A مولانا Univ.- Bibl. Glessen Verbessertes Gesangbuch zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste sowohl als zur Privat- Erbauung. LUC SPES Lan( Jan S Caffel, 1842. Druck und Verlag des reformirten Waisenhauses. Gb 1820 Ackermann Stet Lautenbach Inhalt. Erste Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes, Num. 1 13. 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten, Num. 14:41. 3) Von der Schöpfung, Num. 42-48. 4) Von der Vorsehung Gottes, Num. 49-69. 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung, Num. 70-77. 6) Bom Fall und von der Berdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens, Num. 78-88. 7) Von der Erlösung der Menschen, und dem Erlöser überhaupt, Num. 89-98. 8) Von der Geburt Jesu Chrifti, Num. 99-119. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden, Num. 120-123. 10) Von dem Leiden und Sterben Jesu, Num. 124-152. Von dem Begräbniß Jesu, Num. 153-155. 1* 4 Inhalt. 11) Von der Auferstehung Jesu, Num 156-172. 12) Von der Himmelfahrt Jesu, und seinem Sißen zur Rechten Gottes, Num. 173-189. 13) Von der Wiederkunft Jesu zum Gericht, Num. 190 bis 196. 14) Von dem heiligen Geist und dessen Gaben, Nuni. 197 bis 207. 15) Von der christlichen Kirche, Num. 208-217. 16) Von der heiligen Taufe, Num. 218-221. 17) Von dem heiligen Abendmahl, Num. 222-234. 18) Von der Vergebung der Sünden, Num. 235-241. 19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der Unvollkommenheit dieses Lebens, Num. 242 259. 20) Vom Tode der Gläubigen, und der Auferstehung der Todten, Num. 260 272. 21) Von dem ewigen Leben, Num. 273-280. 3weite Abtheilung. Lieder, die zur christlichen Sittenlehre gehören. 22) Von der Buße und Bekehrung, Num. 281-302. 23) Vom Glauben, Num. 303-322. 24) Von der Heiligung oder dem christlichen Wandel fiberhaupt, Num. 323-352. 25) Von der Erkenntniß Gottes, Num. 353-356. 5 Inhalt. 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott, Num 357 bis 367. 27) Von der Furcht Gottes, Num. 368-371. 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen, Num. 372-397. 29) Vom Gebet, Num. 398-405. 30) Gebetlieder: 1. Allgemeine, Num. 406: 415. 2. Besondere, in geistlichen Anfechtungen, Num. 416 bis 418. In allgemeinen Nöthen und Landplagen, Num. 419. Im Kriege, Num. 420-421. In Theuerung, Num. 422. In Seuchen, Num. 423. In Krankheiten, Num. 424. Auf der Reise, Num. 425. Bei Gewittern, Num. 426 428. Fürbitten für die Obrigkeit, Num. 329; für die Prediger, Num. 430; bei Einsegnung der Eheleute, Num. 431 432; der Weltern für ihre Kinder und der Kinder für ihre Ueltern, Num. 433 434; einer Waise, Num. 435. 31) Vom Lobe Gottes, Num. 436-437. Loblieder: 1. Allgemeine, Num. 438-458. 2. Besondere, Num. 459-463. 32) Gebet- und Loblieder beim Anfange des Jahrs, Num. 464 469. 33) Morgenlieder, Num. 470-479. 34) Abendlieder, Num. 480-489. 35) Bom öffentlichen Gottesdienste, Num. 490-494. 36) Von der Selbstliebe, Num. 495. 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth, Num 496 498. 38) Von der Sorge für die Seele, Num. 499-507. 39) Von der Sorge für den Leib, Num. 508-511. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauche der zeitlichen Güter, und wider den Geiz, Num. 512 514. 6 Inhalt. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf, Num. 515-517. 42) Bon der Zufriedenheit und Geduld im Leiden, Num. 518 bis 531. 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens und der Zubereitung zum Tode, Num. 532-542. 44) Von der Liebe des Nächsten, Num. 543-547. 45) Von der Gerechtigkeit, Num. 548. 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, Num. 549-552. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit, Num. 553 bis 555. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge, Num. 556-558. muse TARK Erster Theil. Lieder, die zur christlichen Glaubenslehre gehören. 1) Vom Worte Gottes. Bitte um Segen zu Anhörung des göttlichen Wortes. 1. K omm heil'ger Geift, erfüll' die Herzen deiner Gláu= bigen, und entzünde in ihnen das Feu'r deiner göttlichen Liebe, der du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammlet hast, in Einigkeit des Glaubens. 21- lelu- ja, 21- lelu- ja, 21- lelu- ja. Xnmertung. Bei dem ersten und zweiten Alleluja singt nur das weibliche Geschlecht und die Jugend, bei dem dritten die ganze Gemeinde. Mel. Gott, du unser Vater. 2. F ott, der du unser Vater bist, durch Jesum Christ, gieb, daß dein Geist jetzt mit uns sey, und uns zur Wahrheit leite. Geheiligt sey dir diese Stund! Deffne den Mund des Lehrers, daß er rein und frei bei uns dein Wort verbreite. Hilf du selbst unsrer Schwachheit fort, laß nichts die Undacht stören! Du lehrest uns in deinem Wort, wirk' auch, daß wir's so hören, daß wir dich hier, und ewig dort, in Heiligkeit verehren! Erster Theil. Mel. Herr Jesu Chrift! dich zu. 3. F err Jesu! send' uns deinen Geist, den Geist, der, wie 8 Vom Worte Gottes. mels Erben, lehr' uns leben, lebr' uns sterben. dein Wort verheißt, mit seiner Gnade uns regiert, und auf den Nach dem öffentlichen Gottes: dienste. iebster Jesu! wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören; lenke Sinnen und Begier zu des Himmels süßen Lehren, daß die Herzen von der Erden aanz zu dir gezogen werden. 2. Dieses Lebens Wissenschaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet. Glaubend lehr' auf's Wort uns merken; laß es uns zum Leben stärken! Nach der vorigen Melodie. 5. Höchfter Gott! wir danken dir, daß du uns dein Wort gegeben! Hilf uns ferner, daß auch wir, nach demselben heilig leben! Gieb dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sey im Werke. 2. Unser Gott und Vater! du, der du lehrst uns, was wir sollen, schenk uns deine Kraft dazu; gieb zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen! so wird alles wohlgelingen. Weg der Wahrheit führt. 2. Deffn' uns zu deinem Lob den Mund, und mach' uns deinen Willen kund; rühr' unser Herz, stårk' den Verstand, so wird dein Nam' uns recht bekannt. 3. Bis wir einst, deinen Engeln gleich, dich preisen, Here, in deinem Reich, und schauen dich von Ungesicht in ew'ger Freud' und sel'gem Licht. 4. Dir, Gott, den Erd' und Himmel S. WE preis't, dir Bater, Sohn und heil'gem Geist, dir heilige Dreieinigkeit, ser Lob und Preis in Ewigkeit! 4. Mel. Es ist das Heil uns kommen. # ir Menschen sind von selbst, o Gott, zum Geistlichen untüchtig; dein göttlich Wesen, dein Gebot, sind viel zu hoch und wich- tig. Wir wissen's und verstehen's nicht, wo uns, Herr, deines Wortes Licht den Weg zu dir nicht zei= get. 2. Drum sind vor Zeiten ausges sandt Propheten, seine Knechte; so wurden damals schon bekannt den Menschen deine Rechte. Zulegt ist noch dein lieber Sohn, o Bater, von des Himmels Thron selbst kommen uns zu lehren. 3. O du Glanz der Herrlichkeit, Licht von Licht aus Gott geboren! Heiligster! von Ewigkeit, hast du dir 3. Mit Lob und Preis, o höchster Hort, muß Herz und Mund dich ehren; da wir in deinem theuern Wort uns auserkoren, lehre deines Him-| dich zu uns reden hören. Mach' uns Vem Worte Gottes. Erster Theil. durch deinen Geist bereit zu dem, was uns dies Wort gebeut; hier redest du, nicht Menschen. 4. Hilf, daß der frechen Spotter Schaar uns nicht vom Wort abwende! ihr Spott bringt tödtende Gefahr, und nimmt ein schrecklich Ende. Q, laß dagegen immer mehr dein Wort zu deines Namens Chr' an uns sich Fräftig zeigen. 5. Herr, öffne du uns selbst das Herz, daß wir dein Wort recht fassen; gieb, daß wir es bei Freud' und Schmerz nie aus den Augen lassen. Laß uns nicht Hörer nur allein, nein, Bater, laß uns Thäter seyn, und uns nicht selbst betrügen. 6. Der Saame wird am Weg fofort vom Teufel weggenommen; in Fels und Steinen kann das Wort zu keiner Wurzel kommen. Der Saame, der in Dornen fällt, wird von der Sorg' und Lust der Welt verdorret und ersticket. 7. Mach' uns durch deine Gnade gleich, Herr, einem guten Lande. Mach' uns an guten Werken reich in unserm Amt und Stande: daß mit beharrlicher Geduld, gerührt von deiner Lieb' und Huld, wir reichlich Früchte bringen. 9. Laß uns dein Wort beständig seyn ein Licht auf dunkeln Wegen. Erhalt es bei uns hell und rein, und laß uns seinen Segen, Kraft, Rath und Trost in aller Noth, im Leben und noch mehr im Tod, mit frohem Herzen spüren. 7. 10. Laß dies dein Wort zu deiner Ehr', o Gott, sich weit verbreiten. D, möchte deine Gnadenlehr', Herr Jesu, jeden leiten! Oheir'ger Geist, seg' durch dein Wort dein Werk bei uns beständig fort; stårk' Hoffnung, Glaub' und Liebe. Mel. Wer nur den lieben Gott. 8. Laß uns auf unsrer Pilgrim- lügest nicht. schaft den Weg der Sünder meiden. Gieb uns ein Herz, das an dir haft' auch in dem schwersten Leiden. Herr! unser Herz ist vor dir blos; mach' uns von eiteln Sorgen los, und allen bösen Lüsten. 9 ein Wort, o Höchster, ist vollkommen. Es lehrt uns unsre ganze Pflicht: es giebt dem Sünder und dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. Oselig! wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt. 2. Es leuchtet uns auf unsern Wegen, vertreibt des Irrthums Finsterniß; es füllt mit Freuden, bringt uns Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, was theu'r in deinen Augen ist. 3. Dein Wort ermuntert, dich zu lieben; lehrt, wie viel Gut's du denen giebst, die freudig dein Gebot ausüben, und wie du väterlich uns liebst. Und was, o Herr, dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr; du 4. Gott, deine Zeugnisse sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles, was die Erde zollt. Wer das thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. Drum laß auch mich mit Lust betrachten, was mich dein Wort, o Höchster, lehrt, und mit Gehorsam auf das achten, was es von mir zu thun begehrt; so fließen Trost und Seelenruh' auch mir aus deinem Worte zu. Mel. D Gott, du frommer Gott. 8. Du willst, Gott, daß 8. D mein Herz zur Heiligkeit geneie; 10 Erster Theil. - Vom Worte Gottes. und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht; und weise Demuth ist's, zu glauben, was Gott spricht. 9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel krånken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort sen die Zeit des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glück, mein Licht in Ewigkeit. drum gieb, daß ich dein Wort, oft und mit Andacht lese: das Wort, das deinen Rath von unserm Heil enthält. Dank sey dir für dies Wort, den größten Schaß der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehrfurcht und Vertrauen, mit Lust und frommem Ernst dadurch mich zu erbauen. Du bist's, der in der Schrift zu meiner Seele spricht: o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht. 3. Mein Gott, vor welchem ich jest meine Hände fatte, gieb, daß ich allezeit dein Wort für Wahrheit halte; und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geseß, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Du, aller Wahrheit Gott, kannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o, laß mich daraus fassen, so viel mein Heil verlangt. Du bist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Gieb, daß dein kräftig Wort, o Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. D, stärke mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn. 6. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läss'st du inne werden, die Lehre sey von dir, die uns die Bibel giebt: man lernt ihr Wort verstehn, wenn man es treulich übt. 7. Spricht sie geheimnisvoll, so laß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Wig verlangt, ist meines Glaubens werth. 8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm, 10. Find' ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich einen Freund, der mehr, als ich sieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweih't, ein angefochtnes Herz hebt manche Dunkelheit. 11. Stets sey dein Wort mir werth! Es ist mein Glück auf Erden, und wird es einst noch mehr in jenem Leben werden. Nie irre mein Gemüth der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die fie schmáhn, bleibt doch dein Wort, o Gott! Mel. Nun danket alle Gott. & elobt feyst du, o Gott, für deines Wortes Lehre! Gieb, Bater, daß ich sie mit Undacht fleißig höre. D, mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein und laß dein Wort mein Licht auf 9. meinen Wegen seyn. 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, uno nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. OHöchster, leite selbst den forschenden Verstand, so wiro, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 3. Wie thöricht ist es doch, blos andern Menschen glauben! Das heißt, Erster Theil. Vom Worte Gottes. 11 sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe Es sey mein Theil; es sey mir Heil rauben. Wer treulich hier dein Wort und Kraft zum ew'gen Leben. zu seiner Richtschnur macht, dem giebt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Gieb deinen Geist in's Herz, der Lust und Kräfte giebt, daß man die Wahrheit lernt, prüft, glaubt, erfährt und übt. Mel. Ich Gott und Herr. - 10. E ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir, im Glauben, nicht im Schauen. 2. Dein Wort ist wahr, laß immer dar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen Spott, o Herr, mein Gott! mich von dem Glauben schrecken. 3. Wo hätt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstånd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben. 3ur Ewigkeit ist diese Zeit von dir mir übergeben. 5. Dein ew'ger Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Neu und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, Lehrst meinen Geist ein gläubig Abba! sagen. 7. Mich zu erneu'n, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie! dein Wort giebt neue Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß uns dies Wort! denn du bast's uns gegeben, Nach der Melodie Ses 7. Lieds. 11. Der du das Daseyn mir gegeben, wie preis' ich dich, o Gott, dafür! Nie kann mein Dank dich g'nug erheben! durch Chriz fein Troft erfreute mich, kennt' ich stum schenktest du es mir. Kein Licht, nicht, Jesu Christe, dich. 2. Auf ungewissen finstern Pfaden würd' ich ein Raub des Irrthums seyn; mit Sündenschuld und Fluch beladen, müßt' ich des Richters Rache scheu'n; ich fånde keinen Trost in Noth; mich schreckte stündlich Grab und Tod. 3. Wozu hat mich mein Gott ers schaffen? was ist auf Erden meine Pflicht? wird auch mein Geist im Tod entschlafen? und, hålt Gott künftig ein Gericht, wie werd' ich im Gericht bestehn? wie der verdienten Straf entgehn? die 4. Entscheidet die Vernunft die Fragen durch ihrer Einsicht schwaches Licht? Hebt sie die Zweifel, mich plagen? und bleibt der Trost, den sie verspricht? Uch! ohne Christi Licht und Heil wär' Finsterniß und Tod mein Theil. 5. Ja, du hast mich den Finster nissen des Irrthums, und der Sünde Macht durch deine Lehre, Herr, entrissen; ihr Licht zerstreut des Zweifels Nacht. Du zeigest mir des der Wahrheit Pfad. Höchsten Rath, und führst mich auf 6. Ich weiß, wozu mich Gott erschaffen; ich kenne meine ganze Pflicht! Mein Geist wird nicht im Tod entschlafen; wer an dich glaubt, wird im Gericht durch dich, o Heiland, wohl bestehn, und dann verklärt dich selber sehn. 7. O Jesu, laß mich deiner Lehre gehorchen mit stets größrer Lust, und keines Spotters Wahn zerstöre dein Heiligthum in meiner Brust. Mein ganzes Leben preise dich! Dein Heil erfreu' im Tode mich! Erster Theil. Nach der Melodie des 4. Lieds. 12. Herr, mein Licht! erleuchte mich, daß ich mich und 13. D dich erkenne; daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne. Höchster, laß mich doch auf Erden, weise zu dem Himmel werden. 12 - Vom Wesen Gottes 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf felbft meinem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Knecht, gebühret. 3. Aber laß mich nicht allein richtig seinen Sinn verstehen, laß mein Herz auch folgsam seyn, den erkannten Weg zu gehen. Denn sonst würd' ich bei dem Wissen doppelt Streiche leiden müssen. 4. Gieb, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre; daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre. Ja, es sey in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden. 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisse vermehren! Find' ich manche Dunkelheit bei geheimnißvollen Lehren; laß mich 3weifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen. Mel. des 100. Psalms. er Spotter Strom reißt viele fort. Erhalt' uns, Herr, bei deinem Wort! So können wir uns, Bater, dein im Leben und im Tode freu'n. 2. Ein Haufe Låst'rer wagt's, o Gott, mit wildem ausgelaß'nem Spott, den Heiland, deinen Sohn, zu schmähn, durch den die Himmel einst vergehn. 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet und die Lust der Welt verachtet. 7. O, verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hell'res Licht umgeben. I erwacht. 2 3. Ach, ihrer Lehre Pest, o Herr, schleicht jego nicht im Finstern mehr; am Mittag, Herr, bricht sie hervor, und hebt ihr tödtend Haupt empor. 4. Sie herrscht durch Große dieser Welt. Herr, Herr, wenn uns dein Urm nicht hålt, so reißt sie uns zum Tod auch fort. Gieb Sieg und Leben durch dein Wort! 5. Beschüße uns, Herr Jesu Christ, der du zur Rechten Gottes bist. Sey unser Schild und starke Wehr! Staub ist vor dir der Spotter Heer. 6. Du hast von Ewigkeit gefehn, wie lange noch ihr Trog bestehn, und wider dich hier schnauben soll. Vietleicht ist nun ihr Maaß bald voll. 7. Ach, wären sie dir, Herr, versöhnt! sie, deren Spott dich so verhöhnt! Ach, gieb, daß vor der Todesnacht zur ernsten Reu' ihr Geist 2) Vom Wesen Gottes und seinen Vollkommenheiten Nach der Melodie des 9. 2ieds. laß mich stets vor dir voll Ehrerbies 14. Anbetungswürd'ger Gott! tung ſeyn. mit Ehrfurcht zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. O, flöße mei nem Geist die tiefste Demuth ein, und 2. Du bist das höchste Gut; du weißt von keinem Beide; stets ruhig in dir selbst schmeckst du vollkommne Freude. Dein ist die Herrlichkeit. und seinen Vollkommenheiten. Auch ohne Kreatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, 15. D um Lust und Seligkeiten auf's Mannigfaltigste um dich her auszubreiten. Die Liebe bist du selbst; Verstand und Rath ist dein; und du gebrauchst sie gern zu segnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmächtig: Werde! ent= stand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trågst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr. Der Erde Majestáten sind, höchster, vor dir Staub. Auch Geister kannst du tödten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? Wen du erhöben willst, deß Hoheit muß bestehn. 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besiget, der Leben giebt und nimmt; der unsern Odem schüget. Der Geist, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts. Du bleibest für und für. 7. Wer hat dich je gesehn? Wer kann im Fleisch dich sehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu den Lichtes Höhen, wo du voll Majestät auf deinem Stuhle thronst, und unterm frohen Lob der Himmels- Heere wohnst. 8. Was wir, Unendlicher! von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deinen Namen kund. 9. Doch hier erkennen wir dich noch gar unvollkommen. Wird aber dermaleinst der Vorhang weggenommen, der jegt das Heiligste noch unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist.. 10. Indeß sey auch schon jetzt dein Ruhm von uns besungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehn, ein Lied im höhern Chor dich, großer Gott, erhöhn! Mel. Allein Gott in der Höh'. 13 er Herr ist Gott FEE und keiner mehr. Frohlockt ihm Wer ist ihm alle Frommen! gleich? wer ist wie Er, so herrs lich, so vollkommen? Der Herr ist groß! sein Nam' ist groß! Er. ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen We- sen. Zeit. Nie größer oder kleiner wird 2. Ihn trifft kein Wechsel flücht'ger seines Wesens Herrlichkeit. Der Erst sind von gestern her; eh' noch die ist er, sonst keiner! Wir Menschen Erde war, war Er; noch eher, als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet. Ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet! Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und nur offen= bar in seiner Werke Wundern. 4. Was wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennet uns, und was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er auch jemals von uns fern? Weiß er nicht aller Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Die Finsterniß ist vor ihm Licht! Gedanken selbst entfliehn ihm nicht in ihrer ersten Bildung, 6. Wer schüßt' den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über alle! Du bist voll Freundlichkeit 14 Erster Theil. und Huld, barmherzig, gnádig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Unsträflich bist du, heilig, gut und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut; denn du vergiltst mit Bonne! du haft unsterblichkeit allein, bift selig, wirst es ewig seyn, hast Freuden, Gott, die Fülle. 8. Du nur bist würdig, Lob und Dank zu nehmen, Preis und Ehre. Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? Wer ist wie Er, so herrlich, so vollkommen? Mel. des 8. Psalms. - 16. B reicht an deine Größe? Denk' ich an dich, so fühl' ich meine Blöße, ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, dazu kein Mensch kann kommen. Was ist's, das wir von deinem Ruhm vernommen? Ach! nur ein Theil von jener Majestät, die über alles dich, o Gott, erhöht. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkomm'nes Wesen, das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand! von Engeln selbst wirst du nie ganz erkannt. rhabner Gott: was Vom Wesen Gottes es bleibet ewig stehen. Erforsch' ich gleich dein göttlich Wesen nicht! so g'nüge mir davon dein Unterricht. 6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gieb, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif' ich's nicht, wie du die Welt regierst; so sen mir's g'nug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd' ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sey, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd' ich dich in hellerm Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen. Herr, du bist groß und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. Neue Mel. cder Christ unser Herr. 17. ott mache du mich selbst bereit, vor deinen Thron zu treten, und deine große Herra lichkeit voll Ehrfurcht anzubeten. Laß, Herr, vor deinem Angesicht mein Herz sich deiner freuen, und einen Strahl von deinem Licht die Finsterniß zerstreuen, die mich hier noch umgiebet. 4. Wie sollt' ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O, mache mich von solchem Dunkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sey. 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr;| kein Helfer, noch Erretter ist außer 2. Du bist der Herr, und keiner mehr, nichts sind der Heiden Götter; nur dir gebühret Preis und Ehr'; und seinen Vollkommenheiten. dir: laß mich allein auf dich, o Herr, vertrauen, mein ganzes Leben dir nur weih'n, mein Glück blos auf dich bauen, und dich niemals verläugnen. 3. Du bist der höchst vollkommne Geist, der Vater aller Geister, dich preiset, was vernünftig heißt, als seinen Herrn und Meister! Laß meiner Seele hohen Werth mich reine Tugend lehren, und so, wie es dein Wort begehrt, dich ungeheuchelt ehren, im Geist und in der Wahrheit. 7. Voll höchster Weisheit bist du, Gott! kein Mensch kann sie ergründen. Umringt uns allenthalben Noth, du, Herr, weißt Rath zu finden. Gieb, daß ich dir stets traue zu, du werdest für mich sorgen, auch Uebels weder denk' noch thu', denn dir ist nichts verborgen; du prüfest Herz und Nieren. 8. Gott, du bist heilig und gerecht, kannst keine Sünden dulden, wer sagen will, er sey dein Knecht, der meide Sündenschulden. Gieb, daß 15 tigkeit, und deine Wege preise, so wunderbar sie scheinen. 4. Du bist, o Gott, von Ewigkeit, und wirst allzeit bestehen; es bleibet deine Herrlichkeit, wenn Himmel selbst vergehen. Laß von der Erde eitlem Tand mein Herz sich stets erheben zu meinem wahren Vaterland, und nur nach dem mich streben, was ewig mich erfreuet. 5. Gott, was seyn wird, ist und war, und was wir thun und und ehr', dein Wort zum Grunde 11. Gott, wenn ich dich so kenn' dichten, das ist dir alles offenbar; du ſege, erfreu' ich mich darüber mehr, wirst einst alles richten. Laß mich dein helles Uuge scheu'n, aufrichtig vor dir wandeln, und, deines Beifalls mich zu freu'n, auch dann rechtschaffen handeln, wenn Finsterniß mich decket. als über alle Schage, bis ich dort, Callen nenne, von Ungesicht zu Uno mein Heil und Licht, dich ohne geſicht dich schaue, dich erkenne und unaufhörlich lobe. 6. Unendlich ist, Herr, deine Macht, zu retten, die dich lieben, und wenn der Frevler dich verlacht, auch 18. Rach' an ihm zu üben. Gieb, daß mich deiner Allmacht Schuß stets als ein Schild bedecke, mich auch nicht Menschen Grimm und Truß, nur deine Strafe schrecke; du tödtest Leib und Seele. ich mich der Heiligkeit mit rechtem Ernst befleiße, nachjage der Gerech9. Du bist sehr gnädig, fromm und gut, vergiebst die Schuld dem Sünder; erbarmst dich, wie ein Vater thut, von Herzen deiner Kinder. Laß reichen Trost von deiner Gnad' auf meine Seele kommen. Von mir sey meine Missethat so fern hinweggenommen, als Morgen ist vom Abend. 10. Gott, dessen Wahrheit stets bestcht! wohl denen, die dir glauben! Wenn Erd' und Himmel einst vers geht, wird dein Wort ewig bleiben. Gieb, daß ich fürchte dein Gericht, und alles, was du dråuest: auch hoffe, as dein Wort verspricht, daß du mir's gern verleihest; wer hofft, wird nicht zu Schanden. Mel. des 27. Psalms. uf! auf! mein Geist, auf! auf! den Herrn zu loben, auf! auf! erwecke dich und säume nicht; was in dir ist, werd' still und sanft erhoben zu Gott Jehova unserm Schild und Licht: nur er ist würdig Ehre, Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Erheb' ihn dann mit Erster Theil. frohem Jubelschall, und geh' in sein erhabnes Heiligthum. 2. Er ist das große Wesen aller Wesen, Gott von unendlicher Vollkommenheit: von ihm, zu ihm, durch ihn ist, was gewesen, und ist, und seyn wird bis in Ewigkeit. Ein Gott, wie Er, hat seines gleichen nicht: ein Gott, vor dessen höchsten Majestät der Engel selbst gebückt und zitternd steht! Sein Thron ist Licht, ein unzugänglich Licht. 3. Man sieht ihn nicht, und ist doch wohl zu sehen, man gebe nur auf seine Werke Ucht; da sehn wir ihn gleich als vor Augen stehen in seiner ew'gen Kraft und Gottheit Pracht: Die Himmel rühmen ihres Schöpfers Ehr': Luft, Erde, Meer, was lebt und sich bewegt, ist das, was ihn zu zeigen, stets sich regt, und spricht: Er ist der Herr und keiner mehr. 4. Was gut und fein nur kann genennet werden, was uns mit Luft und Lieblichkeit anlacht, was in sich faßt der Himmel sammt der Erden, der große Bau, voll Schönheit und voll Pracht, und was dies Rund nur Köstlich's in sich schließt, das kommt aus diesem unerschöpften Meer und dessen unerforschter Fülle her: Er ist der Quell, der immer überflicht. Vom Wesen Gottes er Sünder strafen will, und bleibt die Lieb' in alle Ewigkeit. 6. Was er verspricht, dem kann man freudig trauen, die That stimmt mit den Worten überein. Auf Menschen kann man niemals sicher bauen; doch Gottes: Ja ist ja, sein: Nein ist nein. Voll Billigkeit ist sein Geht allzeit, groß von Geduld ist er Mitleids voll, nur langsam, wenn 7. Wie selig ist doch, der ihn also kennet, und zu ihm: lieber Vater! sagen kann! Er, er ist es, den Gott den Seinen nennet! Gott sieht ihn als sein Kind recht zärtlich an! Nichts ist so hoch, nichts kann ſo herrlich seyn! der höchsten Fürsten hocherhab'ner Stand ist, gegen dies zu rechnen, lauter Tand; es ist zu schlecht, es bleibt ein leerer Schein. 8. Herrscher, wie soll ich dich g'nug erheben! Auch mich haft du den Deinen zugezählt, in Christo brachtest du mich schon zum Leben, in ihm hast du zur Kindschaft mich ich dich jetzt nur erwählt. 3war bei schwachem Licht; jedoch es kommt, es kommt der frohe Tag, da ich dich ohne Decke schauen mag, vertraut, von Angesicht zu Angesicht. 9. Indeß, mein Geist, auf! auf! ihn stets zu loben: Auf! auf! erwecke dich und säume nicht! Was in dir ist, werd' sanft und still erhoben zu eicht! Herr! du bist würdig, Ehre, Gott, Jehovah, unserm Schild- und Preis und Ruhm zu nehmen allezeit und überall. Lob' ihn im Borhof schon mit frohem Schall, einst öffnet sich dir selbst das Heiligthum. 5. Von Ewigkeit, ohn' Anfang und obn' Ende ist Er, und wird auch stets 19.& derselbe seyn. Er ist zu spüren, wo man sich hinwende, das Heimlichste wird Elar in seinem Schein. Sein Licht ist nicht vermischt mit Dunkelheit. Die Kraft, die in ihm wohnt, wird nimmer schwach. Höchstselig, fennet er kein Ungemach: Er ist und bleibt, wie er war vor der Zeit. Neue Melodie. ctt ist mein Lied! Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam' und groß sind seine Werke, und alle Himmet sein Gebiet. 2. Er will und spricht's: so sind und leben Welten: Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in ihr Nichte. 3. Licht ist sein Kleid und seine Wahl die beste. Er herrscht als Gott, und seines Thrones Beste ist Wahrheit und Gerechtigkeit. und seinen Vollkommenheiten. 17 4. Unendlich reich, ein Meer von Von der Ewigkeit und UnverSeligkeiten, ohn' Anfang Gott, und ånderlichkeit Gottes. Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich! Nach der Melodie des 4. Lieds. 5. Was ist und war, im Himmel, 20. teit! und bein herrlich Erd' und Meere, das kennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. großes Wesen åndert sich zu keiner 3cit; du bleibst stets, was du ges wesen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sicher ruhe; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah', du sigest oder geheft: Ob du an's Meer, ob du gen Himmet flöhest: so ist er allenthalben da. 8. Er kennt mein Flehn und allen Rath der Seele, er weiß, wie oft ich Gutes thu' und fehle, und eilt mir gnädig beizustehn. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb auf sein Buch wie lang' ich leben sollte, da ich noch unbereitct war. 10. Nichts, nichts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immer dar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn. 11. Wer kann die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden lassen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du, Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr send sein Loblied und sein Psalm! 13. Du trånkst das Land, führst uns auf grüne Weiden! und Nacht und Tag und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; sollt' ich mein Herz nicht mit dem Trofte stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. 3ft Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werden; so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Si us his rad und 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes Wissen. Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müssen. Niemals kann dein Ausspruch fehlen; laß mich ihn zum Leitstern wählen. 3. Herr, du bist kein Menschenkind, daß dich etwas reuen sollte. Immer bleibst du gleich gesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. O, hilf uns allen thun nach deinem Wohlgefallen. Feind derer, die das unrecht üben. 4. Immer bleibst du, Gott! ein Immer bleibst du, Gott, ein Freund derer, die das Gute lieben. Laß uns darum schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht! Du bist ewig der Getreue, der das hält, was er verspricht. D, daß dies mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleiben. 6. Stets ist Wohlthun deine Lust; ewig währet deine Liebe. Wohl mir, wenn auch ich mit Lust mich in deis nem Willen übe! Dann, o Herr, wird's meiner Seelen nie an wahrem Wohlseyn fehlen. 7. Erd' und Himmel wird vers gehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur du bleibst mir ewig stehn; deine Hand wird mich umfassen, wenn ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden, diese deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und auf deinen Trost zu bauen. ld 2 18 Erster Theil. Aus dem 102. Pfalm. o Nach der Melodie des 16. Lieds. Vom Wesen Gottes auf dein Geheiß, da stand, deiner Weisheit Preis. 4. Wie gegoßne Spiegel stehn deine Himmel; doch vergehn deine Himmel, 21. du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Himmel ward, eh' noch dein Urm sich uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub sind vor dir der Heilige, der Sünder. Wie schnell enteilt das Leben doch von mir! Du Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Urm hat, Gott, den Himmel ausgebreitet. Doch sie vergehn, veralten, wie ein Kleid; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand von dir verwandelt werden. Du bleibest, wie du bist; denn keine Zeit umgränzet doch je die Unendlichkeit. err Gott, du bist die 3u5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner starken Rechte, du låff'st ihr Herz sich ewig deiner freu'n und bleibst ihr Gott; denn sie sind ewig dein. 6. Das sey mein Trost in allen tuben Stunden. Vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir. Mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir! Mel. Gott sey Dank in aller. 22. U nermeßlich, ewig ist Gott, der Höchste. Herr, du bist, wie du dich uns offenbarst, nun und ewig, der du war'st. 2. Ewig bleibst du selbst dir gleich, weis allein uns gnadenreich, ewig mächtig und vol Kraft, heilig und untadelhaft. nicht hält. 5. Du nur bleibeft, wie du bist, was dein weiser Rath beschließt, ist unwandelber, wie du, gut und heilig stets, wie du. 6. Du bist nicht ein Menschenkind, daß du lugest! nicht gesinnt, wie der Mensch, der wandelbar nimmer bleibet, was er war. 3. Alle Werke deiner Hand wären dir, o Gott, bekannt, eh' die Welt, 7. Was du zusagst, ist gewiß; zwischen Licht und Finsterniß tappt der Mensch hin, wählt, bereut plößlich wieder, was ihn freut. 8. Sollt' ich denn auf Fleisch vers trau'n? nicht, mein Heil, auf dich nur bau'n? ohne Weisheit und Verstand Brunnen graben in den Sand? Der 139. Pfalm. Nach der Melodie des 9. Lieds. 23. Du err, du erforschest mich; dir kennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits bekannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 9. Nein, Unwandelbarer, dein soll sich meine Seele freu'n. Sey mein Fels, Gott, scy mein Licht, ewig meine Zuversicht! 10. und in allgemeine Nacht sinke dann mit seiner Pracht jeder Himmel, und die Welt stürze hin, wenn Gott mich hålt! Von der Allwissenheit Gottes. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, was ich thu', du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt seh' ich auf dich. Wie groß ist dein Verstand! Wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, Höchster, da; führ ich zur Tief hinab, auch hier bist du mir nahe und seinen Vollkommenheiten. 4. Náhm' ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand; denn du bist überall; und dein ist jedes Land. 5. Sprách' ich zur Finsterniß: Scy um mich, mich zu decken! so sucht' ich doch umsonst vor dir mich zu verstecken. Denn auch die Finsterniß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Ungesicht. 6. Du warst schon über mir in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe; ich danke bir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eh' ich war, schon väterlich gedacht, 7. Du kanntest mein Gebein, eh' ich an's Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh' ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntnisse! für köftliche Gedanken! unzählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer, sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich recht= schaffen bin, wie ich's von aussen scheine. Sieh', ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Nach der Melodie des 17. Lieds. 24. Alwissender, vollkomm'ner Am Geist! des Auge alles siehet, was Nacht und Abgrund in sich schleußt und unserm Blick entfliehet. Es kann vor deinem hellen Licht sich kein Geschöpf verstecken. Auch Finsterniß verbirgt es nicht. Du weißt sie aufzudecken und Tag daraus zu machen. 2. Selbst die Gedanken sind dir kund, die unsre Seele heget, eh' sie noch der verschloßne Mund durch Worte dargeleget. Dir sind die Herz zen offenbar; du kannst ihr Dichten spüren. Den Rath der Seele siehst 19 du klar, du prüfest Herz und Nieren, und nichts bleibt dir verborgen. 3. Was deiner Freunde Herz begehrt, das weißt du, eh' sie beten. Ihr Seufzen wird von dir gehört, eh' sie noch vor dich treten. Was deiner Feinde Herz beschließt, ist auch dir unverborgen; dir, der du ihren Anschlag siehst, so heiter als den Mors gen, den Wolken nicht verdunkeln. 4. Was nach Verfließung vieler Zeit noch künftig wird geschehen, siehst du schon in Allwissenheit als gegenwärtig stehen. Du machst es deinen Knechten kund, es weiter auszubreis ten, und lässt durch ihren schwachen Mund die größten Heimlichkeiten der ganzen Welt entdecken. 5. Bleibt gleich vor Menschen manches noch in dieser Welt vere schwiegen, so wird vor ihrem Auge doch einst alles offen liegen. Herr, dein Gericht, dem nichts entflieht, wird alles offenbaren. Was noch so heimlich jetzt geschieht, wird alle Welt erfahren, und laut alsdann erzählen. 6. Laß mich, o. höchste Majestät, dein helles Auge scheuen. Wo ist der, der dich hintergeht mit seinen Heuches leien? Laß mich auch in der Einsamkeit dich gegenwärtig denken! Laß Wahrheit und Rechtschaffenheit bei allem Thun mich lenken, und stets mein Herz behüten. Von der Weisheit Gottes. Nach der Melodie des 7. Lieds. 25. Dinge, der alles ganz D u weiser Schöpfer aller genau versteht! nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht; du schreibest der Geschöpfe Chor, Zweck, Maaß, Gewicht und Regeln vor. 2. Die wundervollen prächt'gen Werke, die unserm Auge fern und nah, die stehn sowohl durch deine Stärke, als auch durch deine Weisheit da. unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau macht's bekannt. 3. Mit eben der allweisen Stärke, mit welcher du die Welt gemacht, regierst du alle deine Werke, die 2* 20 Erster Theil. Vom Wesen Gottes dein Verstand hervorgebracht. Du 1 stehet eilend da, was noch zuvor kein brauchst, o unerschaffnes Licht, der Menschen Rath und Beistand nicht. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, das kommt unfehlbar auch zur That. Wenn tausend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Du kennst und wählst zu deinem Zweck beständig, Gott, den besten Weg. 5. Die Menge so verschiedner Willen, wo dieser hier, der darauf fällt, muß immer doch den Schluß erfüllen, den sich dein Wille vorbehält, der aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. - 6. D Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle in ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg des Friedens nicht; o, gönne mir dein sich'res Licht! 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem klugen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du auf's beste mich regiert. Leit' ferner mich durch Welt und Zeit bis zu der frohen Ewigkeit. Von der Allmacht Gottes. Mel. Machs mit mir Gott nach. 26. H crr, deine Ullmacht reicht so weit, als selbst dein Wesen reichet. Nichts ist, daß deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Es ist kein Ding fo groß und schwer, das dir zu thun unmöglich war. 2. Du sprichst, und auf dein måch tig's Wort fällt alles dir zu Füßen. Frest deinen Anschlag fort bei ellen dernissen. Du winkst, so Auge sah. 13. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk und wird durch dich regieret. Noch immerhin besteht die Welt, weil dein allmächtig Wort sie hält. 4. Die Menge vieler Wunder zeigt, daß, Schöpfer, dein Vermögen weit über die Gesege steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, und ihren Lauf hebst du nach weiser Willführ auf. 5. Wer deiner Gnade folgsam wird, sein Herz zum Guten neiget, und wenn er sich von dir verirrt, vor dir sich innig beuget; o, dem vergiebst du Sünd' und Schuld, mit allmachtsvoller Gnad' und Huld! 6. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' einst sehen, wenn nach der langen Grabesnacht die Todten auferstehen, wenn du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden láss'st. 7. Allmächt'ger, mein erstaunter Geist, wirft sich vor dir darnieder. Die Ohnmacht, wie du selber weißt, umgiebet meine Glieder. Mach mich zum Zeugen deiner Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 8. O, zund' in mir den Glauben an, der deine Macht ergreifet, der stark und machtig werden kann, wenn er auf dich sich steifet. Gieb, daß ich traue deiner Kraft, die alles kann und alles schafft. Von der Allgegenwart Gottes. Nach der Melodie des 16. Lieds. 27. großer Gott! der alle Ding' erfüllet, vor des sen Blick kein Dunkel uns umhüllet, wohin soll ich vor deiner Ullmacht gehn? und wohin fliehn vor dir, Herr, ungesehn 2. Könnt' ich auch schnell mich zu den Wolken schwingen, und wieder schnell bis in die Tiefe dringen; so hielte mich doch deine Hand auch da: denn wo ich bin, da bist ou, Herr, mir nah'. und seinen Vollkommenheiten. 3 Dein Auge sieht, was Nacht und Abgrund decken, es kann sich nichts vor deinem Licht verstecken; du kennst genau das Inn're der Natur, der ganzen Welt und jeder Kreatur. 4. Kein falscher Gott, aus falschem Wahn verehret, hat je sein Volk das Künftige gelehret! du aber weißt, was künftig wird geschehn, und läss'st auch uns in deinem Wort es sehn. 5. Du weißt und hörst, was deine Kinder beten, und siehst, wenn sie im Stillen vor dich treten; noch eh' ihr Mund dir ihren Kummer sagt, vernimmst du schon, was dir ihr Seufzen klagt. 6. Vor Menschen bleibt hier manche That verborgen, dir aber ist die Nacht ein heller Morgen, und was hier noch in Finsterniß geschieht, entdeckt einst dein Gericht, dem nichts entflieht. 7. Wohl dem, der hier vor deinem Antlig wandelt, und der vor dir und Menschen redlich handelt; der steht bere alsdann, als ein bewährter Freund, getrost vor dir, wenn nun dein Tag erscheint. 8. O prüfe selbst die innersten Se- 29, danken, ob sie vielleicht von deiner Richtschnur wanken. Bin ich, o Gott, noch auf verkehrtem Steg, so führe du mich auf der Wahrheit Weg. E Hot Nach der Melodie des 26. Lieds. 28. Nie ie bist du, Höchster! von uns fern; du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, weissest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wenn ich Gutes thu: du siehst es, wenn ich fehle. Nichts, nichts kann deinem Aug' entfliehn; und nichts mich deiner Hand entziehn. 21. und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet; so weißt du sie, und strafest mich zu meiner Bess'rung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine! voll Mitleid, Bater, zählest du die Thránen, die ich weine. Du siehst und wågest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. don sms 3. Wenn ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe, und über deine Huld erfreut, lobsingend dich erhebe; so hörst du es, und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sey. 4. Du merkst es, wenn des Herzens Rath verkehrte Wege wählet, 6. Odrück, Ullgegenwärtiger! dies tief in meine Seele! daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu', und dir zu dienen eifrig sey. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln, und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Daß du, o Gott, stets um mich seyst, das tröst' und beff're meinen Geist. Von der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. Mel. des 42. Psalms. ott, vor dessen Ungesichte nur ein reiner Wandel gilt! Ew'ges Licht, aus deffen Lichte, stets die reinste Klarheit quillt! Deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kraftig bringen, nach der Heiligung zu ringen. 2. Heilig ist dein ganzes Wesen; denn kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist unsträflich, recht und gut, und mit deines Armes Stärke wirkst du stets vollkommne Werke. Erster Theil. Vom Wesen Gottes 22 2003 Herr, du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder, denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der Frommen Freund, Uebelthätern bist du feind; wer beharrt in seinen Sünden, kann vor oir nicht Gnade finden. 4. O, so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine Herzen, tödt' in uns der Sünden Macht. Denn was sind wir, Gott, vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? - 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O, so reinige vom Bösen durch ihn unsern ganzen Sinn. Gieb uns, wie du selbst verheiff'st, gieb uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und zu allem Guten führe. 6. Keiner sündlichen Begierde bleibe unser Herz geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sen rechtschaff'ne Heiligkeit. Mach' uns deinem Bilde gleich! Denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr, nur die erheben, die im Glauben heilig leben. Mel. Es ist gewißlich an der Zeit. 30.&* erechter Gott, vor dein Gericht, muß alle Welt sich stellen. Du wirst in ihrem Ange= sicht auch mir mein Urtheil fällen. D, laß mich dein Gericht stets scheun, un hier mit Ernst beflissen seyn, vor dir einst zu bestehen. 2. Du siehst von deinem festen Thron auf alle Menschenkinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nie siehst du die Personen an, allein auf das, was wir gethan, siehst du als rechter Richter. 3. Viel Gutes und Barmherzigkeit giebst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, darin die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, daß dir der Eifer wohlgefällt, dem man der Tugend widmet. 4. Ja, Herr, du liebst, was recht und gut, und bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Werk und Dienst gefällt dir wohl, ist er gleich nicht ſo, wie er soll, ganz rein von allen Fehlern. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rácher. Ihn strafend machst du offenbar, daß er dir nie gefällig war, der hier der Sünde dienet. 6. Der Untergang der ersten Welt, die aus der Urt geschlagen, das Feuer, das auf Sodom fällt, egyptens lange Plagen, und andre Wunder deiner Macht sind Zeugen, wenn dein Zorn erwacht, wie du den Sündern Lohnest. 7. Bleibt hier viel Boses unbestraft, viel Gutes unbelohnet, so kommt ein Tag der Rechenschaft, der keines Günders schonet; da stellst du, Herr, in's hellste Licht, wie recht und billig dein Gericht: dann triumphirt der Fromme. 8. Gerechter Gott, laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben! Gieb selber mir die Kraft dazu! Wirk' inniges Betrüben, wenn sich die Sünd' in mir noch regt! Dein Herz, das lauter Gutes hegt, sey meines Herzens Muster. 9. Und weil vor dir, Herr Zebaoth, nur die allein bestehen, die gläubig auf des Mittlers Tod bei ihrer Reue sehen; so laß mich die Gerechtigkeit, die mich von Straf' und Schuld be fecit, im Glauben eifrig suchen. an und seinen Vollkommenheiten. Von der Wahrhaftigkeit und Treue Gottes. Rach der Melodie des 7. Lieds. 31. noch nie haft du dein Wort gebrochen, nie deinen Bund, o Gott, verlegt. Du håltst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergehn, bleibt ewig doch dein Wort bestehn. 2. Du bist kein Mensch, daß dich gereue, was uns dein Mund verheißen hat. Nach deiner Macht, nach deiner Treue bringst du das alles stets zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kommt sie doch zur rechten Zeit. 3. Und wie du das unfehlbar giebeft, was deine Lieb' uns zugedacht; so wird, wenn du Vergeltung übest, dein Drohwort auch gewiß vollbracht. Wer dich, o Gott, beharrlich haßt, fühlt deiner Strafe schwere Last. 4. O, drücke dies tief in mein Herze, daß es vor deinem scheut. Gieb, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. werde das von mir gewagt, was bein Befehl mir untersagt. Nie 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Trost uns je mals rauben, den wir auf dein Versprechen bau'n? du bist ein Fels, dein Bund steht fest: Wohl dem, der sich auf dich verläßt! 6. Wie stark sind unsers Glaubens Gründe! hier ist dein Wort, das niemals trügt. Und daß dies allen Beifall finde, hast du den Eid hinzugefügt. Wahrhaft'ger, was dein Mund beschwört, ist völlig unsers Glaubens werth. 7. Laß, Seele, laß dich dies beschamen! O, traue Gott, der treu es meint. Such' ihn zum Muster anzunehmen, und sey auch aller Lügen Feind. Beweise dich als Gottes Kind, bei dem man Treu' und Wahrheit find't. 23 Mel. Gott des Himmels und. 32. Weicht ibr Berge, fallt ih: Huget! Berg und Felsen stürzet ein: Gottes Treu hat dieses Siegel, fie soll fest und ewig seyn. Laßt den Weltkreis untergehn, Gottes Gnade muß bestehn. 2. Gott hat mir ein Wort vers sprochen, seinen Bund mit mir gemacht, der wird nimmermehr gebrochen, bis er alles hat vollbracht. Er, die Wahr heit, trüget nicht, was er saget, das geschicht. 3. Seine Gnade soll nicht weichen, wenn gleich alles bricht und fällt. fie ewig sich gestellt. Sie soll ihren Zweck erreichen, den Ist die Welt voll Heuchelei, Gott ist fromm, gut und getreu. hat sie Krieg und Streit im Sinn: 4. Will die Welt den Frieden brechen, Gott hält immer sein Versprechen. Shm vertraun ist stets Gewinn; denn was er war. er bleibet immerdar, was er ist, und 5. Laßt sein Untlie sich verstellen; ist sein Herz doch treu gesinnt, und bezeugt in allen Fällen, ich sey sein geliebtes Kind, dem er beide Hände reicht, wenn auch alle Hoffnung weicht. 6. Er will Friede mit mir halten, wenn sich schon die Welt emport. Ihre Liebe mag erkalten; ich bin seinem Herzen werth. Und wenn Höll' und Abgrund brüllt, bleibt doch er mir Sonn' und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; welch ein Trost, nun werd' ich Armer nimmermehr von ihm getrennt. Sein Erbarmen läßt nicht ihn fich mir jemals ganz entziehn. Erster Theil.- Vom Wesen Gottes Nun, so soll mein ganz Veren unbeweglich auf ihm ruh'n: en will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er thun. Erd' und Hir mel kann vergehn, doch sein Bild bleibt ewig stehn! Von der Liebe und Güte Gottes. seiner nicht. 2. Wer hat mich wunderbar be= reitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stårkt den Frieden im Gewissen? Wer giebt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Ist's nicht sein Arm, der alles schafft? 4. Und diesen Gott sollt' ich nicht ehren? Und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir in's Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. Mel. des 98. Pfalms 33. W ie groß ist des UU. macht'gen Gute! ist der ein Mensch, den sie nicht rührt? Der mit verhärtetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihm gebührt? Nein, seine Liebe zu ermessen sey ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch 34. nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch 3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du haft ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Gute sind sie dein. Sieh', darum mußte Christus leiden, damit Su könntest selig seyn. 5. Dies ist mein Dank; dies ist sein Wille. Ich soll vollkommen seyn, wie Er. So lang' ich dies Gebot erfülle, stell' ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott, laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn! fie stårk' in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen: sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg' in meinem Herzen die Furcht des legten Augenblicks. Neue Mel. oder Nun lob mein Seel'. Gott, du bist die Liebe! Allein zum Wohlthun hast du Lust. Der Quålsucht harte Triebe find deinem Herzen unbewußt. Ganz ohne alle Gránzen ist deine Gütigkeit. So weit die Himmel glänzen, übst du Barmherzigkeit. Du, Herr, haft Wohlgefallen an dem, was du gemacht; und hast uns Sündern E allen noch Leben zugedacht. Shund seinen Vollkommenheiten. 2. Als du uns hießeft werden, da schufst du uns zum ew'gen Wohl. Nicht nur auf dieser Erden ist alles 35. deiner Güte voll; auch in dem Himmel droben hat deine Vaterhand uns Güter aufgehoben, die noch kein Aug' erkannt. Dorthin uns zu erheben ist, Gott, mit uns dein Sinn. Drum gab für uns sein Leben dein ew'ger Sohn dahin. 3. Wie groß ist deine Gnade! Wer ist so reich an Huld, wie du? Auch auf dem Sündenpfade siehst du uns voller Langmuth zu. Du lockest uns zur Buße; und wenn, zur Reu' bewegt, der Sünder sich zu Fuße vor dir in Demuth legt, so siehst du auf ihn Urmen mit väterlicher Huld, und schenkst ihm aus Erbarmen die ganze Sündenschuld. 4. Mit jedem neuen Morgen wird über uns dein Wohlthun neu; du kommest unsern Sorgen zuvor mit deiner Vatertreu'. Du, Ursprung aller Gaben! du weißt, was uns gebricht, und, was wir nöthig haben, versagst du, Gott, uns nicht. Vom Wohlthun, das du übest, sind unfre Tage voll; auch wenn du uns betrübest, geschieht's zu unserm Wohl. 5. Wer sollte dich nicht lieben? Du haft uns ja zuerst geliebt, und bist stets treu verblieben, wie viel wir wider dich verübt. Mit Gnade uns zu segnen, ist ewig deine Lust. Mit Dank dir zu begegnen sey, Herr, auch unsre Lust. Laß uns, treu zu erfüllen, was du befiehlst, nie ruh'n. Wer sollte deinen Willen nicht gern, o Bater, thun? 10918 6. Wer hier auf deinen Wegen sich willig deinem Dienste weiht, den segest du zum Segen schon hier, noch mehr in Ewigkeit. Du krönest seine Leiden mit herrlichem Gewinn, und führest ihn zu Freuden, zu ew'gen Freuden hin. Wie theu'r ist deine Gute! Gott, laß mich ihrer freu'n, und stets mein ganz Gemüthe voll ihres Ruhmes seyn! Mel. Wie schön leuchtet der. 035 Gott, deß starke Hand die Welt erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwachen gnädig fort; und wenn ich mein Gemüthe von hier zu dir, o Gott, wende, streckst du Hände voll Erbarmen, und voll Wohlthun nach mir Urmen. 2. Seh' ich den weiten Himmel an ſo viel ich davon sehen kann, so seh' ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mách tig, freudig dir zu singen, dir zu bringen Ehr' und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke! 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl' ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr, mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Die Erd' ist deiner Güte voll! In allem, was mich nähren soll, schmeck ich, Gott, deine Güte. Ich seh' und hör' und fühle sie in Feld und Wald, an Chier und Vieh. Dies dringet mein Gemüthe, Herr, dich innig ohn' Aufhören zu verehren. Hoch zu loben sind ja deiner Güte Proben! 5. Schau ich mich selber achtsam an, so viel ich mich beschauen kann, so seh' ich deine Güte. Die zeiget mir ein jedes Glied, ein jeder Sinn, ein jeder Tritt, mein Geist und ganz 26 Gemüthe. Billig muß ich dir hinwieder meine Glieder ganz ergeben, und nur dir zu Ehren leben. Erster Theil. Vom Wesen Gottes 6. Herr! dazu, bitt' ich, hilf du mir! 3euch immer näher mich zu dir durch deine große Güte! O heilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undank Hüte. Laß mich, was ich bitt', erlangen; dir anhangen hier auf Erden, bis mir wird der Himmel werden. eiding Der 36. Psalm. Mel. des Psalms. Sitruso 36.& ott, deine Huld und Gütigkeit erfüllet alles, reicht ſo weit, als deine Himmel reichen! und alles sagt: daß deine Treu', dwie du, unendlich, ewig sen! Eh' werden Berge weichen, eh' uns des Herren Huld verläßt! Nein, nein! sein Wort steht ewig fest auf nie bewegten Gründen! Du, Gott, von dem nur Gutes fließt, du lasseft uns, so lang' du bist, Erbarmung vor dir finden. 2. Dein sind die Menschen, dein das Vieh! du, Gott, erhältst, ernähreft sie, wer kann dich g'nug erheben! Du Gott voll Gnaden, voll Geduld, stets fühlen deine Baterhuld, die hier auf Erden leben. Wer giebt dem Menschen sich're Rub'? Wer, Usi wer kann sie, Gott, so wie du, mit voller Freud' erquicken? Wer kann der Deinen reine Brust mit Strömen nie gefühlter Luft, wer will sie so entzücken! 3. Fließt, fließt nicht alle Seligkeit, o Gott, aus deiner Gütigkeit, quillt nicht von dir das Leben? Auch kennten wir dich, Höchster, nicht, hätt'st du uns des Verstandes Licht, dein Wort, Herr, nicht gegeben! Wer diesem Lichte folgt, der wird zum höhern Licht, zu dir geführt! Den wirst du nicht verlassen! Geuß deinen Segen über die, die dich verehren! schüße sie, die alle Falschheit haffen! Von der Geduld und Langmuth Gottes. Neue Mel. oder Ein Lämmlein. 37. etreuer Gott! Wie viel Geduld beweisest du uns Urmen! Wir häufen täglich unsre Schuld, du häufest dein Erbarmen. Was ist des Menschen Lebenslauf? Er ist verderbt von Jugend auf, und deinem Wink entgegen. Und gleicha wohl, Bater, suchst du ihn langs müthig davon abzuziehn, zur Beß rung zu bewegen. 2. Der Menschen Elend jammert dich. Wenn sie sich gleich verstocken, so suchst du sie doch väterlich durch Huld zu dir zu locken. Wie lange sahst und riefest du nicht ehmals deinem Volke zu, daß sich ihr Herz bekehrte! wie trugst du nicht mit Univ.- Bibl. Giessen an und seinen Vollkommenheiten. Gutigkeit die erste Welt so lange Zeit, eh' sie die Fluth verheerte! 3. Noch immer giebst du Sündern Raum, der Strafe zu entgehen. Du läff'st den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; verziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. Du wartest sein mit großer Treu, und hörst, damit er fruchtbar sey, nicht auf, an ihm zu bauen. 4. Langmuthigster! so große Huld bezeigst du frechen Sündern, und 10, nicht weniger Geduld hast du mit deinen Kindern. Sie werden ja, weil Fleisch und Welt hier ihnen häufig Nege stellt, oft sicher, matt und trage. Sie straucheln, sie vergehen sich, und fehlen oftmals wider dich auf falsch gewähltem Wege. 5. Du rufest ihnen in Gefahr, so oft fie irre gehen; reichst ihnen Hand und Stärke dar, von Sünden aufzustehen. Du trágest sie mit Baterhuld, bist willig, ihre Sündenschuld durch Christum zu vergeben; giebst ihnen neue Glaubenskraft und nach vollbrachter Pilgrimschaft ein ewig Freudenleben. 6. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott, unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Baterhuld zur Sicherheit uns führen! Trag' uns erbarmend fernerhin; doch gieb uns auch dabei den Sinn, daß wir die Sünde hassen, und uns noch in der Gnadenzeit den Reichthum deiner Gütigkeit zur Buße leiten laffen. Mel. Wunderbarer König. 38. 11 numschránkte Liebe, gönne blöden Augen, die zum Trr: dischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis buldreich schmücken, 27 es und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne, fcheinen. 2. Wasser, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplah deiner Gute. Deiner Langmuth Ehre, wird durch neue Proben, immer herrlicher erheben, wie weit, o, wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denken, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu. ohne Ruh lieben, die dich hassen: Herr! wer kann das faffen? 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wenn sie weinend vor oir stehen. Deine Rechte drauet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie kaum weggeleget, dich zum 3orn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht empfangen; wer zu deinen Füßen sich mit Thränen senket, dem wird Straf und Schuld geschenket. Unser Schmerz rührt dein Herz, und du willst der Armen gnådig dich erbarmen. 6. Hochster, sey gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken lohnest. Deiner Hand sen Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Scepter führet. Fahre fort, 3ions Hort, Langmuth auszuüben und die Welt zu lieben. Lob der heiligen Dreieinigkeit. Nach der Melodie, des 15. Lieds. 39. ott, unserm Gott allein sey Dank für seine Gnade! Uns drücket nun; sein 3orn nicht mehr; geheilt ist unser Schade. Er, der uns seinen Frieden gab, schaut auf die Erde nun herab mit Lieb' und Wohlgefallen. 28 Erster Theil. Vom Wesen Gottes 2. Gott Vater! wir verehren dich,| Pilgrimschaft im Glauben selig schlies mit Leben und mit Danken; denn du regierest ewiglich! dein Thron kann niemals wanken. Herr, alles, was du sprichst, geschieht, so wie dein Aug' auf alles sieht: Wohl uns, daß du regierest! - 3. Christe, Gottes ein'ger Sohn! Für uns in's Fleisch geboren! Ramst du nicht von des Himmels Thron, so waren wir verloren. Sey uns mit deinem Heile nah! Ach, für uns alle starbst du ja! Erbarm' dich unser aller! & heil'ger Geiſt! du theures Pfand, du der Erleucht' mit Weisheit den Verstand, und komm, das Herz zu trösten. Sey, wo wir wandeln, unser Licht! Verlaß uns auch im Tode nicht! Wir trau'n auf deine Treue. Nach der Melodie des 17. Lieds. 40. err, unser Gott, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen. Und doch hast du, an Gnade reich, uns dir zum Dienst er= lesen. Gemeinschaft sollen wir mit dir, du Allerhöchster, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vater, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unser an, wie Våter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz voll Güte und Geduld verleih' uns Trost und Leben, daß wir dich kindlich fürchten. 3. O Jesu, ew'ger Gottessohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu be: frei'n von Sünd' und Tod, kamst du zu uns auf Erden. O, laß uns, unser Herr und Gott, froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 4. O heil'ger Geist, du Geist von Gott! Wehr in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du giebst gum Guten Lust und Kraft. Laß uns deß auch genießet amit wir unsre ßen. Wir wollen dir gern folgen. 5. Laß, Gott, uns dein auf Erden schon als unsers Gottes freuen. Herr, segne uns von deinem Chron, daß wir vor dir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlichkeit. Dir wollen wir hier leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit uns einst dahin erheben, wo wir dich ewig schauen. Nach der Melodie des 30. Lieds, 41. heiligste Dreieinigkeit, nach dich ehren bemüht sich deine Christenheit, hoch bist du, wie wundersam! Unbetungswürdig ist dein Nam', dein Wesen unerforschlich.ds on 2. Es zeigt die herrliche Natur, und zwar an jedem Orte, des Uller= höchsten Segensspur, doch Dank sey seinem Worte! Es zeigt uns ihn erst recht, er heißt: Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist, der Gott des armen Sünders. 3. Nun weicht die Nacht, nun wird es hell, laßt Lobgesänge fließen! Du Vater, aller Wesen Quell und Urs sprung, sey gepriesen! Du Vater, haft von aller Seit in grånzenloser Ewigkeit den Sohn, dein Bild, gezeuget. 4. Du schufft den weiten Erdenkreis mit gnäd'gem Wohlgefallen. Du schufft den Menschen: Dank und Preis soll erst durch ihn erschallen. Du trågest durch dein mächtig Wort, was du erschaffen, immerfort, und herrsch'st mit weiser Güte. 5. O bester Vater steh' uns bei, uns, deinen armen Kindern! wir fehlen oft noch, ach verzeih', verzeih' uns armen Sündern., unsre Noth ist mannigfalt, errett' uns, Herr, und hilf uns bald, zeig' dich an uns als Vater! 6. Herr Jesu Christ, des ew'gen Sohn, von Ewigkeit geboren. Du herrsch'st auf deines Vaters Thron, zu unserm Heil erkoren. Durch dich erschuf er diese Welt, du bist's, durch den er sie erhält, o Gott, aus Gott geboren! und seinen Vollkommenheiten. 7. Du bist des Höchsten Ebenbild, der dich sieht, sieht den Vater; ein Mensch, nachdem die Zeit erfüllt, ein Helfer, ein Berather des Menschen. Du erwarbst ihm Huld, bezahltest seine schwere Schuld durch dein unschuldig Leiden. 8. Nun sigest du zur rechten Hand des Vaters hocherhoben, beherrsch'st allmächtig jedes Land, und dampfft der Feinde Toben. Hilf, unser Bruder, unser Gott, du bist's, auf den in Noth und Tod wir uns allein verlassen. 9. Von Ewigkeit warst du auch schon, o Geist, Quell aller Wahrheit, Gott mit dem Vater und dem Sohn, erfüllt mit höchster Klarheit. Vom Vater und vom Sohn gesandt, mach' uns die Gottheit recht bekannt, und ihr zu dienen willig. Der 19. Pfalm. Neue Mel. oder Wer nur den lieben. 42. D Von der Schöpfung. ie Himmel rufen, jeder ehret die Größe Gottes, seine Pracht; die ausgespannte Vefte lehret die Werke, die sein Urm gemacht; und aller Welten Harmo: nie, verkündigt und besinget sie. 2. Es strömt von einem Tag zum andern, gleich Bächen, ihre Rede fort, und eine Nacht erzählt der andern laut ihr gedankenvolles Wort. Es sind nicht Sprachen, die sie spricht; doch wer hört ihre Stimme nicht? 29 10. O heil'ger Geist, du Geist des Herrn, durch den wir Abba schreien, nur du kannst uns, und thust es gern, zu seinem Bilo erneuen. Durch dich wird unsre Hoffnung fest, und wenn uns alle Welt verläßt, so bleibt dein Trost noch kraftig. 3. Die Ordnung kunsterfüllter Kreise verherrlicht Gott durch jedes Land 11. Geist des Gebetes steh uns bei, daß wir in allen Nöthen voll Danks barkeit, mit wahrer Reu', zu Gott im Glauben beten. Wenn unsre Stunde kommen ist, so hilf, daß wir auf Jesum Christ getrost und selig sterben. 12. Gott Vater, Sohn und heil'= ger Geist, wie groß ist deine Güte; sey ewiglich dafür gepreis't, mit freue digem Gemüthe! Wenn dich der Engel Chor besingt, wo heilig, heilig, heilig klingt, so bor' hier unser Lallen! kas sama in manis Do 10 und macht, damit der Mensch ihn preise, sein Lob der fernsten Welt bekannt; denn wer sieht ihre Wune derbahn, und betet nicht den Schös pfer an? 4. Wer schuf, daß uns der Tag erwache, der Sonne strahlend Zelt, als Er? Sie kommt; so geht vom Brautgemache der heitre Bräutigam daher; sie eilet, wie ein Held zum Streit erwachet und des Kampfs sich freut. 5. Ihr hoher Aufgang ist im Mor= Lauf. Nichts bleibt vor ihrer Gluth gen, bis in den fernen West ihr verborgen; sie gehet allen segnend auf. Ihr Glanz zerstreut das Grau'n der Nacht, beseelt die Welt und giebt ihr Pracht. 6. Das Recht, das uns der Herr gegeben, ist heilig und untadelhaft. Es stårkt die Seelen, daß sie leben, und giebt den kranken Herzen Kraft; sein Wort ist ohne Falsch und Trug, erhellt und macht die Einfalt flug. Erster Theil. Von der Schöpfung. 30 7. Aus seinen richtigen Gesegen quillt Freude für die Traurigkeit. Sie heiligen, wenn sie ergògen. Wie lauter ist, was Gott gebeut! Herr, deines Wortes reines Licht erleuchtet jedes Angesicht. 8. Die Furcht des Herrn erhebt und schmücket ein folgsam Herz, und macht es rein, und ewig bleiben die beglücket, die sich dem Dienste Gottes weih'n. Denn alles, was der Herr gebeut, ist Wahrheit und Gerechtigkeit. 9. Die Zeugnisse des Herrn sind besser und mehr der Sehnsucht werth, als Gold. Ihr Werth ist köstlicher und größer, als alles noch so feine Gold. Süß sind sie, wie der Honig ist, und mehr, als der vom Stocke fließt. 10. Wie warnen sie nicht deine Knechte! Der hat viel Segen, der sie hålt! Doch oft vergißt man deine Rechte: Wer merkt, o Gott, wie oft er fällt? Vergieb, das bitt' ich, Gott, von dir, auch die verborg'nen Sünden mir! 11. Enthalte mich von frechen Sünden, die ein vermeßner Stolz erzeugt, und laß sie den nicht überwinden, der willig in dein Joch sich beugt! Daß ich unschuldig, rein und frei von großer Uebertretung sey! 12. Vernimm, voll Huld, aus meinem Munde die Reden, die sich und zur angenehmen Stunde, dir mein Gebet geseufzet seyn! Ich habe ja dein gnädig Wort, Herr, mein Erlöser, Gott, mein Hort! Nach der Melodie des 42. Lieds. 43. Sott! ben alle Himmel chren, von dir kommt aller Himmel Pracht. Was wir nur schönes sehn und hören, hat deine Hand allein gemacht. Un deine Weisheit, an dein Licht, reicht keines Menschen Denken nicht. 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, der ihnen ihre Zierde schenkt. Du bist es, der die Erde kleidet, und fie mit grünem Schmuck behängt. Du bist es, der durch seine Kraft dem Frühling neue Anmuth schafft. 3. Daß Kraut und Pflanzen fich verjüngen, und alles neues Leben fühlt, daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld mit tausend Farben spielt, das fließt allein aus deiner Gnad', die unsre Welt gezieret hat. 4. Wie viel vermag dein mächtig: Werde! erhabenster Herr Zebaoth! Dein Lob verkündigt zwar die Erde, doch herrlicher noch, reicher Gott, verkündiget der Himmel Pracht die Größe deiner Schöpfermacht. 5. Aus dir, du Quelle alles Lichtes, fließt auch der Sonne feurig Meer. Ja, großer Schöpfer des Gesichtes, von dir kommt auch das Wunder her, daß mir die Schönheit dieser Welt so strahlend in die Augen fällt. 6. Was zeugt das Heer von tausend Sternen, das selbst die Nächte reizend macht? Von ihnen soll ich hier schon lernen, wie groß, o Schöpfer, deine Pracht! Gott du bist nichts, als Heiterkeit; nur Licht und Strahlen sind dein Kleid. 7. Uch Schöpfer! heilge mein Ges sichte, wenn ich so voll Verwund'rung steh', daß ich in deines Geistes Lichte allein auf dich, den Ursprung, seh'. Ach! reinige selbst meine Brust von jeder schnöden Erdenlust. Nach der Melodie des 15. Lichs. 44. W beine Macht, die Beis heit deiner Wege, die Liebe, die für alle wacht, anbetend überlege: so weiß ich, von Bewund'rung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr, und Vater! 2. Mein Auge sieht, wohin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prachtig ausgeschmückt, preist dich, du Gott der Stärke! Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer kleidet sie mit Majestát? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorrath uns zu segnen? Gott der Macht und Herrlichkeit, Erster Theil. Von Gott, deine Güte reicht so weit, als nur die Wolken gehen. 4. Dich predigt Sonnenschein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ge= ringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Ehre! Mich, ruft der Baum in seiner pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt meinem Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand so wundervoll bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Gút' und Größe. 6. Erheb' ihn ewig, o mein Geist! erhebe seinen Namen! Gott, unser Vater sey gepreist, und alle Welt fag': Amen! und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff' auf ihn, und dien ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen Nach der Melodie des 7. Lteds. 45, Goit des Himmels und der Erden, der du allgegenwärtig bist, und nimmer kannst begriffen werden, vor dem kein Ding verborgen ist, ach ziehe mich, mein Gott, zu dir, und offenbare dich in mir! 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich deince Gottheit Spur. Wenn ich voll Undacht über denke die wundervolle Kreatur, so ruft mir gleichsam alles zu: Wie groß Gott, wie klein bist du. 3. Es zeigen alle Elemente, wie weis' und gut der Schöpfer sey. O, wenn das Stumme reden könnte, ſo stimmt' es der Ermunt'rung bei: Ihr Menschen! ehrt des Schöpfers Pracht, auch euch zu gut sind wir gemacht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! die Erd' ist deiner Güte voll. O, gieb mir deines Geistes Triebe, daß ich dich preise, wie ich soll. Nimm, was ich kann, und hab', und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin! der Schöpfung. 31 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir locken, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, der statt des Nußens Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn! Mein Schag und Ziel sey du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise: hier geht mein Weg zur andern Welt. D, mache du mich klug und weise daß ich hier thu', was dir gefällt. Nimm endlich nach vollbrachtem Lauf mich, Gott, in deinen Himmel auf. Mel. des 140. Pfalms. 46. D ie Himmel rühmen Gottes Ehre, ihr Schall pflanzt feinen Stamen fort. Iha rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vers nimm, o Mensch, ihr göttlich Wort. 2. Wer trågt die unzählbaren Sterne? Wer führt die Sonn' aus ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimm's und sieh' die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt. Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzählbaren Heere der Wesen fühllos wohl beschaun? Durch wen ist alles? gieb ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertrau'n! 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich werde seyn, der ich dein Gott und Vater e werde, Weiss ung 6. Ich bin dein Schö heit, Güte, ein Gott der und dein Heil; ich sin's, mit Liebe dein Gemüthe, und nehm' a. meiner Gnade Theil. 32 Erster Theil. andro Von den Engeln. - Von der Schöpfung. Mel. Jefus, meine Zuversicht. 47. S err, du hast in deinem Reich große Schaaren heil'ger Engel. Ihnen bin ich noch nicht gleich; denn E ich bin noch voller Mángel. Ach! wann werd' ich auch so rein, als die guten Geister seyn. 2. Mich beschwert noch Fleisch und Blut; stårke mich bei der Beschwerde! Starte mich mit Kraft und Muth, daß ich hier schon auf der Erde als dein Erbe und dein Kind immer himmlisch sey gesinnt. 3. Gieb mir Weisheit, gieb mir Fleiß, dich, o Gott! recht zu erkennen. Laß mich deines Namens Preis gern auch vor der Welt bekennen; daß ich darin auf der Erd' deinen Engeln dhnlich werd'. 4. Herr, dein Wille soll geschehn, wie im Himmel, so auf Erden. Laß uns doch stets darauf sehn, daß wir dir gehorsam werden, so in deinem Wil len ruh'n, wie die reinen Geister thun. 5. Unsre Welt ist voll Gefahr; voll Gefahr ist unser Leben. Sende deinen Engel Schaar, daß sie schügend uns umgeben. Wo wir gehen aus und eint, Laß sie unsre Wächter seyn. 6. Mach' es, wie mit Lazaro, wenn ich künftig werde sterben. Laß mich dann auch eben so deines Himmels Freuden erben. Bringe durch der Engel Hand mich hin in mein Vaterland. 7. Laß mich dann vor deinem Stuhl bei den Auserwählten stehen, wenn die Bosen in den Pfuhl der Verdammniß git nd gehen. Mache mich in deinem rei, vollig deinen Engeln gleich. Mel. Nun ruhen alle Wälder. 48. u Herr der Seras phinen, dem tausend Engel tienen und zu Gebote stehn: du herrlich großer Meister des ganzen Reichs der Geister! mein Mund soll deinen Ruhm erhöhn. 2. Herr, deine Himmelsheere, die Beugen deiner Ehre, giebst du zu meiner Wacht. Sie sehn dein Angesichte im höchstvollkommnen Lichte, und haben dennoch auf mich cht. 3. Ich preise deine Güte mit dankbarem Gemüthe für diese WunderSchaar. Ich rühme deine Rechte für diese deine Knechte, durch deren Schuß ich sicher was. 4. Gieb, Geber aller Güter, gieb ferner diese Hüter zu meinem Schirm mir bei. Es sey mein ganzes Leben mit ihnen stets umgeben, so bleib' ich manches Fehltritts frei. 5. Doch sollen sie nicht weichen, so laß mich ihnen gleichen an wahrer Heiligkeit. Wie sie die Kinder lieben, und wahre Demuth üben, so mach' auch mich dazu bereit. 6. Sie thun ja deinen Willen; laß mich den auch erfüllen. Sie eben völlig rein; laß mich, nach deinen Worten, o Herr an allen Orten auch so, wie sie, die Sünde scheun. 7. Wenn ich denn endlich scheide, so führe mich zur Freude, auf ihren Händen ein. Bei dir; o Höchster, droben will ich dich ewig loben, wenn ich den Engeln gleich werd' ſeyn. # 00 4) Von der Vorsehung Gottes. Der 33. Pfalm. Mel. des Pfalms. sid 49. hr Frommen, auf! die ihr die Ehren des Gottes aller Ehren singt; dieweil sein Lob von 3ions Chören noch eins so anges nehm erklingt! Spielt ihm streng und schöne! Mischt der Orgeln Zone in den Jubelsang! Lobèt ihn auf Saiten, laßt ihm sich bereiten eurer Flöten Klang. 2. Verherrlicht ihn mit neuen Weisen! Erhebt ihn durch ein ewig Lied! Und seyd, ihn würdiglich zu preisen, mit allgemeinem Fleiß bemüht! Was sein Wort uns lehret, was sein und uns schwöret, ist vollkommen wahr. Jedes seiner Werke leget, daß man's merke, seine Wahrheit dar. 38 4. Er hält die Meer' und Wasserschäße in ihrem sichern Abgrund auf. Er schreibt der Ebb' und Fluth Gesege, und ordnet aller Flüsse Lauf. Adams ganz Geschlechte fürchte Gottes Rechte, die dies wirken kann! Betet, freche Geister, Gott, des Donners Meister, mit Erstaunung an! 5. Er spricht, um etwas zu volls bringen: so ist's im Augenblick_ge= schehn. Er rufet unerschaffnen Dine gen: so sind sie wirklich schon zu sehn. Allen Rath der Großen weiß er umzustoßen, wie es immer geh'. Alle List der Erden muß zu Schanden werden, daß sein Rath besteh'. 6. Er wechselt niemals in Gedan= ken. Kein Fall der Seiten schwächt sein Reich. Er kann nicht, wie die Menschen, wanken, und ist sich selb sten ewig gleich, Wohl denn dem Geschlechte, welches sich mit Rechte zu den Seinen zählt! Wohl euch, Zions Kindern, die er aus den Suns dern, als sein Erb', erwählt! 7. Er sieht von seiner Sterne Bühe nen das Thun der Erdenkinder ein. Er unterscheidet, die ihm dienen und die vor ihm nicht lauter seyn. Gott, der Weltberather, nimmt, als Herr und Vater, aller Menschen wahr; seiner Fürsicht Proben werden uns von oben stündlich offenbar. 8. Er hat das Herz in uns geleget; drum kennt er dessen Haß und Lust, und was sich da geheimes reget, ist cher ihm als uns bewußt. Nicht die vielen Machten siegen in den Schlachten, sondern Gottes Urm. Dieser ist bewährter, als der Helden Schwerter und der Riesen Schwarm. 3. Gerecht und heilig ist sein Wille 9. Ein feurig Pferd, mit dem ein und jeder Ausspruch, den er fällt.Sieger oft glücklich durch die Feinde Der Ausfluß seiner Segensfülle' er geußt sich durch die ganze Welt. Die gewölbten Lüfte, und der Himmel Klüfte, hieß sein Machtwort seyn. Aller Sternen Kreise, Wechsel, Licht und Weise schuf sein Hauch allein. ris, ift keinem Flüchtling, keinem Krieger mit aller seiner Kraft gewiß. Die sich Gott ergeben, deren Gut und Leben nimmt sein Aug' in Ucht. Ihre Seele trauet, wenn dem Bösen grauet, seiner Huld und Macht. 10. Der Flügel Bottes deckt die Seinen vor allen Tod'sgefahren zu. Wenn andre lang' nach Brode weinen, so speist er uns in milder Ruh'. Darum, fromme Herzen, harrt in allen Schmerzen seiner Hülf und Kraft, die euch fest umringet, alle Noth verdringet, und euch Heil verschafft. 3 Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 34 11. In dir, o Herr, in dir alleine erfreuen wir uns jederzeit. Der Trost für Israels Gemeine ist deine Treu' und Heiligkeit. Uebe dein Erbarmen ferner an uns Urmen, du, o höchstes Gut! Gieb uns einst zum Lohne unsers Glaubens Krone, der auf dich beruht. Der 65. Psalm. Mel. des Psalms. 50. M an betet, Herr, in 3ions Stille zu deiner Macht und Huld. Da zahlt man dir der Opfer Fülle und der Gelübde Schuld: da merkest du auf unfre Lieder und Bitten für und für, und sammelst deiner Kirche Glieder aus aller Welt zu dir. 2. Daß uns der Sünden Last nicht schade, wie schwer sie immer sey, so spricht uns Arme deine Gnade von Fluch und Schulden frei. Wohl denen, die sie aus den Sündern zu deinem Dienste wählt, und hier und dort zu deinen Kindern und Hausgenossen zählt. 3. Du gießest nach den bangen Zeiten den Trost auf Jacobs Haus, vom Sige deiner Seligkeiten, an allen Enden aus. Wir können deiner Liebe Proben in tausend Wundern sehn, und dich als unsern Heiland loben, sobald wir zu dir flehn. 4. Die Hoffnung aller MenschenSchaaren ist nur auf dich gestellt: Denn du allein nur mußt bewahren, was See und Land enthält. Du bist es, dessen sichre Stärke die Berge gründen kann, und warest zu dem Schöpfungswerke mit Allmacht angethan. 5. Dein Wink gebeut den wilden Meeren, und stillet Wind und Fluth. Wenn Welt und Hölle sich empören so dámpfst du ihre Wuth. So weit der Erde Theile reichen, erschrickt die Heidenschaft vor deiner wahren Gotts heit Zeichen und deiner höchsten Kraft. 6. Du machest fröhlich, was da Tag webet, so bald der erwacht; und Übends danket, da lebet, dem Schuße deiner Macht. Wenn du erquickst mit Thau und Regen der Erde heißen Schooß, so wird durch deinen milden Segen der Felder Reichthum groß. 7. Dein Brunn, der nimmermehr verfeiget, erquickt sie früh und spät, bis Keim und ehre treibt und steiget, und alle Frucht geräth. Wenn Frucht und Fluren sich verneuen, o Herr, so tránkst du sie, und thauest Wachsthum und Sedeihen auf unsre Saat und Müh'. 8. Du krönest alle Jahreszeiten mit segensvoller Hand, und träufelst eitel Fettigkeiten auf unser ganzes Land. Es triefen Wüsten, Haid' und Weiden von ihrem fruchtbar'n Guß. Die Hügel schmücken sich mit Freuden und holdem Ueberfluß. 9. Es wimmeln von dem Schaafs gedränge die Unger rings umher. Es stehen von des Kornes Menge die Quen dick und schwer. Da schallt der Dank von tausend Chören: der frohe Landmann singt des Allerhalters Macht und Ehren, daß Berg und Thal erklingt. Der 104. Pfalm. Nach der Melodie des 33. Lieds. 51. Sen feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Sehr herrlich bist du, sehr erhoben, geschmückt mit Majestät, mein Gott! Licht, das auch Seraphinen schrecket, Licht ist dein strahlenvoll Gewand! den grenzenlosen Himmel strecket zum Vorhang aus, Herr, deine Hand. 2. Du bau'st in unermeßne Höhen, Allgegenwärtiger, dein Haus; und Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. 35 die Cedern Libanons, Herr, steigen empor, gepflanzt durch deine Zucht. wölbst mit dichten Wasserseen die gen die Bdume uns so manche Frucht, glanzesvolle Wohnung aus. Du fährst auf Wolken, deinem Wagen, nah'st dich in Wettern fürchterlich, dein Wagen donnert; willig tragen die Fittige des Sturmes dich! 3. Die Engel fliegen, gleich den Winden, vor dir voran, Herr 3e: baoth: wie Flammen, die sich schnell entzünden, sind deiner Allmacht Diener, Gott. Du haft der Erde Grund bereitet, sie steht und wanket nimmermehr. Einst war sie mit der Zief' umkleidet, und über Berge floß ein Meer. 9. Die Vögel bau'n in ihre Wipfel, die Störch' in Tannen sich ihr Nest. Die Gemse liebt der Berge Gipfel, die sich auf steile Höh'n verläßt. In Klüften, in der Felsen Höhlen vers bergen die Kaninchen sich. Die Zeit zu ordnen, sie zu zählen, theilt sie der Mond, o Gott, durch dich! 4. Du schalt'st die Wasser, und sie flohen vor deinem Schelten schnell vorbei. Sie hörten deinen Donner brohen, enteilten, und das Land ward frei. Der Berge Gipfel, Herr, er schienen, erhoben durch dein mächtig Wort; die Thaler sanken unter ihnen an den für sie bestimmten Ort. 10. Die Sonn' eilt, ohne zu ers matten, zum Abzug, ihn versäumt sie nie; dann herrscht die Nacht, und finstre Schatten umzieh'n die Erde, decken sie. Dann geht das Wild aus seinen Wäldern, was in den Wüsten wohnet, wacht, und suchet auf bethauten Feldern sich seine Nah rung in der Nacht. 5. Du hast dem Meer ein Ziel gestecket, das es nicht überschreiten kann; die Erde wird nicht mehr bedecket es findet nie der Rückkehr Bahn. Von dir wird aus der Berge Höhlen mit Quellen jedes Thal erfüllt: da trinkt, wenn Hig' und Durst fie quälen, der Felder Volk, des Waldes Wild. 11. Der jungen Löwen laut Ges brülle begehret seinen Raub von dir; du nährst sie, Gott, aus deiner Fülle, und sättigst jedes wilde Thier. Doch melden kaum die hell'ren Lüfte des neuen Tages Ankunft an, so fliehen sie in ihre Klüfte, die nie der Sons nen Strahlen sah'n. 12. Der Mensch erwacht: mit neuen Kräften geht er zur Arbeit, baut das Feld, wirkt bis zum Abend in Geschäften, zu denen ihn dein Ruf bestimmt. Wie zahllos, Gott, sind deine Werke! die Welt ist deiner Güte voll, du giebst sie, daß man deine Stärke und Huld und Weisheit preis sen soll. - 6. Und an der Bäche Ufer steigen viel schattenvolle Baum' empor; zufrieden wohnt auf ihren Zweigen und singt voll Luft der Vögel Cher. Aus deinen Höhen wird mit Thaue und Regen jeder Berg erquickt. Dann grünen fröhlich Feld und Aue, mit deinen Früchten, Sott, geschmückt. 7. Du nährst mit Gras der Thiere Heerden, wie schön bekleidet es das Land! es wachsen Kräuter, und es werden die Saaten reif durch deine Hand. Brod giebst du für des Men schen Leben, und unsre Herzen zu erfreu'n, schenkst du aus traubenvollen Reben mit milder Hand uns, Herr, den Wein. 8. Wie heiter glänzt von deinem Dele des Menschen frohes Angesicht! Du machst, daß uns das Brod nie fehle, wen fåttiget, wen stårkt es nicht? Von deinem Saft ernähret zeu13. Wie wimmelt's in den weiten Meeren von Thieren, die du, Herr, nur zählst, von größern und von kleis nern Heeren, die du ernährest und beseelst. Die Schiffe finden sichre Bahnen, du führest sie bewahret hin, hin auf den wilden Oceanen, dein Leviathan spielt darin. 14. Herr, alles wartet auf der Erde, im Meer und in der Luft auf dich, daß es von dir gesättigt werde! du segnest: sie erquicken sich. Du giebst: sie sammeln. Deine Hände eröffnest du: sie werden satt. Wie schrecket sie ihr nahes Ende, wenn sich dein Blick verborgen hat? 3* 36 Erster Theil. 15. Du nimmst, Herr, deinen Odem wieder; so muß, was lebet, schnell vergehn; Staub werden der Geschöpfe Glieder; du sendest ihn, und sie entstehn. Wie oft erneu'rt dein Hauch der Erde Gestalt, und was auf ihr sich regt; daß ewig Gott verherrlicht werde, der Lust zu seinen Werken trägt. 16. Er schau't die Erd' an: sie erzittert. Er tastet an der Berge Höh'n; und Berg und Fels, durch ihn zersplittert, sind Flammen, dampfen und vergehn. Gott, meinem Gott, will ich lobsingen; ihm, weil ich lebe, Lieder weih'n; ihm soll voll Ruhms die Harf' erklingen, sein Lob mein legtes Stammeln seyn. 17. und süß ertönen meine Lieder dir, der du meine Freude bist! Bald der reinigst du den Erdkreis wieder, jest voll von Verbrechen ist. Sen feurig, Seele, Gott zu loben, ihn, den Jehovah Zebaoth! Er werd' in aller Welt erhoben, und Hallelujah sing' fie Gott! 1 Von der Vorsehung Gottes. Nach der Melodie des 15. Lieds.. 52. mand gleich im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste, und dein Reich kann nie be= griffen werden. Unendlich ist die Majestät, die über alle dich erhöht, die Kron' und Zepter tragen. Nach der Melodie des 7. Lieds. ir, unser Gott, ist nice 53. Fürwahr, du bist, o Gott, verborgen! Dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unsre Sorgen; du sorgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich; dies sey genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen für unsre Augen oft versteckt; doch wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' auch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wohin auch nur mein Auge sieht, da seh' ich deine Größe. Weit über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit; du herrscheft über alles. 5. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott, über alles führest. Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regierest! Ich, dein geringster Uns terthan, Herr, bete dich in Demuth an; o, sieh auf mich in Gnaden! 6. Ich bin verderbt und schuldenvoll, und auf dem Zugendwege nicht stets so eifrig, als ich soll; bin oft zum Guten tråge! doch ou bist gnádig, und voll Huld vergiebst du Reuenden die Schuld; drum hoff' ich auch Vergebung. 3. Du herrschest weislich, recht und gut nach heiligen Gesehen. Du pflegst nach deiner treuen Hut das Kleine werth zu schägen. Auf Alles geht dein Augenmerk, und immer ist's dein liebstes Werk, zu segnen, zu beglücken. 4. Wie recht ist, Höchster, dein Gericht, der du die Wahrheit liebest! Wie richtig ist nicht dein Gewicht, wenn du Vergeltung übest. Du handelst stets nach Billigkeit in dieser und der künft'gen Zeit, beim Strafen und Belohnen. 7. Ich hoff' es, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, welcher für mich litt, erwarb mir Recht und Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig sey; auch mich hat er versöhnet. 8. Herr, ewig will ich deinen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als dein Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Mit Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot durch deinen Beistand wandeln. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weisheit, Macht und Güt'. Du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft nicht einen sieht. Aus Finsterniß bringst du das Licht. Du sprichst, o Gott, und es geschicht. 4. So weicht denn, ångstliche Gedanken! Gott kann weit mehr, als ihr versteht. Bleib, Seele, in der Demuth Schranken; die Demuth wird von Gott erhöht. Ja, Herr, du liebst den, der dich liebt, und deiner Führung sich ergiebt. Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. 5. Drum will ich mich dir überlassen mit allem, was ich hab' und bin. Ich werfe, was ich nicht kann fassen, auf deine Macht und Weisheit hin. Der Ausgang zeigt doch immerdar, daß stets dein Rath voll Gute war. was man überall erblickt, hat deine. 6. Gieb, daß dies mein Vertrauen mehre in Glück und unglück, Freud' und Leid. Schick alles, Herr, zu 55. JE deiner Ehre und meiner Seelen Seligkeit! So preis ich einst vollkommen dich, so freu' ich dein auf ewig mich, Mei. des 62. Pfalms. 54. Wunder- Gott, der alles schafft, wie groß bist dur von Raty und Kraft! Den hohen Himmel sammt der Erden, und Hand, dein Rath beschickt, des gleichen, mas noch erst soll werden. 2. Man spürt dich kräftig überall und groß ist deiner Werke Zahl; du ordnest Sonnenschein und Regen; du suchst uns heim durch dürre Zeit, und auch des Jahres Fruchtbarkeit beruht auf deinem Wort und Segen. 3. Die Erde starrt auf dein Geheiß vor Frost, und Herr, zu deinem Preis belebt der Frühling unsre Fluren. Wenn uns ein Glücke wird gewährt, wenn uns ein Unglück wiederfährt, so sehn wir deiner Allmacht Spuren. 4. Laß denn, o Schöpfer, der die Welt so fest in ihrer Ordnung hält, auch mich dein göttlich Auge leiten! Gieb, daß mein Herz geduldig trägt, was du mir, Herr, haft aufgelegt; hilf dankbar seyn in Gegenszeiten. 37 du bleibst mein höchstes Gut. Was frag'ich nach der Feinde Wuth! Nichts kann ja ohne dich geschehen. 5. Uuch stärke meine Zuversicht, so quälet mich die Sorge nicht, wie mir's noch künftig möchte gehen. Du bist, Der 145. Psalm. Neue Mel. oder Herzliebster Jcfu. ch will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen! Sen täglich, ewig sey von mir erhoben! dich will ich loben! ihn g'nug erheben? wer kann mit sliz 2. Der Herr ist groß! Wer kann nem feurigsten Bestreben, wie er ist, begreifen und empfinden, wer Gott ergründen? groß 3. Von unsern Bátern wurdest du erhoben; dich werden unsrer Kinder Kinder loben, und deine Macht besingen, deiner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! das preis ich, daß dein Nam' erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Ruhm um= her erschalle; die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnädig, und von großer Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bestreben, dich zu erheben! 8. Gie breiten aus den Ruhm von deinem Reiche, daß keine Macht, Je= hovah, deiner gleiche, das rühmen fie, damit sie auf der Erde bewundert werde. 38 Erster Thell. 9. Dein Reich, o Gott, tft herrlich;| errig wahren dein Reich und deine Macht, die wir verehren, und ewig wird von aller Völker Zungen bein Lob besungen. 10. Der Herr bewahret alle, welche fallen; Jehovah hilft den Unterdrückten allen, und eilt, mit Heil die, die um Heil ihn bitten, zu überschütten. Von der Borsehung Gottes 11. Nach dir, Gott, schauen aller Wesen Blicke, daß deine Hand sie väterlich erquicke; du giebst auch einem feben seine Speise, daß er dich preise. 12. Herr, du erhältst mit deinem Wohlgefallen, was lebt, thust deine Hand auf und giebst allen, was sie bedürfen; keiner sucht vergebens dich, Quell des Lebens! 18. In allen Wegen Gottes strah Let Gnade; untadelhaft sind alle seine Pfade, und was er thut, gereicht zu feinem Preise, ist gut und weise. 14. Der Herr ist nahe denen, die thn bitten; die ernstlich ihn um seine Sülfe bitten; er thut, was die Gerechten, die ihn ehren, von ihm begehren. 15. Der Herr behütet alle, die fhn lieben; die aber, die Gewalt und Frevel üben, verfolgt er, daß er sie zum Fluche mache mit seiner Rache. 16. Ja, ewig will ich seinen Namen loben! von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob verbreiten. Mel. Von Gott will ich nicht. 56.& ott, der an allen Enden viel große Wunder thut, in dessen treuen Händen mein ganzes Leben ruht! Du zählst die Sahl mir zu von meinen Lebenstagen mit ihrem Glück und Plagen, axt Unrul und mit Ruby. 2. Da ich noch tief verborgen im Mutterleibe lag, da wachte schon dein Sorgen für mich; und wie vermag mein endlicher Verstand die Wohlthat zu erheben, die du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? 3. Du fångst an uns zu lieben noch eh' wir sind, und haft nie Lust uns zu betrüben; doch nügt uns eine East, ſo bleibst du mitleidsvoll, bist sorgsam, deinen Kindern die Bürde sanft zu lindern, die sie nun treffen soll. 4. Låff'st du mich Noth empfinden; dein Wort, Herr, tröstet mich. Durch dich muß sie verschwinden! drum hoff ich stets auf dich mit kindlich treuem Sinn. Drum werf' ich, was zu tragen mir schwer deucht, ohne Sagen, noch täglich auf dich hin. 5. Noch immer ist mein Hoffen, das sich auf dich verließ, so sicher eingetroffen, wie mir's dein Wort verhieß. Du hast mir wohlgethan; denn deine Gnad' ist größer, und macht's mit mir viel besser, als ich's ersinnen kann. 6. Dein Name sey gepriesen, der sich so oft an mir so herrlich hat erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr, mein schuldig Opfer bringen, und deiner Gute singen jetzt und auch immerdar. 7. Du hast mir wohlgerathen, und lauter Gut's gethan, daß deine Lies besthaten ich nicht g'nug rühmen kann. Hilf, daß ich ewig dort vers klárt und ganz vollkommen, mit allen deinen Frommen dich preise, Herr, mein Hort. Aus dem 9. Pfalm. Mel. Balet will ich dir geben. 57. ott! meine ganze Seele macht deinen Ruhm bekannt. Dir bank ich und erzähle die Wunder Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Der 121. Pfalm. Nach der Melodie des 13. Lieds. deiner Hand. Mein Geist ist froh. Ich singe: Herr meine Lust bist du. Dir, dem ich Lieder bringe, dir, Hochster, jauchz ich zu. 2. Du sigest auf dem Throne als Richter aller Welt, der jeglichem zum Lohne das rechte Urtheil fällt. Wenn dich die Menschen schmähen, dann rächst du ihren Spott. Du schiltst; und sie vergehen vor deinem Zorn, o Gott. 3. Der Herr hat zum Gerichte sich seinen Thron erhöht. Vor seinem Angesichte bleibt nicht, wer widersteht. Ihr kühnen Sünder, zittert! bereu't noch euern Spott! Sein Thron wird nie erschüttert; der Herr bleibt ewig Bott. 5. Gott ist ein Fels der Urmen, ein Fels in jeder Noth. Sie trau'n auf sein Erbarmen, wenn ihnen Unfall droht. Die Thränen, die sie weinen, sind dir bekannt und werth, du, Gott, versäumest keinen, der deinen Schuß begehrt. 6. Ihr Bürger 3ions! preifet, verkündet in der Welt, wie groß sich Gott beweiset, der, was er zusagt, hålt. Er denkt daran, und fraget nach des Gerechten Blut. Er hört ihn, wenn er klaget, und stillt der Wetter Wuth. 58. Mein Schaue 7. Herr! sey mir gnådig. voll Huld auf meine Noth! Du bist's, dem ich vertraue, du hilfft auch selbst vom Tod. Nach überwundnem Leiden geh' ich in's Heiligthum; und, über dich voll Freuden, erheb' ich deinen Ruhm. Mein Auge sieht, o Gott, dir! Von deinem Throne hilf du mir! Mein Heil kommt nur von deiner Macht, die diese Welt hervorgebracht. 4. Der Herr regiert und liebet, was ungerecht ist, nicht. Er wägt die Welt und übet partheilos ſein Gericht. Die 59. N Wage sinkt und steiget, wie sein Gesetz gebeut, und jedes Land bezeuget des Richters Heiligkeit. 39 2. Getrost mein Herz! dein treuer Hirt schafft, daß dein Fuß nicht gleiten wird. Der dich behütet, schlummert nicht. In Finsterniß ist er dein Licht. 3. Kein Uebel sey dir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßet dich. Durch seine treue Baterhand wird, was dir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt dir Sicherheit, sein Trost füllt dich mit Freudigkeit. Er leitet dich auf ebner Bahn, und nimmt dich einst mit Ehren an. 5. Herr, segne und behüte mich. Du bist mein Heil, ich hoff auf dich. Dein Segen folg' aus dieser Zeit mir bis in jene Ewigkeit. Mel. Mein Gott das Herz ich bringe. och immer wechseln ordentlich des Jahres Zeiten ab. Dein Regen, Gott, ergießet sich noch auf die Erd' herab. 2. Du öffnest deine milde Hand, uns Menschen wohl zu thun, und läss'st noch immer jedes Land in deinem Segen ruhn. 3. Von deinem Himmel, Höchster, träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit. Die Saat geht auf, und blüht und reift, und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet, giebt der Baum den Schatten, den man sucht, und unter seiner Zweige Raum Erfrischung und auch Frucht. 5. Du nähreft jede Kreatur. Herr, wer ist dir gleich? Dein Vorrathshaus, Gott, die Natur, ist unerschöpflich reich. 40 Erster Theil.- Von 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, Lust und Vergnügen zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 7. Herr, ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's auch: Und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Wer, Gott, erfährt nicht deine Huld? Wem strahlet nicht dein Licht? mit welcher Langmuth und Geduld verschonst du unser nicht? 9. O, betet Gott, ihr Menschen, an! Erwägt's und dankt ihm nun! Was hat Gott schon an uns gethan? Was will er nicht noch thun? 10. Nicht blos für diese kurze Zeit, Herr, hießest du uns seyn. Du schufft uns für die Ewigkeit, uns ewig dein gu freu'n. Nach der Melodie des 7. 2ieds. 60.err und Schöpfer unsers ein res Vaterherz. Kein Mensch hofft je auf dich vergebens, du siehst und linderst gern den Schmerz, wenn wir als Kinder auf dich sehn, und dich um deine Hülfe flehn. der Vorsehung Gottes. Leben schufft, wo uns vollkommne Freuden fehlen, nein, sie zum bessern Erbtheil rufft: dein Sohn ging auf der Leidensbahn uns zum Exempel selbst voran. 5. Du záhlst und segnest unsre Tage, und dieses Lebens Ungemach ist uns zum Heil gewählte Plage. Ein ewig Wohlseyn folgt ihr nach. Du führst die Deinen in der Zeit durch Leiden zu der Herrlichkeit. 2. Dem Fluche, der die Welt noch drücket, die ganz im Urgen sicher liegt, hast du zwar schon dein Volk entrúcket, das durch den Glauben an dich siegt. Es wird vom Heiligthum bedeckt, wenn dein Gericht die Sünder schreckt. - 3. Allein des Lebens bange Sorgen beschweren hier noch oft ihr Herz. Oft hältst du, Retter, dich verborgen, als kenntest du nicht ihren Schmerz. Der Stolze wühlt im Ueberfluß oft, wenn der Fromme darben muß. 4. Doch, Herr, der du der Meniden Seelen nicht blos für diefes 6. Wenn dein Geschöpf, liebreicher Vater, zu dir um Hülf' und Nahrung schreit, so bist du immer der Berather, der es zur rechten Zeit erfreut. Du, den der Engel froh erhebt, du sorgst für alles, was da lebt. 11. Läff'st du uns deine Freundlichkeit schon hier so herrlich sehn: was wird in der Vollkommenheit der túnft'gen Welt geschehn? 12. Noch tiefer dringt alsdann mein Blick in deine Wunder ein. O Herr, laß dies erhabne Glück mir stets vor 61. SS 7. Drum laß mich einzig auf dich sehen, und fern von aller eignen Wahl nach deinem Rath die Welt durchgehen. Du bist bei mir im finstern Thal. Ja, Herr, mein Glaube traut auf dich. Du leitest mich recht váterlich. Neue Mel. oder Warum sollt' ich. ey zufrieden, mein Gemüthe, Gott ist gut! was er thut, ist voll Lieb' und Güte. Schaue seine große Thaten; was die Welt in sich hält, ist ihm wohlgerathen. 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen seine Macht, Tag und Nacht müssen es beweisen. Sonn' und Mond sind laute 3eugen; was sich regt und bewegt, kann es nicht verschweigen. 3. Schau' die Werke seiner Hände! Mensch und Thier melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleines nennen, Gras und Laub, selbst der Staub giebt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Wie muß ich sein Lob erheben? Wie sogar wunderbar gab er mir mein Leben? Seel' und Leib ist sein Geschenke, bin ich nicht ihm verpflicht't, wenn ich dies bedenke? 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Ucht, das zeigt jeder Morgen. Ja, kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht, dir zum Dank verbindet. 7. Drückten mich des Kreuzes Plagen; wenn die Last kaum gefaßt, half Gott selber tragen. War nicht mehr Geduld vorhanden; seine Kraft hat geschafft, daß ich's überstanden. 8. Nun, mein Herz, das hat schon lange Gott gethan, denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlaffen; es geschicht wahrlich nicht, er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergieb dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wird's auch erfüllen; denn er ist in allen Sachen groß von Rath, stark von That; er, er wird's wohl machen! 2. Was nügen uns vom Morgen bis Abend alle Sorgen, wenn sein Gedeihn uns fehlt? Er hat uns Glück und Plage, und bös' und gute Tage, eh' wir noch waren, zugezählt. 3. Was Gott für mich ersehen, das soll und muß geschehen, ist mein bescheiden Theil. Drum laß ich mir in allem, was er mir giebt, gefallen, und halt' es für mein wahres Heil. 41 seinen Willen gehorsam zu erfüllen, so nimmt er selbst sich meiner an. 4. Shm trau' ich in Gefahren: Er wird mich wohl bewahren, er, der da will und kann. Such' ich nur 5. Er laffe meine Sünden vor ihm Vergebung finden, durchstreiche meine Schuld! Und wenn ich zu ihm schreie, so schenk' er mir auf's neue in Christo seine Baterhuld. Der 93. Pfalm. Nach der Melodie des 48. Lieds. 62. Staff, ich den Höchſten en allen meinen haten 63. Tjestät bekleidet, er gürtete Nach der Melodie des 18. Lichs. Rehovah herrscht mit Mas Er rathen, der alles kann und hat! muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, der Helfer seyn durch Rath und That. sich selbst mit Ullmacht an, und hat sich in der Welt ein Reich bereitet, so fest, daß nichts es je erschüttern kann. Von dem an steht dein Thron in Ewigkeit, denn ewig bist du, schaust von deinen Höh'n, wie sich emporte Strome schwellend blähn, sichst ihre Wuth, die weit Verderben dráut. 2. Das Weltmeer tobt; der starken Wogen Stimme braus't donnernd aus den Tiefen fürchterlich; du Stárkerer siehst ruhig ihrem Grimme vom Himmel zu; du winkst: die Wuth legt sich. Wahrhaftig ist, was, Herr, dein Wort uns lehrt, gewiß, was du versprichst. Zu jeder Zeit ist deines Hauses Zierde Heiligkeit, sie nur, die dir gefällt und ewig währt. 6. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflicht, irr' ich auf finstern Wegen, eil' ich dem Kreuz entgegen, so sen sein Wort mein Troft und Licht. 7. Schein' ich von ihm verlassen, so will ich mich doch fassen, und seiner Hülfe trau'n: und wenn ich auf der Erde nicht groß und glücklich werde, voll Glauben in die Zukunft schau'n. 8. Ihm hab' ich mich ergeben zu sterben und zu leben, wie und wann er gebeut: ich lebe oder sterbe, so bleibt mein Theil und Erbe des Himmels ganze Seligkeit. 9. So sey nun, Seele, stille, dein Ruhm sey dessen Wille, der dich erschaffen hat: es gehe, wie es gehe! dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Rath. 42 Erster Theil. Von der Vorsehung Gottes. Der 96. Pfalm. Nach der Melodie des 33. Lleds. - Der 97. Psalm. v Mel. des Psalms. 64. 45 Erhebet Gott durch neue Lieder, voll nie gehörter 65. D Harmonie! Stimmt ein, ihr Welten, schallt sie wieder, bis an die Himmel schallet sie! Besingt den Herrn und seine Werke, lobt seinen Namen! Tag auf Tag erzáhlet froh, was seine Stärke und Huld zu unserm Heil vermag! 2. Groß ist dies Heil! O, sagt mit Freuden sein Lob der Erde Völkern an! Verkündigt unter allen Heiden die Wunder, die sein Arm. gethan! Der Herr ist groß und hoch zu loben; erbebt vor seinem Ungesicht! bewährt ihm eurer Treue Proben; nur vor den Göttern zittert nicht! 3. Die Götter, die die Völker ehren, sind Gögen ohne Seyn und Kraft. Gott aber, dem wir angehören, Gott ist es, der den Himmel schafft. Vor ihm ist Majestät und Ehre, voll Stärke glänzt sein Heiligthum. Bringt her, bringt, aller Völker Chöre, dem Herrn und seinem Namen Ruhm! 5. Es jauchze dir, Herr, Herr, dein Himmel! die Erde dank und freue sich! des großen Weltmeers froh Getummel und sein Bewohner preise dich! Laßt alle Felder, laßt die Heerden aufhüpfen; lasset jeden Hain und jeden Baum voll Jauchzens werden, sein Lob ertönen, sein sich freun. er König aller Welt ist Gott, der sie erhält. Ihr Er 6. Vor unsers Gottes Ungesichte geht Freude, Lob und Jubel her. Der Herr erscheinet, daß er richte, den ganzen Erdkreis richtet er. wägt dem menschlichen Geschlechte sein Urtheil, Fromme, freuet euch! nach seiner Wahrheit, seinem Rechte, Verdienste und Bergeltung gleich! Lånder sammt den Meeren, frohlockt zu dessen Ehren, der in den Himmeln thront, und in dem Dunkeln wohnt, allwo sein Stuhl besteht, und sein Gericht ergeht, das keinen Sünder 4. Bringt Opfer, welche Gott gefallen, im Schmucke, der ihm wohl- Wettern ruft. gefällt; fallt hin in seines Tempels Hallen; ihn fürchte heilig alle Welt! Der Herr ist König! sagt der Erde: sein Reich wird ewig fest bestehn! Sagt: über alle Völker werde sein billiges Gericht ergehn! schont. Bliz auf Blik, die Bösen zu verzehren, 2. Um seinen Wolkensig erscheinet wenn sie sich nicht bekehren. Es brüllet Berg und Klust; es glühet Erd und Luft; und alles zagt und bebt, was immer lebt und webt, wenn er den 3. Wie Wachs beim Feuer rinnt, so schmelzen auch geschwind vor seiner Allmacht Flammen die Berge selbst zusammen. Verschweigt, ihr Himmel, nicht sein heiligstes Gericht; und zeugt der Heidenschaft von seiner Gottheit Kraft, die aus den Wolken bricht! 4. D schämet euch forthin; und brauchet Uug' und Sinn, die ihr mit Gögen prablet, und ihnen Opfer zahlet! Verehrt den höchsten Geist, der sich als Gott erweist, und welchen immerdar die demuthevolle Schaar der Engel felbsten preist. 5. Bekehrt, bekehret euch, damit sich 3ions Reich auch über eurer Reue und euerm Heil erfreue! Wenn Gott, der uns regiert, auch eure Herzen rührt, so stimmet mit uns ein, daß ihm doch ganz allein der Gottheit Ruhm gebührt. 6. Ihr, die ihr ihn nur liebt, und ihn nicht gern betrübt, vermeidet alles Erster Theil.- Von der Vorsehung Gottes. Bose, damit er euch erlöse. Er nimmt der Seinen wahr, und schüßt sie wunderbar. Verfolgt sie Satans Macht, so hält er treue Wacht, und zeucht sie aus Gefahr. Weltkreis lenkt; er zeichnet Stern und Winden die abgemeßne Bahn; sollt' er nicht Wege finden, wo dein Fuß wandeln kann? 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohlergehn, und dein Werk auf ihn bauen, soll es vor ihm besteh'n. Gott läßt durch Sorg' und Gramen und durch selbst eigne Pein sich keine Wohlthat nehmen, sie muß erbeten seyn. 3. Dein Uug', o Gott der Gnade, sieht immer ungeschwächt, was gut vertrauen, nicht unsers Werks sich sey oder schade dem sterblichen Geschlecht. Und was du dann erlesen, dein Rath für's beste hålt, bringst du zum Stand und Wesen, wie es dir wohlgefällt. an, will er das Haus nicht bauen, vergebens bau'n wir dann! Will er die Stadt nicht schüßen, er, 4. Un wunderbaren Wegen fehlt dir's, Ullweiser! nicht: Dein Thun ist Gnad' und Segen, dein Gang ist Recht und Licht, und wenn du deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, ſo fann dein Werk nichts hindern: du willst, es ist vollbracht. groß durch Rath und Macht, was wird der Wächter nügen? Umsonst 5. Hoff, o bedrängte Seele! hoff" und sey unverzagt! Gott weiß es, was dich quale, den Kummer, der dich nagt, er wird dich ihm entrücken; erwarte nur die Zeit, bis dich mit holden Blicken sein Ungesicht erfreut. 7. Erscheint sein Freudenlicht dem Frommen heute nicht, so scheinet es doch morgen, und endigt ihre Sorgen. So stårke seinen Muth in Gott, dem höchsten Gut, so danke jederzeit dem Gott der Heiligkeit, wer seinen Willen thut. Aus dem 127. Pfalm. Mel. des 130, Psalms. 66. Nimmt Gott, dem wir ist's, daß er wacht. 2. Ihr wachet spät und frühe, und est voll Traurigkeit das Brod der Sorg' und Mühe, und häuft euch Leid auf Leid. Was nügt der bange Kummer, da Gott dem, den er liebt, was er bedarf, im Schlummer, und unerwartet giebt. Mel. Herzlich thut mich verlangen. 67. B 43 efiehl du deine Wege, und was dein Herze kränkt, der treuen Paterpflege deß, der den 6. Auf, wehre deinem Schmerze, der Sorgen bange Nacht verfinstre nicht dein Herze! Auf! brich der Schwermuth Macht! Bist du doch nicht Regente, der alles führen soll! Gott ſigt im Regimente, und führet alles wohl. 7. Drum, Seele, laß ihn walten, er ist ein weiser Fürst, er wird dich aufrecht halten, daß du dich wundern wirst, wenn er, wie ihm gebühret, nach seiner Weisheit Rath, das Werk hinausgeführet, das dich geängstet hat. 8. Und blieb der Trost auch lange, den du von ihm begehrt, und würde die oft bange, daß er dich nicht ge= 44 Erster Theil. hört: Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mind'sten glaubst, und all' dein Unglück wenden, so du ihm treu verbleibst. O Von der Vorsehung Gottes. 9. Wohl endlich deiner Treue! du trågst den Sieg davon. Auf! daß dein Herz sich freue! schau' nur den reichen Lohn! Gott giebt dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du fingst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt. 10. O, ende, Herr, o, ende, hier alle unsre Noth, und reich' uns deine Hände im Leben und im Tod. Stets laß uns deiner Pflege und Treu' empfohlen seyn; so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. 68. obt Nach der Melodie des 30. Lieds. obt Gott, der uns den Frühling schafft, Gott, der den Erdkreis schmücket; der mit allmächtig reicher Kraft das, was er schafft, erquicket! Der Herr erschafft, der Herr erhält! er liebt und ſegnet seine Welt: Lobsinget ihm, Seschöpfe. 4. Doch fühllos nur und unbeſeelt sind Auen und Gefilde: auch haft du nicht die Thier' erwählt zu deinem Ebenbilde. Der Mensch nur freuet deiner sich, kennt, fühlet und empfindet dich, und hofft ein ewig Leben. 5. Lobsinget ihm! er ist uns nah'! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist allenthalben da! im Himmel, Erd' und Meere. Ich lob', o Gott, ich preise dich! Wo ich nur bin, bist du um mich, und bist mir Lieb' und Gnade. gesättigt werde. Thau, Regen, Sone nenschein und Wind, die deiner Ullmacht Diener sind, erzählen deine Güte. 7. Es strömen, wenn dein Donner draut, wenn Berg und Thal erzittern, Gesundheit, Stärkung, Fruchtbarkeit selbst aus den ungewittern! Dann bricht die Sonne neu hervor, und aller Kreaturen Chor jauchzt und erfreut sich wieder. 8. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben! Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Stromen laben. Dein freu'n des Himmels Heere sich: auch wir, o Gott, wir loben dich, und sind, wie sie, unsterblich. Der 73. Pfalm. 2. Das Land, das erst erstorben lag, erwacht, und lebt nun wieder! es Mel. Des 89. Psalms. strömet jeden neuen Tag sein Segen 69. D OF neu hernieder: der Wurm, der in dem Staube webt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Untlig ist verjüngt und heiter glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von freudigem Getümmel, und gnädig schauet Gott herab, der allen Seyn und Leben gab, auf seiner Hände Werke. 6. Du rufft die Wolken übers Land, und tránkest mild die Erde: daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch 9. Doch schwach ist, Vater, unser Dank, den wir dir kindlich bringen. Wir wollen unsern Lobgesang einst würdiger dir singen. Dir weih'n wir unsre Lebenszeit, und sehn das Heil der Ewigkeit im Geiste schon von ferne. urch so viel Schein gestärkt, kämpft 3weifel, wie ihr wollt; Gott ist doch Israel, doch reinen Herzen hold. Allein wie hatte nicht mein Herz mit sich zu streiten! Mein Gang war ungewiß, mein Fuß fing an zu gleiten. Ich hörte eifersvoll das Jauchzen stolzer Thoren, sah' Frevler mit Verdruß zum Glück allein geboren. Erster Theil. Von dem 2. Des Todes ernster Blick, sein Schmerz erschreckt sie nie, in immer frischer Kraft des Wohlseyns blühen fie, von aller Mühe frei, worunter Menschen zagen, von Undrer Sorgen frei, und frei von ihren Plagen. Stolz ist des Halses Schmuck, den sie sich umgehangen, und Frevel ist das Kleid, darin sie festlich prangen. 3. Der Körper nimmt an Fett, der Geist an Kühnheit zu, schweift in Entwürfen aus, kennt weder Maaß, noch Ruh'; droht, alles um sich her zu drücken, zu vernichten, und will auf Und'rer Noth sich seine Höh' er= richten; und ſpricht von ihr herab, und will bewundert werden; dem Himmel troßt ihr Mund, die Zunge herrscht auf Erden. expon 4. Der Pöbel sieht ihr Glück; sucht Theil an ihrer Ruh'; drängt ihnen, gleich dem Strom, der überläuft, sich zu. Sie sprechen sollte Gott herab auf Erden sehen; in seiner Höhe wohl er wissen, was geschehen? Seht dieſe Frevler an! Ihr Spott sind die Gesege; doch blüh'n sie ruhig hier, und häufen Schäß' auf Schäße. 5. So hab' ich denn umsonst gesucht, im Herzen rein, im Wandel ohne Schuld der Tugend treu zu seyn! So ist des Kampfes Lohn, daß ich hier meine Tage in Angst verseufzen muß, in mehr, als einer Plage! Gegüchtigt werd ich stets, mir bringet jeder Morgen statt Lichtes Finsterniß, statt Trostes neue Sorgen! 6. Schweig, schweig, emportes Herz! fall' nicht den Frevlern zu! Denn schlösseft du, wie sie; wie treulos würdest du an aller Heil'gen Schaar, an Gottes Kindern werden? Und gleichwohl sann ich nach, den Weg des Menschen, seiner Natur zc. 45 Herrn auf Erden, und seiner Vorsicht Gang und ihren Grund zu wissen. Umsonst! Mein Aug' sah nichts in ihren Finsternissen. tröstlich ist mein Ursprung mir! Du haft den Odem mir gegeben, mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, 7. Bis ich in's Heiligthum des höchs sten Lehrers ging, und da mein blödes Aug' ein göttlich Licht empfing. Da ließest du mich, Gott, der Frevler Ende sehen: ich sah im Schlüpfrigen den Fuß am Abgrund stehen, sah schnell sie hingestürzt, sie schnell von dir gerichtet, und schreckenvoll ihr End', und all' ihr Glück zernichtet. 8. Wie das Erwachen bald des lern Schäße schenkt, so wird ihr Glück Traums Betrug vertreibt, der Bettzerstäubt. Vom Pöbel kurz vorher verehrt, gleich einem Gotte, dient dann des Frevlers Bild, Herr, deisah ich jest, worauf ich schier geraner Stadt zum Spotte. Den Übweg then, als Schmerz und Eifersucht mein Herz bestürmet hatten. 9. Doch hatte der Verdruß fast die Vernunft verdrängt; ich war ein Vieh vor dir, das nur am Anschein hängt! Nun bleib' ich stets bei dir! du faffeft meine Hände, führst mich nach deinem Rath zu der Verklärten Ende! Was würde ohne dich mir selbst der Himmel werden? Nichts, nichts gelüftet mich, Gott, außer dir, auf Erden! 10. Verschmachteten auch, Herr, mein Fleisch, mein Herz vor Leid; doch bleibst du hier mein Fels, mein Theil in Ewigkeit! Die treulos pon dir flieh'n, nach andern Göttern sehen, den falschen Buhlern gleich, wie werden sie vergehen! Zu dir halt' ich mich, Gott, das soll mein Bestes heißen, nur dir will ich vertrau'n, und deinen Namen preisen! 5) Von dem Menschen, seiner Natur und Bestimmung. Nach der Melodie des 7. Lieds. Vater, riefst mich aus dem Nichts 70. D Dein bin ich, Gott, dein zum frohen Unſchau'n deines Lichts. Leben! 2. Wie viel hab' ich dir zu verdanken, Herr, der du mich bereitet haft! 2013 mich die ersten finstern Schranken des ersten Daseyns noch umfaßt; 46 Erster Theil. Von dem Menschen, da war dein Auge über mir, da lebt'| zer Leib, erbau't von dir, sammt einem ich, Höchster, nur in dir. jeden Sinn an mir, beweiset deine Größe. 3. Du gabst mir die vernünft'ge Seele, die nur so lang im Fleische lebt, bis sie, daß ihr kein Wohlseyn fehle, dein Ruf zum höhern Geist erhebt. Du hast mir Sinnen und Verstand, Begierd' und Wollen zugewandt. 2. Haupt, Aug' und Ohr, und Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, so künstlich ausgespannt, der Nerven fein Gewebe und alle Glieder sagen mir, ich sey, o Gott, ein Werk von dir, ein Werk von deiner Weisheit. 4. Wenn ich auf meinen Körper fehe, den du so kunstvoll ausgebild't, so wird, o Bater in der Höhe! mein Herz mit Ehrfurcht ganz erfüllt. Ein jedes Glied, ein jeder Sinn reißt mich zu deinem Lobe hin. 5. Durch deiner Vorsicht gnädig's Walten, die mich von Kindheit an umfing, bin ich bis hierher noch erhalten, so daß der Tod vorüber ging. Ich stehe noch und preise dich. Herr, deine Rechte schůzet mich. 6. Ich bin nicht werth der großen Gûte, die du, mein Gott, an mir gethan. Beschämt empfindet mein Gemüthe die Schuld, die ich nicht läugnen kann. Ich habe, was mich sehr erschreckt, vielfältig Leib und Seer befleckt. 7. Ja, Herr, ich habe meine Glieder zu Sündengliedern oft gemacht. Vor dir fall' ich in Demuth nieder; vergieb, was ich nicht recht bedacht! Verwirf mich, Vater, nicht vor dir! Schaff' selbst ein reines Herz in mir. 8. Hilf, daß ich dir zur Ehre lebe, und redlich thu', was dich erfreut, und Geist und Leib und Glieder gebe zu Waffen der Gerechtigkeit; daß ich bis in den Tod dir treu, und stets ein Freund der Tugend sey. 9. Fällt dieses Leibes Hütte nieder; vollend' ich dieses Lebens Lauf, o Gott, so richte du mich wieder verherrlicht aus dem Staube auf. Dein ew'ges Leben sey mein Theil, so preis' ich ewig dich, mein Heil! Nach der Melodie des 30. Lieds. 71. Di, Gott, fey Preis und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer, mein Erhalter! Mein gan= 3. Wie biegsam, wie gelenkvoll schließt, den Thoren zu verdammen, der's läugnet, daß ein Schöpfer ist, sich Glied an Glied zusammen! Wie willig, Herr, gehorchen sie, wenn meine Seele spåt und früh des Leibes, Dienst verlanget. 4. Uch, hättest du mein Auge nicht so meisterlich bereitet: was nüßte mir der Sonnen Licht, ihr Glanz, vor mir verbreitet? Dann sah ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht, was du erschaffen, schmückest. 5. Ich jauchze, daß ich sehen kann und hören, und empfinden, und reden. Beten will ich an, Gott sehen und empfinden. Mein Mund sey voll von deinem Dank! Mein Herz vernimm den Lobgesang der ganzen weiten Schöpfung. 6. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt sie auf, damit ich leben möge? Gott ist es, der dies alles thut. Schlag', Herz! Entflamme mich, o Blut! daß ich den höchsten preise. 7. O, pries' ich, Höchster, immer dich, wenn ich die Sinne brauche, geh', lieg' und ausruh', oder mich bewege, athme, hauche! Gieb, daß ich ewig dein mich freu'! und daß mein Leib ein Tempel sey, worin dein Geist stets wohne. Neue Mel. oder Wer nur den lieben. 72.& ott werde stets von dir erhoben, du, deines Schöpfers seiner Natur und Bestimmung. Bild, mein Geist! Sollt' ich nicht meinen Vater loben, den jedes feiner Werke preis't? Er schuf mich ja, fein Bild zu seyn, ihn einst zu schau'n, mich sein zu freu'n. 2. Himmel, den er zu ſeinem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; und mir, dem Thone seiner Hand, giebt er Empfindung und Verstand. 3. Unmuthig, prachtig zum Entzücken, ist Gottes ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sey, verstehn. 14. Für Geister nur, und nur für Seelen, die zu den Geistern Gott erhob, sind sie so herrlich! Sie erzäh-| len nur ihnen meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geiste schuf. 5. Gott, ich kann denken! Ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sinne, Gedanken tausendfacher Urt; groß, mannigfaltig ist ihr Heer, und doch wird ihrer täglich mehr. 6. Ich kann sie sammeln und verbinden, und trennen, wie es mir gefällt; die Welt empfinden, mich empfinden, weit unterscheiden von der Welt! 3u tausend Thaten hab' ich Kraft; wer giebt sie? Gott, der alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Lust und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reu't. Doch, das ist, Vater, meine Schuld, vergieb sie mir nach deiner Huld. 8. Wie wundervoll ist das Vermogen, Gott, das du meinem Willen giebst. O, möcht' ich es doch stets 47 erwägen, mit welcher Güte du mich liebst! Mocht' ich mit allen Kräften dein, dein mit Verstand und Willen seyn. 9. Gott, meine Lust sey, dich zu kennen, dich, Urquell der Vollkombrennen, das sey mir Ruhm und Semenheit; von deiner Liebe ganz zu ligkeit. Bin ich vereinigt, Herr, mit dir, was brauch' ich noch? was feblet mir? Can Nach der Melodie des 7. Lieds. 73. Was ist vor deinem UnGott, daß du sein gedenkst, und einen Strahl von deinem Lichte auf ihn, den Staub, hernieder senkst! Was ist er, war' er noch so groß? Ein bald zerfallner Erdenklos. # 068191 2. Du sahest an den Menschenkindern den schweren Fall schon vor der Zeit; und dennoch hast du diesen Sündern aus göttlicher Barmherzigkeit unzählig viel zu gut gethan, ja mehr, als jemand fassen kann. 3. Du hast den Leib, obschon aus Erde, doch wunderbar und schon gebau't, daß er der Seele würdig werde, ihm Sprach' und Sinnen anvertraut. Du hast ihn selbst zum Herrn der Welt, dem alles dienen soll, bestellt. 4. Du hast ihm noch viel mehr geschenket, du gabest ihm zum bessern Theil die Seele, welche will und denket, und ihr hast du ein ewig's Heil, noch ebe sie nach dir gefragt, in dei nem Worte zugesagt. 5. Drum laß es mich stets wohl bedenken, was du, o Gott, an mir gethan; dir Leib und Seele wieder schenken, da ich dir sonst nichts schenken kann, damit sie beide nach der Zeit dich preisen in der Ewigkeit. 6. Und nimm indeß sie alle beide, Allmächtiger, in deinen Schuß: 10 bieten wir in allem Leide, mit dir auch Welt und Safan Truk. Wenn wir in deiner Gnade stehn, so muß es uns stets wohlergehn. 7. Doch wenn, erhöhet von der Erden, im Himmel, deiner ew'gen Stadt, dich Leib und Seele schauen 48 werden, von deinem Licht stets froh Nach der Melodie des 9. Lieds. und fatt; ſo ſollen sie auch beide dich 5. Numächtig großer Gott! vollkommner rühmen Wer g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt ihr Daseyn, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel hegt, hat deine Hand gebaut, die jest noch alles trägt. 2. Du schufft, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütigster, daß ich dein Bildniß wäre, drum hast du auch den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. #% 0 191 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, ist unser größtes Glück. O, wohl mir, wenn ich's bin! Hilf mir zu diesem Glück. Erster Theil. Von dem Menschen, 74. D SUNNY Der 8. Pfalm. Melodie bes Nach der Melodie des 16. Lieds.) unser Gott, wie voll ist deiner Ehren, was lebt und webt in allen Land und Meeren. Es reichen selbst die Himmel nicht so weit und nicht so hoch, als deine Herrlichkeit. 2. Der Säugling muß schon deine Fürsicht preisen. Ein schwaches Kind kann deine Kraft erweisen. Sein zarter Mund bezähmt den frechsten Feind, der deine Macht noch troget und verneint. 3. Ich seh' erstaunt die Größe deiner Werke, die ich zur Nacht am Himmelsbau bemerke, wo du des Mond's und aller Sterne Licht sammt ihrem Lauf so weislich eingericht't. 4. Was ist der Mensch, daß du noch sein gedenkest; daß du ihn suchst und als dein Kind beschenkest; daß er so theu'r in deinen Augen ist, und daß du selbst sein wahrer Vater bist. 5. Wie heilig ist der Schmuck, der ihn bekrönet! Wie hoch die Macht, womit du ihn belehnet! vermißt er gleich für eine kurze Zeit auf dieser Welt der Engel Herrlichkeit. 6. Du schaffest nichts, das ihm nicht dienstbar werde. Er ist dein Bild und König auf der Erde. Und was ihr Schoos nur immer, zeugt und trägt, das hast du, Herr, ihm untern Fuß gelegt. 7. Das zahme Vieh in Triften und in Feldern, das freie Wild, das in Gesträuch und Wäldern durch Thåler irrt, und auf Gebirgen klimmt, ist alles ihm zum Eigenthum bestimmt. 8. Der Vögel Schaar, der Sånger Chor in Lüften, der Fische Heer in Fluß- und Wasserklüften und was sich nur im Meere nähren kann, ist insgesammt den Menschen unterthan. 9. O unser Gott! Beherrscher aller Machten, wie herrlich ist dein Name doch zu achten! Wie heiliglich wird deine Majestät so weit verehrt, als Erd' und Himmel geht. 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schweben. Mein aller stärkster Wunsch, mein eifrigstes Bes streben in allem meinem Thun, sey dies, o Gott, allein, daß ich auch so, wie du, gesinnet môge seyn! 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit lieben, und mit stets munterm Fleiß in alle dem mich üben, was mich zur Weisheit führt; zur Weisheit, die dich ehrt, und allem Beifall giebt, was du uns selbst gelehrt. 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Günde fliehn, des Fleisches Lüste zäh men, nur das, was recht ist, thun, des Guten mich erfreun, und dem, der's üben will, auch gern behülflich seyn. 7. Gieb, daß ich so, wie du, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächsten gern erspart, dem Nächsten gern versüßt, und wo er helfen kann, zum Helfen willig ist. 8. Wie weit bin ich noch fern, o Gott, von diesem Ziele! Du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch seiner Natur und Bestimmung. im Guten ähnlich bin. O, bilde du Nach der Melodie des 6. Lieds. mich ganz nach dir und deinem Sinn. Wie wichtig ist doch der 9. Beglückt ist nur alsdann mein Lebenslauf auf Erden, wenn ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn' Unterlaß, Gott, deiner Güte freun! 77. den uns Herr gegeben; Gott, als uns deine. Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid, noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. Nach der Melodie des 59. Lieds. Ich bin, Gott, dein 2. Nicht hier ist unser Vaterland; allein bei dir, Gott, droben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück aufgehoben, das nie ein traurig 76. Eigenthum. Du schufft unde fumt. Hier ſind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. mich, dein zu seyn; mein ganzes Leben dir zum Ruhm und deinem Dienst zu weihn. 2. Du gabst mir den vernünft'gen Geist, bewundernd einzusehn, wie dich, Herr! deine Schöpfung preis't, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott, deine Herrlichkeit. Zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühllos seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deines Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O, mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel sey stets deiner Ehre voll. 6. Wer dich verehrt, hålt dein Gebot. Ihm iste nicht Last, nicht Pein. Drum gieb auch mir die Kraft, o Gott, gehorsam dir zu seyn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut. Du willst nur unser Heil. dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Theil. Wohl 8. Er wandelt hier auf einer Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 49 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr! laß nach dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. 3. O, laß mir doch dies große Biel durch nichts verrücket werden! was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmele reich zu erben? 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier. Laß mich dies nie vergessen! Wie viel an Zeit, Herr, hast du mir zur Wallfahrt zugemessen? Nur wenig Zeit. Ist die vollbracht, so wird der Erde Gut und Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrs lichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit um jene beff'ren Gaben, die mir im Tode nicht entflieh'n, am ersten und mit Ernst bemüh'n, damit ich nicht einst darbe. 6. Ein Herz, das dich, o Bater! liebt, und deines Sohns sich freuet; das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz das wird allein sich ewig deiner Güte freu'n und einst dein Antlig schauen. 7. Und solch ein Herz, das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich könne auch schon hier nach den Gefeßen leben, die selbst im Himmet gültig sind; bis ich als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe! 4 50 6) Vom Fall und von der Verdorbenheit des Menschen, und der daher rührenden Flüchtigkeit des Lebens. Mel. Auf meinen lieben Gott. 78. DE u, der kein Böses thut, du schufft den Menschen gut. Du, Höchster, gabst ihm Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligkeit zu wandeln, stets recht vor dir zu handeln. 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Uch, wir dein Eigenthum, wie tief sind wir gefallen! Wo ist jetzt unter allen ein Mensch ganz rein von Súnden, vor dir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchster, sieht auf alle Menschenkinder, und sie sind alle Sünder. Da ist vor dir, Herr, keiner unschuldig, auch nicht einer. 4. Verderbt ist aller Sinn. Die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur was dein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu üben. 5. Fleisch sind wir von Natur. Uns rühren, leider! nur die Güter dieser Erden, die nie vollkommen werden, mehr als die höhern Gaben, die uns auf ewig laben. 6. Dir folgen dúnkt uns 3wang. Des bösen Herzens Hang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sündenliebe. Und können wir auch zählen, wie oft wir vor dir fehlen? 7. O Herr, was uns gebricht, laß in der Wahrheit Licht so heilsam uns erkennen, daß wir von Ernst entbrennen, der Sünde zu entsagen, der Beff'rung nachzujagen. nited 8. Wohl dem, der sie gewinnt. Gott, so verderbt wir sind, so willst du uns doch heilen, und Kräfte uns ertheilen, schon wiederum auf Erden dir gleichgesinnt zu werden. 9. Herr, diese deine Huld laß uns durch unsre Schuld nicht freventlich dir nicht zu widerstreben, damit wir verscherzen. Erwecke unsre Herzen, ewig leben. Mel. des 38. Pfalms. 79. Jeju, Arzt todtkranker Seelen! Will's uns fehlen an Er kenntniß eigner Noth, so daß wir die last der Sünden nicht empfins den, ruhig bei dem nahen Tod: 2. Ach, so gies Gefühl von innen, mach' die Sinnen lebendig und auf geweckt; bis die greuelvolle Höhle unsrer Seele sich bei deinem Licht entdeckt. 3. Unsrer Sünden Meng' und Größe, unfre Blöße, zeiget dein Geseg uns an; so daß wir nach dir uns sehnen, und mit Thränen zu dir, Arzt der Seele, nah'n. 4. Dein Geseg spricht: heil'ge Triebe, eine Liebe, welcher nichts an Stärke gleich, widmet Gott dem Allerhöchsten, euern Nächsten sollt ihr lieben, ſo wie euch. 5. Uber, ach! wer kann verhehlen? Hier will's fehlen, ach, das Herz ist Hasses voll, und wie die Erfahrung zeiget, abgeneiget von dem, was es lieben soll. Erster Theil. Vom Fall und von der Verdorbenheit zc. 51 6. Jesu, ach, ach trag' Erbarmen mit uns armen, Seelen- Urzt, der heilen kann. Zunde bei uns allzu sammen reine Flammen deiner Lieb' im Herzen an. 2. Wie verderbt sind meine Wege! Wie verkehrt mein eigner Sinn! Ich empfind' es, Gett, wie tråge ich dir zu gehorchen bin. Ach! wer wird vom Hang zum Bösen mich doch wiederum erlösen? Nach der Melodie des 79. Lieds. 80. ! was bin ich, mein Erretter und Vertreter, bei dem unsichtbaren Licht! Sieh! ich lieg' in meinem Blute, ja das Gute, so ich will, das thu' ich nicht. 2. Ach! was bin ich, mein Erlöser! täglich böser find' ich meiner Seelen Stand! Drum, mein Helfer, nicht verweile, Jesu eile, komm und reiche mir die Hand. 3. Von Geburt bin ich ein Sünder und nicht minder stråflich durch gehäufte Schuld. Doch ich kenne dein Erbarmen, hilf mir Urmen, groß ist deine Gnad' und Huld. 4. Uch! wann wirst du mich erheben zu dem Leben, das erst recht ein Leben ist! Demuth kann dich bald bewegen, daß dein Segen sich zu meinem Heil ergießt. 19 5. Zuflucht der betrübten Herzen! Ungst und Schmerzen segen meiner Seele zu. Sieh', wie mich die Súnden quälen, Urzt der Seelen, schaffe meinem Herzen Ruh'. 6. Herr, errette mich vom Fluche, sieh, ich suche dich von nun an demuthsvoll. Sprich zu mir, daß ich im Sterben nicht verderben, sondern ewig leben soll. Mel. Zeuch mich, zeuch mich. 81. H HECE err! du kennest mein Verderben. Uch! es regt in meiner Brust, wie bei allen Ubamserben sich noch immer böse Lust, die mein Herz, Herr von dir neiget, und piel böse Thaten zeuget. to 3. Hilf mir durch den Geist der Gnaden von der angeerbten Noth! Heile meiner Seele Schaden durch des Mittlers Kreuzestod! Tilge alle meine Sünden! Laß mich vor dir Gnade finden! 4. Deinen Willen hier auf Erden zu vollbringen, wird mir schwer. Sol ich dazu tüchtig werden, mußt du selbst von oben her mir dazu die Kraft verleihen, und mein sündhaft Herz erneuen. 5. Schaffe denn ein reines Herze, Herr, durch deinen Geist in mir, daß ich nicht mein Heil verscherze. Laß der sündlichen Begier mich mit Nache druck widerstehen, und auf deine Hülfe sehen. 6. Unter Wachen, Beten, Ringen, hilf mir selbst mein Fleisch und Blut unter deinen Willen zwingen; denn dein Wille, Gott, ist gut. Was nicht kann dein Reich ererben, laß schon hier an mir ersterben. 7. Reize mich durch jene Krone, die mir droben beigelegt, daß ich meiner niemals schone, wenn die Sünd' in mir sich regt. Hilf mir selber muthig kämpfen, alle böse Lüste dämpfen. 8. Sollt' ich etwa unterliegen, o so bilf mir wieder auf! Laß in deiner Kraft mich siegen, daß ich meinen Lebenslauf unter deinen treuen Hans den gut und selig möge enden. Mel. Atte Menschen müssen sterben. 82.6 roßer Gott! Erhab'nes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen! ach! was ist der Mensch vor dir? 4* 52 Erster Theil.- Bom Fall und von der Berdorbenheit zc. o Nach der Melodie des 78. Lieds. Wenn ich deine Größ' erwäge, und 83. Mein Gott, dir ist bes was ich bin, überlege: O wie die inn're böse Lust, die Quelle meiner Sünden, die Menschen nicht ergründen. O, heile du aus Gnaden der Seele tiefen Schaden. dürftig und wie klein muß ich mir nicht selber seyn? 2. Des bösen Herzens Grund wird oft durch Thaten kund, die mich vor dir verklagen, und mein Gewissen nagen. Herr, willst du sie bestrafen, wer wird mir Rettung schaffen? 2. Fluch und Elend, Tod und Sünde drücken leider! mein Gemüth; machen mich zu einem Kinde, das vor seinem Bater flieht. Tausend Mängel, tausend Flecken schånden mich zu meinem Schrecken, und in der verderbten Brust regt sich täglich böse Lust. 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand. O, wie manche gute Gabe hast du, Herr, mir zuge= wandt! Selber auf dem Sündenpfade trågt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach, was würd' mir übrig seyn? 4. Doch die Menge deiner Gaben klagt nur meinen Undank an; weil ich sie oft ganz vergraben, oft damit nur groß gethan; oft voll Leichtsinn sie verschwendet, und zu Sünden ange= wendet.. O, wie häuft sich meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sich, hier lieg' ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt; doch mein demuthsvoller Glaube, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergüte, und mein tief be fchämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder deiner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Uch! erhalte selbst die Triebe treuer Dankbarkeit in mir. Bater! laß das schwache Lallen meines Lobes dir gefallen. Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit; Herr! ich falle vor dir nieder voller Ehrerbietigkeit. Deinen Willen thun und leiden, sey der Gipfel meiner Freuden, Gott und Herr der ganzen Welt, thu' mit mir, was dir gefällt. 3. Ich habe wider dich, den Nächsten und auch mich vielfältig, Herr, gehandelt; ich bin den Weg gewandelt, der Menschen von dir wendet, und sich mit Schrecken endet. 4. Ein jegliches Gebot zeugt wider mich und droht, weil ich, dies schlägt mich nieder, nur gar zu oft dawider gedacht, gethan, gesprochen, und deinen Bund gebrochen. 5. Verwirf mich nicht von dir. Hilf, Herr, erbarmend mir! Erneure meine Seele, daß sie nur Gutes wähle. Wer kann mich sonst vom Bösen, als du, o Herr, erlösen? 6. Drückt mich der Sünde Joch gleich mächtig, so bleibt doch weit macht ger deine Gnade. Wie groß auch nur mein Schade, so kannst du ihn doch heilen, und Leben mir ertheilen. in mir ihr Werk vollbracht: so gieb 7. Hat sonst des Fleisches Macht mir Lust und Stárke, daß ich nur gute Werke beschließe und vollbringe, und ewig dir lobsinge. 18. Melodie des 51. Psalms. 84. ie Quell, woraus der Mensch ursprünglich ist, der ew'gen Gottheit Kraft und heil'ger Wille, die Allgenugsamkeit und Gottesfülle, die immerfort mit Erster Theil. Vom Fall und von der Berdorbenheit zc. 53 vorbei ein schneller Bech, und dein Gericht, Gott, folgt ihr nach. 2. Die Ewigkeit, die Ewigkeit ergreift mich nach durchlebter Zeit: ich, wenn sie kommt, sey was ich sey, ein Sünder, oder Gott getreu. - reinen Strömen fließt, die anders nichts, als was sehr gut, gemacht, hat auch den Menschen gar nicht bof' erschaffen; nein, ihn zu Gottes Bild hervorgebracht. Wie könnte sonst der Herr das Böse strafen? 2. Gerechtigkeit und wahre Heiligkeit, das war die Bier von Gottes Ebenbilde, der schöne Glanz, womit er gut und milde, die Seele schmückte, die er sich geweiht. Es sollt' der Mensch im Licht den Schöpfer sehn, das ganze Herz in Liebe zu ihm neigen, mit ihm vereint in ew'ger Wonne stehn, und so an sich den Ruhm der Gottheit zeigen. 3. Uch! aber ach! ein unglücksel'ger Fall, durch Satans List und Bosheit angerichtet, hat gar zu bald dies große Gut zernichtet, und Sünd' und Tod herrscht jest und überall. Es ist das Gift der Wurzel zugeflößt: Drum kann der Stamm mit allen seinen neue Mel, oder Ich hab' mein' Sach'. 3weigen, nun ganz verderbt, von inn'rer Kraft entblößt, auch weiter 86. nichts als bitt're Früchte zeigen. 4. Wo find' ich Heil? Hier ist kein Gutes mehr. Denn ich vermag mit allem meinem Dichten jetzt von Natur nur Böses auszurichten, bin unbequem zu meines Schöpfers Ehr'. Uch hilf, mein Gott, und mach' mich wieder neu, durch deinen Geist, durch Licht und Kraft von oben: daß ich mit deinem Bild gezieret sey, und dich, o Lebensquell, mög' ewig loben. Aus dem 90. Pfalm. Nach der Melodie des 13. Lieds. 85. Wie Die ein Geschwäg des Tags verfließt die Beit, die mir geliehen ist. So rauscht 3. Da wall' ich hin, da wartet mein das Anschau'n Gottes, oder Pein. Uch Gott, mein Heil und mein Vertrau'n, laß mich dein selig Untlik schau'n. 4. Wir sind nur wie ein Schlaf vor dir, wie Gras, so blüh'n und welken wir: das machet unsre Missethat, die deinen Zorn entzündet hat. 5. Ich zittre, Herr, und mein Gebein durchångstet dein gewaltig Dráu'n! Denn denkst du in's Gericht zu gehn, wer kann, wer kann vor dir bestehn? 6. Ach zúrne nicht auf deinen Knecht und Gnade, Gnad' ergeh' für Recht! Versöhner, Gottes Sohn, mein Heil, sey meine Zuflucht, sey mein Theil. 7. Auf daß ich klug sey, lehre mich der Tod, daß ich nichts fürcht, als dich. Dann leb' und sterb' ich dir allein; im Leben, Gott, im Tode dein. WEE ie fleucht dahin der Menschen Zeit! Wie eilet man zur Ewigkeit: wer denkt Frodoch wohl an jene Stund' von Herzensgrund? Kaum spricht davon der tråge Mund. 2. Das Leben ist ein eitler Traum; so nichtig, als ein Wasserschaum, der, wenn er sich jest stolz erhöht, gar nicht besteht, und eh' man es noch denkt, vergeht. 54 Erster Theil.- Bom Fall und von der Berdorbenheit zc. 3. Nur du, mein Gott, du bleibest| in's stille Grab, dort wischt mir Gott mir das, was du biſt, ich traue dir; die Ehránen ab. und bleibt mein Sinn getrost, wenn ich bei Jesu bin. 4. Du kommst, Weltrichter, Gottes Sohn! Bald kommst du, und mit dir dein Lohn. Uch! gieb, daß ich mich jeden Tag bereiten mag auf jenen legten Glockenschlag. 5. Was hilft die Welt in jener Noth, Lust, Ehre, Reichthum in dem Tod? O Mensch! das alles merkest du, sieh' dann wohl zu, sonst kommst du nicht zur wahren Ruh'. 6. Weg, Eitelkeit! der Thoren Spiel! Das höchste Gut sey stets mein Ziel! Was ewig bleibet, finden wir gewiß nicht hier, wir finden's, Jesu, nur bei dir. 7. Damit ich dich verklárt einst seh', und froh vor deinem Throne steh', so lehre du, mein Heiland, mich und gieb, daß ich nichts so begierig such, als dich. Mel. Ich hab' mein' Sach' Gott 87. F ott hab' ich alles heimgestellt. Er thue, was ihm wohlgefällt, zum Tod und Leben gleich bereit, wie er gebeut, vertrau' ich seiner Gütigkeit. 2. Auch meine Zeit kommt, wenn Gott will, ich warte d'rauf und bleibe still. Gut ist mir, was sein Rath erwählt, der nimmer fehlt. Er hat auch meine Haar' gezählt. 3. Was ist die Welt? ein Jammerthal. Es wartet auf uns überall in unsrer kurzen Lebenszeit manch Herzeleid. Der Mensch lebt immerdar im Streit. 4. 3ulegt ruft dann doch Gott dem Tod: Er kommt und endigt unsre Noth. Sink' du, o múder Leib, hinab 5. Wenn mich die Sünde schon ansicht, o so verzag' ich dennoch nicht; es gab ja mein getreuer Gott bei meiner Noth den Sohn selbst für mich in den Tod. 6. Heil mir! daß mein Herr Jesu Christ für meine Schuld gestorben ist; nun lebt und herrscht er mir zu gut; der Höllen Glut löscht sein vergoßnes theures Blut. 7. Dem sterb' und leb' ich allezeit, von dem mich auch der Tod nicht scheid't. O, sein bin ich, und er ist mein! das soll allein mein Trost im Tod und Leben seyn. 8. Der schon in dieser Prüfungszeit so oft mein schmachtend Herz erfreut, gönnt meinem Leib auch einen Blick, und ruft zum Glück, zum Leben meinen Leib zurück. 9. Ich werde dann von Ungesicht Gott schau'n in jenem sel'gen Licht. Welch' unaussprechlich große Freud' ist mir bereit't! Gott sey gedankt in Ewigkeit. Nach der Melodie des 48. Lieds. 88. Di ie Herrlichkeit der Erden muß Staub und Asche werden und nichts bleibt ewig stehn! das, was uns hier ergöget, was man für ewig schåget, wird als ein leichter Traum vergehn. 2. Was sind doch alle Sachen, die uns so treßig machen, als Zand und Eitelkeit? Was ist der Menschen Leben? Stets mit Gefahr umgeben, währt es nur eine kurze Zeit. 3. Was hilft uns unser Wissen? Wird's, wenn wir sterben müssen, ein großer Vorzug seyn? Was hilft uns Macht und Ehre, so glänzend sie auch wåre? Kann sie uns wohl alsdann erfreun? 4. Wie bald wird das zerrinnen, was wir mit Müh' gewinnen; was unser Fleiß erwirbt? Kann wohl, was wir besigen, uns vor dem Tode schügen, und stirbt nicht alles, wenn man stirbt? The Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen ic. - 5. Was sind die Lebensfreuden? Wie bald folgt Ungst und Leiden und Reu' auf den Genuß? Was ist's, wo: mit wir prangen? Wo wirst du Ehr' erlangen, die nicht zulegt verschwinden muß? 6. Was sind selbst alle Thronen? Giebt es wohl ird'sche Kronen, die unverwelklich blühn? Kann vor des Grabes Schrecken der Purpur dich bedecken? die Krone dich dem Tod entziehn? 7. Wie, wenn die Sonn' aufge= het, die Rose blühend stehet in ihrer schönsten Bier, und doch verwelkt sich beuget, eh' sich der Abend neiget; so blühen und verwelken wir. Mel. Jesu meine Freude. 89. W 7) Von der Erlösung der Menschen und dem Erlöser überhaupt. ort aus Gottes Munde! Wort vom FriedensBunde! Evangelium! Bald, da wir gefallen, ließ dich Gott erschallen! du bist unser Ruhm! EE Gottes Kraft, die Glauben 55 8. Froh wachsen wir auf Erden, und hoffen groß zu werden, von Schmerz und Sorgen frei; doch in den schönsten Tagen, noch eh' wir Früchte tragen, bricht uns des Todes Sturm entzwei. schafft! gute Botschaft, uns zum Leben von Gott selbst gegeben! 2. Was dein Wohlgefallen vor der Zeit uns allen, Gott, bestimmet hat; was sonst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt dein Rath. Daß dein Eid dich nicht gereu't, zeigst du nun; in Jesu Namen wird er Ja und Amen. 9. Wir rechnen Jahr' auf Jahre, inzwischen wird die Bahre vor unser Haus gebracht. Man scheidet von den Seinen, die hülflos uns beweinen, und uns bedeckt des Grabes Nacht. 10. Dies laßt uns wohl bedenken, und uns zum Himmel lenken, weil er uns offen steht. Wer dahin will gelangen, darf an der Welt nicht hangen, da sie mit ihrer Lust vergeht. 3. Alles ist vollendet, Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus, der sein Leben wollte für uns geben, stellt sich wirklich dar, ja, er hat des Hochsten Rath ganz vollbracht, und lebt in Ehre; ach erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten; was für frohe Boten! trostreich ist ihr Mund, liebreich ihre Füße, ihre Lehren süße. Welch ein theurer Bund! Gottes Huld trågt unsre Schuld, und wer ihn mit Glauben ehret, wird von ihm erhöret. 5. Auf! und wehrt den Schmerzen! kommt, ihr, deren Herzen das Geset zerschlug; kommt zu dessen Gnaden, der für euch beladen alle Schmerzen trug. Jesu Tod versöhnt euch Gott; Gott, der euch als Vater liebet, und die Schuld vergiebet. 6. Hierauf will ich bauen, Christo mich vertrauen, und in ihm mich freun. Ihm nur will ich leben, ihm mich ganz ergeben, ewig treu ihm seyn. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben und den Himmel erben. Erster Theil.- Von der Erlösung der Menschen 56 Mel. Durch Adams Fall ist ganz 2c. 90. Durch Adams Fall iſt erst verderbt der Menschen Thun und Wesen. Dies Gift ist auf uns fortgeerbt. Wir waren nie genesen; war' Jesu Heil nicht unser Theil. Denn wie so tiefe Wunden! Uch, jeder hat in Adams That des Satans Neid empfunden! 2. Seit Satan ihn dahin gebracht, daß er frech abgefallen; so herrschet mit tyrann'scher Macht die Sünde in uns allen. Uns drückt der Tod. In solcher Noth beschloß Gott, uns zu geben den eignen Sohn zum Gnadenthron, damit wir möchten leben. 3. Warf uns denn eine fremde Schuld in Adam alle nieder; so bringt uns eine fremde Huld in Christo alle wieder. Und wie wir all' in Adams Fall des ew'gen Todes starben, so rettet Gott durch Chrifti Tod, die fonder ihn verdarben. 8. Du wollest, Herr, von meinem Mund dein heilig's Wort nicht nehmen; so weiß ich, läßt dein theurer Bund mich, Sünder, nicht beschämen. Der deckt deine vertraut, auf sie feft baut, der wird nur ihr will ich vertrauen. Wer ihr den Tod nicht schauen. 4. Gott hat uns seinen Sohn geschenkt, da wir noch Feinde waren, der ist für uns ans Kreuz gehenkt, erstanden, aufgefahren. Tod und Gericht trifft uns nun nicht, so wir ihm nur vertrauen. Fest steht dies Wort! Bem mag hinfort noch vor dem Tode grauen! 6. Der Mensch ist gottlos und verflucht, und wird zulegt zu Spotte, der solchen Troft bei Menschen sucht, und nicht bei seinem Gotte. Denn wer sich will ein andres Ziel ohn' diesen Tröster stecken, den mag gar bald des Feinds Gewalt und arge Lift erschrecken. 5. Er ist das Licht, der Weg, die Pfort', die Wahrheit und das Leben, des Vaters Kraft, sein ewig's Wort, zum Heiland uns gegeben. Dem Feind zum Truß umgiebt sein Schuß uns alle, die wir glauben. Er ist der Hirt, die Seinen wird aus seiner Hand nichts rauben. 7. Wer hofft in Gott, und dem vertraut, kann nie zu Schanden werden. Wohl, wer auf diesen Felsen baut! trifft ihn schon hier auf Erden viel Ungst und Müh'; hab' ich doch nie den Menschen sehen fallen, der sich nur fest auf Gott verläßt. Gott hilft den Seinen allen. Wort den Himmel aus der Ferne, 9. Mir zeigt schon jest dein heilig's denn dies Licht führt zu Christo fort, dem hellen Morgensterne. Bricht der nun an, so faffet man alsdann die hohen Gaben, die Gottes Geist auch uns verheißt, so wir nur Glauben haben. Nach der Melodie des 29. Lieds. 91. Ew'ge Liebe, mein Gemüthe kühnen Blick ihm einen Blick zurück, einen Blick in den Abgrund deiner Güte; send' voll Heiterkeit, der die Finsterniß zerstreut, die mein blödes Auge drücket, wenn es nach dem Lichte blicket. du dich erbarmet hast, und aus freiem 2. Ich verehre dich, o Liebe! daß edlen Triebe den allweisen Rath gefaßt, der verdammnißwerthen Welt durch ein theures Lösegeld, durch des eignen Sohnes Sterben Gnad' und Freiheit zu erwerben. 3. O, ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit! welcher uns hülflosen Armen Gnade, Trost und Hülfe beut. Liebe! die des Sohns nicht schont, der in ihrem Schooße is und dem Erlöser wohnt, um die Sünder zu erretten aus den schweren Sündenketten. 4. Doch du hast, o weise Liebe, eine Ordnung auch bestimmt, daß sich jeder darin übe, der am Segen Untheil nimmt; wer nur an den Mittler glaubt, und ihm treu ergeben bleibt, der soll nicht verloren gehen, sondern Heil und Leben sehen. S 5. Da du keinen zum Verderben ohne Grund verbannet hast, tragen Sünder, wenn sie sterben, ihrer eignen Bosheit Last. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, der hat Fluch und Tod zum Lohn; sein muthwillig Widerstreben schließt ihn aus vom Heil und Leben. 6. Ewig sey mit Dank besungen, was dein Rath beschlossen hat. Mit uns preifen Engelzungen diesen weisen heil'gen Rath, den der Glaub in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört; wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7. Liebe, laß mich dahin streben, meiner Wahl gewiß zu seyn. Richte felbst mein ganzes Leben so nach deinem Willen ein, daß des Glaubens Frucht und Kraft, den dein Geist in mir geschafft, mir zum Zeugniß dienen möge: ich sey auf dem rechten Wege. 8. Laß mich hier schon mit Vertrauen meinem Heil entgegen sehn; alsdann werd' ich ohne Grauen selbst dem Tod entgegen gehn; keine Creatur wird mich, den du liebest, ewiglich deiner Hand entreißen können, noch von deiner Liebe trennen. Nach der Melodie des 7. Lieds. Ich habe nun den Grund überhaupt. mi 57 3. Wir sollen nicht verloren werden; Gott will, uns soll geholfen seyn! deßwegen kam sein Sohn auf Erden, und nahm den Himmel siegreich ein. Nun ruft sein Wort und Geist uns zu: Kommt her zu mir, bei mir ist Rub'. Hoffnung ewig hält: Wo anders, als in Jesu Wunden? Da lag er vor der Zeit der Welt: Ein Grund, der unbeweglich steht, wenn Erd' und Himmel untergeht. 9. Auf diesen Grund will ich stets bauen, so lang' ich hier auf Erden bin; der Gnade Gottes will ich trauen, 92. alles andre gleich dahin, ſo ſing ich einst nach dieser Zeit: D Abgrund der Barmherzigkeit! alles Denken übersteigts, der sich zu 2. Es ist das ewige Erbarmen, das sind die offnen Liebesarmen, dem Sünder neigt; er geht nicht mit uns in's Gericht, und will den Tod des Sünders nicht. 4. O Abgrund, welcher unsre Sünden durch Christi Tod verschlungen hat! Das heißt die Wunden recht verbinden, da findet kein Verdammen statt; weil Christi Blut beständig schrei't: Barmherzigkeit! Barmherz zigkeit! 5. Darein will ich mich glaubig senken, dem will ich mich getroft vertrau'n, und wenn mich meine Sünden krånken, nur bald nach Gottes Herzen schau'n; da findet sich zu aller Beit unendliche Barmherzigkeit. 6. Wird alles andre mir entrissen, was Leib und Seel' erquicken kann; muß ich des Lebens Freuden missen, und nimmt kein Freund sich meiner an; scheint die Errettung noch so weit, mir bleibet doch Barmherzigkeit. 7. Ich kann in meinen besten Wers ken, wenn ich noch so behutsam bin, gar manchen, manchen Fehler merken; o, wie fällt aller Ruhm dahin; doch bleibt mir auch der Trost bereit: ich hoffe auf Barmherzigkeit. 8. Es gehe nur nach dessen Willen, bei dem so viel Erbarmen ist: Er wird gewiß sein Wort erfüllen. Er, der die Seinen nicht vergißt; fie währet ja in Ewigkeit, die göttliche Barmherzigkeit. 93. N Gott Nach der Melodie des 30. Lieds. un, Christen, laßt uns Dank und Ehre bringen, von Herzen ſeines Heils uns freun, mit die große Luft ihm singen. Wer faßt die große Wunderthat; was Gott an uns gewens det hat, wie theu'r er uns erworben. 58 Erster Theil. Von der Erlösung der Menschen 2. Vom Teufel hart verstrickt war ich todt, elend und verloren. Stets quátte meine Sünde mich; verderbt 94. F war ich geboren. Ich sank auch immer tiefer drein, that niemals Gutes, war allein von Sünde ganz besessen. 3. Gott jammerte von Ewigkeit mein Elend ohne Maaßen. Er dachte der Barmherzigkeit, mir wollt' er helfen lassen; zu mir wanót' er sein Vaterherz; zu heilen meiner Wunden Schmerz, ließ er's sein Bestes kosten. 4. Er sprach zu seinem lieben Sohn: Die Zeit kommt, zu erbarmen! Eil', meines Herzens werthe Kron'! sey du das Heil der Urmen! Hilf ihnen aus der tiefen Noth! für sie entwaffne du den Tod, und laß sie mit dir leben. 5. Der Sohn, der ihm gehorsam war, erschien nunmehr auf Erden, als eine Jungfrau ihn gebar. Mein Bruder wollt er werden, hielt heimlich seines Arms Gewalt, und ging einher in Knechtsgestalt, des Satans Reich zu stürzen. 6. Er sprach zu mir: Halt' dich an mich! Es soll dir jegt gelingen. Mich selber gab ich ganz für dich; will mächtig für dich ringen. Denn ich bin dein und du bist mein. Auch du sollst, wo ich bleibe, seyn. Uns soll der Tod nicht scheiden. 7. Vergießen wird man mir mein Blut, voll Grimms mein Leben rauben. Gern leid' ich alles dir zu gut. Das halt' mit festem Glauben. Dein Leben, Sterblicher, ist mein, und mein Verdienst ist, Sünder, dein. So bist du selig worden. 8. Den Himmel nehm' ich wieder ein, und scheid' aus diesem Leben. Da will ich stets dein Meister seyn, und meinen Geist dir geben, der dir in Trubsal Trost gewährt, dich, wenn er mich in dir verklärt, in alle Wahrheit leite. 9. Was ich gethan, was ich ge= Lehrt, das sollst du thun und lehren; daß Gottes Reich sich stets vermehrt zu seines Namens Ehren. Nur húte dich vor Menschenwahn, der dir den Schak leicht rauben kann, dies sey mein Abschiedssegen. Mel. Petr Chrißt der einig Gott. Christe, Eingebors ner, von Ewigkeit gezeugt! Des Baters Auserkorner, zu dem sein Herz sich neigt! Mit ihm von einem E Wesen, bleibst du, der du gewesen, der Glanz der Herrlichkeit. 2. Für uns ein Mensch geboren, der keuschen Jungfrau Sohn, wie Gottes Eid geschworen, erlitt'st du Qual und Hohn; starbst, daß wir leben möchten, erhubst uns zu Ges rechten und Erben deines Reichs. 3. Gieb, stets in reicherm Maaße, Erkenntniß deines Heils, daß keiner je verlasse die Wahl des besten Theils. Laß uns im Glauben bleiben, durch ihn zur Lieb' uns treiben, und zu der Lust an dir. 4. Der du trågst alle Dinge, des Vaters ew'ge Kraft! ohn' den ich nichts vollbringe! der alles Gute schafft! Hilf, daß mich nichts verblendet, mein Herz nichts von dir wendet, nichts meine Liebe schwächt. 5. Laß uns, mit dir begraben, mit dir auch auferstehn; mit dir zur Höh erhaben, nicht auf das Eitle sehn; dich wissen und dich hören, nach dir allein begehren; dein todt und lebend seyn. 6. Dank, Lob und Preis und Ehre sey Gott in Ewigkeit für solche süße Lehre, mit der er uns erfreut. Sie tröst' uns, wenn wir leiden; sie stärk uns, wenn wir scheiden; sie schug' uns im Gericht. Neue Melodie. end 95. edanke, der uns Leben giebt, welch Herz vermag dich aus: mbl und dem Erlöser überhaupt n zudenken! Also hat Gott die Welt geliebt, uns seinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit heil'gen Finsternissen, füllst du mein Herz mit Majestát, und stillest mein Gewissen. ab 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Lauf und Bau ergründen; und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. So kann mein Geist den hohen Rath des Opfers Jesu nicht ergründen; allein das Göttliche der That, das kann mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ am Kreuz nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. 6. Ist Christi Bort nicht Gottes Sinn: so werd' ich ewig irren müssen, und wer Gott ist, und was ich bin, und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit soll mir kein frecher Spotter rauben; ich fühle seine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum durch ihn des ew'gen Lebens Erbe, dies bin ich; und das ist mein Ruhm, auf den ich leb' und sterbe. 9. Er giebt mir seinen Geist, das Pfand, daran wir seine Liebe merken, und bildet uns durch seine Hand zu allen guten Werken. 10. So lang'ich seinen Willen gern mit einem reinen Herzen thue; so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried' und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Sünde kránkt, und ich zu seinem Kreuze trete: so weiß ich, daß er mein gedenkt, und thut, warum ich bete. 59 13. Kann unsre Lieb' im Glauben hier für den, der uns geliebt, erkalten? Dies ist die Lieb', o Gott, zu dir, dein Wort von Herzen halten. 12. Sch weiß, daß mein Erlöser lebt, daß ich erwecket aus der Erde, wenn er sich zum Gericht erhebt, im Fleisch ihn schauen werde. 14. Erfüll' mein Herz mit Danks barkeit, so oft ich deinen Namen nenne, und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 15, Sollt' ich dereinst noch würdig seyn, um deinetwillen Schmach zu leiden: so laß mich keine Schmach noch Pein von deiner Liebe scheiden. 16. und soll ich, Gott, nicht für und für des Glaubens Freudigkeit in mir, und rein'ge mich von Sünden. empfinden, so wirk' er doch sein Werk 17. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, so laß mich noch im Tode denken: Wie sollt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht alles schenken. unle Nach der Melodie des 15. Lieds. 96. uns erworben. Der Herr will nicht Sündennoth ist Rettung des Sünders Zod. Was Udams Fall verdorben, hat er aus Gnaden uns ersetzt. Wie werth sind wir von ihm geschäßt! Wie oß ist sein Erbarmen! 2. Selbst seinen eingebornen Sohn sandt' er zu uns auf Erden, von dem verdienten Sündenlohn ein Retter uns zu werden. Er kam und mit ihm unser Heil: er kam, am ew'gen Leben Theil uns wieder zu erwerben. 3. Wo ist, o Tod, dein Stachel nun? Hier ist dein Ueberwinder. Für unsre Schuld genug zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Wo ist nun, Sünde, deine Kraft? Hier ist der, der uns Kräfte schafft, dein Joch von uns zu werfen. 4. Gelobt sey Gott! Gelobt sein Sohn, der Retter unsrer Seelen! nun kann uns auch auf Erden schon das wahre Glück nicht fehlen, getroft und froh in Gott zu seyn, wenn wir uns nur dem Heiland weih'n, den Gott für uns verordnet. 5. Was er zum Leben uns ver= schafft, das ist in seinen Händen. Sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so Von der Erlösung der Menschen 60 Erster Theil.- liebreich uns erwarb, als er für uns am Kreuze starb. Wohl allen, die ihm trauen! 6. O, laßt uns ihm uns anvertrau'n, und niemals sein uns schåmen! Auf seine Mittlershülfe bau'n, und sein Joch auf sich nehmen, das ist der Weg zum ew'gen Wohl; der Weg, auf den man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 7 Herr, laß uns diese Seligkeit doch über alles schågen. Nie können Güter dieser Zeit den Mangel uns ersegen, wenn uns das größte Gut gebricht; ein reines Herz voll Zuver: ficht zu dir, Gott, unser Vater! 8. lent' auf dies erhab'ne Glück der Seele stärkste Triebe! Zeuch mächtig unser Herz zurück von schnöder Sündenliebe! An dem uns theu'r erworb's nen Heil laß uns im wahren Glauben Theil stets suchen und gewinnen. mar 2015! 8mm Nach der Melobie des 37. Liebs. 97. sey dir, o Jesu, unser Leben! Preiswürdig bist du für und für. Wer kann dich g'nug erheben? Noch war die Welt ein Nichts, und schon warst du groß, herrlich, Gottes Sohn! gekrönt mit Schmuck und Ehre. Dein ist das Reich, die Herr lichkeit, und du beherrschest weit und breit der Kreaturen Heere. 2. Dein sind sie, denn durch wessen Kraft ward Himmel, Meer und Erde? Wer hat das Leben uns verschafft? Wer sprach zum Engel: Werde! Du bist es, dessen Ullmachtsruf die ganze Welt aus Nichts erschuf. Du bist's, der alles tråget, was sichtbar und unsichtbar ist, was Erd' und Himmel in sich schließt, und was im Meer fich reget. 3. Und dennoch bist du uns zu gut in diese Welt gekommen; haft willig unser Fleisch und Blut, o Herr, an dich genommen. Aus der erschrecklichsten Gefahr zu retten, was verloren war, warst du ein Fluch auf Erden. Huld, die sonst nichts gleiches hat! bu starbst für unsre Missethat, ein Heiland uns zu werden. 4. Du wardst es uns und bist es noch jetzt auf der Himmel Throne; fuchst liebreich von der Sünde Joch und ihrem schnöden Lohne, die ihr noch dienen, zu befrei'n. Beschwerter Herzen Trost zu seyn, ist deines Herzens Freude. Du giebst den müden Seelen Ruh; und wer dich liebt, den stårkest du, daß nichts ihn von dir. scheide. 5. Du hörst der Deinigen Gebet und endest ihre Plage. Du bleibst bis Zeit und Welt vergeht, bei uns noch alle Tage: Herr, dir sey ewig Dank und Ruhm für deinen Tod und Marterthum, für alle deine Liebe! Dir geb' ich mich zu eigen hin, gieb daß ich mich, so lang' ich bin, in deinem Lobe übe. 98. Nach der Melodie des 15. Lieds. Liebesglut, wie kann ich dich nach keit besingen! Wie wagt's ein schwacher schwingen! Es glänzet Gottes Herrlichkeit in lauter Lieb' von Ewigkeit; bleibt noch mein Herz erkaltet? 2. Gott, der in sich ganz selig war, das allerreinste Wesen, hat sich der schnöd'sten Sünder Schaar zu lieben auserlesen. Du staunst, Vernunft? gieb Gott die Ehr'! Gott wollt' unendlich lieben, mehr als du begreifen solltest. 3. O Liebe, die Gott seinen Sohn aus seinem Schoos genommen! Er ist von seines Vaters Thron zu uns herabgekommen. Sein Mangel, Knechtsstand, Kreuz und Grab malt uns mit starken Farben ab, wie sehr Gott lieben könne. 4. Was ist die Welt? die arge Welt, was sind doch Udams Kinder? daß sie dein Sohn so theuer hält. Er rettet diese Sünder; da du im 3orne Belial mit seinen Engeln allzumal zum finstern Abgrund stießest. 5. O, welche Tiefen seh' ich hier! nie werd ich sie ergründen; doch seh' ich g'nug, um, Gott, mich dir auf's stårkste zu verbinden. Herr, dir sey ganz mein Herz gewährt, ein Herz, d und dem Erlöser überhaupt. 2 61 das dir allein gehört, als Schöpfer| gut ich immer kann, dich recht inbrünund Erbarmer. stig liebe. Die Welt nicht, Gott sey meine Eust; laß ewig nichts in meiner Brust als deine Liebe bleiben. 6. O liebster Vater, nimm es an, und rein'ge seine Triebe, daß ich, so 8) Von der Geburt Jesu Christi. 041611 Sacing mundo a Nach der Melodie des 9. Lieds. 99. lag die ganze Welt mit 310 da öffnetest du, Gott! die Fülle dei ner Gnaden. Dein Sohn erscheint; du schickst den, dessen Dienst die Bahn dem Herrn bereiten soll, als seinen Knecht voran. 2. Gott, wer kann thun, wie du? Schon wohlbetagt an Jahren gebiert Elisabeth. Der Sohn der Unfruchtbaren, den jenes Engels Mund verheißen, soll't allein der keuschen Jung- glaubt, der bleibt in Ewigkeit. frau Sohn, ein würd'ger Herold seyn. 5. O welch ein Gnadenwort! welche süße Stimme, die in der Wüst' erschallt! Gott straft nun nicht im Grimme die sündenvolle Welt. Sein Himmelreich ist nah! denn der die Welt mit Gott versöhnen soll, ist da. 6. Euch ist solch Heil bereit! Ihr Sünder, nehmt's zu Ohren! Freut mit Johannes euch! wie er, noch geboren, des Heilands sich erfreut, so freut er sich auch nun, durch Tauf' und Predigten ihn allen kund zu thun. ung 8. Wohl dem, der dieses Lamm, auf das Johannes weiset, mit festem preiset. Wer, seinem Taufbund treu, sich Jesu ganz ergiebt, der ist in ihm von Gott begnadigt und geliebt. 7. Allein zu Jesu hin verweist er feine Jünger; allein auf Jesum zeigt sein ausgestreckter Finger. Seht, das ist Gottes Lamm, das mit dem Fluch belegt, für uns geschlachtet ward, und alle Sünden trägt. Nach der Melodie des 56. Lieds. 100. Mit Ernst, o Menschenfinder, das Herz in 3. Du willst durch ihn die Welt von deinem Heil belehren; und ihn auch ehrest du, um deinen Sohn zu ehren. Sein Vater wird erst stumm; der Stumme schnell beredt, und weissagt, euch bestellt! damit das Heil der da auf ihn der Geist des Herrn geráth. hemmt nicht seinen Lauf! Gott Sünder bei euch den Einzug hält. 4. Das Kind wird stark am Geist, hat den Sohn gegeben, und mit ihm der Gnade treuer Lehrer, ein brennend, scheinend Licht, ein mächtiger Heil und Leben, nehmt ihn mit FreuBekehrer, ein heil'ger Eiferer, der ohne Schonen straft. Auf seiner Seele ruht Elià Geist und Kraft. den auf. 9. Das werd' auch unser Theil! Johannis Amt und Behre verherrliche Wer Buße thut und glaubt, hat Trost noch stets, Gott, deines Namens Ehre. auf alle Zeit. Wer Buße thut und 2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast; macht seine Steige richtig, laßt alles, was er haßt; ihr Berge senket euch; senkt euch, und werdet eben, wenn Thale sich erheben; ihr Krümmen, werdet gleich. 3. Ein Herz, das Demuth übet, das Hochmuth liebet, mit Angst zu bei Gott am höchsten steht; ein Herz, Grunde geht. Ein Herz, das richtig kann sich recht bereiten; zu dem kommt ist, und folget Gottes Leiten, das Jesus Christ. 4. Uch, mache du mich Armen zu dieser heil'gen Zeit, aus Güte und Ers barmen, Herr Jesu! selbst bereit! 3cuch in mein Herz hinein; dies sen statt jener Krippen! so werden Herz und Lippen dir ewig dankbar feyn. 62 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 1 Neue Mel, oder von Gott will. 101.& thebt den Herrn, 102. ihr Frommen; er hált, was er ver= spricht. Der Heiland ist gekommen, der Volker Trost und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zu unserm Leben, selbst seinen Sohn gegeben. Durch ihn sind wir erlös't. 2. Erlös't! D, welche Gnade hat uns der Herr erzeigt! Der uns betroffne Schade, der uns so tief gebeugt, ist nun nicht unheilbar. Von Sünden und Berderben uns Rettung zu er= werben, gab Gottes Sohn sich dar. Neue Mel. oder Nun sich der Tag. o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gieb uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgsam seyn! Was wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unfre Seelen sich Gottes ewig freun. Iso hat Gott die Welt geliebt, daß er aus freiem Trieb uns seinen Sohn zum Heiland giebt. Wie hat uns Gott so lieb! 2. Was sein erbarmungsvoller Rath schon in der Ewigkeit zu unserm Heil beschlossen hat, vollführt er in der Zeit. 3. Er, aller Menschen höchstes Gut, der alle segnen kann, nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut, doch ohne Sünden, an. 600 4. Ich freue mich mein Gott in dir. Du nimmst mein Fleisch an dich. Was fehlt mir nun? ist Gott mit mir, wer ist dann wider mich? 5. Du Sohn des Ullerhöchsten, wirst auch mir Rath, Kraft und Held, mein Vater und mein Friedefürst, so wie das Heil der Welt. 3. Er kam zu uns auf Erden in armer 6. Was mir zum Seligseyn ge= Knechtsgestalt. Voll Mühe und Beschwerden war hier sein Aufenthalt. bricht, das, Herr, erwarbst du mir. Der ihm gegebnen Macht enthielt er Versöhnung, Leben, Trost und Licht, sich mit Freuden, bis er durch Lod das hab' ich nun an dir. und Leiden sein großes Werk vollbracht.7. Dein Mangel wird mein reiches 4. Er hat's vollbracht! O, bringet Theil; dein Leiden stillt mein Leid. Gott euern Lobgesang! Erlds'te Men Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil, schen! singet dem Mittler ewig Dant. gewinn' ich Herrlichkeit. Wo niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seelen Schaden. D, nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder! Verwirf uns, Jesu, nicht. Dein Name, Heil der Sünder, ist unsre Drum kommen wir zu dir. pilf uns die Macht der Sünden 8. Gelobt sey Gott! Gelobt sein Sohn! durch den er Gnad' erweist! Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron! Erheb' ihn auch mein Geist. Nach der Melodie des 61. Lieds, 103. Llobfingen! Doch erfreut laßt uns heut' ihm Berehrung brin= gen! In des Himmels hohe Chöre stimmet ein! Gott allein, unserm Gett sey Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich! Christus ist ge boren! Er, der König aller Weseny Erster Theil. Von der Geburt Jefu Chrifti. - steigt herab, bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer kann Gottes Rathschluß faffen? Aber dies ist gewiß: Gott kann uns nicht hassen! Kommt der Sohn aus freien Trieben zu uns her; wie sollt' er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, náhm' er dann Menschheit an? Er spricht: Ich errette. Deß soll sich der Erdkreis freuen! zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch erlitten. Er wird niedrig euretwegen. Welch ein Freund! Er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlich groß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen, gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann! betet an! opfert Freudenthránen! Liebt ihn, der von Liebe brennet, traut dem Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden frånken, eilt herzu, suchet Ruh! Er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken! Bittert nicht! denn er spricht: ich will euch erquicken. 9. Ihr Erdulder schwerer Tage, euern Schmerz fühlt mein Herz! Kein Erlös'ter zage! Bringet ihm an seinem Feste 3utrau'n her, wisset, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht ihr Schwachen; mehr, als ihr litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 11. Gottmensch! du nahmst meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig würde. Wer kann beine Lieb' ergründen? Ewig soll freudenvoll sie mein Herz empfinden. 12. Dir, mein göttlicher Befreier folg' ich nach, obwohl schwach, doch um so viel treuer. Keine Kreatur, kein Leiden, keine Noth und kein Tod soll von dir mich scheiden. 63 13. Du kommst einst zum Weltge= richte! dann werd' ich, Richter, dich schau'n von Angesichte. Gott, wie wird dein Hasser beben! Dann werd' ich deiner mich freu'n und ewig leben. 104. Gi elobet fenst du, Jesus Christ, daß du Mensch geworden bist! Da eine Jungfrau E dich gebar, frohlockte selbst der Engel Schaar. Hallelujah! 2. Dich sahn die Väter schon von fern, Davids Sohn und Davids Herrn; ihr Heil und ihre Zuversicht, und aller Volker Trost und Licht. Hallelujah! 3. Die Nacht entflieht, der Tag bricht an über die, so nie ihn sahn; auf die, so Finsterniß umgab, glänzt Gottes Wahrheit nun herab. Hallelujah! 4. Durth ben die Welt einst wor den ist, der einst richtet, Jesus Christ, der Schöpfung Herr, kommt in sein Reich, erniedrigt sich und wird uns gleich. Hallelujah! 5. Jauchzt Himmel, Erde freue dich! Gott versöhnt die Welt mit sich! uns, dams sündiges Geschlecht, entsündigt Er, macht uns gerecht. Hallelujah! 6. Gelobet seyst du, Jesus Christ, daß du Mensch geboren bist. Dir ist der Erdkreis unterthan! dich beten alle Himmel an. Hallelujah! Nach der Melodie des 35. leds. 105. Friedensfürst aus Da O ner Seelen Bräutigam! mein Trost, mein Heil, mein Leben! Dank sey dir, o Immanuel! Du kommst zu uns. Nach Leib und Seel' will ich mich dir ergeben. Heil dir! Heil mir! Weicht ihr Leiden, singt mit Freuden, Hofianyd! seht er kommt jest: Hosianna! Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 64 2. Ich selbst bin nun von Freuden voll, und weiß nicht, was ich schenken soll dem auserwählten König! Otheurer Jesu, nimm doch hin, mich selbst und was ich hab' und bin, ach freilich ist es wenig. Schließ mich in dich. Nichts auf Erden, nicht Beschwerden, keine Leiden sollen mich je von dir scheiden. 3. Bleib, höchstes Gut, du Himmetszier! mein Leitstern stets, o bleib bei mir! Du Hoffnung der Verzagten! Du Lebensquell, erquicke mich, du süßes Manna schenke dich zum Troste den Geplagten! Laß nicht dein Licht hier auf Erden dunkel werden! Laß den Deinen hier dein Wort noch ferner scheinen. Nach der Melodie des 17. Lieds. 5. Mein Blutsfreund, mein Sm= manuel! was konnte dich bewegen, mein Goel, meine Lebensquell'! den Zepter hinzulegen, und kommen in dies Jammerthal, um dich mir selbst zu schenken? Ich wende mich hin überall, ob etwas auszudenken, die Gabe zu vergelten. 6. War' nicht der ganze Himmel dein, und könnt' ich ihn dir geben, so würd' es doch zu wenig seyn: Könnt ich mein Blut und Leben zu tausend mal hingeben dir, so blieb ich doch in Schulden; weil, was du hast ge= than an mir, und für mich wollen dulden, unendlich mehr verdienet. 7. Doch sieh', mein Herz, o welche Lieb'! der Herr will keine Gaben; komm nur, und dich ihm selbst ergieb, das ist's, was er will haben. Der sich 106. schenkind! Mein Bruder, Gott und König! Mein Stammeln, meine Lieder sind vor deinem Glanz zu wenig. Wo Menschenweisheit sich wo Engelzungen fallen, da bliebe man woht ewig 107. Liebster Jeſu! Sey 107.6° Nach der Melodie des 47. Lieds. und Marien Sohn! stumm, wenn dir es wurd' mißfallen, was Kinder stammelnd bringen. 2. Was alles Denken übertrifft, was Wig unmöglich nennet, hat deine Wunderhand gestift't, die keine Schranken kennet; Gott wird ein Mensch, der Herr ein Knecht, und Menschenarme tragen den, der den ganzen Weltkreis trägt. Was kann ein Klugling sagen, dies Ráthsel aufzulösen? 3. Du bautest aus Maria dir, o großer Erdgesandte, die Hütte, da dein Herz zu mir in Liebesflammen brannte. Du kamst in's Elend nackt und blos, zu kleiden mich mit Segen; verließest deines Vaters Schooß, um mich darein zu legen, und ewig zu erquicken. 4. Was aller heil'gen Båter Schaar verlangte zu erblicken; was Adam schon verheißen war; was Lamech Eonnt' erquicken; was Jacob sah; was er besang; was. Hiobs Trost ge= wesen; und was durch Davids Harf' erklang, das alles ist zu lesen in meines Heilands Krippe. und Liebesarmen in Dankbarkeit umfasset seyn. Uus ewigem Erbarmen bist du von ihm erkaufet! willkommen! der da Armuth, Spott und Hohn mit der Menschheit angenommen. Rette mich aus aller Noth, welcher meiner Seele droht! 2. Wir empfinden alle noch, was uns Adam einst verloren: und auch ich bin in dem Joch seiner Missethat geboren. Doch ich hoffe jest auf dich. Andrer Adam, andre mich! 3. Du bist worden, was ich bin: laß mich auch, was du bist, werden; nimm mein Sündenelend hin. Mache mich dir gleich auf Erden! und vers leih' von deinem Heil mir, o Jesu, auch mein Theil! 4. Aus dem Himmel kamst du her, hilf mir Urmen aus der Hölle: Nur ein Stall war dir noch leer; aber gieb mir eine Stelle unter denen, die bei dir wohnen werden für und für. 5. Steckt mein Herz in böser Lust, lasse du es nicht so bleiben! Wohne selbst in meiner Brust, alles Böse zu vertreiben, bis ich, gang mit dir erfüllt, habe Gottes Ebenbild. Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. - 6. Wurdest du ein Menschensohn: mache mich zu Gottes Kinde, daß ich stets vor seinem Thron einen Vater an ihm finde! Er ist ja nicht mehr mein Feind, denn ich bin dein wahrer Freund. 7. Wenn der Teufel sich erbost auf uns schwache Menschenkinder, so hab' ich den großen Trost: daß du da bist, Heil der Sünder! Dir ergeb' ich Leib und Seel', hilf mir, mein Immanuel! 108. Neue Mel. oder Sollt' ich meinen. er du uns das Heil errungen, Mensch geword'ner Gottes Sohn! ewig sey dir Lob gesungen, daß du von des Him= Z mels Thron uns zu gut ins Fleisch gekommen. Der du voller Freundlichkeit längstens schon vor meiner Zeit dich auch meiner angenommen, und mein Bruder worden bist, sey gelobt, Herr Jesu Christ! 2. Sey gelobt, denn dir geboret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. D, wie hoch hast du geehret unſer sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zur Lust dir auserwählet. Ja, in dir, du Gottes Sohn, sigt der Mensch auf Gottes Thron. 3. Du, du bist der Völker Segen, kamst, vcm Fluch uns zu befrei'n 65 und wir können deinetwegen nun auch Kinder Gottes seyn. Hat die Sünd uns gleich verdorben, o so hast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst, von Sünden völlig rein, deinem Bilde gleich zu seyn. 4. Du bist Mittler! Heil uns Súns dern! huldreich gab der Vater ihn! Du hast armen Adamskindern nun sogar das Recht verliehn, in den Hime mel einzugehen, und des Herren Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit ewig einst verklärt zu sehen. Nun hat meine Zuversicht einen Anker, der nicht bricht. 5. Sollte Gott mich nun woht hassen? Hier ist ja Immanuel. Gollt' er mich wohl hülflos lassen? Hier ist ja der Hülfe Quell. Was vermag mich anzufechten? Er, der meinen Jammer kennt, und mich seinen Bruder nennt, sigt als Herr zu Gottes Rechten. Durch ihn bin ich Gott vereint. Gott ist mein versöhnter Freund. 6. Herr, wie groß ist deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn. Nimmer will ich dein vergessen, dir will ich mich ganz vertrau'n, freudig folgen, auf dich bau'n. Deine Huld ist unermessen. Bieb, daß ich für deine Treu, dir auf ewig dankbar sey. Mel. Vom Himmel hoch da komm. 109. DE ies ist der Tag, den Gott gemacht. Sein werd' in aller Welt gedacht. Ihn preise was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. 2. Die Völker haben dein geharrt. Doch, als die Zeit erfüllet ward; da sandte Gott von seinem Thron dich, Heil der Welt! dich, seinen Sohn! 5 Erster Theil. Von der Geburt Jefu Chrifti. 66 3. Wenn ich dies Wunder fassen will, so steht mein Geist voll Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb' unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt! nimmst selbst an unsrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch, wirst unser Heil. 5. Dein König, 3ion! kommt zu dir; er kommt voll brünstiger Begier, dich zu erfreun; er hilft dir gern. Gelobt sey, der da kommt vom Herrn! 6. Herr, der du Mensch geboren wirst! Immanuel und Friedefürst! auf den die Båter hoffend sah'n; dich, Gott, mein Heiland, bet' ich an. 7. Du unser Trost und höchstes Gut! vereineft dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier, und Gottes Kinder werden wir. 8. Gedanke voller Majeståt! Du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke voller Seligkeit! Du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde fiel die Welt, ein Mittler ist's, der sie erhält. Was zag' ich nun, wenn der mich schüßt, der in des Baters Schooße sigt! 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, fing' ihm, dem Herrn, ein neues Lied. 11. Herr, der du uns den Tag gemacht, der uns solch großes Heil gebracht. Dich preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist. Neue Mel. oder Ermuntre dich, mein. 110. F ott! deine Gnade sey gepreist! Sie schuf uns Heit E und Leben. Ermuntre dich, mein tráger Geist, ihr Wohlthun zu erheben. Denk an die Nacht, da auf der Welt des Höchsten Sohn fich eingestellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! Erwünschte Nacht! von Engeln selbst besungen; Du hast den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der alles schuf und alles hält, der Freund der Menschenkinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du zu uns, gesandt vom Herrn, aus deinem Himmel kamest, und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest! Sohn Gottes! o wie hast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um meinem Heil zu dienen. 4. O, lehre mich den großen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich auf dieser Erd', dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod; und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. 5. Noch stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war deine Menschenliebe. Du sahest unfre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du stimmteſt, unser Heit zu seyn, in deines Vaters Rathschluß ein; wardst Mensch, und kamst mit Freuden, für uns den Tod zu leiden, 6. Immanuel! dein freu' ich mich Du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste sandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Bes'rungskraft, und Freu den, die stets währen, willst du auch mir gewahren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du Erster Theil. Von der Geburt Jefu Chrifti. bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir Heil und Leben. Herr! was ich hab und was ich bin, das 112. H geb' ich dir zum Dienste hin. Ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Seel' verehren. 8. 3war seh' ich dich im Fleisch noch nicht; doch du wirst wiederkommen; und dann schau'n dich von Ungesicht, Herr, alle deine Frommen. Dann werd' ich auch, Herr Jesu Christ! dich schau'n so herrlich, als du bist. Dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 2. Sie wissen nichts vom Neide, freu'n sich mit uns zugleich, und singen: große Freude verkündigen wir euch! Euch ist dies Kind gegeben! Euch solches Heil bereit't; bei Gott dereinst zu leben in steter Seligkeit, 3. Daß sich kein Mensch betrübe! dies Kind zerbricht das Joch, bringt euch des Vaters Liebe; was trauert ihr nun noch? Er schenkt ein himmlisch Erbe! Wohl dem, wer an ihn glaubt, daß jeder fröhlich sterbe, da solch ein Schaß ihm bleibt! Short 4. Tod, Sünde, Teufel, Hölle, was wider euch gekämpft, hat er, an eurer Stelle bestritten und gedämpft. Dies Kind tritt sie darnieder. Nun send ihr wohl gerächt, und Gott erhöht nun wieder das sterbliche Geschlecht. Neue Mel. oder Wir Christenleut". och recht feierlich des Heilands Fest mit Lob und Dank begehen! Lieb' ist der Dank, der Lobgesang, durch den wir dich, du Gott der Lieb', erhöhen! Nach der Melodie des 57. Lieds. hr, die ihr war't 111. rent port, was euch geliebet!, wer bin ich, daß 2. Wie bin ich froh, daß du also, Gott, die Welt in deinem Sohn du trösten kann! Der Heiland ist gebo= ren, und nimmt sich eurer an. Deß freuet sich dort oben der Engel heil'ge Schaar, und ihre Chöre loben Gott auch mich so herrlich hoch, noch eh' ich war, geliebet? durum immerdar. 5. So rühmen sie; mit ihnen froblocket jeder Christ, daß Gott im Fleisch 67 err! laß mich eint, zur Zeit, da wir noch seine 3. Er, unser Freund, mit uns vers Feinde waren; er wird uns gleich, um, Gott, dein Reich, und deine Lieb' im Fleisch zu offenbaren. 4. Un seinem Heil gieb mir auch Theil! Hilf, daß ich redlich glaub' an seinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht sein Beiſpiel nachzuahmen. dich, dich Gottessohn, bekleiden, speis 5. Uus Dank will ich in Brüdern ihrem Schmerz mit Trost erfreu'n sen, tránken; der Frommen Herz in und dein dabei gedenken.. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und alles ist im Himmel und auf Erden! die Christenheit preist dich erfreut, und aller Knie soll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn, er hilft uns gern, und wer ihn sucht, den wird fein Name trösten. Hallelujah! Hallelujah! Freut euch des Herrn, und jauchzt ihm, ihr Erlös'ten! Nach der Melodie des 112. Lieds. erſchienen, der Herr fein Bruder ift. 113. Chriſtenheit! fen boch das Heil der nun Herr, dir geloben wir: uns trennen weder Schmerzen, noch Freud' und Glück von dir. Welt, der Mittler, ist geboren, der uns erlös't und ewig tröst't. Wer an ihn glaubt, geht nimmermehr verloren. 5* 68 Erster Theil. 2. O große That! nach Gottes Nach der Melodie des 67. Liebs. Rath hat sich sein ew'ger Sohn für 115. Wie soll ich dich empfanz uns doch gen, o Bier! o aller Welt Verlangen, wie gerne will ich dir mein Herz zum Tempel weihen! Nur zeige du mir an: womit ich dich erfreuen, wie ich dir dienen kann. Von der Geburt Jesu Christi. - ohne Sünd', ward er für uns, und bracht' uns Heil und Leben. 3. D Seligkeit! er hebt das Leid, das durch den Sündenfall auf uns gekommen. Mit uns ist Gott nun in der Noth. O, jauchzt dem Herrn, und bofft auf ihn, ihr Frommen! 4. Auch mein Gesang, Herr, bringt dir Dank. Du wurdest Mensch, damit wir selig würden. Du machst uns groß, und völlig los vom Fluch der Sünd' und ihren schweren Bürden. 5. Gelobt sey Gott! Auf unsre Noth sah er als Vater mitleidsvoll hernieder. O Christenheit! preis' ibn erfreut. Denn Gottes Sohn bringt das Verlorne wieder. 3. Nichts hast du unterlassen zu unsrer Seligkeit, als wir im Staube saßen, gebeugt vom schwersten Leid. Da mir das Reich genommen, wo Fried' und Freude lacht, bist du, mein Heil, gekommen, und hast mich froh gemacht. 5. Ich lag in schweren Banden, du Nach der Melodie des 112. Lieds. 114. Wirf, blöder Sinn, den kommst und machst mich los; ich stand in Kummer hin. Gott ist für dich, was will dich ferner frånken? Hallelujah! Sein Sohn ist da, wie sollt' er uns mit ihm nicht alles schenken? Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß. Du hebst mich hoch zu Ehren, und schenkst mir großes Gut, das sich nicht läßt verzehren, wie ird'scher Reichthum thut. 5. Was hat dich, Herr, getrieben, dich, den kein Himmel hált, als nur dein theures Lieben, womit du diese Welt bei ihren lauten Klagen, bei ihrer Jammerlast, bei ihren tausend Plagen so fest umfangen hast. 6. So jauchze nun von Herzen, du hochbetrübtes Heer! bei denen Gram und Schmerzen sich häufen immer mehr. Send unverzagt, erblicket die Hülfe vor der Thür; der euer Herz erquictet und tröstet, stehet hier. 7. Sollt' euch nun noch erschrecken der Sünde schwere Schuld? Nein, Jesus will sie decken mit seiner Lieb' und Huld. Er kommt, er kommt den Sündern zu wahrem Trost und Heil; macht sie zu Gottes Kindern, und Gott zu ihrem Theil. 8. Laßt eure Feinde drauen, weicht darum nicht zurück, der Herr wird sie zerstreuen in einem Augenblick. Er kommt, der große König! der Nächer eilt geschwind! stürzt, Feinde! die zu wenig zum Widerstande sind. 2. Schlägt dir das Herz vor Angst und Schmerz, empfindest du, wie sehr die Sünden krånken? Dein Heil ist hier; wie? sollte dir nicht Gott mit ihm auch Gnad' und Friede schenken? 3. Ist deine Kraft zu mangelhaft, mußt du mit Schaam an deine Schwäche denken? er, der dir giebt das, was er liebt, wird dir mit ihm zur Tugend Kräfte schenken. 4. Fehlt Weisheit dir, um glücklich hier noch zu entgehn der Bosheit schlauen Ränken? Erschrick nur nicht! Gott ist dein Licht. Er wird dir mit dem Sohn auch Weisheit schenken. 5. Gebricht es dir bald da, bald bier, sorgst du, wer dich noch speisen wird und tránken? O, fasse Muth! das höchste Gut wird mit dem Sohn dir auch die Nothdurft schenken. 2. Dort streut dir Zion Palmen; wird nicht mein Herz gerührt? Es zeigt durch frohe Psalmen, was es für Regung spürt. Dich, Herr, soll es erheben, denn dir gebühret Ruhm, dir soll es Ehre geben, dies Herz, dein Eigenthum. 6. Wirf, blöder Sinn, die Sorgen hin, die dich in's Meer der Traurigteit versenken. Dein Heil ist da. Hallelujah! Wie sollt' uns Gott mit ihm nicht alles schenken! Erster Theil. Von der Geburt Jesu Chrifti. 1 9. Du kommst zum Weltgerichte, rerklärter Menschensohn! in maje= stát'schem Lichte, und mit dir kommt dein Lohn. Geh' auf, o wahre Sonne! und leucht' in vollem Glanz, erfüll' mit ew'ger Wonne das Herz der Deinen ganz. Mel. Werde munter mein Gemüthe. 116. W ie lang' sollt' ich traurig stehen, du Gesegneter des Herrn. Solltest du vorüber gehen? Tritt doch nicht von mir so fern! Helfer in der rechten Zeit, der mit ew'gem Trost erfreut! Hilf, o Jesu, meinem Herzen von den Wunden, die mich schmerzen. 2. Schau auf meinen großen Jammer! stille des Gesetzes Dráu'n! Denn dies Wort ist als ein Hammer, und zermalmt mir mein Gebein. Es verkundigt Fluch und Tod. Ach, wie schrecklich wird mir Gott! Komm, von des Allmächt'gen Pfeilen mein verwundet Herz zu heilen. 3. Sieh', wie Satan seine Lügen noch in diese Schrecken mischt; als müßt' ich, gleich ihm, nun liegen in der Gluth, die nie verlischt. Weh' mir, zu noch größerm Schmerz wird mein schon zerriff'nes Herz durch das folternde Gewissen immer heftiger zerrissen. 4. Flieh' ich dann, die Angst zu lindern, da ich so beangstigt bin, zu der Welt und ihren Kindern, fall' ich vollends ganz dahin. Da ist Freude, die betrübt; Trost, der nicht Erquik kung giebt; Helfer, die mir unlust machen; Freunde, die wohl meiner lachen. 69 5. Wo ist etwas, das nicht nichtig, dürftig und voll Mühe war? Hab ich Hoheit, die ist flüchtig. Hab' ich Reichthum; was ist's mehr, als ein wenig schnöder Erd'? Hab' ich Lust; was ist sie werth? Was ist, das mich heut erfreuet, und nicht morgen schon gereuet? 6. Uller wahrer Trost im Leide ruht in dir, o Jesu Christ; und auch du allein giebst Freude, die ganz rein und lauter ist. Uch wie sehn' ich mich nach dir! Eile, Jesu! komm zu mir, daß ich deine Hülfe sehe, eh' ich in der Angst vergehe. Jego zeucht er bei dir ein. Sein 7. Freu' dich, Herz, du bist erhöret. Gang ist zu dir gekehret. Auf! heiß' ihn willkommen seyn! Er verspricht dir Heil und Ruh. Auf! bereite dich ihm zu, daß er dich zur Wohnung wählet, und da klag' ihm, was dich quálet. 8. Wohl dir, daß dich Jesus liebet! Wo ist, was dir schaden kann? Was du Böses selbst verübet, das sieht Gott nun nicht mehr an. Auch wird, was sich in der Welt Böses dir entgegen stellt, statt dich in den Staub zu legen, dir nur lauter Glück und Segen. 9. Dir dient selber das zum Heile, was die Sünder schreckt und quält; denn du haft zum besten Theile deinen Jesum dir erwählt. Sey ihm, wie er dir ist, treu, und es bleibet feft dabei, daß du mit den Engeln droben ihn dort ewig werdest loben. Von der Erscheinung der Weisen. 117. Nach der Melodie des 32. Liebs. tott der Juden, Gott Uller Völker Heil und Licht! Saba sieht den Stern mit Freuden, der von dir am Himmel spricht: Sem und Japhet kommt von fern, dich zu sehn, du Jacobsstern 70 Erster Theil. Von der Geburt Jesu Christi. 2. Wir gesellen uns zu denen, die| König thront, die fisch- und inselaus Morgenlande sind; unser Fragen, reichen Meere, der Erdkreis, und unser Sehnen ist nach dir, du großes was drinnen wohnt. Kind! Unsre Kniee beugen sich, unſer Arm umfasset dich. 3. D, mit welchen ird'schen Schäzzen mag ein armer Sterblicher dich erquicken und ergößen? Du bist über alles Herr. Ein Geschenk, das dich erfreut, ist ein Herz voll Dankbarkeit. 4. Nimm für Gold und andre Gaben Glaube, Lieb' und Hoffnung an. Was wir sind, und was wir haben, sey dir gánzlich unterthan. Hier ist mehr, denn Salomon. Dein sind wir, o Gottes Sohn! 5. Nimm dies Opfer in Genaden 119. m von getreuem Herzen an. Sucht uns mancher Feind zu schaden, der dich nicht vertragen kann; so nimm uns bei seiner Wuth, starker Gott! in deine Hut. 1 6. Heilig führest du die Deinen; sicher machst du ihre Bahn. Laß uns gleichen Trost erscheinen, nimm dich unser mächtig an. Führe du uns bei der Hand in das wahre Baterland. Der 98. Psalm. Nach der Melodie des 33. Lieds. 118. mit Freuden dem, der r nun manch Wunderwerk gethan, dem Sie= ger über Feind und Leiden, dem Herrn, ein neues Loblied an! Denn euch, die ihr im Finstern waret, erscheinet Licht und Heil jegund! sein starker Arm ist offenbaret; sein Recht wird allen Bölkern kund. 2. Er denkt daran, was er vor Zeiten dem Hause Israel verhieß: die Huld, das Heil, die Seligkeiten, die seine Wahrheit hoffen ließ, die faxen jedem ins Gesichte, die zeigen sich jetzt offenbar: es wird sein Heil in vollem Lichte auch den entfernt'sten Ländern Elar. 3. Drum jauchzet, singet, lobet alle, preis't Gott mit Saiten und Gesang, der Harfen sanfter Zon erschalle, und der Posaunen heller Klang! Es lobe alles dessen Ehre, der als der größte 4. Die an der Strôme Ufer pflů= gen, besingen ihn, und freuen sich, und die, so auf den Bergen liegen, frohlocken vor ihm inniglich! G kommt, es eigt mit hoher Stärke der Richter aller Welt herbei. Er stürzet Satans Reich und Werke, und schaffet alle Dinge neu. Von dem Namen Jesus. Mel. Nus tiefer Noth schrei. ein Jesu, du haft unsre Schuld mit ihrer Strafe Pla- gen, o unerhörte Lieb' und Huld, freiwillig wollen tragen! Du, der Gerechte, ließeft dich zur Sünde machen, daß ich mich in dir gerecht kann nennen. 2. So heisfest du nicht Jesus nur; du bist auch, was du heisſest; da du die menschliche Natur aus allem Jammer reissfest. Die That stimmt mit dem Namen ein; du wolltest, was du heisfest, seyn, mein Heil, mein Seligmacher. 3. In keinem andern ist ja Heil; kein Nam' ist uns gegeben, darin wir können nehmen Theil an Seligkeit und Leben; du bist's allein, der jedermann ein ewig's Leben geben kann. Gelobet sey dein Name! 4. O Name! werde doch in mir durch Gottes Geist verklåret; da, was verborgen ist in dir, kein fleischlich Herz erfähret. Denn die Vernunft begreift es nicht, ohn' deines Geistes Gnadenlicht blieb' es unaufgeschlossen. Erster Theil.-Vom Wandel Jesu auf Erden. 5. Laß mich empfinden deine Kraft, 1 rung kennen. So wird der Sündennoth von heißer Liebe brennen, und deines gewehrt, in Hoffnung meine Furcht Namens Eigenschaft stets aus Erfah-| verkehrt, und Seligkeit mein Erbe. 9) Vom Wandel Jesu auf Erden. Mel. Unser Vater im Himmelreich. 120. ein Lehrer ist dir, Jesu, gleich. Un Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Bort als That, der schwachen Menschen sich'rer Rath. Es freut mein Geist im Glauben sich, Herr Jesu, 2 dein und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sundenschuld, theilhaftig werden deiner Huld. Auf ewig sey dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium. 3. Du sahest in der Gottheit Licht, mit aufgeklärtem Angesicht, was, nach des Höchsten weisem Rath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest felbst durch deinen Mund das Künftige den Menschen kund. 4. Dies, und die Wunder deiner Hand, sind uns ein göttlich unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sey Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehretest durch Wort und That. Man trifft der reinsten Zugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Sieb, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit steter Treu' dir nachzufolgen eifrig sen. 71 6. Du bist es, Herr, von dem das Umt, das die Versöhnung predigt, stammt. Du machst durch treuer Lehrer Mund noch jest dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nugen schafft! 7. Noch immer hilfst du deinem Wort in seinen Siegen mächtig fort. Du sendest, wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte giebt. 8. Mein Heiland! send' ihn auch zu mir, daß Er mich zu der Wahrheit führ; vom Eigendúnkel mich bis mich bei dir in Ewigkeit ein hell'res befrei, damit ich dir gehorsam sey; Licht dereinst erfreut. Mel. Schmücke sich, o Itebe Secle. 121. H E eiland! deine Men= schenliebe war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret, und dich selbst dahin geführet, daß du, unserm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O, wer faßt die starken Triebe deiner treuen Menschenliebe! Erster Theil. Vom Wandel Jesu auf Erden. 72 2. Ueber seine Feinde weinen, jemit erscheinen, Nach der Melodie des 26. Liebs. Ebender Blinden, Lahmen, Armen, mehr 122. Dbild der allerhöchsten - als váterlich erbarmen, der Betrübten Klage hören, sich in and'rer Dienst verzehren, das sind Proben wahrer Gute: und so, Herr, war dein Gemüthe. 3. D du Zuflucht der Elenden! Wer hat nicht von deinen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! und wie pflegtest du zu eilen, das Gebetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zu bekehren; Sünder, die sich selbst verstocken, langmuthsvoll zu dir zu locken; das war täglich dein Geschäfte; selbst mit Aufwand deiner Kräfte. 5. D, wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Urmen Ungst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließ'st verhöhnen und zum Schimpf mit Dornen krönen, ja, uns Leben zu erwerben, willig warst, am Kreuz zu sterben! 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben; ohne Schelten, Drohen, Klagen, and'rer Schmach und Last zu tragen, allen freundlich zu begegnen, für die Läfte rung zu segnen, deine Feinde zu vertreten und für Mörder selbst zu beten. 7. Uller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten! o, wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet, und auf Menschenlob geachtet. Willig litt'st du, um den Willen deines Baters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigungen. Lob sey dir dafür gesungen! 8. Laß mich, Herr, zu reichem Segen deinen Wandel oft erwägen! und bei des Gewissens Schmerze tröste mich dein huldreich Herze! Heilige auch meine Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe! Laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! Liebe! Du warst, o Jesu, ganz erfüllt mit Gott geweihtem Triebe. Gott war dein Zweck, dein höchstes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. 2. Du warst mit ihm ein Sinn, ein Herz. Sein Wille war dein Wille. Du ehrtest ihn auch unter Schmerz stets mit zufried'ner Stille. Auch auf der allerrauh'sten Bahn sahst du ihn noch als Bater an. 3. Du suchtest nichts, als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unter= warfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein, ein Herold seines Ruhms zu seyn. 4. Du gingst verstummt zur Schlachts bank hin, Gehorsam zu bezeigen. Man sah dich mit gelaßnem Sinn zur Schådelstätte steigen. Du warst zur tiefsten Schmach gefaßt, und trugst die schwere Kreuzeslaſt. 5. O Heiland, der du mich versöhnt, laß dein Verdienst mich decken, wenn mich, der ich Gott oft verhöhnt, verdiente Strafen schrecken. Hilf mir, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vaters thu'! Nach der Melodie des 72. Lieds. 123. Mie göttlich sind doch überzeuget seine Macht! Wenn wir Jesu Lehren! Wie nur von den Thaten hören, die er noch in dem Fleisch vollbracht: so stimmet ihm der Glaube bei, daß er der Welt Erlöser sey. 2. Die Herrlichkeit war voller Gnaden, die man aus seinen Zeichen sah. Er wirkte nie zu Jemands Schaden, wie von Propheten sonst geschah; und raffete die Sünder nicht durch Tod und Plagen vor's Gericht. 3. Er schenkte das Gesicht den Blins den, den Lauben gab er das Gehör; der Aussaß mußte vor ihm schwinden; der Stumme sang ihm Dank und Ehr'. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Todten auferstehn. Erster Theil. Von dem 4. Er schalt des Satans Legionen; die Legionen scheuten ihn: so mußten sie die Menschen schonen, und plößlich in den Abgrund fliehn! Berief er sei ner Engel Schaar, so stellten sie sich dienstbar dar. 5. Sein Segen speis'te ganze Heere, ba, wo es doch an Brod gebrach: und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. So sahe man in allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle rub'n! Topp! 10misyonc 11 Mach der Melodie des 81, 2ieds. 124. Gott! was muß dein Sohn ertragen! welche Mar= ter! welchen Tod! Allem Trost muß er entsagen! Konnt' ich denn in mei ner Noth bei dem Schreien meiner Sünden sonst nicht Trost und Rettung finden? 2. Schöpfer! káme denn uns Armen ohne sein Versöhnungsblut nicht Leiden und Sterben Jesu. 73 6. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jefum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als dein Gesandter sich bewährt! Wir nehmen solchen glaubig an, und sind ihm willig unterthan. 10) Vom Leiden und Sterben Jesu. 7. Erfüll', o Herr, nur unsre Hers zen mit seiner Lehr' und Göttlichkeit! damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein verleiht: und schaffe, daß ihm unsre Treu bis in den Tod beständig sey! Topwand 5. Niemand aus der Engel Orden, niemand aus der Menschen Schaar ist dazu ersehen worden, weil doch keiner tüchtig war; Gott nur konnte Gott versöhnen, mich mit Heil und Segen kronen. 6. Darum kam sein Sohn hernieder, nun zugleich ein Mensch, wie wir, und versöhnte seine Brüder, Herr, durch seinen Tod mit dir. Heilig bist ( 9) d thisla som sid osasid TUYHTE du, und ein Rächer, und doch schonst du der Verbrechen 7. D, Geheimniß weiser Güte, das kein Engel ganz durchschaut; rühre fráftig mein Gemüthe! wie mein Herz auf dich vertraut, Gottmensch! so laß auch mein Leben dir Lob, Preis und Ehre geben! vom Seelen- Leiden. Mach der Melodie des 49. Lieds. Erbarmen, deine Gnade nicht zu gut; wenn wir gleich die 125. Suven! wirst du mit Jesu, Brunnquell aller Schuld bereuen, und um Gnade zu dir schreien? turpes 3. Und mußt du versöhnet werden? muß bei dir ein Mittler seyn? war denn keiner hier auf Erden, war kein Engel selbst so rein, der uns, Gott, mit dir versöhnte, und mit Heil und Segen fronte? Traurigkeit erfüllt? Mußt du in deiner Unschuld leiden, daß Schrecken aus dem Herzen quillt? So viel theure Streiter sah man auf die Scheiter und zur Feuergluth steigen, ohn' Entfärben in der Marter sterben, mit getrostem Muth. 4. Gnade willst du zwar erweisen, doch soll die Gerechtigkeit auch der Sünder zitternd preisen, wenn ihn seine Schuld bedräut. Keiner kann bei seinen Sünden ohne Mittler Gnade finden. 2. Wie kommt's, daß deine Glieder zittern? Unüberwindlich großer Held! daß Schmerzen deinen Leib erschüttern, daß dich ein Grauen überfällt? Kann der Tod ein Schrecken dir vielmehr erwecken, als er jenen thut, wenn sie ohn' zu beugen von der Wahrheit zeugen, selbst mit ihrem Blut? 3. Ach ja, der Tod, der dich ums giebet, ist gar von einer andern Artz der Grimm, den er an dir verübet, ist mit des Himmels 3orn gepaart: denn du fühlst die Pfeile, und des Fluches Keile; jene fühlen's nicht: weil du dich mußt quälen, hatten ihre Seelen deiner Freuden Licht. 74 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. du von solcher Angst, o Herr, be stürmet werden? 4. Du bist das Lamm, das Schuld und Strafe auf seinen Schultern willig trågt; der gute Hirt, der für die Schaafe sein theures Leben niederlegt. Du bezahltest Schulden, und willst das erdulden, was wir all' verdient: auf dir liegt's alleine, daß wir würden reine, und mit Gott versühnt. 4. Uch, Herr, der Sündenknecht war ich. Ich sollte Blutschweiß schwigen. Es sollten billig nur auf mich der Rache Wetter bligen. Ich Urmer, wie entrinn' ich da! vor Gottes 3orne müßt' ich ja ohn' allen Trost versinken. Und da kömmst du, daß du ihn stillst. Sohn Gottes du, du selber willst den ganzen Zornkelch trinken. 5. Dies ist die Ursach deiner Klagen; das Herz fließt über durch den Mund, und macht sein schreckenvolles 3agen durch schreckenvolle Worte kund: da du selbst bezeuget, daß dein Geist gebeuget sen bis in den Tod. Dieses ist die Quelle, da die müde Seele sich erfreut in 5. Heil mir! der Sohn des Höchs sten hat für mich sich richten lassen. Gott, welch ein wundervoller Rath! wer kann dein noch 16. Sch will für folche Liebesproben, Wch, da uns Fluch und Strafe broh'n, C dergleichen man noch nie gesehn, dich, mein Erlöser, ewig loben, werd' ich vor deinem Throne stehn. Laß dein traurig Ringen mir indessen bringen wahre Glaubensfrücht'; daß ich mich verschreibe, und dir treu verbleibe, o mein Lebenslicht! Nach der Melodie des 37. Lieds. 126. o gehst du, Jesu, wilgiebt, was kann dich so erschüttern? Ach, seine Seele wird betrübt, des Helden Glieder zittern. Uch, hingefunken auf die Knie, arbeitet er in schwerer Müh', und kämpfet im Gebete. Er wünscht den bangen Kampf verkürzt. Wer sieht dies, und wird nicht Sestürzt schauervolle Státte! so trägt er sie für uns, der Sohn, den Gott uns selbst gegeben. Nun jauchze, Seele! du kommst nicht in Gottes schreckliches Gericht; du dringst hindurch in's Leben. zutreten, mit heißen Thränen auch für mich zu kämpfen und zu beten. Du, der du nichts verbrochen hast, gehst hin, um aller Sündenlast auf dich allein zu laden. Da schon das Schwert gezücket war, stellst du dich seinen Streichen dar, damit sie uns nicht schaden. Von den Banden Jesu. Nach der Melodie des 82. Lieds. 2. Der peld, der andern Stärke 127. Goteffen Bunden unser dessen 3. Gott, wie bist du so wunderbar in alien deinen Werken! Ein Knecht, ein Engel, muß sogar den Herrn vom Himmel starten. Er ringt. Von seinem Angesicht traust Schweiß, ach, wer entsegt sich nicht? Für Schweiß träuft Blut zur Erden. Der du in reiner Unschuld prangst, wie konntest 6. Doch denk', um welchen theuern Preis dein Heiland dich erkaufet! für dich rang er im Todesschweiß, für dich mit Blut getaufet! ach Seele, sorge, daß dich nie die Sünd' in ihre t're! Reizt dich das Fleisch, ach höre nicht! schau' hin in's furchtbare Ges richt, das Jesum traf; und zittre! Heil wird festgesegt! Uch, wie hart wirst du gebunden, und dein heil'ger Leib verlegt! Deiner Feinde strenge Hände wissen ihrer Wuth kein Ende! und du giebst mit stillem Sinn dich in ihre Fesseln hin. 2. Mehr, als zwölf der Legionen, welche dort um jenen Thron deines großen Vaters wchnen, stehn bereit, o Menschen Sohn! deine Ketten zu zerschlagen, deine Feinde zu verjagen: aber du verlangst es nicht, daß man deine Bande bricht. 3. Du bist selber reich an Stárke, die sich jetzt auch nicht verlor; aber hier in diesem Werke geht Geduld Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 75 der Allmacht vor. Denn sonst müß ten Band' und Schlingen wie des Simsons Stricke springen; und der Feinde große Zahl stürzte deiner Gottheit Strahl. er anders nichts verlanget, als uns in des Vaters Schoos dermaleinst zu führen ein, lassen wir von eitlem Schein lieber, als von seinen Schlägen unsern schnöden Sinn bewegen. 4. Starker Held, um meinetwillen streckst du deine Hände dar, um die Schriften zu erfüllen, schonest du der frechen Schaar, wehrst dem Schwerte deines Freundes, heilst die Wunden deines Feindes, und dein Urm nimmt Fesseln an, die er doch vermeiden kann. 5. Alles, was du ausgestanden, ist zu meinem Heil geschehn; und die Schmach von deinen Banden macht, daß ich kann ledig gehn. Weil man dich gefangen führet, bleib' ich frei und unberühret; weil du deiner Ketten Last mir zu gut getragen hast. 6. Heiland, wie ist deine Güte für mich Sündenknecht so groß! mache dann auch mein Gemüthe immer mehr vom Eiteln los. Lasse mich mit ihren Stricken Welt und Lüste nicht be rücken, daß ich von der Sünde frei, dir nun ganz ergeben sey! O 7. Laß in diesen Prüfungstagen den durch dich erlös'ten Geist keine andre Bande tragen, als die du mich tragen heiß'st: Bande deiner Furcht und Liebe. Lege meines Fleisches Triebe solche Strick' und Fesseln an, die es nicht zerreißen kann. 8. Soll ich einst die Ehr' erlangen, daß ich deines Geistes voll, auch in andern Fesseln prangen und für dich Nach der Melodie des S. Lieds. was leiden soll; ach, ſo laß mich in 129. Seht, welch ein Mensch! Banden, in Gefängniß, ach seht! mit Schand' ist er bedecket, der Glanz der Herrlichkeit! Schaut Menschen, und erschrecket! Des Höchsten Sohn habt ihr so tief herab gebracht! so schwere Müh' hat ihm nur eure Schuld gemacht! 2. Seht, welch ein Mensch! Weh' euch, wenn hier noch vor den Sünden nicht eurer Seele gráult! Sein 3orn wird sich entzünden! Dann fordert er die Schmach, die er für euch empfand, so ihr euch nicht bes kehrt, im 3orn von eurer Hand. und Schanden, ja in aller Todespein dir, mein Heiland! ähnlich seyn. Von der Geisselung Jesu. Nach der Melodie des 29. Lieds. 128. Unser Seiland steht gebunden, voller Stries men, voller Blut, und fühlt so viel neue Wunden, als der Kriegsknecht Streiche thut. Seht, was seine Liebe kann! und wir denken kaum daran, daß er wegen unsrer Schulden dieses alles muß erdulden. 2. Da die Welt in Seide pranget, steht ihr König nackt und bloß, da 3. Lehre mich, o Heil der Armen! deiner Streiche hohen Werth, was dadurch für ein Erbarmen und für Trost mir wiederfährt; da dein Blut, das von dir fließt, ein bewährter Balsam ist von dem Gift der Sündenbeulen mich zu rein'gen und zu heilen. 4. Willst du, daß ich mit empfinde, wie dich deine Geißel schmerzt, wenn mein Herz durch Schuld und Sünde, Jesu, deine Gunst verscherzt: ach, Herr, so veróirg nur nicht dein genadig Ungesicht, laß von deiner Strafe Rus then nicht so sehr die Wunden bluten. 5. Herr, du littest nicht vergebens. Wenn ich dann nach Gottes Schluß, an dem Ende meines Lebens mit dem Tode ringen muß; ach, so zeige dich nur bald in der tröstlichen Gestalt, da vom Scheitel bis zu'n Füßen des Versöhnbluts Ströme fließen. 6. Was mußt du, mein Heiland, leiden, welche Schmach und welche Pein! doch du siehst auf jene Freuden, und erduldest Schmach und Pein. Laß mich auch voll Zuversicht, wenn dereinst das Herz mir bricht, meiner Leiden Ausgang schauen; fest will ich auf dich vertrauen. 3. Seht, welch ein Mensch! die ihr in Heiligkeit ihm dienet, schaut, wie er Sünden büßt! schaut, wie 76 Erster Theil. Von dem er uns verfühnet! Wohl euch, daß seine Schmach euch schmerzet und betrübt. Erfreuet euch des Heils, das diese Schmach euch giebt. 4. Seht, welch ein Mensch! hier steht, Verbrechern gleich gebunden, an dem sein Richter selbst gar keine Schuld gefunden! Dies 3eugniß ist mir werth! Denn wär' er nicht ganz rein, wie könnt' er dann für uns ein gültig's Opfer seyn? 5. Seht, welch ein Mensch! ach seht! wie ist sein Leib zerrissen! Seht, was für Strome Bluts aus seinen Wunden fließen. Heilsame theure Fluth! aus diesen Wunden quillt, was unsre Schaden heilt, und das Gewissen stillt. 6. Sebt, welch ein Mensch! ach feht! schmerzhafte Dornen krönen sein majestátisch Haupt! doch mag die Welt dich höhnen! Mein Jesu, mir bleibst du ein König auch noch hier! Voll Ehrerbietigkeit beug' ich die Knie vor dir. 3. Nunmehr kommst du in jenem Garten an, wo dich, o du mein eins ziger Berather! so oft mit Ernst zu deinem großen Vater für unser Heil die Engel beten sahn. Jeßt wurdest du in Traurigkeit versenkt, mit Todesangst und Schrecken ganz befangen, daß ich von allem, was mich nagt und kränkt, bei deiner Ungst Befreiung mocht' erlangen. 19:30 This aud 7. Scht, welch ein Mensch! Er muß, vom Rohrstab frech zerschlagen, noch in der eignen Hand des Frevels Werkzeug tragen! Uch wißt! daß diese 4. Dein blut'ger Schweiß zeigt, Hand ein eisern Zepter trågt! Sorgt, wie dich Gott jegt schreckt: wie beben Frevler, daß sie euch nicht einst imdir, o Held, vor Furcht die Glieder! Zorn zerschlägt! Du sinkst vom Zorn des höchsten Richters nieder, wirst als ein Wurm mit Blut und Staub bedeckt. Hör seine Stimm', o Sünder, höre sie! Dir ruft er zu, in diese Noth gerathen: mit deiner Schuld machst du mir diese Müh', und diese Qual mit deinen Missethaten. 8. Seht, welch ein Mensch! schaut hin, o Sünder! und erschrecket! da so viel Speichel ihm sein Untlig über decket. Gott, wie viel schnöde Schmach trifft deinen Sohn um mich! Mein Dank ergießt vor dir in heißen Thránen sich. 9. Seht, welch ein Mensch! mein Herz im Leibe will mir brechen! Ob diese Leiden schon mir ew'gen Trost versprechen; Herr, ich kann ihrer nie mich ohne Wehmuth freu'n! Herr, laß mich ja für dich nie Spott und Schande scheu'n! Leiden und Sterben Jesu. ganz entzündet für mein Heil! Nichts scheuest du: nicht Marter, Schmach und Hohn, um aus der Noth mich ganz herauszuziehen, mich Sohn des Staub's, o du, des Höchsten Sohn! wie kann ich g'nug vor Dankbegierde glühen! 2. Um Delberg wartet auf dich Ungst und Qual, die Stund' ist da, nun willst du nicht verweilen, ich sehe dich aus Salems Pforten eilen. Du wallst dahin durch Kidrons schwarz, zes Thal, und Todesschrecken folgen dir dahin. Nichts kann indeß den großen Vorsag hindern; des Menschen Rettung lag dir långst im Sinn. Ganz weihst du dich verlornen Adams= kindern. Nach der Melodie des$ 4. 2ieds. 130. Mei ein Lebensfürst! nun kann ich dich mein Theil, und meinen Trost, und meinen Retter nennen. Wie loderst du, wie werd' ich's g'nug erkennen, von Eifer 5. Ganz sollst du nun ein Mann des Schmerzes seyn. Dich, Heiliger! Verbrechern gleich zu fangen, dringt jegt auf dich mit Fackeln, Schwert und Stangen von Wuth beseelt die Schaar der Sünder ein. Du stellst dich dar; doch ihren harten Sinn kann weder deine Macht noch unschuld rühren; gefesselt führen dich die Frevler hin, die bei dir nichts als Willigkeit verspüren. SE 6. Mit größter Wuth greift dich der Feind nun an, als wärest du der größte Missethäter. Was thut der Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Sefu. 77 zúrn' ich mit der Juden Wuth? Uch, hier kann ich des Menschen Thorheit lesen; Zand wählet er, der Thor, für's höchste Gut: wie oft bin ich ein solcher Thor gewesen. - Freund? Uch, er wird ein Verräther! Mit Ubscheu seh' ich seine Bosheit an. Doch Judas schmerzt dich jego nicht allein; bei deiner Noth siehst du die Jünger fliehen; jest bleibest du ganz húlflos und allein; du siehst sie all' und selbst auch Petrum fliehen. 7. Der Richter seines Volks steht vor Gericht, vor Caiphas láßt er sich laut verklagen, und schweigt, was auch die falschen Beugen sagen; gescholten, schilt der heil'ge Gottmensch nicht. Er kommt noch einst und mit ihm kommt sein Lohn, und alle Bos= heit wird gewiß gerochen. Gleichwohl wird ihm, des Ullerhöchsten Sohn, als einem Låsterer der Stab gebrochen. 8. Mein Jesu! bricht dir nicht die Schmach das Herz? Berspei't wirst du, geschlagen und verhöhnet. Wie ist dir, da der låst'rung Stimm' ertónet? Wie weit treibt man den pöbelhaften Scherz! Du, der Propheten Größter, wirst ein Spott. Wie darf dein eignes Volk dich so entehren! Ach, theuer sey du mir! Bon dir spricht Gott: Das ist mein lieber Sohn, den follt ihr hören. 9. Hat Petrus dreimal dich aus Furchtsamkeit verläugnet, und damit dein Herz durchstochen, ach! wie viel öfters hab' ich Treu' gebrochen! Doch ist es mir, o Herr, wie Petro, leid. Und darum hast du den treulosen Knecht beständig noch zu lieben fortgefahren. Uch, bring' mich auch, wenn ich verirrt, zurecht, laß deinen Geist dies schwache Rohr bewahren. 10. Folg' ihm, mein Geist, bestürzt ins Richthaus nach: D, welch ein Schauplag nie erhörter Leiden! wie duldet er von Juden und von Heiden, Er beider Heil, ganz unverdiente Schmach! Den Aufruhrstifter sieht Pilatus nicht; o, wie emporet sich jest mein Gewissen, da Jesu, dir sein Mund das Urtheil spricht! bedroht, geschreckt, wird Er dahin gerissen. 11. Dir durfte man den Mörder Barrabas, o Theuerster! gar an die Seite sehen, und, was entseglich ist! dich schlimmer schågen. Raserei! D, mehr, als Cains Haß! Doch warum 12. Das Mordgeschrei, das an den Himmet stieß, schallt nicht so laut, als meine Sünden riefen. Die Strome, die aus so viel Wunden liefen, als, Jesu, dich Pilatus geißeln ließ, entdeckten mir gar merklich meine Schuld; verdient hatt' ich des Satans Buth und Morden: o! Dank sey dir! mich rettet deine Huld, heil bin ich nun durch deine Wunden worden. UR 13. Welch Schauspiel stellt sich meinen Augen dar; mit Dornen fronet man dich, o mein König! dem Frevler ist die Schmach noch allzuwenig, ein Rohr reicht man dir als ein 3epter dar! der Purpur höhnet dich, man beugt die Knie und ſpottet dich mit Worten und Gebehrden. Uch, meine Schuld! wie groß, wie groß ist sie! so tief mußt du für mich ers niedrigt werden. 14. Gang matt schleppst du dein Kreuz nach Golgatha, noch mehr vom Fluch, der auf dir lag, gedrücket. Was ist's, das nun mein schüchtern Aug' erblicket? Wie schauervoll wirst du mir, Golgatha! Da hånget er, ein Scheusal, nackt und bloß; sollt' er dann nicht mein Mitleid ganz ers wecken! Ach, ihn drückt unsre Schuld! ein Berg! wie groß! und er verlangt nicht Mitleid, sondern Schrecken. 15. Du bist, o schreckenvolles Gole gatha, die Trauerbühne, da mein Heis land litte; der Kampfplaß, wo des Weibes Saame stritte; der Ort, wo man das höchste Wunder sah. Hier hänget Er, der Opfer Gegenbild, der Gottes Born in vollem Maaße fühlte! Hier trifft der Pfeil, dich, meines Glaubens Schild, der längst auf mich, mich großen Sünder, zielte. 16. Mein Heiland hängt dort zwis schen Mördern. Mich wollt' er der Schaar der Seel'gen zugesellen; hier will ich dann zu seinem Kreuz mich stellen: der Deinen Treu' und Wehmuth rühret dich. Der Kriegsknecht 78 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. nimmt zwar beine Stteider hin, doch| Waffer fleußt! Bergebung schafft mir mir verläsfest du den besten Segen. sein vergoßnes Blut, sein Geist stärkt Dein bin ich ganz, und was ich hab' mich zu jedem guten Werke: ein offner und bin, will ich auch gern zu deinen Born, wie fließt er mir zu gut! ich bin Füßen legen. im Herrn Gerechtigkeit und Stärke. 17. Das Bundesblut erwies die erste Kraft am Schächer, der noch in der legten Stunde durch wahre Buß' und Glauben Gnade funde. Für alle Sunden war nun Rath geschafft. Doch ist aus tausend einem dies gescheh'n; so ist dem sichern Fleisch nichts eingeräumet; der and're Schächer mußt' zu Grunde gehen, weil er die rechte Gnadenzeit verfáumet. 18. Der Mittag kommt. Der Sonne Schein hört auf; dir, ihrem Schöpfer, will kein Licht mehr scheinen. Du, Helfer, mußt als ein Verlass'ner weinen. Dein Angstgeschrei stórt jegt der Schöpfung Lauf. Wer zittert nicht? der Lów' aus Juda brüllt, den Sohn der Liebe trifft des Vaters Ruthe; was Wunder, daß sich die Vernunft verhüllt!, du mein Trost! Was schmeckst du mir zu gute. 19. Nun weiß ich, daß die Nacht der Finsterniß zerstöret ist. Sollt' ich noch rathlos stehen, und schmachtenb hin durch dunkle Thäler gehen, so bleibt mir, Jesu, doch dein Trost gewiß. O, sollt' ich je von dir geschieden seyn! O, solltest du je meiner nicht gedenken! Eh wird die Sonne sich, von Licht und Schein beraubet, in des Abgrunds Kluft versenken. 20. Von heißem Durst wirst du zulegt gequält; und welch ein Labial wird für dich gefunden! Ach, wie betrübt sind deine legten Stunden! damit ja nichts an deinem Leiden fehlt. Es ist vollbracht! rufft du dann aus, und stirbst, und übergiebst den Geist des Vaters Händen. Welch Heil! das du so sterbend mir erwirbst! getroft kann ich nun meinen Lauf vollenden. 21. Merk auf, o du in mir er schrockner Geift! Echau' Jesu Seite noch zulegt durchstochen; nachdem der Tod ihm schon das Herz gebrochen, schau', wie sein Blut vereint mit 22. Kommst du mit Blut und Wasser nun zu mir, so will ich, Herr! dir mich zum Opfer bringen! beim offnen Vorhang wird es mir gelingen: freimuthig nah' ich mich nunmehr zu dir. Muth mache mir im legten Kampf dein Blut, gestärkt durch deinen Geist laß mich dann scheiden, dein Blut lösch' aus für mich der Höllen Gluth, dein Geist führ' mich zu deines Himmels Freuden. 23. So lang' ich aber noch ein Pilgring bin, soll in mein Herz dein sterbend Bild sich schließen; mein Mund soll sich in Lob und Dank ergießen; ganz geb' ich mich zu deinem Opfer hin. Die Sünde, die dich mit so schwerer Last für mich gedrückt, will ich mit Ernst verfluchen; ich will, was du für mich geleistet haft; mit Lieb' und Treu' dir zu vergelten suchen. mad o Mel. Herzliebster Jesu, was haft. 131. 1 131. Unschuldiger Jeſu, was hast du verbrochen? Dein Eodesurtheil haben sie gesprochen. Ein Fluch gemacht sollst du am Kreuze sterben, wie Sünder sterben. 2. Gegeisfelt wirst du und zur Schmach gekrönet, in's Angesicht geschlagen und verhöhnet! mit Finsterniß des Todes schon umschattet gehst du ermattet.dlliano not 3. Du trägst dein Kreuz, du eilst auf blut'gen Wegen voll Zuversicht, voll Muth dem Led entgegen! Ich sehe dich gekreuzigt, dich entfärbend, voll Wunden sterbend. 4. Was ist die Ursach dieser deiner Plagen? Ach, unsre Sünden haben Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jefu. 79 dich geschlagen! Wir, großer Mittler,| Ueberwinder Krone, dein großes Lob haben das verschuldet, was du erduldet! viel würdiger besingen, stets Dank dir bringen! 1300 5. Wie wunderbar ist, Richter, deine Strafe! der gute Hirte leidet für die dr 307) A Schaafe! bezahlt der MittNach der Melodie des 131, Lieds. tech der Gerechte, für ſeine Knechte! 132. Hereiden zu bedenken, err! dein 6. Der Fremme stirbt, der recht und richtig wandelt! der Böse lebt, der wider Gott mißhandelt! die Unschuld stirbt! der das Geset gebrochen, wird losgesprochen! 7. Uch unsre Seele war entstellt von Sünden, an uns Verbrechern war nichts Gut's zu finden! das hätten wir, von Gott verworfen, müssen auf ewig büßen! 8. D Liebe! Liebe niemals auszusprechen! du willst's! an dir soll es der Rächer rächen! Wir lebten mit der Welt in ihren Freuden, und du willst leiden! 9. Wer kann, o Herr, die großen Seligkeiten, die du uns gabst, mit vollem Dank ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 10. Doch du sagst selbst: Eins werde dir gefallen: wenn wir vor dir mit Buße niederfallen, und unser Herz von neuem nicht entzünden mit alten Sünden! 11. Es ist, Versöhner, nicht in unsern Kräften, dem Kreuze die Begierden anzuheften! O send' uns deinen Geist, der uns regiere, zum Himmel führe! 12. Dann wollen wir mit vollem Dank betrachten, was du gethan hast, diese Welt nicht achten. Wir wollen wachen, beten, deinen Willen mit Freud' erfüllen. 13. Dann wollen wir für dich, Herr, alles wagen; kein Kreuz nicht fürchten, keine Schmach noch Plagen; uns sollen Spott, Verfolgung, Tod und Leiden nie von dir scheiden. 14. Dies alles ist zwar nur für schlecht zu achten, weil wir noch sterblich sind, im Staube schmachten! doch nimmst du's an; du wirst uns dennoch geben ein 15. Dort werden wir, o Herr, vor deinem Throne, geschmücket mit der mich in das Meer der Liebe zu vers senken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns auf Erden; und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartet und zerschlagen, die Sünde tragen. 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn' ich ihm nach, fo zagen meine Kräfte. Mein Herz erbebt; ich seh' und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht; ein Rächer alles Bösen. Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder! es stürzt mich tief, und es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde zu Gottes Freunde. 6. Herr, mein Heil, an dessen Blut ich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deiner Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; allein sollt' ich darum im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch; darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Das Größt' in Gott ist: Gnad' und Lieb' erweisen; uns kommt es zu, sie demuthsvoll zu preisen; zu fehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Heiland, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 10. Du liebtest mich, ich will dich wieder lieben; und stets mit Freuden üben, o gieb zu heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte. 80 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. Nach der Melodie des 67. Lieds. de zu dir und deiner Treu, und bis ich 133. Der du voll Blut und einst erkalte, ganz nur der Deine ſey! Wunden uns am Kreuze starbst, und unsern legten Stunden den größten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh' ich war, auch mir zur Rettung hingegeben, mein Heil! wie dank' ich dir? 9. Wenn ich denn einst soll scheiden; ach! dann verlaß mich nicht! sey auch in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbångsten wird um das Herze seyn, dann reiß mich aus den lengsten kraft deiner Ungst und Pein. 2. Wie viel hast du erlitten, erhab' ner Menschensohn! als du den Tod bestritten, den Tod, der Sünde Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Ungst, die das Herze brach. 10. Erhebe dann mein Hoffen, zur bessern Welt zu gehn, und laß im Geist mich offen, Herr! deinen Hims mel sehn. Dahin laß mit Entzücken alsdann mich glaubensvoll nach dir, mein Heiland, blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 1 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde; du warst der Leute Spott; dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. O schreckliches Empfinden! du fühltest das Gewicht vom Fluche unsrer Sunden und Lind'rung ward dir nicht. Sters wuchsen deine Plagen; kein Helfer kam für dich. Man hörte dich selbst klagen: Gott! wie verläss'st du mich! 5. Mein Heil! was du erduldet, das ist auch meine Laft. Ich habe mit verschuldet, was du getragen hast. Sich gnädig auf mich Urmen, der Born verdienet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat. 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht. Wohin soll ich sonst gehen? verwirf du mich nur nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr! nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? Nach der Melodie des 4. Lieds. 134. Meine Deine Seel', ermuntre dich, Jesu Liebe zu bedenken. Auf sein Kreuz hin müsse sich jetzt dein Blick voll Undacht lens ken, daß dein Herz der großen Treue deines Jesu sich erfreue. 2. Sieh'! der wahre Gottessohn ist für dich an's Holz geheftet! Hier hängt er voll Schmach und Hohn, blutig, schmerzenvoll, entkräftet! Uch für mich mit Fluch beschweret! wo ist größre Lieb' erhöret? 3. Du, du solltest große Pein ewig in der Hölle leiden, und von Gott verstoßen seyn, ewig fern von allen Freuden. Da trágt Jeſus deine Súnden, daß du könntest Gnade finden. 4. Sein verdienstlich Leiden stillt deines Richters Zorn und Rache. Er hat das Gesez erfüllt, gut gemacht die böse Sache; Sünde, Teufel, Tod bezwungen, und das Leben dir errungen. 5. Nun, was liegt dir ob, mein Herz? Dem dich dankbar zu beweisen, der sogar durch Blut und Schmerz seine Lieb' an dir will preisen. Kannst du wohl in schwachen Liedern ihm so große Lieb' erwiedern? 6. Ach, ich kann ja nimmermehr das Geringste nur vergelten! Er verbind't uns ihm zu sehr. Meine Trågheit muß ich schelten, daß ich ihn so lau geliebet, ja durch Sünden oft 7. Du hast mir durch dein Leiden Vergebung, Beßrungskraft, in Trúbfal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O, gieb an dieser Gnade auch mir im Glauben Theil; so wird mein Ceclenschade durch dich, Erlöser! heil. 8. Ich danke dir von Herzen, o du, mein größter Freund! für deine Todesschmerzen. Wie gut hast du's gemeint! ch! gieb, daß ich mich balte I betrübet. heil. Bon dem Leiden und Sterben Jesu. nach der Melodie des 37. Lieds. 135. Erfülle, perr! doch felbft mein Herz mit reinem Undachtstriebe. Ich denk' an deines Leidens Schmerz, die Wirkung deiner Liebe. Dein Kreuz sey mir gebenedeit; welch Wunder der Barmherzigkeit hast du der Welt erwiesen! Wenn hab' ich dies doch recht bedacht, und dich aus aller meiner Macht genug dafür gepriesen? 2. Rath, Kraft und Friedefürst, und Held, in Fleisch und Blut gekleis det, wirst du das Opfer für die Welt, und deine Seele leidet? Du ringst mit Angst und Todesnoth und gehst doch willig in den Tod: Liebe sonder Ende! du nimmst auf dich der Mens schen Schuld, und giebst mit göttlicher Geduld dich in der Sünder Hånde. 3. Du trägst der Missethäter Lohn, und hattest nie gesündigt; du, der Gerechte, Gottessohn! so war's vore her verkündigt. Der Frechen Schaar begehrt dein Blut; du duldest göttlich groß die Wuth, um Seelen zu erreta ten. Dein Mörder, Jesu, war auch ich; denn Gott warf alle Sünd' auf dich, damit wir Friede hätten. - 7. Was geschehen ist, das soll fer ner nicht von mir geschehen. Fest entschlossen, eifersvoll, einen andern Weg zu gehen, will ich nun nur Jesum suchen, und, was ihn betrübt, verfluchen. 8. Weg ihr Sünden, fern von mir! euch kann ich an mir nicht leiden! Welch ein schnöder Greul send ihr! Ach, von dem wollt ihr mich scheiden, ohne welchen ist kein Leben, keine Gnade, kein Vergeben. 9. Dir, mein Jesu, dir mein Heil, will ich ganz mich übergeben; als dein Eigenthum und Theil, dir zu sterben, dir zu leben, dir zu reden, dir zu lei den, dir zu schweigen, dir zu meiden. 10. Du, mein Jesu, sollst es seyn, auf den stets mein Auge blicket. Wie du mein bist, bleib' ich dein, immer ganz und unverrücket; was du liebst, will ich auch lieben; was dich kránkt, soll mich betrüben. 11. Drohten mir sogar um dich Tod und Martern, Schmach und Bande, mich schreckt nichts; von dir hab' ich deinen Geist zum theuern Pfande, daß ich soll den Himmel erben; darauf kann ich fröhlich sterben. 12. Nun dann, nimm mich ganz dahin: Jesu will ich seyn und bleiben, dem ich lebe, deß ich bin. Nichts soll mich von Jesu treiben. Du wirst, Jesu, mich nicht lassen. Ewig will ich dich umfassen. 13. Ist schon jeto, ist schon hier solche Freud' und Rub' zu finden, wenn im Glauben wir mit dir, uns, mein Jesu, recht verbinden, schenkst du schon so viel auf Erden: ey, was will im Himmel werden! 14. Was für Wollust nach dem Leid! nach dem Elend was für Ehre! was für Ruhe nach dem Streit! was für frohe Jubelchore! Ewig werd' ich Gott dort loben, wenn er mich zu sich erhoben. 15. Täglich, täglich freu' ich mich auf dies freudenvolle Leben! Heiland, dir sey Dank! durch dich wird es mir dereinst gegeben! Laß, im Glauben mich zu halten, deine Kraft in mir stets walten: Ut con tast mer 81 Erniedrigt bis zur Anechtsges stalt, und doch der Größt' im Here zen, ertrágst du Spott, Schmach, und Gewalt, voll Krankheit und voll Schmerzen. Man sah dich, der Vers heißung Biel; doch an dir war nichts, das gefiel, und nicht Gestalt und Schöne. Vor dir, Herr, unsre Zuvers sicht, verbarg man selbst das Anges sicht, dich schmähten Bundessöhne. 5. Ein Opfer nach dem ew'gen Rath; belegt mit unsern Plagen; um deines Bolkes Missethat gemartert und zere schlagen, gehst du den Weg zum Kreus zesstamm, in Unschuld stumm, gleich als ein Lamm, das man zur Schlachts bank führet. Freiwillig als der Helden Held, trågst du aus Liebe für die Welt, den Tod, der uns gebühret. 6. Du neigst dein Haupt. Es ist vollbracht. Du stirbst, die Erd' erschütz tert. Die Arbeit hab' ich dir gemacht; Herr, meine Seele zittert. Was ist der Mensch, den du befreit? D wär' 6 82 Erster Theil. Von dem ich doch ganz Dankbarkeit! Herr, laß mich Gnade finden; und deine Liebe dringe mich, daß ich dich wieder lieb' und dich nie kreuzige mit Sünden. 7. Welch Warten einer ew'gen Pein, für die, die dich verachten, die, solcher Gnade werth zu seyn, nicht nach dem Glauben trachten, für die, die dein Verdienst gestehn, und dich durch ihre Laster schmáhn, als wirkliche Verhöhner. Wer dich nicht liebt, fommt in's Gericht, wer nicht dein Wort hält, liebt dich nicht; ihm bist du kein Versöhner. 8. Du hast's gesagt; du wirst die Kraft zur Heiligung mir schenken. Dein Blut ist's, das mir Trost verschafft, wenn mich die Sünden fränken. Laß mich im Eifer des Gebets, laß mich in Lieb' und Demuth stets vor dir erfunden werden! dein Heil sey mir der Schirm in Noth, mein Stab im Glück, mein Schild im Tod, mein legter Trost auf Erden. 136 Gottes Lamm, Nach der Melodie tisd finish uc lodie des 55. Lieds. ott, der du für uns deinen Sohn gege ben, wer kann doch g'nugsam deine 137. 6° Leiden und Sterben Jesu. Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnaden Stärke. V 2. Dein ew'ger Sohn selbst stirbt für Menschenkinder. Der Heiligste tritt an die Statt der Sünder! der Seligste begiebt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das aller Sünden tráget, d'rauf du die Strafe weislich selbst geleget, daß du die Schuld an den verlornen Schafen nicht dürftest strafen. 4. Was ist der Mensch, daß du fein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Versöhner schenkest? Was findest du an mir und an uns allen für Wohlgefallen? unschuldig am Kreuz für uns ge= schlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl du wurd'st verachtet; die Sund' hast du getragen, sonst müßten wir verzagen. Erbarm' dich unser, o Jesu, Jesu. alle 2. D Gottes Lamm, unschuldig am Neue Mel. oder Schwing' dich. Kreuz für uns geschlachtet, befunden stets geduldig, wiewohl bu wurd'st 138. M ME verachtet! Die Súnd hast du getragen; sonst mußt auch ich verzagen, Lob sey dir ewig, o Jesu, Jesu! mid 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesege, verdient Verschwendung uns schäßbarer Schåge, verdient ein selbst gemachter böser Schade des Richters Gmade? 6. O welche Ziefe deiner Menschenliebe! wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thust noch mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 7. Uch, lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Gehorsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. mich gestorben, aus deiner Huld durch 8. Was mir dein Sohn, da er für seinen Tod erworben, das werde mir zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen. Dein Geist sey mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 10. ein Erlöser, Gottes Sohn, der du für mich littest! und auch auf der Himmel Thron jest noch für mich bitteft! Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. - welche Wohlthat ist für mich dein versöhnend Leiden! O, wie preiß' ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden! 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr! gegeben; und du konntest jeder zeit voller Freuden leben. Über, o der großen Huld! daß ich selig würde, übernahmst du in Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Missethat noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gottes Rath auch für meine Sünden. unsre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu retten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Friede hätten. 4. Was uns Luft zur Beßrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzusterben. 5. Nun kann ich auf's Todesthal noch mit Freuden sehen; und zu jener Welt einmal ohne Schrecken gehen. Du, Herr, hast aus aller Noth Ret: tung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod bezwungen. 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenommen? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich kommen! Gieb mir Weisheit, gieb mir Kraft, du haft sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft gläubig anzuwenden. 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben. Treib' mich machtig dadurch an, Gottes Zorn zu scheuen; was ich unrecht je gethan innig zu bereuen. 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen: o! dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen, daß du auch für meine Schuld bußend bist gestorben, und Vergebung, Gnad' und Huld mir bei Gott erworben. 88 9. Stárke mich durch deinen Tod auf die legten Stunden. Wie du deine Todesnoth siegreich überwunden; o. so hilf dazu auch mir; laß mich fröhlich scheiden! Herr! so dank' ich ewig dir für dein bittres Leiden. Nach der Melodie des 48. Lieds. 139. Welt! fich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schweben! dein Heil sinkt in den Tod. Der große Fürst der Ehren läßt willig sich beschweren mit Bane den, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Tritt her und schau' mit Fleiße! mit Blut und Todesschweiße ist ganz sein Leib bedeckt: und unnennbare Schmerzen fühlt er in seinem Herzen, da er den Kelch des Zornes schmeckt. 3. Wer hat dich so geschlagen, und dieses Heer von Plagen, Herr, wider dich erregt? du bist ja nicht ein Güns der, wie wir und unsre Kinder: wie sind dir Strafen auferlegt? 4. Ich, ich und meine Sünden, der sich so viele finden, als Sandes an dem Meer, die haben dich geschlas gen, die brachten diese Plagen auf dich, und dieses Marterheer. 5. Ich bin's, ich sollte büßen in ew'gen Finsternissen, was nun dein Zod verfühnt: die Geißel und die Banden, und was du ausgestanden, das alles, Herr, hab' ich verdient. 6. Du nimmst auf deinen Rücken die Laften, die mich drücken, wie ein Gebirge schwer! du wirst ein Fluch; dagegen erwirbst du mir den Gegen, und o wie gnadenreich ist er! 7. Du segest dich zum Bürgen, ja lásfest dich selbst würgen für mich und meine Schuld; für mich låff'st du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld. 8. Für mich, ihn zu erlegen, eilft du dem Tod entgegen mit großem Heldenmuth. Du stirbst, daß ich nicht sterbe, noch ewiglich verderbe; o une erhörte Liebesglut! 9. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden! ich bin dein Eigenthum. Mich dankbar zu erweisen, soll Seel' und Leib dich preifen, und dir gehorchen sey mein Ruhm! 6 84 Erster Theil. Von dem do 10. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mich tròsten und erfreun. Es soll von meinen Pflichten mich tåglich unterrichten, und Kraft zur Tugend mir verleihn. 11. Wie strenge Gott Verbrechen, an denen einst wird råchen, die seine Huld verschmähn; wie schwer sie ihrer Sünden Vergeltung werden finden, will ich aus deinem Leiden sehn. 12. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höchsten ehren, und thun, was er gebeut. Nicht meinen eig'nen Willen, nur seinen zu erfüllen, ist meine Pflicht und Seligkeit. 13. Nach dir will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, nach dir, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getrost und willig tragen; und thun, wie mein Erlöser that. 14. Nie will ich wieder schelten; nie Spott mit Spott vergelten; nie, wenn ich leide, drau'n; wie du gelassen dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzensgrund verzeihn. - 15. Ich will ans Kreuze schlagen mein Fleisch, und dem entsagen, was dir, Herr, nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. Neue Mel. oder Meine Liebe hängt. 140. M ein Erlöser hängt am Kreuz und ist hier ein Ziel des Spottes, ach Sohn Gottes! Wo ist deines Arms Gewalt? e Wo die göttliche Gestalt? 2. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Größ' und Hoheit sind verschwunden. Nichts, als Wunden! Nichts, als Blut, und Qual auf Qual! nichts, als Leiden ohne Zahl. 3. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und hängt hier auch meinetwegen; Leiden und Sterben Jeſu. mir zum Segen. In ihm wird, statt Fluches, Heil, jedem, der da glaubt, zu Theil. 4. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Hier will ich ihn fest umfassen, ihn nicht lassen, ihn, der mich am Kreuz vertrat, bis er mich gesegnet hat. 5. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Auch für mich hat er sein Leben hingegeben. Brenne, Herz, in heißer Glut gegen ihn, dein höchstes Gut. 6. Mein Erlöser hångt am Kreuz! und ich sollte nun an Sünden Lust noch finden? Sie will ich voll Ubscheu's fliehn; meine Sünden kreuz'gen ihn. 7. Mein Erlöser hängt am Kreuzz und ich wollt' in rohen Freuden mich noch weiden? Das sey fern! Die Welt sey mir nun gekreuzigt, und ich ihr. 8. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und ich sollte seinen Willen nicht ers füllen? Theuer hat er mich erkauft, und auf ihn bin ich getauft. 9. Mein Erlöser hångt am Kreuz. Sollt' ich nun in Hohn mich gråmen? Sein mich schämen? Froh rühm' ich mich seiner Schmach; trage gern sein Kreuz ihm nach. 10. Mein Erlöser hångt am Kreuz; und ich wollt' in trüben Tagen troftlos zagen? Uch, die schwerste Bürde deucht, gegen seine Last, mir leicht. 11. Mein Erlöser hångt am Kreuz; Herr, ich bleib' im Tod und Leben dir ergeben. Als du starbest, starbst du mir; wenn ich sterbe, sterb' ich dir. Neue Mel. oder Herzlich lieb hab ich. 141. U m Gnade für die Sünderwelt rufst du mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet das bedrängte Herz, wenn dich bei deinem herben Schmerz die Böse= Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 1 wichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir entehrt; rufst, daß es Erd' und Himmel hört: vergieb, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; das, was sie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so ertråget! Thr, die ihr euern Heiland ehrt! fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danket ihm beweget, Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erfleht. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh' Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jesu Christ, gelobt seyst du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott. 3. Daß Gott mit Langmuth und Geduld, auch selbst bei sehr gebäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet; daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frist zur Buße schenkt, eh' nach Berdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Súnder, nimmt Gott an! hast du durch deiner Fürsprach' Kraft, mein treuer Heiland mir verschafft. O Jesu Christ! mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis in den Tod. 4. Wird wo mein Herz vom Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o, dann versich're mich aufs neu', du stehest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket. Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sey du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, so starke mich mit neuer 85 Kraft. Herr Jesu Christ! der legte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den sanften liebesvollen Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele! Gieb, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' empfehle. Besänftige mein reges Blut; und flammt des Bornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an: o, so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ! wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad erfleht. 6. Mich tröste dein Versöhnungstod! es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt zum Himmel von der Erde! Du bist der nach, so laufen wir, so wollen wir Deinen Schußpanier. Zeuch dir uns uns deiner Pein, und deiner Fürsprach ewig freun. Herr Jesu Christ! wie selig ist, wie selig ist der Mensch, bem du ein Heiland bist! Nach der Melodie des 47. Lieds. 1156 142. Schwing' dich auf gen Golgatha! schau' den Heiland hier am Kreuze; nimm zu Herzen, daß dich ja seine Pein zur Buße reize. Härter bist du noch, als Stein, so du hier kannst fühllos seyn. 2. Schaue doch das Jammerbild zwischen Erd' und Himmel hangen! wie das Blut in Strömen quillt; daß ihm alle Kraft entgangen! schaue! ach, erschrickst du nicht, da sein sterbend Herze bricht? 3. O Lamm Gottes ohne Schuld! alles das hätt' ich verschuldet, und du hast aus freier Huld Pein und Schmach für mich erduldet. Aus des ew'gen Feuers Glut mich zu retten, fließt dein Blut. 4. Du für uns erwürgtes Lamm! groß, ja groß ist deine Liebe! schau' von deines Kreuzes Stamm, wie ich mich um dich betrübe! Ich bin schuldig; aller Schmerz, der dich trifft, durchbohrt mein Herz! 86 Erster Theil. Von dem 5. Herr, was kann ich dir dafür, daß du mich so liebest, geben? Nimm, was ich vermag, von mir! dir, nur bir gehört mein Leben! wie du mein, so will ich dein lebend, leidend, sterbend seyn. 6. Nur bei dir allein such' ich Hülf in meinen bångsten Stunden! schmachtend, lechzend sehn' ich mich nach dem Trost aus deinen Wunden, wie ein Hirsch nach Wasser schreit, bis er meine Seel' erfreut. 7. Kreuzige mein Fleisch und Blut! lehre mich die Welt verschmähen! laß auf dich, du höchstes Gut, immer unverwandt mich sehen, und im Kreuze führe mich selig, wenn schon wunderlich. 8. Endlich lass mich alle Noth freudig sterbend überwinden. Nirgends müsse mich der Tod, als bei dir, mein Hei land, finden. Ber nur dich zur Zuflucht macht, spricht getrost: Es ist vollbracht! Leiden und Sterben Jesu. 7. Ein reines Herz, gleich deinem edlen Herzen, dies ist der Dank für deines Kreuzes Schmerzen. Und Gott giebt uns die Kraft in deinem Namen dich nachzuahmen. 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben? so wird mir nichts, nichts meine Krone rauben? so werd' ich dort von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben? 10. Ja, wenn ich stets der Jugend Pfad betrete, im Glauben kámpf, im Glauben wach' und bete, so ist mein Heil schon so gewiß erstrebet, als Jesus lebet.. 11. Lockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize; so schrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze; und werd' ich matt im Laufe guter Werke, so sey mir's Stärke! 12. ich dein den KluNach der Melodie des 55. Lieds. deinen mich 143. Latte mein Beiland, gen dieser Erden ein Kergerniß und eine Thorheit werden; so sey's doch mir, trog alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes. 13. Gott! eile nicht, sie råchend zu zerschmettern! erbarme dich, wenn einer von den Spottern sich spát bes kehrt, und dich, den er geschmähet, um Gnade flehet. lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben und an dich glauben? 8. Unendlich Glück! du littest uns zu gute. Ich bin versöhnt mit deinem theuern Blute. Du hast mir Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 3. Da du dich selbst für uns dahin gegeben, wie könnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? 4. Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, wenn Kreuz mich trifft, gelaff'nes Herzens werden; da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet? 5. Für welche du dein Leben selbst 144. gelaffen, wie fonnt' ich sie, sie meine Brüder hassen; und nicht, wie du, wenn fie mich untertreten, für sie noch beten? 6. Ich will nicht Haß mit gleichem paß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heiligster! Du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder. 14. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kranten; so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken! dein Kreuz, dies sey, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude. Nach der Melodie des 55. Lieds. en hochgepriesen, Herr, für deine Liebe! fie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. 2. Fürwahr, du trugest unsrer Sünden Schmerzen. D, welch ein Herz gleicht deinem edlen Herzen? du ließest unsre Schuld an dir bestrafen, uns Heil zu schaffen. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. 87 3. O laß dies Heil doch auch mein Erbe werden! was hab' ich sonst für fichern Trost auf Erden? was giebt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wenn ich einst scheide. 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben. Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleitet, auch mir bereitet. 5. O, stårke selbst mein Herz in die sem Glauben. Kein banger 3weifel müsse ihn mir rauben! Er müsfe mich zum Fleiß in guten Werken, beständig stärken. 6. Soll ich mich nun noch frevel haft erkühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen? so wär' ich ja, o Herr, nicht dein Erlös'ter, du nicht mein Tröster. 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein Heiland, sey mein ganzes Leben zum Dienst ergeben. 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe dein, bis du miu dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Jungen stets wird besüngen. Die letzten Worte Jesu. Neue Melodie. 145. B egleite mich, o Christ! wir gehen zum schmerz zenvollen Golgatha, auf dessen fürchterlichen Höhen, was nie ein Engel faßt, geschah! Erwag' an diesem heil'gen Orte des sterbenden Erlösers Worte, und rufe Gott um Glauben an! Sie können dir den Trost im Leben, und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr B trösten kann. 2. Schon zeigt der Blutberg sich von weitem! erschrick und zittre, sieh ihn streiten, und werde ganz frommes Herz! Sieh' deinen Retter, Gefühl, ganz Schmerz. Hier hing, den Mördern übergeben, am Holze, Gottes Sohn, dein Leben; hier trug er unsrer Sünden Schuld; empfand in jenen bangen Stunden, was nie ein Sterblicher empfunden, und bracht uns wieder Gottes Huld. 3. Geduldig bei den größten Schmerzen, nimmt er sich seiner Feinde an; Er ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan. Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schmach! O Mensch, den Rach und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete dem Versöhner nach! 4. Welch Beispiel kindlich frommer Triebe, als, unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Junger seiner Liebe die Mutter sterbend anbefahl. Ach, wird mein Uug' einst um die Meinen in seiner legten Stunde weinen, so soll dies Wort mir Trost verleih'n! der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen strebte, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 5. Frohlockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm entgegen, noch heute deines Glaubens wegen mit mir im Paradiese seyn. O Herr! laß an des Todes Pforte einst diese 88 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. troftesvollen Worte auch meiner Seele Troft verleih'n! Der Tod Jesu. Neue Melodie. 6. Wer kann die hohen Leiden fasa fen, als Chriftus an dem Kreuze rief: Mein Gott, wie hast du mich verlassen? wie beuget ihn die last so tief, die unsre Sünden auf ihn brachten! vor Angst und Pein müßt' er vers schmachten, wär' Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da ge= bangen, mein Herr und Gott, ver- S laß mich nicht! -- 146. S 10. Bewein' ihn fromm mit stillen Bähren, o Christ, du hast ihn sterben sehn. Bald wirst du ihn durch Freuden ehren, und jauchzend seinen Ruhm erhöhn! Den deine Seufzer jegt beklagen, der wird als Held nach dreien Lagen vom Grabe siegreich auferstehn! den freche Rotten hier entehrten, den wirst du dort bei den Verklärten zur Rechten seines Vaters sehn. eht den leidenden Gerechten, so entehrt von Lasterknechten! Er, der Herr, gekrönt, zum Hohne, tråget seine Dornenkrone, und büßet unsern 1. Der Fürst des Himmels und der Erde, von Allem, was erquickt, ent= blößt, wünscht, daß sein Durst geftilLet werde! O Mensch, der dich so theu'r erlös't! der Heiland rufet dir noch heute aus tausend Armen, dir gur Seite, die Hunger, Durst und Mangel drückt! O selig, wer den Ruf erfüllet! denn, wer den Durst des Armen stillet, der hat den Heiz land selbst erquickt. 3. Seht den Schönsten unter Allen 8. Nun enden sich die schweren Lei- bleich, entstellet und verfallen! Seiner den; der Heiland spricht: es ist voll- Hoheit Glanz vergangen! Schmach bracht! D Wort des Sieges! Wort entweihte seine Wangen, und seine der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! Wer darf es nun wohl wagen, uns, die Erlös'ten, gu verklagen, da er für uns genug gethan? Sieb, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freuden sage: vollbracht ist nun des Leidens Bahn. 9. Das letzte Wort aus deinem Munde, Versöhner Gottes, sey auch mein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleih'n! du rufest: Bater, ich befehle in deine Hánde meine Seele, die allen Menschen Heil erwarb! Nun war das große Werk vollendet, wozu der Vater ihn gesendet; da neigt' er sanft sein Haupt und starb. Frevelmuth. 2. Unser göttlicher Vertreter wird geführt, wie Uebelthäter. Wer kann seine Leiden zählen? Eine Welt vers lorner Seelen erkauft er sich um diesen Preis. Richterstimme schwieg. 4. Ja, mit sanftem Edelmuthe litt er Alles, uns zu gute! daß der Sünder leben möge, wandelt auf dem Todeswege der Gottversöhner willig fort. 5. Keine Lind'rung stärkt den Müden, auf ihm liegt zu unserm Frieden, Fluch und Straf! Er trågt's gelasſen! seine Kraft hat ihn verlassen; er sinket wieder in den Staub. 6. Seht ihn auf der Schädelstätte für uns ringen im Gebete. Schauet mit zerschlagnem Herzen hin auf ihn, den Mann der Schmerzen, am Kreuz! Er hat's vollbracht und stirbt. 7. Herr, dein Leiden zu bedenken, wollest du mir Weisheit schenken. Mich vom Lafter abzuschrecken, mich zur Tugend zu erwecken, laff' mir es stets vor Augen seyn 8. Daß ich dir mich ganz ergebe, niemals deiner unwerth lebe, nicht vor dir zu schanden werde, wenn du kommst, den Kreis der Erde zu richten mit Gerechtigkeit. Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 89 Nach der Melodie bes 116. Licds. 8. Ja, noch an demselben Tage geh' 147. Heute, sprach mein Hei= ich in den Himmel ein, los von aller ſein bei dir I blut'ges Kreuz erhöht, als ein Sün der, ihm zur Seite, sterbend noch um Gnade fleht, heute, so betheu'r ich dir, heute noch sollst du mit mir in mein Paradies erhaben, Theil an meinem Reiche haben. daheim zu seyn. Hier genieß ich deines Lichts, bis der Tag des Weltgerichts auch dem Grab' die Macht entwendet, ganz die Seligkeit vollendet. Nach der Melodie des 7. Lieds. 2. Theures Wort aus Jeſu Munde! 148. 8 ist vollbracht! for ruft fest versiegelt sein Blut! der finstern Todesstunde gicbst du Freudigkeit und Muth. Wenn der Christ nun scheiden soll, bleibt er fester Hoffnung voll, sieht die Nacht in Licht verwandelt, weiß gewiß, wohin er wandelt. am Kreuze des sterbenden Erlösers Mund. O, Wort voll Trost und Leben! reize zur Freude meines Herzens Grund. Das große Opfer ist geschehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 3. Ohne Sagen kann er sterben. Seine Seel' erstirbt ja nie. Ihr droht nicht nur kein Verderben, auch kein Schlaf betäubet sie, wo sie erst aus langer Nacht nach Jahrhunder ten erwacht. Nein sie soll zu neuem Leben scheidend noch empor sich heben. 4. Theures Wort des ew'gen Lebens! tröste du mein brechend Herz; und dann ångslet nur vergebens meinen Geist der Trennung Schmerz; Er sinkt nicht in Finsterniß! denn wahrhaftig und gewiß ist das Wort des treuen Zeugen. Hier muß jeder 3weifel schweigen. 5. Herr! nun fühl' ich abzuschei den eine heil'ge Luft in mir. Dort sind unbefleckte Freuden, aber Müh' und Sünden hier. Kein, auch noch so frühes, Grab kürzet je mein Leben ab. Es soll nur, los von Beschwerden, zeitiger veredelt werden. 6. Selig, furchtlos, rein von Mángeln, ja von nun an selig ist, brüderlich begrüßt von Engeln, der im Herrn entschlafne Christ. Was sein Glaube je gethan, jedes gute Werk folgt dann seiner Seele von der Erden hin vor Gott, sein Lohn zu werden. 7. Nun, auch ich, o Herr, befehle, wenn ich kaum noch lallen kann, die durch dich erlöste Seele deinen treuen Händen an. Und du, Heiland, stårkest mich; rufest mir auch zu, daß ich noch am Tage, da ich sterbe, deine Herrlichkeit ererbe. 2. Mein Jesus stirbt. Die Felsen beben; der Sonne Schein verlieret sich; in Tudte dringt ein neues Leben, der Heil'gen Gråber öffnen sich; der Vorhang reißt, die Erde kracht! und die Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinwegges wendet, der auf der Welt voll Sünder lag. Für uns hast du genug gethan; Gott nimmt uns nun genådig an. 4. Dankvolle Thránen! negt die Wangen. Mein Glaube sieht nun offenbar die Handschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Heil gemacht, rief auch für mich: es ist vollbracht! 5. D Herr! laß mich nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt. Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft ge= währt. O stårke mich dazu mit Macht, bis meine Beff'rung ganz vollbracht. 6. Du litt'st so viel zu meinem Le= ben: drum laß mich stets voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben, und keine Schmach dabei zu scheu'n. Dein Dienst, mein Heiland, sey mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 7. Soll ich bei dir ergebnem Herzen auch hier durch manche Trübsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung ausersehn, so laff auch mich den Trost erfreun; es kommt das Ende meiner Pein. 90 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jeſu. auf der sünd'gen Welt; doch er kam uns zu gute, und gab mit seinem Blute für uns ein ew'ges Lösegeld. 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher Last. Laß mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast; so tret' auch ich in's Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 4. Kein Freund meint es mit Freunden so treu, als es mit Feinden Er, unser Mittler, meint. Preis ihm, dem Ueberwinder! Nun sind wir Gottes Kinder, mit Gott vers söhnt durch unsern Freund. 416 Nach der Melodie des 37. Lieds. 149. der Welt, o Seele, Nach der Melodie des 86. Lieds. deine Flügel. Hin, wo die Wuth ihr 151. Nun ist es Alles wohlOpfer zu jenem Leidenshügel! ihr Himmel! welch ein Mensch ist das! wie drückt ihn seiner Feinde Haß mit höllisch wilden Freuden! Er, der die Todten auferweckt, er muß, mit Bunden überdeckt, den Tod der Mörder leiden. 2. Geduldig siehet er sein Blut in vollen Strömen fließen! fleht für die Haffer, die voll Wuth es im Triumph vergießen. Schau, jest umhüllt ihn finstre Nacht; er ruft, er ruft: es ist vollbracht! Nun senkt sein Haupt sich nieder. O, meine Seele! freue dich; dir gab, der hier am Kreuz verblich, das Recht zum Himmel wieder. 3. Er, er hat deine Missethat, den Fluch für dich getragen. D Seele, deine Sünde hat den Frommen so zerschlagen. Durch ihn nimmt dich der Vater an. Die Wunder seiner Güte kann kein sterblich Lied erheben. Doch hört er unsre Lieder gern. Drum bringet Preis und Ruhm dem Herrn, der uns sein Heil gegeben. Nach der Melodie des 48. Lieds. 150. Frohlo und bete Gottes Güte Crohlocke mein Gemüthe, in deinem Heiland an. Was selbst der Engel Schaaren zu thun nicht fähig waren, das hat des Menschen Sohn gethan. 2. Schau hin, wie der Gerechte für uns, der Sünden Knechte, den bittern Zornkelch trinkt; wie er für Frevler bittet! wie Wasser ausgeschüttel hångt er, da er in Tod hinsinkt. 3. Wir Sünder sollten sterben;. Fluch lag auf Adams Erben, Fluch sus ruft: Es ist vollbracht! der neigt sein Haupt, o Mensch, und stirbt, der dir erwirbt das Erbe, welches nie verdirbt. 2. Der, dem an Hoheit keiner gleicht, der Herr der Herrlichkeit ers bleicht. Was Wunder, daß die Erde kracht, die Welt deckt Nacht! denn Gottes Sohn wird umgebracht. 3. Das Heiligthum steht aufgedeckt; die Felsen bersten; Alles schreckt. Die freudenlose Kreatur klagt jego nur den Tod des Herrschers der Natur. 4. Weil denn die Kreatur sich regt, so werd' auch du, o Mensch bewegt! Der Fels zerreißt, und du wirst nicht durch dies Gericht beweget, daß dein Herz dir bricht? 5. Du selbst, hast du es g'nug bedacht? Du hast den Herrn an's Kreuz gebracht. Ihm, der für dich sein Leben gab, folg' in sein Grab, und stirb dem Sündengråuel ab. 6. Uch, Vater! ach, in Pein und Hohn erbleicht am Kreuz dein eigner Sohn. Nun ist kein 3weifel; deine Huld tilgt meine Schuld, und trägt forthin mit mir Geduld. 7. Ich will mit ihm zum Grabe gehn, und, wo die Unschuld bleibet, sehn. Sein Tod soll meine Zuflucht seyn; auf ihn allein schlaf' ich einst sanft und selig ein. 8. Und nun dient' ich der Sünde noch? Wie drücket mich ihr schweres Soch! auf, Seele, daß da dich erhebst, nur Jesu lebst, nur Jesu zu gefallen strebst! 9. Tödt', Jesu, selbst in meiner Brust, was sich noch sind't von böser Erster Theil. Von dem Luft! dein Tod, der mir das Leben schafft, giebt mir auch Kraft und Muth auf meiner Pilgrimschaft. 10. Ja, Herr, mein Heiland, kråf= tiglich stärkst du in meinem Vorsag mich! ich sege freudig auf dein Wort den Kampf stets fort. Der reiche Lohn erfolget dort. 11. Wie dank' ich g'nug dir Jeſu Chrift, daß du für mich gestorben bist! dich preis ich auch in Angst und Leid; schon in der Zeit, noch würd'ger in der Ewigkeit. 152. Feft Kraft und Trost des Leidens Jesu. Nach der Melodie des 29. Lieds. esu, durch dein Blut und Wunden, deinen martervollen Tod, hab' ich Heil bei Gott gefunden, Kraft zur Tugend, Trost in Noth. Mich sollt ich durch Sund' entweihn? Nein, ich denk' an deine Pein. Ach, den ganzen Gráu'l der Sünden läßt mich die mit Graun empfinden. 2. Schmachtet nach der Wollust Freuden mein verderbtes Fleisch und Blut, o, so blick' ich auf dein Leiden! schnell verlischt die wilde Glut. Tracht' ich eitler Ghre nach, und ich blick auf deine Schmach; schnell schlägt die den Stolz darnieder, und giebt mich der Demuth wieder. 3. Scheint beim öden Weg zum Leben mir der Welt betret'ne Bahn lustig, breit, gemächlich, eben; Jesu, dich schau' ich dann an. Da warnt mich des Bornes Last, welche du getragen hast, nicht mit dem verblend'ten Haufen ins Verderben hinzulaufen. 4. Hålt mein schreckendes Gewissen mir der Sünde Menge vor: o! in meinen Kümmernissen schau' ich nach dem Kreuz empor. Bald verschwindet alles Weh'! In den Wunden, die ich seh', find' ich Sicherheit und Leben, und den Trost: Sie sind vergeben. 5. Hier such' ich in Unruh? Friede; in der Ungst Beruhigung; neue Kraft, wenn ich ermüde, und in Qualen Linderung. Schwer sey dieses Lebens Leiden und Sterben Jefu. 91 Müh'! durch dein Kreuz verschwinde sie; denn es führt durch kurze Leiden zum Genuß von ew'gen Freuden. 6. Ueber Alles, was zum Staube meine Seele niederdrückt, wird mit starker Kraft mein Glaube durch dein Leiden hingerückt. Deines Troftes Freumich fort die du, Herr, als du gestorben, mit, auch mir am Kreuz erworben. ursprung aller Seligkeit, so besieg 7. Hab' ich dich in meinem Herzen, ich alle Schmerzen, auch sogar im legten Streit. Rufft du, und ich habe nun g'nug gekämpfet, um zu rubn, Herr, so dank' ich's deinen Wunden, daß ich sieghaft überwunden. 8. Ja, auf dich steht mein Vers trauen; du bist meine Zuversicht. Du besiegst des Todes Grauen, retteſt mich aus dem Gericht. Durch dein mir erworb'nes Heil hab' ich an dem Himmel Theil. Wahrlich, Herr, ein ewig's Leben wird dereinst dein Tod mir geben. Von dem Begräbniß Jesu. Mel. Der Tag ist hin, mein Geist.. 153. C o schlummerst du A in stiller Ruh', der du für uns ge= storben, und am Kreuz in schwerer Müh, ewig's Heil erworben. 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hat dich nun ein Grab umgeben. 3. Doch Heil sey mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen, sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken. 92 Erster Theil. Von dem Leiden und Sterben Jesu. 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheinst, in sanftem Frieden liegen. Denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab besiegen. 7. Ich darf nun nicht vor meiner Gruft erschrecken, da du, mein Heil, ein Grab dich läsfest decken. Dein Grab macht meins zum stillen Schlafgemach; da ruh' ich einst bis an den legten Tag. 6. Ihr, die die Welt gefesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! ich, ich hoff' in Chrifto einst meines Leib's Erlösung. - Nach der Melodie des 153. Lieds. 7. Nein, nichts verdirbt. Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, 155. Am Kreuz erblaßt, der zu Himmelsglanz verklárt aus dem Grabe gehen. und Marterlaft, der Tos desqualen můde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 8. So sink in's Grab mein Leib hinab! ich will mich drum nicht krånken; theurer Heiland, mir zum Trost an dein Grab gedenken. Nach der Melodie des 16. Lieds. Freund, der meine Schuldenlast getra= 154. gen, und als ein Fluch ist an das Kreuz geschlagen! nun nimmt man noch vor Abends dich herab, und trägt dich hin in Josephs neues Grab. 2. O tröstlich Bild, o gnadenvolles Zeichen, das aber nur der Glaube kann erreichen! Nun ist vom Fluch die Erde frei und rein; zum Zeugniß deß mußt du begraben seyn. 3. Nun weiß und glaub' ich, daß du bist gestorben, daß du den Tod geschmeckt und mir erworken Gerechtigkeit, daß ich bestehen kann vor Gott und daß die Schuld ist abgethan. 4. Des Höchsten Wort kann nicht gebrochen werden; drum muß dein Leib auch ruhen in der Erden. Was Jonas Beispiel liebreich vorgebild't, seh' ich hierin, mein Heil, an dir erfüllt. 5. Du bist das Waizenkorn, das man verscharret; doch wenn man nur des dritten Tages harret, wird man dich aus dem Grabe auferstehn, und tausendfache Früchte bringen sehn. 6. Indeß ist dein Begräbniß selbst ein Siegel der Unschuld, und der ganzen Welt ein Spiegel, in welchem mit Verwund'rung jedermann ein Borspiel der Erhöhung sehen kann. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und, Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust kann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schütest mich, und über dich gehn aller Trübfal Wetter. Sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hast's gethan. Dich bet' ich an, du König der Erlösten! dein will ich im Tode mich, glaubensvoll getrösten. Macht. Du zeigst, daß du dein 5. Es ist vollbracht! riefst du mit eben, mein Versöhner, göttlich frei babest hingegeben. 6. Hochheil ge That! des Höchsten Rath, will ich in Demuth ehren. Der Erfinder meines Heils wird mir's einst erklären. 7. Ullmächtig rief Er, der ent= schlief, den Todten: sie erstanden! Leicht entriß der Lebensfürst sich des Codes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ist's mir der Pfad zum Schauen. 9. Ich preise dich! Erforsche mich, und siehe, wie ich's meine: ja, du siehest, wenn ich still meinen Dank dir weine. 10. Vergess' ich dein, so werde mein in Ewigkeit vergessen. Herr, ich will, so lang' ich bin, deine Lieb' ermessen. aine terbit Ind 2 11) Von der Auferstehung Jesu. Mel. Dennoch bleib' ich stets an. 156. uf mein Herz! ein froher Tag hat die Nacht der Furcht F vertrieben. Christus, der im Grabe lag, ist im Tode nicht geblieben. O, wie hoch sind wir getröst't! Jesus hat die Welt erlös't. 2. Er ist Gottes ew'ger Sohn. Ewig sey er auch gepriesen! seiner Feinde Schaar zum Hohn hat er sichtbar es bewiesen. Er erfüllet durch die That, was sein Mund geredet hat. 3. Unsre Schulden sind zwar groß, doch wir dürfen nicht verzagen: Gott läßt unsern Bürgen los, der sie büßend hat getragen. Jesus ist mit Preis ge= krönt, und wir sind mit Gott versöhnt. 4. Sterben war der Sünden Sold; nun ist Christus unser Leben, der für unsre Schuld nicht Gold, nein, sich selber hingegeben. Er hat aus des Grabes Nacht neues Leben mitgebracht. 5. Tod, wo ist nun deine Kraft? Grab, wo sind nun deine Ketten? Hier ist Gott, der Hülfe schafft, hier ist Jesus, der kann retten, wenn gleich unser Fleisch und Bein wird in Staub verwandelt seyn. 6. Herr, dies glaub' ich dir zum Ruhm, und mein Trost ist nicht vergebens, denn ich bin dein Eigenthum, du die Quelle meines Lebens. Hoch erfreuet sing' ich dir jegt und ewig Dank dafür. Mel. Christ lag in Todesbanden. 157. F er Herr lag in das Grab gestreckt, für uns dahin ge93 geben. Nun, da ihn Gott hat auferweckt, bringt er uns Sieg und Leben. Lasset drum uns fröhlich XA seyn, vor Gott von Herzen uns erfreu'n, Halleluja ihm sin- gen. Hallelujah! 2. Der Tod, da nichts ihm Einhalt that, würgt alle Menschenkinder. Hier wußte niemand Trost und Nath; denn alle waren Sünder. fället uns der Tod so bald. Von seiner furchtbaren Gewalt sind wir Drum doch nun errettet. Hallelujah! 3. Der einige Sohn Gottes ist zu uns ins Fleisch gekommen, hat unsre Sündenschuld gebüßt, dem Tod die Macht genommen. Jesus macht uns frei und los. Vom Tode blieb ein Schatten blos; sein Stachel liegt zer= brochen. Hallelujah! 4. Es war ein wunderbarer Krieg, als Tod und Leben rungen. Dem Leben blieb zulegt der Sieg; es hat den Tod verschlungen. Långst verkündigt' es die Schrift. Ein Tod war hier des andern Gift. Nun kann kein Tod uns schaden. Hallelujah! 5. Hier ist das rechte Osterlamm, das unsre Schuld getragen. Um martervollen Kreuzesstamm ward es für uns zerschlagen. Nun bezeichnet uns sein Blut. Dies giebt dem Glauben Stárk' und Muth. Der Würger geht vorüber. Hallelujah! 6. So feiern wir das hohe Fest in großer Freud' und Wonne, das uns der Herr erscheinen läßt. Er selber ist die Sonne! Mächtig strahlt sein Glanz daher! Das finstre Herz. erleuchtet er! Es flieht die Nacht der Sünden. Hallelujah! 94 Erster Theil. 7. Wir heiligen uns ganz dem Herrn, der uns zum Heil geladen. Der alte Sauerteig sey fern vom theuern Wort der Gnaden! Christus selber will allein der Seele Speis' und Nahrung seyn! der Glaube lebt blos seiner. Hallelujah! 10000 Von der Auferstehung Sesu. Nach der Melodie des 94. Lieds. er Held hat überwun3. Lebendig geht der Herr hervor; und nimmt den Feind gefangen; zer= bricht der Hölle Schloß und Thor; 158. ganzes weg den mit Prangen. Nichts hält in seinem Siegeslauf den starken Held aus Juda auf. Er überwindet alles. Heer; der Drache liegt gebunden; die Sünde kann nicht mehr mich durch's Geset perdammen, denn alle 3ornesflammen hat Jesus ausgelöscht. 2. Auf dann, mein Herz, und bringe dem Heiland Dank davor; vertreib' die Furcht, und schwinge im Glauben dich empor! wirf des Gewissens Nagen, bein Sorgen und dein Sagen in Christi leeres Grab. 2. Wie sträubte sich die alte Schlang', als Christus mit ihr kämpfte, und, wie ergrimmt sie auf ihn drang, doch ihren Grimm bald dämpfte? ob sie ihn in die Fersen sticht, so fiegt sie darum dennoch nicht, der Kopf ist ihr zertreten. 3. Ist Christus auferstanden mit Herrlichkeit geschmückt, fo bist du ja den Banden des Todes mit entrůckt. Ist er dem Tod entrissen; so läffet Gott dich wissen, daß er versöhnet ist. 4. Gieb meinem Glauben Klarheit, zu sehn, Herr Jesu Christ! daß du Weg, Leben, Wahrheit, daß du mir alles bist. Laß nicht mehr die Gedanken in bangen 3weifeln wanken, und mache mich gewiß. 5. Hast du den Tod bezwungen, bezwing' ihn auch in mir; du bist hindurch gedrungen: zeuch mich, ich folge dir; laß Teufel, Höll' und Sünden mich auch nun überwinden, wie du für mich gethan. 6. Welch' Aussicht giebt dein Leben, dein neues Leben mir! Ich sollt' am Eiteln kleben? o, neige mich zu dir! daß ich die Welt verachte, und nach dem Himmel trachte, wo du, mein Heiland, bist. 4. Des Herrn streitbarer Urm bes hålt den Sieg, und ist erhöhet. Des Herrn erhab'ne Rechte fåll't, was stolz ihr widerstehet. Besiegt ist alles, was uns droht: besiegt ist Teufel, Holl und Tod, ihr Zorn ist kraftlos worden. 5. Es ward getödtet Jesus Christ, und sieh', er lebet wieder. Weil nun das Haupt erstanden ist, steh'n wir auch auf, die Glieder. Wir wissen, daß, wer Christo glaubt, nicht in der Nacht des Todes bleibt: er lebt, ob er gleich stirbet. 6. Wer täglich hier durch wahre Reu mit Christo auferstehet, ist dort vom andern Tode frei, dem feiner sonst entgehet. Genommen ist dem Tod die Macht, Unschuld und Leben wiederbracht und unvergånglich Wesen. 7. Dies ist die große Seligkeit, der wir theilhaftig werden, Fried', Freude, Heil, Gerechtigkeit im Himmel und auf Erden. Hier sind wir still und hoffnungsvoll, daß unser Leib dort gleichen soll des Herrn verklártem Leibe. 8. O Tod! wo ist dein Stachel nun; dein Sieg, o Grab, verschwindet; was kann forthin uns Schaden thun, da Jesus überwindet? Gott fey gedankt, der schwere Krieg ist nun geendigt, und der Sieg durch Christum uns gegeben. Nach der Melodie des 30. Lieds. 159. Zod, wo ist dein D Stachel nun? dein Neue Mel. oder Christ lag in. was kann forthin uns Satan thun, da Jesus 160. Bringt Preis und überwindet! Geendigt ist der schwere Krieg! Gott sey gedankt, daß er den Sieg durch Christum uns gegeben. Ruhm dem Heiland dar! frohlockt Erster Theil.- Von der Auferstehung Jesu. - ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, ist dem Gericht entnommen. Sey gelobt, Herr Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist und siegreich auferstanden! Hallelujah! 2. Dein Leben in der Majestät befestigt unsern Glauben. Wer kann, da dich dein Gott erhöht, uns nun den Trostgrund rauben, daß du für uns genug gethan, uns Sündern eine neue Bahn zum ew'gen Heil eröffnet? Hallelujah! 3. Gott selbst, der dich dem Grab' entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt, und dich als Sohn geehret. Deines Opfers hohen Werth hat er auf's Herrlichste bewährt, da er dich auferwecket. Hallelujah! 4. Erstand'ner! ich frohlocke dir, daß du nun ewig lebest. Du lebst und siegst, daß du auch mir das ew'ge Leben gebeft, daß du mein Erretter feyst, und neue Kräfte mir verleih'ft, mit Freuden Gott zu dienen. Hallelujah! 5. Mein Herr, mein Gott! hilf mir dazu! Befreie mich von Sünden. Laß mich für meine Seele Ruh' im Frieden mit Gott finden! pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als dein Erlöster wandle. Hallelujah! 6. Dein ist das Reich, dein ist die Macht Verstorb'ne zu erwecken. Du rufst einst, und der Gråber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst auferstehen. Hallelujah! 95 7. O laß mich, weil ich hier noch bin, im Glauben an dich wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen seyn und handeln! daß ich, wenn ich aufersteh', und dich, des Todes Sieger seh', vor dir dann nicht erschrecke. Hallelujah! 8. Da, wo du bist, da soll auch einst dein Jünger mit dir leben. Du wirst ihn, wenn du nun erscheinst, zu deiner Freud' erheben. Laß dies auch mein Erbtheil seyn, so werd' ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden. Hallelujah! 161. Mel. des 32. Psalms. ch weiß gewiß, daß mein Erlöser lebet, Sund', Teufel, Tod und was ihm widerstrebet, hat er erlegt; er stehet auf dem Staub der allerlegte und vertheilt den Raub. Die Erde bebt, da er den Fuß aufseßet, trok, daß ihn mehr ein Fersenstich verleget, es blist um ihn, wenn er vom Grab' auffährt: er ist der Herr, dem alle Macht gehört. 2. Er hatte zwar vom Bach am Weg getrunken, doch ist sein Muth ihm keineswegs gesunken; er hebt das Haupt nun sieghaft in die Höh', kein Feind ist mehr, der gegen ihn besteh'. Dein Ehrl und Ruhm, da es dir so gelungen, sen ewiglich, o Siegesfürst, besungen: die Schlüssel sind bei dir 96 Erster Theil. zu Höll und Tod, es trifft dein Volk nun ewig keine Noth. 3. Herr! laß auch uns vom Tod in's Leben dringen, hilf, wenn es kommt zum Todeskampf, vollbringen, dem zweiten Tod laß an uns keinen Theil, erweck uns hier, reiß ab die starken 163. Kaſten auf die Sonn' in Nach der Melodie des 109. Lieds. Daum steigt zu ihrem Seil', die Leib und Seel' an diese Erde heften. Erfüll' uns jest mit neuen Lebenskräften, und ruf einmal die Leiber aus dem Grab, daß Leib und Seel' in dir das Leben hab'. - Von der Auferstehung Jesu. Nach der Melodie des 109. Lieds. ich bet' ich an, erstand162. D ner Held! Erretter einer Sündenwelt, du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glångt Wahrheit, Heil und Majestát; ich nahe mich voll Zuversicht zu dir, denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preiset dich. Erlös't auf ewig hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? ich glaub' an dich, und sage dann: der Gott, durch den die Himmel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang' ich hier hin, Herr mein Heil, hab' ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erde, sey der Schauplaß meiner Huld und Treu! wir sehen deine Huld und Treu auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier, noch, o Erbarmez, sterben wir! doch du regierst! und wir sind dein! und ewig werden wir es seyn! 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! du Trost, der meinen Geist erhebt, ich seh', durch dich gestärkt, auf's Grab mit unerschrocknem Aug' hinab. 9. Welch' neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach dieser Zeit! da findet der verklärte Christ das Heil, das unaussprechlich ist. pm 10. Der du für unsre Seele wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertrau'n im Tod auf dich, Vollender, schau'n! voller Pracht herauf; seht! so verláßt der Herr sein Grab, der erst für uns sein Leben gab. 2. Vertrieben ist der Sünden Nacht, Licht, Heil und Leben wiederbracht. Er, der uns Ehr' und Sieg erstritt, er bringt uns seinen Frieden mit. 3. Zwar hier ist nicht ganz kund gemacht, pas er uns aus dem Grab gebracht; der edle Schak, die reiche Beut', der sich sein Volk vor ihm erfreut. 4. Uns lehrt es einst sein großer Tag, wie viel sein starker Arm vermag, und was er da für Thaten that, als er der Schlange Kopf zertrat. 5. O edler Sieg, o starker Held! wo ist ein Feind, den er nicht fällt! wo eine Plage so ergrimmt, der Christi Sicg die Macht nicht nimmt. 6. Und daß der Herr erstanden sey, das ist von allem 3weifel frei. Ja, es ist je gewißlich wahr, das leere Grab macht's offenbar. 7. Die Erd' erbebt; es wälzt vom Grab den Stein ein Engel Gottes ab, und fündiget den Siegsheld an, den bald auch seine Jünger sahn. 8. Sie sehen, hören, fühlen ihn; und die Verzagten sind nun kühn. In vieler Schmach mit ihrem Blut versiegelt es ihr Heldenmuth. 9. Lebt Christus, was bin ich bes trübt? Ich weiß, wie herzlich er mich liebt! und stürb' auch alle Belt mir ab, g'nug, daß ich Christi Liebe hab'. 10. Er nährt, er schüßt, er tröstet mich. Sterb' ich, so nimmt er mich zu sich. Wo er jegt lebt, komm' ich auch hin! weil ich sein Theil und Gliedmaß bin. 11. Durch ihn bin ich mit Gott versöhnt; durch ihn mit Gnad' und Heil gekrönt. Mein banges Herz ermanne sich! Gott und die Engel lieben mich. gajulslind nids Erster Theit. Von der Auferstehung Jesu. Seating 12. Durch seiner Auferstehung Kraft| vollend' ich meine Pilgerschaft; freu' seiner mich in seinem Reich, und bin dort seinen Engeln gleich. 13. Für solchen Trost, du starker Held, mein Jesu, dankt dir alle Welt. Wenn wir dereinst dein Untlig sehn, soll dich ein würd'ges Lied erhöh'n. made morg 164. J esus Christus, unser Heiland, der den Tod überwand, ist auferstanden, die Sünd führt er gefangen. Erbarm' dich unser. 2. Der ohne Sünde war gebor'n, trug für uns Gottes Zern; hat uns verföhnet, daß uns Gott seine Huld gönnet. Erbarm' dich unser! 3. Tod, Sund', Teufel, Leben und Gnad', alles in handen er hat: Er kann erretten alle, die zu ihm treten. Erbarm' dich unser! 165. Nach der Melodie des 29. Lieds. reifet Gott in allen erlös'te Schaar! denn der Herr ist auferstanden, der für uns gestorben war. Seht, wie Gott sein Leiden front: nun sind wir mit ihm verföhnt; er heilt, aller Noth entrissen, unser schüchternes Gewissen. 2. Jesus ruht den Sabbat über; nach dem Sabbat steht er auf. Einst komm' ich zu ihm hinüber; ruhe nach vollbrachtem Lauf. Tod, du bist mir feine Straf'; einst erwach' ich von dem Schlaf; dann werd' ich mit seinen Theuern jenen ew'gen Sabbat feiern. 97 4. Laß schon jegt an mir erscheinen, daß du auferstanden bist. Neige du mich zu dem Einen, das des Lebens Endzweck ist; daß zu jener sel'gen Ruh' einzugeh'n, ich alles thu', daß ich diese Welt verachte, und nach deinem Himmel trachte. 5. Jesus, mein Erlöser, lebet. Heil mir, daß ich dieses weiß! nun denn, ihr Erlös'ten, gebet seinem Namen Dank und Preis; kommt zu seiner leeren Gruft, hört die Stimme, welche ruft: Jesus, euer Haupt, lebt wieder, durch ihn leben seine Glieder. 2. Froh führte seine Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand er, meine Wonne, mein Gott und mein Versöhner auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! fauche, der 3. Muß ich dann von hinnen fahren, so schreckt mich doch kaum der Tod. Machtig wirst du mich bewahren, Heiland, in der legten Noth. Meinen Geist, welch ein Gewinn! bringet er ja zu dir hin. Ruht indeß entseelte Glieder! einst belebt euch Jesus wieder. Nach der Melodie des 34. Licds. 166. Robinge, meine Seele, dem Welterlöser! bet ihn an! Lobsing' ihm, und erzähle, Er hat für dich gerungen. Durch was dir zum Heil der Herr gethan! seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, gestürzt der Höllen Heer. Nun liegt ihr Troß darnieder, sein Sieg hat uns befreit. Uns kronet Gott nun wieder mit Huld und Seligkeit. Trost belebt! Des höhern Lebens Quelle! mein child in jeder Noth! Wo ist dein Sieg, o Holle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Des Felsen Grund erbebet, die Wächter flieh'n, das Grab ist leer. Der todt war, sieh', er lebet! er lebt! und stirbt hinfort nicht mehr. Die schwachen Jünger wanken, er stärkt die Wankenden. Sie seh'n ihn, freu'n sich, danken, dem Auferstandes nen. Sie seh'n empor ihn steigen, und geh'n, wie er gebot, mit Freuden hin, und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten siegen, von dir und deinem Geist gelehrt. Die Gögentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Shn bet' ich an im Staube, ihn, 7 Erster Theil. Von der Auferstehung Jesu. 98 der mein Retter ist. Ich werd' ihn hebt. Der Herr ist mein Vertrauen: er starb für mich und lebt. - Shak Mel. Hosianna, Davids Sohn. 167. J du thi die Stimm' erhebſt, ſo wird dies mein lebend machen, und mich bringen, wo du lebst. 96, Komm, mein Hirte! führe mich! Liebe! gieb, daß ich dich schmecke; Sonne! laß mich sehen dich, daß der Tod mich nicht erschrecke; führst du mich zum Leben hin: gieb, daß ich dir folgen möge, durch die dir beliebten Wege, bis ich ewig bei dir bin. F esus, meine Liebe, lebt, dem es ist so wohl gelunNach der Melodie des 15. Lieds. gen, daß der Feind nun vor ihm 168. Wach' auf, mein Herz; bebt, und der Tod im Sieg verschlungen: Er, mein Heil, ist wieder Licht, der im Grabe lag erbleichet, aber jetzt der Sonner gleichet, mit verklártem Ungesicht. 2. Ginen hoffnungsvollen Blick, und ein unvergänglich Besen bringt mir diese Sonn' zurück, und giebt mir im Wort zu lesen: daß die Glieder ihrem Haupt gleich im Leben, gleich im Sterben, gleiches Leben sollen erben, dessen sie zuvor beraubt. gliss 6. Liebe, stärker als der Tod! Du giebst klare Siegeszeichen, machst den Feind zum Friedensbot', laff'st den Tod zum Heil gereichen: denn wie sollt' zur Sterbenszeit mich die Botschaft fönnen schrecken, die mir sagt von Wuferwecken, nichts von Todes Bitterfeit? 3131 die Sonn' ist aufgegangen; wirf dich zu Jesu Füßen bin, den Heiland zu umfangen. Siegreich hebt er sein Haupt empor; er geht aus seinem Grab hervor, der ganzen Welt zur Wonne. 2. Steh' von dem Tod der Sünden auf, beginn' ein neues Leben! Vollführe deines Glaubens Lauf, nun mußt du dich erheben gen Himmel, droben, als ein Christ, der geistlich wo dein Jesus ist, such' nun, was auferstanden. 3. Vergiß nun, was dahinten ist! mit unverwandten Blicken, schau, weil du noch auf Erden bist, auf Jesum, soll dir's glücken. Verlaß die Welt und ihren Schein! bei Jesu kannst du nur allein Ruh' und Erquickung finden. 4. Bald reizt dich freilich noch die Welt, bald sucht sie dich zu schrecken. Doch wer sich fest an Jesum hält, dem kann nichts Furcht erwecken. Wirf deine Sorgen auf den Herrn; er sorgt für dich, und thut es gern, d'rum ist er auferstanden. 4 Gehet dieser Rod if die Gestalt! 5. Der Low' aus Juda hat nun ein Schlafen: Nunmehr hat kein Feind Gewalt an den wiederfund'nen Schafen: denn der auferstandne Hirt, der sich selbst für sie gegeben, führt sie durch den Tod zum Leben, wo er ewig triumphirt. mehr vollkommen überwunden. Auch gegen aller Feinde Heer wird bei ihm Schuß gefunden. Durch ihn gestärkt, durch ihn belebt, wirst du, was dir noch widerstrebt, auch siegreich übers winden. 5. Bringt man mich dem Grabe zu, das du, Lebenssonn'! durchscheinest; so komm' ich zur süßen Ruh', da du mich mit dir vereinest: wenn du einst 6. Du warest todt, Herr Jesu Christ! nun bist du auferstanden. Du kennst des Satans Macht und List, o, mache sie zu Schanden! daß wir in dieser Erster Theil. Von der Auferstehung Sesu. Prüfungszeit, mit ihm und mit der Welt im Streit zulegt das Feld behalten. aid adi gant 9. Kommt dann der Tod, der legte Feind, so stark uns, Herr! im Glauben: Erzeige dich als unsern Freund, und was wird er uns rauben? Dort wisch'st du uns die Thránen ab: auf Hoffnung ruht der Leib im Grab, einst wird er herrlich glänzen. 11 i nied tha dit ook m Nach der Melodie, des 109. Lieds. 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr; Lieb und Verwund'rung kämpft in mir, und voll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht fall' ich, Gott, auf mein Ungesicht. 8. Du, der du in den Himmeln thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst; und du erfüllst einst mein Vertraun, in meinem Fleische dich zu schaun. 9. Ich soll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn. 99 bim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freu'n in Ewigkeit. 11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon.. 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cheru12. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, damit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu'. 169. Grinnre dich, mein Geist, erfreut, des hohen Tags der Herrlichkeit; halt im Gedächtniß Jesum Christ, der v von dem Tod erstanden ist. 806 23 Führ alle Dankbarkeit für ihn, 170. Frein als ob er heute bir erschien, als spräch er: Friede sey mit dir! so freue dich, mein Geist, in mir. 3. Schau' über dich, und bet' ihn an. Er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vereint, und ist dein König und dein Freund. d 4. Macht Ruhm und Hoheit immerdar dem, der da ist, und der da war! sein Name sey gebenedeit, von nun an bis in Ewigkeit. 5. O Glaube, der das Herz erhöht! was ist der Erde Majestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht. du 6. Vor seinem Thron, in seinem Reich, unsterblich, heilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, welche Herrlichkeit ist mein. 13. Er ist's, der alles in uns schafft, fein iſt das Reich, sein ist die Kraft. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. Nach der Melodie des 30. Lieds. reiwillig hast du dargebracht für uns, o Herr, dein Leben. Du hattest, es zu lassen, Macht; Macht, wieder dir's zu geben. Und darum liebte dich dein Gott, weil du, gehorsam bis zum Tod, dich haft für uns erniedrigt. 2. Du warst nur eine kleine Zeit von deinem Gott verlassen. Er krönte dich mit Herrlichkeit, die Sterbliche nicht fassen. Dein Kreuz, daran man dich erhöht, verwandelt sich in Majestát, denn du gingst aus dem Grabe. 3. Gehaßt in deiner Niedrigkeit, warst du ein Ziel des Spottes, und zeigtest doch zu gleicher Zeit an dir die Hoheit Gottes. Dein Kreuz schien zwar der Welt ein Gráu'l; doch sterben für der Feinde Heil, dies ist die höchste Tugend. 4. Dein Reich war nicht von dieser Welt, dein Ruhm nicht Menschenehre. Un Demuth groß, an Lieb ein Held, und göttlich in der Lehre! geduldig und von Sünden rein, gehorsam bis zum Kreuze seyn; dies war, Herr, deine Größe. 5. Du starbst am Kreuz, doch war dir ja die Kraft des Herrn gegeben. Du schaffteft, daß der Blinde sah; du gabst den Todten Leben. Du sprachst: es schwiegen Wind und Meer! und selbst der bösen Geister Heer gehorchte deiner Stimme. 6. Nun irren mich nicht Schmach und Spott, noch deines Kreuzes Schan der Auferstehung Jesu. 3. Nun verzagt auch nicht, Vers brecher! Gott ist euch nun kein strenger Rácher, wenn ihr die Schuld vor ihm bereut. Durch des Todes Ueberwinder ist er versöhnt, und gegen Sünder ein Bater der Barmherzigkeit. Er ruft sein Volk hinauf: schließt seinen Himmel auf, sie zu fegnen. Der Himmel tont: Gott ist versöhnt! weil Jesus lebt, ist Gott versöhnt! 4. Tod! wo sind nun deine Schrekken? nicht ewig wird das Grab uns decken, verwes't der Leib gleich in der Gruft. Einst wird er zum bessern Leben sich aus des Todes Staub wenn den Neue Mel. oder Wachet auf, ruft. 171. Hallelujah! Jefus ruft. Dann wird das tobte Felb zu einer regen Welt. Alles lebet, sowie veraeu't zur Frühlingszeit das Pflanzenreich die Erde kleid't. 5. O Erstandner! welch ein Segen erwartet uns, wenn wir auf Wegen einhergehn, die dein Fuß betrat. Unnennbare Seligkeiten, die ewig währen, sind die Beuten, die uns dein Sieg erkämpfet hat. Bald sind Heil deines Lebens. Hallelujah! der sie unser Theil. Bald kronet uns das Herr ist nah. Bald ist der Tag des Sieges da! 100 Erster Theil. Von den Du bist mein Herr, du bist mein Gott! denn du bist auferstanden. Du bist mein Heil, mein Fels, mein Hort, der Herr, durch dessen mächtig Wort auch ich einst ewig lebe. - 7. Wir sind nun göttlichen Geschlechts, durch dich des Himmels Erben. Dies ist die Hoffnung deines Knechts, in dieser will ich sterben. Wie du vom Tod' erstanden bist, so werd' auch ich, Herr Jeſu Christ! durch dich einst auferstehen. lebet. Erlös'te Menschen, o erhebet, des Gottverschners Majestát! Horts, betrübte Sünder! gebet der Freude Raum! denn Jesus lebet: Gott hat ihn aus dem Staub' erhöht. D Seele! dein Gesang erschalle ihm zum Dank! Halleluja! dich, großer Held, erheb' die Welt! weil deine Hand den Sieg behält. 2. Jesu Jünger, wehrt dem Leide! Lobsinget ihm, und nehmt voll Freude am Siege Theil, den er errung. Seht, der Tod ist überwunden! die ganze Hölle ist gebunden; für eure Schuld that er genung. Laßt eure Feinde dráu'n! ihr könnt getroft euch freu'n! Jesus lebet von Ewigkeit zu Ewigkeit derselbe gestern und auch heut'. P Nach der Melodie des 156. Lieds. Reſus 172. Jefus lebt, mit ihm auch ich. nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht! dies ist meine Zuversicht. 2. Jesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd' auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht, dies ist meine Zuversicht. 3, Jesus lebt; wer nun verzagt, lástert ihn und Gottes Ehre. Gnade hat er zugesagt, daß der Sünder sich bekehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sey auch mein ganzes Leben. Reines Herzens will ich seyn, und den Lüsten widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht. Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu zc. 101 5. Jesus lebt, ich bin gewiß, nichts 6. Jefus lebt: nun ist der Tod mir soll mich von Jesu scheiden, keine der Eingang in das Leben. Welchen Macht der Finsterniß, keine Herrlich- Trost in Todesnoth wird es meiner keit, kein Leiden. Er giebt Kraft zu Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. I spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! - la ins 12) Von der Himmelfahrt Jesu und seinem Sitzen Gottes. zen dir: zur Rechten Mel. Auf diesen Tag gedent. 173. An diesem Tag froh- reich, wenn wir mit allen Frommen zusammen kommen. Allelujah, Ulles Allelujah! an Freuden locken wir! Herr! du bist aufgenun unserm großen Heiland gleich zum sel'gen Schauen kommen. Wie wohl, wie wohl ist uns zu Muth' in können wir nichts wünschen. Alle= Ewigkeit beim höchsten Gut! mehr lujah, Alle- Allelujah! fah- ren! Des Himmels Chöre jauch o laß auch uns erfah: 3 Nach der Melodie des 101. 2ieds. ren: daß wie voll Müh' das Leben 174. Der Herr fährt auf gen ist, doch da du hingegangen bist, mit Jubelschall, mit jauchzendem Getúms mel, und mit Posaunenhall. Lobsingt, lobsinget Gott! Lobsingt, lobsingt mit Herren Sebaoth! Freuden dem Könige der Heiden, dem die Hoffnung es versüßet Alle lujah, Alle- Allelujah! 2. Gottlob! der Weg ist nun bereit't: uns steht der Himmel offen. Der Christ kann seine Herrlichkeit aus starken Gründen hoffen, wenn er im Glauben freudenvoll sich emsig rüstet, wie er soll, dem Herren nachzufahren. Allelujah, Alle- Allelujah! 3. Wer nicht nach seinem Willen thut, verlangt nicht nach dem Herren. Er wird dem trågen Fleisch und Blut sein Himmelreich versperren. Ist unser Glaube rechter Urt, so laßt uns Christi Himmelfahrt nicht an der Erde kleben. Allelujah, Alle Allelujah! 4. 3euch uns dir nach, Herr Jesu Christ, daß wir, so lang' wir leben, zu dir, der du nun droben bist, uns immerdar erheben. Wir sehn hinauf, du siehst herab, an Treu' und Lieb' geht uns nichts ab, bis wir 2. Der Herr wird aufgenommen in königlicher Pracht. Deß freu'n sich alle Frommen, die er hat frei gemacht. Es holen Jesum ein des Himmels laute Heere, die seiner Pracht und Ehre sich, gleich als wir, erfreun. 3. Mit freudigem Gebete wird er von uns erhöht! wir wissen nun die Státte, die uns bereitet steht. Der Heiland geht voran, läßt uns nicht von ihm trennen, macht, daß wir folgen können, uns freie sichre Bahn. 4. Wir Pilgrimme der Erden, die hier das Elend bau'n; wir sollen himme lisch werden, und Jesum ewig schau'n. Auf, Kinder Gottes, auf! wo Jesus hingegangen, dahin steh' eu'r Vers langen! dahin kehrt euern Lauf! 5. Gen Himmel laßt uns dringen mit herzlicher Begier! mit Inbrunft laßt uns singen: dich, Jesu, suchen wir! zu dir, o Gottes Sohn, soll sich 102 der Geist erheben. Du bist uns Licht und Leben, und unser großer Lohn. 6. Hinweg mit deinen Schägen, du gleißnerische Welt! sollt' uns dein Nichts ergògen? dort ist, was uns gefällt! er, unser Fleisch und Blut, prangt auf der Gottheit Throne, giebt uns 11. Bollenden wir dann unsern Lauf; unser höchstes Subst zum Lohne, ist so eil', uns mächtig beizufſteh'n! nimm unsre Seelen zu dir auf, laß deine Herrlichkeit uns seh'n! 7. Wann wird es doch geschehen; wann kommt die frohe Zeit, daß wir ihn werden schen in seiner HerrlichNach der Melodie des 109. Lieds.. keit? du Tag, wann wirst du seyn, 176. Auf! Jefu Jünger! freuet euch, Herr fährt da wir ihn mit zum erstenmal erblicken? O Tag, brich bald herein! Erster Theil. Von der Himmelfahrt. Jesu, Nach der Melodie des 109. Lieds. chau, großer Herr der Herrlichkeit, herab vom Thron der Majestät, um den, auf deinen Wink bereit, die Schaar der starken Helden steht. 175. 2. Denn als du ganz dein Werk vollbracht, beschloffest du den edlen Lauf; und fuhrst in königlicher Pracht zu deinem Vater wieder auf. 3. Ein ewig's Heil hast du geschofft, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! Nun sißest du in großer Kraft, als unser Haupt, auf Gottes Chron. 4. Dein Urm, du Gottmensch, herrscht und siegt, du bist uns allenthalben nah! und selber das Verborgne liegt vor deinen Augen offen da. 5. Schau', Herr, aus deiner heilgen Höh' auf uns, die Deinen, die du kennst; daß alle Welt erkenn' und seh', daß du uns deine Brüder nennst. 6. Du bist in deine Herrlichkeit schon eingegangen; aber wir, wir sind noch immerdar im Streit, und seufzen noch int Elend hier. 7. Doch darum fürchten wir uns nicht, da deine Hand uns hält und schüßt. Du, unsre Kraft und unser Licht, bist mitten unter uns auch ist. 8. Von deinen Brüdern sey gelobt, Held, der du uns den Sieg erstritt'st! daß du den Satan, wenn er tobt, auch unter unsre Füße tritt'st. im 9. So segen wir denn unverzagt, und freudig unsre Wallfahrt fort. Den Lohn, den du uns zugesagt, erwartet unser Geist erst dort. Do 10. Ja, aufgefahrner Jesu Christ, auf dich nur schau'n und hoffen wir. Wir suchen nur, was droben ist, und unser Herz ist schon bei dir. auf zu seinem Reich. Er triumphirt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 2. Sein Werk auf Erden ist vollbracht. Zerstört hat er des Todes Macht. Er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit, über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit. Ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 4. Sein sind die Völker aller Welt. Er herrscht als sieggewohnter Held! er herrscht, bis unter seinen Fuß der Feinde Heer sich beugen muß. 5. Er schüßet seine Christenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrs lichkeit und Majestát, dazu dich Gott, dein Gott erhöht. 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und macht; und dein sind wir. Nimmst du dich unser hülfreich an; was ist, das uns ges brechen kann? 8. In deiner Hand ist unser Heil. Wer an dich glaubt, dem giebst du Theil am Segen, den du uns erwarbst, als du für uns am Kreuze starbst. 9. Du hast die Stätte uns bereit't, bei dir zu seyn in Ewigkeit. Nach treu vollbrachtem Glaubenslauf, nimmst du uns in den Himmel auf. dymmi 10. O zeuch uns immer mehr zu dir. Hilf uns mit eifriger Begier nach und seinem Sizen zur Rechten Gottes. 103 dem nur trachten, was da ist, wo| finden, und einst ewig bei dir seyn, du, verklärter Heiland, bist. ewig deiner sich zu freu'n. 11. Dein Eingang in die Herrlichkeit, stårk unsl in unsrer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu trau'n, bis wir dereinst dein Untlig schau'n. 7. O, was sind wir Menschenkine der, daß du unser so gedenkst, und so hülfreich auf uns Sünder immer noch dein Auge lenkst? Hilf, daß wir dich glaubig ehren, und auf deine Stimme hören; nur bei dir steht unser Heil. Gieb uns ewig daran Theil. 8. Wenn wir zu dem Vater beten, und uns unsre Sünde schreckt; laß uns dein Verdienst vertreten, welches deines unsre Schuld bedeckt. Laß zum Fleiß 12. Dann wird sich völlig unfre Seel' in dir erfreu'n, Immanuel! dann singen wir von deinem Ruhm ein neues Lied im Heiligthum. Nach der Melodie des 82. Licds. roßer Mittler! der zur 177. Baters sigt, und die Schaar von seinen Knechten in dem Reich der Gnaden schüßt, dem auch selbst die Seraphinen mit verhülltem Untlig dienen! Nach der Melodie des 101. 2ieds. deſſen Neich und Majeftát über alle 178. Mein Jefus triumphiret, Dinge geht. den 2. Dein Geschäft auf dieser Erden ist auf's Herrlichste vollbracht. Der Verlornen Heil zu werden, gingst du in die Todesnacht. Aus dem Tod trat'st du ins Leben. Welch ein Trost ist uns gegeben! ewig unser Haupt zu seyn, gingst du in den Himmel ein. 3. Nun, o Herr, ist dein Geschäfte in des Himmels Heiligthum, die er worbnen Lebenskräfte durch dein Evangelium den Erlöf'ten mitzutheilen, und von Sünden sie zu heilen. O wohl allen, die dir trau'n, und auf deine Hülfe bau'n. uns stårken. Hilf uns durch die Prüfungszeit, Herr, zu deiner Herrlichkeit. 4. Herr, du schauest voll Erbarmen stets auf diese Welt herab. Liebreich suchst du jeden Armen, der sein Herz der Welt ergab, von der Thorheit abzuschrecken und zur Buße zu er wecken. Selig, wer, o guter Hirt! deiner Stimme folgsam wird. 3. Nur dort, nicht auf der Erden, ist unser bestes Theil. Um himmlisch einst zu werden, erwarb der Herr uns Heil. Erlös'te! macht euch auf! wo Jesus hingegangen, dahin schickt das Verlangen! dahin geh' euer Lauf! 4. Herr! hilf uns darnach ringen mit eifrigster Begier. Laß unsern Fleiß gelingen; den Himmel suchen wir. Laß uns in dieser Welt im Glauben an dich wandeln, so denken und so handeln, wie es dir wohlgefällt. 5. Was sind der Erde Freuden? wie bald sind sie dahin! o, hilf uns alles meiden, was hier noch unsern Sinn vereitelt und uns stórt, das beste 6. Du vertrittst, die an dich glau- Theil zu achten, und nur nach dem ben; du bewahrst und stärkest sie, daß zu trachten, was ewig Heil gewährt. fie dir vereinigt bleiben; daß sie dieses Lebens Müh' standhaft durch dich überwinden, ihres Glaubens Ende 6. Sey du selbst unser Leiter in unsrer Prüfungszeit, und bring uns immer weiter zu deiner Herrlichkeit! 5. Keiner, keiner wird zu Schanden, der, o Heiland! dein begehrt. Rettung aus der Sünde Banden wird dem stets von dir gewährt, der von dir die Rettung suchet und den Sündendienst verfluchet. Seiner Seele schenkest du Leben und Gewissensruh'. mel ein. Er hat sein Werk vollführet, vom Fluch uns zu befrein. Die hohen Seraphim empfangen ihn mit Freuden nach überstandnen Leiden. Lobsingt, lobsinget ihm! 2. Wohl uns! die wir noch hoffen. Nun Jesus triumphirt, steht uns der Weg auch offen, der zu dem Himmel führt. Er selbst, er macht uns Bahn. Wer hier nur an ihn glaubet, ihm folgt und treu verbleibet, der wandelt himmelan. 104 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jeſu, bis diese Zeit vorbei, bis wir dich,| bin, wo alle Engel Gottes ihn als Heiland! sehen, und freudig vor dir ihren König ehren. stehen, bis Erd' und Himmel neu. 2. Denn über jedes Fürstenthum hat er sich nun erhoben, und über aller Engel Ruhm ist er sehr hoch der Seraphinen Stimm', die Cherubinen fingen ihm das: Heilig! ohne Ende. 3. Ihm dient in seiner Herrlichkeit der Himmel sammt der Erden, und was sowohl in dieser Zeit, als dort genannt mag werden; was Kraft und Macht nur heißen kann, das ist ihm alles unterthan: er herrschet über alles. - Nach der Melodie des 109, Lieds. Mir 179. Wi Jesu Christ, daß du zur Rechten Gottes bist. Du starker Herr, Immanuel! o stárk' im Glauben unsre Seel'. 2. Du sigest auf des Himmels Thron als unser Freund, als Menschensohn. Auch da schämst du dich unser nicht! drum bleibst du unsre Zuversicht. 3. Dein ist die Macht, dein ist das Reich. Wer ist an Majestát dir gleich? Mensch, Engel, jede Kreatur ist dein, du Herrscher der Natur! 4. Umsonst, umsonst emporet sich der Fürst der Hölle wider dich. Dein Thron steht fest, der seine liegt, durch deine Macht ist er besiegt. 5. Du, unser triumphirend Haupt! wie selig ist, wer an dich glaubt! du bist sein Licht, sein Trost, sein Theil, sein starker Schuß, sein ew'ges Heil. 6. Herr, unsre Herzen trau'n auf dich. Dein freuet unsre Seele sich Du Held von unserm Fleisch und Blut, bist unser Trost und höchstes Gut. 7. Was uns gebricht, ist dir bekannt. Der Segen ist in deiner Hand. Von feiner Seele bist du fern; du siehst auf sie, und hilfst ihr gern. 8. Sieh' auf uns gnädig allezeit vom Throne deiner Herrlichkeit! hilf unserm schwachen Glauben auf, und segne unsern Lebenslauf, 9. Gen Himmel fuhrst du als ein Held. Als Herr und Richter aller Welt 4. Du mußtest Hoherpriester seyn: dein Opferblut, dein Beten, dein Segen konnte ganz allein uns helfen und vertreten. Und dir gebührt auch nur der Ruhm, daß dies dein Hohespriesterthum in Ewigkeiten währet. 5. Nun hörst du unser Flehen gern; wir sind dir unterthänig; nun waltest du als Herr der Herrn und der Monarchen König. Herr über Ewigkeit und Zeit, du Herrscher in Gerechtigkeit, Herr über Tod und Leben! 6. Immanuel! du bist bei uns bis an der Zeiten Ende; und die Besorgung unsers Thuns gab Gott in deine Hánde. Du stehst uns bei in aller Noth; du streit'st, und siegst, und hilfft im Tod, durch Glauben überwinden. 7. Du sprichst: dem, welcher überwind't, will ich zu sigen geben, auf meinem Stuht, als Gottes Kind, und er soll ewig leben, wie ich gesiegt, als Gottes Sohn, und bin auf meines Vas ters Thron voll Herrlichkeit gesessen! Nach der Melodie des 34. Lieds. wird dich dereinst der Erdkreis fehn. 181. Mein Heiland, deine Größe Laß uns dann freudig vor dir 10. Dann triumphirt der Glaub' an dich. Dann jauchzen wir dir ewiglich. Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ! der du zur Rechten Gottes bist. geht Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott von Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur; kamst zwar für uns Verlorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden trat'st du erst in der Zeit. Nach der Melodie des 15. Lieds. 180. Mein Jesus fist zur Eh' noch die Welt geworden, hatt'ft du schon Herrlichkeit. rechten Hand des Vaters in der Höhe; er herrscht in meinem Vaterland, das ich von ferne sebe, und wo ich mit dem Herzen 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräft'ges Wort gemacht. auf dein allmächtig: Werde! entstand und seinem Sizen zur Rechten Gottes. 0105 die Welt mit ihrer Pracht. Du bist| erhört und der des Glaubens Wunsch auch unser Meister; auch uns schuf gewährt, so bald wir zu dir kommen. deine Hand so, wie das Heer der Geister, das dich noch eh'r erkannt. Ein Erbe über alles! das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 2. Uns muß durch deine Himmelfahrt der Himmel offen stehen. Du haft den Weg geoffenbart, wie wir zum Vater gehen. Der Glaube weiß und ist gewiß, du habest uns im Paradies die Stätte zubereitet. 3. Du trågest alle Dinge durch deiner Ullmacht starkes Wort; das Große und Geringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes! du regierest den ganzen Kreis der Welt. Weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und 3. Geht unser Haupt zum Himmet ein, so werden auch die Glieder gewiß nicht ausgeschlossen seyn. Du bringst sie alle wieder: sie werden da seyn, wo du bist, und dich verklärt, Herr Jesu Christ, dir ähnlich, ewig schauen. Leben. Drum wird einst jede Gruft die Todten wiedergeben, wenn deine Stimme ruft. 4. 3euch uns dir nach, so laufen wir: laß uns ein himmlisch Wesen in Worten, Werken und Begier von jegund an erlesen; zeuch unser Herz dem Himmel zu, daß unser Wandel, Schag und Ruh' nur sey bei dir dort oben! 5. Was droben ist laß künftighin uns unablässig suchen; was eitel ist, das laß uns fliehn, was sündlich ist, verfluchen! weg Welt! dein Luft- und Freudenschein ist viel zu elend, viel zu klein für himmlische Gemüther. 4. Gott låßt dir Ehr' erzeigen, die keinem andern wiederfährt. Dir foll sich alles beugen! denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden. Wer aber dich verehrt, dem hilfst du vom Verderben; schaffst ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jest, o Herr, in aller Welt. preist der Frommen Saame, der glaubig dir zu Füßen fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schámen? werth bist du Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 6. Sohn Gottes! ich verehre und bete dich in Demuth an. Bescháme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan; die deinem Wort nicht glauben, und dir, Nach der Melodie des 167. Lieds. der für uns litt, die schuldge Ehre 183. Hober in seines Vaters Sohn, rauben. Theil' ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen. Laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land! Namen sich erhebet auf dem Thron über Jacobs Haus und Saamen, welchem Gett ein Reich bestimmt, dem die Reiche dieser Erden endlich müssen dienstbar werden, und das felbst kein Ende nimmt! 2. Sey gesegnet, theures Reich, das ein solcher Herr besiget, dem kein Herr auf Erden gleich, der das Recht mit Nachdruck schüşet! Schwinge dich in 6. Kleinod, das im Himmel strahlt, ich will nach dir nur laufen! Dicho Perle, die die Welt nicht zahlt, dich will ich an mich kaufen! o Erbtheil voll Zufriedenheit, o Himmel voller Geligkeit, sey mein, aus Jesu Gnaden! Nach der Melodie des 119. Lieds. 182. Herr Jesu, beiner Glieder Ruhm, du starkes Haupt der Schwachen! du hast ein ewig's Priesterthum, kannst allzeit felig machen; du bist, der das Gebet 7. Wann fahr' ich auf aus dieser Noth? wann komm' ich, Heilserstatter, zu deinem und zu meinem Gott, zu dein- und meinem Vater? wann komm' ich zu dir, höchstes Licht? wann seh' ich einst dann Angesicht? komm bald, o Jesu! Amen! 106 Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, stetem Flor, groß durch Frieden, reich an Freuden, unter Juden, unter Hei: den mit vermehrtem Glanz empor! 3. Deines Kónigs Majestät müsse jedes Volk verehren, und so weit die Sonne geht, müsse sich sein Ruhm vermehren! selbst der kleinen Kinder Mund mache, zum Berdruß der Feinde, und zur Freude deiner Feinde, deinen großen Namen fund! dar Aus dem 72. Pfalm. 4. Schreibe mich, Herr, auch mit an unter deine Unterthanen! ich will dir, so gut ich kann, in mein Herz Nach der Melodie des 8. Lieds. bie Wege bahnen. Ich gefelle mich im 185. Gott! gieb bein Ges richt dem Geist zu großen die dein Hosianna schreien, wo man dich willkommen heißt. der Erden, laß die Gerechtigkeit durch ihn verschaffet werden! durch ihn, den Königssohn, sey, Herr, dein Volk befreit, und wer die Sünde fühlt zu deinem Bild erneut. 5. Jauchzt, ihr Kräfte! freuet euch; seyd ermuntert, meine Sinnen! Jesus und sein Gnadenreich wird bei euch auch Raum gewinnen. Kommt, und schwört den Huld'gungseid! kommt und küßt den Sohn der Liebe! Uch, daß niemand außen bliebe! Hier, ach hier ist Seligkeit. 2. Bon nun an müssen sich auf 3ions Berg' und Hügeln Fried' und Gerechtigkeit in vollem Glanze spiegeln; der Held aus Juda nimmt des armen Volks sich an, er, dessen strengen 3orn kein Frevler tragen kann. 3. Dir, Heil der ganzen Welt, wird man mit Ehrfurcht dienen, so lange Sonn' und Mond an den ges wölbten Bühnen im alten Prachte stehn. Von Kind und Kindeskind erschallt, wie groß und schön, Herr, deine Werke sind. Aus dem 47. Pfalm. Nach der Melodie des 15. Lieds. 184. hr Bolter in der ganzen Welt, frohlockt mit Herz und Händen! jauchzt unserm Gott! erhebt den Held, der sich an allen Enden stets als den größten Konig zeigt, an Hoheit alles über steigt, und Feinden schrecklich bleibet! 2. Thr, die ihr seinen Zepter ehrt, ihr werdet einst regieren; ihr werdet diese Welt zerstört zu euern Füßen spüren. Bu seinem Erbtheil wählt er euch; euch ist ein ewig Königreich: ein ewig's Heil beschieden. Li 3. Den Himmel nahm er jauchzend ein: ihm sangen Cherubinen. Wie? wollt ihr långer tråge seyn, lobsingend ihm zu dienen? Nein, auf! lobsingt, lobsingt dem Herrn; denn er ist Gott und Jacobs Stern, ein König aller Menschen. Thron; der Höllen Heere sehn den Sohn, und fliehn vor seinem Schelten. 5. Es werden selbst die Herrn der Welt zu seiner Fahne schwören, und sich, besiegt durch diesen Held, zu ihm als Gott bekehren. Es beugen sich mit Jacobs Stamm dir, Herrscher, Gott von Abraham, die Mächtigen der Erde. 4. Mit klugem Lob erhöhet ihn, den Konig aller Heiden! für ihn laßt euern Eifer glühn, und dienet ihm mit Freuden! der Abgrund bebt vor seinem 4. So sehr ein sanfter Guß das dürre Land erquicket, so mild und stärkend wird auch Zions Gott er= blicket: er fommt, und seht, durch ihn wird der Gerechte blüh'n, mit ihm wird Fried' und Ruh' in alle Gränzen ziehn. 5. Als König herrschet er von einem Meer zum andern, ihm unterwerfen sich, die in der Wüste wandern: er wirft mit macht'ger Hand die Feinde in den Staub, und macht, des Siegs gewohnt, aus ihnen einen Raub. 6. Bis an das fernste Meer wird sich sein Zepter schwingen, ihm werden Könige Geschenk' und Gaben bringen, ihm dient, was in der Welt nur groß und mächtig heißt, von Heiden selbst wird auch sein hoher Ruhm gepreis't. und ſeinem Sigen zur Rechten Gottes. $ 107 7. Warum? sein starker Urm wird 5. Ja, Segen und Gerechtigkeit die Elenden retten, sein mild und hulfreich Herz bricht ihre schweren Ketten; von Trug und Frevel macht fie sein Erbarmen frei und zeigt, wie werth vor ihm sein Blut geachtet sey. theilt Gott, die Quell' der Seligkeit, dem, welcher vor sein Untlig tritt, recht überschwenglich gnädig mit. 8. Er lebt; und seine Macht weiß nicht von Ziel und Gränzen. Sein unermess'nes Reich wird jetzt und ewig glänzen. Ihm bringt man alle Zeit Gebet und Opfer dar, und drånget sich mit Lust zu seinem Lobaltar. ch mit e 9. Wie, wenn ein gutes Land die reichsten Saaten decken, so reichlich wird sich auch der Segen einst erstrecken, der auf die Sterblichen aus seiner Fülle fleußt; und ewig wird dafür sein Nam' und Thron gepreis't. 10. So lange Sonn' und Mond im alten Glanze bligen, wird sich der Namen ſtügen: burch ihn geſegnet, kniet ber Heiden große Schaar mit Ehrfurcht, Dank und Ruhm vor seinem Sühnaltar. 11. Gelobet sey der Herr, den Ifrael verehret, der einzig Wunder thut und Feind und List zerstöret! gelobet sey dein Nam', bis in das fernste Land werd' seine Herrlichkeit je mehr und mehr bekannt. d aus dem 24. Psalm. Nach der Melodie des 109, Lieds. 186. D ncn ist, das Meer, so weit es schäumend fließt, die Welt mit Sonne, Mond und Stern, dies Alles, Alles ist des Herrn. 2. Des Herrn, der feine heil'ge Stadt so felfenfest gegründet hat, daß sie, wenn alles untergeht, gleichwohl wie Berge Gottes steht. 3. Wer darf sich dieser Ståtte nah'n? wen nimmt er zum Bewohner an? nur den, der durch's Versöhnungsblut die schweren Sünden von sich thut. 4. Nur dem, der reines Herzens bleibt und keine falsche Lehre treibt, des Meineids sich nicht schuldig macht, nur dem ist Segen zugedacht 6. Verlorne Sünder, machet doch die Thore weit, die Thüren hoch! und soll euch recht geholfen seyn, so nehmt den Ehrenkönig ein. 7. Shr, fragt: wer dieser König sey? Nichts, nichts kommt seiner Größe bei. Er ist der Herr von ew'ger Kraft, der statt des Streits bald Frieden schafft.mot, the 418. Eröffnet fröhlich Thür und Thor! geht aus der Finsterniß hervor, er kommt, der Herrscher Zebaoth! vor ihm fleucht Sünde, Holl' und Tod! Nachahmung des 21. Pfalms. Nach der Melodie des 35. Lieds. der du deinen theus 187. Her, Sohn mit pulf und Kraft vor deinem Thron zum Mittleramte schmücktest! Gott, der du auch, da Holl' und Tod ihn schon mit untergang bedroht, doch gnädig nach ihm blicktest! Siehe! Mühe, Schmerz und Wunden sind verschwuns den. Nach dem Leiden lebt er nun in ew'gen Freuden. 2. In jenen Wohnungen des Lichts, im Glanze deines Angesichts erhebt er deine Güte. Da rühmt die Wunder deiner Huld nach unsrer ausgesöhnten preist sein Geist deiner Liebe starke Triebe, die ihn hielten, als die Wetter auf ihn zielten. 3. Ja, Herr, was nur sein Herz begehrt, wornach sich nur sein Wunsch gekehrt, das hast du ihm geschenket. Denn nur auf unsre Seligkeit, auf deinen Ruhm und Herrlichkeit war stets sein Sinn gelenket. Kronen, Thronen und ein Regen deiner Segen muß ihm werden. Sel'ger Wechsel der Beschwerden! 4. Um's Leben bat er, Vater, dich, da Trost und Vater von ihm wich; du gabst ihm langes Leben. Wer mißt jegt seiner Tage Lauf? das Lob, den Schmuck, den du ihm drauf in Erster Theil. Von der Himmelfahrt Jesu, 108 deinem Schooß gegeben? Freunde, Feinde, alle müssen zu den Füßen Jesu fallen, durch sie muß dein Ruhm erschallen.in 5. Du, den mein Glaube zärtlich spürt, du hast es glücklich ausgeführt, was ich zum Leben brauchte. Des Vaters Rechte hielt dich fest, als von des årgsten Grimmes Pest, der Feinde Rache rauchte. Schnöde, spröde, und mit Spotte sucht die Rotte dich zu tödten: Gott sieht drein, und sie erróthen. 6. Sein 3orn, gleich einem Feuer, frißt das Volk, das seinen Bund vergißt, die mörderische Bande. Noch trágt ihr Saame diesen Fluch, und ist( welch harter Richterspruch!) ein Scheusal aller Lande. Erde, werde, bei der - brullet, werde doch mit Furcht erfüllet. 7. Man dachte, Böses dir zu thun, Lamm Gottes! und dann erst zu ruh'n, wann du vertilget wärest. Weisheit! die du Macht nnd List, wie groß und fein sie immer ist, zu ihrem Schaden tehrest. Freunde! Feinde! hört: es flogen von dem Bogen seines Köchers Pfeile des erzurnten Rächers. 8. Erhebe dich in deiner Kraft, und dampfe, was uns Schaden schafft, und die dein Zion stóren! so soll auch nach der Melodie des 121. Liebs. unser Herz und Mund dich, err, und 189. onig, dem kein König gleichet, dessen Ruhm deinen Gnadenbund in lauten Liedern ehren. Rühre, führe selbst die Heiden zu den Freuden, zu den Kränzen, die so schon in 3ion glänzen. Nach der Melodie des 29, Lieds. 188. Herr! du fährst mit Glanz 188. und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit: doch mich drücken noch die leiden dieses Lebens, dieser Beit! Gieb mir, Jesu! Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge. 3. Lehre mich, die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist! und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist. Wollust, Ehrsucht und Gewinn, soll mich dies zur Erde. zieh'n, da ich jenseits über'm Grabe eine größ're Hoffnung habe? 4. Diese müsse mir nichts rauben; du erwarbst sie theuer mir; jegund seh' ich sie im Glauben, dorten find' ich sie bei dir. Dort belohnst du das Vertrau'n deiner Gläubigen durch Schau'n, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit' auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu. Rufst du frühe oder spåte mich zu meines Grabes Rub'; leucht' auch mir in dieser deiner die des Todes Macht bezwungen und für uns den Sieg errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o, so sammle meine Glieder, die Verwesung jest zerstreut! heil'ge und verklär sie ganz, daß der Leib im Himmelsglang dann nicht mehr von Staub und Erde ähnlich deinem Leibe werde. tud 2. Laß mir deinen Geist zurücke, aber zeuch mein Herz nach dir: wenn ich nach dem Himmel blicke, o, so öffn' ihn gnädig mir! neige meinem Flehn dein Ohr, trag' es deinem Vater vor, daß er mir die Schuld vergebe, daß ich mich bekehr' und lebe! kein Lob erreichet, Ebenbild von Gottes Wesen, der zum Mittler uns erlesen, sich der Welt wollt' offenbaren, als das Bild des Unsichtbaren, dir gehört das Recht zum Throne, als dem Mittler, als dem Sohne! 2. Himmel, Erde, Luft und Meere müssen stets zu deiner Ehre dir, Herr, zu Gebote stehen, und dein Wille muß geschehen. Fluch und Segen, Tod und Leben, alles ist dir übergeben, und vor deinem mácht'gen Schelten zittern Menschen, Engel, Welten. 3. In des Gnadenreiches Grangen sieht man deine Wunder glänzen, wo viel tausend treue Seelen dich zu ihrem Haupt erwählen: die nach deiner Borschrift leben, dir nur zu gefallen streben, alles gern für dich verlassen, und, wie du, das Unrecht haffen. ind und seinem Sitzen zur Rechten Gottes. 13 4. In dem Reiche deiner Ehren hört man stets dein Lob vermehren von dem himmlischen Geschlechte, von der Menge deiner Knechte, die dort ohne Furcht und Grauen dein verklärtes Untlig schauen: die dich unermüdet preisen, und dir Ehr' und Dienst erweisen. 5. Herr, in allen diesen Reichen, die ist niemand zu vergleichen an dem Ueberfluß der Schäße, an der Ordnung der Gesege, an der Unterthanen Menge, Mcl. O Ewigkeit, du Donnerwort. 300 do di WID 13) Von der Wiederkunft Jesu Christi zum Gericht. 190.& 109 an des Regimentes Långe, an Begnaz digung der Freunde, und an Siegen über Feinde.346 rhöh'ter Jesu, The Gottes Sohn! der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen. Du wirst dereinst zu rechter Zeit, in großer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gieb! daß dann 6. Nun herrsch' auch in meinem Herzen über Born, Furcht, Lust und Schmerzen. Laß mich deinen Schuß genießen, auf mich deine Gnade fließen; dich stets fürchten, ehren, lieben, und mich im Gehorsam üben, hier mit leiden, kämpfen, streiten, dort mit herrschen, dir zur Seiten. G bed adidas 13 12 20( bi, sign wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neubeseelt, nun alle auf, und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, seiner That zu geben. Dann trifft um jedem den verdienten Lohn nach den Bösen Schmach und Pein, den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Wer läugnet dann noch, Jesu Christ! daß du der Erden Richter bist? erscheint, daß ich in dir dann noch 5. O gieb, wenn nun dein Tag den Freund und Heiland wiederfinde; daß ich mit Freuden vor dir steh', und mit dir in den Himmel geh', ganz frei von Fluch und Sünde. Laß mich im Glauben wacker seyn, und auch die kleinste Sünde scheu'n. froh und mit Vertrau'n dich, Herr, auch meine Augen schau'n. 2. Wer faßt, o Heiland! jeßt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? wie groß wirst du dich zeigen, wenn du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die jest schon dir sich beugen. Dann sieht die Nach der Melodie des 119. Liebs. Welt die Majeſtát, dazu dich Gott, 191. Er kommt, er kommt dein erhöht. 3. Dann tónt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer das ungáhlbare große Heer der Todten zum Weltgericht, der Heiland, den wir ehren. O weigert euch, Erlös'te, nicht, jest auf sein Wort zu hören. Wer hier nicht seine Stimme hört, und sie nicht mit Gehors sam ehrt, wird nicht vor ihm bestehen. 6. Dein Name sey mir ewig werth! und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben. Niemals ermüde hier mein Geift, dich, den schon Kraft zu lieben; so hab' ich in der Ewigs jeßt der Himmel preis't, aus aller keit auch Theil an deiner Seligkeit. 110 Erster Theil. Von der Wiederkunft Jefu Chrifti 2p Herr, laß mich deiner Majestät 12. Warum verzeucht der Richter, mit wahrer Freude dienen! Wie herre lich dich dein Gott erhöht, ist zwar noch nicht erschienen. Doch was uns hier verborgen war, das wird dereinst uns offenbar, wann du wirst wiederkommen. 3. Wenn vor dir die Natur dann bebt, und unter deinen Füßen sich alles, was dir widerstrebt, wird völlig beugen müssen, wenn alle Engel vor dir stehn: dann werden aller Augen sehn wie hoch dich Gott erhoben. Gott? wo bleibt der Rächer? fragt der Spott. Hort, Sünder! hört's mit Beben! euch, die ihr frevelnd widerstrebt, und in der Bosheit sicher lebt, gur Besf'rung Frist zu geben. Doch bald ist euer Maaß erfüllt: bald kommt der Richter, und vergilt. 3. Dann öffnet um euch her sich weit der Abgrund jener Ewigkeit mit allen seinen Schrecken; dann wird, wenn Gottes Fluch euch droht, nicht Berg und Meer, nicht Grab und Tod vor seinem 3orn euch decken. Denn nun nicht mehr erbarmt er sich; und fein Gericht ist fürchterlich! 4. Wenn furchtbar seiner Donner Schall, und der Posaunen Wiederhall der Erde Grund erschüttern; a und plößlich nun der Bau der Welt mit Krachen stürzt, in Trümmer fällt; wenn alle Menschen zittern, und vor den Richter hingerückt, der Spotter glaubet und erschricht: 5. Dann ist nicht mehr zur Buße Zeit! wo werdet ihr Barmherzigkeit, und Gnad' und Rettung finden? die ihr der Sünde Maaß noch häuft, fühlt, eh' euch dieser Tag ergreift, die Lasten eurer Sünden! daß ihr euch einst nicht selbst verflucht, und ohne Hoffnung Lind'rung sucht. 6. Mein Herz erschrickt, es bebt in mir mein Innerstes, o Gott, vor dir! ich bin ein Missethäter. Begnadige, wann dein Gericht auch mir mein ewig's Urtheil spricht, Herr, mich, den Uebertreter! du, der die Sünder nicht verstößt, du hast auch, Jesu, mich erlöst. 7. Tag Gottes! Tag der Ewigkeit! du predigst uns den Werth der Zeit laut mit des Donners Stimme, Neizt, Christen, nicht durch eure Schuld den Gott der Langmuth und Geduld, daß er nicht bald ergrimne. Denn ewig wird der Sünder Pein, so wie der Frommen Wonne seyn. 4. Wenn dann, o Herr! auf dein Geheiß die Todten wieder leben; dein Furcht, dein Freund mit Preis sich aus dem Grab' erheben; wer wird dann noch, Herr Jesu Christ! daß du diel Auferstehung bist, mit Frechheit läugnen können d dann noch deiner raft, wenn bu, die dich hier fliehen, für ihre Schuld zur Rechenschaft mit Majeståt wirst ziehen? wenn nun ihre Auge dich erblickt, und fie dein Strafgerichte werden sie 6. Und wenn du dann die Deinen nun mit Preis und Ehre zierest; und ihnen ewig wohlzuthun, sie zu dem Himmel führest, dann, Hert, wird völlig offenbar, daß dein die Macht und Gnade war, die Deinen zu beglücken. 67. Dlaß mich dann, Herr Jesu Christ, mit Freuden vor dir stehen; und dir, so herrlich du auch bist, getrost entgegen sehen. Wenn deiner Feinde Rotte zagt, von Reu und Angst und Furcht ge= plagt, dann jauchze meine Seele. 8. Daß ich dies Glück erleben mag; so laß in diesem Leben, o Heiland, deinen großen Tag mir stets vor Augen. schweben. Er reize mich, dir mich zu weih'n, in deinem Dienste treu zu seyn, und nie dich zu verläugnen. Nach der Melodie des 190. Lieds. er unsre Menschheit an 192. D sich nahm, als er, uns zu versöhnen, kam, kommt zum Gerichte wieder. Nicht fern ist seiner Zu- Nach der Melodie des 67. Lieds. Funft Beit! in aller ſeiner Herrlichkeit 193. Bedenke, Mensch! bas steigt dann bedenke deis rer Erdkreis beff're dich! der Tag nen Tod. Der Tod kommt oft behende; des Schreckens nahet sich. der heute frisch und roth, kann mors sin nopilise zum Gericht. ldnin? 111 gen, und geschwinder, hinweggestorben Gündern und den Deinen giebst du feyn. Drum bilde dir, o Sünder, ein gerechten Lohn. 038 201 08 353 14. Froblockend fehn die Frommen dein göttlich Angesicht. Schon hier dem Fluch entnommen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen! erlöst von aller Müh', sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segneft sie.msc 5. Wie angstvoll aber beben, die hier dein Wort verhöhnt, und durch ein fleischlich Leben das eitle Herz vers wohnt. Du giebst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und führest die Gerechten zu deiner Freude ein. 2. Bedenke, Mensch, das Ende: bedenke das Gericht. Es müssen alle Stände vor Jesu Angesicht. Kein Mensch ist ausgenommen; es wird dort jedermann den Lohn von ihm bekommen, nachdem er hier gethan. 3. Bedenke, Mensch, das Ende: der Höllen Ungst und Leid, daß dich nicht Satan blende mit seiner Eitelkeit. Hier ist ein kurzes Freuen, dort aber ewiglich ein kläglich Schmerzensschreien; ach, Sünder, hûte dich. 4. Bedenke, Mensch, das Ende: bedenke stets die Zeit, daß dich ja nichts abwende von jener Herrlichkeit, womit vor Gottes Throne ein müder Streiter prangt, der nach dem Kampf die Krone in Gottes Reich erlangt. 5. Herr, lehre mich bedenken der Zeiten legte Zeit, daß, sich nach dir zu lenken, mein Herze sey bereit. Laß mich den Tod betrachten und deinen Richterstuhl: laß mich auch nicht verachten der Höllen Feuerpfuhl. 6. Hilf, Gott, daß ich in Zeiten auf meinen legten Tag mit Buße mich bereiten und täglich sterben mag: im 195. Schon ist der Tag von Gott bestimmt da, Tod und vor Gerichte, o Jesu! bei; daß ich im Himmelslichte zu wohnen würdig sey! Nach der Melodie des 67. Lieds. 194. den an dein Ge6. Laß, Jesu! dein Gerichte mir stets vor Augen seyn, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! laß fromm vor dir mich wandeln, und hier zu aller Zeit so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden, wird diese Welt vergeh'n, so werd ich nicht mit Schanden vor deinem Thron bestehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit, führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit, die bine shiu anjom sivbft 83 hit Nach der Melodie: des 30. Lieds sid aller Welt, der Thor nennt's ein Gedichte, das Schwachen nur gefällt! mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dcin göttlich Licht, und mein Gewissen lehren: du haltest ein Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die heil'ge Menge erhab'ner Engel steht. Welch herrliches Gepränge, welch hohe Majestát! 3. Umsonst sucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschenkinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufft, und sie erscheinen vor deinem Richterthron. Den wer auf Erden wandelt, sein Loos aus Gottes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menschen Sohn, er kommt, und Wolken sind sein Thron, der 2. Hier an dem Rand der Ewigkeit, hier stehn die Millionen, die seit dem ersten Tag der Zeit auf dieser Erde wohnen, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie am Meer der Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der! Welt der Wahrheit unterliegen. Hier, wo das Recht die Wage hält, wird keine Sünde siegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist; hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt kein falscher 3euge. 4. Der Richter spricht, der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwars tungsvoll und tief gebeugt. Kommt, Erster Theil. Von dem heiligen Geiste 112 erbt das Reich der Ehren! so spricht Nach der Melodie des 171. Licds. er zu der Frommen Schaar, doch vie, 196. Machet auf vom Schlaf die war, er nun von sich weichen. denied 5. O Herr! mit welcher Majestät wirst du dies Urtheil fållen! die Sünder, die dich hier verschmäht, geh'n dann gewiß zur Höllen. Hier trifft fie unerforschte Pein. Wer wird dann noch ihr Retter seyn? ihr Warten ist verlore 1. ihr erwacht! denn euch, o Menschenkinder, erwarLohn und ten Tod und Ewigkeit. Strafe, Tod und Leben, hat Gott in eure Hand gegeben: erwacht! noch ist zur Buße Zeit! gerecht, gerecht ist Gott, er hört der Frevler Spott! Frevler zittert! wißt, was er spricht, gereut ihn nicht, er kommt gewiß, und hält Gericht. - 6. Sie, die Gerechten, leuchten dann so wie der Glanz am Himmel. Du selbst nimmst sie zu Ehren an. O welch ein froh Getümmel! nun fehn sie mit erstauntem Blick, daß Glaub und Lieb' das höchste Glück, uns Gottes Gnad' erworben. 7. Sie geh'n nun in das sel'ge Reich, das Gott für sie bereitet, und seh'n auf ewig, Engeln gleich, ihr Wohlseyn ausgebreitet. Das Stückwerk wird Vollkommenheit! kein Kummer, keine Traurigkeit stört ihre ew'ge Freude. 8. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! es stárke meine Zuversicht, wenn mich die Leiden kranken. Es reize mich gewissenhaft, und, eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln. ndon 14) Von dem heiligen Geiste und dessen Gaben. 197. K 3. Verstand und Herz erfülle ganz mit deinem Licht, mit deiner Kraft. Es spiegle sich in uns der Glanz, o Geist, der alles Gute schafft. 4. In Wundergaben zeigst du dort den Finger Gottes, und wie schnell verbreitet sich darauf das Wort; du ſprachst: auch bei uns ward es hell. 5. O, mach' es kräftig: Treibe fern des Feindes List. Dein Friede sey mit uns, daß wir dir folgen gern, und steh' uns in Versuchung bei. 6. Stárk' uns im Glauben an den Sohn und Vater, bis das Schau'n ihn krönt und dann durch uns vor jenem Thron dein und ihr hohes Cob ertont omm, o Gott, Scho pfer, heiliger Geist, kehr' in das Herz der Menschen ein, und bilde P fie so wie du weißt, daß dein Ges 2. Schrecklich wird sein 3orn ents brennen; dann wird der Spötter ihn erkennen, des Vaters eingebornen Sohn. Jauchzet, jauchzt, ihr seine Frommen! er kommt er und mit ihm sein Lohn! euch wird zu euerm Heile kommen! bald richtet Christus nicht! Er selbst ging ins Gericht für die Sünder: Gott ist versöhnt! mit uns versöhnt, wer übers windet, wird gekrönt! 3. Send bereit, ihn mit Verlangen, mit reinem Herzen zu empfangen: denn plößlich bricht sein Tag herein. und der Richter wird vom Bösen sein Reich, die Erde, ganz erlösen, von Súnd' und Tode sie befrei'n. Heil, Wonne, Seligkeit ist ewig uns bes reit't! Amen! Amen! die Zeit ist nah'! bald ist sie da! gelobt sey Gott! Hallelujah! schopf vor dir muß seyn. 2. Mach' du als Tröster dich bekannt, Gott ist für uns nun nichts zu theu'r; er bat uns feinen Sohn gesandt, und gönnt uns auch dein göttlich Feu'r. is, mgi und dessen Gaben.#fr Mach der Melodie des 33. Lieds. 198. The Chr Christende rühmt, erhebt und preiſet, erhebet froh mit Herz und Mund die Gnade, die uns Gott erweiset; mit uns macht er den neuen Bund. Er segnet reichlich und wir nehmen den Geist der Kraft und Kindschaft hin. Sein Segen fließt in vollen Strömen: er schreibt sein Wort in unsern Sinn. 2. Gesalbet mit dem Del der Freuden vollendet Jesus seinen Lauf. Nun herrschet er nach seinem Leiden, und thut uns seine Schäße auf. Sein Geist, in den Uposteln kräftig, schmückt ihm ein Volk zu seinem Ruhm, das nun, in seinem Dienst geschäftig, ihm dantet als sein Eigenthum. 3. Auf! auf ihr Herzen! auf ihr Zungen! verkündigt Gottes hohen Ruhm, sein Name werde stets besungen von seinem heil'gen Eigenthum: 0, daß ein Geist des Lebens wehe, und was nur Odem hat, erfüll'; daß alle Welt die Wunder sehe, die Gott in Christo schaffen will! 4. So laßt uns denn die Pfingsten halten im Geist und nicht im Fleischesfinn. Verbleiben wir allzeit im Alten, so ist dies Fest uns kein Gewinn. Wir müssen neu geboren werden, so daß sein Geist auch in uns lebt, und unser Geist schon hier auf Erden mit ihm vereint im Himmel schwebt. 5. Uch, Jesu! schenk' uns armen Sündern durch deinen Geist Genad' und Kraft. Mach' uns zu Gottes ächten Kindern, theilhaftig deiner Eigenschaft! ach zünde deine reine Liebe in unsrer aller Seelen an; und schaffe, daß mit heil'gem Triebe, was lebt, dich ewig loben kann. Mel. Vater aller Gnade. 199. ott, groß von Erbarmen weise nicht mich Armen, nicht mein Flehen ab. Schau' vor 113 deinem Throne, schau in deinem Sohne auf mich Wurm herab. Ich bin ein unwürd'ger Beter, doch f dein Sohn ist mein Vertreter. 2 Nicht die Lust zu Schäßen, Würden und Ergógen, treibt mich, Heer! zu dir; deines Geistes Gaben wünsch' ich nur zu haben, so genüget mir; und die willst du gern verleihen, wenn wir brünstig zu dir schreien. 3. Mußt' dein Sohn nicht sterben, um mir zu erwerben diesen guten Geist? Sollte meiner Seelen dieser Beistand fehlen, den dein Wort verheißt? Soll ich Lob und Preis dir geben, so muß mich dein Geist beleben. 4. Urge Váter haben Kindern gute Gaben immer noch gewährt; thätest du wohl minder werden deine Kins der von dir nicht erhört, wenn um deinen Geist sie flehen? das wird ewig nicht geschehen. 5. 3war ich hab' in Sünden sicher, ohn' Empfinden, lange fortgelebt; beis nes Geistes Regung selbst mit Uebere legung gar oft widerstrebt, ja, ich bin ein Kind der Höllen, doch verzeihest du Rebellen.in mi colpitjort 6. Komm dann, mein Berather: Komm, du Geist vom Vater! Komm, du Geist des Herrn! du kannst Herzen zwingen, du kannst Ruhe bringen, und du thust es gern. Fördre du durch mächt'ge Triebe in mir Glaus ben, Hoffnung, Liebe! Que tenet 7. Deffne mein Verständniß! Weisheit und Erkenntniß stammt von dir allein. Laß bei meiner Blöße mir der Gottheit Größe stets vor Augen seyn, und dann zeige du mir Armen Jeſu göttliches Erbarmen. um dimite 8. Quelle brünst'ger Triebe, Feuer keuscher Liebe! lasse deine Glut auch mein Herz durchdringen, und in Flammen bringen, Gott, mein höchstes Gut! lasse mich gleich Seraphinen dir mit Lieb' und Eifer dienen. 8 Erster Theil. Von dem heiligen Geist 114 9. Ist bei schweren Plagén ganz mein Geist zerschlagen, so hilf gnådiglich. Macht die Prüfungshige, daß ich schmachtend size, so erquicke mich. Laß des Trostes Ströme fließen, und sich in mein Herz ergießen. 10. Ich kann alles tragen: ich darf alles wagen; du bist mir ein Pfand, das im tiefsten Leide mir des Himmels Freude und mein Vaterland auf das tröstlichste gewähret, und mich seufzend danken lehret. dm intru monto Somied Nach der Melodie des. 116, Lieds.ch 200. D er du uns als Vater und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja, um ihn uns bitten heiß'st: demuthsvoll fleh' ich vor dir; Bater! send' ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe. is nis Ona. 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen, und dem Dienst der Welt geweih't, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe.. rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen kann, wenn meine Hand, zur Erleicht'rung der Beschwerden, kann dem Nächsten nüßlich werden. A. Ew'ge Quelle heil'ger Güter, hochgelobter Gottes Geist! der du menschliche Gemüther befferst, und mit Troft erfreu'st! nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich, zu Gottes Preise, heitig, und zum Himmel weise sind 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles möge lieben, daß ich mit getrostem Muth seiner Vaterhuld mich freu', und mit wahrer Kindestreu' stets vor seinen Augen wandle und rechtschaffen denk' und handle. niam 16. Geist des Friedens und der Liebe! bilde mich nach deinem Sinn, daß ich Lieb' und Sanftmuth übe, und mir's 7. Gieb mir wahre Selbsterkenntniß, daß ich meine Fehler seh', und durch demuthsvoll Bekenntniß Gott um die Vergebung fleh'. Mache täglich Ernst und Treu, sie zu bessern, in mir neu. Zu dem Heiligungsgeschäftegieb mir immer neue Kräfte. den mein Gewissen niederschlägt; wenn 8. Wenn der Anblick meiner Sunsich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze hegt; wenn mein ug' in Nothen weint, und Gott nicht Seelen nicht an Trost und Stärkung zu hören scheint: o, dann laß es meiner fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir. Selbst den Trieb hast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. O, so sege durch dein Wort deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende. Mel. des 77. Pfalms. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu! noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn dich nennen, stehet 201. mir dein Geist nicht bei Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre. eil'ger Geist, du Himmelstehrer! starker Tröster und Bekehrer! kehre bei mir Sünder ein, laß mich deine Wohnung seyn. Gieb, daß fiets durch heil'ges Denken sich mein Herz zu Gott mag lenken: klopf' an meinem Herzen an, wenn ich geh' auf fals scher Bahn. in mpil und dessen Gaben. 13 191 115 2. Treibe, leite und regiere, mich| betrübten Stunden tröste mich durch zum Guten stetig führe, gieb selbst Jesu Wunden. Lust und Kraft dazu, daß ich Gottes Willen thu'. Gieb mir stetiges Verlangen, Jesu fester anzuhangen, immer mehr von Sünden rein, heilig, unbefleckt zu seyn.mm bing bing 3. Hilf, daß ich mich bald betrübe, wenn was Böses ich verübe; gicb, daß bei mir wahre Reu' über mein Vergehen sey. Laß mich allezeit erwagen, daß Gott sey bei mir zugegen, der auf jedes Wort und That sehr genaue Uchtung hat. 4. Laß mich, weil ich leb' auf Erden, wachsam stets erfunden werden, und nach göttlichem Geheiß thun mein Amt mit allem Fleiß. So werd' ich durch dieses Führen auch in meinem Herzen spüren, daß du, werther Gottes Geist, in mir wohnst und kräftig Nach der Melodie des 37. Lieds. feyft. ir, Bater! dankt mein Komm, erfülle, komm, bewohne, 203. Dit erg und fing, dan mit dem Vater und dem Sohne, Geist der Liebe, lieber Gast, was du so geheiligt haft; so will ich von ganzer Seelen deinen Gottesruhm erwählen, preisen dich, Dreieinigkeit, hier und dort in Ewigkeit. Nach der Melodic des 4. Lieds. 202. Gott! bu haft in deinem Sohn mich von Ewigkeit erwählet! Sende nun von deinem Thron, was noch meinem Heile fehlet, und gieb mir des Geistes Gaben, durch sie werd' ich alles haben. 2. Bin ich noch in Sünden todt, und zum Guten ganz verloren: heil's ger Geist, mein Herr und Gott! mache du mich neu geboren; rette mich von dem Verderben, laß mich nicht in Sünden sterben! 5. Pflanze du mich selbst in ihn, als ein Glied an seinem Leibe, und wenn ich sein eigen bin, hilf mir, daß ich es auch bleibe, und als eine gute Rebe Früchte bring und in ihm lebe. 6. Glaube, Lieb' und Hoffnung fey stets die Zierde meiner Seele; in Versuchung steh mir bei, daß ich stets das Beste wähle. Gieb mir Demuth in den Freuden, und Geduld und Muth im Leiden. man dz) Hod spina Gr 7. Hilf mir reden recht und wohl; und des Gottesdienstes Pflichten, wie du förderst, wie ich soll, ohne Heuchelei verrichten; christlich leben, selig sterben, und dein himmlisch Reich einst erben. 2. Erfüllt von seiner Wunderkraft, geh'n sie, die Welt zu lehren: der Geist, der neue Herzen schafft, hilft ihnen sie bekehren: der ganze Erdkreis hört erfreut die Botschaft unsrer Seligkeit, Vernunft und Wahrheit siegen; das Laster und die Blindheit flieht! wo man den Finger Gottes sieht, muß Satan unterliegen. 3. Umsonst, daß er noch wilder tobt, Verfolgung zu erregen. Der Name Jesu wird gelobt; sein Wort ist Kraft und Segen. Die Jünger schreckt nicht Pein noch Müh'; der Geist der Stärke stärket sie in Martern und im Tode. Sie blieben ihrem König treu', bes fannten seinen Namen frei, und lob= erten ihn im Tode. 4. Noch jetzt bist du der Geist der Kraft, noch jetzt der Menschen Lehrer, der Jesu neue Jünger schafft, des Höllenreichs Zerstörer. In Sündern 8* 3. Treibe weg die sinstre Nacht falscher, zweifelnder Gedanken; wenn die Welt mich irre macht, halte die Vernunft in Schranken! wenn ich mich von dir entferne, wo ist's, daß ich Weisheit lerne? 4. Schaffe mir ein reines Herz, daß ich stets an Gott gedenke, und mich oft mit Reu' und Schmerz über meine Sünden krånke; doch nach den du den Sohn gegeben, den Sohn, der Heil den Sündern bringt, und unvere gänglich's Leben! ich danke dir, daß du den Geist, der deinen Sohn durch Wunder preis't, zur Erde hast gesendet! der Geist der Wahrheit kam herab, der deinen Knechten Stärke gab, daß sie dein Werk vollendet. 116 wirkst du Buß' und Leid, in frommen Seelen Trost und Freud', und Muth im Kampf der Sünden. In bangen Stunden schenkest du, so wie im Tode, Seelenruh, daß sie dich froh empfinden. 5. Des Baters und des Sohnes Geist, du Quell des Lichts, der Liebe, den Gott den Betenden verheißt, ach, heil'ge meine Triebe! schaff' du in mir ein neues Herz, gieb wahre Buß' und Sündenschmerz, hilf mir im Glauben beten. In bangen Stunden tröste mich, und zeige voll Erbarmen dich mir einst in Todesnöthen! zim sic: msiching simside Erster Theil. Von dem heiligen Geist ال 40Mell: Nun bitten wir den. su Nach der Melodie des 32, 2ieds. d 204. emm, o tomm, du Seift 205. D es Vaters und des Sohnes Geist, du, der uns den wahrer Gott von Ewigkeit! deine Kraft sey. nicht vergebens; sie erfüll' uns jederzeit! so wird Geist, und Licht, und Schein in den dunkeln Herzen seyn. in 2. Gieb in unser Herz und Sinnen Weisheit, Rath, Verstand und Zucht; daß wir anders nichts beginnen, denn was nur dein Wille sucht! dein Erkenntniß werde groß, und mach uns vom Irrthum los. Weg zum Heile weis't, gnadenvoller Tröster! Laß, wenn wir sterben, uns das ewige Leben ererben, gieb uns Jesu Frieden. 2. Es leucht' uns, Licht des Herrn, dein Schein, wenn schon Tod und Verwesung uns drau'n; lehr uns Jesum Christum den Sohn erkennen, und in der Liebe des Sohnes brennen, lebend und im Tode. dorg dat 3. Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege! das, was dich betrüben kann, raume ferner aus dem Wege; führ' uns zu dem Guten an; wirke Reu' an Sünden statt, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Laß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder sind: stårt uns dann mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Drangsal find't; zeige, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! saniz 5. Reiz' uns, daß wir zu ihm treten gläubig und mit Freudigkeit; mach' uns tüchtig, recht zu beten, und vertritt uns allezeit! so wird unsre Bitt' erhört, und die Zuversicht gemehrt.12 6. Wird uns auch um Hülfe bange, daß das Herz oft rufen muß: ach, mein Gott, mein Gott, wie lange! heißt! schenk' uns Muth und Kraft im Krieg, und verleih' uns dann den Sieg! 8. Herr, bewahr' auch unsern Glaus ben, daß kein Teufel, Tod noch Spott uns denselben möge rauben! du bist unser Schuß und Gott! sagt das Fleisch gleich immer: Nein! Laß dein Wort gewisser seyn! and alig 9. Wenn wir endlich sollen sterben; so versichre uns je mehr, als des Himmelreiches Erben, jener Herrlichkeit und Ehr', die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt. its a 7. O du Geist der Kraft und Stárke, du gewisser neuer Geist, fördre in uns deine Werke, wenn uns Satan wanken 3. O du, der Liebe Geist! erhöh unsre Seele, daß sie schmeck' und ſeh', wie der Herr uns liebte, laß in den Brüdern, als in seinen geheiligten Gliedern, Jesum stets uns lieben. 4. Du höchster Trost in aller Noth! hilf getreu uns seyn bis in den Tod. Heilig laß uns leben; und nicht vers zagen, wenn uns unsre Sünden verklagen vor der Welten Richter! 1901 o so mache den Beschluß: sprich der Nach der Melodie des 29. Lieds. Seele tröstlich zu, und gieb Muth, 206. Soler Geist im Himmels Geduld und throne, Weſens, einer Kraft mit dem Vater und dem Sohne! Geist, der neues Leben schafft. Floße du die wahre Reu' in mein Herz und dessen Gaben. The und maches neu, daß Gott selbst mit Nach der Melodie des 20. Lieds. ſeiner Gabe Luft in mir zu wohnen habe. 207. Geist vom Bater und vom Du, der Wiederbringer, machst es in dem Herzen licht; du unser Tröster bist, und von unsers giebst, mächtiger Bezwinger, daß der Gottes Throne hülfreich auf uns Sünde Macht zerbricht. Kehrest du Schwache siehst. Stehe du mir máchnur bei mir ein: so wird meine Seele tig bei, daß ich Gott ergeben sey; rein, und auch schon auf dieser Erden, eine Wohnung Gottes werden. 3. Geist der Wahrheit! komm' und führe mich zur wahren Weisheit an; daß des Höchsten Wort mich rühre, und ich willig folgen kann. Deffne du mir jene Schrift, die mein ewig Heil betrifft: Laß mich hier zum Theil verstehen, was ich dort soll völlig sehen. 4. Geist des Trostes! in dem Leiden steh' mir allzeit kräftig bei! wenn die besten Freunde scheiden, bleib du mir beständig treu! gieb mir ein gelass'nes Herz, daß ich in dem größten Schmerz Trost der Seele bei dir finde, und den Unmuth überwinde. chalsuaren mis 5. Geist des Raths! wenn mir verschwindet aller Rath in Angst und Noth, wenn sich nirgends Hülfe findet, wenn ich leide, wenn der Tod mir fast un vermeidlich scheint, und mein trübes Auge weint; so gieb, daß es meiner Seele nicht an Rath und Hülfe fehle. 6. Geist der Freuden, mein Gemüthe sucht an dir nur seine Lust. Schmeck' ich deine große Gute; so verachtet meine Brust, was die Welt für Lust erdenkt, welche nur die Seele kränkt. Rechte Freude muß den Frommen eingig von Gott felber kommen. 7. Geist des Betens: lehr' mich beten: Abba, Bater in der Höh'! Treibe mich, vor Gott zu treten: und gieb, wenn ich vor ihm steh', daß mein Bitten kräftig sey; stehe meinem Seufzen bei; sprich in mir, in Gottes Namen, nach dem Fleh'n ein kräftig: Amen! 311009091276) Aus dem 46. Pfalm. Mel. Eine feste Burg ist unser Gott. 208.& 117 in starter Schus ift o, so wird Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden. 15) Von der christlichen Kirche. 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wenn ich bange 3weifel hege, deine Wahrheit mich erfreun. Lenke kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin. Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Heilige des Herzens Triebe, daß ich über alles treu meinen Gott und Vater liebe! daß mir nichts so wich tig sey, ale in seiner Huld zu stehn. Seinen Namen zu erhöh'n; seinen Willen zu vollbringen, müsse mir durch gelingen. 1973 mu dich gestarte mich, wenn wo zur Sünde, mein Gemüth versuchet wird, daß sie mich nicht überwinde. Hab' ich irgend mich verirrt, o, so strafe selbst mein Herz, daß ich, unter Reu' und Schmerz, mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung neige. 5. Reize mich mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Gnadenstuhl zu treten. Gieb, daß ich auf Jesum Chrift, als auf meinen Mittler schau' und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad', auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen. 6. Stehe mir in allen Leiden stets mit deinem Trofte bei; daß ich auch alsdann mit Freuden, Gottes Führung folgsam sey. Gieb mir ein gelassen Herz. Laß mich selbst im Todesschmerz bis zum frohen Ueberwinden, deines Trostes Kraft empfinden. unser Gott! auf ihn steht unser Hoffen. Er hilft uns treu aus offer 118 Erster Theil. Von der christlichen Kirche. Neth, so viel uns der betroffen. Satan, unser Feind, der mit Ernst 新 es meint, rustet ſich mit List, trost, daß er mächtig ist. Shm gleicht fein Feind auf Erden. 6. Schüße uns måchtig mitten unter Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen; bis wir zum Uma 2. Nicht unsre Macht ist's, die ihn gang der verklärten Frommen frohfällt. Wir waren bald verloren. lockend kommen. kämpft für uns der rechte Held, dende 1G1) uns Gott selbst erkoren. Fragst du, wer er ist? er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth. Er, unser Herr und Gott, er muß den Sieg behalten. Es Der 67. Psalm. 3. Die ganze Hölle schäume Buth, und droh' uns zu verschlingen. Troß ihr! uns rüstet Gott mit Muth. Es soll uns doch gelingen. Wenn der Fürst der Welt sich schon grimmig stellt, schreckt er uns doch nicht. Er ist längst gericht't. Ein Wort kann ihn schon fällen. BAO 4. Das Wort steht fest! die stolze Welt mag noch so heftig toben! der Herr mit uns! der starke Held! der giebt uns Sieg von oben. Tödten sie den Leib; nehmen Kind und Weib; rauben Gut und Ehr'; sie nehmen's! was ist's mehr? Uns muß der Himmel bleiben. 4. Steure, Erbarmer! deiner Feinde Grimme. Warne die Deinen vor des Irrthums Stimme. Lehre sie prüfen, daß fie falsche Freuden klüglich ver= meiden. bil 5. Sey du ihr Licht in ihren Finsternissen, heile selbst ihr verwundetes Gewissen. Schlägt oft ein Kummer ihre Herzen nieder; stårke sie wieder. 1024 206 951028 12 Nach der Melodie des 55. Lieds. 209. Laß doch, o Jesu, laß dein Reich auf Er den unter den Sündern ausgebreitet werden! Schenke doch ihnen, deiner Leiden wegen, Leben und Segen. 2. Gieb ihnen Gnade, dich recht zu erkennen, daß sie dich gläubig ihren Herren nennen; gieb ihnen Eifer, deinen guten Willen, treu zu erfüllen. 8. Mit heil'ger Achtung laß die Schrift sie ehren; denn sie verkündigt deines Mundes Lehren. Ausser ihr suchen Sterbliche vergebens Worte des Lebens. QUAM STUFE 09 mine 31 800 Nach der Melodie des 109. Lieds. 210, ott! der uns immer gnådig stets auf uns herab, entzieh' dein freundlich Ungesicht, Herr, deis nen 2 userwählten nicht! 2. O Gott, Jehovah, zeige dich der Welt! der Weltkreis freue sich, wird dein Erkenntniß ihm zu Theil, in dir, o Gott, und deinem Heil. tomuse 3. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund! kein Volk sey auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt! 4. Ja, jedes Volk, das dich erkennt, das wird zu deinem Lob entbrennt, wer dich anbetet, Gott, der freut sich deiner großen Gütigkeit. 5. Lob, Erdenkönig, dir! du bist ein Führer, der allmächtig ist! wer nimmt sich unser treuer an, wer ist, der so beschüßen kann? 6. Es mache aller Völker Mund, Gott, deine Macht und Weisheit kund! kein Volk sey auf der weiten Welt, das deine Güte nicht erzählt. 7. Die Erde ist nicht mehr verflucht, sie bringt uns segensvolle Frucht, wir wissen nichts von Hungersnoth; stets segne uns Gott, unser Gott! 8. Ja, mach', Jehovah, deine Treu an uns mit jedem Morgen neu! dir diene deine ganze Welt mit mit einem Dienst, der dir gefällt. Erster Theil. Von 211. S rhalt uns, Herr, bei deinem Wort, und steure deiner Feinde Mord, die Jesum Christum, deinen Sohn, vom Throne frech zu stürzen drohn. 2. 3eig' deine Macht, Herr Jesu Christ! der du Herr aller Herren bist: beschirme deine Christenheit, daß sie dich lob' in Ewigkeit. 3. Gieb, heil'ger Geist! uns einen Sinn, nimm alle 3wietracht von uns hin. Vor deines Wortes Licht und Macht entflieh' des Wahns und Irrthums Nacht. 4. Herr! laß uns dir befohlen seyn. Schau' unsre Noth: wir sind ja dein. Erhalt im Glauben uns getreu, und mach' uns von den Feinden frei. 5. Sie dichten, Herr! ein Frevelstuck! es fall' auf ihren Kopf zurück! sie graben Gruben mit viel Müh; in ihre Gruben stürze sie! 6. So werden sie erkennen doch, du unser Herr, Gott, lebeft noch, du stehst bei deiner Kirche fest, die sich allein auf dich verläßt. der christlichen Kirche. 119 4. Ewig, o Heiland, sey dein Nam' erhoben. Ewig frohlockend müsse dich cinst leben, o du Beherrscher deiner schwachen Heerde! Himmel und Erde. Der 46. Pfalm. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. Nach der Melodie des 50, Lieds. 213. Gott ist uns Stark und in Nöthen, und unsre Zuversicht. Er weigert, wenn wir zu ihm beten, uns seine Hülfe nicht. Und sollte gleich der Erdkreis zittern, und stürzt er auf uns her; uns würde keine Furcht erschüttern und sänken Berg' ins Meer. 2. Sollt' auch das Meer so heftig toben; und stürzten vor der Wuth Gebirge, ihrem Grund enthoben, hinab in seine Fluth; sie bleibet doch mit ihren Bachen die Stadt des Herrn, in ihr wohnt Gott, der wird die Wogen brechen, sie jauchzet: Gott ist hier! 3. Gott wohnet selbst in ihren Mauern, der Herr beschüßet sie, fie wankt nicht, ewig wird sie dauern, der Höchste hilft ihr früh. Die Völker tobten, und im Grimme emporten Reiche sich! er sprach, vor seines Don= ners Stimme zertheilten Welten sich. 4. Wer ist der Feind, der uns zer= stôre? er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere, uns schüzet Jacobs Gott! kommt her, und merkt auf Gottes Werke und lernet seine Kraft. Er ist es, es ist seine Stärke, die solch Nach der Melodie des 55. Lieds. 212. huge die Deinen, die erstören schafft. nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie selbst verheißen, nichts sie entreißen. du 2. Laß deine Wahrheit rein ver= kündigt werden. Mach' ihre Siege herrlicher auf Erden. Gieb Muth und Weisheit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 5. Er macht sich auf, dem Krieg zu steuern, der so viel Blut vergoß. Und er zerbricht, daß Länder feiern, Schwert, Bogen und Geschoß. Den Spieß hat seine Hand zerschlagen, daß er nicht tödten kann. Er zündet des Verheerers Wagen mit seinem Feuer an. 6. Laßt ab, und wißt, und lernt mit Freuden, ich sey Gott, Herr der Welt! groß will ich werden vor den Heiden, und herrlich vor der Welt! Gebt alle unserm Gott die Ehre! er, der uns hilft, ist Gott! Gott ist mit uns, der Herr der Heere; uns schüßet Jacobs Gott! Erster Theil. Von der christlichen Kirche. 120 mo la Neue Melodie. 214. W D enn Christus seine Kirche schützt; so mag die Hölle wuthen. Er, der zur Rechten Gottes sist, hat Macht ihr zu geB bieten. Er ist mit Hülfe nah: wenn er gebeut, steht's da. Er schüßt zu seinem Ruhm mit Macht das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Gott sieht die Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empóren! denn den Gefalbten, seinen Sohn, den wollen sie nicht ehren. Sie schämen sich des Worts des Heilands, unsers Horts; sein Kreuz ist selbst ihr Spott, doch ihrer lachet Gott. Sie mögen sich empören! 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben, Der Unchrist mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sey Jesus Christ; wer hier sein Jünger ist, sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf Christen! die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken. Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß bedecken. Der Herr, Herr Zebaoth hält über fein Gebot; giebt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod, was will uns dann erschrecken? Nach dem 12. Pfalm. 215. Ah Gott vom Himerbar- men! wie wenig Herzen sind noch dein; entzieh' dich nicht uns Ar= men! dein theures Wort hält man für Spott; empórt sich wider dich, o Gott! will deinen Sohn nicht kennen. 2. Sie lehren eitel Träumerei, was Eigenwig erfindet. In keiner Wahrheit ist dabei ihr unståt Herz gegründet. Der wählet dies, der andre das, es trennen sich ohn' Unterlaß, die mit Vernunft sich brüsten. 3. Uch Herr mein Gott, vertilge doch des Irrthums freche Lehren. Wie lange sprechen Frevler noch die Menschheit zu entehren: tief schau'n wir in die Wahrheit ein; uns täuscht kein gleißnerischer Schein. Nur blinde Herzen glauben! 4. Gott sieht's und spricht: bald kommt die Zeit, daß ich dem Frevel steure, damit sich in der Christenheit kein Heidenthum erneure. Indessen greif' den schnöden Wahn mein Wort mit starken Waffen an, und bleib' unüberwindlich. 5. Im Feuer siebenmal bewährt, glänzt edles Silber heller; und durch Verspottungen bewährt, strahlt Got tes Wort auch heller. Der Strah: len siegende Gewalt durchbricht der 3weifel Nebel bald, und blendet selbst die Feinde. 6. Sein Licht beschüß' uns, daß uns nie das frevelnde Geschlechte in seine schlauen Nege zieh', nie unter uns sich flechte; denn alle Bosheit wächst geschwind, wo frecher Spott erst Kraft gewinnt, sein Gift ertódtet Seelen. 7. D dampfe selbst, du starker Gott, die dir die Ehre rauben. D mel sieh' darein, und laß es dich Jesus Christ, bei ihrem Spott stårk Erster Theil.- Von der christlichen Kirche. fráftig unsern Glauben. D heil'ger Geift, verleih' uns Gnad', daß wir vor Abfall und Verrath mit ganzem Ernst uns hüten. Nach der Melodie des 30. Lieds. 216. Bater der Barmher D zigkeit, bei allen Beitverwandten, doch nun seit der Apostelzeit recht groß in allen Landen; du hast durch deines Geistes Kraft die große Schaar der Heidenschaft zu deinem Reich berufen. 2. Getrennt durch Mannigfaltigkeit des Glaubens und der Zungen, auf dieser ganzen Welt zerstreut, hat fie dein Wort durchdrungen! hat sie dein starker Geist gerührt und nun zu einem Zweck geführt in Einigkeit des Glaubens. 3. Uch, sey doch auch zu dieser Zeit uns, Vater, wieder gnädig! und mach' uns von Uneinigkeit des Glaubens los und ledig! gieb, daß vereint auf einen Grund wir dir zugleich mit Herz und Mund im Geist der Liebe dienen. 4. Uch, schaue, wie des Satans List vereinte Brüder trennet. Wie man der Liebe ganz vergißt, von blindem Eifer brennet, und dann, von Wissen aufgebläht, um Dinge, die man nicht versteht, sich ohne Grund entzweiet. 5. Herr! hilf diesem Uebel ab und gieb, daß deine Heerde bald unter ihres Hirten Stab genau verbunden werde: im Wesentlichen einerlei; in Nebendingen aber frei, in allem liebreich denke. 6. Wenn Brüder, Herr, auf dein Geheiß, vertraut beisammen wohnen, und ihrer Schwachheit wechselsweis mit Zärtlichkeit verschonen; o, was kann angenehmer seyn; du selbst, Herr! wirst dich ihrer freu'n, und sie mit Segen krönen. 121 Nach der Melodie des 29. 2ieds. 217. re reuer Hirte deiner Heerde, du, der Deinen starker Schuß! siehe doch, wie Staub und Erde wider dich mit frechem Trug tobt, und in den Waffen ist, und sich freventlich vermißt, deine Kirche zu zerstören und dein Erbe zu verheeren. 2. Du, Herr! bist ja unser König; dein sind wir nach Leib und Seel'. Menschenhülfe ist zu wenig, wo du nicht, Immanuel, zu der Deinen Nettung wachst, und den Feind zu Schanden machst, wo du nicht sein Wuthen dampfest, und für deine Wahrheit kämpfest. 3. Es betrifft ja deine Ehre, es betrifft dein Heiligthum; deine theure Gnadenlehre, deines Todes Kraft und Ruhm, und den Dienst, der dir allein von uns muß geheiligt seyn; o, wie solltest du denn schweigen, und dich nicht als Retter zeigen! 4. Du bedrohest Wind und Wetter, und es schweigt ihr Ungestum. Steure denn, Herr, unser Retter, auch der Feinde Wuth und Grimm. Saul bekehrst du, wenn er schnaubt, und dir Ruhm und Ehre raubt, ach, bekehre, die durch Lügen sich selbst um ihr Glück betrügen. 5. Doch nicht nur der Feinde Drauen, die Verführung müssen wir auch bei unsrer Schwachheit scheuen, unsre Hülfe steht bei dir. Kåm' es auf uns selbst nur an, ach, wie leicht wär' es gethan. Satan würde bald den Glauben uns aus unserm Herzen rauben. 6. Laß uns denn vorsichtig wandeln, und mit Tauben- Einfalt zwar, doch auch klug, wie Schlangen, handeln. Beig' uns selbst bald die Gefahr. Schickt euch, es ist böse Zeit! sprichst du; mach' uns selbst bereit, daß wir wachen, beten, kämpfen, und so die Versuchung dämpfen. 122 30 bilishad Hote Jisdi 16) Von der heiligen Taufe. Einsehung der Taufe. Mel. Christ unser Herr zum.. 218. ie Christus selbst zum Jordan kam, und nach des E Baters Willen die Taufe von Johannes nahm, um alles zu er fül- len, was Gott heischt'; so muß auch das Bad, das er, um uns von Sún- den zu waschen, angeordnet hat, vielmehr uns willig finden. Es bringt uns Heil und Leben. 2. Hort, wie es zu den Jüngern heißt: geht, spricht er, lehrt die Völker, und auf den Bater, Sohn und Geist tauft nunmehr alle Völker. Wer glaubet, und die Tauf' empfängt, wird selig, wer hingegen ungläubig fest am Irrthum hängt, der fliehet vor dem Segen, und muß verloren gehen. 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O, laß mich nie die Pflicht vergessen, dazu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen kamst. 4. Du bist getreu. Auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja selbst wenn ich ihn überschreite, låff'st du dein Vaterherz mich sehn! du klopfst an mein Gewissen an, und lockst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott! aufs neue mich ganz zu deinem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich', eitle Welt! o Sünde weich'! Gott hört es! jest entsag' ich euch. 6. Befestige dies mein Versprechen, mein Vater! und bewahre mich, daß ich es niemals möge brechen. Mein ganzes Leben preise dich! Gott meines Heils! sey ewig mein, und laß mich stets den Deinen seyn! Nach der Melodie des 4. Lieds. 220. Mein Erlöser! der du mich dir zum Eigenthum erkaufet, als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Achtsamkeit meiner Taufe Bund betrachten; und nur das zu jeder Zeit für mein größtes 219. bin getauft auf dei: obiseyn achten, daß ich, Jefu! deinen Nach der Melodie des 72. Lieds. ch nen Willen zu erfüllen. Vater, Sohn und heil'ger Geist! ich bin gezählt zu deinem Saamen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. O, welch ein Glück wird dadurch mein! Laß, Herr, mich deß auf ewig freu'n. 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke. Nur ein wahres Christenthum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch nach dem Sterben ewig Segen zu ererben. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater! und ein selig Theil hast du, Sohn Gottes! mir gewährt an dem von dir erworbnen Heil. Du willst, mein Leben Gott zu weih'n, Geist Gottes, selbst mein Beistand seyn. 4. Laß mich drum, wie dir's ge= fällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und, entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jünger leben; daß ich einst auch, wenn ich sterbe, das verheißne Leben erbe. Erster Theil. J Nach der Melodie des 4. Lieds. - Von dem heiligen Abendmahle. err! wir stehen hier 221. He vor dir: laß dies Kind auf unsern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, daß es dein Kind hier auf Erden, und im Himmel moge werden. 2. Wasch' es, o Herr Jesu! rein durch dein Blut von seinen Sünden: laß es deinen Geist erneu'n und mit dir genau verbinden! da wir ihm den Namen geben, schreib' es in dein Buch zum Leben! sind him yan 2 No 402 17) Von dem Einsetzung des heiligen Abendmahls. Mel. des 91. Pfalms. 222. A Is Jesus jesund sterben wollt für unsre Missetha- ten, in jener Nacht um schnoheiligen Abendmahle. den Sold aufs schändlichste verrathen: hielt er in dem bestimmten Saal, von Gottes Hand geleia tet, mit ſeinen Jüngern noch das Mahl, das längst auf ihn gedeutet. 2. Hier sprach er: mich verlanget sehr, dies Paschah zu begehen; nun fei'r ich keinen Festtag mehr, bis Gott mich wird erhöhen auf meinem Stuhl in meinem Steich, das mir der Bater giebet, und dem, der hier mit mie zugleich in seiner Lieb' sich übet. 123 3. Hirte! nimm dies Schäflein an! Haupt! mach' es zu deinem Gliede! Lehrer! zeig' ihm deine Bahn! Friedefürst! sey du sein Friede! König! laß es deinen Willen künftig immer treu erfüllen! 3. Drauf nahm er Brot, und brach's, und dankt, und sprach: nchmt hin und effet, damit ihr nicht im Glauben wankt, und meiner nicht vergesset, das ist mein Leib, der durch viel Qual 4. Laß uns alle in der Welt als rechtschaffne Christen leben! endlich auch, wenn dir's gefällt, christlich unsern Geist aufgeben, und im Himmel zu den Frommen, zu den wahren Christen kommen. jetzt wird für euch gebrochen; daß eure Schuld und Adams Fall nicht werd' an euch gerochen. 4. Den Dankkelch nahm er auch hierauf; er that mit Wohlgefallen hen Mund zum Lobe Gottes auf, und sprach zu ihnen allen: nehmt hin und trinkt, das ist mein Blut, das ich für euch vergieße; euch droht umsonst der Höllen Glut, indem ich für euch büße. 5. Das Blut, das an dem Altar dort in Opfern ward vergossen, tilgt nicht die Schuld, schafft sie nicht fort, drum sollt, wie Gott beschlossen, jest zur Vertilgung dieser Schald mein Blut, mein Söhnblut fließen: nun denkt an Gottes Gnad' und Huld mit freudigem Gewissen. 6. Halt't oft den Brauch mit Brot und Wein, auf daß ihr mein gedenket; laßt euch mein Leiden theuer seyn; geſpeiset und getránket, sagt laut: 0! wenn dein Tod nicht war, wir müßten ewig sterben. Und lebt hinfort zu meiner Ehr', als würd'ge Himmelserben! 7. Kein Tropfen tabt den reichen Mann in seinen schweren Leiden, schaut mich dagegen gläubig an, ſein Schicksal zu vermeiden. Wer mir vertraut, und Buße thut, der ist durch mich verföhnet, doch weh' dem Falschen, der mein Blut mit frechen Lastern höhnet. 8. Die Welt, die nicht ihr Heil versteht, bleibt an dem Neußern hangen, und meint damit, wenn's übel geht, Genade zu erlangen! doch dich 124 Erster Theil. entzeucht nicht Brot und Wein dem ernstlichen Gerichte; soll dies dein Trost, o Sunder, seyn; so wird dein Troft zunichte. 9. Der rechte Labtrank ist mein Blut, mein Fleisch die rechte Speise; o, iß und trinke dir zu gut, und auf die rechte Weise. Erkenn', daß Nach der Melodie des 141. Licds. ich mich in den Tod für dich bahin 224. elobt seyst du, Herr gelobt für unsers Mittlers Tod, der uns das Heil erworben! wie hast du, Gott, auch mich geliebt! er, der uns ewig Leben giebt, ist auch für mich gestorben. Mein ganzes Herz frohlockt in mir. O Bater, ich lobsinge dir. Gieb, daß ich jeden Tag auf's neu mich deiner Vaterhuld erfreu'. Gott meines Heils! sey ewig mein, sey ewig mein, und laß mich dir recht dankbar seyn. so weichet Durst und gersnoth, so hast du Heil nud Leben. 10. Ich bleib' in dir und du in mir, damit von meinem Geiste, dein Geist getrieben für und für Gott Dank und Ehr' erweise. Du bist nun ganz mein Eigenthum, ich kann dich nicht verlassen. Ich will dich einst zu meinem Ruhm mit ew'ger Treu' umfassen. 11. Dein Wort, o Jesu! fehlet nicht, das glauben wir von Herzen; nur gieb, daß wir nach unsrer Pflicht an deine Todesschmerzen stets denken, und auf ebner Bahn nach deinem Willen wandeln, und also, wie du uns gethan, mit unsern Brüdern handeln. - Von dem heiligen Abendmahle. 2. Boll froher Ehrfurcht beug' ich mich vor dir, Sohn Gottes, der du dich für mich dahin gegeben. Es komme mir nie aus dem Sinn, wie viel ich dir, Herr, schuldig bin. Dein Tod bringt mir das Leben. Durch deines Opfers ew'ge Kraft hast du, o Herr, auch mir verschafft, was mich vor dem Verderben schüßt, was meinem Geiste Nach der Melodie des 15. Lieds. 223. Jeſu Chriſt! alt' im Gedächtniß Jeliebst du mich! wie liebst du mich! gieb, daß ich ewig liebe dich. 3. Mit Inbrunst fleh' ich, Herr, zu dir! befördre du doch selbst in mir ein gläubiges Gemüthe! mich dürstet, gleich dem dürren Land, bei deiner Liebe Unterpfand, nach deiner großen Güte. Ich fühle, Herr, was mir ges bricht. O, stårke meine Zuversicht, daß du auch mein Versöhner seyst, und mich vom ew'gen Tod befreist. Herr, dieser Trost sey fest in mir, sey fest in mir, so dien' ich voller Freuden dir. 4. Zur Weisheit und Gerechtigkeit, zur Heiligung und Seligkeit bist du mir ausersehen. Auch mir zum herrlichsten Gewinn gabst du dein Leben willig hin, drum bör' auch jest mein Flehen. Mein Heiland, zeuch mich ganz zu dir, ja, durch den Glauben wohn' in mir; so nimmt in mir die Seelenruh', und meines Herzens Best'rung zu. Mein Herr und Gott! vers der auf Erden vom Himmelsthron gekommen ist, ein Heiland dir zu werden. Bergiß sein nicht: denn dir zu gut verband er sich mit Fleisch und Blut. Dank ihm für diese Liebe! 2. Halt' im Gedächtniß Jesum Christ, der für dich hat gelitten. Da er am Kreuz gestorben ist, hat er dir Heil erstritten. Errettung von der Sündennoth erwarb er dir durch seinen Tod. Dank ihm für diese Liebe. 3. Halt im Gedächtnis Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden, und jetzt zur Rechten Gottes ist. Er hat von Todesbanden auch die Befreiung aus gemacht, und ew'ges Leben wiederbracht. Dank ihm für diese Liebe. 5. Mein Heiland, den der Himmel preis't, dich will ich ewig loben. O, stärke dazu meinen Geist mit neuer Kraft von oben. Dein Abendmahl vermehr' in mir des Glaubens Kraft, auf daß ich dir mit neuer Treue diene. 4. Halt'im Gedächtniß Jesum Christ, er wird einst wiederkommen, zu richten, was auf Erden ist, die Sünder und die Frommen. Drum sorge, daß du dann bestehst, und mit ihm in den Himmel gehst, ihm ewiglich zu danken. Erster Theil. Von dem laß mich nicht, verlaß mich nicht, ſo komm' ich einst nicht ins Gericht. 5. Zu deinem Himmel hilf du mir. Der Freuden Fülle ist bei dir: laß sie mich einst genießen. Belebe mich mit Muth und Kraft, so meine ganze Pilgerschaft zu führen und zu schliesen, daß mir dein Wort stets heilig fen, daß ich, bis in den Tod dir treu, mit Freuden thu', was dir gefällt, und dich auch ehre vor der Welt. Nach der Melodie des 84. Lieds.n Herr mein Heil, sey stets mit mir, 226. O Menschenfreund, sen stets mit mir, so komm' ich einst gewiß zu dir. heiligen Abendmahle. 125 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot; ich will es treu erfüllen. O, gieb mir selbst durch deinen Tod die Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an tüchtig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung, mir und der Welt beweisen. 2. Dich bet' ich zuversichtlich an: du bist das Heil der Sünder. Du haft die Handschrift abgethan, und wir sind Gottes Kinder. Ich denk an deines Leidens Macht, und an dein Wort: es ist vollbracht! du hast mir Heil erworben. Für mich bast du dich dargestellt. Mit sich versöhnte Gott die Welt, da du für sie gestorben. der Schwachen Kraft und mächtiger Vertreter! erbarme dich, du Hörer der Gebeter! gedenk' an mich, o mein und ich hier mit Nach der Melodie des 37. Licds. komme, Herr, 225. Juche bich, mühselig und Ungst belegt; ich klag' es dir, du und beladen. Herr! mein Heiland, segne mich mit den erworbnen Gnaden! ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn! mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh'; ich suche Nuh' und finde sie im Glauben der Erlösten. Prüfer meiner Nieren: Du bist ein Urzt, der kranker Seelen pflegt, du bist der Hirt, der selbst sein Schaf will führen. 2. Ich bin betrübt; ich fühle, was mich plagt; mein Auge darf ich kaum zu dir erheben, von ferne steh' und ſeh' ich nach dem Leben, wohin mein Geist nur seinen Bunsch noch wagt. Aus Demuth schlag' ich an die bange Brust, der Sünden Sie, die mich von dir geschieden. Ich schame mich auch der verborg'nen Lust, in welcher oft die Herzen heimlich sieden. 3. Wo soll ich hin? Ich will zum Lebens- Gott. Es soll mich nichts von meinem Felsen treiben': dir, Jesu, will ich mich allein verschreiben. Tod! Holl! dein Sieg und Stachel ist ein Spott. Der Ueberwinder, Jesus, ist mein Haupt, der Hölle, Tod und Teufel hat bezwungen; ich bin durch ihn der Sündenmacht entraubt, es ist dem Held aus Davids Stamm gelungen. 4. So tret' ich denn, mein Jeſu, jegt vor dich; ich komm' zu deinem Maht, nach deinem Willen. Uch laß mich da den Durst und Hunger stillen; mein Heiland, dein Verdienst erquicke mich! wird nun mir so des Glaubens Kraft vermehrt; dann soll er sich in Werken thätig weisen; dann werd' ich dich, der du mein Fleh'n erhört, mit Herz und Mund hier und dort ewig preisen.im our jud 3. O freue dich, mein Herz in mir! er tilget deine Sünden, er nahet sich mit Trost zu dir, und läßt dich Gnade finden. Du rufft und er erhört dich schon; spricht liebreich: sey getroft, mein Sohn, die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meinen Tod ge tauft. Vergiß nicht, dem, der dich erkauft, zur Ehre stets zu leben. 4. Dein, spricht er, ist die Seligkeit, bewahre sie im Glauben; und laß durch keine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock: bleib' an mir; so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich, und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg gelingen. o Erster Theil.- Von dem heiligen Abendmahle. Mel. des 5. Pfalms. 227. Wie groß ist deine Menschenliebe, mein theurer Hei= land, Jesu Christ, der du für mich gestorben bist! o, daß ich nur mit 126 reinem Triebe dir treu verbliebe. 2. Dein Mahl, bei welchem du mich speiseft mit deinem heil'gen Brot und Wein, muß mir ein göttlich Denkmal seyn, daß du mich auf dein Opfer weisest, mich glauben heißest. 3. Auch ist mir das ein Pfand und wenn deiner Tafel geh', und. Brot und Wein mir geben jeb, du werdest meiner Seel' imgleichen dich selber reichen. 4. Uch laß mich nur recht glaubig essen, und schenke mir in voller Kroft, was uns dein Opfertod verschafft! all' meiner Sünden werd' indessen vor Gott vergessen. 5. Uch Jesu! laß mich doch erscheinen voll Sehnsucht nach Gerechtigkeit! ach, mach uns allesammt bereit! und laß in einem Geist die Deinen sich feft vereinen. 6. Du bist das Haupt, wir sind die Glieder, die eines Brots theilhaftig sind. Ach, daß uns deine Lieb' entzünd'! so finden wir uns einst als Brüder im Himmel wieder. Nach der Melodie des 47. Lieds. 228. Tag, den mir der Herr net, Tag der Freude! du erhellst des Kummers Nacht, und erquickest mich im Leide. Heil und Leben schenkst du mir. Gott, wie dank' ich dir dafür! 2. Widerspenstig seinem Ruf, hab' ich meinen Gott betrübet, ihn, der mich zum Glück erschuf, und mich stets so treu geliebet; bin gewichen von dem Pfad, den sein Wort gezeichnet hat." 3. Der ich kühn sein Recht entehrt, der ich seine Macht verkennet, ach ich bin es nicht mehr werth, daß er noch sein Kind mich nennet. Ich verdiene Fluch und Tod, die sein Wort den Sündern droht. 4. Dennoch nimmt der Güt'ge mich wieder auf zu seinem Kinde. Heut' vergißt er väterlich seines 3orns und meiner Sünde; giebt durch seiner Boten Hand mir der Gnade süßes Pfand. 5. Tag der Wonne, heil'ges Maht, ewig will ich dein gedenken. Meines Jesu Todesqual soll mir Trost im Leiden schenken, und mein Leben soll allein seinem Ruhm gewidmet seyn. Nach der Melodie des 37. Lieds. 229. Darmverzigkeit zum haft aus Denkmal deiner Gnaden das ganze Volk der Christenheit wohlthätig eingeladen. Du rufft: Mühsel'ge, kommt zu mir. Du Weltversöhner! ja zu dir komm' ich auch heut', ein Sünder. Verstoß von deinem Angesicht, ver stoß mich, o mein Heiland! nicht, vom Erbtheil deiner Kinder. 2. 3war meine Missethat ist mehr, mehr als ich könnte zählen. Sie drückt mich, Herr, ich zittre sehr, vor Unruh meiner Seelen. Weltrichter, ach! im 3orne nicht, im 3orne geh' nicht in's Gericht mit mir, Gott, reich an Güte! du kennst, was ich nicht recht gethan. Erbarmer! sieh' mein Herz auch an, mein reuiges Gemüthe. 3. Es seufzt um Trost, und ångftigt sich, gebückt vor dir im Staube. Auf mein Verdienst nicht, nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Schwachen beizustehn, bleibst du deinen Worten treu; und die nach Errettung schmachten. Stets wirst ein gläubig Herz voll Reu', auch meines nicht verachten. dild 4. Mein Gott! regiere künftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Vertraun auf dich, nach deinem Erster Theil.- Von dem heiligen Abendmahle. 127 geladen. Deinen Bund sollst du erneuen, und dich seines Todes freuen. 2. Eil', wie wahre Christen pflegen, glaubensvoll dem Herrn entgegen, komm, den gnadenvollen Willen deines Heilands zu erfüllen! komm mit brúnstigem Verlangen, seine Güter zu empfangen. Daß er dich der Sünd' ent= caß mich Gnad empfahn und Leben. lade, giebt er heute Gnad' um Gnade. 3. ich mich mit Beben. aß mich Gnad' empfahn und Leben. Du willst dich hier mit den Deinen du willst sie mit Segen trånken, und durch des Glaubens Band vereinen; darf sich unterwinden, deine Liebe zu dich ihnen selber schenken: o, wer ergründen! Rathe wandle. Gieb, daß aus Dank für deine Huld, in Lieb', im Glauben, in Geduld, ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst, in deinem Reich, verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig rein erhebe. Nach der Melodic des 156. Lieds. 230. Dh nicht; du kannst ich, mein Jesu, laff Seelen recht erquicken! du bist meine Zuversicht, du allein kannst mich beglücken! du, mein Jesus, sollst allein meines Herzens Freude seyn. 2. Nun mag das Gesetze noch mich verklagen und verfluchen! weiß es mein Gewissen doch, wo ich soll den Segen suchen! Jesus macht durch seine Huld mich gerecht von aller Schuld. und 3. Ach, was hab' ich für ein Gut! was für Schäße kann ich zeigen! meines Jesu Fleisch und Blut ist und bleibet nun mein eigen: Heil und Leben was sein, ist mit ihm auch alles mein. 4. Kann die Liebe höher gehn? läßt sie sich wohl tiefer finden? Mag die Treue fester stehn, oder näher sich verbinden, als da dieser, der uns liebt, uns sich selbst zum Pfande giebt? 5. Brenne, Seet' und Geist in mir! lodre, Herz, in vollen Flammen; halt mit feuriger Begier mich und Jesum stets zusammen; daß ich ewig gegen ihn mög' in heißer Liebe glüh'n. 6. Erd' und Himmel fahre hin; Leib und Seele mag verschmachten! kein Verlust und kein Gewinn ist doch gegen das zu achten, daß mein Jesus in mir bleibt, und mich seine Liebe treibt. 7. Jesus ist des Herzens Theil; Jesus ist mir Trost und Leben; Jesus ist der Seele Heil; Jesus kann mir alles geben. Drum, was in mir lebt, das spricht: Dich, mein Jesu! laff ich nicht. Nach der Melodie des 121, Lieds. 231. Ceele, willst du Ruhe finden, drücket dich die Laft der Sünden, komm, Vergebung zu empfangen, denn dein Licht ist aufgegangen, und der Herr voll Heil und Gnaden hat zu sich dich einHeil und Leben zu empfahen. Ach! ich 4. Herr, ach laß mich würdig nahen, suche dich mit Thränen; sollt ich mich vergeblich sehnen, meiner groß und dir zu finden! laß, Erlöser! laß mich schweren Sünden Tilgung, Herr, bei nahen, Heil und Leben zu empfahen. die, wie wir, auch Sünder waren, 5. Du, dem unsrer Båter Schaaren Dank und Preis und Jubel singen, Sohn des Vaters! Licht vom Lichte! daß sie hier dein Mahl empfingen! deinem Ruhm sich weihen, Licht und laß von deinem Ungesichte uns, die Leben jetzt erfreuen. mein göttlicher Bekehrer! du, der selbst 6, König! Hoherpriester! Lehrer! du dein eignes Leben für mich in den Tod gegeben, hier fall' ich zu deinen Füßen; deiner Himmelsspeise, mir zum Heil ach, laß würdig mich genießen dieser und dir zum Preise. 7. 3um Gedächtniß deiner Leiden, und zum Vorschmack jener Freuden, die du, Heiland, mir erstrittest, als du unaussprechlich littest, als dich Todestes schreckten, als du selbst für mich geschweiße deckten, und die Schrecken Gotstorben, mir des Vaters Huld erworben. 8. Deines Heils will ich mich freuen, dir will ich mich ewig weihen. Hier will ich mich fleißig üben, dich zu kennen, dich zu lieben; einst werd' ich dich ganz erkennen, ganz in deiner Liebe brennen. Laß sie mich auch hier empfinden; hilf mir, hilf mir überwinden. 128 Erster Theil. Von dem heiligen Abendmahle. Nach der Melodie des 72. Lieds.2 Nach der Melodie des 15. Lieds. o 232. Ich preiſe bich, Herr, 233. Hier bin ich, Jeſu! zu Jh mein Heil, für deine Todesleiden. Hab' ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich. O gieb, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnas benvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih' zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geiftes Kraft und Licht. 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erlösung aus der Todesnoth, Vergebung aller Sünder Gewissensruh', zur Beßrung Kraft, das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von dieser großen Güte. Wie viel hast du an mich gewandt! o stårke mein Gemüthe zum gläubigen Vertrau'n auf dich, daß ich, so lang' ich lebe, mich an deine Gnade halte. 4. Sch fühle, Herr, voll Reu' und Schmerz, die Last von meinen Súnden. Laß mein vor dir gebeugtes Herz den großen Trost empfinden, daß du, aus Gottes Vaterhuld, auch mir Vergebung meiner Schuld auf Buße hast erworben. 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen, Er stärke mich mit neuer Kraft auf allen meinen Wegen nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. 6. Die Liebe, die du mir erzeigt, ist gar nicht zu ermessen. D, mache felbst mein Herz geneigt, fie nimmer zu vergessen! daß ich aus ächter Gegentreu dir bis zum Tod ergeben sey, und dir zur Ehre lebe. 7. Laß deines Lebens großen Zweck mir stets vor Augen stehen. Råum' alle Hindernisse weg, die eb'ne Bahn zu gehen, die mir dein heilig Vorbild wen't, und die einst den erlös'ten Geift zu deiner Freude führet. 8. 3um ew'gen Leben hast du dich für mich dahin gegeben. Dein Abendmaht erwecke mich, mit Ernst dar nach zu streben. Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt; so sey dein Tod mein Leben! 2. Es werde, Herr! für mein Gewissen dein Abendmahl ein Unterpfand, mir sey an dein versöhnend Büßen ein selig Antheil zuerkannt! so freuet meine Seele sich an deinem Heil und lobet dich. 3. Bewundernd denk' ich an die Liebe, damit du unser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! o gieb von deinem Todesschmerz heut' neuen Eindruck in mein Herz! 4. Laß mich mit Ernst die Sünde scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst! durch schröden mißbrauch nie entweihen, was du so theuer mir er: warbst. Nie führe mich zur Sicherheit der Trost, den mir dein Tod verleiht. 5. Ich übergebe mich auf's neue, o du," mein Herr und Gott! an dich. Ich schwöre dir bestånd'ge Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich: d'rum bin ich dein. 6. Nie will ich mich vor Spöttern schämen des Dienstes, den man dir erweis't; mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Gewissen fündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr, gesinnt zu seyn. 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und wenn er straucheind was versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben. Nie komm' es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast. 8. Es stårke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Lebensfürst! den Völkern sichtbar zeigen wirst. Nach der Communion. 9. Hier liege ich zu deinen Füßen mit Dank und Lob, Gebet und Flehn. Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. - Las neue Gnade auf mich fließen! mein Heiland, laß es doch geschehn, daß mir zur Stärkung meiner Freu' dein Abendmahl gesegnet sey. Neue Mel. od. Wer nur den lieben. 234. N un, habe Dank für deine Liebe, du großer Mittler Jesu Christ! gieb, daß ich dich nicht mehr betrübe, der du für mich gestorben bist. Laß deines Leidens Ungit und Pein mir immerbar vor Augen seyn. 2. Wie kann ich dich genug erheben? ich, der ich Fluch und Tod verdient, ich soll nicht sterben, sondern eben, weil du mich selbst mit Gott versühnt. Uch! du sein Sohn, du starbst für mich! Wie preis ich, Herr, wie preif ich dich? 3. Heil mir! mir ward das Brot gebrochen, ich tranf, Herr, deines Bundes Wein! voli Freude hab' ich dir versprochen, dir, treuster Jesu, treu zu seyn. Ich schwör' es nun noch einmal dir; schenk du nur deine Gnade mir! 18) Nach der Melodie des 72. Lieds. 235. ott, ott, deine Gnad' ist unser Leben! fie fchafft uns Heil und Seelenruh'. Dein ist's, die Sünden zu vergeben, und willig ist dein Herz dazu. Dem dir verschuldeten Geschlecht schenkst du zum Leben neues Recht. 2. Uns, uns Verlerne zu erretten, gabst du für uns selbst deinen Sohn. 129 4. Laß stets mich dankbar, Herr, ermessen, was du für mich gelitten hast, und deine Liebe nie vergessen, die so viel Segen in sich faßt. Laß meinen Glauben thätig seyn, und mir zum Guten Kraft verleihn. 5. Im Streite hilf mir überwinden, und stärke mich zu meiner Pflicht, bes wahre mich vor neuen Sünden; verlaß mich in Versuchung nicht, und dein für mich vergoßnes tut schenk' mir im Todeskampfe Much. 6. Und euch, ihr seines Leibes Glieder, die Jesu Heil wie mich erfreut, euch lieb' ich stets als seine Brüder, als Erben seiner Herrlichkeit. Wir haben einen Herrn und Gott; uns ſpeis't und tránkt ein Wein, ein Brot. 7. Wie jetzt in unsers Heilands Namen sein Volk vor ihm versammelt war, so kommen wir noch einft zusammen vor ihm, mit seiner Engel Schaar, und preisen, als sein Eigenthum, dann ewig seines Namens Ruhm. einen, die ihr ihn ewiglich erhöht, 8. Hier will ich mich mit euch ver= und, wenn er einst uns wird erscheinen im Glanze seiner Majestát, dann geh' ich im Triumph mit euch, ihr Auserwählten, in sein Reich. 9. So soll denn weder Spott noch leiden, noch Ehre, Freud' und Lust der Welt mich, Herr, von deiner Liebe scheiden, die selbst im Tode mich erhälf. Du bist und bleibest ewig mein, o laß mich deiner würdig seyn. Von der Vergebung der Sünden. Er litt, damit wir Friede hätten für uns den Tod, der Sünde Lohn. Gott, wie hast du uns geliebt! welch ein Erbarmen ausgeübt! 3. Dank! ewig Dank sey deiner Treue, die niemand g'nug erheben kann! nun nimmst du jede wahre Reue mit Baterhuld noch gnädig an. Wohl dem! der sich zu dir bekehrt, und gläubig seinen Mittler ehrt. 9 130 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 4. Den, Herr, befreist du von den zu dir! Gott, du fichest mein VerPlagen, die dem Gewissen furchtbar trauen. Sicher kann ich auf dich find; der kann getroft und freudig bauen. Deine Vatertreue ist ewig, sagen: Gott ist für mich; ich bin sein wie du selber bist. Kind; hier ist der, welcher für mich litt, und mich noch jetzt bei Gott vertritt. 3. Uch! gedenke an die Sünden meiner Jugendjahre nicht! laß mich Urmen Gnade finden, Gott, vor deinem Ungesicht. Alle Sünden, die uns reuen, willst du, Vater! ja verzeihen. S so höre dann auch mich. Meine Seele hofft auf dich. 4. Gott, ou willst des Sünders Leben; seine Seele ist dir werth. Gnádig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht umkehrt, den verwirfst du nicht. 5. Herr! wie selig ist die Seele, die sich in deiner Gnade freut. Sie klagt nicht, daß ein Glück ihr fehle: ihr Loos ist die Zufriedenheit. Und, Gott, dein Fried' ist weit mehr werth, als alles, was die Welt gewährt. 6. Dein Friede stärkt zum frohen Muthe das Herz, auch in der größten Noth; giebt Hoffnung zu dem ew'gen Gute, und macht getroft selbst auf den Tod. Wer diesen Frieden hat, genießt Lust, die des Himmels Anfang ist. 7. Laß, Bater, denn in diesem Frieden auch meine Seele freudig ruhn. Auch mir hast du dies Glück beschieden; denn auch für mich genug zu thun, ward sterbend der am Kreuz ein Fluch, der aller Menschen Sünden trug. 8. O laß mich dies im Glauben fassen, und mich mit starker 3uversicht auf deine Bundestreu verlassen. Wenn alles wankt, so wankt sie nicht. Mit Reu und Demuth such' ich dich; gieb mir den Troft: Gott ist für mich. 9. Lobsingend will ich dich erheben, mich ewig deiner Gnade freun, und deinem Dienst mein ganzes Leben in kindlichem Gehorsam weih'n. Daß, Herr, bei dir Vergebung sey, das macht in deiner Furcht mich treu. 5. Du erquickest die Elenden, deren Herz sich dir ergiebt, die sich flehend zu dir wenden, über ihre Schuld be= trübt. Freude schenket deine Güte dem geångsteten Gemüthe, welchem du die Sündentaft liebreich abgenommen hast. 6. Herr! zu was für Seligkeiten du in jener bessern Welt jeden Frommen noch willst leiten, der dir Treu' und Glauben hålt, offenbarst du allen Scelen, die zu ihrem Theil dich wäh len; deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern kund. 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott! verlaß mich nicht. Laß mich immer heilig leben, Herr, vor deinem Ungesicht. Keine schnöde Lust der Sünden müsse mich mehr überwinden! Ach! bewahr', ich bitte dich, meinen Geist, und stärke mich! Der 25. Pfalm. Der 130. Pfalm. Nach der Melodie des 82. Lieds. 236. I fehnsuchtsvoll, mein ch erhebe mein Gemüthe 237. zu deiner Gnad und Nach der Melodie des 67. Lieds. ch in tieffter verzeihe Gott, zu dir, denn ich kenne deine Güte. O wie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Lebens! fei ner harrt auf dich vergebens. Nur Verachter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. Huld. Du, milder Gott, mir Urmen meine Schuld! eröffne meinem Sehnen, o Vater! Herz und Ohr, und lasse meine Thránen uno meine Seufzer vor! 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir! daß ich nicht verirren möge, führe du mich selbst 2. Uch! sollte, wenn wir fallen, für Gnade Recht ergeh'n, so würde von uns allen der Frommste nicht bestehn. Du aber heilest gerne zera Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. 131 die Fluth, die aus den Ufern bricht, mag noch so mächtig toben. 15. Mein Schirm bist du; zu dir flieh' ich, wenn drohende Gefahren mich mit Schrecken überfallen. Du machst dich mir in der Gefahr, als meinen Retter, offenbar, und laff'st mich sicher wallen. du knirschter Seelen Pein, daß man in Ehrfurcht lerne, dir treu und dank bar seyn. 3. Ich trau' ven ganzer Seelen auf dich, du höchster Hort! wenn mich die Sünden quälen, so tröstet mich dein Wort. Nach dir nur schau ich immer, wenn mich ein Schmerze drückt, wie nach des Morgens Schimmer der müde Wächter blickt. 4. Der Saame Jacobs gründe sein Heil allein auf dich! denn, Herr, du bist gelinde, und schonst uns väterlich. Du trägst die schwachen Sünder in deiner Liebe Schooß, und machest Zions Kinder von allem Bosen los. 7. Wer nicht von Gott die Weisdheit lernt, der ist verblendet, und i entfernt sich von den wahren Freuden. Wer aber sich auf Gott verläßt, hátt seine Gnade ewig fest, auch in den schwersten Leiden. 8. Stimmt Gottes Lob, ihr Frome men, an! euch wird des Höchsten Gut' umfahn. Von allen seinen Knechten bleibt Gott der Trost, die Zuversicht. Er råchet ihre Sünden nicht. Frchlockt ihm, ihr Gerechten. Der 32. Pfalm. Mel. Kommt Her zu mir, spricht. 238. W ie selig, Gott! wie selig ist der Sünder, dem bu gnädig bist, den Todesfurcht Nach der Melodie des 16. Lieds. nicht schrek= ket! dem, weil ihn 239. Ach schone doch, o großer Menschenhüter! ach seine Schuld betrübt, dein Herz die Missethat vergiebt; den dein Erbarmen dek= fet! 2. Wer seine Sünden dir verhehlt, desf' Seele wird mit Angst gequält vom strafenden Gewissen. Die Angst verzehret seine Kraft. Der Trost, den deine Gnade fthafft, wird ihm dadurch entrissen. 6. Ich zeige, sprichst du selbst zu mir, den rechten Weg zum Heile dir; dich sell mein Auge leiten. Darum, mein Herz, verachte nicht des ew'gen Baters Unterricht. Er führt zu Šeligkeiten. 3. Darum, mein Gott, bekenn' ich dir, was deine Huld entfernt von mir, die mir bewußten Sünden. Dann, dann, mein Gott, verzeihest du, und läss'st die múde Seele Ruh' in deinem Frieden finden. 4. Die Frommen werden deine Huld und deine schonende Geduld, o Bater! ewig loben. Du liebest ihre Zuversicht; strafe nicht, barmherziger Gebieter! bestehn? Mich schreckt dein Zorn! doch ach rechne nicht! wer kann vor dir will ich zu dir gehn. 2. Ach zurne nicht! in Jesu will ich kommen: Hat er nicht, Herr, die Strafe weggenommen? Er ist am Kreuz ein Fluch für mich gemacht; zu meinem Heil rief er: Es ist vollbracht! 3. Uch rechne nicht! auf tausend muß ich schweigen. Ich will mich vor dem Gnadenzepter beugen: Laß Grad', o Herr, anstatt des Rechts ergebn; sonst kann ich nicht vor deis nem Thron bestehn! 4. Uch strafe nicht, du aller Bosheit Rácher! wo blieb' ich sonst, ich schuldiger Verbrecher! sich an den Sohn, der unsre Schulden trug, und den dein Born, als unsern Burgen, schlug. 5. Uch schone doch! ich bin zwar Asch' und Erden, ein leichtes Blatt 9* 132 Erster Theil. Von der Vergebung der Sünden. das bald zu Staub wird werden; doch| sprichst zu mir: du sollst leben! deine will ich seyn, o Herr, dein Eigen= thum: ach nimm mich auf; gedenk' an deinen Ruhm! d Schuld ist dir vergeben; sey getrost, mein lieber Sohn! komm zu meinem Gnadenthron. - 6. Nun, Herr! ich weiß, du wirst mich nicht verlassen; du wirst mich doch mit Lich' und Huld umfassen. Drum tröst' ich mich, und fasse guten Muth: es ist bezahlt; die Schuld macht Jefus gut. Nach der Melodie des 82. Lieds. 240. Shopfer aller Menschenkinder, großer Richter aller Welt! sich', hier wird ein armer Sünder, Herr, vor dein Bericht gestellt, der in Sünden ist geboren, der dein Ebenbild verloren, der mit Lastern sich befleckt, der in tiefen Schulden steckt. 7. Seht, wie sich der Abgrund schließet! seht, wie sich der Himmel freut! da das Blut des Lammes flie= set, da mich die Gerechtigkeit des Wer vellkommnen Mittlers décket. ist, der mich ferner schrecket? Wer ist, der sich an mich wagt, und ein Himmelskind verklagt? 8. Richter, der mich losgesprochen; Vater, der mich zärtlich liebt! Mittler, der, was ich verbrochen und geraubt, Gott wieder giebt! Geist, der mir den Glauben schenket, der mich in den Mittler senket! Gott der Gnaden! dir sey Ruhm, und mein Herz dein Eigenthum. 9. Laß mich nun die Sünde hassen, die das Herz mit Angst beschwert: laß mich alles unterlassen, was den neuen Frieden stort: rein'ge täglich mein Gewissen, laß mich eifrig seyn beflissen, mit Verläugnung dieser Welt das zu thun, was dir gefällt! 2. Mein erwachendes Gewissen, deine Strafgerechtigkeit, dein Geses, das ich zerrissen, nebst dem Satan, steh'n bereit, meine Seele zu verkla= gen: ich weiß nichts darauf zu sagen; denn der Zeuge giebt sich an, der geseh'n, was ich gethan. 3. Wehe mir! ich muß verderben! ich seh' nichts, als pollenpein. Fre Nach der Melodie des 7. Licds. cher Sünder, du mußt sterben! wird 241. Wie theuer, Gott! ist mein strenges Urtheil seyn. Es erzit: tert meine Seele vor des off'nen Üb: grunds Höhle; es erstarret Geist und Blut vor der ew'gen Flammen Glut. deine die alle Missethat vergiebt, sobald ein reuendes Gemüthe die Sünden, die es sonst geliebt, erkennt, verdammt, und ernstlich haßt, und Zuversicht zum Mittler fast! 4. Doch, Gottlob! die Furcht verschwindet, weil ein Bürg' ins Mittel tritt, weil sich ein Vertreter findet, der für den Verklagten bitt't. O, beglückte theure Stunden! Gottes Sohn hat seine Wunden, und sein blutig's Lósegeld meinem Richter dar gestellt. 2. D! laß mich ja nicht sicher wer den, weil du so reich an Gnade bist. Wie kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegebne Frist! gieb, daß sie mir recht wichtig sey; daß ich sie meiner Besf'rung weih'! 5. Nichter, siehe meinen Bürgen; siehe die Bezahlung an; dieser ließ für mich sich würgen, dieser hat genug gethan! der hat dein Gesek erfüllet, der hat deinen Zorn gestillet. Herr! ich glaube: steh' mir bei; sprich von Straf und Schuld mich frei! 6. Siehe mich im Staube liegen. Dwie drückt mich meine Schuld! doch dein Wort kann ja nicht trügen. Sündern gönnst du deine Huld. Du 3. 3war deine Gnade zu verdienen, sind Reu' und Beff'rung viel zu klein. Doch darf sich auch ein Mensch erkühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen hält? 4. Nic kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jesu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen ic. 183 noch beharrt, dafür er selbst ein Opfer will ich durch Uebung guter Werke beweisen. Mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen dich! sie dránge stets und leite mich! ward. 5. Drum fall' ich dir, mein Gott, zu Füßen; vergieb mir gnädig meine Schuld, und heile mein verwund't Gewissen mit Trost an deiner Vaterhuld. Ich will mit Ernst die Súnden scheu'n, und willig dir gehorsam seyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stárke durch Christum mir geschenket sey, lig meinen Wandel seyn! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst! das hassen, was du mir vergeben, das lieben, was du selber liebst. Laß Vater! mein Gewissen rein, und hei19) Von der Glückseligkeit wahrer Christen, und ihrem Trost bei der unvollkommenheit dieses Lebens. Der 1. Pfalm. Nach der Melodie des 59. Lieds. 242. Owohl dem Menſchen, der dem Rath der Frevler sich entzieht; dem Menschen, der den krummen Pfad der Uebertreter flieht. 2. Der, wo der Gottheit Spotter lacht, die fromme Seel' entfernt; sich Gottes Recht zur Freude macht, und Tag und Nacht es lernt. 3. Er grünet, wie am Bach ein Baum von seinem Segen schwillt, sich hebt, und einen weiten Raum mit feinem Gipfel füllt; 4. Er trägt, wenn seine Zeit kommt, Frucht, stets unentlaubt und grün; er tröstet den, der Schatten sucht, der Wandrer segnet ihn. 5. Das ist der Fromme! was er macht, geräth ihm, und gedeiht; Stob ist der Sünder, der sein lacht, Spreu, die der Wind zerstreut. 6. Der, der sich gegen Gott emport, besteht nicht im Gericht, in der Gemeinde, die Gott ehrt, bleibt der Verbrecher nicht. 7. Dir, Höchster, dir gefällt die Bahn, die der Gerechte geht, du schauft im Zorn den Sünder an, des Sünders Weg vergeht. Mel. des 1. Pfalms. 243. DE er Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn: wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn; so dürfen wir ihn unsern Bater nennen, und er will uns für Kinder auch erkennen. Bedürs fen wir im Kampfe Trost und Muth; so giebt ihn uns dies Wort: der Herr ist gut. 2. Der Herr ist gut, und hat mit uns Geduld; ist reich an Gnad', und will der Sünder Schuld nicht, wie er könnt', nach höchster Strenge rächen; er übersieht der Irrenden Verbrechen: Blut. Was will ich mehr zum Trost? er ist versöhnt durch seines Sohnes der Herr ist gut! 3. Der Herr ist gut, und theilt sich willig mit. Er geht uns nach und merkt auf jeden Schritt, und giebt uns gern, was wir vonnöthen haben; er schenket uns den Reichthum seiner Gaben: wo ist ein Herr, der dies an Knechten thut? Ja wohl ist dies gewiß: der Herr ist gut! 4. Der Herr ist gut! in seiner Liebe Schooß trågt er uns stets, und ist das Elend groß, so hat er Kraft 134 Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen z. bekehrt, der wird nicht, wenn er fleht, erhört. und Neigung uns zu schüßen: es kann der Geist in stillem Frieden sigen, weil unter seinem Schus man sicher ruht, und sich an ihm ergößt. Der Herr ist gut! led 4. Die Frevler mögen nicht bestehen! du hassest jeden falschen Geist, der sich aus deinem Joche reißt, und sich erfrecht, dich, Gott, zu schmåhen; dein strenges heiliges Gericht, verschont der frechen Lügner nicht. W 5. Der Herr ist gut! wer dies im Glauben schmeckt, dem wird erst recht, was Freiheit sey, entdeckt; er wird aus seinem Dienste nimmer gehen, vielmehr darin mit Lust und Freude stehen: nichts ist umsonst, was hier der Glaube thut, der immer besser sieht: d er Herr ist gut. 5. Ich aber, Gott, durch deine Güte erquickt, ich aber lobe dich! in deinen Tempel eile ich, o Gott, mit dankendem Gemüthe! anbetend fall' ich vor dir hin, ich, der ich durch dich selig bin. 6. Der Herr ist gut! er fiehet huldreich an Dienst, den 6. Du kannst, du wirst mich ferner man ihm leisten kann, giebt Gnaden- leiten, nach deiner großen Gütigkeit, lohn den Knechten, die ihn lieben; die gern erlös't und gern erfreut: du kein Wassertrunk ist unvergolten blie- wirst mir meinen Weg bereiten; und ben; er giebt dafür die ganze Se= wer, wenn du, Herr, bei mir bist, gensfluth: und so bleibt ewig wahr: der Herr ist gut! wer ist, der meiner mächtig ist? 7. Benn meine Feinde vor mir heucheln, wenn sie nach meinem Unfall sehn, uno immer meiner Tugend schmähn, und mir mit Schlangenzungen schmeicheln, so bin ich noch nicht ganz verzagt; noch hörst du's, wenn mein Herz dir's flagt. 8. Erfreue, Gott! die dir vertrauen, und eile, wenn sie zu dir schrein, mit deiner Hülfe zu erfreun, die, die auf deinen Namen bauen; sey ihren Feinden, Herr! zu Trug, stets der verlass'nen Frommen Schuß. En Der 5. Psalm. Neue Mel. oder nach dem 58. Pfalm. 244. 3 ernimm, Gott! vernimm mein Flehen; verachte meine Bitte nicht! laß, laß mich, Herr, dein Ungesicht, mein König, Nach der Mel. des 90. Pfalms. deine Hülfe sehen! Ich flehe Tag 245. Mein Salomo! dein und Nacht zu dir, mein Gott, freundliches Regieren stillt alles Weh, das meinen Geist beschweret; wenn sich zu dir mein blobes Herze kehret; so kann ich bald von dir Erquickung spüren. Dein Gnadenhlid ermuntert meinen Sinn, und hilf, und sey gnádig mir! 2. Ich will auf dein Gebot aufmerken; ganz heilig will ich vor dir seyn! ach mach, mein Gott, mich selber rein! du hast an allen guten Werken ein innig's Wohlgefallen, Herr, d'rum heilige mich, Heiligster! 3. Gott, dir mißfällt der Gráu'l der Sünden! wer bos ist, bleibet nicht vor dir! wer dich beleidigt für und für, der kann vor dir nicht Gnade finden; wer sich zu dir, Herr, nicht Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 135 Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend zu, versüßet uns des Lebens Ruh', und stärkt uns in Gefahren. nimmt die Furcht und Unruh' von mir hin. 2. Gewiß, mein Freund giebt solche edle Gaben, die alle Welt mir nicht verschaffen konnte: was ist's, womit sie ihre Diener lohnte? Es kann ja nicht die müden Seelen, laben; mein Jesus kann's, er thut's im Ueberfluß, wenn alle Welt zurückestehen muß. 3. O bester Freund, du tröstest ein Gemüthe, das Gutes will, und Böses in sich findet, und betend deine Kraft gar bald empfindet! es schmecket deine wunderbare Güte, die alle Angst, die Nach der Melodie des 35, Lieds. alle Noth verschlingt und unsern Geist 247. Wie groß ist unfre Ses zur sanften Ruhe o schon 4. Es müsse dann mein Herz nur Christum schauen; schein' unverhüllt, o Sonn', aus jener Höhe! daß ich das Licht in deinem Lichte sche, und könne schlechterdings der Gnade trauen. Kein Fehler sey so groß, so schwer in mir, der mich von solchem Blick der Liebe führ'. 5. Wenn meine Schwachheit mich darnieder schläget, und fast den Geist der Kindschaft in mir dåmpfet, so daß mit Zweifel noch mein Glaube kämpfet, und dieser Streit mir neue Angst erreget: so laß mich bald dein huldreich Untlig sehn, und neue Kraft und Zuversicht entstehn. 6. So ruh' ich nun, mein Freund, in deinen Urmen; du läsfest deine Huld mich tröstlich schmecken. Von dir geschügt, kann mich nichts mehr erschrecken, mein 3oar ist dein ewiges Erbarmen. Mein Geist ist still, da du ihm alles bist, und deine Gunst mein frohes Herz genießt. 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an bein göttlich Wort, um deines Namens willen! laß ihn mein Licht auf Erden seyn, ihn täglich mehr mein Herz erneu'n, und mich mit Trost erfüllen! Gnad' und Christi Blut; ich hoff' ein ewig Leben. Du bist ein Vater, der verzeiht, haft mir das Recht zur Seligkeit durch deinen Sohn gegeben. 2. Herr! welch ein uraussprechlich Heil, an dir, an deiner Gnade. Theit, Theil an dem Himmel haben! im in der Prüfungszeit, selbst unter viel Beschwerden, wenn unser Herz sich dir ergiebt, und treu in Jesu Dienst sich übt! wie groß wird sie cinst werden, wenn sich herrlich jenes Leben wird erheben, wo man Freuden erndtet von der Saat der Leiden! Nach der Melodie des 238. Lieds. Ich hoff', o 246. Jestem muth auf deine der Gnade, die uns wiederfährt, vermit Es bleibet borgen hier auf Erden. Doch, wenn dereinst vor aller Welt, Er, unser Haupt, Gerichtstag hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, und mit Ehren für sein treues Volk erklären. 2. O, wie erhaben ist das Recht, das du mir giebest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! bei dir ist unser Vaterland, und wer will deiner starken Hand, Almacht'ger! uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilfft du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schulden zu, schenkst unsern Seelen wahre Ruh' und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir sein erkauftes Eigenthum, und Schafe seiner Weide. Gutes Muthes sind auf Erden in Beschwerden, unfre Seelen. Herr, was kann bei dir uns fehlen? 136 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 5. Wie glücklich, Gott, sind Christen dann! wie viel hast du an uns gethan! o laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit! so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gieb den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und das Leben ganz zu Jesu Dienst zu geben. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden. Auf deinen Tod bin ich getauft, wer will mich von dir scheiden? Du zeichnest mich in deine Hand; Herr, du bist mir, ich dir bekannt. Mein sind des Himmels Freuden. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! empfinde sie, o Seele! vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! der Erde nur des Gerechten Ruhm besteht durch alle Ewigkeiten. Nach der Melodie des 119. Lieds. Rch 248. wen mein Glaub' sich hält. Kein Feind soll mir ihn rauben! 21s Bürger einer bessern Welt, leb' ich hier nur im Glauben. Dort schau' ich, was ich hier geglaubt. Wer ist, der mir mein Erbtheil raubt? Es ruht in Jeſu Hånden. 2. Mein Leben ist ein kurzer Streit. Lang ist der Tag des Sieges. Ich kámpfe für die Ewigkeit. Erwünschter Lohn des Krieges! Der du für mich den Tod geschmeckt; durch deinen Schild werd' ich bedeckt: was kann mir denn nun schaden? 3. D Herr! du bist mein ganzer Ruhm, mein Trost in diesem Leben, in jener Welt mein Eigenthum; du hast dich mir gegeben. Von fern lacht mir mein Kleinod zu; d'rum eile ich ihm freudig zu. Du reichst mir meine Krone. 4. Herr! lenke meines Geistes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel. Die Welt mit ihrer Herrlichkeit vergeht, und währt nur kurze Zeit. Im Himmel sey mein Wandel! 5. Jegt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was jene beßre Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, und mein Erlösungstag erscheint, dann werd' ich's froh empfinden. 6. Im Dunkeln seh' ich hier mein Heil; dort ist mein Untlig heiter. Hier ist die Schwachheit noch mein Theil; dort ist sie es nicht weiter. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt; dort wird er sichtbar, wenn dein Bild mich, Gott, vollkommen schmücket. Der 112. Pfalm. Nach der Melodie des 55. Lieds. 249. Preis, Preis fey Gott! und und Heil und Segen sey dem, der Gott ehrt und auf seinen Wegen einhergeht und sich freuet, seinen Willen stets zu erfüllen! 2. Er ist beglückt, und mächtig wird auf Erden der Saame derer, die Gott fürchten, werden. Der Herr läßt ihr Geschlecht, sie zu belohnen, im Guten wohnen. 3. Mit Reichthum wird der Herr sie überschütten; sein Ueberfluß erfüllet ihre Hütten; die fernste Nachwelt wird ihr frommes Leben mit Luft erheben. 4. In grauenvollen lichtberaubten Nächten umstrahlet Gottes Schimmer den Gerechten, den Milden! den, deß sich die Armen freuen, und den Getreuen! 5. Beglückt ist, wer Bedrängte gern erfreuet; wer seinem Nächsten willig bilft und leihet; gerecht und eifrig, der verfolgten Armen sich zu erbarmen. 6. Heil ihm, daß er sie zu vers treten eilet, und seinen Ueberfluß mit ihnen theilet! sein Heil ist ewig; sein wird nie auf Erden vergessen werden. 7. Es mogen Boten des Verders bens kommen, und doch verzaget nicht das Herz des Frommen. Er hofft und traut mit freudigem Gemüthe auf Gottes Güte. Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 137 8. Er ist getrost, und seine Seele, Licbe, stárker als der Tod! Herr! und gittert vor keinen Plagen, ruhig, uner- ich, ich sollte mich deiner Huld nicht schüttert; mit Luft wird er an denen, dankbar freuen? dir mein Herz nicht die ihn schmähen, gerächt sich sehen. weihen? 9. Er streuet aus, erquicket voll Erbarmen die Hungrigen, und tröstet gern die Armen! die fernste Nachwelt wird sein edles Leben mit Lust erheben. 7. Würdig dir zu leben, dies sey mein Bestreben ,, meine Lust und Pflicht! was die Welt vergnüget, o mein Heil, das g'nüget meiner Seele nicht. Hab' ich dich: wie gern will ich, das, wornach die Heiden trachten, reich in dir, verachten! 10. Der Frevler wird sein Horn erhöhet sehen, unmuthig zúrnen, knirschen und vergehen; denn was der Frevler Wünsche sich erkoren, das ist verloren. - Nach der Melodie des 89. Lieds. 250, Mie getroft und heiter, du Gebenedeiter, machst du meinen Geist! der du, die dir trauen, führst zu grünen Auen, und so gern erfreust! niemals wird bei dir, o Hirt und Beruhiger der Seclen, mir Erquickung fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu' ich mich, zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher, du, mein Seligmacher, rüstest mich mit Muth. Wenn die Welt erbebt und fällt, wenn Gericht und Hölle schrecken, willst du mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gråber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm er= dein mag eines Freviers Herz erschüttern: was 251. W wissen habe, so hab We Nach der Melodie des 42. Lieds. ich Ge= ich große Seligkeit: es ist des Himmets beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit. In Freud' und Leiden giebt es hier die wahre Ruh' der Seele mir. brauch' ich zu zittern? 4. Auch in mir ist Sünde: doch ich überwinde sie, mein Hort, durch dich. Sink' ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder, du begnadigst mich. Deine Huld tilgt meine Schuld, nie entziehst du deinem Knechte der Erlös'ten Rechte. 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, und mich ewig sein, daß ich hier am Grabe Trost und Hoffnung habe: dank' ich dir allein. Daß dein Geist mich unterweist und mich führt auf deinem Pfade, das ist deine Gnade. 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werde durch Zufriedenheit? Sind nicht auch die Ehren, die die Welt bethören, Traum und Eitelkeit?. Du erfreust des Menschen Geist, Herr, du willst, die dich verchren, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden. Und was hoff' ich dort? unbegränzte Zeiten voller Seligkeiten hoff' ich auf dein Wort. Sie sind mein durch dich allein. Bleib' ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 10. Boll von deiner Güte frohlockt mein Gemüthe, Gott, mein Heiland, dir. Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! laß mich so beherzt und froh einst durchs Thal des Todes dringen, dort dein Lob zu singen. 6. Der du Blut und Leben hin für mich gegeben; daß in meiner Noth ich nicht hülflos bliebe: groß ist deine 2. Ich bebe nicht, wenn Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz giebt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getrost wag' ich's, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubens Freudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen giebt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 138 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 4. Mit Muth trag' ich des Lebens Leiden, Verfolgung, Låst'rung, Schmach und Hohn: denn des Gewissens inn're Freuden sind süßer als der Welt ihr Lohn: und was kann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn? 4. In stiller Nacht wein' ich oft, Herr, hinauf zu deiner Höhe. Mein schwaches Herz seufzt freudenteer, wenn ich den Morgen sehe. Ein Blick gen Himmel tröstet mich, und meine Thränen stillen einst ganz in jenem Leben. 5. Die Fröhlichkeit in meinem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht: sie ist mein Labsal in den Schmerzen, und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getrost, wenn eine Welt, erzittert und in Trümmern fällt. 6. Ich eile mit geseştem Schritte des Lebens legter Stunde zu: denn der verfall'nen Leibeshütte zeigt sich im Grabe sanfte Ruh', indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. Nach der Melodie des 6. Lieds. 252. Sin in Pilger bin ich in der Welt, und kurz find meine Tage: so manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, deine Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stárkt mich selbst im Leiden. 2. Jetzt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt meine bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! wer merkt, wie oft er fehle? Doch einst werd' ich vollkommen rein, ganz heilig und ganz selig seyn. Dies tròftet meine Seele. 5. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage; wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so mildert mir die Ewigkeit das kurze Elend dieser Zeit, daß nicht mein Herz verzage. 3. Bor meinen Augen wandeln die, die dich, o Jesu, schmähen: ihr freches Herz bethöret sie, daß sie dein Heil nicht sehen. Einft bebt der Spotter, Herr! vor dir; wenn du als Richter kommst, und wir frohlockend dich erheben. 6. Wenn einst, der jetzt von ferne dráut, der Tod mir näher winket; wenn, nach der Arbeit dieser Zeit, mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, die alles übersteiget. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Heiland giebt mir Troft und Muth, ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut! er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. Seele! darum sey beflissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und bu mein 253. W du denn o was könnt' ich ohne dich? 7. Herr! diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen. Mich stärke deine Ewigkeit bei meinet Wallfahrt Schmerzen. Sie sey in meinem Tod mein Heil, und einst mein längst gewünschtes Theil, wenn ich vom Tod' erwache! Mel. des 4. Psalms. ie wohl ist, Jesu, meiner Seelen! In deiner E Liebe find' ich Ruh'. Nichts läss'st du deinem Freunde fehlen; will irgend eine Noth mich quálen, so eil ich einen Urmen zu. Mein Herz muß mir bald leichter were den, erquickt an deiner treuen Brust. Es weichen Sorgen und Beschwerden, den Himmel hab' Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. 139 mich dich selbst erwählen, du selbst, mein Gott, vergnügest mich! zu dei= nem Wort gieb dein Gedeihen, laß mirs des Himmels Verschmack seyn: weg, Welt, mit allen Schmeicheleien! nichts kann, als Jesus, mich erfreuen. Oreicher Trost! mein Freund ist mein! 8 ich schon auf Erden; hier such und find' ich Ruh' und Lust. 2. Die Welt mag ihre Freundschaft preisen, und mir mit lächelndem Gesicht, so wie sie kann, viel Gut's erweisen, sie mag selbst meine Feindas irrt Mel. des 46. Pfalms. mich nicht. Ich wil mich ganz zu 254. Beglückter Stand dir gesellen; du bleibst mein Freund, wenn Freundschaft weicht, und Feinde mich zu Boden fällen. Trug sey den stärksten Unglückswellen, wenn Jeſus mir die Hände reicht! getreuer Seelen, die Gott, den Höchsten, sich erwählen zu ihrem Zweck, zu ihrem Theil, und suchen nur in Jesu Heil! glückselig, wer aus reiner Liebe, und ungefälschtem Glaubenstriebe nach seines treuen Heilands Rath die Welt und sich verläugnet hat. 2. Wer Gott hat, was wird der verlieren? Nichts, Seele, nichts! du wirst verspüren, daß er den Seinen alles ist. Wenn du nur deiner erst vergiff'st, dich ihm mit Leib und Seel' ergiebest, in seiner Liebe dich nur übest, so ist und wird dir Gott allein, Gut, Ehre, Lust und Leben seyn. 3. Droht Moses mit erzürnten Blicken mir großen Sünder Ungst und Weh; muß ich bei meines Herzens Tücken mich selbst anklagen, schüchtern blicken, so faff ich, wenn ich dich nur seh', doch Muth, du lösch'st des Zornes Flammen, du hast für mich genug gethan. Tritt alles wider mich zusammen; du bist mein Heil: wer will verdammen? du nimmst dich meiner kráftig an! 4. Führst du mich selbst auf rauhen Wegen, ich folg' und lehne mich auf dich: sie enden sich in lauter Segen, du kommst mit Troste mir entgegen, mit deiner Liete labst du mich. Ja, sollt' ich dich nicht gleich verspüren, so wart' ich deine Stunde ab: wen du, mit dir zu triumphiren, willst über Sonn' und Sterne führen, den führst du erst recht tief hinab. 5. Der Tod mag andern schrecklich scheinen, er schwächet doch nicht meinen Muth. Am Abend bleibst du bei den Deinen: in jener Nacht verlässt du keinen, deß Zuversicht auf dir beruht. Mich bringt der Tod nach allen Leiden an jenen Ort der Sicher= heit. Du rufft, wie sollt' ich nicht mit Freuden aus einer Welt voll Jammer scheiden! du rufft zur frohen Ewigkeit! 6. Wie wohl ist, Jesu! meiner Seelen, weil du mich liebst; ich trau' auf dich! mich kann Welt, Noth und Tod nicht quälen, du heißest 3. Betrogne Welt! bethörte Sünder, die ihr euch selbst, nach Art der Kinder, betrügt und eilt dem Schatten nach! wie stürzt ihr euch in Weh' und Uch! Was hat die Welt, das recht vergnüget, das nicht durch leeren Schein betrüget? Ihr tappt im Finstern ohne eicht, ihr sorgt, ihr sucht, und findet nicht. 4. O süße Lust, die der empfindet, der sich im Glauben dem verbindet, und nur zu dem das Herze lenkt, der sich uns selbst zu eigen schenkt! 140 Erster Theil.- Von der Glückseligkeit wahrer Christen zc. ungeschieden. Wie leicht wird ihm sein kurzes Lei-| als hier, Herr, bleiben wir in Liebe den! er hat den Vorschmack jener Freuden; er schaut darauf, er denkt dahin, vergisset allen Weltgewinn. 7. Du segneft mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wird's doch nicht gelingen. Mit deiner Treu' stehst du mir bei, daß ich kann fröhlich singen. 5. Laß, Jesu, mich den Vorsag faffen, die Welt und alles das zu hassen, was mich von dir nur trennen kann! 3euch mich dir nach auf deiner Bahn! laß deinen Geist mich stets regieren, und hier durch Welt und Prüfung führen zum Himmel, wo man dein genießt, und du in allem alles bist. 8. Du lásf' st mir's ewig wohlergehn. Einst werd' ich dich noch näher sehn, du Ursprung wahrer Freuden! an dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr! weiden. 9. Noch bat's kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh' ich's schon im Glauben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil. Das wird mir niemand rauben. Mel. In dich hab' ich gehoffet. 255. Ich freue mich, mein Gott, in dir. Du bist mein Trost, und was kann mir in deiner 256. M ein treuer Gott! Liebe fehlen! du, Herr, bist mein, dein gutes Werk, das in mir angefangen, muß ganz allein und ich bin dein: was mangelt durch deine Stárk' zu seinem Ziel gelangen. Soll ich, bis in den Tod getreu, in deinem Dienste bleiben, und befieiben; so stehe du mir bei, im Glauben Frucht meiner Seelen? 2. Du hast mich von der Welt er= wählt, und deinen Kindern zugezählt. Mag mich die Welt doch hassen. Du liebst mein Wohl; wirst gnadenvoll mich nimmermehr verlassen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergiebst in Christo mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du giebst mir Theil an seinem Heil. Dies tröstet meine Seele. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es auf's Beste mit mir meint. Wo find' ich deines gleichen? Du stehst mir bei und bleibst mir treu, wenn Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trost und Licht, mein Fels und Heil; drum frag' ich nicht nach Himmel und nach Erde. Herr; ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde. 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht, in dir leb' ich zufrieden. So dort, Mel. Ich ruf zu dir, Herr Jesu. #f zu treiben. 2. Herr! wie genau ist dein Gebot, wie groß ist meine Schwäche! der ich, verführt von Lust und Noth, manch guten Vorsag breche. Ich bin nicht g'nug auf meiner Hut, wenn mit geheimen Tücken mich berücken die Welt und Fleisch und Blut; wer hilft aus so viel Stricken! 3. Doch, Vater! deine Freu' und Macht, doch, Mittler! dein Ver Erster Theil. Von der Glückseligkeit wahrer Christen 2c. 141 treten, doch, Geist der Gnaden, deine Wacht, dein Trieb zum Kampf und Beten, wird alles, was mir Schaden bringt, ja selbst den weiten Rachen, jenes Drachen, der sonst so viel verschlingt, bei mir zu Schanden machen. 3. Der Gott ist unveränderlich, der mich zum Heil ersehen. Er kennet mich, er liebet mich, wer will sich uns terstehen, mich zu verderben? seine Hand wird mich und meinen Gna= denstand beständiglich bewahren. 4. Die in der Liebe redlich sind, läßt sich der Herr nicht nehmen. Mein Vater wird sein armes Kind im Hof fen nicht beschämen. Das allerkleinste Lamm läßt nicht mein treuer Hirt verschmachten, er wird achten, was mir annoch gebricht, und mir zu belfen trachten. 4. Un meiner Statt hat Jesus fich zum Bürgen hingegeben; und nicht ums sonst; er hat für mich erworben Heil und Leben. Die Sündenschuld ist abgethan, wer klaget mich nun weiter an? wer kann mich nun verdammen? Er 5. Den Glauben, den er mir geschenkt, den wird er mächtig stärken. Die Kraft, die er in mich gesenkt, wird keinen Abgang merken. wird durch seines Geistes Trieb mich Schwachen vollbereiten, gründen, leiten. Er hat mich zärtlich lieb, drum wird mein Fuß nicht gleiten. ime 6. Führt er mich selbst in Kampf und Streit, so wird er mich auch schügen, und durch Gebet und Wachsamkeit mich máchtig unterstüßen. Fall' ich, so wird er mich, sein Kind, nicht hilflos liegen lassen, und mich bassen. Ach nein, er kommt geschwind, mich bei der Hand zu fassen. 7. Er bleibet mir, ich ihm getreu: kein Tod, kein Schmerz, kein Leiden, nicht Furcht, nicht Lust, nicht Schmeichelei soll uns Berbundne scheiden! Was er zusammen hat gefügt, wird kein Beschöpfe können jemals trennen. Wohl mir, ich bin vergnügt! ich darf mich selig nennen. Nach der Melodie des 30. Liede, 257. G netrost, mein Herz, und zage nicht! laß allen Kummer fahren! weil mir mein Bundesgott verspricht, daß er mich will bewahren, in aller Trubsal, Angst und Noth, ja selbst auch endlich in dem Tod. Er kann und will mich schügen. 2. hat mich von Ewigkeit zum Eigenthum erkoren; er hat mich in der Gnadenzeit turch Wort und Geist geboren. Der Gnadenrath, der starke Grund, der ewig feste Frie: bensbund wird nimmermehr gebrochen. 5. Mit dem mein Glaube sich vers band, mein treuer Seelenretter, mein Jesus ist zur rechten Hand des Vaters mein Vertreter. Ihn aber hört Gott allezeit; wie könnt er nach Gerechtigkeit mich denn verderben lassen? 6. Ich bins, auf den sein Auge sieht: follt' er mich nicht regieren? Er ist mein Haupt; ich bin sein Glied: sollt' er mich denn verlieren? ich bin das Schaf; er ist der Hirt, der mich allmächtig schüßen wird: wer will mich ihm denn rauben? 7. Mein Erbtheil ist die Seligkeit, die Jesus mir verheißen, die er vers dient, die er bereit't: wer will sie mir entreißen? Dazu hat er mir seinen Geist, der Lehrer und auch Beistand heißt, zum Unterpfand gegeben. 8. Und dieser Geist soll ewiglich, sagt Christus, bei mir bleiben. Er stärket und versiegelt mich, nichts kann ihn von mir treiben. Durch ihn ges nieß' ich allbereit den Vorschmack jener Seligkeit, die ich ererben werde. 9. Laß mich doch diesen Geist nur nicht durch Sünd', o Herr, betrü ben! gieb, daß ich mog' bei seinem Licht mich stets im Glauben üben! ach, mache mich je mehr und mehr bequem zu deines Namens Ehr', bis ich dich dorten lobe! Nach der Melodie des 30. Lieds. 258. ch bin ein Christ: Gott ist mein Freund! in dieser hohen Würde steh' ich und fürchte keinen Feind, und lache jeder Bürde. Der Rang erfüllt mit Muth und Kraft mein Herz in dieser Pilgrime schaft des Lebens und der Leiden. 142 2. Mein Glaube steht und wanket nicht; er ist zu fest gegründet. Er stuget sich voll Zuversicht auf Jesum Christ, und findet bei ihm allzeit Trost, Heil und Ruh'; er eignet sein Verdienst sich zu und troget Welt und Hölle. Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, wird - 3. Sollt' ich um Hoffarth, Eitelkeit und Güter dieser Erden, aus Wolluft oder Sicherheit Ser Tugend untreu werden? Nein, auf die Sünde folgt der Tod: allein die Tugend segnet Gott mit Leben und mit Friede. 14. Was sind die Leiden dieser Zeit mir gegen jene Kronen, womit Gott in der Herrlichkeit die Frommen will belohnen? was dieses Lebens kurze Frist, Gott, gegen das, was ewig ist? sollt' ich nicht muthig kämpfen 5. Ich fürchte nicht des Todes Macht mit allen seinen Schrecken. Gott will mich aus des Grabes Nacht zum gros sen Tag erwecken; ich fürchte nicht der Höllen Glut, erkauft durch des Erlófers Blut zum Eigenthum und Erbe. 2015 Der 23. Pfalm. Neue Mel. od. nach der Mel. des Psalms. 259. D er Herr, pirt, behütet mich in Gnaden; mein 20) Vom Tode der Auferstehung 20) Nach der Melodie des 67. Lieds. 260. Ge ern will ich mich ergeben, dich zu verlassen, Welt. Ich geh' zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was war's, das mich betrübte? dort schau' ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh' ich ihn geseh'n. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her, beladne Herzen, zu mir, und findet Ruh'. Dies Wort aus deinem Mund laß, Herr, mich zu erfreu'n, mir mangelt nichts und niemand darf mir schaden. Er weidet mich, wo sanfte Wasser fließen, und låsſet mich der stillen Ruh genießen: wie wohl ist mir bei seiner treuen Pflege! er führet mich stets auf die besten Wege. 2. Drum, sollt' ich gleich in finstern Grauen doch befallen, du, Höchster, Tiefen wallen, so würde mich kein bist mit deinem Stab und Stecken mein sichrer Trost vor allen Todes= schrecken. Noch mehr, du willst, daß ich an deinem Tische im Angesicht der Feinde mich erfrische. 3. Du salbst mein Haupt mit deinem Freudenóle: dein voller Kelch erquicket meine Seele. Mir folgt dein Heil auf meinem Lebenspfade zu jeder Zeit, mir folget deine Gnade. Ich werde stets, Gott wird es mir vergönnen! in seinem Heiligthume bleiben können. Gläubigen, und der der Todten. in meiner letzten Stunde mir Geist und Leben seyn. 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangst, und wie du, Ueberwinder, allmächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegsgedanke: wo ist dein Stachel, Tod? stárk' mich, daß ich nicht wanke in meiner Todesnoth; so ist, obgleich ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin ( mg und der Auferstehung der Todten. des Himmels Erbe: dein Wort sagt, daß ich's bin. 5. Du schreibst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut kann nicht vergebens für mich vergoffen seyn. Dir trauet meine Seele, dich lobt, was in mir ist, Erlöser meiner Seele! der du die Liebe bist. 2. Wenn nun auch unser Ende kommt, und deine Hand das Leben Hemmt, dann hilf uns in der Todesnoth, Herr, unser Gott, ein sanfter Schlaf werd' uns der Tod. Nach der Melodie des 86, Lieds. 2. Herr, du weißt's! Du hast die Tage meines Lebenslaufs gezählt. Ihre 261. Dein find wir, Gott, in Freuden, ihre Plage sah dein Auge, deiner Hand steht unsre Zeit. Du hast der ganzen Menschenschaar ihr Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. das noch als auf Erden mich ließ'st einen Pilgrim werden. Da schon schriebst du meinen Tod auf dein Buch, o weiser Gott. 3. Nimm nach vollbrachtem Lebenslauf in deine ew'ge Ruh' uns auf. Verwirf, wenn unser Herz uns bricht, verwirf uns nicht, Herr, Herr, von deinem Angesicht! 4. Drückt uns dann noch der Krankheit Schmerz, so starke das beklemmte Herz, daß es, auch in der Schmerzenswuth, mit starkem Muth in dei ner weisen Fügung ruht. 5. Gieb Hoffnung zu der ew'gen Rul! In unsern Herzen wirke du, Geist Gottes, daß wir glaubend trau'n, und ohne Grau'n hin in die Nacht des Todes schau'n. 6. Hilf unsrer Schwachheit. Geist des Herrn! Zeig' uns den Himmel dann von fern; laß uns, wenn wir zum Vater flehn, getröstet sehn, wie der uns liebt, zu dem wir gehn. 7. Uch, Gnad' ergehe dann für Recht, denn von dem menschlichen Geschlecht ist auch der Heiligste nicht rein. Wer kann je dein, Gott, ohne deine Gnade seyn? 143 8. O sey uns dann nicht fürchter lich, erbarme, Vater, unser dich! Wenn unser Auge sterbend bricht, Leit uns dein Licht! so fehlt uns Troft im Tode nicht. Nach der Melodie des 82. Lieds. 262. Noch bin ich dein Gast, o Erde! Gott mehrt meiner Tage Zahl! daß ich reif zum Himmel werde, prüft er mich, läßt mir die Wahl, Boses oder Gut's zu wählen. Doch werd' ich viel Jahre zählen? oder ruft ein naher Tod mich zu banger Sterbensnoth? 3. Einst, wenn es dein Wille fodert, wird mein reger Leib zu Staub, und das Feu'r, das in mir lodert, wird des kalten Todes Raub. So, wie Frühlingsblumen welken, wird mein Leben auch verwelken; Kraft und Odem nehmen ab, und den Leichnam nimmt das Grab. 4. Nimm ihn hin zu deinem Staube, Grab, verwandle ihn in Erd'. Dennoch triumphirt mein Glaube; denn mein Leib wird einst verklärt. Des verwes'ten Körpers Trümmer bleiben wahrlich nicht auf immer der Vermod'rung schnöder Raub. Neu befeelt wird einst mein Staub. 5. Durch dein schöpfrisch Wort: Es werde! rufst du, Herr, in mein Gebein neues Leben; nicht mehr Erde wird als= dann mein Körper seyn. Zu den himm= lischen Geschäften, schmückst du ihn mit neuen Kräften; und von Schwäch' und Sterblichkeit wird er ewig dann befreit. 6. Hor', o Seele, einst mit Freuden jenen Ruf: das Grab ist da! denn das Ende deiner Leiden ist mit Tod bezwungen, hat das Leben dir ihm zugleich dir nah. Der, der deinen errungen. Durch den Weg der Sterblichkeit führt er dich zur Ewigkeit. 7. Stärke mich auf diese Stunde, Jeju, der du für mich starbst, und an Gottes Gnadenbunde ewig Untheil mir ers warbst. Laß mich Žod und Grab nicht scheuen; laß vielmehr mich darauf freuen. Denn nach treu vollbrachtem Lauf nimmst du mich zum Himmel auf. Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, der Fluch der Sünde nieder. Doch du, o Herr, erleichterst mir dies Joch; 263. Si in dir, glaubt Nach der Melodie des 47. Lieds. Gott, sind die, friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und sich deiner größten Gabe, eines ew'gen Lebens, freun. Möchten wir es auch schon seyn! und erhebt sich wieder. Jesus Christus, laß mich streben, dir zu leben, dir zu sterben, und dein Himmelreich zu erben. 2. Doch du willst's, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des Lebens Kron' erstritten. Endlich aber führt der Tod uns auch hin zu dir, o Gott! 13. Sesus selber lebte hier vormals auch in Pilgerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, hat er auf der Erd' erlitten. Laßt uns gläubig auf ihn sehn, und durch ihn im Kampf bestehn. 144 - 4. Was ist diese Lebenszeit? Uch, nur eine kurze Stunde, gegen jene Ewigkeit. Gleichwohl kommt auf diese Stunde, die Gott noch verkürzen kann, unser ew'ges Schicksal an. 5. Gieb uns Weisheit, Herr, und Kraft, diese Stunde wohl zu núßen, und beim Schluß der Pilgrimschaft wollest du uns unterstügen, daß wir freudig auf dich sehn, und getrost zum Tode gehn. 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der bessern Welt, laß uns, wenn wir sterben, schmecken! floß uns Muth und Ruhe ein, selbst im Tode frch zu seyn. 7. Wenn wir, um einst auch zu ruhn, zu den Todten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefst du einst: es ist vollbracht! 40 3. Verachte denn des Todes Grau'n, mein Geist, er ist ein Weg zum Schau'n in jenem bessern Leben. Er sey dir nicht mehr fürchterlich; zum Allerheiligsten wird dich der Herr das durch erheben. Hier wird dein Hirt nach den Thránen, nach dem Sehnen, dich Erlösten völlig und auf immer trösten. 4. Herr, Herr! ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgiebt mich ihre Nacht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein Lob dir ausgestammelt. Mach' mich fertig! ich befehle meine Seele deinen Händen: Laß mich meinen Lauf gut enden! 5. Vielleicht sind meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit, so sey mein Leben dir geweiht, bis einst mein Leib zertrümmert. Hilf mir, Herr, dir ganz mein Leben zu ergeben, daß ich droben dich unendlich könne loben. 6. Wie wird mir dann, mein Heis land, seyn, wenn ich mich deiner ganz erfreu'n, dich dort anbeten werde? Dann bin ich frei von Sünd' und Leid, ein Mitgenoff' der Herrlichkeit, nicht mehr ein Mensch von Erde. Preis dir! daß mir durch dein Leiden jene Freuden offen stehen. Ewig will Nach der Melodie des 35. Lieds. 264. Wie wird mir dann, mein ich dich erhöhen! Heiland, seyn, wenn ich, mich deiner ganz zu freu'n, in dir entschlafen werde? Dánn, Seele, wirst du, ganz befreit von Sunde und von Sterblichkeit, entflichen dieser Erde. Freu' dich innig! stárke, tröste dich, Erlös'te, mit dem Leben, das dir dann bein Gott wird geben. 2. Ich freue mich, und bebe doch; so drückt mich meines Elends Joch, Mel. des 103. Psalms. 265. M W ie komm' ich doch Du mein Heil, zu dir hinüber? s bist mir ja, mein höchstes Gut! ng und der Auferstehung der Todten. 145 gieb mir hier die Lebensfrucht zu viel lieber, als diese Welt, woher schmecken, damit ich kann in deiner Liebe rub'n. kommt denn die Qual, daß mich Mel. Nun laßt uns den Leib begraben. des Tod's Erinnerung erschrecket 266. B BE Wie kommt's, daß dem, den deine Huld bedecket, doch grauet vor dem finstern Todesthal. 2. Mit Dank muß ich von deiner Bute sagen, wie du mich durch die Wüste durchgetragen, und meine Seel' mit vielem Trost erquickt: ich weiß, wie manche Noth mir kam zu Handen, doch weiß ich auch, wie du mir beigestanden, daß mich die Last der Trubsal nicht erdrückt. 3. Nun aber will die Furcht den Glauben schwächen in mir, da ich durch diesen Jordan brechen, und durch den Tod in Canan gehen soll: ach, führe mich hindurch, o mein Erretter! mit starker Hand reiß mich aus Sturm und Better, das auf mich fällt, und macht mich schreckensvell. 4. Dein Licht und Wahrheit, so mich durchgeführet durch diese Wüst', und nie den Glanz verlieret, das bleibe mir in Todesfinsterniß: geh' auf, o Sonn', mit deiner Kraft zu heilen, laß deinen Trost die finstre Wolk' vertheilen, und mache mich doch deiner Huld gewiß. 5. Du bist mein Fels: die Wunden sind die Höhlen, dahin ich flieh', was kann ich sonst erwählen, wenn mir der Tod das matte Herz zerbricht? Muß ich allhier im finstern Thale wandern, treibt Todesnoth von einem Ort zum andern; so komm' ich doch aus deinen Wunden nicht. 6. D Gott! du bist's, der aus dem Tod erhebet, du hilfest dem, der nur an dir fest klebet; ich bin's, ich hoff', du wirst es ferner thun. 3um Leben wirst du mich hernach erwecken, so egrabt den Leib in feine Gruft, bis ihm des Richters Stimme ruft! wir såen ihn; einst blüht er auf, und steigt verklärt F zu Gott hinauf. 2. Uus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub, und wird's nun mehr; er liegt, er schläft, vers west, erwacht dereinst aus dieser Todesnacht. 3. Des Frommen Ceele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. 4. Hier hat ihn Trubsal oft ges drückt; nun wird er, Gott, von dir erquicét; hier wartbelt' er im finstern Thal; nun ist er frei von Schmerz und Qual. 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab! was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit. 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh'! wir geh'n nach unsern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit mit Freud' und Zittern uns bereit. od stare uns in unser legten Noth! 7. Uch, Jesus Christ, dein bittrer laß unsre ganze Seele dein, und freus dig unser Ende seyn. Mel. Was Gott thut, das ist woblg. 267. Ich freue mich der Jet frohen Zeit, da ich werd' aufers 10 146 Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen, stehen. Dann werd' ich in der Herrlichkeit, dich, Gott, mein Heiland sehen. Dann werd' auch ich, o Herr, durch dich, in's Reich verklárter Frommen als Mitglied aufgenommen. 2. Ja, Herr, du führst sie einst heran, die Stunde der Erlösung; die Stunde, da ich hoffen kann, Trost, Freiheit und Genesung; da, Engeln gleich, im Himmelreich mich Ruhe, Lust und Leben in Ewigkeit umgeben. 3. Der du die Auferstehung bist, du bist's, an den ich glaube! Ich weiß, daß ich durch dich, Herr Christ, im Tode nicht verbleibe. Und dein Gericht wird mich dann nicht mit Trubsal, Ungst und Schrecken, so, wie die Heuchler, decken. 4. Ich hoffe dann mit Freudigkeit vor dir, mein Haupt, zu stehen, und mit dir in die Herrlichkeit frohlockend einzugehen. D, hilf mir doch aus Gnaden noch, zum Glück ber Ewigkeiten mich würdig zu bereiten. Todes ganz bezwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt; fein Sieg ist mein. Sein foll mein ganzes Leben seyn, und ihm will ich auch sterben. 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub, er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu gebild't erheben, wenn du, o großer Lebensfürst, nun deinen Todten rufen wirst, zum Leben aufs zuwachen. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hålt, den Tod, o Jesu, schauen. Das ist's, was mich zufrieden stellt, felbst bei der Gråber Grauen. Ich bin getroft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb', und ihr sollt leben. 4. Wie froh und herrlich werd' ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! dann nimmst du mich mit Ehren an; låff'st in dein Reich mich gehen. Forts hin von keiner Last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb' ich bei dir dann ewig. 5. O, welch ein sel'ges Theil ist mit auf jene Welt bereitet! der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd' ich in deinem Himmels reich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh', von Seligkeit umgeben, genießen deis ner Herrlichkeit. D, was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden? 7. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben; und mich in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir, der Sterbe lichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. Nach der Melodie des 15. Lieds. 268. Mat bie Macht des Leben. ein lebt. Er 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nachzustreben, und als dein Jünger, dir zum Preis, nach deinem Wort zu leben. Und fühl' ich hier noch Noth und Schmerz; so tröste selbst das mit mein Herz: es kommt ein bess'res Nach der Melodie des 14!. Lieds. 269, mein Heiland! wenn mein Geist erfreut, im Glauben auf die Herrlichkeit des ew'gen Erbtheils blicket, das du für mich bereitet hast: wie leicht dúnkt mir dann alle Last, die mich hienies den drücket? Dann wird der Eitels keiten Tand in meinen Augen schlecht, als Sand. Der Erde Pracht ist mir wie nichts, beim Unblick jenes ew'gen Lichts. Herr Jesu Christ, mein Herr und der Auferstehung der Todten. und Gott, mein Herr und Gott! dies Nach der Melodie des 47. 2ieds. Resus, Zuversicht Heil ich 2. Wenn einst auf deinen Wink mein 270. J und mein petani t Geist des Körpers Banden sich entreißt, dann stårk' ihn aus der Höhe; daß ich, durch deinen mächt'gen Stab beschüßt, ins Todesthal hinab getrost und freudig gehe. Die Klarheit jener bessern Welt schaff', wenn mich Dunkelheit befällt, in meinem finstern Herzen Licht, und Heiterkeit im Ungesicht. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! dann wird zum Schlummer mir der Tod. 3. Und wenn mein Geist aus Schüchternheit sich dennoch vor dem Tode scheut, weil ihn die Sünden krånken; dann laß mich, Herr, auf deinen Tod die Hoffnung bau'n: es werde Gott der Sünden nicht gedenken. Der Trost, den du auch mir erwarbst, als du zum Heil der Sünder starbst, und fühltest, wie dich Gott verließ, der mache mir das Sterben süß. O Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! verlaß mich nicht in meinem Tod. 4. Auf kurze Zeit schließt sich zur Ruh' mein thránenvolles Auge zu, und schlummert in dem Staube. Doch der, der mich zum Grabe ruft, der ruft mich einst auch aus der Gruft. Ich weiß, an wen ich glaube. Er lebet, und ich werd' durch ihn der Grabesnacht gewiß entflieh'n. Mein Geist und mein verklárt Gebein wird sich des Herrn, des Mittlers, freu'n. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! zum Leben schaffst du nun den Tod. 147 5. Du bleibest meine Zuversicht, mein Trost, wenn einst das Weltgericht die Engel ausposaunen. Bor deinem Thron werd' ich dann stehn, dich, Richter aller Völker, sehn, dich sehn und froh erstaunen. Auch mir schenkst du dann jenes Heil, der Auserwählten sel'ges Theil. Ich soll, dein Mund schwur es mir zu, ich soll lebendig seyn, wie du. Herr Jefu Chrift, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott! stårk' diesen Glauben einst im Tod. mein Leben! dieses weiß ich, sollt' ich nicht auch zu sterben, mich ergeben was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht! 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd' auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeine Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt. 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hålt mich bei meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich auf rechter Bahn und nimmt mich zu Ehren an. 4. Fleisch bin ich, und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sey in Ewige feit. 5. Dann umgiebt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh' aus dem Staube. Ja, in iesem Fleisch werd' ich sehen, mein Erldser, dich. 6. Ob dies Aug' im Tode bricht, wird's doch meinen Retter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd' in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergehen; irdisch werd' ich ausgefá't, himmlisch werd' ich auferstehen. Zu verwesen, sink' ich ein; dann werd' ich unsterblich seyn. 8. Freudig bin ich und getrost: dann steigt mein Versöhner nieder. Wenn ich sterb', ist er mein Trost, und den Todten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber bringt. 9. Und mich schreckte noch der Zod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jeſum Christum werd' ich schauen! Dann 10* Erster Theil. Vom Tode der Gläubigen 2c. 148 wird Leben, Sieg und Heil ewig, ewig seyn mcin Theil. 10. Nur daß du dich, Seel', erhebst von den Lüsten dieser Erden, und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freu'n; mußt du, Seele, heilig seyn! 271. Hversicht. Du lebſt, Nach der Melodie des 26. Lieds. err! du meine ich werd' auch leben. Du wirst mir, was dein Wort verspricht, Unsterblichkeit einst geben. Dein Junger kommt nicht ins Gericht: dies stärket meine Zuversicht. 2. Hier geh' ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen; dort wird der herrlichste Gewinn der Werndte mich erfreuen. Ich leide, und verzage nicht, denn du bist meine Zuversicht. 3. Hier trag' ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nennt's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Spötter dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht. 4. Sink' immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd' ich nur des Todes Raub, dort werd' ich ewig leben. Wie stark ist dieses Troft's Gewicht; wie sicher meine Zuversicht. 5. Herr, diesen Segen dank' ich dir! Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab' herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. Met. Des 84. Psalms. 273. M ein Leben ist ein 6. In diesem Glauben stärke mich. Laß mich den Trost empfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod kann überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht; denn du bleibst meine Zuversicht. Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland! ich finde keine 272. Wait Stimme einſt Nach der Melodie des 171. Licds. achet auf! ruft die 21) Vom ewigen Leben. nach der Engel naast bas Grab, verlaßt die Gruft, wachet auf, erlöste Sünder! versammelt euch, ihr Gotteskinder! Der Welten Herr ist's, der cuch ruft. Des Todes stille Nacht ist nun vor bei! erwacht! Hallelujah! macht euch bereit zur Ewigkeit! sein Zag, sein großer Tag ist da! 2. Erd' und Meer und Hölle beben, die Frommen stehen auf zum Leben, zum neuen Leben steh'n sie auf; ihr Bersöhner kommt voll Klarheit, vor ihm ist Gnade, Treu' und Wahrheit; der Tugend Lohn krönt ihren Lauf. Licht ist um deinen Thron und Leben, Gottes Sohn! Hosianna! Erlöser, dir! dir folgen wir zu deines Vaters Herrlichkeit. 3. Ew'ges Lob sey dir gesungen! wir sind zum Leben durchgedrungen; am 3iel sind wir beim großen Lohn. Christus strömt der Freuden Fülle auf uns; wir schau'n ihn ohne Hülle, ihn, unsern Freund und Gottes Sohn. Kein Uuge sahe sie, dem Ohr erscholl sie nie, diese Wonne; in Ewigkeit sey dir geweiht, Herr, unser Dank und Ehr' und Preis! Ruh' auf Erden; ich suche die zukünftige Stadt, die Gott selbst fest gegründet hat, da werd' ich Erster Theil. - - Vom ewigen Leben. erst recht glücklich werden: mein 24. Leben ist ein Pilgrimstand; der Himmel ist mein Vaterland. 2. Wie Schatten vor der Sonne flieh'n, so flieht mein Leben schnell dahin; dies ist der Ort nicht, den ich wähle, ich eile nach der Ewigkeit: Herr, mache mich dazu bereit, erleuchte du selbst meine Seele, daß ich, was zeitlich, irdisch ist, verachte als ein wahrer Christ. 3. Man trifft auch auf der Lebensbahn sehr viele Hindernisse an: es ist nicht leicht, sie zu bestreiten: der Weg ist schmal, der Feinde viel, und weit entfernt ist noch das Ziel, stets sucht die Welt mich zu verleiten! ich muß durch dürre Wüsten gehn, und kann oft keinen Ausweg sehn. 4. Oft sah ich zwar die Sonne nicht, die Sonne, die mit Heil und Licht und Trost des Frommen Herz erfüllet; der Trübsal Sturm dringt auf mich zu, mein müder Geist find't nirgends Ruh', doch weicht die Nacht, die mich umhüllet, betracht' ich nur der Treue Lohn und jener Ueberwinder Kron'. 5. Hilf du mir selbst, Herr Jesu Christ, der du ein Pilgrim worden bist, da du mein Fleisch haft angenommen, laß mich auf der Verläugnung Pfad, den mir dein Fuß gezeichnet hat, dem Ziele täglich näher kommen. Gieb, daß ich standhaft streite hier und ewig herrsche dann mit dir. Mel. des 16. Pfalms. 6. Verleihe mir Beständigkeit, und laß mich stets mit Freudigkeit und Muth auf deinen Wegen gehen. Fall' ich noch oft, so hilf mir auf, daß ich vollende meinen Lauf. Laß in der Roth mich feste stehen, getroft auf deine Hülfe trau'n; so werd' ich einst das Leben schau'n! 149 uf, tráger Geist! laß das, was ſichtbar iſt, nicht A langer dich als angefesselt halten. Gedenke, daß du selbst ein Wesen bist, das, wann der Himmel als ein Kleid veralten, und wann die Erde brennend wird vergehen, in Ewigkeit wird dauern und bestehen. 2. Ja, hast du nicht im Glauben schon gesehn, daß, was dein Herz wahrhaftig kann ergößen, nur droben sey? ist nicht der Schluß geschehn, du wolltest Jesum über Ulles schågen, du wolltest dich und Alles gern drum geben, möcht'st du in ihm, möcht' er in dir nur leben? 3. Israels Arzt! vertreibe durch die Macht, die so viel Blinden das Gesicht gegeben, in mir der Seelen finstre Blindheitsnacht. Die Augen werd' ich dann zu dir erheben, um so mit auf gedecktem Angesichte dein ew'ges Licht zu sehn in deinem Lichte. 4. Schenk' Augensalbe für die Blddigkeit, die mich verhindert, flüglich zu vergleichen des Himmels Schage mit dem Dampf der Zeit; laß nie das Kleinod aus den Augen weichen, das du mit theuerm Blut haft wollen kaufen, für alle, die in Lebensschranken laufen. 5. Oselig's Volk! das du aus freier Gnad' zum Licht berufen, und Jehovah kennet; das Augen, um zu schn, empfangen hat, das in vers borgner Herzens- Undacht brennet, um über Sonn' und Sterne sich zu schwingen, und bis ins innerst' Heiligthum zu bringen. Erster Theil.- Vom ewigen Leben. 150 6. Erwünschter Tag! der diese Scheidewand, den Sündenleib, der meine Freiheit störet, zerbrechen wird! o lang gehoffter Stand! wenn ich, mein Heiland, dich nun selbst verklåret in Klarheit seh'! o, dich will ich dort oben mit reinem Geist und reinem Munde loben. Nach der Melodie des 82, Lieds. 275, Menschen ist's gefest, zu sterben, ihre Herrlichkeit verblüht. Welcher von den Himmelserben lebet, der den Tod nicht sicht? Staub wird dieser Leib von Erde; doch damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneu't, an 2. Wollt ich länger hier verweilen, als es meinem Gott gefällt? seinem Reiche zuzueiten, las ich gern die Prüfungswelt. Jesus tilget meine Sünden, stärkt mich, hilft mir überwinden, auch in meiner legten Noth rettet mich sein Blut und Tod. 3. Und wer kann mich ihm entreißen? mein ist er und ich bin sein. Er erfüllt, was er verheißen; sein soll ich mich ewig freu'n. Ja, mir soll's durch ihn gelingen, mich zu ihm empor zu schwingen, freudenvoll vor ihm zu stehn, meinen Heiland, ihn zu sehn! 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu erheben, selig da vor seinem Thron. Hohe Seraphinen ringen, mitanbetend ihm zu singen. Preis zu nehmen würdig ist der Erbarmer, Jesus Christ! 5. Ulle, die ihm nachgewandelt, sehn des Glaubens Dunkelheit dort in Licht und Schau'n verwandelt, und in Wonne jedes Leid; weihen ihm die neuen Lieder, werfen ihre Kronen nieder vor dem Herrn und opfern Dank ihr unendlich Leben lang. 6. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblichkeit und Ruh', was kein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewährest du. Freudenårndten schenkt er denen, die erst hier geså't mit Thránen. Alle Thränen trocknet er, Sund' und Elend sind nicht mehr. 7. Ich entbrenne von Verlangen, dieß verheiß'ne Land zu sehn, jene Krone zu empfangen; bald erhöret Gott mein Flehn. Diese Hütte, sie verstaube, ich, ich weiß, an wen ich gläube. Mir ist Sterben ein Gewinn, denn zum Vater geh' ich hin. 8. Welche Tröstung, das zu wissen! dieser großen Hoffnung voll, zag' ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden ſoll. Leicht und kurz sind diese Leiden, sie verwandeln sich in Freuden, wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. Nach der Melodie des 7. Lieds. 276. Es ist noch eine Ruh' Gott ergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden, nach Gottes Willen einst entreißt, und nun nicht mehr so eingeschránkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Die, Herr, zu dieser Ruhe kommen, wie selig sind doch alle die! in deinen Himmel aufgenommen, ruh'n sie von dieses Lebens Müh. Nach aller Laft, die sie gedrückt, wird ewig nun ihr Herz erquickt. 3. Wie Mutter ihre Kinder trösten, so segnet mit Zufriedenheit auch deine Gnade die Erlös'ten, nach überstandner Prüfungszeit. Du selbst machst ihnen offenbar, wie gut stets deine Führung war. 4. Da schweigen alle ihre Klagen; da bringt, mit frohem Lobgesang, selbst für die ausgestandnen Plagen dir ihre Seele Preis und Dank; nun jauchzen sie: es ist vollbracht, der Herr hat alles wohl gemacht! 5. Wie Gott von seinen Werken ruh'te, als er die Welt hervorgebracht, so sehn auch mit zufriednem Muthe, vom Herren selbst gerecht gemacht, die Frommen, bei dem ew'gen Glück, auf ihr vollend'tes Werk zurück. 6. Forthin erwartet sie kein Leiden, fein Schmerz und keine Schwachheit mehr. Gott führt sie zu vollkommnen Freuden und krónet sie mit Preis und Ehr'. O unaussprechlich süße Ruh, wie herrlich, Höchster, segnest du! Vom ewigen Leben. 151 5. Vor seinem Untlig wandeln fle auf ewig frei von aller Müh', und schmecken seine Güte. Hier stort den Frieden ihrer Brust, und ihre taus sendfache Lust kein feindliches Gemüthe. Kein Neid, kein Streit hemmt die Triebe reiner Liebe unter Seelen, die hinfüro nicht mehr fehlen.. d 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! die Frommen, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort sammelt deine Baterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd' ich frei von Mängeln, selbst mit Engeln, Freundschaft pflegen: O, ein Umgang voller Segen! 7. Wo ist mein Freund, des Höchsten Sohn, der mich geliebt? wo glänzt sein Thron? In jenen Himmelshöhen. Nach der Melodie des 35. Lieds. 277. Mein ganzer Geist, Gott, Da werd ich dich, Herr Jesu Chrift, wird entzückt, wenn er nach jenem Himmel blickt, den du für uns bereitet; wo deine milde Vas terhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig führ' ich mich erhoben, dich gu loben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. so menschenfreundlich, als du bist, auch mit Entzücken sehen. Da wird, mein Hirt, von den Freuden nichts mich scheiden, die du droben deinen Freunden aufgehoben. Erster Theil. 7. Wer kann hier deine Gnade faffen? Du willst den, der dich redlich liebt, nicht ewig in der Unruh' lassen, die dieses Leben noch umgiebt. O mache mich doch in der Zeit geschickt zu dieser Seligkeit. 1 8. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast, will ich des Lebens müde werden, und führ ich dieser Tage Last, so stårke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 9. Gieb, daß in Hoffnung jener Ruhe, die Gottes Volk verheißen ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist! so drndt ich von der Last der Zeit einst völlige Zufriedenheit. 2. Was sind die Freuden dieser Ze Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Gute dar, zum fröhlichen Empfinden: doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben, dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort wischest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen. Da ist kein Leid mehr, kein Geschrei, denn du, o Herr, machst alles neu, das Ulte ist vergangen. Hinfort sind dort von gerechten Gottesknechten keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In unsers Gottes Heiligthum schallt seines Namens hoher Ruhm von lauter frohen 3ungen. Hier strahlt die Herrlichkeit des Herrn; hier schaut man sie nicht mehr von fern; hier wird sie ganz besungen. Völlig giebt sich den Erlöften, sie zu trösten, der zu kennen, den sie hier schon Vater nennen. 8. Wie herrlich ist die neue Welt, die Gott den Frommen vorbehält! kein Mensch kann sie erwerben. O Jesu, Herr der Herrlichkeit, du hast die Stått' auch mir bereit't, hilf sie mir auch ererben. Laß mich eifrig darnach streben, und so leben auf der Erde, daß ich dort dein Erbe werde. Nach der Melodie des 234. Lieds. 278. Nach einer Prüfung kurs zer Tage führst du uns, Gott, zur Ewigkeit. Dort endet sich der Deinen Klage in himmlische Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, und dort reichst du ihr selbst den Preis. 2. Du schenkst dem Frommen zwar auf Erden schon manchen sel'gen Aus genblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm noch kein vollkomm'nes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusche dieser Welt; bald kämpft in seinem eignen Erster Theil.- Vom ewigen Leben. 152 Herzen ein Feind, der öfter siegt, als fällt. Bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öfters glücklich ist; den beneidet, und ben Bekümmerten vergißt; hier kann 279. Dieſes Leben nicht für Nach der Melodie des 7. Lieds. 110 gabst mir, nie der Mensch nie frei von Pein, frei von eigner Schwachheit seyn. 7915. Hier such' ich's nur, dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth. Dich, Gott der Liebe, werd' ich sehn, dich lieben, ewig dich erhöhn. den Augenblick der Zeit: nein, was du mir davon gegeben, gabst du mir für die Ewigkeit. Hier ist allein der Prüfungsort: Bestrafung und Belohnung dort. 6. Da wird, o Herr, dein heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn; und lieblich Wesen, Heil die Fülle an deinem Throne mich erfreu'n. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 2. Du schenktest mir Verstand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und eine Richtschnur meiner Pflicht: der Tugend inneres Gefühl, und Freiheit, wie ich wählen will. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier geschah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd' ich zu dem Throne bringen, wo Gott, mein Heil, sich offenbart; ein Heilig, peilig, peilig fingen dem Lamme, das erwürget ward; und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn; das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugehn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionen Malen noch fegnen, daß er mir ihn wies. Da find' ich, Herr, in deiner Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o möchtest du es geben, vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil sey dir, denn du hast mein Leben, die Secle mir gerettet, du! o Gott, wie muß dies Glück erfreu'n, der Retter einer Seele seyn! 12. Was send ihr, Leiden dieser Erden, doch gegen jene Herrlichkeit, mt die an uns offenbart soll werden von Ewigkeit zu Ewigkeit? Wie nichts, wie gar nichts gegen sie ist doch ein Augenblick voll Müh'!? 3. Du schmücktest durch dein mächtig: Werde! mit Reiz und Pracht mein irdisch Haus, und gossest über diese Erde die Wunder aller Schönbeit aus: und schufft mir feine Sinnen an, daß ich sie auch empfinden kann. 4. und dennoch läsfest du mich wissen, daß dies mein irdisch Haus zerbricht. Ich soll zwar dieser Welt genießen, doch als genóff' ich ihrer nicht: ich soll der Sinne Lüste fliehn, wenn sie mich zu der Erde ziehn. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, die mein Herz für so schmeichelnd hält; nach Wollust, Ehr und Gold nicht trachten, das meinem Wahn so wohl gefällt: was Fleisch und Blut oft wehe thut, das soll ich wählen als ein Gut. 6. Die Prüfung, Gott, war nicht vergebens, du wolltest sehn, ob ich dir treu, in der Gemeinschaft jenes Lebens mit dir zu wohnen würdig sey? Ob ich vom Land des Eiteln leer, einst höh'rer Freuden fähig wår? 7. Denn du willst eine neue Erde und einen neuen Himmel bau'n, und daß ich hier geheiligt werde, soll ich auf's Unsichtbare schau'n, dem Reiz der Lüste widerstehn, und stets auf deinen Wegen gehn. 8. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese kurzen Prüfungstage Gott und der Tugend blos zu weih'n, Erster Theil. Vom ewigen Leben. - wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 9. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die noch mein Herz gefesselt hält, und, o welch glänzender Gewinn, hier Sieger, dort gekrönet bin! 10. Gott, gieb deines Geiſtes D Stárke, der du in Schwachen mächtig bist, dem, der zu diesem großen Werke zu klein, zu schwach, zu sinnlich ist: lehr' mich das Irdische verschmähn, und stets nach meinem 3iele sehna .01 11. Laß mich oft in gesunden Tagen mein Grab mir in Gedanken baun, und bei des Lebens Freud' und Plagen auf dich und auf das Künft'ge schau'n; damit ich, meiner Pflicht getreu, des höhern Lebens fähig ſey. Nach der Melodie des 82. Lieds. 280. Dwie unausſprechlich selig werden wir im Himmel seyn! Da, da árndten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein. Da wird, ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott! zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in keines Herz gekommen. Wel cher Mensch auf Erden faßt deines Himmels Herrlichkeiten? Doch beim Unbruch jener Zeiten werden alle, die dir trau'n, noch mehr, als sie hofften, schau'n. ( destisa nim hind 200 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erhöhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sey überschwenglich, und die Wohlfahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort giebt. 153 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bist. Keine Lust wird da uns fehlen, wo das Land der Wonne ist. Zu vollkommnen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dieses Glück erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge ein Herz, eine Seele seyn, Dienst und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott! zu weih'n, dir und dem, der selbst sein Leben, willig für uns hingegeben. Mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann ver= eint. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelös't und da zu seyn, wo nach viel vergoff'nen Thránen ew'ge Güter uns erfreu'n, wo sich unser Kampf in Palmen, unser Klagelied in Psal= men, unsre Angst in Lust verkehrt, die forthin kein Kummer stort. 7. Was ist unser Loos auf Erden? Os's auch noch so köstlich sey, ist's doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Weinen. Dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sen, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet; richte deines Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen mit dem Ernst, dahin zu kommen. Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist. 9. Ohne Heiligung wird keiner Herr, in deinen Himmel gehn. O, so mache immer reiner hier mein Herz dich einst zu sehn! hilf du selber meiner Seele, daß sie nicht den Weg verfehle, der mich sicher dahin bringt, wo man ewig dir lobsingt. 154 am 10028, 0 smo& mod onsd die asblis]) and the side sdst om 18 and Sind Zweiter Theil.md about then sið a om u 19 TE gordos tiek Lieder, welche zur christlichen Sittenlehre 310 gehören. siste 22) Von der Buße und Bekehrung. Sen men nd Der 51. Pfalm. Nach der Melodie des 84. Lieds. 281. nach deiner großen Huld, und tilge durch dein göttliches Erbara men die Sünden eines tiefgebeugten Urmen: wie schwer sind sie! ach tilge meine Schuld! Gott, wasche mich von meiner Missethat, und rein'ge mich vom Unflath meiner Sünden, du siehst, wie sehr er mich beflecket hat, ach, laß mich Reinigung und Gnade finden. 2. Ich fühle, Herr, mit Scham, mit Reu' und Weh' die Missethat und ihre ganze Größe: denn, ach, dein Geist hält meine Schand' und Blöße mir immer vor, wo ich nur geh' und steh': an dir allein, o Gott, vergriff ich mich, du sahest es, und solltest du es rächen, so müßte man, so müßt' ich selber dich ganz frei und los von allem Unrecht sprechen. 3. Von Jugend auf bin ich durchaus verderbt; mir war bereits, da ich unwissend lebte und annoch kaum in Mutterleibe webte, der Sünden Gift und Krankheit angeerbt. Du aber liebst des Herzens Reinigkeit, ach, gieb sie, laß in meinen Finsternissen das Licht mich sehn, das sie allein zerstreut: laß mich die Weisheit im Verborgnen wissen! udad 18 4. Ich bin Ausság'gen gleich ein Grául, unrein! Laß des Versöhnbluts Kraft mich, Herr, empfinden, verzeih' und wasche mich von meinen d sinal Sünden, so werd' ich weiß wie Schnee und Wolle seyn. Laß aber auch des Glaubens Freudigkeit mich, wie zuvor, im innern Grunde es müsſe nun kein Schrecken, Furcht und Leid, der Seelen Ruh' und Wonne nicht mehr stören. 5. Sieh' meine Sünd', o Herr, nicht weiter an. Ach, streiche sie ganz aus in deinem Buche, und züchtige mich, der ich Gnade suche, nicht mehr, als es dein Knecht ertragen kann, Schaff' aber auch ein reines Herz in min gieb mir den neuen Geist, der dich erwählet, und mach' ihn fest, damit dein Knecht vor dir nie wiederum der rechten Bahn verfehlet. 6. Verwirf mich doch von deinem Untlik nicht, entreiß' mir nicht das Siegel deiner Gnade, den heil'gen Geist, laß ihn auf deinem Pfade mich leiten, nie verlösche mir sein Licht! erweck in meinem Herzen Fröhlichkeit durch deine Hülfe, gieb den Geist der Freuden, der unterstug' und mache mich bereit, was dir mißfällt, mit allem Ernst zu meiden. 7. Ulsdann wird sich noch mancher Sündenknecht, wenn er mich sieht, zu dir, o Gott, bekehren; mein Beispiel wird ihn deine Wege lehren, nur mache du mich Sünder erst gerecht. Auch siehe, wie mich meine Sünde drückt; doch wirst du sie, mein Heiland, mir vergeben, so werd' ich ganz durch deine Huld beglückt, dein Recht und Heil vor aller Welt erheben. 3weiter Theil. 8. Eröffne meine Lippen, daß ich kann, Herr, deiner Gnade Ruhm mit Dank erheben! dir wollt' ich Opfer und Brandopfer geben, jedoch dein Auge hat nicht Lust daran. Ein Herz, zermalmt durch Reue, und ein Geist, gerknirscht durch Kummer über seine Sünden, und der mit Macht sich eitler 283. G Lust entreißt, sind Opfer, die dein gnädig uge finden. 9. Nach deiner Huld befördre Zions Wohl; sey ihm geneigt, und baue Salems Mauern; den Frieden deiner Stadt laß ewig dauern, und mache sie stets deines Segens voll. Erhalte deine Kirche selber rein; laß deinen Geist sie immer mehr beleben. Laß, Heiligster, uns vor dir heilig seyn, und alles dich mit frohem Muth erheben! Von der Buße und Bekehrung. -- Aus dem 143. Psalm. Nach der Melodie des 8. Lieds. err! höre mein Gebet 282. Her um deiner Wahrheit willen! du bist an Gnade reich, und wirst mein Seufzen stillen. Ach, gehe in's Gericht doch nicht mit deinem Knecht, vor dir, o Herr, ist ja kein Sterblicher gerecht. 2. Die Größe meiner Schuld schlägt meine Seele nieder. Beschämt empfind' ich sie; o trófte du mich wieder, daß mir der Seele Schmerz nicht alle Kraft verzehrt. Wer ist, der außer dir, mir wahren Trost gewährt? 8. 3u dir, o treuer Gott, erheb ich Herz und Hände. Mein Heil steht nur bei dir: o, daß ich Hülfe fande! für Recht laß Gnad' ergeh'n! ich hoffe, Herr, auf dich. Zeig mir den rechten Weg; denn nach dir sehn' ich mich. 4. Sch will, o stärke mich! ich will die Sünde hassen. Auf deine Hülfe nur will ich mich, Gott, verlassen. Nur das, was dir gefällt, werd' auch von mir gethan. Führ mich durch deinen Geist auf dieser ebnen Bahn. 5. Beruhige mein Herz um meines Mittlers willen. Laß seines Opfers Trost auch mein Gewissen stillen. Du bist die Liebe selbst, ganz unverán155 derlich. Dein will ich ewig seyn. O Gott, erhöre mich! Der 95. Psalm. * 8040 Neue Mel. od. nach der Mel. des Pf. aleg rhebt, erhebet Gottes Ruhm! frohlockt in seis nem Heiligthum, mit allgemeinem Jubeltone! befinge du, erwählte XA Schaar, wie herrlich und wie offen= bar, sein Schuß und Segen bei uns wohne. 2. Nur unser Gott ist groß von Kraft, der alle Majestäten schafft, und über alle Götter siget. Er ist's, der alles sicht und trägt, was je der Erden Abgrund hegt, und der den Bau der Berge stüzet. 3. Das weite Meer und trockne Land, sind Werke seiner Ullmachtshand, die uns auch, was wir sind, verliehen. So heiligt ihm denn, was ihr seyd, und danket voller Brünstigkeit dem großen Schöpfer auf den Knieen! 4. Denn er ist unser Gott und Heil, wir sein erkauftes Volk und Theil, und Schafe seiner Weid' und Pflege. Drum, wenn ihr seine Stimme hört, wenn sie euch heute lockt und lehrt: so seyd doch nicht verstockt und tråge! 5. O merkt, was sein Erbarmen spricht: verhärtet eure Herzen nicht, wie eure Båter in der Wüsten. Sie schau'ten, was mein Arm vollbracht, versuchten dennoch meine Macht, und reizten mich mit ihren Lüften. 6. Ihr rohes Herz blieb doch vers rucht, und war mit ihnen meine 3ucht wohl vierzig Jahr umsont bes 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 156 mühet. So fahrt denn, sprach ich, nur dahin in euerm blind' und tollen Sinn, weil ihr doch meine Wege fliehet! 7. War sonsten meine Langmuth groß: so brach mein Zorn doch endlich los; weil sie sich nicht bekehren wollten. Da schwur ich einen theuern Eid: daß sie zu meiner Herrlichkeit und Ruhe nicht gelangen sollten. Me. Lesßer Jesu, Troff der H. 284, 2 uf, o Sünder! laß dich lehren, komm, den großen Gott zu hören, säume feinen Augenblick: komm bald, an dem frühen Morgen, komm nur ohne Fürcht und Sorgen, halte dich nicht selbst zurück! Gott hat lauter Heil und Segen dir, dem Sünder, vorzulegen. 2. O, das wäre großer Schade, so du wartest, bis die( snade, als die und vor deinem Heiland fliehest, desto mehr wächst dein Gericht: o, wie wohl ist dem gerathen, der selbst richtet seine Thaten! 4. Schrecket dich die Macht der Sünden? Ei, du kannst noch Gnade finden; er, dein Gott, verstößt dich nicht. Doch je långer du verzieheft, 5. Drum ergieb dich seiner Güte mit demüthigstem Gemüthe; Christus nimmt die Sünder an: ehre ihn als deinen Meister, fliehe alle blinde Geister, und erwähl' die rechte Bahn; so wirst du den Heiland finden, der dich frei macht von den Sünden, 6. Komm, bei ihm hinfort zu bleiben, laß dich nichts zurücke treiben, wenn dich lockt die arge Welt: bleibe, wenn du bist gekommen, danke, wenn du aufgenommen, thue, was ihm wohlgefällt: der hat seiner Gnaden Pfände, wer beharret bis an's Ende.hels 7. Willst du nur am Hören hangen? Nein, du mußt weit mehr erlangen, durch den Geiſt, der alles les ſchafft; ruf zu dem, der ihn will geben, daß du könnest christlich leben, angethan mit Glaubenskraft; noch scheint dir die Gnadensonne, und verspricht dir Heil und Wonne. 8. Ach! so öffne mir das Herze, daß ich nicht mein Heil verscherze! Jesu! gieb mir deinen Sinn: pflang' in meinen Geist dein Leben; mache mich zur wahren Reben, Frucht zu bringen immerhin: daß ich dieſer Frucht genieße, wenn ich meinen Lauf beschließe. Nach der Melodie des 29. Lieds. Sonne untergeht! komm' am Tage 285. Schaffet, ſchaffet, Mens dieses Lebens, die Warnung nicht vergebens, da dir noch zu rathen steht: komm, weil du sie heut' noch höreft, daß du die Gefahr nicht mehrest. 3. Scheu' dich nicht, wenn's andre merken; Gott ist's, der nach deinen Werken, nicht nach andrer Urtheil fragt. Lerne, will man dich verleiten, alle Menschenfurcht bestreiten; fey getroft und unverzagt: sich der bösen Welt entfernen, heißt, die wahre Weisheit lernen. schenkinder, eure Seligkeit! bauet nicht wie sichre Sünder auf die ungewisse Zeit; unverweilt bekehret euch, ringet nach dem Himmelreich, und bemüht euch, hier auf Erden heilig, selig dort zu werden. 2. Doch soll dieses recht geschehen, o, so müßt ihr Fleisch und Blut, Welt und Satan widerstehen, nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur seyn. Es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glauben kámpfet, selig, wer im Kampf besteht, wer des Fleisches Lüfte dámpfet und Sweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 157 den Reiz der Welt verschmäht! unter Nach der Melodie des 7. Lieds. Christi Kreuzesschmach man dem Frieden nach; wer den Himmel will 286. Gott! hilf mir, daß ererben, muß erst seinen Sünden sterben. ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bes wahre mich vor falscher Ruhe, dabei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gewissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. Güte nicht eines einz'gen Sünders 2. Du willst nach deiner großen Tod; drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Sündennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt. 3. Den rettest du von dem Vers derben; nimmst seine Buße gnädig an; machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld, er tilget meine Sündenschuld. 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Besſrung reicht? Vom Troste leer, muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zulegt, der frevelhaft gering sie schäßt. 5. So gieb, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sey! damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu' im Sündendienste zuges bracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich bessern, ist der Weg zum Leben, drum laß mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sündeneleno sich entreißt. 4. Werdet ihr nicht standhaft ringen, sondern tråg' und lässig seyn, eure Neigung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreu'n? ohne tapfern Streit und Krieg folget nie Triumph und Sieg: nur den Sieger schmückt zum Lohne unverwelkt des Himmels Krone. 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf des Glaubens scheuen, ist der Welt, nicht Christi Geist. Wer ihn wünscht zu haben, kann auf der Tugend rauher Bahn nicht in sicherm Stolze leben, und den Lüsten sich ergeben. 6. Brúnstig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, sich die Pflicht zur Freude machen, und mit Sorgfalt sich bemühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dieses wollen und vollbringen heißet nach dem Himmel ringen. 7. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch gefesselt send, und beweifet euch als Christen, muthig, standhaft in dem Streit. Schont der liebsten Neigung nicht, war' es auch die schwerste Pflicht; und denkt oft an Christi Worte: dringet durch die enge Pforte. 8. 3ittern will ich vor der Sünde, und dabei auf Jesum sehn, daß ich seinen Beistand finde, in der Gnade zu bestehn. Ja, mein Heiland, ach! geh nicht mit mir Urmen ins Gericht: gieb mir deines Geistes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen. die uns vom Sündendienst befrei't, 7. Verleihe mir dazu die Gnade, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffenheit! wie felig bin ich dann schon hier! wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! 9. Gieb mir Wollen und Vollbringen, Muth und Kräfte zu dem Streit, 287, Didigt, Herr, bei dem Nach der Melodie des 81. Lieds. ir allein hab' ich lehre mich, mich selbst bezwingen, und verleih' Beständigkeit. Beige mir von deinem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe, und also zum Himmel dringe. ich Gnade such'! ein gerecht Gesetz verkündigt jedem Uebertreter Fluch. und was kann vor seinem Schrecken, Richter aller Welt, mich decken? Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 158 2. Kann ich deinem Urm entfliehen? Du bist allenthalben nah. Flöh' ich, dir mich zu entziehen, himmelan: so bist du da. Stürzt' ich in die Tiefe nieder, deine Rechte hålt mich wieder. 3. Herr, ich flich' in deine Hände! außer dir ist keine Ruh'. Dein Erbarmen hat kein Ende: wer ist gnådiger, als du? Du bist Gott und Fannst vergeben; ach, vergieb und laß mich leben! 4. Groß sind meiner Sünde Schulden, ihre Last ist mir zu schwer. Ja, wenn långer mich zu dulden, deine Langmuth müde wär': müßt ich, würdest du nur winken, in des Todes Nacht versinken. - 5. Mic für straflos zu erklären, reichet nicht Bedaurung zu. Und zerfloff' mein Herz in Zähren, fånd' ich darum doch nicht Ruh'. Können eines Sünders Thränen, dich, o Heiliger, versöhnen? 6. Gottversöhner, dein Erbarmen, dein für mich vergoff'nes Blut, und dein Tod erlös't mich Urmen, heilet mich und giebt mir Muth. Dein Verdienst ist's, was mich decket, wenn mich dein Gerichtstag schrecket. 7. Rette mich von meinen Sünden; schaff ein reines Herz in mir! las bei dir mich Ruhe finden; zieh' mich immerdar zu dir. Dankbar will ich mich bestreben, mein Erlöser, dir zu leben! manchen schweren Sorgen machtest du mein Herze frei! was mir núßte, gabst du mir. Aber ach, wie dankt ich dir? O, wie hab' ich so vermessen deines Wohlthuns Zweck vergessen! 2. Alle meine Seelenkräfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig feyn. O, wie hab' ich sie entweiht! ach! zur Ungerechtigkeit und zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, neu. Von wie 4. Bei dem hellen Licht der Gnaden sollt' ich ja die Sünde fliehn; und um Rettung von dem Schaden meiner Seele mich bemüh'n. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem sanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ach! an dir hab' ich gesündigt, Gott, mein Vater! zurne nicht! dir hab' ich oft aufgekündigt meine schuld'ge Kindespflicht. Uch vergieb, toas, ich gethan! nimm mich noch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb' ich mich auf's neue! gieb, daß mein beschwerter Geist deis ner Vaterhuld sich freue, die dein Was dein tröstend Wort verheißt. Sohn auch mir erwarb, da er für die Sünde starb, Fried' und Freude im Gewissen, ach, das laß auch mich genießen. 7. Stärke selbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn. Gieb, daß keine Kraft mir fehle, folgsam deinem Wort zu seyn. Stehe mir stets mächtig bei! mache du mich selbst recht treu, dich zu lieben, dir zu leben. Ewig will ich dich erheben. Nach der Melodie des 29. Lieds. öchster! denk' ich an die Nach der Melodie des 284. Licds. 288. Gute, bie du mir biss 289. Niebſter Jesu, Troſt der Herzen! Stiller banher erzeigt: o, so wird mein ganz Gemüthe zu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, dein Gebot hintangefegt, und dich, der du mich geliebet, mit Bergehungen betrübet. ger Sündenschmerzen! einzig wahres Heil der Welt! wenn ich bei mir überschlage, was für Sündenschuld ich trage, die des Höchsten Buch enthält: ach! so kann ich nicht ersehen, wie ich künftig soll bestehen. 2. Von Geburt bin ich ein Sünder, und nach meinem Thun nicht minder: meiner Seele wahre Zier, Gottes Bild, hab' ich verloren, ich bin Fleisch von Fleisch geboren; und nichts Gutes wohnt in mir; was ich in dem Herzen finde, was ich thu', ist lauter Sünde. Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 159 3. Herr, wohin soll ich mich wen- 1 so fahr' hier fort, nur schone bort, den? Was kann meinen Jammer muß ich auch hier viel büßen. enden? In mir find' ich nichts, als Noth, keinen Troft im Weltgetummel; oben schrecket mich der Himmel; Satan spricht von Fluch und Tod; und mich dúnkt, daß selbst die Erde über mir zum Klåger werde. 5. Vergiß die Schuld! Gieb mir Geduld, und ein gehorsam Herze, daß ich mein Heil, mein bestes Theil, durch Murren nicht verscherze. 6. Verfahr' mit mir, wie's dúnket dir: du stärkst mich, es zu leiden! nur wollst du mich nicht ewiglich von deiner Gnade scheiden. 4. Uch! dein ängstlich Sündenbüßen, und dein theures Blutvergießen, Jesu, komme mir zu statt! sey mein Helfer und Berather; sprich für mich vor deinem Vater; tilge meine Missethat! wolltest du für Menschen dulden; ach, fo tilg' auch meine Schulden! 7. Das thust du nicht, mit 3uversicht kann es mein Glaube hoffen! durch Chrifti Zod, steht ja, mein Gott, auch mir der Himmel offen. 8. Herr Jesu Christ, mein' 3uflucht ist das Kreuz, an dem du starbest; und mir zu gut mit deinem Blut die Seligkeit erwarbest. 9. Dies tröstet mich, und ob auch sich mein Leib und Seele scheiden, so werd' ich dort, bei dir, mein Hort, ererben ew'ge Freuden. 10. Gott Ehr' und Ruhm! sein Eigenthum bleib' ich in Jesu Namen. Sch zweifle nicht, mein Heiland spricht: wer glaubt, wird selig, Umen. 5. 3war ich muß vor Gott geste hen, daß ich gröblich mich versehen, und verdient der Sünder Lohn. Uber, Herr, ich komme wieder; fall' in tief ster Demuth nieder, so wie der verlorne Sohn, bitte, seufze, fleh' mit Thránen: Vater, ach, laß dich versöhnen! 6. Ist im Himmel größ're Freude, wenn ein Sünder kehrt mit Leide wie: der zu der rechten Bahn, als um neun und neunzig Fromme: ach, so werde, wenn ich komme, mir auch gnädig aufgethan! ich will mich forthin bestreben, besser, als bisher, zu leben. 7. Weg, ihr vor'gen Sündentriebe! weg, o Welt, mit deiner Liebe! Jesus ist nun alles mir. Ohn' ihn war ich ganz verloren; durch ihn bin ich neu geboren, in ihm leb' ich für und für, in ihm will ich selig sterben, durch ihn auch den Himmel erben. Nach der Melodie des 10. Lieds. 290. A. Gott und Herr, wie groß und schwer sind meine vielen Sünden! wie drückt mich doch des Elends Joch! wo kann ich Hülfe finden? 2. Floh' ich gleich weit vor Bangiga keit hin an des Erdreichs Enden, der Angst und Pein befreit zu seyn: würd' ich sie doch nicht wenden. 3. 3u dir fleh' ich, verstoß' nicht mich, der ich's so sehr verdienet. Uch geh' doch nicht, Gott, in's Gericht! dein Sohn hat mich verfühnet. 4. Soul's ja so seyn, daß Straf' und Pein auf Sünde folgen müssen: Nach der Melodie des 6. Lieds. 291. err Jesu Christ, du du Brunnquell aller Gnaden! ich komme mit gebeugtem Muth, mühselig und beladen; da das Gesek, das mich verklagt, und das Gewissen, das mich nagt, mich armen Sünder schrecken. 2. Mich drücket eine schwere Last; nimm sie von meinem Herzen, du, der du mich versöhnet hast, am Kreuz mit Ungst und Schmerzen, damit ich nicht mit Leid und Weh' in meinem Elend untergeh' und ewiglich verzage. 3. Ja, Herr, wenn mein erweckter Sinn, an mein Betragen denket, so sink ich fast vor Angst dahin; die Sünde drückt und kränket, und schrecket mich. In dieser Pein würd' ich gewiß verloren seyn, wenn ich dein. Wort nicht hätte. 4. Weil aber dies dein Wort mir sagt: auch, Sünder, du sollst leben, wer weinend seine Schuld beklagt, dem will ich sie vergeben, ja, weil du alle Huld verheiß'st dem, der sich der Buße und Bekehrung. 2, 2ch, wenn mein Herz zurückges denkt, mit wie viel Missethaten ich dich von Jugend auf gekränkt: ſo kann es sich nicht rathen. Ich süne digte voll unverstand; dein Wille war mir unbekannt; das Böse wußt' ich allzuwohl; wie blind und toll macht' ich das Maas der Sünden voll! sing 3. Trieb mich die Zucht zum Gus ten an, hab' ich's doch wider Willen aus Furcht der Strafe nur gethan, zum Schein es zu erfüllen. So ging ich hin, so wuchs ich auf; so nahm ich in dem Lebenslauf an Ulter, nicht an Gnade zu; die Seelenruh' vers schwand; dies alles sahest du. 4. Mit Trug und Lügen deckte ich des Herzens böse Tücke. Kein ernstlich Drauen schreckte mich; es zog mich nichts zurücke. Mein Tichten, Herr, verführte mich; in deinem Worte hört' ich dich, und achtete jedoch nicht drauf; mein Lebenslauf war ganz verderbt von Jugend auf. Mel. Allein zu dir, Herr Jesu. 5. Die Schuld ward mit den Jahren groß, brach aus zu wildem Wesen: gleichwie ein Roß, das zügellos, lief ich zu allem Bösen. Ich wuchs an Hoffact, Ueppigkeit, an Frechheit, Wollust, und Neid, und meine 292. Jch schäme mich schändliche Begier, zog mich von dir. Uch Jesu! ach, vergieb es mir. vor deinem Thron, o Prúfer aller Her- zen! verschone doch, o Gottes6. Scdente nicht der Jugend Schuld; vergieb mein Uebertreten; trag ferner noch mit mir Geduld: erhör' mein ångstlich Beten! lösch aus, Herr Jesu, durch dein Blut, und mach' mein Schuldregister gut; viel mächtiger ist deine Gnad', als meine That, die dich so oft beleidigt hat. sohn! ich bin voll Sünden= 7. Hilf mir, von Sünden abzustehn, und durch ein heilig Leben den wah ren Tugendweg zu gehn; dir will ich mich ergeben. Ich will durch deines Geistes Kraft, die Wollen und Volls bringen schafft, voll Reu' und Leid mich dir allein zum Dienste weih'n. Uch, laß es Ja und Amen seyn! 160 3weiter Theil. Von mit zerknirschtem Geist, im Glauben zu dir nahet, his id dus die www 5. So komm' ich, Herr, denn auch zu dir in meiner Noth mit Thränen, du kennst mein Leid, ach hilf du mir, verschmähe nicht mein Sehnen! ver= gieb mir, Herr, genådiglich, was ich, ich Frevler, wider dich von Jugend auf begangen. 6. Uch Herr! erbarm' dich meiner doch um deines Namens willen. Mich ångstigt mein Gewissen noch, du kannst sein 3agen stillen. Laß mich, von allen Sünden rein, nun gånzlich dir ergeben seyn, in kindlichem Gehorsam. 7. Dein freud'ger Geist stårk mich im Fleiß; heil' mich durch deine Wunden, mich tröste noch dein Todesschweiß in meinen legten Stunden, und führe mich, wenn dir's gefällt, mein Heiland, selig aus der Welt, zu jenen Auserwählten. schmerzen. Erbarme dich, und nimm mich an; du bist's allein, der helfen kann. Geh' ja nicht mit mir in's Gericht, verstoß mich nicht, indem mein Herz vor Angst zerbricht. Nach der Melodie des 37. Lieds. 293. König, dessen Majes ståt sich über alles hebet, dem Erd' und Meer zu Dienste Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 161 steht, vor dem der Erdkreis bebet. sprechen kann, so nimm den legten Der Himmel ist dein helles Kleid, du Seufzer an: Gott sey mir Sünder bist voll Macht und Herrlichkeit, sehr gnädig! groß und wunderthätig. Ich armer Mensch vermag nichts mehr, als daß ich ruf zu deiner Ehr': Gott sey mir Sünder gnädig! 2. Hier steh' ich, wie der Zöllner that, beschämet und von ferne, ich suche deinen Trost und Rath: mein Gott! du hilfft ja gerne. Doch meiner Fehler große Zahl schreckt und verfolgt mich überall; mein Glaube ist nicht thátig: drum schlag' ich nieder mein Gesicht vor dir, du allerreinstes Licht! Gott sey mir Sünder gnädig! 13. Die Schulden, der ich mich bewußt, beschweren mein Gewissen: drum schlag ich reuend an die Brust, die Schmerz und Leid zerrissen. Ich, der ich mich von dir gekehrt, ich bin des Lebens gar nicht werth; doch weil du rinkst, so bet' ich mit ganz zerknirschtem bangen Geist, der gleichwohl dich noch Vater heißt: Gott sey mir Sünder gnädig! 4. Mein Vater! schaue Jesum an, Sen Gnadenthron der Sünder: der für die Welt genug gethan; durch den wir Gottes Kinder und Erben der Verheißung sind; der ist's, bei dem ich Ruhe find': er ist ja stets gutthätig. Drum fass ich ihn und laff ihn nicht, bis Gottes Herz mitleidig bricht: Gott sey mir Sünder gnädig. 5. Regiere doch mein Herz und Sinn in diesem ganzen Leben; du bist mein Gott, und was ich bin, bleibt ewig dir ergeben. Uch heilige mich ganz und gar, mach' meinen Glauben immerdar durch wahre Liebe thátig. Läßt sich dann noch viel Schwachheit sehn, so soll mein Herz mit Wehmuth flehn: Gott sey mir Sünder gnädig! 6. Mein Leben und mein Sterben ruht allein auf deiner Gnade. Mir geh' es übel oder gut, gieb, daß es mir nicht schade. Und kommt mein Ende nun heran; so stark mich auf der Todesbahn, mach mich von Súnden ledig: und wenn ich nicht mehr Nach der Melodie des 201. 2ieds. Sünder hat 294. W mishandelt, und ben breiten Weg gewandelt, welcher zum Verderben führt: so er sich bekehren wird, steht der Himmel wieder offen, Friede wird mit Gott getroffen, Bus und Glaub' an Christi Blut machet alles neu und gut." 2. Bei stets fortgesegten Sünden magst du keine Gnade finden, und kannst nicht vor Gott bestehn; tief muß dir zu Herzen gehn, was du Böses je begangen; um dem Guten anzuhangen, mußt du dich der Sünd entziehn, sie wie Gift und Schlangen fliehn. 3. Seine Sünden stets bereuen, sich in Gott durch Christum freuen, ohne 3wang und Heuchelei, was der Wille Gottes sey, tåglich prüfen, fröhlich üben, Gott und seinen Nächs sten lieben, und im Guten niemals ruhn, ist des neuen Menschen Thun. 4. Dich zu diesem Stand der Gnaden sehr nachdrücklich einzuladen, brauchet Gott der Stimmen viel, hast du davon kein Gefühl? Siehst du nicht, o Mensch, die Werke seiner Langmuth, Güt' und Stärke? Zeigt nicht jede Kreatur ihres gut'gen Schöpfers Spur? 5. Doch viel heller ist die Klarheit, die sich zeigt im Wort der Wahrheit; komm, o Sünder, und vernimm Jeſu, des Versöhners, Stimm'. Komm' zu dieser Quell' der Gnaden; komm müh selig und beladen; er sagt deiner Seele Ruh', er sagt dir Erquickung zu. 6. Jesu, Trost der müden Seelen! du kannst uns nicht nur befehlen; du schaffst selbst durch deinen Geist, in uns, was dein Wort uns heißt. Sey zu meinem Heil geschäftig; mache selbst dein Wort so kräftig, daß mein Herz dadurch gerührt, endlich wahre Buße spürt. duur 11 162 3weiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. Neue Mer. oder nach dem 140. Pfalm. 295. A n dir allein hab' ich gesündigt, und übel oft vor dir gethan. Du siehst, was mir der Fluch verkündigt; sieh, Gott, auch TE meinen Jammer an. 2. Dir ist mein Seufzen nicht verborgen, und meine Thränen sind vor dir. Ach Gott! wie lange soll ich sorgen? wie lang' entfernst du dich von mir? 3. Herr, handle nicht nach meinen Sünden, vergilt mir nicht nach mei ner Schuld. Ich suche dich: laß mich dich finden, du Gott der Langmuth und Geduld. 4. Früh' wollst du mich mit Gnade füllen, Gott, Vater der Barmherzigkeit. Trost' mich um deines Namens willen; du bist ein Gott, der gern erfreut. 5. Laß deinen Weg mich freudig wallen, und lehre mich dein heilig Recht, mich thun nach deinem Wohlgefallen: du bist mein Gott, ich bin dein Knecht. 6. Herr, eile- du mir beizustehen, und leite mich auf eb'ner Bahn. Gott hört mein Schrei'n, er hört mein Flehen und nimmt sich meiner Seele an. 296. under, willst du sicher seyn, und befreit von Furcht und Pein: schaffe, daß du dich bekehrest, da du Gottes Stimme hörest! auf! Gott rufet dich zu fich: eile, und errette dich. 2. Eile! Sodom lehret dich, wie der Herr so fürchterlich auf verstockte Sünder bliget: such' ein Zoar, das dich schüket! auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 3. Denke, daß es Schaden bringt, wenn dein schnödes Fleisch dich zwingt, nur nach seiner Lust zu leben, weil ihm stets wird Frist gegeben. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 4. Die Verstörer deiner Ruh', deine Sünden nehmen zu. Dein Gewissen wird beschweret, und der Strafe Maaß vermehret. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 5. Deines Herzens Hårtigkeit steigt und wächst von Zeit zu Zeit. Súnden, die dich jetzt noch schrecken, wirst du bald mit Lust vollstrecken. Auf! Gott rufet dich zu sich: eile, und errette dich! 6. Was du Böses an dir hast wird sonst wie ein alter Ust. Dessen Krümmen gleich zu ziehen, wird man sich umsonst bemühen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 7. Eile, denn es kommt der Tod! und wie groß wird dann die Noth, wenn man aus der Welt soll gehen, und vor Gott nicht kann bestehen! Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 8. Brauch', ach brauch' die Gnadenzeit! denn es kommt die Ewigkeit wie ein starker Strom geflossen, der durch Damm und Deich geschossen. Auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 9. Suche, wo du weise bist, was von dir versäumet ist, schleunig wieder einzubringen, und mit Eifer durchzudringen! auf! Gott ruft dich noch zu sich: eile, und errette dich! 10. Vater der Barmherzigkeit! Gieb doch, daß die Gnadenzeit nicht von mir versäumet werde; führ' mich selbst zu deiner Heerde! Vater, ach ich bitte dich: eile, und errette mich! Nach der Melodie des 79. Lieds. üter! wird die Nacht bald verschwinden? Húter! ist die Nacht 297. Her Günden, Zweiter Theil.- Von der Buße und Bekehrung. 163 bald hin? wird die Finsterniß der widerstehn, und seine Lüste dämpfen? Sinnen bald zerrinnen, womit ich Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu umgeben bin? deiner Ruh' ist dies der einz'ge Weg. und dem entsagest du? 2. Seh' ich nicht das Rund der Erden helle werden, bei der Sonne neuem Lauf! so geh' doch zu meiner Wonne, wahre Sonne! auch in meinem Herzen auf! 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräften selbst hat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Ist Gott denn ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leisten kann? 3. Sind wir nicht im neuen Bunde, da die Stunde der Erscheinung kommen ist? Und ich soll noch långer harren und erstarren, weil du mir fo ferne bist? 4. Sprich selbst, gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und, seiner werth zu seyn im Glauben mich erkühne? Wenn du die Tugend übst, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 4. Du hast ja, da du bist kommen, weggenommen alle Finsterniß und Nacht; willst du denn nicht mir, dem Deinen, auch erscheinen, der nach deinem Lichte tracht't. 5. Zeige mir in reiner Klarheit deine Wahrheit: laß die Wolken sich verzieh'n; so werd' ich das Gute lieben, Demuth üben, und der Nacht Geschäfte flieh'n. 6. Herr! du winkst, und auf der Stelle wird es helle, sprich auch zu mir: werde Licht! und mein Licht soll vor den Leuten sich verbreiten. Dir ist's Ruhm, versag' mir's nicht! 7. Des Vernunftlichts schwacher Schimmer zeigt zwar immer unsers großen Schöpfers Spur; aber es kann Trost und Leben mir nicht geben, dein Licht, Jesu, thut es nur. 8. Nur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein; wo sein helles Licht den Seinen soll erscheinen, muß ein freies Auge seyn. 9. Jesu! sollen meine Augen etwas taugen, o, so rühre du sie an. Denn das ist die größte Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann. Nach der Melodie des 8. Lieds. 298. Willst du die Buße noch, die Gott gebeut, verschieben: so schändest du sein Wort, und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein, wie schwer ist's nicht, sein eigen Herz bekämpfen! Begierden 5. Was weigerst du dich noch, das Laster zu verlassen? Weil es dein Unglück ist, befiehlt es Gott zu hassen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, befiehlt sie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen; sollt' er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwingen? Er gab dir die Vernunft; und du verläugnest sie? Er sendet dir sein Wort; und du gehorchst ihm nie? 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich hab' es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom Laster loszureißen; jest ist das Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheu'st du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn: um wie viel weniger wirst du dich morgen scheu'n! 9. Ist denn die Buß' ein Werk von wenig Augenblicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut' ents rücken? Ist ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Missethat, die wahre Heiligung? 10. Ist's g'nug zur Seligkeit, des Glückes der Erlösten, wenn uns der Tod ergreift, sich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß g'nug, daß uns 11* Zweiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 164 die Sünde reu't; so ist kein leichter| Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns, die Reinigkeit der Seelen; ist keine Secle rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; so zittre vor dir selbst, wenn du dies Werk verschiebst. 5023 -- Nach der Melodie des 8. Licds. 12. Der Glaube heiligt bich. 3ft 299. Laß mich doch, o mein dieser dein Geschäfte? Nein, Mensch! und du verschmähst des Geistes Gottes Kräfte? Erschreckt dich nicht sein Wort? Giebt im verkehrten Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zulegt dahin? Gott, die Buße nicht verschieben, die mir dein Wort gebeut! wie könnt' ich sonst mich lieben? Ist wahre Besserung nicht meiner Seele Glück? O wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Du, Gott, gewinnest nichts, wenn ich dir kindlich diene und deiner werth zu seyn, im Glauben mich erkühne. Wenn ich das Gute thu', das mir dein Wort gebeut, wem dien' ich? nur mir selbst, und meiner Seligkeit. 3. So süß ein Laster ist, so giebt's doch keinen Frieden. Der Zugend nur allein hast du dies Glück beschieden. Wer dir, o Gott, gehorcht, erwählt das beste Theil; wer dich, o Gott, verläßt, verläßt sein eigen Heil. 13. Hat Christus uns erlös't, damit wir Sünder bleiben, und, sicher durch sein Blut, das Laster höher treiben? Gebeut uns Christo Wort nicht Tugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott. Gott widerspricht sich nicht. 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hörest, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehrest. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig noch bereu'n. 15, Entschließe dich beherzt, dich selber zu besiegen; der Sieg, so schwer er ist, bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang langsam fort; sey wacker, Gott ist nah! und stärkt dich durch sein Wort. 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Geseg erst ihren Fluch empfinden, so widerstreb' ihm nicht; denn Gottes Traurigkeit wirkt eine Reu' in dir, die niemals dich gereut. 17. So süß ein Laster ist, so giebts doch keinen Frieden; der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 19. Sprich selbst, ist dies kein Glück, mit ruhigem Gewissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und måßig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freu'n? ism 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt dein Glück; sie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, fullt dich mit Zuversicht, giebt Weisheit und Verstand und Muth zu deiner Pflicht. 4. Was weig're ich mich denn, das Laster zu verlassen? Weil es mein Unglück ist, befiehlst du es zu hassen. Was weig're ich mich denn, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie mich glücklich macht, befiehlst du sie allein. 5. Die Buße führt mich nicht in eine Welt voll Leiden. Sie führet mich vielmehr, o Gott, zu deinen Freuden; macht meine Seele rein; füllt mich mit Zuversicht; giebt Weisheit und Verstand, und Muth zu meiner Pflicht. 6. Bahr ist es, es ist schwer, sein eigen Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Lüste dämpfen. Doch bleibt's ja meine Pflicht, und diese Schwierigkeit, die heute mich erschreckt, wird schwerer durch die Zeit. 7. Je öfter ich vollbring', was Fleisch und Blut befohlen, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheu' ich mich heute nicht, o Herr, dein Feind zu seyn; um wie viel weniger werd' ich mich morgen scheu'n. 8. Du reichst ja Kräfte dar, uns selber zu besiegen. Der Sieg, so schwer 3weiter Theil. Von der Buße und Bekehrung. 165 6. Heut' lebst du, heut' bekehre dich; eh' morgen kommt, kann's ändern sich! wer heut' ist stark, gesund und schön, kann morgen an dem Grabe stehn: stirbst du nun ohne Bess'rung hin, wie willst du dem Gericht entflieh'n? L er ist, bringt göttliches Vergnügen;| geht er im Anfang gleich nur noch sehr langsam fort, so bist ou, Gott, mir nah, und stärkst mich durch dein Wort. 9. Wie schnell kann nicht der Tod mich dieser Welt entrücken! und Buß ist ja kein Werk von wenig Augenblicken. Ein Seufzer zu dir, Gott, ein Wunsch nach Besserung und Angst auf Missethat, ist noch nicht Heiligung. 10. So gieb denn, weil ich noch, Herr, deine Stimme höre, daß ich mich ungesäumt von allem Bösen kehre, so darf ich nicht dereinst zu meiner Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren. größten Pein mein hier versäumtes 301. 301. Glück, wiewohl zu spåt, bereu'n. Nach der Melodie des 120. Lieds. 300. o wahr ich lebe, spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; mein Wunsch und Wille ist vielmehr, daß er rechtschaffen sich bekehr', sich beff're in der Gnadenzeit, und mit mir leb' in Ewigkeit. 2. Dies Wort bedenk', o Sünder, wohl! verzage nicht verzweiflungsvoll! du nimmst an der Erlösung Theil; hier findest du Trost, Gnad' und Heil: und Gott besiegelt's mit dem Eid; o selig, wem die Sünd' ist leid! 3. Doch hûte dich vor Sicherheit, denk nicht: zur Buß ist's immer Zeit, ich will mich meines Lebens freu'n, und werd' ich dessen müde seyn, alsdann will ich bekehren mich, Gott wird wohl mein erbarmen sich. 4. Wahr ist es: Gott ist stets bereit zum Wohlthun, zur Barmherzigkeit; doch, wer auf Gnade Böses thut, und der Versöhnung theures Blut verachtet, seiner selbst nicht schont, dem wird, wie er verdient, gelohnt. E SANTANA 7. Hilf, o Herr Jesu! hilf du mir, daß ich mich glaubig nahe dir und mich bekehre unverweilt, eh' mich mein Ende übereilt, damit ich heut' und jederzeit zum legten Abschied sey bereit. 5. In seinem Sohne will dir Gott das Leben schenken für den Tod: allein, entdeckt sein Wort dir wohl, wer von uns morgen leben soll? Daß du mußt sterben, ist dir kund; verborgen ist die Todesstund'. ie treu, mein guter Hirte, gehst du dem Sünder nach, der sich von dir verirrte, der, elend, krank und schwach, in sein Verderben läuft, wo deine Hand den Armen, nicht selber aus Erbarmen, ch'er versinkt, ergreift. 2. Wie tröstlich ist die Stimme, die alle Sünder lockt! ach, sprächest du im Grimme: weicht, Sünder, weicht von mir, ich will euch nicht erkennen! wer wollt' es unrecht nennen? Wer bist du? Wer sind wir? 3. Doch heißt dein Ruf uns kommen; und merken wir nicht drauf, ob wir ihn schon vernommen; so suchst du selbst uns auf. Dein Herz, o Heiz land, brennt, daß doch das Schaaf zur eerde zurückgeführet werde, das von es sich getrennt. 4. Nimmt nun der freche Sünder den Gnadenruf nicht an; so bist du viel gelinder, als man es denken kann. Sein Ziel verlångerst du, er kann noch Gnade hoffen, der Zugang steht ihm offen, er eile nur herzu. 166 Zweiter Theil. 5. Liebhaber unsrer Seelen! mein Hirt! mein treuster Freund! was sollt' ich es verhehlen, wie wohl du es ge= meint? Ich war auf meiner Flucht ein Raub der schnöd'sten Lüste; doch du hast in der Wüste mich huldreich aufgesucht. - Von der Buße und Bekehrung. Bußlied eines schwermüthigen Christen. Aus dem 6. Psalm. Mel. Mache dich, mein Geist, bereit. 302. S 6. Dein Wort schallt noch im Herzen, das mich zur Buße rief, als ich zu deinen Schmerzen den Weg zur Hölle lief. Du aber brachtest mich von diesem breiten Wege durch Kreuz zum wahren Stege. Mein Hirt! ich preise dich. 7. Uch, daß ich deiner Liebe nur immer folgsam wär', nicht oft zurücke bliebe, an Lieb' und Eifer leer; nicht, wie viel du gethan, mir oft entfallen ließe, da ich ja mehr genieße, als ich verdanken kann. 8. Nun, Jesu! ich beklage den blöden Unverstand, und daß ich meine Tage so übel angewandt. Verstoß den Sünder nicht! mich reu't und schmerzt mein Schade, verwandle deine Gnade nicht in ein 3orngericht. 9. Für uns gemacht zum Fluche, gabst du dein Leben dar, daß so dein Eifer suche, was ganz verloren war. Ja, Nam' und That erweist, daß du, Herr, nicht vergebens das rechte Brot des Lebens, der Sünder Heiland seyst. 10. Das laß mich herzlich glauben, doch gieb mir selber Kraft, dem Heile treu zu bleiben, das mir dein Tod geschafft; und wie ich glaubensvoll aus deinem Ueberflusse zum wirklichen Genusse stets Gnade schöpfen soll. 11. Doch sollt' ich mich auf's neue, ich schwach Geschöpf, vergehn; so laß mir deine Treue, mein Hirte! nie entstehn, erweck' und führe mich, daß nichts von dir mich wende; so preis ich sonder Ende, als meinen Hirten, dich. trafe nicht, o Heis ligster, mich in deinem Grimme. Höre, Herzenskündiger, meines Flehens Stimme! sende du Trost mir zu! reiss' mich aus den Nöthen, ehe sie mich tödten. 2. Wird dies Herz im Grabe sich deiner Güte freuen? Gott des Lebens! todt kann ich dir kein Danklied weihen. Rette mich, daß ich dich, weil ich hier noch lebe, dankbar froh erhebe. 3. Nichts als deine Baterhuld kann mich glücklich machen. Uch, gedenk nicht meiner Schuld! stärke du mich Schwächen. Heile mich, zeige dich, mir in deiner Gnade, Gott, du Gott der Gnade! 4. Wann wirst du mich doch erfreun? Wann mir Trost gewähren? Täglich, Helfer, harr' ich dein und ich hab' in 3ahren meine Nacht oft durchwacht. Eil', Erbarmer, eile, deinem Knecht zum Heile! 5. Elend, tiefgebeugt bin ich und sehnet sich nur umsonst nach Friede. von Seufzen müde. Meine Seele Uch wie lang' soll ich bang', Heiland múder Seelen, trübe Stunden zählen? 6. Doch, o Seele, zage nicht! Gott verstößet feinen, der ihn fleht mit Zuversicht, er vernimmt mein Weinen. Nie vergißt Jesus Christ seiner theu'r Erlösten, deß will ich mich trösten! 23) Vom Das Apostolische Glaubensbekenntniß. 303. Toch sey verchret, er, Nach der Melodie des 46. Lieds. Ich glaub' an Gott; der der rechte Vater heißt; deß Daseyn die Natur mich lehret, und den die weite Schöpfung preist. 2. Der in sich Seel'ge sprach: es werde! und seiner Weisheit, Gut' und macht frohlockt der Himmel und die Erde, von ihm aus Nichts hervorgebracht. 3. Un Jesum Christ, den Eingebornen des ew'gen Vaters, unsern Herrn, glaub' ich. Gott sprach: hilf den Verlornen, er kam, und half, und that es gern. 4. Er kam, und durch die Kraft des Höchsten gebar ihn einer Jungfrau Schooß. Er kam zu uns, als seinen Nächsten, und stellt sich unſerm Elend blos. 5. O, was läßt ihn Pilatus leiden! wo ist ein Schmerz wohl, wie sein Schmerz! am Kreuze selbst mußt' er verscheiden wie bricht ihm Pein und Schmach das Herz! 167 8. Bald steht er auf! Sein Haupt erhebet er siegreich über Tod und Grab. Nun weiß ich, daß mein Heiland lebet, und troße siegreich Tod und Grab. 9. Er fährt gen Himmel, um zur Rechten des Vaters aller Herr zu seyn. Hier wacht er über seinen Knechten, daß hier sie einst mit ihm sich freu'n. 10. Als Richter kommt er endlich wieder. Erschreckt, ihr Sünder! freuet euch, ihr Frommen! er führt euch als Brüder nun mit sich in sein ewig Reich. Glauben. 11. Auch an den Gefft, der ehmals machtig in Christi ersten Zeugen war, glaub' ich: noch stets ist er geschäftig, und mehrt der frommen Christen Schaar. 12. Die Kirche glänzt durch ihn auf Erden, in Glaub' und liebe fest vereint, wie glänzend wird sie einst noch werden, wenn jene Klarheit ihr erscheint! 13. Glückselig, wer im Tod und Leben bußfertig Jesu sich ergiebt! ihm sind die Sünden all vergeben, wie viel er ihrer auch verübt. 14. Laßt seinen Leib in Staub verwesen, er wird doch wieder auferstehn, vom Sündenschaden nun genesen, wie glänzend, wie unsterblich schön! 15, Den Herrn erblickt er mit Vers trauen, und geht zu seinen Freuden ein, sein Untlig wird er ewig schauen, und ewig voll des Lobes seyn. 16. heil'ger Gott, dein Wort ist Wahrheit; es ist allein die rechte Lehr. Erleuchte mich durch deine Klarheit, und heil'ge mich je mehr und mehr! 6. So stirbt der Gottmensch und Nach der Melodie des 6. Lieds. bekämpfet im Tod das Reich der Fin= 304. Es ist das Heil uns komDes Teufels ist nun gedämpfet; dein Heil ist nun, o Mensch, gewiß. 7. Sein Leib wird zwar des Grabes Höhle, als ein erhaschter Raub, zu Theil, doch Jesu abgeschied'ne Seele bedenkt noch stets der Menschen Heil. men her Gottes freien Gnaden. Die Werke helfen nimmermehr, der Bürd' uns zu entladen. Der Glaube sieht auf Jesum Christ, der unser Mittler worden ist; der hat uns Heil erworben. 2. Da man, was das Geset gebot, nicht völlig konnt' erfüllen, erschreckt uns 3orn und große Noth, die Niemand mochte stillen. Der Sünde Macht nahm immer zu, nichts gab uns Sündern Trost und Ruh' beim Fluche des Gesetzes. 3. Und doch mußt' es erfüllet seyn: sonst mußten wir verderben. Drum stellt vor Gott sein Sohn sich ein, als Mensch für uns zu sterben. Der hat es ganz für uns erfüllt, damit den schweren Zorn gestillt, desf' Last uns alle drückte. 168 Zweiter Theil.- 4. Da es durch den erfüllet ist, durch welchen wir geneſsen; ſo lern' und fasse wohl, o Christ, des Glaubens rechtes Wesens. Der Glaube spricht, bu, Herr, bist mein, dein Tod muß mir das Leben scyn; du haft für mich gebüßet. 5. So glaub' ich fest, und zweifle nicht; dein Wort wirst du nicht brechen. Wenn alle Welt die Treue bricht, hältst du doch dein Versprechen. Wen glaubt an dich und wird getauft, dem ist die Geligkeit erkauft, der gehet nicht verloren. 6. Vor Gott gerecht sind die allein, die dies von Herzen gläuben. Die Werke sind des Glaubens Schein; Nach der Melodie des 8. Lieds. ohn' den wird er nie bleiben. Er 305, Herr! ohne Glauben kann vor dir lehrt, in Gottes Willen er dem Nächsten Gutes thun, Geduld und Sanftmuth üben. bestehen. Drum wend' ich mich zu dir mit demuthsvollem Flehen. S zünde selbst in mir den wahren Glauben an, weil ich durch meine Kraft ihn mir nicht geben kann. 2. Dein Daseyn laß mich, Gott, mit Ueberzeugung glauben. Nichts müsſe mir das Wort aus meinem Herzen rauben: daß du dem, der dich sucht, stets ein Vergelter seyst, und hier und ewig ihn mit deinem Heil erfreust. 3. Wahrhaftig ist dein Wort. Laß mich ihm völlig trauen. Nie wanket deine Treu'; laß mich darauf stets bauen. Gieb, daß ich dir in Glück und Unglück stets getreu, und dem, was du gebeutst, von Herzen folgsam sey. 7. Wer bei Gott Ghad' erlanget hat, muß ihn vor Augen haben, daß er bei ihm sucht Hülf und Rath; ihm dankt für alle Gaben, in seiner Furcht freiwillig lebt; des Fleisches Lüsten widerstrebt; dies ist der Weg zum Leben. 8. Wer aber sicher gehet hin, thut, was ihm nur beliebet, lebt fort nach seines Herzens Sinn, den Lüsten sich ergiebet; ruft Gott nicht an, daß er ihn führ', mit seinem Geist ihn stets regier', der läuft den Weg zur Hölle. 9. Den meidet jeder, der recht glaubt, bewahrt, was ihm gegeben; sieht zu, daß er das Fleisch betäubt; sehnt sich nach jenem Leben; dient seinem Nächsten; ehrt und preist in Christo Gott mit stillem Geist, es geh' ihm, wie es wolle. 10. Die Hoffnung wartet still der Beit nach göttlicher Zusage, bestimmt zur Hülf' in unserm Leid dem Höchsten nicht die Tage. Er weiß wohl wenn's am besten ist, er, der der Seinen nie vergißt, und will, daß wir ihm trauen. 11. Berbirgt er je sein Angesicht, das laß dich nicht erschrecken. Selbst wenn er schon dein Joch zerbricht, will er's oft nicht entdecken. Sein Wort laß dir gewisser seyn, und Vom Glauben. ångstigt dich des Zweifels Pein; fo laß dir doch nicht grauen. 12. Von allen Zungen sey gepreis't, um dieser Gutthat willen, Gott Vater, Sohn und heil'ger Geist! du selber wollst erfüllen dein in uns angefangnes Werk zu Ehren deiner Größ' und Stárk'! dein Name werde heilig! 13. Dein Reich komm', daß dein Wille mag, wie droben, hier geschehen! gieb unser Brot uns jeden Tag! verzeih, was wir versehen, als wir den Schuldigern verzeih'n! Bersuchung laß fern von uns seyn! Hilf uns vom Bösen. Amen. 4. Laß mich, mein Jesu, dich im Glauben recht erkennen; dich, meinen Herrn und Gott, im Geist und Wahrheit nennen. Laß mich im Glauben thun, was mich dein Wort gelehrt, daß dich Herz, Mund und That, als meinen Heiland ehrt. 5. Dein göttliches Verdienst sey mir, o Herr, stets theuer. Es fülle mich mit Trost; es mache mich stets freier vom schnöden Lasterdienst. Es stärke mich mit Kraft zu deines Namens Ruhm in meiner Pilgerschaft. 6. Wie selig leb' ich dann im Glauben schon auf Erden! wie herrlich wird mein Theil dereinst im Himmel. Zweiter Theil. Vom Glauben. 169 werden, dann schau' ich, was ich| laß mich allezeit des Glaubens Kraft hier geglaubt, in ew'ger Ruh. stark im Glauben mich, Gott meines Heils, dazu! BELVER Nach der Melodie des 119. Lieds. 306. Gottes Sohn, Herr Jesu Christ, an wen soll ich mich wenden, daß man recht glaubt, und standhaft ist, steht nicht in unsern Händen. hilf du mir von oben her, daß ich, gestärkt je mehr und mehr, recht und beharrlich glaube. 2. Komm dann und unterweise mich daß ich den Vater kenne, daß ich mit freud'ger Ehrfurcht dich den Sohn des Höchsten nenne; daß ich zugleich den heilgen Geist, den mir dein theures Wort verheißt, von ganzem Herzen ehre. 3. Laß mich dein großes Gnadenheil im rechten Licht erblicken; und mich dazu an meinem Theil mit allem Eifer schicken. Nur in die find ich Trost 307. Ifürft! zu bir. Ervars Nach der Melodie des 141. Lieds. komme, Friedensund Ruh' und ewig's Heil, der Weg bist du, die Wahrheit und das Leben. 4. O gieb, daß ich dein theures Wort recht tief zu Herzen fasse; daß ich mich nun und immerfort auf dein Verdienst verlasse; und wenn mich gleich mein Herz verklagt, ich dennoch auf dich unverzagt, als meinen Mittler, hoffe. mend rufst du ja auch mir, den Fries den zu empfangen. Der Sünden Last ist mir zu schwer. O laß mein Herz von Trost nicht leer! laß es die Ruh' erlangen, die du dem tiefgebeugten Geist, der zu dir fliehet, selbst verheiß'st. Wer tröstet mich, als du allein? Wer macht mein Herz von Sünden rein? Herr Jesu Christ, mein Trost und Licht! mein Troft und Licht! verwirf, verwirf du mich doch nicht, 5. Doch laß auch meinen Glauben sich des Bluts, das du vergossen, nicht anders trösten, als daß ich, zu deinem Dienst entschlossen, durch seine Kraft die arge Welt, und was sich dir entgegen stellt, für Koth und Schaden achte. 2. Unbetend steh' ich, Herr, vor dir. Dein Untlig neige du zu mir, und sey mir Sünder gnädig. Wenn mein Vergeh'n um Rache schreit, ſo mache aus Barmherzigket mi aller Strafe ledig. Der du am Kreuz gelitten hast! du trugest ja auch meine last, als du zum Heil der Sünder starbst, und ihnen Gottes Huld erwarbst. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! crlöse mich durch deinen Tod. 3. Du, du bist meine Zuversicht: durch dich entflieh' ich dem Gericht, dem schweren Lohn der Sünden. Durch dich kann ich dem Fluch entgehn, und 6. Noch ist mein Glaube schwach und klein; oft kann ich ihn kaum merken. Wer hilfet mir? nur du allein; du kannst mich mächtig stårken; der nicht ein schwaches Rohr zerbricht, der nicht ein nur noch glimmend Licht auslöscht, wird sich erbarmen. beweisen. 8. Wohn' in mir durch den Glauben so, o du, der Deinen Stärke! daß ich, als dein Erlös'ter, froh auch auf dein Beispiel merke; und eifrig, gleich wie du gethan, auf der mir abgemess'nen Bahn, Gott und dem Nächsten diene. anog niske 9. Insonderheit gieb mir die Kraft daß ich an meinem Ende des Glaubens voll, die Pilgrimschaft mit Freus digkeit vollende. Steh' dann zu meinem Trost bereit, daß ich der Seelen Seligkeit, des Glaubens End' erlange. 10. Dein ist's, was Gut's sich in mir find't; mit dir wird mir's gelingen; du wollst, was du hast angezünd't, zu vollen Flammen bringen. Dies fordert deines Namens Ehr', stårk' meinen Glauben immer mehr, und krón' ihn durch das Schauen! 7. Gieb, daß ich Schwacher lediglich auf deinen Beistand sehe; und dann, mit Macht gestärkt durch dich, fest in dem Glauben stehe. Mit Früchten der Gerechtigkeit erfüllet, 170 3weiter Theil. mich mit Gott vereinigt sehn, und ew'ges Leben finden. Dein Tod ist der Verlornen Heil. Gieb mir an seinem Segen Theil. Er sey auch mir Beruhigung, und meines Lebens Heiligung. Herr Jesu Christ! ich hoff auf dich, ich hoff' auf dich! in dieser Hoffnung stårke mich. 4. Mein ganzes Leben preise dich. Erlöst, mein Mittler, hast du mich, dein Eigenthum zu werden. Wenn ich dein bin, so fehlt mir nichts; nichts einst am Tage des Gerichts, nichts hier auf dieser Erden. Auf dieser Bahn zum Vaterland entzeuch mir niemals deine Hand. Zu deinem Dienste stårke mich, und laß mich siegen einst durch dich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! ein Leben sey mir einst der Tod. Nach der Melodie des 292. Lieds. 308. Auf dich allein, Herr mein Vertrau'n sich gründen, auf dich, der du mein Heiland bist, sonst ist kein Heil zu finden. Es ist kein Retter außer dir, kein Mensch, kein Engel, welcher mir aus meinen Nöthen helfen kann: dich ruf ich an, du bist's, der helfen will und kann. 2. Erlöser! meine Schuld ist groß, fie reuet mich von Herzen. Erbarme dich und sprich mich los, durch deines Todes Schmerzen, weil du für mich genug gethan, nimmt Gott auch mich zu Gnaden an. So bin ich los der Sündenlast! mein Glaub' umfaßt dich, der du sie getragen hast. 3. Hilf, daß ich meines Glaubens Kraft durch wahre Lieb' erweise. Ja, mache du mich tugendhaft zu deines mir in meiner Prüfungszeit ein Helfer voll Barmherzigkeit; und naht die legte Stunde fich, dann zeige dich in deiner Gnao' und rette mich. Nach der Melodie des 47. Lieds. 309. Jefus nimmt die Sünder an! sagt doch dieses Trostwort allen, welche von der rechten Bahn auf verkehrten Wegen wallen! Vom Glauben. hier ist, was sie retten kann: Jesus nimmt die Sünder an. 2. Keiner Gnade sind wir werth. Dennoch hat in seinem Worte er sich gnadenreich erklárt, und des ew'gen Lebens Pforte durch sein Blut selbst auf gethan. Jesus nimmt die Sünder an. 3. Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte. Jesus, der uns nie vergißt, suchet treulich das verirrte; zeiget ihm die rechte Bahn. Jesus nimmt die Sünder an. 4. Kommet alle, kommet her, kommet, ihr betrübten Sünder! Jesus rufet euch, und er macht aus Sundern Gottes Kinder. Auf! und laßt uns zu ihm nahn! Jesus nimmt die Sünder an. 5. Ich Betrübter komme hier, und bekenne meine Sünden. Laß, mein Heiland, mich bei dir Gnade und Vergebung finden! daß dies Wort mich tröſsten kann: Jesus nimmt die an! 6. Nun, so hab' ich guten Muth. Sind schon meiner Sünden viele, macht doch dein Versöhnungsblut, daß ich ihre Last nicht fühle, und versichert sprechen kann: Jesus nimmt die Sünder an! 7. Nun verdammt mein Herz mich nicht. Will mich das Geseg verklagen? Der mir einst das Urtheil spricht, hat die Schulden abgetragen, daß mich nichts verdammen kann. Jesus nimmt die Sünder an! 8. Jesus nimmt die Sünder an. Mich hat er auch angenommen, und den Himmel aufgethan, daß ich selig zu ihm kommen, und auch sterbend rühmen kann: Jesus nimmt die Sünder an! Nach der Melodie des 82. Lieds. 310. Reſu! daß meine Seele ſelbst durch deinen bittern Tod aus des Abgrunds tiefster Höhle, aus der allergrößten Noth, siegreich haft herausgerissen, låss'st du mich Verzagten wissen; dieses predis get dein Wort, uns zum Troft noch immerfort. 2. Blindlings, als verirrte Schafe, eilten wir der Hölle zu; aber unfre Zweiter Theil.- Vom Glauben. 171 Schuld und Strafe, treuer Hirte, der Drangsal mir erwecken. Welch trugest du; und nun rufst du allen Sündern: kommt! laßt euch die Welt nicht hindern! Euch heilt niemand, als nur ich. Herr, hier bin ich, heile mich. ein hart und banger Streit! Herr, laß da mich nicht erliegen. Hilf mir siegen! hilf mir siegen! wenn mein Fleisch mich selbst verklagt, hilf mir, daß es nicht verzagt. 10. Hilf durch deine blut'gen Wunden; denn durch diese werd' ich heil. Durch die Qual, die du empfunden, ist nun Seligkeit mein Theil. Deine Schmach und Dornenkrone stårke mich in Schmach und Hohne, und dein Blutschweiß, Schmerz und Tod tröste mich in jeder Noth. 11. Wie du mit dem Tod gerungen, steh' im legten Kampf mir bei. Du hast ja den Tod bezwungen, daß auch ich sein Sieger sey. Dir, Herr! will ich fest vertrauen. Ich soll dort dein Untlig schauen. Muthig támpf ich. Auf den Streit folgt, das weiß ich, Seligkeit. 3. Ich bekenne meine Sünden. Uch! ich irre weit und breit. Es ist nichts bei mir zu finden, als nur ungerechtigkeit. Bess'rung hab' ich oft versprochen, und wie bald mein Wort gebrochen. Kaum erschreckt mich die Gefahr, die mir oft so nahe war. 4. Ach! ich müßte ganz verzagen, da die Sünden, welch ein Heer! mich vor Gott so laut verklagen, wenn dein theures Blut nicht wär'! doch im Bund, den du beschworen, heißt's: wer glaubt, geht nicht verloren. Ewig lebt er: in's Gericht kommt nun der Versöhnte nicht. 5. Herr, ich glaube. Rette, rette! denn mich schrecket dein Gericht. Du starbst, daß ich Friede hätte. Hör mein Schrei'n! verlaß mich nicht: Nach der Melodie des 82. Lieds. ach, gieb Trost, die Angst zu lindern. 311. Sefu! fich mich an in Gnaden! donnert zu dort dein Fluch vom Richterstuhl, bis hinab zum Feuerpfuhl. 6. Herr, durch deine Todesschmerzen heile meiner Seele Schmerz. Du, du Kundiger der Herzen, kennst ja mein zerbrochnes Herz. Dies mein Herz, von Ungst bedränget, doch auch durch dein Blut besprenget, übergeb ich, Jesu, dir. Nimm es gnädig an von mir. 7. Mach' es selber rein. Ich fühle, daß nichts Gutes in mir wohnt. Gutes seg' ich mir zum Ziele, Böses bin ich stets gewohnt. Nun kann ich mein Fleisch nicht zwingen; und das Gute zu vollbringen, hindert mich der Sünde Joch. Was ich nicht will, thu' ich doch. 8. Brich des Fleisches starren Willen, wenn es kühn den Aufruhr wagt. Auch an mir wirst du erfüllen, was du allen zugesagt. Du willst selber in une leben, Kraft zu jeder Tugend geben, daß nun, von der Sünde frei, ganz das Herz dir eigen sey. 9. Oft wird auch der Hölle Schrekken neue Furcht und Bangigkeit in Elend, meine Noth: laß dich's jammern, hilf dem Schaden! ach! er bringt mir sonst den Tod. Solltest du Erlöser heißen, und mich nicht dem Tod entreißen? Wie dein Nam', ist auch dein Ruhm! das erfährt dein Eigenthum. 2. Gottes ewiges Erbarmen, das in dir sich zu uns lenkt, hat dich ein'gen Sohn den Armen und auch mir zum Trost geschenkt. Ach, wie hoch bedarf ich deiner; Jesu! so gedenk auch meiner; denk' an mich, sprich nur ein Wort, o so weicht mein Jammer fort. 3. Alle Worte deiner Lippen, alle Thaten deiner Hand, ja dein Leben von der Krippen, bis man dich am Delberg band; dein für uns geschmeck= tes Leiden, dein am Kreuz so schmerz lich's Scheiden ist, so hat es Gott versehn, zu der Sünder Heil geschehn.. 4. Wenn die Hände sich nur reg= ten, war die Hülfe schon bereit, wenri die Lippen sich bewegten, schallte lau:: ter Seligkeit; ach, sie hießen zu di: kommen nicht die Heil'gen, Starken ,, 172 Zweiter Theil. Frommen; nur den Sündern riefen fie, die voll Arbeit, Angst und Müh. 5. Jesus, sollt' ich's denn nicht wagen? sollt' ich denn zu dir nicht fliehn? Sollt' ich darum ganz verzagen, weil ich so verdorben bin? Nie verstießest du den Armen; meiner wirst du dich erbarmen: weil doch deine Gnad' und Huld größer ist als meine Schuld, 6. Wo die Sünde mit Beschwerden also mächtig worden ist, da laß mir auch kundbar werden, wozu du geschenket bist! reiß mich los aus Satans Stricken! brich der Hölle Band 313. Hei dem wir alle GaNach der Melodie des 8. Lieds. err, Gott, in Stücken! nimm mein ganzes Herz und Sinn, Leib und Seel' und alles hin! ben, und was uns nüglich ist, allein zu suchen haben; o, sich erbarmend mich in meiner Schwachheit an, weil ich, so wie ich will, dir nicht vertrauen kann. 3 7. Mach' mich dir auf ewig eigen; führ' mich, wie es dir beliebt! lehr' mich meiden, leiden, schweigen! folgen, wie dein Rath mich übt! ach so still' mein ängstlich Qualen, daß ich mit erfreuter Seelen dich hier preise in der Zeit und dort in der Ewigkeit. Vom Glauben. 5. Dies müsse mein Vertrau'n zu dir, o Herr! erwecken. Zu schwach, der Gottheit Rath vom Menſchen zu entdecken, bet ich der Liebe Macht, die ich nicht fassen kann, mit froher Zuversicht, doch auch in Demuth an. 6. Herr, deine Ewigkeit wird mir mehr Licht gewähren, und deine große Lieb' im Schauen mir erklären. Unendlich ist mein Heil! o Glaube, der erfreut! gelobet sey der Herr, gelobt in Ewigkeit. 2. Ich glaube zwar an dich, doch nur mit schwachem Glauben. Oft will die Zweifelsucht mir alle Hoffnung rauben. Wer macht das Herz gewiß, als du, o Herr, allein? Baß deine Nach der Melodie des 8. Lieds. 312. Mag och der Spórter Hülfe doch von mir nicht ferne seyn! 3. O, reiche du mir selbst aus Gnade deine Hände! hilf meiner Schwachheit auf, daß sich mein Kummer ende. Ist schon, dem Senfkorn gleich, mein Glaube noch sehr klein, so laß ihn doch bei mir im steten Wachsthum seyn. Heer des Namens Jesu spotten. Dich, Heiland, bet' ich an; du kommst, sie auszurotten. Dein Kreuz ist Thorheit nur dem, der verloren geht; uns, die der Glaube stärkt, ist's Heil und Majestät. 2. Nur du, des Höchsten Sohn, konnt'st uns mit Goit versöhnen, und uns mit neuem Recht zum ew'gen Glück belehnen. O! beides ist gleich groß, der Welt ein Schöpfer seyn, und eine Welt, die fiel, von ihrem Fall befrein! 3. Wer kann die Majestät der Lieb' und Großmuth faffen? als Sohn des Ewigen der Himmel Thron verlassen, sich selbst erniedrigen, einher in De muth gehn, der Wahrheit Herold seyn, und sich verspottet ſehn. 4. Die Wunder Gottes thun, und an das Kreuz geschlagen, mit himmlischer Geduld der Menschen Schulden tragen, um der zu seyn, der uns ein ew'ges Heil erwirbt; des Herz ist göttlich groß, der selbst für Feinde stirbt. 4. Gieb, daß die Zuversicht in meinem Geist sich mehre, daß du mein Vater seyst, und ich dir angehöre, daß alle meine Schuld von dir vergeben sey; damit mein Herz sich dein als seines Gottes freu'. 5. Mach' diese Zuversicht in mir, o Gott! so träftig, daß ich mein Lebentang in deinem Dienst geschäftig, und stets beflissen sey, zu thun, was dir gefällt: so hab' ich, Gott, in dir den Himmel auf der Welt. 6. Mein Heiland, der du einst für deine Jünger batest, und, wenn sie wanketen, beim Vater sie vertrateft; o unterstüß auch jest mein sehnliches Gebet, und schenke Glaubenskraft dem, der dich darum fleht. 7. In deiner Mittlershand ist Heil und aller Segen. Herr, unterstüge Zweiter Theil.- - mich auf allen meinen Wegen, daß ich des Glaubens Ziel, der Seelen Seligkeit erlange, und dich preifin alle Ewigkeit. Nach der Melodie des 26. Lieds. 314. Mer, Gott, dein Wort und ich kenne Gott, der lüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber dein Wort glaubt und hält, der ist von dir, nicht von der Welt! Nach der Melodie des 156. Lieds. 315. Me einen Sesum laff ich er für mich gegeben, sollt' ich nicht aus Dank und Pflicht, an ihm hangen, in ihm leben? er ist meines Lebens Licht. Meinen Sesum lass' ich nicht. 2. Jesus bleibt mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende. Ihm geb' ich zum Eigenthum ganz mich hin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht. Meinen Jesum laff' ich nicht. Vom Glauben. 173 matte Herz nun bricht; laff ich meinen Jesum nicht. 3. Wenn mein Auge schon vers lischt, Wang', und Lippen sich entfarben: mich kein Labsal mehr erfrischt; alle Sinnen mir ersterben; und das 4. Dort auch las ich Jefum nie, hange stets an seinen Blicken; denn nach dieses Lebens Müh' leuchtet dort, mich zu erquicken, ewig mir sein An² gesicht. Meinen Jesum laff ich nicht. 2. Der Glaube, den dein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher mein' Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht allein, er stärkt das Herz und macht es rein. 3. Durch Jesum rein von Missethat, sind wir, Gott, deine Kinder. Wer solche Hoffnung zu dir hat, der flieht den Rath der Sünder; folgt 316. SE ucht man die Christi Beispiel, als ein Christ, und reinigt sich, wie er rein ist.isz ag Freundschaft in der Welt nur 4. Denn ich bin dir, Gott, anges nehm, wenn ich Gehorsam übe. Wer deinen Willen thut, in dem ist wahr lich deine Liebe. Ein täglich thátig Christenthum, das ist des Glaubens Frucht und Ruhm. unter solchen, die sich gleichen: weiß ich doch, daß sich Gott gesellt zu denen, die ihn nicht 5. Der bleibt in dir, und du in ihm, der in der Liebe bleibet. Die Lieb' ist's, die die Seraphim, dir, Herr, zu folgen treibet. Du bist die Lieb'; an deinem Heil hat ohne Liebe niemand Theil. erreichen. Ist Gott schon alles. und ich nichts; ich Schatten, er die Quell des Lichts; er noch ſo stark, ich noch so bidde; rer noch so rein, ich noch so schnöde; mer noch ſo groß, ich noch fo klein ist er doch mein, ich bin sein.mid thi dau niom thi 5. Weder Welt noch Himmel ist's, was mein sehnlich Herz begehret. Du allein, mein Sesu, bist's! denn für mich mit Fluch beschweret, wandtest du 3orn und Gericht. Dich, mein Jesu, laff ich nicht. 6. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich ſcheiden. Weh euch, die ihr ſein vergeßt! ihr beraubt euch ew'ger Freuden! felig aber, der da spricht: meinem Jeſum laff ich nicht. miste day( blis nist Mel. Herr hör', ach höre mein. und 174 3weiter Theil. 2. Mein gütiger Immanuel, mein| Mittler wußte Rath zu finden, mit meiner ihm entriff'nen Seel' sich dennoch wieder zu verbinden. Mein treuster Freund, mein Jonathan, sieht meinen großen Jammer an. Er kommt, daß er mein Bruder werde, herab vom Himmel auf die Erde; mit mir ein Leib, ein Fleisch, ein Bein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. - 3. Gott, welcher seinen Sohn mir gab, gewährt mir alles mit dem Sohne; nicht nur sein Kreuz, nicht nur sein Grab, auch seine Herrlichkeit und Krone. Was er geredet und gedacht; was er gebetet und gewacht; was er gehorchet und gelitten; was er empfangen und erstritten; auch selbst sein Fleisch und Blut ist mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 4. Wie sich sein Aug' an mir vergnügt, so bin ich auch in ihm zufrieden. Welch Band, das uns zusammenfügt! von ihm auf ewig unge schieden, hat nun die Seele, wo sie ruht. Auch darf sie um dies höchste Gut nicht eifern, hadern, hassen, neiden; er nåhrt uns allesammt mit Freuden. Die Welt nur kann der Neid entzwei'n; mein Freund ist mein und ich bin sein. 5. Er, er ist's, den ich mir erwählt! nur er ist meiner Seele Leben. Da er mich zu den Seinen zählt; so soll auch ich nach ihm nur streben. Ist er's nicht, der mich herzlich liebt? Ist er's nicht, der sich ganz mir giebt? Was kann ich mehr von ihm begehren? Was kann er besser's mir gewähren? Nun blendet ferner mich kein Schein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. Vom Glauben. 7. Auch wenn man, was ich habe, nimmt; was ich bedarf, mir nicht gewähret; wenn alles, wider mich ergrimmt, mich drückt, verfolgt, be= raubt, entehret, gleich jenen Mårtyrern mich quält, zerfleischt, zerstůmmelt, und entseelt. Die Welt raub' alles! meinen Glauben kann ihre Wuth mir doch nicht rauben. So bleibet ja das Beste mein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 8. Sein ist mein Leib, sein ist mein Geist, die er erschuf und auch erlös'te, hier beide schüßet, pfleget, speis't, bis er dort beide ewig tröste. Gesundheit, Stärke, Munterkeit, Wiß, Scharfsinn, Muth, Entschlossenheit; selbst daß ich, was ich von ihm habe, erkenn' und weiß, ist seine Gabe. Vom Undank hålt er selbst mich rein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. 9. Sein ist mein Bürgerrecht und Ruhm. Er kam, von Sünden mich zu retten. Ich hatte für mein Eigenthum sonst, leider! nichts, als Schand' und Ketten. Doch hat er alle meine Last in seinem Kreuz auf sich gefaßt. Er gab mir Freiheit für die Bande; er selbst trug meines Frevels Schande, und seiner Unschuld Ruhm ward mein. Mein Freund ist mein und ich bin ſein. 10. Nun zürn' und stürme jeder Feind! er soll mir doch nicht Ungst erwecken. Und ist der Richter selbst mein Freund; wie kann das Weltgericht mich schrecken? Ob Erd' und Himmel bricht und kracht; ob Leib und Seele gleich verschmacht't; ob meine Glieder gleich verwesen! durch ihn bin ich vom Tod genesen. Was sollt' ich Tod und Grab noch scheun? Mein Freund ist mein und ich bin sein. 6. Ohn' ihn ist mir das Leben Last; ohn' ihn der Himmel selbst kein HimNach der Melodie des 82. Lieds. mel. Durch ihn find' ich in Arbeit 317. Fins ist Noth! ach Herr, Raft, und Ruhe mitten im Getümmel. So viel Geräusch auch um mich sey! ohn' ihn ist's öde Wüstenei. Doch bin ich, wenn mich alle fliehen, wenn sich auch Brüder mir entziehen, zwar einsam, aber nicht allein. Mein Freund ist mein und ich bin sein. dies meine Seele doch! Auch beim schimmerreichsten Scheine ist sonst alles nur ein Joch, unter dem das Herz sich plaget und doch keine Ruh' erjaget. Alles aber wird ersetzt, wenn dies Eine mich ergäßt. 3weiter Theil.- 2. Seele, willst du dieses finden: such's bei keiner Kreatur; laß, was irdisch ist, dahinten; schwing' dich über die Natur, wo der Gottheit Füll' erscheinet, mit der Menschheit fest vereinet. Da, da ist das beste Theil, da dein Alles, da dein Heil. 3. So wollt' einst Maria wissen, was dies Einzige verhieß, als sie sich zu Jesu Füßen lehrbegierig niederließ. Ach, wie brennt ihr Herz, die Lehren aus der Weisheit Mund zu hören! sie vergißt die Welt und sich, sieht und hört nur, Jesu, dich. 4. So steht, Jesu, mein Verlangen Nach der Melodie des 35. Lieds. ganz und einzig nur nach dir. Uch, 318. Wie herrlich strahlt der Morgenstern! o welch an dir zu neige du dein Herz zu mir! wenn auch viele tråg' verroeilen; brenn' ich doch, dir nachzueilen. Jesu, Geist und Leben ist, was von deinen Lippen fließt. 5. Ja, mich reizt der Weisheit Fülle, die in dir verborgen liegt. Hilf mir nur, daß sich mein Wille ganz in deinen Willen fügt; daß die Demuth mich regieret, und zur rechten Weisheit führet. Mir entdeckt sich ihre Spur, tenn' ich dich, mein Jesu, nur. ein Glanz geht auf im Herrn! wer sollte sein nicht achten? Glanz Gottes, der die Nacht durchbricht! Stern Jacobs! sich nach deinem Licht mein Auge sehnlich schmachten. Jesu! Jesu! schön und prächtig, groß und machtig, reich an Gaben, über alles hoch erhaben! 2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preis ich dich! hab' ich nur dich, so rühret mich, was alle Welt reizt, wenig. Komm doch, komm doch! wahrlich! keiner tröstet deiner, Brot des Lebens! wenn ihn hungert, sich vergebens. 3. In dir nur kann ich selig seyn. Geuß tief, tief in mein Herz hinein, die Flamme deiner Liebe! daß in mir nichts als Inbrunst sey, kein Weltsinn deine Leiden scheu', kein Undank dich betrübe. Nach dir, nach dir, den ich fasse, nun nicht lasse, ewig wähle, dürftet meine ganze Seele. 4. Von Gott strahlt mir ein Freudenlicht, so oft dein lieblich Ungesicht sich neigt, mich anzublicken. Mein Jesu, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut, kann Seelen recht erquicken. Speif mich, tránk' mich, Seligmacher! daß ich Schwacher, daß ich Erde Hima melsfreuden inne werde. 6. Nichts kann ich vor Gott ja bringen, als nur dich, mein höchstes Gut. Jesu, es muß mir gelingen durch dein heilig köstlich Blut. Mir auch hast du, Herr, erworben, als du an dem Kreuz gestorben, meinen Schmuck, das reine Kleid gültiger Gerechtigkeit. 7. Nun so gieb, daß meine Seele, Herr, zu deinem Bild erwacht. Mir bist du, den ich erwähle, auch zur Heiligung gemacht. Was nur dient zum wahren Leben, das ist mir in dir gegeben. Uch! entreiß' mich ganz der Welt, daß ich thu', was dir gefällt. 8. Herr, was soll ich mehr verlangen, da in dir mein Herz nur ruht? Du bist einmal eingegangen in das Heil'ge durch dein Blut; hast mich meiner Band' entbunden, ewige Erlösung funden, daß ich mich Gott freudig nahn, kindlich Abba rufen kann. 9. Volle Gnuge, Fried' und Freude ist's, was meine Seel' ergoßt. Hirt, auf wie so gute Weide hast du mich, Vom Glauben. 175 dein Schaaf, verseßt. Jesu! soll ich dich nur haben: was kann mich wohl süßer's laben? Wo ist, was mich mehr erquickt, als wenn dich mein Glaub' erblickt? 10. Drum sollst du mir nur das Eine, du nur sollst mein Alles seyn. Prüf' und forsche, wie ich's meine, und tilg' allen Heuchelschein. Wenn die Welt bald lockt, bald höhnet, sich das Fleisch nach Eitelm sehnet; auch die Hölle stürmt und droht, wähl' ich dich: denn Eins ist noth. 5. Und wie, Gott Vater, preif ich dich? Gott, ewig, ewig hast du 3weiter Theil.- Vom Glauben. 176 mich in deinem Sohn geliebet. Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst, mein König, ist mein Freund. Troß dem nun, was betrübet! Seele! Seele! ihn, den Sieger stolzer Krieger, wähl' zum Freunde! und dann fürchte keine Feinde. 6. Ihm, welcher Höll' und Tod bezwang, ihm, ihm müss' unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen; dem Lamme, das erwürget ist, dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tonet! tönet! Jubel lieder, schallet wieder, daß die Erde ganz voll seines Lobes werde 5. Lockt nur, Gold und Schätze! Ehre sey der Göße der betrognen Welt! mich sollt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth, Kreuz, Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jesu scheiden. 6. Weich, des Eiteln Liebe! weicht des Fleisches Triebe! Thoren täuschet ihr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nie mehr willig finden. Fliehet weit von mir! Ueppigkeit, Stolz, Schmahſucht, Neid! ihr beschweret das Gewissen. Euch will ich nicht wissen. onu snop 7. Weichet, Sorg' und Zagen! schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja 7. Wie fre freu ich mich, o Jesu Christ, daß du der Erst' und Lette bist, der Anfang und das Ende. Du schließest selig meinen Lauf, du weckst mich auch von Todten auf. Deff' klopf ich in die ande. Amen! Amen! ja wir müssen, denn wir wissen, wem wir trauen, mein: jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zulegt erfreun. Hab' ich hier viel Ungst und Müh', Jesu, auch im bängsten Leide bleibst noch dereinst dein Untlig schauen, du meine Freude.ro si wi sid 0 3900 11900 min( biex i no li nism( bij od 20 podhun Mel. Des 25 Pfalme. mind 339( 500 Nach der Melodie des 89. Psalms. 319. roft im Leibe!' bestes Gut im Glück! du hast meine Liebe; du füllst meine Triebe; an dir hängt mein Blick Hab' ich dich, wie reich bin ich! doch beglückt kann ich auf Erden ohne dich nicht werden. resu, meine Freude, bester 320, 5 H öchst erwünschtes Seelenleben, ach wie unbekannt bist du: wo man sich nicht will bestreben, nach der ew'gen Himmelsruh'. Ach, wie eitel ist der Wahn, der des 2. Unter deinem Schirme können keine Stürme mir erschrecklich seyn. Laßt auch Felsen splittern! Laßt den Erdkreis zittern, und den Einsturz braun! was ist's mehr? Rings um mich her mag es donnern, krachen, bligen! Jesus will mich schüßen. kann selbst der Hölle Wüthen Nuh' in Eil' gebieten. 3. Donnert auch im Grimme des Gefeßes Stimme; Jesus stillet sie. Mag der Tod sich nahen, mich das Grab umfahen, Jesus läßt mich nie. Mich schreckt nicht das Weltgericht. Freudig, daß ich Jesum, sehe, blick ich auf zur Höhe. 1h17# 13199 4. Wer ist's, der den Glauben meis nem Herzen rauben, ihn erschüttern kann? Bei der Holle Toben stimm id), Gott, zu loben, Freudenlieder an. Jesu Macht, hält mich in Acht, die Fleisches Sinn rerblendet, wenn er flebt der Erden an, sich zum Rauch und Schatten wendet. 2. Ach, wie oft bin ich gerathen in dieselbe Blindheitsnacht! wenn ich über Herz und Thaten nicht sorgfältig hab' gewacht. Wie hat die Erfah rung mich meine Thorheit oft gelehret! wenn mit eiteln Sorgen sich mein betrognes Herz verzehret. sisi jua Zweiter Theil. 3. 3war der Schluß ward oft genommen; ich riß mich im Geiste los; doch wenn es zur That sollt' kommen, fand ich mich von Kräften blos! ich Gefangner, Urmer, ich! wer zerschlägt mir diese Ketten! Jesu; Held! erbarme dich. Machtiger! du kannst mich retten. 4. Jesu! Stärke der Verzagten! der du giebst den Matten Ruh'; wahre Zuflucht der Geplagten! rühr mein Herz, und bring's dazu, daß die ganze Kreatur nichts in meinen Augen scheine, und ich darauf denke nur, wie ich ewig sey der Deine. 5. Uch, vertilge das Verlangen, das noch etwas Irdisches will. Nimm den bösen Sinn gefangen, der nicht halt in allem still, Gieb, daß ich in dieser Welt nichts der Sorge werth mag achten, weil du mich darein gestellt, um nach besserm Gut zu trachten. 6. Gieb mir Augen, um zu sehen beines Reiches Gnadenschein. Gieb mir Kräfte, um zu gehen bis ins Heiligthum hinein. Mache mich mit dir bekannt, laß in deinen Liebesflam= men Herz und Seele seyn entbrannt, halte dich und mich zusammen. 7. Weicht, ihr eitelen Gedanken, stórt nicht ferner meine Ruh'. Ich will in den Lebensschranken eilen meinem Jesu zu. Sesu will ich geben Ehr', in ihn will ich mich versenken, und forthin mich um nichts mehr, als um seine eiebe kranken. 101 321. Nach der Melodie des 119. Lieds. no soll ich hin? wer hilfet mir? Wer führet mich zum Leben? Zu niemand, Herr, als nur zu dir, will ich mich frei begeben. Du bist's, der das Ver Lorne sucht; du segneft das, so war verflucht: hilf, Sesu, dem Elenden! 12. Herr, meine Sünden ángsten mich: ber Lodesleib mich plaget. O Lebens- Gott erbarme dich! vergieb mir, was mich naget! du weißt es wohl, was mir gebricht: ich weiß es auch, doch völlig nicht. Hilf, Jesu, dem Betrübten! 3. Du sprichst zu mir: verzage nicht! bu rufft: ich bin das Leben! Vom Glauben. 177 drum ist mein Herz auf dich gericht't. Du kannst mir alles geben. Im Tode kannst du bei mir stehn: in Noth als Herzog vor mir gehn: Hilf, Jesu dem Zerknirschten! 4. Bist du der Hirt, der Schwache trågt; auf dich will ich mich legen. Bist du der Arzt, der Kranke pflegt: erquicke mich mit Segen; ich bin gefährlich krank und schwach, heil' und verbind', hör' an die Klag': Hilf, Jesu, dem 3erschlagnen! 5. Ich thue nicht, Herr, was ich foll: wie kann ich doch bestehen? Dies angstigt mich; das weißt du wohl. Ach, wann wird's doch geschehen, daß ich Elender endlich, frei vom Leib' des Todes, bei dir sey! ich danke Gott durch Christum! Nach der Melodie des 78. Licks. 322. Wo flich' ich Sunder bar bin? Wo kann ich Rettung finden? Mich schrecken schwere Sünden; mit Angst bin ich umfangen, wo soll ich Trost erlangen? 2. O Jesu voller Gnad'! auf dein Sebot und Rath kommt mein betrübt Gemüthe zu deiner großen Güte: laß du auf mein Gewissen ein Gnadentropflein fließen. alle meine Sünd', so viel ihr in mir 3. Jch, dein betrübtes Kind, werf stecken, und mich so heftig schrecken, in deine tiefen Wunden, da ich stets Heil gefunden. 4. Durch dein unschuldig Blut mach meine Schulden gut: wasch' mich damit von Sünden, und laß mich Rettung finden; in's Meer fie tief versenke, und ihrer nicht gedenke. 5. Du bist es, der mich tröft't, denn du hast mich erlöst: was ich gesündigt habe, verscharrtest du im Grabe, da wird es bleiben müssen; du heilest mein Gewissen. 6. 3war meine Schuld ist groß, doch werd' ich ihrer los, wenn ic) dein Blut auffasse, und nun die Sünde hasse. Wer so sich zu dir wendet, fieht bald sein Leid geendet. 12 178 7. Cehr vieles fehlet mir, doch find' ich es bei dir. Dein Blut versöhnt mich Sünder; es stärket mich nicht minder, daß ich Tod, Teufel, Sünde, und alles überwinde. Zweiter Theil.- Von der Heiligung, 8. Und wenn des Satans Heer mir ganz entgegen wär', darf ich doch nicht verzagen, mit dir fann ich es schlagen, dein Blut darf ich nur zeigen, so muß ihr Truk bald schweigen. Sod 33. 37058 Sh 24) Von der Heiligung, oder dem christlichen 10 me door d 01 Wandel überhaupt. then Die heiligen zehn Gebote. 9. Vergreif dich nicht an jemands Gute; erwuch're nicht der Armen Schweiß: und lebe mit vergnügtem Nach der Melodie des 46. Lieds. 323. Erheb dein Herz, thu Muthe von deiner eignen Hände Fleiß. auf Ohren, du Volk, das du verstocket bist, und Gott sich doch zum Volk erkoren; vernimm, was Gottes Wille ist: dein Zeugniß, wo es nöthig ist. Be 10. Ertheile nach Gewissenstriebe scham' und fleuch die Ehrendiche, und rede nicht mit arger Lift. 11. Verdamm', als Sünden, die Begierden nach jemands Weibe, Haab' und Haus, und wenn sie in dir rege würden, so tilge sie bei Zeiten aus. 2. Ich bin der Herr, dein Gott und Retter; aus Diensthaus führt' ich dich. Verehre keine fremde Götter; du hast ja feinen Gott, als mich. 9. Darum allein auf dich, Herr Christ, verlaß ich mich. Jest kann ich nicht verderben; dein Reich muß ich ererben; denn du hast mir's erworben, da du für mich gestorben. 3. Du sollst den Dienst der Bilder fliehen; mach' kein's, es sey wovon es woll, fußfällig vor ihm hinzuknien: denn ich, dein Gott, bin Eifers voll. 4. Den Namen Gottes zu entehren, scheu', liebst du deine Seligkeit; wagst du es, falsch und leicht zu schwören, so ist die Strafe schon bereit. 5. Sechs Tage widme den Geschäften, der siebente gehört dem Herrn; dien' ihm daran aus allen Kräften, dem großen Gott, und dien' ihm gern. 6. Erweis' den Elt bis zur Gehorsam, Ehre Lieb' und Treu'! daß Gott dir lange Lebensjahre, und hier und dorten Heil verleih'. 10. Uch, bringe meinen Sinn durch deinen Geist dahin, daß ich mag alles meiden, was dich und mich kann scheiden; daß ich an deinem Leibe ein Gliedmaß ewig bleibe. 7. Enthalte dich von eigner Rache, und schone deines Nächsten Blut. Beficht dem Höchsten deine Sache, wenn dir schon jemand Unrecht thut. 8. Entweih' die Eh' nicht, und verbleibe von leppigkeit und Unzucht frei, daß deine Seele sammt dem Leibe ein reiner Tempel Gottes sey. 12. 3ehn Worte sind dir vorge: schrieben, doch ein's fast alles unter sich: Gott sollst du über alles lieben, und deinen Nächsten so, wie dich. 13. Mein Mittler! ich erschrecke heftig; da Gott mit mir im Donner spricht: durch deinen Geist wirk' auf mich kräftig; vertritt du selbst mich im Gericht. 33 188 Gebet über die zehn Gebote. Mel. des 116. Pfalms. 324. Mate an ein Bundes- Gott; ach, unterweiſe mich, daß ich in Furcht, Vertrauen, Demuth, Liebe dich chr, und stets Geduld und brend, oder dem christlichen Wandel überhaupt. Hoffnung übe, und lieber alles fahren laff, als dich. 2. Gieb, daß ich, o du höchstvoll komm'ner Geist, auch dir im Geist und in der Wahrheit diene, und keinen Dienst zu leisten mich erkühne, wor auf mich nicht dein heil'ges Wort verweist. 3. Es nenne deinen Namen nie mein Mund vergeblich: falsches und unnüges Schwören sey von mir fern, voll Demuth dich zu ehren, so gut ich kann, erheischt von mir dein Bund. 4. Die ganze Zeit ist dein, voraus der Tag von dir bestimmt, in Ruhe dich zu loben. Laß mich so leben hier, daß ich dort oben in süßer Ruh' dich ewig loben mag. 5. Der Unterschied des Standes ist von dir: die Menschen soll er manche Tugend lehren; laß mich in meinem Stand die Obern ehren, und segne mich, o Höchster, dort und hier. 6. Liebreicher Gott, laß mich recht liebreich seyn, ein Menschenfreund, ein Helfer und Erbarmer, des Feindes Freund, wie könnte sonst ich Armer, der dich erzúrnt, mich deiner Huld erfreun? 7. Laß mich, mein Gott! der Zucht ergeben seyn; treu deinem Ruf, der Wollust falsche Freuden sammt ihrem Reiz mit aller Sorgfalt meiden, und meinen Leib zu deinem Tempel weih'n. 179 Von der Beschaffenheit der wahren Heiligung.d 10. Verleih', daß ich auch die ge= ringste Lust, die dir entgegen ist, von Herzen meide; was dir gefällt, das sey auch meine Freude, mit Lust zu dir erfülle meine Brust. Nach der Melodie des 79. Lieds. 325. Gott! wie rein ist deine Lehre! wenn ich höre, wie wir vor dir sollen seyn;! so dringen die Befehle in die Seele, wie ein scharfes Schwert hinein. 2. Was ist an den äußern Werken mehr zu merken, als der wahren deinen Willen zu erfüllen, muß das Tugend Schein? Doch, o Höchster! Herz geschäftig seyn. 3. Ich soll selbst sein innres Dichten also richten, wie es dein Geseg befiehlt. Deine hellen Augen finden da schon Sünden, wo das Herz in Lusten spielt. 4. Boses soll ich nicht nur laffen, sondern hassen, ich soll, Herr, auf dein Geheiß, allem Guten nachzuleben, mich bestreben, unverrückt, mit Luft und Fleiß. 5, Können wir denn deinen Willen ganz erfüllen? Sünde schleicht sich doch mit ein, wenn wir noch so eifrig wollen, wie wir sollen, dir, o Gott, gehorsam seyn. 19 de 6. Dein Gesetz ist, unsre Flecken zu entdecken, uns zum Spiegel vorgestellt. Ach, ich sehe sie, und eile, ohne Weile, zu dir, Jesu, Heil der Welt! fod 104 Slomain, thon 7. Doch soll der versöhnte Sünder nun nicht minder auch den Weg der Sünde fliehn, und im Wege des Gebotes seines Gottes sich mit allem Ernst bemühn. 8. Dazu wollest du mich Schwachen tüchtig machen; gieb mir deinen guten. Geist; alsdann will ich flüglich handeln, und so wandeln, wie dein Wort mich wandeln heißt. 1612 minds you 8. Vor ungerechtem Gut behüte mich, daß ohne Geiz ich meinen Wandel führe; auch jedem geb' und laff, was ihm gebühre, mein Werk verricht vergnügt und emsiglich 9. O treuer Gott! regiere Herz und Mund, daß ich, wie du, Betrug und Lügen hasse, und jedermann in ſeinen Würden lasſe, der Wahrheit 326. W** stets getreu von Herzensgrund. enn zur Vollfübe rung deiner Pflicht dich Gottes Liebe nicht beseelet: 10 rühme dich 12* 180 3weiter Theil. Von der Heiligung, der Tugend nicht, und wisse, daß dir alles fehlet, wenn Vortheil, Wollust, Eigenfinn und Stolz dir nur das Gute rathen! so thue noch so gute Thaten, du hast vor ( Sott den Lohn dabin. 2. Sen durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück der Erden! Beglückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz; so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. 3. Bau' Häuser auf und brich dein Brod, das Volk der Armen zu vers pflegen; entreiß die Witwen ihrer Noth, und sey der Waisen Schuß und Segen! gieb alle deine Habe hin! noch hast du nichts für Gott gegeben. Wenn Lieb' und Pflicht dich nicht bes leben; so ist dir alles kein Gewinn. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch niemals hat verrichten können; vergieß für's Vaterland dein Blut, laß deinen Leio für andre brennen! beseelet dich nicht Lieb' und Pflicht, bist du die Absicht deiner Thaten; so schug' und rette ganze Staaten; Gott achtet beiner Werke nicht. 5. Låg' ihm an unsern Werken nur: so tönnt er uns, sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fessel der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der alles schafft und giebt, gilt Weisheit nichts, nicht Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werke, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Eigenliebe fern, fern von des Stolzes citelm Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut burch Glauben zu der Liebe das ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besigen, so wird ein Leben uns nichts núßen, das mit den größten Thaten prangt. 7. Drum täusche dich nicht durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Sich nicht auf deine Werk' allein; sieh auf die Quell', aus der sie kamen. Prüf' dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich beseelet. Ein Herz, dem nicht der Glaube feb: let, dem fehlet auch die Liebe nicht. 8. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten merken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ift gútig, ohne Lift und Tücke; beneidet nicht des Náchsten Glücke; sie bläht sich nicht; ist langmuthsvoll. 9. Sie deckt des Nächsten Fehler zu, und freut sich niemals seines Falles. Sie suchet nicht blos ihre Rub': sie hofft, und glaubt und duldet alles. Sie ist's, die dir den Muth verleiht, des Höchsten Wort gern zu erfüllen, macht seinen Sinn zu deinem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. Nach der Melodie des 29. Lieds. 327. ommt, laßt euch den Herren lehren! kommt, und lernet, allzumal, welche die sind, die gehören zu der rechten Christenzahl: die im Glauben fest bestehn, freudig Gottes Wege gehn, und den Heiland frei bekennen, dürfen ſich d die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, seine Schwachheit nie vergißt, Gott allein, sich nie erhebet, wenn er groß und glücklich ist: Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein; Gutt wird dort zu Ehren sehen, die sich hier geringe schagen. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bercut; und, damit er Gnade finde, sich vor neuen Sünden scheut: Gott will ihm die Schuld verzeihn, Kraft zum Guten ihm verleihn, und er soll schon hier auf Erden, und auch dort getröstet werden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 4. Gelig ist, wer Sanftmuth übet, feinem Feinde niemals flucht, seine Fehler ihm vergiebet; nie sich selbst zu rachen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eigen Herz bezwingt: Gott wird selber ihn beschügen, und er wird das Land besigen. ua Nach der Melodie des 9. Lieks. 5. Selig, die nichts mehr verlangen, 328. ch danke meinem Gott, als gerecht, wie Gott, zu seyn; die fest an dem Guten hangen, und sich gang der Jugend weihn; deren Herz nichts mehr begehrt, als was Gottes Ruhm vermehrt: Gott wird ihr Verlangen stillen, und den frommen Wunsch erfüllen. der mir den Sinn gegeben, so gut ich immer kann, zu seinem Preis zu leben. Du weißt, Gott, wie viel Kraft dein Knecht noch nöthig hat! verleihe du sie mir; bei bir ist Rath und That. 6. Selig, wer der Noth des Armen, niemals fühlles fich entzieht, ihm aus zártlichem Erbarmen wohlzuthun sich froh bemüht, und, wenn er um Hülfe weint, ihm mit Trost und Hülf' er= scheint! dieser wird auch Hülf empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. 7. Selig sind, die sich bemühen, züchtig, keusch und rein zu seyn; die der Wollust Stricke fliehen und der Heiligkeit sich weih'n; die der Lockung dieser Welt, und was Fleisch und Blut gefällt, allzeit standhaft widerstehen, werden Gottes Untlig sehen. 8. Selig, wer im Frieden lebet; wer die Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt; die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die um Christi willen leiden und sich dessen freun, standhaft ihre Pflicht erfüllen und den Martertod nicht scheun: Gott steht ihnen mächtig bei, und will sie für ihre Treu' einst mit unverwelkten Kronen auf das herrlichste belohnen. 181 in Freud' und Schmerz, Vater! hilf von deinem Thron, daß ich glaub' an deinen Sohn, und durch deines Geistes Stárke mich befleiße guter Werke! 10. Herr! du wollst mich selber Leiten auf der wahren Zugend Bahn, daß ich dieser Geligkeiten hier und dort mich freuen kann. Gieb, daß ich demüthig sey; meine Schuld vor dir bercu'; die Gerechtigkeit stets liebe, auch an Feinden Sanftmuth übe.100 11. Daß ich) Urmen helf und diene: immer hab ein reines Herz; die in Feindschaft stehn, verfühne; dir anhang 2. In allem meinem Thun laß mich auf dich nur sehen, und, untreu meiner Pflicht, nie eigne Wege gehen. Laß diese Wahrheit mir allzeit vor Augen stehn: Gott sieht's, Gott hört's, Gott straft; du kannst ihm nicht entgehn. 3. Gedanke, leite du mich stets in allen Sachen; ist's denn auch recht, wenn ich's der Welt gleich wollte machen; und, siehet jezund mich des Menschen Auge nicht! ist's recht vor Gott? ist's recht vor seinem Ungesicht? 4. Uch führe mich, mein Gott! wie kann ich sonst bestehen! und laß mich ohne dich nie einen Schritt nur gehen. Mir überlassen, stürz' ich mich nur in den Tod; wenn du mich aber führst, so hat es keine Noth. 5. Die Gnade winket mir! nie sey es, Herr, vergebens; dein Wort sey jederzeit die Richtschnur meines Les bens; daß ich, wie dir's gefällt, geb', fige, liege, steh', und nur in meinem Thun auf deine Ehre seh'. Von der Nothwendigkeit eines heiligen Lebens. Der 15. Pfalm. Nach der Melodie des 46. Lieds. 329. Wer darf in deine Hütte Wer nimmt hier seinen Wohnplag ein? Wer wird auf jenen heiligen Höhen, o Herr, beständig vor dir seyn? 2. Der, der vor dir unstráflich wandelt, nie ungehorsam seiner Pflicht, der heilig denkt und heilig handelt, und gern die Bahrheit sucht und spricht. 182 3weiter Theil. 3. Der nie mit seiner Zunge schmåhet, und groß durch seine Redlichkeit, nie seinen Nächsten hintergehet, und Urges ihm zu thun sich scheut: s 4. Der, der die Ehre seiner Freunde nie mit erläumdungen verlegt; der Gottes frevelvolle Feinde nie seiner Achtung würdig schägt: Onir 5. Der die Verehrer Gottes ehret; dem nur der Redliche gefällt, der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwör' er sich zum Schaden, hält: Nach der Melodie des 17. Lieds. 6. Der nie zum Froße der Gefeße 331. Bewahre mich, Herr, daß auf ungerechten Wucher leiht, und durch gerecht erworbne Schäße, die, die Gott darben läßt, erfreut: 7. Der nie, Unschuldigen entgegen, Geschenke von Verbrechern nimmt: dem, dem ist seiner Tugend wegen ein unvergånglich Heil bestimmt! Nach der Melodie des 324. Lieds. Ich weiß es wohl, ich wollen. 2. Die kommen nicht in's Himmelreich, die, Herr! zu Jesu sagen, und 330. Nur die, die nicht dabei mit Ernst zugleich der deinen Willen thun, läßt du, als deine Kinder, o Gott, im ew'gen Frieden ruhn; wenn heuchlerische Sünder von dir verstoßen werden. nicht, daß du, o Herr, mich vom Verderben risfest, ja, wenn du mir nach meinem Werken missest, so ist der Zod mein Urtheil im Gericht. suda 2. Die Gnade nur in Christo macht mich frei; doch soll ich dich in guten Werken preisen, und durch den Fleiß der Heiligung beweisen, wie sehr ich dir, mein Gott, verbunden sey. 3. Dein Sohn hat mich mit seinem Blut erkauft, nicht, daß ich nur der Holle möcht' entgehen, dein Ebenbild follt' nun in mir entstehen: drum bin ich auch mit deinem Geist getauft. 4. Mein Leib und Seel' soll, als dein Eigenthum, von dir, o Gott! und deiner Gnade zeugen: nicht nur der Mund soll niemals hiervon schweis gen, der Thaten Stimm' erzähle deinen Ruhm. Von der Heiligung, sanftes Soch und seine Last zu tragen mach' mich bereit, und seinem Vorbild gleich. sin dag les 7. Nimm weg von mir, was dir, mein Gott! mißfällt, und was mich kann aus deinem Himmel schließen; um auch durch dich der Güter zu genießen, die der genießt, der an dein Wort sich hält. sier Gemüth bethore, als wär' es schon genug gethan, wenn dir nur auß're Ehre der Mensch, dein Unterthan, erweist. Erinnre mein Gewissen, wie in der Wahrheit und im Geist, die dich verehren müssen, die dir gefallen 5. Des Glaubens Kraft kann ich ja anders nicht, zu meinem Trost, als aus den Früchten merken: den Nachsten reiz' ich auch zu guten Werken, nicht anders, als durch meiner Werke Licht! 3. Drum laß mich doch vom Glattben nie ein heilig Leben trennen; mich nicht für Jesu Jünger hie blos dußerlich bekennen. Gieb, daß mein Glaube thátig sey, und Tugendfrüchte bringe; daß ich, vom Sündendienste frei, mit Eifer darnach ringe, im Guten zuzunehmen. 4. Du kennst, o Gott, der Menschen Herz, und liebst, die redlich handeln. Olaß in Freude und in Schmerz mich richtig vor dir wandeln. Dein Wille sey mein Augenmerk. Hilf mir, selbst ihn vollbringen: durch dich muß jedes gute Werk dem glücklich noch gelingen, der deine Hülfe suchet. not 5. Doch wenn ich aus Unwissens heit und Uebereilung fehle: so thu' an mir Barmherzigkeit, und richte meine Seele durch deine Gnade auf vom Fall. Erhalt mich bei dem Eis 6. Uch nimm mich auf in deines nen, daß ich dich fürchte überall, bis Sohnes Reich, o Gott, laß mich nicht ich einst mit den Deinen die ohne nur Herr! Herr! ihm sagen: sein Fehltritt dienele, ndodonis@ oder dem christlichen Wandel überhaupt. Nach der Melodic des 15. Lieds. 332. Dein bin ich, Herr, dir mich Opfer ganz ergeben; rechtschaffen, fromm und rein will ich vor deinen Augen leben; wie fönnt' ich eines andern seyn? Ich bin ja durch die Schöpfung dein, und dein durch die Erlösung. 2. Ich fiel und wandte mich von dir, zur Finsterniß vom Lichte; doch wandtest du dich, Gott, zu mir mit deinem Angesichte. Erbarmen war dein Ungesicht, mich von der Finsterniß zum Licht, zu dir zurück zu rufen. 3. Dein, Herr, dein ist Barmherzigkeit; du liebest selbst die Sünder. Send, rufst du, geistlich mir geweiht, und meiner Gnade Kinder! ihr irrt und fündigt; faffet Muth; dort fließet der Versöhnung Blut, von Sünden euch zu waschen. 4. Dein Sohn erniedrigt sich, und stirbt zur Tilgung unsrer Strafen! büßt für die Laster und erwirbt Befreiung ihren Sclaven. Wie vielfach, Höchster, bin ich dein! o laß mich keines andern seyn. Dein Sohn ist auch mein Heiland. 5. Durch ihn versöhnt und dir zum Ruhm erkauft mit seinem Leiden, will ich mich, Gott, dein Eigenthum, von dir nie wieder scheiden. Gekreuzigt werde mir die Welt! getödtet, was dir nicht gefällt, damit ich dir nur lebe! 6. Dies wirke, Gott, dein Geist in mir! ich habe kein Vermögen, die Sund' und alles, Gott, was dir verhaßt ist, abzulegen. Hier ist mein Herz, nimm ganz mich hin, und gieb mir einen neuen Sinn, damit ich dir gefalle. 7. So werd ich, der ich finster war, ein Licht in deinem Lichte! besteh' einst mit der kleinen Schaar der Frommen im Gerichte; frohlocke dann, und lobe dich, daß deine Gnad' und Treue mich gerecht und selig machte. * Barte du 1 Nach der Melodie des 197. Lieds. 183 Dank und Ruhm gebracht! fallt nieder, Menschen, betet an! 2. Dich preiset jede Kreatur, der höchste Engel und der Wurm. Dich ehrt gehorsam die Natur; dein Wink erregt und stillt den Sturm. alles ist dir unterthan. 3. Wohin mein Auge, Gott, nur blickt, ist Ordnung, Eintracht, Pars monie; und ich, mit deinem Bild geschmückt, empóre mich und stóre sie. 4. Du schufft das menschliche Ges schlecht; durch dich, Gott, sind wir, ich bin dein Knecht; du bist mein was wir sind: du bist mein Herr, Vater, ich dein Kind, 5. Wie darf, wer, Vater, dich nicht ehrt, des Glücks, dein Kind zu seyn, sich freu'n? Nur die sind dieser Ehre werth, die ganz sich deinem Dienste weih'n. 6. Wie billig, wie gerecht und gut ist alles, was uns Gott gebeut! wohl dem, der seinen Willen thut! ihn thun, ist Freud' und Seligkeit. 7. Nur das, was bös und schädlich ist, und uns entehrt, verbeut uns Gott. Weh' dem, der seine Pflicht vergißt! er stürzet sich in Schand' und Noth. 8. Gott ist, wenn er Gesege giebt, fein menschenfeindlicher Tyrann: blos weil er unsre Wohlfahrt liebt, treibt er uns zum Gehorsam an. 9. Leicht ist die Last und sanft sein Joch. Wer's willig trägt, segt seinen Lauf stets freudig fort! und fällt er noch, so hilft ihm Gott selbst wieder auf. 10. Bald heißt uns seine Lieb' und Huld gehorsam seyn aus Dankbarfeft; bald warnt er uns vor neuer Schuld, und übet uns durch Kreuz und Leid. 11. Sein Wort ermahnt, droht und verheißt, und hält uns Tod und Leben vor! uns rühret und erweckt sein Geist und ich verschlösse Herz und Ohr? 12. Nein! Gott, dir sey mein Herz 333. Dein Gott! ift Majes geweiht, Gehorsam ſey mein größter ståt und macht, und Dir werde Verleihe und heil'ge mich, dein Eigenthum. 184 3weiter Theil. Bitten um Heiligung. Nach der Melodic des 222. Lieds. 334. Hverteibe mir, daß ich nur dich begehre; mein ganzes Glück nur such' in dir, und dich allein verehre; daß ich in Noth dich meinen Gott und Vater gläubig nenne; daß weder Leid, noch Glück und Freud' mich jemals von dir trenne. Von der Heiligung, Nein mir heilig seyn; laß mich nicht lieblos richten, und Bank und Streit mit Freundlichkeit, mit Lieb' und ilf mir, mein Gott! Sanftmuth schlichten. 8. Herr! lehre mich Enthaltsamkeit, gieb mir ein rein Gemüthe, daß ich in dieser Prüfungszeit vor böser Cust mich húte. Der Lügen Feind, der Wahrheit Freund, laß mich aufrichtig wandeln, und jederzeit nach Billigkeit mit meinem Nächsten handeln. 2. Erfülle mich mit wahrer Neu', wenn ich dich, Gott, betrübe, gieb, daß ich alles Bose scheu', und stets das Gute liebe. Laß mich doch nicht, Herr, meine Pflicht mit Borsak je verlegen. Der Seele Heil, mein ew'ges Theil, laß mich recht theuer schäßen. 3. Mein Gott! ich bitte dich, ver=leih' mir einen festen Glauben, der standhaft, treu und thätig sey, und Laß mir den nichts rauben. Gieb, daß ich mich allzeit auf dich und auf dein Wort verlasse, und in der Noth, ja selbst im Tod dein Heil getroft umfasſe. 4. Hilf mir, der ich erlöset bin, daß den liebe, und bilde mich nach ſeinem Sinn: gieb, baß 335. ernstlich vorgenomNach der Melodie des 55. Lieds. ch habe, Gott! mit ich mich stets übe, auf ihn zu sehn, ihm nachzugehn, mich seiner nicht zu schamen; und stets bereit mit Freudig keit sein Kreuz auf mich zu nehmen. 5. Nie müsse Stolz und Eitelkeit mein schwaches Herz regieren; nie Haß und 3orn und Bitterkeit zur Rache mich verführen. Dein Wort gebeut Versöhnlichkeit; verdammt der Rachsucht Triebe; gieb, daß den Feind, so wie den Freund, mein Herz aufrichtig liebe. 6. Nach vielem Reichthum, Gut und Geld, Herr, laß mich ja nicht trachten. Laß mich die Ehren dieser Welt für eitle Schatten achten, und nie nach Pracht, nach Hoheit, Macht, und großem Namen streben; laß mich vielmehr nach deiner Lehr' in wahrer Demuth leben. 7. Die Falschheit, Lift und Heuchelei bilf mir sorgfältig fliehen: nie muss ich mich durch Gleißnerei um Menschengunft bemühen. Laß Ja und 9. Gieb, daß ich stets den Müßigs gang fammt aller Trägheit fliehe! daß ich der Welt mein Lebelang zu dienen mich bemühe. Laß meinen Fleiß zu deinem Preis, o Gott! mir wohl gelingen, und segnest du das, was ich thu', dir dafür Ehre bringen. 10. Ach, gieb mir deinen guten Geist, der selbst mein Herz regiere, und mich, wie es dein Wort verheißt, auf deinen Wegen führe. So wird mein Herz in Freud' und Schmerz dir zu gefallen streben, und du wirst mir, Gott, einst bei dir, den Lohn der Treue geben. men, nie auf der Uebertreter Pfad zu kommen; vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben zu übergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ich's redlich meine! gieb, daß ich nicht blos, was ich seyn soll, scheine; mit allen Kräften strebe, deinen Willen ganz zu erfüllen! 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wenn mich kein Mensch sieht, leitet, wie sicher werd' ich deine Wege wandeln! wie richtig handeln! 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen! verschleuß mein Ohr der Sünde Schmeicheleien! stets werde mir das Gleißende der Lafter nur mehr verhaßter. gang og 5. Gieb Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten, so mag die Welt, wie ihr's gefällt, mich richten; ich, hab' ich deinen Beifall, kann mit Freuden Berachtung leiden. oder dem chriftlichen 6. Du achteft nicht das Ansehn der Personen; wirst billig alles richten und belohnen; mit Herrlichkeit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 300 Wandel überhaupt. 185 8. Ich lebe deiner Gnaden, mich stuget deine Treu'; dir zeig' ich meis nen Schaden, die Gnade macht mich frei. Damit ich deinen Willen bestándig móg' erfüllen, so steh' mir Fräftig bei! 105 7. Bald, bald vollend' ich meiner Prüfung Stunden. Werd' ich im Tode erfunden; wie schon verwandeln ſich dann meine Lei- 337. DEugenb fehenfft, Gott, Nach der Melodie des 17. 2iebs. er du Verstand und den, und werden Freuden! Bater meines Lebens! wo du nicht Thun und Lassen lenkst; so leb' ich hier vergebens. Denn, wen dein Geist nicht neu gebiert, der bleibt der Sünd' ergeben; und, wen die Sünde noch regiert, der ist zum rechten Leben noch nicht hindurch gedrungen. Nach der Melodie des 94. Lieds. 336. Her err Jesu, Gnadensonne! wenn dein erquickend Licht bei uns mit Kraft und Wonne, durch Frost und Schatten bricht; so wird das Herz erfreuet, so wird der Geist erneuet: versag' dies Glück mir nicht! 2. Mit vielen großen Sünden reiz' ich dich wider mich; doch laß den Born verschwinden, vergieb genådiglich. Du pflegst dich ja der Urmen mitleidigst zu erbarmen: ach, Herr, erhöre mich! 3. Vertreib' aus meiner Seclen des alten Menschen Sinn. Weg, Sünden, die mich quälen! Herr! laffe mich forthin mit einem heil'gen Leben mir felbst das Zeugniß geben: daß ich erlöset bin. 4. Beförd're dein Erkenntniß in mir, Herr! durch dein Wort. Wie blöd ist mein Verständniß, und welch' ein finst'rer Ort! doch sprich: und es wird helle, es weichen auf der Stelle die dúst'ren Schatten fort. 5. Uch, Herr, wie gar geschäftig ift Fleisch und Blut in mir! erzeig' dich in mir kraftig, auf daß ich für und für der Sündenwelt absterbe, und nach dem Fleisch verderbe, hingegen leb' in dir. 6. Ach! zünde deine Liebe in meiner Seele an, daß ich aus innerm Triebe dich ewig lieben kann, und dir zum Wohlgefallen beständig möge wallen auf rechter Lebensbahn. note: 7. Schwach bin ich, gieb mir Stárke; der Feind schreckt, gieb mir Muth. Weg, Ruhm der eignen Werte! Herr! was dein Geist nicht thut, was ich aus eignem Triebe bals lasse, bald verübe, ist böse und nicht gut. do 2. Drum, Bater, neig' dich våters lich zu deinem schwachen Kinde, Gieb mir ein frommes Herz, daß ich mich scheu' vor jeder Sünde. Bewahre meinen Mund, daß mir kein schlüpfrig Wort entfalle; vielmehr von meinen Lippen dir manch freudig Lob erschalle, den Nächsten zu erbauen. 3. Bewahre, Gott, mein Ohr, daß ich nicht gern auf Spotter höre, damit in meinem Glauben mich kein frecher Thor bethore. Hilf, daß kein Wig der Lästersucht mir Ohr und Herz vergifte, noch jemals, wie er tückisch sucht, durch mich dann 3wietracht stifte, nie mich zur Schmähsucht reize. 4. Die Augen, Gott, bewahre mir vor unverschämten Blicken, und vor unzuchtiger Begier die Unschuld zu verstricken. Laß sie den Schmuck der Sittsamkeit weit über alles schågen; was reiner Engel Aug' erfreut, das sey auch mein Ergögen; was du liebst, ihr Bestreben. 5. Behüte mich vor Schwelgerei, die leicht das Herz beschweret; vor Trunkenheit, die ohne Scheu Schandthaten üben lehret. Die Lust, die blos den Leib ergoßt, verderbt auch fromme Herzen; und was die Welt für Freude schägt, bringt Nachreu, Elend, Schmerzen, und stürzt zulegt zur pölle. 6. Hilf, daß mein Geist nichts lieber hört, nichts lieber spricht und 186 Zweiter Theil. Von der Heiligung, denket, als was den Glauben stårkt| Rohr, vom Wind regiert, so irrt, und nährt, und Lust zum Guten von Leidenschaft verführt, auch oft schenket; was mich zu jenem Leben mals meine Seele. Herr, hilf mir, bringt, wo man bei dir stets lebet, daß ich als ein Christ das flieh, was dein Lob mit allen Engeln singt, den vor dir strafbar ist, und nur das Heiland sieht, erhebet: und ihm sich Gute wähle. 01682 ähnlich schauet. - da Nach der Melodie des 7, Lieds. 2. Laß doch mein Herz nicht ferners hin in seiner Neigung wanken. Erhebe henden verirrten Sinn zu himmliſchen 338. G ott! dir gefällt kein Gedanken! wenn von dem Dienst der Wesen. Wer böſe ist, bleibt nicht vor dit. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir; ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. Eitelkeit deines Geistes Kraft befreit, so wird es mit gelingen. Ich halte deinem Willen still. Sch will mich ändern, Herr, ich will. Gieb selber das Vollbringen! 2. Laß mich auf die begang'nen Sünden mit inniger Beschámung sehn; durch Christum vor dir Gnade finden, und auf den Weg der Wahrheit gehn. Ich will forthin das Unrecht scheu'n und deinem Dienst mein Leben weih'n. 3. O stärke mich in dem Gedanken! gieb meinem Vorsat Festigkeit! und will mein schwaches Herz je wanken, so bilf der Unentschlossenheit. Wie viel vermag ich, Gott, mit dir! nimm deinen Geist nur nicht von mir! 4. Gieb, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih', daß ich mit kindlich treuem Geiste dir bis zum Tod ergeben sey so sieg' ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Wenn ich indeß aus Schwachheit fehle; mein Vater! so verwirf mich nicht. Verbirg nicht der betrübten Seele, wenn sie dich sucht, dein Un= gesicht; und mache in Bekümmerniß mein Herz von deiner Huld gewiß. 6. Erquicke mich mit deinen Freu: den; schaff ein getrostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden; so halt' ich mich, mein Gott, zu dir bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 339. Nach der Melodie des 37. Liebs. ba rbarm' dich, Herr! du kennst mein Herz. Geneigt zu Eitelkeiten, läßt sich's durch Freude und durch Schmerz oft auf den Irrweg leiten. So wankt ein 3. Umsonst such ich der Tugend Bahn, wenn du mich nicht begleitest, und nicht, befreit von Menschenwahn, zu deiner Wahrheit leitest. Du haffeſt jeden falschen Schein. Mit Ernst um Jesu willen! Erhebe den gebeugwillst du verehret seyn. Herr, hilf ten Muth! Hilf mir der Leidenschaften Wuth durch deine Gnade stillen! 4. Mein Gott! mein Gott! gedenke nicht der Sünden meiner Jugend. Wie hart schien mir oft meine Pflicht! wie rauh die Bahn der Tugend! Jes doch du trugst mit mir Geduld. Laß, Vater! laß mich diese Huld nicht ist mein wahres Heil. O laß mich's undankbar verachten. Dir folgen, als mein bestes Theil auch immerfort betrachten. 5. Ich bin ein Mensch. Du kenneſt mich. Wie schwach sind meine Kräfte! doch meine Seele hofft auf dich. Du wirst zu dem Geschäfte der Heiligung mir Kraft verleih'n, und mich mit deiner Hülf erfreu'n, vor dir gerecht zu leben. Ich, dein erkauftes Eigens thum, will dafür deines Namens Ruhm in Ewigkeit erheben. Nach der Melodie des 9. Lieds. ein Vater und mein 340. Mein Gott, der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben. Regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sey, was Gott, dein Wort mich heißt. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut zu übermäßig achte. Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gieb, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte. Hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und fest gegründet sey. 4. Gieb, daß ich als ein Christ, mich Christo áhnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige. Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt, so geh' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. 5. Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb' und Gutigkeit auch an dem Nächsten übe. Laß ohne Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und ohne Ungeduld in trüben Tagen seyn. his 6. Nie müsse sich mein Herz der Fleischesluft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! mein dir geweih'tes Leben sey von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit. 187 mir sterben, dir zu leben, und mach' wirk in mir, Herr, alles neu. Uch, in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 3. Reiß' los mein Herze von der Erden; laß mich, der ich unsterblich bin, nach deinem Bild erneuert wer den, und gieb mir meines Heilands Sinn. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! did Nach der Melodie des 7. Lieds. ie bed: 7 ein Gott! ach, lehre den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder seyn. Uch, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein ergeben, der Sünde abgestorben sey; laß mich 341. Mmich erkennen Mein 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets ben schmalen Weg erwäbie, ja, Ehre such' in Christi Schmach. Uch, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christentbum! 15. Gieb mir zum Streite Muth und Kräfte! hilf, daß ich dir verbleibe treu! daß ich an Christi Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sey. Uch, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! sed 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten: so unterstüge mich, wenn meine Tritte gleiten. Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe bau'n, und auch, wenn sie verzeucht, dir noch getroft vertrau'n. 8. Erlöse endlich mich non allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Nach der Melodie des 9, Lieds. Bater! so verlaß, wenn meine pútte 342. Du fagst: ich bin ein Christ. dir, bricht, mich Sterbenden mit Trost wenn Werk und Leben dir dessen, und froher Hoffnung nicht. 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe lebendig, fest und thätig ſeyn, daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum ohn' Heuchelschein. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich beruhigt und erfreut: wenn ich mit Gott vereinigt werde, schmeck ich des Himmels Seligkeit. Ach, wirk' in mir zu deinem Ruhm, mein Gott! das wahre Christenthum! was du sagst, Beweis und Zeugnis geben; und wenn dein ganzes Thun, durch Gottes Kraft und Geist, von weist. deinem Christenthum die ächten Proben 2. Du sagst: ich bin ein Chrift. Der ist's, der Jesum kennet; der seinen Gott und Herrn ihn vor den Menschen nennet, und thut dann auch dabei, was Christus ihm gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3weiter Theil.- Von der Heiligung 188 3. Du sagst: ich bin ein Christ Wer sich's will nennen lassen, muß leben, wie er glaubt, und alles Bose haffen. Der liebet Christum nicht, der noch die Sünde liebt, ist auch kein Chrift, ob er sich gleich den Namen giebt. 19 maniad 4. Du sagst: ich bin ein Christ, denn ich bin ja getaufet auf Christi Tod, der mich mit seinem Blut erkaufet. Ja wohl; doch prüfe dich, wie steht's um deinen Bund, den du mit Gott gemacht in jener Gnadenstund'? and 5. Hast du ihn nicht vorlängst gar oft und viel gebrochen? Hast du als Gottes Kind dich, wie ou ihm versprochen, in allem Thun erzeigt: dem Guten nachgestrebt? Hat nicht ber alte Mensch bisher in dir gelebt? 6. Du sagst: ich bin ein Christ, weil ich die Gnadenlehre zu Haus' und öffentlich beständig les' und höre. Ja, licber, thust du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur wer es hört und thut, der ist dem Höchsten werth. zeigt Born, und Haß und Neid, fo bist du ja gewiß vom Christenthum noch weit. 11. Doch wenn man noch an dir das Gegentheil verspüret; wenn Stolz und Uebermuth dein eitles Herz regie: ret, wenn statt der Sanftmuth sich 12. Du sagst: ich bin ein Chrift, und rühmst dich deß mit Freuden: doch thust du auch wohl mehr, als manche kluge Heiden? Ach, ich bes fürchte sehr, sie klagen einst dich an; weil du vielleicht noch nicht so viel, als sie gethan. 13. Sag' nicht: ich bin ein Christ, bis daß dir Werk und Leben, auch dessen, was du sagst, Beweis und Beugniß geben. Der Name macht's nicht aus: ein Christ muß, ohne Schein, das, was er heißen will im Wesen selber seyn. 14. Gott, schenke mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahe. rer Christ zu seyn, und nicht nur so zu heißen! denn wer den Namen hat, und nicht die That zugleich, gelanget nimmermehr zu dir ins Hime melreich. Kampf der Heiligung. 7. Du sagst: ich bin ein Christ; ich laff' mich öfters finden bei Jesu mit Gott mich zu verbinden. Doch zeiget sich bei dir in 343. Oft wie schwer es fey, Nach der Melodie des 222, 2icds. mein deinen Werken auch rechtschaff'ne Bes= ferung nach solchem heil'gen Brauch? 8. Du sagst: ich bin ein Cheist; ich bete, les und singe; ich geb' in's Gotteshaus. O lauter gute Dinge, wenn du von Heuchelei dabei entfernet bist, und deiner Undacht 3weck die Ehre Gottes ist. Herr, deinen Weg zu wandeln, und täglich deinem Worte treu zu denken und zu handeln. Wahr ist's, die Tugend kostet Müh', sie ist der Sieg der Lüfte! jedoch, mein Gott, was warc sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 9. Du sagst: ich bin ein Chrift; Wer kann es dir gestehen, er könne folches denn aus deinem Wandel sehen? Rührt nicht dein ganzer Ruhm aus falschem Grunde her? Wer Christi Junger ist, der wandelt so, wie er. 10. Bist du ein wahrer Christ, so müssen Sinn und Triebe nach Christi Vorbild seyn. Wenn unverfälschte Liebe 3. Des Lasters Bahn ist Anfangs dein ganzes Herz erfüllt; wenn du voll Sanftmuth bist, voll Demuth, wie der Herr; so sag': ich bin ein Christ. zwar ein breiter Weg durch Uuen; allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist anfangs steil, läßt nichts als Mühe blicken, doch weiter fort führt er zum Heil, und endlich zum Entzücken des 2. Die, die sich ihrer Laster freu'n trifft ja auch Schmerz hienieden. Sie sind die Sclaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dámpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 4. Gett, háttest du es uns vergönnt nach unsers Fleisches Willen, wenn Wollust, Neid und Zorn ent= brennt, die Lüste frei zu stillen; erlaubtest du dem Frevler hier, aus Bosheit uns zu kránken: was müßten wir doch dann von dir, du weiser Bater, denken? 5. Du willst, wir sollen glücklich seyn, brum gabst du uns Gesege. Sie sind es, die das Herz erfreu'n, sie sind des Lebens Schage. Du sprichst in uns durch den Verstand, du sprichst durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe deiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 6. Dich fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's: sie wählen; ein Thier folgt Trieben der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geistes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? Die Tugend. Was ihr Lohn, ihr Ruhm? Dir, Höchster, ähnlich werden. 7. O starke mich dazu mit Kraft; se wird es mir gelingen. Du bist es, Gott, der beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von dir noch mehr bez tommen: wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Mich starke auf der Jugend Pfad das Beispiel sel'ger Geister. Shn zeigte mir, und ihn betrat ja selbst mein Herr und Meister. laß mich nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern. Mein wahrer Ruhm ist bei dir, Gott, und nicht bei Menschenkindern. 9. Gieb, daß ich mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre vergleich, und ernstlich allezeit gedenk an meine Bahre. Das Kleinod, das der Glaube hält, laß neuen Muth mir geben, und zu den Freuden jener Welt mich oft im Geist erheben. 189 Bitten um Beständigkeit und Wachsthum in der Heiligung. 344. Sin chon ist Nach der Melodie des 72. Lieds. die Jugend, Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel' auch oft begehrt. 2ch könnt ich's, wie würd' ich mich freu'n! wer heilig ist, muß selig seyn. 2. Gott ist der Seligkeiten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit! Bon Ewigs teit her war er gut; er bleibt's, und recht ist, was er thut. out Gre 3. Wie schnell umhüllen Finsters nisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin; dann fliehn die heiligsten Ents schlüsse, den Morgennebeln gleich, dahin. Bald wähl ich, was dem Herrn gefällt, bald wieder deinen Dienst, o Welt! 4. Ich Armer! darum kommt kein Friede in mein verschmachtetes Ge= bein! wie bin ich dieses Wechsels múde! wann werd ich fest im Guten seyn? Wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienste, Gott, geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell. Sie leuchte mir in voller Klarheit bestán= dig unbefleckt und hell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sey. 6. O bilde, Bater, meine Seele! in deiner Liebe mache mich, weil ich zum meinem Trost dich wähle, gewiß und unveränderlich. Denn bin ich erst dein Eigenthum, so bin ich ewig auch dein Ruhm. 10. Erhalte mich stets unverzagt, Nach der Melodie bes 234. Lieds. wenn mir's nicht immer glücket 345. Wie felia, Sere! ift der Gerechte! du wenn mich, mein Herz auch wagt, stets neue Schwachheit drücket. Du siehst nicht auf die That allein, du siehst auf meinen Willen; ein göttliches Verdienst ist mein! dies laß mein Herze stillen. bist sein Schild und großer Lohn. D, daß ich ganz gerecht seyn möchte! doch ach, wie wenig bin ich's schon. Du weißt es, Gott, ich bin noch weit entfernt von der Boukommenheit. Zweiter Theil. Von der Heiligung, 190 2. Wie viel ist noch an mir zu finden, das nicht mit deiner Vorschrift stimmt! oft übereilen mich noch Sünden, wenn's Herz gleich bessern Vorsag nimmt. Ja, oft verleg' ich meine Pflicht, mein Gott, und weiß es selber nicht. minne om de 3. Wer kann, wie oft er fehlet, merken? Nur du, du siehst mich, wie ich bin. Nur du kannst mich im Guten stärken; drum fall' ich Bater, vor dir hin. O mach', um heilig ganz zu seyn, mich von verborg'nen Fehlern rein. 4. Von aller eiteln Eigenliebe befreie mich durch deine Kraft. Erweck' in mir die was wahre Behrung schafft. Laß meinen Fleiß gesegnet seyn, und meine Heiz ligkeit gedeih'n. Nach der Melodie des 82. Lieds. 347. Den kennet," Ewiger, der Herz und erforsche mich! ach! ich war von dir getrennet, aber du erbarmtest dich, hörtest mein Gebet, mein Schnen, fah'st die Inbrunst meiner Thránen, schenktest mir selbst deine Huld, und vergabst mir alle Schuld. 2. Uch! erforsche selbst mein Herze! sich, es irrt und fehlet noch, und mit unruhvollem Schmerze fühlt es oft der Sünde Joch; wankend, unich mir zu oft noch gewiß und tråge geht mein Fuß der mein Blick auf der Laster Bahn zurück. 3. Als zuerst vor meinen Blicken der Verblendung Nacht verschwand, und mein Auge voll Entzücken, Gott, dein Untlig wieder fand, wie war da der Reiz der Sünden mir so leicht zu überwinden! ihre Schrecken sah ich nur, aber keiner Unmuth Spur. 5. Du wirst das demuthsvolle Flehen des Sünders, der dich scheut und ehrt, o Gott der Gnade, nicht verschmåhen. Du bist es, der Gebet erhört. Mein Fels, mein Heil, ich traue dir. Das, was ich bitte, gibst du mir. Nach der Melodie des 256, Lieds. err, mein Erlöser! nur 346. Hülf' erflehen; vernimm mein Seufzen, eile mir, mein Helfer, beizustehen. Des wahren Glaubens Kraft und Licht, das Selige Bestreben, dir zu leben, und Muth zu dieser Pflicht, das wollest du mir geben. 4. Gieb, daß mit brünstiger Bes gier ich fest stets an dir klebe; zeuch mich dir nach, daß ich zu dir mich von der Welt erhebe! ja laß mich, wenn ich sterben soll, auf deine Gnade bauen, dir vertrauen, und dann dort wonnevell dein Untlig ewig schauen! 5. Ich kämpf', ermatt' und strauchle oft. Hilf, Herr, mein Hort, dem Schwachen, der nur auf dich in Demuth hofft. Du kannst mich mächtig machen. In jeder Seelennoth laß mich bei dir Erbarmung finden, Trost empfinden, und endlich, Herr, durch dich in allem überwinden. 2. Du hast ein königlich Gebot mir tief ins Herz geschrieben! von ganzer Seele soll ich Gott, wie mich, den Nächsten lieben! wenn ich nach dei nem Worte thu': so hab' ich schon hienieden großen Frieden, und welches Heil hast du den Frommen dort beschieden? 3. Laß mich kein Leiden dieser Zeit, kein Weltglück dir entreissen. Denn du hast deine Seligkeit den Treuen nur verheißen. Wie könnten wohl durch ihre Müh' fie solche zu verdienen, sich erfühnen? Uus Gnaden schenkst du sie, und du erwarbst sie ihnen. 1068 og'31731303 4. Wenn, von Undacht hingerissen, ich den Himmel offen sah, lag die Welt zu meinen Füßen und, Gott, deinem Throne nah, mischt' ich in der Engel Chöre den Gesang von deiner Ehre, von der Huld, die ewig licbt, Günden decket und vergiebt. 5. Welche Ruhe, welcher Friede wohnte da in meiner Brust! Eitelkeit, dein war ich múde! Welt, ich fluchte deiner Lust! ich verschmähte deine Gaben, mir war, Gottes Huld zu haben, und ein Herz, das ihn verehrt, mehr als Erd' und Himmel werth. oder dem christlichen Wandel überhaupt. 6. Ihr, dem Beten heil'ge Stunden, voller Ruhe, voll Gewinn, ach wohin send ihr verschwunden; Gluth der Undacht, ach wohin? Oft noch such' ich Gott durch Zähren, durch Gebet und Flehn zu ehren; doch der Welt Geräusch zerstreut des Gebetes Brünstigkeit. inu Jammid dan 410 7. Wenn die Menge der Verachter meines frommen Wandels lacht, aus der Undacht ein Gelächter, aus dem Beten Thorheit macht, wenn sie spottisch auf mich sehen, mich und meinen Glauben schmähen: dann vergeff ich meine Pflicht; ich bekenne Jefum nicht. maso) 8. Unter der Verfolger Steinen bebten Gottes Mart'rer nie, seine Wahrheit zu verneinen, zwang nicht Drohn, nicht Folter sie. Auf des hårt'sten Todes Wegen gingen sie dem Lohn entgegen, sahn den Himmel offen stehn, konnten so den Tod verschmähn. 9. Der du sie mit Kraft von oben zu dem Kampfe stark gemacht, und zu deinem Lohn erhoben, wo kein Feind mehr ihrer lacht, hilf auch mir den Spott bezwingen, hilf auch mir den Lauf vollbringen. Vater bis ans Ende sey dir mein ganzes Herz getreu. Muth giebt ihm vom Baum des Lebens, und er fommt nicht in's Gericht, 191 und zum Thun zu schwach, giebt oft mein Herz der Sünde nach. Ich kämpf' o Bater nicht genung den Kampf der ernsten Heiligung. 2. Wie schnell ist von der rechten Bahn zum Irrweg oft der Schritt gethan! wie schnell! mein ganzes Herz erschrickt, wenn es in diesen Abgrund blickt! wie nahe gränzt die Missethat an unsers Herzens bösen Rath! wie bald wird Frevel selbst verübt, wenn man erst Schwachheitsfehler liebt! 10. Wer getreu bleibt bis an's Ende, und nicht achtet Spott und Hohn, dem bereiten Gottes Hände eine vergeben ott Bater, laß mich dein im Leben und und wer bin ich, daß du, o Gott, stets Jimeiner dich erbarmst, daß du noch meiner schonft, und mit nicht nach 3. Vertreib', o Gott, des Irrthums Nacht; entreisse mich der Sünde Macht! wie glänzet deiner Streiter Schaar, die einst, wie ich, auf Erden war, und die nun, weil sie überwand, den Lohn empfängt aus deiner Hand! sie sind gekrönt; ich noch im Streit: o gieb auch mir Beständigkeit! Berdiensten tohnft. 3um Glauben 4. Schmal ist der Weg zu Gottes Höh'n, und wenige sind, die ihn gehn! die Pfort' ist eng, und der nur dringt durch sie zu Gott empor, der ringt. Ich lieg' auf meinem Angesicht, und fleh" und weine, laß dein Licht mir leuchten, im Tode seyn. 5. Der mir in alles gab, stirbt des Tod's der Seele nicht. er Seele nicht. Gott! schaue doch auf mich berab! Mel. Erbarm' dich mein, o Herr. auf mich, der Raub, den Himmelserben, und den Staub! und mir bei, 348. Jarmer Sünder, daß ich des Kleinods würdig sey, das Christus mir so theu'r erwarb, als er für mich am Kreuze starb. 6. Ja, du erbarmest über mich, ver= föhnter Gott und Vater, dich. Vom Leibe dieses Tod's befrei't, führst du mich einst zur Herrlichkeit, wo meine Tugend nicht mehr wankt, und dir, Gott, ewig dafür dankt, daß sie dein Gnadenlohn beglückt, und deiner Sieger Krone schmückt.) 192 3weiter Theil. Rach der Melodie des 26, 2icbs. 349. Tod ald oder spåt des - Von der Heiligung, nicht Schmach, nicht Zod noch Leiden. Ich bin durch Jefu Blut erkauft; ich noch hier auf Erden, ich Sterb: 10. Der uns in Christo alles giebt, licher, doch dieser Staub soll einst Gott, wird mich nicht vernichten! unsterblich werden. Und dann, dann der uns bis in den Tod geliebt, der ist mein ewig's Theil, o Gott, Ver- wird mich einst nicht richten! wenn werfung oder Heil. Erd' und Himmel untergehn, werd ich zum Leben auferstehn. 2. Mit Furcht und Bittern soll der Christ nach seinem Heile ringen: ver- 11. Nicht Trubsal mehr, nicht leid achten, was auf Erden ist, hinauf noch Schmerz betrübet dort die Seizu Gott sich schwingen; getrost den nen, nicht flagen mehr wird unser Pfad der Trübsal gehn, und stand- Herz, nur Freudenthránen weinen; baft in Versuchung stehn. er, der für uns sein Leben gab, er trocknet unsre Thránen ab. 910 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß, noch bin ich in den Schranken; noch nicht am 3iele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stårke mich durch deine Kraft auf dieser kurzen Pilgerschaft. 34. So lang' ich noch ein Fremdling bier, in diesem Leibe walle; so schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf eb'ner Bahn, durch deinen Geist zu dir hinan. 5. Es sey mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du gebeutst, zu üben; mein höchstes Gut, mich dein zu freu'n, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schug zu trau'n, und meine Hoffnung, dich zu schau'n. 6. Die freche Thorheit dieser Zeit soll nie mir meinen Glauben, den füßen Troft der Ewigkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? 7. Verzagt und schwach find Fleisch und Blut, und eitel unsre Werke: der Glaub' allein giebt Kraft und Muth, und nur durch Christi Stärke sind wir in Angst und Traurigkeit getrost, und überwinden weit. 8. Was ist die Trübsal dieser Zeit und alles Leid der Erden, Gott, gegen deine Herrlichkeit, die kund an une soll werden? Wie schnell flieht dies mein Leben hin! hin, wo ich ewig selig bin! 100 9. Heil mir! ich bin sein Eigenthum! nichts soll mich von ihm scheiden! nicht Wollust, Güter oder Ruhm 12. Dort schauen wir, und beten an vor seinem Angesichte, und die wir hier im Dunkeln sahn, wir wer den dort im Lichte die Wunder seiner Liebe sehn, des Weisen Wege ganz verstehn. 13. Shr, die ihr ihn erhab'ner preis't, ihr Engel, meine Brüder, dann singet mein verklärter Geist in eure Jubellieder; und eurer hohen Harfen Klang ertönt in meinen Lobe gesang. 14. Du, der uns dieses Heil er= warb, laß, Jesu, mich's ererben! du, der für seine Menschen starb, laß, Jesu, dir mich sterben! gieb, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir sey. Von der Nachahmung des Erlösers. nach der Melodie des 26. Lleks. 350. Welch hohes Beispiel du mir, mein Heiland, durch dein Leben! sollt' ich nicht gern und mit Begier dir nachzuahmen streben? und nicht den Weg, den du betrat'st, auch gehn, und das thun, was du that'st? 2. Dein Herz war voller Heiligs keit, so rein, wie deine Lehre: dein Thun, Lieb und Rechtschaffenheit, dein Endzweck Gottes Ehre: hier schaffst du mir Zufriedenheit, und CID $ 1000 3. Darum entäußertest du dich, und stiegst vom Himmel nieder, marbft oder dem christlichen Wandel überhaupt. Mensch, ein armer Mensch, wie ich, uns Schwache nennst du Brüder, der Bosheit Raub, der Leute Spott, in deinem Wandel gleich wie Gott. 4. In Knechtsgestalt erschienest du, um uns zu Herrn zu machen; den Kranken gabst du Kraft und Ruh', und warst stark in den Schwachen: du trugsto die Leiden mit Geduld, und trugst sie sonder eigne Schuld. 5. Du starbst für unsre Missethat. Wer liebt so seine Freunde! erfüllst für uns des Vaters Rath, und bittest selbst für Feinde. Du starbst, gehorsam bis zum Tod, und ehrtest auch im Tode 6. Dies große Beispiel hast du mir zur Richtschnur hinterlassen, daß ich gesinnet sen gleich dir in meinem Thun und Lassen. Komm, sprichst du, nimm dein Kreuz auf dich, komm, folge mir, und thu', wie ich. 7. Ich komme, Herr! gieb Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne dein wahrer Jünger sey, und nicht mich fälschlich nur so nenne: damit ich deinem Beispiel treu auch andern selbst ein Beispiel sey. 351. Nach der Melodie des 6. Lieds. Seele, schaue Jesum an! hier kannst du recht erkennen, was wahre Demuth heißen kann, und was wir Sanftmuth nennen. Er stellt sich dir zum Muster dar; wie Jesu Christ gesinnet war: so sey auch du gefinnet. 2. Er war der große Gottessohn, ihn ehrten Cherubinen; doch ließ er seinen Himmelsthron, und kam, um uns zu dienen. Er selbst, der Herr der Herrlichkeit, war Menschen wohl guthun bereit, so sey auch du gesinnet! 193 4. Das Böse sucht' er alsobald mit Gutem zu vergelten; man hörte, wenn die Welt ihn schalt, ihn niemals wieder schelten; man hört' ihn nicht um Rache schrein; er übergab es Gott allein: so sey auch du gesinnet! 3. Er sah die ganze Lebenszeit auf seines Vaters Willen, durch Thun und Leiden stets bereit, ihn treulich zu erfüllen. In allem, was er dacht' und that, verehrt' er seines Vaters Rath: so sey auch du gefinnet! 5. Wenn Stolz und Eigenliebe sich, Seele, bei dir reget; so starke Jesu Beispiel dich; dann wirst du nicht bes weget. Uch, nimm doch dessen Wort in Ucht, und denke, wie er's hat gemacht: so sey auch du gesinnet! Nach der Melodie des 238. 2ieds. 352. Kommnt her, Mübfel'ge, kommt zu mir, spricht Gottes Sohn, o kommt, send ihr mit Sünden gleich beladen. Wo sucht ihr Trost? Nur Trost und Heil, wird dem, der zu mir kommt, zu Theil: ich heile euren Schaden. 2. Wie lange sáumet ihr euch noch? Kommt her, und übernehmt mein Joch, ich, ganz nach Gottes Sinn, fo sanft und folget meinen Lehren. Seht, wie und so demüthig bin; mich müßt ihr billig hören! 3. Sanft ist mein Joch, leicht meine Last. O! wer sein wahres Glück nicht haßt, wird sich darunter beugen. Ruh' und Erquickung findet sich bei mir, und trostreich werd' ich mich gewiß an ihm bezeigen. 4. Nun, Jesu, mich verlangt nach dir, zeuch mich dir nach, so laufen wir, dir will ich mich ergeben. Ich weiß es, o Herr Jesu Christ, daß außer dir kein Retter ist; bei dir ist Heil und Leben. 5. Laß mich nun, so wie du gethan, aus wahrer Demuth jedermann zu dienen fertig stehen. Laß mich, wie du, sanftmüthig seyn; Beleidigungen gern verzeihn, und Fehler übersehen. 6. Ach, bilde mich nach deinem Sinn, mich, der ich ohne dich nichts bin, daß ich dein Joch recht trage. Sprich meiner Seele tröstlich zu, und bringe mich zur wahren Ruh, am Ende meiner Tage. 13 194 25) Von der Erkenntniß Gottes. Nach der Melodie des 55. Lieds. 353. Gol oll sich mein Geist, Q Gott, zu dir erheben, und dich zu kennen glücklich sich bestreben, so mußt du selbst, um groß von dir zu denken, die Kraft mir schenken. Nach der Melodie des 72. Lieds. 2. Laß doch, o Herr, bein Licht 354. Wo find' ich Gott, den Wº meine Seele vor mich stets erfreuen, und meiner Seele Finsterniß zerstreuen: erleuchte mich, daß mich zu deiner Ehre, dein Glanz verkläre. 3. Was ist im Himmel, Gott, was ist auf Erden, das so, wie du, verdien' erkannt zu werden? Was ist, das meinen Durst nach Glück so stille, als deine Fülle? 4. Dich suchen, ist die edelste der Sorgen: zwar bist du unerforschlich und verborgen; doch willst du, wenn wir nur dein Licht nicht hassen, dich finden lassen. 5. Mit lauter Stimme lehren deine Werke uns deine Weisheit, deine Gut' und Stärke; auch hast du selbst, sey hoch dafür gepriesen! uns unter: wieſen! 6. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir getreu, was du uns Tehrst, bewahren, wenn wir, was deine Lehren wirken sollen, uns bessern wollen. 7. Ach, mocht' ich, Gott, aus allen meinen Kräften dich suchen, ruh'n von Sorgen und Geschäften, und mein Gemüth, um mich zu dir zu schwingen, zur Stille bringen! 8. Doch mein Verstand ist unståt, tråg', er scheuet der Ueberlegung Müh', und, schnell zerstreuet, sinkt er, wenn ich zu dir gezogen werde, zurück zur Erde: 9. Auch täuscht mein Herz ihn, machet ihn vermessen, verführt ihn, seine Gránzen zu vergessen, will mehr, als seine Kräfte mir vergönnen, von dir erkennen! 11. Dann werd' ich immer heller dich erkennen und täglich mehr von deiner Lieb' entbrennen, dir gern gehorchen, fröhlich dich erheben, dir, Gott, nur leben! 10. Ergreife mich und leite meine Seele, daß sie den Weg zum Lichte nicht verfehle, gewähre mir, damit sie nicht ermüde, Ernst, Luft und Friede! allem ewig lieben will? Du, den ich mir zum Trost erwähle, schweig, Herr, zu meinem Wunsch nicht still! wann werd' ich mit dir, größter Freund, noch völliger, als hier vereint? 2. Wie wollt' ich dich, mein Gott, nicht preisen, wenn ich dich sehe, wie du bist! zwar deine Wunder, Herr, beweisen, wie unaussprechlich gut du bist. Wie schimmern sie, doch zeigt ihr Glanz mir deine Herrlichkeit nicht ganz. 3. Ich sehe dich hier nur im Spie= gel, und bete dich in Schwachheit an. Ach, håtte meine Seele Flügel, sich dir, mein Schöpfer, mehr zu nah'n! wie würde sie sich deiner freu'n! wie selig, wie verherrlicht seyn! 4. Dürft' ich, am Fuße deines Thrones, mit deinen Engeln dich erhöh'n; könnt' ich im Untlig deines Sohnes, wie deine Seligen dich sehn: ich, der ich hier kaum stammeln kann, Lob: sänge dir dann, wie ein Mann. 5. Mir macht zwar jedes deiner Werke mehr, als ich rühmen kann, bekannt. Es zeigt mir deiner Allmacht Stårke, und deinen weisesten Verstand, und deine Huld, die selbst das Lob des Davids noch zu schwach erhob. 6. Du sprichst auch, wie mit einem Kinde, in deinem Wort, o Gott, mit mir. Wie gut, wie zärtlich! doch die Sünde verdunkelt mir dies Licht von dir. Was kann ich wissen, wenn dein Geist nicht selbst von dir mich unters weis't? 7. Doch, wenn in meinen Finster: nissen er auch mein blödes Aug' ers hellt; was lern' ich, Gott, von dir? Mein Wissen bleibt immer Stückwerk in der Welt. Ich suche dich, und 3weiter Theil.- Von der Erkenntniß Gottes. forsche nach, und bleibe, dich zu sehn, zu schwach. 8. und hört' ich nur auf deine Stimme, in deinem Worte, hort' ich nur, wie du verdienest, auf die Stimme der dir lobsingenden Natur! so lernt' ich hier schon, mich allein, Gott, deiner Herrlichkeit zu freu'n. 9. Wie brünstig würd' ich dann dich lieben! mit welchem Eifer würd' ich mich dir, Vater, zu gefallen üben, wie selig wär' ich blos durch dich! nun aber täuschet meinen Geift, gleich Kindern, Tand, wenn er nur gleißt. 10. Welch Elend! Bater, ich empfinde mein Elend! Zeuch mich selbst zu dir! Entkräfte selbst die Macht der Sünde. Dein Geist der Weisheit wohn' in mir! damit ich vor der Täuscherei der Sinnlichkeit gesichert sey. 11. Gieb, daß der Strahl von dei ner Wahrheit mein Leben leite, bis ich dort dich näher seh', und mit mehr Klarheit, als hier, an diesem Prüfungsort. Ich, der ich hier kaum stammeln kann, lobsinge dir dann, wie ein Mann. Nach der Melodie des 7. Lieds. 355. Mein Gott, du wohnest zwar im Lichte, dahin kein sterblich Auge dringt! doch giebst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkenntniß bringt, was du, o Allerhöchster, bist, und was mit uns dein Endzweck ist. 2. So gieb denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es betrachte, so hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug' und Herz stets offen seyn. 3. Dein Wort sey mir ein Licht im Glauben, das mich zur wahren Weisheit führt. Laß mir doch keinen Irrthum rauben, was mir ein ewig Heil gebiert. Kein Spottergeist verführe mich; kein Zweifel sey mir hinderlich. 4. Dich kennen ist das ew'ge Leben. Drum hilf mir, Vater, daß ich dich, 195 und den, den du für uns gegeben, hier so erkenne, wie du mich in deinem Wort es selbst gelehrt; bis einst sich meine Einsicht mehrt. 5. Vor allem laß bei mir lebendig, o Höchster, dein Erkenntniß seyn! laß mich darnach dir auch beständig die größte Lieb' und Ehrfurcht weih'n. Bieb, daß ich thu' mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß. 6. Was hilft das richtigste Erkennte niß, wenn's nicht zu deiner Liebe treibt? Was nügt ein aufgeklárt Verständniß, wenn doch das Herz auch meinen Sinn durch Wahrheit noch böse bleibt? Drum lenke, Herr, dir zum Dienste hin. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden ein Brunnquell wahres Tros stes seyn. Laß mich, wenn Leib und Seele scheiden, dann noch im Glaus ben deiner freu'n. Dort seh' ich dich im hellern Licht von Angesicht zu angesicht. Nach der Melodie des 59. Lieds. 356. Mie selig bin ich, wenn mein Geist hinauf zu Gott sich schwingt, und, wenn er seis nen Schöpfer preis't, der Engel Werk vollbringt? 2. Wer gleicht Gott? wer ist so geschmückt mit Herrlichkeit und Licht? Ihr Seraphim! ihr seht entzückt sein göttlich Ungesicht. 3. Ein voller Strom von Wollust quillt aus seiner Wissenschaft. Denn er ist selig und erfüllt mit Freuden, was er schafft. 4. Er spricht ein Wort, und schnell umringt den Seligen ein Heer, das selig ist, und ihm lobsingt, das niemand zählt, als er. 5. Auch ich entstand, weil er mich schuf, um ewig froh zu seyn. Heil, Seele, dir! denn dein Beruf ist, Gottes dich zu freu'n. 6. Schon siehst du durch ein dámmernd Licht den Unaussprechlichen! dort wirst du ihn von Angesicht in größ'rer Klarheit sehn. 13* 196 26) Von der Liebe und Dankbarkeit gegen Gott. | draut, ist sie mein Sonnenschein. Mich können keine Leiden von deiner Liebe scheiden, so groß sie immer seyn. 3. Mit fröhlichem Gemüthe denk' ich an deine Treu: denn, Bater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh' ich nur stets auf dich, wird mir die Arbeit süße, in der ich Schweiß vergieße; du unterstüßest mich. Nach der Melodie des 234. Lieds. Jie sollt' ich dich, mein 357. Wie Gott, nicht lieben? Du hast mich ja zuerst geliebt, und, von Erbarmen angetrieben, den Sohn geschenkt, der Leben giebt. Herr, dies Geschenk zeigt rührend an, wie huldreich du mir zugethan. 2. Von Ewigkeit hast du beschlossen, ich soll dein Kind und Erbe seyn. Und wann ist eine Zeit verflossen, da du, mein Gott, mich zu erfreu'n, mir nicht noch weit mehr Gut's gethan, als ich jemals aussprechen kann? 3. Wie sehr, Herr, bist du mir gewogen! du liebtest mich von Unbeginn, und hast mein Herz zu dir gezo= gen. Bewahre selbst in mir den Sinn, daß dir, voll brünst'ger Dankbarkeit mein ganzes Leben sey geweih't. 4. welch ein seliges Geschäfte, Herr, deinem Dienst sein Leben weih'n! gieb bu mir selber dazu Kräfte, so wird mein Fleiß gesegnet seyn. Ift deine Gnade nur mit mir, so bleib' ich stets, mein Gott, an dir. 5. Führst du mich gleich auf rauhen Wegen, so thust du es zu meinem Heil. Auch unter harten Kreuzesschlägen hab' ich an deiner Huld doch Theil, und nach vollend'ter Lebensbahn nimmst du mich einst mit an. 6. 2 reiche mit, auch wenn ich 359. D Bater liebst, und Nach der Melodie des 141. 2ieds. du mich als ein sterbe, Herr, deine Baterhånde zu. Dann tröfte mich mein künft'ges Erbe! dann führe mich in deine Ruh'. Mit völliger Zufriedenheit lieb' ich dich dann in Ewigkeit. Nach der Melodie des 301. Lieds. 358. An dich, mein Gott, gedenken, ist Pflicht und Trost für mich. Wenn Sorg' und Gram mich kranken, so sieht mein Aug' auf dich. Dann mindert sich mein Schmerz; dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk' ich en deine Liebe, wie werd' ich dann erfreut! wenn alles um mich trübe, und mir ein Wetter 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und großmuthsvoll mir Armen, dein Kindschaftsrecht erwarb. In ihm, Gott, bist du mein. Drum kann ich Hoffnung fassen, du wirst mich nie verlassen, nein, stets mein Helfer seyn. 5. Wie gut ist's, dein gedenken! die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Eitle lenken. Wie schlecht ist ihr Gewinn! zu dir halt' ich mich, Gott! dies bringt, auch wenn ich leide, dem Herzen Trost und Freude; dies stårkt mich einst im Tod. 6. Drum will ich an dich denken, so lang' ich denken kann. Wird man in's Grab mich senken, so geh' ich zwar die Bahn, da mein die Welt vergißt. Doch du, Herr, denkst noch meiner, wenn auch auf Erden keiner mein eingedenk mehr ist. mich mit Wohlthun ganz umgiebst, Gott, meiner Seelen Freude! ich bleibe dennoch stets an dir. Was ist, mein Gott, das je mich hier von deiner Liebe scheide? Du machst mir deinen Weg bekannt, hältst mich bei meiner rechten Hand, regierest meinen Lebenslauf, und hilfest meiner Schwachs heit auf. O Herr, mein Gott! du bist mein Licht; du bist mein Licht! ich folge dir, so irr' ich nicht. 2. Du leitest mich nach deinem Rath, der andres nichts beschlossen hat, als was mir Segen bringet. Geht's gleich zu Zeiten wunderlich, so weiß ich dennoch, daß durch dich der Ausgang wohlgelinget. Nach hartem Tritt auf 3weiter Theil. Von der Liebe und Dankbarkeit zc. 197 rauher Bahn nimmst du mich dort| warte drauf: ich warte drauf: nimm mit Ehren an, wo mich vor deinem mich in deinen Himmel auf! Thron erfreut die Krone der Gerechtigkeit. Mein Herr! mein Gott! ach voll Begier, ach voll Begier wünsch' ich zu seyn, mein Heil, bei dir. - 3. Mein Sinn ist ganz auf dich ge= richt't. Hab' ich nur dich, so frag' ich nicht nach Himmel und nach Erden. Denn wär' der Himmel ohne dich, ſo könnte keine Lust für mich auch selbst im Himmel werden. Wär'st du nicht schon auf Erden mein, so möcht' ich nicht auf Erden seyn. Denn nichts ist in der ganzen Welt, das mir so sehr, wie du, gefällt. Mein Herr und Gott! wo du nicht bist, wo du nicht bist, ist nichts, das mir erfreulich ist. 4. und sollte mir durch Kreuz und Noth, durch Marter, durch Gewalt and Tod auch Seel' und Leib verschmachten; dies alles wird, wenn's auch noch mehr, ja gar wie eine Hölle war', mein Glaube doch nicht achten. Du bist und bleibest doch mein Heil, und meines Herzens Trost und Theil. Denn wahrlich nur durch dich allein kann Leib und Seele selig seyn. Herr, meine Burg! ich hoffe feft, ich hoffe fest, daß deine Kraft mich nicht verläßt. 5. Wer von dir weicht, und auf der Welt dir nicht beharrlich Glauben hält, muß freilich wohl verderben. Er kann, weil er die Luft und Pracht der Erden sich zum Himmel macht, nicht deinen Himmel erben. Denn wer dich hier nicht lieben lernt, und nicht sein Herz von dem entfernt, was dir, du Heiligster, mißfällt, kommt nicht zu jener bessern Welt. Nur den, der hier sein Herz dir weiht, ſein Herz dir weiht, nur führst du zur Herrlichkeit. 6. Drum halt' ich mich getroft zu dir; du aber hältst dich auch zu mir! und das ist meine Freude. Ich sege meine Zuversicht auf dich, mein Fels, und zage nicht, auch selbst im tiefsten Leide. Dein Wort, o Höchster, soll allein mein Trost und meine Richtschnur seyn, bis sich einst in der Ewigkeit mein Herz vollkommen deiner freu't. Gott meines Heils! ich Mel. des 30. Psalms. 360. W oblan, mein Herz, E sey stets bereit, und zeige deine Dankbarkeit dem Gott, dem du ganz eigen bist; deß liebstes Werk das Wohlthun ist; deß Heil uns überall begegnet; der den ver= fluchten Sünder seanet. 2. Er denkt bei jedem Augenblick, bei jedem Pulsschlag an mein Glück. Er ist's, in dem ich leb' und bin; durch den ich der Gefahr entrinn': ach, dankend muß ich, Herr, verstummen; wie viel sind deiner Gnade Summen! 3. Dort zeigt sich mir erst eine See, vor der ich ganz erstaunend steh'! ich Erdenklos, ich schnöder Staub! ich Sünder! ich, der Höllen Raub, erfahr' in seinen Liebesarmen sein groß, sein göttliches Erbarmen. 4. O Sünden, die ich je verübt, und er mir våterlich vergiebt: wer zählt euch? seines Geistes Macht hat mich so oft zurecht gebracht, ſo oft mit mildem Trost erfreut: sein Wohlthun wird noch stets erneut. 5. Auch seine Züchtigungen sind für mich oft pflichtvergess'nes Kind Wohlthaten, alles Dankes werth. So wird des Fleisches Kraft verzehrt, der Schlaf verjagt, der Geist ent= zündet, und Glaub' und Hoffnung fest gegründet. 6. Ich zähle leichter Stern' und Sand, als alle Güter deiner Hand. Der sel'gen Engel hohe Sprach ist selbst für deinen Ruhm zu schwach. Wie kann es dann mir Wurm geline gen, dein Hallelujah recht zu singen? 198 Zweiter Theil. 7. Doch will ich bringen, was ich kann. Nimm mich dir ganz zum Opfer an. Herz, Muth, Mund, Leib, sey dir geweih't, zu deiner Ehr' in Ewigkeit. Ich will mich ewig dir verschreiben: du sollst mein, ich will dein verbleiben. - Noth. 3. Da rief ich Gottes heil'gen Namen an! ach, Herr, mein Gott, errette und behüte mich doch! gerecht ist Gott, er ist voll Gúte, barmherzig, und ein Gott, der helfen kann. Der 116. Pfalm. Nach der Melodie des 324. Lieds. 361. Wie lieb ist mir's, daß Flehn. Gott zu meinem Schrei'n sein Ohr herab neigt, daß er meine Klagen im Himmel hört; in allen meinen Tagen soll mein Gebet nur ihm geweihet seyn! 2. Schon überall um mich war nichts als Tod, schon hatte mich des Grabes Ungst umgeben! kaum schien Nach der Melodie des 42. Lieds. ein Hoffnungsstrahl noch meinem Leben, 362. Du Bater deiner Mens du die Liebe selber bist; und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist! laß mich von ganzem Herzen dein, laß mich's mit allen Kräften seyn. 2. Gieb, daß ich als dein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu seyn mid übe, wie du mir dazu Vorschrift giebst. Was dir gefällt, gefall' auch mit. Nichts scheide mich, mein Gott, von dir. 3. Bertilg' in mir durch deine Liebe den Hang zur Liebe dieser Welt; und gieb, daß ich Berläugnung übe, wenn mir was Citles noch gefällt. Wie sollte ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich, um deines Namens willen, gern thun, was mir dein Wort gebeut. Kann ich's nicht, wie ich soll, erfüllen, so sieh' auf meine Willigkeit, und rechne mir, nach deiner Huld, die Schwachheit, Vater! nicht zur Schuld. 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden das thut, was dir, o Gott, mißfällt. Drum laß es mich mit Ernst vermeiden, gefiel es auch der ganzen Welt. Die kleinste Sünde selbst zu scheun, laß, Vater, mich behutsam seyn. 4. Er schüßt die Frommen, und er hilft auch mir, wenn ich voll Angst und fast verzehrt, mich quâle; zu deiner Ruhe kehre wieder, Seele, denn wie viel Gutes thut der Herr an dir! 5. Du machtest mich vom nahen Tode frei, mein Aug' von Thránen, meinen Fuß vom Fallen: ich will vor dir im Land des Lebens wallen; ein Herold deiner Huld und deiner Treu'! Von der Liebe E 9. Wie köstlich ist vor Gott der Frommen Tod! o Herr ich bin dein Knecht, von dir erkoren, von deiner Magd zum Knechte dir geboren! aus Banden risfest du mich, Herr, mein Gott! 6. Mein Mund bekennet, weil mein Glaube siegt! zwar litt' ich sehr, viel waren meiner Plagen; doch sprach ich auch in meinem größten 3agen: Gott ist wahrhaftig, jeder Mensch betrügt. 7. Wie kann ich Gott vergelten, was er that? Unzählig ist die Wohl= that seiner Güte! was bringt ihm nun mein dankerfüllt Gemüthe, ihm, der so gnädig mich errettet hat? 8. Ich will den Heilskelch nehmen, ihn erhöhn, die Wunder rühmen, die an mir geschehen, bezahlen will ich ihm, sein Volk soll's sehen, was ihm mein Herz gelobte bei dem Flehn! 10. Dir opfr' ich Dank; dich will ich stets erhöhn, und preisen, was für Gutes mir geschehen, bezahlen will ich dir, dein Volk soll's sehen, was dir mein Herz gelobte bei dem 11. In Salem, Herr, in deinem Heiligthum, will ich dich loben! durch des Tempels Hallen soll mein Gesang, soll, Gott, mein Dank erschallen, da sing' ich: Hallelujah! dir sey Ruhm. und Dankbarkeit gegen Gott. 199 6. Aus Liebe laß mich alles leiden| Stárk und mehre selbst die Triebe was mir dein weiser Rath bestimmt. wahrer Dankbarkeit in mir. Laß Auch Trübfal führt zu ew'gen Freu den. Wer ihre Last gern übernimmt, geduldig trägt, und weislich núgt, wird machtig von dir unterstüßt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben. Dann wird der Tod selbst mein Gewinn, dann werd' ich deinen Himmel erben, wo ich dir ewig nahe bin. Da lieb' ich in Vollkommenheit dich, Vater der Barmherzigkeit. 2. Als ich noch, der Welt verborgen, in dem Schooß der Mutter lag, wachtest du, für mich zu sorgen, über mich schon jeden Tag. Durch den Beistand deiner Macht bin ich an das Licht gebracht, und was hat mein ganzes Leben Gutes, das du nicht gegeben? 3. Nie gedenket mein Gemüthe, ohne brünst ge Dankbegier, jener unverdienten Güte, da du durch die Taufe mir das erhatne Recht gewährt, daß ich für dein Kind erklärt, mich des Segens der Erlös'ten voller Zuversicht darf trösten. mich ganz dein eigen seyn; so mich deines Wohlthuns freun, daß auch mir auf dieser Erde Wohlthun wahre Freude werde. Nach der Melodie des 116. Lieds. Nach der Melodie des 42. Lieds. 363. Giebe reicht, so weit 364. Mein Herz, ermuntre Preise der Himmel ist. Deines Wohlthuns starke Triebe sind so ewig, als du bist. Deiner Huld Unendlichkeit, Gott, er schöpfet keine Zeit; und wer kann die vielen Proben deiner Güte würdig loben? 4. In den zarten Jugendjahren warst du meines Lebens Stab; mein Beschirmer in Gefahren. An dir hab' ich bis in's Grab einen Bater, der mich liebt; einen Vater, der mir giebt, was zum wahren Wohl mir nüget, einen Vater, der mich schüßet. 5. Gott, du machst's mit uns stets besser, als wir wünschen und verstehn. Deine Güte ist viel größer, als die Kraft, dich zu erhöhn. Schallte gleich so hoch mein Dank, wie der Seraphim Gesang; dennoch würde durch mein Loben deine Huld nicht g'nug erhoben. 6. D, so zeuch durch deine Liebe, Herr, mein ganzes Herz zu dir. 7. Ja, laß jede deiner Gaben recht zu brauchen mich bemühn; stets den 3weck vor Augen haben, dazu du sie mir verliehn. Deine Güte reize mich, daß ich immer brünst'ger dich lieb', und deinen heil'gen Willen freudig suche zu erfüllen. $ 10 des Gottes, der dein Vater ist! be= denke, auf wie viele Weiſe du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring' ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben was mir núßlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott! wie wenig bin ich's werth, daß mir noch Hülfe wiederfährt! 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohlzuthun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Urmen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meinen Sors gen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang' verweilt, so kommst du, eh' ich's mich versehn, mich aus dem Kummer zu erhöhn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste, und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn Fluth von Elend auf mich träuft, so siehst du mit Erbarmen drauf, und Hemmst allmächtig ihren Lauf. 6. Du bist mein Heil. Mein ganz Gemüthe ist deines Ruhms, mein Retter, voll. O, konnt' ich deine große Güte doch so erheben, wie ich 200 Zweiter Theil. soll! doch meine Kraft reicht nicht Nach der Melobie bes 59. Stebe. bahin. Du weißt es, Gott, wie 366. Mein Geist erstaunt, Alls ich bin. wenn er Cxprene 7. und hätt' ich auch viel tausend Bungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig g'nug von mir bea fungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit; und hörest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufriedenheit; du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trágt. 9. Drum soll mir deine Huld und Gute beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüthe mein Leben deinem Lobe weih'n, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im höhern Heiligthum. Nach der Melodie des 156, Lieds. abe deine Lust am Herrn, bei dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er giebt gern, dir auch, was dir dienet, geben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 365. H 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich verkehret! Glaube, wer in seiner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret, findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen fann. 8. Lust an Gott erfüllt mit Licht, wenn man Gott im Worte kennet. Luft an Gott starkt uns zur Pflicht, wenn man in der Liebe brennet. Bolche Luft beut alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Lust am Herren hat, hat auch Lust an seinem Willen, suchet ihn durch Bort und That unverdrossen zu erfüllen! und so trifft er alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trag geduldig die Beschwerden: wenn du wohl gelitten hast, wird dir ew'ge Freude werden, und du triffst im Himmet an, was bein Herz nur wünschen Fann. Von der Liebe die Gnaden denkt, womit du mich, mein Gott und Herr, so unverdient beschenkt. 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut. ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit, nicht wie es dans ten soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen, schlief, bestimmtest du für mich das Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterblichen Ges schick, eh' er geboren ist. Und so ward ich, o welch ein Glück! schon als ein Kind ein Christ. 5. Schwach, an der Brust, vers nahmst du schon, was noch kein Flehen war, und neigtest zu des Weinens Ton dein Ohr erbarmend dar. 6. Wenn ich als Jüngling von dem Pfad der Tugend mich verirrt, hat mich höchstlicbreich, Herr, dein Rath darauf zurückgeführt. 7. Du warst mein Schug und meine Wehr vor Unglück und Gefahr, und vor dem Laster, das noch mehr, als sie zu fürchten war. 8. Ich sah, von Krankheit bleich, durch dich mein Leben mir geschenkt: und deine Gnad' erquickte mich, wenn Sünden mich gekränkt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und in der wahren Freundschaft Glück des Lebens Trost mir giebst. 10. und welche Wohlthat, Herr, ist nicht dies Herz, das fühlen kann; dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan. 11. Kein Tag soll froher mir vergehn, als Höchster, dir zum Preis. Ich will dein hohes Lob erhöhn, se gut ich kann und weiß. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth trau' ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 13. Wenn krachend einst der Bau der Welt sich aus den Angeln reißt, will ich den preisen, der mich hält, dich, der mich leben heißt. und Dankbarkeit gegen Gott. 14. Dich, der mich bei der Welten Sturz mit starkem Arm erhob! selbst Ewigkeiten sind zu kurz, o Höchster, für dein Lob! Nach der Melodie des 48. Lieds. 367. du mir's gegeben, ich danke dir dafür! Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich hier! 2. Du, Herr, hast mich bereitet; mich väterlich geleitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu geringe, mit der du mich bewacht. Damit ich Staub und Erde auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 4. Du hörtest schon mein Sehnen unt 45ltest meine Thränen, eh' ich 368. D der ein ir dank' ich für mein 27) Von der Mel. D großer Gott von Macht. du erhabener Gott, an Macht un.ndlich reich! wer ist dir auf der Erd' und wer F im Himmel gleich? Vor dir erbebr die Geisterwelt: und was der Him201 bereitet war; eh' ich zu seyn begonnte, und zu dir rufen konnte, da wogst du schon mein Theil mir dar. mel in sich hålt, muß sich mit tiefem Schweigen vor deinem Throne 5. Du ließ'st mich Gnade finden, und sahst doch meine Sünden vorher von Ewigkeit. O Höchster! welch Erbarmen! du sorgtest für mich Armen, 6. Für alle deine Treue, für das, deß ich mich freue; lobsinget dir mein Geist. Er ist dein größt Geschenke; daß ich durch ihn dich denke, ist dein; dein ist's, daß er dich preist. 8. Was mir in diesem Leben noch | nüßt, wirst du mir geben; du giebst's, ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir befehle ich meinen Leib und Seele. Herr, segne und behüte mich! beugen. 2. Du hast durch deine Kraft den Himmel ausgestreckt; die Erde fest gegründ't, dem Meer sein Ziel gesteckt. 7. Daß du mein Leben fristest, und mich mit Kraft ausrüstest, dies, Vater, dank' ich dir; daß du mich liebreich führest, mit deinem Geist regierest, dies alles, Bater, dank' ich dir. Furcht Gottes. Dein Wort bewegt der Berge Grund, und stürzt sie in des Meeres Schlund. Du sprichst: so fliehn selbst Welten, o Herr, vor deinem Schelten. 3. In deiner Hand sind wir, wie Thon in Topfers Hand. Was an uns Gutes ist, hast du uns zugewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht durch die Vernunft und Schrift dein Recht, willst, daß wir Thun und Denken nach deiner Vorschrift lenken. 4. Erleuchte meinen Geist, o Gott, mit deinem Licht. Dich fürchten, sey mir stets so Seligkeit, als Pflicht. Hilf, daß ich, als dein Unterthan, der niemals dein entbehren kann, bemüht sey, deinen Willen gehorsam zu erfüllen. 5. Laß deine Gegenwart mir stets vor Augen seyn, und auch im Duna keln mich dein helles Untlig scheun. Erinn're mich an dein Gericht, wenn zur Verlegung meiner Pflicht die Lust der Welt zu Zeiten mich Schwachen will verleiten. pro 202 3weiter Theil. Von 6. Doch zünde auch in mir das Licht des Glaubens an, daß ich in Christo dich als Vater lieben kann. Gieb, daß ich frei vom knecht'schen Geist, mit Freuden dir Gehorsam leist, und mich aus reiner Liebe, in deinen Wegen übe. 7. Laß, Vater, deine Furcht des Lebens Leitstern seyn, so nimmt kein Irrthum mich zu meinem Schaden ein. Sie mache mich von Heuchelei, von Menschenfurcht und Trägheit frei; so werd' ich im Gewissen die süße Ruh' genießen. Mel. des 26. Psalms. 369. D -- dir gleich, wie machtig ist dein Reich! dein Dráun bewegt der Erde Grund. Willst du zur Strafe ziehen, wer kann vor dir entfliehen? dein der Furcht Gottes. 6. Wer als ein Knecht ihn scheut, und thut, was er gebeut, jedoch von seiner Liebe blos, der kann ihm nicht gefallen; die Liebe macht bei allen, und auch bei Gott, den Menschen groß. 7. Was noch so schwer uns deucht, macht uns die Liebe leicht; sie machet uns dir, Höchster, gleich! sie stillet unsre Herzen, versüßet unsre Schmerzen, und bringt uns in dein ewig Reich. Gott, wer ift 370. V Eindlich scheuen, ist Nach der Melodie des 7. Lieds. or dir, sich Urm wird allenthalben kund. 2. Wo ist der Ort der Welt, der mich verborgen hålt? Vor dir liegt alles aufgedeckt? wie sollt' ich dann noch wagen, Gehorsam zu versagen, da deine Gegenwart mich schreckt? 3. Dem, was ich laff' und thu', siehst du aufmerksam zu, und bringst es einst vor dein Gericht. Wie sollt' ich dann nicht beben? auch bei dem besten Leben bestehen Adams Kinder nicht. 4. Doch mach' von. Heuchelei und Knechtesfurcht mich frei, daß ich dich fürchte als dein Kind, und in der reinen Liebe mich durch den Glauben übe, wozu mich deine Huld verbind't. 5. Uch, lenkte bloßer 3wang den ungewissen Gang, wie könnt' ich mich in dir erfreun? Nein, laß mich dir, o Bater, mein Helfer und Berather, mit Willigkeit ergeben seyn. 8. Entzünd' den Trieb in mir, mit Lust zu thun, was dir gefällt, o Gott, mein ewig Heil! dir will ich mich ergeben, dir sterben und dir leben; dir, meines Herzens Trost und Theil! unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, scheut er dein heilig Auge nicht. Drum wirk' in mir durch deinen Geist, die Furcht vor dir, die kindlich heißt. 2. In allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, das meine Weis= heit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lenke, vor jeder Sünde mich zu scheu'n. Denn, wer noch Lust zur Sünde hat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gieb, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allgegenwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich scháme, was dir, mein Gott, zuwider ist; der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nichts, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke steten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich von dem verdienten Fluch befreit, und stets noch liebreich trug. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Bittern mich schaffen meine Seligkeit. Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehn, und nur um deine Gunst bemühn. 6. Gieb, daß ich stets ein gut Gewissen vor dir zu haben sorgsam sey; und mache von den Hindernissen der 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott zc. --wahren Tugend selbst mich frei. Nie store Furcht und Lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt. 7. In deiner Furcht laß mich stets wandeln, und überall, auch wo ich bin, nach deiner Vorschrift redlich handeln. Du bassest heuchlerischen Sinn. Wer dich von Herzen scheut und ehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß mich einst sterben, so schreckt mich weder Tod nech Grab; so werd' ich jenes Leben erben, dazu dein Sohn sich für mich gab. Gott! deine Furcht bringt Segen ein. Ihr Lohn wird groß im Himmel seyn. Nach der Melodie des 72. Lieds. 371. Willst du der Weisheit Quelle kennen? Es ist die Furcht vor Gott dem Herrn. Nur der ist weis' und klug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott sie ihm gebeut, vollbringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfin= den, und fühle deine Nichtigkeit! ſo wirst du nie dich unterwinden mit thorichter Berwegenheit zu tadeln, was sein Rath beschließt, der wunderbar, doch heilig ist. 3. Wirst du den Höchsten kindlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last: nur das wirst du vor ihm bereuen, daß ou sie oft verfáumet hast. Wer 203 Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wenn Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth vers leih'n, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, auch dann, was unrecht ist, zu scheun. Denk' nur, vor seinem Ungesicht ist Finsterniß, wie Mittagslicht. 5. Den Herren öffentlich verehren, sowohl, als in der Einsamkeit; auf des Gewissens Stimme hören, und willig thun, was er gebeut: auch das lehrt dich die Furcht des Herrn; auch das thut, wer ihn fürchtet, gern. 6. Laßt dich die Welt Berachtung merken, wenn du dich fromm von ihr entfernst: die Furcht des Herren wird dich stärken, daß du die Welt verachten lernst. Wer Gott, dem Hochsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 2. Und wenn sie mir, um mich zu fällen, und meines Falles sich zu freun, noch so verborgne Nege stellen, so will ich doch nicht zaghaft seyn. 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheuen, giebt Heldenmuth und Tas pferkeit, wenn uns der Menschen stolzes Drauen, was Gott mißfällt, zu thun gebeut. Ist Gott mein Schuß, mein Heil und Licht, so beb' ich vor den Menschen nicht. 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, sehn! laß sie mich zu der Weisheit führen: so werd' ich nies mals irre gehn. Wohl dem, der sich stets kindlich scheut; dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. 28) Von dem Vertrauen auf Gott, und der Ergebung in seinen Willen. Der 11. Psalm. Nach der Melodie des 46. Lieds. 372. Bol oll Glauben will ich zu dir beten, o Gott, vor deinem Ungesicht! dann kann kein Feind mich untertreten, dann beb' ich, Gott, vor Menschen nicht! 3. Wenn meiner Wohlfahrt Feinde sagen: nun, nun ist er zu Fall ge= bracht! so werd' ich dennoch nicht verzagen, denn Gott lebt noch mit seiner Macht! 4. Gott ist im Himmel, doch auf Erde schaust du herab, vom Himmel, Gott! und siehst, wenn ich gedrånget werde, siehst meinen Jammer, meine Noth. 5. Du kennst und liebest den Gerechten, befreist ihn gern von jeder Laft; 204 3weiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, Nach der Melodie des 72. Lieds. hilfft, wenn sie flehen, deinen Knechten, und hassest jeden, der sie haßt. 6. Web dem, der den Gerechten 374. Mein Hort ist Gott, spottet! Gott schaut im 3orn den Frevler an; er wird mit Wettern ausgerottet von dem, der ewig tödten kann! ihn laß ich walten. Ich hoff' auf ihn! er kennet mich. Ihm fehlts, die Scinen zu erhalten, an Mitteln nie, und sein bin ich! ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wanke nicht. 7. Denn der gerechte Richter liebet, der Heiligen Gerechtigkeit! und hilft dem, der, was recht ist, übet, wenn auch die ganze Welt ihm dråut! 2. Was qual' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffmung ist? Herr, das ist meines Hers zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, Nach der Melodie des 267. Lieds. 373. Auf dich, Herr, nicht auf stärke mich, denn nichts vermag ich I meinen ohne mein Glücke bauen, und dir, der mich erschaffen hat, mit ganzer Seele trauen. Du, der die Welt allmächtig hält, wirst mich in meinen Tagen, als Gott und Vater tragen. 2. Du sahest schon von Ewigkeit, wie viel mir nüßen würde, bestimmtest meine Lebenszeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen ware? 3. Du, Herr, weißt was mein Herz begehrt, und hättest, was ich bitte, mir gnädig, eh' ich bat, gewährt, wenn's deine Weisheit litte. Du forgst für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, dein Wille, Herr, geschehe. 4. 3st nicht ein ungestórtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Geduld. Er hat nicht Lust an unserm Schmerz; wir flehn; ihm bricht sein Vaterherz, 4. Die Lich ist Gott! wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jesum Chrift? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhab'ner Troft, der nimmer trügt, und jeden 3weifel überwiegt! 5. Ich harre seiner, und bin stille, wie bald verstreicht die Prüfungszeit, dann nehm' ich dort aus seiner Fülle unendliche Jufriedenheit. Er leite midy nach seinem Rath, wie er mir zugesaget hat! Nach der Melodie des 267. Lieds. Zudas widrige Geschick, bei beſſen Laft 375. Der Herr ist meine Bue versicht, wir klagen? Noth hebt doch der Tod, und Ehre, Glück und Habe, verläßt mich doch im Grabe. 5. Un dem, was wahrhaft glücklich macht, laff'st du es keinem fehlen. Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer deinen Rath vor Augen hat, dem wird ein gut Gewissen die Trübsal auch versüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ist sie verschwunden? Was ist das Leiden dieser Zeit? Wie bald ist's überwunden? Hofft auf den Herrn, er hilft uns gern. Seyd fröhlich ihr Gerechten; der Herr hilft seinen Knechten. Trost im Leben. Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott. Auf sein Gebot wird seine Seele stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertrau'n? du bist des Schwachen Stärke. Die Augen, welche auf dich schau'n, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That! mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch nie hat sich, wer Gott geliebt, verlassen sehen müssen: Du láss'st ihn, wenn ihn Noth umgiebt, doch deinen Trest genießen. Des From: und der Ergebung in seinen Willen. 205 men Herz wird frei von Schmerz. hab' ich nicht auf dich gehofft, als Der Sünder eitles Dichten, pflegst ich wohl hoffen sollen. Mein Gott, du, Herr, zu zernichten. wie groß ist meine Schuld! an dir hab' ich durch Ungeduld vielfältig mich verfündigt. 4. Drum hoff', o Seele, hoff' auf Gott. Der Thoren Trost verschwindet; wenn der Gerechte in der Noth das Herz des Schöpfers findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, als Fels in Ungewittern. 5. Wirf nicht die große Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet. Verflucht sind, die zu Menschen fliehn; verflucht, wer von Gott weichet! dein Heiland starb: er, er erwarb, auf seinem Todeshügel, dir deines Glaus bens Siegel. 6. Sey unbewegt, wenn um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thrånen Zahl zählt er, er wiegt die Schmerzen, und wälzt sie von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht. Auf dich hofft meine Seele. Du weißt, was meinem Glück gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, verlassen, und sich im Kummer fassen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich; dir will ich mich ergeben. Sey du mein Gott, und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Untlig schaue. Nach der Melodie des 119. Lieds. u hast, mein Vater und 376. dein Wort belehret, daß deine Hand der Frommen Noth in Freude einst verkehret, und daß ich alles, was mich kránkt, auf dich, der unser Schicksal lenkt, mit Zuversicht soll werfen. 2. So will ich denn auch auf dein Wort der Sorgen mich entschütten. Erhöre du, mein Fels, mein Hort, mein kindlich Flehn und Bitten. Gieb meiner Seele wahre Ruh'. Was mich bekümmert lenke du zu meinem ew'gen Besten. 3. Der Sorgen Macht hat freilich oft mich übermeistern wollen. So 4. Erbarmender! vergieb es mir, nach deiner großen Güte! und stärke zum Vertraun zu dir mein schüchternes Gemüthe. Gieb, daß ich freudig hoff' auf dich, du werdest nie, als Vater, mich verlassen, noch versäumen. 5. Seh' ich auch gleich nicht immers fort zur Hülfe Wege offen; so laß mich dennoch, Herr, mein Hort, auf deine Rettung hoffen. Du bleibst doch immer groß an Rath, und immer mächtig auch an That, mein Bestes zu besorgen. 6. Dies sey mein Trost, dies fey mein Licht, wenn mich die Sorgen krånken. Erfüllst du meine Wünsche nicht, so laß mich glaubig denken, daß mir's nicht gut gewesen ist. Weil du die höchste Weisheit bist, so fügst du stets das Beste. 7. Was hier mir fehlt, das wirst du mir auf's Reichlichste ersegen; wenn ew'ge Freuden mich bei dir in deinem Reich ergößen. Da ist mein Erb' und höchstes Gut. O stårke mir dadurch den Muth bis an mein selig Ende. Der 62. Psalm. Nach der Melodie des 54. Lieds. 377. Mein Geist ſoll nun in ihm in seinem Schuße, ruhig seyn. Ich stehe dieser Gott mein Held, so tob' und stürme nur die Welt; ihr Unfall soll mir doch nichts schaden. 2. Wie lange beut'st du, roher Hauf', Berläumdung, List und Boss heit auf, um einen Mann zu über= mögen? ihr Frevler eilt mit aller Macht, wie eine Wand, die hängt und kracht, nur euerm Fall und Tod entgegen. 3. Umsonst sucht dem, den Gottes Hand zu einem hohen Ehrenstand bestimmt, der Neider nachzustellen. Da spart ihr keine Zücke nicht. Ihr Zweiter Theil.- Von dem Vertrauen auf Gott, 206 fegnet mich in's Angesicht, und flucht mir gleichwohl in der Seelen. 4. Da ruht mein Herz in Gott allein; der wird schon mein Erlöser seyn, und meine Sehnsucht bald vergnügen. Er ist der eine, der mich stüßt, und wider alle Feinde schüßt. Wie sollt' ich stets darnieder liegen? 5. Mein Schuß und Sieg in aller Noth, mein Trug und Ruhm bis in den Tod, der Herr erquicket mein Gemüthe. Drum schütte vor ihm Jacobs Haus das Herz nur immer glaubig aus, und gründe sich auf seine Güte. 6. Wer auf der Menschen Hülfe baut, und auf der Großen Schuß vertraut, der wird in seinem Wahn betrogen. Ihr ganzes Wesen weit und breit ist eitler noch, als Eitelkeit, und wird von nichts auch überwogen. 7. Verlasset euch auf Frevel nicht, und send auf keinen Raub erpicht! vergeht euch nicht nach Eitelkeiten! und kommet ihr zu Geld und Gut, so laßt euch nicht zu Uebermuth, noch schnödem Geize je verleiten. 8. Mich lehrte Gott einmal ein Wort; das hör' ich, deucht mich immerfort: er sey der Herr im höchsten Throne, der Richter, dessen Macht und Treu' der Unschuld Hülf' und Rath verleih', und jedem nach Verdienste Johne. Nach der Melodie des 82. Lieds. 378. Gott der Wahrheit! desſen bei dir. Treue unsre Hoffnung stüßt und hält, ich erkenn' es voller Reue, daß mich Kleinmuth oft befällt. mein noch an die doch keinen Trost mir bringen. wie oft vergeh' ich mich, ängstlich zweifelnd, wider dich. den dich um mich zur Mauer machst. Laß mich auf dein Wort stets hoffen, das noch immer eingetroffen. Gott, wer deinem Wort nicht traut, hat auf leichten Sand gebaut. 4. Laß mich fest im Glauben werden, daß dein Wort wahrhaftig sey: o, so werd' ich hier auf Erden von so mancher Unruh' frei. Dann werd' ich, mein Gott, mit Flehen, stets auf deine Hülfe sehen; dann wächst meine 3uversicht, und die Hoffnung trügt mich nicht. 5. Vater, meine Hoffnung gründet sich auf deines Sohnes Tod. Meine Seele sucht und findet darin großen Trost in Noth. Ja, sein siegreich Auferstehen läßt mich zu dem Leben gehen, das kein traurig Ende nimmt, wo mir ewig's Heil bestimmt. 6. Muß ich gleich noch hier auf Erden, Gott, vor dir ein Pilgrim seyn; wirst du doch von den Beschwer den dieser Seit mich einst befrei'n. D, erwünschte sel'ge Stunden! ewig aller Noth entbunden, werd' ich dich, mein Heiland, sehn, und zu deiner Freude gehn. 7. Laß mich fröhlich darauf hoffen, Herr, Herr, meine Zuversicht! bis das alles eingetroffen, was auch mir Auf dich, dein Wort verspricht. Quelle alles Lebens, harrt der Glaube nie vergebens. Was wir glauben, schauen wir einst gewiß, o Herr, 2. Gott, vergieb mir diese Sünde! nimm die Strafe von mir hin. Schenke, Bater, deinem Kinde einen dir ergebnen Sinn, der von dir nur Hülfe heischet, den nicht falsche Hoffnung táäuschet, die das Herz aufs Eitle zieht, und wie leichter Rauch entflicht. 3. Laß mich Gram und Sorgen meiden, weil du für mich sorgst und wachst, und bei allem Druck der LeiNach der Melodie des 33. Lieds. 379. Der ew'ge Gott und höchste Vater von allem, was da Kinder heißt, die Lebensquell', der Weltberather, den unser Glaub' als Schöpfer preis't, der diese Welt aus seinen Schågen blos durch sein Wort hat aufgestellt, und der nach seinen weisen Sågen, Zeit, Maas, Ges wicht und Ordnung hält: 2. Der hat sein Herz zu mir geneiget in seinem vielgeliebten Sohn, den er von Ewigkeit gezeuget, und der nun herrscht auf Gottes Chron, um dessen Willen will er heißen mein Vater und mein Bundesgott, auch und der Ergebung in seinen Willen. väterlich sich mir erweisen in aller Leib's- und Seelennoth. 3. Sollt' ich nun nicht dem Vater trauen? sollt' ich nicht, wann mich Unglück trifft, voll Zuversicht auf's Ende schauen, da seine Bucht viel Gutes stift't? ich will es thun von ganzer Seelen, mein Herz sey ganz auf ihn gericht't, so kann mein Hoffen mir nicht fehlen, denn ihm fehlt Macht und Wille nicht. Nach der Melodie des 7. Lieds. 380. W sott last walten, Jer nur den lieben und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit: wer Gott dem Uller= höchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? was hilft uns unser Weh und Uch? was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 207 ist: die Zukunft åndert oft sehr viel, und seget jeglichem sein Ziel. 4. O wie so wohl geschieht der Seelen in dieses ew'gen Vaters Schooß! ach laß mich dich allein erwählen, reiß mich von allem andern los: laß mich mit starken Liebesſeilen zu bir 381. W ohl dem Menschen, stets angezogen seyn; so stellt dein Rind sich ohn' Verweilen, bei dir, mein Gott und Bater, ein. der von Herzen, alles, was ihn überfällt, in des Höchsten Hände stellt, der nicht mit vergeb'nen Schmerzen seines Unglücks trübe 3. Man halt' in frommer Ehrfurcht stille, und warte, bei sich selbst vergnügt, wie Gottes Gnad' und heil'ger Wille und sein' Allwissenheit es fügt: Gott, der uns ihm hat auserwählt, der weiß am besten, was uns fehlt. 4. Er kennt die wahren Freudenstunden, weiß, wenn ein Glück uns nüglich sey; und wenn er uns bewährt erfunden, aufrichtig, ohne Heuchelei; so kommt Gott, eh' wir's uns versehn, und läsfet uns viel Gut's geschehn. 5. Denk nicht in deiner Drangfalshige, daß dich dein treuer Gott vergißt, und daß der ihm im Schooße sige, der reich und groß und machtig 6. Was sind vor Gott der Mens schen Sachen? sein starker Arm vermag sogleich den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich; wie leicht ist es bei dem gethan, der bald erhöhn, bald stürzen kann! 7. Sing', bet' und geh' auf Gottes Wegen, verrichte deine Pflicht getreu, trau' ihm und seinem reichen Segen, so wird er bei dir werden neu: denn wer nur seine Zuversicht auf Gott segt, den verläßt er nicht. Nacht trüber macht. 2. Denn es ist doch nur vergebens, daß ein Mensch, der sterblich ist, immer sich mit Sorgen frißt; weil der Stifter unsers Lebens, alles, wie es muß geschehn, vorgesehn. 3. Wenn der Himmel dich will segnen, so emport die Erde sich nur vergeblich wider dich; soll was Widrig's dir begegnen, wirst du ihm, durch Widerstehn, nicht entgehn. 4. Geht dein zeitlich Heil zurücke, erde nicht so sehr bewegt: der für alles Sorge trågt, dieser sorgt auch für dein Glücke; deine Stunde kommt ja wohl, wenn sie soll. 5. İst oir mancher überlegen, der es nicht verdienet hat; glaube, Gottes dunkler Pfad ist gar weit von unsern Wegen, und es ist doch alles gut, was er thut. 6. Hast du Angst vor bösen Leuten; ihre Bosheit, die dich kränkt, ist mit Gottes Macht umschränkt: will dich 208 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, Noth und Tod bestreiten; waffnet Erd'| lenket, ist auch von dir nicht fern. und Hölle sich wider dich; Erwach' aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich! er siehet deinen Kummer, und liebt noch väterlich. - 7. Wisse: wen die Allmacht schüßet, den erschlägt kein Donnerknall, ob der dicken Wolken Fall gleich mit Flamm' und Keilen bliget; ja ob gleich die ganze Welt bricht und fällt. 8. Führ' dein Leben nur mit Freuden, warte von des Höchsten Hand, was er dir hat zuerkannt, schicke dich, auch das zu leiden: schweige gern zu allem still, was Gott will. 9. Gott weiß alles wohl zu machen; darum wer sich steif und fest auf des Höchsten Huld verläßt, und sich gern in allen Sachen unter seinen Willen biegt, lebt vergnügt. 3. Trau'Gott, nicht deinen Schlüssen, die Wahl des Besten zu. Sprich, wer wird's besser wissen, dein Schöpfer, oder du? Er weiß ja, was dir fehlet, in jedem Augenblick. Was er, dein Bater, wählet, das dient zu deinem Glück! Der 138. Pfalm. Nach der Melodie des 42. Lieds. danke oir von ganzem 4. Der Gott, auf dessen Segen, dein ganzes Wohl beruht, ist stets in seinen weis' und 382. Jeni te ngrich, gut. Und was er ſeinen Stindern zu Herr, vor aller Welt. Dein Name lindert meine Schmerzen; wenn mich dein Tempel in sich hält, so preis' ich deine Gut und Treu', und wie dein Name herrlich sey! ihrem Heil erfah, kann kein Ers ſchaffner hindern. Wenn er gebeut, steht's da. 2. Ruf ich dich an, so wollst du hören, und neue Kräfte mir verleih'n! dich müssen alle Fürsten ehren, und deinem Wort gehorsam seyn! und allenthalben mach' ihr Mund die Größe deiner Ehre kund. sonst emport sie sich, wenn er dich 5. Es mag die Hölle wüthen! ums will behüten; und er behütet dich! wer gleicht ihm? seinen Winken ges horchen Erd' und Meer. Laß deinen Muth nicht sinken, dein Schirm und Schild ist er. 3. Der Herr ist hoch; allein er fiehet auf's Niedrige, und hält's in Hut. Nichts ist, das seinem Blick entfliehet! auch nicht des Stolzen Uebermuth. Wenn mich die Angst mit Haufen drückt, so werd' ich doch durch ihn erquickt. 4. Es mag der Zorn der Feinde wüthen: doch reicht der Herr mir seine Hand; sein rechter Urm wird mich behüten, und enden meinen Jammerstand. Herr, deine Huld bleibt für und für; vollende nur dein Werk in mir! 2. Sind's Sünden, die dich schmerzen? ja, fühle deine Schuld, doch trau' mit ganzem Herzen auf deines Mittlers Huld. Zu wahrer Ruhe führet die Neu', die Gott gefällt. Allein den Tod gebieret die Traurigs keit der Welt. Nach der Melodie des 67, Lieds. 383. Chrift, alles was dich kránket, befiehl getroft dem Herrn. Er, der die Himmel 6. Gott zählet deine Zähren, und wird, was gut ist, gern auch deinem Wunsch gewähren. Sey stille vor dem Herrn! er ist ein Hort der Froms men, hoff' unverzagt auf ihn, denn seine Zeit wird kommen, und deine Wohlfahrt blühn. 7. Ergieb dich ihm mit Freuden, sey start in seiner Kraft. Sey auch zur Zeit der Leiden ein Christ und tugendhaft. Und dann ergreif' im Glauben den Trost der Ewigkeit! wer kann dir diesen rauben, der allen Gram zerstreut? 8. Sey froh; dein Gott regieret! sein Rath ist wunderbar. Einst wirst du überführet, daß er der beste war. Du denkst wohl unterdessen: der Herr erbarmt sich nicht; der Herr hat mein vergessen! doch höre, was er spricht: o und der Ergebung in seinen Willen. 9. Ist auch der Mütter eine, die ihres Sohns vergißt? denk' an dies Wort und weine die Freudenthran', o Chrift! und könnt' sie ihn vergessen! will ich doch deiner nicht, ich deiner nie vergessen, der Herr ist's, der es spricht. GETS 10. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, und wiss', daß seine Gute dich ewig nicht verläßt. Er will nach einer Weile dich destomehr erfreu'n. Zu deinem größern Heile verzieht er; harre sein. 11. Wohl dir alsdann, du Zrcuer! wie groß ist einst dein Lohn! dein Richter, dein Befreier reicht dir die Siegestron'; auf kurze Prüfungstage folgt ew'ger Preis und Dank. Dann schweiget jede Klage und wird ein Lobgesang. Nach der Melodic des 72. Licds. 384. ille: bei allem, was err, mache meine Seele mich kränkt und drückt, geschieht doch einzig nur dein Wille, der nichts zu meinem Schaden schickt. Du bist's, der alles andern kann! und was du thust, ist wohlgethan. 2. Auch auf den allerrauh'sten Wegen führst du uns zur Glückseligkeit. Selbst Trübsal bringt dem ew'gen Segen, der dir sein ganzes Herze weiht. Ihr Ausgang wird doch herrlich seyn, sicht's gleich der blöde Geist nicht ein. 3. Drum laß mich stille seyn und hoffen, wenn du mir Prüfungen bes stimmt. Dein Vaterherz steht dem doch offen, der zu dir seine Zuflucht nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. 4. Uns bleibt oft, was uns nügt, verborgen. Wer hat's je ganz genau erkannt. Wie oft sind unsre Wünsch' und Sorgen voll Thorheit und voll Unverstand! wer kann, was seinem Wohlergehn zum Schaden dient, ganz übersehn? 209 noch mit der Gelassenheit; was mein Gott will, gescheh' allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut, denn einmal führst du doch die Frommen zur völligen Zufriedens heit. Und dann wird jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war. 5. Nur du, du kennst und wählst das Beste. O Vater, mache selbst mein Herz in dieser Ueberzeugung feste: so ehr' ich auch im größten Schmerz dich 7. Dann wird von allen meinen Plagen der ew'ge Nußen mich erfreun; dann wird mein Herz, statt aller Klagen, voll von dem Dank und Lobe seyn; der Herr, der für mein Heil gewacht, hat alles wohl mit mir gemacht! Nach der Melodie des 89. Lieds. 385. Seele, sey zufrieden! was dir Gott beschies den, das ist alles gut: treib' aus deis nem Herzen Ungeduld und Schmerzen; faffe frischen Muth! ist die Noth dein täglich Brot; mußt du weinen mehr machen. als lachen; Gott wird's doch wohl 2. Bringt der Feinde Menge alles ins Gedränge, was die Wahrheit liebt; will man deinen Glauben von dem Herzen rauben; sey drum unbetrübt! stellt man die viel Elend für; drohen der Verfolger Rachen; Gott wird's doch wohl machen. 3. Scheint der Himmel trübe; fällt der Menschen Liebe immer mehr dahin; droht ein hart Geschicke alle Uus genblicke dem erschrocknen Sinn; nur Geduld! des Himmels Huld sieht auf alle deine Sachen: Gott wird's doch wohl machen. 4. Ungeduld und Gråmen kann von uns nichts nehmen; macht nur gròs sern Schmerz: wer sich widerseget wird nur mehr verleget; drum Geduld, mein Herz! aus dem Sinn mit Sorgen hin! drücket gleich die Last dich Schwachen; Gott wird's doch wohl machen. 5. Wer ein Christ will heißen, muß sich auch befleißen, alles auszustehn: mag bei Ungewittern Erd' und Himmel zittern, ja zu Grunde gehn; der steht fest, den Gott nicht läßt; drum laß alle Wetter krachen: Gott wird's doch wohl machen. 14 210 Zweiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 6. Kronen soll der tragen, der des Kreuzes Plagen in Geduld besiegt: fröhlich ausgehalten, und Gott lassen walten, das macht recht vergnügt. Drum nimm dir, o Seele! für, alles Unglück zu verlachen: Gott wird's doch wohl machen. Der 31. Pfalm. Nach der Melodie des 82. Lieds. err! trau' auf nie 386. Her Erde weiß ich keinen Freund, als dich. Damit ich schamroth werde, rette, du Gerechter, mich! neige mir dein Shr und eile schnell daher zu meinem Heile, sey mir, wenn das Unglück dráut, Fels und Burg und Sicherheit! 2. Ja, du bist mein Fels, Erretter! meine feste sichre Stadt, welche mich in jedem Wetter liebreich auf genommen hat. Eile, deines Namens wegen, mich zu führen, mir entgegen; reiß' der Feinde Neß entzwei! steh' mir, meine Stárke, bei! 3. Meine Stärke, dir befehle, dir in deine Baterhand übergeb' ich meine Seele, zu bewahren, wie ein Pfand. Du beschirmst mich, Gott der Treue, und ich hasse, Herr, und scheue jeden, der die Lügen liebt, Eitelkeit und Frevel übt. 7. Liebt den Herrn, ihr seine Kine der! die ihm trau'n, bewahret Gott, schrecklich rächt er stolzer Sünder frechen Uebermuth und Spott. Keis nem, der ihn liebt, wird's fehlen, darum stårket eure Seelen, nd die ihr zur Zuversicht ihn erwählt habt, zittert nicht! Aus dem 27. Pfalm. Nach der Meledic des 119. Lieds. er Herr ist meines Les 387. Dens Straft. Soll mir 387. vor Unglück grauen? Er ist's, der Rath und Hülfe schafft, ihm soll mein Herz vertrauen. Er schüßt mich! Meiner Feinde Heer, ihr stolzer Trok, nichts schreckt mich mehr, hab' ich ihn nur zum Freunde. 2. Empóre dich, ohnmächt'ge Welt, mein Geist wird nicht erschrecken. Gott wird, in seinem heil'gen Belt, zur bösen Zeit mich decken. Sein Rath für mich ist Wohlergehn. Er wird mit Segen mich erhöh'n zum Heile der Erlösten. 3. Ja, Bater! neige mir dein Ohr, wenn Höll und Welt mir fluchen. Mein Herz hält dein Gebot mir vor: ihr sollt mein Untlig suchen. Ich eile, Herr, getrost zu dir. Verbirg dein Untlik nicht vor mir, und laß dich gnädig finden. 4. Dir vertrauet mein Gemüthe, fröhlich sing' ich und entzückt jauchz' ich über deine Güte, daß auf mich dein Auge blickt; daß, wenn alle mich verlassen, wenn mich tausend Feinde haffen, du auf meine Schmerzen siehst, du mich nicht verkennst, noch fliehst. 5. Daß du, standhaft deinem Freunde, wenn du, Prüfer, mich betrübst, nicht gefesselt in der Feinde bosheitsvolle Hand mich giebst; daß für meine müden Füße, damit ich nicht straucheln müsse, deine wundervolle Kraft einen weiten Raum verschafft. 6. Preis sey deiner Huld und Liebe, die in einer festen Stadt, damit ich beschirmet bliebe, treu sich mir erwies fen hat! angfivoll nannt' ich mich 388, er boret unser Flehen; Nach der Melodie des 8. Lieds. s hilft verstoßen, und dein Auge mir verschlossen: doch, als meine Stimme schrie, und dir rief, vernahmst du sie. wir dürfen stets getrost zu seinem Throne gehen: wenn wir in Demuth ihm nur 4. Verlaß mich nicht, o Gott, mein Heil, wenn Menschen mich verlassen. Nimm du mich auf, und sey mein Theil, und bess're, die mich hassen. Herr! nimm du mich zu Gnaden an, und lehre mich, auf richt'ger Bahn in deiner Furcht zu wandeln. 5. Den Feinden übergieb mich nicht, die mich voll Frevel schmähen: fo werd' ich einst dein Angesicht im Land des Lebens sehen. Sey froh! harr' unverzagt des Herrn, mein Herz! denn er, der Herr, hilft gern. Er ist der Urm des Schwachen. Ho und der Ergebung in seinen Willen 211 Elagen unsre Noth; so werden wir| nung blickt; ein Herz, das ihm vererhört, so hilft uns unser Gott. trauet, und glaubig auf ihn bauet, wird doch zülegt erquickt. 2. Gs hilft uns unser Gott, der alles weiß und siehet; dem auch das Innerste des Herzens nicht entfliehet. Ja, alles, was uns fehlt, und unser sehnlich's Flehn, das hat der Höchste fchon von Ewigkeit gesehn.g 5, Ach, wenn wir nur bedachten, wie treulich er es meint! er forgt für die Gerechten, und bleibet stets ihr Freund. Sichts gleich gefährlich aus, kann er sie doch nicht hassen, noch in der Unruh' lassen: er reißt sie endlich d'raus. 3. Es hilft uns unser Gott, der alles wohl vollführet; und auf das Weisefte zu aller Zeit regieret; sein herrlicher Verständ sieht es am besten ein, was uns wahrhaftig kann gut oder schädlich seyn. 4. Es hilft uns unser Gott, der alle Macht befizet, dem nichts unmöglich ist; wohl uns, daß er uns schüget! ist unser Leiden gleich sehr groß und mancherlei: getrost und unverzagt! die Allmacht steht uns bei na 5. Es hilft uns unser Gott, den unser Jammer frånket; der fein erbar mend Herz auf unsre Bitte lenket; der aller Güte voll, die Liebe selber ist; und von dem alles Heil auf uns durch Christum fließt."# Nach der Melodie des 301. Lieds. 389. Was hilft's, daß ich mich quale? Was frånket mich ein Leid? Entreiß dich, meine Geete, doch aller Traurigkeit! Gott machet alles wohl: er wird's auch ferner fügen, wie dir es zum Vergnügen und Besten dienen soll. 2. Du wirst doch nichts gewinnen, wirst du gleich Tag und Nacht mit Furcht und Sorgen sinnen, wie dir's noch gehen mag. Bei Gott besteht's allein: laß seine Hand dich führen; die wird dich so regieren, wie dir's wird müglich seyn. 3. Was dich will niederschlagen, was dich zur Erde biegt, was dir mit Ungst und Klagen in den Gedanken liegt, das wirf in seinen Schooß: vertrau' auf seine Güte, und mach' dich, mein Gemüthe, von allem Kummer los. 4. Er wird mich wohl versorgen, und besser, als man denkt. Wer weiß, wie nah der Morgen, der mir den Segen schenkt, auf den die Hoff6. So fall' ich denn mit Freuden in Gottes Arme hin. Nichts kann mich von ihm scheiden, weil ich sein eigen bin. Er bleibt auf ewig mein, und wird mir alles geben, was meinem Stand und Leben wird gut und selig seyn dibpg um Smug #mni ia liste Nach der Melodie des 16, Lieds. Serr, mein Gott, 390. und lebe, gieb, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen heil'gen Willen, mein, und was du thust, mir eine Freude seyn! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke! Du, Herr, erbarmſt dich aller deiner Werke! was zag' ich denn noch einen Augenblick? Du biſt mein Gott! dein Wille ist mein Glück. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Bohl, du wogst mir auch mein Leid, und was du schickst, ist meine Seligkeit. 2001? don our aper 4. Gefällt es dir: so müsse keine Plage sich zu mir nah'n; gieb mir zufried'ne Tage. Allein vermehret es mein ewig Heil: so bleibe du nur selbst mein Trost, mein Theil. 5. Du giebst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Beh nicht meine eigne Schuld; so zag' ich nicht. Du giebst dabei Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir - abst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hárst mein kindlich Fleh'n, mir dennoch bald und machtig Hülf erseh'n. 14* 212 3weiter Theil. Von dem Vertrauen auf Gott, 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! soll ich den Himmel erben, und dieser ist im wahren Glauben mein, wie kann der Tod mir alsdann schrecklich feyn. dild onts - Muthe singen: o Herr, durch den ich immerfort vollkommen überwinde, du bist mein Heiland und mein Hort, auf welchen ich mich gründe. 2. Du machest meinen Gang gewiß vor des Verfolgers Stricke; und treibst die Macht der Finsterniß beschämt von Nach der Melodie des 54. Lieds. 391. as grämst du dich, mir zurücke. Ich biete Trog mit deinem 2 Wort den stärksten Feindesschaaren: denn mich bedeckt an jedem Ort dein Flügel vor Gefahren. mein blödes Herz? Verbanne Sorgen, Sorgen, Furcht und Schmerz! befiehl dich Gott! der wird's wohl fügen: er wird dir zeigen in der That, wie er dich führt nach seinem Rath, durch dunkle Wege zum Vergnügen. 3. Durch dich kann ich mit Zuversicht das Graun der Nacht besiegen. mir droh'n die Pfeil und schaden nicht, die an dem Tage fliegen. Die Seuche, die am Mittag würgt, kann ich unschädlich nennen; die sich zur Mitternacht verbirgt, wird mich nicht todten können. 4. Wenn mir zur Linken tausend, auch noch mehr zur Rechten sterben; so wird ihr gifterfüllter Hauch mich dennoch nicht verderben. Ich seh' nur, wie die Sünder mir zur Lehre dienen müssen, wenn sie für ihre Bosheit hier schon so erschrecklich büßen. 5. Ich fliehe dir alleine zu, wenn alle Teufel toben; so bin ich in ges troster Ruh', o Höchster, aufgehoben. So darf kein Uebel und kein Neid mich jemals überziehen: und alle Plagen müssen weit von meiner Hütte fliehen. 6. Du ordnest deiner Engel Wacht zu meinen beiden Seiten, daß sie mich sorgsam Tag und Nacht behüten und begleiten. Sie tragen mich, sie ſtehn mir bei, und bieten mir die Hände, daß ja mir nichts im Wege sey, wohin ich mich nur wende. 7. Auch Löwen tret' ich unter mich auf meinen sichern Pfaden; zertret'ne Nattern krummen sich und können mir nicht schaden. Der junge Löwe brüllt nach Raub; sollt' er mich furchtsam machen? Onein, ich tret' ihn in den Staub, tret' auf den Kopf des Drachen. 8. Du lásfest mich, sobald ich fich', dein kräftig's Ja verspüren. Du bist mit mir in Noth und Weh', und hilfft mir triumphiren; und wirst mir, bin ich einstens satt des Lebens und der Ehren, wie mir dein Wort verheißen hat, die Seligkeit bescheren. 2. Gedenke, daß er alles weiß! was nur geschieht, ist sein Geheiß: wer kann doch seinen Willen hindern? Kein Engel, Fürstenthum, noch Tod, kein Hohes, Tiefes, keine Noth kann in dem Rath nur etwas mindern. 3. Die Gnade Gottes wird bestehn! sein Bund wird nimmermehr vergebn: auf Jesu Tod ist er errichtet. Wenn schon ein Menschenkind betrügt; so denke doch, daß Gott nicht lügt, der sich durch einen Eid verpflichtet. 4. Wohl dem, der in den Gnaden= bund, als Bundsgenoß, mit Herz und Mund den großen Herrn aufrichtig ehret; und wohlthut nur aus Dant barkeit, als Glied an Jesu sich erfreut, wenn auch der Nächste sich bekehret! 5. Wohl dir, o Chrift, du hast es gut! wer, Gott ergeben, willig thut, was Glaub' und Liebesregel wollen, dem schadet weder Feind noch Leid; weil ihm zum Heil der Ewigkeit auch Leid und Feinde dienen sollen. 6. Nun denn! ist dir der Weg be= wußt; so hab' am Herren deine Lust: du magst dich ihm wohl frei ergeben. Sey gutes Muths! er lebt in dir. Ein solch Gewissen ist schon hier, im Vorschmack, jenes Freudenleben. Der 91. Pfalm. Nach der Melodie des 222, Lieds. 392. Wer er unter Gottes Schats ten ruht, den mag kein Feind bezwingen. Er kann, bei seiner Ullmacht put, mit frohem und der Ergebung in feinen Willen. he 213 Aus dem 146. Pfalm.| Treuen, du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thránen, und Nach der Melodie des 32. Lieds. 393. Auf, mein Geift, dem sich nach Hülfe ſehnen, ſo klag' ich dir's, Herrn singen, uns alles Gutes giebt! ihm will ich ein Danklied bringen; er hilft jedem, der ihn liebt, und wer sich auf ihn verläßt, dessen Hoffnung stehet fest. dem Herrn. Dir, Vater, dir befehle ich jeden Wunsch der Seele. Du hörst, du hilfft, du segnest gern. 2. Menschen, ruft die Menschenkinder nicht um Hülf' und Beistand an! trogt nicht auf die Macht der Sünder, die sich selbst nicht helfen kann. Fürsten sind nur Usch' und Staub, und, wie wir, des Todes Raub. 3. Oso lehnt euch nicht auf Stügen, die der Tod so bald zerbricht: Gott allein kann euch beschüßen; er hält stets, was er verspricht. Wohl dem, der auf ihn nur schaut, und sich ihm ganz anvertraut. 4. Unsers Gottes Macht und Güte währet bis in Ewigkeit, und sein våterlich Gemüthe ist zur Hülfe stets bereit. Suchet nur sein Angesicht; er verläßt die Seinen nicht. Nach der Melodie des 48. Lieds. 394. Was soll ich ängstlich der Noth verzagen? der Höchste sorgt für mich. Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlfeyn fehle: genug zum mein Herz, für 2. Was nüßt es, heidnisch sorgen, und jeden neuen Morgen mit neuem Kummer sehn? du, Vater meiner Tage, weißt, eh' ich dir's noch sage, mein Leid und auch mein Wohlergehn. 3. Auf deine Hand zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ist meine Pflicht. Ich will sie treulich üben, und dich, mein Bater, lieben; denn du verläßt die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur! weißt alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quålet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 7. Der du mir hier im Leben schon groß'res Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt; du wirst mir alles schenken, und mir zum Besten lenken, was mich zu Sorgen reizt und kränkt. 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die mich verborgen in meinem Geiste nagt, werf ich auf dich, den 8. Du führest, Herr, die Deinen nie so, wie sie es meinen; nein, nur nach deinem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe. Das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan; kann ich doch dess mich trösten: du nimmst mich, mich Erlös'ten, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der Frommen Schaaren, dort werd' ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da sing' ich dir mit Freuden, nach überstand'nen Leiden, den Dank, der deiner Huld Nach der Melodie des 56. Lieds. 395. Ron Gott will ich nicht mir zuvor, da auf unsichern Straßen ich irrend mich verlor. Wie hülfreich fand ich ihn, am Abend, wie am Morgen mich huldreich zu versorgen, ist nun sein ganz Bemühn. 2. Der Menschen Gunst verkehret sich wohl in Haß und Neid; des Höchsten Er hilft aus aller Noth; in Ketten Freundschaft währet in alle Ewigkeit. und in Banden wird nicht sein Freund Cod. zu Schanden; er hilft selbst aus dem 3. Auf ihn will ich vertrauen auch in dem schwersten Leid! stets will ich auf ihn schauen: er hilft zur rechten Zeit. Dem Herrscher aller Welt will ich in meinem Leben mich ganz zum Schus ergeben: er thu', was ihm gefällt. 214 3weiter Theil. ma Von dem Vertrauen auf Gott, 4. Und ihm kann nichts gefallen, als| nie fehlet mir mein täglich Brot. Ist's was mir nüglich ist, gut meint er's gleich nicht viel, doch danke ich; er ſegnet mit uns allen. Und du, Herr Jesu es, und sorgt für mich. Christ! wie laut spricht nicht dein Blut: daß er mein Heil bedenket! der uns den Sohn geschenket, versaget uns kein Gut. 5. Lobt den mit Herz und Munde, der alles mit ihm schenkt. O selig ist die Stunde, darin man sein ge denkt! ihr habt, dazu gewöhnt, den Himmel schon auf Erden! wie froh müßt ihr einst werden, wenn dort sein Lob ertönt. 6. Die Welt wird zwar vergehen mit ihrer Herrlichkeit; doch uns wird Gott erhöhen, uns, die sein Lob erfreut. Wird gleich den Leib der Tod im Grabe tief verscharren, er steht nach kurzem Harren bald auf, und jauchzet Gott. 7. So schweig' ich denn und dulde das mir bestimmte Leid, das ich so oft verschulde. O jene Seligkeit macht mich schon freudenvoll! o Heil, das sonder Ende, weil ich zu Gott mich wende, mir wiederfahren soll! ist mein Vater, ich sein Kind. Er sorgt für heut', er sorgt für morgen; so, daß ich täglich Spuren sind', wie Gott die Seinen väterlich versorgt und schüßt. Gott sorgt für mich. 5. Gott sorgt für mich und für die Meinen, wie sehr wir auch verlassen sind. Er läßt uns seinen Trost erscheis nen, wenn mancher Anschlag uns zera rinnt. Geht es den Meinen kümmers lich, und mir auch selbst: Gott sorgt für mich. 7. Gott sorgt für mich in meinem Ulter: da hebt und trägt mich, der mich liebt. Denn immer bleibt er mein Erhalter, der mir in Schwachheit Stärke giebt. Wie er noch niemals von mir wich, weiß ich auch dann: Gott sorgt für mich. 8. Gott sorgt für mich auch in dem Sterben; der Tod ist mir ein süßer Schlaf. In Christo segt er mich zum Erben, da mich sonst Fluch und Rache traf. Drum nimmt er meinen Nach der Melodie des 7. Lieds. 396. Gott forgt für mich, was Geist zu sich in seine Ruh': Gott für 9. Gott forget für mich selbst im Grabe, dem Leibe gönnt er da die Ruh', und wenn ich ausgeschlafen habe, fo führt er mich dem Himmel zu; und Leib und Seel verein'gen sich; und fingen froh: Gott sorgt für mich. Uus dem 77. Pfalm. Nach der Melodie des 201. Lieds. 397. Meine Stimme ruft zur ter wohnt; ich flehe in der Angstzeit, Gott, zu dir! und du neigst dein Ohr zu mir. Sehnlich streckt sich meine Rechte unermüdet durch die Nächte, Herr, zu dir im Fleh'n empor, hält mein Leid dir ringend vor! 2. Mein Geist, fühllos Troft zu faffen, wollte sich nicht trösten lassen. Ein Gedanke, Gott, an dich, sonst mein Leben, schreckte mich! meiner Seele Selbstgespräche stürzten sie in 2. Gott sorgt für mich, ihm will ich trauen. Ich weiß gewiß, was mir gebricht, werd' ich in meinen Hånden schauen, so bald er nur sein Machtwort spricht. Drum bin ich jetzt und ewiglich gar wohl versorgt. Gott sorgt für mich. 3. Gott sorgt für mich, nach Seel' und Leibe. Sein Wort ist's, das die Seele nährt, und wenn ich mein Berufswerk treibe, wird für den Leib mir Brot gewährt. Wohl dem, der ihm nur festiglich vertraut, und glaubt: Gott sorgt für mich. 4. Gott sorgt für mich bei theuern Beiten; auch in der größten Hungersnoth kann er mir einen Zisch bereiten 6. Gott forgt für mich in meinem Leiden, das Kreuz, das er mir auf erlegt, verwechselt sich gar bald in Freuden. Und wenn Gott gleich die Seinen schlägt, so schlägt er doch nur väterlich, zu unserm Wohl, und sorgt für mich. und der Ergebung in seinen Willen. größ're Schwäche. Und die Augen hieltest du, daß sie wachten ohne Ruh'! 3. Ich war ohne Maaß zerschlagen; mir gebrach auch Kraft zu klagen. Endlich lenkt' ich meinen Sinn auf entflohne Zeiten hin; mein Geist senkte seine Blicke in Jahrhunderte zurücke. Meinen Liedern sann ich nach nächtlich, forschte, dacht' und sprach: 4. Kann Gott ewig mich verstoßen? bleibt mir seine Gunst verschlossen? hört denn der wohlthat'ge Lauf seiner Güte gänzlich auf? ist, was er versprach, vollendet? hat sein Herz sich so gewendet, daß sein Mitleid Gott vergißt; daß sein Zorn es ganz verschließt? 5. Doch ich sprach: ich muß das leiden, Gottes Rechte wird's entscheiden! schau', mein Herz, die Wunder an, die vor Alters Gott gethan! ja, ich denk' an deine Werke, die Beweise deiner Stärke, ich betrachte deine Macht, alles, was sie schon vollbracht. 6. Heilig sind, Gott, deine Wege; wer ist, der sie tadeln möge? wer ist groß, wie unser Gott, wie Jehovah 215 Sebaoth? Er nur zeigt durch Wunderwerke allen Völkern seine Stärke. Mächtig machte seine Treu' Jacobs, Josephs Kinder frei. 7. Als du wider ihre Haffer anzogst, sah'n dich, Gott, die Wasser; angstlich sah'n die Wasser dich, und die Tief' entsegte sich. Dicke, volle Wolken gossen Fluthen, und die Don= ner schoffen deine Flammenpfeil' umher, und dein Himmel zürnte sehr! 8. Um und um aus deinem Site brüllten Donner, strahlten Blige furchtbar, und verschlagen ganz die bestürzte Welt im Glanz. In der Wetter Ungestüme wurde deiner Donner Stimme tief der Erde Innerm kund; und es bebte selbst ihr Grund. 9. Dein Weg war in Ozeanen, in den Meeren schufst du Bahnen; doch dein Tritt ward nicht erkannt, und du führtest durch die Hand Mosis, Urons, deiner Knechte, dein Volk, Israels Geschlechte, einer Heerde Schafe gleich, hin in bein verheiß'nes Neich. 29) Vom Gebet. Nach der Melodie des 72. Lieds. 4. Sein Heil von dir, o Gott, 398. Dein Seil, mein Geiſt, begehren, ist wahrlich keine ſchwere nicht zu dir ersey wach und nüchtern zum Gebet. klären, wie stårkt das unsre Seele nicht Ein zu dem Vertrau'n, daß du uns liebst und uns gern, was uns nuget, giebst. kindlich Fleh'n aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater, nie verschmäht. Erschein' in Demuth, oft und gern, mit Dank und Flehen vor dem Herrn. 2. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! du, Herr des Himmels und der Erden, brauchst freilich keines Menschen Fleh'n. Du weißt die Sorge, die uns plagt, auch eh' noch unser Herz dir's klagt. 3. Doch sprichst du: bittet, daß ihr nehmet! der Bitten Frucht ist einzig mein. Wer sich der Pflicht zu beten schámet, der schämt sich, Gott, dein 5. Was kann zum Fleiß in guten Werken uns fráftiger den Muth erhöhn? was mehr in Leidensstunden stärken, als wenn wir flehend auf dich sehn? o Bater, unsre Seelenruh nimmt durch Gebet beständig zu. 6. Sein Wort ist immer Ja und Amen. Wer gläubig bittet, der eme pfäht. Drum laß auch mich, in Jest Namen, oft vor dich kommen mit Gebet. Nie sey mir diese Pflicht zur Last, die du zum Heil geboten hast. Nach der Melodie des 72. Lieds. bot'ne von Freund zu ſeyn, und ſtößt das angez 399. Komm betend oft und mit mein zurück. vor Gottes Ungesicht! nie müsse Träge 216 Zweiter Theil. Vom Gebet. heit dich besiegen im Abtrag dieser| dein Feind. Solch Bitten, das aus sel'gen Pflicht. O übe sie zu Gottes Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Preis, und deinem Heil mit treuem Liebe ist. Fleiß. 2. Bet' oft, doch mit aufricht'ger Seelen. Gott sieht auf's Herz; Gott ist ein Geist. Wie können dir die Worte fehlen, wofern das Herz dich beten heißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was uns zum Frieden dienet, von Herzen sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erkühnet, was er nicht wünscht, entehret Gott. Wer schnell die Treu', die er Gott schwur, vergißt, der spottet seiner nur. 5. Bet' oft und heiter im Gemüthe, schau' dich an seinen Wundern satt. Schau' auf den Ernst, schau' auf die Güte, womit er dich geleitet hat. Er trägt dich liebreich mit Geduld; erkenn' und preise seine Huld. 4. Bet' oft zu Gott, und schmeck Nach der Melodie des 234. Lieds. in Freuben, wie freundlich er, dein 400. Bon dir kommt jede gute Gabe! nur mein Vater, ist. Bet' oft zu Gott, und fühl' im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt. Gott hort's, Gott ist's, der Hülfe schafft. Er giebt den Müden Trost und Kraft. 6. Bet' oft, durchschau' mit frohem Muthe die herzliche Barmherzigkeit dess', der mit seinem theuern Blute die Sünderwelt vom Fluch befreit; und eigne dir zu deiner Ruh' und Heiligung sein Opfer zu. 7. Bet oft, Gott wohnt an jeder Ståtte; in keiner minder oder mehr. Denk nicht, wenn ich mit vielen bete, so find' ich eh'r bei Gott Gehör. Ist nur dein Wunsch gerecht und gut, so sey gewiß, daß Gott ihn thut. - 8. Doch säume nicht, in den Gemeinen auch öffentlich Gott anzuflehn, und seinen Namen mit den Seinen, mit deinen Brüdern zu erhöhn. Wie eifrig war dein Heiland nicht in Uebung dieser fel'gen Pflicht. 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle Menschen, als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder; ein Glied davon ist auch 10. Bet' oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht er: kalten, und reich an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh sagst du, Gott, dem, der bittet, zu. 11. Dies reize mich, vor dich zu treten mit Lob und Dank, mit Wunsch und Flehn. Doch meine Fehler bei dem Beten wollst du, mein Vater, übersehn; weil mich, der dir zur Rechten sigt, durch seine Fürsprach' unterstügt. Gott, kannst mich allein mit allem, was ich nöthig habe, zu meinem wahren Wohl erfreun. Mein Leben und mein Glück beruht allein auf dich, du höchstes Gut. 2. Umsonst ist alle meine Mühe, wenn sie dein Segen, Herr, nicht krönt. Was ich auch noch so ångst lich fliehe, wird doch von mir nicht abgelehnt, wenn vor dem Uebel, das mich schreckt, dein mächt'ger Schuß mich nicht bedeckt. 3. Wie sollt' ich denn nicht von die bitten, was meiner Seele Wunsch begehrt? vor dir, o Gott, sein Herz ausschütten, wenn Noth und Kummer uns beschwert, besänftigt unsrer Seele Schmerz, und öffnet deinem Trost mein Herz. 4. Sollt' ich nicht Dank und Ruhm dir bringen, wenn mich ein wahres Glück erfreut? dir, Allerhöchster, dir lobsingen, ist gut, ist für uns Seligkeit, und flößt uns neuen Eifer ein, in deinem Dienste treu zu seyn. 5. Du hörst es, Gott, mit Wohlgefallen, wenn deine Kinder zu dir flehn; verschmähest nicht ihr schwaz ches Lalien, wenn sie lobsingend dich erhöhn. Du ehrst den wieder, der dich ehrt, und hörest den, der dich, Gott, hört. Zweiter Theil. Vom Gebet. 6. Mit Segen uns zu überschütten, bist du, o Vater, stets bereit. Was wir nach deinem Willen bitten, giebst du uns aus Barmherzigkeit. Und wer dir dankt, dem strömest du beständig neuen Segen zu. 7. So will ich denn zu deinem Throne oft im Gebet mich kindlich nah'n. Nimm, Vater, nimm in deinem Sohne 401. 13 Nach der Melodie des 9. Lieds. der Undacht Opfer gnädig an. Dein 402. Wohl auf, mein Herz! dich, betend, würdig preist. Opfer Gott zu bringen! laß Seufzer und Gebet zu ihm gen Himmel dringen! weil Gott dich beten heißt, und du durch seinen Sohn ganz freudig treten kannst vor seinen Gnadenthron. 2. Dein Vater ist's, der dir befohlen hat, zu beten; dein Heiland ist's, der dir versprach, dich zu vertreten; der werthe Tröster flößt den Trieb zum Beten ein: drum muß dein Seufzen auch gewiß erhöret seyn. 3. Da siehst du Gottes Herz; das kann dir nichts versagen. Sein Wort, sein treues Wort vertreibt ja alles 3agen. Was dir unmöglich dúnkt, kann seine Baterhand noch geben, die von dir schon so viel Noth gewandt. 4. Komm nur, komm freudig her in Jesu Christi Namen! sprich: lieber Vater, hilf! ich bin dein Kind; sprich: Amen! ich weiß, es wird geschehn; dein Herz verläßt mich nicht: du weißt, du willst, du kannst! thu', was dein Wort verspricht. Nach der Melodie des 320. Lieds. Resu! meiner Seelen Retter! sey bei dein' und meinem Gott mein versöhnender Vertreter! wie kann ich sonst meine Noth vor sein heilig Ungesicht mit Gebet und Flehen bringen? wenn mich nicht dein Blut beschüßt, wird mir kein Gebet gelingen. 217 6. Herr, wenn mich nach Leib und Seele mancherlei Bedürfniß drückt, und ich's betend dir befehle, so laß mich, der Noth entrückt, Hülfe, Rettung, Trost und Nath bald erfahren und nie wanken, und wenn Gott erhöret hat, ihm mit frohem Herzen danken. 2. Gottes Gnade, Gottes Gaben sind wohl unsers Dankes werth. Was wir schon empfangen haben, was noch unser Herz begehrt; alles heißet uns zu Gott mit gebeugtem Herzen treten; beides, Seel' und Leibesnoth, lehrt uns seufzen, fleh'n und beten. 3. Doch nicht g'nug ist's, daß wir beten: Gott schenkt denen seine Gunst, die nach rechter Weise beten. Jesu! lehr' uns diese Kunst, daß wir vor dem Gnadenthron zu dem wahren Gott nur flehen, und auf dich, o Gottessohn, wenn wir beten, glâubig sehen. 4. Herr, wenn wir jest beten wot 403. Gott!' daß mir, wie Nach der Melodie des 17. Lieds. Vater, nicht, len, wissen wir gar oftmals was und wie wir beten sollen. Doch, du weißt, was uns gebricht! Wenn der Mund nicht sprechen kann, wenn wir nicht mehr können beten, so laß deinen Geist alsdann uns mit Seufgern noch vertreten. einem Kinde, verstattet wird, in aller Noth, wie groß auch meine Sünde, mein Herz, vor deinem Gnadenthron, in Einfalt auszuschütten; das machet dein geliebter Sohn: der heißt mich freudig bitten, und kindlich zu dir nahen. 2. O Liebe, weil an meiner Statt dein Sohn für meine Sünden gebüßet und bezahlet hat, so kann ich Gnade finden. Dein Sohn bezeugt, es stehe mir dein Herz und Himmel offen; ich könne rufend, Herr, zu dir getrost Erhörung hoffen; du seyst mein treuer Vater! 5. Wirk' selbst in uns das Vertrauen, daß des Vaters Ohr uns hört, und, ohn' auf Verdienst zu schauen, unser Bitten uns gewährt. Du hast unsre Schuld versühnt, und Gott will, um deinetwillen, so, wie du es uns verdient, frommer Beter Wunsch erfüllen. 218 3weiter Theil. 3. O angenehmer Vaternam'! jest komm' ich armer Sünder, der sonst voll Zweifel zu dir kam, getrost, wie liebe Kinder. Ich weiß, mein Flehen rühret dich, weil du mich zärtlich liebest. Du wirst, weil du den Sohn für mich, und mir zum Heiland giebest, mit ihm mir alles schenken. 4. O fester Grund der Freudigkeit! in meinen Missethaten kommt mir der Unschuld reines Kleid, das Jesus schenkt, zu statten. Er spricht: ich bete selbst mit dir; mein Geist soll dich vertreten; mein redend Blut soll für und für dem Klopfen, Suchen, Beten, Gewicht und Nachdruck geben. 5. So faffe dich, mein blöder Geist! ich hab' in Jesu Wunden zu Gott, der nun mein Vater heißt, den offnen Weg gefunden. Es dringet, durch den Geist, mein Uch! hin durch des Himmels Pforte; ihm lall' ich: Abba, Vater! nach, er lehret mich die Worte; er heiligt die Gedanken. Vom Gebet. fallen hat, weil sich auch unser Herz dir naht, und nicht blos unsre Lippen. 4. Im Geist und Wahrheit laß zu dir das Herz uns glaubig richten, mit Undacht beten für und für, ohn' fremdes Thun und Dichten. Gieb uns des Glaubens Zuversicht, so zweifeln wir in Christo nicht, die Bitte zu erhalten. 5. Hilf, daß wir keine Zeit und Maaß im Beten dir vorschreiben, anhalten ohne Unterlaß, bei dem allein auch bleiben, was uns dein Wille bitten lehrt, was deinen großen Namen ehrt, und unser Wohl befördert. 6. Laß uns im Herzen und Ges müth auf unser Werk nicht bauen; auf deine nie erschöpfte Gut' laß einzig uns vertrauen. Und sind wir auch nicht dessen werth; so sey doch unser Flehn erhört von dir, aus lauter Gnade. 7. Du, Vater! weißt, was uns gebricht, so lange wir hier leben. Verborgen ist dir gleichfalls nicht, wenn wir in Nöthen schweben. Wir, deine Kinder, flehn dich an; wir sind terherz verlassen. gewiß, daß uns nicht kann dein Bas - 6. O reicher Trost! Gott kann und will mein Untlig nicht beschämen. Ich darf aus Jesu Gnadenfüll' im Glauben alles nehmen. Mein frohes Beten 8. Wir haben ja die Freudigkeit in stüket sich auf drei sehr feste Gründe: Jesu Christ empfangen: der Gnadender Vater droben liebet mich; seinstuhl ist da bereit, die Hülfe zu erlan Sohn tilgt meine Sünde; sein Geist gen. Laß heil'ge Hånd' uns immer hier wohnt mir im Herzen. aufheben, Bater, und zu dir in wahrer Inbrunst schreien. Kraft und Licht, dich würdig zu verehren. Wir wissen so zu beten nicht, daß du uns kannst erhören. Drum geuß, wie uns dein Wort verheißt, selbst über uns aus deinen Geist der Gnad' und des Gebetes. Nach der Melodie des 119. Lieds. 9. Dein Nam', o Gott, geheiligt 404. dein uns erfreuen; dein Will' gescheh' auch hier auf Erd'; gieb Frieden, Brot, Gedeihen; all unsre Sünden uns verzeih', steh uns in der Versuchung bei, erlös' uns von dem Bösen. 10. Dies alles, Bater, werde wahr, du wollest es erfüllen, erhör' und hilf uns immerdar um Jesu Christi willen: denn dein, o Herr! ist allezeit von Ewigkeit zu Ewigkeit das Reich, die Macht und Ehre. 2. Der nehm' sich unsrer Schwachheit an, uns kräftig zu vertreten, so oft wir deinem Thron uns nahn, zu danken und zu beten; und unser Flehn zu dir, o Herr, sey nie ein frostiges Geplárr; es sey ein Flehn des Herzens. Nach der Melobie bes 215, 2ieds. 3. Beuch unser Herz zu dir hinauf 405. Mit Seufzen klag' ich mein Gott! im Beten im uns auch die Lippen auf, ein Opfer gern wollt' ich eifrig beten, und drückt dir zu bringen, daran dein Herz Ge-| mich meiner Sünden Noth, voll Glaus 3weiter Theil. Allgemeine Gebetlieder. 219 ben zu dir treten: gern bråcht' ich, lieber| Herzen, das dich so oft beleidigt hat; Vater! dir im Geist und Wahrheit mit Begier die Opfer meiner Lippen. weil Lust und Undacht keine Statt in meiner Seele findet. 2. Allein mein Herz, ach Gott und Herr! kann sich nicht recht erheben. Zum Guten oft zu kalt und schwer bleibt es am Eiteln kleben. Tråg' ist oft, leider! Sinn und Muth, und oft muß ich mein Fleisch und Blut zur Undacht mühsam zwingen. 5: Uch, leider! Bater, hab' ich dich nicht allezeit gehöret, wenn du in deinem Worte mich erweckt, gerührt, gelehret. Doch schone, handle nicht mit mir, wehmüthig fleh' ich, Gott, zu dir, wie ich verdienet habe. - 3. umsonst fass' ich oft den Entschluß. Die Welt sammt ihren Kindern sucht, meinem Herzen zum Verdruß, am Beten mich zu hindern. Und fleht mein seufzend Herz zu dir, bringt sie, zu meiner Kränkung, mir viel Eitles in's Gemüthe. 4. Dies, Herr mein Gott, dies kränkt mich sehr, und ich denk' oft mit Schmerzen, als wär' dein guter Geist nicht mehr in meinem trågen 30) Gebetlieder. a. Allgemeine Gebetlieder. eldung- 007 Fleisch und Blut, das wider deinen Willen thut. 5. Gieb uns Bateri ima du kennst am beſten unſre Noth. Hilf melreich; stehen uns! entferne Krieg und Streit, Pest, Seuchen, Dürr und theure Zeit. Laß bei uns Heil und Frieden blüh'n, und laß uns Geiz und Sorgen flieh'n. Das Gebet des Herrn. Nach der Melodie des 120. Lieds. 406. jeht vor dir zugleich, vereint durch deinen lieben Sohn, auf sein Geheiß vor deinem Thron: laut singet vor dir unser Mund; hilf, daß es geh' von Herzensgrund. 6. Sch will hinfort Nachlässigkeit und alle Trägheit meiden. O mache du mein Herz bereit, vom Eiteln mich zu scheiden. Laß es dich hören und allein auf's Himmlische gerichtet seyn. Gieb du mir Kraft und Stärke. 7. Gott, laß den Eifer des Gebets ja nie in mir erkalten! der Andacht Feuer wollst du stets durch deine Kraft erhalten. Den Hindernissen wehre du, und sehe meine Seel' in Ruh', sich frei empor zu schwingen. 2. Dein Name müss' uns heilig seyn; erhalte dein Wort bei uns rein, damit, wie du selbst heilig bist, auch unser Wandel heilig ist. Bewahr', was deinen Namen nennt; bekehre, was ihn noch nicht kennt. 3. Dein Reich erschein' in dieser Zeit, und vollends in der Ewigkeit. Steh' uns mit deinem Geiste bei, mach' uns von fremder Knechtschaft frei; zerbrich des Wuth, nimn nimm deine Kirch' in deine Hut. 4. Dein Will' gescheh' auf Erden schon, wie er geschieht vor deinem Thron. Mach' uns, o Gott, in Freud' und Leid zu dem, was dir gefällt, bereit, und wehre allem Mire ald 6. Vergieb uns gnädig unfre Schuld; und trage, Herr, mit uns Geduld. Durch dich erweckt, verzeihn wir gern auch allen unsern Schuldigern; und sollten wir nicht gern verzeihn, um deiner Huld uns zu erfreun? 7. Führ uns nicht in Versuchung. Sen, Herr, unser Schild, und steh' uns bei, und hilf mit deiner starken Hand; durch dich nur thun wir Widerstand: laß uns zulegt als Sieger stehn, und deiner Gnade Ruhm erhöhn. 8. Mach' uns von allem Uebel los, Ach, unsre Schwachheit ist sehr groß! o tröste du uns in der Noth; ver= leib' uns einen sel'gen Tod. Herr, ende glücklich unsern Lauf; nimm uns in deinen Himmel auf. 220 Zweiter Theil. 9. Das Reich, die Kraft, die Herrlichkeit ist dein, o Vater, allezeit, bleibt ewiglich dein Eigenthum: erhör' uns Herr; es ist dein Ruhm: im Namen Jesu flehn wir nun; du kannst, du willst, du wirst es thun! Allgemeine Gebetlieder. 6. Stolze haben mich umgeben und Tyrannen; meinem Leben drohen sie, und scheuen nicht dein allsehend Ungesicht! aber du bist ganz Erbarmen, ein Verschoner, mild den Armen, treu den Frommen, voll Geduld, groß durch Wahrheit und durch Huld. 10. So fey es: Amen! Herr, erhor'! Stárk' unsern Glauben immer mehr; und unser Flehn ist Zuversicht! wir bitten dich und zweifeln nicht. So sing' das Umen unser Mund, und es erschall' aus Herzensgrund. Smest Der 86. Pfalm. Nach der Melodie des 201. Lieds. 407. H err, erhöre meine Klaher auf meine Plagen, elend bin ich, arm bin ich, und vertraue nur auf dich. Rette deincs Knechtes Leben, der sich heilig dir ergeben; ach, mir leucht't ein Strahl des Lichts deines Vaterangesichts. 2. 3u dir ruf' ich alle Tage: Herr, sey gnädig meiner Klage! schenke neue Freude mir; denn mein Herz verlangt nach dir! du bist gütig, zeigst an allen, die dir flehn, dein Wohlgefallen; ach, vernimm auch mein Gebet, höre, wie mein Herz dir fleht. 3. In des Leidens bangen Tagen, wenn mich Feind und Elend plagen, ruf' ich nur zu dir mein Gott! fleuch, sprichst du, zu meiner Noth! eitel ist die Macht der Götter, du allein bist mein Erretter; Herr, wie wirkst du wunderreich! wo sind Werke, deinen gleich? 4. Herr, es werden alle Heiden, die du schufest, einst mit Freuden zu dir nahn, und sich allein deinem Dienst und Ruhme weihn. Dir ist Niemand zu vergleichen; du bist groß und du thust Zeichen; du bist Gott und keiner mehr; dir gebühret Preis und Ehr 5. Lehre, Herr, mich deine Wege, daß ich richtig wandeln möge; laß zu deiner Furcht allein alles in mir einig sey! ewig dankt dir mein Gemüthe; herzlich rühm' ich deine Güte, die mich hold aus Finsterniß, aus dem tiefsten Grabe riß. 7. Wende dich zu deinem Knechte, deiner Magd Sohn; deine Rechte stärk ihn, sey ihm gnädig, Gott, hilf ihm machtig aus der Noth! wirke, mir zum Heil, ein Zeichen, daß die Feinde schamroth weichen, wenn sie sehn, daß du mich liebst, und mit deinem Schug umgiebst! Nach der Melodie des 119. Lieds. ott, deine Güte reicht 408. so weit, so weit die Wolken gehen. Du krónst uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizus stehen. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vernimm mein Flehn, merk' auf mein Wort, denn ich will vor dir beten. 2. Ich bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade werden. Gieb mir nur Weisheit und Ver stand, dich, Gott, und den, den du gesandt, und mich selbst zu erkennen. 3. Ich bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren. Des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren. Mein wahrer Ruhm sey meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Ungesicht, und frommer Freunde Liebe. 4. So bitt' ich dich, Herr Zebaoth, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wolleft du mir geben. In deiner Hand steht meine Zeit. Laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden. 409. Nach der Melodie des 13. Lieds. ch komme vor dein Ungesicht; verwirf, o Gott, mein Flehen nicht: vergieb mir alle meine Schuld, du Gott der Gnade und Geduld! 2. Schaff' du in mir ein reines Herz, ein Herz, das dir in Freud' und Allgemeine Gebetlieder. 3weiter Theil. Schmerz voll Dank und Demuth sich ergiebt, dich fürchtet und inbrünstig liebt. 3. Sey mein Beschüßer in Gefahr. Ich harre deiner immerdar. Ist wohl ein Uebel, das mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Ich bin ja, Herr, in deiner Hand. Von dir empfing ich den Verstand. Erhalt' ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk' ihn durch dein göttlich Wort. 5. Laß, deines Namens mich zu freun, ihn stets vor meinen Augen seyn. Laß, meines Glaubens mich zu freun, ihn stets durch Liebe thätig seyn. 6. Das ist mein Gluck, was du mich lehrst. Das sey mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und treu in allen meinen Pflichten sey. 7. Bekämpf ich gleich aus eigner Kraft zu schwach, Herr, meine Leidenschaft; so ziehest du mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erlangen kann. 8. Gieb von den Gütern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; gieb deinem Knecht ein mäßig Theil; zu seinem Fleiße Glück und Heil. 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß, so laß mich máßig im Genuß, und, dürft'ge Brüder zu erfreu'n, mich einen frohen Geber seyn. 10. Gieb mir Gesundheit, und verleih', daß ich sie nug' und dankbar sey, und nie aus Liebe gegen sie mich zaghaft einer Pflicht entzich. 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Wohlfahrt meint, mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel giebt. 12. Bestimmst du mir ein láng'res Ziel und werden meiner Tage viel: so bleib', Gott, meine Zuversicht, verlaß mich auch im Alter nicht. 13. und wird sich einst mein Ende nah'n: so nimm dich meiner herzlich an, und sey durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn. Nach der Melodie des 234. Lieds. Per kann, Gott, je was 410. Wer Gutes haben, das nicht von dir den Ursprung hat; du bist der Geber aller Gaben, und im221 mer groß an Rath und That. Du willst, daß mit Gebet und Flehn wir stets auf deine Hülfe sehn. 2. Drum komm' ich auch mit meinem Beten, o Gott, vor deinen heil'gen Thron. Wie freudig kann ich vor dich treten! denn mich vertritt bei dir dein Sohn. In ihm hab' ich die Zuversicht, mein schwaches Flehn verwirfst du nicht. 3. So gieb mir denn nach deinem Willen, was deinem Kinde heilsam ist. Du nur kannst meinen Mangel stillen, weil du des Segens Quelle bist. Vor allen Dingen sorge du für meines Geistes wahre Ruh'. 4. Gieb mir Beständigkeit im Glau= ben; laß meine Liebe brünstig seyn. Will etwas mir dies Kleinod rauben, so schránke die Versuchung ein, und stärke mich mit heil'gem Muth; so sieg' ich über Fleisch und Blut. 5. Bewahr in mir ein gut Gewissen, ein Herz zu dir voll Freudigkeit; ein Herz, auf's Gute stets beflissen, das sich vor deinem Auge scheut. Und fehr ich, Gott, so strafe mich zu meiner Beff'rung väterlich. 6. Ein Herz, das in beglückten Tagen, o Bater, deiner nie vergißt; ein Herz, das unter Noth und Pla= gen vor dir still und demüthig ist; ein Herz voll Zuversicht zu dir und voll Geduld, verleihe mir. 7. Das andre wird sich alle fügen. Du weißt am besten, was mir nügt. an deiner Huld laß ich mir g'nügen, die Schwache machtig unterstügt. Zufrieden, Bater, folg' ich dir, befest'ge diesen Sinn in mir. 8. Soll ich auf Erden långer leben, so gieb, daß ich dir leben mag. Laß mir den Tod vor Augen schweben; und kommt dereinst mein Sterbetag, so sey mein Hingang aus der Zeit ein Eingang in die Herrlichkeit. Nach der Melodie des 8. Lieds. 411. Gott, du frommer Gott, du Brunnquell aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben! gesunden Leib gieb mir, und daß in Allgemeine Gebetlieder. zen Lebenslauf, alle deine Bohlthat zählen, würden Zeit und Worte fehlen. 3. Alles, was ich bin und habe, Leib und Seele, Gut und Stand, kommt, als dein Geschenk und Gabe, blos von deiner Vaterhand. Habe Dank für deine Treu'! sie ist alle Morgen neu. Habe Dank für deinen Segen! alles ist daran gelegen. 4. Stärke mich mit deiner Güte, Heiland! ferner Tag und Nacht. Führ' mich selber, und behüte mich durch deiner Engel Wacht; laß dieselbe bei mir stehn, wenn ich ein und aus muß gehn, wenn ich reise, schlafe, wache, und in jeder guten Sache. 222 3weiter Theil. folchem Leib' ein unverlegte Seel' und rein Gewissen bleib'. 2. Gieb, daß ich thu' mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet: gieb, daß ich's thue bald, zu der Zeit, da ich soll, und wenn ich's thu', so gieb, daß es gerathe wohl. 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß kein unnüges Wort aus meinem Munde gehen, und wenn nach meiner Pflicht ich reden soll und muß: so gieb den Worten Kraft und Nachdruck, ohn' Verdruß. 4. Find't sich Gefährlichkeit: so laß mich nicht verzagen. Gieb einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen: gieb daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und zur Versöhnlichkeit bereit sey, als dein Kind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Freundschaft leben, so weit es christlich ist. Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück; so gieb auch dies dabei: daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sey. 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, und unter mancher Last hindurch in's Ulter dringen: so gieb Geduld; laß mich auf deinen Wegen gehn, und auch im Alter noch, Herr, deinen Ruhm erhöhn. 7. Laß mich an meinem End' auf Chrifti Zod abscheiden; die Seele nimm zu dir hinauf zu deinen Freuden; der Leib, Herr, ruhe sanft in seiner stillen Gruft, bis ihn dein Allmachtswort verklart in's Leben ruft. " 161 mod Nach der Melodie des 29. Lieds. 412. Liebster Jefu! Gnaden sonne, meines Herzens Zuversicht; meine Freude, meine Wonne! ich komm' vor dein Ungesicht; ob ich schon ein Sünder bin, werf ich doch den Muth nicht hin, weil ich auch als Asch' und Erde nicht von dir verstoßen werde. 2. Herr! ich muß vor allen Dingen, ob ich schon nicht völlig kann, dir ein schwaches Danklied bringen, daß du mir viel Gut's gethan. Wollte ich von Jugend auf, durch den gan= 5. Segne alle meine Thaten durch den werthen Segensgeist! laß sie tåglich so gerathen, daß mein Herz dich täglich preis't: es ist dein, und nicht mein Werk, drum verleih mir Muth und Stärk', stets gerade durchzugehen, nicht auf Menschengunst zu sehen. 6. Treuer Gott! du wirst mich lehren, wie ich klüglich handeln soll, daß mein Thun zu deinen Ehren und des Vaterlandes Bohl immer eingerichtet sey; höre mich und steh' mir bei, daß der Feind durch List und Tücke mir nicht dieses Ziel verrücke. 7. Hilf mir meine Noth und Plas gen, meines Umtes Bürd' und Last und sonst alles freudig tragen, was du auferleget hast. Findet sich Ge fährlichkeit, Hinderniß, Verdruß und Neid; laß mein Herz sich ja nicht qualen, sondern alles dir befehlen. 8. Dir befehl ich meine Sachen! dir sey alles heimgestellt; Herr! du wirst es also machen, wie es deinem Rath gefällt. Bricht auch Kreuz und Noth herein, scheinet es gar aus zu seyn; laß mich ruh'n in deinem Willen, und damit den Kummer stillen. 9. Muß ich auch Verspottung hös ren, werd' ich hier und da verlacht: laß dies meine Ruh' nicht stören. Bin ich, Welt! von dir veracht't! wohl! mach' immer was du willt, Gott ist mir doch Sonn' und Schild, wider den will ich nicht sprechen, noch mich an den Feinden rächen. 3weiter Theil. 10. Soll ich hier noch långer leben, nehm' ich's gern und willig an. Ich will Gott nicht widerstreben, wenn ich ihm nur dienen kann. Drum, Herr, mach mich dir getreu, gieb gesunden Leib dabei, und laß mich an deinem Fügen und an deiner Huld begnügen. 7. Berleihe mir, o Gott, das Licht, das sich von deinem Ungesicht in fromme Seelen senket. Wo kommt mir wahre 11. Soll ich bald von hinnen schei- Weisheit her, wenn sie mir Gott den, bin ich auch dazu bereit. Bringe mich nach kurzem Leiden an den Ort der Seligkeit. Nimm, nach hier vollbrachtem Lauf, meinen Geist zu die hinauf. Ruht im Grabe, müden Glieder, Jesus kommt und weckt euch wieder. Mel. Ich weiß, mein Gott c 413. Jest Allgemeine Gebetlieder. ch weiß es, Gott, mein ganzes Thun, mein Glück mag nicht auf mir beruhn; von dir kommt Heil und Se- gen, ich kann mich, Höchster, ohne dich, nicht regen noch beme- gen. 2. Gs steht in feines Menschen Macht, daß er thut, was er ausgedacht, und seines Gangs sich freuet. Der Ullmacht Rath wirkt es allein, wenn unser Rath gedeihet. 0: 0 3. Oft denkt der Mensch mit stolzem Muth: dies macht mein Glück, dies ist mir gut! und ist doch weit gefehlet; oft sieht er auch für schädlich an, was Gott zu gut ihm wählet. 4. So fängt auch oft ein weiser Mann sein Werk mit vieler Klugheit an, und bringt's doch nicht zu Stande. Er meint, er bau' ein festes Haus, und bauet auf dem Sande. 5. Wie mancher ist in seinem Einn schon über alle Berge hin, und wenn er um sich siehet, so hält ihn noch das niedre Thal; umsonst war er bemühet. 223 6. Drum, lieber Vater! der du dich so hoch gesegt, und fürchterlich aus schwarzen Wolken bligest, schrei ich im Staub; hör' von dem Thron, wo du, Weltherrscher, sigest. nicht schenket? 8. Erleuchte mich von deiner Höh'; gieb Weisheit, daß ich nie besteh' auf meinem eignen Willen. Hilf mir, mein Gott, mit Rath und That, das, was du willst, erfüllen. 9. Laß mich stets prüfen, und was gut, behalten; laß durch Fleisch und Blut mich nie verleitet werden. Dein Zweck, mein Gott, das beste Theil, sey auch mein Theil auf Erden. 10. Was, weises, bestes Wesen! dir gefället, das gefall' auch mir: ist etwas dir entgegen; so laß davor auch deinen Knecht den größten Abscheu hegen. 11. Ein Werk von dir begleite Glück; ist's nicht von dir, geh' es zurück, und andre Herz und Sinnen. Was deinem Rathschluß widerspricht, das muß von selbst zerrinnen. 12. Umsonst bemühet sich die Welt, ein Werk, das, Höchster, dir gefällt, mit Stolz zu hintertreiben; was Gott thut und beschlossen hat, das muß wohl stehen bleiben. Sus bi gang 13. Beut mir die Hand; und es wird leicht, was mir sogar unmöge lich däucht. Die Werke deiner Hände gelangen allzeit, weiser Gott! zu einem 1000. guten Ende. 14. 3war wird mir oft der Anfang schwer; hier braußt die Luft, dort tobt das Meer; zurücke möcht' ich treten; doch alle Schwierigkeit und Noth heißt mich nur brünst ger beten. 15. Wer betet, wirkt, und Gott vertraut, wird, wenn ihm schon zuweie len graut, zu seinem 3wecke kommen. Er spricht: wer wälzt den Stein uns weg? und er ist weggenommen. 16. Der Zugend Pfad scheint rauh und wild, er hat, mit Dornen ange= füllt, nichts, was die Sinnen rühret. 224 Zweiter Theil. Er ist indeß der sichre Pfad, der dich zur Freude führet. Besondere Gebetlieder. 5. Verstand und Herz ist fehlerhaft: bald fehlt mir Licht, bald fehlt mir Kraft, mich weislich zu regieren. Drum bitt' ich dich, laß, Höchster, mich selbst deine Weisheit führen. D 17. Du weißt, mein Gott, was mir gebricht; an Macht zu helfen fehlt dir's nicht, du stärkst die múde Seele. Gich, daß ich, deinem Wink getreu, des Weges nicht verfehle. 18. Dir, Herr, gebühret Ruhm und Ehr'; ich will dein Thun je mehr und mehr von Grunde meiner Seelen, vor deinem Volk, vor aller Welt mein Lebelang erzählen. 7. Gieb, daß ich meine Lebenszeit, nur dir mit ganzem Ernst geweiht, in deiner Furcht vollbringe; bis ich Nach der Melodie des 255, Lieds. 414. Bon ganzer Seele preis einst dir bort für und für Lob, Preis ich dich, Herr, der und Ehre singe. du mich so väterlich bis diesen Tag erhalten. Laß für und für noch über mir dein göttlich Auge walten. 415. V Glück 2. Wer schenkt uns Leben, und Ruh'? Wer giebt uns Kraft zur Pflicht? nur du schaffst Wollen und Vollbringen. Wird dein Gedeihn nicht uns erfreun, so kann uns nichts gelingen. 3. Du schufft und du regierst die Welt nach deinem Rath, wie dir's gefällt. Du lenkst der Menschen Herz zen. Sey auch mein Licht, und laß mich 4. Dein Wort lehrt mich des Lebens Pflicht; doch fühl ich auch, was mir gebricht, die Blindheit meiner Seele. Ach, Gott der Huld, vergieb die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. OTHER Agat b. Besondere In geistlichen Anfechtungen. Nach der Melodie des 33. Rieds. 416. D u bist ja, Jesu! meine Freude! warum ist denn mein Geist betrübt? kann denn die Freud' auch bei dem Leide seyn in dem Herzen, das dich liebt? ach ja, mein Jesu! deine Liebe füllt meinen Geist mit Freuden an, daß, wenn ich mich darinnen übe, sie keine 3ung' aussprechen kann. 6. Herr, dessen Huld uns ewig liebt, laß mich, beim Segen, den sie giebt, auf dich, den Geber, schauen. Selbst wenn du schlägst, und Kreuz auflegst, so laß mich dir vertrauen. 2. Weil aber noch nicht ganz gedampfet in mir mein böses Fleisch erleih' uns Frieden gnädiglich, Herr Gott, zu unsern Seiten, es ist doch ja kein ander nicht, der für uns könnte strei- ten, denn du unser Gott alleine. 2. Gieb Gnabe unfrer Obrigkeit Licht, Heil und vielen Segen, daß wir gottselig allezeit, gerecht und züchtig mögen ein ruhig's Leben führ'n. Amen. Gebetlieder. und Blut, und noch der Geist dare wider kämpfet, wird oft dadurch ge kränkt der Muth: drum leg' ich mich vor dir mit Flehen, ach stårke mich in diesem Streit! laß Hülfe mir, mein Heil, geschehen, daß ich mög' überwinden weit. 3. Du hast, o Held! ja überwunden, gieb mir auch Ueberwindungskraft, und laß mich in den Kampfesstunden erfahren, was dein Lei= den schafft, dadurch ich kann den Feind besiegen, da Sünde, Teufel, Holl' und Tod nun unter deinen Besondere Gebetlieder. 225 mein Herz nun also ruhn: bin ich nicht ein schnöder Sünder? ach, die Sorge nimmt mich ein; wie kann Gott dein Vater seyn! Zweiter Theil. Füßen liegen, so mach' sie auch an mir zu Spott. 4. Ich trau' allein auf deine Gnade, die mir dein theures Wort verspricht. Es sagt, daß nichts den Deinen schade, weil's nie an deiner Kraft gebricht. Nun hast du mich ja angenommen, wie es mein Herze wohl verspürt; da ich bin flehend zu dir kommen, hat mich dein Gnadenblick gerührt. 5. Weil ich denn nun an deinem Leibe ein Glied, wiewohl unwürdig, bin; so gieb, daß ich stets an dir bleibe, und in mir habe deinen Sinn. Laß mich nicht andre Helfer suchen. Besige du mein Herz allein. Laß falsche Lüste mich verfluchen; dein Leben laß mein Leben seyn. 6. Gieb, daß ich mich in dir ers freue, weil mich dein Herz beständig liebt, doch auch dabei kein Leiden scheue, weil solches meinen Glauben übt. Gieb, daß ich immer stärker ringe, und in Besiegung aller Pein ich immer näher zu dir dringe: da wird die Freude ewig seyn. Mel. Ach, mein Jesu, sieh', ich se. 417. Quaal und Ungſt muß ich empfinden, ob ich Gottes Kind auch sey; denn der Kindschaft Pflicht und Treu' brach ich oft durch schwere Sünden, die ich wider Gott verübt, und wodurch ich ihn betrübt. 2. Uch! der Bund ist übertreten, welchen Gott mit mir gemacht. Uch! ich hab' ihn nicht bedacht. Will ich nun zum Höchsten beten, fällt mir oft der Zweifel bei: ob ich Gottes Kind auch sey? 3. Gott erhört nur seine Kinder, welche seinen Willen thun. Kann 4. Stürmen auf mich Trubsalss winde, wird mein Glaube vollends klein; und ich schließe mir zur Pein: Gott verfährt mit seinem Kinde nicht so scharf; wärst du sein Kind, wär' er nicht so hart gesinnt. 5. Darum fleh' ich: hilf mir Urmen, Bater der Barmherzigkeit! tilge dieses herbe Leid durch dein våterlich Erbarmen; und verwirf mich Urmen nicht ganz von deinem Angesicht. 6. Bater! laß mich Gnade finden; sprich mich, den verlornen Sohn, wieder frei vor deinem Thron. Ich will mich auf Christum gründen: darum schenke mir die Schuld, und ertrag' mich mit Geduld. 7. Dein Kind fernerhin zu heißen bin ich freilich nicht mehr werth. Doch, da mich dein Geist bekehrt, kann dein Bund auch nicht zerreißen. Schau', ich kehr' zu meiner Pflicht: Herr, darum verstoß' mich nicht! 8. Herr! ich sage dir aufs neue wieder Pflicht und Liebe zu, die du forderst: blicke du nun nach deiner Batertreue, den mit Gnadenaugen an, für den Jesus g'nug gethan. 9. Du sollst doch mein Vater bleis ben, wenn gleich deine Sucht mich schreckt, und mir Schmerz und Angst erweckt. Dir will ich mich ganz vers schreiben: Herr, dir leist' ich Treu' und Pflicht, bis mein Herz im Sterben bricht! Mel. Entbinde mich, mein Gott: c. 418. BE efreie meinen Geist, o Gott, von schnöden Banden. Du siehst, wie willig er, wie schwach mein Fleisch noch ist. Mach' des 15 226 Zweiter Theil. - Besondere Gebetlieder. außer dir ist Eitelkeit und Pein. O, möcht' ich ungestört mit dir vereinigt seyn. Versuchers List, durch deine Kraft zu Schanden, der du der Sünder Trost, der Schwachen Beistand bist. Noch streit' ich, schau' herab, von deinem Gnadenthron! gieb mir zum Kampfe Kraft, und hilf durch deinen Sohn. 2. Ein Sclav, den jeder Reiz der Sünde leicht entzündet, war ich: Dank sey dir, Gott! du hast mich frei gemacht. Doch laß mich, da sich noch so mancher Fallstrick findet, der meiner Freiheit droht, mein Gott, nie aus der Acht! mir überlassen, bin ich ohne Hülf' und Rath; doch durch dich bin ich stark; bei dir ist Rath und That. 3. Uch! ich sollt' himmelwärts, gleich kühnen Adlern, fliegen; der Hang zum Irdischen läßt mich noch nicht hinauf! du låff'st, die auf dich fehn, stets neue Stärke kriegen: du giebst den Müden Kraft und förderst ihren Lauf! laß mich, der Welt ent= wöhnt, starr nach dem Himmel sehn, und zu dir immer mehr mich aus dem Staub erhöhn. 4. O, dieser Leib des Tod's beschwert die arme Seele: der Sinnen 3auberkraft entrückt dem Geist sein Ziel, daß ich, vom Sinnlichen gelenkt, des Wegs verfehle, der Vorurtheile Raub, der Leidenschaften Spiel, oft thu', was ich nicht will, und, was ich will, nicht thu'. Uch, siehe meinem Kampf nicht ohne Mitleid zu. 5. Ich weiß, ich liebe dich, doch es sey dir geklaget! noch lange nicht so sehr, als selbst mein Herz begehrt, was oft noch in die Welt verftohtne Blicke waget, und damit seine Ruh' und deine Liebe stort. Doch alles, 6. Der Umgang mit der Welt raubt meinem Blick den Himmel. Des Beis spiels Reiz ist stark, mein Widerstand oft schwach. Ich meide dann die Welt und ihr verwirrt Getümmel, doch in der Wüste eilt mir meine Schwäche nach! hier, wie in dem Gedráng', merk' ich, was Fleisch und Blut, wenn du nicht bei mir bist, beim besten Vorsag thut. 7. Ich trau' auf Gott: was kann dann meine Ruhe stören? doch bringt die Phantasie mir manchen Schrecken bei. Der Sorgen kann ich mich nicht immerhin erwehren: die Schwermuth, die mich drückt, läßt meinen Geist nicht frei. Ich seh' den stärksten Trost, und merke seine Kraft, und seufze, daß kein Trost in meinem Herzen haft't. 8. Oft schleicht das Ich, der Feind der hohen Menschenliebé, in's unbewachte Herz von neuem wieder ein, und störet meine Ruh' durch seine niedern Triebe: mich dringet Jesu Lieb', und ich bin noch so klein! so wechselt stets bei mir das Licht mit Finsterniß. Wann kommst du, starker Gott, und machst mein Herz gewiß? 9. Befreie mich, mein Gott, von allen diesen Banden! du siehst, was meinen Geist im Fleisch gefangen hält. Ich hoff' auf dich, mein Heil! wie würd' ich denn zu Schanden im Streit mit Fleisch und Blut, mit Satan und der Welt? die Fessel, die mein Herz mit Freuden trägt und küßt, reicht deine Liebe mir, die unaussprechlich ist. 10. Wen diese Liebe bind't, ist nicht ein Knecht der Sünden; in diesen Banden bleibt er ein recht freier Mann. Wie willig laß ich mich mit Liebesfeilen binden! ich folge dir mit Lust auf der bestimmten Bahn. Befreie du mich nur von mir und von der Welt, damit mein edler Geist sein Freiheitsrecht behält! Zweiter Theil. In allgemeinen Nöthen und Landplagen. 3999 Der 85. Pfalm. Nach der Melodie des 8. Lieds. - Besondere Gebetlieder. 227 verbreitet Glück und Heil auf Gottes Eigenthum, und Israel frohlockt, und bringt ihm Preis und Ruhm. Die gnädig du, 419. We Gott, vor Alters deinem Lande! wie halfft bu ihm: wie oft zerbrachst du Jakobs Bande! und schontest deines Volks mit váter licher Huld, vergabst die Missethat, bedecktest seine Schuld. 2. Dein strenger Zorn erlosch mit allen seinen Flammen, sobald es sich entschloß, die Sünde zu verdammen; die Menschen sündigen; du bleibst dir immer gleich, gerecht und heilig stets, und stets an Gnade reich. 3. Hilf, hilf uns, unser Gott! laß wegen unsrer Sünden uns deine Rache nicht, Herr, unser Heil, empfinden! wie schrecklich ist dein Grimm! ach, soll er ewig glüh'n? und willst du deine Huld auf ewig uns entzieh'n? 4. Wann kehrt zu uns zurück dein Trost, o Gott, dein Segen, daß wir, dein Erbtheil, uns in dir erfreuen mögen? o laß uns leben, Gott! laß uns dein Untlik sehn; sey gnädig, hilf uns aus; hilf, ehe wir vergehn! 5. Jedoch, ich hör uns schon den Gott des Trostes trösten; Heil giebt er seinem Volk und Ruhe den Erlos'ten, die er erwählet hat, wenn wir nur heilig sind, und unsre Seele nicht die Thorheit lieb gewinnt! 6. Geflügelt naht sein Heil sich seinen frommen Knechten; und Gottes Ghre wohnt im Lande der Gerechten. Barmherzigkeit und Treu' umfahn sich schwesterlich, Gerechtigkeit und Fried' umfahn und küssen sich! 7. Der Glaube kommt zurück und blüht auf Erden wieder; die Gnade sieht mit Lust von ihrem Himmel nieder; und segnet Gottes Volk, das, seinem Dienst geweiht, thut, was ihm wohlgefällt, und seines Heils sich freut! 8. Der Herr begnadigt uns; das Land bringt seine Früchte, und seine Huld geht her vor seinem Angesichte, Im Kriege. Nach der Melodie des 7. Lieds. 420. 420.&& zieht, o Gott! ein Kriegeswetter jegt über unser Haupt einher. Bist du, Herr! hier nicht unser Retter, so ist's für unser Land zu schwer. Sieh'! wie die Fürsten sich entzwei'n, und sich zu unterdrücken drâu'n. 2. O laß mich hier allein, o Vater, auf dich und deine Vorsicht schau'n; auf dich, den mächtigsten Berather, und nicht auf Menschenhülfe bau'n, die ohne dich uns gar nichts nüßt, die nur durch dich uns kräftig schüßt. 3. Kein blinder Zufall herrscht auf Erden; du bist es, der die Welt regiert. Laß uns der Feinde Spott nicht werden, die Stolz und Neid rüstet euch! sey du für uns, so fehlt zu uns geführt. Seyd böse, Völker, der Streich. 4. Die allerfeinsten Kriegeslisten vereitelt leicht dein weiser Rath. Nie wird der Feind das Land verwüsten, das dich, Gott, zum Beschüßer hat. Durch dich hat oft die kleinste Macht ein großes Heer zur Flucht gebracht. 5. Je weniger sich öfters zeiget woher die Hülfe kommen soll; je mehr Gefahr und Plage steiget, und alles an Verwirrung voll; ie größer mache mein Vertrau'n, o Gott, auf dich allein zu schau'n. 6. Was hilft der Feinde große Menge? Was hilft dem Riesen große Macht? Der Roff und Wagen stark Gedränge ist's nicht, was Feinden Sieg verschafft. Der Mensch vertraut darauf zwar gern; jedoch der Sieg kommt nur vom Herrn. 7. Drum werf' ich mich in deine Urme, du Bater der Barmherzigkeit! uno flehe voll Bertrau'n: erbarme dich über uns zur schweren Zeit. Laß Gnade doch für Recht ergehn: so bleiben wir doch aufrecht stehn. 15* 228 Zweiter Theil. 8. Doch findet, Herr, dein weiser Wille noch ferner Züchtigungen gut: wohlan, so schweig' ich und bin stille bei dem, was deine Vorsicht thut. Ich, dein Geschöpf und auch dein Kind, weiß, daß es Vaterschläge sind. vor. 9. Die kleine Einsicht meiner Seelen, Herr, schreibe niemals dir was So grob laß du mich niemals fehlen; so hart und grob fehlt nur ein Thor. Ist gleich, was deine Weisheit thut, mir oft ein Räthsel, ist's ooch gut. - Besondere Gebetlieder. 5. Um seinetwillen schone du; erhöre unsre Klagen. Verleih' uns wieder Fried' und Ruh', und wehre allen Plagen. Erbarm', o Herr, erbarme dich, und rett' uns alle gnädiglich von Krieg und Kriegsbeschwerden! 6. O Gott! du kannst der Fürsten Herz wie Wasserbáche lenken. Uch, laß sie einst der Völker Schmerz recht väterlich bedenken! sprich du selbst ihnen mächtig zu, daß sie auf ihrer Lånder Ruh' und Wohlfahrt ernstlich denken. 10. Nie griramig, sondern nur mit Maaßen sind deine Strafen eingericht't. Du wirst uns nicht zerstören lassen. Nein, Vater, nein, das thust du nicht. Wir sollen nur durch Angst und Pein geläutert und gereinigt seyn. 11. Zulegt wird jeder sagen müssen, das hat Gott, unser Gott, gethan! so brach er, nach verborgnen Schlüssen, zum bessern Endzweck leicht die Bahn! zulegt errettet deine Hand, barmherz'ger Gott! das Vaterland. Nach der Melodie des 215. Lieds. wir 9. Dies alles, Bater, werde wahr: du wollest es erfüllen. Erhör' und hilf uns immerdar um A hier vor bich mit willen! denn bein, o Herr, ist allezeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Reich, die Macht und Ehre! 421. traurigem Gemüthe: wir bitten dich demüthiglich, rett' uns durch deine Güte. Schau', wie die große Kriegsgefahr sich zu uns naht, und wie sie gar uns zu verderben dråuet. daß wir's verdienet haben. Gedenke vernicht, daß wir so sehr die uns lieh'nen Gaben geschåndet, und so lange Zeit zur Wollust, Pracht und Ueppigkeit undankbarlich mißbrauchet. 3. Wie öfters ist der Nebenchrist gedrücket und betrogen, durch Schein des Rechts, Gewalt und List das Seine ihm entzogen! darum ist nun dein Zorn entbrannt, die Sünde, die wir nicht erkannt, wird öffentlich vergolten. 7. O Herr! wir fallen dir zu Fuß, du wolleft uns erhören: gieb, daß wir uns mit wahrer Buß' in Ernst zu dir bekehren, damit wir nicht an unserm Theil selbst unser eignes Glück und Heil, den theuern Frieden stören. 4. Verzeih' uns solche Missethat um Jesu Christi willen! o, der für uns gelitten hat, kann deinen Zorn nur stillen. Das Lamm, das unsre Sünde trågt, die du ihm selbst hast aufgelegt, hat ja sie, Gutt, versöhnet. 8. Breit' wieder aus um unser Land die Flügel deiner Gnaden. Beschük' und segne jeden Stand. Laß nichts uns weiter schaden. Wir wollen solche Gütigkeit und Batertreu' zu jeder Zeit mit Dankbarkeit erheben. In Theurung. 422. Urmen, du Schöpfer Nach der Melodie des 56. Lieds. u reicher Gott der aller Welt: du Vater voll Erbarmen, der ewig Glauben hålt! weil du Gebet erhörst, so kommt in seinen Nöthen auch alles Fleisch mit Beten zu dir, der du uns nährst. 2. Herr, unsre große Sünden verdienen diese Noth; daß wir mit Recht empfinden, was uns dein Wort ges droht: Ein fruchtbar Erdreich soll um seiner Bürger willen nichts tragen, sie nicht füllen. Ach, unser Maas ist voll. 3. Ach, unser boshaft Leben drückt uns mit Recht zwar hart: doch wollst du uns vergeben nach treuer Vaterart. Die Sünde trägt zwar Frucht! Zweiter Theil.-- Besondere Gebetlieder. doch diese Frucht bringt Schaden. Ach, Herr, vergieb aus Gnaden dem, der dein Untlig sucht. 4. Ertrag' uns mit Erbarmen: wir tragen herzlich Reu'. Erhöre doch uns Urmen, nach deiner Wundertreu'. Du bist die Zuversicht, zu der wir alle flehen, nach der wir alle sehen, darum verlaß uns nicht. 5. Gott, unser Heil, ach wende der Zeiten schweren Lauf! thu' deine milden Hände, den Schaß der Allmacht auf. Was nur ein Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen: drum auf! und schaff' uns allen bei unserm Mangel Rath. 6. Du rufft dem Nichts, o Vater, damit es etwas sey. Sey jest auch, Gott! Berather, und hör' das Angstgeschrei, da uns der Mangel quält. Ja, hilf uns, und erhöre auch nun zu deiner Ehre; ersege, was uns fehlt. 7. Laß alle Frucht gerathen, bereichre du das Land; erquicke seine Gaaten mit deiner Gnadenhand: ju, segne, was man pflügt, und tránk's mit Thau und Regen, daß sein Gewächs und Segen uns wiederum vergnügt. 8. Dein Gutes überschütte und króne Jahr und Zeit; es triefen deine Tritte von lauter Fettigkeit; laß alles, was nur webt, am Morgen wohl gedeihen, am Abend sich erfreuen, mach' fröhlich, was da lebt! In Seuchen. Nach der Melodie des 413. Lieds. 423. Ah Gott, du unser Lebenslicht, Herr, unsre Burg und Zuversicht, du Trost und Heil der Urmen! bitten dich demüthiglich, erzeig' uns doch Erbarmen. 2. Wir spüren, daß der Seuche Gift schon hin und wieder Manchen trifft; es fånget an zu wüthen; drum flehen wir und schrei'n zu dir, du wollest uns behüten. 3. Wir beben, Herr, bei deiner Stimm'. Uch, straf' uns nicht in bei= nem Grimm mit dieser bösen Seuche. Hilf uns, o Gott, wend' ab die Noth, daß sie uns nicht erreiche. 229 4. 3war könntest du, o treuer Hort. auch unser Land und diesen Ort durch Seuch' und Pest verheeren, und ganz und gar uns sünd'ge Schaar in deinem Born verzehren. 5. Wir haben dir oft widerstrebt, nach deiner Vorschrift nicht gelebt, was dir mißfällt, verübet: wir haben dich oft freventlich mit Uebelthun betrübet. 6. Doch handle nicht, liebreicher Gott, ach handle nicht, Herr Ze= baoth! mit uns nach unsern Sünden! nein, Vater, nein, laß uns allein für Recht jegt Gnade finden. 7. Uch, schenk uns doch aus Gutigkeit die Schuld, die uns von Herzen reut, und laß uns nicht verderben. Uch, laß uns nicht durch dein Gericht in Sünden plöglich sterben. 8. Beschüß' uns, Herr, mit deiner Hand; schüß' unsre Stadt und unser Land, sammt allem, was wir haben. Verlaß uns nie; erfüll' uns früh mit deinen Gnadengaben. 9. So wollen wir voll Dankbarkeit dich, höchster Vater, jeder Zeit von Herzen ehren, preisen; und dann auch bort, o werther Hort, dir ewig Lob erweisen. In besonders schmerzhaften lang= wierigen Krankheiten und Vers folgungen. Der 38. Pfalm. Nach der Melodie des 79. Lieds. 424. nicht im Grimme, Straf, und bestimme über mich kein Rachgericht! ruge meiner Sünden Menge nicht mit Strenge, und verstoß mich Urmen nicht! 2. Ulles Fleisch ist mir verschwunden von den Wunden, die dein Zorn geschlagen hat. Mein Gebein erquickt kein Friede, siech und müde macht es meine Missethat. 3. Meine Schuld, wie hoch sie steiget, drückt und beuget mich bis in den Abgrund fast. Stinkend eitern mir die Wunden. Bange Stunden machen mich mir selbst zur Last. 230 Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Herz zerbricht.) 4. O, wie trübet meine Tage manche 1 Höhe auf das Wehe, wovon fast mein Plage! krumm gebückt geh' ich ein her, schon verdorrt mein Eingeweide; Trost und Freude kennt mein banges Herz nicht mehr. 15. Komme denn, erzeig' mir Urmen dein Erbarmen! eile, mir in meiner Noth bald mit Beistand zu erscheinen, mir, dem Deinen, eile, hilf mir, Herr, mein Gott! 5. Mir vertrocknen alle Säfte. Meine Kräfte sind dahin! ich seh' kein Licht. Es umziehen schon mich Matten schwarze Schatten! mein umwolket Auge bricht. Auf der Reife. 6.( Meine sonst geliebten Freunde flieh'n Feinde Qual fcheuen mich. Alle meine Unverwand 425. Jerr Chrift! will' ich Nach der Melodie des 215..Lichs. n deinem Namen, ten und Bekannten fliehen und ents fernen sich. 7. Die mein Tod ergöget, stellen, mich zu fällen, Nege; falsch ist Wort und That. Die mir Uebels wollen, denken, mich zu krånken, auf Betrug und auf Verrath. 8. Ich soll taub seyn und nicht hören, noch sie stören, wenn die Schmach das Herz mir bricht. Taub soll ich ihr Låstern tragen, und nichts sagen, wenn die gift'ge 3unge sticht. 9. Doch ich harre dein, du hörest und gewährest meine Bitte, Herr, mein Gott! übergieb mich ihrer Rotte nicht zum Spotte; rette mich aus meiner Noth!) 10. 3war verdien' ich, daß die Freude von mir scheide: ich verscherzte deine Huld. Uch, ich möchte wohl verzagen! meine Plagen sind ja meiner Sünden Schuld. 11. Doch schau', groß von Gnad' und Treue, meine Reue! ich verdamme mich vor dir. Ach, wie martert das Empfinden meiner Sünden! und wie schám' ich mich vor mir! 12.( Uber sollen die sich blähen, die mich schmähen, und mir täglich Unrecht thun? weil das Glück sie hat erhoben, will ihr Zoben wider deinen Knecht nicht ruhn. 13. Wie lang' sollen sie mich schelten? sie vergelten meine Redlichkeit mit Hohn. Weil ich mich für dich bemühe, Boses fliehe, trag' ich Haß und Schmach davon. 14. Doch will alle Welt zusammen mich verdammen: so verwirf nur du mich nicht, Blicke Herr von deiner nun weiter( zur Reise) gehen: du, der du mein Begleiter bist, wirft mir zur Seite stehen. Herr, Leib und Geel' befehl' ich dir, nebst Ehr' und Gut, und was du mir auf dieser Welt bescheeret. 2. Ich weiß, ich bin in dieser Zeit stets mit Gefahr umfangen: auch werd' ich in der Sterblichkeit nie völlig Ruh erlangen. Ich bin ein Pilger, der den Fuß und Stab stets weiter segen muß, und hier kein Bleiben findet. 3. Doch hilfst du, daß ich auch wie du, in allem überwinde, bis daß ich dort die wahre Ruh', die rechte Heiz math finde. Dann sind dann Müh' und Sorgen aus; da bin ich eigentlich zu Haus! die Unruh' hat ein Ende. 4. In dieser Ruhstatt denk' ich nun anjegt bei meinem Wallen. Herr! hilf und lehre mich hier thun nach deinem Wohlgefallen. Leit' mich allzeit auf rechter Bahn; und fang' ich etwas Gutes an, so führ' es wohl zum Ende. 5. Dir, Herr, ist mein Beruf be= kannt; er fordert diese Reise. O führe du mich bei der Hand, damit, zu deinem Preise, ich redlich thue, was ich soll. Mein Herz soll dich, des Dankes voll, für deine Führung loben. 6. Nur bitt' ich, o mein Gott, verleih', daß ich behutsam wandle, und immerdar vorsichtig sey, nie frech und strafbar handle. Durch deines Geistes Gütigkeit gieb Rath, Verstand und rechte Zeit zu meinem Thun und Lassen. 7. Nimm dich, o Herr, der Meinen an, die ich zurück gelassen. Du wolleft sie, mehr als ich kann, mit treuer 3weiter Theil. Besondere Gebetlieder. 231 Huld umfassen. O, laß sie dir em-| sie hin! durch Gottes Stimme wird pfohlen seyn, und uns bald mit einans der freun, wenn wir uns wieder sehen. erschüttert die wundervolle Wüste Sin. 8. Auf seinem Weg sieht Jacob dort von Engeln ganze Schaaren. Nun reis't er froh und muthig fort. Auch mich wird Gott bewahren. O nimm mich, Herr, in deinen Schuß: und wessen List, Gewalt und Truß kann mir alsdann wohl schaden? 9. Nun, Vater! dir ergeb' ich mich, Ich bin in deinen Händen. Du wirst, ich hoff' es, gnädiglich hier meine Wall= fahrt enden. Drum laß mich, wenn es dir gefällt, nach aller Unruh' dieser Welt dort ewig bei dir wohnen. Bei Gewittern. 2. Im heil'gen Schmuck fallt vor ihm nieder, mit reiner Unschuld ange= than, mit hingeworfnen Ecibern nieder, und betet den Weltherrscher an! 3. Die Stimme Gottes wälzt im Mecre gethürmte Wogen vor sich her. Er donnert laut, der Gott der Ehre, auf großen Wassern donnert er. 4. Gott spricht. Voll Kraft ist feine Stimme; er spricht: so steht da, was er schafft. Gott spricht, und herrlich ist die Stimme, in ihr ist Majestät und Kraft. 5. Die Stimme Gottes schilt die Se= dern: schnell, wie der Strahl, zersplittern sie. Die Stimme Gottes ruft den Cedern: dem Libanon entstürzen sie. 6. Sie macht sie hüpfend, wie die Kälber, sie stürmet, daß der Libanus, daß der erhabne Hermon selber wie ein jung Eichhorn hüpfen muß. Der 29. Pfalm. Nach der Melodie des 9. Lieds. Nach der Melodie des 46. Lieds. 426. Bringt her, ihr Mach- 427. Höchster, deſsen Kraft 426. tigen der Erde, bringt her dem Herrscher Lob und macht! der Ehre seines Namens werde von euch der Dank und Ruhm gebracht! Luft, Meer und Erde tråget; der Erde, Luft und Meer durch einen Wink beweget, ich lobe deine Güt'; ich preise deine Macht, auch da bei deinem Blitz der Donner schreckend kracht. 7. Gebirge stürzet sie zusammen; der Erdkreis bebt, da er sie hört. Des Höchsten Stimme haut wie Flammen, sie hauet um sich und zerstört. 9. Erschreckt von dieser macht'gen Stimme, gebåren Hindinnen zu früh. Und schnell entblößet sie im Grimme die Wälder und entwurzelt sie. 8. Die Stimme spricht: die Wüste zittert, welch Schrecken brauset durch 10. Gott spricht, daß er verherrlicht werde; sagt ihm im Tempel Lob und Dank! er sprach und richtete der Erde die Sündfluth zu, zum Untergang. 11. Und sie vertilgte die Verbrecher, die seines Namens Ehr' entweiht. Da war er König, Richter, Rächer, und das ist Gott von Ewigkeit. 12. Gott wird in aller Feinde Stürmen den Kindern Jacobs Kraft ver= leih'n. Er wird sie segnen, sie beschirmen, um sie wird großer Friede seyn. 2. Dráut gleich der Grund der Welt zu wanken, zu vergehen; läßt die geborstne Luft gleich nichts als Flammen sehen; heult gleich mit Ungestúm empórter Winde Wuth; dreht dem erschrocknen Land gleich eine Wasserfluth: 3. So zittert, blißt und rauscht doch alles Gott zu Ehren. Er läsſet seine Stimm' im Donner práchtig hören; er zeiget seine Kraft und seine Lieb', es bricht selbst durch der Wolken Nacht des Schöpfers Weisheitslicht. 4. Gott führet väterlich, zum Nugen und zum Segen, der Wolken feuchte Frucht, den oft erbet'nen Regen, durch Wind und Wetter her; macht durch der Blige Brand nicht nur die Lüfte rein, tránkt auch das dürre Land. 5. O Weisheit sonder Ziel! o Allmacht sonder gleichen: o wahrer Vaterlicb' untrüglich helles Zeichen! ach, möchten wir es doch in froher Ehrfurcht sehn, und auch im Wetter selbst der Gottheit Huld verstehn! 6. Denn ob darüber gleich Luft, Meer und Erd' erschüttern; so darf Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. 232 ein frommes Herz doch darum nicht Nach der Melodie des 42. Lieds. erzittern! schreckt dich des Schöpfers 428. Des Donners schreckens wird Macht, so denke doch dabei: daß er zu deinem Schuß nicht minder mächtig sey. 7. Gewiß, du ehrst ihn nicht, wenn du zu knechtisch bebest, und unter Blik und Knall in lauter lengsten schwebest. Sich' deinen starken Gott. doch nicht so machtlos an, daß er im Wetter dich nicht auch beschirmen kann. schwächer, und die Blige fliehn: bald schmückt, bei angenehmer Stille, der. Sonne Glanz das feuchte Grün. Herz! heischet dies nicht deinen Dank? heischt dies nicht einen Lobgesang? 2. Die frohe Heerde blockt schon wieder; ein Chor der Vögel schwirrt 8. Es wirket seine Macht ein ehr- und singt nur von dem Herrn verfurchtsvolles Grauen; doch auch nicht stand'ne Lieder. Ihr munterer Gesang weniger ein kindliches Vertrauen. An durchdringt der ungemess'nen Lüfte uns liebt unser Gott zwar Ehrerbie- Kreis, dem Segensgott zum Ruhm tigkeit, doch mehr noch Zuversicht, noch mehr Gelassenheit. - 9. Und sollte, was er thut, dir etwa Schaden bringen; so suche christlich stark, den Unmuth zu bezwingen. Ohn' ihn kann nichts geschehn, und was durch ihn geschicht, ist alles nug' und gut, begreift man es gleich nicht. 10. Weil aber dieses nicht in unsern Händen stehet, und man sich blos, o Herr, durch dich zu dir erhöhet; so fleh' ich inniglich: gieb mir die Eigenschaft, die dir gefällig ist, und des Vertrauens Kraft. 11. So oft wir bligen sehn, so oft wir donnern hören, laß uns, Herr Bebaoth, dich lieben, fürchten, ehren! bat deine Güte schon den Blig her vorgebracht: so ist sein Strahl doch auch ein Zeichen deiner Macht. 12. Von unserm Nichts kann nichts so klar uns überführen, als wenn wir die Gewalt der Elemente spüren. Die ungeheure Macht erweiset, wie so klein, so elend, so gering und schwach wir Menschen seyn! 13. Drum, Herr, erbarme dich! erbarme dich aus Gnaden! laß dies Gewitter doch den Unsrigen nicht schaden. Gieb, daß der grause Sturm, gieb, daß der Schlossen Heer uns weder Leib noch Gut entreiße, noch versehr'. 14. Uch, laß in der Gefahr, bei Donner, Blik und Stürmen, uns deine Lieb und Macht, o Vater, doch beschirmen! vor allem aber gieb, wenn die Gefahr vorbei, daß so vor Schuß als Nug', dir jeder dankbar sey! und Preis. 3. O Seele, preise den Erretter, der seine große Kraft bewies; den starken Gott, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der selbst des Bliges Strahlen lenkt, und auch im 3orn der Gnade denkt. 4. Nimm auch des Höchsten theure Güte in Blig und Ungewitter wahr. Dem frohen forschenden Gemüthe stellt sich ein großer Schauplak dar von ungezählter Segensspur, zum Labsal aller Kreatur. 5. Wenn bei erhißter Dünfte Glühen sowohl die Menschen als das Vich den Odem matt und keuchend ziehen; wie froh, wie munter werden sie, wenn in die angstlich schwüle Luft der Donner kühle Winde ruft. 6. Wie lieblich hebt sich das Getraide, getránket durch den Regenguß; und wie vergnügt betritt die Weide der neubelebten Thiere Fuß! der muntern Vögel frohes Heer verkündigt des Erhalters Ehr'. 7, O Gott! wie viele Segensproben verbreitest du auch durch den Blig; dich muß man auch im Wetter loben. Du meinst es gut und wie's uns núg'. Dir sey mein Herz ein Dankaltar; dir bring' ich Lob zum Opfer dar. 8. Verfleucht der Knall von Donner= wettern: des Wortes sanfter Donner währt. Droht nun kein Blit uns zu zerschmettern; des Wortes Leuchten bleibt und nährt. Sey treu, o Herz! bei diesem Licht; Gott rührte dich; vergiß es nicht! Zweiter Theil. Besondere Gebetlieder. Fürbitten. Für die Obrigkeit. Mel. Aus meines Herzens Grunde ic. 429. T ehovah, Herr und König der Könige und Herrn, dir ist man unterthá- nig; du herrschest nah' und fern, du Gott, Herr 7 Bebaoth! an Ehren groß und práchtig; im Schügen stark und mach- tig, ein Helfer in der Noth. 2. Nach deines Knechtes Lehre ist keine Obrigkeit, die, Herr, von dir nicht wäre; ihr Schwert, das Frevlern draut, das hat sie ja von dir! wer ihr zuwider lebet, der wagt's, und widerstrebet dir selbst noch mehr als ihr. 3. Ach, lieber Vater, lehre mich doch durch deinen Geist, daß ich die Obern ehre, wie uns bein Wort es heißt! fie tragen ja dein Bild; laß mich Gehorsam üben, und sie mit Ehrfurcht lieben, wie du es haben willt. 4. Die wir zu Herrschern haben, laß deinen Willen thun. Laß deines Geistes Gaben auf ihnen reichlich ruhn. Du herrschest selbst im Land. Das Herz der Obrigkeiten kannst du wie Bâche leiten, es steht in deiner Hand. 5. Gott von großer Güte, gieb ihrem Geiste Licht. Gieb Treue dem Gemüthe zum Urtheil im Gericht. Laß stets durch ihr Bemüh'n den Frommen sicher stehen, der Bösen Rath vergehen, und alle Stände blühn. 6. Gieb, daß durch ihr Regieren wir mit Zufriedenheit ein ehrbar Leben führen in wahrer Frömmigkeit. Herr Gott du fegneft gern: wir bitten ohn' Ermüden: gieb Segen, Heil und Frieden durch Jesum, unsern Herrn. 233 Bei der Einführung eines Predigers. Melodie des 143. Psalms. 430. G rlöser! sieh' auf uns hernieder, auf Hirten und der Heerde Glieder, die wir vereinigt zu dir schrein, und unsre Bitten, unsre Lieder, laß, Herr, dir wohlgefällig seyn. 2. O selig, welchen du erwählet, und deinen Boten zugezählet! wenn er dein Wert aufrichtig lehrt; und wo er fehlt, aus Schwachheit fehlet: und selbst thut, was man von ihm hört. 3. So selig sey auch der zu halten, für den wir jetzt die Hände falten, da er sich deinem Dienst geweiht, und solchen würdig zu verwalten sich binden will mit Wort und Eid. 4. Du selbst mußt ihm Vermögen geben; mit Licht und Kraft den Geist beleben, und leiten ihn als bei der Hand; dann macht sein wichtiges Bestreben erst dich und deinen Ruhm bekannt. 5. O laß ihn, Herr! durch dich bes lehret, durch keines Irrthums Wahn bethöret, die Wahrheit selbst gerühret sehn, und, wie sich auch das Fleisch empöret, doch ihre Stege richtig gehn. 6. Gieb Gnade, daß zu rechter Stunde, dein streng Gesez aus seinem Munde den Sünder wecke! doch dabei des Lebens Wort vom Gnadenbunde für schüchterne Gewissen sey. 7. Uch! laß ihn seiner Arbeit Früchte mit unbeschämten Ungesichte nach weisem Fleiße reifen sehn, und bei dem drückenden Gewichte des Amts, die Kraft von dir erflehn. 8. Erhalt' ihn in den rechten Schranken, in Wort, in Wandel und Gedanken! gieb ihm, nur deinen Geist zu scheu'n; von seinem Vorsag nicht zu wanken, und bis an's Ende treu zu seyn 234 3weiter Theil.- Bel Einsegnung der Eheleute. Nach der Melodie des 109. Lieds. 431. Gott! bel gnadender voller Rath den Eh'stand eingeseget hat, der du ihn segnest, schüßest, liebst, und ihm Glück, Heil und Gnade giebst. Besondere Gebetlieder. 3. Gott schmücket ihr geliebtes Haus mit wohlgerathnen Zweigen aus, woran fie Freude sehen: und bricht gleich oft ein Kreuz herein; will er selbst Troft und Helfer seyn, und stets zur Seite stehen. Endlich soll sich nach dem Leide ew'ge Freude für sie finden; Gott will ihnen Kränze winden. 2. Gieb diesen, daß sie stets mit Flehn, in Lieb' und Eintracht zu dir gehn: und wenn ihr Herz voll Undacht schrei't, gieb, daß ihr Werk auch wohl gedeih't. 3. Auch wenn sie Kreuz und Kummer drückt; so zeige, daß du es geschickt. Hilf bald, und gieb, daß sie zulegt dein gnadenreicher Trost ergögt. 4. Laß Eltern Schand' und Sünde fliehn, und fromme Kinder auferziehn, daß Einigkeit, 3ucht, Schaam und Treu' zu aller Zeit im Wachsthum sey. 5. Laß, die im Ehestande stehn, sich, Herr, durch dich gesegnet sehn. Gieb, daß fie deinen Willen thun, und unter deinem Schuße ruh'n. 6. O treuer Gott! wir bitten dich, regiere sie stets gnädiglich, erhalte fie die Lebenszeit in deiner Furcht und Heiligkeit. 7. So bringen sie dir lebenslang für solche Gnade herzlich Dank; bis dich, Gott Vater, Sohn und Geist! ihr froher Mund dort ewig preist. Nach der Trauung. 4. Nun, Gott! du hast es wohl bedacht, die heil'ge Ordnung selbst gemacht, und willst sie noch bedecken. Dein Geist regiere Mann und Weib, daß sie ein Herz, ein Fleisch und Leib, dein Bündniß nie beflecken. Rühre, führe ihre Seelen, dich zu wählen, dich zu ehren; laß sie keine Noth beschweren. 5. Führ' ihre ganze Lebenszeit zur Gottesfurcht und Heiligkeit, durch deines Geistes Stárke. Regier' und lenke doch ihr Herz von Fleischeslust, vom eiteln Scherz, allein auf gute Werke. Laß die, so die Ehen schließen, Heit genießen, Segen sehen, und zur Lammeshochzeit gehen. Die Eltern für ihre Kinder. Nach der Melodie des 116. Lieds. 433. Gorge doch für meine du ihr Vater bist. Sie sind freilich Kinder, Gott, der vor dir Sünder, doch versöhnt durch Jesum Christ, und in ihrer Kindheit schon dir und Jesu, deinem Sohn, 432. Rath Ehestand gestiftet hat: er ist's, der Eva machte, und diese tugendvolle Braut, die er aus Adams Ripp' erbaut, zum ersten Menschen brachte. Ehen sehen derowegen Gottes Segen; Gott beglücket was er stiftet, fügt und schicket. 2. So lebt ein frommer Mann be= glückt, wenn Gott ihm eine Gattin schickt, durch die er wird gesegnet; wenn eins das andre zärtlich liebt, und ihnen Gott den Frieden giebt. O! wie viel Wohlseyn regnet täglich reichlich auf die Seelen, die Gott wählen, die sich lieben und zugleich die Tugend üben. Nach der Melodie des 35. Lieds. Gott ist es, deſſen weifer bei der Taufe übergeben, dein zu 2. Du hast sie bisher genähret: du hast manchem Unglücksfall mehr als väterlich gewehret. Da dein Engel überall, ob er gleich dein Untlig sieht, sich doch für sie froh bemüht; o so muß mich ihr Gedeihen, Herr, mit jedem Tag erfreuen. 3. Sollt' ich denn für solche Güte dir nicht herzlich dankbar seyn, und mit dankendem Gemüthe mich bei solchem Glücke freu'n? Beigt' ich nicht voll Rühmens an, was du, Herr, an mir gethan! ach, so würde dies mein Schweigen von dem schnöd'sten, Kaltfinn zeugen. 3weiter Theil.- Besondere Gebetlieder. 4. Herr! du bist's, was mich er= gdget, meiner Seele Trost und Heil, das mein Herz am höchsten schåget; Herr, du bist mein Gut und Theil: bleib' auch meiner Kinder Gott; laß sie doch in keiner Noth, auch im Glücke nicht verderben, rühmlich leben, ſelig sterben. 235 2. Oft hab' ich sie schon betrübt. Uch, vergiebs mir diese Sünde! nie hab' ich sie so geliebt, wie es einem jedem Kinde Wort und selbst Natur gebeut. Gott! es ist mir herzlich leid. 3. Was ich ihnen schuldig bin, nehm' ich billig wohl zu Herzen. Laß mich nicht durch Eigensinn ihre Huld und Gunst verscherzen. Gieb, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam sie erfreut. 4. Wie viel Sorgen, Angst und Müh' haben oft ihr Herz gebeuget? Wie viel Liebe haben sie täglich, stündlich mir erzeiget? Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich gewacht? 5. Laß denn, ohne Heuchelei, mich vor ihnen dankvoll beugen, und Gehorsam, Lieb' und Treu' stets in Wort und Werken zeigen; so fehlt mir der Segen nicht, den mir dein Geseg verspricht. 6. Stelle mir zum Beispiel für jenes Muster aller Kinder, Jesum, der zwar Eins mit dir, und die Eltern doch nicht minder mit Gehorsam selbst verehrt, dies sey mir nachahmungswerth. 7. Lege viele Jahre zu meiner Eltern Zeit auf Erden! Laß sie, Herr! in Fried' und Ruh' mir zum Besten älter werden. Beten sie für sich und mich, so erhör' es gnádiglich. 5. Laß sie nicht ihr Herz verstocken, heb' es stets zu dir empor. Wenn fie bose Buben locken, o dann höre nicht ihr Ohr. Laß der Thoren Wahn und Scherz nicht ihr jugendliches Herz, das nur dir gehört, entweihen; deiner muss es sich erfreuen. 6. Laß du sie schon hier auf Erden dir zum Ruhm geschäftig seyn, und den Menschen nüglich werden. Deine Furcht pflanz' ihnen ein; daß in einer argen Welt, sie stets thun, was dir gefällt, und nach deinem heil'gen Willen treulich ihre Pflicht erfüllen. 7. Gieb, Herr, daß sie stets mit Ehren, nicht dem Feind zum bittern Spott, nicht dem Freund zur Last, sich nähren. Segne du ihr täglich Brot, daß sie nie ein Unfall schreckt, der zu herbes Leid erweckt. Schlägst du sie, so laß es ihnen stets zum wahren Besten dienen. 8. Still laß ihre Tage fließen. Laß sie ihre Prüfungszeit tugendsam und fromm genießen. Wenn sie dann zur Ewigkeit endlich einmal übergehn, so laß sie vor dir bestehn. Laß sie sanft und ruhig sterben, und dort deinen Himmel erben. 9. Gönne mir die große Freude, daß ich an dem jüngsten Tag, nach hier überstandnem Leide, einst mit Jauchzen sagen mag: liebster Bater, ich bin hier, nebst den Kindern, die du mir einst in deiner Gunst gegeben: ewig will ich dich erheben! Die Kinder für ihre Eltern. Nach der Melodie des 47. Lieds. 434. ott, mein Vater! Dank sey dir: du haft Gu tes, Leib und Leben, durch die Hand der Eltern, mir ohne mein Verdienst gegeben: für mich krónst du ihre Müh', mir zu gut erhältst du sie. 8. Alles Kreuz mach' ihnen leicht; hilf es, Bater! selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht, nach den sauern Lebenstagen, so gieb du vor deinem Thron ihnen frommer Eltern Lohn. Eines Waisen. Neue Mel. oder: Warum betrübst. 435. D welch ein Leiden, das mich drückt! das du mir, Bater! zugeschickt! weil leider! mir der Tod die Eltern früh Vom Lobe Gottes. und Noth, in Seel- und Leib'sgefahr. entriffen hat, demüthig ehr' ich Bedeck' mich durch der Engel Macht, als Gott und Helfer, Tag und Nacht. 236 Zweiter Theil. 6. O Brunnquell aller Gütigkeit! bescheere mir von Zeit zu Zeit die Mittel meines Glücks; du weißt ja leicht für Jeden Rath, den deine Hand erschaffen hat. 7. Du hörest, wenn die Raben schrei'n: : laß auch dein Kind erhöret 3. Uch! floß mir wahre Tugend seyn, und nimm mein Seufzen auf: ein, so werd' ich immer glücklich seyn. Herr! leit' und führe mich. Laß mich bei dir in Gnaden stehn, so wird mir's immer wohl ergehn. effen, o du reicher Gott! gieb Kleider anzuziehn, und Brod zu mein Gott und Herr! versorge mich, 8. Ich werfe meine Sorg' auf dich, und mach' es immer wohl; so lob' ich dich, so dank' ich dir für solche Gnade für und für. - deinen Rath. 2. Drum flieht mein kummervoller Sinn zu dir, dem höchsten Helfer, hin. Herr! stehe du mir bei! zu dir steht meine Zuversicht: verlaß mich, bester Vater! nicht. 4. Von dir kommt alles wahre Gut: drum gieb mir Weisheit, Kraft und Muth durch deinen guten Geist; da= mit mein schwaches Herz nicht fehl', und stets das beste Theil erwähl'. 5. Beschüg' mich auch, o treuer Gott! in Kreuz, Verfolgung, Angst 436.2 a. Vom Melodie des 134. Psalms. 31) Loblieder. 9. Bricht dann mein Lebensziel herein; laß mich des Himmels Erbe seyn. Erlang' ich dieses nur, so acht' ich weder Noth noch Qual in diesem jammervollen Thal. Lobe Gottes. uf, Christen! preis't E mit mir den Herrn! wer preis't, was herrlich ist, nicht gern? Und welch ein Glanz, der Gott verklárt! wer ist, wie er, des Lobes werth? 2. Lobt ihn! sein ganzer Nam' ist Ruhm: Unendlichkeit sein Eigenthum. Dies gränzenlose Meer von Licht durchschauet selbst der Engel nicht. 3. Ja, eure Lust sey, ihn erhöh'n! folch Lob ist heilsam, lieblich, schön, schärft den Verstand, erhebt das Herz, und stillt im Leiden allen Schmerz. 4. Wie wird der Geist dadurch entgückt; hinauf gen Himmel hingerückt; mit seinem hocherhab'nen Freund, mit Gott, stets inniger vereint! 5. Welch ein so herrlicher Beruf, zu dem Gott selbst die Engel schuf! welch eine theure süße Pflicht, die uns so reichen Lohn verspricht. 6. Ja, Pflicht ist's, daß ihr sein gedenkt, ihr, denen er Verstand geschenkt! die Ehre des Verstandes ist, daß ihr den Ew'gen kennt und wißt. 7. Pflicht ist es, daß ihr ihn besingt, die ihr von ihm ein Herz empfingt, das sich zu Gott mit Inbrunst nah'n, und seine Größe fühlen kann. 8. Auch euer Mund, so oft er spricht, erinnert euch an diese Pflicht. Die Sprache dankt ihr ihm allein: und wolltet nicht voll Rühmens seyn? denn welche Gabe sollt' uns der nicht 9. Wer ist gutthätiger, als Er? schenken, der so sehr uns liebt, daß er auch seinen Sohn uns giebt? 10. Was gebet ihr ihm nun dafür? ist nicht ein Herz voll Dankbegier, das ganz in seiner Liebe brennt, das Einz'ge, was ihr geben könnt? Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 237 Dienste wacht! 11. Auf, Christen, preis't mit mir| Tag und Nacht zu seinem Lob' und den Herrn; wer preist nicht milde Geber gern? gedenkt, wie viel er uns gewährt! wer ist, wie er, des Dankes werth? Der 134. Pfalm. Nach der Melodie des 436. Lieds. 437. Erhebet Gottes Heiligkeit ihr, die er sich vor andern weih't, und die ihr vor ihm Der 34. Pfalm. Nach der Melodie des 82. Lieds. b. Allgemeine Loblieder. ir, Gott, will 438. Dich Lobfingen, und von meinem Munde soll stets dein Lob zum Himmel dringen: denn mein Herz ist Dankes voll. Deiner freut sich mein Gemüthe, rühmt sich, mein Gott, deiner Güte; alle Frommen freuen sich deiner, Herr, und loben dich! 2. Sa, preist ihn ihr frommen Seelen, stimmt Danklieder mit mir an! lasset fröhlich uns erzählen, was der Herr uns Gut's gethan! lasset, lasset uns zusammen Lieder singen seinem Namen! ein vereintes Lob gefällt unserm Gott, der uns erhält! 3. Herr, du hast mein Leid vernommen, du sahst meine ganze Noth! mein Geschrei ist vor dich kommen: da halfst du mir, o mein Gott! und du eiltest auf mein Beten, mich aus meiner Noth zu retten; strecktest, ach, wie dank' ich dir, deine Baterhand zu mir! 4. 3ittert nicht in den Gefahren! unsers Gottes Angesicht schaut auf uns, uns zu bewahren, Fromme! Gott verläßt euch nicht! wer will uns unglücklich machen? Gottes starke Engel wachen immer um uns! Gottes Treu' steht beim nahen Tod uns bei. 2. Erhebet zu ihm Herz und Hand, und bittet ihn für jeden Stand; und lehrt und singt im Heiligthum, als wie die Engel, seinen Ruhm! 5. Schmecket, Freunde Gottes, schmecket, fühlet seine Freundlichkeit: seine Gnad' und Huld bedecket jeden, der sich seiner freut! Gott kann uns in allen Stürmen, wenn wir ihm ver3. Euch segne Gott von seinem Thron, und sey bort ewig euer Lohn; euch segne Gott, der alle Welt ers schaffen hat, und noch erhält traun, beschirmen; ja, der Herr ist unser Gott, unser Fels in jeder Noth! 6. O wer wollte dich nicht ehren? wer verdient Vertrau'n, als du? wer kann in der Noth erhören? wer kann helfen, Gott, wie du? du willst die, die deinen Willen freudig thun mit Freud' erfüllen, ihnen fehlt's an Segen nie! du ernährst und segnest sie. 7. Was die Frommen sich erwerben, das verdirbt nicht dein Gericht, Sünder låss'st du oft verderben, aber deine Kinder nicht! wer den Herren sucht und liebet, wird mit Mangel nie betrübet, er verheißt es, daß für den seine Schåge offen stehn. 8. Kommt dann, fromme Seelen, höret, wie der Herr euch segnen kann! nehmet, Kinder, was er lehret, mit bereitem Herzen an! ihr müßt, wollt ihr selig leben, eure Herzen Gott ergeben; euer Herz und Mund muß rein, ganz das Leben heilig seyn! 9. Fliehet eurer Junge Sünden, laßt zu keiner Heuchelei, keiner Sünd euch überwinden, bleibt Gott und der Tugend treu, sucht und jaget nach dem Frieden, laßt den Feind euch nicht ers müden, thut ihm Gutes, thut es gern; Neid und Zorn sey von euch fern! 10. Gott schaut alle seine Knechte stets mit Wohlgefallen an! er ist's, der, wenn der Gerechte zu ihm schreit, ihm helfen kann, in sein Buch find alle Klagen seiner Frommen eingetragen; ihre Thránen und ihr Schmerz rühren sein erbarmend Herz... Zweiter Theil. Allgemeine Loblieder. 238 11. Aber Gottes Born verzehreti weg von seinem Angesicht jeden, der li ihn frech entehret! spottet, Sünder, Der 103. Pfalm. Nach der Melodie Ses 265. Lieds. Gottes nicht! fleht ihn an, daß ſeine 440. Jobfinge Gott mit wahRache schnell wider erwache; rem Gott ist gut, doch immer schont der nicht, der im Himmel wohnt. 12. Weh' dem, der den Frommen drücket, Gott sieht's! und der Fromme schreit, und Gott hört's, und Gott erquicket ihn, zur Hülfe stets bereit. Er ist nahe allen denen, die sich nach der Hülfe sehnen; so gewiß sie zu ihm flehn, werden sie die Rettung sehn. 13. 3üchtigt Gott gleich unsre Seelen: er meint's immer mit uns gut! läßt, wenn uns die Leiden quälen, doch nicht sinken unsern Muth. Gott beschüßt, erhält die Seinen, die es redlich mit ihm meinen; er bleibt in der größten Noth, wie im Glück, ein treuer Gott! 14. Ohne seinen Rath und Willen wird uns nie ein Haar gebeugt; er kann jedes Wetter stillen, das schnell auf uns niedersteigt! er, er wird mit seinen Wettern seiner Feinde Schwarm zerschmettern! dient denn, Fromme, Gott! ihr seyd sein in alle Ewigkeit! - Der 100. Psalm. Sint Nach der Melodie des 109. Lieds. Völker, jauchzt mit 439.hal den Gott der Götter überall! erscheint in seinem Heiligthum mit eifersvollem Dank und Ruhm! 2. Der Herr ist Gott. Nur er allein, nicht wir, verlieh uns unser Seyn. wir sind sein Werk und eigen Gut, und Schafe seiner Weid' und Hut. 3. Erhebt, empfangt ihn allzugleich; und eilet in sein Gnadenreich! er öffnet seine Thore weit. Da dringt hindurch mit Freudigkeit. 4. Unendlich groß ist seine Treu'. Sie scheint uns alle Morgen neu; und seine Huld und Gütigkeit besteht durch aller Zeiten Beit. o meine Seel', und preise feine Liebe! was in mir ist, erhebe seine Treu'! ich soll, ich will mit dankerfüllter Seelen, so lang' ich kann, erwägen und erzählen, wie groß an mir sein Gnadenreichthum sey! 2. Bewein' ich nur mit Schmerzen meine Sünden; so läßt er mich bald seinen Trost empfinden. Er heilt mein Weh' und tilget meine Schuld. Der Verderben, und krónet mich, als einen Herr, mein Gott, erlös't mich vom Himmelserben, mit heil'gem Schmuck und ewig reicher Huld. 3. Er sättigt mich mit aller Güter Fülle: gewähret mir des innern Friedens Stille; und schaffet mich, wie Udler, jung und neu. Er giebt nicht zu, daß jemals Welt und Hölle mit Macht und List des Armen Unschuld fälle, und im Gericht steht er ihr fiegreich bei. 4. Wie herrlich zeigten sich dort seine Wege, wie wundervoll sein Schuß und seine Pflege durch Mose Dienst an Jacobs großem Heer! der Herr ist sanft und milde von Gemüthe; er übt an uns nur Treu', Geduld und Güte, langsam zum Born und voll Mitleid ist er.nl 5. wir, daß er ganz verlaffe, und droht er uns mit seinem schweren Hasse; so währet doch sein 3orn nicht lange Zeit. Er lohnt uns nicht nach unsern Missethaten; und so dient sie nur zu unsrer Seligkeit. wenn wir auch in seine Zucht gerathen; 6. Er läßt an uns, wenn wir ihm kindlich trauen, viel höher noch der Gnade Wunder schauen, als über uns der Himmel Kreise gehn. Die Sünde muß viel weiter von uns schwinden, als Ost und West sich von einander finden, wenn wir zu ihm mit Reu' und Thránen flehn. 7. So zártlich schont kein Vater seiner Kinder, als unser Gott der tiefgebeugten Sünder; er schlägt und 3weiter Theil.- Allgemeine Loblieder. heilt, und lindert ihre Pein, als welcher stets auf unsre Schwachheit schauet. Er denkt daran, daß wir aus Staub gebauet, und wieder Staub in kurzem werden seyn. 8. Wie eitel sind doch unsre kurzen Tage! wir leben kaum, so sind't fich Müh' und Plage; wir blühen, doch wie eine Blume blüht, die jeder Wind, der kaum vorüber fähret, versengt und dörrt, und wie in Nichts verkehret, daß niemand mehr auf ihre Spur nur sieht. 9. Nur Gottes Treu' kann nimmermehr vergehen, wenn wir nur fest in seiner Furcht bestehen, will sie auf uns und unsern Enkeln ruhn. Sein ewig Heil wird über denen walten, die seinen Bund und sein Gesege halten; und, was er will, von ganzem Herzen thun. 10. Des Herren Thron ist himmelhoch erbauet, von welchem er auf alle Menschen schauet. Sein Wink regiert die Völker aller Welt. Lobfingt dem Herrn, ihr Engel und ihr Helden, die sein Gebot vollstrecken und uns melden, und die sein Wort in ew'ger Uebung hält. 11. Lobsingt dem Herrn, ihr seine lichten Heere, die ihr um ihn, uns Sterblichen zur Lehre, mit Freuden dient, und seinen Willen thut! Lobsingt dem Herrn, ihr alle seine Werke! so weit er herrscht, verehret seine Stårke; lobsing' auch du, mein Geist, dem höchsten Gut. Der 111. Psalm. Nach der Melodie des 55, Lieds. Belobt fey Gott! ihm 441. f fröhlich fin wit ich gen; ihm Dank und Ruhm mit den Gerechten bringen, und der Versammlung aller Frommen Seelen sein Lob erzählen. 239 er sey, die Welten lehre. Der Höchste bleibt gerecht von Ewigkeiten auf alle Zeiten! 4. Er baut den Wundern, die sein Arm verrichtet, ein Denkmal, welches keine Zeit zernichtet! der Herr von frommem, duldendem Gemüthe; der Herr voll Güte. 5. Der Herr giebt Speise denen, die ihm dienen; was er verheißet, das erfüllt er ihnen; er denkt des Bundes; ewig soll er währen, weil sie ihn ehren. 2. Groß, majestátisch sind des Höchsten Werke, und würdig, daß man sie erforsch' und merke! aus ihnen strömen heilige Vergnügen, die nie versiegen. 3. Was er nur ordnet, ist voll Schmuck und Ehre, daß er, wie groß 6. Die Thaten seiner Hand sind Recht und Treue. Gott spricht kein gnädig Wort, das ihn gereue. Der Fromme weiß, daß er aus Lieb' und Güte sein Recht gebiete. 7. Es dauert fest und ewig unbe= weget! er hat's auf Stein und uns in's Herz gepräget, daß wir getreu und willig seinen Rechten gehorchen möchten. 8. Er sendet Heil und Rettung seinem Erbe, damit es nicht der Feinde Grimm verderbe. Sein Bund, die Frommen herrlich zu erhöhen, bleibt ewig stehen. 9. Die Furcht vor Gott, die Lust, ihn zu erheben, führt uns zur Weisheit, führet uns zum Leben; sie giebt Verstand und Licht, damit die Seele, was gut ist, wähle. 10. Bon ihr geleitet, lernt man Wege wallen, die nie verführen, welche Gott gefallen. Der Ruhm, womit sie sich geschmückt wird sehen, wird nie vergehen. Der 113. Pfalm. Nach der Melodie des 15. Lieds. Herrn, 442. hr nechte Gottes, lobt ſeinen heil'gen Namen! gelobet sey er nah' und fern, und jetzt und ewig! Amen! Vom Aufgang bis zum Niedergang sey er der Heiligen Gesang, ihr Ruhm und ihre Freude! 2. Unendlich ist der Herr erhöht, hoch über alle Heiden. So weit der große Himmel geht, muß Ehr' und Schmuck ihn kleiden. Ja, ja, wer ist, wie unser Gott, der hohe Herrscher Bebaoth, der auf das Niedre siehet? 240 Zweiter Theil. 3. Er richtet die Geringen auf, die nach Errettung dürsten; und fördert des Verlass'nen Lauf, und seht ihn zu den Fürsten. Der Unfruchtbaren ödes Haus schmückt er mit holden Kindern aus. Laßt: Hallelujah! schallen. Allgemeine Loblieder. will dich ewig lieben, ich will, als dein Eigenthum, stets erheben deinen Ruhm! 2. Wie ein Udler sein Gefieder über seine Jungen streckt, so hat( dankt's ihm, meine Lieder) mich auch Gottes Urm bedeckt! Gott, der über mir schon wachte, als ich kaum zu seyn begann, sah' mit Baterhuld mich an, eh' ich lebte, eh' ich dachte! Leib und Der 117. Pfalm. Nach der Melodie des 46. Lieds. verdank' ich's dir! 443. obt, lobt den Herrn, Seele gabst du mir; Gott, o wie ihr Nationen! frohlockt ihm; bringt ihm Ruhm und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd' Ehr' und Lob dem Herrn gebracht! 2. Denn seine Gnade, seine Treue ist groß und unveränderlich; sie herrschet ewig: Erdkreis freue der Gnad' und Treue Gottes dich! - 3. Lobt, lobt den Herrn, ihr Nationen; frohlockt ihm, bringt ihm Preis und Macht! von allen, die auf Erden wohnen, werd' Ehr' und Lob dem Herrn gebracht! 444. obet den Herren, alle Hei- den, preiset ihn alle Völker, denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Ul- le= lu- ja! Alleluja! 2. Chr' sey dem Vater und dem Sohne, und auch dem heil'gen Geiste, als es im Anfang war und nun bleibet bis in Ewigkeit. Amen! Alleluja! Alleluja! Nach der Melodie des 108. Lieds. 445. Sollt ich meinem Gott nicht singen? sollt' ich ihm nicht dankbar seyn? Sollte nicht in allen Dingen seine Liebe mich erfreu'n? Lieben ist es, nichts als Lieben, herzliche Barmherzigkeit, die so oft und viel verzeih't! Herr! ich 3. Für mich Armen, mich Verlor= nen, mich, der ich gefallen bin! gab er seinen Eingebornen, Jesum Chris stum, selber hin. Wer kann, was er that, ergründen? auf der ganzen Erde, wer? wer aus seiner Engel Heer kann es, wie er liebt, ergründen? seine Lieb' ist immer neu, ewig seine Gnad' und Treu'! 4. Seinen wunderbaren Führer, seinen Tröster, seinen Geift, giebt der Herr mir zum Regierer, wenn die Welt mich an sich reißt, daß er meine Seele fülle mit des Glaubens hellem Licht! dann, dann fürcht' ich kein Gericht! und mein bebend Herz wird stille! deines Heils darf ich mich freu'n! Herr! dein bin ich! du bist mein! 5. Meinem bessern Theil, der Seele, giebt er Trost und Kraft und Ruh! wenn ich, was er wählte, wähle, strömet mir sein Frieden zu! was, so lange wir hier wallen, wir bedürfen in der Welt, was die Hütten stüßt und hält, die dereinst in Staub zerfallen, auch dies giebt uns, dessen Ruf uns für diese Welt erschuf. 6. Himmel, Erd' und ihre Heere sind zu meinem Dienste da! wohin ich mein Auge kehre ist mir Gottes Segen nah! Thier' und Kräuter und Getraide in den Gründen, auf der Höh', in den Büschen, in der See, sind mir Nahrung, sind mir Freude; vom Gedeih'n und Ueberfluß trieft des Allerhöchsten Fuß! 7. Wenn Betrübniß meine Seele, Elend meinen Leib umgiebt; dann, dann bet' ich und verhehle nichts dem Gott, der doch mich liebt! wär' er nicht mein Gott gewesen, hátte mich 3weiter Theil. Allgemeine Loblieder.. fein Ungesicht nicht erquickt; so wär' ich nicht von so vieler Qual genesen! vom Allsehenden bewacht, ging ich durch die dunkle Nacht! 8. Wie ein Vater seinem Kinde nie mals ganz sein Herz entzeucht; ob es gleich, verführt zur Sünde, von der rechten Bahne weicht: also sieht auch mein Verbrechen mein versöhnter Vater an, zúchtigt mich, daß ich's gethan, will's nicht mit dem Schwerte rächen, weil, als ich's verirrt beging, doch mein Herz noch an ihm hing! 9. Wohlthat ist das Kreuz der Christen; ist's gleich, wenn es da ist, Pein, führt es uns in dürre Wüsten, scheint's gleich oft Gericht zu seyn! und, was haben wir gelitten, duldeten die Märtyrer nicht viel mehr, als wir, vielmehr, eh' sie ihre Kron' erstritten? rühmt im Leiden, rühmt und preis't Gott, der euch der Welt entreißt! 10. Ift, so lang' ich leb' am Grabe, Kreuz und Trübfal oft mein Theil, Gott, dem ich geglaubet habe, Gott giebt einst mir ewig's Heil! die, fo hier mit Chránen säen, erndten dort mit Freuden ein; nach des kurzen Lebens Pein, werd' ich mein Geschick verstehen! jauchzen, daß mich Gottes Math diesen Weg geleitet hat! 11. Weil dann ohne Ziel, ohn' Ende deine Gnaden, Vater, sind; o so heb ich meine Hände zu dir auf, erhör' dein Kind: Vater! du wollst Gnade geben, die mich ganz und gar zu weih'n, dein Verehrer stets zu seyn, hier und in dem höhern Leben! Heilig, beilig, heilig ist er, der seyn wird, war und ist! 446. Nach der Melodie des 82. Lieds. omit soll ich dich wohl loben, mächtiger Herr Bebaoth? sende mir dazu von oben deines Geistes Kraft, mein Gott! denn ich kann mit nichts erreichen deine Huld und Liebeszeichen. Tausend, tausendmal sey dir, großer Konig! Dank dafür. 2. Herr! entzünde mein Gemüthe, daß ich deine Wundermacht, deine 241 Gnade, Treu' und Güte froh erhebe Tag und Nacht: denn was ich nur bin und habe, kommt von dir, ist deine Gabe. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 3. Herr! ich muß mit Schaam gestes hen, daß ich häufe Schuld auf Schuld; und mein sündliches Vergehen raubt mir billig deine Huld! gleichwohl trågst du, Gott, mich Armen noch beständig aus Erbarmen. Tausend, tauſendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 4. Ja, Herr! wenn ich überlege, mit wie großer Gütigkeit du durch so viel Wunderwege mich geführt die Lebenszeit; so weiß ich kein Ziel zu finden, noch die Tiefen zu ergründen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 5. Du, Herr, bist mir nachgelaufen, mich zu reißen aus der Gluth: denn da mit der Sünder Haufen ich nur suchte irdisch Gut, hießest du mich dies verachs ten, und nur nach dem Himmel trachten. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 6. O wie hast du meine Seele stets gesucht zu dir zu ziehn: daß ich nur das Gute wähle, und das Böse moge fliehn, hast du mir durch Christum Leben, Licht und Kraft und Geist ges geben. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 7. Ja, Herr, Majestät und Klars heit strahlt von deinem Ungesicht: all' dein Thun ist Gnad' und Wahrs heit, recht und heilig dein Gericht; wer muß nicht aus deinen Werken deine Macht und Weisheit merken? Tausend, tausendmal sey dir, großes König! Dank dafür. 8. Bald kamst du mit Vaterschlägen, bald mit Wohlthun, Gott, zu mir, um mein Herz nur zu bewegen, sich ganz zu ergeben dir, und stets deinen guten Willen ohne Murren zu erfüllen. Taus send, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 9. Wie ein Vater nimmt und gies bet, nach dem's Kindern nüglich ist; so hast du mich auch geliebet, Gott, der du barmherzig bist, und dich meis ner angenommen, wenn's auf's Hochfe 16 Allgemeine Loblieder. 7. Er half und wird mich fort erlös sen. Er hilft; der Herr ist fromm und gut. Er hilft aus Reizungen zum Bösen, und giebt mir zu der Tugend Muth. le siza 242 3weiter Theil. gleich gekommen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 10. Trägst du nicht in deinen Urmen mich oft treu und väterlich? riß mich nicht oft dein Erbarmen aus Gefahr und schüßte mich? mußt' ich einsam, hülflos weinen, so ließ'st du mir Trost erscheinen. Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 11. Bater! du hast mir erzeiget lauter Gnad' und Gútigkeit; und du haft zu mir geneiget, Jesu! deine Freundlichkeit; und dein Wort, o Geist der Gnaden! heilet meinen Seelenschaden! Tausend, tausendmal sey dir, großer König! Dank dafür. 12. Tausendmal sey dir gesungen Preis und Lob und Dank, mein Gott! daß es mir bisher gelungen, ach! laß mich bis in den Tod fest in deiner Gnade stehen, und dereinst dein Untlig sehen, so werd' ich, dein Eigenthum, ewig preisen deinen Ruhm. Nach der Melodie des 46. Lieds. 447. Du bist's, dem Ruhm 8. Dir dank' ich, Herr, auch für die Beiden, die du zur Prüfung mir geschickt. Dir dank' ich für die mehrern Freuden, womit mich deine Hand beglückt, i 6. Um Trost war meiner Seele bange; denn Gott verbarg sein Ungesicht. Ich rief zu ihm: ach Herr, wie lange? und Gott verließ den Schwachen nicht. 9. Dir dank' ich für das Gut der Erden, für die Geschenke deiner Treu'. Dir dank ich, denn du hieß'st sie wer den, und deine Güt' ist täglich neu. 10. Dir dank' ich für die höchste Güte; selbst deinen Sohn gabst du für mich. Von ganzem Herzen und Gemü the, von allen Kräften preis ich dich. 11. Erhebt ihn ewig, Gottes Werke! die Erd' ist voll der Huld des Herrn. Sein, sein ist Weisheit, Ruhm und Stärke, er hilft, und er errettet gern. 12. Er hilft, des Abends währt die Klage, des morgens die Zufrie denheit. Nach einer Prüfung kurzer Tage erhebt er uns zur Seligkeit. 13. Vergiß nicht deines Gottes, Seele! Vergiß nicht, was er dir ge und bet' ihn durch Gehorsam an. und Ruhm und Dank, Herr! bring' ich dir. Du hast mein Schicksal stets regieret, und deine Hand war über mir. 2. Wenn Noth zu meiner Hütte Nach der Melodie des 34. Lieds. nahte: ſo hörte Gott, der Herr, mein 448. Auf, meine Seele, finge! Flehn, und ließ nach seinem gnåd'gen Rathe mich nicht in meiner Noth vergehn. 3. Ich sank in Schmerz und Krankheit nieder, und rief: o Herr, errette mich! da half mir Gott, der Starke, wieder, und mein Gebein erfreute sich. an dir, so unwerth du es bist, thut Gott so große Dinge. Weh' dir, wenn ihn dein Herz ver gißt! Gott rettet dich ins Leben, will alle Missethat in Christo dir verge ben. gnadenvoller Nath! schon hier wirst du mit Heile getröstet und erfreut, und dort wird dir zu Theile die Ruh' der Ewigkeit. 4. Wenn mich des Feindes Haß betrübte, klagt' ich Gott kindlich meinen Schmerz. Er half, daß ich nicht Rache übte, und stärkte durch Geduld mein Herz. 5. Wenn ich verirrt vom rechten Pfade, mit Sünde mich umfangen sah: rief ich zu ihm, dem Gott der Gnade: und seine Gnade war mir nah'. 2. Er hat uns wissen lassen, der Herr, sein Recht und sein Gericht; Erbarmung ohne Maaßen dem From: men, der den Bund nicht bricht! schnell eilt sein 3orn vorüber, straft nicht nach unsrer Schuld, der Herr begnadigt lieber, nimmt lieber auf zur Huld! wohl dem, der Christo lebet! Gott ist er angenehm. Mit Adlersflügeln schwebet Erbarmung über dem. 3. Wie Väter mit Erbarmen auf ihre schwachen Kinder schau'n: so thut Zweiter Theil. Gott an uns Urmen, wenn wir in Einfalt ihm vertraun. Gott weiß es, wir sind Sünder: Gott weiß es, wir sind Staub und der Verwesung Kinder, ein niederfallend Laub! kaum daß die Winde wehen, so ist es nicht mehr da! wir Sterbliche vergehen! stets ist der Tod uns nah'. Allgemeine Loblieder. 243 nen, da half mein Helfer mir vom Tod, und ließ mir Trost erscheinen! ich danke, Gott ich danke dir, ach danket, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre au o not of 5. Gott ist uns nah' und niemals nicht von seinem Volk geschieden! er, er ist ihre Suversicht, ihr Segen, Heil und Frieden! mit seiner Allmacht leitet er sein Volk durch's Feuer und durch's Meer! Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Hülfe nicht mehr helfen kann, die nur die Welt erzeiget, so hilft, der ewig helfen kann, der Schö pfer selbst, und neiget sein huldreich Ungesicht uns zu! denn außer ihm ist keine Ruh': Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Des Ew'gen Gnad' alleine bleibt, gleich als er, in Ewigkeit bei dir, des Herrn Gemeine, die ganz sich seinem Dienste weiht, und daß sie selig werde, mit Furcht und Bittern ringt. Auf! daß ihr von der Erde schon jest euch dorthin schwingt. Dort nimmt mit seinen Engeln auch unsrer Brüder Schaar, nun rein von allen Mángeln, stets seines Lobes wahr. 5. Unbetung, Preis und Ehre sey dir, Gott Vater, Schn und Geist! wir singen's in die Chöre der Schaar, die dich vollkomm'ner preist. Anbe= tung, Preis und Ehre, dir, der du warst und bist! wir stammeln's nur; doch höre, hör' uns, der ewig ist! Einst tragen wir auch Palmen, du Gott, auf den wir trau'n; einst singen wir dir Psalmen, wenn wir verklärt dich schau'n! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren! man soll, Herr, meinen Lobgesang an allen Orten hören! mein Geist, o Gott, erhebe dich! mein ganzes Herz erfreue sich! Gebt unserm Gott die Ehre! thi 8. Thr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unſerm Gott die Ehre! die falschen Götzen macht zu Spott: der Herr ist Gott! der Herr ist Gott! gebt unserm Gott die Ehre! Nach der Melodie des 15. Lieds. 449. Lob, Ehr und Preis dem höchsten Gut, dem Bade Barce ter aller Güte! dem Gott, der alle Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt! dem Gott, der allen Sammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danken dir die Himmelsheer', Beherrscher aller Thronen, und die auf Erden, Luft und Meer in deinem die preisen deine Schöpfersmacht, die uns und sie hervorgebracht! Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten! darüber wird des Weisen Rath, des Vaters Gnade walten! in seinem ganzen Königreich ist alles recht, ist alles gleich! gebt unserm Gott die Ehre! jaial 2. Er, unser Vater, woll' ein fröhlich Herz uns geben; der Herr laff uns, sein Volk, in stetem Frieden leben, und unsre Nachwelt auch, daß seine 4. Ich rief zum Herrn in meiner Gnad' und Treu das ganze Land Noth: ach Gott! vernimm mein Wei- umfah', sein Segen mit uns sey. 16* 9. Kommt, laßt uns vor sein Ungesicht mit Freud' und Zittern dringen; bezahlet die gelobte Pflicht, und laßt uns fröhlich singen: der Herr hat alles wohl bedacht, und alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! Nach der Melodie des 9. Lieds. 450. Nun danket alle ott und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden; der mächtig uns erhält, und von der Kindheit an uns so viel Gutes thut! mehr als man zählen kann. 244 3weiter Theil.- Allgemeine Loblieder. 3. Der große starke Gott woll' uns| Schuß, du bist der Müden Ruh'; ein von allem Bösen, und was uns scha= Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, den kann, gewaltiglich erlósen: er schug' Gott, bist du. uns in Gefahr, er helf' uns allezeit, so lang' er uns allhier das Leben noch verleih'ten bu 7. Wem soll ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Götter? wen ehren, als nur dich, mein Schuß und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gieb mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg! ich bin dein Schild und Lohn. 4. Dir, Gott, dir, und nicht uns sey Ehr' und Preis gegeben, was in uns ist, soll stets, Herr, deine Huld erheben. Und stehn wir einst verklárt in deinem Heiligthum, so scy dein Name, Gott, auf ewig unser Ruhm. 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben. Wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? umsonst lockt mich das Glück, in dem Nach der Melodie des 9. Lieds. 451. Durch dich, o großer das Laster blüht. Ich haffe ſeinen Weg, weil Gott! bin ich vorhanden. Die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstonden; denn wenn du sprichst, geschieht's; wenn du gebeutst, steht's da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Gute nah. mich dein 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüst't, bes denken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. 10. Sollt' ich der Menschen Ruhm stolz zu erringen trachten? nein, Herr! wenn du mich ehr'st, mag mich die Welt verachten. Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih'. Gieb, daß mein Wandel stets voll deines Ruhmes sey! 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankend an. Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du errettest gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott! gewürdigt werde, was frag' ich außer dir, nach Himmel und nach Erde? Im Himmet donnerst du, und 452. Fachlechte! freut euch Nach der Melodie des 171. Lieds. Rauchze, auserwählt Schrecken füllt das Land, noch fürcht' ich nichts, denn mich beschüßt der Allmacht Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh', die bu, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestát, den Mond, den du bereitet; ſo sprech' ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst? und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst? des Herrn Herrn, ihr Gerechte, ihr. Frommen preist den Höchsten hoch! lasset eure Harfen klingen; ihr müßt ein neues Lied ihm singen; so kommt und rühmt, und danket doch! macht es mit frohem Muth auf Saitenspielen gut! Hallelujah! sein Wort ist süß; was er verhieß, ist Wahrheit; und er hält's gewiß. 2. Er wehnt in dem reinsten Lichte, Gerechtigkeit ist sein Gerichte; die Welt ist seiner Güte voll. Droben schuf er, ihm zur Ehre, der Licht erfüllten Sterne Heere, die Sonne, bie uns leuchten soll. Es fürchte alle Welt den Herrn, der sie erhält! Hals lelujah! er will, er spricht's, sogleich geschicht's, gebeut er: wird etwas aus 5. 213 Schafe låss'st du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speis' und Erant, und füllst das Herz mit Freuden; du sah'st mich, eh' der Grund der Welt geleget war, zogst mich aus Mutterleib, als mich ihr Schooß gebar. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war auf dein Buch geschrieben. Du bist der Fremmen I nichts, une Zweiter Theil. 3. Unser Gott herrscht ohne Schranken! er wendet Völkern die Gedanken; er macht zunicht der Heiden Rath. Ewig kann sein Rath nicht wanken, er ändert sich nicht in Gedanken, er ist gleich groß an Rath und That. Wohl dem Volk, dessen Gott heißt: Herr, Herr, Zebaoth! Hallelujah! ja selig ist, wen Gott erkiest, und sich zum Erbtheil auserliest! dd 4. Herr, deine Güte gleichet dem Himmel, deine Wahrheit reichet so weit als aller Wolken Heer! ja, als wie der Berge Höhen bleibt die Gerechtigkeit stets stehen, dein Recht wie Tiefen in dem Meer. Eh' Meer und Berge seyn, bist du, o Gott! allein. Hallelujah! des Himmels Rund, der Erden Grund ward durch den Geist aus deinem Mund..in en 5. Sende zu mir voller Klarheit, mein Gott, dein Licht und deine Wahrheit! daß sie mich leiten, wo ich bin: und mich bringen zu den Hügeln, zu deiner Cherubinen Flügeln, und zu dem Stuhl der Gnaden hin! so geh' ich da hinein, um Gottes mich zu freun. Hallelujah! da, wo Gott wohnt, da wo er thront, der unser wie der Kinder schont. 6. Uch! da will ich dann mit Beten vor den Altar des Höchsten treten; zu dem Gott, der die Schuld vergißt, zu dem Gott, der Schild und Sonne, der meine Freud' und meine Bonne, durch Christi großes Opfer ist. Ich spiel ein Danklied dir da auf der Harfe für. Hallelujah! bir, Gott, mein Gott, Herr Sebaoth, du bist mein Helfer in der Noth! - Allgemeine Loblieder. 245 errettet unsre Seelen, ist ihr Lohn, ihr Schild und Licht. Wenn wir mit den Eitelkeiten, mit Versuchungen der Lust, mit dem Feind in unsrer Brust, wenn wir mit dem Tode streiten, stärkt er uns zum Kampf und Lauf, und hilft unsrer Schwachheit auf. monist 3. Wenn uns Welt und Freunde meiden, weil wir ihre Wollust fliehn, dann giebt er uns seine Freuden, unser Herz empfindet ihn! kann ich größ'res Glück begehren? Ewiger, hat dich mein Herz, o so wird es ohne Schmerz den Besitz der Welt entbehren, Erd' und Himmel wird mir klein, gegen dich verächtlich seyn. sad polze 4. Wenn mich Leiden niederdrücken, nehm' ich sie als Wohlthat an, von der Hand, die nur beglücken, aber niemals schaden kann. Du belohnst mir meine Schmerzen mit der Seelen Heiterkeit, und versüßest alles Leid, Gott durch deine Ruh' im Herzen, die mich ganz mit Muth belebt, über allen Schmerz erhebt. 1109 Melodie des Lieds. Nach ich der Me 453. 8 108, Ric Gott durch welchen alle Dinge sind, und wirken und vergehn, stårt mich, daß ich dich besinge; lehre mich dein Lob erhöhn! laß mich dich im Stillen loben, mich, den du voll Lieb' und Huld, aus den Tiefen seiner Schuld, zu des Christen Höh' erhoben; dich erheb' ich immerdar, der mich schuf und neu gebar. 2. Könnt ihr die Gestirne zählen: Gottes Gnaden zählt ihr nicht. Er 5. Von Gefahr und Noth umgeben, über diesen rauhen Pfad geh' ich, Bater, in dein Leben, das nicht Leid, Gefahr nicht hat. Sollten mich der Erde Freuden, sollte mich der Sünder Spott und das Elend und der Zod, Herr, von deiner Liebe scheiden? raubt' ich meine Krone mir? nein! ich leb, und sterbe dir! d( 110) .864 t Nach der Melodie des 15. Lieds. 454. Stimmt unserm Gott ein Loblied an mit freu-) digem Gemüthe; es rühm' und preise wer da kann, ben Geber aller Güte. Er macht uns frei von aller Noth, drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket seinem Namen. 2. Lobt Gott und rühmet alle Zeit die großen Wunderwerke, die Majestät und Herrlichkeit, die Weisheit, Kraft und Stárke, die er beweis't in aller Welt, indem er alle Ding' er= hält: drum danket seinem Namen.bit 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld uns Gnad' uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen 3weiter Theil.is Allgemeine Loblieber. 246 Engel schüßt; der täglich schenket, was uns núßt: drum danket seinem Namen.b im mini ad 4. Lobt Gott! er giebt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebensfron durch seinen Tod erworben; der Frieden hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht: drum danket, seinem Namen. snis) 39 30sig mod 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beistand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namensch 6. Lobt Gott! er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, giebt Kraft und Stárk, das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt und das den Himmel in sich hält; drum danket seinem Namen. de chuite sim 16 til 7. Lobt Gott! ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! lobt Gott, und preis't ihn früh und spat; ja alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. dnu du dischi schig mind Nach der Melodic des 101. Rieds. 4. Der Herr ist groß und machtig, voll Heiligkeit und Ruhm. Es stehet alles prachtig in seinem Heiligthum. Er ist gerecht und gut; von seinen Vatersorgen zeugt jeder neue Morgen, und alles, was er thut. 7. Er ist getreu den Seinen, ent: reißt sie aller Noth. Wenn seine Kin der weinen, so bleibt er doch ihr Gott. Wenn der Verfolger Macht, wenn ihre Wuth sie schrecken, so wird sie Gott bedecken, er, der stets für sie wacht. im nito 8. Lob, Ehre, Preis und Stärke fey dir, o Gott, bereit't; denn deine Weg' und Werke sind voll von Herra dinlichkeit.inDein Zion lobet dich, merk auf sein schwaches Lallen, und laß dir's wohlgefallen: erhór uns gná455. obt Gett, den Gott der diglich! un die Stärke, der, was er will, erschafft, ihr alle seine Werke, aus aller eurer Kraft. Ihr seyd sein Eigenthum, soweit der Himmel reichet! was Luft und Meer durch streichet, verbreite seinen Ruhm. 19 1100 and# 9. Mocht es uns bald gelingen, von aller Schwachheit frei, ein Opfer dir zu bringen, das deiner würdig sey! ach, laß vor deinem Thron uns ewig mit dir leben, und ewig dich erheben, dich, Vater und den Sohn! 5. Drum lobt, erlöf'te Seelen! lobt stets den Herrn der Welt, helft dessen Ruhm erzählen, der euch schuf und erhält; der euch in Christo liebt, euch durch sein Blut erkaufte, auf seinen Tod euch taufte, euch einst den Himmel giebt. 6. Lobt Gott, der euch regieret, der, als der treuste Freund, selbst dann euch weislich führet, wenn ihr das Kreuz beweint, das er euch auf erlegt: laßt uns in solchen Proben ihn dennoch kindlich loben, weil er aus Liebe schlägt. u mnied tun 3. Was Odem hat und lebet, was sich bewegt und regt, was in den Lüften schwebet, und was der Himmel trågt, sey überall bemüht, den höchsten Gott zu loben, der aus den Wolken oben auf sein Geschöpfe sieht. 2. Erhab ne Himmelsgeister, erwektet euern Fleiß gebt euerm Herrn und Meister Dank, Ehre, Lob und Preis! stimmt dreimal Heilig! an. Lobt ihn, ihr Seraphinen, lobt ihn, ihr Cherubinen!, lobt ihn, was toben fann. 19 sid Pane oma 456. H Der Ambrofische Lobgesang oder das Te Deum. CG4 dlm Neue Melodie. de mus err unser Gott! dich loben wir, Herr unser Gott! wir danken dir. Jehovah ist von 3weiter Theil. Allgemeine Loblieder. Ewigkeit, er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preis't Gott Vater dich, dich Sohn, dich Geist. 2. Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: höchst= heilig ist er, unser Gott, groß ist dein Ruhm, Herr Zebaoth! weit über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrlichkeit. 3. Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, des Mittlertodes Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! am Grabe noch, noch in der Zeit, preis't dich auch deine Christenbeit. 4. Dich, Bater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn! und dich, o Geist! desf Bunz derkraft in Sündern neues Leben schafft, dich preiset alles weit und breit, dich preiset deine Christenheit. 5. Du Hoherpriester, du Prophet, du König, dess' Reich nie vergeht, du haft dich, Gott! uns Gott zu weih'n, erniedriget, ein Mensch zu seyn. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. 247 9. Sen hier schon unser Trost und Licht, verlaß uns auch im Tode nicht, vollende dadurch unser Heil, Hert, Herr Gott, unser Trost und Theil: so preisen wir dich in der Zeit, noch besser in der Ewigkeit. tho tivo tih dom wiG 10911 9 AI Nach der Melodie, des 59. Lieds. ro 457. hinge meiner Seele Lust vor dir, Herr Sebaoth! ichy sing' aus dankerfüllter Brust, von deiner Güte, Gott! 2. Was ist der Mensch, der Staub, vor dir, daß seiner du gedenkst? Herr aller Welt, was haben wir, wenn du es uns nicht schenkst? 90 3. Wer hat den Himmel ausgespannt, der unser Aug' entzückt? Wer hat mit göttlich milder Hand den Erdkreis ausgeschmückt? 4. Wer kleidet Hügel, Thal und Au' mit Schönheit? pflanzt den Hain? tránkt sie mit Regen und mit Thau? und giebt der Saat Gedeih'n? 45. Wer führt die Sonn' in ihrer Pracht mit jedem Tag uns zu wer spricht zum Mond in dunkler Nacht: den Menschen leuchte du? 6. 3ur Rechten Gottes sigest du, mit deinem Vater herrschest du; du, der für uns gelitten hat, erwürgt für unsre Missethat. Im Grabe lássest du uns nicht, du kommst, du kommst und hältst Gericht. 7. Hilf deinem Volke, Jesu Christ, und fegne, was dein Erbtheil ist. Leit' es durch diese Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm. 8. In dieser unsrer Pilgerschaft sey, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft, sen gnädig uns, o treuer Gott! sey gnädig uns in aller Noth. Wenn wir zu dir um Hülfe schrei'n, laß dein Erbarmen uns erfreu'n. 6. Wer krönt mit Segen jedes Sahr, daß unser Herz sich freut? wer liebet uns unwandelbar, auch wenn ein Donner draut? 7. Durchdenke deinen Lebenslauf, o Mensch, wer half bisher? wer war, von deiner Jugend auf, dein Helfer? Sage: Wer? 8. Herr, unser Herrscher, nur von dir fließt alles Heil uns zu. Dein Volk, dein Eigenthum sind wir, und unser Gott bist du! 9. Wie groß ist deine Huld und Treu", du zähltest unser Haar, stehst uns allgegenwärtig bei in jeglicher Gefahr. 10. Uns Sünder trågst du mit Geduld, lehrst uns durch deinen Geist, und reu't uns unsre Sündenschuld, du siehst es und verzeihst. 11. Ja, deine Gute reicht so weit, so weit die Wolken ziehn. Der junge Rab', Erbarmer! schreit zu dir, du nähreft ihn! 12. und rührte dich, o Menschenfreund, nicht eines Christen Schmerz? 248 3weiter Theil. Besondere Loblieder. die stillste 3ähre, die er weint, be- und Güte, Wahrheit und Barmhermerkt dein Vaterherz. bizigkeit zu des Sünders Heil bereit. 13. Weh' dem, der an dem Herrn verzagt! und seine Zuversicht auf Menschen setzt, und heidnisch sagt: Gott achtet unsrer nicht! 39( 190 14. Er liebt dich mehr, als du verstehst, ist, Seele, dir nicht fern, und eilt zu helfen, eh' du flehst, vertraue du dem Herrn. 3. Von Begierde, dich zu kennen, kann mein Herz nicht g'nugsam brens nen. Doch gieb mir des Glaubens Kraft, den dein Geist im Herzen schafft; so kann ich gelehrtes Wissen ohne großen Schaden missen; so bin ich gelehrt genug, und zum Reich der Himmel flug. 4. Gieb, daß ich dich so erkenne, daß ich auch vor Eifer brenne, dich von meines Herzens Grund, und nicht blos mit meinem Mund, auf das In= nigste zu preisen; du selbst mußt mich unterweisen, dann dringt erst mein Lob empor; dann hört mich dein Vaterohr. 5. Ganz entzückt von deinem Namen, wünsch' ich dir, Herr, nachzuahmen, daß, wie du so heilig bist, auch mein Wandel heilig ist. Undre möcht' ich gern erwecken, deine Freundlichkeit zu schmecken; deiner sich mit mir zu freun: Gott, dein Ruhm sey allgemein! 6. Wie die heil'gen Seraphinen, Sir mit allem Eifer dienen; so sey, Herr, auch jederzeit dir durch mich ein Lob bereit't, bis von mir und ihnen allen droben wird ein Lob erschallen: Heilig, heilig ist der Herr! herrlich seines Namens Ehr'! TONE# of 11100, hid 10 e nis Jenirdsings Loblieder. ⠀ jana 2 Ball. - 15. Er schaut herab von seiner Höh auf den, der niedrig ist. Erhebe dich, Unsterbliche, zu ihm, von dem du bist. 16. Lobsing' ihm, bet' ihn ewig an mit frommer Zuversicht. Wie viel hat er an bir gethan! vergiß es, Seele, nicht.ud i# 20100 7920 Nach der Melodie des 201. Lieds. 458. Großer Gott, Herr aller Götter! Schöpfer, Vater und Erretter! alles rufet weit und breit: rühmt den Herrn der Herrlichkeit! Engel preisen deine Werke. Wenn ich sie erstaunend merke; ſo schwingt sich mein Herz empor, und fingt in der Engel Chor. im 2. Hier im niedern Weltgebäude blickt mein Geist mit großer Freude deiner Allmacht Proben an: wo ich bin gedenken kann, siehet mein erstaunt Gemüthe, deine Weisheit, Macht c. Besondere Neue Mel. oder Jesu, deiner Kinder." 459. H err! mein Licht, mein Heil und Leben, wie kann ich dich g'nug erheben; was für Lieder stimm' ich an? was soll ich zum Dank dir bringen; und wie soll ich würdig singen, was du, perr, an mir gethan? 2. Du hast meine Seel gebeuget, aber auch mir bald gezeiget, daß du stets den Deinen nah'. In der Nacht warst du verborgen, doch bald kam der frohe Morgen, da ich, Herr! dein Untlig sah. bi 100 3. Heilig, Herr! sind deine Wege, wunderbar sind alle Stege, wo du deine Kinder führst; wer muß nicht aus deinen Werken, dir zum Preise, es bemerken, wie gerecht du, Herr, regierst? 509) sturtas 4. Nun will ich dir fest vertrauen und auf deine Gnade schauen, wenn des Kreuzes Last mich drückt: ich will still seyn, hoffen, schweigen, stets vor dir, o Herr, mich beugen, bis dein Untlig mich erquickt, ans 3weiter Theil. Besondere Loblieder. 5. Willst du deine Hülf' aufschieben? willst du meine Demuth üben! Herr, ich bin ein sünd'ger Knecht; willst du strafen, willst du schlagen, schickst du Trubsal, Noth und Plagen? Herr du bleibest stets gerecht. 6. Doch weiß ich, daß deine Treue ewig ist und täglich neue selbst zur schwersten Prüfungszeit; deine Stras fen, deine Schläge, find ja, wenn ich's recht erwäge, Mittel meiner Seligkeiten noch] no7 ch! so starke mir den Glauben, Taß mir nichts denselben rauben, keine Wollust, keine Pein; laß mich deine Liebe schmecken, laß in Noth und Ungst und Schrecken deine Gnade mich erfreun. za de induc Nach der Melodie des 7. Lieds. 460. ein Herz, ermuntre und singe mit erquicktem Muth, jest neue Dank- und Freudenlieder dem Herrn, der große Dinge thut: denn er beschämt zur rechten Zeit nun wie der deine Furchtsamkeit. ind 2. Herr! deine Hand ist immer offen, zu geben, was mein Herz bes gehrt; hingegen ist mein zaghaft Hof: fen keiner werth: und doch erträgst du mit Geduld des wankenden Vertrauens Schuld. 3. Wenn oft in Kümmerniß und Sorgen der Troft, wonach mein Auge weint, vor meinem Denken tief verborgen und noch sehr weit entfernet scheint; hast du schon meine Noth bedacht, und dich zu helfen aufgemacht. 4. Dein unermeßliches Erbarmen ist immer wohlzuthun gewohnt; d'rum wird mir sündlich schwachen Armen nicht, wie ich's würdig bin, gelohnt. Dich jammert der Gebrechlichkeit; du bilfft zur recht erwünschten Zeit. 249 6. Mein Mund, mein Geist und mein Gemüthe sind deines Ruhms, mein Helfer, voll. Die Wunder aber deiner Güte mit Dank zu preisen, wie ich soll, reicht mein Vermögen nimmer zu, es ist voll Schwachheit, was ich thu. 5. Herr! deine Zeit ist stets die beste; auch dann selbst, wenn die Noth sich häuft, bist du schon meine Stark und Veste. Wenn Fluth und Jammer auf mich läuft; so siehst du mit Erbarmen drauf, und hemmest schleunig ihren Lauf. 7. Doch läss'st du auch mein schwaches. tallen, der du des Herzens Redlichkett zu prüfen weißt, dir wohlgefallen: siehst auf die Unvollkommenheit, als wie ein holder Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 8. Nichts hat mein armes Unvers mögen, wie dir, mein Gott, schon offenbar, dir zur Vergeltung darzus legen: bot' ich mich selbst zum Opfer dar; so ist ja alles schon vorhin dein eigen, was ich hab' und bin.in got 19. Doch will ich dir mein Opfer bringen, das Opfer meiner Dankbars so viel dein Geist mir Kraft verleiht: Im Namen Jesu sing' ich dir! in diesem nimm es an von mir! is nie Danklieder bei der Erndte.us day nigd Nach der Melodie des 9. Lieds. 461. roblocket, Jung und Alt, ihr Reichen mit den Armen! da Gott den Unterhalt von neuem aus Erbarmen für euch nun auf ein Jahr so mildiglich bescheert. Bas euer Wünschen war, ist våterlich erhört. 2. Auf! danket unserm Gott, daß Fried' und Ruh' hier wohnet. Mit Krieg und Hungersnoth hat uns der Herr verschonet. Kein Feuer, keine Fluth, kein schwerer Hagelschlag, noch böser Seuchen Wuth, trifft uns bis diesen Tag.d 3. Die Erndte hat der Herr uns treu und wohl bewahret: wer hätt', wenn Gott nicht wär', uns sonst die Frucht gesparet? Wer gåb' uns Sonnenschein? Wer Regen oder Thau? was würd's ohn' ihn wohl seyn mit unserm Uckerbau? 4. Umsonst war unsre Müh', umsonst wár Sáen, Pflügen. Wir würden sonsten nie ein Körnlein wieder Zweiter Theil. Besondere Loblieder. 250 kriegen. Wir möchten früh aufstehn no Nach der Melodie des$ 1. Lieds. und bis zur Mitternacht nicht wieder 462. ott im Himmel und schlafen auf Erden! scher in der ganzen Welt! laß den Mund voll Lobes werden; da man dir zu Fuße fällt, für den nahen Erndtes segen Dank und Opfer darzulegen. 2. Herr, dir jauchzen Feld und Uuen, überall wirst du verspürt, überall läßt du dich schauen: und wir bleiben üngerührt; gleich als ob zu deiner Ehre Feld und Au so schön nicht wäre. 3. Bater! du hast aus Erbarmen Reichen, du hast Urmen manches, une unwürdige genährt, bi Du haft manches Glück gewährt. Gott, der uns viel Gut's bewiesen, sey gelobet und gepriesen. 5. So aber sorgt und wacht der Herrscher in der Höhe; sein Vaterfegen macht, daß unser Werk bestehe. Der hat auch diesesmal des Samanns Wunsch gestillt, und reichlich überall der Schnitter Hand gefüllt. 6. Gott ist's, der euch ergößt, da ihr nun jauchzt und singet, und jenen Segen jest in eure Scheuern bringet, dem stellt euch dankend dar, desf' Lob so weit ertont, der wiederum das Jahr mit seinem Gute krönt. 7. O schmecket doch und seht des Schöpfers milde Güte. Lobt seine Majestät mit freudigem Gemüthe. Dem gebet Preis und Ehr', der uns viel Gut's verleiht, doch selbst uns noch weit mehr, als Korn und Del erfreut. 8. Gut ist, o Herr! das Land, darin du uns geseget, groß deine starke Hand, die uns so oft ergößet; unendlich deine Macht, und ohne Ziel dein Ruhm, drum lobt dich Tag und Nacht dein Volk und Eigenthum. 9. Verleih', o frommer Gott, uns ferner deine Gnade, daß ja die Feuersnoth nicht unsern Hütten schade: bewahr vor Angst und Leid, vor Seuchen, Wassersfluth, vor Krieg und theurer Beit; halt uns in deiner Hut. 10. Gesegne, treuer Gott, das, was wir täglich essen! Gieb auch, daß wir der Noth der Armen nicht vergeffen. Herr! deine milde Hand erfreue jedermann, daß bei uns Stadt und Land den Segen spüren kann. 11. Laß unser Korn zur Saat und bis zur Erndte reichen. Gieb selber Rath und That, und thu' an uns ein Zeichen; laß sehen jedermann, du sey'st, Herr Zebaoth! der Wunder wirken kann, der rechte treue Gott. 4. Du hast Sonnenschein und Regen uns zu rechter Zeit geschickt, daß man nunmehr allerwegen Auen voller Korn erblickt; Berg und Thåler, Tief und Höhen sehen wir im Segen stehen. 5. Uch! wer ist, der solche Güte dir genug verdanken kann? nimm ein dankbares Gemüthe für die große Wohl that an; und mein Mund soll stets erschallen: Gott macht satt mit Wohl= gefallen. night aner 6. Gieb nun Kraft, den milden Ses gen, den uns deine Hand bescheert, auch so löblich anzulegen, daß der Fluch ihn nicht verzehrt. Bleiben wir in alten Sünden, kann das Gute leicht verschwinden. 7. Schent uns auch vergnügte Hers zen; Stolz und Geiz laß ferne seyn; laß den Undank nichts verscherzen. Schenke ferner dein Gedeih'n, und laß uns mit deinen Gaben willig auch den Dürft'gen laben. 8. Laß es deinem Wort gelingen, daß auch wir zu deiner Ehr' hier schon reichlich Früchte bringen, stärke du uns immer mehr, schenk' uns auch nach allem Leide, broben mehr als Erndtefreude, the ind 10 16 nidhi and thus Danklied auf den Frieden. 12. Lob, Ehre, Preis und Ruhm bringt dir zu allen Zeiten dein wahres Eigenthum, o Gott der Ewig= keiten! dir Vater, dir Gott Sohn, und dir, Gott heil'ger Geist! den man vor seinem Ehron, und hier auf 463. B Erden preist. Neue Mel. oder Auf meinen lieben. efingt Gott 3e 3weiter Theil. Gebet und Loblieder zc. baoth; besinget unsern Gott! dem müsse von uns allen ein feurig Lied erschallen, der unser Wohl bedenket, und uns den Frieden schenket thi na962 SE 2. Wie schreckte Gottes Hand das werthe Vaterland! der Krieg hat es verheeret und bis auf's Mark vers zehret, doch Gott hat es gewendet, Gott, der den Frieden sendet. daß im 099 81 asunto 3. Dankt jest und immerdar, ihr, welche die Gefahr des Krieges hart geplaget, zerstreuet und verjaget: um Frieden euch zu schaffen, zerbrach Gott selbst die Waffen. 4. Besingt Gott Bebaoth, befinget unsern Gott! das Nachschwert legt mitbit mint and gold 300 thing that 251 er nieder, führt uns den Frieden wieder, und nebst ihm Heil und Segen mit neuer Huld entgegen. 1061 70 32) Gebet- und Loblieder dronach der Melodie des 6. Lieds. 464. minu, Gott, du bist der Herr der Seit, und auch der Ewigkeiten! laß mich auch jest mit Freudigkeit dein hohes Lob ausbreiten. Ein Jahr ist abermal dahin. Wem dank' ich, Gott, daß ich noch bin? nur deiner Gnad' und Güte. 12. Dich, Ewiger, dich bet' ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechset treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergeh'n durch dich; nur du bist unveränderlich; du warst, und bist, und bleibest. 3. Herr! ewig währet deine Treu", mit Huld uns zu begegnen; und jeden Morgen wird sie neu, mit Wohlthun uns zu segnen. Ich kenne keinen Uugenblick, da nicht von ihr stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du hast auch im verfloss'nen Jahr mich väterlich geleitet, und wenn mein Herz voll Sorgen war, mir Hülf und 5. Nun, Gott! wir loben dich, und danken ewiglich, daß du auf unser Flehen uns huldreich angesehen, und uns den edlen Frieden zu unserm Theil beschieden.( 2) ado2 no 6. mache du ihn fest, Gott, der uns nicht verläßt, und trag' uns mit Verschonen, daß wir hier sicher wohnen, und, als des Himmels Erben, auch einst im Frieden sterben. nied Tasa 7. Dein Geist mach uns bereit, wir zu keiner Zeit in deinem Dienst erkalten, dein Wort beständig halten, und nicht mit neuen Sünden des Krieges Buth entzünden. 42 misind die mind op basist 8, Herr Gott Zebaoth! o Herr, du unser Gott! laß deines Friedens Gaben uns überflüssig haben, bis daß wir bich dort oben in vollem Frieden loben. b Inmotog net wint magda pintura d in anàle beim Anfang des Jahres. Trost bereitet. Von ganzer Seele preis ich dich. Auf's Neue übergeb ich mich, Gott, deiner weisen Führung. 5. Vergieb mir die geháufte Schuld von den verfloss'nen Tagen, und laß mich deine Baterhuld in Christo ferner tragen. Laß mich in deiner Gnade ruth'n, und lehre tebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen. 183 6. Gieb neue Lust und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln. Laß mich, Herr, stets gewissenhaft mit mir und Andern handeln. Dein Geist belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben. 7. Die Welt vergeht. Dies reize mich, die Lust der Welt zu fliehen. Viel bess're Freuden rufen mich zum wichtigern Bemühen! der Ewigkeit bin ich verwandt; im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten. 8. lehre selbst mich meine Zeit recht weislich auszukaufen. Laß mich 252 Zweiter Theil. die Bahn der Ewigkeit mit heil ger Vorsicht laufen. Der Tage Last er leicht're mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechsel weiter störet. ord 19001 Gebet und Loblieder 10. Ihr eiteln Tage flieht denn immerfort; ich halt' euch nicht, vers doppelt euer Eilen; mich lüstet nicht, in Mesech zu verweilen, nur bald von hier, und dann geschwinde dort. Nach der Melodie des 324. Lieds. d 11. Dort, wo der Hafen der Glücks o 465. Gift von meiner Fur feligkeit; dort, wo das Kleinod meis ner dort, wo ein müder Streiter wird bekränzet, und seines Sieg's sich ewiglich erfreut. zen Pilgrimschaft ein ganzes Jahr( ganzer Tag) schon wieder hingeflossen! Herr, wie viel Gut's bab' ich darin genossen! ich bin für mehr als tausend Pfund verhaft't. 2. Bundesgott! wie hat nicht deine Treu' mir unverdienten Segen aufgetragen! zwar keinen Tag fehlt es an eignen Plagen, doch Trübsal ist der Seelen Arzenei. 12. Wenn ich indeß hier länger dienen soll, so gieb, mein Gott, daß ich stets wachend bleibe. Gieb du mir Muth und Kraft zum Kampf; vertreibe die Sicherheit und mach mich Eifers voll.md sd, 1100 1 1 3. So hast du nie den theuern Bundeseid gekränkt, nur ich hab' ihn so oft gebrochen; fast nichts gethan, und doch so viel versprochen! vergieb es mir; es ist mir herzlich leid. 13. Laß mich, als dein crkauftes Eigenthum Geist, Seel und Leib ven Flecken rein bewahren; und, wirst du neue Schuld von mir erfahren, laß mich nicht sinken, stårk' mich wiederum. 1 4. Uch! wie viel näher müßt' ich chon zu dir in so viel Tag' und Jahren seyn gekommen! des Fleisches Trieb hat wenig abgenommen, noch glångt nicht, wie es soll, dein Bild 14. Se länger ich auf deinen Wegen geb', je klarer gieb dein Licht mir zu erkennen; je heller laß mein Licht im Wandel brennen, bis ich verklárt vor deinem Throne steh'. nur zu thun, och um ein Kleines 1 nur zu so heiß ich dich, mein Bräutigam, willkommen; dann werd' ich aller Müh' und Qual entnommen, vergnügt und froh in deinem Schooße rub'n.bine jul Instivigier 154 pm oded mind, piridusm Nach der Melodie des 15. Liebs. in misie eitt die Zeit 5. Wie eilt die Zeit! fie fliegt! oft fällt mir ein: könnt' ich so viele Stunden, die verlaufen und schnell verflogen sind, doch wieder kaufen! ich wollte sie zu deiner Ehre weih'n. deine Gnad' vergebens: Uch würde 466. Gott ruft der Sonn Mond, 6. Nur, wenn ich mein betrüglich Herz betracht', so wär' es doch ohn' nur Restchen Lebens zu deinem Preise besser zugebracht! hnd 7. Die Rebe mag am Weinstock nur besteh'n. Die Säfte, die in Jesu reichlich fließen, laß auch in mich sich mildiglich ergießen; und du sollst Frucht an dürren Reben seh'n.us 8. Hab' ich in Trágheit so viel Zeit verspielt, laß mich, was übrig ist, wie Gold abwägen! o möcht' kein Odem mehr in mir sich regen, der nicht, o Gott, auf deine Ehre zielt! 9. Dein Glück, o Welt! macht nicht die Seele satt. Was kann doch wohl auf dieser ganzen Erden beim långsten Leben angetroffen werden, das nicht vom Fluch betrübte Spuren hat? das Jahr darnach zu theilen. Er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen. Er ords net Jahre, Tag und Nacht. Auf! laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Dank ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war! von Dank erfüllten Zungen sey dir für das verfloss'ne Jahr ein heilig Lied gesungen; für Leben, Wohlfahrt, Trost und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen. 3. Laß auch dies Jahr gesegnet seyn, das du uns neu gegeben. Verleit uns Kraft, denn sie ist dein, in dei beim Anfang des Jahrs. ner Furcht zu leben. Du schüßest uns, Nach der Melodie des 29. Aeds. und du vermehrſt der Menſchen Glück, 468. Abermal ein Jahr( ein deinem Reiche wenn streben. 4. Gieb mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt; so gieb mir Kreuz und Leiden. starke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. Nur 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlass'nen dich, und der bedrängten Glieder. Gieb Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder. 6. Laß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle thronen! laß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohnen! laß Treu und Liebe bei uns seyn! dies, Vater! wollst du uns verleih'n in Christo, deinem Sohne. Nach der Melchie des 48. Lieds. 467. gegeben, dich bet' ich findlich an; ich bin viel zu geringe der Treu', die ich besinge, die du bisher an mir gethan. err! der du mir das 2. Mit dankendem Gemüthe freu' ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. O gieb mir Kraft und Stärke; Gedeihn zu meinem Werke, und schaff' ein reines Herz in mir. 3. Gott, welche Ruh' der Seelen, nach deines Worts Befehlen einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen, und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube, und mahe mich im Staube, zu dir, o Gott, mein Heil! bin ich der Schuld entladen, 253 5. O leite mich im Segen dem großen Stel entgegen, dahin dein Wort mich weis't. Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände befehl' ich, Vater, meinen Geist! zu der Ewigkeit! wie ein Pfeil, der abgeschoffen, so verflieget meine Zeit. Treuester Herr Zebaoth! unveränderz licher Gott! ach was soll, was soll ich bringen, deiner Langmuth Dank zu singen? 2. Ich erschrecke, máchtig's Wesen! Ungst und Furcht bedecket mich; denn mein Beten, Singen, Lesen, ach! das ist so schläferig. Heilig, heilig, Heis liger, großer Seraphinen Herr! wehe mir, ich muß vergehen! denn wer kann vor dir bestehen? 3. Schrecklich ist es ja, zu fallen in die Hand des Höchsten. Gott rufet warnend zu uns allen: niemand treibe mit mir Spott! irret nicht, wo das geschicht, so leid' ich's, Jehova, nicht: ich bin ein verzehrend Feuer, und mein 3orn brennt ungeheuer. 4. Aber du bist auch sanftmüthig, treu ist, Herr, dein Vaterherz! in dem Bürgen bist du gütig, dich versöhnt sein Todesschmerz. Bin ich nicht in deiner das du vor der Feinde Wüthen ewig, ewig willst behüten? 5. Auf mein Herz! stell' dich nur wieder dem versöhnten Vater dar. Opfre dem Gebet und Lieder, welcher krönet Tag und Jahr. Fang' ein neues Leben an, das dich endlich führen kann, mit Verlangen nach dem Scheiden zu des Himmels ew'gen Freuden. 6. Soll ich denn allhier auf Erden länger noch ein Pilger seyn: so wirst du, bei den Beschwerden, Herr, mir die Geduld verleih'n. Deine Treue bleibe mir, liebster Heiland, ich will dir mich hinwiederum verschreiben, dir auch ewig treu zu bleiben. Nach der Melodie des 8. Lieds. and nur bei dir in Gnaden, ſo ist im 469. Ein Jahr der Sterblich Himmel auch mein Theil. keit, kurzen benstage, ist abermal dahin mit seiner Lust und Plage, und wiederum ein Theil von unsrer Pilgerschaft nunmehr zurückgelegt durch Gottes Schuß und Kraft. 254 3weiter Theil. 2. Herr! deine Güte macht's, die niemals uns zu lieben ermüdet, noch vergißt, daß wir noch übrig blieben. Nimm unsers Herzens Dank denn jego gnädig an für das, was du an uns in diesem Jahr gethan. 3. Wir schließen uns auf's neu' in bein so treues Sorgen, in deine Obhut ein; da sind wir wohl geborgen. Da ist das feste Schloß vor aller Feinde Trug, da läuft dein Häuslein hin, und findet sichern Schuß. 4. Gieb mit dem neuen Jahr uns neue Stárk' im Glauben; laß uns den alten Grund der Wahrheit niemand rauben; erneu're Herz und Sinn, und das gegönnte Licht des ewig wahren Worts erlösche bei uns nicht! Neue Mel. oder: Ich dank' dir. 470. M 33) Morgenlieder. Morgenlieder. 1018 hid Jami ein erst Gefühl sen Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! der Herr hört deinen Lob** gefang: lobsing' ihm meine Seele!! 2. Mich selbst zu schüßen, ohne Macht lag ich, und schlief in Fries den. Wer schafft die Sicherheit der Nacht, und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wenn ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer führt mein Blut in stetem Kreis, und schüßt mich vor Gefahren? 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich selber zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu me erwecken? Morgenlieder. 5. Entzünde neue Lieb' und Sanft= muth in uns allen. Und soll uns dieses Jahr auch neue Noth befallen; so starke die Geduld und mache deine Treu', o Bater, über uns mit jedem Tage neu. 6. Gieb, daß wir mehr und mehr den alten Menschen tödten. Verleih' an Secl' und Leib, was jedem ist von: nöthen; und laß uns, Herr, mit dem, was deine Weisheit thut, stets wohl zufrieden seyn; du machst doch alles gut. 7. Wem du auf dieses Jahr, von dieser Welt zu scheiden, sein Ziel haft festgesetzt, den laß auf dich, mit Freuden, im Glauben selig hier beschließen seinen Lauf, und nimm in deine Hand die Seele gnädig auf. 5. Du bist es, Gott und Herr der Welt und dein ist unser Leben! du bist es, der es uns erhält, und mir's jest neu gegeben. 191 6. Gelobet feyst du, Gott der Macht! gelobt sey deine Treue, daß ich nach überstand'ner Nacht mich dieses Tags erfreue. 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn; mich deine Wege wallen, und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen. 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele. Sey mir ein Retter in Gefahr! ein Bater, wenn ich fehle. 9. Gieb mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe! ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue. ind 10. Daß ich als ein getreuer Knecht nach deinem Reiche strebe; gottselig, züchtig und gerecht durch deine Gnade lebe. 11. Daß ich dem Nächsten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit scheue, mich gern an andrer Wohlergehn und ihrer Tugend freue. 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wenn du gebeutst, beschließen Zweiter Theil. Morgenlieder. 255 Nach der Melodie des 67, Lieds. Lippen seyn: er hat, als das reinste 471. Noch läst der Herr mich Wesen, auserleſen Herzen ohne falschen leben! mit Schein. - Gemüth eil' ich, ihn zu erheben; er hort mein frühes Lied. Zu ihm entzuckt mich wieder der Morgensonne Pracht, ich falle vor ihm nieder, der sie und mich gemacht. 19 2. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an: wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? Willst du nach Opfern schauen? fie gelten nichts vor dir, du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott! von mir. 3. Go will ich dir lobsingen, mich deines Namens freu'n, nach deiner Gnade ringen, mein ganzes Herz dir weih'n. Tilger meiner Sünden, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnädig bist. NO H 4. Dir hab' ich mich ergeben; ich freue mich in dir, erfreuender als Leben ist deine Güte mir. Sie führe mich auch heute auf deinen Tugendpfad. Du Ewigweiser, leite mich felbst nach deinem Rath... nach deinem 5. Nur eins laß mich erflehen, das christlich weise Herz, auf dich stets auf zusehen, in Freuden, wie in Schmerz. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt; mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 6. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu', und froh, gen Himmel schauend, denk': Herr, mich siehest du bereit, den Lauf zu schliesen auf deinen Wink, o Gott, und lauter im Gewissen: so finde mich der Tod. SHKEL Nach der Melodie des 79. Lieds. 3. Deine Pflicht kannst du erlernen von den Sternen, deren Glanz der Sonne weicht: so muß sich vor Gott mit Schweigen alles beugen, was uns groß und herrlich deucht. 4. Jhn mußt du am höchsten achten, und nur trachten, das zu thun, was ihm gefällt. Wer ihm irdisches Ergögen gleich will scházen, ehret nicht den Herrn der Welt. 2. Doch, daß man auf würd'ge Weise Gott recht preise, wollen nicht nur 5. Schau, wie das, was them ziehet, sich bemühet um der Sonnen holdes Licht! wie sich, was der Erde freis tråget, freudig reget, wenn ihr Glanz die Schatten bricht. 6. So laß dich auch fertig finden anzuzünden deinen Weihrauch. Gottes Macht hat, um dich vor Unglückssturmen zu beschirmen, selber máchtig dich bewacht. 7. Bitte, daß er dir Gedeihen mag verleihen, wenn du auf was Gutes zielst; aber daß er dich mag stören und bekehren, wenn du böse Regung fühlst. 8. Denk', daß er auf deinen Wegen stets zugegen, daß ihm alles ist bewußt; daß er selbst verborgne Sünden kann ergründen, und genau weiß, was du thust. 9. Wir sind an den Lauf der Stunden fest gebunden, der entführt, was eitel heißt und der deinen Leib, o Seele, nach der Höhle eines finstern Grabes reißt. 472. 11. Trau' auf allen deinen Wegen Gottes Segen! wen des Höchsten munter der werden, denn der Erden blickt hervor ein neuer Tag. Komm, dem Schöpfer dieser Strahlen zu bezahlen, was dein schwacher Trieb vermag im Freuden selbst im Leiden, und ist hier und dort beglückt. 10. Drum so seufze, daß mein Scheiden nicht ein Leiden, sondern fanftes Schlafen sey, und daß ich mit Lust und Wonne seh' die Sonne, wenn des Todes Nacht vorbei. 12. Kränkt dich etwas diesen Mors gen, laß ihn sorgen, ihn, der gnädig auf dich schaut; er weiß besser, was dir nüget, und beschüget den, der sich ihm anvertraut. 256 Zweiter Theil. Morgenlieder. Nach der Melodie des 16. Lieds. Nach der Melodie des 435. Lleds. hm, der das ents 1 innigstes Be= streben ist, Herr mein Gott! dich würdig zu erheben. Unendlich groß ist deine Vatertreu', mit jedem Tag ist deine Güte neu. 473. M ein erster unfch, 474. Teen hieß, ich mich und gesund erwachen ließ, sey Preis und froher Dank! des neuen Morgens Heiterkeit sey meinem Gott zuerst geweiht.in - Sonn' enthüllt den Schauplag deiner Werke, und alles zeugt von deiner Huld und Stärke. Sie, die das Ziel von ihrer Laufbahn weiß, eilt rastlos hin, und strahlt zu deinem Preis. 3. Die Erd' ist dein, und du regierst dies Ganze! vom Menschen an bis auf die kleinste Pflanze seh' ich, wie groß sich deine Vorsicht zeigt, sie reicht so weit, so weit der Himmel reicht. 4. Und sie umfaßt auch mich! du, Höchster, denkest an mich, den Staub, der du die Himmel lenfest, du sorgst für mich! Gott, wie vergelt' ich dir? ein dankvoll Herz, das bring' ich dir dafür. 155. Nimm's gnádig an! gedenk' nicht meiner Sünden, durch deinen Sohn laß mich Vergebung finden. Er, welcher nie ein gläubig Flehn verwarf, verleiht, daß ich dich Vater nennen darf. 6. So will ich denn mit kindlichem Vertrauen auf dich allein, so lang' ich lebe, trauen, du bist mein Gott, mein Retter in Gefahr, mein starker Fels, mein Helfer immerdar. 7. Du weißt, wie lang' ich hier noch wallen werde; fällt ohne dich kein Sperling auf die Erde: so nimmst bu, Herr, auch meines Lebens wahr. Mit Namen kennst du mich und zählst mein Haar. 8. Mein Heiland, gieb mir Kraft zum neuen Leben, gieb mir den Muth, dem Beispiel nachzustreben, das du, o Herr, uns hinterlassen haft; dein Toch ist sanft, und leicht ist deine Last. 2. Sieh', Herr, ich unterwinde mich, mit dir zu reden! Staub bin ich, von deinem Hauch beseelt. Gleich als ein Todter lag ich hier! daß ich noch lebe, dank' ich dir. 3. Und jedes Gut, deß ich mich freu', empfang' ich jego wieder neu aus deiner milden Hand. Mein Auge wird, wohin es blickt, von Wundern deiner Huld entzückt. 4. Dich, dem ich nicht vergelten kann, dich, Vater, bet ich findlich an! ich opf're dir mein Herz. Ein Herz voll Dank und Zuversicht verwirfst du, Hocherhabner, nicht. 5. O du, den meine Seele preis't! erwecke mich durch deinen Geist zu meiner Christenpflicht. Er helfe meis ner Schwachheit auf, bis ich vollende meinen Lauf. 6. Ein gut Gewissen sey mein Theil! das wirk' in mir, o Herr, mein Heil, und segne meinen Fleiß. Dir ist, was ich bedarf, bekannt, und alles steht in deiner Hand. 7. Die Blume kleidest du mit Pracht, nährst jeden Vogel, Gott der Macht! bin ich nicht mehr, denn sie? ich werfe meine Sorg' auf dich, du, mein Ers barmer! sorgst für mich. Nach der Melodie des 35. Lieds. 475. Dich ſeh ich wieder, freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten lobzusingen. Ich will, ents brannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer! dir mit heil'gem Muth lobsingen! Schöpfer! Bater! deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. 9. Dein Auge sieht die Schwäche meiner Seele; verwirf mich nicht, vertritt mich, wenn ich fehle! zu dir empor fleht meine Seele stets, und 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich? háttest du nicht dich so hülfreich mir erwiesen! zu meinem Leben segest du jezt einen du vernimmst's, Erhörer des Gebets!| neuen Tag hinzu; sey boch dafür Morgenlieder. 257 deinem Angesichte ich ein Kind des Lichtes bin, und den angebrochnen Tag also hinterlegen mag, daß ich in dem Lichte wandle, und in allem weislich handle. 5. Segne mich in allen Werken, die mir mein Beruf gebeut; laß nur daß ich die kurze nußen mich be- deinen Geist mich stärken, mindre die Zweiter Theil. gepriesen! durch dich bin ich! und ich merke neue Stärke. Dich erhebe meine Bunge, weil ich lebe. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sund' und Gram, wie diese Nacht, auf ewig von mir fliehe, in christlicher Zufriedenheit zu mühe. Prufe, siehe, wie ich's meine. Dir ist keine meiner Sorgen, auch die Eleinste nicht, verborgen. 4. Ich bin ein Christ, o Gott, ver: leih, daß ich des Namens würdig sey! Mein Ruhm ist deine Gnade. Denn ach, was bin ich ohne dich? ein irrend Echaf. Erhalte mich, mein Hirt, auf deinem Pfade. Stark' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über alles dich zu achten. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank an dich oft still zu dir erheben. Im dunkeln Thale wall ich hier, einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich, Herr! ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. Beschwerlichkeit. Was ich denke, red' und thu', alles, Herr, regiere du, gieb, daß Wollen und Vollbringen dir zu Ehren wohlgelingen. entgegen. 2. O wie theu'r ist deine Güte, die mich überschattet hat, daß zu meinem Bett' und Hütte keine Plage sich ge: naht. Nunmehr steh' ich fröhlich auf, und mein Herze denkt darauf, dir für dieses neue Leben den verbundnen Dank zu geben. 3. Wenn ich dir mich selber schenke, wird es doch zu wenig seyn, und so ich es recht bedenke, bin ich ja vorhin schon dein. Seel' und Leib gehöret dir. Doch nimm gnädig an von mir, was ich selbst, als eine Gabe, von dir, Herr, empfangen habe. 4. Ist mein Auge nunmehr lichte; so erleuchte meinen Sinn, daß vor 6. Sollt ich heut' in Súnde fallen, richte mich bald wieder auf. Laß in deiner Furcht mich wallen, bei der Welt verkehrtem Lauf. Halte Fleisch und Blut im 3aum, gieb dem Satan keinen Raum, wenn er mir sein Nege stellet, daß er meinen Fuß nicht fället. 7. Werd' ich auch an diesem Tage nicht ohn' alle Plage seyn; mache nur, daß ich's ertrage, so find' ich mich willig drein. Wenn du nur aus Liebe schlägst, und mein Kreuz zur Hálfte trågst, darf ich keine Trubsal scheuen; du wirst auch Geduld verleihen. 8. Nun ich leb' an diesem Morgen, da ich Abends sterben kann! laß mich für mein Ende sorgen, nimm dich meiner Seele an. nicht in Sünden bin, wenn ich reif zum Tode bin. Laß auf Jesu Blutvergießen mich die Wallfahrt selig schließen. Nach der Melodie des 116, Lieds. 476. von meinem Leben wieder eine Nacht vorbei. Laß mich deine Treu erheben, die auch diesen Morgen neu. Deine Macht hat diese Nacht mir zur sanften Ruh gemacht, und nun mir schon dein Gegen mit der Morgenroth 477. weicht! den Lag Nach der Melodie des 463. Lieds. trüben Sorgen hab' ich erreicht, die Sonne schau' ich wieder: erwachet frohe Lieder! ein Opfer Gott zu bringen, músf euch anjest gelingen. 2. Was nur mein Auge sieht ist um die Wett' bemüht, dich, Höchster! laut zu preisen: dir Ehre zu erweis sen, sey dann auch mein Bestreben, in meinem ganzen Leben. 3. Du, Herr, hast mich bewacht, und an dies Licht gebracht. Zum Preiſe deiner Gnaden, bin ich so manchem Schaden, so mancher Noth entkom= men, von dir in Schuß genommen. 4. Du lenkst von Jugend auf so gütig meinen Lauf; láss'st mich so manche 17 258 Zweiter Theil. Morgenlieder. Gaben aus deiner Fülle haben; gönnst| dem Geist des Herrn sey Ehre! Drei mir so manchen Segen, und wachst auf meinen Wegen. 5. Ich selbst bin gänzlich dein, und werd' es ewig seyn. Was mich erquickt und nähret, das hast du mir gewähret: du hast mir Leib und Leben und diese Seel' gegeben. im Ther 6. So nimm denn wieder hin, Herr, was ich hab' und bin. Zu deinem Wohlgefallen laß mich stets vor dir wallen, bemühet, deinen Willen auf richtig zu erfüllen. bi 7. Dies ist mein Wunsch. Jedoch, wenn ich zuweilen noch nicht thue, was ich sollte, nicht lebe, wie ich wollte; so trage mit mir Urmen ein gnädiges Erbarmen. ( 0) And mir annoch gebricht, durch ſeine Straft 479. Ger Erben, Bater, 8. Laß deines Geistes Licht, was. Nach der Melodie des 32. Lieds, d ott des Himmels und vollführen, und meinen Gang regieren. Was du haft angefangen, das laß zum Biel gelangen. hist 9. Da ich selbst nichts vermag: so wollst du diesen Tag nach deinem Rath mich leiten; ich schau' zu allen Zeiten, vom Anfang bis zu Ende, auf deine Baterhände. Sohn und heil ger Geist! der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält! 2. Gott! ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Ge fahr, Angst, Noth und Schmerzen treu behüret und bewacht, und bei aller meiner Schuld mich noch trågst mit Baterhuld. 10. Wie schnell verfliegt die Zeit! Herr, mache mich bereit, zu deines Himmels Freuden, aus dieser Welt zu scheiden verklárt werd' ich dort oben dich erst recht würdig loben. 478. WE ach auf, mein Herz, und finge dem Schöpfer aller Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treutem Húter. 2. Mit göttlichem Erbarmen bedecktest du mich Urmen! schlaf, sprachst du, ohne Grauen; die Sonne sollst du ſchauen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen, ich kann das Licht noch sehen. Du machst, daß ich auf's neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, ihein Dank, zum Throne! dem Vater und dem Sohne, einig's Wesen, höre: 5. Hor' meinen Dank, mein Flehen! du kannst in's Herze sehen: ach, möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! DIGNY THO 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Verschonen tragen. 7. Du selber wollst mir rathen in allen meinen Thaten; mich stets zum Besten leiten; zum Himmel mich bes reiten! 8. Begleite mich mit Segen auf allen meinen Begen. Dein Wort sey meine Speise auf meiner Pilgrimreise. ME 3. Laß die Nacht auch meiner Sunden jest mit dieser Nacht vergehn: laß mich Gnade vor dir finden! glaubensvoll auf Jesum sehn! der für meine Missethat am Kreuz geopfert hat. 4, spilt, daß ich auch diesen Morgen geistlich auferstehen mag, und für meine Seele sorgen; daß, wenn nan dein großer Tag uns erscheint, ind dein Gericht, ich davor erschrecke nicht. 5. Führe mich, o Herr, und leite meinen Gang nach deinem Wort: fey und bleibe du auch heute mein Beschüßer und mein Hort: unter deinem Schuß allein kann ich froh und sicher seyn. 6. Dir, o großer Gott, befehle ich, was ich nur hab' und bin, meinen Leib und meine Seele; werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm! fegne mich, dein Eigenthum. Zweiter Theil. 7. Du wollst deinen Engel senden, wenn Gewalt und List mir droht; alles mir zum Besten wenden, und mich stärken in dem Tod. Sterb' ich, o so bringe du mich zu deines Himmels Ruhlan hest suld nok monu'm on no 139 lude jos cu mi - 34) Abendlieder. SRI Tage hin! auch dieser ist nicht mehr. Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her: 2. Herr! du nur bleibest wie du bist; du schläfst und schlummerst nicht: die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dieser Nacht. Und wovor follte mir denn grau'n? mich schüget deine Macht. 480. Mel. Nun sich der Tag geendet hatid nd Nach der Melodie des 255. Lieds.. ür alle Güte sey gepreift, 481. Gott Vater, Sohn und heil ger Geist! ihr bin ich zu geringe. Vernimm den Dank, den Lobgesang, den ich dir kindlich finge. To flehen unsre 2. Du nahmst dich meiner herzlich an, haft Großes heut' an mir gethan, mir mein Gebet gewähret: hast váterlich mein Haus und mich geschüßet und genährethun dout sim 4. Hab' ich an deiner Gnade nur noch Theil, Herr Sebaoth: so fürcht' ich keine Kreatur, und scheue nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuls, mit Reue fühl ich sie. Doch, mein Bersöhner, deine Huld, wie trostvoll ist mir die. 6. Ich eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schatten deiner Flügel bin. Du wachest über mich. Abendlieder. 259 18. Hore, Gott, was ich begehre, und was mir dein Wort verheißt, dir sey Lob und Preis und Ehre. Vater, Sohn und heil'ger Geist, ich, der hier nur stammeln kann, bete dich einst würd'ger an.is namb Tin nu al 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein sey mein Gedank! o weihe dir mein Herz zum Tempel ein! 8. Vielleicht ist dies die legte Nacht in meiner Prüfungszeit, dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit. 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, ja dein bin ich auch todt! du, mein Grretter, bist bei mir, und hilfft aus al'er Noth. Od lj 19 duglo folloor#G 3. Herr, was ich bin, ist dein Geschenk! der Geist, mit dem ich dein gedenk, ein ruhiges Gemüthe; was ich vermag, bis diesen Tag, ist alles e a'd do door deine Güte, bin 4. Sey auch nach deiner Lieb und Macht, mein Schuß und Schirm in dieser Nacht; vergieb mir meine Sünden. Und kommt mein Tod, Herr Bebaoth, so laß mich Gnade finden! 482. im Nach der Melodie des 49. Lieds..! Repriesen, Gott! fey dein Erbarmen, du Gott der Langmuth und Geduld! du trågst uns stets auf Vaterarmen, mit unaussprechlich großer Huld Kraft, Gedeihn und Leben hast du uns gegeben. Herr, wir sind's nicht werth! aber dein Gemüthe ist so reich an Güte, die ohn' Ende währt. 2. Verzeih' uns, Richter unsrer Sees len, die heut' verlegte Christenpflicht; wir merken nicht, wie oft wir fehlen, verzeih' und geh' nicht in's Gericht. Heit der Menschenkinder; wir sind Staub und Sünder, ach, gedenke d'ran! wer würd' uns erretten! wenn wir dich nicht hätten, nimm dich unser an. 3. Du sendest mit der Nacht uns Müden den stärkend süßen Schlummer 17* 260 3weiter Theil. zu. Wir liegen dann und ruh'n im Frieden; denn unser Schuß, o Herr, bist du. Hilf, Erbarmer! denen, die nach Ruh' sich sehnen, die mit Angst und Müh' ihre Nacht verbringen, und mit Schmerzen ringen. Stärke, tröste sie! 4. Wer kann uns deiner Hand entreißen? wir sind, auch wenn wir sterben, dein. Du selber haft es uns verheißen, du wollest allzeit bei uns seyn. Hilf uns hier auf Erden, daß wir würdig werden, einst vor dir zu stehn, daß wir, als die Deinen, wenn du wirst erscheinen, dir entgegen gehn. semplando? mad inn med minst Nach der Melodie des 16. Lieds, ad 483. O er Tag ist hin, du aber, Jesu! bleibe, daß mir dein Licht der Sünden Nacht vertreibe! erleuchte mich, Glanz der Gerechtigkeit; so ist mir wohl auch in der Dunkelheit.i thi anat 2. Lob, Preis und Dank sey dir, mein Gott, gesungen; dir sey die Ehr', daß alles gut gelungen! du machst cs wohl, ob ich's gleich nicht versteh': du bist gerecht, es geh' auch, wie es geh'! m3h Nur eines ist, das mich empfind lich quálet; Bestándigkeit im Guten mir noch fehlet: das weißt du wohl, o Hergenstundiger! ich strauchte noch, 4. Bergieb mir's, Herr! sagt mir gleich mein Gewissen, daß Teufel, Sünd und Welt mich hingerissen; so ist mir's leid: ich stell' mich wieder ein. Verwirf mich nicht; sey mein, so bin ich dein! rn, di 5. Du schlummerst nicht, wenn matte Glieder schlafen. Ach, laß die Seel' im Schlaf auch Gutes schaffen! Lebenssonn', erquicte meinen Sinn! ich laß dich nicht, mein Fels! der Tag ist bin.. Nach der Melodie des 55. Lieds.. ntflohen sind auch dies fes Tages Stunden, an dem wir noch des Lebens Glück empfunden; mit frohem Dank laßt uns den Herrn erheben, durch den wir leben! auf das mad madne * 17 484. - Abendlieder. 2. Des Lebens Müh' und Elend zu versüßen, giebt uns der Herr viel Freuden zu genießen, und welche Güter schenkt er unsern Seelen! wer kann sie zählen? 3. Noch immer låßt er uns Erbarmung finden: er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden. Wir haufen Schuld auf Schuld, er läßt uns leben, und will vergeben. 4. Wie unwerth sind wir, Vater, deiner Treue! pruf unser Herz! es flehet dir voll Reue. Uch, laß es uns von dir im Glauben stillen, um Christi willen. 5. Uns wohlthun ist dein göttliches Vergnügen! Dein Aufsehn schüßt uns, wenn wir hülflos liegen, und wir entseelt, umhüllt von Finsternissen, von uns nichts wissen. 6. War dies für uns der legte Tag auf Erden, soll unser Schlaf ein Todesschlummer werden; dann weckst du uns, die wir uns dir ergeben, zum ew'gen Leben. sid 7. So legen wir getrost zur Ruh' uns nieder. Seh'n wir erfreut die Morgensonne wieder: dann preisen wir mit heiterem Gemüthe des Höchsten Güte. Nach der Melodie des 116. Licds. 485. Merde munter, mein Gemüthe! fühle fromme Dankbegier, und erhebe GotGute, die er heut' gethan an mir; da er mich den ganzen Tag vor so mancher Noth und Plag' treu behütet, und in Gnaden abgewendet allen Schaden. 2. Lob und Dank sey dir gesungen, Vater der Barmherzigkeit! daß mein Werk durch dich gelungen, daß du mich vor allem Leid und vor Sünden gröb'rer Urt so gar väterlich bewahrt, die Versuchung abgetrieben, daß ich unbeschädigt blieben. 3. Wer vermag es aufzuzählen, was du, Herr, an mir gethan Rechnung, Wort und Kräfte fehlen, fang' ich nur zu zählen an: deiner Wohlthat ist zu viel, ihr ist weder Maas noch 3icl. War' ich nur bei deinem Lie ben die in allem treu geblieben! Zweiter Theil. 4. Ach! verzeihe mir aus Gnaden meine Sünd' und Missethat, die ich heut' auf mich geladen! nimm mir, Herr, nicht deine Gnad', treibe ferner Satans Tuck', Gott, durch deine Kraft zurück; laß es ihm ja nicht gelingen, mich in Sünd' und Leid zu bringen. 5. Sich', ich fall' in Demuth nieder; schau', o Gott, von deinem Thron! schau', voll Reue komm' ich wieder, ich vorhin verlorner Sohn! ich verläugne nicht die Schuld, aber deine Gnad' und Huld ist viel größer, als die Sünden, welche sich an mir noch finden. 6. O du Licht der frommen Seelen! o du Glanz der Ewigkeit! dir will ich mich ganz befehlen diese Nacht und allezeit. Bleib' bei mir, Herr Jesu Christ, da es Abend worden ist! tröste mich mit deiner Liebe, daß kein Unfall mich betrübe. bösen schnellen Tod: keinen laß in Sünden sterben, noch an Leib und Seel' verderben! 7. Laß mich diese Nacht empfinden eine sanft und süße Ruh': alles Uebel laß verschwinden; sende mir nur Gutes zu. Leib und Seele, Sinn und Muth, meine Wohnung, Hab' und Gut, meine Freund' und Hausgenossen seyn, in deinen Schuß geschlossen. 8. Uch! bewahr'uns doch vor Schrekken; schug' uns doch vor Ueberfall; laß uns keine Krankheit wecken; treibe weg des Krieges Schall! wend' ab 487. Son ruhet eten Nach der Melodie des 48. Liebs. chon auf Feldern, in Städten und in Wäldern, ein Theil der müden Welt. Ihr aber, meine Sinnen, auf! ihr sollt noch beginnen, was euerm Schöpfer wohlgefällt. 2. Der Sonne Licht und Glänzen vermissen unsre Gränzen, uns deckt die dunkle Nacht. Fahr' hin, du ird'sche Sonne, wenn Jesus, meine Wonne, mein Herz nur hell und heiter macht. 3. Was jetzt der Leib noch tråget, das Kleid, wird abgeleget. Auch meine Sterblichkeit zieh' ich einst aus; dage= gen wird Christus um mich legen den Stock der Ehr' und Herrlichkeit. 19. D, du großer Gott, erhöre, was dein Kind gebeten hat! Jesu! den ich stets verchre, bleibe du mein Schuß und Rath. O du werther heil'ger Geist, stårk' mich, der du Beistand heiß'st. Herr! erhöre dies mein Flehen. Umen! Ja, es soll geschehen. 261 Nach der Melodie des 116. Lieds. o 486. Auf, Seele, werde munter! Lob ist immer deine Pflicht; denn die Sonne geht zwar unter, aber Gottes Güte nicht. Heut' auch hat sie mich genähret; heut' auch Freud' und Trost gewähret; vor Gefahren mich geschüget; meine Schwachheit unterstüget. Abendlieder. 2. Stets gefürchtet, hochgeprieſen sey, mein treuer Gott, von mir. Was du Gutes mir erwiesen, dankt mein ganzes Leben dir. Du hast, war ich's schon nicht werth, dennoch mein Gebet erhört, das ich heut', als ich erwachte, dir in Jesu glaubig brachte. 3. Gieb nun bis zum frohen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh'. Durch dich schlaf ich ohne Sorgen. Wenn ich schlafe, wachest du. Seel' und Leib befehl ich dir. Walt' allmächtig über mir. Sey auch du der Gott der Meinen, zähl' sie alle zu den Deinen. 4. Ach, laß uns kein banges Schrekken, Räuber nicht, nicht Feuersgluth, plöglich aus dem Schlafe wecken. Halt uns fest in deiner Hut. Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht! oder willst du, daß wir sterben, Gott, so sey's nicht zum Verderben. 5. Hore, Vater, ach erhöre, was jegt mein Gebet begehrt. D, Sohn Gottes, dir zur Ehre werd' es mir in dir gewährt. Heil'ger Geist, laß mit Vertraun auf des Mittlers Blut mich baun. Hör', Dreieiniger! mein Flehen. Amen! Ja! es wird geschehen. 4. Das Haupt, die Füß' und Hände sind froh, daß nun zum Ende die Arbeit kommen sey. Herz, freu' dich! du sollst werden vom Elend dieser Erden und von der Sünden Urbeit frei. 3weiter Theil.- Abendlieder. 262 5. Nun geht, ihr matten Glieder, geht hin und legt euch nieder, da ihr die Ruh' begehrt. Einst wird nach allen Sorgen euch bis auf jenen Morgen im Grab' die stille Ruh' gewährt. 6. Die Augen stehn verdrossen! wer wacht, wenn sie geschlossen? wer sorgt für Leib und Seel'? Nimm sie zu deinen Gnaden; sey gut für allen Schaden, du Aug' und Wächter Israel. 7. Dein Flügel mich bedecke, daß teine oth mich wecke, tein Unfall, keine Pein. Mein Jesu, meine Freude! laß du vor allem Leide mein stilles Lager sicher seyn! 8. Auch euch, ihr meine Lieben, erschüttre kein Betrüben, kein Unfall, noch Gefahr. Schlaft ruhig bis zum Morgen. Gott wolle für euch sorgen: euch schüße seiner Engel Schaar! Nach der Melodie des 67, Lieds. 488, Wie lang' darf ich noch fäumen! Gott, stårke meinen Geist, daß er sich auch im Träumen aus Satans Nege reißt; hilf für mein Bestes sorgen, verandre meinen Sinn, daß ich mit jedem Morgen im Guten fester bin. 2. Das Licht seh' ich verschwinden; die trübe Nacht bricht ein. Uch, Herr, laß meine Sünden auch mit verschwunden seyn: streich sie aus deinem Buche! hilf mir aus aller Noth! errette mich vom Fluche, den dein Geses mir droht. 3. Wenn heut', Herr meiner Jahre, mein legter Abend ist: gieb, daß ich dahin fahre, wo du, mein Vater, bist. Doch soll ich langer leben, so laß den festen Schluß mir stets vor Augen schweben, daß ich einst sterben muß. und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu weih'n, und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu seyn? 3. Hab' ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen? mir und der Welt genügt, und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht, weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab' ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleh'n bemerkt? und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? Prüfung am Abend. Nach der Melodie des 8. Zieds. 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden an den Allmächti gen, durch den sie sind und werden? verehrt' ich ihn im Staub; empfand ich seine Huld? trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? 6. Und wie genoß mein Herz des umgangs süße Stunden? fühlt' ich der Freundschaft Glück? sprach ich, was ich empfunden? war auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? und hab' ich nichts gered't, das ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorga falt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Undre traf, war dies mir angenehm? 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn begangen? bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? und, wenn in dieser Nacht Gott über mich gebeut, bin ich, vor ihm zu stehn, auch willig und bereit? 9. Gott! der du alles weißt, was konnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner 489. Der Tag ist wieder hin, Seelen. Bergieb durch Christi Blut mir die verlegte Pflicht; vergieb und gehe du nicht mit mir ins Gericht. und diesen Theil des Lebens, wie hab' ich ihn verbracht? Verstrich er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2, War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dant 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden frånken; du liebst Barmhers gigkeit, und wirst auch mir sie schenfen. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir! leb' ich, so leb ich dir, sterb' ich, so sterb' ich dir! amidesito molim and no dismis 268 ( 35) Von dem öffentlichen Gottesdienste, pe 3 Nach dem 84. Pfalm. Nach der Melodie des 42, Lieds. der Erlösten Zungen froh wird befungen! 490. Wie, Die lieblich ist doch, Herr, die Stätte, da deines Namens Ehre wohnt! o gieb, daß ich sie gern betrete, weil da dein Segen die belohnt, die deines Wortes sich erfreun, und dir des Herzens Undacht weihn. 4. Vergebens lockt die Welt zu ihren Freuden. Mein Geist soll sich auf Gottes Auen weiden. Sein heil ges Wort, das seine Boten lehren, das will ich hören. 2. Wohl dem, der dich in deiner Hütte, Gott, zu verehren, Ernst beweist! du hörst sein Lob und seine Bitte, und stärkst mit neuer Kraft den Geist, daß er auf deiner Wahrheit Bahn rechtschaffen vor dir wandeln kann. Nach der Melodie des 55. Lieds. 491. ies ist der Tag, zum Segen eingeweihet. Ihn feiert gern, wer deiner, Gott, sich freuet. D, laß auch mich mit Freuden vor dich treten, dich anzubeten! 5. Mit Undacht will ich, Höchster, vor dich treten. Ich weiß, du liebst, die kindlich zu dir beten. Der Thoren Glück, die sich der Sünde freuen, wirst du zerstreuen. 2. Dich rühmt der Lobgesang der Himmelsheere! auch unser Tempelschall' von deiner Ehre! auch unser Dank und unsers Geistes Flehen soll dich erhöhen. 3. Wie freu' ich mich, die Stätte zu begrüßen, wo Durstenden des Lebens Bäche fließen, und wo dein Heil von 6. O, laß auch heute deinen Geist mich lehren, vom Weg, der dir mißfállt, mich abzukehren. Regiere mich daß meine ganze Seele zum Trost dich wähle. 3. Dein Wort bleibt niemals ohne Segen, wenn man's nur recht zu Herzen nimmt. Es giebt uns Trost auf Trübfalswegen, die du zu unserm Heil bestimmt. Es giebt im Kampf uns Muth und Kraft, und ist ein Schwert, das Sieg verschafft. 4. Gott, laß auch mir dein Untlig scheinen! dein Sabbath bringt auch mir Gewinn, wenn andachtsvoll ich mit den Deinen vor dir an heil'ger Státte bin. Laß dir das Lob, das wir dir weihn, ein angenehmes Opfer seyn. 5. Ja, du bist Sonn' und Schild den Frommen. Du, Herr, giebst ihnen Gnad' und Ehr'. Und wer nur erst zu dir gekommen, dem fehlt das wahre Glück nicht mehr. Was du verheißest, hältst du fest. Wohl dem, der sich auf 492. dich 7. Dein Tag sey mir ein Denkmal deiner Güte. Er bring' mir Heil und lenke mein Gemüthe auf jenen Trost, den uns dein Sohn erworben, da er gestorben. 8. Dich Set' ich an, du Todesüberwinder! der du an diesem Tag, zum Heil der Sünder, die, fern von Gott, in Todesschatten saßen, dein Grab verlassen. 9. Dein Siegstag ist ein Tag des Heils der Erden. Als Sabbath müff er mir stets heilig werden! Lob sey, Erlöser, deinem großen Namen auf ewig. Amen! Nach der Melodie des 136. Lieds. Gott! du bist mein Preis und Ruhm. Mein Herz sey ganz dein Eigenthum! laß mir den Sabbath heilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weihn. 2. Gieb, daß ich mein Gemüth bewahr', wenn ich mit deiner ChriſtenSchaar zu deines Hauses Stätte geb', daß ich mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Erinn're selber meinen Geist, daß du mir gegenwärtig seyft, damit ich deines Wortes Lehr mit Undacht und mit Nußen hör'. 4. Druck' alles tief ins Herz hinein, und laß mich nicht blos Hörer seyn. Steh' mir mit deiner Gnade bei, daß ich des Wortes Thåter sey. 264 3weiter Theil. Von dem öffentlichen Gottesdienste. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag. Bewahr' mich vor dem Geist der Welt, die deinen Tag veráchtlich hält. daß sich in uns durch deine Lehr' Glaub', Lieb' und Hoffnung reichlich mehr'. 12. Erleuchte uns, du wahres Licht! entzeuch uns deine Gnade nicht: sey unser Trost in aller Noth: stärk' uns im Leben und im Tod. Der 50. Psalm. d Nach der Melodie des 254, Lieds., 494. Der Herr des Himmels und der Erde will, daß die Welt gerichtet werde: mit strahlenvollem Ungesicht kommt unser Gott und schweiget nicht. Er ruft, daß Erd' und Himmel hören: mich soll der Mensch nicht stets entehren; er ruft, daß alles tief erbebt, wenn seine Rache sich erhebt. 2. Gott wird nach diesen Prüfungs tagen, wie wir gehandelt, ernstlich fragen: erzittre, sündliches Geschlecht, denn Gott, dein Richter, ist gerecht. Die Allmacht kann das Recht nicht beugen, dess', dess' sind alle Himmel Zeugen: ihr 3orn ist recht, gerecht ihr Lohn. Gott ist gerecht auf seinem Thron. 3. Ich bin dein Gott, so wird er sprechen, und meinen Bund lass' ich nicht brechen, und mein Geseß nicht frech entweihn! ich, ich will selber Richter seyn; ich fordre, Mensch, nicht nur Besuche geweihter Tempel; ich verfluche des Frevlers Opfer und Gebet. Ein Herz will ich, das mich erhöht. 6. Doch laß mich nicht dabei bestehn, dich nur am Sabbath zu erhöhn. Herr, meine ganze Lebenszeit sey deinem Dienst und Ruhm geweiht! Nach der Melodie des 109. Lieds. 493. Dies, Christen, iſt der Tag des Herrn, Geschäft' und Müh' sey von uns fern! kommt vor des Höchsten Angesicht, und freuct euch in seinem Licht. 2. Kommt, betet euern Schöpfer an, und rühmt, was er an euch gethan! ihn preisen ist der Christen Amt, drum preist und lobt ihn allesammt. 3. Rühmt seine Weisheit, Kraft und Rath, da er aus nichts erschaffen hat den Himmel und die ganze Welt, und alles, was sie in sich hält. 4. Und als er ihren Bau vollbracht, hat er den Menschen auch gemacht, den er nach seinem Ebenbild mit Weisheit und Verstand erfüllt. 5. Erkennt, um euch voll Dank zu freun, wie er durch seine Güt' allein uns täglich schüßet und ernährt, und manches Unglück von uns kehrt. 6. Dankt auch, daß heute Jesus Christ von Todten auferstanden ist, und durch die Größe seiner Macht das Leben an das Licht gebracht. 7. O Gott, der du den Erdenkreis erschaffen haft zu deinem Preis, und auch in Trubsal und Gefahr uns treu bewahrt so manches Jahr. 8. Hilf, daß wir voller Dankbegier erkennen, was du für und für durch deine Weisheit, Güt' und Macht, gethan, geordnet und vollbracht. 9. Du Sieger über Tod und Grab, der sich für uns zum Opfer gab, laß uns der Wohlthat würdig seyn, und mad)' uns von den Sünden rein. 10. Laß deiner Auferstehung Kraft, die neues Leben in uns schafft, uns mit dem hohen Trost erfreun: einst ewig, Herr, bei dir zu seyn. 11. heil'ger Geist! laß uns dein Wert so hören heut und immerfort, 4. Ich, ohne den kein Himmel wäre, ich, ich bedarf nicht Menschenehre zum Pfeiler meiner Herrlichkeit. Doch will ich, was mein Mund gebeut, weil Heil und Segen davon fließen, von meiner Welt gehalten wissen: ich bin der Vater meiner Welt. O thut, was euerm Gott gefällt! 5. Bringt, eures Heils nicht zu verfehlen, bringt mir zum Opfer eure Seelen und reine Herzen voll von Dank vor mich, in euerm Lobgefang. 3u mir nur fleht in euern Nöthen, und nicht vergeblich sollt ihr beten, vergeßt nur euern Retter nicht: mich preisen, das ist eure Pflicht. 6. Vernehmt mit Ehrfurcht, Menschenkinder, was Gott, Jehovah, zu dem Sünder, der kühn den Bund der Zweiter Theil. Von der Selbstliebe. 265 Gnade bricht, mit Majestät und Eifer| erzeige, so meinst du, ich sey gleich spricht: wie wagst du's andern einzuscharfen, was deine Lüste doch verwerfen? was rühmst du mich und meinen Bund? was predigt ihn dein falscher Mund? wie du, und sähe dir mit Beifall zu. Allein, ich will mich an dir rächen, im Wetter will ich mit dir sprechen. Ich donn're dir in's Angesicht, und fürchterlich ist mein Gericht. 7. Du spielest nur mit Treu' und Glauben, und schämest dich nicht, das zu rauben, was ich, Gott, deinem Bruder gab. Von meinem Thron schau' ich herab auf dich, den Schänder keuscher Ehen; du meinst, ich werde dich nicht sehen; doch mein nie müdes Auge wacht: Licht ist vor mir die Mitternacht. 10. Hört, immer freche Sünder, höret, was euch der Mund der Wahrheit lehret: denkt, Sünder, denkt an mein Gericht, und spottet meiner Warnung nicht. Sonst komm' ich, euch hinwegzureißen. Euch, Zorngefäße, zu zerschmeißen, so daß euch Dnehmet niemand retten kann. meine Warnung an! 11. So sinkt denn hin zu meinen Füßen, in frohem Danke zu zerfließen: süß, tiefgebeugter Sünder, ist der Dank mir, der vom Herzen fließt. Komm, komm zu meinen offnen Armen, und dann ermüde mein Erbarmen mit neuen Missethaten nicht: dann schau' mein freundlich Angesicht. — 8. Du magst es, die zu untertreten, die einen Gott mit dir anbeten; von deinen falschen Lippen fließt, was deinem Nächsten bitter ist. Berläumdung, Spott und freche Lügen gießt deine Zunge mit Vergnügen auf deinen frommern Bruder aus, den Sohn in deines Vaters Haus. 9. Das thust du, Sünder, und ich schweige; und weil ich Langmuth dir 36) Von der Nach der Melodie des 8. Lieds.. 495. Dein Will' ist, großer Gott! ich soll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schránke selbst den Trieb, froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Grángen ein. 2. Gieb, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe; und daß in allem ich dein Auge findlich scheue. Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider deine Furcht und Menschenliebe ist. 3. Kein schnöder Eigennug beherrsche meine Seele! und wenn zu meinem Glück ich Weg' und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schau'n; auch nie mein Wohlergehn auf andrer Elend bau'n. 4. Dein Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leidet, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, erbt deinen Himmel nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht. Selbstliebe. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schimmer. Die Welt mit ihrer Lust vergeht doch einst auf immer. Was hilft uns kurze Lust? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergånglich Gut ist's, was uns glücklich macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverlegt Gewissen, nur das kann uns allein des Lebens Last versüßen: das bleibt uns auch im Tod, und folgt uns aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. dip of 7. O selig! wer danach mit heilgem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deine Gnade achtet. Der liebt allein sich recht, der find't schon in der Zeit die wahre Ruh' und einst vollkomm'ne Seligkeit. 8. Das sey mein Zweck, mein Fleiß. D segne mein Bemühen! so wird das wahre Wohl nicht meinem Wunsch entfliehen. Bewahre mich dabei, Herr, vor dem Lauf der Welt. Gieb, daß ich mich so lieb, als dir es wohlgefällt. nodom moe 266 odailidh and not 150 tison& di 37) Von der Selbsterkenntniß und Demuth.an *** Nach der Melodic des 265. Lieds. 3er bin ich welche 497. Herr! lebre mich, wenn ich Tugend diene, daß nicht mein Herz des Stolzes sich erkühne, nicht auf sie sicher und vermessen sey. Herr, lehre mich, wie oft ich fehle, merken. Was ist der Mensch bei seinen besten Werken? Wann sind sie' gånzlich von Gebrechen frei? Nach der Melodie des 7. Lieds. 496. Wer bin ich? welche wicht'ge Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn. Gieb, daß ich mir die Wahrheit sage, und laß mich achtsam auf mich sehn. Wer sich nicht selbst recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Hånden. Du schufst mich ,, Gott, zu deinem Preis. Dazu mein Leben anzuwenden, das ist dein väterlich Geheiß. Doch leb' ich als dein Eigenthum, auch wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß. Doch bin ich's, Herr, auch in der That? o öffne du mir mein Verständniß, recht eingusehn, ob ich den Pfad, den Jesus mir gewiesen, geh'? und ob ich auch im Glauben steh'? 4. Du kennest unsres Herzens Tiefen, die uns selbst unergründlich sind. Drum Laß mich oft und ernstlich prüfen, wie ich, mein Gott, vor dir gesinnt. Befreie mich vom falschen Bahn, der auch den Klúgsten täuschen kann. mi 5. Wer alles weiß, und doch ver= borgen und unbekannt sich selbst noch bleibt: wie will der für sein Bestes sorgen? was ist, das den zur Bess'rung treibt? sich selbst recht kennen, ist Verstand; drum mache mich mit mir bekannt. 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Vater, das entdecke mir. Hab' ich der Wahrheit Weg erwählet, so gieb, daß ich ihn nicht verlier'. Ach leite mich mit deinem Licht; so tauschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Wege, der mich zum ew'gen Leben führt, so bringe mich zurück vom Stege, der in's Verderben sich verliert. Gieb mir zur Bessrung Lust und Kraft. Du bist's, der beides in uns schafft. 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. O laß mich's nicht bis dahin sparen, wo Reue nichts mehr helfen kann. Herr! mache mich schon hier recht flug, und frei vom schnöden Selbstbetrug. 2. Wie oft fehlt mir zum Guten selbst der Wille! wie selten, wenn ich dein Gebot erfülle, erfüll' ich's ganz und treulich, wie ich soll. Sind Lieb und Furcht stets die Bewegungsgründe der guten That, der unterlass'nen Sünde? und ist mein Herz des Danks und Eifers voll? 3. Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend: gedenke nicht der unvollkomm'nen Tugend der reifern Jahre meiner Lebenszeit. Wenn ich noch oft aus Stolz nach Tugend strebe, aus Menschenfurcht mich Lastern nicht ergebe: was ist vor dir, Herr, meine Frömmigkeit? 4. Wenn ich den Geiz, aus Furcht der Schande, fliehe; aus Weichlichkeit mich wohlzuthun bemühe, und mäßig bin, nur um gesund zu seyn; wenn ich die Rach' aus Eigennuge haffe; der Ehrsucht Pfad aus Trägheit nur verlasse; was ist an aller dieser Tugend mein? 5. Und, Gott, wie oft sind unsre besten Triebe nicht Frömmigkeit, nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte meistens der Natur und Zeit! wann fühlen wir der Tugend ganze Würde? Wann ist dein Joch uns eine leichte Bürde, und dein Gebot Wunsch und Zufriedenheit? 6. Doch, Herr, mein Gott, wenn auch zu deiner Ehre mein Herze rein, rein meine Tugend wåre; wer hätte Recht zu diesem Eigenthum; wer ließ mich früh zur Tugend unterrichten? mein Glück mich sehn in meines Lebens Pflichten; wer lehrte mich: Gehorsam fey mein Ruhm? 7. Wer gab mir Muth, Herr, bein Gebot zu lieben? wer gab mir Zweiter Theil.- Von der Sorge für die Seele. Kraft, es freudig auszuüben? wer gab mir in Versuchung Schild und Sieg? Wess' ist die Quell, die mich mit Weisheit tránkte? und wesf' der Freund, der mich zum Guten lenkte, und mir die Fehler liebreich nicht verschwieg? 8. Cu triebst mich an, daß ich das Gute wählte, und riefst mich oft, wenn ich des Wegs verfehlte, durch deines Geistes fraft'gen Ruf zurück; zogst mich durch Kreuz, durch Wohlthat auch von Sünden; ließ'st, wenn ich rief, mich wieder Gnade finden; gabst mir zur Beff'rung deinen Segensblick. 9. Was ist der Mensch, daß du, Gott, sein gedenkest; Gerechtigkeit in deinem Sohn ihm schenkest, und so zum ew'gen Leben selbst ein Recht? Und wenn ich nun durch deines Geistes Gabe des Glaubens Kraft und alle Werke habe: Wer bin ich vor dir? ein unnußer Knecht. 6. Das núßlich anzuwenden, was du mit Baterhanden mir gütig zugeNach der Melodie des 48. Lieds. 498. Was ich nur Gutes habe, deine milde mein Fleiß dazu du Baters alles Lichts. Mein Daſseyn gieb Demuth und Verstand. wandt; dein treuer Knecht zu werden, Nach der Melodie des 238. Lieds. 499. 38) Von der Sorge für die Seele. 267 und mein Leben ward mir von dir gegeben, und ohne dich vermag ich nichts. 2. Sowohl Verstand, als Kräfte zum nüßlichen Geschäfte, hab' ich aus deiner Huld. Dein ist's, wenn gute Thaten dem Borsag wohlgerathen: ich bin allein an Fehlern schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, wer schafft mir's? deine Treue, du Herr der ganzen Welt. Du ordnest unsre Tage, ihr Glück und ihre Plage nur so, wie es dir wohlgefällt. 4. Sollt' ich mich denn erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes wiederfährt? Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezogen? bin ich auch jemals dessen werth? 5. Ich bin viel zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig seyn. D, laß mich's nie vergessen; so werd' ich nicht vermessen der Eigenliebe Weihrauch streun. err! meiner Seele gro= dein theures Wort erklärt! laß mich mit Ernst bedenken; und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken. 2. Wie hoch ist sie vor dir geacht't! welch Glück hast du ihr zugedacht! wie viel an sie gewendet; du schufft fie, Gott, dein Bild zu seyn; und hast, vom Fluch sie zu befrein, selbst deinen Sohn gesendet. 3. 3u groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, lebt sie im Fleisch auf Erden; durch Glauben und Gottseligkeit, zu größerer Vollkommenheit im Himmel reif zu werden. 4. Mit großer Treue willst du sie lelbst durch des Lebens kurze Müh' zu 40% mund diesem 3iele führen. O laß mich nicht, durch eigne Schuld, das Heil, das deine 5. Mit dir, o Gott, vereint zu seyn, mich ewig deiner Huld zu freun, und dich zum Trost zu wählen; das sey mein Fleiß und höchster Zweck! laß mich dazu den rechten Weg aus Leichtsinn nie verfehlen. 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Sünden hasset; das seine Schuld vor dir bereut, das zu deiner Gütigkeit durch Christum Hoffnung fasset. und 7. Gieb, daß ich dir mich ganz ergeb'; und was ich hier im Fleisch noch leb', laß mich im Glauben leben an dich, Sohn Gottes, der du mich so hoch geliebet haft, und dich für mich dahin gegeben. gizo quent colleg ww Von der Sorge für die Seele. 268 Zweiter Theil. 8. In meiner ganzen Pilgrimschaft laß mich, gestärkt durch deine Kraft, nach jenem Kleinod trachten, das mir dein Ruf vor Augen stellt, und alle Leiden dieser Welt wie nichts dagegen achten. 9. Wie selig werd' ich dann nicht seyn! schon hier wird dann mein Herz sich freu'n, in dir, Gott, ruhig leben; und du nach auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben. Nach der Melodie des 119. Lieds. 500. Nach meiner Seelen Se= ligkeit laß, Herr, mich eifrig ringen. Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? wie würd' ich cinst vor dir besteh'n? Wer in dein Reich wünscht einzugeh'n, muß reines Herzens werden. 2. Erst an dem Schluß der Lebensbahn auf seine Sünden sehen, und wenn man nicht mehr súnd'gen kann, Gott um Erbarmung flehen: das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht in deinem Wort bezeichnet. 3. Du riefft uns hier zur Heiligung, drum laß auch hier auf Erden des Geistes wahre Besserung mein Hauptgeschäfte werden. Herr, stårke mir dazu den Trieb. Nichts sey so groß, nichts mir so lieb, das ich ihm nicht aufopfre. 4. Gewonn ich auch die ganze Welt mit allen ihren Freuden, und sollte das, was dir gefällt, o Gott, darüber meiden; was hülfe mir's? kann auch die Welt mit allem, was sie in sich hält, mir deine Gnad' ersegen? 5. Was führt mich zur Zufrieden heit schon hier in diesem Leben? was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tode geben? nicht Menschengunst, nicht irdisch Glück; nur Gottes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden! 6. Nach diesem Kleinod, Herr, laß mich vor allen Dingen trachten, und was mir daran hinderlich, mit edlem Muth verachten. Daß ich auf deinen Wegen geh', und im Gericht dereinst besteh', sey meine größte Gorge! 7. Doch, was vermag ich, wenn du nicht für Trägheit mich beschüßest, und mich zur Treu' in dieser Pflicht mit Kräften unterstüßest? O stárke mich, mein Gott, dazu, so find' ich hier schon wahre Ruh', und dort das ew'ge Leben. Nach der Melodie des 29. Lieds. bedenken, was wahr: 501. Lehre mich, Herr! recht hafte Weisheit sey. Meinen Fleiß darauf zu lenken, stehe mir aus Gnaden bei. Denn die Klugheit, so die Welt ohne Grund für Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergehen, wird nie vor dir bestehen. und 2. Weisheit ist's, wenn unsre Seeten sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertrau'n: denn, die folgſsam darauf schau'n, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten, und den Eigendünkel scheun; gern auf seine Fehler sehn, reuend sie vor Gott geftehn; eifrig stets nach Bess'rung streben, und sich dess' doch nie erheben. 4. Weisheit ist es, Christum ehren, seiner Mittlershuld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, seinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, alles meiden, was mit Neu' das Herz beschwert, und sich hüten vor den Freuden, die der Sündendienst gewährt; nicht die Ehre dieser Welt, nicht Gemächlichkeit und Geld für das wahre Wohlseyn achten; nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem 3weck ersehn, und auf seiner Wahrheit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gerne Gottes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wenn Leiden uns beschweren, hoffend mit Geduld fic ehren. 269 8. Einst låff'st du im Gewissen mir diesen Trost genießen, wenn alles von mir weicht; wenn ich den Lauf vollendet, und sich mein Leben endet; so wird mir selbst das Sterben leicht. 9. O, laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! zum Fleiß in guten Werken, laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts verdammlich's an mir sey. tommie! laß fie mich zu allen Zeiten 503. D'bares Gut iſt, Herr, von dir, verleihe fie Nach der Melodie des 30. Lieds. des 30. welch ein auch auf den Weg des Friedens leiten. ein rein Gewissen! wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein 502. Ein ruhiges Gewiſſen laß, Gericht; denn mit dir hat er Friede. deines Herr, mich stets sen. Denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn andre ängstlich zagen, nichts schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde schweiget, und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin; wenn mich dein Trost erquicket, so oft mich Trubsal drücket: wie unschägbar ist mein Gewinn! 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne geben, und dann die innre Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tragen: wic groß würd' meine Thorheit seyn? ner 4. Sein eigen Herz bekämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht; doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Vergnügen gewährt uns die Vollbringung nicht? 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhig's Herz. Das schaffet inn're Freuden, selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wor= nach die Thoren schmachten, was giebt uns dazu Muth? was tröstet Gottes Kinder beim Spotte frecher Sünder? ein ruhig Herz, dies größte Gut. 7. 3u dir gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlös'ten; darf deiner Huld mich trösten: welch Glück, mein Gott, kann größer seyn?| suchen. Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß wir hier nur Pilgrimm' sind; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo die Seele Ruhe find't; seine Augen unverwandt nach dem ew'gen Vater land richten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. 8. Diese Weisheit ist auf Erden, pochster, unser bestes Theil! Die von ihr geleitet werden, deren Weg ist Licht und Heil. Solche Weisheit Vom Gewissen. useu deim Nach der Melodie des 48. Lieds. bewußt, blickt er zu deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust, und wer ist, der ihm schade? auf dich sieht er bei aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft ihn auch hier zuweilen. noch die Geissel böser Zungen, wird seines Herzens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Er hútet sich vor Uebelthat, und denkt: der Lügen wird wohl Rath; Gott wird die Unschuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der künft'gen Welt entgegen. Die giebt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich mir zum Heil, ein unverlegt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sey beflissen. Mit dir, Gott, ausgeföhnt zu seyn; dein heilig Recht nicht zu ent= weihn, das sey mein größter Eifer. 6. Gieb, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre; und immer aufmerksam genug auf ſeine Warnung höre. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld, voll Reu' und Glauben 270 3weiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 7. Mit deiner Gnade tröste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden hüte sich, und nie aus Vorfag fehle. Denn, wer nur reines Herzens ist, hat immer auch, durch Jesum Christ, zum Trost dich, Allerhöchster! COMEL Von der Wachsamkeit. an Nach der Melodie des 72. Lieds.bin 504. Nicht, daß ich's ſchon ergriffen hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleincd eifrig nach; denn Zugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. NGUY INS 2. So lang'ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nachster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. d 3. Besserung ist Tugend. gerecht; Dr. Nicht jede Beſſere il genit: bescheiden? liebst Mäßigtett; denn auch Die wilde Hige roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit. Und was Natur und Zeit gethan, sicht unser Stolz für Tugend an. on verschmerzen, und siel, dein Herz, wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum Lachet uns die Welt wir werden im Geräusche schwach, und entgegen, so reget sich die Leidenschaft. geben endlich strafbar nach. 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß.no 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit. Doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haßt Habsucht, Neid und Zank: flicht's Unmuth auch Misspp sihin ang und Müßiggang? 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen; doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jest sollst du eine Schmach Geduld? Du dienest gern, wenn andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 4. Oft ist die Uendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dampfst sie; Soch du wechselft nur! dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was andern strenge Tugend scheint. Nach der Melodie des 72. Lieds. Der Trieb des Reids, der Schmähs 505. Damit ich meine Seele erwecken so manchen Feind. Du wirst behutsam, schránkst dich ein, fliehst nicht die Schmahsucht, Hur den Schein. 12. Sen nicht vermessen! wach und streite; denk nicht, daß du schon g'nug gethan. Dein Herz hat ſeine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall. daß ich bet' und wach'! wenn ich dich nicht zum Beistand hätte, wär' ich zum Guten viel zu schwach. Und Tugend ohne Wächsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang' ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt niemals ganz in unsrer Brust. 3. Wenn mich gleich nicht die Dinge rühren, durch die der andern Tugend Zweiter Theil. Von der Sorge für die Seele. 271 6. Du must mit der Wachfamkeit das Gebet verbinden. Was uns Stark und Kraft verleiht, ist bei Gott zu finden. Geist und Wort hilft dir fort, daß du wacker bleibest, und sein Werk recht treibest. 3 fällt: wird darum nichts mein Herz verführen? Uch! jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 4. Oft schläft der Trieb in meinem Herzen. Von Rachsucht schein' ich mir befreit; jest ſoll ich eine Schmach verschmerzen; und ach! mein Herz wallt auf und draut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 5. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen: so regt sich unsre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 6. Drum gieb, Herr, daß ich wach und streite; nie denke, daß ich g'nug gethan. Mein Herz hat seine schwache Seite; die greift der Feind der Bohla 507. Hier iſt noch unfte Pris fahrt an. droht mir den fungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Satan leicht berückt; das schwache Fleisch sich selbst verstrickt; die Sinne Hi Nach der Melodie des 302. Lie88. 506. mache ich, mein Geift, fedes Blendwerk rührt; auch böses bereit; Beispiel oft Fall. Hilf, daß ich wache überall! 10 pr Fleh'n und Beten stårket uns zu jeder Zeit; hilft in allen Nothen. Satans List kann der Christ durch Gebet und Wachen leicht zu Schanden machen. 2. Auf denn! und beharre nicht in dem Sumbenschlafe. Chriftus ist nun selbst dein Licht. Eile! schwere Strafe, große Noth, selbst der Tod möchten dich in Sünden unbereitet finden. 3. Wache, ſonst bringt Satans Lift dich zu schweren Sünden. Er kann, wenn du schläfrig bist, dich leicht über winden. Die Gott liebt, übergiebt er ihm, wenn sie schlafen, zu gerechten Strafen. 4. Wache, daß dich nicht die Welt durch Gewalt bezwinge: oder, wenn sie sich verstellt, listig an sich bringe. Wach und sich, daß dich nie falsche Brüder fällen, die dir Nege stellen. 5. Wach und gieb auf dich selbst acht; trau nicht deinem Herzen. Leicht kann, wer es nicht bewacht, Gottes Huld verscherzen. D, es ist voller List, kann sich selber heucheln, und voll Hochmuth schmeicheln. 7. Du wirst nie vergeblich schrei'n: Gott wird Heil und Leben, Gott wird Segen und Gedeih'n, wenn du bitteft, geben; wenn du schreist, wird sein Geist auf dein Fleh'n bald merken, und in Noth dich stärken. 8. Auf denn! du mußt immerdar wachen, fleh'n und beten, und, ver= mehrt sich die Gefahr, immer brünft= ger beten. In der Noth, in dem Tod wirst du kräftig flehen, und vor ihm bestehen. 12110 ( MIS nad i sid ipl thit gust. Nach der Melodie des 120. Lieds. 2. Oft nehmen Laster überhand und strömen über's ganze Land. Drum hüte dich! das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sey im Glauben stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. ud dojn 3. Mein Vorsak ist: ich will ihn flieh'n. Doch wie gelingt mir mein Bemüh'n? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, und ein Neg bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! ach, wie entrinn ich Schwacher, hier? 1907th 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein: preist den Genuß des Lebens an; schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Auch Satan reizt das Herz, und sagt: o, eine Sünd' ist leicht gewagt! die Ewigkeit ist ja noch fern. Und ach, mein Fleisch gehorchet gern. Denn wie so leicht ist es bethört, da es verführt zu seyn begehrt. 272 Zweiter Theil. Von 6. Du, Jesu! mußt das Beste thun. Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein; dein Bruder, Herr, dein Fleisch und Bein! Mein Gott, mein Gott, laß nicht von mir, damit auch ich nicht lass' von dir. 7. Der Sündendienst nimmt anfange ein, und endet sich in Höllenpein. Drum steh' dein guter Geist mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde sey. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh'. 8. 3war ist mein Glaube klein: doch du, du starker Held, sagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergiebt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. der Sorge für den Leib. 9. Wenn schon die Trubsal auf mich dringt und überall mich Angst um ringt; bleib' ich doch stets in deiner Hand. Ich halt' in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein. Nun muß mir alles heilsam seyn. uns, Herr, dein Wohlthun nährt, und die, so Geist als Leib zu laben, uns täglich deine Hand gewährt! auch das, was unser Mund genießt, zeigt uns, wie freundlich, Gott, du bist! 10. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn; sollt' auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sclav der Laster ist. Ich will nicht zagen. In's Gericht kommt ja, wer an dich glaubet, nicht. is id s Gal vid Nach der Melodie des 72. Lieds. 39) Von der Sorge für den Leib.i.d schäfte, untüchtig zur Gottseligkeit; 508. Wie mannigfaltig find erweckt Unordnung, Streit und Bant, und hindert Dank. 6. Wer sich den Bauch zum Gott erkoren, unmäßig deine Gaben braucht, der geht des Himmelreichs verloren, zu dem kein Knecht der Lüge taugt. Gott! laß mich ja dies Laster scheun, und mäßig stets und nüchtern seyn. 7. So oft ich Speis und Trank genieße, so laß es mit Vernunft ge schehn, und daß ich beides mir versüße, mit Dank auf dich, den Geber, sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst, uns Nahrung und Erquickung giebst. 11. Du bist es auch, dem ich vers trau', so lang' ich noch das Elend bau: bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, die Sieger Preis und Ehre front. Herr! steh' in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sey. 5. Die Schwelgerei raubt uns die Kräfte zu dem, was uns die Pflicht gebeut; macht tråge zum Berufsge= 2. Du giebst uns Brod für unser Leben, und unsre Herzen zu erfreun, giebst du den traubenvollen Reben mit segensreicher Hand den Wein. Wie angenehm ist der Genuß von dem, was uns ernähren muß. 3. Doch laß die Kraft, uns zu vergnügen, die du in Speis' und Trank gelegt, mich nie, o Höchster, so bes Nach der Melodie des 234. Lieds. fiegen, daß sie zum Schwelgen mich 509. Der Wollust Reiz ju zu bewegt. deiner Gaben zu freun, mich måßig im Genusse seyn. 34. Mit Speis' und Trank sein Herz beschweren, steht niemals wahren Christen an. Dadurch wird das, was uns ernähren und unsern Geist erquifken kann, ein Gift, das in die Adern schleicht, und Krankheit, Schmerz und Tod erzeugt. widerstreben, Höchster, meine Weisheit seyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleb ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir. 2. Die Wollust kürzet unsre Tage; sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage, sind Früchte ihrer Leidenschaft. Der haßt sich selber, der sie übt, sich in ihre Fesseln giebt. deč und Zweiter Theil. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke, schwächt den Verstand, der Seele Licht; sie raubt den Eifer edler Werke, und Ernst und Lust zu jeder Pflicht. Sie führt Neu' und Gewissens schmerz in das ihr hingegebne Herz. 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde zur Niedrigkeit des Thiers herab; er schåndet und entehrt die Würde, die ihm sein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zweck, dazu er lebt, weil er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! schon vor der Welt sind sie ein Spott. Sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! wer sich in ihre Knecht schaft giebt, wird nie von dir, o Gott, geliebt. 6. Du wirst den wiederum verder= ben, der deinen Tempel hier verdirbt. Dein Himmelreich wird niemand erben, in dem die böse Lust nicht stirbt. Drum laß mich ihre Reizung fliehn; und, keusch zu seyn, mich stets bemühn. 7. Gieb, daß ich allen bösen Lüsten mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, darwider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger seh'. Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Missethat. - Von der Sorge für den Leib.sur 273 4. Gesunde Glieder, muntre Kräfte o Gott, wie viel sind die nicht werth wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Jst nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiten, was meines Körpers Wohlseyn stört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört: du selbst bist Storer deiner Ruh'; du zogst dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glies der mich zu bewahren achtsam seyn! drückt mich die Last der Krankheit nieder; so flöße selbst Geduld mir ein. Gewähr auch dann mir guten Muth, und segne, was der Arzt dann thut. 7. Doch gieb, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leibes Pflege zielt: nein, stets in jenen Schranken bleibe, die dein Gefeß mir anbefiehlt. Des Körpers Wohl laß nie allein den Endzweck meiner Sorge seyn. 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erde sey stets auf meinen Geist ge= richt't, daß er zum Himmel tüchtig werde, eh' dieses Leibes Hütte bricht; dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb' ich hier zu deinem Preis. Nach der Melodie des 48. Lieds. Nach der Melodie des 234. Lieds. es Leibes 510. Die warten und 511. Was ist mein zeitlich nähren, das iſt, o Schöpfer, meine Pflicht, muthwillig seinen Bau versehren, verbietet mir dein Unterricht. O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sey.. Leben, das du mir, Gott, gegeben? Ein unschäßbares Gut. Du gabst mir's, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Sollt' ich mit Versag das verlegen, was zur Erhaltung mir vertraut? sollt' ich gering ein Kunststück schäßen, was du, o Schöpfer, selbst erbaut? Wess' ist mein Leib? er ist ja dein. Sollt ich denn sein Zerstörer seyn? 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort erndtet man erfreuet der Tugend Früchte ein. Je länger ich hier wandle, vor dir rechtschaffen handle, je größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt' ich dies Glück mir raus ben? O Herr! laß mir, im Glauben under fünft'gen Erndtezeit, mein Leben 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, giebst du mit milder Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch giebst du Verstand. Dir ist die Sorge nicht zu klein. Wie? sollte sie denn mir es seyn? auf der Erden so werth und wichtig werden, als es mir selbst dein Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verkürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht, ist Undank deiner Güte. Ein 18 274 3weiter Theil.- Von dem rechtmäßigen Gebrauch ic. redliches Gemüthe verläßt ja seinen Posten nicht. 5. Gieb, daß ich klüglich fliehe, was oft mit leichter Mühe mir gar mein Leben nimmt. Doch laß mich auch nicht zagen, es muthig dran zu wagen, wenn mich die Pflicht dazu bestimmt. 6. In deine Vaterhånde befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es sey mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben. Hilf nur dem guten Willen auf. 7. Was nügt ein langes Leben dem, der nicht, Gott ergeben, nach wahrer Tugend strebt? wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glau ben übet, nur der hat lang' und wohl gelebt. 40) Von dem rechtmäßigen Gebrauch der zeitlichen Güter, und wider den Geiz. Nach der Melodie des 9. Lieds. aß 512. Las mich doch nicht, o Gott! den Schäßen bieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit. Und was ist ohne sie des Lebens Herrlichkeit. 2. Kann ein vergånglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja sein Besig nicht stets in unserm Willen. Nicht stets wird's dem zu Theil, der ångstlich darnach ringt; und schnell ver= lierts oft der, dem der Besiz gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahr haftig soll beglücken, muß nicht vergånglich seyn, und für den Geift sich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hat's, und wünscht noch mehr; noch immer bleibt sein Herz von wahrer Ruhe leer. 4. O Gott, so wehre doch den uns gerechten Trieben, und heilige mein Herz, die Güter nicht zu lieben, die man mit Müh' gewinnt, bald praf send sie verzehrt, bald geizig sie bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weises frommes Herz, das sen mein Schaß auf Erden. Sonst alles, nur nicht dies kann mir entriffen wer den. Dies bleibt im Tod auch mein, dies folgt mir aus der Zeit, zum selige sten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Bergnügen? Nur süße Träume sind's, die unsern Geist betrügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn durch deines Geistes Kraft zu ew'gen Gütern hin. Nach der Melodie des 26. Lieds. 513. Mohl dem, der besfre ფ Schäße liebt, als Schäße dieser Erden! wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, daß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott verwehrt uns nicht, hier Güter zu besigen. Er gab fie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nügen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleis ses Untrieb seyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; ist dieses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz; erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet, der Vers nunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich kein Gut genießen; er qualt durch Habsucht deinen Geist, und toödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeis chelnden Gewinn dich blino zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit meineid sprechen; dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Witwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 7, Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken, 3weiter Theil. Von der Arbeitsamkeit zc. - und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf' entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern; und glaubst, bu habft sie wohl bedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Umt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wenn sie dich reden heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir g'nügen lasse; Geiz ewig, els Abgötterei, von mir entfern' und haffe. Ein weises Herz und guter Muth sey meines Lebens größtes Gut! 275 Herr, daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche. 3. Was ist das mir geschenkte Gut? vergånglich, und von Erde. Hilf, daß ich nie aus Uebermuth dadurch vereitelt werde! Nie reiße irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eiteln hin, daß ich mein Heil vergesse. 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schägen; verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorglos hintan zu sehen, was meiner Seelen Heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt: Wie strafbar würd' ich handeln! lich Gut verwalten. Gieb selbst mir Weisheit, gieb mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nugt und dir gefällt; damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe. 2. Mein Hab' und Gut kommt ja von dir und deinem milden Segen. Nicht nur zum Fallstrick gabst du mir mein zeitliches Vermögen. Du gabst es mix zum wahren Wohl. Drum gieb, 5. Mein größtes Trachten sey allhier nach deines Geistes Gaben. Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur die kann haben! Hab' ich nur, Höchster! deine Huld; bin ich voll Glauben und Geduld; was fehlt dann meiner Seele? 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen. Von Unruh' und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. Nach der Melodie des 6. Lieds, laß mich 514. Herr fent aft mein geits die Güter nie verschwenden, die du mir gabst, in dieser Zeit sie nüglich anzuwenden. Gieb mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten so, wie mir, des Lebens Müh' erleichtre. 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur heil'gen Sorgfalt lenken, also die Güter dieser Zeit zu núßen, daß ich einst erfreut noch Segen davon erndte. 41) Von der Arbeitsamkeit und Treue im zeitlichen Beruf. nur unternimmt, wird, wenn's mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Forta gang bleiben. Nach der Melodie des 30, Lieds. 515. Gott ist's, der das Verz mögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er giebt zur Arbeit Muth und Kraft, und läßt 2. Wer das zu seinem Hauptzweck macht, vor ihm gerecht zu werden, sie uns gelingen. Was man mit ihm.l und erst nach seinem Reiche tracht't, 18* 276 3weiter Theil. dem giebt er auch auf Erden vom ird'schen Gut mit milder Hand so viel beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nuget. Von der Arbeitsamkeit zc. 1 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn, und, front er sie mit Gnaden, was sollte ihrer Feinde Hohn und Mißgunst ihnen schaden? Mit seinem Schuß bedeckt er sie, und segnet bei Nach der Melodie des 119. Lieds. ur Urbeit, des Lebens Müh' ihr Herz mit Stoft 517. 3 dagang, find wir, und Hoffnung. o Herr, auf Erden. Drum laß mich doch mein Lebelang kein Knecht der Trägheit werden. Gieb mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft, mein Umt hier zu verwalten. 4. Drum gieb, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe. Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut. Nach deines Neichs Gerechtigkeit laß mich vor allem trachten. 5. Laß Müßiggang und Trägheit mich als dir mißfällig, meiden, und hilf, daß ich, gestärkt durch dich, voll Muth mit Luft und Freuden in meinem Stand geschäftig sey; dein Segen krone meine Treu', daß sie auch andern nüge. 6. Sey überall, mein Gott, mit mir! die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, daß mir die Frucht von meinem Fleiß in jenes Leben folge. Nach der Melodie des 8. Lieds.. u hast uns, Herr, die 4. Uch! förd're, großer Gott, die Werke meiner Hände. Hilf mir, bei meinem Thun, am Anfang und am Ende. Laß mich, bei meiner Last, auf jenen Sabbath sehn, da wir, nach treuem Fleiß, in deine Ruhe gehn. 516. erleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Der tråge Mufiggang ist dir, o Gott, verhaßt, für uns der Laster Net, und unserm Nächsten Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, die Bürden des Berufs getroft auf mich zu nehmen. Wird gleich mein Angesicht mit sauerm Schweiß beneßt: genug, daß du mich selbst in den Beruf gesegt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eiteln Nahrungssorgen. Gieb mir mein täglich Brod, und sorge selbst für morgen. Laß mich an meinem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuversicht in deiner Fügung ruhn. $ 81 2. Hast du ein Amt, so warte sein: das ist, o Gott, dein Wille. O flöße ſelbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle. Hilf mir, daß ich von Seit zu Seit an Einsicht und an Tüchtigkeit zu meinem Umte wachse. 3. Herr! vor tråger Weichlichkeit wollst du mein Herz bewahren! so werd' ich aus Gemächlichkeit nie meine Kräfte sparen. Erholen werd' ich mich nur dann, wenn ich, von Kraft erschöpft, mi kann zu neuer Arbeit stärken. 4. Mit wahrer Vorsicht laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen, die weit entfernt von meiner Pflicht, vers den Geschwenderisch verbringen. Das müsse schäften ganz zu weihn, die du mir aufgeleget. o Höchster! meine Pflichten in deiner 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten. Ein Herz, das Urbeit Munterkeit, versüßt uns ihre sich des Guten freut, giebt zu der Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrsucht nie bestrickt. Gewissenhaft zu handeln; mein Leben deinem Dienst zu weih'n, so nüglich als ich kann, zu seyn, das sey mir Ehr' und Reichthum. 3weiter Theil.- Von der Zufriedenheit zc. 7. Dir zu gefallen, sey mein 3weck bei allem, was ich thue! so wandle ich den rechten Weg zu der Gewissens: ruhe. Denn, wer dir, Heiligster, mißfällt, was nuget dem die ganze Welt mit allen ihren Schägen? 42) Von der Zufriedenheit und Geduld im Leiden. nist Nach der Melodie des 55. Licds. ott! du bleibst ewig 518. unsrer Wohlfahrt Meister. Wie thöricht handeln unzufried'ne Geister! fie quálen sich, und machen ihrem Herzen vergeblich Schmerzen. 3. Es ist umsonst: wir werden nichts erzwingen, wenn wir auch Nächte durch mit Kummer ringen, und noch so früh mit ängstlichen Geschaften den Leib entkräften. un Nach der Melodie des 46. Lieds.in mit den Gott, 2. Was helfen uns die angstlich 519. Entehre nicht, mein Herz! bangen Sorgen für den noch ungewissen andern Morgen? Und müssen wir uns über unser Gråmen nicht nachmals schämen? 4. Mein Glück beruht, o Gott, auf deinem Segen. Vertrau' ich dir, und geh' auf deinen Wegen; so wirst du mir, auch ohne Sorg' und Kránken, was nüglich, schenken. 5. Bin ich getreu mit dem verlieh'nen Pfunde, und harr' ich nur der rechten Segensstunde; so kommt sie, und dann werden meine Thaten zum Stück gerathen. 277 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein weises Allmachtswort erschuf, doch eine Leiter werden, worauf ich einst in jener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höhern Würden steige. der 6. Drum fördre selbst die Werke meiner Hände. Gesegnet sey Anfang und das Ende! gieb guten Rath, damit, was ich vollbringe, mir wohl gelinge. 7. Hilf mir mit Treue meine Pflicht erfüllen, und dann mein Herz mit froher Hoffnung stillen. Erlang' ich nur, was du, Herr, mir beschieden, bin ich zufrieden. 8. Kann ich den Leib auch nicht, wie Reiche, laben; versorge nur den Geist mit jenen Gaben, die mehr, als alles Irdische erquicken, und stets beglücken. om 9. Hier hab' ich g'nug. Laß mich nur mit den Frommen zu dem Genuß der Himmelsgüter kommen; so wird mein Wunsch, den irdisch Gut nie stillet, vollig erfüllet. der dich zum Glück erschuf. Die Müh' des Lebens zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. 2. Der Christ murrt nicht bei den Beschwerden von dieser kurzen Lebensbahn; er sucht, daß sie ihm nüglich werden, und betet Gottes Willen ant 3. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden. Nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand. Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem Loos verband. 4. Sie giebt dir Munterkeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie våterlich. Sie brauchen, dies ist dein Geschäfte, und ihr Gebrauch ist Ruhm für dich. 5. 3war jenen hat des Himmels Segen, mehr Güter anvertraut, als dir; doch soll dies deinen Neid erregen? denk: wer ist Gott, und wer sind wir? 6. Weiß er nicht besser, was dir nüget, und was dem Nächsten nugt, als du? wenn er dich führt, regiert und schüßet, was fehlet wohl zu deiner Ruh'? Würden? beneide nicht der Großen 7. Du prangest nicht mit hohen Glück; sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt sie ein Augenblick. 8. Dir ward kein Ueberfluß gewäh ret? ihn wünschen, das ist Selbsts betrug. Wer gern, was er nicht 278 3weiter Theil. braucht, entbehret, der ist beglückt, und reich genug. 9. Herr! der du mir zum frohen Leben so viel ich brauch', und mehr verlieh'n, laß täglich sich mein Herz bestreben, den sorgenvollen Gram zu flieh'n. 10. In Demuth laß mein Herz sich und üben, Gott, deiner Güte ſich zu freun; 521. Sen, Seele, stark was O unverzagt, wenn irgend dich ein Kummer plagt. Befiehl Gott deine Sachen. In aller Pein vertrau' allein auf ihn! er wird's dir vertraun, lieben, mús' ewig meine Wollust seyn! A Ma Nach der Melodie des 45, Liebe, 520. Will mich, o Gott, biem machen. vird's wohl nieden des Lebens Last ermüden, so stárke meinen Geist! wenn mich die Leiden kránken, so laß mich wohl bedenken: auch das sey gut, was Trubsal heißt. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; die Hand des Höchsten schickt es her; sein Rath hat's so ersehen! drum sey nur still! was dein Gott 2. Nicht ewig ſoll sie währen. Oft will, laß immer gern geſchehen. werden unsre Zähren schnell von dir abgewischt, und seufzen wir: wie lange ist unsrer Seelen bange? so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Erweckt dir gleich das Leiden Pein, so soll's dir doch nicht schädlich seyn. Gott kann sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergiebt, den wird er nicht verlassen. 3. Die Lasten, die uns pressen, haft du, Herr, abgemessen, so groß sie immer seyn. Du hilfft sie selbst uns tragen, und richtest unsre Plagen nach unsern Kráften weislich ein. Von der Zufriedenheit 9. O! drücke meinem Herzen, auch unter Sorg' und Schmerzen, dies doch aufs Tiefste ein; der, den du, Bater, liebest, kann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig seyn. 4. Ja, wenn ich's recht erwäge, so find's nur Liebesschläge, womit du uns belegst: nicht Schwerter sind's, nur Ruthen, womit du, blos zum Guten, als Vater deine Kinder schlägst. 5. Dein väterlich Bemühen will uns hier auferziehen, zu thun, was dir gefällt; du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, befrei'n uns von der Lust der Welt. 6. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren, mit Glauben und Geduld, daß wir in unsern Nóthen, auch wenn du uns wollt'st tödten, doch trau'n auf deine Baterhuld. 7. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freuden, die du für uns erseh'n? man lebe oder sterbe, so wird des Himmels Erbe doch deinen Kindern nicht entgeh'n. 8. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben. Der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geist genesen; er eilt zu Seligkeiten hin. HOT B Nach der Melodic des 255. Lieds. ANEX 4. Wie lange währt der Frommen Leid? Nicht ewig, Herr, nur kurze Zeit. Nach überstandnem Leide erquickest du ihr Herz mit Nuh', und einst mit ew'ger Freude. 5. Drum hab', o Seele, guten Muth! vertraue Gott! es wird noch gut nach aller Trübsal werden. Durch's Kreuz zieht er dich immer mehr zum Himmel von der Erden. 6. Gott ist dein Gott. Er ist getreu; und stehet dir als Vater bei in allem Kreuz auf Erden. Der Leiden Heer wird nie zu schwer durch ih; dem Christen werden. 7. Es haben ja zu aller Zeit die Heiligen in Traurigkeit hier oftmals wandeln müssen. Warum willst du hier nur von Ruh', und nichts von Trübsal wissen? 8. bet, und sich auf deinen Gott, in aller beiner Ungst und Noth! laß, wie er will, es gehen. Sein Will' ist gut: behalte, Muth! Gott wird dich einst erhöhen. 9. Der du ein Gott des Trostes bist! laß jeden, der hier traurig ist, doch deinen Trost empfinden. Hilf, den du liebst, und prüfend übst, den Unmuth überwinden. und Geduld is Nach der Melodie des 55. Licds. 522. Ein Herz, o Gott! in Leid und geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergessen, täglich ermessen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu' ich zu viel, wenn ich die schweren Zage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wenn wir das Bose dulden, erdulden wir nur unsrer Thorheit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient bekommen, ein Kreuz der Frommen. 4. Doch selbst, o Herr, in Strafen unsrer Sünden lässt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Missethat zu hassen, züchtigen lassen. 5. Sag' ich nur nach dem Frieden im Gewissen, wird alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst, und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 6. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 7. Wenn ich nur nicht mein Elend selbst verschulde! wenn ich als Mensch, als Christ, hier leid' und dulde, so kann ich mich der Hülfe der Erlös'ten sicher getrösten. im Leiden.hard 279 zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, andre zu stärken. 12. Das Kreuz des Herrn wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung giebt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste! Nach der Melodie des 48. Lieds.c hab' in guten Stun 523. Then des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl. So will ich denn gelassen mich auch im Leiden fassen: welch Leben hat nicht seine Qual? 11. Er züchtigt uns, damit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, kein zeitlich Weh' erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben, nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott! will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen: du hilfst, und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sünden erkennen und bereun. Jegt hat mein Geist noch Kräfte; sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? auch auf des Todes Pfade vertrau' ich deiner Gnade. Du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Du, Herr, wirst alles lenken; und was mir gut ist, wird geschehn. Neue Mel. oder Sey zufrieden. arum sollt ich mich denn grámen? hab' ich dech, Christum noch, wer will mir den nehmen? wer will mir den himme! 8. Ich bin ein Mensch! und Leiden müssen frånken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, das stärket unsre Herzen mitten in Schmerzen. 9. Schau' über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf! wer spricht: bis hieher! zu dem Meere? ist er nicht auch dein Helfer und Be- 524. W rather, ewig dein Vater? DILE 10. Willst du so viel, als der UU- E weise, wissen? jest weißt du nicht, warum du leiden müssen! allein du wirst, was seine Wege waren, nachmals erfahren. 0280 Zweiter Theil.- Von der Zufriedenheit niemand kann uns scheiden! ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut, mir zu gut, für mich hingegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse, und dich nicht, o mein Licht! aus dem Herzen lasse. Laß mich, laß mich an's hingelangen, wo du mich und ich dich ich auch ewig werd' umfangen. JU rauben, den mir schon, Gottes Sohn, beigelegt im Glauben? nds 2. Ich kam unter Angst und Nothen hülfelos, arm und blos Licht getreten: nichts nehm' von der Erde dann mit mir, wenn ich hier einst verscheiden werde. 3, Gut und Blut, Leib, Seet und Leben ist nicht mein; Gott allein ist es, der's gegeben. Fordert er es einstens wieder, nehm' er's hin, ich preis' ihn doch durch meine Lieder. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen; dringt herein Angst und Pein; follt' ich drum verzagen? der es schickt, der hat's in Spanden: er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück wenden. 5. Gott hat mich bei guten Tagen oft ergögt; sollt ich jetzt nicht auch etwas tragen? fromm ist Gott und schärft mit Maaßen sein Gericht; kann mich nicht ganz und gar verlassen. 6. Satan, Welt und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen; Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, stets sich lassen schauen; wollt ihn auch der Tod be= triegen; Christi Blut, und sein Muth hilft auch den bestegen. 8. Denn kein Tod kann mich ertödten, nein: er reißt meinen Geist aus viel tausend Nothen; endigt dieses Lebens Leiden, und giebt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 9. Dann werd ich mit beffern Schäzzen Geist und Herz auf den Schmerz ewig dort ergößen. Hier ist kein recht Gut zu finden; was die Welt in sich hält, muß wie Rauch verschwinden. 1997 Nach der Melodie des 267. Lieds. 525. Mas Gott thut, das ist wohlgethan, es bleibt gerecht sein Wille. Wie er fångt meine Sachen an, will ich ihm halten stille: er ist mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er låsset mich nicht fallen: er führet die auf rechter Bahn, die giebt seine Huld: er wird mein Unglück seine Wege wallen. Trost uns Geduld wenden: es steht in seinen Händen. gethan; er weiß nur, was uns núget; 3. Was Gott thut, das ist wohl= wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stüget! ja seine Treu' ist immer neu; drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen. 4. Was Gott that, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann; ihm will ich mich ergeben in Freud' und Leid; es kommt die Zeit, da offentlich erscheinet, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgethan: muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahnilaß ich mich doch nicht schrecken weil er zulegt mich doch ergögt mit alle Schmerzen. füßem Trost im Herzen: da weichen 6. Was Gott thut, das ist wohl= gethan, dabei will ich verbleiben! es mag mich auf die rauhe Bahn Noth, Tod und Elend treiben; so wird Gott mich doch väterlich in seinen Armen halten; drum laß ich ihn nur walten. ishin was Freuden! du bist mein, ich bin dein; auf der ganzen Welt geschicht, was nach der Melodie des 72. Lieds. 526. Verborgner Gott! bem 11. Herr, mein Hirt, Brunn aller 10. Was sind dieses Lebens Güter? Unbestand, eitler Zand, Kummer der Gemüther. Dort, dort sind die eblend Gaben, da mein Hirt, Christus, wird mich ohn' Ende laben. tind und Geduld sollt' ich wie ein Heide sorgen, als wüßtest du mein Glend nicht? verstellet gleich dein Untlig sich; dein Herz meint es doch väterlich. 2. Mich und mein Loos hast du gesehen, als ich noch nicht geboren war, und was mir künftig soll geschehen, stellt sich dir gegenwärtig dar. Dein Auge siehet aus der Höh' und kennt mich, wo ich geh' und steh'. 3. Du weißt auch, was ich nöthig habe, und giebst mir mein bescheiden Theil; ja, alles, Herr, ist deine Gabe, du forgest täglich für mein Heil. Wo ich noch gar nicht hingedacht, haft du schon alles gut gemacht. 4. Uch! solltest du denn nicht erkennen, wenn Kummer, Ungst und Noth mich quält? Wer muß dich nicht barmherzig nennen? Du bist es, der die Thránen zählt. Du hast's gesagt, dein Herze bricht, wenn deinen Kindern was geschicht. 5. So laß mich doch recht feste glauben, daß deine Augen auf mich sehn; laß mir den süßen Trost nichts rauben, du werdest mir zur Seite stehn, und bald zerstreun durch deine Macht der Sorgen und des Leidens Nacht. 6. Du wirst dein Wort gewiß erfüllen; du hast mir Hülfe zugesagt. Ja, du wirst meinen Kummer stillen: ich bin getroft und unverzagt; es wird gescheh'n, ich zweifle nicht; du bist mein Gott, mein Heil und Licht! im Leiden. E 281 daß ich gelassen sie ertrage, und machst gulegt doch alles gut. Auf Kummer folgt zufriedner Dank, auf Klagen froher Lobgesang. ta 14. 3 ungestörten Sicherheiten schickt sich gewiß kein Prüfungsstand. Wie würde, drückt uns nicht zu Zeiten ein Leiden, unsre Treu' erkannt? Vollkomm'ne Ruh' und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit." 00 5. Was bist du denn, o meine Seele! in deiner Noth so kummervoll? Vertraue Gott; nur ihn erwähle zu deinem Trost. Er schüßt dein Wohl. Einst dankst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. 9. So las mich, Gott, stets dahin schauen, und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth Nach der Melodie des 234. Lieds. 527. Was ist mein Leben auf vertrauen. Du bist bei mir. Das stärke mich! wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Christ. der Erde? ein Wechsel ist's von Luft und Leid. Hier stórt oft Unruh' und Beschwerde die sanfteste Bufriedenheit. Hier wohn' ich noch in einer Welt die kein vollkommnes Glück enthält. 2. Wes soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst nach deiner Vatertreu' mir stets mit Rath und Hülfe bei. 6. Er wird es seyn. Ruf in Gefahren ihn als den einz'gen Helfer an. Er weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht. Dies stårke meine Zuversicht. 7. Befieht ihm alle deine Wege, und hoffe auf ihn allezeit. Auch auf dem allerrauhften Stege sich fröhlich hin zur Ewigkeit. Da sammelst du von aller Pein den Segen mit Vergnügen ein. 8. O sieh' dahin zu allen Zeiten; in eigner und gemeiner Noth, im Glücke, und wenn dich von weitem ein Unglückswetter hart bedroht. Nichts giebt uns Troft zu solcher Zeit, als Gott, und jene Herrlichkeit. 1012 3. Du stärkst mir unter aller Plage o Gott, auf mein Gebet, den Muth, Nach der Melodie des 48, Lieds, hd as ist's, daß ich mich nur auf Gott, o Seele, harr' und sey unverzagt! du weißt nicht, was dir nuget; Gott weiß es, und Gott schüket allmächtig den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eh' ich mich selbst noch kannte, eh' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 528. 528. 3weiter Theil. Von der Zufriedenheit 282 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dir, Gott, nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was du mir beschieden, das dient zu meinem Frieden, war's auch die größte Last der Welt. 4. Ich lebe nicht auf Erden, um glücklich hier zu werden; die Luft der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. 5. Was dieses Glück vermehret, sey mir von dir gewähret! Gott, du ge= währst es gern. Was dieses Glück verleget, wenn's alle Welt auch scházzet, sey, Herr mein Gott, mir ewig fern! www 6. Sind auch der Krankheit Plagen und Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott; so harr' ich, und bin stille zu Gott, denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir wiederfahren, wenn du mich willst bewahren? und du, mein Gott, bewahrest mich. 3. Wenn uns die Welt nicht Neth erweckte, vergnüúgte uns dein Himmel nicht. Wer suchte, wenn ihn nichts erschreckte, die Hülfe, die dein Wort verspricht? wer fühlt, wenn keine Last thn drückt, wie sanft, o Gott, dein Frost erquickt? sehr veracht't! und doch trug er dies alles gern. Gieb, daß ich folge meinem Herrn. 5. Er war beleidigt ohn' Vergelten, gegeisfelt ohne Widerstand; gescholten ohne Wiederschelten, ohn' Widerspruch zum Kreuz verbannt. Wie? sollt' ich denn nicht mit Geduld das tragen, was ich selbst verschuld't? 4. 3um Dulden führt dein Ruf der Gnaden, der uns zu Christi Gliedern macht. Wie schwer war der nicht bier beladen! wie hart verfolgt! wie 6. Laß, Gott, nur dieses Lebens Leiden zu meiner Besf'rung fruchtbar seyn; so geh' ich zu des Himmels Freuden durch dieser Erde Trübsal ein. Dort wird mein Leben ohne Pein, und ohne Leid und Thränen seyn. 7. Drum laß mich mit dem Troste siegen: Gott giebt nach kurzer Prús fungszeit das allerseligste Vergnügen in jenem Reich der Herrlichkeit. Vers schmachte Leib! stirb und vergeh'! ich weiß, daß ich einst aufersteh'. Nach der Melodie des 7. Lieds. 529. Wa as ist das Leben hier auf Erden? Wo ist hier wohl Vollkommenheit? Wer lebt hier frei von den Beschwerden der Trübsal und Mühseligkeit? Du legft in unserm Lebenslauf, o Gott! uns manches Leiden auf. 2. Doch das sind treu gemeinte Schläge der Vaterhuld, die für uns wacht. Wie hast du doch durch Lei- E denswege so manchen schon zu dir ge= bracht! denn ungestortes irdisch Glück bålt uns von dir, o Gott, zurück. Trost in geistlicher Schwermuth. Neue Melodie. 530. DE u klagst, o Christ! in schweren Leiden, und seufzeft, daß der Geist der Freuden von dir E gewichen ist. Du klagst und rufft: perr, wie so lange? und Gott, verzeucht, und dir wird bange, daß 8 du von Gott verlassen bist. 2. Sind meine Sünden mir verges ben; hat Gott mir Sünder Heil und Leben in seinem Sohn verlieh'n: wo sind denn seines Geistes Triebe? warum empfind' ich nicht die Liebe, und hoffe nicht getroft auf ihn? 3. Mühselig, sprichst du, und bes laden, hör' ich den Trost vom Wort der Gnaden, und ich empfind' ihn nicht: bin abgeneigt, vor Gott zu treten; ich and and un und Geduld im Leiden. diar 283 bet, und kann nicht glaubig beten;| nachmals wird sie friedsam geben ich denke, Gott, doch ohne Licht. Frucht der Gerechtigkeit und Leben dem, der durch sie geübet ward. 4. Sonst war mir's Freude, seinen Willen von ganzem Herzen zu erfüllen; sein Wort war mir gewiß. Jest kann ich's nicht zu Herzen fassen, und meine Kraft hat mich verlassen, und meinen Geift deckt Finsterniß. 5. Oft fühl ich 3weifel, die mich quälen, heut' oft por Unruh' meiner Seelen, und meine Hülf' ist fern. Ich suche Ruh', die ich nicht finde; in meinem Herzen wohnt nur Sünde, nur Unruh', keine Furcht des Herrn. 6. 3ag' nicht, o Christ, denn deine Schmerzen sind sichte Beugen beffrer Herzen, als dir das deine scheint. Wie könntest du dich so betrüben, daß dir die Kraft fehlt, Gott zu lieben, war nicht dein Herz mit ihm vereint. 7. Kein Mensch vermag Gott zu erkennen, noch Jesum einen Herrn zu nennen, als durch den heil'gen Geist. 531. D Hast du nicht diesen Geist empfangen? er ist's, der dich nach Gott verlangen, und sein Erbarmen suchen heißt. 8. Vertrau' auf Gott; er wohnt bei denen, die sich nach seiner Hülfe sehnen; er kennt und will dein Glück. Er höret deines Weinens Stimme; verbirgt er gleich in seinem Grimme sich einen kleinen Augenblick. 9. Gott ließ so manchen seiner Frommen in dies Gefühl des Elends kommen, und stano ihm mächtig bei. Du sollst dein Nichts erkennen lernen, spust das Vertraun auf dich entfernen, und sehn, was Gottes Gnade sey. 10. Bor Sicherheit dich zu bewahren, läßt er dich seine Streng' erfahren, und schickt dir diese Last. Er reinigt dich wie Gold im Feuer, macht dir das Heil der Seele theuer, damit du haltest, was du hast. 11. So wie ein Vater über Kinder, erbarmet Gott sich über Sünder, die ſeinen Namen scheun. Dein Seufzen ist ihm nicht verborgen, so fern der Abend ist vom Morgen, läßt er von dir die Sünde seyn. 12. 3war ist um Trost dir jetzo bange; denn alle Züchtigung, so lange sie da ist, scheint uns hart. Doch 13. Fahr' fort zu beten und zu wachen, Gott ist noch mächtig in den Schwachen, ist Güte für und für. Laß dir an seiner Gnade g'nügen; sein Wort ist wahr und kann nicht trügen: ich stärke bich, ich helfe dir! 14. 4. Kuf, faſſe bi dich in deinen Ndthen! sprich: wollte mich der Herr auch tödten: so harr' ich dennoch sein. Mir bleibt das Erbtheil der Erlösten; und will mich Gott nicht eher trösten, so wird er mich im Tod erfreun. Trost in Dürftigkeit. Neue Mel., oder: Nach der Mel. des 140. Psalms. u klagst, und fühlest die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst; du strebest glücklicher zu werden, und siehst daß du vergebens strebst. 2. Sa, klage! Gott erlaubt die Zähren; doch denk' im Klagen auch zurück. Ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 3. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufriedenheit. Die wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügsamkeit. 4. Genieße, was dir Gott beschies den, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last. 5. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so wie wir's zu wüns schen pflegen, doch so, wie er's uns heilsam fand. 284 3weiter Theil. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, 6. Willst du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? er giebt uns mehr, als wir verdienen, und niemals, was uns schäolich ist. deines Stands Geschäfte, und nüge deine Lebenszeit.bod 1100 sd for 7. Bergehre nicht des Lebens Kräfte in tráger Unzufriedenheit; besorge aspung stone onli s 43) Von dem rechten Gebrauch des Lebens, und der Zubereitung zum Tode, dan sie( luft sbul Be Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: bu nimmſt mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Fleh'n bei meinem Ende vernimmst du, Herzenskündiger, In deine treuen Vaterhånde befehl ich meinen Geist, o Herr! er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wenn seine Hütte fällt. Die ma mupé dor Neue Melodie. Nach der Melodie des 7. Lieds. Arith 532. G8 eilt der legte von den Tagen, die du hier lebest, Mensch, herbei. Erkauf die Zeit! und statt zu klagen, sie sey zu kurz, gebrauch sie treu! nimm mit ers kenntlichem Gemüth' der nahen Stunde wahr; sie flieht! 2. Getäuscht von eiteln Kleinigkeiten verlierst du deines Lebens Zweck, verschiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfst so sicher Jahre weg! bist du, zu kühner Sterblicher, des nächsten 533. W Augenblickes Herr? 3. Ginst Ewigkeiten zu besigen, sollst du die kurze Lebenszeit als deine Saatzeit weislich nügen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sich', Eins ist Noth! was säumest du? 8. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lehre diesen Weg mich gehn! AU 319 se him and 1107 moting that the comiam 4. Drum cil', errette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! sey wacker, bet' und überzähle der Menschentage kleine 3ahl. Gesegt, dein Ende wär' auch fern: sey fromm und wandle vor dem Herrn! 5. Mit jedem neu geschenkten Mor= gen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprich: dir, Gott! ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn! 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich sie nichts vermag. Du gönnst, daß ich mein Heil erwähle, aus Gnade mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Langmuth mir gewährt. 7. Wohl mir! wenn ich aus allen Kräften nach Gottes Reiche hier gestrebt, in Gott gefälligen Geschäften die as forgst du angstlich für dein Leben? Es Gott gelassen übergeben, ist wahre Rub' und deine Pflicht. Du sollst es lieben, weislich nügen, es dankbar, als ein Glück besigen, verliereh, als verlörst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch, dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen feyn. Er soll den Wunsch zu leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind. Sprich: sollt' ich Gutes wohl verschieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind, 1 4 inds 3d und der Zubereitung zum Tode. 2 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lust der Welt, wenn ihre Liebe dich reizen; und ersticke sie. Sprich: kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt ich auch die Welt ererben, beging ich doch solch Uebel nie. 5. Dent' an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schäße sich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk' an die Eitelkeit der Erden, daß, wenn sie dir entrissen werden, du dann dich nicht zu sehr betrübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu vermehren: welch Glück wird Gott mir dort bescheren, wo ich unendlich leben soll. 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen streben; sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? wohl mir, wenn ich in Chrifto sterbe, dann ist ein unbeflecktes Erbe, dann ist der Himmel Reichthum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen; sprich: alle Trubsal eines Frommen ist zeitlich, und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er ist's, der mir die Krone reicht. 285 2. Daß du, o Höchfter, meinem Le= ben ein mir verborg'nes Ziel bestimmt; und daß die Zeit, die mir gegeben, vielleicht gar bald ein Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn. 3. Hier hab' ich lebenslang zu ler= nen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltlust zu entfernen, und um den Himmel zu bemühn. O mache mich dazu geschickt, eh' mich der Tod der Welt entrückt. 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seelen Theil! ist mir das Beste aufgehoben. Dort ist für mich vollkommnes Heil. Da, wo mein Schag ist, sey mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts. 5. Herr, allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um einst dein himmlisch Reich zu erben, dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen seyn, und deine Hülfe mich erfreun. 6. Willst du mich långer leben las sen, so laß es mir zum Heil geschehn. Doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Bater, auf mein Fleb'n! sey, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 201 Nach der Melodie des 7. Lieds. 7. Dir will ich gänzlich mich erge= ben, dir, deffen Eigenthum ich bin. Bist du, mein Heiland, nur mein Leben, so bleibt mein Sterben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir. Sey nur mein Trost, so gnüget mir. 9. Denk an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in dir stecken; du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: sollte Gott mich ewig haffen? ich seh' ihn doch nach dem Erblassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. Nach der Melodie des 47. Lieds. 10. So fuche dir in allen Fällen 535. Herr! ich hab' aus deiz mir zum den Tod oft lebhaft vorzustellen; wirst du ihn nicht zitternd scheu'n; so wird er dir ein Trost im Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. Gieb Heil, noch Zeit in Händen. doch, daß ich sorgsam sey, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink mich ruft. 2. Unaussprechlich schnell entfliehn 534. Du, Herr und Meister die uns zugezählten Stunden. Eh meiner Tage! du weißt, daß ich, dein schwaches Kind, des Todes Keim in Gliedern trage, die irdisch und zerbrechlich sind. Drum gieb, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sey bereit. man's denkt, sind sie dahin, und auf Niemals ewig uns verschwunden. kehrt ein Augenblick, uns zum Heil, davon zurück. 3. Laß, bei ihrer Flüchtigkeit, mich mein Gott, doch nie vergessen, wie 286 3weiter Theil. Von dem rechten Gebrauch des Lebens, unschäßbar sen die Zeit, die du uns| deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' hier zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht. nicht nur den Tod nicht scheun; lern' auch seiner dich erfreun. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eh' die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, noch die Stunden auszukaufen, die, zu meiner Seligkeit, deine Gnade mir verleiht. 5. Deine schonende Geduld trage mich, Gott! nicht vergebens. Uch! vergieb mir meine Schuld, daß so manchen Theil des Lebens ich, zu meiner Seelen Woht, nicht gebraucht ſo, wie ich soll. Nach der Melodie des 13. Lieds. 6. Laß mich meine Beſſerung für 537. Wie ſicher lebt der Menſch, nach mein meiner Heiligung mit so treuem Eifer trachten, als erwartete noch heut' mich Gericht und Ewigkeit. Staub! sein ben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sey noch fern. 7. Deine Gnade steh' mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an guten Früchten sey, und dem Nächsten nüglich werde. Und ist einst mein Ende da, o so sey mit Trost mir nah'! 2. Der Jüngling hofft des Greises Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irre thum wahr. Nach der Melodie des 47. Lieds. eine Lebenszeit ver536. M streicht, stündlich eil' ich zu dem Grabe. Und was ist's, daß ich vielleicht hier annoch zu leben habe? denk', o Seele, an den Tod! fáume nicht, denn Eins ist noth. 2. Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben. Güter, die du hier erwirbst; Würden, die dir Menschen gaben; nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter sind nicht dein. 3. Nur ein Herz, das Jesum liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß giebt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz, von Gott erneut, giebt zum Tode Freudigkeit. 4. Wenn in deiner legten Noth, Freunde hülflos um dich stehen; dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erhöhen; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun. Sprich: ich weiß, an wen ich glaube, und ich weiß, ich werd' ihn schaun einst in diesem meinem Leibe. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. 7. Tritt im Geist zum Brab' oft hin; siehe dein Gebein Bersenken, Sprich: Herr! daß ich Erde bin, lehre du mich selbst bedenken! lehre du michs jeden Tag, daß ich weiser werden mag. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet', und wache. Sorge nicht, wie früh du stirbst; 3. Sprich nicht: ich denk' in Glück und Noth, im Herzen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. t 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut, und unsers Lebens kleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rückt Seelen vor's Gericht; da bringt Gott alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. 6. Drum, da dein Tod dir täglich draut; so sey doch wacker und bereit; prüf' deinen Glauben als ein Christ, ob er durch Liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legten Noth, ein Wunsch durch des Erlösers Tod, vor Gottes Thron gerecht zu seyn, dies macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gottes Stimme hört; ihm folgt und sich vom Bösen kehrt; ein glaubig Herz, von Lieb erfüllt, dies ist es, was in Chrifto gilt. 9. Die Heiligung erfordert Müh'; du wirkst sie nicht, Gott wirket sie. do 853 und der Zubereitung zum Tode. m 287 Du aber, ringe stets nach ihr, als| naht, je stårker steh' mir bei! auf wäre sie ein Werk von dir! 10. Der Ruf des Lebens, das du lebst, bein höchstes Ziel, nach dem du strebst, und was dir ewig Glück verschafft, ist Tugend in des Glaubens Kraft. das, getreuer Gott, bei allen seinen Schrecken, mir meine lehte Zeit die allerbeste sey. Die Zeichen deiner Huld vermehre mir alsdann, damit ich meinen Lauf mit Muth vollenden kann. 11. Ihr alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes seyn; und wachsen in der Heiligung ist wahre Tod'serinnerung. 5. Gewähr', eh' noch der Tod des Leibes Bau zerstöret, mir einen hellen Strahl der frohen Ewigkeit, der allen Rest der Lust zum Irdischen verzehz ret, und zu dem legten Kampf mir Muth und Stärke beut. Wohl mir, wenn schon mein Herz davon den Vorschmack hat! froh' schau' ich dich dann einst, von deinem Bilde satt. 6. Verschwinde denn, o Welt! bleibt mir nur Gottes Gnade; so wird mir mehr, als Welt und mehr, als Leben seyn. führe du mich selbst auf jenem dunkeln Pfade, Herr, der du mich erlöst, in deinen Himmel ein. Dir übergeb' ich mich im Leben und im Tod: im Tod und Leben dein, und du auch stets mein Gott. 12. Wie leicht vergess ich diese Pflicht! Herr, geh' mit mir nicht in's Gericht! an meinen Tod erinn're mich, daß ich dir wandle würdiglich. 13. Daß ich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforschen mag, ob Glaube, Demuth, Lieb' und Treu, die Furcht des Geistes in mir sey. 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh)', stets meinen Lüsten widersteh', und einstens in des Glaubens Macht mit Freuden ruf': es ist vollbracht! Nach der Melodie des 418. 2icds. 538. Mein Lebensfürſt, zeig mir, in deines Geistes Nach der Melodie des 110. Lieds. Lichte, wie alles Irdische so gar vers 539. Wie ungewiß ist, Herr, ist. alles, zulegt die Zeit zu nichte; und du, o Mensch! der du doch so gebrechlich bist, lebst sicher! lehre mich, unwandelbarer Gott! und so gedenk' ich erst mit Klugheit meinen Zod. 2. Weg, eitle Hoffnung, weg! als wurd' ich lange leben, du Mutter sträflicher, verwegner Sicherheit! o meine Sorge sey, dir, Gott! mich zu ergeben; dein Wille sey mein Will' in dieser Prüfungszeit. Gieb, daß im Glauben stark, und in der Liebe treu, ich deiner Zukunft stets wachsam gewärtig sey! 3. Laß mich, o Herr! mir selbst und allen eiteln Dingen, noch eh' ich sterben muß, recht abgestorben seyn. Die Selbstverläugnung laß mir immer mehr gelingen, daß ich was bessers wähl, als Welt und falschen Schein! und so von ihr entwöhnt ich meinen legten Tag, in Hoffnung selig schon, getroft erwarten mag. 4. Gott, dessen Flügel mich in aller Noth bedecken, je mehr der Tod sich fahrt auf der Erde? ob ich noch wenig oder viel an Tagen zählen werde, das weiß ich nicht; du weißt's allein. Ich kann vielleicht der nächste seyn vom abgekürzten Leben ein Beispiet abzugeben. 2. Bin ich erbaut aus besserm Zeug als andre, die an Jahren und Munterkeit mir völlig gleich, des Todes Beute waren? wie manchem starrte schnell das Herz, eh' weder Krankheit oder Schmerz ihm, als des Todes Boten, sein nahes Ende droh'ten. 3. Wenn ich die Gottesäcker seh' und alles könnte lesen, was der, auf dessen Grab ich geh', in seinem Sinn gewesen, und was bei ihm die Todess nacht für Hoffnungen zu nichts gemacht: so würd' ich oft mit Schrecken mein eigen Herz entdecken. 4. Mein Gott, befreie mich vom Dunst der irdischen Beschwerden, und lehre mich die große Kunst, bei Gråbern flug zu werden. Nur der ist weise, der bedenkt, wie viel von ſei 288 3weiter Theil.- Von dem rechten Gebrauch des Lebens, vom Tod abhängt, und der dazu in| Docht verlodert, und mich Gott zur Zeiten sein Herz sucht zu bereiten. 5. Erinn're mich ans große Ziel, dazu du mich geschaffen, damit ich mich nie in das Spiel der Weltlust mag vergaffen. Und sieht dein Auge, daß mein Schritt noch nicht den rechten Weg betritt, so wollst du, Herr, in Zeiten auf solchen Weg mich leiten. 6. Daß ich mich vor der kalten Hand des Todes nicht entfärbe; so mache mich mit ihm bekannt vorher noch, eh' ich sterbe. Laß mir sein Bild vor Augen seyn, damit ich lerne Sünden scheu'n, die das Gewissen schrecken und Todesfurcht erwecken. 7. Gieb, daß ich dich mit frohem Muth als meinen Gott betrachte, hingegen Freunde, Glück und Gut nicht als mein eigen achte: so wird, wenn mich die Zeit wegnimmt, die du zum Abschied mir bestimmt, nichts, was mir hier verliehen, mein Herz zurücke ziehen. 8. Dir sey es gånzlich heimgestellt, wie, wo und wann ich scheide. Wer unter deinen Flügeln fällt, wird frei von allem Leide. Doch wünsch' ich, daß ich wohlgeschickt von hinnen werde wegge= rückt, und allzuschweres Kämpfen nicht die Vernunft mag dámpfen. 9. Laß mich auf Jesu Herrlichkeit mit froher Hoffnung blicken, und mitten in der Dunkelheit mich sein Verdienst erblicken. Dann nimm, Herr, nach vollbrachtem Lauf den Geist aus dieser Hütte auf, die einst im Reich der Deinen wird neugebaut erscheinen. Nach der Melodie des 29, Lieds. 540, 2, Herr! lehre mich mal sterben muß. Den wird einst der Tod nicht frånken, der schon vor des Lebens Schluß dieses Lebens Werth erkennt, und von regem Eifer brennt, sich in diesen Augenblicken zu der Ewigkeit zu schicken. Rechnung fodert? 3. Kaum, daß ich das Leben habe, so theilt sich der Tcd mir mit. Von der Wiege bis zum Grabe ist ein kurz gemess'ner Schritt. Meine Kraft ent= wickelt sich, und zugleich verzehrt sie sich. O ich merk', indem ich steige, wie ich mich zum Sinken neige. 2. Endlich muß ein Licht verbrennen, dessen Schein mich noch erfreut. Will ich mich denn nicht erkennen? was ist meine Lebenszeit! kommt mir denn nicht in den Sinn, da ich so vergånglich bin, wie geschwind mein 4. Menschen! was ist euer Leben! wenn ihr gleich so sicher seyd. Stun: den hat euch Gott gegeben, und ihr schätzt den Tod so weit! nur wer bald sein Haus bestellt, geht mit Freuden aus der Welt; auf des sichern Sünders Wegen eilet man der Holl' entgegen. 5. Predigen doch meine Glieder mir genug von Sterblichkeit. Kraftlos legen sie sich nieder, wenn es jetzt der Schlaf gebeut, der durch seine Stárkungskraft ihnen neues Leben schafft; doch bei aller seiner Milde zeigt er uns den Tod im Bilde. 6. Laß mich, Gott, mein Heil bes denken und mich niemals sicher seyn. Will die Welt mich anders lenken, präge deine Furcht mir ein; rufe du mir machtig zu: Mensch! die Welt vers läsfest du, willst du dich mich eiteln Dingen um dein Glück im Himmel bringen? Nach der Melodie des 42., Lieds. bedenken, daß ich ein- 541 h will dich noch im 7. Laß mich nicht die Buße sparen, bis die Krankheit mich ergreift, son dern schon bei muntern Jahren, ehe sich die Sünde häuft, täglich, täglich Buße thun. Tod, mein Freund, o komme nun, du kannst mir, im Stand der Gnaden, mir Versöhnten nicht mehr schaden. nah' am Grabe preis' ich dich; zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht' ich dir zu weih'n, mein Tod soll auch dir heilig seyn. 2. Gott! welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd' entziehst, auf mich, den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger! in bein Gericht gehst du mit mir Erlös'ten nicht. und der Zubereitung zum Tode. mim 289 3. Der Leib wird schwach; die ird'a sche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; schon gehen meine müden Schritte den Weg zu Gott aus dieser Welt. Ich bin getroft und 3. Drum fahr' ich hin in Frieden gage nicht, denn Gott ist selbst mein zu dir, o Jesu Christ; von dir stets Heit und Licht.Cod Judurne dem dungeschieden, der du mein Bruder bist. 2. Wer an ihn glaubt, wird selig. Dies Wort steht ewig fest. Die Freu den find unzählig, die es mich hoffen läßt. d d m nada? ni 4. Wie sollt' ich vor dem Tode bebenp da du füb mich, Erlöser, starbst? er ist durch dich der Weg zum Leben, das bu am Kreuze mir erwarbst. Wie du ihn sahst, will ich ihn sehn, wien du, so werd' ich auferstehn. mas 4. Du kennest meinen Glauben; und keine Furcht noch Pein wird mir auch nun ihn rauben. Ich bin und bleibe dein. mod agisce 5. Balb hab' ich überwunden! schon, weicht die Finsterniß; denn, Herr, durch deine Wunden ist mir der Sieg gewiß. nd 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen und mir den legten Schrekken bräung du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen, den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem Lohn, den Gott perspricht, so nah? am Ziele sink' ich nicht. bin me 6. Durch sie bin ich gereinigt; durch sie mit Gott versöhnt; durch sie mit dir vereinigt und bald mit Preis gekrönt. 7. Wer kann dich g'nug erheben? Du hast, Sohn Gottes, dich für uns dahin gegeben. Heil mir! du auch für mich. 16: Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke sich verliert, giebst deinem Engel schon Befehle, der fie zu deinen Freuden führt des Todes Nacht um mich verscheucht, und mir des Lebens Krone reicht..saq odai 8. Du wolltest Strafe dulden, die ich doch auf mich lud. Du tilgtest meine Schulden ganz durch dein göttlich Blut. 9. Geheilt ist nun mein Schade. Im Himmel ist mein Theil. Otheure, hohe Gnade! o unaussprechlich's Heil! 7. Ich will dich noch im Tod' erheben, selbst nah am Grabe preif' ich dich; denn werd ich vor dir leben. Wie fegnet bann bein Untlig michto zob, pStepben, mein Gewinn!: wohl mit, daß ich erlöset binle 155 i ind 937 dan die draummopio and Mel. Christus, der ist mein Leben in 542. M ein Jesus ist mein sue Leben. Reißt schon der Tod mich hin; was sollt' ich ängstlich beben? der Tod ist mein Gewinn. Tom 1 to 13daids vid meine legte straft, und preiſe dich, und stammle, welch beil du mir ges schafft.dituding tim chim An Nach der Melodie des 37. Lieds. 543. er du die Liebe selber bist, und gern uns Menschen fegnest; ja selbst bem, ber 111 3u dir Herr! will ich flehen, d fo lang' ich fallen kann. Du kannst mein Innres sehen, und nimmst auch Seufzer an. dollar in ont 12. Du selber hilfft mir ringen; allmächtig hilfst du mir in's Leben durchzudringen. Bald, bald bin ich bei dir. nododas ndo? 30/19 13. O wohl mir! ich vollende nun bald den schweren Lauf. Du nimmst in deine Hände den Geist, mein Heis land! auf. me 10 idol sound so th 44) Von der Liebe des Nächsten. dein Feind noch ist; mit Wohlthun doch begegneft! o bilde meinen Sinn nach dir, und laß mich doch, mein Heiland, hier wie bugewandelt, 19 290 3weiter Theil. Von der Liebe des Nächsten. wandeln. Die können keine Chriften| nicht blos für mich; mein Nächster seyn, die sich nicht andrer Wohlfahrt ist sein Kind, wie ich. freun, und menschenfeindlich handeln. 2. Dein Leben in der Sterblichkeit war für die Menschen Segen. Dir folgten Lieb und Freundlichkeit auf allen deinen Wegen. Wohin du gingst, ging Wohlthun mit, dein Wort, dein Werk und jeden Schritt begleitete Erbarmen. Du übernahmst die schwerste Pein, uns vom Verderben zu befrein, und starbst zum Heil uns Urmen. 3. Kuch jest noch auf der Himmel Thron bist du das Heil der Sünder, Auch da bleibst du, ein Freund der Menschenkinder. Du schaffst den Deinen wahre Ruh', und die Verirrten sucheft du auf rechten Weg zu leiten. Du hörst der Seufzenden Gebet und brauchest deine Majestät, nur Segen auszubreiten. 5. Laß mich mit brüderlicher Huld den Strauchelnden erwecken; durch Sanftmuth, Mitleid und Geduld des Náchsten Fehler decken. Mein Untlig sey nie fürchterlich! und meine Seele neige sich zu des Bedrängten Flehen; so wird mich in der bessern Welt, die nur Beglückte in sich hält, der Liebe Lohn erhöhen. sonallow thi 14im door C 3. Sein Heil ist unser aller Gut. Ich sollte Brüder haffen, die Gott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? daß Gott mich schuf. und mich versühnt, hab' ich dies mehr, als sie verdient? 4. O laß in meiner Pilgrimschaft mich auf dein Vorbild sehen. Erfülle mich mit Luft und Kraft, dem Nach sten beizustehen, betrübter Herzen Trost zu seyn, mich mit den Fröhlichen zu freun, mit Weinenden zu klagen. Laß mich dem, der sein Herz mir Nach der Melodie des 9. 2ieds. lichkeit und Treue nicht versagen. weiht, ein Herz voll frommer Red- 545. ieb mir, o Gott! ein Herz, das jeden Men= schen liebet; bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß, und Neid, und Härte flieht, und sich um andrer Glück, als um sein Glück bemüht. 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir giebst, ihm hulfreich mitzutheilen. Laß mich gern dienen, nicht groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreu'n. 3. Dies sey mein Gottesdienst. Auch unbemertt von ihnen, müss' andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen. Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an: nein, was ich Brüdern thu', das sey dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet, ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund im Kummer andre stärkt, in Nach der Melodie des 26. Lieds. dine 544. amo jemand spricht: ich liebe Gott, und haßt doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb', und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben einen Gott und Herrn, sind eines Leibes Glieder; drum diene deinem Nächsten gern; denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt 4. Du schentst mir tåglich so viel Schuld, du, Herr, von meinen Tas gen! ich aber sollte nicht Geduld mit meinen Brüdern tragen? dem nicht verzeih'n, dem du vergiebst? und den nicht lieben, den du liebst? 5. Was ich den than, ben Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, hätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ſollt ein Mensch noch seyn, und dich in Brúdern nicht erfreun? als ich 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ergehen, der nicht barmherzig ist, und nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gieb mir, Gott, durch deinen Geist, ein Herz, das dich durch Liebe preist. 3weiter Theil.- Von nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 15. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten; so laß mich sorgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht kranke nie mein Mund des Nächsten Ruh'; er rühme sein Verdienst, deck seine Fehler zu! 6. Die Nach' ist dein, o Gott! du sprichst: ich will vergelten, drum laß mich stille seyn, wenn Menschen auf mich schelten. Gieb, daß ich dem verzeib, der mir zu schaden fucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht. 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschránk tem Blick bei meinem Nächsten sehen. Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreum, und ihm zum Seelenheil mein Herz behülflich seyn. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestårken; den, der noch sicher ist, bei seinen Fleischeswerken, von der verkehrten Bahn auf rechten Weg zu ziehn, dazu verleih' mit Kraft und segne mein Bemühn. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seelen Triebe, durch deine Lieb' und Furcht, zu wahrer Menschenliebe. Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn. lieblos Richten ihn ja nicht betrübe, ihn nicht verläumde, noch durch falsche Ranke sein Herze tránke. 2. Gieb, daß ich nachsichtsvoll des Nächsten Fehle, so viel ich immer kann, der Welt verhehle, und, wenn er fällt, auf mich, der ich noch stehe, mit Vorsicht sehe. der Liebe des Nächsten. 291 4. Laß mich aufrichtig schätzen deine Gaben, die andre, Herr, von deiner Gute haben. Es müsse nie mein Herz des Nächsten Freuden boshaft beneiden. 3. Hilf, daß ich klüglich ihn zu beffern trachte, und seiner Seelen Wohl recht theuer achte. Denn du haft selbst für sie in Todesbanden viel ausgestanden. 5. Laß mich, mein Heiland, immer mehr auf Erden, an Lieb' und Gutigs keit dir ähnlich werden. Gieb dazu Kräfte, Herr, so will ich droben dich ewig loben. momiso Nach der Melodie des 13. Lieds. 547. Nur Liebe ohne Heuche geboren sey; sie zeugt vom wahren Christenthum; sie ist des Menschen höchster Ruhm. 2. Gott ist die Liebe; du sein Kind, wenn dich der Nächste liebreich find't. Wer ohne Lieb' ist, kennt nicht Gott, ist noch in seinen Sünden todt. 5. Hat dich denn Gott nicht stets geliebt? Gott, welchen du so oft bes trübt? Gleichwohl vergißt er Zorn und Rach'; o folge diesem Beispiel nach. 6. Den liebt ein Heide, der ihn liebt; dem giebt er wieder, der ihm Nach der Melodie des 55, Lieds. 546. Hilf, Jefu! daß ich meinen giebt. So schránket sich der Christ nicht Feinden wird er gütig 3. Kannst du des Nächsten Elend fehn, und ungerührt vorüber gehn, 2 steht's um deinen Glauben schlecht; so ist dein Christenthum nicht ächt. 4. O sprich nur nicht: er ist mein Feind, wie kann man seyn des Feindes Freund? der Feind bleibt ja dein Fleisch und Blut; thu', was der Samariter thut. 7. Dein Herz sey voll von Lieb' und Hult, voll Demuth, Sanftmuth und Geduld, so wirst du vieler Feinde los, und dein zukünft'ger Lohn ist groß. 8. Nun, Gott, der du die Liebe bist, gieb, daß ich als ein wahrer Chrift nach deinem Beispiel liebreich sey, aufrichtig, ohne Heuchelei. 9. Dann nimm mich, nach volls brachtem Lauf, an jenen Ort des Friedens auf, wo dich und jeden Menschenfreund die Lieb' auf's innigste vereint. 19* 292 mitbe sad sdsi! tad nollisellor sited aplicht gifchi45) Von der Gerechtigkeit! ardhin goniod nod Hummu Nach der Melodie des 238. Lieds.4. Nie seufze jemand über mich! u liebst, o Gott! mein ganzes Herz sich, dem 548. Dechtigkeit, und haffest Nächsten gern zu geben, was er mit Rechtsverlangen kann, und immerfort mit jedermann in Einigkeit zu leben.donial had fisica nist den, der sie entweih't, am nächsten Unrecht übet. Du bist's, der jedem feinen Lohn, ohn' alles Unsehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott! laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele tenken. Nie komm es mir doch in den Sinn, aus schndder Habsucht und Gewinn des Nachsten Recht zu kranken. mudins d 3. Pflanz' Redlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf Unrecht denkt, nur Schaden sucht, und andre kränkt, wie kann das Brüder lieben? dist fo feines 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ich's von ihm begehre; damit ich Menschen Herz durch meine Härte je mit Schmerz und Kümmerniß be Tajwere. bun sim 6 Herr! mit dem Maaß, damit ich dem du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize) mich zur Billigkeit soll werd' ich auch zu seiner Seit der Liebe Pflicht vergessen.+ rts| thlaided thr 1 sunt mi rod, m.8 madrified us, naduplo# 90 F 46) Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit, thon im Nach der Melodie des 108. Lieds, The ido pory0919 20 ming zorns Raserei nie des Herzens Meis 549. Gott, der du die Men- ster ſey, met name one on the schen der nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem sündlichen Geschlecht! laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, liebreich sey, wie du gesinnt. Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und schweigt. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, und dem nachfichtsvoll begegnen, der zum 3anken Neigung hat. Für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens! segne du mich mit deiner Kraft dazu. dop 2. Laß mich meines Náchsten scho= nen, willig tragen seine Last! und so lang' ich hier soll wohnen, bleibe Banksucht mir verhaßt! denn das ist, Gott, dein Wille, und die Einträcht liebest du: o, so hilf auch mir dazu! gieb ein Herz mir, das die Stille, und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache Sanftmuth übt. 5. Ewig Heil ist dem beschieden, der nach frommer Eintracht strebt. Höchster! gieb mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der 3wietracht führt, niemals uebermacht gewinnen; bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut! int 3. O, wie wird das Herz beschweret, durch des Bornes Leidenschaft! Bankfucht und der Haß verzehret nach 550. Het du für mich litNach der Melodie des 131. Lieds. err, mein und nach des Körpers Kraft, hemmt den Lauf von unsern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt! ach, du wollest mich bewahren, daß des Jahtest! und noch zur Rechten Gottes für mich bittest! erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe. Zweiter Theil. Von der Sanftmuth und Versöhnlichkeit. 293 2. Wann hast du jemals Haß mit 917 Nach der Melodie des, 131, Lieds S paß vergolten& du ſchalt'ſt nicht wie 551. Heit nicht zu ermeſſen! Herr 谁 der, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos wie viel hast du vergeben und verz Freunde; nein selbst auch Feinde. geffen! ach, führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! bin si tim 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Nachgier gegen andre brennen? ich sollte jemals Haß mit Haß vergelten, und BITED HIS wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Bruder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeihen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergiebt, der wird für seine Sünden, auch nicht bei dir, o Herr Vergebung finden. Dein Junger ist nur, vergiebet, und Feinde liebet. o 16. So heilige denn meiner Seelen Triebe mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe; vertilge durch die Lust zu deinem Namen der Rachgier Samen. 198 7. Wenn meine Brüder sich an mir vergehen, so lehre mich, ihr unrecht übersehen. Laß mich, wenn sie mich auch empfindlich krånken, an dich ge= denken. and id na 88. Erwecke denn, o Herr, in mei en, auf's neue das Gedächt niß Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensstunden für mich empfunden. 9. Laß mich mit Sanftmuth meinem Feind begegnen, den, der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen. Herr, mache gegen alle, die mich baffen, mein Herz gelassen. 2. Du segnetest, die deinem Namen fluchten; und heiltest die, die dich zu fangen suchten; und zeigtest unter deiner Feinde Zoben der Langmuth Proben. et al on mi 130 11. Du schüßest den, der redlich por dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden. 3. Ach, glich' ich dir, o Heiland ich betenne, daß ich noch oft von schnel tem 3orn entbrenne, und mich vor gar eigne Rache verwerflich mache! 100 100( 14 4. Ich muß es wehmuthsvoll vor dir, Herr, klagen; mein stolzes Herz und tragen; schwerlich weiß sich, wenn mich andre haffen, mein Herz zu fassen, binsite 5. Bergieb mir, Herr, und wende mein Verderben; bei Born und Haß läßt sich dein Reich nicht erben. Und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem harten Knechte. nind alb 6. So hilf mir denn die wilde Stut ersticken; laß sich dein Bild in meine Seele drücken! so werd' ich mich vers söhnlich finden lassen, den Feins nicht haffen. 7. Flucht mir die Welt, so laß mich Here, sie segnen; und ihrem Grimm mit Freundlichkeit begegnent baß michh das Böse, das ich dann empfinde # 7900 890 Orod nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth willen; so ers' ich auch im Lande deiner Stillen die Selig keit, wozu sie jenes Leben einst wird bilinmig erheben. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich Nach der Melodie des 50. Lieds. sonst mein ganzes Glück verlieren: & herr, so laß mich, ihr zu wider stehen, auf dich dann sehen. mini don 552. Nie will ich bem zu schas den suchen, der mir zu schaden sucht. Nie will ich meinem Feinde fluchen, wenn er aus Haß mir flucht. Mit Güte will ich ihm begegnen, nicht drohen, wenn er droht. Wenn er mich schilt, will ich ihn sega nen: dies ist des Herrn Gebot. 294 3weiter Theil. Von 2. Er, der von keiner Sünde wußte, vergalt die Schmach mit Huld, und litt, so viel er leiden mußte, mit Sanft muth und Geduld. Will ich, sein Jünger, wieder schelten, da er nicht wieder schalt? mit Liebe nicht den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 3. Wahr ist's, Verläumdung dulden müssen, ist eine schwere Pflicht. Doch selig, wenn ein gut Gewissen zu unsrer Ehre spricht: dies will ich desto mehr bewahren; so bessert sich mein Feind, und lehrt mich weiser nur verfahren, indem er's böse meint. 47) Von der Dienstfertigkeit und Barmherzigkeit. Nach der Melodie des 8. Lieds. wirkt seine Gütigkeit. Er sieht auf 553. Wie felig lebt ein Mensch, seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. der Dienstbegierde kennet, und ihre Pflicht zu thun aus Menschenliebe brennet! der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Umt schon in sich selber find't. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott! durch Christum werden! voll regen Eifers sey mein Leben hier auf Erden, so nüglich, als ich kann, dem Nächsten stets zu seyn; dann geh' ich einst, o Gott, in's Reich der Liebe ein. Nach der Melodie des 48. Licds. 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbefliffenheit sucht er dies zu erreichen; 554. Du, aller Menschen Vaz er für Wohl sich allein gemacht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst und Kräfte, ihr nügen ist für mich ein seliges Geschäfte. Als( Blieder schuf uns Gott, als Bürger einer Welt, in der des einen Hand die Hand des andern hält. 4. So denkt der Menschenfreund; und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich; er fühlet fremde Noth, als tráf ihn selbst der Streich. der Dienstfertigkeit zc.tisor 4. Ich will mich vor den Fehlern hüten, die er von mir ersann; und auch die Fehler mir verbieten, die er nicht wissen kann. So will ich mich durch Sanftmuth rächen, an ihm das Gute sehn, und dieses Gute von ihm sprechen: n : wie könnt' er långer schmäh'n. 5. In seinem Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeih'n, und als ein Christ bereit zum Frieden, bereit zu Diensten seyn. Und wird er, mich zu untertreten, durch Güte mehr erhigt, will ich im Stillen für ihn beten und Gott vertrau'n: Gott schüßt. 5. Er eilt dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen; sein Unsehn und sein Freund, sein Stand, sein Wohlergehen, sind Mittel, die er braucht, behülflich gern zu seyn, und einen Leidenden mit Troste zu erfreun. 6. Was andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe, auch ohne Ruhm und Lohn zu wahrer Men Schenliebe. Kein Stolz noch Eigennuş ther in allem, was uns drückt! was wir hier Gut's genießen, das läßt du uns zufließen; du bist's, der unser Herz erquickt. 2. Du läßt dich bei uns Sündern durch Undank nicht verhindern, uns segnend zu erfreun. 3u ew'gen Seligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen seyn. 3. Wie groß ist deine Milde! Barmherz'ger Vater! bilde mein Herz nach deinem Sinn, daß ich der Noth der Urmen mich willig mög' erbarmen! nimm alle Härte von mir hin. 4. Gieb, daß ich willig gebe, mich wohlzuthun bestrebe, so wie mein Hei land that, der göttliche Erbarmer, den kein bedrängter Urmer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe. Wie du mir Gut's gethan; so laß, um deinetwillen, mich andrer Nothdurft stillen, so oft ich fie nur stillen kann. 3weiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Zunge. 295 6. 3um Fleiß in guten Werken laß| 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, mich die Hoffnung stärken; vor dir, ein Dürft'ger erst erscheinet, nicht eilt, dem Herrn der Welt, der frohe Geber dem Frommen beizustehn, der im Vers liebet, fey, was man willig giebet, borg'nen weinet, nicht gütig forscht, ein Opfer, das dir wohlgefällt. in ob's ihm gebricht, der liebt auch sei nen Nächsten nicht. and dis 7. Laß mich hier reichlich säen. Den Herr, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier gern hilft und giebet, und sich im Wohlthun übet, der erndtet dort die Herrlichkeit. 5. Wer andre, wenn er sie beschirmt, mit Hårt' und Vorwurf qualet, und ohne Nachsicht straft und stürmt; ſo bald sein Nachster fehlet: wie bleibt bei seinem Ungestům, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 6. Wer für der und 390 G Nach der Melodie des 26. Lieds. dieser Erden 555. Wer hat und sieht den Zucht mit Rath und That nicht wachet, dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben giett, der hat sie wenig noch geliebt.is - Nächsten leiden, und macht den Hungrigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden, der ist ein Feind der ersten Pflicht, und liebt dich, Gott der Liebe, nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht, und gern sie schmähen höret, sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten kehret; nicht dem Verläumder widerspricht, der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Trost und Schuß den Nächsten unterstüget, doch nur aus Stolz, aus Eigennuk, aus Weichlichkeit ihm nüßet, nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht, auch der liebt seinen Nächsten nicht. 48) Vom rechten Gebrauch der Zunge. Nach der Melodie des 215. Lieds. ie Bunge, die vernehm556. De tid pricht, hat bir bein Gott gegeben. Welch ein Geschenk! mißbrauch es nicht, sie bringet Tod und Leben, sie stürzt in Unglück, hilft in Noth; sie fluchet und sie segnet Gott, so gut ist sie, so bose! 2. Gott! laß in meines Herzens Grund stets Recht und Dann mag das Herz in meinem Mund der Welt vor Augen liegen: dann werd' ich von Verstellung frei, der Wahrheit und dem Recht getreu, nicht mit den Lippen sünd'gen. 7. 3war du, mein Geist! vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben: doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wüns schest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such' ihn zu beleben! denk' oft: Gott ist die Lieb', und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster! was ich hab', ist dein; sollt' ich, wie du, nicht gütig seyn? vid 390 dni puu mh dnu di tang 3. 3u deiner Ehr', zu andrer Wohl foll ich mein Thun stets lenken; laß dann auch, wenn ich reden soll, mich diesen Zweck bedenken. Dein Lob, des Nächsten Glimpf und Nug, der Uns fchäft'ge meine Zunge. schuld und der Schwachen Schuß be ng mit 4. Schandbare Worte, frecher Scherz, unheilge Spottereien, verrathen ein verderbtes Herz: davon mich zu befreien, so wirk' auf mich durch deinen Geist, daß Herz und Mund dich, Höchster, preist, wie Chriſten es gezien erbar züchtig, und ist, was wohl und lieblich klinget, das redet billig nur der Christ. Er spricht, wenn's Nußen bringet; er schweigt, wenn Schweigen besser ist; er bildet sich stets, als ein Chrift, nach seines Heilands Muster. ayu 6. D wehe dem verwegnen Mund, der einen Fluch nicht schenet! wie wird des Herzens Leichtsinn kund und 296 3weiter Theil. Vom rechten Gebrauch der Simge oft zu spåt bereuet! ach, fluchen brinn Nach der Melodie des 67. Lieds. get Fluch und Noth, und, wenn nicht 558. Wohl dem, der richtig Gott wolle 83 #wandelt, als ein Wahrheitsfreund, in, Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; der Recht und Treue liebet, und von dem Sinn der Welt, die Brug und Falschheit übet, sich unbe fleckt erhält mi hij dnu 199 2.. Wohl dem, sider: Bügen haffet, und der, so oft er spricht, so seine Reden fasset, daß er die Wahrheit nicht mit Borbedacht perletet, und 557, auf jedes se der an allem Ort sich dies vor Augen mich bewahren bin nisur mon prod 1974Gieb, Gott! daß ich, der Lügen Feind, des Teufels Urglift hasse, und mich stets als ein Menschenfreund aufrichtig finden laffe.inDer Lügner Theit ist jener Pfuhl! die jauchzen einst vor Gottes Stuhte die Treu und Wahrheit, liebensl manis ind smdi ind oor qui? dm Nach der Melodie des 82., gieds. 1 michy Höchster! dat Wahrheit Freund zu seyntihenes frein benvolle Leben nimmt nicht frecher Büge ner ein. Denn vor deinem Ungesichte werden sie beschämt zunichte, ſo. wie Satans Trug und List, der der Lüg= ner Vater istpun ud id chod ad # 111 is. Wohl ihm! daß sein Gemüthe, Herr, deine Rechte übt! Shnsleitet beine Güte, er wird von die geliebt, Du wirst ihn einst erhöhen, wenn in der Wahrheit Licht beschämt eie Falschen stehen, geschreckt durch dein Gericht. 4. Herr drücken diefe Sache mir tief in's erge ein; daß ich's zur Pflicht mir machen der Lügen Feind zu seyn. Erinn're mein Gewissen, bu hasfest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu und Wahrheit ſen. 2. Andern zu gefallen tügen, Teeren Schwagern gleich zu seyn, heuchelnd Bruder zu betrügen, perrbas falle mir nie ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Werten und in Wort ten. Redlich sen des Herzens Grund, redlich spreche auch mein Mund. 5. Nie laß mich was versprechen, das 3. Die der Falschheit sich ergeben, brechen, die ich einmal gethan; nie ich nicht halten kann, und nie 3usagen find vor dir, o Gott! ein Grâu't'; und ein unglückselig's Leben bleibt mich den Stolz verleiten, und nie des gewiß ihr künftig's Theil. Hier schon Beiſpiels Macht, als Wahrheit ausgewiß ihr künftig's Theil. Sie stesszubreiten, was ich doch selbſt erdacht, verdiente apoy some ap 6. zu allen deiner Weisheit Licht, Herv, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb', und wisse, wann ich 4. Schmäht mich, obne mein Ver- für andrev Wohl und für mich reden schulden, der Berláumber Lastermund; müsse, unq: wann ich schweigen soll. Herr, so laß mich still erdulden. Einst. Wenn je, um raich zu drücken, wird doch die Wahrheit kund. Darf ich ja nicht langer schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gieb, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth sey. thidal du lies apm des Feindes Anschlag gilt, der sich bei bösen Tücken in guten Schein verhüllt; so stärke meine Seele, daß sie nicht unterliegt, und alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt. ad 5. Daß du, Herr, an jedem Orten 8. Ein Herz voll Treu und Glau Beuge meines Wandels bist; daß keinben, das, Gott, zu dir sich hält, das eing ges meiner Worte deinem Ohr soll mir niemand rauben; so kann ich verborgen ist; das sey stets mir im aus der Welt einst mit der Hoffnung Gemüthe, daß ich mich vor Lügen gehen: ich werde, als dein Kind, dich hute, benn dus diebst den Wahrheits- mit den Frommen sehen, die reines freundpas bist falschen Herzen feind. Herzens findes ghi non hun mund dhu Gaut anit bis? Sngrad Laissinodod bone majaid lichen im Banbe. Denn ein jeder Menschenfreund ist ber Falschheit Ränten Feind. reftipate som bind 11:00:00 disipling and bu 891100 nomdir immig, sid 34, nolur Ismimic si 190 MOTOC, si 196 Register mind an 831700) 1009165470( 1 3100 mdpo2 nd jji 813 oüber sämmtliche Lieder, nach der Nummer des Liedes. Col fist nam bid sammi?) me to 33 tbildant oid apmu, si. agionun bi' dod niallo vic moda mig, aut( bi mad tiQ chir a otNum. dosed by two altro), FOS and dates nd 19 Num. 1100) 19/0 3 10 i ligt no mam Ubermals ein Jahr verflossen 468 Chrift! alles, was diche 383 423 80% Uch Gott, du unser Lebenslicht, Ach Gott und Herr co to t og fj290 215 421 Ach Gott vom Himmel sieh Ach Gott wir treten hier 540 Uch! Herr, lehre mich bedenken Ach schone doch, o großer 239 Ach was bin ich, mein Erretter 80 Ullmächtig großer Gott Allwissender, vollkomm'ner 75 sterben Allia bol 39bord மடை 102 Also hat Gott die Weltalls 155 Um Kreuz erblaßt der M. ad Unbetungswürd'ger Gott Un dich, mein Gott 14 358 173 An diesem Tag frohlocken Un dir allein hab' ich gesündigt 295 Auf! auf mein Geist, as tod: 18 Auf, Christen, preifh Auf dich allein, Herr Jefu Auf dich, Herr! nicht auf Auf! Jesu Jünger, freuet Auf, meine Seele, finge Auf, mein Geist, dem Herrn Auf, mein Herz, ein froher. Uuf, o Seele, werde munter Auf, o Sunder, laß dich im Auf, tråger Geist! laß das ainu 18 anled 1436 308 373 100 10 er du die Liebe selber 543 Der du mich als ein Bater Der du uns als Batey liebest Der du uns, das Heil dy Der du Verstand und Jugendl Der du voll Blut und d Der ew'ge Gott und höchste Der Held hat überwunden, of b 158 Der Herr des Himmels i Der Herr fährt auf genant Der Herr ist Gott und keiner Der Herr ist gut, in dessen ist Der Herr ist meines Lebens 19 Der Herr ist meine Zuversichti: 375 274 Der Herr, mein Hirt Der Herr lag in das Grab 157 849 Der König aller Welt Der Spotter Strom reißt Der Tag ist hin; du aber Der Tag ist wieder hin zaplick 67 Der unsre Menschheit an 193 176 448 428 393 IT 156 117984 486 297 Aid 905 902 ni od 10 voto mo binile valo Damit ich meine Seele Dein bin ich, Gott, deinaid 70 Dein bin ich, Herr, dir 100 gad 555 Dein, Gott ist Majestatis and Dein Heil, mein Geist im dog Dein sind wir, Gott! in 261 0100) Dein Will ist's großer 495 7 Dein Wort, o Höchster en and mir 11 End 1990 000 398 418 145 Bald oder spåt des Todes Bedenke, Mensch, das Ende Befieht du deine Wege Befreie meinen Geist, Begleite mich, o Christ! Beglückter Stand, getreuer Begrabt den Leib in seine Befingt Gott Bebaoth 336 1463 Bewahre michbed 1331 Bringts heppihe: Michigénia 254 266 112 Bringt Preis und Ruhm und Die Erd und was parinnen, Der Wollust Reiz zu widerstr. Des Donners schreckendes. Des Leibes warten und 200 108 වව Des Baters und des Sohnes Dich bet' ich an, erandner Dich, mein Jesu, laß ich on 192 100 8790 9000 450 174 15 65 13 192 509 428 510 205 162 230 475 298 Die Herrlichkeit der Erden Die Himmel rühmen Gottes Die Himmel rufen, jeder Die Quell, woraus der Dies Christen! ist der Dies ist der Tag, den Gott Dies ist der Tag, zum Segen Die Zunge, die vernehmlich Dir allein hab' ich gesündigt Dir dank' ich für mein Leben Dir, Gott, sey Preis und Dir, mein Gott! will ich Dir, unser Gott! ist niemand Dir, Vater! dankt mein Du, aller Menschen Vater Du bist ja, Jesu, meine Du bist's, dem Ruhm und Du, der Herz und Nieren Du, der kein Boses thut Du gabst mir, Ew'ger! Du, Gott, du bist der Herr Du hast, mein Vater, und Du hast uns, Herr, die Du Herr der Seraphinen Du, Herr, haft aus Barmh. Du Herr und Meister Du flagst! o Christ, in Du klagst und fühlest die Du liebst, o Gott, Gerecht. Durch Adams Fall ist erst Durch dich, o großer Gott Durch so viel Schein gestärkt Du reicher Gott der Armen Du sagst: ich bin ein Christ Du Vater deiner Menschenk. Du weiser Schöpfer aller Du wesentliches Ebenbild Du willst, Gott! daß mein Edler Geist im Himmelsth. Ein Herz, o Gott, in Leid Ein Jahr der Sterblichkeit Ein Pilger bin ich in der Ein ruhiges Gewissen Eins ist Noth! ach Herr Ein starker Schuß ist unser Entehre nicht mein Herz Entflohen sind auch dieses Erbarm' dich, Herr, du Erfülle, Herr, doch selbst Erhabner Gott, was reicht Erhalt uns, Herr, bei Register. 88 46 42 84 493 109 491 556 287 Er kommt, er kommt zum 367 Erlöser, sieh' auf uns herab Es eilt der legte von den 71 Es hilft uns unser Gott Es ist das Heil uns kommen 438 52 203 554 416 Erheb bein Herz, thu' auf Erhebet Gott durch neue Erhebet Gottes Heiligkeit Erhebe vom Geräusch der Erhebt den Herrn, ihr Erhebt, erhebet Gottes Erhöhter Jesu! Gottes Erinnre dich mein Geist 25 122 8 Es ist noch eine Ruh vorh. Es ist vollbracht! so ruft Gedanke, der uns Leben Geist vom Vater und vom Gelobet seyst du, Jesu Christ Gelobt sen Gott, ihm will Gelobt seyst du, Herr Bebaoth Gelobt feyst du, o Gott Gepriesen, Gott, sey dein Gerechter Gott, vor dein Gern will ich mich ergeben Getreuer Gott! wie viel Getrost mein Herz, und Gieb mir, o Gott, ein Herz Gott! deine Gnade sey 206 Sott, deine Gnad' ist unser 522 Gott, deine Güte reicht ſo 469 Gott, deine Huld und Gütigk. 252 Gott! der an allen Enden 502 Gott! der du die Menschen 317 Gott, der du für uns deinen 208 Gott, der du unser Bater 519 Gott der Juden, Gott der Gott! der uns immer Gutes Es lag die ganze Welt 99 447 Es zieht, o Gott! ein Kriegesw. 420 347 Ew'ge Liebe, mein Gemüthe 78 91 279 F. 464 Freiwillig hast du dargebracht 376 Frohlocke mein Gemüthe 516 Frohlocket jung und alt 48 Für alle Güte sey gepreist 229 Fürwahr, du bist, o Gott 534 S. 530 531 548 90 451 69 422 342 362 484 339 323 64 437 149 101 283 190 169 191 430 532 388 304 276 148 170 150 461 481 53 95 207 104 441 224 9 482 30 260 37 257 545 110 235 408 36 56 549 137 2 117 210 Gott der Wahrheit, dessen 378 135 Gott des Himmels und 479 16 Gott, dir gefällt kein gottlos p 338 211 Gott, du bist von Ewigkeit 20 Gott, du bleibst ewig unsrer Gott, du hast in deinem Gott, durch welchen alle 19 Gottes Lamm, durch dessen Gottes und Marien Sohn Gott, groß von Erbarmen Gott hab' ich alles heimgestellt Gott! hilf mir, daß ich Gott im Himmel und auf Gott ist es, dessen weiser Gott ist mein Hort Gott ist mein Lied Gott ist's, der das Vermögen Gott ist uns Stark' und Gott mache du mich selbst Gott, meine ganze Seele Gott, mein Vater, Dank Gott, mein Vater, deine Gott ruft der Sonn' und Gott sorgt für mich, was Gott, unserm Gott allein Gott, vor dessen Ungesichte Gott, was muß dein Sohn Gott werde stets von dir Gott, wie rein ist deine Großer Gott, erhabnes Großer Gott, Herr aller Großer Mittler, der zur $. Habe deine Lust am Herrn Hallelujah! Jesus lebet Halt im Gedächtniß Jesum Heiland! deine Menschenliebe Heil'ger Geist, du Himmelst. Heil uns! aus unsrer Herr, allerhöchster Gott Herr, deine Ullmacht Herr, deine Sanftmuth Herr, der du deinen theuren Herr, der du mir das Leben Herr, dir trau' ich auf Herr, du bist meine Zuvers. Herr, du erforschest mich Herr, du fährst mit Glanz Herr, du hast deinem Register. 518 202 Herr, ich hab' aus deinen Herr Jesu Christ, du höchster 453 127 107 Herr Jesu, send' uns deinen Herr, laß doch mich recht is Herr, laß mich doch gew. Herr, lehre mich, wenn Herr, mache meine Seele Herr, mein Erlöser! nur Herr, meiner Secle großen 432 Herr, mein Licht, erleuchte 462 Herr, mein Licht, mein 199 87 286 10 19 515 213 Herr, du kennest mein Berd. Herr, erhöre meine Klagen Herr, es ist von meinem Herr Gott, du bist die Zuflucht Herr, höre mein Gebet les 17 57 365 171 223 434 363 Heute, sprach mein Heiland 466 896 121 201 96 313 299 Herr Jefu deiner Glieder o 182 Herr Jesu, Gnadensonne 336 26 551 187 467 386 271 23 Hier bin ich, Jesu! zu 39 Hier ist noch unsre Prüf. Hier liege ich zu d.- Hilf, Jesu, daß ich meine 29 124 72 325 ilf mir mein Gott, verleihe Höchster! denk' ich an die Höchster Gott, wir danken Höchst erwünschtes Seelenleben 458 Sofianna! Davids Sohn 177 Hüter! wird die Nacht 82 3. Herr, mein Versöhner Herr, ohne Glauben kann 476 21 Herr, stärke mich, dein Herr, unser Gott, dich loben Herr, unser Gott, wer Herr, wir stehen hier vor 282 535 ( 291 B. 9. Ich danke dir von ganzem Sch danke meinem Gott Ich denk' an dein Gerichte Ich erhebe mein Gemüthe Sch fleh' in tiefster Reue Sch freue mich der frohen Ich freue mich, mein Gott Ich glaub' an Gott, hoch Ich habe, Gott, mir 188 47 81 407 Sch tomme, Friedensfürst 50384 346 499 12 Jauchze, auserwählt Geschlechte ch armer Sünder, wer Sch bin ein Chrift: Gott Ich bin getauft auf deinen Ich bin, o Gott, dein Eigenth. Ich habe nun den Grund Sch hab' in guten Stunden Ich hoff, o Gott, mit festem Sch preise dich, o Herr Sch scháme mich vor deinem Ich finge meiner Seelen 112 514 497 459 550 305 132 456 40 Sch komme, Herr, und Sch komme vor dein Angesicht 5 320 183 5297 nd 221 147 233 507 230 546 334 288 452 348 258 219 76 382 328 194 236 237 267 255 303 335 92 523 246 307 225 409 232 292 19 457 800 Registere Ich weiß, an wen mein Glaub Ich weiß es, Gott, mein, 2 413 161 248| Lob, Ehre, Preis und Danked, 1107 Cob, Chr' und Preis dem ud 449 Lobet den Herren, alle Heiden 444 Lobsinge, meine Seele, ma$ 3: 166 Lobsinge Gott mit wahtem 440 2obt Gott den Gott der dorp, 1455 Lobt Gott, der uns den F. 1168 lobt, lobt den Herrn ihr ind 443 SOF the M lommid, mi 1100 541 55 1 68 429 379 310 Ich weiß es wohty ich selbst 2 830 Ich weiß gewiß, daß mein do Ich will dich noch im Tod in Ich will, mein Gott, du sida! Jehovah herrscht mit Majestät Jehovah, Herr und Königrism Jesu, Urzt todtkranker Seelen Sesu, daß du meine Seeletion Jesu, durch dein Blut undim, 152 Jesu, meine Freude im 819 Jesu, meiner Seelen Retterdo, 401 Jesus Christuspunser Heiland 164 Jesu, sich mich an in Gnaden, 311 Jesus lebt, mit ihm auch, 172 Jefus, meine Liebe, tebti siut 167 Sefus meine Zuversicht thoraj Jefus nimmt die Sünder anni Ihm, der das Licht entstehen 270. 809 474 The Christen rühmt, erhebtil 198 111 149 442 477 Shr, die ihr wart verloren The Frommen, auf! dielum Ihr Knechte Gottes; lobt 1 Shr trüben Sorgen, weicht The Vorker, jauchzt miters 439 Ihr Völker in der ganzen! on184 The Völker, stimmt nunotion 118 In allen meinen Chaten In deinem Namen o Herr Ech stballe plantna ogus 62 425 1 Kaum steigt zu ihrem frohen 163 Kein Lehrer ist dir, Jesu, gleich 120 Konighdem kein Königie 189 Kommt betendoft, undid sind 399 Komm heiligen Geist, erfüllnad Komm, o Gott Schöpferp 3d 197 Komm, o komm, du Geist das 204 Kommt her, Mühfel'ge ni do 852 Kommt lafft euch den Herren 827 11000 tim 208 Laß deinen Geist mich stets Laß doch, o Jesu, laß deind Laß mich doch nicht, o Gott Laß mich doch, o mein Gott od 299 Baß mich, Hochster, barnach 557 Last uns unserm Gett lobsing. 103 Lehre mich, Herr, recht mal 501 Liebster Jesu, Gnadensonne, estira 412 Liebster Jesu, Trost der mich) 289 Liebster Jesu, wir find hiermit 143 209 512 11. 1100 1pol Mache dich, mein Geist njom 506 Mag doch der Spotter Heer ni 312 Man betetett, in 3ions m Mein Auge sieht, o Gott f Mein Bundesgott, ach Meine Lebenszeit verstreicht m Meinen Jesum laß ich nicht Mein Erlöser, der du michism Mein Erlöser, Gottes Sohy Mein Erlöser hångt am Mein erster Wunsch, mein Mein erst Gefühl fen Preis Meine Seel, ermuntre dich nur Meine Stimme ruft zur 360 Mein ganzer Geist, Gott Mein Geist erstaunt, Allmächt. Mein Geist foll nun in Gott Mein Gott, ach lebre miche Mein Gott, dir ist bewußt Mein Gott, du wohnest Mein Heiland deine Größenid Mein Heiland lebt, ser Mein Heiland, wenn mein m Mein Herz, ermuntre dich! Mein Herz, ermuntre dich zum 390 Mein Hort ist Gott, ihnen Mein Jesu, du hast unsre Mein Jesus ist mein Leben Mein Jesus sitzt zur rechtend Mein Jesus triumphiret Mein Leben ist ein Pilgrimst. Mein Lebensfürst, nun kann Mein Lebensfürst zeig' mir Mein Salomo, dein freundl. Mein treuer Gott, dein Mein Vater und mein Gott. Menschen ist's gesegt zu Mit Ernst, o Menschenkinder, Mit Seufzen flag' ich diy IS ONE 39000 njom 9160 Nach einer Prüfung furzer Nach meiner Seelen Seligkeit 58 324 536 315 220 138 140 473 470 134 397 277 366 377 341 83 355 181 268 269 460 674 119 542 180 178 273 130 538 245 256 340 275 109 405 278 500 Register. 301 Nicht, daß ich's schön ergriffen 504| Iwohl dem Menschensalind 12242 Nie bist du Höchster, vonbu 28 D Wundergott, der allesnörlmut Nie will ich dem zu schaden is 9552 SI ( Nimm, Gott, dem wir: gidheg 3166 Nech bin ich dein Gast, o Erde 262 Noch immer wechseln ordentl. 159 Noch läßt der Herr mich Noch nie hast du dein, Bort Nun Christen, daßt uns bild Nun danke alle, Gotthi' minoi 450 Nun habe Dank für deine nel 234+ Nun ist es alles mohlgemacht 151 Nür Liebe ohne Heucheleid 547 Mithildut si op 471 9181 93 sid dns( lolginnom sier Christe! eingeborner nio pi94 Christenheit! sen hoch, 113 du erhabner Gottingpili 368 Freund, der meine Schuld 154 Friedensfürst aus Davids i 105 Oft denkt mein Herz, wie 11 343 43 45 Gott, den alle Himmel Gott des Himmels und der Gott, deß gnadenvoller 431 Gott, deß starke Handpi35 Gott, du bist die Liebesbian st 34 Gott, die bist mein Preision 492 Gott di frommer Gottlour 411 Gottes fehlt uns Kraftig 1404 Gottes Lamm unschuldigus u136 O Gottes Sohn, Herrsid ud 1306 106 185 Gottes Sohn und Mensch Gott, gieb dein Gericht Gott, wer ist dir gleichte O großer Gott, der allebi dni heilige Dreieinigkeit bi Herr, mein Gott, durch O Herr und Schöpfer unsrer Höchster, dessen Kraft, s 1427 DJesu Brunnquell allers OKönig, dessen Majestát. Liebesglut, wie kann O Menschenfreund; o Jesu O Seele, schaue Jesum an O Tod, wo ist dein Stachel O unser Gott, wie voll ist 27 O Bater der Barmherzigkeit O Vater, groß im Himmel O welch ein Leiden, das O welch ein unschäßbares 369 27 41 390 60 O Welt, sieh' hier dein Leben O wie unaussprechlich U 125 293 im 98 226 351 159 165 Preiset Gott in allen Landen Preis, Preis, sey Gott T700249 frigiding adsitz amu disin mmino inmins He Qual und Angst muß du 1417 STUD Immol zid moll * 9 nog no 74 403 216 406 Chaffet, schaffet Menschent. Schau, großer Herr der vid 175 Schön ist die Tugend 344 Schöpfer aller Menschenkinder Schon ist der Tag von Gott Schon ruhet auf den Feldern die Schüße die deinen, 212 Schwing' dich auf gen Golgatha 142 Seele, du mußt munter 472 Seele, sey zufrieden! was dir Geele, willst du Ruhe finden Selig, Gott, sind die, die Seht den leidenden Gerechten Seht, welch ein Mensch! Gey feurig, Seele, Gott Off Sen gnädig, Herr, nach deiner Sen hochgeprieſen, Herr prot Sey Seele stark und unverzagt Sey zufrieden, mein Gemüthe So fliehen unsre Tage hin So gehst du, Jefu, willig Go jemand spricht: ich liebe, So ist von meiner kurzen Soll sich mein Geist, o Gott Sollt' ich meinem Gott nicht Sorge doch für meine Kinder So schlummerst du in stiller So wahr ich lebe! spricht Stimmt unserm Gott ein Strafe nicht, o Heiligster Straf, o Herr, mich nicht Sucht man die Freundschaft Sünder! willst du sicher 40 and 121 Tag, den mir der Herr Treuer Hirte deiner Heerde 11. 435 503 um Gnade für die Sünderw. 139 280 240 195 487 Jiang 231 263 146 O 129 51 281 144 521 802 61 8480 126 465 1440 400 153 300 454 901302 424 316 296 1920 1228 217 141 unermeßlich ewig ist 22 Unschuld'ger Jesu! was hast du 131 Register. 128 38 3 123 526 227 Wie ein Geschwåg des Tags, 10: 85 Wie fleucht dahin der Menschen 86 Wie getrost und heiteret 250 V. Wie gnädig warst du, Gott, m419 nido a mi o 1 Wie göttlich sind doch, Jesu Verborgner Gott! dem Wie groß ist deine Menschent. Verleih uns Frieden gnädiglich 415 Wie groß ist des Wilmacht'gen Vernimm, o Gott! vernimm Voll Glauben will ich zu d Von dir kommt jede gute Von ganzer Seele preis Bon Gott will ich nicht Vor dir, o Gott! sich kindlich 33 244 Wie groß ist unsre Seligkeit Wie herrlich strahlt der Wie komm' ich doch, mein 302 Unser Heiland steht gebunden Unumschränkte Liebe g W. Wach' auf mein Herz! auf Bach' auf mein Herz und Wachet auf! so ruft die Wachet auf vom Schlaf Warum sollt' ich mich dann Was Gott thut, das ist Was gråmst du dich, mein Was hilft's, daß ich mich Was ich nur Gutes habe Was ist das Leben hier auf Was ist mein Leben auf der Was ist mein zeitlich Leben Was ist's, daß ich mich quale Was ist vor deinem Angesichte Was soll ich angstlich klagen Was sorgst du ängstlich für Weicht ihr Berge! fallt ihr Welch hohes Beiſpiel gabst Wenn Christus seine Kirche Wenn der Sünder hat Wenn ich ein gut Gewiffen Wenn ich, o Schöpfer, deine Wenn zur Vollführung deiner Wer bin ich? welche wicht ge Werde munter mein Gemüthe Wer darf in deine Hütte Wer dieser Erden Güter Wer, Gott, dein Wort nicht Wer kann, Gott, je was Wer nur den lieben Gott Wer unter Gottes Schatten Wie Christus selbst zum widm 247 318 265 Wie lang' darf ich nech 488 Wie lang' soll ich traurig 116 Wie lieb ist mir's, daß Gott 9 361 490 508 356 d 238 413845 553 Wie lieblich ist doch, Herr Wie mannigfaltig sind die Wie selig bin ich, wenn Wie selig, Gott, wie selig Wie felig, Herr, ist der Wie selig lebt ein Mensch Wie sicher lebt der Menschede Wie soll ich dich empfangen 96 115 391 Wie sollt' ich dich mein 10 357 389 Wie theuer, Gott, ist deine 1100241 Wie treu mein guter Hirten 301 Wie ungewiß ist, Herrad539 Wie wichtig ist doch der 10077 537 525 498 529 527 Wie wird mir dann, mein to 264 Wie wohl ist, Jesu! meinere 253 Will mich, o Gott, hienieden 520 Willst du der Weisheit Quelle 371 298 03 114 372 400 414 395 370 168 478 272 196 524 511 528 73 394 533 Willst du die Buße noch 32 Wirf, blöder Sinn, den 350 Wir freuen uns, Herre, 214 Wir Menschen sind von Wo find' ich Gott, den 294 251 44 326 496 179 the 6 485 329 555 Womit soll ich dich wohl 314 Wort aus Gottes Munde 410 Wo soll ich hin, wer hilfet 380 Wo flieh ich Sünder hin Wohlan, mein Herz, sey Wohl auf, mein Herz, wohl.. Wohl dem, der beßre Schage Wohl dem, der richtig wandelt Wohl dem Menschen, der pille 354 322 360 402 513 558 381 446 89 321 3. 392 218 3ur Urbeit, nicht zum Müssigg. 517 650 dem 817 07301 12 Juspasiltua aie ai 20him nollady stoche anabreder shdagog Gebete. 635 303 57688 20 CHIN than Morgengebete. my solic Gott, Schöpfer und Herr Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen, dich bete ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die einige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demüthigst an. Dir danke ich mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leiba liche Vortheile, die ich besitze. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich diese Nacht mit deinem mächtigen Schuhe bedeckt, daß du alle Gefahren, die mir droheten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößet hast. Gott, deine Gute ist alle Morgen neu, und deine Treue ist sehr groß. Sie übertrifft alle unsere Verdienste unendlich: sie ist weit größer, als daß wir dir jemals würdig genug dafür banken könnten. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du auch mein gedenkest und dich meiner so annimmst? ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesetze übertreten, der deine Wohlthaten öfter gemißbraucht, der sich des schándlichsten Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein folcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Ja, Herr, wie könnte ich vor dir besteben, wenn du mit mir in's Gericht gehen wolltest? aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden und vergiltst uns nicht nach unsern Missethaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Kindes schonet. Noch fährst du fort, mich zu segnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Gute zur Buße leiten. Noch schenkeft du mir Zeit und Kräfte, an meiner Besserung zu arbeiten, und meine Heiligung in deiner Furcht zu vollenden. Wie beschämet mich deine Huld und Güte, o Gott, wie reuet es mich, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthåter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam verweigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdienet habe. Sey mir gnådig in Chrifto, deinem Sohne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. 804 Morgengebete. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verabscheue das Böse, das ich bisher gethan habe, und wünsche nichts mehr, als immer besser, immer tugendhafter und heiliger zu werden. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den aufrichtigen Vorsak, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle bösen Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, noch nach dem Beispiel der Lasterhaften, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Dir, meinem Schöpfer und Herrn, zu gehorchen, deiner Gnade und deines Beifalls mich zu versichern, nach deinem Bilde erneuert, und guiwerbem: dies soll meine Ehre mein Ruhmymeine ernfiliche Bemühung und meine, Seligkeit seyn. Sa, ich schwöre es, und will es halten, daß ich die Rechte deiner Gerechtigkeit halten will. Di Gott tehes mir selbst mit deiner Gnade bei diesen guten Vorsatz mit Freue zu erfüllen, denn ohne dich vermag ich nichts. Schente: miri deinen Geist, der mich erleuchte ,, reinige, und auf den Weg der Wahrheit und der Tugend führe. Bewahre mich auch heute vor allen Bersuchungen zur Sünde, und wenn ich versucht werden so daß mich nicht fallen. Bewahre mich infons derheit vor den Sünden, zu denen ich am meisten geneigt bing und die noch die größte Gewalt über mich haben. Gieb daß ich sorgfältig über mich selbst wache, daß sich allen Anlaß und talle Gelegenheiten zum Bösen fliehe, und jeden sündlichen Gedanken, jede unerlaubte Neigung, die in mir entstehen, unverzüglich unters Brückes Laßn die Borstellunghi von deinerio Allwissenheit und Allgegenwart mich überall begleiten und mein Herz mit der tiefften Ehrfurcht gegen dich und deine Gesetze erfüllemiglaß mich oft an den Tods an das Gericht und die Ewigkeit gebenken) und dadurch weise werden zur ewigen Seligkeit. Erfüllen mich mit einer aufrichtigen Liebe gegen alle Menschen, jound laß mich meinen Brüdern so nüßlich werden, als es die Fähigkeiten, die du mir verliehen und die Umstände, in welche du mich gesetzet haft erlauben. Berleihe mir Gesundheit und Kräfte zubmeinen Berufsgeschäften und begleite fie mit deinem Segen Gieb, daß ich bei meiner Arbeit mein Herz oftmals zu dir erhebe; deine Borsehung in allem, was mir begegnet, demüthig verebre, und weder dem Geize, noch der Ungerechtigkeit, noch irgend einem andern Lafter den Zugang zu meiner Seele verstatte. Dir und deiner Gnadeios Gott, empfehle ich alle Menschen. Laß das Licht deiners Offenbarung sich über alle Völker ausbreiten. Wehre dem Unglauben und dem Aberglauben, und erweitere die Grenzen des Reichsis der Wahrheit und der Tugend, Segne, unsern Morgengebete. 305 Landesherrn und die Obrigkeiten, die du über uns gesetzet hast. Segne die Lehrer, und laß sie reizende Muster der wahren Weisheit, der Liebe und aller christlichen Tugenden seyn. Segne diesen Ort, dieses Land und alle Einwohner desselben. Segne insbesondere diejenigen, die du durch die Bande des Bluts und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gieb, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, daß wir das allge: meine Beste unserm besondern Nugen vorziehen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum letzten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Bater der Barmherzigkeit, und sey mir gnädig um Jesu Christi willen, Umen. Unser Vater zc. rodilatadanipo new THE mat 10. des amachtiger und unendlich gütiger Gott; deiner gnädigen Bors sehung habe ich es zu danken, daß ich diesen Morgen wies derum erwacht, und gesund aufgestanden bin. Du hast nächtliche Schrecken und Gefahren in Gnaden von mir abgewandt, und mich vor vielem Unglück behütet, das mir ohne deinen Schuß håtte begegnen können. Ich erkenne deine Güte, die diesen Morgen an mir neu ist, und bete zu dir, dem Allgenugsamen: bereite mich selbst zu einem dir wohlgefälligen Lobe, daß ich dich nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit einer gerührten Dankbarkeit des Herzens preise, und mein Leben zu deiner Ehre und nach deinem Wohlgefallen führen möge. Deinem mächtigen Schuhe befehle ich mich darum an diesem Lage und fernerhin. Erhalte mir die Gesundheit und die Kräfte des Leibes und der Seele, und bewahre mich vor solchen Vorfällen, die mir schädlich seyn können. Regiere alle meine Entschließungen, und leite alles mein Thun und Bornehmen, daß es deinem heiligen Willen gemäß feyn möge. Gieb mir ein zufriedenes und freudiges Gemüth, daß ich willig und mit Munterkeit die Geschäfte verrichte, die mein Stand, in welchen du mich gesetzet hast, mir aufleget. Gieb, daß ich treu und fleißig mich in meinem Berufe beweise, und in allem, was ich thue, rechtschaffen und gewissenhaft handle. Sey auch nach deiner großen Barmherzigkeit mir armen Sünder um Jesu Christi willen gnädig, und verleihe mir den Beistand deines heiligen Geistes zu einer beständigen Besserung meines Lebens. Verhüte in Gnaden, daß ich an diesem Tage mein Gewissen nicht mit vorsätzlichen Sünden beschwere, sondern laß deine Furcht und die Betrachtung deiner Gegenwart mich von allem Bösen zurückhalten, und gegen alle Versuchungen stärken. Wenn ich aus Uebereilung fehle, so wirke durch deine Gnade, daß ich meine Fehler aufrichtig bereue, bei dir Vergebung suche, und in's Künfs 20 S 306 Abendgebete. tige mit mehr Sorgfalt mich vor Sünden hüte.Ddu weifer und gütiger Gott, regiere alle Umstände meines Lebens zu meiner wahren und ewigen Wohlfahrt. Dir befehle ich meine Wege, und ich hoffe auf dich, du wirst's wohl machen, Amen. es ad id spinjold srodnolodčni alle vor and data TROTINGTE THE didund 150 in doter 09 sind dem wrow neemt mysopojed mistau si smin drin 150 tunti di manus 1979) volls egon might mig Abendgebete. 1979 d and dr Ich freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor dein Angesicht. Jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens giebt mir neue Beweise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dank: barkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohl thåter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen. Auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viele bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnädige Vorsehung von mir abge wandt! Vor wie vielen Sünden, die unter allen Uebeln die größesten sind, hast du mich Schwachen bewahret! Wie viele geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Womit soll ich dir, dem Herrn, alles das Gute vergelten, das du an mir gethan haft? Nimm meinen Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiligt seyn. Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener seyn! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christlichen Vollkommenheit entfernt! Wie vieler Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Habe ich wohl den vergangenen Tag in aller Absicht so zugebracht, wie es einem vernünftigen Geschöpfe, einem Christen, einem Erben der zukünftigen Herrlichkeit anständig ist?: Habe ich in deiner Furcht gewandelt, und die Empfindung deiner Gegenwart sorg fåltig in meiner Seele unterhalten? Habe ich mir das Beispiel meines Herrn und Heilandes zum Muster der Nachahmung vor gesetzt und durch mein Verhalten bewiesen, daß ich ein Jünger und Nachfolger des demüthigen, des sanftmüthigen, des wohlthätigen und himmlisch gesinnten Jesu fey? Habe ich jeden Anlaß, mich selbst zu bessern und Andern nützlich zu werden, begierig ergriffen, allen Reizungen zum Stolze, zur Eitelkeit, zum Zorn, zur Unzufriedenheit, zur Wollust widerstanden, und Abendgebete.de in C 307 mich recht sorgfältig gehütet, weder mit Gedanken und Begierden, noch mit Worten und Werken zu fündigen? Habe ich meine Zeit, meine Kräfte, meine Güter so wohl angewandt, als ich es hätte thun sollen und thun können? Habe ich meine Pflichtengegen dich, gegen meinen Nächsten und gegen mich selbst mit der Willigkeit, mit dem Eifer, mit der Treue erfüllt, wie es deine Wohlthaten und meine Schuldigkeit von mir fordern? Bin ich in einer solchen Verfassung, daß ich freudig sterben und mich einer seligen Ewigkeit getrösten könnte, wenn es dir gefallen sollte, meinem irdischen Leben in dieser Nacht ein Ende zu machen? o Gott, wie beschåmet, wie erniedrigt mich diese Prüfung! Herr, wer kann merken, wie oft er fehle! Verzeihe mir auch die verborgenen Fehler. Gehe nicht in's Gericht mit mir, denn vor dir ist kein Lebendiger gerecht! Ich bekenne dir meine Sünden und Uebertretungen. Ich bereue sie von ganzem Herzen; ich entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsate. Stebe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gieb, daß ich alles, was dir zuwider ist, hasse, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gieb, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fordert, aufrichtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger seyn, als den heutigen. Laß mich täglich an Weisheit und Zugend wachsen, und immer mehr nach deinem Ebenbilde erneuert werden. Hege ich Haß und Neid gegen irgend einen Menschen in meinem Herzen, so laß den Schlaf ferne von mir seyn, bis ich ihm verzeihe, bis ich ihm mit Aufrichtigkeit Gutes wünsche, und ihm solches wirklich zu erzeugen geneigt bin. Laß mich so Laß mich so einschlafen, wie ich zu sterben und dereinst vor deinem Richterstuhle zu erscheinen wünsche. Dein mächtiger Schutz bedecke mich und auch die Meinigen in dieser Nacht, damit uns kein Unglück begegne und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Leibes- und Seelenkräften wieder aufwachen, und gieb, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Troste, barmherziger Gott, tröfte meine elenden Mitbrüder, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Urten des Elendes der süßen Ruhe beraubt sind, und mit Verlangen auf den Anbruch des Tages warten. Stårke die Sterbenden und laß sie Gnade vor dir finden. Hindere die Werke Dir, der Finsterniß; erbarme dich der Sünder und bekehre fie. Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Geist und meine Seele, mein Leben und alle meine Schicksale. Führe mich selbst an 20* 308 Das Gebet des Herrn, umschrieben. deiner Hand, leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich dereinst in deine Herrlichkeit auf. Sch bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachers, Umen. shu shd Ba hm dit tim npop dn 10 makin margid mate anied as stor 109 919132 13d time 19 and the sistolling na Barmherziger, gnädiger Gott, unter deinem gnädigen Schuhe habe ich abermals einen Zag zurückgelegt. Ich danke dir dafür, und preise deinen heiligen Namen für alle andere unzählige Wohlthaten, die mir deine große Güte und Barmherzigkeit von meiner Jugend an bis auf diese Stunde bei aller meiner Undankbarkeit so mildiglich hat zufließen lassen. Stelle, o Gott, meine heutigen mir bewußten Uebertretungen nicht im Zorn vor dich, noch meine unerkannten Sünden in's Licht vor deinem Ungesichte, sondern wirf sie hinter dich zurück, und sey mir um Christi willen gnädig. Laß deine Güte auch in dieser Nacht über mir walten; und wenn meine Augen geschlossen sind, so wache du über mir, du Wächter Israels. Nimm mich, die Meinigen und alles, was wir haben, in deinen allmächtigen Schutz. Wende alles Unglück von uns ab, und schenke uns eine füße, erquicdende Ruhe, die uns auf den morgenden Tag zu deinem Dienste und zu unseren Berufsgeschäften wiederum geschickt mache, bis wir dereinst würdig erfunden werden, an dem Ende unserer Prüfungstage in die felige Ruhe einzugehen, die du deinen Kindern bereitet hast. Erhöre mich um Jesu Christi, deines geliebten Sohnes willen, Amen. mondom ORD " Das Gebet des Herrn, umschrieben. Unser Bater, der du bist im Himmel, Herr der ganzen Welt, dessen Thron der Himmel ist, welche Ehre und Gnade ist es für uns, daß wir, die wir von Natur Kinder des 3ornes find, dich mit Zuversicht und Vertrauen unsern Vater nennen, und insgesammt unsere Herzen und Hände zu dir aufheben dürfen! Großer Gott und versöhnter Vater in Christo, was können deine so hoch begnadigten Kinder mehr wünschen und bitten, als daß dein Name geheiliget werde? Nur du bist allein groß, herrlich, heilig, und würdig von allen erkannt, geehret und gepriesen zu werden. D laß deinen Namen, deine Tugenden und Vollkommenheiten immer bekannter und herrlicher auf dem ganzen Erdboden werden, so daß vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang Jedermann dich recht erkenne, über alles ehre, fürchte, Das Gebet des Herrn, umschrieben. 309 liebe, und mit Gedanken, Worten und Werken preise. Und damit dein Name je långer, je herrlicher werde, so komme dein Reich, so laß dein Reich, das du durch deinen Sohn auf Erden aufgerichtet hast, sich immer mehr ausbreiten, daß alle Welt sich dir unterwerfe und dir diene! Regiere und herrsche du in uns durch dein Wort und durch deinen Geist. Berstöre das Reich des Satans und erweitere die Grenzen deines Reiches durch Erleuchtung derjenigen, die noch in Finsterniß leben, und durch Bekehrung so vieler, die noch auf den Irrwegen des Lasters und des Unglaubens wandeln. Nur dein Wille geschehe auf Erden, wie im Himmel, nicht unser verkehrter Wille, sondern dein guter und vollkommener Wille geschehe, so daß wir sowohl in guten als in bösen Tagen deine Befehle ohne Ausnahme, beständig willig und freudig ausüben, gleich wie sie von den Engeln und vollendeten Gerechten im Himmel vollzogen werden. Gieb uns auch heute unser täglich Brot, so viel wir zu unserer Nahrung und Kleidung bedürfen. Wir verlangen nicht Ueberfluß, sondern was wir zu unserer Erhaltung nöthig haben. Wir bitten dich nur um ein gottseliges, demüthiges, dankbares und vergnügtes Herz, daß wir täglich unsere Abhängigkeit von dir erkennen, täglich unser Vertrauen auf dich sehen, und uns arbeitsam und treu in unserm Berufe beweisen. Vor allen Dingen aber bitten wir dich, ach Gott! vergieb uns unfre Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern. Erlaß uns alle unsere Schulden, die wir so sehr gebäuft haben, und vers sichere uns der Vergebung unserer Sünden in dem Blute Christi. Wirke du selbst in uns eine göttliche Traurigkeit, Reue und Leid über unsere Sünden, daß wir sie hassen und verabscheuen. Gieb uns auch ein versöhnliches Herz gegen die, so uns beleidiget haben, damit wir ihnen so gerne, willig und herzlich vergeben, als du uns vergiebst. Denn wenn wir nicht vergeben, so wirst du uns auch nicht vergeben. Und da wir wohl wissen, wie leicht wir in Sünde fallen, und wie stark und listig unsere Feinde, der Satan, die Welt und unser Fleisch sind, um uns zu stürzen, so führe uns nicht in Versuchung, so laß uns nicht in gefährliche Versuchung zur Sünde gerathen, oder wenn es dir gefallen sollte, uns auf die Probe zu stellen, daß wir von unsern Feinden vers sucht werden, so stehe uns bei, so stärke und erlöse uns von allem Bösen, damit wir nicht zu Schanden werden. Pe 09100018 Denn dein ist das Reich, du bist König und Herr über die ganze Welt; alles steht unter deiner Regierung, und muß dir unterthan seyn. Dein ist die Kraft, du bist allein mächtig, 310 Vor dem Genusse des beil. Abendmahls. und kannst unendlich mehr thun, als wir bitten und verstehen. Dein ist die Herrlichkeit in Ewigkeit. Ewig gebühret dir Ehre, Ruhm und Preis, und wir wollen dich ewig preisen und verherrlichen. Amen. Ja, das ist unser sehnlicher Wunsch und Begierde. Erhöre unser Gebet, das uns dein lieber Sohn felbst gelehret hat. Wir bitten dich in seinem Namen, und haben das Vertrauen, daß du unser Gebet gewiß erhören werdest, Amen.delimiini ni bun şid Infolid mapyan 18 609 end dni Vor dem Genusse des heiligen Abendmahls. err, Herr, Gott, barmherzig, gnädig, geduldig, von großer Güte und Treue, der du Gnade beweisest, und vergiebst Missethat, Uebertretung und Sünde, dich bete ich als den einigen wahren und lebendigen Gott, als den Gott und Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, und in ihm als den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes, demüthigst an. Dir danke ich mit gerührtem Herzen für die außerordentlichen Beweise, die du uns durch Christum von deiner mehr als väterlichen Liebe gegeben hast. Du hast ihn, deinen Sohn, für uns in die Welt gesandt, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben, und willst uns mit ihm und um ſeinetwillen alles schenken, was wir zu unserer wahren und ewigen Glückseligkeit nöthig haben. Auch mich, barmherziger Gott, auch mich Unwürdigen hast du zur Erkenntniß dieses großen Heils gebracht. Auch mir bietest du auf die billigsten Bedingungen Vergebung der Sünde, Gnade, Leben und Seligkeit an. Auch mir willst du von diesem allen in dem heiligen Abendmahle die feierlichsten Zeichen und Versicherungen mittheilen, wenn ich, mit wahrer Bußfertigkeit, mit lebendigem Glauben, und mit dem aufrichtigen Borsake, ein heiliges Leben zu führen, zu dir nahe. O Gott, wie wollte ich entfliehen, und dem Verderben entrinnen, wenn ich eine solche Seligkeit nicht achtete, und durch diese Beweise deiner Güte mich nicht zur Buße und Dankbarkeit leiten ließe? Nein, ferne sey es von mir, mich eines solchen Verbrechens schuldig zu machen! Ich empfinde den Werth deiner Gnade. Ich bewundre die Größe deiner Barmherzigkeit und Menschenliebe. Ich wünsche sehnlich, an den Früchten der Erlösung, die durch Christum geschehen ist, Theil zu haben, und durch ihn gerecht und selig zu werden. Ich bin willig und bereit, alle Bedingungen, auf welche du mir diese unschäßbaren Vortheile anbietest, zu erfüllen. Vor dem Genusse des heil. 2bendmahls. 311 O Gott, verzeihe mir, daß ich bisher meinen Verpflichtungen so oft zuwider gehandelt, daß ich mich nicht dankbarer und gehorsamer gegen dich, meinen unendlichen Wohlthäter, bewiesen habe. Meine Sünden haben mich von dir entfernet. Aber siehe, ich komme wieder zu dir, Herr, mein Gott. Mein Herz sagt mir von deinetwegen: ihr sollt mein Untlig suchen. Ich suche es, o Herr! verbirg dasselbe nicht vor mir. Deinem Dienste, o Gott, und dem Gehorsam deiner Gebote sey mein ganzes übriges Leben gewidmet. Ich entfage in deiner Gegenwart allen Sünden, und dein heiliger Wille soll von nun an die einzige Richtschnur meines Verhaltens seyn. Uch, schenke mir selber Kraft und Stärke, meine Gelübde zu erfüllen. Laß die Betrachtung deiner unenda lichen Liebe, laß den Genuß der Zeichen und Pfänder derselben, die ich an dem Tische meines Herrn empfangen werde, laß die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die du mir vorhältst, so gesegnete Eindrücke auf mich machen, daß ich alle Versuchungen zum Bösen mit neuem Muthe bestreite, alle Pflichten meines himmlischen Berufs mit neuer Sorgfalt erfülle, und dir bis in den Tod getreu verbleibe, im Hold itis manis at this Com Heiland der Welt, Herr Jeſu Christ, du haft ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gestiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden settest du das heilige Abendmahl zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens ein, und du läsfest mich auch noch jetzt einladen, diesen feierlichen Gebrauch gemeinschaftlich mit deinen Nachfolgern zu begehen. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und dein Heil fenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und mich zu deinen Erlöseten und Freunden zählen darf! wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie troftlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn? Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartung der damit verdienten Strafen, wie erschrecklich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahin gegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest. Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich erquicket, alle Hoffnung, die mich belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir denn nicht dein Gedächtniß seyn! Würde ich nicht der undankbarste und nieder 312 Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. tráchtigste unter allen Sterblichen seyn, wenn ich dein vergaße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedachte, wenn ich mich weigerte, dir die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner lieb: reichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verehrer zu bekennen, und es Jedermann zu sagen, daß ich es für mein Glück und für meinen Ruhm halte, der Deinige zu seyn. Ich komme als ein müh ſeliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit Bußfertigkeit und Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit allen Gläubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen und brüderlichen Liebe gegen sie zu verpflichten. Herr, laß mein Vorhaben gesegnet seyn. Erlaube nicht, daß ich mich bloß mit den Lippen dir nahe, aber mit dem Herzen ferne von dir sey. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herzen und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das Kräftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thun werde, mit unverbrüchlicher Treue zu halten, Amen. Nach dem Genusse des heiligen Abendmahls. Robe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist, seinen heis ligen Namen. Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der dir alle deine Sünden vergiebt, und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöset, und dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Barmherzig und gnådig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und vers gilt uns nicht nach unsern Missethaten. Wie sich ein Vater über seine Kinder erbarmet, so erbarmet sich der Herr über die, so ihn fürchten. Wohl dem, dem die Uebertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr die Missethat nicht zurechnet, in dessen Geist kein Falsch ist! Nach dem Genusse des heil. Abendmahls. 313 Ich sprach: ich will dem Herrn meine Uebertretungen bekennen; da vergabst du mir die Missethat meiner Seele. Wo ist ein folcher Gott, wie du bist; du hast deines Sohnes nicht verschonet um unsertwillen, du hast ihn für uns in den Tod dahin gegeben: wie? solltest du uns mit ihm nicht alles schenken? Ja, gelobet fey Gott, und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit den kostbarsten geistlichen und himmlischen Gütern durch Christum! In ihm, dem Geliebten, sind wir dem Höchsten angenehm geworden. In ihm dürfen wir Gott unsern Vater, und uns seine Kinder nennen. An ihm haben wir einen volls kommenen Seligmacher, der immerdar lebet und für uns bittet. Durch seine Auferstehung von den Todten haben wir die gewisse Hoffnung eines unverwelklichen Erbes, das behalten wird im Himmel. Gott, womit soll ich dir alle das Gute vergelten, das du an mir gethan hast? Ich will dich erhöhen, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich. Ich will dich täglich loben, und deine Gnade rühmen immer und ewiglich. Dir will ich Dank opfern, und mein Gelübde bezahlen vor allem Volke. bila sadit our bthe Großer Erldser, meine Seele erhebet dich, den Herrn, und mein Geist freuet sich in dir, meinem Heilande. Du bist würdig, zu nehmen Kraft und Reichthum, Weisheit und Stärke, und Ehre, und Preis und Lob. Denn du bist auch für mich erwürget worden, und haft mich mit deinem Blut erkauft. Durch dich habe ich Frieden mit Gott, und einen freien Zugang zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünfs tigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich ewig lieben, denn du hast mich bis in den Tod geliebet: Du hast deinen Leib für mich gegeben. Du haft dein Blut für mich vergossen zur Vergebung der Sünden. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige seyn. Dir will ich leben. Dir will ich sterben. Dir sey mein Leib und meine Seele, dir sey mein ganzes Leben heilig: Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, deinen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweis tern, und mich zu deiner näheren Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen, dies soll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäfte, meine ganze Seligkeit seyn! Amen. 314 21 amd Gebet eines Kranken.mod nie So habe ich mich denn feierlich dem Dienste Gottes, meines ignädigen Vaters und unendlichen Wohlthäters, gewidmet. So habe ich mich verpflichtet, als ein Jünger und Nachfolger meines hochgelobten Erlösers zu leben, und ihn mit meinem Geiste und mit meinem Leibe zu preisen, die beide fein Eigenthum sind. Wie heilig sind diese Verpflichtungen! Wie undankbar, wie unglücklich würde ich nicht seyn, wenn ich diese Zusagen vergåße, und diese Versprechungen nicht hielte! Welch eine Verantwortung, welch ein Gericht, wenn ich nun noch der Sünde diente, wenn ich nicht alle Fehler, alle böse Gewohnheiten, die ich an mir habe, ernstlich bestritte, wenn ich eben so träge und nachlässig im Guten wäre, als ich es ehemals gewesen bin! So würde ich mich ja aller Vorrechte und Seligkeiten, die ich als ein Christ besige, verlustig, und meine Verdammniß um so viel schwerer machen. Uch Gott! erlaube nicht, daß ich so undankbar gegen dich, und so feindselig gegen mich selbst handele. Sey du in meiner Schwachheit machtig. Befestige meine guten Ent schließungen, und verleihe mir Gnade, an der Ausführung derselben unverzüglich und unverrückt zu arbeiten. Erhalte du selbst mein Herz bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte. Schenke mir ein neues Maaß deines Geistes und führe mich durch denselben auf ebene Bahn. Gieb, daß ich mich von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes reinige, und meine Heiligung in deiner Furcht vollende. Bewahre mich vor Verfuchungen, stårke mich, wenn ich darein gerathe, und laß mich das Kleinod, zu welchem du mich durch Christum berufen hast, niemals aus den Augen verlieren. So werde ich den guten Kampf kämpfen, den Glauben behalten, und meinen Lauf glücklich vollenden. So werde ich dereinst die Krone der Gerechtigkeit aus deiner Hand empfangen, und dir Lob und Ehre bringen, in Ewigkeit, Amen. exbim Gebet eines Kranken. withd mein Gott, du Quelle des Trostes und der Gnade, ich demüthige mich vor dir, um deinen Beistand in meinen großen und heftigen Schmerzen sehnlich zu suchen. Höchster Richter, deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drücket mich. Mein Leib ist schwach, meine Seele voll Leiden. Schon haben mich des Todes und Grabes Bande umfangen. 3u wem kann ich mich wenden, der, ich so elend und voll Jammer auf diesem Krankenbette barnieder liege? Es ist nichts mit allen Geschöpfen. Gebet eines Kranken. 315 Diese können nicht rathen und nicht helfen. Nur du allein, mein Gott, kannst die Krankheit heilen, welche mir Seufzer auspresset. Zu dir allein wende ich mich. Erhöre mich, mein Gott, und fchweige nicht zu meinen Thränen.boat Herr, ich bekenne es, daß ich nichts anders leide, als was ich verdiene. Wolltest du mich so strafen, als ich wegen meiner Sünden es werth bin, so würden alle Wellen deines Zornes über mir zusammenschlagen, und ich müßte gleich jenen abtrünnigen Geistern zur Verdammniß verstoßen werden, weil ich ihnen auf dem Wege des Verderbens so unglücklicher Weise nachgefolget bin. Herr, ich empfinde es, daß ich strafbar bin, du aber unendlich gerecht bist. Ich habe gesündigt wider dich und vor dir. Meiner Sünden sind mehr, denn Haare auf meinem Haupte. Ach, ich Unglückseliger! Uch, daß ich dich zum Zorn wider mich gereizet habe! Du bist die Liebe selbst. Du hast mit so vieler Gnade mich überhäuft, und nicht aufgehöret, mir Gutes zu thun. Wie konnte ich doch so undankbar seyn, daß ich mich wider dich, meinen großmüthigsten Wohlthäter, erhob! Wie konnte ich so frech, so treulos seyn, daß ich mich gegen meinen Vater und König emporte! Gott, ich erschrecke, wenn ich bedenke, daß es meine Sünden sind, die dich gegen mich reizen, daß ich mein Leben damit beflecket habe, und durch sie mich nun an den Rand des Abgrunds geführet sehe, wenn anders deine Barmherzigkeit nicht noch ins Mittel tritt, und den Arm deiner Gerechtigkeit aufhält. erbarmungsvoller Gott, höre die Stimme des Blutes, welches mein theuerster Erlöser für bußfertige Sünder vergossen hat. Laß es mich lebhaft bereuen, daß ich dich beleidiget habe. Gieb mir Kraft, daß ich allen dir mißfälligen Neigungen widerstehe, und mich gånzlich deinem heiligen Willen unterwerfe. Ja, mein Gott, ich füsse die Ruthe, welche mich schlägt. meine Hand auf den Mund, und will gar nicht murren. preise deine Barmherzigkeit mitten in deinen Züchtigungen. mir Geduld in meiner schweren Krankheit. Laß mich einen fanften Sinn und Freundlichkeit gegen alle die, so um mich herum sind, beweisen, und alle Sorgfalt, so man an mir beweiſet, mit Dank erkennen. Laß die Mittel der Genesung, so ich anwende, gesegnet seyn, denn ohne deinen Segen arbeitet doch der Arzt vergeblich, und alle Mittel find umsonst. Von dir, o Gott, erwarte ich alles. Mache es mit mir, wie es deinem heiligen Willen gemäß ist. Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Verlaß mich nur nicht. Unterstüße mich durch deine Gnade, an der ich genug habe. Deine Kraft sey mächtig in mir Schwachen! Gefällt es dir, mein Gebet zu erhören, und meine Gesundheit Ich lege Ich Gieb 316 Danksagung und Bitte wieder herzustellen; willst du, daß ich noch im Lande der Lebendigen bleiben foll; so gieb mir, Herr, daß ich ein neues Leben führen und zeigen möge, daß ich in der Schule deiner Züchtis gungen gelernet habe, wachsamer über alles mein Thun und Lassen zu seyn, und mich von aller Unreinigkeit der Welt zu entfernen. Hast du aber beschlossen, den Lauf meines Lebens durch diese Krankheit zu endigen, und mich vor deinen Richterstuhl zu fordern: so setze mein Herz in eine solche Verfassung, darinnen wir, wie allezeit, also vornehmlich zu der Zeit, uns billig befinden müssen, wenn du uns von hier abrufest. Reiße mein Herz ganz los von der Erde, und laß meine Sehnsucht nur nach den Gütern der Ewigkeit gerichtet seyn.( Denn was hat die Welt, das mich an fie feffeln sollte? Es ist wahr, die, an welche mich so starke Bande knüpfen, gehen mir nahe. Doch auch deinem Sohne lagen die Seinigen bei seinem herannahenden Abschiede am Herzen. Er liebte fie allezeit, er liebte sie bis ans Ende. Da er jetzt feinen Geist in deine Hände befehlen wollte, so sorgte er noch liebreich für seine Mutter. Soll ich die Meinigen verlaffen, so verlasse du sie nicht. Ich werde mich dann nicht, wie bisher, ihrer ferner annehmen. Aber du lebest immer und ewiglich. Sey du ferner ihr Vater, ihr Berather, ihr Beschüßer und Helfer. Laß sie bei meinem Hingange nicht weinen als solche, die keine Hoffnung haben, sondern dadurch besonders erweckt werden, so lange sie hier noch streiten müssen, sich täglich zu ihrer Veránderung zu bereiten. Bringe du mich indessen selbst immer mehr in die heilige Fassung, daß du mir ungleich lieber bist, als alles, was ich auf Erden lieb habe). Versiegele mich auf den Tag der Erlösung. Gieb neue Stärke meinem Glauben, meiner Liebe und Hoffnung, daß ich diese Welt ohne Kummer verlassen, und mit Freuden aus derselben gehen möge. Nun, mein Gott, ich erwarte in tiefster Demuth deine Befehle Rede, Herr, denn dein Knecht höret, und ist bereit, deiner Stimme zu folgen. Erhöre mich, ich rufe zu dir aus der Tiefe, und um Christi Jesu, meines Heilandes Willen, Amen. Danksagung und Bitte nach der Genesung mochied von einer Krankheit. dabing sille Großer Gott, höchster Gebieter und Herr über unser Leben, der du allein in das Grab, und auch wieder heraus führest, ich werfe mich in tiefster Demuth vor dir nieder und danke dir nach der Genesung von einer Krankheit. 317 von Herzen, daß du mich von den Pforten des Grabes zurückrufest. Ach ja, Herr! schon schien es, daß ich ein Opfer des Todes seyn sollte. Ich rief zu dir: ewiger Gott, erlöse mich um deiner großen Barmherzigkeit willen, denn im Tode gedenket man dein nicht, und wer will dir im Grabe danken? Du hast meine Klagen erhöret, und meine Thränen angesehen. Du bist von Mitleiden gegen mich gerühret worden, und hast mir die Gesundheit und das Leben wiedergegeben. D, daß ich deine Liebe und deinen Beistand nach Würde genug erheben könnte! Sch erkenne es vor Jedermann, daß ich dir allein meine Genesung zu danken habe. Auch die größte Klugheit, beste Sorgfalt und Bemühung der Menschen ist ohne dich vergeblich. No 01 800 bon sim Selig Was habe ich dir nicht, o mein Gott, mitten in meiner Krank: heit und in meinen lengsten versprochen! Und was mußte ich dir nicht versprechen? Ich hatte mich dir ganz zu deinem Dienste gewidmet. Ich sagte allem dem ab, was dir mißfallen kann; ich that das Gelübde, daß ich die bösen Begierden meines Here zens ausrotten wollte, welche dich gegen mich erzurnten; ich versprach dir, bis in den Tod treu zu bleiben. Gieb dann doch nicht zu, daß ich so heiliger und billiger Zusagen jemals vergesse, sondern sie vielmehr tief in mein Herz grabe, alle Tage meines Lebens daran gedenke, und alle meine Kräfte anwende, um sie nach aller ihrer Größe zu erfüllen. Ja, mein Gott, laß meine Seele leben, daß sie dich lobe. Ziehe du nur deine Hand nicht von mir ab, indem du mich wieder in diese Welt treten läsfest, denn diese ist ein ungestümes Meer und voll Klippen, daß viele darauf Schiffbruch leiden. Du allein kannst mich erretten. Sieb mir das nöthige Licht, gieb mir Standhaftigkeit und Muth, damit ich allen Versuchungen widerstehen, und alle Lockungen und Dro hungen einer verführerischen Welt großmüthig verachten möge. Sey du mir zur Rechten, damit ich niemals wanke. Deine Hand erhalte mich! Dein Rath führe mich! Dein Geist reinige mich! Der Glaube sey mir anstatt des Schildes, und dein Wort anstatt eines zweischneidigen Schwertes, um allen Anläufen der Feinde zu widerstehen, wider die ich werde zu streiten haben. Gott, so Mancher ist nach erlangter Gesundheit in das Verderben der Welt zurückgefallen, und hat seine vorige Lebensart wieder anges fangen; und ich habe dir auch bei anderen Gelegenheiten so große Verheißungen gethan, aber sie nicht erfüllet. Es überfällt mich deswegen ein Zittern. Ich bin ganz beschämt. Ich bitte dich, laß mich nicht von neuem untreu werden Es erschalle doch ohne Aufhören die Ermahnung in meine Ohren: Siebe zu, du bist gesund geworden, fündige hinfort nicht mehr, auf daß dir nicht 318 ais dins Gebet der Umstehenden 130 etwas Nergeres widerfahre! Ich weiß es, daß, obgleich du mir jetzt mein Leben und die Gesundheit wieder schenkest, ich doch einstens aus dieser Welt weggehen muß; ich weiß es, daß diese Lebensfrist mir nur zur Vorbereitung auf meinen Ausgang dienet; ich weiß es, daß diese neuen Tage mich recht lehren follen, wie bald diese Welt, die ein Schauplatz ist, ihre Gestalt verandere; ich weiß es, daß der Himmel nur unser wahres Vaterland ist, und unsere Herzen und Begierden bahin gerichtet seyn müssen, weil da unser Erbtheil aufbewahret lieget. Ach! so laß mich dann dergestalt völlig genesen, daß meine Seele auch von den Wunden heil werde, welche die Sünde ihr geschlagen hat, und daß, so angenehm und vortheilhaft auch die Gesundheit meines Leibes mir immer ist, doch die Gesundheit der Seele mir noch weit wichtiger und angelegentlicher seyn. 300111 10 1 3396 epea dor pns namism ni on tied 31 Erbarme dich auch, o mein Gott, aller armen Kranken. Höre ihre Bitten, stehe ihnen bei und gewähre ihnen alles dasjenige, was deine anbetungswürdige Weisheit für sie am ersprieslichsten findet. Unterstüße und stärke alle, die du mit mir von ihren Krankenlagern aufstehen läsfest, daß sie die Sonne mit Freuden erblicken. Gieb einem jeden unter uns, daß wir weder deine Wohlthaten, noch auch unsere Versprechungen jemals vergessen. Erhöre mich, Bater im Himmel, ich rufe dich mit innigster Inbrunst um Jesu Christi, meines liebsten Heilands willen an, Umen. 090 TUN US C pitel ve ah said ni adlar din ud modni do vim nou iritus is. Ili sisid med starts time that wistin wadial din id junand Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. onu n dit ni lmächtiger, gnädiger und barmherziger Gott und Vater, du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhörung, daß wir dich preifen; darum erscheinen wir auch jetzt vor deinem heiligen Angesichte, und bitten dich für diese kranke Person, die nicht mehr mit uns, wohl aber mit dir, dem einigen Herzenskündiger, durch das Seufzen und Flehen deines und ihres Geistes reden kann. Ach, gieb ihr Gnade, daß sie in dieser Schwachbeit ihr Herz zu dir erhebe und seufze: Ach, Herr Jesu, erbarme dich mein, komm doch bald und hilf mir; und erhöre alsdann das Flehen ihres Herzens und errette sie. and wing and 9111 1890 Dir, o allerliebster Vater, wollen auch wir ihre Noth vortragen, und bitten dich herzlich und kindlich, siehe sie doch in Gnaden an, stárke sie im Kampf und Streit wider den Tod, sonsdist für einen Sterbenden. 110194 819 ihren lebten Feind; sey nicht ferne von ihr, denn die Angst ist groß. Es ist hier kein Helfer, denn du allein. Reinige fie, o Gott, durch das Blut deines Sohnes von allen ihren Sünden, versiegele durch deinen heiligen Geist in ihrem Herzen die Gewißheit der Seligkeit. Sprich zu ihrer Seele: Mein Sohn( meine Tochter) sey getrost, dir sind deine Sünden vergeben. Stärke und erhalte sie in heiliger Vollbringung deines Willens, damit fie dir getreu bleibe bis in den Tod. Tröste sie in der großen Angst mit der Angst, Traurigkeit und den Schmerzen, die dein liebster Sohn in seinem schwersten Streite empfunden und aus gestanden hat.Lindere, verkürze und vermindere die Furcht und die Schmerzen des Todes und gieb ihr alles, was sie zu ihrer Glückseligkeit vonnöthen hat, und wir für sie bitten und begehren können. Heilige ihren kalten Todesschweiß durch den blutigen Schweiß, welcher von dem Leibe Jesu, deines Sohnes, in seiner großen Anfechtung und Angst, in seinem 3ittern und Sagen auf die Erde geflossen ist, und erquicke sie mit der Hoffnung der ewigen Seligkeit, und der fröhlichen Auferstehung ihres Leibes. Herr, es ist nunmehr Abend bei ihr worden, und der Tag ihres Lebens' hat sich geneiget, bleibe bei ihr, und streite gegen alle ihre Feinde. Ihr Fleisch ist schwach. Ach, stårke in Gnaden ihren Geist. Mache sie willig und freudig zu streiten, und laß deine Kraft in ihrer Schwachheit mächtig seyn. Oliebster Heiland Jesu! du hast verheißen, wenn du werdest erhöhet seyn, so wollest du uns alle zu dir ziehen; nun bist du nicht nur am Kreuz erhöhet worden, und haft daselbst alle unsere Missethat versöhnet, sondern du bist auch nach deiner Auferstehung über alle Himmel erhaben worden, damit du vor dem Ungesichte deines himmlischen Vaters für uns erscheineft. So ziehe dann diese Schwache durch die kräftige Wirkung deines Geistes zu dir, daß sie dir nachlaufe; ziehe ihre Seele aus dem bald einfallenden Kerker ihres Leibes, darinnen sie gefangen ist, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zu der Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben fahre. Wenn ihre Augen finster worden sind, fo erhalte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich anschauen und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr hören, fo erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr die Rede entfällt, so sey, Herr Jesu, ihre Fürsprache bei deinem und ihrem Vater, und laß auch deinen Geist für sie mit unaussprechlichem Seufzen bitten. 320 Gebet der Umstehenden für einen Sterbenden. O heiligster Seligmacher, wirke in ihr bei ihrem Abschiede gute und heilige Gedanken, und laß deine heiligen Engel fich um sie her lagern, und ihre Seele in das himmlische Paradies, und in den Schooß ihres Erlösers führen. mnis dovud olopaine tilail 35d disd Uns aber, o Herr, gieb die Gnade, daß wir uns oft unserer Sterblichkeit erinnern, aller Sünde bei Zeiten absterben, und burch rechtschaffene Bekehrung und wahren lebendigen Glauben uns zu einem seligen Abschied vorbereiten. Nimm dich unser in Gnaden an, wenn die Stunde unseres Todes vorhanden ist, und nimm uns zu dir in die ewige Freude und Herrlichkeit. Erhöre uns, o lieber Bater, um Jesu Christi willen, in dessen Namen wir dich also anrufen: Unser Vater 2c.mod digilsibute asphuld is dus isablasdo malol nordi spilis nommot smetando snied in odis? mad mod molar, qisarbe Juo mpas and motif monist in den andejas maong and pounded and im i shiups ou moitong 0: 2) sid andin! ndi grudofstu nodilden d du sisipils plan 802 190 du dia m mogen stiai drus di ind dildopisnog doit 154 Swoda d Som ni hoda donordi i biold adnio 970 alin citmist pidada pillior sit adeite Diver misi and nost probam sinchoath ndi ni jast sind fol Jadrot ud metodindrad find nd 12 dolid, mill C id id nun modgig tid arg sila nu ud fpliour of dis su slip disind Red dummadroer dodzs v2 o utbig prurdsijui nihon bun id id modnal, indisk stebingt od 100 ud timed radio madodio timid, alls 2900 and stonishiy ert smilmurid senis id u in omisk prauf422 spitipri sid aus schondre sid indian, died and en sloostri spala pluplan is of Bod sig som 330 nodomid psd nid d sind dur ainudd sun su 750 u odumil and aupalpitat dus opildid sit om all aun this and ni dnl had our ritmit hoppasdi mus pral and mi do (@ mduri.mdabonapict 24blad mad mardi mi stlacity of apom musi bi si nic anablim daid sta oli istod Lussed som Bibin sit and dont melding moddi 896 mdrein shilini nd, dhand off silon du supr 01 and lots ada aid adi min mailis muil main about that is mind hun 079 mylignaud and drie m 14,81 si Q er af te indirbig dog medios 97492 105. Evangelien und Episteln. 351 3p1-79) do ale 1939 1 Evangelium am 1. Sonntage Die Nacht ist vergangen, der Tag des Advents, aber herbei kommen: so laffet uns ablegen die Werke der Finsterniß, und anlegen die Waffen des Lichts. asset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saus fen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Reid: sondern ziehet an den Herrn Jesum Chrift, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. sot.Matth. 21, v. I= 10. 12 a fie nun nabe bei Jerusalem Delberg, sandte Jesus seiner Jünger zweien, und ſprach zu ihnen: Gebet hin in den Flecken, der vor euch lieget, und bald werdet ihr eine Efelin finden, angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch je Evangelium am 2. Sonntage and des Advents, mand etwas wird sagen, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer, so bald wird Luc. 21, v. 25-34. er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da ſpricht: Saget der Tochter Zion: siehe, dein König kömmt zu dir sanft: müthig, und reitet auf einem Efel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und thaten, wie ihnen Jesus befohlen hatte: und brachten die Efelin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und festen ihn drauf. Uber viel Bolks breitete die Kleider auf den Weg; die anderen hieben Zweige von den Bäumen und streueten sie auf den Weg. Das Voit aber, das vorging und nachfolgete, schrie und fprach: Hosianna, dem Sohne David! ge= Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! dan diuds Lieben Epistel, Röm. 13, v. II: It. weil wir wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlafe fintemal unser Heil jegt näher ist, denn da wirs glaubten. und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und dem Mond, und den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange feyn, und werden zas. gen, und das Meer, und die Wasseroaen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die da Eommen sollen auf Erden, dann auch der Himmel Kräfte sich bewegen werden. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses ane fähet zu geschehen, so sebet auf, und hebet eure Häupter auf, darum daß sich eure Erlösung nahet. Und er fagte ihnen ein Gleichnis: Sehet an den Feigenbaum und alle Bäume; wenn sie jest ausschlagen, so fehet ihrs an ihnen, und merket, daß jest der Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dies alles sehet angehen, so wiffet, daß das Reich Gottes nahe dies Geschlecht wird nicht vergeben, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. 1 2 Am 3. und 4. Sonntage des Udvents. Epistel, Röm. 15, v. 4- 14. M as aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben: Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gefinne: feyd unter einander nach Jesu Christ, auf daß ihr einmüthiglich mit einem den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti. Darum nehmet euch unter einander auf, gleichwie euch Christus hat aufge= nommen zu Gottes Lobe. Ich sage coer, daß Sefus Christus sey ein Diener gewefen der Beschneidung um der Wahrheit Willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung den Vätern geschehen, daß die Heiden aber Gott loben um der Barmher= zigkeit willen, wie geschrieben stebet: Darum will ich dich loben unter den men wird das Evangelium gepres diget, und selig ist, der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jefus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seyd ihr hins ausgegangen in die Wüsten zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das der Wind hin und her wehet? Oder was feyd ihr hinaus gegangen zu ſehen? Wolltet einen in weichen Kleidern sehen? Siehe, die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häusern. Oder was seyd ihr hinaus gegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch, der auch mehr ist denn ein Prophet. Denn dieser ist, von dem geschrieben stehet: Siehe, ich sende meinen Ens gel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten ſoll. Epiftel, I Cor. 4, v. 1-6. Dafür halte uns jedermann, náms für und Haushalter über Gottes Geheims nisse. Nun suchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß fie treu erfunden werden. Mir aber ists ein Geringes, daß ich von euch gez richtet werde oder von einem menschHeiden, und deinem Namen fingen. abermal er: ihr Heiden, mit seinem Volk. und abermal: Lobet den Herrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker. Und abermal spricht Efaias: Es wird seyn die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen auf auch die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige hoffnung habt durch die Kraft bes heiligen Geistes.ne do ito, itong 1 st Evangelium am 3. Sonntage de des Advents, selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewust, aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget; der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht brins gen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbac ren; alsdann wird einem jeglichen von Gott Lob widerfahren. Matth. II, v. 2:11. aber Johannes im Gefängniß D die Werke Christi hörete, sandte Evangelium am 4. Sonntage des Advents, name Joh. 1, v. 19= 28, 0 er seiner Jünger zweien, und ließ ihm sagen: Bist du, der da kom, men soll, oder sollen wir eines anz dern warten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin, und Faget Johanni wieder, was ihr sehet und höret: Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussägigen werden rein, und die Zauben hören, die Tebten stehen auf, und den Urnis, da die Juden sandten von Jerusalem Priester und Leviten, daß e ihn fragten: wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Chriftus. und sie fragten ihn: was denn? opplevine s Um heiligen Christtage. m Elias? Er sprach: Ich bins| Stadt Nazareth, in das jüdische Land, nicht. Und zur da Bist der er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben: Was sagst du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Predigers in der Wüften; richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Esaias gesagt hat. und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn und sprachen zu ihm: Warum taufest du denn, so du nicht Chris stus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich) taufe mit Wasser, aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht kennet. Der ifts, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordans, da Johannes taufete. Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schäßen ließe, mit Maria seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie das selbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte, und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krips pe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. und siehe, des Herrn Engel traten zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland ges boren, welcher ist Christus der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Bindeln gewickelt und in einer Krippen liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott und sprachen: Ehre fey Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Epistel, Phil. 4, v. 4-7. Free Creuet euch in dem Herrn alle wege, und abermal sage ich: freuet euch! Eure Lindigkeit laffet fund seyn allen Menschen. Der Herr ift nahe! Sorget nicht: sondern in allen Dingen laffet eure Bitte in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist dern alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium am heil. Christtage, Luc. 2, v. I- 14. Es begab sich aber zu der Seit, daß ein Gebot vom Kaiser Augufto ausging, daß alle Welt ge= schäget würde. Und diese Schakung war die allererste, und geschah zu da in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schäßen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Soseph aus Galiläa, aus The name smoke ist di der Epistel, Tit. 2, v. II 14. enn es ist erschienen die heils fame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtiget uns, daß wir foulen verleugnen das aingöttliche Wesen, und die weltlichen Lüfte, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die felige Hoffnung und Ers scheinung der Herrlichkeit des gros sen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christi. Der fich selbst für uns gegeben auf und ertöfete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. 1* + Um 2. heiligen Christtage. Um Neuen Jahrestage. Evangel. am 2. heil. Christtage, Luc. 2, v. 15-20. nd da die Engel von ihnen gen Hirten unter einander: Caffet uns nun gehen gen Bethlehem, und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kund gethan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josepb, dazu das Kind in der Krippe liegend. Da sie es aber gesehen hat: ten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es fam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte, und erwägete sie in ihrem Herzen, Und die Hirten kehreten wieder um, preifeten und lobten Gott um alles, was sie gehöret und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. D Epistel, Tit. 3, v. 3: 8. enn wir waren auch weiland unweise, ungehorsam, irrige, dienend den Lüsten und mancherlei Wollüsten, und wandelten in Bos. heit und Neid, und baffeten uns unter einander. Da aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes unsers Heilandes, nicht um. der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir gethan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiederge: burt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegoffen hat Aber uns reichlich durch Jefum Chri: ftum unfern Heiland, auf daß wir burch desselbigen Gnate gerecht und Erben feyen desewigen Lebens nach der Hoffnung, das ist je gewißlich wahr. Evang. am Sonnt. nach Christtag, Luc. 2, v. 33:40. Und ſein Vater und Mutter wunberten sich deß, das von ihm gerebet ward, und Siemeon segnete fie, und ſprach zu Maria, feiner Mutter: Siche, wird zu einem Fall und Uuferstehen vieler in Israel, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch deine Seele drins offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlechte User, die war wohl betaget, und batte gelebet fieben Jahre mit ihrem Manne, nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Witwe bei vier und achtzig Jahs ren, die kam nimmer vom Tempel, diente Gott mit Faften und Beten Tag und Nacht. Dieselbige trat auch hinzu zu derselbigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie es alles vollendet hatten, nach dem Gesche des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam, zu ihrer Stadt Naza= reth. Aber das Kind wuchs, und ward stark im Geift, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Epistel, Gal. 4, b. I: 7. ch fage aber: So lange der Erbe ein Kind ist, so ist unter ihm und einem Knechte kein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sons dern er ist unter den Vormündern und Pflegern, bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefans gen unter den äußerlichen Sagungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, fandte Weibe und unter das Geseg gethan, Gott seinen Sohn, geboren von einem auf daß er die, so unter dem Geset waren, erlöfete, daß wir die Kind Kinder seyd, hat Gott gefandt den fchaft empfingen. Weil ihr denn Geist seines Sohnes in eure Herzen, Ulfo ist nun hier kein Knecht mehr, der schreiet: Abba, lieber Vater. fonbern eitel Kinder. Sinds aber Kinder, so finds auch Erben Gottes burch Chriftum. Evang. am Neuen Jahrestage. Luc. 2, v. 21. Und da acht Tage um waren, ba das Kind da ward fein Name genennet Jesus, die Am Sonntage nach dem Neuen Jahre. 5 welcher genennet war von dem Engel, da zweijährig und darunter waren, ebe denn er im Mutterleibe empfans nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernet hatte. Da ist gen war. erfüllet, das gesagt ist von dem Pres pheten Jeremia, der da spricht: Auf bem Gebirge bat man ein Geschrei gehöret, viel Klagens, Weinens und Heulens! Rahel beweinte ihre Kins der und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen. Da aber Herodes gestorben war, siehe da erschien der Engel des Herrn dem Jofeph im Traum, in Egyptenland. und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und zeuch hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen. Und er stand auf, und nahm das Kinde lein und seine Mutter zu sich, und kam in das Land Israel. Da er aber hörete, daß Archelaus im jüdis schen Lande König war anstatt seis nes Baters Herodis, fürchtete er sich dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott, und Evangelium am Sonntage nach 30g in die Derter des Galiläiſchen dem Neuen Jahre, Landes, und kam und wohnete in der Stadt, die da heißet Nazareth. Auf daß erfüllet würde, das da ges Matth. 2, v. 13- 23, Da fie aber hinweg gezogen was fast ist durch die Propheten: Er Nazarenus ren, da erschien, der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: Stehe auf, mols d( 3911 Epistel, Gal. 3, v. 23:29. Ebe he denn aber der Glaube kam, wurden wir urter dem Geseg verwahret und verschloffen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Geseg unser Buchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Buchtmeister. Denn ihr send alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Chriftum Jesum. Denn wie viel euer auf Christum getauft find, die baben Christum angezogen. pie ist kein Jude noch Grieche, hie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib, denn ihr fend allzumal einer in Chrifto Jesu. Send ihr aber Christi, so send ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Mutter zu dir, und fleuch in Egyp= tenland, und bleib allda bis ich dir fage. Denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, das: er auf, und nahm das Kindlein und feine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tode Herodis. Auf daß erfüllet würde das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. Da Herodes nun sahe, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig, und schickte aus, und ließ alle Kinder zu Bethlebem tödten, und an ihren ganzen Grenzen, die Epistel, I Petri 4, v. 12:19. hr so euch begegnet, nicht befremden( die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet) als widerführe euch etwas Seltsames: Sondern freuet auf daß ihr auch zur Zeit der Offens barung seiner Herrlichkeit Freude und Bonne haben möget. Selig send ihr, wenn ihr geschmähet werdet über den Namen Chrißi, denn der Geift, der ein Seift der Herrlichkeit und Gottes ist, ruhet auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, bei euch ist er gepreiset. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb, oder Uebelthäter, oder der in ein fremb Amt greifet. Leidet er aber als ein Chrift, so schäme er sich nicht, 6 Um Sonnt. der Erschein. Christi. Um 1. Sonnt. n. Epiph. er ebre aber Gott in folchem Fall.| und gingen in das Haus, und fans Denn es ist Zeit, daß anfahe das den das Kindlein mit Maria seiner Gericht an dem Hause Gottes. So Mutter, und fielen nieder, und bes aber zuerst an uns, was wills für teten es an. Und thaten ihre Schätze ein Ende werden mit denen, die auf, und schenkten ihm Gold, WeihUnd Gott dem Evangelio Gottes nicht glau- rauch und Myrrhen. ben? Und so der Gerechte kaum er halten wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen? Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen, als dem treuen Schöpfer, in guten Werken. befahl ihnen im Traum, daß fie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken und zogen durch einen ans dern Weg wieder in ihr Land. " Evangel. am Sonnt. der Erscheinung Christi( Epiphania), Matth. 2, v. 1= 12. a Jesus geboren war zu BethZeit des Königs Herodis, siehe, da kamen die Weisen vem Morgenlande gen Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborne König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem. und ließ versammlen alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und erforschte von ihnen, wo Christus follte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande, denn also stebet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlebem im jüdischen Pande bist mit nichten die kleinste unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weisete fie gen Bethlehem, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, daß ich auch komme, und es anbete. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe der Stern, den sie im Morgenlande gefehen hatten, ging vor bis baß er kam, und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern fahen, wurden sie hoch erfreuet, Epistel, Jes. 60, v. 16.06 Mache dich auf, werde Licht, denn dein Sicht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir. Denn siebe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die gedet auf der Herr, und seine Herrlichkeit ers scheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgebet. Hebe beine Augen auf, und siehe umher, diese alle versam melt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen, und dein Herz wird sich wundern und ausbreiten, wenn sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der beiden zu Denn die Menge der dir kommt. Kameele wird dich bedecken, die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold und Weihrauch bringen, und des Herrn Lob verkündigen. Evangel. am 1. Sonntage nach Epiphania, no JUD Luc. 2, v. 42-52. 100 ans) a alt war, gingen ſie binauf gen Jeruſalem, nach Gewohnheit des Festes. und da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und feine Eltern wußtens nicht. Sie meinten aber, er denGefährten, und famen eine Tages eise und suchten ihn unter den Gez freundten und Bekannten. Und da MinAm 2. Sonntage nach Epiphania. 7 die uns gegeben ist. 2511 Mladen fie ihn nicht fanden, gingen sie wies| mancherlei Gaben, nach der Gnade, der gen Jerusalem, und suchten ihn. und es begab sich nach dreien Tagen, fanden sie ihn im Tempel figen, mit ten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete, und sie fragete, und alle, die ihm zuböreten, verwunderten sich seines und Un 123 wort. Und da sie ihn sahen, entfesten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wiffet ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Baters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und Evangel. am 2. Sonntage nach Epiphania, mot Joh. 2, v. I. II. nd am dritten Tage ward eine Hochzeit zu Cana, in Galiläa, und die Mutter Jesu war da; Jesus aber und seine Jünger wurden auch auf die Hochzeit geladen. Und da es an Wein gebrach, spricht die Mutter Jefu zu ihm: Sie haben nicht Wein. Jesus spricht zu ihr: Weib, was habe ich mit dir zu schaffen? Meine Stunde ist noch nicht kommen. Seine Mutter spricht zu den Dienern: Was er euch faget, das that. Es waren aber allda sechs steinerne Wasser= Früge gefest, nach der Weiſe der unterthan. Und seine Mutter be bielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Ulter und Gnade, bei Gott und den Menschen. bil Epistel, Röm. 12, v. 1-6. Ich durch die Barmherzigkeit Got: tes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sen, weiches sey euer vernünftiger Gottesdienst. und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sey der gute, der wohlgefällige, und der vollkommene Gotteswille. Denn ich fage durch die Gnade, die mir ges geben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von ihm halte, denn sichs gebühret zu halten: son= dern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher, nachdem Gott ausge= theilet hat das Maaß des Glaubens.. Denn gleicher weise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben, also find wir viele ein Leib in Chrifto, aber unter einander ift einer des andern Glied. Und haben in einen zwei oder drei Maaß. Je= sus spricht zu ihnen: Füllet die Bas= serkrüge mit Wasser. Und sie fülleten sie bis oben an. Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringets dem Speisemeister. Und sie brachtens. Als aber der Speisemeister sen war, und wußte nicht, von wan= nen er tam( die Diener aber wußz. tens, die das Wasser geschöpfet hatten) rufet der Speisemeister den Bräutigam, und spricht zu ihm: Jedermann giebt zum ersten guten Wein, und wenn sie trunken worden sind, alsdann den geringeren: du haft den guten Wein bisher behalten. Das ist das erste Zeichen, das Jeſus that, geschehen zu Cana in Galiläa, und offenbarete seine Herrlichkeit. und seine Jünger glaubten an ihn. Epistel, Röm. 12, v. 7:16. at jemand so sey dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt, so warte er des Umts. Lehret jemand, so warte er der Lehre. Ermahnet jemand, so Giebt warte er des Ermahnens. jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sey er sorgfältig. Uebt jemand Barmherzigkeit, fo Am 3. und 4. Sonntage nach Epiphania. 8 thue ers mit Luft. Die Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrer: bietung zuvor. Seyd. nicht träge, was ihr thun sollt. Seyd brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet, Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die cuch verfolgen, fegnet und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weis nenden. Habt einerlei Sinn unter: einander: Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Evangel. am 3. Sonntage nach Epiphania, Matth. 8, v. 1:13. er, und zum andern: komme her, so kommt er. Und zu meinem Knechte: Thue das, so thut ers. Da das Jesus hörete, verwunderte er sich, und sprach zu denen, die ihm nachfolg= ten: Wahrlich, ich sage euch, folchen Glauben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: Viel werden kommen vom Morgen und vom Abend, und mit Abraham, Ifaac und Jakob im Himmelreich figen. Aber die Kinder des Reichs werden ausgestoßen in die Finsterniß hins aus, da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubet haft. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. ging, folgete ihm viel Volks nach. Und siehe, ein Ausfähiger kam und betete ihn an, und sprach: Herr, so du willt, kannst du mich wohl reinigen, und Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich wills thun: sey gereiniget. Und alsbald pard er von feinem Aussage rein. Und Jesus sprach zu ihm: Siehe zu: sag es niemand, sondern gehe hin, und zeige dich dem Priester, und opfere die Gabe, die Moses befohlen hat zu einem Beugniß über sie. Da aber Jesus einging zu Capernaum, trat ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht lieat zu Hause, und ist gichtbrüchig, und hat große Qual. Jesus sprach zu ihm: Ich will kommen, und ihn gesund machen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht werth, daß du unter mein Dach gebeft, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund; benn ich bin ein Mensch, dazu der Obrigkeit unterthan, und habe unter mir Kriegsknechte, und wenn ich Tage zu einem: Gehe hin, so gehet Epistel, Röm. 12, v. 17-21. altet euch nicht selbst für klug. mit a der barkeit gegen jedermann. Ifts möge lich, so viel an euch ist, so habet mit allen Menschen Friede. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn, denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr. So nun deinen Feind hungert, so speife ihn, dürstet ihn, ſo tränke ihn. Wenn du das thust, so wirst du feurige Kohlen auf ſein Haupt fammlen. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern übers winde das Böse mit Gutem. Evangel. am 4. Sonntage nach Epiphania, Matth, 8, v. 23= 27. Un nd Jesus trat in das Schiff, und seine Jünger folgten ihm. Und siebe, da erhub sich ein groß unges stüm im Meer, also daß auch das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf, und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Ihr Kleinglaubige, warum send ihr so furchtsam? Und stand auf und bes Um 5. Sonnt. nach Epiphania. Am Sonnt Septuagefimá. 09 Epiftet, Col. 3, v. 12- 176 dräuete den Wind und das Meer, dala ward es ganz stille: Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: ziehet nun an als die Auserwählten Gottes, Heilige und Ges Was ist das für ein Mann, daß ihm liebte, herzliches Erbarmen, FreundWind und Meer gehorsam ist? lichkeit, Demuth, Sanftmuth, Ges i upuhelda Epistel, Röm. 13,0. 810. siiod duld und vertraget einer den andern, und vergebet euch untereinander, so endi ihr euch untereinder liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gefeß erfüllet. Denn das da gesagt ift: Du sollt nicht ehebrechen; Du sollt nicht tödten, bu sollt nicht stehlen Du sollt nicht falsch Beugniß geben, dich soll nichts gelüften und so ein ander Gebot mehri ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du follt deinen Nächsten lieben als dich selbst. Die Liebe thut dem Näch sten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gefeßes Erfüllung. onu murod Evangel. am 5. Sonntage nach simme Epiphaniå, PORTOG dan u Matth. 13, v. 24-30. Meith full Er legte ihnen ein ander Gleichniß vor, und sprach: Das Him melreich ist gleich einem Menschen, der guten Saamen auf seinen Acker fäete. Da aber die Leute ſchliefen, kam sein Feind, und säete Unkraut zwischen den Weizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs, und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr, hast du nicht guten Saamen auf deinen Acker gefäet? Woher hat er denn das Unfraut? er sprach zu ihnen: Das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willt du denn, daß wir hingehen, und es ausgäten? Er sprach: Nein, auf daß ihr nicht zugleich den Weizen mit ausraufet, so ihr das Unkraut ausgätet. Laffet beides mit einander wachsen, bis zu der Erndte, und um die Erndtezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne, aber den Weizen sammelt mir in meine Scheuern. gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr; über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seyd in einem Leibe, und send dankbar. Laffet das Wort Christi unter euch reichlich wohnen in aller Weisheit, lehret und vermahnet euch selbst mit pfalmen und Lobgesängen, und geistlichen liebs lichen Liedern, und singet dem Herrn in euren Herzen. Und alles, was the thut, mit Worten, oder mit Werken, das thut alles in dem Naz men des Herrn Jefu, und danket Gott und dem Vater durch ihn.s 0502907 071X and citperoi 2nd Evangelium am Sonntage in Septuagesima. 0029850 Matth. 20, v. 1 16. as himmelreich in glets einem am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Tagelohn, fandte er sie in seinen Beinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sahe andere an dem Markte müssig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, ich will euch geben, was recht ist; und sie gingen bin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die eilfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müssig stehen, und sprach zu ihnen: Was stehet ihr hier den ganzen Tag müssig? Sie sprachen zu ihm: G8 hat uns niemand gedinget. Er sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht seyn wird, foll euch werden. Da es nun Abend 10 spoutys Um Sonntage Seragesima.no`.0 mm ward, sprach der Herr des Weinbergs| liche Speise geffen, und haben alle zu seinem Schaffner: Rufe den Urbei tern, und gieb ihnen den Lohn, und hebe an, an den Lesten bis zu den Ersten. Da kamen die um die eilfte Stunde gedinget waren, und empfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die ersten einerlei geistlichen Trank getrunken. Sie trunken aber von dem geistlichen Fels, der mitfolgete, welcher Fels war Christus. Uber an ihrer vielen hatte Gott keinen Wohlgefallen, denn sie sind niedergeschlagen in der Wüsten. n der S ihm fie würden mehr empfangen, und fie Evangelium am Sonntage empfingen auch ein jeglicher seinenind161 Seragesimå, Groschen. Und da sie den empfingen, nd and Luc. 8, v. 4-15. murrten sie wider den Hausvater, a nun viel Volks bei einander und sprachen: Diese legten haben nur war, und aus den Städten zu eine Stunde gearbeitet, und du haft eileten, sprach er durch ein fie uns gleich gemacht, die wir des Gleichniß: Es ging ein Säemann Tages last und Hiße getragen haben. aus zu säen seinen Saamen, und Er antwortete aber, und fagte zu indem er säcte, fiel etliches an den einem unter ihnen: Mein Freund, Weg und ward vertreten, und die ich thue dir nicht unrecht; bist du nicht Bögel unter dem Himmel fraßens mit mir eins worden, um einen Gro- auf. Und etliches fiel auf den Fels, schen? Nimm, was dein ist, und und da es aufging, verdorcete es, gebe hin. Ich will aber diesen letzten darum, daß es nicht Saft hatte. geben, gleich wie dir; oder habe ich Und etliches fiel mitten unter die nicht macht zu thun was ich will, mit Dornen, und die Dornen gingen mit dem Meinen? siebest du darum scheel, auf, und ersticktens. etliches bin? und es ging Legten die Ersten, und die Ersten die Legten seyn. Denn viete sind beru: fen, aber wenig sind auserwählet. Epiftel, 1 Cor. 9, p. 24 bis aserole Cap. 10, 0. 5. Wi Diffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen, die laufen alle, aber einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges: jene also, daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Ungewisse: Ich fechte also, nicht als der in die Luft streichet. Sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde. Ich will euch aber, lieben Brüder, nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolken gewesen, und sind alle durchs Meer gegangen, und sind alle unter Mofen getauft, mit der Wolke und mit dem Meer, und haben alle einerlei geift auf, und trug hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Cs fragten ihn aber seine Jünger, und sprachen: Was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ists gegeben zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes, den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber dies Gleichniß: Der Saamen ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach tömmt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Herzen, auf daß sie nicht glaus ben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, und die haben nicht Wurzel, eine zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen fie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und gehen bin, unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und Um Sonntage Quinquagefima. 11 ersticken, und bringen keine Frucht.| sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß Das aber auf dem guten Lande, sind, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld. esile 15dpole 95000 150011 Epistet, 2 Cor. 11, v. 19 bis ad of Cap. 12, b. 9.4 D enn ihr vertraget gerne die Narren, dieweil ihr flug seyd. Ihr vertraget, fo euch jemand zu Knechten machet, fo euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand troget, so euch jemand in das Ungesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre pale wären wir schwach worden. Worauf nun je ich nicht lüge. Zu Damasco, der Landpfleger des Königs Ureta vers wahrete die Stadt der Damascäer, und wollte mich greifen; und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüge, doch will ich kommen auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Chrifto, vor viers zehn Jahren( ist er in dem Leibe ges wefen, so weiß ichs nicht, oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht, Gott weißes), derselbe ward entzückt bis in den dritten Himmand fühn ist( ich rede in Thorheit) mel. Und ich kenne denselbigen Mens darauf bin ich auch fübn. Sie sind schen( ob er in dem Leibe oder außer Ebräer, ich auch. Sie sind Israe: dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, liten, ich auch. Sie sind Ubrahams Gott weiß es). Er ward entzücket Saamen, ich auch. Sie sind Diener in das Paradies, und hörete unausChristi( ich rede thörlich) ich bin wohl sprechliche Worte, welche kein Mensch mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich sagen kann. Davon will ich mich habe mehr Schläge erlitten, ich bin rühmen, von mir selbst aber will ich öfter gefangen, oft in Todesröthen mich nichts rühmen, ohne meiner gewesen. Von den Juden habe ich Schwachheiten. Und so ich mich rühfünfmal empfangen vierzig Streiche, men wollte, thate ich darum nicht thörweniger eins. Ich bin dreimal geslich, denn ich wollte die Wahrheit mich aber auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir siehet, oder von mir böret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe, dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Las dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Christi bei mir wohne. einmal dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe ich zugebracht in der Tiefe( des Meers). Ich habe oft gereiset, ich bin in Fährlichkeit ges wesen zu Wasser, in Fährlichkeit unter den Mördern, in Fährlichkeit unter den Juden, in Fährlichkeit unter den Heiden, in Fährlichkeit in den Städten, in Fährlichkeit in der Wüsten, in Fährlichkeit auf dem Meer, in Fährlichkeit unter den fale schen Brüdern, in Müh und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße. Ohne was sich sonst zuträget, nämlich, daß ich täglich werde angelaufen, und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen foll, so will ich mich meiner Schwachſprach zu ihnen: Sehet wir gehen Luc. 18, v. 31:43. zu sich die und heit rühmen. und der Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, welcher hinauf gen Jerusalem, und es wird Evangelium am Sonntage abad Quinquagefimá 12 Um 1. Sonntage in der Fasten. alles vollendet werden, das geschriez dig fie suchet nicht das ihre, fie ben ist durch die Propheten von des lässet sich nicht erbittern, sie trachtet Menschen Sohn. Denn er wird über nicht nach Schaden, sie freuet sich antwortet werden den Heiden, und nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet er wird verspottet, und geschmähet sich aber der Wahrheit. Sie vers und verspeiet werden. Und sie wer- träget alles, fie glaubet alles, fie den ihn geiffeln und tödten, und am hoffet alles, fie duldet alles. Die britten Tage wird er wieder auferste: Liebe hört nimmer auf, so doch hen. Sie aber vernahmen der keines, die Weisfagungen aufhören werden, und die Rede war ihnen verborgen, und die Sprachen aufhören werden, und wusten nicht, was das gesagt und das Erkenntniß aufhören wird. war. Es geschah aber, da er nahe Denn unser Bissen ist Stückwerk, zu Jericho kam, saß ein Blinder am und unser Weisfagen ist Stückwerk. , unb hörete das Volk, das durchin ging, forschete er, was das wäre? Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jefu, du Sohn David, erbarme dich mein: Die aber vorne an gingen, bedräueten ihn, er sollte fchweigen. Er aber schrie vielmehr: Du Sohn David, erbarme dich mein. Jefus aber stand stille, und bieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nabe bei ihn brachten, fragte er ihn, und sprach: Was willt du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sen sehend, dein Glaube hat bir geholfen. Und alsbald ward er febend folgete ihm nach, und preisete Gott, und alles Volk, das folches sahe, lobete Gott. Surtidote mas Epistel, 1. Cor. 13, v. 1 13. enn ich mit Menschen und mit = der Liebe nicht, so wär ich ein tönend Erz, oder eine klingende Schelle. und wenn ich weissagen könnte, und wüfte alle Geheimnisse und alle Ers Fenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge versette, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Haabe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mirs nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freunds lich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, sie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht ungeber kommene, so wird das Stückwerk aufhören. Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge, da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kin. disch war. Wir sehen jest durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort, dann aber von Ungesicht zu Ungesichte. Jeht erkenne ich's stückweise, dann aber werde ich es erkennen, gleich wie ich erkennet bin. Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei. Aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. M Evangel. am 1. Sonntage in der Fasten( Invocavit), do Matth. 4, v. I. II. Büfte geführet, auf daß Er a ward Jesus vom Geist in die von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte derefter der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet geschrieben: Der Mensch lebet nicht von Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gebet. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt, und stellte ihn auf die 3inne des Tempels. Und sprach zu ibm: Bift du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird feinen Engeln über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Häns Um 2. Sonntage in der Fasten.S den fragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stößeft. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Wiederum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete ihm alle Reiche der Welt, und ihre Herrlichkeit. Und sprach zu ihm: dies alles will ich dir geben, fo du niederfällst und mich anbeteft. Da sprach Jefus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan, tenn es ste het geschrieben: Du sollt anbeten Gott, deinen Herrn, und ihm all in dienen. Da verließ ihn der Teuf.l, und siebe, da traten die Engel zu ihm, und dieneten ihm. Epistel, 2 Cor. 6, v. 1- 10. mir ermahnen aber euch, als Mit 13 Evangel. am 2. Sonntage in der Fasten( Reminiscere), Matth. 15, p. 21:28. aus von und entwich in die Gegend Tyrus und Sydon. und siehe ein Canas näisch Beib ging aus derselbigen Grenze, und schrie ihm nach, und erbarme dich mein, meine Tochter sprach: Uch Herr, du Sohn David, wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr kein Wort. Da traten zu ihm seine Jünger, baten ihn und sprachen: Laß sie doch von dir, denn sie schreiet uns nach. Er antwortete aber und sprach: ich bin nicht gesandt, denn nur zu den vers lornen Schaafen von dem Hause Ifrael. Sie kam aber, und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr hilf mir. er Es ist nicht fein, daß man den Kins dern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja Herr, aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Daantwortete Jefus und sprach zu ihr: O Weib, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willt. Und ihre Tochter ward gefund zu derselbigen Stunde. die Gnade Gottes empfahet, denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Tage des Heils geholfen. Sehet, jest ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Wer: gerniß geben, auf daß unser Umt nicht verlästert werde, sondern in allen Dingen lasset uns beweisen, als die Diener Gottes, in großer Epistel, 1 Theff. 4, v. 1: 7. Geduld, in Trübsalen, in Röthen, Weite Meiter, lieben Brüder, bitten in lengsten, in Schlägen, in Ge: wir euch, und ermahnen in fängnissen, in Wufruhren, in Urbeit, dem Herrn Jesu, nachdem ihr von in Wachen, in Faften, in Keusch- uns empfangen habt, wie ihr sollet heit, in Erkenntniß, in Langmuth, wandeln, und Gott gefallen, daß ihr in Freundlichkeit, in dem heiligen immer völliger werdet. Denn ihr Seifte, in ungefärbter Liebe; in dem wisset, welche Gebote wir euch geges Wort der Wahrheit, in der Kraft ben haben, durch den Herrn Jesum. Gottes, durch Waffen der Gerech: Denn das ist der Wille Gottes, eure tigkeit, zur Rechten und zur linken, Heiligung, daß ihr meidet die Hus durch Ehre und Schande, durch böfe rerei, und ein jeglicher unter euch Gerüchte und gute Gerüchte, als wisse sein Faß zu behalten in Heis die Verführer, und doch wahrhaftig, ligung und Ehren, nicht in der Lustals die Unbekannten, und doch besseuche, wie die Heiden, die von Gott fannt, als die Sterbenden, und siehe wir leben, als die Gezüchtigten, und boch nicht ertödtet. Als die Traus rigen, allezeit aber fröhlich, als die Xrmen, aber die doch viel reich machen, als die nichts inne haben, and doch alles haben. nichts wissen. Und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Um 3. und 4. Sonntage in der Fasten. Evangelium am 3. Sonntage lig ist der Beib, der dich getragen hat, in der Fasten( Oculi), und die Brüste, die du gesogen haft. Er aber sprach: Ja selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Epistel, Ephef. 5, v. 1-9. Luc. II, d. 14:28. nd er trieb einen Teufel aus, der 14 11n e war stumm, und es geschahe, da der Teufel ausfuhr, da redete der o fend nun Gottes Nachfolger, S als die lieben Kinder, und wane delt in der Liebe, gleichwie Chriftus uns geliebet hat, und sich selbst dar gegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hurerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gesaget werden, wie den Heiligen zustehet: auch schandbare Worte und Narrentheidigung, oder Scherz, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danke fagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hurer noch unreiner, oder Geiziger( welcher ist ein Gögendies ner), Erbe hat an dem Reiche Chrifti und Gottes. Laffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten, denn um dieser willen kommt der Born Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seyd nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weis land Finsternis, nun aber seyd ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht aber des Geiftes ist allerlei Gütigkeit und Wahrheit. Evangel. am 4. Sonntage in der Fasten( Låtare), Joh. 6, v. I- 15. arnach fuhr Jeſus weg über das Meer an der Stumme, und das Volk verwunderte fich. Etliche aber unter ihnen spra= chen: Er treibet die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber versuchten ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Be danken, und sprach zu ihnen: Ein jeglich Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fället über das andere. Ist denn der Satanas auch mit ihm selbst uneins, wie will sein Reich bestehen? dieweil ihr faget, ich treibe die Teufel aus durch Beelzebub. So ich aber die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treiben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Richter seyn, So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so kömmt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein stars Fer Gewappneter seinen Pallast bewahret, so bleibet das Seine mit Frieden; wenn aber ein stärkerer über ihn kömmt, und überwindet ihn, so nimmt er ihm seinen Harnisch, darauf er sich verließ und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn der unsaubere Geift von dem ausfähret, er dürre Stätte, suchet Ruhe, und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wann er fömmt, so findet ers mit Besemen gekehret und geschmücket. Dann ge: het er bin, und nimmt sieben Geister zu sich, die ärger sind, denn er selbst; und wenn sie hinein kommen, wohnen sie da, und wird hernach mit demselbigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solthes redete, érhub ein Weib im Volke bie Stimme, und sprach zu ihm: Se Ning bug#nordis ginivants in Galiläa, und es zog ihm viel Volks nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg, und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Oftern, der Juden Feft. Da bub Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm tömmt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese effen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen, denn er wußte wohl, was er thun wollte), Philippus antwortete ihm: 3weihundert Pfen= Sale od dan Spoi Um 5. Sonntage in der Fasten.( m 15 brich hervor und rufe, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame bat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind Ifaaks, nach der Verheißung Kinder. Aber gleich wie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgete den, der nach dem Geist geboren mar, also gebet es jetzt auch. Aber was sagt die Schrift? Stoß die Mags hinaus mit ihrem Sohn, denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohn der Freyen. So find wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freyen. nige werth Brobs ist nicht genug unter sie, daß ein jeglicher ein wenig nehme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder Simonis Petri: es ist ein Knabe hie, der hat fünf Gersten Brode, und zween Fische, aber was ist das unter so viele? Jesus aber sprach: Schaffet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünftausend Mann. Jesus aber nahm die Brode, dankte und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten. Desselbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber fatt waren, sprach er zu seinen Jün Evangel. am 5. Sonntage in der Fasten( Judica), Joh. 8, v. 46-59. gern: Sammlet die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Da sammelten fie, und fülleten Körbe mit Brocken, von den fünf Gersten- Broz Jefus ſprach zu den Juden: Welcher unter mich den, die überblieben denen, die gespeiset wurden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen foll. Da Jesus nun merkte, daß fie kommen würden und ihn haschen, daß sie ihn zum Könige machten, ent: wich er abermal auf den Berg, er selbst alleine. zeihen? So ich euch aber die Wahrs heit fage, warum glaubet ihr mir nicht? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort; darum höret ihr nicht, denn ihr feyd nicht von Gott. Da antworteten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und hast den Teufel? Jesus antwortete: Ich habe teinen Teufel, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich Epistel, Gal. 4, v. 22:31. suche nicht meine Ehre; es ist aber enn es stehet geschrieben, daß einer, der sie suchet und richtet. Abraham zween Söhne hatte, Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: so einen von der Magd, den andern Jemand mein Wort wird halten, von der Freyen. Aber der von der der wird den Tod nicht sehen ewigMagd war, ist nach dem Fleisch lich. Da sprachen die Juden zu geboren, der aber von der Freyen, ihm: Nun erkennen wir, daß du ist durch die Verheißung geboren. den Teufel haft. Abraham ist ges Die Worte bedeuten etwas, denn storben, und die Propheten, und das sind die zwei Testamente, eins du sprichst: So Jemand mein Wort von dem Berge Sinai, das zur hält, der wird den Tod nicht schmeks Knechtschaft gebieret, welches ist die ten ewiglich. Bist du mehr, denn Ugar. Denn Ugar heißt in Arabia unser Bater Abraham, welcher ges der Berg Sinai, und langet bis gen storben ist, und die Propheten sind Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und gestorben? Was machst du aus dir ist dienstbar mit seinen Kindern, selbst? Jesus antwortete: So ich Aber das Jerusalem, das broben mich selber ehre, so ist meine Ehre ist, das ist die Freye, die ist unser nichts. Es ist aber mein Vater, aller Mutter. Denn es stehet ge- der mich ehret, welchen ihr sprecht, fchrieben: sey fröhlich du Unfrucht- er sey euer Gott, und kennet ibn bare, bie du nicht gebiereft, und nicht ich aber kenne ihn. Und Um Palmsonntage. Am grünen Donnerstage, 16 To ich würde fagen, ich kenne fein nicht so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seyd. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Wbraz ham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte, und er sahe ihn, und freuete fich. Da spras chen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht funfzig Jahr alt, und haft Abraham gesehen? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen. Aber Jesus verbacg sich, und ging zum Tempel hinaus. Epistel, Hebr. 9, v. II 15 Chriftus aber ist tommen, daß er sey ein Hoherpriester der zu künftigen Güter, durch eine grösfere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eigenes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine erige ErLösung erfunden. Denn so der Ochfen und der Böcke Blut, und die Asche von der Kub gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigfett, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel, durch den heiligen Geift Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den tobten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott? Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlöfung von den Uebertretungen, die unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird fagen, so sprechet: Der Herr bebarf ihrer, sobald wird er fie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Saget der Tochter Zion, fiche dein König kommt zu dir sanftmüthig, und reitet auf einem Efet, und auf einem Füllen der lastbaren Efelin. Die Jünger gingen bin, und thaten wie ihnen Jefus befohlen hatte. Und brachten die Efetin und das Füllen und legten ihre Kleider drauf, und setzten ihn drauf. Aber viel Volks breitete die Kleider auf den Weg. Die anderen hieben Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn David! getobet fey der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! E 500 famen, gen Bethphage an den Delberg, fandte Jesus seiner Jün= ger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Efelin finden angebunden, und ein Epistel, Phil. 2, v. 5:11. in jeglicher sey gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er's nicht für einen Raub, Gott gleich seyn, sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Geberden als ein Mensch erfunden. Er erniedrigte sich selbst, und ward ges horfam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen alle Knie derer, die im Him. mel und auf Erden, und unter der Erden sind, und alle 3ungen bekennen sollen, daß Jesus Christus der Herr sey, zur Ehre Gottes des Vaters. Evang. am grünen Donnerstage, Evangelium am Palmsonntage Matth. 21, v. 1.9. a fie nun nahe bei Jerusalem Joh. 13, p. 1-15. 192 or dem Feft aber der Ostern da V gekommen war, taß er aus dieser Welt ginge zum Vater, wie er batte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Um heiligen Ostertage. 17 und nach dem Abendessen, da fchon| Leib, der für euch gebrochen wird, der Teufel hatte dem Juda Simonis solches thut zu me nem Gedächtniß! Jfcharioth in das Herz gegeben, daß Desselbiden gleichen auch den Kelch, er ihn verriethe, wußte Jesus, daß nach dem Abendmahl, und sprach: ihm der Vater hatte alles in feine Diefer Kelch ist das neue Testament Hände gegeben, und daß er von Gott in meinem Blute; foldes that, ſo gekommen war, und zu Gott ging; oft ihr es trinket, zu meinem Gedächt stand er vom Abendmahl auf, legte niß. Denn so oft ihr von diesem Brod feine Kleider ab, nahm einen Schurz effet, und von diesem Kelch trinket, und umgürtete sich. Darrach goß er sollt ihr des Herrn Tod verkündigen, Wasser in ein Becken, hub an den Jün- bis daß er kommt. Welcher nun uns gern die Füße zu waschen, und trock: würdig von diesem Brod iffet, oder nere fie mit dem Schurz, damit er von dem Reich des Herrn trinket, der umaürtet war. Da kam er zu Simon ist schuldig an dem Leib und Blut des Petro, und derselbige sprach zu ihm: Herrn. Der Menich prüfe aber sich Herr, folltest du mir meine Füße selbst, und also esse er von diesem Brod waschen? Jesus antwortete, und und trinke von diesem Kelch. Denn sprach zu ihm: Was ich thue, das welcher unwürdig iffet und trinket, weißt du jest nicht, du wirst es aber der iffet und trinket ihm selber cas hernach erfahren. Da sprach Petrus Gericht, damit, daß er nicht unter: zu ihm: Nimmer mehr soust du mir scheidet den Leib des Herrn. Darum die Füße waschen. Jesus antwortete sind auch so viel Schwache und Kranke ihm: Werde ich dich nicht waschen, unter euch, und ein gut Theil schlafen. so hast du kein Theil an mir. Spricht Denn so wir uns selber richteten, ſo zu ihm Simon Petrus; Herr, nicht würden wir nicht gerichtet. Wenn die Füße allein, sondern auch die Hände wir aber gerichtet werden, so werden und das Haupt. Spricht Jesus zu mir von dem Herrn gezüchtiget, auf ihm: Wer gewaschen ist, der darf daß wir nicht sammit der Welt ver= nicht denn die Füße waschen, sondern dammt werden. er ist ganz aber nicht alle. Denn er wuste feinen Evangel. am heiligen Ostertage, Marc. 16, v. I: 8. a der Sabbat vergangen war, Verräther wohl; tarum sprach er: Ihr send nicht alle rein. Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nie: der: und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr heißt mich Meister und Herr, und faget recht daran: denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meifter, euch die Füße gewaschen habe, so follet thr auch euch unter einander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan habe. Epiftel, I. Cor. II, v. 23:32. ch gen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete und brach es, und ſprach: Nehmet, effet, daß ist mein Maria Jacobi, und Salome Spece= rey, auf daß sie kämen und salbeten ihn. Und sie kamen zum Grabe an einem Sabbater sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dabin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war, denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und fahen einen Jüngling zur rechten Hand sigen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entfeßten sich. nicht: Jhr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auf: erstanden, und ist nicht hie; fiehe da die Stätte, da fie ihn hinteaten. Gehet aber hin, und faget es feinen 2 18 Um heiligen Oster- Montage. Jüngern und Petro, daß er vor euch| haben uns erschreckt etliche Weiber der hingehen wird in Galliläa; da werdet unsern, die sind frühe bei dem Grabe ihr ihn sehen, wie er euch gefaget hat. gewesen, haben seinen Leib nicht funUnd sie gingen schnell heraus, und floden, kommen und sagen, sie haben hen von dem Grabe, denn es war sie Bittern und Entsegen ankommen, und fagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also wie die Weiber fagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er ſprach zu ihnen: O ihr Thoren und träges Herzens, zu glauben alle dem, das Epistel, I. Cor. 5, v. 7-8. eget den alten Sauerteig aus, auf wie ihr ungesäuert seyd. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Chriftus, für uns geopfert. Darum laffet uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteige, auch nicht im Sauerteige der Bosheit und Schalkheit, sondern in dem Süßteige der Lauterkeit und der Wahrheit. nicht Chriftus folches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingeben? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellete sich, als wollte er fürder geben. Und sie nöthigten Evangelium am heiligen Oster- bn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will bend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschab, da er mit ihnen zu Eische Montage, Luc. 24, v. 13:35. Und siehe, zween aus ihnen gingen der war pon Jerusalem sechszig Feldweges weit, des Name heißet Emmaus, und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschahe, da brachs, und gabs ihnen. Da wurden ibre Augen geöffnet, und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen. und sie sprachen unter einander: redeten, und mit Brannte nicht unser Herz in uns, da einander, nahete Jesus zu ihnen, und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht Fannten. Er aber sprach zu ihnen: Was find das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterweges, und send fo traurig? Da antwortete einer, mit Namen Cleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter ten Fremdlingen zu Jerusalem, ter nicht wisse, was in diesen Tagen trinnen geschehen ift? und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Pro- Epistel, Upost. Gefch. 10, v. 34-41. phet, mächtig von Thaten und Worten etrus aber that seinen Mund auf vor, Gott uns allem Voit. Wie ihn unsere Hohenpriester und Oberften überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gekreuziget. Wir aber hoffeten, er sollte Ifrael erlösen. und über das alles ist heute der dritte Sag, da folches geschehen ist. Uuch er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, fehreten wieder gen Jerusalem und fanden die Eilfe versammlet, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, und Simoni erschienen. Und fie erzähleten áhnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ibnen erkannt wäre, an dem, da er das Brod brach. der Wahrheit, daß Gott die Person nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Shr wiffet wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Israel gesandt hat, und Um 1. und 2. Sonntage nach Ostern. 19 Can Spain verkündigen lassen den Frieden durch| ist? Dieser ists, der da kommt mit Jefum Chriftum, welcher ist ein Herr über alles. Die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und angegangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes predigte. Wie Gott denselbigen Jesum von Nazareth ge falbet hat mit dem heiligen Geifte und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohl gethan, und gefund gemacht alle, die vom Teufel überwältiget waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, das er gethan hat im jüdischen Lande, und zu Jerusalem. Den haben sie getödtet und an ein Holz gehangen. Denfelbigen hat Gott auferwecket am dritten Tage, und ibn laffen offen Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Waffer und Blut. Und der Geist ists, der da zeuger, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: der Bater, das Wort und der heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind beiund bas fammen. So wir der Menschen Zeugnß annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer, denn Gottes Zeugniß ist das, daß er gezeuget von seinem Sohne, Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat folches Zeugniß bei ihm. bar werden, nicht allem Volk, son. Evang. am 2. Sonnt. nach Ostern ( Misericordias Domini), Joh. 10, v. 12- 16. dern uns, den vorerwählten Beugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden ist von den Todten. ch bin ein guter Hirte: Ein guter Hirte läffet sein Leben für die Schafe. Ein Miethling aber, der nicht hirte ist, deß die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen, und verläffet die Schafe und fleucht, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe. Der Miethling aber fleucht, denn er ist ein Miethling und achtet der Schafe nicht. Ich bin ein guter Sirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen, wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater, und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle, und dieselben muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören. Und wird eine Heerde und ein Hirte werden. Evangel. am 1. Sonntage nach Ostern( Quasimodogeniti), Joh. 20, v. 19:23. m Abend aber desselbigen Sabe let und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jefus, und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sey mit euch! Und als er das fagete, zeigete er seine Hände und seine Seiten. Da wur: den die Jünger froh, daß sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus aber mal zu ihnen: Friebe sey mit euch! Gleichwie mich der Bater gefandt hat, so sende ich euch. Und da er das fagete, blies er fie an, und spricht zu ihnen: Rehmet hin den heiligen Geist, welchen ihr die Sünse erlasset, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Epistel, 1 Joh. 5, v. 4-10. enn was ifb, überwindet die Welt, und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn 1 Epistel, I Petri 2, v. 21-25. enn dazu feyd ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat für uns, und und ein Borbild ge= laffen, daß ihr follt nachfolgen feinen keine than bat, ist auch kein Betrug in ſeiz nem Mande erfunden. Welcher nicht wieder schalt, da er gefcholten ward, nicht drohete, da er litte; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet; 2* Am 3. und 4. Sonntage nach Ostern. 20 welcher unsere Sünde selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch welches Wunden ihr seyd heil geworden. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr send nun bekehret zu dem Hirten und Bischofe eurer Seelen. Evangelium am 3. Sonntage nach Ostern( Jubilate), Joh. 16, v. 16:23. mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, denn ich gehe zum Bater. Da sprachen Erliche unter seinen Jüngern unter einander: Was ist das, daß er faget zu uns: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, daß er faget, über ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jelus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr untereinander, daß ich gesagt habe: Ueber ein Kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr wertet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen, ihr aber werdet traurig seyn, doch eure Trau: rigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit, denn ihre Stunde ist femmen, wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit, aber ich will euch wies dersehen, und euer Herz soll sich freren, und eure Freude soll Nies mand von euch nehmen, und an dem: felbigen Tage werdet ihr mich nichts fragen. Epistel, 1 P.tri 2, v. 11:17. Lieben Brüder, ich ermahne euch, : Enthaltet euch von fleischlichen Lüften, welche wider die Seele streiten, und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Uebelthätern, eure qu ten Werke sehen und Gott preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn wils len, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Bottes, daß ihr mit Wohlthun verder stopfet die Unwiffenheit der thörichten men chen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheil zum Deckel der Bosheit, sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre Jeter. mann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Evangelium am 4. Conntage nach Ostern( Cantate), Joh. 16, v. 5:15. Nun un aber gehe ich hin zu dem der mich gesandt hat, und Niemand unter euch fraget mich: Wo geheft du hin? Sondern dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens worden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Trößter nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wann berselbige kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit und um das Gerichte. um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich fort nicht sehet. Um das Gerichte, daß der Fürst dieser Welt gerid, tet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen, aber tbr könnets ist nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrs beit fommen wird, der wird euch in alle Wahrheit letten. Denn er wird nicht von ihm selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er reden, und was ist, wird Um 5. Sonntage nach Ostern und Christi Himmelfahrt. 21 er euch verkündigen. Derfelbige wird| frei heraus, und sagest kein Sprichs mich verklären, denn von dem Meis nen wird ers nehmen, und euch vers kündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein: darum habe ich gesagt: Er wirds ven dem einen nehmen und euch verkündigen. wort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißest, und bedarfest nicht, daß dich jemand frage, darum glau ben wir, daß du von Gott ausge= gangen bist. Epistel, Jac. I, v. 17-21. Que gute Babe, und alle vollkommene( Sabe kommt von oben berab, von dem Vater des Lichts, bei welz chem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und Finsterniß. Er hat uns gezeuget nach ſeinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erftlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sen schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum 3orn. Denn des Men schen Born thut nicht, was vor Gott Darum so leget ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit, und nebmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seele felig machen. Evangel. am 5. Sonntage nach Ostern( Rogate), recht ist. Joh. 16, v. 23:30. Mahrlich, wahrlich, ich fage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird ers euch geben. Bisher babt ihr nichts aebeten in meinem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommensey. Solches habe ich zu euch durch Sprichwort geredet, es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwort mit euch reden werde, fondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Taae werdet ibr bitten in meinem Namen: und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Bater, hat euch lieb, darum, daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausges gangen und kommen in die Welt: wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Bater. Sprechen zu ihm feine Jünger: Siehe, nun redest du Epistel, Jac. I, D. 22:27. aber tes und nicht Hörer allein, damit ihreuch selbst nicht betrüget. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts, und nicht ein Thäter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Ungesicht im Spiegel beschaut. Denn nachdem er sich bes schauet bat, gehet er davon, und vergiffet von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschauet in das vollkommene Gefeß der Freiheit, und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig seyn in seiz ner That. So aber sich jemand unter euch läffet dünken, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Baum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Wits wen in ihrem Trübsal besuchen, und fich von der Welt unbefleckt behalten. Evangel. am Tage der Himmelfahrt Christi, Marci 16, v. 14:20. ulegt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarete er sich, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet batten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und getauft wird, der wird felig werden, wer aber nicht glaubet, der wird verdammet werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel ausa treiben, mit neuen 3ungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Zödtliches trinken, wirds ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie 22 Um 6. Sonntage nach Ostern und am heil. Pfingsttage. die Hände legen, so wirts besser mit| wird kommen, wie ihr ibn gesehen Ihnen werden. Und der Herr, nach habt gen Himmel fahren. dem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel, und fhet zur rechten Hand Gottes. Sie aber gingen aus und predigten an allen Or: ten, und der Herr wirkete mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mit: folgende Zeichen. Epistel, Up. Gesch. 1, v. 1:11. ie erste Rede habe ich zwar gethan, das Jesus anfing, beides zu thun und zu lehren, bis an den Tag, da er auf genommen ward, nachdem er den Upo stel( welchen er hatte erwählet), durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich auch nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancher lei Erweisung, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang, und redete mit ihnen vom Reiche Gottes. Und als er sie versammlet hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Waſſer getauft, the aber sollt mit dem heiligen werden, nicht lange nach diesen Tagen. Die aber, so zusammen kommen waren. fragten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er aber sprach zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat, sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfahen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen seyn zu Jerusalem, und in ganz Judda und Samaria, und bis an das Ende der Erden. Und da er solches gesagt, ward er aufgehoben zusehens, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahren, siehe, da standen bei ihm zween Evangel. am 6. Sonntage nach Ostern( Eraudi), Joh. 15, v. 26, bis G. 16, v. 4. W enn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen, denn ihr seyd von Unhabe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Barn thun. Es kommt aber die Zeit, daß, wer euch tödtet, wird meinen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches werden sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ichs euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, denn ich war bei euch. Epistel, 1 Pet. 4, v. 8:11. 0 ofend nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brün: stige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seyd gastfrei unter einander, ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, tie er empfangen hat, als die auten Haushalter der mancherlei Gaben Gottes. So jemand redet, daß ers rede, als Gottes Wort. So jemand ein Umt hat, daß ers thue, als aus dem Vermögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepreifet werde, durch Jesum Christ, welchem sey Ehre und Gewalt, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Umen. Evangel. am heil. Pfingsttage, Joh. 14, v. 23:31. Männer in weißen Kleidern, welche Wer mich liebet, der wird mein auch sagten: Männer von läa, was ftehet ihr, und sehet gen Himmel? Diefer Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen, und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, istini Um Pfingst Montage. 23 der hält mein Wort nicht. Und das| chen unter einander Siehe, sind nicht Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gefandt hat. Solches habe ich zu euch geredet, weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wirds euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt giebt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehöret, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Ich gebe zum Vater; denn der Vater ist diese alle, die da reden, aus Galilda? Wie boren wir dann ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir geboren sind? Parther und Meder, und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und in Judda, und Cappadocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egypten und an den Enden der Lybien, bei Cyrenen, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Ereter und Araber, wir hören sie mit unſern 3ungen die aroßen Thaten Gottes reden. Sie entsegten sich alle, und wurden irre, und sprachen einer zu dem ans dern: Was will das werden? Die andern aber hatten es ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll füßen Weins. größer, denn ich. Und nun habe ichs Evangel. am Pfingst- Montage, euch gefaget, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Ich werde hinfort nicht viel mehr mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Uber, daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater ge boten hat. Stehet auf und lasset uns von hinnen gehen. Epistel, Up. Gesch. 2, v. 1:13. V Joh. 3, v. 16:21. bet, daß er seinen eingebornen enn also hat Gott die Welt gelieSohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet, der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet, denn er glaubet nicht als der der an let war, waren sie alle einmüthig bei einander. Und es geschahe schnell ein Braufen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllete das ganze Haus, da sie saßen. Und man fahe an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig; und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen mit anderen Bungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden, zu Jerusalem wohnend, die waren gottesfürchtige Månner, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschahe, kam die Menge zusammen, und wurden verstürzt: denn es hörte ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entfesten sich aber alle, verwunderten sich, und spranes Gottes. Das ist aber das Gerichte, das das Licht in die Welt kommen ist, und die Menschen liebeten die Finsternis mehr, denn das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn wer Urges thut, der haffet das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott gethan. Epistel, Up. Gesch. 10, v. 42:48. Und der Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott, ein Richter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zeugen alle Propheten, daß durch ſeinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden 24 Evangelium am 1. Sonnt. nach Trinitatis, empfaben sollen. Da Petrus noch diese| und weißt das nicht? Wahrlich, wahrs Worte redete, fiel der heilige Geift auf lich, ich sage dir: Wir reden, das wir alle, die dem Worte zuhöreten. Und wissen, und zeugen, das wir gefehen die Glaubigen aus der Beschneidung haben, und ihr nehmet unser Zeugniß die mit Petro kommen waren, entfesten nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich fich, daß auch auf die heiden die Gabe euch von irdischen Dingen fage, wie des heiligen Geistes ausgegossen ward, würdet ihr glauben, wenn ich euch von denn sie höreten, daß sie mit 3ungen himmlischen Dingen sagen würde? Und redeten, und Gott hoch preiſeten. Da antwortete Petrus: Mag auch Jemand das Waffet wehr.n, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geift empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen im Namen des Herrn. iemand fährt gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekommen ist, námlich des Mensden Sohn, der im Himmet ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden: auf daß Ulle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Evangel. am Sonnt. Trinitatis, Joh. 3, b. 115, ( S- 8 war aber ein Mensch unter den Pharisdern, mit Namen Nicode: mus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht, und 1pruch zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekom: men, denn niemand kann die Zeichen thun, die du thuft, es sey denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage bir: Es sey denn, daß Jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich fage dir: Es sey denn, daß Jemand geboren werde aus dem Wasser und Geift, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch ge: boren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, das ist Geift. Laß dich es nicht wundern, daß ich dir g. fagt habe: hr müsset von neuem geboren werden. Der Wind blåset, wo er will, und du höreft sein Saufen wohl, aber du weißt nicht, von wannen er kommt, und wohin er fährt. Also ist ein Jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nicodemus antwortete, und sprach zu ihm: Wie mag solches zugehen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, Epistel, Rom. 11, v. 33-36. eine beides der Weisheit und Erkennt: niß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind feine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkanni? Oder wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergoiten? Denn von ihm und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm. fey Ehre in Ewigkeit. Umen. Evang. am 1. Sonnt. n. Trinitat. Luc. 16, v. 19:31. & war ein reicher Mann, der klei= dete sich mit Purpur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Urmer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwåren, und bes gehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Tische fielen; doch kamen die Hunde und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Urme starb, und ward getra: gen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch, und ward begraben. Als er nun in der ölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sahe Ubraham von ferne, und Lazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Ubraham, erbarme dich mein, und sende Lazarum, daß er das dußerste seines Fingers ins Wasser tauche, und kühle Um 2. und 3. Sonntage nach Trinitatis. meine 3unge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Boses empfangen; nun aber wird er geiröftet, und du wirst gepein'get. Uns über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kiuft befestiget, daß die da wollten von hinnen h'nab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: So bitte ich dich Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Ubraham sprach zu ihm: Sie haben Mofen und die Propheten; laß sie diesetben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abra: ham; sondern wenn einer von den Zod: ten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er aber sprach zu ihm: Hören fie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob Jemand von den Todten auferstünde. Epistel, 1. Joh. 4, v. 16:21. ott ist die Liebe, und wer in der in Gott, 25 Geladenen: Kommet, denn es ist alles bereit. Und sie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Jb babe einen Ucker gekauft, und muß hinausgeben, und ihn beschen: ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe icht hin, sie zu befehn, ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Sch habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus bald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen, und Krüppel, und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr es ist geschehen, was du befohlen haft, es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gebe aus auf die Landstraßen, und an die Zäune, und nothige sie herein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmeckin wird. Epistel, I. Joh. 3, v. 13:18. und Gott in ihm. Daran ist die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freu: digkeit haben am Tage des Gerichts, denn gleichwie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein, wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebet. Go jemand spricht: ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner, denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht siehet? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. Evang. am 2. Sonnt. n. Trinit., Luc. 14, v. 16:24. 8 war ein Mensch, der machte ein groß Abendmahl, und lud viele dazu. Und fandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls zu sagen den Be erwundert euch nicht, meine Brus der, ob euch die Welt hasset. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben kommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder haffet, der ist ein Todtschläger, und ihr wisset, daß ein Todtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat, und siehet seinen Bruder darben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibet die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Bungen, sondern mit der That, und mit der Evang. am 3. Sonnt. n. Trinit., Luc. 15, v. I: 10. 6s naheten aber zu ihm allerlei 3811: ner und Sünder, daß sie ihn höre 26 Um 4. Sonntage nach Trinitatis. Luc. 6, v. 36-42. ten. Und die Pharisder und Schriftge-| Evang. am 4. Sonnt. n. Trinit. lehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an, und iffet mit ihnen. sagte zu ihnen dies Gleichniß, und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat, und so er der eines verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüsten, und hingehe nach dem verlornen, bis daß ers finde? Und wenn ers funden hat, To leget ers auf seine Uchseln mit Freuden. Und wann er heim kommt, rufet er seinen Freunden und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, denn ich habe mein Schaf funden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel seyn über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder welch Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde. Und wenn sie ihn funden hat, rufet sie ihren Freundinnen und Nachbarinnen, und spricht: Freuet euch mit mir, denn ich habe meinen Groschen funden, den ich verloren hatte. Also auch sage ich euch, wird Freude seyn vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße thut Epistel, 1. Pet. 5, v. 6- II. o demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Gorgen werfet auf ihn, denn er forget für euch. Seyd nüchtern und wachet: denn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher wie ein brüllender Lowe, und suchet, weichen er verschlinge; dem widerstehet fest im Glauben, und wisset daß eben dieselbigen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen bat zu seiner ewigen Herr: lichkeit, in Chrifto Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, träftigen, gründen. Demselben sey Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Umen. arum seyd barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammet nicht, so werdet ihr auch nicht verdammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, so wird euch gegeben. Ein voll gedrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit messet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle Beide in die Gruben fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, ſo ist er vollkommen. Was siebest_du aber einen Splitter in deines Bruders Auge, und des Balkens in deinem Auge wirst du nicht gewahr? Oder, wie kannst du sagen zu deinem Brus der: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siebest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und befiehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Epistel, Rom. 8, v. 18:23. D enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sey, die an uns soll offenbaret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sinte: mal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deßwillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und äng= stet sich noch immerdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach Um 5. und 6. Sonntage nach Trinitatis. 27 der Kindschaft, und warten auf un-| daß ihr den Segen ererbet. Denn wer sers Leibes Erlösung. Evang. am 5. Sonnt. n. Trinit., Luc. 5, v. I: II. leben will, und gute Tage sehen, der fchweige seine 3unge, daß sie nichts Böses rebe, und seine Lippen, daß fie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes! er suche Frieden, und jage nach. Denn des Herrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Gebet; das Ungeficht aber des Herrn siehet auf die, so Boses thun. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet? und ob ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so send ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht und erschrecket nicht. Heiliget aber Gott den Herrn in eurem Herzen. I Es begab sich aber, da sich das Bolk zu zu das Wort Gottes, und er stand am See Genezareth, und sabe zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wufchen ihre Rete; trat er in der Schiffe eins, welches Simonis war, und bat ihn, daß ers ein wenig vom Lande führete. Und er sette sich und lehrete das Volk aus dem Schiffe. Und als er hatte auf gehöret zu reden, sprach erzu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet eure Nege aus, auf daß ihr einen Zug Evang. am 6. Sonnt. n. Trinit., thut. Matth. 5, v. 20:26. Und Simon antwortete und ſprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze gearbeitet und gefangen, aber auf dein Wort will ich das Nek auswerfen. Und da sie das thaten beschlossen sie eine große Menge Fische, und ihr Netz zerriß. Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schiffe waren, daß sie kamen, und hülfin ihnen ziehen. Und fie kamen, und fülleten beide Schiffe voll, also daß sie sunken. Da das Si: mon Petrus fabe, fiel er Jesu zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihm ein Schrecken ankommen, und alle, die mit ihm waren über diesen Fischzug, den sie miteinander gethan hatten, deffelbigen gleichen auch Jakobum und Johannem, die Söhne Bebeddi, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folge: ten ihm nach. Epistel, I. Pet. 3, v. 8= 15. Endlich aber seyd allesammt gleich gefinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Bofes mit Bosem, oder Scheltwort mit Scheltwort; fondern dagegen fegnet, es sey denn eure Gerechtigkeit beffer, denn der und Pharisder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt ge= hört, daß zu den Alten gesagt ist: Du souft nicht tödten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig feyn. Ich aber fage euch: Wer mit seinem Brus der zürnet, der ist des Gerichts schuldig. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der ist des Raths schuldig. Wer aber sagt: Du Narr, der ist des hollischen Feuers schuldig. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eindenken, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor bin, und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. Sey willfährig deinem Widerfacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir, wahrlich du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Epistel, Rom. 6, v. 3:11. Miſet ihr nicht, daß alle, die wir in getauft 28 bie find in seinen Tod getauft? So find wir nun mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Chriftus ift auferweckt von den Todten, durch die Herrlichkeit des Va: ters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber Um 7. und 8. Sonntage nach Trinitatis. them Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich seyn. Dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch fammt ihm gekreuziget ift, auf daß der fündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Chrifto gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus, von den Todten erwecker, hin: fort nicht stirbet, der Tod wird hinfort über thn nicht herrschen. Denn, daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, zu einem mal, daß er aber lebet, das lebet er Gott. Ulso auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben send, und lebet Gott in Christo Jesu, unserm Herrn. Erang. am 7. Sonnt. n. Trinit., Marc. 8, v. 1: 9. Zu und hatten nichts zu effen, rief Jesus seine Jünger z fich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks, denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret und haben nichts zu essen. Und wenn ich sie ungeffen von mir beim ließe geben, würden sie auf dem Wege verschmachten, denn Etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir sie sättigen? Und er fragte sie, wie viel habt ihr Brobe? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte und brach fie, und gab fie feinen Jüngern, daß sie diesel: bigen vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein, und er dankete und hieß die selben auch vortragen. Sie aßen aber, und wurden satt, und huben die übris gen Brocken auf, sieben Körbe, und ihrer waren bei viertaufend, die da ge= gessen hatten; und er ließ sie von sich. Epistel, Rom. 6, v. 19-23. um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet auch nun eure Glieder zum Dienst der Ges rechtigkeit, daß sie beilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte wa ret, da waret ihr frei von der Ge rechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jeg: schämet; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun ihr aber send von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet; das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold, aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evang. am 8. Sonnt. n. Trinit., Matth. 7, v. 15:23. ebet euch vor, vor den falschen Propheten, die in Schafskleis dern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reissende Wölfe. Un ihren Früchten sout ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen, oder Feigen von den Diſteln? lio ein jeglicher guter Baum brins get gute Früchte, aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen, und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr, in das Him: melreich kommen, sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viel zu mir sagen an jenem Tage: perr, Herr, haben wir nicht in Um 9. und 10. Sonntage nach Trinitatis. 29 beinem Namen gerpeisfaget? Haben| zu ihm: Nimm deinen Brief, fege dich wir nicht in deinem Namen Teufel und schreib flugs fünfzig. Darnach ausgetrieben, haben wir nicht in sprach er zu dem Undern: Du aber, deinem Namen viel Thaten gethan? wie viel bist du schuldig? Er sprach: Dann werde ich ihnen bekennen: Ich Hundert Malter Weißen. Und er sprach habe euch noch nie erkannt; weichet alle zu ihm: Nimm deinen Brief, und schreib von mir, ihr Uebelthäter. achtzig. Und der Herr lobete den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hatte, denn die Kinder dieser Welt sind flüger, denn die Kinder bes eichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, fie euch aufs nehmen in die ewigen putten. Epistel, Rom. 8, v. 12: 17. o sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so wer: det ihr sterben müssen. Wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einn Enechtischen Geift empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, son. dern ihr habt einen findlichen Geift empfangen, durch welchen wir rufen: Ubba, lieber Vater! Derselbige Geift giebt 3eugniß unserm Geiste, daß wr Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, námlich Gottes Erben, und Miterben Christi, so wir anders m't leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit er hoben werden. Evang. am 9. Sonnt. n. Trinit., Lucas 16, v. 1: 9. Epistel, 1. Cor. 10, 6-13. as ist aber uns zum Vorbild ge= schehen, daß wir uns nicht gelústen lassen des Bösen, gleichwie ne gelüftet hat. Werdet auch nicht Wbgöttische, gleichwie jener Etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Bolk feste sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Kuch laßt uns nicht hurerei treiben, wie Etliche unter jenen Hurerei tries ben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Laßt uns auch Chris stum nicht versuchen, wie Etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener Etliche Er sprach aber und wurden gern: Es war ein reicher Mann, der hatte e nen Haushalter, der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm seine Güter umbracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von dei: nem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushalter seyn. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir, graben mag ich nicht, fo fcháme ich mich zu bettein. Ich weiß wohl, was ich ttun will wenn ich nun von dem Umt gefeßt w.rde, daß fie Evang. am 10. Sonnt. n. Trinit., Und er Lucas 19, v. 41:48. mich in ihre Häuser nehmen. rief zu sich alle Sculdner seines Herrn, und sprach zu dem Erften: Wie viel bift tu meinem Herrn fd uldig? Er sprach: Hundert Tonnen Deis. Und er sprach durch den Verderber. Solches alles widerfuhr ihnen( uns) zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Wars nung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten; aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. exdie Stadt an, und weinete über sie, und sprach: Wenn du es wüßteft, Um 11. Sonntage nach Trinitatis. 30 so würdest du auch bedenken zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Uber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern, und an allen Orten ängsten, und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkennet haft die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und kauften, und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus, ihr aber habt's gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Über die Hohenprie= fer und Schriftgelehrten, und die Vornehmsten im Volk trachteten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, wie sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an, und hörete ihn. Epistel, 1. Cor. 12, b. 1:11. Vond on den geistlichen Gaben aber will ich euch, lieben Brüder, nicht verhalten. Ihr wisset, daß ihr Heiden feyd gewesen, und hin gegangen zu den stummen Göhen, wie ihr geführt wurdet. Darum thue ich euch kund, das niemand Jefum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und einem andern Geister zu unterschei den, einem andern mancherlei Spra: chen; einem Undern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirkt der= selbige einige Geist, und theilet einem Jeglichen seines zu, nachdem er will. Fr Fr fagte aber zu Etlichen, die sich felbft vermaßen, daß sie fromm wären, und verachteten die Undern, ein solches Gleichniß: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel zu beten, einer ein Pharifäer, der andere ein Zöllner. Der Pharifäer stand, und betete bei sich selbst alſo: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie antere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von Allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an feine Brust, und sprach: Gott, sey mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Diefer ging hinab gerechfertiget in fein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedriget werden; und wer sich selbst erniedris get, der wird erhöhet werden. heißen, obne durch den heiligen Geift. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist ein Geist, und es sind mancherlei Nemter, aber es ist ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirket Alles in allen. In einem Feglichen erzeigen sich die Gaben des Geiftes zum gemeinen Nußen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem Undern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geift; einem Undern der Glaube, in demselbigen Geist; einem Undern die Gabe gefund zu machen, in demselbi. gen Seift: e nem Undern Wunder zu thun; einem Undern Weissagung; Evang. am 11. Sonnt. n. Trinit., Lucas 18, v. 9-14, Epistel, 1. Cor. 15, v. 1- 10. cherinnere euch aber, lieben Brüverkündigt habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch ftehet; durch welches ihr auch selig werdet, welcher Gestalt ich es euch ver= kündiget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst ge= glaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben fen für unsere Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sey, und daß er auferstanden sey am drit: ten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwölfen. Darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünf hundert Brüdern auf einmal, derer Um 12. und 13. Sonntage nach Trinitatis. noch viele leben, etliche aber sind ent31 die Buchstaben tödtet, und in die Steine den von Jacobo, darnach von allen Uposteln. Um legten nach Allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Geburt, gesehen worden. Denn ich bin der Geringste unter den Upofteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Ge: meinde Gottes verfolget habe. Uber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht Evang. am 13. Sonnt. n. Trinit., Luc. 10, v. 23:37, aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. die Kinder Israel nicht konnten ansehen das Ungesicht Mose, um der Klarheit willen seines Angesichts, die doch aufhöret: we sollte nicht vielmehr das Umt, das den Geift gient, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat, vielmehr hat das Amt, das die Ge rechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. and Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehen Städte. Und sie brachten zu ihm einen Zauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spühete, und rührete seine Zunge, und fabe auf gen Himmel, seufzete, und sprach zu ihm: Hephata! das ist, thue dich auf. Und alsbald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es Niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten, und verwunderten sich über die Maaße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Zauben macht er hörend und die Sprachlosen redend. de nd er wandte sich zu seinen Jüngern und sprach insonderheit: Evang. am 12. Sonnt. n. Trinit., Selig sind die Augen, die da ſehen, Marcus 7, v. 31-37. das ihr sehet. Denn ich sage euch: Und und wollten sehen, das ihr sehet, und habens nicht gesehen, und hören, das ihr höret, und habens nicht gehöret. Und siehe, da stand ein Echriftgelehrter auf, versuchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Gefeß geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach: Du sollst Gott deinen Herrn lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemůthe, und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: du hast recht geantwortet. Thue das, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechtfertigen, und sprach zu Jesu: Ber ist denn mein Náchster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder, die sogen ihn aus, und schlugen ihn und gingen aven, und ließen ihn halb todt Epistel, 2. Cor. 3, v. 4-9. in folch Vertrauen aber haben wir durch Christum zu begab aber daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber, sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher uns auch tüchtig ge= macht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments, nicht des Buchstabens, fondern des Geistes. Denn der Buchslabe tödtet, aber der Geist machet lebendig. So aber das Amt, das durch daß ein Priester dieselbige Straße hinabzog, und da er ihn fahe, ging er vorüber. Deffelbigen gleichen auch ein Levit, da er tam bei die Stätte, und sahe ihn, ging er vorüber. Ein Samariter aber reifete, und kam dabin, und da er ihn sahe, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wunden und goß darein Del und Wein, 32 Um 14. Sonntage nach Trinitatis. und hob ihn auf sein Thier und führete| Evang. am 14. Sonnt. n. Trinit., ihn in die Herberge und pflegete sein. Des anderen Tages reifete er, und zog heraus zween und gab sie dem Wirthe, und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du was mehr wirst dar: thun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen drefen der nächste sey gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. Epistel, Gal. 3, v. 15:22. Qieben Brüder, ich will nach menstLieben licher Weise reden: verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätiget ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist ja die Verheißung Abrahá und seinem Saamen zugesagt. Er spricht nicht, durch die Saamen, als durch viele, sondern als durch einen, durch deinen Saamen, welcher ist Chriftus. Ich sage aber davon: bas Testament, das von Gott zuvor bestátiget ift auf Shriftum, wird nicht auf gehoben, die Verheißung durch das Gesetz aufhören, welches gegeben ist über vierhundert und dreißig Jahr hernach. Denn so das Erbe durch das Gefeß erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung geg ben; Gott aber hat es Abraham durch Ver: heißung frei geschenket. Was soll denn das Geset? Es ist dazu kommen um der Sünde willen, bis der Saame káme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln, durch die Hand des Mittlers. Ein Mittier aber ist nicht eines einigen Mittter, Gott aber ist einig. Wie? ist denn das Gefen wider Gottes Verheißung? Das sey ferne. Wenn aber ein Gefeß gegeben wäre, das da könnte lebendig machen, fo fame die Berechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetze. Über die Schrift hat es alles beschloffen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme durch den Glauben an Jesum Chriftum, gegeben denen, die da glauben. Luc. 17, v. 11:19. Und nd es begab sich, da er reisete gen Jerusalem, zog er mitten durch Samariam und Galildam. Und als er in einen Markt ging, begegneten ihm zehn aussägige Männer, die stans den von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesu, lieber Meister, erbarme dich unser. Und da er sie sahe, sprach er zu ihnen: Schet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es ge= schahe, da sie hingingen wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er fahe, daß er gefund worden war, kehrete er um und preifete Gott mit lauter Stimme. Und fiel auf sein Ungesicht zu feinen Füßen und dankete ihm, und das war ein Samariter. Jefus aber antwortete und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein worden? Wo sind aber die neune? hat sich sonst keiner funden, der wieder umkehrete, und gåbe Gott die Ehre, denn dieser Fremd.ing? und er prach zu ihm: Stihe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Epistel, Gal. 5, v. 16-24. Sch fage aber, to be im Seiffer, fo werdet ihr die Lüste des Fleisches nidst vollbringen. Denn das Fle sch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige find wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollet. Regieret euch aber der Geist, so send ihr nicht unter dem Gefeße. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Ub: götterei, 3auberet, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, 3ant, 3wietracht, Rotten, paß, Mord, Saufen, Fressen und tergleichen, von welchen ich euch habe zuvor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die soiches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geiftes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Reuschheit. Wider solche ist das Geset nicht. Welche aber Cbriftum angehören, die freuzigen ihr Fleisch, sammt den Lüften und Begierden. 64 Um 15. und 16. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 15. Sonnt. n. Trinit., Matth. 6, v. 24:34. die Heiden; denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen, denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. nen; entweder er wird einen haffen und den andern lieben, oder er wird einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum fage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr, denn die Speife? Und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an, sie fäen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen, euer bimmlischer Vater ernähret sie doch. Send ihr denn nicht viel mehr, denn fie? Wer ist unter euch, der seiner Långe eine Elle zusehen möge, ob er gleich darum forget? Und warum sor: get ihr für die Kleidung? Schaquet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; fie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller feiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben Eins. So denn Gott das Gras aufdem Felde also kleidet, das doch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird; follte er das nicht vielmehr euch thun? Oihr Kleingläubigen! Darum follt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir effen? Was werden wir trinken? Womit werden wir Evang. am 16. Sonnt. n. Trinit., uns kleiden? Nach solchem allen trachten und seine Stadt mit Namen Nain Luc. 7, v. 11: 17. begab darnach, er ging, und seiner Jünger gingen viel mit ihm, und vieles Volk. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, siehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Witwe, und vieles Volk aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sahe, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rührte ben Garg an, und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich fage dir, stehe auf! Und der Todte richtete fich auf, und fing au zu reden. Und er gab bn seiner Mutter. Und es kam sie alle 3 Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Cap. 6, v. 10. 33 einander uns zu entrüften und zu haffen. Lieben Brüder, so ein Mensch o wir im Geifte leben, so laßt uns auch im Geist wandeln. Laßt uns nicht eitler Ehre geizig seyn, unter würde, so helfet ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seyd. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versuchet werdest. Einer trage des andern last, so wer: det ihr das Geset Chrifti erfüllen. So aber sich Jemand läßt dünken, er sey etwas, so er doch nichts ist, der betrüget sich selbst. Ein Seglicher aber prüfe sein selbst Werk, und alss dann wird er an ihm selber Ruhm haben und nicht an einem andern. Denn ein Jeglicher wird seine eigene Last tragen. Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ibn unters richtet. Srret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch fäet, das wird er ernten. Ber auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleifch das Berderben ern= ten. Wer aber auf den Geist fäet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Laßt uns aber Gutes thun und nicht müde werden; denn zu feiner Zeit werden wir auch erne ten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an Jedermann, allermeist aber an den Glaubensgencffen. Um 17. und 18. Sonntage nach Trinitatis. 34 eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische Land und in alle umliegende Länder. Sabbattage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder Antwort geben. Er fagte aber ein Gleichniß zu den Gästen, da er merkte, wie sie erwählten, oben an zu sigen, und sprach zu ihnen: Wenn du von Jemand geladen. wirft zur Hochzeit, so sebe dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey; und so dann kommt, der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weiche diesem! und du músfest dann mit Schaam unten an sigen. Sondern, wenn du geladen wirst, so gehe hin, und sege dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, fpreche zu dir: Freund, rücke hinauf; dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sigen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Epistel, Ephef. 3, v. 13-21. arum bitte ich, daß ihr nicht müde werdet um meiner Trubsal willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Vater unsers Herrn Jesu Chrifti, der der rechte Bater ist über alles, was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden, daß er euch Kraft gebe nach dem Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Men schen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sey die Breite und die Länge under indem Herrn, daß ihrwandelt, Epistel, Ephef. 4, v. 1-6. o ermahne nun euch, die Tiefe und die Höhe; auch erkennen, daß Chriftum lieb haben viel besser ist, denn alles Wissen; auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle. Dem aber, der überschwenglich thun kann über alles, was wir bitten oder verstehen nach der Kraft, die da in uns wirket: Dem sey Ehre in der Gemeinde, die in Chrifto Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Evang. am 17. Sonnt. n. Trinit., mios Luc. 14, v. 1:11. wie sichs gebühret eurem Beruf, darin ihr berufen seyd, mit aller Demuth und Sanftmuth, mit Geduld, und vertraget Einer den Undern in der Liebe, und seyd fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens, Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seyd auf einerlei Hoffnung eures Berufs. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater( unser) Uller, der da ist über euch Ulle, und durch euch Ulle, und in euch Ullen. Und es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisder auf einen Sabbat, das Brod zu essen und sie hielten auf thn. Und ſiehe, paa at den Sadducdern das Maul aber Pharisder hörten, daß war ein Mensch vor ihm, der war wassersächtig. Und Jesus antwortete, und sagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprach: Ist es auch recht, auf den Cabbat heilen? Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn, und ließ ihn gehen. Und antwortete, und sprach zu ihnen: Welcher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brunnen fällt, und er nicht alsbald ihn herauszieht am gestopft hatte, versamelten sie sich. und einer unter ihnen, ein Schrift: gelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Geseg? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüth. Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du Evang. am 18. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 34-46. Um 19. und 20. Sonntage nach Trinitatis. sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. In diesen zwei Geboten hanget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisder bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dúnkt euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nennet ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sebe dich zu meiner Rechten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und Niemand konnte ihm ein Wort antworten, und Epistel, Ephef. 4, v. 22-28. o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten durfte auch Niemand von dem Tage Menschen, der durch Lüfte in Irrthum an hinfort ihn fragen. Epistel, 1. Cor. 1, v. 4-9. allezeit sich verderbet. Erneuert euch aber im Geifte eures Gemüths, und ziehet den Jeurenthalben für die Gnade Get: Gott geschaffen ist in recht schaffener tes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seyd durch ihn in allen Stücken reich gemacht an aller Lehre und in aller Erkenntniß, wie denn die Predigt von Chrifto in euch kräftig worden ist, also, daß ihr keinen Man: gel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unfers Herrn Jesu Christi. Weicher auch euch wird fest behalten bis ans Ende, daß ihr unstråflich send auf den Tag unsers Herrn Jefu Chrifti. Denn Gott ist treu, durch welchen ihr berufen fend zur Gemeinschaft feines Sohnes Jefu Chrifti, unsers Herrn. Evang. am 19. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 1: 8. 85 Welches ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Stebe auf, und wandele? Auf daß ihr aber wiffet, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Ers den die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Sichtbrüchigen: Stehe auf, hebe dein Bett auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sahe, vers wunderte es sich, und preifete Gott, der solche Macht den Menschen gege ben hat. a trat er in das Schiff und fuhr herüber Stadt. Und siehe, da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag aufeinem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben fahe, sprach er zu dem Bicht brüchigen: Sey getroft, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Und fiebe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gebanken sahe, ſprach er: Warum den ket ihr so Arges in euren Herzen? Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein Jeglicher mit seinem Nächsten, fintemal wir untereinander Glieder sind, 3ürnet und fündiget nicht, laffet die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftigen. Evang. am 20. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 1:14. Und Jeſus antwortete, und redete abermal durch Gleichnisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem seine Knechte aus, daß sie den Gästen zur Hochzeit ruften, und sie wollten nicht kommen. Abermal sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen, siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet, und alles bereit, fommet zur Hochzeit. Uber sie verachteten das und gingen hin, einer auf seinen Ucker, der andere zu seiner Hansthierung. 36 Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und tödteten sie. Da das der König börete, ward er zornig, und schickte seine Heere aus, und brachte diese Mörder um, und zündete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren es nicht werth. Darum gebet bin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte gin: gen aus auf die Straßen, und brach: ten zusammen, wen fie fanden, böse und gute, und die Tische wurden alle voll. Da ging der König binein, die Gäste zu befehen, und sahe allda einen Menschen der hatte kein hochzeitlich Kleid an, und er sprach zu ibm: Freund, wie bist du herein gekommen und haft doch kein hochzeitlich kleid an? Er aber verftummete. Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werfet thn in die äußerste Finsterais binaus, da wird seyn Heuten und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenig sind aus: erwählet. Um 21. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 6, v. 10:17. 3⁰⁰ Epistel, Ephef. 5, n. 15:21. ulegt, meine Brüder, send stark in dem Herrn, und in der Macht sef= ner Stärke. Ziehet an den Harnisch o fehet nun zu, wie ihr vorsichtig Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen lich wandelt, nicht als die Unwei- die listigen Unläufe des Teufels. Denn fen, sondern als die Weisen. Und schiks wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu Fet euch in die Zeit, denn es ist böse Zeit. tämpfen, sondern mit Fürsten und Ge= Darum werdet nicht unverständig, son- waltigen, mit den Herren der Welt, die dern verständig, was da sey des Herrn Wille. Und faufet euch nicht voll Weins, daraus ein unordentlich Wesen folget, sondern werdet voll Geistes. Und redet untereinander von Psalmen und Lobs gefangen, und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen. Und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Vater in dem Namen unfern Herrn Jesu Christi. Und seyd untereinander unterthan in der Furcht in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein kommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Ge= rechtigkeit; und an Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium bes Friedens, damit ihr bereitet seyd. Schild des Glaubens, mit welchem Vor allen Dingen aber ergreifet den ihr auslöschen könnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwerdt des Geiftes, welches ist das Wort Gottes. Gottes. Evang. am 21. Sonnt. n. Trinit., Johannes 4, v. 47:54. Galida, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab káme, und hülfe seinem Sohne; denn er war todkrank. und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet, so glaubet ihr nicht. Der Königische sprach zu ihm: Herr, komme hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebet. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm fagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebet. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebet. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judda in Galida kam. Unde es war ein Königifcher, deß Sohn lag rank zu Capernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judáa in Am 22. und 23. Sonntage nach Trinitatis. Evang. am 22. Sonnt. n. Trinit., Matth. 18, v. 23:35. D arum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und ſprach: Herr, habe Geduld mit mir, ich will dir alles zahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber feine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich bege: ben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir er lassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schudig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jegleicher seinem Bruder seine Fehle. Epistel, Phil. 1, v. 3-11. ch danke meinem Gott, so oft ich euter gedenke aufzeit that 37 wird es auch vollführen, bis an den Eag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch Allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefängniß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bekräftige, als die ihr Alle mit mir der Gnade theilhaftig send. Denn Gott ist mein 3euge, wie mich nach euch Ullen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und daselbst um bete ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahung; daß ihr prüfen möget, was das Beste sey, auf daß ihr seyd lauter und unanstößig, bis auf den Tag Chrifti, erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesum Chriftum geschehen in euch, zur Ehre und Lobe Gottes. Evang. am 23. Sonnt. n. Trinit., Matth. 22, v. 15= 22. in allen meinem Gebet für euch Ulle, und thue das Gebet mit Freuden), über eurer Gemeinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bisher. Und bin deffel: ben in guter Zuversicht, daß, der in cuch angefangen hat das gute Werk, der a hielten einen Rath, wie ſie ihn fingen in seiner Rede. Und sandten zu ihm ihre Jünger, samt Herodis Dienern, und sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und du frageft nach Niemand, denn du achtest nicht das Unsehen der Menschen. Darum fage uns, was dünket dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser 3ins gebe oder nicht? Da nun Jefus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler was versuchet ihr mich? Weiset mir die 3insmünze. Und sie reichten ihm einen Groschendar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaiſers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ift. Da sie das höreten, verwunderten sie sich und liessen ihn, und gingen davon. Epistel, Phil. 3, v. 17-21. Colget mir, lieben Brüder, und sehet 1 uns habt zum Vorbilde. Denn Viele wandeln, von welchen ich euch oft gefagt habe, nun aber sage ich auch mit Weis nen, die Feinde des Kreuzes Chrifti, welcher Ende ist das Verdammniß, wel 38 Um 24. und 25. Sonntage nach Trinitatis. chen der Bauch ihr Gott ist, und ihre| Macht in aller Geduld und Langmüthig, Ehre zu Schanden wird, derer, die ir keit mit Freuden. Und danksaget dem disch gesinnt sind. Unser Wandel aber Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu ist im Himmel, von dannen wir auch dem Erbtheil der Heiligen im Licht. warten des Heilandes Jesu Christi, des Welcher uns errettet hat von der Obrig= Herrn, welcher unsern nichtigen Leib keit der Finsterniß, und hat uns verseget verklären wird, daß er ähnlich werde in das Reich seines lieben Sohnes, an feinem verklärten Leibe, nach der Wir welchem wir haben die Erlösung durch kung, damit er kann auch alle Dinge sein Blut, nämlich die Vergebung der ihm unterthänig machen. Sünden. Evang. am 24. Sonnt. n. Trinit., Matth. 9, v. 18-26. D aer solches mit ihnen redete, siehe, da kam der Obersten einer, und fiel vor ihm nieder, und sprach: Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben, aber komm, und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang gehabt, trat von hinten zu ihm, und rührte seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie, und sprach: Sey getroft meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sabe die Pfeif fer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägdlein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Als aber das Voll ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägòlein auf. Und dies Gerücht erscholl in dasselbige ganze Land. Epistel, Col. 1, v. 9:14. an, da wirs gehöret haben, hören wir nicht auf für euch zu beten, und zu bitten, daß ihr erfüllet werdet mit Er: kenntniß se nes Willens, in allerlei geiftlicher Weisheit und Verstand. Daß ihr wandeltwürdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar send in allen guten Werken, und wachfet in der Erkenntniß Gottes, und gestärket werdet mit aller Kraft, nach seiner herrlichen Evang. am 25. Sonnt. n. Trinit., Matth. 24, v. 15- 28. Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehet an der heiligen Stätte, ( wer das liefet, der merke darauf). Ulsdann fliehe auf die Berge, wer im Jüdischen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieder, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit. Bittet aber, daß eure Flucht nicht geschehe im Winter, oder am Sabbat. Denn es wird alsdann eine große Trůbsal seyn, als nie ges wesen ist, von Anfang der Welt bis her, und als auch nicht werden wird. und wo diese Zage nicht würden verkürzet, so würde kein Mensch selig: Aber um der Auserwählten willen wer den die Tage verkürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus, oder da, so sollt ihrs nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verführet werden in den Irrthum es die Auserwählten. Siehe ich habe es euch zuvor= gesagt. Darum wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüsten, so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer, so glaubets nicht. Denn gleichwie der Blig ausgehet vom Aufgang, und scheinet bis zum Niedergang, also wird auch seyn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Was ist, da sammlen sich die Adler. Um 26. Sonntage nach Trinitatis. 39 Epistel, 1 Theff. 4, v. 13-18. bin gefangen gewesen, und ihr seyd ir wollen euch aber, lieben Brů- zu mir kommen. Dann werden ihm W Gerechten antworten, die da schlafen, auf daß ihr nicht trau- Herr, wann haben wir dich hungerig rig send, wie die andern, die keine geſehen, und haben dich gespeiset? Hoffnung haben. Denn so wir glau- Oder durftig, und haben dich geträns ben, daß Jesus gestorben und aufer- fet? Wann haben wir dich einen Gast standen ist, so wird Gott auch die, so gesehen und beherberget? Oder nackt entschlafen sind durch Jesum, mit ihm und haben dich bekleidet? Wann führen. Denn das sagen wir euch, haben wir dich krank oder gefangen als ein Wort des Herrn, daß wir, die gesehen, und sind zu dir kommen? wir leben und überbleiben in der Zu- und der König wird antworten, und kunft des Herren, werden denen nicht sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage vorkommen, die da schlafen. Denn er euch: Was ihr gethan habt einem selbst, der Herr, wird mit einem Feld- unter diesen meinen geringsten Brügefchrei und Stimme des Erzengels, dern, das habt ihr mir gethan. Dann und mit der Posaunen Gottes hernie- wird er auch sagen zu denen zur Lin= der kommen, vom Himmel, und die ken: Gehet hin von mir, ihr VerTodten in Chrifto werden auferstehen fluchten, in das ewige Feuer, das zuerst. Darnach wir, die wir leben bereitet ist dem Teufel und seinen Ich bin hungrig gewesen, und überbleiben, werden zugleich mit Engeln. denfelbigen hingerücket werden in den und ihr habt mich nicht geſpeiset. Ich Wolken, dem Herrn entgegen in der bin durstig gewesen, und ihr habt Luft, und werden also bei dem Herrn mich nicht getränket. Ich bin ein seyn allezeit. So tröstet euch nun mit Gaft gewesen und ihr habt mich nicht beherberget. Ich bin nacket gewesen, diesen Worten untereinander. und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch antworten, und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gafst, oder nacket, oder krank, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten, und sagen: Wahrlich, ich fage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Geringsten, das babt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben. Evang. am 26. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 31:46. 93 enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sigen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit. Und werden vor ihm alle Völker versammlet werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Bocken scheidet. Und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, und die Bocke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt. Denn id) bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Ich bin durftig gewesen, und ihr habt mich getränket. Ich bin ein Gaft gewe: sen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin frank gewe= sen, und ihr habt mich besuchet. Ich Epistel, 2. Theff. 1, v. 3-10. ir sollen Gott danken allezeit W lieben Brüder, wie es billig ist, denn euer Glaube wächset sehr, und die Liebe eines Jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen eins ander; also, daß wir uns eurer rühs men unter den Gemeinden Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübfalen, die ihr duldet, welches an Am 27. Sonntage nach Trinitatis. 40 zeigt, daß Gott recht richten wird, und ihr würdig werdet zum Reiche Gottes, über welchem ihr auch leidet. Nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübfal denen, die euch Trübsal anlegen, euch aber, die ihr Trübsal leidet, Rube mit uns, wann nun der Herr Jesus wird offenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft, mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht erkennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evangelio unsers Herrn Jesu Christi. Welche werden Pein leiden, das ewige Verderben von dem Ungesicht des Herrn, und von seiner herrlichen Macht; wann er kommen wird, daß er herr lich erscheine mit seinen Heiligen, und wunderbar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demfelbigen Tage habt ihr geglaubt. Evang. am 27. Sonnt. n. Trinit., Matth. 25, v. 1-13. 3 ann wird das Himmelreich gleich seyn zehen Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen, und gingen aus, dem Bräutigam entgegen. Aber fünf unter ihnen waren flug, und fünf waren thöricht. Die Thörichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Del mit sich. Die Klugen aber nahmen Del in ihren Gefäßen, fammt ihren Lampen. Da nun der Bräutigam verzog, wurden sie alle schläfrig, und entschliefen. Zur Mit ternacht aber ward ein Geschrei: siehe der Bräutigam kommt, gehet aus, ihm entgegen. Da standen diese Jungfrauen alle auf, und schmückten ihre Lampen. Die thôrichten aber sprachen zu den klugen: Gebet uns von eurem Dele, denn unsere Lampen verlöschen. Da antworteten die klugen, und spra: chen: Nicht also, auf daß nicht uns und euch gebreche; geht aber hin zu den Krämern und kaufet für euch selbst. und da sie hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und welche bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Thüre ward verschloffen. Zulegt kamen auch die anderen Jungfrauen und sprachen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwortete aber und sprach: Wahrlich, ich sage euch, ich kenne euer nicht. Darum wachet, denn ihr wisset weder Tag noch Stunde, in welcher des Menschen Sohn kommen wird. Epistel, 1.Theff. 5, v.1-11.0 on den Zeiten aber und Stunden, lieben Brüder, ist nicht noth euch zu schreiben, denn ihr selbst wisset ge= wiß, daß der Tag des Herrn wird kommen, wie ein Dieb in der Nacht. Denn wann sie werden sagen: es ist Friede, es hat keine Gefahr, so wird fie das Verderben schnell überfallen, gleichwie der Schmerz ein schwanger Weib, und werden nicht entfliehen. Ihr aber, lieben Brüder, seyd nicht in der Finsterniß, daß euch der Tag wie ein Dieb ergreife. Ihr send allzumal Kinder des Lichts, und Kinder des Tages; wir sind nicht von der Nacht, noch von der Finsterniß. So laßt uns nun nicht schlafen, wie die andern, sondern lasset uns machen und nuchtern seyn. Denn die da schlafen, die schlafen des Nachts, und die da trunken sind, die sind des Nachts trunken. Wir aber, die wir des Tages sind, sollen nüchtern seyn, angethan mit dem Krebs des Glaubens und der iebe, und mit dem Helm der Hoffnung zur Seligkeit. Denn Gott hat uns nicht gefegt zum 3orn, sondern die Seligkeit zu besigen, durch unseren Herrn Jeſum Christum, der für uns gestorben ist, auf daß, wir wachen oder schlafen, zugleich mit ihm leben sollen. Darum ermahnet euch untereinander, und bauet einer den andern, wie ihr denn thut. Inches Centimetres Blue 2 3 4 Cyan 24.46 15 44 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 10 Red 11 12 LO 5 13 Magenta 14 CO 6 15 White 16 17 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8