob, Ewiger, zu dir erhob! 9. Da hinauf die En gel wallten; in den mäch tigern Gesang lauter ihre Harfen schallten; da ihr Lob zum Throne drang daß davon der Thron era klang, daß die Himmel wiederhallten: da warst du vem Tod' erwacht, und dein großes Werk vollbracht! Le 10. Sing't dem Herrn, sing't ihm nun Psalmen! Jesus Christus hat gesiegt. Streu't dem Ueberwinder Palmen, die ihr bang und weinend schwieg't, als er starb; er hat gesiegt. Zu der Himmel höhern Psalmen, zu der Ueberwinder Chor, steig', o Lied des Lamms, empor! 11. Ueberwunden, überwunden hat der Herr der Herrlichkeit! Sieh, er schlummerte nur Stunden in des Grabes Dunkelheit, und da überwand er weit: Von der Auferstehung Jesit. nd da glänzten seine Wun-| aufersteht, und en; bluteten, Halleluja! erwacht. un nicht mehr auf Gol atha. 12. Hügel um den Tod en Gottes, warum zittert hr, zu flieh'n? Felsen um en Todten Gottes, warum ebet ihr um ihn? warum türz't ihr donnernd hin? Hüter um den Todten Got es, warum sank't ihr, als hr floh't, warum sank't ihr in, wie todt? 13. Diesen deinen ersten Beugen folgten andre 3eu gen nach. Konnten deine Boten schweigen, da der Feinde Fluch und Schmach, pa der Felsen Donner prach? Nichts vermochte fie zu beugen, nichts der Boten Heldenmuth! Star: ben sie, so sprach ihr Blut. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. 108. Vom Todesthal hinauf zu Gott erhebt sich mein Gefang; dem Sieger über Grab und Tod er: schallet laut mein Dank. 2. Die Sonn' in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus 119 herrlicher 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe stieg; hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallte froh sein Sieg. 4. Fall't nieder vor ihm in den Staub! Der sich dem Grab' entschwang, er ist nicht mehr des Todes Raub; Erlöste, sing't ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus seiner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Unsterblichkeit, im Tode Trost und Ruh', und Hoffnun gen der Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden aufersteh'n, auf Hoffnung in das Grab gesä't, um schöner aufzugeh'n! 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglüht; dich stärkt zu jeder Christenpflicht, und ganz zu ihm dich zieht! 9. Dann wird dein Grab 120 Von der Erlösung der Menschen. nicht fürchterlich; du gehst da| Wahrheit Siegel aufge raus hervor, und schwingst, verklärt, vom Staube dich zur bessern Welt empor. 10. Auferstehungsfest, du bist des bessern Lebens Pfand! dich fei're dankbar jeder Christ, der dei nen Trost empfand. drückt, und dich, als Sohn, geehret. Denn deines To des hohen Werth hat er aufs Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. 4. Erstandner, ich froh locke dir; mein ist dein Sieg und Leben. Du lebst und herrschest, um auch mir dein ew'ges Heil zu geben; auch meiner Seele Trost zu seyn, zur Tugend Kraft mir zu 109. Bring't Preis verleih'n, und mich zu Gott zu führen. und Ruhm dem Heiland dar, frohlock't ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist aus der Gruft gekommen. Sey hochgelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns ge storben bist, und siegreich auferstanden! 5. Mein Herr, mein Gott, hilf mir dazu, hilf, daß ich frei von Sünden, in Got tes Gnade möge Ruh' für meine Seele finden. Erhalte deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier, als dein Erlöster, wandle. Mel. 229. Allein Gott in der Höh' ic. 2. Dein Leben in der Majestät bevestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, den großen Trost uns rauben: daß du hast von der Sünde Macht Befreiung an das Licht gebracht, den Himmel uns geöffnet? 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, hat dem, was du gelehret, der 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht, Verstorbne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird uns nicht ewig decken. Denn wie du auf erstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. 7. O, laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben Von der Auferstehung Jesu. 121 an dich wandeln, und jeder| soll auch dein Freund, zeit, nach deinem Sinn', mit Herrlichkeit umgeben, rechtschaffen seyn und han- und ewiglich mit dir vereint, deln! daß ich, wann ich einst wie du verheißest, leben. aufersteh', und dich, des Laß einst dieß Glück mein Todes Sieger seh', vor Erbtheil seyn, so werd' ich dir dann nicht erschrecke. dein mich ewig freu'n, du 8. Wo du, Herr, bist, Todesüberwinder! Eigne Melodie. 110. LU Je- fus, mei e sus, mei- ne Zuversicht, lebt, und ich Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz # soll mit ihm leben. wie das Grab, das einst mich zu frieden geben, * deckt, mein zu schwaches Herz auch schreckt? 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Nun erwart' ich mit Vertrauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? hat ihn mächtig überwunden. Er erstand, und einst erwacht mein Leib auch durch seine Macht. 4. Staub bin ich, und weiß daher, daß zu Staub ich einstens werde; doch ich bleib' es nicht, denn er weckt mich wieder aus der Erde, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sey in Ewigkeit. 3. Ich bin durch des Glaubens Band zu genau mit ihm verbunden; er, der auch den Tod empfand, 5. Dann wird mich, statt 6 122 Von der Erlösung der Menschen. dieser Haut, ein verklärter Siegreich schau't ihr dann Leib umgeben, für die neue umher, weinet keine Thräne Welt gebaut und geschickt mehr. zum bessern Leben; und in diesem Leib' werd' ich Je sum sehen ewiglich. 6. Dann werd' ich im hellern Licht' seine große Lieb' erkennen; und wie freudig werd' ich nicht dann ihn meinen Retter nennen! Dank ihm! von der Sterblichkeit bin ich ewig dann befreit. 7. Mich, der hier noch seufzt und fleht, wird er herrlich dort erhöhen; irdisch werd' ich ausgesä't, himmlisch werd' ich auferste: hen. Zum Verwesen sink' ich ein; einst werd' ich unsterblich seyn. 8. Seyd getrost und hoch: erfreut! Jesus fennt euch, seine Glieder. Christen, wehr't der Traurigkeit! Jesus weckt vom Tod euch wieder, wann sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt. 9. Zag't nicht vor der fin stern Kluft! Blick't hinauf in's bess're Leben! Dorthin wird euch aus der Gruft eures Jesu Macht erheben. 10. Auf dann! Christen, auf, erheb't euern Geist von dieser Erden, leb't schon hier dem Heiland, leb't ihm, dem ihr soll't ähnlich werden. Woll't ihr seines Heils euch freu'n, müß't ihr rein und heilig seyn. Mel. 138. Meinen Jeſum laß ich nicht 2c. 111. Siegreich stand mein Heiland auf! Friede ruht auf meinem Grabe. Mir auch geht ein Morgen auf, wann ich ausge schlummert habe. Mich erschreckt der Tod nicht mehr. Heil mir! Jesu Grab ist leer. 2. Froh besieg' ich nun das Grau'n, das die Todtenhügel decket. Meinen Hei land werd' ich schau'n, den der Vater auferwecket, der durch seines Grabes Nacht meine Gruft mir heller macht. 3. Wohlthat wird das Sterben mir. Jesus kennt und liebt die Seinen; ewig Von der Auferstehung Jesu. 123 nicht läßt er sie hier käm-| glorreich lebt. Wir, des pfen, dulden, klagen, wei Auferstand'nen Brüder, wir nen. Nein, der Abend eilt Christen, seines Leibes Glieherzu; einst gelangen sie der, wir freu'n uns, daß zur Ruh'. er ewig lebt. Für uns litt er den Tod; für uns entrückte Gott ihn dem Grabe. Ihr Spötter, beb't! der Sieger lebt! er lebt, und stirbt hinfort nicht mehr. 4. Schwing dich denn, mein Geist, empor! Lerne nach dem Himmel streben! Jesus ging den Weg dir vor; Jesus lebt, auch du sollst leben. Auferstand'ner, lebenslang weiht mein Herz dir Lobgesang! nicht wanken; die bangen, 3. Unser Herz darf nun zweifelnden Gedanken be siegt des Glaubens Zuver: sicht. Wie ein Fels im weiten Meere, steht uner112. Shm, dem Todes: ſchüttert Jesu Lehre, und breitet um sich Trost und überwinder, der Menschen Heil, dem Heil der Sün- Licht; was irdisch ist, zerder, sen ewig Ehre, ewig fällt; die Herrlichkeit der Welt mag verschwinden; Dank! Singet ihm mit lau tem Schalle, ihr, o Erlöste, doch Jesu Wort steht immerfort, bleibt Trost und sing't ihm Alle! der ganze Erdkreis sey Gesang! Er Heil in Ewigkeit. hat sein Werk vollbracht, besiegt des Todes Macht, und lebt wieder. Dank' ihm erfreut, o Christen heit! sein Leben ist uns Seligkeit! 2. Was kann dich nunmehr erschüttern? Der Sünde Sclaven mögen zittern vor ihm, der ewig, Mel. 429. Wachet auf, so ruft 2c. 4. Ja, auch wir, wir werden bleiben; mag immerhin der Leib zerstäuben, verzehren Moder mein Gebein! Jesus lebt, und meine Glieder belebt einst Gottes Allmacht wieder; wie er, werd' ich unsterb lich seyn. In der Verwesung Grab dringt dann sein Von der Erlösung der Menschen. 124 Ruf hinab; und ich lebe, und werde sein mich ewig freu'n. Gott, welche Wonne ist dann mein! 3. Zieh' uns're Herzen ganz zu dir; hilf, daß vor allen Dingen wir nach deinem Reiche trachten. Laß uns im Wandel heilig, rein, voll Sanftmuth und voll Demuth seyn, und eitle Lust verachten. Jede Sünde lehr' uns meiden, und mit Freuden unser Leben deinem Dienste ganz ergeben. Mel. 74. Wie leuchtet uns 2c. 113. Wie herrlich, hier und dort, und tröst 4. Leit' uns zum Heile uns durch dein göttlich Wort, wenn hier uns Trübsal dränget. Ja, Seligkeit ist nur bei dir, des Lebens kurze Freuden hier sind noch mit Leid ver: menget. Von dir kommt hier Trost im Herzen; laß in Schmerzen uns schon offen deinen Himmel seh'n und hoffen! Rückkehr Jesu in die Herrlichkeit.- Him melfahrtslieder. Jesu, starker Held, du Retter einer Sünderwelt, hat sich dein Lauf geendet! Du sieg test über Schmerz und Tod, gingst triumphirend hin zu Gott, der dich zu uns ge sendet. Ewig trifft dich nun kein Leiden; voller Freuden lebst du droben, über Alles hoch erhoben. 2. Ja, du bist unser Haupt, und wir sind deine Glieder. Nur von dir kommt auf uns Heil und Leben. Was unsern Seelen Nutzen schafft, Licht, Friede, Freude, Tugendkraft, wird uns von dir gegeben. Laß doch dein Joch gern uns tragen, und entsagen allen Sünden, daß wir hier schon Stube finden! 5. Als hier vergossen war dein Blut, bist du, uns Sterblichen zu gut, zumHimmel eingegangen. Schenk uns des Glaubens Festig keit, und laß uns, nach der Uebungszeit, zum ew'gen Heil gelangen! Dafür soll dir von uns Allen Dank erschallen; ewig währen soll die Wonne, dich zu ehren! Rückkehr Jefu in die Herrlichkeit. 7. Erlöser, dir sey Preis und Dank für dieser Hoff nung Werth! Dir weih' ich 114. Der Herr höhern Lobgesang, wann mich) dein Wink verklärt. schwingt sich mit Glanz und Pracht zu fernen Welten hin; zum größern Schauplaß seiner Macht ruft nun der Vater ihn. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. 125 6. Einst öffnet mir sein Himmel sich, dann ist mein Leid entfloh'm; und ew'ge Wonne strömt auf mich von meines Jesu Thron. Mel. 429. Wachet auf, so ruft 26. 2. Er, den man hier ver: kannt, verschmäht, herrscht, weil ihn Gott erhob, mit göttlich großer Majestät; ihm jauchzt der Engel Lob. 3. Verehre ihn auch du, mein Geist, und bet' ihn dankbar an; er, der den Weg zu Gott dir weißt, ging selbst den Weg voran! 4. Auch dich will er zu fich erhöh'n, bleibt ihm dein| in deine Herrlichkeit. Herz geweiht; du sollst ihn, dir zur Wonne, seh'n in seiner Herrlichkeit. 5. Welch hohes Glück; mir vielmehr werth, als alles Erdenglück! Nun zag ich, was mich auch beschwert, nicht einen Augen blick. 115. Ueber aller Him mel Heere erhobst du dich zum Thron' der Ehre, du Mittler uns'rer Seligkeit! Hin zu dem, der dich gesendet, gingst du, da hier dein Werk vollendet, mit göttlicher Zufriedenheit. Du hast die Sündenwelt mit deinem Licht' erhellt. Preis und Ehre sey, Jesu, dir! Froh sehen wir dir nach 2. Deine trauernden Erlösten, o Herr, zu stärken und zu trösten, kam über sie von dir dein Geist. Er ist's, der auch uns im Leiden mit Trost erfüllt, und zu den Freuden der bessern Welt den Weg uns weist. Er leitet uns die Bahn, auf der dich wandeln sah'n deine Freunde. Auch wir empfah'n auf dieser Bahn dereinst, wie du, die Kron' am Ziel. 3. Uns die Stätte zu 126 Von der Erlösung der Menschen. bereiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran in's Vaterland. Herrlich wirst du wieder kommen, und zu dir alle deine Frommen versammeln in dieß Vaterland. Geweiht hast du uns Gott und dir, durch deinen Tod. Wo du lebest und Gott mit dir, da sollen wir auch mit dir le ben ewiglich. 4. Welch ein Jubel wird es werden, wann wir be freit von den Beschwerden, dich einst erblicken, unsern Herrn! Wann wir uns zu dir erheben, wie wird das Herz vor Freude beben! Dann schau'n wir dich nicht mehr von fern. Dann seh'n wir hoch erfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welterlöser! Dann führest du der Wonn' uns zu, die bei dir ist in Ewigkeit. Mel. 229. Allein Gott in der Höh' 2c. neuern: Gott und der Tugend treu zu seyn, treu auch in Trübsal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden! endungsfest uns heut in heil'gen Freuden feiern! froh schauen über Welt und Zeit, und das Gelübd' er: 2. Er kam zu uns, von Gott gesandt, und heiligte die Erde, daß sie der Eintracht stilles Land, ein Sig der Tugend werde. Nach seinem Beispiel sollen wir uns Alle bilden, Alle hier, daß wir zum Vater kommen. 4. Wie groß, wie edel durch sein Herz, wie treu der hohen Sendung, wie herrlich, unter Spott und Schmerz, erkämpft' er die Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun wird der Kampf uns Schwa116. Last das Voll- chen leicht, der Zukunft 3. Zum Vater! o wir kennen ihn; um ähnlich ihm zu werden, folg't Jesu; denn in ihm erschien sein Ebenbild auf Erden. Sein Gruß war Friede, sein Gebot nur Lieb' und Tugend; bis zum Tod' war That auch seine Lehre. Dunkel schwindet. 5. Er schwang zum Himmel sich hinauf, die Stätt' uns zu bereiten. Zum Him Rückkehr Jesu in die Herrlichkeit. 127 mel geht nun unser Lauf, zum Himmel, einst wird er zu ew'gen Seligkeiten. So in Herrlichkeit erscheinen. hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen Wohnungen sind viel in seines Vaters Hause. 2. Er kommt und führet euch an's Licht; doch nicht, daß er euch richte. Getrost send ihr, und zaget nicht vor seinem Angesichte. Der Fromme harret, wonnevoll, des Richters; denn wer glaubt, der soll in sein Gericht nicht kommen. 7. Ein Himmel wird schon uns're Welt, wenn 3. Der Fromme dringet durch das Grab, um ewig Gott zu leben. Was Gott auf Erden ihm vergab, bleibt ewig ihm vergeben. Ihn macht der Glaube, den die Welt verachtet und wir einander lieben, mit für Thorheit hält, gerecht Freuden thun, was Gott und ewig selig. gefällt, treu uns're Kräfte üben. Dann führ' an's Grab uns die Natur; aus einem Himmel geh'n wir nur in einen schönern Himmel. 4. Die stillste That, dem Herrn geweiht, will Jesus offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. O welch' ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Gedanken sind gezählt, belohnt zu werden. 117. Bollendet freudig euren Lauf; bleib't 5. Wer Leidenschaften Christen, Gott ergeben!! überwand, um seines GotEinst weckt der Sohn die Todten auf, und rufet sie zum Leben. Geh't muthig seinen Pfad einher; er fuhr tes Willen, obgleich die Welt ihm widerstand, doch standhaft zu erfüllen; wer heilig blieb, obgleich der 6. Was seyd ihr, Freuden dieser Zeit? Wer kann nach euch noch streben? Wer ruh'n im Schoos der Sinn lichkeit? dem Laster sich ergeben? Die Zeit ist kurz, und steil die Bahn; auf, Christen, streb't zum Ziel' hinan, und eilet, zu voll enden! Mel. 229. Allein Gott in der Höh' 2c. 128 Von der Erlösung der Menschen. Spott der Welt ihn traf, den kommt zum Weltgericht', wird sein Gott als Ueber der Heiland, den wir ehren. winder frönen. O, weigert euch, Erlöste, 6. Wen keine Wollust, nicht, jetzt auf sein Wort zu wen kein Geiz, kein eithören. Wer hier nicht seine les Lob bethörte; wer, wi der aller Lüste Reiz, auf seinen Gott nur hörte; wer strebte, mäßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu seyn, der wird dann Gottes Erbe. Stimme hört, und sie nicht mit Gehorsam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 7. Wer eines der Geringsten sich erbarmet; was ihn drückte, ihm tragen half, und brüderlich die Leiden den erquickte, den sieht der Völkerrichter an, als hätt' er Solches ihm gethan; vergilt's ihm überschwänglich. 8. So glaubet denn, und übet nur, was Gott gefällt, ihr Brüder! denn, der für uns zum Himmel fuhr, kommt zum Gerichte wieder. Wohl euch alsdann! dann führt er euch, euch zu belohnen, in sein Reich, zu seines Himmels Wonne. Wiederkunft Jesu. Mel. 47. Aus tiefer Noth zc. 118. Er fommt, er 2. Herr, laß mich deiner Majestät mit wahrer Freude dienen! Wie herrlich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen; doch, was uns hier verborgen war, macht jener Tag uns offenbar, an welchem du erscheinest. 3. Da, wann vor dir die Erde bebt, und unter deinen Füßen sich Alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen; wann alle Engel vor dir steh'n: da wird auch jedes Auge seh'n, wie hoch dich Gott erhoben. 4. Da werden, Herr, auf dein Geheiß, die Todten wieder leben; dein Feind mit Furcht, dein Freund mit Preis, sich aus dem Grab' erheben; und wer wird da, Herr Jesu Christ, daß du der Herr des Lebens bist, noch ferner leugnen können? 5. Wer spottet dann noch Wiederkunft Jeſu. 129 Herzens Freude seyn, mir ewig Heil verbürgen. Mel. 110. Jesus, meine Zuversicht 2c. deiner Kraft, wann du, die hier dich fliehen, mit heil': gem Ernst, zur Rechen schaft für ihre Schuld wirst ziehen? Wie muß den Spöt: 119. Den, nach ſeiner tern, die dich schau'n, dann vor dem Strafgerichte grau'n, wie werden sie verstummen! 6. Und wenn du die Getreuen nun mit Preis und Ehre zierest, sie, ewig ihnen wohlzuthun, zu deinem Himmel führest: wie völlig wird's dann offen bar, daß es des Vaters Rathschluß war, durch dich sie zu beglücken. 7. Gib, daß ich einst, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehe, und dir, der mein Erlöser ist, getrost entgegen sehe. Wann deiner Feinde Rotte zagt, von Reu' und Angst und Furcht geplagt, sen ruhig, meine Seele. Niedrigkeit, alle Himmel aufgenommen, Jesus wird, voll Herrlichkeit, einst als Richter wieder kommen; ihm, der hier sein Werk vollbracht, gibt der Vater diese Macht. 2. Zahllos, wie der Sand am Meer, sammeln dann sich Millionen. Alle sicht, und kennet er, Allen kommt sein Tag, zu lohnen; Alles schweiget, er nur oricht; Jeder fühlt: Gott hält Gericht. 3. Nicht blos Thaten gehen dort dem verdienten Lohn entgegen; jeden Wunsch und jedes Wort wird der ernste Richter wägen; Alles, was verborgen war, ist vor ihm dann offenbar. 4. Auch die Sünder wer 8. Daß ich dieß Glück den dann, zitternd, ihren erlangen mag, laß hier, in| Herrn ihn nennen; doch der diesem Leben, o Heiland, Richter spricht: ich kann deinen großen Tag mir euch jetzt nicht mehr anerkenstets vor Augen schweben! nen! Weichet nur, ihr könn't Gemahnt durch ihn, mich nicht mein, nicht des Himdir zu weih'n, soll meines mels Erben seyn!.. 6* Von der Erlösung der Menschen. 5. Aber in des Vaters Freuden stellest, Mittler, Reich, um zu leuchten, wie die Sonne, geht der Fromme, geht sogleich vom Gericht' zur Freud' und Wonne, dir sey Herrlichkeit, Preis und Dank in Ewigkeit! Mel. 4. Ewigkeit, du ic. hört entzückt den Zuruf 120. Erhöhter Jeſu, an:" Komm, Gesegneter, heran!" 6. Richtet eure Brüder nicht, ob sie fallen, oder stehen; sonst wird dort ein streng Gericht wieder über euch ergehen! Unvergeß lich sey doch mir, Jesu, dieses Wort von dir! 7. Ein Geringes soll mir's seyn, wenn ein Sterblicher mich richtet! O, gefiel' ich Gott allein, der zur Treue mich verpflichtet! Was ist Beifall dieser Welt, wenn mein Leben Gott mißfällt. 130 8. Laß mich stets gewis senhaft, unbefleckt, in Frie: den wandeln, eingedenk der Rechenschaft, fromm, auch im Verborg'nen, handeln, nie mich eines Unrechts freu'n, selbst die kleinste Sünde scheu'n. 9. Der du schonend im Gericht' über mich das Urtheil fällest, dort mich in ein beff'res Licht, unbefleckt, mit Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron, als Herrscher, eingenommen, du wirst dereinst zur rechten Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann, froh und mit Vertrau'n, dich, Herr, auch meine Augen schau'n! 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen, wann du auf lichten Wolken einst, mit deiner Engel Heer, erscheinst, die, Herr, vor dir sich beugen! Dann sehen wir auf Gottes Thron, in Majestät, des Höchsten Sohn. 3. Dann tönt dein Ruf in. jedes Grab, mit allmachtsvoller Kraft, hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer das unzählbare, große Heer der Todten wieder geben. Sie geh'n, durch dich, Christus als Haupt seiner Gemeinde. Herr, neu beseelt, vom Grab' hervor, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinen Thron, um Jedem den bestimmten Lohn, nach seiner That, zu geben. Dann Mel. 21. Ein' feste Burg 2c. trifft den Bosen Schmach 121. Wenn Christus und Pein; den Frommen aber führst du ein in das verheiß'ne Leben. Wer leug net dann noch, Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist? 5. O gib, wann dieser Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir steh', und mit dir in den Himmel geh', ganz frei von Schuld und Sünde. Laß mich im Glauben standhaft seyn, und auch die kleinste Sünde scheu'n! 131 Christus als Haupt seiner Gemeinde. 6. Dein Name sen mir ewig werth, und, was dein Wort von mir begehrt, daß laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Himmel preist, aus aller Kraft zu lieben: so hab' ich, in der Ewigkeit, auch Theil an deiner Herr lichkeit. seine Kirche schützt, mag doch die Hölle wüthen! Er, der zur Rechten Gottes sitzt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah'; was er gebeut, steht da. Er schüßt, zu seinem Ruhm, mit Macht das Christenthum; mag doch die Hölle wüthen! 2. Und wenn auch Mächt'ge auf dem Thron' sich wider ihn empören, und den Gesalbten, Gottes Sohn, den Herrn der Welt, nicht ehren; und schämen sich des Worts des Heilands, unfers Horts; ist selbst sein Kreuz ihr Spott: nur Staub sind sie vor Gott, wie sehr sie sich empören. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmäh'n, uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrist mag ihr widersteh'n, wir halten fest am Glauben! Gelobt sey Jesus Christ. Wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Von der Erlösung der Menschen. Herzen hält, dem kann die| rauben; selbst durch sie wird ganze Welt die Seligkeit es vergrößert werden. nicht rauben. 132 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertrau't, laßt euch kein Droh'n erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be decken. Der Herr, Herr, unser Gott, hält über sein Gebot, gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod'; wer will uns denn erschrecken? 4. Auch deine Feinde, die dich schmäh'n, die frevelnd sich empören, laß deiner Gnade Wunder seh'n, daß Mel. 27. Allmächtiger, wir sie sich noch bekehren! Lehr' singen 2c. sie, mit uns gen Himmel schau'n, und, unerschüttert im Vertrau'n, auf deine Zukunft warten! 122. Die ie Feinde dei nes Kreuzes droh'n, dein Reich, Herr, zu verwüsten; du aber, Mittler, Gottes Sohn beschüßzest deine ! Christen. Dein Thron be stehet ewiglich, vergeblich wird sich wider dich die ganze Hölle waffnen. 3. Weit woll'st du deine Herrschaft noch in deiner Welt verbreiten, und unter deinem sanften Joch die Völker alle leiten! Vom Aufgang bis zum Niedergang bring' alle Welt dir Lobgesang, und glaub' an deinen Namen! 2. Dein Reich ist nicht von dieser Welt, kein Werk von Menschenkindern; drum konnt' auch keine Macht der Welt, Herr, seinen Fort gang hindern. Dir können deine Haffer nie dein Erbe 5. Uns, deine Christen, wollest du, fest in der Wahrheit gründen, daß wir für uns're Seelen Ruh', in deiner Gnade, finden! Mach' unsers Glaubens uns gewiß, vor Irrthum und vor Finsterniß bewahr' uns, weil wir leben! 6. Ein reines Herz schaff' in uns, Herr, ein Herz nach deinem Willen, und lehre, täglich fertiger, uns dein Gesetz erfüllen! Uns, dir Christus als Haupt seiner Gemeinde. 133 gehorsam, zu erneu'n, und Deine Frommen; der Tag deiner Huld uns dann zu freu'n, sey unser Heil auf Erden! ist nah', des freu'n sie sich, wo du wirst wieder kommen. Den Sündern kommst du zum Gericht'; uns segnet dann dein Angesicht mit Wonne der Gerechten. 7. So wird dein Volk dir unterthan, und lernt die Sünde meiden, und du führst es auf eb'ner Bahn zu deines Reiches Freuden. Und herrlich wird in dieser Zeit, noch herrlicher in Ewigkeit, dein großer Name werden! 9. Ja, komm', o Jesu, komme bald zu deinem Volke wieder; befrei, durch deines Arm's Gewalt, uns, deines Reiches Glieder! Dein Himmelreich ist uns bereit; von Ewigkeit zu 8. Voll Zuversicht er: Ewigkeit wird's unser Erbwarten dich, Beherrscher, theil bleiben. Mel. Nun lob', mein' Seel' 2c. 123. nattl TI K € ott ist ein Schutz in Nöthen, und wenn wir um Hül fe be ten, vers ten suchen, durch Liebe mildern seinen Grimm. Durch Liebe nur kann ich erringen das hohe Ziel, schon winkt es mir; nur Liebe trägt, auf kühnen Schwin gen, mich, über Zeit und Grab, zu dir. 8. Laß mir dieß Bild im Herzen leben, daß ich, von Leidenschaften frei, selbst meinem Feinde zu vergeben, stets willig und entschlossen sey. Vielleicht, eh' noch der Morgen grauet, verschlang uns Beide schon das Grab, und ach, ein heil'ger Richter schauet dann auf die Schuldigen herab! 9. Durch Großmuth, Herr, will ich mich rächen, wenn mich ein Feind zu Boden drückt, und seinen Zorn durch Liebe schwächen, wenn er Verderben auf mid) blickt; will keinen Dienst ihm je versagen, erschien er auch mit Troß 233.Der Herr ist meivor mir; geduldig will ich Alles tragen, als eine Prüfung, Gott, von dir! 10. Du sendest Sonnenschein und Regen des Gu: ten und des Bösen Feld, du schüttest deinen vollen Segen gleid) gütig auf die ganze Welt. Lieb' ich nur, die mich wieder lieben, und schließe sanft an sie Vertrauen auf Gott und Ergebung in seinen Wil len. Mel. 236. Was Gott thut, das ist zc. ne Zuversicht, mein einz'ger Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist mein Gott. Auf sein Gebot wird meine Seele stille, mir gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertrau'n? Du bist des Schwachen Stärke! Zu Pflichten gegen Gott. 243 dir emporgerichtet, schau'n 6. Sen unbewegt, wenn wir Nichts, als Wunder um dich her auch Ungewita werke. Herr, groß von ter stürmen! Flieh' nur zu Rath, und stark von That! Gott, dann wird dich er, Mit gnadenvollen Händen mit starkem Arm, beschir wirst du dein Werk vollen men. Des Herzens Qual, den. der Thränen Zahl kennt er, mit Vaterhänden will er dein Leiden enden. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hoffte meine Seele. Du weißt es ja, was mir gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächti ger, verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. Ja, dir nur, meinem Gott und Herrn, will id) mich ganz ergeben. Nur dir allein befehl' ich gern mein Wohlseyn und mein Leben. Sey du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlitz schaue. 19mod 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlassen sehen müssen. Er kann, wenn ihn auch Noth umgibt, doch deinen Trost genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz. Der Sünder eitles Dichten pflegst du, Herr, zu zernichten.d 4. Drum hoff', o Seele, hoff auf Gott! Des Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechfe, in der Noth, das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn Sünder zittern, als Fels in Ungewittern.no 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Weh' denen, die zu Menschen flieh'n; weh' dem, der Gott entweichet! Der Treue Vertrauen ist Lohn hat Gottes Sohn, 234. V der einst am Kreuz gestor des Christen Pflicht, ein ben, als Mittler dir erworfindliches Vertrauen. ben. soll, wenn's ihm an Trost Mel. 23. Was mein Gott will,? c. 113 244 Einzelne Pflichten. gebricht, o Herr, auf dich nur schauen, und nie bist du dem Frommen fern; du kannst ihn nie verschmähen; du segnest und errettest gern, und hörest auf sein Flehen. 2. Doch soll kein Thor, mit Zuversicht, die stolze ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 05. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner An dacht freuet, doch, fern von wahrer Frömmigkeit, nicht vor der Sünde scheuet: ſo mag sein heuchlerisches Herz Hoffnung wagen, du, Vanur immer Hoffnung fassen; ter, werdest ihm auch nicht, er fühlt, bei des Gewissens was er begehrt, versagen. Schmerz, sich endlich doch Wenn gleich, bei aller uns verlassen. rer Schuld, dein Herz noch liebreich denket, so wird doch deine Baterhuld von Weisheit nur gelenfet. 6. Wie Mancher, der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolget blind der Thorheit Plan, 3. Wie leicht, o Gott, geht ungerechte Wege. Er kann deine Macht des Menschmeichelt sich, du werdest schen Wunsch erfüllen! Wie ihn den Uebeln doch ent leicht, noch eh' er es ge dacht, des Herzens Klagen stillen! Doch wer, in Noth, durch Wunder nur sich will geholfen sehen, der schmäbt die Ordnung der Natur, und fündigt durch sein Flehen. ziehen. Umsonst! will er sie selbst nicht flieh'n; sie werden ihn nicht fliehen. 7. Du, weiser Gott, entfernst uns nicht von drohenden Gefahren, die, ohne Nachtheil unsrer Pflicht, leicht zu vermeiden waren. Wir sollen, mit Besonnenheit, auch Rath und War mung nüßen; denn nie wird deine Heiligkeit uns auch beim Leichtsinn schützen. 4. Wer deiner Huld versichert ist, darf deinen Segen hoffen. Es steht, weil du sein Vater bist, ihm selbst der Himmel offen. Wer nicht in dir den Vater liebt, und, auf der Bahn des Lebens, nicht dir sein 8. Gott, laß verwegne Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht, sie läßt mich ihn verlieren. Nur kindlich soll ich dir vertrau'n, nie thöricht, nie vermessen, soll, um getrost auf dich zu schau'n, nie meiner Pflicht vergessen. Pflichten gegen Gott. 236. TH|| Mel. 40. Es ist das Heil ic. 235. Wie Gott mich führet, will ich geh'n, er kann nichts Böses wählen; läßt denen, die auf ihn nur seh'n, an keinem Gut es fehlen. Wie er mich führt, folg' ich ihm nach, Freuden und durch Unge mach, voll findlichen Vertrauens. 5. Wie Gott mich führet, 2. Wie Gott mich führet, will ich geh'n durch Freuden will ich gern von ihm mich oder Leiden. Hier kann ich leiten lassen, kann ich gleich nicht sein Antlitz seh'n; dort oft den Weg des Herrn, schau' ichs einst, voll Freuund seinen Rath nicht fassen. den. Dort seh' ich, daß Mein Eigenwille weigre sein Vaterrath mich treu sich, in Gottes Hand ergeb' und wohl geführet hat; ich mich, mit kindlichem wohl mir, wenn ich ihm Gemüthe. Bold folge! not and Jul nu 51524 Eigne Melodie. 245 3. Wie Gott mich führet, folg' ich treu im Glauben, Hoffen, Leiden. Steht er mit seiner Kraft mir bei, was kann von ihm mich scheiden? Auf Gott steht meine Hoffnung fest; was er mir widerfahren läßt, muß mir zum Besten dienen. 4. Wie Gott mich führet, wird er mich, auch in den größten Stürmen, wenn ich ihm folge, väterlich mit ſeiner Huld beschirmen. Wenn er nur meine Seel' erhält; so laß er, wie's ihm wohlgefällt, mich leben, oder sterben. o hodi i K sce Was Gott thut, das ist wohlgethan; Er nimmt sich stets der Seinen an, 246 Einzelne Pflichten. gut ist und bleibt sein Wille. Er ist mein Gott, drum halt' auch ich ihm stille. 11 der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten; F * ✰ drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan. Muß ich ist wohlgethan; wie sollt' den Kelch gleich trinken, ich ängstlich klagen? Führt der bitter ist, nach meinem er mich gleich auf rauher Wahn, soll doch mein Muth Bahn, so will ich doch nicht sinken. Sein Trost nicht zagen. Hab' ich Ge- ergößzt mich doch zuletzt, duld, wird seine Huld zum gibt Freudigkeit dem HerBesten Alles wenden. Es zen; dann weichen alle steht in seinen Händen. Schmerzen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht, mein Leben, von dem nichts Böses kommen kann; ich will mich ihm ergeben. Ja, seine Treu' ist täglich neu; drum will auf ihn ich bauen, und seiner Güte 5. Was Gott thut, bas ist wohlgethan; dieß bleibt mein Trost im Glauben. Ihn soll, wenn Noth und Tod sich nah'n, Nichts meinem Herzen rauben. Mein Gott hat mich so väterlich bis diesen Tag erhalten; lodrum laß ich ihn nur waltrauen. 4. Was Gott thut, das ten. ordalot atpi supio Mel. Wenn wir in höchsten 2c. 237. € 4 nagle Wenn Menschenhülfe dir gebricht, so ATID S + Pflichten gegen Gott. 247 hoff' auf Gott, und zage nicht. Wenn Niemand | ↓***!!**** hilft, so hilft doch er; mit ihm ist keine Last zu schwer. 2. Laß nie der Menschen| beschließen, was er will, Gunst allein dein einziges und hoff' auf ihn, und halt' Vertrauen seyn. Wer weiß, ihm still! ob, wer ein Freund dir scheint, es immer treu und redlich meint. Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. 3. Ist seine Lieb' aud) tein Betrug; hat er auch 238. In allen meinen Licht und Macht genug? Entreißt nicht oft ein Augenblick ihm, deinem Freunde selbst, sein Glück? 4. Nur Gott ist's, des sen Schild dich deckt, wenn Noth und Elend dich er: schreckt. Dein wahrer Freund bleibt er allein, und wird es bis zum Grabe seyn. 5. Schützt er dich, o dann ist dein Feind nicht furcht bar mehr, wenn er's auch scheint. Es muß, vor sei ner Allmacht Dräu'n, sich selbst des Meeres Sturm zerstreu'n. 6. Was sich ihm auch ent gegen stellt; es geht doch), wie es ihm gefällt. Laß ihn Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, damit sie uns gelingen, mit Hülfe segnen Rath und That. id 2. Sorg' ich auch spät und frühe; was helfen Sorg' und Mühe, wenn er nicht sorgt und wacht? Er mag's mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; er hat noch Alles wohl gemacht. 3. Es kann mir nichts geschehen, er hat's vorher gesehen, und selber mir be stimmt. Nie will ich mehr begehren, will gern auch) das entbehren, was er aus Vaterhuld mir nimmt. Einzelne Pflichten. 4. Wohl mir, daß seine nützen würde; bestimmte Gnade, auf jedem rauhen Pfade, mich leitet und be schützt! Wall' ich auf seinen Wegen, so wird, durch sei nen Segen, mir nichts ge brechen, was mir nüßt. meines Lebens Zeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Jst auch ein Schmerz, der, zu des Glaubens Ehre, nicht zu besiegen wäre? 248 5. Ihm will ich selbst mein Leben, getrost und wil lig, geben, sobald er's mir gebeut. Es sey heut' oder morgen, dafür laß' ich ihn sorgen; er weiß allein die rechte Zeit. 6. Sey denn im Tod' und Leben ihm, meine Seel', ergeben, voll froher Zu- 4. Ist nicht ein unge versicht! Es gehe, wie es gehe; dein Vater in der Höhe versäumet und ver: läßt dich nicht! störtes Glück weit schwes rer oft zu tragen, als selbst daß widrige Geschick, bei dessen Last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod; der Erde Ruhm und Habe, verläßt mich 3. Gott kennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich's bat, gewährt, wenn's seine Weise heit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht das, was ich ersehe, was Gott beschließt, geschehe! 12 Mel. 236. Was Gott thut, das ist 2c. 239. Auf Gott und doch im Grabe. nicht auf meinen Ratha 5. An dem, was wahrwill ich mein Wohlseyn bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen, als Gott und Vater, tragen. haft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen. Gesundheit, Reichthum, Glanz und Pracht, sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen hat, dem ist 2. Er sah, von aller sein gut Gewissen ein Licht Ewigkeit, wie viel mir in Finsternissen. Mi Pflichten gegen Gott. 6. Was ist des Lebensweiser Huld, daß dir kein Herrlichkeit? Wie bald ist Unfall schade; nur leide sie verschwunden! Was ist mit Geduld! Er wird dich daß Leiden dieser Zeit? schon beschüßzen; auch LeiWie bald ist's überwun- den müssen dir, durch seine den! Hoff't auf den Herrn! Weisheit, nüßzen; erwarte Er hilft uns gern. Send dieß von ihr! e slland fröhlich, ihr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. si So 4. Gott irrt in seinen Wegen, in seiner Wahl ich nicht. Sein Thun ist lauter Segen, sein Gang ist Recht und Licht. Und wenn er seinen Kindern ein Glück hat zugedacht; Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 240, Besicht du deiswer kann sein Werk dann hindern? Er spricht, so ist's vollbracht. Com ne Wege, und Alles, was dich fränkt, der treuen Vaterpflege deß, der das Weltall lenkt. Den Ster nen, Wolken, Winden, bezeichnet er die Bahn; auch) du wirst Wege finden, nach seiner Weisheit Plan. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergeh'n; auf ihn nur mußt du schauen, wenn dein Werk soll besteh'n. Gott läßt durch Sorg' und Grämen, und selbstge: machte Pein, sich keine Wohlthat nehmen. Drum hoff auf ihn allein! 3. Er ist voll Treu und Gnade, und sorgt, mit 249 5. Und brausten alle Stürme und Wetter her auf sie; nein, unter Got tes Schirme, erlägen fie doch nie! Im Himmel und auf Erden kann ihm Nichts widerstch'n. Was er be schließt, muß werden, was er gebeut, gescheh'n. 6. Vertrau' ihm, meine Seele, er weiß, was dir gebricht. Daß er dein Bestes wähle, das glaub', und zweifle nicht. Er führt zu einer Wonne, die, wenn dein Gram entfleucht, dem Glanze seiner Sonne, nach trüben Tagen, gleicht. 11* 250 Einzelne Pflichten. 7. Entreiß' dich allen Sorgen, geh' treu der Tugend Bahn! Es bricht viel leicht schon schon morgen ein schön'rer Tag dir an! Dann siehst du mit Entzücken die dunkle Nacht entflieh'n, die deinen schwachen Blicken so undurchdringlich schien. HE Stunden dein Herz sich heilig, rein und ihm getreu, erfunden, wie wird er dich erfreu'n! 10. O, wohl dir, dem Getreuen; du trägst den Sieg davon! Laß dich den Kampf nicht reuen; dir winkt des Himmels Lohn. Hier sollst du überwinden das Leiden dieser Zeit; dort wirst du Ruhe finden, und ew'ge Seligkeit. 8. Laß ihn nur thun und walten; er wird, als weiser Fürst, dein Schick: sal so gestalten, daß du ihn preisen wirst; wenn er, wie's ihm gebühret, mit wunderbarem Rath, sein großes Werk vollführet, daß dich bekümmert hat. 11. So höre, was ich flehe: verlaß mich, Vater, nicht! Sey du in meiner Nähe, wann einst mein Auge bricht. Laß Allen, 9. Zuweilen mag's wohl die dann weinen, an meischeinen, als ob er vonnes Grabes Rand, das dir wich)', als hört' er dich Licht der Hoffnung schei nicht weinen, und übersehenen, dort aus dem Hei dich; doch hat in trüben mathland! Eigne Melodie. 241. Wer nur den lieben Gott läßt walten, den wird er wunder- bar erhalten F 2 und hoffet auf ihn al lezeit, Wer Gott, dem in aller Noth und Traurigkeit. Ift P 1111 $ Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut. Pflichten gegen Vol. 2. Was hilfts, wenn, dunkeln Lauf der weisen unter Gram und Sorgen, Führung Gottes auf. dein banges Herz zwar 6. Noch danken wirst Trost begehrt, und doch, du ihm, nur glaube, was vom Abend bis zum Mor- Gott thut, daß sey wohl gen, die unzufriedne Klage bedacht; er hebt den Niewährt? dern aus dem Staube, und stürzt des stolzen Sünders Macht. Wohl dem, der, mit Ergebung, schweigt, wo sich ihm selbst kein Ausweg zeigt. 3. Zu Gott sey deine Seele stille, fromm, in Verleugnung und Geduld; was dich betrübt, ist nie sein Wille, doch oftmals ist es deine Schuld. Er 7. So wandle denn auf Gottes Wegen, bet' und sey deiner Pflicht getreu; denk' nicht, daß Gott dir ist ja Vater, der dich seinen Segen, auch ohne liebt, dir Alles, was dir Arbeit, schuldig sey. Es ist nüßet, gibt. sein eigenes Geheiß: verbind', o Christ, Gebet und Fleiß! 4. Der weise Vater fennt e Stunden, wo Trübsal oder Freude nützt; hat er dich nur getreu be funden, so glaube fest, daß er dich schützt. Er trocknet dir, eh' du es meinst, die Thränen ab, die du noch weinst. 8. Mein Gott, du bist's, auf den ich traue, mein Helfer, meine Zuversicht, auf den ich Glück und Hoffnung baue. Erbarmer, adh, verlaß mich nicht! Führst du mich, Gott, gleich) wunderlich; zu dir nur, Vater, führe mich! Vermehrest du nicht selbst dein Leid durch Ungeduld und Traurig teit? 5. Denk' nicht, wen Lust und Glück umfassen, daß der ein Liebling Gottes sey; du aber sey'st von ihm er nicht gleich dein Angstgeschrei. 242. Was soll ich Die Zukunft klärt den ängstlich klagen, und ohne Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 252 Einzelne Hoffnung zagen? Der Höchste sorgt für mich; er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlseyn fehle. Genug zum Trost, mein Herz, für dich! 2. Was nüht es, heid- dir nisch sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer seh'n? Du, Va ter meiner Tage, kennst, eh' ich dir's noch klage, mein Leid, so wie mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich), mein Vater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, siehst Alles, was mir fehlet; drum, Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn, und glaube nur. Pflichten. den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Ja, wenn mein Auge thränet, und sich nach Hülfe sehnet, so klag' ich's dir, dem Herrn. Dir, Vater, befehle ich befehle ich jeden Wunsch der Seele, du hörst, du hilfst, du segneft gern. 5. Herr, alle meine Sor gen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen, du weißt 7. Du hast mir hier im Leben schon größer's Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir Alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt, und fränkt. 8. Du leitest, Herr, die Deinen, nicht immer, wie sie's meinen, doch stets nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe, das zeigt der Ausgang und die That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch deß mich trösten: mein Gott nimmt mich Erlösten gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort bei der From: men Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut Pragten gegen von dein Rath uns führt; nach schähe, schon morgen mich überstandnem Leiden fing' ich dir dann, mit Freu: den, den Dank, der deiner Huld gebührt. gereu'n. Nur einen Wunsch vor allen laß, Herr, dir wohlgefallen, den Wunsch, zufrieden stets zu seyn! 5. Sich groß und findMel. 527. Nun ruhet in lich zeigen, heißt tief im Staube schweigen, und nehmen, was Gott gibt. Er den 2c. 243. Gott hab ich kann uns nicht verlassen, nicht weil er uns liebt. mich ergeben in diesem die ihm vertrau'n, Pilgerleben, im Unglück hassen; er züchtigt nur, und im Glück. Ihm dank id meine Freuden; ihn preis ich auch im Leiden, bis zu dem letzten Augen blick. 2. Gott war's, der für mich wachte, noch eh' ich war und dachte. Des Ew' gen treue Hand hat gnädig mich geleitet; aucy da mein Glück bereitet, wo ich nur Schmerz und Leiden fand. 2CJ gebricht. 4. Warum ich heute flehe, das möchte, wenn's ge: 6. Wenn ich) verlassen scheine, und trostlos bin, und weine; was will mein banges Herz? Herr, hilf es mir besiegen! Es sehnt sich nach Vergnügen, doch was es wünscht, wird oft sein Schmerz. 3. Was helfen meine Sorgen? Mein Glück ist mir verborgen, mein Un glück fenn' ich nicht. Du, dem ich mich befehle, du weißt, was meiner Seele, zu ihrem wahren Glück, 244. Wa 7. Nicht das, warum ich flehe, dein Wille nur geschehe, und was mir heilsam ist. Ich will, dir, Herr, ergeben, getrost und ruhig leben, bis einst der Tod mein Auge schließt. mel. 152. Warum sollt' ich mich 2c. Warum arum willst du doch für morgen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Cinzelne Pflichten. Wozu dient dein täglich Noth ließe Gott hülflos Grämen? Nur dazu, dir die Ruh', ohne Noth, zu nehmen. mich verschmachten? Ich bin sein; mir soll nicht grauen. Väterlich liebt Gott mich. Ihm will ich vertrauen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher Alles mir gegeben, was mein Leben zu erhalten, nöthig war? Immerdar laß' ich, dich, Gott, walten. 7. Nütz' ich meine Zeit und Kräfte, widme sie, spät und früh, nützlichem Ge schäfte: o dann kommt ſein reicher Segen, ganz gewiß glaub' ich dieß, meinem Thun entgegen. 254 3. Der das Größ're uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dieß Leben, wird uns auch das Klein're schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. - 8. Ich will nur vor allen Dingen suchen, mir Weisheit hier, Tugend zu erringen. Was mir sonst noch nützt hienieden, das wird mir, Herr, von dir ja gewiß beschieden. 4. Was auf meiner Pil gerreise mir gebricht, kennt er's nicht, er, der ewig Weise? Sollt' er meiner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? 6. Nur auf mich sollt' dein ewig seyn. er nicht achten? In der scheh' dein Wille! 9. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Zag' an Plagen. Heute leb' ich; bin ich morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 10. Sorge du nur. Ich befehle, glaubensvoll, wie ich soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du. Dir halt' ich stille; ich soll Es ge: 245. 393 255 Pflichten gegen Gott. Eigne Melodie. J J o p p*|** Auf meinen lieben Gott trau' ich in 11 #E **|**** aller Noth. Die ihn um Rettung flehten, verließ ΣΤΙΣ |||||| + er nie in Nöthen. Er wird mein Unglück wenden, + es steht in seinen Händen. 2. Auch beim Gewis auf kurze Leiden, den Deisensschmerz' verzaget nicht nen ew'ge Freuden. mein Herz. Auf Christum will ich bauen, und fest auf ihn vertrauen; ihm will ich mich ergeben im Tode, wie im Leben. 5. Ich harr' und traue dir, einst schenkst du sie auch mir. Ich habe dein Versprechen, das wirst du nimmer brechen. Auch ich bin, wann ich sterbe, des ew'gen Lebens Erbe. mel. 138. Meinen Jesum laß ich zc. 3. Und nimmt der Tod mich hin, ist's dennoch mein Gewinn. IJd) weiß, wen ich glaube, er läßt mich nicht im Staube. an Es mag der Leib erkalten; 246. Säe deine Thräden Geist wird Gott er halten. 4. Mein Heiland, Jesu Christ, der du, aus Liebe, bist für mich am Kreuz gestorben, du hast mir Heil erworben; du schaffst, nensaat, frommer Dulder, hier im Glauben; auch der allerrauhste Pfad müsſe dir den Trost nicht raus ben, daß einst nach) der Dunkelheit, dich ein hell'res Licht erfreut. 256 Einzelne Pflichten. 2. Ausgerungen habenfroh zurücke schauen auf schon Viele, die hier glau den Weg, der, durch die bend litten; beten an vor Nacht, dich in's Land des Gottes Thron; ihre Krone Lichts gebracht. ist erstritten. Du, auch du wirst Sieger seyn, und dich bald der Krone freu'n. 7. O, dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die dem Aug' entflossen! Wie 3. Denk', daß Gottes ein Strom von oben her, Vaterhand, weisheitsvoll, wird ein Trost in's Herz die Leiden wäget, und gegossen, Trost vom Quell dich, in der Thränen Land, der Seligkeit, immer mit Erbarmen trägend alles Leid. get. Väterlich ist sein Bemüh'n, dich zum Himmel zu erzieh'n. überwie 4. Hier ist dein Erzie: hungsstand, hier sollst du, durch Prüfung, lernen; dort ist das vollkommne Land; dort in unbekannten Fernen winkt dir unvermischtes Glück; dorthin wende deinen Blick! 8. Harre, Dulder, un verzagt, harre in der Nächte Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen steh'n, wirst die Krone winten seh'n. MUT 5. Liebe ist es, welche dir Lebensglück und Freu: den schenket; Liebe fügt 9. O, dann schwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne. Vor dir liegt die Ewigkeit, dieses heitre Land der Wonne. Ohne Thränen gehst du es, wenn dich hier Angst ein, ewig selig da zu und Schmerz und Kummer fränket. Gott ist Va ter, mild und gut; Lieb' ist Alles, was er thut. seyn. 6. Lerne denn Gelas senheit, Unterwerfung und Vertrauen! An dem Schluß 247. Von Gott will ich nicht lassen; denn er der Prüfungszeit wirst du verläßt mich nicht. Im Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken 2c. 257 Pflichten gegen Gott. Kummer mich zu fassen, 5. Lob't ihn mit Herz gibt er mir Kraft und und Munde, lob't ihn, Licht. Er steht mir hülfe reich bei; mit jedem neuen Morgen weiß er mich zu versorgen, ich sey auch, wo ich sey. 2. Der Menschen Gunst und Liebe wankt oft, und ändert sich; doch Gottes Vatertriebe sind unveränderlich. Er weiß aus jeder Noth, eh' wir's vermuthet hätten, uns wunderbar zu retten, und hilft uns felbst vom Tod'. der Alles schenkt. Wie selig ist die Stunde, darin man sein gedenkt! So müßt man recht die Zeit. Wir sollen ja auf Erden, durch ihn, schon selig werden, noch mehr in Ewigkeit. 6. Mag doch die Welt vergehen, mit aller ihrer Pracht; das Heil bleibt ewig stehen, das Gott mir zugedacht. Zwar schließ' ich hier den Lauf, doch wach' ich, wann im Grabe ich ausgeschlummert habe, zum höhern Leben auf. 100 00 3. Nur ihm will ich vertrauen, auch in der schwer sten Zeit, auf seine Hülfe 7. Mein Geist wird bauen; er segnet selbst ewig leben, und dort soll durch Leid. Gott sey es ihn, verklärt, ein neuer heimgestellt, ihm will ich Leib umgeben, des höhern übergeben Leib, Seele, Daseyns werth. Wie werd' Gut und Leben. Er macy's, ich dann mich freu'n; wie wie's ihm gefällt! fröhlich Gott erheben! In jenem neuen Leben, wie rein, wie selig seyn! 090 4. Nur das kann ihm gefallen, was gut ist; gab er doch selbst seinen 8. Vergilt, was ich hier Sohn uns Allen, beglückt und liebt uns noch. Hat Gott so viel gethan, wird er auch das gewähren, was unsern Leib ernähren, den Geist erfreuen kann. dulde, die Leiden dieser Zeit, wenn ich sie nicht verschulde, nicht Gottes Ewigkeit? Sie ist von Freude voll, die den, der Christum liebet, und sich Einzelne Pflichten. 258 im Guten übet, auch ewig lohnen soll. 9. Das ist des Höchsten Wille, das meines Vaters Rath; drum geh' ich, fromm und stille, des Lebens dunfeln Pfad. Sein Geist bleibt mir nicht fern. Er ist es, der mich leitet, zum Himmel mich bereitet; wenn er winkt, folg' ich gern. auch das Sterben selbst Gewinn. 3. Ich bin erlöst, und bin ein Christ; mein Herz ist ruhig, und vergißt die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Trostes voll: ich leide nichts vergebens! Gott selber mißt mein Theil mir zu, hier kurzen Schmerz, dort ew'ge Mel. 4. Ewigkeit, du 2c. Ruh'. 248. Mein Glaub' dieser Zeit mir, der ich je 4. Was send ihr Leiden ist meines Lebens Ruh'; er ner Herrlichkeit, mit Ruh', entgegen schaue? Bald ruft mich Gott, und ewiglich belohnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; ach, bald verschwindet aller Schmerz, und Himmelsfreuden schmeckt mein Herz. führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Verleih' auch mir Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblichkeit Nichts meiner Seele raube. Tiefpräg es meinem Herzen ein, welch Glück es sey, ein Christ zu seyn. 2. Du hast dem sterb: 5. Bin ich gleich schwach, lichen Geschlecht zu deiner so trag' ich doch nicht mehr Ewigkeit ein Recht, durch deinen Tod, erworben. Nun wird mein Leib zwar Asch' und Staub, doch nicht des Todes ew'ger Raub; du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist der Sünde schändlich Joch, in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir süße Pflicht, und kann ich gleich auch jetzt noch nicht ganz frei von Fehlern werden, so ist mein Trost: Gott hat Pflichten gegen Gott. Geduld, und straft mich Ehrfurcht gegen Gott. nicht nach meiner Schuld. Heilighaltung des Eides. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, du Mittler, hast mich, aus der Angst, die mich umfing, 249. Herr, aller zu, gerissen. Nur dir ver: dank' ich meine Ruh'; du Weisheit Quell, o, laß mich) heilest meine Wunden und stillest mein Gewissen; und fall' ich noch in mei nem Lauf, so richtest du mich wieder auf. recht erkennen, daß nur die Frömmigkeit auch Weisheit sey zu nennen; doch gib mir auch dabei ein Herz, das so dich ehrt, wie dir es wohlgefällt, und uns dein Sohn gelehrt. 7. Gelobt sey Gott, ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Hei ligung, ich fühle täglich Besserung des Herzens und des Lebens; bin stets getrost und tugendhaft, o Herr, durch deines Geistes Kraft. 8. Dank sey dir, Vater, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium, fest glauben, Liebe üben. Es gibt mir Ruh' und Heiter: keit, führt mich zu wahrer Seligkeit; wie sollt' ich es nicht lieben? Es sey mein Trost, es sey mein Licht, bis mir das Herz im Tode bricht. 259 Mel. 223. Nun danket Alle Gott 2c. 2. Ich nenne mich nach ihm. Beförd're mein Be streben, auch stets, nach seinem Sinn, zu denken und zu leben. Ich bin getauft auf ihn. Dieß say zur Heiligung, wozu sein Geist mich ruft, mir stets Ermunterung. den 3. Auch mir gabst du dein Wort; dieß leite meine Seele, daß sie sichern Weg der wahren Tugend wähle. Was nützt der Glaube mir, was der Erkenntniß Licht, wenn es zum Guten mir an Luſt und Kraft gebricht? 4. Laß mich gewissenhaft in allen Stücken Einzelne Pflichten. wandeln, und überall vor mich mit Kindesehrfurcht dir ſo denken, reden, gegen dicho ban handeln, daß ich im Herzen rein, dir, Gott, ver: trauen kann, und froh versichert sey: du nimmst dich meiner an. 2. Sie sey ein Licht, auf allen Wegen, für meinen irrenden Verstand; sie treibe mich, das ab: zulegen, was ich als un Ein recht hab' erkannt. Herz, von jeder Sünde rein, will ich, Herr, dir zum Opfer weih'n. 5. Doch, wenn ich Schwa: cher noch, aus Uebereilung, fehle, Herr, so verwirf mich nicht. Erwecke meine Seele, daß sie den Fehl tritt gern erfenne, bald bereu, und, ihn, auf's gegenwärtig bist, und keine Künftige zu meiden, wach- Neigung in mir hegen, die dir, mein Gott, zu sam sey. sms 08 3. Laß mich, o Vater, stets erwägen, daß du all6. Jch übergebe mich wider ist. Was hilft der bis an mein Lebensende, Beifall aller Welt, wenn mit Allem, was ich bin, dir mein Leben nicht gefällt? in deine Vaterhände. D, mache du, mein Gott, den Vorsatz fest in mir, ein wahrer Christ zu seyn; so leb' und sterb' ich dir. 260 4. Nie laß mich dein Gericht vergessen, damit ich, deinem Rufe treu, in meinem Glücke nie vermes sen, in Noth nie wankelmüthig sey; daß ich nicht frevle, weil du schonst, nicht gleich nach unserm duniy Thur: uns lohnst. 8 1190 Mel. 187. Dir, dir Jehovah 2c. h mis 250. Dich, Höchster, 5. Laß mich mit weiſer Vorsicht fliehen, was mich zu Sünden reizen kann; mich um ein reines Herz bemühen, und nimm dich meiner hülfreich an: so leg' ich schon in dieser Zeit ehrerbietig scheuen, sey meine Lust und Seligkeit; denn Niemand kann sich deiner freuen, der nicht dein heilig Auge scheut. Erfülle denn, o Vater, Pflichten gegen Gott. en Grund zu meiner Se igkeit. 6. Erhalt' in mir ein gut Bewissen, daß weder Spott och Trübsal scheu', und nache von den Hindernissen er wahren Tugend selbst nich frei. Nie stise Furcht, och Lust der Welt, mich, as zu thun, was dir ge ällt. 7. Mit Ehrfurcht laß or dir mich wandeln, und tets, ich sen auch, wo ich en, nach deiner Vorschrift, redlich handeln, entfernt von iller Heuchelei! Wer dich on Herzen liebt und ehrt, nur der ist dir, o Bater; verth. Tim Encr 8. Mit dieser Ehrfurcht will ich sterben, denn schre: ken Tod und Grab mich nicht; dann werd' ich jenes Leben erben, das mein Er öser mir verspricht. Zum Baterhause geh' ich ein, um vig selig dort zu seyn. Mel. 4. O Ewigkeit, Donnerwort 2c. du 251. Gott! der du Herzenskenner bist; Herr! em die Falschheit Gräuel 261 ist, und jeder Trug Verbrechen. Kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es fund; du, Heiliger, wirst's rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit seyn! 2. Und wann ich schwö rend vor dir steh', hinauf zu deinem Himmel seh', und meine Hand erhebe; wann ich dich, Gott, zum Zeugen ruf', zum Nächer dich, der mich erschuf, durch den ich bin und lebe; dann sey von Lüg und Heuchelei mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler auch noch da dich schmäh'n, und frech vor dir mit Lügen steh'n, dann laß mein Herz erschrecken! Weh' dem, der seinen Gott verlacht, ihn zu der Bosheit Siegel macht, sie vor der Welt zu decken! Mit Zittern denk ich deiner dann, der Leib und Seel verderben kann. 4. O Seele, wenn du dich noch liebst, erwäg', was du zum Pfande gibst, dein Glück, dein ewig Leben! Verlier'' nicht mit Verwe Einzelne Pflichten. genheit dein Theil an Gott doch Gott und Seligkeit, und Seligkeit; wer kann dir's wiedergeben? Ge: wänn'st du auch die ganze Welt; ist sie es, die dich schadlos hält? muthwillig, nicht verlieren. Was immerhin mein Loos hier sey; nur reines Herz, und Gott dabei! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Hei land ist, dein Himmel nicht mein Erbe; wenn mich, beim Leiden dieser Zeit, kein Trost vom Himmel mehr erfreut, kein Trost mehr, wenn ich sterbe! Ist Gott und Jesus nicht mehr mein; dann besser nie geboren seyn! 262 8. Gott lehre mich bei jedem Eid, aus Scheu' vor deiner Heiligkeit, die Wahrheit redlich sprechen. Beschwör ich heilig Amt und Pflicht, so laß mich auch im Kleinsten nicht, was ich gelobte, brechen. Auch dir, Gott, wur ich treu zu seyn; erhalt' mw ewig, ewig dein: 9. Gott, der du selbst die Wahrheit bist, mein Trost auch noch im Tode ist, was mir dein Wort verheißen. So wahr du Gott bist, sagst du's zu, ich hörs mit heitrer See lenruh: Nichts soll mich dir entreißen! Ich halte, Va ter, meinen Eid, und fürchte nicht die Ewige 6. Wiethöricht, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achtet's nicht! So lästern Spötter- Rotten. Ja, Gottes Langmuth ist bekannt; er lähmt nicht jede falsche Hand; doch Gott läßt sich nicht spotten. Er kann dich strafen in der Zeit, und strafen noch in feit. Ewigkeit. 7. Nein! Ehre nicht, Mel. kein Gut, noch Geld, und keine Herrlichkeit der Welt, soll mich so weit verführen. 252. Heilig, heilig Und drohten mir auch sey der Eid, euch, ihr Schmerz und Leid, ich will Christen, die ihr schwöret! 110. Jesus, meine Zuversicht 2c. Pflichten gegen Gott. wie furchtbar ist es nicht! Fühl't mit Ernst die Hei: dieses innere Gericht, o, ligkeiteuers Richters, der euch höret; wiß't, er ist der Lügen Feind hier, und wann er einst erscheint. 2. Er, der Wahrheit Gott, begehrt, wenn wir ihm gefallen wollen, daß wir ihren hohen Werth fühlen und auch ehren sollen; denken, wie wir reden, sie nie verstellen, leugnen nie. 3. Wann ihr eure Hand erheb't, dann ergreif' euch heil'ges Schrecken! Denk't: Gott ist uns nah', er lebt, er wird Alles doch ent decken, was Betrug und List verstellt, er, der Richter aller Welt. 263 4. Gott, dem keine Finsterniß euch verhüllet, wann ihr lüget, hört und strafet den gewiß, der durch falschen Schwur betrüget. Was für Menschen täuschend war, ist vor Gott doch offenbar. 6. Pein und Elend würde dann Alles um euch her auf Erden; Alles, was sonst segnen kann, müßte dann zum Fluch euch werden; und Verzweiflung käm' zugleich, ohne Rettung, über euch! 7. Sag't: für aller Welt Gewinn geb' ich nicht des Herzens Ruhe, nicht die Ueberzeugung hin, daß das recht ist, was ich thue; daß mich, wo der Heil'ge spricht, keine Neigung mehr besticht. 8. Dann dürf't ihr zu Gott hinan, voll Vertrau'n und Hoffnung, sehen: könn't auch selbst die rauh'ste Bahn muthig und mit Ruhe gehen. Jedem, der es redlich meint, ist Gott Vater, ist Gott Freund. Mel. 228. Sollt' ich meinem Gott 2c. 5. Wenn ihr freveln wolltet, ach! eures eignen Her- 253. Gut und heilig zens Klage folgt auf jedem Tritt' euch nach, quält bei Nacht euch und am Tage; ist dein Wille, wie du selbst es bist, o Gott. Du gebeutst; in tiefer Stille, Einzelne Pflichten. 264 hört die Schöpfung dein Gebot. Die im Himmel dir lobsingen, steh'n um deinen Thron bereit, freuen sich der Seligkeit, deinen Willen nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 2. Dir gehorcht, mit sanf ter Wonne, deiner Engel zahllos Heer. Deine Ve ste, deine Sonne, Sturm und Donner, Erd und Meer, Alles dienet deinem Willen; Alles, Höchster, was du schufft, eilt und drängt sich, wann du rufst, dein Gebot stets zu er füllen; nur der Mensch erkennt's oft nicht für sein Glück und seine Pflicht. 3. Stolz empört sich mei ne Seele, Herr und Schöpfer, wider dich. Deine empfinden, daß uns unser Herz verführt, daß die eitle Luft der Sünden uns zu legt den Tod gebiert. Madch) uns deinen Willen wichzu vollbringen; tig, führ' auf deine Bahn uns hin, lehr' uns jeden Irrthum flieh'n; denn dein Weg allein ist richtig. Mach uns unsern Pflichten treu, daß der Wandel heilig sey. 5. So wird auch bei uns auf Erden, wie im Himmel, dein Gebot dankbar ausgerichtet werden, heiliger und großer Gott! Alle Werke deiner Hände werden unterthan dir seyn; alle deiner Huld sich freu'n, bis an deiner Schöpfung Ende. Denn, wer deinen Willen thut, hat allein es ewig gut. Mel. 181. Er starb, der größte zc. Befehle wirft sie thöricht hinter sich, läßt 254. Gott, deinen bei sich nicht von dir regie ligen Befehlen will ich, ren; glücklicher nach ihrem dein Kind, gehorsam seyn, Wahn, wählt sie eine andre nur sie zu meiner RichtBahn, die sie soll zum Him- schnur wählen, und dir mel führen, gehet, mit be mein ganzes Leben weih'n. thörtem Sinn, auf verkehr: Dein Wille ist gerecht und ten Wegen hin. gut: wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 4. Laß es doch uns tief Pflichten gegen Gott. 265 2. Gehorsam forderst du auch tausend Freuden, auf von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur dann gefallen, wenn ich, dir folgsam, als dein Kind, thu', was du willst, aus Lieb' und Dank, und nicht mit Skla: venfurcht und Zwang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne, o, hilf mir, daß ich immerdar, dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Jesus dir gehorsam war. Er war's auch unter Schmach und Noth, er war's selbst bis zum Kreu: zestod'. 4. Laß deine heiligen mir immer 510- mise wärtig seyn, laß mich, daß 255. Gott will ich die ihren Lasterwegen, an; so laß mich Alles flieh'n und meiden, was mich von dir entfernen kann. Der Sünde Lohn ist endlich Schmerz, und quält mit Reue unser Herz. 7. Doch, wenn ich mich im Guten übe, mit Eifer deinen Willen thu'; dann schenkst du, Gott, mir deine Liebe, mit ihr zugleich Ge wissensruh'; dann fühl' ich hier schon Seligkeit, und bleibe dein in Ewigkeit. Mel. 8. Nun sich der Tag geendet 2c.ich sie nie verlege, dich,| nen, ihm allein; ich bin den Allwissenden, stets sein Eigenthum. Nur ihm scheu'n. Dein Joch ist sanft, will ich mein Leben weih'n, leicht ist die Last, die du Gehorsam sey mein Ruhm. uns aufgeleget hast. 2. Wie heilig, wie ge recht und gut ist, was mir Gott gebeut! Wohl dem, der seinen Willen thut und, gut zu seyn, sid) freut! 5. Sobald ich deineStim me höre, so mache du mich auch bereit, daß ich mit Folgsamkeit sie ehre, und thue, was sie mir gebeut. Ich soll nicht Hörer nur allein, ich soll zugleich auch Thäter seyn. 6. Beut mir die Welt 3. Weh' dem, der seine Pflicht vergißt! Er bringt sich selbst in Noth; denn nur, was bös und schädlich ist, verbeut uns unser Gott. 12 Einzelne Pflichten. 4. Gott ist, wenn er uns beten, und froh zum der Aller Gesetze gibt, ein Vater, Vater treten, kein Tyrann; er treibt uns Vater heißt. O, laßt uns bloß, weil er uns liebt, ihn verehren, nach seines ihm zu gehorchen, an. Sohnes Lehren! Er schenk' uns seinen guten Geist. 5. Leicht ist die Last, und sanft sein Joch; er stärkt uns selbst zum Lauf, und straucheln, fallen wir dann doch, so hilft er selbst uns auf. 266 6. Er warnet, drohet und verheißt, legt Heil und Tod uns vor; und ich, erhellt durch seinen Geist, verschlöß ihm Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der ihn nicht ehrt, sich seiner Kindschaft freu'n? Nur die sind dieser Würde werth, die seinem Dienst sich weih'n. 8. Gott, dir sey denn mein Herz geweiht; ich bin dein Eigenthum. Gib meinem Willen Festigkeit! Gehorsam sey mein Ruhm! 2. Herr, präge jede Wahrheit, mit Rührung und mit Klarheit, in unsre Hers zen ein. Gib, daß wir sie, zum Segen, behalten und erwägen. Laß uns des Wortes Thäter seyn! 3. Verstärk' in uns die Triebe zur Andacht und zur Liebe, zu wahrer Frömmigfeit! D, mach' uns alle Laster mit jedem Tag verhaßter, und heilig, was dein Wort gebeut! 4. Ja, lehre, deinen Willen uns immer treu erfüllen, und deines Worts uns freu'n. Dem Alter, wie der Jugend, gib Neiz zu jeder Tugend. O, lehr' uns, Jesu folgsam seyn. Bei öffentlichen Catechifationen. Mel. 519. Gott des Himmels und der Erden ic. 257. Duell der Weißheit und der Tugend! se lig, wer dich sucht und liebt, 256. Ihr Kinder, laßt und bei dir, schon in der Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2C. Pflichten gegen uns selbst. Jugend, seinem Geiste Nahrung gibt! Ja, wer diese Pflicht erfüllt, hat ein Gut, das ewig gilt. 2. Nichts soll dieses Gut uns rauben. Dir, Erlöser, uns zu weih'n, dich zu lie: ben, dir zu glauben, das soll uns're Freude seyn. O, wie ruhig wandeln wir dann durchs' Gräberthal zu dir. Beim Anfange und Schlusse des Schulunterrichts. Mel. 236. Was Gott thut, das ist 2c. 267 3. Die Blume, die der Morgen fand, im bunten Farbenschimmer, verblich oft plötzlich und verschwand am Mittag schon auf immer. So sind auch wir vergänglich hier. Gott, laß uns früh auf Erden reif für den Himmel werden. Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. 259. Geber guter Gaben, nur dir lobsingen wir; denn was wir Gutes haben, das kommt allein von dir. 258. Gott, laß den Unterricht gedeih'n zu rei nen Geistesfreuden. Laß, deines Beifalls werth zu seyn, uns immer Trägheit meiden. Lenk unsern Sinn zur Weisheit hin; verleih' uns Lust und Kräfte zum nützlichen Geschäfte. 2. Gib, daß, von eitelm Leichtsinn frei, wir treulich uns're Pflichten, wie mühsam uns auch manche sen, doch immer gern ver richten. Was böse heißt, was unsern Geist entweiht, Chriftliche Selbstliebe. Gott, du froms Gott 2c. foll uns nicht trügen mit 260. Du willst es, sündlichem Vergnügen. Herr, mein Gott, daß ich * 2. Auch jetzt gabst du uns wieder zum Fleiße Munterkeit. Dir tönen uns're Lieder aus froher Dankbar keit. 2 3. Laß unser ganzes Leben dir, Vater, heilig seyn. Du wirst uns Kräfte geben, dir unser Herz zu weih'n. Pflichten gegen uns felbst. Sim Mel. 165. mer 268 Einzelne mich selbst auch liebe. Hilf, daß ich diese Pflicht nach deiner Vorschrift übe. Ich sehne mich nach Glück; laß dieß Verlangen rein, laß, Schöpfer, diesen Trieb nie mein Verderben seyn. 2. Gib, daß mein gan zes Herz sich deiner Liebe weihe, das Gute willig thu', das Böse ernstlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der fühlt auch, als 6. Ein gottergebnes Herz, ein unverletzt Gewissen, nur das allein kann uns des Lebens Müh' versüßen; das ein Christ, was seines Nächraubet uns kein Zod, es sten Wohl und dir entgegen folgt uns aus der Zeit, und ist. schenkt uns Nuh' und Trost auch in der Ewigkeit. 09 3. Nicht Neid, nicht Ei gennuß beherrsche meine Seele! Laß mich bei dem, was ich zu meinem Glücke wähle, auf Wahrheit, Billigkeit und Recht und Treue schau'n und nie mein Wohlergeh'n auf And'rer Elend bau'n. Pflichten. 5. Nie blende mein Ge müth der Eitelkeiten Schimmer! Der Erde Reiz entz flieht ja doch im Tod' auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was nüßet eitle Pracht? Nicht ein vergäng lich Gut ist's, was uns selig macht. 37 00 9 4. Kein Segen wohnt bei dem, der nicht das Unrecht meidet; mein Glück kann das nicht seyn, wo durch mein Nächster leidet. Der Selbstsucht neidisch Fleh'n erhörst du, Vater, nicht; nur das gefällt dir wohl, was Liebe betend spricht. 7. O selig, wer darnach mit beil gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall ach tet! Der liebt allein sich recht, der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollkommne Seligkeit. 18. Dieß sey mein Ziel, mein Fleiß! O, segne mein Bestreben; dann werd ich wahrhaft froh schon hier auf Erden leben; nur dann lieb' ich mich so, wie dir es wohlgefällt, lieb' über Alles dich, mein Gott, und nicht die Welt. Sorge für die leibliche Wohlfahrt. Gesundheit, Ehre, Eigenthum. Pflichten gegen uns selbst. 5. Wie könnt' ich so mich hassen, und diese Welt verlassen, eh' du, mein Gott, mich) rufft? Der Feige nur wird fliehen, und Pflichten sich entziehen, zu welchen 261. Was ist mein du, o Herr, ihn schufft. 7 6. Was leicht in Krank heit stürzet, des Lebens Zeit verkürzet, laß mich mit Sorgfalt flieh'n; doch auch nicht ängstlich zagen, es aus Beruf zu wagen; auch dazu hast du mir's verlieh'n. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. zeitlich Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein un schäßbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 269 2. Hier wird die Saat gestreuet, dort erndtet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier lebe, und gut zu handeln strebe; je größer wird mein Glück dort seyn. 7. In deine Vaterhände befehl' ich, Herr, mein Ende und meiner Tage Lauf. Stets sey mein gan zes Leben der Tugend nur ergeben. Hilf du, Gott, meiner Schwachheit auf. 8. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht, dir ergeben, nach wahrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, und sich im Guten übet, nur der hat lang und wohl gelebt. 3. Sollt' ich dieß Glück mir rauben? Herr, laß mir, im Glauben der künft: gen Erndtezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, als es dein heilig Wort gebeut. 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Von dir hab' ich dieß Leben, soll dir es wiedergeben, wann du es 262. Des Leibes warwillst; doch früher nicht. ten und ihn nähren, dieß Mel. 187. Dir, dir Jehotot 19 vah 2C. Einzelne Pflichten. ist, o Schöpfer, meine nes Körpers Wohlseyn Pflicht; was er bedarf, stört; daß nicht, wenn ich ihm zu gewähren, gebie: je Schmerzen leide, mein tet mir dein Unterricht. O, Geist den innern Vorwurf stehe mir mit Weisheit bei, hört: du selbst bist Stö: daß diese Pflicht mir heilig rer deiner Ruh', du selbst sey! zogst dir dein Uebel zu. 2. Sollt' ich, o Herr, 6. Laß, jeden Sinn und nicht theuer schätzen, was alle Glieder mich zu bewahdeine Hand mir anvertraut; ren, achtsam seyn. Drückt den wundervollen Bau ver mich die Last der Krank letzen, den du, mein Schöheit nieder, so flöße du pfer, selbst erbaut? Weß Geduld mir ein. Gib guist mein Leib? Er ist ja ten Muth, und dann ver dein; wie dürft' ich sein leih', daß auch des Arztes Zerstörer seyn? Nath gedeih'. 3. Ihn zu erhalten, zu beschützen, gibst du mit 7. Doch will ich auch milder Vaterhand die Mit- nie übertreiben, was auf tel uns, daß wir sie nützen, des Leibes Pflege zielt, und zum Gebrauch gibst und stets in jenen Schrandu Verstand. Ist dir die ken bleiben, die dein Ge Sorge nicht zu klein; wie setz mir anbefiehlt. Deb sollte sie denn mir es seyn? Leibes Wohl soll nie allein 4. Gesunde Glieder, mun mein Zweck und meine tre Kräfte, sind mehr, als Sorge seyn. alle Schäße, werth. Wie 8. Nein, meinem bessern leiden des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit unsern Leib beschwert! Nächst Tugend ist das höchste Gut Gesundheit und ein froher Muth. Theil, der Seele, sey stets der größte Fleiß geweiht; daß sie des Himmels nicht verfehle, und nüße diese Prüfungszeit. Vergänglic ist der Leib von Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub. 270 5. So gib, daß ich mit Sorgfalt meide, was mei Pflichten gegen uns selbst. Mel. In dich hab' ich gehoffet, Herr 2c. 263.€ 271 ✰ Wem em Gott Gesundheit hier verleiht, 103 TUNTIEN**** der hat von Gütern dieser Zeit gewiß die größte fredd Gabe. Allgütiger, wie froh bin ich, daß ich Gesundheit habe! 2. Daß ich sie habe, zen. Fern sey's von mir, dank' ich dir; nur du, mein durch eigne Schuld, GesundVater, hast sie mir aus heit zu verscherzen. großer Huld geschenket. Du machst, daß ich noch heiter bin, und mich kein Uebel kränfet. 3. Erhalte, Gott, auch fernerhin Gesundheit mir und jeden Sinn, so lang ich leb' auf Erden, daß ich der Welt, wie du gebeutst, stets möge nüßlich werden. 4. Der Sünde folgt Ver derben nach; sie bringt nur Angst und Ungemach, an Leib und Seele Schmer: 5. Ein gleicher Muth in Freud und Leid, zufried: ner Sinn und Mäßigkeit und Ordnung in Geschäf ten, dieß sey mein Ruhm; so wird gewiß kein Laster mid) entkräften. 6. Gib, daß id) meines Lebens Kraft, die deine Güte mir verschafft, auf's Nüglichste verwende, und meinen Lauf zu deinem Preis, und Andrer Glück, verwende. Jun 7. Doch schickst du, Herr, 272 mir Krankheit zu, so gib Geduld und Seelenruh', das Leid mir zu versüßen. Mein Trost im Schmerz sey deine Huld, ein ruhi ges Gewissen. Einzelne Pflichten. 8. Und bringt die Krank: heit mir den Tod, so soll noch in der letzten Noth der Trost mein Herz erheben: nicht Tod, nicht Krankheit trift mich mehr in jenem bessern Leben. Mel. 187. Dir, dir Jeho. Wie ist, zum Wechsel im vah zc. Genuß, so reid), so groß dein Ueberfluß! 264. Wie mannig faltig sind die Gaben, mit welchen uns die Erde nährt; wie viel, o Gott, hat, uns zu laben, uns deine milde Hand gewährt. Ja Alles, was der Mensch genießt, ist Segen, welcher ihr entfließt. 3. Du segnest Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die, Gott, durch deine Vatermilde, in jedem Jahre sich erneut, damit der Mensch, von Sorgen frey, gesättigt und erquicket sey. 4. Du streu'st, daß wir nicht Mangel leiden, uns deine Gaben reichlich hin. Gibst zum Bedürfniß auch noch Freuden, und tränkst mit Wonne jeden Sinn. 2. Du gibst uns Brot, damit wir leben; es spenden Herrlichkeit und Kraft der Hügel reich belad'ne Neben uns mit der Trau ben edel'm Saft. An Allmacht und an Güte reich, ernährst du und erfreust zugleich. 5. So will ich denn mit Freuden essen, was deine Vaterhuld mir schenkt; doch nie dabei, o Herr, vers gessen, daß sie mich speißt, daß sie mich tränkt; und mir nur solche Lust verwehrt, die mich beschädigt und zerstört. 6. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte seyn, und nichts von deinem Ueberflusse, o Gott, durch Schwelgerei entweih'n. Genuß, mit fro her Mäßigkeit, dieß ist die beste Dankbarkeit! 7. Mit Speiß und Trank Pflichten gegen uns selbst. 273 den Leib beschweren, ist| auch meinen Brüdern. O, strafbar, ziemt dem Christen gib, daß ich dein Heilignicht. Du gibst sie uns, thum für sie, und, Herr, daß sie uns nähren, und für deinen Ruhm, stets stärken zu Beruf und Pflicht. unbefleckt bewahre. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als rohe Sinnlichkeit? 8. Die Schwelgerei lähmt unsre Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Zank und Streit, macht träg zu jeglichem Geschäfte, und hemmt des Geistes Thätigkeit; erniedrigt unter's Thier hinab, und stürzet vor der Zeit in's Grab. 2. Gib eine keusche Seele mir, daß ich mit meinem Leibe nie frevle; daß er immer dir, o Gott, gehei ligt bleibe; kein Blick verbotner Lust entweih' mein Auge, daß ich's immer frei zu dir erheben könne! 3. Auch meine Zunge rede nie was schändlich ist zu hören; nie soll der Unschuld Rechte sie durch frechen Scherz, entehren! Bestimmt zum Opfer des Gebets und deines Lobes, rede stets mein Mund, 9. Gott, mit Vernunft will ich genießen, was du mir gibst als Speiß und Trank, und den Genuß mir zu versüßen, schau ich auf| was nützt und bessert. dich, mit frohem Dank. Nur der ist deiner Güte werth, der dich, den Geber, fromm verehrt. 4. Mein Ohr laß dir nur offen seyn, taub, wenn die Wollust schmeichelt; sie ladet zum Verderben ein, wo sie mir Freuden heuchelt. Durch ihre Lockungen bes thört, verliert, wer deinen Ruf nicht hört, der Un265. Mein Leib foll, schuld Trost und Würde. 5. Da wo sie wandelt, haucht sie Gift. Welch Elend das die Sklaven unheiliger Begierden trifft in tausend 12* Mel. 1. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. Gott, dein Tempel seyn, mit allen seinen Gliedern. Ich soll ihn dir zum Dienste weih'n, zum Dienst Einzelne Pflichten. 274 fachen Strafen! In wel cher Schande Tiefe sinkt, wer ihren Zauberbecher trinkt, verstrickt in ihren Netzen! 6. Ach, wo die Unschuld fleucht, da flieht der Tugend Ruh' und Stille; da, wo der Wollust Flamme glüht, fehlt selbst der gute Wille. Sie wüthet, tödtet und verheert mehr Gegen, als das Schwerdt zerstört, als Pest und Gluth verwüsten. 7. In seinem Taumel, Gott, vergißt der trunkene Verbrecher, daß du allge: genwärtig bist, ein Eiferer, ein Rächer; verstockt sich, und verfolgt mit Spott die Tugend, höhnt dein 2. Alles, was du vorgeWort, o Gott, und Jesum, den Erlöser. 8. Ach, dieser Leib, den er entweiht, wie wird er auferstehen? Reift wohl auch das zur Herrlichkeit, was wir in Schande säen? Wie wird dann, wer, durch Wort und That, die Unschuld hier gemordet hat, vor seinem Richter stehen? das 19. Heil dem, der deiner nie vergißt, Gott, dein Werk nie zerstöret; der schrieben, dienet nur zu un serm Heil. Segen wird, wenn wir dich lieben, dir gehorchen, uns zu Theil. Uns zum Besten nur, gebeut dein Gesetz Enthaltsamkeit, Zucht und Ordnung im Genusse, Mäßigung im Uebers flusse. immer reines Herzens ist, und deinen Tempel ehret! Schon hier wird es ihm wohlergeh'n; dort soll er dich und Jesum seh'n, und ewig selig werden. Mel. 96. Werde munter, mein 2c. 266. Eifrig sey und fest mein Wille, reines Herzens, Gott, zu seyn; in der Unschuld heitrer Stil: le deiner Güte mich zu freu'n! Keine Freude dieser Welt, wenn sie noch so sehr gefällt, soll zur Sünde mich bethören, des Gewissens Frieden stören. 3. Unsre Kindheit, unfre Jugend, unser Alter darf sich freu'n. Auch die Freude, Gott, ist Tugend, aber heilig muß sie seyn; nicht ein Pflichten gegen uns selbst. Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört, der, im Sturme wilder Lüste, Paradiese macht zur Wüste. 4. Nur in unbefleckten Herzen, nur in einer keu schen Brust toben nie der Neue Schmerzen, wohnen wahre Ruh' und Lust. Un beherrschte Sinnlichkeit töd: tet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden, und verwandelt sich in Leiden. 5. Sittsamkeit und Unschuld schmücket mehr, als Schönheit; sie vermehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell; denn sie hoffen voll Vertrauen, Gott dereinst im Licht zu schauen. 6. Daß er keusch und züchtig lebe, unbefleckt an Geist und Leib, ringe, wer dich ehret, strebe Jungfrau, Jüngling, Mann und Weib! Vor Verfüh275 zu erfreu'n, liebenswürdig und gefällig, aber nur durch) Tugend, seyn; hold und ohne Schmeichelei, stets bescheiz: den, und doch frei, ohne Frechheit, stets bedächtig, immer ihrer selber mächtig! 8. Laß die Frechheit wilder Sitten nimmer unser Herz entweih'n; laß Palläst und nied're Hütten jeder Tugend Wohnung seyn! Ja, es strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch der Himmel ist, daß sein Haus, daß, Gott, die Erde deines Himmels Vorhof werde. 9. Dann umfah'n uns Heil und Segen, göttliche Zufriedenheit leitet uns auf unsern Wegen zu noch größ'rer Seligkeit; bis zum Hei ligthum auch wir aus dem Vorhof dringen, dir reiner Herzen Opfer bringen; ewig dir, o Gott, lobsingen. Mel. 51. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. Herz gehorche nie einer 267. Gott will, wir schändlichen Begierde; Hei ligkeit sey ihre Zierde! 7. Laß sie fröhlich und gesellig, sanft und willig, sollen uns der Jugend und jeder Zeit des Lebens freu'n; denn, selbst die Fröhlichkeit ist Tugend, nur, o mein 276 Einzelne Pflichten. Herz, genieße rein! Genieß') ren im Sommer dir ent der Freuden dieser Erde, Gott will's; doch hüte dich, mein Herz, daß keine Lust dir Unlust werde, und deine Freude niemals Schmerz. gegen blinkt, so oft im Herbst, mit vollen Beeren geschmückt, die süße Traube winkt. 2. Brich jede Blume, die des Lebens verschlung'ne Pfade für dich schmückt! Sie blüht und duftet nicht vergebens; nur der ist weise, der sie pflückt! Umsonst blüht nicht die Rosenlaube, der Gärten Schönheit, jedes Jahr; und nicht umsonst färbt sich die Traube, sie beut dir ihre Freuden dar. 3.Gott füllet feine schöne Erde mit neuem Segen je des Jahr, daß sie der Freude Schauplatz werde, für seine 6. Wie blühet dann, dich zu beglücken, rings um dich her, der Schö pfung Pracht! Es bringt dir jeder Tag Entzücken, Menschen, immerdar. Thal,| und jede sternenhelle Nacht; Hain und Flur ruft uns entgegen: Gott liebt die Menschen, die er schuf; genieß', genieß' von sei nem Segen! tönt überall der Schöpfung Nuf. 4. Folg diesem Ruf und nimm die Freude mit frohem Sinn, die Gott dir beut; freu' dich, so oft im Blumenkleide sich rings um dich die Flur erneut, so oft der Schimmer reicher Aeh5. Freu' dich der Welt, doch nie genieße die Freude ganz allein für dich; ge; theilte Luft ist doppelt süße, und höh're Bonn' erfüllet dich, wenn deine Hand des Kummers Thränen von deiner Brüder Auge wischt, und, die sich nach Erquickung sehnen, durch einen Labetrunk erfrischt. wohlthätiger gießt dann die Sonne ihr Licht auf deinen Lebenspfad; und reiner wird dir jede Wonne, durch das Bewußtsein guter That. 7. Genieße; was dir Gott beschieden, sey froh, doch denke stets dabei, daß nicht dein Vaterland hienieden, daß hier nicht deine Heimath sey; daß nicht allein für diese Erde, was in dir denkt, geschaf Pflichten gegen uns selbst. 277 fen ist; genieße mäßig soll ich meine Kräfte, daß stets, und werde der hö kein Augenblick entweicht, hern Freuden werth, als der zum Vorwurf mir ge Christ. reicht. 5. Nie soll Hang zur Weichlichkeit und zu sinn lichem Vergnügen meinen Trieb zur Thätigkeit un 268.Gott gab mir von terdrücken und bestegen; leicht mich ihnen zu ent zieh'n, will ich ihre Lockung flieh'n. 6. Auch Gesellschaft, Umgang, Scherz, selbst die reizendste der Freuden, soll mein leicht verführbar Herz, wenn's die Pflicht gebeut, vermeiden; blos, um thätiger zu seyn, darf ich meinen Geist zerstreu'n. 7. Laß, o Gott, mich eifervoll jede meiner Stun den nützen, sie gebrauchen, wie ich soll, und das wahre Glück besitzen, daß dereinst, am Schluß der Zeit, ihr Ges nuß mich nie gereut. Mel. 110. Jesus, meine Zus versicht 2c. meiner Zeit keinen Augen blick vergebens, gab mir für die Ewigkeit den Gebrauch des Erdenlebens; ſeines Werthes mich zu freu'n, soll ich thätig, fleißig seyn. 2. Nie soll ich im Müs siggang meine Lebenszeit verträumen; ſoll, bei meiner Pflichten Drang, keine unachtsam versäumen; soll sie immer froh vollzieh'n, und den kleinsten Aufschub flieh'n 3. Jeden Tag soll ich, mit Fleiß, des Berufes Pflicht vollbringen, und in meinem Wirkungskreis immer weiter vorwärts dringen; nicht zu früh', zu lange ruh'n, was ich kann, nicht träge thun. 4. Keine Arbeit soll ich scheu'n, nie soll ein Berufsgeschäfte mid) verdrie ßen, noch gereu'n; nüßen Mel. 1. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 269. Zur Arbeit, nicht zum Müssiggang, bin ich bestimmt auf Erden. Drum will ich jetzt und lebenslang Einzelne Pflichten. 278 kein Knecht der Trägheit werden; will gern, mit aller meiner Kraft, so eifrig, als gewissenhaft, was mir ge: bührt, verrichten. 2. Hast du ein Amt, so warte sein! Das ist, o Herr! dein Wille. Gib du zu meinem Thun Gedeih'n, daß ich ihn treu erfülle; und laß mich an Vollkommenheit, an Einsicht und an Tüchtig tigkeit zu meinen Pflichten, wachsen. 3. Stets will vor träger Weichlichkeit ich standhaft mich bewahren, wo mein Beruf mir Müh gebeut, nie meine Kräfte sparen. Wenn sie ermatten, dann will ich, durch reine stille Freuden, mich zu neuer Arbeit stärken. 4. Bedachtsam laß mich seyn, und nicht, in Eitelkeit und Träumen, die Zeit zur Uebung meiner Pflicht, ver schwenden und versäumen! Nur dieser Pflicht mich ganz zu weih'n, das müsse meine Sorge seyn, mein Ruhm und mein Vergnügen. 5. Ein heil'ger Trieb be lebe mich, was du willst, zu vollbringen. Dann wird, denn du, Herr, stärkest mich, mir Alles leicht gelingen. Ein Herz, das sich des Gu ten freut, gibt bei'm Ge schäfte Heiterkeit, versüßet jede Mühe. 6. Nicht Stolz, noch Geiz verführe mich, gewissenlos zu handeln. Laß mich, o Gott, regiert durch dich, mit reinem Herzen wandeln. Mein Leben deinem Dienst zu weih'n, so nüglich, als ich kann, zu seyn, das sen mir Ehr und Reichthum. 7. Dein Wohlgefallen sey mein Ziel bei Allem, was ich thue. Wie hätte, mein Gewissen Ruhe? Und wenn ich dir mißfiel', dann ach, wenn dieses mich verklagt, wie schüchtern dann, und wie verzagt, geh' ich den Weg durch's Leben! in dem Beruf, zu dem midy 8. Hilf, daß mein Fleiß Nath, o Gott, erschuf, mir auf der Erde dein weiser Vorbereitung werde, damit ich hier schon in der Zeit zur höhern Kraft und Thätigkeit des bessern Lebens reife. Pflichten gegen uns selbst. Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. 270. 3um Fleiße ward das Leben vom Schöpfer mir gegeben, und nicht zu träger Ruh'. Wie Frucht: barkeit dem Regen, so folgt dem Fleiße Segen; er strömt uns Glück und Freu . den zu. - 2. Er stärkt des Leibeskräfte; er fördert die Geschäfte, gibt uns ein fröhlich Herz; er schafft uns süßen Schlum mer, erleichtert Gram und Rummer, und lindert oft 271.Jr'sGott, der das den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang besiegen zu sündlichem Ver gnügen. Nur das, was stets erfreut der Unsern Wohlfahrt schützen, der Welt und Nachwelt nüBen das ist das Glück der Thätigkeit. Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen; gibt er zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt sie uns gelingen; dann wird mein Thun, ich zweifle nicht, wenn es nur ihm nie widerspricht, auch stets sein Segen krönen. 4. Drum laß urs, Gott, auf Erden nie träg' im Gu ten werden; du gabst der Kraft uns viel. Dich, un sern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, sen immer unser höchstes Ziel! 2. Nie müssig seyn soll meine Hand, das freudig zu verrichten, wozu mich mein Beruf und Stand, die Gott mir gab, verpflichten! Dann wird mir seine Gütigkeit auch von den Gütern dieser Zeit, so viel mir nüßet, geben. 5. Wann Andre trostlos 279 klagen; dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereu'n. Wann Träge trauern müssen, dann ſpricht ein gut Gewissen uns Muth und frohe Hoffnung ein. 6. Wann einst viel edle Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichem Segen steh'n; wann Tausende sich freuen, und hei: ßen Dank uns weihen: wie ist dann unser Lohn so schön! - Mel. 1. Es ist gewißlich an der 2c. Einzelne Pflichten. 3. Bist du der From- und daß die Frucht von men Schild und Lohn, meinem Fleiß in jene Welt und schützt sie deine Gna- mir folge! de, daß nicht des Feindes Spott und Hohn, aus Mißgunst, ihnen schade, dann stört sie seine Schelsucht nicht; sie geh'n getrost die Bahn der Pflicht, und bleiben unverdrossen. 4. Drum gib, daß ich, o Gott, auf dich bei mei ner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß deinen Weg ich gehe; nach deines Reich's Ge rechtigkeit, nach Tugend und Vollkommenheit, will ich vor Allem trachten. 280 5. Laß Müssiggang und Trägheit mich, mit allem Ernste, meiden; und hilf, daß ich, gestärkt durch did), voll Muth, mit Lust und Freuden, in meinem Stande thätig sey. Dein Segen, Vater, steh' mir bei, daß ich auch Andern nüße! 6. Sen überall, o Gott, mit mir! Die Werke mei ner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, 8 Mel. 1. Es ist gewißlich an der Zeit 2c. 272.Laß mich, o Gott, gewissenhaft mein irdisch Gut verwalten! Gewähre mir Verstand und Kraft, um weislich hauszuhalten, wie mir es nützt und dir gefällt, daß ich die Güter jener Welt darüber nicht verliere! 2. Was ich besitze, kommt von dir und deinem milden Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein irdisches Vermögen, und nicht zu meinem Wohl allein; auch Andern soll ich nützlich seyn, und gern ihr Bestes fördern. 3. Gib, daß ich nicht zum Uebermuth dadurch verleitet werde; denn, nur gelich'n ist jedes Gut und aller Glanz der Erde. Nie reiß' ein zeitlicher Gewinn mein Herz so sehr zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was nüßte mir die Pflichten gegen uns selbst. 281 ganze Welt mit allen ihren Schätzen, verblendete mich Gut und Geld, die Pflich ten zu verlegen, die mich dein heilig Wort gelehrt? die Tugend nur hat wahren Werth; nach ihr nur will ich trachten! 5. O, schenke, Gott, mein Vater, mir nur deines Geistes Gaben, dann werd' ich, froh und reich in dir, die besten Güter haben; dann bin ich sicher deiner Huld, 273. Laß mich doch voll Frieden, Hoffnung und Geduld; Nichts fehlt dann meiner Seele. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; dieß laß mich stets erwägen! dann brauch)' ich, Gott, gewissenhaft den mir vertrauten Segen. Wer, Undern wohlzuthun sich freut, der hat sich eine Saat gestreut zu ew' ger Freudenerndte. 7. Laß mich die Güter dieser Zeit nicht schwelgerisch verschwenden! Hilf du mir, sie mit Sparsamkeit, stets nüglich anzuwenden. Gib, daß durch sie, aus Dankbe gier, ich auch dem Nächsten, nicht bloß mir des Lebens Müh', erleichtre! Mel. 173. Wenn du, mein Gott 2c. HAT nicht, o Gott, dem Reichthum dieser Erde so mei ne Neigung weih'n, daß 6. Den Geiz laß fernejer mein Abgott werde! von mir seyn, die Wurzel Oft fehlt beim Ueberfluß alles Bösen. Von Unruh', doch die Zufriedenheit; von Gewissenspein kann und was ist, ohne sie, des Reichthum nicht erlösen. Er Lebens Herrlichkeit? hilft in Todesstunden nichts, und wird, am Tage des Gerichts, den Sünder nicht erretten. 2. Ach, kein vergäng lich) Gut kann alle Wünsche stillen! Auch steht ja sein Besitz nicht blos in unserm Willen; nicht stets wird's dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt; und schnell verliert's oft der, dem sein Bemüh'n gelingt. 3. Ein Gut, daß un sern Geist wahrhaftig soll beglücken, das darf kein Einzelre Pflichten. Unfall ihm, selbst nicht mel. 141. Mach's mit mir, Gott 2c. der Tod, entrücken. Der Thor hat Geld und Gut, er hat's, und wünscht noch mehr; doch immer bleibt sein Herz von Ruh' und Freude leer. 282 4. Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, nie sllavisch das zu lieben, was man mit Müh' gewinnt, bald schwel, gerisch verzehrt, bald sor: genvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises, frommes Herz, das sey mein Schatz auf Erden! Sonst Alies, nur nicht dieß, fann mir entrissen werden; dieß bleibt im Tod' auch mein, und folgt mir aus der Zeit, zum feligsten Gewinn, einst in die Ewigkeit. 6. Wo dieses fehlt, da sind Pracht, Reichthum und Vergnügen nur eiteln Träumen gleich), die un fern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch irdischen Gewinn, durch deines Geistes Kraft zu ew'gen Gütern hin! vom he 274. Wohl dem, der beßre Schäße liebt, als Schätze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, doch auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nützen. Sie sollen unser Herz ere freu'n, und unsers Fleißes Antrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit er: schuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 283 Pflichten gegen uns selbst. 5. Der Geiz, so viel er dich erfrechen, der Sache, an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er quält durch Habsucht deinen Geist, er tödtet dein Gewissen, und zieht, durch schmeichelnden Gewinn, dich blind zu je: dem Frevel hin. die das Recht verdammt, aus Habsucht Recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind ers kauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt 6. Um wenig Vortheil dir Muth und Geist, die wird dann schon der Mein- Wahrheit frei zu lehren; eid aus dir sprechen; dein du schweigst, wenn sie dich farger Sinn sucht an dem reden heißt, ehrst, wo du Lohn der Arbeit abzubrechen; nicht sollst ehren, und aus Geiz wirst du der Witt wirst, um ein verächtlich wen Fleh'n, der Waisen Geld, ein Schmeichler, und Thränen widersteh'n. die Pest der Welt. 7. Wie könnt' ein Herz, vom Geize hart, des Wohl thuns Freuden schmecken, und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zu Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater, und, aus Geiz, entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Neiz, ihr Herz zu bilden, hin- 275. Du flagft, und dern; und glaubst, du hast sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, ge macht. fühlest die Beschwerden des Stand's, in dem du dürf tig lebst; und strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergeblich) strebst. Ja, klage, Gott erlaubt 9. Hast du ein richter liches Amt, so wirst du 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich ge nügsam bleibe, und nimmermehr Abgötterei, als Knecht des Geizes, treibe. Ein weises Herz und gu ter Muth sey meines Les bens größtes Gut! Mel. 46. Wo sind die Intuin Weisen ic. 284 Einzelne Pflichten. dir Zähren; doch denk'| Glück in Hoffnung seh'n; im Klagen auch zurück: dieß ist der Weg zu Ruh' ist denn das Glück, das und Leben. Herr, lehre wir begehren, für uns diesen Weg mich geh'n! auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit; die wahre Ruhe der 276. Sen zufrieden, Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. Genieße, was dir Gott beschieden; entbehre gern, was du nicht hast! Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand hat seine Last. 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen ver: theilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wir's zu wünschen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. Willst du, zu denken, dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des Lebens Kräfte, in träger Unzufriedenheit; besorge deines Stands Geschäfte, und nüße deines Lebenszeit! Bei Pflicht und Fleiß, sich Gott ergeben, ein ewig Mel. 152. Warum sollt' ich mich) dann 2c. mein Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß an Rath, wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd und Himmel preisen seine Macht; Tag und Nacht, müssen sie beweisen. Sonn' und Mond, daß Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn, nah' und ferne. 3. Schau die Werke seiner Hände! Mensch und Thier zeigen dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder Pflichten gegen uns selbst. nicht hassen. sonst zu finden, rühmt die er hilft gern, und kann dich) Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Blitz und Sturm preisen seine Stärke. 285 9. Er wird deine Wünsche stillen; heiße gut, was 5. Sollt' ich ihn denn er thut, ehre seinen Wil nicht erheben? Wie so gar len! Väterlich in allen wunderbar gab er mir Dingen ist sein Rath, jede mein Leben! Leib und That muß ihm wohlgeSeel ist sein Geschenke. lingen. Wird mir nicht Dank zur Pflicht, wenn ich dieß be denke? 6. Wie sein väterliches Sorgen Tag und Nacht für mich wacht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mir nicht, Gott, mein Licht, deine Huld verkündet. 7. Drückte midh) der Er denplagen finstres Heer noch so schwer, du, Gott, halfft sie tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; deine Kraft hat ge: schafft, daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denk' daran, wird dir jemals bange, als wollt' er did) ganz verlas ſen. Trau' dem Herrn, Mel. 141. Mach's mit mir, Gort 2c. 277. Weit werther noch, als Hoheit, Nuhm und Schäßze dieser Erden, soll dir, o Christ, das Ei genthum des guten Namens werden. Du wirkst mit je dem Augenblick durch ihn auf deines Nächsten Glück. 2. Gott wird ihn dir, wenn deine Pflicht dir heilig ist, verleihen, und ohne diese wirst du nicht dich seines Segens freuen. Wann längst vermodert dein Gebein, ziert er noch deines Grabes Stein. 3. Wer überall die Menschheit ehrt, den Nächsten weiß zu schätzen, der wird auch dadurch seinem Werth ein bleibend Denkmal segen. Dem folget 286 Einzelne Pflichten. Schande vor der Welt, der Andrer Werth in Schatten stellt. 4. Des guten Namens Eigenthum wird segnend dich begleiten, wird deines Herzens edeln Ruhm, als Veispiel, weit verbreiten. Es schreckt, wenn er nur für dich spricht, auch der Verleumdung Gift dich nicht. 5. Willst du dich sei nes Segens freu'n; laß Gottes Wort dir rathen! Sey wachsam! Fliehe nicht allein des Lasters Frevelthaten; du mußt dich alles Ernst's bemüh'n, auch selbst den bösen Schein zu flieh'n. Mel. 125. Vater unser im Himmelreich 2c. 278. Das Glück der Ehre, wie so groß scheint's Tausenden! Wie athemlos jagt alle Welt derselben nach, trägt gern unzählig Ungemach; will selbst nicht eiteln Schein verschmäh'n, nur um sich recht verehrt zu seh'n. 2. Auch Frommen ist der Beifall werth, womit der Tugendfreund sie ehrt. Von Hütten bis zum Thron empor, leiht jeder gern dem Lob sein Ohr. Das Kind, den Jüngling und den Mann spricht Andrer Beifall freundlich an. 3. Allgütiger, das kommt von dir; du liebst mich), darum hast du mir den Ehrtrieb, der so stark sich regt, in meine Brust tief eingeprägt. Er soll mir Sporn zur Tugend seyn, mich deines Beifalls stets zu freu'n. 4. Ach, nur zu oft ließ ich durch ihn mich auf verkehrte Wege zieh'n; das Lob des Unverstands galt mir weit mehr, als Ruhm, o Herr, vor dir. Das war nur meiner Blindheit Schuld, du aber trugst mich mit Geduld. 5. Von nun an sey mein höchster Ruhm, hier, als dein Bild und Eigenthum, mit höchstem Ernst, zu aller Zeit, zu streben nach Vollkommenheit; durch Wohlthun Brüder zu er: Pflichten gegen uns selbst. freu'n, und meiner Pflicht stets treu zu seyn! 6. Gib, daß mein Herz es- nicht vergißt, wie ei tel Ruhm bei Menschen ist; wie sehr oft Menschen lob sich irrt, wie leicht es uns entrissen wird, und doch gewissenlos oft macht, wenn die Vernunft nicht in uns wacht. 7. Wann Ruhmsucht mich bethören will, so laß, von Leidenschaften still, Gott, dann auf dein Gericht mich seh'n, wo denen, die vor dir besteh'n, einst so gerecht, als gnadenvoll, dein Lob und Beifall werden soll. 287 der Welt mehr, als mein Nächster, nüße, wenn ich Verstand und Kraft weit mehr, als er, besitze; bin ich dann besser schon? O, beides kommt von dir, Verstand und Tüchtigkeit, und du erhältst es mir. Mel. 165. O Gott, du frommer 2c. 3. Wenn mir ein größ' res Glück nach deinem Rath begegnet, und deine Gütigkeit mich mehr, als Andre, segnet: berechtigt, dein Geschenk mich dann zum Uebermuth? Thu' ich mir nicht zuviel auf deine Huld zu gut? Alles gibst, von dem ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück, und jede gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein un verdientes Gut. Darum bewahre mich vor Stolz, und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht 4. Wenn ich, geehrt und groß, in hohen Würden stehe, und Andre unter mir auf niedrer Stufe sehe; wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel wür 279. Herr, der du diger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überheben? Was ich besitz', ist dein; von dir hab' ich mein Leben; zum Guten, das ich thu', gibst du nur das Gedeih'n, Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn! 288 Einzelne Pflichten. Sorge für die Wohlfahrt wir an des Forschens Grärze! 3. Weiß unser sterblich Auge gleich, durch selbst er fund'ne Waffen, auch in der Wesen fernstes Reich sich Mel. 56. An Wasserflüssen Zugang zu verschaffen; der Seele; Weisheit( Erkenntniß) Tugend und Seelenruhe. Himmli scher Sinn. Babylon 2c. - und dringt vom Tropfen 280. Der Schwach- Ostens goldnem Thor' auf Thau empor, bis zu des heit Kinder, wallen wir der Geschöpfe Leiter; wie durch dieses Erdenleben; oft hält nicht des Forschers beschränkt ist unser Wissen Lauf der ernste Zuruf, warhier, mit allem Ringen, nend auf: Bis hierher Streben nach höh'rer Wahr- und nicht weiter!" heit, höherm Licht'; die volle Wahrheit wird uns nicht! In einen dunkeln Spiegel seh'n uns're schwachen Augen nur; wie viele Wunder der Natur sind uns verschloß'ne Siegel! 4. Ein endlicher Verstand ermißt doch nie das ewig Wahre, kennt Vieles nicht, was sichtbar ist, und nie das Unsichtbare; sein höchstes Ringen bleibt Versuch, 2. Schwingt forschend und ein geheimnisvolles gleich des Menschen Geist, Buch sein eignes Seyn zum Licht' sich auf durch und Wesen; durchspäht Ahnen; durchspäht der Ster auch ein Jahrhundert er ne Pfad' und weist dem das Buch der Wunder um Bliße seine Bahnen; er sich her; es bleibt unausringen wir, des Irrthums gelesen. Spiel, auch hier schon manches Strebens Ziel und mancher Wahrheit Kränze! Wie oft steh'n mit gesenk tem Haupt, des Lichtes, das uns schien, beraubt, 5. Und Menschentugend, wenn sie gleich den schönsten Sieg erränge, an Edelthaten groß und reich), zum höchsten Ziele dränge; was ist sie, in der Wahr Pflichten gegen uns selbst. heit Licht', als die Erfül Met. 236. Was Gott thut, lung uns'rer Pflicht, der ndry das ist zc. 289 Zweck des Erdenlebens? Ber nicht nach diesem Ziele 281. Dir, Quell des strebt, der darf nicht sagen, daß er lebt; heißt Mensch und Christ vergebens. 6. So laßt uns unser Angesicht demüthig nieder beugen! Sind unsre Tage stündlich nicht von unsrer Ohnmacht Zeugen? Ist Alles, was der Mensch erstrebt, sein Herz und seinen Geist erhebt, nicht Gottes Gnad' und Gabe? In ihm nur athmen, leben wir, des Lichts, der Wahrheit Quell strömt hier, durch ihn, uns schon am Grabe.home 7. Nie wollen wir er füllter Pflicht uns prahlend überheben! Wie nach der Wahrheit höher'm Licht, laß uns nach Demuth stre: ben! Dem, der erkennt, es bleibe viel ihm noch zu thun, wird nicht das Ziel nach dem er strebt, entrü cen; der Stolze, der's er reicht schon glaubt, verliert die Kronen, die das Haupt der Demuth jenseits sumü: den. bint bonyod is drie priams Jsia 1983 Lichts, der Seligkeit, dankt unser Geist das Ringen nach Wahrheit und Vollkommenheit. Zu dir sich aufzuschwingen, das sollt' allein sein Streben seyn; drum gab ihm deine Liebe Verstand und edle Triebe. 2. Der Wahrheit uner meßlich Meer kann nur dein Blick umfassen; von dir strömt sie zu denen her, die sie nicht flieh'n, nicht hassen. Auch nach der Zeit, in Ewigkeit wird jedem Menschenleben sie stets zu forschen geben. 3. Dein Ebenbild, den Menschen, weckt, vor allen Krecturen, ein Drang, zu forschen, und entdeckt ihm deiner Weisheit Spuren. Er ist beglückt, und hoch entzückt, wenn's ihm ge lingt, auf Erden an Kenntniß reich zu werden. 4. Wahr ist's, es kostet uns viel Müh', ins Heiligthum der Wahrheit hinein zu schau'n; wir seh'n es nie in der ersehnten Klar13 290 Einzelne Pflichten. heit. So manches noch| im vollsten Lichte finden. bleibt für uns doch verhüllt, Auf dieses Glück leit' unbei'm besten Willen, uns sern Blick, daß wir dazu Alles zu enthüllen. auf Erden, recht vorbe: 5. Oft zieht den Geist reitet werden. isd in seinem Flug der Leib zuminan Staube nieder; auch Lei Mel. 15. Komm't her, spricht denschaft und Sinnentrug erinnern uns bald wieder, Christus 2c. on auf Erden sey nichts män: gelfrei, und das Voll: komm'ne wohne, Herr, nur an deinem Throne. 6. Gott, ohne dich, wie mancher Wahn wird uns in Fesseln halten! O, leit' uns selbst auf rechter Bahn, und wenn wir je erkalten im muth'gen Lauf'; so hilf uns auf, mit immer neuem Ringen zur Wahrheit durch zudringen. 282. Was in mir forscht, was in mir denkt, hast du, mein Schöpfer, mir geschenkt; gib, daß ic) dir's auch weihe! Von dir kommt Wissen und Verstand; hilf, daß der Gaben deiner Hand ich mich mit Demuth freue.si? 7. Sie ist es werth, daß wir nach ihr, mit heißern Durst', uns sehnen. O, wel ches Opfer könnten wir für sie zu groß noch wähnen? Licht bleibet Licht, und der wird nicht sich wahren Heils erfreuen, der noch das Licht mag scheuen. 8. Doch hier ist Morgen dämm'rung nur; dort wer: den wir's ergründen, frohlo ckend, aller Wahrheit Spur 2. Ich ward, durch deiner Allmacht Ruf, das, was ich bin. Nicht ich erschuf mir meiner Seele Kräfte. Sie auszubilden, wer verleiht, als du, mir die Ge legenheit, und Segen zum Geschäfte? IMG 3. Wenn schnell und leicht und ohne Müh' mein Geist die Wahrheit faßt, laß nie mich Glücklichen vergessen: Gott schuf den Geist, Gott gab die Kraft; am Tage jener Rechenschaft wird er darnach mich messen. 4. Wer viel empfing, Pflichten gegen uns selbst. foll reiche Saat des Guten im Kleinen treu auf dem Lebenspfad', mit vollen Händen, streuen. Wer sicher schlummert, färglich sä't, der wird der einstens, ach, zu spät, was er versäumt, bereuen. 5. Gott ist gerecht. Wer ohne Schuld mit Schwach heit kämpft und in Ceduld der Tugend Früchte brin: get, den wird - er war Mel. Herr Jesu, driet nodr dru 283.£ €# 291 einst Gott erhöh'n, wenn feſ selfrei sein Geist zum Himmel dringet.190 1901098 mitt! - 6. Viel oder wenig sey mein Theil; nur laß durch Trägheit mich mein Heil, durch Stolz es nie verscherzen; laß mich nicht Arbeit scheu'n und Müh', und ach, Vergessenheit sey nie im leicht bethörten Herzen! notaimne 19/1988 197 Gnadensonne 2c. Sudra Raß mich den Aber- glauben, o Bater, hin, nand ihn mir das Glück nicht rauben, dein treues $ ernstlich scheu'n, Dich, Gott, und deine Lehren, von Kind zu seyn. 19TMCS Cin ÿ Ï do ō Ï Ï p q NOW, Ry ² + 1910 Herzen zu verehren, sey meine höchste Pflicht. here mist 2. Du hast des Lichts| eutsagen, was ver Ver hienieden, weil du mein stand nicht lehrt auf's Vater bist, mir soviel nur Ungefähr nicht wagen, was beschieden, als mir nicht die Vernunft empört; so schädlich ist. Das thatest werd' ich weise handeln, du aus Güte; mit kind mit fluger Vorsicht wanlichem Gemüthe dank' ich deln, kein Spiel des Zudir, Gott, dafür. falls seyn.( bis 3. Gern will ich dem 4. Jch darf nicht alles 13* 292 Einzelne Pflichten. Inge wissen, was deiner Weis- ne Ruh' nicht rauben, | heit Rath, nach heilig ho: hen Schlüssen, gewählt, geordnet hat; du läßt von deinen Zwecken durch Mit tel nichts entdecken, die Unvernunft erdacht. noch dir mein Herz entzieh'n. Du, der mich stets beschüßzet, du weißt auch), was mir nüßet; dir un terwerf' ich mich! i 5. Doch Wunder zu be mel. 36: Christ, unser Herr 2c. gehren, aus thöricht fale duche sfo schem Wahn, die mir Gott 284. Wenn jemals nicht gewähren, ich nicht Zweifel auch in mir sich verlangen kann, das heis wider deine Lehren und set zu vermessen mißken- ihren Gott, nen und vergeſsen, du ihren Urſprung, fem fleinsten deiner fenft ein Gott. von dir, und ihren Werth empören; dann hilf, damit 6. Werke, o Vater der Natur, entdeck ich Huld und Stärke und deiner Weis heit Spur; du, der die Welt regieret, und mich, als Vater, führet, lenf'st aller Kräfte Gang. mir nicht dein Licht leichtsinnige Gedanken verdunkeln, daß ich ihnen nicht nachhängen mög' und wanken, und Herr, dein Wort verachten! halija APIE TA ON 2. Wenn Stolz, und Luft zur Sünd', und Spott, mit Zweifeln mid) umstri 309 cken, dann stehe du mir bei, o Gott, daß sie mich nicht berücken. Ich will, sobald sie mir sich nah'n, schon darum Alle hassen, weil sie mich reizen, deine Bahn abtrünnig zu verlassen; will schnell sie un terdrücken. 3. Dann zeige mir die 7. Auf dich nur laß mich bauen, und fiel Gott, at den, von ei telm Wahn, dir, lein vertrauen treu geh'n der Tugend Bahn; dann bebt, in dunkeln Nächten, vor unsichtbaren Mächten mein kindlich Herz nicht mehr. brots ispullin 8. Ja laß den Aber glauben mic), Bater, ernstlich flieh'n, ihn meiSIST * 21 293 Pflichten gegen uns selbst. Tugend sich in ihrer gan Mel. 82. Fürwahr, du bist, zen Würde; dann laß mich do Gott ic. seh'n, daß sie für mich kein on dar Joch sey, keine Bürde! 285. Wer bin ich? Und würde sie's, wird sie doch leicht, wenn mich die Hoffnung stüßet, daß der Getreue, der nicht weicht, durch deine Macht beschützet, glückselig werden müsse. Welche wicht'ge Frage Gott, lehre sie mich recht versteh'n; gib, daß ich mir die Wahrheit sage, um mich, so wie ich bin, zu seh'n. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 4. Und zweifl' ich, aus Unwissenheit, aus Mißverstand der Lehren; so laß mich, Gott, mit Redlich keit mehr Licht von dir be gehren! Ich müsse dann mit Ernst und Fleiß nach mehr Erkenntniß streben, erweitern meiner Einsicht Kreis, und gern nach dem auch leben, was ich mehr einseh'n lerne. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen, du schufft mich), Gott, zu deinem Preis; mein Leben nützlich anzuwenden, das ist dein väterlich Geheis. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch wie ich soll, zu deinem Ruhm? m3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; beweist es aber auch die That? Herr, öffne du mir das Verständniß, recht einzuseh'n, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh', und ob ich fest im Glauben steh' 5. So werd' ich, Gott, mehr Wissenschaft, mehr Licht von dir empfangen, mehr Eifer auch, mehr Muth und Kraft, dem Gu ten anzuhangen, bis du, der du so gern mich hier vor Trug und Wahn be: 4. Du kennest unsers Her wahrest, in einem hellern Lichte mir dich völlig offen barest, dich näher zu erfennen, d zens Tiefen, die noch mir selbst verborgen find; drum laß mich oft mein Innres prüfen, mich fragen: bin 294 Einzelne Pflichten. mehr helfen kann. Hier mache mich zum Himmel klug, und frei vom schnöden Selbstbetrug! ich Gottes Kind? Gib, daß kein falscher Wahn mich trügt, womit sich Mancher selbst belügt! 5. Kann der, der bei dem hellsten Wissen, des Her zens Zustand sid) verhehlt, cuf wahre Beß'rung seyn 286. Gott, ich will beflissen, er, der nicht weiß, wie viel ihm fehlt? Sich selbst recht kennen, ist Ver: stand. Drum mache mich mit mir bekannt! mich ernstlich prüfen, ob ich redlich bin vor dir. Du kennst meines Herzens Tiefen, ach, entdecke sie auch mir; laß mich sehen, ob ich treu dir in meinem Wandel sey; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe. di Mel. 58. Freu' dich sehr, o zc. 4 and 1980 6. Den wahren Weg zu meinem Heile entdeckest du, o Bater, mir; doch, daß ich, ihn zu wandeln, eile, bedarf ich Muth und Kraft von dir. Erleuchte mich mit dei nem Licht', so täuschen mich Verführer nicht.namisd 2. Eitelkeit und Eigenliebe sind die Götzen dieser Welt: aber nie sind sie die 7. Geh' ich noch strau- Triebe, deren Wirkung dir chelnd auf dem Pfade, der gefällt. Wer das Gute, mich zum wahren Leben führt, so hilf mir, Gott, daß deine Gnade mein Herz zu frommem Ernste rührt; gib mir zur Beß'rung Lust und Kraft. Du bist's, der Beides in uns schafft. dun 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O, laß mich's nicht bis dahin daß er übt, nicht mit reinen Seele liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lohne. 3. Die um deiner Liebe willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diese nur allein erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht blos das, was wir gethan, auch die Quelle siehst du sparen, wo Reue nichts an. Deine Liebe soll uns 295 Pflichten gegen uns selbst. dringen, jedes Gute zu die Reue, die mein banges vollbringen. Herz betrübt; sei mir gnädig, und verzeihe, daß ich dich nicht mehr geliebt. mache reiner meinen Sinn; lenk' ihn zu dem Einen hin, dich zu lieben, und vor allen dir, o Höchster, 4. Wie ein leichter Nebel, schwinden meine Tu genden vor dir; ach, noch Lieblingssünden mich, o Heiligster, von dir. Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung mei zu gefallen. ner Pflicht. Ohne, Gott, an dich zu denken, ließ ich mich von Selbstsucht lenken. trennen 8. Laß, Herr, alle mei ne Werke Früchte deiner Liebe seyn! Sie erfülle mich mit Stärke, ganz mein Leben dir zu weih'n! Herr, ich bin dein Eigenthum, und es sey mein höchster Ruhm, daß ich hier schon auf der Erde deiner Liebe würdig werde. onl NUT 5. Ich gehorchte deinem Rechte, daß mir diese Folg samkeit Huld und Gunst bei Menschen brächte, und den Ruhm der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, meiner Tugend treu zu bleiben. 6. Uch, wie fonnt' ich 287. Gott, der auch dich vergessen, die, mein Gott, nicht dankbar seyn; deine Liebe nicht ermessen, mich nicht deines Beifalls freu'n? Und was war denn mein Gewinn? Eiteln Ruhm nahm ich das hin, statt zu dir mich auf zuschwingen, ew'ges Lob mir zu erringen. 7. Sieh', Allwissender, Mel. 312. Herr Jesu Christ, TRI19 dich zu uns 2c. uns ins Leben rief, wie gut hast du in uns, wie tief den Grund zum höchsten Glück gelegt, und Drang darnach in uns erregt! 2. Groß ist die Würde, heilig, rein und ganz dir ähnlich, Herr, zu seyn; schön ist das Ziel, auf heil': ger Bahn, mich der Vollkommenheit zu nah'n. 296 Einzelne Pflichten. 3. Doch seine Kraft, die Gott verlieh, kennt selbst Gott, führst du uns täglich neuen Freuden zu. der Mensch im Anfang nie, 9. Vergib, o Vater, betritt ganz hülflos dieses Feld der Bildung für die fünft'ge Welt. di wenn wir noch, gefesselt an der Schwachheit Joch, des Fortschritts Freuden überseh'n, und zagend oft noch stille steh'n! SNISO 4. Wenn den Geschöpfen nied'rer Art die Fähigkeit gegeben ward, was sie seyn können, bald zu seyn, und sich der vollsten Kraft zu freu'n: 5. Da steht er, mitleids: werth und schwach, selbst noch dem niedern Thiere nach; und spät und langsam zeigt sich nur des Gei stes höhere Natur.* 6. Der Macht der Sinn lichkeit entreißt sich, erst nach) langem Kampf, der Geist. Nur stufenweise klimmen wir zum hohen Ziel' hinan, zu dir. 7. Im Wahrheitsforschen hält den Blick so mancher Wahn und Schein zurück; das Herz lernt erst, durch) Irregeh'n und Fallen, fest im Guten ſteh'n. 711973 8. Dod), o, wie hoch 10. Stärk' unsern Muth, wenn langsam gleich der gute Vorsatz siegt, und zeig' dann, wann er sinken will, uns schon der Treue, des Beharrens Lohn. 11. Einst sollen wir, in Ewigkeit, zu höherer Vollkommenheit uns schneller schwingen; mache du uns täglichy tüchtiger dazu! mel. 1. Es ist gewißlich an ic. 288. Na Nach meiner Seele Seligkeit, laß, Herr, mich eifrig ringen, und in der Gnade kurzen Zeit, was du befiehlst, vollbringen. Wie würd ich sonst vor dir besteh'n? Wer in dein Reich wünscht einzu geh'n, muß reines Herzens werden. fann es erfreu'n, des 2. Erst wann die letzten Wachsthums sich) bewußt zu seyn! Auf diesem Wege, Stunden nah'n, erst, wann wir sterben sollen, zu dir Pflichten gegen uns selbst. sich wenden, deine Bahn Dingen trachten, und, was erst dann betreten wollen; das ist der Weg zum Leben nicht, den urs, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort' bezeichnet. mir daran hinderlich, mit edelm Muth' verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh' und im Gericht dereinst be utsteh', sen meine größte Sorge. i mo 3. Du rufft uns hier zur Heiligung. So laß denn auch auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden! Gib dazu Weisheit, Lust und Trieb; kein Gut der Welt scy mir so lieb, o Gott, als deine Gnade. 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht vor Trägheit mich beschüßzest, und mich, zur Treu' in dieser Pflicht, mit Kräften unterstüßest? O, stärke mich, mein Gott, dazu, so find ich hier schon wahre Nuh', und dort das ew'ge Leben. 297 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden; was mir's? Nie kann die Welt, 289. Ernst ist der mit Allem, was sie in sich hält, mir deine Huld er setzen. 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit auch noch im Tode geben? Nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Seelenfriede und ein Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Mel. 46. Wo sind die Weisen 2c. Streit! Durch Kampf er rungen will jeder Preis der Tugend seyn; nur wer zum Ziele hingedrungen, kann sich der Siegeskrone freu'n. Hier ist der Kampfplatz jez der Tugend, daß angewies'ne Uebungsfeld; hier, wo das Alter wie die Jugend, wankt, strauchelt und gar oft auch fällt. 2. Schwer ist es, Lüste zu besiegen, die gern das schwache Herz genießt, daß 13* Einzelre Pflichten. listig, den Verstand zu trü-| dringe weiter bis zu des gen, schon wählt, eh' sich großen Siegers Thron! Er, der Geist entschließt. Es aller Kämpfer Vorbild zei strömt die Lust durch alle get, wie schön es ist, geSinne, sie überrascht, und treu zu seyn, und ladet, fiegt geschwind. Schwer ist's, wann dein Haupt sich neidaß ich den Sieg gewinne, get, dich zu des Himmels wo in mir selbst die Feinde Freuden ein. sind. ne 6. O, folg ihm nach, dem Sieger, streite, damit auch du den Preis erringst, und, an des Ueberwinders Seite, Triumphgesänge fei ernd singst! Dort wehen nur der Sieger Palmen; hier übt die Tugend sich im Streit', bort tönt dein Lied in ihre Psalmen, von Ewig: keit zu Ewigkeit. 298 3. Hier locken Beispiel, Reiz und Triebe, die ganze schmeichlerische Welt; parthenisch wählt die Sinnen liebe nur das, was ihrem Hang gefällt. Die Tugend soll den mächt'gen Sinnen, dem Spott der Welt, der Eitelkeit, der Siege schwer sten abgewinnen; ein gros ser, aber edler Streit! 4. Sie soll die feinsten Lieblingssünden, erregter Leidenschaften Macht, und böse Wünsche überwinden, 290. Mich selbst muß schon früh' im Herzen an gefacht. Wahr ist es, ach! nicht leicht errungen wird hier der Kranz des Sieges seyn; und doch ist's Tausenden gelungen, die sich nun ihres Sieges freu'n. 5. Verzage nicht, du edler Streiter, schwer ist dein Kampf, doch groß dein Lohn! Ermanne dich, und Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken zc. ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu seyn; das Gute zu vollbringen, die Sündenlust zu scheu'n, muß ich, mit edelm Muth', mich auf den Kampfplatz wagen, mir manchen Wunsch versagen, und jedes falsche Gut. 2. Ich soll kein Uebel fliehen, wenn mir's die Pflicht gebeut; mich ihm Pflichten gegen uns selbst. 299 tergehen; gib mir Entschlos senheit, und unsterstüße mich, daß ich mein Herz bekämpfe, die Macht der Lüste dämpfe: so sieg' ich, Gott, durch dich. zu unterziehen; soll mit Ent schlossenheit auch, wo Gefahren sind, selbst die Ge: fahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Treu' im Kampf gewinnt. 3. Wie schwer ist dieß Geschäfte der Selbstbeherr: schung mir! Wie schwach Mel. 241. Wer nur den lieben and Gott 2c. 17 find meine Kräfte! Wer 291. Nicht, daß ich's 5. Mit Weisheit mich zu lieben, will ich stets wachsam seyn, mich vor den mächt'gen Trieben des Eigennutzes scheu'n. Wenn Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken; so hilf sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz. 6. Auf dich will ich stets sehen; will in dem ernsten Streit mich selbst nicht hin: unterstützt mich hier? Du, Vater, kannst allein, zum eifrigen Bestreben, mir Muth und Kräfte geben, und mir den Sieg verleih'n. ( bo4. Laß mich aus Pflicht verachten strafbare Sinn lichkeit; für's höchste Gut nicht achten die Güter dieser 2. So lang' ich hier im Zeit; hilf jede Leidenschaft in ihrem Anfang dämpfen; als Christ sie zu bekämpfen, stärk' mich durch deine Kraft! Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wann sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in uns rer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend, oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hige roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, sieht unser Herz für Tugend an. schon errungen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend, ohne Wachsamkeit, verliert sich bald in Sicherheit. Einzelne Pflichten. sieh', dein Herz wall't auf, und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es vorher gescholten ward. 4. Oft ist die Aend'rung uns'rer Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und 8. Oft denkt, wann dämpfst sie, dochy du wechfelst nur; dein Herz fühlt einen andern Reiz, du dienst der Wollust, fröhnst dem Geiz. E wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tu gendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegens, fo regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach), und geben endlich strafbar nach. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern strenge Tugend scheint. Der Trieb des Neid's, der Schmähsucht Triebe erweck: ten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. odis 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du will's feine Liebe, ihm auch die liebſte Neigung auf? Dieß das Auge, dieß der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. in alp 6. Du denkst, weil Din ge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt, so werde dein Herz nichts verführen; doch je des Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort ver: führt. 300 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Von Rachsucht scheinst du dir befreyt; jetzt ſollst du eine Schmach verschmerzen, und 10. Du flieh'st, geneigt zur Ruh' und Stille, die Welt und liebst die Einsamkeit; doch bist du, for: dert's Gottes Wille, auch dieser zu entflieh'n bereit? Du hast zur Eifersucht nicht Hang; fliehst du auch Unmuth? Müssiggang? 11. Du bist gerecht; wie auch bescheiden? Liebst Mäßigkeit; wie? auch Geduld? Du dienest gern, Pflichten gegen uns selbst. wann And're leiden; ver: das Böse zu vollzieh'n, gibst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. scheu' mich, es zu bestreiten, versäum', es flug zu flieh'n. nid plaid 12. Sen nie vermessen! Wach) und streite; denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach)' überall! dsin 4. llm auch) die kleinMD bombe dmn Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 292. Wie schwach ist meine Tugend, wie leicht verirr' ich mich! Seit meiner frühen Jugend, wie oftmals fehlte ich! Zum Guten meist zu träge, und sinnlich bis in's Grab, führt mich vom rechten Wege gar leicht Verblendung ab. 301 3. Gott laß mich eifrig streben, der Tugend treu zu seyn, aus Pflicht für sie nur leben, mich jedes Guten freu'n; laß mich es nie vergessen, daß auch der Fromme fällt, wenn er sich, zu vermessen, für völlig sicher hält. sten Sünden, und ihren Reiz zu flieh'n, laß lebhaft mich empfinden, daß sie zu größern zieh'n; laß über meine Triebe mich immer wachsam ſeyn, erhalt' halt' von Sündenliebe, Herr, meine Seele rein! 5. Hil mir, bei den Gefahren der Welt und Eitelkeit, mein schwaches Herz bewahren, daß es fie weise scheu't. Nie will ich Schmeichler hören, die in ihr Netz mich zieh'n, zur Sünde mich bethören, dann schadenfroh entflieh'n. 2. Oft fehlt es mir am Muthe, zu thun nach meiner Pflicht; ich kenne 6. Mein Herz kann wohl das Gute, doch lei: bald verzagen, bald wie der, thu' ich's nicht. Leicht der trotzig seyn; hier, laß ich mich verleiten, was es nicht soll, wagen, Einzelne Pflichten. dort, was mir Pflicht ist, Dann zittert meine Seele scheu'n. Von Eitelkeit be: fangen, traut es sich selbst zu viel; bald bin ich hintergangen, und seiner Lüste Spiel. nicht, mich schreckt kein Tod und kein Gericht; ich habe Gott zum Freunde. 2. Gott, deines Bei: falls mir bewußt, freu' ich mich deiner Gnade; dein Friede wohnt in mei ner Brust, wer ist's, der mir dann schade? Jáy seh' auf dich in aller Noth, womit die Zukunft mich bedroht; mich tröstet deine Liebe. 302 7. Gib, Gott, auch hier mir Schwachen Muth und Entschloffenheit, zu beten und zu wachen, daß mich kein Schritt gereut; hilf, daß ich bald bemerke, wann sich mein Herz ver: irrt, und, stolz auf seine Stärke, selbst sein Verräther wird. 8. Dann werd' ich nicht erliegen, durch ernste Wachsamkeit werd' ich) doch end: lich siegen; auch in dem schwersten Streit' nie von dem Kampfplatz weichen, so sehr Gefahren droh'n; des Glaubens Ziel errei chen, mit ihm des Kam pfes Lohn. Mel. 229. Allein Gott in der Höh' 2c. 293. D, welch ein unschätzbares Gut ist doch ein gut Gewissen! Besitz' ich das, so hab' ich Muth, wenn Andre zagen müssen. 3. Und ob ich auch oft Lästerung und Schmach hienieden dulde; so iſt mir's doch Beruhigung, daß ich sie nicht verschulde. Weiß sich nur mein Gewis fen rein, und meid' ich auch den bösen Schein: wirst du mich, Herr, be schützen. 4. Ich sehe, mit Zufriedenheit, der künft'gen Welt entgegen; sie gibt mir Muth und Freudigkeit auf allen meinen We gen. Wird gleich mein Werth oft hier verkannt, dort, in dem bessern Vaterland, wird einst die Wahrheit siegen. 5. Ja, meines Lebens Pflichten gegen uns selbst. 303 wahre Seelenruhe mir. schönste Zier sey stets ein und Leiden gibt es hier die gut Gewissen; es werde dieses Kleinod mir durch feine Sünd' entrissen! Gott, deiner Huld gewiß zu seyn, dein heilig Recht nie zu entweih'n, sey meine größte Sorge! 6. Laß mich, was mein Gewissen spricht, als deine Stimme, ehren, und, ohne frommen Vorsatz nicht, auf seine Warnung hören! Und mahnt es mich an meine Schuld, so laß mich, Va: ter, deine Huld voll Neu' und Glauben suchen! 7. Durch deine Gnade stärke mich, und waffne meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie mit Absicht fehle! Denn nur, wer reines Herzens ist, hat immer dich, durch) Jesum Christ, Allwissender, zum Troste. 2. Ich bebe nicht, wann Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist; mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß iá) gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt.. 3. Getrost bin ich, vor Gott zu treten, und als sein Kind, voll Freudigkeit, ihn, meinen Vater, anzubeten, der Schwachheit liebevoll verzeiht, und täglich neue Kräfte gibt dem, welcher ihn von Herzen liebt. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfol gung, Läst'rung, Schmach und Hohn; denn des Ge wissens inn're Freuden sind süßer, als der Menschen Lohn. Und was kann höher'n Trost verleih'n, als ohne Schuld im Leiden seyn? 5. So eil' ich denn, mit festem Schritte, dem letzten 294. Wenn ich ein meiner Tage zu, und fällt gut Gewissen habe, wie des Lebens morsche Hütte, groß ist meine Seligkeit! so geh' ich ein zu wahrer Es ist des Himmels beste Ruh', weil dann mein Geist, Gabe, das höchste Glück der Gott gelebt, zum höhern schon in der Zeit. In Freud' Leben sich erhebt. Mel. 187. Dir, dir, Jeho vah zc. Einzelne Pflichten. 6. O Seele, darum sey| gends überschrey'n, stets beflissen, daß, bei unwan- würd' es mein Verfolger delbarer Treu', ein immer seyn. freudiges Gewissen dein Trost in diesem Leben sey. Und du, mein Gott, regiere mich; denn was vermag ich, ohne dich? 304 4. Wohl dem, der in sich selber findet, was ihm die Welt nicht geben kann; sein Glück auf das Bewußtsein gründet, treu hab' er seine Pflicht ge than; der höher, als den Ruhm der Welt, ein freuno diges Gewissen hält! ne Mel. 241. Wer nur den lieben Gott 2c. 295. 3um Trest in allen Kümmernissen, zum Licht auf unbekannter Bahn, gab mir der Schöpfer das Gewissen; es zeigt mir jeden Irrweg an; es ist ein heiliges Gericht, durch das die Stimme Gottes spricht. 2. Hätt' ich ein Paradies auf Erden, und wäre Frevels wir bewußt, es würde mir zur Hölle werden; denn Hölle wär' in meiner Brust. Ach, jedes Kleinod gäb' ich hin, dem innern Vorwurf zu entflieh'n! 5. Es lehrt mich, wenn ich schuldlos leide, Geduld auch in der größten Pein; ein dürftig Glück, die kleinste Freude, wird mir, mit ihm, Entzücken seyn. Der Friede wohnt in meiner Brust, bin ich mir Böses nicht bewußt. 6. Und einst, wann ich vollendet habe, wann To: desnacht mein Auge deckt; wohl meinem Herzen dann am Grabe, daß es kein inn'rer Richter schreckt! Dann, Trost der Unschuld, führest du mich einem ew': gen Frieden zu! 3. Ob ich auch über Meere ginge, und eine grause Wüste mich, als meine Wohnung dort empfinge; mein bös Gewissen 296. Besitz' ich nur ließe sich doch nie und nir- ein ruhiges Gewissen: so Mel. 43. Gott ist mein Lied 2c. Pflichten gegen uns selbst. 305 ist für mich, wenn Andre za| zum Fall verschließen; und gen müssen, nichts Schreck doch verschloß ich mir ihn liches in der Natur nicht! 2. Dieß ſey mein Theil!. Was kann im Glück Dieß soll mir Niemand den Werth des Glücks errauben. Ein reines Herz, höhen? Ein ruhig Herz mit ungefärbtem Glauben, versüßt im Wohlergehen der Friede Gottes nur ist dir jeden frohen Augenblick. Heil. apar 10 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget; wenn Gottes Geist es meinem Geist bezeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 9. Was kann im Schmerz die Pein der Leiden stillen; im schwersten Kreuz mit Freuden dich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriednes Herz. sipa 1100 10. Was gibt mir Muth, die Güter zu verachten, worna- h mit Angst die nies dern Seelen trachten? Ein ruhig Herz, dieß größ're Gut. 197 4. Und diese Ruh', den höchsten Trost im Leben, follt ich für eitle Luft der Sinne geben? Dieß lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, sich selber zu besiegen, die schwerste seyn! Sie ist's; doch welch Vergnügen gewährt die Ueberwindung nicht! 1190 espais 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt in mir des Bösen Lustentbrennen; doch, Dank sey Gott! ich schützte mich. 11. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm. Denn wer das Böse meidet, daß Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 12. Im Herzen rein, hinauf gen Himmel schauen, und sagen: Gott, du, Gott, bist mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann gröoßer seyn? d 7. Und weld) Gericht, 13. Sieh', Alles weicht, mir selbst es sagen müssen: ich konnte mir den Weg und du wirst sterben müssen. Was wird alsdann dir dei 306 Einzelne Pflichten. nen Tod versüßen? Ein gut Gewissen macht ihn leicht. 14. Heil dir, o Christ, der diese Ruh' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, daß nichts Verdammlich's an ihm ist! 3. Pflicht und Gewissen wird verletzt, wenn böse Lust gebietet. Bald wird, wer seinen Gott nicht schätzt, sich nicht vor Leichtsinn hütet, ein Sclave seiner Leidenschaft, schwächt und verliert zuletzt die Kraft zu al: lem wahren Guten. 15. Laß Erd' und Welt', 4. Zwar hört er oft: so kann der Fromme spre- Glanz, Macht und Gut 2012 chen, laß unter mir den Bau der Erde brechen! und Freude wird vergehen. Nur wer den Willen Got: Gott ist es, dessen Handtes thut, wird einst vor mich hält. Mel. 40. Es ist das Heil ic. 297. Wie mancher ihm bestehen. Doch hat er nie gelegne Zeit zur Sorge für die Ewigkeit. Die Welt hält ihn gefesselt. lebt, als wär' ihm hier fein ew'ges Heil beschie den! Er sinnt und sorget für und für, und fühlt sich nie zufrieden. Glanz, Macht und ird'scher Güter viel und eitle Freuden sind das Ziel, wornach er einzig trachtet. 2. Des Lebens tägliches Gewühl beschäftigt all' sein Denken, raubt ihm die Freiheit, sein Gefühl zur bessern Welt zu lenken. Sein Herz und Thun wird nicht bewacht; denn daß nur Tugend selig macht, hat er nie recht erwogen. 5. Auch denkt er wohl: wer überall sich kein Vergeh'n erlaubet, von frem dem Gut, in keinem Fall', nur das Geringste raubet, der bringt es in der Welt nicht weit, und hätte doch Gelegenheit, reich) und geehrt zu werden. 6. Ist's Wollust, oder Schwelgerei, die ihn zum Bösen dringet: so gibt er vor, Naturtrieb sey, was ihn zur Sünde zwinget. Das lügt er; denn Vernunft ist nur der Trieb Pflichten gegen uns selbst. 307 der edleren Natur, und hier sein ganzes Theil, und die soll uns beherrschen. erbet nicht das ew'ge Heil, das Gott nur Frommen schenket. 11. Schaff in mir, Gott, ein reines Herz und ruhiges Gewissen; dann wird Entbehrung, und selbst Schmerz zum Heil mir dies nen müssen. Erhebst du mich zur Ewigkeit, so bin ich, Vater, dann bereit zu höhern Geistesfreuden. 7. Und schändlich ist's, darauf zu bau'n: Bei Gott sen viel Verschonen; er werd' ein glaubiges Ver " trau'n gern mit Vergebung lohnen. So wird der Hei ligste verlacht, als hätt' er ein Geset gemacht, um nicht darauf zu halten. 8. Drum weh' dem, der auf Christi Tod Vertrau'n und Hoffnung setzet, wenn er des Heiligsten Gebot ver: säumet und verletzet! Denn er verspottet Gottes Rath, der uns burch ihn berufen 298. Warum wohnt hat, den Sünden abzusterben. 9. Vergeblich ist sein äuß'res Thun im Lesen, Be ten, Singen. Denn dabei läßt er es beruh'n, will nicht nach Tugend ringen, die wahr und ungeheuchelt sey. Sein Gottesdienst ist Gleißnerei, die nie der Höchste billigt. dieß heiße Sehnen nach stets höher'm Glück in mir, und entlockt mir so viel Thränen immer unbefrie digt hier? Warum ring' ich) so vergebens nach vollkommnem Glück des Lebens? Soll die Hoffnung, mir zur Pein, im Genuß' nur Täuschung seyn? 10. So lebet, wer sein höchstes Gut in ird'schen Dingen findet. Doch Reich thum, Macht und hoher Muth und alle Freude Mel. 491. Welt, ade, ich bin dein 2c. 2. Zahllos hast du deine Gaben, Gott, auf Erden ausgestreut! Sie sind, Leib und Geist zu laben, reich an Mannigfaltigkeit. schwindet, dann hat er Süße Freuden soll dem Einzelne Pflichten. Leben deine ganze Schö- der reinen, namenlosen pfung geben, wirksam foll, uns zu erfreu'n, Kunstfleiß und Gesellschaft seyn. 3. Warum wird nun, im Genusse, dieses Herz doch nimmer satt, wenn's auch bis zum Ueberflusse Seligkeit; einst wird fie auch uns erscheinen, nach vollbrachter Pilgerzeit. Une ermüdet Gutes üben, unaufhörlich Menschen lieben, dieß ist deine Seligkeit; mach)' auch uns dazu bereit! Freuden dieses Lebens hat? 7. Laß mich froh und Warum müssen deine Gaben Reiz nur in der Ferne haben? Warum sink, im vollsten Glück, ich zum Mißmuth oft zurück? standhaft wandeln, wie es dir, o Gott, gefällt; nur, wie du gebeutst, zu handeln, sey mein Ziel in dieser Welt. Folg' ich findlich deinem Willen, wirst du all' mein Sehnen stillen; alle, welche dir vertrau'n, sollen, was 4. Doch was flag' ich? Vatergüte winkt mir, Sinnenlust zu flieh'n, mein leicht irrendes Gemüthe nüchtern davon abzuzieh'n; sie hoffen, schau'n. meinem Geiste Seligkeiten durch die Tugend zu berei ten, deren Reiz und höchsten Werth Neu' und Eckel nie 299. Von dir, 308 verzehrt. 5. Ist mir's nicht, Gott, dir zum Preise, unaussprech) licher Gewinn, daß ich in dem Tugendfleiße steten Wachsthums fähig bin? Rastlos diesem nachzustreben, für die Tugend nur zu leben, ihrem Dienst Mel. 15. Kommt her, spricht Christus 2C. TUD v Höchster, kommt die Lust, der rege Trieb in meiner Brust, beglückt und froh zu leben. Um Licht und Weisheit bitt' ich dich; o lehre du, mein Vater, mich, nach wahrem Wohl zu stre: ben.ho@sdm O mich ganz zu weih'n, das 2. Stets heilig sey mir soll meine Freude seyn. dieser Trieb; doc) dein Gebot auch stets so lieb, daß 6. Ewig wohnst du in Pflichten gegen uns selbst ich mein Wohlergehen nur perz bemüh'n, die schnöde such auf jenem sichern Pfad', den mir dazu dein weiser Rath von Ewigkeit ersehen. in Lust der Sünde flieh'n, und nur der Tugend leben 3. Untrüglich ist nur dein Verstand, und dir ist ganz genau bekannt, was Noth, was Heil gebieret; mich aber täuschet falscher Wahn, ich seh' noch oft als nüßlich an, was mich zum Elend führet.nded a plot balin 4. Drum laß mich nicht dem Scheine trau'n, und niemals, um mein Glück zu bau'n, blos, was mir gut dünkt, wählen! Herr, dein Wort sey auch hier mein Licht; denn folg' ich dem, so werd ich nicht mein wahres Wohl verfehlen. 5. Hilf mir, den so ver schiednen Werth der Güter, 300, Wie des Lebens 309 7. Dann wird mich wah adavres Glück erfreu'n; beruhigt wird mein Geist dann seyn meinen Pilgertagen. in Und was sonst meinem Wohl gebricht, das wird mir deine Liebe nicht, Allgütiger, versagen. 7510 8. Ich gehe dann den eb'nen Pfad, auf welchem mich dein weiser Rath zum höhern Leben führet, wo mich vollkommnes Glück erfreut, und mich in alle Ervigkeit kein Unfall mehr berühret. 1.3 die der Mensch begehrt, recht einseh'n und bedenken, und meine größte Emsigkeit auf das, was ewig mid) er freut, mit weiser Sorgfalt lenken! 6. Verleihst du diese Weisheit mir, so werd' ich auch vorzüglich hier nach deinem Beifall stre: ben; mich um ein reines wad don 1767 Mel. 175. Mache dich, mein Geist ic. d 19d Geist zc. continet Freuden flieh'n, schnell auf Sturmes Flügeln; jetzt in Jugendschöne blüh'n, bald von Todtenhügeln überdeckt, nichts sie weckt; denn der Sehnsucht Flehen schafft kein Wiedersehen! 2. Winkt der Freude Vollgenuß dem entzückten Herzen, ach, dann nahet schon Verdruß, und es 310 nel Einzelne Pflichten. drängen Schmerzen sie zu rück, unser Blick sieht des Glückes Sterne kaum noch in der Ferne. 30. 3. Wie der Ehre Ruf ertönt; wie der Hoheit Schimmer jetzt so mancher knechtisch fröhnt, wie des Goldes Flimmer, Sinnen luft in der Brust, alles hier bewegen, und zum Kampf erregen! 4. Doch, des Todes Stunde hallt, und des Leibes Glieder neigen fühllos, starr und kalt, sich zum Grabe nieder; in der Gruft Moderduft sie in Nacht verhüllet, und den Sarg er: füllet. 5. Nackt, wie deiner Mutter Schoos du dich einst entwunden, gehst du wie: der arm und blos; dann ist hingeschwunden alles Glück deinem Blick; Sin nenlust und Freuden müssen von dir scheiden. noch nicht das Leben, das mir Gott will geben.. 7. Nur, was göttlich ist, besteht, sinket nicht zum Grabe, ewig ist es, und vergeht nicht, wie Erdenhabe; göttlich heißt auch mein Geist, lebt für Ewigkeiten, nicht für ErdenZeiten. 8. Dieser reine Gottes: sinn, der mich hier beglücket, alles folget mir dahin, was den Geist entzücket; Wahrheit, Licht, sterben nicht, frommer Menschenliebe.d und die heil'gen Triebe 9. Sie, die mir so theuer war, jeder Tugend Freude, ruht nicht auf der Todtenbahr', nicht im Sterbeklei de, bleibet mir, wird von hier auf des Geistes Schwingen hin zum Va ter dringen. 10. Wo, in ewig hellem Licht', der Gerechte wohnet, und ein heiliges Gericht gute Thaten lohnet; müßsen. Noth, Schmerz und Tod, Angst und Klage flie hen, Siegeskränze blühen. 6. Hier, wo die Vergänglichkeit über Gräbern stehet; wo so schnell ein Hauch der Zeit jedes Glück verwehet; hier ist Noth, 11. Das nur soll mir beilig seyn, was mir ewig Schmerz und Tod, hier bleibet; Erdengüter sind Pflichten gegen den Nächsten. nicht mein, was im Grab re nie, noch spott' des zerstäubet, folgt mir nicht; Tugend, Licht, sie allein nur gelten dort in schöner'n Welten. geistig Armen, wie sehr auch er verblendet sey; bist du denn ganz von Irrthum frei? Pflichten gegen den Nächste n.- Allgemeine Pflichten. Achtung und Liebe. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott 2c. 301. Im Menschen, welchem Volk und Land er möge angehören, sollst, weil er dir als Mensch verwandt, du deinen Näch sten ehren. Er ist es nicht als Christ allein, nein, auch der Nichtchrist soll dir's seyn! 311 2. Nicht höhnen ihn, wenn falsch auch ist das, was er glaubt; ihn lieben, troß seinem Irrthum, das, o Christ, ist Pflicht. Laß frei ihn üben, wovon er überzeugt sich hält, und wär' es auch durch Wahn entstellt. 3. Frag' nicht erst kalt: was glaubst du? wie? um sein dich zu erbarmen. Den schwachen Bruder ärg4. Doch ward dir der Erkenntniß mehr, so such) sie zu verbreiten, und deine Brüder um dich her zur Wahrheit hinzuleiten. Die Wahrheit siegt durch eignes Licht; drum überliste, zwinge nicht. 5. Hast du ein reinres Licht, so sey beflissen, vor Gefahren des Irrthums und der Täuscherei es sorgs Du sam zu bewahren. sollst den Irrwahn, prüfend, flieh'n; doch sen auch duldsam gegen ihn! 6. Dir ward Vernunft, das höchste Glück, das größte Gut des Lebens, und deines Geistes hellen Blick schärft Gott dir nicht vergebens; du sollst dem Irrthum widersteh'n, nur vorwärts, nie zurücke geh'n. 7. Doch müsse nie dein hell'res Licht zum Stolze dich bethören! Die wahre Weisheit bläht sich nicht will anspruchlos belehren, und theilt vom Sieg, den 312 Einzelne Pflichten. sie erstritt, auch Undern) wir schon in dieser Welt gern die Früchte mit. redlich thun, was ihm gefällt. 8. So schütze denn vor Trug und List die aner: kannte Wahrheit! Sey nicht dem Namen nach) blos Christ, sey's wirklich; streb' nach Klarheit, und übe, was dir Wahrheit ist; erst dann bist du ein echter Christ. In Oriqu3 4. Und wir sollten uns entzwey'n? lieblos uns eine ander hassen, und, zu unsrer eignen Pein, uns von Groll beherrschen lassen? Wer kein Freundin des nächsten ist, ist fürwahr fein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand zum voraus vor Undern haben, Anseh'n, Reichthum, hoher Stand, bi? 302. Allen Menschen Leibeskräfte, Geistesgaben; Miel. 110. Jesus, meine Zu697NIST Versicht 2c. und auch mir hat der Herr dieß vorgeschrieben: euern Nächsten sollet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben. Christen, was hier Gott gebeut, sen uns bei lig allezeit.bod and 2. Wir sind Bürger ei ner Welt, sind nur Eines Leibes Glieder, welchen Gottes Macht erhält, Kin der Eines Vaters, Brüder, 7. Nach dem dir ver die der ew'gen Liebe Ruf Alle, sich zu dienen, schuf. 3. Eine sterbliche Natur hat er Allen gleich gege: ben, und auch eine Hoff nung nur, Hoffnung auf trauten Pfand messen sich auch deine Pflichten; gab Gott viel in deine Hand, hast du viel auch zu ent richten; doch nicht blos, was du gethan, auch den ein beß'res Leben, wenn| Willen sieht er an. C Alles dieß befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Nein, die Mannigfaltigkeit unfrer Gaben soll uns lehren, hülfreich, in Geselligkeit, eins des Andern Wohl zu mehren. Jeder soll, nicht sich allein, auch den Brüdern nützlich seyn. find. To Pflichten gegen den nächsten. 8. Dein Erlöser sagt es will, daß ich den Näch dir: Wer hier der Ge- sten liebe, gleich als mich. ringsten Einen pflegt, der thut es selber mir, denn ihr Alle send die " Meinen! Mancher, den " die Welt nicht ehrt, ist vor " Gottes Augen werth!" 9. Darum gib uns, Gott, ein Herz, voll von wahrer Menschenliebe, das an Andrer Freud' und Schmerz Antheil nehme, freudig übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie Christus uns erklärt. - 10. Ihm, dem Heiland, deinem Sohn', der für uns sogar sein Leben, unter Leiden, Schmach und Hohn, willig einst hat hingege: ben, Jesu laß uns ähnlich seyn, uns, wie er, der Liebe weih'n. 313 303. S o jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brü der, der treibt mit Got tes Wahrheit Spott, und tritt ſie, frevelnd, nieder. Gott ist die Lieb', und 2. Wer dieser Erde Güter hat, und sieht die Brü der leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht klei den, der fündigt an der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 3. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret; sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Berläumder widerspricht, nicht dem der liebt auch seinen Bruder nicht. 4. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß, den nächsten unterstüßet, doch nur aus Stolz, aus Eigennuß und Weichlichkeit Mel. 141. Mach's mit mir, ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. Gott 2c. 5. Wer harret, bis, ihn anzufleh'n, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Armen beizusteh'n, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, was 14 314 Einzelne Pflichten. ihm gebricht, auch der liebt| Gott und Herrn, sind Ei seinen Nächsten nicht. nes Leibes Glieder; drum 6. Wer Nied're, wenn diene deinem Nächsten gern; er sie beschirmt, mit Härt' denn wir sind Alle Brüder. und Vorwurf quälet, und, Gott schuf die Welt nicht ohne Nachsicht, straft und blos für mich; mein Nächstürmt, sobald sein Nächster ist sein Kind, wie ich. ster fehlet: wie bleibt, bei 11. Wie mein Heil, seinem Ungestüm, Gott, soll der Brüder Heil mir deine Liebe wohl in ihm? stets vor Augen schweben. Durch Jesum ist uns Allen Theil an Gottes Huld gegeben. Wer Mensch heißt, ist auch Gottes Kind; bin ich denn mehr, als Andre find? 7. Wer für der Armen Heil und Zucht, mit Rath und That, nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt, der hat sie wenig nod) geliebt. 8. Wahr ist es, du ver: magst es nicht, stets durch die That zu lieben; doch, bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszu üben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 9. Vermindert diese Nei gung sich, und droht sie zu erschlaffen, dann sprich: die Liebe selbst hat mich zu ihrem Bild' erschaffen! Denk' oft: Gott, was ich bin, ist dein, und dir gleich), soll ich gütig seyn! 10. Wir haben Einen 12. Du schenkst mir täg lich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen! Ich aber sollte nicht Ge duld mit meinen Brüdern tragen? Dem nicht ver zeih'n, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebst? 13. Was wir den Brüdern hier gethan, auch Niedern und Geringen, sieht Jesus als ein Opfer an, das wir ihm selber bringen. Wie könnt' ich sein Verehrer seyn, und ihn in Brüdern nicht erfreu'n? 14. Ein strenges, doch gerecht Gericht wird über Pflichten gegen den Nächsten. 315 den ergehen, der nicht was ich Brüdern thu', das barmherzig ist, der nicht sey, Gott, dir gethan! eilt, Brüdern beizuſtehen. 4. Ein Trunk, mit dem Drum gib mir, Gott, durch mein Dienst dem Dur deinen Geist, ein Herz, stigen begegnet; ein Blick das dich durch Liebe preist! voll Trost, mit dem mein Aug' Bedrängte ſegnet; ein Rath, mit dem mein Mund, im Kummer, Andre stärkt; nichts bleibt, so 304. Gib mir, o tlein es ist, von dir, Gott, unbemerkt. Gott, ein Herz, das je den Menschen liebet, bei Andrer Wohl sich freut, bei Andrer Noth betrübet; ein Herz, das Eigennut und Neid und Härte flieht, und sich um Andrer Glück, wie um sein Glück bemüht. Mel. 165. O Gott, du from mer 2c. 2. Erblick ich Dürftige, so laß mich liebreich eilen, von dem, was du mir gibst, gern ihnen mitzutheilen; nicht aus dem eiteln Trieb', nur angestaunt zu seyn, und mich verehrt zu seh'n, nein, Menschen zu erfreu'n. 3. Dieß sey mir Got tesdienst! auch unbemerkt von ihnen, den Nebenmenschen gern mit Rath und That zu dienen. Mich trei be nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, 5. Sucht Bosheit irgendwo den Frieden zu vernichten, so laß mich sorgsamt seyn, der Brüder Zwist zu schlichten; aus Schmähsucht störe nie mein Mund des Nächsten Ruh'; er rühme sein Verdienst, und decke Fehler zu! mich mit Bösem nie vergel6. Las, Gott, das Böse ten. Still, duldsam will ich seyn, wenn Andre dräu'n und schelten. Gib, daß ich dem verzeih', der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen, mit eingeschränktem Blick, bei meinem Nächsten sehen! Noch inniger soll 316 Einzelne Pflichten. mich sein ewig Glück er, glücklich nur, und bestimmt freu'n, noch mehr sein See zur Tugend Alle, die zu lenheil mir angelegen seyn! Einer Seligkeit schuf des Vaters Gütigkeit? 8. Den, der im Guten wankt, zu leiten und zu stärken; den, der noch sicher ist bei seinen bösen Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuzieh'n, dazu verleih' mir Kraft, und segne mein Bemüh'n! 9. Ja, heilige du selbst, o Herr, mein ganzes Leben, der Menschenliebe mich von Herzen zu ergeben! Wen nicht des Nächsten Wohl, wen nicht sein Kummer rührt, der ist nicht werth, daß er den Chriſtennamen führt. Mel. 168. Ach, was soll ich Sünder 2c. 305. Sollten Menfchen, meine Brüder, mir, o Gott, nicht theuer seyn; sollt' ich sie nicht gern er freu'n? Sind nicht alle Christen Glieder dessen, der für Alle starb, Allen Selig feit erwarb? keine 3. Meine Brüder sollt' ich hassen, lieblos, unbarmherzig seyn? Meinem Feinde nicht verzeih'n? Schulden ihm erlassen? Und der Herr erläßt mir doch meine Schuld, und trägt mich noch. 4. Ja, du, der für Ue belthäter um Vergebung bat, die Last, welche du getragen hast, war die Schuld der Uebertreter; doch warst du von Rache fern, duldetest, vergabest gern. 5. Wenn mein Herz vom Hang zur Sünde hin: gerissen, dich verkennt, und zu Haß und Rach' entbrennt: hilf dann, daß ich überwinde meinen Haß, und laß mich seh'n in den Tod für uns dich geh'n; 6. Wie dir deine Thränen flossen, als dein Aug' um mich geweint; wie du, großer Menschenfreund, auch für mich dein Blut 2. Eines Vaters Kinder Alle; Alle schwach schon von Natur, durch Verbindung| vergossen; wie du in der Pflichten gegen den Nächsten. Todesangst, im Gebet' für Mörder, rangst. 7. Dringe dann zu mei nen Ohren, Wort des Herrn. Ich liebte dich; wer den Bruder liebt, liebt mich, wer nicht liebt, der ist verloren. Gott ist Liebe, Gottes Kind wird " dem Vater gleich gesinnt." 8. O, so hilf mir, daß ich übe, was dein Wille mir gebeut, Nachsicht, Sanft: muth, Gütigkeit; daß ich, wie du liebtest, liebe, daß ich lauter, redlich, treu, mild und gern versöhnlich sey. 9. Ja, euch alle, Christi Glieder, unsers Haupts, der für uns starb, Allen Gnad' und Huld erwarb, lieben will ich euch, ihr Brüder, für euch beten, euch erfreu'n, wohlthun, dulden und verzeih'n. 317 2. Wie der Thau ein dürres Land erquickt, wenn Sonnenglut es drückt, so spendet Segen auf allen unsern Wegen die Liebe uns. 306. Lieblich ist es, wenn der Eintracht Band, hier in dem PrüfungsLand, uns All' umschlin get, die Jesus Christ einst bringet in's Vaterland. 3. Drum so falle denn des Hasses Wand, die und Brüder trennte; du, hier und da noch stand, Gott und Vater, sende uns Jesu Sinn! 4. So wie er zu uns, den Seinen, sprach:„ Ihr Lieben, folg't mir nach), send eins gesinnet, und lieb't " euch, ihr gewinnet das Himmelreich! 5. So sey es bei uns in Wort und That, daß, auf des Lebens Pfad, er, uns zur Seite, als Führer uns geleite zur Seligkeit. 6. Und das Reich der Himmel wird sich nah'n, Mel. 430. Aufersteh'n, ia das wir nur hoffend sah'n aufersteh'n 2c. in höhern Welten, ach, weil uns hier so selten sein Geist erfüllt! 7. Nur wenn seiner Wahrheit Licht uns scheint, und Liebe uns vereint, blüh'n hier uns Freuden und jen Einzelne Pflichten. 318 seits Seligkeiten im Va terland. 8. Drum soll uns ver: einen Christi Sinn; belebe, stärke ihn, daß er nicht weiche aus deines Sohnes Reiche, du Herr und Gott! Mel. 47. Aus tiefer Noth 2c. 307. Sah' ich der Dinge tiefsten Grund, und spräch mit Engelzungen; macht' ich der Zukunft Thaten kund; versetzte, ganz durchdrungen von Glaubenskraft, auch Berg' in's Meer, und käm' das nicht aus Liebe her, so wär's für mich vergebens. 2. Gäb' ich mein ganz Vermögen hin zum Opfer für die Armen; ich hätte dessen nicht Gewinn, thät' ich's nicht aus Erbarmen. Ja, stürzt' ich mich mit Heldenmuth, gleich Mär tyrern, in Feuersglut; umsonst wär's, ohne Liebe. ist sie fern, und rühmt die guten Thaten gern, die sie am nächsten findet. 4. Auch guten Willen sieht sie an, beschämet nicht den Schwachen. Die Hoffnung eignen Vortheils kann sie niemals wankend machen. Sie zürnet nicht; auch selbst im Scherz be trübt sie nicht des Nächsten Herz; zum Besten kehrt sie Alles. 5. Wo Laster, stolz, das Haupt erhebt, da trauert still die Liebe; sie freut sich deß, der eifrig strebt, daß er die Tugend übe. Nur bei der Wahrheit wohnet sie; des Nächsten Schaden sucht sie nie; sigt nie im Rath der Spötter. 6. Die Liebe trägt den Schwachen gern, glaubt willig alles Gute; scheint oft die Hülfe noch so fern, sie hofft mit starkem Muthe. Dreht ihr ein Leiden, ohne ohne Schuld, auch das 3. Die wahre Lieb' ist erträgt sie mit Geduld, sanftmuthvoll, ist schonend und niemals wird sie und gelinde; sie meidet Bitterfeit und Groll, und deckt des Nächsten Sünde. Von Neid und Mißgunst müde. 7. Wann endlich jede Wissenschaft, wann Alles hier vergehet; wann dort, Pflichten gegen den Nächsten. wo Gott ein Neues schafft,| uns ja! Und in jedem Menkein Stückwerk mehr be stehet; währt Liebe doch nach dieser Zeit, und bleibt in alle Ewigkeit des Him mels größte Tugend. saen finden wir uns selber fern und nah. Alle haben unser Blut, Allen ist der Schöpfer gut, Allen gibt er seine Gaben, Alle will er selig haben. 8. So gib denn Kraft, zu lieben, mir, du, Schö pfer guter Triebe! Mein ganzes Herz gehört nur dir; erfüll' es ganz mit Liebe! daß ich, Gott, über Alles dich, und meinen Nächsten, gleid) als mich, nach Jesu Vorbild, liebe. 3. Sollen wir die Bande lösen, die der Herr uns halten hieß? Nein, dieß nur die Bösen, wagen nur Verruchte können dieß. Uns vereine immerhin feste und Brudersinn, Treu daß nur Segen auf uns walte, und ein Arm den andern halte. 4. Aller Menschen Va ter! höre, wenn wir dich um Beistand fleh'n, nach der liebevollen Lehre deines Sohns einherzugeh'n. Sie ist mächtig und ge 308. Ach, dem wurbeut Sanftmuth, Duldung, den nie die Augen bei des Einigkeit; ruft uns auf Bruders Leiden naß, der zu edeln Thaten, heißt sein Leben läßt verrauchen uns retten, trösten, rathen. unter Groll und Menschenhaß. Steinern ist sein kaltes Herz, niemals sah er himmelwärts; nie hat er, in frohen Stunden, guter Men schen Glück empfunden. 2. Liebe soll uns Alle bin: den; denn Ein Vater schuf Theilnahme an Anderer Schicksalen, und Fürbitte für sie. ( Wider den Neid). 319 Mel. 96. Werde munter, mein Gemüthe 2c. 5. Und, was dein Ge sandter lehrte, that er auch, zu Aller Glück. Keiner sei ner Brüder kehrte ohne Trost von ihm zurück. Ja, es liebte Niemand mehr, half so gern, so schnell, wie er. Liebe drang ihn, Einzelne Pflichten. selbst das Leben, ohne mit einem liebevollen Herz Murren, hinzugeben. zen ihm entgegen geh'n; 6. Seinem Beispiel nach auch dem Bruder, welcher zukommen, Christen, das hier anders denkt und sey uns're Pflicht! Wer es glaubt, als wir, freundnie in Acht genommen, lich uns're Hände reichen, kennt der Menschen Va: dir, o Gott der Liebe, ter nicht. Lauter, thätig, gleichen! allgemein, stark muß uns're Liebe seyn; dann nur können wir auf Erden Gottes echte Kinder werden. 10. Einst, wann dieſe Welt uns schwindet, Va ter, bleibt die Liebe doch. Sie beseligt, sie verbindet uns in deinem Himmel noch! Wer in ihrem Dienst besteht, erndtet dort, was er gefä't; ist von aller Noth entladen, und ihm folgen seine Thaten. 320 7. O du Gott der Liebe, leite uns, zu thun, was dir gefällt! Wohlthun sey des Menschen Freude; Liebe sey das Band der Welt! Jeder wende, wo er kann, willig seine Gaben an, daß nicht Jemand Mangel habe, Niemand karg sein Pfund vergrabe. 8. Send' uns Kraft und 309. Wie wohl ist Muth und Willen, Segen um uns auszustreu'n; Ar: men ihre Noth zu stillen; der Verfolgten Schuß zu seyn! Laß uns gern zu je der Zeit, ohne Stolz und Eitelkeit, unsrer Brüder Glück erhöhen, und nicht falt vorüber gehen. 9. Aller Wohlfahrt laß uns wollen, selbst dem Frembling beizusteh'n, uns Mel. 91. Begleite mich, o Christ ic. mir, wenn, mit Erbarmen, ich meiner Brüder Elend seh'! Wie wohl ist mir, wenn ich dem Armen mit Hülf' und Rath entgegen geh', wenn seiner Freude stille Zähre dem, der durch mich ihm half, zur Ehre, von seiner bleichen Wange fließt; wenn dann mein Herz die süßen Freuden, beim Anblick weggeschwund Pflichten gegen den Nächsten. - ner Leiden, des Wohlthuns Freuden auch genießt. 2. Wie wohl ist mir, wenn ich erquicken, und Menschen fröhlich machen kann! wenn der, den schwere Lasten drücken, durch mich Erleichte: rung gewann; wenn, mit der Sanftmuth Sinn und Mienen, ich armen Brü dern, die mir dienen, das 5. Du schufft zum MenLoos versüße, das sie traf; schen mich; erhalte, mein in ihnen nie mich selbst Schöpfer, stets den Sinn verkenne; Erholung ihren in mir, daß meine Liebe Kräften gönne, und, nach nicht erkalte, durch Lieb der Arbeit, süßen Schlaf. und Güte gleich)' ich dir. 3. Wie wohl ist mir, Nichts laß mir die Em wenn ich dem Kranken, der pfindung nehmen für Menunter Angst und Schmerscherwohl, und nie mich zen ringt, wo sein Vertrau'n schämen des Mitgefühls beginnt zu vanken, ob sein bei fremder Noth. Dein Gebet zu Gott auch dringt; Beistand seg, wie ich den wenn ich ihm treu entgegen Armen mit Hülf erfreue, eile, sein Elend willig mit voll Erbarmen, mit mir ihm theile, ihn tröst' in auch, wenn mir Elend seiner Einsamkeit; droht. seiner Armuth Jammer ihm mindre; ihm seiner Wun- Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. den Schmerzen lindre sein Händedruck ist Selig. 310. Gib, Gott voll keit! 4. Wie wohl mir, wenn Lieb' und Güte, den Trieb verwaisten Kindern ich in mein Gemüthe, mich Vater werde; wenn ich sie fremden Glücks zu freu'n! der Noth entreissen, wenn Bei meines Nächsten 14* 321 ich mindern ihr Elend kann, sie weis' erzieh'; wenn ihrem Geist ich Güter schenke, die mehr als Gold sind; ihrer denke wenn ihrer auch die Welt vergißt, wenn ohne Lohn, selbst ohne Bitte, der Frühverlaß'ne in der Hütte so werth mir, als der Reiche, ist! - 322 Einzelne Pflichten. Schmerzen, laß fern von meinem Herzen der Bosheit wilde Freude seyn! 2. Auf Andrer Wohlergehen, mit Wohlgefallen, sehen, gefällt ja dir, mein Gott. Durch schadenfrohes Lachen dem Nächsten Kränkung machen, ist teuflisch böser Hohn und Spott. die Gaben, die ich und Andre haben; mit Weißheit hältst du Haus, und theilst uns Menschen allen, nach freiem Wohlgefallen, mit Weisheit deine Güter aus. 7. Ein neidisches Gemüthe greift dich und deine Güte, mit Unmuth, ta: delnd an. Gott, welche schwere Sünde! wenn ich mich unterwinde, zu meistern das, was du gethan. 8. Mich selbst nur wür de quälen, mir meine Ruhe stehlen, der Neid in mei ner Brust. Herr, mache mir dieß Laster je mehr und mehr verhaßter! Auch Andrer Glück sey meine was Lust. 3. Wer überall der Gaben, die Andre von dir haben, mit gleicher Lust sich freut, der ist, nach deinem Bilde, barmherzig, gütig, milde; fühlt hier schon Himmelsseligkeit. 4. Der Stolz, die Eigen liebe, sind freilich mächt'ge Triebe, des Andern Wohlergeh'n, und du ihm hienieden des Guten mehr beschieden, mit scheelen Augen anzuseh'n. 5. Jedoch du hilfft mir 311. Sollt ich den nur kämpfen, hilfft Neid und Mißgunst dämpfen, wenn ich wachsam bin. Wenn ich auf Jesum sehe, um deinen Beistand flehe, lenkst du mein Herz zum bessern Sinn. 6. Dein sind, o Gott, Mel. 96. Werde munter, mein Gemüthe 2c. beneiden können, den Gott mehr, als mich, beglückt? oder ihm die Leiden gönnen, die der Herr ihm zugeschickt? Sollt' ich je so grausam seyn, fremden Unglücks mich zu freu'n? hämisch Andrer Noth vers 323 Pflichten gegen den Nächsten. mehren, und ihr Glück, schon mein Geist entehrt. aus Mißgunst, stören? 2. Nein, so würd' ich ein Empörer in dem Rei che Gottes seyn; stürzte, Wenn ich sein geringstes Weh' nur mit Schadenfreude säh': würd' ich schon mein Herz entweihen, mich als ein Ruhestörer, mich des Höchsten Huld nicht in eigne Noth und Pein; wäre nicht des Glückes werth, das der Herr auch mir bescheert; ja ich würde -selbst mich hassen, und den Weg zum Heil ver: lassen, freuen. 5. Nein, mit Sorgfalt will ich wehren jedem Drang der Leidenschaft; nimmers mehr soll sie verzehren meines Lebens Lust und Kraft. Treulich) will ich mich bemüh'n, Neid und Mißgunst stets zu flieh'n; will mit Fröhlichen mich freuen, Traurigen mein Mitleid weihen. 6. Schenke du mir, Gott der Liebe, Mitges fühl für Jedermann, daß ich mich, aus reinem Triebe, Andrer Glückes freuen kann! Hilf mir, daß ich, 4. Wollt' ich je die klein liebevoll, Andrer Roth, sten Freuden, die er mehr, so wie ich soll, thätig mir als ich, erfährt, lieblos ihm, zu Herzen ziehe, und zu auch nur beneiden, würde lindern mich bemühe! 3. Orum will ich, mit Ernst, erwägen, daß wir Alle Brüder sind; auch mein Nächster fleht um Segen, und auch er ist Gottes Kind; ja, wie sehr sich der ent ehrt, der, von niederm Neid empört, seinen eig nen Werth verkennet, und kein Glück dem Nächsten gönnet. Mel. Herr Jesu Christ, dich zu uns zc. 312. TIY Für uns're Brüder beten wir, o Vater, Einzelne Pflichten. #f Et op 1 pl p wie für uns, zu dir; gib, der du aller Vater bist, # gib Jedem, was ihm heilsam ist! 2. Dir bringen wir, ben werde treu und fest, Herr, Lobgesang, Anbewer, Gott, von dir sich tung, Ehre, Preis und führen läßt. Dank, der du auch uns're Brüder liebst, und ihnen so viel Gutes gibst! 7. Entreiß' des Lasters Tyrannei die Sünder, Gott, damit sie frei, nur deine heil'gen Pfade geh'n, und einst in dem Gericht besteh'n! 3. Danf, daß du ihrer auch gedenkst, durch Jesum ihnen Hoffnung schenkst; zu deinem Himmel sie auch schufft, zum Glauben sie, zur Tugend rufft! 8. Gib Allen einen fro: hen Muth! bewahr ihr Leben und ihr Gut! erhalt' ihr bestes Eigenthum, des guten Namens Glück und Ruhm! 4. Deß freu'n wir uns, und danken dir, und beten innig, Gott, zu dir: laß stets sie deine Kinder seyn, und ewig deiner Huld sich freu'n! 9. In ihrer Noth verlaß' sie nie, und sind sie traurig, tröste sie! Gib ihnen hier Zufriedenheit; dort deines Himmels Seligkeit! 5. Nimm ihrer väter lich dich an, und leite sie, auf ebner Bahn, zur Weisheit und zum Tugendsinn, dem größten, seligsten Gewinn! 324 Int 6. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück! Im Glaue Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 313. Barmherziger, erhöre der Liebe heißes Fleh'n! Laß den[ die] wir innig lieben, doch deine Pflichten gegen den Nächsten Hülfe seh'n! Er[ sic] liegt Mel. 415. Ich hab' mein' und ringt, und duldet, Sach' 2c. 325 gequält von Angst und Schmerz. Wir seh'n ihn[ fie] 314. Vernimm, o an, und weinen. Wie blu tet unser Herz! Gott, das heiße Fleh'n der Kranken, die zum Tode geh'n. Ach sey in ihrer letzten Noth ihr Freund, ihr Gott! Ein Schlummer sey für sie der Tod. 2. Du pflanztest ja dem Menschen den Trieb des Mitleids ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer seyn! Gern wür den wir ihn[ fiel retten; doch wir sind viel zu schwach. Nur du kannst ihn[ sic] er: lösen von allem Ungemach. 3. Des Leidens schwere Stunden laß bald vorüber geh'n. Doch, Herr, nicht 3. Ach, ihren Seelen unser Wille, der deine soll führe du, Geist Gottes, gescheh'n! Wir fleh'n zu Trost und Hoffnung zu; dir, wir hoffen, Allmächti- und lehre du sie, voll Ver ger, auf dich). Erbarme dich trau'n, und ohne Grau'n, des Kranken,[ der Kranken] hin in die Nacht des Graund hilf ihm[ ihr] väterlich! bes schau'n! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm [ ihr] heute schon, und rufft aus unsrer Mitte du ihn [ fie] vor deinen Thron: dann steh' ihm[ ihr] bei, und führe ihn[ sie] hin durch's dunkle Thal; dann lind're ihm[ ihr], Erbarmer, des Todes letzte Qual! 2. Erschüttert sie noch banger Schmerz: so stärke das beklomm'ne Herz, daß es den Gram, der an ihm nagt, dir, Vater, klagt, und nicht an deiner Huld verzagt. 4. Zeig' ihnen dann den Loh'n von fern, und hilf den Schwachen, Geist des Herrn, daß, wenn sie m Erbarmung fleh'n, sie freudig seh'n, wie der uns liebt, zu dem sie geh'n. 5. Nimm, nach vollbrachtem Lebenslauf, sie zu des Himmels Freuden auf. Verwirf, wenn nun ihr Auge Einzelne Pflichten. bricht, verwirf sie nicht, sucht hin, um einen kleino Herr, von deinem Angesicht. lichen Gewinn, des Nächsten Recht zu kränken! 6. Ach, Gnad' ergehe dann für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Beste nicht ganz rein. Wer könnte dein, Gott, ohne deine Gnade seyn? 326 7. Sey ihnen doch nicht fürchterlich. Erbarm', o Richter, ihrer dich, daß, für die beß're Welt erneut, in Ewigkeit, ihr Herz sich deiner Liebe freut! Gerechtigkeit und Billigkeit. Mel. 15. Komm't her, spricht Christus 2c. 315. Du liebst, o Gott, Gerechtigkeit; wer diese heil'ge Pflicht entweiht; kann nie dir wohl gefallen. Ohn' alles Anseh'n der Person, wirst du einst Jedem seinen Lohn, wie er's verdiente, geben. 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Lust, der Liebe Pflichten üben! Ein Herz, das nur auf Un recht denkt, zu schaden sucht, und Brüder kränkt, wie könntest du es lieben? 4. Nie seufze Jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, auch billig gegen Jedermann, wie du gez beutst, zu leben! 5. Laß mich beständig dahin seh'n, mit Jeglichem so umzugeh'n, wie ich's von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz, durch meine Härte, je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr mit dem Maaß, damit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dieß reize mich zur Billigkeit, und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht ver 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist, zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenken! Nie reiße mich die Hab: gessen. Pflichten gegen den Nächsten. Mel. 162. Alle Menschen| serem Gewinn, Andern un müssen 2c. gerecht begegnen, weil ich reich und mächtig bin? Sollt ich, weil so oft Verbrecher, und erkaufte Urtheilssprecher sich im Glück' und Wohlstand seh'n, Unrecht auch, wie sie begeh'n? 5. Würden der Bedrängten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht stets zittern müssen? Würde nicht schon mein Gewissen mir, mit Angst und Schrecken dräu'n, und ihr erster Rächer seyn? 316. Aller meiner Brüder Rechte sollen, Gott, mir heilig seyn. Wenn ich fie zu kränken dächte, ihres Kummers mich zu freu'n; über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben: dann verletzt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Wil len nicht. 2. Könnt' ich), taub, bei ihren Klagen, ihnen das, aus Eigensinn, oder Neid und Geiz, versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich, ohne Treu' und Glauben, Andern Gut und Ehre rauben: träfe dann mit Recht mich nicht einft ein schreckliches Gericht? 3. Nein, ich will das Unrecht hassen, billig gegen Jedermann, Jedem geben, Jedem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als begehen; will, mit Freuden, lieber niedrig seyn und blos, als, durch Unrecht, reich und groß. 327 4. Sollt' ich, Gott, bei deinem Segen und bei gröf 6. Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es Ungerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Wolltest du auch mein Ver brechen langmuthsvoll nicht hier schon rächen; harrt denn mein am Grabe nicht ein noch schrecklichers Ge richt? 7. Nein, ich will ge recht und billig, selbst auch gegen Feinde, seyn; Niemand drücken, lieber willig Jedem, der mich kränkt, verzeih'n. Hab' ich macht, Einzelne Pflichten. 328 ich will sie nützen, die Bedrängten zu beschützen; ei len, wo Verlaß'ne fleh'n, ihnen liebreich beizusteh'n. 8. Sichern darf ich meine Rechte, aber sanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; Gott, wie groß ist deine Huld! Du vergibst mir meine Schulden; soll't ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind seyn, mich nicht freu'n, so wie du, Herr, zu verzeih'n? 9. Hilf mir immer rich tig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich han deln, ähnlich Jesu, meinem Herrn. Er, der Richter aller Welten, wird mir Alles einst vergelten. Dort ist Ernte, hier die Saat; wohl mir, wenn ich Gutes that! Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. 317. Mein Gott, nach deinen Lehren, darf ich nicht stets begehren, was streng vor Menschen gilt; nicht hart mein Recht erzwingen, und den ins Unglück bringen, der meine Ford'rung nicht erfüllt. 2. Mißlingen der Geschäfte und Mangel seiner Kräfte befiehlt mir Billigkeit. Auch bei dem besten Willen, fann er oft nicht erfüllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. 3. Und ich, Herr, sollt' es wagen, ihm Nachsicht zu versagen, sollt' unerbittlich seyn? Ich sollt' ihn gar nicht hören, sein Elend noch vermehren, Verhaft und Untergang ihm dräu'n? 4. Gern will ich etwas leiden, sein Unglück zu vermeiden, wenn dieses für ihn spricht; auch, bei erwies'nen Klagen, ihm Mitleid nicht versagen, und nicht der Menschenliebe Pflicht. 5. Hab' ich ihm das entrissen, was er durchaus nicht missen, und ich entbehren kann; muß 1 er zu Grunde gehen, und ich sein Elend sehen; was ist der Sieg, den ich ge wann? 6. Wohl ist vielleicht, im Streite, das Recht auf Pflichten gegen den Nächsten meiner Seite; ist's auch| Hunger leidet, und die die Menschlichkeit? Nein, durstig sind, die tränk't; müßte sie den Siegen des eil't, daß ihr die Nackten Rechtes unterliegen, dann kleidet; tröstet die, die wär' ich mit mir selbst ent: Kummer kränkt; Schwa zwei't. che such't zu unterstüßen, Unterdrückte zu beschützen. 7. Nur auf sein Recht zu dringen, und, um es zu erzivingen, den härt'sten Schritt nicht scheu'n, das heißt nicht, sich des Armen in seiner Noth er barmen und als ein Christ gesinnet seyn. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, und zu euch um Hülfe fleh'n, nein, von Mitgefühl getrieben, eilet, Allen beizusteh'n; die auch, die im Stillen leiden, führ't zu unverhofften Freuden. 8. Sein Elend zu vermindern, und seinen Schmerz zu lindern, laß, Gott, mir Freude seyn; stets will ich billig bleiben, mein Recht nie übertreiben, und jede Art der Härte scheu'n! 4. Denk't, es träfen euch die Schmerzen, euch des Dulders herbe Pein; würs den nicht auch euern Herz zen Hülf' und Trost will kommen seyn? Und ihr Güte, Bohlthätigkeit wolltet nicht des Armen und Barmherzigkeit. euch in seiner Noth erbarMel. 134. Sieh, hie bin men? ich 2c. 329 5. Liebe sey dir keine Bürde, keine Last, beglückWohlzuthun ter Chrift, Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülfreich bist. Unsrer Brüder Elend wehren, heißt den Unsichtba ren ehren. 318. W. und mitzutheilen, Christen, daß vergesset nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen beizusteh'n, ist Pflicht, die Vernunft und Schrift uns lehren, und wodurch wir Gott verehren. 6. Ja, es lohnt mit sanften Freuden, der Ver 2. Speiset den, der laß'nen Helfer seyn, seh'n, Einzelne Pflichten. wie sie in ihrem Leiden| Genuß, und durch Schwelsich, durch uns gestärkt, gereien, darf er seinen erfreu'n! Ein betrübtes Ueberfluß frevelhaft entHerz erquicken, welch ein weihen. Soll er Gott himmlisches Entzücken! nicht ähnlich seyn? Hat er seine Gaben nicht, um Brüder zu erfreu'n, wel: dhe Mangel haben? 3. Von dem Himmel schaut der Herr auf der Armen Plagen, ihre Thränen zählet er, höret ihre Klagen; sieht auch, wann das harte Herz kummer: freier Reichen keine Thränen, und kein Schmerz, rühren und erweichen. 330 7. Heil und Glück auf unsern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen auf Barmherzig keit. Was sind Mühen, was Beschwerden, wenn fie so belohnet werden? 8. Laß't uns eilen, unsre Gaben, weil es Zeit ist, auszustreu'n! Was wir hier gesäet haben, ernten wir einst reichlich ein. Seyd barmherzig! Helf't den Armen! Gott wird eurer sich erbarmen! Mel. 161. Schwing dich auf, zu 2c. 4. Ach, das Urtheil ist gefällt, Jammer und Verderben sollen sie in jener Welt, nicht den Himmel, erben. Liebe nur schafft Seligkeit, sie nur kann beglücken, ihre Saaten, hier gestreut, bringen dort 319. Ver der Erde Entzücken. Güter hat, und nicht dem, 5. Reiche, hört's! Erder schmachtet, liebreich barmet euch, fleht zu euch hilft mit Rath und That, der Arme, daß sein Gott seines Crams nicht achtet, auch über euch sich der fühllos treibet seinen Spott einst erbarme, weil ihr, mit der Noth des Armen; als der Dürft'ge schrie, o, wie dürfte der zu Gott flehen um Erbarmen? was er bat, gewährtet, den Bedrängten half't, und sie kleidetet und nährtet. 2. Nicht durch üppigen Pflichten gegen den Nächsten. 6. Mitleidsvoll und hülf:| ersten Leben, wahrlich, reich seyn, seiner Miterlös dieses Alles hab't ihr auch ten Retter werden, und mir gegeben." sich freu'n, Traurige zu trösten; Dank in ihrem Angesicht', und in ihren Blicken Wonne seh'n; ge währt dieß nicht himmli: sches Entzücken? 7. Doch es wird der Gaben Werth, die der Reiche spendet, nur durch Freundlichkeit vermehrt, und sich selber schändet, wer nicht ohne Murren gibt, und bevor er schen fet, erst den Dürftigen betrübt, und durch Härte kränket. 8. Wohl euch, wenn ihr, in der Zeit, mild, wie Gott, gesinnet, Schätze für die Ewigkeit sammelt. und gewinnet! Was ihr hab't, laß't ihr einst hier; was ihr thut den Brüdern, ohne Ruhm und Lohnbe: gier, wird euch Gott er wiedern. 331 9. Jesus sagt dann auch zu euch, als getreuen Knechyten: Erbet meines Vaters " Reich); erbt es, ihr Ge " rechten! Was ihr mei " nen Brüdern gab't in dem Mel. 519. Gott des Himmels 2c. 320. Edel ist es, Freunde lieben; aber gegen Jedermann Bruderliebe, Wohlthun üben, auch dem Feinde, wo man kann, helfen, ohne Selbstgewinn, das ist wahrer Christensinn. 2. Wer sich, zögernd, erst bedenket und den Armen in der Noth, statt zu hel fen, höhnisch kränket, ehret nicht des Herrn Gebot. Sage der nicht, daß er liebt, der mit Spott und Vorwurf gibt. 3. Nur, um Menschenbeifalls willen, milde Gaben auszustreu'n, und nicht lieber auch im Stillen uns des Wohlthuns zu erfreu'n, ist Verrath an unsrer Pflicht, und geziemt dem Christen nicht. 4. Doch, nicht Alle, welche leiden, sind auch gleicher Hülfe werth. Weise Vorsicht muß entschei den, wer mit größer'm Recht Einzelne Pflichten. begehrt; ob nicht das, was| Gott; geb't, so wird auch dieser fleht, einem Wür euch gegeben, Freude hier digern entgeht. und dort das Leben. 5. Wer sich träg', im Müßigleben, nur auf Andrer Mitleid stützt, und, 2. So viel Menschen, so viel Brüder! Ein Gott ist's, der uns erschuf. Wir der Weichlichkeit ergeben, sind Alle Christi Glieder; seine Kräfte nicht benüßt, sich nicht selbst als Men: schen ehrt, ist nicht unsrer Hülfe werth. 332 6. Aber sich des frommen Armen, den Entkräftung niederdrückt, der im Stillen seufzt, erbarmen, das ist weise, das beglückt, gibt des Himmels Vorschmack schon hier auf Erden uns zum Lohn. 7. Glaube, Hoffnung, Liebe währen. Dir, o Höchster, ähnlich seyn, dich am würdigsten verehren, kann die Liebe nur allein; von der Saat, die sie gestreut, reifet ew'ge Seligkeit. 3. Gleichh't dem Vater im Erbarmen, seyd barmher: zig, so wie er! Geb't den Dürftigen und Armen, was ihr geb't, empfängt der Herr. Helf't und eil't; auch ungesehen, euer'n Brüdern beizustehen. 4. Hülfreich zu Bedrängten eilen, ihnen Schutz und Retter seyn; Kummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, trösten und verzeih'n; Gram und Noth in Luft verwandeln, das heißt menschlich), göttlich handeln. 5. Herr, es ist ja von dem Deinen, was wir ge ben; laß uns nie fühllos 321. Send barmher seyn, wo Brüder weinen; allgemein ist Gottes Ruf. So den Bösen, wie den Seinen, läßt der Herr die Sonne scheinen. Mel. 69. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. unser Mitleid tröste sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen wir auch Trost und zig! Menschen, höret die ses heilige Gebot, das uns Jesus Christus lehret: send barmherzig, so wie Hülf' empfahen. Pflichten gegen den nächsten 333 Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit( Treue, Redlichkeit) und Vorsichtigkeit im Reden. Mel. Herr Jesu Christ, mein's Lebens Licht zc. 322.1 ib, Gott, daß ich der Wahrheit # treu und redlich stets im Umgang' sen, entfernt von der Verstellung List, die keines Chri+ 111 sten würdig ist. 2. Verhaßt sen mir die Schmeichelei und glatter Worte Täuscerei; und, was ich denke, streite nicht mit dem, was meine Zunge ſpricht. 3. Hilf mir auch des Vetruges Schein mit Vor sicht flieh'n, und klug zwar seyn, doch ohne Falsch, nach Jesu Rath, in Worten, so wie mit der That. 4. Nicht Offenherzigkeit allein soll eine heil ge Pflicht mir seyn; es sey mir's auch Verschwiegen heit, wo es des Nächsten Wohl gebeut. 5. Nie wandle Menschenfurcht mich an, wenn ich die Unschuld retten fann. Nie will ich mich vor stolzem Dräu'n, nie vor der Macht der Bösen scheu'n. 6. Wer Wahrheit über Alles schätzt, und nicht mit Vorsatz sie verletzt, ist, Gott, dein Freund, und wird besteh'n, wenn alle Falschen untergeh'n. 7. Du bist sein Schirm und Schild, o Gott! Ver folgten ihn auch Hohn und Spott, träf ihn auch Haß der ganzen Welt; 334 Einzelne Pflichten. sein Trost bleibt, daß er dir gefällt! 8. Er wird vor deinem Angesicht' einst strahlen, wie der Sonne Licht, die 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Gefrüh' in voller Herrlichkeit,| walt und List, für Wahrhervorglänzt, und die Nacht zerstreut. 9. Daß einst dieß Heil auch mich erfreu', erhalte mich der Wahrheit treu; laß, wohlgefällig dir zu seyn, mich ihr mein ganzes Leben weih'n. heit hinzugeben, bereit und willig ist! Mit hohem Seelenfrieden, blickt er zum Himmel auf, wo ihm sein Lohn beschieden, nach treu vollbrachtem Lauf. wo er spricht und handelt, flagt nie sein Herz ihn an. 4. So laß denn alles Lügen, Gott, ferne von mir seyn. Nie soll die Mel. 89. Herzlich thut mich Lippe trügen, nie sey die verlangen 2c. Tugend Schein! Es wars ne mein Gewissen mich vor der Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sey! 5. Nie laß mich das versprechen, was ich nicht wohl bedacht; auch dann mein Wort nicht brechen, wann mir's Beschwerde macht; nie soll mich Stolz verleiten, auch nie des Beispiels Macht, als Wahrheit zu verbreiten, was Schmähsucht ausgedacht. 323. Wohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, ganz das ist, was er scheint; nie, wohlzudienen, schmeichelt, nicht doppel züngig spricht, nie Red lichkeit blos heuchelt, nie Treu' im Glauben bricht! 2. Wohl dem, der streng sich hütet, mit Falschheit umzugeh'n, der keine Lügen brütet, die Wahrheit zu verdreh'n! Vor Gottes Augen wandelt er stets 6. Auch da die Wahrheit sagen, wo sie Gefahr mir bringt, dieß laß beherzt auf rechter Bahn, und, mich wagen, wenn Pflicht Pflichten gegen den Nächsten. gefühl mich dringt. Gib| beschämt zu nichte. Deinem Klugheit, daß ich wisse, wo ich, ganz ohne Scheu, freimüthig reden müsse, wo Schweigen besser sey. Blick sind immerdar Aller Herzen offenbar. 2. Mich in Andrer Gunst zu lügen, leerer Schwätze: rei zu freu'n; heuchelnd Brüder zu betrügen, Herr, dieß laß mit Ernst mich scheu'n! Wahrheit leit' an allen Orten mich, in Wer: ken und in Worten; redlich sen des Herzens Grund; redlich sprech) auch stets der Mund. 7. Wenn jemals, mich zu drücken, des Feindes ' Rath gelingt; wenn er, mit bösen Tücken, in Küm merniß mich bringt: so stärke meine Seele, daß sie nicht unterlieg', und Alles dir empfehle; du gibst der Unschuld Sieg. 8. Ein Herz, voll Treu' und Glauben, daß, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Niemand rauben; so scheid' ich aus der Welt mit freudigem Vertrauen, dort werd' ich, als dein Kind, dich mit den From men schauen, die ewig selig sind. Mel. 162. Alle Menschen müssen 2c. Laß, o aß, o 335 324. Gott, mich eifrig streben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! Zu des Himmels sel'gem Leben gehen keine Lügner ein, und vor dei nem Angesichte werden sie 3. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir o Gott, ein Gräu'l; und, ein unglücksel'ges Leben ist ge wiß ihr fünft'ges Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; jeder rechte Menschenfreund ist der Falschheit Ränken feind. 4. Schmäht mich, ohne mein Verschulden, der Verleumder Lästermund; o, so laß mich's still erdulden! Einst wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Una schuld zu bezeugen, so verleihe, daß dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sey! 5. Daß du, Herr, an jes 336 Einzelne Pflichten. dem Orte Zeuge meines| mit Ernst bedenken! Dein Wandels bist; daß kein Lob, des Nächsten Ehr einz'ges meiner Worte, und Nuß, der Unschuld Gott, vor dir verborgen ist, und der Tugend Schutz dieß erwecke mein Gemüthe, beschäft'ge meine Zunge! daß ich mich vor Lügen hüte. Wenn die Falschen unter: geh'n wird der Wahrheit Freund besteh'n. 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheil' ge Spöttereien verrathen ein verderbtes Herz. Daß sie nicht mich entweihen, hilf du mir, Gott, durch dei Mel. 1. Es ist gewißlich an c. 325. Die Zunge, die nen Geist, daß Herz und Mund dich findlich preist, wie es dem Christen zie met. verständlich spricht, hat dir dein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! Mißbrauch' es nicht. Sie bringet Tod und Leben; sie fluchet, und sie lobet Gott, sie segnet und fie treibet Spott; so gut ist sie, so böse! 2. Laß, Herr, mich stets von Herzensgrund, mit Ehrfurcht dein gedenken; dann wird gewiß auch nie mein Mund der Wahrheit Rechte fränken. Ich thue dann, von Schmeichelei, List, Lästersucht, Verstellung frei, auch redend keine Sünde. 5. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, daß redet überall der Christ, spricht, wenn es Nutzen bringet, und scheut den Zorn der Menschen nicht; doch wird auch Schwei gen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. dem 6. Weh' aber verweg'nen Mund, der Schwur und Fluch nicht scheuet! Wie wird des Herzens Leichtsinn fund, und oft zu spät bereuet! Wer frevelnd flucht, thut selbſt Verzicht auf ein barmherziges Gericht, und trotzt 3. Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Thún sich lenfen. Laß dann auch, wann ich reden soll, mich dieß der Gnade Gottes. Pflichten gegen den nächsten. 337 7. Nie will ich, um zu kaufe nicht der höchste hintergeh'n, auf Lügen listig sinnen, will gern die Wahrheit eingesteh'n, durch Ränke nichts gewinnen. Vor Gott nur ist die Wahrheit groß, und Schande wird des Feigen Loos, der frevelnd sie verläugnet. Preis, das zu verrathen, was ich weiß. 4. Wär' auch mein Freund mir ungetreu, und hielt nicht sein Verspres chen, will ich doch, durch Verrätherei, nie meine Treue brechen; will dann auch noch verschwiegen Mel. 141. Mach's mit mir, seyn, und nie der Freund Gott 2c. schaft Recht entweih'n. QU 326. Sen heilig mir, Sicherheit, mir ſeine Sor 5. Nie soll er, ohne Verschwiegenheit, du schöne Pflicht der Freunde! Wer nicht, aus Leichtsinn dich entweiht, der macht Es gen klagen; ich will sie, mit Verschlossenheit, in mei nem Herzen tragen. sey, begehrte er's auch nicht, mir doch das Schweigen heil ge Pflicht. sich selten Feinde. Er scha det Andern, wenn er ſpricht, aus Mißverstand und Vorsatz, nicht. 2. Was man mir als Geheimniß sagt, das will ich treu verhehlen, wie sehr auch Andrer Neugier plagt, es ihnen zu erzähíen. So bleib' ich des Vertrauens werth, mit welchem mich mein Freund beehrt. 3. Wenn höh're Pflicht mir nicht verbeut, es treu: lich zu bewahren, so will ich, mit Bedachtsamkeit, es Niemand offenbaren. Mich 6. Was er nicht fordert, thu' ich doch, aus redlich gutem Willen, um, selbst auch ungeheißen noch, des Freundes Wunsch zu stillen. Der beste Zweck wird oft verfehlt, wenn man ihn nicht der Welt verhehlt. 7. Auch sollen meine Lippen nicht des Nächsten Ruf beflecken, nie Fehler, die der Liebe Pflicht mich bergen heißt, entdecken. Ob man von mir auch Bö: 15 338 Einzelne ses spricht, sag' ich es doch von Andern nicht. 8. So will ich) Andrer, mit Bedacht, auch stets im Reden schonen, durch nichts, was ihnen Kummer macht, je ihr Vertrauen lohnen; verbergen laß mich das mit Fleiß, was, außer mir, mein Freund nur weiß. 9. Gib, daß ich stets, durch wahre Treu', mir sein Vertrau'n verdiene; kein Schwäger, kein Ver räther sey; daß ich mich nie erkühne, aus Haß, aus Rachsucht oder Groll, zu reden, wann ich schweigen soll. Pflichten. in einem Hinterhalt auf lauernd, schadenfrohe Tücke, und Haß in lächelnder Ge stalt; sein Blick, kein Blick der Heuchelei, ist liebreich, offen, gut und frei. 3. Sein Antlig heiter, wie der Morgen, wird trüb', und seine Freud' entflieht, wenn er Bekümmerniß und Sorgen in seines Bruders Auge sieht, und strahlt in neuer Heiterkeit, wenn ein Getrösteter sich freut. 4. Bescheiden, sittsam, ehrerbietig, zeigt immer sich der wahre Christ, nie stla: visch, auch nicht übermüthig, wenn er vor Andern glücklich ist; weil er, wie sein Erlöser, liebt, und freu dig jede Tugend übt. Leutseligkeit und Dienstfertigkeit. Mel. 82. Fürwahr, du bist ic. 5. Er schleicht, für fromm erklärt zu werden, nicht 327. Nicht mürrisch, traurig, Heuchlern gleich, einher. Doch freche, lüsterne Geberden, die Gott mißfallen, haßt auch er; auch selbst in Blicken will er rein, stets froh, nie ausgelassen seyn. finster, ungesellig ist, wer ein Christ zu seyn sich freut; ist, ohne Schmeichelei, gefällig; vereinigt Ernst mit Freundlichkeit. Voll Mit gefühl, nimmt stets sein Herz an Freuden Theil, und Theil am Schmerz. 2. Es liegt in keinem seiner Blicke, gleich wie 6. Durch freundliches Gespräch' erheitert er auch des Blöden Angesicht; und jedes Herz fühlt sich er Pflichten gegen den nächsten. weitert und freudenvoller, ein Mensch, der Dienstbe wann er spricht; denn, was er sagt und was er thut, ist anmuthsvoll, ist wahr und gut. 7. Er wird gefallen, er gebiete, er warne, strafe; er gebeut, er warnt, und straft, voll Lieb' und Güte, mit Ernst und doch mit Freundlichkeit; und tröstet er, wie bald vergißt der Dulder, was ihm schmerzlich ist! 8. Nicht rauh, noch hart, noch menschenfeindlich), nein, eifrig, Jeden zu erfreu'n, In: d sanft und liebevoll und freundlich, soll jeder Schüler Jesu seyn. Ach, wären wir's! Ach, glichen wir, o Vorbild aller Liebe, dir! 9. In allen Worten und Geberden, in allen Thaten wollen wir, in Wahrheit, Menschenfreunde werden, stets ähnlicher, o Jesu, dir; so werden wir uns ewig freu'n, und Gottes wahre Kinder seyn. 339 gierde kennet, und seine Pflicht zu thun, aus Menschenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein Eid, der Welt zu dienen, dringt, das, was sein Herz ihm sagt, aus freiem Trieb, vollbringt. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; aus Dienstbeflissenheit sucht er dieß zu erreichen, er hält für eignes Wohl sich nicht allein gemacht, er fühlt sich für die Welt von dir her: vorgebracht. 3. Die Welt, so denkt er sich, hat Recht auf meine Kräfte; ihr nützen, ist für mich ein seliges Geschäfte. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger Einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Andern hält. 4. So denkt der Menschenfreund, und das ist sein Bestreben, so treu, wie eignem Wohl, zum Wohl der Welt zu leben; ihm wird des Nächsten Glück sein eigener Gewinn, er fühlet fremde Noth, als träfe sie Mel. 173. Wenn du, mein Gott, 2c. 328. Wie felig lebt auch ihn. 340 Einzelne 5. Er eilt, dem, der's bedarf, nach Kräften bei zustehen; sein Anseh'n und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen, sind Mit tel, die er nützt, des Nächsten Trost zu seyn, und ihn, durch Rath und That, mit Hülfe zu erfreu'n. 6. Was Andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn, zur wahren Menschenliebe; kein Stolz, kein Eigennut treibt ihn zur Gütigkeit. Genug, daß Gottes Wort, zu lieben, ihm gebeut. 7. Laß mich auch so gesinnt, mein Gott, durch Christum, werden! Voll re gen Eifers sey mein Leben hier auf Erden, so nüßlich, als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann führst du einst auch mich ins Reich der Liebe ein. Dankbarkeit. Mel. 17. Mein's Herzens Jesu 2c. Pflichten. du ihn herzlich lieben, vere gelten ihm; es ist so süß, des Dankes Pflicht zu üben! Wohlthätig wärmt sie uns fre Brust, und nah' an je nes Lebens Lust gränzt dan: kende Ergießung. 2. Ward Hülfe dir, zur Zeit der Noth, von einem deiner Brüder; vergilt ihm! Theilt' er dir sein Brod, theil' du mit ihm es wieder! O, strebe nach Gelegenheit, ihm Gegenlieb' und Dankbarkeit recht innig zu beweisen! 3. Wird er verfolgt, steh' du ihm bei, rett' ihn vcn seinen Feinden! Verläßt ihn Alles, bleib' ihm treu, hilf ihm zu neuen Freunden! Wenn der Verleumdung tödtend Gift die Ehre seines Namens trifft, sen du der diada Unschuld Retter! 4. Mach' seines Herzens Redlichkeit bekannt; versüß' sein Leben! Sey, ihm zu helfen, stets bereit, das Liebste hinzugeben. Ihm nüße gern dein Fleiß, dein Rath, und deine Dankbar teit sey That, nicht bloses 329. Wenn jemand Wortgepränge! Gutes dir erwieß, sollst 5. Das schwärzeste der Pflichten gegen den nächsten. Laster ist der Undank; nimmer schände er dein Herz! Du bist Mensch, und Christ, 330. Wenn Menschen und ach), des Undanks Ende ist, daß der Redliche dich flieh't, Vertrau'n und Liebe dir entzieht, und Alles dich verachtet! 28 16. Gott ist es, o, vergiß 6. Gott ist es, o, vergiß es nie! der Freunde dir er wecket; und jeder Undant gegen sie, der deine Seel' beflecket, ist wahrer Undant gegen Gott; du treibst mit Gottes Güte Spott, ver kennst du Menschengüte. 341 Mel. 181. Er starb, der größte ic. 7. Benutz' auch nie für dich zu sehr des Wohlthuns milde Gaben! Bedenk', es gibt der Menschen mehr, die Hülfe nöthig haben. Fühl' ihre Noth auch, du allein kannst nicht des Trost's be dürftig seyn; und sie, wie du, sind Brüder. 8. Drum suche freudig auch für sie Wohlthäter zu erwecken, und lasse Neid und Mißgunst nie, o Christ, dein Herz beflecken! Das ist die wahre Dankbarkeit, die Gott gefällt, das Herz erfreut, und reichen Segen bringet. bi streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn, und mich, mit willigem Gemüthe, durch ihren Rath chem Segen segne dann, die und Trost erfreu'n; mit reiich nicht wieder segnen kann. 2. Es zeuge meiner Freude Zähre von meines Herzens Dankbarkeit, wie eifrig ich für sie begehre, was sie beglücket und er freut; mit welchem Ernste mein Gebet für sie zu dir, mein Vater, fleht. 3. Ich will mich aller ihrer Freuden und ihres Glück's, von Herzen, freu'n; voll Kummer über ihre Leiden, gern, wo ich kann, ihr Tröster seyn. Wie sehr fühl' ich mich selbst beglückt, wenn ich erleichtre, was fie drückt! 4. Ich will sie lieben, will sie ehren, will, über mein Bedürfniß, sie, mit meinen Klagen, nicht be schweren, bescheiden seyn, zudringlich nie; und wenn ihr Herz auch Andre liebt, 342 Einzelne Pflichten. nie mürrisch, neidisch und betrübt. 5. Kann ich, was ihnen schadet, hindern, be fördern, was ihr Wunsch begehrt; erleichtern, was sie drückt, und lindern, was sie bekümmert und beschwert: 331. Von dir auf will id), frohlocken will ich), Vater, dann, wenn ich's durch deinen Beistand fann. in Ewigkeit, mit deines Himmels Seligkeit! 7. Erfreue sie mit dei ner Güte, und deine Huld verlaß sie nie! Sey stets ihr Helfer, und behüte vor Widerwärtigkeiten ſie! Trifft dennoch sie Gefahr und Schmerz, o dann gib Ruhe in ihr Herz! 8. Nimm sie, o Vater, mit Erbarmen, wann sie hinüberschlummern, an! Sie haben, weil sie lebten, Armen, mit deinen Gaben, wohlgethan. Belohne sie, Demuth und Bescheidenheit. 6. Und kann ich's nicht, o Gott, so dringe mein eifriges Gebet zu dir: und diese Welt gerufen, steh'n, Bater, alle Menschen hier auf höhern und auf niedern Stufen der Kräfte, die du gabst, vor dir. Du machest was sie wünschen, daß gedoch sind, vor dir, wir Alle arm, du machest reich; linge! Denn, Herr, fie thaten wohl an mir. Auf Jeden, der mir Freuden gab, komm' Freude auch von dir herab. Mel. 187. Dir, dir, Jehovaly 2c. gleich. kint 2. Nicht Jeder hat, was Andre haben, und das ist Güte; denn du gibst dem diese, fenem andre Gaben, weil du uns, Vater, Alle liebst; denn Alle sollen glücklich seyn, und Einer sich des Andern frean. 3. Beglücken, und auch glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller Loos. Nur darum ist der hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand, denn jener braucht, was der erfand. 4. Wer hat mich Andern 343 Pflichten gegen den nächsten. vorgezogen? Wer wieder| entbehret, und Tugend an andre Menschen mir? Nur du, durch freie Huld bewo: gen; denn alles Gute kommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. Geringen gern erkennt und schätzt und liebt, der ehret der Niedrigkeit und Hoheit Herrn. O, wohl ihm! denn Bescheidenheit allein gibt Liebenswürdigkeit. 9. Sie schmückt das Allter, gibt der Jugend den größten Reiz, den Gaben Werth; leiht Glanz und Hoheit jeder Tugend, die eiteln Schimmer gern ents behrt. Nur Demuth und Bescheidenheit ist unsre wahre Herrlichkeit. 10. Gib, Herr, zu allen deinen Gaben auch diese: laß, vom Stolze rein, uns Alles nüßen, was wir haben, uns gegenseitig zu Dann werden erfreu'n. einst, in deinem Reich, an Seligkeit wir Alle gleid). 5. Und wie, ich sollte nicht bescheiden, ich stolz und übermüthig seyn? ich den nicht achten? den benei den? mich, weil er mehr empfing, nicht freu'n? Er hebt mich das denn über ihn, wenn Gott mir mehr, als ihm, verlieh'n? 6. O, laß, in meinem ganzen Leben, mich meines größern Glückes nicht, zu Andrer Kränkung, überheben, verkennen nie der De: muth Pflicht; nicht Andrer Gaben stolz verschmäh'n, und blos auf meinen Vorzug seh'n! Sanftmuthund Friedfertigkeit. 7. Ja, meine Brüder will ich ehren, wie arm, wie niedrig sie auch sey'n. Sie können meiner nicht Mel. 1. Es ist gewißlich an 2c. catbehren, ich kann nicht, ohne sie, mich freu'n. Nimmt 332. Laß mich, Gott, keiner meines Glück's sich an; ach, wie verlassen bin ich dann! Brüder zu erfreu'n, in Mienen und in Blicken, gebieterisch und stolz nicht seyn, und keinen unter: 8. Wer eitler Ehre gern Einzelne Pflichten. drücken; den Haß, den| den Fehlern nicht, so gern Zorn, die Rache flieh'n, ich möchte, schweigen, muß und mich, durch Freund ich, nach des Berufes lichkeit, bemüh'n auch Nie Pflicht, der Fehler Größe dre zu gewinnen! zeigen: so laß, wenn Andre sich vergeh'n, sie doch bei jedem Vorwurf seh'n, daß ich sie liebreich tadle. 2. Voll Sanftmuth, Nachsicht und Geduld, laß mich des Schwachen schonen, gefällig und voll Menschenhuld, die Dienst begier belohnen, durch die man meinen Wunsch er: füllt, und meines Herzens Sorgen stillt, mich tröstet, warnt, und bessert! 3. Der fromme Dulder, der sich scheut, mir seines Kummers Klagen, aus blöder, banger Schüchternheit, so wahr ſie ſind, zu 333. Nach Nuh' und sagen, der seh' in meinem Blick' mein Herz, feb' Mitgefühl bei seinem Schmerz, und Eifer, ihn zu lindern! Eintracht streben und, fern von allem Zwist, mit Andern friedlich leben, als Menschenfreund und Christ; 4. Laß mich mir nie, aus Bitterkeit, der Spottsucht Lust erlauben, und nie, durch Unbescheidenheit, mir Gunst und Achtung rauben; nie schrecke der Verachtung Blick den, der mir Zutrau'n gönnt, zurück, sein Herz mir zu eröffnen! 2. Dieß kann nur dem gelingen, der ihre Wohlfahrt liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung vergibt. 3. Nachgebend und gefällig, und aller Streitſucht Feind, zeigt er sich stets gesellig, und schonet seinen Freund. 5. Darf ich bei frem 344 6. Muß den, der mir gehorchen soll, ich zum Gehorsam dringen, so laß mich, Gott, nicht unmuthsvoll, was ich befehl', ers zwingen; im Warnen auch noch freundlich seyn, bei Strafen jede Härte scheu'n, den Jähzorn unterdrücken! Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2C. Pflichten gegen den Nächsten. 345 4. Er sucht das zu ver- 11. Sie, Herr, stets meiden, was Andrer Rechte hoch zu schätzen, ihr ganz kränkt, weil er von sich mein Herz zu weih'n, bescheiden, von Andern edel und nie sie zu verletzen, laß denkt. mein Bestreben seyn! 12. Mich selbst zu überwinden, gib Eifer, Muth und Kraft; dann werd' ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. 5. Wo sich ein Zwist will regen, da sucht er jeden Streit, mit Klugheit, beizulegen, ist voll Gelas senheit. Mass 6. Der Uebereilung Sünden entrüsten nie sein Herz; er läßt sie Nach sicht finden, besiegt des Unmuths Schmerz. 7. Durch) Spott und 334. Gott, der du de udsid Witzeleien fränkt er den die Menschen liebest, Gnanur, Nächsten nicht; ist millig, nicht strenges zu verzeihen, was nur der Recht, huldvoll und er Jähzorn spricht. barmend, übest an dem 8. Er weiß, sich zu be sündlichen Geschlecht', laß scheiden, wird nicht erbit:| mich deinen Geist beleben, tert, kann auch Wider: daß ich, Vater, als dein sprüche leiden, und nimmt Kind, liebreich sey, wie Belehrung an. du, gesinnt! Herr, du woll'st den Sinn mir ge ben, der bei Fehlern Nachficht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt! 9. Um stets sich gleich zu bleiben, wird er, aus Billigkeit, sein Recht nie übertreiben, weil's ihm sein Herz gebeut. 10. So Fried' und Eintracht lieben, streng mei den jeden Streit; die Brüder nicht betrüben, ist Pflicht, die Gott gebeut. 2. Laß mich meines Nächsten schonen, willig tragen seine Last; und so lang' ich hier soll wohnen, bleibe Zanfsucht mir verhaßt! So verlangt es, 15* Geduld und Nachsicht. mel. 228. Sollt' ich meis nem Gott 2c. 346 Einzelne Pflichten. Gott, dein Wille, und erfreuet uns der Eintracht die Eintracht liebest du; frommer Sinn; unser Herz, Vater, hilf auch mir dadurch ihn erneuet, lohnt ein zu! Gib ein Herz mir, göttlicher Gewinn. Sende, daß die Stille, und den Gott, uns deinen Frieden, Frieden sucht und liebt, dann entflieht die Leidendas, statt Rache, Sanft fchaft, und, durch deines muth übt. Geistes Kraft, sind wir selig schon hienieden, bis einst, in der Herrlichkeit, ew'ger 3. Was kann mehr das Herz beschweren, als die Wuth der Leidenschaft? Friede uns erfreut. Zanfsucht, Groll und Haß verzehren nach und nach des Lebens Kraft; ma chen alt uns vor den Jah ren, und zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wollest mich bewahren, daß des Zornes Raserei nie des Herzens Meister sey! 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, und mit Gleich muth dem begegnen, der zum Zanken Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Frie densfürst, der du uns einst richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Frie: dens, stärke du mich mit deiner Kraft dazu! 5. Ja, mit ew'gem Heil Mel. 519. Gott des Himmels und 2c. 335. Nichte nicht mit Hohn und Strenge, wenn du Andre fehlen siehst. Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sen bedachtsam; richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht. -2. Siehst du stets die tiefsten Gründe von des nächsten Handlung ein? Ist auch), was du tadelst, Sünde? oder trügt dich nicht der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du, auch in sei ner Jugend, stets den Blick ihm zugewandt? und, die Feinde seiner Tugend, sind Pflichten gegen den Nächsten. fie Alle dir bekannt? Wie, du rechnest das ihm zu, daß er Mensch ist, so wie duº 347 8. Sieh' nicht deines Nächsten Leiden schnell als Strafe Gottes an; gönne dem erlaubte Freuden, der sie noch genießen kann; nie gib seinen frohen Sinn scheinbar frommer Schmähsucht hin. 9. Laß die Liebe dich beseelen, die nur ungern Argwohn hegt, und, wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt. Mehre niemals ihren Schmerz; rühre, bess're nur ihr Herz. 10. Nur der Richter aller Welten richtet mit Gerechtigkeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Er, der Ew': ge, hält Gericht; richte du den nächsten nicht. 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch, ohne seinen Willen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; möchte klug seyn bei der Pflicht, aber Bos: heit übt er nicht. 5. Christ, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Näch ster fordern kann! Ach, wie würd' es dich nicht fränken, griff' er deine Ehre an! Du willst Schonung von dem Herrn; übe du auch Nachsicht gern! 6. Selbst bei wirklichem Vergehen, meide, mit Be scheidenheit alles unbefugte Schmähen, Härte, Spott und Bitterkeit. Menschenfreundlich decke du deines Nächsten Fehler zu. 7. Mit dem reinsten Her- 336. Herr, zen biete ihm die Hand zu seinem Glück; bringe, wenn du kannst, voll Güte, von dem Irrweg ihn zurück. Ift, wie jetzt dein Nächster fällt, nicht auch dir manch Netz gestellt? Bersöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. 141. Mach's mit mir 2c. err, der du sterbend noch für die, die dich erwürgten, batest; der du, vor deinem Vater, sie so liebevoll vertratest; wann werd' auch ich dir ähnlich seyn, und meinem Feinde gern verzeih'n? at) 348 Einzelne Pflichten. 2. Ein Sünder, dem noch Rache glüht im auf gebrachten Herzen, der noch mit Wohlgefallen sieht auf seiner Feinde Schmerzen, besteht vor deinem Ange sicht, du Gott der Huld 7. Wie würd' er mich) und Langmuth, nicht.am Weltgericht' dann seinen Sinn bekehren; ihn, der mich haßt, das sanfte Joch der Liebe tragen lehren! Wte göttlich würd' ich mich erfreu'n, könnt' ich des Feindes Herz erneu'n! 3. O Stimme Jesu, Bruder nennen, sich als dringe mir recht tief in ein Freund auf ewig nicht meine Seele:" Wie du ver- von meiner Seite trennen, " gibst, vergibt Gott dir! und Gott erheben, dessen " Erwäg' es, und dann Hand uns für die Ewigwähle! Der wählt den feit verband! " Segen, der vergibt, und der den Fluch), der Rache übt." 4. Sei, Seele, werth der Seligkeit, dich selbst zu überwinden. Duld' und vergib; auch Gott verzeiht, und straft nicht deine Sünden. Nicht Rache, Segen rufe du, Gott ähnlich, deinem Feinde zu! 5. Auch mein Beleidiger hat Theil am Heiland aller Sünder; mit Blut er warb auch ihm das Heil der Todesüberwinder. An mich und ihn ergeht der Ruf des Gottes, der uns beide schuf. 6. O, fönnt ihn meine Sanftmuth noch zu besserm 8. Ja, gern will ich, Gott, auf dein Wort, Haß und Verfolgung leiden; will gern verzeih'n, da du mir's dort vergiltst mit ew'gen Freuden, wenn mir im Himmel einst mein Feind dankbare Freudenthränen weint. Mel. 69. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 337. Auen, welche nicht vergeben, wirst auch du, Herr, nicht verzeih'n! trostlos werden sie im Le ben, trostlos einst im Tode seyn; unentladen ihrer Sünden, auch vor dir nicht Gnade finden. 349 Pflichten gegen den Nächsten. 2. Ob sie reuig zu dir wir in Versuchung kommen, fleh'ten, hörst du doch ihr Flehen nicht, und verbirgst, wie oft sie beten, dein er barmend Angesicht. Sündern, welche Brüder hassen, willst du keine Schuld er lassen. so besiege sie uns nicht; daß wir schnell sie überwinden, soll sie uns gewaffnet finden. Hoe 3. Wie dein Herz mit jedem Sünder väterliches Mitleid hat; wie der To desüberwinder selbst für seine Mörder bat: so soll auch der Christ verzeihen, und sich nicht der Rache freuen. 4. Ad, wir Alle sind Verbrecher, häufen Alle Schuld auf Schuld. Du, der Sünden ernster Rächer! habe noch mit uns Geduld, Sen uns gnädig, daß wir leben, und vergib, wie wir vergeben! 7. Du, der einst sein Blut vergossen, laß uns dir doch ähnlich seyn! Nicht umsonst ist es geflossen, wenn wir uns der Liebe weih'n. Es verbürgt uns ewig Leben, wenn wir, so wie du vergeben. 8. Heil uns! Gott verzeiht uns Sündern, geht mit uns nicht in's Gerid) t, nimmt uns auf zu seinen Kindern, zürnet mit uns ewig nicht. Laß't uns beten, laß't uns kämpfen, alle Rad)' in uns zu dämpfen! Mel. 15. Komm't her, spricht zc. 5. Wir dir's mit Freuden, willig wollen wir 338. Gott, deines verzeih'n; nie uns rächen, wenn wir leiden, nie zu dir um Rache schrei'n; täglich) vor dein Antlig treten, und auch für die Feinde beten. 6. Stärk' uns, Vater, deine Frommen, treu zu bleiben dieser Pflicht! Wenn Beifall's mich zu freu'n, in Wort und That ein Christ zu seyn, der Tugend nur zu leben, will ich dem Feinde, der mich kränkt, und mich zu unterdrücken denkt, voll Sanftmuth, gern vergeben. shugh 2. So sehr mich auch sein Einzelne Pflichten. 350 Haß betrübt, wenn ich ihn sonst als Freund geliebt, und immer lieben wollte: so wenig, Gott, erlaubst du mir, daß ich, voll Zorn und Nachbegier, ihn wie der kränken sollte. 3. Als Mensch sey er mir immer werth, wie er auch deine Huld erfährt; ich darf ihn nicht betrü ben; sein Haß berechtiget mich nicht zur Uebertretung meiner Pflicht; den Feind auch soll ich lieben. 4. Du, Gott, voll Nachsicht und Geduld, erzeight uns Allen duld, nach der du mich verschonest; verdiente nicht, daß du verzeih'st, mit so viel Segen mich erfreu'st, und ewig einst belohnest. 7. O, laß mich Haß und Rachgier scheu'n, durch Wohlthun auch den Feind erfreu'n, und zu gewinnen suchen; aus roher Unversöhnlichkeit, die nur erbittert, nicht verzeiht, nie meinem Hasser fluchen! 8. Empfänd' ich noch so tiefen Schmerz, laß Herz, sanft zu gewinnen mich sein unverföhnlich trachten, weil ich, entfernt von Haß und Groll, sein Glück, so wie das meine, soll stets zu befördern trachten. 9. Und wenn er sein Vergeh'n bereut, mir seine Hand zum Frieden beut, sich mit mir zu vergleichen: so laß mich, fern von Heuchelei, von List und von Verstellung frei, ihm treu die meine reichen. dein Sonnenschein und Regen erquickt nicht Fromme nur allein, auch Böse ſuchst du zu erfreu'n, auch sie beglückt dein Segen. 5. Und dennoch sollt ich nicht, wie du, voll Huld, zu meiner eignen Ruh', auch meinen Feind noch segnen? nicht dem Beleidiger verzeih'n? aus Rachsucht unversöhnlich seyn? ihm nicht als Christ begegnen? 10. So fürcht' ich nicht, 6. Nicht würdig wär' Gott, dein Gericht; ich ich deiner Huld, nicht kann, mit froher Zuvers werth, o Vater, der Gesicht, mich deiner Liebe Pflichten gegen den nächsten. freuen; und üb' ich hier meine Uebungszeit Versöhnlichkeit, so darf ich sterbend nicht bereuen. Eigne Melodie. 339. 5/910 wit € $ + der mir zu schaden sucht. Mit Güte will ich ihm wenn er aus Haß mir flucht. ✰ Gebot. 351 einst Nie will ich dem zu schaden ſuchen, Nie will id) meinem Feinde fluchen, R 1 begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn segnen; dieß ist des Herrn 105 3. Wahr ist's, Verleumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch selig, wenn ein gut Ge 2. Er, der von feiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanftmuth wissen zu unsrer Ehre und Geduld. Will ich, sein Jünger, wieder schel: ten, da er nicht wieder schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? spricht. Dieß will ich desto mehr bewahren; so bessert mich mein Feind, und lehrt mich, weiser zu verfahren, indem er's böse meint. 20 352 Einzelne Pflichten. 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann; und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute seh'n, und dieses Gute von ihm sprechen; wie könnt' er länger schmäh'n? 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeih'n, und als ein Christ, bereit zum Frieden, bereit zu Diensten seyn. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhitzt: will ich im Stillen für ihn beten, und Gott vertrau'n; Gott schützt. auch der Schmerz, von Menschen Unrecht leiden; doch soll, bist du ein Christ, dein Herz sich nicht am Zorne weiden, soll alles Unrecht gern verzeih'n, nicht eigenmächtig Richter seyn. 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, du sollst sie dennoch üben, sonst bist du nicht des Hei lands Freund, der sie dir vorgeschrieben. Empöret auch dein Unmuth sich; sieh' Jesum an, besiege dich! 4. Wer hat je größern Widersprnch) von Sündern hier erduldet, als er, der Herr, der Schmach) und Fluch von Andern nie verz schuldet? Und dennoch will Mel. 141. Machs mit mir er liebevoll, daß Jeder selig Gott 2c. 340. Verbittre dir Verbittre dir dein Leben nicht, o Christ, Durd) eigne Rache! Ver geben ist des Menschen Pflicht, Vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und verzeiht. 2. Sey dir empfindlich werden soll. 5. Ihm folgen, ist dein wahrer wahrer Ruhm, Beleidigern verzeihen, bringt Ehre deinem Christenthum; sich ihres Falls nicht freuen, nicht den, der dich schmäht, wieder schmäh'n, gereicht dir selbst zum Wohlergeh'n. 6. Im Zorn' denkt Niemand ernstlich nach, was Gott gefallen sollte; die Pflichten gegen den Nächsten. Rache selbst vermehrt die ich gern, so wird für mich) Schmach, die man be: die gute Sache sprechen. strafen wollte. Was recht Dein Wort empfiehlt der ist, das wird nicht bedacht, Sanftmuth Sinn, gibt ihm wenn deine Rachgier wild den Himmel zum Gewinn. erwacht. 7. Die Rachgier reißt Gerechtigkeit und Glauben aus dem Herzen, stört des Gemüths Zufriedenheit und straft mit bittern Schmer zen. Sie hindert Dank, Ge bet, Bertrau'n, und raubt 341. Mein eignes den Muth, auf Gott zu bau'n. Leben nicht allein, auch meiner Brüder Leben soll mir, o Vater, heilig seyn, und deinen Ruhm erheben. Nach Kräften will ich ihnen gern, von Kaltsinn, Neid und Rachsucht fern, ihr Leben zu beschützen, durch Rath und Hülfe nützen. 2. Mit Ernst ermahnen will ich sie, mit Freundlichkeit sie bitten, den Se gen der Gesundheit nie, durch Leichtsinn, zu zerrütten. Was ihres Lebens Frieden stört, was ihrer Sorgen Bürde mehrt, das will ich stets, mit Freuden, entfernen und vermeiden. 3. Es müsse, wer mir dienstbar ist, nie über Härte 8. Was dir von Men schen widerfährt, quillt oft aus deinen Sünden; du handelst thöricht und ver: kehrt,- wie kannst du Ach tung finden? Reiz' nicht des Feindes Uebermuth; sen heiter, weise, sanft und gut! 353 9. Durch Sanftmuth übe nur die Pflicht!- wirst du den Feind besiegen; o, raube deiner Seele nicht dieß göttliche Vergnügen! Dann wird der Herr auch dir verzeih'n, dein Vater und Vergelter seyn. 10. Herr, aus Gehor: sam gegen dich, will ich mich selbst nicht rächen! Verzeih' Sorgefürdes Nächsten Leben, Gesundheit, Ehre, Eigenthum. ( Wiedererstattung). Mel. 78. Durch Adams Fall 2c. Einzelne klagen! Wie dürft' ich je, als Mensch und Christ, die Schonung ihm versagen, die mir, o Herr, dein Wort gebeut? Wie dürft' ich), fern von Menschlichkeit, mein eignes Wohl zu mehren, der Brüder Last 342. Theuer, erschweren? 354 4. Des Schwachen Führer will ich seyn; den Kran: ken will ich pflegen; den Traurigen mit Trost er freu'n auf seinen Leidenswegen; will eilen, beizusteh'n in Noth; will retten aus Gefahr und Tod, will Schmachtende erquicken; will helfen und beglücken. 5. Mein Herz, zur Ret: tung stets bereit, soll sich, auch in Gefahren, vor Härte, Unempfindlichkeit und Feigheit, streng bewah ren. Der Retter eines Lebens seyn, ist Wonne mir nicht hier allein, auch noch in bessern Welten willst du es, Herr, vergelten. 6. So laß mich denn des Lebens Gut, als dein Geschenk, verehren, und, mit der Liebe frohem Muth, auch) Andrer Elend wehren! Wenn dann der Tod sie Pflichten. scheiden heißt, so quält kein Vorwurf meinen Geist, und ich kann, ohne Grauen, auf ihre Gräber schauen. Mel. 519. Gott des Himmels 2c. wie mein eignes Leben, wie mein Ruf und Eigenthum sey mir, Menschen, euer Leben, euer Eigenthum und Ruhm, Alles, was euch Gottes Rath gab und noch bestimmet hat. 2. Streb't schon in der Zeit der Jugend nach Verdiensten, werb't, gewinn't durch Geschäftigkeit und Tugend, die die besten Schätze sind; werdet an geseh'n und reich); o, wie gerne gönn' ich's euch! 3. Immer will ich, frei vom Neide, und vom Eigennutze rein, euer's Se gens, eurer Freude, euer's Glücks und Ruhms mich freu'n; froh, daß unser Gott euch liebt, euch so mild und reichlich gibt. 4. Allen helfen, eifrig ihnen wohlthun, wie mein Heiland that, Schaden Pflichten gegen den Nächsten. wehren, Allen dienen, dem| nehme, wo er fann, der mit Hül fe, dem mit Rath; willig, jedes Unrechts Feind, aller Menschen wah: rer Freund. 5. Lasset uns einander lieben, gern einander glück: lich seh'n, Reinen kränken und betrüben, Keinen drücken, Keinen schmäh'n; christ: lich, wie uns Gott gebeut, meiden auch den kleinsten Streit! bm 355 Unser Wort laß't uns nicht brechen, nie entweih'n, durch: falschen Eid; von Betrug und Ränken rein, lieber arm, als treulos seyn! 6. Laß't uns halten Treu' und Glauben, flieh'n, was Andern schädlich ist; Arme, Schwache nicht berauben, durch Betrug, Gewalt und List. Sieht und straft der Höchste nicht falsches Maaß und falsch Gewicht? 7. Ja, es sey, was wir versprechen, auch zu 343. Wenn du des halten uns nicht leid. Nächsten Ehr' und Achtung such'st zu schmälern, und von nichts lieber sprichst, als von des Bruders Fehlern, aus Ehrsucht oder Neid, verkleinerst seinen Ruhm, deck'st seine Schwach heit auf; wo bleibt dein Christenthum? 8. Hassen laß't uns alle Lügen, alle Schmähsucht; Jeder sey offenherzig und verschwiegen, in der Freund schaft fest und treu; Jeder Verleumdeten sich an! 9. Laß't uns Gutes gern belohnen, wie es unser Gott belohnt, und der Brüder Fehler schonen, wie der Herr auch unsrer schont. Ach, er schont mit welcher Huld, welcher Langmuth und Geduld! 10. Also laß't, von Gott getrieben, uns einander gern und treu, und als seine Kinder, lieben, ohne Zwang und Heuchelei! O, wie selig werden wir dann nicht werden, dort und hier! Mel. 173. Wenn du, mein Gott 2c. 2. Wenn du, aus Arg wohn blos, von ihm nur Böses denkest, und, durch) 356 Einzelne Pflichten. ein falsch Gerücht, ihm| 6. Die Thränen zählt schadest und ihn kränkest; der Herr, die von gekränkwenn deine Eifersucht, wenn ihn dein Spott ent: ehrt; sprich selbst, bist du dann noch des Christennamens werth? ten Frommen, die du ent ehret hast, mit Seufzern vor ihn kommen. Es kommt gewiß ein Zag, wo Gott einst vor Gericht, im Angesicht der Welt, auch dir dein Urtheil spricht. 3. Wenn du den Läst': rer hörst, und unter Spöt: tern sizest, und, blos aus Menschenfurcht, nicht Andrer Unschuld schüßzest; wenn, aus Gefälligkeit, du selbst Verleumder bist, und nichts zum Besten kehrst; bist du dann noch ein Christ? 4. O Mensch, bedenke doch, Gott hört an jedem Orte, wo du nur immer bist, ein jedes deiner Worte! Und er, der Alles sieht, er sollte dich nicht seh'n, wenn du dich frech erkühnst, die Unschuld selbst zu schmäh'n? 5. Wenn du der From men lachst, wenn du die Tugend schändest; dem Würdigern das Lob, das er verdient, entwendest; Verleumder, 7. Und dennoch wolltest du des Nächsten Ehr' verlezzen, und, wenn du sie verletzt, nicht schleunig fie ersetzen? Nein, künftig sey sie dir so werth, als eig ner Ruhm. Beschütz' und rette sie stets als ein Heis ligthum. 8. Wie hoch verbeut uns Gott den Mißbrauch uns rer Zungen! Drum hüte dich, o Christ! vor allen Lästerungen. Wer in dem Nächsten gern den Menschen liebt und ehrt, den ehrt auch Gott, der bleibt des höchsten Beifalls werth. 60 dan Mel. 175. Mache dich, mein Geist 2c. Gott, wie zügellos dann 344. Gott, dem Git du ihn in den Seinen schmähst? Dein Richter hört dir zu. Eigennuße will ich mich nicht ergeben. Nie wird sein Begehren still, er vergällt Pflichten gegen den nächsten. und mißhandelt Freunde. mein Leben. Es entflieh'n kriecht vor seinem Feinde, mir durch ihn tausend edle Freuden, wandeln sich in Leiden. 2. Durch sein niedriges Gewühl wird das Herz verödet, jedes edlere Gefühl in der Brust ertödtet. Sein Geheiß gibt mich preis jeder Sünd' und Schande, löst der Menschheit Bande. 357 6. Er, der fremden Elends lacht, hat, durch seine Tücke, manch Verbrechen schon vollbracht, und, mit scheelem Blicke, freut er sich inniglich, wenn sein Nächster leidet, dessen Glück er meidet. 7. Nichts erweicht sein hartes Herz; mit der Noth 3. Geldgier, die mir des Armen, mit deß kranTag und Nacht keinen ken Dulders Schmerz fühlt Frieden schenket, quälet er fein Erbarmen. Ja, mich, wenn seine Macht er schmäht den, der fleht, all' mein Wollen lenket; nur um sein Begehren denn er hat, nimmer satt, schleunig abzuwehren. jeden neuen Morgen immer neue Sorgen. 8. Gott, laß solche Lei: denschaft mich doch nie be rücken; gib mir Wachsamkeit und Kraft, daß ich ihren Stricken mich entzieh', damit nie Eigennut mich schände, dir mein 4. Dein Bild, Vater, wird in mir frech, durch ihn zerstöret. Der erkennt nicht, daß er dir, Heil'ger, an gehöret, der nicht dich, auch nicht sich, noch die Herz entwende! Brüder ehret, nicht der Habsucht wehret. 9. Jesus sey ein Vor bild mir, er, der selbst 5. Als des Eigennutzes sein Leben, für der BrüKnecht, scheut er keine der Wohlfahrt, hier willig Sünden, und kein Weg hingegeben. Ich bin sein, ist ihm zu schlecht, was er sey mein; nicht Ge er sucht, zu finden. Ach, winn, noch Leiden, soll er lügt, und betrügt, von ihm mich scheiden. Einzelne Mel. 322. Herr Jesu Christ, mein's 2c. 358 345. Fern sen mein Leben jederzeit von aller Ungerechtigkeit! Wie könnte sonst dein Freund ich seyn, und deines Beifalls Gott, midy freu'n? 2. Wer seines Nächsten Rechte kränkt, auf Andrer Schaden koshaft denkt, ver letzet des Gewissens Pflicht, und ehret dich, Gerechter, nicht. 3. Du schreibst in je des Herz, o Gott, tief ein das billige Gebot: Was du nicht willst, daß dir's geschicht, das thue du auch Andern nicht! 4. Berletz' ich nun, o heil'ger Gott, durch Unrechthandeln, dieß Gebot: Allwissender, bin ich es nicht, der dann sich selbst sein Urtheil spricht? 5. Ich soll- dieß sagt, Herr, dein Gebot, das jedem Sünder Strafe droht, nie ungerechten Gut's mich freu'n, ja, selbst nicht dar nach lüstern seyn. 1 Pflichten. durch Betrug und Diebe: rei'n, an ihrer Habe, ihrem Gut den Brüdern boshaft Schaden thut. 7. Wohlan, mein Gott, bewahre mich vor allem Unrecht väterlich! Beging' ich's je, so sey mir's leid, und zum Ersatz mein Herz bereit! 8. Wer Undern Schaden je gethan, und, wenn er ihn erstatten kann, sich) des sen weigert, findet nicht, vor dir Erbarmen im Ge: richt'. FONTA 9. Auf Baße, die er meint zu thun, kann nie dein Wohlgefallen ruh'n, wenn er das Unrecht, das er that, nach Kräften nicht ersetzet hat. The NCTION 10. Gib, Herr, daß ich dieß wohl bedenk, und nie durch Unrecht Andre kränk! Nicht Habgier, ja, selbst Armuth nicht, verleite mich von meiner Pflicht! 11. Drum laß mich fern seyn jederzeit, von aller Un gerechtigkeit! Du bist gerecht, dieß sen auch ich! In diesem Sinne stärke 6. Dein Segen kann mit dem nicht seyn, der, mich! Pflichten gegen den nächsten. Sorgefürdes Nächsten| selig werden woll't, wie Weisheit,( Erkennt ihr's werden könn't, und niß) Tugend und See sollt! lenruhe. 4. Auch für meiner Brü der Seelen, nicht für mein Heil nur allein, soll ich sorgen, wenn sie fehlen, soll ich gern ihr Führer seyn. Wenn sie fündigen und sterben, und ich rief nicht vom Verderben, wo ich könnte, sie zu dir: for: derst du ihr Blut von mir. 359 Mel. 162. Alle Menschen müssen sterben 2c. 346. Laß, o Jesu, mid) empfinden, welche Seligkeit es ist, daß du, mich vom Wahn und Sünden zu befrei'n, erschienen bist; daß ich Gottes Wege walle, daß du liebreich, eh' ich falle, die Gefahr mir offenbarst, mich noch warnest, mich bewahrst. 2. Daß, durch deinen Geist getrieben, und durch feine Kraft erneut, ich den Höchsten möge lieben, freu dig thun, was er gebeut; daß ich willig unterlasse, das, was ihm mißfällt, und hasse, als ein dir ge treuer Christ, was vor Gott ein Greuel ist. 3. Ach, wie könnt ich dieß empfinden, und doch fühllos Menschen seh'n, in der Sclaverei der Sünden, Wege des Verderbens geh'n, und nicht rufen, daß sie's hören: Eil't, ihr Brüder, 7. Laß ihn seh'n an umzukehren, wenn ihr meinen Freuden, wie be 6. Hilf du selbst mir ihn erweichen und, wenn meine Bitten nicht bis zu seinem Herzen reichen, sey mein Beispiel ihm ein Licht, daß an mir er sehen möge, wie nur der, der deine Wege hier, voll Muth und Eifer, geht, bis ans Ende wohl besteht. 5. Von des Irrthums Finsternissen selbst errettet, soll auch ich unterweisen deß Gewissen, der von deinem Wege wich; soll ihm zeigen, was ihn blende, und, daß er zu dir sich wende, vor dem Fall ihn warnen, ihn bitten, weil er kann, zu flieh'n. Einzelne Pflichten. glückt der Fromme ist, im Leben, durch Rath und wie du, selbst im schwersten durch Erinnerung, durch Leiden ihm noch Freund gutes Beispiel, streben; ihm und Vater bist, daß auch Achtung für Religion und er der Lust der Erde sich Liebe gegen deinen Sohn entreiße, heilig werde; fest suchen einzuprägen! ganz sich deinem Dienst zu weih'n, selig, so wie ich, zu seyn. 4. Je mehr du mir Gelegenheit und Fähigkeit verliehen, je mehr laß mich, mit Redlichkeit, die See360 Mel. 1. Es ist gewißlich len, die dich fliehen, zu retten noch beflissen seyn, und nicht Verdruß, nicht an 2c. 347. Gott, meines Arbeit scheu'n, dir Gott, Nächsten bestes Theil laß mich stets theuer achten, und auch nach seiner Seele Heil, mit Lieb' und Sorgfalt, trachten. Du schufst sie zur Unsterblichkeit, und haft sie selbst zur Seligkeit, durch deinen Sohn beru: fen. 2. Den Nächsten zur Verschlimmerung, zu Thorheit, Eitelkeiten, zum Jrrthum, zur Verfündigung, durch List und Zwang, verleiten; durch That und böses Beispiel, ihn in Laster Verderben zieh'n; o Gott, weld) ein Ver brechen! und 3. Laß mich nach seiner Besserung im Glauben und sie zuzuführen. 5. Gibst du mir Kinder, Herr, mein Gott, gibst du mir Hausgenossen: laß mid) dein heiliges Gebot sie lehren unverdrossen. Du gabst sie mir, und deine Hand wird dieß mir anvertraute Pfand von mir einst wieder fordern. 6. Kann ich nicht zeit: lich Gut und Glück den Meinigen erwerben: das reichste Gut laß ich zu rück, wenn sie nur Tugend erben. Hilf, Gott, daß ich ihr Vorbild sey, von Sünden und von Lastern frei, fie fromm für dich erziehe. 7. O, wohl mir, wenn Pflichten gegen den nächsten. 361 ich Andre nie geärgert und ten hinzuzieh'n; und leuch verblendet, durch Leichtsinn tet ihnen stets mein Licht, oder Bosheit sie von dir, so fehlt mir deine Liebe Gott, abgewendet! Ward nicht. irgendwo, durch meine Schuld, ein Mensch verlu stig deiner Huld, so gib, daß ich ihn beg're. da 3. Wie viel wird, durch des Beispiels Macht, in deine Menschenwelt ges bracht! Es wirkt im Stil len um sich her, und Andre fühlen immer mehr, leicht, von seinem Reiz belebt, ihr Herz ihm nachzuahmen strebt. mond 8. Laß Jeden, den sein Unrecht reu't, vor dir Vergebung finden, der Tugend, wie die das Herz erfreu't, er: hab'ne Lust empfinden. Führ' ihn zurück zur Hei ligung; laß mich), durch eigne Besserung, ihn stärken und erbauen. 4. O, wehe dem, der sorglos bleibt, und kühn des Lasters Werke treibt, den nie der Blick der Unschuld rührt, und nie zur Mel. 125. Vater unser, im Lebensweisheit führt; der 10sl Himmelreich 2c. selbst die Schwachen gern berückt, und listig in sein 348. Von dir, der Netz verstrickt! meine Freuden schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nüglid) in der Welt zu seyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, der ist auch keiner Freude werth. 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte redlich mich be müh'n, auch sie zum Gu: 5. Wie trostlos wird er einst sich seh'n, wann die Verführten um ihn steh'n, und wenn alsdann auch ihre Qual noch mehret seiz ner Leiden Zahl, wie ist sein frecher Geist verzagt, weil sie ihn, Herr, vor dir verklagt! 6. Ich flehe, Gott, empor zu dir: ach, fern' sey dieses Loos von mir! Mein Beispiel leite jederzeit auch 16 362 Einzelne Pflichten.in Andre hin zur Frömmig: 2. Die Liebe sorgt, daß keit! Die schönste Lehre sie nicht schade; sie treibt fruchtet nicht, wenn ihr nicht Muthwill', stellet nicht mein Leben widerspricht. sich ungeberdig; auf dem Pfade der Tugend, auf der Bahn der Pflicht, geht ſie auch Andern leuchtend vor, und ziehet sie zu sich empor.d 7. Verleihe selbst mir Trieb und Kraft, zu thun, was Heil und Segen schafft, und jede meiner Reden sey von allem Reiz zur Sünde frei! In meinem Kreise herrsche nur der Sinn für Unschuld und Natur.dongban schlüpfrig Wort ihr Herz 3. Ein frecher Blick kann Böses stiften, den Kinder, uns belauschend, seh'n; ein vergiften, noch ehe sie es ganz versteh'n. Bald ist die schnöde Lust erweckt, das Kind vom Laster angestedt. 8. Wer hier, durch Beispiel, Rath und That, den Christengeist verbreitet hat, der sieht sich einst mit Ruhm gekrönt, wann seiner Brü der Dank ertönt, und er, von Seligen umringt, das hohe Lied des Himmels fingt. 10 4. Die Unart der Ge wohnheitssünde, die böse Lust bei uns gebar, lebt bald als Abdruck auch im Kinde, das erst noch rein und schuldlos war; denn mehr, als der Ermahnung Wort, reißt Beispiel junge Herzen fort. 49 driot bollfor$ 109.6 Mel. 187. Dir, dir Jehonevah zc. 5. Die Wahrheit selbst kann sie gefährden, des losen Irrthums Quelle seyn; das Beste kann verfänglich) werden, den Reinen nur ist Alles rein. Dem ju gendlichen Unverstand beut, täuschend, Phantasie die Hand. 349. Wer ärgert der Geringsten Einen, nicht, was er spricht und thut, be wacht, und böses Beispiel gibt den Kleinen, mit schonungslosem Unbedacht: er sen auch, was er sey, er ist kein edler Mensch, kein wahrer Christ. Pflichten gegen den nächsten. 6. Der Kinder Trieb, Sünde, glaubensvoll, und uns nachzustreben, sen denn ein rühmlich Ziel gesteckt, und ihre Schule sey daß Leben der Eltern, daß sie unbefleckt und schuldlos sich des Daseyns freu'n, und künft'ger Wohlfahrt Sa: men streu'n. gerecht vor dir zu leben, auszurichten, was ich soll. Dieß zu thun, gibt Licht und Stärke, daß, im Fleiße guter Werke, ich, von allen Fehlern frei, jeder Tugend Vorbild sei. 7. Dann wirkt das redliche Bemühen, zu wachen für der Unschuld Glück, und sie zum Himmel zu erziehen, veredelnd auch auf uns zurück; es wird der Sünde Hinderniß, und macht uns unsrer selbst gewiß. 3. Allen' will ich nützlich werden; ungehorsam keiner Pflicht; nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach meinem Tode nicht! Seelen, lange nach dem Sterben, durch sein Beispiel zu verderben, daß sie dich, o Heil'ger, flieh'n: welch ein Fluch, wie fürcht' ich ihn! Mel. 162. Alle Menschen müssen ic. 350. Dir zu leben, dir zu sterben, ewig, Va: ter, dein zu seyn, und, mit deines Himmels Erben, deiner Wonne mich zu freu'n, wann des Abschieds Thränen fließen, meine Augen sanft sich schließen; diese Gnade wünsch ich mir, die er: bitt' ich mir von dir. 2. Daß ich's könne, laß mich streben, frei von 363 4. Aber, welch ein hoher Segen, o. wie sehnlich wünsch ich den! ist es, auf der Tugend Wegen seinem Tod' entgegen geh'n! Auch nach ihm noch Brüdern dies nen, ein Beweis, ein Dent: mal ihnen, wie es ewig uns erfreu', Gott zu folgen, gern und treu. 5. Dieß begehr' ich, will auf Erden reichlich guten Samen streu'n; folch ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freu'n. Dir auch Sünder zuzufüh 364 Einzelne ren, soll sie, Herr, mein Bei spiel rühren, daß sie, einst bei dir zu seyn, standhaft sich der Tugend weih'n. Pflichten. 2. Gib Kraft und Weisheit, daß ich nur auf gutes Beispiel achte, mich freue jedes Edeln Spur, und gleich zu trachte den Frommen, die, treu jeder Pflicht, froh wandeln, Gott, in deinem Licht. werden 3. Es leucht' auf mei nes Glaubens Licht in Worten und in Werken, daß Andre sich zu frommer Pflicht, auch durch mein Beispiel, stärken, und Tugend, die an mir sich zeigt, der Brüder Herz zur Tugend neigt. 4. Weh' mir, wenn auf des Lasters Bahn mein Beispiel Andre führte, sie das, was ich gesagt, ge than, zur Sünde reizen würde! Weh' mir, wenn je, durch mich verführt, ein Mensch den Pfad des Heils verliert! 5. Bewahre mich, o 351. Daß ich das Böse Herr, mein Gott, daß nie mein Thun und Leben, durch Leichtsinn, frechen Scherz und Spott, mög' Undern Anstoß geben. Mein Herz und Wandel müsse rein, und Wort und That 6. Daß auch das, was ich verlasse, Erben nicht zu Zwist und Streit reizen möge, nicht zum Hasse, noch zur Ungerechtigkeit, will ich, weil ich lebe, sorgen; denn mein Tod ist mir verborgen. Hab' ich so mein Haus be: stellt, scheid' ich freudig von der Welt. 7. In den letzten Augen: blicken nicht mehr sorgen dürfen; dann sagen können, voll Entzücken: Vater, Va ter, nimm mich an, der ich dir nun meine Seele, und die Meinigen befehle! Hab' ich dieses Ziel erreicht, wie wird dann mein Sterben leicht! Mel. 141. Mach's mit mir, Gott 2c. nie, bethört durch bö ses Beispiel, wähle; nicht, wo man Böses sieht und hört, nachahmend mich ver: fehle; o Gott, der alles Gute schaft, gib dazu Weisheit mir und Kraft! stets nützlich seyn! Pflichten gegen den Nächsten. 365 Mel. 56. An Wasserflüssen wenn ich nicht stolz, nicht bin; auch Babylon zc. Andre lernen, durch De 352. Gott will, ich muth und Bescheidenheit, von Stolz und feiger Schüchternheit sich weise zu entfernen! 4. In einem jeden Wirfungskreis, den Gott für mich beschieden, als Kind, als Jüngling, Mann und Greiß, darf nie mein Herz ermüden, durch Unterwers fung, Lernbegier, durch Ernst und Klugheit nicht blos mir, nein Andern auch zu nützen; den Eltern danke bar stets zu seyn, der Ju gend meinen Rath zu leih'n, die Unschuld zu beschützen. 5. Als Gatte, Vater, Herr und Freund, soll ich stets christlich handeln, so reden, wie mein Herz es meint, und stets mit Vor sicht wandeln; soll nie mich meiner Pflicht entzieh'n, soll ernstlich jede Sünde flieh'n, und ihrem Hang entsagen, daß die auch, die, Gott, deine Hand mit mir, zu ihrem Glück, verband, nie eine Sünde wagen. 6. Die wahren Freunde soll nicht mir allein, ich soll auch Andern leben, mein ganzes Herz der Tugend weih'n, ein gutes Beiſpiel geben. Durch die Erfüllung dieser Pflicht, durch Sitten, Lehren, Unterricht, soll ich den Brüdern nüßen, an jedem Ort, zu jeder Zeit, in dem, was sie erbaut, er: freut, und sie vor Uebel schützen. 2. Kein Stand, so nie drig er auch sen, kein Glück, das mich erhebet, macht je von dieser Pflicht mich frei; von Tugendfleiß belebet, fehlt mir's nie an Gelegenheit; bald Demuth, bald Barmherzigkeit, baldSanft: muth auszuüben; mich mei ner Brüder Wohl zu weih'n, stets redlich gegen sie zu seyn, sie treu, wie mich, zu lieben. 3. Im Glück soll ich mich mäßig freu'n, im Unglück nicht verzagen; vor allem Uebermuth mich scheu'n, und still das Leiden tragen; o welch ein seliger Gewinn, 366 Einzelne Pflichten. liebt mein Herz, ich kann sie, Bater, auch schon hier, sie nicht entbehren, sie bei jeder Christenpflicht, in lindern meines Kummers mir das beste Beispiel Schmerz, fie stillen meine finden. Zähren; doch bin ich nicht so tugendhaft, so fromm und so gewissenhaft, als meine Freunde glauben: würd' ich, so untreu meiner Pflicht, durch ein verMel. 47. Aus tiefer Noth ic. werflich Beiſpiel, nicht mir 353. Wer weiß, ihre Achtung rauben? 7. Oft darf mein Herz auf immer sich deß, was ich that, erfreuen; oft schäm' ich meiner Hand lung mich; und kann sie nur bereuen. Wohl mir, wenn ich das Böse flieh', und ernstlich sorge, daß ich nie der Pflicht zuwider handle, daß Keiner, den mein Vorbild rührt, durch dieses Vorbilds Reiz ver führt, auf bösen Wegen wandle. 8. Gott, gib mir Bei stand, gib mir Kraft, mich eifrig zu bestreben, für Andrer Wohl gewissenhaft und christlich fromm zu leben. Laß mich nicht nur, sie zu erfreu'n, kein Opfer, feine Mühe scheu'n, ihr wahres Glück zu gründen; laß du Sorge für das Wohl der Nachwelt. wann wir im Grabe ruh'n? Dir, Gott, sind wir er geben; uns folget, was wir Gutes thun, dereinst ins beßre Leben. Wir werden ewig selig seyn, und uns noch dort des Guten freun, das hier durch uns entstanden. 2. Der Sämann sä't, und, was er streu't, ver: hüllt der Schoos der Erde; er sieht nicht gleich, wie viel gedeih't, und was er erndten werde. Der Same keimt, die Wolke träuft, die Sonne wärmt, und was ihm reift, das muß sich endlich zeigen. 3. So seh'n wir nach des Lebens Müh, o Gott, in deinem Lichte, was in der Welt durch uns gedich, des Fleißes edle Früchte. Dem Pflichten gegen den nächsten. 367 Säen folgt der Erndtetag, sest, was wir Gutes thun, mit seiner Garben Fülle, nach. O, möchten wir einst erndten! 4. Wohlan, laß't uns nicht träge ruh'n, o, laß't uns wirken, handeln, und Edles stiften, fördern, thun für die, die nach uns wan deln! Was längst für unser Wohl geschah, eh' unser Aug' die Welt noch sah, das laß't uns oft erwägen. uns, Vater, überleben; dann wirken wir hienieden no fort, und freu'n uns hier, und steigen dort, von dir gesegnet, höher. did mond) 100 Mel. 17. Mein's Herzens Jesu 2c. 354. Nuwirkender, 11 stets reger Geist im Him mel und auf Erden, du bist es, der entstehen heißt, was ist, und noch wird werden! Durch dich, durch deine Vaterhand, sind um uns Luft und Meer und Land des Segens reiche Quellen. 5. Durch uns'rer Väter Kraft und Muth, ist Heil uns zugeflossen, und Man dhes Edeln Schweiß und Blut ward auch für uns vergossen. Was Jesus, der am Kreuze starb, vorlängst zu unserm Heil erwarb, deß freu'n wir uns noch heute. 2. Von dir kommt Einsicht und Verstand, du machst die Staaten blühen; 6. Für Söhn' und En du weckst die Weisen in dem kel Bäume zieh'n, damit Land', und segnest ihr Besie Labung finden; mit mühen! Du gibst dem Geiste menschenfreundlichem Be Thätigkeit, du bist's, der müh'n, das Wohl der ihm die Kraft verleiht, der Nachwelt gründen, und Wahrheit Reich zu fördern. für das kommende Ge- 3. Der Künste sanftes schlecht bewahren Wohl- Band knüpfst du um ferne fahrt, Licht und Necht, o, Nationen; durch sie strömt das gibt ew'ge Wonne. 7. Mag einst der Leib im Grabe ruh'n, du willst uns, erfreuend, zu der Segen aller Zonen; daß auf der Erde weit und breit den Geist erheben, und läs zur Tugend der Gesellig Einzelne Pflichten. bikeit, der Mensch erzogen ihr Lebensstunden? Zeit, medle Zeit! wo fliehst du werde. vatn ES 4. Lehr' uns des flücht: hin? Wie mancher Tag ist gen Lebens Zeit, o Va ter, weise nüßen, und uns durch Arbeit, Thätigkeit, vor ihrem Mißbrauch schügen! Laß nie ermüden uns im Fleiß', und jedes Guten Kron' und Preis uns zu erringen streben! schon verschwunden, feit dem ich auf der Erde bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon in's Meer der Ewigkeit. 5. Laß für der Mensch heit Wohl uns glüh'n, es fördern, uns erfreuen, und unerschrocken, muth voll, fühn, nicht Müh' und Undank scheuen! Weß Volk's und Glaubens er auch sey, vom Vorurtheil und Selbstsucht frei, sey jeder Mensch uns Bru: der! 368 16. Uns Alle wärmt dein Sonnenschein, uns Allen strömt dein Regen. So laß uns dir denn ähnlich seyn in einer Liebe Segen! Wie du die Güt' und Liebe bist, so sey es jeder, der als Christ, Herr, deinen Sohn bekennet. Mel. 241. Wer nur den lieben Gott 2c. 355, W. 2. Ermunt're dich aus deinem Schlummer; auf, Seele, auf, ermunt're dich! Dieß sey dein Gram, dieß sey dein Kummer, daß mancher Tag umsonst vers strich. Der ungenützte Augenblick bringt Strafe dir, kommt nie zurück. 3. Die ganze Schöpfung ist geschäftig; der Stern durchwallet seine Bahn; das kleinste Würmchen wirkt so kräftig, als es nach seinen Kräften kann. Eh' noch die Sonne für uns glüht, tönt schon der Lerche frohes Lied. 4. Und du, v Mensch, der Schöpfung Zierde, am Geiste hoch, am Körper schön; zeigst oft so wenige Begierde, den weisen Schöpfer zu erhöh'n. Ja, du nennst Trägheit süße Ruh', und bringst dein LeSo eil't ihr hin, ben träumend zu. Pflichten gegen den nächsten. 369 5. Der Thor durchlebet| was Gott von dir einst for seine Jahre, eh' er des Le dern kann? bens Werth versteht; er naht jich früher noch der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist ein Menschenleben werth, ungenügt vorüber das fährt? 6. Mensch, sey ein Mensch! Fang' an, zu leben, und nüßlich für die Welt zu seyn! Fang' an, dem Gu ten nechzustreben; bring das Versäumte doppelt ein, daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächtniß lebt! 7. Sen nicht den kleinsten Zeitpunkt müßig, da du nicht deine Pflicht er füllst; du hast den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Dieß ist der wichtigste Verlust, wenn du die Zeit bes dauern mußt. 9. Herr meiner Tage, schenk' auch künftig mir stets zu solchem Leben Kraft; so leb' ich, als ein Mensch, vernünftig, und als ein Christ gewissenhaft; so dank' ich dir in Ewigkeit noch für die mir geschenkte Zeit! Besondere Pflichten in ge wissen Ständen und Ver hältnissen. Ehegatten.( Bei Trauungen.) Mel. 257. Nun ruhet in den 2c. 356, Du, Gott, schufft selbst die Triebe der reinen, keuschen Liebe, thust mehr, als wir versteh'n. Die sich heut[ wir uns] Treue schwören, wollst du, o Gott erhö ren und segnend auf sie [ uns] niederseh'n! 8. Gib dir von einem 2. Wirst du, o Gott, fie jeden Tage, den Gott dir schenket Rechenschaft; durchdenk' ihn, leg ihn auf die Wage; vollbrachtest du ihn tugendhaft? hast du nach Möglichkeit gethan, [ uns] leiten: so werden sie [ wir] nie gleiten; sie[ wir] wollen dir vertrau'n, im Wohlseyn nie vermessen des Gebers Huld vergessen, in Noth auf deine Hülfe bau'n. 16* 370 Einzelne Pflichten. 3. Getrost! Des Höch- Herz ergeben bleib', daß sten Gnade bahnt euch[ uns] Jedes sich, voll Zärtlichkeit, die neuen Pfade; getrost! stets gern dem Dienst des mit euch[ uns] ist Gott! Andern weih't. Schlag't ein die treuen[ Wir geben uns die] Hände, und du, Allgüt'ger, sende herab den Segen, sey ihr[ unser] Gott! 4. Kein Theil verbitt're seine Tage dem Undern je durch; Ungestüm; und trifft den einen Last und Plage, so mild're sie der andre ihm; das Glück, deß sich der eine Mel. 82. Fürwahr, du bist ic. freut, schaff auch dem an357. Von dir, Gott, sind der Ehe Freuden. Du, der du Mann und Weib erschufft, und sie im Glück, so wie im Leiden, zur Uebung großer Pflichten rufft, laß sie[ uns] o Vater, dir sich[ uns] weih'n, und reich in deiner Liebe seyn. 2. Erhalte sie[ uns] auf deinen Wegen; nimm ihres [ unsers] ganzen Thuns dich an, und laß sie[ uns] jedes Glückes Segen mit Dank von deiner Huld empfah'n, wann mit vereinigtem Gebet' das Herz zu dir um Hülfe fleht. dern Freudigkeit. 5. Laß sie[ uns] auch da fich)[ uns], wo sie[ wir] fehlen, sanftmüthig nachseh'n und verzeih'n, und stets, mit dir geweihten Seelen, im Guten sich[ uns] zu wachsen freu'n. Wie wächst dann jeden Augenblick mit ihrer [ unfrer] Tugend auch ihr [ unser] Glück! 6. Und gönn'st du[ uns, o Gott] ihnen, Gott, die Freude, aus ihrer[ unsrer] Ehe Frucht zu seh'n: wie fröhlich werden sie[ wollen wir] dann beide, Allgütiger, dein Lob erhöh'n, und eifervoll sich[ uns] auch bemüh'n, dem Himmel Bürger zu erzieh'n. Mel. 74. Wie leuchtet uns ic. 3. Der reinen Tugend edelm Triebe sey heilig stets ihr[ unser] Geist und Leib! Gib, daß mit immer gleicher Liebe sich beider[ unser] 358. Von dir, du Pflichten gegen den Nächsten. Gott der Einigkeit, ward ben, und dann deinen Him: selbst der Ehebund geweiht; mel erben! o, weih' auch' sie[ uns] zum Segen, die hier[ wir] vor Eltern, Vormünder und Erzieher. deinem Angesicht bereit steh'n, dir den Schwur der Mel. 322. Herr Jesu Christ, mein's 2c. 371 Pflicht und Eintracht abzulegen. Laß sie,[ uns] Vater, 359. Groß ist, ihr dir ergeben, einig leben, treu sich[ uns] lieben, fromm der Christen Pflichten üben! Eltern, eure Pflicht! Verderbet eure Kinder nicht, gewöhnt sie in der frühsten Zeit zu nüßlicher Ge schäftigkeit. 2. Lehr't sie, wann ihr Verstand erwacht, Gott kennen, seine Güt' und Macht; lehr't sie auf seine Werke seh'n, und, was sie lernen, auch versteh'n. 3. Sorg't, daß sie, recht zu thun, sich freu'n, und sich vor Gott stets kindlich scheu'n. Zur Weisheit führt die Furcht des Herrn, und hält das Böse von uns fern. 2. Du, Vater, knüpftest selbst das Band; laß sie, [ uns], durch Eintracht, Hand in Hand, der Ehe Glück vermehren! Laß ihre[ uns're] Liebe lauter seyn; laß Untreu' nie den Bund ent: weih'n, den sie[ wir] dir heute schwören! Immer laß fie[ uns] dir ergeben, friedlich leben, einig handeln, fromm und heilig vor dir wandeln! 3. O, fegne sie,[ uns] der gern beglückt, und Se gen uns von oben schickt, auf allen ihren( unsern) Wegen! Laß sie[ uns] in Kindern sich[ uns] erfreu'n; gib zur Erziehung dein Gedeih'n, zu threr[ uns'rer] Sorgfalt Segen! Laß sie gend an. 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ihrer Unschuld schaden kann, und führ't sie früh zur Tu5. Erstick't durch Unter[ uns], Höchster, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterricht und Zucht der eisten 372 Einzelne Pflichten. Sünde Keim und Frucht, damit sie Gottes Ebenbild früh' werden, liebreich, sanft und mild. - 6. Bedenk't, daß Kinder leicht versteh'n, wenn sie auf euern Wandel seh'n, was gut, was bös' ist, leicht gerührt von dem, wozu ihr sie verführ't. 7. Rühm't,- denn ihr Herz ist schwach und weich, rühmt doch vor ihren Ohren euch der UebertreMel. 40. Es ist das Heil ic. eurer Pflicht, aus eurer frühen Jugend, nicht! 360. Zur Bildung hat 8. Muthwillen nenn't nie Wik; nie preift des Kindes schadenfrohen Geist, als Munterfeit; ein trüglich's Herz und Lügen nie, als Spiel, als Scherz. uns deine Hand, Gott, Kin der übergeben, bestimmt, der Welt, dem Vaterland' zu nüßen, fromm zu leben. O, möchten sie doch wohl gedeih'n, ganz der Bestim mung würdig seyn, zu der du sie erschufest! 2. Doch), was, o Herr, dein Sohn gelehrt, laß ih nen treu verkünden, und ſie des Christennamens werth im Herzen tief empfinden; gib, daß sie stets vor aller Welt die Wahrheit, wie es dir gefällt, durch) Wort und That bekennen. 3. Gib Kraft, uns auf der Tugendbahn sie treulich rer herzlich an! Gottrichtet einst, und fordert dann, wenn ihr nicht eure Pflich ten thu't, von eurer Hand der Kinder Blut. 9. Erweckt zum Guten ihr Gefühl in zarter Kind: heit; euer Ziel sey nicht blos Anstand vor der Welt, sey Liebe deß, was Gott gefällt. 10. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst, an Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit keine Skla: verei, daß sie das Glück des Menschen sey. 11. So nehm't euch ih: 12. Für Gott such)' t ſie hier zu erzieh'n, denn sie sind euch) von ihm gelieh'n. Dort freut euch auf ihr Wiederseh'n, wann sie am Thron des Höchsten steh'n. Pflichten gegen den Nächsten. hin zu leiten; ſie reize Wort und Beispiel an, des Lasters Weg zu meiden; hilf, daß nicht Thaten, frecher Scherz, der Kinder unverdorbnes Herz, durch unsre Schuld, entweihen. 4. O, laß fie gut und weise seyn, und ernstlich sich bestreben, dem Tugendfleiße nur allein und ihrer Pflicht zu leben! Nie schleiche sich in ihre Brust das Gift der niedern Sinnenluft, durch schmeichelnde Verführer. 5. Gott, lehre sie, dich findlich scheu'n, die Obern folgsam ehren, die Brüder lieben, hülfreich seyn, gewissenhaft sie nähren, getrost im Leid, gesetzt im Glück; das Christenthum, in jedem Stück", durch ihren Wandel zieren. 6. Erhöre, Vater, un ser Fleh'n, laß nichts von dir sie scheiden, und standhaft deine Wege geh'n, in Freude, wie im Leiden! Sie sind, wie wir, o Va ter, dein; laß uns auch dort vereinigt seyn, und ew'ges Heil genießen! 373 Mel. 162. Alle Menschen müs sen sterben 2c. 361. Welch ein wichtiges Bemühen, welch ein feliger Beruf, Menschen weise zu erziehen, die sich Gott zum Bilde schuf! Ihm zum Ruhm, der Welt zum Segen, treu der Kinder Wohl zu pflegen, Eltern, welche heil'ge Pflicht, und wie herrlich lohnt sie nicht! 2. Wächst der Mensch, von früher Jugend, ohne Zucht und Bildung auf; fehlt Erkenntniß ihm und Tugend, o wie traurig ist sein Lauf! Unbekannt mit seiner Würde, ist er sich und Andern Bürde, kann nicht edeln Saamen streu'n, kann nicht deiner, Gott, sich freu'n. 3. Jeder, dem du hier auf Erden Kinder liebreich anvertraut, sorge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohlfahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben, und daß Gute willig üben. Diese Pflicht ist ernst und groß, und von ihr spricht nichts uns los. 374 Einzelne Pflichten. 4. Menschenschöpfer und Ernährer, laß, zu fördern Menschlichkeit, Väter, Müt ter, Pfleger, Lehrer, Für sten und die Obrigkeit, mit vereinter Sorgfalt, wachen, unsre Jugend fromm zu machen; sie durch Wort und Beispiel zieh'n, selber Sünd' und Laster flieh'n. 6. Dort, vor deinem Angesichte, werden die Erzie her steh'n, selig, wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir seh'n, und dir können sagen: Keinen, Herr, ver: lor ich von den Meinen! und dann Kinder fleh'n für sie: Gott, vergilt nun ihre Müh'! seine Thätigkeit! Laß sie, Vater, wohlgerathen, seiner Liebe reiche Saaten, zeitlich Glück und ewig Heil sey des Menschenfreundes Theil! 7. Gib, daß Jeder, der mit Treue, sich dem Wohl der Jugend weih't, des Gelingens sich erfreue; segne Kinder und Verwaiste. ( Mündel). 5. Früh schon werde ih ren Herzen jede Tugend zum Gewinn; daß sie nicht 362. Gott, dir sey ihr Wohl verscherzen, laß sie Trägheit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen, und um Unschuld sich bemühen. Führe sie, auf ebner Bahn, zu der Mensch heit Ziel hinan. Mel. 110. Sesus, meine Zuversicht zc. mein Dank geweiht, heilig dir mein ganzes Leben. Denn aus freier Mildigfeit, hast du selbst es mir gegeben; es durch Eltern mir verlieh'n, die zum Gu ten mich erzieh'n. 2. Hilf, daß gegen sic mein Herz, kindlich sey und nicht blos scheine; daß ich, trifft sie wo ein Schmerz, fromme Thränen zu dir weine, für ihr Glück dir dankbar sey, und mich ihrer Freuden freu'. 3. Laß auf ihre Winke doch mich mit zarter Sorgfalt achten, ja, selbst ihren Wünschen noch stets zuvor zukommen trachten; gern, was sie vergnügt, vollzieh'n, Pflichten gegen den nächsten. 37stets, was sie betrübet, wir noch den Verlust geflieh'n. 4. Mir zum Muster dien' auch hier Jesus Christ, das Heil der Sünder. Er, so hoch geehrt von dir, war ein Beispiel frommer Kin 3. Der dunkeln Zuder, war von seiner Kind: heit an seinen Eltern unterkunft?- Nein, vor dir, o Gott, ist Licht und Helle, than. kannt, war der Ersatz ge An Leib und funden. Geist genährt, gespeist, geh'n, mit der Liebe Se gen, der Zukunft wir entgegen. 5. Freude sey mir's, ihm du bist und bleibest für auch hier nachzuahmen! O, und für des reichsten Se wie billig, wie gefällig ist's gens Quelle. Vertrauen Gott, dir! Mache du mich wir und folgen dir, so dazu willig. Wohl mir wird dein heilig Walten dann! Es wird auch mein uns schützen und erhalten. dein verheiß'ner Segen seyn. 4. Belohne du, mit Heil und Glück, die Pfleger uns'rer Jugend; es ruh' auf uns ihr Freudenblick, wenn Frömmigkeit und 363. Schon frühe Tugend als Saat gedeiht, sind wir elternlos, doch die sie gestreut, wenn Gott blieb mit uns Ar- unser Wohlgerathen bemen; tief war das Leid, frönt der Liebe Thaten. der Schmerz war groß, noch größer sein Erbar men. Vom Vaterhaus führt er uns auß, doch gab er auf dem Wege uns Schutz und Pflege. treue 2. Ein frommes Mit gefühl verband der bittern Mel. 236. Was Gott thut, daß ist zc. - Geschwister und Bluts= verwandte. mel. 69. Herr, ich habe mißgehandelt 2c. 364. Wenn Denn Geschwis ster fromm und weise, gütig nachsichtsvoll und Trennung Wunden;- eh' sind; wenn in ihrem stillen Einzelne Pflichten. 376 Kreise stets des Friedens Quelle rinnt: 0, dann ruh't auf ihnen Allen Got: tes Blick mit Wohlgefal len. 2. Durch das Band des Bluts verbunden, sollten sie durch's Leben geh'n, und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und erhöh'n; soll ten Haß und Neid entfernen, und auch Andre lieben lernen. 4. O, wer wollt' in früher Jugend nicht schon fanft und friedlich seyn? Aus den Häusern dringt die Tugend in die große Welt hinein. Wer die Seinen kann betrüben, wird auch fremdes Wohl nicht lieben. Kindern ist ihr Glück bereit; alle Hausgenossen streben, sich mit Freunden zu umgeben. 6. Liebe, komme du vom Himmel! Komm' in unser Herz herab! Leite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bis in's Grab; laß durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden. 3. Mit entschloss'nem, frohem Herzen üben ſie, 365. Im Stillen wol was Gott gebot, theilen Freude, Gram und Schmerzen, mindern jedes Tages Noth; warnen sich, so oft sie fehlen, und veredeln ihre Seelen. len wir dich ehren, dich, Gott, der frommen Wandel liebt, und Frommen das, was sie begehren, was ihnen nützt und wohlthut, gibt; schon oft hat uns auch unbemerkt Gebet zum Tugendfleiß' gestärkt. 5. Nur das Haus, wo Liebe wohnet, wird gesegnet und erfreut. Eltern seh'n sich dort belohnet, Mel. 181. Er starb, der größte zc. 2. Uns Alle, die wir fleh'n, verbindet des Blutes und der Freundschaft Band, und unser Dank, o Gott, empfindet die milde Leitung deiner Hand, und preißt dich; ew'ger Menschenfreund, der uns durch dieses Band vereint. 3. Wohl dem, der in Pflichten gegen den Nächsten. 377 und Beistand gern erzeigt. dem Ehebunde in vester| willig reicht, und Hülf' Lieb' und Eintracht lebt! Ihm wird so manche Le bensstunde mit Seligkeit und Lust durchwebt; er blickt mit Ruh' und hei: term Sinn' auf Pfad und Ziel der Wahrheit hin. dem 4. Wohl dem, frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Her zen Tugend hegen, wenn in den Blicken Unschuld lacht; wenn sie der El tern Beiſpiel rührt, und auf den Weg zum Himmel führt 5. Wohl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn Jeder treu und unverdrossen nach sei ner Pflicht Erfüllung strebt; wenn Eintracht und Zu friedenheit ein Haus zum Sig des Segens weiht! 6. Wohluns, wenn auch, bei unsern Freuden, sich) freut der Nachbar und der Freund! wenn er, beim Anblick unsrer Leiden, des Mitleids stille Thräne weint, die Bruderhand uns 7. Ja, denen, die dich findlich ehren, o Vater, strömt dein Segen zu; sie wandeln folgsam deinen Lehren, vertrau'n auf dich, und finden Ruh', und finden Freude, deren Werth und Dauer keine Zeit zer: stört. 8. Zwar wird auch oft der Kelch der Leiden den Deinen, Herr, von dir gesandt. Oft muß die Tod und Trennung scheiden die Blut und Treue fest verband. Oft stört des Grams, des Unfalls Wuth, oft Krankheit ihren heitern Muth. 9. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt; du wirst, du kannst sie nicht verlassen, du, Gott, der seiner Kinder denkt, der, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 10. Mag doch des To: des Arm uns trennen, wir werden einst uns wiederseh'n in jener Welt,: Unsern kennen, vor Gott mit Einzelne Pflichten. 378 ihnen dankend stehn; da, wo kein Tod mehr trennen kann, steh'n wir vereint, und beten an. 11. Und preisen ewig Gottes Güte, die unaus sprechlich uns geliebt, und dem, ihm heiligen, Gemüthe schon hier des Himmels Vorschmack gibt; durch Freundschaft uns zur Ewigkeit, zur Wonne der Verklärten weiht. Dienstherren und Dienstboten. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott 2c. den verdienten Lohn ent zieh'. 3. Erfüllen sie mit Redlichkeit, mit Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, im häuslichen Geschäfte: so gib daß ich dann, ihre Treu' mit Dank zu lohnen, mich erfreu'. 4. Hilf, daß ich Jedem seine Pflicht nach Möglichkeit versüße; daß er, wenn Hülfe ihm gebricht, sie auch von mir genieße; daß ich ihm, fehlt er, gern verzeih', in Krankheit auch sein Pfleger sey. 5. Auch der geringste Diener ist bestimmt zum höhern Leben; für ihn und mich hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Richter, hat mein Knecht mit mir der einst ein gleiches Recht. 366. Durch dich, Gott, bin ich, was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, Dienst und Gewinn von meinen Brüdern habe. Von mancher Arbeit, mancher Müh' befreit mich deine Huld, durch sie. 2. Gib, daß ich ihnen jederzeit mit Freundlichkeit begegne; nie hart sey, ihre Thätigkeit, mit meinem Beisel, segne, und, unter falschem Vorwand, nie ihr mich. 6., präg' auf's Tiefste dieß mir ein! Nie müß' ich mich erfühnen, tyrannisch gegen die zu seyn, die meinem Hause dienen. Auch) wer mir dient, ist Mensch, wie ich. Ihr lieben soll ich, gleich wie Pflichten gegen den nächsten. 379 Mel. 527. Nun ruhet in cefreuen, gern mein Verden 2c. geh'n bereuen, und willig folgsam seyn; ich will sie redlich lieben, treu meine Pflichten üben, und MüBiggang Trägheit scheu'n. und 367. Gott, deinen weisen Willen soll Jeder hier erfüllen; laß ihn mir theuer seyn, und alle meine Kräfte von Herzen dem Geschäfte, zu dem du mich beriefest, weih'n. 2. Ich soll hier Andern dienen; und dien' ich redlich ihnen, so folg' ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen, so heischt es, Vater, dein Gebot. 3. Laß ohne bittre Kla: gen des Lebens Last mich tragen, und fromm auf dich stets seh'n; im Reden und im Schweigen mich immer so bezeigen, 6. Du, Gott, bist der Ge rechte, der Herr der Herr'n und Knechte, der Alle gern erfreut; der Niedrigste auf Erden kann groß im Himmel werden, hat, wie sein Herr, einst Seligkeit. 7. Laß mich dieß stets ermessen, nie meine Pflicht vergessen, und jedes. Unrecht scheu'n; so wirst du, Herr der Welten, es reichlich mir vergelten, mit ewger Wonne mich erfreu'n. Freunde. wie ich vor dir, Herr, Mel. 312. Herr Jesu Christ, kann besteh'n. dich zu uns 2c. 4. Vor frechem Stolz 368. D, welch ein und Neide, vor List und Schadenfreude bewahre, Gott, mein Herz. Was meine Herrschaft fränket, in Unmuth sie versenket, dieß sen zugleich mein eigner Schmerz. Segen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, Vertrau'n mir schenkt, mich herzlich liebt, mit mir sich freuet und betrübt. 5. Nein, ich will sie 2. Der, fest vereinigt 380 Einzelne erst mit dir, in einem Geiste dann mit mir für Wahrheit nur und Zugend lebt, mit mir nach einem Ziele strebt! 3. Gedanke, Neigung, Will' und That sind eins in uns, den heil'gen Pfad, den wir, von dir erleuchtet, seh'n, getreu und Hand in Hand zu geh'n. 4. Der Herzen Heil und Besserung, nicht eitler Lüste Sättigung, der wahren Liebe Hochgefühl ist unsre Sehnsucht, unser Ziel. 5. Wir theilen brüderlich dein Licht, erleichtern gern uns jede Pflicht, und bitten dich, vereint, um Kraft, gleid) fromm zu seyn, gleich tugendhaft. 6. Vom Irren hält er mich zurück, durch weisen Rath, mit sanftem Blick; und da, wo er zu irren scheint, warn' ich auch ihn, als treuer Freund. 7. Und wenn ich strauchle, ( denn wie leicht fällt nicht der schwache Mensch!) so reicht er seine Bruderhand auch mir, und führet mich zurück zu dir. 8. Wir öffnen uns die Pflichten. Herzen gern, daß Jeder, stets von Täuschung fern, nur auf des Freundes Stim me hört, und nie ein Schmeichler uns bethört. 9. Nicht Argwohn, Mißtrau'n, oder Streit, nicht Freude und nicht Traurigkeit, auch nicht des Glückes Unbestand trennt uns'rer Freundschaft festes Band. 10. Wir theilen Alles, Lust und Leid, in inniger Vertraulichkeit; und zartes Mitgefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 11. Und trennst du, Gott, auch Freund und Freund; die Herzen bleiben doch ver: eint, durch Liebe, durch Ge beth, und Rath, und wo wir können, durch die That. 12. Vollenden wir einst unsern Lauf', so nimmt uns Eine Heimath auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. Mel. 1. Es ist gewißlich an der zc. 369. Wie Die segensvoll ist Freundschaft hier in diesem Pilgerleben! Sie kann im Glück und Unglück mir des Herzens Frieden Pflichten gegen den Nächsten. geben. Sie ist der Tugend starkes Band; wir nah'n getrost, an ihrer Hand, uns hin zu unserm Ziele. 2. Der Freundschaft Pflicht und schönstes Ziel ist Treu', und reine Freude bei unserm Glück, und Mitgefühl bei allem un: serm Leide. Aufrichtig ist sie stets bereit, schon hier, und für die Ewigkeit des Freundes Wohl zu gründen.| dar, vor Jrrthum, Schaden 6. Der meine Unvol kommenheit mit sanfter Schonung trage; mir Feh fer, ohne Bitterkeit, nur mich zu bessern, sage; der mich vor Sünden immer: und Gefahr an Leib und Seele, warne. 3. Sie flieht vor Falsch heit, Hinterlist, vor Selbst sucht und dem Neide; hast Argwohn, Wankelmuth und ist entfernt von Scha: denfreude. Der Tugend nur reicht sie die Hand; denn jedes lasterhafte Band entehrt der Freundschaft Würde. 7. Doch laß mich), ohne Klugheit, nicht mit Jedem Freundschaft machen. Wer frechen Hohn dem Heil': gen spricht, die Tugend kann verlachen, ein Wollüftling, ein stolzes Herz, wer fühllos ist bei Andrer Schmerz, sen nie mals mein Vertrauter! 4. Ein solcher Freund war Jesus Christ, der selbst uns Sünder liebte, und nur, was groß und edel ist, uns hier zum Beispiel übte; aus bloser Liebe für uns starb, und Gottes Freundschaft uns erwarb, uns ewig zu beglücken. 5. Gib du mir, Höch ster, einen Freund, nur du kannst ihn mir geben, und bleiben? 381 - der stets es redlich mit mir meint, der mir in meis nem Leben ein wahres Tugendvorbild sey, und sich mir standhaft und getreu in Glück und Unglück zeige. - 8. Ein Mensch, vom Laster angesteckt, wird leicht auch mich verführen; daß mich sein Umgang nicht be fleckt, soll er mich nie re gieren. Ach, wie kann der, der ohne Scheu, dich, Gott, verleugnet, Menschen treu und redlich seyn Einzelne Pflichten. 2. Doch, was wären Freudentage, theilte fie kein Freund mit mir? Ach, sie endeten in Klage, irrt' 9. Doch hab' ich einen Freund von dir, der mich beglückt, erhalten, dann soll die Freundschaft auch in mir nie gegen ihn er falten! Laß mich ver schwiegen, redlich seyn, ich öd' und einsam hier, Neid, Falschheit, Argwohn, wär' ich, wie in WüsteSchmeichelei'n und Eigen neien, auf die Erde hin nuß stets fliehen! gebannt, lebt allein und unbekannt, und müß't ohne Freund mich freuen. Fro her soll mein Loblied seyn! Stimm't, ihr Brüder, mit mir ein! 382 10. Gott, präge du der Liebe Sinn recht tief in meine Seele, daß ich auch Feinde mir gewinn', und nicht ihr Herz verfehle. Schon hier beglückt die Einigkeit, und auch des Himmels Seligkeit ist wahre Lieb' und Freundschaft. Mel. 228. Sollt ich meis nem 2c. werd' und bin ich nur durch ihn. 3. Dank dir, Gott, mit Herz und Munde, daß an treuer Freunde Hand, mir schon manche frohe Stunde, wie ein Augenblick, entschwand! Dank für alle reine Freuden, die mir derer Liebe gab, welan das 370. Auf, erwachet che, treu bis bis an Grab, mit mir danken, mit mir leiden, mir durch Mitgefühl verwandt, und von dir mir zugesandt. meine Lieder, sing't mit frohem Dank dem Herrn! Gott sieht auf den Staub hernieder, hört der Men schen Flehen gern. Sollt' ich ihn nicht froh erheben? Floß aus seiner Vater hand, eh ihn noch mein Mund genannt, mir nicht Freude schon und Leben? 4. Dank, daß du auf meinem Wege manchen Freund mir beigeſellt, der mich, werd' ich matt und träge, auf der Tugend Bahn erhält, der Alles, Alles, was ich bin, die Freuden mit mir thei Pflichten gegen den nächsten. let, die mir deine Güte schaft Vaterlande, zu dem schenkt, und, wenn mich Himmel unsern Geist, daß ein Kummer kränkt, lieb: wir dort uns wieder finden, be: reich mich zu trösten eilet; wo, von Mängeln ganz wenn ich finke, mid) er freit, zum Genuß der Se: hebt, und mit mir stets ligkeit, wir uns inniger ver weiter strebt. E binden; wo nicht Trennung mehr, noch Tod, uns'rer Freundschaft Bund bedroht. 5. Dir geheiligt sen die Wonne, die mir ächte Freundschaft beut, und er: wärmend, wie die Sonne, mich erquicket und erfreut! Ach, an frommer Freunde Händen, werd' ich meinen Mel. 1. Es ist gewißlich an? c. Pilgerlauf, der mich führt371. Groß ist um zu dir hinauf, froher, glücklicher vollenden, und der uns der Pflichten Kreis, einst vor deinem Thron als Bürger dieser Erde; erndten wahrer Freundschaft daß, hier zu wirken, unLohn. Sed runy( bun ser Fleiß doch nimmer läs sign werde! Laß jede, Gott, uns heilig seyn, ihr redlich unsre Kraft zu weih'n, uns keiner zu ent ziehen. 2. Vor Allem treu dem Vaterland, und seinem Dienste leben; in jeder Lage, jedem Stand nach Bürgertugend strében; das ist's, was mächtig unsern Geist der thatenlosen Ruh' entreißt, ist reine Tugendliebe. 6. Alle, die mich nah und ferne lieben, Vater, segne fie! O, du segnest ja so gerne, Herr, mein Gott, verlaß' sie nie! Ihres Her: zens stilles Sehnen, ihr Bedürfniß, ihr Gebet, das vielleicht für mich jetzt fleht, ihre Freuden, ihre Thrä: nen, Alles dieß ist nahe mir, alles, Herr, empfehl' ich dir. 383 Vaterland und WohnOni tran ort. 7. Hebe, wann der Tod die Bande, die uns binden, einst zerreißt, zu der Freund! 3. Dem Volke Heil, 384 Einzelne Pflichten.bi dem, angestammt von ehdas Verhängniß auch) entrenvollen Ahnen, den Geist reißt, den freigesinnten sie regt, die Brust ent: festen Geist kann keine flammt; es geht der Ehre Zeit erdrücken.be( hist Bahnen; nie wankt in ihm die Kraft, der Mutb, sich zu erhalten Recht und Gut, und seiner Freiheit Würde. chus 7. Wenn Liebe für das Vaterland des Menschen Brust beweget, gibt es für ihn kein Sklavenband, selbst, wenn er Fesseln träget; in Fesseln noch bleibt er ihm treu, still wirkend, schafft er's täge lich neu, vom Zeitſturm unerschüttert. 4. An seines Vaterlan des Heil', und, was ihm frommt und nüßet, nimmt es mit Blut und Leben Theil, hält aufrecht, was es schüßzet. Es strebt und ringt, und sorgt und wacht für der Gesetze Kraft und Macht, auf die sein Wohl sich gründet. 5. Für seinen Fürsten, sein Geschlecht, des Vater: landes Ehre, des freien Glaubens heil'ges Recht, in Wort und That und Lehre; für seiner Sprache Kraft und Geist, steht es, wenn Noth, Gefahr es heißt, dem Felsen gleich im Meere. 8. O, daß in unsrer Pflichten Kreis, als Bürger dieser Erde, sie, jeder Bürgertugend Preis, uns allen Kleinod werde! Daß, was auch raubt des Schicksals Hand, nie Liebe für das Vaterland aus unserm Herzen weiche! Mel. 27. Allmächtiger, wir singen 2c. 372. Mein Bater land, das mir mein Gott zur Wohnung angewieſen, läßt in Bedrückungen und Noth mich seinen Schuß genießen; es gibt mir Brot und Sicherheit, schafft 6. Und sinkt das Vaterland dahin, der Zeiten Sturm zum Raube, be: wahrt es sich den freien Ginn, bleibt noch ein Volf im Staube. Was Recht mir und Gerechtig Pflichten gegen den nächsten. 385 keit, und schützt mein Gut, wo ich helfen kann, zum und Leben. allgemeinen Besten. 2. Es knüpfet, mit der Liebe Band, mich fest an meine Brüder, daß jedes Glied und jeder Stand, treu, liebevoll und bieder, im allgemeinen Wohl und Weh' auch jederzeit sein eignes seh', nur jenes mehr, dieß minder. 3. Drum will ich stets bemühet seyn, durch nüß liche Geschäfte, dem Dienst des Staates mich zu weih'n, und Zeit, Beruf und Kräfte, dem Vaterlande, das mich schützt, und mir und meinen Brüdern nüßt, mit treuem Eifer dienen. 4. Nie will ich Ruh' und Sicherheit durch fühnen Frevel stören; will meines Landes Obrigkeit, als Gottes Ordnung, ehren; und ihren Willen jederzeit, mit treuer Unterwürfigkeit, so viel ich fann, befolgen. 5. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; und stets ihr widriges Geschick, nach Möglichkeit, vermindern; will gerne dienen 2. Der Mensch kann nicht allein sich bilden, nur MenJedermann, und helfen, schenumgang bildet ihn; ver17 6. Auf, Brüder, die ihr's redlich mein't, nük't euerm Vaterlande, daß euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Ein Jeder leiste, was er soll, gewissenhaft und lie bevoll, wie Bürgerpflicht es heischet. 7. Gott, steh' uns gnädig bei, daß wir nach dieser Pflicht stets leben, als treue Bürger, auch schon hier nach jenem Reiche streben, in das nur fromme Knechte geh'n, die hier im Dienste treu besteh'n, zu dem du sie berufen! Mel. 82. Fürwahr, du bist zc. 373. Shr, Bürger Eines Staates, Brüder, vereinig't euch zum Lobge: fang! Bring't unserm Vater frohe Lieder, sag't ihm für seine Gnade Dank, ihm, weldjer uns, mit weiser Hand, vereinigt hat im Vaterland'. Einzelne Pflichten. 386 gebens irrt er auf Gefil den, die ihm allein entgegen blüh'n; nur Men schen lindern seinen Schmerz und gießen Freuden in sein Herz. 3. Ach hülflos tritt er in das Leben, sich seiner felbst noch unbewußt; noch kennt er selbst nicht sein Bes streben, und schon ist er der Andern Lust, denn schon empfängt mit treuer Hand, den Ankömmling das Vaan. terland. 4. Er wächst, gleich ei: nem jungen Baume, vom Vaterland gepfleget, auf. Erwacht er aus dem Jugendtraume zu einem that's gen Lebenslauf: so schafft es ihm zur Tugend Kraft im Kampf mit Sünd' und Leidenschaft. 5. Ja, ihm kommt dann auf feinen Wegen die göttliche Religion, mit ihrem Heile, früh' entgegen, zeigt ihm des Glaubens Werth und Lohn; und dem Beruf, ein Christ zu seyn, kann er mit Tausenden sich weih'n. 6. Beginnt er endlich das Geschäfte, für das die Borsicht ihn erkor, so streben alle seine Kräfte zum allgemeinen Wohl empor; und Ordnung und Zusammenhang vermehrt und stärkt der Thaten Drang. 7. Vereint zu einem gleichen Ziele, wird Jeder dann des Andern Glück, und Jeder sieht, mit Frohgefühle, auf das gemeine Wohl zurück, und, was nicht Ein Mensch wirken kann, das fangen sie vereinigt 8. Nicht Alle haben gleiche Kräfte: hier nüßet Einsicht und Verstand, dort Kör perkraft bei dem Geschäfte, bei Andern Kunst dem Baterland'; doch eng verbunden wirken sie mit dem, was Jedem Gott verlieh. 9. Und von der Obrig feit des Landes strömt Schug und Sicherheit uns zu; sie schützt die Menschen jedes Standes, und sichert uns des Friedens Ruh'! Ja, durch ihr väterlich Bemüh'n, seh'n wir des Landes Wohlfahrt blüh'n. 10. O, danfet Gott, der uns verbunden durch der Gesellschaft enges Band! Wir haben Glück und Ruh' Pflichten gegen den nächsten. gefunden in unserm theu-| len, nicht dir gehorchen ern Vaterland; hier, wo, als Bürger und als Christ, ein Jeder Freund des Andern ist. 11. So laßt uns denn einander nützen auf der uns angewiesnen Bahn, das allgemeine Wohl beschützen, so viel ein Jeder Kraft em: pfah'n. Nur wer sein Vaterland verehrt, ist auch des Christennamens werth! Obrigkeit und Unterthanen.( Huldigung.) Mel. 236. Was Gott thut, das ist zc. 374. Lap, Spodyſter, Höchster, uns're Obrigkeit sich deines Segens freuen! Dann wird ihr Rath zu aller Zeit, und was sie thut gedeihen; weil Menschenrath und Menschenthat, Gott, ohne dei nen Gegen, auf Erden nichts vermögen. 387 2. Du, Herr, gibst Weisheit und Verstand den Rich tern auf der Erde, du machst, daß selbst des Starken Hand mit Kraft gerüstet werde. Sie irren sich, die frevent lich, da, wo sie herrschen sol: wollen. 3. Gib, Gott, daß uns're Obrigkeit ihr Amt mit Weisheit führe, daß sie, mit Muth und Sorgsamkeit, der Bürger Wohl regiere! Gib, daß sie nie des Amtes Müh und seine Lasten scheue, nein, ihrer Pflicht sich freue! 4. Wenn sie das Wohl der Bürgerschaft zu fördern sich bestreben, so woll'st du Weisheit, Muth und Kraft den biedern Obern geben, damit ihr Nath, als gute Saat, durch dich, o Gott, gedeihe, und jedes Herz erfreue! 5. Nie müsse Widerspänstigkeit die gute Absicht stören, noch bitt're Unzufriedenheit die edle That er schweren! Mit Willigkeit und Dankbarkeit soll Jeder, den sie schützen, das Gute unterstützen! 6. Die ihnen anvertraute Macht sey Stüße der Ge setze, daß sie der Frevler nicht verlacht, der Bes're höher schäße! daß seine Pflicht, aus Borsat, nicht der Bürger unterlasse, mit Unrecht sich befasse. Einzelne Pflichten. 7. Daß Tugend nur und| das Leben uns verfließen. Frömmigkeit bei uns, o Hilf, daß wir stets durch Gott, bestehen, und Ord Frömmigkeit dich ehren, nung und Gerechtigkeit der und schon in der Zeit den Bürger Wohl erhöhen; daß Segen davon erndten. folgsam wir, durch Eintracht, hier beglückt und sicher, leben, der Zugend stets ergeben. Mel. 47. Aus tiefer Noth ic. 388 4. Wer mag, wenn dein Arm sie bewacht, die Herr schaft ihr mißgönnen? Wird dann der Feinde List und Macht ihr jemals schaden können? Wird jede gute, 375. Erhalt uns, weise That, die sie ſich vorgenommen hat, nicht auch dein Segen krönen? 5. Gib denen Treu' und Willigkeit, die ihr sind untergeben, daß sie, zu folgen, stets bereit, streng ihren Pflichten leben! Erleicht're ihr des Lebens Müh', mit deiner Huld begleite fie, und sey ihr Lohn auf ewig! 6. Laß sie, mit uns, be flissen seyn, in Frömmigkeit zu leben, mit uns, sich deinem Dienst zu weih'n, und dein Lob zu erheben, daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Regent und Volk sich beuge. Mel. 237. Wenn wir in höchsten 2c. Herr, die Obrigkeit, die du uns gabst, auf Erden, mit Wohlstand und mit Sicherheit, durch sie beglückt zu werden! Verleih' ihr Weisheit, Lust und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen. 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild' gleich, sich selbst, durch Weisheit, ehre, und stets an edeln Thaten reich, das Wohl des Landes mehre; Bedrängten ihren Beistand leih'n, laß sie, der Unschuld Zuflucht seyn, dem Unrecht kräftig steuern! 3. Laß uns, von ihrem bewacht, des Frie: dens Glück genießen, und 376. Wer herrschet ruhig, unter ihrer Macht, und ein Richter ist, der Pflichten gegen den nächsten. 389 wisse, daß auch du es bist; wer Macht hat, fühle, sein Beruf sey von der Macht, die Alles schuf. 7. Nie sey ihm, als der Lüste Spiel, sie zu befrie: digen, sein Ziel, nie der Begierden Sättigung, und 2. Er, wie der Untersklavische Vergötterung. than, dein Knecht, sey 8. Der Unschuld Rechte dein Bild, Gott, und sen beug' er nicht! Gerecht, o gerecht, sen menschenfreund: Herr, wie dein Gericht, lich, herrsch' allein, der Se: so müss er richten, nur gen seines Volks zu seyn. allein des Trugs und Fre vels Schrecken seyn. 3. Nie such' er seine Größ' und Macht in Ueppigkeit und eitler Pracht; nie in des Armen Druck und Last, den du, wie ihn, erschaffen hast. 9. Verhaßt sen ihm die Schmeichelei! Wer redlich, unerschrocken, frey die Wahrheit spricht, den hör' er an, nicht den, der heuchelnd kriechen kann. 10. Auch ihm, dem Herr scher auf dem Thron', sen heilig die Religion; doch zwing' er die Gewissen nicht; auch duldsam seyn ist Für stenpflicht. 11. Verdienste heb' er gern empor; sey überall selbst Aug' und Ohr; und sehe, nicht getäuscht durch List und Wahn, was Allen nüglich ist. 4. Es flamme nie in seiner Hand das Schwert durch ein verödet Land! Er suche seinen Ruhm, als Held, nicht im zerstörten Glück der Welt. 5. Es zeige seiner Macht Gewicht fich And'rer Thron verderblich nicht; doch, heischt das Wohl der Seinen Krieg, dann folgt ihm Muth zur Schlacht, zum Sieg. 6. Für Menschenelend voll Gefühl, sen er, auch selbst im Schlachtgewühl; er lind're hülfreich Schmerz und Noth, und ehre der Gefallnen Tod. 12. Dein eignes Beispiel wirke mehr, als sein Gesek; weit um sich her verbreit' es Lust zu dem, was gut und recht ist; geb' zur Tugend Muth. Einzelne Pflichten. 13. Er, ganz von Vor-| jener groß; jeder Stand urtheilen frei, stets der ist ehrenvoll, wenn er leiVerlaß'nen Zuflucht, sey stet, was er soll. der Armen Reichthum, in der Noth, womit sie Ue: bermuth bedroht. 4. Schön ist's, gut zu herrschen; schön, schön, jeden guten Weg zu geh'n, den ein guter Führer weist, den dein Gott dich wandeln heißt. 14. Verloren rech'n er jede Zeit, wo er nicht wohl thut und erfreut; doch heilt er Wehmuth, Gram und Schmerz: so werd' es Wonne für sein Herz. 15. So herrsch' er, und ihm opfre dann mit Freuden Gut und Blut, wer Mann, wer treu und und muthvoll, als ein Christ, solch eines Herrschers wür: dig ist! 390 6. Schaue Jesum Chriftum an; er, wie du, ein Unterthan, zum Gehorsam stets bereit, ehrte seine Obrigkeit. Mel. 73. Gott sey Dank zc. m 7. Selbstbeherrschung ist so schwer; irrt dein Herr scher, strauchelt er, so rer: 377. Wer gehorcht, damm' ihn nicht und ſprich: der thu's mit Lust, bleibe stets sich wohl bewußt, daß nicht Jeder herrschen kann, sey ein guter Unterthan! 5. Zur gemeinen Wohlfahrt, sey dem Gesetze stets getreu! Wer ihm gern ge horchen kann, der nur ist ein freier Mann. 3. Ungleich ist der Men schen Loos, der ist niedrig, ich. er ist auch ein Mensch, wie 8. Ach, wie oft verführt 2. Wer sich selbst gern ihn nicht, zur Vergessenheit überhebt, und nach hohen der Pflicht, schmeichelnd Dingen strebt, fühle, daß oder ränkevoll, der, den kein Nang ihn ziert, der er beglücken soll! ihm nicht, mit Recht, ges bührt. 9. Ruhm, dem Lob und Ruhm gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du's Gott, Pflichten gegen den nächsten. 391 dem Herrn, was dir auf| widerstrebet dir selbst, sogelegt wird, gern! 10. Wohl dem, der die Obern ehrt! Nur durch sie ist uns gewährt Ordnung und Gerechtigkeit, Friede, Schuß, und Sicherheit. 11. Lebe selbst gewissen haft, ihres Wandels Rechen schaft laß dem Herrn; gib, wohl bedacht, nur auf dein Verhalten Acht. 12. Obrigkeit und Un terthan, betet Gott, den Höchsten, an! Fürchtet ihn, denn sein Gericht wird gerecht seyn; sündig't nicht! Mel. 37. Schwingt, heilige ic. 378. Jehovah, dir, in deiner Hand. dem König der Könige und Herrn, ist Alles unterthänig; du herrscheft nah' und fern, du Gott, Herr Ze baoth! An Ehren groß und prächtig, zum Schußze stark und mächtig, ein Helfer in der Noth! wohl als ihr. 3. Ach, großer Herrscher, lehre mich doch, durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie es dein Wort mich heißt. Du selbst hast sie bestellt; und, daß wir ihren Willen, in Furcht und Lieb', erfüllen, ist, was auch dir gefällt. 4. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruh'. Nur das macht sie erhaben, daß sie, was du willst, thun. Du herrschest selbst im Land'. Das Herz der Obrigkeiten kannst du, wie Bäche, leiten, es steht 2. Nach deines Wortes Lehre, ist keine Obrigkeit die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern dräut, empfing fie nur von dir. Wer ihr zu wider lebet, weh' ihm, er 5. Gib, daß sie ihre Würde durch Unrecht nie entweih'n, und ihre höchste Zierde laß Licht und Weis heit seyn. Gib, daß, durch ihr Bemüh'n, die Frommen sicher wohnen, nie laß ſie Frevler schonen, stets selbst das Unrecht flieh'n. 6. Gib, daß, durch ihr Regieren, wir mit Zufrie: denheit ein ruhig's Leben führen, in wahrer Fröm: migkeit. Herr Gott, du segnest gern; so gib uns Einzelne Pflichten. 392 denn hienieden stets Segen, Heil und Frieden, durch Jesum, unsern Herrn. Am Geburts- oder Na mensfestedes Landes vaters oder der Lan: desmutter. Mel. 74. Wie leuchtet uns der Morgenstern 2c. 379. Herr, unser Gott, dich loben wir, Allgütiger, wir danken dir, und prei sen deine Gnade. Von dei nem Vaterangesicht ent strahlt der Liebe mildes Licht, und leuchtet unserm Pfade. Heilig, heilig, hei lig Wesen aller Wesen, aus dem Staube hebet uns zu dir der Glaube! 2. Heil uns, Herr! deine Vatertreu' und Huld ist alle Morgen neu, und krönt, die dir vertrauen. O, laß uns stets, mit from mem Sinn, auf deinen heil'gen Willen hin, voll froher Hoffnung, schauen. Weisheit, Allmacht heißt, o Führer, und Regierer, dein Vermögen, und dein Thun ist nichts, als Segen! 3. Beschirm', o Gott, mit starker Hand, auch fünftig unser Vaterland; Gerechtigkeit und Frieden, aus Bürgertreu' und Bie dersinn, sey uns, zum blei benden Gewinn, von deiz ner Huld beschieden! Wenn wir fromm hier als die Deinen uns vereinen, strömt dein Segen tausend fältig uns entgegen. 4. Für unsern König beten wir; durch Fürsten kommt uns Heil von dir, wenn sie, Herr, deinen Wil len, zum Glück des Volks, zum Wohl der Zeit, im Hinblick auf die Ewigkeit, mit frommer Treu', erfüllen. Schonend, lohnend, ihr Gemüthe, reich an Güte, weis und milde, herrschen sie nach deinem Bilde. 5. Gib, daß auch unsre Königinn, mit dir geweih' tem, frommem Sinn, sich deines Segens freue. Was sie, o Herr, von dir bes gehrt, sen ihr durch deine Huld gewährt, und jeden Gram zerstreue. Höre, Vaz ter, laß geschehen, was wir flehen; deinen Namen preisen wir lobsingend. Amen. 393 Pflichten gegen den nächsten. Mel. 223. Nun danfet Alle Born uns Allen strömen Gott 2c. ließ! 5. Fürwahr! ihn gab uns 380. Versammelt, Gott. Fürwahr! er trägt die Krone, als ein verdientes Erb', ein Mensch auf seinem Throne! Sein Will ist unser Glück, und Liebe sein Gebot. Gelos' ihm un ser Herz denn Treu' bis in den Tod! Brüder, euch an Gottes Dankaltären, in seinen Tempeln bring't ihm dar der Freude Zähren! daß ganze Land erheb', in feier lichem Chor anbetend, Aug und Herz zu Gott, dem Herrn, empor! 2. Es jaudze jeder Mund dem frohen Tag entgegen, der auf uns niedersinkt, mit neuem Lebens- Segen, der uns den Fürsten gab, des Volkes Stolz und Glück! Der reinsten Freude Fest, Heil uns, es kehrt zurück! 3. Noch unser nennen wir den Vater auf dem Throne; Mild' ist sein Fürs stenkleid, und Weisheit feine 381. In deiner Stärke sein Krone: Gerechtigkeit Schild, sein Zepter Hirten stab; Dank dir, Allmächtiger, der ihn zum Herrn uns gab! freue sich, Gott unser Fürst und sen, geheiligt und regiert durch dich, dir, seinem Herrn, getreu! 4. So lang' in unsrer Brust des Lebens Pulse gehen, soll es ein Fest uns seyn, den frohen Tag zu sehen, der ihn in's Leben rief, der ihn uns werden hieß, mit ihm der Freude 6. Dieß Gott, sey unser Dank! Ein jedes Herz erneue den Eid der Huldi gung, den Schwur der Lieb', und Treue! Gehorsam, Kindessinn, wo Pflicht und Recht gebeut, mach' uns des Segens werth, der uns durch ihn erfreut! Mcl. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft, und deines Geistes voll, gedenk' er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 3. Er förd're willig dei 17* Einzelne Pflichten. 394 nen Ruhm, er denke gern daran, sein Reich sen auch dein Eigenthum, und er dein Unterthan! 4. Der über Christen, Gott, von dir zum Herrn verordnet ist, sey deiner Kirche Schutz und Zier, der beste Mensch und Christ! 5. Groß und voll Müh' ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir; ach, er bedarf vor Andern Licht und Rath und Kraft von dir! 6. Er suche dich! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott, zu seyn: so müß' er, in dein Bild verklärt, sein Throne dich, als ein ge treuer Sohn! Er sey dem Laster fürchterlich; der Tugend Schutz und Lohn. 8. Beglückter Völker Liebe sen sein edelster Gewinn; und feiner ihrer Seufzer schrei um Rache wider ihn! 10 Um seinen Thron sey immerdar Recht und Ges rechtigkeit! Sen sein Beschützer in Gefahr, wenn ihn ein Feind beträut! 9. Noch fern sey ihm das hohe Ziel, nach dem er wallen soll; Gott, mache seiner Tage viel, und jeden segensvoll! 11. Er wünsche nie des Helden Ruhm! Doch zeucht er in den Krieg, zu schüBen Recht und Eigenthum, so folg' ihm Muth und Sieg! 12. Sein werd' in je dem Fleh'n zu dir, mit Lieb und Dank gedacht! Erhör' es, Gott, dann preisen wir mit Ehrfurcht deine Macht! wie du 7. Er lieb' auf seinem 382. Herrscher, dir, Mel. 429. Wachet auf, so ruft 2c. 303 1902 der mächtig waltet, und überall mit Weisheit schalz tet, der Herrschaft gibt und Herrschaft nimmt, dir, der bösen Anschlag wendet, und Heil der Erde Völkern spendet, in Einklang jeden Mißlaut stimmt, dir, Gott, tönt unser Dank, dich preist der Lobgesang, Hocherhabner! Allwaltender, der Welten Herr, sey unsers Königs Schirm und Schild! 2. Licht, Gerechtigkeit Pflichten gegen den nächsten und Wahrheit umleucht', das Beste, was unser ganz mit nie getriebter Klarheit, des Königs Herz, des Königs Thron! Keinen Tag müß' er verlieren! Du, höchster Herr, hilf ihm re: gieren; gib du ihm Kraft, sey du ihm Lohn! Sein milder Herrscher Blick seh' auf des Volkes Glück! Wohlfahrt ströme im ganzen Land auf jeden Stand, durch seine weise Mensch lichkeit. zes Land erquickt. Der Eintracht holdes Band verbinde Stand mit Stand! Aufzuopfern gemeinem Heil sein eigen Theil ist Chri stenpflicht, sey Bürgerruhm! 5. Redlichkeit und lau t're Tugend zier' unfre Männer, uns're Jugend, und Wahrheit jegliches Gemüth! Ernste Zucht und fromme Sitte sey überall in uns'rer Mitte, von Andacht sey das Herz durch glüht! Des Glaubens helles Licht entzeug uns, Va ter, nicht! Denn es leuch tet durch Erdennoth, durch Schmerz und Tod, hinauf in's beß're Vaterland. 3. Für des Herrschens Müh' erquicke, o Cott, ihn mit des Landes Glücke, mit seines Volkes treuem Sinn; und, gedrückt von Fürstensorgen, nehm' er, am Abend und am Morgen, im Lan deswohl den Lohn sich hin. Durch) treue Herzlichkeit, sen sein Gemüth erfreut! Herr, versüß' ihm des Le bens Müh', verlaß ihn nie, und stärf ihn stets auf seiner Bahn. 395 6. Herr erhalt' dem Kö nig Frieden! Ihm sey das schöne Loos beschieden, der Trost von Tausenden zu seyn! Schütt' auf seine Le benspfade die Gegensströme deiner Gnade! Nur du kannst dauernd uns erfreun. Wer, allem Bösen frind, es wohl mit Allen meint, den beglücke! Herr, unser Hort, sey hier, sen dort des Königs Wonne, Trost 4. Weisheit woll'st du, Herr, gewähren des Für sten Räthen, und sie leh: ren, was recht, was wahr ist, was beglückt. Jeder acht' nur das für's Größte, und Jedem sey nur das und Theil! 396 Einzelne Pflichten. Mel. 223. Nun danket Alle Gott 2c. 383. Vor di Por dir, der Welten trägt, der über Kro nen waltet, und ihre Zeiten wägt; vor dir, o Gott, entfaltet, in reger Andacht, sich das Herz für ihn ge rührt, der uns, durch deine Macht berufen, mild re giert. 2. Will deine Vaterhand, Allgütiger, den Segen der Liebe auf eine Land, das sei ner werth ist, legen, so hast du, ihm zum Heil, als Herrscher den bestellt, der tugendhaft, gerecht, dir, Vater, wohlgefällt. Mel. 236. Was Gott thut, das ist zc. von dir erfüllt, empfängt aus deinen Händen das Gute, das von dir ent quillt, dem Volf es aus: zuspenden. Glückseligkeit, Gerechtigkeit im Lande zu erhalten, läßt du Regenten walten. der, o Gott, dich ehrt, ist seines Volkes Frieder, und seinem Heil dein Schutz ge währt. Deß Macht zerfällt hienieden, der groß sich nennt, und dich nicht kennt, ihm fehlt auf seinen We gen, Allmächtiger, dein Segen. 2. Der Fürst, deß Geist 3. Wenn dann nach dei nem Vatersinn des Herr: schers edle Werke in unferm Wohl und Frieden blüh'n, so ist es deine Stärke, auf die wir schau'n, und hof fend trau'n, du hältst des Fürsten Leben mit deinem Schuß umgeben. Trauer des Vaterlan ded. Mel. 527. Nun ruhet in den 2c. 384. Im Herrscher, 385. Ihr Thränen, br fließet nieder, ertön't des Schmerzes Lieder, und wer det Grabgesang! Es wehn des Todes Schauer, und allgemeine Trauer seufzt in der Glocken Feierklang. 2. Gerechter Schmerz! Es raubte der Tod von unserm Haupte der Hoheit Schmuck und Zier; sie Pflichten gegen den nächsten. sank herab vom Throne, Dank dir, daß er einst dahin ist uns're Krone, und tief erschüttert jammern wir. unser war! 3. Er, der uns mit dem Schilde der Liebe, Güt' und Milde, so lang' er herrscht', umgab; sein Reich auf Weisheit stützte, das Recht, die Wahrheit schüßzte, des Landes Vater sank in's Grab! 4. Ein Mensch auf sei: nem Throne, trug er die Fürstenfrone, als wohl. verdienten Lohn; sein Herz war, wie sein Leben, der Menschheit Dienst erge ben, ein Spiegel der Re: ligion. 5. Und ach! von uns geschieden schläft er in stil lem Frieden nun in des Grabes Schoos'! Zwar schmückt die schön're Krone ihn zum gerechten Lohne, doch thränenwerth ist unser Loos. 397 6. Es sind der Kinder Zähren; wer mag dem Schmerze wehren? Ihr Herz war sein Altar; zu früh' hat er geendet. Dank dir, der ihn vollendet, 7. Zur Mild'rung uns rer Trauer, gib jedem Gu ten Dauer, und segne sein Gedeih'n. Ja, laß, nad) deinem Bilde, den Geist der Kraft und Milde jetzt mit des Thrones Erben seyn! Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. 386. Ein Pilgergang durch's Leben ist unser Dasein hier; ein Traum, ein Schattenschweben, zu sterben, leben wir; wie sich die Pfade winden, in's Grab nur leiten sie, und stete Heimath finden wir auf der Erde nie. 2. Sen mit uns, Kraft und Fülle, blüh' aus der Jugend Roth, in dunkler Nebelhülle schwebt über uns der Tod; auf Hütten, wie auf Throne, sinkt nächtlich er herab, und schüttelt selbst die Krone von Fürstenhäuptern ab. 3. Zu modernden Gebeinen versammelt er, was 398 Einzelne Pflichten. lebt; verwais'te Kinder Vertheidiger des Vaweinen, wenn er den Arm erhebt; auch uns'res Glü des Tagen sank nächtlich gebeugt steh'n er wir, und klagen um uns: 387. Wir find, wenn rer Fürstin Grab. 4. Sie, die, mit Him: melsfrieden, ihr Volk, ihr Land umfing; die unter es die Pflicht gebeut, zum bereit; des Thrones Schutz, Kampf für's Vaterland des Reiches Wehr, steht uns hienieden, ein Engel stark und muthig unfer Heer. Gottes! ging; sie, ihres Fürstenlandes Stolz, Zierde, Schmuck und Ehr', die Mutter ihres Landes und Volkes ist nicht mehr. 5. Uns blieb vom holden Bilde schön menschlicher Natur, von ihrer Güt' und Milde das An gedenken nur; wehmüthig uns umgebend, besänftigt's unsern Schmerz, und unvergeßlich lebend bewahrt es unser Herz. 6. Du, der sie uns hie nieden so freundlich zuge: fellt, o, gib ihr deinen Frie: den in der Vollendung Welt! Gib, für der Erden krone entschwundne Herrlichkeit, ihr, Höchster, dort zum Lohne des Himmels Seligkeit! terlandes. Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. mit uns ist Gott! Wir 2. Mit uns ist Gott! scheuen nicht Gefahr, noch Tod. Gottes Hand, und sterben Wir alle steh'n in gern für's Vaterland. 3. Umgib uns, Gott, du Herr der Macht! Dein ist der Sieg, das Glück der Schlacht. O, führ' durch uns des Friedens Glück, führ'uns, gekrönt mit Sieg, zurück! 4. Wir gehen muthig in die Schlacht; du bist es, Gott, der für uns wacht. Wir fürchten dich, nur das gibt Muth; wir fürchten keiner Feinde Wuth. 5. Und heilig ist uns uns're Pflicht! Wir lassen uns're Fahnen nicht! Wir trachten nicht nach Raub und Pflichten gegen den nächsten. 399 Gold, und sind vergnügt mich betrübe. Sey in der mit unserm Sold. Noth ihr Freund und Gott; befrei' an jedem Morgen ihr Herz von bangen Sorgen! 2. Doch laß auch mich ihr Beistand seyn in Krank: heit und Gefahren! Laß Rath und Trost mich ihnen weih'n, und sie vor Gram bewahren! Ich bin ja hier, o Gott, von dir bestimmt und außersehen, dem Nächsten beizustehen. 6. Dem stolzen Feinde furchtbar, sind wir schonend gegen Weib und Kind, und Greiß und Säugling und den Mann, der uns nicht widerstehen kann. 7. Der Urm des from men Kriegers, hebt den lieb: reich auf, der vor ihm bebt; wird nie an denen sich vergeh'n, die, wehrlos, ihn um Schonung fleh'n. 8. Er übet gern, nach heißem Streit, die schöne Pflicht der Menschlichkeit. Dem Vaterland, dem Für sten werth, wird er von Freund und Feind geehrt. 9. Mit uns ist Gott, der uns bewacht! Und fällt auch einer in der Schlacht, die Himmelskron' ihm der erwarb, der für uns all' am Kreuze starb. Nachbarn. Mel. 236. Was Gott thut, das ist 2c. 3. O, laß durch mein Benehmen nie mich ihnen Kummer machen! Mein Herz sey willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermuntre mich, steis nach: barlich das Gut, daß sie besitzen, nach Möglichkeit, zu schützen. daß ich, fromm und treu, aud) meine Nachbarn liebe; daß ihre Wohlfahrt mich erfreu', ihr Unglück 4. Gib, daß ich gern verschwiegen sey, das ich den Frieden suche, und nie, aus Neid und Heuchelei, im Stillen ihnen fluche. Und thun sie mir auch Unrecht hier; hab' ich's nur nicht verschuldet, so wird es leicht 388. Gib, Höchster, erduldet. 5. Was hilft der Feind schaft finstrer Sinn? Er führt nur in's Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit 400 Einzelne Pflichten. dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben? O Freunde, send entfernt vom Streit! Denk't, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn habe. 6. Herr, präge mir den Gleichmuth ein, der mich vor Haß behüthet, und laß mich auch als Nachbar seyn, was mir dein Wort ge bietet. Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wann Feinde beben, in deiner Nähe leben. Alter und Jugend. Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2c. 3. Des frommen Alters Bürde erhöhet seine Würde, und macht auch dir ihn werth. Weh' dem, der ihn verachtet, nicht gern und willig trachtet zu thun, was seine Freuden mehrt! 4. Wie viel hat er er: fahren; wie viel in früher'n Jahren gewirkt, gefeh'n, gehört! Nun will ich von ihm lernen mit Sorgfalt zu entfernen, was meines Lebens Frieden stört. 5. Gelähmt find seine Kräfte; von jeglichem Ge schäfte heißt ihn das Alter ruh'n. Ich will ihn unter: stüßen, ihn in Gefahr be schüßen, und, wo ich kann, 389. Auch noch im ihm Gutes thun. späten Alter, erhebt, o Welterhalter, der Mensch zu dir den Blick. Der from me Greis am Stabe, bald reif zur Ruh' im Grabe, erfleht von dir des Lebens Glück. 2. Wann rief er je ver: gebens am Abend seines Lebens, dich, o Erbarmer, an? Du tröstest ihn im Leiden, schenkst itm noch manche Freuden, und führst ihn sanft auf öder Bahn. 6. Wenn Mißmuth ihn beseelet, und Freundlichkeit ihm fehlet, und Schwachheit ihn verstimmt; so will ich) duldend schweigen, und ihm, durch Schonung, zeigen, daß Liebe mir im Herzen glimmt. 7. Ja, liebreich will ich streben, die nah' am Ziele leben, wie du, Gott, zu erfreu'n. Ich will die Alten ehren, will ihrem Kums mer wehren, und stets Pflichten gegen den Nächsten.. 401 ihr Freund und Helfer| Seelenruh'; und komm' auch seyn. ich zum Alter, so bist 8. Dieß ist, o Gett, du mein Erhalter, und dein Wille, und wenn ich führ'st auch mir dann Helfer ihn erfülle, jo lohnt mir zu. 390. Mel. Ermunt're dich, mein schwacher ic. Idh ch will, in stiller Einsamkeit, zu Dir sey mein ganzes Herz geweiht, gedir, Gott, mich er heben. Gib du mir Kraft, sie weiht zum frommen Leben! kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, [- ¡ Ï Ï Ã¡| Ï Ï Ï Ï Ï 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind. Wohl mir, wenn ich dich liebe! O, mache mich dir gleich ge: sinnt, und heil'ge meine Triebe! Laß meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel seyn, um, Vater, dir vor Allen Blicke weiden. stets deinen heil'gen Willen mit Treue zu erfüllen. bID flabl gefälligkeit bewahre mich die Tugend. Wie kurz, wie flüchtig ist die Zeit der Schönheit und der Jugend! Was nützen, ohne Tugend, fie? Drum sollen, Gott, an ihnen nie, mit thöricht eiteln Freuden, sich meine durch Unschuld zu gefallen. 4. Sucht, zu gefallen, 3. Vor stolzer Selbst- müsse nicht mein schwaches 402 Einzelne Pflichten. Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht, und meine Ruh' zerstören. Gesuchte Zier und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt; drum will ich mich, beschei: den, in Zucht und Demuth kleiden. 5. Wenn Umgang mir 391. Wer arm und Verführung droht; so lehre mich, ihn meiden, und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen, edeln Freuden. Die Unschuld sey mein lieb ster Ruhm; ein guter Ruf mein Eigenthum, den Je der gern mir gönne, den Niemand lästern könne. dürftig ist, o Herr, ach, welche Leiden duldet er, wenn ihn des Reichen Ue berfluß nicht sättigt, wo er darben muß. 2. Wie elend ist, wer, alt und schwach, umher irrt, ohne Hüll' und Dach), und, bei der Krankheit Qual und Noth, umsonst sich sehnt nach seinem Tod! 3. Wie elend erst, wenn um ihn her viel Kinder rufen: Brot! und er tief a.fe seufzt, und, bei Müh' und Fleiß, doch weder Rath noch Hülfe weiß! 4. Wenn ihn, der sich so mühsam nährt, ein innrer, tiefer Gram verzehrt, und seine stille Thräne rinnt, weil er nicht weiß, was Freuden sind! 5. Ihm strahlet nicht der Sonne Licht; ihm lacht 6. Laß edle Freunde stets in mir ein Herz, wie ihres, finden, damit, in frommer Eintracht, wir der Freund: schaft Glück empfinden. Laß uns're Liebe sanft und rein, laß herzlich unsern Umgang seyn, daß nie sich uns're Seelen durch Neid und Argwohn quälen. 7. Der du mich selbst, durch dein Gebot, den Weg zum Heile lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhö: rest. Ich opfere dir lebens: lang der Unschuld und der Tugend Dank, bis du zum höhern Leben dereinst mich wirst erheben. Arme und Reiche. Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen zc. Pflichten gegen den nächsten. 403 der schöne Erdkreis nicht; sten, die sich freun, wie ihm ist die Welt, in aller Pracht, so öde, wie die Mitternacht. Gott, der Armen Trost zu seyn; von diesen nehm' er dankbar an, was ihre Huld ihm geben kann. 6. Was soll er dann be ginnen, Gott? Verzagen, dich in seiner Noth verläugnen? Und soll er allein nur leiden? Er nicht glücklich seyn? 7. Willst du ihn nie be: glücken? Ja, du willst es, Herr, dein Auge sah vor der Geburt der Welten schon sein Leiden und auch seinen Lohn. 8. Er schau' in deine Zukunft hin, und sage zu sich selbst: ich bin ein Wandrer nicht auf lange Zeit; wohin? zu Gottes Seligkeit. 9. Er trag' und strenge, wie ein Mann, die ganze Kraft des Fleißes an, zu schaffen, daß er rein und frei von aller Schuld der Trägheit sey. On 10. Dann flag' er Men schen, was ihn quält, und wenn ihm ihre Hülfe fehlt, sen nicht sogleich sein Herz empört; er wisse, daß sein Gott ihn hört. 11. Noch gibt es Chris 12. Und unter Arbeit und Geduld vertrau' er Gottes Vaterhuld; sie wird ihm Trost und Hülfe seyn, und ihn von aller Noth befrei'n. 13. Einst sieht er, nach der Thränensaat, daß ihm auch selbst der rauh'ste Pfad ein Weg zu Gott war; aus der Zeit ein sich'rer Weg zur Seligkeit. Mel. 15. Komm't her, spricht Christus 2c. 392. Wer sich mit Ernst der Tugend weiht, ist auch ein Freund der Sparsamkeit; er scheu't sich, zu verschwenden. Du, Va ter, du beglücktest ihn; nun sorgt er, was du ihm verlieh'n, stets weislich anzuwenden. 2. Dieß Gut ist nicht sein Eigenthum; er soll es nur zu deinem Ruhm, mit Redlichkeit, verwalten. Er weiß es, und, voll Dank 404 Einzelne Pflichten barkeit, sorgt, strebt er, wie dein Wort gebeut, da: mit wohl hauszuhalten. er sich einst zur Ruh' des Grabes niederlegen. 3. Er schwelget nie beim Ueberfluß, ist immer mä7. Sollt ich, o Gott, nicht sparsam seyn, nicht weißlich die Verschwendung Big im Genuß erlaubter scheu'n, den Mißbrauch) Sinnenfreuden. Er thut, deiner Gaben? Ja, heilig was Wohlstand ihm gebeut; sen mir diese Pflicht! Ich der trügend Spiel und kann zu dir dann ZuverUeppigkeit heißt ihn die sicht, auch selbst im ManKlugheit meiden, gel, haben. 4. Er fuchet, was sein Fleiß gewinnt, und was oft leicht und schnell zer: rinnt, mit Sorgfalt zu 393. Aus Gottes mil bewahren; er weiß, der Wechsellauf der Zeit bringt Mangel oft und Dürftig keit, und mancherlei Ge fahren. 5. Doch nie verletzt er seine Pflicht. Aus Geiz und Habsucht spart er nicht; er spart mit mildem Herzen. Gerührt von seiner Brüder Noth, theilt er mit Hung rigen sein Brod, und lindert Gram und Schmerzen. 6. Er hilft, im Stillen, wo er kann; was er durch Sparsamkeit gewann, wird zu der Menschheit Segen. Ihm strömet Dank und Freude zu, und froh kann Mel. 165. D Gott du frommer Gott 2c. Freuden. Mensch, bes der Hand kommt jede deiner strebe dich, den Undank zu vermeiden! Mißbrauche nie das Gut, daß dir dein Gott gewährt. Du bist und blei best arm, wenn ihn dein Herz nicht ehrt. 2. Was du 2. Was du dein eigen nennst, hat er dir nur ges liehen, um dich zur Thätigkeit und Treue zu er ziehen. Du raubst dir seine Huld, wenn du Verschwendung liebst, und dich mit stolzem Sinn der Ueppigkeit ergibst. 3. Wie kann erborgter Glanz dir eigne Würde Pflichten gegen den nächsten. geben, und deinen wahren Tand und Spiel Ruhm, den Ruhm vor Gott, erheben? Nein, was nicht in dir ist, steht nicht in deiner Macht. Nur Tugend und Verstand gilt mehr, als Fürstenpracht. 4. Dein Gott ist selbst ein Geist, den keine Pracht verblendet. Er liebet nur das Herz, das gern zu ihm sich wendet. Sen im merhin verhüllt in dürfti ges Gewand; er reicht, wenn du ihm folgst, dir seine Vaterhand. 405 und Schwelgerei verwenden? Wer wollte so sein Glück und seine Kraft zerstreu' n, und nicht, durch treuen Fleiß, den Menschen nützlich ſeyn? 8. Die große Stunde naht, wo dir dein Richter winket. Dann flieht der Prunk der Welt, und deis ne Hütte sinket. O Mensch, entferne dich von aller Ueppigkeit! Sonst hat die Zukunft nichts, was dei nen Geist erfreut. Fremde und Reisende. Mel. 82. Fürwahr, du bist ic. 5. Wozu verlieh er dir die krafterfüllte Seele? Er wollte, daß sie stets das wahre Gute wähle. 394. Der edle Geist Ach, du betrögst dich selbst, hebt sich vom Staube hoch wenn du das Ziel ver- über Zeit, Geburt und rückst, und deine Hülle nur, Stand; ihn fesselt weder nicht deine Seele schmückst.Volk noch Glaube, nicht 6. Kein Edler fesselt sich sein Geschlecht und Vater an leere Kleinigkeiten. Sein land. Der Menschheit Wür Geist ist gut und groß, und de ist sein Stand, die ganze weiß sich selbst zu leiten. Welt sein Vaterland. Was Wohlstand ihm gebeut, das ehret er als Pflicht; doch folget er dem Strom der eiteln Thoren nicht. 2. Doch liebt er auch in seiner Hülle den Hülle den engen Raum, der ihn umschließt, und freuet sich der Segensfülle, die sich zunächst um ihn ergießt. Er liebt den 7. Wie föstlich ist die Zeit! Wer wollte sie ver: schwenden, und nur auf Ort, der ihn gebar, der Einzelne Nachbarn und der Freunde Schaar. 3. Reißt ihn das Schick sal von den Seinen, wie einsam wird ihm die Na tur im unbekannten Land erscheinen, und war es 395. Du, welchen 406 auch die schönste Flur. Er fühlt sich aus der Welt ver: bannt, fühlt sich verlassen, und verfarnt. 4. Doch fehrt er in die Heimath, wieder, nach lan ger Trennung, einst zurück, dann sinket aller Kummer nieder, ihm lacht von neuem Freud' und Glück, und, bei zufried'nem, heiter'm Sinn, fließt seine Lebenszeit da: hin. 5. Da lebt er mitten unter denen, die ihn ver steh'n, die er versteht, die feines Herzens heisses Seh: nen schon lange sich herbei gefleht; da drückt ihm einst, zu sanfter Ruh', des Freundes Hand die Augen zu. 6. O du, mir selbst von Gott gegeben, sen mir will kommen, Vaterland! Mit dir verknüpfe mich im Le ben ein unauflöslich heil'ges Band; dir weih' ich Kräfte, Fleiß und Muth und for Pflichten. derst du's, selbst Gut und Blut! Mel. 4. D Ewigkeit, du Donnerwort zc. keine Welt ermißt, der du allgegenwärtig bist mit al: lem deinem Gegen; wo meine Lieben sind, auch da bist du, mein Gott, biſt ihnen nah' auf allen ihren Wegen. Du übersiehst, o Gott, sie nie; ach segne Vater, segne sie. 2. Du ſelber trennteſt ſie von mir; da seufzte laut mein Herz zu dir, da flo: ßen meine Thränen; ich suchte sie, und fand sie nicht; ach, da verfiel mein Angesicht von langem, heissem Sehnen; doch du gabst mir auch Trost und Ruh: ich will ihr Gott seyn, sagteſt du. 3. Ja, Herr, in Noth und in Gefahr, sen du ihr Retter immerdar, der Schuß, auf den sie bauen! Laß sie der Tugend Wege geh'n, auf dich und deine Hülfe seh'n, mit kindlichem Vertrauen; und gib zu ihrer Pilgrim Pflichten gegen den Nächsten. 5. Gib, daß sie ihrer Werke Ruhm, ihr unver: leglich Eigenthum, einst über's Grab begleite! Ihr Tod muß', wie ihr Leben, feyn! Sanft ruh' ihr hei: liges Gebein, ach, nicht an meiner Seite! Bis einst dein Erndtetag erscheint, der wieder sie und mich vereint. 407 schaft, bei jedem Schritte, neue Kraft! 4. Erleicht're ihres Le Segen, bens Gott, begleite fie, wo sie 396. Wohl dem, der Webl ſie auch immer wallen. Ge: ſegnet sen durch sie das Land, in welches sie dein Wink gefandt, hilf ihnen, Vater, Allen! Laß sie in Fried' und Wohlergeh'n noch Kind und Kindesfinder ſeh'n! 6. O, wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? Tag, der auch die mir wieder gibt, die ewig meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unser Herz dann freu'n! Gott, welch ein Anblick wird es seyn! Kirchengesellschaften. Mel. 241. Wer nur den lieben 2c. Christo angehöret! luchy er hat Freude; denn sein Freund ist Christus und wer Christum ehret, durch einen Sinn mit ihm ver eint. Nicht einsam wan delt er den Pfad, auf den ihn Gott gerufen hat. 2. Er sey auch unbekannt; ihn lieben und achten Alle, welche sich im Glauben, in der Tugend üben, aufrichtig, treu und brüderlich, sobald sie seh'n, daß er ein Chrift, ein wahrer Jünger Jeſu ist. 3. Kein Eigennut, kein Stolz, fein Leiden, kein Wechsel ihres Glücks, kein Schmerz, entzieht ihm ihrer Treue Freuden, ihr fest, mit ihm verbund'nes Herz. an einander Sie haben Theil durch Einen Trost, Ein Glück, Ein Heil. 4. Ja, alle Christen auf der Erde, wie weit sie auch getrennet sind, fie bilden doch nur Eine Heerde, in Liebe, Jesu gleich gesinnt, 408 Einzelne Pflichten. durch Glauben, Hoffnung, so dort einst in der EwigLiebe gleich, an Früchten feit? guter Werke reich). 5. Und welche Freunde, welche Brüder hat nicht im Himmel dort der Christ, wo Jesu seines Leibes Glies der versammelt, wo er sicht: bar ist! Da soll sein Diener nicht allein, mit Allen soll er selig seyn. 6. Er sprach ja selbst: Sie sollen leben; wo ich bin, sollen die auch seyn, " die, Vater, mir von dir " gegeben, sich findlich dir im Glauben weih'n; ver: eint, so wie im Glauben hier, dort in der Herr: lichkeit mit mir." 7. O Trost, zu Jesu Auserkor'nen zu kommen, zu der Väter Schaar, zu unsers Gottes Erstgebor: nen, zu Jedem, der hier heilig war; mit ihnen dort am Thron zu steh'n, und Gott mit ihnen zu erhöh'n! 8. Mach' uns, o Jesu, dazu tüchtig, dein würdig Eigenthum zu seyn. Stets sey das Christenthum uns wichtig! Denn was kann uns so sehr erfreu'n, wie hier in dieser Pilgerzeit, 9. Schenk' uns den Geist der Bruderliebe, der Nach sicht und der Einigkeit. Gib, daß sich Jeder eifrig übe in edler Dienstbeflissenheit, daß Alles, unser'm Bunde treu, Ein Herz und Eine Seele Mel. 74. Wie leuchtet uns 2c. 397. Schon weicht die finst're Mitternacht des Aberglaubens, und die Macht der Vorurtheile schwindet; schon leuchtet uns der Morgenstern, und jener Tag ist nicht mehr fern, da Ein Band uns verbin det. Uebe Liebe, Christ, und höre Jesu Lehre: lieben sollen, die nach ihm sich nennen wollen. 2. In allem Volk wird von dem Herrn nur der geliebt, der immer gern die Bahn der Tugend wandelt. Wer Recht thut, Gott durch Tugend ehrt, der hat vor ihm den größten Werth, weil er vernünf tig handelt. Darum übet Pflichten gegen den Nächsten. Tugend, Brüder, Gott sieht nieder auf uns Alle, wer durch Tugend ihm gefalle. 3. Nur auf Gesinnung und auf That sieht er, der Aller Herzen Rath mit Einem Blick durchschauet. Wem reiner Tugendsinn gebricht, dem hilft sein lee rer Glaube nicht, wie sehr er darauf bauet. Darum laß't uns, so zu leben, uns bestreben, daß die Erde reich an Lieb' und Eintracht werde. Prediger und Gemein den.( Ordination und Einführung) Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. 409 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er, er leuchtet, Gott, durch dich, den Schülern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich gewinnt! 4. Wohl uns, wenn du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind und tugend: haft, in Lehr' und That voll Geist und Kraft. 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Hörer seyn, und forschen, ob auch dein Wort lehrt, was uns ihr Unterricht er klärt. 6. Ist ihr Wort dein Wort auch zugleich, dann laß uns, Herr, an Weißheit reich, des Guten edeln Samen streu'n, um dich 398. Das Amt der und sie auch zu erfreu'n. Lehrer, Herr, ist dein, und dein soll Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 7. Durch solchen Lohn beglückt schon hier, frohloden fie: Gott ist mit mir! Die, mir nach, Got" tes Wege geh'n, werd' 2. Gesegnet sey ihr Amtich im Himmel wiederund Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heilig Wort, und Licht, mit ihm, und Tugend fort. seh'n!" 8. Ermahnen, bitten, warnen sie: so weig're, wer sie hört, sich nie, zu hassen, was du uns ver Einzelne Pflichten. beutst, zu thun, was du| des Irrthums Wahn, und durch sie gebeutst. Laster zu bestreiten, und 9. Laß, Vater, ihren Menschen, auf der WahrUnterricht, wenn sie, wie heit Bahn, zur Tugend hinwir, auch straucheln, nicht zuleiten! Wie edel! aber verachtet werden: nimm auch wie schwer! Laß undich dann auch ihrer sern Lehrer täglich mehr Schwachheit gnädig an! des Rufes Würde fühlen. 10. Fern sen von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott, zu kränken, daß sie ihre Pflicht mit Seufzen thun, mit Freuden nicht! 410 11. Nein, Gott, wir wollen sie erfreu'n; dank bare, fromme Hörer seyn! So führst du einst auch uns zugleich, mit ihnen, in dein ewig Reich. Mel. 40. Es ist das Heil ic. 399. Dein ist das Licht, das uns erhellt, Gott, dein das Amt der Lehrer. Welch ein Geschenk für deine Welt, für deines Wort's Verehrer! Dieß lehr' uns deiner Boten Mund; so wird dein Reich uns Allen kund, bekannt der Weg zum Leben. 2. Welch hoher Ruf, 3. O, gib ihm deiner Weisheit Licht, und deines Geistes Gaben, durch die wir Trost und Unterricht von ihm zu hoffen haben. Laß seine Lehren wahr rein, fest seinen eignen Glauben seyn,-sein Leben fromm und heilig! und 4. An Sanftmuth und an Nachsicht reich, laß ihn die Schwachen tragen, und keimt der Saame nicht sogleich, nie an der Frucht verzagen. Gib, daß er stets mit Freundlichkeit, entfernt von Haß und Bitterkeit, vor jeder Sünde warne. 5. Gib, daß mit Rührung und mit Lust er stets uns unterweise, des Werth's der Tugend sich bewußt, uns ihren Segen preiſe, daß nicht allein sein Unterricht, daß uns auch sei Pflichten gegen den Nächsten. nes Beispiels Licht auf ihn, Herr, an deinem deine Wege leite. 6. Laß ihn die Irren den zurück zu deiner Wahrheit führen; sie, eifrig für ihr wahres Glück, belehren, Mel. 74. Wie leuchtet uns ic. warnen, rühren; laß ihn geduldig seyn, gelind, nicht stolz, noch hart, stets so gesinnt, wie Christi Dienern ziemet. 400. Beherrscher deiner Christenheit, o Jesu, Herr der Herrlichkeit, du Führer deiner Heerde! Du 7. Trifft ihn Verfolgung siehst auf die erlöste Welt, oder Spott, so laß' ihn regierst sie, wie es dir gedann mit Freuden, mit fällt, sorgst, daß sie selig unerschrocknem Muth', o werde. Trostvoll, göttlich) Gott, für deine Wahrheit leiden. Sie kommt von dir, und ehret dich; umsonst empören Frevler sich, dein Licht, Herr, zu verdrängen. sind die Lehren, die wir hören! Heil und Leben willst du deinen Freunden geben. 2., wohl uns, Herr, daß du uns liebst, nach deinem Sinn uns Lehrer gibst, die uns zum Hime mel führen, und, voll von hoher Wissenschaft, von Tugendliebe, Geist und Kraft, auch Sünderherzen rühren! Treue Hirten laß den See len niemals fehlen, und die Heerden, mit den Hir ten, frömmer werden. 8. Belohne, Vater, ihn schon hier mit deinem reid; sten Segen; doch dien' er redlich, Herr, nur dir, und nicht des Lohnes we gen. Mit Vorsatz laß ihn nie betrübt, von allen Redlichen geliebt, geehrt von Allen werden. 411 Thron, der Tugend und der Treue Lohn in ew'ger Wonne finden! 9. Und war er seinem Rufe treu, bezeugt ihm sein Gewissen, daß er der Sünde Sklaverei der See3. Wir nehmen hier von deiner Hand den Lehrer, uns von dir gesandt; Herr, len viel entrissen; so laß segne sein Geschäfte! Die * 412 Einzelne Pflichten. fern; du kamst in Jesu Namen. O, reich' und deine Freundeshand! Mit dir geh'n wir in's Vaterland, und du mit uns auch), Amen. Heilig sey uns diese Stunde! Treu dem Bunde, den wir schließen, werden wir des Heils genießen. Seelen, die sich ihm vertrau's, durch Lehr' und Le ben zu erbau'n, gib Weis heit ihm und Kräfte! Mäch tig steh' ihm stets zur Seite, daß er streite, bet' und wa: che, sich und Andre selig mache. 4. Herr, deinen Geist laß auf ihm ruh'n! Lehr' ihn sein Amt mit Freuden thun! Entfern', was ihn betrübet! Gib, wenn er deine Wahrheit lehrt, uns stets ein Herz, das folgsam hört, und sich im Guten übet! Stärke Lehrer und Gemeine! Laß sie deine Treue sehen, und auf deis nen Wegen gehen! 5. Wann einst dein gro: ser Tag erscheint, laß un sern Lehrer, unsern Freund, uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zu gezählt; o gib, daß dort ihm keine fehlt; laß keine weiht. ihn verlieren! Vor dir, Richter, wird der Lehrer und der Hörer dann sich freuen, und dir Jubellieder weihen. 6. Sen uns gesegnet, Knecht des Herrn! Dein Herz sey nimmer von uns Mel. 429. Wachet auf, Iſo ruft 2c. 401. Heilig sey uns diese Stunde, die, feierlich, zum schönsten Bunde, dir, Lehrer, dir und uns er scheint! Er, der über uns regieret, hat dich in uns sern Kreis geführet; Gott ist's, der dich mit uns vers eint. Frohlockend preisen wir den Heiligen mit dir. Sei ner Wahrheit, die in der Zeit die Nacht zerstreut, sey ewig unser Herz ge 2. Uns von Gott und unsern Pflichten, mit Fleiß und Treu', zu unterrichten, von Wahn und Sünd' uns zu befrey'n; zu veredeln uns're Freuden, zu stärken uns in bangen Leiden, im Tode Tröster uns zu seyn; Pflichten gegen den Nächsten. ja, dieß gelobst du hier; Treu' sey jeden Morgen und gern geloben wir, dir an uns neu! zu folgen, und jederzeit, mit Freudigkeit, zu thun, was Gottes Wort gebeut. ( Nach der Handlung.) 3. Nun gelobt mit Herz und Munde ist das Ge lübd'! Zum schönsten Bunde sind uns're Seelen nun vereint! Richten wird der Heil'ge, richten gerecht uns nach des Bundes Pflichten, wenn sein Vergeltungstag erscheint. Heil uns, wenn Alle wir dann im Triumph mit dir geh'n zum Throne! Dort danken wir die Palme dir, und ewig lohnt dich Gott dafür. 413 Mel. 241. Wer nur den lieben Gott 2c. 2. Laß dir auf allen seis nen Wegen, den du uns gabst, empfohlen seyn; beglücke, was er thut, mit Segen, und jede Aussaat mit Gedeih'n. Für unser Wohl schlag' ihm das Herz; was ihn betrübt, sey uns aud) Schmerz. 3. Knüpf' zwischen ihm und uns der Liebe und des Vertrauens festes Band; es reiche, mit aufricht'gem Triebe, ein jeder dankvoll ihm die Hand. Wer Gott und sein Wort liebt und ehrt, der hält auch seine Lehrer werth. 4. Einst laß uns freudig Schul- und Jugendleh- ihm begegnen, der Gottes rer.-( Jn Schulen, Weg uns gehen hieß, ihn und bei Schulprü mit entzückter Rührung fungen.) segnen, daß er ihn uns so treulich wieß. Er find' im höher'n Vaterland und wieder, wie er hier uns fand! 5. Dort rufen,( möge Lehrer Glück und Kräfte Gott es geben!) mit hö zu seinem segensreichen her'm Danke, wir ihm zu: Stand, ihm, den zum Hei| Heil sey dir! denn du hast ligungsgeschäfte du uns, das Leben, die Seele! uns als Beistand, zugesandt! gerettet, du! Gott, 402. Gib, Gott, dem Hilf du ihm, Vater, seine laß ihn dieß Glück erfreu'n, Einzelne Pflichten. 414 und vieler Seelen Retter seyn! 3. Gib, treuer Vater, daß wir dir das ganze Leben weih'n. Wie glücklich Mel. 426. Mein Jesus ist werden wir schon hier, und dort, wie selig seyn! mein Leben 2c. 403. Die Menschen Mel. 74. Wie leuchtet uns der 20. zu erziehen, bringt Heil für Welt und Staat. Gott, ſegne das Bemühen, laß 405. Erfreulich sey, reifen uns're Saat! 2. Ja, Nacht und Irr: thum fliehet da, wo dein Licht erhellt. Auch uns're Schule blühet, durch dich, o Herr der Welt! und feierlich der Prüfung Tag, an welchem mich so viele Zeugen hören! Er kommt, mit ihm kommt Freud' und Schmerz, hier freut sich hoch, dort bebt ein Herz, wenn sich die Zeugen mehren; Beifall, Ehre, Lob und Liebe frö net heute Fleiß und Tugend. Heil dir, wohldurchy lebte Jugend! 2. Wenn ich bisher gewissenhaft und treu ge A 404. Mit findlich brauchte meine Kraft, nach frommer Dankbegier schau'n wir zu dir hinauf; Herr Gott, dein Lob verkünden wir, o, nimm es liebreich auf! meiner Pflicht stets lebte, und wenn, an treuer Lehrer Hand, mein Eifer immer unverwandt dem Ziel ent gegen strebte; werd' ich da wohl stumm erröthend, ängstlich stammeind, heute beben, da ich Rechenschaft soll geben? 3. Mit findlichem Ge müthe singt Jeder dir heut' Preis; denn deine Vater güte beglückte unsern Fleiß. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. 2. Auch heute ward von dir beglückt, durch Wahr heit, unser Geist. Wie fühlet sich das Herz entzückt, daß dich voll Andacht preist! 3. Dem Trägen klopft Pflichten gegen den nächsten. die bange Brust, er fühlet gen jede Kraft, eingedenk Wehmuth, statt der Lust; der Rechenschaft! muß Thorheit nun bereuen. Der aber, der im regen Fleiß die Zeit durchlebte, erndtet Preis, und kann sich heute freuen. Alles Gute wird belohnet von dem Va ter unsers Lebens. Nur der Träge hofft vergebens. Mel. 519. Gott des Himmels und der zc. 415 Landleute, Künstler und Handwerker. Mel. 19. Ich dank' dir schon ic. 407. Wie ie reich, o Schöpfer der Natur, bist du an Macht und Güte! Du schmückest jedes Jahr die Flur mit Blumen, Gras 406.Unfreganze Seele und Blüche. fühle sich zu neuer Lust erhöht; immer mehr nah'n wir dem Ziele, wo der Lohn des Fleißes steht; laß den Vorsatz, gut zu seyn, heute wieder uns er: neu'n! 2. Du gibst uns warmen Sonnenschein, und Thau und milden Regen. Daß Saat und Pflanzen wohl gedeih'n, bringt selbst dein Donner Segen. 2. Ewig dauern jene Freuden, die uns Fleiß und Tugend gibt; Müßig gang bedroht mit Leiden den, der trägen Schlummer liebt; o, laßt uns nie 4. Wie fröhlich machst stille steh'n, nein, im Gudu meinen Stand! Du gibst ten weiter geh'n! 3. Durch dich wächst Frucht auf Baum und Strauch; durch dich reift das Getreide; und mildige lich) versorgst du auch das Vieh, mit fetter Weide. mir Kraft und Stärke, mit regem Fleiß zu bau'n das Land, und segnest meine Werke. 3. Wer durch Nichtsthun fie entweihte, seine edle Jugendzeit, o, der fehre reu: voll heute wieder zu der 5. So Viele klagen über Thätigkeit. Laß't uns nu: Noth, ich darf nie Man 416 Einzelne Pflichten. gel leiden. Mich lohnt der Fleiß; ich bau' mein Brod; der Arbeit folgen Freuden. 6. Und ward auch andern Menschen gleich mehr Geld und Gut beschieden; nur die Genügsamkeit macht reich, und ich bin wohl zufrieden. 7. Es fehlt mir an Ge: 408. Ich dank dir, sundheit nicht, mich quälen keine Sorgen, und freund: lich weckt zu meiner Pflicht mich jeder neue Morgen. Gott, für meinen Stand, du gibst dem Fleiße meiner Hand Gedeihen; lohnst ihn mit Gewinn, und machst, daß ich zufrieden bin. 8. Vorüber geht mir schnell die Zeit, bei meinem Tagsgeschäfte. Die Sonne lacht mir Heiterkeit, der Wiesen Duft gibt Kräfte. 9. Und o, wie süß die Ruhe lohnt, bin ich nun Abends müde! Denn unter meinem Dache wohnt der Eintracht holder Friede. 10. Das ist doch je ge: wißlich wahr: wer auf der Tugend Wegen einhergeht, findet immerdar Zufriedenheit und Segen. 12. Will immer freudig dir vertrau'n, du Gott im Himmel oben, auf deine Macht und Güte schau'n, und dich von Herzen loben. 11. Drum will ich stets, von Falschheit rein, recht schaffen, treu und bieder, und gern des Armen Helfer seyn, und Bruder meiner Brüder; Mel. 80. Vom Himmel hoch, da2c. 2. Wenn gleich von dir nicht hoch gestellt, nütz' ich doch auch der Bruderwelt; ich schaff durch Fleiß von Zeit zu Zeit ihr Nothdurft und Bequemlichkeit. 3. Wie ist ein Land so segensvoll, wo jeder wirket, was er soll, wo überall der Fleiß regiert, und Nedlichkeit sich nie verliert! 4. Wie viele Kräfte regen sich, wie viele Hände auch für mich! Und ich doch wollte müßig ruh'n, und nicht mein Werk mit Freuden thun? 5. Leicht wird mir jede Tagesmüh', bet' ich zu Pflichten gegen den nächsten. Gott des Morgens früh;| Alles angeordnet hat, wird und ist mein Tagwerk Völkern dauerhaftes Heil gut vollbracht, lohnt mich durch der Gesellschaft Band mit süßer Ruh' die Nacht. zu Theil. 6. Und Gottes Segen folgt mir nach. Schon hab' ich Hülle, Brod und Dach. Was hat vor mir der Reiche mehr? Ich schlaf' und werde satt, wie er. 7. Umringt die Großen auch mehr Pracht; nicht sie ist's, die uns glücklich macht. Wie Mancher grämt im Pranke sich, und hat der Sorgen mehr, als ich! 8. Nur wer das Seine redlich thut, ist glücklich, hat stets frohen Muth. Die Zeit der Müh' rollt schnell dahin, und einst lohnt mehr noch ihr Ge: winn. 4179. Wer viel empfangen hat, von dem wird viel ge: fordert; angenehm ist auch, wer treu im Kleinen ist, dir, der du Aller Vater bist. Mel. 312. Herr Jesu Christ, dich zu uns zc. 2. Durch gegenſeitiges Bemüh'n, sieht man der Bürger Wohlfahrt blüh'n, und durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weiht. 3. Ein Bürger ist des andern Freund; sie, die ein gleicher Zweck vereint, seh'n, durch des eignen Vortheils Werth, das allgemeine Glück vermehrt. 5. Der durch die Arbeit seiner Hand, durch Kunstgewinn, dem Vaterland, und der, den Noth und Mangel drückt, wird durch des Reichen Hand erquickt. 6. So knüpfst du, Gott, durch jeden Stand der allgemeinen Wohlfahrt Band, vertheilst, durch deiner Weis409. Nach Gottes heit Wahl, des Fleißes weisheitsvollem Rath, der Gang, der Kräfte Zahl. 18* 4. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der Eine nützt durch Gei steskraft, durch Einsicht und durch Wissenfchaft; Einzelne Pflichten. Verhalten gegen die thierische und leblose Schöpfung. Mel. Herzliebster Jesu, was 2c. 4 bed Herr, laß mich stets die große Pflicht 418 410. $ bedenken, das, was du schufft, aus Leichtsinn nie zu kränken; nie deine Gaben frevelnd zu vernichten; denn du wirst's richten. 2. Wie groß und schön nicht, daß man ihn versind alle deine Werke! Dich schwendet, uns zugewendet. rühmt die Flur, der Baum in seiner Stärke, der Thiere Menge, die auf Erden le ben, in Lüften schweben. 5. Mit Schadenfreude stört er Baum und Pflanze im schönsten Wuchs; Na tur in ihrem Glanze kann ihn nicht rühren, nicht mit allem Segen sein Herz be wegen. 6. Dem zarten Bäumchen raubt er seine Säfte; er stört der wirkenden Natur Geschäfte, und macht der künft'gen Welt gehoffte Früchte boshaft zu nichte. 7. Nur ein gefühllos 3. Dein Will' ist zwar, mit Weisheit sie zu nüßen, sogar als Eigenthum sie zu besigen; doch sollen wir nie, was du schufft, ver: heeren, zur Lust zerstören. 4. Ein solcher Frevler ist, Herr, dir entgegen; er achtet nicht den übergroßen Segen, den du, voll Huld, Verhalten gegen die thierische und leblose ic. 419 Herz kann an den Leiden bestimmte diese Erde nicht der Thiere sich in Gottes für die Menschen nur als Schöpfung weiden; sie lein; auch Thiere schuf er, zwecklos quälen, und mit groß und klein, des Lebens ihren Schmerzen leichtsin sich zu freuen. nig scherzen. 8. Wohl mir, wenn ich mir's zum Gewissen mache, wie auch das Heer der Spötter mich verlache, was Gott erschuf- nichts soll mich künftig blenden recht anzuwenden. 2. Sein Wille war, daß ihre Zahl sich allenthalben mehre; sie füllten Wälder, Berg' und Thal und Seen, Flüß' und Meere, belebten hier die hohe Luft, und dort der Erde tiefste Kluft, und freuten sich des Le bens. 9. Um mich soll Alles, was da lebt, sich freuen! Kein Thier soll über mich um Rache schreien. Ich darf es nützen, seinen Tod befehlen, doch nie es quälen. —1 10. Mit milder Scho: nung will ich ihre Freu den durch Grausamkeiten ihnen nie verleiten. halte, Gott, mir der Er barmung Triebe, und diese Liebe! Er: 3. Nie kann des weisen Forschers Sinn der Arten Anzahl wissen; doch sänk auch nur die kleinste hin, so wär' das Band zerrissen, das in der weiten Gottes Welt die Wesen an einander hält zu einem großen Ganzen. 4. Das kleinste Thier betritt die Welt, wie ich, auf seine Weise; es fühlt sein Daseyn, und erhält sich auch mit Trank und Speise; Mel. 1. Es ist gewißlich hat, so wie ich, auch Sinneskraft, fühlt, was ihm Lust und Schmerzen schafft; an 2c. 411. Der weise Schö- verläßt, wie ich), das Leben. pfer, dessen Ruf einst mäch tig scholl: Es werde! und aller Welt Bewohner schuf, 5. Dem, der für Alles Sorge trägt, dem Vater Einzelne Pflichten. aller Dinge, ist nichts, was| Seelenkraft, Geschenk aus auf der Welt sich regt, zu Gottes Händen, ich müsse klein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen nie vergißt, ist auch des Wurs mes Schöpfer. nie durch Leidenschaft selbst deine Würde schänden. Wer den erhab'nen Zweck vergißt, wozu du ihm ge geben bist, der schändet deine Würde. 9. Vernunft! du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren, in der Geschöpfe großem Heer den Schöpfer zu verehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf ver schmäht, das unter Gottes Aufsicht steht, entehrt auch seinen Schöpfer. 420 6. Und er, der alle We sen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere das, was er ihm gibt, gedan: fenlos zu rauben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, mit Leichtsinn zu zerstören? 7. Nein! kein Geschöpf, das mit mir lebt, darf ich aus Frevel quälen; mag auch, was mich zur Mensch heit hebt, mag die Vernunft ihm fehlen! Durch sie trag' ich der Gottheit Bild; doch lehrt sie mich auch, göttlich mild, Glück um mich her verbreiten. 8. Vernunft, erhab'ne 10. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und gefühllos, mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech ein Mitgeschöpf betrübt, und Härt' und Grausamkeit verübt, der kann auch Gott nicht lieben. 3 ukunft. I. Kürze des Lebens, und weiser Gebrauch desselben. 412. Eigne Melodie. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen Leben! Eilend fliehen uns're Stun den; kaum genossen, kaum empfunden, sind sie ✰ uns auch schon verschwunden! 2. Ach, wie nichtig, ach,| wie flüchtig ist der Menwie flüchtig ist der Menschen Schöne! Seh't die schen Stärke! Morgen ist Rose, wie sie glühet! Mordes Todes Beute, wer, gen ist sie schon verblühet. gesund und froh noch heute So der Jugend Reiz entmit den Seinen sich er- fliehet. freute. 4. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Men3. Ach, wie nichtig, ach, 422 Kürze des Lebens, u. weiser Gebrauch desselben. schen Ehre! Wer nach Bei der Erde Staub verwehen! fall sehnlich schauet, und Tugend kann nie untergeauf Menschengunst ver: hen! trauet, hat sein Glück auf Sand gebauet. 5. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig sind der Menſchen Schäße! Neichthum 413. Wie sicher lebt ist des Himmels Gabe; aber alle deine Habe ret: tet dich doch nicht vom Grabe. 6. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Menschen Herrschen! Der durch Macht ist hoch gestiegen, muß, trotz Herrscherstab und Siegen, doch zuletzt dem Tod erliegen. 7. Ach, wie nichtig, ach, wie flüchtig ist der Men schen Prangen! Der im Pure pur hoch vermessen ist, gleich einem Gott, gesessen, seiner wird im Tod' vergessen. 8. Ach, vie nichtig, ach, wie flüchtig ist die Lust der Erde! Oft verwandeln unsre Freuden sich schon hier in bitt're Leiden, und einst müs sen wir doch scheiden. Mel. 237. Wenn wir in höchsten 2c. 9. Eins nur bleibet! Gott dieß Eine sey uns theu'r und heilig! Tugend, Tu gend wird bestehen! Laß't der Mensch, der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel; der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr; und Keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weise macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und un sers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt See: len vor Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier ver Kürze des Lebens, und weiser Gebrauch desselben. 423 borgen war, den Rath der sen in der Heiligung, ist Herzen, offenbar. wahre Tod'serinnerung. 6. Drum, da der Tod dir täglich dräut, so sey stets wacker und bereit; prüf' deinen Glauben, als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 12. Wie oft vergessf' ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht ins Gericht; des Todes Bild erinn're mich, vor dir zu wandeln würdiglich; 7. Ein Seufzer in der letzten Noth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dieß macht dich nicht von Sünden rein. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag' vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Liebe, Demuth, Fried' und Treu', die Frucht des Geistes, in ihm sey; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh', stets meiner widersteh', Schwachheit und einstens, in des Glaubens Macht, mit Freuden ruf': Es ist vollbracht! 8. Ein Herz, das Got tes Stimme hört, ihr folgt, und sich vom Bösen kehrt; ein glaubig's Herz, von Lieb' erfüllt, dieß ist es, was in Christo gilt. 9. Die Heiligung erfor dert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. Du aber ringe stets nach ihr, als wäre sie ein Werk von dir. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht 2c. 414. Schön ist Got tes Erde zwar, doch es kann auf ihr nichts dauernz jeder Schönheit droht Ge fahr von des Todes falten Schauern; denn durch ihn herrscht in der Zeit überall Vergänglichkeit. 11. Ihr alle seine Tage 2. Ach, kaum drängt, weihn, heißt: eingedenk mit süßem Duft, aus der des Todes seyn; und wach- Knospe sich die Rose, öff 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, dein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. 424 Kürze des Lebens u. weiser Gebrauch desselben. net sich ihr schon die Gruft verloren gehen! Blos zum in der Erde kühlem Schoose, und es fliehlt des Lenzes Pracht, wenn sie kaum uns angelacht. Sammeln pfleget man Erndtefelder abzumähen! Um der Blume sich zu freu'n, muß man erst den Saamen streu'n. 3. So, des Frühlings Blüthen gleich, kann auch mich ein Sturm verwehen. Manche, die, an Hoffnung reich, in die fernste Zukunft sehen, überrascht im Morgenroth ihrer Jugend schon der Tod. 7. Auch der Leib, den wir hier sä'n, muß verwesen in der Erde, daß, zum Himmel einzugeh'n, er vers klärt und geistig werde. Durch des Schöpfers Kraft erneut, reift er zur Vollkommenheit. 4. Ach, so schläft wohl Mancher schon, den ich, wei nend, Freund noch nenne; Viele sind der Erd' entfloh'n, deren Namen nur ich kenne; und wie Vieler Herrlich keit ruht schon in Verges senheit! 5. Gott, auch mir fiel dieses Loos, ich auch werde einst gefäet! Dieses Eine weiß ich blos, nicht, wann mich der Schnitter mähet; ehe, denn ich's ahnen kann, legt er seine Sichel an. 6. Doch in deinem Reiche kann, soll auch nichts Nacht! 8. Nun so will ich mit Vertrau'n, ohne Furcht, den Tod begrüßen, ihm getrost in's Auge schau'n, durch die Hoffnung ihn versüßen: dieses Leibes Sterblichkeit führt mich zur Vollkommen heit. 9. Meine höchste Sorge sey, im Erziehungsstand der Erde, daß mein Geist, von Mängeln frei, heilig und vollkommen werde. Du, o Gott voll Lieb' und Macht, rufft mich aus des Grabes Mel. Ich hab' mein Sach' Gott heimgestellt 2c. 415.EP Wie fleucht dahin der Menschen Zeit! Kürze des Lebens u. weiser Gebrauch desselben. 425 wie eilen wir zur Ewigkeit! Wie mancher sinkt, *** N* THE eh' er's gedacht, in Todes- Nacht! O Seele, nimm bieß wohl in Acht! 2. Dieß Leben ist gleich einem Traum; gleich einem leichten Wasserschaum ist alle seine Herrlichkeit. Der Strom der Zeit reißt schnell uns fort zur Ewigkeit. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest mir das, was du bist; ich traue dir. Es falle Berg und Hügel hin! mir bleibt's Gewinn, wenn dein ich todt und lebend bin. Kein irdisch Glück gibt wahre Ruh'. 6. Weg, Eitelkeit, der Thoren Lust! mir ist ein beß'res Gut bewußt, nur dies ses Eine such' ich hier, es bleibet mir. Herr Jesu, mich verlangt nach dir. 7. Wie wird mir seyn, wann ich dich seh', und froh zu deiner Rechten steh'? O, mein Erlöser, stärke mich, daß standhaft ich, bis an mein Ende, liebe dich. 4. So lang ich noch auf Erden wohn', erwecke mich, o Gottes Sohn. Zu wachen, sen mir heil'ge Pflicht; ich weiß ja nicht, wie bald mein sterbend Auge bricht. 416. Es eift der letzte von den Tagen, die du hier lebst, o Mensch, herbei. Erkauf' die Zeit, und, statt zu klagen, sie sey zu kurz, ge= brauch' fie treu! Nimm, mit 5. Was hilft die Welt in Todesnoth? was Ehr' und Reichthum nach dem Tod'? Bedenk's, o Mensch, was eilest du dem Schatten zu? Mel. 181. Er starb, der größte zc. 426 Kürze des Lebens, u. weiser Gebrauch desselben. erkenntlichem Gemüth', der dich zu dieser Pflicht. Sprich: nahen Stunde wahr; sie flieht! dir, o Gott, ist nichts verborgen, stets siehst du mich mich deiner Huld zu freu'n, im hellsten Licht'; ich will, mein Leben gern der Tugend weih'n. 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Ziel, ver schiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und träumst dir noch der Jahre viel. Wie viele Stunden sind noch dein? Kann diese nicht die letzte seyn? 3. Ein ewig Glück einst zu besitzen, sollst du des kurzen Lebens Zeit, als deine Saatzeit weißlich nützen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschen freundlich zu: Sieh, Eins ist noth! Was säumeſt " Du? // 4. Drum eile, rette deine Seele, und denke nicht: Ein andermal! Sen wachsam, bet' und überzähle der Men schentage kleine Zahl. Wär' auch dein Ende noch so fern, sey fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu ge schenkten Morgen erwecke 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil, ohne dich sie nichts vermag! Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich, aus allen Kräften, nach wahin Gott gefälligen Geschäf rer Weisheit hier gestrebt, lebt, und einst, voll Glauten, die Pilgertage durchge bens, sagen kann: du, Gott, nimmst mich zu Ehren an. 8. Mein sprachlos Fleh'n bei meinem Ende hörst du, Herr, der mich scheiden heißt. In deine treuen Baterhände befehl' ich, Höchster, meinen Geist! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seine Hülle fällt. Von dem Tode. II. Von dem Tode. Vorbereitung auf denselben. 427 4. Der du, zum Heil der Sünder, selbst mit dem Tode rangst, hilf, Todes: Mel. 89. Herzlich thut mich überwinder, hilf mir aus verlangen 2c. solcher Angst! Und wenn des Kampfes Ende gewal 417. Die auf der Erde tiger mich faßit, nimm mich in deine Hände, den du erlöset hast. wallen, die Sterblichen sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede bringt uns Kunde, daß nä: her sey die Gruft. 2. Getrost geh'n Gottes Kinder die finst're Todes: bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nah'n, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, und vor dem Gott der Götter er: zittert und verzagt. 3. Wenn, diese Bahn zu gehen, dein Will' einst mir gebeut; wenn nahe vor mir stehen Gericht und Ewigkeit; wenn, unter Angst und Beden, mein Herz im Kampfe bricht: Herr 418. Ad Gott, was über Tod und Leben, o, dann verlaß mich nicht! ist der Menschen Glück? 5. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Himmel weih'n! die, aufgelöst zu werden, in Heiligkeit sich freu'n. Sie sä'ten hier im Leben für die Unsterblichkeit, und sind, es Gott zu geben, wann er will, stets bereit. 6. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt kein sterblich Herz. O Trost für kurze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Todesüberwinder sey ewig Preis und Dank, daß er für uns, die Sünder, den Kelch des Todes trank! Mel. 237. Wenn wir in höchsten Nöthen 2c. Von dem Tode. 428 Es währt nur einen Au genblick. Wir eilen schnell durch Zeit und Welt, wo uns ein Traum gefesselt hält. 2. Hier haben wir kein Eigenthum; doch trachten wir nach Ehr' und Ruhm. Und kaum ist unser Wunsch erhört; so seh'n wir unsre Qual vermehrt. 3. Der Kummer dringt bis auf den Thron, und Sorgen sind des Reich thums Lohn. Wer in der Würde glänzend prangt, hat noch kein wahres Gut erlangt. 4. Von allem, was die Welt erhebt, was ist es, das uns überlebt? Was folgt uns in die Ewigkeit, wenn über uns der Herr gebeut? 5. Auch selbst des Pur: purs schonet nicht der Tod, der in die Hütten bricht. Nicht Reichthum, Hoheit, Ehr' und Macht befrei'n uns von des Todes Nacht. 6. Von aller Pracht und Herrlichkeit bleibt uns zu eßt ein Sterbekleid. Nach uzer Zeit ist dieß auch Staub, und so, wie wir, der Erde Raub. 7. So flieht ein Rauch im Sturm und Wind, so fällt ein Blatt, und so geschwind sinkt eine Blume welkend hin. Was ist's, daß ich noch eitel bin? 8. Was streb' ich hier nach Ruhm und Ehr'? In Kurzem bin ich auch nicht mein Abschied nah', man mehr. Vielleicht ist schon sucht mich; ich bin nicht mehr da. 9. Die Tugend, die wir ausgeübt, bleibt, wann der Erde Glanz zerstiebt. Wer als ein wahrer Christ ge lebt, stirbt nicht, wenn man ihn gleich begräbt. 10. Er lebte seinem Gott und Herrn. Nun ruft ihn Gott, und er stirbt gern. Hier geht das rechte Leben an, das ihm kein Tod mehr rauben kann. 11. Gott, dessen weiser Rath bestimmt, daß es mit mir ein Ende nimmt; entreisse, weil's noch heute heißt, der Welt und Sünde meinen Geist. 12. Der Erde Reichthum folgt mir nicht, wenn dieß Vorbereitung auf denselben. mein irdisch Haus zerbricht, nur aus dem Born des Glau: bens quillt ein Trost, der mich mit Muth erfüllt. 13. In Jesu schlaf' ich freudig ein; einst werd' auch ich ihm ähnlich seyn. Wie herrlich geh' ich aus der Gruft, wann mich sein Wort zum Leben ruft! 14. Ihm folg' ich treu' durch Tod und Grab. Er ist's, der mir die Hoffnung gab, daß ich, verklärt und freudenvoll, sein Angesicht einst schauen soll. 429 Tod' erfreu'n; diese Güter sind nicht dein. Mel. 138. Meinen Jesum laß ich zc. 3. Nur ein Herz, das Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen. Dieses Herz, von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 419. Meine Lebenszeit verstreicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe, und wie wenig ist's viel leicht, das ich noch zu le ben habe? Denk', o Mensch, an deinen Tod; säume nicht; denn Eins ist noth! 4. Wenn, in deiner letz: ten Noth, Freunde hülflos um dich beben; dann wird über Welt und Tod dich dieß reine Herz erheben: dann erschreckt dich kein Gericht, Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache; sorge nicht, wie früh du stirbst! Deine Zeit ist Gottes Sache; statt den Tod mit Angst zu scheu'n, lerne, seiner dich zu freu'n. 6. Ueberwind' ihn durch Vertrau'n. Sprich: id) weiß, an wen ich glaube; selig soll ich, ihn zu schau'n, mich erheben aus dem Staube. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Wür den, die dir Menschen ga: ben, nichts wird dich im seine Macht. Von dem Tode. 7. Tritt im Geist zum lehre du mich selbst bedenGrab' oft hin, siehe dein fen! lehre du mich's jeden Gebein versenken; sprich: Tag, daß ich weiser werHerr, daß ich sterblich bin, den mag. Eigne Melodie. 420. 430 fed † Mein Leben ist ein Pilgrimstand, ™* Ï Ï£ ¢ ‡ †• MIN der Himmel ist mein Vaterland; ich finde keine + 174 Ruh' auf Erden. Ich suche meines Gottes Stadt, 中華 die er mir dort erbauet hat; da werd' ich ewig selig werden. Mein Leben ist ein Pilgrimstand, der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor| daß ich, als ein frommer der Sonne flieh'n, so schwin: Christ, stets suche, was det meine Zeit dahin. Hier im Himmel ist. ist der Ort nicht, den ich wähle; ich eile nach der Ewigkeit. Ach, mache mich dazu bereit; bewahre, Va ter, meine Seele! Gib, 3. Der Tugend Hindernisse, Gott, sind viele; Trübsal, Noth und Spott muß hier so oft, wer fromm ist, leiden. Sein Weg ist Vorbereitung auf denselben. schmal, und weit sein Ziel; und doch) sind seiner Feinde viel, und wenig oft der Tugend Freuden; und dennoch soll's ihn nie gereu'n, dein Pilger hier, o Gott, zu seyn! was irdisch ist, kann nicht besteh'n; drum gib, daß ich mich nicht entfärbe, wenn Grabeslüfte mich) umweh'n. Die wahre Heimath ist bei dir; mein bleibend Vaterland nicht hier. 431 2. Mein Gott, ich weiß 4. Hilf darum mir, o Jesu Christ, der du mein nicht, wann ich sterbe, Heil geworden bist, hilf kein Augenblick geht sicher mir, du Führer aller From: hin. Zerbrechlich bin ich, men! Mit Selbstverleug- gleich der Scherbe; kann, nung, Herr, will ich, er muntert und gestärkt durch dich, stets näher zu dem Ziele kommen! Streit' ich, wie du, nur standhaft hier', so erb' ich ewig auch mit dir. wie die Blume, schnell verblüh'n. Drum mache mich nur stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit. 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich sterbe, und welcher Tod das Herz mir bricht; dem Einen wird das Scheiden herbe, der Andre stirbt, und ahnt es nicht. Wie du, Herr, willst; gib nur dabei, daß einst mein Ende selig sey. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher Staub mein Grab bedeckt; doch, daß ich nimmermehr verderbe, daß deine Hand mich auferweckt, mit dieser Hoffnung schlaf' ich ein; die Erd' ist allent: 5. Verleihe mir Beständigkeit; laß mich, mit Unerschrockenheit, mit Muth, auf deinen Wegen gehen! Fall' ich, mein Gott: so hilf mir auf; laß mich vollenden meinen Lauf, und in der Noth mich fest be stehen; getrost auf deinen Schuß vertrau'n, und se lig einst dein Antlig schau'n! Mel. 241. Wer nur den lieben 2c. 421. Mein Gott, ich halben dein. weiß wohl, daß ich sterbe, 5. Dein Wort verbürgt 432 Von dem Tode. dir zu sterben, deines Vaters Reich zu erben! mir's; wenn ich sterbe; mich streben, dir zu leben, nimmst du, Herr, meinen Geist zu dir. Bin ich nur dein, und Christi Erbe, und hab' ich dich am Grabe hier, so bleib' ich sel'ger Hoffnung voll, wann, wie, und wo ich sterben soll. 3. Besiege dann des To des Grau'n, mein Geist, er ist der Weg zum Schau'n in jenem bessern Leben. Er sen dir nicht mehr fürchterlich; zur höchsten Seligkeit wird dich der Herr durch ihn erheben. Gottes Huld ist unvergänglich, überschwängMel. 74. Wie leuchtet uns 2c. lich; die Erlösten wird ſie unaussprechlich trösten. Wider die Todes furcht. 422. Wie wird mir 4. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn dieß mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. dann, o, dann mir seyn, wann ich, mich ganz des Herrn zu freu'n, in ihm entschlafen werde! Von keiner Vielleicht umgibt mich ihre Sünde mehr entweiht, ent- Nacht, eh' ich dieß Flehen bunden von der Sterblich noch vollbracht, mein Lob keit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu' dich, Seele! Stärke, tröste dich, Erlöste, mit dem Leben, das dir dann dein Gott wird geben. 2. Ich freue mich, und bebe doch. Es drückt des Sündenelends Joch) mich in den Staub darnieder. Nur Jesu Beistand stärket mich; an ihn, den Mittler, halt ich mich, und er erhebt mich wieder. Jesus Christus, laß dir ausgestammelt. Vater, Vater, ich befehle meine Seele deinen Händen; laß getrost den Lauf mich enden! 5. Sind meiner Tage hier noch viel; bin ich vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schim mert, geht meine Lauf bahn hier noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit wird sie erst spät zertrümmert; durch dich hoff' ich reiche Saaten guter Tha Wider die Todesfurcht. 433 ten auszustreuen, dort der mich der Erde, zu bessern. Erndte mich zu freuen. Welten hin. 6. Wie wird mir dann, Erlöser, seyn, wann ich, Erlöser, seyn, wann ich, mich deiner ganz zu freu'n, dich dort werde! Von feiner Sünde mehr entweiht, ein Erbe deiner Seligkeit, nicht mehr der Mensch von Erde. Preis dir, daß mir, durch dein Leiden, jene Freuden offen stehen! Ewig will ich dich erhöhen. Mel 37. Schwing't, heilige Gedanken 2c. 423. Der lette mei ner Tage ist mir vielleicht nicht fern. O, dann wird meine Klage ein Lobge: sang dem Herrn. Vollbracht ist ganz mein Lauf; ich trete hin zum Throne, und Gott setzt mir die Krone der Ueberwinder auf. 2. Für seines Reiches Erben hat Jesus mich erklärt. Was fürcht' ich mich, zu sterben, wie er mich ster: ben lehrt? Mir ist der Tod Gewinn; damit ich selig werde, entschwing' ich 3. Nur meines Leibes Bürde, nicht mich, verschließt die Gruft; mich hebt zu höh'rer Würde mein Vater, der mich ruft. Sein Bote heißet Tod! Er, furchtbar nur den Sündern, willkommen Gottes Kindern, erlöst sie aus der Noth. 4. Jch, der Gefahr entKampf hervor; hoch über ronnen, geh' aus dem alle Sonnen hebt mich mein Glaub' empor. Da tret' ich in die Reih'n der Engel, meiner Brüder; in ihre hohen Lieder stimmt mein Triumphlied ein. 5. Gott schaut von sei mich herab, dem er, in seinem Throne mit Huld auf nem Sohne, das Recht der Kindschaft gab. Ich darf zu ihm mich nah'n, für meinen Kampf auf Erden von ihm gekrönt zu werden, das Kleinod zu empfah'n. 6. Die Leiber wahrer Frommen sind Saat, von Gott gefä't. Der Erndtetag wird kommen, wo Gottes Odem weht; wo sie, durch ihn verklärt, empor vom 19 Von dem Tode. Grabe schweben, zu einem ihn auf, den Geist, der neuen Leben, deß Wonne ewig währt. 7. Dir bleib' ich, Herr, ergeben, dir, meines Lebens Fürst, der du mich einst zum Leben, zum Himmel, führen wirst. Ich harre dies ser Zeit, getreu in deinem Bunde; ich freue mich der Stunde, die ewig mich be freit. freudig zu dir fliehet, der dankbar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet, dann tröste, die, betrübt um mich, mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freuen! 8. So geh' ich, frei von Kummer, des Todes dunkle Bahn; mir bricht, nach kurzem Schlummer, ein neuer Morgen an. Heil mir! er ist nicht fern, der letzte meiner Tage, er kommt, und meine Klage wird Lobgesang dem Herrn. 3. Mein hingefall' ner Leib bleibt hier; ihn wird das Grab verschließen. Heil mir! das Grab wird den noch dir ihn wiedergeben müssen! Du kommst, o Schöpfer; deine Macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann ihn aus Staub' erneuern. 434 Mel. 47. Aus tiefer Noth c. 424. Wann ann einst mein sterbend Auge bricht, mein letter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; wann meine Freunde um mich steh'n, und mich in dir entschlummern seh'n, und meinen Tod beweinen; 2. Dann, Vater, nimm 4. Ich trau're nicht, sinkt auch hinab mein Leib zur Gruft, und modert. Ich weiß ja, daß ihn von dem Grab mein Gott einst wieder fodert. O Hoffnung, daß, nach kurzer Ruh', mein Leib erwacht, wie groß bist du, und welch ein Trost im Tode! 5. Des Todes Schrecken, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achten, mit glaubensvollem Blick auf dich, nach der Vollendung trachten; will mich dem Ziele freudig nah'n, Wider die Todesfurcht. mein himmlisch Kleinod zu empfah'n, das Jesus mir bewahret. Mel. 73. Gott sey Dank, in aller Welt zc. 5. Da, Beglückter, fin425. Christ, gedent dest du, nach der Arbeit deine Ruh'; da reicht Gott von seinem Thron ewig dir der Tugend Lohn. an deinen Tod, eh' er in der Nähe droht, daß von ihm du weisen Ernst, früh dein Heil zu schaffen, lern'st. 435 4. Ueberfiel er dich auch früh': wohl dir! dieses Lebens Müh' endet er, und du kommst dann an dem Ziele früher an. 2. Daß du, wenn er nun erscheint, nicht ihn flieh'ft, als einen Feind, dich von deiner Furcht er mann'st, gern die Hand ihm bieten kannst. 3. Kennst du ihn, so zagst du nicht, blickst ihm beiter ins Gesicht. Er führt Gottes fel'ger Ruh', deinem großen Ziel', dich zu. 6. Streue sorgsam in der Zeit Saaten für die Ewigkeit; laß, des Guten viel zu thun, Geist und Kräfte niemals ruh'n. 7. Wenn dann früh dein Tod sich naht, reift auch früh dort deine Saat. Wirke treu, dann lebst du viel, käm' auch früh dein Lebensziel. Eigne Melodie. 426. T Mein Jesus ist mein Leben; reißt 우 schon der Tod mich hin, was sollt' ich ängst✰ lich beben? Der Tod ist mir Gewinn! Von dem Tode. 2. Durch Jesum werd' wieder wanken: Gott, ich selig! Dieß Wort steht ewig fest; die Freuden sind unzählig, die es mich hof fen läßt. 436 3. Bald hab' ich über wunden des letzten Kams pfes Pein; durch Jesu Blut und Wunden geh' ich zum Himmel ein. dann verlaß mich nicht! 6. Nimm von mir Furcht und Kummer, o Jesu, stärke mich! Leicht, wie des Müden Schlummer, sanft sey mein Tod, durch dich. 7. Laß fest an dir mich hangen, mein Licht und mein Vertrau'n, und stille mein Verlangen, dich ewig dort zu schau'n! 8. Dann sing' ich, mit der Menge, die dich im 5. Wenn Sinne, wenn Himmel preist, dir ewig Gedanken, wie ein verlö- Lobgesänge, Gott, Vater, schend Licht, noch hin und Sohn und Geist! 4. Wenn mir die Augen brechen, ich kaum mehr athmen kann, nicht hören, nicht mehr sprechen, dann nimm dich meiner an! Mel. Ach Jesu', meiner Seelen Freude zc. 427.5, Was forgst du ängstlich für dein Le|** Ï Ï Ï Ï Ï Ï'/|| ben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Ruh' $ f und deine Pflicht; du sollst es lieben, weislich |**||;!*** fö nützen, es dankbar, als ein Glück, be- sigen, ver* ◊ lieren, als verlör'st du's nicht. 437 Wider die Todesfurcht. 2. Der Tod soll dich den, dann du dich nicht so nicht traurig schrecken; doch, sehr betrübst. dich zur Weisheit zu er wecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch, zu leben, mins dern; doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, viels mehr dir Kraft dazu verleih'n. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen; fann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. 5. Denk' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich ver mehren, daß du sie nicht so heftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen wer Sprich, dein Bergnügen zu versüs ßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben; sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wenn ich in Christo sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 3. Ermattest du in deis nen Pflichten, so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: soll ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt und ihre 8. Denk' an den Tod, Liebe dich reizen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' id) auch die Welt erwerben, beging ich doch solch Uebel nie. Leiden kommen; wenn sprich: alle Trübsal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich ja bald der Tod erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 9. Denk' an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöh'n. Eprid) 438 Von dem bei dir selbst: Gott trägt die Frechen; doch Unheil folget dem Verbrechen, und plötzlich werden sie vergeh'n. 10. Denk' an den Tod in bangen Stunden, wo alle Hoffnung dir entschwunden, und Gott dich nicht zu hören scheint. Sprich: Vater, es ge scheh' dein Wille! dann macht er deine Seele stille, geschieht auch nicht, was du gemeint. 3. Wer zählt die Tausende, die schon vor uns dahin geschieden? Sie floh'n, wie ihre Jahre floh'n, und ruhen nun im Frieden. Wohin wir seh'n, wo Menschen geh'n, sind sie umweht von Lüften aus ihrer Brüder Grüften. 4. Wie Manchen haben wir gekannt, der munt'res Leben zeigte, und, wie die Blum' in dürrem Sand, sein Haupt doch plöglich neigte. Wie Manchen barg uns schon der Sarg; ge fund noch gestern, heute 428. 3u Gott schwingt schon der Verwesung Beute. 5. Wie manchen Vater sah'n wir flieh'n, und Kinder um ihn zagen; wie manche Jungfrau sah'n wir blüh'n, und früh' zum Grabe tragen; wie Mancher weint um einen Freund; wie Mancher schleicht am 11. So suche dir in allen Fällen den Tod recht lebhaft vorzustellen, dann wirst du ihn nicht zitternd scheu'n; dann wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. Mel. 236. Was Gott thut, das ist 2c. Tode. 2. Drum laß't, von Sünden unentweiht, uns nach) dem Himmel streben, wo wir einst zur Unsterblichkeit veredelt, ewig leben. Daß Leben flieht; wie oft vera blüht im Morgenroth der Knabe, und ist nicht fern som Grabe. unser Geist sich auf, wir falten fromm die Hände; einst endet sich des Lebens Lauf, doch segnen wir das Ende. Nicht furchtbar droht uns unser Tod; die Leiber nur zerstäuben; Gottlob! die Seelen bleiben. Wider die Todesfurcht. Stabe zu seiner Enkel Grabe. 6. Wir gleichen wohl der Feldessaat, die reif und golden wehet; sie weiß nicht, wann der Schnitter naht, und wann die Sense mähet. Auch uns ruft oft ganz unverhofft der Tod, aus diesem Leben, zu Gott uns zu erheben. 439 schwingt unser Geist sich auf; wir falten froh die Hände. Unsterblichkeit folgt dieser Zeit; was lebt, kann nicht vergeben; wir werden auferstehen. 7. Ja, dorthin führt des Lebens Lauf, drum segnen 8. Wohlan! mit Eifer wollen wir die Bahn der Tugend gehen. Wer weiß, ob wir uns Alle hier noch einmal wieder sehen? Wir seh'n uns doch im Himmel noch; drum mag das Grab uns decken, das Grab soll wir sein Ende. Entzückt uns nicht schrecken! III. Auferstehung der Todten u. Wiedersehen. Eigne Melodie. 429. 17 W a chet auf! so ruft die Stimme, so Wachet auf! er löste Sünder! Vers Fly ru- fet einst des Richters Stimme: ver- laß't, ihr sammelt euch, ihr Gottes fin- der! Der Welten I 0 " Zod: ten, eu re Gruft! Des Todes stille Nacht Herr ist's, der euch ruft. ist nun vorbei; erwach't! Lobt den Höchsten! 440 Auferstehung der Todten Mach't euch bereit zur Ewigkeit! Sein Tag, sein FREI großer Tag ist da! 2. Erd' und Meer und Felsen beben; die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben steh'n sie auf. Ihr Erlöser kommt voll Klarheit, vor ihm ist Güte, Treu' und Wahrheit, der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Preis dir, Heiland! Erlöser, dir, dir folgen wir zu deines Vaters Herrlich feit. mittl 3. Ewig sey dir Lob ges sungen! Wir sind zum Leben durchgedrungen, genießen nun der Zugend Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Noch sah kein Auge fie, noch scholl dem Ohre nie diese Wonne. In Ewigkeit sey dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr' und Preis! Eigne Melodie. 。 430. Îrº| P²² Aufersteh'n, ja auferſteh'n wirſt du, mein Staub, nach kurzer Ruh'; unsterblich Leben wird, MA der dich schuf, dir geben. Gelobt sey Gott! und Wiedersehen. 441 2. Wieder aufzublüh'n Zu der sel'gen Geister werd' id) gesä't. Der Herr Chor schwingt sich frei der Erndte geht und sam- mein Geist empor. melt Garben, uns ein, uns, die hier starben. Ge lobt sey Gott! 2. Wieder aufblüh'n, Sohn der Erde, wirst du auß des Grabes Nacht; schweigen wird dann die Beschwerde; kleiden wird dich größ're Pracht. Wenn der Lenz die Erd' erneuet, wann sich Alles um mich freuet, ruft mir jedes Blümchen zu: wiederaufblüh'n wirst auch du! 3. Tag des Dank's, der Freudenthränen Tag! Du meines Gottes Tag! Wenn ich im Grabe genug ge schlummert habe, erweckst du mich. 4. Wie den Träumenden wird dann uns seyn. Mit Jesu geh'n wir ein zu feinen Freuden. Der müden Pilger Leiden sind dann nicht mehr. 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler dann, lebt' ich im Heilig thume, zu seines Namens Ruhme! Ihn schau ich dann. 3. Heil mir! schöner werd' ich blühen, mir auch bricht ein Frühling ein! Aller Kummer wird ente fliehen; Tod und Trennung nicht mehr seyn. Ja, mit jedem Augenblicke, eil' ich dann zu höherm Glücke; eile zu der Wahrheit Quell; was hier dunkel war, wird hell. Mel. 162. Alle Menschen müssen 2c. 4. Dann, o Wonn'! auf höhern Sphären fühl ich ganz der Tugend Glück, mir entfließen keine Zähren, 431. Sch Ich will nicht vor dir erbeben, Tod, du und mich trübt kein MißSchrecken der Natur! Als geschick. Dort, vor des Allles reift zu neuem Leben; mächt'gen Throne, schmücket bleib denn ich im Tode mich die Siegeskrone; dort nur? Nein, entfliehet, bange durchdringet meine Brust Schrecken! Stets wird nie gefühlte Wonn' und nicht das Grab mich decken! Lust. 19* Auferstehung der Todten 2c. 5. Drum erhebe dich sie der Herr vom Staube, o mein Geist, in jene Welt! Der Vernich tung nicht zum Raube wirst du, wenndein Leib zerfällt. Trage still der Erde Mängel! Bald, im frohen Kreis der Engel, denkest du der Prüfungszeit dann mit ho her Freudigkeit. 442 Mel. 430. Aufersteh'n, ja, aufersteh'n 2c. Der 5. Wiederseh'n! Geister sel'ge Schaar, die hier einst unser war, harrt auf die noch zu 432. Wiederseb'n! rüst geblieben im Thränen. Wenn, aus des Grabes thal. - Nacht, verklärt zum Licht erwacht des Geistes Hülle; o, welcher Freuden Fülle erscheint mit dir! begrüßt, alle die Seinen, will er auch uns erscheinen; ihm leben wir. 4. Wiederseh'n!- Nicht hier der Leichenstein schließt uns're Trauten ein. Hinauf vom Staube führt sie empor der Glaube an Jesum Christ. 2. Wiederseh'n!- Er, der den Tod bezwang, dem Leben Sieg errang, er hat's verheißen. Wer kann uns ihm entreißen? Ihm sterben wir. 1 6. Wiederseh'n im bessern Heimathland! Der Liebe heilig Band knüpft dort sich wieder; dann tönen Jubellieder im Vaterhaus. 7. Wiederseh'n! Ja, hier auf Erden schon reift uns der Treue Lohn. Der Freude Thränen vergießt, 3. Wiederseh'n! Der nach bangem Sehnen, wer Wonne Zähren, fließ't! Wie glaubt und hofft. - IV. Allgemeines Weltgericht. Mel. 89. Herzlich thut mich| dem Gerichte, der freche verlangen 2c. Thor fich lügt, daß ihn der Tod vernichte, ach, seine 433. Wenn, trogend Hoffnung trügt! Mich Allgemeines Weltgericht. soll sein Wahn nicht stören, weil mich ein göttlich Licht und mein Gewissen lehren; der Herr hält einst Gericht. 2. Ich seh' die Erde beben, geöffnet jede Gruft die Todten wiedergeben, wann Gottes Stimme ruft. Dem kommt der Treue Segen, dem seiner Bosheit Lohn, wie er's verdient, entgegen, an Gottes Rich terthron. 443 sinnlich Leben das eitle Herz verwöhnt! Du gibst Sündenknechten ihr den Theil in jener Pein, und führest die Gerechten zu deinen Freuden ein. 3. Umsonst sucht da der Sünder vor Gottes Macht zu flieh'n. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung zieh'n. Du rufft, und sie erscheinen, und Keiner bleibt zurück; doch, Vater, nur den Deinen winkt dann der Gnade Blick. 6. Drum laß mit Ernst mich schauen, o Herr, auf dein Gericht; doch wanke mein Vertrauen auf deine Liebe nicht! Vor dir laß fromm mich wandeln, und hier zu aller Zeit so, wie ein Weiser, handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergeh'n: so fürcht' ich nicht, mit Schanden vor deinem Thron' zu steh'n. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich, mit deinen Knechten, in deine Herrlichkeit. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich) An dem gesicht; schon hier Fluch' entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlöst von aller Müh', seh'n sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest sie. 434. Schon seh' ich den Tag sich nah'n, stündlich eil ich ihm entgegen, wo von dem, was ich) gethan, Rechenschaft dir ab5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein zulegen, Herr, mich deine Mel. 138. Meinen Jesum laß ich nicht zc. Allgemeines Weltgericht. Stimme ruft, aufzusteh'n| Willen wandeln, eingedenk aus meiner Gruft. 2. Was ich dachte, was ich sprach, kann ich dir dann nicht verhehlen. Alles, Alles folgt mir nach, Wort und Thaten wirst du zählen; wie ich Saamen hier der Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen handeln; selbst die kleinste Sünde scheu'n, Herz und Le ben Jesu weih'n! Mel. 47. Aus tiefer Noth zc. gestreut, erndt' ich in der 435. Schon ist der Ewigkeit. Tag von Gott bestimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. 2. Hier, an dem Rand' der Ewigkeit, hier steh'n die Millionen, die, seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier steh'n sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrheit unterliegen: hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Bosheit fiegen; hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht 444 3. Selbst der Herzen stillen Rath wird der Richter offenbaren; Jedem wird für jede That Lohn auf ewig widerfahren. Jener Tag macht Alles klar, was ich that, und wer ich war. 4. Sieh', wir streuen, mit Vertrau'n, unser Saatkorn auf die Erde; hoffen in Geduld, zu schau'n, daß es bald ein Fruchthalm werde; sey auch du geduldig, Christ, da nicht fern der Nichter ist! 5. Richte, Mensch, nicht vor der Zeit, bis der Tag des Herrn erscheinet! From: me, blickt zur Ewigkeit, wenn ihr unter Leiden wei net! Bald geh't ihr zum Himmel ein, ewig selig dort zu ſeyn. 6. O, laß't uns ge wissenhaft nur nach Gottes 445 Das Stückwerk wird Vollkommenheit; kein Kummer, keine Traurigkeit stört forthin ihre Freude. Allgemeines Weltgericht. mehr Betrug und List; hier seyn ausgebreitet. gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören, erwar tungsvoll und tief gebeugt. Komm't, erb't das Reich der Ehren! so spricht er zu der Frommen Schaar; doch die, die widerspenstig war, heißt er nun von sich wei chen. 5. Dann wirst du uns, mit Majestät, dein Urtheil, Herr, verkünden! Den Frevler, der dich hier verschmäht, verdammen seine Sünden. Wie wird ihn dann sein Unrecht reu'n! Er kann sich nicht des Himmels freu'n, er selbst hat sich verbannet. 6. Doch, die Gerechten leuchten dann so, wie der Glanz der Sonne. Du, Herr, nimmst sie zu Ehren an; o welche hohe Wonne! Sie schauen, mit erstauntem Blick, des Glaubens und der Liebe Glück, das dort der Frommen wartet. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke meine Zuversicht, wenn mich hier Leiden kränken; es reize mich, gewiß senhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach dei nem Wort' zu wandeln. 7. Sie geh'n nun in das sel'ge Reich, das du für sie bereitet, und seh'n auf ewig, Engeln gleich, ihr WohlMel. 241. Wer nur den lieben Gott zc. 436. Wenn ich auf Gottes Wegen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gort richtet einst die Welt und dich! Er hat's verkündigt; sein Gericht ist unausbleiblich; strauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sen rauh und steil; wo führt er hin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, weil ich getreu und standhaft bin; gestärkt, o Gott, durch) Allgemeines Weltgericht. 446 deine Huld zur Selbstverleugnung, zur Geduld. 3. Bedächt' ich oft in meinen Tagen: die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, wenn ich, bei allen Plagen, mir keines Frevels bin bewußt! Es kommt gewiß die Ewig keit, die mich aus jeder Noth befreit. 4. Dann werd' ich Jesu Stimme hören:" Der du zu meiner Rechten bist, " Du warst gehorsam meinen Lehren; nimm hin, was Dir bereitet ist! Du Treuner, ser den Engeln gleich; komm, erbe meines Va " ters Reich!" 5. Soldh eine Wonne wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn, den Nächsten lieb und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin. Gott, wer kann hart und lieblos seyn? Betrübte seh'n, und nicht erfreu'n? 6. Ach, dort trifft den, der, ohn' Erbarmen, nie menschenfreundlich sich erweist; der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speiſt: den Hungrigen sein Brod nicht bricht, auch, ohne Gnade, das Gericht. 7." Fühllose!" wird der Richter sagen, ver " schlossen habt ihr eure " Hand, verachtet " Brüder Klagen; entweich't! ich hab' euch nie erkannt. eurer nicht erfreut, ist freudenden, der Brüder leer die Ewigkeit!" 8. So wirst du jede Sün de richten, gerechter Richter, wenn du einst den Uebertretern ihrer Pflichten, in deiner Majestät, erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreu'n, dem Bösen Alles schrecklich seyn. 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sey! So werd' ich ewig selig seyn, mich ewig deiner Liebe freu'n. Von der Ewigkeit überhaupt. V. Von der Ewigkeit. 4. Himmelshoffnung, lächle immer, wenn Freud', wenn Leid das Herz bewegt! Umglänze mich, wie Morgenschimmer, wenn 437. Wenn oft in Nacht auf meinen Pfad feierlicher Stille, vom To sich legt, und drück es tief desgrau'n der Welt entdem Schwachen ein:" Was führt, mein Herz, in tiefer göttlich ist, muß ewig seyn." Wehmuthsfülle, sich über Zeit und Grab verliert; dann hör' ich, daß es in mir und brum vergeh ich nicht!" 438. Nach einer PrüUeberhaupt. Mel. 181. Er starb, der größte 2c. 447 3. Wenn in der Nacht, beim Glanz der Sterne, mein Aug' am Grab' der Theuern weint, und, Tröstung bietend aus der Ferne, der Geist der Liebe mir erscheint; dann steht es hell vor meinem Blick: Auch, was beweint ward, kommt zurück.// Mel. 181. Er starb, der größte zc. 2. Wenn, tiefgebeuget fung kurzer Tage erwartet von Beschwerde, des Le uns die Ewigkeit. Dort, bens Freude mir entflieht, dort verwandelt sich die und nirgends auf der wei: Klage in göttliche Zufrie ten Erde mein Herz sich denheit. Hier übt die TuRath und Trost ersieht; gend ihren Fleiß, und jene dann tönet mir ein Engel Welt reicht ihr den Preis. wort: Hier ist die Saat, die Erndte dort!" 2. Wahr ist's, der Fromme schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein une Er vollkommnes Glück. bleibt ein Mensch, und ſeine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; 448 Von der Ewigkeit. bald kämpft in seinem eig auf Erden dunkel sah; nen Herzen ein Feind, der öfters siegt, als fällt; bald sinkt er, durch des Nächsten Schuld, in Kummer und in Ungeduld. das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist, mit Preis und Dank, die Schickung im Zusam menhang. 4. Hier, wo die Zugend öfters leidet, daß Laster öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt, hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwach heit seyn. 8. Da werd' ich, in der Engel Schaaren, mich ihnen gleich und heilig seh'n, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugeh'n. Da wird, durch jeden Augenblick, ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 9. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Got tes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionen Malen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich, in des Höchsten Hand, den Freund, den ich auf Erden fand. 5. Hier such' ich's nur; dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend gan zen Werth Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth; den Gott der Liebe werd' ich seh'n, ihn lie ben, ewig ihn erhöh'n. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, und lieblich Wesen, Heil die Fülle, am Throne Gottes mich erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Ge: winn mich fühlen, daß ich ewig bin. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich 10. Da ruft, o, möchte Gott es geben! viel: leicht auch mir ein Sel'ger zu:" Heil sey dir! denn du hast mein Leben, die Seele, mir gerettet, du." Gott, wie muß dieß Glück erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! 11. Was seyd ihr, Lei- - Ueberhaupt. 449 Den dieser Erden, doch ge| und kein Grab. Dort trock Sen jene Herrlichkeit, die Offenbart an uns soll wer den von Ewigkeit zu Ewigfeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voil Müh'! nest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei; denn du, o Herr, machst Alles neu, das Alte ist vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Mel. 74. Wie leuchtet uns 2c. Knechte, keine Plagen mehr, 439. Mein Geist, o Gott, wird ganz entzückt, wenn er nach jenem Him mel blickt, dahin dein Wort uns leitet, wo deine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du da hast verbreitet. Mächtig fühl' ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben jener Welt mich will er beben. zur Prüfung, zu ertragen. 4. In deinem höher'n Heiligthum erschallet mächtig, Herr, dein Ruhm von lauter frohen Zungen. Da strahlt die Herrlichkeit des Herrn; da sieht man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn' Ermü den seh'n wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Voll größ'rer Ehre 2. Was sind die Freuden furcht lieben wir dich, Vas dieser Zeit, Herr, gegen ter, dann, lobsingen dir mit jene Herrlichkeit, die wir fröhlichem Gemüthe. Nichts dereinst dort finden! Du stört den Frieden unsrer stellst uns hier auf Erden Brust und uns're tausend zwar viel Wunder deiner fache Lust an deiner großen Güte dar, daß wir sie froh| Güte. Kein Neid, kein empfinden; doch hier sind Streit hemmt die Triebe wir bei den Freuden noch reiner Liebe unter Seelen, mit Leiden stets umgeben; die dann weiter nicht mehr dort nur ist vollkommnes fehlen. Leben. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! die From3. Kein Tod ist da mehr, 450 Von der Ewigkeit. men, die ich hier beweint,| retter! Dein Leid ist kaum die find'ich einst dort wieder. Da sammelt deine Vater hand sie, die Ein Sinn schon hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich, frei von Mängeln, selbst mit Engeln, mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. 7. Wie selig werd' ich dann erst seyn, wie sicher ein Morgentraum, auf ihn folgt ewig, ewig Heil. 2. Augenblicke dieser Leis den! Was send ihr gegen jene Freuden der unbegrenzten Ewigkeit? Seh't die Kron' am Ziele prangen, und kämpft, und ring't, sie zu erlangen, die ihr so hoch begnadigt send! Euch hält in euerm Lauf kein Schmerz werd' ich dann mich freu'n, des Lebens auf, Ueberwindir ewiglich lobsingen! Oder! Das Ziel ist nah'! Jesu, Herr der Herrlichkeit, Bald send ihr da, und eure auch mir ist dieses Heil be- Leiden sind nicht mehr! reit; hilf mir es auch erringen! Laß mich eifrig darnach streben, und mein Le ben so hier führen, daß ich dort kann triumphiren. Mel. 429. Wachet auf, so ruft 2c. 3. Der sich euch zum Volk erwählet, der eure Thränen alle zählet, stritt aud) mit ungebeugtem Muth. Wie hat Jesus einst gerungen! Wie tief war er von Angst durchdrungen! Wie seufzt' er laut, wie floß sein Blut! Doch sah'n die Feinde nicht 440.Jesus kommt, von auf ſeinem Angeſicht bange Schrecken; ein Held in Noth, litt er den Tod, da jauchzten alle Himmel ihm. allem Bösen uns, seine Christen, zu erlösen; er kommt mit Macht und Herrlichkeit. Dann, an seinem großen 4. Mitgenossen seiner LeiTage, verwandelt sich der den sind wir, einst erndten Frommen Klage in ewige wir auch Freuden mit ihm, Zufriedenheit. Sey fröhlich, dem Ueberwinder, ein. Laß't Volk des Herrn! Er kommt, uns kämpfen, laß't uns riner ist nicht fern, dein Ergen, mit unserm Haupt hin Ueberhaupt. durch zu dringen, und sei: nes Himmels werth zu seyn. Der Hülf' uns schafft, ist er! Sein großer Nam' ist: Herr, uns're Stärke; die ihm vertrau'n, die werden schau'n, wie herrlich er den Seinen lohnt. 451 ruht, als Engel ihn beglei ten; wenn, ähnlich dir, o Jesu Christ, er heilig, rein, und fähig ist zum Glück der Ewigkeiten. 5. Ja, du kommst, von al: lem Bösen uns, deine Christen, zu erlösen; deß sind wir froh und danken dir. Herr, auch in den bängsten Tagen soll unser Herz doch nicht vers zagen; auf deine Zukunft hoffen wir. Wir wissen, wer du bist, wer unser Retter ist, und sind stille, wenn Gott uns hält, vergeh', o Welt; stürz' ein auf uns, wir za gen nicht! Mel. 15. Komm't her, spricht Christus 2c. 441. Einfi inst sinkt der Leib in's kühle Grab, der Staub zu anderm Staub hinab, nicht sterblich mehr zu leben! Mit freiem Flug und frohem Blick kehrt der entbund'ne Geist zurück zu dem, der ihn gegeben. 2. Wohl ihm, wenn Thas ten, fromm und gut, zum Grab, in dem die Hülle 3. O hohes Glück, vor Gott zu steh'n! O Freude, Jesu, dich zu seh'n, und deines Reiches Glieder! Zu sehen dich in deinem Licht von Angesicht zu Angesicht, dich, Ersten aller Brüder! 4. Wie wird mir dann zu Muthe seyn, wann der Erwachten große Reih'n vor dir versammelt stehen; wann du mich dann bei'm Namen nennst, und vor den En geln mich bekennst, die dich, mit mir, erhöhen? 5. Ach, ich, der jetzt noch Thränen weint, ich werde wenn dein Glanz erscheint, dann leuchten, wie die Son ne; ich Sündiger, von Sün, den rein, ich Sterblicher, unsterblich seyn, voll Dank's, o Gott, voll Wonne! 6. Wenn ich), befreit von aller Qual, getränft mit Freuden ohne Zahl, nicht mehr in Thränen säe; wie steigt dann jeden Augenblick der Seele namenloses Glück, in meines Gottes Nähe! 452 Von der Ewigkeit. 7. Und aller höhern Gei| Glaubens Früchte ein. Da ster Schaar, und wer auf Erden heilig war, sind Alle meine Brüder, sind Alle nah' verwandt mit mir, und singen stets, Erlöser, dir, aus Einem Munde, Lieder. wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig wäh ren. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durd) diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Niemand's Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt deines Himmels große Freuden? Doch, nach die: ses Lebens Leiden, werden Alle, die dir trau'n, mehr noch, als sie hoffen, schau'n. 3. Neue Wunder deiner Güte werden dort ihr Glück erhöh'n. Mit erstaunendem Gemüthe soll dann unser Auge seh'n, deine Huld sey überschwänglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem Treuen, der dich liebt, deine Vaterhuld dort gibt. 8. Der Seligkeiten, Gott, wie viel! O Freuden ohne Maaß und Ziel! Hoch über alles Sehnen! O Ewigfeit! Seligkeit! Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie nichts sind alle Thränen! 9. Sey stark, sey freu: denvoll, mein Geist! Gott lebt, Gott hält, was er ver heißt; er ist der Gott der Frommen! Kein Heil ist je für dich zu groß. Ist doch zu dir, aus Gottes Schoos, sein eigner Sohn gekom men! Von den verschiede nen Schicksalen der Frommen und Gott losen in der Ewigfeit. 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Wonne wird uns fehlen, da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkommnen 442. D, wie unaus: Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. Mel. 194. Du, o schönes Welt gebäude ic. sprechlich selig werden wir im Himmel seyn! Ja, dort erndten wir unzählig unsers 453 Glaubens Blick oft nach je ner Stadt der Frommen; mit dem Ernst, dahin zu kom men, trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. Von den verschiedenen Schicksalen der zc. 5. Da wird deiner From men Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhab'ner Gott! zu weih'n; dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hins gegeben. Ja, mit dir, o Menschenfreund, sind wir ewig dann vereint! 9. Ohne Heiligung wird Reiner, Herr, in deinen Himmel geh'n. O, so mache immer reiner hier mein Herz, dich einft zu seh'n! Hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich selber dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. 6. O, wer sollte sich nicht fehnen, aufgelös't und da zu seyn, wo, nach außge: weinten Thränen, ew'ge Güter uns erfreu'n; wo sich unser Kampf in Pal men, unser Klagelied in uns're in Lust verkehrt, die forthin 443. Selig find des kein Kummer stört! Himmels Erben, die Todten, die im Herren sterben, zur Auferstehung eingeweiht! Nach den letzten Augenblicken des Todesschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit! Im Frieden ruhen sie, los von der Erde Müh'! Lobt den Vater! Vor Gottes Thron', zu seinem Sohn' begleiten ihre Werke sie! 2. Dank, Unbetung, Preis und Ehre, Macht, Weisheit, Herrlichkeit ver kläre, den Weltversöhner, un 7. Was ist unser Loos auf Erden? Ob es noch so köstlich sey, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Lust ost Weinen; dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns drückt, Wonn' auf Wonne uns be: glückt. 8. Sen, o Seele, hoch erfreuet über das erhab'ne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deines Mel. 429. Wachet auf, so ruft 2c. Von der Ewigkeit. 454 sern Herrn! Siegreich sind sie eingegangen zum Heil, nach dem sie kämpfend ran gen; nun seh'n sie es nicht mehr von fern. Nun weinen sie nicht mehr; ihr Loblied, rein und hehr, preiset Je sum. Er sank hinab, wie wir, in's Grab. Er ging zu Gott; wir folgen nach). Mel. 181. Er starb, der größte zc. 444. Es ist noch eine Ruh' vorhanden für jeden Gott ergeb'nen Geist, wann er sich dieses Leibes Banden, nach Gottes Willen einst entreißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd' ich kommen, und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenom men, fang' ich das beß're Leben an, wo, nach der Last, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Da schweigen alle mei ne Klagen, da bringt mein frommer Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen, mit nie gefühlter Rührung, Dank. Froh jauchz' ich dann: Es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht!" 4. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachheit mehr; ich fühle dann Die reinsten Freuden, gekrönt von dir, mit Preis und Ehr'; mein Glück wird fest, und volles Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 5. Gott, laß mich dieß zu Herzen fassen, daß Jeden, der dich redlich liebt, du nicht im Kampfe willst verlassen, der dieses Leben noch umgibt! Das flöße Muth und Kraft mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn. 6. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden viel erduldet hast, will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Last: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 7. Gib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Lohn der Frommen ist, Von den verschiedenen Schicksalen der zc. ich gern des Vaters Wils len thue, wie du, o Herr, mein Vorbild bist; so folgt auf meine Uebungszeit ges wiß vollkommne Seligkeit. Mel. 74. Wie leuchtet uns ic. 455 statt der Wahrheit, Trug oft spricht?! frei von der Sinne Schranken, nimmer wanken, Dunkelheiten werden Freuden einst dir geben, wirst im hellern Licht' du leben. - - 445. Hoch über Erd' und Erdenzeit, hoch überTod und Sterblichkeit, schwing' dich, o meine Seele! Schau' über Sarg und Leichengruft und Moderstaub und Moderduft und düst're Graz beshöhle- schau', o Seele, heil'gen Bebens, deines Lebens Morgenröthe in der Gräber Schaueröde. 4. Der Vorsicht Wege wirst du seh'n und besser dort ihr Werk versteh'n, in Kenntniß weiter rücken; des Monds, der Sonn' und Sterne Bahn, der großen Schöpfung weisen Plan, mit himmlischem Entzücken, überblicken. Und es werden neue Erden, neue Himmel glänzen dir im Sterngewimmel. 2. Was du hier siehst, ist welkes Laub, was hier 5. Dort wirst du, ohne verstirbt, ist Staub von Unbestand, mit bessern MenStaub, war Hülle deiner| schen, Hand in Hand, durch Brüder. Nur sie wird morsch, nur sie zerbricht; der Leib nur modert, Geis ster nicht. Sinkt sie zur Erde nieder, wirst du wie der dich zum Leben neu ers heben. Ew'ge Freuden war: ten dein nach kurzen Leiden. 3. Ja, ewig, ewig wirst du seyn, dich ewig deines 6. Dort reift zur Frucht Gottes freu'n, und se: die Erdensaat; dort lohnt - lige Gedanken in dieser dir jede gute That dein Va Weisheit Dämmerlicht, wo, ter überschwänglich, und Paradiese wallen. Nichts störet deinen Frieden dann, und feine Thräne, die hier rann, wird mehr dem Aug' entfallen. Allen, Allen strömt gleich helle, jene Quelle hoher Freuden, aus dem Meer' der Ewigfeiten. Von der Ewigkeit. 456 macht dich unnennbarer Lust, hier Sterblichen noch unbewußt, der Seligkeit em pfänglich. Unvergänglich, frei von Mängeln, gleich den Engeln, wirst du droben reiner deinen Schös pfer loben. 7. Nicht herrscht der Sin ne nied're Lust, die hier die Ruh' in deiner Brust oft unbezwinglich störet, nicht herrscht dort Erden laster mehr, das hier, oft ohne Wiederkehr, dich, Sinnlicher! bethöret; dann bekehret, aufgenommen zu den Frommen, rein im Her zen, wird kein neu Vergeh'n dich schmerzen. 8. Drum schwing' dich über Erd' und Zeit, hoch über Tod und Sterblichkeit, frohlockend, meine Seele! Blick über Sarg und Lei chengruft und Moderstaub und Moderduft und düstre Grabeshöhle. Laß, o Seele, wird Gott winken, sie nur sinken, diese Hülle! Dein harr't ew'ger Wonne Fülle. wird die Strafe seyn, die Sünder leiden sollen, wenn sie nicht hier gerecht und rein durch Christum werden wollen. Sie treiben, höhnend dich, o Gott, mit Jes su Wahrheit ihren Spott, und trotzen deiner Gnade. 2. Der Gott, der uns verschont und liebt, wenn wir die Laster hassen, der gnädig jede Schuld vergibt, wenn wir uns bessern lassen, er hat's verkündigt; er, der gut, gerecht in Allem, was er thut, wahrhaftig ist und heilig. 3. Auch Christus, der uns Heil erwarb, der, von der Sünde Bürden uns zu erretten, litt und starb, damit wir selig würden, auch er ist's, der uns warnt und mahnt, und uns den Weg zum Leben bahnt. Weh' dem, der ihn nicht achtet! 4. Sein Wort ist wahr! Ihr zweifelt noch, daß er euch will beglücken? Laß't, von der Leidenschaften Joch, euch schmählich niederdrüMel. 47. Aus tiefer Noth ze.cken? Die ihr so leicht euch täuschen laß't, könnt ihr 446. Ach, schrecklich durchschau'n, was er um Von den verschiedenen Schicksalen der ic. 457 faßt, der Zukunft Tief' ergründen? 8. Du zitterst vor der Ewigkeit? Ach, zittre dir 5. Träum't ihr, barm- zum Heile, daß, eh' du's herziger, als er, zu seyn? glaubst, nicht, was er Glaub't ihr, gerechter zu dräut, dich Sichern überrichten, weiser, als der eile. Zu deinem Heil ent Herr, den frevelnden Verhüllt er dir die Schrecken ächter? Hat er euch seiner des Gerichts, daß hier Strafen Art, mit ihren Fol: du nicht der Sünde dienest. gen, offenbart, daß ihr ihn meistern wollet? 9. Zerbrich nur selbst der Sünde Joch, entreiß dich ihren Ketten; dann such auch deine Brüder noch von Sünden zu erretten; doch Furcht soll nicht der Antrieb seyn, dem Dienst der Tugend dich zu weih'n; er bringt dir Ruhm und Freude. 10. O, wann du einst vollendet bist, dann wirst du ganz verstehen, wie der Gerechte gnädig ist; frohlockend wirst du's sehen. Dann ist, was dich hier zittern macht, enthüllt von jedes Schattens Nacht, ganz Herrlichkeit und Wonne! 6. Gerecht ist, gut, was er gebeut, und werth, daß er's gebiete; und nicht zu wider, was er dräu't, der Heiligkeit und Güte. Laß't ihm die Wage; sein Gewicht verfälschen Trug und Willkühr nicht; er wägt nach Recht und Wahrheit! 7. Nicht jedes Volk em pfängt das Licht, das seine Christen haben; verschie: den wird auch sein Gericht und Lohn seyn, wie die Gaben. Da, wo er nicht gesäet hat, wird er, wie er schon hier nie that, auch dort nicht erndten wollen. 20 Besondere Umstände, Vorfälle und Zeiten. strs 17. I. Besondere Umstände und Vorfälle. sebon Einweihung einer 3. Hier, wo wir Alle Kirde und Orgel. freudig ruh'n, an uns'rer Wünsche Ziele, hier opfern wir dir Alle nur, mit regem Dankgefühle, Gebete, wie dein Geist sie lehrt, 56 447. Dank und Anbe Gelübde, unsers Glaubens werth, und stille Freudenthränen. tung bringen wir, mit freu: digem Gemüthe, in dieser Feierstunde dir, dem Ur: 4. O, sieh' mit gnadenquell aller Güte! Viel hast du, Herr, an uns gethan; du hörtest unser Flehen an, und sprachst ein mächtig Werde! vollem Blick auf dieses Opfer nieder! Vereine uns zu höherm Glück, als Eines Leibes Glieder. O, breit' auch über dieses Haus stets deine Vateraufsicht aus, daß ihm kein Unfall schade. 5. So oft wir dann in Zukunft hier, mit Andacht, vor dich treten, und, from mer Rührung voll, zu dir für unsern Fürsten beten, so hör' uns, Gott, und Mel. 27. Allmächtiger, wir singen 2c. ni sad 2. Da ward dieß Haus, dein Heiligthum, ein Denk mal deiner Ehre, ein dir ge weihtes Eigenthum, ein Tempel deiner Lehre. Du hast uns bis hieher geführt, und dir, o Vater, dir ge bührt Anbetung, Preis und Ehre. Einweihung einer Kirche und Orgel. segne ihn, und fördre, loh| wer wollt' uns offenbaren, ne sein Bemüh'n um seiner Länder Wohlstand. 6. Stets müss', Allgü: tiger, uns hier das Licht der Wahrheit scheinen, und immer inniger mit dir im Glauben uns vereinen; hier müss' es uns mit Heiter feit, mit Trost im Unglück, Muth im Streit, und Jesu Sinn erfüllen. 7. Einst seh'n wir dich in hellerm Licht, daß du uns wirst gewähren.- Dann, Vater, preisen wir dich nicht an irdischen Altären; wir preisen dich vor deinem Thron', und erndten dort den höher'n Lohn, der deiner Treuen harret! Mel. 110. Sesus, meine Zuversicht zc. 459 4. Komm't, ihr Sünder, nun herzu, fall't vor euerm Vater nieder! Suchet die Gewissensruh', geb't, was ihr entwendet, wieder, theil't den Armen reichlich aus, und dann komm't in dieses Haus. 5. Bleibe bei uns, lieber Gott, bleib' bei uns, mit deinem Worte; steure selbst der Läst'rer Spott, 448. Ach, wie heilig und laß, Herr, an diesem Orte deine Kirche fest be: steh'n, bis die Welt wird untergeh'n! ist es hier, und wie selig diese Stätte! Ja, hier ist des Himmels Thür, hier erhöret Gott Gebete: hier erschallet Gottes Wort; ach), wie heilig ist der Ort! 6. Stell' uns solche Lehrer dar, die mit Lehr' und Leben bauen, die uns weiden immerdar auf den rechten Lebensauen, daß der falschen Lehrer Gift nicht bei uns wär', ach, feines deiner Kinder trifft 2. Was für Heil ist bis hierher diesem Hause wider fahren! Wenn der Herr welcher Weg zum Himmel führt, und was uns zu thun gebührt? 3. O, wie lieblich, o, wie schön sind der Chris sten Gottesdienste! Laß't uns eilen, hinzugeh'n; hier erlangt man zum Gewinnste, einen Schaß, der ewig währt, den kein Rost, kein Wurm verzehrt. * 460 Besondere Umstände und Vorfälle. 7. Laß dein Antlitz auf uns seh'n! Herr, erhöre hier Gebete, höre, wenn wir zu dir fleh'n; auch bewahre diese Stätte, daß ihr weder Raub noch Gluth, noch Verfolgung Schaden thut. 4. Du, Ewiger, sey hochgepreist, du schärf'st des Menschen Sinn, und lenfest weislich seinen Geist auf Kunsterfindung hin. 5. Es zeigt, was Menschenmühe kann, auch dieses Werk für sich; doch Alles, was der Mensch ersann, gelingt ihm nur durch dich. 6. Wie würden sie, in heil'ger Schen, die from men Väter, steh'n, säh'n sie der Orgel Kunstgebäu, und hörten ihr Getön! 7. Ihr frommes Lied drang himmelwärts aus 449. Wie rauscht in findlichem Gemüth; o, wäre doch auch unser Herz von Andacht tief durchglüht! 8. So wird unser Herz schon hier deines Himmels Vorschmack haben, bis wir Alle dort bei dir uns im Friedenstempel laben; dort vereint sid) unser Dank mit der Engel Lobgefang! Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. unsern Lobgesang der Or gel prächt'ger Ton! Erhe be dich mit Preis und Dank, o Lied, zu Gottes Thron! 2. Wer gab die Kunst und Wissenschaft, die solch ein Werk erfand? Wer legte so viel Schöpferkraft in eines Menschen Hand? 3. Wer lehrte so, aus Schwung und Fall der Luft, Gesang ihn zieh'n? Wer gab dem schweigenden Metall die hohen Me lodien? 8. Dem Sange gebe Kraft und Schwung dieß Werk, das wir dir weih'n, und Flügel der Begeiste: rung soll es der Andacht leih'n. 9. Mit heil'ger Inbrunst hebe sich der Geist zu dir empor, so oft die Orgel, feierlich, begleitet unsern Chor. 10. Einst wird mit einem höher'n Ton' dieß schwache Lied vertauscht, wo, Im Kriege. 461 Herr, um deinen Strahlen| deine Macht uns nicht be theon, der Engel Harfe rauscht. schützt. 11. Dort schweigt die Saite, schweigt das Rohr, und jeder Miston flieht; Gelobt sen Gott! der Wel ten Chor stimmt dort in un ser Lied. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden, du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß dir allein die Macht gebührt. Herr, du bist uns're Zuversicht! Wir bitten dich, verlaß uns nicht. 12. Vernimm indeß der Klage Schrei, sieh' unsers Dankes Drang, und unser ganzes Leben sey dir, Herr, ein Lobgesang! Im Kriege. Wer nur den lieben Gott 2c. Mel. 241. 4. Je weniger sich ofte mals zeiget, woher uns Hülfe noch entspringt; je mehr oft Noth und Plage steiget, und Alles in Zer rüttung bringt; um so viel mehr laß, voll Vertrau'n, uns, Gott, auf deine Vor450. Gott, ein banſicht ſchau'n! ges Kriegeswetter zieht über unser Haupt einher! Doch, du bist unser Schutz und Ret: ter; drum beben wir vor keinem Heer', wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 2. Gib, daß in diesen trüben Tagen wir nur auf dich, o Vater, seh'n, und de, wo And're trostlos zagen, mit Zuversicht zu dir nur fleh'n; weil Menschen hülfe wenig nützt, wenn 5. Dem Feinde hilft nicht große Menge; dem Mächt'gen hilft nicht seine Kraft. Der Roß und Wagen stark Gedränge ist's nicht, was Völkern Sieg verschafft. Auf sie hofft zwar der Stolze gern; allein der Sieg kommt nur vom Herrn. 6. Gott, fände je dein weiser Wille für uns selbst Züchtigungen gut: so fas sen wir in frommer Stille, zu dir, o Herr, den frohen Muth, daß du gewiß, zur 462 Besondere Umstände und Vorfälle. rechten Zeit, uns zu erret: ten, seyst bereit. 7. Froh werden wir dich rühmen müssen, wie du uns wieder wohl gethan. Gott ist gerecht in seinen Schlüs sen; ihn bete dankbar Alles an. Er hilft und er errettet gern; lebfinget ihm! lob sing't dem Herrn! Am Friedensfeste. Mel. 82. Fürwahr, du bist ic. 451. Willkommen, den holdes Kind des Himmels, o Friede, der du uns beglückst, wilden Lärm des Kriegsgetümmels, und aller Feinde Muth erstickst! Dich sandte Gott, der uns erhört, und Wonne nach dem Leid gewährt. 2. Er ist ein Herr der Kriegesschaaren; er beugt der Stolzen Uebermuth; er ist ein Retter aus Gefah: ren, und dämpft des heißen Kampfes Wuth. O Chris sten, preiset seine Macht! sie hat uns Ruh' zurückges bracht. 3. Wer ist, wie Gott? Was er behütet, dem darf sich kein Zerstörer nah'n. Wenn er den Streitenden gebietet, so wandeln sie des Friedens Bahn; Verwüstung, Angst und Raubsucht flieh'n, und Sicherheit und Segen blüh'n. 4. Nun weih't ihm Dank und Preisgesänge; erkennet seine Freundlichkeit! Nun ruf't in festlichem Gedränge: der Arm des Herrn hat uns befreit! Er fandte Frieden uns zurück, und Friede, Friede, welch ein Glück! 5. Erhebet ihn, der mit Erbarmen, obgleich oft hart, die Sünder schlägt, und immer, wie auf Vaterarmen, sein Volk durch Schreckens nächte trägt! Erhebet ihn, mit frohem Sinn! Die Schreckensnächte sind da hin. 6 Aus Liebe lern't ihm ferner trauen, wenn Unglück auf euch niederstürzt! Ihr werdet seine Hülfe schauen; denn seine Hand ist nie verkürzt. Wo wir auch keine Rettung seh'n, heißt er die Noth vorübergeh'n. 7. Lobsing't ihm durch ein frommes Leben; ihn ehrt Gehorsam nur allein; mit Ernst der Tugend sich) Am Friedensfeste. ergeben, das heißt den be sten Dank ihm weih'n. So heiligt ihm denn euer Herz, und dann vergeß't Gefahr und Schmerz! 8. Doch preiset ihn auch, durch Erbarmen, wo ihr der Brüder Noth erblick't! Bedenk'ts, wie viele sind der Armen! Gott will, daß ihr sie gern erquick't; damit von Kummer Alles frei, und durch den Frieden glück: lich sey. 9. Vernimm, o Gott, die Friedenslieder, die unser frohes Herz dir weiht! Wie schallen unsre Tempel wie der von deiner Macht und Freundlichkeit! Herr, unser Gott, dich loben wir! Herr unser Gott, wir danken dir! 463 was wir, deine Kinder, erfuhren. Grause Verheer rungen sind noch die trau rigen Spuren. Aber, wie hell rinnt nun der Seg nungen Quell durch die verwüsteten Fluren! Mel. 227. Lobe den Herren, den mächtigen 2c. 3. Sieh, Vater, gnädig herab auf die Freude der Deinen! Höre, du Lie be, den Jubel der Großen und Kleinen! Frieden gabst du, Frieden und sichere Ruh', Freuden nach Kla gen und Weinen. 4. Dank dir, Allgütiger! Ehre und Preis deinem Namen! Fern ist das Elend, in das deine Kinder einst kamen; von Druck und Noth sind wir jetzt nicht mehr bedroht. Lob sey dir, Ewiger! Amen. Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn 2c. 452. Nabet anbetend dem Gnädigen, nahet, Be- 453. Bring't Ehre glückte; sing't ihm! Er ist's, der den Frieden vom Him: mel uns schickte. Preiset ihn hoch! Er hat zertrümmert das Joch, daß unser Vaterland drückte. Gott, bring't Preis und Dank dem treuen Vater dar, ihm, der, als Muth und Hoffnung sank, uns Schutz und Retter war. 2. Kein Blut fließt mehr, daß Land ist frei von je: 5. Vater, du weißt es, Besondere Umstände und Vorfälle. dem Gräu'l des Krieg's, weiht dir frommen Dank von der gedrohten Scla- der Greis. verei, vom Jammer selbst des Sieg's! 3. Der Friede kehrt von Gott zurück, der Freude Ruf voran; mit ihm der Völker Lust und Glück. Das hat der Herr gethan! 9. Er dankt dir, daß er Vater ist; daß dein Schutz, in Gefahr, der Unschuld, gegen Macht und List, ein treuer Beistand war; 10. Daß du das Glück der Menschen liebst, und Fröh lichkeit für Schmerz, und friedliche Gedanken gibst den Fürsten in das Herz. 4. Der Herr hat sich zu uns geneigt. Wir waren's zwar nicht werth; doch ruht der Sturm, der Donner schweigt; zur Pflugschaar wird das Schwerdt. 11. Die Nationen sind versöhnt; des Friedens Sonne scheint: kein Bruder haßt, verfolgt und höhnt den andern mehr, als Feind. 464 5. Mit Feierkleidern an gethan, bring't Ruhm und Preis ihm her! Knie't hin vor ihm und betet an! Wo ist ein Gott, wie er? 6. Wie er, ein Vater, dessen Hand des Kummers Nacht zerstreut, und hülf: reich unser Vaterland durch seine Huld erfreut? 7. Des Kind's Gewimmer drang vor ihn, der Mut: ter Angstgeschrei; und seh't, des Krieges Wetter flieh'n, sie flieh'n, und wir sind frei. 8. Die Jungfrau singt, 12. Nun, weil denn alle Stürme ruh'n, laß uns, aus Dankbarkeit, mit Eifer, Gott, und freudig thun, was dein Gesetz gebeut! 13. So viel hast du an uns gethan; denn du bes glückst so gern! Dich bete froh der Erdkreis an, und jauchze dir, dem Herrn! Bei und nach allge: meiner Noth. Mel. 245. Auf meinen lies ben Gott 2c. von Höchſter, Lob und Preis; 454.Es züchtigt deine vergnügt in sanfter Freude, Hand, o Höchster, jetzt das Bei und nach allgemeiner Noth. Land. Zu deinem Vater herzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; erhör' es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth; sie kam auf dein Gebot. Du kannst mit stars ken Händen sie lindern und auch enden; ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 465 der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stärk' uns, daß wir lernen, mit chrfurchtsvollem Schweigen, vor dir uns findlich) beugen. 3. Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht bei Allem, was wir dulden; denn groß sind uns're Schulden; du züchtig'st doch noch minder, als wir's verdient, wir Sünder. 4. Ja, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen! Laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen. 7. Ja, deine Züchtigung leit' uns zur Besserung! Laß sie die Sicher'n schreden, die Schläfrigen erwecken, und redlich Fromme stärken, auf dein Gebot zu merken. 5. Verkürze, Herr, die Noth, die uns so furchtbar droht, und, die voll Kummers flehen, laß bald Erleicht'rung sehen; ver: wandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden. 6. Doch wenn, o Herr 8. Wenn unser Herz dich liebt, so wird, was uns betrübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt erfreuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunkelm Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß, auch im größ ten Schmerz, es nie an Muth ihm fehle. O, sprich zu uns'rer Seele: getrost, dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden! 10. Am Schluß von unserm Lauf klärt einst sich) Alles auf; dann wird die Aussicht heiter; dann thränt kein Auge weiter; dann finden uns're Herzen nur Wonne nach den Schmerzen. 20° 466 Besondere Umstände und Vorfälle. Mel. 237. Wenn wir in höch-| Steh' uns durch Jesum sten 2c. Christum bei, mach' uns von allen Plagen frei! in 7. Nach überstand'nem Leid und Schmerz lobsingt dir freudig unser Herz. Gehorsam deinem theuern Wort, Herr, preisen wir dich hier und dort. 455. Seh'n wir nur Trübsal um uns her, und wissen keinen Ausgang mehr, und finden weder Schutz noch Rath, ob wir auch sorgen früh und spat: 2. Ist dieß dann unser Trost allein, daß wir uns deiner noch erfreu'n; daß, wenn die Plage furchtbar droht, du unser Helfer bist 456. Erheb't den in Noth! 3. Wir heben unser Alug' und Herz hinauf zu dir, in unserm Schmerz', und fleh'n dich um Begnadigung und aller Leiden Lin derung. 4. Nach deiner Gnade sagest du dieß Allen, die dir trauen, zu, durch den, der uns Beglücker ist, durch unsern Heiland, Jesum Christ.. 5. Ja, mit Vertrauen flagen wir all' uns're Noth, o Höchster, dir! Ach! deine Vateraugen seh'n auch uns, wenn wir verlassen steh'n. 6. Nur du bist uns're Zuversicht. Vergilt nach unfrer Schuld uns nicht! Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. Herrn mit Freuden, o Christen, betet an! Er liebt nicht uns're Leiden; er hat uns wohlgethan. 2. Schon drohten uns Gefahren, schon riß uns Kleinmuth fort; da sprach, uns zu bewahren, der Herr sein Allmachtswort. 3. Vor seinem Winke schwanden die Schrecken schnell dahin, und uns're Herzen fanden ihn reich an Vatersinn. 4. Er lenkt mit weiser Liebe uns Alle durch die Welt, daß Jeder gern sich übe, zu thun, was ihm gefällt. 5. Er reizet uns're See: len auch durch Gefahren Bei und nach allgemeiner Noth. 467 an, das beste Theil zu wäh-| Lauf vollenden, und uns len, das nie vergehen kann. im Himmel freu'n! 6. Er steht auf dunkelm Pfade oft unbemerkt uns Mel. 8. Nun sich der Tag ic. bei, daß seine Macht und Gnade zuletzt uns lichtvoll 457. Du liebeft nicht sey. oftw nur 7. Wer wollt' ihm nicht vertrauen und seine Wege geh'n, nicht, selbst im To: desgrauen, durch Hoffnung ihn erhöh'n? 8. Nein, unser ganzes Leben ser dir, o Gott, geweiht; denn du nur fannst nns geben, was un ser Herz erfreut. 9. Nur du kannst uns beschirmen, wenn Wasser fluth sich hebt, wenn Flam: men uns umstürmen, und wenn die Erde bebt. 10. Herrscher, dich zu preisen, selbst wenn die Welt vergeht, dieß ist der Ruhm der Weisen, und die ser Ruhm besteht. der Menschen Leid, dich, Vater, bet' ich an; du hilfft uns mit Barmher zigkeit, so bald die Weißheit kann. 2. Du richtest nicht nach unfrer Schuld, und leitest unser Herz zur Unterwerfung und Geduld durch Furcht, Gefahr und Schmerz. 3. Lob, Preis und Dank, du endig'st sie, und oftmals wunderbar! Herr, deiner Hülf' vergeß' ich nie, Ges lübde bring' ich dar! 4. Ja, dir gehorchet die Natur, und dein ist ihre Kraft; du sendest, auf verborg'ner Spur, das, was uns Hülfe schafft. 5. Ich will, wie, Gott, dein Wort befiehlt, der Liebe Saaten streu'n; mit dem, was dein Schutz mir erhielt, auch Brüder gern erfreu'n. 6. Vor Mißbrauch, Herr, bewahre mich durch deines Wortes Licht! Mein eitles 11. Drum lassen wir dich walten, und folgen deiner Hand. Was du uns hast erhalten, ist deiner Liebe Pfand. 12. Wir wollen's treu verwenden, und stets barmherzig seyn, bis wir den 468 Besondere Umstände und Vorfälle. Herz vermesse sich, wenn du mich segnest, nicht. neu; jetzt bleibt von Nahrungssorgen kaum noch der 7. Auf dich, Herr, will Reichste frei. Uns helfen ich findlich schau'n, wenn fannst du leicht. Du kannst mich Gefahr bedroht, und dem Mangel wehren, in dir durch deinen Sohn ver- Ueberfluß ihn ihn kehren, trau'n, auch selbst in To- wann's uns unmöglich desnoth. däucht. Bei und nach Mißwachs und Theu rung. 4. Dem Reichen gib Er barmen, Gefühl für And'rer Schmerz, und, zu erfreu'n die Urmen, ein mitleidsvolles Herz; damit er mild sein Brod bedrängten Brüdern breche, und nicht Mel. 37. Schwing't, heilige Gedanken 2c. 458. Du bester Troft gefühllos spreche: helf Gott euch aus der Noth! der Armen! Gott, Herr der ganzen Welt! Du, Vater voll Erbarmen, der das, was lebt, erhält, du, un f're Zuversicht, auf den wir Alle sehen, zu dem wir Alle flehen, verlaß uns, Vater, nicht! 5. Laß Jeden liebreich eilen, mit milder Freund: lichkeit, den Armen auszutheilen, was deine Huld ihm leih't. Einst sieht das Jesus an, wenn wir die Brüder retten und sättigen, als hätten wir das ihm selbst gethan. 2. Allliebender! ach, wende der schweren Zeiten Lauf; thu' deine milden 6. Laß jede Frucht ge Hände, uns zu versorgen, rathen, uns wieder zu ere auf! Was irgend Leben freu'n, und allen unsern hat, nährst du mit Wohl Saaten gib Wachsthum und gefallen, nähr' uns auch, Gedeih'n! Mit milder Vaschaff' uns Allen, bei unterhand gib Wärme, Thau serm Mangel, Nath. und Regen: so kehrt dein 3. Bisher war jeden reicher Segen zurück in un Morgen dein Vatersegen ser Land. 469 Bei und nach Mißwachs und Theurung. 7. Erhör' uns, Vater, war die Noth, groß uns're fröne das Jahr mit dei: Schuld, noch größer war, nem Gut, daß sich das Herz Gott, deine Huld, und gewöhne zum still gelaß'nen deiner Allmacht Stärke. Muth! Lehr' es sich deiner freu'n, zu dir Vertrauen haben, und deine Segensgaben durch Mißbrauch nie entweih'n. 3. O bester Vater, Preis sey dir, Anbetung, Ruhm und Ehre; von Dank erfüllt, lobsingen wir, und Erd' und Himmel höre: der Höchste hält, was er verspricht; so lang die Erde steht, solls nicht an Saat und Erndte fehlen! 4. Wir lieben auch im Unglück dich; denn du bleibst uns gewogen. Laß uns, da du uns väterlich jetzt hin zu dir gezogen, die Sünden künftig ernste Mel. 47. Aus tiefer Noth zc. lich flieh'n, und dir, der gnädig uns verzieh'n, ganz 459. Ats bitt'rer Hun- unser Leben weihen. 5. Adh, nur die Noth und Trübsal lehrt uns, unser Nichts erkennen, daß wir, o Gott, zu dir be fehrt, dich unsern Retter nennen! In Allem laß auf dich uns schau'n, dich find: lich ehren, dir vertrau'n, 2. Du lindertest, Herr, und deine Gaben schätzen; unser Leid, warst Retter 6. Daß wir, schenkst du allen Armen, du, Vater uns Ueberfluß, uns nie voll Barmherzigkeit, halfft durch Stolz erheben; stets ihnen mit Erbarmen. Groß mäßig bleiben im Genuß; ger uns bedroht, hast du uns, Gott, ernähret, zur Zeit der Theurung und der Noth uns Sättigung ge währet, und nun hat deine Segenshand von uns und unserm Vaterland den Mangel abgewendet. 8. Allgütiger, wir hoffen auf dich und deine Treu'! Oft hat uns Noth betrof fen, doch standest du uns bei. Du hilfft, du retteſt gern, so ſen denn unser Leben vertrauensvoll ers geben dir, unserm Gott und Herrn! 470 Besondere Umstände und Vorfälle. der Wollust widerstreben; meine Zeit; nur mache mich von dem, was deine Va- der Geligkeit, durch deine tergnad' uns mildreich gab, Gnade, würdig. durch Liebesthat, den Armen gern erfreuen. 7. Ach, möchtest du uns väterlich vor Mangel stets bewahren! Wir hoffen, Herr, getrost auf dich); du hilfft auch in Gefahren. Ja gern, o Vater, wendest du dem Lande deinen 3. Ach, guter Gott, ich bitte dich: hilf mir und allen Kranken! Erwecke je den doch, wie mich, zu heiligen Gedanken! Gib uns Gelassenheit und Ruh'; und unser bester Arzt sen du, in Schmerzen unser Tröster! ale ou Segen zu, wo man die 4. Erquicke, Gott, und Tugend ehret. stärke die, die liebreid) meiner pflegen; für ihre Treu' belohne sie mit deinem reichen Segen! Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ihnen, Herr, Gelassenheit, Geduld mit meiner Schwä mad bid Bei und nach Krank heiten und anste: dkenden Seuchen. Mel. 47. Aus tiefer Noth zc. 460. Dein Wille, Ba che. ter, sendet mir die Schmer zen, die ich leide; doch, Helfer, ich vertraue dir, du kehrst sie gern in Freude. Du bist es, der mein Leiden wägt; was deine Hand mir auferlegt, wird sie auch tragen helfen.d 5. Soll diese Krankheit tödtlich seyn, und ich die Welt verlassen: so will ich, Herr, von Sünden rein, im Glauben dich umfassen! Des letzten Kampfes Angst und Schmerz erleicht're mir, und laß mein Herz, noch sterbend, dir vertrauen! 2. Voll Hoffnung, wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben. Herr, wie du willst, so schick's mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht dankbar dein gedenken; da 6. Doch willst du neue Kräfte mir, zu länger'm Les ben, schenken: dann laß, lo lang ich lebe hier, mich Bei und nach Krankheiten und ansteckenden: c. 471 mit ich künftig jederzeit, mit| dort, häuft, durch ihre Niealler Treu' und Redlichkeit, derlage, der Verwüstung der Tugend Wege wandle! bange Tage. 4. Wo man ihre Spur entdecket, wo sie nur zu weil Gott, du läßt die Furcht schon ſchrecket, die Seuche wüthen, ihrem Hauch' folgt Gift und Tod; du allein kannst uns behüten, wenn sie noch so furcht bar droht. Und wenn es dein Wink gebeut, naht sich uns der Rettung Zeit, sind auch der Freund nicht sei nen Freund; und man scheuet, weil ihr Gift un vermerkt so Viele trifft, selbst des Umgangs süße Freuden, sucht auch diese zu vermeiden. die kummervollen Stunden 5. Gott, erhöre unser unsers Schreckens schnell verschwunden. 2. O, wie Viele wirft sie nieder, sie, des Todes Armen | Dienerin; Väter, Mütter, Kinder, Brüder reißt sie schnell zum Grabe hin; schont nicht Alter, Stand, Geschlecht, auch der Herr, muß, wie der Knecht, bei tem tödtlichen Verderben hülflos, ohne Rettung, sterben. Flehen, Vater, ach erbar me dich, laß uns Trost und Rettung sehen, hilf uns väterlich; doch, wenn deiner Weisheit Rath unsern Tod beschlossen hat: o, dann führ' uns, nach dem Leiden, zum Genuß der Himmelsfreuden!- 3. Nicht der Arzt, nicht 462. Mit welchem das Bemühen seines Eifers, seiner Pflicht, kann uns der Gefahr entziehen, ihn auch schont die Seuche nicht; immer schleicht sie weiter fort, tödtet hier und tödtet Mel. 58. Freu' dich sehr, o c. 461. Gott Com Mel. 223. Nun danket Alle Gott 2c. Dank, o Gott, soll dich mein Lied erheben? Nur deine Vaterhuld erhielt mir noch das Leben; du stand'st mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Besondere Umstände und Vorfälle. 472 Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Dem Tode war ich schon sah ich für mein Leben, um meine La- 463. Preist, Böller, gerstatt, so manche Freunde unsern Gott und Herrn, beben; doch ich erbebte er ist ein Helfer nah' und nicht; mich schreckte nicht fern; wer soll't ihn nicht das Grab, gestärkt durch erheben! Bei'm Elend' deinen Geist, sah ich ge auch verschont er gern, und trost hinab. rettet Vieler Leben. bei dir des Lebens werth zu seyn. Mel. 263. In dich hab' ich 2. 3. Ich sah das Todesthal zwar finster vor mir liegen; doch lichtvoll hin ter ihm ein himmlisches Vergnügen; es winkte meinem Leib hier Ruh' und Sicherheit, und meiner See le dort Heil und Unsterblichkeit. 4. Indessen stärktest du die halberstorb'nen Glieder; dem Geiste gabst du Muth, dem Körper Kräfte wieder; und so gibst du mich, Gott, den Meinigen zurück, und dafür dank' ich dir; auch Leben ist ja Glück! 5. Nun, durch dieß Le ben selbst, will ich dir Dank beweisen, durch fromme Thätigkeit stets deine Liebe preisen; treu meiner Pflicht die Kraft, du mir teſt, weih'n, um ewig einst 464. Wir kommen, 2. Wie furchtbar drohte sein Gericht, wie wüthete die Seuche nicht! Wer konnte ihr gebieten? Er nur allein. Sein Wille spricht, und sie hört auf zu wüthen. 3. Wir sah'n die tödtliche Gefahr, die Unruh', Angst und Schmerz gebar, auch) uns Verderben drohen; und nun ist sie, so nah' sie war, durch seinen Schutz, entflo: hen. 4. O, laß't uns froh und dankbar seyn, dem Höchsten Lobgesänge weih'n, mit ei frigem Bestreben, die Reizung jeder Sünde scheu'n, ganz für die Tugend leben Mel. 56. An Wasserflüssen Babylon 2c. Bei und nach anhaltender Nässe. Helfer, dir Gesang, und| tigt hast du väterlich, und Ruhm und Preis zu brin gen. Dir, Netter, laß uns lebenslang mit frommem Dank lobsingen. Du warst mit uns in unsrer Noth! Wir sahen überall nur Tod und Untergang uns drohen. Nun wüthet böser Seuden Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. 2. Wir sahen dort, wir sahen hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da war kein Schonen; stündlich war furchtbarer, näher die Gefahr, und alle Kunst vergebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück; auch ihm schien jeder Augenblick der legte seines Lebens. 473 3. Zu dir, du Menschen retter, schrie'n der Deinen bange Herzen. Du hörtest uns, die Seuchen flieh'n; du heilest uns're Schmerzen. O du Erbarmer, voll Geduld, nach uns'rer Ueber tretung Schuld hast du uns nicht gelohnet. Gezüchtigt, o, wir preisen dich, gezüch väterlich geschonet. 4. Wir wollen, der du uns befrei'st, o Gett, dich ewig loben. Sey ewig Va: ter, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Es bete dich, Erretter, an und jauchze, wer nur denken kann, und diene deinem Namen, und rühme findlich dich, den Herrn! Frohlock't: Gott hilft und rettet gern! Frohlock't ihm! Amen, Amen! Bei und nach anhaltender Nässe. Mel. 175. Mache dich, mein Geist 2c. 465. S chmerz und Klage füllt das Land, traurig steh'n die Früchte. Hilft uns, Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zu nichte. Zeig' uns doch Gnade noch! voll Erbarmen, Vater! hilf, ach, hilf uns Urmen! 2. Du regierst der Wol ken Lauf, und befiehlst dem Regen; sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh Besondere Umstände und Vorfälle. uns bei und zerstreu,| nahen; was Thier' und Herr, mit starker Rechte, Menschen nähret, schien unsers Kummers Nächte. ganz durch Fluth verheeret. 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht erquicke! Gott, wir schau'n auf dich allein, mit des Glaubens Blicke! Wehr der Noth, gib uns Brod und, nach mancher Plage, wieder Freudentage! 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her zens Flehen; du hörtest, was wir baten, schütztest uns're Saaten. und 5. Schon senkten sie sich nieder; doch du erhobst sie wieder. O Herr der milden Sonne, du seg nest uns mit Wonne. 4. Preis und Ruhm sey dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Herzen schade. Dir, nur dir, wollen wir gern zur Ehre leben, und uns ganz ergeben. 474 Mel. 520. Wach' auf, mein Herz 2c. 466. Ertön't, ihr Freu denlieder! Sie scheint, fie strahlet wieder! Wir seh'n sie, welche Wonne, die lang verhüllte Sonne! 2. Uns drückten bange Sorgen, an jedem neuen Morgen, so oft sich) Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchten sahen wir das Verderben 6. Wir preisen deine Güte, mit fröhlichem Ges müthe. Ja, unser ganzes Leben sey ewig dir erges ben. Bei und nach anhaltender Dürre. Mel. 519. Gott des Himmels und der 2c. 467, 467. Gott von gro Gott ßer Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir. Mit ge ängstetem Gemüthe schauen. wir empor zu dir; du nur weißt, was uns gebricht, guter Gott, verlaß uns nicht! 2. Längst schon lechzt am Sonnenlichte unser Erda reich, dürr, wie Sand. Det und nach anhaltender Dürre. Ach, es schmachten alle| steigen empor und preisen Früchte in dem säfteleeren Land. Schrecklich droht uns hier Verlust; Sorge für die bange Bruſt. 3. Ach, erhalt' uns deis nen Segen, den der Unter: gang bedroht; gib uns einen milden Regen, und verkürze Gram und Noth. Doch), wir trauen dir es zu: was uns gut ist, fügest du. 4. Stärk' uns, Herr, in dem Vertrauen: unser Wohl versäumst du nicht! Nur auf deine Liebe bauen wir die feste Zuversicht: du, der helfen will und fann, nimmst dich uns'rer gnädig an. 475 Mel. 123. Nun lob mein Seel' den 2c. ihn.com 50, 100 2. Mit Muth im Ange sichte, beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte, er ist Versorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aeh: ren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren und sie erfreuen soll! Auf, preiset Gottes Milde! Er ist's, der Res gen schickt, und lechzendes Gefilde, mit Vaterhuld, erquickt. 3. Erhalter unsers Lebens, Herr, dem wir jetzt uns dankbar nah'n, o, laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfah'n! Du sendest Thau und Regen; gibst milden 468. Mit mildem Re Sonnenschein, und eil'st, gen sinket Erquickung auf mit deinem Segen uns Alle die dürre Flur! Wie labt zu erfreu'n. O, lehr' uns sie sich, wie trinket ihn die dich erheben, dir kindlich verschmachtete Natur! Die fromm vertrau'n, sanften Ströme fühlen der Lüfte weites Meer, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg' und schwer. Gott spricht, und Seufzer schweiz Mel. 82. Fürwahr, du bist 2c. gen, und Hiß und Dürre 469. Dant, Dant flich'n, und fromme Lieder dem Herrn; denn seine Milund menschenfreundlich leben, bis wir dir ewig schau'n. Besch Besondere Umstände und Vorfälle. 476 de ist heut' und jeden Morgen neu. Ihr ausgedorre: ten Gefilde, schmeck't wieder seine Huld und Treu'; auch du, erquickter Grashalm, bist ein Zeuge, daß Gott gütig ist. 2. Dank, Dank dem Herrn; sein milder Regen gab neue Kräfte der Natur, die schon erstarb; sein rei cher Segen ward Balsam für die dürre Flur. Im Jubelchor ruft sie ihm zu: wie groß, o Gott, wie gut bist du! 3. Dank, Dank dem Herrn; der Herr regieret mit Weisheit und Barmherzigkeit. Er, der uns Dürre zugeführet, hat nun durch) Regen uns erfreut. Er ist's, der freundlich zu uns spricht: auf mich setz't eure Zuversicht! Bei und nach einem Gewitter. 2. Auch wenn du donnerst, zürn'st du nicht, bist Vater uns und Freund; bist's, wenn der Blitz sich Bahnen bricht, und flammend uns erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du dann fürchterlich; dem aber, der dich Vater nennt, zeigst du als Vater dich. der Himmel sich, ein schwe res Wetter dräut. Jch bebe nicht, ich freue mich), Gott, deiner Herrlichkeit. 4. Du reinigst durch den Blitz die Luft; dein Regen tränkt die Saat; es stärkt ein balsamvoller Duft, was erst geschmachtet hat. 5. Du kannst auch tödten; doch es scheut der Christ nicht dein Gericht. Wer deiner Gnade sich erfreut, bebt vor dem Tode nicht. 6. Drum will ich still und ruhig seyn, auch wenn dein Donner droht. Weg, bange Furcht! Ich bin ja dein, und du bist mein, o Gott! Mel. 187. Dir, dir Jehos vah 2c. Mel. 8. Nun sich der Tag 2c. 13103 0900 470. Sn Dunkel hüllt 471. Wie gnädig ist des Höchsten Wille! Der Donner schweigt; die Blitze flieh'n. Nun schmückt, in angenehmer Stille, der Sonne Bei und nach einem Gewitter. 477 Glanz das feuchte Grün. ne Donner nicht; denn du Mein Herz, das kaum mit bist meine Zuversicht. Angst noch rang, dankt jetzt dem Herrn, mit Lobgesang. In und nach Wassersgefahren. 2. Es preiset freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies; den WeltenMel. 410. Herzliebster Jesu zc. herrn, der sich im Wetter so 472. Ich will dem Herrn zu jeder Zeit vertrauen, und stets mein Heil auf diesen Felsen bauen. nächſten, Auch in den schrecklichsten Gefahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säulen zittern, und da, wo, Bergen gleich, empörte Wellen zum Himmel schwel len. majestätisch hören ließ, der selbst des Blizzes Strahlen lenft, und gnädig seines Volk's gedenkt. 3. Bewundernd nehm' ich seine Güte, auch selbst im Ungewitter, wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplatz dar. Zum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Segens Spur. 4. Wie lieblich hebt sich das Getreide, getränket durch den Regenguß; und wie vergnügt betritt die Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte sey erhoben im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfreu'n. Mich schrecken dei3. Sey alles Sturm und Aufruhr und Getümmel, er schuf das Meer, den Erdfreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, nur das muß werden. 4. Zum wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! Und allgewaltig ist sein Herrscherwille. Der Strom gehorcht, die Wogen sinken nieder, und ruhen wieder. 5. Wer händeringend 478 Besondere Umstände und Vorfälle. trauen lehren; du zeigtest, daß du nie von Herzen uns betrüb'st, uns nie verlassen kannst, uns auch im Leiden liebst. sein Geschick beklagte, den tieffen Angst uns dir ver Abgrund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und rufet: Gott ist Netter im Sturm, im Wetter. 6. So mögen denn Ce: fahren mich umschweben, 3. Wie hebt sich unser und Eisgebirge sich im Strome heben, und, furcht: bar drohend, jeden Damm erschüttern; ich will nicht zittern. Geist noch jetzt bei dem Gedenken. Es bricht mit Ungestüm der Strom aus seinen Schranken! Jedoch, wie sehr er tobt, er tobt auf dein Gebot, und zieht sich schnell zurück, so bald dein Wink ihm droht. 7. Zu dir empor will ich am Strome schauen, und ruhig deiner Macht und Liebe trauen. Du, Herr, kannst leicht uns, wenn du willst, bewahren, auch in Gefahren. 4. Wer ist, o Herr, wie du? Wer denkt an deine Größe, und fühlt nicht, tief gebeugt, sich selbst in seiner Blöße? Du bändgst Mel 223. Nun danket Alle die Natur; und was verGott 2c. mögen wir? Ach, wir sind schwach und arm, wir sind, 473. Erhabner Herr wie Nichts, vor dir! der Welt! Dir werde Dank gesungen! Du hast, durch deine Macht, die Wuth des Strom's bezwungen. Schon riß er Häuser fort, und schon verzagten wir: nicht weiter! fagtest du, und er gehorchte dir. 2. Du Höchster woll: test dich und deine Huld verklären, auch in der 5. Durch dich nur wird uns wohl, der du dem Eis gebieten, und Fluthen zähmen kannst, wie furchtbar sie auch wüthen! Nur du bestimmst das Maas des Glückes und der Noth; in deinen Händen ruht das Leben und der Tod. 6. Wir preisen dich, o Gott, mit dankerfülltem Nach einer Feuersbrunsk 479 Triebe; wir freu'n uns heiß, daß Niemand dar deiner Macht, sie wird geben müsse! Laß bald gelinde lenkt durch Liebe. Auch aus Winde weh'n, und keine den Fluthen strahlt uns dei Flur mehr öde steh'n. Vers ne Herrlichkeit. O, nimm sorg' uns, deine Kinder. das Opfer an, das unser Herz dir weiht. 7. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden, wider streben, und nicht, in Hei: ligkeit, zu deiner Ehre le ben? Gehorcht dir selbst der Strom, gehorcht dir jede Welt; wie frech, wenn wir allein nicht thun, was dir gefällt! Bei strenger Kälte. Mel. 47. Austiefer Noth c. 3. Gib, daß nicht Menschen, Vieh und Frucht vom Frost beschädigt werden. Dem Dürftigen, der Hülfe sucht, erleicht're die Be schwerden. Ach, rühre jedes Reicher'n Herz', daß er der Armen Noth und Schmerz, voll sanften Mitleids, lind're! 4. Der du dem Vieh sein Futter gibst, die jungen Raben speisest, und uns, die die du in Christo liebst, als Water dich beweisest; erhöre deiner Kinder Fleh'n! 474. Von Frost und, laß die Kälte bald vergeh'n, vor milder Sonnenwärme! Kälte starrt das Land, und Vieh und Menschen schauern. Ach, hilf uns, Gott, mit starker Hand, daß wir nicht furchtsam trauern. In tiefer Demuth flehen wir: um Jesu mil Mel. 237. Wenn wir in höchsten 2c. len laß vor dir uns Hülf Nach einer Feuersbrunst. und Rettung finden. 2. Gefesselt find, mit 475. Gott, beffen dessen Schnee und Eis, die Fel- Macht des Feuers Kraft der, Bäch' und Flüsse. Ozum Segen und Verderben schmelze sie durch dein Ge- schafft, mit welcher schreck Besondere Umstände und Vorfälle. 480 lichen Gewalt verwüstet es, wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häuser hat's verzehrt, und mancher Armen Glück zerstört! Auch dieß hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und be ten an! 3. Wir weinen; doch verehren wir auch deine Huld, sie half auch hier, und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jam mer, Gott, zu dir! Laß sie nicht hülflos, tröste die, die du gebeugt haft; segne sie! 6. Du kannst, wenn Jammer uns bedroht, ihm mächtig wehren, jede Noth in Heil verwandeln; weis und gut ist Alles, was dein Wille thut. Zuversicht, vertrau'n, und stets auf deine Hülfe bau'n! 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Vaterhuld, mit frommer 8. Schüß' unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns Allen, was uns heilsam ist. Bei Begräbnissen. Wiel. 430. Aufersteh'n, ja, aufersteh'n c 5. O, gib, daß, wer ver2. Ausgekämpft hast du schont ward, nicht vergesse der Sterblichkeit beschwer seiner schönsten Pflicht, der devollen Streit; haft überPflicht: Betrübte zu erwunden, des Lebens Müh' freu'n; barmherzig, Gott, entbunden; wohl dir, du wie du, zu seyn! 476. Anvertraut der Erde Schoos zur Ruh', Entschlummerter, bist du! Des Lebens Klänge, des Weltgewühl's Gedränge verstummten dir. ruh'st! 3. Sanft schläfst du, der Erde Noth entrückt! Wir preisen dich beglückt; danfbar erheben den, der dir Rast gegeben, Erlös'ter, wir. 4. Fließet gleich des Schmerzens Thrän' herab, Entschlaf'ner, auf dein Grab: Trost ist der Glau Bei Begräbnissen. be, wir werden über'm Staube dich wiederseh'n! 5. Wort des Gegens, du, des Lebens Wort, wir seh'n uns wieder dort! Du bist dem Herzen Strahl in der Trennung Schmerzen, von oben her! 481 5. Gott, dem er treu blieb bis zum Grab, wischt dort des Dulders Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit? 6. Nun, du Erlöster, schlaf' in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und maMel. 237. Wenn wir in höch- chen zu der Ewigkeit, durch sten Nöthen 2c. Glaub' und Tugend uns bereit! 477.Begrabt den Leib in seine Gruft, bis ihn des Richters Stimme ruft. Wir säen ihn, einst blüht er auf, und steigt, verklärt, zu Gott hinauf. 2. Aus Staub erschuf der Vater ihn, zum Staube zieht der Tod ihn Er ſchläft, verwest; doch einst 478. Das Leben erwacht er wieder aus des Grabes Nacht. flieht, die Zeit enteilt, ſie flieht auf schnellen Flügeln; und, wo der Fleiß des Pilgers weilt, er steht an Toew'gen Leben ein. Das Ba| deshügeln. Vergänglichkeit terhaus ist aufgethan, ihn, den Getreuen, zu empfah'n. 3. Wie selig wird der Fromme seyn! Er geht zum ist Loos der Zeit, und dieses Lebens Gabe nur ein Geschenk zum Grabe. 2. Auch du, im Leben uns so werth, von uns'rer Lieb' umfangen, bist von dem heimathlichen Heerd, o Freund, dahingegangen; dein Ange 21 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er, Gott, von dir erquickt. Des reinsten Friedens Palme weht ihm, der auf seinen Geist gesät. 7. Laß, Weltverföhner, deinen Tod uns stärken in der letzten Noth! Laß uns're ganze Seele dein, und selig unser Ende seyn! Mel. 236. Was Gott thut, das 2c. 482 Besondere Umstände und Vorfälle. sicht, es lächelt nicht mehr nicht Schmerz, nicht Klage freundlich auf uns nieder; und nimmer hier mehr wieder. fann dich hier zurück uns geben. Vom Grabe dann den Blick hinan zu jenen Welten oben, wohin du dich erhoben! 3. Ach! deiner Stimme holder Klang wird nicht mehr um uns tönen; nicht mehr des Lebens Pilger gang dein Geist, dein Herz verschönen. Ach! bald nun Staub, dein Ohr ist taub der Freunde Schmerz und Klagen, die dich zu Grabe tragen. 7. Dort wandelst du auf lichter Bahn; fließ't leiſer denn, ihr Thränen! Was Gott thut, das ist wohlge: than, weit über unser Wähnen; sein Will' ist Kraft, gebeut und schafft, was wechselnd auch zerstäubet, ein Ew'ges, das da bleibet. 4. Du ruhst, im stillen Schlafgemach', aus von des Lebens Kummer; es weint die stille Wehmuth nach, wünscht Frieden deinem Schlummer! Du warest gut, mit festem Muth gingst du dem Tod entgegen; dir folgt der Deinen Segen. 5. Wer seines Daseyns Zweck erfüllt, darf nicht im Tode zagen; er sieht des Grabes Nacht, enthüllt, zum schönen Morgen tagen; der Schatten Thal umglänzt der Strahl des Glaubens; Lebensfülle quillt aus des Grabes Hülle. 6. Du gingst, Entschlaf uns voran in dieses neue Leben; nicht Wunsch, ner, Mel. 161. Schwing' dich auf zu zc. 479. Geb't dem Tode seinen Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senk't den Leichnam immer ein! Laß't die Erde rollen; furchtbar darf es uns nicht seyn, daß wir sterben sollen! 2. Laß't als Schreckgestalt den Tod niemals uns erblicken! Freudenruf sen sein Gebot, Ruf, uns zu beglü den! Seine Botschaft heißt uns ja, zu den sel'gen From: men, unserm großen Ziele nah', immer näher kommen. shotro& Bet Begräbnissen naise 3. Erndtefeld! Hier te, nachtvolle Grabesstätte, ruhen sie, Christen! uns're und deck ihn kühlend zu. Er Brüder; kämpften, aber schlafe hier in Frieden den Schlaf der Müden, kämpften nie nun auf Erden stillen fang erseufzte pr prinie wieder. Heil dem Guten, der hier fand sanfte Ruy' der Müden! Für das bes're Vaterland schlummert er hienieden. 4. Saaten der Unsterb: lichkeit! Heilige Gebeine! bald verfließ't auch unsre Zeit! Ruft der Tod: er scheine! ruf' er dann! wir sind bereit; wer des Lebens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. Mel. 527. Nun ruhet in den ic. dupie manier des des CRA 483 Dulders Dulders Ruh'. 100 4. Senk't nun den Leich) nam nieder zum Staube seiner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer; ihn stört kein Erdenfummer; Gott ist es, der ihn einst erweckt. DONI 5. Zum Leben ohne Sorgen weckt ihn der frohe Morgen, wo alle Welt erwacht. Heil diesem todten Staube! so singt der Christen Glaube: aud) er erwacht aus To480. Da stehen wir besnacht. die Deinen, Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir singen auf vom Staube; uns stärkt der Christen Glaube, daß Gott uns einst zum Leben ruft. lol2. Fließ't nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterbli cher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf. 3. Sen ihm ein Ruhebet 330. 6. 3um Himmel blick't, Betrübte! dort wandelt der Geliebte, nach) Finsterniß im Licht. Vergönnet ihm die Freude, und wehret eurem Leide, und wischs't die Zähren vom Gesicht. In 13 mitin Mel. 237. Wenn wir in höchsten 2c.jense 481. S. gib denn, fromme Christenschaar, der Erde das, was Erde war; 484 Besondere Umstände und Vorfälle. fie beut dem Müden hier dein Leben ist; nach Sorg' im Sand die Ruhe, die und Furcht und mancher er sonst nicht fand! aus Noth ereilet dich zuletzt 2. Ja, hier, wo keine der Tod. ufisa Idi Thräne rinnt, gestillt des 8. 8. Sanell schwindet Leidens Klagen sind, hier deine Lebenszeit, ſchnell bricht dem Schlummernden nähert sich die Ewigkeit; fein Schmerz, fein Erden kummer mehr das Herz. 3. Hier endigt der Verfolgung Wuth, hier ist's, wo Druck und Plage ruht; hier ward durch süßen Schlaf erquickt, den manche schwere Last gedrückt. 4. Hier weicht die Ho heit mit dem Glück, der blose Mensch bleibt nur zurück; ein enger Sarg, ein Leichenkleid sind seine ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf; vollendet hat er seinen Lauf. Der Geist eilt in das Vaterland, und ist beglückt in Gottes Hand. 6. Nimm den entseelten Leib, o Gruft, bis Jesus ihn einst wieder ruft, und das, was hier der Tod zerstört, einst neu bele bet und verklärt. 7. Du aber lerne, was du bist, o Mensd), und was wie wir die Zeit hier angewandt, so reicht den Lohn des Nichters Hand. DI 9. Drum, sic)' rer Mensch, besinne dich, Tod, Grab und Richter nahen sich. Auch) dir sind sie vielleicht nicht fern; sey fromm und wandle vor dem Herrn! 10. Hier, wo wir an den Gräbern steh'n, laß't, Christen, uns zum Vater zu fleh'n: erinn're uns aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit! Mel. 80. Vom Himmel hoch zc. 482. 482. Des Todes Grau'n, des Grabes Nacht flieht, Herr, vor deiner Wahrheit Macht. Mein Geist, erhellt von deinem Licht, erbebt vor der Verwesung nicht. 2. Es falle nur die Hülle hin, mit der ich hier umgeben bin; ich selber, lebend, Bei Begräbnissen. wie zuvor, schwing' aus den quälten bange Sorgen Trümmern mich empor. mich, so, kehrten sie in Freuden sich. 9. So hat schon dieser Kindheitsstand der höher'n | Hoffnung Unterpfand; die Huld, die segnend hier er freut, bleibt und beglückt in Ewigkeit. 3. Ein inn'res, mächtiges Gefühl verkündet mir mein höh'res Ziel; dieß Streben nach der Ewigkeit erhebt mich über Erd' und Zeit. 4. Dich, Höchster, hab' ich hier erkannt, voll Liebe, Vater, dich genannt; in dieser Seelenwürde liegt ein Hoffnungsquell, der nie versiegt. 5. Dein Sohn zeigt mir die beß're Welt, an die mein Herz sich glaubig hält; wie herrlich wird der Menschheit Werth, durch Jesu Wort mir aufgeklärt! 6. sel'ge Aussicht, 6. sel'ge Aussicht, auch für mich)! Entzückt hebt meine Seele sich; ich seh' im Geist des Christen Lohn, ich sehe meinen Himmel schon. 7. Da find' ich, was dein guter Rath zu mei nem Wohl geordnet hat; genieße deines Gnaden: blicks, und der Vollen dung meines Glücks, 8. Viel Gutes gabst du mir schon hier, Allliebender, wie dank' ich's dir? Kaum 485 10. Des freudigen Vertrauens voll, erwart' ich), was mir werden soll, wann einst von Sünd' und Noth befreit, ich reife zur Vollkommenheit. 11. Der Tod darf mir nicht schreckend seyn; er führt zum wahren Leben ein. Durch Gottes Kraft, Krankheit Last, der Trenbesiegt mein Herz der nung Schmerz. 12. Wann hier von uns, die Gott vereint, der letzte auch hat ausgeweint; dann wird ein frohes Wiederseh'n, auf ewig, unser Glück erhöh'n. 13. Herr uns'rer Tage, führe du uns Alle diesem Ziele zu, daß uns, bei standhaft frommer Treu', des Lebens End' erfreulich sey! 486 Besondere Umstände und Vorfälle. Mel 141.1 Mach's mit mir seh't! sie blüht, vom FrühGott, 20. Jun énu si th fam draftlingshauch umweht.nl two bath sd 115. Und was man hier 483. Geweihter Ort, der Erde gibt, ist nur des wo Saat, von Gott ge: sa't, dem großen Tage der Erndte reift! Sey mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo man cher Ruhe fand, der sie auf Erden nie gekannt! Geistes Hülle. Unsterblicy is des Menschen Geist! Vernunft und edler Wille erhebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit. 2. Zwar flossen hier der Thränen viel, wann von des Freundes Herzen den treu'sten Freund das TISTICH 3032 Schicksal ris; mit tief gefühlten Schmerzen, hab' ich auch selbst, ach, manchem Freund' die Abschiedsthräne schon geweint! id 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaffet Ruh' den Müden, nimmt Leidenden die Bür De' e ab und bringt zum ew'gen Frieden. Wein't, Freunde, nicht; dent't: Wiederseh'n! die Todten werden auferstel' n! 94 Belebend sink't ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Herbste starb die Rose; 6. Drum kann mein Blick vom Leichenfeld zum Himmel sich erheben; und winkt aud) mir das fühle werd' ich nicht Grab angstlich beben. Ich pflücke in der Blüthe: Zeit die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst war't, das bin ich jetzt, ein Pilger hier auf Erden; was ihr, entschlaf'ne Brüder, seyd, werd ich vielleicht bald werden. Nun dann durch's Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! 8. Doc) dem nur wird der Uebergang zu jenem Vaterlande der Weg zum Heil, der edel hier des Lasters Sklavenbande zerris, der in der Prüfungszeit sein Herz der Tugend treu ge Lomoc 89110 mi weiht. sro Bei Begräbnissen.dat 487 9. Auf Gräbern der Ent: 5 Dort rührt sie keine schlaf nen sey der Tugend bund auf's Neue versiegelt! Ich gelobe hier der Tugend ew'ge Treue. Und heilig ist mir jede Pflicht, bis einst mein Auge sterbend bricht. 6. Und Jesus, der vom Tod' érstand, und seine Schrecken überwand," verfammelt sie von Zeit zu Zeit zu Erben seiner Herrlichkeit. Go 1981 1980 am 1d5ds Mel. 237. Wenn wir in Sung ble höchsten Nöthen 2c. nagils Noth mehr an, die uns auf Erden schrecken kann; dort erndten sie verklärt und rein, den großen Sohn der Tugend nein.p mad 484. Dem Staube ge: 57 ben wir den Staub; was Fleisch ist, wird des Todes Raub; und eilend flieht der Menschen Zeit, gleich einem Pfeil zur Ewigkeit. 2. Kaum hat die Welt uns angelacht, so deckt uns schon des Grabes Nacht; verschont bleibt keiner, groß und reich), der Bettler wird dem König gleich. murs 3. So ist des Leibes Hütte bald zerstört, und leblos, starr und kalt. Allein der Geist, den Gott uns gab, ist frei vom Tod', sinkt nicht in's Grab. 4. Sey's, daß der From men Leib zerfällt, sie har: ren einer bessern Welt, und geben, an des Lebens Rand', die Seelen gern in Gottes Hand. Dans 7. So zitt're dann, wer Laster übt, wann ihn des Todes Macht umgibt; dem Frommen ist er nur Gewinn, getrost geht er zum Grabe hin. ob dla bus 8. Herr, lehr uns, ch' die Zeit zerrinnt, bedenken, daß wir sterblich sind, damit wir, flug und tu gendhaft, vollenden uns're Wanderschaft.dis in 3117 9. Einst bricht für uns, und Jedermana, der große letzte Tag heran, da Jeden, den ein Grab bedeckt, der Weltenrichter auferweckt. VI 10. O Mittler, deine Knechte freu'n sich dieses Tag's, und harren dein! Laß uns dann muthig auf ersteh'n, und ein zu deiner Wonne geh'n! Besondere Umstände und Vorfälle. Bei dem Tode eines Gatten; einer Gattin. Eigne Melodie. 485. 488 Laßt mich weinen! Ach, sie haben meiMp+ ₂* ft nen besten Freund begraben. Er ging hin, ließ mich zurück, und mit ihm entfloh mein Glück. 2. Er, der zärtlichste der Catten, ruht schon in des Grabes Schatten; und die weite Welt umher ist für mich nun öd' und leer. 6. Ach, ich rang, und rang vergebens um die Seele meines Lebens; du, o Gott, riefft sie von mir. Doch ich had're nicht mit dir. 7. Nein, auch bei des Kummers Zähren, will ich deinen Rath verehren. Höre nur in deinen Höh'n der verlaß' nen Wittwe Fleh'n. 8. Hilf, daß ich den Gram bezwinge, wann ich bang die Hände ringe, wann die Welt zu eng mir scheint, wann mein Aug' in Nächten 5. Run zerstört uvom weintur Im 1970dt 19ME Sturm der Leiden, sind died 9. Hör', auf meines GlüBlüthen meiner Freuden, ckes Trümmern, die verlaß' und voll Dornen ist der Pfad, den der Wittwe Fuß betrat. id bilsinu num nen Waisen wimmern; for ge du, daß sie gedeih'n, und laß nie uns hülflos seyn! 3. Wie so schön war mir das Leben, seit ich ihm mein Herz ergeben! Was war Mühe, Sorg' und Schmerz? Alles theilte ja sein Herz. 4. Froh und glücklich mich zu sehen, meine Freuden zu erhöhen, sorgt er immer. Unsre Zeit war voll stiller Seligkeitve prig AlloBei Begräbnissen.dnajs 489 10. Gib, daß ich, in from 1894. Didu, des Rath mir mer Stille, jede Pflicht ge heilig ist, blick' tröstend trost erfülle, bis einst das auf mich nieder! Ich weiß, zerriß'ne Band wieder daß du voll Liebe bist; knüpft des Todes Hand. und du nahmst mir sie wie: der. Doch bleib ich nicht Mel. 47. Aus tiefer Noth ic. getrennt von ihr; du nahmst fie früher nur zu dir, um dodal.ble Insmisor 486. Sie starb, ach, früher ihr zu lohnen. starb mir viel zu früh, zu 62d 5mJa, dort werd' ich sie früh auch für die Meinen; wieder seh'n, in deinem die Alle wehmuthsvoll um fie, mit mir, dem Vater, weinen. Gott, welches Leiden, welcher Schmerz! Mir blutet immer mehr das Herz, bei meiner Kinder Thränen. Da bessern Leben. Als Engel, wird aus deinen Höh'n ste mir entgegen schweben. Wie wird mir dann, o Vater, seyn, wann sie mich), durch verklärte Reih'n, zu dei nem Throne führet! stis 199) như do mun( bìm Bei dem Tode der Eltern. Mel. 99. Traurigkeit ic. 0 2. Du weißt, was ich in ihr verlor, um die so tief ich leide. Sie, die mein liebend war meines M Lebens Freude; vergalt mir 487. Cott! welch ein liebreich jede Müh', und forgte treulich, spät und früh, für mich und uns're Lieben. 3. Du gabst sie mir, wie dankt' ich dir für diese schöne Gabe! Sie ward dann im mer theurer mir; nun ruht sie schon im Grabe. Still seh: nend blick ich um mich her, und, ach, ich finde sie nicht mehr, die Freundin meines Lebens. TW.9mm Bal Schmerz zernagti amein Herz! welch frühes, bitt': res Leiden! Ach), sidy sah den guten Mann, domei nen Vater, scheiden, fall 2. Er ging von mir nach Haus, zu dir; mun hab' ich keinen Bater, feinen mehr, der Schutz mir ist, Pfleger und Berather lloc oni 3. Wer wird für mid) nun väterlich hier, in der 21* 490 Besondere Umstände und Vorfälle. Fremde, sorgen? O, wie fröhlich) war durch ihn mei nes Lebens Morgen! 4. Sie sind entfloh'n, ent floh'n mir schon die jugend lichen Freuden; meines Morgens Heiterkeit trübt ein schweres Leiden. 5. Ach, ließ kein Glück er mir zurück, beim frühen Schlafenlegen? Ja, was Kindern Häuser baut, sei nen Vatersegen. mich) zu pflegen, zu bilden mir Verstand und Herz; bracht' immer Freuden mir entgegen, und linderte mir jeden Schmerz. Aus Liebe war sie, Tag und Nacht, auf mich, und auf mein Wohl bedacht. 3. Drum wollt ich niemals sie betrüben, nein, immer dankbar sie erfreu'n; ihr beizusteh'n, mich fleißig üben, und ihres Alters Stüße seyn, stets wohlthun ihr, nach Kindespflicht; und, ach, nun kann, nun kann ich's nicht! 6. Und lehrte nicht sein Unterricht, zu dir mich Hoff nung fassen? Keinen, sprach er freudig oft, hat noch Gott verlassen. 7. Drum halt' ich mich, Herry fest an dich; will deine Wege gehen. In der Heimath werd' ich dann ihn einst wiedersehen 4. O, der du lohn'st in bessern Welten, was Jeder Gutes hier begann, du Vater, wirst nun ihr ver: gelten, was ich ihr nicht vergelten kann. Sie war so fromm, so herzlich gut; und du bist's, der nun wohl ihr thut. im ost gil 89 1901 arhiallace du Mel. 181. Er starb, der ( 1971 Baby größte ze. Jatra ann misale sant 400. Die ich so heiß 5. Gleich gut zu werden, geliebet habe, ach, meine will ich streben; ihr Bild Mutter ist nicht mehr! Sie soll stets mein Führer seynd ruht, die Gute, fchon im Dann wird ſie sich im Grabe, und jammervoll höhern Leben, vor dir, o irr' ich umher. Ad), über Gott, noch meiner freu'n; all vermiß ich sie; in mei und einst ruff ich bei ihr ente nem Herzen stirbt sie nic. zückt: Gott hat mich auch Sie war so forgsam, durch Schmerz beglückt!" 489. Bei Begräbnissen. Bei dem Tode eines Kindes. Eigne Melodie. das liebe Kind! Wie freudenleer ist nun mein und weis und fromm es zu erzieh'n, war immer ## nicht mehr, für mich nicht mehr, Wie eine No se sah ich's blüh'n; Er- den- le- ben! Ach, meine Hoffnung sank in's mein Bestreben. ²1 Grab, und Freud' und Lust mit ihr hinab. 490. 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz! Der Morgen findet mich voll Schmerz, die Nacht in heissen Zähren. Doch wider dich), Herv, flag' ich nicht; nein, hei lig sey mir stets die Pflicht, dich auch im Schmerz zu eh ren. Auch weinend will idy dankbar seyn, dugabst, du nahmst; es war ja dein! a rid 100 Nada? 190 un chim Edu 491 ✰ S zado Eigne Melodie.majonn 3. Wohl ihm! In Une schuld brach sein Herz; gefie chert nun vor Noth und Schmerz genießt es höh're Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelteit, zu schwach für schwere Leiden. Gerettet ist's in deiner Hand; ging mir vor an in's Vaterland.id du sunt be rodagu thi xə ♥** thug sin si duit magic man thülgad gram( tern, roeinet auf das Grab, euers 492 Besondere Umstände und Vorfälle. ott i op Kindes Thränen hin; aber trocknet sie auch ab; denn sein Tod ist ihm Gewinn. 2. Gott entriß es der Gefahr, die uns noch auf Erden droht. Uebergang zur Engelschaar, sanfter Schlummer ward sein Tod. 3. Prüfen will Gott euer Herz; prüfen eures Glaubens Berth. Zeig't ihm, daß ihr, auch im Schmerz, kindlich seinen Willen ehr't! 4. Er, der euerm Arm entriß, was ihr jetzt noch weinend lieb't, er ist's, der es euch gewiß einst voll: komm'ner wiedergibt. innl + 5. Ja, ihr soll't es wie: der seh'n euer Kind, das ihr bewein't; soll't mit ihm am Throne stehen, wo euch Gottes Huld vereint. 6. Schau't denn weg von jener Gruft, die nun euern Liebling deckt! Wiß't, daß Gott auch euch einst ruft, und auch euch einst aufere weckt! 7. Blick't zur Ewigkeit empor! Lernet euch des Himmels freu'n! Was sich hier in Nacht verlor, wird euch dort einst lichtvoll seyn. Bei dem Tode junger Personen. Mel. Welt Ade, ich bin dein müde 2c. ◊ 491.1 pp] ni Erdentöchter, Erdensöhne, schnell eilt DACTS C Irbin THE HOTT eure Zeit dahin! Send nicht stolz auf eure Schöne, Bei Begräbnissen. + denn wie bald kann sie verblüh'n! Eures Mundes BAGNIN + 493 ||||||||| Hauch verflieget; eures Lebens Quell versieget; tro 503 mist mad + Bet nicht auf eure Kraft, auch des Starken Arm $ erschlafft. 600 39 MTUR?& 2. Doch, ihr Christen, 4. Nein, umsonst ist send nicht traurig, wenn, nichts geboren! Unfrer harrt nach Gottes Rath, zur Gruft, ach, so früh, so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft! Edler, kräftiger, verklärter, liebe: voller, liebenswerther, hebt, zu höh'rer Geister Chor, sich der freie Geist empor. ein schönres Loos. Was hier starb, ruht unverloren in des ew'gens Vaters Schoos. Süße Hoffnung, schöner Glaube! Alles schwinget einst vom Staube, nach vollbrachtemus Pilgerlauf, herrlicher zu Gott sich auf. 3. O, was ist des Gra: bes Höhle? O, was ist des Grabes Nacht? Men fchen, mit gebeugter Seele, fürchten nicht des Todes Madit. Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Sinn und reine Tugend Geist, im Sonnenschimmerlohnt mit ewig beitrer Ju himmlischer Erkenntniß, gend, und, nach einem fursteh'n, und zu höher'n zen Streit, krönet uns UnFreuden geh'n..ngloft ibinsterblichkeit. Eus 5. Leibesschönheit mag verblühen, ihren Glanz zerstört die Zeit; Seelenreiz kann nie entfliehen, er ist für die Ewigkeit. Edler Besondere Umstände und Vorfälle. Frohsinn abgeneigt, an seiz nes Grabes Rande! Den Seinigen kein Helfer mehr, selbst hülfsbedürftig, seufzet er nach Ruh' und nach Erlösung. 4. Schau' auf das Grab, und siehe hier das Ende aller Thränen. Was hilft's, mit ängstlicher Begier, nach Erdenglück sich sehnen? Wie lange währet der Ge nuß? Dein Sinn wird stumpf, und Ueberdruß ergreifet deine Seele. 6. Laß't der Erde Glück schem Verstande, und allem vergehen; Gott ist's, der den Geist erhält! Tugend, Tugend wird bestehen, wenn die äuß're Hütte fällt! Wie die Gottheit unver: gänglich, wie die Tugend überschwänglich, ist des Christen wahres Glück; nur das Eitle bleibt zurück! Bei dem Tode alter Per: fonen. Mel. 47. Aus tiefer Noth ic. 492. Erwäge deine Sterblichkeit, und eile, fromm zu leben! Wie 5. O, wohl dir, wenn schnell, o Christ, entrinnt| dich edler Muth zum hö die Zeit, die dir dein Gott her'n Ziele leitet, und auch gegeben! Und würdest du in's Alter dich ein Gut, auch noch so alt; die Jahre das ewig ist, begleitet! flieh'n, und einst erschallt Dann senke sich dein mate auch dir des Todes Stim tes Haupt, dann werde je алб это huder Kraft beraubt; du haft 2. Und wie kann jemals noch Kraft, zu hoffen. S sich dein Herz nach hohem 86. Ja, Hoffnung stärkt Alter sehnen? Du sehnest des Frommen Sinn, sam oft dich nur nach Schmerz, Ende seiner Tageia Sie nach Schwachheit, Nothschwanden, wie ein Traum, und Thränen. Das Alter ist dahin mit ihrer Lust und nicht stets ein Glück; o hebe Plage; doch seine Hoffnung d himmelan den Blick; nur da schwindet nie, und Gott, ist wahres Leben. bi sein Freund, erfüllet sie, und gibt ihm neues Lead ben. dnu sdn' nn aid men 494 3. Wie mancher Alte wankt gebeugt, mit kindi AUD Bei Begräbnissen. 7. So schlumm're denn nun, nach deinem Rath, in Frieden ein, wenn dich das Alter drücket! O Christ, wie wohl wird dir da seyn, wo Jesus dich erquicket! Wie freudenvoll, wie jugendlich wird deine freie Seele fich) im Vaterlande fühlen. seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unfre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hören wir, wie Jesus ruft: Selig ist, wer " an mich glaubet!" Ja, des Himmels Heil und Frieden ist dem Redlichen beschieden. Bei dem Tode eines Reli: gions: Lehrers. 495 Mel. 214. Liebster Jesu, wir find 2c. 979 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von unferm Lehrer, fruchtbar seyn 493. Fromm, wie er in Wort und That, und gewandelt hat, endet sich), zum Trost der Seinen, unsers Lehrers Erdenpfad; und wir schau'n ihm nach, und weinen. Ach, er hat uns treu belehret, und zum Guten hingekehret. uns würdige Verehrer wah rer Frömmigkeit auf Erden, und des Himmels Erbeng werden! 16 of bom bua 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Vater, das hat er verkündet, und, ge stärkt durch deinen Geist, vieler Seelen Heil gegrün 6. Wenn wir dann einst um ihn steh'n, und mit ihm szum Throne dringen, mit ihm den Erlöser seh'n, dem wir Preis und Ehre brin gen; ach, wer nennt diee Seligkeiten, die dann ewig a uns begleiten boob than det. Uns zu Jesu zu erhed 17. Gott, Cer ruhe sanft ben yn war sein beifrigstes und mild, er, der uns dirm Bestrebenas 19dab 3. Treulich) ging er selbst den Pfad reiner Tugend, näherführte! Unvergeßic lich sen sein Bild jedem Herzen, daß er rührte! bis an's Ende, und gab Seine schönen Tugendlehor 496 Besondere Umstände und Vorfälle. ren wollen wir durch Tha:| schiehet, erfolgt auf dein ten ehren. Gebot. Du willst: der Tod mitor entfliehet! Du willst: so kommt der Tod. Bei dem Tode eines Ver: 9d7ur unglückten.no 730 17. Ach, dieß nur macht 919mjap Jauns stille: wir sind in deiMel. 426! Mein Jesus ist 91100 mein Leben 2c. astud ner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. Ihn lad. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöh'st du unser Glück, und lenkst von trübern Tagen uns, wunderbar, zurück. 494. Gott, welch tiefe Trauer hat unsern Blick umhüllt! Es ist des Schreckens Schauer, der unser Herz erfüllt. 2. Was ist des Menschen Leben? Was ist des Menschen Kraft? Von Noth und Angst umgeben, wird er oft hingerafft. am 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Weit einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr! 4. Wer zählet die Ge fahren, die uns auf Erden droh'n? Willst du uns nicht bewahren; so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern We gen umhüllt uns Dunkelheit, und oft ist Noth zu gegen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was ge9. Auch wenn des Todes Grauen uns plötzlich niederreißt, darf unser Geist dir trauen; du liebest unsern Geist. 10. Er kann und wird nicht sterben; er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben, und schwebt zu dir empor. 11. O, lehr' uns wachen, beten, und stets besonnen seyn, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freu'n. 12. Der Erde Schrecken schwinden auf ewig vor uns hin; wir seh'n dann und empfinden: der Tod war nur Gewinn! Bei Begräbnissen. 497 zur Vollkommenheit, dieſes Vorgefühl, dieß Schmachten, Brüder, nach Unsterblichkeit, dieser Geist, 495. Trocknet eures der Welten denket, würde Jammers Thränen, heitert mit in's Grab gesenket? euern trüben Blick; denn| Und geschaffen hätte Gott es bringt kein banges Seh- dieses Alles nur zum Spott? nen die Entschlafenen zu 5. Nein, dem Tod' wird rück! Ach, die holde Stimm' nicht zum Raube, Gott, des Menund Rede, und der Lieb: dein Bild, lichkeiten jede, und das schen Geist kann nicht unter: freundliche Gesicht ruht im geh'n im Staube, wenn Grab', und kehret nicht! dein Wink uns scheiden 2. Gleich des Feldes heißt. Nur die Hülle wird Blumen, schwindet, was da versenket, doch die freie lebet, rings umher. Trau- Seele lenket, zu der höher'n ernd sucht der Freund und Geister Chor freudig ihren findet den geliebten Freund Flug empor. nicht mehr. Wie der welke Greiß am Stabe, sinkt der Jüngling und der Knabe; und das schauervolle Grab zieht zuletzt auch uns hinab. 3. Gleich des Feldes Blumen, werde, was gebo: ren war, zerstäubt! Nur der Erdenleib wird Erde; aber sein Bewohner bleibt. Ja, ihr lebt, Geliebte, lebet über Sternen, oder schwebet mit leidsvoll um jeden Freund, der an euerm Grabe weint. 6034.790 Dieses Streben, dieses Trachten aufwärts Beruhigung und Trost. Mel. 194. Du, o schönes Weltgebäude 2c. 6. Auf! von Moder und Verwesung blicke dort hinauf, mein Geist, wo im Friedensthal Genesung alles Erdenjammers fleußt; wo nicht Krieg, Erdbeben, Fluthen, Hunger, Pest und wilde Gluthen, wo nicht Trennung mehr, noch Tod, liebenden Geliebten droht. 7. Ach, des Bonnetag's, der wieder, was am Grabe hier geweint, Eltern, Kin der, Schwestern, Brüder, Freund und Gatten fest ver eint; wann gelehrt von Besondere Umstände und Vorfälle. Himmelsweisen wir des edeln Sohne, seine Lust dem Vaters Liebe preisen, der Vaters raubt; wenn des aus Irrthum, Schmach und Hauses Stüß und Krone Gram uns in seine Ruhe sinket mit des Vaters nahm! 796 8oorbe nan Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden? 8. Bald, vielleicht, ach, bald verschwunden ist auch uns're Lebenszeit, und wer weiß? von meinen Stunden ist die letzte nicht mehr weit! O, laßt Gottes Weg uns wandeln, immer gut und redlich handeln, daß wir, wenn der Vater ruft, freu: dig sinken in die Gruft! Mel. 69. Herr, ich habe 4. Ach, es müßte unter liegen, dieses arme, schwache Herz; hälfest du uns, Herr, nicht siegen über Tod und Trennungsschmerz. Schlägt uns gleich das Leiden nieder: Vater, du erheb'st uns wieder. uns wieder. dar dup 5. Ja, Herr, deines trocknet mißgehandelt ic.Trostes Quelle auch am Grabe nicht. Selbst 496. Loft der Tod die des Todes Nacht wird helle, fanften Bande treu verein ter Lieben auf; enden Freunde und Verwandte ihres Erdenlebens Lauf, ach, dann fühlen uns're Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen! Mulb Mulbe durch des Glaubens mil des Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. um 6. Wandeln nicht, in ho hen Freuden, uns're Lieben dort am Thron'? und wir 2. Wenn der Säugling, sollten sie beneiden faum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht, und die Mutter nun verlo: ren ihre ganze Hoffnung sieht: ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen! den früh errung'nen Lohn? Wirst du nicht im besser'n Leben die Verlor'nen wie dergeben? 7. Ach, warum wird uns entrissen, was uns doch so theuer war? Hier nicht sollen wir es wissen, 3. Wenn der Tod, im 498 Bei Begräbniffen. sonets 499 dort erst wird es offenbar.| schwarzer Hülle ein unbea Räthsel, die wir hier be fanntes Land. Broin weinen, werden dort im 2. Das Lied der Nach Licht erscheinen. tigallen tönt nicht in feiz 18. Welche drohende Genen Schoos; der Freunde fahren harrsten noch der schaft Ehränen fallen nur Zheuern hier! 19 Gott, du auf des Hügels Moos.ind wolltest sie bewahren, dar um nahmst du sie zu dir. Manchen schweren Küm mernissen hast du sie viel leicht entrissen! pran mo 9. Beugt ihr Tod auch uns're Herzen, führt er auch in dunkle Nacht har ter Prüfungen und Schmerzen; Vater, deine Huld und Macht führt die Deinen auch durch Leiden zum Genusse beffrer Freuden. 10. Der Entschlafenen gedenken, ihrer Liebe, sey uns Pflicht! Freudig laß't den Blick uns lenken auf wärts hin zu jenem Licht, wo sich Alle wiedersehen, die hier Gottes Wege gehen. mam p a sited m Mel. 426. Mein Jesus ist mein Leben 2c. 3. Verlaß'ne Bräute rine gen umsonst die Händer wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grundig r sdnbar 497. Das Das tief und stille, und schauder haft sein Rand; es deckt mit 14. Doch sonst an fei nem Orte wohnt dieera sehnte Nuh'; nur durch die dunkle Pforte geht man der Heimath gugim 5. Das arme Herz hienieden, 19 von manchem Sturm bewegt, erlangt den wahren Frieden, erst wann es nicht mehr schlägt ju 498. Wir denken, Gott, der Lieben, die nun Grab ist im Grabe ruh'n; wir sind zurückgeblieben, sie sind befriedigt nun! Wie wir Andenken an die Vollen deten.( Besonders am Schlusse des Jahres.) emipade 199 Tre Mel. 89. Herzlich thut mich verlangen 2c. Besondere Umstände und Vorfälle. 500 in frühern Jahren, ver eint durch Herz und Haus, so froh beisammen waren, das preßt uns Thränen aus. 2. Was Einer fühlt' und dachte in manchem lieben Jahr, das sprach sein Mund, daß brachte sein Herz dem Andern dar. Sie sahen uns're Wunden, sie kannten unser Leid; sie haben froher Stunden mit uns sich oft gefreut. 3. Gott, das ist vergangen; was irdisch ist, vergeht; doch inniges Verlangen nach ihrem Glück besteht. Gib ihnen Wohl ergehen in deiner bessern Welt; laß uns sie wieder sehen, wann unser Leib zerfällt! 4. Sie fehlten oft, doch dessen gedenken wir nicht mehr; vergessen sey's, ver: gessen; nicht fehlen ist so schwer! Doch alles Gute bleibe, das wir an ihnen sah'n; ihr edles Vorbild treibe auch uns zur Tu gend an. 5. Die Hüllen sind gefallen, die Fehler blieben nicht. Wo nun die Lieben wallen, ist Friede, Recht und Licht. Wir wollen würdig handeln, nicht lang ist unsre Bahn; zu dir, Vater, wandeln wir, ihnen gleich, hinan. 6. Noch Manche sind ge blieben; wir wollen fromm und rein und lebenslang sie lieben, und ihrer Lieb' uns freu'n. Die Lebenden und Todten bewach'st du, Herr der Herr'n; was dein Gesetz verboten, vollbringe Jeder gern. 7. Es ist des Geistes Hülle, was sich zum Gra be neigt, wann, zu der Wonne Fülle, der Geist befriedigt steigt! Ja, heff't nur, Schwestern, Brüder! wir seh'n, in reinem Licht, all' uns're Lieben wieder, und trennen uns dann nicht! 8. Laß trocknen unsre Thränen, sich lindern un ser Leid, und stille, Herr, das Sehnen nach laut'rer Seligkeit! Wir wollen dir auf Erden, mit fester Hoff nung, trau'n, und reines Herzens werden, damit wir einst dich schau'n. 010118 1101 DMD softo& Bei Begräbnissen. mada1 310 mun bin 90 #arp dur chaic Mel. Trockne deines Jammers Thränen 20.10 1019 * 499. * $ 10 Dumpf und ernst, wie Grabgeläute, nittl rednals 501 + schallt der Glocken Ton, mahnt uns an die LieISORIE 1436$ 790 * Cau Epod tel pod d d p q Sun V ben heute, die dahin gefloh'n. Frommer Christen Schaaren wallen zu den Gott geweihten Hallen, 3. Sen gegrüßt uns, weg vom niedern Erdentand, himmelauf den Blick gewandt. 20.370 1947C 2. Männer, Jünglinge| heil'ge Stätte, zu der und Greise blicken ernst Sterblichkeit ernster Feier empor; aus den Gräbern tönet leiſe Geisterlaut her vor: Sterbliche, denk't an das Ende!" Und, ge faltet ihre Hände, bringt der Christen fromme Schaar ihrer Andacht Opfer im Gebete und Gesang geweiht. Unsern Brüdern abgeschieden zu der Hei math stillem Frieden, brin gen, im entfloh'nen Jahr, wir der Wehmuth Thränen dar. dar. 4. Ach! wie mancher unsrer Lieben sank vor 502 Besondere Umstände und Vorfälle. ihr frommes Herz; schweige Klage denn und Schmerz! uns hinab! Nichts ist uns be, Schauen! Bonne fühlt zurück geblieben, als ihr dunkles Grab. Sprach' und Laut sind uns verklungen, und nur in Er innerungen, hörbar nur des Geistes Ohr tönen sie zu uns empor. 5. Aber jelig sind, die schlafen, allen Leiden, die in der Prüfung Thal' sie trafen, sind entronnen sie! Fried' umfängt sie, Ruh' und Kühle, nach des Erdenfeine lebens Schwüle; Sorge drückt sie mehr, und ihr Aug' ist thränenleer. 6. Uns voran sind sie gegangen in der Heimath Land; nur die Hüllen hat empfangen der Verwesung Hand. Zu den Sternen aufgehoben, wohnet bei dem Vater oben, was nicht Tod, nicht Grab entreißt, und was ewig lebt, der Geist. 8. Aber unvergeßlich schwebe stets um uns ihr Bild! Ihr Gedächtniß bleib' und lebe in uns freundlich, mild, zeige in den theuern Todten uns des besser'n Daseyns Boten; ruf uns zu:" Das Grab ist nur Weihe höherer Natur." 9. Mah'n uns, auf zum Licht zu dringen, das sie dort verklärt; kämpfend um den Sieg zu ringen, den nur Kampf gewährt; selbst veredelnd, weltbeglückend, immer weiter höher rückend, uns zu nah'n dem Uebergang in gereif ter Geister Rang. 10. Auszudulden, aus: zuhalten, wenn sich Prüfung naht; Tugendkeime zu gestalten zu vollbrachter That! Und, durch Tugend, schon auf Erden, Bürger jener Welt zu werden, wo des Sieges Palme sprießt, die Verklärter Stirn' umschließt. 7. Wein't den Sel gen Freudenthränen! Auf zum Himmel blickt! Ueber Hoffen, über Wähnen sind sie dort beglückt. Reich be: lohnt ist ihr Vertrauen, 11. Heilig soll uns denn Wahrheit ward ihr Glau- der Theuern Angedenken Besondere Zeiten. seyn; kräftig unsern Muth| ihrem Grab' wir schwören, befeuern, uns der Pflicht auszudauern, was uns zu weih'n. Du, o Vater, droht; treu der Wahrheit, woll'st uns hören, wenn an bis zum Tod! - 503 II. Besondere Zeiten. Jahreswechsel. 4. Bin ich dann mit Ernst 331 Mel. 134. Sieh, hie bin ich, beflissen, mich im Geiſte Ehrenkönig 2c. zu erneu'n, o, so lasse mein Gewissen sic) des hohen 500. Hilf, o Jesu, laß Trost's erfreu'n, daß du D gern uns willst erhören, wenn wir uns zu dir be kehren. gelingen; hilf, ein neues Jahr fängt an! Laß es neue Kräfte bringen, fromm zu wandeln deine Bahn. Neues Heil und neues Le ben wolle deine Huld uns geben. 5. Ja, du woll'st mir Gnade geben, daß dieß Jahr mir heilig sey; daß ich christlich möge leben, ohne 2. Dankvoll beug' ich Falsch und Heuchelei; daß meine Kniee, Gott, vor dir, id) fromm auf dieser Erde daß deine Hand so viel und dort ewig selig werde. Gutes, spät und frühe, lieb: reich mir hat zugewandt. 6. Deine Liebe soll mich leiMeines Herzens kindlichten, auf dem Weg' der FrömFlehen soll, Herr, deinen migkeit, mir mit Sorgfalt Ruhm erhöhen.alisp zu bereiten, dauernde Zufriedenheit. Lieber will ich Unrecht leiden, als, was dir mißfällt, nicht meiden. 3. Laß dieß Jahr ein Jahr der Gnade mir und meinen Brüdern seyn; daß mir keine Sünde schade, will ich ganz mein Herz dir weih'n. Hilf mir, Heil'ger, dir zu leben, dann ist alle Schuld vergeben. 7. Was ich denke, red' und thue, das gescheh' in dir allein; wann ich wache, wann ich ruhe, wollest du, Herr, bei mir seyn, und, 504 Besondere Zeiten. zu allen guten Werken, mich, durch deine Hülfe, stärken. 8. Dir zum Ruhm, als deine Gabe, laß mich neh: men Speis und Trank, und gebrauchen, was ich habe, mit Zufriedenheit und Dank. Laß mich), Herr, mit deinem Segen auch der Brüder Wohlfahrt pflegen. 9. Wann ich leide, mich betrübe, und voll Angst und Kummer bin; o dann sende, Gott der Liebe, mir den findlich frommen Sinn, der dich selbst im Schmerz erhebet, und vor Tod und Grab nicht bebet. 10. Jesu, laß mich fröhlich enden dieses angefang': ne Jahr! Trage mich auf deinen Händen, bleibe bei mir in Gefahr! Und soll ich die Welt verlassen, will ich glaubig dich umfassen. Mel. 520. Wach' auf, mein Herz 2c. 501. Mit Freuden laß't uns treten vor Gott, ihn anzubeten, vor Gott, der unserm Leben bis hie: her Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger wan dern von einem Jahr' zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird kaum von uns empfunden. 3. 3war diese Lebens: tage sind nie ganz frei von Plage; wir geh'n, auf rauhen Wegen, der Ewigkeit entgegen. 4. Doch, Gott liebt uns nicht minder, als Väter ihre Kinder; und wird auch in Gefahren, stets gnädig uns bewahren. 5. Erhalter unsers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschützest, mit Kraft uns unterstützeſt. 6. Mit glaubigem Vertrauen, laß uns auf dich nur schauen! Gib festen Muth im Leiden, ein dankbar Herz in Freuden. 7. Gib, Vater, allen denen, die sich um Hülfe sehnen, ein Herz, das sich geduldet, durch Murren nicht verschuldet. S. Herr, wehre du den Kriegen, laß Menschenliebe siegen, und sich, wo Thränen fließen, des Trostes Quell ergießen. Jahreswechsel. 9. Gib deinen milden Jahre, Tag und Nacht; Segen zu allen unsern Beauf, laß't uns ihm, dem gen. Laß Großen, Herr, Gott der Macht, Ruhm, und Kleinen der Freuden Preis und Dank ertheilen! Sonne scheinen. 2. Herr, der da ist, und 10. Sen der Verlaß'nen der da war, von dankerVater, der Irrenden Befüllten Zungen, sey dir, für rather; die Unterdrückten| daß verfloß'ne Jahr, ein schüße, die Armen unter heilig Lied gesungen; für stütze. Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen! 3. Laß dieß Jahr auc) gesegnet seyn, das du uns neu gegeben. Verleih' uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben. Du schützest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wenn sie zuerst nad) deinem Reiche streben. 4. Gib uns, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet uns das Glück der Welt: 11. Hilf gnädig allen Kranken; gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Schwer: muth quälen. 12. Vor Allem, Herr, verleihe uns deinen Geist aufs Neue, der uns mit Tu gend ziere, und so zum Himmel führe. 13. Das wollest du uns geben, du, Herr von un serm Leben! so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. 505 Mel. 17. Mein's Herzens so sende Kreuz und Leiden; Jesu zc. nur stärke mit Gduld das Herz, und laß uns nicht, in 502. Gott rief die Noth und Schmerz, die Glücklichern beneiden! Sonne, schuf den Mond, das Jahr darnach zu theilen; er forget, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder! Erbarme der Verlaß'nen dich, und der be22 506 Besondere Zeiten. drängten Brüder! Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder! 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle throne, daß Tu gend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sey; dieß, lieber BaVa ter, dieß verleih' in Christo, beinem Sohne! 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir, mit den be sten Gaben, Heil und Freude, Trank und Brod hast du uns gewähret, und in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand väterlich geleis tet; daß du über unser Land Ruh' und Glück verbreitet; daß der Arbeit Müh und Schweiß uns durch dich gelungen; dafür, Gott, sey Dank und Preis 503. Ewig und un- herzlich dir gesungen! wandelbar, Gott, ist deine Gnade; und durch dich strömt immerdar Heil auf uns're Pfade. Tag und Jahre ändern sich, und wir Du nur ſelbst veralten. bleibest; und durch dich werden wir erhalten. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Segen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen We gen. Jeden Morgen sen dest du Lebenskraft und Wonne, und, durch dich, kommt Trost und Ruh' mit der Abendsonne. Mel. 161. Schwing' dich auf zu zc. 5. Freudig, Vater, treten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir einer je vergebens? Ja, du wirst vers lassen nicht uns in unserm Leben; du wirst uns, bei Fleiß und Pflicht, Speis und Freuden geben. 6. Schnell entfliehet uns re Zeit; groß sind uns're Pflichten; lehr' uns, Herr, mit Freudigkeit alle treu verrichten! Jede That, die dir gefällt, laß uns wohl gelingen; jede Segen für Jahreswechsel. 507 die Welt und den Himmel| meinen Brüdern sagen, bringen. damit auch ihr Gesang er: wacht, wie gut in den Mel. 51. Wie groß ist des verfloß'nen Tagen, wie Allmächt'gen 2c. herrlich du's mit mir ge macht. 504. Hier bin ich, 4. Du hast den Trost Herr, mein ganz Gemüthe geprüfter Freunde gesandt erfüllt des Dankes heißer in meine Einsamkeit; du Drang, und die Erinn' hast, wann bang mein Auge rung deiner Güte begeistert weinte, mit ihrer Liebe mich), und wird Gesang. mich erfreut. Für tausend Mit tausend Jubeln, die reine, süße Freuden, die von allen gerührten See: du auf meinen Weg ge len zu dir floh'n, und jetzt streut, und für die Wohlaufs Neue dir erschallen, that mancher Leiden sey dir schwingt er sich auf zu dei-| mein heißer Dank geweiht. nem Thron'. 2. Weit über alles Glück der Erde, entzücket der Gedanke mich, daß ich von dir bemerket werde, ich, nur ein Staub, ein Sünder ich! Ja, was kein Loblied je verkünden, und keine Zunge sprechen kann, des Dankes innigstes Em pfinden sich'st du, und sieh'st es gnädig an. 5. Im stolzen Selbstgefühl vermessen, wie oft vergaß ich, Vater, dein! Doch du hast meiner nie vergessen, und riefft mich wieder, dein zu seyn. Oft ließest du mich tief empfinden, wie gar nichts, ohne dich, ich sey; vergabst mir. alle meine Sünden, und machtest von Gefahr mich frei. 3. Du fennest alle meine Triebe, weißt, wie mein Herz auf dich gelenft, mit reinem Dank und Kindes: liebe, an deine große Güte denkt. Froh will id)' s - 6. Noch leb' ich, Vater, noch hienieden, erhal ten und beglückt von dir! Du schenk'st mir deinen hohen Frieden, und deine Gnade wohnt in mir. Noch ** Besondere Zeiten. 508 kann ich gute Saaten säen, in Hoffnung auf die Erndte: zeit, und glaubig ihm entgegen gehen, dem großen Lohn der Ewigkeit. 7. Sollt' ich für ferne! geh'n. Tage sorgen? Du hast es Alles wohl gemacht! Mich ängstet nicht der nächste in Versuchung mich nicht fallen, auf dich, des Gute:: Urbild, seh'n, und stets, zu deinem Wohlgefallen, die Wege wahrer Tugend 8. Wenn sonst ein Wunsch hervor sich dränget, o Herr, nach irgend einem Glück, und unter mein Gebet sich menget, ihn sieht und richtet schon dein Blick; mir Schwachen woll'st du ihn verzeihen, den Wunsch, wenn er dir nicht gefällt, und gnädig mir nur das verleihen, was dein Rath mir für nützlich hält. 9. Was du mir, Wei sester, beschieden, muß Glück und Wohlthat für mich seyn; erhalte mir nur deinen Frieden, und stets sey deine Gnade mein. Laß Mel. 491. Welt, Ade, ich bin 2c. Morgen, und nicht der fernen Zukunft Nacht. Dir, 505. Wiederum ein o mein Vater, will ich le ben; mit freudigem Ver trau'n auf dich, will ich mich völlig dir ergeben; ich zage nicht, du sorg'st für mich. Jahr verschwunden! Ach, es kommt nicht mehr zurück! Heit're Tage, trübe Stun den schwanden, wie ein Augenblick. Floh'n zugleid) auch meine Sünden? Nein, die werd' ich wieder finden, wann der Richter aller Welt einst vor sein Gericht mich stellt. 19.06.0 2. Wenn er reichlich mich gesegnet, bin ich, fei ner Liebe werth, ihm auch stets mit Dank begegnet? Hab' ich nie mich selbst ents ehrt? Lebt' ich fromm nach seinem Willen? öffentlich, und fromm im Stillen? Täuschte mich das Laster nicht? Uebt' ich treulichy meine Pflicht? 3. Wie? darf ich's zu denken, wagen? Bin ich reif zur Ewigkeit? Könnt' Jahreswechsel. ich's hören, ohne 3agen, rief' mir Gott: du stirbst noch heut'? Dürft' ich froh Tugend vor ihm erscheinen? Hätt' ich nichts mehr zu bewei nen? Folgte, Heiliger, zu dir keiner Schuld Bewußtfeyn mir? 4. Ach, es waren meine 506. Gott, du Sünden zahllos auch in bist der Herr der Zeit, diesem Jahr, und mit Scham muß ich empfin: den, wie so oft ich untreu war! Darf ich noch Verzeihung hoffen? Ja, dein Baterherz steht offen Jedem, der die Schuld bereut, und sich fromm im Geist und dein ist unser Leben. Laß mich auch jetzt, voll Freudigkeit und Rührung, dich erheben! Ein Jahr ist abermal dahin! Wem dank' id)' s, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Macht und Güte! erneut. 5. Deine Wahrheit konnt' ich hören, frei zum Andachtshause geh'n, öffentlich dich, Herr, verehren, und um deine Gnade fleh'n. Oft empfand ich deine Liebe; oft erwachten neue Triebe, fromm zu seyn, in meiner Brust; dich zu lieben, neue Lust. 509 künftig leben; eifrig will ich mich bestreben, mich der ganz zu weih'n, und ein wahrer Christ zu seyn. 6. So verzeih' denn, schenk' Erbarmen; denke meines Undanks nicht! Gib mir tiefgebeugten Armen neue Kraft zu meiner Pflicht! Dir nur will ich Mel. 17. Mein's Herzens Jesu zc. 2. Dich, Ewiger, dich bet' ich an. Dir will ich mich ergeben; dir, den kein Wechsel treffen kann, vertrau' ich froh mein Le ben. Wir blühen und vergeh'n durch dich; nur du bist unveränderlich, warst, und bist und bleibest. du 3. Herr, ewig währet deine Treu', mit Huld uns zu begegnen; an jedem Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns, zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. Besondere Zeiten. 4. Du hast, auch im Vorbereitungsstand, der verfloß'nen Jahr', mich Himmel erst mein Vaterväterlich geleitet; oft, land, laß Herr, mich dar wann mein Herz voll nach trachten! Sorgen war, mir Hülf' und Trost bereitet. Von ganzer Seele preis id) dich; auf's Neue, Gott, ergeb' ich mich ganz dei ner weisen Führung. 5. Voll Reu' erkenn' ich meine Schuld von den verfloß'nen Tagen; doch 510 du vergibst, mit Vaterhuld Mel. 40. Es ist das Heil ic. wirst du mich Schwachen tragen! Ja, siehe du mir 507. Schnell fließen hülfreich bei, daß ich mit Ernst beflissen sey, der Sünde Reiz zu fliehen. Jahr' auf Jahre hin; noch schneller Tag und Stunden. Wie viele sind, seitdem ich bin, nicht auch schon mir verschwunden! Und feine, feine kommt zurück; selbst ein verlor'ner Augenblick läßt sich durch nichts erkaufen. 6. Gib mir, o Vater, Lust und Kraft, der Tu gend treu, zu wandeln; laß täglich mich gewissen haft mit mir und Undern handeln! Dein Geist belebe 8. O, lehre selbst mich, meine Zet mit Weisheit anzuwenden, und laß den Lauf zur Ewigkeit mit Vorsicht mich vollenden! Der Tage Last erleicht're mir, bis meine Seligkeit bei dir kein Wechsel weiter störet. Herz und Muth, mich, 2. Gott, diese schnelle o du allerhöchstes Gut, mehr, als die Welt, zu lieben. Flucht laß mich, zu meinem Heil, bemerken, und mich, aus Liebe gegen dich, heut' in dem Vorsatz stärken, dir Vater folgsam stets zu seyn, der Tugend eifrig mich zu weih'n, auch die ses Jahr zu nüßen! 3. Umringt, mit tägli7. Ihr Reiz vergeht; drum will ich mich mit Weisheit ihm entziehen. Um edle Freuden müsse sich mein Geist schon jetzt bemühen. Hier ist mein Jahreswechsel. der Gefahr, bin ich in die sem Leben; vielleicht ist dieß das letzte Jahr, das du mir hast gegeben; und dennoch sollt' ich meiner Pflicht und dir, Herr mei ner Tage, nicht aus allen Kräften leben? 511 7. Laß mir dieß Jahr gesegnet seyn an ächten Tugendfrüchten; und, guter Thaten mich zu freu'n, mich gerne sie verrichten; voll Eifer für der Brüder Glück, laß mich, mit lies bevollem Blick, froh ihren Kummer lindern. 4. O, möcht' ich diese Thorheit scheu'n; möcht' ich Entschlüsse fassen, die mich zu keiner Zeit gereu'n, und jenen Leichtsinn hassen, der die so edle Zeit ver: träumt, des Geistes ew'ges Wohl versäumt, für diese Welt nur lebet! 5. Laß mich die mir ver: lieh'ne Zeit nach ihrem Zweck vertheilen; nicht zum Genuß der Fröhlich keit zu schnell, zu häufig eilen; den Müssiggang, die Trägheit flieh'n und keiner Arbeit mich entzieh'n, wodurch ich Andern nüße. 6. Laß mich mir strenge Rechenschaft von jedem Tage geben; verleih' mir Einsicht, Muth und Kraft, als wahrer Christ zu leben; gib, daß ich meinen Pflich ten treu, und treu in dem Berufe sey, den du mir angewiesen. 8. Mein Schicksal übergeb' ich dir, du wirst es weise lenken, und, was mir gut ist, huldreich mir, aus Vaterliebe, schenken. Im Leiden selbst verzag ich nicht; ich weiß mit froher Zuversicht: es muß mir Wohlthat werden. 9. Und wenn dieß Jahr mein letztes ist, so laß mich) selig sterben, und, die ers kauft durch Jesum Christ, des Himmels Freuden erben. Sind diese nur auf ewig mein: wie groß wird meine Wonne seyn, im Kreise der Erlösten! Mel. 8. Nun sich der Tag ic. 508. Mit Riesenschritten naht das Jahr dem Ziel der kurzen Bahn. Bald zeigt der letzten Stunde Schlag die neue Zukunft an.# 612 Besondere Zeiten. 2. So schnell floh auch mein Lebens- Lenz, so wird mein Sommer flieh'n; des Herbstes schönste Blume welft im nahen Wetter hin. 3. Drum soll jetzt, bei des Jahres Schluß, mein ernster Vorsatz seyn: die kurzgemeß'ne Pilgerschaft der Tugend nur zu weih'n. 4. Ja, dir, o Tugend, schwör' ich hier, zu fol gen bis ans Grab! Dieß ist der Zweck, warum Gott mir so manche Freude gab. 5. Wie oft lag ich in stiller Ruh', vom süßen Schlaf' erquickt, da man cher beß're Mensch, als ich, zu dir rach Trost geblickt; 6. Der seufzend auf dem Lager sich in Noth und Elend wand, von dir, mit Thränen Lind'rung bat, und keine Hülfe fand. 7. Nimm jetzt den Dank, den dir, o Gott, ein Herz voll Liebe zollt; sieh' diese Thräne gnädig an, die meinem Aug' entrollt! 8. Gib ferner mir der Erde Glück! Doch, wenn dir's nicht gefällt, so gib mir nur ein frommes Herz, den größten Schatz der Welt. Mel. 173. Wenn du, mein Gott 2c. 509. Mit dieſem Tage geht nun auch das Jahr zu Ende; voll innie meine Hände und meinen gen Gefühls erheb' ich Geist zu dir, o guter Gott, empor, und trage im Ge bet dir meinen Dank jetzt vor. 2. Wo ist auch einer nur der schnellsten Augenblicke, die mir vorüber floh'n, der nicht von einem Glücke, von einem Gut für mich, durch dich, bezeichnet war? Hier Wohlthat ohne Zahl! Dort Rettung aus Gefahr! 3. Mein Körper war gesund, und meine Seele heiter; gesegnet mein Beruf; was fehlte mir noch weiter? Und welche Freu den fand ich auf des Lebens Pfad für Sinn und Herz, wenn ich mit Unschuld ihn betrat! 4. Vernunft erhielt'st du Jahreswechsel. 513 mir, das Gute zu erkennen; 8. So segne Alle sie aus durch dich fühlt' ich mein deines Reichthums Fülle; Herz von frommem Eifer brennen, es treulich zu voll zieh'n. Vergaß ich meine Pflicht: so warst du Va: ter mir, und strenger Rich ter nicht. gib ihnen Freud' und Trost in dieser Abendstille; laß, wenn ihr Auge weint, fie deine Hülf erfreu'n, mich Zeuge ihres Glück's, auch in der Zukunft, seyn. Mel. 491. Welt Ade, ich bin dein 2c. 5. So ging dieß Jahr vorbei, so schwanden meine Tage, voll Proben deiner Huld, entfernt von Noth 510. Wiederum ein und Klage. O, nimm Jahr verschwunden, wie mein Dankgefühl, im der Schaum im wilden schwachen Liede an! Preis Bach)! Denfet seinen hei: ewig dir, o Gott, der tern Stunden, denket ſeiz nen trüben nach! Hin zu dieß an mir gethan. jenen grauen Jahren, floh es, die schon vor ihm waren; brachte Freud' und Kummer viel, und uns näher an das Ziel. 6. Jetzt leg' ich mich zur Ruh', und, unter deinem Segen, hoff ich den klei: nen Rest des Jahrs zu rückzulegen. Erwach' ich morgen früh: so sey im neuen Jahr', Gott, deine Huld mit mir, wie sie in diesem war. 7. Und da du, liebevoll, so manchen treuen Freund, auch mir in meinem Leben, so manches Herz gegeben, das näher oder fern für mich, voll Liebe, schlägt, die Freude mit mir theilt, mir den Kummer mit trägt; 2. Unaufhörlich wechfelnd kreiset hier des Menschen kurze Zeit. Sieh', er blühet, altert, greiset, und geht hin zur Ewigkeit. Bald verschwinden selbst die Schriften von den morschen Todesgrüften; Schönheit, Reichthum, Ehr' und Macht sinkt mit in die Todesnacht. 3. Sind wir denn auch Alle lebend, wer noch heute Besondere Zeiten. vor dem Jahr, in des Lebens| im Tod'. Ja, dort sammeln Fülle strebend, froh mit wir uns wieder, singen uns verbunden war? Ach, hohe Siegeslieder! Ew'ge wie Mancher ist geschieden, Wonne fühlt das Herz, liegt und schlummert schon für der Trennung kurzen im Frieden! Ruhe wün- Schmerz. schen wir hinab in der Freunde stilles Grab! 4. Und wer weiß, wie Mancher modert über's Jahr von uns im Grab! Schluß und Anfang des Kirchenjahres. Mel. 82. Fürwahr, du ic. Denn unangemeldet fødert 511. Vest steht dein uns der Tod vom Schau plaß ab. Ach, bei lauem Frühlingswetter weh'n oft Wort, wie Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu'! Jahr', und 514 BALASE schon verwelkte Blätter! Jahrhunderte vergehen, Wer noch bleibet, wünscht dem Freund: Ruh' im stillen Grab', und weint. 5. Nur der Tugend: hafte schließet ruhig ſeine Augen zu, und mit frohem Traum versüßet ihm sein Gott des Grabes Ruh'! Nach des Erdenles bens Kummer schläft er sanft des Todes Schlummer, bis des Vaters Wink ihm ruft, aufzusteh'n aus seiner Gruft. 6. Nun, wohl auf denn! Frohen Muthes, auch wenn Grab und Trennung droht! Denn, wer gut ist, findet Gutes, wie im Leben, so doch deine Huld ist täglich neu. Für diese Güte bringen wir auch heute Dank, o Vater, dir. 2. Gesichert blieben die Altäre, und unentweiht dein Heiligthum. Noch hören wir, Gott, deine Lehre, noch singen wir von dei nem Ruhm. Durch Tauf und Abendmahl und Wort pflanzt sich dein Reich noch immer fort. 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir gethan, an's Licht, nach unsern Thaten uns zu richten: Gott, Richter, so beſteh'n 515 Schluß und Anfang des Kirchenjahres. 4. O, laß es deinem Geist gelingen, bei uns, in diesem neuen Jahr', die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie bisher noch herrschend war. Heut' schwören wir, o Gett, auf's Neu', dir und der Tugend ew'ge Treu'. wir nicht. Du trugst uns| Von deiner Gnade haben Alle mit Geduld; wir aber wir noch deinen Geist zum häuften Schuld auf Schuld. Pfande. Und kommt ſie in Gefahr durch ihrer Feinde Schaar, dann, o Herr Jesu Christ, besiege Macht und List, und herrsch' in jedem Lande. 5. Laß hier, wo wir jetzt niederfallen, der Wahrheit unverfälschtes Wort auch unsrer Nachwelt noch erschallen. Gib, daß an diesem heil'gen Ort auch fie der Taufe Bund er neu', und sich des Mahles Jesu freu'. Mel. 21. Ein veste Burg 2c. 512. Herr, deine Kir2. Sey, Herr, mit uns; verlaß uns nie, uns, deines Leibes Glieder! Hilf deiner Kirche, schüße sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir fest vertraut, hast du dir ſelbst erbaut. Erhalte sie stets rein, und, die den Bund entweih'n, die heilige dir wieder. 3. Eins ist's, was deine Treuen fränkt: daß un6. Uns Alle laß dich ter deinen Christen noch findlich ehren, als dein ge Mancher deiner nicht geweihtes Eigenthum! Einst denkt, beherrscht von sei führst du uns zu jenen[ nen Lüsten. Wie Vieler Chören, wo man, erfüllt Glaub' ist schwach; falt von deinem Ruhm, das ihre Lieb', und ach, ſie Leben, das uns dort be überlegen nicht: es harrt feelt, nicht mehr nach Tag ein ernst Gericht auf und Jahren zählt. träge, sichre Christen. 4. Und du, o Jesu, bift so treu! Ach! daß wir frömmer wären! Mad che danket dir; noch wohnt alle Herzen rein und neu, dein Wort im Lande. laß alle sich bekehren. Vere 516 Besondere Zeiten. leih' uns Wissenschaft und| men, und sein Wort verGlauben, Lust und Kraft, Entschlossenheit und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehre. 5. Entferne Zwietracht, Krieg und Mord, erhalt' uns Ruh' und Frieden; laß uns, gestärket durch dein Wort im Guten nie er müden! Erleicht're, was uns drückt, und gib, was uns beglückt. Nach dieser Prüfungszeit führ' uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden! 6. Herr, deine Kirche streitet noch; hilf deiner Kirche siegen! Wie schwer ihr Kampf sey, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Erhör' ihr findlich's Fleh'n, und eil', ihr beizusteh'n, daß sie recht standhaft sey, der Wahrheit stets getreu! Hilf deiner Kirche siegen! Mel. 175. Mache dich, mein Geist, bereit 2c. nahmen! 2. Preis ihn laut, o Christenheit! Seiner Heilserkenntniß war auch dieses Jahr geweiht. Bring' ihm das Geständniß heut' aufs Neu', er sey treu, helfe, wenn wir klagen, was zu schwer ist, tragen. 3. Schütze deines Wor tes Ehr', es will Abend werden! Förd're dein Reich immer mehr', Licht und Recht auf Erden, bis du einst hehr erscheinst, Nichter deiner Brüder, Haupt der treuen Glieder. theuer, die dem Herrn im mer gern liebend näher ka: 4. Fromme Duldung fliehe nicht, Herr, von unsern Gränzen! Möge deiner Wahrheit Licht immer reiner glänzen! Wer noch irrt, treuer Hirt, den auch wirst du finden, und mit dir verbinden. Beim Anfange und Schlusse der Woche. ( Sonntag.) 513. Freude sey des Kirchenjahr's letzte stille Mel. 236. Was Gott thut, das 2c. Feier! Es entflieht, und, 0, wie war's allen Guten 514. Die neue Woo, che geht nun an, und ist schon eingetreten. Wach Beim Anfange und Schlusse der Woche. auf, mein Herz, und denk'| mir Bekümmerniß daran, daß du zu Gott sollst beten, und ihm da bei für seine Treu', mit Danken und mit Singen, ein Morgenopfer bringen. 2. Viel hundert Wo chen hab' ich schon im Le ben angefangen; und keine ist doch je davon erlebet und vergangen, in welcher nicht ein Gnadenlicht von Gott mich angeblicket, und tausend Gut's geschicket. 3. Und selbst die Leiden dieser Zeit, die mir auch mit begegnet, hat er durch viel Zufriedenheit gemil dert und gesegnet; so, daß er nie, in Angst und Müh', mich ohne Trost ließ stehen, noch darin untergehen. 4. Ach, fallen mir die Sünden ein: was wird in so viel Wochen für Schuld nicht aufgehäufet seyn? Und doch, was ich verbrochen, hat er dabei auf Buß und Reu', in Christo mir verziehen, und alle Huld verliehen. 517 und Schmerzen, daß meine Pflicht dich also nicht kann loben, wie ich sollte, und ich so gern auch wollte. 6. Jedoch, in Christo wirst du dir es wohl gefallen lassen. In Christo will ich ferner mir die gute Hoffnung fassen, daß du mich wirst, mein Lebensfürst, bei allen meinen Werken in dieser Woche stärken. 7. Mein Aus- und Eingang sey beglückt an Seelund Leibessegen. Bring' mir, was meinen Geist erquickt, in deinem Wort entgegen; denn dieß allein, Herr, kann es seyn, was mir in diesem Leben soll Licht und Ruhe geben. 8. Doch aber soll sich meine Zeit mit dieser Woche dann wird schließen: o mir die Ewigkeit auch selbst den Tod versüßen. Denn dich und mich, ja, mich und dich, kann weder Freud' noch Leiden, ja selbst der Tod nicht scheiden. 5. Nun, treuer Gott, ich danke dir, mit kindlich frommem Herzen. Zwar meine Schwachheit machte Woche gehen: es kann doch 9. Wohlan! so mag's gleich wunderlich in dieser Besondere Zeiten. anders nicht um mich,| hin zur Ewigkeit. Dort als gut und heilsam, stehen. forderst du, Herr, RechenDenn, was Gott fügt, schaft von meiner Zeit und wird mich vergnügt bei Geisteskraft. allen meinen Sachen, und endlich selig machen. 518 Mel. 322. Herr Jesu Christ, mein's 2c. 515. Unwiederbring- der Tugend weih'n. lich schnell entflieh'n die Tage, die mir Gott ge lieh'n. Die Woche kommt, und eilt davon; vergangen ist auch diese schon! 2. Kein Tag verfloß, fein Augenblick mir, ohne Segen, Ruh' und Glück. Die Hand, die mir viel Gutes gab, wandt' auch von mir viel Böses ab. 6. So sey denn jeder Augenblick mir wichtig für mein ew'ges Glück. Des bessern Lebens werth zu seyn, will ich mich ganz 4. Auch fehlt' ich oft, und merkt es nicht. Ver zeih' mir die verlegte Pflicht. O, sieh', Erbarmer meine Reu', und stärke mich zu fester Treu'. 3. Und wenn jetzt, voll Zufriedenheit, mein Herz sich guter Thaten freut: wer gab die Kraft? wer 516. das Gedeih'n? Gott, dir gebührt der Ruhm allein. 5. Ich eile mit dem Strom' der Zeit stets näher 7. Sinkt dann mein Leib dem Grabe zu: so fei're ich den Tag der Ruh', von einer schönern Sonn' erhellt, so Gott, in deiner bessern Welt. 8. Dort bin ich meines Heils gewiß; dort wech seln Licht und Finsterniß nicht mehr, wie hier. Du, ew'ges Licht, Herr, unser Gott, verlaß mich nicht! Mel. 17. Mein's Herzens Jesu 2c. Allgegenwärti ger! vor dir sinkt die Ge meinde nieder. Dein Vaterantlig leuchtet ihr; denn durch Gebet und Lieder prüft sie ihr Inn'res; und dein Licht erquickt sie, wie dein Wort verspricht, und scheint auch heut' uns wie der. 2. Und so erfleh'n wir Tageszeiten. 519 denn vereint, was du so oft uns schenktest. Sen Trest für den, der vor 3. Daß ich's, ohne Za: gen, sehe, wenn mein letzter Tag erscheint; wenn dir weint! und dem du zum dunkeln Thal' ich gehe, Freuden schenktest, gib, sich zu freu'n, Gefühl und Kraft! und Frieden dem, der Gutes schafft, seit du zu dir ihn lenkteſt. und mein Freund nun um mich weint! Lind're dann des Todes Pein, laß mein End' ihm lehrreich seyn; daß ich ihn zum Himmel weise, und dich, Herr des Todes, preise! Tageszeiten. Morgenzeit. Mel. 96. Werde munter, mein 2c. 517. Wann ich einst von jenem Schlummer, 518. Mein erst Ge welcher Tod heißt, aufer: steh', und, befreit von je dem Kummer, jenen schö: nern Morgen seh': o, dann wach' ich anders auf! Schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pilgers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen! 2. Hilf, daß keiner meiner Tage, Geber der Unsterblichkeit, im Gericht' mich einst verklage, daß ich treulos ihn entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf! Dank sey dir! Zu dir hinauf führe jeder meiner Tage mich durch jede Freud' und Plage! Mel. 19. Ich dank' dir schon 2c. schäft sey Lobgesang! Erhebe, mein Gemüthe, er: heb' und preise lebenslang den Vater aller Güte. 2. Mich selbst zu schützen, viel zu schwach, lag ich und schlief im Frieden; wer war indessen für mich wach, und schenkte Schlaf dem Müden? 3. Wer sorgt, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer lenkt mein Blut in seinem Kreis', und schüßt mich) vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem 520 Tag und seinem Licht', mich wieder aufzuwecken? 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt, und dein ist unser Leben; du bist es, der es uns erhält, und mir's jetzt neu gegeben. 6. Gelobet seyst du, Gott der Macht! gelobt sey deine Treue, daß ich, nach einer sanften Nacht, mich dieses Tag's erfreue! 7. Laß deinen Segen Besondere Zeiten. 519. 11. Daß ich, dem Nächsten beizusteh'n, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich auf mir ruh'n, mich deine gern bei Andrer Wohler: Wege wallen, und lehre geh'n und ihrer Tugend du mich selber thun nach freue! deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf did hofft meine Seele. Sey mir ein Retter in Gefahr, ein Vater, wann ich fehle! 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe, ein wei ses Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue! 10. Daß ich, als dein geliebtes Kind, dir zu gefallen strebe, und fromm und tugendhaft gesinnt in deinem Reiche lebe. € 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und mei nen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, be schließe! Eigne Melodie. 199 Gott des Himmels und der Erden; der den Tag, die Nacht läßt werden, pad Vater, Sohn und heil'ger Geist, dessen Güt' und Mond und Sonne scheinen heißt; + Macht die Welt, und was in ihr ist, erhält; Tageszeiten. 521 mein Hort. Niemand, als nur du allein, kann mir Kraft zur Pflicht verleih'n! 2. Gott, ich danke dir heute mein Beschützer und von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen, hast so väterlich bewacht, und bei al ler meiner Schuld mich noch trägst mit Vaterhuld. 6. Guter Vater, ich befehle dir, mit findlich frohem Sinn, meinen Leib und meine Seele, was ich habe, was ich bin. Segne mich, ich bin ja dein, und will dein auf ewig seyn. 3. Laß doch alle Lust zur Sünde, gleich der Nacht, in mir vergeh'n; daß ich Kraft zur Tugend finde, mich auf Jesu Vorbild seh'n! Deinem Dien ste mich zu weih'n, müsse mein Bestreben seyn. 7. Hülfe wollest du mir senden, wann Gewalt und List mir droht; Alles mir zum Besten wenden, jetzt im Leben, einst im Tod! Sterb' ich: o, so bringe du mich zu deines Himmels Ruh'! 4. Mich erinn're jeder Morgen, Gott, an jenen großen Tag, und die erste meiner Sorgen sey, wie ich bestehen mag, wenn, 8. Höre, Gott, was ich o Höchster, dein Gericht begehre, Vater, Sohn und dann auch mir das Urheil'ger Geist! Was mir theil spricht. 5. Ach! ich strauchle leicht; drum leite mich, o Herr, nach deinem Wort'; sen und bleibe du auch immerfort. gut ist, Herr, gewähre, wie dein Wort es mir ver heißt. So will ich dich hier und dort herzlich preisen 520. Eigne Melodie. Wach' auf, mein Herz und singe dem 522 Besondere Zeiten. 1 El red MLP Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, der Menschen treuem Hüter! 2. Als mich die dun| stand senden, und mich in feln Schatten der Nacht meinen Tagen mit Huld umlagert hatten, befahl und Langmuth tragen. ich, fromm ergeben, dem Schutz' des Herrn mein Le ben. 8. Du wollest selbst mir rathen in allen meinen Thaten, mich stets zum Besten leiten, zum Himmet mich bereiten! 9. So find ich wahren Segen auf allen meinen Wegen, und selbst aus Er denleiden entspringen ew'ge Freuden. Mel. 74. Wie leuchtet uns ic. d 1150 521. 3. Ein sanfter Schlaf sank nieder auf meine Augenlieder; da hofft' ich, mit Vertrauen, den neuen Tag zu schauen. 4. Gottlob, es ist gesche hen, ich kann das Licht nun sehen; Gott macht, daß ich aufs Neue mich meines Daseyns freue Dich feh' ich 5. Er hielt mich mit wieder, Morgenlicht, und Erbarmen in seinen Bater: armen, und ließ durch keinen Schrecken mich aus dem Schlummer wecken. übe froh die heil'ge Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Mit kindlich frommer Dankbegier, will ich, o Gott und Vater, dir Preis und Verehrung bringen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs Neue mein Ge müthe; froh empfind' ich 7. Dein Werk woll'st du deine Güte. vollenden, mir deinen Bei- 2. Von ganzem Herzen 6. Nimm, Herr, als Opfergabe, das Beste, was ich habe! Ein Herz, voll Dank und Wonne, begrüßt die Morgensonne. Tageszeiten. 523 dank' ich dir für deine Gna: lige Gedank' an dich oft de, die du mir auch diese still zu dir erheben. Im Nacht erwiesen. Zu mei: dunkeln Thale wall' ich nem Leben setztest du jetzt hier. Einst nimmst du mich einen neuen Tag hinzu. hinauf zu dir, zum Licht' Sen hoch dafür gepriesen! und höhern Leben. Auf Durch dich bin ich; und dich hoff' ich, Herr, ich ich merke neue Stärke. werde mich der Erde gern Dich erhebe Herz und entschwingen, dir dort ewig Zunge, weil ich lebe! Lob zu singen! 3. Verleih', o Gott der Lieb' und macht, daß Sünd' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe; daß ich die kurze 522. Dich, MenschenLebenszeit, in christlicher Zufriedenheit, zu nutzen, mich bemühe! Prüfe, siehe, wie ich's meine! Dir ist keine meiner Sorgen, auch die kleinste nicht, verborgen. vater, groß und gut, dich preist mein Lobgefang. Laß mich, was deine Liebe thut, erheben lebenslang. 2. Unthätig lag im Schlummer ich, und dein gedacht' ich nicht. Doch du gedachtest, Gott, an m ch; dein Schutz verließ mich nicht. 4. Ich bin ein Christ; o Herr, verleih', daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach), was bin ich, ohne dich? Ein schwaches Kind! erhaite mich, mein Gott, auf deiner nem Pfade! Stärk' mich, und fühle, daß ich bin. daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch' der Welt soll mich) der hei- und Allen Gutes gibst. 3. Vergangen ist die dunk'le Nacht, die Finster: niß ist hin; ich schaue dei Schöpfung Pracht, 4. Und fühle, daß du Vater bist, und Alles, Alles liebst, was durch dich Leben hat und ist, Mel. 64. Wie selig bin ich, wenn ic. Besondere Zeiten. hat Freude um sich her. 5. Das fühl' ich, Gott, lich thut, was dir gefällt, und lobe dich nicht mit dem Mund allein; nein, theurer Vater, inniglich will ich mich deiner freu'n. 6. Und will, wann ich mich deiner freu', auch Brüder gern erfreu'n; will seyn, wie du, so gut und treu, und stets das Böse scheu'n. 7. Daß unschuldvoll ich 523. Der Morgen leben mag, sey heute mein Bemüh'n; nie soll von meiner Zeit ein Tag mir ungenützt entflieh'n. 8. So wie sich ihre Zahl vermehrt, so mehre sich mein Fleiß; die Tugend ist des Fleißes werth; sie lohnet Kind und Greis. 524 9. Drum will ich immer, wo ich kann, das Gute üben hier; dann wohnet gerne Jedermann, als Bruder, neben mir. 10. Wenn dann von tausend Brüdern hier mein Beispiel Einen lehrt, nur Einen, dank' ich dir dafür; der Eine ist es werth. 1 11. Dann wird ja, Gott, in deiner Welt des Guten mehr und mehr; wer red12. Du segnest ihn mit frohem Muth', mit Ruhe sein Bemüh'n; und jeder Fromme ist ihm gut, und seine Tage blüh'n. Mel. 241. Wer nur den lieben Gott 2c. kommt, und meine Klage wird mit dem Morgen wie: der neu. Wie traurig flie: Ben meine Tage der bangen Wanderschaft vorbei! Der Sonne neu geschenktes Licht erheitert meine Seele nicht. 2. So traurig, als die Abendstunden, ist dieser neue Tag für mich, weil, ach, die Qual, die ich empfunden, nicht vor der Morgensonne wich! Ichy hoffte Trost in meiner Pein; doch meine Hoffnung traf nicht ein. 3. Noch immer bin ich auf der Erde, wo mich Gefahr und Noth umringt, und täglich härtere Beschwerde zu Klagen und zu Thränen zwingt; noch im mer fleh' id) unerhört um Tageszeiten. Labung, die mein Herz| mir, o Gottessohn, den begehrt. theuer mir erworb'nen Lohn. 8. Gestärkt durch diesen 4. Herr, eile dody, mir beizustehen; verlaß den mü- hohen Glauben, geh' ich den Wandrer nicht. Neig', getrost der Leiden Pfad. o mein Vater, auf mein Nichts soll mir meine HoffFlehen, dein gnadenvolles nung rauben, auch dann, Angesicht. Gib mir Geduld, wann sich der Tod mir und bei dem Schmerz ein naht. Vielleicht noch heut' mir. Wohl stilles, dir ergeb'nes Herz! erscheint er mir! Ich leb' und sterbe dir. 5. Mir ist mein Schicksal noch verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch laß ich dich, o Vater, sorgen, und bin der frohen Hoffnung voll, daß, was dein Rath beschließt und thut, stets heilig sen, gerecht und gut. 6. Soll ich die Last noch länger tragen, wohlan, nur dir ergeb' ich mich; mit meinem Heiland will ich sagen: wie du, Herr, willst, und nicht, wie ich! So laß mich, Vater, in der Pein geduldig, wie mein Mittler, seyn. 525 7. Hab' ich des Lebens Last empfunden, so rückt mein Ende doch herbei; dann hab' ich ewig über wunden, und bin von aller Trübsal frei; denn du gibst Mittagszeit( Tischlieder). Mel. 223. Nun darket Alle Gott 2c. DAY 524. Wir danken freudig dir für alle deine Gaben, die wir, o Vater, jetzt von dir empfangen haben! Gesundheit gibst du uns, und Nahrung, die erfreut, hier einen frohen Muth, dort deine Seligkeit! T 2. Laß nie gefühllos uns, wie gut du bist, verkennen, von wahrer Dankbarkeit laß unser Herz entbrennen! Mach uns gehorsam dir, mach' im Beruf uns treu, daß unser Wandel, Gott, dir wohlgefällig sey! 3. Wenn deine Huld uns schon auf Erden so 526 beglücket, wie wird uns seyn, wenn uns dein Him: mel einst entzücket! Führ' uns dahin und laß uns da dein Antlitz seh'n; dann wird dich unser Dank noch würdiger erhöh'n! 526. Du schenkst uns, Mel. 8. Nun sich der Tag ic. Gott, so väterlich jetzr 525. Herr, lehr uns Speis und Trank; wit bei dem Ueberfluß, den deine Huld gewährt, daß nur ein mäßiger Genuß dich, als den Geber, ehrt. preisen dich. Denn Alles, was uns stärkt und nährt, wird uns durch deine Huld gewährt. 2. Hilf, daß wir eifrig uns bemüh'n, der Gaben werth zu seyn, und so, wie du, von Eifer glüh'n, viel Gutes auszustreu'n! 3. Nur dann ist unser dankbar seyn! 2. Sieh, deine Gaben nehmen wir mit Freuden, Vater, hin von dir; o laß uns den Genuß gedeih'n, und dir dafür auch m!! Besondere Zeiten. mutt INIC Lobgesang dir lieb, du Herr der Welt. Wohl dem, der all sein Lebenlang gern thut, was dir gefällt! Mel. 312. Herr Jesu Christ, dich 2c. 527.11 Abendzeit. Eigne Melodie. | FEER Nun ruhet in den Wäldern, in Stadt und Dorf, auf Feldern, ein Theil der müden Welt; doch El p du, o Seele, schwinge dich noch empor, und singe Î * dem Gott, der liebreich dich erhält. Tageszeiten. 527 meiner Freude, vor jedem bangen Leide mein stilles Lager sicher seyn. 7. Auch euch, ihr meine Lieben, wird keine Noth betrüben; Gott höret une ser Fleh'n! Laß, Vater, frei von Sorgen, nach sanftem Schlaf', am Morgen, des Tages Licht uns wieder seh'n! 2. Der holden Sonne Glänzen ist fern von un sern Gränzen, uns decket Finsterniß; doch Gott wird vor Gefahren uns väterlich bewahren; drum weiche jede Kümmerniß! 3. Die Augen steh'n ver drossen, sind trübe, halb geschlossen, und kaum mehr fühl ich mich. Wie? könnt' ich vor Gefahren, mich wohl noch selbst bewahren? Mel. 420. Mein Leben ist zc. Geschützt bin ich, Gott, 528. Wir sind, o nur durch dich! 4. Jetzt legen meine Glie: Herr, in deiner Macht, der sich auf das Lager nie: du hast uns an das Licht der, um morgen aufzu gebracht, und du erhältst steh'n. Einst werd' ich, uns auch das Leben. Du wann im Grabe ich g'nug fennest uns'rer Monden geschlummert habe, des Zahl, weiß'st, wann der schöner'n Morgens Wonne Geist dem Ruhethal soll seh'n. seine Hülle wiedergeben; und wo einst unser Grab soll seyn, daß sieh'st und fügest du allein. 5. Wohl mir, es thut im Schlummer der Erde Leid und Kummer nicht mehr dem Herzen weh! Doch ganz frei von Beschwer den soll ich dereinst erst werden, wenn ich am Ziel' der Laufbahn steh'. 6. Gott, deine Vorsicht decke mich Schlafenden! Es wecke nicht Unfall mich, noch Pein! So wird, zu 2. Vielleicht schließt heute nur zur Ruh' ein kurzer Schlaf die Augen zu, und fliehet mit dem jungen Morgen. Vielleicht ist's auch die letzte Nacht, vial: leicht des Lebens Weg vollbracht; das weiß'st nur du, uns ist's verborgen. Wen Besondere Zeiten. man von uns zuerst be ich, als ein Wand'rer, gräbt, kennst du, wie sey muthvoll, tugendhaft sicher er auch lebt. und frei von den Lasten dieser Erde, wenn ich ab gerufen werde! 3. Uns schreckt der Grab: gedanke nicht, der dunkle Pfad führt auch zum Licht'; 3. Ruhig laß den Tag wir bleiben doch in Va| mich sehen, der als Netterhänden. Getrost, getrost! ter mir erscheint, wenn, wir bleiben sein. Wenn mit nicht erhörtem Fle wir ihm unser Leben weih'n, hen, treue Liebe mich be wird er auch herrlich uns weint. Stärker, als mein vollenden. Drum sey will: Freund im Schmerz, sen kommen, Ruh' der Nacht! mein gottverlangend Herz, Wir schlummern sanft, der daß ich, voll von deinem Höchste wacht. Preise, ihn zu dir gen Himmel weise. 528 Mel. 96. Werde munter, mein Gemüthe 2c. Mel. 58 Freu' dich sehr zc. 529. Sink' ich einst 530. Herr, es ist von meinem Leben wiederum ein Tag dahin. Könnt' ich mir doch Zeugniß geben, daß ich ihn, nach deinem Sinn', recht und nüßlichy zugebracht, und zur Freude mir's gemacht, die mir anbefohl'nen Pflichten treu und emsig auszurichten. in jenen Schlummer, To desruh', in deine Nacht, wo ich harre, frei vom Kummer, bis der große Tag erwacht; 0, dann schlaf ich anders ein; weg aus dieses Lebens Pein, wall' ich hin zu deren Hüt ten, die hier glücklich ausgeſtritten. 2. Jezzo schlaf' ich, auf zuwachen noch für Tage dieser Zeit! Laß mich stets mich fertig machen, Va 2. Aber kann ich dir, dem Zeugen dessen, was ich denk' und thu, meine Fehler wohl verschweigen? O, sie alle sahest du! ter, zu der Ewigkeit, daß! Ja, wie oft verging ich mich Tageszeiten. nicht auch heute wider dich!| Mel. 173. Wenn du, mein Gott 2c. Wer kann merken, wer kann zählen, großer Gott, 531. Der Tag ist wie oft wir fehlen? 3. Hab', o Vater aller Gnaden, habe noch mit mir Geduld! Heile meiner See: le Schaden; tilge meiner Sünden Schuld. Deine unbegrenzte Treu' werd' auch diesen Abend neu, daß ich künftig deinen Wil len besser mög', als heut', erfüllen. 4. Heilige du mein Ge müthe, daß mein Schlaf nicht sündlich sey. Steh', mit deiner großen Güte, auch in dieser Nacht mir bei. Nimm dich meines Hauses an, wehre dem, was schaden kann, daß ich morgen, mit den Meinen, keinen Unfall darf bewei nen. 5. Laß mich dir zum Preis erwachen, ewig dir gewid met seyn, daß ich mich in allen Sachen deiner Hülfe fann erfreu'n. Doch, bin ich noch heut' vom Tod', Herr, nach deinem Rath, bedroht, nun, so nimm, an meinem Ende, Leib' und Seel' in deine Hände! 529 wieder hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn vollbracht? Verstrich) er mir vergebens? Hab' ich, mit allem Ernst', dem Guten nachgestrebt, und nicht der Selbstfucht mehr, als meiner Pflicht, gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn an gefangen? mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Ge schöpf von Gott, der Tugend mich zu weih'n und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir ange wiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen; mir und der Welt genügt, und je den Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich) im Stillen oft ein Blick auf Gott 23 530 Besondere Zeiten. gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleh'n bemerkt, und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht' ich, bei dem Genuß der Güter dieser Erden, an dessen Lieb' und Macht, durch den sie sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub'? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz stets unschuldsvoll? Entschlüpfte mir kein Wort, das ich) be: reuen soll? 7. Hab' ich die Meinen auch durch Sorgfalt mir ver pflichtet, sie, durch mein Vorbild, still zum still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andr'e traf, war mir dieß angenehm? 8. Warmir der Fehltritt leid, so bald ich ihn begangen? Bestritt id) auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht Gott über mich ge beut, bin ich, vor ihm zu steh'n, auch willig und bereit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib, durch Christi Blut, mir die verletzte Pflicht; vergib, und gehe du mit mir nicht in's Gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken, du liebst Barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb' id) dir; sterb' ich, so sterb' id; dir! Mel. s. Nun sich der Tag ic. 532. Auch diesen Tag hab' ich vollbracht mit allem Gram und Schmerz! Gott, deiner Vaterlieb' und Macht vertraute fest mein Herz. 2. Gäbst du mir nicht zum Leiden Kraft, dient' Tageszeiten. es mir nicht zum Heil': so würd', in meiner Pilger: schaft, kein Trost mir je zu Theil. 3. Ja, ohne dich, wie läge schwer auf mir des Le bens Noth! Von Frieden und von Hoffnung leer' wär', ohne dich, mein Tod! 4. Doch, welche Ruhe fühlt mein Herz! Gott, ich vertraue dir. Dein Wort versüßt mir jeden Schmerz; dein Schutz wacht über mir. 5. Froh kann ich mich dem Schlaf vertrau'n; auch schlummernd bin ich dein. Vor keinem Unfall soll mir grau'n; du wirst mein Helfer seyn. 6. Und sollte, Vater, diese Nacht des Leidens letzte seyn; wohl mir! Dann ist mein Lauf vollbracht, dann ist dein Himmel mein! Mel. 51. Wie groß ist des Allmächt'gen 2c. 533. Hier steh' ich unter Gottes Himmel, seh' tausend Welten über mir; und, fern vom rauschenden Getümmel, weih' ich die heil'ge Stille dir! Vor dir 531 werf ich mich betend nieder; du bist es, dessen Allmachtsruf, nur um zu segnen, meine Brüder und mich, wie diesen Himmel, schuf. 2. Dich singt mein Lied! Der Sterne Saaten hat zahllos deine Hand gestreut, um, auf von dir bestimmten Pfaden, zu wandeln, wie dein Wink gebeut. Da schweben sie in sichern Kreisen so friedlich hin, wie Freund an Freund, ein großes Chor, das, dich zu preisen, in seinem Fluge sich vereint. 3. Wer nennet mir die Wesen alle, auß deren Mund dein Loblied steigt, das mit der Welten Jubelhalle bis zu dem Lied' des Engels reicht? Wer nennt das Lied im höhern Tone, das dir die ganze Schöpfung singt, und das, vereinigt, bis zum Throne des Vaters aller Wesen dringt? 4. Auch mich schuf Gott und meine Brüder, aus Staube, doch mit einem Geist, deß Lobgesang sich in die Lieder des Himmels. mischet und ihn preist. Lob Besondere Zeiten. sing' ihm denn, der dich ken Brüder sieh' mitleids: zum Leben, zur Tugend voll hernieder, und, die dich, mein Geist, erkor, ein Kummer beugt, be: einst wirst du auf vom freie du vom Kummer, Staube schweben zu einer durch einen sanften Schlumhöhern Welt empor. mer, und mach' ihr Herz bald wieder leicht! Mel. 237. Wenn wir in höchsten 2c. 534. Vernimm für 535. Der Tag erdeinen Segen, eh' wir zum Schlaf uns legen, Gott, unsern Lobgesang. Dein war's an diesem Tage, daß weder Schmerz noch Plage in unsers Hauses Mitte drang. bleicht, es kommt die Nacht; ihr ruft dein Wink, o Gott der Macht! Du ord: netest es weisheitsvoll, daß Licht und Schatten wechseln soll. 2. Dein war's, wenn wir uns freuten, und Saat zum Guten streuten, die unverwelklich ist: dein, wenn wir Wahrheit lernten, und uns vom Wahn entfernten, der du der Wahrheit Urquell bist. 3. So laß, o Gott, im Frieden jetzt uns und je den Müden vom Schweiß' des Tages ruh'n: stärk' uns mit neuen Kräften zu künftigen Geschäften. Wir hoffen, Herr, du wirst es thun! 4. Auch auf die kran- falscher Ruh'! 532 Mel. 527. Nun ruhet in den Wäldern 2C. 2. Mein Körper sinkt nun bald zur Ruh', sein müdes Auge schließt sich zu; doch meines Geistes Auge wacht auch noch in Dunkelheit und Nacht. 3. Gott, laß mein Aug' auf dich allein, eh' es sich schließt, gerichtet seyn, auf deine Huld, auf meine Pflicht; verletzt' ich diesen Tag sie nicht? 4. Was unterließ, was that ich heut', das Pflicht befiehlt und Pflicht verbeut? Auf, mein Gewissen, rede du, wieg' mich nicht ein zü Tageszeiten. 5. Gott! Wie viel fehlt| denkt nicht der vergange zur Tugend mir; wie we nen Schuld. nig bin ich rein vor dir, hör' ich, was mein Gewiss sen spricht, prüf' ich mein Thun in deinem Licht? 6. Herr, meines Heils bin ich gewiß, und fürchte keine Finsterniß, weil Jesus Christ das Licht der Welt, mir meines Lebens Pfad erhellt. 7. Doch wer von diesem Lichte weicht, wie irret der, und ach, wie leicht verliert er sich in tiefster Nacht, die Alles um ihn schreck lich macht. 8. Du liebst und übst Gerechtigkeit, mein Gott, doch deine Huld verzeiht dem, der dir seine Schuld gesteh't, und reuig um Vergebung fleh't. 533 11. Nach Missethat ver giltst du nicht uns Sündern, wie dein Wort verspricht; denn größer nod), als uns're Schuld, ist deine Schonung und Geduld. 12. So weit, durch deine Macht erhöht, der Himmel von der Erde steht, im Kreis der Welten, ohne Zahl, umglänzt mit deines Lichtes Strahl; 9. Ach, Herr, was bin ich, ohne dich? Wie liebevoll erhältst du mich; sey hoch gelobt durch Jesum Christ, daß du mir Freund und Vater bist. 10. Um seinetwillen schreckt mich nicht, o Heili ger, dein ernst Gericht; denn deine große Vaterhuld ge 13. So hoch, so unermeßlich ist die Huld, die unsrer nie vergißt, und die, mit jedem Tag erneut, uns schüßet, segnet und er freut. 14. So weit des Morgens goldnes Thor, aus dem die Sonne glänzt hervor, entfernt vom düstern Abend steht, wo uns ihr Antlig untergeht; 15. So weit entfernet Gottes Huld von uns auch uns'rer Sünden Schuld; sie ist's, die über mich bei Nacht, des Morgens und des Abends wacht. Mel. 410. Herzliebster Jesu xc. 536. Entflohen find 534 Besondere Zeiten. auch dieses Tages Stunden; noch haben wir des Lebens Glück empfunden; laß't uns mit frohem Dank den Herrn erheben, durch den wir leben. der letzte Tag auf Erden; sollt' unser Schlaf ein To: desschlummer werden; dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zu jenem Leben. 2. Des Lebens Müh' 7. So legen wir getrost und Elend zu versüßen, zur Ruh' uns nieder; gibt uns der Herr viel' Freuden zu genießen; und welche Güter schenkt er un fern Seelen! Wer kann fie zählen? seh'n wir erfreut die Mor gensonne wieder, dann preisen wir, mit fröhlichem Gemüthe, Gott, deine Güte! 3. Noch immer läßt er uns Erbarmung finden. 20 e chfelder Jahres: Er handelt nicht mit uns zeiten. nach unsern Sünden. Wir häufen Schuld auf Schuld; Mel. 8. Nun sich der Tag ic. er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! Ach, unser Herz erkennt's, voll Schaam und Reue! Du wollest es mit Trost und Ruh' erfüllen, um Christi willen! 5. Uns wohlthun ist dein ewiges Vergnügen. Dein Aufseh'n schützt uns, wenn wir hülflos liegen und, Todten gleich, umhüllt It von Finsternissen, nichts von uns wissen. 6. Wär' dieß für uns 537. Noch immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Du füllest liebreich unser Land mit deinen Gütern an, und leitest uns mit Baterhand auf unse rer Lebensbahn. 3. Von deinem Wolkenhimmel träuft Gedeih'n und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf, sie blüht und reift, sie sättigt und erfreut. Wechsel der Jahreszeiten. Frühling. 4. Von dir gesegnet, gibt der Baum, wenn Jemand Schatten sucht, ihm unter Mel. 27. Allmächtiger, wir ic. Raum, und oft auch füße Frucht. 538. Gelobt fen, der 5. Wie fröhlich lächelt jede Flur! Es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell, und die Natur ist unerschöpflich reich. 6. Wem strömt sie, deiner Liebe Bild, nicht reine Wonne zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, als du? 535 7. Herr, ohne dich ver: gingen wir, und wir ver dienten's auch); und den noch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wem fehlt, o Vater, deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? Mit wel: cher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht! 9. O, betet, Menschen, betet an! Erwägt's und denfet nun: was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Er will in jeder Jahreszeit uns segnen und erfreu'n, und einst noch), in der Ewigkeit, der Gott der Liebe seyn. den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket, ewig unerschöpfter mit Kraft das, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft, der Herr erhält; er liebt und segnet seine Welt. Lobsinget ihm, Ge schöpfe! 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strö met jeden neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt, erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel. Und voll Erbarmen schaut herab, der Allen Seyn und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 4. Doch fühllos, Gott, und unbeseelt, sind Auen und Gefilde; auch hast 536 Besondere Zeiten. du nicht das Thier erwählt was uns hier erfreut, du zu deinem Ebenbilde. Der Mensch) nur freuet deiner sich), kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ew'ges Leben. 5. Lobsinget Cott, er ist uns nah'! Singt, alle seine Heere: der Herr ist allenthalben da, im Him: mei, Erd' und Meere! Ich preise dich, ich finge dir; denn du bist, wo id) bin, bei mir mit Allmacht, Lieb' und Gnade. 6. Du riefft die Wol fen in das Land, und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Thau, Regen, Sonnenschein und Wind sind dei ner Allmacht Boten, sind die Quellen deines Segens. Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichern Strö men laben. O, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben, und einst dir, als Christen freudig sterben! Mel. 81. Valet will ich zc. 539. Erwachy't zum neuen Leben, prangt um mich die Natur, und sanfte Lüfte weben durch die vere jüngte Flur. Empor aus seiner Hülle drängt sich der junge Halm, der Wälder öde Stille belebt der Vögel Pfalm. 2.O Vater, deine Milde fühlt Berg und Thal und Au'. Es grünen die Gefilde, beseelt mit deinem Thau. Der Blumenweid' entgegen eilt froh die Heerd' in's Thal, und in dem Staube regen sich Wesen ohne 7. Selbst, wenn, vom Donnersturm bedräut, er: schrocken, Länder zittern, strömt Stärkung, Segen, Zahl. Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern; dann bricht die Sonne neu her 3. Schon glängt von blauer Veste die Sonn' auf uns're Flur, schon weiht vor, und Alles jauchzt zu zum Schöpfungsfeste fich dir empor, vor dem die Wetter schweigen. jede Kreatur; und alle Blüthen dringen aus ihrem Keim hervor, und tau8. Von dir kommt, Wechsel der Jahreszeiten. send Wesen schwingen sich aus dem Schlaf' empor. 4. Die Flur im Blumenkleide ist, Schöpfer, dein Altar; und Opfer reiner Freude weiht dir das junge Jahr. Es bringt die ersten Düfte der Frühlingsblumen dir, und, schwebend durch die Lüfte, lobsingt die Lerche dir. 5. Ich schau' ihr nach, und schwinge, voll Dank, mich auf zu dir! O Schö pfer aller Dinge, verehrt sey'st du von mir! Weit über sie erhoben, fühl' ich der Fluren Pracht, kann denken und dich loben, dich, der den Frühling macht. strahlt ihr segnend Licht; Alles athmet neue Wonne, Wonn' ist jedes Angesicht. Lächelnd senkt der Lenz sich nieder auf die Wäl der, auf die Flur. Die er storbene Natur lebet wie der, wirket wieder.Schöpfer, deiner Huld und Macht sey mein frömmster Dank gebracht! 537 2. Keine Winterstürme heulen durch die Luft zerstörend her, und die vol len Segel eilen wieder, ohne Furcht, auf's Meer. Wie die Nebel nun entfliehen, wie verjüngt die Erde ist! Wie der Bach so fröhlich fließt; fröhlich Au' und Garten blühen! Schöpfer, deiner Huld und Macht sey mein frömmster Dank gebracht! 3. Fröhlich bei der Arz beit wallet nun der Lands mann auf sein Feld, und sein herzlich Lied erschallet jubelvoll dem Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erde, ehrt, durch from me Zuversicht, seinen Gott, und zweifelt nicht, daß er 540. Höher hebt sich reichlich ernoten werde. Gottes Sonne; früher Schöpfer, deiner Huld und 23* 6. Lobsing' ihm, meine Seele, dem Gott, der Freuden schafft; lobsing' ihm, und erzähle die Werke seiner Kraft! Hier, von dem Blüthenhügel, bis zu der Sterne Bahn, steig, auf der Andacht Flügel, dein Loblied himmelan! Mel. 228. Sollt' ich meinem Gott 2c. 538 Besondere Zeiten. Macht sey mein frömmster unaufhaltsam fort; blei Dank gebracht! bend ist nur, was uns 4. Wie die Heerden auf dort Gott verheißen hat, den Feldern ruhig wei zu geben. Vater, deiner den, wie so mild Gott sie Huld und macht sey mein nährt; wie in den Wäl frömmster Dank gebracht! dern freier hüpft und scherzt Sommer. das Wild! Hör't der Vö gel frohe Chöre, hier der Mel. 91. Begleite mich, o Christ 2c. lauten Nachtigall, dort der frühen Lerche Schall! Alles bringt dem Schö- 541. Weit um mich pfer Ehre! Ja, Herr, dei ner Huld und Macht sey von mir auch Dank ge: bracht! her ist Alles Freude! Wie schön ist, Schöpfer, deine Welt! Wie prangt, in schönem Feierkleide, Gebirg 5. Glänzend und im und Thal und Wald und Feierkleide prangt die blü Feld! Wie heilig wird mir thenreiche Flur; jede Blu- jede Stätte! Wohin ich me lächelt Freude, preist geh', wohin ich trete, bist den Schöpfer der Natur. du so nahe, Gott, und ich erblicke dich auf allen Fluren, in allen deinen Kreaturen, erblick ich, Aller Vater, dich. Er schafft Thau ihr, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh', und noch Samen, ehe sie welft, und wieder niedersinket. Auch von mir sey Dank gebracht, Bater, deiner Huld und Macht! 6. Diese Herrlichkeit der Erde ist ein Schatten von dem Licht, das ich ewig schauen werde, dort vor Gottes Angesicht. Auch das 2. Das Murmeln in beredten Bäumen ruft: fröhlich müß't ihr Gott erhöh'n; die Zeit in Schwer muth zu verträumen, ist, Menschen, seine Welt zu schön! Mir sagt, beglänzt vom Morgenthaue, Flur, der Garten und die die froh'ste Erdenleben fliehet Aue: Wie segnet unser Gott Wechsel der Jahreszeiten. 539 5. Weit um mich her ist Alles Freude. O, freu' auch), meine Seele, dich, in Gottes schönem Weltgebäude! Wie reichlich segnet er aud) mich! Laß dessen Lob umher er: schallen, der dir so wohl thut, Allen, Allen so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm' ein in der Geschö pfe Chöre: dir, Gott, sey Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist! so gern! Mir sagt das Rauschen seiner Fluthen: Gott ist der Urquell alles Guten! Der Bach sagt lispelnd: lob't den Herrn! 3. Wie beugen sich der Saaten Spitzen; wie schwel len sie von Segen an, daß kaum der Halm die Aehre stützen, die reiche Last kaum tragen kann! Hier sam: meln emsig schon die Bie: nen viel' Erndten, um auch uns zu dienen, von Got: tes schönen Blumen ab; dort spinnt der Seiden: wurm und webet, eh' er verwandelt wieder lebet, 542. Dich loben deine sich seine Hüll' und auch sein Grab. Werke, und Alles dans fet dir! Sen, Gott der Huld und Stärke, gepriesen auch von mir! Es zeigt an allen Enden sich deiner Güte Spur; aus deinen Vaterhänden strömt Segen auf die Flur. 4. Wie hast du, Gott der Güt' und Stärke, so väterlid) an uns gedacht! Wie viel und groß. find deine Werke; wie schön und wunderbar gemacht! Zum vollen, fröhlichen Genusse, empfängt von dei nem Ueberflusse, was le bet, seine Speis, o Gott! Gebirge bringen, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; den Thie: ren Gras, uns Wein und Brod! 2. Wie prangt das Gold der Früchte, des Sommers Feierkleid! Wir seh'n im schönsten Lichte, Herr, deine Herrlichkeit. Dich baten wir um Leben, wer gibt so gern, als du? Du hast es uns gegeben, und Ueberfluß dazu. Mel. 81. Valet will ich dir 2c. Besondere Zeiten. schuf'st zum Paradiese ver: welfte Fluren um. 3. Die glänzendsten Ge- klären deinen Ruhm; du filde, so weit das Auge blickt, sind Zeugen deiner Milde, die jedes Herz entzückt. Schon lacht und winkt den Schnittern der segensvolle Halm; von Kindern, Vätern, Müt tern tönt dir ein Freuden psalm. 7. Der du das Land erquickest, daß Trift und Anger grünt, den Sterblichen beglückest, auch wenn er 3 nicht verdient, dich preist der Engel droben mit heis ligem Gesang; auch ich, Herr, will dich loben mein ganzes Leben lang!# 540 4. Die Pracht der rei chen Auen strömt Wonn' in uns're Brust; doch mischt auch Furcht und Herbst. Grauen sich oft zur Som Mel. 322. Herr Jesu Christ, mein's 2c. merlust. Du rufft vom Wolkensitze den Boten deiner Macht, dem Wetter- 543. Still lächelnd, sturm', dem Blige; der Mittag wird zur Nacht. 5. Der Donner rollt; es bebet die schwache Krea: tur! Indeß, o Gott, bele bet dein Odem die Natur. Es wälzt sich milder Re: gen vom Sturmgewölke los, und Fruchtbarkeit und Segen erfüllt der Erde Schoos. wie ein frommer Greis, der sterben will; voll Dank und Preis, daß er dem Herra gehorchte, nah't der Herbst; von Segen trieft sein Pfad. 2. Der früchtenreiche Garten prangt mit vollen Zweigen, und verlangt, von seiner Last befreit zu seyn, um Gottes Menschen zu erfreu'n. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der hin in ferne Lande fleugt, wo mild're Lüfte ihn umweh'n, und neue Saaten aufer: 6. Die Blume stand in Trauer, nun haucht sie stärfer' n Duft; der Himmel färbt sich blauer, und reiner wird die Luft. Thal, Hügel, Feld und Wiese, ver: steh'n. Wechsel der Jahreszeiten. 541 dirbt, und schöner auflebt, wenn ihr Freund, der les benvolle Lenz, erscheint. 4. Denn Gott ernährt, was fleugt und webt, daß Alles fröhlich sey, was lebt; daß in der Schöpfung wei tem Kreis nur Jubel sey, und Dank und Preis. 10. So blüh'st und reif'st du in der Zeit zu größerer Vollkommenheit. Nur sey ein guter Same, Hügeln schallt des Win- sey Gott auch bis in den zers Lob, und wiederhallt Tod getreu. 5. Auf traubenvollen von Berg zu Berg; denn Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 6. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, 544. Früh, mit um der so viel Wunder thut; der Jüngling, wie der Mann und Greis, sey fröhlich, Gott, zu deinem Preis. 7. Auch wenn du al terst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; der dich mit Freuden noch beglückt, auch wenn dein Abend näher rückt. Mel. 56. An Wasserflüssen Babylon 2c. wölktem Angesicht', geht schon die Sonne nieder, und spät erscheint ihr schwär cher's Licht am trüben Himmel wieder. Die schöns ste Zeit ist nun entfloh'n, die rauhen Stürme rauschen schon durch die ents blösten Felder; die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes kalter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. 8. Froh kannst du ster: ben, wenn du nur, wie 2. Verlassen steht die seine segnende Natur, ge öde Flur, entblöst von segnet hast, wenn er die ihrem Segen; entkräftet Frucht, die er verlangt, sieht nun die Natur der umsonst nicht fucht. Winterruh' entgegen. Gez theilt in große Schaaren flieh'n die Vögel vor dem 9. Auch die Natur verblüht und stirbt, nur, daß ihr Same nicht ver Frost, und zieh'n weit über Besondere Zeiten. Land und Meere. Gott ein mächtiger Erhalter! nimmt der Wandernden Er, der die Schwachen sich an, bezeichnet ihnen gern beschützt, die Müden ihre Bahn, und sättigt mächtig unterstützt, die ihre Heere. nah' am Grabe wanken. Gebeugt vom Alter wer den wir, o Gott, mit fro hem Herzen dir, wie in der Jugend, danken. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir, neu wird sie jeden Morgen. 6. Wohl Allen, die sich Er schafft, daß wir in ihrer Pflicht von ganzem Sicherheit des Jahres rau- Herzen weihen; sie werden he, öde Zeit beginnen und ihre Jugend nicht im Alter vollenden. Die Erde ruht, einst bereuen! Wohl dem, doch er gewährt, voll Liebe, der redlich sich bemüht, was uns hier ernährt, mit weil seiner Jahre Kraft väterlichen Händen. noch blüht, der Tugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend seyn, und ihrer wird er sich noch freu'n in seinen letzten Tagen. 542 4. Wie sind all' uns're Kammern voll von seiner Güte Gaben, von Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath, uns zu laben! Ja, deine Vorsicht wehrt der Noth; es muß das Land dem Menschen Brod, dem Vieh sein Futter ge ben; und Wein, der un ser Herz erfreut, und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. 5. Auch unser Leben einst verblüht, wie jetzt das Feld, im Alter. Doch Gott ist's, welcher auf uns sieht, Winter. Mel. 141. Mach's mit mir, Gott 2c. 545. Des Jahres Schönheit ist nun fort, und traurig steh'n die Trif ten; es stürmt ein unge stümer Nord aus den empörten Lüften; vom Frost erstarrt die Erde nun, und ihre Lebenskräfte ruh'n. Wechsel der Jahreszeiten. 543 2. Wohi mir, bei dieser| men zuzueilen; fühl' seinen rauhen Zeit darf ich vor Jammer, seinen Schmerz, Frost nicht beben; mich dein Brod mit ihm zu theis schüßt mein Dach), mich len. Wer seiner Brüder wärmt mein Kleid, und Noth vergißt, verdient Brod erhält mein Leben. nicht, daß er glücklich ist. Auf meinem Bette schlaf ich ein, und kann mich sanfter Ruhe freu'n! 3. Dieß Glück besitzt der 546. Auch für den Arme nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, dem oft das Nöthigste gebricht, den Frost und Hunger quälen; den Krankheit hin auf's Lager streat, und doch kein weiches Bett bedeckt. Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir; nicht für der Felder Segen nur, auch für den Schlummer der Natur. 4. Vor Tausenden bin ich beglückt, die in der Stille klagen; da Wärm' und Nahrung mich erquickt in rauhen Wintertagen. O, freu' dich, frommes Herz, in mir, und bringe Gott den Dank dafür. 5. Sieh' nicht auf das, was dir noch fehlt, was Mancher mehr befizet; sieh' auf die Noth, die Andre quält, vor der Gott dich beschüßzet, und preise seine Vaterhand, die so viel Glück dir zugewandt. 6. Doch säume nicht, mein frohes Herz, dem Ar: Mel. 312. Herr Jesu Christ, dich 2c. 2. Zwar liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Frost und Eis und Sturm verheert; ein silberfarbe: nes Gewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch pflegt die Erde mütterlich die ihr vertraute Saat, die sich im nahen Lenze segensvoll enthüllen und uns nähren soll. 4. Doch nicht geräuschvoll; still, geheim. So nährt der Tugend ersten Keim ein Vater, mit vers borg'ner Lust, in seiner schwachen Kinder Brust. 5. So thut, was Und're segnen kann, ein guter und Besondere Zeiten. bescheid'ner Mann; sucht, deiner Zeit entflamm' uns, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. Herr, zur Dankbarkeit, und mach' uns ähnlich deinem Bild'; denn du bist immer gut und mild. 12. Du bleibst stets mächs tig, Gott, und groß. Wir werden, wenn der Erde Schooß auch uns bedeckt hat, dich zu seh'n aus uns fern stillen Gräbern geh'n! 544 6. Doch wachsen soll der Tugend Saat, und blüh'n, was er im Stillen that, zu reichen Erndten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit; 7. Wie unsrer Fluren Saat durch dich im Stillen feimet, väterlich, obgleich von Menschen nicht be merkt, durch deine Mild', o Gott, gestärkt. 8. Es brause fürchterlich umther des Winters mächt': ger Sturm, auch er bringt dann auch Segen, wenn er droht, von dir, der wohl thut, auch durch Noth! 9. Wie viele Freuden haben wir auch jetzt, o milder Gott, von dir, der du so väterlich uns trägst, uns sättigeft, erwärmst und pflegst! 10. Durch alle Zeiten, Bater, sey dir, wer dich 547. Liebreicher Gott, kindlich ehrt, getreu! Laß Jeden deinen Ruhm er höh'n, und freudig deine Wege geh'n! 11. Und jeder Wechsel 13. Und auferweckt, das Feierkleid der himmlischen Unsterblichkeit anlegen, und vor deinem Thron' dich preis sen, Gott, und deinen Sohn. 14. Daß nun hinfort kein Wechsel ist, daß du in Als lem Alles bist, ein Gott, der, nach des Grabes Nacht, den Frommen ewig selig macht. Saatzeit, Erndtezeit. Dankfest für Ernd: te und Herbst. Mel. 263. In dich hab' ich gehoffet 2c. dein Segenswort erzeiget sich noch immerfort in sei ner Kraft auf Erden, daß unser Feld mit Nutz bestellt und angebaut kann werden. Saatzeit, Erndtezeit. 2. In Hoffnung streu'n wir Samen aus; doch segnest du nicht Feld und Haus, so ist die Müh' ver: gebens. Nur deine Kraft und Güte schafft uns Un terhalt des Lebens. 545 durch dich, ins beffre Les ben dringen. 7. Dort reift, o Herr, nach deinem Rath, auch | selbst von meiner Thränensaat mir ew'ge Freudenerndte; o, wohl dann mir, wenn ich dir hier getrost vertrauen lernte! 3. Laß uns're Saat ge segnet seyn; gib Regen, Wind und Sonnenschein, daß Wachsthum und Ge deihen uns spät und früh, nach) Sorg und Müh, einst wiederum erfreuen. 4. Bewahre sie das ganze Jahr, o Gott, vor jeglicher Mel. 40. Es ist das Heil ic. deine Huld und Gnade, 548. Es baut, o Gott, daß uns, die heut' daß Feld erfreut, kein Unfall plötzlich schade. 5. Bei dieser Aussaat feh' ich hier so manch er baulich Bild von mir: denn unter Sturm und Winden erhebt sie sich; so muß auch ich, durch Kreuz, den Himmel finden. 8. Nur mache mich, o Gott, bereit, in Glauben und Gottseligkeit viel gute Frucht zu bringen; so will ich dir dereinst dafür in Ewigkeit lobsingen. 6. Und wie das Saat: forn erst verdirbt, und in der Erde gleichsam stirbt, um neue Frucht zu bringen, so werd' auch ich, erweckt auf dein Geheiß, der Mens schen Hand die Erde, voll Hoffnung, daß nun auch ihr Fleiß von dir gesegnet werde; auf dein Verspre chen trauen sie: du sollst dein Brod, bei Fleiß und Müh', auf dieser Erde finden. 2. Noch immer traf dieß Wort uns ein; gib ferner deinen Segen! Daß Saat und Pflanzen wohlgedeih'n, gib Sonnenschein und Regen; denn ohne deine Se genshand bringt selbst ein Besondere Zeiten. wohlgebautes Land nicht, der reichen Erndte, womit was es bringen könnte. 3. Umsonst ist aller Menschen Müh' im Pflan zen und Begießen, läß'st du, o Gott, nicht spät und früh des Segens Ströme fließen. Nur du regierst den Witt'rungslauf; durch dich wächst jede Pflanze auf, durch dich nur bringt sie Früchte. du, Höchster, uns erfreust, ein Jeder froh empfinden lernte, wie reich du, uns zu segnen, seyst; wie gern du unsern Mangel still'st, und uns mit Speis' und Freud' erfüll'st. 4. So fröne denn mit Fruchtbarkeit das Land, nach deiner Güte; und, wenn die Aussaat nun gedeiht, o Vater, so verhüte, daß Frost und Sturm und Hagelschlag sie nicht zer störend treffen mag, nicht Fluth sie überschwemme! 2. Du siehst es gern, wenn deiner Güte, o Va ter, unser Herz fich freut, und ein erkenntliches Ges müthe auch das, was du, für diese Zeit, uns zur Ers quickung hast bestimmt, mit Dank aus deinen Händen nimmt. 3. Go fomm't denn, Gottes Huld zu feiern; komm't, Christen, seiner uns zu freu'n, und, bei den angefüllten Scheuern, ihm unsern frömmsten Dank zu weih'n. Ihm, der uns stets Versorger war, bring't neues Lob zum Opfer dar. 5. Wir trau'n auf dich, wir zagen nicht, und lassen gern dich walten. Du, Va ter, weißt, was uns gebricht, hast lange hausge: halten. So wirst du denn, zu deinem Ruhm, mit Noth durft uns, dein Eigen: thum, noch fernerhin ver: sorgen. 4. Nimm gnädig an dieß Lob der Liebe, das unser Herz dir, Vater, weiht. Dein Segen mehr' in uns die Triebe zum that'gen Dank, zur Folgsamkeit, daß Preis für deine Vaters treu' auch unser ganzes Leben sey. 546 Mel. 82. Fürwahr, du bist ic. 549.0, daß doch bei Saatzeit, Erndtezeit. 5. Du nähreft uns blos| und hat uns Brod gegeben. aus Erbarmen. Dieß treib' Er, dessen Weisheit, dessen auch uns zum Wohlthun Kraft mit Batergüte wirkt an. Nun sey auch gern ein und schafft, sorgt auch für Trost der Armen, wer ih unser Leben. ren Mangel stillen kann, Herr, der du Aller Vater bist, gib Jedem, was ihm nüßlich ist. 6. Thu' deine milden Segenshände, uns zu er: quicken, ferner auf. Ver: sorg' uns bis an unser Ende, und mach', in unserm Le benslauf, uns dir im Klein sten auch getreu, daß einst uns größ'res Glück erfreu'. 547 7. Bewahr' uns den geschenkten Segen; gib, daß uns sein Genuß gedeih', und unser Herz auch seinet wegen dir dankbar und er geben sey. Du, der den Körper nährt und speist, erquick auch ewig unsern Geift! 2. Die Kraft, wodurch) das Saatkorn steigt, wos durch, in bunten Streifen, das Feld sich mahlt, und reis fend bleicht, wer kann die Kraft begreifen? Wo wuns dervoll die Aehre schwillt, und sich für uns mit Nahrung füllt, wirkt da nicht Gottes Athem? 3. Ja, du befruchtetest das Land, du Geber aller Gaben! Es kam aus deis ner Vaterhand, was wir empfangen haben! gabst nicht Einem allein; wer Mensch ist, soll auch Bruder seyn, du, Vater, sorgst für Alle! Du nur 4. Auch für den armen franken Mann, der Klei der, Holz und Speisen, Mel. 229. Allein Gott in durch Arbeit, nicht erwers der Höh' 2c. ben kann, für Wittwen und für Waisen, für Jes 550. Eift, Christen, den, welcher seufzt und eilt, mit Dank den Herrn weint, für jeden Freund, lobpreisend zu erheben! Er für jeden Feind, sorgt sättigt und erfreuet gern, deine Vatergüte. Besondere Zeiten. 5. Wir haben nichts zu reichen Erndten auf. für uns allein, auch An: So kröntest du das Jahr. d're wollen leben. Drum soll es stets uns Freude seyn, den Armen auch zu geben. Was wir für Und'rer Wohl gethan, daß sieht einst der Erlöser an, als wär' es ihm geschehen. 4. Und selbst zum Erndten schenktest du uns Kräfte und Gedeih'n. Wir sam melten in Fried und Ruh', Gott, deinen Segen ein. 548 6. O, wohl uns, wenn wir emsig hier der Liebe Saaten streuen; dann wird uns, Vater, einst bei dir ein Erndtetag erfreuen, wo Alle, die hier wohlgethan, des Himmels reichen Lohn empfah'n, und ewig ihn genießen! Mel. 8. Nun sich der Tag 2. 551. Die ie Felder find nun abgemäh't, die wir voll Aehren sah'n. Du hörtest, Gott, was wir gefleht; nimm unsern Dank jetzt an. 2. Den Samen, den wir ausgestreut, gab deine Va terhand; uns gabst du Kraft zur Emsigkeit, und Fruchtbarkeit dem Land'. 3. Du schafftest, daß der Witt'rung Lauf der Saat ersprießlich war; sie wuchs 5. Auf, Christen, unserm Gott und Herrn sey Lob und Dank gebracht! Er segnet, er beglückt so gern; preist seine Huld und Macht! 6. Ihm dankt der Vö gel munt'res Chor, und preist den Herrn der Welt; froh tönet ihr Gesang em por zu Gott, der sie erhält. 7. Der ist nicht werth, ein Mensch zu seyn, nicht deiner Gaben werth, der dich nicht, ohne Heuchel schein, durch That und Leben ehrt. 8. Mit froher Seele preisen wir, Gott, deine Vatertreu'! Zieh' uns're Herzen ganz zu dir, und steh' uns ferner bei! 9. So lang in uns das Herz noch schlägt, die Aus gen offen steh'n, soll unser Herz, von Dank bewegt, auf deine Güte seh'n. Saatzeit, Mel. 236. Was Gott thut, das 2c. 552. Preift, Christen, mit Zufriedenheit, preist Gott, den Herrn der Erndte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von uns'rer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, will er uns Allen geben. 2. Er ist der Herr, in seiner Hand ist, was die Erde bringet; des Menschen Mühe baut das Land; Gott gibt, daß sie gelinget. Von ihm allein kommt das Erndtezeit. 549 Preis sey dem Herrn! Von Unmuth fern, laß't, ihm zum Wohlgefallen, ein frohes Lied erschallen! Gedeih'n, und er nur läßt die Saaten blüh'n, reifen und gerathen. 3. Wir sahen, froh in Hoffnung schon, der reichsten Erndt' entgegen, und plöglich ist er uns entfloh'n, der uns gezeigte Segen. Gott nimmt, Gott gibt, was ihm beliebt; sein Rath ist uns verborgen, doch will er uns versorgen. 5. Sein ist die Herr schaft; wie er will, vertheilt er seine Gaben. Ihm halten wir in Demuth still, auch wenn wir wenig haben. Denn was er thut, ist recht und gut; geschieht, daß seine Ehre und unser Wohl sich mehre. 4. Was trauern wir und säumen noch), den Vater zu erheben? Nein, laß't uns, trok dem Mangel, doch ihm Ruhm und Ehre geben! 6. Er ist allmächtig, alle Noth kann er zum Besten lenken. Der gute Vater wird uns Brod, auch bei dem Mangel, schenken; wie hat er sich so väterlich) bisher an uns bewiesen! Auch jetzt sey er gepriesen! 7. Wie manches segens: reiche Jahr hat er uns schon bescheret! Wie gnädig uns noch immerdar, von Jugend auf, genähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf ihn, den Vater, schauen, und seiner Güte trauen? 8. O, welch ein seliger Gewinn, an dem sich g'nügen lassen, was da ist, und mit heiter'm Sinn', daß feste Zutrau'n fassen, daß, Jahreswechsel. der die Welt regiert und rechten Andacht Kraft, uns hält, auch uns, so lang wir leben, was nöthig ist, wird geben! heil'gen Schmuck zu leiz hen! Frühe ziehe uns nach) oben, den zu loben, der allmächtig Sonnen lenket, groß und prächtig. 550 9. Allweiser, wir ver: ehren dich in allen deinen Wegen, und trauen unveränderlich auf deinen milden Segen. Ja, dein Gebot kann unsrer Noth, so bald nur du willst, weh ren, in Wonne sie verkehren! 10. Wir beten demuths voll dich an, der Alles weise füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter dir, und preisen deine Güte mit kindlichem Gemüthe. Mel. 74. Wie leuchtet uns 2c. 2. O seh't! im hellen Glanze steht die Kirche Christi hoch erhöht; ihr Hoffen ist geschehen. Viel Könige, Propheten viel fah'n harrend auf nach solchem Ziel, und habens nicht gesehen. Selig, selig, wer da siehet, was ent glühet Gottes Strahle; Himmelslicht im finstern Reformations: Fest. Wo bleibst du, Licht vom Anbeginn? Ach, Hüter! ist die Nacht bald hin? Ist nah' des Aufgangs Stunde? Singet, bringet Morgenlieder unserm Hüter! Er schläft nimmer, herrlich kam des Aufgangs Schimmer. Lo 553. Komm', komm', du Licht in Gottespracht, den Tag, den uns der Herr gemacht, mit deinem Glanz' zu weihen. Weck auf, was schläft in dun fler Haft, zünd' an der Thale. 3. Verdunkelt stand des Herrn Altar, in Menschentrug begraben war das Wort aus Gottes Munde. 4. Zu Auserkornen dringt der Schein, Steh't auf, ihr soll't mein Rüstzeug Reformationsfest. 551 seyn, euch ruft des Reis Mel. 27. Allmächtiger, wir singen 2c. " ches König. Da schallt's: Die Wahrheit macht euch 554. Die Himmel frei, die Nacht ist hin, der Tag herbei, und Ju bel hallt vieltönig. Herr, Herr! Ew'ger! Treu' im Halten, und im Walten überschwänglich, Gott, dein Licht ist unvergänglich! 5. Es stritt mit Macht die Finsterniß, die Erde preifen deine Macht, mit allen ihren Heeren, und ihrer Wunder hohe Pracht strahlt, Schöpfer, dir zu Ehren. Was deine Weisheit, Gott, vermag, lehrt jeder Tag den andern Tag, und jede Nacht die and're. 2. Doch deiner Schöbebt, der Vorhang riß, pfung Unterricht verstanda siegt das Licht vom den selbst die Weisen, mit Morgen. Jahrhunderte sind allem ihrem Forschen, nicht, hingefloh'n, manch Reich und lernten nicht dich preigeſtürzt und mancher Thron, die Kirche steht geborgen. Jesus Christus gestern, heute; und in weite Ewig feiten! Eil't, sein Lob heut' auszubreiten! sen. Was wüßten wir, wenn deinen Ruhm, o Gott, dein Evangelium uns nicht verkündet hätte? 3. Nur Jesu Weisheit, dieſe nur gibt Blinden Kraft, zu sehen, und lehrt das Loblied der Natur, der Schöpfung Ruf verstehen. Durch ihren heil'gen Unterricht wird erst des Lebens Dunkel licht, dich, Schö pfer, zu erkennen. 6. Lag, den uns Gott erscheinen läßt, dich grüßt, in Lieb' und Glauben fest, die heilige Gemeine, die kämpfend noch hienieden geht, die triumphirend dro: ben steht; es ist ja doch nur Eine! Ein Wort, Ein Hort; jauchz't, Verklärte! Jauchz', o Erde, zu dir leitet; seh'n, was seinem Namen: Heilig, für uns dein weiser Rath heilig, heilig. Amen. in jener Welt bereitet; 4. Von ihr erhellt, seh'n wir den Pfad, der näher 552 Besondere Zeiten. seh'n, was wir, ohne die ses Licht, am Himmel und auf Erden nicht zu unserm Troste finden. 5. Was brachtest du, o Wort des Herrn, den Sterblichen für Wonne! mehr Schimmer, als der Morgenstern, mehr Strah len, als die Sonne. Wie strahl'st, wie heiligst du, wie schmück'st du uns're See: len, wie beglück'st du uns mit deinen Lehren! 6. Drum wohne hier, wohn' immer rein in dieser heil'gen Stille, daß in des Irrthums Nacht dein Schein die Wahrheit uns enthülle! Von diesem Tem pel ström' er aus; ström' Heiterkeit in jedes Haus, und jede nied're Hütte! 7. So können wir, o, Go fon Dank sey dir! als deine Kinder leben; bestimmt zu Engeln, mit Begier nach Gottes Himmel streben, und immer fröhlich, mit Vertrau'n, auf unsern gu ten Vater schau'n, und lie bevoll ihn preisen. 8. Dann wird uns Wohlthat jedes Leid; Luft jede Tagsbeschwerde; Erquickung jedes Glück der Zeit; ein Paradies die Er de; ein Engel Gottes wird der Tod, und aus der Gruft glänzt Morgenroth den Kommenden entgegen. Mel. 80. Vom Himmel hoch zc. 555. Heil euch, und Gottes hoher Lohn, Vollendete, vor Gottes Thron'! Heil euch in jener bessern Welt, wo Recht und Wahrheit nimmer fällt. 2. Ihr ginget, mit ers hab'nem Sinn', durch Blumen und durch) Dornen hin; ihr nahm't, in stiller Heiterkeit, das harte Loos der Sterblichkeit. INJOHTA 3. Ihr sprachet laut für Recht und Pflicht, und war't der Menschen Knechte nicht; wir sigen oft in fei ger Ruh', und hören losea Spöttern zu. 4. Ihr zoget aus, mit hohem Muth, und fragtet nichts nach Geld und Gut, wir stehen säumend an der Thür, und fragen: Was wird uns dafür? Reformationsfelt. 5. Ihr wußtet nichts von| mel hin! Ihr seyd voran, Heuchelei, und sprach't am wir folgen euch im Leber Throne laut und frei; wir und im Himmelreich! haschen nach der Ehre Dunst, und buhlen oft um Menschengunst. 6. Ihr ginget fest, mit Freudigkeit, von Sieg zu Sieg, von Streit zu Streit; wir fliehen oft, bei Nuh' und Glück, im Kampfe mit uns selbst, zurück. 7. 3hr fahet, in dem schweren Lauf, mit Glauben zu dem Schöpfer auf; und wir vergessen, ach, so leicht, daß Gott den Leidenskelch uns reicht. 8. Längst triumphir't ihr, feiert dort den Sieg an jenem Freudenort. hab't vollendet; schön und groß ist euer Glück, ist euer Loos! Ihr 9. Der Himmel ist euch aufgethan, ihr wandelt, auf der Sternenbahn, hin zur Vollendung, hin zum Licht, vor eures Mittlers Ange sicht. 553 10. Heil euch! mit frohem, festem Sinn' euch) Coli 11. Wenn auch kein Wüth'rich uns bedräut, und uns, zu sterben, hier gebeut; so soll doch unser Leben rein, Gott und der Zugend heilig seyn! Mel. 429. Wachet auf, so ruft 2c. 556. Heilig, heilig, heilig singen wir dir, Herr Zebaoth! und bringen des frömmsten Dankes Opfer dar. Engel jauchzen deiner Ehre, es preisen dich auch uns're Chöre, dich, der da seyn wird, ist und war. Herr Gott, dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Hallelujah! Von Ewigkeit zu Ewigkeit ist dein das Reich, die Herrlichkeit! 2. Dich, den Sohn, den Herrn der Ehren, mit frohem Danke zu verehren, welch) süße Pflicht der Christenheit! Der den Weg zu Gott uns lehrte, nach, euch nach zum Him- des Aberglaubens Macht 24 Bejondere Zetten. zerstörte, welch' Heil hat Lieb' ergründen; wer mir uns durch dich erfreut! nur folgt, soll Seelenruh', In deines Vaters Reich, Vergebung seiner Sünden, an Macht und Huld ihm und Kraft zur Tugend gleich, willst du segnen finden. von deinem Thron', mit reichem Lohn, die treu dir waren, Gottessohn! 2. Doch ach! so man ches Christenheer, gefesselt von den Banden des Vor3. Geist des Friedens, urtheils, hat nur zu sehr Geist der Wahrheit! es dein Wort, Herr, mißverleuchtet uns, in ew'ger standen; hat Menschensinn Klarheit, dein weltbeglü- hineingedacht, und, als ckend, göttlich Wort. Zur zu deiner Ehre, in Fes Geduld in guten Werken feln die Vernunft gebracht, kannst du allein den Glau zu glauben Menschenlehre, ben stärken, du bist des als ob sie Christi wäre. Frommen Trost und Hort! Dein Eigenthum sind wir, wir leben, sterben dir! Amen, Amen! Du gibst uns Licht und Zuversicht, wenn unser Herz im Tode bricht. 554 3. Gelobt sey'st du, o Gott, daß wir, auf Wahrheit recht beflissen, wohl Menschensatzungen von ihr unterscheiden wissen; daß die Vernunft uns un terweist, dein Wort recht zu verstehen; nicht blos zu Mel. 36. Christ, unser Herr, die Worte, nein, den Geist der Lehren auszuſpähen, was du willst, selbst zu zum 2c. 557. Gott, welchen sehen. herrlichen Gewinn find' ich in Jesu Lehre, wenn ich auf ihn nur achtsam bin, ihn durch Gehorsam ehre. Kein Menschenherz, ruft er mir zu, kann Gottes 4. So dient uns, Herr, das eine Licht, das and're zu verstärken. Durch beide gibst du Unterricht, auf beide soll ich merken. Dem Wahn' vermag kein Alter Ante uno Che Jubelseter. thum der Wahrheit Glanz| rangen Triumph dem un zu geben; der Zeiten Fort- terdrückten Licht', und ach schritt stöß't ihn um, und teten Gefahren nicht, im trotzt dem eiteln Streben, Kampf für Recht und ihn wieder zu erheben. Wahrheit. 5. Doch, Herr, da Nacht und Wahn so schwer dem Licht' der Wahrheit wei chen: so laß sich die Vernunft ſtets mehr im rein sten Lichte zeigen. Wem du Vernunft gabst, schäme fich, vom Glauben sie zu trennen. Nein, fie laß Alle, die für dich von Glaubenseifer brennen, als Glaubensstütze kennen. 555 denken wir erfreut an uns rer Väter Glauben! Der Feind erhob sich fühn zum Streit', der Welt dein Wort zu rauben; sie aber kämpf ten ritterlich, gestärkt, Allmächtiger, durch dich; sie kämpften und sie siegten. 3. Sie bebten nicht vor Macht und List; als Helfer in dem Streite, stand unser Mittler, Jesus Christ, den Kämpfenden zur Seite. So ward der Feinde Droh'n zu Spott; denn eine feste Burg ist Gott, wenn wir auf ihn vertrauen. 4. Herr, wir auch wollen Gut und Blut für Recht und Wahrheit was gen! Verleih auch uns Mel. 40. Es ist das Heil ic. den frommen Muth, im Kampf' nicht zu verzagen. 558. Vor dir, Herr, Du bist und bleibest unser Hort! Wir halten fest an deinem Wort, und schwören ew'ge Treue! 2. In Dunkel mar dein Wort verhüllt, und die Vernunft gefangen; doch fie, durch deine Kraft er: füllt mit Heldenmuth, erAmts- und Ehe: Ju: belfeier. Amts: Jubelfeier. Mel. 91. Begleite mich, o Christ 2c. 559. Ein Jubelgreis 556 Besondere Zeiten. im Silberhaare, umstrahit Welten! Dich trügt kein von Frühlings Wieder: Wahn, dich irrt kein Schein! schein, tritt, tief bewegt, Was wir hier werden, sind, zu dem Altare, des Dan- und haben, verdanken wir, kes Opfer dir zu weih'n. Herr, deinen Gaben. Nur, Du, Ewiger! haft seinem was wir gern und treu Leben, ach, einen seltnen vollbracht, nur, was in Tag gegeben! Ein halb dir den Geber ehrte, und Jahrhundert, wohl voll unsrer Brüder Wohlfahrt bracht, liegt hinter ihm, und nicht der Leiden ge denkt er heute, nur der Freuden und deiner Huld, du Gott der Macht! mehrte, ist's, was uns dir willkommen macht. 2. Getreu in seinem Amt' und Stande, voll Muth für Wahrheit, Recht und Pflicht, hat er genützt dem Vaterlande, und uns're Huldigung umflicht, zu wohlverdientem Ehrenlohne, sein graues Haupt mit einer Krone, die seiner edeln Thaten Werth, wo durch er uns zum Dank' verbunden, und wenn er einst dahin geschwunden, auch sein Gedächtniß noch verklärt. 3. So lohnen Menschen! Doch vergelten, wie sich's gebührt, kannst du allein, du, Herr und Richter aller 4. Doch ach, was sind die reichsten Saaten, die wir als Erdenpilger streu'n; was ist die Reihe guter Thaten, die uns am Lebensziel erfreu'n, wenn du, Gerechter! willst dagegen der Tage Zahl, die Kräfte wägen, die deine Huld uns hier verleiht? Wie manche Stunde ward durchträumet, wie manche heil. ge Pflicht versäumet, wie oft die edle Kraft entweiht! 5. Vernimm des Grei ses stilles Flehen, dem du dieß Fest vergönnet hast! Hör ihn mit Demuth eingestehen: Mein Lohn war größer, als die Last; die Erndte reicher, als die Saaten, und Alles, Amts- und Che Jubelfeier. was mir wohlgerathen, blicken wir, ew'ger Vater, " verdank' ich einzig Got auf zu dir! tes Huld! Nur sie hat mich bisher geleitet, so vielen Segen mir berei tet, erlassen mir so man che Schuld!" 6. Nimm, Ewiger! mit Vatergüte des Greises findlich Opfer an. Dein liebevoller Schutz behüte ihn bis an's Ziel der Lebensbahn. Auch) uns, o Höchster! woll'st du stärken zu regem Fleiß in guten Werken. Noch ist es Tag, bald kommt die Nacht! Wohl Allen, die sich Chri sten nennen, und einst mit Jesu sagen können:" Herr, nimm uns auf; es ist vollbracht!" 557 Ehe: Jubelfeier. Mel. 110. Jesus, meine Zuversicht 2c. 2. Du, o Gott, hast bis hieher diese Liebenden geleitet; du allein die Wies derkehr eines Fest's für sie bereitet, das mit Blüs then sie umstreut, ihrer Jugend Lenz erneut. 3. Ihr beklomm'nes Herz durchbebt süße Wehmuth, frommes Sehnen, und der Andacht Blick erhebt sich zu dir mit Freudens thränen. Dir, der ihr Ers halter war, bringen fie ihr Opfer dar. 4. Ja, dieß Fest kommt, Herr, von dir! Mit dem frohen Ehepaare danken, Ewiger, auch wir! O wie der schön, wenn, nah' Bahre, eh' der Leib zum Staube sinkt, noch einmal der Frühling winkt! 5. Ach, was ist vergan: gen schon, und wie man che Freud' entschwunden! 560. Neu verjüngt Träumen gleich, sind sie im Silberhaar', nah' schon an des Grabes Rande, knüpft ein frommes Ehepaar noch einmal der Liebe Bande, und mit Rührung entfloh'n, alle Luft- und Leidensstunden. Doch vers gessen sey der Schmerz, Dank nur fühle jetzt das Herz! 558 Amiss und The Jubelseter. 6. Gott mit dir, verehrtes Paar! Fester faß' die rechten Hände! Nah' ist schon dein letztes Jahr, Lust und Leiden eilt zu Ende. Ungetrennt wird dein Verein, seliger, im Himmel seyn! 7. Wenn am Schluß der Lebensbahn Kind und Enkel dich begrüßen, deinen Segen zu empfah'n, deinen Abschied zu versüßen; o, dann hoffe Wiederseh'n! Liebe kann nicht untergeh'n! Strai 1003 ode visine? Register der Lieder. Die Zahlen weisen auf die Nummern der Lieder hin. A. Ach, bleib' mit deiner Ach, dem wurden nie die Ach, Gott, was ist der M. Ach, schrecklich wird die S. Ach, wann werd' ich von Ach, wäre nicht, o Herr, Ach, was soll ich Sünder Ach, wie heilig ist es hier Nch, wie nichtig, ach wie Allein Gott in der Höhy' Allen Menschen, und auch Allen, welche nicht verg. Aller meiner Brüder N. Aller Welten Herrscher Allgegenwärtiger, vor Allwirkender, stets reger Als bittrer Hunger uns Anbetung sey dir, Gott, Anvertraut der Erde S. 160 308 418 446 162 53 168 448 412 532 Auch diesen Tag hab' ich Auch für den Winter dank' 546 Auch noch im späten Alter 389 Auf Erden Wahrheit ausz 82 Auf, erwachet, meine Lieder 370 239 Auf Gott, und nicht auf Auf meinen lieben Gott 245 Aufersteh'n, ja auferst. 430 Aus deiner Quelle, S. 63 Aus dem etteln Ginnenf. 203 Aus Erde ward mein Leib 5 Aus Gottes milder Hand 393 229 302 337 316 B. 52 516 Barmherziger, erhöre 354 Befehl du deine Wege 459 Begleite mich, o Christ 151 Begrab't den Leib in 476 Beherrscher deiner Christ. 313 240 91 477 400 560 negi C C. Besig' ich nur ein ruhig. Bester, weisester Regierer Betend nahen wir uns Betet an, laß't uns lobs. Bring't diesem Tage R. Bring't Ehre Gott, bring't Bring't Preis und Ruhm C. Christ, gedenk' an deinen D. Da stehen wir die Deinen Dank, Dank dem Herrn Dank und Anbetung br. Das Amt der Lehrer, Hr. Das Glück der Ehre, wie Das Grab ist tief und Das Leben flieht, die Zeit Daß ich das Böse nie, Dein Heil, o Christ, Dein ist das Licht, das Dein Mahl, das Mahl Dein Wille, Vater, Dein Wort, o Höchster, Deines Gottes freue dich Dem finstern Erdkreis ist Dem Gott der Wahrheit Dem Staube geben wir Den Höchsten öffentlich Den nach seiner Niedr. 296 Der du dein Wort mir 33 Der du mit starker Hand 188 Der du uns als Vater 16 Der du voll Schmach und Der edle Geist hebt sich 153 Der Hang zum Bösen Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Zuv. Der Herr schwingt sich Der Höchste sey mit euch Der letzte meiner Tage Der Morgen kommt, und Der Schwachheit Kinder, Der Tag ist wieder hin Der Tag verbleicht, es Der weise Schöpfer, desſ. 453 109 425 480 469 447 398 278 Des Jahres Schönheit Des Leibes warten, und Des Todes Grau'n, des Dich, Höchster, ehrerbiet. Didy Jesum, laß ich ewig Dich kennen, Gott, ist G. 497 478 351 181 399 Dich loben deine Berke 206 Didy, Menschenvater, g. 460 Dich seh' ich wieder M. 179 Die auf der Erde wallen, 230 Die Feinde deines Kreuzes 156 Die Felder sind nun abg. 155 Die Himmel preisen deine 484 Die ich so heiß geliebet h. 218 Die Menschen zu erziehen 119 Die neue Woche geht 83 24 148 8.9 394 67 39 233 114 195 423 523 280 531 535 411 545 262 482 250 137 213 542 522 521 417 122 551 554 488 403 514 560 эпрат и nches 1 Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 2 5 ¹6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 4 10 Red 11 4 12 LO 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 7 17 18 3/ Color to ¹19 8 B.I.G. Black