GR% 334 61 36 94 73 Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. Im Verlage ber Großberzoglichen Invaliten: und Soldaten Waisen- Anftalt. Darmstadt, 1843, gedruckt in der e. G. Wittich'schen Hofbuchbruckerei. anlamag A ( 141 ember NEONATORCORAL DE ind spolis me boral i g Glessen agonis 107 Leop 81-87 3:58 68- 80 GO1 Inhalt. ondi Allgemeine Lieder beim Anfange und Schluß der öffentlichen Gottesverehrung. Nro. 1 iline! 9. CEL( 136 eor Erste Abtheilung. Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Nr. 10- 289. 212. Just melling Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. Nro. 10- 41. 19 het 11. 12. Majestät 17. Auch 11. 56. 57. Daseyn Gottes 10. Einheit Gottes und Größe Gottes 13 Ewigkeit und unveränderlichkeit Gottes 18 20. Allgegenwart und Allwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Weisheit Gottes 26. 27. Aud) 50. 59. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes 28. 29. Auch 270- 275. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes 30. 31. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes 32 39. Langmuth und Gnade Gottes 40. 41. 703. Geduld, - Von der heiligen Dreieinigkeit. Nro. 42- 46. Von den Werken m Von den Werken und Wehlthaten Gottes. Nro. 47242. Schöpfung 47- 53. Kuch 420 und 589. Borsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt. 54 66. Auch 26. 34. 36. Von den Engeln 69. Der Mensch; seine Würde und Vorzüge. 73. Bestimmung des Menschen 74- 77. 67 70 IV Erlösung 78- 187. Sündhaftigkeit des Menschen 78-83. Folgen der Sünde 84- 88. Erlösung und Veredlung des Menschen durch Christum 89 100. Würde des Erlösers 101-103. Sendung und Geburt Jesu.( Adventslieder) 104- 109. 704. ( Weihnachtslieder) 110 119. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgånger Jesu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126 134. 333. 479. Leiden, Tod und Begråbnis Jesu.( PaffionslieSet) 135-173. Auferstehung Jesu( sterlie= der) 174- 184. 705. Christi Heimgang zum Vater 187. 706. und Verherrlichung 185 Heiligung 188 242. Sendung des heiligen Gei ftes( Pfingstlieder) 188 Bon ber heiligen chriftli Vom Worte - Gottes 198 208. 707. L chen Kirche 2180 309. Um Reformationsfest 210. Bei der heiligen Taufe 219-224. Bei dem peiligen Abendmahle 225-242. Auch 133. 161. 164. 165. 312. 335. Lozie 1 - - Setto nasled Von der Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. Bom Tode 243 263. 665. 666. Von der Auferstehung der Todten 264 269. Auch 669. 708. 275. 709. 710. Vom jungsten Gerichte 29. 270 Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276- 287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gottlofen 273. 275. 288. 201 3 weite Abtheilung. and How Lieder für die christlichen Lebenspflichten. Nr. 290 498. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allge meinen. Nr. 290 354.5515022 Eigenschaften des Christen überhaupt 290. 292. 293. 317. 325. 328. 336. 346. 347. 354. Werth und Wichtigfeit 312. keit der christlichen, Tugend 291. 296. 310 dny 314. 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß 40 zur christlichen Tugend 297. 313. 323. 330. 341. Gelbstprüfung 295. 300. 338, 349. Grkenntniß dec, Sünde und Reue 294. 306. uch 78. 79. 83. Buße oder Sinnensånderung und Lebensbesserung 298. 299. 301. 304. 711. Bitte um Gottes Beistand 973 zum 337. 339. 340. 80. da Aufchub der Besserung 303. 307. Um allgemeinen Bußtage 309. Trost der Sündenvergebung durch Christum 302, 305, 308. 316. Auch 144. Thatiger Glauben an Jesum Christum, und würdige Gesin38 nungen gegen ihn 312. 320. 321. 326. 331- 333. du 335. 343 345. 347. 348. 504. Bachsamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Beharrinlichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332. 350-352. pi onu silgibisin'E 1: 0 u 80e sisse Tep biglie - V 1 POC 1125 AND Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Nr. 355-420.- - 1 Erkenntniß Gottes 355 358. Ehrfurcht vor Gott und beilighaltung des Eides 359 361.( c). Liebe au Gott 362, 365. Gehorsam gegen Gott 366. 367. Freude in Gott 368 370. Vertrauen auf Gott 371 390. Gebet 3.91- 403. Dankbarkeit gegen Gott 404 411. 712. Lob Gottes 412- 420. 713. 714. - - Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich spfelbst. Nr. 421 476. d 00012 oxif Selbsterkenntniß und Demuth 421- 425. Selbstliche 426. Selbstachtung 71. 73. 76. 443.( 6). Sorge für die Geele 427 431. Gorge für Leib, Leben und Geſundheit 432 435. Berufetreue 436 30439. Bürdigung und weiser Gebrauch der irdischen e Güter 440 448. Beiser Gebrauch der Lebenszeit shg 445 VI $ 1445 448. 260 262. Genugfamkeit und BuBufriedenheit 449452. Streben nach Herzens und 503. Weiser Ge 458. Geduld und Gewissensruhe 453. 454. 500 nuß der Lebensfreuden 455 476. Gelaffenheit im Leiden 459 Gesinnung und Verhalten des Christen gegen andere Menschen. Nró. 477- 498. 482. Mitfreude und Algemeine Menschenliebe 477 Mitleid 482.( 6). Gerechtigkeit und Billigkeit. 483. 484.( c). Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485. 486. Sanftmuth, Dienftfertigkeit und Gefälligkeit 487. Friedlichkeit und Eintracht 488( a) und( b). Versohnlichkeit und Feindesliebe 489 491. Wahrhaftigkeit, Nufrichtigkeit und Ridlichkeit 492 496. Gutes 424. 509. Beispiel 497. Bescheidenheit 498. Auch 421 Glückseligkeit wahrer Christen 499 Auch 316. 319. Dritte Abtheilung. Lieder über die Pflichten des Christen in besonderen Verbindungen, Zeiten und Umständen. Nro. 510-702. Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gefellschaftlichen Verbindungen. Nro. 510559. 532. Der EbeHausliche Gesellschaft 510 stand 512. 513. Bei Trauungen 514. 515. Nach 521. Kinder Trauung 516. Welternpflicht 517 drepflicht 522 524.( eschwisterliebe 525. Für Perrichaften 526. 527. Für Diencude 528. 529. Für - Für Wittwen 530, Für Waisen 531. gegen Wohlthäter 532. Dankbarkeit Kirchliche Gesellschaft 533 544. Lehrer und Buhörer 533. Bei Einführung eines Religionslehrers 534. Bei der Konfirmation 535 542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Konfirmation 541. 542. Bei Einweihung einer Kirche 543. Bei Einführung eines Schulleh rers 544. Burgerliche Gesellschaft 545-556. Vaterlandsliebe. 546. Regent, Obrigkeit und unterthan 402. 547. 548. Hoher Stand 549. Der Richter 550. Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachbar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume 557 559. Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern Zeiten. Nr. 560-624. Tageszeiten. Am Morgen 560 tagmorgen 571. Beim VI - - 570. Am SonnUnblick der aufgehenden Gonne 572. Am Abend 573 73683 583. Unter gestirntem Himmel 584. UGG Jahreszeiten 63. Im Frühling 585 587. Im Sommer 588 590. Im Herbste 591. 592. Im Winter 593. 594. Saat- und erntezeit. Zur Saatzeit 595. Nach ciner reichen Kernte 596. 597. Auch 62. Nach einer sparsamen Wernte 598. - Witterung. Flehn um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehn um Sonnenschein 601. Nach verlichenem Sonnenschein 602. Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613. Beim Anfang des Kirchenjahres 614. Auch 212. lebenszeiten. Um Geburtstage 615. 616. 66. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Ju gens 618 620. Für Jünglinge F21. 134.( a) 433.( 6) 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. 433.( c). Für das Ulter 623. 624. VIII Gesinnung und Verhalten des Christen unter besonderen Umständen Nr. 625 702.0 Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 0626. 627. In Kriegszeiten 628 630. 3ur FrieOdensfeier 631. 632. In Theuerung 633. In Was afersnoth 634. 633. Nach überstandener Noth 636. Nach einer Feuersbrunft 637. Nach einem großen Verluste 638. Auf der Reife 639. Der reisende Jungting 640. Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 652. 252 378. 382. 0643. In Krankheiten 644 se 462. 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655, 656. 7 Nach der Genefung 657. 274. Vorbereitung auf den Tod, und Troft für Sterbende 658 668. 247. 260 262. 268. 270. 282 287. Der sterbende Jungling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte für Sterbende 671. 672. Ginsegnung eines Sterbenden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim nne Tode guter Weltern 675. Beim Tode hoffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegatz ten oder eines Freundes 678. Bei Begräbnissen 679- 702. Auch 243. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278 287. 289. Um Trauerhause und me beim 3ug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. 691. 258. 260. 262. 679. 680. Am Grabe 681 Beim Grabe eines Verunglückten 692. Um Grabe 695. Am Grabe eines ver= Frühverstorbener 693 dienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost, und Gelübde auf Gråbern 698 700. Troft des Wies holdersehens 701. 702. dalg 600 pers 800 taon mh Th min 10-20 To a data uz sld og Just - - host 103 sad 2 Inshala and pol my szigondig are 814 114 8td ame 2308 Tact TAD OF EA 40 Ece sin od g() Allgemeine Lieder bei der öffentlichen Gottesverehrung. Bei dem Anfang der Gottesverehrung. omm, beiliger Geist! dich flehen wir: führ' uns, K und ner Gläubigen, und dir! Mit deinem Troft, o entzünd' in ihnen das Feuer Gott, verlaß uns nicht in deiner göttlichen Liebe, der unsrer letzten Noth! Erdu durch Mannigfaltigkeit barme dich! der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt bast, in Einigkeit des Glaubens! Halleluja! Halleluja! In eigener Melodie. 2 Schöpfer, Gott, Herr der Zeit und Ewigkeit, Vater der Barmher gigkeit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! In eigener Melodie. 3 Lob, Preis und Ehre Gott, Vater, Sohn und Geift, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm- erfüllet werden! Wie felig, wie begnadigt ist ein Volk, deß Zuversicht du bist! O Höchster, beinem großen Namen sei ewig Ruhm und Ehre! Amen! Erhör' uns, Gott! Erhör' uns Gott! 2. Chrifte, aller Welt Licht, unser Heil und Troft und Zuversicht, du Gottes ew'ger Sohn, ach, unfer Mittler vor des Höchsten Vor der Predigt. In eigener Melodie. Thron, Heiland! brünftig 4 Liebster Jefu, wir find feufzen wir zu dir! Er barme dich! hier, um dein göttlich Wort zu hören; lenke Sinnen und Begier zu des A Him3. Peiliger Geift, dich, 2 Allgemeine Lieder. Himmels beil'gen Lehren, Leid und keine Freude uns daß das Herz jeßt von ber von biefer Liebe scheide! Erde ganz zu dir gezogen werde! 90 to In voriger Melobie. 2. Dieſes Lebens Wiſſen. 6Demuthsvoll komm ich zu dir, im bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht dei nes Geiftes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet! Lehr' aufs Wort uns glaubend merken: laß es uns zur Tugend stärken.. fie zu verehren, Vater! ach verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weisbeit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel fübren. 3. O bu Glanz der Herr- 2. Ach gib, daß dein thenlichkeit, Licht vom Licht aus res Wort meine Seele ganz Gott geboren, dir sei unser durchbringe, und in mir, Herz geweiht, dir zum Tem o Herr, mein Hort, Frucht pel auserkoren! Lenke du zumt ew'gen Leben bringe; Gebet und Lehre, und zum gib, daß es mich mächtig tärke zur Vollbringung gus Seil und dir zur Ehre. ter Werke. 5 h Mel. Liebster Jesu wie sind hier err! vor beinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach verwirf das Fleben nicht, das dein Volk dir, Höchfter, stammelt! Hör' auf unfre schwachen Lieder und fieb gnädig auf uns nieder. 2. Eaß das Wort, das hier erschallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unfre Seelen bringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrthums Nacht zerstreuen! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vorschrift üben, dich und den, den bu gefandt, Jesum ChriAum, herzlich lieben; baß kein 3. Laß es feyn mein Troft, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine starke Zuversicht, wann sich Zwei-. fel in mir regen; meines Herzens höchste Freude, wann ich von der Welt einft scheide. Met. Vom Himmel tam der Gott! du bist mein 70 Preis und Ruhm: mein Herz sei ganz dein Eigenthum! Laß mir den Sonntag bheilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weihn! 2. Gib, das ich mein Gemüth bewahr, wann ich mit deiner Chriftenschaar zu beie nes Hauses Stätte geb, und so mit Ehrfurcht vor dir feb. 3. Fr. bei der öffentlichen Gottesverehrung 3 3. Erinn're felber meinen Bei dem Schlusfe der Geiß, daß du mir gegenwär öffentlichen Gottesvertig sei'ft, damit ich deines Wortes Lehr' mit Andacht ehrung. und mit Nußen hör'. alles tief in's Herz hinein, und laß mich 9 Hanten vir, daß Mel. Liebster Jeſu! wir sind öchfter Gott, wir nicht blos Hörer seyn; steh fei. In p mir mit deiner Gnade bei, du uns dein Wort gegeben; daß ich des Wortes Thäter hilf uns ferner, daß auch wir nach demselben beilig leben; gib dem Glauben solche Stärke, daß er thätig sey durch Werke. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr' mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sei deinem Dienst und Ruhm geweißt! Mel. Herr Jesu Christ, dich 80 er du ftets unfre Zuflucht bist, sei mit den Deinen, Jesu Chrift! send' uns den Geift, der uns regiert, und uns den Weg Zur Wahrbeit führt. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leitet uns des Lebens Bahn. 3. Halleluja; einft fingen wir, Gott, heilig! heilig! heilig! dir, und schauen bich in deinem Licht, von Angeficht zu Angesicht. and 2. Uns, o Vater! lepreft du, was wir thun und glauben sollen; schent uns deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen, und zum: Wollen das Vollbringen, so wird alles wohl gelingen. 3. Gott sei Preis und Dank gebracht! Auch jeßt haben wir vernommen, was uns fromm nnd weise macht, Gottes Wort, den Troft der. Frommen; Lehren, die zu guten Werken unsern schwachen Glauben stärken. 4. Unser Gott erhört Gebet, gibt uns seinen Vatersegen. Wer nur seine Wege geht, findet heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig feine Wege wallen! 5. Unsern Ausgang fegne 212 Gott Von Gott, dessen Wesen 4 Gott, unsern Eingang und Geschäfte; er fei bei uns in der Noth, er verleih' zum Erste Abtheilung. Guten Kräfte, daß wir, feines Himmels Erben, ihm nur leben, ihm nur sterben! Lieder über die christlichen Glaubenslehren. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften Daseyn Gottes. weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? von 4. Nein, wahrlich nicht ohngefähr entstanden Himmel, Erd' und Meer; so konnte nichts entstehen! Nur du, Gott, schufeft die Natur, und einzig deine Kreatur ist Alles, was wir sehen. Mel. Kommt her zu mir, Per könnte zwei 102 feln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. Zu sichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ihn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 2. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ordnung, die entzückt, im GroBen wie im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sich zu einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nußbar seyn, daß die sich ihres Dafeyns freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre 5. Du bist's, der die geschaffne Welt in ihrer Ordnung stets erhält, mit Weisheit fie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath, auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Werk Erd' und Himmel ist! Nnn ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche und Eigenschaften. sche Ziel nun nicht vergeb. lich streben. 7. Mein Sehnen nach Zufriedenheit, mein Durft nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun geftillet, wenn nur zu dir mein Geift sich hält und nicht die schnöde Luft der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude seyn, dir Gott, mein ganzes Herz zu weibn, zur Ehre dir zu leben. Du wirft mir dann in jeder Noth hier reichen Troft und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 11 9 er und keiner mehr. Frohlockt ihm alle From men! Wer ist ihm gleich? Wer ist, wie Er, so herrlich, so vollkommen? Der Herr ist groß, fein Nam' ift groß, er ist unendlich, grenzenlos in seinem ganzen Wefen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer frebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer feines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eb noch die Erde war, war Er, noch cher als die Himmel. 5 3. Um feinen Thron her ftrömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet: ihn fassen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er bleibet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werke Wundern. 4. Wo wären wir, wenn feine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weisheit und Verstand, und Kraft und Stärke; feine Hand umspannet Erd' und Himmel. 15. 3ft er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? hüllt in sterniß, was ihr beginnt; er- fieht's gewiß, er sieht es schon von Ferne. 6. Wer schüßt den Weltbau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig breitet sich dein Fittig über Alle. Du bist voll Freundlichkeit, voll Huld, barmherzig, gnädig, voll Geduld, ein Vater, ein Verschoner. 7. Gerecht bist du, bift heilig, gut, und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergilist mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, bift 23 Von Gott, dessen Wesen 6 bift felig, wirft es ewig seyn, ber Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdieneft Lob and Dank, du nur Gefang und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgefang, ihr alle feine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ift, wie er, fo herrlich, so vollfommen? Mel. Mein erst Geschäft sei Breis 12 ist nur Einer im Himmel und auf Erden. Nur fein allmächtiges Gebot und 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig soll's kein Andrer seyn, von dem ich Heil verlange. 5. Dich preift entzückt der Himmel Heer; es fennt nicht deines Gleichen! Nur du bist Gott, sonst keiner mehr; follt ich von dir je weichen? 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr als hier in beiner Größe schaue.gif] inst 3 DE did not Majestät und Größe Gottes. madogol bivsim In eigener Melodie. 13 Schwingt, heilige werden. von der Erdemlos! Gott frei von allen Schranken, ist 2. Was er erschuf, das kann allein durch seine unaussprechlich groß. Kraft bestehen; will er, die Lobsinget Gott lobfingt Welt soll nicht mehr seyn, vor seinem Angesicht! Er so muß die Welt vergehen. wohnt in einem Lichte, zu 3. Mit Allgewalt und dem kein Auge dringt. Majestät ift er nur Welt- 21 Kein Sinn fann ihn regierer; der Sterne, die er ausgefät, und unsers Lebens erreichen keinendlicher Verstand; was kann sich übrer.no ipm vergleichen? wer bat 4. Groß ist sein Name, mit der That, kann er's der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath! wer sollte dich nicht preisen? in ganz erkannt? Macht euch von ihm tein Bild, der aller Welten Kreife, zu feinem ew'gen Preife, mit Herrlichkeit erfüllt. 3.4 Die Sonn' in boher Ferne mag ftrablenreicher glühn; glänzt heller noch, ihr Sterne, was seid ihr gegen ihn? 3hr feid mit eurer Pracht in eurem schönSanta fren Lichte, vor seinem Anges und Eigenschaften. 7 begreifen fönnen. D flöße meinem Geifte die tieffte Demuth ein, und laß mich fiets vor dir voll Ehrerbie= tung seyn. 2. Du höchste Gut, du weißt von keinem Leide; höchst selig in dir selbst, schmeckt du vollkommne Freude. Dein ift die Herrlichkeit; auch ohne gefichte nur Schimmer sei ner Macht. 4. Wie sollen wir dich nennen, dich Vater der Natur? Was wiffen wir? Vir kennen Hülle nur. Der Weifen Scharf: finn fleigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der flügste Meifter, er glaubet nur und schweigt. 5. Lebenon dir strömt alles Kreatur bist du dir selbst geGeift; Du haft die Kraft gegeben dem Engel, der dich preift. In deinem Heilig thum ertönen Lobgefänge in feiner Brüder Menge, zu deines Namens Ruhm. no 3. Du riefft dem, das nicht war, um Luft und Seligs teiten aufs mannigfaltighe rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Berstand und Rath find dein: 6: Stimm in der Engel und du gebraucht fie gern, Chöre, o meine Seele auch; zu fegnen, zu erfreu'n. fet, voll von Gottes Ehre, 4. Du sprichst, und es bu, seines Obems Hauch! geschiebt. Auf dein allmächWie groß ist dein Beruf! Auf, widme brine Kräfte dem würdigften Geschäfte, mozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet thu, Secle', bet ihn in Wahrheit an! Liebst du bes Herrn Be feble, wie selig bist du dann! Er hat unfterblichkeit und Seligkeit und Leben; das Alles wird er geben, bem, ber sich ganz ihm weiht. tig: Werbe! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit beinem kräft'gen Wort trägft bu die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmöglich fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erbe Majestäten sind, Höchster, vor bir Staub; auch Geifter fannst du tödten. Wen du erniebrigefst, Gott, wer kann den erhöbn? wen du erhöhen 14 2nbetungswürd'ger willst, des Hoheit muß beftehn. Mel. Nun banket Alle Gott Gott, mit Ehrfurcht fets zu nennen, du bist unendlich mehr, als wir 6. Du bift es, der allein Unsterblichkeit befißet, der Le 8 Von Gott, dessen Wesen Leben giebt und nimmt, der Mel. Freu' bich sehr, o meine unsern Obem schüßzet; den 15 Höchfter, wer ift's, Geift, der in uns lebt, den haben wir von dir. Willst du, so wird er nichts, doch du bleibst für und für. 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat bich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen bu mit Huld auf deine Schöpfung blickst, und Alles, was da lebt, mit Seligkeit beglückft. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wesen wissen, das hast du selbst zu vor uns offenbaren müssen. Die Schöpfung zeugt von dir; und deines Sobnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, Deine Liebe fund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen: doch wird die grobe Hüll' dereinst hinweg genommen, die, Unbegreiflicher! bich unserm Blick verschließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bift. 10. Indeß sey auch schon Hier dein Ruhm von uns befungen. Verschmäbe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht sichen, ein beß rer Preisgefang dich, großer Gott, erhöhen. Was sind Engel? was bin ich? Du, an den kein Seraph reichet, wer, ach! wer begreifet dich? Niemand war und Niemand ist, was du warft und immer bift. Wer ersteigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu seben? 2. Unerschaffner, Erster, Bester, Schöpfer, Vater der Natur; bu, der höhern Geister Größter, Gott der Menschen, Gott der Flur! du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkft von Wer verkennt Ewigkeit. bei dem Gedanken seiner Einsicht enge Schranken? 3. Du, der Ursprung aller Gaben, und Beherrscher jeder Welt, über Alles boch erhaben, was ihr Umfang in fict hält, du bist unveränderlich, Alles, Alles, blos durch dich. Nur in deines Reiches Gränzen sehn wir deine Wunder glänzen. 4. Ja, du wohnst in einem lichte, das fein Mensch durchbringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet felbft der Engel an. Kein Erschaffner fiehet ganz deiner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Tiefen finden, wer's versucht, fie zu ergründen. 5. Den und Eigenschaften. 5. Dennoch soll mir meinen Glauben, daß du bist, und auch für mich, nie der Thor und Spötter rauben, der vom Tugendpfade wich. Sei gleich unerforschlich mir; dennoch bleib ich fiets an dir. Welten finds, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. 9 5. Mein eigner Geift kann fich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig fteben. Erforsch' ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so genüge mir davon dein Unterricht! In eigener Melobie. 16 Erhabener Gott! was reicht an deine Größe? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß du unendlich bist, und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann kommen. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt, und über alles gebt. 3. Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes Wefen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ift viel zu hoch für menschlichen Verstand von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? mache mich von solchem Dün frei, daß mir dein Wort bes Glaubens Nichtschnur sei. 6. Von dir, burch dich zu dir sind alle Dinge; gib. daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ich's nicht, wie du die Welt regierft, so sei mir's g'nug, das du mich felig fügrst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren, einft werd ich mehr von deinem Reth erfahren, wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und treu dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle: zufriedensei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führft. 9. Dann werd ich dich im hellern Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen' Herr! du bift groß, und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht and Rath. In eigener Melodie. ott mein Lied! 17 Gris der Gott der Stärke; groß ist sein Nam', und groß find seine Wer 5 Bon Coit, dessen Wesen 10 Werte und alle Himmel fein Gebiet. 2. Er will und sprichts! so find und leben Welten. Und er gebeut; so fallen durch sein Schelten die Himmel wieder in iyr Nichts. 10. Nichts, nichts ift mein, das Gott nicht anges höre. Herr! immerbar foll deines Namens Ebre, dein Lob in meinem Munbe seyn! 11. Wer kann die Pracht von deinen Bundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden laffen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 3. Licht ist sein Kleid, und feine Wahl das Beste. Er herrscht als Gott, und sei nes Thrones Feste ift Wahr: 12. Der kleinste Halm ift heit und Gerechtigkeit.deiner Weisheit Spiegel. 4: Unendlich reich, ein Du Luft und Meer, ibr Meer von Seligkeiten; ohn' Auen, Thal und Hügel, thr Anfang Gott, und Gott in fepd sein Loblied und sein ew'gen Zeiten! Herr aller Pfalm.s Welt wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd' und Meere, das tennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, baß ich sicher rube; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sigest oder geheft. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöbest: so ist er allenthalben da. frazado 13. Du tränfft das Land, führst uns auf grüne Weiden; und Tag und Nacht und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; follt' ich mein Herz nicht mit dem Tröße fillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Jf Gott mein Schuß, will Gott mein Retter werben, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete felbft der Hölle Truß. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß wie oft ich Gutes Ewigkeit und Unveränthu und feble, und eilt mir gnädig beizustehn. derlichkeit Gottes. Mel. Liebster Jesu, wir find 9. Er mog mir dar, was er mir geben wollte schrieb 18 Gott be bift von Ewigkeit, auf lang leben sollte, da ich noch unbe- bein herrlich großes Wesen reitet war. Rändert sich zu keiner Zeit. Du 11 Du bleibst stets, was du gewesen. Laß dieß meinen ner Seelen nie an wahrem Wohlheya fehlen. Geift beleben, ehrfurchts- 7. Ero und Himmel wird voll dich zu erheben! 12. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein bohes Wesen; Was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleiben müffen. Nie mals kann dein Ausspruch fehlen Laß mich ihn zum Leitstern wählen. vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich fann ich beftehn. Deine Hand wird mich umfaffen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine Freude. 3. Herr! du bist kein Menschentind, daß dich et was reun sollte; immer bleibft du gleichgefinnt. Was dein Ratbichluß vors mals wollte, willst du noch. O bilf uns allen thun nach dag 8. Laß mir doch zu jeder Zeit, Herr des Himmels und der Erden! diefe deine Ewigkeit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen und mein Glück auf dich zu bauen. beinem Wohlgefallen! 19 Hvie Zuflucht aller Mel. Erhabner Gott err Gott, Zeiten, denn du bist Gott in allen Ewigkeiten. Du warft es schon eh Erd' und Him mel ward, eh noch dein Arm fie uns geoffenbart. 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenkinder? Staub find vor dir der Seilige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Da, Höchfter, du nur bleibest für und für. und Eigenschaften. 4. Sünden bleibst du ewig Feind; wehe denen, die sie lieben. Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin schon auf Erden deinem Bilde ähnlich werden. 5. Deine Worte trügen nicht. Ta bift ewig der Getreue, der du hält, was er verspricht. O daß dieß mich ftets erfreue: Laß nur dei nen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleis ben. 3 Du haft vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel wäbret ausgebreitet. Doch sie vers Mohl mir, gebn, veralten wie ein Kleio; du aber bleibst in alle Ewigkeit. 4. Es werden noch bie 6 Hims 6. Stets it Wohlthun baine Eust: ewig deine Liebe. wenn ich auch mit Eust mich in deinem Willen übe! Dann, o Herr, wirds mei 12 von Gott, dessen Wesen Simmel und die Erden, wie auch nie, fich gleich zu ein Gewand, von dir ver- seyn, der Himmel und der wandelt werden, du bleibeft, Erden. wie du bist, denn welche Zeit umgrenzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 4. Gott, mit dir unverän derlich, bezeugte deine Weisheit fich Geschöpfen, die da waren, und wird den Welten, die du schufft, sich ferner offenbaren. 5. Ob Felfen weichen, Berg' ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt beiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 5. Das ist der Troft, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßeft sie mit deiner star ken Rechte, du läßt ihr Herz fich ewig deiner freun, und bleibst ihr Gott; denn fie find ewig dein. 6. Das sei mein Troft, in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, kein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. Mal. Ich freue mich, mein Gott 20 o wie du bift, so warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefft zu seyn, um deine Macht und Güte zu erfahren! 2. Du wirst auch seyn, so wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer krönen, die wir bier um deinen Himmel ftreiten! 3. Bon Ewigkeit zu Ewig felt fann deines Wesens Herrlichkeit fich selbst nicht 6. Was zaget denn mein Herz in mir; was flag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dieß Leben mir verfließe? 7. Was flag ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Missethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sei vor deinem Angesichte? 8. Was flag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben? Haft felber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und ewig, ewig wirft bu's seyn. Von dir kann mich nichts sabeiden. Die Welt vergeht mit ihrer Luft; nicht du und Allungleich werden: bedarf beine Freuden. und Eigenschaften. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf Christenmensch. 21 Nie ie bist du, Höchfern: du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deine Rechte schüßet mich. 2. Was ich gedenke, weisfeft du; du prüfeft meine Seele. Du siehst es, wann ich Gutes thu; du sieht es, wann ich feble. Nichts, nichts fann beinem Aug' entfliehn; und nichts mich dei ner 3. Wann ich in stiller Einfamkeit mein Herz an dich ergebe und über deine Huld erfreut, lobfingend dich er hebe: so börst du es, und ftehst mir bei, daß ich dir immer treuer fei. 4. Du merkst es, wann des Herzens Rath verkehrte Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet, so weißt du fie, und ftrafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seufzern zu, daß Hülfe mir erscheine. Vell Mitleid, Bater, zähleft du die Thränen, die ich weine! On fiehst und wägest meinen Schmerz, und stärkft mit deinem Troft mein Herz. 13 6. O drück, Allgegenwär tiger! dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr! mein Herz zur heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sei. 7. Laß überall gewissens haft nach deinem Wort mich handeln: und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln! Daß du, o Gott! ftets um mich sei'ft: das tröst' und beßre meinen Geist! In eigener Melodie. 22 Allgegenwärtiger! verborgen, wo ich bin, wollt' auch auf schnellen Schwingen mich an die fernsten Meere hin die Morgenröthe bringen. 2. Flieg' ich zum Himmel hoch empor, mich unter seinem Sternenchor im Glanze zu verstecken; so bist du da, ziebst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsternis, das Grab; du. bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. 4. Der Alles schuf, ift überall: o fürchterlicher Donnerschall in aller Sünder Obren! Sie fürchten A7 fei Von Gott, dessen Wesen 14 feinen Ueberfall: nun zit tern fie, die Thoren.dk 5. Der Gott des Himmels ift so nah, das heiligste der Wesen fay, was wir im Herzen dachten; was in gebetmer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 6. Wir Thoren baben wohl gedacht, du würdest uns, Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umfonft! Gott wacht um uns, er wacht mit allen feinen Schrecken aliraft 17. Noch keines Herzens böfer Nathy ihr Sünder, keine schnöde That in seinem Aug entronnen. Er kennet den geheimen Pfad des Staubes und der Sonnen. 8. D gehe nicht, Herr, ins Gericht, wann wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte bandeln! Laß uns vor deinem Unge ficht in frommer Ehrfurcht wandeln! Mi 9. Daß deinem Blicke nichts entfliebt, was war und ist, und einft geschieht, fei meine Ruß und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und siebt, der weiß auch, wann ich leide. weit, als felbft bein Wollen reichet. Nichts ist, das deis ner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär? 2. Du spricht, und auf dein mächtiger Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du fübreft deinen Rathschluß fort bei allen Hinderniffen. Wenn du gebeutft, fo fiebt auch da, was noch zuvor fein Auge fab norge 3. Du haft dein großes Schöpfungswert allmächtig ausgefübret. Es bleibet ftets bein Augenmerk, und wird durch dich regleret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht fie erhält.did 4 Die Größe beiner Thaten zeigt, daß, Schöpfer, dein Bermögen weit über alle Kräfte feigt, die die Natur bewegen. Du bleibt ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch eich entstand. 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug nicht feben, wann nach der langen Grabesnacht die Torten auferstehen, wann du von unserm Staub den Reft zu neuen Körpern werben läßt. Allmacht Gottes. In eigener wielobie. 6. Allmächtiger! erstaunt err! beine All fall' ich vor deinem Throne 23 reicht niever; mein blöver Geit DIT und Eigenschaften. verlieret sich, und fallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. D, schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf' und Troft verspricht, wenn man auf dich nur bauet, auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. nu TO CON U u Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, bu frommer Gott 24 mi err, du erforschest mich, bir bin ich unverborgen; du lennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits be kannt, eb' der Gedanke noch in meiner Seel' entfland. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wisseft. Du schaffest was ich thu; du ordneft, du beschließeft, was mir begegs nen soll. Erstaunt seb ich auf dich, wie groß ist bein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du. Höchfter, da; fübr ich zur Tief' hinab, auch bier bist du mir uah. 15 4. Nehm ich auch, schnell zu fliehn, die Fittige vom Morgen; felbft an dem fernRen Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da umschlösse mich doch deine Allmachtshand, denn du bist überall und dein ist jedes land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sei um mich, mich zu decken! so sucht ich doch umsonst mich vor dir zu verstecken; denn auch die Finfterniß ist vor dir belles Licht; die Nacht glänzt, wie der Tag vor deinem Angesicht. 6. Du warst schon über mir, in meiner Mutter Leibe; bu bildeteft mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meiner, eb ich war, schon väterlich gedacht. 7. Du kanntest mein Gebein, eh ich ans Licht gekommen, da ich im Dunkeln erst die Bildung angenommen. Dein Auge fab mich schon, eh ich bereitet war, und metner Tage Lauf war dir schon offenbar. 8. Was für Erkenntniſſe, für köstliche Gedanken! Uns zählbar sind sie mir, denn sie find ohne Schranken. Mi Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer! sebn, bir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erþöbn. 9. Ers Von Gott, dessen Wesen 16 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ich's meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von Außen fcheine? Sieb, ob mein Fuß vielleicht auf falschem Wege geht, und leite mich den Weg, der mich zu bir erhöht. Mel. Wie groß ist bes Allmächt' gen Güte 25 Do find die Weifen, die mich lehren, wie unfer Gott allwissend ift? Wer kann mir Forfchenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer kennet ihn von Angefichte? wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Be kennt's: Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein sterblich Ange dringt 2. Könnt? ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller Seelen von ihrem erften Ulrsprung ber; so wär ich weiser, als auf Erden ein Mensch ift, als am Strom des Lichts vielleicht selbet Engel jemals werden: doch wüßt ich gegen Gott noch nichts. dem, der dich kennet, unend. lich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Smit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in dem du wohnest, schau ich mit heiliger Begier, du fieh' es gnädig und belobnest mit Weisheit meinen Blick nach dir. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke fiets: Gott kann mich finden, wie tief verborgen ich auch sei. Vor ihm kann keine Nacht mich decen, tein falscher Schein betrüget ihn. Mich würde stets sein Daseyn schrecken, könnt' ich gleich aus der Welt entfliehn. 6. Wer kennet ſeines Herzens Tiefen? wer darf, o Gott, sich selber traun? Allwissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein Herz durchschauen. Erblickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn, und laß mich einft am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! 3. Nichts gegen ihn, der fie durchschauet, die Tiefe der Unendlichkeit und jede Welt, die er gebauet und jeden Punkt der Ewigkeit. O du, der Alles weiß und nenWeisheit Gottes. Mel. Wer nur ben lieben Gott net, was ist, was werden 26 Du weifer Schöpfer All und Alles weiß, erkennt, versteht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach seiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maaß, Ziel und Regel vor. 2. Die vielen wundervol len Werke, was unsern Augen fern und nah, fteh'n als Beweise deiner Stärke, als Zeuge deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau macht's bekannt. 3. Mit eben diesen Meis sterbänden, mit welchen du die du auch an allen Enden, 27 Une immer meinerforschlich fet 0 was dein Verstand hervorgebracht. Du brauchft, unerschaffnes Licht! der Menschen Nath und Beiftand nicht. nes Gottes Weg und Nath, und die Nacht ſei ohne Schimmer, die mich bier umschattet hat: doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheine, weis und gut. 4. Was du zu thun dir vorgenommen, krönt auch, sobald du willst, die That; wenn taufend Hindernisse kommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. 2. Sollt' ich meinen Gott nur loben, wenn ich feine Absicht seh? Pflicht ift's, ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht versteb! Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll ein Vater unterlassen, was dem Kinde Thorheit ist? Kühner Tadler! Engel faffen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glauben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt' Eigenschaften. 17 6. O Weisheit! decke meiner Seele die angeborne Thorbeit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 5. Die Menge so ver fchiebner Willen, wo jeder feinen Weg erwählt, muß doch den Deinen bloß er füllen, der seines Zieles nie verfehlt, und aller Feinde ftolzen Wahn als Unvernunft beschämen kann. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geist muß die die Ehre geben, daß du auf's Beste mich regiert: o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! mel. Gott des Himmels und der Erde Von Gott, dessen Wesen 18 4. Sollt' er zu Regiererinnen seiner Werke, feiner Welt meine Lüfte feßen? finnen, ordnen, thun, was mir gefällt? Wohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thöricht Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilger ftande fei mein Theil Zufriedenheit; dort in meinem Vaterlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel sepn. 6. Wenn du auch auf rauhen Wegen wandelft, ach! so klage nicht. Was hier schmerzet, roirb dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort Licht, und ich faff erft Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. gim Heiligkeit und Gerechtigfeit Gottes. Met Fren' bich sehr, o meine 28 ott! Angesichte nur ein reiner Wandel gilt; ew'ges Licht, aus deffen Lichte ftets die reinste Wahrheit quillt; deines Namens Heiligkeit werde fiets von ans gescheut! Laß fie uns boch träftig bringen, nach der Heiligung zu ringen! 12. Heilig ist bein ganzes Wesen, und kein Böses ist an bir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadelbaft, ist gut; und mit dei nes Armes Stärke wirkft du stets vollkommne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Rur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad' und Huld erfreun. Wer bebarrt in feis nen Sünden, kann vor dir nicht Gnade finden. Bud 4. O! so laß uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff' in uns stets reine Herzen; tödt' in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist beilig, aber wir sind verderbt, und wer fann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 45. Und von Sünden zu erlösen, 1 gabft du deinen Sohn O! so reinige vom Böfen unsern ganzen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geift, daß er unfern Geift regiere und uns zu dem Himmel fübre. 6. Jede Reigung und Begierde, jede That ſei dir geweißt! Unsers Wandels größte Bierde fei rechts schaffne Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wird mund Eigenschaften. wirft du, Herr! nur bie erheben, die im Glauben heilig leben. t Mel. Schon ist der Tag von Gott gerechter Gott; 29 richt muß alle Welt fich stellen; du wirft in ihrem Angeficht auch mir mein Urtheil fällen. O! laß mich jebe Sünde scheun, und hier mit Ernft befliffen seyn, vor bir einft zu bestehen. 19 5. Doch dem, der dich o Gott! nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gefeß und Recht entweißt, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend, fensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 4. Du liebst, was recht ift, Herr! und gut, bu bift ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut; wird von dir aufgenommen. Sein Tugendfleiß gefällt dir wohl, ift er gleich nicht, fo wie er soll, ganz beilig, ganz vollkommen. Ar 6. Bleibt hier viel Böses unbeftraft, viel Gutes unbes lohnet: so kommt ein Tag. der Rechenschaft, der feines Sünders schonet. Da zeigest du im bellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht: dann triumphirt der Fromme. Gerechter Gott! laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die kraft bazu, es willig auszuüben! Regt sich die Sünde noch in mir, fo stärke mich die Furcht vor dir, daß ich fie überwinde! 2. Du siehst von deinem hohen Thron berab auf bei ne Kinder, bestimmteft jedem feinen Lohn, dem Frommen 7. und dem Sünder Nicht fiehst du die Personen an; auf das allein, was wir getban, fiehst du, gerechter Richter. GAP 3. Das Vorgefühl der Seligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßeft fie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So feit Gottes. zeigest du vor aller Welt, HG 301 fällt, den man der Tugend daß dir der Eifer wohlges widmet.tsp Treue und Wahrhaftig30 N Wort gebrochen, Mel. Wer nur ben lieben Gott nie nie deinen Bund, o Gott! verletzt. Du hältst getren, was bu versprochen is volls führst, was bu bir vorgeſeßt. Wenn Erd' und Himmel auch vergebn, wird ewig noch dein Wort beftehn. 2. Du bift kein Mensch, daß dich gereue, was uns bein Von Gott, dessen Wesen 20 dein Wort verheißen hat; Mel. Gott des Himmels und nach deiner Macht, nach deis 31( a) eicht, ihr Berner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so kömmt sie doch zur rechten Zeit. ge, fallt, ihr Hügel, brecht, ihr Felsen, ftürzet ein! Fester wird als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue seyn, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ift Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; feine Treue bürgt dafür. Erd' und Himmel mag vergehn; was er zusagt, muß geschehn. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht: so wird wenn du Vergeltung übeft, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer hier verleget feine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 4. O brücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deinem Wort fich scheut; gib, baß ich nie leichtsinnig Scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir gewagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit feftem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer kann den Troft uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht feft; wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dieß, o meine Secle, und traue Gott, der's treulich meint. Sei flets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Freund, der Lügen Feind, beweise dich, als Gottes Kind, dem Treu und Wahrheit heilig find. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüglich ift die Welt! Meinent Gott will ich vertrauen, der, was er gelobt, auch bält! Er, ein Feind der Herchelei, ist wahrbaftig, ift getreu. 4. Dräut die Welt mir, mich zu bassen, und verfolgt mich, will ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarmt doch meiner sich. Denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten, und verbirgt sein Angesicht, läßt mich rufen, läßt mich schmachten; so vergißt er mich doch nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört; ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem und Eigenschaften. nem Gott nur werth. Er, der meinen Kummer ftillt, bleibt mir immer Sonn und Schild. 7. Er, der Herr ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Troft genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zuflucht seyn; sollte nicht mein Herz fich freun? 8. Ihm allein will ich vertrauen, will auf diesem Felsen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen; was er fagt, wird er auch thun! Erd' und Himmel mag vergehn! Ewig wird sein Bund bestehn. In eigener Melodie. 31 6 ott is getreu! Sein Herz, sein Vaterherz verläßt die Sei nen nie. Gott ift getreu! Im Wohlieyn und im Schmerz erfreut und schützt er fie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge! fallt, ihr Hügel; Gott ist getreu. 2. Gott ist getreu! Er ist mein treuster Freund! Dieß weiß, dieß hoff ich fest: ich bin gemiß, daß er mich keinen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich, nach ſeinem Bunde, in meiner Prüfung trübfter Stunde. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er 21 sendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Lee ben weift, so irr' und gleit' ich nicht. Das Lafter foll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen, Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübsal ift's; mein Vater beffert mich durch Alles, was er thut. Die Trübfal gibt Ges duld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weifem Plan, im Wechsellauf der Dinge zum Gewinn des ew'gen Heils binan; vergibt mir gnädig meine Sünden, und läßt mich Troft durch Chriftum finden! Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück fie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich stillt er alle Klagen. Gott ist getreu! pl 7. Gott ist getreu! Mein Herz, was fehlt dir noch, dich Gottes fets zu freun? Sei Gott getreu und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Ärglift seyn. Selbst falscher Menschen Neib und Tücke Von Gott, dessen Wesen 22 Tücke gereichen mir alsbann zu Glücke. Gott ist getreu! 8. Gott ist getreu! Ver giß, o Seel', es nicht, wie zärtlich freu er ist! Jbm treu zu seyn, sei deine liebste Pflicht, weil du so werth ihm bist! Halt fest an Gott, fei treu im Glauben! Laß nichts den starten Troft dir rauben: Gott ift getreu! mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sebn wirft, wie er ift. Du haft ein Recht zu diesen Freuden, durch Gote tes Güte find fie dein. Auch darum mußte Chriftus leiden, damit du könnteft felig seyn. 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Gute nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gebn? Sein Will' ift mir in's Herz geschrieben; fein Wort bestärkt ihn ewigIn eigener Melodie. 32 Wie groß ist des All. lich. Gott soll ich über Alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich. mächt'gen Güte; ist der ein Mensch, den fie nicht rührt? der mit verhärtetem Gemüthe ben Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermes fen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr bat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch feiner nicht, 2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewisfen? Wer gibt dem Geifte neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? 31's nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geift! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bift; wo du, abus Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. 5. Dieß ist mein Dank, dieß ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang ich dieß Gebot erfülle, ftell' ich sein Bildnis in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt fie mich zu ieder Pflicht! und ob ich schon aus Schwachheit feble, berricht doch in mir die Sünde nicht. 6. O Gott! laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, fie leite mich zur Zeit des Glücks, und fie befieg' in meinem Herzen die Furcht des leg ten Augenblicks. SORET. 23 Mel. Herzliebster Jesu aucht unserm Gott! feiten währet die Güte Gote tes jedem, der ihn ehret. 33 gro- benn auch Ser Güte, barmherzig und von: duldendem Gemüthe; will Allen Heil und ew'ge Luft gewähren, die ihn ver ehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unfern Sünden, und läßt verschonend uns das nicht empfinden, was wir, weil wir ihm unser Mel. Mein Gott, das Herz Perz nicht gaben, verschul- 34) Weift, Penn sich mein und Eigenschaften.os bet haben.p 3. Hoch in der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet werde, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Cutes üben. 4. Wem bleibt sein Antliß, wann er's sucht, ver borgen? So weit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unsern Herzen. 5. So zärtlich fich ein Bater seiner Kinder erbarmet, ſo erbarmt fich Gott der Sünder, wenn fie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewigauf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8 So werd ich ewig deis ner Huld genießen, so wird mein Leben sanft vor dir verfließen, so werd ich dort mit allen Engelchören dich fröhlich ehren. Almächtiger! der Menge ventt, womit du mich, mein Gott und Herr! so unverdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz so boch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heißer Dankbarkeit, nicht wie es danken soll. Gnaden 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht verborgen schlief, bestimmteft du, o Herr! mein Lvos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählft des Sterblichen Geschick, eb er geboren ist; und so ward ich, o welch eine Glück! durch die Geburt ein Chrift. 5. Schwach an der Brust, vernabmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigteft du des Weinens Ton bein Ohr gefällig bar. 6. Wann ich als Jüngling ( Jungfrau) von dem Pfad ber 24 Von Gott, dessen Wesen der Tugend mich verirrt: Himmel trübt, so wie am hat mich unsichtbar, Herr! Sonnenblicke. dein Rath oft wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schuß und meine Wehr vor Un glück und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr wie sie, zu fürchten war. 8. Ich fah, vor Krankheit bleich, burch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wann Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so Hoch mich liebst und mir, in wahrer Freundschaft Glück, mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr! ist nicht dieß Herz, das fühlen kann, dieß Herz, ganz dein, das dank bar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würd' ger mir vergehn, als, Ew' ger, bir zum Preis; ich foll frohlockend dich erhöhn, als Jüngling und als Greis. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noty, trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist ſelbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. 2. Ich seh's an jeder dunklen Nacht, wo auch kein Stern mir leuchtet: am Mond, wann er in ftiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 3. Jch seh's, wann Donnerwolken glühn, und Berg und Wald bewegen, ich seh's, wann fie vorüber fliehn, am fruchtbar sanften Regen. 4. Nicht nur, wann Frühlingslüfte wehn durch Land und junge Blüthe; nicht nur, wann reife Saaten stehn, seb ich des Schöpfers Güte; 5. Ich seb sie auch, wann tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh der Nord den Wandrer schrecket. 6. Ja, wie sie sich in der Natur allliebend meinem Blicke entdeckt, so seh ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Sch sehe sie nicht nur im Glück, bei dieses Lebens Freuden: ich seh' fie mit betbräntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst seh' ich ohne Thränen sie, noch beitrer, als die Sonne, und finge, frei von aller Müh, ihr Lob in ew'ger Wonne, In eigener Melodie. 348 lebt ein Gott, der Menschen liebt! Ich feh's, wohin ich Mel. Mein ganzer Geist, Gott blicke, am Nebel, der den 35 Gott, beß starte Hand die Welt ers und Eigenschaften erschaffen hat, und noch erhält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwa25 Erden, bis mir wird ber Himmel werden. Mel. Wer nur ken lieben Gott chen gnädig fort; und wenn 36 So weit, Serr! mein Gemüth von zu dir, o Gott, wende, ftreckst du Hände voll Erbarmen, und voll Wohlthun nach mir Armen. deine Himmel reichen, reicht deine Huld, die uns erhält. Eh' werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen fteht die Güte, die dein Volk erhöht. 2. Gott, dir ist kein Ges schöpf verborgen, nicht Eins vom Seraph bis zum Thier. Du würdigst Alle deiner Sorgen, fie danken Luft und Leben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn: bir, Gott! ist nichts zu groß, zu klein. 3. Mit frommem, freudigem Gemüthe, erheb' ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun dem Schatten deiner Flügel traun. 4. Mit welchem reichen Ueberflusse erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst in Allem zum Ge nusse so väterlich, so reich. lich aus. Herr! unsers Le bens Quelle fließt aus bir, der du das Leben bist.. 2. Sch ich den weiten Himmel an, so viel ich davon sehen kann; so seh ich beine Güte. Der Himmelstörper Lauf und Pracht, das Sternenheer, das du gemacht, erreget mein Ge müthe, mächtig, freudig, dir zu singen, die zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände Werke. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis find deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr! dazu bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deine große Güte. O heilige au beinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undant hüte. Laß mich, was ich bitt', erlans gen; dir anhangen hier auf beiner 38 5. Wir sehn, o Herr, in beiner Sonne den Schatten Hulb, bein Licht. Ente 26 Von Gott, dessen Wesen Entzench uns deiner Güte Mond und Sterne; fo bet Wonne, dein gnadenvolles ich dich voll Ehrfurcht an. Antliß nicht! Herr, deine Was ist der Mensch, raf ich Huld erfreue die, die dich alsdann, daß du dich sein verebren, segne fie. erbarmest! 3. Dein Auge schaut auf ihn berab, so geht er nicht 37 das ist er alverloren, nicht für die Welt, lein geboren; die Welt vergebt mit ihrer Luft; der du den Willen Gottes thuft, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wenn ich erwache, denk ich bein, und wenn ich schlafen gehe: denn du mein Vater, tannft verleibha, um was ich kindlich flebe. Drum seufz' ich findlich stets zu dir: Herr, was mir nüßet, schenke mir, um deiner Güte willen! Mel. Herzliebster Jefu ott ist die Liebe! beglücken! Dieß ruft uns Alles zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und trübe: Gott ist die Liebe! 2. Gott ist der Menschen Bater, und ich fände, selbst wenn ich an dem Saum der Erde stände, selbst, wenn ich in die tieffte Gruft mich grübe, dich, Gott der Liebe! 3. So fei es denn mein höchstes Ziel auf Erden, dir, Geist der Liebe, ähnlich hier zu werden! der heißeste, Diet. Herr, wir fingen, beiner der erste meiner Triebe sei 39 Hoten Triebe! Menschenliebe! froßen Mel, G8 ist pas Seil uns 38 Wi Wie viele Frenden dank ich dir, die du mir, Herr, verlieben; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden schon verziehen! O Gott, voll Langmuth und Geduld! noch täglich häuf ich meine Schuld, und deine Liebe währet. 2. Bedenk ich, Schöpfer deine Macht, blick ich in jene Ferne, und überseh des Himmels Pracht, und Sonne, Der Gott des Himmels ift die Liebe! Er ist's in alle Ewigkeit! O wo fann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig fegnet und erfreut? Wer bin ich, Herr! vor dir? Nur Bammeln kann ich hler: Liebe, Liebe! Rein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja felbft der Engel faßt es nicht. 2. Wundervoll find deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meine Seele beuget sich. Aber beine Uni, Biol. Gressen und Eigenschaften. 27 deine Liebe thronet da auch, und empfinde, daß du, Erwo Macht und Weisheit wohnet, ich seh es und er hebe mich. Was ist's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als Liebe. Der kleinste Wurm, der Donnersturi, und Alles, Alles preifet fie! 3. Huldreich riefft du mich in's Leben, um hohe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich ber zu fireun. Seder Tag erzählt's dem andern: die Erde, wo die Menschen wandern, soll Vorhof ihres Himmels seyn. Ich fauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn deiner Liebe. Von dir geschüßt und unterstüßt, durchlauf ich fröblich meine Babn. barmer, mich noch liebst. Du haft Geduld mit mir, und lockft mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis. dir! den begnadigft du. ſei. 6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Sohn haft du gegeben, daß er ihr Seelenretter Weisheit kam mit ihm bernieder; er litt und starb für feine Brüder, und sprach ihr Herz von Aengsten frei. O Gott, was fühlt mein Geist! Wie staunt er nun, und preift deine Liebe! Dein Sobn erschien, du sandteft ihn! Wie doch haft du die Welt geliebt. 7. Gott, ich will dir folgfam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der so wie du beglücken kann? Einst umstrablet, gleich der Sonne, mich ewig, ewig Licht und Wonne, geh ich nur gern auf deiner Bahn. Dann schwebt mein Geift empor, und fingt im Sternenchor: Liebe, Liebe! O Herr der Zeit und Ewigkeit! Ich weiß das du die Liebe bist. 4. Trüben sich auch meine Tage; hinweg mit jeder Sammerflage! nur du, mein Bater trübeft fic. Licht ent. strömt den Dunkelheiten: du willst mur Segen mir bereiten, und Troft und Hoff nung fehlt mir nie. Vor dir entweicht der Schmerz, und froh erfährt mein Herz deine Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir beine Vaterhand. 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrs scher aller Welten, mir armen Erdbewohner gibt? Sünde bäuf ich oft auf 40 Mmuth und se Mel. Ein Lämmlein geht Dit welcher LangSünde, und dennoch seh ich B2 duld Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. 28 buld trägst du die MenschenFinder o Gott! Auch bei gehäufter Schuld trägst du bie frechen Sünder! Sie nahen dem Verderben fich; du siebft es, und es jammert dich das Elend dieser Armen. Daß fie demselben noch entfliehn suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn, aus innigem Erbarmen. In eigener Melodie. 2. Du gönteft ihnen Zeit 41 ler Belten Herrund Raum, noch in ihr Herz zu geben; du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege steben. Du schoneft fein von Zeit zu Zeit; verzieheft, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. O welche Langmuth und Geduld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich scher! Gott! dein ganz Gebiete ist ein Schauplaß beiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns Allen, die wir noch auf Erden wallen. Ja, sie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder. felbft die größ ten Sünder. vertrauen. 2. Dieser Langmuth Gröse läßt sich zwar empfinden; aber, wer fann sie ergründen? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit fo vicler Nachsicht dulden, und dabei doch so treu warnen, bie dich bassen: Herr! wer kann dieß faffen? 3. Doch du strafft nicht gerne; liebft nur unser Leben; Zeit zur Beßrung uns zu geben; dringt dich deine Liebe, zärtliches Erbarmen. Darum haft dut mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten, und nach Beßrung trachten. 4. O daß doch der Reichthum deiner Baterliebe uns jur Sinnesändrung triebe! Von Gott, dessen Wesen 3. Erbarmeft du dich schon so sehr selbst frevelhafter Sünder: so trägst du schonend noch vielmehr die Frommen, deine Kinder. Läst ihrer Tugend Eifer nach, und werden fie im Glauben schwach, und träg zu guten Werken: ío zürnft bu nicht; du dentft daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann, und eileft, fie au ftärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unfre Herzen rühren! Nie müffe beine Vaterbulb zur Sicherbeit uns führen! Ach, keiner häufe Schuld auf Schuld durch kühnen Mißbrauch deiner Huld! Nur Tugend sei uns Freude, damit uns in der Prüfungszeit der Neichthum deiner Gütigkeit zur wahren Befrung leite. und Eigenschaften. O daß wir voll Reue unfre Schuld bedächten, und wir willig folgen möchten! Unser Schmerz rührt dein Herz ,. Schulden, die uns fränken, gnädig uns zu schenken. 5. Dank sei bir, o Vater, daß du unsrer schoneft, loben. 29 nicht nach Verdienst uns lohneft. Stets noch ist uns Schwachen nöthig deine Gnade, selber auf dem Tugendpfade. Leit' uns doch damit noch, bis wir dich einst droben ohne Sünden Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott, Vater, Sohn und heiliger Geist. In eigener Melodie. 422 llein Gott in der Höh sei Ehr' und Dank für seine Gnade! Er forget, baß uns nimmermehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohl zu thun ist er bereit; er will nur unsre Seligkeit. Erhebet ihn mit Freuden. 2. Ja, Vater! wir erheben dich mit freudigem Gemüthe; du herrscheft unveränderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich groß ist deine Macht, und was fie wirkt, it wohlbedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. O Jefu Chrift, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmels thron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Tod: erbarm dich unser Aller! 4. O heiliger Geift, bu Geift von Gott, erleuchte, beßre, tröste, die Jesus Chrift durch seinen Tod vom Sündendienst erlöfte. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach! Leit uns stets, so find wir hier beglückt dort ewig felig. ant und AnbeMel. Erschienen ist der herrlich 43 Dung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes Herr und Heiland, dir. Du litt für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 3. Gelobet feift bu, Geift des Herrn! wir waren einft von Chrifto fern. Du hast durch deines Wortes Macht uns allen Licht und Heil gebracht. Halleluja! B3 3n 30 Von der heiligen Dreieinigkeit. In eigener Melodie. 44.28 ir Wir glauben an den Schöpfer Himmels und der Erden. Er, aller Vater, unser Gott, hieß uns seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jebes wahre Gut gewähren. Er erwog fchon, eh' wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ists, der für uns forgt, und wacht, und Alles stcht in seiner Macht. Mel: Mein ganzer Geist, Gott 45 Robinget Gott! Dank, Preis und Ehr sei unserm Gott! ie mehr und mehr, für alle feine Werke! Von Ewigfeit zu Ewigkeit lebt er und herrschet weit und breit, mit Weisheit, Güt' und Stärke. Singet, bringet frohe LieDer; fallet nieber! Gott ift berrlich; unaussprechlich groß und selig. 2. Lobfinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jefu, dir gefungen. Du Mittler zwischen uns und Gott, haft durch Gehorfam bis zum Tod das leben uns errungen. Heilig, felig ist die Freundschaft und Gemeinschaft aller Frommen, die durch dich zum Vater kommen. 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworten ist, den Erretter der Verlornen. Er achtete fein Leben nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er erstand, berrscht, boc erhöhet, in dem Reich, das nie vergebet. Er läßt uns auch im Grabe nicht, und kommt dereinst zum Weltgericht. Dereinst 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unfern göttlichen Regierer! den Jefus Chriftus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Führer, der in Trübfal feine Christen eilt mif Muth und Kraft zu rüften: der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden. Er flöuns im des ew'gen Lebens Trost 46 Hwer ist die gleich? Mel. Es wolle ans Gott err, Gott, ins Herz. 3. Pobfinget Gott! Du Geist des Herrn, sei nie von unserm Geifte fern, mit Kraft ihn auszurüften! Du machst uns gläubig, weis' und rein, hilfst uns getroft und fiegreich feyn im Streit mit unsern Lüften. Leit' uns, stärt uns, in der Freude, wie im Seide, Gott ergeben und der Tugend treu zu leben. Von der heiligen Dreieinigkeit. 31 Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden, und dir im Glauben dienen. 4. O heilger Geift, du Geiß von Gott, wehr' in uns dem Verderben! 3m Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du gibst zum Gus ten Luft und Kraft, laß es uns stets erfahren. Stärk uns in unsrer Pilgrime fchaft, bawahr uns vor Gee fahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Eaß, Gott! uns bein auf Erden schon, als unsers Gottes, freuen. Herr, segne uns vor deinem Thron, daß wir vor bir gedeihen! Dein ist das Reich, die Herrlich keit, dir wollen wir hier leben; und du wirkt nach vollbrachter Zeit, uns einft dahin erheben, wo wir bich ewig schauen. Du bist das höchste Wefen! und doch haft du, an Gnade reich, uns dir zum Dient erlefen. Gemeinschaft follen wir mit dir, du Allerhöchfter, haben. Mit deinem Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quefle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vas ter, an. Eind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unsrer an, wie Bä ter ihrer Kinder. Du haft für uns aus großer Hulb selbst deinen Sohn gegeben; dein Herz, voll Güte und Geduld, verleih' uns Troft und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. O Jefu, ew'ger Gottes Sohn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Toron der Weg uns wieder offen. Uns zu befrei'n von Sünd' und Tod, kamst du zu uns auf Von den Werken und Wohlthaten Gottes. Von der Schöpfung. zum Thau: erquide Saat und Blüthen? Mel. Es ist das Heil uns 47 er machte dieſe Welt? das Nabe und das Ferne? Wer hat am Himmel bin. gestellt die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf die Wälder, Feld und Au? befahl dem Regen, sprach 2. Auf weffen mächtiges Geheiß entstanden Ström' und gab dent Winter Schnee und Eis? Wer bieß die Winde wehen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, in Luft und Meer, in Staub selbft frobe Wesen. B4 3. Das 32 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Das Alles, Alles, groß müthe, Gott ist die Liebe! und klein, ist dein Werk, Un- rühmt es laut, Gefchöpfe, sichtbarer! Du bist der Er- die ihr ihm vertraut, die ihr fte, du allein bist Schöpfer ibn fennt und ehret! Nühmt und Bewahrer. Durch deine es, daß seine Gütigkeit mit Macht und dein Gebot ist jedem Morgen sich erneut Alles, liebevoller Gott, ist und ewig, ewig währet! auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn und Mond, und Pflanz' und Thier, und Stein und Wasfer nüßen mir, und nüßen allen Menschen. 5. Für dich nicht, für Geschöpfe nur, daß jedes glück lich werde, schufft du die prächtige Natur, den Himmel und die Erde. O du, der uns als Bater liebt, und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Wie bin ich froh! du machst auch mich zum Zeugen deiner Güte. Ich danke dir und dent' an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich; du schufft und du er hältst auch mich zu immer größern Freuden. In eigener Melodie. 48 Robinget Gott! er schuf die Welt zum Schauplaß seiner Güte; lobfinget ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Ge2. Dit wollteft, daß vor dir nichts leer von Freud' und Leben bliebe: brum schufest du, Gott der Himmel Heer, schufft unfre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie: Unendlicher! du ließeft sie zu ihrem Heil nur werden. Dich aber, dich erfreut nun die Wonne, allen wohl zu thun im Himmel und auf Erten. 3. Kein Mensch, kein Engel felbft ermißt dein Wohle thun, deinen Segen: wie groß, wie weisheitsvoll du bift in allen deinen Wegen. Gott! deine Güte reicht so weit, als deines Reichs Unendlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben. Ach! was sind wir, die deine Macht aus tortem Staub hervorgebracht, uns ewig Heil zu geben! 4. O Vater, welchent Keiner gleicht, an Liebe wie an Stärke! Kein Dank, fein Lobgefang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist birs angenehmer Dank, bir ift es mehr als Lobgefang, wenn ich dich thätig liebe, und gern in meiner Les Schöpfung. 33 Lebenszeit Erbarmen und fer voll, mehr dich kennen Woblibätigkeit an andern lernen foll! Menschen übe 5. Du bist die Liebe! Dant sei bir, daß ich dich so erkenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich seyn; will glücklich machen; will er freun; will helfen und dir gleichen. Bon diesem Heil und dieser Pflicht, o Gott der Liebe, laß mich nicht, fo lang ich lebe, weichen! 73. Ja, wenn Thränen mir entgleiten, will ich deine Schöpfung fehn, und durch ihre Herrlichkeiten flets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Nermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genoffen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 49 4. Du gebachteft meiner Leiden, eh noch dieses Herz Mel Gott, der du bie Dienschen dir schlug; sorgtest schon für 2ott! aus beinen meine Freuden vor dem ers ott Schöpferhänden ften Athemzug. Zum Genuß ging die berrliche Natur. für Leib und Seele haft du Solchen Baut so schön vol Herr! mit Freundlichkeit fo lenden, konnte solch ein viel Gaben ausgestreut, daß Schöpfer nur. O wie könnt' ich im Genuß oft wähle. Wer ich deine Werke, ibre Re so viel, so gern mir gibt, o gelmäßigkeit Pracht und der zeigt, daß er mich liebt. Mannigfalligkeit, wie bied5 O wer wollte je verZeugen deiner Stärke, dei ner Huld und Weisheit fehn, und doch ftumm vor übergebn? msidas bus 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ift, der uns schuf! Betend werf auch ich mich nieder: Herr; dein Preis fei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich kann, meffen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst bem kleinsten Burme feine Batersorge weiht, du bist's, der auch mich erfreut, in der Stille, wie im Stur me. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! Mel. Sei Lob und Ghr dem auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer tenne, und, von hohem Et 50 Wenn ich, o Schöpfer! 35 die 34 Werke und Wohlthaten Gottes. die Weisheit deiner Wege, Ruhm und Preis, ist sich die Licbe, die für Alles ein täglicher Beweis von wacht, anbetend überlege; deiner Gür' und Größe. so weiß ich, von Bewinds 6. Erheb ibn ewig, o rung voll, nicht, wie ich dich erbeben foll, mein Gott, mein Herr und Vater! 2. Mein Auge fiebt, wo bin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel, prächtig ausgeschmäckt, preift dich, du Gott der Stärke. Wer hat die Sonn' an ibm erhöbt? Wer kleimein Geift, erhebe feinen Ramen, Gott, unser Vater, fei gepreist, und alle Welt sagt: Amen! Und alle Welt fürcht ihren Herrn und hoff' auf ihn und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? In eigener Melodis. det fie mit Majeſtät? Wer 51 Die Himmel rühmen ruft dem Heer der Sterne? Gottes 3. Wer mißt dem Winde feinen Lauf? Wer heißt die Himmel regnen? Wer schließt den Schoos der Erde auf, mit Vorrath ihn zu segnen? Du Gott der Macht und Herrlichkeit! Golt, deis ne Güte reicht so weit, als Erd' und Himmel reichen. 4. Dich predigt Son nenschein und Sturm, rich preift der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der ge ringfte Wurm, bringt mei nem Schöpfer Ehre!-Michy, ruft der Baum in feiner Pracht, mich, ruft die Saat, bat Gott gemacht; bring unferm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein Leib, den deine Hand io winterbar bercitet; der Mensch, ein Geift, den fein Verland, rich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfanz Schall pflanzt seinen Namenfort. 3hn rühmt der Erdkreis, ihn die Meere; vernimm, o Mensch, ihr götte lich Wort! 2. Wer trägt die unzäblbaren Sterne? Wer führt die Sonn' in ihrem Zelt? Sie kommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg, gleich als ein Held. 3. Vernimms, und sich die Wunderwerke, bie bie Natur dir aufgestellt! Verkündigt Weisheit, Ordnung, Stärke, dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 4. Kannst du die unzäb!baren Hecre der Wefen fühllos wohl beschaun? Durch wen i Alles? Olb ihm Ebre! Mir, ruft der Herr, fellt eu vertraun! 5. Mein find vie Himme, mein die Erde; an meinen We. Schöpfung. trie 35 Werken kennst du mich. Ich Erde an, fie bebet! Er rührt werde seya, der ich fepn werde, dein Gott und Va ter ewiglich. den Berg an, und er raucht, Vögel nährt er, speift die Heerde, erneuert die Gefalt der Erde, erfreut, was in ibr febt und baucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit allen Speiſe, liebt und erhält die ganze Welt, und tränkt die Thiere auf dem Feld. 6. 3 bin dein Schöpfer, Beisheit, Güte, ein ott der Ordnung und dein Heil. Ich bins! Mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. 52 Unfer Mel. Herr, wir singen beiner nfer Gott ist groß und machtig, und feine Schöpfung fchön und prächtig, voll Weisheit und Bollkommenheit. Dibe, fet ner Allmacht Heere, verfündigt eures Schöpfers Ehre und preifet feine Herrlich. keit! Sein Kleid ist reines Licht, er bält im Gleichges wicht ganze Welten. Der Wefen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. 2. Almacht sprach zum Ribts: es werbe! da trat auch unfre schöne Erde vor ibren Herrn, um aufjublübn. Allmacht spricht: fo fürzen Welten, die Berge fliehn vor iorem Schelten, und finken vor dem Donner bin. Er bat wie ein Gewand, eie Him mel a 18geſpannt. Durch ibn aett, gleich wie ein belo aus feinem Zelt, eie Soane und erfreut die Welt. 3. Er, der auf ten Winden Schwebet, er fcht eie 4 Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, bas Jahr darnach zu theilen; der Sonne Licht zur Fruchtbarkeit. Gott ift gnärig, Gott regiert, wenn er die Flur mit Blumen ziert, und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blatbenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Racht rühmt feine Macht und rihmt, daß er für Alles wacht. 5 Gott voll Weisheit, Gott voll Stärke! Wie viel und groß sind deine Werke! Wie reich an Gitern ist das Land! Schiffe gehn im wei. ten Meere; da wimmel: s von den frohen Heeren der Thiere, zabllos wie rer Sand. Mit Mannigfaltigs feit, mit Regelmaßiglett pranat die Erde; wobin entzückt mein Rune blickt, ta ist die Welt mit Reiz je chmückt. 6. Ber vergänglich ras bek.sitet. Die Fiide näbret, 36 täms 36 Werke und Wohlthaten Gottes. Lämmer weidet, der forgt Alles zu: wie groß ist Gott! als Vater auch für mich. wie klein bift du! Seele, wolltest du für morgen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getroft, ermanne dich, vertraue Gott! Auf ihn werf alle Sorgen hin. Er wird sorgen: er, der uns hört, und gern gewährt, was unfer wahres Wohl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu fingen, und siets mein Heil ihm darzubringen, soll meine höchsie Freude seyn; laut foll ihm mein Lob er schallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ift Seligkeit! Es macht schon hier bereit für den Himmel. Dort werd ich ftehn, entzückt ihn sehn, und ewig feinen Ruhm erhöhn. 45 Mel. Wer nur den lie' en Gott 3. Mir zeigen alle Elemente Macht, Güt' und Weisheit überall. O wenn das Stumme reden könnte, wie groß wär stets der Jubelschall: rühmt, Menschen! Gottes Güt' und Macht, die euch und uns hervorgebracht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd ift deiner Güte voll. O gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich foll. Nimm, was ich fann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig bin. 5. Hilf, daß die Güter dieser Erden mich zu dir lokken, böchtes Gut! daß fie mir nicht zum Fallkrick werden, und ihr Genuß mir Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn; mein leptes Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß ich hier thu', was dir gefällt. Und end' ich diesen kurzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf. Vorschung oder Erhaltung und Regierung der Welt. und der Erden, der du allgegenwärtig bist; von niemand kannst begriffen werden; vor dem kein Ding verborgen ift. Ach ziehe mich doch ganz zu dir, und offenbar dich selber mir. 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich dei ner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige 54 Ni Natur, so ruft mir Alles, Mel. Nun danfet alle Gott nichts ift von ungefähr! Ein großer Gott Vorsehung.a. firs Gott regieret, ein Gott, der feine Welt mit reichem Segen zieret. Auch was uns Zufall beißt, ift, eb es noch geschieht, in seinem Plan bestimmt, und einer Kette Glied. 2. Er fab vor aller Zeit, was tünftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird seyn, als was sein Rathschluß wollte: und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. O wohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen rubt! 3. Wie dürft ich mißvergnügt in meinem Stande Leben? Kann jemals böse feyn, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur flagt und murrt, und lästert Gottes Rath; er hat nicht was er will, und will nicht, was er bat. 37 mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 4. Ber wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: Mein Heil, mein Fels ift Gott, und wenn auch Welten wanten! follte, was ich bin, etwas anders seyn, und mein besonders Loos stimmt mit dem Ganzen ein. Sch nicht 6. Wie thôricht würd ich seyn, wenn ich begebren wollte, daß alles Ungemach nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt auch mich, und mischt mit Freundlichkeit in feinen Segenskelch des Leitens Bitterfeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen, und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schrecklich seyn, was mich vollkommner macht? Mehr ift die Tugend werth, als Sinnenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schoose niebrer Freuden, und stark erscheis net sie, umringt oon ftillen Leiden. Sie strahlt am göttlichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt, und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mis regieren, mich auch auf rauher Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß felbst in Noth und Tod mein Herz dir folgfam fei! 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg' ich meis 55 Thaten las ich den J In eigner Melodie. Can allen meinen nem Gott, so lindert sich mein Schmerz, denn, was Höchsten rathen, der Alles 37 kann Werke und Wohlthaten Gottes. 38 fann und hat. Er muß in allen Dingen, foll's anders wost gelingen, mein Helfer fapn mit Ra und That. 2. Nichts bilft mein ban ges Sorgen vom Abend bis Jum Morgen, nichts meine Ungebulb. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich traue feiner Vaterhuld. fam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, fein Kind zufrieden: mir geb' es, wie es ibm gefällt. 4. 3ch traue seiner Gna be, die mich auf meinem Pfade vor allem llebel fchügt. Eeb tch nach seinen Sayen, so wird mich nichts verlegen, nichts feblen, was mir ewig nüßt. 5. Leg ih zum Schlaf mich nieder, weckt mich der Morgen wieder zu meines Lebens Pflict; irr' ich auf Finfern Wegen, geb ich dem Leid entgegen; fo fei fein Wort mir Troft und Licht. 3. Es fann mir nichts ges Mel. Es ist bas Seil uns schehen, als was sein Rath 56 Dir, unfer Gott, ift und für niemand gleich um Himmel und auf Erden. Du bift der Höchste und dein Neich kann nie begriffen werden. Unendlich ist tie Majeftät, die über Alle dich erbobt, die Kron und Zepter tragen. 2. Wie weit erstreckt fich del Gebier! Wo ist der, der es meffe? Bobin auch nur mein Unge fiebt, da sch ich demne Größe. Weit, über alle Himmel weit geht deines Reiches Herrlichkeit. Du herrscheft über alles. 3. Du berrichest welslich, redt und gut, nach veiligen Geißen. Du willt aus deis ner treuen Hut das Kleinte wü big schigen. Auf Alles gebt dein Hugenmerf,& nd immer i's Dein liebtes Bref, zi segnen, zu be. glücken. 4 Bobl und, daß du bas Regiment, Gott! uber Alles fupreft! Ind wohl dem, ter DIR 6. Bas über mich befchloss fen, dem will ich underbrof fen, actroft entzegen gebn. Rein Unfall unter allen foll je au bart mir fallen: ich will ihn männlich üb.rftebn gebeut. Sei mir mein End' verborgen, fomm es heut oder morgen, er weiß dazu die beste Zeit. 7. 3bm bab ich mich ers arben, zu Arben und z Isten, wie es fein Wind 8. So sei nun, Seele, stille, dich leite reffen Wille, der eich erschaffen hat. Es gebe, wie es gebe! Dein Bater in der Höhe, der weiß. zu allen Sachen Rath. Vorfehung. den Zwed erkennt, bazu bu uns regierest! 34, dein so schwacher Untertban, bete dich in Demuth an. O sich auf mich mit nabe. ich 5. Ich bin verderbt und feblervoll, bin auf dem Tugendwege nicht ftets fo eife rig, wie ich foll, bin oft zum Guten träge. Doch du bift gnädig und voll Huld, vergibt den Neuenden die Schuld. Drum hoff' ich auf Bergebung. 6. 3ch hoffe, weil mich der vertritt, den bu für mich gegeben. Mein Jefus, wel. cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Tod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnate fäbig fei; auch mich hat er verföhnet. 7. Serr, ewig will ich deinen Rubin mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als bein Eigentbum, mich ganz zum Dienst erges ben. Mit Luft will ich bis in den Tod nach beinem beiligen Gebot, durch deinen Beistand wandeln. iner 39 beuget feine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so geben Welten aus ihrem Nichts beraus. 57 Kom In eigener Melobic. Sommt, fommt, den Herra au preifen, der groß von Rath tt, aroß von That, den Gütigsten, den Weifen, der feinen fei. nes Gleichen hat. Der Herr that große Werke. Wer 2 Er will und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, wenn er spricht, in Wolfen fich zusammen, und ibre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Ungewittern, bas Meer wird ungestüm, des Himmels Säulen zits tern, die Erde bebt vor ihm. Er will und Bliße zünden, daß Städte flammend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird ſein Himmel schön 3. Er, er gebeut den Wellen; bis bierber! Jhm geborchen fie. Er legt in Felfen Quellen; fie riefeln und verfiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit feinen Wundern an, beißt Thiere da sich freun, wo tein Mensch wohnen fann Wer fann die Sterne fübren? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, jerstören und erneu'n? 4. Herr! bein ift alle Stärfe, und alle Hülfe, Gou! is tein. Das preifeu deine Werke, die beiner Allmxbt fich erfren'n. Auch wir erfreu'n und ihrer: Übe rob si usire Pa.1! O Bus Werke und Wohlthaten Gottes. Vater, o Regierer, wen unb dein ftets guter Wille hält, wen schüßt fie nicht? entriß mich der Gefahr. Du lebst, du wirkst in At- 5. Dein Name sei geprielen; wir leben nur in dir. sen, der jederzeit an mir fo Erhalter, wer fann fallen? herrlich sich erwiesen! Mein Dir, dir vertrauen wir. Herz und Mund soll dir, du arti Retter aus Gefahr! mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte fingen jepund und immerdar. 0 Mel. Von Gott will ich: oder euch ein zu beinen Thoren an allen 58 Enden viel große 6. Du haft mir wohl gerathen, und lauter Guts gethan, daß beiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen fann. Filf, Bater pribaß ich dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen bei nem Frommen bir danke fort und fort. din tisipils& 40 Wunder thut! Du bist's, in dessen Händen mein gan. jes Schicksal ruht; baft in der Prüfungszeit mir jeden meiner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 12. Da ich noch tief ver borgen im Mutterleibe lag, wacht über mich dein Sor gen. Ach! Vater wie verdroid nimmollac Mel. Wer nur den lieben Gott mag mein dürftiger Ber. 59 Fürwahr, bu bift, o stand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir buldreich zugewandt? i 3. Drüct mich auf meis nen Wegen gleich manche Laft und Müh, fo führt auch sie zum Segen, und du versüßest fie. Du bleibeft mitleidsvoll; bilft liebreich deinen Kindern sie tragen und vermindern; befördert fets ihr Wohl. st 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Troftes Licht von neuem Kraft ge geben und frobe Zuversicht. Wenn ich bekümmert war, so seufzt' ich und war stille, dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst find alle unsre Gorgen; du sorgteft, eb' die Welt noch war, für unser Wohl schon väterlich. Dieß sei genug zum Troft für mich us log 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unfern Augen oft versteckt; boch, wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Urſach' auch entdeckt, warum bein Rath, der niemals fehlt, den uns fo dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weis beit, deiner Macht; du kannst viel Vorsehung.de 41 nes nennen, Gras und Laub, felbft der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiner Werke; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. denn nicht 5. Sollt' ich denn ihn erheben? Wie so gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab', ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preift, mit dem ich ihn denke. 6. Wie mich fein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeugt jeder Morgen. Ja, tein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! Mel. Warum sollt' ich mich ei 60 Set zufrieden, mein dir zum Dank verbindet. Gemüthe! Gott 7. Septen mir des Kreuzes plagen heftig zu, so balfft du, o mein Gott! fie tragen. War kaum noch Geduld vors banden, deine Kraft hat geschaft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz! das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemals bange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschieht wahrlich nicht, er kann dich nicht * haffen. 9. Drum ergib dich sei nem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen Saviel taufend Wege finden, wo die Vernunft sie nie gedacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht, dir folgen, sei fets unfre Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen, mit Allem, was ich hab und bin: und kann ich auch nicht Alles fassen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Nath voll Güte war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seele Seligkeit und einft preif' ich vollkommen dich, und freue beiner ewig mich. ift gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Himmel, preifen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweifen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 3. Schau die Werke feiner Hände, Mensch und Thier, melden dir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so klei 42 Sachen groß von Rath, wie von That; er, er wird's wohl machen. Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Soll ich hier noch länger leben, o so wollst du Kraft mir geben, daß ich ftets dir folgiam fei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet, und fie macht mich forgenfrei. In eigener Melodie.. 61 2 lles ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unfer höchstes Gut. Neber und Met. Lobt Gott, ihr Christen auf die Bertrauen feßen, 62 6o fattom Dant, Gö sorgt für uns. dich gibt allein getroften Muth. 2. Du, der mich bisher ernährte, manche Freude mir gewährte, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirft mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben feyn. 3. Sollt ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein, ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben, und im Tode nicht entfliehn. ihr Christen, fingt ihm gern! Vom Aufgang bis zum Nies dergang trägt uns die Hulo des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum kleinsten Wurm reicht feine Gnad' und Macht; im Sonnenschein, so wie im Sturm, ist er auf Hell bedacht. 3. Mit froßgerührter Secle bringt ein Herz voll Dank ihm dar. Die Achre, die vom Segen finit: ift fein; Golt trönt das Jabr. 4. Ja, Höchster! wir ver ehren dich mit lindlich frohem Dank; bu näbrft uns, und gibst väterlich auch mehr als Speif' und Trank. 4. Auch die Hoffnung fann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken: du bist Herr der ganzen Welt Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod und Leben, Alles fei dir heimgestellt. 5. Fried und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibft du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 15. 3ft mein Wunich nach beinem Billen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rechter Zeit. Dir hab ich nichts vorzuschreiben: wie du willft; fo foll es bleiben: 6. Laß deines Segens leberfluß uns nun auch nüßlich seyn, und biff uns, baß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. was du willst, ist Seligkeit. 7. Bermehr' in uns die 3us Vorschung. in ale Zuversicht, dir ewig zu vertrauen, bis wir dereinst in deinem Licht, des Glaubens Aernte schauen. Mel. Lebt Gott, ihr Ghrinen, ober: Mein Gott, bas Herz ich bringe Doch 63 Noch 9. O betet, Menschen, immer wech- betet an! Erwägt's, und ſeln ordentlich benket nun: was hat Gott des Jahres Zeiten ab, und schon an uns gethan? was früh und ſpät ergießet sich will er nicht noch thun? dein Segen, Gott, berab. 2. Noch öffnest du die milde Hand, Herr! wie du flets gethan; bu fegneft und 64 Mein Auge fiebt, o du das Land mit nach nen Gütern an. 3. Von deinem Himmel, Höchfter! träuft Gedeihn und Fruchtbarkeit; vbie Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Bon dir gesegnét gibt der Baum, wenn einer Schatten sucht, ihm unter feinen Zweigen Raum, Erfrischung und auch Frucht. 5. Wie fröblich lächelt jede Flur! es fließt, sich immer gleich, der Freude Quell und die Natur ist uns erschöpflich reich. 43 leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 8. Nicht einem mangelt deine Huld, wem strahlet nicht dein Licht? Mit welher Langututh und Geduld verschonst du unser nicht! 6. Vem firömt fie nicht, von dir erfüllt, Luft und Erquichung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie dui, f 7. Herr! ohne dich vergingen wir, und wir verdientens auch, und dennoch Met. Mein Gott, das Herz ich bringe von deinem Throne bilf du mir; mein Heil tömmt mur von deiner Macht, die diese Welt bervorgebracht. 2. Getroft, mein Herz! Mein trener Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; ber mich behütet, schlummert nicht; in Fins fterniß ist er mein Licht. 3. Kein lebel fei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßet mich. Durch seine treue Vaterhand wird, was mir schadet, abgewandt. 14. Sein Schuß gewährt mir Sicherheit, fein Troft füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebuer Bahn, und nimmt mich einft zu Ehren an. 5. Herr! fegne und behüte mich! Du bist mein Heil, ich hoff' auf bich. Dein Ses Werke und Wohlthaten Gottes. 44 Segen folg' aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigkeit! Miel. Gett Vater, an Grbarmen 65 G Macht erhält die ganze lebenvolle Welt, und Aller Augen freuen sich, und warten hoffnungsvoll auf dich, auf dich, der du sie Alle liebst, und Allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine Hand, fo fließt berab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen fättigt fie dein Aufsehn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. r 3. Auch mir gabft du, mein Gott und Heil! noch täglich mein beschieden Theil; gabft mirs mit Huld und Freundlichkeit, fo lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Bater forgt fo väterlich für feinen Sohn, als du für mich. Seele, nie, weit mehr bin ich vor Gott, als fie. 6. Mich schufft du nicht für diese Zeit, mein Ziel ift mir Weisheit und Verstand, und machteft selbst dich mir bekannt. Nichts, was bie Erde zeugt und nährt, gleicht mir an Hoheit und an Werth. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd' ich auch Speif' und Trank empfayn. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibft du fie ohne sein Gebet: und fleht ich nicht darum zu dir, gewährtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur genügsam seyn, und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber Deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bift, aus welcher alle Wohls fahrt fließt. 9. Bei deiner Gaben leberfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit. Du nährst mich immer; Preis und Dank bring ich dir, Gott! mein Lebenlang. 4. 3ch bin's gewiß, du fannst mich nicht verlaffen, meine Zuversicht! Ich bin's gewiß, bu thuft mir wohl, so lang ich hier noch leben foll. Nicht Uleberfluß bitt' ich von dir, was ich bedarf, das gibst du mir. 5. Der Vogel bauet nicht mel.- Jejus, meines Lebens Leben das Land, du nährst ihn 66 Bester, weifefter doch mit milder Hand. schmücft die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß és, meine Regierer! Welten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! lin Vorsehung. gy 45 terhuld verlich? Nein, zu zählen find fie nie. 6. Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und ergeben ſeyn? Sollt ich zagen, wenn mir Leiden widerfahren oder bräun? Nein! o Herr! dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmts von dir mein Herz. Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, fiebst du huldreich auch auf mich, und versorgft mich väterlich. 2. Kann ich dich genug erbeben? Du, der Alles werden beißt, gabft mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die dich preift. Ich, ein Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das fich selbst nicht fasfen kann, als ein Bild von dir mich an. 3. Auf der Menschheit bohe Stufe ftellte, Herr! mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verfland. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Baterarmen in der Kindhett schon zu dir. Dwie preis' ich dich dafür! achivo ene 4. Täglich wareft du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich fahe, zeigte mir, o Bater! dih. Ja, du famft mit neuem Segen jeden Morgen mir entgegen, was nur je mir heilsam war, reichte deine Hand mir dar. 5. Wie so viele froße Tage schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Troft mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Ba7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt and andre Freude mir, wären viel auch meine Feinde; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht verzagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die besre Zukunft schaun, und von Herzen dir vertraun Reng 8. Besser noch, als ſelbst das Leben, isto Vater! deine Huld Was mir nüßt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Gebuld. Laß mich nur, du Allerbester! immer inniger und fefter hier mit dir vereinigt seyn, beiner Gnade mich zu freun. 9. Oder seligen Verbindung, Allergütigfter, mit dir! Gib, o Vater, stets Empfindung deiner Vaterliebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einft noch deiner sich in deinem Reiche freu', und in dir ganz selig sei. Die 46 Werke und Wohlthaten Gottes. Die vorzüglichsten Geschöpfe. vstull Jubeln gern dich, feinen Vater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück Engel und Geister Met. Auf Ghriftenmenschy 67 deine Macht kann nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht, und in den tiefsten Schlünden und noch be greift bei aller Müh', der größte Weise niemals fie. 2. Du bildeteft im Stufengang uns deiner zu er freuen, durch Ordnung und Zusammenhang der Wesen lange Reihen; vom Men schen bis zum Thier und Baum, ift nirgends leerer Zwischenraum. ihre Freuden, froh nimmt an ihnen jeder Theit, er wird fie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Neue weint, und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich, deinen Engeln gleich, mit reinen, frommen Trieben, wie fie, an Tugendfrüchten reich, dich, und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engel. rein, mich deiner, o mein Vater freun 3. Auch Engel, deren EeiMel. Vom Himmel famt der fterblick kein schwaches Licht 68er zählt, Unendlibegrenzet, und denen hobes Himmelsglück im reichen Maaße glänzet, fcbufft du, Gott, nendlicher; der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von, dem Hang zur Sinnlichkeit, die uns so oft entebret, vom Blendwerk jedes Wahus befreit, der die Vernunft bethöret, voll Kraft und jeder guten That betreten fie der Tugend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigfeit sucht feber deinen Willen, und was bein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in lauten der Wesen, die sich deiner freu'n, hinauf zu dir, als Vater fehn, aus allen Welten zu dir flehn? 2. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die einft an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diese Welt nicht mehr in ihren Schranken hält. 3. Unzählbar ist der Seelen Schaar, die unbegreife lich wunderbar du noch zur Erde senden wirst, und durch den Tod zum Leben führft. 4. Auf diesem Erdball nicht allein find Wesen, die fich Vorsehung. fich deiner freun, hinauf zu dir als Vater fehn, dir jauchzen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Getfterbeer riefft du ins Leben, Gütigster! bein Reich ist unermeßlich groß, ist, Al. lerhöchster! grenzenlos. 6 Wenn einst auf deinen Wink mein Geist fich feinen Feffeln auch entreißt, misch ich in eure fel'gen Reis'n. mich, Mitarbeiter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das böh're Lied im Geifierchor, und meine Seele frebt und ringt auch nach, wenn sie dem Vater singt; 8. Dem Vater, dessen Allmachioruf auch fie mit euch verschwistert schuf, nur mei ner Hülle hier ein Grab, Uin Sterblichkeit dem Geifte gab. 47 ne Herrlichkeit zu fjaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn' uns dann entzücken: wir, erhoben in dein Reich, werden deinen Engeln gleich. 3. Dieses Heiles der Erlöften, dieser Wonne, dich zu sein, dürfen wir im Tob uns trösten, wenn wir deine Wege gehn; wenn wir ringen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit bir zu dienen fiets bereit. Mel. Alle Menschen musſen wir unsern 69 auf vollenden, wenn wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruju: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu seyn, ewig deiner uns zu freu'n. 4. Wenn wir vor Begierde brennen, und, den Engeln gleich, uns freun, immer mehr dich zu erkennen, ime mer heiliger zu seyn, wenn wir hülfreich gern mit ihnen unfern schwächern Brüdern dienen, wenn ohn' allen Eigennuß wir ihr Beistand find, ihr Schuß 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an immer ähnlicher zu werden, äbulich einst an Seligkeit! Laß uns nicht in eiteln Träumen die fes große Heil versäumen; lehr uns deine Wege gehn: einst, wie sie, dich auch zu sein. Der Mensch Seine Würde und Vorzüge. 2. Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Vater, voll Verirau'n, auch wie vel. Wer nur den lieben Gott fie, mit allen Frommen dei- 70 ein bin ich, Gott! mein le= Werke und Wohlthaten Gottes. 48 Leben! Erfreulich in mein Ursprung mir! Du hast das Dafeyn mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefft mich, aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines lichts. 2. Du gabst mir die ver nünft'ge Seele, die nur so lang den Leib belebt, bis fie, daß ibr kein Wohlfeyn feble, dein Ruf zum höbern Geift erhebt. Du gabft Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank ich dir. 3. Wenn ich auf meinen Körper sebe, den du so kunstvoll ausgeschmückt: so wird, o Vater in der Höhe, mein Herz von Freude ganz ent gückt. Ein jeder Sinn, ein jedes Glied erweckt zum Preise mein Gemüth. 4. Ich bin nicht werth der großen Güte, die du, mein Gott, an mir getban! voll Rührung preift dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn, und ftets ein Freund der Tugend feyn. Mel. Wer nur den lieben Gott 71 Es werde Gott von feyn und seiner Liebe mich zu freun? feines Odems Hauch, mein Geift! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes feiner Werke preift, ihn, der mich schuf, sein Bild zu 2. Schön ift der sonnenreiche Himmel, den er zu seinem Stuhle wähli; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; mir nur, dem Throne seiner Hand gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig, zum Entzücken ist seine ganze Körperwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur sehen kann, gefällt; und dennoch kann fie nicht, wie schön, wie wundervoll sie sei, verstehn. und 4. Für Engel nur, nur für Seelen, die Gott zu ihrer Würd' erhob, find fie so herrlich; sie erzählen nur Geistern meines Schöpfers Lob. O Seele, jauchze, daß der Ruf der Allmacht dich zum Geifte schuf., S 5. Ich, Gott! fann benken; ich gewinne, weil ich ward, zu einem Geifte durch die Empfindung mei ner Sinne, Gedanken tausendfacher Art. Auch ftreht ich, alle Gott zu weihn; wie selig könnt ich hier schon seyn? erhoben, du 6. Jch fann fie fammeln, fie verbinden, fie trennen; wie es mir gefällt, die Welt empfinden, mich empfinden, mich unterscheiden von der Welt. Zu tausend Thaten bab, Vorsehung. hab, ich Kraft, die gibt mir Gott, der Alles schafft. 7. Wie feurig dürftet meine Seele nach Glück und Luft und Seligkeit! Nur, daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusse reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld, du schaffest, was Du schaffit, aus Huld. 8. Begabt mit wundervollen Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Golt, liebgewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Uch möchte meine Seele dein, mit allen ihren Kräften sein! 9. Gott, meine Luft sei, dich zu kennen, dich, Urquell der Sollkommenheit; von deiner Liebe ganz zu brennen, das sei mir Ruhm und Seligkeit! Nimmst du zum Erben, Gott, mich an, hab' ich nur dich, was fehlt mir bann? 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geift! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes feiner Werke preift? Ihn, der mich schuf, fein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn. Mel. Es ist das Heil uns 72 ir Sott, fei Preis und gebracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein 49 Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer Leib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 2. Haupt, Aug' und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, fo künstlich ausgespannt, der Adern fein Gewebe und alle Glieder sagen mir: ich sei, o Gott, ein Wert von dir, und deiner Weisheit Spiegei. 3. O hätteft du mein Auge nicht so fünftlich zubereitet, was nüßte mir der Sonne Licht, der Glanz, ben fie verbreitet? Dann fäh' ich nicht, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht bie ganze Schöpfung schmücktest. 4. Sch fauchze, daß ich sehen kann und hören und empfinden; froh bet' ich meinen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Werken, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgefang und Opfer. 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenkt des Herzens Schläge? Wer regt die Lung und schwellt sie auf, damit ich athmen möge; Gott ist es, der dieß Alles thut. Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz schlägt dir, o Schöpfer! C 6. Ja, Werke und Wohlthaten Gottes. 50 6 Ja, dir fei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Pfalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhal ter! Gib, daß ich nie mich felbft entweih', auf daß mein Herz ein Tempel fei, in welHem dein Geist wohnet. Met. Mein erst Geschäft sei Preis 73 welch ein Glück, ein Mensch zu feyn! Wer kann genug es preisen? Laß des Berufs, ein Mensch zu seyn, Gott, würdig mich erweifen! 2. Den leib, die Sinne dank' ich dir; du gabft mir auch die Seele, Verstand, Bernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vorzuziehn, die auf der Erde leben, haft du auch Freiheit mir verlichn, Gewissen mir gegeben. 4. Der Mensch nur ift's, der reden kann, sonst kein Geschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft dich, Schöpfer, an, fann Andrer Lehrer Thaten kraft und Ruh' und Troft im Leiden. 7. Dich, meinen Gott, ertenn ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dies find' ich selbst an mir, voll Weisheit, Güt' und Stärke. 8. Jch böre deinen heil' gen Ruf; die Tugend if dein Wille! Du, deffen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch, und darf vor dich getroft und freudig treten, ich darf, du höreft liebreich mich, dich preifen, an dir beten. 10. Heil mir! o Heil der Zuversicht, die ich im Staube habe; ich bin unsterblich! Gott, dein Licht erhellt die Nacht am Grabe! 11. O welch ein Glück, ein Mensch zu seyn! Ich will es dankbar preisen, und des Berufs, ein Mensch zu seyn, mich würdig stets erweisen. Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit. werden. Mel. Nun danfet alle Gett 5. Jhn schufft bu zur Gefelligkeit, gabft ihm ein Herz 74 Allmächtig großer voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe, 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuben; gibt mir zu eblen dich g'nug erheben? Du gabft der ganzen Welt Be wegung, Kraft und Leben. Geift und Körper Was heißt, was Erb und Himmel hegt, Vorsehung. begt, hat deine Hulb gebaut, die ießt noch alles trägt. 2. Du schuf'ft, ich dank' es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wollteft, Gütigfter! daß ich dein Bildnis wäre. Darum haft du den Geift, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch' ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufeft! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchfter, ähnlich seyn, vollkommen seyn, wie du! D wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 51 freu'n, und bem, ber's üben will, auch gern behülflich seyn. 7. Gib, daß ich so, wie but, ein Freund der Menschen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Nächften gern erspart, sein Leben ihm verfüßt, und wo er helfen kann, zu helfen willig ist. 8. Noch bin ich weit ent fernt, o Gott, von diesem Ziele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich selber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilde du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 4. Laß mir dieß große Ziel doch fiets vor Augen schweben; mein allerstärkfler Wunsch, mein eifrigftes Bestreben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch, so wie du, gefinnet möge fein. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrheit mit Viel. Mein Gott, das Herz ftets munterm Fleis in Allem 75J dein Eigentut. Du schufft mich, dein zu seyn, mein ganzes Leben dir zum Ruhm, und deinem Dienst zu weihn. dem mich üben, was mich zur Weisheit führt, zur Weisheit, die dich ehrt, und Allem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt. dil 6. Laß deine Heiligkeit mich stets zum Muster nehmen. Hilf mir die Sünde fliehn, bes Fleisches Lüfte zähmen, nur das, was recht ift, thun, des Guten mich er 2. Du gabft mir den vernünft'gen Geift, bewundernd einzusehen, wie dich, Herr! deine Schöpfung preift, mit ihr dich zu erhöhn. 3. Was um mich ist, verkündigt mir, Gott! beine € 2 Herrs 9. Beglückt ist nur als dann mein Lebenslauf auf Erden, wann ich dir immer mehr schon hier kann ähnlich werden. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich obn' Unterlaß Gott! deiner Güte freun. 52 Werke und Wohlthaten Gottes. Herrlichkeit; zu ihrem Preise reizt mich hier selbst jede Jahreszeit. 4. Und ich, ich sollte fühle los seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold beines Ruhms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel fei stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, hält bein Gebot, ibm ist's nicht Last, nicht Pein. Drum gib auch mir die Kraft, o Gott! geborfam dir zu feyn. 7. Was du gebeutst, ist für uns gut; du willst mur unser Heil. Wohl dem, der beinen Willen thut! Du bist fein Troft und Thell. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, bir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9. Nach hier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr, laß nach bieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. komm es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte. 2. 3ch, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauchteft, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein, und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr als was diese Sinne rührt, und nur zu Sinnenfreuden führt, zu fühlen und zu faffen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen fehlt, gabft du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufft mich zur Geselligkeit und für der Freundschaft Freuden, gabft meinem Herzen Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden, und setzteft auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. Mel. Schon ist der Tag von Gott 76 Het ben Herr! err! lehre mich, den wahren Werth des Menschen tief empfinden, und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden!. Nie 6. In filler Andacht kann 5. Ich kann mich felbft und deine Welt und dich erkennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen. Und wer, wer zeigt die Grenzen an, wo ich nicht weiter fireben kann nach Licht und Herzensgüte? mein att Mel. Es ist das Heil uns mein Geift sich bis zu dir erheben, und dir, den Erd' und Himmel preift, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, ie wichtig ist doch 7 den dir dir ergeben und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese furze Zeit riefst du mich in dies Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit foll einft die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr! wirft ihn vérklären. Borsehung.th 8. Vom Himmel tam, gefandt von dir, dein Sohn zu uns auf. Erden; er kam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernstlich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäßen! 9. Und ich, ich follte mich entweihn, und gleich den Thieren bandeln, der Fleis schestuft ergeben seyn, und Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn von mir! Bewahre mich, daß ich mich hier so frevel. haft nicht schände! 10. Gib, daß ichießt, und allezeit auf mein Gewiffen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner freu', und so des 53 Vorzugs würdig set, den bu mir haft verliehen. uns der Herr gegeben! Gott! als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder Leid noch Angst beschert, willst du uns hier erziehen. 2. Nicht hier ist unser Vaterland: allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo beine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traus rig Ende nimmt. Hier find wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzufchicken. 3. O laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden, was hilft's, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Luft gewinn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmelreich zu erben? 4 Dein Pilgrim bin ich ja nur hier: las mich dies nie vergessen; nur wenig Tage hast du mir zur Wallfahrt zugemeffen. Schnell, wie ein Traum find sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor3 Aus 54 Werke und Wohlthaten Gottes. Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungszeit, um jene beßre Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernft bemühn, damit ich nicht einft darbe. 6. Ein Herz, das bich, o Vater, liebt, und deines Sohns fich freuet, das in dem Glauben Tugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlig schauen. 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott, aus Erbarmen geben, damit ich möge auch schon hier nach ben Gefeßen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich, als dein bewährtes Kind zu deiner Freude gehe. Die Erlösung von Sün den durch Christum. den Menschen gut; du gabft ihm Licht und Kräfte zum feligen Geschäfte, in Heiligfeit zu wandeln, und recht vor dir zu handeln. Allen ein Mensch ganz rein von Sünden, vor bir, o Gott, zu finden? 3. Hier ist kein Unterschied. Dein Auge, Höchfter, sieht auf alle Menschenkinder, und sieht fie alle Sünder. Vor dir, o Herr, ift keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. 4. Verderbt ift unfer Sinn; die Weisheit ist dahin, die uns regieren sollte, nur, was bein Wille wollte, mit freudenvollen Trieben zu wählen und zu lieben. 5. Der Sinne Luft und Schmerz rührt leider! unser Herz mehr, als die höhern Freuden, mehr als bie größern Leiden, die wir auf Ewigkeiten selbst unferm Geist bereiten. Von der Sünde. Miel. Auf meinen lieben Gott der kein Böses 78D" out, bu shufft Licht, daß wir, was uns ges 7. uns bein bricht, beschämt vor dir bes kennen, und stets von Ernft entbrennen, der Sünde zu entfagen, der Beßrung nachzujagen. 8 Wohl dem, der fie ges winnt! Gott, fo verderbt wir sind, so willst du doch uns heilen, und neue Kraft er= 2. Wo ist der Unschuld Ruhm? Ach, wir, dein Eis gentbum, wie tief sind wir gefallen, wo ist jetzt unter 6. Dir folgen, dünkt uns 3wang; des Herzens böser Hang reißt uns mit starkem Triebe zur schnöden Sündenliebe: und wer vermags zu zählen, wir oft wir vor dir fehlen? Erlösung. ertheilen, durch Chriftum schon auf Erden von Sün den frei zu werden. 9. Ach, laß durch unsre Schuld uns deine Baterhuld nicht freventlich verscherzen, Erwecke unfre Herzen, dir nicht zu widerstreben, das mit wir ewig leben. 55 dir finblich zu vertrauen! Wie mächtig reizen Stolz und Neid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güte! 5. Du hast mit Menschen uns vereint, bie bir, Gott! angehören; wir sollen aller Bosheit Feind, auch thre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt für den Nächsten, wie er foll? Wer hilft so, wie er könnte? 79 Kin Mel. Schon ist der Tag von Gott dein Mensch, o Gott, ist fündenfrei: wer dürfte fich erheben? Was hilft uns Trug und Heus 6. Oft wirkt auch unsers chelei? Du fenneft Herz Beispiels Macht, daß Anund Leben. Umsonst, um sonst verbergen wir selbst die geheimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. dre, wie wir fehlen. Sie sehn auf uns; die Luft erwacht, das Böse zu erwähLen Gleich uns, verschmähn sie beine Huld, und ihr Vers derben, ihre Schuld vermehret unfre Schulden. 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geistes edle Kraft dem Sündendienste weißen. Gereizt von Welt und Sinnlichkeit, ver scherzen wir oft unfre Zeit, und unsers Herzens Ruhe. 3. Wir sollten stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken: wir könnens auch; denn du, o Gott! willst gern die Schwachen furcht, Herr! vor dir, und folgen unsern Lüften. 4. Wie leicht entwöhnt fich unser Herz, im Glück auf dich zu schauen! Wie balb vergessen wir im Schmerz, 7. O großer Gott! hier stehen wir verflagt von unfern Sünden. Vor dir, Allheiliger! vor bir ift feiner rein zu finden. Wie tümmert unsre Seele fich! Wir Alle fehlen wider dich! Erbarm dich unser Aller! Mel. Alle Menschen müssen sterb. ater! heilig mögt' unterbrücken wir so oft die Chr- 80 V ich leben, Recht thun wäre meine Luft; aber Lüfte widerstreben dem Gejeg in meiner Bruft, und der Sündentrieb im Herzen ist noch oft mir Quell von Schmerzen, Mich beschweret 64 der 56- Werke und Wohlthaten Gottes. der Sünden Joch; was ich nicht will, thu' ich doch. 2. Sich' um Kraft mich Schwachen beten, meinem Vorsaß trau ich nicht. Lockende Begierden treten zwischen mich und meine Pflicht. Selbft den heil'gen Andachtsstunden, wo, ber niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tu gend sprach, folgten Sündentage nach. 3. O wie oft hab ich geweinet, schmerzlich meinen bereut, gläubig mich mit dir vereinet, und mich deiner Huld gefreut! Gnädig sahst du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Bater! dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du fannft mich retten, wo mich Sünd' und Wahn zerstreut; mach' mich ledig von den Ketten trügerischer Sinnlichkeit! - Tilg' die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Tief im Staube bitt ich dich: Icite felbft zur Tugend mich! 5. Sieh, mich dürstet nach dem Guten. Früh und spät ruf' ich zu dir: laß mein Herz nicht länger bluten! deinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Luft bezwin gen, und nach deinem Beifall ringen! Stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! 6. Ja, du hörft mein findlich Flehen! Du erquicft mein Herz mit Ruh'! Leben werd' ich, nicht vergehn; meine Stärke, Gott! bist du. Ueberwinden, überwinden werd' ich durch dich alle Sünden. Meine Seele, fasse Muth! Endlich werd' ich fromm und gut. 151 Miel. OD Gott bu frommer Gott 81 Ber nur Ein after wie Wer Ein fällt der in alle! Gefeß entweiht, entheiligt in dem Falle die Andern auch zugleich in seinem Herzen mit, und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute ftritt. 2. Ein Fehltritt kann den Grund zu hundert andern legen und gibt nicht ſelten uns das schreckliche Vermögen, dann dreift und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andre Pflicht vorsäßlich zu entweihn. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Furcht und Schrecken, durch eine zweite Schuld die erfie zu bedecken! So führt zur Lasterbahn ein einz'ger Fehler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 4. So sei es mir denn Pflicht Erlösung. Pflicht, der kleinsten Schuld zu wehren und jede Tugend fels mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt fcheine mir und fein Vergehen klein; dieß könnte leicht der Grund von schweren Sünden seyn. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlechte, und ohne Tugend find felbft Könige nur Knechte. Sie, fie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur fie fann über Zeit und Schicksal uns erhöhn. 6. 3m leßten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unfrer Seite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 7. Denn Tugend wird ins Reich der ew'gen Herr lichkeiten den Geist, der sie geliebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär' dieses Glück zu klein, um ftrenge gegen mich und tugendhaft zu seyn? 57 um durch fie beglückt zu leben. 2. Sein Gesetz ist gut und weise, wie sein Wille felbft es ift. Mensch befolg' es, und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott ünde haffen, fann nie ungestraft fie lassen. 3. Aber gibt es nicht felbft Dinge, die der Sünden Schuld erhöhn? D! die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Gefeß verftebn, es als wahrhaft gut zwar schätzen, doch aus Leichtsinn oft verleßen. 4. Sünd'gen wir mit lleberlegung wider des Gewis sens Spruch: achten nicht des Herzens Regung, nicht des irnern Richters Fluch: so ist das, was wir vollbrachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervor. gezogen und mit Woblthun überhäuft und du bleibeft dem gewogen, was der Pflicht entgegen läuft: fo mehrt linbank beine Sünden, wichtiger wird Gott fie finden. Mel. Herr ich habe mißgehandelt 6. Fühlest du in dir schon 82 Sünde ist nie klein Kräfte, Lieblingsfünden zu zu schätzen. Nennt fie flein, boch bringt sie Schuld. Denn sie wider spricht Gefeßen, die mit Weisheit und voll Huld uns der Heilige gegeben, entfliehn, und eileft doch zu dem Geschäfte, welchem Gott dich wollt' entziehn! wirft, gestärkt durch ihn nicht bef ser: so wird beine Schuld noch größer. 5 7. Wenn 58 7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur inn're böse Luft bloß nach solchen Dingen geizet deren Un recht bir bewußt; o! so ist dann bein Vergeben größer, als sonst, anzusehen. Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Machen ganz besondre Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schäßeft sie geringe, ärgers, aber befferst nicht; größer wird dann dein Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer kann bas Alles zählen, was Troß, Unbesonnenheit, Wahn, Stolz, Heuchelei sich wäh len, das der Thaten Sündlichkeit vor dem Richter nur vermehret, weil es sein Ge fet entebret! 11. Eaß mir niemals eine Sünde klein und unbedeutend seyn! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgfam bem Gefeß zu leben, und nach Tugend nur zu streben. Menschen sich zum Dienst erlesen; ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie tlein muß ich mir nicht selber seyn? 10. Gott! laß mich dieß wohl bedenken, und entfernt von Sicherheit meines e bens Gang fo lenken, daß ich mit Behutsamkeit das aur 3. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vaterhand! O! wie manche gute Gabe, haft du, Herr, mir zugewandt! Selber auf dem Sündenpfade ägt mich schonend deine Gnade. Nähmest du zurück, was dein, ach! was würd' mir übrig seyn? thu', was dem gebühret, der 4. Doch die Menge deiner den Christennamen führet. Mel. Alle Menschen müssen roßer Gott! er 83 Ganes Weſen, das, voll segnender Begier, 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft in dem Gemüth, und macht mich zu einem Kinde, das vor seinem Vater flieht. Ach ich seh mit Neu und Schrecken taufend Febler, tausend Flecken, und in der verderbten Brust regt fich öfters böse Lust. Gaben Flagt nur meinen Undank an, weil ich fie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan, oft voll Leichtsinn sie verschwendet und zu Sünden angewendet. wie häuft sie meine Schuld durch Verachtung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in mein Gott, gebückt: voch dem Staube tief vor dir, mein bemuthsvoller Glaube, der Erlösung. der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Va tergüte, und mein tief beschämt Gemüthe, das den Muth fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei ner Liebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach erhalte felbft die Triebe treuer Dankbarkeit in mir! ier! laß das schwache Lallen meines Lobes dir gefallen! Bilde mich, dein Eigenthum, ganz zu deines Namens Ruhm. 7. Meine Kräfte, meine Glieder find zu beinem Dienst bereit! Herr, ich falle vor dir nieder, voller Ehrerbietigkeit. Was du willst, zu thun und leiden, bieß gelob' ich dir mit Freuben. Gett und Herr der ganzen Welt, tbu' mit mir, was dir gefällt! hrk 59 Dienst macht frank und müde. Keine wahre Freude blüht, wo des Herzens Unschuld flieht. 3. Drückend ist des Lafters Joch, schwer der Sünden harte Bande, und der Stlave wählt fie doch, taumelt an des Abgrunds Nande, dünkt fich glücklich, groß und frei bei der tiefften Sklaverei. Herr, dein Joch! o wie leicht dein guter Wille! Oft gedenkt die Seele noch jener Nube, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt, und den Fleiß der Tugend lohnt. 2. Aber, ach! ift er entflohn, des Gewissens sanfter Friede: dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr 4. In der ungeftümen Bruft weilet feine Freude lange. Unmuth folgt auf Sündenluft: angstvoll bebt fein Herz und bange, sucht vergebens Fried' und Nuh, und eilt neuen Lastern zn. 5. Unter schuldlos frohen Reib'n wandelt er mit trübem Blicke; will und kann nicht fröblich seyn, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Reid, Störer ihrer Fröhlichkeit. Folgen der Sünden. 6. Gottes schön ges schmückte Welt ift umsonft für ihn geschmücket; Blumenau und Saatenfeld, was Mel. Jesus, meine Zuversicht 845 den entzüdet; dem sein Herz entges gen wallt, läst die stumpfe Seele talt. 7. Herr, dein heiliges Gericht trifft die Sünder, die dich haffen, die Verächter ihrer Pflicht! Herr, ich will dich nie verlaffen, steh' mir in Versuchung bei, und ers halte selbst mich treu. 6 Mel. 60 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Auf, Christenmensch ich bir, Gott, nicht folgfam Der Sünde thut, 85 Webt u bin. Wer Sünde thut, verWahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn, und fernt sich selbst belügen! O! hilf mir, Gott, daß ich dir treu, und fern vom Selbstbetruge sei! 2. Wer Sünde thut, ber unterdrückt und schwächt die Seelenkräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum Heiligungs geschäfte. O Vater, gib, daß nie mein Geist sich seine Würde selbst entreißt! 3. Wer Sünde thut, der haft das Licht, das Gott uns hat entzündet; er kennt die wahre Weisheit nicht, die uns mit ihm verbindet. O lebre, Gott, mich weise feyn und stets den Reiz zur Sünde scheun! wirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewiffen einst ihn nagt, und laut ihn, Herr, vor bir verklagt. 7. Wer Sünde thut, fiebt schreckenvoll die letzte Stunbe kommen; die Hoffnung, die ihn tröften soll, ift feinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jefum nicht; nun droh'n ihm Tod und Weltgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund, so lohnt fie schon auf Erden! Ach, wenn die Ewigkeit erscheint, ach, wie wirds dann ihm werden? Biel Gutes, Herr, ist mir verliehn; o lehre mich auch Sünden fliehn! 4. Wer Sünde thut, der troßt dem Herrn, durch den wir sind und leben; er bleibt 86 W und Elend auf Mel. Herzliebster Jesu ist von jenem Reiche fern, nach bem die Frommen streben. Wie thöricht und wie un dankbar! Entreiße, Gott, mich der Gefahr! / 5. Wer Sünde thut, ach! der entzieht fich ftolz dem Ruf der Gnade. Ver Fehrt, verflockt wird sein Gemüth, und tief fein Seelenschade. welch' ein frevelhafter Sinn, wenn der Erde, das von der Sünde nicht geboren werde? Verwandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? 2. D wären wir vom Jüngling bis zum Greife dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewiffen für Glück genießen! 3. Er Erlösung, Te and 3. Erhöhet würde fede Luft auf Erden, und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unfer Herz den Lockungen der Sünde stets witerflünde! 4. Doch, ach, fie herrscht um Alles zu zerrütten, erschüttert Thronen und verwüftet Hütten, trübt jeden Segensquell, broht unfern Tagen mit harten Plagen. 5. Wenn können Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an der Zukunft Leben, und nicht erbeben? 6. Die Luft zum Bösen feffelt sie und wüthet; fie leiden selbft durch das, was fie gebietet; fie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und Leiden. 7. O du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest uns an die Tugend halten, und siegend in Versuchung, uns zum Leben in Gott erheben! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 87 ott! wie schrecklich find Verbrechen, weil fie, taum vollendet, fich selbft verfolgen, furchtbar rächen, Richter, bein Gesetz und dich! Ach! dem Lafter folgt Verderben; Armuth, Schmach und frübes Sterben! 61 2. Und wie quält den fein Gewiffen, der verworfne Thaten übt! Kanu er jenes Troft's genießen, den nur reine Tugend giebt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein fünftig Leben? 3. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wandeln sollen, Gott! was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach! was müssen wir oft leiden, blos für Einer Thorheit Freuren? 4. Starke, Gott, verfolgen Schwache; Schwache Schwäch're! Geiz und Neid, Menschenbaß und Durft nach Rache, Wollust, Stolz und Uleppigkeit; wie erfüllen die mit Plagen deine Welt mit welchen Klagen! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Tyrannei, gleich der Pest im Mittag wüthet! Wie im Finstern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! 6. Und wir Sünder könnten wähnen, Gottes heiliges Gericht strafe keines Elends Thränen, acht' auf unfre Laftler nicht? Der Gerechte, der Verbrecher gelt' ihm gleich; es sei kein Rächer? 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unterthan, gingen Jünglinge und Greife immer auf € 7 ber 62 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden keiner je der Noth entgeht, jede Laft erleichtert werden; jede wahre Luft erhöht, wenn den Lockungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? der Tugendbahn; o wie Wahrheit Strahl berühret, strömte Heil und Segen dann schmeck' ich Frieden, jeglichem von dir entgegen! füble Kraft; doch schnell entzieht, ein Todesschauer mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ermatten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz fo oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: felig dort, und schon auf Erden ruhig und getroft zu werden. 3. Der gute Borsag, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich baffe, und scheue oft der Eugend Müb'. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Maft und Steuerruder brach, reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach. 10. Laß des Lafters bittre Früchte mir fets in Gedan ten seyn; mich nie weifeln am Gerichte; auch den kleinften Fehltritt scheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! 4. Wer löst mich von den Sklavenketten? Wer schafft in meinem Innern Ruh'? Wer kann mich vor mir selbst erretten? Nur du, Allmächtiger, nur du! Ein Strahl von deiner Gnade genüget zur feligsten Gene sung mir; o fend' ihn, daß mein Glaube sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! 88 ચા welch Mel. Wie groß ist des Allmächt'. ein Kampf in mei ner Seele, welch steter Widerspruch in mir! Mein Geift will, daß ich Gutes, wähle, er sehnt sich, Gott, so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen untertban, strebt, ihre Lüfstern- 89 Heiner Ehre. Ers err, fingen beit zu stillen, und schmiegt sich, ach! den Sünden an. barm dich unser, und erböre, nimm gnädig unser Loblied an! Herr, wir danken voll Entzücken; wo ift ein 2. Ein doppeltes Geseß regieret mein Wesen; o wie räthselhaft! Wenn mich der Von der Erlösung. In eigener Metodie. ende Erlösung. ein Gott, der so beglücken, fe lieben und so segnen tann? Der Gott, den wir erhöhn, er, dessen Heil wir fehn, ist die Liebe; schon vor der Zeit in Ewigkeit war Gott die Liebe, wird sie feyn. 2. Um zu dir uns zu erheben, hauchst du in unfre Bruft das Leben und schenMel. Mache dich mein Geist bereit left uns der Erde Glück. 90 unfer Gott, der Herr Welt, Um zu dir uns zu erheben, entziehf bu unfrer Brust das Leben, und schenkeft uns des Himmels Glück. Du gibst das Leben, Gott, und führst auch durch den Tod und zum Leben. Du fuchst allein, uns zu er freun; daß wir verderben, willst du nicht. der Zukunft Zeiten, tann, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten. Stets zur That wird sein Rath; auf verborgnen Wegen kommt uns Heil entgegen. 2. Jesus ward zum Heil der Welt einer unsrer Brüder; freudig, wie zum Sieg der Held, kam zu uns er nieder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu edlerm Leben Menschen zu erheben. 3. Seiner Ankunft frobe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichkeit Völkern offenbaren. Was geschah, fern und nah' wußt' er dann zu lenken, um uns ihn zu schenken. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält, in unferm Elend lagen, und Nacht des Todes uns umfing, fern von beiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarmend vor uns überging. Da rief bein Vaterblick durch Jefum uns zurück von der Sünde. Aus ihrer Nacht find wir erwacht, erwacht, um Gottes Licht zu sehn. 63 geslieb werd' ihm gesungen! Üns fegnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgefänge tönt! tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einfi knieen wir an deinem Thron, und beten an. 4. Preiset ihn, ihr Jubel lieder! der Sohn des Höchften ftieg bernieder, ward Mensch und starb der Sün der Tod. Chriftus hat den Tod bezwungen; ein Sie 4. Preiset ihn voll Zuberficht, der die Welt regieret! Immer wird, was er verspricht, berrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten; folget ihm mit Freuden. Mel. 64 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis Himmels Erbe; dieß bin gedanke, der uns ich; und das ist mein 91 den ich kann dich ganz durchdenken? Also hat Gott die Welt geliebt, uns feinen Sohn zu schenken. 2. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt mit Finsternissen fülft du mein Herz mit Majestät und ftilleft mein Gewiffen. Som 3. 3ch kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen! und doch kann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 10. So lang ich deinen Willen gern mit reinem Herzen thue, so fühl' ich eine Kraft des Herrn, und schmecke Fried und Ruhe. 11. Und wenn mich meine Eünde fränkt, und ich zumt Kreuze trete; so weiß ich, daß er mein gebenft und thut, warum ich bete. 12. Ich weiß, daß mein Erlöfer lebt und mich einft aus der Erde erweckt und zu dem Reich erhebt, da ich bich schauen werde. 13. Erfüll mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 6. If Chrifti Wort nicht Gottes Sinn; werd' ich ftets irren müssen, und, wer Gott ist, und was ich bin und werten foll, nicht wissen. 14. Soll ich bereinst auch würdig seyn, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich feine Schmach und Pein vor deiner Liebe scheiden. 7. Nein diesen Troft der Chriftenheit soll mir kein 15. Hat Gott uns feinen Zweifel rauben; ich fühle feine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken: wie follt' uns der, der ihn geschenkt, mit ihm nicht Alles schenken. Mel. 4. So kann ich auch nicht Gottes Rath von Jefu Tob ergründen; allein bas Göttliche der That das kann mein Herz em pfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Chrift nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd' ich angstvoll zagen. fierbe. 9. Du gibst mir deinen Geift, das Pfand im Glauben mich zu ftärken, und bildest mich durch deine Hand zu allen guten Wer ken. 8. Des Sohnes Gottes Eigenthum, burch ihn des Erlösung. Mel. Schwing bich auf zu Dommt mit Dank 92 Koor Gottes Thron! liebet. Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preift ihn, der da kam, daß wir felig wurden! Er ward Mensch, und übernahm schwerer Leiden Bürden. 2. Treu vollbracht' er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war des Heil'gen Lehre; Menschen trösten und er freun immer sein Bestreben; und um Aller Heil zu seyn, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werke, herrschet er voll Majestät, und mit Gnad' und Stärke, fammelt Al' uns in sein wir darnach streben. Fromme follen, Engeln gleich, mit ihm ewig leben. 65 kennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme 4. Ebrfurcht und Gehørsam soll ihm der Mensch bezeigen, Aller Knie fich demuthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig fede Nation es mit Dank bekennen: Er fei Gottes höchfter Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn chret, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend hetlig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht, und doch Böses übet, 6. Laßt uns Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sünde fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebent, auf fein Vorbild sehen, und wie er, mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen 7. Können wir: Es ist vollbracht! froh, wie er, einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wenn die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten feines Reiches, in das Land der Verklärten, leiten. Mel. Vom Himmel hoch, da ruf! 932uf free dich, mein Geift in mir, und preise deinen Gott, der dir selbft feinen Sohn zum Helfer gibt; preif' ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gefandt, er machte dir den Trost bekannt, wie innig feine Batertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt sei. 3. Durch ihn hat er die fichre Bahn zur Seligkeit dir fund gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft auf dieser Bahn zu gehn, verschafft. 4. Vergiß, vergiß zu keiner Zeit, die Größe feiner Gü. Werke und Wohlthaten Gottes. Gütigkeit; bent oft und fein Grab, nur seine Hülle fiets mit Freuden dran, und finkt hinab; dieß lehrte Sebete Gott in Demuth an. fus glauben. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erfte Pflicht die Liebe, und jedes Gute im mer mehr zu thun aus rei nem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin, aus eblem, reinem Tugendfinn, zum Besten für die Brüder. 4. Auf Chriften, ehrt ihn Lebenslang burch reine Tus gendliebe! O daß ihm Keiner diesen Dank, kein Chrift ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöfet: Dank fei dir, o Vater! Möchten Aue wir frei von der Sünde leben. 66 5. Aus Gegenlieb und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, bein Herz, das ihm ganz zuge hört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge reb. lich bis ins Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung, das ist der Preis, den ächte Dankbarkeit dem gibt, ber dich so göttlich groß geliebt. 8. In diesem Preise übe dich mein Geift, so hilft er Mel. Sei Lob und Ghr bein sicherlich dir zu dem Glück, 95 An unfern Gott uns das Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. JE Mel. Allein Gott in ter Höh imm uns're Dant 94 № gefühle an, die wir dir, Bater, weißen; durch Jefumt zeigteft du die Bahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig, ewig Dank sei bir; belehrt durch Jefum können wir uns unf'rer Würde freuen. 2. Sonst fahn mit Furcht im Angesicht auf Gräber unfrer Brüder; doch bald erschien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Luft an unserm Tod, will, daß wir ewig leben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jefum Chrift erbarmungsvoll bereitet. 2. Nach seinem gnadenvollen Rath kam er, sein Sohn, auf Erden, von unse rer Schuld und Missethat ein Netter uns zu werden. Er ward's und hat sein Wert vollbracht, und sich, nach kurzer Grabesnacht, gen Himmel aufgeschwun gen. 3. Wo ist des Todes Herrfchaft Erlösung. fchaft nun? Hier ist sein Ue berwinder; die Furcht bavor hinweg zu thun, starb er das Heil der Sünder. Ge brochen ist nun uns Bahn, die von der uns Himmelan zur ew'gen Bonne leitet. bie Erd 4. Wie hat und doch der Herr so lieb! Wie sucht er unser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstes und sein Größtes! Preis ihm, der so viel an uns thut! Preis seinem Sohn der uns zu Gut, fich bis zum Tod erniebrigt! 5. Was er zu unserm Glück verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb; als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen. 6. O laß uns ihm uns anvertraun, und seine Stimme hören, auf seine Mittlershülfe baun, ihn mit Gehorsam ehren! Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedenvoll auch schon auf Erden wandelt. 67 Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. 7. Herr, leite selbst uns diesen Pfad, zeuch uns zu deinem Sohne, daß Glaub' an ihn auch mit der That in unfern Herzen wohne: so ba ben wir an seinem Heil, zur Mel. Schon ist der Tag von G. N fröhlich seyn, daß Nun last uns alle Gott uns Jefum fandte! Laßt uns des Gottes hoch erfreun, den Jefus Vater nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle ſeine Kinder lehrt, und alle gut erziehet. 2. Zur Reife der Vollkommenheit, die schon hienieben keimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht einer ist verfäumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! wohl mir, alle Men schén find bes höchsten Vaters Kinder! 96 96 3. Er schaut auf alle mild berab, führt auf verschiednen Wegen uns Alle über Tod und Grab zu höherm Licht und Segen. Der Gott, den jede Sprache nennt, der Gott, den niemand ganz verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und findlich fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hos hen Zweck und Werth hat Jesus Christus uns gelehrt: Gott set dafür gepriefen! 5. Die Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Werke und Wohlthaten Gottes. 68 und Weisheit handelt; wie Tugend über Alles siegt, und feft zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lebr' 3. Er kam zu uns auf und Tod: Gott sei dafür gepriefen! kommt, Rettung vom Verder ben uns Sündern zu erwerben, sein hocherhabner Sohn. Erden in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwerden von unfrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Todesleiben fein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! O bringet Gott euern Lobgefang! Erlöfte Menschen, singet dem Mittler ewig Dant! Wo niemand helfen kann, da bilft er gern aus Gnaden, heilt unfrer Seele Schaden. O nehmt ihn gläubig an! 5. Du Freund der Menschenkinder, verwirf' uns, Jeu nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ift unfre Zuversicht! Drum fommen wir zu dir. Silf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden, denn dein, o 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Baters Liebe nehmen? Für Armuth, Sorgen, Schmach und Web, für Krankheit, Schmerz und Grämen, und für den schwe ren Schritt ans Grab beut Jefus einen festen Stab; Gott sei dafür gepriesen! 7. O guter Gott, wir zagen nicht; du wirst zum höhern Leben, wirft zu des Himmels reinstem Licht einft unfern Geift erbeben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnang der Unsterblichkeit: sei hoch dafür gepriesen! Mei. Beuch ein zu deinen Theren 97 Erhebt den Herrn Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, der Völker Troft und Licht. Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Seil und Leben felbft seinen Sohn gegeben; burch ihn sind wir erlöft. 6. Bei dir steht unser Leben. Zu unferm ew'gen Heil hast du dich hingegeben. Gib uns am Himmel Theil! Laß uns dir folgfam feyn? Was wird uns, Herr, dann feblen? Dann werden unsre Seelen fich Gottes ewig freun. 2. Erlöst! o welche Liebe bat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe fein Herz zu uns geneigt! 98 ot Von seines Himmels Thron Mel. Herzliebster Jesu ott, der du für uns deinen Sohn ges Erlösung. gegeben: o wer kann g'nugsam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärke! 2. Dein ew'ger Sohn Airbt für die Menschenfinder; der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligfte begibt fich seiner Freuden für uns zu leiden. 3. Er wird das Lamm, das Aller Sünden träget, drauf bu die Strafe weislich selbft 69 8. Was mir dein Sohn, da er für mich geftorben, von deiner Huld durch seinen Tod erworben, das werde mir, zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne ftets in meinem Herzen, und tröfte mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geift sei mit mir, deinen guten Willen treu zu erfüllen. 905 geleget: bu In eigener Melodie. den verlornen Schaafen 99 H Gott verbies, ven eiland, den uns der Himmel fauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. an nicht dürfteft strafen. 4. Was ist der Mensch, daß dn sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Verföhner schenkest? Was finbeft du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 5. Verdient Verachtung göttlicher Gefeßze, verdient Verschwendung unschäzba rer Schäße, verdient gebäufte gröbliche Verschulbung so viele Dulbung. 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer fast, o Gott, die Größe ihrer Triebe? Du thuft weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir versiehen. yo 7. Ach! lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Bater nennen, und zum Geborsam dir mein ganzes Leben willig ergeben. 2. Wie dein Nam', ift auch dein Nuhm. Jefu, wir dein Eigenthum, chren dankvoll und erfreut deine große Gütigkeit. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, bu kamst willig in die Welt, uns von Sünden zu befreien, unser Licht und Troft zu seyn. 4. Start in deines Vaters Kraft haft du Leben uns verschafft. Wir, von Nath und Hülf' entblößt, sind, o Herr, durch dich erlöft. 5. Preis sei dir in EwigAuf! die ihr erlöset seid, rühmt den, der mit Lehr' und That euch vom Tod erlöset hat! keit! 6. Der 70 6. Der du liebreich zu uns tamft, unsre Rettung über nahmst, dein uns theu'r er worbnes Heil sei auf ewig unser Tbeil. 7. Unfre Seele trau' auf bich unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! Werke und Wohlthaten Gottes. In eigener Melodie. 100 it froßlockenthe, schau ich, Gott, voll Dankbegier, in die Tiefen deiner Güte, und verliere mich in ihr. O wie groß ist deine Huld! Unire ganze Sündenschuld willst du uns so gern vergeben; denn du haft nur Luft am Leben. 2. Jch verehre, Gott, voll Liebe, beiner Gnade weisen Rath, die aus eignem freien Triebe, unser fich erbarmet hat. Uns Verlornen dach teft du Rettung vom Verberben zu, und dieß Heil uns zu erwerben, follte dein Geliebter flerben. 3. O ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlaff'nen Armen, Gnad' und reichen Troft verleiht! Dwie haft du uns geliebt, daß bein Sohn fich für uns gibt, bie verscherzten Seligfeiten wiederum uns zu bereiten. 4. Ja, du zeigft aus weifer Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, führst durch deines Geiftes Triebe uns zu Buß und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll befreit von dem Verderben, Sims melsseligkeiten erben. 5. Du bestimmteft zum Verderben auch nicht Einen: fterdeine Huld hilft auch Sünben fie aus eigner Schuld. Wer nicht glaubt an deinen Sohn, den trifft seines Fre: vels Lohn; sein beharrlich Widerfireben raubt ihm Gnade, Heil und Leben. 6: Ewig sei mit Dank befungen, was bein Rath beschlossen hat. Mit und preisen Engelzungen diesel weisen, heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergründet. 7 Vater, hilf mir darnach streben, meines Heils gewiß zu fein. Richte bu mein ganzes Leben nur nac deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die bein Geift nur in uns schafft, mir das fichre Zeug. niß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Heberzeugt von beiner Gnas Erlösung. Gnade, und gewiß, dich einst zu sehen will ich selbst des Todes Pfade ohne Grau'n und muihig gehn. Hab' ich deine Gnade nur; so wird keine Kreatur mich von beiner Liebe trennen, mich dir nichts entreißen können. 71 4. Du haft durch deine Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folg sam hören, wird unser Herz etfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wabrer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. 5. Um unser Heil zu gründen, nahmst du so brüderlich den Sold der schwersten Sünden, des Kreuzes Laft auf dich. Du tilgteft fremde Schuld, ertrugeft Haß und Bande, und starbft bei Qual und Schande, mit göttlicher Geduld. 6. Doch Herr, im Siegsgepränge kommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völker Menge vor deinem Richterblick. O welche Angst und Pein verfolget dann den Sünder! Und Gottes fromme Kinder, wie wirst du sie erfreun! Würde des Erlösers. Mel. Zeuch ein zu deinen Tboren 101 D u tamft berab zum Staube, berab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ew'gen Vaters Sohn, Glanz feiner Herrlichkeit! Wer kann dich g'aug erheben? Du schenkt uns neues Seben und Herzensfreudig feit. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schöpfungsreich fühlt jeder seine Blöße, fühlt keiner dir fich gleich. Du warfi, eb' Meer und Land, eh' Sonne, Mond und Erde durch fenes Macht- Pflicht! Befolg' ich deine wort: Werde! bervorging und entstand. 7. Dich Heiland, zu verehren, sei stets mir theure Lehren, so seh ich einft bein Licht. Du bist, was feiner war, im Himmel und auf Erden, was auch nicht Engel werden; bu bleibt es immerbar. 3. Der höchste Seraph beugt sich demuthsvoll vor bir, verhüllt fein Antlig, fchweigt, bewundert dich, wie wir; und deiner Hoheit Glanz, wagt er's, sie zu ers Mel. Kommt kommt den Herrn gründen, wird er zu blen 102 Mein Heiland, dend finden: auch er schaut nie fie ganz. Größe geht über alle Simmel weit. Wer 72 Werke und Wohlthaten Gottes. Wer ist, der fie ermesse? Du warst bei Gott in Ewigkeit. Du bist der Erstgeborne vor aller Kreatur, kamst zwar für uns Vertorne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratt du erst in der Zeit; eb' noch die Welt geworden, warst du voll Herrlichkeit. groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort, nicht hört, der kann nicht selig werden: wer aber dich verehrt, dem bilfft du vom Verderben, schaffst ihm Zufriedenheit, und macht ihn einst zum Erben vollkomme ner Seligkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist ent der Frommen Saame, der ihrer-gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabuer Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, steh'n sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eigenthum. 2. Der Himmel und die Erde sind durch dein kräft'. ges Wort gemacht. Auf dein Allmächtig: Werde! fand die Welt mit Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! Das ist dein ew'ger Rahm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. s 3. Du trägeft alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort. Das Große und Geringe geht bloß durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regiereft den ganzen Kreis der Welt; weil du das Nuder führeft, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben, drum wird einst fene Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. 4. Gott läßt dir Ehr er. zeigen, die keinem andern Mel. Mein ganzer Geist widerfährt. Dir soll sich 103 Wie groß, wie Alles beugen; denn göttlich angebetet ist, dein der 6 Sohn Gottes, ich verehre und bete dich in De muth an; beschäme und bekehre die, die dir noch nicht zugethan, die deinem Wort nicht glauben, und dir, für sie litt, die schuld'ge Ehre rauben. Theil' ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkennen; laß nichts, die dich erkannt, von deiner Liebe trennen. Dein Ruhm füll' jedes Land! Erlösung. dein Nam', o Heiland, Jesu Chrift! Wie theuer deinem Volke! Welch Licht ging in der Finsterniß mit dir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh des Irrthums Wolfe! Als du famest, hörten Taus be, und der Glaube half den Kranken, Stumme sangen, dir zu danken. 73 baffen. Ihnen willst du Heit und Leben gerne geben, und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. dir erretteter 5. Bom Aufgang bis zum Niedergang erschallet der Lobgefang Gerechten. Unzäblbar find die Schaaren schon, die gerne dir vor deinem Thron ein würdig Loblieb brächten.. Ihrer mehr noch, Jesu werden schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6: Wie groß, wie anges betet ist dein Nam', o Heis land, Jefu Chrift! wie berrLich bei den Deinen! Führst du uns einft zu deiner Rub: o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann er scheinen! Ewig müsse, dir. zur Ehre ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel wiederhallen! 2. Nur Schwache wa ren's, die dein Licht verbreiteten, die Weifen nicht. Wo find fie? Wo die Hoben? und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flohen? Macht nicht, List nicht, deine Gaben, Mittler, paben dich verkläret, und den Weg zu Gott gelebret. 3. Wir werden deinen Ruhm erhöhn? Wir werden deinen Himmel sfehn, den Preis von deinen Leiden; genießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze fiarbst, der Engel hohe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen. ( Adventslieder.) Mel. Jesus komm doch selbst zu 4. Du hast dich deiner 104 ott fei Dank in aller Welt, der Herrlichkeit entäußert eine turze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr' und Ruhm gekrönt, nun machst du selig, die, verföhnt, der Sünden Gräuel Dankbares Andenken an die Sendung Jeſu. fein Wort beständig hält, und der Sünder Troft und Nath zu uns her gesendet hat! 2. Was der frommen Väter Schaar Wunsch und Troft 74 Werke und Wohlthaten Gottes. Troft und Hoffnung war, Mel. Aus meines Herzensgrunde Ernst, o was fie fern im Dunfeln 105 mit, Menschenkinist im Lichte da. 3. Hier ist mehr als Davids Sohn. Unvergänglich ift sein Thron; denn der Tugend Reich ist sein, bier und dort uns zu erfreun. 4. Licht der Seelen ew' ges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschenfreund, wie dank ich dir; du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen sein, mach es von der Sklaverei jeder Sünde völlig frei. 6. Und wie deine Ankunft war Hülf und Rettung aus Gefahr: so erscheine fiets auch mir Hülf' und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuchte mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Beförderung meiner Ruh', denke, wünsche, wähle, thu'. 8. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wann tein Mensch mir- belfen kann, so nimm du dich meiner an! 9 Und, o Jesu, wann du einst herrlich zum Gericht erscheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor dir bestehn! der, bereitet euch dem Herrn! Erkommt, das Heil der Sünder, er rettet sie so gern. Er kommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig seyn. 2. Kommt, reinigt eure Seelen, seid heilig, seid bereit, was ihm gefällt zu wählen, zu flichn, was er verbeut! Eilt willig in sein Reich, verabscheut und verlasset, was euer König bas set, vertraut ihm, besſert euch! 3. Das hat der Herr geboten, sein Sohn bats felbft gelehrt; das lebren ſeine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer gläubt, und wer nicht gläubt, wird sterben. Ein jeder wird verderben, der noch ein Sünder bleibt. 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einft erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ibn nimmer sehn; wer ihm sein Herz ergiebt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, schon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder, ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite fels Erlösung. 75 du Größres geben? selber mich! Schon seufzt das Leben: o was kannst mein Herz nach dir, es seuf zet dir entgegen: Komm, komm mit deinem Segen, und wohne stets in mir! Mel. Mein ganzer Geist, Gett 106 er Heiland finget ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das: Heilig! Heilig! singen. Er kommt, der eingeborne Sohn, und feigt von seines Himmels Thron, der Welt das Heil zu bringen. Preis dir, daß wir vor der Sünde Nettung finden, Höchstes Wefen! durch dich werden wir genefen. 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz, gebeugt durch Buße, Neu und Schmerz, bereit vor dir zu wandeln: ja, dir und unserm Nächzu zu sten treu, aufrichtig ohne handeln. Zu dir flehn wir: hilf uns Schwachen, daß wir wachen, beten, ringen, und des Fleisches Luft bezwingen. 5. Laß uns zu unserm ew'gen Heil an dir im wahren Glauben Theil durch deinen Geift erlangen; auch, wenn wir leiden, auf dich fehn, im Guten immer wei-ter gehn, nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben, und in deinem Reiche leben. 2. Willkommen, Friede fürst und Held, Rath, Bater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du kleideft dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch, und willst, der Welt zu selbst unser Bruder werden. Ja dit, Jeſut, reichft 107 Pie foll ich dich Mel. Befehl bu deine Wege die Arme voll Erbarmen uns entgegen, und verwandelst Web in Segen. Heil aller Sterblichen! Du empfangen, Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib felbft mir zu erkennen, wie, deiner Eüte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preisen soll. 3. Du bringst uns Troft, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit! Sei boch dafür gepriesen! Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, kommt 2. Einst streute man dir Palmen: feßt soll die Dankbegier, mein Heil, in Freu denpsalmen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich 02 ers Werke und Wohlthaten Gottes. 76 erheben, so gut ich Schwa cher kann, mein Herz will ich dir geben, o nimm es gnädig an! 3. Damit du mich befrei teft, gabst du dich selbst für mich; mich zu erretten freutest du, Seligmacher, dich. Du fabest, daß hier keiner vermögend war dazu: da fammerte dich meiner, da kamft und halfeft du! 4 O bu, an den ich glau, be, was wär's, das dich bewog? Was wär's, das dich zum Staube, zu mir bernieder zog? Dein göttliches Erbarmen. Ja, du ,, o Jefu, baft mit mitleids vollen Armen die ganze Welt umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte klagt euren Schmerzen, als ob nicht mehr! Jagt nicht in auf! 3hr habet den Besten Helfernab, der eure Seele labet: der treue Freund ist da. 6. Die ihr mit ernster Neue ftill eure Schuld be weint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbft, der Menfchenfreund, ruft heilbegler' gen Sündern der Gnade Troftwort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft the nen Seelenruh. Inace Ne 7. Er übersiehet Keinen, und weiß, was Jedem nützt. Hat er nicht stets die Srinen von Anbeginn beschüßt? Nicht sie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Luft. 8. Er macht uns von dem Bande des Tod's auf ewig los, entreißet uns der Schande der Sünd' und macht und groß, gibt Weisbeit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, versichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. murine 9. Er kommt zum Weltgerichte; der Bösewicht vergeht, wann da im hellen Lichte der Tugendfreund befteht. Wohl ewig Allen denen, die seine Wege gehn, und einst mit Freudentbränen zu seiner Rechten stehn! 356 108 Dell errungen Met. Gott, der du die Menschen er du uns das Mensch geword'ner Gottess sobn! Ewig sei dir lobgefune gen, daß du von des Himmels Tbron, uns zu Gut, ins Fleisch gekommen; der du voller Freundlichkeit längftens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner anges nommen und mein Brus der worden bist, sey gelobt, Herr Jefu Chrift! 92.0 Sey gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch haft bu geehret unser fterb. Erlösung. Berbliches Geschlecht! Herr, du haft es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja in bir, du Gottes sohn berrscht die Menschheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völker Segen, famft, von Noth uns ju befreien; und wir können beinetwegen jest schon kinder Gottes feyn Hat die Sünd' uns gleich verdorben: o so hast da neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und erworben, die Tüchtigkeit von Sünde ähnlich dir, o Herr, zu seyn. 4. Du, du bist der Mittfer worden, der die Welt mit Gott verföhnt, haft der schwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit, nach vollbrach, ter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Fromme! faffet Zuversicht, glaubet feft: nur fündigt nicht. 5 Sollte mich wohl Gott verlassen, wenn ich frant und bülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfaffen, tröften den betrübten Sinn. Und da kann mich nichts anfechten. Er, der meinen Jammer kennt, und mich gnävig Bruder nennt, sißt als Herr zu Gottes Nechten, durch ihn 77 bin ich Gott vereint: Gott ist Vater und mein Freund. 6. Herr, wie groß ift deine Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch fets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruýme feyn! Nimmer will ich dein vergeffen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig fol gen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu meſſen: gib, daß ich für deine Treu' dir auf ewig dankbar ſei. Mel. Nun banket alle Gott 109 Et ift gefommen er, auf Väter harrten, und länger dürfen wir nun feines Andern warten. Sein Lob erschalle laut in aller Welt umher! Wer brachte je der Welt mehr Licht und Heil, als Er? 2. Gott ist mit uns! wir fehn den Sohn, den Eingebornen, des Vaters Ebenbilo, den Netter der Verlors nen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut' des Erlöfers euch, der selig machen kann! 3. Gott ift mit uns! nun hört der Arme feine Lebren, und, was er lehrt, ift Heil. Er ists! die Tauben hören; der Blinde sieht, und schant voll Dank zu Gott hinauf; des Labmen Füße geh'n; die Tobten fteben auf. 4. Er ist gefommen, uns D3 dem 78 Werke und Wohlthaten Gottes. dem Vater zu verföhnen, und mit der Tugend Kranz die Gläubigen zu frönen. Gott ist mit uns! Er will die Traurigen erfreun. Er will der Schwachen Kraft, der Müden Stärke feyn. schien, und es ward Friede durch ihn! Friede! Singt's laut ihm zu Ehren! 4. Unschuld und Zugend entkeimten des göttlichen Tritten, Troft und Erquis cung trug er in der Weinenden Hütten, ward ihnen Freund, hat oft selber ge weint, selber geduldet, ges litten. 5. Gott sei gelobt! Er ist's, auf den die Bäter harrten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines Andern warten. Er schließt den Him. 5. Ehre sei Gott in der mel auf; er nimmt die Sünder an. Frohlodet, und betet ihn und seinen Vater an. Höhe! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Vis in das Grab stieg er vom Himmel herab, einst uns zum Himmel zu erheben. 6. Selige Hoffnung, einst Jesum, den Retter zu sehen, in den Schaaren der Herrlichen ihn zu erhöhen! Völlig beglückt, fing i dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! Geburt Jesu. ( Weihnachtslieder.) Mel. Sobet den Herrn 110 der Höhe! der Serr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsten aus Gnaden erforen. Laffet uns sein dankvoll, ihr Chriften, uns freun! Sft er nicht uns auch geboren? In eigener Melodic. 2. Schatten und Dunkel 111 obt Gott, ibr bedeckte den Erdkreis; es irrten Bölfer umber, wie die Heerden, verlassen vom Sirten. Jesus erschien, Nächie verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen, durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und baßten sich vor den Altären. Jesus ereuch! Von seiner Gnade Thron beruft er uns zu feis nem Reich, und sendet ſei nen Sohn. 2 Er fommt nach seines Vaters Rath, mit Heil uns zu erfreun, und auf des ew'gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. 3. Bet seinem Eintritt in die Welt umgibt ihn keine Pracht, die glänzend in die Aus Erlösung. Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erbenglück, verlangt allhier kein Königreich von einem Augenblick. 5. Er kommt, burch seiner Wahrheit Macht zu Gott uns hinzuziehen. Vor seinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6 Er lehret uns die Sünde scheun, spricht Muth dem Schwachen zu, und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Rub. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unfre Hülle fällt, uns weder Tod noch Grab. 8. Er öffnct uns dereinst die Thür zu seinem Simmel. reich. Ihr Ebriften, wie be glückt find wir! Lobt Gott und freuet euch! 79 liebgewinnet? Nimm froh an feiner Liebe Theil und werd' ihm gleich gefinnet! Wer nicht wie er, gefinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist kein Christ. Der Herr erkennt die Seinen!" 2. 3f der ein Chrift, der dieses Heil nicht schäßt und 3. Jn Dürft'gen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, speisen, tränfen! Sa, laßt uns. frohe Geber seyn und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das spricht er, habt ihr mir gethan; und er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit freuem Herzen ebrt, den wird sein Name trößten. Vertraut auf ihn, von ihm gelebrt, lobsingt ihm, ihr Erlöften! Es freut sich deine Chriftenheit, Herr, beiner Menschenfreundlichkeit. Dir, bir sei ewig Ehre! Mel. Mein ganzer Geist, ober Wie schón leucht uns Mel. Allein Gott in der Hö 113.5 fimm auch du 112 Rast uns mit ehrfrobem furchtsvollem Dank, mein Geift, in jenen Dank den Gott der Lieb' Lobgefang, von dem der erhöhen, mit feierlichem Lob- Himmel tönte, als er zur gefang des Heilands Feft be- Welt bernieder fant und geben! Preis fei dem Ba- unsre Menschheit an fich ter, der ibn gab! Preis fei nabm, der uns mit Gott dem Sohn! Er kam berab, versöhnte! Freu dich innig! und ward das Heil der Men- Er, dein Führer und Reschen. gierer, kam auf Erden, licht und Heil auch dir zu werden. 2. Ja, Preis und Ebre, Gott, D 4 Werke und Wohlthaten Gottes. 80 Gott, fei dir! Wie gnadenvoll bist du auch mir in beinem Sohn erschienen! Du fandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu entziehn, die schnöden Lüften dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich Der Sünd' entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treue, die du mir, schon eh' ich war, bewiesen? Du bahnteft unter bitterm Leib auch mir den Weg zur Seligkeit: sei poch dafür gepriefen! Durch dich fann ich nun hienieben Gottes Frieden schon empfan. gen und einst volles Heil erlangen. 4. O gib, daß ich an die fem Heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deinen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen feb, die Wege deiner Wahrbeit geh, und deiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe beiner Frommen auch dere einst werd aufgenommen! 5. Ich bringe dir ein dank bar Herz, bereit in Freuden und in Schmerz, wie dir's gefällt, zu wandeln. Verleibe du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissen haft zu denken und zu handeln. Fröblich will ich hier im Leben dich erheben, und einst oben wonnevoll dich ewig loben. Mel. Fröblich soll mein 114 Last und unferm Gott hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels hohe Chöre ftimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ebre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich; Chriftus ist geboren. Er, der König aller Wefen steigt berab, bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 3. Wer tann Gottes Rathschluß faffen? Aber dies ist gewiß: wir find nicht verlassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns ber, wie follt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verworfen hätte, nähm' er dann Menschheit an? er spricht: ich errette! Deß soll sich der Erdkreis freuen! Zum Gericht kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. 5. Eilt im Geist nach Bethleme Hütten, sebt, was dort euer Sort schon für euch gelitten. Er wird niebrig curetwegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden, Armuth, Noth ,Schmach und Tob göttlich groß Erlojung. groß erbulden. Lernt den Menschenfreund erkennen: gnadenreich will er euch seine Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann; betet an; weinet Freubenthränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der euch gern feine Brüder nennt. 81 viel treuer. Keine Kreatur kein Leiden, keine Noth und fein Tod soll von dir mich scheiden. 13. Du kommt einft zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beren, so werd ich deiner mich freun und ewig leben. 8. Wenn euch eure Sünden fränken, eilt herzu, fuset Rub; er will fie euch 115 Sift kommen! Mel. Jesu, meine Freude oties ihn fchenken. Schaut auf mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: ich will euch erquicken. Danft ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er kam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er bier, um an uns des Vaters Willen liebreich zu erfüllen. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er Allen Freund und Bruder ift! Gott, auf seinem Throne, liebt uns in dem Sobne, hilft durch Jesum Cbrift. Welch ein Heil, an Chrifto Theil, Theil durch feiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben! 9. 3hr Erdvlder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt fein Herz. Kein Erlöfter Jage! Bringet ihm zu feinem Beste Zutraun ber! Wiffet, er wählt für euch das Beste. 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen? mehr als ihr litt er bier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit der Leiden und der Müh', was ist sie gegen ew'ge Freuden? 11. Herr, bu nabmist auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und felig würde. Wer fann deine Lieb' ergründen? Ewig soll freubevoll fie mein Herz empfinden! 12. Dir, mein göttlicher in göttliche Befreier, folg ich nach, ob wohl schwach, toch um so 3. Keine Macht der Leiden föll von ihm uns scheiben; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlöfen; bier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, fann nicht seine Brüder passen oder hülflos lassen. 05 4. Wenn 2Dette uno 28oynryuten oftes. du mich so herrlich hoch in deinem Sohn geliebet? 4. Wenn wir einst ermüden, führt er uns zum Frieden durch des Grabes Nacht. Unfre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab einst deckte. 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und feine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne un fern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen geben, die ihm bier vertraun. Er ward hier verfucht, wie wir: überschwänglich wird er lohnen, und der Schwachbeit schonen. 1 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täg. lich Buß' und glaub an feinen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Prüdern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Troft erfreun, und dein dabei gedenken. 6. Eilet, eilt ihr Sünder! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Eilet, eilt ihr Frommen! Seid, wie er, vollkommen! 6. Rath, Kraft und Held, Bieibet seiner werth! Preiſet ihn, daß er erschien; daß er sich für euch gegeben, durch ein göttlich Leben. durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Ers den! Die Christenheit preift dich erfreut, und aller Knie foll dir gebeuget werden. 7. Erhebt den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trösten. Gelobt set Gott! Gelobt sei Gott! Freut euch des Herrn und jauchzt ihm, ihr Erlöften! In eigener Melodie. 116 Auf! uf! schicke dich, recht feierlich des Heilands Feft mit Danken zu begeben! Lieb' ist der Dank, der Lobgefang, durch den wir ihn, den Gott der Lieb', ervöpen. 2. Sprich dankbar froh: also, also bat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! O! wer bin ich, Herr, daß Mel. Ermuntre bich, mein 117 ott, beine Gnas de gepreift! Sie schuf uns Heil und leben. Ermuntre dich in mir, mein ertung. mein Geißt, ihr Wohlthun zu erheben! Denk an die Nacht, ta auf der Welt des Höchsten Sohn sich dargestellt, um sein so theures Leben für Sünder binzugeben. er2. O große That! wünschte Nacht! von En geln felbst befungen! Du haft den Mittler uns gebracht, der uns das Heil errungen. In dir erschien der starke Held, der Alles schuf und Alles bält, der Freund der Menschenkinder, des Todes lleberwinder. 3. Der du, zu uns gefandt vom Herrn aus deinem Himmel kameft und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie haft du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen! 4. O lebre mich den großen Werth von deiner Huld recht faffen! Was reizte dich, auf dieser Erd' dich so herab zu lassen? Hier warteten dein nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz und Tod, und doch kamst du auf Erden, ein Menschensohn zu werden. stellteft, unser Heil zu seyn, nach deines Vaters Rath dich ein, wardft Mensch und kamft, mit Freuden, für uns den Tod zu leiden. 6. Dein Sohn, des Höchften, freu ich mich;. du bift auch mein Erretter. Auch mir zum Trofte fandle dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuchtung, Friede, Behrungskraft und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bift's, der mich mit Gott vereint, du bringt mir Heil und Leben. Herr! was ich bab und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin; ich will dich ohn' Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Ich sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wieder kommen, und dann schaun dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Chrift! dich schaun, fo herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 5. Viel stärker, Herr, als Schmerz und Tod, war tel. Vom Himmel kam ber ieß beine Menschenliebe. Du 118 Dies ist der Tag, fabeft unfre Sündennoth mit mitleidsvollem Triebe. Du den Gott gemacht; fein werd' in aller 06 Welt 84 2werte uto 200gigaten Gottes. Welt gedact! 3bn preife, ler Seligkeit! bu bist es, was durch Jefum Chrift im der das Herz erfreut. Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein gebarrt, bis daß die Zeit erfüllet ward; da fandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, feinen Sohn 3. Wenn ich dies Wunder faffen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht ftill; er betet an und er ermißt, daß Gottes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnab' erhält, erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst felbst an unfrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, fommt zu tir! Ich komm, im Buche steht von mir Gott, deinen Willen thu ich gern: Gelobt fet, der da kommt im Herrn! 6 Herr, der du Mensch geboren wirst, Immanuel, du Friedefürft, auf den tie Väter hoffend fahn, dich bet auch ich mein Heila d AH. 7. Du unser Heil und höchftes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirft unser Freund und Bruber hier, und Gotteskinder werden wir. 8. Gedanke voller Majeflä:! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke vol 9. Durch Eines Sünde Kiel die Welt. Ein Mittler ist, der sie erhält. Was zagt der Mensch, da der, ihn schüßt, der in des Baters Schooße fißt. 10 Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der beiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing ihm, dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dieß ist der Tag, den Gott gemacht; fein werd in aller Welt gedacht! Ibn preise, was durch Jefum Christ im Himmel und auf Erben ist! 1193 119V bem wir wat Mel. Kommt, kommt, ben om Grab, an len, soll, Jefu Chrift, dein Lobgefang empor zum Himmel schallen! Dir opfre jede Seele Dank; und jeder der Gebornen erfreu fich, Mensch zu seyn; und jeder der Verlornen rühm' es, erlöft zu seyn, uns Sündern ward gegeben einft Jefus, Gottes Schn: mit ihm er schien das Leben, mit ihm des Himmels tohn. 2 Kommt, laßt uns nie. derfallen vor unferm Mittler, Jefus Chrift, und danfen, daß er Allen Errette Freund und Bruder ift. Er gleicht Criojung. BO gleicht der Morgensonne mit dir; weit über Sonn' und ibrem ersten Strahl, ver breitet Licht und Wonne und Leben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unsre Welt herab; er leuchtet unferm Pfade, durchs Leben bis ans Grab. Sterne erhaben, fauchzen wir mit aller Himmel Heere fchallt unser Lobgefang. Dem Ewigen sei Ehre, dem Weltverföhner Dank! 3 Frohlockt, ihr Mitgenoffen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht 120 Erf Nicht länger ist verschlossen der Eingang zu der Herrlichkeit. 3u unfrer Erb hernieder fam Gottes ew'ger Sohn: nun hebt er feine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Seil der Sünder und der Verlornen Hort. Hier find wir Gottes Kinder, und Gottes Erben dort. Erscheinung Christi. Mel. Was mein Gott will 120 Erfreue dich des Heils, mein Geist, das Gott für dich erfohren! Der Heilige, der Jesus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte klar, was dunkel war, bas uns kein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen, und, von der Sünde Macht befreit, zum boben Leben bringen, gutthätig seyn, wie Gott, erfreun und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum fei uns fein Erscheinungsfeft ein Feft der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, treß aller Macht des Spottes! der ihn uns gab, blidt bold herab auf feine frommen Kinder; und väterlich ers barmt er siv der reuerfüll4. Mit 4. O bu, dem laut die Menge der Engel und VerFlärten fingt, vernimm die Lobgesänge, die dir dein Bolt im Staube bringt! Auch du warst einft auf Erden, was deine Brüder sind, ein Dulder der Beschwerden, ein schwaches Menschenkind. Was du nan bist, das werden einst deine Brüder seyn, wenn sie entrückt der Erden, fich deines Anschauns freun. 5. Balb sind wir zu dem Lohne der Himmelsbürger dort erhöht. Nah sind wir dann dem Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne bringt dann der Dank zu ten Sünder. 07 201THE UND 2009iyuten Oottes. 4. Mit dieser frohen Zuversicht geh ich tem Tod ent gegen. Ich weiß, mein dunk ler Pfad wird Licht, und Leid und Schmerz wird Segen. Schließt sich mein, Lauf, werd ich hinauf zu Jesu mich erheben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. gnadenreichen Zeit stets fromm und weise handeln, auf dich, bei treu erfüllter Pflicht, zufrieden und voll Zuversicht in Noth und Tod vertrauen. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen deinen Willen, und wer das Thun vom Wissen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Gebets dem, der da glaubet und doch stets der Sünde fflavisch dient. 6. Und wo noch bange Dunkelheit und falsche Schatten liegen, wo Srrthum, Wahn und Sinnlichkeit noch Sterbliche betrügen, auch da geh nun int Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. Darstellung Jefu im Tempel. Mel. Christus der ist mein 3. war uns nicht dein 122 em großen BaLicht, o Gott, und rein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott, noch ießt den Gößen dienen. Nicht fie, nicht eigne Würdigkeit, nur deine Huld hat uns befreit von jenen Finferniffen. weihte, am heiligen Altar, jetzt die Ges benedeite den Sohn, den fie gebabr. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott, und ward uns ein Erempel von einem schönen Tob. 4. Drum laß mit froßer Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, uns in der Mel. Gottlob ein Schritt zur 121 D em ganzen Erdfreis ist vom Herrn ein helles Licht erschienen; es leuchtet nab, es leuchtet fern. Zahllose Völ ter dienen den todten Göttern nun nicht mehr; fie fennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum fandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so fammelt er fich selber schon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern führt fie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen anzubeten. 3. Gott sah ihn fill und weise den Weg der Tugend gegn, enregung, gehn, verhieß bem frommen Greife, den Heiland noch zu ſehn. 4. Sept lag vor seinen Blicken, das Kind, des Himmels Luft, er nahm es mit Entzücken und drückt' es an die Bruft. 5. Und rief: nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dankes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich geseben; bier ist der Völker Hirt, der Ifracl erhöhen die Welt erleuchten wird. 7. So schloß am Pilger: stabe der Fromme seinen Lauf; und, Gott, du thatft am Grabe ihm deinen Himmel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geb, wie er, den Tod nicht scheue, mit Freuden Jefum seh. 9. 3war werd ich ihn nicht sehen, nicht bier, wie Simeon; doch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Lieder: Heil mir, nun se ich ihn! Der Himmel tönet wieder: Heil dir, nun siehst du ihn! Mel. Kommt her zu mir, spricht 123 Entreiße dich mein Geißt, der Welt, dem, der für dich sich dargestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht; drum sei gewiß, er wird auch deine Finsterniß durch seinen Glanz erbellen. 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum Leben einzuweihn, zum sittlich schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht, und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wird ihm wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelenruh zu Theil auf seinen, bösen Wegen. 4. Wer aber wünscht wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu feinem Heil zu haben; wer recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Heis ligung sich sehnt, der opfert ächte Gaben. 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glauben feinen Heiland schaut, fann einft im Frieden fahren. Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein, und laß 88 Werte und 25oyithaten Gottes laß mich beilig leben, bis Sanaan, und Seiden riefen du auch mich, wenn dirs Jesum an. gefällt, im Frieden wirft aus dieser Welt zu deiner Wonn' erheben. 4. Und wir, die Jefu Stimme hören, wir follten träg und sicher ruhn? wir nicht still weinend uns bekehren? nicht froh des Höchften Willen thun? Laßt uns entrinnen dem Verderben, fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann 124 mutbloe Johannes, der Vorgän ger Jeſu. In eigener Melodie. 28 ging ein Mann Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt' er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub empor. Es bebte, wer ihn reden hörte, befannte seine Febter, febrie gerübrt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und zu Gott zurück. 2. Er schreckte Heuchler, frafte Sünder, Er rief: das Himmelreich ist nab! Thut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der VerheiBene ift ba! Er fommt und wird die Menschheit sichten, parteifos alle Thaten, rich ten. Heil frönet die erfüllte Pflicht, den Frevler trifft sein Strafgericht. 3. Ein bimmlisch Licht ift seine Lebre, und Geist, wird seine Taufe fein. Ihm, ibm allein gebührt die Ebre! Er fommt, un und icdes Herz ist fein. Schon wurden ganze Völker rege; schen frömie froh es auf den Wegen nach dem erhellten seyn, wenn Trübfal, Noth und Tod uns bräun. 3: eigener Melodie. bestre125 J ben zu erfüllen feine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge fterbend bricht: dieß nur ift, nach Jefu Lehre, wahre Weisheit, Tugend, Chris stenebre. 2. Heil bir schon auf Erden, Freund der Wahrheit. Denn und des Rechts! durch Tugend werden Menschen göttlichen Geschlechte. Unter aller Leiden Bürde bleibt die Tugend unfre höchste Würde. 3. So, in höhrer Klars heit, so umftrabit mit Got tes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johans nes, wankte nicht, feft ent schloffen felbft fein Leben für die Pflicht zum Opfer hinzugeben. 4. Uno vergebens brobte Ker Erlösung. 89 Kerfer, Marter, Blutge- baft zu leben, chriftlich, weife rüst: treu dem Pflichtge chriftlich gut, daß mich we bote, das Gebot des Ew' der Schmerz noch Freude gen ift, ftirbt er, stirbt noch der Tod von wahrer mit edlem Muthe, zeugt für Tugend scheide. Wahrheit selbst mit seinem Blute. 5. Tugend, Segensfütte, du, o Ziel des höchsten Ruhms, du der Gottheit Wille, Geift des wahren Christenthums, durch dich Diel. Liebster Jeju, wir sind kann der Mensch auf Erben 126 Führer zur VollGottes höhern Geistern ähnlich werden. 6. Tugend, unter Freuden dieses Lebens bist du schön; doch nur unter Leiden fann man deinen Urfprung fehn; fehn, daß du vom Himmel flammeft, und den Geift für's Göttliche entflammeft. 7. Du, o hehre Sonne ftrablft mit überird'schem Schein, schafft bem Geifte Wonne,-weihst zu Gottes Himmel ein; du veredelst unfre Freuden, bu veredelft uns durch Schmerz und Leiden. Lehre, Leben und Thaten Jefu. 8. Unter deinem Strahle blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Todesthale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Hö hen wir die Wunder Gottes heller sehen. Lehrer, Muster uns zu werden hoher, reiner Gittlichfeit, wurdest du ein Mensch auf Erden. Dir schlägt unfer Herz entgegen, Jesu, dir, der Menschheit Segen! 2. Du gabft unserm Geis fte Licht, lehrteft uns Gott näher kennen, und mit frober Zuversicht unfern Schöpfer Vater! nennen, der uns liebt, versorgt, beschüßzet, und uns gibt was wahrhaft nüßet. 3. Du haft uns der Menschheit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott kommt, aufgeklärt, uns gelehrt, bes Geiftes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und bas Lafter überwinden. 4. Dann auch, wenn das Auge bricht, Todesschrecken uns umgeben, blickt, erbellt 9. Heil'ge mein Bestre- von deinem Licht, unfer ben: gib, o Gott, mir Geist in jenes Leben, in das Kraft und Muth, tugend- Land vollkommner Freu den 90 Werke und Wohlthaten Gottes. den, um mit frohem Muth schwerden; und drückte dich zu scheiden. gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Güt' und Huld, fie gern mit himmlischer Geduld H 5. Fürwahr noch immer ist das Leben, das du auf Erden haft geführt, ein, Segen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ew'ger Dank gebührt; ein Segen, dessen auch mein Geist fich frent, Mel: Wer nur den lieben Gott 127 Quf Erden Wahr- und dich Erlöser, preift. heit auszubrei6. Ja, Preis fei dir, bu befter Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gefandt! O, würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht erkannt! Hilf, daß ich deiner Wahrheit treu, und ewig durch sie selig sei! 5. Danket, Christen, betet an! Laßt uns Christum herzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und Leiden geben, um sein ew'ges Licht zu sehen! ten, die Wahrheit, die vom Himmel stammt, und, uns zum ew'gen Glück zu feiten, das Herz zu Gottes Lieb entflammt: dazu erschienft du Jesus, hier, von Gott gefandt zum Heil auch mir. 2. Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Bergnügen fand. Wie em 128 he fig haft du Zeit und Kräfte, beseelt von Liebe, angewandt, durch deiner Lehre hellen Schein der Menschen Seelen- Licht zu seyn! 3. Ihr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ih rem Heil recht einzuschn; ihr Licht, auf diesem fel'gen Pfade mit sicherm Schritt einher zu gebn; ihr Licht, mit freudigem Bertrauen hin in die Ewigkeit zu schaun. 4. Und um der Welt dies Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch felbst die größesten Be Wiel. Liebster Jen; wir find heuer fei mir allezeit, Herr, mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsam keit treulich ihre Vorschrift ehre, dem was fie verheißet traue, fest mein Hoffen darauf baue. 2. Nur bei deiner Wahrbeit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und nach seinem beil'gen Willen unsre Pflichten treu erfüllen! 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet has Erlösung. haben, das hast du uns auf gehellt; und durch deines Geiftes Gaben wirkest du in unfern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 4 Du entdeckt uns unfre Schuld und der Sünde groBen Schaden, doch auch deines Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unfrer Sünden gnädige Vergebung finden. 5. Huldreich rufest du uns zu: kommt zu mir beschwer te Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir an Trofte fehlen, wollt ihr anders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 6. Herr, dein Evangelium bat viel tausend, taufend Zeugen, die zu deines Na mens Ruhm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Wort erfülleft und der Seele Kummer stillest. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe! Höre meinen Lobgefang, den ich hocherfreut dir finge! Du befreift auch mich aus Gnaden von der Sünde Macht und Schaden. 8. Köftlicher, als Gold, fei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dant, ja ewig Dank sei dir für den Trost, ben es gewähret! Werd ich einst zu dir er 91 hoben, will ich würdiger dich loben 9. Stets, so lang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit crneutem Sinn nur nach deinem Worte bandeln; so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen höhern Freuden. Met. Liebster Jesu wir sind hier 129 Son auf Erden können wir Himmelsseligkeit empfinden, wenn nur Lieb und Eintracht hier unsre Herzen feft verbinden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. 2. Diese Herzensfreudigfeit danken wir dir, Gott der Gnade; Jefu Chrifli Lehre strent Freuden auf des Lebens Pfade, lehrt uns Mäßigung in Freuden, gibt uns hohen Muth im Leiden 3. Sie gewährt uns Troft und Rath in den allerbangsten Leiden; sie erleuchtet unsern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden; uns, von Todesnacht umgeben, Icitet fie zum beßren Leben. 4. Wenn uns Erdenglück verläßt, unsre Lieben uns verlaffen, hält fie unsern Muth noch fest, lehrt uns froße Hoffnung fassen; lehrt Geduld uns, gibt uns Stärke 92 Werke und Wohlthaten Gottes. Stärke zur Vollbringung den! Wer hat nicht von deiguter Werke. 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreuen, sei des Herzens größter Segen; lehrt uns, Feinden felbst verzeihn, die in Noth find, tröften, pflegen, brüderlich die Menfchen lieben, fegnen die, die uns betrüben. nen Händen Segen, Trost und Heil genommen, der gebeugt zu dir gekommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angesprochen! Und wie pflegtest du zu eilen, bas Erbetne mitzutheilen! 4. Die Betrübten zu erquicken, fie dem Kummer zu entrücken, die Unwisſenden zu lehren, die Verkehrten zu befehren, Sünder, die sich selbst verflocken, langmuthsvoll zu dir zu locken: bas war täglich dein Geschäfte, war's mit Aufwand aller Kräfte. 6. Heil dem Menschen, der sie übt, diese schönen Tugendlehren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ch ren! Ewig selig wird er leben, stets nach höhrer Tugend streben. Mel. Schmüde bich, o liebe Seele eiland, deine 130 war die Quelle jener Triebe, die dein treues Herz regieret, und dich selbst da hin geführet, daß du, un ferm Heil zu dienen, bist in Knechtsgestalt erschienen. O wer faßt die Aarfen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 2. Uleber feine Feinde wei nen, Jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Labmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen hören, fich in Andrer Dienst verzehren; das sind Proben wahrer Gü te; und fo, Herr, war dein Gemütbe 3. O du Zuflucht der Elen 5. O wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du uns und unerhörte Schmerzen litteft mit gelasnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöhnen, und zur Schmach mit Dornen frönen, ja, uns Les ben zu erwerben, willig warft am Kreuz zu sterben. 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanfimuth und Geduld zu üben, Haß mit Haß nicht zu vergelten, dels ne Schmäher nicht zu schelten, Allen freundlich zu bes gegnen, die dich läftertent, zu fegnen, beine Mörder zu vertreten und für sie zu Gott zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsen, Erlösung. o wie wenig haft du je nach Ruhm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil lig litteft du, um den Willen deines Vaters zu erfüllen, Armuth und Erniedrigun gen. Los sei dir dafür gefungen! 8 Laß mich, Herr, zu reichem Segen, deinen Wandel oft erwägen! Laß mich in der Angst der Sünden Trost und Hülfe bei dir finden! Heilige auch mei ne Triebe zu rechtschaffner Menschenliebe: laß mich immer mehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! le Mel. Gett Vater, an Erbarmen 131 ein Lehrer i bir Jefu, gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bift du. sowohl durch Wort als That der Schwa Chen Menschen sichrer Rath. Es freut mein Geist im Blauben sich, Herr Jesu, dein, und lobet dich. 2. Du kamst zu uns, von Gott gefandt und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündenschuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Ruhm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du faheft in der Gott beit Licht mit aufgeklärtem Angesicht, was nach des Pöchften weisem Rath die 93 Welt noch zu erwarten bat; du machteft selbst durch deinen Mund das Künftige ben Menschen kund. 4. Dieß und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund gehört, sei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie schwäche mir der Frevler Spott den Glauben an dies Wort von Gott. 5. Du lehrtest uns burch Wort und That; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem bell'gen Wandel an. Gib, Herr, daß ich auf dieser Bahn, gestärkt von dir, mit fleter Treu dir nachs zufolgen eifrig sei! 6. Du bist es, Herr, von dem das Amt, das die Versöhnung predigt, stammt: di machst durch) treuer Lehrer Mand noch ießt dein Heil den Menschen kund. Begleite stets mit deiner Kraft ihr Amt, damit es Nußen schafft!$ 3977 798196 7. Noch immer hilfft du beinem Wort in feinem Siege mächtig fort; du fenbest, wie dein Mund verbeißt, noch immer beinen guten Geift, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland send ihn auch zu mir, daß ich mif Werke und Wohlthaten Gottes. 94 mit beiliger Begier nach Wabrbeit rebe fromm und treu den Lehren deiner Weisheit fei, bis mich bei dir in Ewigkeit ein hellres Licht dereinst erfreut! Tbun auf ihm der Gott beit Fülle ruhn? 5. Wir danken, Höchfter, deiner Stärke, die Jefum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerke als ein Gesandter fich bewährt Wir nehmen sol. when gläubig an, und find Mel. Wer nur den lieben Gott 132 Wie göttlich find doch Jesu ren! wie überzeugend seine Macht! Wer könnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und fimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welt erlöser fei! 2. Erbarmen war es voller Gnaten, was man in seinen Zeichen ſah. Nie wirkte es zu Jemands Schaden, 133K nicht gewohnet Mel. Was mein Gott will die ihr ſelbst wie von Prophelen geschab; er raffte nie in ih rem Sinn die Sünder schnell im Zorne hin. feid, daß ihr euch selbst entfaget; die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust fraget, kommt, schauet Jesu Vorbild an! Dies, dies muß euch beschämen. Kommt, lernt, geheilt von eurem Wayn, hinfort each selbst bezähmen! 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Tauben gab er das Gehör, der Aussaß mußte vor ihm schwinden, der Stumme fang ihm Dank und Ehr. Sein Machtwort hieß die Lahmen gehn, und selbst die Tobten auferstehn. 4. Sein Segen speifte ganze Heere, da, wo es felbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. O sah man nicht bei allem 6. Erfüll, o Herr, nur unfre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, was uns dein Sohn allein verleibt, und schaffe, daß ihm unsre Treu' bis in den Tod ergeben sei. 2. Gott war fein Alles, nur an dem bing seine ganze Liebe. Dem dienen war ihm angenehm; dem weißt' er seine Triebe. Wos zu er stets fich willig fand, war dies: den ganzen Wil len des Vaters, welcher ihn gefandt, vollkommen zu er füllen. 3. Soch Erlösung. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit fich, wie er war, zu zeigen; und er Bosheit freveln sab, war er voll edler Schmerzen; wann aber Gottes Wort geschab, quoll Freud' aus seinem Herzen. wenn 4 Die Freude, die die Welt verheißt, verlangt er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geift, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerdar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seinen Brüdern war, nicht aber auf das Seine. 5. Stets floh er das Geräusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, ent der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, fein ift das Reich, doch trug er fremde Bürden. 6. War Gottes Hand auf ihm schon schwer: er fands doch gut und billig; denn jeden Tropfen Blut war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn keine Noth auch nur zur Klage reize. Er war gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. 7. Bon Gott verlaffen, 95 ihm, Sein blieb sein Herz an trop alles Spottes. Sehnen war im bängsten Schmerz, nichts als das Untliß Gottes. Folgt, Menschen, seinem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbst hat euch, ihr seid nicht schwach, die Kraft dazu erfiritten. 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir allstets vor Augen feße; des Vaters Willen thun, gleich dir, für Freud' und Leben schäße! Mel. O Gott, du frommer Gott 134( a) Erscheine meiGeift, erhabnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Jesu, Himmlischer, dein Beispiel leite mich! Ich irr und ftrauchle nicht, seb ich nur feft auf dich! 2. Wie unschuldsvoll, wie rein, wie unentweiht von Sünde floh deine Jugend bin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab ich, noch jung, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freubenlos 96 Werke und Wohlthaten Gottes. los und allem Glanz ent- auch ich kann ohne Beben rissen, durch frühen Druck am Ziele einst den Geist geübt in Müh und Küm- dem Bater übergeben, wenn mernissen, floß dir das Le- er dir ähnlich war an Tuben hin, und dennoch bliebst gend und Geduld; denn du du groß, nie riß das Elend Erlöser, tilgst der Schwachdich von deinem Vater los. beitssünden Schuld. 4. Gehorsam, warst du ftets bereit, des Vaters Willen selbst bis zum Kreuzestod mit Freuden zu erfüllen; trugt mit Geduid und Muth des Lebens herb. ften Schmerz; du sabit die Glücklichen und neiblos blieb dein Herz. 5. Nie haft du deine Pflicht, die kleinste nie verleget; nie leidende gefehn und nicht mit Troft ergözet; stets haft du 3rrende ge warnt, belehrt, gerührt und fie mit Freundesband auf beffern Weg geführt. 6. Versuchung ohne Zahl, hier Ruhm und Schmeicheleien, dort lockender Gewinn, da bittrer Feinde Dräuen umgaben, wo du gings, dich Heiliger, doch du gingst mitten durch fie bin mit Festigkeit und Rub'. 7. Voll tillen Friedens blieb dein Herz bis an das Ende; da gabst du deinen Geist in deines Vaters Hände. Vollendet war der Lauf, am Ziele deiner Bahn sahst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Vollendeter, auch ich, 9. Schau drum, mein Geift auf ihn, verschmäb des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Tod und ihre Frucht sind Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens kurze Zeit! Dann gebft auch bu, wie er, ins Reich der Herrlichkeit. In eigener Meledie. 134( b) Qu bir erhebt fich mein müthe, du Freund der Menschen, Jesu Chrift, der du durch deines Herzens Güte der Welt ein Vorbild wor den bift! Du liebteft Sün dern nur zum Besten; sie zu befreien, sie zu trößten, ent sagtest du der Herrlichkeit. Nur wohlzuthun war bein Bestreben; der Zweck von deinem ganzen Leben war deiner Menschen Seligkeit. 2. Nicht schrecklich waren deine Werke: du kamst nicht Sündern zum Gericht. Du wardft der blöden Seelen Stärke, und der Bedrängten Zuversicht. Dein Blick war so wie bein Gemüthe, voll Mitleid, Freundlichkeit und Güte, und Erlösung. Erlösung. dan Shaft 97 und deine Hand gab Armen Brod Du sagst die Thränen der Betrübten, die Sehnsucht derer, die dich liebten; auf deinen Wink entfloh der Tod. wie die freien Felder, em pfanden deine Gütigkeit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein holder Zuspruch und dein Segen vertrieb des Lafters Bitterkeit. 3. Du fühlteft deiner Freunde Leiden mehr, als du eigne Noth empfandst. Du schmeckteft nichts von Ruh und Freuden, so oft du Menschen leidend fandst. Aufopfernd deines Lebens Kräfte, war es dein tägliches Geschäfte, als Men schenfreund umher zu ziehn. Eh' noch ein Leidender es wagte, und dir sein Elend thränend klagte, erquickte schon dein Beistand ihn 6. So ging du fill auf deinem Pfade dem dir be stimmten Tode zu. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmelsruh. Auch dann, als Schreden und Gefahren von allen Sei ten nahe waren, verließ dich nicht dein Edelmuth. Du bliebt ein Schipzott deiner Freunde, bliebst ein Erbar mer deiner Feinde, und liebe teft fie bei ihrer Wuth. 7. O Jefu, wäre doch 4. Errettung, Nachsicht mein Leben dem deinen und Erbarmen fand jeder, gleich wär ich, wie du, so der sich dir genabt. Mit ganz der Menschenlieb erleidig schenktest du dem Ar- geben, so fanft, so mitleidsmen die Hülfe, die er fich voll, wie du! O pflanz in erbat. Dem Lahmen stärk- mich die holden Triebe des teft du die Glieder, den Mitleids und der MenschenStummen fam die Sprache liebe, und gib mir deiwieder, dir dankten Blinde-nen edlen Sinn! So ziert das Geficht. Nie wurdeft mein Wandel deine Lehre: du des Wohlthuns müde. Neuvolle fühlten Ruh und Friede: fie glaubten, und verzagten nicht. 5. Herr, wo du gingit, auf jedem Schritte, da folgten Lieb' und Mitleid nach, sie folgten in des Reichen Hütte und unter der Verlaffnen Dach. Der Tempel wie die öden Wälder, bie Städte, so frönt vor die mich einst die Ehre, daß ich dein Freund und Erbe bin. nis Leiden, Tod und Bes gräbniß Jesu. ( Paffionslieder.) Mel. Wie groß ist des Allmächt. 135 aß mir die Feier deiner Leiden, & Werke und Wohlthaten Gottes. 98 o großer Dulber, beilig fevn! Sie lebre mich die Sünde meiden, und mir mein gan zes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die Laft des Kreuzes trug, deß Herz, als schon fein Blut gefloffen, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heil'gen Stunden will ich am Leidenshügel stehn, und dich für deine Pein und Wunden mit tief gerührtem Dank erböhn; ich will die Lieb' und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was bu für mich erbuldet haft. 5. Da will ich lernen Tugend üben, in Roth und Tod gelaffen seyn, bie Menschen, so wie du, zu lieben, und selbst dem Todfeind zu verzeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Eegen, dein Tod mir seligfter Gewinn. Dir schlage fiets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! 136 Hein Leiden zu Mel. Herzliebster Jefu err, mich, bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenten, die dich bewog, von aller Schulb des Bösen uns zu erlösen. 3. Mir sollen diese Feier Jeiten der größten Liebe bei lig seyn; fie foll mich stärten, foll mich leiten, was dir mißfällig ist, zu fcheun. Dein Leiden sei auch mir zum Se gen, dein Tod mir seliger 3. Welch wundervoll hochGewinn. Dir schlage fiets mein Herz entgegen, weil ich durch dich gerettet bin. 2. Vereint mit Gott, ein Mensch, gleich uns, auf Erden, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen! heiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! 3hr Derter, wo die Welt die Feier ber allerhöchsten Liebe sah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöfer litt und ftarb, und Hoffnungsvoll auf den ver trauen, der mir die Selig. keit erwarb. 4. Gott ist gerecht, ein Nächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dieß fann mein Geift mit Schreden und Entzücken am Kreuz erblicken. 5. Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieber; Erlösung.ACTORY der; es fürzt mich tief, unb es erhebt mich wieder; lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gott es Feinde zu Gottes Freunde. 6. O Herr, 1ntein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir beglückt im Staube, verlic re mich mit dankendem Gemüthe in 99 fie mich sich hingegeben, Stifter meiner Seligkeit, du, der lieber wollt erblassen, als mich im Verderben las fen, ach, wie dank, wie dant ich dir, mein Erlöser, g'nug dafür. 2. Menschenfreund, von Gott gefendet feines Naths Berfünder! längst hast dur dein Wert vollendet: Preis sei dir, Erhabner! Doch in den Gedächtnistagen dei ner Leiden, Jefu, fagen deie ne Hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür. 3. u betraist, für uns zu sterbea, willig deine Leidensbahn, fliegst, uns Leben zu erwerben, gern den Todesberg binan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugft uns Menschen ner im Herzen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sei sie nir. 4. Meinetwegen truft du Bande, littest frecher& ifts rer Spott, achteteft nich. Schmach und Schande, Elend nicht, nicht Kreuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freuden und trugft willig Gram und Leiben. O wie dank, wie dant ich dir würdig, Heiligfter, dafür! deine Güte. 7. Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; al lein sollt ich daru.m im Glauben wanken? Ich bin ein Mensch, darf der sich unter winden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchften Thun ist: Gnad und Lieb erweifen. Uns kommt es zu, sie demulhsvoll zu preifen, ju fehn, wie boch, wann Gott uns Gnad' erzeuget, bie Gnade fleiget. 9. So sei denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, das du mir erwiesen, da du, mein Het land, auch für mich dein Leben daşin gegeben. 10. Du liebteft mich; ich will dich wieder lieben, und fiets mit Freuben deinen Willen üben! O gib zu diesem feligen Geschäfte, Herr, felbft mir Kräfte! In eigener Melodie. Refu, meines Les 137 fich meine Seele freut, der 65. Frevler Frönten bich zum Hobne; beine Stirne frone, König aller blutete unter einer Dornen mir zu gut hast du gelit2 ten 100 Werke und Wohlthaten Gottes. ten, mir die Lebensfron' uns frömt Besrungskraft erstritten. Preis, Anbe- und Ruh' aus deinem bittung, Dank fei dir, Chr- tern Leiden za. furchtswürdigfter, dafür! 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuenden die Schuld vergibt; daß ewig unfre Seele lebt, und sich zur bessern Welt erhebt! 6. Du, der tausendfache Schmerzen, mir zur Liebe gern ertrug, deinem großmuthsvollen Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Trost in meinen letzten Stunden floß für mich aus deinen Wunden. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tote noch dafür! 5. Daß deine Lehre fest besteht, und daß dein Reich nie untergeht; den großen Trost von dir, o Goit, be lebt und stärket Jefu Tod. 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr! Ohne sichern Troß und Licht, mit ungewissen Schritten gebt des Lebens Pfad, wer dich verschmäht. 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und bu wirft uns, wenn wir dich fehn, zu deines Himmels 7. Ruh' im Leben, Troft am Grabe! unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu danken habe, du, deß ich nun ewig bin! Sesu, dir mein Herz zu geben, deiner Tugend nachzufstreben, dir zu traun, zu sterben dir, dies, dies fei mein Dank dafür. Mel. O Jesu Chri, mein's Lebens Wonn' erhöhn. 138 2n deine Leiden wir, Met. Schwing dich auf u Herr Jesu Christ, und dans 139 Mein Erlöfer ten dir, daß du so willig ihre Last zu unserm Seil getragen haft. 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu Schmerz, von Schmach zu Schmach; wir schaun zu beinem Kreuz binan, und beten bich mit Freuden an. mich gingst du pin gum Leiden, und begabft, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sahft Bande, Schmerz und Hohn, fabft den Tod von ferne, doch ertrugst tu, Gottes Sohn, alle Leiren gerne. 3. Auch uns zu Gut, o Herr, betrat dein Fuß den bornenvollen Pfad. Auch 2. Du entflohft nicht der Gefahr, die dem Leben drobte; als die Stund' er fchies Erlösung. husi 101 vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? fohlenen war, gingt du froß zum Tode. Willig übergabft du dich in der Feinde Hände, 4. 3ch sollte nicht, wann und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 3. Lebre mich, wie du, so fill und fo frob zu leiden, und, wenn es dein Ratbschluß will, felig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich ein mal sterbend zu dir flebe, daß ich durch des Todes Thal ohne Schrecken gebe. 4. Dank, o Jefu, Dank ſei dir für dein willig Leiden, denn dadurch erwarbft du mir deines Himmels Freuden. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe: denn ich bin verföhnt mit Gott, bin des Himmels Erbe. 5. Für welche du dein Leben selbst gelassen, wie könnt' ich fie, sie meine Brüe der baffen? und nicht wie du, wenn sie mich unters treten, für sie noch beten? und an dich glauben? 3. Da du dich selbst für mich babin gegeben, wie fönnt' ich noch nach meinem Willen leben? und nicht 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! 7. Ein reines Herz. gleich deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines KreuMel. Herzliebster Jeſu 140 as deinen Geift zes Schmerzen. Und Gott mich stets, mein Heiland lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe. gibt uns die Kraft in deinem Namen, dir nachznahmen. 8. Unendlich Glück! du litteft uns zu Gute. Ich bin verföhat in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden. Herr, diese Pflicht lehrt mich 9. So bin ich denn schon dein heilig Leiden. Kann ich- selig hier im Glauben! So zugleich das Böse mir erlau ben wird mir nichts, nichts meine Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit umgeben, einst ewig leben! 10. Ja, wenn ich stets der Tugend Pfad betrete, im 3 Glau 102 Werke und Wohlthaten Gottes. Glauben tämpf, im Glaus Troft auf Erden? Was ben wach' und bete: so ift gibt mir sonst wohl wahren mein Heil schon so gewiß Grund zur Freude, wann ich einst scheide? erstrebet, als Jefus lebet. 11. Lockt böse Luft mein Herz mit ihrem Reize: so fchrecke mich dein Wort, das Wort vom Kreuze! Und werd ich matt im Laufe guter Werte: so sei mirs Stärke! 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja, von großer Treu geleis tet, auch mir bereitet. 12. Seb ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Aergerniß und eine Thorheit werden: so fet's doch mir, trop alles frechen Spottes, die Weisheit Gottes! 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden kränten, so laß dein Kreuz mir wieder Ruhe schenken: dein Kreuz, dies fei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried' und Freude! 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse mir ihn rauben! Er müsſe mich zum Fleiß in guten Werken beständig stärken! 6. Sollt' ich mich nun noch frevelhaft erfühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; so wär' ich ja, o Herr, nicht dein Erlöfter: du nicht mein Tröfter. In voriger Melodie. ei hoch geprie 7. Nein, dir allein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst verbunden, nur dir, mein 141 fei mein ganzes deine Liebe! Sie drang dich Leben zum Dienst ergeben! zu dem mitleidsvollen Trie- 08. Nichts soll mich je von be, für eine Welt voll Sün- deiner Liebe scheiden. Ich ber, selbst bein Leben dahin bleibe dein, bis du mich dort zu geben. wirft weiden, wo deine Liebe 2. Führwahr, du trugeft mit verk ärten Zungen fiets unfrer Sünde Schmerzen. wird besungen. Owelch ein Herz gleicht deig hag nem edlen Herzen! Du lies Mel. Schwing bich auf zu ein Erlöser, Beft unfre Schuld an dir be 142 M Gottes Sobr, strafen, uns Heil zu schaffen. 3. O laß dies Heil doch der du für mich litteft, und auch mein Erbe werden! auch auf der Himmel Thron Was hab ich sonst für sichern feßzt noch für mich bittest, wel bano welche Wohlthat ist für mich bein verföhnend Leiden! O wie preif' ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßine Herrlich feit war bir, Herr, gegeben; und du konnteft jederzeit voller Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich felig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. Erlösung.com 3. Nun fann meine Missethat noch Vergebung finben; denn du farbft nach Gottes Rath, auch für meine Sünden. Unsre Strafe trugeft du, und vom Fluch zu retten, daß wir im Gewiffen Rub', mit Gott Frieden hätten. 103 men! Laß die Frucht von beiner Pein nun auch auf mich kommen, gib mir Weis beit, gib mir Kraft: bu haft sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deinem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich jedem Sündenreiz hier zu widerstreben, und voll Dankes dir jumt Ruhm, alle meine Pflichten, als bein theures Eigentham treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Sündennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Troft genießen: daß du auch für meine Schuld büßend bist gestorben, und Bergebung, Gnad' und Huld mir bei Gott erworben! 4. Was uns Luft zur Beffrung schafft, was zur Tugend leitet, dazu hast du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abs aufterben. 5. Nun kann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt einmal ohne ges hen. Du. Herr, haft aus 143 Junben, beine Mel. Freu' dich sehr, o meine deine tiefen aller Noth Rettung mir errungen, und durch deinen Kreuzestod meinen Tod be zwungen. Qual, dein bittrer Tod, geben mir in bangen Stunden Kraft zur Tugend, Troft in Noth Mich sollt' ich durch Sünd' entweihn? Nein, ich 6. Herr, was bin ich, daß du mein so dich angenomdent 9. Stärke mich durch deis nen Tod in den letzten Stun ben! Wie du deine Todesnoth fiegreich überwunden: o so bilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden! Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. Werke und Wohlthaten Gottes. $ 104 mir auch einst aus Gnaden geben. dent' an deine Pein; sie, fie lehrt mich Sünden las fen, und fie als mein Unglück baffen. 6. Hab ich daun in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, so besieg' ich auch die Schmerzen von dem leßten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todess furcht mich nicht; überwunGram an meinem Herzen den, überwunden hab ich, wagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden merken! 2. Die Erinnerung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Luft zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch meine Seele zagt, wenn durch dich überwunden. 3. Will die Welt mein Herz auf der Eitelkeiten Bahn, wo so viele sich verlieren und sich dem Verderben nahn: dann denk ich, o Jeſu, nach über beine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Luft vertreibe. 4. Gib bei Allem. was mich fränket, mir aus deinem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ftröme neuer Troft mir zu! Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tob erfreun; denn du haft, da du gestorben, diesen Troft auch mir erworben! 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, Jefu, meine Zuversicht. Du vertreibst des Todes Grauen, durch dich schabet er mir nicht. Sicher ift bei dir mein Heil! Hab ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ewig's Leben In eigener Melodie. Menn 144 Wer mich bie Sünden kränken, so laß, Herr Jefu Chrift, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bift, und Rettung von der Schuldenlaft den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben haft. 2. O wundervolle Liebe, berents, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlor-/ nen Menschen in Marter, Schmach und Tod. 3. Was kann mir denn nun schaden der Fluch, der Sündern drobt?( Mott fiebt auf mich in Gnaden; durch Jefu Mittlers Tod bin ich von diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit. 4. Drum fag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebelang 1 isan Erlösung.m 105 lang für deine Todesschmer- bis zum Tod und Grab, zen, Erlöfer, Lob und Dank. Hilf, daß ich dir für deine Treu auf ewig ganz ergeben und thätig dankbar feil 15. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir fünd lich ist! Nie komme mir aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! aus mitleidsvollem Triebe, zu unfrer Rettung gab, ach unter welchen Plagen schloß fich dein Lebenslauf! Mit 3ittern und mit Zagen stiegst du zum Delberg auf. 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wärs auch Schmach und Spott, bilf mir geduldig tragen Laß nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jede Luft der Welt, und dem Erempel fol gen, was du mir vorgefellt! 7. Laß mich an Andern üben, was du an mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jeder mann, ohn' Eigennung und Heuchelei, und, wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb' und Tren! 8. In meinen letzten Stunden erquicke mich dein daß mit verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Stärt meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau! 2. Die fchauervollen Stunden der Martern waren da Du sahest Hohn und Wunden, dein Kreuz auf Golgatha, den Tod, die Grabeshöhle; und fühltest Angst und Noth; betrübt war deine Seele, betrübt bis in den Tod. his 3. Ach! welche Angstges fühle ergriffen da dein Herz! 3m nagenten Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staube, mit Todes. schweiß bedeckt. Wie lämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt. 4. Auf dich, der Menschen Bester, drang Angst auf Ang berzu, und doch bing niemand fefter an fetnem Gott, als du. Wie sehnlich bat dein Fleben um fill: es soll nur das geschehen, was Gott, mein Bater, will! shi Mel. Befiehl du beine Wege u, der sich 5. So wareft tu mit Freuden geborsam und bereit, nach Gottes Ratb zu leiden, und gingft mit Willigkeit der Schaar 145 Do Ciebe selbst entgegen, die blutbegierig 5 fant, 106 Werke und Wohlthaten Gottes. kam, dir Bande anzulegen, und Huld, wie sehr fie gleichund rich gefangen nahm. wohl fehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! o wacht mit mir und betet, nah ist des Feindes Macht! 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mördern und ihren Martern hin. Um dich war Alles trübe; doch bliebt du ruhevoll. So start war deine Liebe zu uns und unserm Wohl. 4. Du Tröster schwacher Brüder, Herr, nimm dich meiner an! Wie leicht fall ich auch nieder, verführt durch stolzen Wahn! Ach! oftmals schlumm'r ich forglos ein, bin rubig bei Gefabren, bie meiner Seele dräun. 7. O Freund der Men schenkinder, den nun tein Leid mehr drückt, wie hoch haft du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit kann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an. 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdroffen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß meiner Seele Tröftung ein; sprich zu ihr: tämpf und bete! bald ist die Krone bein! Mel. Wenn mich die Sünden 146 in, als im Angstgebete, Herr, deine Seele rang, und immer heißer flehte, Mel. Herzliebster Jesu. fo tief gebeugt, fo bang: 147 Betenner efte da fandt du feinen Trost, kein Licht, da schwebte nichts als Marter vor deis nem Angesicht. nie vermessen! Der Fall ist nahe, wenn wir ie vers geffen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Auch fie, die so entfchlossen, so männlich rich befannt, find mutblos, sind 2. Dann gleichen felbft vertroffen, vom Schlummer die feurighten Entschlüsse übermannt. Sie schauen den lichten Dünsten, bie deiner Seele Schmerz und feiner deiner Brüder spricht Labfal in dein Herz durch Finsterniffe schnell in die Höhe schimmern und vergeben, wie sie entstehen. 3. Doch diese ſchwachen Seelen trägt teine Lieb' 3. Die Jünger ftärkten in der ersten Stunde durch Wa Erlösung.sho Wachen und Gebet sich nicht im Bunde mit ihrem Herrn; fie fielen felbft oor Kummer in tiefen Schlum: mer. 4. Als der Verräther tam mit seinen Schaaren, wie bebten sie vor brohenden -Gefahren! Wo war ihr Muth, für ihren Herrn mit Freuden den Tod zu leiden? 5. lineingebent des Hirs ten fliebn die Schafe. Er ward, verlassen, er, der uns re Strafe fo willig duldete, daß seine Seerde gerettet werde. 6. O welche Liebe! Jefu, welche Treue! Du litteft, daß der Mensch fich deiner freue; ach laß uns nie mit zweifelndem Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich fürchte, Herr, auch Alles von feiner Schwachheit! Einge denk des Falles der beffern Jünger, fireb er, fein Ver trauen auf dich zu bauen! bekennet, 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erliegen; wir werden fiegen. Mel. D Lamm Gottes 148 Erlöfer, der im lag mit Staube einf Angstigweiß be107 decket, dein tröfte sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, dein Klagen, dein Todeskampf, dein 3agen fei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Da litteft ganz unschulbig von Frevlern Schmä bung und Schmerzen, und trugft allezeit geduldig fie mit verzeibendem Herzen. Dein Geift foll uns beleben, zu bulden, zu vergeben, wie du, zu lieben, Herr Jefu! 3. Am Kreuze hingst du, kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tob belehr uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schreck uns ab von Sünden; er müß' uns bic verbinden Ju ew'ger Liebe, Herr Jesu! In eigener Melobie. brifte. 149 trägst die Sünde der Welt: erbarm bich unser! Gottes! der bu 2. Chrifte, du Sohn Gottes, der du trägft die Sünde der Welt: eibarım dich unser! 3. Chrifte, du Sobn Gottes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. In allen melsen ha en 150 er fan die eie den faffen, 6 but, Werke und Wohlthaten Gottes. 108 du o Cerr, gelaffen für mich erduldet haft? Daß ich gerettet würde, trugst du die schwerste Bürde, und über nahmst auch meine Laft. 2. Laß deine leßten Stun den, und was du da em pfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Sünden meiden, und dir mich feßt und ewig weibn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Todes schmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feind zu lieben; oft wußt' er auch nicht, was er that. 4. Du troftetest den Armen, der sich auf dein Erbarmen am Kreuze fest verließ. Auch ich bin, wenn sterbe, war ich treu, dein Erbe, und folge dir ins Paradies. 5. Du forgteft, voll von Liebe aus regem Mitleidstriebe, noch für der Deinen Ruh'. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: ſo fende Trost und Mutb mir zu! 6. Du mußteft, matt von Plagen, auch über Durft noch flagen und keiner labte rich, Warum follt ich denn beben, wenn Leiren mich umgeben? du labst ja und erquickest mich. off the 7. Tu riefft voll tiefer Trauer im bangen Todes. schazer: verläßt du mich, mein Gott? Run mag ich einst erblaffen, du wirst mich nie verlasſen; du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Du sprachst am Ziel der Leiden mit namenlosen Freuden: mein Werk ist nun vollbracht! Lehr es auch) mich vollbringen, und einst zum Ziele dringen durch meines Todes dunkle Nacht! 9. Du gabft am Lei densende in deines Vaters Hände getroft die Seele hin. Wenn ich auch meine Seele, ihm einst, wie du, be feble: dann ist auch mir der Tod Gewinn. Mel. Befiehl b: 1 beine Wege 151 Der Herrscher al Lande sich gebunden sehn, er muß, bedeckt mit Schande, vor seinen Knechten stehn, und hier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit fie längst ihn hassen, au sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lehren, wem war sie unbewußt? Wer war's, der ihn mehr ehren, wer, der ihn schüßen mußt'. Wem waren dies sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Gericht zu richten, aufs heiligste verband? 3. Doch pier wird fals scher Erlösung. shi 109 fcher Zeugen Verleumdung mich die Rache meiden; gern gehört: hier wird und muß ich ohne Schuld durch Lästerungen der Hei- doch Schmach und Unrecht ligfte entehrt; hier wird leiden, so tröst mich deine bas Recht gebeuget, ent- Huld! weiht das Richteramt; hier wo die zeuget, die Unschuld frech verdammt. 152 die 4. Entweiht ist zwar Stätte, entheiligt dies Gericht, in dem man Jesum fhmähte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht fein Schweigen, und selbst der Lügner Mund, die wider ihn hier zeugen, schon feine Unschuld fund. as Wiel. So schlummerst du nach Blut, o blinde erhört Erlöser kaum Wuth, die ist worden! den will sein Volk grausam schändlich morden. 2. Da geht er hin, ach feht auf ihn! gefesſelt durch die Straßen, muß vom beidnischen Gericht sich verdammen lassen. 5. O würde nie mit Ränten der Ungerechtigkeit, die Recht und Unschuld kränten, cin Richterstuhl entweißt! entweiht an keinem Orte die Wahrheit und das Recht, daß nie durch Läfter- 4. Doch zittert er, wankt worte die Unschuld leiden hin und her, verlangt des anögt'! Volkes Stimme und fie rufen: Barrabaß! mit er bostem Grimme. 3. Sein Richter fieht, wie Alles glübt von Grimm und wilder Nache, und vertheibiget zuerst des Gerechten Sache. * 6. Lebr mich, Herr, wo ich schweigen, und wo ich reden soll! Mein Schwei gen und mein Zeugen fei Flug und wahrheitsvoll! Laß meinen Mund nie trüs gen, mach mich von Falichheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit fep! 5. Da gibt er ihn zur Geißlung bin, die Wache darf ihn höhnen; die mit einem Dornenkranz ihn zum König frönen. 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit fcilt, nie Haß mit Haß vergelten! Mein Herz fet fanft und mild! Rehr 6. Wer hat ein Herz, und fühlt den Schmerz des Heiligen, tes Besten nicht mit Wehmuth? mögte ihn doch ein Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Menfch! sebt, welch ein Mensch! spricht selbst Pi& 7 110 Werke und Wohlthaten Gottes. latus, stellet ihn zur Schau bar, eb er noch ihm sein Urtheil fället! 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! fo fchreit die tolle Menge; und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 9. So sterb er dann! sprach jetzt der Mann, der ibn erretten sollte, aber nie um Recht und Pflicht et was leiden wollte. 10. Ach uns zu Gut floß bier dein Blut, trugt bu mit fillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du baft's gethan. Wir beten an mit danken dem Gemüthe, mit Bewunderung und Preis de ne Treu' und üte. 1st 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer bringen. Gib dem guten Willen Kraft, gib ihm das Bollbringen. Mel. Schon ist her Tag von Gott ebt, welch ein lag so schwer auf ihm die Laft der Sünden! Wie unaussprechlich duldet er für euch, ibr Menschenfinder! So leiden sab von Anbeginn die Erde keinen je, als ihn, so wird auch teiner leiden. 2. Der Sohn des Höchs siten, Eins mit Gott, ein Helfer, ein Gerechter, ward frecher Miffetbäter Spott, und seines Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, vertlagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 3. Geschäftig war ber Frevler Buth, erfindrisch, ibn zu plagen. Sein Leib rar ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschla gen. Mit einer Dornen fron gefrönt, in Königs kleidern ausgeböhnt, ftand er vor seinen Feinden. fr 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; ftellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu er wecken. Sebt, welch' ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen, denn die Unschuld spricht zu mächtig für sein Leben. 5 Vergeblich, ach! vergeblich war die Menschlich keit des Heiden: die auf gebrachte wilde Schaar fah mit Freuden. Sein Tod befriedigt fie als lein, fie stürmten auf den Richter ein, und schrien: er ferb am Kreuze. 6. Du denkeft ohne Schaudern nie an diefe Wuth der Sünder, du spricht: be Rache Grafet Ke! nec Araft sie ihre Kinder. D Seee Erlösung. Seele, benfft bu auch dabei In vriger Melebie. an deine Sünden? Bift 154 Wiegres, opere, du frei von Schuld am Tode Jefu? 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör ihn, er spricht: ich selber ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meinen Tod versöhn' Sünder, dich mit und sterb um bei erscheineft du auf deinen Leidenswegen! mit welcher hohen Seelenrub gingst du dem Tod entgegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu Gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. Gott, netwillen. 8. O hochgelobter Got tessohn, bu Zilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vaters Thron, ach, las mich Gnade finden! Laß deines Totes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Seit mir feyn, um deiner Liebe Willen! 9. Ich schwöre, Welter löser, dir, und willig will ichs halten: so toahr du le. best, soll in mir nie deine Lieb erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so lang ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb' erinnern! 111 10. Lockt mich die Welt, lockt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünte; fo rüfte mich mit Kraft und Math, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich zu: bent, welch ein Mensch ich war! und du, du woll. teft mich nicht lieben? 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu erziehen, war ftets bei deiner Lebenszeit dein ernfiliches Bentüben, und felbft im Tode wolltest du für fie Heil, Troft und See lenruh voll Großmuth noch erwerben. 3. Drum ftiegst du auf der Leidensbahn, voll Heldenmuth, mit Freuden, ges troft auf Holgatha hinan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigtest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit bober Würde dulbest du, bes Kreuzes Schmach und Schmerzen, spricht Troft betrübten Seelen zu, und bitt' mit edlem Herzen felbft in der leßten Todesnotb für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenretter. 5. Ach, fieh ibn bier, crlöfter Chrift, fchuldblos zum Kreuse bringen! fieb, wie fein Blut zur Free fließt; fich 112 Werke und Wohlthaten Gottes. fieh ihn zum Tode ringen! Miel. Herzliebster Jesu! nschuldigster, du ich feine Wunden, feinen 155 11 batteft nichts Schmerz! Dent an sein liebevolles Herz! Ach, sieh verbrochen; doch ward das ihn duldend sterben! Todesurtheil dir gespro6. Hier denk an ienen Zweck zurück, der ihn hieher getrieben! Nun fag bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein, hier, o Chrift, entschließe dich bei seinem Tode feierlich, bein Leben ihm zu weißen! 7. Entfag den Sünden dieser Welt und fündenvollen Freuden; flich Menschenbaß, der ihm mißfällt; such Alles zu vermeiden, was dich zur Sünde reizen kann; geh standhaft auf der Tus gendbahn der bessern Welt entgegen! 8. D Jeft! der du für uns ftarbft zur Rettung vom Verderben: uns so viel Heil und Troft erwarbst durch Lehren, Leiden, Ster- 5. ben, steb uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, fets unsrer Pflicht getren, nach beiner Lebre leben! chen! Du, Heiligster, bift ja in Miethaten niemals gerathen 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet; mit einem Dornenkranz zur Schmach gekrönet, gegeis selt, und, von Schmerzen schon entkräftet, and Kreuz geheftet.al 3. Was ist die Urfach aller folcher Plagen? Ach, unsre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Til gung haft du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 4. D große Lieb'! o Liebe, kaum zu faſſen! Auch mir zum Heil bast du dich martern lassen. Damit ich lerne Sünde ernstlich mei den, willst du, Herr, leiden! groß Ach, großer Mittler, zu allen Zeiten, wie kann ich genugfam deine Treu' ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? or 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem 6. Doch dir gefällts, wenn Druck der Leiden wollst du ich mich selbst bekämpfe, dir uns Troft, Muth und Ge- folge, und des Fleisches Lüduld durch deinen Tob be- fe dämpfe; so fet denn auch reiten; und naht einst un forthin mein ganzes Leben fer Tob beran, fo laß uns nur dir ergeben! d biese Pilgerbahn als Gläu- 7. Gib felbst zu diesem hei bige beschließen! ligen Geschäfte mir Schwa chen Erlösung. chen beines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfad der Tugend führe, und mich regiere! 8. Dann werd' ich dankvoll deine Huld betrachten, dich lieben und die Luft der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen treu zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, teine Schmach, noch Plagen; mich sollen auch des Mel. Wenn mich die Sünde bängsten Todes Leiden nicht 157 Ron Furcht dahin von dir scheiden. geriffen, verläugnet Petrus dich. Bald ftraft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief bringet ihm dein Blick ins Herz, er fleht zu dir um Gnade, und du ftillst seinen Schmerz. 10. Empfang ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger dein Lob befingen, und Dank dir bringen. 113 erschrickt; er flieht, eb' Bande drohen; schämt sich, daß er gefloben: kehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fall entgegen. 4. Wie ist der Mensch so schwach! So viel sein Muth versprach; bort liegt er, tief im Staube: erloschen ist sein Glaube, sein kühner Muth gedämpfet. Ach, Christen, wacht und kämpfet! Mel. Auf meinen lieben Gott 2. Wie wuchs nun dei156 Mein Sefu, für nem Zeugen Beständigkeit dein Herz welch ein so berber Schmerz, den du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg' und Wunden! Die kleine Zahl von Freunden kränkt dich, gleich deinen Feinden. und Muth! Furcht konnt ihn nicht mehr beugen: für dich floß selbst sein Blut. Dich, seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte fein Leben, verherrlichte sein Tod. 2. Kaum naht sich die Befabr: so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich boch vermessen, eh' fie der Treu' vergessen, den Tod felb vorzuziehen, verlassen dich und fliehen. 3. Bewegt ist meine Seele, erfüllt mit Neu' und Schmerz, was hilft's, daß ich's verhehle? Du ſchauft mir fa ins Herz! Bekennen will ich's, Jesu, dir: auch ich hab dich verläugnet; 3. Der fühn sein Schwert vergib, vergib es mir. gezückt, dein Petrus selbst 4. Wenn deines Namens Spöt 114 Werke und Wohlthaten Gottes. Spötter dich schmäbten; Gnade, fürcht ich felbft nicht wenn ihr Spott bich höhnte, den Tod. Wer ist es, der Welterretter! dich, ihren mir schade? Du bist mein Herrn und Gott; dann Schild, o Gott; von meis fchwieg ich furchtsam, schäm- nem Haupte fällt kein Haar, te mich, ein Chrift zu seyn, und drohte mir von allen und scheute mehr ihren die schrecklichste Gefahr. Spott, als dich. 5. O du, der du dein LeMel. Wie wohl ist mir, o Freund Sterbenten en 158 D ben, du Herr der Ewigkeit, so willig bingegeben für meine Seligkeit, wie un bankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als bich! 6. Ach Vater, ich em pfinde die Größe meiner Schuld. Vergib auch diefe Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sahst du Petrum an; laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! zu sehen, schwing dich, mein Geift, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz er höhen, den Weltbeglücker bluten fah! Erwäg an die sem heil'gen Orte des flers benden Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an; sie können dir den Trost im Leben und einst den Trost im Tode geben, wenn bier dich nichts mehr tröften kann. 7. Laß mich bei meiner Reue den Bund mit dir erneu'n, Standhaftigkeit und Treue, bir mein Verföhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr, mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 8. 3ch will dich frei bekennen. Wenn Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bekennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuversicht, bein Kreuz ist meine Eyre; bih laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner 2. Geduldig bei den größ ten Schmerzen nimmt er fich seiner Feinbe an und ruft mit fanftmuthsvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie gethan! Der göttliche, der größte Beter fleht fiebreich noch für Miffe thäter, Werkzeuge feiner Pein und Schmach. Mensch, wenn dich Rach' und Zorn verführen, laß dich durch dieses Beispiel rühren, und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel find lich- frommer Triebe, als, unter teiden ohne Zahl, der an Erlösung. die der Herr dem Jünger seiner Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach, wird mein Aug einst um Meinen in meinen legten Stunden weinen: so soll dies Wort mir Trost verleihn. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen firebte, wird auch der Meinen Pfleger feyn. 115 mels und der Erde, von allem Labsal jeßt entblößt, wünscht, daß sein Durft gestillet werde. O Menich, der dich so theu'r erlöst, der Heiland rufet dich noch heute im Armen, den an deiner Seite auch Hunger, Durft und Mangel drückt. selig, wer den Ruf erfüllet! Denn wer des Armen Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. 7. Nun enden sich die schweren Leiden, der Heis land spricht: es ist vollbracht! O Wort des Sie ges, Wort der Freuden! bu nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer 4. Froblockt, bußfertige Verbrecher! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. Hört, was zu dem gebeugten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirft, fo ruft er ihm entgegen, noch heute, deines Glaubens wegen, mit mir darf es nun wohl wagen, im Paradiese seyn! uns, die Erlösten, zu vers Herr, laß an des Todes Pforte einst diese troftes vollen Worte mich auch im legten Kampf erfreun! 5. Wer kann die hohen Leiden faffen, als Chriftus an dem Kreuze rief: mein Gott, wie haft du mich verlassen! Wie beuget ihn die Laft so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuversicht. Herr, der für mich zum Tod ge gangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! 6. Der Herr des Himklagen? Der Friede ift mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freus den sage: es ist vollbracht! es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus beinem Munde, soll, Jesu, auch das meine fein! Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht verleihn! Du rufeft: Vas ter, ich befehle in deine Hände meine Seele, du, der du Allen Heil erwarbft. Nun war das größte Werk vollendet, wozu der Vater dich gefendet, du neigteft fanft dein Haupt und starbat. 9. Mensch! 116 Werke und Wohlthaten Gottes. 9. Mensch! kannst du ihm gefällt, den Weg zu obne fromme Zähren den jener bessern Welt, euch Liebling Gottes sterben sag ich, die ihr um mich fehn? Mußt du ihn nicht weint: getroft, bald wermit Freuden ehren, und den wir vereint! willig feinen Ruhm erhöhn? O weine fromm bei sei nen Plagen, und fröhlich sieb ihn nach drei Tagen aus seinem Grabe aufertehn! Und wenn ihn Spötter hier entebrten, bort wirst du ihn als den VerHärten, zur Rechten seines 160 Dosen, fobalo Mel. Befiebl bu beine Wege deffen Augen Vaters sehn! fie Zion fahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn; wo ist das That, die Höble, die, Jesu, Miel. O Jesu Christ, mein's udenfest in der 159 Dieffen Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod, an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößeft ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, fiebst den Freund, und sprichst zu ihr, die troflos weint: fich Mutter, diefer Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir seyn. 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlichfeit; ich sei so willig, Andern beizustehn, und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freunde, einst mein Tod betrübt: dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er fegnet gern 5. Froh geh ich, wenn es 6. Den Troft, o Jefu, dank ich dir; Du brachteft ihn vom Himmel mir. Du haft verheißen: ihr seid mein; wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! Verfolger dich verbirgt? seiner Secle, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethse mane! Wer ist der Mann der Plagen, der langfam Sterbende? Ift Jesus das, der Beste, den je die Erde fab? Er fühlt der Qualen größte! er ist dem Tode nab! 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angstfchweiß, liegt, mit dem Ge fühl sein Glauben im Kampfe dennoch siegt! Schon kommt der Mörder Notte, die fein Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn, ach! zum Kreuze führt. 4. Sein Bolt im bittern Grims Er lösung. 117 X Grimme erweicht sein An- Weich von mir, des Eitlen blick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Richtstuhl spricht: er ist ihr Hohngelächter: fie droh'n mit wildem Ton: Auf uns, auf Söhr und Töchter, fomm seines Blutcs Lohn! Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und womit cu lohnft, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu fein mich übe. 2. Der am Kreuz ift meine Liebe! Frevler, was befremdet's dich, daß ich Jesum Christum liebe? Je sus gab sich selbft für mich; follt' ich nicht sein eigen seyn, mich ganz seinem Dienste weihn? Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 3. Der am Kreuz ift meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undank für so herben Schmerz, nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ift: c. 4. Der am Kreuz ift meine Liebe! Was ist mir noch fürchterlich? Ruh, Gewiffen! Er, die Liebe, Jefus ftarb ja auch für mich. Wer verdammt nun; Gott ist bier; Gott verzeibt durch Chriftum mir. Der am Kreuz ift zc. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichte, wie furchtbar es auch ist, Mel. Werde munter, mein 161 Der am Kreuz ist keines, feines Tobes Grauen von Meine Lieb ist Jesus Chrift. Chrift! Nicht Gewal 5. 3ur fernen Schädelftätte trägt er sein Kreuz hinan. Sie freuz'gen ihn! Obete, mein Geift, mit Webmuth an. Noch böhnt in frechen Mienen das Volk des Dulders Schmerz. Er ruft: vergib es ihnen! vergebend bricht, sein Herz. 6. Es bricht, und schwer von Kummer finkt auf die Bruft zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer fein müdes Auge zu. Am Kreuze rust die Hülle, der Geist schwebt fanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns crquickt. 7. O Freund der Men schenkinter, wir danken dir gerührt! Dein Leiden hat uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung fei dein Dank; hör ihn, vernimmt vom Staube den schwachen Lobgefang. Gold, 118 Werke und Wohlthaten Gottes. Gold, nicht Nubm! Engel 4. Du gingeft meinetwe nicht, kein Fürstenthum! gen dem Todeskampf entgeDir, bir will ich lebend gen mit wahrem Heldentrauen; fterbend dir! Dich muth; du starbft, mir vom Verderben Errettung zu er werd' ich schauen! werben, und littest Alles mir zu Gut. 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! Du bist mein Freund! Wenn ich, wie ein Staub, verstiebe; wird mein Geift mit Gott vereint. Da, da schau ich Gottes Sohn, ärnte feiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefften Dante barkeit! Dir fei mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jefu, Leib und Seel' geweiht! 6. Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Secle scheiden, mir stets vor Augen seyn, von meinen Chris fenpflichten mich täglich unterrichten, und mir zur TuMel. In allen meinen Thaten Welt, fich hier dein Leben am 162 Stamm des Kreuzes schwe- 7. Dein Beispiel foll mich ben! Dein Heil finkt in den Tod. Der große Herr der Ehren läßt willig fich beschweren mit Banden, Shlägen, Hohn und Spott. lehren, den Rath des Höchften ehren, ihm gern geborsam seyn; auch meine Brü der lieben, und, wenn sie mich betrüben, mit eblem Wohlthun fie erfreun. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldsvolle fühlt, was er am Leibe lei det, wie, bis er endlich fcheidet, die Qual in seinen Adern wühlt. 8. Als Chrift will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für fie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 3. Wer ist's, der dich ge schlagen, mein Heil, und diefe Plage dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andre menschenkinder, und rein von aller Miffethat. 9. Nie will ich wieder schelten, nie Spott mit Spott vergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Uns recht will ich bulden, dem Nächsten seine Schulden, wie Erlösung. wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entfagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen baffen, das will ich fliebn und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getroft wie du, in deine Baterbände den Geift an meinem Ende empfehlen zu der ew'gen Ruh. Mel. Besicht du deine Wege er du voll Blut 163 D und Wunden für uns am Kreuze starbft, und unfern leßten Stunden den höchsten Troft erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir zur Rettung bingegeben: mein Heil, wie dank ich dir! 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lohn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen, da traf dich Schmach auf Schmach; da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblöft von allem Reize, der Menschen wohl gefällt, hingst du an deinem Kreuze, ein Fluch vor aller Welt. Dich floßen deine 119 Freunde; du warst der Leute Spott, dich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer kann dir nachempfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten rangst? Die Last gebäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß fie dich brang zu klagen: Gott, wie verläßt du mich! 5. Ach, diese Laft und Mühe hab ich auch dir gemacht! O mein Erlöser, fiehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sie verschuldet hat und hilf mir aus Erbarmen von meiner Miffetbat! 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin soll ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du haft mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübsal, Troft und Freuden, die ewig find, verschafft. Ogib an dieser Gnade auch meinem Glauben Theil, und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Troft und Heil! mi que 8. Soll ich, o Herr, einft fchets Werke und Wohlthaten Gottes. 120 scheiden, o so verlaß mich nicht; sei du in Todes. leiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird in dem Herzen seyn, so reiß mich aus den Nengsten Kraft deiner Angst und Peine 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, und mich im Geiste offen, Herr, deinen Him mel sehn! Mit beiligem Entzücken will ich dann glanbensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so ftirbt, der stirbt wohl! 3. Mich soll das Beispiel Jesu lehren, der frommen Unschuld Lohn, sey Seligfeit. Auch ich will Gott durch Tugend ehren, und willig thun, was sein GeDie Pflicht seß gebeut. des Dankes dringt innig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. 4. Nic will ich mich am Feinde rächen: auch dies lehrt Jefu bobes Beiſpiel mich; in bange Klagen nie ausbrechen, verlör auch gleich mein Pfad im Dun keln sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jefu hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. In eigener Melotie ch 1642 fieb ibn dulden, bluten, sterben! O meine Seele, fag ihm frommen Dank! Sieh Bottes eing'gen Sohn dort sterben, weil Menschen liebe ihn so heftig brang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, der so wie er, für Sünder ster ben kann? e 2. Ja mir zum Troß und ihm zur Ehre gereicht fein ganzer Kampf, fein Kreuzestod; bestätigt ift nun seine Lehre: ich baue feft darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar: doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld 160 Eigentbunt. 5. Was' fürcht ich noch des Todes Schrecken? 3m Grabe schlief auch einft der Menschenfreund. Mag Erde meine Asche decken, wenn einst des Todes dunk. le Nacht erscheint! Der Gott, der ihm das Leben wieder gab, ruft einft auch mich aus meinem dunkeln Grab. 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Retter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank i dir mit reinem Triebe, wenn dich mein Geift unfterblich einst befingt. Dann stime men alle Sel'gen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Zeuge feyn! Mel. Erlösung. Mer 121 uns gibt, mit der er in der Ewigkeit den, der die Tu gent chrt, erfreut. 2513 Me. Wer nur den lieben Gott 165 Erfarb, der größ. te Freund der Tugend, er starb von seis nem Volt verkannt, das In voriger Melobie. nicht in ihm den Freund 166 Du befter aller -MenschenkinJugend, des und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. 2. Wie aber werden wir erkennen, daß wir den größten Menschenfreund nicht auch, wie einst ſein Volt, verkennen, daß unser Herz es beffer meint mit Jesu, dessen Tod uns rührt, dem unser ganzer Dank gebührt? 3 Wenn seinem liebevollen Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter Leiden, unter Schmerzen es nie von seinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde selbst verzeihn, und ihn mit Rath und Troft erfreun; 4. Wenn wir stets reis nen Herzens leben; wie Jesus uns der Tugend weihn, und unser eifrigstes Bestres ben nur das ist: Gott ergeben seyn; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jesus that: 5. Dann können wir den Troft uns geben, daß unser Herz ibn ehrt und liebt, und hoffen, daß nach diesem Leben Gott jene Seligkeit der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelasner Sünder! Alus allen Adern strömt, bein Blut, und tiefer, nie gefühlter Schmerz durchdringet Glieder, Sinn und Herz. 2. Doch Sanftmuth ift in deinen Mienen, in deiner Seele Zuversicht; du fleht: vergib, o Vater! ihnen; was sie jetzt thun, verstehn sie nicht! Und rubig, bis dein Herz dir brach, trugst du des Kreuzes Qual und Schmach. 3. Dein hohes Beispiel foll mich lehren, bas Unrecht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geift empören, Gekreuzigter, dann denk ich dein, wie du, gemartert und geschmäht, für deine Peiniger gesleht. 4. Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bift? Wie fönnt' ich Einen noch betrüben, für den du littest, Jesu Chrift? Wie nun nicht freudig Gus tes thun, und fill in Gottes Willen ruhn? 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter, und quält F bie 122 Werke und Wohlthaten Gottes. die Schuld der Sünder mich; dann denk ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuver ficht an dich. Auch mir, auch mir hat bein Gebet Begnadigung und Heil erflebt. muth und Geduld auch selbft bei fehr gebäufter Schuld, der Sünder dennoch schonet, daß er so liebreich ihrer denkt, und ihnen Frift zur Buße schenkt, eh' nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröhlich sagen kann: auch mich, mich Sünder nimmt 167 an; haft du burch deines Fürspruchs Kraft, mein trener Heiland, mir ver schafft. O Jesu Christ, mein Herr und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich, bis an den Tod! 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann verfichre mich auf's neu, da ftebest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geift blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt fich meine Pilgrim schaft, so stärke mich mit neuer Kraft, Herr Jefu @hrift! Der leßte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Troft im Tode bift. 5. Den fanften, liebevol len Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flös, Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' em pfehle. Befänftige mein re ges Blut; und flammt bes ЗотMel. Herzlich lieb ich dich m Gnade für welt rufft du, mein Heil, am Kreuz gequält von frecher Sünder Rotten. Dir blutet bas bedrängte Herz, wenn dich bei deinem berben Schmerz die Bösewichter spotten. Du fiehst mit fegensvollem Blick von ihnen weg auf den zurück, den diese Schaar in dir enfehrt; rufft, daß es Erb und Him mel bört: vergib, o Gott, und führe nicht fie ins Gericht: benn was fie thun, verstehn sie nicht. 2. Erstaunend seh ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörter so erträget! Shr, die ihr euren Seiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Wertb, und banket ihm beweget! Er hat burch fegnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erflebt. Er sagt auch uns zu unfrer Rub, Erbarmen und Vergebung zu. Herr Jefu Chrift! gelobt feift bu für beinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott! 3. Daß Gott mit Lang Erldsung. Zornes wilde Glut mein Derz zur Nachbegierde an; o so erinnre mich daran, Herr Jesu Chrift, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' erfleht! 6 Mich tröste dein Verföhnungstob; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß ich dir ähnlich werde! O zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir binauf vom Dienft ber Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Deinen Schußpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir und deiner Pein und deiner Fürbitt' ewig freun. Herr Jefu Chrift! wie felig ist, wie felig ift der Mensch, dem du ein Heiland bift. 123. zeugt laut von seiner Götte lichkeit. 3. Er fleht für die, die ihn verkannten, mit himmlischer Gelassenheit; bemerkt die traurigen Berwandten, und forgt für sie voll Zärtlichkeit; spricht hohen Trost und Fried' und Ruh den fummervollen Seelen zu. 4. Stets eifrig, feines Vaters Willen, auch wenn er Leiden vor fich sah, durch Lehr' und Thaten zu erfüls len, fühlt er sich nun dem Ziele nab, und Demuth auf bem Angesicht, frent er fich der volbrachten Pflicht. 5. Jeßt näbert fich die ernfte Stunde, wo Mancher schon nicht Faffung hielt; doch seht, wie er mit Gott im Bunde, getroft ihm feinen Geif empfiehlt, und Mel. Wer nur den lieben Gott unsrer Seelen hohen Werth 168 Golgatha, zu durch dieses letzte Wort erdeinen Höhen flärt! erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heil'gen Gottes sehen in seines Opfertobes Schmerz; ich will für seine Todespein mein ganzes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tob als Gottes Sohn bewährt! 3war leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt: doch feines Muths Erhabenheit seine Lehren von Tugend und 6. So ftirbt denn Jesus, Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu noch Tod zu scheun. seyn, und weder Schmerz thun ausgebreitet, oft Näch7. Er ftirbt, der Wohl te im Gebet burchwacht, der Irrende zu Gott gelets tet, und Leidende gefund gemacht! So freubenvoll 2 Airbt 124 Werke und Wohlthaten Gottes. stirbt auch der Christ, den förderte des Feindes Glück. Je fus Licht und Beispiel ist. 8. Schon viele taufend Fromme schieden, dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, empfanden jenen Seelenfrieden, den nur die Tugend uns verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod, wie deiner, seyn. Und diese Menschenfreundlichkeit gab sterbend ihm noch Heiterkeit. 5. Auf! last an Jesu Todestage den Vorfaß lebhaft uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Je fus, nur der Tugend weihn! Dann strahlt auch uns ein belles Licht, wenn sterbend unser Auge bricht. In voriger Melebie. 169 S eht, Chriften, fehet Jefum scheiden, wie er im Tode 170 E o ruft am KreuIn voriger Melodie. s standhaft ist, wie nach den bangsten Erdenleiden sein Auge fich so rubig schließt; und wißt, daß, wer die Tugendbahn stets wandelt, rubig sterben kann! ze des sterbenden Erlöfers Mund. O Wort voll Trofi und Leben, reize zur Freu de meines Herzens Grund! Das große Opfer ist geschchn, das Gott auch mir zum Seil ersehn. 2. Die Welt mit ihrer Luft verachten, des Reich thums eitlen Glanz verschmähn, und Tugend über Alles achten, in jedem Tugendkampf bestehen, das machte, daß auf Golgatha man Jesum rubig sterben fah. 3. Des ewig guten Vaters Willen durch seine ganze Lebenszeit treu und gewiffenbaft erfüllen, war Jefu größte Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht: denn Gott war seine Zuversicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder, selbst noch im letzten Augenblick: schalt nie, ward er gescholten, wieder; be2. Mein Jesus ftirbt, die Felsen beben, der Sonne in Schein verlieret fich, Todte bringt ein neues Leben, der Heil'gen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde kracht, der Welt Versöhnung ist voll bracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du haft den Fluch hinweggewens bet, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durch's Todes Nacht zur froben Ewigkeit ge macht. 4. Dants Erlösung. 125 4. Dankvolle Thränen, auch ich in's Todes Nacht mit dem Triumpy: Es ist vollbracht! neßt die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die Schuldschrift an dem Kreuze hangen, die wider meine Seele war. Er, den mir Gott zum Troft gemacht, rief auch für mich: Es ist vollbracht! 5. O bilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahDankbarkeit begehrt! te Laß nach der Heiligung mich ringen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! D. stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beß'rung ist vollbracht! 6. Du littft so viel zu meinem Leben. Wie sollt' ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu er geben? Sollt' ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst mein Heiland, fei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. In eigener Melobie. 171 So schlummerst Ruh, der du für uns ge du in ftiller storben, uns am Kreuz in schwerer Müh' ew'ges Heil erworben! 2. Du bist erblaßt, o Herr, und haft dech in die selbst das Leben. Gleich als Sterbliche hält dich nun das Grab umgeben. 3. Doch, Heil ſei mir! Herr, du willst hier nicht die Verwesung sehen; fon dern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. 3ch weiß, du wirft, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? bis du erscheinst, in fanf5. Hier werd ich einft, tem Frieden liegen, denn durch deinen Tod kann ich Tod und Grab befiegen. 6. 3hr, die die Welt gefeffelt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich! ich boff in Chrifto einst meines Leib's Erlösung. 7. Soll ich, bei dir ergebnem Herzen, auch hier durch manche Trübfal gebn, und hat mein Gott gebäufte Schmerzen zu meiner Prüfung auserfehn; so laß die Hoffnung mich erfreun auch das wird einst geendigt seyn! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärke mich in solcher last; Selbst das, was stirbt, der 7. Nein, nichts verdirbt! laß mich den Trost auch ster- Leib wird auferstehen, und bend schmecken, daß du ihn zu Himmelsglanz verklärt überwunden haft! So tret aus dem Grabe gehen.. 83 8. So 126 Werke und Wohlthaten Gottes. 8. So fint ins Grab, der Lebensfürst sich des Tomein Leib, binab; ich will des Banden. mich trum nicht kränken; Jesu, an dein Grab will ich, mir zum Troft, gedenken. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln, ohne Grauen; denn durch dich, Erlöser, ift's mir der Pfad zum Schauen. In voriger Melodie. 9. 3ch preife dich: erfors fche mich, und siehe, wie 1722 ja du es, wenn ich ftill meinen Dank dir weine. m Kreuz erblaßt, Laft und Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchbringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust fann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßeft mich, und Mel. Nun last uns den Seib über dich gebn aller Trüb. 1732h endlich, Duls fal Wetter; wollteft du für mich, einziger Erretter! 4. Du haft's gethan: dich bet ich an, du König der Erlöften! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ges tröften. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigft, daß du dein Leben, mein Berföbner, göttlich frei ha beft bingegeben. 6. Hochbeil'ge That! Des Höchften Rath will ich in Demuth ehren; der Erwerber meines Heils wird mirs eins erklären! 10. Vergeß ich bein, so werde mein in Ewigkeit vers geffen! Herr, ich will, fo lang ich bin, deine Lieb ermeffen. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden; leicht entschwingt cin ftilles Grab zu deiner Ruh, das nach der Noth, bie bich gedrückt, mit fanfs tem Schlummer dich er quickt! 2. Wohl dir, daß bu ge funden haft, wo, nach bes heißen Tages Laft, dein Haupt du legteft, einmal nun von langer Arbeit ausguruhn! 3. Nicht modernder Verwefung Raub wird, Hei liger des Herrn, dein Staub. Aus dunkeln Todesnächten bricht bald deiner Auferste bung Licht. 4. O daß, wenn einft mein ew'ger Geist der Er denhülle fich entreißt, aud ich 127 an Jefu Hand ihm Heimgang in ein beßres Land. 5. Ja, Chriften, singt, er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgefang! Entfeffelt von der Sünde Banden, sei nun GehorMel. Wer nur ben lieben Gott der Welt und Eitelkeit, nein, fam euer Dank! Nicht mehr Auferstehung Jeſu. ( Ofterlieder.) 174 Heilme ihm weiht eure Lebenszeit! Todesüberwinder!. Aus seiner Gruft gebt er hervor. Als Retter der verlornen Sünder em pfängt ihn nun der Engel Chor, und aller Himmel Jubelton preift ihn, des großen Gottes Sohn. löfte Brüder! Freut Euch, 6. Ein eres ist ein Wonnetag! Dann kommt der Herr von neuem wieder, und Engelbeere fols gen nach. Dann dringet auch in euer Grab des Tode tenweckers Ruf hinab. 2. Er hat bes Grabes Ruh empfunden; doch fur. zer Schlummer war sein Tod. Er hat gekämpft und überwunden; dabin ist alle feine Noth. Jom, der das Felfengrab durchbrang, er fchallt nun ein Triumphgefang. 100 3. Das feiner Werfe, die Rettung 175 Jihm auch ich. Mel. Jesus, meine Zuversicht pefus and einer Menschenwelt, vollendet ists mit hottes Stärke, die Nacht des Irrthums ift erbellt. Sein göttlich Evangelium ftebt feft zu feines Namens Ruhm. 4. Auf Felfen ruht des Christen Glaube, da fein Erlöser ewig lebt, und einst mit Macht aus feinem Stau be ihn zur Unfterblichkeit er hebt. Nun wird der Tod Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 2. Sesus lebt; ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich jugleich ewig berrschen, ewig teben. Gott erfüllt, 84 was Erlösung. ich von edlen Thaten rub! auch Ruh verdiene, Herr, wie du! 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn, und, mit des Himmels Glanz umgeben, getroft zum Richter ftuhle gebn, dann wird euch der erfiandne Held ein Füh rer in der beßern Welt. Werke und Wohlthaten Gottes. 128 was er verspricht; dieß ist meine Zuversicht. Ich nabe mich voll Zuverficht zu dir; denn du verwirfft mich nicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt, läftert ihn und 3. Herr, meine Seele Gottes Ehre. Gnade bat preiset dich! Erlöf, erlöfet er zugesagt, daß der Sün- haft du mich, so wahr du der sich bekehre, Gott ver selbst vom Himmel famst, stößt in Chrifto nicht; dieß dein Leben gabst und wieder nahmt. ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt: sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Herzens will ich seyn, und den Lüften widerstreben. Er verläßt den Schwachen nicht, dieß ist meine Zuversicht. 5. Jesus lebt; ich bin gewis, nichts soll mich von Sefu scheiden, keine Macht der Finsterniß, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dieß ist meine Zuversicht. 6. Jefus lebt; nun ist der Tod mir der Engang in das Leben. Welchen Troft in Todesnoth wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! Mel. Vom Himmel kam der ich bet ich an, er176 fandner Held, Erretter einer Sündenwelt; du, unfre Zuflucht für und für, froh buldigt meine Seele dir! 2. Um deinen Thron, der ewig stebt, glänzt Wabrheit, Heil und Majestät. 4. Wer ist's, der mich verdammen kann? Ich glaub' an dich und sage dann: der Gott, durch den die Himmel find, der ist mein Vater, ich sein Kind. 5. Nun ist dies erste leben mir ein segenreicher Weg zu dir. So lang ich hier bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 6. Holdselig sprachst du: Erbe, fet der Schauplay meiner Huld und Treu"! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde täg lich neu. 7. 3war trifft noch mancher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, fterben wir! Doch du regierst, und wir find dein, und, Herr, wir werdens ewig seyn. S. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der meinen Geift erhebt, ich seb, durch dich gestärkt, aufs Grab mit unerschrocknem Aug' binab. 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich mach dies entro 129 dieser Zeit! Dort findet der voll Freuden, die er von verklärte Chrift das Heil, Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ift! 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk' ihn, den Sieger, der erstand, im Tode stärke deine Seele mit Hinblick in das beßre Land. Mel. Wer nur den lieben Gott Halt im Gedächtnis Jefum 177uf, meine Seefe Chrift, der von dem Tod erstanden ist! zur Freude! benn dein Erretter, Jefus, lebt, der dich nach über wund'nem Leide einst zur Unsterblichkeit erhebt. Halt im Gedächtnis Jefum Chrift, der von dem Tod erstanben ist! Erlöfung. Erlösunge das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seele wacht, sie zu dir zichft, und selig machst laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollender, schaun. 2. Denk lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Verfachung überfällt. Er lehrte bich die Stärksten Gründe, fie zu befiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 3. Denk ihn im Leben, wenn die Bürde des Stan: tes und Berufe dich drückt, denn, wer fie trägt, wird einst mit zum seines Kampfs geschmückt. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 4. Fühlst du die Schmer zen barter Leiden, dent, wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jefu Schüler ihn beweint; doch, wie sie nicht verlassen bleiben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt im Getättniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth fei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Chrift! Folg' ihn, so wird er bir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ift. Halt im Ge dächtniß Jesum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! Mel. Christ lag in Todesbanden 178Bringt Preis und land dar! Frohlockt ihm alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Set gefobt, o Jefu Chrift, daß dur für uns gestorben bift, und siegreich auferstanden! Halleluja! 85 2. Dein 130 Werte und Wohlthaten Gottes. 2. Dein Leben in der decken. Wie du auferstanMajestät befestigt unsern den bist, so werd auch ich, Glauben. Wer kann nun. Cerr Jefu Chrift, durch dich da dich Gott erhöht, den einst auferstehen. Halleluja! großen Troft uns rauben, baß du von der Sünde Macht Befreiung haft ans Licht gebracht, den Himmel haft geöffnet? Halleluja! 7. O laß, so lang ich hier noch bin, mich treu im Glauben wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschaffen seyn und handeln, daß ich, wenn ich aufersteh, und dich, der Menschen Richter seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja! 3. Gott selbst, der dich dem Grab entrückt, hat dem, was du gelehret, der Wahra heit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deines Tobes hohen Werth hat er aufs herrlichste erklärt, da er dich auferwecket. Hal. leluja! S. Da, wo du bist, foll auch dein Freund, mit Herr lichkeit umgeben, mit als len Seligen vereint, burch Ewigkeiten leben. Laß dieß Fel mein Erbe sepn, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Hal leluja! 4. Erslandner, ich frobLocke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrscheft, um auch mir ein ew'ges Heil zu geben, meiner Seele Troft zu seyn, Mel. Jesus meine Freude zur Tugend Kraft mir zu 1792u bes Grabet / zu zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich, von Sünden! Laß mich für meine Seele Rub' im Frieden mit Got finden! Pflanze deinen Sian in mir, damit ich, Gott, ergeben, bier als bein Erlöfter wandle! Halleluja! Banden ist Herr erstanden, er, des Höchften Sohn. Jefus hat gefiezet; Alles, Alles lieget unter seinem Toron. Unser Freund hat jeden Feind unfrer Seligkeit bezwungen: Lov sei ihm gefungen! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbne zu erwefen. Du rufft einft und der Gräber Nacht wird Toote nicht mehr 2. O wie hoch erhoben, lebt nun Jefus oben in der Herrlichkeit! Seiner Herrs scherebre jauchzen Engelchös re, ihm zum Dienft bereit. Er bat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden alle Macht in Händen. 3. Freu Anton Erlösung. 3. Freu bich deß, o Seele, bring ibm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichren Pfade zu des Höchften Gnate bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! lind wie wird zum böhren Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieb von mir! ich werde nie dein Stlav, o Welt! Unter allen Gaben, wünsch ich nichts zu haben, als was Gott gefällt. Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, dort nach über standnen Leiden, Gott mit feinen Freuden. 5. Sterb' ich, meine Seele, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne ftrahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht ich hier doch mehr nach ihr, als nach als len eitlen Dingen dieser Er de ringen! oftes 6. O der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöfte prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, iß, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einft in fteter Bonne lebe, und dich froh erhebe! Mel. Vom Himmel fam ter 180 Frinnre dich, mein Geift, erfreut des bohen Tags der Herr 131 lickeit: balt im Gedächtniß Jefura Chrift, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl' alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede fei mit dir! O freue dich, mein Geift, in mir! 3. Schau über dich, und bet ibn an: er mißt den Sternen ihre Babn: er lebt und herrscht mit Gott vers eint, und ist dein König und dein Freund. 4 Macht, Ruhm und Hobeit immerdar dem, ter da ift, und ber da war! Sein Name fei gebenebeit, von nun an bis in Ewigkeit! 5. O Glaube der das Herz erböbt, was ist der Erde Majestät ,, wenn sie mein Geift mit der vers gleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unfterblich beilig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig feyn! Herr, welche Herrlichkeit ist mein! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr! Lieb' und Verwundrung fämpft in mir, und boll von Ehrfurcht, Dank und Pflicht, fall ich, Herr, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in dem Himmel thronft; ich soll da wohnen, wo du wohnft! Und du erfüllft einst mein 6 Ber 132 Werke und Wohlthaten Gottes. Vertraun, im höhern Lichte dich zu schaun! 9. Ich foll, wenn du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirft, er weckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu beiner Rechten ftehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit Soll ich mich freun in Ewigkeit! 11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gefreuzigt, Gottes Sohn, sind wird auch auferstanden schon. 12. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, das mit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde fiets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft: fein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtnis Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist! 1813 Mel. Was Gott thut, das ist roblockt ihr Christen, Jefus lebt! Lobfingt dem Ueberwinder! O betet an; erbebt, ers bebt den Retter aller Sün. ber! Er stärb- für fie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle feine Brüder! 2. Er lebt, er lebt! O weiht ihm. Dank mit reiner, frommer Seele! 3hn preife jeder Feftgefang, und jedes Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerbänden! Wo waltet bier Gerechtigkeit? Wie konnt' er hier schon enden? O Christen jauchzt! Er ist erhöht! Er drang durch Todesnächte an seines Vaters Rechte. 4. Besiegt ist seiner Feinde acht, und er mit Rubm gekrönet. Er bat fein großes Werk vollbracht, und uns mit Gott verföhnct. Wer an ihn glaubt, wird felig seyn. O laßt euch zie sen Glauben durch keine Leiden rauben! 5. Schaut bin zu seiner Herrlichkeit, und Ternt als Helden leiden! Schaut bin! Die leiden dieser Zeit find Keime boher Freuden. Seid unverzant! Seid hoffnungsvoll! Nach wenig bangen Stunden ist Alles überwunden. 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O fanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag das ber; dann fehn wir auf im Frieden. D Tag des Danke!. D otton Erlösung. D Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben; wir wissen, was wir erben. 7. Erstandner, gib nur daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln, und fiets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes Handeln! Unsterblich seyn, unsterblich feyn, und einst dir näher kommen; o welch ein Lohn der Frommen! Mel. Erschienen ist der herrlich Ir ist erstanden 182 Jesus Chrift, der unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Tores Raub. Froblocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er verhieß, ey er für uns fein Leben ließ. Drei Tage follen nicht vergehn, so werMel. Kommt, kommt dem Herrn bet ihr mich wieder sehu. 183 Lobinge, meine Er hats 3. 3ch lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, felig seyn mit mir. Ich komme, meine Stimme ruft auch euch, ihr Lieben, aus dec Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wird's erfüllen, Je sus Chrift, der selbst vom Tod erstanden ist! Er weckt auch mich; und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit 133 frommen Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wieder sehn in seinent Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt' ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein, fromm will ich mich feiner freun; dich preisen noch an meiner Gruft, wenn liebreich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu, und treu in meinem Wandel sei! So komm ich nicht in dein Gericht, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wenn dirs gefällt, von dieser unvollkommnen Welt, und führe mich an deiner Hand einft in das beßre Vaterland! Preis ewig dir! 5. Auch führt er nach des Grabes Nuh mir meine Seele, Welterlöser, bet' ihn an! Lobsing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, und seiner Schrekfen Heer. Du darfst nun nicht mehr beben; sein Sieg hat dich befreit. Dein ist unsterblich's Leben, dein, Gottes Seligkeit. 12. Frob führte Gottes Sonne den festlich hohen 87 Tag 134 Werke und Wohlthaten Gottes. Tag herauf. Da stand, be lohnt mit Wonne, nach fur zem Schlaf mein Jesus auf. Gedanke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Gedanke, der in Leiden mein Herz mit Troft belebt, der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung brobt! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3 Der Felfen Grund er bebet: die Hüter fliehn; das Grab ift leer. Der todt war, Sefus lebet, und geht vor feinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ibn steigen, und gebn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen von ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten fiegen, von dir und deinem Geift belehrt: die Hößentempel liegen: der Erdkreis wird zu Gett befehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freubenvoll ein Cbrift Ihn bet' ich an im Staube, ihn der mein Netter ift. Ich werd' ibn ewig schauen, wenn er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt! erbebt fich mein Gefang, dem Sieger über Grab und Tod erschallet laut mein Dank. 2. Die Sonn in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jefus Chriftus aufersteht und herrlicher er. wacht. 3. Die Erte bebte, als der Held aus seinem Grabe stieg; hinauf bis zu dem Sternenzelt erschallete sein Sieg. 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er is nicht mehr des Todes Raub; Erlöfte, singt ibm Dank! 5. Sein großes Werk ift nun vollbracht; errungen ist fein Sieg, weil er aus seis ner Totesnacht empor jum Leben stieg. 6. Sell, Leben und Unfterblichkeit, im Tode Troft und Rub, und Hoffnung boher Seligkeit ruft uns fein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herz erhöht: wir werden aufer stebn; auf Hoffnung in das Grab gefät, um schöner auf zugehn. Mel. Lobt Gott, ihr Christen om Todeetbal 1843 hinauf zu Gott 8. Heil dir, wenn diefer Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchalüht, dich flärft zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9 DAuferstebungsfelt, tu bift des beßren Lebens Pfand! Dich feire dankbar jeder 1 Erlöjung. 135 jeder Chrift, der deinen im Glauben; dort find ich fie Trost empfand. selbst bei dir. Dort belohnft du das Vertrauen dein er und Christi Hingang zum Va- Gläubigen durch Schau'n, ter und Verherrlichung. ( Himmelfahrtslieder.) verwandelft ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu! Rufft du frühe, Wiel. Freu' dich fehr, o meine err, 185 mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit: doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jesu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge! 2. Laß mir deinen Geift zurücke, bir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, las mich seinen Troft erfreun! Steigt mein Fley'n zu dir hinauf, belf er me ner Schwachheit auf, und du felber im Mel. Es ist das Heil uns dem Vater mich vertreten! 186( a) ast bad Boll3. Lehre mich die Welt verachten, und was in ihr Eitles ist, und nach dem, was dort ift, trachten wo du, mein Erlöfer, bift! Wollust, Ehrsucht und Gewinn foll mich nicht zur Erde ziehn, da ich fenfeits überm Grabe eine größre Hoffnung habe. 4. Diese müffe nichts mir rauben; du erwarbft fie theuer mir! Jego seh ich sie Grabes Ruh, so erleuchte du die Nacht, die des Todes Thal mir macht! Du haft ja den Tod bezwungen, und den Sieg für uns errungen. 6. Kommst du endlich glorreich wieder an dem Ende dieser Zeit, o so fammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heil'ge und verklär' fie ganz, daß der Leib in fem Staub und Erde, ähnHimmelsglanz frei von dielich deinem Leibe werde! uns beut in beil'gen Freuden feiern: froh schauen über Welt und Zeit, und das Gelübd' erneuern: Gott und der Tugend treu zu feyn, treu auch in Trübfal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden! 2. Er kam zu uns, von Gott gefandt, und beiligte die Erde, daß fie der Eintracht filles Land, ein Sig 136 Werke und Wohlthaten Gottes. 3. Zum Vater! O wir kennen ibn: um ähnlich ihm zu werden, folgt Jesu; denn in ihm erschien fein Ebenbild auf Erder. Sein Gruß war Friede, sein Gebot nur Lieb' und Tugend, bis zum Tod war That auch seine Lehre. der Tugend werde. Nach tenwerk der Zeit! Wer seinem Beispiel follen wir fann noch darnach streben? uns alle bilden, Alle hier, Wer ruhn im Schoos der daß wir zum Vater kommen Sinnlichkeit? dem Lafter sich ergeben? Die Zeit ift rasch, oft schwer der Lauf; schaut, Christen, schaut zum Ziel hinauf, und eilet zu vollenden. 4. Wie groß, wie edel durch fein Herz, wie tren der hohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz, rang er sich zur Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun macht sein Sieg den Kampf uns leicht, sein Lohn, die 186 Umel Heere er Mel. Herr, wir singen feber aller bobst du mich in Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Engel singen Freudenlieder, und alle die erlösten Brüder verehren deine Herrlichkeit. Du, du bist Gottes Sohn! Gott hebt dich auf den Thron feiner Ehre! Wir stehn von fern, freun uns des Herrn, vertraun und dienen ihm nun gern. Zukunft beiter. 5. Zerstörend war der Sünde Macht; er bat fie überwunden. Wir bebten vor tes Grabes Nacht; sie ist durch ihn verschwunden. Seitdem er sich dem Grab entschwang, ist uns der Tod nur Uzbergang zu einem befren Leben. 8. Ein Himmel wird schon unsre Welt, wenn wir einander lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unsre Kräfte üben. Dann führ' and Grab uns die Natur; aus einem Himmel gebn wir nur in einen schönern Himmel. 6. Er schwang zum Himmel fich hinauf, die Stätt' uns zu bereiten. Zum Himmel geht nun unfer Lauf; zu ew'gen Seligkeiten Só hoch, so hoch stebt unfer Ziel! Der schönen Wohmungen find viel in feines Baters Haufe. 7. Wie finlt das Schat2. Der du, deines Va ters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir deine Welt zumi Lohne; dich neunt dein Volk nun Erlösung. 137 nun Herr und Gott! Er von fern: dann sehn wir, höhter Gottes Sohn, wie bocherfreut, ganz deine Herrherrlich ist dein Lohn nach lichkeit, Welterlöfer; dann dem Siege! Wir folgen dir führest du der Bonn' uns mit Freuden hier; einst loh. zu, dort in des Himmels net Gott auch uns, wie dir. ew'ger Ruh. 3. Deine trauernden Erlöften im Kampf zu stärken Mel. Vom Himmel fam ber und zu tröften, gabft bu 187 2uf, eft üb ger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumpbirt! Lobsinget ihm! Lobfinget vom Himmel deinen Geift. Gib auch uns in unsern Leiden den Geist des Troftes und der Freuden, den uns bein treues Wort verheißt! Er zieh uns in dein Reich, mach unser Herz dir gleich, bir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die uns zum Himmel führen kann. 4. Uns die Stätte zu be reiten, um die wir Pilger hier noch streiten, gingst du voran ins Vaterland. Herrlich wirst du wiederkommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch deinen Mittlertod sind wir verföhnt mit Gott. Wo du lebest und Gott mit dir, follen wir auch mit dir leben für und für. da 5. Welch ein Jubel wird es werden, wenn wir dich wieder sehn auf Erden in aller Majestät des Herrn! Das wird seyn kein Tag des Bebens, o nein, ein Tag des höhren Lebens, dann schaun wir dich nicht mehr ihm mit hoher Stimm'! er 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht; zerstört hat er des Todes Macht; bat die Welt mit Gott verföhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit, geht seine Macht und Herrlichkeit, ihm dienen selbst die Seraphim. Lobfinget ihm mit hoher Stimm'! 4. Sein find die Völker aller Welt; er herrscht als fieggewohnter Held; er herrscht, bis unter ſeinem Fuß der Feinde Heer fich beugen muß. 5. Er schüßet feine Christenheit, erhält fie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobfinget ihm mit hoher Stimm'! 6. Ja, Heiland, wir er: heben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott, erhöht 7. Wohl 138 Werke und Wohlthaten Gottes. 7. Wohl nun auch uns, dir zu leben, bir zu traun, denn, Herr, bei dir flebt bis wir dereinst dein Untliß Kraft und Macht, und dein schaun. find wir. Nimmst du dich unfrer hülfreich an: was ift, bas uns gebrechen kann? 9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menfchenfreund, erfreun; dann fingen wir von deinem Rühm ein neues Lieb im Heilig8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärt uns in unfrer Prüfungszeit, nur thum. 1461 Heiligung des Menschen durch den Geist Gottes. ( Pfingslieder.) Mel. Vom Himmel hoch, da 1882nbetung fei dir, [ nbetung fei dir, Gott gebracht! Du haft uns diesen Tag gemacht. Dich preise, wer burch Jefum Chrift erleuch tet und geheiligt ift! 2. Der Erdkreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Gößendienst erfüllt; da tam vor deinem Angesicht dein Geift, mit ihm der Wahrheit Lichtin 3. Auf Jefu Boten ließ er fich berab mit Segen ficht barlich. In fremben Sprathen that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten tund. 4. Von ihm gestärkt gehn fie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn Vom Aufgang bis zum Nieder gang wird Alles Licht und Lobgefang.prind sau 5. Umsonst bestürmt fie Grimm und Spott; fie fie: OPUS gen fart durch ihn, o Gott! Ihr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evan gelium. gelium. and mad 6. Und ihrer Predigt fro her Schall erfüllt den Erdfreis überall; undi felbft die fernfte Nation fennt dich und Jesum, deinen Sohn. 7. Noch bauert dieser Segen fort: noch fiegt, o Ewiger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze ienes Lichts von dir. 8. Erhalt uns beiner Wahrheit treu, mach uns von Sünd' und Irrthum frei; dein Geift treib uns zum Guten an, und leit uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun, und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherr licht ſeyn. Zu Heiligung.net 139 bald Alles, Gut und Blut, un bitten wir für Jefu Lehre wagten. 5. Da that der Ungelehrten Mund des Welterlöfers Thaten fund, die Völker zu bekehren. Der Heiden Tempel wurde leer; es stürzte jenes Gößenheer von seinen Prunkaltären. In eigener Melcbie. 189 Nu ben beilgen Geift, welchen Jesus ChriAus uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, alle, die im Irrs thum sind, bekehre. Erbarm dich, Herr! 2. Du Geift der Weisheit und der Kraft, mach uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns feft ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Erbarm dich, Herr! 4. Du Geift der Lieb und Einigkeit, mach uns alles fammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lieben, gern verzeibn, Nies mand gern betrüben! Er barm dich, Herr! 4. Du höchster Troft in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Tob, laß, wenn wir einst fterben, uns nicht verzagen, sondern mach uns frei von allen Plagen! Erbarm dich, Derr! 3. Umfonft, umsonst, eme pörten sich selbst Fürfien, Jesu, wider dich, und tödteten die Jünger. Unüberwindlich war ihr Muth; und schwiegen sie, so sprach ibr Blut, und zeugte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, Gottes So ging dein Wort bis an der Erde Grenzen fort; der Zrrthum wich dem Lichte. Die Völker wurden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angesichte. 5. Auch wir begehen, o Gott, dieß Fest, das deine Huld uns feuern läßt, bem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, glücklicher, und, helf uns Gott! auch heiliger, durch deines Soh nes Lehre. អាច រ ណ៍ ។ Mel. Kommt ber zu mir, ſpricht ollendet batte 190 V, 191 Kbu Seift des In eigener Melcbie.. omm, o komm, fein großes Wert auf Erden schon: und seine Jünger jagten. Doch Gottes Geift gab ihnen Muth, baß fie Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns sonst vergebens bier in unserm Pilgerlauf um das Heil 140 Werke und Wohlthaten Gottes. Hell, das Gottes Rath für uns ausersehen hat. 2. Gib in unfer aller See1en wahre Weisheit, helles Licht, daß wir uns zur Richtschnur wählen Jesu Wort und Unterricht! Stehe bu uns kräftig bei, und mach uns von Irrthum frei! 3. Zeig uns selbst die rechten Stege zu der wabren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann! Wirke Reue nach der That, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 4. Loß uns stets dein Zeugniß haben, daß wir Gottes Kinder find! Stärke uns mit deinen Gaben, wenn fich Noth und Trübsal find't! Lehr uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach seinem Willen beten, und vertritt uns alle Zeit; so wird unser Flehn erhört; und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott! mein Gott! wie lange! o so wende unser Leid! Sprich der Seele trößtend zu, gib mir Muth, Geduld und Ruh! 7. O du Geift der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, fördre in uns deine Werke, und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns dringt, daß uns dann der Sieg ge lingt. 8. Herr, bewahr uns uns fern Glauben, daß Verfol gung, Schmach und Spott niemals ihn uns möge rauben! Du bist unser Schuß, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: nein![ aß dein Wort gewiffer feyn! 9. Wenn wir endlich sol len sterben, o so steh mit Troft uns bei: gib, daß uns als Gottes Erben, jene Herts lichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 192 beiger Geift, uns ein, und laß uns deine Woh nung feyn, du Beistand uns rer Seelen! Erleucht' uns durch dein göttlich Licht, ent zieh' uns deine Hülfe nicht, und zeig' uns, was wir fehlen! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2. Du Quell, woraus die Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenk aus deiner Fülle, uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd ers fannt Heiligung. kannt des Höchsten gnäd'ger Wille! Ja, gib den Trieb unsern Seelen, nur zu wählen und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 3. Steb uns stets bei mit beinem Rath, und führ uns auf den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wissen! Verleih uns Willigkeit, daß Mel. Gett des Himmels und wir dir treulich folgen, wenn 193Heiger Geist, von leiden Gott gegeben, fomm, erleucht' und heil'ge mich! Weise, fromm und gut zu leben: dies vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu beffern, in mir neu! 2. Ach, ich irr' in Finsterniffen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden bingerissen, täufcht die trunk ne Seele fich, suchet Rub und findet sie in der Erde Gütern nie. müssen. Drückt Laft uns fast muthlos nieber, laß uns wie der Troft empfinden, und die Trübsal überwinden. ol 141 Lebenszeit; du kannst uns dazu stärken. Es bleibe uns fiets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnenluft, mit ihren bösen Werken! Vater, Vater, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir gut und selig werden! 4. Stärk und durch dei ner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werden! Und sind wir wo dem Falle nab, so sei mit deiner Hülfe da, erheb uns von der Erden! Neue Treue gib uns Schwachen; da fannst machen, daß wir siegen, und im Kampf nicht unterliegen. 5 Erhalte bei uns immer fort den Glauben an dein göltlich Wort! Nichts müff uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzensgrund mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jefum Christum ohne' Aufhören recht zu ehren, mach uns tüchtig, uud sein Heil uns werth und wichtig! " 6. Hilf, daß in wahrer Peiligkeit wir führen unsre 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den Lohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesum leben, nicht den Lüften dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig, wie mein Skiland, seyn! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Leben hin; und mich stärke deine Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag! 5. Gib zu jedem guten Werke meiner Seele Kraft und 142 Werke und Wohlthaten Gottes. und Luft und im Kampfe reines Herz, voll Dank für flöße Stärke mir in meine deine Huld, und er bewaffne schwache Bruft; gib mir mich im Schmerz mit Muth Troft in jeder Noth; hilf und mit Geduld! mir treu feyn bis zum Tod! Sei mein wenn ich flerbe; zeige mei 195 Gund vom Soy. Mel. Freu bich sehr, o meine geift Vater nem Geist von fern das mir aufbehaltne Erbe in der Herrlichkeit des Herrn! So gestärkt durch deine Kraft, end ich froh die Pilgerschaft. ne, der du unser Tröfter bift, und von unsers Gottes Throne hülfreich auf uns Schwache fiebst, filehe du mir mächtig bei, daß ich Gott ergeben sei, o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Gottes werden! 2. Laß auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir feyn; wann ich bange Zweifel bege, deine Wahrbeit mich erfreun! Lente kräftig meinen Sinn auf mein wahres Wohlfeyn hin! Lehrst du mich, was recht ist, wählen, werd ich nie mein Heil verfehlen. 3. Deilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles tren meinen Gott und Vater liebe, daß mir nichts fo wichtig sei, als in feiner Huld zu stebn! Seinen Namen zu erhöhn, feinen Wil len zu vollbringen, müffe mir burch dich gelingen! Mel. Mein Gott, das Herz 1942 icht um ein flüchtig Gut der Zeit, ich fleb um deinen Geist, Herr, den zu meiner Geligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lebre mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 3. Dich lieben, Gott, ift Seligkeit. Gern thun, was bir gefällt, wirkt reinere Zufriedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab ich bann zu dir; dann schenket felbst dein Heift das freubige Bewußtseyn mir, daß du mir gnädig feift. 5. Er leite mich zur Wahrheit hin, zur Tugend stärf er mich, und zeige, wenn ich traurig bin auch mir als Tröfter fich! 6. Er schaff in mir ein 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versuchet wird, daß fie mich nicht überwinde! Hab ich irgend mich verirrt, o so rühre du mein Herz, daß ich Heiligung. ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott darüber beus ge, und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten; gib, daß ich auf Jefum Chrift, als auf mei nen Mittler, schau, und auf ibn die Hoffnung bau, Gnad' um Gnad! auf mein Verlangen von dem Vater zu empfangen! 6. Stehe mir in allen Reis den ftets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Füß rung folgfam fei! Gib mir ein gelasnes Herz: laß mich felbft im Todesschmerz, bis zum froben Ueberwinden, deines Geiftes Troft em pfinden! auserlesen: ach, schaff ein reines Her; in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüften feil 143 der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geift, o Gott, regiere mein ganzes Herz, und stebe mir in meiner Schwachheit bei, und führe mich von der Eitels feit zu dir! Gib einen Geift, der dir getreu und willig zu gehorchen sei! Mel. Wer nur den lieben Gott 196 großer Gott, reines ſen, bu haft nur reine Her. 197 zen dir an 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe ber fteten Befferung sich weihn; dein Geift vermehr des Herzens Güte, so werd ich Jesu Schüler feyn. Dann fühl ich hier schon in der Zeit 4. Entzieh mir Schwahen, wenn ich fehle nur deine Vaterliebe nicht, und gib, damit ich Gutes wähle mir deines Geiftes Kraft und Licht. Im Kampfe laß aich fest beftehn, um einst zum Himmel einzugebn. 5. Nimm deinen Geift, den Geist der Liebe, den Geift des Glaubens nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beistand für und für! So aus der Welt zur Seligkeit! leite durch die Pilgerzeit mich Mel. Freu' dich sehr, o meine als er bu une afe Bater liebeft, treuer Gott, und deinen Geift denen, die dich bitten giebest, ja uns um ihn bitten heißt: bemuthsvoll fleb ich zur dir, Vater send ihn auch zu mir, daß er meinen Geift erneue, und ihn dir zum Tempel weibe! 2. Ohne ihn fehlt meinent Wiffen, Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz 144 Werke und Wohlthaten Gottes. Herz bleibt dir enfriffen und wenn ich je ein Friedensband dem Dienst der Welt ge- knüpfen kann, wenn meine weiht, wenn er nicht durch Hand, zur Erleichtrung der fann dem feine Kraft die Gefinnung Beschwerden, in mir schafft, daß ich dir Nächsten müßlich werden. mich ganz ergebe und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Icsu, noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn dich nen nen, stchet mir dein Geift nicht bei. Drum so laß ihn träftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler ehre, und auf deine Stimme höre! 7. Lehre mich, mich selber kennen, die verborguen FehIer fehn, fie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung flehn. Mache täglich Ernst und Treu', fie zu beffern in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt; wenn sich in mir Zweifel finden, die mit Angst mein Herze begt; wenn mein Aug' in Nöihen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o dann laß es meiner Seelen nicht an Trost und Stärkung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; felbst den Trieb bast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir. 5. Fülle mich mit heil'gen Trieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über alles so sebe durch dein Wort möge lieben, daß ich mit ges troftem Muth seiner Baterhuld mich freu, und mit wahrer Kindestreu' ftets vor ſeinen Augen wandle und recht. schaffen denk und handle. deine Gnadenwirkung fort, bis sie durch ein selig Ende. herrlich sich an mir vollende! 6. Geift des Friedens und der Liebe, bilde mich nach und Sanftmuth übe, und mirs rechne zunt Gewinn, 4. Ew'ge Quelle beil'ger Güte, pochgelobter Gottesgeist, der du menschliche Gemüther befferst und mit Troft erfreuft; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Prei se heilig und zum Himmel weise! Das Wort Gottes Mel. Wer hur ten lieben Gott von Gott 198Religion, i gegeben, sei ewig meinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Weg durchs le Heiligung. Vatte Leben dem, der dein fimmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger hin ins besre Land. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Schöpfer lieben- lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nennen, darf sicher sein, daß er mich hört. Du rufft mir zu: dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. 145 4. Du leitest, mich auf al-, len Wegen; du zeigest mir das höchste Gut; du machst mir jedes Glück zum Segen und gibst im Unglück frohen Muth. Wo nichts, sonst nichts mich trösten kann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 5. Du gibst dem Geiste süBen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reichst dem Belafteten und Müden den sichern Stab der Hoffnung hin. In Ungst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. kündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und mein ist feine Seligkeit. Ich glaube feft und zweifle nicht: du, du bist meine Zuversicht. 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab, und leuchte dann mir, gleich der Sonne, den Weg ins Todesthal hinab! Mein erster Laut an Gottes Thron sei: Dank für dich, Religion! 3. Wer reizt mein Herz, sich selbst zu richten? Wer meines Gelstes Blick hellen Einsicht meiner 199V ich ich, Gott, Mel. Nun banket alle Gott on Herzen preis Pflichten, und schreckt vom Bosen mich zurück? Du står kest den Gewissenstrieb, und machst mir Recht und, Tus gend lieb. für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Dankbarkeit verchre. Sie ist das Glück der Welt, der Ruhm der Christenheit, mein Klei nod, Trost und Licht bis in die Ewigkeit. 2. 3um Licht in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen'; mit 3weifeln und mit Wahn müßt ich voll Unruh ringen, hätt' ich dein göttlich Wort, den klaren Unterricht von dir und deinem Sohn und meiner See le, nicht. 3. Wie kräftig ist dein Wort! Gott vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüften. Sie beffert fanft 6. Du lehrst mich glau- das Herz, stårkt mich zu ben, lieben, hoffen, ver- meiner Pflicht, ist in Gefahr mein 146 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Schuß, in Finsterniß geben Licht und Trost, im mein Licht. Tode Freudigkeit. 4. Der Fromme, wird ges stärkt, der Sünder tief erMel. er nur ben lieben Gott schüttert, der Zweifler wird 200 pöchster, ist ein o befchámt, des Spotters Seele zittert;, es tröstet sich am Grab der Seinigen der Chrift, wenn er vom Wiedersehen im bessern Leben liest. vollkommen, es lehrt uns unsre ganze Pflicht; es gibt dem Sünder, wie dem Frommen, zum Leben sichern un terricht. O felig, wer achtsam bort, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! es 2. Es leuchtet uns auf unsren Wegen, zerstreut bes Irrthums Finsterniß, ver: Heil und kündigt Gnade, Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 5. Hier lernt der Weisefte der wahren Weisheit Scházze; hier faßt der Blödeste die göttlichen Gesetze; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und hellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärke! Wer nicht des Glaubens Kraft, und Trieb zum guten Werke, der mit dem lautern Wunsch nach Licht und Frömmigkeit, mit Ehrfurcht und Gebet der Schrift die Undacht weiht! 7. So kann kein and'res Buch die Große Gottes preisen, so faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch keine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. crwedt 3. Dein Wort uns, dich zu lieben, und lehrt, wie viel du benen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüget nicht. 4. Gott, deine Tröftungen sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schaß, weit köftlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. Wer 8. Bei diesem Unterricht laß deinen Geist mich rühren, und seine Gotteskraft an meinem Herzen spüren! 5. So laß mich denn mit Wer deinen Lehren folgt, Luft betrachten die Wahr fühlt ihre Göttlichkeit; fie heit, die dein Wort mich lehrt Heiligung.*** 147 lehrt! Laß mich auf das zu Zeit meine Kenntniffe gehorsam achten, was dein vermehren! Find ich manche Befehl von mir begehrt; so Dunkelheit bei geheimniß fließen Trost und Seelenruh vollen Lehren, laß mich auch mir aus deinem Worte Zweifelsucht entfernen, und zu. in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deinem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet! Mel. Liebster Jefu, wir sind err, mein Licht! 201 leuchte mich, Gewicht, daß ich mich und dich erkenne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, daß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 7. D verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind, zu wandeln; so wird einft in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meinem Forschen fort, rich tig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet und mit, deinem Kind ges 202 Sberbtes Herz Mel. O Gott, bu frommer Gott oll dein vers bühret! 3. Aber laß mich nicht allein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam seyn, den er kannten Weg zu gehen! Denn sonst würd' ich bei dem Wissen doppelt Strafe leiben müssen. 4. Gib, daß ich, den Un terricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht, reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! 5. Hilf, daß sich von Zeit zur Chrift, so versäume nicht, Heiligung gencfen, das Wort des Herrn zu les fen; bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligkeit, den Geift aus Gott enthält. 2. Merk' auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte; merk' auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel red'te! So lies, mit Ehrfurcht lies, mit Luft und mit Vertrau'n, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: o Gott, 2 vor 148 Werke und Wehlthaten Gottes. vor dem ich meine Hände fal te, gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll versteh'n, die Wunder am Geset, am Wort vom Kreuze seh'n! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren laffen. Lies, Chrift, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit giebt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Lies, frei von Leiden schaft und ledig von Geschäfs ten, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kráften. Der beste Theil des Tags, des Morgens Heiter: keit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch: so ruf ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz, im Stillen oft zurücke: empfinde seinen Geist, und stårke dich durch ihn, zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollzieh'n. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu', was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort versteh'n, dem du gehorsam bift. 8. Spricht sie geheimniß voll; so laß dich diß nicht schrecken. Ein endlicher fann Gott nie Verstand ganz entdecken, Gott bleibt Wenn er unendlich hoch. sich dir erklärt, ſo glaube was er spricht, nicht was dein Wiß begehrt. 9. Sich seines schwachen lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott fich of fenbart, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demuth ist's, da glauben, wo Gott spricht. 31 10. Drum laß dich, from mer Chrift, durch keinen Zweifel kranken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schen ken. Dort wächst mit deis nem Glück dein Licht in Ewigkeit, dort ist die Zeit des Schaun's, und hier des Glaubens Zeit. stets die 11. Berchre Schrift: und siehst du Dun kelheiten: so laß dich deinen Freund, der mehr als du fieht, leiten. Ein forschender Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilverlangend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Him mel Heiligung. met werden. Verachte christlichgroß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. Mel. Vom Himmel hoch, ba 203 ott, heilig fei 204 Sport, und auf Mel. Ach Gott und Herr mein dein Nam' und Recht dem ganzen mensch lichen Geschlecht! Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit sein Wort soll meine Seele trauen. Ich wandle hier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen. an! I 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seist, der reinste, atter höchste Geist. 3. Durch Jefum Christ, den du gesandt, werd' immer mehr, der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. 149 7. Du fåttigst sie mit Ses ligkeit von nun an bis in Ewigkeit, nnd ewig ist ihr frommer Dank, Herr, deines Namens Lobgesang. 4. Lehr' uns, die deinen Rath versteh'n, gehorsam deine Wege geh'n. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach' weise uns und tugendhaft. 5. Durch Wahrheit dámpfe jeden Wahn; erleucht' uns allen unsre Bahn; das Laster tilg' aus unsrer Brust und todt' in uns die böse Lust. 6. So preiset deine Christenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. 2. Dein Wort ist wahr! laß immirdar mich seine Kräfte schmecken. Laß keinen. Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hátt' ich Licht, wofern mich nicht dein Wort, die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstund' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben, daß dieſe Zeit zur Ewigkeit mir sei von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, war mir dies Licht nicht durch dein Wort ers schienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sün den nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben: Bater! sagen. 7. Mich zu erneu'n, mich 3 dir Werke und Wobltbaten Gottes. 150 dir zu weih'n, ist meines Heils Geschäfte. Durch meine Müh' vermag ich's nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 8. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben! Mel. Freu' dich sehr, o meine 205 Go find und gott, burch den leben, deine Güte sei ges preift, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, ers mahnet, ftraft, bekehrt, und wenn uns ein Leiben drukfet, uns mit reichem Trost erquictet. 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich ohne Deuchelschein, das darin Befohle ne üben, und nicht bloße Hörer seyn; denn, wer deiz nen Willen weiß, und ihn doch nicht thut mit Fleiß, der ist árger als die Heiden, und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge Lehren tief in unsre Seelen cin; laß sie uns mit Nngen horen, und derselben Thäter feyn; treib' uns dadurch träftig an, daß wir dich vor Jedermann froh bekennen, findlich lieben, und Sunben nicht betrüben. deine d mit 4. In der Seele Finster nissen fei dein Wort uns stets ein Licht! Baß uns daraus genießen, Trost wenn es uns an Trost ge bricht! Es versüß' uns jede Noth; es erquid' uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahrheit trauen. Mel. Schwing dich auf zu er du selbst die 206 Wahrheit bist, Gott, zu dem ich finge, Gott, den kein Verstand er mißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit kommt von dir zu den Menschenkindern; sie erleuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Fin sterniß füllen unfre, Seelen: unser Blick ist ungewiß, unfre Schlüsse fehlen: aber dein Berstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist Licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Geschlecht, dankbar ihm zu Seine Füßen! Wahrheit und sein Recht låffet er dich wissen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bekehret: glaubt es freudig, folgt ihm gern, Volker, die ihr's höret! 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Dros hung Heiligung. hung kann auch nicht leer vorüber gehen. Haben Taufende nicht schon, welche vor uns waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm crfahren? 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott deinen Trost dir rauben? Die die Himmel auf gebaut, kann die lügen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? 6. Erd' und Himmel wird vergeh'n; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werden's nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Him met lachest ihr, wenn fie sich emporen. 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts trennen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht er schüttern können. Muß ich hier gleich um dein Wort Schmach und Trubsal leiden, so belohnst du mirs doch dort, Gott, mit Ehr und Freuden. M 151 hams gebot! Berehre keinen Gott, als mich: mich liebe, mir vertraue dich. So sprach der Herr! 2. Misbrauche meinen Namen nicht. Weh dem, der låsternd von mir spricht! Mit Ehrfurcht nenn' den Schöpfer nur, und halte redlich deinen Schwur. will dein Gott! Das 3. mein Sabbath dir! Dein Knecht auch ruh' und weih' ihn mir! Da stårke dich zu dem Beruf, zu dem dich meine Güte schuf. Das will dein Gott! 4. Ehr' deinen Vater, ehre sie, die dich gebar, und fäume nie, den Weltern lieb reich wohl zu thun; dann wird auf die mein Segen ruh'n. Das will bein Gott! 5. Du sollst nicht tödten; sollst dich scheu'n vor Zorn und Haß; die Rach' ist mein. Wem ich die Sünd' erlassen soll, der thu' auch seinen Feinden wohl. Das will dein Gott! 6. Die Ehe halte keusch und rein: auch selbst dein Herz soll heilig seyn. Dein Leib und Geist sei mir ge weiht, dein Ruhm fei Bucht und Mäßigkeit. Das will dein Gott. Gefeß. In eigener Melodie. 7. Mit Unrecht mehre 207) ie gut, wie nicht dein Gut. Der Fluch heilig ist, was Gott den Kindern Abra: trifft den, der Unrecht thut. Betrüge nie, und wuchre 64 nicht Werke und Wohlthaten Gottes. 152 nicht, den Armen zu erfreu'n ist Pflicht. Das will dein Gott! 8. Du sollst kein falscher Zeuge seyn; sollst Lügen und Verleumdung scheu'n. Des Nächsten Unschuld rette du, und seine Fehler decke zu. Das will dein Gott! 9. Des Nächsten Haus begehre nie, auch nicht sein Weib, Gesind noch Bieb. Wenn meine Huld auch ihn erfreut, gönn' ihm sein Glück, und flieh' den Neid. Das will dein Gott. 10. Und wist es: eifrig ist der Herr; die Uebertre: tung strafet er, doch lohnt er auch dem treuen Knecht bis in das tausendste Geschlecht. Drum folg' ihm treu. Von 11. Durch Jesum hat beståtigt Gott, was er durch Mofen einst gebot. ganzem Herzen liebe mich, und deinen Nächsten gleich als dich. So sprach der Herr! 12. Dies, Christen, laßt zu aller Zeit erfüllen. uns mit Freudigkeit; erfüllen, treu bis in den Tod, was Gott aus Liebe nur gebot! Er sei gelobt! Gott, mir in mein Herz ge= geben, daß ich zum Guten willig sei, mit Sorgfalt fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe." 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr' und liebe, auf Menschenhülf' allein nicht bau', in deiner Furcht mich übe, daß Beifall, Lob und Menschengunst, Gewalt, Pracht, Reichthum, Wik und Kunst mir nicht zum Abgott werde. 3. Hilf, daß ich redlich mich bemüh' dich, Vater, zu erkennen, und laß mich deinen Namen nie ohn' Ehr nennen. Gott, erbietung unvergeßlich sei es mir, was ich in meiner Taufe dir so feierlich versprochen. 4. Um Tag der dir ges.. weihten Ruh' laß mich, Gott, mit den Deinen in der Versammlung, so wie du befiehlst, vor dir erschei nen: dann deiner im Gebet mich freu'n, ein Hörer deines Wortes sein, und, wie ich soll, ein Thåter. Mel. Gottlob ein Schritt zur 207 und dein H err dein Gesch Gebot, wornach wir sollen leben, haft du, o liebevoller 5. Gib, daß ich Weltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch Widerseßlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg' und Treut erkenntlich nen Gegen érbe. und gehorsam sei, und dei6. Hilf, daß ich nie mit bittrem Sinn, Haß, Rach und Heiligung. Heiligung. und Feindschaft übe, und wenn ich auch beleidigt bin, verzeih' und Feinde liebe, und jedem gönne, was er hat, und Alle segne mit der That gern jedem Menschen diene. 7. Las mich, wie du ges boten haft, unkeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist die verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff du in mir ein reines Herz, dus Ueppig keit und frecher Scherz sich nimmermehr erlaube. old 153 und frohen Muth und deine Gnade haben. 11. Wie gern möcht' ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heil'gen Willen, wie gern möcht ich ganz dein Ge bot, das du mir gabst, er= füllen; allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwacher, ich vermag es nicht aus meinen eigenen Kräften. 10. Laß mich des Nachsten Haus mit Lift und unrecht nicht begehren: das aber, was mir nöthig ist, wollst du mir, Gott, gewäh= ren; doch laß mich auch das größte Gut, ein ruhig Herz 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott, Vater, Gnad' und Stärke, daß ich, o Jesu, Gottes Sohn, stets auf dein Borbild merke! Oheil ger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles, und wie mich auch meinen Nächsten liebe. 1 S. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr' und böser Ránke scháme, mein Herz vom Geiz und Unrecht fehr durch Macht und, Bist nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu',' wohlthåtig und zufrieden sei, nicht karg und nicht verschwen derisch. Evangelium. Mel. Jesus meine Freube aus Got 9. Spilf, daß ich meines 208 Wort unt Nächsten Ehr zu retten mich besleiße, das, was ich kann zum Besten lehr', doch Bofes nicht gut heiße; stets zeige Treu und Redlichkeit, und Ab heu trage jederzeit an Faischheit, Schmåh'n und Lügen. Wort vom Friedensbunde, Evangelium'! Quelle wahrir Freuden, Trost in allen Leiden, unser höchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben. 2. Was fein Wohlgefals len vor der Welt uns Allen ausersehen hat; was erst dunkle Schatten vorgebildet hatten, das vollführt sein Rath. Daß sein Eid ihn nicht gereut, rühmen wir; in 65 154 Werke und Wohlthaten Gottes. in Jesu Namen wird er Ja und Umen. 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der verheißen war. Jesus hat fein Leben für uns dargegeben, willig gab er's dar. Ja, er hat des höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ehre. O erwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, riefen seine Boten: Heiligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig sollt ihr leben, wenn ihr Jesu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünden haffen, Muth zur Tugend fassen! 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen, und in die mich freun, die nur will ich leben, die mich ganz ergeben, ewig treu dir seyn. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel erben! Die heilige, christliche Kirche. scher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit klarem Licht! Gewalt hilft dem Gewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die den fremden Knecht, er glaube falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vor's Rich: teramt, bleib unter unserm Bolk verdammt! 4. Nur geistig sei der Wahrheit Krieg! Gib wi. der Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe ficg fie und Berveis, und durch des from: men Beispiels Fleiß. Lobgefang! 2. Die Volker fcy'n dir unterthan! Es weiche fal 5. Wir geh'n in Dámm': rung, irren bald! Die Weis heit übet nicht Gewalt. Laß Fried' und Duldung allge mein, nicht máchtig die Ver folger seyn! 6. Der Scepter übe Bil ligkeit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer friedsam ist, nicht laster lehrt, deß Freiheit bleibe stort. unges 7. Zerbrich des Zwanges hartes Joch: die freie Wahr heit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sclaverei! In eigener Melodie. 209 Erhalt uns, Herr, Am Reformationsfeste. bei deinem Wort; den finstern Irrthum triebe fort; bewahr' uns vor GeMel. Allein Gott in ber hök wiſſenszwang, so preißt dich 210( a) or dir, herr an erfreut unsrer Båter Glauben. Der Feind erhob fich 1. Heiligung. sich fühn zum Streit, dein Wort ter Welt zu raub.n: sie aber kämpfen ritterlich, gestärkt, Ullmächtiger! durch dich sie kämpften und sie fiegten. 2. Dein Wort war ih nen Schwert und Schild, Schuß, Heereskraft und Bogen. Lang wars im Dunk.I eingehüllt, der Christenwelt entzogen; sie brachten's wieder an das Licht, und achteten Gefahren nicht, fie fangen heldenmuthig: i 155 es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts; das macht er ist gericht: Ein Wortlein taun ihn fällen. 4. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren! Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erkoh ren Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er behalten. -6. Das Wort sie sollen lassen stahn und kein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib laß fahren dahin, sie haben's. kein Gewinn: das Reich muß uns doch bleiben.» In eigener Melodie. 3.« Ein' feste Burg Del. O Bott bu frommer Tott ist unser Gott, ein' gute. 7. So sangen sie: und Wehr und Waffen; er hilft weit erschollen ihre Lieder; uns frei aus aller Noth, die, uns jcht hat betroffen, der alt' böse Feind, mit Ernst er's just meint, groß Macht und viel List sein grausam Rüstung ist: auf Erd' ist nicht fein's Gleichen. die Völker kehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Aberglaube floh, es wich die dústre Nacht, das Evangelium ward an das Licht gebracht. 8. Triumph! die Wahrheit siegt! Gott war mit ih ren Streitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf die ihr sie erkennt, und dank bar sie verehrt, auf! haltet fast an ihr! Sie sei uns ewig werth! Mel. Sei Lob und Ehr dem ( 6) 5. Und wenn voll Teufel war, und wouter 210 Ding wollten uns verschlingen: so fürch ten wir uns nicht so sehr; Herr, frohen Dank zu deines Namens Ehre. Es stimm' auch 36 uns 156 Werke und Wohlthaten Gottes. unfer Lobgefang in alle heil': 6. So können wir bei dei gen Chöre, die heut in deinem Licht ein frohes Leben nem Heiligthum zu deines führen, wenn wir nach ungroßen Namena Ruhm, die Jubellieder fingen. fers Wandels Pflicht nur zieren. deine Lehre Und bricht einst unser Tod her: ein, so spricht dein Geist den Trost uns cin:« Bon nun an seid ihr selig!>> 2. Dies ist ein Tag, von dir gemacht, Von dir, Herr, ifts geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit se: hen, daß wir, von Menschentand befreit, dich, wie dein eignes Wort gebeut, ver: nünftig ehren können. 7. So glücklich haft du une gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr, gebracht, fi ewig. Dank a 3. O welche Wohlthat, Gott ist dies, was uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß seit mehr als tausend Jahren. Du dir Ruhm und Preis und Ehre! Dir jauchzt unser Herz und Mund. Es mad) auch unser Leben fund, daß wir dich dankbar preisen! trop aller Frinde Macht, es wieder an das 211 21 babe bei Mel. Christus, der ist mein mit dei Licht gebracht. Wir freu'n uns dieser Gnade. 4. Du läsfest hier in Hei ligthum dein lautes Wort uns hören, zu unserm Heil, zu deinem Ruhm láßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch zu unferm täglichen Gebrauch. Lehr' dieses Glück uns schågen. 5. In unsern Schulen bildet man Verstand und Herz der Jugend. Man führt nach deinem Wort fie an zur Weisheit und zur Tugend. Das Anfehn unfrer Obrigkeit bleibt ungekränkt: und Sicherheit und Ruh' und Ordnung herrschen. uns, Herr Jesu Chrift! da mit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 2. Entzich' uns deine Lehre, das Wort der Wahrheit nicht. Durch ihre Kraft ge währe uns immer Trost und Licht. 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir von Irrthum frei, bei deiner Rede bleiben,' dir folgsam, dir getreu. 4. Komm uns mit Kraft bilf entgegen, unfrer Schwachheit auf, und stärke das Vermögen zum ernsten Tugendlauf. . 5. Hilf uns die Lüfte dåm pfen, 157 mer wären! Mach alle Herzen rein und neu, laß alle sich bekchren. Gib uns Wis senschaft, Glaube, Lieb' und Kraft, gib Entschluß und Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Lehren. Met. Eine feste Burg ist unser 212 err, deine Kirche danket dir: noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Seift zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o Jefu Chrift, befiege Macht und List, nnd herrsch in jedem Lande! 5. Entferne 3wittracht, Krieg und Mord, erhalt und Ruh' und Frieden. Laß uns, gestärket durch dein Wort, im Guten nie ermúden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet/ noch: hilf deiner 2. Sei, Herr, mit uns! Kirche siegen! Wie schwer verlaß uns nie, uns, deines ihr Kampf ist:, müsse doch Leibes Glieder. Hilf deincr, kein Kämpfer unterliegen! Kird, und schüße sie; denn Hör wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt' sie rein; und die den Bund entweih'n, die heilige dir wieder. ihr kindlich Fleh'n. Eil ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Weisheit treu. Hilf deiner, Kirche siegen! Heiligung. Ina R pfen, hilf uns den Reiz der Welt und ihren Troß bekämpfen, du ficggewohnter Held. 6. Ja bleib mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleis he, hilf uns aus aller Noth. 3. Eins ist, was being Treuen krånkt: das unter deinen Christen noch mancher deiner nicht gedenkt, beherrscht von seinen eu ften. Bieler Glaub' ist schwach, kalt die Lieb', und ach, sie bedenken nicht! es wart' ein schwer Gericht auf tråge, sichre Christen. 4. Und du, o Iefu, bist so treu! Ach, daß wir frdmMet. Herzliebster Jesu! o Jesu, 213 wird dein Wort bestehen, und Erd' und Himmel werden eh' vergehen, ch' eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernichtet. 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden. Men= schen, die willig dir gehorfam werden und deinen Frie7 den 158 Werke und Wohlthäten Gottes. den hier schon im Gewissen 4. Gott kam und fland. fröhlich genießen. 13. Reizt blendende Versuchung fie zu Sünden, bist du ihr Beistand und hilfst überwinden. Nichts wird fie jemals deiner Huld entrei Ben. Du haft's verheißen. 4. Wohl aben denen, die dir Jesu, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug' einst schauen, dich und die Freuden, womit du beloh nest, da, wo du throneft. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unferm Haupte, höh're Lobgefange, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort tirumphiret. Mel. Erschienen ist der herrlich 214 obfinget Gott, denn seine Macht vertrieb des Uber: glaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß: der Herr war's, der uns ihr entriß. Lobsinget ihm! 2. Berdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Christuslehrer sah'n es nicht. Aus Unterricht ward Glaubenszwang; in barte Sklaverei versank das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Verfolger Wuth! treuer Christen Blut! Und ihre Bürger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch. O welch ein Wahn! da der Kirche bei, da wurden die Gewiffen frei; schwanden Aberglaub und Wahn. Das hat der Herr, der Herr gethan. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Christen, jederzeit mit Wahrheitssinn Verträglichkeit. Die Liebe sei der Kirche Zier. Dann fieget sie; Gott ist mit ihr: er ist ihr Schut. 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Spotter stolz die Wahrheit schmähn; verzaget nicht! Sie wird besteh'n; sie ist von Gott. 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den ganzen Raum der Welt. Laßt, Chriften, unsers Lichts uns freu'n, und Gott durch Thaten dankbar seyn, wie er sie liebt. 8. Lobfingt, lobsingt dem Herrn, und freut voll Hoff nung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein ein Hirt und eine Heerde seyn. Lobsingt den Herrn! Mel. Herzliebster Jesu fromte 215 Laß doch, o Reid dein auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leis den 1 Erlösung. Sos Erlösung. den wegen, Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen, und glaubensvoll dich ihren Hei land nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren, denn sie enthält der wahren Weisheit Lehren; und ohne diefe sucht man doch vergebens den Weg des Lebens. 4. Uch, steure Herr, dem Toben deiner Feinde, und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß fie prüfen, und dem Aberglauben die Herrschaft rauben! und 5. Sei du ihr Licht in bangen Finsterniſsen, wecke selbst ihr schlafendes Gewissen! Erhebe tröstend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder! 6. Herr schug' uns mách tig vor der List der Bösen, bis du von ihnen ganz uns mirst erlösen, und wir zum Kreise der verklärten From men frohlockend kommen. 159 2. Baß deine Wahrheit rein verkündigt werden; mach ihre Siege herrlicher auf Erden. Gib Muth und Weisheit denen, die fie lehren, dein Reich zu mehren. Du haft noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die deinen, wie du selbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hienieden zum ew'gen Frieden. 3. 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Herde, Himmel und Erde! Miel. Ein' feste Burg ist 217 enn Christus feine Kirche schüßt, so mag die Hölle wüthen; er, der zur Nechten Gottes fißt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schůget seinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die polle wüthen. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider In voriger Melodie. 216Sie die Deiz ihn empören, stets werden' nen, die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt bekennen. Laß deinen Händen, wie du selbst nichts sie entreißen. ihn, des Höchsten Sohnn zahllose Völker ehren. Seib Wort ist wahr; nichts ist der Großen Macht und verheißen, Lift. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub Werke und Wohlthaten Gottes. 160 Staub vor Gott. Sie mö gen sich emporen. 3. Der Frevler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Unchrift mag ihr widerstehn; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Chrift! Wer hier sein Junger ist, sein Wort von Herzen hålt, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch kein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird uns gewiß be: ' decken. Der Herr, der starke Gott, hält über sein Gebot; gibt uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod. Was kann uns denn erschrecken? Mel. Gott des Himmels und crrlich ist's in 218 H deinem Reiche, König der erlösten Schaar! Jede Sinnenlast entweiche: dennoch beutst du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht, und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eitle Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freun: de deiner Reichsgefche find einst Engeln zugesellt. Ebel handeln, ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit deis nem Sinne ziert. Selbst der Sünder preist sein Glück, eitet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrscheft nicht mit Strenge: nur von Liebe wallt dein Herz und du lockst der Menschen Minge nur hinweg von Angst- und Schmerz. Selig, wer dir feine Zeit, seine Kraft, fein Leben weiht! 5. Mag der Krieg die Welt zerrütten! Fricde schwebt um deinen Thron. In Pallåsten, in den Hütten, groß ist überall dein Lohn. Jeder, jeder, der dich ehrt, ist und bleibt dir ewig werth. 6. Drohn dir gleich die Frevler Alle, rüstet sich der Spotter Heer; ach, sie nahen sich dem Falle, und dann toben fie nicht mehr! Ewig wird dein Reich bestehen; Wahrheit kann nicht unter gehn. 7. Reiche dieser Welt ver schwanden, Kronen sanken in den Staub, aber feit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jest noch blickt dein Unterthan hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Him melsftrichen glångt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, sehen seine Strahlen nicht; doch Heiligung. doch der Weise bleibt dir ses Kind treu und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und laß einst auch den dich preisen, der 221@ He hier vor Mel. Liebster Jesu! wir sind err, ste ( a) dir: Laß dieß Kind auf unfern Armen dir gefallen, bitten wir, und erzeige dein Erbarmen, laß es hier beglückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden! 3tig uns allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! 161 empfohlen! Wir bringen es dir flchend dar: o segne es, Herr Jesu Christ, der du der Taufe Stifter bist! Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) Mel. Sollt es gleich bisweilen 219 ir, Gott, der ſo gern erfreuct, immer seine Huld erneuet, weihen durch die Taufe wir 221( 5) dieses Kind, o Vater, dir! 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen, und beglücke das Bemühn, es zum Himmel zu erzichn. Mel. Wer nur den lieben Gott 2205 err, der du selbst die Tauf befohlen, dir, deffen Treu' unwandelbar, dir sei auch die ( Nach der Taufe.) Mel: Kommt kommt den Herrn eweiht zum Christenthume ist dieses Kind, dir, Gott geweigt. Erzich es dir zum Ruhme, zur Tugend und zur Seligkeit. Gib, duß es deiner Liebe sich immer dankbar freu, und durch des Geistes Triebe dir stets gez horsam sei; daß fröhlich es dem Lohne der Treu' ente gegen geh, und vor des Mittlers Throne sich einst verherrlicht seh! 3. Stárke künftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben; nicht den Trost, daß es ein Christ, daß du, Gott, sein Vater bist! 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es niemand von dir trennen, niemand Mel. Wer nur den lieben Gott auf der Jugend Bahn, Heil 222 auf deinen Naz. und Ruh ihm rauben kann. men, Gott Vater, heil'ger Geift! Sohn Ich und bin gezählt zu deinem Saamen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. Dwelch ein Glück ward dadurch mein! 162 mein! Baß, Herr, mich deffen würdig seyn! Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Du hast mich für dein Kind erkläret, mein Vater, Mel. Liebster Jesu! wir find und ein selig Theil haft bu, 223) in Erlöser, 223@ M Sohn Gottes, mir gewähret der ou mich an dem von dir erworbnen- dir zum Eigenthum erkaumein Leben fet: als dein Junger bin Geist Got auch ich vormals auf bein Wort getaufet. Derwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn, das, was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Acht samkeit meiner Zaufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlscyn achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich suche zu erfüllen! Heil! Du willst, Gott zu weihn, tcs, selbst mein Beistand feyn. sei ewig mein, und las mich dein auch ewig seyn 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. O laß mich nie die Pflicht vergessen, da zu ich selbst mich dir ver band, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Speil entgegen famst. 4. Du bist getreu; auf deiner Seite bleibt dieser Bund stets feste stehn. Ja felbst, wenn ich ihn über dein Bater herz mich sehn. Du regest mein Gewiffen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. Ich gebe, o mein Gott, aufs neue mich ganz zu deis nem Opfer hin. Erwecke mich zu neuer Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Weich, eitle Welt! O Sünde, weich! hört es jest entsag ich 6. Befestige dies N 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke; nur ein wahres Christenthum folgt uns nach ist auch, nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wie dir's gefällt, deinem Dienst, Herr ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein treuer Jún ger leben, daß ich einst auch, wann ich sterbe, das Gott verheißne Leben erbe! euch.76 Bersprechen, mein Vater, 223 nach Jefu mein Wiel. Wer nur den lieben Gott ch bin getauft und bewahre mich, daß ich es niemals moge brechen! Lehren, dich, Bater, deiMein ganzes Leben nen Sohn und Geist so zu dich! Gott meines Speits, bekennen und zu ehren, daß Herz preise Heiligung. 163 Herz und Mund und hat mich auf sicherm Pfade des dich preist, und dann des Glaubens und der Heili Glucks, ein Chrift zu seyn, gung. Gott meines Heils, mich hier schon und einst sei ewig mein, und laß mich dort zu freu'n. stets dein eigen seyn. 2. Du hast zu deines Reis ches Erben, o treuer Bater, mich erklärt; es hat die 224 dein, theuer Mel. Jesus, meine Zuversicht bin ich dir, mein Gott, erkaufet, bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Dessen soll mein Herz sich freun; ewig, ewig bin ich dein! 2. Welch ein göttlicher Gewinn, daß ich durch der Taufe Gabe Gottes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Bater habe! Heilig, heilig will ich seyn; ewig, Vater, bin ich dein! und 6 3. Ich gelobtes, dennoch brach ich oftarden Bund der Taufe, kämpfte schon, und wurde doch schwach im Kampf und matt im Laufe. Dennoch will noch Jesus mèin, Gott will noch mein Vater seyn Frucht aus seinem Streben dein Sohn, mein Heiland, mir gewährt; und die mein Leben ganz zu weihn, soll felbst dein Geist mein Beistand seyn. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichem Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie huldreich hast du mein gedacht, und für mein wahs, res Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue, nun gang aus Dank und Liebe hin. Erwecke mich zu steter Treue, und bilde snich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir, und hei lig sei mein Leben dir! 5. Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte und getreu, nie mein Ge lübd' aus Leichtsinn breche, steh, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so ver wirf mich nicht, o Herr, von deinem Ungesicht! 6. Erwecke mich durch deine Gnade zum fteten Ernst der Besserung, und leite 4. Dies, o- Gott, verz sprachst du mir: das hat Jefus mir verheißen. Und ich sollte, Sunde, dir, dir, o Welt, mich nicht entreisen? Ja, ich will's; ich will nicht dein, ich will meines Gottes fepn! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut 164 Werke und Wohlthaten Gottes. Blut erkauft, Jesum soll sterben, und weihte Brod mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meine ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf. feinen Wegen, heilig und gewissenhaft und im Glauben wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn; treu bis in den Tod zu seyn. 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott erkaufet; bin auf dich um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn. Das heilige Abendmahl. Mel. Beffehl du deine Wege. 225 V erfammelt hat te Jesus die Junger feierlich; es nahte seine Stunde, die Abschiedsstunde sich. Die sich der Hoffnung freuten, mit ihm zum Thron zu gehn, sie soll ten num ihn bulden, ach, bluten, sterben schn. 7. Sie sollten nun Bekenner der heil'gen Wahrheit seyn; für sie, und für die Brüder, wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jegt so rührend beim frommen Abschiedsmahl den Freunden, den Erwählten, noch Lieb' und Treu empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich und Wein, den Blick zu Gott erhoben, für sie laut dankend ein. Nehmt, sprach er, diese Gabe, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie konnten sie ver geffen, was jest ihr Lehrer that, der scheidende Beliebte jest, ach, so zártlich bat! Nehmt hin, für euch gege ben wird dieser Leib, Blut: o denket mein, ihr Lie ben, so oft ihr solches thut! dies 5. Nun ward dies Mahl zur Feier; stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild, gab ihnen reinre Liebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opfers ten der Wahrheit mit Freu den Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil ges stiftet ward sein Gedächtnißmahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer könnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh er den Weg des Todes zu unserm Heil be trat? 7. O laßt uns am Altare uns seiner dankbar freun, und froh den Bund der Licbe, der Tugend Bund ers neun! Sein Mahl stårk unsern Glauben, stórk ihn in Schmerz und Noth, mach, heis Heiligung. 165 heilig unser Leben, mach in Licht zu wandeln, wie er freudig unfern Tod. zu handeln: dieß, Christen, sei der ihm geweihte Dank. Mel. Liebster Immanuel Baht dem Altare, Met. Ein Lämmlein geht nahet und feiert hier den 227 Du, Herr, haft aus Tag der Beßrung! Segnet zigkeit zum Denkmal deiner den Festtag des Bundes! Gnaden, das ganze Volk Empfahet bei Icsu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden. Denn schon hienieden gewährt die Tugend euch Besligung. 2, Aber gebietet auf rau heren Wegen die Tugend cuch zu gehn; o wanket nicht! Blicket auf Icsum! Mit ewigem Segen, mit Ruhm vor Gott belohnt er füllte pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Boll bringet den Ruf der Gottheit! Auf, und wanket nicht! 3. Bei dem Geständniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu seyn! Schwört bei dem. Tode des Heiligen! Höret, ihr Mitunsterbliche, den Schwur: wir weihn in dieser Stunde dem großen Bunde der wahren Zugend uns. Gott, wir sind dein! 14. Singt dem erhabenen Muster der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgefang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom Himmel bracht' er Licht. Nun Lebenslang 226 Nat der Christenheit, wohlthätig eingeladen. Du rufft: Müh: sel'ge kommt zu mir! Ich komme Heiland, ja zu dir erheb ich meine Secle. Ents zeuch mir deine Gnade nicht, jei auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du siehst wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich vermag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr vor Unruh meiner Secken. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß, mit deinem Trost mich nicht, du siehest meine Reue, Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist der helfen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn ich mich, gebückt vor dir im Staube. Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn: versprichst, den Schwachen beizustehen, die nach der Bißrung trachten. Stets ble oft du deinen Worten treu, und wirst ein glau 166 Werke und Wohlthaten Gottes. glaubig Herz voll Reu, und meines nicht verachten. 4. Regiere nur auch künftig mich, daß ich vorsichtig handle, uno heilig, voll Bertraun auf dich, nach dei Gib, nem Willen wandle. daß aus Dank für deine Huld in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Er den lebe, bis ich dereinst in deinem Reich, verklärt, unsterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. 4. Laß mich mit Ernst die Sünden scheuen, für welche du, dich opfernd, starbst; durch schnöden Mißbrauch nie entweihen, was du fo theuer mir erwarbst! Nie Sicherheit führe mich zur der Trost, den mir dein Tod verleiht! 5. Ich übergebe mich aufs Neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir beständige Treue deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich; drum bin bor Mel. Wer nur den lieben Gott 228 Hier bin ich, Jeft, ich bein. erfüllen, was du in deiner Leidensnacht, nach deinem gnadenrollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser spflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen, dein Mahl ein tröstlich unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Bergebung fand. Eo freuet meine Seele sich in deinem Heit, und lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du unser Heil bedacht. Wie stark find deine Mitleibstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht. O gib von deinem Todesschmerz jest neuen Eindruck in mein Herz! 6. Nic will ich mich vor Spottern schämen des Diene stes, den man dir erweist: mich nie zu einem Schritt bequemen, den mein Ge heißt. wissen fündlich ' wie flöße mir den Eifer ein, du, o Herr, gesinnt zu seyn! 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd sich versicht, Sanft Versöhnlichkeit und muth aben! Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Seele ewig lebt, und daß eins aus des Grabes Staube mich dein allmächt'ger Ru erhebt, wenn du dich, gro den Bor fer Lebensfürst, tern sichtbar zeigen wirst! 9. GE Heiligung Jason 167 9. Gebeugt lig ich zu spricht liebreich: sei getroft, deinen Füßen mit Dank und mein Sohn die Schuld ist Lob, Gebet und Flehn. dir vergeben. Du bist in Laß auf mich neue Gnade meinen Tod getauft, und fließen! Mein Heiland, laß du wirst dem, der dich eres doch geschehn, daß mir kauft, von ganzem Herzen zur Stärkung meiner Treu' leben. dein Abendmahl geſegnet ſei! 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch Mel. Gin Lämmlein geht ch 229 komme, Herr keine Sicherheit dir deine und suche dich, mühselig und beladen. Gott, mein Erbaumer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn ,mich deiner zu getrösten. Ich lingen. fühle meiner Sünden Müh; ich suche Stuh, und finde sie im Glauben der Erlösten. Krone rauben. Sich, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock bleib an mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir, ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg ge2. Dich bet ich zuver sichtlich an; du bist das Heil der Sünder, haft ihre Schulden abgethan, und wir find Gottes Kinder. Ich denk 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laßmich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr, zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den, Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! an deines Leidens Nacht und an dein Wort: es ist vollbracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich versöhnet. Mel. Es ist das Heil uns preise dich, o robo freue dich, mein 230 Jer, mein peit Herz in mir! Er tilget deis ne Sünden, und läßt an seiner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, für deine Todesleiden. Hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freuden? Du wardst ein Opfer auch für mich; o gib, daß Werke und Wohlthaten Gottes. 168 daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! 2. Was kann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquik kung in der Todesnoth, Vergebung aller Sünden, Gewissensruh, zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 1 7. Laß deines Leidens großen Zweck mir stets vor Augen stehen! Nimm alle Hindernisse weg, die ebne Bahn zu gehen; die mir dein heilig Vorbild weist, und 3. Dcin Mahl ist mir ein die einst den erlösten Geist Unterpfand von deiner gro- zu deiner Freude führet! Ben Gute. Wie viel haft 8. Zum ew'gen Leben du an mich gewandt! Ohaft du dich für mich dahin stårke mein Gemüthe zum gegeben. Dein Abendmahl glaubigen Vertraun auf dich, erwecke mich mit Ernst dar daß ich, so lang ich lebe, mich nach zu streben! Herr, mache an deine Gnade halte! mich dazu geschickt, und werd' ich einst. der Welt ertrückt, so sei dein Tod mein Leben! 4. Ich fühle Herr, voll Reu und Schmerz, die fast von meinen Sünden. Laß mein vor dir geb.ugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Vaters Mel. Gott Pater, an Erbarmen Huld gewiß Vergebung meiner Schuld auf Buße finden 231 Chrift, eile nie mit ficherm Sinn zum Liebesmate Jesu hin, denk nicht, des großen Dulders Blut macht jedes Sunders Lafter gut! Weh dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Si cherheit! 5. Dein Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Segen! Er stårke mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Lust der Welt standhaft zu überwinden. undankbar nie vergenen, daß ich aus achter Gegentreu dir bis zum Tod er geben sei, dir und den Brüdern lebe! 6. Laß mich mit Glaubensfreudigkeit vom Bun desmahle effen, und der Verbrud'rung heil'gen Eid 2. Wer sich zu ihm unwürdig naht, der häuft die Schuld der Miffethat. Sei nicht dein Feind; empfah es nicht dir, ach, zum stren geren Gericht! Nein, erft empfinde tief dein Herz der Sunde Heiligung. Sünde Schmach, der Neue Schmerz! 3. Erst sei dein Vorsatz feft und rein, nicht mehr der Sünde Sklav zu seyn: erst gib zurück, was deine 169 pfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gehn, dem Tode froh entgegen sehn! Mel. Meinen Jesum laß ich nicht Hand durch lift, durch Trug, 232 Naht mit Andacht Raub entwand; Zürnender, versöhne dich mit deinem Bruder brü derlich! Gemüth, Brüder chriftlich dem Altare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im Silberhaare, hoch und niedrig, arm und reich, naht; bier seyd ihr Alle gleich! 4. Besiegst du fo in deiner Brust des Lasters Macht, die böfe Luft; bist du entschloffen und bereit, zu kämpfen manchen harten Streit: dann nahst du dich der Tugendbahn, dann gehe zum Altar binan. 2. Stärkt euch für die böhre Welt! Fließt, der Liebe Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jept genießet, fühl' Entzücken inniglich, stärke für den Himmel fich! 5. Beschämt und mit gebeugtem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der liebreich für die Sünder starb, und ihnen Gottes Huld erwarb; dann glaube froh, daß Gott uns liebt, gern Reuigen die Schuld vergibt. 3. Stärkt euch, ble bet rein und gut; denfet Alle: wir sind Brüder! Denket: Jefu Chrifti Blut floß für uns am Kreuze nieder; Menschenwürde, Menschensinn uns zu lehren, floß es hin. 6. So, frei von Heuchelei und Wahn, müss jeder sich dem Mahle nahn, das du in deiner letzten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht! Da dämpfe der Gedank' ans Kreuz der Thorheit Lust, der Sünde Reiz! 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit bin sein Blut, gab für Tugend hin fein Leben, hat, was er empfahl, geübt. D, wie hat 7. Da rühr' uns tief dein- er uns geliebt! göttlich Bild, und mach' uns liebreich, fanft und mild; da schenk' dein Geist uns Muth und Kraft zum Kam5. Denket seiner; Thränen fließt! Freudenthränen weinet, Brüder! Wer vom Brode faßt genießt, wer vom $ Wei 170 Werke und Wohlthaten Gottes. Weine trinket, Brüder, den- Mel. Fren' dich sehr, o meine soller fet an ben Menschenfreund, 233 Dank und Freu denkt an Jesum, denkt und weint! 6. Laßt mit heiligem Gemüth Al' uns nahen dem Altare; wer von Lebens. träften glüht, und der Greis an naher Babre, hoch und niedrig, arm und reich; Brüder, bier sind Alle gleich! den komm ich Herr, auf dein Gebot, zu dem Denkmahl deiner Leiden, und gedenk an deinen Tod. Mitt ler, der du für mich starbft, mir ein ewig Heit erwarbft, dir zur Ebre fiets zu leben, sei mein eifrigftes Bestreben! 7. Alle gehn wir eine 2. Ich empfind es jest Bahn, Alle gehn wir zu dem aufs neue, was ich dir, Ziele edler Menschlichkeit Herr, schuldig bin. Du, hinan. Voll der feligsten Ge- du gabft mit großer Treue fühle bete jeder inniglich ,. stärke für den Himmel fich! ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott, und ertrugft den schwersten Tod, mir in le ben und im Sterben fichre Tröftung zu erwerben. 8. Wer den Keld des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode ießt genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne flieset, ist mein Bruder, ift mein Freund; und ich habe keinen. Feind. 3. Durch dich ift zu Gote tes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend sel'gem Pfade feft einher zugehn verschafft. Und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ic bier Theil an deinem Se gen nehme und mich deiner niemals schäme. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Troft in Leiden; fühlt euch All' als Men fchen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. 10. Sesus Chriftus bat fein Blut für der Menschen Wohl gegeben; laßt uns Kräfte, Geift und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Liebe gehn! 4. Sollt' ich, Jefu, denn vergebens diese deine Huld empfahn? Nicht zur Bes rung meines Lebens mich zu deinem Tische nahh? Ja, mit neuem Ernft will ich mich vor Sünden scheun, und dich durch ein dir ges heiligt Leben mit vermehrtem Fleiß erheben. 5. Dies Heiligung. 5. Diesen Vorfaß, den ich babe, thätig dankbar dir zu seyn, präg ihn, Jefu, bis zum Grabe tief in meine Seele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehen! Lehre mich - mit Vorsicht fliehen, was ihn könnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! 6. Laß mich über Alles schäßen dein mir theu'r er worbnes Heil, und nie aus den Augen setzen, wie nur der daran hat Theil, der auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verebrt und in deinem Dienft auf Erden immer besser sucht zu werden! 7. Geb mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Chrift fiets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Tugendlauf nimmer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 171 gläubig nach des Herrn Befehle, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Dank ihm zu erneuern. Auch für dich bat er sein Leben in den bangften Tod gegeben, die auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. 2. 3um Genuffe seiner ( Snaden wirst du von ihnt eingeladen; eil ihm demuthsvoll entgegen, und nimm Theil an seinem Segen. Komm getroft, es ist sein Wille, komm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung feiner Liebe. 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmherzig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanken, deine Treu' beständig ift. Herr, ich. hoff es froh und feft, daß sie mich auch nie verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird sie mich gewiß auch leiten. 3. Herr, ich komme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe foll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den beiligsten Entschlüffen will ich Brod und Wein genießen, mich der Bruderliebe weihen, deines Todes mich erfreuen. 4. O, wie sehnt fidy mein Gemüthe, Menschenfreund, nach beiner Güte! Ich gelob bir neue Treue; fiebe, Herr, mein Herz voll Rene! Meinem findlichen Begehren wollst du deinen Troft gewähren, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewiss sensruhe schenken! Mel. Schmücke dich, o liebe 5. Ja ich hoff auf deine 234 der Schuld entlade, und mit 52 löfte Seele, neuer 172 Werke und Wohlthaten Gottes. neuer Kraft zum Werke mei trug der Sünde, als ob ein ner Heiligung mich stärke. unbekehrter Sinn dadurch Was du, da du für uns schon Gnade finde. Nein, starbeft, jedem, der Gott frei von niedrer Heuchelei, eitlem Selbstbetruge fucht, erwarbest, Seelenrub von und ew'ges Leben, wirst du frei, will ich dein Mahl heut mir gewiß auch geben. feiern! 6. 3. Zum Eigenthume will ich mich auf's neue dir er geben; bekennen will ichs öffentlich, dein Streben ſei mein Leben. So lang i athme, will ich dein, und deiner Liebe mich erfreun, und sie noch sterbend preisen. 4. Mit Neue will ich meine Schuld vor meinem Gott gestehen, und unwerth seiner Vaterhuld, ihn um fleben. Laß Vergebung mich mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaun, und Seelenrube finden. Deiner will ich mich ftets freuen, ganz mich meie nen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben, und dich dankbar frob erheben. Deine Huld ist unermeßlich; Herr, sie sei mir unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ehre, folgfam liebe! 7. Du, dem dort der Frommen Schaaren, die wie ich auch Sünder waren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich. einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir einst mein Danklied weihe! 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frohem Muthe dir folg' auf der Tugend Pfade, mich • Mel. Schon ist der Tag von Gott immer meines Vaters freu, 235 J mit den Bund und voll der frohen Hoffnung fei, den erben! meinem Herrn bei seinem Mahl er neuern, ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Gedächtniß feiern. Der Tag sei hehr und beilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir, Erlöser, fich erheben! 6. Hilf, daß ich, jeder Sünde Feind, Gott über Alles liebe, durch dein Ver dienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig 2. Mich führe nicht Gewohnheit hin, nicht der Beist dir dieser Dank; ihn will ich dir mein Lebenlang mit reinem Herzen bringen. Mel. Heiligung. Mel. Herr, wir singen deiner 236 Herr, wir feiern Christum liebt. dein 173 gibt, der ifts, der Jesum 1 niß. Uns freut das heilige Vermächtniß vor deinem blut'gen Opfertod. Deiner nimmer zu vergessen, nahn wir uns dem Altar und essen mit Dankgefühl des Bundes Brod. Wir trinken, Herr, mit Dank des Bundes heil' gen Trank, und beloben vor dir aufs neu der Tugend Treu, daß uns dein Tod flets Segen sei. 4. Gott zu leben, Gott zu Ferben, und seinen Himmel zu ererben, dieß ist des Lebens bohes Ziel. Jésus, bilf es uns erringen; bilf Sünd und Laster uns bezwingen; richt' auf den Schwachen, welcher fiel! O stärk uns All' im Lauf; schließ uns den Himmel auf, wenn wir sterben! Von dir herab strömt Licht ins Grab; wir trod nen unsre Thränen ab. Der CB0 1. 2. Zu der Tugend höhern Werken, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward bieses Mahl geweiht. Wie Stifter wanbein, fiets fiebreid, aut 237 He been fit Mel. Herr, wir singen deiner err, du wollft vorbereiten zu deines Mahles Seligkeit; sei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfaben, laß fie, o Sohn, sich würdig nahen, durch dich vergessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünde rein, find fie, o Jesu, dein, deine Freunde. Laß, laß fie fehn in jenen Höhn von fern der Uleberwinder. Lohn! 3. Sie erfüllt mit Muth bie Herzen; fie duldet Alles. Denkt der Schmerzen, die Jefus für uns Menschen litt! Last uns treu einander lieben, treu jede Lebenspflicht uns üben, für sie auch strei: Die Gemeinde. Met. Jesus, meine Zuversicht. ten, wie er fritt! Der 1. Die ihr feine Laufbahn Menschenliebe weihn bei seinem Brod und Wein wir uns Alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und lauft, theure, miterlöfte Brüder, all' auf Christi Tod getauft, Alle feines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte ,. $ 3 kommt, und fromm zu handeln, sind wir entschlossen und bereit. Reicht, Christen, euch die Hand. Wir gebu ins Baterland beßrer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 174 Werke und Wohlthaten Gottes. kommt erneut euern Bund gen! Sprich sie los, Gott, der Seligkeit. 8. 2. Nehmet bin, und est fein Brod! Jesus Chriftus ward gegeben für die Sünder in den Tod! nehmt und trinkt! Sbr trinkt das Leben! Seht, wie er die Sünder liebt, da er selbst fich für fie giebt. Jefu Chrift, wenn sie nun bein Mahl empfangen! Laß fie fühlen, ins Gericht kom men, die da glauben nicht! Augenblick voll beilgen Grauns, voller Wonn' und süßen Bebens! Theured Pfand des fünft'gen Schauns, Ueberzeugung jenes Lebens! Schütte deine Gnad' auf fie, alle deine Gnad' auf sie!' 3. Die mit voller Zuverficht deines Heils, o Sohn fich freun, laß fie fiets in diesem Licht wandeln; ewig dir sich weihn! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! 4. Tröfte, die in Traurigkeit über ihre Seele was chen; stärke, Herr, der Herrlichkeit, ihren Glauben; hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stehn, können ungehört nicht flehn. 5. Nehmet bin, und est fein Brod! Jesus Chriftus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! 3hr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 6. Hoberpriester Jefu Chrift, du bist einmal eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegangen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingegan9. Nehmet hin, und est sein Brod! Jefus Chriftus ward gegeben für die Sün der ins den Tod! Nehmt und trinkt! 3hr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Der Chor. 2. Nehmt, und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt hin, und trinkt zum ew'gen Le ben! Der Friede Chrifti sei mit euch. Nehmt und est zum ewgen Leben! Nehmt bin und trinkt zum ew'gen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Neich! Wacht! Eure Seele sei bis in den Der Weg ist schmal; klein Tod getreu! Amen! Amen! ist die Zahl der Sieger, die der Richter frönt. Die Gemeinde. 10. Jefu Chrifti Mittlertod werd' in aller Welt vertündigt! Jefu Chrifti Mitt Tor Heiligung. 175 16. Jesus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? Starb darauf des Kreuzes Tod. Wer kann diese Liebe fassen! Fluch und Tod find nun nicht mehr! Gebt, ach gebt dem Mittler Ehr'! 17. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Chriftus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! 3hr trinkt das Leben! Hingegeben in ben Tod ward er, in der Sünder Tod! Teriod, der vorm Richter uns entfündigt! Sus Chrift, mit Preis gekrönt, hat uns Staub mit Gott versöhnt. 11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich unser stammelnd Lallen. Benn, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fing ein beß rer Lobgefang für dein Sterben Preis und Dank. 12. Ausgeschüttet wareft du, warst, wie Wasser, bin gegoffen; suchteft, fandest teine Ruh! Deine Todes wunden flossen, ftrömten über, ach, vom Blut, deines größten Opfers Blut! 13. Nehmet bin und eft fein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinkt! Shr trinkt das Leben. Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! 14. Deiner Zunge Durft war heiß, beißer noch der Durft der Seele! Müd', in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele lechste schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. Mel. Wer nur ben lieben Gott 15. O wie warst du fürch. 238 Nimm bin ben terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Verföhner, dich, dich zu retten vom Verderben! Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht! Der Chor. 3. Die dein Kreuz in jes nen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen oft des Bundes Mabl, um vorm Blutgerüft zu stehen, mit bir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Beständigkeit auch uns; nicht Luft, nicht Leid laß uns scheiden von dir, daß treu bie Seele sei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! Liebe, erbabner Mittler, Jes fus Chrift! Gib, daß ich nun mit Freuben übe, was bir, Herr, wohlgefällig ift! Es müffe deine Todespein mir immerdar zum Segen feyn! 54 2. Deil Werke und Wohithaten Gottes. 176 2. Heil mir! dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu seyn; und feierlich gelobt ich's dir: set du nun Hülf und Beistand mir! Mel. Schmücke bich, d liebe Secle eiland; groß 239 He an Huld und Treue, fieh, ich widme dir aufs neue bei dem Denkmal deiner Liebe, dies mein Herz voll beißer Triebe, dir in meinem Lauf auf Erden im mer dankbarer zu werden, und an deines Segens Ga-, ben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dies Opfer dir gefallen! Du versprichst ja felbst es Allen, die nach deinem Heil verlangen, daß sie Gnad' um Gnad' empfangen, und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen wie könntest du das Flehen meines Herzens dann verschmähen! 3. Nein, ich trau auf dein Versprechen. Herr, du fannst es mir nicht brechen; denn du siebest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärke mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich und deine beil'gen Lehren mit Gehorsam zu verehren. 4. Diesen Dank für deine Liebe, wenn ich den dir schuldig bliebe: wie verwerflich würd' ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb auch mir zum Leben in den Tod dich hinzu geben! Welche Qualen im Gewissen würd' ich einmal fühlen müssen. 5. Nein, so strafbar, so vermessen, will ich nie der Pflicht vergessen, die dir, Herr, von mir gebühret, die zum wahren Heil mich füh ret. Ewig bir nur anzus hangen, ist mein sehnlichfies Verlangen. Hilf dù felbft nur meiner Seele, daß fie nicht dies Ziel verfehle! 6. Bringe mich durch deine Gnade auf des wahren Glaubens Pfade immer näs her zu dem Ziele, wo ich ganz mich felig fühle. Laß indessen mich hienieden deinen mir erworbnen Frieden immer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welche Jubel wird dirs weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrschend lebest! Nichts wird dann mich weiter stören, dankvoll, Heiland, dich zu ehren; und du wirst mich mit den Freuden deines Himmels ewig weiden. Mel. Heiligung. Vel. Wann mein Stüntlein 240 eiland, des D ſen hohen Werth des Sünders Herz empfindet, der reuvoll sich zu Gott bekehrt, auf dich sein Heil nur gründet: auch ich, ich Sünder suche dich; er barme dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 2. Ich nehm an, deinem Segen Theil; daß ich nicht troftlos bliebe, reichst du aub mir zu meinem Heil, dein Mahl, dies Pfand der Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel dur 2415 heures Leben Mel. Schmücke dich o liebe S. err, du dein auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. für mich in den Tod gegeben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum komm ich, von dir geladen, zu dem Mahle deiner Gnaden, dir mein ganzes Herz zu weihen, und den Bund heut zu erneuen. 3. Hier ist dein Leib, hier ift dein Blut, für mich da bin gegeben, du starbft, der ganzen Welt zu gut; erwarbst auch mir das Leben. Ich eß das Brod, ich trink den Wein, um ganz mit dir vereint zu seyn, um ganz für dich zu leben. 4. O laß mich beines Mahles Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zuversicht, die es verschafft, freib mich zu guten Werken, zu Eifer in der Heiligung, zur wahren Herzensbesserung, zum Kampf mit bösen Lüften! 177 follte mich erkühnen, den Heiland, der für mich auch starb, mir Gnate, Troft und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? 5. Wie? sollt' ich diesen Lüften noch zu meiner Schande dienen? Ich trüge noch ihr fflavisch Joch? Ich 6. Nein, göttlicher Erretter, nein, laß mich das Böse hassen, mich jeden Reiz der Sünde scheun, und Muth zum Kampfe faffen, dein Mahl nicht unbekehrt entweihn und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freudigkeit vollbringen. 2. Ja, dir schwör ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, dich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Seele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich foll weder Luft, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich gelob aus treuem Herzen, meiner Brüder Noth und Schmerzen täg $ 5 lich 178 Werke und Wohlthaten Gottes. Itch brüderlich zu lindern, funft rüften, daß, wenn Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir, mit Freuden auch das Unrecht ftill zu leiden, ungeduldig nie zu flagen, an Gott niemals zu verzagen. 4. Was du haffest, will ich haffen, ganz von dir mich leiten laffen, nie mit Vorfaß dich betrüben, Alles, was du liebeft, lieben. Doch ich tenne meine Schwäche, Jefu, da ich dieß verspreche, beut dein Tag schon täme, feiner, Herr, vor dir fich schäme! Großes Abendmahl der Frommen, Tag des Heils, wann wirst du kommen? daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren. ( Nach der Kommunion.) Mel. Wie groß ist bes Allmädt'. ollbracht ist brochen, was ich heute bir 242 Vun die heil versprochen. ge Feier: verkündigt ward von uns bein Tod. O bein Gedächtniß sei uns theuer, und unvergeßlich dein Gebot! Laßt nie des Himinels Vorgefüble in uns erkalten und vergehn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns 5. Darum bilf du mir, ilf but m und stärke mich zu jedem guten Werke, tomm und eile, mich vom Bösen, das ich thun will, zu erlösen; bilf den ersten Reiz der Sünden, den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen schrecken, und der sehn! Unschuld Freuden schmek. fen! 6. Laß mich deine Treu' ermessen, deine Liebe nie vergessen! Laß, mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Liebe schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunkeln Stunden, wenn mich Angst und Zweifel brücken, mit erhabnem Trost erquiden. 7. Gib, daß ich und alle Chriften sich auf beine 3uoder Mel. Besitz ich nur ein ruhiges Menschenfreund, mein Heiland sei gepriesen, für alle Treu', die du an mir erwiesen! durch dich bin ich mit Gott vereint. 2. Dein Beispiel zeigt ben Pfad, den ich foll wallen. O führe mich nach deinem Woblgefallen, bis fich mein Haupt im Tode neigt. Der Tod. Unsterblichkeit und Vergeltung. Der Tod. Mel. Befiehl du deine Wege 243 ie auf der Erde wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes fichrer Raub. Verborgen ist die Stunde, da Gottes Stimme ruft; doch jede, jede Stunde bringt näher uns, zur Gruft. 6. Heit denen, die auf Erden sich schon dem Him2. Getroft gehn Gottes mel weihn, die, aufgelöst zu Kinder, die öde, dunkle, werden mit beil'ger Furcht Bahn, zu der verstockte fich freun! Bereit, es ihm Sünder, verzweiflungsvoll zu geben, wenn Gott, ihr sich nahn, wo selbst der freche Spötter nicht mehr zu fpotten wagt, vor dir, vor feinem Retter, erzittert und verzagt. Gott gebeut, geben sie getroft durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. 179 gebeut; wenn vor mir offen fehen Gericht und Ewigfeit, wenn meine Kräfte beben und nun das Herz mir bricht; Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! 3. diese zu Me. Was Gott thut, bas ist furz ist hier gehen, dein Will einst mir 244 Nur fer un b 4. Silf, Todesüberwinder, mir dann in meiner Angst, der du zum Heil der Sünder, selbst mit dem Tode rangst! und wenn des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm mich in deine Hände, den du erlöset baft! 5. Des Himmels Won' und Freuden ermißt fein fterblich Herz. O Troft für furze Leiden, für Furzen Topesschmerz! Dem Sündenüberwinder sei Preis und Dank! Preis ewig ihm, der für uns Sunder den Kelch des Todes trant! halt; ich bleibe nicht auf Er den. Das Herz, das jeßt noch kräftig wallt, wird einft entkräftet werden. Zerrüttet finkt, wenn Golt mir winkt, mein Staub zum Staube nieder; mich selbst erhebt Gott wieder. 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr als Staub; er ist nur meine Hülle. Sch selbst bin nicht des Todes Raub; mein Geift hat Lebensfülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er fauchzt, daß er noch le56 bet, Unsterblichkeit und Vergeltung. 180 bet, und aus den Trümmern schwebet. 3. Was fürcht ich denn des Todes Macht? Sie kann mich nicht erreichen. Was kümmert mich des Grabes Nacht? Sie muß dem Tage weichen. O Tag des Danks, Mel. Jesus, meine Zuversicht des Preisgefangs! Wann 245 ie im Herbste 2 fällt das Laub wirst du meinen Blicken das dunkle Thal entrücken? wirst du einft, mein Leib, zerfallen; wirft verstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölk, verwallen, ruhen in des Grabes Schooß jedes Erdenkummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben. Ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben, hier ist nur mein Uebungsstand: jenseits ist mein Vaterland. 4. Hier glänzt noch nicht mein höchftes Ziel. Was kann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, kein reines Freudenleben. Mein Geist begehrt, was ewig währt, und ihn auch dann erheitert, wenn Alles andre scheitert. 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von Gott geboren. Für ihn ift, fämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt hervor; und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, nicht hier im Erdgetümmel. 6. So kämpfe denn, mein froher Geift! Sei muthig: du wirst fiegen. Nur deines Leibes Band zerreißt; du felbft wirft nicht erliegen. Dein Lebensqual fließt ewig hell; er tränkt nach kurzen Leiden dich mit des Sieges Freuden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. O dank dem Freubengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gräber! Dein Vaterland ist dir bekannt. O sei nur gut und weise, und rüste dich zur Neise! 3. Senfeits überm, Staub beginnt erst mein ächtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Srrthum nicht für Wahrheit wählt. 4. Dort erft ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrheit; dort um gibt mich reines Licht; tort wird Alles mir zur Klarbeit, dort erscheint mir un verhüllt fie, die Wahrheit, nicht ihr Bild. 5. Auf der immer lichtern Bahn seh ich dann mit hel lern Der Tern Bliden, was Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir bier dein Plan; dort bet ich ihn freudig- an. 6. Jauchz, o Seele, fühle dich! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! Einst belohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Tod, wenn ich that, was Cott gebot. 7. Ohne Furcht und ohne Graun werd ich, ibm entgegen geben, werde Gott anbetend schaun, werde wie er ift, ihn ſehen, weil mein Tod durch Jefumi Chrift Eingang in den Himmel ist Mel. Alle Menschen müsſen 246 ir zu leben, ben, ewig, Bater, dein zu feyn, mit des Himmels from men Erben bier schon dei ner mich zu freun, und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge fanft zu schließen! diese Gnade wünsch ich mir; die erbitt ich mir von dir! 2. Daß ichs könne, laß mich streben, frei vom Bahn und glaubensvoll und ge recht vor dir zu leben, und zu leisten, was ich soll! Ja, mein Gott, gib Licht und Stärke, daß im Fleiße guter Werke ich beständig dir Tod. 181 getreu, jeder Tugend Vorbild ſei! 3.1 Allen will ich nützlich werden, ungehorsam keiner Pflicht, nie ein Aergerniß auf Erden, auch nach meinem Tode nicht. Seelen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn: welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu seyn, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun? Ja, ich will die Sünder jocken, taß sie nie ihr Herz verflocken, und mit mir zum Ziele gehn; deine Herrlichkeit zu sehn. 5. Daß duch, was ich hinterlasſe, nie zur Ungerechtigkeit, nie zu Zank und ben Reiz verleibt, will ich früh schon weislich sorgen; denn mein Tod ist nicht verborgen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt., 6. In den letzten Augenblicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen müff' ich voll Entzücken: Dv, mein Vater, fitch mir bei, du, dem ich nun meine Seele. und die Meinigen empfehle! Welch ein Ende! Guter Golt, gib mir einen solchen Tod! 57 Mel. 182 Unsterblichkeit und Vergeltung. Viel. Valet will ich dir geben trauet, meine Seele, dich ern will was in mir ift, Er247 Gmich ergeben, löser meiner Seele, der du die Liebe bift. dich zu verlassen, Welt: ich geb zum bessern Leben, sobald es Gott gefällt. Was Mel. Nun laßt uns den Leib war, was mich betrübte? 248 Wie ficher lebt Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gefehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: kommt her beladne Herzen, zu mir und findet Rub! Dies Wort aus beinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner leßten Stunde mir Geift und Leben seyn! 3. Mit bir muß es mir glüden, den Kampf zu überstehn. Im gläubigen EntJüden laß meine Seele fehn, wie im Gericht für Sünder du mit dem Tode rangft, und wie bu, Ueberwinder, all mächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegs gebanke: wo ist dein Stachel, Tod? stärt' mich, daß ich nicht wante in meiner Todesnoth! So ift, obs gleich ich sterbe, doch Ster ben mein Gewinn. Ich bin des Himmels Erbe; bein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebft ins Buch des Lebens auch meinen 6. Drum, da dein Tob Namen ein. Dein Blut dir täglich bräut, so set. kann nicht vergebens für ftets wachsam und bereit; mich vergoffen- sepn. Dir prüf beinen Glauben als ein der Staub! Sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er fich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jüngling bofft des Greifes Ziel, der Mann noch feiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und keiner nimmt den Irrthum wahr. 3. Sprich nicht: ich denk im Glück und Noth im Herzen oft an meinen Tod. Der, den, der Tod nicht weiser m. gt, bat nie mit Ernst an wyn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsres Lebens tleinster Theil ist eine Frist zu unferm Heil. 5. Der Tod ruft Seelen vor's Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was bier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. Der ein Chrift, ob er durch die be thätig ist. 7. Ein Seufzer in der legien Roth, ein Wunsch, durch des Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu feyn; dieß macht dich nicht von Sünden rein. 8. Ein Herz, das Gotund fich vom Bösen kehri; tes Stimme hört, ihr folgt ein gläubig Herz, von Lieb erfüllt, dieß ist es, was vor Gott nur gilt. 9. Die Heiligung erfor dert Müh; du wirts sie nicht, Gott wirket fie. Du aber ringe fiets nach ihr, als wäre sie ein Wert von dir! Tod. 183 Treu' die Frucht des Geiftes in ihm sei; 14. Daß ich zu dir um Gnade fleh, stets meiner Schwachbeit widersteh, und freudig durch des Glaubens Macht im Tode ruf: es ift vollbracht! 249 ter, für mein Mel. Wann mein Stündlein u wirft, o VaWohl auch einst im Tode forgen; nur, wann und wie ich sterben soll, das haft du mir verborgen. Mein Ende fteht allein bei dir. Erhalte nur den Glauben mir, daß. du es weislich ordneft! 2. Gib, daß ich meine böchste Luft an meinem Heiland habe, und seiner Liebe, mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb, und Troft und. Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen! 10. Der Zweck, zu welchem du hier lebft, dein Ziel, wornach du weise firebft, und was dir ewig Heil verschafft, ist Tugend durch des Glaubens, Kraft. 11: 3hr alle feine Tage weihn, heißt eingedenk des Todes sein; und wachsen in der Heiligung, ist wahre Todderinnerung. 12. Wie oft vergeß ich biese Pflicht; Herr, geb mit mir nicht ins Gericht; brück tief des Todes Bild mir ein, und laß es in mir wirksam sein; 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenns seyn kann, bis ans Ende, damit mein Geift sich stets zu dir und deiner Gnade wende, und voll Gedanken, Gott, an dich zuletzt von diesem Leibe fich getroft und rubig scheide. 4. Soll ich gewaltiam, o 13. Daß ich mein Herz mein Gott, und schnell und mit jedem Tag vor dir, gangstvoll fterben; so führe Gott, erforschen mag, ob nur auch dieser Tod mich zu Liebe, Demuth, Fried' und des Himmels Erben! Ach, - bilf 184 bilf nur, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit, als Christ die Welt verlasse! 5. Empfind ich keine Freubigkeit, entweicht in großen Schmerzen die Stille ter Gelasſenheit aus meinem bangen Herzen; dann, guter, Vater, rechne du die Schwachheitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! Unsterblichkeit und 6. Nimm auch verborgne Seufzer an, und laß, wenn ich nicht beten, nicht den ken und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Geheiligt müs' ich dir nur sepn; dann bin ich, Gott, mein Vater, dein im Leben und im Tode! 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, oherr, ergeben, dann ist der Tod nur mein Gewirm, und Chriftus ist mein Leben. Und geh ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb' auch wie ich wolle. Vergeltung. 2. Gott, welche feierliche Stunden, wenn du mich nun der Erd entzichft, auf mich, den du getren befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlößten nicht. Mel. Wer nur den lieben Gott ch will dich noch 250 J im Tod erheben, felbft nah am Grabe preif ich dich: zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du fegneft mich Mein Leben sucht ich dir zu weihn; mein Tod soll auch dir heilig seyn! 3. Der Leib wird schwach, die morsche Hütte, in der mein Geist hier wohnt, zerfällt; ich eile hier mit jedem Schritte entgegen ei ner bessern Welt. Ich bin getroft und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht. 4. Wie follt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser starbft? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingst voran; ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir 5. Laß Qual und Leid mein Grab umringen, und mir den letzten Schrecken dräun; du halfft mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nab dem Lohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sink ich nicht. 6. Du wacheft über meine Seele, wenn ihre Stärke fich verliert, gibst deinem Engel schon Befehle, der fie zu deinen Freuden führt, des Todes Nacht um mich verScheucht, ging Der Tod. scheucht, und mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am, Grabe preif' ich dich; denn ewig werd ich bei dir leben, und ewig freu ich dei ner mich. Durch dich ist Sterben mir Gewinn! Wohl mir, daß ich erlöset bin! Mel. Jesus meine Zuversicht err, ich hab aus 251 deiner Treu', mir zum Heil, noch Zeit in Händen. Gib, daß ich stets eifrig sei, fie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Wink uns ruft! 185 meiner Seligkeit deine Gnade mir verleiht! 2. Schnell und unaufhaltbar flieh'n die mir zugezählten Stunden. Wie 5. Deine schonende Geduld trage hier mich nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl, so benüßte, wie ich soll! 6. Laß mich meine Besserung für mein Hauptgeschäfte achten und nach meiner Heiligung mit so treuem Eifer, trachten, als erwartete noch heut mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade fteh mir bei, daß mein Leben auf der Erde reich an Tugendfrüch ten sei, und ich reif. zum Himmel werde! Nahet dann mein Ende sich, o so stärk und tröste mich. ein Traum sind sie dahin, und Mel. Dein sind wir, Gott, in auf ewig dann verschwuns 252 Mein Leben e den. ist mein; wird es auch der fünft'ge feyn? 3. Laß mich auch der Flüchtigkeit meiner Tage nie vergessen, wie unschäßHand; er thu, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lebensstunden dar. bar sei die Zeit, die du, 2. Ich nüße mit ZufrieHerr, uns zugemessen; wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folge nach sich zieht! denheit die Tage meiner " Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt fie Gott! Doch Müh' und Noth find ihr Gefolg', und dann der Tod. 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, eb die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohlfahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu 3. Die Blume pranget and fällt ab; so blüht der Mensch and sinkt ins Grab. Nicht 186 Unsterblichkeit und, Vergeltung. Nicht Jugend schüßt, nicht stirbt, wünschen wirkt, ge Stand noch Geld; nichts lebt zu haben! Güter, die in der Welt ist, was ihn du bier erwirbt, Würden, davor sicher stellt. die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod erfreun; diese Güter find nicht dein. Herz das 3. Nur ein Gutes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gottdir Zeugniß gibt, wird, dir deinen Tod versüßen; dieses Herz von Gott erneut, gibt im Tode Freudigkeit. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiget mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich, bin ich nur bereit, zum sichern Blück der Ewigkeit, wo man des kurzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon frob vorangegangen ist. 6. Froß werd auch ich, wenn dir's gefällt, ein Bärger der vollkommnen Welt. Den Meinen fag ich auf dein Wort: Gbit, unser Hort, vereint uns bald auf ewig dort. id aid 7. Den Troft, so Jesu, bank ich dir; du brachteft ihn vom Himmel mir. Du haft's verheißen: Ihr seid mein, auch ihr follt feyn, wo ich bin, und euch ewig freun. Mel. Jesus.meine Zuversicht 253 Meine Lebenszeit verstreicht;, stündlich eil' ich zu dem Grabe. Und was ists, das ich vielleicht hier noch zu erwarten habe? Denk, o Mensch, an deinen Tod, fäume nicht: denn Eins ist Noth. 2. Lebe, wie du, wenn du 4. Wenn in deiner legten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reine Herz erheben; dann erschreckt dich kein Gericht; Gott ist deine Zuversicht. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache. Sorge nicht, wie bald du fiirbst! deine Zeit ist Gottes Sache. Lern nicht nur, den Tod nicht scheun, lern auch, seiner dich erfreun. 6. Ueberwind ibn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief es ist vollbracht! nahm dem Tode feine Macht. 1 7. Tritt im Geist zum Grab oft bin, siehe bein Gebein versenten; ſprich: Herr, daß ich Erde bin, lebre der Tod. lehre du mich selbst bedenken; lebre du michs ieden Tag, daß ich weiser werden mag! Mel. Wer nur ben lieben Gott 254 Mein Gott, ich weiß wohl 187 5. Drum, liebster Gott, wenn ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu dir! Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und hab' ich ihn im Glauben. hier, so gilt mirs gleich, und gest mirs wohl, wann, wie und wo ich sterben soll daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier kein solches Mel. Mein ganzer Geist, Gott Erbe, das ewig daliert, und 255 Wie wird mir zeige in Gnade an, wie ich recht felig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; kein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! die Blumen müs fen- bald verblühn. Drum mache du mich stets bereit und hier in der Zeit zur Ewig, feit! 3. Mein Gott, ich weiß nicht, wie ich ferbe, weil auch der Tod viel Wege hält. Dem einen wird das Scheiden berbe, sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst, gib nur dabei daß ich wohl zubereitet ſei 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich ferbe, und welcher Sand mich einft be deckt. Doch wenn ich nur den Troft ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt; fo nehm ich jebe Stelle ein: die Erd' ist allenthalben dein. mir seyn, wenn ich mich ganz des Herrn zu freun, in ihm entschlafen werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, entladen von der Sterblichkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Freu dich innig meine Seele, erwähle schon hienie' den, was dir dient zum ew'gen Frieden. 2. Besiege denn des Todes Graun, mein Geist er ist ein Weg zum Schaun, der Weg im finstern Thale. Er sei dir nicht mehr fürchterlich! Ins Allerheiligste führt dich der Weg im finftern Thale. Gottes Ruh ist unvergänglich, überschwenglich! Die Erlöften wird sie unaussprechlich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Vielleicht umgibt mich ihre Macht, ch' ich dies Flehen noch 188 Unsterblichkeit und Vergeltung. noch vollbracht, mein Lob scheiden, auch heute schon dir ausgestammelt. Vater, mein Gott; so geh ich hin Vater, ich befehle meine mit Freuden, und sterb auf Seele deinen Händen; laß sein Gebot. mich meinen Lauf gut enden! 4. Vielleicht find meiner Tage viel; ich bin vielleicht noch fern vom Ziel, an den die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterblichkeit, wird fie erst ſpät zertrümmert: laß mich, Bater, reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! 4. Ich hoff ein beßres Leben, das nimmermehr verfließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig, herrlich ist. 5 Dann eil ich dir ente gegen, mein triumphirend Haupt, und seb entzüdt den Segen des Heils, bas ich geglaubt. 3. Wie wird mir dann, 5. o dann mir seyn, wenn ich, mich ganz des Herrn zu freun, ihn dort anbeten werde? Von keiner Sünde mehr entweiht, ein Mitgenoß der Ewigkeit, nicht mehr der Mensch von Erde! Heilig! beilig! heilig! fingen wir dir, bringen Preis und Ehre! Dir, der war und seyn wird, Ehre! Mel. Christus, der ist mein 256 J chgeb einst obne Beben zu meinem Tode hin! denn Christus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn. 2. Sch scheue nicht die Schrecken der nahen dunklen Gruft; Gott wird mich auferwecken, der mich zum Grabe ruft, 3. Und rief mich, abzu257 W vorhanden ist, MI Wenn mein Stündlein meine von dieser Welt zu scheiden, ach, so verlaß, Herr Jesu Chrift, mich nicht in meinen Leiden! An meinem End' empfehl ich dir, Herr, meine Seele, die du hier zum Himmel haft gebildet. 2. Wenn Angst und Todesfürcht mich drückt, mich mein Gewissen naget: so wird mein Herz mit Troft beglückt, das sonst voll Inrub zaget. Mich trößtet in der letzten Noth dein Leiden und dein Kreuzestod, dadurch. du mich erlötet. 3. Ich bin, o Herr, mit dir vereint: deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibeft auch mein Freund in Todesnoth und Schmer zen. Und sterb ich, o ſo kerb' ich dir; die frohe Heffnung Der Tod. nung hast du mir durch deinen Tod erworben. 4. Weil du vom Tod er standen biß, werd ich einst auferstehen ,, ins Reich, das mir verheißen ist, aus meis nem Grabe gehen; denn wo du bist, foll ich auch seyn, und deiner Herrlich feit mich freun, die dir dein Gott gegeben. 5. So wird mein Ster ben mir verfüßt; der Tod kann mich nicht schrecken: er ist ein Schlaf auf kurze Frift, und Jefus wird mich wecken. Er, mein Erlöfer, Gottes Sohn, wird mich mit sich zu Gottes Thron ins ew'ge Leben führen. 189 laffen übergeben, ist wahre Rub' und deine Pflicht. Du sollft es. lieben, weislich nüßen, es dankbar, als ein Glück, befißzen, verlieren, als verlörst du's nicht. 2 Der Tod foll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir stets vor Augen seyn. Er soll den Wunsch zum Leben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich unterrichten, wie wenig deiner Tage sind! Sprich: follt ich Gutes wohl verschieben? Nein meine Zeit, es auszuüben, ist kurz, und sie verfliegt geschwind. Mel Herr, wir singen deiner elig find des Himmels Erben, die Tobten, die im Herren sterben, zur Aufer ftehung eingeweiht. Nach den letzten Augenblicken des Tortenschlummers folgt Entzücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit. In Frieden ruben sie trei von der Erde Müh. Gelobt sei Gott! Vor seinen Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werte fie. 4. Denk an den Tod, wenn böse Triebe, wenn Lut der Welt und ihre Liebe dich reizen, und ersticke sie, Sprich:, kann ich nicht noch heute sterben? Und könnt' ich auch die Welt erwerben, der Sünde Lockung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wenn Ruhm und Ehren, wenn deine Schätze sich vermehren, daß du fie nicht zu beftig liebst. Denk an die Eitelkeit der Erden, daß wenn sie dir entriffen werden, du dann dich nicht so 6. Denk In eigener Melodie. 259 Mas forgit bu ängstlich für dein Leben? Es Gott ge- sehr betrübft. Unsterblichket und Vergeltung. 190 6. Denk an den Tod bei froßen Tagen. Kann deine Luft sein Bild vertragen, so ift fie gut und unschuldsvoll. Sprich, dein Vergnügen zu verfüßen, welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich leben soll! er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitterne fcheun; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Tagen, ein Schild in der Versuchung seyn. 7. Denk an den Tod, wenn deinem Leben das fehlt, wornach die Reichen Atreben. Sprich: bin ich bier, um reich zu feyn? Seil mir, wenn ich in Chrifto 260 Wer weiß, mit Mel. Wer nur den lieben Gott wie fterbe! Dann ist ein- unbe. flecktes Erbe, dann ist des Himmels Reichthum mein. 8. Denk an den Tod, wenn Leiden kommen. Sprich: alle Trübfal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlöfen; er ists, der mir die Krone reicht. 9. Denk an den Tod, wenn freche Rotten des Glaubens und der Tugend fpotten, und Lafter stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei bir selbst: Gott trägt die Frechen; doch endlich kommt er, sie zu rächen, und plößlich werden sie vergebn. 10. Dent an den Tod zur Zeit der Schrecken, wenn Pfeile Gottes in bir stecken; du rufft und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich fann der Herr nicht haffen; mein Ende? Die Zeit geht hin, es kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende fann kommen Gott, meine Todesnoth! gebe dann mir Kraft und Muth, und machs mit meinem Ende gut! 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am früben Morgen war; so lang ich lebe auf der Er. den, leb ich in ffeter. Tobs gefahr. Ich, der ich jest gesund noch bin, sink, ch ichs denke, kraftlos hin. 3. Herr, lehr mich stets ans Ende denken, und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl bedenken, und nicht verschie ben meine Bus', denn jener ernfte Augenblick bestimmt mein ewiges Geschick 4. Laß zeitig mich mein Sans' bestellen, daß ich bes reit Der Tod. a homel reit sei für und für, und s In voriger Melobie. fagen könn' in allen Fällen: 261 Noch leb ich. Ob wie du mit mir! Stlf, daß bei jedem Glockenschlag ich an mein Ende denken mag. ich morgen lebe, ob diefen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, und treu erfülle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechenschaft bereit. 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir. der Sünden Luft. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir nichts, als Unschuld, fet bewußt; fo eilt, wenn diese Hütte fällt, der Geift in eine beßre Welt. 6. Ach, Vater, deck all meine Sünden um Jesu Chrifti Willen zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort bei dir vollkommne Rub'! Du warst mein Gott in jeder Noth; drum ſei auch Vater mir im Tod! 7. Nichts ist, das mich non Jesu scheide, nichts, es fei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freude, mein Schuß, mein Alles in der Noth. Er. endet felig meinen Lauf, und nimmt mich dann im Himmel auf. 8. So form mein End heut oder morgen; ich weiß, daß mirs mit Jefu glückt. Er ists, der mich in allen Sorgen, er ists', der mich im Tod erquict. Er färtet mir dann meinen Muth, und machts mit meinem Ende gut. " 19,1 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt oft schon am Abend ab. So finkt mit seinem Glück und Ruhme der Mensch, oft cb cr's denkt, in's Grab; und Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? 3. Entziehe rich dem Weltgetümmel, bier ist der Kampf, dort ist die Nuh'. Auf! Atreb und ringe nach dem Himmel, eil deiner beßren Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann kommt die Ewigkeit! 4. Verschiebe niemals beine Pflichten. Was du zu thun jetzt schuldig bift, bas eile heute zu verrichten; wer weiß, ob's morgen möglich ift? Nur dieser Augenblick ist dein; der nächste wirds vielleicht nicht seyn. 5. O, Gott, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, fichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und 192 Unsterblichkeit und Vergeltung. und immer freu in dem um Hülfe flebt. Wenn ich Beruf, zu dem mich deine mich heute nicht erbarme, Liebe schuf! vielleicht ists morgen schon zu spät; und dann, was bringt die Aerntezeit? Die Frucht der Ungerechtigkeit. 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit; ich lebe dann hier nicht vergebens, und nüße redlich meine Zeit, und seh, mit dir ergebnem Sinn, auf Tod und Grab und Zukunft bin. 5. Mein Pfund erst mor gen wuchern lassen, welch ein Gedanke voll Gefahr! Kann ich nicht Abends schon erblassen, wenn ich noch Mergens fröhlich war? O -Mensch, ach, säum', im In voriger Melotie. 262 Win tiefer ist Weisheit und ist Pflicht. er weiß, Nur dies 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Die Heiligen, geweiht. Buße bis ins Alter sparen, ist schreckliche Vermessenheit. Zu spät verschwindet oft der Wahn, da man auch schlafend sterben kann. 7. Wie leicht raubt Schmerz und Fieberhige mir Ueberlegung und Ver stand! Wenn ich in Todes ängsten schwiße, wer macht mich dann mit dir bekannt? O Gott, vielleicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Sterbetag. 8. Laß, Höchfter, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von, Sünden reih! Dann wird der Tod zu ale len Zeiten mir nur ein Fries densbote seyn. Du kommt, vielleicht zu Mitternacht! ewig dem, wohl dann de: wacht. Mel. Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geiftes Hülle zu meinen Vätern schlafen legt? Wer weiß, ach, wer bestimmt die Zeit des Eintritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt es, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du, der im Glück und unter Plage mein liebevoller Va ter blieb. Von dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr beffern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht. 4. Vielleicht ist dies der leßte Arme, der kläglich mich ulagne Der Tod. Mel. Was Gott thut, das ist 263 gch bebe nicht vor Die Auferstehung. In eigener Melodie. Grab! ruht 3uder Müde; auf den Ent: 264 Jefus meine Zu schlummernden berab finkt schon des Himmels Friede. Aus aller Noth erlöft der Tob; der Augenblick des Scheidens ist auch das Ziel des Leidens. verficht, lebt und ich soll mit ihm leben! Dieses weiß ich; sollte nicht sich mein Herz zufrieden ge ben, was die lange Todesnacht mir auch für Gedane ten macht? 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hülle fällt, wird erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarheit, von Täuschung zu der Wahrbeit. 3. Von hier, wo oft die Unschuld weint, und oft das Lafter fieget, bis der Vergeltungstag er scheint, wo dieses unterlieget. Die Klage schweigt; der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freuden blühn aus der Saat der Leiden. 193 4. Drum fre ich mich im Glauben schon auf jenes befre Leben; denn uns rex Tugend vollen Lohn will ott uns dort erft geben. Was Tod uns heißt, befreit den Geift, er muß zu allen From men als Engel Gottes kommen. 2. Jefus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Vertrauen, daß er mich zu fich erhebt, warum sollte mir denn grauen? Läffet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der selbst den Tod empfand, hat für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ift Staub; nur finkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! Ofel'ger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einft zu sich erhebt. 5. Dann wird mich, ftatt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Welt gebaut, ein Gebild' fürs höhre Leben; und in diesem Leib sey ich, mein Erlöser, ewig dich! 6. Ob dies Aug' im Tod auch bricht, wirds doch seiĴ nen Unsterblichkeit und Vergeltung. 194 nen Retter kennen; und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Vollender nennen, wann er von der Sterblich teit dieser Erde mich befreit! 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergeben. Irdisch werd ich ausgesät, himmlisch werd ich auferstchen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd unsterblich seyn! 8. Seid getroft und hocherfreut: Jesus fennt euch, feine Glieder! Chriften, wehrt der Traurigkeit; fterbt ihr, Jesus wedi euch wie. ber, wenn sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! 9. Wo ist dein Triumph, o Tod? Nimm den Staub hin. Ohne Graun folgen wir, wir werden Gott, werden den Erlöser schaun. Unfer ist der Sieg, und Heil ewig, ewig unser Theil! 10. Darum, Chriften, auf! erhebt euren Geist von diefer Erden; lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr follt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß bier rein und beilig feyn! Met. Wer nur ben lieben Gott 265 bin zur Ewigs feit geboren für eine beßre Welt be stimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wenn hier das Grab den Leid, nam nimmt. Zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterblichkeit. 2. Was ist die Welt, was Glück und Ebre? Wär auch ihr ganzer Reichthum mein; er bliebe, wenn kein Him mel wäre, für meine Wünsche doch zu klein. Mein Grift find't nicht im Staube Ruh': er eilt erhabnern Gütern zu. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe, zum höhren Glück, zu höhrer Luft, und pflanzte felbft dazu die Tries be fo ftark, so tief in meine Bruft. Er, der mit Schn sucht mich erfüllt, läßt wahrlich sie nicht ungeftillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhren Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblie. ben, muß einst noch in Er füllung gehn. So wahr Gott diesen Trieb mir gab, erftirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten: die Tu gend wird durch ihn gekrönt. Er wird, was sie gebrüdt, vernichten; erhöhen, die man hier verhöhnt. Lafter, mag es hier sich freun; bort kann es nim mer glücklich seyn. Das 6. Ifts möglich, kann Gott Die Auferstehung. 195 mbing Gott anders bandeln? Gilt und freundlich lächelt er mir denn kein Recht in seinem zu: unsterblich, freu dich. Reich. Die Frommen, die Mensch, bist du! hier vor ihm wandeln, find die den Uebelthätern gleich? Nein, Tugend fiegt! Ich fterbe brauf: Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 2. Die Sonne löft dem Schmetterlinge das Band mit ihrer Strahlenmacht, sieh, er erhebt bie zarte Schwinge, geschmückt mit neuer Frühlingspracht, und winkt in höhrer Luft mir zu: unsterblich: freu dich, freu di Mensch, bist du! 7. Er weckt mich auf aus meinem Staube: dies hofft mein Herz, dies fagt sein Wort. Dies Wort, laut triumphirt mein Glaube, treibt mächtig alle Zweifel fort. Wie froh erhebt sich nun mein Geist, da Gott ihn felbft unfterblich heißt! 3. Mir hat Gott Forschungsgeist gegeben, und Wünsche, die Welt nicht stillt. Heil mir, Sie bürgen mir ein Leben, wo sich des Höchften Rath enthüllt. O, Simmelsahnung, ruft mir zu: unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! 8. Mein Jefu lebt! Wer will mich töbten? Er fichert mir Unsterblichkeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen, und leitet mich zur Seligfeit. Auch dieser Leib muß auferstehn, einft zum Himmel In eigener Melodie. vollkommner 267 Auferstehn, ja gehn. 9. Jhr Thäler sinkt! Fallt, Berge, nieder! Mein fefter Glaube fürchtet nichts. Ich sterbe; doch erwach ich wieder am Morgen eines ew'gen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und Gott, wie selig bin ich dann! In voriger Melodie. 266 D er Leng erfreuet was da lebet, er bricht des Winters Fesseln los; der Blumen schöner Flor erbebet verjüngt fich aus der Erde Schooß, wirst du mein Staub nach kurzer Nub; unfterblich Le ben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Aernte geht, und sammelt Garben uns ein, uns ein, die starben. Halleluja! 3. Tag des Danke, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe gemg geschlummert habe, erwecft du mich. 4. Wie den Träumenden 32 wirds 196 Unsterblichkeit und Vergeltung. wirds dann mir seyn. Mit Gottes Nath am Kreuz verJefu geh ich einft zu seinen schied. Dann jauchze, daß Freuden. Der müden Pilger kein Wahn, kein Spott, Leiden sind dann nicht mehr. dich hier getrennt von deinem Gott! 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheint, verläßt dein Leib der Gräber Ruh. Zum zweitenmal mit dir vereint, wird er unsterblich, so wie du. O Seele, zittre länger nicht, daß deiner Hütte Bau 5. Ach, ins Allerheiligste führt mich mein Mittler bann; lebt ich im Heilig thume zu seines Namens Rubme! Halleluja! Mel. Wer nur den lieben Gott arum erbebeft 268 Wu, meine zerbricht! Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich umschließt einst seine Höhles 269 Sie nun schon Mel. Jehus meine Zuverücht Zelig, find, nur deine Hülle finkt hinab. Nur sie weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. im friedenvollen Grabe von des Lebens Arbeit ruhn, und fich Gottes größter Gabe, eines ew'gen Lebens freun, möchten wir es aud schon seyn! 2. Doch du willst, wir leben noch mühsam hier in Pilgerhütten. Alle trugen einst dies Joch, die des le bens Kron erftritten. Endlich aber führt der Tod uns auch so, wie fie, zu Gott! 3. Du, du selber lebteft hier vormals auch in Pil gerhütten. Noch unendlich mehr, als wir, haft du, Götte licher gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! 2. Du, zur Unsterblichkeit erlesen, schwingft dich empor zu Gottes Licht, und schaußt den Ursprung aller Wesen von Angesicht zu Angesicht; bewunderst deines Gottes Macht in jener Welten Bau und Pracht. s 3. Dann, Seele wirst du bas verstehen, was hier kein Sterblicher erklärt, was bier vollkommen einzusehen, ber Weisefte umsonst be gehrt. Dann täuscht dich Wahn und Irrthum nicht, und selbst die Finsterniß wird Licht. 4. Dann wirst du den, o ben erblicken, den hier allein 4. Was ist diese Lebensder Glaube fieht, den, der, dich ewig zu beglücken nach Isdang zeit? Ach nur eine kurze Stunde gegen jene Ewig 2010 Feit Die Auferstehung. 197 keit. Aber an der kurzen len Rath wird der Richter Stunde hängt( dieß präge offenbaren. Jedem wird für tief uns ein) ew'ge Wonn' fede That dann Vergeltung und ew'ge Pein. los widerfahren; wie er bier den Saamen ftreut, ärntet er in Ewigkeit. 5. Gib uns Weisheit gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Schluß der Pilgerschaft wollest du uns unterstüßen! Laß auf dich uns freudig schaun, bein begehren, dir vertraun! 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler ster ben dann und beben. Heilig und gerecht ist Gott, und er sab ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wenn er ruft zur Rechenschaft? 6. Daß wir dein find, nicht der Welt, daß du uns wirst auferwecken, diese Kraft der beßren Welt, laß uns, wenn wir sterben, schmecken! Flöß uns ießt den Muth schon ein, in dem Tod getroft zu fein. 7. Und wenn wir vom Kampfplaß nun zu den Todten Gottes geben, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefft du einst: es ist vollbracht! 4. Wer hier seine Zeit verträumt, nur nach Sinnenfreuden schmachtet, fete nes Geiftes Wohl versäumt, Menschen quälet und verachtet, und sich renvoll nicht bekehrt, fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises frommes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Chriften wird kein Schmerz dort am Gnadentbor erschüttern. Heilig war ihm seine Pflicht; es verdammt fein Herz ihn nicht 6. Chriften, Christen, nicht! Laßt den das Urtheil fällen! 270 bringt Alles ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen Lieber duldet, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! Das Gericht. In voriger Melodie. mmer näher Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Alles, Alles flar, wie ich lebte, wer ich war. 2. Selbst des Herzens stil richtet Herrn 7. Laßt uns nur gewissen. haft stets nach Gottes Willen handeln, eingedenk der 33 Re Unsterblichkeit und Vergeltung. 198 Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, felbft die kleinste Sünde scheun, und Verehrer Jefu feyn! Mel. Wer nur den lieben Gott 271 Menn ich auf gen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verkün bigt, sein Gericht ist unaus bleiblich, firauchle nicht! 2. Der Weg der Tugend, den ich walle, sei raub und fteil, wo führt er bin? Zum Himmel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich geireu und standhaft bin, gestärkt, o Gott, durch deine Huld zur Selbstverläugnung, zur Geduld. 3. Oft will ich zu mir selber fagen: die Belt vergeht mit ihrer Luft! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur keines Frevels mir bewußt! Es kommt; es kommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 4. Einst werd' ich Jefu Stimme hören: der du zu meiner Rechten bist du warft gehorsam meinen Lehren: nimm hin, was dir bereitet ift! Komm, erbe meines Vaters Reich; sei felig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Bonne wartet meiner, wenn ich mit brüderlichem Sinn den Nächsten lieb', und gern mich seiner erbarm, und Jefu ähnlich bin. Wie ich hart und lieblos Betrübte fehn, und könnt' seyn? nicht 6. Dort, dort trifft den, der ohn' Erbarmen nie menschenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Noth der Armen, Bedrängte nie erquickt, noch speißt, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure Hand, verach tet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab euch nie erkannt! Für den, der Brü der nicht erfreut, ift freu denleer die Ewigkeit! 8. So wirst du jede Sün de richten, gerechter Richter, wenn du einst den Uebertretern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme fich er freun, dem Bösen Alles schrecklich seyn. 9. Gib mir, o Vater Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jedem guten Werke, bewährt und dir gefällig sei; so werd ich ewig selig seyn, mich ewig beiner, Gott, erfreun. Mel. Jill Das Gericht. Mel. Aus der Tiefe rufe ich err, 272 He und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jefu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen kann! 2. Mache mich von Sünden frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preifen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite auch an mir solche Lobgefänge dir! 4. Die dir folgen, führeft du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein, nur der Deine will ich feyn. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahrbeit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird keine Sünde fiegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und Lift: hier gilt kein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Völker hören erwartungsvoll und tief gebeugt: Kommt, erbt das Reich der Ehren! So spricht er zu der frommen Schaar; zu der, die ihm nicht folgfam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, fammern, flehn: Stürzt In eigener Melobie. Cu über uns zusammen, ihr 273 Schon ist der Tag Welten, fallt, daß wir ver1 be wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber ftehn im Licht des Fries 34 dens, 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig darin fort, bis mein Lauf, Herr Jefu Chrift, selig hier vollendet ift. 6. Fröhlich hör ichs dann von dir: Komm, Gesegne ter, za mir! Nimm an mei ner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Hell! 7. Und frohlockend preis ich dann, was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich. nts 199 tes Händen nimmt, nachdem er hier gehandelt. Er kommt, er kommt, des Menscen Sobn; er kommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. stimmt, da, wer auf Erden wandelt, sein 2008 aus Got 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln fich die Schaaren, die feit dem ersten Tag der Zeit der Erde Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, unzählbar, wie des Meeres Sand: hier stehn sie vor dem Nichter. 200 Unsterblichkeit und Vergeltung. bens, und ihr Angesicht Zeit bier gemißbraucht habe! frahlt feliges Entzücken. Weh dann mir, hab ich hier sie nicht treu verwendet, sorglos sie verschwendet! 6. Froblockend ziehn fie in das Reich, das Gott für fie bereitet, wo er fie, seinen Engeln gleich, von Licht zu lichte Leitet. Das Stück wird meiner heit; kein Kummer, keine Traurigkeit flört ihre sel'gen Freuden. 4. Möchte täglich dein Gericht mir vor Augen schweben! Möcht ich mich 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Zuversicht, so oft mich Leiden fränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedenk der Rechenschaft, nach deinem Wort zu wandeln! 6. Zeigt sich erst die Ewigs feit furchtbar in der Nähe, o, dann ist es nicht mehr Zeit, daß ich Gnad' erflehe! Wann der Tod schon mir 274 droht, kann ich deinen Wil len, Herr, nicht mehr er füllen. 7. Mein Gewissen ftrafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald durch dich Gnade such' und finde! Rufe du dann mir zu: bes ferst du dein Leben, so ift dir vergeben. 8 Einst am Tage des Gerichts, werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufs Wonnevoll, Šefu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! genommen. Mel. Mel. Straf mich nicht in deinem err, ich bin dein seyn, bestreben daß ich nie tböricht sie aus den Augen fege, nie fie frech verlege! 5. Lehre mich gewissenhaft meine Tage zählen, eingedenk der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute, barauf vorbereite! cein ist auch mein Leben! Mir zum Heil und dir zum Ruhm bast du mirs gegeben! Väterlich führst du -mich auf des lebens Wegen meinem Ziel entgegen. 2. Einst tommst du mit großer Kraft zum Gericht auf Erden: dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert werden. Dein Gericht schonet nicht; Richter aller Welten, du, du wirst vergelten. 3. Weh dann mir in Ewigkeit, wenn ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Buah Das Gericht. Mel. Wenn mein Stündlein Du bist ein Uebelthäter! 275 Gunders Flead verbannt, fühlt er, was er roß wird Gott und Seligen sonst nie empfand: gerecht fet feine Strafe. seyn, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewiffens Pein wird seine Seele zagen, wenn ihn, ben nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seiner Stunden sind, in dem Dienst der Eitelkeit, verge, bens ihm entschwunden! Er bat des Lebens Zwed verfehlt; o welche Reu ergreift und quält zu späf nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, worauf sein Wunsch fich lenkte? Wo bleibt der Stolz und Uebermuth, wo mit er andre fränkte? Gebeugt ist jeßt fein trobig Herz, und jede Luft wird nun in Schmerz, in Pein und Qual verwandelt. 4. Nun flucht ihm, wer des Lafters Bahn durch ihn verführt, erwählte. Nun llagen ihn die Seelen an, die er aus Boshelt quälte; und jeder Schmerz, durch ihn vermehrt, und jedes Glück durch ihn zerstört, tritt furchtbar ihm vor Augen. 5. Des Richters ernfte Stimme spricht: Beicht von mir, llebelthäter! und in ihm sein Gewissen spricht: Gofal 201 6. O Sünder, fichre Sünder, eilt, euch reuvoll zu bekehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euch durch den Wahn bethören: zur Beßrung fei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe. 7. Sie kommt, ihr mögt was Gott euch droht, bezweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Beßrung rauben! Jetzt noch will Gott Erbarmer seyn; will eure Sünden noch verzeihn. O suchet feine Gnade! Das fünftige Leben. In eigener Melodie: 276 2lle Menschen müffen ster Sen, ihre Herrlichkeit verblüht! Keiner fann den Himmel erben, der zuvor den Tod nicht sieht, Staub wird dieser Leib von Erde, doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und erhält Unsterblichkeit. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es beinem Rath gefällt, dir, mein Vater, 35 wies Unsterblichkeit und Vergeltung. 202 wieder geben, gern verlaffen diese Welt; denn nach die fem Erdenleben warten met ner böhre Freuden. als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. Ich, 3. Nichts soll mir den Troft entreißen, er soll mir ftets heilig seyn; Gott erfüllt, was er verheißen: sei ner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jefum ich erlange eine frohe Seligkeit, wenn ich diese Zeit. 4. Dort bei ihm ist wah- 277 Eich in der Welt, Viel. Wenn mein Stündlein in bin res Leben; Millionen stehen schon, ihren Netter zu erDeben, und erwarten ihren Lohn; hobe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu fingen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser, Jefu Chrift. und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärket mich im Leiden. mein Geist wird ewig blei ben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterb lichkeit und Ruh; was tein Sterblicher vernommen, Gottes Heil gewähreft du; Freudenärnten schenkt Gott denen, welche hier gefä't mit Thränen; alle Thränen trocknet er: Sünd' und Elend find nicht mehr. 6 Mögt ich doch, fie zu empfangen, diese große Herrlichkeit, bier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben; denn siur 7. Welche Trößtung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; fie verwandeln sich in Freu den! wenn ich chriftlich fie ertrug, bis Gott spricht: es ist genug. 2. Jeßt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt mei ne bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft es feble? Doch einst werd ich vollkom men rein, ganz beilig und ganz selig feyn? dies tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deis ner Höhe. Mein schwaches Herz feufzt feeubenleer, wenn ich den Morgen sebe. Ein Blick gen Himmel trö fet mich, denn meine Trä nen 1 Das künftige Leben. U 203 wie selig bin ich dann! Sn beinen Himmel aufgenom men, fang ich das beßre Leben an, wo nach der Laft, die mich hier prückt, ber Freuden Fülle mich erquict. 3. Wie Mütter ihre Kinder tröften, so tröstct deine Freundlichkeit mich mit der Bonne der Erlöften nach wohl vollbrachter llebungs zeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meis ne Klagen; da bringt mein froher Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit nie gefühlter Regung Dank. Frobh fauch' ich dann! es ist vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, fein Schmerz und keine Schwachbeit mehr, ich fühle bann die reinften Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr! Fest steht mein Glück und Herr, dein Hell bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen fassen, daß du ben, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh laffen, die dieses Leben noch umgibt! Dieß flöse Kraft und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn! nen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zufunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage, wenn fie in mir die Sorg erweckt, ob ich sie auch ertrage: fo stärke mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht erliege. 5. Wenn einft, der ießt noch ferne bräut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer fintet: so fterb' ich froh; die Ewigkeit zeigt mir bed Himmels Herrlichkeit, den großen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr' in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit bier unter Müh' und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil er wartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. Mel. Wer nur ben lieben Gott 278 Es ist noch eine Ruh' vorhanden für jeden gottergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Got tes Willen einst entreißt, und dann nicht mehr so eingeschränkt, als hier auf Erden, lebt und denkt. 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, 7. Mein Heiland, der du felbft auf Erden der Leiden 36 Joch Unsterblichkeit und Vergellung. 204 Joch getragen haft! will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage Laft: fo ftärke mächtig meis nen Geift, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Gib, daß in Hoffnung fener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist: fo lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. Taumel, wecken: dem Tag entflieht er nicht! 3. Dem Lafter folget Schande. Zwar geht es oft umber im glänzenden Gewande, gekrönt mit Rubm und Ehr'; doch wird den Bösewicht gewiß ein Tag mit Schrecken aus seinem 4. 3ch hoff ein ew'ges les ben! Kann meine Seele hier fich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begler des Daseins stets zu freun; so wird auch unsern Seelen ihr heißer Bunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu seyn. 5. Dieß trößtet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Ich darf nicht troftlos klas gen, und kann nun ohne Neid den nächsten glücklich sehn. Gott leitet und res hoff mein Schicksal: wie Mel. Zeuch cin zu deinen Thoren 279 Jes Leben und ers führet, dient mire zum Wohlergehn. eine Seligkeit, die einst der Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden, vollkommner zu werden, mit Ernst bemühet hat. 2. Die Tugend lohnt mit Freuden: doch kämpft sie hier noch oft mit unverdienten Leiden; das Glück, das fie gehofft, umwölkt der Haß der Welt: dort aber wird sie siegen, dort ärntet fie Vergnügen, wo sie den Preis erbält. 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenſchaft. Jf auch die Mühe groß, fo werd ich dennoch siegen. und göttliches Vergnügen ist nach dem Kampf mein Loos. 7. Wie ruhig fann ich sterben! Ich fürchte nicht den Tod. Die Seligkeit zu erben, eilt dann mein Geift zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von bef ren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihm würdig wandeln, o Herr der Ewigs keit! Eaß immer recht mich handeln in dieser Prüfungs zeit! Nach diesem kurzen Lauf Das künftige Leben. 205 Lauf wird ewig fel'ges Leben mens hoher Ruhm von laus mir dort bei dir gegeben; mich nimmt der Himmel auf! ter frohen Zungen. Da ftrahlt die Herrlichkeit des Herrn; da schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sie neu besungen. HelIn eigener Melodie. 280 ein ganzer wird entzückt, wenn er hin auf zum Himmel blickt, dahin dein Rath uns leitet: wo beine milde Vaterhand aus neuen Wundern wird erkannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden, doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben. Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und kein Grab. Dort trock neft du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, fein Geschrei; denn du, o Herr, machst Alles neu: das Alte if vergangen. Hinfort find Knechte, keine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. 4. In deinem höhern Seis ligthum schallt deines Nas ohn' Ermüden sehn wir droben, Gott, wie hoch du bift zu loben. 5 Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Gemüthe. Nichts stört den Frieden unsrer Bruft und unsre tausendfache Luft an deiner großen Güte. Kein Neid, kein Streit bemmit die Triebe dieser Liebe un ter Seelen, die dann wei ter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frome men, die ich hier beweint, die find ich droben wieder. Dort sammelt deine Vaterhand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle beine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, mit den Engeln mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. Mel. Wer nur den lieben Gott 281 Nach einer Prü fung furzer Tage erwartet uns die Ewigkeit. Dort bort verwandelt sich die Klage in göttliche Zufriedenbeit. 37 Hier 206 Unsterblichkeit und Vergeltung. Hier übt die Tugend ihren und lieblich Wesen, Heil die Fleiß und jene Welt reicht Fülle am Throne Gottes ihr den Preis. mich erfreun. Dann läßt Gewinn stets auf Gewinn mich fühlen, daß ich ewig bin. 2. Wahr ists, der From me schmeckt auf Erden schon manchen fel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, find ihm ein un. vollkommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh nimmt in der Seele ab und zu. 3. Bald flören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in feinem eignen Herzen ein Feind, der öfters siegt, als fällt; bald sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Lafter öfters glücklich ist, wo man den Glücklichen beneidet, und des Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigner Schwachheit feyn. 5. Hier such ichs nur; dort werd ichs finden; bort werd ich, beilig und verklärt, der Tugend ganzen Werth empfinden, den unaussprechlich großen Werth: den Gott der liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn 6. Da wird der Vorsicht beilger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt seyn, mid 7. Da werd ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ge schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 8. Da werd ich zu dem Throne dringen, wo Golt mein Heil sich offenbart; ein Heilig,' Heilig, Heilig! fin gen dem Lamme, das erwür, get ward, und Cherubim und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 9. Da werd ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen fiets fromm umzugebn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich geben hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, taß er mir ihn wies; da find ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 11. Da ruft, o mögte Gott Das künftige Leben. 207 Gott es geben! vielleicht Auge fehn, deine Huld auch mir ein Sel'ger zu: sei überschwenglich und die Heil sei dir, denn du haft Wohlfahrt unvergänglich, mein Leben, die Seele mir gerettet, bu! Gott, wie muß dies Glück erfreun, der Retter einer Seele seyn! die dem, der dich redlich liebt, deine Vaterhand dort giebt. 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offenbart an uns soll werden, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Wie nichts, wie gar nichts gegen fie, ist doch ein Augenblick voll Müh! 4. Dann wirst du dich unsern Seelen offenbaren, wie du bift. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomme nen Seligkeiten wird uns dort der Mittler leiten, der uns dies Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, eine Seele seyn, Dienft und Dank und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein. Leben willig für uns hingegeben. Mit ihm, unferm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 6. O, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweinten Thränen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Paimen, unser Klagelied in Psalmen, unfre Angst in Luft verkehrt, die forthin tein Kummer ftört! 7. Was ist unser Loos auf Erden? Obs auch noch so köftlich sei, ifts doch nie ganz von Beschwerden, Sorgen, Furcht, und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Weinen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo fein WechMel. Alle Menschen müssen sterb. 282 D wie unaus sprechlich felig werden wir im Himmel seyn! da, da ärnten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren, unser Leben ewig währen. Gott, zu welcher Seligkeit führst du uns durch diese Zeit. 2. Hier ist zwar, was du den Frommen bort für Glück bereitet haft, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden fast det. nes Himmels große Freuden? Doch nach dieses Lebens Leiden werden Alle, die dir traun, mehr noch, als fie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück erböhn. Mit erstaunendem Gemüthe wird dann unser Unsterblichkeit und Vergeltung. 208 Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreut über das erbabne Glück; das bir einst dein Gott verleihet! Richte deis nes Glaubens Blick oft nach jener Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem was broben ist. Mel. Schon ist der Tag von Gott 283& th, freuet euch, einft reift die Saat zum Tag der froben Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben. belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geift Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Coffnung leben!( Sott wird die größte Seligkeit dem Tu gendfreunde geben, der das was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod treu suchte zu erfüllen. 9. Obne Heiligung wird Keiner, Herr, in deinen Himmel gebn; o so mache immer reiner bier mein Herz, dich einft zu sehn! Hilf, o Bater, meiner Seele, daß fie nicht den Weg verfehle, 284 U der mich sicher babin bringt, wo man ewig dir lobfingt! 2. O Glaube, ber das Herz erhebt: bu, Gott, schufft uhfre Secle; du, der erhält, was ist und lebt, erhältft auch unfre Seele; zum steten Wirken, schufft du fie. Hell uns! Darum vergebt fie nie; fie lebt für Ewigkeiten. 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laß uns mit Eifer ringen; laßt, Chriften, uns in dieser Zeit treu unfre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müh' ein guter Gott belohnet fie in jenem beßren Leben! Mel. Der unsre Menschheit 284 nfterblichkeit! keit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geift zu Gott erbebet, der Troft für alle Schmerzen schafft, mit bo bem Muth, mit Gottestraft zum Todeskampf belebet! Fühlt des Gedankens Selig feit; denkt, Menschen, daß ihr ewig seid! 2. Sei's, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einft der Sonne Licht, wir, mebr als Erd und Sonne, wir leben für die Ewigkeit! Schon in des Dafeyns erster Zeit fühlt dies das Herz mit Wonne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preift. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt Das künftige Leben. 209 mischt sich in den Schmerz nem Angesichte; führst mich gefang an unsrer Brüder Grabe der Ewigkeit Tri umphlied ein. Nur unser fterbliches Gebein, wird Erde, deine Gabe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geißt em por zu fener Welt. vom Glauben hin zum Schaun, vom Dunkel hin zum Lichte. Dich preif' ich dann und deinen Sohn, der mich des Himmels Vorschmack schon im Glauben läßt genießen. 4. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! und unser würd'ger Lobgefang fei hier ein beil'ges Leben! Gott, heiligfter! wir weihn uns dir; nach Jefu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend edeln Saamen freun; dort wird die Aernte uns erfreun. und 4. An Kenntniß und an Herrlichkeit wachf' ich durch Ewigkeiten. Verwandelt ift in Glück mein Leid, in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit bat nie ein End, ist ohne Zeit; kein Tod ist mehr, kein Weinen. 5 Dann heb ich meine Händ' empor, und falle jauchzend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und unfern bohen Lebgesang, voll Halleluja, Preis und Dank, hallt jeder Himmel wieder. Mel. Schon ist der Tag von Gott 285 enn oft zu je ner Seligkeit mein Geift empor sich schwinget, und über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein Loblied finget; dann fühl ich mich hier nur als Gaft, und Mel. Mein ganzer Geist leicht wird dieses Lebens 286 Wie freu ich mich, Laft, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig seyn, wer sich im Guten übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. O Vorschmack jener Him melslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnft du mein Vertrauen vor dei zeit, wenn bald der Herr der Herrliit mir winket beimzugehen Gedanke, wie entzückest du Gott läßt bes letzten Abends Rub' mich in der Nähe seben! Tröftlich, köftlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 2. Drum, o mein Geift, ermanne dich! Nimm deine Laft 210 Unsterblichkeit und Vergeltung. Laft, und gürte dich zum leß- Geiz dir Schäße. Dro ten Wallfahrtstage! Bald legst du deinen Pilgerstab, legst deine Laft auf ewig ab, mit aller ihrer Plage. Bange lange Pilgerstunden find verschwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschlummer. ben toben keine Feinde; Engel, Freunde, Brüder üben ewig sich mit bir im Lieben. 3. Und wenn nach einer kurzen Raft du, Müder! ausgefchlummert haft, weckt dich ein schönrer Morgen. Dann schreckt dich Finster niß nicht mehr, kein banger Traum schwebt um dich her, dich beugen keine Sorgen. Eine reine Frühlingswonne ftrömt die Sonne dort herunter, lächelt ewig, geht nie unter. 6. Hier nähret oft zu feis nem Schmerz, statt eines Freunds, das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welft in einem Augenblick sein treußter Freund, mit ihm sein Glück, gleich einer Frühlingsrose. Dris ben lieben deine Werthen, die Verklärten, dich auf immer, deine Seligkeit wankt nimmer. 7. Wie freu ich mich der Wonnezeit, wenu bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Ge danke, wie entzückeft du: Gott läßt des legten Abends Rub' mich in der Nähe fes hen! Tröftlich, köstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 4. Dann fämpfft du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Heer, kennst keine Noth, kein Leiden, mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten hin, trinkst stündlich neue Freu den. Reiner, feiner fühlft du immer: wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ew'ger Friede. 5. Dort mit gift'gem Blick die Mißgunft nach der Geifter Glück; dort flicht der Neid nie Neße; die Nache gräbt dir da kein Grab, kein Stolzer drückt auf dich berab; dort stiehlt kein 8. Nun trag ich meiner Bürde Laft, die du mir, Gott, gegeben haft, froh bis zur Wallfahrt Ende. schielet nicht war sie sonst schwer, jept ist sie leicht; denn meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ihre Hände. Tröftlich, köftlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, fie mit Himmelskraft beleben! Mel. Das künftige Leben ghiningi 121 Mel. Sei Lob und Ghr' dem er 287 Quell ift, Gott, bei dir: dort in dem höhern Leben wird deine Baterhuld auch mir in vol lem Maße geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Seele Sehn fucht stillt, und sich ohn' Ende mehret. 2. Dich lern ich dann im hellern Licht, in deiner Gröse kennen, und mit vollkommner Zuversicht dich meinen Vater nennen. Mit hoher Freude bet ich dann auf ewig deine Güte an, die mich zum Himmel führte. 3. Wenn mein erhöhter Geift da siebt, wo er hier Atill vertrauet, wenn er dein anumschränkt Gebiet weit heller überschauet; Gott, welche Wonne ist dann mein! wie werd ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 4. Noch größre Werke seh ich dann von deiner Vatergüte, als ich auf Erden sehen kann und mein entverliert voll 211 felbft durch Leiden dieser zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bereitet. 6. In höherer Vollkommenheit werd ich dann, Gott, dich lieben, und was, dein Wille mir gebeut, mit frohem Herzen üben. O wels che Quelle reiner Luft, fich keiner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern jener Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort, ihnen zugefellt, in reinfter Freundschaft leben. schlägt dann froh in meiner Bruft mein ganzes Herz voll Lieb' und Luft, die ich mit ihnen theile. 8. Ja, ewig, ift mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir sets unverfiegt und helle. Mein Glück währt ba in Ewigfeit; nichts fehlt ihm an Boukommenheit. Herr, hilf es mir erreichen. Dank und Freude fich in 288 benen, Mel. Schen ist der Tag von Gote ergelien wirst deiner Herrlichkeit, die ich- im vollen Glanz erblicke. 5. Da werd ich deinen beil'gen Rath noch mehr, als hier verstehn, bir danken, daß du mich den Pfad der Tugend bießeft gehen, und Gott, die hier die Tugend übten; doch auch bestrafen nach dem Tod, die stets dase Lafter liebten. Vergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliebn Unsterblichkeit und Vergeltung. 212 fliehn und deiner beil'gen Ordnung. 2. O schrecklich wird es für sie seyn, sich selbst dann anzullagen, die Leiden alle, jede Pein, durch eigne Schuld zu tragen: die fie verfübrten, felbft zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn, und ihrem Beispiel fluchen. 3. Web dem, der nun ein höhres Glück als wirk lich vor sich fiebet, und doch bemerkt wie es zurück vor ihm Unwürd'gen fliehet, wie Sinnenluft im Tod zerfloß, und Freuden, die er bier genoß, er nun vergebens beischet! kraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: 0, Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Feuer, welches brennt im Innersten des Herzens; das sind Ge fühle, die nur fennt der Jams merfobn des Schmerzes! O Vater, Vater, welch ein Bild! wenn sichs so jammervoll vergilt; von feiner Pflicht zu weichen. 8. Was könnt uns also eine Welt mit ihrem Reichthum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schatz, besigen? Nur sie währt ewig, fie bes glückt! O, hilf mir, Gott, daß fie mich schmückt und schüßt vor solchem Elend.. 4. Welch Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bewußtsein sehen: Auch dir gab Gott der Mittel viel, zum Heile einzugehen; und 289° 289 doch selbst keines Troftes Spur, des innren Richters Stimme nur zu fteter Qual zu hören! 5. Verbunden überdieß zu fein mit vielen Lafterbaften, die nur an Bosheit fich erfreun und Wuth der Leidenschaften, und gegenseitig fich zur Laft, weil jeder nur den andern baßt, zur ew' gen Marter werden. 6. Und wer in dieser Sei dennacht sein Unglück ganz empfindet vom Lafterschlafe nun erwacht, und sich doch Mel. Gottlob ein Schritt zur ollendet freudig bleibt, Christen! Gott ergeben, einst wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret wonnevoll des Richters; denn wer glaubt, der foll Gott nicht als Richter fürchten. 2 Die ftillfte That, der Pflicht geweiht, wird Gott cinst offenbaren, Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. welch ein Ruhm, den fie gewinnt! Selbst heilige Ges Das fünftige Leben. med en maitemi Gedanken find bestimmt, belohnt zu werden. 3. Wen teine Wolluft, wen kein Geiz, kein eitles Lob bethörte; wer, selbst bei aller Lüffe Neiz, die Stimme Gottes ehrte; wer strebte, mäßig, keusch und rein, demüthig, sanft und mild zu seyn, dem wird Gott reichlich lohnen. 213 half und brüderlich die Leidenden erquickte, das siebet der Gerechte an, als hätt er solches ihm gethan; und er wills ihm vergelten. 5. Laßt, Chriften! tugendhaft und rein uns wanSeln hier im Leben; dort wird uns Gott Bergelter seyn und ewige Wonne ge* ben; bort reift die hier ge4. Wer eines der Ge- ftreute Saat, dort lohnet ringsten fich erbarmte; was jede gute That mit himmihn drückte, ihm tragen lischem Entzücken. 1461 Zweite Abtheilung. 3 weite ieder über die christlichen Lebenspflichten. sansf Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. DEOARE Met. Schon ist der Tag von Gott 290 Wet Per Jefum kennt, verehrt und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet; wer in der Frömmigkeit sich übt, und sich der Tugend freuet, nie feines Dafeyns Zweck vergißt, nur der wird als ein wahrer Chrift fiets den ten, leben, handeln. 2. Gott ist es, den er findlich ehrt; bekannt mit feinem Willen, sucht er als Chrift, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht, und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ift des Chriften Herz, wie liebreich ges gen Brüder! Er theilt mit ihnen 214 Gesinnung und Verhalten des Christen ihnen ihren Schmerz; und freuet sich auch wieder, wenn ihnen auf des Kummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Klagen schweigen. 4. Er dienet ihnen, wo er kann, hört des Bedrängten Flehen, als Menschenfreund, erbarmend an, fann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die Laft der Sor gen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. 5. Er betet, und er be tet gern, weil ihn sein Herz dies lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verebret, entfernt von aller Heuche lei, vom Wahn des Aberglaubens frei, mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Gelegenheit, den Vortrag teil' ger Lehren, und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffentlich zu hören. Der Brüder Andacht reizt ihn, sich der Zerstreuung zu entziehen, im Guten fich zu stärken. I 7. Gott, laß mich jede Chriftenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtfinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, laß meine Pflicht mir beilig seyn; als Chrift ftets beuken, handeln. 291 Mel. Erschienen ist er herrlich p Empfinde deinen hoben Werth; Gott felbst, o Menich, hat dich geehrt, hat mit Verstand bich ausgeschmückt, und über Staub empor ge rückt. Vergiß es nie! 2. Duschmähest, was bein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab. wenn deines Lebens furze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit votüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn treu der Wahrheit weihn, ihn bilden, und ihm Licht verleihn, so viel du fannft. 4. O fieh umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder find! Ihr Geift umhüllt von dunkler Nacht, ist immer noch nicht aufgewacht! Bedaure fie! 5. Entreiße dich der Dun kelheit! Erwache, Sohn der Ewigkeit, und strebe mit entzücktem Sinn zum hoben Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Frob gefüßl sollst du sie sehn, und ihres Schöpfers Ruhm erhöhn und dankbar seyn. 7. Er lenft mit Liebe, was er schuf, und bir er tönt im Allgemeinen.ADO A 215 tont der fanfte Ruf: o Herrn wohl mit ihrem Munfiebe, wie dein Gott regiert, de ehren, aber ihm nicht und Alles, Alles herrlich gleich gefinnt, nicht der, Tuführt und nichts verfäumt. gend Freunde find! 8. Bedenke, was bie Menschheit ehrt und reine 2. Ferne sei von uns der Wahn: fich mit dem allein Freuden ihr gewährt! Er zu trößten, was einst Jefus bebe deines Geiftes Blick vom wandelbaren Erdenglück zum höchsten Gut! hat gethan, einen Chriften und Erlöften sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Chriften Pflicht! 9. Dich selbst, dein Sire ben, deine Kraft erforsche flets gewissenhaft, und lerne schnödem Wahn entflohn, von Jefu die Religion, die dich verklärt. 3. Schände nie, wer Jesum kennt, Jefum durch ein Sündenleben! Wer den Göttlichen bekennt, der muß fich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus ging voran. 10. Ja, sei ein Chrift, ein wahrer Chrift; dann sies heft du, was Weisheit ist, dann stürzet des Unglaubens Reich, dann schwingt dein Geift fish, Engeln gleich, zum Licht empor. 4. Gott, ergreife meinen Geift, daß kein unfruchtbar rer Glaube, der dich nur durch Worte preift, mir den frommen Eifer raube, Chrift durch Wert und That zu seyn, iedes linrecht stets zu scheun! 11. Weisheit Jesu, leite mich! Ich bin ein Chrift und liebe dich. Ich fühle fie, die rege Kraft, die Gott in meiner Seele schafft, dir treu zu seyn. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblüb'n, und meines Lebens Hauch entfliehu; o Weisheit, du wirst mich erfreun und meines Geistes Zierde feyn in Ewigkeit. In eigener Melodie. 293 Wer hat ben deffen Früchte beweisen, daß daß er und einst vor seinem Angesichte der Tugend hohen Preis erhält? 2. Der Met. Meinen Sejum laß ich nicht cerne sei der Irr5. Was wir fäen, ärnten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich fä'te hier für das fünft'ge beßre Leben. Laß mich reichlich Saamen streun, und mich dort der Vernte freun! auch diese Chriften wären, welche Jesum zwar als 216 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Der, der durch seines ist des Glaubens Preis beGeiftes Triebe zu allem stimmt. Guten sich entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist. 3. Der, der vor Gott ansträflich wandelt, nichts lieber thut als seine Pflicht; der heilig denkt und beilig handelt und gern die Wahr- 294 Höfer, t Mel. Freu' dich sehr, o meine bent an die Güte, die du mir bisher erzeigt, o so wird mein ganz Gemi the zu der tiefften Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gr. bot verlegt, und dich, der mich so geliebet, mit Vergehungen betrübet. 4. Der alle Menschen Herzlich liebet, gerecht, gelind, voll Nedlichkeit und mild ist, keinen je betrübet, und, andre zu erfreun, sich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schäßt, nicht läftert und nicht stolz sich blähet und seinen Nächften nie verletzt; 6. Der die Verehrer Gottes ehret, und thut, wie sie, was Gott gefällt; der, was er seinem Nächsten schwöret, und schwür' er sich zum Schaden, hält; 7. Der nie, um Troße der Gefeße, auf ungerech ten Wucher leiht, und durch gerecht erworbue Schäße der Armen traurend Herz erfreut; 8. Der die Bedrängten und die Armen erquickt, in Schuß die Unschuld nimmt: der findet auch bei Gott Erbarmen, dem 9. Der, der im Glücke stets bescheiden, in Trübfal stets geduldig ist, der, Gott! erbt deines Himmels Freuden: der ist dein Kind, der ist ein Chrift! 2. Alle meine Seelenträfte, meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fertig seyn! doch hab ich der Eitelkeit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnöden Dienst der Sünden lich ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Bater, Von wie manchen neu. schweren Sorgen machteft du das Herz mir frei! Was mir nüßte, gabst du mir; aber, ach, wie danki' ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlihuns 3wed vergessen. 4. Bei so hellem Licht der Gnaden sollt ich ja bie Sünde im Allgemeinen. 217 Sünde fliehn, und um Ret du siehest jede That, kennft tung von dem Schaden mei ner Seele mich bemühn. Deine Güte lockte mich oft zur Buße, aber ich floh vor ihrem fanften Locken, suchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sünden, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vergib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sündenpfade schnell zurück durch deine Gnade! 6. Dir ergeb ich mich aufs neue. Gib, daß mein gebeugter Geist deiner Vaterbuld sich freue, die dein trös stend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder starb, Fried' und Freude im Gewissen, ach das laß auch mich genießen! 7. Stärke felbft in meiner Seele ben Entschluß, mich dir zu weihn: gieb, daß mir's an Kraft nie fehle, folgsam deinem Wort zu seyn! Stehe mir stets mächtig bei; mache du mich selbst getreu! Dich zu lieben, dir zu leben, sei mein ernstlichstes Bestrebent Mel. O Gott, du frommer Gott ott, du erfor fchest mich; dir 295 kann ich nichts verhehlen; jeden Rath der Seelen. Sch flche, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich: entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. Gott, Namen. 2. Ich bin ein Chrift, o getauft auf deinen Erfüllt' ich jede Pflicht des Christenthums, und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuch ler nur; so ehr' ich Chris stum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, geliebt, und durch ein weises Leben der Tugend mich ges weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebeffert und erfreut? War ich, was er befiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Dankt' ich dir für mein Glück, für jede meiner Freuden? Vertraut' ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? War ich beim Reiz der Welt aufs Ewige bedacht? Und hab ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 5. Gebraucht' ich meinen Geist mit allen seinen Kräften zu meiner Brüder Wohl, Hab ich für meinen Leib mit zu nüßlichen Geschäften? Weisheit stets gewacht, und keine böfe Luft genährt und angefacht? K 6. Hab 218 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Hab ich die, welche mein, und mich durch ihn du zur Aufsicht mir ver- gestärkt zum Fleiß der Beßtrauet, durch eignes Beis rung seyn. fpiel gern gebeffert und er bauet? Sorgt' ich stets für ihr Wohl und ihre Selig: und ich Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit. edle 7. Blieb ich der Wahrheit treu? War ich voll Menfchenliebe, nnd regen sich in mir des Mitleids Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. War ich der Unschuld Trost, und hab ich sie vertheidigt? Hab ich durch Härte nie den Dürftigen beleidigt? Floh ich den Uebermuth, des eitlen Stolzes Reiz? Verschloß ich Aug' und Herz der Mißs gunft und dem Geiz? In voriger Melodie. 296 Wer Gottes e ge geht, nur der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn, ihm selbst von Gott befchieden! Voll Glaubens witerstebt er jeder bösen Luft, ist fei ner Tugend fich, sich ihres Werths bewußt. 2. Er merkt auf ſeinen Gang, geht ihn mit fe stem Muthe; wird in der Schwachheit stark, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Gottes. Geist gerecht und tugendhaft, und er nimmt immer zu an Einsicht und an Kraft. 9. Hab ich, wie Jefus hat, gesegnet, die mir fluchten? geltebet, Jesu gleich, die mir zu schaden suchten? beherrschet stets den Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerädt? ver: mieden Zank und Streit? 10. Allwissender, wer kann, wie oft er fehlet mer. ten? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werken! Vergebung ist bei dir; laß ihren Troft auch 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Sinnlichkeit, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er fehlt, den Fehler zu bcreun, und firebt mit ernfiem Fleiß, der Tugend sich zu weihn. 4. Getreu in feinem Stand, genießt er Gottes Gaben vergnügt; wenn an dere gleich mehr Glück und Ansehen haben, als Christ, bei Wenigem zufrieden, frei von Reid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkejt. 5. Schenkt im Allgemeinen. 5. Schenkt Gottes Hand bringen, den Tugendpfad, ihm viel, so wird er vielen nüßen, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen. Auch selbst Beleidiger wird er in Noth erfreun, und wie sein Gott gefinnt, wird er auch gütig feyn. den ich so oft verlor, will ich, o ott, mit neuer Treue gehn, und groß durch sie der Sünde Reiz verschmähn. 2. Wohin sich nur mein Auge wendet, erblick ich deiner Liebe Segendspur. Wer wachte für mein Glück? Wer spendet der Freuden Fülle aus durch die Natur? Gott, deine Liebe! Liebe weih ich dir mit Freudenthränen, Ewiger, dafür! 3. Wenn einst vielleicht fich bang und leise zu meinem Herzen trübe Sorge schleicht, Gefährtin meiner Pilgerreise nun Schwere muth wird, und jede Hoffnung weicht; dann will ich auf zu dir, mein Vater, schaun, und selbst im Schmerz dir kindlich noch vertraun. 4. Nie will ich fragen: ob zu Freuden der Pfad der Tugend und des Rechttbuns führt? Nie zaghaft, ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel fich verliert. Du winkst, 0 Gott; Gehorsam ist mir Pflicht: mein Glaube gibt. mir Muth und Zuversicht. 6. Er fränkt den Bruder nicht, er schüßt sein Glück, sein Leben. Er ist, nach Jefu Sinn, stets willig zum Vergeben, voll Achtung eb ret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Heilige, ist gegen mich ja mild. 7. Sm Guten sucht fein Herz die Brüder zu bestärfen; er muntert Alle auf zu guten, edlen Werken. Mit Christenfinn nimmt er an ihrer Tugend Theil, und denkt: wir haben ja nur Einen Herrn, Ein Heil! 8. Das Heil der Ewigfeit, bas bier der Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß keine Noth ihn schrecket, gibt ihm im Leiden Muth und stillet je den Schmerz. Im Tode freut sich noch sein Gottergebnes Herz. In eigener Melodie. 297 s hebt fich auf der Andacht Schwingen, Unendlicher, mein Geift zu dir empor, den frommen Borsaß dir zu 219 5. Dir will ich suchen nachzuahmen, of Jesus! Menschenfreund, ber du fo gern den Leidenden, die zit dir tamen, Erretter warst, nie soll mein Herz mehr fern dem Armen, der ber2 Laffen 220 Gesinnung und Verhalten des Christen laffen trauert, feyn, ich Mel. Alle Menschen müssen sterb. will ihm Hülfe, Troff und 298 Gemütbe fehnerhebe mein Liebe weihn! 6. Mit warmem, liebe vollem Herzen, will ich mich immer mit den Frohen freun, der unverbienten Kränkung Schmerzen nicht ahnden, dem Beleidiger verzeihn. Bescheidenheit und Sanftmuth sei mein Ruhm, Gewissensrub' mein großes Eigenthum! 7. Die Kräfte, die du mir gegeben, will ich getreu zu nüßen mich bemühn; zu großen Zweden war dies Leben von dir, o Gott, aus Liebe mir verlichn. Um herrlicher dort wieder auf zublühn, sinkt es auf deinen Wink zum Grab einst hin. 8. Wenn von Versuchungen umgeben, mein Blick in Labyrinthe sich verirrt; der Sünde Reiz zu widerstreben, die täuschend lockt, oft schwer den Herzen wird: blick ich zu dir; du wirst mir Muth verleihn, kein Opfer, das die Pflicht gebeut, zu scheun. suchtsvoll, mein Gott, zu dir. Ich verehre deine Gü te; o wie theuer ist fie mir! Gott der Liebe und des Lebens, keiner harrt auf dich vergebens; nur Vèr ächter deiner Huld stürzet ihre eigne Schuld. 2. Zebre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir; leite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ'! Gott, du siebest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Batertreu ist ewig, wie du selber bift. 3. Ach, gedenke, Herr, der Sünden meiner Su gendjahre nicht! Laß mich Gnade vor dir finden; geb nicht mit mir ins Gericht! Alle Sünden, die uns reuen, willst, du väterlich verzeihen. O so pöre denn auch mich! Meine Seele hofft auf dich). 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ift seine Seele werth. Gnädig willst du ihn vergeben, wenn er fich zu dir bekehrt. Mit 9. Ja, treu zu seyn, bis einst am Ziele auch mir dort der Vergeltung Palme weht, ten auf dem Sündenwege gelobt mit heiligem Gefühle machst du sein Gewissen dir jetzt mein Herz, das kind rege Wohl dem, der zu lich zu dir fleht; gib Kraft seiner Pflicht umkehrt! Den dazu, und leit an deiner verwirst du nicht. Hand den müden Pilger 5 bin ins Vaterland! Allen, die zu dir fich wenden, über ihre Schulb bes mig im Allgemeinen. 221 stets mit Kraft und Zeit soll ich für die Ewigkeit. betrübt, willst du Troft und mir vergebens! Wuchern Rettung senden, wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenket deine Güte dem geängsteten Gemüthe, dem du feine Sündenlaft liebreich abgenommen hast. 3. Und ich lebte nur auf Erden, um den Sinnen wohl zu thun, konnte träg und sicher ruhn; suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelkeit, den ein Augenblick zerstreut! 6. Herr, zu was für Seligkeiten du in jener beffern Welt jeden Sterblichen willst leiten, der dir Treu und Glauben hält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund machst du deinen Kindern fund. 4. Gott, wie war mein Geift verblendet! Wie viel Tage find mir schon ungenüßt zum Heil entflohn! wie viel Kräfte schon verschwendet! Doch mich rus fet noch die Pflicht, und ich fäume länger nicht. 5. Zu befreien mich von dem Hange meiner fündlichen Begier, wurde täglich schwerer mir; und ich weiß ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. 7 Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich beilig vor dir leben, treu feyn meiner ganzen Pflicht! Keine schnöde Luft der Sünden foll mich ferner überwinden. Nimm du dich nur meiner an, daß ich standhaft bleiben kann. 6 Drum will ich nicht Mel. Sollt' ich meinem Gott länger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ew' 299 B auf nun eilen, auf ilden soll ich ges Seil betrügt; eilen will 1 der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 7. Ich will flets mich selbst bezwingen; eingedenk der Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Kraft; will mich durch Versuchung ringen, um vor dir einst zu beftehen, und zum Leben einzugehn. K 3 Melden, Gott, für deine Ewigfeit; hier, in ungewisser Zett, täglich weiser, beffer werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 2. Jede Stunde meines Lebens. selbst minuten, zähltest du, wogest jede Kraft mir zu; keine gabst du 222 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. O Gott, du frommer Gett ch blick empor zu Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, 300 Gut, das bier den Sterblichen beschieden, erwarb ich mir noch nicht! bleibenden Gewinn Den gab ich, von Schein ge täuscht, für kurze Luft oft hin. der Allen, die durch der Prüfung Land zum großen Ziele wallen, Vergelter, Richter ist, und fleh voll Innigkeit! gedent der Sünden nicht, die tief mein Herz bereut! 2. Wie oft gelobt' ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gefeß, o Gott, sei stets bein Wille! Du kennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsaß rein, dir treu auf jedem Pfad, den du mich führft, zu sein. 3. Und dennoch fehlt ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach, böse Lüfte, die fo tief verborgen schliefen, erwachten, aufgereizt vom Sturm der Leidenschaft; betäubt und überrascht erlag bald meine Kraft. 4. Nun schau ich prüfend hin auf die durchlebten Tage; fie bringt kein Wunsch Klazurück und keine bange ge; doch ihre Thaten führt mit richterlichem Blick mir ernst und warnend oft Erinnerung zurück. 5. Der Edle, der sein Herz schon früh der Tugend weihte, fühlt hohe Seligkeit, sieht er an ihrer Seite auf die durchlaufne Bahn mit filler Heiterkeit. Er hat gefät in ihr für eine Ewigkeit. 7. Ich unterließ die Pflicht, die Neizungen zu Sünden, durch Weisheit und durch Muth gestärkt, zu überwinden, ergebungsvoll und still mit ruhigem Vertraun, auf dornenvollem Pfad zu Gott empor zu schaun. 8. Verzeih, Allgütiger! Du siehst der Rene Zähren., Du wirst dem Schwachen Kraft und Hülfe gern ges währen. Mit neuer Treue will ich deine Wege gebn; laß einst am großen Ziel, o Gott, dein Heil mich sehn! Mel. Nur ist der Tag geenbet Dein 301 Mott, Ba. ter, will ich dir zum Eigens thume weihn. Es forderts ja dein Wort von mir: brum sei es ewig dein! 2. Zwar hat es durch den Hang der Welt, durch Luft und Eitelkeit, die, Heiliger, dir nicht gefällt, sich oft, ach oft, entweiht. 3. Doch sieh, es fühlet feine Schuld, gelobt dit Beffe mija im Allgemeinen. un Besserung und fleht zu dir um Gnad' und Huld, um Kraft zur Heiligung. 4. Verwirf, verwirf mein Fleben nicht; sei mir mit Gnade nah! Zu dir steht meine Zuversicht; mein Vater bist du ja. 8 Hilf, daß ich gegen jedermann, von Stolz und Neide frei, aufrichtig und so viel ich kann, zu dienen willig fei! 9. Hilf, daß ich wohlzu thun mich freu, und, fern von Nachbegier, selbst meinem Feinde gern verzeih; denn du verzeihst auch mir 10. Dich, Gett, verehren, sei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein ganzes Christenthum dir woblgefällig- fei! , 11. So nimm es denn zum Tempel ein, mein Herz 223 5. Dies bürgte mir, gefandt von dir, dein Sohn Mel. Wer nur den lieben Gott mit seinem Blut; verleib 302 Mein Gott, zu dem ich durch deinen Geist nur mir zur Beßrung Kraft und Muth! 6. Hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben fiets getreu, und gegen Lift, Gewalt und Spott im Guten standhaft sei! 7. Hilf, daß ich sei im Leiden fest, durch Hoffnung und Geduld; mein Trost, wenn Alles mich verläßt, sei deine Baterhuld! hier in der Zeit; und laß es deine Wohnung feyn auch in der Ewigkeit! 12. Weg Welt und Sünd'! Euch dien ich nicht! Nur Gott, nur Gott allein: dies, dies ist meine Zuverficht, fann ewig mich erfreun. nend flebe, erbarme deines Kindes dich! Ach, fich auch jetzt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater; gebe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft haft du mir schon vergeben, wenn reuvoll ich um Gnade bat; wie oft versprach ich dir ein Les ben, gereiniget von Missethat; wie feierlich war dann mein Eid des Glaubens und der Frömmigkeit! 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd' und ihre Luft mit ihr, riß meis nen frommen Vorsatz nieder, und herrschte, wie zuvor in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nach. 4. Wie viele fündenvolle Tage durchlebt' ich, Vater, als im Traum, und fam melte mir Schmach und Plage, und fühlte dies mein Elend kaum! Verwundet & 4 blus 224 Gesinnung und Verhalten des Christen blutete mein Herz: betäubt im Glauben täglich an: erempfand ich keinen Schmerz. ball mich, Herr, auf ebner Bahn! 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den dein gerech ter Ernst mir droht. Jeht Mel. Freu' dich sehr, o meine ist um Troft mir Sünder 303 Shaffet, ſchaffet bange; wer rettet mich aus meiner Noth? Mein rich tendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 6. 3u wem, o Vater, foll ich fliehen? Wo findet meine Seele Ruh? Wer kann sie aus dem Elend zie hen, in dem sie seufzet, als nur du? Mein ganz Vertrau'n seg ich auf dich: du, Freund des Lebens, rettest mich! 7. Für Alle, auch für meine Sünden, floß einst des Welterlöfers Blut. laß durch ihn mich Gnade finden, du meiner Seele höchstes Gut! Noch einmal, Bater, sprich zu mir, auch diese Schuld erlaß ich dir. 8. Gott fei mein Zeuge, da ich schwöre: mein Herz foll dir gebeiligt sein! Dir, deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Leben weihn; der Sünde will ich widerstehen und standhaft deine Wege gen! 9. Vergiß nicht wieder, meine Seele, wie oft du fchen gefallen bist! Vergiß nicht mehr des Herrn Befeble, nicht mehr, daß er bein Retter ist! Ruf ihn der! schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sichre Sünder, auf die ungewisse Zeit! Unverweilt bekehret euch! Ringet nach dem Himmelreich! Strebet, hets lig hier auf Erden, ftrebet felig dort zu werden! 2. Doch soll dieses recht geschehen, so müßt ihr mit festem Muih jeder Sünde widerstehen; nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Nichtschnur seyn; es mag eurem schwachen Herzen Freude bringen oder Schmerzen. 3. Selig, wer im Glau ben lämpfet, felig, wer im Kampf besteht, wer des Flei sches Lüfte dämpfet, und den Reiz der Welt verschmäßt! O, so strebt dem Guten nach, seht dabei auf Chrifti Schmach! Wer den Him mel will ererben, muß erst seinen Sümden sterben. 4. Werdet ihr nicht stand haft ringen; sondern träg und lässig seyn, eure Netgung zu bezwingen: wie kann euch der Sieg erfreun? Ohne tapfern Streit im Krieg im Allgemeinen. Krieg folget nie Triumph und Sieg. Nur den Sie ger schmückt, zum Lobne feines Kampfs, die Him melskrone. 225 Febl ich, o fo gebe nicbt, Richter, mit mir ins Gericht! Gib mir deines Geis ftes Waffen, meine Selig keit zu schaffen! 5. Sich voll Leichtsinn stets zerstreuen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüfte scheuen, ist der Welt, nicht Chrifti Geift. Wer ihn haben will, der fann auf der Tugend rauhen Bahn nicht im fichern Stolze leben, und den Lüften sich ergeben. 6. Brünftig beten, allzeit wachen, die Versuchung weislich fliehn, fich die Mel. Wer nur den lieben Gott 304 Gott, febre mich zur Freude machen, verstehn und und mit Sorgfalt sich be- faffen, was Buße, wahre mühn, selbst beim Spott Buße sei! Hilf mir die und Hohn der Welt das zu Sünden ernstlich haffen, dathun, was Gett gefällt; mit ich ohne Heuchelei mein tirs nur wollen und voll- Leben beßre, selbst mir bringen, heißet: nach dem treu, und vir, Herr, wohlHimmel ringen. gefällig sey! 7. Drum entreißet euch ben Lüften, die ihr noch gefeffelt feid, und beweiset euch, als Christen, muthig und getroft im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht; übet auch die schwerste Pflicht! Denket oft an Chrifti Worte: bringet durch die enge Pforte. 2. Dein Wort gebeut und spricht: Thu Buße, verändre, beßre deinen Sinn; fall beinem Gott voll Reu' zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an ſei, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt! 8. Zittern muß ich vor der Sünde, und auf Jesu Vorbild sehn! Suchen will ich, daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! 9. Gib zum Wollen das Vollbringen! Gib mir Muth und Kraft zum Streit! Lebre mich mit Ernft bezwingen Alles, was mein Herz entweiht! Zeige mir von deinem Thron den ver= heißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel dringe! 3. Bezähme fiets in dir die Liebe zu Allem dem, was Sünde heißt, und folge tedem guten Triebe, den Gott erweckt durch se nen Geist; flieh, flich die Lüste diefer Welt, K5 226 Gesinnung und Verhalten des Christen Welt, und thue nur, was ihm gefällt! 4. Erstatte deinem Nächften wieder, was du mit Unrecht ihm entwandt, und leite die verführten Brüder, zurück zur Tugend, beut die Hand den Unterdrückten lies bevoll; thu jedem, auch dem Feinde, wohl! 5. Flieb Neid, Verleumdung, Haß und Lügen, begehre nicht, was des Nächften ist, zeig durch den Abscheu vor Betrügen, daß du ein Feind des Lafters bift; fei friedlich, weise, stets bereit, zu sterben, wenn dein Gott gebeut! 6. Herr, dies befiehlt mir deine Lehre. Du weißt am besten, wie ich bin; hilf, daß ich deine Stimme höre, und ändre du felbft meinen Sinn. Sieb, Befferung gelob ich dir, gib Kräfte zum Vollbringen mir! gnädig seyn; gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch verzage nicht, und fasse Muth zu deiner Pflicht. 3. Nur hüte dich vor Si cherheit! Denk nicht: noch ift zur Behrung Zeit; erft will ich mit der Welt mich freun, und werd ich ihrer müde seyn, dann beß'r ich, dann bekehr ich mich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jetzt liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit: und Sünder, dir ist unbewust, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, finfft du ins Grab frech von des Lafers Pfad hinab! 5. Heut lebst du; heut bekehre dich! Eh Morgen kommt, fanns ändern sich. Wer ießt gefund ist, stirbt vielleicht, eb er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort; du weißt, zu spät ist Buße dort. Mel. Gott Vater, an Grbarmen 305'S o wahr ich lebe! spricht dein Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr und suche mich; vom Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und felig fet. 6. Hilf denn, o Vater, hilf, daß ich noch heute, heute befre mich, eb meine Schuld noch mehr sich häuft, eh mich ein schneller Tod ergreift, damit ich heut und jederzeit zu meinem Ende sey bereit. Mel. Wer nur ten lieben Gott 2. Vernimm, o Mensch, Mel. dies Gnadenwort, und ch wandle nicht zum Tode fort! 306 2 Gott, wie Gern will bein Gott dir den Tagen der mir beschied nen im Allgemeinen. nen Lebenszeit flob schon babin, mich anzuflagen, ins Meer der langen Ewigkeit! Nicht jeden bab ich dir gelebt, nicht stets der Tugend nachgestrebt. 2. Gar oft empörte sich im Leiden mein murrend Herz voll Uingeduld: und schenkteft du, mein Gott, mir Freuden, o dann vergaß ich deiner Huld, genoß nicht jede, wie ich soll, nicht immer reinen Dankes voll. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Un recht nieder, so übernahm mich oft der Groll; und ich vergaß der Sanftmuh Pflicht, und folgte Jesu Vorbild nicht. 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Sünden unbekannt. Vergib, was ich. vor dir beweine, und leite mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung bin, bis ich ganz frei von Fehlern bin! Mel. O Gott bu frommer gett 307 Wilt u bie Buße noch, die Bott gebeuf, verschieben, so schändest du sein Wort und mußt dich selbst nicht lieben. Ist deine Besserung nicht deiner Seele Glück? 227 Und wer verschiebt fein Heil gern einen Augenblick. 2. Allein wie schwer ifts nicht, sein eignes Herz bekämpfen, Begierden widerstehn, und seine Lüfte dämpfen? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der einz'ge Weg. Und dem entfageft du? 3. If deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergeffen? Nach deinen Kräften selbst bat er sie abgemessen. Was weigerst du dich noch? Gott ist nicht ein Tyrann, der mehr von mir verlangt, als ich ihm leiften kann. 4. Sprich felbft: gewinnet Gott, wenn ich ihm kindlich diene, und seiner werth zu seyn, im Glauben" mich erkühne? Wenn du die Tugend übft, die, Gott, dein Herr, gebeut, wem dienft du? Ringst du nicht nach deiner Seligkeit? 5. Was weigerst du dich noch, das Lafter zu verlass fen? Weil es dein Unglück ift, befiehlt es Gott zu has noch, der Tugenb Freund zu sen. Was weigerst du dich feyn? Weil fie dich glücklich macht, befiehlt fie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft dir an, das Gute zu vollbringen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen 6 228 Gesinnung und Verhalten des Christen chen, zwingen? Er gab bir die Vernunft: und du verläugneft sie? Er sendet dir fein Wort: und du ge horcht ibm nie? Stelen; ist keine Seele rein, der Glaub' und Liebe fehlen; ist dieses dein Beruf, Gott dienen, den du liebst; ſo gittre vor dir selbst, wenn bu dics Werk verschiebst. 7. Sprich nicht: Gott kennt mein Herz; ich bab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich bald vom LaAfter loszureißen; jept ist dies Werk zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, die heute dich erschreckt, wächst fie nicht durch die Zeit? 12. Der Glaube heiligt dich. Ist dieser dein Ce Nein, Mensch! schäfte? Und du verschmähst des Gei stes Gottes Kräfte? Erfchreckt dich nicht sein Wort? Gibt in verkehrtem Sinn den Sünder, der beharrt, nicht Gott zuletzt dahin? 8. Je öfter du vollbringst, was Fleisch und Blut befohlen, fe stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Schenst du dich heute nicht, des Höchsten Feind zu seyn, um wie viel weniger wirft du dich morgen scheun! 13 Hat Chriftus uns erlöst, damit wir Sünder blei ben, und, sicher durch sein Blut das Lafter höher treiben? Gebeut uns Chrifti Wort nicht Tugend, Necht und Pflicht; so ist es nicht Gott wider von Gott. spricht sich nicht. 9. 3ft denn die Buß' ein Werk von wenig Augen blicken? Kann dich kein schneller Tod der Welt noch heut entrücken? 3ft ein Geschrei zu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst der Miffetbat, die wahre Heiligung? 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme hö reft, noch heute schicke dich, daß du vom Bösen kehreft. Begegne deinem Gott, willst du zu deiner Pein dein hier verfäumtes Glück nicht ewig noch bereun? 10. 3fts gnug zur Seligkeit des Glückes der Erlöften, wenn uns der Tod ergreift, fich sicher zu getrösten; ist das Bekenntniß gnug, daß uns die Sünte reut; so ift kein le chter Werk, als deine Seligkeit. 11. Doch fordert Gott von uns die Reinigkeit der 15. Entschließe dich beherzt, dich selber zu befiegen; der Sieg, so schwer er ift. bringt göttliches Vergnügen. Was zagst du? Geht er gleich im Anfang lang fam fort; fei wacker: Gott ist nat, und stärkt dich durch fein Wort! 16. Ruf im Allgemeinen. 229 Sünden, die es sonst geliebt,. erkennt, bereut und ernstlich baßt, und Zuversicht zum Mittler faßt! 16. Ruf ihn in Demuth an; er tilget deine Sünden. Und läßt dich sein Geseß erst ihren Fluch empfinden: so widerstreb ihm nicht; denn 2. Doch laß mich ja nicht Gottes Traurigkeit wirkt sicher werden, weil du so eine Neu in dir, die niemals reich an Gnade bist! Wie dich gereuet. kurz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil gegeben ist! Gib daß sie mir recht wichtig sey, daß ich sie meiner Behrung weih'! 17. So süß ein Lafter ist, fo gibts doch keinen Frieden. Der Tugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt sein eignes Heil. 3. Zwar deine Gnade zu verdienen, sind Neu' und Behrung viel zu klein: doch darf sich auch kein Mensch erfühnen, zu glauben, dir verföhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfällt, und nicht dein Wort von Herzen bält? 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leiden; Gott kennt und liebt bein Glück; fie führt zu deinen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversicht, gibt Weisheit und Verstand, und Muth zu deiner Pflicht. 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der kann kein Herz zu Jeſu faffen, der zwar auf ſein Verdienst sich Reift, doch in der Sünde noch beharrt, das für er selbst ein Opfer ward. 5. Drum fall ich dir, mein Gott zu Füßen: vergib mir gnätig meine Schuld, und heile mein verwundt Gewiffen mit Troft aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Mel. Wer nur den lieben Gott Ernft die Sünde scheun, und ie theuer willig vir geborsam fein. Gott ift 19. Sprich selbst: ist dies kein Glück, mit ruhigem Ge. wiffen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, ind mäßig und gerecht in dem Genuffe seyn, und sich der Seligkeit schon hier im Glauben freun? 308 deine Güte, die alle Miffe that vergibt, sobald. voll Reue das Gemüthe die 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärke zur Tugend mir verlieben sei, laß mich durchUebung guter Werke beweis 7 fen; 230 Gesinnung und Verhalten des Christen fen; mache selbst mich freu, Herr, in der Liebe gegen dich! Sie leite und regiere mich! ebnen Pfad, den uns bein Wort bezeichnet hat, daß Srrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieb! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behüt' uns deine Baterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es, beschirmt von deiner Hand, des Frie dens Rub' genießen! Wend ab von uns der Flammen Buth, und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Sei unfer Retter, wenn uns Noth des Margels und der Seuchen broht! Du, Vater, wol left mit uns sein, daß wir uns beines Schußes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Hut sind wir; und was du thuft, ist gut. - 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Mise that vergibst, das haffen, was du mir vergeben, das lieben, was du felber liebst! Laß, Bater, mein Gewiffen rein und heilig meinen Wandel seyn! Am allgemeinen Bußtage. Mel. Herzlich lieb hab ich dich ott, der du 309 ott unfre Zuflucht bist, Herr, unser Mittler, Jefu Chrift, Geift Gottes, Geift der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht Wir kommen vor dein Angeficht, mit Misfethat beladen. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erböre gnädig unser Flebn, daß wir dein Heil, Erbar, mer, fehn! Herr, unfer Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gericht! 4. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war; vereine, was getrennet war; schenk uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geift, und was dein theures Wort verbeißt, sei Licht auf unfern Wegen! Laß, Herr, in Lehr und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück zu dir die Irrenden zurück! Herr, unfer Gott, breit aus dein Wort an je dem Ort; gib Geist und Kraft zu deinem Wort! 5. Auch 2. Ward Recht und Pflicht von uns entweiht, gebrochen unseres Bundes Eid, dein Weg von uns verlassen: o fieb, wir kehren voller Reu zurück zu dir; Laß, Herr, aufs neu uns deine Gnare faffen! Sie leit uns auf den im Allgemeinen.. 231 5. Auch die Regenten durch Chrift Blut crlöft: o tenke du, daß weise sie in du, der Sünder nicht verfichrer Rub', der Völker stößt, Herr, unser Gott! Wohlstand beben! Dem erbarme dich, erbarme dich! Fürsten, der uns schützt und Vergib uns, leit uns väterliebt, gib, der in ihm so viel lich! uns gibt, ein frohes, langes Leden! Noch lange fey fein Vaterblick, uns, Kins O Mel. Befiebl du deine Wege ft dern Schuß und Glück! 310 Gott für mich, fchütt' auf ihn- und auf sein Haus und seine Näthe Segnung aus! Herr, unser Gott, in deiner and ist unser Land, beglück es, segne jeden Stand! ſo trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie felig bin ich dann! Was acht' ich aller Feinde! Er nimmt sich meiner an. 6. Vernimm der Leiden den Gebet! Wer in der Noth um Rettung fleht, dem hilf aus seinen Nöthen! Gib Kranken Linderung und Rub; die Sterbenden erlöse du, erbör' ihr letztes Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil, vereitle der Verfolger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch al les leid der Pilgerzeit führ' uns zu deiner Herrlichkeit! 7. Du thuft weit mehr, ale wir verftebn, kannst mehr gewähren, als wir flebn; laß uns Erhörung finden! Oneig auf unser Flehn dein Ohr, beb unser Herz zu dir empor und mach und rein von Sünden! Laß uns dir nun gebeiligt seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind 2. Ja, dies ifts, was mich stärket: io glaube feft, als Chrift, daß Gott auch mich bemerket, auch mir ein Bater ist; daß er zu allen Zeiten mit Huld berniederblickt, im Kampfe mir hilft freiten, in Angst mein Herz erquicft. 3 Wenn ich aus Schwachbeit feble und nur aus Vorfatz nicht, so stärket meine Stele die hohe Zuversicht: den, Herr, der deinen Wilfen, so gut er immer fann, fucht redlich zu erfüllen, fiebst du mit Gnade an. 4. Dein Geift wohnt mir im Herzen und tröftet meinen Sinn; stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge bin; zeigt mir, daß Erdenleben nicht zu vergleichen fei mit jenen Himmels freu 232 Gefinnung und Verhalten des Christen. freuden, dem Lohn bewähr ter Treu mich! so oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Deß ist mein Herz voll Wenne! Was ist's, das mir gebricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil! mein Licht! 5. Auf dies mein Heil und Erbe seh ich voll Zuver ficht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich, auch unter Zähren, bier manche rauhe Bahn, nimmt mich doch Gott zu Ehren 311 Meines Herzend bereinst auf ewig an. 6. Dies stärkt mich, auch im Leiden dir, Höchfter, treu zu seyn! Nichts soll von dir mich scheiden, auch nicht die größte Pein; du lenfft sie mir zum besten, bist mir mit Troste nab;, und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. 7. Kein glänzend Loos im Leben, nicht Unsehn, Ruhm und Macht, wornach nur Stolze streben, nicht Reichthum, Glück und Pracht, nichts soll mir je den Glau ben an deine Vatertreu vermindern oder-rauben; nichts, was es immer sey! 8. Was könnte sonst mich schriden von deiner Lieb', o Gott? Verfolgung, Trübfal? Leiden? Schwert? Hunger? Blöfe? Tod? Nichts, nichts! Ich über winde in dem, der mich geliebt, und sich für meine Sünde zum Opfer selber gibt. 9. 3f Gott für mich, fo trete gleich Alles wider Viel. Warum sollt' ich mich jette ist nur die, daß ich nie mich von Jefu scheide, daß ich ihn durch Glauben ehre, jederzeit bocherfreut seine Stim me höre. 2. Freundlich ruft er alle Müden, und erfüllt, fanft und mild, ihren Geift mit Frieden; feine Laft ist leicht. zu tragen; er macht Bahn, geht voran, tröstet, wenn wir zagen. 3. Ja, fennt die Leidensstunden: größeren Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Da rum blickt, wenn feiner Brüder einer weint, unfer Freund mitleidsvoll hernieder. fr 4. Will das Herz der Noth erliegen, dann hilft Er, unser Herr, Kämpfen uns und siegen. Die auf ibn zu allen Zeiten folgfam schaun, tbm vertraun, ärnten Seligkeiten. 5. Jesu, treufter Freund von Allen, mit dir will, froh und still, ich durchs Leber wal im Allgemeinen. 0233 wallen! Auch der Tod kann keit, vergänglich alles Glück mich nicht schrecken; denn der Zeit: im Himmel fei du wirst, Lebensfürst, einst mein Wandel! mich auferwecken. Mel. Wann mein Stündle'n 312 3 ch weiß, an wen mein Glaub' sich hält; kein Feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer beßren Welt, leb ich hier nur im Glauben: bort schau ich, was ich hier geglaubt. Wer ist's, der mir das Erb. theil raubt, das Jesus mir erworben? 2. Mein Leben ist ein kur zer Streit, und herrlich ist die Krone, die Golt dem Ueberwinder beut, zum ew' gen Siegeslohne. Ob auch des Kampfes Müh' mich schreckt: du, der den Tod für mich geschmeckt, du stärkst mich, daß ich fiege. 3. Herr, du bist mein höchster Ruhm, mein befter Troft im Leben; einst wirft du mich, dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; dort hab ich Alles, was ich bier nur suche und nicht finde. 5. Jeßt, da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die fünft'ge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Vollendungstag scheint, dann werd ichs froh empfinden. fre 6. Jm Dunkeln nur, Herr, seh ich bier, wo ich dir gläubig trane, die Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sichtbar, wenn dein Bild in mir sich ganz verkläret. 7. Zu diesem Glück bin ich erkauft, o Herr, durch deine Leiden; auf deinen Tod bin ich getauft; wer kann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Luft, nicht Leid und- Noth, das Leben nicht und nicht der Ted! Mein sind des Himmels Freuden! 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde- fie, o Seele! Vom Tand der Erde unentweiht, erhebe Gott, o Seele! Der Erde glänzend Nichts vergeht; nur des Gerechten Glück besteht durch alle EwigIn 4. Herr, lenke meines Geiftes Blick von dieser Welt Getümmel auf dich, auf meiner Seele Glück, auf Ewigkeit und Himmel! Kurz ist der Erde Herrlich keiten. 234 Gesinnung und Verhalten des Christen In eigener Melodie. mich erquicken. Ewig ftrahlt 313 M'la ich nicht! Zesum laß ich nicht! Deinen Jesum mir dort sein Licht: meinen 7 Nichts auf dieser Erde ists, was des Herzens Wün. sche stillet. Du, o Jesu, du nur bists, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich, mein Neichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! Er hat sich für mich gegeben; fordert es nicht Dank und Pflicht, ihn zu lieben, ihm zu leben? Er ist meines Lebens Licht; meinen Jefum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt gefandt, uns zu lehren, uns zu retten, gab sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflicht't! Meinen Jesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehorsam, den ich übe gegen das, was er gebeut, halt ich fest an feiner Liebe, traue dem, 314W ne dich gewes Mel. Wie groß ist bes Allmächt. wär ich obs was er verspricht, und verlaß ihn ewig nicht! sen, was würd ich ohne dich Herr, seyn? Zu Furcht und Aengsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief betrübte, wem that ich meine Sorge fund? 2. Einsam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien mir finster jeder Tag; ich folgte nur mit heißen Thränen dem wilden Lauf des Lebens nach; ich fände Unrub im Getümmel und hoff nungslosen Gram zu Haus Wer hielt denn ohne Freun in 4 So ift er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthum ganz mich bin in seine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht! 5. Wenn mein Auge schon erlischt, Wang' und Lippen fich entfärben, mich kein Labfal mehr erfriſcht, alle Sinnen mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jefum nicht! 8. Dich, mein Jefu, halt ich feft, Laffe nicht von dir mich scheiden. Weh euch, bie ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Selig, wer in Wahrheit spricht: Meinen Jefum laß ich nicht! 6. Dort auch laß ich Jefum nie, bange stets an feis nen Blicken; denn nach diefes Lebens Müh will er ewig im Allgemeinen.omis 235 Gottesfeind zu seyn. Bang hörten das Geseß wir sprechen; denn ach, es brohte Tod und Pein! 7. Das Herz, des Lebens reiche Quette, ein böses Wefen wohnte drin, und wards in unserm Geifte helle: fo ward nur Unruh der Cewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde den bebenden Gefangnen fest; und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoffnung Ueberrest. 8. Da kam der Heiland, der Befreier, ein Menschensohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun fahn wir erst den Himmel offen, als unser heil'ges Vaterland;wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. im Himmel, wer hielte da auf Erden aus. 3. Hat Christus sich mir fund gegeben, und bin ich feiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben die bodenlose Finsternis! Mit ihm bin ich erst Mensch geworden: das Schicksal wird verklärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde; die ganze Welt spricht Lieb und Luft Ein Balsam tränft für jede Wunde, und frei und voll klopft jede Brust. Durch ihn erhalt ich tausend Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind; gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt sind. 5. O geht hinaus auf allen Wegen, und holt die Śrrenden herein! Neicht jedem eure Hand entgegen und ladet froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden; im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch benen ist er aufgethan. 9. Seitdem verschwand die Macht der Sünde und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönßen Ungebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn gebeiligt, zog das Leben vorüber, wie ein fel'ger Traum; und ew'ger Lieb' und Treu' ergeben, bemerkte man den Abschied kaum.. 6. Ein alter, schwerer Wahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht, wie Blinde, von Neu' und Luft 10. Noch steht im wunzugleich entbrannt. Ein je dervollen Glanze der heilige des Werk schien uns Ver- Geliebte bier. Gerührt von brechen, der Mensch ein seinem Dornenkranze und feis. 236 Gesinnung und Verhalten des Christen feiner Treue weinen wir. Mel. Jesus, meines Lebens Leben Ein jeder Mensch ist uns 316Swetget, bange willkommen, der Hand schwei get! Mein Erlöser ist ges treu, und fein Geift in mir bezeuget, daß ich Gott verföhnet sei. Mag auch selbst mein Herz mich richten, mich verdammen, mich vernich mein Herz und Rub ten: Gott ist größer, als auf bangen Schmerz. 2. Er der das Verborg ne fennet, fennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz fich seinem Dienft zu weihn; schaut den Kummer meiner Scele, der mich beugt, fo oft ich fehle, und sieht nicht, was ich gethan, fondern mehr den Willen an. 3. Wer will ferner den verklagen, welchen Gott zum Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezäblt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihn nicht ohne Mängel; doch das menschliche Geschlecht wird in feinem Sohn gerecht. 4. Mir ist auch sein Sohn gegeben; durch den Glauben ist er mein. Ja, ich weiß, ich werde leben, und in ihm einf selig seyn. Such ich nur den Hang zu Sünden immer tren zu überwinden mich der Tugend stets 3 weihn mit uns ergreift, und, in fein Herz mit aufgenommen, zur Frucht des Paradieses reift. Mel. Kommt her zu mir, spricht Zo hoff ich denn 315 Muth auf Gottes Gnad' und Chrifti Blut;- ich hoff ein ewig Leben. Gott ift ein Vater, der verzeiht, hat mir das Recht der Seligkeit in seinem Sohn gegeben. 2. Herr, welch ein unaussprechlich Heil: an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Herzen durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn von deis nes Geiftes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Seligkeit, wirkt göttliche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Troft im Efend zu, verfüßet uns des Lebens Rub, und stärkt uns in Gefahren. 4. Erbalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an dein göttlich Wort, um deines Namens Willen; laß ihn mein Licht auf Erden - feyn, ibn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Troft erfüllen! im Allgemeinen. weihn, so will Gott mir gnädig ſeyn. 5. Theuer bin ich ihm er worben! Wohl mir, hier ist Jesus Christ, Er, der auch für mich geftorben, auch für mich erstanden ist, nun zur Nechten Gottes fizet, auf mich fiebt, mich mächtig schüßet, mich vertritt, mich nie verstößt, mich aus aller Noth erlöft! 6. Nun so mag das Un glück fürmen! Alles um mich her sei Nacht! Gott, mein Gott wird mich beschirmen, der für seine Kinder wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die Leiden dieser Zeit zur beglückten Ewigkeit. Mel. Auf Stristenmensch 317 Gottes Wort nicht Mel. Jesus meine Freude hält, und ſpricht: ich kenne 318 Wie getroffe Gott; trüget; in heiter, Herr, them ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben fieget. Wer aber sein Wort, glaubt, und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 237 3. Durch Jefum rein von Misfethat, find wir nun Gottes Kinder Wer solche Hoffnung zu ihm hat, ber flieht den Rath der Sünder; folgt Chrifti Beispiel als ein Chrift, und reinigt fich, wie er rein ift. 4. Alsdann bin ich Gott angenehm, wann ich Gehorsam übe. Wer die Gebote hält, in dem ist wahrlich Gottes Liebe. Ein täglich thätig Christenthum, das ift des Glaubens Frucht und Nuhm. 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm, wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ists, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb', an seinem Heil bat ohne Liebe niemand Theil. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höber dein Erkenntniß fieigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub' erleuchtet nicht allein; er stärkt das Herz und macht es rein. an mein Licht und Leiter, machst du meinen Geift! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du sie erfreuft. Niemals wird bei dir, o Hirt, Freund und Tröfter unfrer Seelen, mir Erquits kang fehlen. 2. Deinem Rath ergeben, freu, ich mich zu leben; was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher; du, mein Seligmacher, rüfteft mich 238 Gesinnung und Verhalten des Christen mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Ob auch Furcht und Angst mich schrecken, du wirst mich bedecken. 3. Ich kann ohne Grauen Gräber vor mir schauen; mein Erlöser lebt! Ich weiß, wem ich glaube, weiß, daß aus dem Staube mich fein Arm erhebt. Tobestag, dein Schrecken mag frecher Sünder Herz erschüttern; ich, ich darf nicht zittern! 4. Auch in mir ist Sünde; doch ich überwinde fie, gestärkt durch dich. Sink ich oft noch nieder: du erhebst mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld, und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kindesrechte. 7. Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, ſei mir beil'ge Pflicht! Was die Welt erfreut und sie oft gereuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wornach die Eitlen trachten, reich in dir, nicht achten! 8. Macht ein Gut der Erde, daß ich glücklich werte in der Ewigkeit? Sind nicht hohe Würden oft nur schwere Bürden, Traum und Eitelkeit? Du erfreuft nur stets den Geist, und duwillst, die dich verehrer, ewig wieder ehren. 9. Deinen hohen Frieden schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Uns begrenzte Zeiten voller Se500 ligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein, durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer kann sie mir rauben? 5. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, dank ich dir allein! Daß ich hier, am Grabe Trost und Hoff nung habe, ewig de'n zu feyn, daß dein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank ich deiner Gnade! 10. Voll von deiner Gü te jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heiland, dir! Dieser Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und fröh einst durchs Thal des Todes bringen, dort dein Lob zu singen! 6. Der Du Leib und Leben hin für mich gegeben, daß in meiner Noth ich nicht bülflos bliebe, groß ist deine Liebe, stärker, als der Tod.Herr, und ich, ich sollte mich deiner Huld nicht dankbar In eigener Melodie. freun? bir mein Herz nicht 319 Wiewohl if mir, Freund Seelen, wenn ich in deiner der Liebe im Allgemeinen. Liebe ruh! Ich- traure nicht; was fann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bift bu. Bei dir vergeß ich meine Leiden; denn o wie viele hohe Freu: den genieß ich nicht, vercint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt ich jemals muthlos werden? Du; du bist überall mit mir! 239 4. Gelobt feist du, o Freund der Seelen! In deiner Huld, wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst, mir fehlen? Ich finde jedes Heil bei dir. In noch so. drückenden Beschwerden hab ich den Himmel schon auf Erden: denn du bist durch den Glauben mein. darf, ich will nicht ängstlich tlagen: wer kann, wo Jefus ift, verzagen? Mein Freund ist mein, und ich bin sein! Ich 2. Hab ich, Erlöfer, dich zum Freunde: was fehlt mir dann? Du förgft für mich. Hätt' ich auch eine Welt voll Feinde; bin Mel. artroft; ich traut auf dich, 320 D mich, Jefu ir ergeb' ich Auch wenn die Sünden mich verklagen, darf ich nicht Hoffnungslos verzagen: ich -weiß, was du für mich gethan. Trät' Alles wieder mich zusammen: ich bebe nicht: wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig an. 3. Hier wall ich zwar auf rauhen Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Segen; aus dunkler Nacht frahlt mir dein Licht. Nur Sünder zittern vor dem Grabe, ich, der ich dich zum Freunde babe, fann über Tod und Grab mich freun; denn ich gehöre zu den Deis nen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, bald werd ich völlig ruhig seyn. Seelenträutigam der du dich auch zu meinem Heil und Leben in den Tod haft hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, seyn! 2. Laß mich dir junt Ruhm, als dein Eigenthum, recht und nach Gewissen handeln, meinen Weg dann freudig wandeln! Hilf mir, fündenrein hier auf Erden sehn! 3. Nach dir bilde mich, Jesu, daß auch ich gegen Feinde Sanftmuth übe, Alle ohne Ausnahm liebe! Haß und Nachbegier bleibe fern von mir! 4. Neiget sich mein Sinn zu dem Srd'schen hin; o dann warne meine Seele, daß sie nicht ihr Ziel ver fehle! Gesinnung und Verhalten des Christen 240 feble! Denn ein wahrer Christ fucht, was ewig ist. 321Jeren, i mir Mel. Gott im Himmel und ewig zu ver 5. Wecke mich stets auf, meinen Pilgerlauf nur nach deinem Wort zu enden; lei te mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; feit mich himmelan. sanfte, beil'ge Pflicht; feine weisheitsvollen Lehren gee ben meinem Geifte Licht, und zu jedem guten Werke gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. 6. Stärke mich und gib mir des Geistes Trieb; laß mich wachen und mit Beten findlich vor den Bater treten; so erlischt das Licht meines Glaubens nicht. 2. Sollt' ich den nicht dankbar preisen, der das Heil der Menschheit ist? Nennt den Edlen, nennt den Weisen, welcher so, wie Je fus Chrift, reine Tugend, die er lehrte, durch ein götte lich Leben ehrte; 3. Der mit liebevollem Herzen hohen, festen Muth verband; der selbst bei des Todes Schmerzen Mitleid gegen die empfand, die mit Grausamkeit ihm fluchten, seine Qual zu mehren such ten; 7. Ohne Prüfung ist hier kein wahrer Chrift Willst du mich ins Leiden führen, laß mich nur dich nicht verlieren! In der Trübsal Nacht nimm mich, Herr, in Acht! 8. Einen Heldenmuth, der auch Gut und Blut gern um beinetwillen lasse, und des Fleisches Lüfte basse, gib zu deiner Ehr' mir je mehr und mehr! 9. Jefu, bilf, daß ich Alles hier, was mich von dir locket, überwinde, und durch deine Kraft empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ift! 10. Wird's von binnen gehn, wollst du bei mir fehn, mich durch's Todes that begleiten, und zu dei nem Himmel leiten, daß ich da mich dein ewig möge freun! igini qo 4. Den kein Sturm bes Schicksals beugte, der ges recht und tadellos sich in Wort und Werken zeigte, göttlich edel, göttlich groß, willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hingegeben! 5. O ich weil' an deinem Bilde gern, erhabner Men schenfreund, wo mit so viel fanfter Milde hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find ich Antrieb hier und Stärke. 6. Durch mein Leben dich aut im Allgemeinen. 241 zu preifen, fei mir hohe, der himmlischen Weisheit beil'ge Pflicht: dich den mit Andacht zu hören, um Liebevollen, Weisen, dich fern in den Rathschluß der der Menschheit Heil und Gottheit zu sehen, und freuLicht! Aehnlich, Jefu dir dig die Wege der Tugend zu werden, sei mein höchstes zu gebn. Ziel auf Erden!' In eigner Melodie. 322 Fins in Noth! Und, Herr, dies Eine ist, was alles Heil umfaßt, Alles Andre, wie's auch scheine, ist nur Tand und schwere Laft, worunter das Herz sich oft ängftigt und quälet, und immer der Ruhe, der wahren, verfeblet. Es wohnet kein Friede im Reich der Natur; die Sinnlichkeit täuschet den Suchenden nur. 2. Dich erwählen, ist das Eine. Welches Theil! O gib, daß ich ewig mich mit dir vereine, nichts so innig lieb, als dich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Verdienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die Zierde der Menschheit, wie du? Wer brachte mehr Licht ihr, mehr Segen und Nuh? 3. In dir ist per Weisheit Fülle. Du nur zeigst, was mich beglückt, durch dein Wort nur wird mein Wille niedrer Erdenluft entrückt. Gern will ich mich sammeln, die heiligen Lehren 1 4. Mit Vergebung meiner Sünden, Herr, begnadigst du mich dann; läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was kann mir dann fehlen, was jemals mir schaden; ich bin ja beim Vater, dem Höchsten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe verherrlicht empor; ein Himmel ersetzt mir, was hier ich verlor. 5. Jesu, du bist meiner Seele auch zur Heiligung gemacht. Daß ich dich, zum Vorbild wähle, haft du treu dein Werk vollbracht. In dir ging die Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie sollt ich, nach dir mich zu bilden, nicht streben! Dir ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bild erst, der dazu mich schuf. 6. Darint soll du mir das Eine ,, Jesu, du meint Alles fein. Siehe, daß ichs redlich meine! Ewig, ewig bin ich dein! So tegne mit Kraft mich, stets weiser auf Erden, entslinbigt/ gebeiligt, dir ähnlich zu werden, und treu dir zu bleiben im L Le 242 Gesinnung und Verhalten des Christen Leben und Tod! Dies Bewunderung jauchzet mir Herr, ist das Eine; dies entgegen; die Ruhe winkt, Eine ift Noth. des Soldes Glanz. Ich sehe von des Berges Spiße die schönsten Reiche ausgedehnt. Auf folge! und Judäa krönt dich, knieend vor dem Königfiße. 5. Nein, Gott gebeut! Weicht, Erdenfreuden! Fort Satan, hebe dich von mir! Jch tret in diese Nacht der Leiden, und hange, Vater, nur an dir. Selbst in des Sturms ergrimmten Fluten umschlingt dein Arm allmächtig mich. Ich fühle dich, ich fühle dich, wenn alle meine Adern bluten. In eigner Melodie. 323 Da aß ich der Tugend Höh' erflimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube der Verführung Stimme und jedes Hinderniß befiegt, wo in des Himmels reinem Scheine dies eine Ziel nur glänzend steht;-ach, Gott erhöre mein Gebet! darum bet ich, flebe, weine. 1 nur 2. Es ftieg voran die fei len Stufen der Menschen fohn mit Kraft und Muth. Er hört im Jordan sich gerufen, und nimmt den Ruf mit aus der Fluth; und geht, daß er zur That sich rüfte die außer ihm kein Mensch begreift, die nur in seiner Seele reift, zum fillen Den ken in die Wüste. 3. Da fiebt er an dem Scheidewege; vor ihm die schauderhafte Wahl; hier aller Leiden Donnerschläge auf ſeinem Weg zum blut gen 324Jbel befter Troft In eigner Melodie. Refu, meine Freu Pfahl. was nur schen reizt, verlassen? selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, zuletzt den Tod mit seiner schärffen Qual umfaffen? im Leide! Meines Herzens Theil! Deine Mittlerfreue macht, daß ich mich freue beiner, Herr, mein Heill Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich kann ich auf Erden nie recht glücklich werden. 4. Dort liegt der Erde reicher Segen; dort hängt der Erde schöner Kranz; 2. Unter 6. Entschlossen nun, voll innern Frieden, wirft er fich ins Gedräng der Welt: er kämpfet, ohne zu ermüden, und überwindet als ein Held; und hält sein Werk nicht für geendet, bis er, nah an die Todesnacht, zum lauten Siegesruf! Bollbracht! den leßten Athemzug verwendet. de! im Allgemeinen. 243 2. Unter deinem Schirme Triebe! Thoren todt nur können keine Stürme mir erschrecklich seyn. Laß auch Felsen splittern; laß den Erdkreis zittern und den Einsturz bräun! Was ist's mehr? Nings um mich her mag es stürmen, donnern, bligen! Er, er wird mich schüßen. ibr. Mich sollt ihr, ihr Sünden, nimmer willig finden! fliehet fern von mir! leppigkeit, Geiz, Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 3. Wenn der Sünde Schrecken Ungst in mir erwecken, Jefus fillet sie. Mag der Tod sich naben, mich das Grab umfaben Jesus läßt mich nie. Mich fchreckt nicht das Weltgericht: freudig, daß ich Jefum fehe, blick ich auf zur Pöbe. 7. Weichet Sorg' und 3agen! Schweiget, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Jeden, der ihn liebet, muß, was erst betrübet, noch zuletzt erfreun. Hab ich bie selbst Noth und Müh'; Jefu, auch im bängsten Leide bleibst du meine Freude. I 4. Ber ift, der den Glauben Grau ben meinem Herzen rauben, ihn, erschüttern fann? Bei der Feinde Toben fimm ich Gott zu loben, Freudenlies der an Ich vertrau auf Gottes Macht; er wird, wenn mich Feinde haffen, niemals mich verlaffen. 5. Lockt nur, Gold und Schäße! Ehre sei der Göße der betrognen Welt! Mich follt ihr nicht blenden, nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth und Schmach und Tod foll mich, ob ich viel muß leiden, nicht von Jefu scheiden. 6. Weich, verbotne Liebe! Weicht, der Wollust Met. Wie wohl ist mir o Freund 325 Aufbich, Erlöfer, ftets zu seben so wie du warst, gesinnt zu seyn, der Tugend Weg dir nach an geben, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, haft du den deinen, die dich lieben, als Pflicht aus Liebe vorgeschrieben; wie brine gend ist sie, Herr, wie süß! Benn jeder Mensch nach deinem Bilde so eifrig ſeine Pflicht erfüllte, die Erde wär' ein Paradies. 2. Entflammt war beine ganze Seele von reinster Liebe gegen Gott, war feinem beiligen Befehle geborfam bis zum Kreuzestod. Du fuchteft nur des Vaters Ch re; im Tempel war fie deine Lehre, und was dem Heiligften 22 244 Gesinnung und Verhalten des Christen TOSTER ften gefällt. Den Schöpfer und starbft so rührend und aller Creaturen verfündig- erbauend, so freudig, standtest du auf den Fluren als baft, Gott vertrauend, so Vater, der die Welt erhält. göttlich groß auf Golgatha! 3. Wie eifrig warst du, feinen Willen, als Bürger und als Unterthan, als Sohn, als Bruder zu erfüllen, auf deiner ganzen Lebensbahn! Als Freund, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend gegen Feinde! Für Aller Wohl schlug deine Bruft. Die Menschen tröften und erquicken, erfreuen, heilen und beglücken, war bein Geschäft, war deine Luft. 6. Wie du gefinnt zu feyn, zu handeln, ist deiner Schü ler größte Pflicht, der muß nach deinem Vorbild wanbeln, der von Verehrung Christi spricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken uns göttlich der Gedanke stärken, daß wir des Vaters Willen thun, und daß sein beilig Wohlgefallen, fein Geist und Segen auf uns Allen hier und im Himmel lohnend ruhn. 1 nagyring, m 4. Tief rührte dich die Noth der Sünder! Wie Mel, Gott, der du die Menschen forgfam ging bu ibnen 326 Welterlöser, dich nach! Wie viele wurden Gottes Kinder, wenn rührend deine Liebe sprach! Du kämpfeft Wahrheit zu verbreiten, und alle zu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeit vergeht. Entzogft du matt bich dem Getümmel, da war die Einsam keit dein Himmel, dein Geist beim Vater im Gebet, lieben, bis das Aug' im Tode bricht, mit des Herzens reinsten Trieben, in uns theure, heil'ge Pflicht. Von der Liebe Glut durchdrungen, famst du, warst uns Menschen gleich, gründeteft ein neues Reich, haft uns Rub' und Heil errungen. Froher Herzen Preisgefang fagt nun deiner Liebe Dank. 2. Keine lockende Begierde drängte sich zum Eitlen vin! Heiligkeit war deine Zierde, Menschenrettung bein Gewinn. Willig frugt du deine Bürde, trateft sanft und still hervor, hobft die Welt zu Gott empor, daß 5. Du warst demüthig und bescheiden, ein Freund erlaubter Heiterkeit; bewiefeft bei den schwersten Leiden Geduld, Muth und Gelasfenheit, vergabft, von Liebe tief durchdrungen, die här tefte Beleidigungen im Le ben, und dem Tode nah; im Allgemeinen. daß fie ewig felig würde. Niedrigkeit war, Herr, dein Loos, und doch dein Verdienst so groß! 3. Mächtig felbft im tief, fen Staube, schufest du der Seelen Glück. Zweifelsucht und Aberglauben schwanden in die Nacht zurück. Hin zum Heiligthum der Wahrheit führtest du der Deinen Schaar, und wer dir nur folgfam war, sah dein Heil in voller Klarheit. O wer bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umgränzt dein Licht. 4. Nun entfliehen Furcht und Schrecken vor dem groBen Weltenberrn. Nichts tann Sorg in uns erwecken; er ist nimmer von uns fern. Seine Liebe, nichts als Liebe predigt uns die schöne Welt, die er täglich noch erhält, daß sie uns im Sie ben übe. Menschenfreund, feit du erschienft, ist die Liebe Gottesdienst. 245 6. Dank sei dir von allen Frommen, Preis und Dank sei dir geweiht! Ja, durch dich ist Heil gekommen in das Land der Sterblichkeit. Wer dir folgt durchs Erdenleben, athmet bier schon Himmelsluft; Friede wohnt in seiner Bruft; einst wird Gott die Kron' ihm geben. Wie verklärt des Todes Thal, Herr ihm deines Lichtes Strahl. 5. Selbst der Sünder darf nicht beben, eilt er nur zu dir zurück. Deine Stimme: du sollst leben! heitert seinen Thränenblick. Ach du blutetest am Kreuze, trugeft Schmach und Angst und Noth; farbst für ihn, damit dein Tod ihn zum frommen Leben reize! Folgt er dir, o welche Huld! ausgetilgt ist feine Schuld. Mel Auf Christenmensch 327 mir nach, ſpricht unser Held, folgt meinem Vorbild, Chriften! Verläugnet cuch, befiegt die Welt mit ihren schnöden Lüften; gebt ihren Reizungen nicht nach erouldet lieber Ungemach! 2. Ja, Herr, dein Vorbild leuchte mir zu meinem beil'gen Leben! Wem sollt' ich auch, wem sonst als dir, zu folgen mich bestreben? Du zeigft den Weg zum wahren Wohl, zeigt mir, wie ich ihn wandeln soll. 3. Dein Herz voll Gottergebenheit war auch voll Menschenliebe, voll Demuth, Sanftmuth, Freundlichkeit, und reger Mitleidstriebe; selbst, deinen Feine den wandest du großmüthig Hülf und Wohlthat zu. 4. Dein Beispiel lehrt' was schändlich ist, mit weise: 3 Vor 246 Gesinnung und Verhalten des Christen Vorsicht fliehen; es lehret entfernt von aller Heuchelei, mich, mein Herz der List aufrichtig ihn verehre als und Heuchelei entziehn. Dächter Chriftenjünger! 1 wohl mir, wenn mit frommem Sinn ich dir, mein Heiland ähnlich bin! 5. Du gingst als Führer einst voran, stehst mir auch noch zur Seite; du kämpf teft selbst und brach'st die Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt' ich denn so zaghaft seyn, und mich, dir nachzufolgen, fcheun? 2. Der ächte Jünger Jesu hält stets feft an seinem Glauben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dies Kleinod rauben. Denn diefer Glaube gibt ihm Kraft und Muth zum edlen Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und findlich frob zu leben, zu dulden und zu sterben. 3. Der ächte Jünger Jesu lernt von Gottes Geift getrieben, und von des Lasters Pfad entfernt, stets herzli cher ihn lieben. Er weiß, was Jesus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit, und rühmt es mit Entzücken: Auch mich hat er geliebet! 4. Der ächte Jünger Jesu weiht dem Heiligungsge schäfte die Tage seiner Lebenszeit und alle seine Kräfte. Er glaubt und liebt; wie sollt' er nicht der Lüfte Reiz verschmähen, und unverrückt den Weg der Pflicht, wie Jesus Christus gehen, um ähnlich ihm zu werden? Jesum 5. Der ächte Jünger Sesu liebt die Menschen edelmüthig; er tröstet, beffert, hilft und gibt, ist gegen Fein de gütig, und liebreich eilt er iedermann, der sein be darf, entgegen. Er fliftet Gu6. Wer hier sein Glück zu finden meint, wird's ohne dich verlieren, wer's bei dir zu verlieren scheint, den wirst du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verehrt, und dir nicht folgt, ist dein nicht werth. 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachzehen, will wohl gemuts, getroft und gern der Tugend Kampf bestehen; denn wer nicht kämpft, trägt einst die Kron des ew'gen Lebens nicht davon. Mal Es wolle Gott uns gnädig 328 preife ott, Christ als seinen Heiland kennet, wer seiner Kirche Mitglied ist, und seinen Herrn ihn nennet! Sein höchstes Ziel bienieden sei, daß er nach seiner Lehre, im Allgemeinen. 247 erfüllt mit gottgeweihtem Triebe! Er war dein Ziel, dein höchftes Gut; ihm folgtest du mit Heldenmuth. Gutes, wo er fann, und lebt der Welt zum Segen, wie Jesus ihm gebietet. 6. Der ächte Jünger Jes fu trägt getroft des Lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet feine Würde. Er bleibet felbst im herben Schmerz not muthvoll und geduldig; des Gottes träftet fich fein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jesu wandelt. 2. Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz; sein Wille war dein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ibn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Babn sahst du ihn noch als Vater an. 3. Du suchtest nichts als sein Gebot vollkommen zu erfüllen, und unterwarfft dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Hauptgeschäft war das allein Vollender feines Raths zu sein. 4. 3um Kreuze gingst du rubig bin, uns Nube zu erwerben; bereit, mit göttlich großem Sinn' zum Heil der Welt zu sterben, warst du zur tiefften Schmach gefaßt, und trugft der schwersten Leiden Laft. 7. Der ächte Jünger Je fu fiegt auch über Todesschrecken; denn feinen Geift, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub nicht decken. Er kennet den, der für ibn farb, und ihm durch Todesleiden des Himmels Seligtet erwarb; drum jauchzt er im Verscheiden: Ich weiß, an wen ich glaube! 8. Gib, Sefit, daß der Deinen Schaar sich stets auf Erden mehre, und daß auch ich dich immerdaar im Glauben recht verehre! Nimm nach vollbrachtem Pilgerlauf zu jenen Seligkeiten den Geift, der dich verehret, auf! Jhm. Wohnung zu bereiten, bist du voran gegangen. Mel. Auf Christenmensch u Va329 Ders Ebenbild, thm gleich an Menschenliebe, du warst, o Jesu, ganz schon deine Güt' erschienen, 24 dich 5. Herr, lehre mich dein Eigenthum, nach deiner Tugend fireben! Dir gleich gesinnt seyn, sei mein Ruhm, und Wonne, so zu leben! hilf, daß ich so gern, wie du, den Willen deines Vas ters thu! Mel. Schwingt dich auf zu 330 330 So ich faßt 3 noch da mir 248 Gesinnung und Verhalten des Christen mie dich verlassen, Gottes Sohn, und der Sünde dienen? mit den Lüften dieser Zeit wie der mich beflecken, und nicht mehr die Freudigkeit deiner Liebe schmecken? 2. Hab ich doch allein bei dir meine Rub' gefunden; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden; und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen, und mein Recht an deinem Tod wieder fahren laffen? 3. Nein, ich bin und bleib ein Chrift, folge deinen leh ren, lasse weder Macht, noch Lift meinen Glauben stören. Fielen Tausend ab; nicht ich; mags die Welt ver drießen! Sie wird mein Mel. Freu' dich sehr, o meine Vertraun auf dich mir doch 331 Göttlicher, dich gönnen müssen. zu erheben und mit frommer Zuversicht deiner Tugend nachzuftreben, ift dein Ruf und meine Pflicht! Sieh! ein Beispiel laß ich dir, spricht du: fomm und folge mir! O welch Beispiel sonder Gleichen! Streb, o Geist, es zu erreichen! 2. Armuth, Haß, Verfolgung, Schmerzen trugft du still und mit Geduld; du vergabft mit edlém Herzen deinen Feinden ihre Schuld; hörtest der Verlaßnen Flehn, eiltest, ihnen beizustehn; kannteft keine höhre Freuden, als die Lindrung ihrer Leiden. 3. 34 4. 3eigt sie mir ein Heit, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedräng ten Troft und Ruh', Sündern Gottes Frieden? Gibt fie mir die Zuversicht, daß ich, trop dem Grabe, deiner Ewigkeiten Licht zu erwarten habe? schmäht, glaubt und nicht mehr lachet? 6. O wie thöricht, wenn ich mich noch verführen ließe, Jesu, da ich schon durch dich, Gottes Huld genieße, da ich weiß, auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dort Gnad' und Leben finde? 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübfal nicht, noch Freuden sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von dir ſcheiden. Welt unb Sünd" und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind' ich weit, Herr, durch deine Liebe! 5. Rettet fie mich, wann vor Gott einst die Völter stehen, und das Leben, und den Tod ihm zur Seite sehen; wann der Sichre nun zu spät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der, hier im Allgemeinen. 249 Was ist gegen solch ein Glück dieses Lebens Augenblick! 3. 3ch auch will in Noth len ew'ge Freuben werden. und Schmerzen standhaft und geduldig sein; will mit liebevollem Herzen meinen Feinden gern verzeihn. Nie soll mir des Elends Flebn unerhört vorübergebn; feft und innig will ich streben, deinem Beispiel nachzuleben, 4. Du, den ich zum Vorbild wähle, hebest meine Seel' empor. Wann ich wanke, wann ich feble, schwebe mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt fei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt; dann, o dann werd ich im Sterben Freud und Wonn' auf ewig erben. 4. Schäme seines Worts dich nie vor den Frevlern, vor den Spöttern, wenn sie ibn verschmäbn, wenn fie fich und ihren Wiß vergöttern! was vermag der Läftrer Spott wider Jesu, wider Gott? i 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deinen Glauben? Gottes Bei fall, Gottes Reich kann doch keine Macht bir rauben. Halte dich an dem nur feft, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew'ges Heil gefritten? Jene Schaar der Märtirer, was bat die für ibn gelitten? Schmach und Marter, felbft den Tod, litten fie getroft für Gott. 7. Und der Spötter Wiß und Hobn könnte je bein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaubens zu verlieren? Nein, o Chrift, nein wan ke nie, flch um Rettung auch für fie! Mel. Meinen Jesum laß ich nicht 332 San anft, o Chrift, ift Jefu Joch; und was kann bei iba uns fehlen? O wie felig sind wir doch durch den Retter un frer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit wartet un frer nach der Zeit. 2. Freue deines Glau. bens dich, deines Gottes, seines Sohnes! Deine Seele rühme sich ihrer Hoffnung, feines Lohnes, voller, Muth und unverstellt freudig vor der ganzen Welt! 3. Hat gleich sein Bekenntniß hier seine Leiden und Beschwerden; dennoch sei ihm treu; denn dir sol1 1 8. Sei getreu bis in den Tod; denn du glaubeft nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Wonne jenes Lebens. Und auf einen kurzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. 25 Mel. 1 250 Gesinnung und Verhalten des Christen S EMINE Mel. Auf Christenmensch 333 Wel elch hohes Beiſpiel gabft dit mir, mein Heiland, durch dein Leben! Sollt ich nicht gern und mit Begier, dir nachzuabmen streben? nicht gehn den Weg, den du betratst, nicht freudig thun, was du, Herr, thaft? 6. Dieß große Beiſpiel hast du mir zum Vorbild vinterlassen, daß ich gefinnet sei, gleich dir, in meinem Thun und lassen. Komm, sprichst du, nimm mein Joch auf dich, komm, folge mir und sieb auf mich! 5. Du trugft mit Sanft muth und mit Huld die Schwachbeit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Geduld und batft für deine Feinde. Da warft gehorsam bis zum Tod und chrteft felbft im Tode Gott. 7. Ich komme, Herr! Gib Kraft und Licht, daß ich mein Heil erkenne, dein wahrer Jünger, fei, und nicht mich nur den deinen nenne, damit ich deinem Vorbild treu, auch Andern gutes Beispiel sei! 2. Dein Herz, von Sünden nie entweißt, war rein, wie deine Lebre; bein, ganzer Wandel Heiligkeit; dein Endzweck Gottes Ebre; hier Leitung zur Vollkommenbeit und dort der Menschen Seligkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 3: Drum führtest du zur 334 Beglückt, beglückt wer auf Er Tugend an, und standhaft ihr ergeben, giengft du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben; und wenn du litteft ohne Schuld, ertrugst du Alles mit Geduld. den mit allen seinen Kräften strebt, an edlen Thaten reich zu werden, und nicht für diese Welt nur lebt, stets vorwärts bringt, und nie. vergißt, daß seine Seel' unsterblich ist. 4. Der Kummervollen Troft zu seyn; zu wehren je dem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun, war deine Sorg' und Freude; und jede Thräne, jeter Schmerz drang in dein liebevolles Herz. 2. Er forschet nach der Tugend Wegen, was gut und Pflicht ist, schnell zu thun, spricht nicht( so spre chen nur die Trägen): now will ich schlummern, will noch ruhn. Er fäet früh und' nüßt die Zeit zur Ausfaat für die Ewigkeit. 3. Erfüllet von der Tu gend Sorgen denkt er, und denkt mit Luft daran, wie er hier sichtbar, dort verborgen, ein gutes Werk vollen im Allgemeinen. lenden kann, und nüßet jeder Augenblick für Tugend und für Brüderglück 4. Jon schrecken keine Hindernisse, durch edle Thaten stärkt er sich, und seine heiligen Entschlüsse sind fest und unerschütterlich. Wie sehr er auch zu kämpfen hat, reift jeder Vorsaß doch zur That. 5. Er widerfeßt mit festem Muthe dem Unrecht sich gestärkt durch Gott. Träf ihn im Karpfe für das. Gute der Welt, Verfolgung oder Spott; so bleibt ihm doch der Preis im Streit. Er kämpft weil es die Pflicht gebeut. 6. So laßt auch uns als Christen handeln, aus reiner Achtung für die Pflicht; laßt uns die Bahn der Tugend wandeln; da firablet immer belles Licht, und unfer Loos in Ewigkeit ist reiner Tugend Seligkeit! Mel. Auf, Christenmentch 335 Bald oder spät des Todes Raub, wall ich noch hier auf Erden; doch nur mein Leib wird wieder Staub, ich soll unsterblich werden. Und dann, dann ist mein ew'ges Theil, o Gott, Verwerfung oder Heil. 2. Mit Ernst und Eifer soll der Ehrift nach seinem C 251 Heile ringen; gern laffen, was auf Erden ist: hinauf zu Gott fich schwingen; ge troft den Pfad der Trübfal gehn; und standhaft in Versuchung stehn. 3. Noch weiß ich, daß ich laufen muß: noch bin ich in den Schranken, noch nicht am Ziele, doch mein Fuß beginnet oft zu wanken. Herr, stärke mich durch deine Kraft, auf dieser kurzen Pilgrimschaft! 4. So lang ich noch, ein Fremdbling hier, in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geift zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu sein, was du gebeutst, zu üben; mein höchftes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben, mein Troft, auf deinen Schuß zu baun, und dir, Alliebender, zu traun! 6. Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen boben Glauben, dieß Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung- rauben. Was lindert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jefu, michs erwerben; du, der für feine Menschen 26 starb, 10% 1 252 Gesinnung und Verhalten des Christen laß, Jefu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu bis in den Tod dir fei! pflicht, den Bund mit deinem Herrn? 5. Haft du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du baft, als Mel. O Gott, du frommer Gott Gottes Kind Gehorsam ihm 336 Du fagt: ih bin versprochen; haft du mit ein denn dem Guten nachgestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6. Du fagft: ich bin ein Christ, betrachte, les und höre, vom Irrthum unvers führt, des Heilands reine Lebre! Wohl dirly Doch S thußt du auch, was Gottes Wort dich lehrt? Nur felig ist, wers thut, nicht, wersm blos lief't und hört. 7. Du sagst: ich bin ein Chrift! Mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget fich bei dir in deinen Werken auch rechtschaffne Besserung nach dieses Mahls Gebrauch? Wohl dir, wenn Herz und Leben dir deffen, was du sagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ift ein höhrer Rubm? Welch Glück kann größer feyn, als Gottes Wege gehn und seiner Huld fich freun? 2. Du sagst: ich bin ein Chrift! Der ift3, der Chriftum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was auch fein Herr gebeut. Thuft du das nicht, so ist dein Nuhm nur Eitelkeit. 3. Du fagst: ich bin ein Chrift! Mit Ernst das Böse baffen, den Lüften wider stehn, gewohnte Sünden laffen, dies ist des Herrn Befehl; dies seiner Lehre Sinn; kein todter Glaube führt zur ew'gen Wohlfahrt bin. 4. Du fagft: ich bin ein Chrif, getauft zu Gottes Erben fein Kind und Freund zu seyn und selig einft zu sterben! Du bifts, doch prüfe dich, erfüllest du auch gern', treu deiner Chriften 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt find in reiner Kindesliebe, wenn du, wie Christus war, ein Freund der Menschen bift, gerecht und wahr und mild; dann sag: ich bin ein Chrift! 9. Wenn, Gutes auszuftreuen, die Unschuld zu bessüßen, und selbst dem Feind, im Allgemeinen. Feind, so viel du immer kannst, zu nüßen, ohn' Ei genuß und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt: dann sag: ich bin ein Chrift! 10. Denn, wenn noch let denschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wolluft, Ei telkeit und Schmäpsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut: so kennest du noch nicht die wahre Hei ligkeit. 11. Sprich nicht: ich bin ein Chrift! bis daß dir Herz und Leben von diesem Rub me erft ein ficbres Zeugniß geben. Der Nam' ist nicht genug. Ein Chrift muß ohne Schein, das, was er beißen will, in seinem Wandel seyn. 12. Ach, Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu besleißen, ein wahrer Christ zu feyn und nicht blos fo zu beißen! Denn, wer den Namen hat und nicht die That zugleich, betrügt fich und gelangt nicht in dein Himmelreich. Mel. Wer nur den lieben Gott ott, dir gefällt 337 ein gottlos Wesen; wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. Drum., laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich 253 vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält. 2. Laß mich auf die begangenen Sünden mit inniger Beschämung sehn; durch Chriftum vor dir Gnade finden, und standhaft, deine Wege gehn! Ich will fortbin die Sünde scheun, und deinem Dienst mein Leben weibn. 3. Du kennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Vorfaß Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so bilf der Unentschlos fenbeit. Wie viel vermag ich Gott, mit dir! nimm deinen Geift nur nicht von mir! 4. Gib, daß er mir stets Hülfe leiste, und Muth und Kräfte mir verleih, daß ich mit findlich treuem Geifte dir bis zum Tod ergeben sei: so fieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wenn ich je aus Schwachheit fehle, mein Bater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bedrängten Seele, wann sie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Bekümmerniß mich deiner Gnad und Huld gewiß! 6. Erquicke mich mit deinen Freuden; schaff ein getroftes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden: so halt ich mich, mein Gott, 27 zu 254 Gesinnung und Verhalten des Christen zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. ken, ließ von Eigennuß mich lenken. 5. Oft gehorcht ich deinem Nechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei MenMel. Fren dich sehr, o meine. 338 Gott, ich will mich schen Ehre brächte und den ernstlich prü der Frömmigkeit. Wenn ihr Beifall mich erhob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, deinen Rechten treu zu bleiben. 6. Ach wie konnt' ich dich vergeffen, wie so undantbar dir seyn, deine Liebe nicht ermessen, deines Belfalls nicht mich freun! Meinen Lohn hab ich dahin; eit ler Ruhm warp mein Ge winn; aber ihn sollt' ich verachten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Goft, der jedes Herz voll Reue gern mit seinem Troft erfreut; sei mir gnädig und verzeihe die unlautre Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk ibn zu dem Einen hin, dich zu leben, und vor allem dir, 0. Höchster, zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebeseyn; gib mir täglich neue Stärke, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich bin Gott, dein Eigenthum: dieß fei mir der höchste Rubm! Was ist mir das Lob der Erde, wenn ich deiner würdig werde! Mel. fen, ob ich redlich bin vor dir! Du kennst meines Herzens Tiefen; ach entdecke fie auch mir! Laß mich sehen, ob ich treu dir in mei nem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 2. Eitelkeit und Eigen - liebe find die Gößen dieser Welt: aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das er übt, nicht mit reiner Secle liebt, Richter, dem gibst du die Krone der Gerechten nicht zum Lobne. 3. Die um deiner Liebe Willen wandeln, wie dein Wort gebeut, diefe, diese nur erfüllen das Gesetz der Frömmigkeit. Nicht nur das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du an; deine Liebe soll und bringen; gute Werke zu vollbringen! o 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch třennen Lieblingssünden mich, Heiligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich vergaß, an dich zu den im Allgemeinen. Mel. Wer nur ben lieben Gott 339 H err, höre mein Gebet, und laß es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, leite, Herr, den Schwachen, der dir flebt; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen gebt! 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, fagt dein Wort, soll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit in guten Werken sein; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein ganzes Leben weihn! 255 mit deiner Huld der Freuden Quelle bift. 6. Las in Versuchung mich nicht zaghaft unterlicgen; ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwachen siegen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz bir folgfam sein, und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispeil könnte leicht der Tugend Eifer mindern. Wenn der Verführung Gift, des Leichtsinns frecher Spott dem Geist gefährlich wird: dann steh mir bei, mein Gott! 3. Dieß will ich und doch macht die Schwäche meiner Seele, und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch feble. Ich seh der Tugend Glück; ich wünsche gut zu seyn; und immer hab ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das fiehst du, Herr, mein Gott; o sieb es mit Erbarmen, und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Bib meinem Geifte Licht; gib meinem Vorsatz Kraft, fo kämpf ich glücklicher mit Welt und Leidenfchaft. 5. Eröffne den Verstand, stets beller einzusehen, daß Sünd' uns elend macht; daß Mel. Herr, ich habe mißgehandelt wahres Wohlergehen und 340 Hsich ringen, err, innrer Friede nur aus reinem Herzen fließt;' daß du ch' ich auf der steilen Bahn beis 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich, bis an mein Ende, die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der Thoren Jauchzen wird bald lange Reu' und Pein; laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen ſein! 9. So werd' ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertraun; einst, wenn ich treu, dir war, der Freuden Fülle schauen, und, wann du ewig lohnft für jede gute That, froblocken, daß mein Her fich dir geheiligt hat. 256 Gesinnung und Verhalten des Christen peines Rechts zum Himmel und dir fingen, daß du bringen, und vom Kampfe Stärke giebst zum Ringen. ruhen kann? Werd ich meinen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Luft der Erde, oder fühner Sünder Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du, mich zu unterflüßen, eilen? wirst du dann mich schüßen? 3. Ach, ich zittre, Gott! wie lange soll ich kämpfen? Dieser Streit meiner Schwachheit macht mir bange, bei so viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht ersiege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei Herr, bewabre mich vor Sünde; mache mich getroft und treu, daß ich standhaft beine Wege wandeln, und nicht straucheln möge; 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß fie mich nicht untreu mach, und spottend triumphire, daß ich auch gefallen sei, daß fie fich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege. 6. Der du Kraft und Muth gewähreft, hilf des Schwachen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du höreft, und ich freue mich darauf. Rühmen will ichs Mel. Herzliebster Jesu $ 341 mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kom men, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieb, Gal ob ichs redlich meine; glb, daß ich nicht blos, was ich fein soll, scheine; mit allen Kräften firebe, deinen Willen froh zu erfüllen. 3. Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meinen Gang, wo mich kein Mensch fieht, leitet; wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fals len? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge fcheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des Gewissens Stimme hören, dich thätig ebren! 5. Bib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten; fo mag die Welt, wie ibrs gefällt, mich richten! Chrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. 6. Du adleft nicht das Anfehn der Personen; gerecht wirst du einst richten und belohnen, mit Herrlichfeit im Allgemeineen. keit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Vollend ich meines Le bens Prüfungsstunden, und werd ich bis zum Tode treu erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden! R 257 will belobnen? Was ist die sitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenken? Met. Wann mein Stündlein 342 mein allem in gch bin ein Chrift, 3. Mich soll daber nicht Eitelkeit, nicht Bitterkeit der Leiden, auch nicht ein Schlaf der Sicherheit von Gottes Liebe scheiden. Wer Jesum glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sterben. 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von Freund! In diefer hohen Würde steh ich und fürchte keinen Feind, trag muthig Bürde. mir! Himmels Herrlichkeit ich ewig mit ihm lebe. In meines Gottes Kraft bes 343 Dier zu wer Mel. Ach sieh ihn dulden ähnHerrich ich jede Leidenschaft, im Dulden, wie im Handeln. 2. Mein Glaube ftebt und wanket nicht; stark, feft ift er gegründet! Er stüßt voll hoher Zuversicht auf Jefum fich, und findet bei ihm Kraft, Nube, Rath und Heil, und nimmt an jedem Segen Theil, den er uns bat erworben. 4. Was sind die Leiden dieser Zeit doch gegen jene womit Gott in Der Ewigkeit die Frommen Kronen, den, du hohes Urbild der Vollkommenheit, das fei mein Ziel schon hier auf Erden, das bleibt mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit böhrer Kraft mein Geift entgegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt 2: Wenn ich aus reiner Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennutes flieht, des Wohlthuns edle Pflichten übe, auch wenn mein Thun kein sterblich Auge sieht, dann bin ich ähnlich dem, der einst die Welt aus Liebe schuf, aus Liebe noch erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt, wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er ftets 258 Gesinnung und Verhalten des Christen stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit handle, so wie er; dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. gleich ich dem, der ewig gütig ist, und keines Menschen, keines Wurms vergißt.. 8. So sei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein böchftes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, za wel hem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geift zu dringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt 4. Wenn ich mit immer regem Triebe das Böse hasse, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute lie be, wie finnenreizend auch das Lafter lacht, und in Gefahr mein Herz sich nie vergißt: dann gleich ich dem, der rein und heilig ist. 5. Wenn ich, um Tugend 344 Kuns Chrifti LehWiel. Fren' dich sehr, o meine Gommt und last Verdiensten ren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er felig preift! Die im Glauben fest beftehn, freubig Gottes Wege gehn, den Erlöfer frei bekennen, dür fen sich die Seinen nennen. 2. Selig, wer in Demuth lebet, feiner Schwachbeit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erhebet, wenn er groß und glücklich ist! Gottes Huld wird, ihn erfreun; und das Himmelreich ist fein: Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tugend geben. 3. Selig ist, wer feine Sünde wehmuthsvoll vor Gott bereut, und damit er Gnade finde, fich vor' neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, und zum Guten Kraft verleibn; froh auszubreiten, helfe, lohne Fleiß und Treu'; wenn ich, zur Bessrung ihn zu leiten, den Frevler firafe; felbst das Unrecht scheu: dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und fraft, so gern fein Herz verzeibt. 6. Wenn ich durch Täuschung nie betrüge, die Wahrheit ebre, Feind der Falschbeit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und bracht' es mir auch einer Welt Gewinn: dann gleich ich dem, der es auf richtig meint, und stets es ift, dem großen Wahrheitsfreund. 7. Wenn ich mich Leidender erbarme mit brüderlichem, liebevollen Sinn; nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich fein Erretter bin, dann im Allgemeinen. froh im Geist schon hier auf Erden; soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanftmuth übet, niemals feinem Feinde flucht; gern Beleidigung vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz bezwingt, Gott wird über ihn stets wachen, und ihn reich an Segen machen. 259 ben, werden Gottes Antlig sehen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, beilig and gerecht zu seyn: welche fest am Guten hangen, nicht blos an des Guten Schein: deren Herz nicht mehr begehrt, als was ihte Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit höhrer Kraft er füllen. des 6. Selig find, die, voll Erbarmen, feinem ihre Hülf entziehn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie Elends Anblick fliehn: gern behülflich sind mit Rath, und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf empfangen, und Barmherdigkeit erlangen. 7. Selig sind, die ihrer Herzen reine Unschuld nie entweihn: in ihren Scherzen, den Verdacht des Leichtsinns scheun. Die dem Reize böser Luft, regt er sich in ihrer Bruft, dennoch standhaft wiederste 8. Selig wer in Frieden lebet, wer stets Ruh' und Einigkeit zu erhalten sich bestrebet, und, wenn Feindschaft, Haß und Streit setner Brüder Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Pein! Ihrer warten Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und wird sie für ihre Treu' einft mit Wonn' und Siegeskronen in der Ewigkeit belohnen. 10. Herr du wolleft selbft mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser Seligkeiten hier und bort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud und Schmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines, Geiftes Stärke ftets befleiße guter Werke. In eigner Melodie. 345 Laß mich, e berr Dingen auf deinen Willen fehn, und dir mich weihn; gib, felbft das Wollen und Vollbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt seyn! Nimm meis 260 Gesinnung und Verhalten des Christen meinen Leib und Geift zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 2. Hilf, daß ich dir allein 2. Gib meinem Glauben ergeben, der Sünde abgeMuth und Stärke, und laß storben sei;. laß mich dir sterihn in der Liebe thätig seyn, ben und dir leben, und mach daß man an seinen Früchten in mir, Herr, Alles neu! merke, er sei kein eitler Ach wirk in mir, zu deinem Traum und falscher Schein. Ruhm, mein Gott ,, das Er stärke mich in meiner wahre Chriftenthum! Pilgrimschaft, und gebe mir 3. Reiß los mein Herz von zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, so lang ich hier foll leben, in gut und böfen Tagen seyn vergnügt und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Befen Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth wann du mich beglücft; Geduld und Trost, wann du mir Trübfal schickt! dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach dei nem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sin! Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du felbst meine Seele, damit ich Chrifto folge nach, und stets den schmalen Steg erwäble, ja Ebre such in Chrifti Schmach. Ach, wirk in mir, zu deinem Rubm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen; so will ich bir, wann ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles baft so wohl gemacht. Dann werd ich heilig, rein und unentweiht, dein Lob verkündigen in Ewigkeit. 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Chrifti Kreuz mich hefte, und mir die Welt gekreuzigt sei. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, Mel. Wer nur den lieben Gott mein Gott, das wahre 346 Mein Gott, ach lebre mich er. kennen den Selbstbetrug und Heuchbelschein, daß Tausend, die sich Chriften nennen, mit nichten Chrifti Glieder fey'n. Ach, wirt in mir, zu deinem Christenthum! 6. Laß in mir Glauben, Hoffnung, Liebe, beständig fest und thätig seyn; daß ich bis an mein Ende übe das Christenthum obn' Heuchelschein. Ach wirk in mir, zu bei im Allgemeinen. 261 deinem Ruhm, mein Gott gib, daß ich auch, wie mich das wabre Christenthum. den ärmsten Bruder liebe, 7. So hab ich schon auf und fegne meinen Feind! dieser Erde, was mich be- Herr, was ich hab, ift ruhigt und erfreut; wann ich dein. Laß mi im Unglück mit Gott vereinigt werde, groß, im Glück bescheiden schmeck ich des Himmels Se- seyn! ligkeit. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Dein Himmel sey mein Glück, das Irdische vergehet; web jedem, dessen Herz mit ihm im Bunde stehet! Wohl dem, des erster Wunsch, Gott, dein Erkenntniß ift! Er hat Zufriedenheit, wann er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Lafter weg, die der Gesellschaft schaben. Wir sind ja, was wir sind aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Seuchelei, und Stolz und Bruderneid find unsrer Tage Pest; und kurz ift unsre Zeit. Mel. O Gott, bu frommer Goit 347 Mei Dein Schöpfer, dessen Hauch mich, todten Staub, beseel te; Sinn und Vernunft mir gab, in Chrifto mich erwählte, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer preift. 2. Laß, da du heilig bikt, mich alle Lüfte flieben, und mich nur um den Schatz der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir; und Hoffnung zu dem Sieg; er tommt allein von dir 3. Laß mich, ich bin ein Chrift, nach Christi Lehre wandeln, mein ganzer Gottesdienst fei Glaub' und richtig Handeln! Die Luft an dem Gesetz ist mehr, als luft der Welt, die nur der Frevler liebt, der Thor für Freuden hält. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; 7. Herr, meine Burg, mein Fels, mein Schuß in allen Nöthen, früh such ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweibt, bei meines Amtes Pflicht vergeffe ia mein Herz des Chriften Pflichten nicht! 8. 3ulegt erlöfe mich von mir beschiednem Leiden; laß meinen Geift voll Troft aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todesthat ins rechte Vaterland. Mel. 262 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. O Gott du fremmer Gott frei von Ungeduld in' trüott but fr ben Tagen seyn! Gott, 348 Mein Bater und der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben, regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was Gott, dein Wort mich heißt! 6. Nie müsse fich mein Herz des Fleisches Luft crgeben, und nie dem schnöben Geiz! Mein dir geweihtes Leben, sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigfeit, von ungerechtem Gut und stolzem Sinn befreit! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und kein vergänglich Gut mehr, als es, werth ift, ach te! Wer nach dem Ewigen mit rechtem Eifer ringt, em pfängt schon bier zum Lohn, was wahre Rubé bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte; und daß in mir der Trieb zum Guten nie erfalte; bilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, und in der Hoffnung stark und feft gegründet sei! 4. Gib, daß ich als ein Chrift, mich Christo ähnlich Mel. Wer nur den lieben Gott zeige, und achtsam mein Ge: 349 Nicht, daß ichs ergriffen müth zu seiner Liebe neige! Sein Geift regiere mich, und nicht der Geist der Welt! So wandt' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. hätte; die beste Tugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit verliert sich bald in Sicherheit. 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sehe zu, daß er nicht falle, der 5. Hilf daß ich dich mein Gott, von ganzer Seele liebe, und Lieb und Gütigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten; so unterstütze mich, wann meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch wann sie verzieht, dir doch getroft vertraun! 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Bater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Troft und froher Hoffnung nicht! im Allgemeinen. der, wenn sein Nächster fällt, noch fleht. Auch die bekämpfte böse Luft stirbt nie mals ganz in unsrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend, oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hiße roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit gethan, fieht unfer Stolz für Tugend an. 4., Oft ist die Aenderung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du füblft, wie Stolz und Ruhmsucht quälen, und dämpfft fie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen anandern Reiz, dein Stolz wird Wolluft oder, Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigenliebe, was Andern frenge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so manchen Feind; du wirst behutsam, schränkst dich ein, flieht nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt: so werde nichts dein Herz verführen: doch jedes Herz hat feine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, bat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in 263 deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit! jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wallt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst gescholten ward. 8. Oft, denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz im Stillen tugendhaft. Kaum lachet uns die Welt entgegen; so regt sich unfre Leidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. 9. Du opferft Gott die leichtern Triebe durch einen ftrengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dieß ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Chrift entreißen muß. 10. Du fliehst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeits doch bist du, fordert's Gottes Wille, auch dieser zu entfliehn bereit? Dein Herz haft Habsucht, Neid und Zank; fliebt's Unmuth auch und Müßiggang? 11. Du bist gerecht: bift du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld? Dit dienest gern, wenn Andre leiden; vergibst, du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn. 12. Sei 264 Gesinnung und Verhalten des Christen 12. Sei nicht vermessen! mit Sanftmuth überwind' Wach und freite; denk und sende Hülf und Nath, nicht, daß du schon g'nug wenn sie mir nöthig find! gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Sicherheit droht dir den Fall; drum wache stets, wach überall! 5. Laß mich mit Jebermann in Fried und Eintracht leben, so weit es Chriftlich ist! Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück: so gib aud dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch In eigner Melodie. 350 Gott, du from sicher fei! mer 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen fauren Tritt hindurch ins Alter dringen; so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Eh ren graves Haar! 2. Gib, daß ich fleißig 7. Laß mich auf Chrifti thu, was mir zu thun ge- Tod getroft von hinnen bühret, wozu mich dein Be- scheiden, die Seele nimm fehl in meinem Stande füh- zu dir hinauf zu deinen Freu ret! Gib, daß ich bald es den; es rube fanft der Leib thu, zu der Zeit, da ich in seiner Aillen Gruft, bis soll, und was ich also thu, ihn dein Allmachiswort ins Herr, das gerathe wohl! neue Leben ruft! 3. Hilf, daß ich rede stets, 8. Wenn alle Todten dann womit ich kann bestehen; auf dein Gebot erwachen, laß fein unnüßes Wort aus meinem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu reden mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterkeit! so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein, und laß mich selig dort mit allen Frommen seyn! 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen: gib wahren Christenmuth, das Kreuz bilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind Quelle aller Gaben, ohn' den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben, erhalte meinen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gefund, rein mein Gewissen fei! Diel. Was mein Gott will 351 Oft ft tlagt dein Herz, wie schwer es sei, den Weg des Serrm im Allgemeinen. 265 Herr zu wandeln, und glücklich seyn, drum gab er täglich, seinem Vater treu, zu denken und zu handeln. Wahr ists, die Tugend foBet Müh, sie ist der Sieg der Lüfte; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht tämpfen müßte? uns Gefeße. Sie find es, die das Herz erfreun, fie find des Lebens Schäße. Er red't in uns durch den Verstand, und spricht durch das Gewissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 2. Die, die sich ihrer Lafter freun, trifft die fein Schmerz hienieden? Sie find die Stlaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüfte dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er lämpft, verwandelt sich in Freuden. 3. Des Lafters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen; allein fein Fortgang wird Gefabe, fein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs feil, läst nichts als Mühe blicken; doch weiter fort führt er zum Heil, and endlich zum Entzücken 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nach unfers Fleisches Willen, wann Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüfte frei zu stillen; nimm an, Gott ließ den Undank zu, den Frevel dich zu fränken, den Menschenhaß: was wür dest du von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen 6. Ihn fürchten, das ist Weisbeit nur, und Freiheit ists, sie wählen. Ein Thier folgt Feffeln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen. Was ist des Geiftes Eigenthum? Was sein Beruf auf Erden? die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Rubm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durch Gebrauch von Gott noch mehr bekommen; wer aber nicht hat. dem wird auch das, was er hat, genommen. 8. Du freiteft nicht durch eigne Kraft; drum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brob begehrte? Bet oft; Gott müßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 9. Dich färket auf der m Tite 266 Gesinnung und Verhalten des Christen Tugend Pfad das Beiſpiel 2 Er trachtet nach dem fel'ger Geifter; ihn zeigte dir, und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müsse nie des Frechen Spott auf diesem Pfade bindern! Der wabre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenkindern. böchsten Gute, nach Weis und heit Gerechtigkeit: denu, wenn ihr das befißt, spricht Jesus, ist Alles An dre euch bereit: ihr habt dann Friede, Seelenruh, und alles Andre fällt e zu. 10. Sei start, sei männlich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so kurzer Jahre. Das Klei nod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünftigen Welt, die werden ihn beleben. 11. Und endlich, Chris ſei unverzagt, wenn dirs nicht immer glücket, wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwachbeit brücket! Gott sieht nicht auf die That allein, er fiebt auf deinen Willen. Ein göttliches Verdienft ift dein! Dieß muß das Herz dir stillen. Mel. Wer nur den lieben Gott 352 W er stets mit reinem Wohlgefallen der Tugend hohe Schönbeit fiebt, und, frei von Stolz und Eigennuße, für alles wahre. Gute glübt, wer fedem Lafter fich entreißt der sammelt Schäße für den Geift.. 3. Doch hoffe nicht, Christ, daß Tugend pir feli auch Erdenglück verschafft! Wie mancher fand seit fri ber Jugent an ihrer Seite Licht und Kraft; wie Man cher forgte für fein Herz und fühlte dennoch oft auch Schmerz. 4. Die Tugend nur, nut Herzensgüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht Machi und Schimmer beruh aut Wer deiner Thätigkeit. bloß nach äußerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, so lang er lebt. 5. Nie mache dir zum böchsten Zwecke den Bor tbeil, den die Tugend bringt! Sei fromm, sei fromm wenn auch nicht immer die fromme Absicht dir gelingt! Frag nicht: was bringt bie That mir ein? Sie selbst, o Mensch, muß Lohn dir seyn. 6. Doch übst du redlich deine Pflichten; so sey ge troft und zage nie! Dein Gott war Zeuge deiner Tu genb im Allgemeinen. 320 267 gend, und er, dein Gott freun! Wer heilig ist, muß belohnet sie. Ein Herz, heilig feyn. von Sünd' und Lastern rein, kann nicht auf immer elend seyn. 2. Gott ist der Seligkei ten Fülle von Ewigkeit zu Ewigkeit; denn sein Verstand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommenheit. Von Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. 7. Sa, leb und sterb für alles Gute, es folgt gewiß Vergeltung einft, und du gewinneft noch im Tode in dem du zu verlieren scheinft! Auch Jesus gab sein Leben bin, und Herrlichkeit war fein Gewinn. 8. Jm Himmel dort ist nicht nur Tugend, dort ist auch hohe Seligkeit. Hier sind oft beide nicht vereinet; hur broben ift Voll kommenbeit. Da schwingt der Edle sich empor, der bier im Dunkeln sich verlor. 9. Drum will ich, Gett, fiets edel handela, dem Muster treu, das Sesus gab! Nichts soll den hohen Muth mir rauben! und führt er auch ins öde Grab! Mein höchfter Wahlspruch sei allein: Wer chriftlich denkt, wird selig seyn. In voriger Melodie. 353 Sön chön ist die Tugend, mein Verlangen, und meiner ganzen Liebe werth. Mit aller Kraft ihr anzuhangen, hat meine Seel' auch oft begehrt. Ach könnt' ichs, wie würd' ich mich 3. Wie schnell umhüllen Finsterniffe mich, wenn ich auch erleuchtet bin. Dann fliehn die heiligsten Entschlüsse, den Morgenträumen gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Stlavendienst, o, Welt! 4. Ich Armer! Darum kommt kein Frieden in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd ich fest im Guten seyn? wann nicht mehr straucheln, alles zeit nur deinem Dienst, o Gott geweiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarbeit und mache mein Ertenntniß bell, daß nie der Sünde Täuscherei gefährlich deinem Kinde sei! 6. O bilde, Vater, mete ne Seele nach deinem Willen bilde fie, daß ich das Gute ftets erwähle, das Böse immer ernstlich flieh! Um2 268 Gesinnung und Verhalten des Christen Um diese Gnade bitt ich Licht; was hilft mir aller dich; ich weiß es, du er interricht, wenn ich nicht darnach handle höreft mich. Mel. Ein Lämmlein geht as bilft es mir, 3542 ein Chrift zu feyn, wenn ich nicht chriftlich lebe, wenn ich nicht fromm, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Beruf, zu welchem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöset bat, in Worten nur, nicht durch die That und gute Werke preise? 2. Was hilft der Glaub' an Jefum Chrift, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Luft gefangen hält, ich ibre Fesfeln liebe, und fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffarth, Fleischeslüfte, Geiz und andre Lafter übe. 4. Und wober nehm ic Troft und Rub', wann Sei den mich umgeben, und meine Sünden noch da mir dann vor Augen schwe ben? Was hilft mir in da letzten Noth, wann fich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein hewissen wachet auf, von meinem ganzen Lebend lauf die Schuld mir aufzu decken? 5. Web mir! was hilt es mir einst dort, erwed aus meinem Grabe, da ich an Christum und sein Wort zum Scheir: geglau bet babe, wenn feine from me gute That mein Leben bier bezeichnet hat, den Glauben zu beweisen? Nut Glaub', durch ächte Fröms migkeit bewäbrt, wirkt mei ne Seligkeit, kann wahrer Glaube heißen. 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, der ich Chriftum kenne, weiß, was er einft für mich gethan, ihn Herrn und Meister nenne, als der, der in der Finsterniß des Srrthums tappt noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nüget mir der Wahrheit 6. Gott, dieser Hoffnung werth zu seyn, hilf, daß i chriftlich lebe und vor dir heilig, fromm und rein wandeln mich bestrebe! Cib Weisheit mir und Muth und Kraft, damit ich Well und Leidenschaft im Glau ben überwinde, und dann nach wohldurchlebter Zeit den Lohn in jener Ewigkei für meine Werke finde! 15 Ge in Hinsicht auf Gott. Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott.... Erkenntniß Gottes. Ich weiß, der mir geschenkte Geift, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben. Mel. Lob finget Gott ich kennen, 355 Gott, ift 4. O laß von deiner HerrSeligkeit und sich zu dir lichkeit mich immer mehr erheben, ist Wonne, die entdecken, und wenn mein nicht Welt und Zeit mir Geift sich ihrer freut, ihn sonst vermag zu geben! Sie immer mehr erweden, daß stärkt mein Herz, sich dir zu er nur Wahrheit sucht und weihn, und läßt das Glück, liebt; doch, wenn er sich ein Mensch zu seyn, mich im Forschen übt, laß ihn inniger empfinden; lehrt bei Dunkelheiten, wo er mich, daß du mein Vater fich leicht zu weit verliert, bist, und daß dein weiser wo Täuschung leicht ihn Rathschluß ist, schon hier irre führt, die Pflicht des mein Heil zu gründen. Glaubens leiten! 2 Leicht kann ich deiner Bröße Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herrliche Natur, in allen ihren Zwecken, zeigt Ord nung und Zufamn.enbang; ja aller deiner Werke Gang, vom Staube bis zur Sonne und der-Gestirne fernstem Heer, zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt stets mir neue Wonne. 269 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nachdenfend überlege: je mebr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ew'ge Glück, ein künftig beß'res Leben. 5. Denn ganz kann meine Faffungskraft nicht deine Größe sehen, nicht Alles, was bein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel; will fie das ihr gejepte Ziel aus Borwiß überschreiten: so laß mich diesen Vorwiß scheun; du wirft mir einst mehr Licht verleihn, nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geiftes reger Fleiß mich immer weiter sehen, dann wird mir Alles offenbar, was mir bier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. M 3 Erkenntniß Gottes. 270 Erhaben über Welt und Zeit, eil' ich dann der Bollkommenheit und reinem Licht entgegen. Mel. Wer nur den lieben Gett 356 Mein Gott, du wohneft zwar im Lichte, dahin kein fierblich Auge bringt; doch gibst du uns zum Unterrichte dein Wort, das uns Erkennt niß bringt, was du, o Allerhöchster, bift, und was mit uns dein Endzweck ift. 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht am dunkeln Ort; und wenn ich ernstlich es be trachte, so bilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit bellen Schein mein Aug und Herz fets offen seyn! 3. pilf, daß ich beinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt belehrt; daß weder Luft noch Bahn mir raube; was mir ben besten Troft gewährt! Kein Spott der. Welt verführe mich, kein Zweifel sei mir hinderlich! 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns haft ge geben, erkennen, lieben und erböbn. D führe du auf dieser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Vor Allem gib, daß ftets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß fei, und daß ich dir darnach beständig Lieb', Ehrfurcht und Gehorsam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtige, Erkenntniß, wenns nicht zu deiner Liebe treibt? Was müßt ein aufgeklärt Ver ständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit. treu, und daß mein Glaube thätig ſei! 7. Laß dein Erkennims mir im Leiden die Quelle wahren Ttostes seyn! Laß, wenn sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seb ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. UND Mel. Scyon ist der Tag von Gett 357 D mein Schö pfer bift, Herr, dem ith an gehöre, dich richtig zu erken nen, ist mir ewig Pflicht und Ehre, ftets heiliger burch dich zu ſeyn, mich dei ner immer mehr zu freu'n, dich immer mehr zu lieben, will ich mich täglich üben. 12 Ich kann ja, Ewiger, schon hier durch eifriges Bes streben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist Erkenntniß Gottes. Geift erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deiner Offenbarung Licht, und, wie in deinen Werken du dich und zeigeft, merten! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehreft, wie du voll Weisheit, Macht und Huld uns jeden Tag ernähreft; wie alles schön geordnet, sich vereinigt, wie so väterlich du uns auf tau. fend Wegen entgegen kommst mit Segen. 4 30 sebe dann und seb erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freundlichkeit, zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; mir wirds gewiß, es feien deine Pfade stets Herrlichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele meines Lebens dein Wort das ew'ges Nie merk ich brauf verge bens. Ich lerne dich und deinen Sohn, der Seele Berth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser tennen. 271 die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden, und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgenröthe Licht, mir hier schon so viel Wonne, wie viel verschafft mir künftig nicht des Tages volle Sonne! Dann, Bater, wirst du näher bich mir offenbaren, dann werd ich, was wir hier Dunkel nennen, im höhren Licht erkennen. 6. So werd ich fiets er leuchteter, von Vorurtheilen freter, zum Guten immer williger, standhafter und getreuer, ein größres Maaß der Welsheit gibt dem, der 8. D laß von heiliger Begier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott, und deinen Sohn schon bier stets besser zu erkennen, daß ich von Wahn und Irrthum frei, bir immer mehr geborsam fet, und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe. In eigner Mietobie. 358 Was if im immel, Höchser, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; du bist der Wesen Fülle, und weise, beilig ist dein Wille. 2. Dich tennen, ſei die erfte meiner Sorgen! Bift du gleich unerforschlich und verborgen, so können wir doch überall dich finden und deinen Rath mit uns er= gründen. 3. Mit lanter Stimme M 4 leh. Ehrfurcht vor Gott. 272 Ehrfurcht vor Gott. lebren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh' erMel. O großer Gott, von' zählt von dir, von dir die 359 Wie groß bit bu Ferne: Pracht der Blumen, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unsrer Seele uns zu: das Böse flieh, das Gute wähle?, Ward nicht, um uns zum Lichte zu erheben, dein Sohn zum Führer uns gegeben? Gott! Wie groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt erbebt, das Licht wird Nacht, gehst du einher in deiner Macht; es muß mit tiefem Schweigen fich Alles vor dir beugen. 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, und auch den Weg, den wir betreten follen, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. 6. 3u diesem großen heiligen Geschäfte erheb' und stärke meiner Seele Kräfte; gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich belehre! b 7. Gib, daß ich demuthsvoll aus meinem Staube zu dir hinauf schau; freudig an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und immer näher zu dir bringe! 8. So werd ich immer beffer dich erkennen, und immer findlicher dich: Bater! nennen; dir fest vertrauen, fröhlich dich erheben, o großer Gott, und ganz dir leben. 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel ausgefirect; der Erde Grund ges legt, dem Meer fein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt der Berge Grund und fürzt sie in des Meeres Schlund. Wer kann, wer fann ent flichen, um dir sich zu ent ziehen?. 3. Wir Alle find burd dich, find Werke deiner Hand: Leib, Seele, Hab und Gut hast du uns zu gewandt. Du lehrst das menschliche Geschlecht, Herr, durch Vernunft und Schrift dein Recht; willst, daß wir deinen Willen mit Kindestreu erfüllen. 4. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht, belebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich, als dein Unterthan, auf meiner ganzen Lebensbahn mit Eifer möge streben, ges fällig dir zu leben! 5. Laß Ehrfurcht vor Gott. 5. Laß deine Gegenwart mir immer heilig seyn; laß auch im Dunkeln mich dein belles Ange scheun. Erinnere mich an meine Pflicht, an deine Macht, an dein Bericht bei jedem Reiz zur Sünde, daß ich ihn überwinde! 6. Doch gib, daß meine Furcht vor dir nie knechtisch sey; befreie mein Gemüth von Zwang und Seuchelei, daß ich, was bein Gefeß ge beut, erfülle stets mit Freudigkeit, aus Ehrfurcht nur und Liebe mich im Gehor sam, übe. Me. Wer nur den lieben Gott Jor dir, o Gott, 360 Vikindlich scheuen, ist unsere allergrößte Pilicht. Kein Mensch kann deiner Huld fich fre:: en, scheut er dein beilig Auge nicht. Drum wirt in mir durch deinen Geist die Ehrfurcht, die dich findlich preift. 2. In Allem, was ich thu und denke, laß Herr, das meine Weisheit seyn, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lente: vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Luft zur Sünde bat, der fürchtet dich nicht in der That. 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehne, daß du allge8. nwärtig bist, und das zu 273 thun mich ernftlich schäme, was dir, mein Gott, zuwis der ist. Der Beifall einer ganzen Welt bilft den ja nicht, der dir mißfält. 4. Las immer dein Gericht mich scheuen, und wirke fteten Ernst in mir,- mein Leben deinem Dienft zu weiben, daß ich die Gnade nicht verlier', die mich bei mancher Missethat so liebreich noch getragen hat. 5. Ja, Vater, laß mit Furcht und Zittern mich schaffen meine Seligkeit! Soll nichts mein ewig Glück erschüttern, so laß mich in der Gnadenzeit mit Vorsicht alles Unrecht fliehen; mich nur um deine Gunft bemühn! 6. Erhalt in mir ein gut Gewissen, das weder Spott noch Trübsal schen', und mache von den Hindernisſen der wahren Tugend selbft mich frei! Nie före Furcht und Luft der Welt mich, das zu thun, was dir gefält! 7. In deiner Furcht nur will ich wandeln, und fiets, ich sei auch, wo ich ſei, nach deinem beil'gen Willen bandeln, entfernt von aller Heuchelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Bater, werth. 3. In deiner Furcht las mich auch sterben; so schreckt das dunkle Grab mich nicht; ich werde deinen Himmel M 5 ers 274 Lieb: zu Gott. erben, dich schauen in voll- nem Angesicht ist Finster. tommnnerm Licht. Wie werd niß wie Mittagslicht. ich dann mich deiner freun: wie selig, Gott, wie selig feyn! 5. Den Höchsten öffentlich verebren sowohl, als in der Einsamkeit, auf des Gewissens Stimme bören, und willig thun, was sie ge. In voriger Melodie. 361( a) illst du der beut, auch das lehrt dich die Furcht des Herrn, auch das thut, wer ihn ehret, gern. Weisheit Quelle fennen? Es ift die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weif und flug zu nennen, der alle seine Pflichten gern, weil Gott fie ihm gebeut, voll bringt, wenn gleich dazu kein Mensch ihn zwingt. 6. Läst bis der Thor Verachtung merken, wenn du dich fromm von ihm entfernft; die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du dich edel schäßen lernfi. Wer Gott, dem Höchten, wohlgefällt, ist glücklico, selbst beim Spott der Welt. 2. Lern Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit, so wirft du nie dich unterwinden, mit thörichter Vermessen beit, zu tadeln, was fein Rath befchließt, der wunderbar, doch heilig ift. 3. Wirft du den Höchften findlich scheuen; so wird dir keine Pflicht zur Laft. Nur das wirst du vor ihm bereuen, daß du fie oft verfäumtet baft. Wer Gott als Zeugen vor fich hat, der freut sich jeder guten That. 4. Wann Nacht und Dunkelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was Mel. O Gett bu frommer Gott 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheun, gibt Heldenmuth und Freudig keit, wenn uns der Men schen- ftolzes Dräun, was Unrecht ift, zu thun, gebeut! Jft Gott mein Schuß, mein Heit und Licht, so beb ich vor den Menschen nicht scheun. Denk nur, vor seis 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höch sten, fehn! Laß fie mich hier zur Weisheit führen: so werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der stets dich findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. dann zu361( 6) 5 nen Mund, fo Heilighaltung des Eldes. so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit heil'ger Furcht der Geifter Heer erkennet, das nie durch Unbedacht ich ftrafbar ibn entweih; daß nie mir Spiel und Scherz dein großer Name fei! 2. Stets heilig bleib er mir! Und muß mein Ohr es bören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot entehren; so reiße nie der Strom der Frevler mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ibr Mitgenoffe bin. 3. Auch Jesus Christus fei zu jeder Zeit und Stunbe, so oft ich sein gebent, fo oft in meinem Munde sein hoher Name tönt, mir bei lig! Ibn entweiht nur der, der ihn nicht kennt, nicht feines Heils sich freut. 275 und Scheit mich mit Ehrfurcht ganz erfüllen, wann ich als Wahrheitszeuge dich, nach meiner Obern Willen, anruf und bei dir schwöre! 2. Argliftig können Menfchen zwar oft Menschen bintergeben; boch dir ist alles offenbar; du siehst, was fie nicht sehen. Im Zorn schauft du die Lügner an. Verbeimlichte Verbrechen, die Menschenmatt nicht ftrafen kann, wird beine, Macht einst rächen, die jeden Frevel richtet. 3. Und ich, ich könni' aus Griz, aus Reid, aus falscher Scham, aus Rache verkehren die Gerechtigkeit und meines Rächsten Sache; könnt ihm durch Meincid frech den Ruhm der Redlichfeit entwenden, und so der Unschuld Eigenthum, die Wahrheit frevelnd schänund mich ins Elend den stürzen? 4. Gott! nein, so frech, so freventlich beug ich nicht deine Rechte, daß ich den schwersten Fluch auf thich durch folch Verbrechen. brachte! Ach ein Vers Mel. Es woll' uns Gott O 11 361 fauft, dammter würd ich seyn, mein Schöpfer und mein Herr, ins Innerste der Seelen, und niemand kann, Allwis fender, dir was er denkt verhehlen. Laß deine Macht schon hier in diesem Leben, des nagenden Gewissens Pein, von mir selbst übergeben; was brächte mir die Zukunft? 5. Nein! Lug und Trug M 6 will 4. Von meinen Lippen fern sei Fluch und freches Schwören! Fern sei schamloser Scherz! Der Mund kann dich nicht ehren; auf dessen Lippen schwebt, was wahre Tugend schmäht. Den Beter börst du nicht, der tich ohn' Ehrfurcht flebt. 276 Heilighaltung des Eides. will ich, o Gott, aus vollem Weh ihm, er stürzet fre Herzen baffen, der Wahrheit ventlich in ewiges Verdertreu bis in den Tod, von ben sich. deinem Wort nicht lassen. Kein Glück, so groß es sei, foll mich je reizen und be thören, daß ich es wage, wiffentlich deßwegen falsch zu schwören, und mir den Himmel rauben. 4. O Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk, was du zum Pfande gibft: dein Glück, dein ewiges Leben! Verwirf nicht mit Verwe, genheit kein Theil an Gott und Seligkeit; wer kann wiedergeben? Was hilft dir dann die ganze dirs Mel. Der unire Menschheit 361) ott, er du Welt? Nichts bat fie, was fenner bist, dem Falschheit stets ein Gräuel ist, und Lügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund, Allwissender, dir ist es kund, und einft wirst du es rächen. Laß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und boll Wahrheit seyn! 2. Gott, wenn ich schwörend vor dir fleb, binauf zu deinem Himmel seh, und meine Hand erhebe, wenn mit des Geiftes Sammlung ich zum Zeuzen dich anrufe, tich, durch den ich bin und lebe: dann fei von Trug und Heuchelci mein Herz und meine Zunge frei! 3. Wenn Frevler auch noch da dich schwähn, und frech vor dir mit Lügen stehn; dann las mein Herz erschrecken. Web dem, der dich und deine Macht zur Hülle feiner Posbeit macht, fie vor der Welt zu decken! 5. Gott, wenn du nicht mein Gott mehr bift, dein Sohn nicht mehr mein Hei land ist, dein Himmel nicht mein Erbe, wenn bei den leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Troft nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual be: frein? Dann besser, nie geboren seyn! 6. Wie thöricht, wer noc denkt und spricht: Gott fiebt es nicht, Gott achtet's nicht! So lästern Frevelrot ten Zwar seine Langmuth ist bekannt, er lähmt nicht jede falsche Hand; doch läst er fein nicht spotten; ist Richter und schon in der Zeit, ein Richter in der Ewigkeit. 7. Drum foll nicht Ebre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verfüh ren; Heilighaltung des Eides. ren; und drohten mir auch Schmerz und Leid, ich will doch meine Seligkeit mutbwillig nicht verlieren. Es gilt kein Leid, kein Glück der Zeit, nein es gilt Gott und Ewigkeit! 8. Gott, beilige du selbst mein Herz, daß ich nicht frevelnd Spott und Scherz mit Wort und Eiofchwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer, Freund, auch wenn es mir zu schaden scheint, mit frobem Muthe bleibe! Dann kann ich ohne Furcht und Graun dem Tode selbst ins Antlig schaun. 4. Und flöh er zu dem fernsten Meere; du findeft allenthalben ihn! Wenn er auch noch so mächtig wäre, fann er der Allmacht sich entziehn? Hier hilft nicht Ehre, Macht und Geld, nicht Beifall, Gunft und Schutz der Welt. 5. Drum laß mich eher nichts betheuren, bis ich erwogen, was ich thu, und den Gedanken oft erneuern: Mel. Wer nur den lieben Gott des Eides Richter, Gott, er, bift du! Du schauft ins Herz 361 Wort einem und dein Gericht bringt auch ( e) Wi mein Innerstes ans Licht. bei Namen schwört und treulos fein Versprechen bricht, der ist ein Frevler, denn er ebret dich, Gott, den Gott der Wahrheit, nicht. Er kann nicht froh, nicht mit Vers traun zu dir hinauf gen Himmel schaun. 2. Wir follen ja nach deinem Willen, wie du der Wahrheit Freunde seyn, und, was fie fordert, gern erfüllen und uns ver keinen Laßten scheun. Wer fie verlegt, verwirft sein Heil; ihm wird des Meineids Qual au Theil. 277 Wahrheit frech entebrt, den Nächsten sucht zu hintergeben und falsch bei deinem Namen schwört? Vor, deinem heiligen Gericht besteht ein solcher Frevler nicht. 3. Wie darf der boffen, dich zu sehn, der hier die Liebe zu Gott. 362 362 2 Gott! gedenMel. Von Gott will ich dich, mein ken, ist Pflicht und Troft für mich Wann Sorg' und Gram mich fränken, so siebt mein Aug' auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sorgen, wie Nebel vor dem Morgen, und Ruh' erfüllt mein Herz. 2. Denk ich an seine Liebe, wie werd ich doch erfreut! Mit dankbar froher. Triebe fühl M7 278 fühl ich mich dann bereit, dir dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Sünden mich zu scheun. Liebe zu Gott. 3 Mit fröhlichem Gemüthe denk ich an deine Treu'; denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh ich nur ftets auf dich, so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schwersten Werke; es wird mir leicht durch dich. S 4. Du gabft mir aus Erbármen den Sohn, der für mich starb und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Alles mein: du willst mirs gnäbig schenken, willst liebreid an mich denken und stets mein Vater seyn. 5. Wie gut is, dein zu denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz aufs Eitle lenken; wie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an ' Gott; dies bringt mir wabs re Freude, dies stärkt mich, wann ich leide, und ist mein Troft im Tod. V 6. Drum will ich an dich denken, so lang ich denken tann. Mag man in's Grab mich fenten; mein Geift fteigt bimmelan! Vergesse mich die Welt; du, Herr, gedenkst dach meiner, wenn auch auf Erden Keiner mich im Gedächtnis hält. Mel. Alle Menschen müssen sterb. 363 wie erhebet meine Seele fich in mir! Wie getröstet, wie belebet fühl ich mich, o sott, von dir! Jeder Blick auf deine deine Weisheit, Werke, Huld und Stärke; wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz! 2. Floß aus deiner Segensfülle mir nicht fründlich Gutes zu? Daß ich ward, das war dein Wille; daß ich noch bin, das schaffft du, daß ich denke, daß ich wäh le, dankt dir, Bater, meine Seele; dankt dir, daß fie dich erkennt, dich durch Jesum Vater nennt. N 3. Heil und unvergänglich Leben thaft du, Gott, burd ihn mir fund. Um zu dir mich zu erheben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er, in dem bangken Streite, selbst mit seinem Blate weihte. Und nun zeigt den Weg zu dir nur der Geist der Liebe mir.. 4. Und ich sollte dich nicht lieben, der du mich zuerst geliebt? Nicht aus Liebe Gutes üben, auch wenn sich mein Leben trübt?- Könnt' ich ohne sie auf Erden rubig und zufrieden werden? obne sie nach dieser Zeit würdig seyn der Seligkeit? 5. Heil mir, daß ich es em=" Liebe zu Gott. 279 rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater nicht zur Schuld! empfinde, welcher Liebe auf meine Willigkeit und werth du bift; meiner das nur würdig finde, was dir wohlgefällig ift! Einft, Herr, reerd ich deinen Witlen ganz erkennen und er füllen, mich der reinsten Liebe freun, und in dir ganz felig seyn. Mel. Wer nur ben lieben Gott 364 D u Bater beiner Menschentinder, der du die Liebe fel ber bist, und dessen Herz auch gegen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Her zen dein, laß michs mit allen Kräften feyn! 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gefinnt zu feyn mich übe. wie bu mir selbst die Vorschrift gibt! Was dir gefällt, gefall auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir! 3 Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was das Herz verführt, und gib, daß ich Verläugnung übe, wenn Sinnenluft zu sehr 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Frenden das thut, was dir, o Gott, mißfällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, ge fiel es auch der ganzen Welt! Die kleinste Sünde selbst zu scheun, las, Vater, mich befliffen ſeyn! • 6. Aus Liebe, laß mich Alles leiden, was mir dein weiser Rath bestimmt! Du führt durch Trübsal den zu Freuden, der seine Laft. gern auf sich nimmt;, und wer sein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unterstüßt. mich In deiner Liebe las sterben bann wird selbst Sterben mein Ges winn; dann werd ich deinen Himmel erben, wo ich dir, Vater, näber bin; dann lisbt dich meine Seele rein, und liebend wird fie felig seyn. 7. In eigner Melodie. 365 Wenn zur Erfüldeiner mich rührt! Wie follt ich die Kreatur dir vorziehn, Schöpfer der Natur? 4. Laß mich um deiner Liebe Willen gern thun, was mir dein Wort gebeut! Kann ichs nicht, wie ich soll, erfüllen: so fieb sinn und Stolz dir nur das Gute Pflicht, dich Gottes Liebe nicht beseelet, so rühme dich der Tugend nicht, und wiffe, daß dir Alles feblet. Wenn. Vortheil, Wolluft, Eigens Liebe zu Gott. 280 Gute rathen: fo thue noch so große Thaten; du haft vor Gott den Lohn dahin. 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden! Be glückest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Verstand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tönend Erz. macht zwingen. Vor ihm, der Alles schafft und gibt, gilt Weisheit nichts, nichts Macht und Stärke. Er will die Absicht deiner Werte, ein Herz, das ihn verehrt und liebt. 6. Ein Herz, von Ei genliebe fern, fern von des Stolzes eitlem Triebe, ge heiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Glanben zu der Liebe, dies ift's was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz besitzen: so wird ein Leben uns nichts nüßen, das mit den größten Tha ten prangt. 3. Erbaue Kirchen; brich dein Brod, tas Bolt der Armen zu verpflegen, entreiß die Wittwen ihrer Noth und fei der Waisen Schutz und Segen; gib alle deine 7. Drum täusche dich nicht Habe hin: vor Gott hast du, durch den Schein, nicht noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn.i 4. Thu Thaten, die der Heldenmutb noch jemals hat verrichten können; vergieß durch der Tugend bloßen Namen. Sich nicht auf deine Werk' allein; sieb auf den Quell, aus dein sie kamen. Prüf dich vor Gottes Angesicht, ob seine Liebe dich befcelet. Ein Herz, dem fürs Vaterland dein Bint; nicht der Glaube feblet, dem laß deinen Leib für Andre fehlet, auch die Liebe nicht. brennen! Befeelet dich nicht 8. Wobnt Liebe gegen Lieb und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: so schüß und rette ganze Staaten; Gott achtet deiner Werke nicht Gott in dir; so wird sie dich zum Guten stärken. Du wirft die Gegenwart von ibr àn Liebe zu dem Nächten maten. Die Liebe, die dich schmücken fou ist gütig opne Neid und Zücke, ist sittſam, it nie stolz im Glücke, langmüthig und erbarmenpoll 5. Läg ihm an unfern Werken nur; fo könnt' er une, fie zu vollbringen, febr leicht durch effeln der Natur, durch Kräfte seiner All- 9. Sie deckt des Nächsten Fehe Gehorsam gegen Gott. Fehler zu; und freut sich niemals feines Falles. Sie fuhet nicht blos ihre Rub'; fie hofft und glaubt und duldet Alles. Sie ists, die dir den Muth verleibt, des Höchften Wort gern zu erfüllen; macht seinen Sinn zu deis nem Willen, und folgt dir in die Ewigkeit. Gehorsam gegen Gott. Mel. So flichen unsre Tage u, Gott, bift 366( a) über Alles Herr; pie ganze Welt ist dein. Wer ſollte dir, All gern fam feyn? 2. Was du gebeuift, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen tbut, und gut zu feyn sich freut! 3. Wer aber seine Pflicht pergißt, der bringt sich selbst in Noth; denn nur was böf und schädlich ist, verbeutst du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Geseße gibst, nur Vater, nicht Tyrann; und hältst uns blos, weil du uns liebst, dir zu gehorchen an. 5. Nehm ich auf mich bein fanftes Joch, so seß ich meinen Lauf mit Freuden fort. Und fall ich noch; so bilfft du felbft mir auf. 6. Mich warnt dein 281 Wort; es broht, verheißt, legt Heil und Tod mir vor. Und ich verschlösse deinem Geift gefühllos Herz und Obr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o Bater, feyn? Nur die find dieses Namens werth, die deinem Dienft sich weihn. 8. So sei dir denn mein Herz geweiht! Ich bin bein Eigenthum. Gib diesem Willen Festigkeit; dir fol. gen fei mein Ruhm! Mel. Wer nur ben lieben Gott 366) ott, deinen Befehlen will ich, dein Kind, gehorsam seyn, fie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ift gerecht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn' ich, dir folgsam, als dein Kind, thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Sclavenfurcht und 3wang. 3. Dein Sohn gehorchte dir so gerne: o hilf mir, daß ich immerdar dir, Bater, so gehorchen lerne, wie Jefus dir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Gehorsam gegen Gott. 282 und Noth, er wars selbst, bis zum Kreuzestod. 4. Laß deine heiligen Gefeße mir immer gegenwärtig feyn; laß mich, daß ich fie nie verleße, dich den Allwissenden, ftets scheun!. Dein Joch ist sanft, leicht ist die Laft, die du uns auf erleget haft. 5. Sobald ich deine Stm me höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Gehorsam ehre und thue, was sie mir gebeut! Ich soll nicht Hörer nur allein; ich foll zugleich auch Thäter. feyn. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf unerlaubtem Wege an; fie soll mich, Herr, nicht irre leiten. Was ists, das sie mir geben kann? Im Anfang Luft, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich seyn. 7. Wenn ich mich in Ge horfam übe und deinen Wil len treulich thu; so bleib ich, Gott, in deiner Liebe, und hab ich des Gewissens Rub, den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit! drum bleib ihm stets erge-. ben! Denk, wie er dich verpflichtet sich durch seine Huld und Gnade; sei treu dem Herrn und wandle gern der Tugend fichre Pfade! 2. Sei Gott getren! Du mußt als Kind ihn auch im Leiden ehren; dein- Bater waltet ia gelind und bildet dich zum Höhern. Ein ebler Muth macht fill und gut: der wird durch Gott dir werden, wenn Jefus Chrift dein Führer ist zum Himmel bier auf Erden. 3. Sei Gott getreu von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem gans zen Lebenslauf von seiner Liebe scheiden: denn seine Treu ist täglich neu; sein Wort kann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügendisid 4. Sei Gott getreu in jedem Stand, in welchen er dich seget; dann schüßt dich seine starte Hand. Wer ist der dich verleget? Schau nur auf ihn voll Glaubens bin, und folge dem Gcwissen; dir wird, was dir begegnet bier, zum Besten dienen müssen. 367 Sei balt Mel. Was mein Gott will ei Gott getreu, 5. Sei Gott getreu fein feinen, theures Wort freimüthig zu Bund; betenn ihn durch bekennen; vor Jedermann dein Leben! Dein Glaube an jedem Ort dich seinen ruht auf festem Grund; Freund zu nennen! Was diese Freude in Gott. diese Welt nur in sich bält, muß alles einst vergeben: nur Gottes Wort wird bier und dort zu unserm Heil bestehen. 6. Sei Gott getreu in jedem Streit: dann wirft du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigfeit den treuen. Kämpfer finden. Verleße nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergeben, daß dann die Reu' nur ernstlich sei, um fünftig zu bestehen! 7. Sei Gott getreu bis in den Tod, laß nichts von ihm dich wenden! Er kann, er will in jeder Noth dir feinen Beistand senden. Der Leiden Nacht, der Bosheit Macht las nie dein Herz erschrecken! Es ist bir ia bein Netter nab; fein Schild wird dich bedecken. 8. Bleibst du fo deinem Gott getreu, fo wirst du's auch erfahren, daß er bein lieber Vater fei; und nach vollbrachten Jahren der Sterblichkeit kommt dort die Zeit, wo Gott cinst seine Treuen durch seinen Sohn mit höhrem Lohn auf ewig wird erfreuen. i Freude in Gott. 283 dant ihm, meine Seele! Sorget er nicht väterlich, daß kein Gut dir feble? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren dräuen? It's nicht Seligkeit und Pflicht seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, ich hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch sein göttlich Wort bier zum Guten lenket, und mit Himmelswonne bort meine Seele- tränket. ninur 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich ehr und liebe; wenn ich redlich dein Gebot und mit Freuden übe: o wie ist mir dann so woh!! wie ist mein Gemüthe feliger, Empfindung voll, voll von deiner Güte! 4. Dann darf ich mit Zuversicht nach dem Himmel blicken; meiner Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch drücken. Hoffnung und Zufriedenheit wohnen mir im Herzen, tröften und erböhn, mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein! So jauchz' ich dann: wer ift, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen kann, mein ift beine Gnabe! Dir ist meine 368 freue dich, mir mein D eines Gottes Wohlfahrt werth! Du gabft freue dich, mir mein Leben, wirst auch, Met. Schwing bich auf zn was Freude in Gott. 284 was mein Leben nährt und erfreut, mir geben. 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen; alle meine Misfethat hat er weggenommen. Jom vertrau ich, bet ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden. 7. Dich, du Troft der Sterblichkeit, Heil des bes ren Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und vollbracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesu Christ, mich au feinen Freuden. 8. Meine Freud' an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch fo furchtbar fei der Tod: er wird fie nicht fören. Willig werd ich mein, Gebein der Verwesung ge ben; Sterben macht mich frei von Pein, führt zum neuen Leben. 9. Gib mir nur, so lang ich hier in der Fremde walle, das Bewußtseyn, daß ich dir, Herr, mein Gott, gefalle! Diese fanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sey mein Heil in dieser Zeit, und mein Troft am Grabe. 10. Eaß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rauben! Rüfte felbft mich wider sie mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verliere! 369 5 Mel. Jesus, meine Zuversicht abe deine Luft am Herrn! Bei dem Herrn ist Freud' und Leben; und er wird, denn er gibt gern, bir auch, was dir dienet, ge ben. Seine Liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen kann. 2. Laß der Welt die eitle Luft, die in Weinen sich ver febret. Wise, wer in sei ner Bruft Gottes Liebe fühlt und näbret, findet frets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen kann. 3. Luft am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Luft am Herrn stärkt den zur Pflicht, der von seiner Liebe brennet, Luft am Herrn beut Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 4. Wer die Luft am Höchften bat, bat auch Luft an seinem Willen, suchet ihn durch Wort und That unver broffen zu erfüllen, und ſo trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 1 5. Bleibst du auch nicht ohne Last; trage willig die Beschwerden. Wenn du wohl gelitten haft, wird dir 285 6. Du bist mein allerhöchstes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden dort, als hier, Herr, bleiben wir in Liebe ungeschieden. 7. Du mich, wenn freue mich, 370 mein( Sott, in man mir flucht, und wer bier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht gelingen. Selbst, was mich fränkt, das muß, gelenkt von dir, mir Segen bringen. Freude in Gott. dir ew'ge Freude werden; und im Himmel haft du dann, was dein Herz nur wünschen kann. In cigner Metodie. dir! Du bist mein Troft, und was fann mir in deiner Liebe fehlen? Du Herr, bist mein, und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? 2. Du hat mich vor der Welt erwählt und deinen Kindern zugezählt; nie wirst du mein vergessen! Du liebst mein Wobl, baft gradenvoll mein Glück mir zugemesſen. 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chrifto mir die Schuld, wenn ich aus Schwachheit fehle. Du gibst mir Theil an ſeinem Heil; dieß troftet meine Seele. 8. Du läßt mirs ewig wohlergehn. Einst werd i dich noch näher seyn, du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewiglich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Noch hats kein menschlich Ohr gehört, was uns dein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glanben. Vollkommnes Heil ift da mein Theil, das wird mir niemand rauben. 4. Du bist mir der bewährte Freund, der es aufs Beste mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? Vertrauen auf Gott. Mel. Was Gott thut, das ist Du fiebst mir bei und bleibst 371 Auf Gott/ und mir treu, wann Berg und Hügel weichen. 5. Du bist mein Leben, Trofit und Licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Tand der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde! schen- Rath, will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit gan zer- Seele trauen. Er, der die Welt, allmächtig bält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 2. Er sah von aller Ewigfeit, Pflichten gegen Gott. 91916 286 teit, wie viel mir nüßen würde, bestimmte meine Lebenszeit, mein Glück und Was zagt mein Herz? 3ft auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eb ichs bat, gewährt, wenns feine Weisheit litte. Er forgt für mich frets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, fein Wille, der geſchehe! 4. 3ft nicht ein ungestörtes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das widrige Geschick, bei dessen Laft wir klagen? Die größte Noth bebt doch der Tod! und Ehre, lück Habe verläßt mich im Grabe. und doch 5, An dem, was wahrbaft glüdlich macht, läßt Gott es keinem feblen; Gesundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath vor Augen bat, dem wird ein gut Gewissen, die Trübsal auch verfüßen. 6. Was ist des Lebens Herrlichkeit, wie bald ist fie verschwunden! Was ist das Leiden- dieser Zeit? Wie bald ifts überwunden! Hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ibr Gerechten! Der Herr hilft seinen Knechten. Mel. Was mein Gott will ertrauen ift 372 Beves Christen Pflicht, ein findliches Ver. trauen. Er soll, wanns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du dem Frommen fern: Du kannst ihn nie verschmähen, du segneft und und erretteft gern; höreft auf sein Fleben. 2. Doch nie darf er voll Zuversicht die ftolze Hoff nung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er begehrt, verfagen. Wenn gleich bei aller une frer Schuld dein Herz noch liebreich denket, so wird doch deine Baterhuld von Weisheit nur gelenket. 3. Wie leicht, o Gott, fann deine Macht des Men fchen Wunsch erfüllen! Wie leicht, noch eh er es gedacht, des Herzens Klage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, wird nie sein füh ner Wunsch gewährt: er fündigt durch sein Fleben. 4. Wer deiner Huld verfichert ist, darf deinen Segen boffen. Ihm fteht, weil du sein Vater bift, der Himmel immer offen. Doch wer dich nicht als Bater liebt, und auf Vertrauen auf Gott. auf der Bahn des Lebens nicht bir fein ganjes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. 5. Ja, wenn er auch mit Sicherheit sich seiner Andacht In eigner Melobic. freuet, und dabei, fern 373 Befehl bu beine von Frömmigkeit, doch nie die Sünde scheuet, fo mag fein beuchlerisches Herz nur immer Hoffnung faffen, er füblt bei des Gewissens Schmerz sich endlich doch verlassen. Wege und Alles, was dis tränkt, der treuen Vaterpflege deß, der den Himmel lenkt. Der Sternen, Wolken, Winden bezeichnet ihre Bahn, der wird auch Wege finden, die dein Fuß geben kann. 6. Wie mancher der noch wirken kann, bleibt müßig oder träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Bege! Er hofft umsonst, du werdeft ihn den Uebeln boch entziehen. Der Thor! Will er sie selbst nicht fliehn, fie dürfen ihn nicht flichn. 287 foll, um getroft auf dich zu fwaun. nie meiner Pflicht vergessen. 7. Du weiser Gott, ent fernst uns nicht von drobenden Gefahren, die ohne Nachtheil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sollen mit Besonnenbeit auch Rath und Warnung nüßen, denn nie wird beine Heiligkeit uns auch beim Leichtfinn schüßen. 8. Gott, laß verwegne Zuversicht, doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht: sie läßt mich ihn verlieren. Nur kindlich soll ich dir vertraun, nie thöricht, nie vermessen; 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn bir's foll wohl ergehn! auf fein Werk mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehen. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen; sie, muß erbeten sein. 3. Dir, Vater voller Gnade, dir ist allein befannt, was gut sei oder Schade Geschöpfen deiner Hand und was du auserseben zum Beficn deiner Welt, das wird und muß ge schehen, sobald es dir gefällt. 4. An Mitteln und an Wegen feblt dir's, Allweis ser, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter Licht. Wenn du, Herr, deinen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann dein Wert nichts hindern: du willst, so ists voll-. bracht! 5. Und Pflichten gegen Gottt. 288 5. Und wollten Welt und Teufel dir boshaft wicerftehn; o nähre feinen Zwei fel, bein Glück wird doch beftehn. Was er sich vor genommen, was er vollenben will, aufs herrlichste wirds kommen zu dem beftimmten Ziel. 6. Hoff nur, bedrängte Seele, hoff und sey unverzagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit; dir wird die Sonne ſcheinen mit neuer Heiter feit. 7. Auf, auf! Gib dei nen Schmerzen und Sorgen ' gute Nacht! Serbann aus und all dein Unglück wenben, wenn du nur treu verbleibst. 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht réue, blick bin auf fei nen Lohn; steb fest im größ ten Leide, das dir begegnen kann; bald bricht der Tag der Freude, des ew'gen Friedens an. 11. Mach, Herr, ein fröh lich Ende mit aller unsrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Tod! Laß stets und deiner Pflege und Treu' empfoblen seyn, so gehen unsre Wege gewiß zum Himmel ein. Mel. Was Gott thut, das ist deinem Herzen, was dich ſo 374 Der err ift met traurig macht. bist ja nicht Regente der Alles führen soll. Gott fist im Regimente, und er führt Alles wohl. ne Zuversicht, mein böchster Troft im Seben! Dem fehlt es nie an Troft und Licht, ber fid dem Herrn ergeben. Gott ist sein Gott; auf sein Ge bot wirds in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 8. Jhn, ihn laß thum und walten: er ist ein weifer Fürst und wird sich so verbal. ten, daß du ihn preifen wirft, wann er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath das Werk binausgeführet, das dich bekümmert hat. 2. Wer wollte dir, Herr, Du hift nicht vertraun? Schwachen Stärke. des Die Augen, welche auf dich schaun, sehn deine Wunderwerke. Herr, groß von Rath und stark von That, mit gnadenvollen Händen wirst du dein Werk vollenden. 3. Noch 9. Verzög der Troft auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bange, daß deiner Gott vergißt. Er wird dir Hülfe senden, wenn du's am mind'ften glaubst, Vertrauen auf Gott. 3. Noch nie hat sich, wer dich geliebt, verlaffen seben müssen; du läß'ft ihn, wann ihn Noth umgibt, Berubts gung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 4., Drum hoff, o Seele, boff auf Gott! Der Thoren Troft verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth 5. Wirf nicht die große Hoffnung bin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchften weichet. Dein Heiland starb, und er erwarb, auf seines Todes Sügel, dir deines Glaubens Siegel. und Wenn jener fällt, ift er ein 375 We Gott verMel. Jesus meine Zuversicht er auf jene Held; er flebt wenn zittern, ein Fels in Unge wittern. traut, ängstigt sich durch keine Sorgen; ihm, auf den er sicher baut; bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott verläßt die Seinen nicht: dies ist meine Zuversicht! 6. Sei unbewegt, wann um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott hilft, wenn Christen freudenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zelt der Qual, der Thränen Zahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 289 Wer wollte sich nicht ganz auf dich, Allmächtiger, ver lassen, und sich im Kummer faffen? 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht, wenn ich mich sorgend quäle. 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlfeyn, und mein Leben. Mein Hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fels, auf den ich traue, bis ich dein Antlig schane. 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er vers spricht, auch hält, huldreich felbft noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, hat auch, uns zu helfen, Macht. 3. Ihm, ihm ift es immer leicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie unmöglich es uns däucht, kann er doch den Kummer stillen, helfen, stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt. 4. Und wer ift ihm gleich, dem Herrn? Wer so reich, wie er, an Segen? Niemand bilft, wie er, so gern n auf Pflichten gegen Gott. 290 auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unsrer denkt, und zum Glück die Trübsal lenkt. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe sebe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe; weiß ich doch voll Zuversicht, daß sie mir nicht ftets gebricht. 6. Dann auch, wann, wie mir es scheint, selbst der Hoffnung Troft verschwinbet, weiß ich doch: Gott ist mein Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich teiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. 7. Drum set ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, kann und wird mich nicht verlassen. Bleib ich nur der Tugend treu; so steht er mir huldreich bei. Mel. Sollt ich meinem Gott 376 Selig, wer mit fillem Herzen dem Allweisen, der uns liebt, ganz sein Schicksal übergibt, und auch in den tiefflen Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 2. Ach, kein Schicksal meines Lebens, sorgt' ich auch von Jugend auf, nimmt brum einen andern Lauf! Sorge quält, und quält vers gebens; meine Kräfte zehrt sie ab, fürzt nur früher mich ins Grab. 3. Eh ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schicksal ab; ehe mich noch Kummer drückte, eh' noch meine Thräne rann, sah mich Gott schon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Freuden aus des Höchsten milder Hand: und ist Kreuz mir zuerkannt, so faß ich Muth, zu leiden! Gut ist Alles, was Gott will; willig duld ich, dulde still. 5. Will mein Anschlag nicht gedeihen, und miß lingt mir mein Bemühn; denk ich: was mir Glück erst schien, muß ich oft nachher bereuen. Wohlthat ifts für mich gewiß, daß mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieb; foll doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Bruft erres gen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und fränkt: bält fie Gottes Macht um schränkt. Droht der Tob mit seinen Schrecken; der bom Vertrauen auf Gott. vom Tobe retten kann, nimmt sich meiner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter; im Vertrauen auf Gottes Wort setz ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter; er hält feft, was er verspricht! Gott, mein Gott verläßt mich nicht! Mel. Herzlich lieb hab ich dich 377 D ir trau ich wanke nicht, wenn gleich von meiner Hoffnung Licht der leßte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freude wieder findet. Von jeher hast du mich geführt, und meines Lebens Lauf regiert; mit fegensvoller Baterhand so 291 Schmerz gestillt; bald haft du, Gott, mein Flehn erhört, mich ganz geprüft und mich bewährt. Du. Gott der Huld, erhört von dir! lobfing ich hier mit dankerfüllter Seele dir. 3. Ach, alle Leiden dieser Zeit find doch nicht werth der Herrlichkeit, die du wirft offenbaren. Bald wird auch mir des Dulders Lohn; bald steh auch ich vor deinem Thron, mit treuer Kämpfer dir, Gott, verklärt, der feßt mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei, ein Seliger des Himmels sei. Barmherziger! feft, ohne Graun, will ich dir traun; denn einft werd ich dein Antlig schaun! Mel. Wer nur den lieben Gott err, mache mei3785 ne Seele fille! manche Noth von mir gewandt. Unendlicher! ich trau auf dich; du leitest mich. Ich kämpf und siege, Gott, durch dich. Bei jedem Leiden, das mich kränkt, geschieht doch nur dein weiser Wille, der Alles mir zum Besten lenkt. Du bists, der Alles ändern kann; und, was du thust, ist wohl gethan. 2. Zwar ist der Kampf der Leiden schwer; oft fühl ich kaum noch Stärke mehr, zu kämpfen und zu fiegen; 2. Du führst uns felbft doch ewig, Vater, währt auf rauben Wegen, zu höheer nicht. Wenn mir dein rer Vollkommenheit. Auch Beistand nicht gebricht, so Widerwärtigkeit wird Sewerd ich nicht erliegen. gen für Jeden, welcher- dir Bald ist der Thränen Maaß sich weiht. Sichts gleich gefüllt, bald meiner Seele der blöde Geist nicht ein, wird 92 292 Pflichten gegen Gott. wird boch der Ausgang für mein Heil gewacht, herrlich feyn. hat Alles mit mir wohl gemacht! 3. Drum laß mich stille feyn und hoffen! Haft bu mir Prüfungen bestimmt; so steht dein Vaterberz dem offen, der seine Zuflucht dir nimmt. Wer still in deiner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. zu 4. Uns bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; genug für uns, du bafts erkannt! Wie oft find unfre Wünsch' und Sorgen kurzsichtig und voll Unverstand! Du fiehst was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. 5. Nur du erkennft und wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem hohen Glauben fefte; dann überwältigt mich kein Schmerz. Ich duld ihn mit Gelaffenheit; was mein Gott will, gescheh allzeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führeft du die Frommen zur völligen, 3ufriedenheit und dann wird iedem offenbar, daß, Gott dein Rath der beste war. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz ftatt aller Klagen, voll Dankes und voll Lobes sepn: der Herr hat Mel. Auf, schicke dich 379 herrscht ein Gott, der schüßt in Roth, und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Seinen! Drum sei ver gnügt, wie er es fügt! Bald folgt dir Ruh' und Troft nach kurzem Weinen. 2. O murre nicht, wann dir gebricht, was öfters lü ftet den bethörten Sinnen! Dir nüßt der Schmerz, dein eitles Herz zu beffern und für's Ew'ge zu gewinnen. 3. Erkenn die Schuld und üb' Geduld, wann du um deine Sünden hier mußt leiden! Fleh ihn um Gnad', geb feinen Pfad getroft, nichts laß von seiner Lieb dich scheiden.se 0 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil bezie len. Sey'n sie auch hier oft dunkel dir; entzückt wirst du ihr End' einst ſehn und fühlen. 5. Drum gnüge mir der Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt unb Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau, komm ich auf ihm zum wahren Baterlande. Mel. Vertrauen auf Gott. 293 Mel. Was Gott thut, das ist finn nie an unsern Seelen 380 Gott, bir ver- schwächten, sie nie verken. traun, ist meine Pflicht, ift Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen Zuversicht und Trost und Freude geben. Des Lebens Müh' versüßet fie, und läffet uns hienieden im Laufe nicht ermüden. 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Sorgen beständig mit einander ab, wie Mitternacht und Morgen. Das Unglück flieht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden. 3. Wie würde da voll Nengstlichkeit uns jeder Tag verfließen, und bei des Lebens Heiterkeit das Herz nen mögten! 6. Dann würde diese Uebungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Widerwärtigkeit uns niemals muthlos finden. Dann fähen wir, voll Hoffnung hier, mit Palmen und mit Kronen die leberwinder lohnen. 4. Du theilft das Alles aus, was hier den Sterb. lichen begegnet. Im Glück und Unglück werden wir ven dir doch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es follten! 5. Nicht unser Wille soll geschehn; du wählest stets das Beste. Wenn Erd' und Himmel untergebn, feht diefe Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leicht7. Gott, heilige du felbft mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelafs fenheit im Schmerz hinauf gen Himmel schaue. Einft preif' ich auch auf ewig dich für überstandne Leiden im Lande fichrer Freuden. Mel. Besteht du beine Wege fhon beben müssen, wenn 381 Chrift, wann bid zu dir nicht dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte? Trübfaltränket, vertraue nur dem Herrn! Er, der die Himmel lenket ist auch von dir nicht fern. Erwach aus deinem Schlummer, zu Gott erhebe dich: er siehet deinen Kummer; er liebt dich väterlich: 2. Sei auch in deinem Leiden ein Chrift, voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuden, bleibft du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben getroft die Ewigkeit; wer kann das Heil dir rauben, das ewig dich erfrent? 3. Sei frob, dein Gott N 3 res 294 Pflichten gegen Gott. regieret, sein Rath ist wun, mein Erbarmer, stärke mich, derbar. Einst wirst du über denn nichts vermag ich führet, daß er der beste war. ohne dich. Und denkest du vermessen: Der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; so höre, was er spricht: 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient und hat Ge duld. Er hat nicht Luft an unserm Schmerz; er hat ein väterliches Herz. 4. If auch der Mütter Eine, die ihres Kinds vergißt? Denk an dies Wort und weine Gott Freudenthränen, Chrift! Und könnt fie es vergessen; ich will doch deiner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ist's; der es spricht! 5. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn dich fest, weil feine Batergüte dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir begegnen kann, bricht einst der Tag der Freuden, des ew'gen Friedens an? Mel. Wer nur den lieben Gott 382 Mein Sort ist 4. Gott ist die Lieb', wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Chrift? Was könnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gütig ist? Erhabner Troft, der nimmer trügt, und jes den Zweifel überwiegt. 5. Ich barre seiner und bin ftille. Wie bald verstreicht die Prüfungszeit! Dann nehm ich dort aus feiner Fülle unendliche Zufriedenheit. Er leitet mich nach seinem Rath, wie er mir zugefaget hat! laß ich walten; ich hoff auf Wret. Kommt her zu mir, spricht ibn: er fennet mich. 36m fehlts, zu erhalten, an Mitteln nie, und ſein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels und wante nicht. 2. Was quäl ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein; das ist meines Her zens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, 383 Erfülle reblich be ne Pflicht, und hoffe dann mit Zuversicht; Gott sorgt mit Baterliebe für deines Lebens wahres Glück! Zu ihm erhebe deinen Blick, wär auch dein Himmel. trübe! 2. Die Wolten werden fich verziehn, im milden Sonnenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird Bertrauen auf Gott. wird zur Wohlfahrt dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 3. Oft führt die dornen volle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als sanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit feftem Muth! Was Gott, der Menschen Vater thut, ist Weisheit, Huld und Gnade. 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Be ruhigung zu finden, benuße felbft gewissenhaft Verstand und Zeit, und jede Kraft, dein wahres Wohl zu gründen! 5. Daß ich gewissenhaft und treu in meinem Amt und Stande sei und meine Pflicht erfülle; zu dem Entschlusse stärke mich, und dann vertrau ich, Gott, auf dich! Herr, es gescheh dein Wille! In eigner Melodie. ollt' ich meinem trauen, der mich liebt so väterlich? ber so herzlich sorgt für mich? Sollt ich auf den Herrn nicht bauen, 295 mein Herz erquicket. Seine Lieb' und Vatertreu' wird mit jedem Morgen neu. 6. Gott sei Lob! Was mich erfreuet, ftepet unerschütterlich: er, der Höchste, forgt für mich. Ewig wird 384 forers mir beweisen; Seele, feine Kinder nie verläßt? 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meine Noth; er steht bei mir bis in Tod; er weiß, was 3. Der die Vögel alle nähret, königlich die Blumen schmückt, jedes dürre Land erquickt, Speiſe jedem Wurm gewähret: sollte der verlassen mich? Nein; weit mehr, als sie, bin ich! 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit suche meine Seligkeit, und fie über Alles achte: ſegnet Gott mir früh und ſpat Wort und Werke, Rath und That. 5. Heiter fei der andre Morgen, oder nicht; was fünftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Christ. Ich laß meinen Vater forgen, froh bei Allena, was sein Rath über mich beschlossen hat. get Gott für mich! Mel. Wer nur den lieben Gott 385 Entschwinge dich, Geift, den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Wilft du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht je den Wunsch erfüllt? Jeßt Fennft N 4 Pflichten gegen Gott. 296 kennst du, was dir gut ist, nicht; einst strablet dir ein höhres Licht. 2. In Finsterniffen wankt hienieden des Menschen ungewiffer Schritt; was Got 386 W och für MorWiel. Fröhlich soll mein Herz arum du tes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt, flärt sich am Ziel von feinem Lauf für ihn als gleiche Wohlihat auf. 3. Dort findest du, von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn Schau, ihre Saat ist aufgeschoffen; fie blüht der nahen Aernte schon. Im Kummer ward fie ausgestrent, bald reift fie für die Ewigkeit. voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. 4. Drum heb empor die trüben Blicke, wann sich in Nacht dein Weg verliert! Dich lei leitet Gott. O denk zurücke, wie gut er immer dich geführt: wie oft, wann Dunkel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhöreft, oft gnädiger, wenn du den Plan, den unfre Thorheit schuf, zerstöreft, dich, Vater, bet ich kindlich an. Ich hoff auf dich, mit festem Muth; denn was du sendeft, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad bestimmt, den ich auf Er den wandeln soll. Ob er sich auch durch Dornen frümmet, ich geb ihn hoher Ahnung gen, banges Herz, dir zum Schmerz immer ängfilich sorgen? Wozu dient bein täglich Grämen? Nur das zu, die die Ruh ohne Noth zu nehmen. 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er bat bisher Alles mir ge geben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war, im merdar, laß ich, Gott dich walten aldr 3. Der das Größre und gegeben, ein Geift, der ihn preift, diesen Leib, bies Leben wird uns auch das Kleinre schenken. Sein bin ich; auch an mich wird er liebreich denken. 4. Was auf meiner lebensreife mir noch fehlt, was mich quält, weiß er, der Allweise. Sollt' er meiner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weidet er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grafes Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, feiner Huld zum Ruhme. 6. Nur 904 090 Vertrauen 6. Nur auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein mir soll vor nichts mehr grauen. Väterlich führt er mich: ihm will ich vertraun. 7. Nüßen will ich Zeit und Kräfte; widmen sie spät und früh nüßlichem Geschäfte; immer gehn auf seinen Wegen: wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es gebricht keinem Tag an Plagen. Heute leb' ich; bin ich Morgen nicht vielleicht schon erbleicht? Warum will ich sorgen? 9. Sorge du nur, ich befeble glaubensvoll, wie ich foll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du, dir halt ich stille; ich soll dein ewig seyn; es gescheh dein Wille! Viel. In allen memen Thaten 387 as foll ich ängstlich klagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich. Er forgt, daß meiner Seele kein wahres Wohls feyn feble. Genug zum Trost, mein Herz für dich! 2. Was nüßt es, ängstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entge gen gehn? Du, Vater mei ner Tage, kennst, eh ich 101 auf Gott. 297 dirs noch flage, mein Leid und eilft mir beizustehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir kindlich zu vertrauen, das, Herr, ift meine Pflicht. Ich will fie treulich üben, und dich, mein Vater, lieben; denn du versäumst die Deinen nicht. 4. Der du die Blumen kleidest, und alle Thiere weidest, du Schöpfer der Natur, fiehst Alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sorgen, die Noth, die oft verborgen an meinem Herzen nagt, werf ich auf dich, den Treuen; du weißt den zu erfreuen, der fromm nach deiner Hülfe fragt. 6. Wenn meine Augen thränen, und sich nach Hülfe sehnen, so klag ich dirs, dem Herrn. Dir, Vater! dir befehle ich jeden Wunsch der Seele; bu börft, du hilfft, du fegneft gern. 7. Der du mir hier im Leben schon größres Heil gegeben, und deinen Sohn geschenkt, du wirst mir Alles schenken, und stets zum Besten lenken, was mich bekümmert, quält und kränkt. 8 Du führeft, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weisem Rath. Ob ich mich auch N 5 be: 98 Pflichten gegen Gott. betrübe, bleibt doch dein der Weg, der ihm gefällt, Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. zum Heil dir, ihm zum Preife. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch fede Leiden zum Nacht der Lichte reiner Freuden. 9. Wenn ich hier Tiefen sehe, und es nicht ganz verstehe, was du mit mir gethan, kann ich doch deß mich trösten: du nimmst mich, den Erlöften, gewiß dereinst zu Ehren an. 10. Dort, bei der From men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden, nach überstandenen Leiden, den Dank, der deiner Huld gebührt. 4. Was zagst du? Gott regiert die Welt und ist allgegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. O glaub es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und- Gott ist ja die Liebe. Nichts is, was dem, der ihm gefällt, ein Quell des Elends bliebe. Auf, faffe Muth! 388 Blut dir bei jedem Leiden: Gott segnet uns mit Freuden. 6. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist auch geduldig. Zwar wenn er vors Gericht uns stellt, sind selbst die Frommen schuldig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei gewiß, er schone auch dein in seinem Sohne. Miel. Was Gott that, das ist as zagst du? die Welt: und Gott ist ja allmächtig. Den Arm, der tiefes Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feuersgluth uns schon er eilet hätten, so kann er doch noch reiten. 2. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohlwissend. Sein Auge fieht in dein Gemüth Die Bitte, die du thateft, vernahm er eh du bateft. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt, und Gott ist der Allweise. Stets bient 7. Run, Gott! da du die Welt regierst; wie dürft ich ängstlich zagen? Ein Leld, in welches du mich führst, soll nie mich niederschlagen. Ich hoff auf dich. Du läffeft mich bald deine Hülfe schauen. Dir, bir will ich vertrauen! Ju Vertrauen auf Gott. In eigner Melodie. 389( a) war wird ferm Heil erfüllen. noch mande Thräne auf Gottes Welt geweint, doch laß den Muth 389( 6) Ein Gott res wirke, Menschenfreund, voll Glauben fort duf Erden! Es wird doch besser werden! 2. Nie werden wir hienieden, von allem Schmerz be freit, nur über Blumen wan deln. Vollkommne Seligkeit erwartet: icht auf Erden. Doch besser wird es werden. giert! Was zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch des Schmerzes Druck uns hier! Was ist des Lebens Leiden? Ein ernfter Streit um Seligkeit. Es mag uns übel geben; wir werdens überstehen! 3 Wir schaffen selbst uns Leiden durch Unzufriedenbeit, durch Leidenschaft und Thorheit und Ungerechtigkeit. Wenn wir nur weifer werden, wirds besser auch auf Erden. 4. Wenn wir bescheidner wünschen, und uns zufriedner freun; wenn Pflicht uns über Alles wird theu'r und heilig seyn; wenn wir selbst besser werden; wirds besser auch auf Erden. 299 uns deinen Willen zu un5. Wenn nun des Irrthums Binde von unsern Augen fällt: wenn wir das Unrecht meiden, und dann zum Wohl der Welt vereinigt wirken werden; wirds beffer auch auf Erden. Wiel. Was Gott thut, das ist Bas Gott 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben, und über Alles was uns plagt, uns siegend einst erheben. Die Welt vergebt, der Geift beffeht O laß den Schöpfer walten! Er will den Geift erhalten. 3. Der Geift erkennt des Höchften Spur, des Vaters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wälbern, im Gefilde, im kleinsten Wurm, im Winterfturm, im Frühlingsschmuck, im Regen und in des Herbstes Segen. 4. Der Gott, durch welchen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere keines Wurms vergißt, der unter feinem Himmel, was lebet speift, wird unsern Geift für Licht und Heil erhalten. D laß den Höchsten walten. 6 Uns felbst hier zu veredeln, und dann mit Tbätigkeit zum Wohl der Welt zu wirken; dieß ifts, was 5. So mag benn, was Gott gebeut. Gott, laß die Welt uns gab, zerfalken N6 und Pflichten gegen Gott. 300 und zerstäuben! So drohe Krankheit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld wird bleiben. Er leitet gut, wir baben Muth; es mag uns übel gehn; wir werden3 überstehn! erwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, er weiß, wann Hülfe nüßlich sei. Wenn er uns nur hat tren erfunden, geduldig ohne Heuchelei: so kommt er, eb wirs uns versehen, und läsſet uns viel Guts geschehn. 5. Denk nicht in deiner Trangfalshiße, daß eu von Gott verlassen seist und der dem Glück im Schooße fiße, den alle Welt für glücklich preift! Die Zukunft ändert oft sehr viel und feget jeg -lichem fein Ziel. of In eigner Melodie. 390 W er nur den lie- 6. Es sind ja Gott sebr ben Gott läßt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunders bar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf einen Fels gebaut. leichte Sachen, und seiner Allmacht gilt es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch erhöhn, leicht stürzen kann! millo 6. Wir zagen nicht: du, Gott regierst, und wenn du Menschenherzen durch Lei den für das Gute rührt so fegnen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so mags uns übel gehen; wir werdens über stehen! 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen befeufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit. 3. Man halte nur ein wenig stille und sei doch in fich felbft vergnügt, wie unsers Gebet. fein allweifer Rath es fügt! 3912 ott, ah Gottes Gnadenwille, wie Mel. O Gott, du frommer Gett verlaß mich nicht; reich du uns ihm hat 7. Sing, bet' und geh auf Gottes Wegen, verricht ras Deine nur getreu und tran des Himmels reichem Se gen, so wird er bei dir werden neu. Denn, welcher seine Zuversicht auf Gott feßt, den verläßt er nicht. Gebet.e i bie Pilgrimschaft des Le du mir selbst die Hände, daß bens wohl vollende! Irr ich im finstern Thal; so sei du felbst mein Licht, mein Stab, mein Hort, mein Schuß! Ach Gott, verlaß mich nicht. 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmer mehr in Sünd und Thorheit fallen! Gib mir den guten Geist, des Glaubens Zuversicht; und wann ich strauCheln will, Gott, so verlaß mich nicht! E 3. Ach Gott, verlaß mich nicht in Nöthen und Gefahren, und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. It mein Gemüth in Angst, erzittr' ich in der Noth, 0 so verlaß mich nicht mit deinem Troft, o Gott! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, gib Wollen und Vermögen, in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werte meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; bilf, daß ich dir erge ben voll Lieb' und Hoffnung fei; feft glauben, chriftlich leben und selig sterben mag, nm dich von Angesicht zu Angesicht zu schaun! Ach Gott, verlaß mich nicht! 301 392 Drift, nicht Mel. Wer nur ben lieben Gott Dein zu verscherzen, sei wach und nüchtern zum Gebet! Ein findlich Flehn aus reinem Herzen hat Gott, dein Vater nie verschmäht. Er ist die Liebe selbst; er hört, was seiner Kinder Herz begehrt. 2. Erhebe dich zu seinen Höhen mit Dank und Flehen oft und gern. Er läffet, was dir nüßt, geschehen, ift dir zu helfen niemals fern; er tbut, so du nur zu ihm flehst, mehr als du bitteft und verstehst. 3. Welch Glück, so hoch geehrt zu werden, und im Gebet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erde, bedarf der eines Menschen Flehn? Er will blos deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. 4 Sagt Gott nicht: bittet, daß ihr nehmet? 3ft des Gebetes Frucht nicht dein? Wer sich der Pflicht zu beten schämet, der schämt sich, Gottes Freund zu seyn, und stößt das ihm bestimmte Glück, feindselig gegen sich zurück. 5. Sein Glück von dir, o Gott, begebren, wie leicht, wie süß ist diese Pflicht! Des Herzens Wünsche dir erklären, wie stärkt das meine Seele nicht! Gebet N 7 gibt Pflichten gegen Gott. 302 gibt Muth; Gebet gibt Kraft zur Dämpfung jeder Leidenschaft. 6. Was kann zum Fleiß in guten Werken mir kräftiger den Geist erhöhn? Was mehr in Leidenstunden stärken, als gläubig, Gott, auf dich zu sehn? Ich treffe nichts auf Erden an, was mich so sehr erquicken kann. 6. Das ist mein Glück, 7. Gott, laß mich nicht was du mich lehrft. Das mein Heil verscherzen, gib sei mein Glück, daß ich Luft und Kraft mir zum zuerst nach deinem Reiche Gebet! Und wenn aus rei- tracht', und treu in allen nem frommen Herzen mein, Mund zu dir um Hülfe fleht: so höre mich von deinem Thron durch Jesum Christum deinen Sohn. meinen Pflichten sei! 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meis ner Leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gütern Welt mir, Herr, so In eigner Melodie. vor 393 bein Angesicht; viel, als bir gefällt; bet Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Heiterkeit! 9. Schenkt deine Hand mir Ueberfluß: so laß mich mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig seyn, und dürft'ge Brüder gern erfreun! 10 Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich sie nich' und dankbar sei, doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höhern Pflicht entzieh! 11. Erwecke mir flets einen Freund, der's treu' mit ineiner Wohlfahrt meint; mit verwirf, o Gott, mein Fleben nicht; vergib mir alle meine Schuld, du Gott derGnade und der Huld! 2. Schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb' und Furcht voc dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! pfing ich den Verstand; erhalt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch dein göttlich Wort. 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr: ich harre deiner immerdar. It wohl ein Ucbel, das mich schreckt, wann deine Nechte mich bedeckt? 4. Ich bin fa, Herr, in Deiner Hand. Von dir em5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, fie stets vor mei nen Augen seyn! Laß meines Glaubens mich zu freun, ihn steis durch Liebe thätig feyn. Gebet.maghint mit mir in deiner Furcht sich übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel; so sei, Herr, meine Zuversicht: vers laß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn: so nimm dich meiner gnädig an, und sei durch Chriftum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 394 Komm bekend oft gnügen, o Chrift, vor Gottes Angesicht. Nie müsſe Trägbeit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! übe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 303 er ihm schwur, der spottet seines Schöpfers nur. 4. Bet oft zu Gott, und schmeck in Freuden, wie freundlich er, dein Vater ist! Bet oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie göttlich er das Leid versüßt! Gott hört's, Gott ist's, der Sülfe schafft. Er gibt den Müben Troft und Kraft. 5. Bet oft, und heiter im Gemüthe, schau dich an seinen Wundern fatt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit cr dich geleitet hat! Oft irrteft du: Geduld; erkenn und preise seine Huld! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wunder der Barmherzigfeit deß, der mit seinem theuren Blute uns von der Sünde Joch befreit: und eigne dir, zu deiner Ruh' und Heiligang fein Opfer zu. 7. Bet oft; Gott wohnt an jeder Stätte; in keiner minder oder mehr; denk nicht: wenn ich mit Vielen bete, so find ich eh'r bei Gott Gehör. Ift, was du wünschest, recht und gut; so sei gewiß, daß Gott cs that! 2. Bet oft in Einfalt reiner Seelen: Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Worten fehlen, wenn nur bein Herz dich beten beißt? Der Glaub' an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, burch Beten fucht, der ehret 8. Doch fäume nicht, in Gott. Wer das zu bitten den Gemeinen auch öffentsich erkühnet, was er nicht lich Gott anzuflehn, und feiwünscht, nen Namen mit den Seinen, Wer schnell vergist, was mit deinen Brüdern zu ers entehret Gott. höhn! Pflichten gegen Gott. 304 höhn! Fühl der vereinten Andacht Werth, bie deine eigne stärkt und nährt! 9. Bet oft zu Gott für deine Brüder, für alle menfchen als ihr Freund; denn wir sind eines Leibes Glieder: es sei kein Glied des andern Feind! Solch' Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an lieb und Eifer nicht erkalten, und reich an guten Werken seyn. Denn und und Redisflol lenrub' fagt Gott dem frommen Beter zu. Miel. Was Gott thut, das 3 395 Welch bobes Vorrecht schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geift, wie schwach er beißt, sich aus dem Staube schwingen, und betend zu dir dringen. 2. 3 darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, und du, mein Gottt, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Deinen. Du zeigest dich mir väterlich, so oft ich zu bir trete, und findlich zu dir bete. 3. Erstickt die Sinnlich feit in mir des Herzens fromme Triebe; so stärkt mich das Gebet zu dir in reiner Tugendliebe. Was fündlich ist, kann ich, als Chrift durch deine Kraft bezwingen, und so den Sieg erringen. 4. Gebricht es mir an fanftem Sinn, an Liebe gegen Brüder; so flieh ich betend zu dir hin, und haffe nun nicht wieder. mein Herz verzeiht mit Freundlichkeit, und fucht der Feinde Schelten mit 5. Betrachte ich im Gebet, mit Schmerz mein fehlervolles Leben; so wird und kann sich nie mein Herz von Stolz gereizt erheben. Z fleh zu dir, verzeihe mir! und du willst gern verzeihen, und mich mit Troft erfreuen. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück ents fliebt, und edle Freunde fehlen; so wend ich mich getroft an dich; du lehrst mich mit Entzücken im Elend Seil erblicken. 7. Sn ftillen Stunden denk ich oft: was seid ihr eitle Freuden? Ach, wie geschwind, wie unverhoff verkehrt ihr euch in Leiden! Und denk ich dieß, so fühl: ge Gebet. 305 gewiß mein Herz sich ange- der Lafterhaften seyn: so trieben, nur dich, Herr, flets zu lieben. bet ich bemuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Tugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rächen suchen, wann mich ein Feind zu fränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverftande flucht. Nein, meine Rach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erflebt. 5. Und wenn ein Kummer mich verzehret, den ich der Welt nicht klagen kann, dann ruf ich Gott, der mich erhöret, um Troft in" diesem Kummer an. Wer ihm sein Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 6. Ruf ich ihn an bei dem Geschäfte des Standes, den er mir verlieh: so fleh ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stärke gibt mir fie. Er gibt, aus väterlicher Huld, mir Segen, Klugheit und Geduld. 8. O welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohneft dem, der zu dir fleht, mit Weisheit und mit Kräften. Wer dir vertraut und auf dich baut, den krönest du mit Segen auf allen seinen Wegen. 9. Du Geift der Kraft und des Gebets, bu Geift der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur ftets zur Andacht meine Triebe! Und kann ich nicht mit Zuversicht zu meinem Vater treten; so lehre du mich beten! Mel. Wer nur den lieben Gott 396 M ein bester Troft in diesem Leben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Ges duld und Muth in jeder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriedenes Herz. 2. Wie kann ich Troft und Ruhe finden, wann mein Gewissen mich ver. tlagt, wann bei der Menge meiner Sünden mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröftet mehr, als ein Gebet, das, Gott, bei dir um Gnade fleht. 3. Muß ich, um des Gewissens Willen, ein Spott 7. Wann, böser Lüfte Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt ich Gott: er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht! und stark durch meines Gottes Kraft, befieg ich jede Leidenschaft. S. Wann ich im leßten Kampf Pflichten gegen Gott. 306 Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann; so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, felbft meine Seufzer noch versteht. erhebe, dir, Vater, voll Zu friedenheit mein Schicksal übergebe; dann schöpf ich für die Tugend Kraft, Muth in dem Kampf mit Leidenschaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffnung ew'ger Freuden. 5. Mit keiner Welt ver tausche ich die wonnevollen Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Bater, hat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand tief deine Baterhulb empfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6. Wie wird vor deinem Angesicht der Chriften Glaus be wichtig; wie warm mein Herz für fede Pflicht, zu je der Tugend tüchtig! Wann böse Lust in mir sich regt, eil ich, von deinem Geift bewegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. 7. Dein denk ich, frob von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfa de, die du mich geführt, bewunderungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Luft mein Aug' erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Luft erquicket. 8. Bin ich am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blid Mel. Ermuntre dich, mein 397 Wie fanft, mein Vater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestreue mein Herz, o Gott, dir weihe! 2 Alwiffender! zwar bet ich nicht, um dich erst zu belehren; nicht mit dem Wahn, was mir gebricht, das müsseft du gewähren; nicht, Wunder von dir zu erflehn; nicht, andern Pflichten zu entgehn; nicht träge, dich zum Segen durch Bitten zu bewegen. 3. Nein, guter Vater, nur um dich recht innig zu empfinden, zum Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu findlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein Herz vor dir zu stärken. 4. Denn, wann ich in der Einsamkeit mein Herz zu dir Gebet.inte 307 5. Wünsch ich mir Güter dieser Erde; so sei auch dies mein herzlich Flehn, daß ihr Besiß mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn, daß ich von Geizund Habsucht fern, mit Weisbeit sie gebrauchen lern. blick ich, Gott, zu dir hinauf, und will im Geiste beten. Noch sterbend, Vater, dank ich dir, der du so vieles Gute mir im Le ben haft erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! 6. Wünsch ich bei kummervollen Leiden von ihrer Laft mich frei zu sehn, und sehn' ich mich nach Lebensfreuden; so laß mich doch um das nur flehn, was beine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüßlich ist! Mel. Wer nur den lieben Gott 398 3 u dir, o Gott, das Herz er beben, zu dir mit frommer Andacht flehn, um uns zum Guten zu beleben, und unsre Tugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stärket meine Zuversicht. 2. Laß diese Pflicht mich nie vergessen; laß mich, be fannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank er messen, welch Heil von dir, mir widerfährt, von dir, der alle Menschen liebt, und Allen gern das Gute gibt. 3 Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, bir mei, ten ftillen Wunsch vertrau; 399 Greicht so weit Mel. Es ist das Heil uns olt, deine Güte wenn ich in meinem Kummer bete, und auf zu dir nach bülfe schau; dann fei mein Geift von Heuchelei und ganz von Eigendünkel frei! 4. Nie müss' ich das von dir begehren, was deine Beisheit nicht erlaubt: nie bitten, das mir zu gewähren, was Andern ihre Wohlfahrt raubt! Denn du er börefst kein Gebet, das zu des Andern Schaden fleht. so weit die Wolken gehen; du frönft uns mit Barmherzigkeit, und eilst, uns beizustehen. Herr, meine Burg, mein Fels uns Hort, vernimm mein Flehn, merk auf mein Wort; denn ich will vor dir beten! 7. Dann wird dir mein Gebet gefallen, und nie werd ich mich troftlos sehn; du, Herr und Vater von uns Allen, erhörst gewiß mein kindlich Flehn: gibft mir im Glück Zufriedenheit, in Trübfal Nuh' und Heiterkeit. 2. 3ch bitte nicht um Ueberfluß und Schäße dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Gnade 308 Pflichten gegen Gott. Gnade werden. Gib mir Dankgefühl bei deinen Ga nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gefandt, und mich felbft zu erkennen. ben, Luft am Guten, Freud' in dir, und Gewiffensrub' zu haben; dies Allgüt'ger, wünsch ich mir! 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meis nem Nächsten wohlzuthun; Troft und Stärke, wann! ich leide, sanft und still in' dir zu ruhn; Muth, die Lafter zu bekämpfen; ihre Reize zu verschmäben, jede Leidenschaft zu dämpfen: dies, Herr, ist mein kindlich Flehn. t 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in dei ner Liebe stehen, und dir, Vater, ähnlich seyn: diesen beißen Wunsch zu stillen, wer vermag es? Du allein? Ja, um deiner Liebe Willen wirst du, was ich bat, verleihn. 3. Sc bitte nicht um Ehr' und Ruhm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Namens Eigenthum laß mich nur nicht verlieren! Mein wahrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem Angesicht, und frommer Freunde Liebe! 4. So bitt' ich dich mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke, Demuth, Muth in Noth, das wolltest du mir geben! In deiner Hand fteht meine Zeit; laß du mich nur Barmherzigkeit vor dir im Tode finden! In eigner Melodie. 400 nicht um Reichthum, nicht um Ehre bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Weltbesißer wäre: ohne dich, wie orm wär' ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir hinan; sende Freunde, sende Plage, wenn ich dich nur lieben kann! 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich in Schmerz meinen Vater froh zu nennen: dies erflehet sich mein Herz! $ 40 Das Gebet des Herrn. Mel. Erschienen ist der herrlich T. 401( a) Dalle Sim mel freun, auch unfre Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du Gott, unser Bater bift, in Ewigkeit. 2. Weit, über unser Dens ken weit, geht deines Namens Herrlichkeit. Ihn heilige, von Lieb ents brennt, wer deinen großen Na Gebet, ha Gebet. 309 Namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deines Reides Ruhm durch Jesu. Evangelium! Mach unser Herz 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein ist die Macht, die Herrs lichkeit von Ewigkeit ihm unterthan; so zu Ewigkeit Hallelujah! beten wir dich freudig an, Allgütiger: In eigner Melobie. 4. Der du in deiner Wahl 401 Bater, ben nie irrft, und wohlzuthun geicheh' nie müde wirft, le, Weifefter, auf Erden so wie in der Höb, mit Freudigkeit! dein Wil- offenbaret, den der Geift mit hoher Andacht nennt; Bater, den kein Himmel von der Erde, keine Macht von seinen Kindern trennt! 5. Set mit uns in des lebens Noth, und gib uns unser täglich Brod; in dieser Erde Freud und Schmerz sei still in dir und froh das Herz und voll Vertraum! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuld; trag unfre Schwachbeit mit Geduld; wir wollen auch von Rachsucht rein, des Nächen Fehler gern verzeihn. Wir wollens, Herr! 7. 3u hart sei die Versuchung nicht; Herr, stärk uns, wann uns Kraft gebricht; fteh uns zum Siege mächtig bei; mach uns im Guten fest und freu. Erbarmender! 8. Erlöf, erlöf uns unser Gott, nach deinem Rath aus aller Noth! Nimm nach vollbrachtem Prüfungslauf uns zu dem bessern leauf! Alliebender! ben 2. Hochgelobet fei dein großer Name, angebetet deine Herrlichkeit! Heilig ehre dich der Mensch im Staube, von der Wiege bis zur Ewigkeit. 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Chriffus baute, das die Menschen für den Himmel zieht! 4. Es gefcheb' dein Wille hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Men= schen deinen Engeln gleich! 5. Gib uns, ewigtreuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach wir bitten nicht um Gold und Schäße: gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 6. Wann Pflichten gegen Gott. 310 6. Wann wir auf dem Pfad der Tugend ftraucheln, so vergib uns Schuld und Missethat; so wie auch wir gern vergeben wollen, wann ein Nächster uns gefränket bat. 7. Schüße uns in der Versuchungsstunde, wo die Tugend mit dem Laster ringt; laß uns auf die Himmelskrone blicken, wann die Erde unser Herz umschlingt! 8. So erlöse uns von allem Uebel, das den Geist und unser Herz bedroht! Gram und Neue werden dann verschwinden, und wir fiegen über Welt und Tod. 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stärke! Ewig währet deis ne Herrlichkeit! Alle Himmel rühmen deine Eh re, und dein Tempel ist die Ewigkeit. Fürbitte für den Regenten und die Obrigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 402) freu der Fürst des Landes fich, Gott, deiner allezeit! ein Auge sebe stets auf dich; sein Herz sei dir geweiht! 2. Begnadigt Herr, mit deiner Kraft und deines Geiftes voll, gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll. 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor andern Light und Rath und Kraft von dir! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, bir ähn lich, Gott, zu seyn, so bilf ihm, in bein Bild verklärt, sein Volk, wie du, erfreun! 5. Er fördre willig dei nen Ruhm: er denke gern daran: das Land sei, Herr, dein Eigenthum, und et dein Unterthan! 6. Der über Christen, Gott von dir zum Herrn verordnet ist, sei deiner Kirche Schuß und Zier, ein edler Mensch und Chrift! 7. Er zeig in seinen Thaten sich als deinen tres sten Sohn! Den Laftern sei er fürchterlich, der Tgend Schuß und Lohn! 8. Der Unterthanen Liebe sei sein edelster Gewinn, und um Rache wider ihn. fein gerechter Seufzer schre 9. Um seinen Thron seb immerdar Recht und Ge rechtigkeit, und dann ben schüß ihn in Gefahr, want ihm und uns fie dräut! 10. Sein eignes Beispie wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um ihn her zu jeder Tugen Muth! 11, Ver Gebet. 11. Verdienste beb' er gern empor; er folge weifem Rath und öffne freundlich Herz und Ohr, wann ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest bu das Ziel, das er erreis Chen soll; Herr mache seiner Tage viel und jeden segensvoll! 13. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott: dann jauchzen wir und preisen deine Macht. 311 daß wir in Gottseligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht der Tugend ärnten! 4. Beschirme fie durch deis nen Schuß, daß, die ihr Uebels gönnen, mit aller Lift, Gewalt und Troß ihr niemals schaden können! Nie feble jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, dein segnendes Gedeihen! 3. Laß uns von ihrem Schutz bewacht, des Frie dens Glück genießen; laß ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen! Hilf, 5. Gib denen Eifer, Fleiß und Tres', die du ihr untergeben, daß jeder freudig thätig sei, nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ihres Amtes Müh'; mit deinem Segen fröne fie, und sei ihr Lohn auf ewig. 6. Laß sie mit uns beflife sen seyn, in deiner Furcht zu leben, uns deiner Oberherrschaft freun, mit ihr dein Lob erheben; daß so vor deiner Majestät, die über alle Hoheit geht, Negent und Volt sich beuge! Mel. Sei Lob und Ehr' dem 402( b) Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit! Du gabft sie uns, auf Erden mit Wohlstand und mit Sicherheit durch fie beglückt zu werden! Verleih ihr Weisheit, Trieb und Kraft, was wahres Wohl dem Lande schafft, mit Sorgfalt wahrzunehmen! 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den Segen und dein Reich durch gute Anstalt führe, der Unschuld Schirm und Wächter sei, 403 Verdienst und Redlichkeit erfreu, dem Unrecht kräftig fleure! Allgemeine Fürbitte. Mel. Wo Gott zum Haus alle Menschen beten wir, o Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib jedem, was ihm heilsam ift! 2. Dir tönet unser Lobgesang; wir bringen Ebre dir und Dank, daß du fie- Alle, Pflichten gegen Gott. 312 Alle, Alle liebst, und liebend Allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dies preisen wir, und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie und, o Gott, zu Menschen schuf. 4. Nimm Aller väterlich dich an, und leite fie auf ebner Bahn; es sei zu deinem Preis und Ruhm ein jedes Volk dein Eigenthum! 5. Verirrte führe, Herr, zurück zu dir, zu ihrem wahren Glück; und wer von dir fich führen läßt, der werd' im Guten treu und feft! - 6. Entreiß der Lafter Tyrannei die Sünder; mache, Gott, fie frei, daß sie der Tugend Pfade gehn, und freudig einst dein Antlig fehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung fie erfreun! 8. In ihrer Noth verlaß fie nie: und sind sie traurig, tröfte fie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir Alle- einst den Engeln gleich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir, dir, unser Aller Vater bir. Dankbarkeit. 404 Du bis, b Mel. Lobt Gott, ibr Christen dem Ehr' und Rubhm gebührt; und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du ftets regiert und stets warst du mit mir. 2. Wann Angst und Noth fich mir genapt; so hörte Gott mein Flehn, und ließ durch seinen gnäd'gen Rath mich nicht darin vergebn 3. Wann ich in Schmerz und Krankheit fank, und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit wel chem Dank, mein Gott! erheb ich dich? 4. Betrübte mich des Feindes Haß: so klagt' ich Gott den Schmerz. Er balf mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. 5. Wenn ich den richt'gen Pfad verlor und mich verschuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe war mir nah. 6. Oft, wann nach Troft die Seele rang, Gott sich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! Und mich hielt seine Hand. 7. Er half; noch hilft er stets, der Herr, denn er ift fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, und gibt zur Tugend Muth. 8. Pert Dankbarkeit. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Frenden, welche mir dein milder Segen gibt! 9. Dir dank ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Sch schmeck in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. 10. Sch danfe dir für deinen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 11. Robt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Bolf des Herrn! Die Erd' it voll von seinem Ruhm; er hilft und' rettet gern. 12. Er hilst und läßt die Traurigkeit bald uns vorübergebn, will uns, nach furder Prüfungszeit, zu ew'gem Glück erhöhn.. 13. Bergiß nicht, Seele, deinen Gott; was er an dir gethan! Verchr und halte ſein Gebot und bet ihn ewig an. 313 mir, und auch mit Güte nab. Asin aptul 2. Du bist der Gott der. Kraft; dich preisen Erd' und Meere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet ich dankend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Menschen Flehn, und du erretteft gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerft du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht' ich nichts; denn du deckft mich mit deiner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausgebreitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet: so sprech' ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst, und daß du täglich uns unzählig Gutes schenist! 5. Voll Güte läß't du uns auf grünen Auen weiden, nährst uns mit Speif' und Trank, und füllt das Mel. Nun banket alle Gott 405 o mit Du großer Gott, durch dich bin ich vorhanden; die Himmel und ihr Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du teft mein, eb mich die Mutter noch gebahr, ja sabft mich, eh der Grund der Welt geleget war. 6. Du wogst mein Glück mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Tage Zahl war in dein Buch geschrie 314 Pflichten gegen Gott. schrieben. Du bist der From Mel. Alle Menschen müssen sterd. men Schuß, du bist der 406 Fª font Müden cin Gott gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! ich font vertrauen, als dir, du Gatt der Götter? Wen ehren so, wie dich, mein Schuß und mein Erretter? Wie fanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg: ich bin dein Schild und Lohn! allet nieder! fallet nieder! Bes tet Gottes Hoheit an! Men schen, Christen, Freunde, Brüder, viel hat er an uns gethan! Sebt, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Streme seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug der uns schmückt! 2. Keiner rühme seiner Stärke, seiner Kunst und Weisheit fich! jeder rühme deine Werke, Vater, jeder rühme dich, voll von tiefer Demuth preise dich der Starke, dich der Weise! Shre Kraft und Ihr Ver fand find Geschenke deis ner Hand. S. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben! wie könnt' ich einem Gott der Liebe widerstreben? Der Lafter bafte mag in ftolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Neße ziehn. 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Sünde flieben; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einft ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't, bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ift. 3. Dich, mein Vater, will ich loben, demuthsvoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, d mein Gott! Angebetet follft du werden, weil im Him mel und auf Erden keiner dir an Größe gleicht, teis ner je dich ganz erreicht! 10. Sollt' ich nach Ehr' und Nuhm mit Sünd und 40 Unrecht trachten? Nein, Herr, wenn du mich ehrst, mag mich die Welt verachten! Du bist es, dem zum Dienst ich Leib und Seele weih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig fei! 2lles haft but s Mel. Sollt ich meinen Gott du mir gegeben, Alles Gott bin ich durch dich; bu nur, du beglücktest mich! Glieder, Leben, Kräfte, Sinne, Triebe, Freiheit mir und gab beine Schöpferband. Verstand 2. Eh ich noch dich Bater nannte, Dankbarkeit. nannte, ch ich reif zum Dafeyn war, eh ich Schmerzen und( Gefahr, eh ich Glück Freude kannte, du schon väterlich für mein 408 get Ebre, Preis In eigner Melobie.. allelujah! BrinDafeyn und für mich 3. In den Jahren meiner Jugend, wo ich schwach an Einsicht war, warnteft bu mich vor Gefahr, gabft du mir Gefühl für Tugend, fegneteft du mein Bemühn, mich Verführern zu entziebn. 4. Alle meine Lebensfreuden hab ich), Vater, nur von dir: Glück und Wohlfahrt gibst du mir: frohen Muth in meinen Leiden: und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 5. Täglich kann ich es erfahren, wie du deine Menschen liebst, ibnen Schuß und Beistand gibst, fie vor Ulebeln zu bewahren, wie du fie versorgft und nährst, ihnen manchen Wunsch gewährst. 6. Wie du stets mich weise führeft, väterlich an mich gedenkst, lebel auch zum Guten lenfft, wie du mein Mefchick regierest, meine Wohlfahrt zu erhöhn, lern ich immer mehr verstehn. 315 fleh auch künftig mir Segen, Trost und Heil von dir. 7. Mit dem freudigsten ( emüthe fühl ich jeder Wohlthat Wertb, die mir täglich widerfährt, preise deine weise Güte, und er und Ruhm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Befeligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, finget eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern. 2. Sollten wir dem Herrn nicht fingen, ihm nicht Freudenopfer bringen? Er erschafft und er erhält! Tief im Staub verehrt ihn, Kinder; Kinder heißt er uns, uns Sünder; er ift Vater seiner Welt. 3. Zwar ſein Thron flebt unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre Lieder schweigen; seht die Millionen Zeugen laut verkünden sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen heben sich zum Glück der Engel, leben schon des Himmels Leben hier. Welche göttlichhohe Freuden, welchen Trost für alle Leiden, welche Ruhe fühlen wir: 5. Wenn der Geift zu ihm sich waget, ein Gedank dem andern faget: er ist Vater seiner Welt; fill. entzückend dem Gemüthe dann die Fülle seiner Güte fich 02 316 Pflichten gegen Gott. fich zum großen Zeugen und gut. Lob sei ipm im stellt! merbar! 6 Naht euch zu ihm, feine Kinder! Zittert nicht, Mel. Lobt Gott, ihr Christen feid ihr gleich Sünder, Sün, 410 uf, Chriften, der ihr: die Lieb' ift er! Denkt den göttlichen Gedanken, fühlt die Wonne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! bringet Preis und Ehr dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel bält! 7. Hallelujah! Bringet Ehre, Preis und Ruhm, ihr, Jubelchöre, fauchzt, Befeligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdenföhne, finget eure Jubeltöne; er, der Herr beglückt uns gern. 2. Froblockt mit jubelreichem Schall Gott, unferm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen, thut! 3. Von unsrer zarten Kindheit an hat er uns un terflüßt, er, der allein uns helfen kann, und gern uns In eigner Melobie. 409 N Gottmit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der uns so väterlich von unsrer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts getban! 2. Der ewigreiche Gott woll' uns so lang wir leben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlöfen hier und dort! un danket Alle hilft und schüßt. 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heil'gen Geift! Er, der vom Himmelethrone voll Liebe auf uns sieht, bleibt, wie er ewig war, unendlich groß 4. Aus seiner Fülle nchmen wir noch immer, was uns nährt, und unsern Sesen auch schon hier Zufric denheit gewährt. 5. Er freut auf dieses Lebens Pfad, viel Freuden um uns her. Die Noth, womit fein weifer Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Tugend auf, die hin zum Glück uns fübrt; er ifts, der unfern Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort fteht fest. Wer hier sich zu ihm bält, kommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der beßren Welt. 8. Singt, Chriften, fingt ihm Dankbarkeit. ihm Preis und Dank für feine Gütigkeit! Einft wird fie euer Lobgefang noch mehr in Ewigkeit. Met. Jesus, meines Lebens Leben 411( a) alte dich mit an dem Herrn, und opfre Dank! Weih ihm jeden deiner Triebe! Seele, Gott, fei dein Gefang! Selig einst vor ihm zu werden schuf er mich, und schon auf Erden feb und fühl' ichs wonnevoll, was ich künftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; selbst die Schmerzen, die ich leide, werden Segen mir und Glück. Nieseln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürrften Sande? Immer strahlt die Sonne nicht, aber auch die Nacht hat Licht. 3. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt mirs, Herr, als du? Strömen nicht durch alle Sinne Luft mir und Vergnügen zu? Sfs, o Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne babe, und zum täglichen Genuß Nothdurft und oft lleberfluß! 317 Müh' und Sorgen; fie entflohn und jeden Morgen, wenn ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 5. Ja, ich hab aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speis und und und Schuß und Hülfe jeden Tag. Immer kam und kommt dein Segen unerwartet mir ents gegen, und, wo mir ein Üebel droht, Rettung oder Trost in Noth. 4. O wie viele frobe Tage floffen, weil mir nichts ge brach, rubig hin, und frei von Plage, frei von jedem Ungemach! Hat auch einer 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Gefeß und Recht, diese starken, festen Bande für das menschliche Geschlecht, und des Umgangs süße Freuden und der Freundschaft Troft im Leiden, Rath und Veistand hab auch ich; Gott, ivie preis ich würdig dich! 7. Dies gewährst du diesem Leben, dieser kurzen llebungszeit. D. was wirft, du, Herr, mir geben einst in jener Ewigkeit! Ewig selig dort zu werden, schufft du mich; und schon auf Erden seh' ich's, fühl ich's wonnevoll, was ich künftig werden soll. Mel. Nun banket alle Gott er von 411 Der uend auf mit Huld und Vatergüte für mich, mein Gott, gesorgt, mit dankendem Gemüthe D3 318 Pflichten gegen Gott. müthe denk ich voll Rührung quillt, mit falschem Trost nach, was du an mir gethan, nicht schmeichelt, die Jefu wie wenig ich verdient, wie Geist und Sinn nachahmt schwach ich danken kann. und in sich nährt, haft du 2. An treuer Aeltern von Jugend auf mich, guHand entfloh die erste Juster Gott, gelehrt. gend; fie zeigten forgsam 7. Wie dank ich würdig mir den Weg zur wahren dir? Durch Thaten will ich Tugend. Wenn ihre Stim- danken. Und wollte ja mein me schwieg, sprach guter Fuß vom Tugendwege wans Lehrer Mund, und machte ken; o dann erinnre du mit redlich mir der Weisheit deiner Gotteskraft, durch Schäße fund. mein Gewissen, mich der schweren Nechenschaft. 3. Wie weit wär ich viel leicht vom Tugendpfad entfernet, hätt' ich durch ihren Rath nicht die Gefahrgelernet, zu der das Lafter führt! Lob Gottes. Zeicht werden wir sein 412 V mein tönt dir, Mel. Mein Gott, das Herz allen Herr, ein froher Lobgefang.. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig' auch der Menschen Dank! Raub; uns mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Maxchem ward das Glück, das du mir - gabst, entzogen; wie Mancher von der Luft der Sinn lichkeit betrogen, weil un gewarnt sein Fuß nicht fene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verleßt, ch' man fie fiebt! 5. Was gut und edel ist, was dir gefällt, was nüßet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt," haft du mich, guter Gott, von Kindheit an gelehrt. 6. Die ächte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen 2. Du brauchst zwar unsers Preises nicht, wirft durch ihn größer nie; dech bleibet ftets bein Lob uns Pflicht: und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preifen, ist uns Seligkeit: dir danken, hohe Luft; fchon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Him mel in der Brust. 4. Wir stammeln awar dein 2ob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Na tur. erreicht kein sterblich Lied: 5. Doch Lob Gottes.g. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Anpacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde feyn, flets unfer Herz voll Dankbarkeit sich deiner Güte freun. Das Te Deum. In eigner Melodie. 413) für err Gott, wir! Herr Gott, wir danten dir! Der Höchsle ist von Ewigkeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit! Die ganze weite Schöpfung preis't, Gott Vater, dich! dich Sohn! dich Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle fingen ihm: Seilig ist unser Gott! Heilig ist unser Gott! Hei lig ist unser Gott, der allgewalt'ge Gott! Weif, über alle Himmel weit, geht deine Macht und Herrlichkeit! Sie, die den Erdkreis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lebre Jefu Märtyrer, fie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine Christenheit ganze preift dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Toron, dich Jefu Chrift, des Vaters Sohn, 319 und dich, o Geift, deß Wunderfraft in Sündern neues eben schafft! Du Hoherpriester! du Prophet, du König, des Reich nie vergeht! Du wardst ein Mensch, doch ſün. denrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, zum Himmel hast du uns gebracht. Zur Rechten Gottes fißeft du; mit Macht und Güte herrscheft du. O der für uns geblutet hat, • tbat, im Grabe läsfest du uns nicht; du kommst, du kommst, und hältst Gericht. Einst fei im Himmel ew'ges Heil, mit allen Frommen unser Theil, hilf deinem Volke, Jesu Christ, und segne, was bein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frehen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, auch fie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ift, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, belles Licht; wer ihm gehorcht, der fündigt nicht; und wer noch fällt und es bereut, der findet da Barmherzigkeit. Die Erd' erfüll', Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen! In 1 320 Pflichten gegen Gott. In voriger Melodie. 4130) err Gott, vich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Dein Segen ftrömt durch deine Welt; du bist es, der auch uns erhält! Drum steig im hohen Jubelton, auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie du? Uns rufen alle Himmel zu: Der uns erschuf ist groß, an Macht und Weisheit groß, an Huld und Liebe groß, ist unermeßlich groß! Wie groß war deine Herrlichkeit schon vor dem Anbe ginn der Zeit! Doch wolltest du, und es geschab: zahllose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, auf deinen Wink, mit Freuden an. Nie hob ihr Gleichgewicht sich auf, noch immer lenkst du ihren Lauf, und frob ist jeder, der es denkt: du bists, der auch die Erde Necht zurück. Das Feld be lohnt durch dein Geheiß des treuen Landmanns, regen Fleiß; es blühet Kunst und Wissenschaft, und Alles, Herr, durch deine Kraft. In unserm Staube flehen wir voll froher Zuversicht zu dir, zu dir, der uns im Himmel hört, und liebreich unfre Freuden mehrt. Kein Wesen ist vor dir zu klein; bu willst sein milder Vater seyn. Von deines hohen Namens Ruhm erschall' auch jeßt dein Heiligthum! Wie wohl hast du an uns gethan! Nimm unsers Dankes Opfer an, und öffne deine Vaterhand auch ferner noch für un ser Land! Laß jeden Stand gefegnet seyn, und fromm sich deines Segens freun! Dann tönt einst lauter noch, als hier Gott, unser Dank hinauf zu dir! Amen! Mel. Mein ganzer Geist, Gott lenkt. Wie weise, groß und 414 Ertöne, feierter herrlich Gefang, Anbetung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhren Psalmen fingen. Darum hat er mit den Hee ren, die ihn ehren, zu den Stufen seines Throns auch mich gerufen. 2. Wie groß ist Gottes Herrs was dein Nath beschließt! Die Kronen sind in deiner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Helden ihren Heldenmuth; und Alles, was du thuft, ist gut. Durch dich erringt dein Volk den Sieg; durch dich entfleucht der wilde Krieg und Friede führt uns Ruh und Glück, die Ordnung und das Lob Gottes. Herrlichkeit! Er sprach zu feinen Himmeln: Seid! und zut dem Erdkreis: Werde! Da ftanden fie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's ausrief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. 3. Er hat der Sonne hobes Zelt, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet: bat seiner Erde Luftgefild für mich auch lieIn eigner Melodic. bevoll und mild bepflanzet 415 Lobet den Herren, und bereitet. den mir nicht alle Wälder, alle Felder froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 321 Güte wird die Werte seiner Stärke stets erhalten! schüzzend über mich auch walten. 6. So hat der Herr an mich geracht! So sorgt für mich die Hulb und Macht, die mich so hoch erhoben! D ftrömt aus meiner vollen Bruft, strömt hin, Empfindungen der Luft, den Gütigen zu loben! Schöpfer! Vater! dich erhebe, weil ich lebe, meine Seele, meine hochbeglückte Seele! 4. Wem blübt das Thal? Für wen erhebt sich das Gebirg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf feinen grünen Triften? Quelle riefeln, Winte wehben, Flüff' und Seen werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. 5. Noch strahlt mir ungeschwächt sein Licht; noch weigert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmük ken. Noch strömt ihr Frendenquell für mich; noch ist fie schön und fugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine König der Ehren!-Laßt uns den Weltenherrscher in Demuth verehren! Tretet beran; stimmet ein Freudenlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 2. Lobet den Herrn, der Alles aufs Beste regieret, der uns mit Weisheit undGüte, bis hierher geführet, der uns erbält in der ge= fährlichen Welt, daß man sein Vaterherz spüret! 3. Lobet den Herrn, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schenket, der das Gemüth tröftet und himmelwärts zicht, wann zeitlich' Trübfal es kränket! 4. Lobet den Herrn, der große Barmherzigkeit übet, der, wann wir Menschen D5 mit Pflichten gegen Golt. 322 mit Sünden ihn häufig betrübet, noch mit Seduld göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden vergiebet! 5. Lobet den Herrn, der Nahrung dem Leibe bescheret, der und Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! 6. Lobet den Herrn, der unser Thun fichtbar gefegnet! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun geregnet. Denket daran, was der Allmächtige kann, wie er uns huldreich begegnet! 7. Lobet den Herrn, der, wenn wir als Chriften einst sterben, uns auch im Tode nicht läffet vergehn und verderben, und nach dem Tod uns liebt und fegnet als Gott, ewige Freuden läßt erben! mein Gemüihe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer fillt. Gebt unserm Gott die Ehre! und Mel. Allein Gott in der Höh 416 2 br Preis dem höch. ften Gnt, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der 2. Es banket dir des Him mels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ehre! 3. Was unser Gott geschaffen hat, das will er auch erhalten, darüber will er früh und spat mit ſeiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist Alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre. 4. Ich rief zum Herrn in meiner Noth: Ach Gott, vernimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir: Heil und Treft erscheinen. Drum dank jc, Gott, drum rank ich dir! Ach danket, danket Gott 8. Lobet den Herrn und seinen hochheiligen Namen! Løbt ihn mit Allen, die von mit mir! Gebt unferm ihm das Leben bekamen! Nahe, und ferne frohlocket Gott die Ehre! 5 Gott ist uns nah und Alle dem Herrn; lobt ihn ,, niemals nicht von seinem in Ewigkeit! Amen! Volk geschieden: er, er ist feine Zuversicht, fein Segen, Heil und Frieden. Mit seiner Allmacht leitet er, der Herr, durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! 6. Wenn Menschenkraft nicht 323 und alle Himmel geht seine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Untlig kommen, und unserm Gotte, mit Pfalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns ,. seine Kinder: singt zu feinem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebet hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 8. Shr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! 3hr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Götzen macht zu Spott! Der Herr ift Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unferm Gott die Ehre! 3. Zwar kann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vernimmt er hot herab von feinem Himmel unser frohes Danklied, und geusit ber Freuden viel in unfre Seele, wenn wir ihm danken dem Gnadenvollen. d 9. Kommt, kommet vor fein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Bezablet die gelobie Pflicht und laßt uns fröhlich fingen: Der Herr hat Alles wohl bedacht und Alles recht 5. Laßt unsers Gottes gemacht! Get uns ewig freun! Halleunserm Gott die Ehre! lujah! Amen! O welche Geligkeit ift's, fein fich freun: bier und einft int 4. Schon hier auf Erden quillt Freude und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort bereitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinft, erneut zu seinem Bilde, verklärt und beilig, vom Tod erwacht find. und gut In eigner Wielobie. 417 ihm sich bei ligen und ihm ganz leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. Atroda 06 Mel. Lob Gottes. nicht helfen kann, kein Retter uns sich zeiget, nimmt Gott- fich unser mächtig an; der Allerbarmer neiget zu unferm Angstgebet fein Obr; fein starker Arm hält uns empor. Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ebren; einst follen meinen Lobgefang auch bei ne Himmel hören! Mein Geift, o Gott, erhebe dich; mein ganzes Herz erfreue fich! Gebt unserm Gott die Ehre! tung ſei unserm Gotte! Denne er is fehr freundlich; weit über Erd' Pflichten gegen Gott. 324 Mel. Jesus, meines Lebens Herz befleckt: o dann ließeft 418 Schöpfer der er du mich finden Gnade, die zur unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, dafür reinen Herzensdank von mir! 6. O was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür! 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ, o führ an deinen Händen mich - zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstges bornen, mit des Mittlers Auserkohrnen fauchz ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. re, freudig rühm ich deine Macht. daß du mich zu deiner Ehre haft ans Licht der Welt gebracht!-Sinne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig meinen Dank von mir! 2. Wunderbar bin ich bereitet, und mit Kräften ausgeziert; wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zugeführt. Für die treue Vaterpflege, für die Güte deiner Wege, wunderbarer Gott, fei dir ewig Dank und Lob von mir! 3. Weislich haft du Ort und Zeiten für mein Dafeyn auserwählt. Hat mirs an Gelegenheit, fromm zu werden, je gefehlt? Nie, mals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Met. Wer nur den lieben Gett Weiſer Gott, ich bringe dir 4199 önnt ih und 4. Herr, du zähltest meine Thränen, es' ich weinte, fahst du fie. Licbreich merktest du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh; und an jedem Leidenstage linderteft du meine Plage. Nimm, o Bater, nimm dafür ewig froben Dank von mir! mein Gott, recht preisen, wie dit des Preises würdig bist! Könnt ich dir ganz den Dank be weisen, den dies mein Herz dir schuldig ist, dies Herz das deiner Gütigkeit sich täglich mit Entzücken freut! 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßet mich auf mei nen 5. Hatt' ich, Heiligster mit Sünden mein verführtes Lob Gottes. nen Wegen? Wer schenkt dem Geiste Troft und licht? Wer gilt zu meis nem Thun Gedeihn? Allgütiger, du bifts allein. 3 Zu zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke dei ner Segensband. Du warst schon meines Wohls Berather, éb mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh' ich war, da maßeft du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben, und läſfeft 6. Wie fout' ich denn nicht voller Freuden, beständig deinen Ruhm erböhn? Wie soll ich, auch im tiefsten Leiden, nicht fren digtrauend auf dich sehn? 3a, tritt die größte Noty auch ein, wirst du roch, Gott, mein Helfer ſeyn. 325 Dank und Ehre bringen, so lange sich mein Herz bewegt; und wird mein Mund einst kraftlos fein; so stimm ich noch mit Seufzen ein. In voriger Melodic es nie freudenteer; zum 420 D Gott, den alle erheben, schickst du auch manche Trübfal ber; doch stehst du auch mit Kraft mir bei, daß ich, o Herr, nicht muthlos sei. 5. Schon oft hat dies in meinen Tagen zu Freuden thränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Plagen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drehender Gefahr halfft du mir tren und wunderbar! 7. Von deiner Güte will ich fingen, so lange sich die Junge regt; dir will ich 8. Nur Dank und Lob kann ich dir geben; nimm es, mein Gott, in Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben dich würdiger erheben kann! Da fleigt in fel'ger Geifter Chor mein Lobgefang zu dir empor. von dir kommt aller Welten Pracht. Was wir empfinden, sehn und hören, bat deine Huld hervorgebracht. Herr, deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte Weise nicht. 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, und ihnen Luft und Wohlfeyn schenkt! du bist es, der die Erde kletdet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bist's, Erhabner, dessen Kraft dem Frühling feine Anmuth schafft: 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben ſpielt. Der Blume Wohlgeruch und Pracht verkündigt, Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabft, o Urquell alles 326 Pflichten gegen Gott. alles Lichtes, der Sonne Gottes milde Gabe; nichts Wärme; gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes, und wilft auch dadurch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. 5 Was lebrt das Licht von tausend Sternen, der Welten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe driner Schöpfermacht. Wit, über meine Faffung weit, geht, Schöpfer, deine Herr Tichkeit. 6. So oft ich fie bewundernd sehe, führ' mich ihr Anblick, Gott, auf dich: und wo ich steh' und wo ich gebe, erfülle heilige Ehrfurcht mich vor dir, der du stets um mich bist und meines Herzens Tiefe fiehst. 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wunder deiner Werke sehn! Laß mich, mit dankendem Entzücken, dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! ist mein Eigenthum! Für das, was ich befizze, wedurch ich andern nüße, gebührt dir, Herr, nicht mit, der Ruhm! 2. Mit Einsicht und mit Kräften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deine Huld. Durch dich allein gerathen mir meine guten Thaten; an Fehlern bin allein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt! Out ordnest unfre Tage, ihr Glück und ibre Plage, wie deiner Weisheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun er heben, wenn mir in diesent Leben viel Gutes widerfährt? Was hat bich, Herr, beroogen, daß du mich vor gezogen? Bin ich auch je mals deffen werth? 5. Nein, ich bin zu geringe der Huld, die ich befinge und werd' es ewig feyn. Dies will ich nie vergesſen, so werd' ich nie vermessen, durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. Selbsterfenntniß und Demuth. 6. Das weislich anzuwenden, was du mit Vaterhänden mir gütig zugewandt; dies sei in diesem Leben Mel.- In allen meinen Thaten mein eifrightes Bestreben; 421 W tes habe, ist Verstand. as ich nur Gu- dazu gib Demuth und 3m Selbsterkenntniß und Demuth. 327 In eigner Melodie. ihn redlich mir gestehn, urd 422 Wie leicht ver voll Vertraun zu, dir um kenn flehn! nes Herzens Schwäche, wenn. ich zu viel mir von mir selbst verspreche, und dann aus Bahn, aus Stolz und Eigenkinn nicht sehen will, wie flein, wie schwach ich bin! 2. Gib, Gott, daß ich mir keine Nachficht gönne, daß ich mich selbst und meine Fehler kenne, auch jeden Trieb, der sich in mir empört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört 3. Entdecke mir der Tu gend wahre Größe und jedes Lasters Niedrigkeit und Blöße; daß nie fein Reiz mich blendet und verfährt; daß immer nur der Tugend Berth mich rührt. 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die kleinsten Sünden entschuldigen und unerheblich finden! Sib, daß ich fie voll tiefer Scham bereu', und ernstlich auch den kleinfen Fehler scheu'! 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfehlet, gern gut will, und boch das Böse wäblet, leicht sinnig ist und nicht den Irrthum sicht: so gib ihm Licht, daß es den Irrthum flieht! 6 Verhehl' ich mir beim Deiligungsgeschäfte aus stolzem Bahn den Mangel mei ner Kräfte: so lehre mich 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue, und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe: so gib, daß ich von Eigendänkel frei, fie recht zu würdigen stets forgfam fei! 8. Wie manche That ent-. springt aus niedrem Triebe, aus Eigenmuß und nicht aus Menschenliebe! Wie manthe That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Allsehender, gefällt! 9. Du ließeft mich von jeter meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern fiets mein Wohl: und doch ihu ich nicht immer, was ich soll. 10. O lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verhehle, und führe du, zu meinem wahren Glück, mich in mich selbst und in mein Herz zurück! Mel. In allen meinen Thatey ib, Gott, wenn 4236 vir biene, daß ich mich nie erkübne, darüber stolz zu feyn! Wer kann bei seinen Werken, wie oft er feblet, merken? Wer ist von Mängeln völlg rein? 2. Such ich fets deinen Wil Pflichten gegen uns selbst. 328 Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend Bürde aus Kenntniß ihrer Würde, auch immer mit Zufriedenheit? 3. Entzieh ich mich den Sünden auch fiets aus rechten Gründen? aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die 424gibt, von dem Mel. O Gott, du frommer Gett err, der du Alles guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und jede gute Babe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut, darum bewahre mich vor Stolz und lebermuty! 2 Wenn ich vielleicht der Welt mehr, als mein Nächfter nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besigt, befize; bin ich drum mehr als er? nein! Wer schenkte mir Verstand und Tüchtigfeit? Ach, Alles kommt von dir. 4 Der Sünden meiner Jugend, der Mängel meiner Tugend, o Herr, gedenke nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienten, rechten, so trifft fie alle dein Gericht. 8. Sollt' ich mich deß erbeben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt' ich auch Alles üben, was du mir vor geschrieben, wer bin ich? Ein unnüßer Knecht! 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Tugend wäre; weß ist dieß Eigenthum? Wer ließ mich unter richten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich, fehn und meinen Ruhm? 6. Wer gab mir, dich zu Lieben, und dein Gebot zu üben, die Luft und Freudigfeit? Wer stärkte meine Heiligungsgeicäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? Kräfte im 7. Du schafft, daß ich dich wähle; du rufft mich, wann ich fehle, auf rechten Beg zurück; du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Beßrung Glück. 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Nath begegnet und deine Gütigkeit mich mehr, als andre, segnet, gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was andre sind, bein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden ste be, und andre unter mir in kleinerm Glücke sehe; wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? 3ft nicht mein Selbsterkenntniß mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, Gott, des Guten über beben? Was ich befiß', ist dein. Du spricht: so bin ich leben, du sprichst: so bin ich Nichts. Von dir kommt das Cedeihen. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott 425 Wer er bin ich? Welche wich fge Frage! Gott, lehre fie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit fage, um mich, so wie ich bin, zu sehn! Wer sich nicht felbft recht kennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von deinen Händen; geschaffen, Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nüßlich anzu wenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzusehn, ob ich den Pfad, den Sesus mir gewiesen, geb', und ob ich auch im Glauben steh'! und Demuth. 329 4. Du kenneft meines Herzens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Chrifto gleich gefinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann! 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbekannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes sorgen? Was ist, das den zur Beßrung treibt? Sich selbst recht kennen, ist Verstand, erum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Bater, pas entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg erwählet; so gib, daß ich ihn nicht verlier'! Erleuchte mich mit deinem Ficht, so täuschen mich Verführer nicht. 7. Bin ich noch fern vom rechten Stege, der mich zum ew'gen Leben führt; so bringe mich zurück vom Wege, der ins Verderben sich verliert! Gib mir zur Befrung Luft und Kraft; du bist's, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war und hier gethan. O laß michs nicht bis dahin sparen, wo Neue nichts mehr helfen fann! Hier mache mich zum Himmel klug und frei von Wahn und Selbstbetrug! Selbst 330 Pflichten gegen uns selbst. Selbstliebe. Gott, ich Mel. O Gott, du frommer Gett 426 Dein Bille ift's, soll mich selber lieben. laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb: froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in beilge Grenzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz fich deiner Liebe weibe, und daß in Allem ich dein Auge kindlich scheue! Wer als ein Christ dich liebt, der flieht auch als ein Chrift, was wider Gottesfurcht und Menschenliebe ift. 3. Kein schnöder Eigennutz beherrsce meine Seele! Und wenn zu meinem Glück ich Weg und Mittel wähle, so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend lei det, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht Nie treffe mich, o Gott, ' dies schreckliche Gericht. 5. Nie blende mein Gemüth der Eitelkeiten Schim mer! Der Erde Reiz entflieht ja doch im Tod auf immer, Was hilft uns kurze Luft? Was hilft uns eie Pracht? Nicht ein vergäng lich Gut ist's was uns se lig macht. 6. Ein Gott ergebnes Herz, ein unverletzt Gewis sen nur das kann mir allein des Lebens Laft versüßen; das bleibt mir auch im Tod, und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O felig, wer darnach mit beilgem Eifer trachtet, und für fein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet, der liebt allein sich recht: der findet in der Zeit schon wahre Nuh' und einst volltommine Seligkeit! 8. Dies sei auch mir mein Ziel! O laß es mir gelingen, des Herzens wahres Glück nach Wunsche zu erringen! Laß mich verachten, Herr, die Eitelkeit der Welt, gib baß ich so mich lieb, wie dir es wohlgefällt!Sorge für die Seele 427( a) ele gro Mel. Kommt ber zu mir. err, meiner. ßen Werth, den mir Ver nunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenten und auf die Sorge für ihr Woht so unermüdet, als ich soll, den größ ten Eifer lenken! 2. Wie Sorge für die Seele. 331 2. Wie huldreich haft du in dir, Gott, ruhig Leben; uns bedacht; wie viel hat deine weife Macht schon hier an uns gewendet! Du schufft uns, Gott, dein Bild zu sein, und hast, in uns es zu erneun,- felbft deinen Sohn gesendet. und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben! 3. Zu groß für diese kurze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich dieses Leben, durch Glauben und durch Frömmigkeit zu höherer Vollkommenheit der einst mich zu erheben. 4. Mit großer Treue willst du mich auf diesem Pfade väterlich zu jenem Ziele führen. Olaß mich nicht durch eigne Schuld daß Heil, das deine Baterhuld mir zugedacht, verlieren! Mel. Es ist das heil uns 4270ach meiner Seele Seligkeit lab, Herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich bie kurze Gnadenzeit in Sicherheit verbringen? Wie würd ich einst vor dir bestehen? Wer in bein Reich wünscht einzugehen, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir fich wenten, und die Bahn der Sünde meiden wollen; das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Jesum Chriftum zeiget. 3. Du rufest uns zur Heiligung: brum soll schon hier auf Erden mir meines Herzens Besserung die höchste 6. Wer böse ist, bleibt Sorge werden. Gib mir danicht vor dir. Drumt schaffe zu nur Luft und Trieb; nichts felbst, o Gott, in mir ein sei zu groß mir und zu lieb, Herz, das Unrecht fliehet, der Tugend es zu opferm! das auch die kleinste Schuld 4 Gewänn ich auch die bereut, mit Vorsaß keine ganze Welt mit Allem, was Pflicht entweiht, für Alles den Sinnen und meinen LüGute glübet! sten wohlgefällt, was würd' 7. Wie werd ich dann ich dann gewinnen? Was so felig seyn! Schon bier hülfen Glück und Schäßze werd ich mich deiner freun, mir, was Macht und Glanz wenn b 5. Mit dir, o Gott, ver eint zu seyn, mich ewig deiver Huld zu freun und dich zum Troft zu wählen: das fei mein Ziel und mein Bemühn! Laß mich den rechten, Weg dahin aus Leichtsinn nicht verfehlen! 332 Pflichten gegen uns selbst. wenn ich dafür mein ewig gelingt mir mein Bemühn? Heil verscherzte? Gefahr nehm ich hier bei Gefahr, ein Neße bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Sch Schwacher, wie entrinn' ich hier? 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in diesem Leben? Was kann mir Troft und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunft, nicht irdisch Glück, nur Got tes Gnade und der Blick auf jenes Lebens Freuden. 6. Herr laß nach diesem Kleinod mich vor allen Dingen trachten; mich immer, Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht vor dir besteh', sei meine größte Sorge! Miel. Gott Vater, an Erbarmen 428 hi ier ist noch unsre Prüfungszeit. Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Jrrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Blendwerk rührt, auch böses Beiſpiel oft verführt. 2 Oft nehmen Lafter überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Chrift, fei zum Kampfe stets bereit, und flich den Schlaf der Sicherheit! 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehen! Doch, wie 4. Die Welt hällt in der Tugend Schein, oft ihre Lafter künstlich ein, preift den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist luftig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wolleft Stärke mir verleihn, daß ich unüberwindlich treu, o Herr, in jeder Prüfung sei! 6. Der Sündendienst scheint zu erfreun, und en digt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein gu fer Geift mir bei, daß ich kein Knecht der Sünde set. Gestatte dem Versucher nie, daß er mich deiner Hand entzieh! 7. 3war ist mein Glaub' oft klein; doch du, du stare fer Held, fagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Sch weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz fich feft, bis in den Toc. 8. Wenn schon die Trübfal Sorge für die Seele. 333 fal auf mich bringt, und fem Licht sich anvertraun. Angst mich überall umringt, Denn die folgsamt darauf bleib ich doch stets in deiner schaun, ihre Hoffnung darSand, und halt in jeder auf gründen, werden Heil Prüfung Stand. Du, du und Leben finden. bist durch den Glauben mein; nun muß mir Alles heilsam seyn. 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehn, sollt auch der Weltkreis untergehn. Es fürchte sich der Heuchelchrift, und wer ein Sklav der Lafer ist! Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will i flets vertrain, stets freudig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein Herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre frönt, steb, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! Mel. Fren' bich sehr, o meine 429 Nebre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sei, meinen Fleiß darauf zu lenten, steht mir selbst mit Gnade bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit hält, fördert nicht mein Wohlergeben und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn infre Seelen fich, Herr, deies Wortes Licht nur allein um Leitstern wählen, und it fester Zuversicht die 3. Weisheit ist es, darnach trachten, recht mit sich bekannt zu feyn; fich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünkel scheun; oft auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott geftehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich ftolz erheben. 4. Weisheit ift es, Christum ehren, feiner Mittlers buld vertraun; so auf seine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht, und mit Eifer sich bemüht, ſeinem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Reu' das Herz beschwert; fern sich halten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald verblüht, Luft, die im Genuß noch flieht, nicht für wahre Wohlfahrt achten; nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gote tes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahrs heit Pfade diesem Glück entgegen gehn; gern auch Gottes Willen thun; froh in sei ner 336 Pflichten gegen uns selbst. bat, was kein Herz hier zu beschüßen, gibst du mit mile erflehen je sich unterwunden der Vaterhand die Mittel, hat, bas, das hat Gott dem die dazu uns nüßen, und bereitet, der hier tapfer zum Gebrauch gibst du Verkämpft und streitet. Drum, fstand. Dir ist die Sorge verlaßt nicht eure Bahn; nicht zu klein: wie sollte sie Jesus selbst ging- euch voran. denn mir es seyn? 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köftlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und füße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh' ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch, und getragen ist das Joch. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. Wiel. Wer nur den lieben Gott 432 Des Leibes war ten und ihn nähren, das ift, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig, seinen Bau verfehren, verbietet mir dein Unterricht O stehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir beilig fei. 2. Sollt ich mit Vorfaß das verleßen, was deine Hand mir anvertraut? Sollt' ich gering ein Kunstwerk schätzen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja dein. Sollt' ich denn sein Zerstörer seyn? 3. 3hn zu erhalten, zu 4. Gefunde Glieder, mun tre Kräfte, o Gott, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit fei nen Leib beschwert? 3ft nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was meines Körpers Wohlfein flört, daß nicht, wenn meine Kräfte leiden, mein Geift den innern Vorwurf hört: du selbst bift Störer deiner Ruh; du zogft dir selbst dein Uebel zu. 6. Laß jeden Sinn und alle Glieder mich zu bewahren forgsam seyn! Drückt mich die Laft der Krankheit nic der; so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leis bes Pflege zielt; nein, flets in jenen Schranken bleibe, die dein Gefeß mir anbe fiehlt! Des Körpers Wohl laß nie allein der Endzwed meiner Sorge sepn! 8. Mein Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 337 8. Mein größter Fleiß auf zu dem er. lebt, wenn er dieser Erde sei meiner Seele nach niedern Lüften strebt. Bohl geweiht, daß sie zum Simmel weise werde, und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich, dir zum Preis. Mel. Wer nur ten lieben Gott er Wollust 433) D'Reiz zu wis derstreben, laß, Höchster, meine Weisheit feyn! Sie it ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Vein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir; o schaff in reines Herz in mir! 2 Die Wolluft fürzet unfre Tage, fie raubt dem Körper feine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plagen sind Früchte die fer Leidenschaft. Der haßt sich selbst, der Wollust liebt und sich in ihre Feffein giebt. 3. Sie raubt dem Herzen Muth und Stärke; schwächt den Berstand, der Seele licht; erstickt den Eifer edler Werke, den Ernst, die Luft zu jeder Pflicht; führt Reue und Gewissensschmerz in das ihr hingegebene Herz 4. Der Mensch sinkt unter ihrer Bürde noch tiefer, als um Thier herab; er schändet und entehrt die Würde, die ihm fein weiser Schöpfer gab; vergißt den Zwec, 5. So schimpflich sind der Wolluft Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Spott; sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, geliebt. 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel erben, wer sich unreiner Lüfte freut. Ach laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu seyn, mich stets bemühn! 7. Gib, daß ich allen bös. sen Lüften mit Muth und Nachbruck widersteh', und frets, dawider mich zu rüsten, auf dich, Allgegenwärt'ger, seh'! Wer dich, o Gott, vor Augen bat, flieht auch verborgne Missethat. 1 In eigner Melobie. 433( 6) ei, aller Se Wollust Reiz zu wehren, o Mensch, ein Freund der Rüchternheit! Laß Speis' und Trank dich nie beschweren und steure deiner Sinnlichkeit! Sei deiner Schwachheit dir bewußt, und meid' oft selbst erlaubte Luft! 2. Um rohe Triebe zur verhüten, sei schamhaft ge93 gen Pflichten gegen uns ſelbst. 338 gen deinen Leib; laß nicht That dein Auge dir gebieten; flieb' eitlen Scherz und Zeitvertreib! Des frechen Wißlings freier Scherz ernie drigt und verdirbt das Herz. ¹.3. Entzieh' der Wollust ihre Kräfte durch Fleiß und edle Thätigkeit! Der Keuschheit Schußwehr sind Geschäfte; die Trägheit nährt die Sinnlichkeit. Bei Spielsucht und bei Müßig gang besiegt uns jeder böse Hang 4 Willst du den Trieb der Wollust dämpfen, eh er die Freiheit dir verwehrt, mußt du ihn ungesäumt bekämpfen, sobald er sich in dir empört! Haft du ihn nicht schon früh erstickt, leicht wird er dann nicht unterdrückt. 5. Oft täuschen dich bes Lasters Triebe, und du er. blickft nicht die Gefahr; oft wird zu unerlaubter Liebe, was Anfangs nichts, als Freundschaft war; ein langer Umgang macht dich dreift, und du vergißt, was Unschuld beißt. 6. Dein fühlend Herz wird sichs verzeihen, daß es des Lafters Triebe nährt; es wird nur ihren Ausbruch scheuen, weil dieser vor der Welt' entehrt; wird kleine Febler übersehn, und so zu größern übergebn. 7., 3fts Sünde nur, die vollbringen? 3ft, der's nicht thut, schon tu gendhaft? Nein, auch den Trieb soll ich bezwingen, ' den Hang und Wunsch der Leidenschaft! Nicht unser Wandel nur soll rein, auc unsre Seele soll es seyn. 8. Die Lüfte find es, die uns schänden, und sie vers leßen unsre Pflicht, auch ohne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der Keusch heit nicht, ſo lange nicht dein guter Geist der Büfte Herrschaft dich entreißt. 9. Denk oft den mächtigen Gedanken: die Unschuld ist der Seele Glück, und werfe, fängst du an zu wanken, auf Gott und Zukunft deinen Blick! Dir gibt dein ganzer Lebenslauf sie nicht zurüd, gibst du sie auf. 10. Drum fliehe vor der Wollust Pfade, und lockt dich schmeichelnd ihre Bahn, so rufe brünftig Gott um Gnade und Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Fall; du fällst gewit mehr, als Einmal. -Mel. Werde munter, mein 433 tandhaft fei, o Gott, mein Wille, züchtig stets und kensch zu seyn; in der Unschuld beitern Stille deiner Gnade mich zu freun! keine Freude dieser Welt, wenn Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 339 wenn sie noch so sehr ge Heil und Segen; himmlifällt; laß mich wider mein sche Zufriedenheit leitet auf Gewissen, wünschen, suchen der Unschuld Wegen mich zu and genießen! größrer Seligkeit. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell und fie können feft vertrauen, Gottes Antlitz einst zu schauen. 2. Weiß ich doch, daß deine Güte, die so reich und freundlich ist, niemals etwas uns verbiete, was das Leben und verfüßt. Uns zum Befen nur gebeut dein Gefeß Entbaltsamkeit, Ordnung im Genuffe, Mäigung im Ueberflusſe. 3. Unfre- Kindheit, unsre Jugend, unser Alter, darf ich freun. Auch die Freude, Gott, ift Tugend, aber heiig muß fie feyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Befühl und Kraft zerstört; wilde Lüfte soll ich scheuen, und die Seele nie entweiben. 4. Nur in einem reinen Serzen, nur in einer feuhea Bruft toben nie der Reue Schmerzen, wohnet Rub und wahre Luft. Un beherrschte Sinnlichkeit tödet die Zufriedenheit; fie bergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. 5. O so will ich ernstlich reben, reinen Serzens fets seyn; keusch und züchtig, sill ich leben, jeden Reiz er Lüfte scheun. Keine cung täusche mich, und mein Herz ergebe ich keiner dändlichen Begierde! Reitigkeit fei meine Zierde! 6. Dann umgibt mich Zucht und 434 Was zeitlich LeMel. In allen meinen Thaten mein ben, das du mir, Gott, gegeben! Ein unschäßbares Gut. Du gabft mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden; worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat gestreuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aernte seyn. Je länger ich bier lebe, und gut zu han deln firebe, je größer wird mein Glück dort seyn. 3. Sollt' ich dies Glück mir rauben? Herr, laß mir im Glauben der künft'gen Aerntezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mirs dein heilig Wort gebeut! 4. Mir selbst es zu verfürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich ins Leben, dir soll ichs wieder geben, wenn du gebeutst, doch früher nicht. 5. Was leicht in Krankheit stürzet, das Leben leicht 2 vera 340 Pflichten gegen uns selbst. verkürzet, laß mich mit Freuden für einen jeden Sorgfalt fliehen; doch auch Sinn, o Gott! Wie groß, nicht ängstlich zagen, es für zum Wechsel im Genuß, ist die Pflicht zu wagen; auch deiner Gaben Ueberfluß! dazu hast du mirs verliehn. 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben deiner Güte seyn, und nichts von meinem Ueberfluße durch niedre Schwelgerei entweihn. Denn schon des Dankes Pflicht gebeut mir Mäßi gung und Nüchternheit. 5. Mit Speis' und Trank den Leib beschweren, ist schimpflich, ziemet Chriften nicht. Gott gibt fie uns, daß fie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht, und schwächt, als robe Sinnlichkeit? 6. In deine Vaterbände befehl' ich, Herr, mein Ende, und meiner Tage Lauf. Es fei mein ganzes Leben dir, hier zum Dienst ergeben; bilf du nur selbst der Schwachheit auf! 7. Was nüßt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wabrer Tugend strebt? Wer Gott und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. Mel. Wer nur den lieben Gett 435 Wie mannigfal tig find die Gaben, womit uns deine Güte nährt, die uns zu stärken, und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweift, wie freundlich, Gott, du bist! 2. Du fegneft Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine väterliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, fich sättige und dankbar sei. 3. Du läsfest uns nicht Mangel leiben; bu gibst uns unser täglich Brob; du gibst noch meht, bu gibst uns auch 6. Unmäßigkeit lähmt alle Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Zank und Streit; macht treulos im Berufsges schäfte, raubt des Gewiffens Seligkeit: setzt zu den Thies ren uns herab, und stürzet vor der Zeit ins Grab. 7. Ach, mancher starb schon längst und modert durch Trunk zu früh ins Grab gestreckt, von Gott zur Rechenschaft gefordert, mit Schmach im Grabe noch bedeckt. Gott, laß mich ja dies after scheun, enthalts sam, mäßig, nüchtern feyn! 8. So oft ich Speif' und Trank genieße, so laß es mit Bernunft geschehn, und, daß ich Arbeitsamkeit und Berufstreue. 341 ich beides mir verfüße, mit jenes Leben sein, wo wir Dank auf dich, den Geber, febn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquickung gibst! nach treuem Fleiß zu deiner Ruhe gehn. 4373 bas Leben vom Mel. In allen meinen Thaten um Fleiße ward Arbeitsamkeit und Berufstreue. Schöpfer uns gegeben, und Mel. O Gott bu frommer Gott Fruchtbarkeit dem Regen, nicht zu träger Ruh'. Wie so folgt dem Fleiße Segen; er ftrömt uns Glück und Freuden zu. 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Geschäfte, gibt uns ein frößlich Herz; er schafft uns füßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer und lindert oft den herbften Schmerz was 3. Er hilft den Hang besiegen zu fündlichem Vergnügen. Was mehr, fets erfreut: der Unsern Boblfahrt schüßen, der Welt und Nachwelt nüßen, das ist das Glück der Thätigkeit. 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden: du gabft der Kraft uns viel! Dich, unfern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, fei immer unser schönstes Ziel! 5. Wenn Andere troftlos klagen, dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereun. Wenn Träge trauern müssen; dann spricht p 3 URS 436 Dubaft uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ift o Heiligfter, der Müßiggang verbaßt: für uns des Unheils Quell, für andere der Last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich bequemen, und Bürden des Berufs entschlosen auf mic nebmen! Wenn auch mein Angeficht der Arbeit Schweiß beneßt: woblauf! du bat mich selbst in den Beruf gefeßt. 3. Bewahre nur mein Herz von eitlen Nahrungsforgen. Gib mir mein täglich Brod, und sorge du für morgen. Ich will an mei nem Theil das Meine fleißig thun, und dann mit Zuver sicht in deiner Fügung rubn! 4. Auch fördre, großer Gott, die Werte meiner Hände, den Anfang segne du, beglücke du das Ende! laß mich bei jeder Last auf 342 uns das Gewissen getroflen Muth und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel eble Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichen Früchten stehn, wenn Tausende fich freuen und heißen trachten Müßiggang und 5. Dank uns weihen: wie ist dann unser Sohn so schön! Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich foll, gestärkt durch und mit Mel. Es ist das Heil uns gott der 438 Gas Bermögen Frenden, daß ich in meinem Stande treu, und meinen Brüdern nüßlich fei, und dir zu Ehren lebe! 6. Sei überall, mein Gott, mit mir! Die Werke meiner Hände befehl ich, Allerhöchster, dir; hilf, daß ich fie vollende zu deines gro ßen Namens Preis, und das die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! Pflichten gegen uns selbst. Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit fegne mich, daß ich nie Wege gebe, die mir dein beilig Wort verbeut! Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem schafft, das Gute zu vollbringen; er gibt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt fie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Gegen bleiben. 2. Wer sichs zur ersten Sorge macht, vor ihm gerecht zu werden, und erst nach seinem Reiche tract't, dem gibt er auch auf Erden vom Irdischen mit milder 439( a) Hand so viel, beim Fleiß in seinem Stand, als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und keine Mißgunst schade. Mit seinem Schuß bedeckt er fie, und segnet bei des Lebens Müh' ibr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner dnyt Mel. Schon ist der Tag von Gott Our Arbeit, nicht zum Müßiggang, sind wir, Herr, auf Erden; drum laß auch mich mein Lebentang durch Arbeit nüßlich werden! Gib mir Verstand und Luft und Kraft, geschickt, tren und gewissenhaft mein Wert hier zu verrichten. 2. Hast du ein Umt, so warte fein; das ift, o Gott, dein Wille. O flöße felbst den Trieb mir ein, daß ic ihn treu erfülle; hilf, das ich Arbeitsamkeit und Berufstreue. 343 ich stets an Willigkeit, an ich thu, mein Seil, bein Einsicht und an Tüchtigkeit Wohlgefallen, so werd ich zu meinem Amte wachse. mit Gewissensrub' auf eb nem Wege wallen! Denn wer bir, Heiliger, mißfällt, was nüßet dem die ganze Welt mit allen ihren Schägen? 3. Laß auch vor träger Beichlichkeit mich fiets mein Herz bewahren! Laß mich, wenn es die Pflicht gebeut, nie meine Kräfte sparen! Wann sie ermatten nur, will ich durch reine ftille Freuden mich zu neuer Arbeit stärken. 8. Laß mir den zeitlichen Beruf, dazu mich, Herr, auf Erden dein weifes Allmachtswort ericbuf, doch eine Leiter werden, worauf ich einft in fener Welt, die höheren Beruf enthält, zu höhern Würden steige! 4 Gib Weisheit, Herr, und laß mich nicht die Zeit mit Nebendingen und mit Verfäumniß meiner Pflicht verschwenderisch verbringen! Das müsse mein Vergnügen seyn, mich den Geschäften ganz zu weihn, die du mir auferleget! 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Höchsler, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freuden zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterfeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehrfucht nie befrict. Gewissenhaft zu bandeln; mein Leben deinem Dienft zu weihn; fo nüßlich, als ich kann, zu seyn; das sei mir Ehr und Reichthum! 7. Mir sei bei allem, was Mel. Allein Gott in der Höhy 439( 6) ns ftrömt Un aus deiner Segenshand, Herr, täglich Heil entgegen. Durch dich erhebt fich Meer und Land zur Fruchtbarkeit, zum Segen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gebeibn auf jede Kreatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir kommt Weisheit und Verstand; du macht die Reichen blühen; du führeft Weise in das Land, und segneft ihr Bemühen; du gibst dem Geifte Thätigkeit; du bist's, der jedem Kraft verleibt, den Nächsten zu beglücken. 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Hüter deiner Erde von weit entlegenen Völkern her, P4 ba -344 Pflichten gegen uns selbst. damit gefegnet werde mit Würdigung und weiser allen Gütern deiner Hand Gebrauch der irdischen Güter. fernste Volk, das das fernste Land und deine Liebe Preise. Du zeigeft ihren Wir- 440 gewinnen Mel. Es ist das Heil uns err, laß mich kungskreis den Bürgern dieser Erde, daß jeglicher durch seinen Fleiß dem Andern nüßlich werde. Daß jeder, den dein Wink er schuf, froh sei im eigenen Beruf, ist dein allweiser Wille! 5. Gib uns, o Vater, Redlichkeit in des Berufs Geschäften! Lehr weis' uns brauchen unfre Zeit, nach unsern besten Kräften! Hilf nüßlich werden jedermann, wenn Rath und That ihm. helfen kann zu seinem beffern Glücke! 6. Wie du für Alle Vater bift, für Böse und Gerechte, so set, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Troft begehrt, find' er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen Segen; du rufft: zum Segnen feid bereit; geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein jeder, der fich Christ nach Jesu Christo nennet! haft mein zeitlich Gut verwalten! Gib felbft mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so bauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir, es ist dein milder Segen. Nicht zum Verderben gabst du mir mein zeitliches Vermögen; du gabft es mir zum wahren Wohl. So hilf denn, daß ichs, wie ichs foll, nach deiner Vorschrift brauche! 17 3. Was ist das mir ge schenkte Gut? Vergäng lich, wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Uebermuth dadurch verleitet werde! Nie reiß ein irdischer Ge winn mein Herz so weit zum Eitten hin, daß ich mein Heil vergeffe! 4. Was hülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt' mich zeitlich Gut und Geld, sorg los hintan zu setzen, was meiner Seele Heil begehrt, und mir ein ewig Glück ge währt? Wie strafbar würd ich handeln? 5. Mein Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 345 5. Mein erstes Trachten daß sie mein Abgott wersei allbier nach deines Gei- den! Oft fehlt beim Üeberftes Gaben! Wie reich bin fluß doch die Zufriedenheit, ich, o Gott, in dir, wenn und was ist ohne fie des ich nur dich kann haben! Lebens Herrlichkeit? hab' ich nur, Höchfter, deine Huld, bin ich voll Glauben und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stillen? Es steht ja fein Besitz nicht ftets in unserm Willen; nicht fiets wirds dem zu Theil, der ängstlich darnach ringt: und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglücken, darf nicht vergänglich seyn, muß für den Geist fich schicken. Der Thor hat Geld und Gut; er hats und wünscht noch mehr: er darbt in seinem Glück, sein Herz bleibt freudenleer. 6. Den Geiz laß ferne von, mir seyn, die Wurzel alles Bösen! Von Unruß und Gewissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schützt er keinen Sünder. 7. Lebr du mich weise Sparsamkeit, um das nicht verschwenden, das du mir gabst; nein, in der Zeit es nüßlich anzuwenden! Gib mir die Klugheit, daß ich hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müs' erleichtre! 8. Es kommt ein Tag der Rechenschaft! das laß mich fiets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Srd'schen lenken: daß selbst von Gütern die fer Zeit ich einft noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärndte! Mel. O Gott du frommer Gott 441 nicht, o Gott, den Schäßen dieser Erden meine Neigung weihn, 4. Gott, so wehre doch der Habsucht niedern Trieben, und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. 5. Ein weifes frommes Herz, das sei mein Schaß auf Erden! Sonst Alles, nur nicht dies, kann mir entriffen werden. Dies bleibt im Tod auch mein; dies folgt mir aus der Gewinn, bis in die Ewigkeit. 6 Was find, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Ver95 gnü 346 Pflichten gegen uns selbst. als ein Kaiserthum vermag. 5. Ein Geizhals geben gnügen? Nur füße Träume Gott gibt jeden Tag mehr finds, die unsern Geift be: trügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Gei ftes Kraft zu ew'gen Gütern hin! zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht flebt. So fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reichste bin. Mel. Wer nur den lieben Gott ch bin der reich442 e Menich auf Erden; drum hab ich viel! Ein Ander mache fich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht fucht, als Gott beschert, dem ift der größte Schatz gewährt. 2. Der Reichthum liegt in den Gemüthern: wer sich begnügt, if nimmer leer. Biel bleiben arm bei großen Gütern; denn sie verlangen immer mehr: und wer sich felber nicht befißt, hat einen Schatz, der Niemand nüßt. 3. Ein Geizhals hat bei feinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er hats, und darf sich doch nichts nebmen, weil er sich's immer felbft verbeut: mehr als, sich selbst liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 4. Wie ungetrübt verfließt dagegen mein Leben, bei Genügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur Einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit, und denke: 4432 ruft der Mel. Kommt ber zu mir spricht sich mit Tugend weibt, ist auch ein Freund der Sparsamkeit: er scheut sich, zu verschwenden. Du, Vater, du beglückteft ihn, nun forgt er. was du ihm verliehn, frets weislich anzuwenden. 2. Dies Gut ist nicht sein Eigentbum: er foll es nur zu deinem Rubin mit Redlichkeit verwalten. Er weiß es, und voll Dankbarkeit forgt, strebt er, wie dein Wort gebeut, damit woll hauszubalten. 3. Er schwelget nie beim Ueberflus! ist immer mäßig im Genuß erlaubter Sin nenfreuden. Er thut, was Wohlstand ihm gebeut; doch trügend Spiel und llep pięket heißt ihn die Klugbeit meiden. 4. Er suchet, was fein Fleiß gewinnt. und was oft leicht und schnell zerrinnt, mit Sorgfalt zu bewahren; er Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 347 er weiß, der Wechfellauf der Zeit bringt Mangel oft und Dürftigkeit und mancherlei Gefahren. 5. Doch nie verlegt er feine Pflicht. Aus Geiz und Habsucht spart er nicht; er spart mit mildem Herzen. Wie rührt ihn seiner Brüder Noth! Er theilt mit Hungrigen fein Brod; er lindert Gram und Schmerzen. 6. Er bilft im Stillen, wo er kann; was er durch Sparsamkeit gewann, wird au der Menschheit Segen. Spm Atrömet Dank und Freude zu, und frob fann er sich einkt zur Rub des Grabes niederlegen. 7. Sollt' ich, Gott nicht fparfam sepn, nicht weislich die Verschwendung scheun, den Mißbrauch dei ner Gaben? Ja, heilig sei mir diese Pflicht! 3 fann 3 bir dann Zuversicht auch felbst in Mangel haben. Mel. Wann mich bie Sanden 443( b) Qas, Herr, nach citlen Ebren mich niemals geizig feyn! Laß deinen Geist mich leß. ten, der Ebre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, befteht, und mit mir von ber Erde zum Himmel übergebt! 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehens vor der Welt! Nur das set, Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade, verbirgt mir, wer ich bin! 3. Nicht im Befiß von Schäßen und Gütern dieser Zeit laß meinen Ruhm mich feßen; fie find doch Ettels feit; fie find doch nur des Thoren Glück; verlaffen uns im Tode, und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äufire Würde verblenden meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürce den Geift zur Erde þin! Berdienst und Tugend sei allein der Rubm, nach dem ich ringe, nur er bleibt ewig mein! 5. Dich kennen; meine Pflichten mit Fleiß und Redlichkeit, mit Muth und Treu' verrichten, wie Herr, dein Wort gebeut, und überall mein briftenthum nach Jefu Beispiel üben, das set mir wabrer Ruhm! 6. Es fet, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergeffen werde; es bletbt doch stille Saat, die auffeimt für die Ewigkeit; und o dein Beifall lobe net mich mit Zufriedenheit. 7. Wenn einft die ernste Waage du ,, Weltenrichter, nimmst, und am Vergeltungstage der Thaten Werth bestimmst; dann müsse meis 6 nem Pflichten gegen uns selbst. 348 nem ew'gen Geift des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Mel. Auf Christenmensch Pohl dem, der 444 23% beßre Schäße liebt, als Schäße dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, daß er lebt, sich über diese Welt erhebt! 2. Wahr ist es, Goit verwehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nützen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und unsers Fleißes Antrieb feyn. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Gottes Reiche trachten; int diefes eines Men´chen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf? 4. Der Geiz erniedrigt unser Herz, erstickt die edlern Triebe. Die Liebe für ein schimmernd. Erz verdrängt der Tugend Liebe, und machet der Vernunft zum Spott, ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an fich reist, läßt dich kein Gut genießen; er quält burch Habsucht deinen Geift, und tödtet bein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehen. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken; und in des Unglücks Gegenwart den Ruf zur Hülf entdecken? Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Griz entehrt und bricht? 8. Du bist ein Vater; und aus Geiz entziehst du dich den Kindern, und läßfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habft fie wohl bedacht, wenn du fie reich, wie dich gemacht. die 9. Du haft ein richterli ches Amt; und da wirk dich erfrechen, die Sache, das Recht verdammt, aus Habfucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größ ter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geift, die Wahrheit frei zu lebren; du schweight, wann fie dich reden beißt, ehrft, wo du nicht sollst ehren, und wirkt um Weiser Gebrauch der Lebenszeit. um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pest der Welt. 11. Erhalte mich, o Gott, dabei, daß ich mir gnügen laffe; Geiz ewig als Abgöt terei von mir entfern' und haffe. Ein weises Herz und guten Math fei meines Lebens- größtes Gut. 5. Der Frente soll ich oft nicht achten, so sehr fie auch die Sinne reizt; nach Wollust; Ehr und Gold nicht trachten, wornach der Mensch so lüstern geizt; nie 445 war es voll scheuen, was die Pflicht geWeiser Gebrauch der Lebenszeit. Mel. Wer nur den lieben Gott u gabst mir, 349 Gefühl und auch dadurch der Freuden viel! 4. Doch einst muß ich dies Leben schließen, weil dies mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß', ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüfté fliehn, wann sie mich zu der Erde ziehn. fes Leben nicht für den Augenblick der Zeit: du haft es mir, mein Gott, gegeben zur Ausfaat für die Ewigteit. Hier ist der Vorbereitungsort: Bestrafung und Belohnung dort.dupla 2. Du schenkteft mir Verstand und Willen; die Babrbeit zu erkennen, Licht; Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen, und lehrteft selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl, und Freiheit, was ich wählen will. 3. Du goffeft zwar auf diefer Erde viel Ammuth, Pracht und Schönheit aus und schmückteft durch dein mächt'ges Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabft mir der Sinne fein Bitterfeit. 6. Dein Unterricht fei nicht vergebens! Gib ,, Vater, daß ich ihm getreu und beim Genusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig fei! Vollkommne Freude wohnt nicht hier, wohnt nur im Himmel, Gott, bei dir. 7. Wohl mir, wenn ich es muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und Diese kurze Uebungstage Gott und der Tugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum befren Leben führt! 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Luft des Fleisches und der Welt, und jede Lockung überwinde, die meinem Herzen Neße stellt, wenn ich, o fe= 7 350 Pflichten gegen uns selbst. feliger Gewinn! als Sieger thun, was dir der Herr gebort gekrönet bin! E beut. Er ruft dir menschen, freundlich zu: fieb, Eins ift Noth! Was säumest du? 9. O gib mir deines Geiftes Stärke, der du im Schwachen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu finnlich int! Das Eitle lehre mich verschmähn, und auf das Ewige nur sehn! 4. Drum eil' und rette deine Seele, und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle der Menschentage fleine Zahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär' auch dein Ende noch so fern! 10. Eaß mich oft in gefumden Tagen im Geift zu meinem Grabe gehn, und da bet Freuden und bei Plagen auf dich, und jenes Leben fehn; damit ich, meiner Pflicht getreu, der höhern Freuden würdig ſei! 5. Mit jedem neugeschenkten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht! Sprich: eir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. Mel. Wer nur ben lieben Bett 446& seilt der lepie von den Tagen, vie du hier lebest, Mensch, herbet; erkauf die Zeit, und statt zu klagen, sie sei zu kurz, gebrauch sie treu! Nimm mit erkenntlichem Gemüth der nahen Stunde wabr: fie flieht! 6 Erleucht und stärke meine Seele, weil obne dich ich nichts vermag. Du schenkt, daß ich mein Heil erwähle, so buldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die deine Güte mir gewährt! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Got tes Reiche bier gestrebt, in, Gott- gefälligen Geschäften die Pilgertage durchgelebt, und einst im Glauben sagen kann: du nimmst mich, Herr, zu Ehren an! 8. Mein sprachlos Flebn 3. Ein ewig lück einft zu an meinem Ende hörst du befißen, sollt du bes kurzen dann, Herzenständiger; in Lebens Zeit als deine Saat- deine trene Vaterhände zeit, weislich nüßen, und befehl ich meinen Geift, o Serr! 2. Getäuscht von eitlen Kleinigkeiten, verlierst du reines Lebens Zwed, ver schiebst dein Heil auf ferne Zeiten, und wirfft so sicher Jahre weg. Bist du, zu küßner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 351 Serr! Er schwingt sich nicht deine Pflicht erfüllst; über Grab und Welt zu dir, wann feine Hütte fällt. du haft den, Tag nicht überflüßig, den du so frech verschwenden willst. Wiff', ein Verluft, der ewig reut, ift der Verlust der edlen Zeit. 6. Gib dir von einem jeden Tage, den dir Gott ſchenfet, Rechenschaft; durchdenk ihn, leg' ihn auf die Waage: vollbrachteft du ibn tugendpaft? Hast du nach Möglichkeit gethan, was Gott von bir einst fordern kann? Rel. Wer nur den lieben Gett no 447 Wo eilt ihr bin Lebensfunden? Zeit, edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie mancher Tag ist schon verschwunden, feit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 2. Ermuntre dich aus deinem Schlummer! Auf, auf, mein Geist, ermunire dich! Dies sei dein Gram, dies i dein Kummer, baß man der Tag umsonst verstrich! Den ungemüßten Augenblick bringt keine Reue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet frine Jahre, eb' er des Lebens Werth versteht; er nabet früher fich der Babre, als er den Weg der Tugend Zeiten, mein Geift, und gebt. Was ist das Men- fammle Weisheit ein um, schenleben werth, das un, frei vom Dienst der Eitelgenügt vorüber fährt? 4. Mensch, sei ein Mensch! fang an zu leben, um nüßlich für die Welt zu seyn! Fang'an, dem uten nachauftreben, bring das Verfäumte dorpelt ein, daß, wenn man deinen Leib begräbt, rein Werk und dein Gedächtniß lebt! 5. Si nicht den klein fen Zeitpunkt müßig, da du 7. Herr meines Lebens, sei ooch tünftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, fo leb als Chrift ich tugendbaft; so dank ich dir in Ewigkeit für mir hier verliehne Zeit. die Mel. Wer nur den lieben Gott lick bin in die, 448 Blid vergangenen keiten, der Tugend dich allein zu weih'n. Nur fie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück: Zufriedenheit. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch bank ihm auch für jedes Leiden, das er dir liebreich zugeschickt. Denn Alles, was er an dir tbut, ist weise stets, ist ewig gut. 3. Vers 352 Pflichten gegen uns selbst. 3. Vergiß nicht, wie er Genügsamkeit un dich beschüßte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir Zufriedenheit. schenkte, was dir wahrhaft nüßte, oft eh ihn noch dein Fleben bat; und wie er oft dir als dein Wunsch von ihm begehrt. 4. Denk an die hingefloßnen Stunden, die der Allliebende dir gab. Sind sie in seinem Dienst verschwunden, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die bier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewigkeit. 5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Fehler vor'ger Zeit zurück, und Iern' aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein Glück; so werden Fehler, die dich reun, selbst Mittel dir zur Weisheit seyn. 6. Ermanne bich, dies kurze Leben dem weisesten Gebrauch zu weih'n; es ward vom Schöpfer dir gegeben, bier guten Samen auszuftreun, der, reifend für die Ewigkeit, am Tag der Nernte dich erfreut. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Nuh' in das Vergangne bin, und freueft dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die bort den umgibt, der hier fich treu im Guten übt. Mel. Wie groß ist des Allmächt 449 u lagt un fühlest bi Beschwerden des Stands in dem du dürftig lebst, du strebest glücklicher zu werden, und siehst, daß du vergebens strebt. Ja, klage Gott erlaubt die Zähren, doch denk im Klagen aud zurück: ist denn das Glück, was wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glüd? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Menschen die Zufrieden heit; die, wahre Ruhe der Gemüther ist Tugend und Genügſamkeit. Genieße was dir Boit beschieden, entbehre gern was du nicht baft. Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder hat auch seine Last. 3. Gott ist der Herr, und feinen vertheilt er stets mit weiser Hand; nicht so, wie wirs zu wünschen pflegen, doch so, wie ers uns heilsam fand. Willk du zu denken dich erkühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wit verdienen, und niemals, was uns schädlich ist. 4. Verzehre nicht des le bens Kräfte in träger Unzus frica Genügsamkeit und Zufriedenheit. 353 du? Wenn er dich nährt, regiert und schüßet; was fehlet dann noch deiner Rub? 4. Du prangest nicht in hohen nicht der Großen Glück Würden; beneide Sie seufzen unter schweren Bürden, und oft stürzt fie ein Augenblick. Dir ward tein lleberfluß gewähret! wünsch ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum frohen Leben, was ich bedarf, und mehr verliehn, laß eifrig sich mein Herz bestreben, die Unzufriedenbeit zu fliehn. In Demuth Gott, deiner Güte sich zu laß mein Herz fich üben, freun; dich ehren, dir vertraun, dich lieben, müff' ewig meine Wonne seyn. friedenheit; beforge deines Stands Geschäfte und nüße deine Lebenszeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung fehn, dies ist der Weg zu Ruh' und Leben. Herr, lepre diesen Weg mich gehn! In voriger Melodie. 450 Entebre nicht, mein Herz, mit Klagen den Gott, der dich zum Glück erschuf! Des Lebens Mühe zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beraf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die keine Klugbeit hindern Fann; staff nur, daß sie dir beilsam werden, und bete Gottes Willen an. 2. Gott felbst hat dir dein Loos beschieden; nimm's dankbar aus der Vorsicht Sand! Erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit diesem 2008 verband! Sie gibt dir Munterfeit und Kräfte, und nährt brt und stärkt fie väterlich. Sie brauchen, das ist dein Geschäfte und ihr Gebrauch if Glück für dich. 3. Hat andern deines Vaers Segen mehr Güter anertraut, als dir: darf dies obl deinen Neid erregen? Denk, wer ist Gott? und er sind wir? Weiß er nicht esſer, was dir nüßet, und inen Nächsten frommt, als Mel. Wer nur den lieben Gott 451 bin in meinem ch mit den, was er zu meinem Gott zufrieden Theil an Glück und Unglück mir beschieden: sein weifer Rath sucht stets mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Er weiß allein, wodurch auf Erden fein großer Name für und für muß herrlich und gepriesen werden. Ers Pflichten gegen uns selbst. 354 Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie ers mit mir fügt. 3. Muß mir die Freudens sonne scheinen, so dank ich fröhlich seiner. Huld; muß aber ich in Trübsal weinen; so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was feine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. terband; nicht, wie wir's zu wünschen pflegen; nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zuge messen. 5. Ringet um der Tugend Willen, Brüder, nach Zufrie denheit! Schwere Pflichten zu erfüllen, hilft nur Geißles. heiterkeit. Gram, im Her zen tief verschloffen, macht zu jeder Pflicht verdrossen. 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, ftill und findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung rubn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! 452 Mel. Herr ich habe mißgehandelt cheint mir freudenleer das Leben, freudenleer mein Stand, mein Lops; ist mein böchster Wunsch, mein Streben, reich zu seyn, geehrt und groß: dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg' und Plage. 2. Lernt ich mäßiger begebren, mäßiger im Wünschen seyn, jeßt genießen, dann o wie glücklich würd ich feyn! 453 night Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus, meinem Herzen. 3. Hober Stand und große Güter schaffen nicht Zufriedenheit: wahre Ruhe der Gemüther wohnt nur bei Genügsamkeit, die mit Weisheit sich verbindet, und ihr Glück auf Tugend grünbet. 4. Gott vertheilet seinen Segen stets mit weifer VaStreben nach Herzens und Gewissensruhe. In eigner Melobie.. Höh'n, in den Atillsten Gründen bist, süßer Friede, du zu finden, der Paradiefespal men trägt! Dein Reich if nicht der Welt Getümmel; du herrscheft fegnend in dem Himmel und in der Brust, die für ihn schlägt. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen schwere Seiden; du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bift b nicht ein Chrift? Hier wei len Streben nach Herzens- und Gewissensruhe. 355 en Kampf und Streit und Mühen; willst du ins Land es Friedens ziehen, so ler me wo der Himmel ist. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schweiget und Gottes Geist in meinem Geifte zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Nuh', den Trost in meinem Leben, sollt ich für Luft, für Luft der Sinne geben? Dies laffe Gottes Geift nicht zu! 3. Nicht Alle, die zu Chrius sich bekennen, nicht Alle, ie ihn Herr, Herr! nennen, ind würdig, auserwählt zu eyn. Drum suchen viele alsch binieren, in Gold und hre ihren Frieden, und geen nicht zum Himmel ein 4. Es ist und bleibt, wies mmer ist gewesen. Wer mag von Difteln Feigen les en; und bringt der Dorn auch füßen Wein? Die Belt kann dir mit nichten geben, was sie nicht hat. Das rechte Leben büllt still a frommer Bruft sich ein. 5. In Gottes Gnade suche deinen Frieden. Wirst du Das Göttliche behüten! dann af du, was dich still erhält. a toben Schrecken und Geabren; du kannst nur Himmſhes bewahren! Das Anre aber, das zerfällt. 5. Mag auch die Pflicht. mich selber zu besiegen, die schwerste seyn! Sie ift's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit sagen können: ich fühlt' in mir des Bösen Luft entbrennen, doch, Dank sei Gott: ich schüßte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks erböhen? Ein rubig Herz verfüßt im Wohlergehn mir jeden frohen Augenblick. 8. Was kann im Schmerz den Schmerz der Leiden stilIcn; im schwersten Kreuz mit Freuden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufriedIn eigner Melvbie. 154 Befiß ich nur ein nes Herz. ruhiges Ge- 9. Was gibt mir Muth, iffen: so ist für mich, wenn die Güter zu verachten, wo dre zagen müssen, nichts nach so ängstlich niedre SeeSchreckliches in der Natur. Ien trachten? Ein ruhig 2. Dies sei mein Theil! Herz, dies größte Gut. Dies foll mir niemand rau. Ein reines Herz von gefärbtem Glauben, der 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Ruhm! Denn Tiede Gottes nur is Heil. wer das Böse meitet, das 360 Pflichten gegen uns selbst. fer Dunkelheit dich ein hel- Nächte Grauen! Wann der les Licht erfreut! 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben litten. Sieh', fie ftebn vor Gottes Thron; ihre Krone ift erstritten. Du, auch du wirft Sieger seyn, und dich bald der Krone freun. zum Himmel zu erziehn. 4. Es ift Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude fchenket; es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer fränket. Gott ift Vater mild und gut: Lieb ist Alles, was er tbut. große Morgen tagt: wirft du die Gefilde schauen, die dem Sieger offen ftehn; dir die Krone winken sehn. 3. Beislich hat des Vaters Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich träget. Väterlich ist sein Bemühn, dich 461 W der Erde Lei Mel. Wer nur den lieben Gott' find den. Dies glaube fest und Am Ende murre nicht! folgen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Drum dulce Sonnenlicht. mit Gelaffenheit und Muth die Leiden dieser Zeit! 2. Durch Leiden will dich Gott bewähren! entwöhnen, von der Luft der Welt, zur Weisheit leiten und dich leh ren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt, du sollst mit kindlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaum. 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein fo leicht der Thorheit Bahn vermeiden? so gern der Sünde Lockung scheun? Wird nicht, wenn nie ein Schmerz dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 4. Was 5. Lerne denun Gelaffenbeit, Unterwerfung und Vertrauen! Einft am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh bernieder schauen auf den Weg, der durch die Nacht dich ins Land des Lichts gebracht 6. O dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier geflossen! Wie ein Strom von oben her, wird dann Troft ins Herz gegossen, und vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ew'ges Glück. 7. Drum sei, Dulder, unverzagt, barr' in deiner 8. Dort verschwindet als les Leid, wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heil'ge Land der Wonne. In die Heimath, gehst du ein, ewig selig da zu seyn. Geduld und Gelassenheit im Leiden. 361 4. Was predigt stärker Mel. In allen meinen Thaten dir die Lebre: Bergänglich 462 bin guter ch Stunden ist die der Welt! als wenn in Trübfal manche Zähre herab von deinem Auge fällt? Was lehrt dich mehr Abhängigkeit, mehr Demuth, Gottergebenheit? des Lebens Glück empfunden und Freuden ohne Zahl: so will ich denn gelassen mich auch in Leiden fassen; welch lebcu hat nicht seine Qual? 5. Wenn alle deine StüBen brechen, auf welche sich dein Arm gestüßt, wenn Krankheit, Gram und Schmerz dich schwächen, und Macht und Reichthum dich nicht schüßt: dann lernst du freudig Gott vertraun, und nur auf seine Hülfe baun. 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafft du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Web erdulden, das doch zur meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich ergeben nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertraun, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du- errettest gern. 6. Ja, der Allweise schickt dir Leiden, damit er dich zur Tugend führt; schafft dir durch sie selbst fünft'ge Freuden, indem er dein Gewiffen rührt. Verehre feine Weiss beit, Chrift, die strafend felbft noch Güte ist! 7. Gott will, wie gute Bäter handeln, durch weise Zucht dich auferziebn; gut follst du und unsträflich wandeln, die Welt und ihre Siste fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Leben r infterblichkeit. 8. So nimm in Démuth und Vertrauen den Kelch des leidens willig an, und walle ne Furcht und Grauen uch auf der allerraubften Babn! Ihr Ende wird dich inst erfreun, und Wonne, Rup' und Friede seyn. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sün den erkennen und bereun! Setzt hat mein Geist noch Kräfte: sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Troft und Leben seyn. 5. Wenn ich in Chrifto ' fterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade; du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zu ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird AL 362 Pflichten gegen den Nächsten. Alles lenken: und was mir Andacht des Gebets und gut ist, wird geschehn. stärket deinen Glauben. Weit minder kann Verfüh rung dann dir deine Krone rauben. 7. Zwar stört das Kreuz irt bas gr oft deine Rub'; mit bangen Thränen säest du und unter viel Beschwerden. Chrift, hoffe doch! es wird dir noch zur reichen Aernte werden. 8. Verschmerzt ift bald ein irdisch Leid; kurz ist der Augenblick der Zeit; doch ewig, ewig währet dort dein Ge nuß ohn' Ueberfluß, wie ihn der Geist begehret. 463 Cbrift fei J Mel. Allgegenwärtiger, ich gn Trübsal, unverzagt! Wann Schwermuth an dein Herz fich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Vater aller Güte. er 2. Kein Leiden kommt von ungefähr; dein Gott schickt dir es zu, und zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Gnad und Segen. 3. Der dich in Jefu berzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre Heil der Seele: weckt bich, daß nicht zu deiner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz beugt Stolz und Uebermuth; erflickt der Wollust wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; erweicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld; erhöht den Werth von Gottes Huld: stärkt mächtig dein Vertrauen; lebrt im Verluft dich nun mit Euft aufs Un sichtbare schauen. 6. Der Leiden Zucht er hebt bich stets zu größrer 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu; steht dir als Vater liebreich bei; sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Raft, daß deine Laft dich nie ganz nieders drücke. 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dies raube deinen Muth dir nicht! Gott fann sein Kind nicht haffen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht verlaffen. 11. Durch Trübfal find zu aller Zeit die Frommenin die Herrlichkeit, gleich Jefu, eingegangen. Denkst denn nur du, in träger Ruh' die Krone zu erlangen? 12. Demüthige DÍch, gleich als sie; gleich ihnen bet und zage nie; denn Gott erhört dein Flehn. Bald weicht dein Leid; zu feis Geduld und Gelassenheit im Leiden. 363 feiner Zeit wird dich dein sie uns, die Misfethat zu Gott erhöhen! baffen, züchtigen lassen. Mel. Herzliebster Jeju 464 Ein Herz, o Gott in Leid und Kreuz geduldig, das bin ich dir und meinem Heile schuldig. Laß mich die Pflicht, die wir so oft vergeffen, täglich ermesſen. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 3. Wie oft, o Gott, wann wir das Böse dulden, er bulden wir nur unsrer Thorbeit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient betommen, Trübsal der Frommen. 4. Jft Dürftigkeit, in der e Trägen klagen, find Haß und Pein, die Stolz und Belluft tragen, des Schwelgers Schmerz, des Neids permißte Freuden, des Chriften Leiden? 5. If deren Qual, die einen Rath oerachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die nun üßen ihrer Thorheit Freuen, chriftliches Leiden? 6. Doch felbft, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läst du den Weg zu unserm Seil uns finden, wenn wir 7. Streb ich nur nach dem Frieden int Gewiffen: wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. 8. Ich bin ein Gaft und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, dort soll ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Leiden? 9. Wenn ich nur nicht mein Elend selbft verschulde, wenn ich als Chrift gelassen leid' und dulde; so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. 10. 3ch bin ein Mensch, und Leiden müssen kränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denken, und ihm vertraun, dies stärket unfre Herzen mitten in Schmerzen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk auf! Wer spricht: bis hierher, zu dem Meere? If er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Vater? 12. Willst du so viel, als der Allweise, wissen? Jept weißt du nicht, warum du leiden müssen: allein du wirft, was feine Wege waren, nachmals erfahren. 13. Er züchtigt uns, das mit wir zu ihm nahen, die Hei= D2 364 Pflichten gegen uns selbst. Heiligung des Geiftes zu trauervollen Mitternächten entpfahn, und mit dem ist dir der Ewige nicht fern. Troft der Hülfe, die wir mit deinen Leiden, deinem merken, Andre zu stärken. Harm wirf seiner Huld dich in den Urm! 14. Das Kreuz des Herrn wirkt Wetsheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz flebt in der Noth noch feste. Hoffe das Beste. 5. O schwinge dich empor vom Staube, verfinstern deine Tage sich; zu ihm blid auf, und bet und glaube; verfagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die lingeduld das heil'ge DunMel. Wer nur den lieben Gott fel seiner Huld! 465 Groß ist der Herr, die Berge zittern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunklen Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 2. Vom Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu 7. Vertraue Gottes Bas der leßten Sonn' hinans, herrscht sein Gefeß; als Vater waltet er durch das große Weltenhaus. Der Leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 6. Gott fehlet nicht! D Seele, thue, was dir ge bührt, sei fromm und gut! Verfage dir nicht diefe Rube; aus ihr erwacht der hohe Muth, der, wenn das Unglück uns umstürmt, une rettet, tröstet, hebt und schirmt. er ten 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Vertraun zu ihm ist deine Pflicht. Er, der den Wurm im Lager bettet, Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel giebt und mehr verheißt, erhebe dankend ihn, mein Geift! is 4. Vergiß, dich nicht, mit thm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In terbänden, wenn frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. Mel. Wann mein Stündlein Mir trodnen un 466 Win ab: erhebet euch, Gefühle! Wir schauen vorwärts auf das Grab, und weiter hint zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod, wir wollen nicht verzagen! 2. Und Geduld und Gelassenheit im Leiden. 365 2. Und wären wir auch empor zum Ziele. Wir trodnoch so arm und bätten nichts als Sorgen, und Mängel, Blöße, Frost und Harm, und ach! kein Brod für morgen; zur Weisheit nen unfre Thränen ab, und schauen über Tod und Grab, und wollen nicht verzagen. Mel: Jesus meine Freude führt des Lebens Noth, und 467 Sbrift, aus beiz Glück und Fülle bringt der Tod; wir wollen nicht verzagen! nem Herzen banne Gram und Schmerzen! Faffe neuen Muth! Wenn schon Kreuz dich drücket: Gott ists, der es schicket, was er schickt, ist gut. Wenn dich Noth ringsum bedroht, Sorgen stets mit dir erwachen: doch wirds Gott wohl machen. 2. 3ft der Himmel trübe; wankt der Freunde Liebe; stehst du wie verwaist, schreckt mit jedem Tage eine neue Plage den bedrängten Geist; weicht das Glück auch stets zurückt; scheints dich nie mehr anzulachen: doch wirds Gott wohl machen. 3. Und wären wir auch noch so frank; zur Tugend führen Schmerzen. Für je des, Leiden Preis und Dank! Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschid ziebt Gott uns zu des Himmels Glück; wir wollen nicht verzagen! 4. Wir blicken auf so man des Grab geliebter Menschen nieder, und manche Thräne rollt herab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, fie sind im Vater land. Was hier zerstäubt, war nur Gewand. Wir wollen nicht verzagen. 5. Sie wandeln dort auf böhrer Bahn, sie blühn in neuer Jugend: wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie lauter ihre Tugend! Drückt uns auch mancher beiße Tag! sie gingen vor, wir kommen nach. Wir wollen nicht verzagen. 6. Das leid, das schmerzlich und zerreißt, veredelt die Gefüble, es stärkt und läu. tert unsern Geist, und führt 3. Bürden abzunehmen; dazu dient kein Grämen: Gram sei dir verhaßt! Ungeduld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erft zur Felsenlast. Zagend Herz, besieg den Schmerj! Drückt die Bürde gleich den Schwachen: doch wirds Gott wohl machen. 4. Du führst Chrifti Namen; treu ihm nachzuahmen, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und 3 der 366 Pflichten gegen uns selbst. der Himmel bricht! Der harre still; er gibt, wann steht fest, wer Gott nicht und wie er will. läßt. Laß rings um dich Wetter krachen: doch wirds Gott wohl machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Chrift zum Lohne seines Kampfs empfängt. Nur nicht selbst verschuldet, und dann froh erduldet, was dein Gott verhängt! Steh als Held vor aller Welt! Mag fie deiner Hoff nung lachen; doch wirds Gott wohl machen. 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu seyn.. Stets, im Tod und Leben, bleib ich ihm ergeben; ich bin sein, er mein. Was er will, fei flets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohl zu machen. In eigner Melobie. 468 Sout out' es gleich bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen: auch im Sturm und Finsterniß glaub ich doch; er hilft gewiß! 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frif; hilft er doch, wanns nöthig ift. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wornach ihre Kinder freben? Weis ist Gott, ich 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch naher Hülfe trösten: er ist ge: gen mich, sein Kind, mehr als väterlich gefinnt 5. Laß den Feind mir bange machen: Gott, mein Schuß, wird für mich wachen! Schwer sei meines Kreuzes Joch; Gott, mein Vater, lebet noch. 6. Fließt so manche ftille Thräne, wenn ich mich nach Ruhe fehne; jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd' ich gleich ver folgt vom Neide; leb' mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Läftrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 8 Will mich auch die Welt vertreiben, muß mit doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg, und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle laffen; Fürft und Better muß erklassen; Glück vers schimmert', und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur babe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab! 3n Geduld und Gelassenheit im Leiden. In eigner Melodie. 4692 Darum sollt' ich mich denn grämen? Hab ich doch Chrifum- noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sobn, beigelegt im Glauben? 367 fpotten, laß sie lachen! Gott, mein Heil, wird in Eil' fie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen foll ein Chrift, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt' er zu schmerzlich finden? Selbft den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 2. Nichts bracht' ich in dieses Leben, da es mir einst allhier ward von Gott gegeben. Nichts nehm ich mit von der Erde, wann ich fie, nach viel Müh, einst verlassen, werde. 8. Kann mich doch der Tod nicht tödten, nein, er reißt meinen Geift aus viel tausend Nöthen; endet dieses Lebens Leiden, und gibt mir einst dafür alle Himmelsfreuden. 3. Gut und Blut, Leib Seel' und Leben ist nicht 9. O dann wird an þömein: Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ichs bin, preife ihn, blick aufs beßre Leben. hern Schäßen Getft und Herz frei von Schmerz, ewig sich ergößen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt, fie enthält Güter, die verschwinden. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, bringt herein Angst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei gus ten Tagen oft ergößt; follt ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder! 10. Sind nicht dieses Lebens Güter Unbestand, eitler Tand, Lasten der Hemither? Dort, dort sind die edlern Gaben: denn mein Hirt, Christus, wird dort mich ewig laben. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du bist. mein, ich bin dein! Niemand kann uns scheiden. Ich bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu 6. Stolz, Haß, Neid und Gut in den Tod gegeben. ihre Notten können mir 12. Du bist mein, weil nichts mehr hier thun, als ich dich fasse und dich nicht, meiner spotten. Laß sie o mein Licht, aus dem Her2.4 zen 368 Pflichten gegen uns selbst. meinet. zen laffe. Laß mich, laß scheinet, wie treulich er es mich hingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. 5. Was Gott thut, das ott tout, b ist wohlgethan! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Gott tout, laß mich doo nicht fahrecken, weil mish zulegt mein Gott ergößt mit füßem Trost im Herzen: da weichen alle Schmerzen. diante In eigner Melodie. 470 W bad ift wohl gethan! Voll Weisheit ist fein Wille. Ibn bete ich in Demuth an, und balt' ihm findlich stille. Er ift mein Gott, der in der Noth mich wohl weiß zu erhalten, drum laß ich ihn nur walten. 2. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Sein Wort kann ja nicht trügen; er führet mich auf rechter Bahn zum felighten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine er wird wenden; es ficht in feinen Händen.m das 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht helfen fann, wird er mir Hülfe schenken. Ja seine Tren' ift täglich neu; drum will ich auf ihn, bauen und seiner Güte trauen. 6. Was Gott that, das ist wohlgethan! Dabei will ich verbleiben. Es mag mich auf die rauhe Babn Notb, Tod und Elend treiben: 10 wird Gott mich doch väter. lich in seinem Schuß erhal ten. Drum laß ich ihn nur walten. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann; itm will ich mich ergeben in Freud' und Leid. Es kommt tie Zeit, da öffentlich eren di e Ju eigner Melodie. as mein Gott will, gescheb allzeit! Sein Will ist stets der beste. Zu helfen ist er dem bereit, der an ihn glau bete feste. Der treue Gott hilft in der Noth und züch tiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. 471 2. Er ist mir Troft und Zuversicht, Ruh', Hoffnung, Freude, Leben; drum, was er will, dem will ich nicht un muthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er hat mein Haar auf meinem Haupt gezäblet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt Geduld und Gelassenheit im Leiden. 369 gibt mir stets, was mir ge Freuden, mein Geift, in feblet. deinem Uebungsstand; denn 3. Wann es sein Wille bleibst du frei von allen Leimir gebeut, das Leben zu den, wie würde deine Treu' verlassen: so will ich voll, erkannt? Bollkommne Rub' Ergebenbeit in feinem Rath und Sicherheit ist nur ein mich faffen. Dir, Gott, Glück der Ewigkeit. befehl' ich meine Seel' in meinen letzten Stunden: dein Sohn, o Gott, bat, Höll und Tod für mich auch überwunden. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth fo fummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwähle zu deinem Trost: er schüßt dein Wohl. Eink dankst du ihm Mel. Wer nur den lieben Gott nach der Gefahr, daß er dein 472 Was ist mein Les Gott und Retter war. ben auf der 6. Er wird es seyn! Ruf Erde? Ein Wechsel ist's, von in Gefahren ihn gläubig Freud und Leid. Hier stört nur als Helfer an! Er oft Unruh und Beschwerde mein Wohl und meine Heiterfeit; hier wohn' ich noch in einer Welt, die kein volltominnes Glück enthält. weiß dich mächtig zu bewahren, und da, wo niemand helfen kann, fehlt ihm die Kraft, zu helfen, nicht! Dieß stärfe deine Zuversicht! 2. Weßt soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur deiner Huld. Du bist mein Seil und bleibt, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens. Troft und Theil; und stehst nach deiner Batertren mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. Du stärkst mir unter aller Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß h gelassen sie ertrage, und macheft endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufriedher Dant, auf Klagen froer Lobgefang. 4. Erwarte nicht beständ' 7. Befiehl dich feiner Vaterpflege; hoff' und vers trau ihm allezeit! Auch auf dem allerraupften Wege fich fröhlich hin zur Ewigkeit, da wirst du frei von aller Pein, ganz selig ganz zufrieden seyn. 8. So laß mich, Gott, stets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen! Du bist bei mir; dies stärke mich! Wer deffen fiets versichert ist, der lebt und stirbt getroft als Chrift! 05 In 370 Pflichten gegen den Nächsen. In eigner Melodie. Herr, mein 473 D Gott, burch den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Willen mein, und was du thust, mir theuer feyn! mir dennoch eine Hülf' erfehn. 7. Vielleicht muß ich nach wenig Tagen sterben. Herr, wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie kann der Tod mir schrecklich seyn? 2. Du, du regierst, bist Mel. In allen meinen Thaten Weisheit, Lieb' und Stärke. 474 as iftis, daß ich W erbarmst aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Goit, und willst mein Glück. Harr' Seiner, meine Seele harr' und sei unverzagt! du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüßet, er schüßet den, der nach ihm fragt. 3. Von Ewigkeit hast du mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu 2. Er zählte meine Tage, meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein Leid, und was du schickft, ist Seligkeit. mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Eb ich mich selbst noch kannte, eb' ich ihn Vater nannte, war er mir schon mit Hülfe nah. 4. Gefällt es dir, so müsse keine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Tage. Allein verwebris mein ewig Heil; so bleibe nur dein Troft mein Theil. 3. Die kleinste meiner Sorgen ist dem Gott nicht verborgen, der alles sieht und hält; und was er mir beschieden, das dient zu mei nem Frieden, wärs auch die größte Laft der Welt. 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unfre Leiden. 3ft nur mein Weh' nicht meine Schuld: ſo zag ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Soll ich ein Glück, das du mir gabft, verlieren, und willst du, Gott, mich ranhe Wege führen: so wirft tu, benn bu hörst mein Fleln, 4. Jth lebe nicht auf Er den, um glücklich bier zu werden; die Luft der Welt vergebt. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geift, befteht. 5. Was dieses Glück ver mebret, fei mir von dir gez währet! Gott, du gewähift es Geduld und Gelassenheit im Leiden. 371 es gern. Was dieses Glück Troft und Hülfe fliehen. verletzet, wenns alle Welt Ich weiß, einst bringst du auch schäßet, fei, Herr, mein meinem Blick der Sonne Gott, mir ewig fern! fanftes Licht zurück, das Dunkel mir verhüllet. 6. Sind auch der Kranbeit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwe: rer Haß und Spott: so barr ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du ewig dich. Was kann mir widerfahren, wenn. Gott mich will Mel. In allen meinen Thaten Dill bewahren? Und er, mein 476 WieCott, bewahret mich! Gott, Mel. Schon ist der Tag von Gott 475 W enn gleich aus tiefer Mitternacht Gewitter um mich blizten, so zag' ich nicht, mein Vater wacht, er wacht und wird mich schüßen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie verließ, die wird mich nie verlassen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. Er fandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stolzer Ruh des Ewigen vergesſe. 3. Gesegnet sind die Leiden mir, die mich der Welt entziehen; mich lehren, Gott, allein zu dir nach 4. Wie will ich dann vom Schmerz befreit, Herr, deine Huld erheben; wie freubig dir selbst für das Leid, Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertrau'n, und ihre Hoffnung auf ihn bau'n! Nie werden sie zu Schanden. nieben des Lebens Laft ermüden, so stärke meinen Geift! Wann mich die Leiden kränfen, so laß mich wohl bedenken auch das sei gut, was Trübfal heißt! 2. Nicht ewig soll sie wäh ren: oft werden unsre Zäbren schnell von dir abgewischt. Und seufzen wir: wie lange ift meiner Seele bange! so wird mit Troft das Herz erfrischt. 3. Du wendest solche Bürs den, die uns erdrücken wüte den, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand ims selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Dut 26 372 Pflichten gegen den nächsten. Du willst die Lüfte schwä der die Welt gegründet; ist chen, den eignen Willen geknüpft, daß besser mir brechen, und bilden für die feine Welt gefalle! Einen beffre Welt. Schöpfer haben wir, Einen Bater Alle! 5. Du willst den Eifer ehren mit Glauben und Geduld; daß, wenn uns Feinde haffen und Freunde uns verlaffen, wir flets vertrauen deiner Huld. 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir nud jenen Freuden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, deinen Erben des Himmels Bonne nicht entgehn. St 7. 3u jenem bessern Leben willst du auch mich erheben! der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib verwesen, wird doch mein Geift geneſen, er eilt zu seinem Schöpfer hin.arin 8. Odrücke meinem Her zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dies doch aufs tieffte ein: der, den du, Vater, liebeft, fann, wenn du ihn betrübest, doch niemals unglückselig fepu. Allgemeine Men fchenliebe. Mel: Schwing dich auf zu eilig, beilig ist 2. Gott, der uns Alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freundlichkeit schaut auf Fürstenthronen, der auch fegnet und erfreut, die in Hütten wohnen. 3. Wohl mir! Auch auf mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah, und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und herzlich sollen wir uns ein, ander lieben; lieben; wohlthun, Elend ntindern hier, keinen je betrüben. 4. Und ich fühlte keinen Smerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Bru ders Freuden? Und es sollt' in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt' ich dann wohl Gott mit Luft meinen Bater nennen? 5. Brüder, nein, dies Herz foll nie sich vor euch verschließen; immer will ich Sorg' und Müh' liebreich euch verfüßen: Alle, Alle leben wir, um uns zu be477 theuer mir, wenn euch Leiglücken; und ihr seid nur die Menschen bindet; ift geknüpft von dessen Hand, 6 Immer will ich, wie den drücken.. ich Allgemeine Menschenliebe. 373 ich kann, sie euch helfen tra- entzwein? Lieblos uns eingen; kann ich's nicht, euch ander bassen? Uns, zu untröffen dann, trößten mit frer eignen Pein, Stolz und euch klagen. Dann sollt Neid beherrschen lassen? ihr an meiner Bruft euren Wer kein Freund des NächGram verweinen, bis die sten ist, ist fürwahr fein Sonne neue Luft euch ins Mensch, kein Chrift. Herz wird scheinen. 7. O gewiß, dann werdet ibr froh den Vater preifen, und auch Dulden gern mit mir bülfreich euch erweisen; werdet, süßer Troft! auch mich, wann mich Leiden drüden, mitleidsvoll und brüderlich trösten und erquicken. Mel: Jesus meine Zuversicht llen Christen 478 21 und auch mir hat der Herr dies vorges schrieben: euren Nächsten follet ihr, als euch selbst, von Herzen lieben! Heilig ſei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er buldreich All' erhält: Alle Ei. nes Leibes Glieder, die sein, weiser Allmachtsruf Alle, sich zu lieben, schuf. 3. Eine sterbliche Natur bat er Allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung Hoffnung auf ein befres, Leben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. nur: 4. Und wir sollten uns 5. Was wir auch aus Gottes and reichlicher, als Anbre, haben: Anfehn, Neichthum, hoher Stand, Leibeskräfte, Geistesgaben, Alles dies befreit und nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Nein, der Gaben Unterschied knüpft das große Band auf Erden, und wohl dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, werden; sich der Menschheit Dienft zu weihn, auch im Kleinsten treu zu feyn. 7. Darum gib uns, Gott, ein Herz,' voll von wahrer Menschenliebe, das an An. brer Freud' und Schmerz Antheil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8 Diesem großen Menschenfreund laßt uns Alle ähnlich werden, daß wir Hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden dort verklärt, auf ewig sein, seiner lieb' uns ganz erfreun! In eigner Melodie. 479 Menschenfreund, nach deinem Bil2.7 374 Bilde, bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig auch mich zur Güte hin! Unwerth wär' ich, dich zu kennen, liebt' ich meine Brüder nicht; unwerth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht! 2. Wo du, Jesu! Men schen nahteft, folgte Wohl thun deiner Spur; wo du, fegnend Gutes thateft, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager kranker Brü. der, wo du je nur hinges blickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. Pflichten gegen den Nächsten. 3. Menschenfreundlichker von Allen, keinen hast du je verschmäht Wer verirrt war und gefallen, wer um Troft zu dir gefleht, hat für alle feine Wunden, Herr, in deiner treuen Hand Nettung, Heil und Troft gefunden, Hülfe, wie er nirgends fand. Ob er Böses vor mir denket: besser will ich sein, als er. Wenn mir jemand Gram bereitet; irrt vielleicht nur fein Verstand, und ich reich' ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden; reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so süßen Frieden, wohlzuthun und zu erfreuen? Wer nach Dank und Sohn nur ringet, hat schon seinen Lohn das hin: wen das Herz zur Liebe dringét, ärntet dauernden Gewinn. 5. Ob mich auch mein Nächster kränket; Jesus denk ich, litt wohl mehr. 7. Zwar der Wehmuth Zähr entfließet dem, der reiche Saat gefreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm bent; doch des Segens seiner Güte freut er cinst sich, wär's auch spät; endlich, Heil uns' steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgeſät. 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, 480Gin erz, das Mel. O Gott, du frommer Gott mir, o Gott, rube hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, wende fich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist kein Leben; liebend nur gleich ich dem Herrn; fein Verschonen, fein Vergeben, o mein Herz, ftets üb' es gern! jeden Menschen, liebet, bei seinem Wohl sich freut, bet seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eingennuß und Neid und Härte flieht, und sich um Anderer Glück als um sein Glück bemüht! 2. Seh' ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm Allgemeine Menschenliebe. 375 ihm hülfreich mitzutheilen: allein auf zeitlich Wohlnicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn; und mich verehrt zu sehn; nein Menschen zu erfreun. ergeben mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müſſe mich sein ewig Glück erfreun; noch mehr sein Seelenbeil mir angelegen seyn! 3. Dies fei mein Gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, müff' Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Bohithat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei tir, Gott, gethan. 8. Den, der im Glauben wankt, im Glauben zu bestärken: den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Werken, von der verkehrten Bahn des Lasters abzuziehn, dazu verleih mir Kraft und fegne mein Bemühn! 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienft dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Troft, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre ftärkt: nichts bleibt, so klein es ist, von tir, Herr, unbemerkt. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn! 5. Gilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, so laß mich forgsam seyn, der Brüder Zwist zu schlichten. mein Mund des Nächsten Rub: er rühme fein Verdienst, deck feine Fehler zu! 6. Die Rach ist dein; o Gott, du sprichst: ich wig bergelten. Drum laß mich fille seyn, wenn Menschen auf mich schelten! Gib, daß ich dem verzeih, der mir zu schaden sucht, den liebe, der mich baßt, den fegne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht Mel. Wer nur den lieben Gott 481 Vereinigt last wirken! O Christen, füget Hand in Hand! Es schlinge sich um unsre Herzen der Menschenliebe fanftes Band; und jeder liebe Recht und Pflicht, bis einsft sein Ang' im Tode bricht. 2. Wir find ja Eines Baters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm sein, oder reich. 3n Eintracht follen wir 376 wir uns freum, einander Hülf' und Beistand seyn. 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Men schenwohl auch unser Herz!und leidet irgendwo ein Armer, gemildert sei durch uns sein Schmerz. Sein beitrer, dankerfüllter Blick erhöbet unser eignes Glück. 4. O Wonne, Menschen glücklich machen! O Bonne, Menschen glücklich sehn! Durch sie wird Gottes schöne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Men schenliebe, gibt es nicht. Pflichten gegen den Nächsten. 5. Erfcheint des Todes ernste Stunde dir, Men schenfreund, so naht mit ihr ein Engel Gottes und verkündigt den Lohn der Menschenliebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erhellt; du fä'teft für die beßre Welt. 6. Ja, Cbriften, wer sein Herz bienieden der wahren Menfchenliebe weibt, der freut zu einer reichen Ernte den Saamen für die Ewigfeit. O laßt uns diesen Saanen freun! O laßt uns Menschenfreunde seyn. Mel. Auf Ghriftenmensch 482) S o Jemand spricht, ich liebe Gott! und hast doch seine Brüder, der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawiden Gott ist die Lieb' und will daß ich den Nächsten liebe gleich als mich. 2. Wir haben einen Got und Herrn, sind Eines Lei bes Glieder: brum diene deinem Nächsten gern, den wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächster ist fei Kind, wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder bas fen, die ott durch seines Sohnes Blut so hoch erkaufen lassen? Daß Got mtch schuf, und mich verfühnt, hab ich dies mehr, als sie, verdient? " 4. Du schenkt mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Tagen: 3ch aber sollte nicht Geduld mit meis nen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den nicht lieben, den du liebfi? Ico 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das siehst du, mein Erlöser, an, als bätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den erge hen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Drum gib mir, Gott, Gerechtigkeit und Billigkeit. Gott, durch deinen Geift ein Herz, das dich durch Liebe preift! Mitfreude und Mitleid. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 482 2liebender, ( b) mein Herz, bei meines Nächen Freuden mich mit zu freun, und fühlt er Schmerz, dann auch mit ihm zu leiden. 2. O laß mich diese beil'ge Pflicht nie aus den Augen seßen, und auch an dem Geringsten nicht gering sein Bohlfein schäßen. 3. Nie reize mich des Nächsten Glück zu Miß gunst und zum Neide; nie Andrer widriges Geschick zu niedrer Schadenfreude! 4. Hilf mir, vielmehr, in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden, und, wenn ich tann, auch, wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gründen! 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thräne weißen, und ihn wenn er im Unglück weint mit Hülfe gern erfreuen! 6. Gott, welch ein feliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 7. Dein Beifall ist mié. dann gewiß und unter dei nem Segen geh' ich, dein 377 Wort verspricht mir dies, froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Himmels geben; ich werd' erfreut, belohnt von dir, im Reich der Deinen leben. Gerechtigkeit und Billigfeit. Mel. Kommt ber zu mir, spricht 483 u liebst, o Bott D Gerechtigkeit, und firafest den, der sie entweibt, am Nächsten Unrecht übet. Du bists, der jedem seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, las deinen Geist, zu dem, was recht und billig beißt, flets meine Seele lenken! Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habfucht, um Gewinn, des nächsten Recht zu fränken! 3. Pflanz Redlichkeit in meine Bruft und laß mich ftets mit wahrer Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, das nur auf llurecht denkt, nur Schaden sucht und Andere fränkt: wie kann das Brüder lieben? 4. Nie feufje jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht 378 Pflichten gegen den Nächsten. Recht verlangen kann, und Jedermann, fedem geben, immerfort mit Jedermann jedem lassen, was er hat und in Einigkeit zu leben! fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als begehen und mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Uncecht reich und groß. 4. Würden der Bedräng ten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott von dir begehren, und erschweren mein Gericht? Würd' ich nicht einft zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewiffen mir mit Angst und Schrecken dräun, und ihr erster Rächer sein? 5. Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar sind nicht die! Eb' es Ungerechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Und wenn du nicht eilen sollteft, wenn du, Richter, säumen wolltest, harrt gewiß dem Bösewicht einst ein schreckliches Gericht. 5. Laß mich beständig dabin fehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ich es von ihm begebre; damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit und Laffe mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen! 4842ller ller Mel. Alle Menschen müssen meiner Bräder Rechte laß mir, Gott, stets heilig seyn! Wenn ich sie zu fränken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über fie mich zu erheben, oder mir allein zu leben; dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt ich ohne Tren' und Glauben Andern Gut und Ebre rauben, welchen Haß verdient ich nicht, welch' ein schreckliches Gericht! 3. Nein ich will das Unrecht haffen; Recht erzeigen 6. Nein, ich will gerecht und billig selbst auch gegen Feinde seyn; keinen drücken, vielmehr willig dem Beleidiger verzeibn Hab ich macht: ich will fie nüßen, den Bedrängten zu beschü ßen: eilen, wo Verlaß'ne flehn, ihnen liebreich bei zustehn. 7. Schüßen will ich meine Rechte, aber fanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß- ift dei Gerechtigkeit und Billigkeit. deine Huld! Du vergibst mir meine Schulden; sollt ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind fein, mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeih'n? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn! Du, der Richter aller Welten, wirft mir alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein großer Tag sich naht. lehren darf ich nicht stets begehren, was vor dem Rich ter gilt, nicht immer darauf dringen, den durch Gewalt zu zwingen, der meine For drung nicht erfüllt. 2. Oft mangelt ihm an Kräften, an Fortgang in Geschäften, bei aller Thätigfeit und bei dem besten Willen er oft nicht erfüllen, was ihm Gefeß und Pflicht gebeut. 379 dulden, als dessen Gram verschulden, für den fein Unglück spricht! Zur Schonung mich zu neigen, und Billigkeit zu zeigen, das fordert meine Christenpflicht. 6. Wenn du mit deinen Knechten, o Höchfter, wolltest rechten, wer könnte dann bestehn? Doch wirft du streng die richten, die troJefu allen Pflichten der BilMel. In allen meinen Thaten 484( b) Neisheits- ligkeit, auf's Recht nur fehn. 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich o Gott, gelinde, mild und barmherzig seyn, mein Recht nicht übertreiben, und immer billig bleiben von aller Streng' und Härte rein! 3. Wie sollt' ich es denn wagen, dem Nachsicht zu versagen, der nicht mit Vorfag fehlt: und, taub bei feinem Flehen, es ohne Rührung sehen, wie sehr ihn meine Strenge quält? 4. Nein, lieber will ich 5. Auf seine Rechte dringen, gewaltsam sie erzwingen, und keine Härte scheun; sich nicht der Noth des Armen und Dürftigen erbarmen, heißt schändlich alles Recht entweih'n. Mel. Gott des Himmels und 484( c) Richte nicht Strenge, wenn du Andre fehlen fiebst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht fliehst. Sei bedachtsam, richte nicht! Schonung ist des Christen Pflicht! 2. Siehst du stets die tiefern Gründe von des Nächsten Handlung ein? 3 auch, 380 Pflichten gegen den Nächsten. auch, was du tadelf, Sünde? ften Leiden gleich als Strafe oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? oder reißt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets den Blick ihm zugewandt? Und die Feinde feiner Tugend, sind sie Alle tir bekannt? Ach, was rechneft du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt; zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bos heit übt er nicht. 5. Chrift, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Nächster fordern fann! Ach, wie würd es dich nicht fränken, griff' er deine Ehre an! Deiner schont ja auch der Herr; zeig bich nachsichtsvoll, wie er! 6. bei Vergeben meide mit Bescheidenheit alles unbefugte Schmäßen, Härte, Spott und Bitterkeit! Menschenfreundlich decke bu deines Nächsten Fehler zu. 7. Mit dem reinften Her zen biete ibm die Hand zu feinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll üte, aus der Irre ihn zurück! Hüte felbst dich, wenn du stebft; daß du keinen Fall begebft! 8. Siehe nicht des NächGottes an! Gönne dem ers laubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib feie nen froßen Sinn scheinbar frommer Schmäbsucht bin! 9. Laß die Liebe dich befeelen, die nur ungern Arg wohn hegt, und, wenn Andre wirklich fehlen, ibre Fehler fanft erträgt! Mehs re niemals ihren Schmerz! Rühre, beßre nur ihr Herz. 10. Gott, der Richter als ler Welten, richtet mit Ge rechtigkeit. Jecem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieser Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht! Nichte du den Nächsten nicht! Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten 485( a) aller Menschen Vater, du gütigster Bera ther in Allem, was uns drückt! Was wir bier Gu tes haben, sind einzig deine Gaben! du bists, der unser Herz erquickt. 2. Du läffeft von uns Sündern durch Undank nie dich bindern, uns fegnend zu erfreun! Zu ew'gen Sees ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vergnügen ein. 3. Wie groß ist deine Milde! Wehlthätigkeit und Barmherzigkeit. 381 be! Barmberz'ger Bater, die Jesus selbst uns lebret, bilde mein Herz nach deinem und die Gott, den Söchslen, Sinn! Daß ich der Noth ehret! der Armen mich willig mög erbarmen, nimm alle Härte von mir hin. 2. Speiset die, die Hune ger leiden, und die durftig find, die tränkt; kommt, die Nackenden zu kleiden, tröstet die, die Kummer kränkt: Schwache eilt zu unterstüßen, Unterdrückte- zu beschützen. 4. Gib, daß ich willig gebe; mich, wohlzuthun, bestrebe, so wie mein Heiland that, der göttliche Erbarmer, den fein bedrängter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt' in mir die Triebe der mitleidsvollen Liebe! Bie du mir Gut's gethan, so laß um deinetwillen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 6. 3um Fleiß in guten Berken laß mich die Hoff nung stärken: vor dir, dem Herrn der Welt, der frohe Geber liebet, fei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt! 7. Laß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in fene Zeit. Wer hier ben Näch fen liebet und sich im Wohlthun übet, der ärntet dort die Seligkeit. Hoc. 3. Nicht nur denen, bie euch lieben, und zu each um Hülfe flebn, Allen eilt, von Gott rieben, nach Vermögen beizuftebn; führt zu unverhofften Freuden die auch, die im Stillen leiden! utbeilen, Chriften, das vergeffet nicht! Den Bedrängten zuzueilen, Armen beizus flehn, ist Pflicht; Pflicht, 4. Liebe sei dir keine Bürde, keine Laft, beglückter Chrift! Hoheit ist es, Ruhm und Würde, wenn du mild und hülfreich bift! Welch ein Ruhm für den Erlöften, arme Brüder Chrifti frösten! 5. O wie lohnt's mit fü sen Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn; febn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz erquicken, schaffet himmlisches Entzücken! 6. Heil und Glück auf unfern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, Gottes Segen folgen Vel. Herr, ich habe mißgehandelt Pobljuthun 485( b) Wund mit auf ist Mübe, was Beschwerden, wenn sie so belohnet werden! 7. Last uns eilen, unfre Gaben, weil es Zeit ist, duszus 384. Pflichten gegen den nächsten thun, trösten und erfreun, und den Frieden sucht und und dieß thun aus edlem liebt, das ftatt Rache, Triebe, das ist wahre Men Sanftmuth übt! fchenliebe! 3. O wie wird das Herz beschweret durch des Zornes Leidenschaft! 3wietracht, Zorn und Haß verzehret felbst bes. Stärksten Lebensfraft; fürzt den Lauf von unfern Jahren, macht zum Himmel ungeschickt. Herr, der auf mich Schwachen blickt, ach, du wolleft mich bewahren, daß des Jäbzorns Naseret nie des Herzens Meister sei! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir geben; laß uns nie fübllos seyn, wo Brüder weinen; unser Mitleid trößte sie, daß, wenn wir zu dir uns nahen, wir auch Trost und Hülf' empfahen! Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. In eigner Melodie. ott, der du die Menschen liebeft, der du nicht ein strenges Recht, sondern lauter Gnade übest an dem fündigen Geschlecht: laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind liebreich sei, wie du, gefinnt! Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Sanftmuth spricht und fchweigt. 488( a) 2. Laß mich meines Näch ften schonen, ihm erleichtern feine Last: und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zankfucht mir verhaßt. Denn das ift,, o Gott, dein Wille; Fried und Eintracht liebest du: o so bilf auch mir dazu! Gib ein Herz mir, das die Stille 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, will dem nachsichtsvoll begegnen, der zum Streiten Neigung hat; für die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit ihnen, treten. Gott des Friedens, stärke du mich mit deiner Kraft dazu! 5. Ewig Heil ist dem bes schieden, der nach frommer Eintracht strebt! Höchster, gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sin nen; denn wenn er das Herz regiert, wird, was zu der Zwietracht führt, niemals Uebermacht gewin nen: bis einst in der Herre lichkeit ew'ger Friede uns erfreut. Mel. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 385 Mel. Befiehl bu deine Wege Gott gebeut! Sie, Herr, 488ach frommer stets hoch zu schäßzen, ihr ganz mein zu freben, mit Allen in der Welt ist's möglich, friedsie nimmer zu verleßen, soll meine Weisheit seyn! lich leben, dies ift's, was 6. Mich selbst zu überwinGott gefällt. Doch dem nur fann's gelingen, der seinen Nächsten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Belei tigung vergibt. 2. Nachgebend und gefällig, des Haders größter Feind, zeigt er sich stets gesellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst ju meiden, was feine Brüder fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. Versöhnlichkeit und Feindesliebe. Mel. Herzliebster Jesu! 4895 err. deine Sanft muth ist nicht zu ermessen. Wie viel haft du vergeben und vergessen! Ach führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe. 2. Du segnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigteft ftets bei deiner Feinde Toben der Sanftmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 5. So Fried' und Ein- 4. Ich muß es wehmuthstracht lieben und nie durch Haß und Streit des Nächsten Tage trüben, ist Pflicht, die 3. So oft fie Zwift erregen, so eilet er, den Streit mit Klugbeit beizulegen und fiftet Einigkeit. Der lleber eilung Sünden entrüften nie fein Herz, er läßt sie Nach. ficht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. den, gib, Eifer, Muth und Kraft; dann werd' ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von aller Noth geschieden, werd' ich einst selig seyn, und mich im ew'gen Frieden des Lohns der Liebe freun! 4. Nie spottet er der Brüder, so viel er Wiß besigt; und zürnet nicht gleich wieder, wenn sie ihr Zorn erbigt. Er freut sich ihrer Freuden, trotzt und erbittert nicht, und hält sich stets bescheiden, wenn man ihm widerspricht. voll, ach Herr, dir klagen: mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer R weiß 386 weiß ich, wenn Andere mich haffen, mich recht zu faffen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt fich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach ftrengem Rechte dem harten Knechte. 6. So bilf mir denn die Rachbegier erficken! Las fich dein Bild in meine Seele drücken! So werd' ich mich verföhnlich finden lassen, nicht wierer bassen. Pflichten gegen den Nächsten. 7. Flucht mir mein Feind; so gib, daß ich ihn segne, und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth Willen: so erb ich auch im Lande deiner Stillen, die Selige keit, wozu fie ienes Leben einst wird erheben. nicht blos Freunde, auch deine Feinde! 3. Und ich, Herr, follte mich den Deinen nennen, und bch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte feindlich Haß mit Haß ver gelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich: Vater! zu dem Höchften fagen, und Groll im Herzen gegen Brü der tragen? Wie kann ich zu ihm flebn, mir zu verzei ben, und Nache schreien? Mel. Herzliebster Jesu! 490 du err, mein Ver5 Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Ver gebung finden. Dein Jün ger ist nur; wer, wie du, vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Scele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglüc fel'ge Luft der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergeben, so lehre mich ihr Unrecht überbitter seben, und sollten sie mich an dich nur denken! für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bitteft, erwed' in mir, du Mufter wabrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 8. Erwecke dann, o Herr, in meinem Herzen aufs neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in dei nen schweren Leidensflunden für mich empfunden! 2. Wann hast du jemals Saß mit Haß vergolten? Du schaltft nicht wieder, 9. Laß mich mit Sanft als man dich gescholten. muth meinem Feind begege Du segneteft mit Wohlthun nen, den, der mir flucht voll Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 387 voll Großmuth, wie du, wenn das Gewiffen für fegnen, Herr, mache gegen meine Unschuld spricht. Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 6. Dies will ich treu bewahren! so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich ver fahren, indem ers böse meint. 10. Will zu der Nachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein gandes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerste hen, auf dich dann sehen! 7. Ich will die Fehler meis den, die er von mir erfann, auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen kann. 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gute sehn, und Gutes von ihm sprechen, wie könnt er länger schmähn? 9. Im Haß ihn zu ermüden, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Chrift zum Frieden, zu Diensten. willig seyn. 11. Du schüßzest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß in Allem mich schon hier auf Erden dir ähnlich werden! Mel. Christus, der ist mein 491( a) ie will ich wieder fluchen, wenn mir mein Haffer flucht; nie dem zu schaden suchen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm fanft begegnen, nicht drohen, wenn er broht, schilt er, so will ich fegnen, dies ist des 10. Wann, mich zu uns tertreten, ihn Güte mehr erhißt: so will ich für ihn beten, und Gott vertraun, Gott schützt! Mel. Auf, Christenmensch dein 3. Mein Jeſus, der se- 491 erbitte bir rechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimmter Knechte ertrug er mit Geduld. nicht, o Chrift, durch eigne Nache! Vergeben ist des Menschen Pflicht; vergelten Gottes Sache. Die Sanftmuth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und erfreut. 4. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt? nicht so den Haß vergetten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch diese Pflicht, wird leicht, 2. Wahr ift's, empfindlich ist der Schmerz, Unrecht und Kränkung leiden; und dennoch soll des Christen Herz, Zorn. Haß und Rachsucht R2 meis 388 meiden; soll nicht sein eigner Richter seyn, vergessen soll er und verzeihn. Pflichten gegen den Nächsten bet, Vertraun, und raubt den Muth, auf Gott zu baun, 5. Ihm folgen ist dein größter Ruhm! Beleidigern verzeihen, gebietet dir das Chriftenthum. Dich ihres Falls nicht freun; den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wohlergeh'n. 6. 3m 3orne denket nie mand nach, was Gott gefallen sollte; die Rach vermebret noch die Schmach, die man beftrafen wollte. Kein Schimpf wird ungefcbeb'n gemacht, wenn wilde Nachbegier erwacht. 7. Die Rachgier reißt der Menschlichkeit Gefübl aus deinem Herzen, zerstört des Geistes Freudigkeit, und ftraft mit bittern Schmer zen; sie hindert Dank, Ge8. Durch Sanftmuth übe nur die Pflicht! wirst du den Feind besiegen. Draube deiner Seele nicht dies göttliche Vergnügen; dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter feyn! 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der fie dir vorge frieben. Empört dein Herz dawider sich: fo fieh auf ihn, befiege dich! 4. Wer bat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet; als er, der Mel. Alle Menschen müssen. Herr, der Schmach und 492 Laß mich, död, von Andern nie verfchuldet? Und dennoch fleht' er langmuthsvoll zum Vater für des Feindes Wohl. darnach ftreben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja vor deinem Angesichte wers den sie beschämt zu nichte, weil Verstellung, Trug und Lift, dir o Gott, ein Abscheu ift. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Nedlichkeit. 2. Andern zu Gefallen lügen, leeren Schwäßern gleich zu sein, und durch Heuchelet betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit' an allen Or ten mich in Werken und in Worten; redlich sei des Hers zens Grund, redlich sprech auch stets der Mund! 3. Die der Falschbeit fich ergeben sind vor dir o Gott, ein Gräul, und ein unglück scl'ges Leben ist gewiß ibr künftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande fie bei Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Nedlichkeit 389 bei Redlichen im Lande; nie verleßet, weil er an jedem denn ein jeder Menschen- Ort es sich vor Augen ſeßet: freund ist der Falschheit Gott merkt auf jedes Wort! Ränken Feind. 3. Wohl dem, der Gut und Leben, drobt ihm Gefahr und Lift, für Wahrheit binzugeben, bereit und willig ift! Du, Gott, wirft ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Schmäßt mich ohne mein Verschulden der Verleumder Läftermund, Herr, so laß mich's still erdulden; einst wird doch die Wahrheit, tund. Darf ich ja nicht länger schweigen, meine Unschuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanfimuth sei! 5. Daß du, Herr, an jedem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß kein eing'ges meiner Worte deinem Ohr verborgen ist; dies erwecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn, du liebst den Wahrbeitsfreund und bist aller Falschheit Feind. 4. Herr, laß drum alles Lügen ftets ferne von mir seyn; behüte mich vor Trügen mit gleißnerischem Schein! Erinnre mein Gewissen: du basiest Heuchelei, damit ich stets beslissen der Treu' und Wahrheit sei! 5. Laß niemals mich vers sprechen, was ich nicht halten kann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal gethan; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Beider Macht, als Wahrheit Mel. Befehl dn deine Wege Pobl dem, 493 W richtig wan- auszubreiten, was Schmähsucht nur erdacht! delt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werken handelt, und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppeltzüngig spricht, nie Redlichkeit blos Heuchelt, nie Treu, und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der Lügen baffet, der, wie die Pflicht gebeut, ftets seine Reden faffet, und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse: wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll! 7. Wann je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt, wann er mit bösen R 3 Tü-, 390 Pflichten gegen den Nächsten. Tücken in Kümmerniß mich Mensch zu groß, für Weltbringt: so stärke meine gewinn zu lügen. Seele, daß sie nicht unterliegt, und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das Gott, zu dir sich bält, das soll mir Niemand rauben! So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung geben: ich werde, als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens find. 4. Wir sind nicht blos für diese Zeit Gefährten, Freund' und Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht; hinweg mit Trug und Lügen! 5. Eswinde sich der Treue Band um jedes Reich der Erde; die Treue schüße icedes Land, und woh'n an jedem Heerde: o Menschen, Brüder, brecher nicht, was Wort und Hand und Schwur verspricht! Hinweg mit je der Lüge! Mel. Allein Gott in der Höh' 494 blickt binauf zur Ewigkeit, empor vom Staube, Brüder! Was unfre Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder. Die Tugend blühet ewig schön; drum laßt des Lebens Pfad uns gehn, geleitet von der Tugend. 2. D, was find Schäße was ist Geld? Und wären's Millionen. Was sind die Reiche dieser Welt? Was aller Reiche Kronen? Wer gäbe für der Welt Gewinn Mel. Werde munter, mein des Herzens innern Frieden 495 wir erschienen. bin? Hinweg mit Trug und Lügen! 3. Ach! Alles, was die Welt verleibt, enteilt, als hätt' es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemoofter Hügel ist hier des Menschen legtes Loos: fürwahr! drum ist der 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Him mel, Brüder! Im Reiche der Vollkommenheit begeg nen wir uns wieder. Der Weg der Pflicht, der Wahr heit Bahn leit uns zum schö nen Ziel binan, und fern sei Lüg und Lafter! ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Höchfter, offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Innres seyn, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 2. Herr, Sahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 391 2. Herr, du gabeft uns ster Ruhm unter meinen e Sprache; was uns deine bulo verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Renschenwohl geweiht! Uner Ja und unser Nein möge eft und redlich seyn! Wir ind deines Reiches Glieder, deine Kinder; wir sind Brüder. Brüdern, und mein liebstes Eigentbum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eiteln Schäßen ringt, ringt nach Sorg und Plage; aber Redlichkeit nur bringt Muth und frobe Tage. Mel Schwing dich auf zu pedlichkeit! mit 496 auf der Erde wandeln; redlich seyn mit Herz und Mund nach Gewissen handeln; fonder Trug und Heu delei Recht und Wahrheit lieben, und entfernt von Menschenscheu, Necht und Bahrheit üben: 2. Dieser schönen Tus gendpflicht sei mein Herz ergeben! Redlich bis mein Euge bricht, redlich will ich leben, redlich, wenn die Welt mich sieht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die Nacht verschweigen? 5. 3war fucht mancher Bösewicht, Redliche zu drüfken, weil ihr Freimuth ftraft und nicht schweigt zu seinen Tücken. Aber dieses rückt sie aus der Wahrheit Wegen, ihnen wird, das wissen fie, dennoch Gottes Segen. 3. Finsterniß ist ihm, wie Licht, Mitternacht, wie Morgen. Oft. bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk' und thu', erspäbt er im hellsten Lichte; und kein Lügengeift entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höch6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen froben Muth, Redlichkeit im Herzen, Redlichkeit in Wort und That und ein rein Gewissen laß mich auf dem Lebenspfad nie, o nie vermiſſen!, 7. Ich will redlich seyn, bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen fegnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer: und wann auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Erbarmen 497 B meine Freude on schuf, ist auch mein heiliger R 4 Bes 392 Beruf im Herzen und im Wandel rein, und nüßlich in der Welt zu feyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist keiner wahren Freude werth. 2. Es war, e Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte redlich mich bemühn, auch sie zum Guten hinzu ziebn; und leuchtet ihnen ftets mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beispiels Macht! O würd' es fiets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! Pflichten gegen den Nächsten. 4. O wehe dem, der forglos bleibt und kühn des Lafters Werke treibt; den nicht der Blick der Unschuld schreckt und aus des Lasters Taumel weckt; der selbst die Schwachen gern berückt und liftig in sein Netz verstrickt! 5. Wie troftlos wird er einst fich fehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist verzagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Va ter ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Tugend nur und Frömmig feit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! Bescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 498 Ron dir in dieſe stehn, Bater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und, was sie haben, kommt von dir; du machest arm, du macheft reich; doch vor dir sind wir Alle gleich. 2. Nicht jeder hat, was Andre haben; und das ist Güte; denn du gibst dem diese, jenem andre Gaben,' weil du, als Vater, Alle liebst. Es follen Alle glück lich seyn und jeder sich des Andern freun. 3. Beglücken und selbst glücklich werden, ist Aller Ruf, if Aller 2008. Darum ist dieser hier auf Erden gering und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand und jener braucht, was er erfand. 1 4. Wer bat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du, tott, durch freie Huld bewogen; denn alles Gute kommt Glüdseligkeit wahrer Christen. 393 kommt von dir. Jch gab arm, wie hüflos wär' ich dir nichts zuvor, und ich dann! bin Alles, was ich bin, durch dich. 7. Wer eitler Ehre gern entbehret, und Tugend an Geringen gern erkennt und schäßzet, der verehret der Niedern und der hohen Herrn! Wohl ihm! Denn mit Zufriedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern pon allem Stolze seyn; ich den, ber mehr empfing, beneiden, mit ihm mich feines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt' ich mehr als er, auch besſer dann und seliger? 8. Sie schmückt das Alter, gibt der Jugend Neiz, Lie6. Nein, gerne will ich benswürdigkeit und Werth; Andre ebren; wie arm, wie gibt Würd' und Hoheit jeder niet rig sie auch fey'n. Sie Tugend, die eitlen Schimkönnen meiner nicht entbeb- mer gern entbehrt. Sie fei, ren; ich kann mich ohne fie o Gott, mein Eigenthum, nicht freun. Nähm keiner vor dir und vor der Welt meines Glücks sich an: wie mein Ruhm! Glückseligkeit währer 499 Entfernet Mel. Wie groß ist des Allmächt'. euch, unsel'ge Spötter! 3hr zittert, wo der Fromme glaubt: mein Herz hat einen Gott zum Ret ter, und eine Hoffnung, die nichts raubt. Ich sehe meinen Heiland leben; ich weiß, daß ich nicht sterben fann; weiß, mit verklärtem Leib umgeben, schau ich ihn einst im Himmel an! 2. Was seid ihr solze Weitbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? Dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch der Sklave, den ihr quält. Wie kurze Christen.. Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ebrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen; isr waret Götter, und seid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden? Die Wolluft, die euch trunken. macht? Ein Chrift sollt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Shr rechnet mit erhittem Blute des fernen Tages Wollust aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. 4. 3hr seid dahin. Des Chriften Größe geht auf, beR 5 fiegt • 394 Glückseligkeit wahrer Christen. fiegt die kurze Nacht, am schweiget und mir dein Geift Tage, da Gott eure Blöße bezeuget, daß ich begnadigt zum Abschen aller Augen bin; wenn mich dein Trost macht. Der Tag macht Kö- erquicket, so oft mich Trübnige den Knechten und Bett- sal drücket! wie unschäßbar ler den Monarchen gleich; ist mein Gewinn! der Tag gibt Adel dem Gerechten, und macht des Chriften Seele reich. 5. Ein Blick in meine Zukunft treibet Verdruß und Angst aus meiner Bruft; ein Herz, das nicht auf Erden, bleibet, ist sich des Himmels ftets bewußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen; ich weiß mein Glück entgeht mir nic: ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß, mein Tod entwaffnet sie. 6. Du leßte Stunde meis nes Lebens, die du den Chriften heilig bift, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ift. Du lebrst mein Leben mich genießen: du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie fanft wird sich mein Auge schließen! Mein Geist erblickt sein Vaterland. 3. Sollt' ich solch ruhig Leben für Luft der Sinne geben, und dann die inn'te Pein, mich selber zu verklagen, in meinem Busen tra gen? Groß würde meine Thorheit sein. 4. Sein eignes Herz be kämpfen, und seine Neigung dämpfen, ist freilich schwere Pflicht, doch, wenn wir uns befiegen, welch seliges Vergnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhö hen, als ein gerubig Herz; das schaffet inn're Freuden, selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen felbft den Schmerz. 6. Die Güter zu verachten, wornach die Thoren schmachten, was gibt und dazu Muth? Was tröstet Gottes Kinder beim Sporte frecher Sünder? Ein ruhig Mel. In allen meinen Thaten 500 in rubiges Ges Herz, dies größte Gut. laß, Herr, mich fiets genießen; denn hab' ich dieses nur, so ist für mich in Tagen, wenn Andre ängstlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur. 2. Wenn meine Sünde 7. Zu dir, gen Himmel schauen, o Gott, und mit Vertrauen sich rühmen: ich bin dein; gezählt zu den Erlöften, darf ich mich deiner tröfter, welch' Glück, mein Gott, kann größer sein? 8. Läst Glückseligkeit wahrer Christen. 395 8. Läßt du mich im Ge- Schein. Gott wird die Unwissen einst diesen Troft genießen, wann Alles von mir weicht, wann ich den Lauf vollendet, und sich mein Le ben endet: so wird mir selbst das Sterben leicht. schuld retten. 4. Sein Geift ficht mit Zufriedenheit der fünft'gen, Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen feinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Wertb der Menschen kund; da wird der Fromme fiegen. 5. So bilf denn, daß ich, mir zum Heil, ein unverleßt Gewissen, des Lebens allerbesten Theil, zu haben sei beflissen. Mit dir, Gott, un- zu seyn; dein heilig Recht nicht zu ent weihn: das sei mein größter Eifer! 1 9. O laß zu allen Zeiten mich deine Beisheit leiten, und mache felbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärken, daß nichts verdammlich an mir sey! Mel. Schon ist der Tag von Gott ein schäßbares Gut 501 it, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn andre fagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede., 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, rubt er in deiner Gnade. Dein Friede wohnt in seiner Brust! und wer ist, der ihm schade? Auf dich fiebt er in aller Noth, womit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröftet deine Vorsicht. 6. Gib, daß ich des Gewissens Spruch als deine Stimme ehre und immer aufmerksam genug auf feie ne Warnung höre. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich! Vater, deine Huld voll Reu' und Glaus ben suchen! 7. Mit deiner Gnade tröste mich, und stärke meine Seele, daß fie vor Sünden büte sich, und nie aus Vorfaß feble. Denn wer nur retnes Herzens ift, hat immer dich, durch Jefum Chrift, Allwissender, zum Trofte. 3 Trifft ihn auch hier zuweilen noch das Gift der Läflerungen, wird seines Her zens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Genug, er weiß davon rein, Mel. Schmücke dich o liebe S. flieht auch forgsam bösen 502 Vom Geräusch der Welt ges schie R6 396 Glückseligkeit wahrer Christen. löfers Frieden und die Freu- 503 W Gewissen baschieden, schmeck ich des Er- Mel. Wer nur den lieben Gott Denn ich ein gut de schon auf Erden, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Sünden seh ich unter mir verschwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. O was achten weise Chriften jenen Reiz von nie dern Lüften, fenen Glanz der eitlen Freuden, und des Lebens kurze Leiden, wenn fie schon im Geist am Throne deiner treuen Stretter Krone und den hohen Lohn erblicken, der fie dort einst wird entzücken? 3. Mag doch Trübsal mich umstürm n; deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfabe: ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes fillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Bürde finken, und den Kelch in Ruhe trinken. 4. Du baft felbft der Menschen Plazen, Heiland voll Gedulo ertragen, taus sendfaches Leid gelitten und den schwersten Kampf geftritten. Gib, wann ich ermattet bebe, daß mich deine Kraft belebe! Hilf mir wachen, kämpfen, sie. gen! Friede lohnet nach den Kriegen. be, so hab ich große Selig feit; es ist des Himmels befte Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit: in Frend' und Leiden gibt es hier die wahre Rub' der Seele mir. 2. Jch bebe nicht, wann Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Chrift; des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 3. Getroft wag ichs, vor Gott zu treten, und ibn voll Glaubensfreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der, was ich habe mir ver leiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens liebt. 4. Mit Muth trag ich des Lebens Leiden; sie sind ein herber Augenblick! doch des Gewiffens innere Freuden find süßer, als der Erde lück: und was kann höhern Troft verleibn, als obne Schuld in Leiden seyn! 5. Die Freudigkeit in mei nem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht: sie ist mein La fal in den Schmerzen und in der Finsterniß mein Licht. Sie macht getroft, wann eine Welt erzittert und in Trümmern fällt. 6. Der Glückseligkeit wahrer Christen 397 6. Der bangen Todes- unter Adams Kinder verfurcht entwöhnet, eil ich der breitet, sie erleuchtet, und letzten Stunde zu, dem Lei- die Sünder durch Thaten be, der nach Rast sich seh- reizt, mit einem bessern lenet, zeigt sich im Grabe fanf-; ben dich zu erheben; te Rub', indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung fich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Sei land gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich ftets Ruhe finde in der Versöhnung durch sein Blut: er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Miſſethat. 8. O Seele! darum fei beslissen, daß Frömmigkeit und Heiligkeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott; regiere mich! Denn, o was könnt ich ohne dich! Mel. Liebster Jesus 504 Wen wird, o Gott, die Wonne der Erlösten nach diefes Lebens furzem, Kampfe tröften? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 2. Wer heilig wird; wer abgewandt vom Bösen sich, von der Sünde Herrschaft läßt erlöfen; wer an den Sohn ibn net nennet, ihn frei beken3. Wer deine Wahrheit 4. Wer was er glaubt, gewissenhaft auch übet. die Menschen all' als feine Brüder liebet, nicht läftert, fie nicht fränkt, nicht stolz sich blähet, und keinen schmähet; 5. Wer Sünden haffet, und doch mit den, Sündern Mitleid fühlet, und an deinen Kindern die Gottesfurcht und ihre Gaben ehret; hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speift, die Nackten fleidet, frob ohne Wucher auch mit milden Gaben, genüßt zu haben; 7. Wer züchtig in Gedanken, keusch auch lebet; wer seines Werthes sich nie überhebet im Glücke mäßig, gütig und bescheiden, getroft im Leiden; 8. Den, den wird, Gott, die Wonne der Erlöften nach diefes Lebens kurzem Stampfe tröften: den schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone. Mel. Mein ganzer Geist, Gott 505Wie groß ist uns Gott, schon in der Prüfungszeit, selbst unter viel BeN 7 schwer. 398 Glückseligkeit wahrer Christen. schwerden, wenn unser Herz 5. Wie glücklich, Gott, sich dir ergibt, und treu in Jefu Dienst, sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sie herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freuden ärntet von der Saat der Leiden! sind wir alsdann! Wie viel haft du an uns getban! O laß uns unfre Würde vor Augen baben jederzeit; so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir gänz lich zu ergeben. 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenkteft, dein Geschlecht und Bundesvolk zu beißen! Bei dir ist unfer Vaterland; und wer will deiner starken Hand, 506Wie beiter be Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müffen streiten, und zu Zeiten schwach uns finden, hilft du uns doch überwinden. Mel. Schon ist der Tag von Gott fließt mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn ich dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust ent fage, von jeder bösen Neigung frei, und deiner heil'. gen Vorschrift trew, rechtschaffen dent' und handle! 2. Sanft führt dann dei ne Vatertreu', mich auf des Lebens Wegen; mit jedem Morgen wird fie neu zu reichem Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschützt, gewährst mir Alles, was mir nüßt, lenkst Böses selbst zum Guten. 3. Dich kennt, dich liebt, dir traut mein Herz; wie könnt' ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du bilfft die Last mir- tragen. Verlaffen kannst du, Gott, mich nicht, Aets warst du meine Zuversicht; du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn 3. Du deckest unfre Schulden zu, gibst unsern Seelen wahre Rub', und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ift unser Haupt und Nubm; wir fein erkauftes Eigentbum, und Schaafe seiner Weide. Gutes Mutses find auf Erden, in Beschwerden, unfre Seelen, Herr, was kann bei dir uns feblen? 4. Es bleibet zwar ber hohe Werth der Gnade die uns wiederfährt verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einft bält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn mit Kronen uns belohnen, als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. Glückseligkeit wahrer Christen. 399 4. Wenn deine Gnade ner zu schmücken. Die irmich erquickt, und Ruh ins dischen Gaben sind Labfal Herz ihm nur: drum beut fie ihm süßer die holde Natur. mir sendet, Golt wenn dein Friede mich beglückt, und keine Neu' mich fränket: wie selig bin ich dann in dir! Wie ayn' und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt hin zum ew'gen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, fie trex zu wandeln, deine Kraft, die alles Gute wirkt und schafft, mir Schwachen nicht versagen! 3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er feine hohe Bahn. Keine Laft kann ihn ermüden, täuschen ihn kein eitler Wahn. Ihn leitet die Wahrheit durchs Lebensgetümmel, fein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen und Rub' ftrömt ibm von dem Throne des Ewigen zu. 4. O wer wollte diese Freuden, diese Seligkeit verschmähn? Wer nicht felbft im tiefften Leiden auf der Bahn der Tugend gebn? Wenn oft auch die Kräfte des Pilgers ermatten bald laben ihn wieder sanft fühlende Schatten. Drum muthig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winket ein Vorbild; o folget dem Herrn! Mel. Eins ist Roth, ach 507 Qieblich sind der Tugend Pfade; Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind ich Got tes Gnade und der hohen Freuden viel. Was hilft es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergänglich ist jedes Vergnügen der Sinne. Nur Freuden der Tugend entfliehen mir nicht; fie Mel. Der unsre Menschheit bleiben wenn Alles auch. 508 mein Glaub' ift wanket und bricht. Lebens 2. Die Natur ftreut Luft und Wonne jedem in den Pilgerläuf; aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm ftrablet von Sternen ein böhres Entzücken; ibm pflegen die Auen sich schöRuh' und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Troff der Sterblichkeit nichts meiner Seele raube! Tief präg es meinem Herzen ein, welch' Glück Glückseligkeit, wahrer Christen. 400 Glück es sei, ein Chrift zu feyn. 2. Du haft dem sterblichen Geschlecht zu deiner Ewigkeit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staube kehr zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöfter bin, ist diefes Leibes Tod Gewinn. 3. Ich bin erlöst und bin ein Chrift; mein Herz ist rubig und vergißt, die Schmerzen dieses Lebens. Ich dulde, was ich dulden soll, und bin des hohen Troftes voll: ich leide nicht vergebens, Gott selber mißt mein Theil mir zu; hier kurzen Schmerz; dort ew'ge Ruh'. 4. Was seid ihr Leiden dieser Zeit. Mir, der ich jener Herrlichkeit mit Rub' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich belobnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; bald, bald verschwindet aller Schmerz, und Him melsfreuten schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir füße Pflicht; und wenn ich gleich, bienieben nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Troft: Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die, ich verdient, gerissen! Dir, dir verdank ich meine Ruh', du heilest meine Wunden zu; du stilleft mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Chrift, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nicht vergebens. Ich wachs' in meiner Hei ligung; ich spüre täglich Besserung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geiftes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank fei vir, Jefu, Dank und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium feft glauben, hoffen, licben! Es macht mich ruhig, es erfreut und führet mich zur Seligkeit, drum will ichs willig üben. Hier rühm' ich meines Glaubens mich; für ihn preis' ich dort ewig dich! Mel. Wer nur den lieben Gett 509 em Bandrer gleich, der auf der Reise das festgefeßte Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt, und sich im Kreise vom Furcht Glückseligkeit wahrer Christen. 401 Furcht und Hoffnung for seiner Brüder Noth, deckt gend quält, lebt auch der er die Blöße nackter Armen, Chrift, deß Leitstern nicht theilt mit dem Hungrigen ist Jesu Lehre helles Licht. sein Brod; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. 2. Er irrt umber auf düsterm Pfade, sucht SeeJenruh', und find't fie nicht; wünscht den Besitz von Gottes Gnade, allein er wandelt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er zagt, sein Glaube steht nicht feft. 3. Willst du das Glück des das Glück des Chriften kennen, so sammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon erfreu'n. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber seine Seligkeit. 4. Betracht' ihn im Befiß der Güter, der Ehr' und Hoheit dieser Welt; das Christenthum ist sein Behüter, daß er durch sie nicht wankt und fällt; kein irdisch Gut ist ihm ein Reiz zur. Wollust, Heppigkeit und Geiz. 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick 6. Wirf einen Blick auf in, wann Leiden und Trübsal ihn zu Boden drückt. Mein Vater, spricht er, hat durch Freuden in gutten Tagen mich erquickt. Ich kenn' in Leiden Gottes Huld, und trag die Prüfung mit Geduld. 7. Sieh ihn im Kreise der Geschäfte; wie würdig scheint der Christ dir nicht! Gewissenhaft braucht er die Kräfte zur lebung seiner beil'gen Pflicht. Sein Fleiß, den Menschenwohl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. 8. Schau auf ihn hin, wenn nun das Ende dem Wirkungskreise ihn entreißt. Mein Gott, spricht er, in deine Hände befehl ich sterbend meinen Geift. Du bist mein Troft! auch in der Nacht des Todes. Herr, es ist vollbracht! Dritte 402 Dritte Abtheilung. Lieder über die Pflichten des Christen in besondern Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besondern gesellschaftlichen Verbindungen. Häusliche Gesellschaft, Mel. Wer nur den lieben Gott Dohl dem, 510 Woh eher bei unsern Freuden sich freut 4. Wohl uns, wenn auch der Nachbar und der Freund; wenn er, an unfern Schmerz und Leiden theilnehment, trößtend, mit uns weint; die Bruderhand uns willig reicht und Hülf und Betstand gern erzeigt! 5. Ja, denen die dich findlich ehren, 0 Vater, strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgsam deinen Lehren, und trau'n auf dich und finden Ruh; fie finden Freude, deren Werth und Dauer feine Zeit zerstört. 6. 3war wird auch oft der Kelch der Leiden den Deiner, Serr, von dir gefandt; oft muß die Tod und Trene nung scheiden, die Blut und Treue feft verband; oft flört des Grams, des Unfalls Wuth bunde in treuer Lieb' und Eintracht lebt. Ihm wird des Lebens schnelle Stunde mit hoher Seligkeit durch webt; er blickt mit heiterm froben Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt bin. 2. Wohl dem, dem frommer Kinder Segen den Ehebund noch schöner macht; wenn sie im Herzen Tugend begen; in ihren Blicken Unschuid lacht; wenn sie der Aeltern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 3. Wobl denen, deren Hausgenossen die Furcht des Herrn vor Augen schwebt; wenn jeder treu und unverdroffen, das, was er soll, zu leisten strebt, wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus znm Sitz des Segens weibt! Gesinnung und Verhalten des Christen 403, Buth, oft Krankheit ihren heitern Muth! feblen, fein Segen der Zufriedenheit. 4. Sie mildert Sorg' und Leider, versüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im feft vereinten Streben, durch's kurze Pilgerleben zum Ziel im bessern Vaterland. 7. Doch trinken sie den Kelch gelassen, den du, ihr Vater, eingeschenkt: du wirft, du kannst sie nicht verlassen, du, Gott, der seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaube standhaft ringt, durch Leiden sie zur Wonne bringt. 8. Drum mag des Todes Arm uns trennen; wir werden einst uns wiederseh'n, vor Gottes tenren, mit ihnen dankend vor ihm stehn, da, wo nicht Trennung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. Mel. In allen meinen Thaten 511 felig, wer zudem, was Gott beschieden, den Weg durchs Leben geht;, von Herzen ihm vertrauet, und fest auf das nur bauet, was mit der Frömmigkeit besteht! Der Ehestand. Wet Wer nur den lieben Gott 512Bon dir, o Gott, 2. O felig, wenn die Heren, gefaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn fich liebend bier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauernden Gewinn! Freuden, du, der du Mann und Weib erschufft, und fie im Glück, so wie im Leiden zu großer Pflichten Uebung rufft! Uns diesen Pflichten ganz zu weihn, laß unsers Bundes Endzweck seyn. frieden mit 2. Erhalt' uns stets auf deinen Wegen: Nimm gnädig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand uns und jeden Segen mit Dank aus deiner Hand empfah'n, und fördere unsrer Hände Fleiß, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle unfer ganzes Herz mit reiner, fefter, treuer Liebe im Glück und Unglück, Freud' und Schmerz; mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und Thaf erfreut! 3. Es wohnet schon bienieden des Himmels hober Frieden bei stiller Häuslichfeit. Der Liebe reiner 4. Kein Theil verbitt're Seelen kann keine Freude seine Tage dem Andern je durch 404 Gesinnung und Verhalten des Christen durch Ungeftüm; und trifft den einen Caft und Plage: so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff auch dem Andern Heiterkeit! ein Haus, ein rebenreicher Weinstock aus; so- blühn auch Eh'geneffen. Ringsum umringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssproffen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Be ter zählt ihr Väter zählt ihr Mütter! Sorg' und Müh' ist hier nicht bitter. 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, fanftmüthig nachfeb'n und verzeibn, und ftets, mit dir geweihten Seelen, im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit unsrer Tugend unser Glück. Glück. 4. Gott, die du hier ver bunden haft, erleichtre ihres Lebens Last; gib, daß kein Segen feble! Laß nie sie ihren Bund entweih'n, lak treu sie, züchtig, friedsam Mel. Mein ganzer Geist er Ehestand foll 513 und Eine Seele! Lenke, lenke, Geift der Liebe, ihre Triebe, weg von Sünden, daß sie häuslich Glück empfinden! Du Schöpfer feßte selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner milden Vaterband den Frommen Seil entge gen. Vater! Vater! dich erhöhen, die in Ehen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die fein Herz ihm abgewann, die Gott ihm auserfehen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm bülfreich beizustehen! Heil euch, Heil Wiel. Vom Himmel kam der euch, gute Gatten! In 514 dem Schatten seiner Güte fauchzt mit freudigem Gemüthe. Bei Trauungen. ott, Stifter beil' ger Eh', schau auf dies Paar aus deiner Höh', das vor dir steht, den festen Bund 3. So strecket weit sich um A 5. O leite fie von Ueppig feit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden ächter Tugend, damit auch einst ihr Alter frei von prückenden Beschwerden sei, und beiter, wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Berather frommer Eben, alle fie, die auf dich sehen! in besondern Verbindungen 405 haft sich hier geliebt, einander ewig wieder gibt. Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! 2. Mit Gnade schau' auf fie herab, daß sie zusammen Mel. Mein ganzer Geift Gott Gott bis ins Grab verträglich, 515 Rondir, bu o Ewigkeit freundlich, gleichgesinnt, Allem gottesfürchtig sind. 3. Laß fie einander inniglich stets lieben, doch nie mehr als dich; von Untreu' auch im Herzen rein, und feusch in Wort und Werken seyn! 4. 3u'ammen, laß sie dir vertrau'n, zusammen ihre Seel' erbau'n; zusammen deinen Ruhm erhöh'n und deinen Segen fich erfleb'n! 5. Was ihnen ihr Beruf gébeut, daß laß sie thun mit Freudigkeit, und so geling' ibr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6 Empfinden und erfab ren fie des Erdenlebens Laft und Müh', so trage jeder gern sein Theil zu seines Gatten Trost und Heil!! Nach der Trauung. 7. Willst du durch Kinder fie erfreun, so gib zu ihrer Mel. Mein Gott das Herz Zucht Gedeihn, daß an den 516 Gebt bin! Der nie Gram und Jammer seh! 8 Wenn dein Rath ihnen Trübfal schickt, laß sie darin nitht unerquickt; gib beifre Tage nach dem Leid, und fegn' es für die Ewigkeit! ward einst der Ehe Bund geweiht; o weih auch sie zum Segen, die hier vor deinem Angesicht entschlossen fteh'n, den Schwur der Pflicht vereinigt abzulegen! Laß fie, Vater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu bie Pflicht der Chriften üben! 2. O du, der du so gern beglückft, so liebreich zu uns niederblickft auf allen unfern Wegen, Herr, laß fie stets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeihn, und ihr Beruf sei Segen! Laß fie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig fterben und vereint den Himmel erben! 9. Und trennet einst auch fie der Tod, so sei ihr Troft: daß unser Gott, die tugendnigkeit bat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. Ihm heiligét Beruf und Stand! ihm heiligt euer Herz, und folgt der Leitung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz 3. Euch 408 Gesinnung und Verhalten des Christen pflicht! Verwahrloft eure euch der Uebertretung eurer Kinder nicht! Gewöhnet sie Pflicht in eurer eignen Juvon früher Zeit mit Gott gend nicht! zu frommer Thätigkeit. 9. Muthwillen nennt nie Wizz; nie preift des Kna ben schadenfrohen Geift als Munterfeit; ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 10. Sehrt friedlich sie und g'nügsam seyn, entbehren und sich dennoch freu'n; tilgt Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christensinn zur Luft!, 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst und daß Fleiß, und lehret fie, Arbeit keine Sklaverei, daß sie das Glück des Menschen fet. 2. Wohl euch, wenn keines je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu' vor ihm die beste Klugheit sei! 3. Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott kennen, feine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch verstehn! 4. Besorgt für ihren Leib, doch mehr für ihren Geift, schaut stets umber, was ihrer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Tugend an! 5. Erstickt durch gute Lehr' und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht: sorgt, daß sie werden Gottes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 6. Zerstört des Lehrers Unterricht zu Haus durch böfes Beiſpiel nicht; schützt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Troß mit Unverstand! 7. Wist, daß fie recht und irre gehn, so wie fie euren Wandel sehn! Sie 520 Dieren wir uns Wiel. Vom Himmel kam der Kinder, pe find durch Beiſpiel leicht regiert; web' weh euch, wenn ihr sie verführt! 8. Ihr junges Herz ist schwach und weich; drum rühmt bor ibren Ohren freun, sind alle, Gott und Vater, dein; find deine be ste Gab', o Herr: bewahre fie, Barmberziger! 2. Wenn treuer Aeltern Lies 12. So nehmt euch ihrer Seelen an: Gott richtet cinst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägt's und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. in besonderen Verbindungen. Liebe fucht fie aufzuziehen in der Zucht; so steh, damit fie glücklich fei, mit deiner Weisheit ihnen bei! 3. Gib allen Kindern Lernbegier, zum Guten Lieb' und Luft zu dir: und; laß sie meiden, ohne Zwang, Troß, Eigenfinn und Müffiggang! 4. Gesegnet fei ihr Unter- Hand fie bält? Unbezwingricht! Laß fie durch deines lich laß fie seyn allen Lüften; Wortes Licht dich recht er- fromm und rein nur nach tennen; laß sie nie gefähr- deinem Beifall trachten, auf lich irren, leite fie! des Lasters Reiz nicht achten! 5. Im Glauben mache fie gewiß, bewahre sie vor Alergerniß, und naht Versu chung ihnen sich, so stärke du sie väterlich! 6 Hilf, daß fie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich befleißen jederzeit der Tugend, Bucht und Frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen Christen seh'n, die freudig deine Wege gehn; und Bürger einst voll Luft und Muth, zu thun, was edel ist und gut! 8. Erhöre, Höchfter, dieß Gebet; verleiß', was wir von dir erfleht! Dann danfen einst, Allvater, wir mit allen unsern Kindern dir! Mel. Fren' dich sehr, o meine 521 eine Kinder, 409 Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß' fie nie, fegne und behüte fie, daß fie, dir zum Wohlgefallen, früh schön deine Wege wallen! ich dir an; du gabst fie mir. Preis sei dir von ganzer 2. Aber ach, wie viel Gefahren, warten ihrer in der Welt! Wer vermag fie zu bewahren, wenn nicht deine, 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden fie verschonst; nicht, daß du durch ftete Freuden ihrer Tugend hier schon lobnft, feden ibrer Wünsche stillst, jede Hoffe nung gleich erfülft; nicht um Schäße, die vergeben, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebensreise, wie es längst dein Nath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht!. Wichen sie von dir zurück: ihr verlornes Seelenglück wär mit allen Erdenschätzen nimmer ihnen zu erfeßen. 5. Doch, die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Gehör! Laß nicht ihre Lebense tage, guter Gott, ganz freudurch dich: o so sei es väterlich, und dann laß es ihren -See 410 Gesinnung und Verhalten des Christen Seelen nicht an Troft und Stärkung fehlen! Schranken. Kinder, nie belohnt ihr sie, danken aber tönnt ihr danken euren Ael tern Lieb und Müh', danken manche lange Nacht, sorgen. voll für euch durchwacht. 6. Keins von meinen Rindern werde durch das Lafter elend, Gott; keins dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Nüßlich laß der Welt sie fepn, keine Müb und Arbeit scheu'n, still sich ihres Flei Bes nähren, und durch ihn dem Mangel wehren! 4. Sie aus reinem Herzen lieben, ihnen treu und folg fam feyn; nie mit Vorsaß fie betrüben, jede Seränfung schnell bereun; ohne Klü geln ihnen traun, und auf ihre Winke schaun; 7. Jener Steg'stag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer keines fehlen mag! Dann frohlock' ich, Vater, sieb hier bin ich, hier find auch die, die mir deine Huld gelieben, fie zum Himmel zu erziehen! Kindespflicht. Mel. Gott des Himmels und 522 inder, die ihr noch im Kreise eurer guten Aeltern weilt, und um Kleidung, Trank und Speise forglos nur zu ibnen eilt; noch durch fie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht! 2. Kinder, o bedenket frühe, was sie thun für euer Glück! denkt der namenlosen Mübe, die sie euch vom Augenblick eures Aufblübns bis zur Zeit eurer Reife fiets geweiht. 3. Nelternlieb' ist ohne 5. Ningen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege eurem boben Rufe treu, jedem- Lafter trogend, gebt, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Aeltern leiben, wenn sie kraftlos find und schwach; sie mit Trof und Hülf' erfreuen' bet des Alters Ungemach; dies if Kindesbank und Pflicht. Kinder, dies vergesset nicht! Mel. Jesus, meine Zuversicht 523 er, Dant fei ott; mein Vas dir: du haft Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Acltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir beglückst du ihre Müh', und auch mir erbältst du fie. 2. Oft hab' ich fie zwar betrübt, fie, die von den ersten Tagen, doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Ges in besonderen Verbindungen. 4117 Geduld getragen. Gott, 8. Ebrerbietig laß mein dadurch kränkt' ich auch Herz wirklich seyn, und nicht dich; o wie beugt mein blos scheinen. Laß mich Undanf mich! auch, trifft sie ein Schmerz zu dir heiße Thränen weinen; ihnen deine Hülf' erflehn, nach der Hülfe dich erhöhnt 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen. Laß mich fa durch Eigenfinn niemals ihre Gunft verscherzen, gib, daß meine Dankbarkeit, mein Gehorsam fie erfreut! 4. Laß mich, Gott, wie du verlangst, jede Kinds pflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg' und Angst fie beschwert um meinetwil len! Haben sie nicht manche Racht, wenn ich schlief, für mich durchwacht? 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der, der Herr vom Himmel war, Gottes Sohn, das Heil der Sünder, er war Roll Mel. Wer nur den lieben Gott doch von Kindheit an, ſeinen 524 Wir flehn für un Aeltern untertban. frer Aeltern Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du haft sie uns zum Heil gegeben, fie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Herzen danken wir für deine Baterliebe dir. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Luft! Denn das if billig, auch gefällig, Gott, vor dir; dazu mache selbst mich willig! Woht mir dann! dann wird auch mein dein verbeißner Segen feyn! 9. Meiner Aeltern Schuß sei du! Ihrer Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu; laß fie alt im Segen werden, und erhöhr auch ihr Gebet, das für mich um Weisheit flest 10. Alles Kreuz mach ihe nen leicht; hilf es, Vater, selber tragen, und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den fpätfen Lebenstagen, so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn!" 7. Laß auf ihre Wünsche mich findlich und mit Sorgfalt achten; ia selbst ihren Wünschen mich noch zuvorzukommen trachten: nicht für sie Beschwerden scheun, und ihr Glück mir Freude ſeyn! 2. Verleih' uns fets für ihre Lehren ein offnes wei ses, sanftes Herz, und fas uns gern und findlich ehren, daß niemals Kummer, Grame und Schmerz der treuen Met tern Herzen kränkt, und ihre Liebe von uns fenft! 3. Gib ihnen deinen be ften Segen und Alles, was S2 412 Gesinnung und Verhalten des Christen ihr Herz erfreut! Beschirme 5. Nur das Haus, we fie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gesegnet sei ihr Erdenloos, und einst ihr Lohn im Himmel groß! Geschwisterliebe. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt enn Geschwi525 und weise, nachsichtsvoll und gütig find, wenn in ihrem ftillen Kreife fiets des Friedens Quelle rinnt: o dann ruht auf ihnen allen Gottes Blick und Wohlgefallen. 2. Durch das Band des Bluts verbunden; follen sie durchs Leben gebn, und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und er böbn; sollen Haß und Neid entfernen, und auch Andre lieben lernen. Liebe wohnet, wird gefegnet. und erfreut. Aeltern seh'n sich dort belobnet, Kindern ist ihr Glück bereit; alle Hausgenossen fireben, fi mit Freuden zu umgeben. 3. Mit entschloßnem froben Herzen üben sie, was Gott gebot; theilen Freude, Gram und Schmerzen; mindern jedes Tages Noth; warnen fich, so oft fie fehlen, und veredeln ihre Seelen. 4. O wer wollt' in früher Jugend nicht schon fanft und friedlich feyn? Aus den Häusern bringt die Tugend in die große Welt hinein. 6. Liebe! Komm herab vom Himmel! Komm in un ser Herz herab! Lette durch das Weltgetümmel auch die Las durch deine Macht auf Erden jedes Haus regieret werden! Für Herrschaften. Mel. Nicht so traurig, nicht u vertheilft der 526 Menschen Loos, Gott, nach deinem weisen Rath; machst oft Eis nen reich und groß, wenn der Andre Mangel hat: aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 3. Er hat Recht auf Güt' und Huld, wenn ihr Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er ohne Vorfaß fehlt. Wer die Seinen tann be. Ich bin selbst nicht fehlertrüben, wird der Andre redlich lieben? 2. Wer bei ärmerem Ge schickt seine Zeit und Kraft mir leiht, wer zu meines Hauses Glück treu sich mei nem Dienfte weiht; wer durch Folgfamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. frei; kann ich fordern, daß er's sei? 4. pod in besonderen Verbindungen. 413 4. Hochmuth, Stolz und vergönne, gern seine treue feinen Werth erkenne, und ja aus nicht'gem Vorwand nie ihm den verdienten Lohn ente zieb! meiner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin: den noch ziemt mir Herrschsucht nicht. Lieblos, hart und graufam seyn, heißt: der Menschheit Recht entweihn. 5. Herr der Herrn, gib mir Kraft, daß ich stets gerecht und treu, liebreich und gewissenhaft gegen jeden Menschen sei! Jeder ist dein Rind, wie ish, und erhält sein Recht durch dich. 5. Auch der geringste Diener ist bestimmt zu höherm Leben: für mich und ihn bat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einft der Knecht mit seinem Herrn ein gleiches Recht. 6. O präge diefes tief mir ein! Nie müff' ich mich ertühnen, gefühllos gegen die Mel. Auf Christenmensch 527 bin ich, was ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern Brübern habe. Ste leihen ihre Dienste mir: dies, böchster Herr, verdank' ich dir. Für Dienende. 2. Erfülfen sie mit Red. 528 Gen Witten foll Mel. In allen meinen Thaten pott, deinen weiihrer ihre lichkeit und Aufwand Kräfte, was ihnen Pflicht gebeut, in ihrem Dienstgeschäfte, so gib, daß ich für ihre Treu' auch dankbar und gefällig sei! Jeder hier erfüllen; laß' ibn mir beilig seyn! Laß' alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 3. Hilf, daß ich jedemfeine Pflicht auf's möglichste verfüße, daß, wenn an Hülf' es ihm gebricht, er he von mir genieße, daß ich ihm Fehler gern verzeib', uno wird er frant, fein Pfleger fei! 3. Lehr' ohne bitt're Kla4. Gib, daß ich auch zu chter Zeit Erholung ihm gen des Lebens Last mich S3 traurch die meinem dienen. Der mir hier dient, ist Mensch, wie ich, ich foll ihn lieben, gleich als mich. 2. Du heißt mich Andern dienen; und dien' ich redlich ihnen: so folg' ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrschaft Willen mich gern und treu erfüllen; dies ist dein Wille; dein Gebot! 414 Gesinnung und Verhalten des Christen tragen, und Weichlichkeit Mel. Mein erst Geschäft sei Preis verschmähn; im Reden und erufen 529 Beid, mein im Schweigen mich ebrerbietig zeigen, und gern den Weg der Demuth gehn! Gott, in Andrer Dienft zu leben; um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 4. Der Herrschaft Wobl ju mehren, und Schaden ab. Juwehren, fol meine Freude. feyn! Ich will sie herzlich Lieben, mit Vorsatz nie betrüben, verbroßnen Sinn und Frechheit scheun! d 5. Ich will fie nie bes meiden; will alle Trägheit meiden, und alle Zanfsucht flichn; will Recht thun, nicht betrügen, nicht lästern und nicht lügen, und allemt Leichtsinn mich entzieben! 6. In meinem Dienst auf Erden geschickter ftets zu werden, sei Freude mir und Pflicht! Wer treu ist hier Im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er be reut sein Leben nicht. 7. Du bist flets der Ge rechte, der Herr der Herrn und Knechte, und beider Troft und Heit. Wer niedrig it auf Erden, kann groß im Himmel werden, at an thm, wie der Höchste Theil. s. Dies laß mich stets er wägen; denn bics gibt Troft and Segen, und reicht die Hoffnung bar: einst wirft bu, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, svomit ich Menschen müßlich 2. Auch ich soll bier in meinem Stand nach meinen Kräften nützen, und du, Gott, willft mit Vaterhand mich dabei unterflüßen. 3. O laß in meinem Dienst dies nie mich aus den Augen seßzen, und koftet mir's auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verleßen! 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, damit fie met nes Diensts fich freu', mit Eifer mög erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie mein eignes Gut, das Shrige ber trachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier' gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr et was zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Eyre, das Alles sei auch mir so werth, als ob's das Meine wäre! 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so sei's mein Troft auf Erden, daß fie, Gott, dei nem in besonderen Verbindungen. nem Angeficht nicht tann ent; ogen werden. 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie, und wirft ichon hier im Leben mir auch bei aller meiner Müh', Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Lebend Abend dann; ſo nimmst du, der die Müden gern aufnimmt, mich mit Ebren an, und schenkt mir ew'gen Frieden. Für Wittwen. Mel. In allen meinen Thaten 530 Auf Gott nur will hört der Wittwen lehen, und nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Troft und Freude, der Fels, auf den ich bauen tann. 2. Mich leitet feine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlaffen! Dies Trostwort will ich faffen; es if mein stärtster Wanderfab. 3. Wo feit viel taufend Jabren betrübte Wittwen waren, da sah Gott gnädig bin. Er pflegte der Betrübten, wenn sie nur stets ibn liebten, und wandelten nach seinem Sinn. 4. Auch mich wird er bemerken, mich trösten, seg415 nen, ftärken, und mir zur Seite steh'n. Wie groß ift seine Güte! Mit ruhigem Gemüthe will ich auf seinen Wegen geh'n. 5. Ich will ihn gläubig ehren, und meine Tugend mehren in stiller Einfamteit. Er fieht ja, wie ich's meine; er ficht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch, wenn ich mehr noch litte, bis zu dem leßten Schritte will ich ihm folgfam feyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu Freuden erfundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit feber Last und Plage, wie Träume, leicht dahin; ich lege meine Glieder im Tode rubig nieder, und weiß, daß ich erlöset bin. 8. Einft geb' ich, den zu schauen, der ewig mein Vertrauen, mein Gott ift, und mein Freund. Wie will ich denn ihn ehren ihm danken für die Zähren, die ich als Wittwe hier geweint! 9. Dann find' ich, die ich liebte, und deren Tod mich trübte, in meines Gottes Hand; dann trennt tein Tod uns wieder; dann schallen unfre Lieder durch's thränenfreie Baterland. Für 416 Gesinnung und Verhalten des Christen Für Waisen. 5313 ner Jabre, Gott, In voriger Melodie. m Frühling meie fab' ich schon die Bahre des guten Vaters steh'n; und fie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind muß ich ihr Grab schon seb'n. 2. Unwissend, was mir nüße, so schwach und obne Stüße muß ich verlassen geh'n! Wer wird mir Nath ertheilen, wer mir zur Hülfe eilen, wer bört auf armer Waisen Fleh'n? 3. Doch wer war's der mich beugte, ſo tief zum Staube neigte? War'st du's nicht, großer Gott? Dein weiser Rath regieret der Menschen Schicksal, füh ret és fort durch Leben und durch Tod. 4. Du willft dich an den Waisen als Vater ja beweisen, und Armen Gutes thun: Verlaßne willst du hören, die Aelternlofen nähren; dein Segen foll auf ihnen ruh'n. 5. Und feit viel tausend Jahren haft du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, sah'n, Gott, zu deinen Füßen ihr heißes Fley'n von dir erhört. 6. Auch mich kannft du nicht baffen, du wirft mich nicht verlassen; ich will dir 308 ganz vertrau'n. Dein Herj ist mir ja' offen, feft will ich auf dich hoffen, nur dich in trüben Stunden schain! 7. Ja, du wirst mich ernähren, mir Rath und Hülf' gewähren: wo ist ein Gott, wie du? Nur was mir nüßt, das schenke mir, deinem Kind, und lenke mir from mer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Gefahren und Lafter um mich sind: o dann sei, treuer Bater, mein Führer, Freund, Berather, ach dann verlaß nur nicht dein Kind! 9. Es schlag' von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und. Unschuld nur mein Herz! Fromm seyn auf deinen Wegen, sei meine Luft, mein Segen, und Unrecht thun und seh'n, mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begang'ner Fehler Reue, ein wahres Christenthum; ein zärtlich Herz für Freunde, und Sanftmuth gegen Feinde, dies sei mir mehr, als Glück und Ruhm! 11. Und die, die mich er ziehen mit redlichem Bemüs hen, an eltern Statt mir find, mich warnen und belehren, laß herzlich mich verehren, fie dankbar lieben, wie ihr Kind. 12. 3hr Lohn sei, Gott! dein in besonderen Verbindungen. dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer feyn und wenn sie dann einst sterben, und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freu'n. 13. Verklärt werd' ich dann stehen, die Weltern wie: der' sehen, um die ich bier geweint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöfer, beten: lohn' ihnen ewig, Menschenfreund! 1 417 Freud' herab, der seinen Brüdern- Freude gab! 4 Ich will fie lieben und sie ebren; will über mein Bedürfniß fie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden stets und lästig nie; will, wenn ihr Herz auch andre liebt, nie netdisch seyn und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über fie; sei fets ihr Helfer und behüte vor WiderwärDankbarkeit gegen Wohlthäter. Mel. Wer nur den lieben Gott Menschen 532 W reben, bir an Güte und Wohlthun, Bater, gleich zu feyn; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Nath und Hülfe mich erfreu'n: mit reichem Segen fegne dann sie, die ich nicht belohnen kann! 2. 3ch will mich aller ib rer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leiden gern, wie ich kann, ihr Tröfter Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus fen; und kann ich lindern 533 Das Amt der Lehrer, ihre mit Freuden will ich's thun, o Gett! 3. Und fann ich's nicht, dann, Bater, dringe mein eifrightes Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Herr, fie thaten wohl an mir. Auf jeden komme so tigkeiten fie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz; tröst' und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wenn einſt sie scheiden, gnädig an! Erquicke sie mit Troft im Sterben, die mir im Leben wohlgethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sei herrlich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Gesellschaft. ist dein; dein soll auch Dank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gesegnet fei ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gefandt, von Zeit S5 418 Gesinnung und Verhalten des Christen Zeit auf Zeit bein beil'ges fie thun, mit Freuden, nicht Wort, und licht mit ihm mit Seufzen thun. und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer sich, wenn er er Teuchtet selbst durch dich, ben Jüngern Jefu gleich gesinnt, viel Seelen für ew'ges Reich. dein Reich gewinnt! 10. Ja, Gott, wir wol len sie erfreun, und dankbar fromme Hörer feyn; so führst du einft, auch uns zugleich mit ihnen in dein 4. Dank bir, da du auch uns so liebt, daß du uns treue Führer gibst, die weise find und tugendhaft, in Bei Einführung eines Religionslehrers. Lehr' und That voll Geift 534 Wund, daß Gott Mel. Mein ganzer Geist, Gott obl und Kraft! ens liebt, uns immer treue Lehrer gibt, die uns zum Himmel führen; die, aufs geklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preifet seine Treue! Wieder neue ward sie bente. Dank sey unfre beil'ge Freude! 2. Wir reichen fegnend ibm die Hand; den Gott zum Lehrer uns gefandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! 3u bilden uns hier in der Zeit zum Leben in der Ewigkeit gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr' ihn, bilf ihm thun und leiden, dulden, streiten, beten, wachen, se lig fich und uns zu machen. 3. Laß deinen Geist stets auf ihm, ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts fei, was ihn betrübet! Gib für die Wahrheit, bie cr 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Hörer seyn, und schätzen deiner Wahrheit Werth, ams ihr Unterricht erklärt! die 6. Dein Wort ist, was fie lebren, Herr! Laß uns dadurch stets heiliger und beffer werden; nur alsdann gehn wir einber auf rechter Bahn. 7. Ermahnen, warnen, ftrafen sie; so weig're, wer sie hört, sich nie, zu bassen was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie geBeutst. 8. Das ist der Lehrer best ter Lohn, wenn ihrer Mühe Früchte schon fie bier in un frer Tugend sehn, mit uns ben Weg zum Himmel gebn. 9. Fern sei von uns der Frevel, Gott, durch Undank fie, durch Haß und, Spott au fränken; daß sie, was 419 Geist das Gute, das bein Wort verbeißt, im Leben und im Sterben! 2. Sie kennen dich, o Gottes Sohn, und deine beil'ge Lehren. Ift Freude dort vor deinem Thron, wann Sünder sich bekehren; so laß auch heute Freude sepn, da diefe Kinder dir sich weihn, und ihren Bund erneuen! 3. O laß fie Gnad' und nicht Gericht in dieser Stand' empfahen, wenn fie mit Glaub' und Zuversicht zu deinem Tische naben! Es flärte sie dies Lebensbrod damit sie, Jesu, deinen Tod verkünd'gen durch ihr Leben! Nach der Handlung. 5. So sei gefegnet, Knecht des Herrn! Nie sei dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Dand: wir gehn mit dir in's Baterland; du führst uns. Amen! Amen! Heilig bleib und diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, ſei flets unser freudig Streben! 4. Lacht ihnen bei dem edlen Lauf die falsche Welt entgegen, so bilf du ihrer Schwachheit auf, und wann sich Lüfte regen; so laß fie gläubig auf dich sehn; die Welt mit ihrer Luft verschmähn, und muthig überwinden! Bei der Konfirmation. 5. 3eig, Serr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die feßt auf ihre Lebenszeit sich hier mit bir vermählen! O trener Heiland, fie find dein! Mel. Es ist das Heil uns 535 Die hier vor dels Schreib heut in's Buch des ser Christen! nem Antlitz ein dies in besonderen Verbindungen. er lebrt, ein Herz uns, das fie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Ueben hilf uns dann in Leiden, wie in Freuden, seine Lehre, uns zum Heil und dir zur Ehre! 4. Wann einst dein großer Tag erscheint laß ihn, laß unfern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zugezählt: gib, daß dort ihm keine fehlt! Laß keine fich verlieren! Gott, wie werden wir uns freuen, um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone! flebn, find, Jefu, deine Glieder. Blid', wenn vereint wir für fie flehn, erMel. Mitten wir im Leben barmend auf fie nicder; gib 536 Stärke, Mittler, deine S6_ theur' 420 Gesinnung und Verhalten des Christen theu'r Erlöften! Laß sie ihr 4. In der Todesnoth laß Vertraun auf dich unaudsprechlich tröften! Wach' über ihre Seelen! Sie fletn und schwören alle bir! Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß fie nie vergeffen ihr Gelübde: tren zu feyn dir, bis an's Ende! 1 2. Ach, wie viele schwuren auch, fest an dir zu halten, aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten; Verderben Mel. Freu dich sehr, o meine ward ihr Ende. Beständig 537 Sei getreu in dei. laß dir diese nem schwören, dir" sich weihn! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke fie, die Deinen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Tugend! sie, deine theu'r Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Herr, laß fie bei dir leben! Einst sammle fie mit uns zugleich in dein unvergänglich Reich! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröfter! Dreiciniger Gett! Last fie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu seyn oir bis an's Ende! Laß dir dessen feften Grund ja nicht aus dem Herzen rans ben; halte treulich deinen Bund, den dein Herz durch's Wasserbad fest mit Gott geschlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt; auch die Lieb'- am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Dente, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott verges ben, auch verzeihn und liebreich leben. 3. Sei gefreu in deinen Leiden, und laß dich kein Ungemach, keine Noth von Jeſu fcheiden; murre nicht in 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ibren Lüsten; ach, du wolleft sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß ftreiten fie und fiegen! Die Triebe zu verbot'ner Luft dämpfe früh in ibrer Brut! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß fie alle Feinde ibres bohen Seelenheils weit überwinden. in besonderen Verbindungen. 421 in Web! und Ach! Denn du vor allen Schlingen, vor machest deine Schuld größer den Lockungen der Welt; durch die Ungeduld. Selig laß es nimmer ihr gelingen, ist, wer willig träget, was daß sie ihre Tugend fällt der Herr ihm auferleget! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört', und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünscheft, webrt. Halt an seiner Treu' dich fest; glaub', daß er dich nicht verläßt;-feine Hülf ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 3. Laß fie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre seyn, und durch deines Geiftes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie findlich flehn, daß fie auf der Unschuld Pfade zu dem höhern Leben gehn! 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und teine Noth je ven deinem Gott dich wende; sei ihm treu bis in den Tod! O das Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jefus dir will geben bort in seinem Freudenleben! 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie ftraucheln wollen, fest; laß fie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes an! 5 Keines, feines, ach von Allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden seyn! Herr, verfiegle ihren Glauben, der fie ewig glücklich macht; feinem laß die Krone rauben, die du Allen zugedacht! 538 Mi Mel. O du Biebe meiner ittler, schau' auf sie ber nierer, die sich deiner Gnade freun, und als deiner Kirche Glieder dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für fie dahin sich gab! Segnend schau bei threr Weihe, segnend schau auf sie herab! 2. Laß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheiligt sepa, daß fie nie vom Pfad der Tugend in der Irre sich zerstreuen! Schüßze sie 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sieh die Thränen ,. die fie weinen, Zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die seligen Gefühle nie erkalten, nie vergebn; bis zu ihrem Lebensziele laß fie treu im Glauben stehn! 57 7. Samm Gesinnung und Verhalten des Christen 422 7. Sammle fie einst Alle wieder dort in deines Vaters Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst den Engeln Gottes gleich, singen sie bir, Herr, zu Ehren, dann ihr Loblied bocherfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. Mel.( Shristus, der ist mein ( Die Gemeinde allein.) Pieb diese jun gen Seelen, die, Bater, die sich nab'n! Sie konimen, deinen Segen von neuem zu empfah'n. 539 Sich 2. Sie kommen, dir, o Bater, sich feferlich zu weihn, und heilig zu geloben, dir ewig treu zu seyn; 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widerfehn; den Weg, den Jesus lehrte und selbst betrat, zu gehn. 4. O blick auf fie mit Se gen,-Allliebender, herab, daß fie vom Weibaltare treu wandeln bis an's Grab! ( Die Konfirmanden allein.) 5. Gott, welche beil'ge Stunde! Laß fie gefegnet seyn! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. 6 Dich immer findlich lieben, gehorchen willig dir, und gern dem Nächsten die. nen, ja, Gott, das wollen wir. 7. Wir wollen jede Sünde, das kleinste Unrecht scheu'n und immer besſer werden, und uns in Un schuld freu'n. 8. Oblick auf uns mit Segen von deinem Thron berab, und laß uns dem Gelübbe getreu feyn bis ans Grab. Nach der Einsegnung. ( Die Gemeinde allein) Mel. Wer nur ten lieben Gott 540 Tag des BunKinder, dieser D des sei eurem Herzen ewig werth; benn das Verspres chen eures Mundes bat der Allwissende gehört. Ihr jung gen Christen denket nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend freu zu seyn. Von neuem habt ihr euch verpflichtet; Gott euer Leben ganz zu weih'n. O heilig geffet dieses Tages nicht! fei euch diese Pflicht! Ver( Die Konfirmirter allein.) Mel. Werde munter, mein 3. Heilig foll uns diese Stunde, ewig unvergeßlich seyn! Mit dem Herzen, mit dem Munde schwuren wir, Gott in besonderen Verbindungen. Gott trea zu seyn, nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug' im Tode bricht. Gott, der Alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 4. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott und nicht der Welt, und in unserm ganzen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer hier fäet in der Zeit, ärntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben- Gott 5. Owohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Segen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil bier und in Ewigkeit zu Theil. 423 Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! ( Die Konfirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folgsamfeit baben wir uns dir verpflichtet. Unser Herz sei dir geweibt; unser Geist auf dich gerichtet! O wie felig werden wir in dem Bunde, Gott, mit bir! 4. Stärk' uns nur mit beiner Kraft! Schüß uns vor der Macht der Sünden! Gib, daß wir gewisſenhaft böse Lüfte überwinden! Hilf, daß unser Herz dir treu, standhaft uns're Tugend fei! ( Alle.) 5. Sieb, o Herr, wir Alle flehn, stärke liebreich uns're Seelen! Laß uns niemals irre geh'n, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwindet mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. ( Zum Schluß der Konfirmationshandlung.) Mel. Jesus, meine Zuversicht ( Die Gemeinde allein.) ottes Gnade fei 541 Sie verleih' euch Kraft und Segen! Wallet freudig, En- 542 Hirdiſch ist, verMel. Allein Gott in der Höh.err Gott! was geln gleich, eurem hohen Ziel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des Allvergelters Thron. 2. Heilig fei euch dieser Tag: beilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer geht, und schnell enteilt das Leben; Herr Gott! was ewig fest besteht, bast du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit belles Licht, es bleibet Tugend, Necht und spflicht 424 Gesinnung und Verhalten des Christen Pflicht und Jefu heil'ge 4. Hier sollen am Altar Lehre. 2. Die Lehre, bleib' uns bis an's Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab, des Herzens Troft und Segen! Sie leif' in aller Freud und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben! fich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbund'nen nah'n, dir heil'gen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwören Lieb' und Treu', damit ihr Leben dir steis wohl. gefällig ſet. 5. Hier wird mit Dankgebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild jeder Tugend; hier schwört es einst den Schwur: Gott ewig treu zu seyn, und tritt dann in den Bund erwachsner Chriften ein. Bei Einweihung einer Kirche. Mel. Nun danket Alle Gott 5433° on heiligem Gefühl der Andacht tief durchdrungen, fei, Soft, dir heut von uns Lob, Preis und Dank gefungen! Hier wollen wir vereint und deiner Liebe freu'n; drum weihen wir dies Haus zu deinem Tempel ein. 2. Anbetend sich dir nah'n, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heiligthum! 3. Hier sollen wir den Sinn von Chrifti Lebre fas sen, und zur Befolgung uns, zur Treu' ermuntern laffen; bier strahlt den Geifte Licht, bier quillt dem Herzen Ruh';bier spricht dein Wort, o 6. Hier sollen wir vereint das Mahl ber Liebe feiern, und ernstlich den Entschluß der Besserung erneuern: er innern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn, durch Le ben und durch Tod, uns: muthvoll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets erwägen, und dieses Hauses Zweck recht ernstlich überlegen. Dann wird der Tag der Weih' ein Tag des Se gens seyn, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freu'n. Bei Einführung eines To Schullehrers. Mel. Laß mich, o Herr Gott, Geduld und Troft 544 Last dankbar und uns zu. 16. die eh ren, in besonderen Verbindungen. ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu belehren, ihr Herz von seinen Feblern abzuzieh'n! O wel de Saat wird durch sie ausgestreut! Sie teimt empor für Zeit und Ewigkeit. 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo her kommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend, auch unter uns, mit Vaterhuld gedenk'st, und zu der Weisheit und der Tugend durch treue Führer ihre Schritte lent'st! Wie weise, Gott, wie liebreich Herr, bist du! Durch Schulen auch ström'st du uns Segen zu. 4. Froh seh'n der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umber in deiner Menschenwelt; und nabt sich uns der Tod einst auf dein Wort; so seßen sie dein Wert auf Erden fort. 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und regen Trieb, die Kinder dir zu weih'n! Laß treuen Fleiß 425 im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude seyn! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß' fie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich zieh'n, auch, wenn sie strafen, noch belehren, und forgfam felbft den Schein des Unrechts flieh'n! Religion und reine Sittlichkeit verbreite sich durch sie zu icder Zeit! 7. O welche Pflichten! Welche Würde! Gott, fleb' auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er flets getroft und muthvoll sei, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn ehrt und dankbar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht; dann laß' ihn fenen Lohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Chrift, der muthig wirkt, so lang es Tag noch ist! 9. O Gott, laß jede Schule blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt seyn! Laß jedes Lehrers Eifer glühen, die Dunkelheit der Secten zu zerstreu'n, und einst erheb' ihn die beglückte Schaar, 426 Gesinnung und Verhalten des Christen Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! Nuh' fließt uns durch diese Ordnung zu. 7 Wer wollte denn nicht thätig seyn, nicht seines Standes sich erfreun: auf der ihm angewiefnen Bahn nicht wirken, was er wirken Bürgerliche Gesellschaft. 545 Nweisheits- kann? ach Mel. Herr Jesu Christ, dich Bottes vollem Rath, der Alles angeordnet hat, wird Völfern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu Theil. 2. Nur durch vereinte Thätigkeit, die sich dem Dienst des Staates weibt, burch gegenseitiges Bemüb'n fiebt man der Bürger Woblfabrt blüh'n. 3. Bedürfniß und des Fleißes Gang wirkt Ordnung und Zusammenhang; der nüßt durch Kunst dem Vaterland und durch die Arbeit seiner Hand; 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einficht, Kenntniß, Wissenfchaft; der nüßt mit seinem kühnen Muth, und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpf'ft du, Gott, durch jeden Stand der allgemeinen Wohlfahrt Band; vertbeilft mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 8. Wer jede ihm verlich' ne Kraft gebraucht, und durch fie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt; zum Gegen sich und für die Welt. Vaterlandsliebe. Mel. Schon ist der Tag von G. 546 D Gott mir väas Land, das terlich zur Wohnung angewiesen, läßt feines treuen Schutzes m'ch in Glück und Noth genießen; es gibt mir Nahrung, Sicherheit; erhält Necht, und Gerechtigkeit und schüßt mein Gut und Leben. 2. Drum will ich stets erkenntlich seyn, durch nüß, liche Geschäfte mich der ges meinen Wohlfahrt weih'n, will Zeit, Beruf und Kräfte dem Vaterlande, das mich schüßt, und mir und meinen Brüdern nüßt, mit treuem Eifer widmen. 6. Glück, Segen, Reichs thum, Ueberfluß, und aller feitiger Genuß, 3. Nie will ich Nuh' und Sicherheit im Staate fres velnd stören! will meine Landesobrigkeit, als Got Bequem- tes Orenung, ebren, und ih lichkeit und Freud' und ren Willen jederzeit, mit treuer in besonderen Verbindungen. 427 freuer Unterwürfigkeit, nach fie flieht Sicherheit und Möglichkeit erfüllen. Ruh den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht Jeder, ist in Würden groß; oft ist ein niedrer Stand sein 2008; doch Jeder, sei er noch so klein, fann achtungewerth als Bürger seyn. 4. Er ists wenn er den Fürften liebt, und den Gefeßen, die er gibi, Zeit, Kräfte, Sorgfalt, Eifer weibt, gern thut, was jedes ihm gebeut. 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will fiets ihr widriges Geschick, so viel ich kann, vermindern; will freundlich die nen jedermann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 5. Auf, Brüder, die ihr's redlich meint, nüßt eurem Vaterlande, das euch zu gleichem Zweck vereint, in jedem Amt und Stande! Und fordert es des Landes Wost, so opfert, wie es ieder foll, ihm freudig Gut und Leben! 6. Gott steb uns bei, daß Alle wir nach unsern Pflich ten leben, und schon, als gute Bürger, hier nach jenem Reiche freben, in das nur treue Knechte geb'n, die in dem Dienste hier besteh'n, zu dem du sie berufen! Obrigkeit und Unterthan. Mel. Vom Himmel kam der 547 gott ,, der zum Segen für die Welt uns Fürsten gibt und fie erhält, du willst daß ihnen jeder tren, gehorsam und ergeben sei. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch 5. Wenn er gewissenhaft flets ist, nie seines Bürgereids vergißt und das, was er entrichten soll, gern bei trägt zu des Ganzen Wohl. 6. Er ift's, wenn er als Bürger denkt, nie and'rer Bürger Nechte kränkt, und fern von schlauer Ränke Lift, zum Wohl des Landes thätig ift. 7. Er weiß: nur des Gefeßes Kraft, und wär' es auch noch mangelhaft, gewährt dem Volke Sicherheit und Ordnung und Zufricdenheit. 8. Er lebt von Trug und Unrecht frei, fiets folgfam dem Gesetz und treu, und fühlt, wenn er es gern vollführt, sich dann so frei, als der regiert. 9 D Gott, laß mich gewissenhaft, und stark durch deines Geiftes Kraft, mich allen 428 Gesinnung und Verhalten des Christen allen meinen Pflichten weihn; so kann ich deiner Huld mich freu'n.. und sieb' nur du, daß du selbst gerecht sei'ft, zu. 8. 548 Weber thu's mit seyn: fündigt nicht! Mel. Aus der Tiefe rufe ich gehorcht, Talldauk Luft! Jeder Bürger, sich bewußt, daß nicht jeder herrfchen kann, sei ein guter Unterthan! Hoher Stand. 2. Bist du niedrig, bift 549 Wer er fo Mel. Vom Himmel kam der höher durch Geburt schon vergnügt deinem Loos! Schäm' dich deines Standes nicht; nöthig ist ja Jedes Pflicht. 3. 3ur gemeinen Wohlfahrt sei den Gefeßze fiets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 4. Schaue Jesum Chriftum an; er, wie dit, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Gefeß gebot. 5. Ehre dem, dem Ehr' gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gäbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! Obrigkeit und Unterthan, betet Gott den Höchften, an! Fürchtet ihn; denn sein Gericht wird gerecht 6. Ordnung und Gerechtigkeit, Schuß und Fried' und Sicherheit, welch' ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe felbft gewissen haft: ibres Wandels Rechenschaft laß dem Herrn, asile ist, als seine Brüder, kenn', als Chrifi des bessern Adels Werth und Pflicht; den fühl er, den entebr' er nicht! 3. Nicht wähn' er, weil er groß und frei vor den Geringen ist, er sey erbaben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn' er nicht! 4. Er sehe, mehr beglückt von Gott, nicht mit Verachtung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt! prot, wo 5. Er haffe Graufamkeit und Zwang, verpraffe nicht durch Müffiggang, was Gott ibm gibt, beglückt zu seyn mit Ändern, aber nie allein! 6. Frob neben ihm, mit ihm vergnügt sei, wer ihm fei2. Er, find ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann; so mild und liebreich als gerecht; er ist wie fie, auch Gottes Knecht! in besonderen Verbindungen. p. 429 nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ibrer Pflicht Gesetz und Rechte beugen! Sie säen Fluch und ärnten Fluch durch ihren feilen Richterspruch, denn( Soft beschüßt die Wahrheit. feine Felder pflügt! Wohl thätig soll er seyn: denn er ward darum nur des Armen Herr! 7. Er( denn er hat mehr Macht und Zeit, zu höhern Thaten) sei bereit, auch mehr zu thun für Volk und Staat, von dem er seinen Vorzug bat! 8. Verächtlicher, als Sklaven, ist im Tod einst jeder der vergißt, daß er des Vaterlandes Wohl auch mehr, als Andre fördern soll. 19. Doch, wenn er's nicht vergißt, so freut der Niedrige sich ohne Neid, weil der der Welt zum Segen lebt, der wohlzuthun sich fets bestrebt. 10. Und spricht in seinem Tode dann: das war ein ebler, großer Mann! Er, durch der Tugend Glanz verklärt, war seines Glücks und Vorzugs werth! Der Nichter. Mel. Schon ist der Tag von 550 und That Gerechtigkeit zu üben, und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir vorgeschrieben! Ein Richter, der dies je vergißt, partheiisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde. 3. Wenn sie nicht treu im- Amte sind; Gott fennt der Wahrheit Sache. Der Unterdrückten Thräne rinnt, und schreit zu ihm um Rache. Gefoltert von Gewissensqual, erscheinen fie im Todesthal und am Vergeltungstage. 2. O wehe denen, welche Sind 4. Der Nedliche nur wird beglückt, der nie das Recht verdrehet, die Einfalt nie durch Lift berückt und nie die Unschuld schmähet. Er gibt und nimmt und redet nichts, wodurch die Stätte des Gerichts entheiligt werden könnte. nur ewöhne dich, 5. Er geht, entfernt von Sucht nach Geld, auf des Gefeßes Wegen, und jedes Urtheil, das er fällt, bringt seinem Herzen Segen. O wohl dem Land, wo jederrechtigkeit in allen Ständer blühen! 6. Laß jeden hier sein Amt getreu, o Gott, vor dir verwalten, und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Tod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr', o Vas Verhalten des Christen 430 Gesinnung und Bater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. 7. Es fuche jeder der dich fennt, im Suten sich zu stärfen, und wer den Namen Jefu nennt, laß ab von bösen Werken! Gib deinen - Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Tugend Quelle! 18. Gerechter Gott, beloh. ne die, die sich vom Unrecht wenden? Erquicke sie nach Kampf und Müh', wenn sie den Lauf vollenden! Zu deinen Freuden nimm sie auf; denn fie vollendeten den Lauf, der Tausende beglückte. Der Soldat. el. Grbalt uns, Herr, bei ewaffnete, der 551 bewacht, beschüßt das Vaterland und stehet dem Gesetze bei, damit sein Ausspruch wirksam ſei. 2. Gehorsam, Treu und Tapferkeit zeigt brum vor Allem jederzeit; vergeßt in Krieg und Frieden nicht den edlen Endzweck eurer Pflicht! 3. Welch wicht'ger Ruf, wie ehrenwerth! O daß ihr immer ihn nur hört! Web! wer ihn aus den Augen setzt und frevelnd seine Pflicht verlegt! duping mg 4. Ebrt Wabrbeit, Necht, und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu feiner Zeit von ihrer Christenpflicht befreit. thg 4 20 5. Zieht thr in Krieg; fo föret nie die Rechte Andrer; schützet sie! Gewalt übt ungeheißen nicht; ftets leit' euch Ehrgefühl und Pflicht! 6. O daß nicht einer Frevel treib! Daß jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstehn nicht mag noch kann! 7. Wer vor euch niederfällt, den hebt mit Brüderarmen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder; nie vergießt Blut, wenn der Feind entwaffnet ist! 8 Dann seid ihr wahre dem Helden, seyd Vertheidiger Volf, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. 9. Gott sei mit euch in Fried' und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit euch im Leben und im Tod! Hier segne, dort be glückt' euch Gott! Der Landmann. Mel. Erschienen ist ber herrlich 552 ob mir o Schöpfer; denn in besonderen Verbindungen. denn mein Stand ist auch von dir; du schufft das Land für meinen Fleiß; und väterlich beglückft und segneft du auch mich: gelobt seift du! 2. Gelobt sei Gott! denn herrlicher und schöner und gesegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich. 3. Im Schweiße meines Angesichts arbeite ich; doch wann gebricht's mir, wann ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufriedenheit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges that; und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 6. Nicht mehr Gesundheit, Rub' und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd ich felig, wie der Fürft der Erd', wenn er gut ist. 431 gern, doch nur in dessen Bruft, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herrlichkeit seh' ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne 10. Wohl mir, wohl mir! Ich baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärnt' ich nicht ichon hier den Lohn, ich ärnt' ihn einst vor Gottes Tyron in Ewigkeit. Der Nachbar. 5. der Reiche dann voraus? mehr Macht 553G fromm und Mel. Was Gott thut, das ist Höchster, and Pracht, ein glänzend Haus; doch auch mehr Sorg' und Ueberoruß; bei allem seinem Ueberfluß mehr Furcht und Gram; 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sei niedrig oder groß; doch kommen wahre Rub und Lust auch Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Fleiß. 9. Des Weifen Achtung fehlt mir nicht, erfüll' ich redlich meine Pflicht; ich bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähre es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. treu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sei, ibr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieb der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen, und ihnen beizustehen. 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ibnen Kummer machen. Mein Herz sei willig auch für fie zu beten und zu wachen! Ermunt're mich, stets nachbarlich, das Gut, das sie befißen, 432 Gesinnung und Verhalten des Christen net, flebt und droht; fann heilen und verwunden. 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht flets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich, von niedrer Schmeis chelei, von Schmähung und Verstellung frei, was sündlich ist, nie rede! fißen, nach Möglichkeit zu schüßen! 3. Gib, daß ich gern verschwiegen sey und stets den Frieden suche; nie nähre Neid und Heuchelei, nie heimlich Nachbarn fluche! Und thun sie mir auch Unrecht bier; bab ich's nur nicht verschuldet; so wird es leicht erduldet. 3. Auf deinen Ruhm und Anderer Wohl soll flets mein Sinn sich lenken: hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernfte dies bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen kann, aus Menschenfurcht nicht wie dem verweg. nen Mund, der Fluch und Schwar nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn fund; wie oft zu spät bes reuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr, lehr' es mich bedenken! 5. Auch wehe dem, der Tücke liebt, und dessen Wor te trügen; der feinen Nächften gern betrübt mit Falsch, Redlichkeit, nur off' ner und mit Lügen! Nur Sinn, nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns begleitet. 6. Was züchtig, keuſch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das res 4. Was hilft ein feindfchaftlicher Sinn? Er führt nur in's Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie bald wir sterben? Freunde, seid entfernt vom Streit! Denkt, daß ich euch im Grabe zu en ech, page ou ben Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar seyn, was mir dein Wort gebietet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde beben, in ew'gem Frieden leben! Umgang( zu Seite 390.) Mel Schon ist der Tag von G. 554 De ernehmlich ie Zunge, spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht' ich doch ihrer nicht! Sie bringet Tod und Leben; sie ftürzt in Unglück, hilft in Noth; fie flucht und seg me in besonderen Verbindungen. 433 wenn er mir zu irren scheint so warn' ich treulich ihn als Freund. den redet überall der Chrift; spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut Zorn der Menschen nicht; 5. Nicht Argwohn, Mise doch wird auch Schweigen traun oder Streit, nicht ihm zur Pflicht, wenn es Freude und nicht Traurigdie Liebe fordert. feit, auch nicht des Glückes Unbeftand, trennt. unfrer Freundschaft feftes Band. Spöttereien und frechen, fit- 6. Wir theilen. Alles, tenlosen Scherz mit from mem Eifer scheuen! Zum Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von meinen Worten geben. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz, und laß mich Freud und Leid mit brüs derlicher Herzlichkeit; und treues Mitgefühl verfüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 7. Trennt auch das Schickfal Freund von Freund: die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet Viel. Vom Himmel kam deras und Rath, und, wo wir Freundschaft. können durch die That. 555 welch ein SeD gen ist ein Freund, der, soit, durch dich mit mir vereint, mit berzlichem Vertraun mich liebt, mit mir fich freuet und betrübt! 8. Bollenden wir einst unsern Lauf; so nimmt uns dann ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. nach In eigner Melodie. Der, erst mit die, in einem Geifte dann mit mir für Wahrheit nur und Tugend lebt, mit mir nach einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüderlich bein Licht, ermuntern uns Zu jeder Pflicht; wir bitten dich vereint um Kraft, gleich fromm zu seyn, gleich tu gendhaft. 2. Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr, als Geld, daß ich Freunde babe! 39 4. Vom Irren hält er mich 3. Aber da ift Freunds zurück durch weisen Rath durch sanften Blick; und bi 556 Freundes Hand Herrlich durch das Leben wandeln, und durch Tugend und Vers stand fest vereinigt bandeln! schaft nicht, wo nicht Tugend wohnet, wo nicht auf T dem 434 Gesinnung und Verhalten des Christen dem Angesicht Herzensgüte el thronet. 4. Sittfam ift fie; nicht beim Spiel; nicht bei Trinkeingelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr bfragen. 1 5. Aber o, du findest sie bei unschuld'gen Scherzen; nur bei der Verleumdung nie, nie bei bösen Herzen. 6. Freundschaft lehrt bescheiden seyn, Andrer Vorgrzüg' ebren; Freundschaft wird dir manche Pein in ble Vergnügen kehren. si 7. Freundschaft zeigt dir inflar und frei alle deine Fehle, schmeichelt nicht und macht tim dabei fröhlich deine Seele. 8. Lächelft du, fie lächelt mit, weint bei deinen Leiden; unter ihrem fanften Tritt alfproffen tausend Freuden. 9. Mögt ein jeder doch recht früh ihrer würdig wer den! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. asdans Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume. Menschen nur allein, auch Thiere schuf er, sich zu freun auf seiner schönen Erde. 557 Dr er weise Schöpfer, deffen Ruf einst mächtig schell: Es werde! und Aller Welt Bewohner schuf, bestimmte Jun diese Erde nicht für den 2. 3bm, der für Alleg Sorge hegt, bem Vater aller Dinge, ist nichts, was seine Erde trägt, zu klein und zu geringe. Er, dessen Huld kein Engel mißt, er, der des Menschen Vater ist, ist auch des Wurmes Schöpfer. 3. Und er, der alle Wesen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu raus ben? Was gäbe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, gefühl. fos zu zerstören? 5. Vernunft du sollt mich immer mehr die wahre Weisheit lebren! In der eschöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren. Mel. Es ist das Heil uns Wer ftolz ein Mitgefchöpf verschmäht, das unter Got tes Aufsicht stebt, entehri auch seinen Schöpfer. 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, kalt und ges 4. Nein, kein Geschöpf das mit mir lebt darf ich aus Frevel quälen; mag, was mich übers Tbier ers hebt, mag auch Vernunft ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gottheit Bild; allein sie lehrt auch göttlich mill Glück um mich her vers breiten. mind in besonderen Verbindungen. OSA gefühllos mit der Zeit gewiß Hand gemacht, was bein auch Menschen quälen. Wer frech sein Mitgeschöpf betrübt, und Härt' und Graufamkeit berübt, der kann auch Gott nicht lieben. Verstand hervorgebracht, gefällt dirs nicht, vernichten; doch über eines Thieres Tod, der dir nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer, richten. Mel. Kommt her zu mir, spricht 558 D ie Thiere, deren Herr bu bift, erwäg es oft mit Ernst, o Chrift, sind auch des Ganzen Glieder! Der Schöpfung Bürgerrecht verlieh Gott ihnen auch; drum blick auf fie nicht mit Verachtung nieder. 2. Sie Wunder auch von Gottes Hand, find, folzer 559 was dich stärket, was dich schüßt, was dir zu deinem Leben nüßt, von ihrem leben nehmen. 435 4. Doch ihnen auch, vergiß es nicht, verband der Schöpfer dich zur Pflicht; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu seyn, und nicht dich ihrer Qual 34 freun, o Mensch, dir untergeben. 5. Du kannst, was deine 6. 3war sind für dich, der Thiere Herr, o Mensch, noch Pflichten wichtiger, die Pflichten für die Armen, doch sollst du auch, wie Gott gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. Mensch, dir nah verwandt, dur innern Bau und Triebe; sie zeigen oft des Denkens Spur, find alle Kinder der Natur, und freun fich ihrer Liebe. Macht, und deiner Vatergüte zeugt auch der Baum in seiner Pracht, zeigt seine Frucht und Blüthe; zum Segen pflanzt' ibn deine Hand, zur Lust und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 3. Du haft durch Beisesübermacht sie unterwürfig dir gemacht, kannst ihre Wildheit zähmen; darfst, 2. Wie könnt' ich denn je Mel. Es ist das Heil uns deiner Weiss heit, Gott der einen Baum aus Frevelmuth zerstören! Onein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ebren; im Baume, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gott seine Kinder. 3. Wenn mich in ſeiner Blütbenpracht der Baum erfüllt mit Wonne, wenn er zur Küblung Schatten macht bei heißem Strahl 2 ber 436 Gesinnung und Verhalten des Christen reich die Zweige senkt und Gaben de freundlich seine schenkt zur Nahrung und Erquicung; der Sonne; und wenn er Würde schänden, nur t kann Gaben der Natu mit frevelbaften Händen au aus H Schadenfreud', entweibn, fann ftrafbar i Zerfförer seyn. Ich, will Gutes schaffen! gerne 6. Ich will dem Urbi ähnlich seyn, mit ihm z Wobl des Ganzen na Kräften wirken, freun, auch für die Na welt pflanzen. In beir Schöpfung Heiligthum, Gott, laß nur zu deine Rubm mich, dein Geschä 4. Wenn mich sein Holz erwärmt und schüßt vor Frost, um froh zu leben, wenn es der Hand des Künstlers nüßt, mir Hausgeräth zu geben; wenn Wohnung und Bequemlichkeit, wenn Hain und Garten mich erfreut: dann will ich freudig danken. 5. Kein guter Mensch, der böse nur kann seine stets leben! Gesinnung und Verhalten des Christen zu besonderen Zeiten. Am Morgen. einen neuen Tag hinzu, hoch dafür gepriefen! Dus dich bin ich, und ich men Mel. Mein ganzer Geist i 560 Dich feb' ich wie neue Stärke: bich erbe Herz und Mund, so la ich lebe der, Morgenlicht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. I will, entbrannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer dir, mit beil'gem Mutb lobfingen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt aufs neue mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, bätteft du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben sepiest du feßzt 3. Verleib', o Gott Lieb' und Macht, daß Sü und Gram, wie diese Na auf ewig von mir fliebe, ich die kurze Lebenszeit chriftlicher Zufriedenheit nußen mich bemühe! Pri siebe, wie ichs meine, dir teine meiner Sorgen, a die kleinste nicht verborg 4. Ich bin ein Cbrif Herr, verleib', daß ich Namens würdig sey! Ruhm sei deine Gna zu besonderen Zeiten. 437 imp 88 Denn ach, was bin ich sehen nicht die Sonne wiepone dich? Ein Irrender Erbalte mich, mein Gott, auf meinem Pface. Stärk mich, daß ich stets mich übe, eine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. der, nicht deiner Schöpfung neue Pracht! Ich lebe noch, und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit! 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig seyn! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! Entzieh zur lebung meiner Pflicht mir, Herr, nur deinen Beistand nicht. 5. Auch im Geräusch der Welt foll mich der beilige Gedank an dich oft Atill zu bir erheben. Im dunklen Thale wall ich bier; einst immst du mich binaur zu bir, zum Licht und böbern leben. Auf dich hoff' ich! herr, ich werde mich der gern entschwingen, dir tort ewig Lob zu singen. Mel. Wer nur ben lieben Gott 561 ou Dank an oll Erde 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht. Mein Leben steht in deinen Händen; drum schrecket auch der Tod mich nicht; und endet heute fich mein auf, so eilt mein Morgen, blick ich zu dir empor, mein Du hörst In eigner Melodie. nicht bt auf, für mich zu for. 562G und der Erden, Vater, Sohn und beil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen beißt, dessen starke Hand die Welt, und was drinnen ist, erhält; en, mein Schuß zu feyn vor leder Noth; du schüßteft mich auch diese Nacht; durch dich eftärkt, bin ich erwacht. 2. Wem dank ich's sonst, als deiner Güte, daß mich, Gott, feln linfall traf? Mit innig freudigem Ge- 2. Gott, ich danke dir von. the dank ich dir Stär- Herzen, daß du mich in dieser ung, Rub' und Schlaf! Nacht vor Gefabr, Angst, uch heute wirst du mit Norb und Schmerzen haft ir seyn, und Kraft zum behütet und bewacht, und bei uten mir verleibn! aller meiner Schuld mich 3. Wie viel Tausend mei- noch trägst mit Vaterbuld. er Brüder sind jetzt nicht 3. leich der Nacht laß ehr mit mir erwacht; sie meine Sünden vor der GnaT3 de 438 Gesinnung und Verhalten des Christen de Glanz vergebn, die durch Chriftum Alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Missethat sich am Kreuz geopfert bat. schlummern, für uns wacht; der uns im Schlaf erquicket und unsre Kraft erneut: Gott, der die Erde schmükEet, und, was er schuf, erfrent! 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehen mag und für meine Seele sorgen, daß ich, kommt dein großer Tag, meines Richters Antliß dann ohne Schrecken schauen kann. 2. Von dir ist mir gegeben, Herr, was ich hab' und bin. Und dies mein irdish Leben fliebt schnell zum Tode bin., Bald ist sie ganz verschwunden, der Wallfahrt kurze Zeit; doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. 3. O süßer, hoher Glaube, vom Tod einst aufzustehn! Mein Leib nur wird zu Staube; mein Geift wird nicht vergebn! Ach, laß mich's nie vergessen! Der beil'gen Hoffnung voll, las täglich mich ermessen, was einst ich werden soll. 4. Sollt' ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist Ren' und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trachten? Nie komm' es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein ein Tempel Gottes werden, ganz ibm gebeiligt seyn! 5. Auf der Bahn der Tugend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht; und ver leibe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschenk, die Gnadenzeit, werde nie von, mir entweiht! 6. Deinem Schuße sei ergeben Alles, was ich bab' und bin! Dir vertrau ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen bin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, segne mich dein Eigenthum! 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb ich, Herr, so nimm mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin! Mel. Befiehl du deine Wege ob sei Gott, der 563 sendet nach der Nachi; der, wenn wir ohne Sorgen ent5 Getroft, mein Geift! ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuverftreite: des Sieges sicht. Ermunt're dich und nab! Getroft! vielleicht ist heute des Kampfes Ende da. Sn zu besonderen Zeiten. gnun 439044 In eigner Melodie. meine Seele! Sei mir ein di 564 Mein Dein erst Ge- Netter in Gefahr, ein Bau schäft ſei ter: wenn ich feple! Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr bört deinen Lobgefang; lobsing thm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schüßen ohne Macht, lag ich und schlief im Frieden. Wer fchafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer kärkt mein Blut in feinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? 4 Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 9. Gib mir ein Herz voll l Zuversicht, erfüllt mit Lieb und Rube; ein weises Herz ,, ma das feine Pflicht erkenn' und d willig thue; 10. Daß ich mit Freudige m keit und Muth mich stets tod zu bessern Atrebe, gottfelig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; e 11. Daß ich dem Nächsten beizustehen, nie Fleiß nd und Arbeit scheue, mich, gern an Andrer Wohlergehn and und ihrer Tugend freue; 12. Daß ich das Glück der du Lebenszeit in deiner Furcht genieße, und meinen Lauf an mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! 5. Du bist es, Herr, Mel. Von Gott will ich nicht Gott der Welt, und dein ist 565 Allmächtiger, ich unser es, der es uns erhält, und mir's jept neu gegeben. bebe mein Aug'90 empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe, und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals he hat das Lallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft 6. Gelobet seyt du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer fanften Nacht mich dieses Tags erfreue! 2. Daß nicht in tiefem, o) 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege Schlummer des Lebens Licht wallen; und lebre du mich verlischt, und daß mich, freib ber thun nach deinem von Kummer, ein fanfter erfrischt: dies dank ich deiner Macht und deiner sig Vatertreue. Durch sie bin ich T4 4408 Gesinnung und Verhalten des Christen ich auf's neue mit heitrem Muth erwacht. 3. Beschüßer unsrer Seelen; ich traue stets auf dich. Was soll ich für mich wählen? O wähle du für mich! Gib, was mir heilfam ift! Gott, dem ich alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist. -4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Luft der Welt mich jemals nach sich ziebn; helf' er mein Herz bewahren, belf er mir die Gefahren der Sünde sehn und fliehn! 5. Beglücke du die Mei nen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen keinen; wend alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilst Allen beizustehen; doch foll der Liebe Flehen dir auch gefällig feyn. 6. Gott, dem ich anges höre, dein Friede ruh' auf mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz fich freun. Wer dir nicht traut, der bebe, ich sterbe oder lebe, so bin ich ewig dein! 102 R Mel. Gott des Himmels und Lieder, und mein Herz erbebét dich: denn dein Aug hat in der Nacht über mich, dein Kind, gewacht. fühle und empfinde mich. Herr, dir bring ich meine 2. Wenn ich einft vollendet habe diese meine Pilger zeit, rub ich auch also im Grabe, Samen für die Ewigkeit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 3. Aber ich erwach' auch wieder, nnd mein Lobgefang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen. jeyn; ewig schlaf' ich nicht mehr ein. 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theit des Lebens, jeden, jeden richteft du. Lehr' mich wachen, daß mir nie unge nüßt ein Tag entflieh'! 6. Heute leb' ich; laß auch heute nicht umſonst mein Leben seyn! Laß mich nach vollbrachtem Streite ott sei Dank, Tags auch mich er566 G ich lebe wieder, freun; recht zu handeln, gib mir beute Stärke, Luft, Gelegenheit! Mel. wenn du 4. Wach' auch über meine Tage, Gott, du meine Zuversicht, daß mich keiner einst verklage, kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht ge tren und dort unerschrocken sei! zu besonderen Zeiten. Mel. Jesus, der ist mein och läßt der 567 Ngert mich le im Schmerz! ben! Mit fröhlichem Gemüth eil' ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. 3u ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der fie und mich gemacht. 441 Ransk Herz; auf dich laß fiets mich sehn in Freude, wie 7. Dir hab ich mich ergeben, ich freue mich in dir; du. Bester, mehr als Leben ist deine Güte mir. 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt! 11. Daß ich, dir innig trauenb, das Gute standdaft thu' und froß, gen Himmel schauend, denk: Herr, mich siehest du. 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir getban? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderft nur Vertrauen, nur Liebe, Golt, mir. Mel. Es ist das Heil uns Gottes Namen 5. Dein fei mein ganzes 568Jang ich an, was Mit Leben, mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freun. 6. O Tilger meiner Sünben, mein Mittler, Jesu Chrift, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnäbig bift. mir zu thun gebühret ich_an, Gott wird Alles wohlgethan und standhaft ausgeführet. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zuletzt gedeihen. 2. Gott ift's, der das Vermögen schafft, das Gute zu vollbringen. Er gibt Verstand und Luft und Kraft und läßt das Werk gelingen. 8. Sie führe mich auch Sft er mit uns, so fehlt uns beute auf deiner Tugend nicht, was unserm wahren Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath! 9. Nur eins laß mich ersleben; gib mir ein weises 12. Bereit den Lauf zu schließen, auf deinen Wint, o Gott, und fauter im Gewissen: so finde mich der Tod! Wohl gebricht, er krönet uns mit Segen. 3. Drum leite mich fein guter Geist, den Müßiggang zu meiden, und das, was er T5 mich 442 Gesinnung und Verhalten des Christen mich wirken heißt, geſchehe ftets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewiss senhaft und redlich sei und gern dem Nächsten diene! 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen fiets mit Verschonen tragen! 4. Ja, segne Gott, auch heute mir die Wer meiner Hände ,, und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue, In eigner Melodie. 569 7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber rathen; mich stets zum Besten leiten, zum Himmel mich bereiten! 8. Auf allen meinen Wegen begleite mich dein Segen: dein Wort sei meine Speife auf meiner Pilgerreife! ach auf, mein und Mel. Werd munter, mein ich einf dem aller Dinge, dem Geber aller Gü- 570 Wenjenem ter, des Menschen treuem Hüter! 2. Gott, Vater, mit Er barmen bedecktest du mich Armen; du sprachst, schlaf ohne Grauen; die Sonne sollst du schauen. Schlummer, welcher Tod beißt, aufersteh, und von dieses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen' sch'; o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf! Träume sind des Pil3. Dein Wert, Herr, ist gers Sorgen, großer Tag, geschehen; ich kann das an deinem Morgen. Licht noch sehen: du machst 2: Hilf, daß ich aufs neue mich meiner Tage, nes Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ebre! Anbetung Preis und Ehre! 5. Hör', ütigfter, mein Flehn; du kannst in's Herze sehn: ach möchte dir gefallen, Herr, meines Herzens Lallen! daß keiner meisGeber der Unsterblichkeit, einst mich im Gericht verklage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf! Dank sei pir! Zu dir hinauf müsse jeder Tag mich leiten. zur Unsterblichkeit bereiten! 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letzter nun erscheint; wenn zum dunklen Thal ich gehe, und mein zu besonderen Zeiten. 443 mein Freund nun um mich mich erhoben! Hier hör' ich, weint. Gott, im Geifte schon die Seligen vor deinem Thron ihr Heilig, Heilig! fingen! Lindre dann des Todes Pein, und laß mich den Stärksten sein, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich, Herr des Todes, preifen. 5. Hier seh ich jeder Tugend Preis an deinem Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du n mich durch deine Kraft zur Treu in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung. all Am Sonntagmorgen. Mel. Es ist das Heil uns roblockend, Ba571 ter, wach' ich auf am Tage deiner Ehre, Nein Morgenopfer dringt hinauf in's Lied der Engel chöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh' und Zeit zur Seelenbildung schenket. 2. Dich beten Erd und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir! Auch ich darf mich dir nahn: du hörst, wann ich dir singe. Du felbft bedarfft zwar meiner 6. So wird dein Tag, o Vater, mir ein Tag des Segens werden! So feb ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd ich nach der Prü fungszeit einst im Genuß der Seligkeit, verklärt dich ewig preisen. Beim Anblicke der aufgehenden Sonne. In eigner Melodie. nicht; boch ewig bleibt es 572 Sei mir gegrüßt meine findlich zu verehren. 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, ceine Frommen mit Dank und Luft und Lehrbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Haufe Gottes meines Herrn, mit ihnen anzubeten. zu Gottes Ehre, du, feiner d Schöpfung Königin! Steige auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 4. Hier fühl ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch ihren heiligen Gesang zum Himmel 14050607 2. Daß alle Welt anbe- ald tend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für Alle mit seiner e Allmacht wacht; 3. Daß überall bis zur entfernt'sten Zone, die staus 26 nend 444 Gefinnung und Verhalten des Christen nend deine Größe sicht, 3u- 3. Von ihm fommt jede friedenheit und Lieb' und Gabe; das Leben, das ich Eintracht wohne, die oft den habe, die Rube dieser Nacht. Erdkreis fliebt! Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, der, wenn ich schlummre, für mich wacht. 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Erdenvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froy Genesen, dem Armen Troft und Glück! 5. Auch mir, wenn ich in Unmuth aufwärts blicke, weil Gottes Weg ich nicht versteh, gieß Heiterkeit in's franke Herz und schicke mir Kraft, daß ich's versteb! 6. Und lebre mich in Freu- Sterne mit Majestät herdigkeit bienieden mich jeder auf. Sie leuchten, ihm Christentugend weih'n; voll zur Ehre, hoch über Erd' Duldfamkeit bereit zum sel'- und Meere, und seine Hand gen Frieden und mild, wie lenkt ihren Lauf. du, zu seyn! 4. Er läßt es finster werden und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle, und zeigt mir feine Herrlichkeit. Am Abend. Mel. In allen meinen Thaten un finkt die 6. Groß, wenn der Mor gen grauet; groß, wenn der Abend thauct; groß in der stillen Nacht, im Sonnen schein und Sturme, 573 zeigst du deiMenschen und am Wurme am 5 Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend der, die ftille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh', sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und brückt die müden Augen zu. ne Macht 7. Voll Majestät und Stärke steh'n lauter Wunderwerke in deiner Schöp; fung da. Wie kann ich dirs vergelten? Du Gott und Herr der Welten warst auch mir Armen hente nah. 2. Noch wach' ich und er zähle mit tiefgerührter See le, was Gott an mir gethan. Mit danfendem Get 8. Woher mein Glück, müthe lobfing ich deiner Güte; er bört mein frommes Loblied an. CHIL mein Leben? Du bast es mir gegeben; du bist's der für mich wacht. Woher auf meinen mg zu besonderen Zeiten. 445 nen Wegen so mancher reis mir und der Welt genüßt de Segen? Du bist's, der Alles wohlgemacht. und jeden Dienst gethan, weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sah'n? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut' ich mich des Herrn, der unser Fleb'n bemerkt? und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 9. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg ich die müden Glieder in deinem Namen nieder: so wacheft bu; ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben; so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vollenden, mein Gott auch noch im Tode seyn. 5. Dacht' ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden, an den Allmächtigen, durch den wir sind und werden? Berebr't ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? ist wie ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld? Mel. O Gott, du frommer Gott 574 pr der hin; und diesen Theil des Lebens, wie bab ich ihn vollbracht? Entflob er mir vergebens? Hab ich mit allem Ernft dem Guten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, als ein Geschöpf von Gott, mich seinem Dienst zu weihn, und züch. tig und gerecht und Got. tes Freund zu seyn? 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß in, meinen Gott, gepriesen; 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt' ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gesagt, was ich bereuen soll? 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das andre traf, war dieß mir angenehm? 27 8. War 446 Gesinnung und Verhalten des Christen 8. War mir der Fehltritt bat; du wandteft allen Schaleid, sobald ich ihn begane den, warst mir Vertrau'n gen? Bestritt ich auch in und Licht und übergabft aus mir ein unerlaubt Verlan- Gnaden mich dem Verdergen? Und wenn in dieser ben nicht. Nacht Gott über mich gebeut, bin ich vor ihm zu stehn auch willig und be reit? 9. Gott, der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Chrifti Blut mir die verleßte Pflicht; vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist dur der Wächter über mir; leb' ich; fo leb ich dir: sterb ich, so flerb' ich dir! Mel. Befehl du deine Wege. 575 Em Ermüdet von der Sorgen und der Geschäfte Laft, die du mir jeden Morgen hier auferles get haft, eilt, Herr, nach deinem, Willen der Körper feßt zur Rub, weint dir vorher im Stillen Dank meine Seele zu. 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabit Segen dem Geschäfte, für das ich Segen 3. Vergiß es nicht, Seele, was Gott an dir gethan; verebr' des Herrn Befehle, bet' ihn, in. De muth an, thn, der von feinem Siße gern auf dein Fleben hört, und auch der Laft und Hitze der Kreuzestase wehrt! 4. Mit deinem Schilde decke dein Kind auch diese Nacht, auf daß mich nichts erschrecke, auf daß wann ich erwacht, und durch den Schlaf erquicket, mein Geift befreit von Gram, froh nach der Höbe blicket, von welcher Hülfe kam! Die Meinen, Weib Kinder und Freund und Hab und Gut, auch meinen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Ange müde, nie Hüter schlummerst du, gib unserm Lande Friede, gib Jedem Glück und Ruh! 6. Verfag auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütte des Leibes einst verbricht, so laß, o Gott, mein Sterben dem Schlummer ähnlich seyn, und nimm mich, deinen Erben, in deinen Himmel ein! Mel. 5. und zu besonderen Zeiten. Bis 447 Mel. In allen meinen Thaten 576 H err, der du mir das Leben bts diesen Tag gegeben, dich bet' ich findlich an! Ich bin viel zu geringe der Treue, die ich finge, und die di heut an mir gethan. 2. Mit dankendem Gemüthe freu ich mich deiner Güte; ich freue mich in dir. Du gibt mir Kraft und Stärke, Gedeihn zu meinem Werke und schaffft ein treines Herz in mir. 3. Gott welche Rub' der Seele, nach deines Worts Befehle einber im Leben gebn; auf deine Güte hoffen, im Geift den Himinel offen und dort den Preis des, Glaubens sehn! 4. Ich weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein beit! Ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Segen, eil', ich der Ruh entge en; dein Name sei gepreift! Nein Leben und mein Ende dein; in deine Hände befehl ich, Vater, meinen Beift. Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibeft, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Finsterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertrau'n mich auch in dies ser Nacht; wovor, Herr, sollte mir denn graun? mich schüßet deine Macht. 4. Hab ich an deiner Gnade nur stets Theil, o Herr, mein Gott; fo fürcht' ich nichts in der Natur! so scheu ich nicht den Tod. 5. 3war ich erkenne meine Schuld; mit Reue fühl' ich sie: doch, mein Erbarmer, deine Huld, wie troftvoll ist mir die! 6. Sch eil' im Glauben zu dir bin, und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; dein Schirm bedecket mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jefu, du allein feift mein Gedank'; o weibe dir mein Herz zum Tempel ein. 8. Vielleicht, ist dieß die letzte Nacht in meiner Prüfungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! In eigner Melodie. 577 Po fliehen unfre iefer ist nicht mehr; die mir und hilfft aus aller Noth. Mel 9. Ich lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Tod. P t 448 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. In allen meinen Thaten 578 Die fillen Abendstunden, wie schnell find fie entschwunden in häußlich froher Rub'! Nun senkt die Nacht sich nieder und drückt uns allen wieder mit sanfter Hand die Augen zu. 2. O laßt uns ihn erwägen, den unverdienten Se gen, den uns der Tag ge bracht! Laßt uns von Dant entbrennen, und tiefgerührt bekennen, der Herr hat Alles wohlgemacht! 3. Du haft, o Gott, voll Gnade, auf segenvollem Pfade uns bis hierher geführt. Nicht uns, nur die fei Ebre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslaft beschieden, auch er sei dir geweiht! Wir schlummern ohne Sorgen; denn du er. weckt uns Morgen hier oder in der Ewigkeit. Mel. So fliehen unsre Tage unter 579 Whirme ruht, o Golt, von dir beunwacht, der froßt mit erschrockenem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Umringt von ftiller fin. fterniß fing ich dir, Herr, ein Lied. Mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß mich dein Auge fiebt. 3. Der Tag ist schnell dahin geeilt, und deine Vaterhand hat mir viel Gutes zu getheilt, viel Böses abgewandt. 4. Auch in der Noth und wenn ich lift, nahmst du dich meiner an, und so ift nun ein neuer Schritt zur Ewigkeit getban. 5. Du, Herr, wirft auch noch immerdar mein guter Vater seyn, und jeßt und auch bei grauem Haar mich segnen und erfreu'n. 6. Doch dir befehl' ich meine Zeit. Ich leb in dieser Welt, o Vater der Barmberzigkeit, so lang es dir gefällt. 7. Ich trau auf dich und zittre nicht, kein Unfall wird sich nab'n: du warst ja meine Zuversicht von meiner Jugend an. 8 3ch schließ' auch feßt in dunkler Nacht getroft bie Augen zu; ich fürchte keine ird'sche Macht: du sicherst meine Ruh'! Met. Fren' dich sehr, e meine 580Ah munter! ruf, o Seele, noch Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gebet unter, aber feine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor zu besonderen Zeiten. vor Gefahren mich beschüßzet, mich in Schwachheit unter früßet. 2 Stets verehrt und hochgepriesen seift du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiefen, danket meine Seele dir. Du hast, war ich's gleich nicht werth, liebreich das Gebet, erhört, das ich heut, als ich erwachte, dir ist Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum froben Morgen meinem Leibe fanfte Rub! Durch dich schlaf ich ohne Sorgen: wenn ich schlafe, wachest du. leib' und Seel' befehl ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl' sie alle zu den Deinen! 449 anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein, wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch ftritten. 2. Jeßt entschlaf ich, aufs zuwachen noch für Tage dieser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Vater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser Erde, wenn ich nun unsterblich werde. 3. Gern laß einst den Tag mich sehen, der als Retter mir erscheint: wenn mit nicht erhörtem Fleben, wer mich liebet, um mich weint! Stärker, als mein Freund im Schmerz, sei mein hoffhungsvolles Herz, und, noch sterbend dich zu preisen, laß. mich ihn gen Himmel weisen! 4. Laß uns doch kein banges Schrecken, Räuber nicht, Mel. Wo Gott zum Haus isht Feuersgluth plößlich aus 582 feb im AbendJ rothe. dem Schlummer balt und fest in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Tod und im fichern Schlafe droht, oder laß uns, wenn wir sterben, deines Himmels Freuden erben! Herr, deine Sonne untergehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein fühlend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit, und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, entweicht dem Dank, den Mel. Werde munter, mein ink ich einst in 581 Selum man ihm weint. mer aus dem Keiner mehr ers 3. Sie finkt; ich blick ges wacht; geh ich aus der Welt rührt ihr nach; nicht mehr boll Kummer, Todesruh, in ift feßt mein Ang zu schwach. deine Nacht; o dann schlaf ich So scheucht zu starker Glanz zu 450 Gesinnung und Verhalten des Christen zurück, bescheid'ne Tugend nur weise werden und vor stärkt den Blick. dir hier auf Erden von Herzen fromm und fröblich seyn! 4. Verfunken ist sie; so versinkt, sobald, Herr, deine Weisheit winkt, auch unfre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht: 4. Wollft endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen, durch einen fanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott! 5. Sie fant und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugebn, die jetzt sich ihrer Ankunft freun, und dir nun Morgenlieder weihn. 6. So gehn auch wir dereinst, erwacht vom Schlummer unsrer leßten Nacht, schließt bier sich unser Lebenslauf, zu einer höhern Untergestirntem Himmel. Wallfahrt auf. 5. So legt cuch denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und laß uns rubig schlafen und uns're kranken Brüder auch! Mel. Nicht um Reichthum Mel. In allen meinen Thaten er Mond 583 Daufgegangen; herrscht um mich in der Na584 infam bin ich; tiefe Stille tur! Unter deiner dunkeln. Hülle liegt der Farbenschmuck der Flur. Alles rubt, sich zu erquicken: mir noch lohnet wach die Zeit; aufges than vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit. 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! Heil'ge Schauer faffen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ibre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Grenzen, wo 3. Gott, laß dein Heil uns sich keine Welt mehr drebt, schauen, auf nichts Ver- keine Sonnenstrahlen glängänglichs bauen, dem Cit- zen, und kein Lebensobem ten uns weihn! Laß uns, weht? 3. Wie die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wie sen steiget der weiße Nebel wunderbar. 2. Wie ist die Welt so stille, und in der Dämm'rung Hülle so feierlich und hold; gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Lebens Jammer verschlafen und vergessen follt. zu besonderen Zeiten. 3. Wie viel Millionen Leben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ift's, der stets się Alle liebend, fegnend über schaut? Wer, der seines Tempels Halle ins Unendliche gebaut? 4. Kann mich hier sein Name trügen? bier mir leuchten ohne Sinn? Er schrieb ihn mit Flammenzügen; und sein Name beißt: Ich bin. Ja du bist, den GOTT wir nennen, dem das Weltall eigen ist! Se ligkeit ift's, dich zu kennen, der du Aller Vater bift. 5. Deine ältre Offenbarung liegt jetzt aufgeschlagen da; und im Lande der Erfabrung fand ich dich mir immer nah. Du, der wölbte die sen Bogen und der Sterne Kreis bewegt, haft den Puls auch aufgezogen, der in meinen Adern schlägt; 6. Haft den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt! diesen Geist, der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt; in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeift, dich, bei seiner heil'gen Feier, frei vom Staub der Erde, , preift. 7. O dies Sehnen, o dies Streben, diefer hohe Lebensfinn bürgt mir ein unend451 lich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmachten in der tiefsten Dunkelbeit; wird von Licht nach Lichte trachten in der Ünermeßlichkeit. 8. 3ft mein Leben hier verronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuth: en tausend Sonnen mir den Stufengang hiran. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schau'n, der nie verfiegt, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Welten Schöpfung liegt. Der Frühling. Mel. Allein Gott, in der Höh 585 ob fei Gott, der den Frühling schafft, Gott, der den Erdfreis schmücket! Preis fei ihm, Ehr, Stärk' und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft; der Herr erhält, er liebt und ſegnet feine Welt; lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das Land, das erst er= florben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen, neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde, Antlig ift verjüngt; erheitert glänzt der 452 Gesinnung und Verhalten des Christen der Himmel; Giebirg und ben und einst dir, als Chris Thal und Wald erklingt von sien freudig sterben! freudigem Getümmel. Mit Wohlgefallen schaut herab, Mel. Gott, der du die Menschen der Allen Seyn und Leben 586 Höber bebt fich auf seiner Gottes Sonne, länger ftrablt uns nun ihr Licht; Alles atbmet neue Bonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling fenkt sich nieder in die Wälder auf die Flur. Die erstorbene Natur lebet wieder. auf und wirket Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Pretf ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein fro hes Loblied sballet laut empor zum Herrn der Welt. Er vertraut die Saat der Erte, ehrt durch fromme Zuversicht seinen Gott und zweifelt nicht, daß sie wobl gerathen werde; bringt schon boffnungsvoll ibm Dant. Preif' auch' du ihn, mein Gefang! Werke. 4. Lobfinget ihm, er ist uns nab! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preife dich, ich finge dir: denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. 5. Du rufft die Wolken in das Land und still den Durft der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht Boten find, zu unsrer Freuden Quellen. 6. Selbst, wenn von Donnersturm bedräut, erschrock ne Länder zittern, strömt Starfung, Segen, Fruchts barkeit aus Nacht und Ungewittern, dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu dir empor, vor dem die Wetter schweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Wohl, wobl den Menschen, die schon hier sich dir erges 3. Glänzend und im Feierkleide prangt die blütbenreiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preift den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den ſie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh', der ibr Saamen gibt, wenn sie welkend end lich niedersinket Bring auch du ihm Lob und Dant, preif' zu besonderen Zeiten. 453 prelf ibn fröhlich, mein blaue Himmelsraum: ein Gefang! unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! was unnennbar schön ist unsers Cottes Welt! 4 Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn! Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht entfliehn! Aber, Gott, vor dei nem Thron, wird ein ew'ger 5. Doch nur dem Tugends Frühling feyn, ewig wird er uns erfreu'n, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. Gott, dich preise mein Gefang! haften, rur dem Menschenfreunde lacht die schöne berrliche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Bruberhand; nabt dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Got tes Angelicht. Auch das freudenceichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen jenes, was mir Gott bort verbeißen hat zu geben. Dir, mein ott, sei Lob und Dank! Ewig preift dich mein Gefang! Mel. Loft Gott, ibr Cbriften er Erde Reize 587 find erneut. Auf Bergen, wie im Thal, ist Freud' an Freude bingestreut und Schönbeit überall. 2. Belebend ist der Wiefe Grün, entzückend jede Flur; und wie viel Taufend Blumen blühn im Garten der Natur? 3 Mit reichen Blüthen prangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der Füblt, ist: wie 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnenschein; o Gott, wie wird in fenen Höb'n der Sel'gen Wohnung seyn! Sh Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund um mich 588 Wher ift Alles Freude; verschönt ift, Schö pfer, deine Welt! Es prangt in einem Feierkleide Gebirg und That und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Bobin ich seh, wobin ic trete, bist du mir nab, und fühl ich dich; wobin ich schau, auf allen Fluren, in allen deinen Kreaturen, erblick ich, Welterhalter, dich. 2. Wie € 454 Gesinnung und Verhalten des Christen und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschüßt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, sich. 2. Wie haft du, Gott der Macht und Güte! so liebe voll an uns gedacht! Schön war des Früblings bunte no Blüthe; reich ist des Sommers ernfte Pracht. Zum vollen, fröhlichen Genuffe - empfängt von deinem Uleber flusse, o Gott, was lebet, Speif' und Trank. Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; - und alle jauchzen froh dir Dank. 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Bruft; fie gibt den Blüthenthälern Wonne, und allen Wesen nene Luft. Verjüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsere Saaten träufelt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie erfrischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquict den Wanderer und das Wild.. SP 3. Weit um mich her ist Alles Freude; o freu auch, meine Seele, dich in Gottes' schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich, Hoch müsse deffen Lob erschallen, der mir so wohl thut, Allen, Allen, so wohl thut, der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre; dir, Gott, fet Preis, dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig, bist. 10101 Mel. Wer nur den lieben Gott er nur be 589 Ach fingen Fulgütiger, dir auf jeder segenreichen Flur; ndir meine Dankgefühle brinim gen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgefang. 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schö pfer, bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide os 5. Da stehn die 3eu gen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde töut himmelan dir Lob und Ruhm; fie dringen, Herr, zu dir empor, aus aller Wesen frohem Chor. 6. Auch du frohlocke, meis Schöpfers Macht! ne Seele, und rühme deines Lobgefang Dein lauter erzähle, wie herrlich alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! 590Sichen beine Welt Mel. Herzliebster Jesu o weit nur Men bewohnen, bist du der Ba ter nodor zu besonderen Zeiten.: 881455 ter aller Nationen, die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. Frucht befreit zu feyn, um Gottes Menschen zu erfreun. 3. Der Sänger in den Lüften schweigt, der bin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat und Frucht für ihn bereitet hat. 2. Du blickft hernieder und die Fluren lachen, du wäsferft sie mit Thau, fie reich zu machen. Dein Strom ist voll; du forgeft für die Saaten, daß sie gerathen 3. Die tiefgepflügten Furchen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Ge traide zu unsrer Freude. 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel 4. Die Höh'n und Tiefen Wunder thut! Das Kind, schmücktest du mit Heerden, der Jüngling, Mann und und schaffest, daß sie froh reis sei fröhlich, ihm zum gesättigt werden. Dem Ruhm und Preis! Schnitter rauscht der vollen, 6. Auch, wenn du alterst, Felder Seegen zur Aernt' sorgt für dich dein Herr und entgegen. Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden bat. 7. Frob kannst du sterben, wenn du nur, wie feine fegnende Natur, gesegnet baft, wenn er die Frucht, die er Im Herbste. de verlangt, umsonst nicht fucht. 8. So blüh' und reife in der Zeit zu größerer Vollkommenheit! Still keimt der Tugend Saat bervor und reift zur reichen Nernt' empor. 5. Und Dank und Freud' und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Gefild erschallen vom lauten, dir frohlockendem Getümmel, bis in den Himmel. 4. Auf traubenvollen Hügeln schallt des Winzers Lob und wiederhallt von Berg auf Berg: auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreu'n. 50 Mel. Vom Himmel kam der 591 G geärntet ift der Gearn Felder Saat. Vom Herrn der Zeit gerufen, nabt der Herbst mit seiner Fülle fich und nähret und 2. Der fegenreiche Garten 592F tem Angesicht, Mel. Lobsinget Gott! rüb, umwölfprangt mit vollen- Zweigen, und verlangt von seiner geht schon die Sonne nieder; und 456 Gesinnung und Verhalten des Christen und spät erscheint ihr schwä fein Futter geben; und cher Licht am trüben Himmel Wein, der unser Herz erwieder. Die schöne Zeit freut, und unsers Lebens ist nun entflohn; die raupen Kraft erneut, quillt aus 14 Stürme rauschen schon durch der Frucht der Reben. die bereiften Felder. legte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder. Die 2. Verlaffen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. Die Vögel, die dem Frost entfliehn, begin nen schon daher zu ziehn weit müber Land und Meere. Gott 5 Wie ießt das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns fieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schüßt, die Müden mächtig unterstüßt, die an dem Grabe wanken. Gebeugt vom Alter werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir wie in der Jugend danken. nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ibre and Bahn und sättigt ihre Heere. 6. Wohl Allen die sich ih rer Pflicht von ganzem Her zen weißen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil sei ner Jahre Kraft noch blüht der Tugend Frucht zu tras gen! Ihm wird das Alter fwafft, daß wir in Sicher Ingend seyn, und dankbar beit des Herbstes rauhe Jah- wird er sich noch freun in reszeit beginnen und vollen seinen letzten Tagen! iden. Die Erde ruht, doch er gewährt voll Liebe das, was uns ernährt, mit väterlichen Händen. 3. Uns, seine Menschen, will er hier im Winter felbft versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er Im Winter. Mel. Vom Himmel kam ber 4. Wie find nicht unfre 593 Nicht für der Kammern der Segen nut, auch für den Schlummer der Natur, für Frost und Win ter denken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. 2. 3war liegt ihr grü den Winter Brod, dem Vieh ner Schmuck zerstört, von Schace Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath uns zu laben! Durch deine Vorsicht muß't o Gott, das Land uns für zu besonderen Zeiten. 457 verheert; ein weites, weißes 594 Ver Schnee und Eis und Sturm Mel. Auf, Christenmensch erschwunden Erde Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. Pracht, nue Schnee bedeckt die Felder. Der Wintersturm durchbraust mit Macht Gebirge, Thal und Wälder! Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungsfäfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser rauhen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben: mich schüßt 3. Doch hegt die Erde ftill und groß, die zarte Saat in ihrem Schooß, die sich im Frühling segensvoll entwikkeln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Tugend ersten Reim die Mutter mit verborgner Luft in ihrer zar 5.- So thut, was Andre fegnen kann, der gute, der bescheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Doch wachsen foll der Tugend Saat; aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm: auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott, so fürchterlich er immer droht. 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst, und fättigefst, erwärmst und pflegft! 9. Durch alle Zeiten, Bater, sei dir, wer bich kindlich ehrt, getreu! Laß jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gebn! I mein Kleid und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich faufter Ruhe freun. 3. So hats der arme Brus der nicht, dem Brod und Kleidung fehlen, er, demt das Nöthige gebricht, den Frost und Hunger quälen. lind dreifach fühlt er feine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. 4. O zaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zuzueilen! Fühl seinen Jammer, seinen Schmerz, dein Brød mit ihm zutheilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt, verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Taufenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm und Nahrung dich erquickt in dieſen rauben Tagen. Lobfinge, frohes Herz, in mir, und opsere Gott Dank dafür! 11 6. Sieh 458 Gesinnung und Verhalten des Christen 6. Sieh nicht auf das, was dir noch fehlt und mancher mehr befißet; nein, auf die Noth, die Aurse quält, auf Gott, der dich beschüßet! Ach Vater, lind're jeden Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! 0430p 4. Wir traun auf dich, o großer Gott; du, du wirft gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, saft lange ausgebalten. Ja, Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dies Jahr wieder sorgen. Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh s 595& baut, o Gott, auf deine heiß der Menschen Hand die Erde, voll frober Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir gefeg. net werde. Auf dein Versprechen trauen sie, du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang du lebest, effen. 2. Dies Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jest auch deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl gedeihn; gib Sonnenschein und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wenn, Vater, deine Allmacht hand nicht seine Urbeit fegnet. 3 Drum fröne du mit Fruchtbarkeit das Land nach deiner Güte, und wenn die Ausfaat dann gedeibt: Allvater, so verhüte, daß Kälte nicht, nicht Sonnenglutb, nicht Hagelschlag, noch Regenfluth ihr zum Verderben werde. Nach einer reichen Aernte. Mel. Wie groß ist des Allmächt'. 596 W Wir fchenvater, bringen dir unsern feierlichsten Dank, und unfre fro hen Herzen singen dir ibren lauten Preisgesang! Gefrönt hast du mit deiner Milee rings um uns her das ganze Land: dein Segen floß auf die Gefilee aus reis cher, väterlicher Hand. 2. Du schenkteft Sonnenschein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit, und gabst Gedeihen, Kraft und Segen dem Samen, den wir ausgestreut. Wie prangte nicht im Feierkleide das volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! 3. O welchen Reichthum deiner Gaben hast du mit liebevoller Hand, uns zu ers nähren und zu laben, von neuem uns berab gefandt! Für Millionen deiner Kinder zu besonderen Zeiten. 459 der ist jetzt ein voller Tisch und Preis und Dank ihm bereit; du nährst den From men, nährst den Sünder und Alles wird durch dich erfreut. bringen für alle milde Gas ben, die wir geärntet haben! 4. Wer kann die Güle ganz ermessen, die weiter als 2. Aus feinem Ueberflusse zum freudigen Genuffe bat er uns, was zum Leben uns die Wolken reicht? Wer nöthig ist, gegeben. tann fie undankbar verges- 3. Die Scheuern sind voll fen, da jede Stunde von ihr jeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, nimm an, Allvater, unfern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch Lobgefang. Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihn der Frucht, der wir uns freuen. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu verschwenden, empfingen wir's aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froß genießen, doch mäßig, mild und dank bar feyn; so gütig, wie du dich bewiesen, soll jeder der Beglückten feyn. 6. Drum freu' den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab, wir wollen seiner liebreich pflegen: wir trocknen seine Thränen ab! Er dank' auch heute mit uns Allen, froblocke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohlgefallen, so viel, o Gott, an uns gethan. 4. Preis, Herr, sei deiner Milde, daß Gärten und Gefilde, was wir gefäct haben, so reichlich wiedergaben! 5. Preis sei dir, unferm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben unfern Saaten. Dank dir, fie find geratben. 6. Uns reiften süße Früchte im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Neben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließeft froh uns ärnten. O daß wir dankvoll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen. 8. Wenn wir die gern erquicken, die Sorg' und Mangel drücken: so wirft du, was zum Leben wir brauchen, ferner geben! 9. Du wirst einst deine Treuen, die gute Saat bier fireuen, zu böbern Festenschmücken, und ewig sie beBei Mel. Wach auf, mein Herz Dommt, lasit uns 597 Kontobfingen, glücken. 11 2 460 Gesinnung und Verhalten des Christen Bei sparsamer Ernte. änderlich auf deinen milden Segen. Auch unser Brod wirst du in Notb und TheuMel. Was Gott thut, das ist 598 Preift, Chriften, zufrieden rung und gewähren, wenn heit, preift Gott, den Herrn der Aernte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von urfrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns Allen geben. 2. Er ist der Herr; feiner Hand steht, was die Erde bringet. Der Mens schen Mübe baut das Land; Gott daß fie gelinget. in Flehn um Negen. Bon ihm allein kommt das 599 Germacht Mel. Komm, o komm du ott, von gro er Gedeih'n; nur er, die Saaten blühn, reifen und gerathen, Boy 3. Was trauern wir? Er forgt ja doch; Gott forgt für unser Leben. O laßt uns selbst beim Mangel noch und Güte, deine Hülfe fu chen wir mit geängstetem Gemüthe schauen wir em por zu dir, Herr, du weißt, was uns gebricht; o verlaß, verlaß uns nicht! ihm Ruhm und Ehre geben! 2. Ach dem todten pürren Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern' laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen; Sande, gleichet bald, Herr, unser Land; und verlengt vom Sonnenbrande welft bie Frucht, die fraftvoll stand. Schrecklich droht uns ihr Verlus; Sorge nagt an unfree Bruft. 3. O erbalt uns deinen Segen, laß uns wachſen unser Brod! Ende bald durch milden Regen unsre Angst und unfre Noth! Gott, wir tranen dir esz, was uns gut ist, schickest du. 4. Stärke du uns dies Vers 4. Wie manches fegen reiche Jahr hat er uns schon bescheeret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen, und dei 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles iveislich füget, des Vorsicht nie mats irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danken wir, Erhalter dir, und preifen beine üte mit gnügsamem Gemüthe. ner Vorsicht trauen? 5. Ja, Höfer, wir verehren dich in allen deinen Wegen, und trauen unver-, nir zu besonderen Zeiten. 461 Vertrauen; unser Wohl ver- ben deiner Huld empfahn! fäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller bauen wir die feste Zuversicht; du, der helfen will und kann, nimmst gewiß dich unfrer an. Du fendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein; du eilft, mit deinem Segen uns Alle zu erfreun. Wir wollen dich erheben, dir Höchfter fiets vertraun, und fromm und weise leben, bis wir dich ewig shaun. 60 Nach verliehenem Negen. Mel. Kommt, kommt, den Herrn 600 Ein milder Re- Flehu um Sonnenschein. finket erMel. Mache bich mein Geist 601 Smerz und Klage füllt quickend auf die dü: re Flur; wie labt sie sich, wie trinket ibn ießt die ich machtende Natur! Die fanften Ströme fühlen die Lüfte weit umber, und die fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht: und Seufzer schweigen und Diß' und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor und preifen ibn.com ima 2. Mit Freud' im Ange fichte beschaut der Landmann nun fein Feld. Erquickt bat Gott die Früchte; er ift Veriorger seiner Welt. Wie wallen nun die Aebren, vom Mark der Erde voll, das feine Menschen näbren, das sie erfreuen soll! Auf, preifet( Gottes Milde! Er ins, der Regen schickt und echzende Gefilde voll Va derbulo erquickt. 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns eßt dankbar nahn, o laß s nicht vergebens die Gadas Land; traurig fehn die Früchte; hilft uns, Gott, fie / bald zu nichte. Zeig uns doch Gnade noch, Bater voll Erbarmen, bilf, ach hilf uns Armen! 2. Du règierst der Wolken Lauf, und befiehlt dem Regen. Sprich ein Wort, so bört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerfreu, Herr, mit starker Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Sonnenschein, der die Frucht er= quiche! Sieh, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Freudentage! 4. Preis und Ruhm sei die geweiht, Vater aller Gnade! Hilf daß uns die schwere Zeit nicht am Her# 3 zen 462 Gesinnung und Verhalten des Christen zen schade! Dir, nur dir, wollen wir gern zur Ehre leben und uns ganz ergeben, Nach verliehenem Sonnenschein. Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet donnernd aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wind ertönt, es bebt die Flur, und Bliße saMel. Nun laßt uns Gott 602 Ertönet, ihr Freu- gens Blißen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. denlieder! Sie scheint; sie scheinet wieder! Wir sehn sie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne. 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte faben wir dem Verderben naben. Was Thier' und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verbeeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Herzens Fleben. Du hörteft, was wir baten, und schüßteft unfre Saaten. 2. Auch dich laß seine Stimme rühren, sei ganz Empfindung, o mein Herz! Den Dank, das Lob, die ihm gebühren, entweihe fein unheil'ger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kindern des Weltenvaters Se gen zu; sie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Nuf verstehst auch du. Beim Gewitter. Miel. Wie groß ist des Allmächt' 603 D er mächtige, der Herr der 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es sagt's das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Sbr bebt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Angst und Noth; nichts kann dem Mächt'gen euch entziehen. Er kennt, er straft euch; er ist GOTT. 5. Schon senkben sie sich nieder: doch du erhobst sie wieder. O Herr der milden Sonne, du segneft uns mit Wonne. 6. Wir preifen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe. Ja, unfer ganzes Leben sei 604Der bunkelt fic, Mel. Lobt Gott, ihr Christen bohe Himmel ewig dir ergeben! ein Wetter Gottes dräut; ich bebe nicht: ich freue mich, Gott deiner Herrlichkeit. 2. Du zürnest, wenn du donnerst, nicht; du bist der Men zu besonderen Zeiten. 463 Menschen Freund. Nicht Kraft bewies, den Weltenblässer wird mein Angeficht, wenn uns dein Blig erfcheint. inden 3. Dem Sünder nur, der dich nicht kennt, bist du Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Bater nennt, zeigt du als Vater. rich. berrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, den Blißen ihre Strahlen lenkt, und gnädig seines Volks gedenkt! 4 Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blißes Pracht. 3. Nimm mit Bewundrung feire Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schauplaß dar. Zum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Segens Spur. far 5. Du reinigst durch den 4 Wie kräftig hebt fich Bliß die Luft; dein Legen das Getraide, getränket tränkt die Saat; es stärkt durch den Regenguß, und ein balsamreicher Duft, was wie vergnügt betritt die erst geschmachtet hat. Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so fanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 5. Herr, deine Güte fei erhoben, im Wetter, wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Dit fannst und willst uns filets erfreun. Mich schrecken Bliß und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. ME 6. Laß frei das Herz von Aengsten feyn, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir find ja dein; du bist die Lieb' o Gott! Nach Fem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott 605 ie gnädig ist des Höchften Wille! Der Donner schweigt; die Bliße fliebn; es schmückt in angenehmer Stille der Sonne Glanz Beim Jahreswechsel. Mel. Wer nur den lieben Gott das friſche Grün. O du 606 Drederfer Mores neuen mein Geift nun, opfre Dant! Erhebe deinen Lobgefana. d 2. Ja, preife freudig den Erretter, der seine große gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edlen Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst 11 4 bu 464 Gesinnung und Verhalten des Christen du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich einst ein schöner Tag. du sagst, o welche Wonne! dann, ich habe meine Pflicht gethan; 7. Und fegnest noch an Gottes Throne, dies Jahr als eine Zeit der Saat, nimmst du aus seiner Hand die Krone, die er für dich bereitet hat. Drum, Christ, halt aus in deinem Streit, du kämpfest für die Ewigkeit. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dieses Jahr noch schenkt, und dich so gern auf seine Pfade mit treuen Vaterhänden lenkt? Was ist es andets, als Geduld, als Nachsicht gegen deine Schuld? 3. So nüß' auch dieses Jahres Tage, als Tage deiner Prüfungszeit, daß keiner dich vor Gott verklage, 607 bift der Serr Mel. Es ist das Seil uns Gott, du daß keiner dich im Tode rent. Gott fordert, dem dent immer nach, einst Rechenschaft von jedem Tag. 4 Ermuntre dich zu bei nen Pflichten, sei zu den fowerflen auch gefaßt: fie gern und" willig zu verrich, ten, such dir den Muth, befieg die Laft! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbenutzt laß sie nicht flichn! 1 der Zeit und auch der Ewig keiten. Laß mich auch jetzt mit Freudigkeit dein hohes Lob verbreiten! Ein Jahr ist abermals bahin. Wem dank ihs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad und Güte. dit of 5. Gebrauch', o Chrift, dies Pilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn, zur Tugend hat ers bir gegeben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie reichet dir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigkeit. 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und deiner Brüder Glück, so fiebft du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; 2 Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbas res Wesen! dich, den kein Wechsel treffen kann. Wir werden, sind gewesen, wir blühen und vergehen durch dich; nur du bist unverän derlich, du warst und bist und bleibest. 3. Herr, ewig währet deiz ne Treu' mit Huld uns zu begegnen: und jeden Mor gen wird sie neu, mit Wohls thun uns zu segnen. Ich fenne keinen Augenblick, da nicht von dir fléts neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du mal zu besonderen Zeiten. 4. Du haft auch im ver: floffnen Jahr mich väterlich geleitet; und wann mein Dülf und Eros bereitet. Ser; voll Sorgen war, mir Von ganzer Seele preif' ich dich; aufs neue, Gott, ergeb ich mich ganz deiner weifen Führung 608 Gott und Mic. Allein Gott in der Höhy ruft der schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen; er schafft Gides, daß man sicher wohnt, 465 ne Rube einst bei dir kein Wechsel weiter föret! 5. Vergib mir also meine und heist die Zeiten cilen; Schuld von den verfloffnen Tagen, und laß mich deine Vaterhuld in Chrifto ferner tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre lebenslang mich thun nach deinem Wohlgefallen! 6. Gib neue Luft und neue Kraft, vor dir gerecht zu wandeln! Laß mich, Herr, stets gewissen baft mit mir und Andern handeln! Dein Geift belebe Herz und Muth, dich, o du allerhöchftes Gut, und nicht die Welt, zu lieben! 7. Die Welt vergebt: dies reize mich, die Luft der Welt zu fliehen; um besre Freuden müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen! Den Engeln bin ich ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Ferr, laß mich trachten! 8. Olehre selbst mich meine Zeit recht weislich aus zukaufen; laß mich die Bahn aur Ewigkeit mit beil'ger Borsicht laufen! Der Tage last erleichtre mir, bis meis er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm den Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr' ertheilen! 2. Herr, der da ist, und der da war, von danferfüllten Zungen fet dir für das verfloßne Jahr ein heilig Lied gefungen; für Leben, Wohlfahrt, Troft und Rath, für Fried' und Ruh', für jede That, die uns durch dich gelungen! 3. Laß auch dieß Jahr. gesegnet seyn, das du uns. nen gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schüßest uns, und du vermehrft der Menschen Glück, wann sie zuerst nach deinem Reiche streben. 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: fo gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Gebulo mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf. 11 5 466 Gesinnung und Verhalten des Christen 5. Hilf deinem Volke väterlich in diesem Jahre wieder. Erbarme der Verlaß nen dich, und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Nath auf unsern Fürsten nieder; ben. Hüll' und Fülle, Trank und Brod haft du mild gewähret, und in Wohlthat felbst die Noth- und den Schmerz verkehret. 6. Daß Weisheit und Gerechtigkeit auf seinem Stuhle tbrone; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lande wohne; daß Treu' und Liebe bei uns fei; dies, lieber Vater, dies verleih in Chrifto, deinem Sohne! 4. Daß uns deiner Allmacht Sand liebevoll geleitet; daß du über Stadt und Land Rub' und Glück verbreitet; daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelun gen: Gott, dafür sei Dant und Preis herzlich bir ge sungen 5. Freudig, Vater, tre ten wir in dieß Jahr des Lebens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz vergebens? Ja, du wirst und fernerbin, wenn wir Mel. Schwing pich auf zu 609 wig und unwan dir nur leben, Unterbalt und froben Sinn, Muth und Kräfte geben. delbar, Gott, ist deine Gnade, und von dir strömt immerdar Heil auf unsre Pfade. Tag und Jabre ändern sich und wir felbst veralten, doch du bleibeft, und durch dich werden wir erhalten. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, groß sind unsre Pflichten; lehr' uns für die Ewigkeit unser Werk verrichten! Jede gute fromme That laß uns wohl gelingen! Frucht las jede Tügendfaat für den Himmel bringen! 2. Jedes unfrer Jahre schmückt deine Hand mit Se gen; deine Vaterhuld beglückt uns auf allen Wegen. Jeden Morgen sendest du Le benskraft und Wonne; du verbreiteft fanfte Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens GaMel. Herr ich habe mißgehandelt 610 mit allen feinen Freuden schwand ein Jahr des Lebens bin, aber auch mit seinen Leiden schwand dieß Jahr; und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor na zu besonderen Zeiten. 467 2. Vor so manchem, man- ne Gabe! Dankend heb ich chem Grabe fübriest du vor über mich. Im Genuß der boben Gabe der Gesundheit preif' ich dich, preise dich für alle Freuden, preife dich für alle Leiden. meinen Blick auf zu dir, gelobe Treue heute dir, o Gott, aufs neue. 8. Gib uns Allen deinen Segen! Knüpfe feft der Liebe Band!#uf der Tugend heil'gen Wegen las uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil dem Vaterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! 3. Sa; auch für die trüben Stunden meines Lebens dank' ich dir; denn auch sie find nun verschwunden, und fie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wegen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Uebung ist das Erdenleben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höhres Ziel gestellt: ringen soll ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. 15. Herr, dies soll mich Weisheit lebren! Jeder Tropfen meiner Zeit, ohne te zurückzukehren, Brömt ins Meer der Ewigkeit! Nichts tann Zeitverlust ersetzen: laß den Werth der Zeit mich schätzen! 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nüßen mich zur Besserung, es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 7. Alles, Alles, was ich babe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, ist bei Mel. O Jesu Christ, mein's Bebens 611 Unwiederbringlich schnell entfliebn die Tage, die uns Gott verliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie manches ist bereits entflohn! 2. Dank fei dir, ewig treuer Gott, für deinen Beistand in der Roth, für tausend Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut! Weß war die Kraft? Wer gab Gedeihn? Dir, Herr, gebührt der Ruhm allein. 4. Doch oft verleßten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merktens nicht. Nimman, Erbarmer, unsre Reu'; um Chrifti Willen sprich uns frei! 5. Wir eilen mit dent Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du haft 11 6 bie 468 Gesinnung und Verhalten des Christen die Stunden zugezählt, die legte weislich uns verbeblt. lob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Himmet nach. din 6. Du gibst, uns länger 3 erziehn, uns Tage, Mon- 6. Im Staube beug' ich den, Jahre hin; boch an mich vor dir. Bis hierher dem Ziel der Pilgrimschaft hatt du, Höchfter, mir mit kommt unsre große Rechen-- liebevoller Vaterhand mehr, fchaft. G als ich werth bin, zuge wandt. 7. O dann laß uns, wir alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt. hat thöricht, hat umsonst gelebt. 7. Sich ferner, Gott, mit Freundesblick auf mein und meines Nächsten Glück! Entreiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod. 8. Behüt' und in dem neuen Jahr vor Theurning und vor Kriegsgefahr! Und treffe feiner Seuche Wuth, kein zehrend Feuer, keine Fluth! do? Mel. Werde munter, mein un ist das alte 612 N Jahr entflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preifet Gott den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Wie mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, fant, ey wirs dachten, schnell dahin, nun deckt des Grabes Hügel ihn.. 3. O Schauplotz der Vergänglichkeit! Dschnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thöricht ist, wer immer fest sich auf das nächste Jahr verläßt! allt 4. Doch bin ich fets nur eifervoll, zu wirken, mas ich kann und foll; dann flieve 613 mit Srebot Mel. Bach auf, mein Herz Freuden last treten meine Zeit sie bringi dow herrlichen Gewinn 5. Auch fomm' ich durch die Flucht der Zeit tir näher, Himmelsseligkeit! Goft9. Entferne jeden Un glücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir percin, so laß es uns ers träglich fein. 10. Ja, fegn' uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Dank;, da preift dich höhrer Lobges fang! no Gott, ihn anzubeten; vor Gott, der unserin Leben bisher bat Kraft gegeben! 2. Wir Erdenpilger wan dern zu besonderen Zeiten. 469 dern von einem Jahr zum und kleinen die Gnaden. andern; die schnelle Flucht sonne scheinen. der Stunden wird faum von uns empfunden. 11. Sei der Verlaßnen. Bater, der Irrenden Berather, der Unverforgten Gabe, der Armen Hülf' und Habe! 3. Und diese Wandertage find nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauben Wegen der Ewigkeit entgegen! 4. Doch du bist voll Ecbarmen, und wirst mit Vaterarmen in Nöthen und Gefahren und schüßen und bewahren. 187 12. Hilf gnädig allen Kranken, gib fröhliche Gedanken den kummervollen Seelen, die sich mit Sorgen quälen! 5. Erhalter unsers Le bens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßzeft, mit Kraft uns führe. unterfügeft!+105 onl 2014. Das wollest du uns 13. Vor Allem, Herr, verleihe und deinen Geift aufs neae, der uns mit Tugend ziere, und so zum Himmel 6. Lob dir, o Gott, dem geben: du Herr von unserm Treuen, durch den wir uns erfreun; Lob deinen Baterhänden, die so viel Noth abwenden. Leben, so geben wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Beim Anfang des Kirchenjahrs. 7. Hör ferner unser Flehen, und eil', uns beizusteben! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Troft 614 Fund, wie Mel. Wer nur den lieben Gott eft steht Felfen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte vergeben; doch deine Güt' ift täglich neu. Wie bringen heute, Bater, wir dir würdig unsern Dank dafür? 2. Keia Feind zerstörte die Altäre, kein Feind zertrat dein Heiligthum. Noch fingen wir von deiner Ehre, noch predigt man von deinem Ruhm. Durch Tau117 fe, in Leiden. 8. Gib uns und allen de nen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen. 9. Herr, wehre du den Kriegen! Loß Menschenliebe fiegen; und wo nur Thränen fließen, sich deinen Troft ergießen. 10. Gib deinen milden Segen zu allen guten Wegen, laß Großen, Herr, 470 Gesinnung und Verhalten des Christen fe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. gad 3. Doch fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir getban, ans Licht, nach unsern Wer ten uns zu richten; Gott, Nichter! for bestehn wir nicht. Du trageft uns mit viel Geduld; wir aber häuf ten Schuld auf Schuld. Gott, der du mirs gegeben, ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich bier. 2. Du, Herr, hat mich bereitet; mich väterlich ge leitet bis diesen Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. 4. O laß es deinem Geift gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mächtig zu bezwingen, wo fie bisher noch herrschend war! Heut fchwören wir, o Gott aufs neu' dir und der Tugend ew'ge Tren! 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu ge ringe, mit der du mich be wacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glüc lich werde, haft du schon ewig mein gedacht. 5. Laß ferner hier rein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt, so wie, die deine Wege wal len, zu freudenreicher Hoff nung weckt! Laß, wenn wit hier in Andacht flehn, uns Alle deine Gnade sehn. 4. Du hörtest schon mein Schnen und zählteft meine Thränen, eh' ich bereitet war; noch war mir nicht das Leben von dir, o Gott, gegeben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, 6. Gib, daß dich forthin lobfinget bir mein Geift! Er, Alle ehren, als dein geweiß, den du mir geschenket, et tes Heiligthum! Einft führst du uns zu jenen Chören, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das ims dort beseelt nicht mehr nach Tag und Jahren zählt. ists, ber dein gedenket, und freudig dich, o Bater, preift. 6. Daß du mit Kraft mich rüftest, und mir mein Leben fristest: dies Vater, dank ich dir. Daß du mich liebGeift regier ft: dies Alles, reich führeft, mit deinem Bater, bant ich dir. 7. Was mir in diesem les mein Leben, ben noch nüßt, wirst du mir ges Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten ir bank ich für 615 in zu besonderen Zeiten. geben: bu gibt's! ich hoff' auf dich. Dir, Vater, bir befeble ich findlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! Mel. Mein Gott, das Herz u den Bahn betrat. 2. Von ganzem Herzen preif' ich dich, daß mich dein Arm bis jetzt noch unver. dient fo väterlich gesegnet und beschüßt. 3. O! bätt ich doch aus Dankbarkeit das nun verflofsne Jahr so dir und deinem Dienst geweibt, als meine Pflicht es war! 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu bir, vergib mir meine Schuld, und schaff ein reines Herz in mir, nach deiner Vaterbuld! 616 mich wieder Die Lebensalter. fehn, da ich, nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Mel. Wer nur den lieben Gott er du MenWohlergehn, des Lebens 617D schen schaffſt und ihn leiteft, und huldreich als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild bereiteft, Heil, ihm in jedem Alter gibst: es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis! 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt vor deiner Tren', von inniger Er fenntlichkeit dir thätig dank bar fei! 6. Schnell fliehen meine Tage bin. Mein Auge fiebt nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin; rein Auge siebts allein. 471 mit Sorgfalt ja schaff' meine Seligkeit. 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag seyn. 7. Vielleicht ist bald mein Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, 2. Verleib dem Jüngling Kraft und lehre ibn Mäßigung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm dräut! O laß ibn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung seyn. 3. Dem Mann bilf wirfen: bilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Raft, die Luft der Welt, sich selbst bezwingen, und tragen seiner Arbeit Laft; fein Lebenstag fei nicht zu schwül, und immer vor ihm sei sein Ziel! 4. Erscheint fein Abend dann dem Greife, so gib dem Müden einen Stab; er freue 472 Gesinnung und Verhalten des Christen freue sich des Guten weise, und gefällig, aber nur durch was er hier that, was er hier gab; dies sei ihm, wenn er fterbend fällt, ein Führer zu der bessern Welt! Tugend seyn, offen ohne Schmeichelei, stets bescheiden und doch frei, obne Frechheit, stets bedächtig, immer unsers Herzens mächtig! 5. Laß die Frechbeit wil der Sitten niemals unser Herz entweihn! Laß, o Für die Jugend. Met Werde munter, mein 618 und nfre Kindheit, jeres Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tugend, aber heilig muß fie fign; nicht ein Taumel der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüfte muß fie scheuen und die Seele nicht entweiben. stets der Tugend Wohnung feyn! Jeder strebe, wer ein Christ, wessen Wunsch die Tugend ist, daß sein Haus und daß die Erde nur durc Tugend schöner werde, 091 Mel. Wie groß ist des Allmächt': 2. Nur in einem reinen 619 Mon Dobl Herzen, nur in einer keu-. schen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh' und Luft. Un beherrschte Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; fie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leiden. feines Lebens Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weißt! Be schäftigt mit den edlen Sor gen der Ausfaat für die Ewigkeit, wird er die wilde Luft der Jugend und jedes Lafters Reize flichn; sein Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glübn.gl 3. Reiner Sinn und Un schuld schmücket mehr als Schönheit; denn sie mehrt jede Luft, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: fie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 4 Drum, o Gott. Laß uns gesellig, froh und willig au erfreun, liebenswürdig 2. Von Sorgen frei, voll Math und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit festem Schritte immer weis ter und blickt getroft zu Gott hinan, besiegt durch fortge septes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamkeit, Verführer, wenn sie ihn zu besonderen Zeiten. 473 umgeben, und seine eigne gebren; dann wird er oft Sinnlichkeit. en schon mehr, wenn dirs nüßt, gewähren. 3. Wie thatenreich sind feine Tage! Wie schön entfließt ihm feine Zeit! Er fürchtet feiner Zukunft Plage, ihn reut nicht die Vergangenheit. Er fä't den Saamen jeder Tugend, und freut sich seiner Aernte schon; die schöne Blüthe seiner Jugend verbeißet ihm im Alter Lohn. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab einen Blick zu wagen. Suche fern von dem Verderben Seelenrub; dann wirst du Himmelssegen erben. Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein 621 h trete vor dein Ju 620 Hugend, im Schöpfer meiner Jugend! Mel Warum soll ich mich abe Luft, Angesicht, du Fle Verwirf mein kintlich hen nicht um Weisheit und dich meiner Schwachheit an, und wann sich mir Gefahren nahn: so ftehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite. mer gern an dem Herrn, und dem Reiz der Tugend! begehret, dein Verstand nicht erfand, wird dir dann gewähret. 2. Schnell muß nicht vorüberrauschen diese Lust; deine Brust muß sie nicht vers tauschen gegen Lüfte dieser Erden, die dein Herz, vol ler Schmerz bald vergiften werden. 2. Mein Herz von Lastern zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein, und stürzt sich in Gefahren: o mache mich mir selbst be3. Nicht erst, wann des kannt, und gib mir WeisAlters Sorgen dich zer- beit und Verstand, damit freun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien' ihm gern, und dem Herrn dienst du nie vergebens. ich meine Wege unsträflich wandeln möge! 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Böse zu erwählen; zum Ehr4. Glück, Gesundheit, lan- geiz, der den Stolz gebiert, ges Leben wird dafür willig dies Merkmal schwacher dir dein Erschaffer geben. Seclen; zur Trägheit, die Weisheit sei nur dein Be- den Geist verzehrt und jeden Trieb 474 Gesinnung und Verhalten des Christen Trieb zum Lafter nährt; laß nie zu diefen Sünden an mir sich Neigung finden, meine Seele keusch und rein, unsträflich meinen Wandel feyn, um, Vater, dir vor Allen durch Unschuld zu ges fallen! de h 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in the Netz zu ziehen, Verführer 3. Vor eitler Selbstgefäl sich voll Arglift nahn, fo laß mich weislich fliehen. Ihr Beiſpiel, Herr, entferne * nicht mein Herz von dir und meiner Pflicht: ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wankend machen! ligkeit bewahre meine Ju gend! Mein Vorzug ſei Bescheidenheit und meine Schönheit Tugend! Gib mir den sanften ftillen Geist, der dich durch fromme Demuth preift, den Nächsten liebt und achtet, sich selbst zu beffern trachtet. 5. Der Tugend beilige mich ganz, mein Schöpfer und Erhalter; sie werde meiner Jugend Glanz und einft mein Troft im Alter! Er balte mein Gewiffen rein; laß keinen meiner Tage feyn, der nicht zu deiner, Ehre wohl angewendet wäre. Für Jungfrauen. Mel. Ermuntre dich, mein 5. Wenn Umgang mir 622 34 und lenke ch will in stiller Verführung droht: so lebre ftets mein Herz, o Gott, zu reinen edlen Freuden! Die Unschuld sey mein höchfter Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den jeder gern mir gönne, und Niemand lästern könne! cine 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres finden, damit in frommer Eintracht wir der Freund schaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein, wie bir mich, Gött, erheben! Dir fei mein ganzes Herz geweibt, geweibt zum frommen Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt ve dir und flärfe den Entschluß in mir, stets deinen heilgen Willen mit Freuden zu erfüllen! 4. Sucht zu gefallen müsse nicht mein schwaches Herz bethören; sie würde mein Gefühl für Pflicht und mei ne Ruh zerstören. Ein eitler Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt: drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth Eliden. 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heit ift dich zu lieben; ach, mache mich dir gleichaefiant in allen meinen Trieben! Laß aming zu besonderen Zeiten. 475 wie deiner Engel Umgang, 5. Viel beitre Tage gabft sepn, daß nimmer unfre Seele Neid oder Argwohn quäle! du mir, von Sorgen frei und Grämen, wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch die trüben nehmen? 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lebreft, ich will ibn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erböreft. Durch Unschuld, Sanftmuth, Frömmigkeit, durch frohen Sinn bei Häuslich teit, laß Vater, mich auf Erden geliebt und glücklich werden. Für das Alter. Viel. Wiein erst Geschäft sei Preis, 623 Stets warst du Smeine Zuverficht, und bist es noch im Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 2. Ich fühle die Beschwerlichkeit gehäufter Lebensjabre, und fich am Rande meiner Zeit. Nah sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sei deine Batertreu, die mich bis bieher brachte, mir wohl that und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! 4. O fei auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', und boll Vertraun zu dir, das leben wohl vollende! 6. Es währet ja nur furze Zeit, was ich noch etwa leide, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich keine Schwachbeit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd ich, Gott, bir Preis und Ehr' im Chor der Engel geben. 8. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen mir immer näb're Glück zu Wechsel lenke, und dies meinem Troft bedenke! 9. So bleib ich in Zufries benheit auch bei des Alters Schwäche, und harre, bis dein Wink gebeut, daß meine Hütte breche. Vel. In allen meinen Thaten 624 D meinen Tavon gen, haft mich voll Huld getragen von meiner Sugend auf; auf allen meinen Wegen umgab mich, Gott, dein Segen; du lenkteſt meinen Lebenslauf. 2. Jch batt' oft große Sorgen, doch wie ein heitrer Morgen durch dunkle Nächte bricht, so hab' ich's ftets erfahren. Der Herr weiß 476 Gesinnung und Verhalten des Christen weiß zu bewahren, und führt durch Finsterniß zum Licht. und Friede; du fcbft mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nab, dem Ziele aller leiden. O welche hohe Freuden erwarten meine Seele da! 3. War Menschenrath vergebens, so kamst du. Herr des Lebens, und halfft und machteft Bahn. Dich ließ ich thun und rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unsrer huldreich an. 6. Jch barre fromm und fille, bis, Herr, mein Gott, 4. Du willst in meinem dein Wille mich nach dem Alter mein Stab seyn, mein Kampfe frönt. An meiner Erhalter, nach deiner Vater- Laufbahn Ende sink ich in treu'. Bin ich gleich schwach Jesu Hände, denn er hat und müde, bei dir ist Trost mich mit dir versöhnt. Gesinnung und Verhalten des Christen unter: besonderen Umständen. men und Reben befeßt, die Auen mit schlängelnden Bä chen beneßt, die Gärten, die Flächen der Felder umber, wie tragen ſie immer an um Himmel er- Früchten so schwer! Bei allgemeinem Wohl stande. In eigner Melodie. 6253 hebe dich, Freu dengesang! Hoch töne aus fröblichem Herzen der Dank! Auf, Alle von Vaterlands liebe durchglübt, singt mit uns dem Höchsten ein feierndes Lied. 2. Er läßt uns- bewohnen ein glückliches Land; beſchirmt und erfreut es mit wohlthät'ger Hand, sein Segen ergießt fich auf Alle herab; und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge mit Bäu4 Es blühen Gewerbe und Künste im Land, und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild werden hier Fleiß und Ver dienste belohnt; hier ist es, wo Recht und Gerechtigkeit wohnt. 5. Religion Atrahlt uns ſo himmlisch, so mild. Da, wo uns nicht leuchtet die Soune, ihr Bild, erhellt fle uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuch tung, Erquickung und Narb. 6. Wünscht, Rath. unter besonderen Umständen. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! En jeder bezeuge mit freudigen Blick: er fäße das Gute dem Höchfien zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 7. Uns bleibe das Christenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisbeit und Tugend verehrt; Gerechtigkeit ziere den fürstli, den Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl jedem, ders fühlet, wie glücklich er ist im Lande, wo Eintracht und Liebe fich füst! Ein jeder beförd're, fo viel er nur kann, des Vaterlands Befle, und freue sich dann! 9. Gott, fei uns stets freundlich, und fördere du das Werk unsrer Hände in Frieden und Rub'; so leben wir glücklich und wallen von bier, zum Vaterland droben, o Bater, zu dir! In allgemeiner Noth. Mel. Auf, meinen lieben Gott 626 ³ 8 güchtigt deine Hand, o Höchfer, jeßt das Land. Zu deinem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Beschrei der Armen; erhör' es mit Erbarmen! 477 2 Du fiebst des Landes Noth, fie kant auf bein Gebot. Du kannst mit starken Härden sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deinem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. O Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Gericht, bei Allem, was wir bulten; denn groß sind unfre Schulten. Du züchtigst doch noch minder, als wirs verdient, wir Sünder. 4 Ja. Bater, deine Huld ift größer als die, Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig ver dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Troft und Hoffnung fehlen! 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unfrer Noth, und die voll Kummer flehn, laß bald Erleicht'rung feten! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübfal zu ents fernen, so stärk' uns, daß wir lernen, mit ehrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen! 7. Herr, deine Züchtigung leit uns zur Befferung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schlummernden erwecken und Reblichfromme stärken, auf dein Gebot zu merken! 8. Wenn unser Herz dich liebt: so wird, was uns betrübt, 478 Gesinnung und Verhalten des Christen trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuleßt er freuen; es wird und deine Gnade ein Licht auf dunk: lem Pfade. gest du sie Allen, die drum bitten, zu, durch den, der unfer Mittler ist, durch unfern Heiland Jefum Chrift. 5. Drum kommen wir, Herr, unfer Gott, und klas gen dir all' unsre Noth. Ach deine Vateraugen seyn, wie hülflos, Herr, wir vor bir stehn.co 9. So stärke denn bas Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. O sprich zu uns rer Seele: Getrost! dich foll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10 Am Schluß von unferm Lauf klärt einst sich Alles auf! Dann wird die Aussicht beiter; dann tbränt kein Auge weiter; dann fi den unsre Herzen Wonne nach den Schmerzen. nur In eigner Melobie. Wenn wir in 627 Wenn höchten Nöthen sein und wissen nicht, wo aus, noch ein; und finden weder Hülf' Toch Rath, ob wir gleich forgen und spat; 2. Dann bleibt das unfer Troft allein, daß wir und deiner Hülfe freun; wir flichen zu dir, du treuer Gott, du einz'ger in der Noth! Helfer 6. Nur du bist unfre Zuversicht! Vergilt nach unfrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei und mach uns aller Plage frei! 7. Dann danken und lebe fingen wir mit freudenvol lem Herzen dir; gehorsam deinem theuern Wort ,, Herr, preifen wir dich hier und dort. In Kriegszeiten. Diel. Wer nur den lieben Gott 628& zieht, o Gott, ter jetzt über unserm Haupt einher. Doch, bist du unfer Schuß und Reiter; so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es auch Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. reer Auge 3. Wir beben unser und perz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadignng und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa. 2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu sehn, und da, wo andre troftlos zagen, mit Zuversicht zu dir zu flebn, weit Menschenhülfe wenig nüßt, unter besonderen Umständen. 479 nüßt, wenn deine Macht Steb' uns bei. Alltiebender, uns nicht beschüßt. Herr der Welt, Allmächtiger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf; denn allenthalben droht Raub, Verwüftung, Elend, Tod 3. Nicht blinder Zufall herrscht auf Erren: du bist es, der die Welt regiert. Laß ießt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bift urire Zuversicht! Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und fleben um Barmherzigkeit! Sei unser Bater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschütze gnädig Stadt und Land vor BlutvergieBen und vor Brand! 2. Ach des Krieges Flammen glühn! Ordnung, Rub' und Segen fliehn. Keine Hälfe feben wir, keine Hülfe, als bei dir. Denk an uns in Gnad und Huld, nicht an unfrer Sünden, Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! ןןן 3. Du, der zu dem Meere spricht: bis hierber und weis ter nicht! Sprich, o Höchfter, nur ein Wort, und die Schrecken flieben fort; Fried' und Ordnung, Glück und Rub' eilen uns von neuem zu. Unfre Zuflucht, Gott, bist du! 5. Doch findet dein allwei fer Wille noch bärtre Prüfungen uns gut; so faffen wir in frommer Stille, voll Zuversicht und Glauben, Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, 0 Herr, bereit. 6. Froh werden wir dann wir dann rühmen müssen, wenn du uns wieder wohlgethan: Gott- brach nach uns verborgnen Schlüssen, zum Heil uns auch durch Notb die Babn. Du bleibeft unfre Zuversicht! Barm- 630 ein Angesicht, Mel. Wann mein Stündlein 123 In eigner Melodie. o Herr, vor und verborgen? Bernimmst du unsre Seufs 629 11m Erbarmen fles zer nicht entgehn dir unfre Gott eine und. Bater, jetzt zu dir. schwere Macht; Gott, wenn nicht 4. Gibst du Frieden: dann o Herr, bebet unser Herz beten dann deine Macht mit nicht mehr. Ach, wir Alle Freude an. Aber jetzt noch seufzen wir, ießt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 480 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht beine Vorsicht wacht, nun dich finden! Ach dämpfe so müssen wir perderben. unfrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glat, eh' fie uns ganz verzehret! 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenleer und keine Rub erquickt uns mehr; fie ift pon uns gewichen 3. Gefahr umgibt uns in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von kurzem Schlaf erwacht, sp wacht auch unsre Plage. Der barten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schüßen! 4. Du kannst es, du er babner Gott. Es steht in deinen Händen, uns zu er. retten, unfre Noth zu unferm Glück zu wenden. Du fannst dem Elend, das uns drückt, das dein, Gericht uns zugeschickt, allein allmächtig 6313 7. Gib deiner Gnade theures Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unfrer Dankbarkeit in fichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst unsern Sinn, daß wir dir ganz ergeben, des Lafters Bahn mit Abschen fliehn und nur der Tugend leben! Wir las fen dich, Erbarmer, nicht, bis uns dein huldreich Angeficht zum Segen wieder strablet! Zur Friedensfeier. Mel. Herr, Gott! dich loben u dir, Unendlie cher, zu dir, Allgütiger, der Völkern ftill zu 5. Es haben Lanzen, Spieß seyn gebot und Frieden und Schwert, mit welchen fandte, zu dir, Gott steigt Feinde drohten, schon oft unser Jubelton empor! 3u in Sicheln sich verkehrt; so unfrer höhern Brüder Chor bald dein Wink geboten. singt unser Herz, entflammt So mächtig bist du immer von Dant, den lauten hohen noch; ach so gebeut, so rede Lobgefang: Gelobt, gelobt doch! Was du sprichst, muß sei Gott! der Weltbeherrs geschehen. 6. Vergib uns gnädig unfre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott scher, Gott! der Weltoes glücker, Gott! der Frie bensgeber, Gott! 2. Wer ist an Majestät voll Vaterhuld: so laß auch dir gleich! An Güte und an Macht unter besonderen Umständen. 481 Macht so reich! Du spricht 5. Laß ihn, laß ihn beein Wort: der Himmel schweigt. Du sprichst ein Wort: der Erdkreis neigt fich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du fieheft Völker sich entzwei'n; mit Schwert und Waffen sich bedräun; die Waffen sinken und der Streit wird fill, wird Ruh' und Einigkeit, fobald, Herr, deine Rechte dräut, und Völkern still zu feyn gebeut. Mel. Lobet den Herren 3. Wie schreckend, wie 632 Nabet anbetend war empörter Völker Zwift! Gefahr und Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; effen stand das Grab, und unsre Brüder sanken hin, bei Schaaren in das Grab dahin; und Schmerz der Mütter Herzen brach, und blut'ge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker Zwist. Dant dir, Allgütiger, er ist durch dich, der Erd und Himmel trägt, geschlichtet und nun beige legt! ständig seyn, den Frieden, deß wir uns ießt freun; in feinem Schooße laß uns nun, und, fpät noch unfre Nachwelt ruhn! O fegne, Gott, das Vaterland, den Fürfien, fegne jeden Stand! So lang du uns noch wallen heißt im Pilgerthal, laß deinen Geist den treuen Führer Aller seyn! Dann führ zur ew'gen Rub' uns ein! Amen! Singt nahet Beglückte! ihm; er ist's, der den Frieden vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch, weg ist das härteste Joch, das unfer Vaterland drückte. 2. Vater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; große Verheerungen sind noch die traurigen Spuren.! Aber wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnädig das Jauchzen der Dei nen! Höre, Erretter, den Jubel der Großen und Kleinen! Friede gabst du, Friede und sichere Rub, Freude nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, p Vater, 4. Das Schwert, das Bruderblut vergoß, ist weggelegt, aus deinem Schooß frömt uns des Friedens fanfte Ruh' und leberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beten Gott, der dies an uns ge- und Ehre und Preis deinem an dich, than! Namen! Sie find erduldet, X die an ܒܝ ܥ ܝܝ ܚ ܝ see". Dim.: 482 Gesinnung und Verhalten des Christen die Leiden, die über uns Wärme, Thau und Regen: kamen; fern ist die Noth! so kehrt dein reicher SeSegnend erhalt uns, o gen zurück in unser Land. Gott, was du verliehen haft! Amen. In Wassersnoth. Mel. Herzliebster Jesu! ch will dem Herrn zu je u bester Troft der Zeit vertrauen, und stets Heil dieſen Felsen bauen; auch in den nächsten schrecklichsten Gefahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungewittern, vor denen selbst der Erde Säulen zittern, und da, wo, Bergen gleich, empörte Wellen zum Himmel schwellen. 3. Sei Alles Sturm und Aufruhr und Getümmel; Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. 4. Zum wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig iff sein Herrscherwille, der Strom ge horcht, die Wogen sinken nieder und ruben wieder. In Theuerung. Mel. Von Gott will ich 633 Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau ber auf unsre Noth; erbarme dich der Deinen; wir Armen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Erbarmender, ach wende der Zeiten schweren Lauf! Thu deine milden Hände, uns zu versorgen auf! Was irgend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr' uns auch, schaff uns Allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Erbarmen, Gefühl für Andrer Schmerz, und zu erfreun die Armen, ein mitleidsvolles Herz, damit sie mild ihr Brod troslosen Brüdern brechen und nicht gefühllos sprechen: geht hin; es belf euch Gott! 4. Laß unsre Frucht gerathen uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachstbum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib 634 3 5. Wer bänderingend sein Geschick beklagte, den Abgrund offen sah und schon verzagte, froblocket dann und rufet: Gott ift Rets ter im Sturm und Wetter! 6. So mögen dann Gefahren mich umschweben und Eis unter besonderen Umständen. 483 Eisgebirge fich im Strome daß du durch deine Macht beben, und furchtbar brobend jeden Damm erschüttern; ich will nicht zittern. 7. 3u dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, fannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren! die wilde Fluth bezwungen! Verheerend brach sie los, gleich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. Mel. Was mein Gott will 635 Wir find in Noth: Gott, die Fluth nicht überschwemmen! Nimm uns in Acht;, wehr ihrer Macht! Du kannst die Wogen hemmen. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht, gedenk an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden! 2 Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu ChriAi Willen! Ach du allein fannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, bilf väterlich; beschüß uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. 2. Doch mitten in der Fluth erwiesest du Erbarmen und halfft uns väterlich. Du zeigteft an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlasſen kannst, uns auch im Leiden 3. Dies thatst du, Mächtiger, der jeder Fluth gebieten, der Meere zähmen kann, so mächtig sie auch wütben! Du schüßest, du erhältst, du hilfft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott. 4. Wer wollte dir, o Herr, durch Sünden widerstreben, und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre Leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie sollten wir nicht thun, was, Vater, dir gefällt? Nach einer Feuersbrunst. Mel. Wann wir in höchsten Nach überstandner Noth. 637 Mel. Nun danket Alle Gott Macht des 636 ob Ehr und Feuers Kraft zum Gegen Dank sei dir, großer Gott, gesungen, und Verderben schafft; mit welcher schrecklichen Gewalt 0 2 vere an 484 Gesinnung und Verhalten des Christen verwüstets, und wie leicht, wie bald! 2. Ach, manche Häuser hats verzehrt, und mancher zerstört! Auch dies hat deine Hand gethan; wir weinen, Herr, und beten an. 3. Wir weinen und vers ehren doch auch deine Huld; fie balf uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern seufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir. Laß sie nicht bülflos, trößte die, die du gebeugt haft; fegne fie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung sei ner schönsten Pflicht, der Pflicht: Betrübte zu erfreun, barmherzig durch die That zu feyn! 6. Uns wieder segnen kannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weife, liebevoll, und gut ist Alles, was bein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Vaterbuld mit frommer Zuversicht vertraun, und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seuchen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns Allen, was uns beilsam ift! Nach großem Verlust. Mel, Herzliebster Jesu! 638 Du haft es mir gegeben und genommen: Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz beklommen; doch mein Vertraun, mein Glaube soll nicht wanken; ich will dir danken! 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bift mein Gott, und meine Seel' ist stille. Du führft gewiß mich auch auf rauhen Wegen dem Heil entgegen. 3. Wenn's nüßlich mir und wenn es deiner Ehre, Allwiffender, gemäß gewesen wäre; du hättest lieber Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 4. Du sabft vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen: ich würde stolz des Glücks mich überheben und sündlich leben. 5. Gott, wenn ich dies im Stillen überlege, so preif ich dich und ehre deine Wege. Was hülf' es mir, die ganze Welt zu erben und zu verderben? 6. Und viel des Guten ist.. mir noch geblieben, mein guter Name; Freunde, die mich lieben, und, Dank ſei dir, es ist mein gut Gewissen mir nicht entriffen 7. Wie unter besonderen Umständen. 485 7. Wie sollt ich nicht auf Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! 4. Laß dir auch meine Lieben empfohlen seyn, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, fein Unfall, feine Noth! Gefund laß fie mich wieder bei froher Rückkehr sehn; dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn! rubig seyn und standhaft dir vertrauen? Auch fünftig wirst du, was zu meinem Leben mir Noth ift, geben. 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände, und leite gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir beschieden, bin ich zufrieden. Der reisende Jüngling. Auf der Reise. Mel. Lobt Gott ihr Christen uch Mel. Befiebl du beine Wege 640 Anem Baterland 639 Beglüce meine Reise; Gott, ich vertraue dir! Sei gnädig und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen meinen Wegen begleite väterlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schuße mich! 2. Ich bin in deinen Hänben, deß darf mein Herz sich freun; denn du kannst Hülfe senden, wo mir Gefahren bräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, Gott, du wehrest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe übergeben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalter meiner Kräfte, beglücke met nen Fleiß und meiner Pflicht wirst du, Gott, mit mir seyn. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin ich dein. 2. Verges' ich dieser Wahrheit nicht; bin ich von Herzen gut und üb' ich treulich meine Pflicht, so hab' ich frohen Muth. 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drunt stärke dy mein Herz! O hilf du meinem Streben nach, und sichre mich vor Schmerz! 4 Der Reiz der Sünd' und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz vers gnügt und lang gereut, gib, daß ichs weislich flich! 5. Wo man mich fiebt und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich seyn, und dort auch, wo kein Mensch X3 mich 486 Gesinnung und Verhalten des Christen mich kennt, das Laster ernstlich scheun! Fürbitte für liebe Abwesende. 6. Nur wer die Tugend ebrt und liebt, deß Beispiel führt zu dir; o du, Mel. Der unsre Menschheit der Alles hat und gibt, 641 O u, welchem Gott, solchen Freund gib mir! keine Welt umschließt, der du allgegenwärtig bist mit allen deinen Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Huld, bist ihnen nab auf allen ihren Wegen! Dies ifts, was meine Thränen ftillt, wenn banges Sehnen mich erfüllt. 2. Mach ihnen mild das ferne Land, und laß, an deiner Baterhand, fie dort auch Freude finden. Sei, wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Netter in der Noth; bewahre fie vor Sünden! Auch dort sei stets der Tugend Ruhm ihr unverleßtes Eigenthum. 3. Okehren sie mir einft zurück: des Wiedersehens großes Glück macht frob schon meine Seele. Doch fäb ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht; was ifts, daß ich mich quäle? Ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 4. O wie gedent ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wieder gibt, ¹7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von Lift und Spott, von Wolluft, Spiel und Ueppig keit entreiße mich, mein Gott! 8. Wer Wahrheit, Pflicht und Recht verdreht, der flöße Graun mir ein; vor dem Versuchten, der dich schmäht, erzittre mein Gebein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten Wegen gehn, und, wenn ich kann, an jedem Ort im Tempel dich erhöhn! 10. Dann bin ich meiner Aeltern Luft, im Alter einst ihr Stab und keines Laffers mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meinen Geist, der dir gefällt, erschrecket kein Gericht. 12. Gedanke der Unfterblichkeit, erhebe meinen Geift! Wohl mir, es ist die Ewigkeit, wohin der Glaube weist! unter besonderen Umständen, 487 und wir find deine Kinder. gibt, die trauernd meine allein kannst uns befrein, Secle liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unfre Seele freun! Wie selig werden dann wir seyn! 6. In deiner treuen Vaterhand ruht Tod und Leben, Volk und Land. Entferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns bin! Gib wieder heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehr uns doch geduldig seyn, und dir uns ganz ergeben: und fterben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! Bei ansteckenden Krank heiten. 642 J Mel. Allgegenwärtiger, ich n unserm Kummer fallen wir gebeugt und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Tod; schon würgt er unsre Brüder. 2. Der Seuchen Gift verbreitet sich, und Gott, wen haben wir, als dich, der seine Wuth ihm raube? Wo deine Macht uns nicht bewacht, so werden wir zu Staube. 3. Ach viele fanken schon ins Grab so unerwartet schnell hinab. Wie ist um Hülf uns bange! O schone noch! Entreiß uns doch dem nahen Untergange! 4. Oft rettet Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben keine Zuversicht, als nur zu deiner Güte; du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefgebeugte Sünder. Denn du 8. Zeig allett Sterbenden dein Heil, und gib, daß fie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Noth zum bessern Leben führen! 9. Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu bir um Gnade flebt, dir, Vater, wohlgefallen. Der reinste Dank und Lobge: fang wird dann bei uns erschallen. Dank für Gottes Hülfe. Mel. Ein Lämmlein geht 643 ir kommen, Gesang und Ruhm und Preis zu bringen. Des ganzen Volkes lauter Dank soll, Retter, dir lobfingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken 4 dros 488 Gesinnung und Verhalten des Christen brohen. Nun wüthet seiner In Krankheiten. Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie find vor dir entflohen. und 644 fahen hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Verderben. Da galt kein Schonen! Stündlich war uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunft vergebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der leßte seines Lebens. Mel. Wie groß ist des ier lieg ich, und Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, qus vollem, tiefgerührtem Herzen dich kindlich um Erbar men an. Wen hab ich sonst in diesen Stunden? Wer fennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt die mir geschlagenen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 2. O Gott, du Vater aller Väter, der gern den Leidenden erfreut, zu dem so mancher frommer Beter, und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht vergeblich flehen! Auch meines Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles fehen, was Freude mir ge währen kann! 4. Dich, der du von Gefabr befreift, dich müssen 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, was der Kranke fühlt, und gibt ibm Hoffnung, Troft Alle loben! Sei ewig, und Friede, wenn Schmerz Vater, Sohn und Geist, in seinem Innern wühlt. von deinem Volk erhoben! Dies sagt mir, der ich dir Dich, Retter, bete jeder vertraue, zu meiner Rub' an! Es fauchze, wer nur dein göttlich Wort; dies danken kann, und ehre dei treibt, so oft ich auf dich nen Namea, und rühme: schauf, die Furcht aus meiGott ist unser Gott! Er ner Seele fort hilft un gnädig in der Noth! Erhebt ihn! Amen! Amen! -010 4. Auch dieser Krankheit schweres Leiden verhingst bu liebreich über mich. Auch hier 3. Allmächtiger, wir alle schrien zu dir mit bangen Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen fliehn; du heileft unfre Schmerzen. O du Erbarmer roll Geduld, du baft nach unsrer Sündenschuld auch diesmal nicht gelohnet. Gezüchtigt, o wir preisen dich, gezüchtigt, haft du väterlich und väterlich verschonet. in unter besonderen Umständen. 489 hier, wie im Genuß der Laft nicht zu vergrößern, Freuden, erkennt mein Herz bilf mir meine Seele besſern; als Vater dich. O gib, daß alle Hülfe kommt von dir. ich dich stets empfinde! O stärke selbst mich in Geduld! Vergelt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meiner Sünden Schuld! Kranken, Quelle tröftender 4. Bater, Helfer aller Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur fann erretten, stärken, lebre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freuden schafft! 5. Guter Muth und heitres Wesen fei in meinem Blick zu lesen; Rub' erfülle meine Bruft! Hoffnung stärke mich, Freude sei mein Glaube, und wenn ich leide; dir zu, folgen, meine Luft! 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weifen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meinen Lauf vollenden! dann bebe meinen Geift zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o, guter Gott, was fehlet mir? Mél. Alles ist an beinem Segen Mel. Wer nur den lieben Gott als 646 Nicht mehr, afte 645 Hanteit tragen, Barmberziger, legft ilf mir, Gott, meine Kräfte du mir auf! Nicht immer wird der Schmerz mich nagen; quickung drauf. Auf meinem es folgt gewiß ErKrankenlager hier lobfing ich, o mein Vater, dir. 2. Weil mich die Welt zu sehr zerftreute, rufft du mich in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheute, führst du mich mitten in den Streit, und übft durch körperlichen Schmerz, mein Geduld entwöhntes Plagen, die mich drücken, still ertragen, und mit kindlichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens Erleicht'rung meines Schmerzee nur auf deine Vorsicht schaun! um 2. Deiner Weisheit fanns nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dies will ich zu Herzen faffen, und mich ganz dir überlaffen, der du auch mein Vater bift. 3. Sanfter Antrieb, ernste Sehre, daß ich in mich selber kehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre von Herz. soll ich leeren! Ach, Herr, 3. Den Kelch der Träbfal du weißt, das Fleisch ist € 5 schwach 490 Gesinnung und Verhalten des Christen schwach! Vergib, wenn eine mir dein Wort nicht zu: Fluth von Zähren hervor Gott ist dein Vater; Kind aus meinen Augen brach! bist du! Oftärke, Gott, voll Vaterbuld, mein Herz durch Glauben und Geduld! 4. Der Schmerz, der meine Glieder schwächte, beraubet mich der sanften Rub'; ich bring, o Gott, die langen Nächte auf meinem Lager schlaflos zu; der Menschen Hülf' ist schwach und klein; doch du, du wirst mein Helfer seyn. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungsstunde, währt! Und wenn auch ganz im Kampf der Leiden sich meine Lebenskraft verzehrt; wenn auch mein Herz im Tode bricht: du, Herr, bist meine Zuversicht! Veel. Wer nur den lieben Gott ott, der du 3. Odu, mein bester Va ter, glaubte nur meine Seele findlich dir! O daß mir doch kein Zweifel raubte den fü ßen Troft: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leiden mich bestürmen: so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleib mir Weisheit und- Geduld! Beruhige mein Herz, und sprich: sei nur getroft und hoff auf mich! 5. Wie litt im allerbängsten Leiden so stille duldend Jesus Chrift! Leid' ich ihm nach, ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie mein 647 mein Frende fendeft, mit Weis6. Durch Leiden wird heit unser Schicksal lenkst, mein Herz ihm offen; durch und Alles uns zum Besten Glauben naht sich ihm mein wendest, was du nur über Geist. Der stille Dulder uns verhängst, du haft nicht nur darf hoffen, darf hoffen Luft an meiner Pein; auch sie das, was Gott verbeift. soll mir zum Heil gedeihn. 34 folcher Hoffnung stärke 2. Auch durch die Noth mich: so preif' ich auch in Schmerzen dich! führt mich zum Ziele der Seligkeit, Gott, deine Hand und deine Tröftungen, wie viele haft du mir schon Mel. Wann mein Stündlein. ins Herz gefandt! Wie oft ruft 648 Es ist dein Wille, Herr, mein Gott, unter besonderen Umständen.$ 491 Gott, daß ich jest Schmer- Kampfes Schmerz erleichtre zen leide: doch du bist Hal- mir und laß mein Herz noch fer in der Noth und kehrst sterbend dir vertrauen! fie gern in Freude. Was 6. Doch willst du wieder ich bedarf, ist dir bekannt; mein Leben steht in deiner Hand; deß soll mein Herz ſich tröſten! Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, so lang ich lebe bier, mich dankbar dein gedenken, damit ich künftig jederzeit, mit aller Treu' und Redlichkeit, der Tugend Wege wandle! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir' ergeben. Herr, wie du willst, so schicks mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein flebt meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig! 3. Verhüte, daß der Krantheit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, erleichtre die Beschwerde. Du Bater, weißt, was jeren Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag, bilf und erbarm dich meiner! Mel. Wer nur den lieben Gott er Morgen 649 Dommt, und meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen meine Tage, wie bang die Nächte mir vorbei! Der Morgensonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 5. Soll tödtlich meine Krankheit seyn, und steht mein Grab schon offen; so laß mich Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel boffen! Des lepten bangen 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Kummer mich umringt, wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleb' ich unerhört um Stärkung, 4. Erquicke, Gott, und ftärke fie, die liebreich meiner pflegen; lopn' ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem, die mein Herz begehrt. beften Segen! Gib gegen fie mir Freundlichkeit; gib ihnen, Gott, Gelassenheit, Geduld mit meiner Schwäche. 3. Erbarm dich; eil' mir beizustehn! verlaß mich, o mein Helfer, nicht! Ach zeig mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes verz. 4. Noch ist mein Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch ich 6 492 Gesinnung und Verhalten des Christen ich bin ohne Gram und Sor- rung nur; ich danke dir auch Trost, Geduld und Fassung. gen, du, Vater, kennst mein wahres Wohl, Und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. 5. Soll ich die Laft noch, länger tragen, ich halte dei ner Fügung still. Dein Will' geschehe, will ich fagen, wie du, Herr, willst, nicht, wie ich will! So, Bater, laß bei Schmerz und Pein geduldig mich, wie Jefus, feyn! 2. So trag ich ruhig meinen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erbebe fich mein Herz, du meiner Tage! Schöpfer Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Vater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. A 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet, dich hält mein Glaube dann noch fest, 6. Einft kommen doch der wann Alles um mich weinet. Ruhe Stunden; einst rückt Sch bin getroft, wenn gleich mein Abend auch herbei! betrübt die Freunde, deren dann, dann ist Alles über- Herz mich liebt, ießt um wunden, ich bin von aller Trübsal frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid, dort ewige Zufriedenheit. mein Leben zittern. 4. Auch fie verlaß, o Vater, nicht; stärk ihre ban gen Herzen, erfülle fie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schuß, Allgütiger, und 7. Gestärkt durch diesen hobeh Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts soll mir meine Hoffnung rau ben; auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir, und führt mich, Gott, hinauf zu dir. trockne ihre Thränen! 5. Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Vater, deine Kraft, die Math in jedem Leiden 650Nah Mel. Wann mein Stündlein ach einer schmere zenvollen Nacht schafft, die kämpfen hilft seb ich den Morgen wieder. und siegen. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer U651 verlichst du mir nicht inte Mel. Wann wir in höchsten chon wieder Nacht und Gram S unter besonderen Umständen. Gram und Schmerz zernagen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist so öd' die Einsamkeit! Ich seufz und ring' umsonst nach Rub', kein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn' ich mich noch nicht von dir, o Hoffnung! Nein, du bleibest mir. Gelegt, zu lindern Noth und Schmerz, bat Gott dich liebend an mein Herz. 4. Er ist's, der Muth und Zuversicht durch dich zu diesem Herzen spricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dulters Lotn. 5. D wär' kein Himmel, der einst lohnt; du, Vater, bätteft mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterteit, versüßt mir meine turze Bett. 6. Noch fleht vor dei nem. Angesicht dein leidend Kind: ists möglich nicht, daß dieser Kelch vorüber geh? doch nur dein Wille, Herr, geicheh'! 7. Feft halt ich immer mich an dich! Ach, stärk in meiner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich an Rub'; send mir nur ei nen Tropfen zu! 493 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir; so bringt mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte treue Freund in Noth. Mel. Wer nur den lieben Gott 652 So ift mit aller nun abermal ein Tag vollbracht. Daß ich der Leiden Laft ertrage, hilfft du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beistand mir, und herzlich dank ich dir dafür. 2. Nur auf die Nacht wird mir jeßt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da seufzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklommne matte Herz; da zähl' ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Rummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiser Schlummer auf die entkräftete Natur; doch schließt er mir die Augen faum, so schreckt mich schon ein schwe rer Traum. 4. Wie traurig ist ein solches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dies mir nur zur Qual gegeben? Dulden nur ein fühzum X7 lend ir DIE A td به به بم بم بی نهم***** 885 ±.00 T 28 It te 494 Gesinnung und Verhalten des Christen lend Herz? Flieb, lästernder Gedanke, flieh: Ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübfak mich ergreifen, um höhren Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reifen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Men schen weckt der Schmerz; er läutert und erhebt das Herz. 6. So wird das Leiden mir zum Segen; und kurz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mir's auch schon kühl entgegen; beim ziehen die Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. 7. Drum will ich mich nicht troftlos grämen, nein, ruhig sein in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzunehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es fanft und kühl zur Ruh: den Geift führt er dem Himmel zu. Bei der Abendmablsfeier in der Krankheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 653 2%, könnt' ich doch mit meinen Brüdern im Tempel, Jesu, dich erhöón, und froh mit deines Reiches Gliebern, Herr, deines Todes Mahl begebn! Doch da mich Schmerz und Krankheit plagt, ist diese Freude mir versagt. 2. Ach hier, wo ich im Stillen bete, fei'r ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß; an jeder Stätte haft du verheißen, nah zu seyn. Wo je ein Frommer seufzt und weint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß deiner Leiden mir Schwachen Troft und Kraft verleihn! Laß es die Quelle hoher Freuden und Vorgefühl des Himmels feyn. Dein Leiden, dein Versöhnungstod erquicke mich in meiner Noth! 4. Wohl mir! Ich seb den Himmel offen; ich fühle meine Seligkeit; ich kann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeiht. Umringt mich auch der Leiden Heer; mein Herz erbangt davor nicht mehr. 5. Erscheint der Tod mit seinen Schrecken: ich bin getroft und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erwecken: ich bebe nicht vor dem Ge richt. O mich erfüllt dein Leib und Blut so hier wie dort mit frohem Muth! Mel. Wer nur den lieben Gott 654 vie, der mit Dant, dir, unter besonderen Umständen. 495 feiner 2. Du pflanzteft ia dem Menschen des Mitleid's Triebe ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer seyn? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir, sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was von uns für in vermag. 3. Sieh, fleben für diesen Kranken dich. Gieß Balsam in die Wunde und hilf ihm väterlich! O laß des Leidens Stunden bald, bald vorübergehn! Doch nicht, Herr, unser Wille, dein Wille soll geschebn! deine Kinder 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm beute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron; dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal; lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte, Qual! dann Erbarmen auf seine schwaChen Kinder blickt! Wie baft du, o mein Gott, mich Armen durch dieses beil'ge Mahl erquickt! Du bist die Liebe, wandelft Noth in Segen und in Heil den Tod. 2. Nun laß mich sterben oder leben, Herr, wie du willst, ich folge gern; von Schmerz gequält, mit Angst umgeben, freut meine Seele sich des Herrn. Ich bin erlöft; drum schreckt mich nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und kommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem. Irdischen entreißt; wohl mir, ich steh mit dir im Bunde, ein frohes Urtheil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ew'ges Heil ist deiner Auserwählten Theil. Fürbitte für Kranke und Leidende. Mel. Alle Menschen müssen 656& Gott der Näch der Tage, Mel.-Befiehl du deine Wege te, unfre Seele harret dein, 655 Barmherziger, er hofft auf deine starke Rechte, höre der Liebe weiß, du kannst nicht ferne seyn. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebete sich sehnte, Herr, zu finden dich. mr. beißes Flehn! Laß den ( die) wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz; wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Vater, viele Men-, schen weinen, viele Kranken DIE ut, er A به به ما کم کم با نهم***** 28 er t 496 Gesinnung und Verhalten des Christen ken schmachten jetzt! Aber du verlässeft keinen, der auf dich Vertrauen setzt; trockneft liebreich KummerNach der Genesung. Mel. Nun danket alle Gott thinen und erfüllt der 657 Mit welchen Deinen Sehnen, die um Nuh' und Lindrung flehn und auf dich voll Hoffnung fehn. Dank fann dich, o Gott, mein Lied erheben? Nur deine Bas terhuld erhielt mir noch das Leben. Du stands mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 3. Sende, Bater, Muth den Schwachen, Licht in jedes trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz! Laß die Wittwen, laß die Waisen, deine Huld und Treue preisen! Gib den Kranken sanfte Rub'! Sterbenden sprich Tröftung zu! 4. O du treuer Menschen büter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, allmächtiger Gebieter, deinen Schuß erfleben wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von ihrer Pein, deiner Huld sich dankbar freun! 5. Jesus Chriftus, viele Nächte hast du für uns durchgewacht, und dem menschlichen Geschlechte durch dein Wachen Rub' gebracht. Tröfter, willst du deinen Kindern nicht durch Schlaf den Kummer lindern: o so lente ihren Sinn boffnungsvoll zum Simmel hin! 2. Dem Tode war ich nab; schon sah ich für mein Leben an meinem Lager, ach, Verwandte, Freunde, beben; allein ich bebte nicht; mich schreckte nicht das Grab; gestärkt durch deinen Geift, sah ich ge troft hinab. 3. Allmächtig stärkteft bu die halb erstorbenen Glie der; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und Herr, nun gibft du mich den Meinigen zu rück! Dir dank ich, Gott, nur dir, des neuen Lebens Glück! 4. Herr, durch mein Le ben selbst will ich dir Dant beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen, und redlich meine Kraft dem Wohl der Men. schen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu fepn. Vors 497 gen; laß fie sich mehr meiner Bonne freuen! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verkläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! Deine Macht; die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? könnt' ich klagen, da ihn Wie Gott vom Tode wieder fornach kurzer Rub mein Leib dert? Hoffnung, daß und welch ein. Troft im erwacht, wie groß bist du, Tode! 5. Des Todes Schmerzen, Gott, will ich, wenn er nun kommt, nicht achMel. Wann mein Stündlein 659 ott, wann mein ten und mit getroftem Blick sterbend Auge bricht, mein letzter Hauch verschwindet, mein Leib erstarrt, und selbst es nicht, daß er entschläft, empfindet; auf dich nach meinem Ziele trachten, und mich dem Ziele freudig nahn, mein himmlisch Kleinod zu empfahn, das Jesus mir erworben. wann um mich, den Entschlummernden, unter besonderen Umständen. Vorbereitung auf den Tod und Troft für Sterbende. Mel. Mein Gott, das Herz 658 Balb leg ich Sorg und Schmerzen ab, und diesen Prüfungeftand; die Erde nehme, was sie gab; ich ruh in Gottes Hand! 2. Ich geh den Weg zum ew'gen Licht: er mag mir dunkel seyn; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht; ich geh zum Leben ein. 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforschlich weise Macht, führt mich zur Seligkeit. nun alle Mel. O Gott, du frommer Gott meine Lieben flebn, und 660 Schon naht fe beweinen: meines Laufes 2. Dann, Vater, nimm und meiner Leiden Ende: ihn auf, den Geist, der Goit, meines Lebens Herr, freudig zu dir flehet, der ich fall in deine Hände! Du dankbar deine Güte preift, bift, o Bater, nie mit deiner daß er den Tod nicht siehet; Hülfe fern; du rufft; hier dann tröfte, die betrübt bin ich, Herr, dir folgen um mich mit Thränen kla- will ich gern. 2. Preis 498 Gesinnung und Verhalten des Christen 2. Preis dir, der seine wahre Rub' und Quelle volHand stets über mich ge- ler Seligkeiten; dort ärntet breitet, dir Gott, der bis man der Tugend Lohn, und an's Grab mich wunderbar bei dem Vater hat der Sohn geleitet! Wie oft vergaß auch eine Stätte mir berei mein Herz sein Heil und tet, wohin er gnadenvoll seine Pflicht; doch gingst mich leitet. Er ist es, der du, Heiliger, mit mir nicht nun meinen Geist auf ewig ins Gericht. jeder Noth entreißt. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu gering, der Treu' viel zu geringe und der Barmherzigkeit, die du an mir gethan. Froplockend bet ich dich mit allen Himmeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertrauen, und deine Herrlichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, und Gnade für und für; mein Geift wird selig seyn: denn ihn empfehl ich dir. 2. Hier lieg ich, wie gebunden da; dort werd ich voll von Kraft und Leben dem göttlichen Befreier nab, frohlockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tu gend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Sünden, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seb ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Selig feit. 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd ich dich schaun und leben. Nach einem kurzen Kampf: so krönt vor deinem Thron, Erbarmender, auch mich der Ueberwinder Lohn! 3. Dann, dann wird nimmermehr ein Schmerz mich, -den Vollendeten, verlegen; dann wirst du ewig cid, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen 3 eile über Welt und Zeit bin zu dem Siz der Seligkeit, zu der verklärten Geifter Chören; ich werde ihr: Willkommen hören; und wen ich hier im Herrn ge kannt, den finde ich im bes sern Land. In eigner Meto bie. 661 eile meiner Ja 4. O drum getroft, mein Heimath zu Geift! O fieh, in welche ins ew'ge Paradies der Freu- göttlich große Freuden, des den; dort, nur dort ist die kurzen Pilgerlebens Müb' bers unter besonderen Umständen. 8499 denn du bifts, der mir helfen kann. Stärk' mich im Guten bis ans End', damit ich treu den Lauf vollend'! verwandelt wird nach diesem leiden! Ergib in kind licher Geduld dich deines Vaters Lieb' und Huld! Dein Jesus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ebe du dich wirst versehen, wirst du verklärt dort oben stehn! 662 J Mel. Wer nur den lieben Gott faffe, Bater, deine Hände, und halte sie im Glauben feft; verlaß den nicht an seinem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; bilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du haft nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör auch meine letzte Bitte: nimm, Gott, mich dort zu Ehren an! Ach, Vater, ach noch Eins ist Noth; ein gutes. End', ein sel'ger Tod! 3. Du haft mich ie und fe geliebet, versorgt, gestärkt, geschüßt, regiert, mich oft erquickt, durch Leid geübet, oft wunderbar, fets wohl geführt, wobin ich ging, wohin ich sah. war mir stets deine Güte nah. 5. Mein Heiland treib die Furcht zurücke, befiege meinen leßten Feind! Lenk auch im Sterben meine Blicke auf deinen Tod, o mir, Trost und Freude zu, Seelenfreund; sprich Muth mach Ende, bringe mich zur Rub'! 6. Ihr eitlen Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jetzt foll ich ewig selig werden; drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, Gott, bift's, wenn das Eitle weicht, der mir des Lebens Krone reicht. 7. Ich übergebe dir die, meinen, du Vater der Barmherzigkeit; laß ihnen stets dein Troflicht scheinen, und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach, und bringe mir fie selig nach! Mél.( Shristus, der ist mein ist sie nun 663 B vollendet, die mein kurze Prüfungszeit; Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 2. Ich bin bei meinem 4. Auch jetzt, auf meinem Ende getroft und hoffnungsSterbebette sich meine voll; sinkt doch in Gottes Noth, o Bater, an! Er quicke, lindere, errette; Hände mein Geist, ihm wohl. und ist 3. Und 500 3. Und manche gute Thaten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir, schön, wie Saaten, die Gott gefegnet hat. 4. Sie reifen nun entge gen dem großen Aerntetag. Welch' schöner, reicher Segen folgt mir im Tode nach! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht Schwestern, febet Brüder; fo felig stirbt ein Chrift! Gesinnung und Verhalten des Christen weiß, an wen ich glaub mir macht Sterben fei Pein, keinen Schmerz de Wort vom Staube. Stam bin ich und werde Stau aber nicht des Moders Rau 5. Aus dem Staube ne gebaut ohne Schwachhei ohne Mängel schwebt me Leib empor und schaut nide als Sel'ge, nichts als Er gel. Sterblichkeit, die bir gebeut, reicht nicht in di Ewigkeit. Mel. Jesus meine Zuversicht 6. Gönnet mir mein na hes Glück, weinet nicht 664 Selig find, die in ihr meine Wertben! un dem Herrn, noch einen Augenblid: in ihrem Schöpfer sterben; dann, dann wohn ich be denn es spricht der Geist Verklärten. Faffet Muth des Herrn, daß fie ew'ge ich geh voran, ihr, ihr folgt Ruhe erben, daß von nun auf dieser Bahn. an Alle sie ruhen von des Lebens Müh'. 2. Göttlich Wort, wie labest du jeden Schwachen, jeden Müden! Wie so tröstend sendest du in mein Herz des Himmels Frieden: ich soll einst auch selig seyn, ewig mich der Rube freun! 3. Nun so komme denn, 665 Chriin Leben und In cigner Melodie. briftus, der if €) mein mein Sterben Gewinn. Jbm hab ich mich ergeben: in Frieden scheid' ich bin. 2. Ich freue mich zu ster ben; denn nach vollbrachten Lauf soll ich den Himmel er ben; mein Heiland nimmt 3. Balb 7. Der du mir init deinem Top diese Hoffnung haft ets rungen, auch in meiner 20. desnoth, Jeſu, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz id im Engelchor dir ein höhres Lied empor. o Tod, wann du willst zu meiner Hütte; mich, mich macht das Wort von Gott start bei jedem deiner Schrit te. Da der Herr sein Wort nicht bricht, schreckt mich auch dein Droben nicht. 4. Schrecklich magst du Zweiflern seyn; mir, ich mich auf. unter besonderen Umständen. 501 3. Bald hab ich überwun- mir die Weisheit ein, stets ben des Lebens Angst und auf mein Heil bedacht zu Roth; nach wenig Prü seyn! fungsstunden, leb ich bei it, mein Sott. 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jefu, du mein licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht. 5. Wann Sinnen und Gedanken, wie ein verlöchend Licht, bald bie- bald dahin wanken, ach, dann berlaß mich nicht! 6. Es fliche Furcht und Rummer, die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft fei mein Tod durch dich! 7 Herr Jesu, ich vollende im Glauben meinen Lauf, imm mich in deine Hände; Jefu, nimm mich auf! el. Wer nur den lieben Gott Bater u, Herr und 666 meiner Lage, du weißt, daß ich, ein schwaches Kind, des Eodes Keim in Gliedern age, die, irdisch und zer rechlich sind; drum gib, aß ich zu jeder Zeit zu einem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem Ren Leben ein mir verOrgnes Ziel bestimmt, und aß die Zeit, die mir geben, vielleicht gar bald n Ende nimmt: das flöße 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu ents fernen und um den Himmel zu bemühn: o mache mich dazu geschickt, eb' mich der Tod der Welt ente rückt. 4. nein, Nicht auf der Erde, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufges hoben; dort ist für mich vollkommnes Heil. Wo Jesus ist, da sei mein Herz! Herr, lenke selbst es himmelwärts! 5. Hier allen Sünden abzusterben, zu leben der Gerechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Sterblichkeit. mir stets, mein Gott, vor deine Augen seyn, und Hülfe mich erfreun! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblaffen, so höre, Vater, auf mein im Tode bricht, mein Troft Flebn; sei, wenn mein Herz und meine Zuversicht! 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, desen Eigenthum ich bin: bist du, mein Heiland, nur mein Leben 502 Gesinnung und Verhalten des Christen ben, so bleibt felbft Ster- wer winkt mir bort am ben mein Gewinn. Ich lebe dir, ich sterbe dir; sei nur mein Troft, so gnüget mir. Throne? Wer zeiget mir die Siegeskrone? Sch eile zu dem Throne hin. Wie wird mir! Wie entstellt finkt unter mir die Welt! Bald, bald seh ich von 667 in deinem Licht, Gott, das Licht. Mel. Herr,' wir singen deiner eil Gott erscheinef. Mein Auge hat bald ausgeweinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel fleigen nieder; bald 6686 immel mir! Mel. Ermuntre dich ott, werd ich nun, verklärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein' befres, Gott, wartet mein, unsterblich sein soll ich, soll ewig dein mich freun. Bald nahn die letzten Stuns den; bald steigt mein Geift empor zu dir; bald habe ich überwunden; bald tröftet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrs lichkeit. Ich sterbe hier auf Erden, um selig dort zu werden. 2. Welt und Sünde find bezwungen; bald ist der hohe Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter frönt. Matt am schweren Pilgerstabe, fehnt ich mich oft nach Rub' im Grabe, wie sich nach Nuh' der Wanderer sehnt. Heil mir! Halleluja! ich bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit; schwing ich Der sterbende Jüngling. mich über Welt und Zeit! 2. Herr, meine Seel' empfehl ich dir in deine Baters hände. Sei gnädig, Gott, mein Vater mir, und mache fanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh' und Freuden von dieser Erde scheiden. 3. Gott, mein Heil und Mel. Wann mein Stündlein mein Bertrauen, bu führst 669 Mit lang Dicht ein vom mich zum Pilger die Schauen; Dank dir! Mir ser Zeit schon reif zum ist der Tod Gewinn. Wer, bessern Leben, steh ich am Rand unter besonderen Umständen. 503 Rand der Ewigkeit, vom Das sterbende Kind. Himmelsglanz. berver aus seiner Hütte, 670Jjevod ich flerumgeben; bald gebt der freie Geift Mel. Wer nur den lieben Gott sterbe schon, fleigt empor, empor zum Siß der Wonne. 2. O Heil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eitlen Lüften, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend; und eingedenk der Rechenschaft, und des Gerichts, das Sünder straft, rein und unschuldig lebte. be, damit ich ewig leben fann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt fich mein Lauf, der kaum be gann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Simmelspflanze Gott geweiht. 3. Nicht fenes Lebens Borgefübl fönnt' mich nunmehr erquicken, mit Schaudern säb ich nun das Ziel des Lebens näver rücken; vor mir fäh ich den Richtertbron, an dem, zum wohlverdienten Lohn, Verdammung mich durchbebte. 2. An meiner Gruft ftärkt euern Glauben, ihr Aeltern, die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wieder giebt. Dank sei dir, Vater! dargebracht, für deine Sorgfalt! Sute Nacht! 4. Jetzt kann ich freudig zu dem Thron des Weltenrichters treten; denn Jesus Chriftus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Daseyn bier geweiht, und er hat, gute Nacht! meine Seligkeit mir hier und dort erworben. 5. O Trost in meiner legten Noth, daß ich an Jefum glaube! Willkommen ist mir nun 4. Beruhigt euch, ihr andern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft am mich nicht troftlos weinen, der Geist der Tod; ist ja in Gottes Hand; der hebt mich aus dem Leib verwes't zu schönrer Staube; führt mich zur Pracht; wir sehn uns wieEwigkeit empor, wo in der der; gute Nacht! Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. 3 Nach langem Schmerz und kurzen Freuden, reißt mich der Tod aus viel Gefahr; doch ach, was fühlt das Herz für leiden, darunter ich gebildet war! Dir sei der treufte Dank gebracht. Getreue Mutter; 5. leich Früblingeblus men wird mein Leben beim Auf 504 Gesinnung und Verhalten des Christen Aufblühn schon des Todes Raub; dies kann dir, Mensch, die Lehre geben: du seift, wie ich, nur Asch und Staub. Bei meinem Grabe lenk den Sinn vom Irdischen zum Ew'gen bin! -6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmelsherrlichkeit; so denkt: sie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an! 3. Nimm, da er uns nicht verstehen, und zu dir nicht beten kann, seines Herzens stummes Fleben, seiner Lip pen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht, und, durch deiner Lehren Licht, auf des Todes dunklem Pfade das Gefühl von dei ner Gnade! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den Staub ins Leben ruft; daß er sicher deiner Huld, und befreit von Sünd' und Schuld ruhig und gelasſen fierbe und das Glück des Himmels erbe! Fürbitte für Sterbende. Mel. Freu dich sehr, o meine nter manchen 6711 bangen Schmerzen ist er( sie) schon dem Mel. Dein sind wir, Gott, in Tode nab. Er, so theuer 672 u wollstedt unserm Herzen, ren, bülflos liegt er da, ist sich feiner nicht bewußt, röchelnd athmet seine Bruft; ohne Kraft, fich auszudrücken, spricht er bloß in starren Blicken. 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du haft gezählt des Haups tes Haar, sein Todesjahr Schmerzen bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist feiner Leis die ihn gedrückt, seines den Zahl, er leidet jeßt Jammers bange Stunden zum leßténmal. Ach fei sind bald durch den Tod in seiner Todesnoth sein verschwunden. Freund und Gott; ein Schlum 2. Bald, ach bald entfliebt sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch, seiner sein( ihr) Flebn, nicht ins Gerichte mit ihm gehn, der jego deiner Ewigkeit fich naht, befreit nun bald von dieser Eitelkeit! Qual; er wird nun der Welt entrückt: jede Laft, noiz Unter besonderen Umständen. 505 Schlummer sei für ihn der m10. Behüte ihn in feiTod. 4. Vollende, Vater, feinen Lauf; nimm ihn zu deinem Frieden auf! Berlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! nem Tod; ihn segne, segne, fegne, Gott! Wann nun sein Auge fterbend bricht, leit ihn dein Licht; trößt ihn vor deinem Angeficht! 5. Erleichtre ihm den leßten Schmerz! Von dir er quicket, rub' fein Herz! Durch Jesu Todesschweis und Blut, das ihm zu Gut er einst vergoß, stärk ihm den Muth! 6. In ihm vermehre deine Rub', fein armes Herz erquicke du! Geift Got tes, laß ihn mit Vertraun auf Jefum schaun, und so entgehn des Todes Graun! 7. Mach ihn getroft, o Geift des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern: laß ihn den Himmel offen fehn, und Jesum stehn, bereit, ihn gnädig zu erhöhn! Einsegnung eines Sterbenden. Mel. Herr, wir singen deiner 673 Sei geſegnet, Amen! 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Tiefe rufet fie; erhöre fie, erlöse Gott, erlöse fie! Amen! Entschlaf in jenem großen Namen, vor dem fich Erd' und Himmel beugt! Deine Laufbahn bat cin Ende! Dein Vater nimmt in seine Hände die Seele, die der Erd entfleugt. Heil dir, erlöster Geift, der bald am Thron ihn preift! Jefus Chriftus hat dich versöhnt; von ihm gekrönt, empfängst du nun des Glaubens Lohn. dich Welcher Glanz wird empfangen, ist nun 8. Ach Gnade, Gnad' er der Tag dir aufgegangen, geb für Recht! Denn von des Lebens Tag nach Todem menschlichen Geschlecht desnacht! ist selbst der Heiligste nicht Amen! Amen! Ruh sanft Sei gesegnet, rein! Wer kann wohl, mein in Jesu Chrifti Namen! Gott, ohne deine Huld fich, Für dich auch ward sein freun? von Werk vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab Golgatha berab, Gottes Opfer! Er überwand; der Herr erstand, und der ErSandne nimmt dich auf. 9 3. Nimmt 2. 506 Gesinnung und Verhalten des Christen 3 Nimm von uns den 4. Auf seinem Angesichte Leßten Gegen! 3war finkt ruht schon vom Himmeld bein Leib dem Grab entge- lichte ein sanfter Widergen; doch deine Seele zittre schein. Oft spricht aus seis nicht! Irdisch werden wir nen Blicken ein seliges Ent dich säen; doch himmlisch zücken, ihn laden Boten wirst du auferstehen und Gottes ein. schauen deines Gottes Licht. Geh ein zu deiner Rub'! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Todter, du, nach kurzer Ruh wirst du zum Leben auferftehn! 5. Er fegnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet fie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt fie nie. Der Tod des Frommen. Mel. In allen meinen Thaten 6. Er faltet noch am Ende Zur Gottheit seine Hände, um bankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich bes 674 Wie fanft fehn fehle dir, Bater, meine wir Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. 7. O laßt, wie er, uns le. ben und nach dem Sinn uns streben, der uns dies Glück erwirbt; damit auch wir als Erben der Selig keit einst sterben, wie der bewährte Fromme ftirbt. Frommen, wie frei, wie unbeklommen, sich seinem Ziele nahn! Wo Érdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan, 2. Er fiebt sein Pilgerle ben gleich einem Traum verschweben, fteht ohne Reu' am Ziel. Es blühen seine Beim Tode guter Eltern. für Saaten; schon lohnt seine Thaten ihm Ruh' und reines Selbstgefühl. 3. Bon feiner Angst be. troffen, sieht er sein Grab nun offen; er geht und fürch. hart ist dieses unser Leiden! tet nichts. Ein Strahl der Was sehen wir? Den Va ew'gen Gnade schwebt auf ter( die Mutter) hier ſo dem dunkeln Pfade ihm frühe schon vor; nah ist das Reich des Mitte scheiden. Lichts. aus unsrer mais 2. Gott, welch Geschid Mel. Auf, schicke bich 675 unser Herz! ott, welch ein Schmerz trifft Wie groß und unter besonderen Umständen. 507 Ach, einen Blick warf er uns zur Pflicht, zur Tugend ( fie) noch felbft auf unsern bangen Kummer. Doch ach, er( fie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer. uns auf allen unfern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Tod, wenn wir fromm find, des besten Vaters Segen! 3. O Freunde, habt ihr 9. Wir schauen hin mit Thränen; labt damit als Troft die jammervollen Herzen. O weint für fie, die Waisen, die nun fast vergehn in ihren tiefen Schmerzen. Kindesfinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir find schwach, o reich uns gnädig deine Vaterhände! 10. Gib, Herr, baß wir im Glauben hier getreu und feft den Pfad der Tugend gehen, damit wir einst, wann du erscheinft, im bes fern Land die Weltern wieder sehen! dui2 190 4. Ach Sorg' und Müh' war spät und früh für uns fein stets eifrigtes Geschäfte; uns zu erziehn nach Gottes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pflegen uns in Krankheit und in die wir doch nicht Beim Tode hoffnungsvoller Kinder. Mel. Der unsre Menschheit allezeit nach Pflicht ganz 6765 met reiften fie, willig ihm bankbare Herzen weihten! ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie kämpf ich wider meinen Schmerz! Was find ich, ihn zu stillen? Zwar für den Himmel reiften fie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 2. Ach meine Kinder find nicht mehr! Mein armes Herz ist hoffnungsleer und freudenloos mein Leben! Ich sah sie, wie den Frühling, blühn Y2 16. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen, tröften? Du kannst allein nun Helfer seyn, du bist ja stets Erbarmer der Erlöften. hingg 7. Du nenneft dich selbst väterlich den treuen Gott verlaßner, armer Waisen: ſo mildre boch, Herr, unfer Joch, wie du uns selbst so gnädig haft verheißen. 8. Sei unser Licht, stärk 508 Gesinnung und Verhalten des Christen blühn; dir, bir hofft ich fie Kinder fehn, mit ihnen banzu erziebn, Gott, der fie mir gegeben! Mein Alter follten sie erfreun, und Troft mir noch im Tode sein. kend vor bir stehn, mich nicht mehr troftlos sehnen. Dann werd ich froh bei ihnen sein, und ewig mich mit ihnen freun. 3. Da, Ew'ger, sprachft du: gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh sie dir; ich Mel. Der unsre Menschheit will fie hoch erhöhen. Sie 677 Es ist nicht mehr, werden nicht freun, nicht Troft dir noch im Tode fein; du sollst sie Aterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschab; ich war es, der sie sterben fah. Ti 4. Herr, ich verehre bein Gebot; nur laß mich meiner Kinder Tod, ach laß mich ihn beweinen! Du, der du aller Vater bist, bu weißt, wie schwer mein Herz mir ift! Wie könnt ich froh erscheinen? Verzeih Gefüh. len der Natur! nicht murren, weinen will ich nur. 5. Auch meine Thränen preifen dich! Sie sind die Beugen, Gott, daß ich bie liebte, die du liebeft, und nun im Lichte deines Throns, in der Gemeinschaft deines Sohns, in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seufzer banken dir; du, du vertrauteft fie nur mir. mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ift nu mein Erdenleben? Wie eine Rose sah ichs blühn; und weif und fromm es zu erziehn, war immer mein Bestreben. Ach meine Hoffnung fant ins Grab, und alle Luft mit ihr hinab. 6. Mit Thränen preif' ich dich auch einst, wann du zum Weltgericht erscheinst; Du dann mit Freudenthränen! Dann werd ich meine 4 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz; die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, flag ich nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch in Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar fein; bu gabft, bu nahmt, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in Un schuld brach sein Herz, ge fichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Let den. Gerettet ifts in deiner Hand; ging mir voran ins Baterland. Beim unter besonderen Umständen. 509 Beim Tode eines guten Klagen! Die Seele, die Ehegatten, oder eines bier heilig war, vereint fich mit der Engel Schaar. Wie Freundes. könnt' ich beidnisch zagen! mein Auge bricht, mein Ohr 6. 3war hört, wenn einft von dir, o Theurer,( Theure) Mel. Kommt her zu mir, spricht 678 2, hier nicht fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, otheure gute Seele! Dich ſucht umsonst mein trüber Blick; du kehrft nicht mehr zu mir zurück, was auch mit dir mir fehle. 2. Der Freundschaft Lab fal ist dahin, dein Troft, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land, und mit ihr alle Freude! 3. Doch, sei mein Schmerz auch noch so groß; du ru heft nun in Gottes Schoos: vor Gott will ich mich beugen. Du lebt, geliebte Seele, noch, erlößt von deines Leidens Joch: geduldig will ich schweigen. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir beine Schmerzen ab und jede aft der Leiden. Emporge hoben ist der Geift zu Gott, der Aller Vater heißt, zu feines Heilands Freuden. Segen; doch wenn durch Gottes Kraft mein Geift sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir entgegen. 7. Du Seliger( Selige) wirft vor mir stehn; ich werde dich vollkommen seyn: o freubenvolle Stunde! Ich eil dir dann voy Wonne zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freunds schaftsbunde. 8. Dann schau und bett ich an mit dir; Ein Herz und Seele fingen wir von weggeweinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn, und preifen Gott und seinen Sohn für unsre höhre Freuden. 9. Gedanke der Unsterb lichkeit! erheitre jede Dunkelheit, und stärk mich, wann ich wante; veredle jede Leidenschaft, erfüüle mich mit Muth und Kraft, du himmlischer Gedanke! Bei Begräbnissen. D o Troft für mich! mein banges Herz, 679 Wabund Mel. Nun laßt uns den Leib Dir gebn, erheitre dich, und stille deine 93 bof= e e 5 510 Gesinnung und Verhalten des Christen hoffen doch: dein Geift, zu Staub und Erde werden Entschlafner, lebet noch, muß. von Schmerz und Erbennoth befreit, im Lande der Unfterblichkeit. 2. Er bleibt nicht immer Erd' und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Chriftus einst erscheint, mit seiner Secle neu vereint. 3. Hier, Mensch, hier lerne, was du bist; lern' hier, was unser Leben ist! Nach Sorg' und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zuleßt der Tod. 4. Schnell schwindet unfre Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, fo folgt der Lohn aus Gottes Hand. 2. Rub' fanft! Dein Auge schloß sich zu, und nun umgibt dich süße Ruh'! Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ihrer Pilgerbahn binab zur Abendruh' ins ftille Grab. 4. Du wirft uns unvergeßlich seyn; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit Lift und Falschheit unbekannt; nun ruhts in Gottes Vaterhand. 5. D Gott, nun blickt bei fanftem Schmerz auch unser Glaube bimmelwärts, wo Jesus Chriftus, unser Hirt, all' unfre Thränen trocknen wird. 5. So währen Reichthum, Ehr' und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traus rigkeit, wie unser Leben, kurze Zeit. 6. Ofichrer Mensch, be finne dich! Tod, Grab und Richter nahen sich; in Allem, was du denkft und thuft, bedenke, daß du sterben mußts In eigner Melobie. 680 Nun bringen wir den Leib zur Nup' und decken ihn mit 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Chrift Blut, machs einst mit mei nem Ende gut! maly 8. Laßt alle Sünden uns Erde zu, den Leib, der bereun; vor unserm Gott nach des Schöpfers Schluß uns findlich scheun! Wir find 6. Du, der einst den entschlafnen Freund, wie wir den unsrigen beweint, fet, Jefus, unfre Zuversicht, wann unser Herz im Tode bricht! unter besonderen Umständen. find hier immer in Gefahr; nimm jeder seine Seele wahr! be 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, ſo sei uns nah, Herr Jefu Chrift! Mach uns das Sterben zum Ge winn; zeuch unsre Seele zu dir hin. 10. Und wenn du einft, du Lebensfürst, die Gräber mächtig öffnen wirst, so laß uns fröhlich auferstehn und dann dein Antlig ewig sehn! og + UNS Mel. Nun last ben Leib 511 5. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieſer Zeit, Gott, gegen deine Herrlichkeit! 6. Nun, du Erlöfter, schlaf in Ruh'! Wir gehen unfern Hütten zu, und machen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bereit. Laß 7. Ach, Jefu Chrift, dein Mittlertod stärk' un in unsrer leßten Noth! unfre ganze Seele bein, und selig unser Ende seyn! s Mel. Jesus, meine Zuversicht 0915 681 Begrabt den Leib feine Gruft, bis ihn des Richters Slim 682 Senkt den Leich nam, ihn; me ruft! Wir fäen einft blüht er auf und steigt verklärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wird's nunmehr. Er schläft, er ruht, und einst erwacht er wieder aus des Todes Nacht. 19h 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der fie aus aller ihrer Noth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. bir nach. 4. Hier hat ihn Trübsal 3. Die wir hier am Grabe oft gedrückt; nun wird er stehn, finken All' ins Grab dort von Gott erquickt. Hier einst nieber: laßt an unser trug er Jefu fanftes Joch, Werk uns gehn, weis und entschlief im Tod und lebt redlich wirken, Brüder s doch noch. ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, ruh, zerfallendes Gebein, in des Todtenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Was bu, Tobter, tha test, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Samenkorn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirkteft, folgt bus Ach wer weiß den Todestag? 94 Was 512 Gefinnung und Verhalten des Christen Was wir thaten, folgt uns nach. Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung.) enft nun die 683 Seib in feine Gruft, und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. gedrückt. Im finstern Thale wandelt' ich, doch führte Gottes Rechte mich. 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört auch wir, o Herr der Zeit, durch Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns, wenn euch, die ihr jeßt weint, mit mir einst wieder Gott vereint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig sein. 9.( Vers) Nach dieser kurzen Lebenszeit erwartet uns Unsterblichkeit; wenn wir uns hier der Tugend weih'n, kann uns der Tob nicht schrecklich sein. ( Der Chor.). 2. Grabt mein verwesliches Gebein, o ihr, noch Sterbliche, nur ein! Es bleibt, es bleibt im Grabe nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht. 3.( Verf.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des Lafterhaften Sie, felig Mel. Schwing dich auf zu Strafgericht. auch im Tode schon, empfängt der Auser- 684 Last dem ove seinen Raub, Würmern ihre Habe! Seelen werden nicht zu Staub, schlummern nicht im Grabe. Senkt auch diesen Leichnam ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn segnen und uns freun, daß wir leben sollen. 4.( Chor.) Gott ist allgü tig und vereint dereinst mit fich den Tugendfreund; ihn führet er zum höhern Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht. 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual, und ging durchs finstre Todesthal. Auch du gingst deinem Retter nach, auch dir glänzt nun der Freudentag! 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren ruhn! Es ist Got tes Wille. Weinet nicht, er hat nun schon, was wir erst ersehnen. Ihn erweckt kein Klageton! Trocknet 3. Stim 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt: doch hat auch Trübsal mich eure Thränen! GAR unter besonderen Umständen. 513 3. Stimmet an das hohe er Jesus Chrift: die in feiLied von der Auferstehung! nem Namen sterben, sollen Bist, als Jefus einst ver- nimmermehr verderben. schied, folgte bald Erhöbung. Fromme ruhn in seis ner Hand, ruhn in fanftem Frieden. Er, der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Nerntefeld! Hier ruben sie, Chriften, unsre Brüder: kämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der bier fand sanfte Ruh der Müden! Für das beßre Bas terland schlummre er bie nieden! 5. Saaten der Unsterblichkeit! Heilige Gebeine! Bald verströmt auch unsre 3eit, ruft der Tod: ers scheine! Ruf er dann: wir find bereit. Wer des Lebens Gabe nüßet für die Ewigkeit, zittert nicht am Grabe. 3. Und wie sollt' im Grabe bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herr ließ einverleiben seiner auserwählten Schaar, die er felbst durch Blut und Sterben hat erkauft zu Himmelserben? 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die bes Herren Glieder find. Laßt den Leib im Tod erkalten, laßt, weil wir von Erde sind, in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fodern. 5. Jesus wird, wie er erstanden, auch die Seinen einst mit Macht führen aus des Todes Banden, führen aus des Grabes Nacht zu dem ew'gen Himmelsfrieden, den er seinem Volk beschieden. 6. Ruhet wohl ihr Tod: tenbeine, ungestört in eurer 685 Ruhet wohl, ihr Gruft; rubet, bis der Tag Mel. Herr, ich habe mißgehandelt Todtenbeine, in der stillen Einsamkeit; rus bet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit, euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. erscheine, da des Richters Stimm' euch ruft! Nach des Lebens kurzen Leiden geht ihr ein zu ew'gen Freuden. 2. Nur getroft, ihr wer- 686 fromme Chris S Mel. Nun laßt uns ben Leibt gib denn, Leben det leben! Der das ſelber ist, wird euch neues leben geben! Er gelobts, stenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut y 5 bem جرت ہی کم It DESLAE". O ECCO 514 Gesinnung und Verhalten tes Christen dem Müden Ruhe hier in dann nicht fürchterlich, ihrem Schoos, so wie einst nimm uns auf mit nace. dir. 3. D gib uns Kraft, ges wissenbaft zu leben und zu leiden! Führ uns alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! 2. O Ruhe, Wunsch des Leidenden, du leßter Troft des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. Hier endet sich der Feinde Truß; hier findet 688 vie Deinen, Mel. In allen meinen Thaten a wir, der Bedrängte Schuß; hier: wird im süßem Schlaf erquickt, den manche schwere Laft gedrückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leichenkleid find nun die ganze Herrlichkeit. 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterbli cher beschließet des Lebens kurzen Lauf. Nimm, müts terliche Erde, dein Kind frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf! 3. Set ihm ein Ruhe bette, nachtvolle Grabess stätte, und deck ihn fühlend zu! Er schlafe hier in Fries ren, den fanften Schlaf der Müden: bier find' er die te erfeufzte Rub! 4. So wie in beil'gen Sais nen nabt fi bier den Gebeis nen nicht groft, nicht Son nengluth. Jbr Stürme, dir an dieses( rabes Rande; brauf't gelinde, und webet noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. 687 och fleben wir, o Gott, vor fanft ihr Winde, wo eines Chriften Aiche rubt! 2. Wer weiß, wie bald dein Ruf erfballt: inweg vom Erdenpface! Sei uns 5. Senft dann den Seichnam nieder zum Staube fel mir Brüder, die längst die Fr. G 5. Hier hört der Kampf des Chriften auf, vollendet ist der schwere Lauf; der Geift eilt in fein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. 6. Erinnere uns zu aller Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verftchn und freudig ihr entgegen gehn!. Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir fingen auf vom Staube, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum leben ruft. CAR Mel. So schlummerst bu nsunter besonderen Umständen 515 Erbe deckt. Im Grab ist gestillt: unsre Wünsche, unfanfter Schlummer; ibn ser Sehnen, Alles, Alles fört kein Erdenfummer; wird erfüllt. Herzen, die Gott ist es, der ihn einst sonst beiß gewallt, liegen erweckt. op) rubig dann und kalt. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schoos verborgen, wo nichts feinen Frieden stört! Kühles Grab; o wann nimmst du mich in deine ftille Rub? 6. 3um Leben ohne Sørgen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube, fo fingt der Christenglaube: auch er erwacht, auch er erwacht. 7. Schaut, schauet auf, Betrübte! Dort wandelt, der Geliebte im hohen HimVergönnt ihm ſeine Freude und wehret eurem Leide, und wischt die Thränen vom Gesicht! ug Mel. Christus, ber ist mein as Grab 690 Dund fille, und schauberhaft fein Rand; es deckt mit finstrer Hülle ein unbekanntes Land. Mel. Gott des Himmels und 2. Das Lied der Nach689 Rubig in bes To tigallen tönt nicht in feides Schlummer und der Schoos der Erde tühl: da flört unsre Rub' tein Kummer, nicht der Leis denschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein ſchlummern alle mit uns ein. nem Schoos. Des Frühlings Blüthen fallen nur auf des Hügels Moos.. 3. Verlaßne Theure ringen auf ihm die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 2. Uleber unfern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab und der Schmähsucht Stimme dringet nicht ins dunkle, stille Grab. Feb. ler, die uns bier befiegt, werden dann nicht mehr ges rügt. 3. Uufre Seufzer, unfre Thränen werden enig dann 4. Doch sonst an keinem Orte wohnt die ersehnte Ruh', nur durch die dunkle Pforte geht man der Heimath zu. 5. Das arme Herz bienieden von manchem Sturm bewegt, erlangt den ew'gen Frieren erst, wann es nicht mehr schlägt. 6 Mel. 516 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Seelenbräutigam 4. Wer zählet die Gefah till erheben wir ren, die uns auf Erden 691 S du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unfern Wegen umhüllt uns Dunkelheit und oft ift Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 2. Du bists, der uns liebt, wenn er nimmt und giebt. Ja selbst, was wir hier beweinen, wird einft freuden reich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stim me ruft. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Troft und Licht, und du willst zum bessern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! Bei Beerdigung eines Verunglückten. 692 Ven Trauer, trauen. Rel. Christus, der ist mein erzeih der tieGeift. die unser Herz erfüllt! Wir fehn mit bangem Schauer des Todes Schreckenbild. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Menfchen Kraft? Wie schnell, von Angst umgeben, wird er dahin gerafft! 6. Doch Alles, was geschiebet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst, der Tod entfliehet. Du willst, so kommt der Tod. 7. Ach, dieß nur macht uns ftille: wir sind in deiner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöhst du unser Glück, und lenkft von trübern Tagen uns wunder bar zurück. 9. Auch wenn des Todes Grauen uns plößlich niederreißt, darf unser Geift dir Du liebeft unsern 3. Gefund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr.. 10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. O lehr uns wachen, beten, und stets besonnen seyn, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun. 12. Da schwinden dann die Schrecken auf ewig von uns unter besonderen Umständen. 517 uns hin. Da sehen wir und hat es euch geliehen. O schmecken, der Tod war nur gebt's ibm gern! Laßt euGewinn. ren Liebling. ziehen! Er zieht ja in sein Vaterland. Am Grabe Frühverstorbener. In eigner Melodie. Our früßen Gruft Mel. Herr ich habe mißgehandelt e694enn der Stifter der Geschlechwenn die Söhne, wenn die ter unsre Lieben zu sich ruft; Töchter sinken in die frühe Gruft; ach, dann fühlen unsre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, kaum geboren, gleich der Blume schnell verblüht, und die Mutter nun verloren ihre ganze Hoffnung fiebt; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Benn der Tod im edlen 6933 uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Loos bereitet, und nun dich von uns zu fich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Rinde feiner Gnade; er führte dich auf feines Sohnes Pfade, und lenkte dei nes Lebens Lauf. 3. O kurze Bahn! Kaum kennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wieder von uns schetist wohlgethan it thut, bas ter raubt, wenn es paus ses Stüß und Krone finket mit des Vaters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diefen Leiden! 4. Du bist beglückt. Ent ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Chriften schon sein Ziel verrückt. 5. In steter Rub, in ungestörtem Frieden, wohnt nun dein Geift, und tröstend fiebt hienieden Gott beiner Aeltern Thränen zu. 6. Klagt nicht fo febr bei eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling seiner Jahre, und Gott ist unser Herr. 7. Es war sein Pfand, er 4. Ach, es müßte unterliegen, diefes arme, schwache Herz, hilfst du nicht, Herr uns fiegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder; deine Rechte hebt uns wies der. dieser 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unfre Lieben bort am Tbron? Sollten wir fie g7 nicht e DI OLT 8 518 Gesinnung und Verhalten des Christen nicht beneiden um den früh Schoos! Süße Hoffnung! errungnen Lohn? Du wirft uns im bessern Leben die Verlornen wieder geben! Holder Glaube! Alles windet einst vom Staube herr licher sich wieder los. 5. Leibesschönheit wird verblühn; Seelenschönhelt nie entfliehn; fie ist für die Ewigkeit. Reiner Sinn und ächte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelsfeligkeit. 6. Himmelsfeligkeit be stehet; nur der Erde Glück vergebet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gotts beit unvergänglich, wie der Himmel überschwenglich, ift des Christen wahres Glück. 6. Vater, deines Troftes Quelle trodnet auch am Grabe nicht. Selbst des Todes Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles was wir hier beweinen, wird uns fort als Glück erscheinen. Mel. Alles ist an deinem Segen 695 Erbentöchter, Er censöbae, fepb nicht stolz auf Reiz und Schöne; troßet nicht auf eure Kraft! Eures Mun des Hauch verflieget, eures Lebens Quell versieget, und des Starken Arm erichlafft. Am Grabe eines edeln. und verdienten Mannes. 2. Doch, ihr Christen, feyd nicht traurig, wenn ſo 696 Wifer frebte, Mel. Alle Menschen müssen mit und früb, so dumpf, ſo schaurig euch die Sterbeglocke ruft: edler, kräftiger, verklärter, liebevoller, liebenswerther, überfliegt der Geist die Gruft. feine Brüder zu erfreun; wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich Sein Gerächiniß feyn! bleib und daure! Seine 3. O was ist des Grabes Nachwelt flag' und traure! Söble! Eine tugendhafte Wo fein Grab ist, weine Seele fürchtet nicht, binab dann, wer was gut ist, zu sehn! Ueber Grab und schäßen kann. be Grabestrümmer wird der 2. Laßt uns lle heute Geift im Sonnenfchiminer es starb cin bimmlischer O wie viele stehn. Eifenntniß klagen, denn edler Mann! müffen fagen: mir auch bat er woblgeiban! Ja, gerecht find unfre Zähren, rie ihn foren in des ew'gen Vaters noch im Tode ehren. Ihn 4. Nein umsonst ist nichts geboren. Alles rubet uovers TH und unter besonderen und unser eignes Herz, ebret unser feid und Schmerz! 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben fegnend uns zurück; und die Frucht der edlen Saaten sei für Nachwelt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Namen! Seine Tugend nachJuahmen; edel, wie er war, zu seyn, wolle Gott uns Kraft verleipn. Am Grab eines verdienstvollen Lehrers. Mel. Liebster Jesu! wir find 697 Sanft, wie er gewandelt hat, endete, zum Troft der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, und wir schaun ihm nach und weinen. O er hat uns treu belehrt und Jum Guten bingekehrt. 2. Was dein Wort uns lieben heißt, Bater, das hat er verkündet, und, gestärkt durch deinen Geist, vieler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu er beben, war fein eifrigfles Bestreben. Umständen. 519 4. In der Nähe feiner Gruft, die nur feine Hülle raubet, hören wir, wie Jesus ruft: Selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Pel und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat ausgestreut von unferm Lehrer, fruchtbar seyn in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, bort des Himmels Bürger werden! Trost und Gelübde auf Gräbern. dair il Mel. Auf Christenmensch 698 geweihter Ort, Gott gefä't, dem großen Tag der Aernte reift! Sei mir gegrüßt, du Ort, wo jede Klage verstummt, wo mancher Ruhe fand, der fie auf Erden nie gekannt. 2. 3war floffen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treuften Freund das Schickfal ris; mit tiefgefühlten Schmerzen hab felbst, ach, manchem Freund ich auch die Abschiedszähre schon geweint! 3. Treulich ging er selbst ben Pfad hoher Tugend bis and Ende, und gab nun nach deinem Rath seinen Geist in deine Hande. Nur die Kraft von seiner Lehre des Menschen Tod; er schaf3. Doch Schlaf ist ja trocknet unsre Wehmuths- fet Rub' den Müden, nimmt zapre. med min Leidenden die Bürde ab, und bringt 520 Gesinnung und Verhalten des Christen bringt zum ew'gen Frieden. Sklavenbande zerris, der Weint, Freunde, nicht; in der Prüfungszeit sein denkt: Wiedersehn! Die Herz der Tugend treu geTodten werden auferstehn! weiht. 4. Belebend finkt ein Sonnenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Im Winter starb die Blume; seht, fie blüht, vom Frühlingshauch um weht! 9. Auf Gräbern der Entschlafnen set der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Tugend ew'ge Treue! Ja, heilig fei mir jede Pflicht, bis einst mein fterbend Auge bricht! 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geis 699 Mebt und Mel. Es ist bus Heil uns Dein Heiland stes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist; Vernunft und guter Wille erhebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit! mein Blick hat die Macht des Todes ganz bezwungen, und sieg reich aus des Grabes Nacht zu Gott fich aufgeschwun 6. Drum kann mein Blick sein Sieg ist mein. Sein gen. Er ist mein Haupt, vom Todtenfeld zum Himmel soll mein ganzes Leben sepn; fich erheben; und winkt und ihm will ich auch fierauch mir das fühle Grab, ben. darf ich nicht ängstlich beben. Ich pflücke nach vollbrachter Zeit die Blume der Unsterblichkeit. Das ists, fellt, 7. Was ihr einst war't, das bin ich fegt, ein Pilger bier auf Erden, was ihr, entschlafne Brüder, sepp, 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. was mich zufrieden der Gräber selbst bei Grauen. Ich bin getroff und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb', und ihr sollt leben. werd ich vielleicht bald werden. Nun dann; durchs Todesthal eilst du, mein Geist, dem Baterlande zu! 3. Wird gleich mein Leib des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einft 8. Doch dem nur wird der aus der Verwesung Staub Uebergang zu jenem Vater fich neu gebild't erheben. lande ein Weg zum Heil, Wann du, o großer Lebens der muthig bier des Lafters fürft, nun deinen Tobten unter besonderen Umständen. rufen wirft, zum Leben auf zuwachen. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an, läßt in dein Reich mich geben. Forthin von keiner an und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein sel'ges Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich, unsterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Luft genießen. 6. Denn, wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umgeben, genießen deine Herrlichkeit. was sind Leiden dieser Zeit, Herr, gegen iene Freuden! 7. Laß die zukünft'ge Herrlichkeit mir stets vor Augen schweben; und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo leine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir der Sterblichkeit entrückt, frohlockend vor dir wandeln. 8 Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Tugend nach auftreben, und als bein Jüngger, bir zum Preis, nach 521 deinem Wort zu leben! Und fühl ich hier noch Noth und Schmerz; so tröfte selbst damit mein Herz: Es kommt ein beßres Leben! 100% In eigner Melodie. 700 wie felig feid Frommen, die ihr durch den Tod zu Gott gekommen! Ihr seid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg und Furcht umgeben. Was wir hier kennen, ist noch kein vollkommnes Glück zu nennen. 3. 3hr bingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward beschieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Genusse reiner Freuden. 4. Abgetrocknet find all' eure Thränen; ihr genieß't schon, wonach wir uns sehnen: ihr hört und sehet, was das Menschen Geift hier nicht verstehet. 5. Ach, wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und statt Erdenglücks, den Himmel erben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wechsel nicht bereiten? 6. Hilf uns, Jesu, ernfthaft darnach streben! Komm und führ' uns zu dem böbern 522 Gesinnung und Verhalten des Christen Mutter sieht, umarmt ihr Kind; denn alle gute Seelen find in Gottes Stadt beisammen. hern Leben, wo deine From men erst zur vollen Ruh' und Freude kommen! Trost des Wiedersehens. Mel. Wann mein Stündlein 701 Shwer liegt der Trennung Laft auf mir; wie lieb ich sie, die Meinen! O laß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd' ich nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? 5. Drum laßt uns hier schon Hand in Hand, auf Gottes Wegen geben, damit wir dort im Vaterland uns 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich gefinnten Frommen. Sie werden Au' in Gottes Licht auf's neu zusammen tom men, forthin durch keinen Tod getrennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, führt Alle dort zuſammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Bruder seine Brüder. Die wir einst beisammen sehen. Wie wird uns seyn, wann uns sehn, wann wir uns froh entgegen gebn, forts hin uns nie zu trennen! 6. So feid getroft und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden: wit werden in des Vaters Reich uns Alle wieder finden! O Wiedersehn,» Wiedersehn, wie wist du unser Glück erhöhn; wie tröftest du die Seele!! Angdal nube de 2. Wohl mir, o Gott, ich böre schon des Geiftes Stimme weben; sie ruft mir zu mit fanftem Ton: du wirft sie wieder sehen! Bist du nur fromm, find sie nur gut, dort oben unter 702 Wauten Schlä viel. Halleluja! Bringer Ehre iedersehn! mit Gottes Hut wirst du sie wieder sehen. gen klopft dir jede Brust entgegen! Nimmer kann das untergehen, was ins Herz wir liebend schloffen; und wenn Abschiedsthränen flosſen, boffte Freundschaft Wiedersehn. 2. Wiedersehn! In hol den Bildern will uns die Natur fich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der Morgenröthe Strahlen nach der Nacht die Berge malen; ſpricht die Sonne: Wiedersehn! 3. Wie unter besonderen Umständen. 523 3. Wiedersehn! Zu dei- Höhn! Theure, aller Welt nen Freuden wachsen Blumen frisch und kleiden herrlich sich im Frühlingswehn; und der frohen Nachtigallen fummerfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wiedersebn. Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten: ja, ich werd' euch wiedersehn! winkt 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen! D, ich feb den Himmel offen, der Herr mir, heim zu gehn! Theure! in der leßten Stunde ruf ich mit schon blaffem Munde: ewig, ewig Wiedersehn. Maordimung sbg Isday COV hit brood en ad punt tun ghid com murod nem med sig bild hunt pid igalenga mund Simpl elrad infor gam id distus on an dhilaplano si sorme di tu slots( nog mind of d mil somit golgung ordungao! 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen, o wie schmacht' ich dir entgegen über Auen, Ström' und 0314-1 Mon and to pang em seg i Imo smist and date an Andleg viso con Quier and data ps is Inford a 61 04 od Win on join bag den pe mod mult tim da is dort sustan osier de Gimt met and glorothia G nd neunt si on mal gol sier har d un main.ph fi salg of mis dumpedro e pia simdillt e 8400 صب" م DIBLEe". Dim.: 524 0903 Nachtrag einiger, bei Mehreren beliebten, älteren Lieder. Mel. Wunderbarer König 703 Uebe numschränkte Por 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wann vor dir blöden Augen, die zum Jrdischen kaum taugen, daß fie in die Strahlen deiner Langmuth blicken, die den Erdkreis huldreich schmükken, und zugleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne scheinen. hen. Deine Rechte dräuet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch fie kaum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keiner, der zu dir ges 2. Wasser, Luft und Er- gangen, statt der Gnade de, ja dein ganz Gebiete ist, Recht empfangen: wer zu ein Schaupläß deiner Güte. deinen Füßen sich mit ThräDeiner Langmuth Ehre nen senket, dem wird Straf wird durch neue Proben und Schuld geschenket. Un immer herrlicher erhoben. ser Schmerz rührt dein O wie weit, o wie breit Herz und du willst der ftreckt sie ihre Flügel über Armen gnädig dich erbarBerg und Hügel. 3. Was wir davon denten, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu schonen, Tag vor Tag zu dulden fo viel Millionen Schulden, und dazu ohne Nuh' lieben, die dich hassen! Herr, wer kann das faffen? men. 6. Höchster! fei geprie sen, daß du so verschoneft, und uns nicht nach Werken lohneft. Deiner Hand set Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben, und die Welt zu lieben! Mel Nachtrag. Mel. Schon ist der Tag von G. 704 ie Erd ift Jefu Chrifti; sein, wer auf der Erde wohnet! deß müsse sich die Erde freun, und wer auf Erden wohnet! Welt; er trägt, er segnet, er erhält die Welt, die er beherrschet. 4. Wer auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Verlangen, der wird den Segen seines Herrn im vol len Maaß empfangen; den macht er feiner Herrschaft werth; der ift sein Erbe, der gehört zum Volke der Erlöften. 525 will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! Der Himmel Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 6. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volte der Erlöften? Wer darf, des bohen Segens werth, sich seiner Herrschaft. tröften? Der, der zu dir, o Mittler, fich befehrt, und gläubig wird, und dich zu seinem Herrn erwählt. Mel. Mein ganzer Geist Gott 3. Und wer in deinem 705 Triumph! Tris. Blute rein, der Unschuld sich befleißet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Lüften gleißet; wer fromm ift, wandelt, wie er glaubt, sich keine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. Lob und Dank dem, der umph! und des Todes Macht bezwang und uns, den Staub, erhöhte. Der bobe Sieger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in heller Morgenröthe. Bebet! gebet, ftolze Spötter, unferm Netter Preis Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. und 2. Heil uns! Triumpb! das Grab ist leer. Feft steht es, wie ein Fels im Meer, das Wort, das er gesproChen! O felig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu gebaut, den blinde Wuth gebrochen! Hölle! fälle nun den Sieger, Gottes Krieger, der erstanden, macht 5. Kommt, Sünder, kommet in fein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König; er in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, dieser König sei? Sohn, der seinem Bunde treu, den Himmel gibt den Seinen. Der 81880+ 20 6 صی" م DIBLE". ACC Nachtrag. 526 macht nun beinen Stolz zu Schanden. 3. Leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tage werden's feyn, oso empfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig se lig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verklärung seben. läßt in seinen Thaten fehn, fein Wandel sei im Himmel. 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Himmel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen Wer glaubt, deß Herz ist freubenvoll, nur daß er sich bestreben soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort seines Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht aum Himmel einzugebn, ber 4. Uns treibt sein Geift, daß wir der Welt uns immer mehr entwöhnen; ftets sorgen, was dem Herrn gefällt; zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt feine Treu nicht ab, bis wir zusammen kommen. 5. Tag, noch an größern Freuden reich, wann wirft du uns erscheinen? Gott macht uns bort dem Sohne Mel. Es ist das heil uns 706 Mit autem gleich, und stillet Leid und Schall froh- O wann locken wir: der Herr ist auf in Ewigkeit uns nun das gefahren! Wir sind zwar höchste Gut erfreut! D Pilger noch allhier und un- Gott, schenk uns dies Leter viel Gefahren; doch ben. fintt brum unser Muth nicht bin; burch Jefum wiffen t wir, wobin uns unfre Wall- 707 Mel. Nun danket Alle Gott Celobt bu, fahrt führet. D Gott, für deines Wortes Lehre! Gib, Bater, daß ich sie mit An dacht fleißig höre! O mache doch mein Herz von Vor urtheilen rein, und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn! 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie ver fehlen, und nie, was schäd lich ist, für wahres Heil er wählen! O Höchfter, leite selbst den forschenden Vers stand: so wird, was bu mich lehrst, auch recht von mir erfannt. 3. Wie Nachtrag. 3. Wie thörigt ift es doch, blos andern Menschen glauben! Das heißt fich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe rauben. Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Troft auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre, und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Verleih mir deinen Geift, der Luft und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit fucht, präft, glaubt, bewährt und übt! Mel. Auf, Christenmensch 708 Herr err, du bist meine 3uversicht! Du lebst; auch ich werd' leben! Du wirst mir, was dein Wort ver spricht, Unsterblichkeit, einst geben. Dein Jünger kommt richt ins Gericht! Dies stärket meine Zuversicht! 2. Hier geh ich oftmals weinend bin, den Saamen auszuftreuen: dort der herrlichste Gewinn der Nernie mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht denn du bist meine Zuverficht! 3. Hier trag ich deine fanfte Caft. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die fie nicht fast, 527 nennt's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Sünder dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 4. Sink immer hin, mein Leib, in Staub! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub; dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trofts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht! 6. In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Troft empfinden, den großen Troft, daß ich durch dich den Tod soll überwinden. Grab und Verwesung schreckt mich nicht: benn du bleibst meine Zuversicht! Mel. Der unsre Menschbeit 709 Erböhter Jefu! Gottes Sohn! der du schon längst der Hims mel Thron als Herrscher eingenommen, du wirft dereinft zu rechter Zeit, in gros Ber Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wieder kommen. Gib, daß dann froß und mit Vertraun dich, Herr, auch meine Augen aun! 2. Wer e e 845800+ B 528 Nachtrag. 12. Wer fast, o Seiland! sein und auch die kleinste jeßt die Pracht, die deinen Sünde scheun! Tag einst herrlich macht? 6. Dein Name sei mir Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolken einst mit deiner Engel Heer erscheinst, die sich vor dir, Herr, beugen; dann fieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. ewig werth und was bein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Nies mals ermüde hier mein Geift, dich, den schon ießt der Himmel preift, aus al ler Kraft zu lieben; so hab ich in Theil an deiner Herrlichkeit. Mel. Befiehl du deine Wege 3. Dann tönt dein Ruf in jedes Grab mit allmachtsvoller Kraft þinab, und schafft ein neues Leben. Auf 710 denk an bein Js deinen Nichter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, gefällt! das Schwachen nur Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein gött lich Licht und mein Gewife sen lehren: du halteft einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geifte schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Nichterthron, um den die heil'ge Menge erhabner Engel fteht. Welch herrli ches Gepränge! Welch hohe Majestät! Meer, das große unzählbare Heer der Todten wiedergeben. Sie stehn durch dich, Herr, neu beseelt, nun Alle auf und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach feiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein: Den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Chrift, daß du der Erde Richter bift. 5. O gib, wann nun dein 3. Umsonst sucht nun der Tag erscheint, daß ich in Sünder vor deiner Macht dir dann noch den Freund zu fliehn, Herr, alle Menund Heiland wieder finde, schenkinder wirst du zur daß ich mit Freuden vor Rechnung ziehn. Du rufft dir steb, und mit dir in und sie erscheinen vor dei den Himmel geb, befreit nem Richterthron; von Fluch und Sünde! Laß Sündern und den Deinen mich im Glauben standhaft gibst du gerechten Lohn. den 4. Froh Nachtrag. 4. Frohlockend sehn die Frommen dein göttlich Angesicht, schon hier dem Fluch entronnen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlös't von aller Müh', sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, fegneft fie. ein eitle 5. Wie angstvoll aber be ben, die hier dein Wort vethöhnt, und durch fleischlich Leben das Herz verwöhnt! Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein; und führeft die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichte mir stets vor Augen seyn und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß mich fromm wandeln, und hier zu aller Zeit, so wie ein Weiser handeln, der seinen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vor handen; wird diese Welt vergehn: so hoff' ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 529 Stimme lockt. mich vor falscher Ruhe, daBewahre bei das Herz sich leicht verstockt, wenn du selbst das Gerpissen rührst, und zum Gefühl der Sünden führst. 2. Du willst nach deiner großen Güte, nicht eines einz'gen Sünders Tod: drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen seine Súndennoth. Wohl dem, der deine Stimme hört, und redlich sich zu dir bekehrt! 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmst seine Buße gnädig an: machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld; er tilget meine Sündenschuld! Mel. Wer nur ben lieben Gott 711 ott, bilf mir, daß ich thue, weil mich noch deine 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Trofte leer muß der verschmachten, Gott, deine Gnade weicht. dem, Sie aber weicht, von dem zuletzt, der frevelhaft ge= ring sie schäßt. von 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, mein Herz stets offen sei; 0 Gott, damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein dendienste zugebracht, Leben ohne Reu' im Sündeinem Borzgefäße macht. zu Weg zum Leben; drum laß 6. Sich der 3 mich Nachtrag. 530 mich in der kurzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Sünden elend sich entreißt. mir deine Treu' mit Segen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meis nen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn sie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so kommst du, eh ich michs versehn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 5. Du wählst und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wenn Wohl doch feste. mich das Elend ganz er: greift, jo legt sich dein Erbarmen drein, mich vom Verderben zu befrein. In voriger Melodie. ein Herz, er712 Min muntre dich zum Preise des Gottes, der 6. Du bist mein Heil! dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Súndendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaf fenheit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie glücklich einst, mein Gott, bei dir! 2. Herr, deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nüglich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hoffen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt. Mein ganz Gemüthe ist dei nes Ruhms, mein Retter, voll. O könnt' ich deine große Güte doch so erhe ben, wie ich soll! Doch meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 7. Und hätt ich auch viel tausend Jungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir be sungen, auch bei dem allergrößten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir ges than. 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohl zu thun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nich nach Verdienst ge lohnt. Noch immer steht höreft selbst das schwache Lal 8. Jedoch, du siehst mit Wohlgefallen auch auf bes Herzens Redlichkeit; und 531 5. Daß deiner Wunder Ruhm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wiederhalle, und deine Wahrheit, deine Huld besinge und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmherzig, gnådig, und von großer Güte; erbarmt sich seiner- Werke, hat an Allem sein Wohlgefallen. Mel. Herzliebster Jeſu! 7. Jehovah, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen 713 Gott, du Std wollen aus allen ihren Kräfwill, mein ten sich bestreben, dich zu erheben! 8. Ja, ewig will ich deinen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Seiten dein Lob verbreiten. Nachtra g. fallen der Deinen mit 3ufriedenheit; du hörst es wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trågt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beståndig, Gott, vor Augen seyn. will mit redlichem the mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im höhern Heiligthum. Ich Gemünig, dir lobsingen, und ewig Ehre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn g'nug erheben, wer kann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und Mel. Allein Gott in der Höh empfinden; wer Gott ergründen? Gott er 714 Stimmt unferm Gott I 3. Von unsern Båtern lied an mit freudigem Gewurdest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben, und deine Macht befingen deiner Stárke preisvolle Werke. müthe; es rühm' und preise, wer da kann, den Geber aller Güte! Er macht uns frei von aller Noth; drum lobet ihn, drum lobet Gott, und danket seinem Namen! 2. Lobt Gott, und rühmet 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prachtig, wie groß in deinen allezeit die großen Wuns Wundern Herr, wie måch derwerke: die Majestät und tig! Das preis ich, daß Herrlichkeit, die Weisheit, dein Nam erhoben werde, Kraft und Stärke, die er der ganzen Erde: beweist in aller Welt, indem 32 er لا• Nachtrag. 532 er alle Ding' erhält; drum danket seinem Namen. 3. Lobt Gott, der uns ers schaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schüßt; der täglich schenket was uns nugt; drum danket seinem Namen. 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebenskron' durch seinen Tod erworben, der Frieden hat mit Gott ge macht, und seinen ganzen Rath vollbracht; drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet und seinen Beis stand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt; drum danket seinem Namen. Lobt Gott, und preist ihn früh und spat; ja Ullcs, was nur Odem hat, das danke seinem Namen! 715H In eigner Melodie. ab' Ucht auf mich in aller Noth, o großer Gott, Herr aller Hers ren, wann Safans Buth die Höllenrott, den Rachen gegen mid; aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth zu bringen, so bitt' ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab' Ucht auf mich. Hab' Ucht auf mich, wann mich die Cund' will von dem höchsten Gut abe wenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Vaterhånden; bleibst du mir stets in den Gedans ken; laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich, mein Vater, so hab' Ucht auf mich. 6. Lobt Gott: er hat dies gute Werk selbst in uns angefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stárk, das Kleinod zu erlangen, das er am Biel uns vorgestellt, und das den Himmel in sich hält; drum danket seinem Namen. 7 Lobt Gott, ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Gott Thronen! Es loben mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! Acht auf mich. m 3. Hab' Ucht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn' will scheinen, die meine Seel macht freudenvoll, daß sie nichts wissen mag von Weiz nen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Gute schaue: weil. oft das Glücksrad wendet sich, mein Vater, so hab 4. Sab 4. Hab' Ucht auf mich, und steh mir bei, wann mir Nachtrag. wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab Acht auf mich. das Unglück braus't entgegen, Staub und Erden; auch daß ich nicht zu verzaget sey, und weichen mög' von deinen Wegen, die mir zu wandeln sind befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterlich, mein Vater, so hab' Ucht auf mich. 7. Hab' endlich dann auch Ucht auf mich, wann ich der Welt Valet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frohe Glaubensende ertheilet werd' in deine Hände; daß ich bei dir leb' ewiglich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 8. Uch! laß mich doch nicht aus der Acht, wenn uns dein jüngster Tag erscheinet: der Tag, da vor Gericht wird bracht auch das, so man hie nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn, und zu des Lammes Hochzeit gehn; mein Jesu, dann hab' Ucht auf mich, so will ich ewig preifen dich. dhlear that 061 5. Hab' Ucht auf mich wann ich gesund, wann ich empfinde keine Schmerzen; wann keine Klag' in meinem Mund, noch Trauer ist in meinem Herzen; damit ich bei gesundem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe, auf daß ich nie vergesse dich, mein Vater, so hab' Acht auf mich. 6. Hab' Acht auf mich, auch wann ich frank, wann die Gesundheit will ber schwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm' die Arzenei der Sünden; laß 03/2014) nom Jun 300 THE UNC JDE 89 que los antum Jus+1 82 estos) shidi fur et 533 mich nicht ungeduldig wer den, und denke, daß ich ) Jul 100 nilatit syno] mate• s! IC STE( bus du qndo mk olivat enim paprasid mina dapse sim no jod Boll 19 ansied no hi a Doe sun siti dio 88 Laguiongopl 14- metipinc dindinx nahomm Huht 101PED ( p i Di Gunent CEG iddi bini a ( bub ends- dns 16 bal dine insustrich si po dud of single agnes pomm mbi s chum ante bilsin dad dis ados) and time for 63 salam bot Register. 300 Uch endlich, Dulder, Uch Gott, verlaß mich Ach Gott, wie mancher Ach, hier nicht mehr, Uch könnt' ich doch mit 494 226 509 120 62 Ach sieh ihn dulden, bl. Uch welch ein Kampf Allein Gott in der Höh? 29 Vlle Menschen müssen 201 Ullen Christen und auch 373 Aller meiner Brüder 378 Aller Welten Herrscher, Alles hast du mir gegeb. Alles ist an deinem S. Allgegenwärtiger! ich Allgütiger, dir will ich Aulicbender du schufft Allmächtiger, ich hebe Aumächtig großer Gott, 28 314 ( pl) Seite Ach bleib mit deiner 156 Unbetungswürd'ger G. 126 Un deine Leiden denk. 42 13 454 300 Seite 7 100 277 485 316 An dich, mein Gott! Auch außer meinem 90 Auf, Christen, bringet Nuf, Christen, laßt uns 66 2uf, dich, Erlöser, stets 243 Auf Erden Wahrheit Auferstehn, ja auferst. Auf, freue dich, mein 65 Auf Gott nur will ich 415 Auf Gott und nicht auf 285 Auf, Jesu Junger fr. 137 Auf, meine Seele auf 129 195 Auf. o Seele, sei noch 448 Auf, schicke dich, recht f. 82 Aus des Grabes Band. 130 377 439 Bald ist sie nun voll. 491 50 Um Kreuz erblaßt 126 Bald leg ich Corg und 497 Anbetung sei dir, Gott, 138 Bald oder spåt des Z. 251 33 Barm Register. Seite 485 400 114, 495 Dem ganzen Erdkreis 287 Dem großen Vater w. Demuthsvoll komm ich Dem Wandrer gleich, Den größten Sterbend. Der am Kreuz ist meine 117 Der du den Menschen s. 471 Der du selbst die Wahr. 150 Der du stets unsre Zufl. 3 Der du uns als Vater 143 Der du uns das Heil er. 76 Der du voll Blut und 119 Der du von Jugend auf 317. Der Ehestand soll heilig 404 Der Erde Reize sind er. 453 Der Freuden Quell ist 211 Der Heiland kommt, I. Gott und 75 5 414 Barmherziger, erhöre Befiehl du deine Wege Beglücke meine Reise Beglückt, beglückt ist,- Begrabt den Leib in f. Betenner Jesu, werdet Berufen hast du mich Besig ich nur ein ruhig. 355 Bester, weisester Reg. 44 Bewaffnete, der Krieg. 430 Bewahre meinen Mund, 274 Bilden soll ich mich auf 221 Bis der Tod ihm winkt 358 Blick hin in die vergang. 351 Bringt Preis und R. 129 250 511 106 Chrift, aus deinem H. 365 Der Herr ist eine Christe, du Sohn G.! 107 Christ eile nie mit sich. 168 Christus, der ist mein 2. 500 Christ, wann dich Trüb. 293 29 494 Dank und Anbetung 242 Dank, Vater dir, der Das Umt der Lehrer, Das Grab ift tief und Das Land, das Gott Daß ich der Zugend Daß unser Gott uns 2. 358 Da stehen wir, die Dei. 514 Dein bin ich Gott! D. Deines Gottes freue Dein Heil, o Christ, n. 47 Dein Volk, o Herr, f. Dein Wille ists, 0( 53. Dein Wort, o Höchst. 146 Die stillen Abendstund. 448 Die 417 515 426 283 301 155 330 Seite 86 86 2 288 108 Der Herrscher aller 2. Der hohe Himmel dunk. 462 Der Lenz erfreut, was 195 Der Mächtige, der H. Der Mond ist aufgeg. Der Morgen kommt u. 462 450 491 Der Tag ist wieder hin; 445 Der weise Schöpfer, d. Der Wollust Reiz zu 434 337 336 463 128 Des Leibes warten und Des neuen Jahres erst. Dich bet ich an, erst. Dich kennen, Gott, ist 269 436 Dich seh ich wieder, Die auf der Erde wal. 179 Die Erde ist Jesu 525 419 Die hier vor deinem Die Himmel rühmen Die Kinder, deren wir Dies ist der Tag, den 34 408 83 Register. Seite Seite 435 Du, welchen keine Welt 486 432 Du wirst o Bater, für 183 470. Du wollst erhören G. 504 239 380 Die Thiere, deren Herr Die Zunge, die vern. Dir dank id) für mein Dir ergeb ich mich, Dir, Gott, der so gern Dir, Gott, sei Preis u. Dir immer ähnlicher zu 257 Dir trau ich, Gott, u. 291 Dir, unser Gott, ist Dir zu leben, dir zu Du, aller Menschen V. Du bester aller Mensch. 121 Du bester Trost der 2. 482 Du bist's, den Ehr' und 312 Du, deines Vaters Du denkest in der. tief. Du, der kein Böses thut, Du, der sich einst voll. Du, der so gern begl. Du, dessen Auge floff. Du, deß sich alle Himm. 308 Du gabst mir, Ew'ger 349 Du, Gott, bist über Ul. 281 Du, Gott, du bist der Du hast es mir gegeben 484 Du hast uns, Herr, die 341 Du, Herr, hast aus B. 165 Du, Herr und Vater Du, Herr von meinem Du kamst herab zum Du klageft und fühleft 105 356 116 464 501 475 191 49 38 181 247 116 54 hre sei Gott in der Ein fest' Burg ist Ein Gott regiert; was Ein Herz, o Gott, in 71 352 Ein milder Regen sintet 461 202 394 Ein Pilgrim bin ich in Gin ruhiges Gewissen 450 Einsam bin ich; tiefe Gins ist Noth! Und H. 241 Einst, als im Angstgeb. 106 Einst, freuet euch, einst 208 Empfinde deinen hohen 214 Entehre nicht, mein H. 353 Entfernet euch, unselg'e 393 Entreiße dich, mein S. Entschwinge dich, mein Erdentochter, Erdens. Erfreue dich des Heils Erfülle redlich deine P. 294 Erhabner Gott, was r. Erhalt uns, Herr, bei Erhalt uns, Herr, die Erhebt, den Herrn, ihr 87 9 Erhöhter Jesu! Gottes Erinnre dich, mein G. 78 155 299 363 1 295 518 85 154 311 68 527 131 377 Du läßt den Tag mich 471 Er ist erstanden, Jesus 133 Du liebst; o Gott, S. Durch dich, Gott, bin 413 Durch dich, o großer G. 313 Du sagst ich bin ein Ch. 252 Du schaust, mein Ech. 275 Du Vater deiner Men. 279 Du vertheilst der Men. 412 Du weiser Schöpfer 16 Er ist gekommen, er, 77 Erlöser, der im Staube 107 446 Ermüdet von den S. 95 Erscheine meinem Geist, Er starb, der größte Fr. 121 Ertöne, feiernder Ges. Ertont, ihr Freudent. Es baut, o Gott, auf 34 320 462 458 Es Register. Seite Es eilt der lette von 350 Es freu' der Fürst des 310 Es ging ein Mann voll 88 Es hebt sich auf der 2. 219 Es herrscht ein Gott, d. 292 Es ist dein Wille, Herr 490 Es ist nicht mehr, für 508 Es ist noch eine Ruh v. 208 Es ist nur einer Herr 6 Es ist vollbracht, so r. 124 Es lebt ein Gott, der 24 246 48 Es preiset Gott, wer S. Es werde Gott von dir Es zieht, o Gott, ein K. 478 Es züchtigt deine Hand 477 Ewig, ewig bin ich dein, 163 Ewig, o Jesu, wird dein 137 Ewig und unwandelbar 466 Vallet nieder, fallet Ferne sei der Irrthum Fest steht dein Bund, Frohlockend, Vater, w. Frohlockt ihr Christen, Früh, mit umwölktem Führer zur Bollkomm. Für alle Menschen bet. Für deinen Himmel Fürwahr, du bist, o G. 314 215 469 Gedanke, der uns Leb. Geht hin! der Gott. Geift vom Vater und Gelobt seist du, o Gott Gerechter Gott, vor d. 443 132 455 89 311 507 40 Grárntet ist der Feld. 455 Gott, ich will mich e. 64 Seite Gern will ich mich erg. 182 Geweihter Ort, wo S. 519 Geweiht zum Christent. 161 Gewöhne dich, durch 429 Gib, Gott, wenn ich d. 327 Gib Höchster, daß ich 431 Gib mir, o Gott, ein 374 Gott, aus deinen Sch. 331 Gett, deine Gnade sei 82 Gott, deine Güte, deine 46 Gott, deine Gute reicht 307 Gott, deinen heiligen 281 40 384 68 Gott, deinen weisen W. 413 Gott, deine weise Macht 44 Gott, der an allen End. Gott, der du die Men. Gott, der du für uns Gott, der du Herzenst. Gott, der du Schmerz Gott, der du unsre 3uf. Gott der Liebe, wie er. Gott der Tage, Gott d. 495 Gott, der zum Segen f. 427 Gott des Himmels und 437 Gott, dessen Macht des 483 Gott, dir gefällt keins 253 Gott, dir vertraun ist 293 Gott, du bist von Ewig. 10 Gott, du erforschest mich 217 Gott, durch den wir sind 150 Gottes Gnade fei mit Gottes Sohn ist kom. Gott, heilig sei din N. Gott, hilf mir, 423 81 149 daß ich 529 254 405 142 526 19 276 490 230 278 359 Gott, immer groß an Gott ist die Liebe, Gott 26 Gott ist getreu, fein H. 21 Gott ist mein Hort und 149 Gott ist mein Lied, ers 9 Gott e 84115 00+ 100 r DH00 Lee Register. sind Seite 410 Gott ist's der das Ver. 342 Gott, lehre mich verst. 225 Göttlicher, dich zu erh. 248 Gott, mein Vater, D. Gott, mit allen seinen 466 Gott, öffne deinen Him. 502 Gott ruft der Sonn' u. 465 Gott, Schöpfer, St. Gott sei Dank, ich lebe Gott sei Dank in aller Gott sorgt für uns. O Gott von großer Macht 460 Gott, vor dessen Unges. Gott, wann mein sterb. 497 Gott, welch ein Schm. 506 Gott, wie schrecklich Großer Gott, erhabnes Groß ist der Herr, die Groß ist, ihr Neltern, Groß wird des Sünd. 42 18 404 440 73 135 173 319 320 11 Herr, du bist meine 3. 527 Herr, du erforschest mich 15 Herr, du fährst mit Herr, du wollst sie Herr Gott dich loben Herr Gott, dich I.( 6) Herr Gott, du bist die Herr Gott, was irdisch 423 Herr, höre mein Gebet 255 Herr, ich bin dein Eig. 200 Herr, ich hab aus deiner 185 Herr, laß mich doch g. 344 Herr, lehre mich den w. 52 Herrlich ists an Freund. 433 Herrlich ist'e in deinem 160 Sperr, mache meine S. 291 330 Herr, meiner Scele g. Herr, mein Licht erl. mein 147 Hab' Ucht auf mich in 532 Herr, starte mich, bein Herr und Richter aller Herr, unser Gott, wer Herr, vor deinem Ung. Herr! welch ein wicht. 406 Herr, wie lange muß 255 Herr, wir feiern dein 61 58 364 407 201 284 473 Habe deine Lust am Habe deine Lust, o 3. Hallelujah, bringet Ch. 315 Halte dich mit hoher 2. 317 Hast du denn ganz dein 479 Heiland, deine Mensch. Heiland, den uns Gott Heiland, groß an Huld Heil dir, Seele, Gott Heiliger Geist, von G. Heilig, heilig ist das Heil ihm, dem Todes Herr, deine Allmacht Herr, deine Kirche dan. 157 Herr, deine Sanftmuth 385 Herr, dein Gesetz und 152 Herr, der du alles g. 328 92 69 176 Herr, der du dein th. Herr, der du mir das Herr, der du selbst die A Seite 177 447 161 Herr, wir singen dei. Herr, wir stehen hier 386 98 199 30 2 173 62 161 502 141 bin ich, Jesu, zu Hier ist noch unsre P. Hier, 166 332 488 216 372 Hier lieg ich, Herr, in 127 Hilf mir, Gott, der K. 489 14 Hochster, denk ich an Höchster Gott, wir d. Höchster, wer ist's, der Hober hebt sich Gottes Huldigt Gott, ihr froh. 35 3 S 452 26 Jauchzt Register. Seite Seite Jaucht unferm Gott in allen meinen haten 23 37 441 362 487 231 Ich bebe nicht vor Tod 193 In Gottes Namen f. Ich bin der reichste M. 346 In Trubsal, Christ, sei Ich bin ein Christ! G. 257 In unserm Kummer Ich bin getauft auf d. 161 3st Gott für mich, so Ich bin getauft nach S. Ich bin in meinem G. Ich bin, o Gott, dein Ich bin zur Ewigkeit Ich blick empor zu dir Ich denk an dein G. Ich eile meiner Heim. Ich erhebe mein G. Ich faffe, Bater, Seine Ich freue mich mein G. Ich geh einst ohne B. Ich habe, Gott, mir e. Ich hab' in guten St. Ich hoff' ein ew'ges 2. Ich komme, Herr, und Ich komme vor dein Ich preise dich, Ich seh im Abendrothe Ich sterbe schon, jedoch Ich trete vor dein Ang. Ich weiß an wen mein Ich will dem Herrn zu 482 Ich will den Bund mit 172 Ich will dich noch im 184 Ich will in stiller Eins. 474 Ich will, mein Gott, du 531 Jesu, deine tiefe Wund. 103 Jefu, meine Freude, Jesu, meines Lebens 2. 99 Jesum ewig zu verehr. 240 Jesus lebt, mit ihm 127 Jesus, meine Zuversicht 193 Im Frühling meiner F. 416 Immer näher kommt 197 Immer sich bestreben 242 162 353 51 Kein Lehrer, ist dir I. 93 194 Kein Mensch, o Gott, 55 222 528 498 220 499 285 188 256 361 204 167 302 Kinder, die ihr noch im Kommt betend oft und Komm, o komm, du G. Kommt die ihr nicht Kommt, kommt den H. Kommt, laßt uns Gott Kommt mit Dank vor Kommt und laßt uns 410 303 139 94 39 459 65 258 ud hakim Laf 157 347 345 388 259 424 135 Herr, 167 aß deinen Geist mich 101 449 Laß doch, o Jesu, laß 503 Laß, Herr, nach eitten 473, Laß mich doch nicht, o 233 Laß mich, Höchster, d. Laß mich, o Herr, in Laß mir die Feier deiner 97 Laß dankbar uns die Laß das Vollendungsf. Laßt dem Tode seinen Laßt uns mit ehrfurchts. Last uns unserm Gott Lehre mich, Herr, recht 333 Lieblich sind der Tugend 399 Liebster Jesu wir sind Lob, Ehr' und Dank sei 483 Lob, Ehr' und Preis Lobet den Herrn, 88 206, Preis und Ehre br. 1 512 522 321 Lob 79 80 H Register., 31190 Seite Lob sei Gott, der den F. 451 Lob sei Gott, der den 438 Lobfinge, meine Seele, 133 Lobsinget Gott! Dank 30 Lobsinget Gott, denn s 158 Lobsinget Gott, er schuf 32 Lobt Gott, ihr Christen, 78 Mein Auge sieht, o Gott 43 Mein bester Trost in 305 Meine Kinder, Gott, 409 Meine Lebenszeit ver.186 Meinen Jesum laß ich 234 Mein Erlöser, auch für 100 Mein Erldser, der du 162 Mein Erlöser, Gottes Mein erst Geschäft Meines Herzens reinste Mein ganzer Geist, G. Mein Glaub ist meines Mein Gott, ach lehre Mein Gott, du wohnest 270 Mein Gott, ich weiß 187 Mein Gott, zu dem ich 223 Mein Heiland, deine 71 Mein Heiland lebt und 520 Mein Herz, ermuntre d. 530 Mein Herz, Gott, V. 222 Mein Hort ist Gott! Mein Jesu, für dein Mein Leben steht in G. 185 260 294 113 261 262 Mein Schöpfer, dessen Mein Vater, und mein Menschenfreund, nach Menschen weis und gut 406 Mich selbst muß ich bez. 335 Mir nach, spricht Ehr. 245 373 Seite 70 526 Mit Ernst, o Menschenk. 74 Mit Freuden laßt uns 468 Mit frohlockendem G. Mit lautem Schall fr. Mittler, schau auf fie Mit welchem Dank Mit welcher Langmuth stijd 421 16 101 Mache bich, mein 334 Nach einer Prüfung 205 Nach einer schmerzenv. 492 Nach frommer Eintracht 385 Nach Gottes weisheits. 426 379 Nach Jesu weisheitsl. Nach meiner Seele Sel. 331 481 Nabet anbetend dem, Nahet dem Altare, Unst. 165 169 102 Naht mit Undacht im 439 Nicht auf den Höh'n, n. 354 Nicht, daß ich's schon 232 262 Nicht für der Felder 436 489 36 142 308 Nicht lang ein Pilger, 502 Nicht mehr, als meine Nichts ist von ungefähr! Nicht um ein flüchtig Nicht um Reichthum, Nie bist du, Höchster, Nie will ich wieder fluch. 387 Nimm unsre Dankgef. Noch immer wechselni Noch läßt der Herr Noch leb ich. Ob ich m. 191 13 66 43 19 205 399 496 27 441 Noch nie hast du dein 139 Noch stehen wir, o G. 514 Nun bitten wir den h. Nun bringen wir den Nun danket Alle Gott Nimm hin den Dank Nun ist das alte Jahr 510 316 175 468 Nun Register. Seite Nun laßt uns Alle fröhl. 67 Nun sinkt die Sonne 444 Nur kurz ist hier mein 179 05 blickt hinauf zur G. 390 Sáe deine Thränenf. 359 / 390 270 Ob wir sind, wie wir O Durst nach Blut, o 109 Oft klagt dein Herz, w. 264 O Golgatha, zu deinen 123 O Gott, den alle Wesen 325 O Gott, der du mein O Gott des Himmels O Gott, deß starke H. O Gott, du bist mein O Gott, du frommer Ogroßer Gott, du r. Heiland, dessen hoh. Oheil'ger Geist, kehr 36 24 2 264 143 177 140 370 Herr, mein Gott, d. Kinder, dieser Tag Okönnt' ich dich, mein 324 422 403 Seid barmherzig, M. Menschenfreund, mit 178 Oselig, wer zufrieden Ostimm auch du mit welch ein Glück ein welch ein Segen ist welch ein unschäßb. Welt, sich hier dein Owie selig send ihr Dwie sanft ist, Herr, O wie unaussprechlich This Sei gesegnet! Amen, Sei getreu in deinem Sei Gott getreu, halt Sei hochgepriesen, H. Sei mir gegrüßt zum Sei zufrieden, mein G. Jesu, sind, Preift, Shriften, mit 460 Selig, eft, fi biecte 189 Preis und Unbetung 79 50 433 395 118 521 ang Seite Richtet nicht mit harter 379 Ruhet wohl, ihr Todt. 513Ruhig ist des Todes 515 59 207 Sanft, o Chrift, ist J. 249 Sanft, wie er gewand. 519 ' Schaffet, schaffet, M. 224 Scheint mir freudenleer 354 Schicke dich, erlöste S. 171 Schmerz und Klage füllt 461 Schon auf Erden könn. 91 Schon ist der Tag von Schön ist die Tugend, Schon naht sich meines Schon wieder Nacht Schöpfer der erschaffn. Schöpfer, Gott, Herr, Schüße die deinen, d. Schweiget, bange 3w. Schwer liegt der Treu. Schwingt, heilige G. Seht, Christen. sehet S. 124 Seht, welch' ein M.! 110 Sei, aller Wollust Reiz 337 383 505 420 282 102 443 41 199 267 497 402 324 1 159 236 522 6 A 323 Selig sind, die in dem Selig, wer mit stillem den Leichnam, 511 Reblichkeit, mit bit 391 Senft nur den Leib in 512 Religion, von Gott geg. 144 Sieh' diese jungen S. 422 Sink 500 290 3111 8 DEBLOe e t Register. Seite Seite 449 Unter manchen bangen 504 447 Unumschränkte Liebe! 524 Unwiederbringlich schen. 467. Sink ich einft in jenen So fliehen unfre Tage So gib denn fromme So hoff' ich denn mit So jemand spricht: ich 376 So ist mit aller ſeiner 493 Vater, den uns Jefus 309 Soll dein verderbtes 147 55 Vater, hellig mögt' ich Verbittre dir dein Leben 387 Vereinigt laßt uns Gut. 375 Vergelten wirst du den 211 Versammelt hatte Jesus 164 Verschwunden ist der 457 Vertrauen ist des Chr. 286 Verzeih der tiefen Trau. 516 Viele Freuden streust du 357 Vollbracht ist nun die Voll Dank an diesem 178 437 513 236 125 Sollt' es gleich bisw. 366 Sout' ich jetzt noch da 247 Sollt' ich meinem Gott 295 So schlummerst du in So wahr ich lebe! f. 226 So weit, Herr, deine H. 25 So weit nur Menschen 454 So, wie du bist, fo 12 Standhaft sei, o Gott, 338 Stimmt unserm Gott 531 Stärke, Mittler, stårke Stets warst du meine Still erheben wir uns. Sünde ist nie klein zu 419 475 516 57 Vollendet freudig euren 212 Vollendet hatte Gottes 139 Voller Ehrfurcht, Dank 170 Vom Geräusch der W. 395 Vom Grab, an dem wir 84 Vom Todesthal hinauf 134 Theuer sei mir allezeit 90 Bon allen pimmeln t. 318 Triumph! Triumph! u. 525 435 39 Von deiner Weisheit; Von dir, der meine Von dir, du Gott der Gott, der 403 405 mi Ueber aller Himmel H. 136 Bon dir in diese Welt 392 479 Von Furcht dahin ger. 113 122. Von heiligem Gefühl 17 Von Herzen preis' ich 112 Vor dir, Herr, denken 63 Von dir, o Gott, sich 424 145 154 273 35 Um Erbarmen flehn um Gnade für die S. Unerforschlich sei mir Unschuldigster, du hatt. Unser Gott, der Herr d. Unser Gott ist groß u. Unser Wandel ist im H. Unsre Kindheit, unsre Uns strömt aus deiner 335 472 343 Bach auf, mein Herz, 442 Unsterblichkeit, Unsterbl. 208 Wann wir unsern Cauf 47 Was Register. Seite Warum erbebst du, m. 196 Barum, sollt' ich mich 367 Warum willst du doch 296 Was Sott thut, das ist 368 Was hilft es mir, ein Was ich nur gutes h. 369 368 297 298 Was ist im Himmel, Was ist mein Leben Was ist mein zeitlich 339 Was ist's, daß ich mich 370 Was mein Gott will, Was soll ich ångstlich Was sorgst du ängstlich 189 Was wär' ich ohne dich 234 Was zagst du? Gott Weicht, ihr Berge, fallt 20 Weit um mich her, ist 2. 453 Welch' hohes Beispiel Welch' hohes Vorrecht Welterlöser- dich zu l. Wenn Christus seine Wenn der Stifter der Wenn Geschwister fr. Wenn gleich aus tiefer Wenn ich auf Gottes 198 Wenn ich ein gut Gew. 395 Wenn ich einst von jen: 442 Wenn ich, o Schöpfer, Wenn meine Zeit vorh. Benn Wenschen streb. Wenn mich die Sünd. Wenn oft zu jener S. Wenn sich mein Geist Wenn wir in höchsten Wenn zur Erfüllung 279 Wenn wir, o Gott, die 397 Wer auf seinen Gott v. 289 Wer bin ich? welche Wer dieser Erden G. Wer gehorcht, der 33 188 478 Wer, Gott, bei dei. Wer Gottes Wege g. Wer Gottes Wort n. Wer hat den Glauben, Wer höher durch Geb. 326 Wer Jesum kennt, ver. 268 271 250 304 244 159 517 412 371 417 104 209 23 Seite 277 218 237 215 428 213 4 Wer kann die Leiden f. 107 Wer könnte zweifeln, Wer machte diese schöne 31 Wer mit Lust und Eifer 518 Wer nur den lieben G. 300 Wer nur ein Laster 1. Wer sich mit Ernst der 346 Wer stets mit reinem Wer Sünde thut, der Wer unter deinem Sch. 448 Wer weiß, wie bald in 192 56 266 60 46 Wer weiß, wie nahe m. 190 Wer zählt, unendlich. Wiedersehn! mit laut. Wie freu ich mich der 522 209 Wie getroft und heiter 237 463 72 151 398 Wie gnädig ist des Hoch. Wie göttlich find doch Wie groß bist du, o G. Wie groß ist des Allm. Wie groß ist unsre S. 397 Wie groß, o Herr, ers. 111 Wie groß, wie angebet. Wie gut, wie heilig ist Wie heiter fließt mein Wie im Herbste fällt Wie leicht verkenn' ich Wie mannigfaltig sind Wie sanft, mein Vater, Wie sanft sehn wir den Wie selig lebt ein M. Wie sicher lebt der M. Wie soll ich dich empf. Wie theuer, Gott, ist 329. 382 428 94¹ 272 22 180 327 340 306 506 382 182 75 229 Wie e It 911 r د" بدم DLAe". Om. Register. Seite he Seite Wie viele Freuden dank 26 Wie wichtig ist doch der 53 Wie wird mir dann, o 187 Wie wohl ist mir, o Fr. 238 Will mich, o Gott, hie. 371 Willst du der Weish. 274 Willst du die Buße noch 227 Wir Alle, Menschenv. 458 Wohl dem, der seines 472 Wohl mir, o Schöpfer; 430 Wohlthätig sind der E. 360 Wohl uns! Wohl uns 418 Wohlzuthun u. mitzu. 381 Wo ist wohl Noth und 60 Wort aus Gottes M. 153 Wo sind die Weisen, d. 16 Wir flehn für unfrer X. 411 Wir gehn ans Grab u. 509 Wir glauben an den ein. 30 Wir kommen, Helfer, d. 487 Wir sind in Noth, laß 483 Wir trocknen unsre Th. 364 Wo eilt ihr hin, ihr Leb. 351 Wohl dem, der beßre Wohl dem, der in dem Wohl dem, der richtig 348 402 389 COC 2009 and a gide thod Grillbilde nd'd go POR N OPE 3087 Jums did thi Hot si 3u Du bir erhebt sich mein 96 3u dir, o Gott, das 5. 307 3u- dir, Unendlicher, zu 480 3um Fleiße ward das 3um Himmel erhebe 3ur Arbeit, nicht zum 341. 3ur frühen Gruft 3war wird noch manche 299 476 342 517 Inches 1 Centimetres Blue 2 3 2 Cyan 5 6 17 3 Farbkarte# 13 Green 8 Yellow 19 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 7 3/ Color 18 19 B.I.G. Black