만 48 455 GB 1755 Löschen Lindeman Mälberstän 1849. Allgemeines Evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen. Fünf und zwanzigste Auflage. Im Verlage der Großherzoglichen Invalidenund Soldaten- Waisen- Anstalt. Darmstadt, 1844. Druck der t. E. Wittich'schen Hofbuchbruckerei. 1755,11 stilig Gb oudeno @rapperodium clicar spoljuls sugiena dun @ mailedu mailporndor 19 schs me dinhjulsjinë nstaglo3 dan Johdoj Univ. Bibl. 33 and burd Giessen hins bad sisightfaloni9 182 85 Allv 28 de and min da pude Inhalt. Ispanion doit BUR7.001 Loreor, 101 ( 900) S Allgemeine Lieder beim Anfange und Schluß der OTA EEE öffentlichen Gottesverehrung. silmoilla Nr. 1-9. ddodh ** ING)#be all dan impilia Erste Abtheilung. pilis@ Lieder über die christlichen Glaubenslehren. 801 89000 Nr. 10-289. silnih napilis ore ofsla jlis 19 Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. 201 01 Ta dls 20 soit mo dhe Nr. 10-41..688 16.01 Daseyn Gottes 10. Einheit Gottes 11. 12. und Größe Gottes 13-17. Majestät Auch 11. 56. 57. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes 18- 20. Allgegenwart und Alwissenheit Gottes 21. 22. 24. 25. Allmacht Gottes 23. Auch 50. 72. Weisheit Gots tes. 26. 27. Auch 50. 59. Heiligkeit und Gerechtigs feit Gottes 28.29. Auch 270-275. Wahrhaftigkeit und Treue Gottes 30. 31. herzigkeit Gottes 32-39. Gnade Gottes 40. 41. 703. Liebe, Güte und BarmGeduld, Langmuth und Von der heiligen Dreieinigkeit. VI 54-66. TIE 67-69. bill 70-73. Von den Werken und Wohlthaten Gottes. Nr. 47-242. Nr. 42-46. Schöpfung 47-53. Auch 420 und 589. Vorsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt Auch 26. 34. 36. Von den Engeln. Der Mensch; seine Würde und Vorzüge. Bestimmung des Menschen 74-77. IV Erlösung Erlösung 78-187. Cündhaftigkeit des Menschen 78-83. Folgen der Sünde 84-88. und Veredlung des Menschen durch Christum 89 100. Würde des Erlösers 101-103. Sendung und Geburt Jesu.( Adventslieder) 104-109. 704 ( Weihnachtslieder) 110-119. Erscheinung Christi 120. 121. Darstellung Christi im Tempel 122. 123. Johannes, der Vorgänger Jefu 124. 125. Lehre, Leben und Thaten Jesu 126-134. 333. 479. Leiden, Tod und Begräbniß Jesu.( Passionslie der) 135-173. Auferstehung Jesu( Osterlies der) 174--184. 705. Christi Hingang zum Vater und Verherrlichung 185-187. 706. Heiligung 188-242. Sendung des heiligen Geis stes( Pfingstlieder) 188-197. Vom Worte Gottes 198208. 707. Von der heiligen christli20 Am Reformationsfeste 210. Bei dem heili chen Kirche 218-309. Bei der heiligen Laufe 219-224. gen Abendmahle 225-242. Auch 133. 161. 164. 165, 312. 335. mbios? Von der Unsterblichkeit und Vergeltung nach dem Tode. Nr. 243-289. 10 DINA 1150 silen Vom Lode 243 263. 665. 666. Von der Aufers stehung der Todten 264-269. Auch 699. 708. Vom jüngsten Gerichte 29. 270-275. 709. 710. Seligkeit der Frommen nach dem Tode 276 287. 289. Auch 77. 178. 312. Verdammniß der Gott Iofen 273. 275. 288. COT 14.01 81100 sp 1 - 3 weite Abtheilung. Hafe - Lieder über die christlichen Lebenspflichten. Nr. 290-498. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. Nr. 290-354.0097108 30-41 Eigenschaften des Christen überhaupt 290. 292. 293. 317. 325. 328. 336. 346. 347. 354. Werth und Wich, tigkeit der christlichen Zugend 291. 296. 310-312 314. 318. 319. 322. 324. 334. 342. 353. Entschluß du gur christlichen Zugend 297. 313. 323. 330. 341. Selbstprüfung 295. 300. 338. 349. Erfenntniß der Sünde und Reue 294. 306. Auch 78. 79. 83. Buße oder Sinnesänderung und Lebensbesserung 298. 299. 301. 304. 711. Bitte um Gottes Beistand V zum Guten 337. 339. 340. Auch 80. Wider den Aufschub der Besserung 303 307. Am allgemeinen Bußtage 309. Trost der Sündenvergebung durch Christum 302. 305. 308. 316. Auch 144. Thätis ger Glaube an Jesum Christum, und würdige Gesins nungen gegen ihn 312. 320. 321. 326. 331 333. 335. 343-345. 347. 348. 504 Wachsamkeit auf unsern Sinn und Wandel 81. 274. 349. Bebarrs lichkeit und Fortschritte in der Besserung 315. 327. 332. 350-352. .000 ces 2010 Gesinnung und Verhalten des Christen in Hinsicht auf Gott. Nr. 355-420. Erkenntniß Gottes 355 358. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides 359-361.( c). Liebe zu Gott 362, 365. Gehorsam gegen Gott 366-367. Freude in Gott 368- 370. Vertrauen auf Gott 371-390. Gebeth 391-403. Dankbarkeit gegen Gott 404- 411. 712. Lob Gottes 412- 420. 713. 714. mi m - - Gesinnung und Verhalten des Christen gegen sich selbst. Nr. 421-476. - Selbsterkenntniß und Demuth 421- 425. Selbstliebe 426. Selbstachtung 71-73. 76. 443.( b). Sorge für die Seele 427 431. Sorge für Leib, Leben dund Gesundheit 432- 435. Berufstreue 436 439. Würdigung und weiser Gebrauch der irdischen VI Güter 440-448. Weiser Gebrauch der Lebenszeit 445- 448. 260 262. Genügsamkeit und Zus friedenheit 449 452. Streben nach Herzens- und Gewissensruhe 453. 454. 500- 503. Weiser Ge88 nuß der Lebensfreuden 455 458. Geduld und Gelaffenheit im Leiden 459-476. 800 - - and sil Gesinnung und Verhalten des Christen gegen andere Menschen. Nr. 477-498. Allgemeine Menschenliebe 477-482. Mitfreude und Mitleid 482.( b) Gerechtigkeit und Billigfeit 483Sind 484.( c) Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit 485.486. re Dienstfertigkeit und Gefälligkeit 487. Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht 488,( a) und( b) Bersöhnlichkeit und Feindesliebe 489-491. Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit 492- 496. Gutes Beispiel 497. Bescheidenheit 498. Auch 421-424. Glückseligkeit wahrer Christen 499- 509. Auch 316. 319. dog o pomnípo hoe Dritte Abtheilung.h 988 Lieder über die Pflichten des Christen in besondern 1100) Verbindungen, Zeiten und Umständen. $ 19930 Nr. 510-702. 02-015 100 1100 AIT EIT Gesinnung und Verhalten des Christen in besondern gesellschaftlichen Verbindungen. Nr. 510--559. 3210 Nada? Hausliche Gesellschaft 510-532. Der Ehe, stand 512. 513. Bei Trauungen 514. 515. Nach der Trauung 516. Alelternpflicht 517-521. Kindespflicht 522 524. Geschwisterliebe 525. Für Herrschaften 526. 527. Für Dienende 528. 529. Für Wittwen 530. Für Waisen 531. Dankbarkeit gegen Wohlthäter 532. The shoe sid 30) Kirchliche Gesellschaft 533 544. Lehrer und Zuhörer 533. Bei Einführung eines Religionslehrers 534. Bei der Konfirmation 535-542. 198. 330. Vor der Einsegnung 539. Nach der Einsegnung 540. Nach der Konfirmation 541. 542. Bei Einweihung deiner Kirche 543. Bei Einführung eines Schulleh11/09/09 Sphi rça asa rers 544. Bürgerliche Gesellschaft 545-556.s Vaters landsliebe 546. Regent, Obrigkeit u. Unterthan 402. 80547. 548. Hoher Stand 549. Der Richter 550. SONS Der Soldat 551. Der Landmann 552. Der Nachs bar 553. Umgang 554. Freundschaft 555. 556. VII baljun inc Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume 557-559 0384 Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern Zeiten. Nr. 560-624. Tagszeiten. Am Morgen 560-570. istagmorgen 571. Beim Anblick der Sonne 572. atas tem Himmel 584. aufgehenden Am Abend 573-583. Unter gestirn - do' Das Am SonnO 010 19dNIR. Jahreszeiten. 63. Im Frühling 585 587. Sm Sommer 588 590. Im Herbste 591. 592. Jm Im Winter 593. 594. L ne mind Saat- und Aerntezeit. Zur Saatzeit 595.82 Nach sd einer reichen Aernte 596. 597. Auch 62. Nach ei ner sparsamen Aernte 598.0d vansd ngolim dan 619105? nilingusid Witterung. Flebn um Regen 599. Nach verliehenem Regen 600. Flehn um Sonnenschein 601. Nach verliehenem Sonnenschein 602. Beim Gewitter 603. 604. Nach dem Gewitter 605. Jahreswechsel. Neujahrslieder 606-613. Beim Anfang des Kirchenjahrs 614. Auch 212. Lebenszeiten. Am Geburtstage 615. 616. 66. 407. 411. 418. 576. Die Lebensalter 617. Für die Jugend 618 620. Für Jünglinge 621. 134.( a) 433.( 6) 447. 455. 457. Für Jungfrauen 622. 433.( c). Für das Alter 623. 624. VIII Gesinnung und Verhalten des Christen unter besondern Umständen. Nr. 625-702. 0 Jüngling 640. Bei allgemeinem Wohlstand 625. In allgemeiner Noth 626. 627. In Kriegszeiten 628- 630. Zur Fries densfeier 631. 632. In Theuerung 633. In Was 50+ fersnoth 634. 635. Nach überstandener Noth 636. 0d Nach einer Feuersbrunst 637. Nach einem großen bei Verluste 638. Auf der Reise 639. Der reisende Fürbitte für liebe Abwesende 641. Bei ansteckenden Krankheiten 642. Nach denselben 11 643. In Krankheiten 644 652. 252. 378. 382. 462. 463. 474. Abendmahlsfeier eines Kranken 653. 654. Fürbitte für Kranke und Leidende 655. 656. Nach der Genesung 657.274. Vorbereitung auf den Tod, und Trost für Sterbende 658-668. 247. 260262. 268. 270. 282 287. Der sterbende Jüngling 669. Das sterbende Kind 670. Fürbitte dy für Sterbende 671. 672. Einsegnung eines Stersm benden 673. Der Tod des Frommen 674. Beim Tode guter Aeltern 675. Beim Lode heffnungsvoller Kinder 676. 677. Beim Tode eines guten Ehegate e ten oder eines Freundes 678. Bei Begräbnissen 679-702. Auch 213. 250. 258. 264. 265. 267. 269. 276. 278 287, 289. Am Trauerhause und beim Zug zum Grabe 243. 246. 248. 253. 254. in 258, 260, 262. 679. 680. Am Grabe 681- 691. Beim Grabe eines Verunglückten 692. Am Grabe Frühverstorbener 693-695. Am Grabe eines vers dienstvollen Lehrers und Seelsorgers 697. Trost und di Gelübde auf Gräbern 698 700. Trost des Wies be dersehens 701. 702.120.000 800 190 * 19 803 300 00 sit si 70 - asoc 310 st - - ઉનાં ફૂલ 190 mad that 100 EIS 2007812 G- HIA D BR bi don Allgemeine Lieder bei 9 der öffentlichen Gottesverehrung. Bei dem Anfang der Gottesverehrung. Kom omm, heiliger Geist! stärt une, und erhalt uns Erfüll die Herzen dei dir! Mit deinem Trost, o ner Gläubigen, und ent. Gott, verlaß uns nicht in zünd in ihnen das Feuer unsrer letzten Noth! Erbars deiner göttlichen Liebe, der me dich! du durch Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der In eigener Melodie. ganzen Welt verſammelt haft, 3 Lob, Preis und Ehre Halleluja! Halleluja! Vater, Sohn und Geist, nur dir! Es müsse jedes Land auf Erden mit deinem Ruhm ers füllet werden! Wie selig, In eigener Melodie. 2Schöpfer, Gott, Herr wie begnadigt ist ein Volk, der Zeit und Ewig. keit, Vater der Barmherzige feit, aller Welt Erhalter und Regierer! Erbarme dich! deß Zuversicht du bist! O Höchster, deinem großen Namen sey ewig Rubm und Ehre! Amen! Erhör' uns, Gott, erhör' uns, Gott! 2. Christe, aller Welt Licht, unser Heil und Trost und Zu versicht: du Gottes ew'ger Sohn, ach, unser Mittler vor des höchsten Thron, Heis Vor der Predigt. In eigener Melodie. land! brünstig ſeufzen wir 4 Liebster Jeſu, wir sind ju tir! Erbarme dich! um dein göttlich 3. Heiliger Geist, dich, Wort zu hören! lenke Sins dich flehen wir: führ uns, nen und Begier zu des Hims A mels 2 mels heil'gen Lehren, daß das In voriger Melodie. Herz jetzt von der Erde ganz 6 Demuthsvoll komm ich im zu gezogen werde! zu 2. Dieses Lebens Wissen ste zu verehren, Vater! ach schaft bleibt mit Finsterniß umhüllet, wenn nicht deines Geistes Kraft uns mit Licht von Gott erfüllet! Lehr' aufs Wort und glaubend mer ken: laß es uns zur Zugend stärken! verleihe mir wahre Andacht, daß die Lehren deiner Weis. heit mich recht rühren, mich den Weg zum Himmel führen. 2. Ach gib, daß dein theures Wort meine Seele ganz durchdringe, und in mir, o Herr, mein Hort, Frucht zum ew'gen Leben bringe; gib, daß es mich mächtig stärke zur Vollbringung gus ter Werke. Allgemeine Lieder 3. D du Glanz der Herre lichkeit, Licht vom licht aus Gott geboren, dir sey unser Herz geweiht, dir zum Tem pel auserforen! Cenfe du Geber und Lehre, Heil und dir zur Ehre! uns zum 5 H Herr Mel. Liebster Jefu, wir sind err! vor deinem Angesicht hat die Andacht uns versammelt. Ach, verwirf das Flehen nicht, das dein Bolf dir, Höchster, stammelt! Hör' auf unfre 3. Laß es seyn mein Trost, mein Licht, Herr, auf allen meinen Wegen; meine starke Zuversicht, wann sich Zweis fel in mir regen; meines Hers zens höchste Freude, wann ich von der Welt einst scheide. Mel. Vom Himmel kam der fahwachen lieder und sich 75 Gott! du bist mein gnädig uns 2. Laß das Wort, das hier erfchallt, viele gute Früchte bringen und mit göttlicher Gewalt tief in unsre Seelen bringen; laß es unsern Sinn erneuen und des Irrthume Nacht zerstreuen! Preis und Ruhm: mein Herz sey ganz dein Eigenthum! Paß mir den Sonntag heilig seyn, und gern ihn deinem Dienste weihn! 3. Mach uns so dein Wort bekannt, daß wir seine Vor schrift üben, dich und den, den du gesandt, Jefum Chris ftum herzlich lieben; daß kein Leid und keine Freude uns von dieser Liebe scheide, 2. Gib, daß ich mein Ge müth bewahr, wann ich mit deiner Christenschaar zu dei nes Hauses Stätte geh, und so mit Ehrfurcht vor dir steh. 3. Erinu're selber meinen Geist, daß du mir gegenwär tig sei'st, damit ich deines Wortes Lehr' mit Andacht und mit Nutzen hör'. 4. Drück bei der öffentlichen Gottesverehrung. 3 4. Drück Alles tief ins du uns dein Wort gegeben; Herz hinein und laß mich diff Herz hinein und laß mich hilf uns ferner, daß auch nicht bloß Hörer seyn; steh wir nach demselben heilig mir mit deiner Gnade bei, leben; gib dem Glauben daß ich des Wortes Thäter solche Stärke, daß er thátig sey. sey durch Werke. 5. Hilf, daß ich deinen Ruhetag zu meinem Segen feiern mag; bewahr mich vor dem Geist der Welt, der deinen Tag verächtlich hält. 6. Was dein Wort heute in uns schafft, behalt' die ganze Woche Kraft, und meine ganze Lebenszeit sey deinem Dienst und Ruhm geweiht! nd Mel. Herr Jesu Christ, dich 8 Der er du stets unsre Zuflucht bist, sey mit den Deinen, Jesu Christ! send' uns den Geist, der uns regiert, und uns den Weg zur Wahrheit führt. 2. Er stärkt den wankenden Verstand, macht deine Lehre uns bekannt; er flammt zur Heiligkeit uns an; er leis tet und des Lebens Bahn. 3. Hallelujah; einst singen wir, Gott, heilig! heilig! heilig dir, und schauen dich in deinem Licht, von Anges sicht zu Angesicht. 2. Uns, o Vater! lebrest du, was wir thun und glaus ben sollen; schenk und deine Kraft dazu! Gib zum Wissen auch das Wollen, und zum Wollen das Vollbringen, so wird Alles wohl gelingen. Bei dem Schlusse der öffentlichen Gottesverehrung. 3. Gott sey Preis und Dank gebracht! Auch jetzt haben wir vernommen, was uns fromm und weise macht, Gottes Wort, den Trost der Frommen! Lehren, die zu guten Werken unfern schwa. dhen Glauben stärken. 4. Unser Gott erbört Ges bet, gibt uns seinen Vaters segen. Wer nur seine Wege geht, findet Heil auf diesen Wegen. Laßt uns, um ihm zu gefallen, freudig seine Wege wallen! 5. Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang und Geschäfte; er sey bei uns in der Noth, er verleih' zum Guten Kräfte, daß wir, seis Mel. Liebster Jesu, wir sind nes Himmels Erben, ihm öchster Gott, wir nur leben, ihm nur sters danken dir, daß ben! 9 S A 2 Erste 4 d Erste Abtheilung. Liedern über moilone no hd die christlichen Glaubenslehren. SHIS # 3 mu Dasevn Gottes. Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. schaffne Welt in ihrer Ord. nung stets erhält, mit Weiss heit sie regieret. Du bist es, der nach seinem Rath, auch uns auf unsers Lebens Pfad mit weiser Gnade führet. 6. O wohl mir, Höchster, daß du bist, daß dein Wert Erd und Himmelift! Nun ist gewiß mein Leben nicht eines blinden Zufalls Spiel; ich darf nach meiner Wünsche Ziel nun nicht vergeblich streben. Mel. Kommt her zu mir 10 W er fönnte zweis feln, daß du bist, o Gott! Der ganze Weltbau ist ein Zeuge deines Lebens. 3u sichtbar ist's, daß Güt' und Macht mit Weisheit ibn hervorgebracht. Nichts ist daran vergebens. 72. Wohin auch nur mein Auge blickt, da seh' ich Ord nung, die entzückt, im Großen und im Kleinen; ich seh', und ganz erstaunt bin ich, wie der Geschöpfe Heere sia zu einem Ziel vereinen. 3. Eins muß dem andern nußbar ſeyn, daß die sich ib. res Daseyns freun, die sich empfinden können. Und wie? doch wäre die Natur und ihre weise Ordnung nur des Zufalls Werk zu nennen? 4. Nein, wahrlich nicht von ohngefähr entstanden Him: mel, Erd' und Meer: fo konns te nichte entstehen! Nur du, Gott, schufest die Natur, und einzig deine Kreatur ist Alles, was wir sehen. 5. Du bist's, der die ge 4179 7. Mein Sehnen nach Zu friedenheit, mein Durst nach ew'ger Seligkeit wird sicher nun gestillet, wenn nur zu dir mein Geist sich hält und nicht die schnöde lust der Welt hier mein Gemüth erfüllet. 8. Drum soll es stets mir Freude seyn, dir, Gott, mein ganzes Her; zu weib'n, zur Ehre dir zu leben. Du wirst mir dann in jeder Noth bier reichen Trost und einst im Tod des Himmels Wonne geben. Einheit Gottes. Mel. Es ist das Heil uns 11 Der er Herr ist Gott und feiner mehr. Froh Von Gott, dessen Wesen und Eigenschaften. 5 Frohlockt ihm alle Frommen! breitet sich dein Fittig über Wer ist ihm gleich? Wer ist, Alle. Du bist voll Freundwie Er, so herrlich, so volle lichkeit, voll Huld, barms kommen? Der Herr ist groß, herzig, gnädig, voll Geduld, sein Nam' ist groß, er ist uns ein Vater, ein Verschoner. endlich, grenzenlos in seinem ganzen Wesen. 2. Er ist und bleibet, wie er ist. Wer strebet nicht vergebens, ihn auszusprechen? Wer ermißt die Dauer seines Lebens? Wir Menschen sind von gestern her; eh noch die Erde war, war Er, noc) eher als die Himmel. 3. Um seinen Thron her strömt ein Licht, das ihn vor uns verhüllet: ihn fas sen alle Himmel nicht, wie weit er sie erfüllet. Er blei bet ewig, wie er war, verborgen und auch offenbar in seiner Werfe Wundern. 4. Wo wären wir, wenn seine Kraft uns nicht gebildet hätte? Er kennt uns, fennet, was er schafft, der Wesen ganze Kette. Bei ihm ist Weie heit und Verstand, und Kraft und Stärke; seine Hand umspannet Erd' und Himmel. 5. Ist er nicht nah? ist er nicht fern? weiß er nicht alle Wege? Wo ist die Nacht, da sich dem Herrn ein Mensch verbergen möge? Umsonst büllt ihr in Finsterniß, was It ihr beginnt, er sieht's gewiß, er sicht es schon von ferne, 6. Wer schützt den Welt bau ohne dich, o Herr, vor seinem Falle? Allgegenwärtig 7. Gerecht bist du, bist heis lig, gut, und reiner als die Sonne! Wohl dem, der deinen Willen thut, denn du vergiltst mit Wonne! Du haft Unsterblichkeit allein, bist selig, wirst es ewig seyn, der Seligkeiten Fülle! 8. Du nur verdienest Lob und Dank, du nur Gesang und Ehre! Kommt, werdet Gottes Lobgesang, ihr alle seine Heere! Der Herr ist Gott, und keiner mehr! Wer ist ihm gleich? wer ist wie er, so herrlich, so vollkommen? Mel. Mein erst Geschäft sey 12 Gs s ist nur Einer Herr und Gott im Himmel und auf Erden. Nur sein allmächtiges Gebot hieß Erd' und Himmel werden. 2. Was er erschuf, das fann allein durch seine Kraft befieben; will er, die Welt soll nicht mehr seyn, so muß die Welt vergehen. 3. Mit Allgewalt und Majestät ist er nur Weltregierer der Sterne, die er ausgefät, und unsers Lebens Führer. 4. Groß ist sein Name, mit der That fann er's der Welt beweisen. Herr! groß an Huld, an Macht und Rath! wer sollte dich nicht preisen? 5. Did 6 Von Gott, dessen Wesen 5. Dich preist entzückt der Lichte, vor seinem AngeHimmel Heer; es kennt nicht sichte, nur Schimmer seiner deines Gleichen! Nur du bist Macht. Gott, sonst feiner mehr; sollt' ich von dir je weichen? 4. Wie sollen wir dich nennen, dich Vater der Natur? Was wissen wir? Wir kennen der Wesen Hülle nur. Der Weisen Scharfsinn steigt nie zur Natur der Geister. Hier staunt der fligste Meister; er glaubet nur und schweigt. 5. Von dir strömt alles Leben, du bist der reinste Geist; du hast die Kraft ges geben dem Engel, der dich preist. In deinem Heiligs thum ertönen Lobgesänge in seiner Brüder Menge, zu 6. Nein, ewig bleibst du mir allein der Herr, dem ich anhange; und ewig solls kein Andrer seyn, von dem ich Heil verlange. 7. Mein ganzes Leben weih' ich dir, du Gott, auf den ich traue, bis ich dich einst noch mehr als hier in deiner Größe schaue. Majestät u. Größe Gottes. In eigener Melodie. 13 Swingt, heilige deines Namens Ruhm. Gedanken, von der Erde los! Gott, frei von allen Schranfen, ist un aussprechlich groß. Lobsinget Gott, lobsingt vor seinem Angesichte! Er wohnt in einem Lichte, zu dem kein Auge bringt. 2. Kein Sinn fann ihn ers reichen, fein endlicher Vers stand; was kann sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erfannt? Macht euch von ihm fein Bild, der aller Welten Kreise, zu seinem ew'gen Preise, mit Herrlich feit erfüllt! 3. Die Sonn' in hoher noch, Ferne mag strahlenreicher Sterne, was seyd ihr gegen ihn? Ihr send mit eurer Pracht in eurem schönsten 6. Stimm' in der Engel Chöre, o meine Seele auch; sey voll von Gottes Ehre, du, seines Odeme Hauch! Wie groß ist dein Beruf! Auf, widme deine Kräfte dem würdigsten Geschäfte, wozu dich Gott erschuf. 7. Im Geiste bet' ibn, Sees le, bet' ihn in Wahrheit an! fiebst du des Herrn Befehle, wie selig bist du dann! Er hat Unsterblichkeit und Ses ligkeit und Leben; das Alles wird er geben dem, der sich ganz ihm weiht. Mel. Nun dantet alle Gott 14 Anbetungswürdiger furcht stets zu nennen! du bist unendlich mehr, als wir begreifen können. O flöße meis und Eigenschaften. need and as one drild boning meinem Geiste die tiefste Des muth ein, und laß mich stets vor dir voll Ehrerbietung seyn! 7 haben wir von dir. Willst du, so wird er Nichts, doch du bleibst für und für. 7. Wer hat, Unendlicher, wer hat dich je gesehen? Kein sterblich Auge reicht bis zu des Lichtes Höhen, von welchen du mit Huld auf deine Schöpfung blickst, und Alles, was da lebt, mit Ses ligkeit beglückft. 8. Was wir, Unendlicher, von deinem Wefen wissen, das hast du selbst zuvor uns offenbaren müssen. Die Schö pfung zeugt von dir; und deines Sohnes Mund macht uns noch deutlicher, Gott, deine Liebe fund. 9. Wir schaun dich nur von fern, noch schwach, noch unvollkommen; doch wird die grobe Hüll' dereinst hinweg genommen, die, Unbegreiflis cher! dich unserm Blick vers schließt, dann sehen wir dich, Gott, so herrlich, wie du bist. 2. Du bist das höchste Gut, du weißt von feinem Leide; höchst selig in dir selbst schmeckst du vollkomm'ne Freude. Dein ist die Herrs lichkeit; auch ohne Kreatur bist du dir selbst genug, du Schöpfer der Natur. 3. Du riefst dem, das nicht war, um Lust und Selige feiten aufs mannigfaltigste rings um dich auszubreiten. Du bist die Liebe selbst; Vers stand und Rath sind dein: und du gebrauchst sie gern, zu fegnen, zu erfreun. 4. Du sprichst, und es geschieht. Auf dein allmäch tig: Werde! entstand dein großes Werk, der Himmel und die Erde. Mit deinem kräft'gen Wort trägst du die ganze Welt, und deine Macht vollführt, was uns unmögs lich) fällt. 5. Du bist der Herren Herr, der Erde Majestäten sind, Höchster, vor dir Staub; auch Geister fannst du töds ten. Wen du erniedrigest, Gott, wer kann den erhöhn? wen du erhöhen willst, deß Hoheit muß bestehen. Mel. Freu' dich sehr, o meine öchster, wer ists, der dir gleichet?. Was sind Engel? Was bin Geist, der in uns lebt, den ich? Du an den kein Seraph 6. Du bist es, der allein Unsterblichkeit besißet, der Leben gibt und nimmt, der unsern Odem schützet; den 15 H reis 10. Indeß sey auch schon hier dein Ruhm von uns be: sungen. Verschmähe nicht ein Lob von lallend schwachen Zungen! Dort soll, wenn wir dereinst vor dir verherrlicht stehen, ein beßrer Preiss gesang dich, großer Gott, erhöhn. 8 reichet, wer, adh! wer begrei fet dich? Niemand war und niemand ist, was du warst und immer bist. Wer er steigt des Himmels Höhen, um dich selbst im Licht zu sehen? In eigener Melodie. 2. Unerschaffner, Erster, 16 Grabner Gott; was Bester, Schöpfer, Vater der Natur; du der höhern Geis ster Größter, Gott der Mens schen, Gott der Flur! du bist ganz Vollkommenheit, lebst und wirkst von Ewigkeit. Wer verkennt bei dem Ges danken seiner Einsicht enge Schranken? reicht an deine Grös ße? Denk ich an dich, so fühl ich meine Blöße; ich fühle, Herr, daß da unendlich bist und daß umschränkt mein forschend Denken ist. 2. Du wohnst im Licht, wozu kein Mensch kann koms men. Was haben wir von deinem Ruhm vernommen? Den kleinsten Theil von deiner Majestät, die dir gebührt, und über Alles geht. Von Gott, dessen Wesen mindinspre un dennoch bleib ich stets an dir. Welten sind's, die von dir zeugen und mein Herz zum Glauben neigen. 3. Du, der Ursprung aller Gaben, und Beherrscher je der Welt, über Alles hoch ers haben, was ihr Umfang in sich hält, du bist unveränderlich, Alles, Alles bloß durch dich. Nur in deines Reiches Grenzen sehn wir deine Wuns der glänzen. 4. Ja, du wohnst in eis nem Lichte, das kein Mensch durchdringen kann. Deine Wege und Gerichte staunet selbst der Engel an. Kein Er schaffner siehet ganz deiner Hoheit vollen Glanz. Stets wird neue Liefen finden, wer's versucht, sie zu ergründen. nag 5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein 5. Dennoch soll mir meis Wort ist wahr, es bleibet nen Glauben, daß du bist, ewig stehen. Erforsch' ich und auch für mich, nie der gleich dein göttlich Wesen Thor und Spötter rauben, nicht, so genüge mir davon der vom Tugendpfade wich. dein Unterricht.dig mo Sei gleich unerforschlich mir; 6. Von dir, durch dich, zonant zu 3 Dein ew'ges Seyn, dein ganz vollkommnes Wesen; das, was du wirkst, und was dein Rath erlesen, ist viel zu hoch für menschlichen Verstand: von Engeln selbst wird es nie ganz erkannt. 4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O mache mich von solchem Dunkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Nichtschnur sey. und Eigenschaften. e inte om mode zu dir sind alle Dinge; gib daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst, so sey mirs g'nug, daß du mich selig führst. 7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren, einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren, wenn ich nur den: was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt, und tren dich hier verehrt. 8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle, zufrieden sey, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst. 9. Dann werd' ich dich im hellern Lichte sehen, und froh in dir, dein ewig Lob erhöhen! Herr! du bist groß, und zeigst es mit der That, unendlich groß an Huld, an Macht und Rath. adidtije 9 herrscht ale ott, und seis nes Threnes este ist Wahrs heit und Gerechtigkeit. 2. Er will und sprichts; so sind und leben Welten; und er gebeut; so fallen durch sein Shelten die him, mel wieder in ihr Nichts. 3. Licht ist sein Kleid, und seine Wahl das Beste. Er 00 4. Unendl: h reich, ein Meer von Seligkeiten, ohn' Anfang Gott, und Gott in ew'gen Zeiten! Herr aller Welt, wer ist dir gleich? 5. Was ist und war im Himmel, Erd und Meere, das fennet Gott, und seiner Werke Heere sind ewig vor ihm offenbar. 6. Er ist um mich, schafft, daß ich sider rube; er schafft, was ich vor oder nachmals thue, und er erforschet mich und dich. 7. Er ist dir nah, du sißest oder gehest. Ob du ans Meer, ob du gen Himmel flöheft; so ist er allenthalben da. 8. Er fennt mein Flehn und allen Rath der Seele. Er weiß, wie oft ich Gutes thu und feble, und eilt mir gnädig beizustehn. In eigener Melodie. 9. Er wog mir dar, was er mir geben wollte, schrieb 17 Gott ist mein Lied! auf sein Buch, wie lang ich leben sollte, da ich noch un bereitet war. Er ist der Gott der Stärke; groß ist sein Nam' und groß sind seine Werke und alle Himmel sein Gebiet. 10. Nidt, ribts ist mein, das Gott nicht angehöre. Herr! immerbar soll deines Namens Ehre, dein Lob in meinem Munde seyn! 11. Wer in die Pracht von deinen Wundern fassen? Ein jeder Staub, den du hast werden laffen, verkündigt seines Schöpfers Macht. 12. Der Von Gott, dessen Wesen 10 12. Der kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegel. Du Luft und Meer, ihr Auen, Thal und Hügel, ihr send sein Loblied und sein Psalm. 13. Du tränfst das Land, führst uns auf grüne Weis den; und Tag und Nacht und Korn und Wein und Freuden empfangen wir aus deiner Hand. 14. Kein Sperling fällt, Herr, ohne deinen Willen; follt ich mein Herz nicht mit dem Troste stillen, daß deine Hand mein Leben hält? 15. Ist Gott mein Schuß, will Gott mein Retter wer den, so frag ich nichts nach Himmel und nach Erden, und biete selbst der Hölle Truß. Ewigkeit und Unveränderlichkeit Gottes. mich ihn zum Leitstern wäh len! 3. Herr! du bist kein Mens schenkind, daß dich etwas reuen sollte; immer bleibst du gleichgesinnt. Was dein Rathschluß vormals wollte, willst du noch. Ohilf uns Allen thun nach deinem Wohle gefallen! Feind; wehe denen, die sie 4. Sünden bleibst du ewig lieben. Ewig bleibst du derer Freund, die, was recht und gut ist, üben. Laß uns darin ähnlich werden. schon auf Erden deinem Bilde 5. Deine Worte trügen nicht. Du bist ewig der Ges treue, der da hält, was er verspricht. daß dieß mich stets erfreue! Laß nur deinen Geist mich treiben, dir, Herr, auch getreu zu bleis ben 6. Stets ist wohlthun deine Lust: ewig währet deis ne liebe. Wohl mir, wenn ich auch mit Lust mich in deis nem Wille übe! Dann, o Herr, wirds meiner Seele nie an wahrem Wohlfeyn fehlen. 18 Gott Mel. Liebster Jefu, wir sind ott, du bist von Ewigkeit, und dein herrlich großes Wesen ändert sich zu feiner Zeit. Du bleibst stets, was du gewe, sen. Laß dies meinen Geist beleben, ehrfurchtsvoll dich zu erheben! 2. Ewig und unwandelbar ist, o Gott, dein hohes We sen; was dir einmal Wahrheit war, wird es ewig bleis ben müssen. Niemals kann bein Ausspruch fehlen. Laß Freude, apid 7. Erd' und Himmel wird vergehn; alle Welt wird mich verlassen. Nur durch dich kann ich bestehn. Deine Hand wird mich umfassen, wann ich nun von hinnen scheide. Ewig bist du meine 8. Lag und Eigenschaften. 11 sind ewig dein. 8. Laß mir doch zu jeder bleibst ihr Gott; denn sie Zeit, Herr des Himmels und der Erden! diese deine Ewigs feit einen starken Antrieb werden, dich zu lieben, dir zu trauen, und mein Glück auf dich zu bauen. 6. Das sei mein Trost in allen trüben Stunden; vom Tode selbst bleibt er unüberwunden. Kein Tod, fein Grab trennt mich, o Gott, von dir; mein Fels, mein Heil, das bleibst du ewig mir. 19 H Mel. Erhabener Gott err Gott, du bist die Zuflucht aller Mel. Ich freue mich, mein Gott Zeiten, denn du bist Gott in 20 S wie du bist, so allen Ewigkeiten. Du warst es schon, eh' Erd' und Him mel ward, eh' noch dein Arm sich uns geoffenbart. warst du schon, Gott, ehe du von deinem Thron Geschöpfe, die nicht waren, beriefst zu seyn, um deine Macht und Güte zu erfahren! 2. Was bin ich, Herr, und alle Menschenfinder? Staub sind vor dir der Hei lige, der Sünder. Wie schnell entflieht das Leben doch von mir! Du, Höchster, du nur bleibest für und für. 3. Du hast vorhin die Erde zubereitet; dein Arm hat, Gott, den Himmel ausges breitet. Doch sie vergehn, veralten wie ein Kleid; du aber bleibt in alle Ewig feit. 4. Es werden noch die Himmel und die Erden, wie ein Gewand, von dir verwans delt werden, du bleibest, wie du bist; denn welche Zeit umgränzet wohl, Herr, die Unendlichkeit? 5. Das ist der Trost, die Hoffnung deiner Knechte, du schüßest sie mit deiner star ten Rechte, du läßt ihr Herz sich ewig deiner freun, und 2. Du wirst auch seyn, fo wie du bist, wenn längst die Erde nicht mehr ist, wenn längst schon Ewigkeiten uns Kämpfer frönen, die wir hier um deinen Himmel streiten! 3. Von Ewigkeit zu Ewigs feit kann deines Wesens Herrs lichkeit sich selbst nicht un gleich werden: bedarf auch nie, sich gleich zu seyn, der Himmel und der Erden. 4. Gott, mit dir unverän derlich, bezeugte deine Weiss heit sich Geschöpfen, die da waren, und wird den Wels ten, die du schufst, sich fers ner offenbaren. 5. Ob Felsen weichen, Berg' ins Thal sich stürzen, daß von ihrem Fall die Erde weit erzittert, bleibt deiner Liebe Bund mit mir doch ewig unerschüttert. 8. Was 12 Von Gott, dessen Wesen 6. Was zaget denn mein Herz in mir: was flag' ich ängstlich, daß ich hier kein dauernd Gut genieße, und daß in Unbeständigkeit dies Leben mir verfließe? 7. Was flag' ich, der dein Wort noch hat, den Trost, daß meine Misfethat mich einst gewiß nicht richte, und daß mein Erbtheil ewig sey vor deinem Angesichte? 8. Was flag' ich? Liebest du mich doch mit aller deiner Liebe noch, und willst mich ewig lieben? Haft selber meinen Namen dir in deine Hand geschrieben. 9. Ja, ich bin Gottes, Gott ist mein; und evig, ewig wirst du's seyn. Von dir kann mich nichts scheis Die Welt vergeht mit ihrer Lust, nicht du und deine Freuden. den. Allgegenwart Gottes. Mel. Auf, Chriftenmensch! 21 Nie ie bist du, Höch ster, von uns fern; du wirkst an allen En den. Wo ich nur bin, Herr aller Herren, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; denn deis ne Rechte schüget mich. 2. Was ich gedenke, weis fest du; du prüfest meine Seele. Du siehst es, wann ich Gutes thu; du siehst es, wann ich fehle. Nichts, nichts fann deinem Aug ents fliehen; und nichts mich deis ner Hand entziehen. 3. Wann ich in stiller Einsamkeit mein Herz an dich ergebe und über deine Huld erfreut, lobsingend dich ers hebe: so hörst du es, und stebst mir bei, daß ich dir immer treuer sey. daß ich dir des Herzens Rath verkehrte es, wann Wege wählet; und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verbehlet, so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung väterlich. 5. Du hörest meinen Seuf zern zu, daß Hülfe mir er scheine. Voll Mitleid, Vas ter, zählest du die Thränen, die ich weine! Du siehst und wägest meinen Schmerz, und stärkst mit deinem Trost mein Herz. 6. D drück, Allgegenwär tiger! dies tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr! mein Herz zur Zuflucht wähle; daß ich dein heilig Auge scheu, und dir zu dienen eifrig sey. 7. Laß überall gewissenhaft nach deinem Wort mich handeln; und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getroft zu wandeln! Daß di, o Gott! ftets um mich seift: das tröst' und beßre meinen Geist! In und. Eigenschaften. In eigener Melodie. 22 A[ Ugegenwärtiger! ich bin dir nicht vers borgen, wo ich bin, wollt' auch auf schnellen Schwine gen mich an die fernsten Mees re hin die Morgenröthe brine gen. 2. Flieg ich zum Himmel hoch empor, mich unter seis nem Sternenchor im Glanze zu verstecken; so bist du da, ziehst mich hervor, und Schande wird mich decken. 3. Steig ich vor deinem Thron hinab ins Haus der Finsterniß, das Grab; du bist auch da zugegen; auch da folgt mir dein Richterstab auf schauervollen Wegen. 4. Der Alles schuf, ist über all: o fürchterlicher Donners schall in aller Sünder Ohren! Sie fürchten keinen Uebers fall: nun zittern sie, die Tho. rent. 5. Der Gott des Himmels ist so nah, das Heiligste der Wesen sah, was wir im Here zen dachten; was in geheis mer Nacht geschah, wann wir und Satan wachten. 6. Wir Thoren haben wohl gedacht, du würdest uns, o Mitternacht, mit schwarzen Flügeln decken! Umsonst! Gott wacht um uns, er wacht mit allen seinen Schrecken. 13 den geheimen Pfad des Staus bes und der Sonnen. 8. O gehe nicht, Herr, ins Gericht, wann wider die gelobte Pflicht wir, deine Knechte, handeln! Laß uns vor deinem Angesicht in frommer Ehrfurcht wandeln! 9. Daß deinem Blicke nichts entflieht, was war und ist, und einst geschicht, sey meine Ruh und Freude! Ein Gott, der Alles weiß und siebt, der weiß auch wann ich leide. Allmacht Gottes. 23 H In eigener Melodie. err! deine Allmacht reicht so weit, als selbst dein Wollen reichet. Nichts ist, das deiner Herrlichkeit und deinen Thaten gleichet. Was ist zu groß, was ist zu schwer, das dir zu thun unmöglich wär? 2. Du sprichst, und auf dein mächtig Wort fällt Alles dir zu Füßen. Du füh. rest deinen Rathschluß fort bei allen Hindernissen. Wenn du gebeutst, so steht auch da, was noch zuvor kein Auge sah. 3. Du hast dein großes Schöpfungswerk allmächtig ausgeführet. Es bleibet stets dein Augenmerk, und wird durch dich rezieret. Noch immerfort besteht die Welt, weil deine Allmacht sie erhält. 4. Die Größe deiner Thas ten zeigt, daß, Schöpfer, Aug' entronnen. Er fennet dein Vermögen weit über als 7. Noch feines Herzens böser Rath, ihr Sünder, feine schnöde That ist seinem le 14 le Kräfte steigt, die die Natur bewegen. Du bleibst ihr Herr, in deiner Hand bleibt Alles, was durch dich entstand. Von Gott, dessen Wesen 5. Was für ein Wunder deiner Macht wird unser Aug' nicht sehen, wann nach der langen Grabesnacht die Tod. ten auferstehen, wann du von unserm Staub den Rest zu neuen Körpern werden läßt. 6. Allmächtiger! erstaunt Fall ich vor deinem Throne nieder; mein blöder Geist verlieret sich; und lallt nur schwache Lieder, bewundert dich und deine Kraft, die aus dem Tode Leben schafft. 7. O! schenke mir die Zuversicht, die deiner Macht vertrauet; der Macht, die Hülf' und Trost verspricht, wenn man auf dich nur bauet; auf dich und deines Armes Kraft, die Alles kann und Alles schafft. 24 H Allwissenheit Gottes. Mel. O Gott, du frommer Gott err, du erforschest mich, dir bin ich unverborgen; du fennst mein ganzes Thun und alle meine Sorgen. Was meine Seele denkt, war dir bereits be kannt, eh' der Gedanke noch in meiner Seel' entstand. 2. Nie spricht mein Mund ein Wort, das du, o Herr, nicht wissest. Du schaffest, $ 1 was ich thu; du ordnest, du beschließest, was mir begegnen soll. Erstaunt' seh ich auf dich: wie groß ist dein Verstand! wie wunderbar für mich! 3. Wohin, wohin soll ich vor deinem Geiste fliehen? Wo könnt' ich jemals wohl mich deinem Aug' entziehen? Führ ich gen Himmel auf, so bist du, höchster, da; führ ich zur Lief hinab, auch hier bist du mir nah. 4. Nähm ich auch, schnell zu fliehen, die Fittige vom Morgen; selbst an dem fernsten Meer blieb ich dir nicht verborgen. Auch da um. schlösse mich noch deine Allmachtshand, denn du bist überall, und dein ist jedes Land. 5. Spräch ich zur Finsterniß: sey um mich, mich zu decken! so sucht ich doch ums sonst vor dir mich zu verstecken; denn auch die Finster. niß ist vor dir helles Licht; die Nacht glänzt wie der Tag vor deinem Angesicht. 6 Du warst schon über mir, in meiner Mutter Leibe; du bildetest mein Herz, Gott, deß ich bin und bleibe! Ich danke dir, daß du mich wunderbar gemacht, und meis ner, eh' ich war, schon väs terlich gedacht. 7. Du fanntest mein Ges bein, eh' ich ans Licht gekom men, da ich im Dunkeln erst die und Eigenschaften. die Bildung angenommen. Dein Auge sah mich schon, eh ich bereitet war, und meiner Tage Lauf war dir schon offenbar. 3. Nichts gegen ihn, der sie durchschauet, die Liefe der Unendlichkeit, und jede Welt, die er gebauet und je. den Punkt der Ewigkeit. O du, der alles weiß und nen net, was ist, was werden soll und war; wie bist du jedem, der dich fennet, un> endlich groß und wunderbar! 4. Ja, dich bewundern, dir vertrauen, ist meines Geistes erste Pflicht. Mit Ehrfurcht darf ich nach dir schauen, doch dich begreifen kann ich nicht. Gott, nach dem Licht, in dem du wohnest, schau ich mit heiliger Be gier, du sieh'st es gnädig und belohneft mit Weisheit 25 Wo sind die Weisen, meinen Blick nach dir mal mich lehren, wie unser Gott allwissend ist? Wer kann mir Forschenden erklären, was sein Verstand faßt und ermißt? Wer fen net ihn von Angesichte? Wer, wenn er noch so hoch sich schwingt? Bekenni's: Er wohnt in einem Lichte, zu dem fein sterblich Auge dringt. 5. Die Weisheit warnet mich vor Sünden, vor Selbstbetrug und Heuchelei. Ich denke stets: Gott fann mich finden, wie tief verborgen ich auch sey. Vor ihm kann keine Nacht mich decken, kein falscher Schein betrüget ihn. ich würde stets sein Daseyn schrecken, könnt' ich gleich aus der Welt ents fliehn. 2. Könnt' ich die Sterne Gottes zählen, der Erde Staub, den Sand am Meer, und die Gedanken aller See len von ihrem ersten Ur. sprung her; so wär ich weis ser, als auf Erden ein Mensch 6. Wer kennet seines Hers zens Liefen? Wer darf, o Gott, sich selber traun? All. wissender! du wollst mich prüfen, du wollest ganz mein Herz 8. Was für Erkenntnisse, für föstliche Gedanken! Un zählbar sind sie mir, denn sie sind ohne Schranken. Mit Ehrfurcht will ich stets auf dich, mein Schöpfer! sehn, dir folgen, und dein Lob, so gut ich kann, erhöhn. 15 ist, als am Strom des Lichts vielleicht selbst Engel jemals werden; doch wüßt ich ges gen Gott noch nichts. 9. Erforsche mich, mein Gott, und prüfe, wie ichs meine; ob ich rechtschaffen bin, wie ich von außen scheis ne? Sieb, ob mein Fuß viel leicht auf falschem Wege geht und leite mich den Weg, der mich zu dir erhöht. Mel. Wie groß ist des Allmächt' gen Güte mandi jupi Von Gott, dessen Wesen 16 Bibi Sad mans me in mor Herz durchschaun. Erblickst du mich auf bösen Wegen, so führe mich auf deine Bahn und laß mich einst am Ziel den Segen der Frömmigkeit von dir empfahn! Spa Anund sid 5. Die Menge so verschied ner Willen, wo jeder seinen Weg erwählt, muß doch den Deinen bloß erfüllen, der sei nes Zieles nie verfehlt, und aller Feinde stolzen Wahn als Unvernunft beschämen fann. Weisheit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Weisheit! decke meis 26 Du weifer Schöpfer ner Seele die angeborne aller Dinge, der Alles weiß, erfennt, ver steht! Nichts ist so groß, nichts so geringe, das nicht nach deiner Ordnung geht. Denn der Geschöpfe ganzem Chor schreibst du Maas, Ziel und Regel vor. Thorheit auf, damit sie dich zum Leitstern wähle auf ihrem sonst verwirrten Lauf. Ich weiß den Weg zur Wohlfahrt nicht, drum leite mich dein sichres Licht. 2. Die vielen wundervol len Werke, was unsern Aus gen fern und nah, stehn als Beweise deiner Stärke, als Zeugen deiner Weisheit da. Unendlich, Herr, ist dein Verstand: der ganze Weltbau machts bekannt. 7. Du hast mich durch mein ganzes Leben nach deinem weisen Rath geführt. Mein Geist muß dir die Ehre geben, daß du aufs Beste mich regiert: o leite mich durch Welt und Zeit hinüber in die Ewigkeit! 4. Was du zu thun dir vorgenommen, frönt auch, sobald du willst, die That; wenn tausend Hindernisse fommen, so triumphirt dein hoher Rath. Den besten Zweck wählt dein Verstand; die Mittel stehn in deiner Hand. Mel. Gott des Himmels und der Erde 3. Mit eben diesen Meiſterhänden, mit welchen du 27 die Welt gemacht, regierst du auch an allen Enden, was dein Verstand hervorge, bracht. Du brauchst, o uners schaffnes Licht! der Menschen Rath und Beistand nicht. ne nerforschlich sey mir immer meis nes Gottes Weg und Rath, und die Nacht sey ohne Schim: mer, die mich hier umschattet hat: doch ist Alles, was er thut, wie's auch scheine, weis' und gut. 2. Sollt' ich meinen Gott nur loben, wenn ich seine Absicht seh? Pflicht ists, ihn auch dann zu loben, wenn ich sie noch nicht versteh! Frevelt der nicht, welcher klagt, daß ihm Gott mehr Licht versagt? 3. Soll und Eigenschaften. 17 3 Soll ein Vater unters gen, nach der Heiligung zu laffen, was dem Kinde Thors beit ist? Kühner Tadler! Ene gel faffen das, wo du im Dunkeln bist. Hier sollst du dem Herrn vertraun, glaus ben, noch nicht völlig schaun. 4. Sollt' er zu Regiererin nen seiner Werke, seiner Welt meine Lüste seßen? sinnen, ordnen, thun, was mir ges fällt? Bohl uns, wenn er nie gewährt, was ein thö: rigt Herz begehrt! 5. Hier in meinem Pilgers stande sei mein Theil Zufrie denheit; dort in meinem Vas terlande wohnt die wahre Seligkeit. Führt mein Gang zum Himmel ein, mag er immer dunkel seyn. 6. Wenn du auch auf rau hen Wegen wandelst, ach! so flage nicht. Was hier schmer zet, wird dort Segen; was hier Nacht ist, wird dort licht, und ich faß' erst Gottes Sinn, wann ich ganz vollendet bin. Heiligkeit und Gerech tigkeit Gottes. Mel. Freu' dich ehr, o meine S. 28 ot ott! vor dessen Angesicht nur ein reiner Wandel gilt; ew'ges Licht, aus dessen Lichte stets die reinste Wahrheit quillt; deines Namens Heiligkeit werde stets von uns gescheut! Laß sie uns doch kräftig drinringen! 2. Heilig ist dein ganzes Wesen, und kein Böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, und so bleibst du für und für. Was dein Wille wählt und thut, ist untadel. baft, ist gut; und mit deines Armes Stärke wirfst du stets vollkommne Werke. 3. Herr! du willst, daß deine Kinder deinem Bilde ähnlich sey'n. Nie besteht vor dir der Sünder; denn du bist vollkommen rein. Nur der Fromme darf sich dein, deiner Gnad' und Huld ers freun. Wer beharrt in seis nen Sünden, fann vor dir nicht Gnade finden. 4. D! so laß' uns nicht verscherzen, was du uns noch zugedacht. Schaff in uns stets reine Herzen; tödt' in uns der Sünden Macht! Denn was sind wir, Gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir sind verderbt, und wer kann zählen, großer Gott, wie oft wir fehlen? 5. Uns von Sünden zu erlösen, gabst du deinen Sohn dahin. O! so reinige vom Bosen unsern ganzen Sinn durch ihn. Gib uns, wie dein Wort verheißt, gib uns deinen guten Geist, daß er unsern Geist regiere, und uns zu dem Himmel führe. 6. Jede Neigung und Bes gierde, jede That sei dir B ges Von Gott, dessen Wesen 18 geweiht! Unsers Wandels größte Zierde sei rechts schaffne Heiligkeit! Mach' uns deinem Bilde gleich; denn zu deinem Himmelreich wirst du, Herr! nur die er, heben, die im Glauben heilig leben. 29 Ger Mel. Schon ist der Tag von Gott erechter Gott; vor dein Gericht muß alle Welt sich stellen; du wirst in ihrem Angesicht auch mir mein Urtheil fällen. D! laß mich jede Sünde scheun, und hier mit Ernst beflissen seyn, vor dir einst zu bestehen. wohl, ist er gleich nicht, so wie er soll, ganz heilig, ganz vollkommen. 2. Du siehst von deinem hohen Thron herab auf deine Kinder; bestimmest jedem seinen Lohn, dem Frommen und dem Sünder. Nicht siehst du die Personen an; auf das allein, was wir ge than, siehst du, gerechter Richter. 5. Doch dem, der dich, o Gott, nicht scheut, dem frevelnden Verbrecher, der dein Gesetz und Recht entweiht, bist du ein strenger Rächer. Verachtung, Elend Schmerz und Hohn, Gewiss sensmartern sind sein Lohn oft schon in diesem Leben. 6. Bleibt hier viel Böses ungestraft, viel Gutes unbe lohnet: so kommt ein Tag der Rechenschaft, der feines Sünders schonet. Da zeigest du im hellsten Licht, wie recht und billig dein Gericht; dann triumphirt der Fromme. 7. Gerechter Gott! laß mich, wie du, das Gute eifrig lieben; verleihe mir die Kraft dazu, es willig auszuüben! Regt sich die Sünde noch in mir, so stärke mich die Furcht vor dir, daß ich sie überwinde! 3. Das Vorgefühl der Se, ligkeit gibst du schon hier den Frommen; du schüßest sie vor manchem Leid, in das die Sünder kommen. So zeigest du vor aller Welt, Treue und Wahrhaftigkeit Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott daß dir der Eifer wohlges 30 Noch nie hast du dein fällt, den man widmet. gebrochen, 4. Du liebst, was recht ist, Herr! und gut, du bist ein Freund der Frommen. Wer deinen Willen gerne thut, wird von dir aufgenommen. Sein Zugendfleiß gefällt dir nie deinen Bund, o Gott! verleßt. Du hältst getreu, was du versprochen, vollführst, was du dir vorgesetzt. Wenn Erd' und Himmel auch vergeht, wird ewig noch dein Wort bestehn. 2. Du und Eigenschaften. 19 ( a) 31 W Leicht, ihr Ber2. Du bist fein Mensch, Mel. Gott des Himmels und daß dich gerene, was uns bein Wort verheißen hat; ge, fallt, ihr nach deiner Macht, nach Hügel, brecht, ihr Felsen, deiner Treue bringst du, was du versprichst, zur That. Scheint die Erfüllung gleich noch weit, so fommt sie doch) zur rechten Zeit. stürzet ein! Fester wird, als Berg und Hügel, Gottes Vatertreue seyn, unbewegter noch, als sie. Seine Wahrheit trüget nie. 3. Und wie du das unfehlbar giebest, was deine Lieb' uns zugedacht: so wird, wann du Vergeltung übest, die Drohung auch gewiß vollbracht: wer hier verleßet seine Pflicht, entgehet deiner Strafe nicht. 2. Gnade hat er mir versprochen, das ist Gottes Bund mit mir. Dieser Bund wird nie gebrochen; seine Treue bürgt dafür. Erd' und Himmel mag vergehen; was er zusagt, muß geschehen. 3. Nicht auf Menschen will ich bauen; wie betrüglich ist die Welt! Meinem Gott will ich vertrauen, der, was er ge lobt, auch hält! Er ein Feind der Heuchelei, ist wahrhaf tig, ist getreu. 4. O drücke tief dieß in mein Herze, daß es vor deis nem Wort sich scheur; gib, daß ich nie leichtsinnig scherze mit deiner Strafgerechtigkeit. Nie werde das von mir ges wagt, was dein Befehl mir untersagt. 5. Doch laß mich auch mit festem Glauben dem Worte deiner Gnade traun. Wer fann den Trost uns jemals rauben, den wir auf dein Versprechen baun? Du bist ein Fels, dein Bund steht fest; wohl dem, der sich auf Gott verläßt! 6. Erwäge dieß, o meine Seele, und traue Gott, der's treulich meint. Sei stets, nach seines Worts Befehle, der Wahrheit Frund, der Lügen Feind; beweise dich, als Gottes Kind, dem Treu' und Wahrheit heilig sind. 4. Dräut die Welt mir, mich zu hassen, und verfolgt mich, mill ich mich immer auf den Herrn verlassen; er erbarmt doch meiner sich. Denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 5. Scheint auch er mich nicht zu achten, und verbirgt sein Angesicht; läßt mich rufen, läßt mich schmachten: so vergißt er mich doch nicht; denn er bleibet immerdar, was er ist, und was er war. 6. Friede will er mit mir halten, wenn sich auch die Welt empört, ihre Liebe mag erkalten, bleib ich meinem Gott nur werth. Er, der B2 meis 20 Von Gott, dessen Wesen meinen Kummer stillt, bleibt ben weist, so irr' und gleit mir immer Sonn und Schild. 7. Er, der Herr, ist mein Erbarmer; so hat er sich selbst genennt; das ist Trost genug: ich Armer werde nie von ihm getrennt. Er will meine Zus flucht seyn; sollte nicht mein Herz sich freun? ich nicht. Das kaster soll mich nicht belügen, mich um den Himmel nicht betrügen. Gott ist getreu! 4. Gott ist getreu! Er handelt väterlich, und was er thut, ist gut. Auch Trübsal ist's; mein Vater bessert mich durch Alles, was er thut. Die Trübsal gibt Geduld und Stärke zum Fleiß in jedem guten Werke. Gott ist getreu! 8. Ihm allein will ich vers trauen, will auf diesem Fels sen ruhn, will mein Glück auf ihn nur bauen; was er sagt, wird er auch thun! Erd' und Himmel mag vers gebn! Ewig wird sein Bund beftehn. 5. Gott ist getreu! Er, dem ich theuer bin, führt mich nach weisem Plan, im Wech. fellauf der Dinge zum Ge. winn des ew'gen Heile hins an; vergibt mir gnädig meis In eigener Melodie. 31( b) Gott ist getreu! ne Sünden, und läßt mich Trost durch Christum finden. Gott ist getreu! Sein Herz, sein Vaterherz verläßt die Seinen nie. Gott ist getreu! Im Wohlseyn und im Schmerz erfreut und schüßt er sie. Mich decken seiner Allmacht Flügel. Stürzt ein, ihr Berge; fallt, ihr Hügel; Gott ist getreu! 6. Gott ist getreu! Stets hat sein Vaterblick auf seine Kinder Acht. Auch freut es ihn, wenn schon ein irdisch Glück sie froh und dankbar macht. Was uns zu schwer wird, hilft er tragen, und endlich ftillt er alle Klagen. Gott ist getreu! 2. Gott ist getreu! Er ist mein treußler Freund! Dieß weiß, dies hoff ich fest: ich bin gewiß, daß er mich keis nen Feind zu hart versuchen läßt. Er stärket mich, nach seinem Bunde, in meiner Prüfung trübster Stunde. Gott ist getreu! 7. Gott ist getreu! Mein Herz was fehlt dir noch, dich Gottes stets zu freun? Sei Gott getreu und fürchte nichts; mag doch die Welt voll Aralist seyn. Selbst falscher Menschen Neid und Tücke gereichen mir alsdann zum Glücke. Gott ist getreu! 3. Gott ist getreu! Er thut, was er verheißt. Er fendet mir sein Licht. Wenn dieses mir den Weg zum Les 8. Gott ist getreu! Vergiß, o Seel', es nicht, wie zärts lich und Eigenschaften. 21 lich treu er ist! Shm treu darum mußte Christus let zu seyn, sei deine liebste den, damit du könntest selig Pflicht, weil du so werth seyn. ihm bist! Halt fest an Gott sei treu im Glauben! Laß nichts den starken Trost dir rauben: Gott ist getreu! 4. Und diesen Gott sollt ich nicht ehren, und seine Güte nicht verstehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will' ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewigs lich. Gott soll ich über Alles In eigener Melodie. 32 Wie groß ist des All, lieben, und meinen Nächsten Güte; als mich. Liebe, Güte und Barmherzigkeit Gottes. ist der ein Mensch, den sie nicht rührt, der mit verbärs tetem Gemüthe den Dank erstickt, der ihr gebührt? Nein, seine Liebe zu ermes sen, sei ewig meine größte Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen; vergiß, mein Herz, auch seiner nicht, 2. Wer hat mich wunder, bar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? It's nicht der Herr, der Alles schafft? 3. Schau, o mein Geist! in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, 5. Dies ist mein Dank, dies ist sein Wille: ich soll vollkommen seyn, wie er. So lang ich dies Gebot ers fülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb' in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachs heit feble, herrscht doch in mir die Sünde nicht. 6. D Gott! laß deine Güt' und Liebe mir immerdar vor Augen seyn. Sie stärk in mir die guten Triebe, mein ganzes Leben dir zu weihn. Sie tröste mich zur Zeit der Schmerzen, sie leite mich zur Zeit des Glücks, und sie bes fieg' in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks. mit herrlichkeit nmgeben, Mel. Herzliebster Jesu! Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden, durch Göt tes Güte sind sie dein. Auch 33 Ja auchzt unserm Gott! Er ist von großer Güte, barmherzig und von duldendem Gemüthe; will Allen Von Gott, dessen Wesen 22 Allen Heil und ew'ge Lust gewähren, die ihn verehren. mein Leben sanft vor, dir ver, fließen, so werd' ich dort mit allen Engeldhören dich fröhlich ehren. 2. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden, und läßt verschonend uns vas nicht empfinden, was 34( a) W Geist, All. Mel. Mein Gott, das Herz enn sich mein wir, weil wir ihm unser Herz nicht gaben, verschuldet haben. mächtiger! der Gnaden Mens ge denkt, womit du mich, mein Gott und Herr! so unverdient beschenkt: 2. Dann ist mein Herz so hoch erfreut, ganz deiner Güte voll, und weiß vor heis ser Dankbarkeit, nicht wie es danken soll. 3. Als ich noch in der Mutter Schooß, in Nacht vers borgen schlief, bestimmtest du, o Herr! mein Loos, das mich zum Leben rief. 4. Du wählst des Sterb, lichen Geschick, eh' er geboren ist; und so ward ich, o welch' ein Glück! durch die Geburt ein Chrift. 5. Schwach an der Brust vernahmst du schon, was kein Gebet noch war, und neigtest du des Weinens Lon dein Ohr gefällig dar. 6. Wann ich als Jüngling ( Jungfrau) von dem Pfad der Tugend mich verirrt! hat mich unsichtbar, Herr, dein Rath oft wieder drauf geführt. 7. Du warst mein Schutz und meine Wehr vor Unglück und Gefahr; und vor dem Laster, das noch mehr, wie sie zu fürchten war. 8. Ich 3. Hoch ist der Himmel über seiner Erde. So groß ist auch, daß er geliebet wers de, die Huld des Herrn bei denen, die ihn lieben, und Gutes üben. 4. Wem bleibt sein Ant liß, wann er's sucht, vers borgen? So weit der Abend ist entfernt vom Morgen, entfernt auch Gott der Sünde Schuld und Schmerzen von unsern Herzen. 5. So zärtlich sich ein Va. ter seiner Kinder erbarmet, so erbarmt sich Gott der Sün der, wenn sie von Herzen sich zu ihm bekehren, ihm Treue schwören. 6. Er schlägt und heilt, verwundet, läßt genesen. Er weiß, der Mensch ist ein zerbrechlich Wesen; er denkt daran, daß das Geschöpf aus Erde doch Asche werde. 7. Von Ewigkeit zu Ewige feiten währet die Güte Gots tes jedem, der ihn ehret. Ach leite denn auch michh auf deinem Pfade, du Gott der Gnade! 8. So werd ich ewig dei ner Huld genießen, so wird und Eigenschaften. 8. Ich sah vor Krankheit bleich durch dich mein Leben hergestellt, und deine Gnade schmückte mich, wann Sünde mich entstellt. 9. Von Freudenstrahlen glänzt mein Blick, da du so hoch mich liebst, und mir, in wahrer Freundschaft Glück, mehr, als ich wünschte, gibst. 10. Und welche Wohlthat, Herr! ist nicht dies Herz, das fühlen kann, dies Herz, ganz dein, das dankbar spricht, was du an mir gethan! 11. Kein Tag soll würd' ger mir vergehn, als, Ew'ger dir zum Preis; ich soll frohlockend dich erhöhen, als Jüngling, und als Greis. 12. In Schrecken, Angst, Gefahr und Noth, trau ich allein auf dich. Durch dich gestärkt, ist selbst der Tod mir nicht mehr fürchterlich. In eigener Melodie. 346) 8 8 lebt ein Gott der Menschen liebt! Ich seh's, wohin ich blicke, am Nebel, der den Himmel trübt, so wie am Sonnenblicke. 2. Ich seh's an jeder dunk len Nacht, wo auch kein Stern mir leuchtet: am Mond, wann er in stiller Pracht mir meinen Pfad erleuchtet. 23 4. Nicht nur wann Frühlindslüfte wehn durch Land und junge Blüthe, nicht nur, wann reife Saaten stehn, seh ich des Schöpfers Güte. 3. Ich seh's wann Donnerwolken glühen, und Berg und Wald bewegen, ich seh's, wann sie vorüberfliehen, am fruchtbar sanften Regen. 5. Ich seh sie auch, wann tiefer Schnee die starre Flur bedecket, und brausend von des Himmels Höh der Nord den Wandrer schrecket. 6. Ja, wie sie sich in der Nas tur allliebend meinem Blicke entdeckt, so seh ich ihre Spur beim wechselnden Geschicke. 7. Ich sehe sie nicht nur im Glück, bei dieses Lebens Freuden: ich seh' sie mit bethräntem Blick auch in des Lebens Leiden. 8. Einst seh ich ohne Thränen sie, noch beitrer, als die Sonne, und singe, frei von aller Müh, ihr Lob in ew'ger Wonne, Met. Mein ganzer Geift. 35 Gott, deß starke D Hand die Welt erschaffen hat, und noch ers hält! Ich spüre deine Güte hier auf der Welt an jedem Ort. Sie hilft mir Schwa chen gnädig fort; und wann ich mein Gemüthe von hier zu dir o Gott! wende, streckst du Hände voll Er. barmen und voll Wohlthun nach mir Armen. 2. Seh ich den weiten Himmet an, so viel ich davon sehen kann; so seh ich deine Güte. Der Himmelskörper Lauf und Pracht, das Sternen 24 Von Gott, dessen Wesen nenheer, das du gemacht, erreget mein Gemüthe, mäch tig, freudig, dir zu singen, dir zu bringen Ehr und Stärke. Groß sind deiner Hände er fe. 3. So oft ich athme und den Hauch der Lüfte fühle, fühl ich auch, Gott, deine große Güte. Wind, Wasser, Feuer, Schnee und Eis sind deines Wohlthuns lauter Preis, und rühren mein Gemüthe, täglich hier mich dein zu freuen, und von neuem, Herr! mein Leben dir zum Dienste zu ergeben. 4. Herr, dazu bitt ich, hilf du mir. Zeuch immer näher mich zu dir durch deis ne große Güte. O beilige zu deinem Preis mich ganz, daß ich mit allem Fleiß mich vor dem Undanf hüte. Laß mich, was ich bitt', erlan gen; dir anbangen hier auf Frden; bis mir wird der Himmel werden. Du würdigst Alle deiner Sorgen, sie danken Lust und Les ben dir. Es mag auch klein und niedrig seyn: dir, Gott! ist nichts zu groß, zu Flein. 2. Gott, dir ist kein Ge schöpf verborgen; nicht Eins vom Seraph bis zum Thier, 3. Mit frommem, freudis gem Gemüthe, erheb ich, Gott der Gnade, dich; wie theuer ist doch deine Güte! Wie liebst du uns so väterlich, uns, die wir ohne Furcht und Graun den Schatten deiner Flügel traun! 4. Mit welchem reichen Ueberfluffe erfüllst du diese Welt, dein Haus! Du theilst ihn Allen zum Genusse so väterlich, so reichlich aus. Herr! Unsers Lebens Quelle fließt aus dir, der du das Leben bist. 5. Wir sehn, o Herr, in deiner Sonne den Schatten deiner Huld, dein Licht. Entzeuch uns deiner Güte Wonne, dein gnadenvolles Antlitz nicht! Herr, deine Huld erfreue die, die dich verehren, segne sie! Mel. Wer nur den lieben 36 weit, err! So deine Himmel reichen, reicht deine Huld, 37 G die uns erbält. Eh' werden Berg und Hügel weichen, als deine Gnade wankt und fällt; gleich mächtigen Gebirgen steht die Güte, die dein Volk erhöht. Mel Herzliebster Jesu! ott ist die Liebe! beglücken! Dies ruft uns AlGott kann nur les zu, wohin wir blicken. Sei blau der Himmel, sei er schwarz und tribe: Gott ist die Liebe! Vater, und ich fände, selbst 2. Gott ist der Menschen wenn ich an dem Saum der Erde und Eigenschaften. 25 Erde stände, selbst, wenn ich Herr, was mir nüßet, schenke in die tiefste Gruft mich grü- mir um deiner Güte Willen! be, dich, Gott der Liebe! 3. So sei es denn mein Mel. Herr, w'r fingen höchſtes Ziel auf Erden, dir 39 H uldigt Gott, ihr Geist der hier zu werden; der heißejte, der erste meiner Triebe sei Men schenliebe! frohen Triebe! Der Gott des Himmels ist die Liebe! Er ist's in alle Ewigs feit! wo fann ich Worte finden, den Ruhm der Liebe zu verkünden, die ewig segnet und erfreut? Wer bin ich, Herr! vor dir? Nur stammeln kann ich hier: Liebe, Liebe! Kein Mensch ermißt, wie gut du bist; ja selbst der Engel faßt es nicht. 2. Wundervoll sind deine Werke. Ich sehe Weisheit, Macht und Stärke, und meis ne Seele beuget sich. Aber deine Liebe thronet da auch, wo Macht und Weisheit wobs net; ich seh' es und erhebe mich. Was ist's, das mich erschreckt? Mein heller Blick entdeckt nichts, als liebe. Der fleinste Wurm, der Donners sturm, und Alles, Alles preis set sie. 5. Huldreich riefst du mich in's Lebe", um hobe Kräfte mir zu geben, um Freude um mich ber zu freun. Jeder Tag erzählts dem ander die Erde, wo die Menschen w dern, soll Vorhof ihres Hims mels sey. Ich jauchze, daß ich bin, und öffne Herz und Sinn Mel. Es ist das Heil uns 38 Wie ie viele Freuden dank ich dir, die du mir, Herr, verliehen; und wie viel Sünden hast du mir aus Gnaden schon ver, gieben! Gott voll fang muth und Geduld! noch tägs lich häuf' ich meine Schuld, und deine Liebe währet. 2. Bedenk ich, Schöpfer, deine Macht, blick ich in jene Ferne, und überseh des Himmels Pracht, und Sonne Mond und Sterne; so bet ich dich voll Ehrfurcht an. Was ist der Mensch, ruf ich alsdann, daß du dich sein erbarmest! einae schaut auf 3. Den ihn herab: ſo geht er nicht verloren, nicht für die Welt, nicht für das Grab ist er als lein geboren, die Welt ver, geht mit ihrer Lust; der du den Willen Gottes thust, dein Glück soll ewig dauern. 4. Wann ich erwache, denk ich dein, und wann ich schlafen gebe: denn du, mein Vater, fannst verleihn, um. ich findlich flehe. Drun ſeufz ich findlich stets zu bir dir: Von dir ges schützt und unterstüßt, durch auf ich fröhlich meine Bahn. 4. Trüs as deiner Liebe. Von Gott, dessen Wesen 4. Trüben sich auch meine so, wie du, beglücken kann? Lage; hinweg mit jeder Einst umstrablet, gleich der Jammerklage! nur du, mein Sonne, mich ewig, ewig licht Vater, trübest sie. Licht ent- und Wonne, geh ich nur strömt den Dunkelheiten; gern auf seiner Bahn. Dann du willst nur Eegen mir be schwebt mein Geist empor, reiten, und Trost und hoff, und singt im Sternenchor: nung fehlt mir nie. Vor dir Liebe, Liebe! Herr der Zeit entweicht der Schmerz, und und Ewigkeit! Ich weiß, daß froh erfährt mein Herz dei du die Liebe bist. ne Liebe. Wenn Alles bricht; ich zage nicht! Du reichst mir deine Baterhand. 26 5. Ach! wie kann ich dir vergelten, was du, Beherrscher aller Welten, mir ar men Erdbewohner gibst? Sünde häuf ich oft auf Sünde, und dennoch seh' ich und empfinde, daß du, Erbar mer, mich noch liebst. Du haft Geduld mit mir, und lockst mich hin zu dir durch die Liebe. Und wer dich ehrt und wiederkehrt, o Preis dir! den begnadigst du. 6. Ja, du willst der Sünder Leben. Selbst deinen Sohn hast du gegeben, daß er ihr Seelenretter sei. Weiß, heit fam mit ihm hernieder; er litt und starb für seine Brüder, und sprach ihr Herz von Aengsten frei. Gott, O was fühlt mein Geist! Wie ftaunt er nun und preist deine Liebe! Dein Sohn er, schien, du fandtest ihn! Wie doch hast du die Welt geliebt! 7. Gott, ich will dir folg, sam werden. Wer ist im Himmel und auf Erden, der Geduld, Langmuth und Gnade Gottes. 40 Mit Mel. Ein Lämmlein geht und it welcher Langmuth und Ges duld trägst du die Menschenfinder, o Gott! Auch bei gehäufter Schuld trägst du die frechen Sünder! Sie naben den Verderben sich; du siehst es und es jammert dich des Elends dieser Armen. Daß sie demselben noch entfliehn, suchst du ihr Herz zu dir zu ziehn, aus innigem Erbarmen. 2. Du gönneft ihnen Zeit und Raum, noch in ihr Herz zu gehen, du läßt den unfruchtbaren Baum nicht ohne Pflege stehen. Du schonest sein von Zeit zu Zeit; ver ziehest, voll Barmherzigkeit, ihn gänzlich abzuhauen. O welche Langmuth und Ge duld! Wer sollte deiner Vaterhuld nicht inniglich ver trauen? 3. Erbarmest du dich schon so sehr selbst frevelhafter SünUniv.- Bibl. Giessen der und Eigenschaften. 27 der: so trägst du schonend noch aber, wer kann sie ergrüns vielmehr die Frommen, deis ne Kinder. Läßt ihrer Tugend Eifer nach und werden sie im Glauben schwach, und träg' zu guten Werken: so zürnst du nicht; du denkst daran, wie leicht ein Herz sich täuschen kann, und eilest, sie zu stärken. 4. Laß diese Langmuth und Geduld, Gott! unsre Herzen rühren! Nie müsse deine Vaterhuld zur Sicherheit uns führen! Ach, feiner häufe Schuld auf Schuld durch Fühnen Mißbrauch deiner Huld! Nur Tugend sei uns Freude, damit uns in der Prüfungszeit der Reichthum deiner Gütigkeit zur wahren Beßrung leite. 3. Doch du strafft nicht gerne; liebst nur unser Leben; Zeit zur Beßrung und zu ges ben, dringt dich deine Liebe, zärtliches Erbarmen. Darum hast du mit uns Armen, so voll Huld, noch Geduld, daß wir darauf achten, und nach Beßrung trachten. 4. daß doch der Reich thum deiner Vaterliebe uns zur Sinnesänderung triebe! O daß wir, voll Reue, unfre Schuld bedächten, und wir willig folgen möchten! Unser In eigener Melodie. 41 Aller Welten Herr Schmerz rührt dein Herz, 1 uns gnädig uns zu schenken. 5. Dank sey dir, o Vater, daß du unsrer schonest, und nicht nach Verdienst uns loh. nest. Stets noch ist uns Schwachen nöthig, deine Gnade, selber auf dem Zugendpfade. Leit uns doch damit noch, bis wir dich einst dros ben ohne Sünden loben. ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Sie verherrlicht täglich sich auch an uns Allen, die wir noch auf Erden wallen Ja, sie pflegt, nährt und trägt nicht nur deine Kinder selbst die größten Sünder. 2. Dieser Langmuth Größe läßt sich zwar empfinden; den? Sünder so verschonen, Millionen Schulden mit so vieler Nachsicht dulden, und dabei doch so treu warnen, die dich hassen: Herr! wer kann dies fassen? Von der heiligen Dreieinigkeit. Gott; Vater, Sohn und Dank für seine Gnade! Er heiliger Geist. forget, daß und nimmermehr Gefahr und Unglück schade. Uns wohl zu thun, ist er bereit; er will nur unsre Seligfeit. Erhebet ihn mit Freuden! 2. Sa In eigener Melodie. 42 Ale llein Gott in der Höh sei Ehr' und 28 Von der heiligen Dreieinigkeit. 2. Ja, Vater! wir erhes durch deines Wortes Macht ben dich mit freudigem Ge- uns Allen Licht und Heil ge müthe; du herrschest unver- bracht. Halleluja! änderlich mit Weisheit und mit Güte. Unendlich In eigener Melodie. ir glauben an den ist deine Macht, und was fie 44 Wir ein'gen Gott, wirkt, ist wohl bedacht. Wohl uns, daß du regierest! 3. Jesu Christ, des Höchsten Sohn! dich, seinen Eingebornen, dich fandte Gott vom Himmelethron zur Rettung der Verlornen. Du Mittler zwischen uns und Gott, hilf uns im Leben und im Lod: erbarm dich unser Aller! Schöpfer Himmels und der Erden. Er, Aller Vater, unser Gott, hieß und seine Kinder werden. Er will uns auch stets ernähren, jedes wahre Gut gewähren. Er erwog schon, eb' wir waren, unsre Rettung in Gefahren. Er ist's, der für uns sorgt, und wacht, und Alles steht in seiner Macht. 4. D heil'ger Geist, du Geist von Gott! erleuchte, begre, tröste, die Jesus Christ durch seinen Tod vom Sündendienst erlöste. Auf deinen Beistand hoffen wir; ach! leit uns stets, so sind wir hier beglückt, dort ewig felig. Mel. Erschienen ist der herrlich T. 43 Dant anf und Anbetung bringen wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. Du bist es, der die ganze Welt erschaffen hat und noch erhält. Halleluja! 2. Dank und Anbetung bringen wir, Sohn Gottes, Herr und Heiland, dir. Du littft für uns des Todes Pein, uns vom Verderben zu befrein. Halleluja! 2. Wir glauben auch an Jesum Christ, Gottes Sohn, den Eingebornen, den Herrn, der Mensch geworden ist, den Erretter der Verlornen. Er achtet sein Leben nicht zu theu'r, für uns zu geben. Er erstand; herrscht, hoch ers höhet, in dem Reich, das nie vergehet. Er läßt uns auch im Grabe nicht, und fommt dereinst zum Weltgericht. 3. Wir glauben an den heil'gen Geist, unsern götts lichen Regierer, den Jesus Christus uns verheißt, uns zum Beistand und zum Füh rer, der in Trübsal seine Christen eilt mit Muth und Kraft zu rüsten; der uns lehrt Vergebung finden, und der Tugend Werth empfinden. Er flößet uns im Lodesschmerz des ew'gen Lebens Mel. 3. Gelobet feyst du, Geist des Herrn! Wir waren einst von Christo fern. Du hast Trost in's Herz. Von der heiligen Dreieinigkeit. 29 Mel. Mein ganzer Geift lesen. Gemeinschaft sollen 45 Lobfinget Gott! Dank, wir mit dir, du Allerhöchſter, haben. Mit deinem Preis und Ehr' sei unserm Gott je mehr und mehr, für alle seine Werke! Von Ewigkeit zu Ewigteit lebt er und herrschet weit und breit, mit Weisheit, Gut' und Stärfe. Singet, bringet frohe Lieder; fallet nieder! Gott ist herrlich; un aussprechlich groß und selig. 2. Lobsinget Gott! Dank, Preis und Ruhm sei von uns, deinem Eigenthum, Herr Jes fu, dir geſungen. Du Mitts ler zwischen uns und Gott, hast durch Gehorsam bis zum Tod das Leben uns ers rungen. Heilig, selig ist die Freundschaft und Gemein schaft aller Frommen, die durch dich zum Vater koms men. 3. Pobsinget Gott! DuGeist des Herrn, sei nie von unserm Geiste fern, mit Kraft ihn auszurüsten! Du machst uns gläubig, weis' und rein, hilfst uns getroft und siegreich seyn im Streit mit unsern Lüsten. Leit uns, stärk uns, in der Freude, wie im Leide, Gott ergeben und der Zugend treu zu leben. Mel. Es woll' uns Gott 46 H err, unser Gott, wer ist dir gleich? Du bist das höchste Wesen: und doch hast du, an Gnade reich), uns dir zum Dienst er Heil willst du uns hier und ewig einst begaben, du Quelle alles Segens. 2. Wir beten dich, o Vas ter, an. Sind wir gleich vor dir Sünder, so nimmst du dich doch unsrer an, wie Väs ter ihrer Kinder. Du hast für uns aus großer Huld selbst deinen Sohn gegeben. Dein Herz, voll Güte und Ges duld, verleih' uns Trost und Leben, daß wir dich findlich fürchten. 3. O Jesu, ew'ger Gottes Sobn! Du Heil, darauf wir hoffen! Durch dich steht zu des Vaters Thron der Weg uns wieder offen. Uns zu bes frei'n von Sünd' und Tod, famst du zu uns auf Erden. O laß uns, unser Herr und Gott! froh deines Segens werden, und dir im Glaus ben dienen. 4 Oheil'ger Geist, du Geist von Gott! wehr' in uns dem Verderben! Im Glauben an des Mittlers Tod hilf uns der Sünde sterben! Du g bst zum Guten Lust und Kraft, laß es uns stets erfahren. Start' uns in unsrer Pilgrims schaft, bewahr uns vor Ges fahren, hilf uns dir willig folgen. 5. Laß, Gott! uns dein auf Erden schon, als unsers Gottes freuen. Herr, segne 30 Werke und Wohlthaten Gottes. ne uns von deinem Thron, leben; und du wirst, nach daß wir vor dir gedeihen! vollbrachter Zeit, uns einst Dein ist das Reich, die Herr dahin erheben, wo wir dich lichkeit, dir wollen wir hier ewig schauen. Von den Werken und Wohlthaten Gottes. Von der Schöpfung. Mel. Es ist das Heil uns ser nützen mir, und nüßen allen Menschen. 47 Wer machte diese schöne Welt? das Nahe und das Jerne? Wer hat am Himmel hingestellt, die Sonne, Mond und Sterne? Wer schuf, die Wäls der, Feld und Au? befahl dem Regen, sprach zum Thau, erquicke Saat und Blüthen? 5. Für dich nicht, für Ge schöpfe nur, daß jedes glücks lich werde, schufst du die prächtige Natur, den Him, mel und die Erde. O du, der uns als Vater liebt, und Allen alles Gute gibt, was kann der Mensch dir geben? 6. Bie bin ich froh! du machst auch mich zum Zeugen deiner Güte. Ich danke dir und denk' an dich mit freudigem Gemüthe. Ich seh' dich nicht, doch lieb' ich dich; du schufft und du er hältst auch mich zu immer größern Freuden. 2. Auf wessen mächtiges Geheiß entstanden Ström' und Seen? Wer gab dem Winter Schnee und Eis? Wer hieß die Winde wehen? Wer rief der Thiere zahllos Heer in Flur und Wald, in Luft und Meer, in Staub selbst frohe Wesen? 3. Das Alles, Alles, groß und klein, ist dein Werk, Unsichtbarer! Du bist der Erste, du allein bist Schöpfer und Bewahrer. Durch deine Macht und dein Gebot ist Alles, liebevoller Gott, ist auch der Mensch geworden. 4. Wie gut, wie liebevoll du bist, seh ich, wohin ich blicke; denn gut ist, was geschaffen ist, und dient zu meinem Glücke. Luft, Sonn' und Mond, und Pflanz' und Thier, und Stein und Was In eigener Melodie. 48 obsinget Gott! er Welt zum Schauplaß seiner Güte; lobsingt ihm, der sie noch erhält, mit freudigem Gemü the, Gott ist die Liebe! rühmt es laut, Geschöpfe, die ihr ihm vertraut, die ihr ihn kennt und ehret! Rühmt es, daß seine Gütigkeit mit jedem Morgen sich erneut und ewig, ewig währet! 2. Du wolltest, daß vor dir nichts leer von Freud' und leben bliebe: drum schufft du Gott Schöpfung. 31 Gott, der Himmel Heer, der Liebe, laß mich nicht, schufft unsre Welt aus Liebe. Du selbst bedurftest ihrer nie: so lang ich lebe, weichen! Mel. Gott, der du die Menschen Unendlicher! du ließest ſie zu 49 Gott! aus deine nur werden. Schöpferhänden ging die herrliche Natur. Solchen Bau so schön vol, lenden, fonnte solch ein Schöpfer nur. O wie könnt' ich deine Werke, ihre Regel: mäßigkeit, Pracht und Mannigfaltigkeit, wie die Zeus gen deiner Stärke, deiner Huld und Weisheit sehn, und doch stumm vorübergehn? 2. Rings auf Erden hallt es wieder: Gut und groß ist, der uns schuf! Betend werf' auch ich mich nieder: Herr! dein Preis sei mein Beruf! Preis, daß ich dich Vater nenne, Preis, daß ich dich preisen kann, daß auch ich durch dich begann, dich als meinen Schöpfer kenne, und, von hohem Eifer voll, mehr dich kennen lernen soll! aber, dich erfreuet nun die Wonne, Allen wohl zu thun im Himmel und auf Erden. 3. Kein Mensch, kein En gel selbst ermißt dein Wohl thun, deinen Segen: wie groß, wie weisheitsvoll du bist in allen deinen Wegen. Gott, deine Güte reicht, so weit, als deines Reich's Un endlichkeit, so weit, Herr, als dein Leben! Ach! was sind wir, die deine Macht aus todtem Staub hervorges bracht, uns ewig Heil zu geben. 4. O Vater, welchem Kei ner gleicht, an Liebe wie an Stärke! Kein Dank, fein Lobgesang erreicht die Wunder deiner Werke; doch ist dir's angenehmer Dank, dir ist es mehr als Lobgesang, wenn ich dich täglich liebe, und gern in meiner Lebenszeit Er barmen und Wohlthätigkeit an andern Menschen übe. 5. Du bist die Liebe! Dank sei dir, daß ich dich so er fenne, und dir zum Ruhm, zum Troste mir, dich meinen Vater nenne! Auch will ich gerne liebreich seyn; will glücklich machen; will er freun; will helfen und dir gleichen. Von diesem Heil und dieser Pflicht, o Gott 3. Ja, wenn Thränen mir entgleiten: will ich deine Schöpfung sehn, und durch ihre Herrlichkeiten stets mit offnem Herzen gehn. Alle stehn ja unverschlossen, sind dem Aermsten ja bekannt. Näher werd ich dir gewandt, hab ich schuldlos sie genossen. Still und heiter wird mein Sinn, wenn ich hier nicht fühllos bin. 4. Du gedachtest meiner Leiden, eh' noch dieses Herz dir schlug; sorgtest schon für meine 32 Werke und Wohlthaten Gottes. meine Freuden vor dem er Schoß der Erde auf, mit sten Athemzug. Zum Genuß Vorrath uns zu segnen? Du für feib und Seele hast du, Gott der Macht und Herrlichs Herr! mit Freundlichkeit so feit! Gott, deine Gute reicht viel Gaben ausgestreut, daß so weit, als Erd' und Himich im Genuß oft wähle. Wer mel reichen. so viel, so gern mir gibt, o der zeigt, daß er mich liebt. 5. O, wer wollte je vere messen mitten in der schönen Welt deiner Macht und Huld vergessen, und nicht thun, was dir gefällt? Du, der selbst dem kleinsten Wurme seine Batersorge weitt, du bist's, der auch mich erfreut, in der Stille wie im Stur, me. Herr, dir will ich ganz vertraun, und mein Heil auf dich nur baun! Mel. Sei Lob und Ehr dem 50 W enn ich, o Schöpfer! deine Macht, die Weisheit deiner Wege, die Liebe, die für Alles wacht, anbetend überlege; so weiß ich, von Bewunderung voll, nicht, wie ich dich erheben soll, mein Gott, mein Herr und Vater! 4. Dich predigt Sonnens schein und Sturm, dich preist der Sand am Meere. Bringt, ruft auch der geringste Wurm, bringt meinem Schöpfer Eh. re! Mich, ruft der Baum in seiner Pracht, mich, ruft die Saat, hat Gott gemacht; bringt unferm Schöpfer Ehre! 5. Der Mensch, ein leib, den deine Hand so wunders bar bereitet; der Mensch, ein Geist, den sein Verstand, dich zu erkennen, leitet; der Mensch, der Schöpfung Ruhm und Preis, ist sich ein täglicher Beweis von deiner Güt' und Größe. 6. Erheb ihn ewig, o mein Geist, erhebe seinen Namen! Gott, unser Bater, sei gepreist, und alle Welt sag': Amen! Und alle Welt fürcht' ihren Herrn, und hoff auf ihn, und dien' ihm gern! Wer wollte Gott nicht dienen? In eigener Melodie. 2. Mein Auge sieht, wo bin es blickt, die Wunder deiner Werke. Der Himmel prächtig ausgeſchmückt, preift 51 Die Himmel rühment Wer hat die Sonn' an ihm erhöht? Wer fleidet sie mit Majestät? Wer ruft dem Heer der Sterne? 3. Wer mißt dem Winde seis nen Lauf? Wer heißt die Hims mel regnen? Wer schließt den Schall pflanzt seinen Namen fort. Ihn rühmt der Erds freis, ihn die Meere; vers nimm, o Mensch, ihr göt lich Wort! 2. Wer trägt die unzähl baren Sterne? Wer führt die 18 Schöpfungsta Bod 33 fak Darr 2. Allmacht sprach zum Nichts: es werde! Da trat auch unsere schöne Erde vor ihren Herrn, um aufzublühn. Allmacht spricht: so stürzen Welten, die Berge fliehn vor ihrem Schelten, und sinken vor dem Donner hin. Er hat wie ein Gevand, die Him. mel ausgespannt. Durch ihn gehet, gleich wie ein Held aus seinem Zelt, die Sonne und erfreut die Welt. satio) intedriak ding strate hid Bitburnigaglia die Sonn' in ihrem Zelt? Sie fommt und leuchtet uns von ferne, und läuft den Weg gleich als ein held. 3. Vernimms, und sieh die Wunderwerke, die die Natur dir aufgestellt Ver fündigt Weisheit, Crdnung, Stärfe dir nicht den Herrn, den Herrn der Welt? 1. Kannst du die unzähl baren Heere der Wefen fühl los wohl beschau'n? Durch wen ist Alles? Gib ihm Ehre! Mir, ruft der Herr, sollst du vertraun. 5. Mein sind die Himmel, mein die Erde; an meinen Werken kennst du mich. Ich Werken kennst du mich. Ich werde seyn, der ich seyn wert de, dein Gott und Vater ewiglich. 6. Ich bin dein Schöpfer, Weisheit, Güte, ein Gott der Ordnung und dein Heil. Ich bin's! mich liebe dein Gemüthe, und nehm' an meiner Gnade Theil. Mel. Herr wir singen 52 Unter ner Gott ut groß und mächtig, und seine Schöpfung schön und prächtig, voll Weisheit und Vollkommenheit. O ihr, seiner Allmacht Heere, verkins digt eures Schöpfers Ehre und preiset seine Herrlichkeit! Sein Kleid ist reines Licht, er hält im Gleichgewicht gan. ze Welten. Der Wesen Heer, das weite Meer, den Engel und den Wurm schafft er. B 3. Er, der auf den Winslo den schwebet, er schaut die Erde an, sie bebet! Er rührt den Berg an, und er raucht; Heerde, erneuert die Gestalt Vögel nährt er, peist die der Erde, erfreut, was in ihr lebt und baucht. Mit milder Freundlichkeit gibt er zu seiner Zeit Allen Speise, liebe und erhält die ganze Welt, und tränft die Thiere auf dem Feld. 4. Kräuter schuf er, uns zu heilen; den Mond, das Jahr darnach zu theilen; der Sonne ficht zur Fruchtbars feit. Gott ist gnädig, Gott regieret, wenn er die Flur mit Blumen zieret, und sie mit Saaten überstreut. Der Wallfisch und der Wurm, der Blüthenduft und Sturm zeugt vom Schöpfer. Der Tag, die Nacht rühmt seine Macht und rühmt, daß er für Alles wacht. 5. Gott voll Weisheit, ( S Gott 34 Werke und Wolthaten Gottes. Gott voll Stärke! Wie viel der du allgegenwärtig bist; und groß sind deine Werke! Wie reich an Gütern ist das Land! Schiffe gehn in weis ten Meeren; da wimmelts von den frohen Heeren der Thiere, zahllos wie der Sand. Mit Mannigfaltigkeit, mit Regelmäßigkeit prangt die Erde; wohin entzückt mein Auge blickt, da ist die Welt mit Rei; geschmückt. von niemand kannst begriffen werden; vor dem fein Ding verborgen ist. Ach ziehe mich doch ganz zu dir, und offenbar dich selber mir. bisle 6. Wer vergänglich Gras bekleidet, die Fische nähret, Lämmer weidet, der sorgt als Vater auch für mich. Seele, wolltest du für mor gen schon heute bang und ängstlich sorgen? Nein, sei getrost, ermanne dich, ver traue Gott! auf ihn werf alle Eorgen hin. Er wird sorgen: er, der uns hört, und gern gewährt, was uns fer wahres Mehl vermehrt. 7. Dank dem guten Gott zu singen, und stets mein Heil ihm darzubringen, soll meine böchste Freude seyn; laut soll ihm mein fob er schallen, mein Opfer wird ihm wohlgefallen; gerührt will ich mich seiner freun. Sein Lob ist Seligkeit! Es macht schon bier bereit für den Himmel. Dort werd ich stebn, entzückt ihn sehn, und ewig seinen Ruhm erhöhn. 53 S Mel. Wer nur den lieben Gott Gott des Himels und der Erden, 1100 2. Wohin ich Herz und Augen lenke, da find' ich deiner Gottheit Spur. Wenn ich voll Andacht überdenke dein Werk, die prächtige Natur, so ruft mir Alles, Alles zu: wie groß ist Gott! wie flein bist du! 3. Mir zeigen alle Elemente Macht, Güt' und Weisheit überall. O wenn das Stunts me reden fönnte, wie groß wär stets der Jubelschall. rühmt, Menschen! Gottes Güt' und Macht, die euch und uns hervorgebracht. 4. Herr Gott! wie groß ist deine Liebe! Die Erd' ist deiner Güte vol. O gib mir dankbar fromme Triebe, daß ich dich preise, wie ich foll. Nimm, was ich fann und hab und bin, zu deinem Dienst auf ewig hin. 5. Hilf, daß die Güter dieser Erte mich zu dir lok fen, höchstes Gut! daß sie mir nicht zum Fallstrick werden, und ihr Genuß mir Schaden thut. Laß allen Mißbrauch ferne seyn; mein lettes Ziel sei du allein. 6. Hier ist mein Leben eine Reise, ich geh' nach jener höhern Welt. Drum mache du mich fromm und weise, daß Vorsehung. dece 5110 daß ich hier thu', was dir gefällt. Und end' ich diesen furzen Lauf, so nimm zu höherm Glück mich auf. Vorsehung oder Erhaltung und Regierung der Welt, 54 Nich Mel. Nun danket alle Gott ichts ist von unge fähr! Ein großer Gott regieret, ein Gott, der seine Welt mit reichem Se gen zieret. Auch was uns Zufall heißt, ist, eh es noch geschieht, in seinem Plan be stimmt, und einer Kette Glied. 2. Er sah vor aller Zeit, was fünftig werden sollte, und nichts ist, nichts wird seyn, als was sein Rathschluß wollte; und Alles, was er will, ist weise, recht und gut. Owohl mir, daß mein Glück in Gottes Händen ruht. 3. Wie dürft' ich mißver gnügt in meinem Stande les ben? Kann jemals böse seyn, was Gott mir pflegt zu geben? Der Thor nur flagt und murrt, und lästert Got tes Rath; er hat nicht, was er will, und will nicht, was er hat. 4. Wer wahre Weisheit liebt, der liebt auch den Gedanken: mein Heil, mein Fels ist Gott, und wenn auch Welten wanken! Ich sollte, was ich bin, nicht etwas anders seyn, und mein beevids His 179120 35 sonders koos stimmt mit dem Ganzen ein. 5. Mein Unmuth ändert nie die Ordnung aller Dinge. Ich quäle nur mich selbst, wenn ich die Hände ringe. Doch folg ich, meinem Gott, so lindert sich mein Schmerz; denn, was mich elend macht, ist immer nur mein Herz. 6. Mic thörigt würd' ich seyn, wenn ich begehren wollte, daß alles Ungemad) nur mich verschonen sollte! Mein Vater liebt aud) mich, und mischt mit Freundlichkeit in seinen Segenskelch des Leidens Bitterfeit. 7. Im Leiden lern ich mich und meinen Gott erkennen, und mich mit edlem Sinn von falschen Freuden trennen. Wie kann mir schreck lich seyn, was mich vollfomnner macht? Mehr ist die Zugend werth, als Sins nenlust und Pracht. 8. Die Tugend wird bald schwach im Schoße niedrer Freuden, und stark erschei net sie, umringt von stillen Leiden. Sie strahlt am götts lichsten aus tiefer Dunkelheit; da leuchtet sie der Welt, und überlebt die Zeit. 9. Hinweg mit blöder Furcht! Der Herr will mich regieren, mich auch auf raus her Bahn zu meinem Ziele führen. Hier bin ich, Herr, mein Gott! O stehe du mir bei, daß selbst in Noth und € 2 Lod 36 Lod mein Herz dir folgsam Derz dir ſei! Werke und Wohlthaten Gottes. 55 J" In eigener Melodie. en allen meinen Thaten laß ich den Höchsten rathen, der Alles kann und hat. Er muß in allen Dingen, soll's anders wohl gelingen, mein Heifer seyn mit Rath und That. 5. Leg' ich zum Schlaf mich nieder, wedt mich der Mors gen wieder zu meines Lebens Pflicht; irr' ich auf finsteren Wegen, geh ich dem Leid entgegen: so sei sein Wort mir Trost und Licht. Kein Unfall unter allen soll je zu hart mir fallen; ich will ihn männlich überstehn. 6. Was über mich beschlos, fen, dem will ich unverdros sen, getrost entgegen gehn. 7. Ihm hab ich mich ergeben, zu sterben und zu leben, wie es sein Wink gebeut. Sei mir mein End' verborgen, fomm es heut oder morgen, er weiß dazu die beste Zeit. 2. Nichts hilft mein banges Sorgen vom Abend bis zum Morgen, nichts meine Ungeduld. Er mags mit meinen Sachen nach seinem Willen machen; ich traue seiner Vaterhuld. Mel. Es ist das Heil uns 3. Es kann mir nichts ges 56 Dir, unser Gott, ift gleich als was Rath ersehen, und mir für heil sam hält. Mit dem, was Gott beschieden, bin ich, sein Kind, zufrieden; mir geh' es, wie es ihm gefällt. im Himmel und auf Erden. Du bist der Höchste und dein Reich fann nie begriffen wer den. Unendlich ist die Majes ftät, die über Alle dich er höht, die Kron und Zepter tragen 4. Jch traue seiner Gnade, die mich auf meinem Pfade vor allem liebel schüßt. Leb ich nach seinen Sätzen, so wird mich nichts verletzen, nichts fehlen, was mir ewig nüßt. 2. Wie weit erstreckt sich dein Gebiet! Wo ist der, der es messe? Wobin auch nur mein Auge sieht. da ſeh ich deine Größe. Weit, über alle Himmel weit geht dei nes Reiches Herrlichkeit. Du herrschest über Alles. So sei nun, Seele, stille, dich leitet dessen Wille, der dich erschaffen hat. Es gehe, wie es gehe! Dein Vater in der Höhe, der weiß zu allen Sachen Kath. 3. Du herrschest weislich, recht und gut, nach heiligen Geschen. Du willst auch deis ner treuen Hut das Kleinste würdig schätzen. Auf Alles geht dein Augenmerk, unda immer ist's dein liebstes Mert Vorsehung. stes de straf évito Werk, zu segnen, zu beglücken. 4. Wohl uns, daß du das Regiment, Gott! über Alles führest! Und wohl dem, der den Zweck erkennt, dazu du uns regiereft! Ich, dein so schwacher Unterthan, ich bere dich in Demuth an. O sieh auf mich mit Gnade. no 5. Ich bin verderbt und feblervoll, bin auf dem Tugendwege nicht fets so eifrig, wie ich soll, bin oft zum Gus ten träge. Doch du bist gnädig, und voll Huld vergiebst dem Reuenden die Schuld. Drum hoff ich auf Berge bung. Stu 6. Ich hoffe, weil mich der vertritt, den du für mich gegeben. Mein Jesus, wel cher für mich litt, erwarb mir Recht zum Leben. Sein Lod macht mich vom Zweifel frei, ob ich der Gnade fähig fei; auch mich hat er vers föhnet.nl 7. Herr! ewig will ich deis nen Ruhm mit Lob und Dank erheben. Dir will ich, als deiu Eigenthum, mich ganz zum Dienst ergeben. Lust will ich bis in den Tod nach deinem heiligen Gebot, durch deinen Beistand wan deln. Mit but In eigener Melobie. ommt, kommt, den Herrn zu preisen, der groß von Rath ist, groß 2014 saltis non nor Rad 57 alad 37 von That, den Gütigsten, den Weisen, der feinen seis nes Gleichen hat. Der Herr thut große Werke. Wer beuget feine Kraft? Wer seines Armes Stärke, die alles Gute schafft? Er dehnet, gleich Gezelten, den weiten Himmel aus; er spricht, so gehen Welten aus ihrem Nichts heraus. 2. Er will und Sonnen flammen; auch drängt das Wasser, roenn er spricht, in Wolken sich zusammen, und ihre Schläuche reißen nicht. Er ruft den Unges wittern, das Meer wird ungeslüm, des Himmels Säulen zittern, die Erde bebt vor ihm. Er will und Blizze zünden, daß Städte flame mend stehn. Er winkt und droht den Winden, schnell wird sein Himmel schön. 3. Er, er gebeut den Wellen: bis hierher! Ihm gehorchen sie. Er legt in Felsen Quellen; sie riefeln und versiegen nie. Er füllet Wüsteneien mit seinen Wuns dern an; heißt Thiere da sich freuen, wo kein Mensch wohnen kann. Wer kann die Sterne fübren? Wer kann, als er allein, der Dinge Lauf regieren, zerstören und er neu'n? 4. Herr! dein ist alle Stärke, und alle Hülfe, Gott! ist dein. Das preisen deine Werke, die deiner Allmacht sich onun Werke und Wohlthaten Gottes. 38 sich erfreu'n. Auch wir er- ich bekümmert war, so seufzt' freu'n und ihrer: ihr Lob sei ich und war stille, und dein unfre Pflicht! Vater, o stets auter Wille entriß mich Regierer, wen hält, wen der Gefahr. schußt sie nicht? Du lebst du wirkst in Allen; wir les ben nur in dir. Erhalter, wer fann fallen? Dir, dir vertrauen wir. # 1922 Mel. Von Gott will ich, oder: Zeuch ein zu deinen Thoren 58 Gott ott, der an allen Enden viel große Wunder thut! Du bist's, in dessen Händen mein ganzes Schicksal ruht; hast in der Prüfungszeit mir jeten mei ner Tage, mein Glück und meine Plage bestimmt von Ewigkeit. 2. Da ich noch tief ver borgen im Mutterleibe lag, wach't über mich dein Sor gen. Ach! Vater, wie vermag mein dürftiger Ver. stand das Gute zu erheben, das du in meinem Leben mir huldreich zugewandt? da 3. Drückt mich auf meis nen Wegen gleich manche fast und Mah', so führt auch sie zum Segen, und du verjüBest sie. Du bleibst mitleids voll; hilfft liebreich deinen Kindern sie tragen und ver, mindern; beförderst stets ihr Wohl. 4. Stets hat in meinem Leben mir dieses Trostes Licht von neuem Kraft gegeben und frohe Zuversicht. Wenn 5. Dein Name sei gepriesen, der jederzeit an mir so herrlich sich erwiesen! Mein Herz und Mund soll dir, du Retter aus Gefahr! mein schuldig Opfer bringen, von deiner Güte singen jeßtund und immerdar. 6. Du haft mir wohl ges rathen und lauter Guts gethan, daß deiner Liebe Thaten ich nicht aussprechen fann. Hilf, Vater! daß ich dort verklärt und ganz vollkommen, mit allen deis nen Frommen, dir danke fort und fort. 59 F Mel. Wer nur den lieben Gott ürwahr, du bist, o Gott! verborgen, dein Rath bleibt für uns wunderbar. Umsonst sind alle unfre Sorgen; du forgtest, eh' die Welt noch war, für unser Wohl schon väter, lich. Dies sei genug zum Trost für mich. 2. Dein Weg ist zwar in Finsternissen vor unfern Aus gen oft versteckt; doch, wenn wir erst den Ausgang wissen, wird uns die Ursach' anch entdeckt, warum dein Rath, der niemals fehlt, den uns so dunkeln Weg gewählt. 3. Nie sind die Tiefen zu ergründen von deiner Weiss beit atte middel dan Vorsehung. Die ist heit, deiner Macht; du kannst viel tausend Wege finden, wo die Vernunft sie nie ges dacht. Aus Finsterniß bringst du das Licht; dir folgen, sei stets unfre Pflicht. 4. Drum will ich mich dir überlassen mit Allem, was ich hab' und bin; und kann ich auch nicht alles fassen, so trau ich dir mit frohem Sinn. Der Ausgang macht mir endlich klar, daß stets dein Rath voll Güte war. 5. Gib, daß dieß mein Vertrauen mehre in Glück und Unglück, Freud' und Leid; denn Alles wirkt zu deiner Ehre und meiner Seele Celigkeit, und einst preiß ich vollkommen dich, und freue deiner ewig mich. Mel. Warum sollt' ich mich 60 Sei zufrieden, mein Gemüthe! Gott ist gut; was er thut, ist voll Lieb und Güte. Er nur weiß in allen Sachen, groß von Rath, wie von That, Alles wohl zu machen. 2. Beides, Erd' und Himmel, preisen seine Macht; Tag und Nacht müssen sie beweis sen. Sonn' und Mond, das Heer der Sterne, was sich regt und bewegt, lobt ihn nah und ferne. 3. Schau die Werfe seiner Hände, Mensch und Zbier melden bir seinen Ruhm ohn' Ende. Was wir noch so Kleis m OA 0339 4oar nes nennen, Gras und Laub, selbst der Staub, gibt ihn zu erkennen. 4. Was auf Bergen und in Gründen, in der Höh', in der See, oder sonst zu finden, rühmt die Weisheit seiz ner Werfe; jeder Wurm, Wind und Sturm preisen seine Stärke. 5. Sollt' ich denn nicht ihn erbeben? Wie ſo gar wunderbar gab er mir das Leben! Was ich hab', ist sein Geschenke, auch der Geist, der ihn preist, mit dem ich ihn ' denke. 6. Wie mich sein getreues Sorgen Tag und Nacht nimmt in Acht, das zeigt jeder Morgen. Ja kein Augenblick verschwindet, der mich nicht, Gott, mein Licht! dir zum Dank verbindet. 7. Seßten mir des Kreuzes Plagen heftig zu, so halfst du, o mein Gott! sie tragen. War faum noch Geduld vors handen, deine Kraft hat ges schafft, daß ich überstanden. 8. Nun, mein Herz! das hat schon lange Gott gethan; denke dran, wird dir jemalsbange, als wollt' er dich ganz verlassen. Es geschieht wahrs lich nicht; er kann dich nicht hassen. 9. Drum ergib dich seinem Willen, heiße gut, was er thut, er wirds auch erfüllen. Denn er ist in allen Sachen groß von Rath, wie yon 40 Werke und Wohlthaten Gottes. en von That; er, er wird's wohl machen. 13n eigener Melodie. 61 Alles Ques Ues ist an deinem Segen, großer Gott, allein gelegen; du bist unfer höchstes Gut. Ueber Alles boch dich schätzen, und auf dich Vertrauen seßen, gibt allein getroften Muth. 2. Di, der mich bisher ernährte, manche Freude mir gewährte, bist und bleibest ewig mein. Du, mein Schöpfer und Regierer, wirst mein Helfer und mein Führer durch mein ganzes Leben seyn. 3. Sollt' ich ängstlich mich um Sachen, die nur Sorg' und Unruh machen, nur um eitles Glück bemühn? Nein ich will nach Gütern streben, die mir wahre Ruhe geben und im Tode nicht entfliehn. 4. Auch die Hoffnung kann erquicken: was mir gut ist, wirst du schicken; du bist Herr der ganzen Welt. Dir will ich mich froh ergeben; Glück und Unglück, Tod und Le ben, Alles sei dir heimgestellt. WO 5. Jft mein Wunsch nach deinem Willen, o so wirst du ihn erfüllen, und gewiß zu rediter Zeit. Dir bab ich nichts vorzuschreiben; wie du willst, so soll es bleiben; was du willst, ist Seligkeit. 46. Soll ich hier noch länger leben, o so wollst du Kraft mir geben, od Bog stets dir folgsam sei. Alles Irdische vergehet; nur die Frömmigkeit bestehet, und sie macht mich sorgenfrei. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften 62 Gott ott forgt für uns. O singt ihm Dank, ihr Christen singt ihm gern! Vom Anfang bis zum Niedergang trägt uns die Huld des Herrn. 2. Vom Menschen bis zum fleinsen Wurm reicht seine Gnad' und Macht; im Son nenschein, so wie im Sturm, ist er auf Heil bedacht. 3. Mit frohgerührter Sees le bringt ein Herz voll Dank ihm dar. Die Aebre, die vom Eegen sinkt, ist sein; Gott frönt das Jahr. 4. Ja, Höchfter' wir vers ehren dich mit kindlich frobem Dank; du nährst uns und gibst väterlich auch mehr als Epeis' und Trant. 5. Fried' und Gesundheit, Kraft, Gedeihn zu unsrer Hände Fleiß, auch das gibst du, und dir allein gebührt dafür der Preis. 6. Laß deines Segens Ues berfluß uns nun auch nußlich seyn, und hilf uns, daß wir beim Genuß uns dessen mäßig freun. 7. Vermehr' in uns die Zuversicht, dir ewig zu vers traun, bis wir dereinst in deinem Licht des Glaubens daß ich Aernte schaun. bits of consimon Mel. Vorsehung. 5 Wie fröhlich lächelt je de Flur! es fließt, sich im mer gleich, der Freude Quell und die Natur ist unerschöpflich reich. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften, oder: Mein Gott, das Herz ich bringe od immer wech 63 Ned ſeln ordentlich des Jahres Zeiten ab, und früh und spät ergießet sich dein Segen, Gott, herab. 2. Noch öffnest du die mil de Hand, Herr! wie du ſtets 64 Mein Auge sieht, du und du füllt das Land mit deinen Gütern an. nach dir, von deinem Throne hilf du mir; mein Heil kömmt nur von deiner Macht, die dieſe Welt bervorgebracht. 3. Von deinem Himmel, Höchster! träuft( Sedeihn und Fruchtbarkeit; die Saat geht auf und blüht und reift und sättigt und erfreut. 4. Von dir gesegnet gibt der Baum, wenn einer Schats ten sucht, ibm unter seinen 3weigen Raum, Erfrischung, und auch Frucht. 6. Wem strömt sie nicht, von dir erfüllt, fuft und Erquickung zu? Wer ist so gut, so treu, so mild, so väterlich, wie du? 41 7. Herr! ohne dich vergingen wir, und wir verdienten's aud), und dennoch leben wir in dir, beseelt durch deinen Hauch. 9. O betet, Menschen, betet an! Erwägt's, und dens fet nun: was hat Gott schon an uns gethan? was will er nicht noch thun? SHIS 10 Mel. Mein Gott, das Herz ich bringe. 2. Getrost, mein Herz! Mein treuer Hirt schafft, daß mein Fuß nicht gleiten wird; der mich behütet, schlummert nicht; in Finsters niß ist er mein Licht. Kein Uebel ſei mir fürchterlich; denn Gottes Rechte schüßer mich. Durch seine treue Vaterband wird was mir schadet, abgewandt. 4. Sein Schuß gewährt mir Sicherheit, sein Trost füllt mich mit Freudigkeit. Er leitet mich auf ebner Babn, und nimmt mich einst zu Ehren an. 5. Herr! segne und behüte mich! Du bist mein Heil; Dein ich hoff' auf dich. Segen folg' aus dieser Zeit hinüber mir zur Ewigkeit! 8. Nicht einem mangelt Mel. Gott Vater, an Erbarmen deine Huld, wem ſtrablet 65 Gorbeine weite Macht erhält nicht dein Mit wel cher Langmuth und Geduld verschonst du unsrer nicht! is sid pur ganze lebenvolle Welt, und Aller Augen freuen sich, und warten 42 17680 Werke und Wohlthaten Gottes.869 1 warten hoffnungsvoll auf Erde zeugt und nährt, gleicht dich, auf dich, der du sie mir an Hoheit und an Werth. Alle liebst, und Allen ihre Speise gibst. 2. Du öffnest deine hand, fo fließt herab, was jedem nöthig ist; mit Wohlgefallen sättigt sie dein Aufsehn, und versäumt sie nie. Nie sind Geschöpfe deiner Hand dir unwerth oder unbekannt. 3. Auch mir gabst du, mein Gott und Heil! noch täglich mein beschieden Theil, gabst mir's mit Huld und Freundlichkeit, so lang ich bin, zu rechter Zeit. Kein Vater sorgt so väterlich für seinen Sohn, als du für mich. 7. Von dir, der das an mir gethan, werd ich auch Speis' und Trank empfah'n. Selbst dem, der dich mit Sünden schmäht, gibst du sie ohne sein Gebet; und fleht' ich nicht darum zu dir, ges währtest du sie dennoch mir. 8. Laß du mich nur genüg sam seyn, und deiner Gaben mich erfreun, mehr aber Deiner, der du dich so freundlich zeigest gegen mich, der du des Lebens Quelle bist, aus welcher alle Wohlfahrt fließt. 9. Bei deiner Gaben Ue, berfluß erhalt mich mäßig im Genuß; bewahr mich in der Dürftigkeit vor Schmach und Unzufriedenheit Du nährst mich immer; Preis und Dank bring ich dir, Gott, mein Lebenlang. 4. Ich bin's gewiß, du fannst mich nicht verlassen, meine Zuversicht! Ich bin's gewiß, du thust mir wohl, so lang ich hier noch leben soll. Nicht Ueberfluß bitt' ich von dir; was ich bedarf, das gibst du mir. Mel. Jesu, meines Lebens Leben 5. Der Bogel bauet nicht 66 Beſter, weiſeſter Res das nährst doch mit milder Hand. Du schmückst die Blume königlich, die nicht zur Arbeit eilt, wie ich. Vergiß es, meine Seele, nie, weit mehr bin ich vor Gott als sie. 6. Mich schufst du nicht für diese Zeit, mein Ziel ist in der Ewigkeit. Du gabst mir Weisheit und Verstand, und machtest selbst dich mir bekannt. Nichts, was die gierer! ten Preis sei dir! Dir, auch meines Lebens Führer, sei auch ewig Preis von mir! Unter allen Millionen, die dein weites Reich bewohnen, siehst du huldreich auch auf mich, und versorgst mich väterlich. 2 Kann ich dich genug ers heben? Du, der Alles werden heißt, gabst mir mit des Leibes Leben auch die Seele, die Antio dildogan stat Vorsehung. 6 Sollt' ich dir denn nicht mit Freuden dankbar und er 20 Auke valla die dich preist. Ich, ein geben seyn? Sollt' ich zagen, Wunder deiner Güte, seh' mit staunendem Gemüthe, das sich selbst nicht fassen kann, als ein Bild von dir mich an. wenn mir Leiden widerfahren oder dräun? Nein, o Herr, dich laß ich walten, du, du wirst mich aufrecht halten. Sende Wonne, sende Schmerz, dankvoll nimmt's von dir mein Herz. 3. Auf der Menschheit hohe Stufe stellte, Herr! mich deine Hand, wo den Schall von deinem Rufe früh ich hörte, früh verstand. Aus unendlichem Erbarmen zogst du mich mit Vaterarmen in der Kindheit schon zu dir. Dwie preif' ich dich da für! 7. Flöhn mich auch die besten Freunde, fehlt auch andre Freude mir, wären viel auch meine Feinde; dennoch bleib ich stets an dir, dennoch will ich nicht vers zagen, will aufs Ziel von meinen Tagen, auf die begre Zukunft schaun, und von Herzen dir vertraun. 4. Täglich warest du mir nahe; deine Weisheit lehrte mich. Was ich hörte, was ich sahe, zeigte mir, o Va ter! dich. Ja, du famst mit neuem Segen jeden Mor gen mir entgegen. Was nur je mir heilsam war, reichte teine Hand mir dar. 5. Wie so viele frohe La: ge schenkte deine Güte mir! Sandtest du auch eine Plage, o so kam auch Trost mit ihr. Und wer zählt die Güter alle, die mir, seit ich hier schon walle, deine Vaterhuld ver, lich? Nein, zu zählen sind sie nie. Die vorzüglichsten Engel und Geister. Mel. Auf, Chriftenmensch! ott! deine Güte, deine Macht, kann 67 Gott! 11 43 8. Besser noch, als selbst das Leben, ist, o Vater! deine Huld. Was mir nüßt, wird sie mir geben, und mich tragen mit Geduld. Laß mich nur, du Allerbeßter! immer inniger und fester hier mit dir vereinigt seyn, deiner Gnade mich zu freun. 9. O der seligen Verbins dung, Allergütigster, mit dir! Gib, o Vater stets Empfindung deiner Vaters liebe mir! Mache du mich immer reiner, daß mein Herz auch einst noch deiner sich in deinem Reiche freu, und in dir ganz selig sei. Guid": Geschöpfe. dumy 3 nie ein Mensch ergründen. Sie zeigt sich in der Erde Pracht, und in den tiefsten Schlünden: und noch begreift bei 44 Werke und Wohlthaten Gottes. bei aller Müh', der größte frommen Trieben, wie sie, Weise niemals sie.. an Tugendfrüchten reid), dich und die Brüder lieben, so werd ich einst ganz engels rein mich deiner, o mein Vater, freun. Techn 2. Du bildetest im Stufengang, uns deiner zu erfreuen, durch Ordnung und 3usammenhang der Wesen lange Reihen; vom Menschen bis zum Thier und Baum Mel. Vom Himmel kam der ist nirgends leerer Zwischens 68 Wer zähle, Unend raum. licher, Reih'n der Wesen, die sich deiner freu'n, hinauf zu dir, als Vater sebn; aus allen Welten zu dir flehn? 3. Auch Engel, deren Geisterblick fein schwaches Licht begrenzet, und denen hohes Himmelsglück im rei chen Maaße glänzet, schufst du, o Gott, Unendlicher; der Wesen Vater und ihr Herr! 4. Fern von dem Hang zur Sinnlichkeit, die uns so oft entehret, vom Blendwerk jedes Wahns befreit, der die Vernunft bethöret, vell Kraft zu jeder guten That, betre ten sie der Tugend Pfad. 5. Voll Eifer und voll Thätigkeit sucht jeder deinen Willen, und was dein hoher Wink gebeut, gehorsam zu erfüllen, und preist in lauten Jubeln gern dich, seinen Vater, seinen Herrn. 6. Auch Menschenglück und Menschenheil vermehret ihre Freuden, froh nimmt an ihnen jeder Theil, er wird sie nie beneiden; wird, wenn der Sünder Rene weint, und Tugend liebt, des Sünders Freund. 7. Gott, laß mich, deis nen Engeln gleich, mit reinen, jed 2. Unzählbar ist der See len Schaar, die einst an Staub gefesselt war, nun losgewunden, diefe Welt nicht mehr in ihren Schranfen hält. 3. Unzählbar ist der See len Schaar, die unbegreifs lich wunderbar du noch zur Erde senden wirst, und durch den Tod zum Leben führst. 4. Auf diesem Erdball nicht allein sind Wesen, die sich deiner freun, hinauf zu dir als Vater sehn, dir jauchzen, betend dich erhöhn. 5. Ein ungezähltes Geis sterheer riefst du ins Leben, Gütigster! Dein Reich ist unermeßlich groß, ift, Aller höchster! grenzenlos. 6. Wann einst auf deinen Wink mein Geist sich seinen Fesseln auch entreißt, misch ich in eure sel'gen Reih'n mich, Mitanbeter Gottes, ein. 7. Entzückt vernimmt mein schärfres Ohr das höh're Lied onlamisd im Vorsehung. im Geisterchor, und meine Seele strebt und ringt euch nach, wann sie dem Vater lingt; wann ſie dem Bat 8. Dem Vater, dessen All, machteruf auch sie mit euch verschwistert schuf, nur mei ner Hülle hier ein Grab, Unsterblichkeit dem Geiste gab. 45 ind mehr dich zu erkennen, im mer heiliger zu seyn, wenn wir hülfreich gern mit ihnen unsern schwächern Brüdern dienen, wenn ohn' allen Ei genuß wir ihr Beistand sind, ihr Schuß. 5. Welch ein Heil, Gott, schon auf Erden Engeln an Vollkommenheit immer ähn licher zu werden, ähnlich Mel. Alle Menschen müssen 69 Wann wir unsern einst an Seligkeit! Laß uns Lauf vollenden, wann wir unsre Seele nun übergeben deinen Händen, bald in deinem Schooße ruhn: eilen wir aus allen Leiden hin zu deiner Engel Freuden, ewig, Gott, bei dir zu seyn, ewig deiner uns zu freun. nicht in eitlen Träumen dies ses große Heil versäumen; lehr' uns deine Wege gehn: einst, wie sie, dich auch zu sehn. 4. Wenn wir vor Begier de brennen, und, den Engeln gleich, uns freun, immer CUAND Der Mensch. Seine Würde und Vorzüge. Mel. Wer nur den lieben 2 Wir, zu Gnaden angenommen, hoffen, Bater, 70 Deinen ist mein Le s voll Vertrauen, auch wie sie mit allen Frommen tei ne Herrlichkeit zu schaun. Gleiche Hoheit wird uns schmücken, gleiche Wonn uns dann entzücken: wir, erhoben in dein Reich, wer den deinen Engeln gleich. ben! Erfreulich ist mein Ursprung mir! Du hast das Daseyn mir gegeben; mein ganzes Wesen kommt von dir. Du, Vater, riefst mich aus dem Nichts zum frohen Anschaun deines Lichte. ng 3. Dieses Heiles der Erlösten, dieser Wonne, dich zu sehn, dürfen wir im Tod uns trösten, wenn wir deine Wege gebn; wenn wir rin gen, schon auf Erden deinen Engeln gleich zu werden, standhaft in der Heiligkeit, dir zu dienen fiets bereit. b 3 Wenn ich auf meinen 2. Du gabst mir die vers nünft'ge Seele; die nur so lang den Leib belebt, bis sie, daß ihr fein Wohlfeyn fehle, dein Ruf zum höhern Geisterhebt. Du gabst Verstand und Willen mir, Vernunft und Freiheit dank id) dir. Körper sehe, den du so kunste voll ausgeschmückt: so wird o Bater in der Höhe, mein Herz 46 Werke und Herz von Freude ganz ente zu ihrer Würd' erhob, sind gückt. Ein jeder Sinn, ein sie so herrlich; sie erzählen jedes Glied erweckt zum Preis nur Geistern meines Schö se mein Gemüth.dpfers Lob. O Seele jauchze, 4. Jch bin nicht werth der daß der Ruf der Allmacht großen Güte, die du, mein dich zum Geiste schuf. Gott, an mir gethan; voll Rührung preift dich mein Gemüthe und betet dich in Demuth an. Dir will ich Herz und Leben weihn, und stets ein Freund der Tugend seyn. 5. Jch Gott! fann den ken; ich gewinne, weil ich zu einem Geiste ward, durch die Empfindung meiner Sin ne, Gedanken tausendfacher Art. Auchy strebt ich, alle Gott zu weihn; wie selig fönnt ich hier schon seyn! Wohlthaten Gottes. hundarya old manuf his into Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Ich kann sie sammeln, 71 Es werde Gott von sie verbinden; ſie trennen; dir erhoben, du es die seines Odems Hauch, mein empfinden, mich empfinden, Geist! Sollt ich nicht meinen mich unterscheiden von der Vater loben, den jedes sei Welt. Zu tausend Thaten ner Werke preist, ihn, der hab' ich Kraft; die gibt mir mich schuf, sein Bild zu Gott, der Alles schafft. seyn und seiner Liebe mich zu freun? 7. Wie feurig dürftet meis ne Seele nach Glück und Luft und Seligkeit! Nur daß ich oft betrogen wähle, was mich nach dem Genusfe reut. Doch das ist, Vater, meine Schuld, du schaffest, was du schaffst, aus Huld. Begabt mit wundervol len Sinnen, mit Freiheit, mit Vernunft von dir, sollt' ich nur dich, Gott, liebgewinnen, dich nur, und was gebräche mir? Ach mögte meine Seele dein mit allen ihren Kräften feyn! 2. Schön ist der sonnenreiche Himmel, den er zu sei nem Stuhle wählt; doch ist der sonnenreiche Himmel gedankenlos und unbeseelt; mir nur, dem Throne seiner Hand, gab er Gefühl, gab er Verstand. 3. Anmuthig, prächtig zum Entzücken ist seine ganze Kör, perwelt. Wer zählt die Reize, die sie schmücken? Was ich nur feben kann, gefällt; und dennoch kann sie nicht, wie schön, wie wundervoll sie jei, verstehn. 9. Gott, meine Lust sei, dich zu kennen, dich, Urquell 4. Für Engel nut, und der Vollkommenheit; von nur für Seelen, die Gott deiner Liebe ganz zu brennen, o das: 12 Vorsehung. 47 das sei mir Ruhm und Se- hen kann und hören und ligkeit! Nimmst du zum Erben, Gott, mic) an; hab' ich nur dich, was fehlt mir dann? nifi empfinden; froh bet ich meis nen Schöpfer an; ihn überall zu finden, in allen Werfen, die er schuf, das ist mein seligster Beruf, mein Lobgefang und Opfer. 10. Es werde Gott von dir erhoben, du, seines Odems Hauch, mein Geist! Sollt ich nicht meinen Vater loben, den jedes seiner Werke preist? Ihn, der mich schuf, sein Bild zu seyn, zu lieben ihn, mich ihm zu weihn. 5. Wer leitet meines Blutes Lauf? Wer lenft des Herzens Schläge? Wer regt die Lung' und schwellt sie auf, damit ich athmen möge; Gott ist es, der dies Alles thut. Preis, Schöpfer, dir! Dir wallt mein Blut, mein Herz Mel. Es ist das Heil uns 72 Dir, Gott, sei Preis schlägt dir, o Schöpfer! und Dank ges bracht! Dich rühme Harf und Psalter! Ich bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Erhalter! Mein ganzer feib, erbaut von dir, ein jeder Sinn und Nerv an mir beweiset deine Größe. 6. Ja, dir sei Lob und Dank gebracht! Dich rühme Harf und Pfalter! Sch bin ein Wunder deiner Macht, mein Schöpfer und Ertal ter! Gib, daß ich nie mich selbst entweih' auf daß mein Herz ein Tempel sey, in wel chem dein Geist wohnet. 2. Haupt, Aug und Ohr, Herz, Mund und Hand, die ich zu dir erhebe; die Haut, Mel. Mein erst Geschäft ſei ſo künstlich ausgeſpannt, der 73 welch ein Glück, fein Gewebe ein Mensch zu Glieder sagen mir: ich sei, seyn! Wer kann genug es o Gott, ein Werk von dir, preifen? Laß des Berufs, und deiner Weie heit Spiegel. ein Mensch zu seyn, Gott, würdig mich erweisen! 3. O hättest du mein Au ge nicht so fünstlich zuberei tet, was nüßte mir der Sons ne Licht, der Glanz, den sie verbreitet? dann säh' ich widt, mit welcher Pracht du, Herr, durch deine weise Macht die ganze Schöpfung schmücktest. 4. Jch jauchze, daß ich se 2. Den Leib, die Sinne dank' ich dir; du gabst mir auch die Seele, Verstand, Vernunft, Gefühl mit ihr, durch die ich denk und wähle. 3. Mich allen Wesen vorzuziehn, die auf der Erde leben, hast du auch Freiheit mir indstione Werke und Wohlthaten Gottes. 48 mir verliehn, Gewiffen mir seyn, mich würdig stets ers gegeben. ted. weisen. 4. Der Mensd) nur ist's, der reden kann, ſonst kein Beschöpf auf Erden; der Mensch nur ruft did), SchöMel. Nun danket alle Gott pfer, an, kann Andrer Lehrer 74 Au Umächtig großer werden. Gott, wer fann dich g'nug erheben? Du gabst der ganzen Welt Bewe.. gung, Kraft und Leben. Was Geist und Körper heißt, was Erd' und Himmel begt, hat deine Huld gebaut, die jießt noch alles trägt. 2. Du schufst, ich dank es dir, auch mich zu deiner Ehre; und wolltest, Gütigs ster! daß ich dein Bildniß wäre. Darum hast du den Geist, der in mir lebt und denkt, mir zur Unsterblichkeit aus deiner Huld geschenkt. 3. O welch ein großer Zweck, dazu du, Gott, mich schufest! Wie herrlich ist das Theil, dazu du mich berufest! Dir, Höchster, ähnlich seyn, vollkommen seyn, wie du! 5. Jhn schufst du zur Geselligkeit, gabst ihm ein Herz voll Triebe zum Mitgefühl für Freud und Leid, zur Freundschaft und zur Liebe. 6. Und dieser Gaben Fülle schafft mir unzählbare Freuden; gibt mir zu edlen Thaten Kraft und Ruh' und Trost im Leiden. 7. Dich meinen Gott, er fenn' ich hier in jedem deiner Werke. Du bist, dieß sind ich selbst an mir, voll Weis heit, Güt' und Stärke. 8. Sy höre deinen beil's gen Ruf; die Zugend ist dein Wille! Du dessen Güte mich erschuf, gib, daß ich ihn erfülle! 9. Ich bin ein Mensch und darf vor dich getrost und freudig treten, ich darf, du hörest liebreich mich, dich preisen, zu dir beten. 10. Heil mir! oeil der Zuversicht, die ich im Staube habe; ich bin unsterblich! Gott, dein Licht ergellt die Nacht am Grabe! 11. O welch ein Glück, ein Mensch zu seyn! Ich will es dankbar preisen, und des Berufs, ein Mensch zu Bestimmung des Menschen zur Gottähnlichkeit.or 10 wohl mir, wenn ich's bin! Hilf du mir selbst dazu. 4. Laß mir dies große Ziel doch stets vor Augen schwe ben; mein allerstärfster Wunsch, mein eifrigstes Bes streben in allem meinem Thun sei dieß, o Gott, allein, daß ich auch, so wie du, gesinnet möge seyn. 5. Du bist der Wahrheit Freund; laß mich auch Wahrs heit lieben, und mit stets brud munterm Fleiß in Allem dem mich üben, was mich zur Wesbeit führt zur Weise beit, die dich ehrt, und Al tem Beifall gibt, was du uns selbst gelehrt 6 Lag deine Heiligkeit mich stets zum Muster neh hilf mir die Sünde fliehn, des Fleisches Fuste zahmen, nur das, was redt ist, thun, des Guten mich ers freun, und dem, der's iben will, auch gern bebülflich seyn. Borsehung. 7. Gib, daß ich so, we du, ein Freund der Men fchen werde, dem Wohlthun Freude macht, der Kummer und Beschwerde dem Näch sten gern erspart, sein Leben ihm verfüßt, und wo er hel, fen kann, zu belfen willig ist. 8. Noch bin ich weit entfernt, o Gott, von diesem Zrele; du weißt, was mir noch fehlt, und ich, ich sels ber fühle, wie wenig ich dir noch im Guten ähnlich bin. O bilte du mich ganz nach dir und deinem Sinn! 9. Begluckt ist nur aledann mein tebenefauf auf Erden, wann ich dir immer mehr son hier fann ähnlich wer den. Dann werd' ich ewig auch mit dir vereinigt seyn, und mich ohn' Unterlaß, Gott! deiner Gute freun. 1 75 3 Mel. Mein Gott, das Herz bin, oot, dein Eigenthum. 49 Du schufft mich, dein zu seyn, mein ganzes Leben dir z m Rubm, und deinem Dienst zu weihn. 2. Du patst mir den vernünft'gen Ge st, bewundernd einzulehn, wie dich, Herr! deine Echöpfung preist, mit ihr dich zu erböbn. 3. Was um mich ist, vers fündigt mir, Gott! deine Herrlich keit; zu ihrem Preiſe reizt mich hier selbst jede Sabreszeit. 4. Und ich, ich sollte fübl los seyn? Ich rühmte dich, Herr, nicht? Ein Herold deis nes Rubms zu seyn, bleibt meine größte Pflicht. 5. O mache dieser Pflicht mich treu, so treu, Herr, als ich soll. Mein Herz, mein Mund, mein Wandel scy stets deiner Ehre voll! 6. Wer dich verehrt, bålt dein Gebot, ihm ist's nict last, nicht Pein. Trum gib auch mir die Kraft, o Gott! getorfam dir zu seyn. 7. Was du gebeurt, ist für uns gut; du willst nur unter Heil. Wohl dem, der deinen Willen thut! Du bist sein Trost und Treil. 8. Er wandelt hier auf ebner Bahn, und selbst in Traurigkeit schmeckt er, dir, Höchster! zugethan, in dir Zufriedenheit. 9 Nach tier vollbrachter Prüfungszeit nimmt ihn der Himmel ein. Herr: laß nach D dies 50 dieser Seligkeit mein ganz Bestreben seyn. Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Schon ist der Tag von Gott 76 H err! lebre mich, den wahren Werth des Menschen tief empfinden, und Allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden. Nie komm es mir aus meinem Sinn, was ich als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte. 2. Jch, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du hauch test, Gott, aus Liebe mir auch die rege Seele ein, und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr als was diese Sinne rührt, und nur zu Sinnen freuden führt, zu fühlen und zu fassen. 3. Gott, diesen Vorzug gabst du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genährt von dir, auf deiner Erde wohnen. Was ihnen feblt, gabst du mir hin, Vernunft und Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend. 4. Du schufft mich zur Gefelligkeit und für der Freund, schaft Freuden, gabst mei nem Herzen Fühlbarkeit für Andrer Glück und Leiden, und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken. 5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich erfennen lernen; ich kann von dem, was dir mißfällt, mich ohne Zwang entfernen. Und wer, wer zeigt die Grenzen, an, wo ich nicht weiter sire. ben kann nach Licht und Herzensgüte? 6. In stiller Andacht fann mein Geist sich bis zu dir erheben, und dir, den Erd' und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich fann mich deiner Liebe freun, dir folgen, dir ergeben seyn und deiner Vorsicht trauen. 7. Nicht blos für diese fur ze Zeit rufst du mich in dies Leben. Zum Vollgenuß ber Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Grabes Raub; du, Herr! wirst ihn verklären. 8. Vom Himmel fam, ges fandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er fam und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernst, lich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schätzen! 9. Und ich, ich sollte mich entweihn, und gleich den Thieren handeln, der Fleis scheslust ergeben seyn, und Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sey ein solcher Sinn von mir Vorsehung. 51 mir! Bewahre mich, daß ge hast du mir zur Wallfahrt ich mich hier so frevelhaft nicht schände! zugemessen. Schnell wie ein Traum sind sie vollbracht, und dann wird dieser Erde Pracht auf ewig mir vergeben. 10. Gib, daß ich jetzt, und allezeit auf mein Gewissen achte, nach Weisheit und Gerechtigkeit mit allem Eifer trachte, dich liebe und mich deiner fren', und so des Vorzugs würdig sey, den du mir hast verliehen. Mel. Es ist das Heil uns 77 Wie wichtig ist doch der Beruf, den uns der Herr gegeben! Gott! als uns deine Liebe schuf, da schuf sie uns zum Leben. Zum Leben, welches ewig währt, das weder leid noch Angst beschwert, willst du uns hier erziehen. 5. Drum laß des Himmels Herrlichkeit mich stets vor Augen haben. Laß mich in meiner Prüfungezeit, um jene beßre Gaben, die mir im Tode nicht entfliehn, am ersten und mit Ernst bemühn, damit ich nicht einst darbe. 4. Dein Pilgrim bin ich ja nur hier; laß' mich dieß nie vergessen; nur wenig Tas 6. Ein Herz, daß dich, o Vater, liebt, und deines Sohns sich freuet, das in dem Glauben Zugend übt, und sich vor Sünden scheuet; ein solches Herz, das wird allein sich ewig deiner Güte freun, und einst dein Antlig schauen. 2. Nicht hier ist unser Va terland; allein bei dir, dort oben, da ist der Ort, wo deine Hand das Glück uns aufgehoben, das nie ein traurig Ende nimmt. Hier sind wir nur von dir bestimmt, uns dazu anzuschicken. 3. D laß mir doch dies große Ziel durch nichts verrücket werden, was hilfts, wenn ich auch noch so viel von Gütern dieser Erden, von Ehre, Geld und Lust ge 78 Dut, du ſchufft Von der Sünde. Mel. Auf meinen lieben Gott der kein Boses winn', wenn ich dabei nicht tüchtig bin, dein Himmel reich zu erben? den Menschen gut; du gabst ihm Licht und Kräfte zum seligen Geschäfte, in Heiligs feit zu wandeln, und recht vor dir zu handeln. D2 2. Wo 7. Und solch ein Herz das wollst du mir, Gott aus Ers barmen geben, damit ich möge auch schon hier nach den Gesetzen leben, die selbst im Himmel gültig sind, bis ich als dein bewährtes Kind, zu deiner Freude gehe. Die Erlösung von Sünden durch Christum. Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Wo ist der Unschuld wir sind, so willst du doch Ruhm? Ach, wir, dein Ei uns beilen, und neue Kraft genthum, wie tief sind wir ertheilen, durch Christum gefallen, wo ist jetzt unter schon auf Erden von SünAllen ein Mensch ganz rein den frei zu werden. von Sünden vor dir, o Gett, zu finden? 9. Ach, laß durch unfre Sduld und deine Baterhuld nicht freventlich verscherzen! Erwecke unire Herzen, dir nicht zu widerstreben, damit wir ewig leben. leben.ind 52 3. Hier ist fein Unterschied. Dein Ange, Höchster, sieht auf alle Menschenfinder, und feht sie alle Sünder. Bor dir, o Herr, ist keiner ganz schuldlos, auch nicht Einer. Mel. Schon ist der Tag von Gott 4 Verderbt ist unserSinn; 79 Kine, or die Weisheit ist dabin, uns regieren sollte, nur, was dein Wille wollte, mit freutenvollen Trieben wählen und zu lieben. ist ündenfrei: wer dürfte sich erheben? Was hilft uns Trug und Heuches lei? Du tennest Herz und leben. Umsonst, umsonst verbergen wir selbst die ge: beimsten Triebe dir; dein Blick durchschauet Alles. 5 Der Sinne Rust und Schmerz rührt leider! unser herz mehr, als die höhern Freuden, mehr als die größern feiten, die wir auf Ewigkeiten selbst unserm Geist bereiten. 6. Dir folgen, dünkt uns Zwang: des Herzens bofer ang reißt uns mit starkem Triebe zu schnöder Sünden liebe: und wer vermags zu zählen, wie oft wir vor dir feblen? 7. D Herr, gib uns dein ficht, daß wir, was uns gebricht, beschämt vor dir bes fennen, und stets von Ernst entbrennen, der Sünde zu entfagen, der Beßrung nach zujagen. 8. Wohl dem, der sie ges winnt! Gott, so verderbt 2. Du weißt, wie oft wir frevelhaft uns böser Thaten freuen, und unsers Geistes edle Kraft dem Sündens dienste weiben. Gereizt von Welt und Sinnlid feit, vers scherzen wir oft unsre Zeit, und unsers Herzens Rube. 3. Wir sollen stets auf dein Gebot mit frommer Seele merken: wir können's auch; denn du, o Gott! willst gern die Schwachen stärken. Und dennoch) un terdrücken wir so oft die Ehrfurcht, Herr! vor dir, und folgen unsern fußten. 4. Wie leicht entwöhnt sich unfer Herz, im Gluck auf dich zu sdauen! Wie hald vers antom Erlösung. dist 53 vergessen wir im Schmerz, dir 2. Sieh' um Kraft mich findlich zu vertraun! Wie mächtig reizen Stolz und Reid uns oft zur Unzufriedenheit mit deiner freien Güre! 5 Du haft mit Menschen uns vereint, die dir! Gott! angehören; wir sollen aller Bosheit Feind, auch ihre Freuden mehren. Doch wer ist immer liebevoll? sorgt für den nächsten, wie er soll? Wer hilft fo, wie er könnte? 6. Oft wirft auch unsers Beispiels Macht, daß An dre wie wir fehlen. Sie fehn auf uns; die fust er wacht, das Böse zu erwäb len. Gleich uns, verschmähn sie deine Huld; und ihr Ver derben, ihre Schuld vers mebret unfre Schulden. 7. großer Gott! hier stehen wir verklagt von un fern Sünden. Vor dir, Allheiliger! Vor dir ist fei ner rein zu finden. Wie fümmert unfre Seele sich! Wir Alle fehlen wider dich! Erbarm dich unser Aller! Shoarm dich Schwachen beten, meinem Vorsatz trau ich nicht. fof. fende Begierden treten zwi schen mich und meine Pflicht. Selbst den beil'gen Andachts stunden, wo, der niedern Welt entschwunden, ich von dir und Tugend iprad, folg ten Sündentage nach. 3. O wie oft hab ich ges weinet, schmerzlich meinen Fall bereut, gläubig mich mit dir vereinet, und midy deiner Huld gefreut! Gnädig fabft du zu mir nieder, aber bald vergaß ich wieder meine Pflicht und, Bater! dich, und die Welt besiegte mich. 4. Du allein, du kannst mich retten, wo mich Sünd' und Wahn zerstreut; mach mich ledig von den Ket ten trügerischer Ginnlid feit! Tilg' die Quelle meiner Schmerzen, die Begier aus meinem Herzen! Zief im Staube bitt' ich dich: leite selbst zur Tugend nich! Mel. Alle Menschen müssen sterb. 5. Sich, mich dürftet nach dem Guten. Früh und spät 80 möcht' ruf ich zu dir: laß mein Herz nicht ich leben, Recht thun wäre meine Lust; aber Late widerstreben dem Ge set in meiner Brust, und der Gündentrieb im Herzen ist noch oft mir Quell von Somerzen. Mich beschwert ber Sünden Jodh; was ich nicht will, thu' ich doch. langer bluten; beinen Geist verleihe mir! Hilf die böse Luit bezwingen, und nach deinem Beifall ringen! Stärke mich mit hoher Kraft, das zu thun, was Segen schafft! 6. Ja, du hörst mein findlich Flehen! Du erquickst mein 54 Werke und Wohlthaten Gottes. mein Herz mit Ruh'! Leben könnte leicht der Grund werd ich nicht vergehen von schweren Sünden seyn. meine Stärke, Gott! bist du. Ueberwinden, überwinden werd' ich durch dich alle Sünden. Meine Seele, fasse Muth! Endlich werd' ich fromm und gut. 5. Durch Tugend steigen wir zum göttlichen Geschlechte, und ohne Tugend sind selbst Könige nur Knechte. Sie, sie nur macht uns erst des Lebens Anmuth schön, nur sie fann über Zeit und Schicksal uns erhöhn. Mel. Gott, du frommer Gott. 81 Wer er nur Ein laster liebt, wie leicht fällt der in alle! Wer Ein Gesetz entweiht, entheiligt in dem Falle die andern auch zugleich in seinem Herzen mit und schwächt die Kraft in sich, die sonst fürs Gute stritt. 2. Ein Fehltritt fann den Grund zu hundert andern legen und gibt nicht selten uns das schreckliche Vermögen, dann dreist und ohne Furcht vor des Gewissens Pein, auch jede andere Pflicht vorsäßlich zu entweihn. zu bedecken: So führt zur Lasterbahn ein einz'ger Feh. ler hin; und wo die Tugend weicht, muß auch die Ruhe fliehn. 6. Im legten Augenblick, wenn Alle von uns gehen, wird sie in Lichtgestalt zu unfrer Eeite stehen. Hell wird durch sie der Blick auf die durchlaufne Bahn, und muthig treten wir die neue Wallfahrt an. 3. Wie oft versucht der Mensch, aus Scham, aus Mel. Herr, ich habe mißgehandelt Furcht und Schrecken, durch 82 Sünde ünde ist me flein eine erste zu schätzen. Nennt sie flein, doch bringt sie Schuld. Denn sie wiederspricht Gesetzen, die mit Weisheit und voll Huld und der Heilige gegeben, um durch sie beglückt zu leben. 2. Sein Geseß ist gut und weise, wie sein Wille selbst es ist. Mensch, befolg' es, und beweise, daß du seiner nicht vergißt! Ewig muß Gott 4. So sey es mir denn Pflicht, der fleinsten Schuld zu wehren, und jede Tugend stets mit Eifer zu verehren. Kein Fehltritt scheine mir und fein Bergehen flein; dies 7. Denn Zugend wird ins Reich der ew'gen Herrliche feiten den Geist, der sie ges liebt, vor Gottes Thron begleiten. Und wie? mir Sterblichen wär dieses Glück zu flein, um strenge gegen mich und tugendhaft zu scyn? Erlösung. Gott Sünde haffen, kann nie ungestraft sie lassen. 3. Aber gibt es nicht selbst Dinge, die der Sünden Schuld erhöhn? O! die Schuld ist nicht geringe, wenn wir sein Geseß verstehn, es als wahrhaft gut zwar schäßen, doch aus Leichtsinn oft verleßen. 4. Sünd'gen wir mit Ue berlegung wider des Gewis sens Epruch; achten nicht des Herzens Regung, nicht des innern Richters Fluch: so ist das, was wir voll brachten, schon für größre Schuld zu achten. 5. Hat dich Gott hervor, gezogen und mit Wohlthun überhäuft, und du bleibest dem gewogen, Pflicht entgegen läuft: so mehrt Undanf deine Sünden wichtiger wird Gott sie finwas der 55 Dinge gutes Beispiel dir zur Pflicht, und du schätzest sie geringe, ärgerst, aber befferst nicht: größer wird dann deiu Verbrechen, und der Richter wird es rächen. 9. Doch wer fann das Alles zählen, was Troß, Wahn, Unbesonnenheit, Stolz, Heuchelei sich wahlen, das der Thaten Sündlichkeit vor dem Rid ter nur vermehret, weil es sein Ge setz entehret! 10. Gott! laß mich dies wohl bedenken, und entfernt von Sicherheit, meines Lebens Gang so lenken, daß ich mit Behutsamkeit das nur thu', was dem gebühret, der den Christennamen führet! den. 6. Fühlest du in dir schon Kräfte, Lieblingssünden zu entfliehn, und eilst doch zu dem Geschäfte, welchem Gott 11. Paß mir niemals eine Sünde klein und unbedeutend seyn! Vater, flöße deinem Kinde Redlichkeit und Kräfte ein, folgsam dem Gesetz zu leben, und nach Tugend nur zu streben. Mel. Alle Menschen müssen sterb. dich wollt' entziehn; wirft, 83 Großer Gott! erhabgestärkt bes ser, so wird deine Schuld noch größer. 7. Wenn dich nichts von außen reizet, und nur inn're böse Lust blos nach solchen Dingen geizet, deren Unrecht dir bewußt; o! so ist dann dein Vergehen größer, als sonst anzusehen. nes Wesen, das, voll segnender Begier, Menschen sich zum Dienst erlesen; ach, was ist der Mensch vor dir? Wenn ich deine Größ' erwäge, und was ich bin, überlege: o wie niedrig und wie flein muß ich mir nicht selber seyn? 8. Machen ganz besondre 2. Ach, es herrscht der Trieb zur Sünde mächtig oft 56 Werke und Wohlthaten Gottes. in dem Gemüth, und macht barfeit in mir: Bater![ aß mich zu einem Kinde, das das schwache Fallen meines vor seinem Vater flebt. Ach Lobes dir gefallen. Bide ich feb mit Reu' une Schref mich, dein Eigentbum, gang fn tausend Fehler, tausend zu deines Namens Rubm. Flecken, und in der verderbren Brust regt sich öfters bö'e gust. 7 Meine Kräfte, meine Glieder sind zu deinem Dienst bereit. Herr! ich falle vor dir nieder, voller Shrerbietigkeit. Was du willst, zu thun und leiden, dies gelob' ich dir mit Freuden. Gott und Herr der ganzen Welt, thu' mit mir, was dir ges fällt! 2. Was ich Gutes an mir habe, ist von deiner Vater band. O wie manche gute Gabe bat du, herr, mir zu gewandt! Selber auf dem Sündenpfade trägt mich fat onend deine Gnade Nähmest du zurück, was dein, ach! was wurd' mir übrig seyn? 4. Doch die Menge deiner 840 Gaben klagt nur meinen Un dank an, weil ich sie oft ganz vergraben, oder damit groß gethan; oft voll Veichtsinn sie verschwendet, und zu Cünden angewendet. O! wie häuft sid) meine Schuld durch Verad; tung deiner Huld! 5. Sieh, hier lieg ich in dem Staube tief vor dir, mein Gott, gebückt: toch mein demuthsvoller Gianbe, der auf meinen Heiland blickt, hofft auf deine Batergite, und mein tief beschämt Ge. müthe, daß den Math fast ganz verlor, hebt sich noch zu dir empor. 6. Ja, die Wunder dei ner Lebe ziehen ganz mein Herz zu dir. Ach, erhalte selbst die Triebe treuer Danks Folgen der Sünde. Mel. Jefus, meine Zuversicht wie auft ut, err, dein Joch! o wie leicht dein guter Wille! Oft gederkt die Seele noch jes ner Rube, jener Stille, die in reinen Herzen wohnt und den Fleiß der Tugend lehnt. 2 Über, ach! ist er entflohn, des Gewissens sanfter Friede; dann wird Qual der Sünde Lohn, und ihr Dienst macht franf und müde. keine wahre Freute blüht, wo des Herzens Unschuld flie't. 3 Trückend ist des fasters Joch, schwer der Sünden harte Bande; und ihr flave wählt sie dochy, taummelt an des Abarunds Rande, drinkt sich glücklich, groß und frei bei der tiefsten Eflaverei. 4. In der ungestümen Brust weilet feine Freude lange Erlösung. dan sin 57 lange. Unmuth folgt auf Heiligungsgeschäfte. O Vas Sündenlust; angstvoll bebt ter, gib, daß nie mein Geist sein Herz und bange, sucht sich seine Würde selbst ents vergebens Fried' und Ruh, reißt! und eit neuen fastern zu. 5. Unter schuldlos froben Re b'n wandelt er mit rru bem Blicke; will, und fann nicht fröhlich seyn, wünscht vergangne Zeit zurücke, wird, das Herz voll Groll und Neid, Störer ihrer Fröhlichkeit. 3. Wer Sünde thut, der haßt das licht, das Gott uns bat entzündet; er fennt die wahre Weie heit nicht, bie uns mit ihm verbindet. D lebre, Gott, mich weife feyn und stets den Reiz zur Sünde scheun! duland br 4. Wer Eünde thut, der troßt dem Herrn, durch den wir sind und leben: er bleibt von jenem Reiche fern, nach dem die Frommen streben. Wie thörigt und wie uns dankbar' Entreiße, Gott, mich der Gefahr! 6.( Bottes schön geschmückte Welt ist umsonst für ihn geschmücket; Blumenau und Saatenfeld, was den. Tu gendfreund entzücket; dem fein Herz entgegen wallt, läßt die ſtumpfe Seele falt. 7. Herr tein beiliges Ges richt trifft die Sünder, die dich baffen, die Verächter ihrer Pflicht! Herr, ich will dich nie verlassen; steb' mir in Versuchung bei, und er halte selbst mich treu. Mel. Auf, Chriftenmensch! 85 Wer er Günte thut, der liebt nur Wahn, nur Träume, die ihn trügen. Er wandelt auf des Irrthums Bahn, und lernt sich selbst belügen. D! hilf mir, Gott, daß ich dir treu, und fern vom Selbstbetruge fey! 2. Wer Günde thut, der unterdrückt und schwächt die Seelenfräfte, wird frech und blind und ungeschickt zum 5 Wer Sünde tbut, ach! der entzieht sich stolz dem Ruf der Gnade. Verkehrt, verstockt wird ein Gemüth, und tief fein Ceelenschade. O! welch' ein frevelhafter Sinn, wenn ich dir, Gott, nicht folgfam bin! 6 Wer Sünde tbut, vers wirft das Wort, das Heil und Frieden stiftet; er eilet auf dem Pfade fort, wo sich sein Herz vergiftet, wo sein Gewissen einst ihn nagt, und laut ihn, Herr, vor dir vers flagt! 7. Ber Sünde thut, sieht fchredenvoll die lette Stunde kommen; die Hoffnung, die ihn trößten soll, ist seinem Geist benommen. Er liebte Gott und Jesum nicht; nun Crohn 58 droh'n ihm Tod und Weltgericht. 8. So täuscht die Sünde ihren Freund! So lohnt sie schon auf Erden! Ach, wann die Ewigkeit erscheint, ach wie wirds dann ihm werden? Viel Gutes, Herr, ist mir verliehn: o lehre mich auch Sünden fliehn! Werke und Wohlthaten Gottes. 2. O wären wir vom Jüng ling bis zum Greise dir, Gott, gehorsam, immer gut und weise; was würden wir mit freudigem Gewissen für Glück genießen! 6 Die Luft zum Bösen fes selt sie, und wüthet! sie leiden selbst durch das, was sie ge. bietet, fie bahnen sich den Weg durch ihre Freuden zu Gram und leiden. Mel. Herzliebster Jefu o ist wohl Noth 86W und Elend auf Mel. Herr, ich habe mißgehandelt der Erde, das von der Sün: 87 Gott! wie schreck de geboren werde? Verwandeln sich nicht stets der Thorheit Freuden in bittre Leiden? lich sind Verbre chen, weil sie, faum vollendet, sich selbst verfolgen, furchtbar rächen, Richter! dein Geseß und dich! Ach dem Laster folgt Verderben; Armuth, Schmach und frühes Sterben! 3. Erhöhet würde jede Lust auf Erden, und jede Bürde uns erleichtert werden, wenn unser Herz den lockungen der Sünde stets widerstünde! 4. Doch ach, sie herrscht, um Alles zu zerrütten, er schüttert Thronen und verwüstet Hütten, trübt jeden Segensquell, droht unsern Lagen mit harten Plagen. 5. Wann fönnen Sünder froh zum Himmel schauen, an dich, Herr, denken ohne Furcht und Grauen? an Tod und Grab und an der Zukunft Leben, und nicht erbeben? 7. du, zu dem wir fromm die Hände falten, gib, daß wir fest und an die Tus gend halten, und siegend in Versuchung, uns zum leben in Gott erheben! 2. Und wie quält den sein Gewissen, der verworfne Thaten übt! Kann er jenes Trost's genießen, den nur reine Tugend gibt? Kann er, ohne zu erbeben, denken an ein fünftig Leben? 3. Nur ein Fehltritt auf den Wegen, die wir wan deln sollen, Gott! was vernichtet der für Segen, wie versenkt oft der in Noth! Ach, was müssen wir oft leiden, blos für Einer Thore heit Freuden! 4. Starke, Gott, verfolgen Schwache; Schwache Schwächre! Geiz und Neid, Menschenhaß und Durst nach Rache Erlösung. 59 Rache, Wollust, Stolz und fen seyn; mich nie zweifeln Ueppigkeit: wie erfüllen die mit Plagen deine Welt, mit welchen Klagen! am Gerichte; auch den kleinsten Fehltritt scheun! Stärke mich, daß ich die Sünde immer glorreich überwinde! 5. Wie die Arglist Frevel brütet! Wie Gewalt und Ty rannei, gleich der Pest in Mittag wüther! Wie im Fin 882 in meiner Seele, Mel. Wie groß ist des Allmächt'. ity! welch ein Kampf stern Heuchelei trachtet, über alle Zeiten Fluch und Jammer zu verbreiten! welch steter Widerspruch in mir! Mein Geist will, daß ich Gutes wäble, er jehnt fich, Gott, so heiß nach dir; allein das Fleisch verführt den Willen, macht ihn den Sinnen unterthan, strebt, ibre fusternheit zu stillen, und Berbrecher gelt' ihm gleich; schmiegt sich, ach! den Sün. es sey kein Rächer? 6. Und wir Sünder könn ten wähnen, Gottes heiliges Gericht strafe feines Elends Thränen, acht' auf unsre las ster nicht? der Gerechte, der 7. Wären wir nur gut und weise, deinem Willen unterthan, gingen Jünglinge und Greife immer auf der Tue gendbahn; o wie strömte Heil und Segen jeglichem von dir entgegen! 8. Würde nicht, wenn schon auf Erden feiner je der Noth entgeht; jede Last erleichtert werden; jede wahre lust erhöht, wenn den Lokfungen der Sünde unser Herz stets widerstünde? 9. Ich erschrecke, Herr, ich bebe, daß mein Herz so oft vergißt, daß, wenn ich nicht heilig lebe, eitel meine Hoffnung ist: selig dort, und schon auf Erden ruhig und getroft zu werden. 10. Laß des fasters bittre Früchte mir stets in Gedans den an. 2. Ein doppeltes Geset regieret mein Wesen; v wie rätbfelhaft! Wenn mich der Wahrheit Strahl berühret, dann schmeck ich Frieden, fühle Kraft; doch schnell ent zieht ein Todesschatten mir dieses himmlisch reine Licht, ich muß im halben Lauf ers matten, ich will, doch ich vollbringe nicht. 3. Der gute Vorsatz, den ich fasse, er bleibt ein Traum der Phantasie; ich thu das Böse, das ich hasse, und scheue oft der Tugend Müh. Getrieben, wie ein Schiff vom Winde, dem Mast und Steuerruder brach: reißt sie mich hin, die Macht der Sünde; zu späte Thränen folgen nach). 4. Wer löst mich von den Sflas Werke und Wohlthaten Gottes. ben, willst du nicht. Cflavenfetten? Wer schafft zu erfreun; daß wir verderin meinem Innern Rub? Wer kann mich von mir selbst erretten? Nur du, Allmäch tiger, nur du! Ein Strahl von deiner( Snade genü et zur feligsten Genefung mir; o send' ihn, daß mein Slaube sieget, und schenke Kraft zur Tugend mir! CO Von der Erlösung. In eigener Melodie. 89 5 err, wir fingen deiner Ehre. Er barm dich unser, und er höre, nimm gnädig unfer Poblied an! Herr, wir dan fen voll Entzücken; wo ist ein Gott, der so beglücken, so lieben und so segnen kann? Der Gott, ten wir erböhn, er, ressen Heil wir sehn, ist die Liebe schon vor der Zeit, in Ewigkeit war Gott die Liebe; wird sie seyn. 3. Als wir von der Sünde Plagen gequält, in unserm Elend lagen, und Nacht des Todes uns empfing fern von deiner Wahrheit Pfade, da war es, Gott, als deine Gnade erbarment vor uns überaing. Da rief dein Vas terblick durch Jefum und zurück von der Sünde. Ans ihrer Nacht sind wir erwacht, erwadt, um Gottes Licht zu febn. 4 Preiset ihn, ihr Jubel lieder der Sohn des Höchs sten stieg hernieder, ward Mensch und starb der Sünder Tod. Chriftus hat den Tod bezwungen; ein Sieges lied werd' ihm gesungen! Uns segnet und begnadigt Gott. Wir sind mit ihm versöhnt; ihr Lobgefange tönt! tönt zum Himmel! Herr, Preis sei dir! Einst fnieen wir an deinem Thron, und beten an. 2. Um zu dir uns zu erbe: Mel. Mache bich mein Geift, ber. ben, hauchst du in unsre Bruft das Leben, und schen: 90 11n'er Gett, der Herr fest und Erde Glück. Um zu dir uns zu erheben, entzieht du anfrer Brust das Leben, und schenfest uns des Himmels Glück. Du gibt das Leben, Gott, und führst auch durch den Tod uns zum Leben. Du suchst allein, uns der Zukunft Zeiten, farn, was ihm zu thun gefällt, lange vorbereiten Stets zur That wird ein Rarh; auf veroorgenen egen komt uns Heil entgegen. 2. Jesus ward zum Heil der Erlösung. X 61 der Welt einer unsrer Brüs liche der That, das kann ter; freudig, wie zum Sieg der Held; fam zu uns er neder; rang mit Noth, Schmach und Tod, um zu etlerm Leben Menschen zu er eben. 3. Seiner Anfunft frohe Zeit ließ in frühen Jahren Gott mit ihrer Herrlichfeit Völkern offenbaren. Was geishah, fern und nah, wußt' er dann gu lenfen, um uns ihn zu fdenken. 4. Preiset ihn voll Zuvers sicht, der die Welt regieret! Immer wird, was er vers spricht, herrlich ausgeführet. Ehret ihn, der erschien, uns zu Gott zu leiten; folget ihm mit Freuden. mein Herz empfinden. 5. Nimm mir den Trost, daß Jesus Christ nicht meine Schuld getragen, nicht Gott und mein Erlöser ist: so werd ich angstvell zagen. 6. Ift Chrifti Wort nicht Gottes Sinn; werd ich sters irren müssen, und, wer Gott ist, und was ich bin und werden soll, nicht wissen. 7. Nein, diesen Trost der Christenheit foll mir fein Zweifel rauben; ich fühle feine Göttlichkeit und halte fest am Glauben. 12. Hoch über die Vernunft erhöht, umringt von Finsters niffen, füllt du mein Herz mit Majestät und stillest mein Gewissen. 3. Ich kann der Sonne Wunder nicht, noch ihren Bau ergründen; und doch fann ich der Sonne Licht und ihre Wärm' empfinden. 4. Co fann ich auch nicht Gottes Rath von Jesu Tod ergründen, allein das Gött 8. Des Sohnes Gottes Eigentbum, durch ihn des Himmele Erbe; dieß bin ich; und das ist mein Rubm, auf den ich leb' und fierbe. Mel. Mein erft Geschäft sei Preis 9 Du gibst mir deinen 91 Gedanke, der uns Geist, das Pfand, im Glaus Leben gibt, wer fann dich ganz durd denken? ifo hat Gott die Welt ge hebt, uns seinen Sohn zu schenken. ben mich zu stärken, und bil. dest mich durch deine Hand zu allen guten Werfen. 10. Eo lang ich deinen Willen gern mit reirem Hers zen thue, so fühl ich eine Kraft des Herrn, und schmeks te Fried und Rube. 11 Und wenn mich meine Günde fränkt und ich zum Kreuze trete, so weiß ich, daß er mein gedenkt und thur, warum ich bete. 12. 3 weiß, daß mein Erlöfer lebt, und mich einst aus der Erde erweckt, und zu dem Reich erhebt, da ich dich schauen werde. donfi 13. Er 62 Werke und Wohlthaten Gottes. 13. Erfüll' mein Herz mit Dankbarkeit, so oft ich dich nur nenne; und hilf, daß ich dich allezeit treu vor der Welt bekenne. 14. Soll ich dereinst auch würdig seyn, für deinen Ruhm zu leiden, so laß mich feine Schmach und Pein von deiner Liebe scheiden. 15. Hat Gott uns seinen Sohn geschenkt, laß mich noch sterbend denken: wie sollt' uns der, der ihn ges schenkt, mit ihm nicht Alles schenken! Engeln gleich, mit ihm ewig leben. sein Reich, die wir darnach streben. Fromme sollen 4. Ehrfurcht und Gehor sam soll ihm der Mensch bes zeigen, Aller Knie sich des muthsvoll vor dem Mittler beugen, freudig jede Nation es mit Dank bekennen: Er sei Gottes höchster Sohn, unser Herr zu nennen. 5. Wer ihn ehret, ehrt zugleich Gott, durch den wir leben; denn der Tugend heis lig Reich ist ihm übergeben. Wer zu Jesu: Herr, Herr! spricht, und doch Böses übet, fennt ihn und den Vater nicht, der nur Fromme lieber. 92 Kom Mel. Schwing dich auf, zu Dommt mit Dank vor Gottes Thron! Preiset Gott auf Erden! Denn er fandte seinen Sohn, unser Heil zu werden. Ehret, preist ihn, der da fam, daß wir selig würden! Er ward Mensch, und übernahm schwerer Leiden Bürden. 2. Treu vollbracht' er seine Zeit. Seines Vaters Ehre, Wahrheit und Gerechtigkeit war dies Heil'gen Lehre; Menschen trösten und er freun immer sein Bestreben; und um Aller Heil zu seyn, ließ er selbst sein Leben. 3. Nun als Herr, von Gott erhöht, nach vollbrachtem Werfe, herrschet er voll Mas Mel. Vom Himmel hoch, da jeſtät, und mit Gnad' und 93 Auf! freue dich, mein 6. Laßt uns, Christen, laßt uns ihn reines Herzens lieben, auch die kleinste Sün de fliehn, jede Tugend üben, eifrig thun, was er gebeut, auf sein Vorbild sehen, und wie er mit Freudigkeit auch durch Leiden gehen. 7. Können wir: es ist vollbracht! froh, wie er, einst sprechen, o dann schreckt uns nicht die Nacht, wann die Augen brechen. Sicher wird uns seine Hand zu den Seligkeiten seines Reiches, in das Land der Verklärten leiten. preise deinen Gott, der dir selbst seinen Sohn zum Hels fer Erlösung.don. ser gibt; preif' ihn, daß er so sehr dich liebt! 2. Er, den dir Gott zum Heil gesandt, er machte dir den Trost bekannt, wie in nig seine Batertreu, wie werth ihm deine Wohlfahrt sey. 3. Durch ihn bat er die sidhre Bahn zur Seligkeit dir fund gethan; durch ihn hat er dir Muth und Kraft, auf diefer Bahn zu gehn, ver schafft. 4. Vergiß, vergiß zu fei ner Zeit, die Größe seiner Gütigkeit; dent' oft und stets mit Freuden, dran, und bete Gott in Demuth an. 5. Aus Gegenlieb' und Dankbarkeit sei ihm dein ganzes Herz geweiht, dein Herz, das ihm ganz zugehört und selig ist, wenn es ihn ehrt. 6. Dem, den er dir zum Helfer gab, dem folge red lich bis ins Grab; folg' ihm und wende dankbar an, was er zu deinem Heil gethan. 7. Erwecke dich dadurch zum Fleiß der Heiligung: das ist der Preis, den ächte Dankbarkeit dem gibt, der dich so göttlich groß geliebt. 63 Mel. Allein Gott in der Höh. 94 Nimm imm unsre Danf wir dir, Vater, weihen; gefühle an, die durch Jesum zeigtest du die Bahn der Tugend uns von neuem. Ja, ewig, ewig Dank sei dir; belehrt durch Jesum fönnen wir uns unsrer Würde freuen. 2. Sonst sahn mit Furcht im Angesicht auf Gräber unsre Brüder; doch bald ers schien ein neues Licht dem bangen Herzen wieder. Des Menschen Geist umschließt kein Grab, nur seine Hülle sinkt hinab; dies lehrte Jes sus glauben. 3. Mit edler Wärme lehrte er als erste Pflicht die Lies be, und jedes Gute immer mehr zu thun aus reinem Triebe. Er selbst, er gab sein Leben hin, aus edlem, reinem Tugendsinn, zum Be sten für die Brüder. 4. Auf Christen, ehrt ihn Lebenslang durch reine Lus gendliebe! O, daß ihm Keis ner diesen Dant, fein Chrift ihm schuldig bliebe! Wir sind erlöset; Dank sei dir, o Vater! Möchten Alle wir frei von der Sünde leben! Mel. Sei Lob und Ehr dem 8. In diesem Preiſe übe 95 Auf, Christen, laßt Gott dich, mein Geist, er sicherlich dir zu dem Glück, das Gottes Rath durch ihn der Welt bereitet hat. mit frohem Dank erheben! Er hat nicht Lust an unserm Tod, will, daß wir ewig les ben. Werke und Wohlthaten Gottes. 64 ben. Was uns zum Heile nöthig ist, das hat er uns durch Jesum Christ erbars mungevoll bereitet. 2. Nach seinem gnaden vollen Reth kam er, sein Sohn, auf Erden, von uns rer Schuld und Missethat 7. Herr, leite selbst und ein Retter uns zu werden. diesen Pfad, zeuch uns zu Er ward's, und hat sein' deinem Sobne, daß Glaub' Wert vollbracht, und sich, an ihn auch mit der That in nach kurzer Grabesnacht, unsern Herzen wohne: so hagen Himmel aufgeschwuns ben wir an seinem Heil, zur gen. Freude für uns, ewig Theil; so preisen wir dich ewig. 3. Wo ist des Todes Herrs schaft nun? Hier ist sein Ues berwinder, die Furcht davor hinweg zu thun, starb er, das Heil der Sünder. Ge brochen ist uns nun die Bahn, die von der Erd' uns Him melan zur ew'gen Wonne lettet. 4. Wie hat uns doch der Herr fo lieb! Wie sucht er uns ser Bestes! Er gibt für uns aus freiem Trieb sein Liebstee und fein Größtes! Preis itm, der so viel an uns that! Preis seinem Sohn, der, uns zu gut, sich bis zum Tod erniedrigt! 5. Was er zu unserm Glück verschafft, das ist in seinen Händen; sein ist das Reich, sein ist die Kraft, das Heil uns zuzuwenden, das er so liebreich uns erwarb; als er für uns am Kreuze starb. Wohl Allen, die ihm trauen. 6. O laßt uns ihm uns anvertraun, und seine Etime me hören, auf seine Mitte lerebülfe baun, ibn mit( Ses borsam ehren. Das ist der Weg zum ew'gen Wohl, der Weg, auf dem man friedens voll auch schon auf Erden wandelt. Mel. Schon ist der Tag von Gott un 96 № laßt uns Alle fröhlich seyn, daß Gott uns Jefum fandte! Laßt uns des Gottes hoch ers freun, Vater des den Jefus Jesus nannte; der Alles schuf und liebt und nährt, der alle feine Kinder lehrt, und alle gut erziehet. 2. Zur Reife der Volkommenbeit, die schon henieden feimet, erzieht er Alle weit und breit; nicht Einer ist vers faumet. O wohl mir, ich bin Gottes Kind! O wohl mir, alle Menschen sind des höchsten Vaters Kinder! 3. Er schaut auf de mild herab, führt auf verschiede nen Wegen uns Alle aber Lod und Grab zu höherm richt uno Segen. Der Gort, den jede Sprache nennt, der Gott, den niemand gan; verkennt, hat Jesum uns gegeben. 4. Vers Erlösung. 4. Vertrauensvoll auf Gott zu sehn, der mit Vernunft uns zieret, und find lid) fromm den Weg zu gehn, der uns zum Ziele führet, der Menschheit hohen Zweck und Werth hat Jesus Chris stus uns gelehrt: Gott sei zafür gepriesen! 5. Wie Wahrheit nie dem Trug erliegt; wie Pflicht und Weisheit handelt; wie Tugend über Alles siegt, und fest zum Ziele wandelt, auch wenn ihr Hohn und Marter droht, verkündigt Jesu Lehr' und Tod: Gott sei dafür gepriesen! 6. Wir zagen nicht; was kann uns je des Vaters Liebe nehmen? Für Armuth, Sor gen, Schmach und Weh, für Krankheit, Schmerz und Grämen, und für den schwe ren Schritt ans Grab beut Jesus einen festen Stab; -Gott sei dafür gepriesen! 7. Oguter Gott, wir zagen nicht; du wirst zum höhern Leben, wirst zu des Himmels reinstem Licht einst unfern Geist erheben. Wohl uns! Die Lehre Jesu beut uns Hoffnung der Unsterblichkeit: sei hoch dafür gepriesen! Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 97 Erhebt den Herrn, 65 ihr Frommen! Er hält, was er verspricht. Der Heiland ist gekommen, Gott, der uns nicht verstößt, hat uns zum Heil und Leben selbst seinen Sohn gegeben; durch ihn sind wir erlöst. 2. Erlöst! o welche Liebe hat uns der Herr erzeigt; mit welchem Vatertriebe fein Herz zu uns geneigt! Von seis nes Himmels Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben, sein hocherhabner Sohn. 3. Er kam zu uns auf Ers den in tiefer Niedrigkeit, nahm auf sich die Beschwere den von unsrer Pilgerzeit, enthielt sich seiner Macht, verläugnet Himmelsfreuden, bis er durch Lodesleiden sein großes Werk vollbracht. 4. Er hats vollbracht! D bringet Gott euren Lobges sang! Erlöste Menschen, sin get dem Mittler ewig Dank! Wo Niemand helfen kann, da hilft er gern aus Gnaden, heilt unsrer Seele Schaden. nehmt ihn gläubig an! O 5. Du Freund der Mens schenkinder, verwirf' uns, Jesu, nicht! Dein Name, Heil der Sünder, ist unfre Zuversicht! Drum fommen wir zu dir. Hilf jeden Reiz zu Sünden uns glücklich überwinden; denn dein, o Herr, sind wir. 6. Bei dir steht unser Les ben. Zu unserm ew'gen Heil hast du dich hingegeben! Gib uns am Himmel Theil. Laß der Völker Trost und Licht. uns dir folgsam seyn! Was wird Werke und Wolthaten Gottes. 66 wird uns, Herr, dann fehlen? Dann werden unsre Seelen sich Gottes ewig freun. 7. Ach! lehre mich recht deine Huld erkennen, voll Zuversicht dich meinen Vater nennen, und zum Ge horsam dir mein ganzes LeMel. Herzliebster Jesu! 98 Gott, der du für ben willig ergeben. uns deinen gegeben: o wer kann g'nug sam deine Huld erheben? Wie herrlich zeigst du im Erlösungswerke der Gnade Stärfe! 2. Dein ew'ger Sohn stirbt für die Menschenfinder: der Heiligste tritt an die Statt der Sünder; der Seligste begibt sich seiner Freuden, für uns zu leiden. 3. Er wird das kamm, das aller brauf Sünden auf die Strafe weislich selbst 99 H Gott verhieß, den In eigener Melodie. eiland, den uns du geleget: daß du die Schuld an den verlornen Schaafen nicht dürftest strafen. der Himmel jauchzend pries, als du, Sterblichen zum Dienst, huldreich auf der Erd' erschienst. 4. Was ist der Mensch, daß du sein so gedenkest, und deinen Sohn ihm zum Verföhnee schenkest? Was fin dest du an mir und an uns Allen für Wohlgefallen? 2. Wie dein Nam' ist auch dein Ruhm. Sesu, wir, dein Eigentbum, ehren dankvoll und erfreut deine große Gü tigkeit. 5. Verdient Verachtung göttlicher Gesetze, verdient Verschwendung unschäßba rer Schäße, verdient ge häufte gröbliche Verschule dung so viele Duldung. 3. Du, deß Hand die Himmel hält, du famst willig in die Welt, uns von Sunten zu befrein, unser Licht und Trost zu seyn. 6. O welche Tiefe deiner Menschenliebe! Wer faßt, o Gott, die Größe ihrer Tries be? Du thuft weit mehr zu unserm Wohlergehen, als wir verstehen. 8. Was mir dein Sohn, da er für mich gestorben, von. deiner Huld durch seinen Zod erworben, das werde mir, zu meinem ew'gen Heile, nun auch zu Theile! 9. Dein Friede wohne stets in meinem Herzen, und tröste mich bei des Gewissens Schmerzen; dein Geist sei mit mir, deinen guten Wils len treu zu erfüllen. 4. Start in deines Vaters Kraft, hast du leben uns verschafft. Wir, von Rath und Hülf' entblößt, sind, o Herr, durch dich erlöst. 5. Preis sei dir in Ewigs feit! Erlösung: astrill 67 feit! Auf! die ihr erlöfet gibt, die verscherzten Seligseid, rühmt den, der mit Lehr und That euch vom Tod erlöset hat. feiten wiederum uns zu bes reiten.dk 6. Der du liebreich zu uns #amst, unsre Rettung über nahmst, dein uns theuer er worbnes heil sei auf ewig unfer Theil. 7. Unfre Seele trau' auf dich, unser Leben preise dich; und du selber, Heil der Welt, hilf uns thun, was dir gefällt! 3n eigener Melodie. 100 Mit it frohlocken. dem Gemüthe schau idh, Gott, voll Dank. begier, in die Liefen deiner Güte, und verliere mich in ihr. Dwie groß ist deine Huld! Unfre- ganze Sünden schuid willst du uns so gern vergeben; denn du hast nur Lust am Leben. 4. Ja, du zeigt aus weis ser Liebe uns zur Gnade selbst die Bahn, fuhrst durch deis nes Geistes Triebe uns zu Buß' und Glauben an. Wer nicht in der Sünde bleibt, standhaft an den Mittler gläubt, soll, befreit von dem Verderben, Himmelsseligkeis ten erben. 3. D ein Rathschluß voll Erbarmen, voller Huld und Freundlichkeit, der uns, uns verlassnen Armen, Gnad und reichen Trost verleiht! Dwie hast du uns geliebt, daß dein Sohn sich für uns 5. Du bestimmtest zum $ 8.hite Verderben auch nicht Einen; deine Huld hilft auch Süns dern. Wenn sie sterben, Wer nicht glaubt an deinen sterben sie aus eigner Schuld. Sohn, den trifft seines Fre vels Lohn; sein beharrlich Widerstreben raubt ihm Gnas de, Heil und Leben. 6. Ewig sei mit Dank bes sungen, was dein Rath bes schlossen hat. Mit uns preis sen Engelzungen diesen weis sen, heil'gen Rath, den der Glaub' in Demuth ehrt, die Vernunft erstaunend hört, wo der Engel Tiefen findet, die er niemals ganz ergrüns 2. Ich verehre, Gott voll Liebe, deiner Gnade weisen Rath, die, aus eignem freien Triebe, unsrer sich erbarmet hat. Uns Verlor nen dachtest du Rettung vom Verderben zu, und dies Heil uns zu erwerben, sollte dein det. Geliebter sterben. 7. Bater, bilf mir darnach streben, meines Heils gewiß zu seyn. Richte du mein ganzes Leben nur nach deinem Willen ein. Laß des Glaubens Frucht und Kraft, die dein Geist nur in uns schafft, mir bas sichre Zeugs € 2 niß Werke und Wohlthaten Gottes. 68 niß geben, ich sei auf dem Weg zum Leben. 8. Ueberzeugt von deiner Gnade, und gewiß, dich einst zu sehn, will ich selbst des Todes Pfade ohne Graun und muthig gehn. Hab' ich deine Gnade nur; so wird feine Kreatur mich von deis ner Liebe trennen, mich dir nichts entreißen können. Würde des Erlösers. Mel. 3euch ein zu deinen Thoren 101 Du u famst herab zum Staube, herab von deinem Thron; in dir erblickt mein Glaube des ew'gen Vaters Sobn, Glanz seiner Herrlichkeit! Wer fann dich g'nug erhes ben? Du schenkst uns neues Leben und Herzensfreudigfeit. 2. Wer reicht an deine Größe? Im weiten Schös pfungsreich fühlt jeder seine Blöße, fühlt feiner dir sich gleich. Du warst, eh' Meer und fand, eh' Sonne, Mond und Erde durch jenes Machtwort: Werde! hervorging und entstand. Lehren des Irrthums Nacht zerstreut. Wenn wir sie folg sam hören, wird unser Herz erfreut. Es lernt mit Kraft und Muth nach wahrer Tugend streben, lernt für die Zukunft leben, gewinnt das höchste Gut. 5. Um unser Heil zu grün den, nahmst du so brüderlich den Cold der schwersten Sünden, des Kreuzes Last auf dich. Du tilgtest fremde Schuld, ertrugest Haß und Bande, und starbst bei Qual und Schande mit göttlicher Geduld. 6. Doch, Herr, im Siegs, gepränge fommst du zur Welt zurück. Dann steht der Völ fer Menge vor deinem Rich terblick. O welche Angst und Pein verfolget dann den Sünder! Und Gottes from. me Kinder, wie wirst du sie erfreun! 7. Dich, Heiland, zu vers ebren, sei stets mir theure Pflicht! Befolg' ich deine Lehren, so seh ich einst dein Licht. Du bist, was feiner war, im Himmel und auf Erden, was auch nicht Engel werden; du bleibst es immerdar. 3. Der höchste Seraph beus get sich demuthsvoll vor dir, verbüllt sein Antlitz, schwei get, bewundert dich, wie Mel. Kommt, kommt, den wir; und deiner Hoheit Glanz, 102 Mein Heiland, deis wagt er's sie zu begründen, wird er zu blendend finden; auch er schaut nie sie ganz. Größe geht über alle Himmel weit. Wer ist, der sie ermesse? Du warst bei Gott in Ewigkeit. Du 4. Du hast durch deine Bin bist Erlösung. sa 69 wer aber dich verehrt, dem hilfft du vom Verderben, schaffst ihm Zufriedenheit, und machst ihn einst zum Erben vollkommner Selig, feit. bist der Erstgeborne vor aller Kreatur, kamst zwar für uns Verlerne in menschlicher Natur; doch in der Menschheit Orden tratst du erst in der Zeit; eh' noch die Welt ge worden, warst du voll Herrlichkeit. 5. Wie herrlich ist dein Name schon jetzt, o Herr, in aller Welt! Dich preist der Frommen Saame, der gläubig dir zu Fuße fällt. Dich preisen Seraphinen, erhabner Menschensohn! Mit Freuden dir zu dienen, stehn sie vor deinem Thron. Wer sollte dein sich schämen? Werth bist du, Preis und Ruhm auch, Herr, von uns zu nehmen, uns, deinem Eis genthum. 6. Sohn Gottes, ich vers ehre und bete dich in Demuth an; beschäme und befebre die, die dir noch nicht zuges than, die deinem Wort nicht glauben, und dir, der für sie litt, die schuld'ge Ehre rauben. Theil ihnen Gnade mit, dich gläubig zu erkens nen; laß nichts, die dich ers fannt, von deiner Liebe trens nen. Dein Ruhm füll' jedes Land! h 2. Der Himmel und die Er de sind durch dein fräft'ges Wort gemacht. Auf dein all mächtig: Werde! entstand die Welt mit ihrer Pracht. Du bist auch unser Meister; auch uns schuf deine Hand, so wie das Heer der Geister, das dich noch nie erkannt. Ein Erbe über Alles! Das ist dein ew'ger Ruhm; drum jammert dich des Falles von deinem Eigenthum. 3. Du trägest alle Dinge durch deiner Allmacht starkes Wort. Das Große und Ges ringe geht blos durch deinen Willen fort. Sohn Gottes, du regierest den ganzen Kreis der Welt; weil du das Ruder führest, geschieht, was dir gefällt. Bei dir steht Tod und Leben; drum wird einst jene Gruft die Todten wieder geben, wenn deine Stimme ruft. 34. Gott läßt dir Ehr' er- li Mel. Mein ganger Geift, d zeigen, die feinem andern 103 Wie groß, wie angebetet ist widerfährt. Dir soll sich alles beugen; denn göttlich groß ist, Herr, dein Werth. Du bist das Heil der Erden. Wer auf dein Wort nicht hört, der kann nicht selig werden; dein Nam', o Heiland, Jes su Christ! Wie theuer deis nem Volfe! Welch licht ging in der Finsterniß mit bir der Welt auf! Wie zerriß, wie floh 70 Werke und Wohlthaten Gottes. floh des Irrthums Wolke! Schaaren schon, die gerne Als du famest, hörten Taube und der Glaube half den Kranken, Etumme sangen, dir zu danken. dir von deinem Thron ein würdig foblied brächten. Ihrer mehr noch, Sefu, wers den schon auf Erden dir lobsingen, Preis und Dank und Ruhm dir bringen. 6. Wie groß, wie angebes tet ist dein Nam', o Heiland, Jesu Christ! wie herrlich bei den Deinen! Führst du uns einst zu deiner Ruh': o wie weit herrlicher wirst du den Frommen dann erscheinen! Ewig müsse, dir zur Ehre, ihrer Chöre Lob erschallen, durch die Himmel widers hallen! 2. Nur Schwache waren's, die rein licht verbreiteten, die Weisen nicht. Wo sind sie? Wo die Hohen? und wo die Reichen? Wo die Macht, vor der des Gößendienstes Nacht und seine Schatten flos hen? Macht nicht, list nicht, deine Gaben, Mittler, baben dich verffäret, uns den Weg zu Gott gelehret. 3. Wir werden deinen Rubm erböbn; wir werden deinen Himmel sehn, den Preis von deinen feiden; ge nießen, was du uns erwarbst, da du für uns am Kreuze starbst, der Engel bobe Freuden. Welche Gnade, daß wir Sünder Gottes Kinder werden sollen, wenn wir an dich glauben wollen. 4. Du hast dich deiner Herrlichkeit entäußert eine furze Zeit, für uns von Gott verlassen. Und nun mit Ehr' und Ruhm gefrönt, nun machst du seliq, die, vers föhnt, der Sünden Gräuel hassen. Ihnen willst du heil und Leben gerne geben, und uns Allen helfen, daß wir Gott gefallen. 5. Vom Anfang bis zum Niedergang erschallet dir der Lobgefang erretteter Gerechten. Unzählbar sind die Dankbares Andenken an die Sendung Jesu. ( Adventslieder.) 104 Gott Mel. Jesu, komm doch selbst zu ott sei Cank in aller Welt, der sein Wort beständig bält, und der Sünder Trost und Rath zu uns her gesendet hat. 2. Was der frommen Väter Schaar Wunsch und Trost und Hoffnung war, was sie fern im Dunkeln fab, Heil uns! ist im lichte ba. 3. Hier ist mehr, ale Das vids Sohn. Unvergänglich ist sein Thron, benn der Tus gend Reich ist sein, hier und dort uns zu erfreun. 4. Licht Erlösung. bage 4. Licht der Seelen, ew'ges Heil ward durch ihn der Welt zu Theil. Menschenfreund, wie dank ich dir; du schenkst dieses Heil auch mir! 5. Deines Segens mich zu freun, laß mein Herz dein eigen seyn, mach es von der Sflaverei jeder Sünde völ, lig frei.- 6. Und wie deine Ankunft war Hülf' und Rettung aus Gefahr: so erscheine stets auch mir Hülf und Rettung, Herr, von dir. 7. Deine Wahrheit leuch te mir, Herr, bei Allem, was ich hier zur Beförderung meiner Ruh', denke, wünsche, wähle, thu'. 8. Trifft mich Traurigkeit und Schmerz, tröste dann mein zagend Herz! Wann kein Mensch mir helfen kann, so nimm du dich meiner an! 71 Seelen, seid heilig, feid bes reit, was ihm gefällt, zuwählen, zu fliehn, was er vers beut! Eilt willig in sein Reich, verabscheut und verlaffet, was euer König hasset, vertraut ihm, bessert euch! 3. Das hat der Herr ges boten, sein Sohn hat's selbst gelehrt; das lehren seine Boten, und selig ist, wer hört! Ach, leben wird, wer glaubt, und wer nicht glaubt, wird sterben. Ein jeder wird verberben, der noch ein Sünder bleibt. 9. Und, o Jefu, wann du einit herrlich zum Gericht ers scheinst, laß mich freudig zu dir gehn und gerecht vor dir bestehn! 4. Wer wahre Demuth liebet, den will Gott einst erhöhn; wer aber Hochmuth übet, der wird ihn nimmer sebn; wer ihm sein Herz ere gibt, wird gut und selig werden, nicht dort nur, scon auf Erden erfahren, wie Gott liebt. 5. Doch was vermag ich Schwacher, ich Sünder, ohne dich? Mein Heil, mein Seligmacher, bereite selber mich! Schon seufzt mein Herz nach dir, es seufzet dir Mel. Aus meines Herzensgrunde entgegen: Komm, komm mit 105 Mit Ernst, o Men deinem Segen, und wohne stets in mir! schenkinder, be reitet euch dem Herrn! Er fommt, das Heil der SünMel. Mein ganzer Geist, Gott der, er rettet ſie ſo gern. 106 Der Heiland fommt, den Gott allein aus Gnaden uns zum Leben versprochen hat zu geben; ihr könnt nun selig seyn. 2. Kommt, reinigt eure fommt, singet ihm, dem Herrn, dem alle Seraphim das: Heilig! Heilig! singen. Er kommt, der eingeborne Sohn, und steigt 72 Werke und Wohlthaten Gottes. steigt von seines Himmels gen Heil an dir im wahren Thron, der Welt das Heil Glauben Theil durch deinen zu bringen. Preis- dir, daß Geist erlangen, auch, wenn wir vor der Sünde Rettung wir leiden, auf dich schn, finden, höchstes Wesen! durch) im Guten immer weiter gehn, dich werden wir genesen. nicht an der Erde hangen, bis wir zu dir mit den Frommen ewig kommen, dich erheben, und in deinem Reis dhe leben. 2. Willkommen, Friedefürst und Held, Rath, Vater, Kraft und Heil der Welt, willkommen hier auf Erden! Du fleidest dich in Fleisch und Blut, wirst Mensch, Mel. Befiehl du deine Wege und willst, der Welt zu Gut, 107 Wie soll ich dich unser Bruter werden. Ja du, Jesu, reichst die Arme voll Erbarmen uns entgegen, und verwandelst Web in Segen. Heil aller Sterblichen! Du empfangen, Freude, du Verlangen der Trostbedürftigen! Gib selbst mir zu erkennen, wie, deiner Güte voll, dich meine Seele nennen, dich würdig preis soll. 3. Du bringst uns Troft, Zufriedenheit, Heil, Leben, ew'ge Seligkeit! Sei hoch da für gepriesen! O Herr, wie viel zu schwach sind wir, die Treue zu vergelten dir, die du an uns erwiesen! Von dir, da wir im Verderben müßten sterben, fommt das Leben: o was fannst du Größres geben? 2. Einst streute man dir Palmen: jetzt soll die Dankbegier, mein Heil, in Freudenp'almen ergießen sich vor dir! Dich, dich will ich erheben, so gut ich Schwacher kann, mein Herz will ich dir geben; o nimm es gnädig an! 4. Wir bringen dir ein dankbar Herz. gebengt durch Buße, Reu und Schmerz, bereit vor dir zu wandeln: ja, dir und unserm Nächsten treu, aufrichtig obne Heuches lei, zu denken und zu han delu. Zu dir flebn wir: hilf uns Schwaden, daß wir machen, beten, ringen, und des Fleisches Lust be zwingen. 5. Laß uns zu unserm ev' 3. Damit du mich befreitest, gabst du dich selbst für mich; mich zu retten, freus test du, Seligmacher, dich. Du sabest, daß hier Reiner vermögend war dazu: da jammerte dich meiner, da famst und balfeſt du! 10 4. O du, an den ich glaube, was war's, das dich bewog? Was wärs, das dich zum Staube, zu mir hers Erlösung. 73 hernieder zog? Dein götts Wohl ewig allen denen, die liches Erbarmen. Ja, du, seine Wege gehn, und einst o Jefu, haft mit mitleide mit Freudenthränen zu seiner vollen Armen die ganze Welt Rechten stehn! umfaßt. 5. Das schreibt in eure Herzen, Betrübte! flagt nicht 108 D mehr! 3agt nicht in euren Schmerzen, als ob kein Helfer wär? fehet auf! Jhr habet den besten Helfer nah, der eure Seele labet: der treue Freund ist da. 6. Die ihr mit ernster Reue still eure Schuld beweint, wißt, daß er euch verzeihe. Er selbst, der Menschen freund, ruft heilbegier'gen Sündern der Gnade Trost wort zu, macht sie zu Gottes Kindern, schafft ihnen Seelenruh. 7. Er übersiehet Keinen und weiß, was jedem nützt. Hat er nicht stets die Seinen von Anbeginn beschützt? Nicht sie in ihren Leiden zu trösten stets gewußt? Erfreun ist seine Freude, und Wohlthun seine Lust. 8. Er macht uns von dem Bande des Tod's auf ewig los, entreißet uns der Schan: de der Sünd' und macht uns groß, gibt Weisheit, Muth im Leiden und Kraft zu jeder That, versichert uns die Freuden, die Gott bereitet hat. 9. Er kommt zum Welt gerichte; der Bösewicht ver geht, wann ta im hellen lichte der Tugendfreund bestehr. Mel. Gott, der du die Menschen er du uns das Heil errungenMensch geword'ner Gottessohn! Ewig sei dir lobgeſungen, daß du von des Him, mefs Thron, uns zu Gut, ins Fleisch gekommen; der du voller Freundlichkeit längstens schon vor meiner Zeit, dich auch meiner angenoms men und mein Bruder wor den bist, sei gelobt, Herr Jesu Chrift! 2. Sei gelobt! denn dir gehöret Preis und Dank und Ruhm mit Recht. O wie hoch haft du geebret unser sterbliches Geschlecht! Herr, du hast es selbst vermählet mit der göttlichen Natur, und vor aller Kreatur es zum Wohlthun dir erwählet; ja in dir, du Gottessohn, herrscht die Menschheit auf dem Thron. 3. Du, du bist der Völker Segen, kamst, von Noth uns zu befrei'n; und wir fönnen deinetwegen jetzt schon Kins der Gottes seyn. Hat die Sünd' uns gleich verdorben: o so bast du neue Kraft uns zur Heiligung verschafft, und die Tüchtigkeit erworben, einst von Sünden völlig rein, ähnlich dir, o Herr, zu seyn. 4. Du 74 Werke und Wohlthaten Gottes. 14. Du, du bist der Mitts laut in aller Welt umber! ler worden, der die Welt Wer brachte je der Welt mehr mit Gott verföhnt; haft der Licht und Heil, als Er? schwachen Menschheit Orden wieder mit dem Recht belehnt, in den Himmel einzugehen, und da Gottes Herrlichkeit, nach vollbrachter Prüfungszeit, ewig einst verklärt zu sehen. Fremme! faffet Zu versicht, glaubet fest: nur fündigt nicht. 2. Gott ist mit uns! wir fehn den Sohn, den Einges bornen, des Vaters Ebenbild, den Retter der Verlor nen, der Reuevollen Trost. Ihr Sünder, nehmt ihn an! Freut des Erlöfers euch, der selig machen fann! 5. Sollte mich wohl Gott verlaffen, wenn ich frank und hülflos bin? Nein, sein Heil wird mich umfassen, tröten ten betrübten Sinn. Und da fann mid nichts anfechs ten. Er, der meinen Jam mer kennt, und mich gnädig Bruder nennt, sißt als Herr zu Gottes Rechten, durch ibu bin ich Gott vereint; Gott ist Vater und mein Freund. 3. Gott ist mit uns! nun hört der Arme seine Lehren, und, was er lehrt, ist Heil. Er ist's! die Tauben hören; der Blinde sieht, und schaut voll Dank zu Gott hinauf; des fahmen Füße gehn; die Todten stehen auf. 4. Er ist gefommen, uns dem Vater zu verföhnen, und mit der Zugend Kranz die Gläubigen zu frönen. Gott ist mit uns! Er will die Traus rigen erfreun: Er will der Schwachen Kraft, ter Müden Stärfe feyn. 6. Herr, wie groß ist dei ne Güte! Meine Seele freut sich dein. Laß doch stets mein ganz Gemüthe voll von deinem Ruhme seyn! Nimmer will ich dein vergessen; dir will ich mich ganz vertraun, freudig folgen, auf dich baun. Deine Huld ist nicht zu messen: gib, daß ich für deine Treu' bir auf ewig dankbar sei. 5. Gott sey gelobt! Er ist's, auf den die Väter barrs ten. Heil uns! wir dürfen nun nicht eines andern war, ten. Er schließt den Himmel auf, er nimmt die Süns der an. Frohlockt und betet ihn und seinen Vater an. Geburt Jesu. Mel. Nun banket alle Gott r er, auf den die Väter harrten, und länger 109&& ist gefemmen, dürfen wir nun feines Andern 110 e fer et in ( Weihnachtslieder.) Mel. Lobet den Herrn, sei Gott Höhe! der Herr warten. Lob erschalle Erlösung. Herr ist geboren, Sündern zum Heiland vom Höchsien aus Gnaden erforen. Lasset uns sein danfvoll, ihr Chris sten, uns freun! Ist er nicht uns auch geboren? 2. Schatten und Dunkel bedeckte den Erdfreis; es irrten Völfer umber, wie die Heerden, verlassen vom Hirten. Jesus erschien, Nächte verschwanden durch ihn, die auch den Weisen verwirrten. 3. Menschen, berufen durch Liebe die Gottheit zu ehren, folgten der Zwietracht und haßten sich vor den Al tären. Jesus erschien, und es ward Friede durch ihn. Friede! fingr's laut ihm zu Ehren! 4. Unschuld und Tugend entfeimten des Göttlichen Tritten, Trost und Erquifs fung trug er in der Weis nenden Hürten, ward ihnen Freund, hatte oft selber ge weint, selber geduldet, ge litten. 5. Ehre sei Gott in der Höh! ein ewiges Leben hat er durch ihn, seinen Sohn, uns erbarmend gegeben. Bis in das Grab stieg er vom Himmel berab, einst uns zum Himmel zu heben. 75 Völlig beglückt, sing' ich dann himmlisch entzückt: Ehre sei Gott in der Höhe! dan 6. Selige hoffnung, einst Jesum, den Retter zu sehen, und mit den Schaaren der Herrlichen ihn zu erhöhen! OFIL 20 In eigener Melodie. 111 Pobt Gott, ihr Chris sten, freuet euch! von seiner Gnade Thron beruft er uns zu seinem Reich), und sender seinen Sohn. 2. Er fommt nach seines Vaters Rath, mit Heil uns. zu erfreun, und auf des ew', gen Lebens Pfad der Welt ein Licht zu seyn. die Welt umgibt ihn feine 3. Bei seinem Eintritt in Pracht, die glänzend in die Augen fällt und groß vor Menschen macht. 4. Er wird dem ärmsten Knechte gleich, begehrt kein Erdenglück, verlangt allhier fein Königreich von einem Augenblick. 5. Er fommt, durch seiner Wahrheit Macht zu Gott und hinzuzichen Vorteinem Lichte muß die Nacht des Aberglaubens fliehn. 6. Er lebret uns die Sün de scheun, spricht Muth dem Schwachen zu, und schafft uns, wenn wir sie bereun, Begnadigung und Rub. 7. Er bringt den Trost der bessern Welt vom Himmel uns herab. Nun schreckt, wenn unire Hülle fällt, uns weder Tod noch Grab. 8. Er öffnet uns dereinst die Thür zu seinem Himmels reich. 76 Werke und Wohlthaten Gottes. reich. Ihr Christen, wie Mel. Mein ganzer Geift, oder: beglückt sind wir! Lobt Gott Wie schön leucht uns. und freuet euch! 113 fimm auch du Mel. Allein Gott in der Höh' mit frohem Dank, mein Geist, in jenen 112 Last uns mit ehr. Lobgefang, von dem der Himmel tönte, als er zur Welt bernieder kam und unfre Menschheit an sich nahm, der uns mit Gott versöhnte! Freu dich innig! Er, dein Führer und Regierer fam auf Erden, Licht und Heil auch dir zu werden. Dank den Gott der Lieb' er höhen, mit feierlichem Lobgefang des Heilands Fest be gehen! Preis sei dem Bater, der ihn gab! Preis sei dem Sohn! Er kam herab, und ward das Heil der Men schen. 2. Ist der ein Chrift, der dieses Heil nicht schätzt und liebgewinnet? Nimm froh an seiner Liebe Theil und werd' ihm gleich gesinnet! Wer nicht wie er, gesinnet ist, der ehrt ihn nicht, der ist fein Christ. Der Herr erDer Herr er fennt die Seinen. 3. Im Dürft'gen laßt uns ihn erfreun, bekleiden, spei sen, tränken! Sa, laßt uns frohe Geber seyn und sein dabei gedenken! Was ihr den Meinen habt gethan, das, spricht er, habt ihr mir gethan; uno er, er will's vergelten. 4. Wer ihn mit treuem Hers zen ehrt, den wird sein Name trösten. Vertraut auf ihn, von ihm gelehrt, lobs singt ihm, ihr Erlöften! Es freut sich deine Christenheit, Herr, deiner Menschen freundlichkeit. Dir, dir sei ewig Ehre. 2. Ja, Preis und Ehre, Gott, sei dir! Wie gnadens voll bist du auch mir in deis nem Sohn erschienen! Du sandtest aus Erbarmen ihn, die dem Verderben zu ents ziehn, die schnöden Küsten dienen. Preis dir, daß mir neue Pfade zu der Gnade offen stehen, mich der Sünd' entrückt zu sehen! 3. Und wie vergelt ich, Heiland, dir die große Treae, die du mir, schon eh ich war, bewiesen? Du bahnteft unter. bitterm feid auch mir den Weg zur Eeligkeit: sei hoch dafür gepriesen! Durch dich kann ich nun hienieden Gottes Frieden schon empfangen und einst volles Heil erlangen. 4. O gib, daß ich an dies sem heil nun auch im wahren Glauben Theil durch deis nen Beistand nehme; daß ich hinweg vom Eitlen seh, die Wege deiner Wahrheit geh, und Erlösung.de und beiner nie mich schäme; bis ich durch dich, wenn ich sterbe, zu dem Erbe deiner Frommen auch dereinst werd aufgenommen! 5. Jch bringe dir ein dank bar Herz, bereit in Freuden und in Schmerz, wie dirs gefällt, zu wandeln. Ver leih du mir selbst die Kraft, nach deinem Wort gewissenhaft zu denken und zu hans deln. Fröhlich will ich hier im Leben dich erheben, und einst oben wonnevoll dich ewig loben. 199 Erbfreis freuen! Zum Ge richt kommt er nicht, sondern zum Verzeihen. Mel. Fröhlich soll mein 114 Last uns unserm Gott lobsingen! hocherfreut laßt uns heut ihm Verehrung bringen! In des Himmels bohe Chöre stimmet ein: Gott allein, unserm Gott sei Ehre! 2. Jeder, der sich fühlt verloren, freue sich inniglich; Christus is geboren. Er, der König aller Wefen, steigt herab bis ins Grab, Sünder zu erlösen. 5. Eilt im Geist nach Bethlems Hütten, seht, was dort euer Hort schon für euch gelitten. Er wird niedrig eurets wegen! Welch ein Freund! er erweint seinen Feinden Segen. 6. Er, er will für eure Schulden, Armuth, Noth, Schmach und Tod göttlichgroß erdulden. Lernt den Menschenfreund erkennen: gnademeich will er euch seis ne Brüder nennen. 7. Dankt ihm, der eu'r innres Sehnen sehen kann; betet an; weinet Freudens thränen; liebt ihn, der von Liebe brennet; preist den Herrn, der euch gern seine Brüder nennet. 8. Wenn euch eure Sünden fränfen, eilt herzu, suchet Ruh; er will sie euch schenken. Schaut auf ihn mit Glaubensblicken; zittert nicht; denn er spricht: ich will euch erquicken, 9. Jhr Erdulder schwerer Tage, euren Schmerz fühlt sein Herz. Kein Erlöster zage! Bringet ihm zu seinem Feste zutraun her! Wisset, er wählt für euch das Beste. 3. Wer fann Gottes Rathschluß fassen? Aber dieß ist gewiß: wir sind nicht ver lassen! Kommt sein Sohn aus freien Trieben zu uns ber; wie sollt er nicht die Menschen lieben? 4. Wenn er uns verwors fen hätte, nähm' er dann Menschheit an? Er spricht: 10. Er verläßt euch nicht, ihr Schwachen; mehr als ihr litt er hier, euch beglückt zu machen. Eure kleine Zeit ich errette! Deß soll sich der der Leiden und der Muh', mas Werke und Wohlthaten Gottes. 78 was ist sie gegen ew'ge Freu den? 11. Herr, du nahmst auch meine Bürde gern auf dich, daß auch ich frei und selig wurde. Wer fann deine Lieb' ergründen? ewig soll freu denvoll sie mein Herz empfins den. 3. Keine Macht der Leiden soll von ihm uns scheiden; er bleibt ewig treu. Dort wird er vom Bösen völlig uns erlösen: hier steht er uns bei. Unser Freund, mit Gott vereint, fann nicht seine Brüder haffen oder hülflos lassen. 4. Wann wir einst ermü den, führt er uns zum Fries den durch des Grabes Nacht. Unfre todten Glieder gibt die Erde wieder ihm, der sie bewacht. Jesus ruft uns aus der Gruft, er, der selbst den Tod einst schmeckte, den das Grab auch deckte. 5. Auf dem Richterthrone werden wir im Sohne uns sern Bruder schaun. Heil und ewig Leben wird er Allen ge ben, die ihm hier vertraun. Mel. Jefu meine Freude 115 Gottes Sohn ist Er ward hier verſucht, wie wir: überschwenglich wird er lohnen, und der Schwachheit schonen. kommen! Dankt ihm, seine Frommen, dankt ihm, daß er fam, daß er hier auf Erden, unser Heil zu werden, seine Wohnung nahm! Mensch, wie wir, erschien er hier, um an uns des Vat rs Willen liebreich zu erfullen. 6. Eiler, eilt, ihr Sün der! Werdet Gottes Kinder! Werdet seiner werth! Euet! eilt, ihr Fromm! Seid, wie er, vollkommen! Blei bet seiner werth! Preiset ihn, daß er erschien; daß er sich für eu gegeben durch ein göttlich Leben. seiner Sendung Gaben selbst an Gott zu haben. 12. Dir, mein göttlicher Befreier, folg' ich nach, obs wohl schwach. doch um so viel treuer. Keine Kreatur, fein Leiden, keine Noth und fein Tod soll von dir mich scheiden 13. Du kommst einst zum Weltgerichte. Dann werd' ich, Richter, dich schaun von Angesichte; und wenn dann die Frevler beben, so werd' ich deiner mich freun und ewig leben. 2. Laßt uns niederfallen, danken, daß er allen Freund und Bruder ist! Gott, auf seinem Throne, liebt uns in dem Sohne, hilft durch Jes In eigener Melodie. fum Christ. Welch ein Heil 116 Auf! fchicke bid dich, an Theil, feierlich des an Erlösung. nim 79 des Heilands Fest mit Dan- des Herrn und jauchzt ihm, fen zu begehen! Lieb' ist der ihr Erlosten! Dank, der Lobgefang, durch den wir ihn, den Gott der Licb' erhöhen. 2. Sprich dankbar froh: also, also hat Gott die Welt in seinem Sohn geliebet! D! wer bin ich, Herr, daß du mich so herrlich hoch in deiz nem Sohn geliebet? 3. Er, unser Freund, mit uns vereint zur Zeit, da wir noch seine Feinde waren, er wird uns gleich, um Gottes Reich und seine Lieb' als Mensch zu offenbaren. 4. An ihm nimm Theil! Er ist das Heil. Thu täglich Buß und glaub an seis nen Namen. Der ehrt ihn nicht, wer Herr! Herr! spricht, und doch nicht sucht, sein Beispiel nachzuahmen. 5. Aus Dank will ich in Brü dern dich, dich Gottessohn, bekleiden, speisen, tränken; der Frommen Herz in ihrem Schmerz mit Trost erfreun, und dein dabei gedenken. Mel. Ermuntre dich, mein 117 Gott, ott, deine Gnade sei gepreist! Sie schuf uns Heil und Leben. Ermuntre dich in mir, mein Geist, ihr Wohlthun zu erheben! Denk an die Nacht, da auf der Welt des höchsten Eohn sich darge. stellt, um sein so theures Leben für Sünder hinzugeben. 2. O große That! er wünschte Nacht, von Engeln felbft bejungen! Du hast den Mittler und gebracht, der uns das Heil errungen. n dir erschien der starke held, der Alles schuf und Alles hält, der Freund der Menschenfinder, des Todes Ueberwinder. 3. Der du, zu uns gefandt vom Herrn, aus deinem Himmel famest und unser Fleisch und Blut so gern in Demuth an dich nahmest, Sohn Gottes! o wie bast du dich so tief erniedrigt auch für mich! wie arm bist du erschienen, um mir zum Heil zu dienen. 6. Rath, Kraft und Held, durch den die Welt und Alles ist im Himmel und auf Er, den! Die Christenbeit preist dich erfreut, und Aller Knie foll dir gebenget werden. 7. Erhebet den Herrn! Er hilft uns gern; und wer ihn ehrt, den wird sein Name trösten. Gelobt sei Gott! 4. O lehre mich den gro ßen Werth von deiner Huld recht fassen! Was reizte dich, auf dieser Erd' dich so her. ab zu lassen? Hier warteten deir nichts als Noth, Verachtung, Kummer, Schmerz Gelobt sei Gott! Freut euch und Tod, und doch famst du Werke und Wohlthaten Gottes. 80 du auf Erden, ein Men schensohn zu werden. 5. Viel stärfer, Herr, als Schmerz und Tod, war deiMel. Vom Himmel kam der ne Menschenliebe. Du sas 118 Dies ist der Tag, den Gott ges macht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ibn preise, was durch Jesum Christ im Himmel und auf Erden ist! 2. Die Völker haben dein geharrt, bis daß die Zeit ers füllet ward; da sandte Gott von seinem Thron das Heil der Welt, dich, seinen Sohn. hest mit mitleidsvollem Triebe. Du stelltest, unser Heil zu seyn, nach deines Vaters Rath dich ein, wardst Mensch und famst, mit Freuden für uns den Tod zu leiden. 6. Dein, Sohn des Höchsten, freu ich mich; du bist auch mein Erretter. Auch mir zum Troste fandte dich der Herr, der Gott der Götter. Was mir ein wahres Wohl verschafft, Erleuch tung, Friede, Beßrungskraft, und Freuden, die stets währen, willst du auch mir gewähren. 7. Was soll ich dir, mein größter Freund, für deine Treue geben? Du bist's, der mich mit Gott vereint, du bringst mir heil und Leben. Herr! was ich hab' und was ich bin, das geb' ich dir zum Dienste hin; ich will dich obn' Aufhören mit Leib und Geist verehren. 8. Juh sehe dich zwar hier noch nicht; doch du wirst wieder kommen: und dann schaun dich von Angesicht, Herr! alle deine Frommen. Dann werd auch ich, Herr Jesu Christ! dich schaun, so herrlich, als du bist; dann wirst du mich zum Leben, das bei dir ist, erheben. 3. Wenn ich dies Wunder. fassen will, so steht mein Geist vor Ehrfurcht still; er betet an und er ermißt, daß Got tes Lieb unendlich ist. 4. Damit der Sünder Gnad' erhält; erniedrigst du dich, Herr der Welt, nimmst selbst an unfrer Menschheit Theil, erscheinst im Fleisch zu unserm Heil. 5. Dein König, Zion, kommt zu dir! Ich komm, im Buche steht von mir; Gott! deinen Willen thu ich gern: Gelobt sei, der da fommt im Herrn! gef 6. Herr, der du Mensch) geboren wirst, Immanuel, du Friedefürst, auf den die Väter hoffend sahn, dich bet auch ich, mein Heiland an. 7. Du, unser Heil und höchstes Gut, verbindest dich mit Fleisch und Blut, wirst unser Freund und Bruder hier Erldsung. dun styre 81 fen, daß er Allen Erretter, die Freund und Bruder ist. Er gleicht der Morgensonne mit ihrem ersten Strahl verbrei: tet Licht und Wonne und Les ben überall. Durch ihn kommt Heil und Gnade auf unire Welt berab; er leuchtet uns ferm Pfade durch's Leben bis ans Grab. hier, und Gottes Kinder werden wir. HOG 8. Gedanke voller Maje ståt! du bist es, der das Herz erhöht. Gedanke veller Seligkeit! du bist es, der das Herz erfreut. 9. Durch Eines Sünde siel die Welt! Ein Mittler ist's, dec sie erhält. Was zagt der Mensch, da er ihn schüßt, der in des Vaters Schoose fist? opums/ 3. Frohlockt, ihr Mitges noffen der Schwachheit und der Sterblichkeit! Nicht läns ger ist verschlossen der Eine gang zu der Herrlichkeit. Zu unsrer Erd' hernieder fam Gottes ew'ger Sohn; nun hebt er seine Brüder empor zu Gottes Thron. Er ward das Heil der Sünder, und der Berlornen Hort. Hier sind wir Gottes Kinder, und Gottes Erben bort. Mel. Kommt, fommt, den 119 Vom om Grab, an 1977 4. O du, dem faut die Menge der Engel und Vers klärten singt, vernimm die dem wir wal Lobgesänge, die dir dein len, foll, Jefu Chrift, dein Volt im Stanbe bringt! fobgefang empor zum Him. Auch du warst einst auf Ers mel fchallen! Dir opfre jebe ben, was deine Brüder sind, Seele Dank! und jeder der ein Dulder der Beschwerden, Gebornen erfreu' sich, Mensch ein schwaches Menschenkind. zu seyn; und jeder der Vers Was du nun bist, das werden lornen rühm' es, erlöst zu einst deine Brüber seyn, wenn 519 seyn! Und Sündern ward sie entrückt der Erden, sich 296 gegeben einst Jesus, Gottes deines Anschauns freun. Sohn; mit ihm erschien das 5. Bald sind wir zu dem Leben, mit ihm des Him mels Lohn. Sohne der Himmelsbürger dert erhöht. Nah' sind wir dann dem Throne und schauen deine Majestät. Nicht mehr aus dunkler Ferne F bringt 10. Jauchzt, Himmel, die ihr ihn erfuhrt, den Tag der heiligsten Geburt; und Erde, die ihn heute sieht, sing' ihm dem Herrn, ein neues Lied! 11. Dies ist der Tag, den Gott gemacht; sein werd' in aller Welt gedacht! Ihn preife, was durch Jefum Christ im Himmel und auf Erden ist.unt of dus 2. Kommt, laßt uns nie derfallen vor unserm Mitt ler, Jesus Christ, und dan. and # 192 Werke und Wohlthaten Gottes. 82 bringt dann der Dank zu dir; weit über Sonn und Sterne erhaben, jauchzen wir. Mit aller Himmel Hees re schallt unser Lobgesang. Dem Emigen sei Ehre, dem Weltversöhner Dank. Erscheinung Christi. Mel. Was mein Gott will. 120 rfreue dich des Heils, mein Geist, das Gott für dich erfohren! Der Heilige, der Jes sus heißt, ward auch für dich geboren. Er machte flar, was dunkel war, daß uns fein Zweifel bliebe. Wem leuchtet nicht sein reines Licht hinauf zum Gott der Liebe? 2. Der Mensch soll von der Sinnlichkeit die Freiheit sich erringen, und, von der Sünde Macht befreit, zum hohen Leben dringen, gut thätig seyn, wie Gott, ers freun, und stets zufrieden leben. Dazu verschafft der Herr auch Kraft, den Gott uns hat gegeben. 3. Drum sei uns sein Er scheinungsfest ein Fest der Liebe Gottes. Wohl dem, der sich auf ihn verläßt, troß aller Macht des Epottes! Der ibn uns gab, blickt hold berab auf seine frommen Kinder; und väterlich er barmt er sich der reuerfüllten Sünder. 4. Mit dieser frohen Zus versicht geh ich dem Tod ente gegen. Ich weiß, mein dunkler Pfad wird Licht, und Leid und Schmerz wird Segen. Schließt sich mein fauf, werd ich hinauf zu Jesu mich ers heben und mit der Schaar, die treu ihm war, in seinem Himmel leben. Mel. Gottlob, ein Schritt zur 121 Dem ganzen Erd ist vom Herrn ein helles Licht erschie nen; es leuchtet nah, es leuchtet fern. Zahllose Völs fer dienen den todten Göts tern nun nicht mehr; sie fennen ihn, den Herrn, und er läßt sie im Lichte wandeln. 2. Kaum sandte Gott durch seinen Sohn der Erde große Freuden, so sammelt er sich selber sdon die Erstlinge der Heiden. Der Wahrheit Bild, ein schöner Stern führt sie zu ihrem neuen Herrn. Sie kommen, anzubeten.de 3. D wär uns nicht dein Licht, o Gott, so hell und rein erschienen; wir würden der Vernunft zum Spott, noch jetzt den Gößen dienen. Nickt sie, nicht eigne Würdig keit, nur deine Huld bat uns befreit von jenen Finsters nissen. 4. Drum laß mit frober Dankbarkeit uns nun im Lichte wandeln, und in der gnadenreichen Zeit stets fromm Sairat stadiudad dir nok Erlösung. 83 fromm und weise handeln, 4. Jetzt lag vor seinen auf dich, bei tren erfüllter Blicken, tas Kind, des Him. Pflicht, zufrieden und voll mels Lust, er nahm es mit Zuversicht in Noth und Tod Entzücken und drückt' es an Stoth and 20t vertrauen. die Brust. 5. Es müsse, wer dich, Gott, erkennt, erkennen dei nen Willen, und wer das Thun vom Wiffen trennt, nun seine Pflicht erfüllen! Nichts helfen Opfer des Ges bets dem, der da glaubet und doch stets der Sünde fflavifd; dienet. 6. Und wo noch bange Dun. felheit und falsche Echatten liegen, wo Irrthum, Wahn und Sinnlichkeit nechy Eterbs liche betrügen, auch ea geh nun im Siegeslauf das schöne Licht der Wahrheit auf, daß alle Welt dir diene. Darstellung Jesu im Tempel. D # azdak Mel. Christus, der ist mein Leben 122 D em großen Va ter weihte, am heiligen Altar, jetzt die Ge benedeite den Sohn, den sie gebar. 2. Da betete im Tempel ein Greis zu seinem Gott, und ward uns ein Erempel 5. Und rief: nun, Herr, mit Freuden neig ich mein Haupt zur Gruft; voll Dans fes will ich scheiden, sobald dein Wink mich ruft. 6. Dein Heil hab ich ges sehen; hier ist der Völker Hirt, ter Israel erhöhen, die Welt erleuchten wird. 7. So soloß am Pilgers sabe der Fromme seinen Lauf; und, Gott, du thatst am Grabe ihm deinen Hims mel auf. 8. Gib, daß auch ich mit Treue den Weg der Tugend geh, wie er, den Tod nicht scheue, mit Freuden Jesum ſeh. 9. 3war werd ich ihn nicht sehen, nicht hier, wie Si meon, toch in des Lichtes Höhen erwartet er mich schon. 10. Dort tönen meine Lies der: Heil mir, nun seh ich ihn! Der Himmel tönet wie. der: Heil dir, nun siehst du ihn! tor Mel. Kommt her zu mir von einem schönen Tod. 123 Cntreiße did, meint still und weise den Weg der Tugend gebn, verhieß dem frommen Greise, den Heiland noch zu sehn. Geift, der Welt, dem, der für dich sich dars gestellt, nun dich auch darzustellen! Er ist das Licht; drum sey gewiß, er wird F2 auch Werke und Wohlthaten Gottes. palve 84 auch deine Finsterniß durch feinen Glanz erhellen 3. Wer noch der niedern Sinnlichkeit, wer noch des Lasters sich erfreut, ach, der verscherzt den Segen! Nie wurd ihmn wahres Glück und Heil, nie wird ihm Seelens ruh' zu Theil auf seinen vo sen Wegen. da Johannes, der Vorgänger undurd Jesu. Bolys 2. Er macht das Herz von Sünden rein, um dich zum In eigener Melodie. Leben einzuweih'n, zum fitt 124 Es ging ein Mann lich und schönen Leben. Er gibt dir Kraft zu jeder Pflicht, und stärket deine Zuversicht, zu Gott dich zu erheben. 4. Wer aber wünscht, wie Simeon, das Heil der Welt, des Höchsten Sohn, zu seinem Heil zu haben; wer recht thut, sich der Welt entwöhnt, nach wahrer Hei ligung sich sehnt, der opfert ächte Gaben. te gab anos e 5. Wer durch das Wort, darauf er traut, im Glaus ben seinen Heiland schaut, fann einst in Frieden fahren, Der Herr erfüllt, was er verspricht; er wird sich einst in seinem Licht ihm herrlich offenbaren. On Segen, Johannes, dem Erlöser vor. Die Hügel bahnt' er ihm zu Wegen, hob Herzen aus dem Staub empor. Es bebte, wer ihn reden hörte, bekannte seine Fehler, fehrte gerührt, mit thränenvollem Blick, zur Tugend und zu Gott zurück. biwill 2. Er schreckte Heuchler, firafte Sünder. Er rief: das Himmelreich ist nah'!) Chut Buße, werdet Gottes Kinder; denn der Verheißene ist da! Er kommt und wird die Menschheit sichten, pars theilos alle Thaten richten, Heil frönet die erfüllte Pflicht, den Frevler trifft fein Strafgericht. 3 Ein himmlisch Licht ist feine Lehre, und Geist wird seine Taufe feyn. Ihm, ihm de allein gebührt die Ehre! Er fommt, und jetes Herz ist sein. Schon wurden ganze Bölfer rege; schon strömte hd froh es auf den Wegen nach dem erhellten Kanaan, und Heiden riefen Jesum an. 4. Und wir die Jesu Stimme hören, wir sollten 6. Ich komme, Herr, mich dir zu weihn. O mache mich von Sünden rein, und laß mich heilig leben, bis du auch mich, wenn dirs geträg' und sicher rubn? wir fällt, im Frieden wirst aus nicht still weinend uns besl dieser Welt zu deiner Wonn fehren? nicht froh des Höch, erheben. and susten Willen thun? Laßt uns Crir 19 garg gst mord ents ** Batto mindildoak dnir str Erlösung. 85 bied asd Christenthums, durch dich fann der Mensch auf Erden Gottes höhern Geistern ähn, ich werden. 6. Tugene, unter Freus den dieses Lebens bist du schön: doch nur unter Leiden kann man beinen Ursprung sehn; fehn, daß du vom Himmel stammest; und den Geist für's Göttliche entflammest. d. mmer sich bestre ben, zu erfüllen seine Pflicht, fromm und gut zu leben, bis das Auge ster bend bricht: dies nur ift, 7. Du, o hehre Sonne, nach Jesu Lehre, wabre Weisheit, Tugend, Chris teulebre. to' di bottom and entrinnen dem Verderben, fromm leben, um einst fromm zu sterben! Dann werden wir nie muthlos seyn, wenn Trübfal, Noth und Tod uns bräun. Joint intip 151 In eigener Melodie. J' 12. Heil dir schon auf Er den, Freund der Wahrheit und des Rechts! Denn durch Tugend werden Menschen görtlichen Geschlechts. Unter 8. Unter deinem Strahle aller feiden Bürbe bleibt bie Tugend unfre höchste Würde. strahlft mit überird'idemSchein, schaffit dem Geiste Wonne, weihst zu Gottes Himmel ein; du veredeliz unsre Freuden, du veredelst uns durch Schmerz und Feis dennor un HEAD A blühn auf Gräbern Blumen auf; aus dem Lodestbale ringen wir zum Ziel hinauf, wo in deinen lichtern Höhen wir die Wunder Gottes heller sehen. 3. So, in böhrer Klar heit, so umstrablt mit Gots tes Licht, ging den Weg der Wahrheit ein Johannes, wanfte nicht, fest entschlossen, felbst sein Leben für die Pflicht zum Opfer binzuge ben. find and king: 4. Und vergebens brehte Kerter, Marter, Blutgerüft: treu dem Pflichtgebote, das Gebot des Em'gen ist, stirbt er, stirbt mit edlem Muthe, zeugt mit Wahrheit selbst mit seinem Blute. his mind 5. Tugend, Segensfülle, Met. Liebster Jesu, wir sind 9. Heil'ge mein Bestreben; gib, o Gott, mir Kraft und Muth, tugendhaft zu leben, christlich weise, chrißlich gut, baß mich weder Schmerz noch Freude, noch der Tod von wabrer Tugend scheide. ad DE Lehre, Leben und Thaten ührer jur Voll126 10 fommenheit, Ruhms, du der Gottheit Wille, Geift des wahren Lehrer, Muster uns zu wers den 86 BRINDI den hober, reiner Sittlich feit, wurdest du ein Mensch auf Erten. Dir schlägt uns fer Herz entgegen, Jefu, dir der Menschheit Eegen!! Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Du gabst unserm Geiste Licht, lehrtest uns Gott näter fennen, und mit froher Zuversicht unsern Sdöpfer, Vater nennen, ter uns liebt, versorgt, beschüßet, und uns gibt, was wahrhaft nüßet. 3. Du hast uns der Mensch. heit Werth durch dein Leben und die Lehre, die von Gott fommt, aufgeklärt, uns ges lehrt, des Geistes Ehre nur auf wahre Tugend gründen, und das Laster über winden. 4. Dann auch, wenn das Auge bricht, Lodesschrecken uns umgeben, blickt, erhellt von deinem Licht, unser Geist in jenes Leben, in das Land vollkommner Freuden, und mit frohem Muth zu scheiden. 5. Danket, Christen, be tet an! faßt uns Christum berzlich ehren, wandeln auf der Tugend Bahn, willig folgen seinen Lehren, treu durch Noth und feiden ges hen, um sein ew'ges Licht zu sehen! das Herz zu Gottes lieb' ents flammt: dazu erschienst du, Jefus, hier, von Gott ges fandt, zum Heil auch mir. 2 Dies war das tägliche Geschäfte, darin dein Geist Vergnügen fand. Wie emsig hast du Zeit und Kräfte, bes seelt von Liebe, angewandt, durch deiner Schre bellen Schein der Menschen Sees len- Licht zu seyn! 3. Jhr Licht, den Weg zu Gottes Gnade und ihrem heil recht einzufebn; ihr Licht, auf diesem fel'gen Pfa de mit sicherm Schritt eins her zu gehn; ihr Licht mit freudigem Vertraun hin in die Ewigkeit zu schaun. 4. Und um der Welt dies Licht zu werden, wie willig übernahmst du nicht auch selbst die größesten Beschwer. den: und drückte dich gleich ihr Gewicht, so trugst du doch, voll Out' und Huld, sie gern mit himmlischer Ge duld. 5. Jürwahr noch immer ist das Leben, das du auf Er den hast geführt, ein Se gen, den uns Gott gegeben, dafür ihm ew'ger Dank ges bührt; ein Segen, dessen auch mein Geist fich freut, und dich Erlöser preist. Mel. Wer nur den lieben Gott 127 Auf Erden Wahr- 6. Ja, Preis ſei dir, du beit auszubrei ten, die Bahrheit, die vom Himmel stammt, und, und zum ew'gen Glück zu leiten, 29 bester Lehrer, auch mir zum Heil von Gott gesandt! D würde jeder dein Verehrer, der deinen Werth noch nicht d per fist 75008 900 ers ei Erlösung. erkannt! Hilf, daß ich deis ner Wahrheit treu, und ewig durch sie selig sei! 87. 6. Herr, dein Evangelium hat viel tausend- tausend Zeugen, die zu deines Namens Rubm dankbar ihre Kniee beugen, daß du noch dein Mel. Liebster Jesu, wir sind 128 Theuer fei mir Wort erfüllest und der Sec. le Kummer stillest. allezeit, Herr mein Heiland, deine Lehre! Gib, daß ich mit Folgsamfeit treulich) ihre Vorschrift ebre, dem, was sie verheißet, traue, fest mein Hoffen dar auf baue. 2. Nur bei deiner Wahrheit Licht lernen wir Gott recht erkennen, ihn mit froher Zuversicht unsern Gott und Vater nennen, und nach feinem heil'gen Willen unsre Pflichten treu erfüllen! 3. Was die Weisen dieser Welt vor dir nicht erforschet haben, das hast du uns auf gehellt; und durch deines Geistes Gaben wirkest du in unsern Seelen, daß wir Heil und Leben wählen. 7. O nimm gnädig an den Dank, den ich dir voll Ehrfurcht bringe! Höre meinen Lobgefang, den ich hocher. freut dir singe! Du befreist auch mich aus Graden von der Sünde Macht und Schaden. 8. Köstlicher, als Gold, sei mir, was dein göttlich Wort mich lehret! Dank, ja ewig Dank sei dir für den Trost, den es gewähret! Werd' ich einst zu dir erhos ben, will ich würdiger dich loben. 9. Stets, so lang ich hier noch bin, will ich dir zur Ehre wandeln, täglich mit erneutem Sinn nur nach deis nem Worte handeln: so nimmst du mich einst im Scheiden auf zu deinen hös hern Freuden. 4. Du entdeckst uns unsre Schuld und der Sünde gros Ben Schaden, doch auch deis nes Vaters Huld und den Reichthum seiner Gnaden; lehrst uns aller unfrer Sün Mel. Liebster Jesu, wir sind den gnädige Vergebung fins 129Schon auf Erden den. 5. Huldreich rufest du uns zu: kommt zu mir beschwer, re Seelen; es soll euch zu eurer Ruh nicht bei mir am Troste fehlen, wollt ihr an. ders von mir lernen, euch von Sünden zu entfernen. 2. Diese HerzensfreudigHimmelsseligkeit empfinden, wenn nur Lieb und Eintracht. hier unsre Herzen fest vers binden, wenn wir dich nach Jesu Lehren, dich, o Gott der Liebe, ehren. feit 88 Werke und Wohlthaten Gottes. feit danfen wir dir, Gott der gieret, und dich selbst dabin Gnade; Jesu Christi tehre geführet, daß du, unferm streut Freude auf des Le Heil zu dienen, bist in Knechtss bens Plade, lehrt uns Mäßi- gestalt erschienen. O wer gung in Freuden, gibt uns hoben Muth im Leiden. faßt die starfen Triebe deiner treuen Menschenliebe! 3. Sie gewährt uns Troft 2. Ueber seine Feinde weis und Rath in den allerbang Ben Leiden; sie erleuchtet uns fern Pfad, wenn wir von der Erde scheiden, uns, von Todesnacht umgeben, leitet sie zum bessern Leben. nen, jedermann mit Hülf' erscheinen, sich der Blinden, Labmen, Armen, mehr als väterlich erbarmen, der Betrübten Klagen bören, sich in andrer Dienst verzehren; das sind Proben wahrer Güs te; und so, herr, war dein Gemüthe. tempias 4 Wenn uns Erbenglück verläßt, unfre fieben uns verlassen, hält sie unsern Muth noch fest, lehrt uns, 3. D du Zuflucht der Elen frobe Hoffnung faffen; lehrt Geduld uns, gibt une Stärs fe zur Vollbringung guter Werte. Fond 5. Sie lehrt: Menschen zu erfreun, sei des Herzens größter Gegen; lehrt uns, Feinten selbst verzeihn, die in Noth find, trösten, pfle. gen, brüderlich die Menschen lieben, fegnen die, die uns betrüben. 6. Heil dem Menschen, ter sie übt, diese schönen Zugendlebren! Heil dem, der die Brüder liebt, sich bestrebt, dich, Gott, zu ehren! Ewig selig wird er leben, fets nach höhrer Tugend streben. Mel. Schmücke dich, o liebe Seele 130 eiland, deine Menschenliebe war die Quelle jener Tries be, die ein treues Herz re den! Wer hat nicht von deis nen Händen Sezen, Trost und Heil genommen, der ges beugt zu dir gefommen? Wie ist dir dein Herz gebrochen, wenn dich Kranke angespros chen! Und wie pflegtest du zu eilen, das Erber'ne mitzus theilen! pris arian 4. Die Betrübten zu er quicken, sie dem Kummer zu entrücken, die Unwissenden zu lehren, die Verkehrten zut befehren, Sünder, die sich selbst verstocken, langmutbes voll zu dir zu locken: das war täglich dein Geschäfte, war's mit Aufwand aller Kräfte. bid@.c 5 D wie hoch stieg dein Erbarmen, Heiland, da du für uns Armen, Angst und unerhörte Schmerzen littest mit gelaßnem Herzen, dich von Sündern ließt verhöh nen Asiate Erlösung. 89 nen, und zur Schmach mit Es freut mein Geist im Glaus Dornen frönen, ja, uns Les ben sich, Herr Jesu, dein, ben zu erwerben, willig warst, und lobet dich. am Kreuz zu sterben. Im 6. Deine Huld hat dich getrieben, Sanftmuth und Geduld zu üben, haß mit Haß nicht zu vergelten, deis ne Schmäher nicht zu schels ten, Allen freundlich zu bes gegnen, die dich lästerten, zu segnen, deine Mörder zu vers treten und für sie zu Gott zu beten. 7. Aller Welten Herr und König, Sohn des Höchsten, o wie wenig hast du je nach Rubm getrachtet und auf Menschenlob geachtet! Wil. lig littst du, um den Wil. len deines Vaters zu erfüls len, Armuth und Erniedris gungen. Lob fei dir dafür gefungen! undersina 2. Du famst zu uns, von Gott gesandt, und machtest uns den Weg bekannt, wie wir, befreit von Sündens schuld, theilhaftig werden seiner Huld. Auf ewig sei dir Dank und Rubm, Herr, für dein Evangelium! 3. Du fabest in der Gotts heit ficht mit aufgeflärtem Angesicht, was nach tes Hödsten weitem Rath die Welt noch zu erwarten hat; du machtest selbst durch deis nen Mund das Künftige den Menschen fund. 189279 4. Dies und die Wunder deiner Hand sind uns ein göttlich Unterpfand, was man aus deinem Mund ges bört, jei Wahrheit, die uns Gott gelehrt. Nie stwäde mir der Frevler Epoit den Glauben an dies Wort von Gott! 8 Laß mich, Herr, zu reis dem Gegen deinen Wandel oft erwägen! Paß mich in der Angst der Sünden Troft und Hülfe bei dir finden! Heilige Wort und Zbat; man trifft der reinsten Tugend Pfad in deinem heil'gen Wandel an. Gib, herr, daß ich auf dies ser Bahn, gestärft von dir Mel. Gott Bater, an Erbarmen mit steter Treu' dir nachzus auch meine Triebe zu rechts 5. Du lehrtest uns durch fchaffner Menfchenliebe: laß mich immermehr auf Erden deinem Bilde ähnlich werden! 131 en febrer ist dir folgen eifrig sey! gleich! An Weisheit und an Liebe reich, bist du sowohl durch Wort als That der schwas den Menschen sichrer Rath. 9107 6. Du bist es, Herr, von dem tas Amt, das die Vers söhnung predigt, stammt: du machst durch treuer febrer Mund noch jetzt dein Heil cen 90 Werke und Wohlthaten Gottes. den Menschen fund. Be, gab er das Gehör, der Aus gleite stets mit deiner Kraft saß mußte vor ihm: schwinihr Amt, damit es Nußen den, der Stumme sang ibm schafft! Dank und Ehr. Sein Macht, wort bieß die fahmen gehn, und selbst die Todten aufers stehn. 4. Sein Segen speiste ganze Heere, da, wo es selbst an Brod gebrach; und kaum gebot er Wind und Meere, so ließ ihr Sturm gehorsam nach. O jah man nicht bei allem Thun auf ihm der Gottheit Fülle ruhn? 7. Noch immer hilfst du deinem Wert in seinem Sie ge mächtig fort; du sendest wie dein Mund verheißt, noch immer deinen guten Geist, der dem, der Wahrheit sucht und liebt, zum Glauben Licht und Kräfte gibt. 8. Mein Heiland, send ihn auch zu mir, daß ich mit heiliger Begier nach Wahr heit strebe, fromm und tren den Lehren deiner Weisheit sei, bis mich bei dir in Ewigs feit ein hellres Licht dereinst erfreut! 5. Wir danken, Höchster, deiner Stärke, die Jesum vor der Welt verklärt, der durch so große Wunderwerfe als dein Gesandter sich bes währt. Wir nehmen solchen gläubig an, und sind ihm willig unterthan. 6. Erfüll, o Herr, nur unsre Herzen mit seiner Lehre Göttlichkeit, damit wir nicht das Heil verscherzen, das uns dein Sohn allein vers leibt, und schaffe, daß ihm unfre Treu' bis in den Tod dergeben sei! Mel. Wer nur den lieben Gott 132 Wie göttlich sind Lehe ren! wie überzeugend seine Macht! Wer fönnte seine Thaten hören, wer, was für Wunder er vollbracht, und stimmte nicht dem Glauben bei, daß er der Welterlöser fei bold baß er b 12. Erbarmen war es vols ler Gnaden, was man in seis nen Zeichen sah. Nie wirkte Mel. Was mein Gott will er zu Jemands Schaden, 133 Kommt, die ihr wie von Propheten selbst geschab; er raffie nie in ihrem Sinn die Sünder schnell im Zorne hin. nicht gewohnet seyd, daß ihr euch selbst ents faget, die ihr nur stets nach Eitelkeit, Ruhm, Vortheil, Wollust, fraget, fommt, schauet Jesu Vorbild an! Dies 3. Er schenkte das Gesicht den Blinden, den Zauben 91 Erlösung. tote( Cindilgode dier Bürden. Dieß, dieß muß euch beschäs Reich, doch trug er fremde men. Kommt, lern't geheilt von eurem Wahn, hinfort euch selbst bezähmen! 2. Gott war sein Alles; nur an dem hing feine gan, ze liebe. Dem dienen war ihm angenehm; dem weih't er seine Triebe. Wozu er stets sich willig fand, war dieß: den ganzen Willen des Vaters, welcher ihn gesandt, vollkommen zu erfüllen. 3. Hoch über Welt und Eitelkeit, ganz heilig, ganz Gott eigen, vermied er nie aus Schüchternheit sich, wie er war zu zeigen; und wann er Bosheit freveln fah, war er vell ebler Schmers zen; wann aber Gottes Wort geschah, quoll Freud' aus seinem Herzen. 4. Die Freude, die die Welt verheißt, verlang't er nicht zu schmecken. Und rein bewahrte sich sein Geist, ganz rein von allen Flecken. In Allem sah er immerbar mit Eifer, nie zum Scheine, auf das, was seinen Brüdern war, nicht aber auf das Seine. 6. War Gottes Hand auf ibm schon schwer: er fand's doch gut und billig; denn jeden Tropfen Blut war er ihm aufzuopfern willig. Stets zeigt er, daß ihn feine Noth auch nur zur Klage reize. Er war gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuze. 7. Von Gott verlassen, blieb sein Herz an ihm, troß alles Spottes. Sein Sehnen war, im bängsten Schmerz, nichts, als das Antlig Gots tes. Folgt, Menschen, seis nem Vorbild nach! Er hat für euch gelitten; er selbſt hat euch, ihr seyd nicht schwach, die Kraft dazu er stritten. der Erbe aller Dinge. Arm ward er selber, daß wir reich aus seiner Armuth würden. Er ist der Herr, sein ist das 5160 8. Hilf meinem Glauben, daß ich dir, mein Heiland, ähnlich werde! Bezähm das Fleisch, vertilg in mir die Liebe dieser Erde, daß ich dein großes Beispiel mir alls stets vor Augen setze; bes Baters Willen thun, gleich dir, für Freud' und Leben schäße! 5. Stets floh er das Ges Mel. O Gott, du frommer Gott räusch des Ruhms, blieb niedrig und geringe, ent. 134( a) Erscheine meis Geist, erhabnes Bild der Tugend, du Muster jeder Pflicht, des Alters, wie der Jugend! O Sesu, Himmlischer, dein Beis spiel te 92 Werke und Wohlthaten Gottes. adipsy), as put spiel leite mich! Ich irr und strauchle nicht, seh' ich nur fest auf dich! 2. Wie unschuldevoll, wie rein, wie unentweibt von Sünde, floh deine Jugend 7 Vollstillen Friedens hin! Wie theuer war dem Kinde, wie lieb dem Jüngling schon, was Gottes Wille wählt! Doch ach, wie oft hab' ich, noch jang, doch schon gefehlt! 3. So arm, so freuden. los und allem Glanz ente rufen, durch frühen Druck geübt in Müh' und Kummernissen, floß dir das Le ben bin, und dennoch bliebst du groß; nie riß das Elend dich von deinem Vater los. a 4. Gehorfam, warst du tets bereit, des Vaters Wils len selbst bis zum Kreuzes tod mit Freuden zu erfüllen; trugt mit Geduld und len; trugt mit Geduld und Muth des Lebens berbsten Schmerz; du sabst die Glück. lichen und neielos blieb dein Herz. 5. Nie hast du deine Pflicht, die fleinsie nie verleget; nie Leidende gesehen und nicht mit Trost ergößet; stets hast du Irrende gewarnt, belebrt, gerührt und sie mit Freun deshand auf bessern Weg ge. führt. ono Bum Boid, iO da bittrer Feinde Drauen umgaben, wo du gingst, dich Heiliger, doch du gingst mitten durch sie hin mit Fe ftigkeit und Ruh'. br, was mind 6. Versuchung ohne Zahl, bier Ruhm und Schmeiche leien, dort lockender Gewinn, blieb dein Herz bis an das Ende; da gabit du deinen Geist in deines Vaters Häns de. Bollendet war der Lauf; am Ziele deiner Bahn ſabst du den großen Lohn der Ewigkeit dir nahn. 8. Vollendeter, auch ich, auch ich fann ohne Beben am Ziele einst den Geist tem Bater übergeben, wenn er dir ähnlich war an Tugend und Geduld; denn du, Ers löver, tilgst der Schwach beitssünden Schuld, 9. Schau drum, mein Geist, auf ihn; verschmäh' des Lasters Freuden! Der Sünden Sold ist Lob und ihre Frucht find Leiden. Wie Jesus, weihe Gott des Lebens furze Zeit! Dann gehst auch du, wie er, ins Reich der Herrlid teit. 19 dild In eigener Melodie 134 3 fich mein Ge ( 6) erhebt můthe, du Freund der Men's schen, Jefu Chrift, der du durch deines Herzens Güte der Welt ein Vorbild wors den Erlösung. atto af nisindicele ding of de 93 test du die Glieder, dem Stummen kam die Sprache Stummen fam die Sprache wieder, dir danften Blinde den bist. Du lebtest Sündern nur zum Besten; sie zu befreien, sie zu trösten, ent sagtest du der Herrlichkeit. das Gesicht. Nie wurdest Nur wohlzuthun, war dein du des Wohlthuns måte. Bestreben: ter Zweck von Reuvolle fühlten Ruh' und deinem ganzen Leben war Friede; sie glaubten, und deiner Meniden Seligkeit. verzagten nicht. 2. Nicht schrecklich waren deine Werke: du kamst nicht Sündern zum Gericht. Du warst der blöden Seelen Stärke, und der Bedräng ten Zuversicht. Dein Blick war so, wie dein Gemüthe, voll Mitleid, Freundlichkeit, und Güte, und deine Hand gab Armen Brod. Du fahst die Thränen der Betrübten, die Sehnsucht derer, die dich liebten; auf deinen Wink enfloh der Tod. 3. Du fühltest deiner Freunde Leiden mehr, als du eigne Noth empfandst. Dn schmecktest nichts von Rub' und Freuden, so oft du Menschen leidend fandst. Aufopfernd deines Lebens Kräfte, war es dein tägli des Geschäfte, als Mens schenfreund umber zu ziehn. Eh' noch ein Leidender es wagte, und dir sein Elend thränend flagte, erquicte schon tein Beistand ibn. 5. Herr, wo du gingst, auf jedem Schritte, da folge ten Lieb' und Mitleid nach; fie folgten in des Reichen Hütte und unter der Vers laßnen Dach. Der Tempel, wie die öoen Wälder, die Städte, wie die freien Fels der, empfanden deine Gütigs feit. Wo Kummer war, warst du zugegen; dein holder Zuspruch und dein Se gen vertrieb des Lebens Bitterkeit. 6. So gingst du still auf deinem Pfade dem dir bes stimmten Tode 8 ઘ. Noch war in deinen Blicken Gnade, in deiner Seele Himmelss ruh. Auch dann, als Echref ken und Gefahren von allen Seiten nahe waren, verließ dich nicht dein Ecelmath. Du bliebst ein Echußgott deis ner Freunde, bliebst ein Er. barmer deiner Feinde, und liebtest sie bei ihrer Wuth. 4. Errettung, Nacksicht, und Erbarmen fand jeder, der sich dir genaht. Mite leidig schentrest du dem Ar. men die Hülfe, die er sich erbat. Dem Rahmen stärks is mapps of the 3512. 7. O Jesu, wäre toch mein Leben dem deinen gleid)! wär' ich, miedu, so ganz der Menschenlieb' ergeben, so sanft, so mitleidevoll. wie du! O pflanz' in mich die holden Triebe des Mitleids 199 und 12 d THE 94 Werke und Wohlthaten Gottes. und der Menschenliebe, und Gewinn. Dir schlage stets gib mir deinen edlen Einn! mein Herz entgegen, weil So ziert mein Wandel dei- ich durch dich gerettet bin. ne Lehre; so frönt vor dir mich einst die Ehre, daß ich dein Freund und Erbe bin. 4. Bleibt mir in diesen Tagen theuer, Gethsemane und Golgatha! Ihr Derter, wo die Welt die Feier der allerhöchsten Liebe fah! Nach euch will ich voll Andacht schauen, wo mein Erlöser litt und starb, und hoffnungsvoll auf den vertrauer, der mir die Eeligfeit erwart. 5. Da will ich lernen Zus gend üben in Noth und Tod gelassen seyn, die Menschen, so wie du, zu lieben, und selbst dem Todseind zu verzeihn. Dann wird dein Leiden mir zum Segen, dein Tod mir seligster Gewinn. Dir schlage stets mein Herz entgegen, da ich durch dich gerettet bin! Leiden, Tod und Begräbniß Jesu. ( Passionėlieder.) Mel. Wie groß ist des Allmächt'. 135 Lap aß mir die Feier deiner Leiden, o großer Dulder, heilig seyn! Sie lehre mich die Sünde meiden, und dir mein ganzes Leben weihn, dir, der so ruhig und entschlossen für mich die fast des Kreuzes trug, deß Herz, als schon sein Blut geflossen, für mich noch heiß von Liebe schlug. 2. In der Betrachtung heil'gen Stunden will ich am Leidenshügel stehn, und dich für deine Pein und Wunden mit. tiefgerührtem Dank er höhn; ich will die Lieb' und Huld ermessen, womit dein Herz die Welt umfaßt, und nie gefühllos es vergessen, was du für mich erduldet hast. 3. Mir sollen diese Feier zeiten der größten Liebe bei lig seyn; sie soll mich slärfen, soll mich leiten, was tir mißfällig ist, zu sccun. Dein Leiden sei auch mir zum Se gen, dein Tod mir seliger Mel. Herzliebster Jefu! 136 H err, stärfe mich, as Herr dein feiten zu bedenken! mich in das Meer der Liebe zu versenken, die b dich bewog, von aller Schuldbi des Bösen uns zu erlösen! 2. Vereint mit Gutt, ein Mensch, gleich uns, auf Er den, und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden; an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tras gen! chi stal 3. Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräf As Kräfte, mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde. 4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb', und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken Erlösung. Erlösung. In eigener Melodie. und Entzücken am Kreuz 137 eu, meines& e. erblicken. bens Leben, deß shishe 95 10. Dn liebtest mich; ich will dich wieder lieben, und stets mit Freuden deinen Willen üben! O gib zu dies sem heiligen Geschäfte, Herr, selbst mir Kräfte! 5. Es schlägt den Stolz sich meine Seele freut, der und mein Verdienst darnie für mich sich hingegeben, ter; es stürzt mich tief, Stifter meiner Eeligkeit, du, und es erhebt mich wieder; der lieber wollt erblassen, lehrt mich mein Glück, macht als mich im Verderben lassen, mich aus Gottes Feinde zu ach, wie dank, wie dank ich Gottes Freunde. dir, mein Erlöser, g'nug dafür! 6. O Herr, mein Heil, an den ich findlich glaube, ich liege hier vor dir gebückt im Staube, verliere mich mit dankendem Gemüthe in deine Güte. 2. Menschenfreund, von Gott gesendet, seines Raths Verfünder! längst hast du dein Werk vollendet: Preis sei dir, Erhabener! Doch in den Gedächtnißtagen deis ner Leiden, Jesu, sagen deis ne hochbeglückten dir billig neuen Dank dafür.ddn 7. Sie übersteigt die mensch lichen Gedanken; allein sollt ich darum im Glauben wan fen? Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen? 8. Des Höchsten Thun ist Gnad' und lieb erweisen. Uns fommt es zu, fie des muthsvoll zu preisen, zu sehn, wie hoch, wann Gott uns Gnad' erzeuget, die Gnade steiget. 9. So sey denn ewig auch von mir gepriesen für das Erbarmen, was du mir erwiesen, da du, mein Hei land, auch für mich dein Leben dahin gegeben. 3. Du betratft, für uns zu sterben, willig deine Leidenebahn, stiegst, uns Leben zu erwerben, gern den To desberg binan, dachtest nicht an deine Schmerzen, trugst uns Menschen nur im Her zen. Diese Liebe preisen wir; unvergeßlich sei sie mir. 4. Meinetwegen trugst du Bande, littest frecher fästs rer Epott, achtetest nicht Edmach und Schande, Elend nicht, nicht Streuz und Tod. Du warst werth der höchsten Freus 96 Werke und Wohlthaten Gottes. Freuden und trugst willig Schmerz, von Schmach zu Gram und Leiden. O wie Schmach; wir schaun zu deidant, wie danf ich dir wäre nem Kreuz hinan, und beten dig, heiligster, dafür! dich mit Freuden an. it 5 Frevler frönten dich zum Hohne; deine Stirne blutete unter einer Dornen frone, König aller Könige! Mir zu gut hast du gelitten, mir die Lebensfron' erftrite ten. Preis, Anbetung, Dank sey dir, Ehrfurchtswürdig, ster, dafür! 6. Du, ter tausendfache Schmerzen, mir zu Liebe, gern ertrug, deinem groß muthvollen Herzen war mein Heil Belohnung g'nug. Trest in meinen letzten Stunden floß für mich aus teinen Wuns den. Herr, ich dank, ich danke dir einst im Tode noch dafür! 3 Auch uns zu gut, o Herr, betrat dein Fuß den dornenvollen Pfad. Auch uns strömt Begrunge fraft und Ruh' aus deinem bittern leiden zu. nsbildn 7. Ruh' im Leben, Trost am Grabe! unaussprechlicher Gewinn, den ich dir zu dans fen habe, du, deß ich nun ewig bin! Sefu, dir mein Herz zu geben, deiner Tus gend nachzustreben, dir zu traun, zu sterben dir, dies, dies sei mein Dank dafür. 4. Daß Gott uns als ein Vater liebt, gern Reuenden die Schuld vergibt; daß ewig unfre Seele lebt und sich zur beffern Welt erhebt. dal 5. Daß deine fehre fest be steht, und daß dein Reich nie untergeht; den großen Trost von dir, o Gott, bes lebt und stärket Jesu Tod.gil 6. Und wir, wir glaubten an dich nicht? Herr! Ohne sichern Trost und Licht, mit ungewissen Schritten geht des Lebens Pfad, wer dich vers schmäßt. mund thi 7. Mit Dank und Freude folgen wir dir, unserm Heil und Retter, hier; und du wirst uns, wenn wir dich sebn, zu deines Wonn' erhöhn. Himmels amma bil Sell Bodium auf, zu Mel. O Jefu Chrift, mein's Mel. Schwing dich 138 An In deine Leiden 139 Mein Erlöier, wir, Herr Jesu Christ, und dan ten dir, daß du so willig ihre Laft zu unserm Heil getras gen hast.& dun dab und 2. Im Geiste folgen wir dir nach von Schmerz zu AS918 auch für mich gingst du hin zum Leiden, und begabst, Erretter, dich aller deiner Freuden. Du sahst Bande, Schmerz und Hohn, sahst den Tod von ferne; doch crtrugst du, Gots Erlösung mindildo dos dru Astro Gottes Sohn, alle Leiden gerne. let d 2. Du entflohst nicht der Gefahr, die dem Leben drohte; als die Stund' ers schienen war, gingst du froh zum Tode. Willig übergabst du dich in der Feinde Hände, und bliebst unveränderlich treu bis an das Ende. pigns the indusmes dvd Mel. Herzliebster Jesu! i 97 80 3. Lehre mich, wie du, so still und so froh zu leiden, und, wenn es dein Rathschluß will, selig zu verscheiden. Stärke mich, wenn ich einmal sterbend zu dir flehe, daß ich durch des Todes Thal phne Schrecken gehe, di 4. Dank, o Jesu, Dank sei dir für dein willig Lei den, denn dadurch erwarbst du mir deines Himmels Freu den. Nunmehr weiß ich, daß im Tod ich nicht ewig sterbe; denn ich bin verföhnt mit Gott, bin des Himmels 7. Ein reines Herz, gleich Erbe. deinem edlen Herzen, dieß ist der Dank für deines Kreu zes Schmerzen. Und Gott 140 Laß deinen Geist gibt uns die Kraft in deinem stets, mein Heiland, lehren, dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren, daß ich getreu in dem Beruf der Liebe mich christlich übe.inding fior dir nachzuahmen. 8. Unendlich Glück du littest uns zu Gute. Ich bin versöhnt in deinem theuren Blute. Du hast mein Heil, da du für mich gestorben, am Kreuz erworben. ang 9. So bin ich denn schon selig hier im Glauben! So wird mir nichts, nichts mei ne Krone rauben! So werd ich dort, von Herrlichkeit 2. Das Gute thun, das Böse fliehn und meiden, Herr, diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir er lauben, und an dich glauben? sul pim 101 NO 3. Da du dich selbst für mich dahin gegeben, wie fonnt ich noch nach meinem Willen leben? und nicht viel mehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre? dupl 4. Ich sollte nicht, wann Leiden dieser Erden, wann Kreuz mich trifft, gelaßnen Herzens werden, da du so viel für uns, die wir's verschuldet, liebreich erduldet? 5. Für welche du dein les ben selbst gelassen, wie fönnt' ich sie, ste meine Brüder bass sen? und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, für sie noch beten? om 6. Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten. Du, Heili. ger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder! TO 98 aminokyo Werke und Wohlthaten Gottes. * Adist hid and n અા પ C umgeben, ben! einst ewig le don dos hin 10. Sa, wenn ich stets ber Tugend Pfad betrete, im Glauben fämpf', im Glaus ben wach und bete; so ist mein Heil schon so gewiß er strebet, als Jesus lebet. 11. Fockt böse Lust mein Herz mit ihrem Reize, so sa recke mich dein Mort, das Wort vom Kreuze! Und werb ich matt im Laufe guter Wer te, so sei mirs Stärke! 12. Seh' ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Alergerniß und eine Thorheit werden; so sei's doch mir trop allen frechen Spottes, bie Weisheit Gottes! nom 13. Wenn endlich, Herr, mich meine Sünden fränken; fo laß bein Kreu; mir wie ber Ruhe schenken; dein Kreuz, dies sei, wenn ich den Tod einst leide, mir Fried und Freude! nd 110 doll be 3. D laß dieß Heil doch auch mein Erbe werden! Was hab ich sonst für sichern Zrost auf Erden? Was gibt mir sonst wohl wahren Grund zur Freude, wann ich einst scheidend i chid ad abid 4. Für mich, o Herr, bist du ja auch gestorben! Was du der Welt durch deinen Tod erworben, das hast du ja von großer Treu geleitet auch mir bereitet. Bror 5. O stärke selbst mein Herz in diesem Glauben! Kein banger Zweifel müsse ihn mir rauben! Er müsse mich zum Fleiß in guten Were fen beständig stärken! 6. Sollt ich mich nun noch frevelhaft erfühnen, der Sünde, die dich tödtete, zu dienen; so wär ich ja, o Herr, nicht dein Erlöster: du nicht mein Fröster. 7. Nein, dir alein, der du durch deine Wunden auf ewig mich zu deinem Dienst vers bunden, nur dir, mein HeiIn voriger Melodie. i 141 Sei boch geprie land, sei mein ganzes Leben zum Dienst ergeben sind fen, Herr, für deine Liebe! Sie drang dich zu dem mitleidsvollen Triebe, für eine Welt voll Sünder selbst dein Leben dahin zu geben. ndoorn 8. Nichts soll mich je von deiner Liebe scheiden. Ich bleibe bein, bis du mich dort wirst weiden, wo deine Liebe mit verklärten Zungen stets wird besungen. din sl 2. Fürwahr, du trugest unfrer Sünden Schmerzen. O welch ein Herz gleicht deis nem eblen Herzen! Du ließest unfre an fen, uns Heil zu schaffen. bid Mel. Schwing dich auf, au 142 Mein Erlöfer, Gottes Sohn, der du für mich littest, und auch modo dau sin Erlösung. sto #) mand be ind auch auf der Himmel Thron jetzt noch für mich bittest, welche Wohlthat ist für mich dein verföhnend Leiden! O wie preis ich würdig dich, Ursprung meiner Freuden? 2. Unermeßne Herrlichkeit war dir, Herr, gegeben; und du fonntest jederzeit vels ler Freuden leben. Aber, o der großen Huld! daß ich felig würde, übernahmst du mit Geduld schwerer Leiden Bürde. 3. Nun kann meine Misses that noch Vergebung finden; denn du starbst nach Gettes Rath, auch für meine eün den. Unfre Strafe trugest du, uns vom Fluch zu rets ten, daß wir im Gewissen Ruh', mit Gott Frieden hätten. 4. Was uns kust zur Beß rung schafft, was zur Tu gend leitet, dazu baft du neue Kraft durch dein Kreuz bereitet. Nicht vergebens darf ich nun mich um Kraft bewerben, Gottes Willen noch zu thun, Sünden abzuster ben. 001 99 wh sind mo du mein so dich angenom. men? Laß die Frucht von deiner Pein nun auch auf mich fommen, gib mir Weiss heit, gib mir Kraft, du hast sie in Händen, was du mir zum Heil verschafft, gläubig anzuwenden! 7. Laß das Wort von deis nem Kreuz mich mit Muth beleben, siegreich) jedem Süns denreiz bier zu widerstreben, und voll Dankes bir zum Rubm, alle meine Pflichten, als dein theures Eigenthum treulich zu verrichten! 8. Drückt mich meine Güns dennoth, straft mich mein Gewissen, o dann laß aus deinem Tod mich den Trost genießen: daß du auch für meine Schuld büßend bist ges storben, und Vergebung, storben, Gnad' und Huld mir bei Gott erworben! 9. Stärke mich durch deis nen Tod in den letzten Stuns den! Wie du deine Todes. noth siegreich überwunden: o so bilf dazu auch mir! Laß mich fröhlich scheiden: Herr, so dank ich ewig dir für dein bittres Leiden. 5. Nun fann ich aufs Todesthal noch mit Freuden sehen, und zu jener Welt Mel. Freu' dich sehr, o meine einmal ohne Schrecken ges 143 fu, deine tiefe hen. aus aller Noth Rettung mir er rungen, und durch deinen Freuzeetod meinen Tod be en bes zwungen.ndlig 6. Herr, was bin ich, daß ne Qual, dein bittrer Tod, geben mir in bangen Stune den Kraft zur Zugend, Troft in Noth. Mich sollt ich durch Sünd' entweihn? Nein, ich G2 denk Werke und Wohlthaten Gottes. autolo 100 00 bent an deine Pein; sie, sie lehrt mich Sünden lassen, sie als mein Unglück hassen. 2. Die Erinnerung deiner Leiden stärke mich mit Kraft und Muth, alle schnöde Lust zu meiden, zu bekämpfen Fleisch und Blut! Auch wenn meine Seele zagt, Gram an meinem Herzen nagt, laß, im Glauben mich zu stärken, mich auf deine Leiden mer fen. Flate In eigener Melodie. pils) 3. Will die Welt mein Herz 144 W enn mich die verführen auf der Eitelkeiten Bahn, wo so viele sich vers lieren und sich dem Verder ben nahn: dann denk' ich, o Jesu, nach über deine große Schmach, daß ich dir getreu verbleibe und die böse Lust vertreibe. Sünden frän ken, so laß, Herr Jeſu Christ, mich glaubensvoll bedenken, wie du gestorben bist, und Rettung von der Schulden last den reuerfüllten Sündern am Kreuz erworben hast, d 2. wundervolle Liebe, bedent's, o Seele, recht! Es starb aus freiem Triebe der Herr für seinen Knecht. Selbst seinen eignen Sohn gab Gott für mich verlore nen Menschen in Marter, Schmach und Tod. nd 4. Gib bei Allem, was mich fränket, mir aus deis nem Leiden Ruh! Wenn mein Herz daran gedenket, ströme neuer Trost mir zu Wenn mich meine Fehler reun, müsse mich dein Tod erfreun; denn du hast, da du gestorben, diesen Trost auch mir erworben! 6. Hab ich dann in meinem Herzen Hoffnung jener Herrlichkeit, so besieg ich auch die Schmerzen von dem letzten Kampf und Streit. Wenn gleich meine Hülle bricht, quält doch Todesfurcht mich nicht; überwunden, über wunden hab ich durch dich überwunden. anol ad d. 3. Was fann mir denn nun schaden der Fluch, der Sünden dreht? Gott sieht auch mich in Gnaden; durch Jesu Mittlers Tod bin ich vom diesem Fluch befreit, und darf nicht ängstlich fürchten Gericht und Ewigkeit.omnis 4. Drum sag ich dir von Herzen jetzt und mein Lebe lang für deine Zodeeschmer zen, Erlöser, Lob und Dank. Hilf, baß ich dir für deine Treu 5. Auf dich seß ich mein Vertrauen, Jesu, meine Zuversicht. Du vertreibst des Lodes Grauen; durch dich schadet er mir nicht. Sicher ist bei dir mein Heil! Hab' ich, Herr, an dir nur Theil, o so wirst du ew'ges Leben mir auch einst aus Gnaden geben. bio bisedar thi, niste ndisering diri Andhi id aner lasd Bitte 11de 13dsin thun( bi mindildadle dim Erlösung. His Zittern und mit Zagen stiegst du zum Celberg auf. Treu auf ewig ganz erge sich dein Lebenslauf! Mit ben und thätig dankbar sei! 5. Herr, laß dein bittres Leiden mich reizen, als ein Christ mit allem Ernst zu meiden, was vor dir sünd: lich ist! Nie komme mir aus meinem Sinn, wie viel es dich gekostet, daß ich erlöset bin! lind 6. Mein Kreuz und meine Plagen, und wär's auch Schmach und Spott, hilf 3. Ach, welche Angstgee mir geduldig tragen. Laß fühl ergriffen da mein Herz! nur, mein Herr und Gott, mich fliehen jebe Lust der Welt, und dem Erempel folgen, das du mir vorgestellt. Jm nagenden Gewühle von Bangigkeit und Schmerz lagst du vor Gott im Staus be, mit Todesschweiß bedeckt. Wie kämpfte da dein Glaube, von banger Furcht erschreckt. 7. Laß mich an Undern üben, was du au mir gethan, und meinen Nächsten lieben, gern dienen jedermann, ohn' Eigennuß und Heuchelei, und wie du mirs erwiesen, aus wahrer Lieb' y Tell! 8. In meinen leßten Stuns den erquicke mich dein Lod, daß ich, mit dir verbunden, besieg auch diese Noth! Du bist es, Herr, auf den ich trau! Starf' meine Seel' im Tode, daß ich dich ewig schau! inn strak SON 101 your bis mand 2. Die schauervollen Stunden der Martern waren da. Du sahest Hebn und Wun den, bein Kreuz auf Gol. gatha, den Tod, die Grabes. höhle, und fühltest Angst und Noth; betrübt war deis ne Seele, betrübt bis in den Lod. 1450, Mel. Befiehl du deine Wege u, der sich einst voll Liebe selbst bis zum Tod und Grab, aus mitleidsvollem Triebe, zu unfrer Rettung gab, ach unter welchen Plagen schloß 4. Auf dich der Menschen Bester drang Angst auf Angst berzu, und doch hing nie. mand fester an seinem Gott, als du Wie sehnlich bar dein Flehen um Schonung, und wie still: es soll nur das geschehen, was Gott, mein Vater, will! 5. So warest du mit Freus den gehorsam und bereit, nach Gottes Rath zu leiden, und gingst mit Willigkeit der fres chen Schaar entgegen, die slutbegierig kam, dir Bande anzulegen, und dich gefangen nahm. 6. Der Menschen Heil zu fördern, gabst du mit sanftem Sinn dich willig deinen Mörbern und ihren Martern bin 102 Werke und Wohlthaten Gottes. For hin Um dich war Alles trü be; doch du bliebst rubevoll. So start war deine Liebe zu uns und unserm Wohl! 7. D Freund der Menschen. finder, den nun fein feid mehr drückt, wie hoch haft du uns Sünder durch diese Huld beglückt! Dich wollen wir erheben, so viel die Schwachheit fann, und dir zur Ehre leben. Nimm unser Opfer an. ich auch nieber, verführt durch stolzen Wahn! Ach! oftmals schlumm'r ich sorge los ein, bin ruhig bei Ge fahren, die meiner Seele dräun! gebeugt, so bang: da fandst du feinen Trost, fein Licht, da schwebte nichts als Mar: ter vor deinem Angesicht. 5. Herr, rette du mich Schwachen, wenn Stolz und Sicherheit den Geist verdross fen machen. Gib Kraft und Muth im Streit; flöß' meis ner Seele Tröstung ein; sprich zu ihr: fämpf' und bete! bald ist die Krone dein! Mel. Wenn mich die Sünden inst als im 146 t Angstgebete, Mel. Herzliebster Jefu Herr, deine Seele rang, und 147 Bekenner Jeſu, heißer werdet nie vermessen! Der Fall ist nas he, wenn wir je vergessen, Beständigkeit und Sicherheit vor Sünden auf Gott zu gründen. 2. Dann gleichen selbst die feurigsten Entschlüsse den lich ten Dunsten, die durch Finsternisse schnell in die Höhe schimmern und vergehen, wie sie entstehen. 3. Die Jünger stärkten in der ernsten Etunde durch Wachen und Gebet sich nicht im Bunde mit ihrem Herrn; sie fielen selbst vor Kummer in nefen Schlummer. 2. Auch sie, die so entschlossen, to männlich dich bekannt, sind muthlos, sind verdrossen, vom Echlummer übermannt. Sie schauen dei ner Seele Schmerz und feis ner deiner Brüder spricht Lab. sal in dein Herz. 3 Doch diefe schwachen Seelen trägt deine Lieb' und Huld, wie sehr sie gleich. wohl fehlen, mit schonender Geduld. Erbarmend sprichst du: Freunde, wacht! o wacht mit mir und betet, rah' ist des Feindes Macht! 4 Als der Berräther fam mit seinen Echaaren, wie bebten sie vor drohenden Ges 4. Du Tröster schwacher fahren! Wo war ihr Muth, Brüder, Herr, nimm dich für ihren Herrn mit Freuden meiner an! Wie leicht fall den Tod zu leiden? ditin y the dag 5. Un Toll uspok Instatingdi Manguide Erlösung. asite intodidak any vine 103 5. Uneingedenk des Hire du, zu lieben, Herr Jesu! ten fliehn die Schafe. Er 3. Am Kreuze hingst du ward verlassen, er, der unfre Strafe so willig dule dete, daß seine Heerde ges rettet werde. 6 welche Liebe! Jefu, welche Trene! Du littest, daß der Mensch sich deiner frene, ach laß uns nie mit zweifelnden Gedanken im Glauben wanken! 7. Wer dich bekennet, fürchte, Herr, auch Alles von seiner Schwachheit! Eine gedenk des Falls der bessern Jünger, streb er, sein Ber, trauen auf dich zu bauen! 8. Laß deinen Geist uns, Herr, zur Seite treten! Er lehrt uns wachen, lehrt uns ernstlich beten! So werden wir im Kampfe nicht erfies gen; wir werden siegen. Mel. Okamm Gottes, unschuldig 148 Erlöser, der im Staube einst lag mit Angstschweiß bedecket, dein tröste sich mein Glaube, wenn Tod und Sünde mich schrecket; dein tiefer Schmerz, bein Klagen, bein Todes kampf, dein Zagen sei meine Ruhe, Herr Jesu! 2. Du littest ganz unschulbig von Frevlern Schmähung und Schmerzen, und trugst allzeit geduldig fie mit verzeihendem Herzen. Dein Geist soll uns beleben, zu dulden, zu vergeben, wie 10 kläglich entstellt, gemartert, verschmachtet. Dein Tod bes lehr' uns täglich, wie hoch du Seelen geachtet! Er schred uns ab von Sünden; er müß' uns dir verbinden zu ew'ger Liebe, Herr Jesu! In eigener Melobis. 149 Christe, du Sohn Bottes! der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 2. Christe, du Sohn Gots tes, der du trägst die Sünde der Welt: erbarm dich unser! 3. Christe, du Sohn Gote tes, der du trägst die Sünde der Welt: gib uns deinen Frieden! Amen. Mel. In allen meinen Thaten er 150 We fann die Lei den faffen, die du, o Herr, gelassen für mich erduldet hast? Daß ich ges rettet würde, trugst du die schwerste Bürde, und übers nahmst auch meine fast. 2. Laß deine letzten Stun ben, und was du da em. pfunden, mich trösten und erfreun! Es lehre mich dein Leiden, den Dienst der Güns be meiden, und dir mich jeßt und ewig weihn. 3. Du starbst mit einem Herzen, das auch in Lodesschmerzen für deine Feinde bat. Wie du, will ich mich üben, auch meinen Feinb Werke und Wohlthaten Gottes. 104 tabl zu lieben; oft wußt' er auch nicht, was er that. 4. Du tröstetest den Ars men, der sich auf dein Er barmen am Kreuze fest ver ließ. Auch ich bin, wann ich sterbe, war ich dir treu, dein Erbe, und folge dir ins Paradies. 5 Du sorgtest, voll von Liebe aus regem Mitleidstriebe, noch für der Deinen Rudy'. Ach, wenn auch ich muß leiden und von den Meinen scheiden: so sende Trost und Muth mir zu! 6. Du mußtest, matt von Plagen, auch über Durst noch flagen und feiner labte dich. Warum sollt ich denn beben, wann Leiden mich umgeben? Du labst ja und erquickest mich. 7. Du riefst voll tiefer fit you Trauer im bangen Todees schauer: verläßt du mich, mein Gott? Nun mag ich einst erblassen, du wirst mich nie verlassen; du fühltest selbst des Todes Noth. 8. Tu sprachst am 3 el der Leiden mit namenlofen Freuden, mein Werk ist nun vollbracht! Lehr' es auch mich vollbringen, und einst zum Ziele bringen durch meines Lodes dunkle Nacht! 9. Du gabst am Leidensende in deines Vaters Hände getrost die Seele hin. Wann ich auch meine Seele ihm einst, wie du, befehle; dann ist auch mir der Lcd Ge. winn. Mel. Befiehl du deine Wege 151 De er Herricher als 40 ler Lande muß sich gebunden sehn, er muß, bedeckt mit Schante, vor seinen Knechten stehn, und bier sich richten lassen. Sie suchen ihre Wuth, womit sie längst ihn haffen, zu sättigen mit Blut. 2. Die Unschuld seiner Lebe ren, wem war sie unbewußi? Wer wars, der ihn mehr eh, ren, wer, der ihn schüßen mußt'? Wem waren dies sonst Pflichten, als denen, die ihr Stand, ein recht Ge richt zu richten, aufs heiligste verband? o 3. Dod hier wird falscher Zeugen Verleumdung gern gehört, hier wird durch lä sterungen der Heiligste ents ebrt; hier wird das Recht gebeuget, entweiht das Richteramt; hier wo die Falsch heit zeuget, die Unschuld frech verdammit. 4 Entweibt ist zwar die Stätte, entheil gt dieß Ge richt, in dem man Jefum schmäbte, doch seine Unschuld nicht. Er schweigt; es macht fein Schweigen, und selbst der Lügner Mund, die wi der ihn hier zeugen, sdon seine Unschuld fund. Dob 5. O würde nie mit Räntken der Ungerechtigkeit, die Recht astio motore str Erlösung. 105 Recht und Unschuld fränken, 4. Doch zittert er, wanft ein Richterstuhl entweiht! hin und her, verlangt bes entweiht an feinem Orte die Volkes Stimme; und sie rus Wahrheit und das Recht, daß fen: Barrabaß! mit erbonie durch Lästerworte die stem Grimme. to be Unschuld leiden möcht'! 5. Da gibt er ihn zur Geißlung bin, die Wache darf ihn hörnen; die mit eis nem Dornenkranz ihn zum König frönen. 6. Lehr' mich, Herr, wo ich schweigen, und wo ich reden soll! Mein Schweigen und mein Zeugen sei flug und wahrheitsvoll! Laß mei nen Mund nie trügen, mach' mich von Falschheit frei, daß ich ein Feind der Lügen, ein Freund der Wahrheit sei! 7. Laß mich nie wieder schelten, wenn mich die Bosheit schilt, nie haß mit Haß vergelten! Mein Herz sei fanft und mild! Lehr' mich die Rache meiden; und muß ich ohne Schuld doch Schmach und Unrecht lei den, so tröst' mich deine Huld! Mel So schlummerst du 152 Durst nach Blut, o blinde Buth, die faum erbört ist worden! den Erlöser will sein Volk grausam schändlich mors den. 6. Wer hat ein Herz, und fühlt den Schmerz des Heis igen, des Besten nicht mit Webmuth? Möchte ihn doch ein Mitleid trösten! 7. Seht, welch ein Mensch! welch ein Mensch! seht, spricht selbst Pilatus, stellet ihn zur Schau dar, eh' er noch ihm sein Urtheil fället! 8. Ans Kreuz mit ihm! ans Kreuz mit ihm! so schreit die tolle Menge. Und der feige Richter kommt endlich ins Gedränge. 2. Da geht er hin, ach seht auf ihn! gefeffelt durch die Straßen, muß vom heidnischen Gericht sich verdammen lassen. 3. Sein Richter sieht, wie Alles glüht von Grimm und wilder Rache, und vertheidiget zuerst des Gerechten Sache. 9. So sterb' er dann! sprach jetzt der Mann, der ihn ers retten sollte, aber nie um Recht und Pflicht etwas leis den wollte. 10. Ach uns zu Gut floß hier dein Blut, trugst du mit stillem Herzen deiner edlen Seele Qual, alle deine Schmerzen. 11. Du haft's gethan. Wir beten an mit tankendem Ges müthe, mit Bewunderung und Preiß, deine Treu' und Güte. 12. Dir wollen wir, o Herr, dafür uns selbst zum Opfer 106 Werke und Wohlthaten Gottes. alla Opfer bringen. Gib dem 5. Vergeblich, ach! verguten Willen Kraft, gib ihm geblich war die Menschlich das Vollbringen. keit des Heiden; die aufges brachte wilde Schaar sah Jesu Schmach mit Freuden. Sein Tod befriedigt sie allein, sie stürmten auf den Richter ein, und schrie'n: Er sterb' am Kreuze! Mel. Schon ist der Tag von 153 S eht, welch ein Mensch! Wie lag so schwer auf ihm die Last der Sünden! Wie unaussprechlich duldet er für euch ihr Menschenfinder! So lei den sah von Anbeginn die Erde feinen je, als ihn, so wird auch feiner leiden. 2. Der Sohn des Höchsten Eins mit Gott, ein Helfer, ein Gerechter, ward frecher Missethäter Spott, und seis nes Volks Gelächter. Wie ein Verbrecher stand er da, verklagt, verleumdet. Wer ihn sah, der sah ihn mit Verachtung. 3. Geſchäftig war der Frevler Wuth, erfindrisch, ihn zu plagen. Sein Leib war ganz bedeckt mit Blut, voll Striemen und zerschlagen. Mit einer Dornenfron' ge frönt, in Königsfleidern aus. geböhnt, stand er vor seinen Feinden. 4. Den Heiden, der sein Richter war, ergriff ein menschlich Schrecken; er stellt ihn seinen Brüdern dar, ihr Mitleid zu erwecken. Seht, welch ein Mensch! Ich kann ihn nicht verdammen; denn die Unschuld spricht zu mäch tig für sein Leben. md 6. Dudenkest ohne Schaus dern nie an diese Wuth der Sünder, du spridst: die Rache strafet sie! noch straft sie ihre Kinder. O Seele, denkst du auch dabei an deine Sünden? Bist du frei von Schuld am Tode Jesu? 7. Sieh, welch ein Mensch! er wird für dich verschmähet und zerschlagen! Hör' ihn, er spricht: ich selber, ich muß deine Sünden tragen. Die Schuld ist dein, durch meis nen Tod versöhn' ich, Sünder, dich mit Gott, und sterb' um deinetwillen. 8. D hochgelobter Gottessohn, du Tilger meiner Sünden, erhöht auf deines Vas ters Thron, ach laß mich Gnade finden! Laß deines Todes Schmach und Pein Gerechtigkeit und Heil mir seyn, um deiner Liebe Willen! 9. Jch schwöre, Welters löfer, dir, und willig will ichs balten: so wahr du les best, soll in mir nie deine Lieb' erkalten! Dein Leiden und dein Tod soll mich, so lange ich lebe, Herr, an dich und deine Lieb' erinnern! 10. Lodt Erlöſung. ito dito our strat 10. Lockt mich die Welt, lodt Fleisch und Blut mich auf den Weg der Sünde; so rüste mich mit Kraft und Muth, daß ich sie überwinde. Dann rufe du mir liebreich ju: dent, welch ein Mensch ich war! und du, du wolltest mich nicht lieben? on him In voriger Melodie. 154 Wie ie groß, o Herr, ericheinest du auf deinen Leidenewegen! Mit welcher hoher Seelen ruh' gehst du dem Tod entgegen! Voll Zärtlichkeit und Edelmuth warst du bereit, nur uns zu Gut, des Kreuzes Schmach zu tragen. 2. Die Menschen für die Ewigkeit voll Weisheit zu er gieben, war stets bei deiner Lebenszeit dein ernstliches Bes mühen, und selbst im Tode wolltest du für sie Heil, Trost und Seelenruh' vell Großmuth noch erwerben. 3. Drum stiegst du auf der Leidensbahn, voll heldenmuth, mit Freuden ges troft auf Golgatha binan, den Kreuzestod zu leiden; hier zeigtest du dich, Gottes Sohn, bei Schmerzen, Martern, Spott und Hohn in deiner wahren Größe. 4. Mit hoher Würde duldest du des Kreuzes Schmach und Schmerzen, sprichst Trost betrübten Seelen zu, und bitt's mit edlem Herzen selbst ondisi de 107 201 in der letzten Lodesnoth für deine Mörder noch zu Gott; du stirbst als Menschenret ter. 5. Ach, sieh ihn hier, er löster Christ, schuldlos zum Kreuze bringen! Sich, wie sein Blut zur Erde fließt sieh ihn zum Tode ringen! Sieh seine Wunden, seinen Schmerz! Dent' an sein lies bevolles Herz! Ach! sich ihn duldend sterben! 6. Hier dent' an jenen Zweck zurück, der ihn bies her getrieben! Nun sag' bei diesem Trauerblick: willst du noch Sünden lieben? Nein, hier, o Christ, entschließe ich bei seinem Tode feierlich, dein Leben ihm zu weiben! 7. Entsag' den Sünden dieser Welt und sündevols len Freuten; flieh' Menschens haß, der ihm mißfällt; such' Alles zu vermeiden; was dich zur Sünde reizen kann; geh' standhaft auf der Tugendbahn der bessern Welt ents gegen! 8. O Jesu! der du für uns starbst zur Rettung vom Vers derben, uns so viel Heil und Trost erwarbst durch Leh. ren, Leiden, Sterben, steh' uns mit deiner Hülfe bei, daß wir, stets unsrer Pflicht getreu, nach deiner Lehre leben! 9. Doch auch bei unsrer Sündenschuld und bei dem Druck der Leiden wollst du uns lisig bsd can Sumiala 108 Werke und Wohlthaten Gottes. ndo model and missid blm tho?.01 uns Trost, Muth und Ge- Lüste dämpfe; so sei denn duld durch deinen Tod be reiten; und naht einst unser Lod heran, so laß uns dieauch forthin mein ganzes Leben nur dir ergeben! 7. Gib selbst zu diesem se Pilgerbahn als Gläubige heiligen Geschäfte mirSchwabeschließen! waging suchen deines guten Geistes Kräfte, daß er mich auf den Pfao der Zugend führe und Mel. Herzliebster Jesu! 155 Unschuldigter, du mich regiere! verbrochen; doch ward das Todesurtheil dir gesprochen! Du, Heiligster, bist ja in Mise setbaten niemals gerathen. 2. Und doch wirst du verworfen und verhöhnet, mit deinem Dornenfranz zur Schmach gefrönet, gegeifelt, und, von Schmerzen schon entkräftet, ans Kreuz gehef tet. 3. Was ist die Ursach als ler solcher Plagen? Ach, unfre Sünden haben dich geschlagen! Zu ihrer Tilgung hast du, Herr, erduldet, was wir verschuldet. 4. O große Lieb'! o Lies be, faum zu fassen! Anch) 8. Dann werd' ich dank voll deine Huld betrachten, dich lieben und die Lust der Welt verachten, mit allem Eifer suchen, deinen Willen tren zu erfüllen. 9. Zu deiner Ehre will ich Alles wagen, kein Drohen achten, feine Schwach, noch Plagen; mich sollen auch des bängsten Lodes Leiden nicht von dir scheiden. 10 Empfang' ich einst vor unsers Gottes Throne, wie du empfingst, die Seligkeit zum Lohne, dann will ich würdiger tein Lob besingen, und Dank dir bringen. mir zum Heil haft du dich 156 Mein Jeu, fi martern Damit lerne Sinden ernstlich meis den, roillst du, Herr, leiden. Mel. Auf meinen lieben Gott für ein so berber Schmerz, den Herz, welch du weit mehr empfunden, als Striemen, Schläg' und Wunden! Die kleine Zahl von Freunden fränkt dich), gleich deinen Feinden. And 5. Ach, großer Mittler, groß zu allen Zeiten, wie kann ich genugsam deine Treu' ausbreiten? Wer hat dich je für deiner Liebe Proben genug erhoben? 6. Doch dir gefällts, wenn ich mich selbst bekämpfe, dir folge, und des Fleisches 2. Kaum naht sich die Ge fahr, so bebt der Jünger Schaar. Die erst sich hoch vermessen, eh' sie der Treu' vergessen, den Tod selbst vor. . 34: Erlösung. Butto risinot dode di stud zuziehen, fliehen. 3. Der fühn sein Schwert gezückt, dein Petrus selbst erichrickt; er flieht, eh Ban de drohen; schämt sich, daß er geflohen; fehrt um und eilt verwegen dem tiefern Fail entgegen. aldari 4. Wie ist der Mensch so schwach: So viel sein Muth versprach; dort liegt er, tief im Staube; erloschen ist sein Glaube, sein fühner Muth gedämpfer. Ach, Christen, wacht und kämpfet! 108 verlassen dich und 4. Wenn deines Namens d) og Spötter dich schmähten; wenn ihr Spott dich höhnte, Welterretter! dich, ihren Herrn und Gott; dann schwieg ich furchtsam, schamte mich, ein Christ zu seyn und scheute mehr ihren Spott, als dich. bers Mel. Wann mich die Sünden 109 2. Wie wuchs nun deinem Zeugen Beständigkeit und Muth! Furcht fonnt' ihn nicht mehr beugen; für dich floß selbst sein Blut. Dich seinen Herrn und seinen Gott, verherrlichte sein Le ben, verherrlichte sein Tod. UF 6. Ach Vater, ich em pfinde die Größe meiner 157 Von Furcht dahin Schuld. Vergib auch dieſe gerissen, ver läugnet Petrus dich. Bald straft ihn sein Gewissen, da weint er bitterlich. Tief dringet ihm dein Blick ins Herz, Sünde nach deiner großen Huld! Erbarmend sabst du Petrum an, laß eine gleiche Gnade mich, o mein Heil, empfahn! er fleht zu dir um Gnade, 7. Paß mich bei meiner und du stilst seinen Schmerz. Reue den Bund mit dir er neun, Standhaftigkeit und Treue, dir mein Versöhner, weihn! Dich zu verläugnen, Herr mein Gott, das fürchte meine Seele weit mehr, als selbst den Tod. 3. Bewegt ist meine Sees le, erfüllt mit Reu' und Schmerz, was bilfts, daß ich'e verhehle? Du schaust mir ja ins Herz! Befen nen will ichs, Šefu, dir: auch ich hab dich verläugnet; vergib, vergib es mir. rad nomi mi sud ho 5. O du, der du dein Les ben, du Herr der Ewigkeit, so willig hingegeben für meine Seligkeit, wie undankbar, wie schwach war ich, daß ich den Spott der Sünder mehr fürchtete, als dich! 8. Ich will dich frei beken nen. Wann Gott Gericht einst hält, wirst du mich auch bes kennen dem Richter aller Welt. Dein Kreuz ist meine Zuvers sicht, dein Kreuz ist meine Ehre; dich laß ich ewig nicht. 9. Beschirmt von deiner Gnade, fürcht ich selbst nicht den Tod. Wer ist es, der ni mi se mir 110 Werke und Wohlthaten Gottes. mir schade? Du bist mein Schild, o Gott; von meie nem Haupte fällt kein Haar, und drohte mir von allen die schrecklichste Gefahr. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund 158 D Den größten Sterbenden zu sehen, schwing dich mein Geist, auf Golgatha, wo man des Mittlers Kreuz er böhen, den Weltbeglücker bluten fah! Erwäg an die sem heil'gen Orte des sterben den Erlösers Worte und rufe Gott um Glauben an; sie fönnen dir den Trost im leben und einst den Trost im Tode geben, wenn hier dich nichts mehr trösten kann. 2. Geduldig bei den größ ten Schmerzen nimmt er sich seiner Feinde an und ruft mit sanftmuthsvollem Herzen: sie wissen nicht, was sie getban! Der göttliche, der größte Beter fleht liebreich noch für Missethäter, Werkzeuge seiner Pein und Schimach. Mensch, wenn dich Rach' und Zorn verfüpren, laß dich durch die ses Beispiel rühren, und bete deinem Heiland nach. 3. Welch Beispiel findlich frommer Triebe, als unter Leiden ohne Zahl, der Herr dem Jünger seine Liebe die Mutter sterbend noch empfahl! Ach! wird mein Aug' einst um die Meinen in meis s bid natole( sing uen leßten Stunden weinen: so soll dies Wort mir Trost verleihn. Der, als der Tod schon um ihn schwebte, die Seinen noch zu schüßen streb te, wird auch der Meinen Pfleger seyn. 4. Froblockt, bußfertige Verbredjer! Wer glaubet, kommt nicht ins Gericht. hört, was zu dem gebeugs ten Schächer der Mund der Liebe sterbend spricht: du wirst, so ruft er ihm ent gegen, noch heute, deines Glaubens wegen, mit mir im Paradiese seyn! O Herr, laß an des Lodes Pforte einst diese troftesvollen Worte mich auch im letzten Kampf erfreun! #d: bros) 5. Wer kann die hohen Leis den fassen, als Christus an dem Kreuze rief: mein Gott, wie hast du mich verlassen! Wie beuget ihn die last so tief, die freche Sünder auf ihn brachten! Vor Angst und Pein müßt' er verschmachten, wär Gott nicht seine Zuver sicht. Herr, der für mich zum Tod gegangen, für mich verlassen da gehangen, o Herr, mein Trost, verlaß mich nicht! M 6. Der Herr des Himmels und der Erde, von allem Labsal jetzt entblößt, wünscht, daß sein Durst gestillet werde. O Mensch, der dich so theu'r erlöst, der Heiland rufet dich och heute im Armen, den an site mindile au stre Erlösung. 111 dasdsprayondi an deiner Seite auch Hunger, Und wenn ihn Spötter hier Durst und Mangel drückt. O selig, wer den Ruf erfüls let! Denn wer des Armen Mangel stillet, der hat den Heiland selbst erquickt. entehren, dort wirst du ihn als den Verklärten, zur Rechten seines Vaters sehn! 7. Nun enden sich die Mel. O Jesu Chrift, mein's schweren Leiden; der Heiland 159 Du denfest in der spricht: es ist Noth, ergriffen, Herr, von Qual und Tod an deiner Freunde Gram und Schmerz, und flößest ihnen Trost ins Herz. 2. Du siehst die Mutter, siehst den Freund, und sprichst zu ihr, die trostlos weint: sieh Mutter, dieser Sohn ist dein; was ich dir war, wird er dir seyn. Wort des Sieges, Wort der Freuden! du nimmst dem Tode seine Macht. Heil uns! wer darf es nun wohl was gen, uns, die Erlösten zu verklagen? Der Friede ist mit Gott gemacht. Gib, daß am Ende meiner Tage auch ich, o Herr, mit Freu den sage: es ist vollbracht! es ist vollbracht! 8. Das letzte Wort aus deinem Munde, soll Jesu, auch das meine seyn? Laß es in meiner Todesstunde mir Muth und Zuversicht ver leihn! Du rufest: Vater, ich befehle in deine Hände meine Seele: du, der du Allen Heil erwarbst. Nun war das größte Werk voll endet, wozu der Vater dich gesendet, du neigtest sanft dein Haupt und starbst. 9. Mensch! fannst du ohne fromme Zähren den Liebling Gottes sterben sebn? Mußt du ihn nicht mit Freuden ehe ren und willig seinen Ruhm erhöhn? O weine fromm bei seinen Plagen, und fröhlich sieh ibn nach drei Tagen aus seinem Grabe auferstehn! 3. So innig bis zum Tod, so treu sei meine Zärtlichfeit; ich sei so willig, An dern beizustehn, und ihnen Beistand zu erflehn! 4. Wenn euch, die hier mein Herz geliebt, ihr Freuns de, einst mein Tod betrübt: dann übergeb ich euch dem Herrn, er hört, er hilft, er segnet gern. 5. Froh geh ich, wenn es ihm gefällt, den Weg zu jes ner bessern Welt, euch sag ich, die ihr um mich weint: getrost, bald werden wir vereint! 6. Den Trost, o Jesu, danf ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du haft verheißen: ihr seid mein; wo ich bin, sollt ihr ewig seyn! Mel. 112 Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Befiehl du deine Wege vergib es ihnen! Vergebend 151090-20 160 Du, beffen Augen bricht sein Herz. flossen, sobald 6. Es bricht, und schwer von Kummer sinft auf die Brust zur Ruh sein Haupt; nun schließt der Schlummer sein müdes Auge zu. Am Kreuze ruht die Hülle, der Geist schwebt sanft entrückt zu Gott, wo ihn die Fülle des hohen Lohns erquickt. 7. O Freund der Men schenkinder, wir danken dir gerührt! Dein Leiden bat uns Sünder zu großem Glück geführt! Dich ehre unser Glaube, Anbetung sei dein Dank; bör' ihn, vernimm vom Staube den schwachen Lobgesang. sie Zion sahn, zur Frevelthat entschlossen, sich seinem Falle nahn; wo ist das Thal, die Höhle, die, Jesu, dich ver birgt? Verfolger seiner Seele, habt ihr ihn schon erwürgt? 2. Welch jammervolles Klagen seufzt in Gethsemane! Wer ist der Mann der Pla gen, der langsam Sterbende? It Jesus tas, der Beste, den je die Erde sah? Er fühlt der Qualen größte! Er ist dem Tode nah! 3. Ach, wie er tief im Staube, bedeckt mit Angst schweiß, liegt, mit dem Ges fühl sein Glaube im Kampfe dennoch siegt! tihotdoo fi 39 Schon kommt Mel. Werde munter, mein der Mörder Rotte, die kein 161 Der er am Kreuz ist Erbarmen rührt, die ihn zu Hohn und Spotte, ihn, ach, zum Kreuze führt. 4. Sein Volf im bittern Grimme erweicht sein An, blick nicht, nicht fremden Mitleids Stimme, die von dem Richtstuhl spricht: er ist ihr Hohngelächter: sie drohn mit wildem Ton: Auf uns, auf Söhn' und Töchter tomm seines Blutes Lohn! meine Liebe! Meine Lieb' ist Jesus Christ. Weich von mir, des Eitlen Liebe, Alles, was nicht ewig ist! Was du gibst, ist nicht von Gott; und, womit du lohnst, ist Tod! Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. 5. 3ur fernen Schädelstät te trågt er sein Kreuz binan. Sie freuz'gen ihn! O bete, mein Geist, mit Wehmuth an. Noch höhnt in frechen Mienen das Volk des Dul ders Schmerz. Er ruft: 2. Der am Kreuz ist meine fiebe! Frevler, was befrem dets dich, daß ich Jesum Christum liebe? Sefus gab sich selbst für mich; sollt ich nicht sein eigen seyn, mich ganz seinem Dienste weibn? Der am Kreuz ist meine Lie be, dem ich treu zu seyn mich übe. ( 001110 masin storm3. Der Erlösung. 3. Der am Kreuz ist meine Liebe! Sünde, du bist mir verhaßt! Weh mir, wenn ich den betrübe, der für mich am Kreuz erblaßt! Undant für so herben Schmerz, nie beflecke er mein Herz! Der am Kreuz ist 2c. 4. Der am Kreuz ist meine Liebe! Was ist mir noch fürch, terlich! Ruh, Gewissen! Er, die Liebe, Jesus starb ja auch für mich. Wer vers dammt nun? Gott ist hier; Gott verzeiht durch Christum mir. Der am Kreuz ist zc. 5. Der am Kreuz ist mein Vertrauen! Nichts, wie furchtbar es auch ist, feines, feines Lodes Grauen reißt von dir mich, Jesu Chrift! Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm! Engel nicht, kein Fürstenthum! Dir, dir will ich lebend trauen; sterben dir! Dich werd' ich schauen! 6. Der am Kreuz ist meine Liebe! Komm, o Tod! ou bist mein Freund! Wenn ich, wie ein Staub, verstiebe; wird, mein Geist mit Gott vereint. Da, da schau ich Göttes Sohn, ärnte seiner Leiden Lohn. Der am Kreuz ist meine Liebe, dem ich treu zu seyn mich übe. Mel. In allen meinen Thaten 162 Welt, sich hier dein Leben am Stamm des Kreuzes schwe, inter NO 113 Gill Stass ben! Dein Heil sinkt in den Lod. Der große Herr der Ehren läßt willig sich beschwes ren mit Banden, Schlägen, Hohn und Spott. 2. Komm, schaue seine Schmerzen! Erwäge, was im Herzen der Unschuldvolle fühlt, was er am Leibe leis det, wie, bis er endlich scheis det, die Qual in seinen Adern wühlt! 3. Wer ist's, der dich geschlagen, mein Heil, und diese Plagen dir aufgebürdet hat? Du warst ja nicht ein Sünder, wie andere Men schenkinder, und rein von aller Missethat. 4. Du gingest meinetwe gen dem Todeskampf entges gen mit wahrem Heldenmuth; du starbst, mir vom Verders ben Errettung zu erwerben, und littest Alles mir zu Gut. 5. Wie bin ich dir verbunden, durch den ich Heil gefunden, zur tiefsten Dankbarkeit! Dir sei mein ganzes Leben zum Opfer hingegeben, dir, Jesu, Leib und Seel' geweiht! 6. Es foll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets vor Aus gen seyn, von meinen Chris stenpflichten mich täglich uns terrichten, und mir zur Tugend Kraft verleihn! 7. Dein Beispiel soll mich lehren, den Rath des Höch sten ehren, ihm gern gebore h fam 114 Werke und Wohlthaten Gottes. sam seyn; auch meine Brü- zur Rettung hingegeben; der lieben, und, wenn sie mein Heil, wie dank ich dir! mich betrüben, mit edlem Wohlthun sie erfreun.. 8. Als Christ will ich mich üben, die Feinde selbst zu lieben, wie du, der für sie bat. Ich will des Lebens Plagen getroft und willig tragen, und thun, wie mein Erlöser that. 9. Pie will ich wieder schel: ten, nie Spott mit Sport ergelten, nie, wenn ich leide, dräun. Selbst Unrecht will ich dulden, dem Nächsten seine Schulden, wie du, von Herzen gern verzeihn. 10. Gerührt von deinen Plagen will ich mit Ernst entfagen dem, was dir nicht gefällt; was deine Augen hassen, das will ich fliehen und lassen, gefiel es auch der ganzen Welt. 11. Und soll ich endlich sterben, so laß dein Reich mich erben, mich so getrost, wie du, in deine Vaterhände den Geist an meinem Ende empfehlen zu der ew'gen Ruh. Mel. Befiehl du deine Wege 163 D er du voll Blut und Wunden für uns am Kreuze starbst, und unsern letzten Stunden den höchsten Trost erwarbst; der du dein theures Leben, noch eh ich war, auch mir 2. Wie viel hast du erduldet, erhabner Menschensohn, als du, der nichts verschuldet, empfingst der Sünder Lobn! Da folgte Schmerz auf Schmerzen; da traf dich Schmach auf Schmach: da lag auf deinem Herzen Angst, die das Herz dir brach. 3. Entblößt von allem Reize, der Menschen wohlgefällt, hingst du an deinem Kreuze ein Fluch vor aller Welt. Dich flohen deine Freunde: du warst der Leute Spott; tich höhnten deine Feinde: wo ist denn nun dein Gott? 4. Wer fann dir nachem, pfinden den Schmerz, die Todesangst, mit welcher du, von Sünden uns zu erretten, rangst? Die Last gehäufter Plagen fiel da so schwer auf dich, daß sie dich drang zu flagen: Gott, wie vers läßt du mich! 5. Ach, diese Last und Mübe hab ich auch dir gemacht! O mein Erlöser, siehe vom Throne deiner Macht in Gnaden auf mich Armen, der sich verschuldet hat, und hilf mir aus Erbarmen von meiner Missethat! 6. Ich will auf dich stets sehen mit aller Zuversicht; wohin soll ich sonst gehen? Verwirf nur du mich nicht! Wo soll ich Ruhe finden, wenn du datto patrilio Erlösung. dir du mich, Herr, nicht liebst? wo Reinigung von Sünden, wenn du sie mir nicht giebst? 7. Du hast mir durch dein Leiden zur Tugend Muth und Kraft, in Trübsal Trost und Freuden, die ewig sind, verschafft. O gib an dieser Gnade auch meinem Glau ben Theil, und auf des Lebens Pfade mir Muth, Kraft, Trost und Heil! 8. Soll ich, o Herr, einst scheiden, o so verlaß mich nicht; sei du in Todesleiden mein Trost, mein Heil, mein Licht! Wenn mir am allerbängsten wird in dem Her zen seyn, so reiß mich aus den lengsten Kraft deiner Angst und Pein! 115 2. Ja, mir zum Trost und ihm zur Ehre gereicht sein ganzer Kampf, sein Kreuzes. tod; bestätigt ist nun seine Lehre; ich baue fest darauf in jeder Noth. Unschuldig litt er zwar; doch Preis und Ruhm ist auch im Kampf der Unschuld Eigenthum. 3. Mich soll das Beispiel Jesu lehren, der frommen Unschuld Lohn sei Seligkeit. Auch ich will Gott durch Lugend ehren, und willig thun, was sein Gesetz gebeut. Die Pflicht des Danks dringt in nig mich dazu, und Tugend gründet wahre Seelenruh. 4. Nie will ich mich am Feinde rächen: auch dies lehrt Jesu hohes Beispiel mich; in bange Klagen nie ausbrechen, verlör auch gleich mein Pfad im Dunkel sich. Durch Leiden ging zum Ziele Jesus hin; ich folge ihm, weil ich sein Schüler bin. 5. Was fürcht' ich noch des Todes Schrecken? Im Grabe schlief aud) einst der Mens schenfreund. Mag Erde meis ne Asche decken, wenn einst In eigener Melodie. 164 Ah, sich ihn dul- des Todes dunkle Nacht er. scheint! Der Gott, der ihm das leben wieder gab, ruft einst auch mich aus meinem dunklen Grab. den, bluten, sterben! O meine Seele! sag ihm frommen Dank! Sieh Gottes einz'gen Sohn dort sterben, weil Menschenliebe ihn so heftig drang! Wo ist ein Freund, der je, was er, gethan, der so, wie er, für Sünder sterben kann? 6. Nimm hin den Dank für deine Liebe, mein Ret ter, den mein ganzes Herz dir bringt! Dort dank ich dir mit reinem Triebe, wenn dich 2 OHN 9. Laß du mein ganzes Hoffen dann in Erfüllung gehn, und mich im Geiste offen, Herr, deinen Him mel sehn! Mit heiligem Ent zücken will ich dann glaubensvoll nach dir, mein Heiland blicken. Wer so stirbt, der stirbt wohl! 116 Werke und Wohlthaten Gottes. Snimiors dich mein Geist unsterblich einst besingt. Dann stime men alle Sel'gen fröhlich ein; dann soll der ganze Himmel Zeuge seyn! Herz ihn ehrt und liebt, und hoffen, da Enach diesem les ben Gott jene Seligkeit uns gibt, mit der er in der Ewige feit den, der die Zugend ehrt, erfreut. Mel. Wer nur den lieben Gott 165 Cr ft Ir starb, der größe In voriger Melodie. te it Tugend, er stard, von seinem 166 Du Bester aller Volt verkannt, das nicht in ihm den Freund der Ju gend, des Mannes und des Greises fand; in ihm, der nie auf Rang und Pracht, nur Anspruch auf das Herz gemacht. Menschenfins der, wie martert dich voll blinder Wuth der Frevel ausgelaßner Sünder! Aus allen Adern strömt dein Blut, und tiefer, nie gefühlter Schmerz durchdringet Glies der, Sinn und Herz. 2. Wie aber werden wir 2. Doch Sanftmuth ist in erkennen, daß wir den größe deinen Mienen, in deiner ten Menschenfreund nicht Seele Zuversicht; du flehst: auch, wie einst sein Volk, vergib, o Vater, ihnen; verkennen, daß unser Herz was sie jest thun, verstehn es besser meint mit Jesu, sie nicht! Und ruhig, bis deffen Tod uns rührt, dem dein Herz dir brach, trugst unser ganzer Dank gebührt? du des Kreuzes Qual und Schmach. 3. Wenn seinem liebevol. len Herzen auch unser Herz an Liebe gleicht; wenn unter unter Schmerzen, es nie von feinen Pflichten weicht; wenn wir dem Feinde felbst verzeihn, und ihn mit Rath und Trost erfreun; 4. Wenn wir stets reines Herzens leben; wie Jesus, uns der Tugend weihn, und unser eifrigstes Bestreben nur das ist: Gott ergeben seyn; und wenn wir jede böse That vermeiden, wie es Jefus that: 5. Dann können wir den Trost uns geben, daß unser did S 3. Dein hohes Beispiel soll mich lehren, das Uns recht dulden und verzeihn. Will Rachsucht meinen Geist empören, Gefreuzigter, dann denk' ich dein, wie du, ges martert und geschmäht, für deine Peiniger gefleht. 4 Wie sollt ich nun nicht Alle lieben, für welche du gestorben bist? Wie könnt' ich Einen noch betrüben, für den du fittest, Jefu Chrift? Wie nun nicht freudig Gutes thun, und still in Gottes Willen ruhn? 5. Schrect Autob naindre 20 cm Erlösung. 5. Schreckt mich der Lohn der Uebertreter, und quält die Schuld der Sünder mich; dann denk' ich, göttlicher Vertreter, mit froher Zuvers sicht an dich. Auch mir, auch mir hat dein Gebet Begnas digung und Heil erfleht. 811 117 2. Erstaunend seh' ich diese Huld. Wie mitleidsvoll ist die Geduld, die Mörder so erträget! Shr, die ihr euren Heiland ehrt, fühlt seiner Großmuth hohen Werth, und danfet ihm beweget! Er hat durch segnendes Gebet auch uns ein ewig Heil erflebt. Er sagt auch uns zu unsrer Ruh', Erbarmung und Verge bung zu. Herr Jesu Christ! Gelobt seyst du für deinen Tod! Gott ist durch dich noch unser Gott! 3. Daß Gott mit Langs muth und Geduld, auch selbst bei sehr gehäufter Stald, der Sünder dennoch schonet, daß er so liebreich ihrer denft, und ihnen Frist zur Buße schenkt; eh' nach Verdienst er lohnet; daß ich noch fröh. Do Mel. Herzlich lieb hab ich dich lich sagen kann: auch mich, 167 11m Gnade für mich Sünder, nimmt Goit und Gott! mein Herr und Gott! vertritt du mich bis an den Tod! die an; du durch deines rufst du, mein Heil, am Fürspruchs Kraft, mein treus Kreuz gequält von frecher er Heiland, mir verschafft. Sünder Rotten. Dir blus Jefu Chrift, mein Herr tet das bedrängte Herz, wann dich bei deinem herben Schmerz die Bösewichter spotten. Du siehst mit segensvollem Blick von ihnen weg auf den zu rück, den diese Schaar in dir entehrt; rufft, daß es Erd' und Himmel hört; Vergib, o Gott, und führe nicht sie ins Gericht; denn was sie thun, verstehn sie nicht. 4. Wird je mein Herz von Troste leer, weil meiner Sünden furchtbar Heer aufs neue mich erschrecket: o dann ver sichre mich aufs neu', du stes hest mir als Mittler bei, der meine Schuld bedecket! Mein Geist blickt glaubensvoll auf dich. Sei du mir nur nicht fürchterlich! und schließt sich meine Pilgrimschaft, ſo stärke mich mit neuer Kraft, Herr, Jesu Christ! Der letzte Kampf wird mir versüßt, wenn du mein Trost im Tode bist. 5. Den fanften liebevol len Sinn, daß ich ein Freund der Feinde bin, flöß', Herr, in meine Seele; gib, daß bei der Verfolgung Schmerz ich dir des Feindes hartes Herz und meine Sach' em pfehle. Besänftige mein res ges Werke und Wolthaten Gottes. ges Blut und flammt des 3. Er fleht für die, die ihn Zornes wilde Glut mein Herz zur Rachbegierde an; o so erinnre mich daran, Herr Jesu Christ, wie du am Kreuz durch dein Gebet selbst deinen Mördern Gnad' er fleht! verkannten, mit himmlischer Gelassenheit; bemerkt die traurigen Verwandten, und sorgt für sie voll Zärtlichkeit; spricht hohen Trost und Fried' und Ruh den fummervollen Seelen zu. 118 VIT 6. Mich tröste dein Ver, söhnungstod; es bilde mich dein Geist, mein Gott, daß fühlt er sich nun dem Ziele nab, und, Demuth auf dem Angesicht, freut er sich der vollbrachten Pflicht. 4. Stets eifrig, seines Va ters Willen, auch wann er Leiden vor sich sah, durch ich dir ähnlich werde! Ofehr' und Thaten zu erfüllen, zeuch mich, du erhöhter Held, zu dir hinauf vom Dienst der Welt, zum Himmel von der Erde! Du bist der Dei nen Schutzpanier. Zeuch dir uns nach, so laufen wir, so wollen wir uns deiner Pein und deiner Fürbitt' ewig freun. Herr Jeſu Christ! wie selig ist, wie selig ist der Mensch, dem du ein Heiland bist. Mel. Wer nur den lieben Gott 168 Golgatha, zu deinen Höhen erheb ich andachtsvoll mein Herz. Ich will den Heil'gen Gottes sehen in seines Opfer todes Schmerz; ich will für feine Tedespein mein gan zes Leben ihm nur weihn. 2. Wie rührend scheidet der Gerechte, im Tod als Gottes Sohn bewährt! Zwar leidet er den Tod der Knechte, von Frevlern noch am Kreuz entehrt: doch seines Muths Erhabenheit zeugt laut von seiner Göttlichkeit. 5. Jest nähert sich die ernste Stunde, wo Mandher schon nicht Fassung hielt; doch seht, wie er, mit Gott im Bunde, getrost ihm seis unfrer Seelen hohen Werth nen Geist empfiehlt, und durch dieses letzte Wort er, flärt! 6. So stirbt denn Jesus, seine Lehren von Tugend und Unsterblichkeit der Welt als göttlich zu bewähren, und macht die Seinigen bereit, Verkündiger des Worts zu sevn, und weder Schmerz noch Tod zu scheun. 7. Er stirbt, der Wohl thun ausgebreitet, oft Nächte im Gebet durchwachht, der Irrende zu Gott geleitet, und Leidende gesund gemacht! So freudenvoll stirbt auch der Christ, dem Jesus Licht und Beispiel ist. 8. Schon Erlösung. 119 inic singl Heiterfeit. 8. Schon viele tausend fichkeit gab sterbend ihm noch Fromme schieden, dir, Jesu, nach mit Freudigkeit, empfanden jenen Seelenfrieden, den nur die Zugend und verleiht. Ihr will ich denn mein Leben weihn; so wird mein Tod, wie deiner, seyn. 5. Auf! laßt an Jesu Todestage den Vorsatz lebhaft uns erneun: wir wollen unsre Lebenstage, wie Jes sus, nur der Zugend weihn! Dann strahlt auch uns ein helles Licht, wenn sterbend unser Auge bricht. In voriger Melodie. eht, Christen, 169 In voriger Melodie. fehet Jefum 170 C8 iſt voübracht! so am scheiden, wie er im Tode standhaft ist, wie nach den ze des sterbenden Erlösers bängsten Erdenleiden sein Auge sich so ruhig schließt; und wißt, daß, wer die Zu gendbahn stets wandelt, ru: hig sterben fann! 2. Die Welt mit ihrer Lust verachten, des Reichthums eitlen Glanz verschmähn, und Tugend über Alles achten, in jedem Zugendkampf bestehn, das machte, daß auf Golgatha man Jesum ruhig sterben sah. 3. Des ewig guten Vaters Willen durch seine ganze Le benszeit treu und gewissenhaft erfüllen, war Jesu größte Seligkeit. Ihn schreckte Grab und Zukunft nicht; denn Gott war seine Zuver sicht. 4. Er liebte herzlich seine Brüder, selbst noch im letzten Augenblick; schalt nie, ward er gescholten, wieder; be förderte des Feindes Glück. Mund. O Wort voll Trost und Leben, reize zur Freus de meines Herzens Grund! Das große Opfer ist ges schehn, das Gott auch mir zum Heil ersehn. 2. Mein Jesus stirbt, die Felsen beben, der Sonne Schein verlieret sich, in Todte dringt ein neues Leben, der. Heil'gen Gräber öffnen sich, der Vorhang reißt, die Erde fracht, der Welt Versöhnung ist vollbracht. 3. Wie viel, mein Heil, hast du vollendet, als dir das Herz im Tode brach! Du bast den Fluch hinweggewens det, der auf der Welt voll Sünder lag, und uns die Bahn durchs Todes Nacht zur frohen Ewigkeit gemacht. 4. Dankvolle Thränen, nett die Wangen! Mein Glaube sieht nun offenbar die SchuldUnd diese Menschenfreund schrift an dem Kreuze hangen en Werke und Wohlthaten Gottes. gen, die wider meine Seele ben, uns am Kreuz in war. Er, den mir Gott schwerer Müh' ew'ges Heil zum Troft gemacht, rief auch erworben! für mich: Es ist vollbracht! 5. bilf mir, Herr, nun auch vollbringen, was wahre Dankbarkeit begehrt! Laß nach der Heiligung mich rine gen, dazu dein Tod mir Kraft gewährt! O stärke mich dazu mit Macht, bis meine Beßrung ist vollbracht! 6. Du littst so viel zu meis nem Leben. Wie sollt' ich nicht voll Eifer seyn, mich deinem Dienste zu ergeben? Sollt' ich dabei vor Schmach mich scheun? Dein Dienst, mein Heiland, sei mein Ruhm; denn ich bin ganz dein Eigenthum. 120 7. Soll ich, bei dir ergeb nem Herzen, auch hier durch manche Tribsal gehn, und hat mein Gott gehäufte Schmerzen zu meiner Prüfung auserfehn; so laß die Hoffnung mich erfreun: auch das wird einst geendigt seyn! 8. Ja, fühlt mein Herz des Todes Schrecken, so stärte mich in solcher fast; lag mich den Trost auch sterbend schmecken, daß du ihn überwunden hast! So tret' auch ich in's Todes Nacht mit dem Triumph: Es ist vollbracht! 2. Du bist erblaßt, o Herr, und hast doch in dir selbst das Leben. Gleich als Sterb fiche hält dich nun das Grab umgeben. 3. Doch Heil sei mir! Herr, du willst hier nicht die Vere wesung sehen; sondern bald aus eigner Kraft aus dem Grabe gehen. 4. Ich weiß, du wirst, mein Lebensfürst, wie dich, auch mich erwecken. Sollte denn mein gläubig Herz vor der Gruft erschrecken? 5. Hier werd' ich einst, bis du erscheint, in fanftem Frieden liegen, denn durch deinen Lod kann ich Lod und Grab besiegen. 6. Jhr, die die Welt ges fesselt hält, zagt nur vor der Verwesung! Ich, ich hoff' in Chrifto einst meines Leibs Erlösung. 7. Nein, nichts verdirbt! Selbst das, was stirbt, der Leib wird auferstehen, und zu Himmelsglanz verilärt aus dem Grabe gehen. bir 8. So sink ins Grab, mein Leib, hinab; ich will mich drum nicht fränken; In eigener Melodie. 171 Schlummerst Jesu, an dein Grab will du in stiller ich mir zum Trost gedenIn Ruh', der du für uns gestore ken. Hal Erlösung. 121 ich meine: ja du siehst es, 172 Am Kreuz erblaßt, wenn ich still meinen Dant dir weine. Martern fast und Todesqualen müde, findet mein Erlöser erst in dem Grabe Friede. 2. Ein heil'ger Schmerz durchdringt mein Herz, und Herr, was kann ich sagen? Nur an meine Brust fann ich tiefgerühret schlagen. 3. Du schüßest mich, und über dich geben aller Trübsal Wetter; sterben wolltest du für mich, einziger Erretter! 4. Du hasts gethan: dich bet' ich an, du König der Erlösten! Dein will ich im Tode mich glaubensvoll ge trösten. 5. Es ist vollbracht! riefft du mit Macht; du zeigst, daß du dein Leben, mein Versöhner, göttlich frei habest hingegeben. 6 Hochheil'ge That! des Höchsten Rath will ich in Demuth ehren; der Erwer ber meines Heils wird mirs einst erklären. thun tourn In voriger Melodie. 10. Vergeß' ich dein, so werbe mein in Ewigkeit vers gessen! Herr, ich will, so lang ich bin, deine Lieb' ers messen. Mel. Nun laßt uns den Leib 173 ch endlich, DulAh der, findest du ein stilles Grab zu deiner Ruh', das nach der Noth, die dich gedrückt, mit sanf tem Schlummer dich erquickt! 2. Wohl dir, daß du ge funden haft, wo, nach des heißen Tages last, dein Haupt du legteft; einmal nun von langer Arbeit auszuruhn!" 3. Nicht modernder Verwesung Raub wird, Heiliger des Herrn, dein Staub. Aus dunklen Todesnächten bricht bald deiner Auferstes hung Licht. 4. Odaß, wenn einst mein ew'ger Geist der Erdenhülle sich entreißt, auch ich von edlen Thaten ruh', auch Ruh verdiene, Herr, wie du! Auferstehung Jeſu. 7. Allmächtig rief er, der entschlief, den Todten; sie erstanden; leicht entschwingt der Lebensfürst sich des Lodes Banden. 8. Das finstre Thal will ich einmal durchwandeln oh ( Osterlieder.) ne Grauen; denn durch dich, Mal. Wer nur den lieben Gott Erlöser, ists mir der zum Schauen. Pfad 174 Pla H eil ihm, dem Todesüberwins 9. Ich preise dich, erfor der! Aus seiner Gruft geht sche mich, und siehe, wie er hervor. Als Retter der vers 122 Werke und Wohlthaten Gottes. verlornen Sünder empfängt gen nach. Dann dringet auch ihn nun der Engel Chor, in euer Grab des Todtenweks und aller Himmel Jubelton kfers Ruf hinab. preist ihn, des großen Gottes Sohn. 2. Er hat des Grabes Ruh empfunden; doch kurzer Schlummer war sein Zod. Er hat gekämpft und überwunden; dahin ist alle seine Noth. Ihm, der das Fels fengrab durchdrang, erschallt nun 3. Das ſegenreichſte feiner 175 Jihm auch ich. Mel. Jesus, mein Zuversicht efus lebt, mit Werke, die Rettung einer Menschenwelt, vollendet ists mit Gottes Stärke, die Nacht des Irrthums ist erhellt. Sein göttlich Evangelium steht fest zu seines Namens Ruhm. Tod, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt, und wird auch mich von den Todten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht. 4. Auf Felsen ruht des Christen Glaube, da sein Erlöser ewig lebt, und einst mit Macht aus seinem Stau be ihn zur Unsterblichkeit ers hebt. Nun wird der Tod an Jesu Hand ihm Hingang in ein beßres Land. 7. Dann werdet ihr zum höhern Leben, zum Lohn der Frommen auferstehn, und mit des Himmels Glanz um geben, getrost zum Richterstuhle gehn, dann wird euch der erstandne Held ein Führer in der bessern Welt. 5. Ja, Christen, singt; er ist erstanden! Singt ihm Triumph und Preisgesang! Entfesselt von der Sünde Banden, sei nun Gehorsam euer Dank! Nicht mehr der Welt und Eitelkeit, nein, ihm weiht eure Lebenszeit! 6. Ein Tag erscheint, er löste Brüder! Freut euch, es ist ein Wonnetag! Dann fommt der Herr von neuem wieder, und Engelheere fol2. Jesus lebt: ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen; ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht. 3. Jesus lebt; wer nun verzagt; lästert ihn und Got tes Ehre. Gnade hat er zu gesagt, daß der Sünder sich befehre. Gott verstößt in Christo nicht; dies ist meine Zuversicht. 4. Jesus lebt; sein Heil ist mein; sein sei auch mein ganzes Leben! Reines Hers zens will ich seyn, und den Lüsten widerstreben. Er ver läßt den Schwachen nicht, dies ist meine Zuversicht. 5, Jes Erlösung. Sloodly H 123 bin, Herr, mein Heil, hab ich an deinem Frieden Theil. 5. Jesus lebt; ich bin ges zu dir. So lang' ich hier wiß, nichts soll mich von Jesu scheiden, feine Macht der Finsterniß, feine Herrlichkeit, fein Leiden. gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht. 6. Jesus lebt; nun ist der Lod mir der Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnoth wird er meiner See, le geben, wann sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht! 6. Holdselig sprachst du: Erde, sei der Schauplaß meiner Huld und Treu! Wir sehen deine Huld und Treu' auf deiner Erde täglich neu. 7. 3war trifft noch man, cher Schmerz uns hier; noch, o Erbarmer, sterben wir! Doch du regierst; und wir sind dein, und Herr, wir werdens ewig seyn! Mel. Vom Himmel kam der 8. Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Du Trost, der 176 Dich ber ich an, er- meinen Geist erhebt, ich ſeh, durch dich Grab Aug hinab. gestärkt, unerschrocknem standner Erretter einer Sündenwelt; du, unsre Zuflucht für und für, froh huldigt meine Seele dir! mit 2. Um deinen Thron, der ewig steht, glänzt Wahrheit, Heil und Majestät. Ich nahe mich voll Zuversicht zu dir; denn du verwirfst mich nicht. 3. Herr, meine Seele preis set dich! Erlöst, erlöset hast du mich, so wahr du selbst vom Himmel kamst, dein Leben gabst und wieder nahmst. 5. Nun ist dies erste Leben mir ein segenreicher Weg 9. Welch neue Welt voll Seligkeit erwartet mich nach verklärte Christ das Heil, dieser Zeit! Dort findet der das unaussprechlich ist. 10. Der du für unsre Seelen wachst, sie zu dir ziehst, und selig machst, laß mich mit freudigem Vertraun im Tod auf dich, Vollen, der schaun. 4. Wer ists, der mich verdammen kann? Ich glaub' an Mel. Wer nur den lieben Gott dich und sage dann: der Gott, durch den die Him. mel sind, der ist mein Vater, ich sein Kind. 177 2uf, meine Seele, auf zur Freude! denn dein Erretter, Jesus lebt, der dich nach überwund nem Leide einst zur Unsterb lichkeit erhebt. Halt im Ges dächte EST 124 Werke und Wohlthaten Gottes. mid joi Sokol dächtniß Jesum Christ, der wie sie nicht verlassen blie. von dem Lod erstanden ist! NO ben, wird auch mit dir dein Freund vereint. Halt' im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. 2. Denk' lebend ihn, wenn dich die Sünde mit der Vere suchung überfällt. Er lehrte dich die stärksten Gründe, sie zu besiegen und die Welt. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Tod erstanden ist. 3. Dent' ihn im Leben, wenn die Bürde des Stan des und Berufs dich drückt, denn, wer sie trägt, wird to einst mit Würde zum Lohne Mel. Chrift lag in Cobesbanden seines Kampfs geschmückt. Halt im Gedächtnis Jesum 178 Bringt Preis und Christ, der von dem Tod erstanden ist! dem Heis land dar! Frohlockt ihm, alle Frommen! Er, der für uns getödtet war, der ist dem Grab entnommen. Sei ges lobt, o Jesu Christ, daß du für uns gestorben bist, und siegreich auferstanden! Halleluja! 2. Dein Leben in der Mas jestät befestigt unsern Glaus ben. Wer kann nun, da dich Gott erhöht, den gros du von der Sünde Macht ßen Trost uns rauben, daß Befreiung haft ans Licht ge bracht, den Himmel hast geöffnet? Halleluja! dem Grab entrückt, hat dem 3. Gott selbst, der dich was du gelehret, der Wahrheit Siegel aufgedrückt und dich als Sohn geehret. Deis nes Todes hohen Werth hat er 4. Fühlst du die Schmer zen harter Leiden, denk', wie's dem frommen Dulder ging. Sein neues Leben ist voll Freuden, die er von Gott zum Lohn empfing. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. du 5. Dich schrecket Tod und Grabeshöhle? Denk' ihn, den Sieger, der erstand, im Lode stärke deine Seele mit Hinblick in das befre Land. Halt im Gedächtniß Jefum Chrift, der von dem Lod erstanden ist! 7. Ja, ewig werth sei dir das Leben des Ueberwinders Jesu Chrift! Folg' ihm, ſo wirb er dir auch geben die Stärkung, die dir nöthig ist. Halt' im Gedächtniß Jesum Chrift, der von dem Lod erstanden ist! 6. Du weinst beim Grabe deiner Lieben, wie Jefu Schüler ihn beweint; doch, Erlös ung. 151561/ 000k dira strak 125 .691 er aufs herrlichste erklärt, len Seligen vereint, durch da er dich auferwecket. Hal leluja! Ewigkeiten leben. Laß dies Heil mein Erbe seyn, so werd ich ewig deß mich freun, daß du vom Tod erstanden! Hals leluja! 4. Erstandner, ich froh locke dir; mein ist dein Sieg und Leben! Du lebst und herrscheft, um auch mir ein ew'ges Heil zu geben, meis ner Seele Trost zu seyn, zur Tugend Kraft mir zu vers leihn, und mich zu Gott zu führen. Halleluja! 5. Mein Herr, mein Heil, hilf mir dazu, befreie mich von Sünden! Faß mich für meine Seele Ruh' im Frieden mit Gott finden! Pflanze deinen Sinn in mir, damit ich, Gott ergeben, hier als bein Erlöster wandle! Hale et Yar leluja! 6. Dein ist das Reich; dein ist die Macht, Verstorbe ne zu erwecken. Du rufft einst, und der Gräber Nacht wird Todte nicht mehr decken. Wie du auferstanden bist, so werd auch ich, Herr Jesu Christ, durch dich einst aufs erstehen. Halleluja. 7. O laß, so lang ich hier noch bin, mich treu im Glaus ben wandeln; und jederzeit nach deinem Sinn rechtschafe fen seyn und handeln, daß ich, wann ich aufersteh, und dich, der Menschen Richter seh, vor dir nicht angstvoll bebe! Halleluja. 8. Da, wo du bist, soll auch dein Freund, mit Herr. lichkeit umgeben, mit al NO Mel. Jesu, meine Freude d 179 2us des Grabes Banden ist der Herr erstanden, er, des Höchsten Sohn. Jesus bat gesieget: Alles, alles lieget, unter seinem Thron. Unser Freund hat jeden Feind unse rer Seligkeit bezwungen: Lob sei ihm gesungen! 2. Dwie hod) erhoben lebt nun Jesus oben in der Herrs lichkeit! Seiner Herrscherehre jauchzen Engelchöre, ihm zum Dienst bereit. Er hat nun, uns wohlzuthun und sein Heil uns zuzuwenden, alle Macht in Händen. 3. Freu dich deß, o Seele, bring ihm Preis und wähle ihn zum Führer dir! Auf die sichern Pfade zu des Höchsten Gnade bringt er dich schon hier. Welche Ruh strömt dann dir zu! Und wie wird zum höhern Leben er dich einst erheben! 4. Eitelkeit der Erde, flieh von mir! ich werde nie dein Sklav, o Welt! Unter allen Gaben wünsch ich nichts zu haben, als was Gott gefällt, Mich erquickt, wenn Noth mich drückt, dort, nach übers stands 126 Werke und Wohlthaten Gottes. standenen Leiden, Gott mit Name sei gebenedeit, von seinen Freuden. nun an bis in Ewigkeit! 5. Sterb' ich: meine See le, die ich Gott empfehle, steigt zu ihm empor. An des Heilands Throne strahlt des Sieges Krone glänzend mir hervor. Möcht' ich hier doch mehr nach ihr, als nach als len eitlen Dingen dieser Erde ringen! 5. O glaube, der das Herz erhöht, was ist der Erde Mas jestät, wenn sie mein Geist mit der vergleicht, die ich durch Gottes Sohn erreicht? 6. O der hohen Freude, wenn im Siegeskleide der Erlöste prangt! Herr, zu deinen Frommen und zu dir zu kommen, ist, was mich verlangt! Hilf du mir, daß ich bei dir einst in steter Wonne lebe, und dich froh erhebe! 7. Mein Herz erliegt froh unter ihr, Lieb und Ver wundrung fämpft in mir, und voll Dank und Pflicht, fall ich, von Ehrfurcht, Herr, auf mein Angesicht. 8. Du, der du in dem Himmel thronst, ich soll da wohnen, wo du wohnst! Und du erfüllst einst mein Mel. Vom Himmel kam der 180 Grinnreich, mein Vertraun, im höhern Lichte dich zu schaun! erfreut des hohen Tages der Herrlichkeit: halt im Gedächtniß Jesum Christ, der von dem Tod erstanden ist. 2. Fühl alle Dankbarkeit für ihn, als ob er heute dir erschien, als spräch er: Friede fei mit dir! O freue dich, mein Geist, in mir! 6. Vor seinem Thron in seinem Reich, unsterblich, heis lig, Engeln gleich, und ewig, ewig selig seyn; Herr, wel. che Herrlichkeit ist mein? 3. Schau über dich, und bet ihn an; er mißt den Sternen ihre Bahn; er lebt und herrscht mit Gott vers eint, und ist dein König und dein Freund. 4. Macht, Ruhm und hos heit immerdar dem, der da ist, und der da war! Sein 9. Ich soll, wann du, des Lebens Fürst, in Wolken göttlich kommen wirst, erweckt aus meinem Grabe gehn, und rein zu deiner Rechten stehn! 10. Mit Engeln und mit Seraphim, mit Thronen und mit Cherubim, mit allen Frommen aller Zeit soll ich mich freun in Ewigkeit! 11. 3u welchem Glück, zu welchem Ruhm erhebt uns nicht das Christenthum! Mit dir gekreuzigt, Gottes Sohn, sind wir auch auferstanden schon. 12. Nie turne Erlösung. 12. Nie fomm es mir aus meinem Sinn, was ich, mein Heil, dir schuldig bin, da mit ich mich, in Liebe treu, zu deinem Bilde stets erneu! 13. Er ists, der Alles in uns schafft: sein ist das Reich, sein ist die Kraft. Halt im Gedächtniß Jesum Christ, dem Tod erstanden ist! 181 F Mel. Was Gott thut, das ist roblockt, ihr Christen, Je sus lebt! Lobsingt dem Ues berwinder! O betet an; er hebt, erhebt den Retter al ler Sünder! Er starb für sie; er starb für uns. Heil uns, nun lebt er wieder für alle seine Brüder! Jan Stre 4. Besiegt ist seiner Feinde Macht, und er, mit Ruhm gekrönet. Er hat sein groBes Werk vollbracht, und 127 uns mit Gott versöhnet. Wer an ihn glaubt, wird selig seyn. O laßt euch diesen Glauben durch keine Leiden rauben! 5. Schaut hin zu seiner Herrlichkeit, und lernt als Helden leiden! Schaut hin! die Leiden dieser Zeit sind Keime hoher Freuden. Seid unverzagt! Seid hoffnungsvoll! Nach wenig bangen Stunden ist Alles überwun den. 6. Was ist der Tod? Ein Schlaf ist er. O sanfter Schlaf des Müden! Bald glänzt ein schönrer Tag daher; dann stehn wir auf in Frieden. O Tag des Danks! Tag des Heils! Gern wollen wir nun sterben; wir wissen, was wir erben. 7. Erstandner, gib nur, daß wir hier auf deinen Pfaden wandeln, und stets mit reinster Dankbegier als Kinder Gottes handeln! Unsterblich seyn, unsterblich seyn, und einst dir näher kommen; o welch ein Lohn der Frommen! 2. Er lebt, Er lebt! O weiht ihm Dank mit reiner, frommer Seele! Ihn preise jeder Festgesang, und je des Herz erzähle, wie viel er litt, wie gern er starb, um tausend Seligkeiten uns Armen zu bereiten! 3. Er starb, geschmückt mit Heiligkeit; er starb von Frevlerhänden! Wo waltet hier Gerechtigkeit? wie fonnt' er hier schon enden? DChris Mel. Erschienen ist der herrliche T. ſten, jauchzt! Er ist erhöht! 182 Crist erstanden, Er drang durch Todesnäch te an seines Vaters Rechte. Jesus Christ, der unser Trost und Helfer ist. Als Sieger trat er auf den Staub, hinfort nicht mehr des Todes Raub. Frohlocket ihm! 2. Er hat erfüllt, was er vers 128 Werke und Wohlthaten Gottes. verhieß, eh er für uns sein Mel. Kommt, fommt ben Leben ließ: Drei Tage sols 183 Lobsinge, meine len nicht vergehen, so werdet ihr mich wieder sehn. Er hats erfüllt. 3. Ich lebe, sprach er, und auch ihr sollt leben, selig sein mit mir. Ich fomme, meine Stimme ruft, auch euch, ihr Lieben, aus der Gruft zur Herrlichkeit. 4. Er wirds erfüllen, Je sus Christ, der selbst vom Tob erstanden ist! Er weckt auch mich, und volles Heil ist dann gewiß bei ihm mein Theil in Ewigkeit. 5. Auch führt er nach des Grabes Ruh mir meine from. men Freunde zu. Erwachen werden wir zugleich, uns wieder sehn in seinem Reich. Gott, welch ein Tag! 6. Wie sollt' ich, Herr, den Tod noch scheun? Nein fromm will ich mich seiner freun; dich preisen noch an meiner Gruft, wenn lieb. reich deine Stimme ruft: Entschlafe nun! 7. Gib nur, daß ich im Glauben treu, und treu in meinem Wandel sei! So fomm ich nicht in dein Ges richt, wenn deine Stimme zu mir spricht: Erwache nun! 8. Herr, rufe mich, wenn dirs gefällt, von dieser un vollkommnen Welt, und führe mich an deiner Hand einst in das beßre Vaterland! 15301 Preis ewig dir! Seele, Welterlöser, bet ihn an! Lob sing ihm und erzähle, was er aus Huld für dich gethan! Er hat für dich gerungen; durch seine Macht hat er des Todes Macht bezwungen, und seiner Schrecken Heer. Du darfst nun nicht mehr be ben; sein Sieg hat dich bes freit. Dein ist unsterblichs Leben, dein, Gottes Seligkeit. 2. Froh führte Gottes Sonne den festlich hohen Tag herauf. Da stand, belohnt mit Wonne, nach kurzem Schlaf mein Jesus auf. Ges danke, der zu Freuden des Himmels mich erhebt! Ges danke, der in Leiden mein Herz mit Troft belebt; der schönsten Hoffnung Quelle, wenn die Zerstörung droht! Wo ist dein Sieg, o Hölle? Wo ist dein Stachel, Tod? 3. Der Felsen Grund erbes bet; die Hüter fliehn; das Grab ist leer. Der todt war, Jesus lebet, und geht vor seinen Freunden her! Die schwachen Jünger wanken; er stärkt die Wankenden. Sie sehn ihn, freun sich, danken dem Auferstandenen. Sie sehn empor ihn steigen, und gehn, wie er gebot, mit Freuden hin und zeugen ven ihm bis in den Tod. 4. Herr, deine Boten sies gen, von dir und deinem Hollo Geist Erlösung. Geist belehrt; die Götzentempel liegen, der Erdkreis wird zu Gott bekehrt. Ich weiß, an wen ich glaube, bin freudenvoll ein Christ. Ihn bet ich an im Staube, ihn, der mein Retter ist. Id) werd ihn ewig schauen, wann er auch mich erhebt. Der Herr ist mein Vertrauen; er starb für mich und lebt. 129 her Seligkeit ruft uns sein Grabmal zu. 7. Gedanke, der das Herzerhöht: wir werden auferstehn; auf Hoffnung in das Grab gesät, um schöner aufs zugehn. 8. Heil dir, wenn dieser Hoffnung Licht dein Herz für ihn durchglübt, dich) stärkt zu jeder Christenpflicht und ganz zu ihm dich zieht! 9. Auferstehungsfest, Mel. Lobt Gott, ihr Christen du bist des beßern Lebens 184 Vom Todesthal Piand! Dich feire dankbar jeder Christ, der deinen Trost empfand. hinauf zu Gott erhebt sich mein Gesang; dem Sieger über Grab und Tod erfchallet laut mein Dank. 2. Die Sonn' in ihrer Majestät erhellet kaum die Nacht, als Jesus Christus aufersteht und herrlicher ers wacht. 3. Die Erde bebte, als der Held aus seinem Grabe 185 m zu Sternenzelt erschallete sein Sieg. 4. Fallt nieder vor ihm in den Staub, der sich dem Grab entschwang! Er ist nicht mehr des Todes Naub; Erlöste, singt ihm Dank! 5. Sein großes Werk ist nun vollbracht; errungen ist sein Sieg, weil er aus sei ner Todesnacht empor zum Leben stieg. 6. Heil, Leben und Un sterblichkeit, im Tode Trost und Ruh, und Hoffnung ho. Christi Hingang zum Vater und VerHerrlichung. ( Himmelfahrtslieder.) Mel. Freu' dich sehr, o meine S. err, du fährst mit Glanz und Freuden auf zu deiner Herrlichkeit: doch mich drücken noch die Leiden dieses Lebens, dieser Zeit. Gib mir, Jeſu, Muth und Kraft, daß ich meine Pilgerschaft so in dir zurücke lege, daß ich stets dein bleiben möge! ion ding 2. Laß mir deinen Geist zurücke, dir mein ganzes Herz zu weihn! Wenn ich nach dem Himmel blicke, lag mich seinen Trost erfreun! Steigt mein Flehn zu dir hinauf, helf er meiner I Schwachs Werke und Wohlthaten Gottes. ſelber wollst im Beten bei 186( a) Laßt das Wolf Schwachheit auf, und du Mel. Es ist das Seil uns Vol. dem Bater mich vertreten! 130 3. Pehre mich die Welt vers achten, und was in ihr Eits les ist, und nach dem, was dort ist, trachten, wo du, mein Erlöser, bist! Wol. lust, Ehrsucht und Gewinn soll mich nicht zur Erde ziehn, da ich jenseits überm Grabe eine größere Hoffnung habe. 4. Diese müsse nichts mir rauben; du erwarbst sie theuer mir! Jezzo seh' ich sie im Glauben; dort find' ich sie selbst bei dir. Dort belohnit du das Vertraun deiner Gläne bigen durch Schaun, und verwandelst ihre Leiden in unendlich große Freuden. 5. Dort bereit' auch mir die Stätte in des Vaters Hause zu!, Rufft du frühe oder späte mich zu meines Grabes Ruh', so erleuchte du die Nacht, die des Todes That mir macht! Du haft ja den Tod bezwungen, und den Sieg für uns errun gen. 6. Kommst du endlich glor, reich wieder an dem Ende dies ser Zeit, o so fammle meine Glieder aus dem Staub zur Herrlichkeit! Heil'ge und ver flär' fie ganz, daß der Leib im Himmelsglanz, frei von diesem Staub und Erde; ähnlich deinem Leibe werdel une heut in heil'gen Freuden feiern; froh schauen über Welt und Zeit, und das Ges lübd' erneuern: Gott und der Zugend treu zu sein, rreu auch in Trübsal, Schmach und Pein, wie Jesus, zu vollenden! 2. Er fam zu uns von Gott gesandt, und heiligte die Erde, daß sie der Eintracht stilles Land, ein Siß der Tus gend werde. Nach seinem Beispiel sollen wir uns Alle bilden, Alle hier, daß wir zum Vater kommen. 3. Zum Bater! O wir fennen ihn: um ähnlich ihm zu werden, folgt Jesu; denn auf Erden. Sein Gruß war in ihm erschien sein Ebenbild Friede, sein Gebot nur Lieb' und Tugend, bis zum Tod war That auch seine Lehre. 4 durch sein Herz, wie treu Wie groß, wie edel der bohen Sendung, wie herrlich unter Spott und Schmerz, rang er sich zur Vollendung! Die Krone ward ihm dargereicht. Nun macht sein Sieg den Kampf uns leicht, sein Lohn die Zus funft beiter. 5. Zerstörend war der Sünde Macht; er hat sie überwunden. Wir bebten vor des Grabes Nacht; sie ist durch ihn verschwunden. Seit Erlösung. 131 Seitdem er sich dem Grab fern, freun uns des Herrn, entschwang, ist und der Tod nur Ulebergang zu einem beß ren Leben. vertraun und dienen ihm nun gern. 2. Der du, deines Vaters Willen zu unserm Heile zu erfüllen, gehorsam warst bis in den Tod, du regierst nun auf dem Throne; Gott gibt dir seine Welt zum Lohne; dich nennt dein Volk nun Herr und Gott! Erhöhter Gottes Sohn, wie herrlich ist dein Lohn nach dem Sies ge! Wir folgen dir mit Freus den hier; einst lohnet Gott auch uns, wie dir. 6. Er schwang zum Him. mel sich hinauf, die Stätt' uns zu bereiten. Zum Hime mel geht nun unser Lauf; zu ew'gen Seligkeiten. So hoch, so hoch steht unser Ziel! Der schönen Wohnungen sind viel in seines Vaters Hause. 7. Wie sinkt das Schatten werk der Zeit! Wer kann noch darnach streben? Wer ruhn im Schoos der Sinnlich feit? dem Laster sich erge ben? Die Zeit ist rasch, oft schwer der Lauf; schaut, Chris sten, schaut zum Ziel hinauf, und eilet, zu vollenden. 8. Ein Himmel wird schon unire Welt, wenn wir einan der lieben, mit Freuden thun, was Gott gefällt, treu unfre Kräfte üben. Dann führ'an's Grab uns die Natur, aus eis nem Himmel gehn wir nur in einen schönern Himmel. 3. Deine trauernden Erlöften im Kampf zu stärken und zu trösten, gabst du vom Himmel deinen Geist. Gib auch uns in unsern Leis den den Geist des Trostes und der Freuden, den uns dein treues Wort verheißt! Er zich' uns in dein Reich, mad)' unser Herz dir gleich, dir zu folgen! Du gingst voran; wir sehn die Bahn, die und zum Himmel führen kann. Mel. Herr, wir singen deiner 4 Uns die Stätte zu bes reiten, um die wir Pilger 18611eber allerhim- hier noch streiten, ging du mel Heere er hobst du dich im Sieg und Ehre, du Geber der Unsterblichkeit! Engel singen Freudenlieder, und alle die er voran ins Vaterland. Herrs lich wirst du wieder kommen; dann führst du alle deine Frommen mit dir hinauf ins Vaterland. Durch deis lösten Brüder verehren deis nen sind wir vers ne Herrlichkeit. Du, du föhnt mit Gott. Wo du les bist Gottes Sohn! Gott best und Gott mit dir, da folhebt dich auf den Throu len wir auch mit dir leben seiner Ehre! Wir stehn von für und für. 32 5. Welch 132 Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Welch ein Jubel wird 4. Sein sind die Völker ales werden, wenn wir dich ler Welt; er herrscht als siegwieder sehn auf Erden in gewohnter Held; er herrscht, aller Majestät des Herrn! bis unter seinem Fuß der Das wird seyn kein Tag des Feinde Heer sich beugen muß. Bebens, o nein, ein Tag des höhern Lebens, dann schaun wir dich nicht mehr von fern; dann ſehn wir, hocherfreut, ganz deine Herrlichkeit, Welt erlöser; dann führest du der Wonn' uns zu, dort in des Himmels ew'ger Rüh. 5. Er schützet seine Chris stenheit, erhält sie bis in Ewigkeit. Er ist ihr Haupt. Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm! 6. Ja, Heiland, wir erheben dich; und unsre Herzen freuen sich der Herrlichkeit und Majestät, wozu dich Gott, dein Gott erhöht. Mel. Vom Himmel kam der 187 Auf, Jefu Jünger, freuet euch! Der Herr fährt auf zu seinem Reich. Er triumphirt! Lobsinget ihm! Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! 7. Wohl nun auch uns! denn, Herr, bei dir steht Kraft und Macht, und dein sind wir. Nimmst du dich unfrer hülfreich an: was ist, das uns gebrechen kann? 8. Dein Eingang in die Herrlichkeit stärk' uns in uns rer Prüfungszeit, nur dir zu leben, dir zu traun, bis wir dereinst dein Antlig schaun. 2. Sein Wert auf Erden ist vollbracht, zerstört hat er des Todes Macht; er hat die Welt mit Gott versöhnt, und Gott hat ihn mit Preis gekrönt. 3. Weit über alle Himmel weit geht seine Macht und Herrlichkeit; ihm dienen selbst die Seraphim. Lobsinget ihm mit hoher Stimm'! thum. ( Pfingstlieder.) Mel. Vom Himmel hoch, da 188 Anbetung sei bir, Gott, gebracht! Du hast uns diesen Zag ge9. Dann werden wir uns ewig dein, du größter Menschenfreund, erfreun; dann singen wir von deinem Ruhn ein neues Lied im HeiligHeiligung des Menschen durch den Geist Gottes. macht. Dich preise, wer durch Jesum Chrift erleuch tet und geheiligt ist! 2. Der Erdfreis lag in Nacht verhüllt, mit Wahn und Götzendienst erfüllt: da kam Heiligung. 133 kam von deinem Angesicht In eigener Melodie. dein Geist, mit ihm der 189 Nun bitten wir Wahrheit Licht. den heil'gen Geist, welchen Jesus Chris ftus, uns verheißt, daß er uns behüte vor falscher Lehre, Alle, die im Frrthum sind bekehre. Erbarm' dich, Herr! 2. Du Geist der Weisheit und der Kraft, mach' uns durch dein Wort auch tugendhaft; hilf uns fest ihm glauben, dem treuen Heiland, der uns bringt zum himmlischen Vaterland! Erbarm' dich, Herr! 3. Auf Jesu Boten ließ er sich herab mit Segen sichtbarlich. In fremden Spra, den that ihr Mund, Gott, deine großen Thaten fund. 4. Von ihm gestärft, gehn sie nun gern und sammeln Jünger ihrem Herrn. Vom Aufgang bis zum Nieder gang wird Alles Licht und Lobgesang. 5. Umsonst bestürmt sie Grimm und Spott; sie sie gen stark durch ihn, o Gott! Ihr Schuß ist Jesus, und ihr Ruhm sein theures Evangelium. 6. Und ihrer Predigt froher Schall erfüllt den Erdfreis überall; und selbst die fernste Nation kennt dich und Jefum, deinen Sohn. 3. Du Geist der Lieb' und Ewigkeit, mach' uns allesammt dazu bereit, daß wir uns von Herzen einander lies ben, gern verzeihen, Niemand gern betrüben! Erbarm' dich, Herr! 4. Du höchster Trost in aller Noth, hilf, daß wir nicht fürchten Grab noch Lod; laß, wenn wir einst sterben, uns nicht verzagen, sondern mad' uns frei von allen Plagen! Erbarm' dich, Herr! 7. Noch dauert dieser Se gen fort; noch siegt, o Ewis ger, dein Wort; und daß wir glauben, danken wir dem Glanze jenes Lichts von dir. 8. Erhalt uns deiner Wahrheit treu, madh)' uns von und frei; dein Geist treib uns 190 Vottes Sohn Mel. Kommt her zu mir ollendet hatte zum Guten an, und leit' uns auf der Tugend Bahn! 9. Bis wir dereinst im hellern Licht von Angesicht zu Angesicht dich schaun, und in des Himmels Höhn durch dich auch uns verherrlicht sehn. sein großes Werk auf Erden schon; und seine Jünger zagten. Doch Gottes Geist gab ihnen Muth, daß sie bald Alles, Gut und Blut, für Jesu Lehre wagten. 2. Da 134 Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Da that der Ungelehrs Licht, daß wir uns zur Richts ten Mund des Welterlösers schnur wählen Jesu Wort Thaten fund, die Völker zu und Unterricht! Stehe du bekebren. Der Heiden Tem uns fräftig bei, und mach pel wurden leer; es stürzte une vom Irrthum frei! jenes Gößerheer von seinen Prunfaltären. 3. Zeig uns selbst die rech ten Stege zu der wahren Wohlfahrt an, räume Alles aus dem Wege, was daran uns hindern kann! Wirke Reue nach der That, wenn der Fuß gestrauchelt hat! 3. Umsonst, umsonst em pörten sich selbst Fürsten, Jesu, wider dich, und tödteten die Jünger. Unübers windlich war ihr Muth; und schwiegen sie, so sprach ihr Blut, und zeugte neue Jünger. 4. Wie Gottes Sonne, ging dein Wort bis an der Erde Gränzen fort; der Irrthum wich dem Lichte. Die Völker warden menschlicher, die Menschen lebten heiliger vor Gottes Angesichte. 5. Auch wir begehn, o Gott, dies Fest, das deine Huld uns feiern läßt, dem Christenthum zur Ehre. Wir leben froher, froher, glücklicher, und, belf uns Gott! auch heiliger durch deines Sohs nes Lehre. 191 Komm In eigener Melodie. Domm, o fomm, du Geist des Lebens! Hilf uns Schwachen mächtig auf! Wir bemühn uns soust vergebens hier in unserm Pilgerlauf um das Heil, das Gottes Rath für uns aueersehen hat. 2. Gib in unser aller Sees len wahre Weisheit, helles 4. Laß uns stets dein Zeugs niß haben, daß wir Gottes Kinder sind! Stärke und mit deinen Gaben, wenn sich Noth und Trübsal findt! Lehr uns, daß des Vaters Zucht einzig unser Bestes sucht! 5. Treib uns, daß wir zu ihm treten findlich und mit Freudigkeit, nur nach seis nem Willen beten, und vers tritt uns alle Zeit; so wird unser Flehn erbört; und die Zuversicht gemehrt. 6. Wird uns auch um Hülfe bange, seufzt das Herz voll Traurigkeit: ach, mein Gott, mein Gott! wie lane ge! o so wende unser Leid! Sprich der Seele trößßend zu, gib mir Muth, Geduld und Ruh! 7. du Geist der Kraft und Stärke, der in uns das Gute schafft, förd're in uns deine Werke, und im Kampfe gib uns Kraft, wenn Versuchung auf uns bringt, daß uns dann der Sieg gelingt. 8. Herr 135 an den rechten Pfad des Heils, den wir nicht wiffen! Verleih uns Willigkeit, daß wir dir treulich folgen, wenn wir hier auch darum leiden müssen. Drückt Last uns fast muthloß nieber, laß uns wies der Trost empfinden, und die Trübíal überwinden! Heiligung. 8. Herr, bewahr uns un fern Glauben, daß Verfol. gung, Schmach und Sport niemals ihn uns möge rau ben. Du bist unser Schuß, o Gott! Spricht das Herz gleich zweifelnd: nein! laß dein Wort gewisser seyn! 9. Wenn wir endlich sollen sterben, o so steh mit Trost uns bei; gib, daß uns, als Gottes Erben, jene Herr lichkeit erfreu, die uns unser Gott bestimmt, und die nie ein Ende nimmt! 4. Stärk' uns durch deis ner Wahrheit Kraft zum Kampf mit jeder Leidenschaft, darüber Herr zu werden! Und sind wir wo dem Falle nah, so sei mit deiner Hülfe da, erheb' uns von der ErNeue Trene gib uns Mel. Mein ganzer Gelft, Gott den 192 beilger Geist, Schwachen; du fannst mas chen, daß wir siegen, und im Kampf nicht unterliegen. fehr bei uns ein, und laß uns deine Woh nung seyn, du Beistand unfrer Seelen! Erleucht uns durch dein göttlich Licht, ente zich uns deine Hülfe nicht, und zeig uns, was wir feh len! Triebe, Triebe, fromm zu leben, willst du geben, wenn wir beten, gläubig vor den Vater treten. 2 Du Quell, woraus die Wahrheit fließt, die uns zum Heil so nöthig ist, o schenf aus deiner Fülle uns so viel Einsicht und Verstand, daß heilsam von uns werd' er. fannt des Höchsten gnäd'ger Wille! Ja, gib den Trieb unfren Seelen, nur zu wäh len und zu üben, was er uns hat vorgeschrieben! 5. Erhalte bei uns immers fort den Glauben an dein göttlich Wort! Nichts müss' uns von ihm trennen! Gib, daß wir ihn von Herzensgrund mit Thaten, so wie mit dem Mund, vor aller Welt bekennen! Jesum Chris stum ohn' Aufhören recht zu ehren, mach' uns tüchtig, und sein Heil uns werth und wichtig! 6. Hilf, daß in wahrer Heiligkeit wir führen unsre Lebenszeit; du fannst und dazu stärken. Es bleibe uns stets unbewußt die Eitelkeit, die Sinnenluft, mit ihren bösen Werken! Vater, Va ter, laß uns streben, so zu leben hier auf Erden, daß wir gut und selig werden! Mel. 3. Steh uns stets bei mit beinem Rath, und führ uns 136 Mel. Gott des Himmels und 193 eil'ger Geist, von Gott gegeben, fomm', erleucht' und heil'ge mich! Weise, fromm und gut zu leben: dies vermag ich nur durch dich. Mache täglich Ernst und Treu', mich zu bessern, in mir neu! Werke und Wohlthaten Gottes. 2. Ach, ich irr' in Finster: nissen, Geist der Wahrheit, ohne dich; von Begierden hingerissen, täuscht die trunk ne Seele sich, suchet Ruh' und findet sie in der Erde Gütern nie. 3. Hilf mir nach dem Himmel streben, der den fohn mir aufbehält, hilf mir Gott und Jesu leben, nicht den Lüften dieser Welt; lehre mich von Sünden rein, heilig, wie mein Heiland, seyn! gestärkt durch deine Kraft, end' ich froh die Pilgerschaft. Mel. Mein Gott, das Herz 194 Nicht um ein flüch tig Gut der Zeit, ich fleh um deinen Geist, Herr, den zu meiner Seligkeit dein theures Wort verheißt. 2. Die Weisheit, die vom Himmel stammt, o Vater, lehr' er mich, die Weisheit, die das Herz entflammt zur Liebe gegen dich! 2. Dich lieben, Gott, ist Seligkeit. Gern thun, was dir gefällt, wirkt reinere Zus friedenheit, als alles Glück der Welt. 4. Vertrauen hab' ich dann zu dir; dann schenket selbst dein Geist das freudige Bes wußtseyn mir, daß du mir gnädig seist. 5. Er leite mich zur Wahrs heit bin, zur Zugend stärk' er mich, und zeige, wenn ich traurig bin, auch mir als Tröfter sich! 4. Leite du mich auf dem Pfade deines Lichts zum Le ben hin; und mich stärke dei ne Gnade, wenn ich schwach und muthlos bin, daß ich näher jeden Tag meinem Ziele kommen mag! 5. Gib zu jedem guten Werfe meiner Seele Kraft und Lust und im Kampfe flöße Stärke mir in meine fchwache Brust; gib mir Trost in jeder Noth; bilf mir Mel. Freu' dich sehr, o meine S. treu seyn bis zum Tod! eift vom Vater 6. Sei mein Beistand, 195 Gift und vom Sohwann ich sterbe; zeige meis ne der du unser Tröster bist, nem Geist von fern das mir und von unsere Gottes Throaufbehalt'ne Erbe in der ne hülfreich auf uns Schwa Herrlichkeit des Herrn! So che siehst, stehe du mir mäch tig 6. Er ichaff' in mir ein reis nes Herz. voll Dank für deine Huld, und er bewaffne mich im Schmerz mit Muth und mit Geduld! Heiligung. tig bei, daß ich Gott ergeben fei! o so wird mein Herz auf Erden schon ein Tempel Got tes werden! 2. Laß' auf jedem meiner Wege deine Weisheit mit mir seyn; wann ich bange Zweifel hege, deine Wahrheit mich erfreun! Lenke fräftig mei nen Sinn auf mein wahres Wohlseyn hin! Lehrst du mich, 137 6. Stebe mir in allen Leiden stets mit deinem Troste bei, daß ich auch alsdann mit Freuden Gottes Führung folgsam sei! Gib mir ein gelaßnes Herz; laß mich selbst im Todesschmerz, bis zum frohen Ueberwinden, deines Geistes Trost empfinden! was recht ist, wählen, werd' Mel. Wer nur den lieben Gott ich nie mein Heil verfehlen. 196 großer Gott, du reines We Heilige des Herzens Triebe, daß ich über Alles treu meinen Gott und Bater liebe, daß mir nichts so wichtig sei, als in seiner Huld zu stehn! Seinen Namen zu erhöhn, seinen Wil len zu vollbringen, müsse mir durch dich gelingen! 4. Stärke mich, so oft zur Sünde mein Gemüth versu chet wird, daß sie mich nicht überwinde! Hab' ich irgend mich verirrt, o so rühre du mein Herz, daß ich unter Reu' und Schmerz mich vor Gott darüber beuge, und mein Herz zur Beßrung neige! 5. Reize mich, mit Flehn und Beten, wenn mir Hülfe nöthig ist, zu dem Vater hinzutreten: gib, daß ich auf Jefum Chrift, als auf mei nen Mittler, schau', und auf ihn die Hoffnung bau', Gnad' um Gnad' auf mein Verlan gen von dem Vater zu em pfangen! sen, du hast nur reine Hers zen dir zu deiner Wohnung auserlesen: ach, schaff' ein reines Herz in mir, ein Herz, das unbefleckt und frei von allen bösen Lüften sei! 2. Laß, guter Vater, mein Gemüthe der steten Besserung sich weihn; dein Geist ver mehr' des Herzens Güte, so werd' ich Jesu Schüler seyn. Dann fühl' ich hier schon in dèr Zeit der Tugend Werth und Seligkeit. 3. Dein guter Geist, o Gott, regiere mein ganzes Herz, und stehe mir in meis ner Schwachheit bei, und führe mich von der Eitel feit zu dir! Gib einen Geist der dir getreu und willig zu gehorchen fei! 4. Entzieh' mir Schwachen, wann ich fehle, nur deine Vaterliebe nicht, und gib, damit ich Gutes wähle, mir deines Geiftes Kraft und Licht. Im Kampfe laß' mich feft 138 fest bestehn, um einst zum Himmel einzugehn! 5. Nimm deinen Geist, den Geist der Liebe, den Geist des Glaubens, nie von mir und stärke mich durch seine Triebe, durch seinen Beis stand für und für! So leite durch die Pilgerzeit mich aus der Welt zur Seligkeit! Werke und Wohlthaten Gottes. Mel. Freu' dich sehr, o meine 197 Der er du uns als Vater liebest, treuer Gott, und deinen Geist denen, die dich bitten, giebest, ja uns um ihn bitten heiß't; demuthsvoll fleh ich zu dir, Bater send ihn auch zu mir, daß er meinen Geist erneue, und ihn dir zum Tempel weihe! 2. Ohne ihn fehlt meinem Wissen, Leben, Kraft und Fruchtbarkeit; und mein Herz bleibt dir entrissen und dem Dienst der Welt geweiht, wenn er nicht durch seine Kraft die Gesinnung in mir schafft, daß ich dir mich ganz ergebe, und zu deiner Ehre lebe. 3. Auch dich kann ich nicht erkennen, Jesu, noch mit ächter Treu' meinen Gott und Herrn did nennen, stehet mir dein Geist nicht bei. Drum so laß ihn kräftiglich in mir wirken, daß ich dich glaubensvoll als Mittler eh re und auf deine Stimme böre. 4. Ew'ge Quelle heil'ger Güte; hochgelobter Gottes geist, der du menschliche Gemüther besserst und mit Trost erfreust; nach dir, Herr, verlangt auch mich; ich ergebe mich an dich. Mache mich zu Gottes Preis se heilig und zum Himmel weise. 5. Fülle mich mit heil gen Zrieben, daß ich Gott, mein höchstes Gut, über Alles möge lieben, daß ich mit ge trostem Muth seiner Vater, huld mich freu, und mit wahs rec Kindestreu' stets vor seis nen Augen wandle und recht schaffen denk und handle. 6 Geist des Friedens und der Liebe, bilde mich nach deinem Sinn, daß ich lieb' und Sanftmuth übe, und mirs rechne zum Gewinn, wenn ich je ein Friedensband knüpfen fann, wenn meine Hand zur Erleichtrung der Beschwerden, kann dem Nächsten nützlich werden. 7. Lehre mich, mich selber keuren, die verborgnen Feh ler sehn, sie voll Demuth Gott bekennen, und ihn um Vergebung flebn. Mache täglich Ernst und Treu', sie zu beffern, in mir neu; zu dem Heiligungsgeschäfte gib mir immer neue Kräfte. 8. Wenn der Anblick meiner Sünden mein Gewissen niederschlägt, wann sich in mir Zweifel finden, die mit Angst Heiligung. Angst mein Herze begt; wann mein Aug' in Nöthen weint, und Gott nicht zu hören scheint: o danu laß es meis ner Seelen nicht an Trost und Stärfung fehlen. 9. Was sich Gutes in mir findet, ist dein Gnadenwerk in mir; selbst den Trieb bast du entzündet, daß mich, Herr, verlangt nach dir, O so seße durch dein Wort 139 fest den Gewissenstrieb, und mad, st mir Recht und Tugend lieb. Das Wort Gottes. Mel. Wer nur den lieben Gott 198R eligion, von Gott gegeben, sei ewig meinem Herzen werth! Wie dunkel ist der Weg durchs Leben dem, der dein himmlisch Licht entbehrt! Nur du, du führst an sichrer Hand den Pilger bin ins beßre fand. 2. Du bist es, die mich Gott erkennen, mich meinen Caöpfer lieben lehrt. Ich darf getrost ihn Vater nennen, darf sicher seyn, daß er mich hört. Du rufft mir zu: dein Gott ist gut! Wohl dem, der seinen Willen thut. deine Gnadenwirkung fort, 5. Du gibst dem Geiste für bis sie durch ein selig Ende herrlich sich an mir vollende! ßen Frieden, erheiterst mild den trüben Sinn, reicht dem Belasteten und Müden den sichren Stab der Hoffnung bin. In Angst, Gefahr und Todesschmerz erquickt und heilt dein Trost das Herz. 6. Du lehrst mich glaus ben, lieben, hoffen, vers fündigst mir Unsterblichkeit. Der Himmel steht durch dich mir offen, und men ist seis ne Seligkeit. Ich glaube fest und zweifle nicht; du, du bist meine Zuversicht! 3. Wer reizt mein Herz sich selbst zu richten? Wer 4. Du leiteft mich auf al len Wegen; du zeigtest mir das höchste Gut; du machst mir jetes Glück zum Segen, und gibst im Unglück frohen Muth. Wo nichts, fonst nichts mich trösten fann, da hebt dein wahrer Trost erst an. 7. Ja, du, des Lebens reinste Wonne, begleite du mich bis ans Grab, und leuchte dann mir, gleich der Senne, den Weg ins Todesthal hinab! Mein erster faut an Gottes Thron sei Dank für dich, Religion. Mel. Nun danket alle Gott ſchärfet meines Geiſtes Blick 199 Von Herzen preis ich dich, zur hellen Einsicht meiner Pflichten, und schreckt vom Bösen mich zurück? Du stäre für der Bibel Lehre, die ich als dein Geschenk mit Danke bars 140 Werke und Wohlthaten Gottes. barkeit verehre. Sie ist das guten Werke, der mit dem Glück der Welt, der Ruhm lautern Wunsch nach Licht der Christenheit, mein Kleis und Frömmigkeit mit Ebr nod, Trost und Licht bis in furcht und Geber der Schrift die Ewigkeit. die Andacht weibt! 2. Zum Licht, in dem du wohnst, kann die Vernunft nicht dringen; mit Zweifeln und mit Wahn müßt' ich voll Unruh' ringen, hätt' ich dein göttlich Wort, den flaren Unterricht von dir und dei nem Sohn und meiner Seele, nicht. 3. Wie kräftig ist dein Mort! Gott, vielen tausend Christen gab deine Bibel Sieg im Kampf mit bösen Lüften. Sie bessert sanft das Herz, stärkt mich zu meiner Pflicht, ist in Gefahr mein Schuß, in Finsterniß mein Licht. 7. So fann fein anders Buch die Größe Gottes preisen, fo faßlich rührend nicht den Weg zur Tugend weisen. Durch) feine Rednerkunst wird so das Herz erquickt, zu jeder guten That so willig und geschickt. 8. Bei diesem Unterricht laß' deinen Geist mich rühren, und seine Gottesfraft an meinem Herzen spüren! Wer deinen Lehren folgt, fühlt ihre Göttlichkeit; sie geben Licht und Trost, im Tode Freudigkeit. Mel. Wer nur den lieben Gott o 4. Der Fromme wird ges 200 Dein Mort, tief erschüttert; der Zweifler wird beschämt, des Spötters See: le zittert; es tröstet sich am Grab der Seinigen der Christ, wenn er vom Wiedersehn im bessern Leben lief't. Höchster, ist vollkommen; es fehrt uns unire ganze Pflicht; es gibt dem Sünder wie dem Frommen zum Leben sichern Unterricht. O selig, wer es achtsam hört, bewahrt und mit Gehorsam ehrt! 5. Hier lernt der Weiseste der wahren Weisheit Schähe; bier faßt der Blödeste die göttlichen Gesche; hier findet jeder Stand für jede Lebenspflicht in allen Fällen Rath und bellen Unterricht. 6. Wer fühlt nicht deinen Geist und seiner Wirkung Stärfe! Wer nicht des Glaubens Kraft, und Trieb zum 2. Es leuchtet uns auf unfren Wegen, zerstreut des Irrthums Finsterniß, verkündigt Gnade, Heil und Segen, und machet unser Herz gewiß. Es lehrt uns, Höchster, was du bist, und was dir wohlgefällig ist. 3. Dein Wort erweckt uns, dich zu lieben, und lehrt, wie Een Heiligung. wie viel du denen gibst, die dein Gebot mit Freuden üben, wie du so väterlich uns liebst. Was uns darin dein Mund verspricht, bleibt ewig wahr und trüger nicht. 4. Gott, deine Tröftun gen sind besser, und mehr der Sehnsucht werth, als Geld; ein Schaß, weit föstlicher und größer, als alle Schäße dieser Welt. Wer gern thut, was dein Wort gebeut, dem ist dein Segen stets bereit. 5. So laß mich denn mit Lust betrachten die Wahrheit, die dein Wort mich lehrt! Laß mich auf das gehorsam achten, was dein Befehl von mir begehrt; so fließen Trost und Seclenruh auch mir aus deinem Worte zu. 201 H Mel. Liebster Jesu! wir sind err, mein Licht, erleuchte mich, daß ich mich und dich erken ne, daß ich voll Vertrauen dich meinen Gott und Vater nenne! Höchster, laß mich doch auf Erden weise zu dem Himmel werden! 2. Lauter Wahrheit ist dein Wort. Lehre mich es recht verstehen! Hilf selbst meis nem Forschen fort, richtig daraus einzusehen, was zu meinem Heil mich führet, und mir, deinem Kind, ge bühret! 141 3. Aber laß mich nicht als lein deines Wortes Sinn verstehen; laß mein Herz auch folgsam seyn, den erkannten Weg zu gehen! Denn sonst würd' ich bei dem Wif sen doppelt Strafe leiden müssen. 4. Gib, daß ich den Unterricht deines Wortes treu bewahre, daß ich, was es mir verspricht reichlich an mir selbst erfahre! Ja, es sei in meinem Leiden mir ein Quell von Trost und Freuden! 5. Hilf, daß sich von Zeit zu Zeit meine Kenntnisſe vers mehren! Find' ich manche Dunkelheit bei geheimniß vollen Lebren, laß mich Zweifelsucht entfernen, und in Demuth glauben lernen! 6. Laß mich, Herr, in deis nem Licht immer rührender erkennen jener Herrlichkeit Gewicht, und wie glücklich der zu nennen, der darnach mit Eifer trachtet, und die Lust der Welt verachtet! 7. O verleihe mir die Kraft, deinem Wort gemäß zu handeln, und vor dir gewissenhaft, als dein treues Kind, zu wandeln; so wird einst in jenem Leben mich ein hellres Licht umgeben. Mel. O Gott, du frommer Gott Zoll dein vers 202 Soll bein derbtes Herz zur Heiligung genesen, Christ, so 142. Werke und Wohlthaten Gottes. so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen; beten te, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt, den Rath der Seligfeit, den Geist aus Gott enthält. 2. Mert auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen bätte; mert auf, als ob er jelbst zu dir vom Himmel redte! So lies, mit Ehr. furcht lies, mit Lust und mit Vertraun, und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun. 3. Sprich fromm: o Gott, vor dem id) meine Hände fals te, gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte, und laß mich deinen Rath empfindungsvoll verstehn, die Wunder am Geset, am Wort vom Kreuze sehn! 4. Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen. Lies, Chrift, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen, so viel dein Heil verlangt. Gott ist's, der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Lies, frei von Leiden schaft und ledig von Geschäften, und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräf. ten. Der beste Theil des Lags, des morgens Heiters feit, und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht! 6. Rührt dich ein starker Spruch, so ruf' ihn, dir zum Glücke, des Tags oft in dein Herz ,, im Stillen oft zurücke: empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn, zum wahren Edelmuth, das Gute zu vollziehn. 7. Um tugendhaft zu seyn, dazu sind wir auf Erden. Thu, was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden, die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist, und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist. 8. Spricht sie geheimniß voll; so laß dich dies nicht schrecken. Ein endlicher Vers stand fann Gott nie ganz entdecken, Gott bleibt uns endlich hoch. Wenn er sich dir erklärt, so glaube, was er spricht, nicht was dein Wiß begehrt. 9. Sid) feines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen, wenn Gott sich of fenbaret, ist der Geschöpfe Pflicht, und weise Demuth ists, das glauben, wo Gott spricht. 10. Drum laß dich, from mer Christ, durch feinen Zweifel fränken. Hier bist du Kind, doch dort wird Gott mehr Licht dir schens fen. Dort wächst mit dei nem Glück dein Licht in Ewigkeit; dort ist die Zeit des Heiligung. des Schau'ns, und hier des Glaubens Zeit. 11. Verehre stets die Echrift; und siehst du Dunfelheiten: so laß dich deinen Freund, der mehr als du siehst, leiten. Ein forschen der Verstand, der sich der Schrift geweiht, ein heilvers langend Herz hebt manche Dunkelheit. 12. Halt fest an Gettes Wort; es ist dein Glück auf Erden, und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Hims mel werden. Verachte christlichgroß des Bibelfeindes Spott. Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott. 143 deine Wege gehn. Durch deines Geistes Licht und Kraft mach weise uns und tugends haft. 5. Durch Wahrheit dämpfe jeden Wahn; erleudt' uns. Allen unsre Bahn; das kas ster tilg' aus unsrer Brust und tödt' in uns die böse Lust. Recht dem ganzen menschlis chen Geschlecht: Dich bete, wer dich denken kann, im Geist und in der Wahrheit an! 2. Verbreite deines Wortes Schall, wie deine Werke, überall, daß Alle lernen, wer du seist: der reinste, aller höchste Geist. 3. Durch Jesum Christ, den du gesandt, werd' immer mehr der Welt bekannt, daß du, Gott, unser Vater bist, und er der Völker Heiland ist. 4. Lehr' uns, die deinen Rath verstehn, gehorsam 6. Co preifet deine Chris stenheit, Herr, deinen Namen in der Zeit; sie ist und bleibt dein Eigenthum, und ihre Thaten sind dein Ruhm. Mel. Vom Himmel hoch, da 203 Gott, heilig sei 204 Got dein Nam' und 7. Du fattigst sie mit Ses ligkeit von nun an bis in Ewigkeit, und ewig ist ihr frommer Dank, Herr,-deis nes Namens Lobgesang. Mel. Ach Gott und Herr ott ist mein Hort, und auf sein Wort soll meine Seele trauen! Jch wandle bier, mein Gott, vor dir im Glauben, nicht im Schauen 2. Dein Wort ist wahr; laß immerdar mich seine Kräfte schmecken. Laß kei nen Spott, o Herr, mein Gott, mich von dem Glauben schrecken! 3. Wo hätt' ich licht, wos fern mich nicht dein Wort die Wahrheit lehrte? Gott, ohne sie verstünd' ich nie, wie ich dich würdig ehrte. 4. Dein Wort erklärt der Seele Werth, Unsterblichkeit und Leben; daß diese Zeit zur 144 zur Ewigkeit mir sey von dir gegeben. 5. Den ew'gen Rath, die Missethat der Sünder zu verfühnen, den kennt' ich nicht, wär' mir dies Licht nicht durch dein Wort erschienen. 6. Nun darf mein Herz in Reu' und Schmerz der Sünden nicht verzagen; nein, du verzeihst, lehrst meinen Geist im Glauben: Vater! sagen. 7. Mich zu erneun, mich dir zu weihn, ist meines Heils Geschäfte! Durch meine Müh vermag ichs nie; dein Wort gibt mir die Kräfte. 58. Herr, unser Hort, laß dieses Wort mir Licht und Freude geben! Es sei mein Theil, es sei mein Heil und Kraft zum ew'gen Leben! Werke und Wohlthaten Gottes. der ist ärger als die Heiden und muß doppelt Strafe leiden. 3. Darum präge deine kehren tief in unsere Seelen ein, laß sie uns mit Nußen hö ren, und derselben Thäter seyn; treib uns dadurch kräf tig an, daß wir dich vor jedermann froh bekennen, findlich lieben, und mit Sün: den nicht betrüben. 4. In der Seele Finster nissen sei dein Wort uns stets ein Licht! Laß uns Trost dar aus genießen, wenn es uns an Trost gebricht! Es ver süß' uns jede Noth; es erquick uns auch im Tod durch die Hoffnung, ganz zu schauen, was wir deiner Wahr heit tranen. Mel. Freu' dich sehr, o meine Mel. Schwing dich auf, zu 205 Gott, durch den 206 Der du selbst die wir sind und leben, deine Güte sei ge. preist, daß du uns dein Wort gegeben, das zum Heil uns unterweist, das uns unsre Pflichten lehrt, warnt, er mahnet, ftraft, befehrt, und wenn uns ein Leiden drüdet, uns mit reichem Trost erquicket. bist, Gott, zu dem ich singe, Gott, den kein Verstand ermißt, Ursprung aller Dinge: alle Weisheit fommt von dir zu den Menschenkindern; sie ers leuchtet uns, wenn wir selbst ihr Licht nicht hindern. 2. Vorurtheil und Fin sterniß füllen unsre Seelen; unser Blick ist ungewiß, unfre Schlüsse fehlen: aber dein Verstand weicht nicht von der lautern Wahrheit. Was du denkest, das ist licht, Richtigkeit und Klarheit. 3. Wirf dich, sterbliches Ges 2. Gib, daß wir es innig lieben; ernstlich ohne Heus chelschein, das darin Befohl ne üben; und nicht bloße Hörer seyn; denn, wer deis nen Willen weiß, und ihn doch nicht thut mit Fleiß, Heiligung. 85 145 ugh is die be is dan bins Gefe B. Geschlecht, dankbar ihm zu du mirs doch dort, Gott, Füßen! Seine Wahrheit und mit Ehr' und Freuden. sein Recht läffet er dich wis sen. Weit erschallt das Wort des Herrn, das die Welt bes fehret; glaubt es freudig, folgt ihm gern, Völker, die ihre höret! In eigener Melodie. 207( a) Wie heilig ist, gut, wie was Gott den Kindern Abrahams gebot! Verehre feinen Gott, als mich: mich liebe, mir vertraue dich. So sprach der Herr! indian b 2. Mißbrauche meinen Namen nicht. Meh dem, der lästernd von mir spricht! Mit Ehrfurcht nenn den Schöpfer nur, und halte redlich deinen Schwur. Das will dein Gott! 3. Stets heilig sei mein Sabbath dir: dein Knecht auch ruh und weih ihn mir! Da stärke dich zu dem Beruf, zu dem dich meine Güte schuf. Das will dein Gott. 4. Gott, was uns dein Wort verspricht, wird und muß geschehen; deine Dros hung fann auch nicht leer vorüber gehen. Haben Lau sende nicht schon, welche vor und waren, deine Strafen, deinen Lohn, dir zum Ruhm erfahren? en 5. Seele, wolltest du nicht Gott zuversichtlich glauben? Soll der Leichtsinn, soll der Spott deinen Trost dir rau ben? Die die Himmel auf gebaut, kann die Wahrheit Iúgen? Kann sie den, der ihr vertraut, heuchlerisch betrügen? ben) 6. Erd' und Himmel wird vergehn; Gott, dein Wort wird bleiben. Lasterhafte, die es schmähn, werdens nicht vertreiben. Könige sind Staub vor dir, sie mit ihren Heeren. Du im Himmel lachest ihr, wann sie sich empören. 7. Du bist Wahrheit! Ewig soll mich von dir nichts tren nen, mich die Welt, von Arglist voll, nicht erschüttern fönnen. Muß ich hier gleich 6. Die Ehe halte keusch und um dein Wort Schmach und Trübsal leiden, so belohnst rein: auch selbst dein Herz soll heilig sein. Dein Leib K und 4. Ehr deinen Vater, ehre sie, die dich gebahr, und säume nie, den Eltern liebreich wohl zu thun; dann wird auf dir mein Segen ruhn. Das will dein Gott! 5. Du sollst nicht tödten; sollst dich scheun vor Zorn und Haß; die Rach' ist mein. Wem ich die Sünd erlassen soll, der thu auch seinen Feins den wohl. Das will dein Gott! 146 Werke und Wohlthaten Gottes. aff purgting und Geist sei mir geweiht; Mel. Gottlob, ein Schritt zur err, dein Ge bein Ruhm ſei Zucht und 207 Hres und dein ( 6)$ 2 Mäßigkeit. Das will dein Gott! setz Gebot, wornach wir sollen leben, hast du, o liebevols ler Gott, mir in mein Herz gegeben, daß ich zum Gu ten willig sei, mit Sorgfalt, fern von Heuchelei, was du befiehlst, vollbringe. 7. Mit Unrecht mehre nicht dein Gut. Der Fluch trifft den, der Unrecht thut. Be trüge nie, und wuchre nicht. Den Armen zu erfreun, ist Pflicht. Das will dein Gott! ted bod 8. Du sollst fein falscher Zeuge seyn: sollst Lügen und Verleumdung scheun. Des Nächsten Unschuld rette du, und seine Fehler decke zu. 2. Gib, daß ich dir allein vertrau, allein dich ehr und liebe, auf Menschenhülf allein nicht bau, in deiner Furcht mich übe, daß Beis fall, Lob und Menschengunst, Das will dein Gott! Gewalt, Pracht, Reichthum, Witz und Kunst mir nicht zum Abgott were d 9. Des Nächsten Haus be, gehre nie, auch nicht sein Weib, Gesind noch Vieh. 3. Hilf, daß ich redlich Wenn meine Huld auch ihn mich bemüh, dich, Vater, erfreut, gönn ihm sein Glück, zu erkennen, und laß mich und flieh den Neid. Das deinen Namen nie ohn' Ehrwill dein Gott! day unerbietung nennen. Gott, 10. Und wiff' es: eifrig ist unvergeßlich sey es mir, was der Herr; die Lebertretung ich in meiner Taufe dir ſo strafet er, doch lohnt er auch feierlich versprochen. dem treuen Knecht bis in das tausendste Geschlecht. Drum folg ihm treu'. 4. Am Tag der dir geweih ten Rut' laß mich, Gott, mit den Deinen in der Versammlung, so wie du be fiehlst, vor dir erscheinen: dann deiner im Gebet mid freun, ein Hörer deines Wortes seyn, und, wie ich soll, ein Thäter. 11. Durch Jesum hat bestätigt Gott, was er durch Mosen einst gebot. Von gan zem Herzen liebe mich, und deinen Nächsten gleich als dich. So sprach der Herr! 12. Dieß, Christen, laßt zu aller Zeit erfüllen uns mit Freudigkeit; erfüllen treu bis in den Tod, was Gott aus Liebe mir gebot. Er sei gelobt! di 5. Gib, daß ich Weltern, Obrigkeit und Lehrer ehr und liebe, sie nie durch Wider seßlichkeit und böses Herz betrübe; vielmehr für ihre Sorg' und Treu' erkenntlich msdal In diund Heiligung is 147 119 und gehorsam sei, und deis doch laß mich auch das größte nen Segen erbe. Gut, ein ruhig Herz und frohen Muth und deine Gnas de haben. 6. Hilf, daß ich nie mit bitterm Sinn, Haß, Rach' und Feindschaft übe, und wenn ich auch beleidigt bin, verzeih' und Feinde liebe und jedem gönne, was er hat, und Alle segne, mit der That gern jedem Menschen diene. i 7. Laß mich, wie du ge, boten hast, unfeusche Werke meiden. Unreinigkeit ist dir verhaßt; auf Wollust folgen Leiden. Schaff' du in mir ein reines Herz, das Uleppigkeit und frechen Scherz sich nimmermehr erlaube. 11. Wie gern möcht' ich, o Herr, mein Gott, nach deinem heil'gen Willen, wie gern möcht' ich ganz dein Gebot, das du mir gabst, erfüllen: allein du weißt, was mir gebricht; ich Schwas cher, ich vermag es nicht aus meinen eignen Kräften. 12. Drum gib du mir von deinem Thron, Gott Vater, Gnad' und Stärke, daß ich, o Jesu, Gottes Sohn, stets auf dein Vorbild merke! D heil'ger Geist, hilf mir, daß ich Gott über Alles, und, wie mich, auch meinen Nächsten liebe! 8. Gib, Herr, daß ich mich redlich nähr' und böser Råne te schäme, mein Herz vom Geiz und Unrecht fehr', durch Macht und List nichts nehme; daß ich nie Fleiß und Arbeit scheu, wohlthätig und zufrie den sei, nicht farg und nicht verschwendrisch. Evangelium. Mel. Jesu, meine Freude 9. Hilf, baß ich meines 208 Wort aus Got. tes Munde; Nächsten Ehr' zu retten mich befleiße, das, was ich fann, zum Besten tehr', doch Böses nicht gut heiße; stets zeige Treu' und Redlichkeit, und Abscheu trage jederzeit an Falschheit, Schmähn und Lügen. Wort vom Friedensbunde, Evangelium! Quelle wahrer Freuden, Trost in allen Leis den, unser böchster Ruhm! Gottes Kraft, die Glauben schafft! Frohe Botschaft, uns zum Leben selbst von Gott gegeben.'s ne 10. Laß mich des Nächsten 2. Was sein Wohlgefallen Haus mit list und Unrecht vor der Welt uns Allen auss nicht begehren: das aber, ersehen hat; was erst dunk. was mir nöthig ist, wollst le Schatten vorgebildet hate du mir, Gott, gewähren, ten, das vollführt sein Rath. 2 Daß RE IS19 TA 148 Werke und Wohlthaten Gottes. nire bod tu biw and Daß sein Eid ihn nicht ges reut, rühmen wir; in Jesu Namen wird er Sa und Amen.bmw 3. Alles ist vollendet; Gott hat den gesendet, der ver heißen war. Jesus hat sein Leben für uns dargegeben, willig gab ers dar. Ja, er hat des Höchsten Rath ganz vollbracht zu seiner Ehre. Derwünschte Lehre! 4. Da uns Strafen drohten, riefen seine Boten: Hei ligt euch und glaubt! Gott will euch vergeben; ewig follt ihr leben, wenn ihr Sefu glaubt! Seine Huld tilgt eure Schuld; nur müßt ihr die Sünden haffen, Muth zur Tugend fassen! 5. Jesu, voll Vertrauen will ich auf dich bauen, und in dir mich freun, dir nur will ich leben, bir mich ganz ergeben, ewig treu dir seyn. So werd' ich auch einst durch dich, o mein Heiland, selig sterben, und den Himmel erben! Die heilige christliche Kirche. 4900 In eigener Melodie. rbalt 2. Die Völfer sei'n dir unterthan! Es weiche fals scher Lehre Wahn vor deiner Wahrheit flarem Licht! Ge walt hilft dem Gewissen nicht. 3. Die Herrschsucht, die den fremden Knecht, er glau be falsch, er glaube recht, gewaltsam zieht vor's Rich teramt, bleib unter unserm Volk verdammt! 4 Nur geistlich sei der Wahrheit Krieg! Gib wider Irrthum ihr den Sieg. Durch Gründe sieg sie und Beweis, und durch des from men Beispiels Fleiß. 5. Wir gehn in Dämm:', rung, irren bald! Die Weisheit übet nicht Gewalt. Laß Fried' und Duldung allgemein, nicht mächtig die Vers folger feyn! shr hind 6. Der Scepter übe Billigteit, verbiete nicht der Gründe Streit! Wer fried: fam ist, nicht laster lehrt, des Freiheit bleibe ungestört. 7. Zerbridy des Zwanges hartes Joch: die freie Wahrs heit sieget doch. Sie mache uns von Irrthum frei und von der Sünde Sklaverei! 209 haft Am Reformationsfeste. uns, Herr, bei dei nem Wort; den finstern Irrs Mel. Allein Gott in der Höh thum treibe fort; bewahr uns 210( a) Vor dir, Herr, denfen wir, vor so preist dich unser Lobgesang! erfreut an unsrer Väter Glaus Heiligung. Sinir Glauben. Der Feind erhob sich fühn zum Streit, dein Wort der Welt zu rauben: sie aber kämpften ritterlich, gestärkt, Allmächtiger! durch dich; sie fämpften und sie siegten! 2. Dein Wort war ihnen Schwert und Schild, Schuß, Heereskraft und Bogen. Lang war's in Dunkel eingehüllt, der Christenwelt entzogen: sie brachtens wieder an das Licht, und achteten Gefahren nicht, sie sangen helden müthig: In eigener Melodie. 3. Ein' feste Burg ist unser Gott, ein' gute Wehr und Waffen; er hilft uns frei aus aller Noth, die und jetzt hat betroffen; der alt' böse Feind, mit Ernst ers jest meint, groß Macht und viel fist sein grausam Rüstung ist: auf Erd' ist nicht sein's Gleichen. 4. Mit unsrer Macht ist nichts gethan, wir sind gar bald verloren! Es streit't für uns der rechte Mann, den Gott selbst hat erfohren. Fragst du: wer er ist? Er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott; das Feld muß er bes halten. 5. Und wenn die Welt voll Teufel wär', und wollten uns verschlingen; so fürch ten wir uns nicht so sehr; 149 COL es soll uns doch gelingen. Der Fürst dieser Welt, wie sau'r er sich stellt, thut er uns doch nichts: das macht, er ist gericht; ein Wörtlein fann ihn fällen. 6. Das Wort sie sollen lass sen stahn, und fein Dank dazu haben; er ist bei uns wohl auf dem Plan, mit seinem Geist und Gaben. Nehm'n sie uns den Leib, Gut, Ehr, Kind und Weib, laß fahren dabin, sie haben's kein Gewinn; das Reich muß uns doch bleiben. Mel. O Gott, du frommer Gott 7. Go fangen sie: und weit erschollen ihre Lieder: die Völker kehrten froh zum freien Glauben wieder. Der Aberglaube flob, es wich die düstre Nacht, das Evangelium ward an das Licht gebracht. 8. Triumph! die Wahrheit fiegt! Gott war mit ih ren Streitern! Gott ist und bleibt mit ihr; er wird ihr Reich erweitern. Auf die ihr sie erfennt, und dankbar sie verehrt, auf! haltet fest an ihr! Sie sei uns ewig werth! Mel. Sei Lob und Ehr dem 210 Dein Bolt, o Herr, fingt frohen Dank zu deines Namens Ehre. Es stimm auch unfer Lobgesang in alle heil'gen Chöre 150 Chöre, die heut' in deinem Heiligthum, zu deines gros Ben Namens Ruhm, dir Jus bellieder singen. 2. Dies ist ein Tag, von dir gemacht. Von dir, Herr, ift's geschehen, daß wir, frei von des Irrthums Nacht, das Licht der Wahrheit sehen, daß wir, von Menschentand befreit, dich, wie dein eignes Wort gebeut, vernünftig ehs ren können. Werke und Wohlthaten Gottes. 3. O welche Wohlthat Gott, ist dies, was uns ist widerfahren! Es lag dein Wort in Finsterniß seit mehr als tausend Jahren. Du hast, troß aller Feinde Macht, es wieder an das Licht ge bracht. Wir freun uns dies ser Gnade. sers Wandels Pflicht nur deis ne Lehre zieren. Und bricht einst unser Lod herein: so spricht dein Geist den Trost uns ein, von nun an seyd ihr selig. 7. So glücklich hast du uns gemacht durch deines Wortes Lehre. Dir, Herr, sei ewig Dank gebracht, dir Ruhm und Preis und Ehre! Dir jauchzet unser Herz und Mund. Es mach' auch unser Leben kund, daß wir dich dankbar preisen! Mel. Christus, der ist mein Leben D 211 Ach bleib mit deis ner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ! damit kein Feind uns schade mit seiner Macht und List. 4. Du läsfest hier im Heis ligthum dein lautes Wort uns hören, zu unserm Heil, zu deinem Ruhm läßt du es reichlich lehren. In unsern Häusern ist es auch zu un ferm täglichen Gebrauch. Lehr dieses Glück und schätzen. 5. In unsern Schulen bil det man Verstand und Herz der Jugend. Man führt nach deinem Wort sie an zur Weisheit und zur Tugend. Das Ansehn unsrer Obrig, feit bleibt ungefränkt; und Sicherbeit und Ruh' und Ordnung herrschen. 6. So können wir bei dei nem Ficht ein frohes Lebent führen, wenn wir nach une Held, 2. Entzieh' uns deine Leh re, das Wort der Wahrheit nicht. Durch ihre Kraft ge währe uns immer Trost und Licht. 3. Laß deinen Geist uns treiben, daß wir von Irr thum frei, bei deiner Rede bleiben, dir folgfam, bir getreu. 4. Komm' uns mit Kraft entgegen, hilf unsrer Schwachheit auf, und stärke das Vermögen zum ernsten Tugendlauf. 5. Hilf uns die Lüste däms rfen, hilf uns den Reiz der Welt und ihren Troß bes kämpfen, du steggewohnter 6. Ja 6. Ja bleib' mit deiner Treue bei uns, Herr, unser Gott! Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Noth. Heiligung. sim) Muth, zu wagen Ehr' und Blut zum Preise deiner Leh ren. 5. Entferne 3wietracht, Krieg und Mord, erhalt' uns Ruh' und Frieden. Laß' uns gestärket, durch dein Wort, im Guten nie ermüden. Mache leicht, was drückt, gib uns, was beglückt. Nach der Prüfungszeit ruf' uns zur Seligkeit, zu deines Himmels Freuden. 6. Herr, deine Kirche streitet noch: bilf deiner Kir che fiegen! Wie schwer ihr Kampf ist, müsse doch kein Kämpfer unterliegen! Hör ihr findlich Flehn. Gil, ihr beizustehn, daß sie standhaft sei, stets deiner Wahrheit treu. Hilf deiner Kirche sies gen. Mel. Ein' fefte Burg ift err, beine Kir che danket dir: noch wohnt dein Wort im Lande! Von deiner Gnade haben wir noch deinen Geist zum Pfande. Kommt sie in Gefahr durch der Feinde Schaar: dann, o Jesu Christ, besiege Macht und ist, und herrsch in jedem Lande! 212 H 2. Sei, Herr, mit uns! Verlaß' uns nie, uns, deines Leibes Glieder. Hilf deiner Kirch', und schüße sie; denn wir sind deine Brüder. Sie, die dir vertraut, hast du selbst erbaut. Ach, erhalt' sie rein; und die den Bund entweihn, die heilige dir wieder. 3. Eins it's, was deine 213 Gi wi Trenen fränkt: daß unter deinen Christen noch man cher deiner nicht gebenft, beherrscht von seinen Lasten. Vieler Glaub' ist schwach, falt die Lieb', und, ach, sie bedenfen nicht: es wart' ein schwer Gericht auf träge, sich re Christen. cat 151 4. Und du, o Jesu, bist so treu! Ach, daß wir fröm mer wären! Mach' alle Her zen rein und neu, laß' alle sich bekehren. Gib uns Wis senschaft, Glaube, lieb' und Kraft, gib Entschluß und Mel. Herzliebster Jesu! on Sesu, wird dein Wort bestehen, und Erd' und Hims mel werden eh' vergeben, eh' eine Macht das Reich, das du errichtet, jemals vernich tet. 2. Immer noch sammelst du dir auf der Erden Men schen, die willig dir gehors sam werden und deinen Fries den bier schon im Gewissen fröhlich genießen. dunigry 3. Reizt blendende Vers suchung sie zu Sünden, bist du ihr Beistaud und hilfst überwinden. Nichts wird fle 152 Werke und Wohlthaten Gottes. HONING sie jemals deiner Hut ent- jederzeit mit Wahrheitssinn reißen. Du hafts verbeißen. Verträglichkeit. Die Liebe 4. Wohl allen denen, die dir, Jesu, trauen! Was sie dir glauben, wird ihr Aug einst schauen, dich, und die Freuden, womit du belohnest da, wo du thronest. sei der Kirche Zier. Dann sieget sie; Gott ist mit ihr: er ist ihr Schuß. Fut 6. Und wenn auch seines Wortes Licht nicht gleich durch alle Nebel bricht, und Spötter stolz die Wahrheit schmähn; verzaget nicht! Sie wird bes stehn; sie ist von Gott. 5. Dann schallen fröhlich von der Deinen Menge dir, unserm Haupte, böhre Lobgefänge, wenn einst dein Volk, das hier dein Geist regieret, dort triumphiret. 7. Schaut auf zur Sonne; sie erhellt nicht gleich den gan zen Raum der Welt. Last, Christen, unsers Lichts uns freun, und Gott durch ThaMel. Erschienen ist der herrlich T. 214 Lobsinget Gott! ten dankbar seyn, wie er sie liebt. denn seine Macht vertrieb des Aberglaubens Nacht. Uns deckte bange Finsterniß; der Herr war's, der uns ihr entriß. ns ihr ent Lobsinget ihm! 2. Verdunkelt war der Wahrheit Licht; selbst Chris stenlehrer sahn es nicht. Aus Mel. Herzliebster Jesu! Unterricht ward Glaubens- 215 Rag doch, o Jefu, laß dein Reich zwang; in harte Sklaverei versank das Volk des Herrn. 3. Wie tobte der Verfol ger Wuth! Wie strömte treus er Christen Blut! Und ihre Würger rühmten doch sich ihrer Gottesliebe noch. O welch ein Wahn! 4. Gott kam und stand der Kirche bei; da wurden die Gewissen frei; da schwanden Aberglaub und Wahn. Das hat der Herr, der Herr ge than. Singt, singt ihm Dank! 5. Vereint nun, Christen, 8. Lobsingt, Lobsingt dem Herrn, und freut voll Hoffnung euch der Ewigkeit! Dort wird nur Liebe, dort allein ein Hirt und eine Heers de seyn. Lobsingt dem Herrn! auf Erden nie unterdrücket, stets erweitert werden! Gib allen Menschen deiner Leiden wegen, Licht, Heil und Segen! 2. Erleuchte sie, daß sie dich recht erkennen, und glaubensvoll dich ihren Hei land nennen! Olehre sie mit Eifer deinen Willen schon hier erfüllen! 3. Laß sie die Schrift mit frommer Achtung ehren; denn sie enthält der wahren g. Weiss Heiligung. st 1931 Weisheit fehren; und ohne diese sucht man doch verge bens den Weg des Lebens. 4. Ach, steure Herr, dem Toben deiner Feinde, und vor dem Irrthum warne deine Freunde! Gib, daß sie prüfen, und dem Aberglauben die Herrschaft rauben. 5. Sei du ihr Licht in bangen Finsternissen, und wecke selbst ihr schlafendes Gewiss fen! Erbebe tröstend, schlägt sie Kummer nieder, ihr Herz auch wieder! Mel. Ein' feste Burg 217 W feine Kirche schützt, so mag die Hölle wüthen, er, der zur Rechten Got tes sißt, hat Macht, ihr zu gebieten. Er ist mit Hülfe nah; wenn er gebeut, stehts da. Er schüßet ſeinen Ruhm, und hält das Christenthum. Mag doch die Hölle wüthen. 2. Und wenn auch Fürsten auf dem Thron sich wider ihn empören; stets werden ihn, des höchsten Sohn, zahllose Völker ehren. Sein In voriger Melodie. 216 Süße die Deis Wort ist wahr; nichts ist der nen, die nach dir sich nennen, und dich, o Jesu, vor der Welt befen Laß deinen Händen, wie du selbst verheißen, nichts sie entreißen. Großen Macht und List. Wie lange währt ihr Spott? Auch sie sind Staub vor Gott. Sie mögen sich empören. nen. 2. Laß deine Wahrheit rein verfündigt werden; mach ihre Siege herrlicher auf Er den. Gib Muth und Weis heit denen, die sie lehren, dein Reich zu mehren. 3. Der Freoler mag die Wahrheit schmähn; uns kann er sie nicht rauben. Der Un-> dhrift mag ihr widerstehen; wir halten fest am Glauben. Gelobt sei Jesus Christ! Wer hier sein Jünger ist. sein Wort von Herzen hält, dem kann die ganze Welt die Seligkeit nicht rauben. 4. Auf, Christen, die ihr ihm vertraut, laßt euch fein Drohn erschrecken! Der Gott, der von dem Himmel schaut, wird 26. Herr, schüß uns mäch tig vor der ist der Bösen, bis du von ihnen ganz uns wirst erlösen, und wir zum Kreise der verklärten From men frohlockend kommen. 3. Du hast noch niemals, Herr, dein Wort gebrochen. Führe die Deinen, wie du felbst versprochen, führe sie endlich aus dem Kampf hie, nieden zum ew'gen Frieden. 10/ 153 4. Ewig, o Heiland, sei dein Nam' erhoben! Ewig frohlockend müsse dich einst loben, o du Beschirmer deiner schwachen Heerde, Himmel und Erde! Est Werke und Wohlthaten Gottes. 154 wird uns gemiß bedecken. all dein Lohn. Jeder, jeder, Der Herr, der starke Gott, der dich ehrt, ist und bleibt hält über sein Gebot, gibt dir ewig werth. uns Geduld in Noth, und Kraft und Muth im Tod. Was fann uns denn er schrecken? 218 H Mel. Gott des Himmels und errlich ist's in deinem Reiche, König der Erlösten Schaar! Jede Sinnenlust entweiche; dennoch beut'st du Wonne dar, Wonne, die den Geist erhöht, und dem Strom der Zeit entgeht. 2. Was sind Rang und eit le Schäße? Was sind Kronen dieser Welt? Freunde deiner Reichsgesetze sind einst Engeln zugesellt. Edel han deln, ist ihr Ruhm, deine Huld ihr Eigenthum. 3. Hier ist Weisheit, hier ist Tugend, wo dein großer Geist regiert, wo das Alter, wo die Jugend sich mit dei nem Sinne ziert. Selbst der Sünder preift sein Glück, eilet er zu dir zurück. 4. Ja, du herrschest nicht mit Strenge; nur von fiebe wallt dein Herz und du lockst der Menschen Menge nur hinweg von Angst und Schmerz. Selig, wer dir feine Zeit, seine Kraft, sein Leben weiht! 6. Drob'n dir gleich die Frevler alle, rüstet sich der Spötter Heer; ach, sie nas hen sich dem Falle, und dann toben sie nicht mehr! Ewig wird dein Reich bestehn; Wahrheit fann nicht unters gehn. 7. Reiche dieser Welt verschwanden, Kronen sanfen in den Staub; aber feit dein Reich entstanden, ward es nie der Zeiten Raub. Jetzt noch blickt dein Unterthan hochentzückt zu dir hinan. 8. In den fernsten Him: melestrichen glänzt, o Herr, dein mildes Licht. Thoren nur, die von dir wichen, seben seine Strahlen nicht; doch der Weise bleibt dir treu und du machst ihn groß und frei. 9. Mehre selbst die Zahl der Weisen! Herr, erweitre dein Gebiet, und laß' einst auch den dich preiſen, ber noch blind vor Gößzen kniet! Zeig' uns Allen nach der Zeit deines Reiches Herrlichkeit! Heilige Taufe. ( Vor der Taufe.) 5. Mag der Krieg die Welt Mel. Sollt es gleich bisweilen zerrütten! Friede schwebt um 219 Dir, Gott, ber ſo gern erfreuin den Hütten, groß ist über et, immer seine Huld erneuet, weie Heiligung. weihen durch die Taufe wir Seligkeit. Gib, daß es deis dieses Kind, o Vater! dir. 2. Gib ihm Wachsthum und Gedeihen, laß es stets das Böse scheuen, und be glücke das Bemühn, es zum Himmel zu erziehn. 3 Stärke fünftig seinen Glauben, laß ihm den die Welt nicht rauben, nicht den 222 J dy Trost, daß es daß du, Gott, sein Vater bist. 4. Laß es stets dich froh bekennen, daß es niemand von dir trennen, niemand auf der Tugend Bahn Heil und Ruh' ihm rauben kann. Mel. Wer nur den lieben Gott err, der du selbst 220 H Her die Tauf' befohlen, dir, dessen Treu' uns wandelbar, dir sei auch die ses Kind empfohlen! Wir bringen es dir flehend dar, o fegne es, Herr Jesu Christ! der du der Taufe Stifter bist. nat 155 Mel. Liebster Jesu! wir sind 221 H err, wir ste, hen hier vor dir, laß dies Kind auf uns sern Armen dir gefallen, bit ten wir, und erzeuge dein Erbarmen, laß' es hier be glückt auf Erden, dort des Himmels Erbe werden. ner Liebe sich immer dankbar freu', und durch des Geistes Triebe dir stets geborsam sei; daß fröhlich es dem Lohne der Treu' entgegen geh', und vor des Mittlers Throne sich einst verrherrlicht seh'! Mel. Wer nur den lieben Gott 222 bin getauft auf deinen Namen, Gott, Vater, Sohn und heil'ger Geist! Ich bin gezählt zu deinem Samen, zum Volk, das dir geheiligt heißt. I welch ein Glück ward dadurch mein! Laß, Herr, mich dessen würdig eyn! Christenthus me, ist dieses Kind, dir, Gott, geweiht. Erzieh' es dir zum Rubme, zur Tugend und zur 3. Die Liebe ist nicht zu ermessen, die du, mein Gott, mir zugewandt. Olaß mich nie die Pflicht vergessen, das zu ich selbst mich dir verband, als du in deinen Bund mich nahmst, und mir mit Heil entgegen famst! ( Nach der Taufe.) Mel. Kommt, kommt, den 4. Du bist getreu; auf deiner Seite bleibt diefer Bund stets feste stehn. Ja 221) Geweiht zum ſelbst, wann ich ihn über. schreite, laßt du dein Vaters herz mich sehn. Du regest mein Gewissen an und lenkst mich auf die rechte Bahn. 5. If 2. Du hast mich für dein Kind erklärt, mein Vater, und ein selig Theil haft du, Sohn Gottes, mir gewähret an dem von dir erworb'nen Heil! Du willst, mein Leben Gott zu weihn, Geist Gottes, selbst mein Beistand seyn. 156 Werke und Wohlthaten Gottes. 60 5. Ich gebe, o mein Gott, treuer Jünger leben, daß ich aufe neue mich ganz zu deis einst auch, wenn ich sterbe, nem Opfer hin. Erwecke mich das verheißne Leben erbe! zu neuer Treue, und bilde Mel. Wer nur den lieben Gott mich nach deinem Sinn. 223( b) ch bin getauft Weich, eitle Welt! Sünde weich! Gott hört es: jest entíag ich euch. nach Jesu Leh 6. Befestige dies mein Ver sprechen, mein Vater, und bewahre mich, daß ich es nie. mals möge brechen! Mein ganzes Leben preife dich! Gott meines Heils, sei ewig mein, und laß mich dein auch ewig seyn! 223@ Mein Mel. Liebster Jesu! wir find ( 0) Sein Erlöfer, der du mich bir zum Eigenthum erkaufet: als dein Jünger bin auch ich vormals auf dein Wort getaufet. O erwecke mich zum Fleiße, recht zu seyn, das was ich heiße. 2. Laß mich oft mit Acht famkeit meiner Laufe Bund betrachten, und nur das zu jeder Zeit für mein größtes Wohlfeyn achten, daß ich, Jesu, deinen Willen treulich fuche zu erfüllen! 3. Dieser Erde Gut und Ruhm bleibt im Tode doch zurücke; nur ein wahres Chri, ftentbum folgt uns nach zum ew'gen Glücke. Davon ist auch, nach dem Sterben, ewig Segen zu ererben. 4. Laß mich denn, wie dire gefällt, deinem Dienst, Herr, ganz ergeben, und entfernt vom Sinn der Welt, als dein ren, dich, Vater, deinen Sohn und Geist so zu bekennen und zu ehren, daß Herz und Mund und That bich preist, und dann des Glücks, ein Christ zu seyn, mich hier schon und einst dort zu freun. 2 Du hast zu deines Reis ches Erben, o treuer Vater, mich erklärt; es hat die Frucht aus seinem Sterben dein Sohn, mein Heiland, mir ges währt, und dir mein Leben ganz zu weihn, soll selbst dein Geit mein Beistand seyn. 3. Gelobt, mein Gott, sei deine Liebe, die mir, noch eh ich dich gekannt, aus freiem väterlichen Triebe schon so viel Gutes zugewandt! Wie buldreich hast du mein ges dacht, und für mein wah res Wohl gewacht! 4. Dir geb ich mich, mein Gott, aufs neue, nun ganz aus Dank und Liebe, hin. Erwecke mich zu steter Treue, und bilde mich nach deinem Sinn. Was dir mißfällt, sei fern von mir, und heis lig sei mein Leben dir! 5 Damit ich, was ich hier verspreche, auch redlich halte, und getreu nie mein Ge lübd' aus Leichtsinn breche, steb, Gott, mit deiner Kraft mir bei, und fall ich, so ver wirf sationstid helt dur staff Heiligung. wirf mich nicht, o Herr, von deinem Angesicht! 6. Erwecke mich durch deine Gnade zum steten Ernst der Besserung, und leite mich auf sicherm Pfade des Glaubens und der Heiligung. Gott meines Heils, sei ewig mein, und laß mich stets dein eigen seyn. 157 dein, ich will meines Gottes seyn! 2. Welch ein göttlicher Ge. winn, daß ich durch der Taufe Gabe, Gettes Kind und Erbe bin, daß ich ihn zum Vater habe! Heilig, heilig will ich seyn; ewig, Vater, bin ich dein! 5. Jesum, dem ich bin getauft, bin von ihm so hoch erhoben, bin ihm durch sein Blut erkauft, Jesum soll mein Leben loben! Ihm will ich, denn ich bin sein, meis ne ganze Seele weihn. 6. Wachen will ich, flehn um Kraft, daß ich stets auf seinen Wegen, heilig und ges Mel. Jefus, meine Zuversicht wissenhaft und im Glauben 224 Gwig, ewig bin wandeln möge. Und er wird mir Kraft verleihn; treu bis in den Tod zu seyn. ich dein, theuer dir, mein Gott, erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Dessen joll mein Herz sich freun, ewig, ewig bin ich dein! 7. Höre mich, denn ich bin dein, theuer dir, mein Gott erkaufet; bin auf dich, um dein zu seyn, Vater, Sohn und Geist, getaufet! Ewig, ewig laß mich dein, ewig laß mich selig seyn. Das heilige Abendmahl. 225 Ve Mel. Befiehl du deine Wege erfammelt hats 3. Ich gelobt'es, und dente Jesus die noch brach ich oft den Bund Jünger feierlich; es nahte der Taufe, fämpfte schon, seine Stunde, die Abschiedsund wurde doch schwach im stunde sich. Die sich der Kampf und matt im Laufe. Hoffnung freuten, mit ihm Dennoch will noch Jesus zum Thron zu gehn, sie soll. mein, Gott will noch mein ten nun ihn dulden, ach, bluVater seyn! eten, sterben sehn. 4. Dies, o Gott, ver sprachst du mir; das hat Je fus mir verheißen. Und ich follte, Sünde, dir, dir, o Welt, mich nicht entreißen? Ja, ich wills; ich will nicht 2. Sie sollten nun Befenner der beil'gen Wahrheit seyn; für sie, und für die Brüder; wie er, den Tod nicht scheun. Ach, wie er jetzt so rührend beim from men 158 men Abschiedsmahl den neun! Sein Mahl stärk' un Freunden, den Erwählten, noch Lieb' und Treu' empfahl! 3. Er sah am Kreuz sich sterben, und weihte Brod und Wein, den Blick zu erhoben, für sie laut fern Glauben, stärk' ihn in Schmerz und Noth, mach' heilig unser Leben, mach' freudig unsern Tod. dankend ein. Nehmt, ſprach 226 Nah, Unsterbli. Mel. Liebster Immanuel dem Altare, er, diese Gabe, das ist mein Leib, mein Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! 4. Wie fonnten sie verges sen, was jetzt ihr Lehrer that, der scheidende Geliebte jetzt, ach, so zärtlich bat! Nehmt hin, für euch gegeben wird dieser Leib, dies Blut; o denket mein, ihr Lieben, so oft ihr solches thut! Werke und Wohlthaten Gottes. thos 5. Nun ward dies Mahl zur Feier; stets schwebte liebreich, mild und hehr vor ihren Blicken des treusten Freundes Bild: gab ihnen reinre fiebe, zur Tugend höhern Muth. Sie opfer ten der Wahrheit mit Frenden Gut und Blut. 6. Auch uns zum Heil ge stiftet ward sein Gedächtniß mahl; für uns auch starb aus Liebe er unter Schmach und Qual. Wer fönnte sein vergessen, vergessen, was er bat, eh' er den Weg des Lodes zu unserm Heil betrat? 7 7. D laßt uns am Altare und seiner dankbar freun, und froh den Bund der Lies be, der Tugend Bund er che nahet und feiert hier den Tag der Besserung! Sege net den Festtag des Bundes! Empfaher bei Jesu Mahle Kraft zur Heiligung. Fühlt Gottes Frieden! Dann schon hienieden gewährt die Tugend euch Beseligung. 2. Aber gebietet auf raus heren Wegen die Zugend euch zu gehn; o wanket nicht! Blicket auf Jefum! Mit ewis gem Segen, mit Ruhm vor Gott, belohnt erfüllte Pflicht. Auf, auf, und ringet zum Ziel! Vollbringet den Ruf der Gottheit! Auf, und wanfet nicht. 3. Bei dem Gedächtniß des Heiligen schwöret, dem hohen Tugendbund getreu zu seyn! Schwört bei dem Tode des Heiligen! Höret, ihr Mits unsterbliche, den Schwur: Wir weihn in dieser Stun de dem großen Bunde der wahren Tugend uns, Gott, wir sind dein! 4. Singt dem erhabenen Master der Frommen, des Bundes Erstem, Preis und Lobgefang! Er ist zum Segen der Menschheit gekommen; vom vom Himmel bracht' er licht. Nun Lebenslang in Licht zu wandeln, wie er, zu hans deln, dies, Christen, sei der ihm geweihte Dank. Heiligung. 159 ten treu, und wirft ein gläus big Herz voll Reu, und mei, nes nicht verachten. 4. Regiere nur auch fünftig mich, daß ich vorsichtig handle, und heilig, voll Bertraun auf dich, nach dei nem Willen wandle. Gib, daß, aus Dank für deine Huld, in Liebe, Glauben und Geduld ich dir auf Erden lebe, bis ich dereinst in deis nem Reich, verflärt, uns sterblich, Engeln gleich, dich ewig froh erhebe. 2014 Mel. Ein lämmlein geht und 227 u, Herr, hast aus Barmher. zigkeit zum Denkmal deiner Gnaden, das ganze Volk der Christenheit wohlthätig ein geladen. Du rufft: Mühsel'ge, fommt zu mir! Ich komme, Heiland; ja zu dir erheb ich meine Seele. Ent zeuch mir deine Gnade nicht, sei auch mein Trost, mein Heil, mein Licht. Du siehst, wie oft ich fehle. 2. Ja, meiner Schulden sind weit mehr, als ich vers mag zu zählen. Ich fühl es wohl, und leide sehr vor Unruh meiner Seelen. Doch du bist meine Zuversicht. Verlaß mit deinem Trost mich nicht; du siehest meine Neue. Erbarmer, nimm sie gnädig an; du bist, der hel fen will und kann, daß sich mein Herz erfreue. 3. Nach deinem Troste sehn ich mich, gebückt vor dir im Staube, Dein tröst ich mich, und nur auf dich, Erlöser, hofft mein Glaube. Gebeugte willst du nicht verschmähn, versprichst, den Edhwachen beizustehn, die nach der Beßrung trachten. Stets bleibst du deinen Wors 330 210 19 Mel. Wer nur ben lieben Gott 228 H ier bin ich, Jes su, zu erfüllen, was du in deiner Leidens nacht, nach deinem gnadenvollen Willen, zur Pflicht und Wohlthat mir gemacht. Verleih zur Uebung dieser Pflicht mir deines Geistes Kraft und Licht! 2. Es werde, Herr, für mein Gewissen, dein Mahl ein trößlich Unterpfand, daß ich, der Sündenschuld entrissen, durch dich bei Gott Vergebung fand. So freuet meine Seele sich in deinem Heil, nnd lobet dich. 3. Bewundernd denk ich an die Liebe, womit du uns ser Heil bedacht. Wie stark sind deine Mitleidstriebe, die dich bis an das Kreuz gebracht! O gib von deinem Todesschmerz jetzt neuen Eins druck in mein Herz! 4. Laß PAL 160 Werke und Wohlthaten Gottes. 4. Laß mich mit Ernst die nen Füßen mit Dank und Sunde scheuen, für welche fob, Gebet und Flehn. Laß du dich opfernd, starbst; auf mich neue Gnade fließen! durch schnöden Mißbrauch Mein Heiland, laß es doch nie entweihen, was du so geschehen, daß mir zur Stärtheuer mir erwarbst! Nie tung meiner Treu' dein führe mich zur Sicherheit Abendmahl gesegnet fei! der Troft, den mir dein Lod 5. Ich übergebe mich aufs 229 und ſuche dich, Mel. Ein Lämmlein geht und fomme, Herr, neue, o du, mein Herr und Gott, an dich; ich schwöre dir beständige Treue vor deinem Tische feierlich. Dein eigen will ich ewig seyn. Du starbst für mich; drum bin ich dein. mühselig und beladen. Gott, mein Erbarmer, würd'ge mich des Wunders deiner Gnaden. Ich liege hier vor deinem Thron, Sohn Gottes und des Menschen Sohn, mich deiner zu getrösten. Ich fühle meiner Sünden Müh; ich suche Ruh, und finde sie im Glauben der Erlösten. 2. Dich bet ich zuversichts lich an: du bist das Heil der Sünder, hast ihre Schulden abgethan, und wir sind Got tes Kinder. Ich denk an deines Leidens Nacht, und an dein Wort: es ist voll bracht! Du hast mein Heil verdienet. Du haft für mich dich dargestellt; Gott war in dir, und hat die Welt in dir mit sich versöhnet. 6. Nie will ich mich vor Epöttern schämen des Dienstes, den man dir erweist: mid, nie zu einem Schritt be, quemen, den mein Gewissen sündlich heißt. O flöße mir den Eifer ein, wie du, o Herr! gesinnt zu seyn 7. Laß mich mit Ernst den Nächsten lieben, und, wenn er strauchelnd sich versieht, Versöhnlichkeit und Sanft muth üben! Nie komm es mir aus dem Gemüth, welch eine schwere Sündenlast du mir aus Huld erlassen hast! 8. Es stärke sich in mir der Glaube, daß meine Sees le ewig lebt, und daß einst aus des Grabes Etaube mich dein allmächt ger Ruf erhebt, wenn du dich, großer Les bensfürst, den Völkern sichtbar zeigen wirst! 9. Gebeugt lieg ich zu deis 3. So freue dich, ein Herz, in mir! Er tilget dei ne Sünden, und läßt an seis ner Tafel hier dich Gnad um Gnade finden. Du rufft, und er erhört dich schon, spricht liebreich: sei getrost, mein Sohn! die Schuld ist dir vergeben. Du bist in meis 161 kung in der Lodesnoth, Vergebung aller Sünden, Ge wiffeneruh, zur Beßrung Kraft: das hast du, Herr, auch mir verschafft, da du am Kreuze starbest. 3. Dein Mahl ist mir ein Unterpfand von deiner gros ßen Güte. Wie viel haft du an mich gewandt! D stärfe mein Gemüthe zum gläubigen Vertraun auf dich, daß ich, so lang ich lebe, mich an deine Gnade halte! 4. Ich fühle, Herr, voll Reu und Schmerz, die fast von meinen Sünden. Laß mein von dir gebeugtes Herz den süßen Trost empfinden, daß ich in deines Baters Huld gewiß Vergebung meiner Schuld auf Buße finden werde! 5. Der Trost, den mir dein Tod verschafft, werd' ewig mir zum Gegen! Er stärfe mich mit neuer Kraft, auf allen meinen Wegen, nur das zu thun, was dir gefällt, und alle Furcht und Mel. Es ist das Heil uns 230 h preiſe bich, o Eust der Welt standhaft zu J Herr, mein Heil, für deine Todesleiden, hab ich an ihren Früchten Theil, was fehlt dann meinen Freu, den? Du wardst ein Opfer auch für mich, o gib, daß meine Seele sich deß ewig freuen möge! Heiligung. meinen Tod getauft, und du wirst dem, der dich er, fauft, von ganzem Herzen leben. 4. Dein ist das Glück der Seligkeit; bewahr es hier im Glauben, und laß durch feine Sicherheit dir deine Krone rauben. Sieh, ich vereine mich mit dir; ich bin der Weinstock; bleib an mir: so wirst du Früchte bringen. Ich helfe dir; ich stärke dich; und durch die Liebe gegen mich wird dir der Sieg ge lingen. 5. Ja, Herr, mein Glück ist dein Gebot, ich will es treu erfüllen, und bitte dich durch deinen Tod um Kraft zu meinem Willen. Laß mich von nun an würdig seyn, mein ganzes Herz dir, Herr zu weihn, und deinen Tod zu preisen! Laß mich den Ernst der Heiligung durch eine wahre Besserung mir und der Welt beweisen! 2. Was fann mein Geist durch deinen Tod nicht noch für Segen finden! Erquis 6. Laß mich mit Glaubensfreudigkeit vom Bundesmahle essen, und der Verbrüd', rung heil'gen Eid undankbar nie vergessen, daß id) aus ächter Gegentreu' dir bis zum Tod ergeben sei, dir und den Brüdern lebe! 7. Laß deines Leidens gros ßen Zweck mir stets vor Aus 2 gen 162 Werke und Wohlthaten Gottes. gen stehen! Nimm alle Hin, mit deinem Bruder brüder, cernisse weg, die ebne Bahn lich! zu gehen, die mir dein heilige 4. Besiegst du so in deiner Vorbilt weist, und die einst Brust des fasters Macht, die den erlösten Geist zu deiner böse Lust; bist du entschlos Freute führet! fen und bereit, zu kämpfen manchen barten Streit: dann nahst du dich der Tugend, bahn, dann gehe zum Altar hinan. de 8. 3um ew'gen Zeben haft du dich für mich dahin geges ben. Dein Abendmahl er wecke mich, mit Ernst dar nach zu streben! Herr, mache mich dazu geschickt, und werd' ich einst der Welt entrückt, so sei dein Tod mein Leben. 5. Beschämt und mit ge beugrem Sinn schau auf den großen Dulder hin, der lieb reich für die Sünder starb, and ihnen Gottes Huld ers warb; dann glaube froh, Mel. Gott Bater, an Erbarmen daß Gott uns liebt, gern 231 Chru, eile nie mut Reuigen die Schuld vergibr. ficherm Sinn frei von Heuce. lei und Wahn, müss jeder sich dem Mable nahn, das du in deiner letzten Nacht, o Herr, zum Denkmal uns gemacht! Da dämpfe der Gedank' ans Kreuz der Thor, beit tust, der Sünde Reiz! zum Liebesmable Jesu bin, denk nicht, des greßen Duis ders Blut macht jedes Sins ders faster gut! Wehe dem, der dieses Mahl entweiht durch Selbstbetrug und Sie cherheit! 2. Wer sich zu ihm unwürdig natt, der bäuft die Schuld der Miethat. Sei nicht dein Feind, empfah es nicht dir, ach), zum ftren. geren Geriat! Dein, erst empfinde tief tein Herz der Sunde- Schmach, der Steue Ⓒchmerz! 7 Da rühr' uns tief dein göttlich Bild, und mach' und liebreich, fanft und mild; da schenk dein Geist une Muth und Kraft zum Kampfe mit der Leidenschaft, daß heilig wir durchs Leben gern, dem Tode froh entgegen sehn! 3. Erst sei dein Vorsaß Mel. Meinen Jesum laß ich nicht feſt und rein, nicht mehr 232 Naht mit Andacht im Gemüth, Brüder, christlich dem Al tare; wer in Jugendfülle blüht, und der Greis im 3.urnencer, periöhne bich Silberhaare, hoch und nie der zu erst gib zurück, was deine Hand durch List, durch Trug, durch Raub entwand, erft, brig Atomst Heiligings stift brig, arm und reich, naht; hie seid ihr Alle gleich! 2. Stärft euch für die höhre Welt! Fließt, der Liebe Thränen, fließet! Wer vom Brode jetzt erhält, wer vom Weine jeßt genießet, fühl Entzücken inniglich, stärke für den Himmel sich! 3. Stärkt euch, bleibet rein und gut; denket Alle: wir sind Brüder! Denfet: Jesu Christi Blut floß für uns am Kreuze nieder; Men schenwürde, Menschensinn uns zu lehren, floß es hin. 4. Der uns lehrte, Kraft und Gut für der Brüder Wohl zu geben, gab für Wahrheit hin sein Blut, gab für Tugend hin sein Les ben, hat, was er empfahl, geübt. D, wie hat er uns geliebt! bu 5. Denfet seiner; Thränen fließt! Freudenthänen weinet, Brüder! Wer vom Brote jetzt genießt, wer vom Weine trinket, Brüder, den. 1163 Voll der feligsten Gefühle bes te jeder inniglich, stärke für den Himmel fich)! 8. Wer den Kelch des Nachtmahls trinkt, wer vom Brode jest genießet, wer in Andacht fromm versinkt, wem der Reue Thräne flies ßet, ist mein Bruder, ist mein Freund, und ich habe feinen Feind. 9. Fließt, der Liebe Thränen, fließt! Vorgefühl der Himmelsfreuden fühle, wer das Mahl genießt, Kraft zum Guten, Trost im Leis den; fühlt euch All' als Mens schen gleich, fühlt als Himmelsbürger euch. 10. Jesus Christus bat sein Blut für der Menschen Wohl gegeben, laßt uns Kräfte, Geist und Gut Menschen widmen, für sie leben; laßt uns zu des Himmels Höhn auf der Bahn der Lies be gehn. Mel. Freu' dich sehr, o meine ter an den Menschenfreund, 233 Voller Ebrfurcht, Dank und Freu denkt an Jesum, denkt, und weint! da 6 faßt mit heiligem Gemüth All' uns nahen dem Altare; wer von Lebensfräften glühet, und der Greis an naher Bahre, hoch und niedrig, arm und reich! Bruder, hier sind Alle gleich! 7. Alle gehn wir eine Bahn, Alle gebn wir zu dem Ziele evler Menschlichkeit hinan. den, fomm ich, Herr, auf dein Gebot, zu dem Denke mal deiner Leiden, und ges denk an deinen Tod. Mittler, der du für mich starbst, mir ein ewig heil erwarbit, dir zur Ehre stets zu les ben, sei mein eifrigstes Bes streben! he is made? 2. Ich empfind es jetzt aufs neue, was ich dir, 82 Herr $ 164 Werke und Wohlthaten Gottes. Herr, schuldig bin. Du, der daran hat Theil, der du gabst mit großer Treue ganz dich mir zum Dienste hin; wiesest mir den Weg zu Gott, und ertrugst ben schwersten Tod, mir im se ben und im Sterben sichre Tröstung zu erwerben. auf deine Stimme hört, mit Gehorsam dich verehrt, und in deinem Dienst auf Erden immer besser sucht zu wer den! des moy 3. Durch dich ist zu Got tes Gnade freier Zutritt und die Kraft, auf der Tugend fel'gem Pfade fest einbergu gebn, verschafft. Und du rufft aufs neue mir durch dein Nachtmahl, daß ich bier Theil an deinem Segen nehme und mich deiner nie, mals fahame. that 4. Sollt' ich, Jefu, denn vergebens diefe deine Huld empfahn? Nicht zur Beß rung meines Lebens mich zu deinem Tische nahn? Ja, 8. Ewig will ich dir es danken, daß du so barmher gig bist, daß auch, wenn wir Schwache wanfen, deine Tren' beständig ist. Herr, ich beff es frob und fest, daß sie mich auch nie verläßt. Zu des Himmels Seligkeiten wird mit neuem Ernst will ich sie mich gewiß auch) leiten. mich vor Sünden scheun, und dich durch ein dir ge heiligt leben mit vermehr Mel. Schmücke dich, o liebe S. tem Fleiß erheben. 5. Diesen Vorfaz, den 234 Schicfe dich, er ich habe, thätig dankbar dir zu seyn, präg ihn, Jefu, bis zum Grabe tief in meine Scele ein! Gib mir Kraft, ihn zu vollziehn Lehre mich mit Vorsicht fliehn, was ihn fönnte bei mir schwächen, was mich reizt, ihn gar zu brechen! löfte Seele, glaubig nach des Herrn Befehl, seinen Mittlertod zu feiern, deinen Tanf ihm zu erneuern. Auch für dich hat er sein Leben in den bangsten Tod gegeben, dir auf Zeit und Ewigkeiten Heil und Wohlfahrt zu bereiten. d 86 Paß mich über Alles schäßen dein mir theu'r er worbues Heil, und nie aus den Augen seßen, wie nur 7. Geh mir, wo ich bin und wandle, immerfort mit Hülfe nach, daß ich als ein Christ stets handle; und wird je mein Glaube schwach, o so hilf mir liebreich auf, daß ich in dem Zugendlauf nime mer wanke, nie ermüde! So erquicke mich dein Friede! 2. Zum Genusse seiner Gnaden wirst du von ihm eingeladen; eil ihm demurhsvoll entgegen, und nimm Theil an seinem Gegen. Komm de Heiligung.com shalts Komm getrost, es ist sein Wille, fomm und schöpf aus seiner Fülle neuen Muth und neue Triebe zur Verehrung feiner Liebe. nach deiner ge lob dir neue Treue; siehe, Herr, mein Herz voll Reue! Meinem findlichen Begehren wollst du deinen Trost ge währen, meiner Sünden nicht gedenken, mir Gewis sensrube schenfen! 165 unvergeßlich, daß ich dich aus frommem Triebe thätig ehre, folgfam liebe! 3. Herr, id fomme mit Verlangen, Seelenruhe zu empfangen. Deine Liebe foll mich stärken in dem Fleiß zu guten Werken. Mit den heiligsten Entschlüssen will ich Brod und Wein genießen, mich der Bruderliebe wei hen, deines Lodes mich er freuen. 4. D, wie ſehnt sich mein Mel. Schon ist der Tag von Gott Gemüthe, Menschenfreund, 235 J ch will den Bund mit meinem 5. Ja ich hoff auf deine Gnade, daß sie mich der Schuld entlade, und mit neuer Kraft zum Werke meis ner Heiligung mich stärke. Was du, da du für uns starbest, jedem, der Gott fucht, erwarbest, Seelenruh und ewiges Leben, wirst du mir gewiß auch geben. 56. Deiner will ich mich stets freuen, ganz mich meis nen Pflichten weihen, nur nach deinem Willen leben, und dich dankbar froh erheben. Deine Huld ist unermeßlich; Herr, sie sei mir 7. Du dem dort der Frommen Schaaren, die, wie ich auch Sünder was ren, ewig Dank und Jubel singen, daß sie hier dein Heil empfingen, laß auch mich einst dahin kommen, daß ich mich mit allen Frommen ewig deiner Huld erfreue, und dir einst mein Danklied weihe! Herrn bei seinem Mabl. erneuern, ich will, von Weltgeschäften fern, heut sein Ges dächtniß feiern. Der Tag sei hehr und heilig mir! Froh soll mein dankbar Herz zu dir Erlöser sich erheben! 2. Mich führe nicht Ges wohnheit hin, nicht der Bes trug der Sünde, als ob ein unbekehrter Sinn dadurch schon Gnade finde. Nein, frei von niedrer Heuchelei, von eitfem Selbstberruge frei, will ich dein Mahl heut feiern! 3. Zum Eigenthume will ich mich aufs neue dir erges ben; bekennen will ichs öf fentlich, dein Sterben sei mein Leben. So lang ich athme, will ich dein, und deiner Liebe mich erfreun, und sie noch sterbend preiſen. 4. Mit 166 4. Mit Reue will ich meine Schuld vor meinem Gott ges stehen, und unwerth seiner Baterbulo, ihn um Verge bung fleben. Laß mich mit gläubigem Vertraun auf dich, mein treuer Mittler, schaan, und Seelenruhe finden. Werke und Wohlthaten Gottes. 5. Es sei das Mahl der Liebe mir ein Pfand von Gottes Gnade, daß ich mit frodem Muthe dir folg' auf der Tugend Piade, mich im mer meines Vaters freu, und voll der froben Hoffnung sei, den Himmel einst zu erben! 100 de 6 Hilf, daß ich, jeder Sünde Feind, Gott über Alles liebe, durch dein Verdienst mit ihm vereint, das Gute eifrig übe! Gefällig ist mir dieser Dank; ihn will ich dir mein Leben lang mit reinem Herzen bringen.de Mel. Herr, wir singen deiner 236 H err, wir feiern dein Gedäckt nip. Uns freut das heilige Vermächtniß vor deinem blur'gen Opfertod Deiner nimmer zu vergeffen, nabn wir une dem Altar und es fen mit Danfgefühl des Bune des Brod. Wir trinfen, Herr, mit Dank des Bandes heil's gen Trank und geloben vor bir aufs neu der Zugend Treu, daß uns bein Tod sters Segen sei. 2. Zu der Zugend höbern Werfen, zur Liebe jedes Herz zu stärken, dazu ward dieses Mabt geweiht. Wie fein Stifter hier zu wandeln, stets fiebreich, gut und fromm zu bandeln, sind wir ent sa loffen und bereit. Reicht, Christen euch die Hand! Wir gehn ins Vaterland beg rer Wesen. Mit Freudigkeit geht im Geleit der Liebe durch Gefahr und Streit! 3. Sie erfüllt mit Muth die Herzen; sie duldet Alles. Denkt der Schmerzen, die Jefus für uns Menschen litt! Paßt uns treu einander lieuns üben, für sie auch ſtreis ben, treu jede Lebenspflicht ten, wie er stritt! Der Mens schenliebe weihn bei seinem Bred und Wein wir uns alle. Wer Mitleid übt, gern hilft und giebt, der ists, der Jes fum Chriftum liebt. 4. Gott zu leben, Gett za sterben, und seinen Himmel zu ererben, bieß ist des Lebens hohes Ziel. Jefue, hilf es uns erringen; bilf Sünd und taster uns bezwingen; riche' auf den Schwachen, welcher fiel! Ostärk une All' im auf; saließ uns den Himmel auf, wenn wir sterben! Von dir berab strömt licht ins Grab; wir trods nen unsre Tränen ab. Der Sotto Der Chor. Mel. Herr, w'r fingen deiner 237 H err, du wollst sie vorbereiten zu deines Mahles Geligkeiten; ſei mitten unter ihnen, Gott! Heil und Leben zu empfahen, laß fie, o Sohn sich würdig nahen, durch dich vergessen Sünd und Tod! Denn nur von Sünte rein, sind sie, o Jesu, dein, deine Freun de. Laß, laß fie fehn in jenen Höhn von fern der Ueberwinder fohn! Heiligung.dst Die Gemeinde. Mel. Jesus meine Zuversicht 1. Die ihr seine Laufbahn lauft, theure, miterföfte Brüder, All' auf Christi Tod getauft, Alle seines Leibes Glieder, kommt, Versöhnte, fommt, erneut eueren Bund der Seligkeit. 2. Nehmet bin und est sein Brod! Jefus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Sent, wie er die Sünder liebt, da er selbst sich für sie gibt. 3. Die mit voller Zuver sicht deines Heils, o Sohn, sich freuer; laß sie stets in diesem Licht wandeln, ewig dir sich weihen! Laß ihr Herz vom Stolze rein, voll von deiner Demuth seyn! 4. Tröste, die in Tray167 rigkeit über ihre Seele was chen; stärke, Herr der Hers lichkeit, ihren Glauben; hilf den Schwachen! Die gebeugt von ferne stebn, fönnen uner hört richt flehn. 5. Nehmet bin, und cft sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sünder in den Tod! Nehmt und trinft! Ihr trinkt das Leben! Hin gegeben in den Tod ward er, in der Sünder Lod! 6. Hoberpriester, ja, du bist auch für diese eingegangen in das Heiligthum, du bist als ein Fluch ans Kreuz gehangen. Also bist du durch den Tod eingegans gen, Sohn, zu Gott! 7. Hoherpriester, ja, du bist auch für diese eingeaans gen! Eprid) sie los, Gott, Jesu Christ, wann sie nun dein Maht empfangen! faß sie fühlen, ins Gericht foms men, die da glauben, nicht! 8. Augenblick voll heil'gen Grauns, voller Wonn' und süßen Bebens' Theures Pfand des künft'genScaune, Uleber. zeugung jenes Lebens! Schüt te deine Gnad' auf sie, alle deine Gnad' auf sie! 1 9. Nehmet hin, und eft sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sun der in den Tod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er in der Süns der Tod! 15197 Der Werke und Wohlthaten Gottes. 168 in Der Chor. 2. Nehmt, und eßt zum ew'gen Leben! Nehmt bin, und trinkt zum ew'gen Les ben! Der Friede Christi sei mit euch! Nehmt und eßt zum ew'gen Leben! Nebmt hin, und trinkt zum ew'gen Leben! Ererbt, ererbt des Mittlers Reich! Wacht! Eu re Seele sei bis in den Tod getreu! Amen! Amen! Der Weg ist schmal, flein ist die Zahl der Sieger, die der Richter frönt! Die Gemeinde. 10 Jesu Christi Mittler tod werd' in aller Welt ver: fündigt! Jesu Christi Mitt lertod, der vorm Richter uns entsündigt! Jesus Christ, mit Preis gefrönt, hat uns Staub mit Gott verföhnt. 7:11. In das Chor der Himmel schwingt, Herr, sich un. ser stammelnd Lallen. Wann, von Seligen umringt, wir vor dir einst niederfallen, fingt ein beßrer Lobgefang für dein Sterben Preis und Danf. 12. Ausgeſchüttet warest du, warst, wie Wasser hin: gegossen; fuchtest, fandest feine Rub! Deine Totes wunden flossen, strömten über, ach, vom Blut, deis nes großen Opfers Blut! 13. Nehmet hin und eßt sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Lod! Nehmt und trinkt! Ihr trinkt das Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Lod! 14. Deiner Zunge Durst war heiß; heißer noch der Durst der Seele! Mid', in deines Todes Schweiß hing dein Leib, und deine Seele fechgte schmachtender zum Herrn! Doch schien seine Hülfe fern. 15. Dwie warst du fürch terlich, Tod der Sünder! Sterben, sterben sollte der Versöhner, dich, dich zu retten vom Verderben! Ewig faffen dein Gericht endliche Gedanken nicht! 16. Jesus rief: Mein Gott! mein Gott! warum hast du mich verlassen? starb darauf des Kreuzes Tod. Wer fann diese liebe faffen! Fluch und Tod sind nun nicht mehr! Gebt, ach, gebt dem Mittler Ehr'! 17. Nehmet hin, und est sein Brod! Jesus Christus ward gegeben für die Sün der in den Tod! Nehmt und trink', Ihr trinit tas Leben! Hingegeben in den Tod ward er, in der Sünder Tod! Der Chor. 3. Die dein Kreuz in je nen Tagen der Märtyrer dir nachgetragen, verließen des Anis des Bundes Mahl, um vorm Blutgericht zu stehen, mit dir bis in den Tod zu gehen, voll Freuden in des Todes Qual! Gib, Herr, Bestän digkeit auch uns; nicht lust, nicht feid laß une scheiden von dir, daß treu die See le ſei dir, der uns bis ans Kreuz geliebt! Heiligung. 169 andeines Segens Gaben auch auf immer Theil zu haben. 2. Laß dies Opfer dir ges fallen! Du versprichst ja selbst es Allen, die nach deis nem Heil verlangen, daß sie Gnad' um Gnad' empfan gen, und, wenn sie dich lieben wollen, Kraft dazu empfangen sollen. O wie fönntest du das Flehen meines Her Mel. Wer nur den lieben Gott zens dann verschmähen! 3. Nein, ich trau auf dein 238 Nimm bin den Versprechen. Herr, du kannſt Dank für dei es mir nicht brechen; denn du siebest mein Bestreben, nur nach deinem Wort zu leben. Stärfe mich denn zum Genusse deines Heils in dem Entschlusse, dich) und deine beil'gen Lehren mit Gehors fam zu verehren! do ne Liebe, erhabner Mittler, Jesus Chrift! Gib, daß ich nun mit Freuden übe, was dir, Herr, wohlgefällig ist! Es müsse deine Todes- Pein mir immerdar zum Segen seyn! 2. Heil mir, dein Brod ward mir gebrochen; ich trank, Herr, deines Bundes Wein. Von Herzen hab ich dir versprochen, dir bis zum Tode treu zu seyn; und feierlich gelobt' ichs dir: sei du nun Hülf und Beistand mir! 4. Diesen Dank für deine liebe, wenn ich den dir ſchulz dig bliebe, wie verwerflich würd' ich handeln, wie der Huld zuwider wandeln, die dich trieb auch mir zum Les ben in den Tod dich hinzue geben! Welche Qualen im Gewissen würd' ich einmal fühlen müssen. Mel Schmücke dich, o liebe Seele 5. Nein, so strafbar, so vermessen will ich nie der 239 Heiland, groß an Pflicht vergesſen, die dir, Herr, von mir Quld Treue, sieh, ich witme dir aufs neae bei dem Denkmal deiner Liebe, dies mein Herz voll heißer Triebe, dir in mei nem Lauf auf Erden immer dankbarer zu werden, um zum wahren Heil mich füh ret. Ewig dir nur anzuhangen ist mein fehnlichfies Vers langen. Hilf du selbst nur meiner Seele, daß sie nicht dies Ziel verfehle! mins 6. Brins 170 Werke und Wohlthaten Gottes. 6. Bringe mich durch deis hin gegeben: du starbst, der ne Gnade auf des wahren ganzen Welt zu Gut; er Glaubens Pfade immer nä- warbst auch mir das Leben. her zu dem Ziele, wo ich ganz Jch eß das Brob und trink mich felig fühle. Laß indes den Wein, um ganz mit dir sen mich bienieden deinen vereint zu seyn, um ganz mir erwerbnen Frieden im für dich zu leben. mer reichlicher genießen, bis sich meine Tage schließen. 7. O wie wird mein Herz sich freuen! Welche Jubel wird dire weihen, wenn du mich dorthin erhebest, wo du ewig herrfd end lebest! Nichts wird dann mich wei ter stören, dankvoll, Hei land, dich zu ebren; und da wirst mich mit den Freu den deines Himmels ewig weiden. 4. Dlaß mich deines Mahlee Kraft in meinem Glauben stärken! Die Zaversicht, die es verschafft, treib mich zu gu ten Werken, zum Eifer in der heiligung, zur wahren Hers gensbesserung, zum Kampf mit böfen Lüften! 5. Wie? soll ich diesen Küsten noch zu meiner Schan de tienen? Jy trüge noch ihr fflavi'ch Joch? Ich fell. te mich erfühnen, den Hei land, der für mich auch starb, mir Gnade, Trost Mel. Wann mein Stündlein 240 Heiland, dess und Heil erwarb, durch Sünden zu verläugnen? sen hoben Merth dee Sünders Herz emrfindet, der reuvoll sich zu Gott befehrt; auf dich sein Heil nur gründet; auch ich, ich Sünder suche dich; erbar me dich auch über mich, und laß mich Gnade finden! 6. Nein, göttlicher Errets ter, nein, laß mich das Böſe hassen, mich jeden Reiz der Sünde scheun, und Muth zum Kampfe faffen, dein Mahl nicht unbefebrt ent weihn und den Entschluß, dir treu zu seyn, mit Freu digfeit vollbringen. 2. Ich nebm an deinem Segen Theil; daß ich nicht troftlos bliebe, reichst du dein Mahl, dies Pfand ter 241 heures feten H auch mir zu meinem Heil, Mel. Schmücke dich, o liebe Seele err, du dein Liebe. Ich nehm es und empfinde dann, wie viel du auch für mich gethan, wie viel, mich zu beglücken. 13. Hier ist dein teib; hier ist dein Blut, für mich das für mich in den Tod gege ben, mich soll deine Liebe dringen, deinen Willen zu vollbringen; drum fomm ich, von dir geladen, zu dem Mahs Heiligung. nif 171 Mahle deiner Gnaten, dir schrecken, und der Unschuld mein ganzes Herz zu wei Freuden schmecken! hen, und den Bund heut zu 6. Laß mich deine Treu' ermessen, deine Liebe nie vers gessen! Laß mich, weich' ich ab vom Guten, Herr, dich sehn am Kreuze bluten! Lies be schlug dir deine Wunden; das soll mich in dunk In Stunden, wenn mich Angst und Zweifel drücken, mit erbabuem Troft erquicken. erneuen. 2. Ja, dir schwör' ichs, mein Befreier von dem Tode, hoch und theuer, tich will ich mit allen Trieben meiner ganzen Eeele lieben; immer will ich mich bestreben, nur nach deinem Sinn zu leben; mich soll weter Lust, noch Leiden, Herr, von deiner Liebe scheiden! 3. Ich geleb aus treuem Herzen meiner Brüder Noth und Schmerzen täglich brüs derlich zu findern, Elend, wo ich kann, zu mindern. Ich gelobe dir, mit Freu den auch das Unrecht still zu leiden, ungeduldig nie zu flagen, an Gott niemals zu verzagen. 7. Gib, daß id) und alle Christen sich auf deine Zus funft rüsten, daß, wenn heut dein Tag schon fäme, feiner Herr, vor dir sich sdäme! Großes Abendmahl der Froms men, Tag des Heils, wann wirst du fommen? daß wir mit der Engel Chören, Herr, dich sehn und ewig ehren. ( Nach der Kommunion.) 4. Was du hasfest, will ich hassen, ganz von dir mich leiten lasſen, nie mit Vers 242 Vollbracht Mel. Wie groß ist des Allmächt. ist faß dich betrüben, Vlles, nun die heil's was du liebest lieben. Doch ge Feier; verfündigt ward ich fenne meine Schwäde, von uns dein Ted. O dein Jesu, da ich dies verspreche., Gedächtniß sei uns thener, Morgen ist worl schon ges und unvergeßlich dein Ges brochen, was ich heute dir bot! fas nie des Himmels versprochen. Vorgefüble in uns erfalten und vergebn; laß würdig einst am Kronenziele, Herr, deine Herrlichkeit uns sehn! 5 Larum hilf du mir, und farfe mich zu jedem qu ten Werke; fomm und eile, mich vom Bösen, das ich than will, zu erlöfen; bilf oder: den ersten Reiz der Sünden, Mel. Befiß' ich nur ein ruhiges den, ach, den mir überwinden; laß mich ihre Folgen Menichenfreund, mein Heiland sei geprieſen für 172 für alle Treu', die du an mir erwiesen; durch dich bin ich mit Gott vereint. Unsterblichkeit und Vergeltung. aid Di Jual 2. Dein Beispiel zeigt den SrollR bl simmite * Unsterblichkeit und Vergeltung. Der Lod. X24 Mel. Befiehl du deine Wege 243 Die auf der Erde wallen, die Sterblichen, sind Staub. Sie blühen auf und fallen, des Todes sichrer Raub. Ver borgen ist die Stunde, da Gottes Stin: me ruft; toch jede, jede Stunde bringt näher uns zur Gruft. 2: Getrost gehn Gottes Kinder die öde, durkle Bahn, zu der verstockte Sünder verzweiflungsvoll sich nahn, wo felbst der freche Spötter nicht mehr zu spotten wagt, vor dir, vor seinem Retter er zittert und verzagt. 3. Wann diese Bahn zu geben, dein Will einst mir gebeut; wann vor mir offen stehen Gericht und Ewig, keit; wann meine Kräfte be, ben und nun das Herz mir bricht: Herr über Tod und Leben, o dann verlaß mich nicht! Pfad, den ich soll wallen. führe mich nach deinem Wohlgefallen, bis sich mein Haupt im Tode neigt. 4. Hilf, Todesüberwinber, mir dann in meiner Angst, der du zum heil der Sünder selbst mit dem Tode rangst! und wann des Kampfes Ende gewaltiger mich faßt, nimm midy in deine Hände, den du erlöſet haft! 5. Des Himmels Wonn' und Freuden ermißt fein sterblich Herz. O Trost für turze Leiden, für kurzen Todesschmerz! Dem Sünden überwinter sei ewig Preis und Dank! Preis ihin, der für uns Sünder den Kelch des Todes trank! 6. Heil denen, die auf Erden sich schon dem Him. mel weihn, die aufgelöst zu werden, mit heil'ger Furcht sich freun! Bereit, es ihm zu geben, wenn Gott, ibr Gott gebeut, gehn sie ges troft durchs Leben hin zur Unsterblichkeit. Mel. Was Gott thut, das iſt 244 Nur furz iſt hier mein Aufents halt; ich bleibe nicht auf Ers den. Das Herz, das jetzt noch kräftig wallt, wird einst entfräftet werden. Zerrüt tet finft, wann Gott mir winkt, mein Staub zum Staube nieter; mich selbst erhebt Gott wieder. 2. Jch Der 2. Ich selbst bin mehr, weit mehr als Staub; er ist nur meine Hülle. Ich selbst bin nicht des Lodes Raub; mein Geist hat Lebens. fülle. Wenn auch die Welt in Trümmer fällt; er jauchzt, daß er noch lebet, und aus den Trümmern schwebet. 3 Was fürcht' ich denn des Todes Macht? Sie fann mich nicht erreichen. Was fümmert mich des Grabes Mel. Jefus, meine Zuversicht Nacht? Sie muß dem Tage 245 Wie im Herbſte weichen. Tag des fällt das Laub, wirst du einst, mein Leib, zerfallen; wirst verstäuben, Staub zu Staub, und, wie leicht Gewölf, verwallen, ruhen in des Grabes Schoos, jedes Erdenfummers los. 2. Doch nicht für die Erde nur gab der Vater mir das Leben; ich bin höherer Natur, soll vom Staube mich erheben; hier ist nur mein Uebungsstand; jenseits ist mein Vaterland. des Preisgesangs! Wann wirst du meinen Blicken das dunkle Thal entrücken? 4. Hier glänzt noch nicht mein höchstes Ziel. Was fann die Erde geben? Sie gibt, und gäb sie noch so viel, fein reines Freuden leben. Mein Geist begehrt, was ewig währt, und ihn auch dann erheitert, wenn Alles andre fcheitert. Tod. 173 Leiden dich mit des Siegers Frenden. 7. Nur kurz ist hier dein Aufenthalt. Dank dem Freudengeber! Wer weiß, wie bald die Stimme schallt: Verlaß das Land der Gråber. Dein Vaterland ist dir bekannt. O sei nur gut und weise, und rüste dich zur Reiſe! 5. Er ist ein Glied der höhern Welt; er ist von Gott geboren. Für ibn ist, fämpft er nur als Held, die Krone nicht verloren. Er tritt her vor; und schaut empor; die Krone strahlt im Himmel, nicht hier im Erdgetümmel. 6. So tämpfe denn, mein frober Geist! Sei muthig: du wirst siegen. Nur de nes Leibes Band zerreißt; du felbst wirst nicht erliegen. Dein Lebensquell fließt ewig hell; er tränft nach furzen 3. Jenseits überm Staub beginnt erst mein ächtes, wahres Leben; dort erst reift zum Mann das Kind, dort erst werd ich mich erheben zu der Tugend, die nicht fehlt, Irrthum nicht für Wahrheit wählt. 4. Dort erst ist mein Auge nicht trüb und schwach mehr für die Wahrbeit; dort ums gibt mich reines Licht; dort wird Alles mir zur Klarheit, tort erscheint mir unvers hullt Unsterblichkeit und Vergeltung. 174 hüllt fie, die Wahrheit nicht ihr Bile.ro 5. Auf der immer lichtern Bahn seh ich dann mit hellern Blicken, was Erbarmer, du gethan, Menschen ewig zu beglücken. Dunkel war mir hier dein Plan; dort bet ich ihn freudig ant. 6. Jauchz, o Seele, fühle did! Einst schwingst du dich auf vom Staube! Heil mir! Einst befohnet mich, wenn er thätig war, mein Glaube! Furchtbar ist mir nicht der Lod, wenn ich that, was Gott gebot. 7. Ohne Jurcht und ohne Graun werd ich ihm entgegen geben, werde Gott anbetend schaun, werde, wie er ist, ihn sehen, weil mein Tod durch Jefum Christ Eingang in den Himmel ist. Mel. Alle Menschen müssen sterb. 246 Dir zu leben, dir zu sterben, ewig, Vater, dein zu seyn, mit des Himmels frommen Erben hier schon deiner mich zu freun, und mit ruhigem Gewissen einst mein Auge fanft zu schließen; diese Gnate wünsch ich mir; die er bitt ich mir von dir! 2. Daß ich's fönne, laß mich streben, frei von Wahn und glaubensvoll und gerecht vor dir zu leben, und z leisten, was ich foll! Ja, mein Gott, gib Licht und Jogh Stärfe, daß im Fleiße gus ter Werke ich beständig dir getreu, jeder Zugend Vor, bild sei! 3. Allen will ich nüßlich werden, ungehorsam feiner Pflicht, nie ein Vergerniß auf Erden, auch nach meis nem Tode nicht. Serlen noch nach seinem Sterben ihre Freuden zu verderben, sie zu reizen, dich zu fliehn, welch ein Fluch! wie fürcht ich ihn! 4. O wer wollte nicht auf Erden immer streben, gut zu seyn, um ein Denkmal einst zu werden, deß sich die Gerechten freun? Ja, ich will die Sünder locken, daß sie nie ihr Herz verstocken, und mit mir zum Ziele gehn, deine Herrlichkeit zu sehn. 5. Daß auch, was ich bins terlasse, nie zur Ungerech rigkeit, nie zu Zank und bite term Hasse meinen Erben Reiz verleiht, will ich früh schon weielich sorgen; denn mein Tod ist nicht verbors gen. Freudig scheid ich von der Welt, hab ich so mein Haus bestellt. 6. In den letzten Augenblicken sei mein Herz von Sorgen frei! Sagen maff ich voll Entzücken: Du, mein Vater, stehst mir bei, du, dem ich nun meine Seele und die Meinigen empfehle! Welch ein Ende! Guter Gott, gib mir einen solchen Tod! Mel. Tod. 175 in mir ist, Erlöser meiner Gern will ich Seele, der du die Liebe bist. Der Mel. Valet will ich bir geben 247 G mich ergeben, dich zu verlassen, Welt: ich geh zum bessern Leben, fo Mel. Nun laßt uns den Leib bald es Gott gefällt. Was 248 Wie ficher lebt wärd, was Mensch, der Staub, sein Leben ist ein fallend Laub; und dennoch schmeichelt er sich gern, der Tag des Todes sei noch fern. 2. Der Jungling hofft des Greifes Ziel, der Mann noch seiner Jahre viel, der Greis zu vielen noch ein Jahr, und feirer nimmt den Srrthum wahr. 3. Sprich nicht, ich denk im Glück und Noth, im Hers zen oft an meinen Tod. Der, den der Tod nicht weiser macht, hat nie mit Ernst an ihn gedacht. 4. Wir leben hier zur Ewigkeit, zu thun, was uns der Herr gebeut; und unsers Le bens fleinster Theil ist eine Frist zu unserm Heil. 5. Der Tod rufe Seelen vors Gericht; da bringt Gott Alles an das Licht, und macht, was hier verborgen war, den Rath der Herzen offenbar. Dort schau ich ewig den, den meine Seele liebte, noch eh ich ihn gefehn. 2. Er ruft zur Zeit der Schmerzen uns voll Erbarmen zu: fommt her, belad ne Herzen zu mir und fin det Rub! Dies Wort aus teinem Munde laß, Herr, mich zu erfreun, in meiner ießten Stunde mir Geist und Leben leyn! 3. Mit dir muß es mir glücken, den Kampf zu über stebn. Im gläubigen Entzücken laß meine Seele sehu, wie im Gericht für Sünder du mit dem Toce rangst, und wie zu, Ueberwinder, all. mächtig ihn bezwangst. 4. Der frohe Siegesge danke: Wo ist tein Stachel, Tor? stärt' mich, daß ich nicht wanke in meiner Todes: noth! So ist, obgleid) ich sterbe, doch Sterben mein Gewinn. Ich bin des Him mels Erbe; Dein Wort sagt, daß ichs bin. 5. Du schriebst ins Buch des Lebens auch meinen Namen ein. Dein Blut fann nicht vergebens für mich vergoffen seyn. Dir trauet meis ne Seele, dich lobt, was 6. Drum, da dein Lod dir täglich dräut, so sei ſtets wachsam und bereit, prüf deis nen Glauben als ein Christ, ob er durch liebe thätig ist. 7. Ein Seufzer in der leßten Noth, ein Wunsch, durch tes Erlösers Tod vor Gottes Thron gerecht zu seyn: dies macht Unsterblichkeit und Vergeltung. 176 macht dich nicht von Sün den eine the m nos Ein Herz, dasGottes Stimme hört, ihr folgt und sich vom Bösen kehrt, ein gläubig her von Bieb er füllte dies ist es, was vor Gott nars gilt De Die Heiligung erfordert Müh; hdu wirkt sie nicht, Gott wirfet fie Du aber ringe stets nach ihr, als wäre fie ein Wert von dir Mel. Wann mein Stündlein.: 249 249 D Du wirst, o Bas 40 für mein Wohl auch einst im Tode for gen; nur wann und wie ich sterben soll, das hast du mir verborgen. Mein Ende steht als allein bei bir. Erhalte mir den Glauben mir, daß du es weislichy ordnest 2. Gib, daß ich meine höchste Lust an meinem Heis land habe, und, seiner Lie be mir bewußt, ihm folge bis zum Grabe! Auf ihn, der für die Sünder starb, und Trost und Hoffnung mir erwarb, laß freudig mich vertrauen his i406 Der Zweck gu wet chem du hier lebst, dein Ziel, wornach du weije skrebst, und was dir ewig heil verschafft, ise Tugend durch des Glaus bens Kraft. de dor 11. She alle seine Tage weihn, heißt eingedenk des Lodes feyng und wachsen in der Heiliging, ist wahre Spheerinneringidip e 12 Wie oft vergesslich diese Pflicht: Herr, gel mit wir nicht ins Gericht; drück tief des Todes Bild mir ein und laß es in mir wirksam segnpon tid View the 3. Die Kraft, zu denken, bleibe mir, wenns seyn kann, bis ans Ende, damit mein Geist sich stets zu dir und deiner Gnade wende, und voll Gedanken, Gott's an dich zuletzt von diesem Leibe sich getrost und ruhig scheide. b13. Daßich mein Herz mit jedem Tag vor dir, o Gott, erforidhen mag ob Liebe, Demuth Friedl und Treu' die Fracht des Geistes in ihm feia ou ane 4. Soll ich gewaltsam, o mein Gott, und schnell und angstvoll sterben; so führe nur auch dieser Tod mich zu des Himmels Erben! Ach bilf nur, daß ich allezeit zur Rechenschaft vor dir bereit, als Christ die Welt vers laffeing pl in 14. Daß ich dir um 5. Empfind ich keine Fren Gnade fleb, sters meiner digteit, entweicht in großes Swachheit widersteh, und Schmerzen die Stille der Ges freudig durch des Glaubens lassenheit aus meinem ban Macht im Tode puf: es ist gen Herzen, dann, guter Bas vollbrachtingsm ter, rechne du die Schwach heitss iting Der Tob.bloshi beitsfehler mir nicht zu, die ich begehen könnte! 6. Nimm auch verborgne Seufzer an, und laß, wenn id) nicht beten, nicht den fen und empfinden kann, mich deinen Sohn vertreten! Seheiligt müff ich dir nur seyn; dann bin ich, Gott, mein Bater, dein im Leben und im Tode! 4. Mie follt' ich vor dem Tode beben, da du für mich, Erlöser, starbft? Er ist durch dich der Weg zum Leben, das du am Kreuze mir erwarbst. Du gingit voran; ich folge dir; zum Leben wird der Tod auch mir. 7. Ja, bleib ich immer, wo ich bin, nur dir, o herr, 5. faß Qual und Leid mein ergeben, dann ist der Lod nur mein Gewinn, und Chris stus ist mein Leben. Und geb ich nur zum Himmel ein, so will ich mich des Endes freun, ich sterb' auch, wie ich wolle! 177 Schritte entgegen einer beß ren Welt. 3d bin getreft, und zittre nicht; denn Gott ist meine Zuversicht, mit selbst nah am Grabe preif ich dich: zum Segen gabst du mir mein Leben, nimmst du es mir, du segnest mich. Mein Leben sucht ich dir zu weibn: mein Tod soll auch dir heilig seyn. Mel. Wer nur den lieben Gott will 6. Du wacheft über meine 250 Jim Lod erheben, Seele wann ihre Stärke ſich verliert; gibst deinem Engel schon Befehle, der sie zu deinen Freuben führt, bes Todes Nacht um mich ver fcheucht, und mir des Lebens Krone reicht. so tha 2. Gott, welche feierliche Stunden, wann du mich nun der Erd entziehst, auf mich den du getreu befunden, voll schonender Erbarmung siehst! Allmächtiger, in dein Gericht gehst du mit mir Erlösten nicht. Grab umringen, und mir den letzten Schrecken bräun: du balfft mir, Herr, die Welt bezwingen; den Tod darf ich mit dir nicht scheun. So nah dem fohn, den Gott verspricht, so nah am Ziele sink ich nicht. 7. Ich will dich noch im Tod erheben, Herr, noch am Grabe preis ich dich; denn ewig werd ich bei dir leben, und ewig freu ich dei ner mich). Durch dich ist Ster ben mir Gewinn! Wohl mis daß ich erlöset bin! 3. Der feib wird schwachy, Rel. Jefus, meine Zuversicht die morsche Hütte, in der 251 H err, ich hab aus mein wohnt, zerteiner Tren', fällt; ich eile hier mit jedem mir zum Heil, noch Zeit in SOR Häne TR02 178. Unsterblichkeit und Vergeltung. Händen. Gib, daß ich stets Erde reich an Tugendfrüch effrig sei, sie auch weislich anzuwenden; denn wer weiß, wie bald zur Gruft deiner Vorsicht Winf uns ruft! ten fei, und ich reif um Himmel werde! Nahet dann mein Ende sich, o so stärk' und tröste mich! 2. Schnell und unaufhalt bar fliehn mir unten. Wie ein Traum 252 Mottes Hand; er Mel. Dein sind wir, Gott ein Leben steht in sind sie dahin, und auf ewig dann verschwunden. Dieser Augenblick ist mein: wird es auch der fünft'ge seyn? 3. Laß mich auch der Flüch tigkeit meiner Tage nie vergessen, wie unschäßbar sei die Zeit, die du, Herr, uns zugemessen, wie, was hier von uns geschieht, ew'ge Folgen nach sich zieht! 4. Reize mich dadurch zum Fleiß, el die Zeit des Heils verlaufen, mir zur Wohl fahrt, dir zum Preis, jede Stunde auszukaufen, die zu meiner Geligkeit deine Gnas de inir verleiht! 5. Deine fdonende Geduld trage mich hier nicht vergebens! Herr, verzeihe mir die Schuld, wenn ich manchen Theil des Lebens nicht zu meiner Seele Wohl so benuße, wie ich soll! 6. Laß mich meine Beffe rung für mein Hauptgeschäf te achten und nach meiner Heiligung mit so treuem Eis fer trachten, als erwartete nody heat mich Gericht und Ewigkeit. 7. Deine Gnade steh mir bei, daß mein Leben auf der thu, was er mir heilsam fand! Er zählte mir, so wie mein Haar, schon eh ich war, auch meine Lebensstunden dar. 2 Sch nüße mit Zufrie denheit die Lage meiner Sterblichkeit. Wie väterlich versüßt sie Gott! Doch Müh' und Noth sind ihr Gefolg', und dann der Lod. 3. Die Blume pranget und fällt ab; so blübt der Mensch und sinkt ins Grab. Nicht Jugend schüßt, nicht Stand, noch Geld; nichts in der Welt ist, was ihn davor sicher stellt. 4. Wer rüstet mich mit Muth und Kraft aufs Ende meiner Pilgerschaft? Und wer beruhiger mich hier? Allein von dir, o Herr, kommt Muth und Ruhe mir. 5. Du bringst mich), bin ich nur bereit, zum sichern Glück der Ewigkeit, wo man des furzen Grams vergißt, wo mancher Christ schon froh vorangegangen ist. dire 6. Froh werd auch ich, wenn dirs gefällt, ein Büred ger der vollkommnen Welt. Den Meinen sag ich auf dein Wort Der Wort: Gott, unser Hort, vereint uns bald auf ewig dort. Tod. 5. Daß du dieses Herz erwirbst, fürchte Gott, und bet' und wache. Sorge nicht, wie bald du stirbst; deine Zeit ist Gottes Sache. Lern' nicht nur, den Tod nicht scheun, lern' auch, seiner dich erfreun! 6. Ueberwind' ihn durch Vertraun, sprich: ich weiß, an wen ich glaube; weiß, ich schwinge, Gott zu schaun, Mel. Jesus, mein Zuversicht 253 Meine Lebenszeit mich empor einst aus dem Staube. Er, der rief: es ist vollbracht! nahm dem Tode seine Macht. verstreicht; stündlich eil' ich zu dem Gras be. Und was iss, das ich vielleicht hier noch zu erwars ten habe? Dent', o Mensch, an deinen Lod, saume nicht: denn Eins ist Noth. 7. Tritt im Geift zum Grab oft hin, fiche dein Gebein versenken; sprich: Herr, daß ich Erde bin, lehre du mich selbst betenken; febre bu miche jeden Tag, daß ich weiser werden mag! 2. Lebe, wie du, wann du stirbst, wünschen wirst, ges lebt zu haben! Güter, die du hier erwirbst, Würden, die dir Menschen gaben, nichts wird dich im Tod ers freun; diese Güter sind nicht dein. 7. Den Trost, o Jesu, dank ich dir; du brachtest ihn vom Himmel mir. Du haft's verheißen: Ihr seyd mein, auch ihr sollt seyn, wo ich bin, und euch ewig freun. 3 Nur ein Herz, das Gus tes liebt, nur ein ruhiges Gewissen, das vor Gott dir Zeugniß gibt, wird dir deinen Tod versüßen; dieses Herz von Gott erneut, gibt im Lode Freudigkeit. 081 4. Wann in deiner letzten Noth Freunde hülflos um dich beben, dann wird über Welt und Tod dich dies reis ne Herz erheben; dann er schreckt dich fein Gericht! Gott ist deine Zuversicht. 179 Mel. Wer nur den lieben Gott 254 Mein Gott, ich weiß wohl, daß ich sterbe; ich bin ein Mensch, der bald vergeht, und finde hier fein solches Erbe, das ewig dauert und besteht. Drum zeige mir in Gnaden an, wie ich recht felig sterben kann! 2. Mein Gott, ich weiß nicht, wann ich sterbe; fein Augenblick geht sicher hin. Wie bald zerbricht doch eine Scherbe! die Blumen müs sen bald verblühn. Drum mache du mich stets bereit hier in der Zeit zur Ewigkeit! M 2 3. Mein Unsterblichkeit und Bergeltung. 3 Mein Gott, ich weiß Weg in stustern Thale. Gr nicht, wie ich sterbe; weil auch der Tod viel Wege hält. Dem einen wird das Schei, den berbe, sanft geht ein andrer aus der Welt. Doch wie du willst, gib uur dabei, daß ich wohl zubereitet sei. 4. Mein Gott, ich weiß nicht, wo ich sterbe, und welcher and mich einst be, deckt. Doch wenn ich nur den Trost ererbe, daß mich dein Ruf zum Leben weckt: so nehm' ich jede Stelle ein: die Erd' ist allenthalben bein. 5. Drum, liebster Gott, wann ich nun sterbe, so nimm du meinen Geist zu bir Bin ich durch deinen Sohn dein Erbe, und hab' ich ihn im Glauben hier, so gilt mire gleich, und geht mirs wohl, wann, wie und wo ich sterben soll. Voup) Thin mun 180 CN sei dir nicht mehr fürchters licht Ins Allerheiligste führt dich der Weg im finstern Zhale. Gottes Ruh ist uns vergänglich, überschwenge lich: Die Erlöften wird fie unausspred lich trösten. 3. Herr, Herr, ich weiß die Stunde nicht, die mich, wenn nun mein Auge bricht, zu deinen Todten sammelt. Bielleicht umgibt mich ihre Macht, eh' ich dies Flehen noch vollbracht, mein kob bir ausgestammelt. Bater, Vater, id) befehle meine Secle deinen Händen; laß mich meinen fauf gut enden! 4. Bielleicht find meiner Tage viel; ich bin vielleidt noch fern vom Ziel, an dem die Krone schimmert. Bin ich von meinem Ziel noch weit; die Hütte meiner Sterbe lichkeit, wird sie erst spät zers trümmert: las mich, Vater, Nel. Mein ganzer Geiß, Gott 255 Wie wird mir reiche Saaten guter Thaten dann begleiten vor den Thron der Ewigkeiten! dann, o dann mir seyn, wann ich mich ganz des Herrn zu freuen, in ihm 5. Wie wird mir dann, entschlafen werde? Von fei- o dann mir seyn, wann ner Günde mehr entweiht, ich, mich ganz des Herrn zu entladen von der Sterblich freun, ihn bort anbeten wer feit, nicht mehr der Mensch de? Von feiner Sünde mehr. von Erde! Freu' dich innig, entweiht, ein Mitgenoß der meine Seele, und erwähle Ewigkeit, nicht mehr der schon hienieden, was dir Mensch von Erbe Heilig! dient guin ew'gen Friedenheilig! beilig! Aingen wir 2. Besiege denn bes Zobes dir; bringen Preis und Ehre! Graun, mein Geift; er ist Dir, ber war und seyn wird, ein Weg zum Schaun ber Ehre!; dul Pos Fot Mel. & Tip: Der Todinichildysfull 256 J Md. Chrißus, her ist mein Leben geh cinst ohne Bebenz meis nem Tode hin; benn Christ stus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn 2. Ichnfchene nicht die Schrecken der nahen dunklen Gruft; Gott wird mich auf erwecken, der mich gum Gra be raft. aur 3. Und rief mich, abzu, scheiden, auch heute schon mein Gott; so geh ich bin mit Freuden, und sterb auf fein Gebot. 4 Ich hoff ein begres fes ben, das nimmermehr ver, fließt. Ein Leib wird mich umgeben, der ewig Herrlich 5. Dann eil ich dir ent gegen, mein triumphirenb Haupt, und seh entzückt den Segen des Heils, das ich geglaubt. 181. Mich tröstet in der letzten Noth dein Leiden und dein rengestob, baburch bu mich erlötet. and 3. Gdy bimplo Herr, mit dir vereint deß freu ich mich von Herzen; ich weiß, du bleibest auch mein Freund in Lobesnpth und Schmer gen. Unda sterb ich, o se fierb ich dir: bie frohe Hoffe nung hast du mir durch dei nen Tod erworben. 2. Wenn Angst und Todes furcht mich drückt, mich mein Gewiffen naget: so wird mein Herz mit Trost beglückt, das sonst voll Unruh zaget. 4. Weil du vom Lob ere. standen bist, werd ich einst auferstehen ins Reich, das mir verheißen ist, aus meis n m Grabe gehen: benn wo du bist, soll ich auch seyn, und deiner Herrlichkeit mich freun, die dir dein Gott ges geben. 5. So wird mein Stersp ben mir versüßt; der Tod kann mich nicht schrecken: er ist ein Schlaf auf furze Frist; and Jesus wird mich wecken. Er, mein Erlöfer, Gottes Sohn, wird mich mit sich in Gottes Chron. ins ew'ge leben führen. Mcl. Bann mein Stüyblein 257 W enn meine Zeit vorhanden ist, von dieser Welt zu scheiden, ach, eso verlaß, Herr Jesu Chrift, mich nicht in meinem Mel. Herr, wir fingen deiner a Leiden! Un meinem End' en 258 Selig find des Himmels pfehl ich dir, Herr, meine Seele, die du hier zum Him mel haft gebildet. ben, die Todten, die ima Herren sterben, zur Aufers stehung eingeweiht: Nach den letzten Augenblicken tess Lobesschlummers folgt Ent zücken, folgt Wonne der Unsterblichkeit Sm Friedens ruhen 182 Unsterblichkeit und Vergeltung. ruben fie frei von der Erde Ruhm und Ehren, wann dei. Müb'. Gelebt sei Gott! Vor seinen Thron, zu seinem Sohn begleiten ihre Werke fie. ne Schätze fich vermehren, daß du sie nicht zu heftig liebst. Denk an die Eitels feit der Erden, daß, wann sie dir entriffen werden, du dann dich nicht so sehr bes trübst. 6. Denk an den Tod bei frohen Tagen. Kann deine Lust sein Bild vertragen, so ist sie gut und unschuldsroll. Sprich, dein Vergnügen zu versüßen: welch Glück werd' ich erst dort genießen, wo ich unendlich) leben soll! 7. Denk an den Ted, wann deinem Leben das fehlt, wor nach die Reichen streben, Sprich: bin ich hier, um reich zu seyn? Heil mir, wann ich in Chrifto fterbe! Dann ist ein unbeflecktes Er. be, dann ist des Himmels Reichthum mein. In eigener Melodie. 259 Wa as sergst du ängstlich für dein Leben? Es Gott gelaffen übergeben ist wahre Ruh' und deine Pflicht. Du sollst cs lieben, weislich nüßen, es dankbar, als ein Glück, besißen, verlieren, als verförst du's nicht. 2. Der Tod soll dich nicht traurig schrecken; doch dich zur Weisheit zu erwecken, soll er dir siete vor Augen feyn. Er soll den Wunsd) zum fe ben mindern, doch dich in deiner Pflicht nicht hindern, vielmehr dir Kraft dazu verleihn. 3. Ermattest du in deinen Pflichten: so laß den Tod dich umerrichten, wie wenig deiner Tage sind! Eprich: follt ich Gutes wohl ver fchieben? Nein, meine Zeit, es auszuüben, ist furz, und sie verfliegt geschwind. 4. Denk an den Tod, wann böfe Triebe, wann Lust der Welt und ihre Liebe dich reis zen und ersticke sie. Sprich: fann ich nicht noch heute ster. ben? 11nd fönnt' ich auch die Welt erwerben, der Eünde focung folg ich nie. 5. Denk an den Tod, wann th 8. Denk an den Tod, warn Leiden kommen. Sprich: alle Trübfal eines Frommen ist zeitlich und im Glauben leicht. Ich leide; doch von allem Bösen wird mich der Tod bald, bald erlösen; er its, der mir die Krone reicht. 9. Denk an den Tod, wann freche Rotten des Glaubens und der Tugend spotten, und Laster stolz ihr Haupt erhöhn. Sprich bei dir selbst: Gott trägt die Fred en; doch end. lich fommt er, sie zu rächen, und plößlich werden sie vers gehn. 10. Denk anathind Der Tod dur 183 10. Denk an den Tod zur ernste Augenblick bestimuit Zeit der Schrecken, wann mein ewiges Geschick. Pfeile Gottes in dir stecken; 4. Pas zeitig mich incin Laß du rufft, und er antwortet nicht. Sprich: nein, mich fann der Herr nicht haffen; er wird mich sterbend nicht verlassen; dann zeigt er mir sein Angesicht. Haus bestellen, daß ich bes reit sei für und für, und sagen könn' in allen Fällen: Herr, wie du willst, so schicks mit mir! Hilf, daß bet je dem Glockensdfag ich an mein Ende denken mag! 11. So suche dir in allen Fällen den Tod oft lebhaft vorzustellen; so wirst du ihn nicht zitternd scheun; so wird er dir ein Trost in Klagen, ein weiser Freund in guten Lagen, ein Schild in der Versuchung seyn. Kitapt 5. Erhebe meinen Sinn zum Himmel, verbittre mir der Sünden Lust. Gib, daß in diesem Weltgetümmel mir nichts, als Unschuld, ſei bewußt; so eilt, wann dieſe Hütte fällt, der Geist in eine befre Welt. ish Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Ach, Pater, beck all' 260 Wer weiß, wie meine Sünden um Jeſu Chris fti Willen zu, damit ich hier Vergebung finde, und dört bei nahe mir mein Ende? Die Zeit geht hin, es kommt der Tod. Ach, wie geschwind, ach, wie behende kann kommen meine Lodes: nots: Gott, gebe dann mir Kraft und Muth, und machs mit meinem Ende gut! dir vollkommne Ruh'! Du warst mein Gott in je der Roth; drum sei auch Vater mir im Tod! dad 2. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am frühen Morgen war; so lang ich lebe auf der Erden, leb ich in steter Todsgefahr. Ich, der ich jetzt gesund noch bin, fint, eh' ichs denfe, fraftlos bin. 3. Herr, fehr mich stets ans Ende denken, und laß mich, eh ich sterben muß, das Heil der Seele wohl be denken, und nicht verschie ben meine Buß', denn jener 7. Nichts ist, das mich von Jesu scheide, nichte, es sei Leben oder Tod; er bleibt im Leiden meine Freus de, mein Schut, mein Alles in der Noth. Er encet fes lig meinen Lauf, und nimmt mich dann im Himmel auf. 38. So komm mein End' heut oder morgen; ich weiß, daß mirs mit Sesu glüct. Er ists, der mich in allen Sorgen, er iste, der mich im Tod erquickt. Er ſtärket mir dann meinen Muth, und machts mit meinem Ende gut. 184 Unsterblichkeit und Vergeltung. In voriger Melodie, 261 Noch leb ich. Ob huf! morgen les be, ob diesen Abend, weiß ich nicht. Wohl mir, wenn ich mich Gott ergebe, und treu erfüle meine Pflicht! Dann bin ich, ruft er mich noch heut, zu meiner Rechen, schaft bereit. n 6. Dann wird mir jeder Theil des Lebens ein Segen für die Ewigkeit, ich lebe dann hier nicht vergebens, und nüße redlich meine Zeit, und seh, mit dir ergebnem Sinn, auf Tod und Grab, und Zukunft hin. 2. Am Morgen blüht und glänzt die Blume, und fällt had m 3n voriger Melobie.bai oft fet on am Abend ab. So 262 Wer weiß, wie und sinkt mit Rühme der Mensch, oft eh er's denft, ins Grab; und Seele, du mißbrauchst so leicht ein Leben, das so schnell entfleucht? bald in Stille die Stunde meines Abschieds schlägt, wie bald man meines Geistes Hüllezu meinen Vätern schlafen legt? Wer weiß, ad, wer bestimmt die Zeit des Eintritts in die Ewigkeit? 2. Du weißt cs, Gott, der meine Tage schon längst mit Weisheit niederschrieb, du der im Glück und unter Plage mein liebevoller Vater blieb. Bon dir, der mir den Odem gab, hängt auch mein letzter Odem ab. 3. Vielleicht in wenig Augenblicken rückt schon das große Ziel heran, wo ich nicht Andre mehr beglücken, nicht an mir selbst mehr bej sern kann. Wie bald, wie schnell erscheint die Nacht, die meinem Thun ein Ende macht. 4 Vielleicht ist dies der lette Arme, cer fläglich mich um Hülfe fleht. Wenn ich mich heute nicht erbarme, viels 3. Entziehe dich dem Welt getümmel, hier ist der Kampf, dort ist die Ruh'. Auf! streb und ringe nach dem Himmel, eil deiner befren Heimath zu! Wie bald verfließt der Prüfung Zeit, und dann, dann fommt die Ewigkeit. dem mich deine Liebe 4. Verschiebe niemale dei ne Pflichten. Was du zu than feßt schuldig bist, das eile heute zu verrichten; wer weiß, obs morgen möglich ift? Nur dieser Augenblick ist bein; ter nächste wirds vielleicht nicht seyn. A 5. D. Gett, verleihe mir die Gnade, führ du mich selbst durch deine Kraft der Tugend ebne, fichre Pfade, erhalte mich gewissenhaft und immer tre in vem Beruf, jibin 3120) f poll Det Tob. Boldrinis 185 pidu raha 02 vielleicht iste morgen schon Im Grabe rubte der Madez zu spät: urb tann, was bringt tie erntezeit? Frucht der Ungerechtigkeit. Die auf den Entschlummernden herab finft schon des Hims mels Friede. Aus aller Noth erlöst der Tod; der Augens blic des Seirens ist auch das Ziel des Leidens: 5. Mein Pfand erst mor gen wuchern lassen, welch ein Gebanfe voll Gefahr! Kann ich nicht Abende schon erblassen, wenn ich noch Morgens fröhlich war? O Mensch, ach, faum' im Wohlthun nicht! Nur dies ist Weisheit und ist flicht! 2. Es gibt ja nichts auf dieser Welt, was was meine Sehnsucht stillet; nur dann, wann diese Hütte fällt, wird. erst mein Wunsch erfüllet. Zum Sternenchor steig ich empor, vom Schattenthal zur Klarbeit, von Täuschung, zu der Wahrheit. al 6. Die Kraft von meinen besten Jahren sei Gott, dem Heiligen geweiht. Die Buße bis ins Alter sparen, ist schreckliche Vermessenheit. Zu spät verfdwintet oft der Wahn, da man auch schla, fend sterben fann. 3. Von bier, wo oft tie Unschuld weint, und oft das, vafter feget, bis der Vers geltungstag erscheint, wo dieses unterlieget. Die Kla ge schweigt; der Jubel steigt! Der Unschuld schönste Freu den blühn aus der Saat, der Leiden. 18218 19e plod 4. Drum freu' ich mich im Glauben schon auf jenes d ANDO beßre Leben, denn unfrer Tugend vollen Lohn will Gott, uns dort erst geben. Was Tod uns heißt, befreit deg, Geist; er muß zu allen From men als Engel Gottes fom men. bin 391.; misd ni gst in thislaio Die Auferstehung. dom sid In eigener Meloble sidint 264 efus, meine 242 Jef Zu versicht Tabliss und ich soll mit ihm lebenem Dieses weiß ich; sollte nicht sich 7. Wie leicht raubtSchmerz und Fieberbiße mir Uleberles gung und Verstand! Wenn ich in Todesängsten schwiße, wer macht mich dann mit bir befannt? D Gott, viel leicht ein Fall, ein Schlag bestimmt mir meinen Ster betag. 8. Laß, Höchster, deinen Geist mich leiten! Er mache mich von Sünden rein! Cann wird der Tod zu allen Zeiten mir nur ein Friedensbote seyn. Du kommst, vielleicht zu Mitternacht! D wobl dann ewig dem, der wacht! 11 263 J Met. Was Gott thut, bas ift h bebe nicht vor Tod und Grab! Unsterblichkeit und Vergeltung. 186 sich mein Herz zufrieden ge ben, was die lange Todess nacht mir auch für Gedan. fen macht? werd' ich ausgesået, himm. lisch werd' ich auferstehen. Nimm, Verwesung, mein Gebein; ich, ich werd' un sterblich seyn! 8. Seid getroft und hoch. erfreut: Jesus fennt euch, feine Glieder! Christen, wehrt der Traurigkeit; sterbt ihr, Jesus weckt euch wie der, wenn sein mächt'ger Ruf erschallt, der durch alle Gräber hallt! 9 Wo ist dein Triumph, o Zod? Nimm den Staub hin. Ohne Graun folgen wir, wir werden Gott, wer den den den Erlöser schaun. Unser ist der Sieg, und Heil ewig, ewig unser Theil. 10. Darum, Christen, auf! erhebt euren Geist von dies ser Erden, lebet hier dem Heiland, lebt ihm, dem ihr follt ähnlich werden! Wer sich seiner dort will freun, muß hier rein und heilig seyn! 2. Jesus, mein Erlöser, lebt! Ich erwarte mit Vers trauen, daß er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, welches es nicht nach sich zieht? 3. Ich bin durch der Hoff nung Band zu genau mit ihm verbunden. Er, der selbst den Tod empfand, bat für mich ihn überwunden; auch im Tode bleib ich sein, ewig seiner mich zu freun. 4. Dieser Körper nur ist Staub; er nur sinkt zurück zum Staube. Nie wirst du des Todes Raub, du, mein Geist! Ofel'ger Glaube! Heil mir! Mein Erlöser lebt, der mich einst zu sich erhebt. 5. Dann wird mich, statt dieser Haut, ein verklärter Leib umgeben, für die neue Belt gebaut, ein Gebild' fürs höhre Leben; und in Mel. Wer nur den lieben. Gott dieſem Leib ſeh ich, mein 265 I ch bin zur Ewig, b feit geboren, Erlöser, ewig dich! 6. Ob dies Aug im Tod auch bricht, wirde doch seis nen Retter kennen: und wie freudig werd ich nicht dann ihn den Bollender nennen, wann er von der Sterblich feit dieser Erde mich befreit! für eine begre Welt bestimmt; mein Leben geht dann nicht verloren, wann lier das Grab ten feidh nam nimmt. zu groß bin ich für diese Zeit; mein Loos ist die Unsterb lidhfeit. 7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird und kann nicht untergehen. Irdisch 2. Was ist die Welt, was Glück und Ehre? War auch ihr ganzer Reichthum mein; er Die Auferstehung. 187 er bliebe, wenn tein Him. mein Herz, dies sagt fein mel wäre, für meine Wüns Wort. Dies Wort, faut sche doch zu flein. Mein triumpbirt mein Glaube, Geist find' nicht im Staube treibt mächtig alle Zweifel Ruh: er eilt erhabnern Gus fort. Wie froh erhebt sich tern zu. nun mein Geist, da Gott ihn selbst unsterblich heißt! 8. Mein Jesus lebt! Wer will mich töbten? Er sichert mir Unsterblichfeit. Er gibt mir Muth in Todesnöthen, und leitet mich zur Seligkeit, Auch dieser Leib muß aufers stehn, vollkominner einst zum Himmel gehn. 3. Es schuf mich ja der Gott der Liebe, zum höhren Glück, zu böbrer fust, und pflanzte selbst dazu die Triebe so stark, so tief in meine Brust. Er, der mit Sehns ſucht mich erfüllt, läßt wahr. lich sie nidt ungestillt. 4. Der Wunsch, ihn ewig treu zu lieben, der höhren Wahrheit Licht zu sehn, der hier noch unerfüllt geblieben, muß einst noch in Erfüllung gehn. So wahr Gott die sen Trieb mir gab, erstirbt er nimmer in dem Grab. 5. Gott ist gerecht, er wird einst richten: die Lus gend wird durch ihn gekrönt Er wird, was sie gedrückt, vernichten; erhöhen, die man tier verhöhnt. Das Laster, mag es hier sich freun; dort fann es nimmer glücklich seyn. 6 It's möglich, kann Gott anters handeln? Gilt denn fein Recht in seinem Reich? Die Frommen, die hier ror ihm wandeln, sind die den Uebelthätern gleich? Nein, Zuzend siegt! Ich sterbe drauf; Gott weckt mich zur Vergeltung auf. 7. Er wedt mich auf aus meinem Staube: dies hofft 9. Ihr Thäler inft! Fallt, Berge nieder! Mein fester Glaube fürchtet nichts. Ich sterbe; toch erwach ich wieder am Morgen eines ew'gen Lichts. Dann fängt mein neues Leben an, und, Gott, wie selig bin ich dann! In voriger Melodie. 266 Der Lenz erfreuet, was da lebet; er bricht des Winters Fesseln los; der Blumen schöner Flor erhebet verjüngt sich aus der Erde Schooß, und freundfich lächelt er mir zu: un sterblich, freu dich, Mensch, bist du! 2. Die Sonne löst dem Schmetterlinge das Band mit ibrer Strahlenmacht, sich, er erhebt die zarte Schwinge, gefdmückt mit neuer Frühlinge pracht, und winkt in höhrer Lust mir zu: 188 Unsterblichkeit und Vergeltung. gus: unsterblich, freu bich, Mel. Ber nur ben lieben Golt Mensch, bist du! 9. 268 W arum erbebst du, meine Seele, bei dem Gedanken an das Grab? Nicht dich um schließt einst seine Höhle; nur deine Hülle finft: hinab. Nur sie, weil sie Gott schuf aus Staub, nur sie wird der Verwesung Raub. OLD 2. Da, zur Unsterblichkeit: erlesen, schwingst dich empor zu Gottes Licht, und schaust. den Ursprung aller We 3 Mir hat Gott For. fungegeist gegeben, und Wünsche, die die Welt nicht fillt. Heil mir! Cie bür gen mir ein feben, wo sich des Höchsten Rath enthüllt. D Himmelsahnung ruft mir zu: unsterblich, freu dich, Mensch, bist du! In eigener Melodie. 267 sen von zu auferstehn wirst du mein Staub nach furzer Ruh; unsterblich Les ben wird, der dich schuf, dir geben! Halleluja! 2. Wieder aufzublühn, werd ich gesät. Der Herr der Aern te geht, und sammelt Gars ben uns ein, uns ein, die sicht; bewunderst deines Got tes Macht in jener Welten Bau und Pracht. 3. Dann, Seele, wirk du das verstehen, was hier. kein Sterblicher erklärt, was hier vollkommen einzusehen der Weiseste umsonst begehrt.. Dann täuscht dich Wahn und starben Halleluja! Irrthum nicht, und selbs 3. Tag des Danks, der Freudenthränen Tag, du meines Gottes Tag! Wann ich im Grabe genug ge schlummert habe, erweckst du michales: die Finsterniß wird Licht.. 4. Dann wirst du den, o den erblicken, den hier allein der Glaube siebt, den, der dich ewig zu beglücken, nach Gottes Rath am Kreuz vers schied. Dann jauchze, daß kein Wahn, fein Spott, dich hier getrennt von deinem Gott! 5. Wenn nun der Tag des Herrn erscheint. verläßt bein obinschaft Leib der Gräber Ruh. Zum 5. Ah, ins Allerheiligste zweitenmal mit dir vereint, führt mich mein Mittler dann wird eer unsterblich, so wie lebt sich im Heiligthume du D Seele, zittre länger zu feines Namens Ruhme! e nicht, daß deiner Hütte Bau Halleluja! den plisy zerbricht! Mel. 4. Wie den Träumenden wirds dann mir seyn. Mit Jefu geh ich einft zu seinen Freuden: Der müden Pil ger Leiden sind dann nicht mehr. 189 den Muth schon ein, in dem Tod getrost zu seyn! 205 7. Und wenn wir vom Kampsplaß nun zu den Tods ten Gottes gehen, wollst du mehr noch an uns thun, als wir bitten und verstehen. Auch für unsre Todesnacht riefft du einst: Es ist volls bracht! gaul Die Auferſtehunge 269 Wel. Jefus, meine Suversicht elig, Jefu sind, die nun schon im friedenvollen Gras be von des Lebens Arbeit ruhn, und sich Gottes größ. ter Gabe, eines ew'gen te bens freun, möchten wir es auch schon seyn! 2. Doch du willst, wir les ben noch mühsam hier in Pilgerbütten. Alle trugen Das Gericht. einst dies Joch, die des tes bens Kron' erstritten. End. In voriger Meloble. lich aber führt der Tod uns 270 mm mmer auch so, zu Gott! 3. Du, du selber lebtest hier vormals auch in Pilgers hütten. Noch unendlich mehr, als wir, hast du, Göttlicher, gelitten. Standhaft laß im Kampf mich stehn, stets auf dich, Vollender, sehn! fommt die Zeit, stündlich eil ich ihr entgegen, wo der Herr auch mir gebeut, meine Rechnung abzulegen. Dann wird Al les, Alles flar, wie ich leb te, wer ich war. adhe bi 4. Was ist diese Lebenes zet? Ach nur eine furze Stuns de gegen jene Ewigkeit. Aber an der furzen Stunde hängt ( dies präge tief uns ein) ew'ge Wonn und ew'ge Pein. 2. Selbst des Herzens filt len Rath wird der Richter offenbaren. Jedem wird für jede That dann Vergeltung widerfatren; wie er hier den Saamen streut, ärntet er in Ewigkeit. mi bi 5. Gib uns Weie heir, gib uns Kraft, diese Stunde wohl zu nützen, und beim Sdluß der Pilgerschaft wol. lest du uns unterstüßen! Paß auf dich uns freudig schaun, dein begehren, dir vertraun! 3. Dann verstummt der Thoren Spott, Frevler ste hen dann, und beben. Heis lig und gerecht ist Gott, and er sah ihr Sündenleben. Wer beschränkt des Richters Kraft, wenn er ruft zure Rechenschaft? Yang 6. Daß wir dein sind, nicht der Welt, daß du uns 4. Wer hier feine Beit vers wirst auferwecken, diefe träumt nur nach Sinnen Kraft der begren Welt laß freuden schmachtet, feines und wenn wir sterben, Geistes Wohl versäumt, Ment schmecken! Flöß uns jetzt schea quäler und verachtet, und i 190 Unsterblichkeit und Vergeltung. und sich reuvoll nicht bekehrt, durch deine Huld zur Selbsts fühlt sich dann der Strafe werth. 5. Nur ein weises from mes Herz darf nicht vor dem Richter zittern; nur den Christen wird fein Schmerz dort am Gnadenthron er. schüttern. Heilig war ibm seine Pflicht; es verdammt sein Herz ihn nicht. 6. Chriften, Christen, rich: tet nicht! Fast den Herrn das Urtheil fällen! Er bringt Al les einst ans Licht, wird einst jede Nacht erhellen. Lieber dulder, lieber weint, bis sein großer Tag erscheint! 7. Laßt uns nur gewissen, haft stets nach Gottes Willen handeln, eingedenk der Rechenschaft, fromm auch im Verborgnen wandeln, selbst die kleinste Sünde scheun, und Verehrer Jesu seyn! 271 Mel. Wer nur den lieben Gott enn ich auf Gottes We gen wanke, und straucheln will, so schrecke mich der herzerschütternde Gedanke: Gott richtet einst die Welt und dich! Er hats verfündigt, sein Gericht ist unausbleiblich, strauchle nicht! 12. Der Weg der Tugend, den ich lle, sei rauh und steil, wo führt er hin? Zum Him mel, wenn ich Gott gefalle, wenn ich getreu und stand haft bin, gestärft, o Gott, verläugnung, zur Geduld. 3. Oft will ich zu mir selber sagen: die Welt vergeht mit ihrer Lust! Wohl mir, bin ich bei allen Plagen nur fei nes Frevels mir bewußt! Es fommt, es fommt die Ewigkeit, die mich aus jeder Noth befreit. 4. Einst werd' ich Jesu Stimme hören: der du zu meiner Rechten bist, du warst gehorsam meinen Fehren; nimm hin, was dir berei tet ist! Komm' erbe meines Vaters Reich; sei selig und den Engeln gleich! 5. Solch eine Wonne wars tet meiner, wenn ich mit brü derlichem Sinn den nächsten lieb', und gern mich seiner erbarm', und Jesu ähnlich bin. Wie fönnt' ich hart und lieblos seyn? Betrübte sehn, und nicht erfreun? 6. Dort, dort trifft den, der ohn'Erbarmen nie mens schenfreundlich sich beweist, der, fühllos bei der Roth der Armen, Bedrängte nie ers quickt, noch speist, den Hungrigen sein Brod nicht bricht, ein unbarmherziges Gericht. 7. Fühllose, wird der Richter sagen, verschlossen habt ihr eure hand, verad tet eurer Brüder Klagen. Entweicht! Ich hab' euch nie erkannt! Für den, der Brüs der nicht erfreut, ist freu denleer die Ewigkeit! 8. Eo Das 8. So wirst du jede Sün de richten, gerechter Richter, wenn du einst den Uebertres tern ihrer Pflichten in deiner Majestät erscheinst. Dann wird der Fromme sich erfreun, dem Bösen Alles schrecklicy seyn. Gericht. 191 6. Fröhlich hör' ichs dann von dir: Komm, Gesegnes ter, zu mir! Nimm an mei. ner Wonne Theil! Dein ist nun mein ganzes Heil! 7. Und frohlockend preis ich dann; was du, Herr, an mir gethan; freue mit den Deinen mich deiner Güte ewiglich). 9. Gib mir, o Vater, Muth und Stärke, damit mein Glaube, dir getreu, geübt in jetem guten Werke, In eigener Melodie. bewährt und dir gefällig ſei; 273 Schon ist der ich Tag von mich ewig deiner, Gott, er bestimmt, da, wer auf Erden freun. wandelt, sein Loos aus Got tes Händen nimmt, nach dem er hier gehandelt. Er kommt, er fommt, des Mens schen Sohn; er fommt, und Wolken sind sein Thron, der Erde Kreis zu richten. Mel. Aus der Tiefe rufe ich 272 H err und Richter aller Welt, der auch mir mein Urtheil fällt, Jesu, nimm dich meiner an, daß ich einst bestehen fann! 2. Mache mich von Sün. deit frei, fest im Guten, dir getreu; so erschrickt, hältst du Gericht, vor dir meine Seele nicht. 3. Millionen preisen schon deine Hülfe, Gottes Sohn. O bereite audh an mir solche Lobgesänge dir! 4. Die dir folgen, führest du sicher deinem Himmel zu. Führ auch mich einst dahin ein, nur der Deine will ich seyn. 5. Folgen will ich deinem Wort; hilf mir gnädig das rin fort, bis mein Lauf, Herr Jesu Christ, selig hier vols lendet ist. 2. Hier, an dem Rand der Ewigkeit, versammeln sich die Schaaren, die seit dem ersten Tag der Zeit der Er de Bürger waren, nur dem Allwissenden bekannt, un zählbar, wie des Meeres Sand; hier stehn sie vor dem Richter. 3. Hier muß der falsche Wahn der Welt der Wahr heit unterliegen. Hier, wo das Recht die Waage hält, wird feine Sünde stegen. Hier ist zur Buße nicht mehr Frist, hier gilt nicht mehr Betrug und List; hier gilt fein falscher Zeuge. 4. Der Richter spricht; der Himmel schweigt, und alle Unsterblichkeit und Vergeltung. 192 alle Bölfer, hören erwar tungsvoll und tief gebeugt; Kommt, erbt das Reich der Ehren! Eo spricht er zu der frommen Schaar; zuter, die ihm nicht folgsam war: Hinweg von mir, Verbrecher! 5. Sie gehn verzweifelnd, jammern, flehn: Stürzt über uns zusammen, ihr Welten, fallt, daß wir vergehn, die wir uns selbst verdammen! Die Frommen aber stehn im Licht des Friedens, und ihr Angesicht strahlt seliges Ent zücken. 6 Frohleckend ziehn sie in das Reich), das Gott für sie bereitet, wo er sie, seinen En geln gleich, von Licht zu lichte leitet. Das Stückwerk wird Bollkommenheit; fein Kum mer, feine Traurigkeit stört ihre sel'gen Freuden. 7. Mein Heiland, laß mich dein Gericht oft und mit Ernst bedenken! Es stärke mich mit Suversicht, so oft mich Leiden fränken! Es reize mich, gewissenhaft und eingedent der Rechenschaft, 6. Zeigt sich erst die Ewigs nad) deinem Wort zu wans feit furchtbar in der Nähe, deln! dit nisl n, dann ist es nicht mehr Mel. Straf mich nicht in beinem 274 5 err, ich bin dein Herr Eigenthum; dein ist auch mein Leben! Mir zam Heil und dir zum Ruhm hast, du, mire gege ben! Väterlich führst du mich auf des Lebens Begen meis nem Ziel entgegen ud int 2. Einst fommst du mit großer Kraft zur Gericht auf Erden: dann soll ich zur Rechenschaft vorgefordert werden. Dein Gericht schod net nicht; Richter aller Wel ten, du, du wirst pergelten. 3. Weh dann mir in Ewig feit, wann ich deine Gabe, meine Kräfte, meine Zeit bier gemißbraucht habe Web. dann mir, bab ich hier sie nicht treu verwendet forg los sie verschwendet! 4. Möchte täglich dein( Se richt mir vor Augen schwe, ben! Möcht' ich mich, stets meiner Pflicht treu zu seyn, bestreben, daß ich nie thö rigt sie aus den Augen feße, nie sie fredh verlegendu 5. Fehre mich gewissenhaft meine Tage zählen einges denf der Rechenschaft, nur, was gut ist, wählen! Gib, daß ich ernstlich mich täglich und auch heute, darauf vers bereite! Zeit, daß ich Gnad' erflebe Wann der Tod schon mir droht, fann ich deinen Wils len, Herr, nicht mehr erfül len. dnmch nan 7. Mein Gewiffen firafe mich gleich bei jeder Sünde, daß ich, Mittler, bald burd) dich Gnade such und finde! Rufe Das Gericht. Rufe du dann mir zu bes serst du dein Leben, so ist dir vergeben.. 8. Einst am Lage des Ge richts werd ich mit den Frommen zu dem Anschaun deines Lichts gnädig aufges nommen. Wonnevoll, Jesu, soll dich im höhern Leben dann mein Dank erheben! Mel. Wann mein Stündlein 275 Gro wird des Sünders Elend seyn, unendlich schwer zu tragen! Ach, unter des Gewissens Pein wird seine Seele zagen, wann ihn, den nichts zur Buße weckt, der Tag des Weltgerichts erschreckt, zur Rechenschaft ihn fordert! 2. Verschwendet ist die Gnadenzeit! Wie viele seis ner Stunden sind in dem Dienst der Eitelfeit verge, bens ihm entschwunden! Er hat des Lebens Zweck verfehlt; o welche Reu' ergreift und quält zu spät nun seine Seele! 3. Wo bleibt nun jedes Erdengut, worauf fein Wunsch sich lentte? Wo bleibt der Stolz und Uebermuth, womit er Andre kränkte? Ge beugt ist jetzt sein tropig Herz, und jede Lust wird nun in Schmerz, und Pein und Qual verwandelt. 4. Nun- flucht ihm; wer des lasters Bahn, durch ihn verführt erwählte. Nun 193 flagen ihn die Seelen Seelen an, bie er aus Bosheit quätte, und jeder Schmerz, durch ihn ver mehrt, und jedes Glück, durch ihn gestört, tritt fürcht bar ihm vor Augen. 1051 10 5. Des Richters erfifte Stimme spricht: Weicht von mir, Uebelthäter! und in ihm sein Gewiffen ſpricht: Du bist ein Uebelthäter! Von Gott und Seligen verbannt, fühlt er, was er sonst nie empfand! Gerecht ser feine Strafe. 6. O Sünder, sichre Suns der, eilt, euch renvoll zu befehren! Laßt nicht, weil das Gericht verweilt, euchy durch den Wahn bethören: zur Beßrung sei noch immer Zeit, und fern sei noch die Ewigkeit, fern noch Gericht und Strafe! 31$ 3012 7. Sie kommt, ihr mögt, was Gott euch droht, bes zweifeln oder glauben. Wie leicht kann euch ein schneller Tod die Zeit zur Behrung rauben! Jetzt noch will Gott Erbarmer seyn, willeure Sünden noch verzeihn. D suchet seine Gnade! Das künftige Leben. In eigener Melodie. 276 Ate le Menschen misen ter ben ihre Herrlichkeit verblüht! Keinerns fann den Himmel erben, mer zuvor den Lod nicht sicht: n Staub Unsterblichkeit und Vergeltung. 194 Staub wird dieser Leib von Erde; doch, damit er himmlisch werde, wird er einst von Gott erneut, und er hält Unsterblichkeit. 2. Willig werd ich dieses Leben, wenn es deinem Rath gefällt, dir, mein Vater, wieder geben, gern verlassen diese Welt; denn nach diesem Erdenleiden warten meiner böhre Freuden. Ich, als Christ, ich fürchte nicht Grab und Tod und Weltgericht. 6. Möcht ich doch, sie zu empfangen, diese große Herrlichfeit, hier nur thun und nur verlangen, was im Tode hoch erfreut! Diese Hülle mag zerstäuben: denn mein Geist wird ewig bleiben. Mir ist Sterben ein Gewinn; denn ich geh zum Vater hin. 7. Welche Tröstung, dies zu wissen! Dieser großen Hoffnung voll, zag ich nicht in Kümmernissen, die ich hier noch dulden soll. Leicht und kurz sind diese Leiden; sie verwandeln sich in Freuden; wenn ich christlich sie ertrug, bis Gott spricht: es ist ge nug. 3. Nichts soll mir den Trost entreißen, er soll mir stets heilig seyn: Gott er, füllt, was er verheißen; seiner will ich stets mich freun. Mir macht nun der Tod nicht bange, weil durch Jesum ich Mel. Wann mein Stündlein erlange eine frohe Seligkeit, 277 Ein Pilgrimm bin wenn in der ich nüße 4. Dort bei ihm ist wahres Leben; Millionen stehen schon, ihren Retter zu ers beben, und erwarten ihren Lohn; hohe Himmelsgeister ringen, mitanbetend ihm zu fingen, der des Ruhms so würdig ist, dem Erlöser, Jesu Christ. 5. Vaterland verklärter Frommen! Heil, Unsterblich Feit und Rub; was kein Sterb. licher vernommen, Gottes Heil gewährest du! Freue denärnten schenkt Gott denen, welche hier gefä't mit Thräs nen; alle Thränen trocknet er; Sund' und Elend sind nicht mehr. und kurz sind meine Tage. So manche Noth, die mich befällt, reizt mich hier noch zur Klage. Doch, Vater, jene Ewigkeit versüßt mir meine Pilgrimszeit, und stärket mich im Leiden. 2. Jeßt, da die Sünde mich noch drückt, seufzt mei ne bange Seele. Wie bald ist nicht mein Herz berückt! Wer merkt, wie oft es fehle? Doch einst werd ich vollkoms men rein, ganz heilig und ganz selig seyn; dies tröstet meine Seele. 3. In stiller Nacht wein ich, o Herr, hinauf zu deis ner Höhe. Mein schwaches Herz Das fünftige Leben. 195 Herz seufzt freubenleer, wenn dann nicht mehr so einges ich den Morgen sehe. Ein schränkt als hier auf Erden Blick gen Himmel tröstet lebt und denkt. mich; denn meine Thränen stillen sich einst ganz in jenem Leben. 4. Wenn mich der Zukunft Schicksal schreckt, die Noth der fernen Tage, wenn sie in mir die Sorg' erweckt, ob ich sie auch ertrage: so stärke mich die Ewigkeit, daß bei dem Elend dieser Zeit mein Glaube nicht erliege. 5. Wenn einst, der jetzt noch ferne draut, der Tod mir näher winket; wenn nach der Arbeit dieser Zeit mein Haupt zum Schlummer sinket: so sterb ich froh; die Ewigkeit zeigt mir des Himmels Herrlichkeit, den großen Lohn der Treue. 6. Herr, diesen Trost, der mich erfreut, vermehr in meinem Herzen! Es stärke mich die Ewigkeit hier unter Müh' und Schmerzen! Ein ewig unvergänglich Heil er wartet mich und wird mein Theil, wenn ich am Ziele stehe. Mel. Wer nur den lieben Gott 278 8 ist noch eine Rub' vorhan den für jeden Gottergebnen Geist, wenn er sich dieses Körpers Banden nach Gots tes Willen einst entreißt, und 2. Zu dieser Ruhe werd ich kommen; und, Gott, wie selig bin ich dann! In deinen Himmel aufgenoms men, fang ich das begre leben an, wo nach der fast, die hier mich drückt, der Freuden Fülle mich erquickt. 3. Wie Mütter ihre Kine der trösten, so tröstet deine Freundlichkeit mich mit der Wonne der Erlösten nach wohl vollbrachter Uebungszeit; dann wird mir hell und offenbar, wie gut hier deine Führung war. 4. Da schweigen alle meis ne Klagen; da bringt mein froher Lobgesang dir selbst für dieses Lebens Plagen mit Froh jauchz ich dann: es ist nie gefühlter Regung Dank. vollbracht; der Herr hat Alles wohl gemacht! 5. Auf ewig trifft mich dann kein Leiden, kein Schmerz und keine Schwachs heit mehr, ich fühle dann die reinsten Freuden, gekrönt von dir mit Preis und Ehr'. Fest steht mein Glück, und Herr, dein Heil bleibt dann in Ewigkeit mein Theil. 6. Gott, laß mich das zu Herzen faffen, daß du den, der dich redlich liebt, nicht stets willst in der Unruh las sen, die dieses Leben noch umgibt! Dies flöße Kraft N 2 und Unsterblichkeit und Vergeltung. 196 und Muth mir ein, dir auch im Leiden treu zu seyn! 7. Mein Heiland, der du selbst auf Erden der Leiden Joch getragen hast! will ich des Lebens müde werden, und fühl ich dieser Tage last: so stärke mächtig meinen Geist, daß er dem Unmuth sich entreißt. 8. Bib, daß in Hoffnung jener Ruhe, die einst der Frommen Erbtheil ist, ich gern des Vaters Willen thue, wie du darin mein Vorbild bist: so lohnt nach dieser Prüfungszeit mir einst vollkommne Seligkeit. Mel. Beuch ein zu deinen Thoren 279 Jeben und eis gch hoff ein ew'ges der ne Seligkeit, die einst Herr wird geben dem, der in dieser Zeit gern seinen Willen that, der sich schon hier auf Erden, vollkomme ner zu werden, mit Ernst bemühet bai, 2. Die Tugend fohnt mit Freuden; doch fämpft sie hier noch oft mit unverdien. ten leiden; das Glück, das sie gehofft, umwölft der Haß der Welt: dort aber wird sie slegen, dort ärntet sie Ver gnügen, wo sie den Preis 516 EN 1510mis erhält. 3. Dem Laser folget Schane de. 3war geht es oft um her im glänzenden Gewande, getrönt mit Rühm und Ehr'; £ 30 doch wird den Bösewicht ge wiß ein Tag mit Schrecken aus seinem Taumel wecken: dem Tag entflieht er nicht! 4. Ich hoff ein ew'ges les ben! Kann meine Seele hier. sich schon zu Gott erheben, wünscht sie sich mit Begier des Daseyns stets zu freun: so wird auch unsern Seelen ihr heißer Wunsch nicht fehlen, unsterblich dort zu seyn. 5. Dies tröstet mich in Tagen der Widerwärtigkeit. Jch darf nicht trostios flas gen, und fann nun ohne Neid den Nächsten glücklich fehn. Gott leitet und regies ret mein Schicksal; wie ers führet, dient mirs zum Wohl ergebu. 6. Bei Reizungen zu Sünden gibt diese Hoffnung Kraft und Muth, zu überwinden die böse Leidenschaft. Ift auch die Mühe groß, so werd ich dennoch siegen, und gött, liches Vergnügen ist nach dem Kampf mein koos. 7. Wie ruhig kann ich sterIch fürchte nicht den ben! Tod. Die Seligkeit zu er ben, eilt dann mein Geist zu Gott, der ihn zum Leben schuf. Dort wird von beßs ren Freuden der Tod mich nicht mehr scheiden. Wie groß ist mein Beruf! 8. Laß mich ihm würdig wandeln, o Herr der Ewigfeit! Laß immer recht mich handeln in dieser Prüfungszeit Daß fünftige Leben. 197 zeit! Nach diesem furzen mens hoher Ruhm von laus Lauf wird ewig sel'ges Leben ter frohen frohen Zungen. Da 239 mir bort bei dir gegeben; strahlt die Herrlichkeit des mich nimmt der Himmel auf! Herrn; ea schaut man sie nicht mehr von fern; da wird sle neu befungen. Heller, schneller, als hienieden, ohn' Ermüden sehen wir droben, Gott, wie hoch du bist zu loben. 5. Mit höhrer Liebe lieben wir dich, Vater, dann und dienen dir mit reinerem Ges müthe. Nichts stört den Frieden unsrer Brust und unfre tausendfache Luft an deiner großen Güte. Kein Neid, fein Streit hemmt die Triebe diefer Fiebe unter Sees len, die dann weiter nicht mehr fehlen. 6. Gott, welche Schaar ist dort vereint! Die Frome men, die ich hier beweint, die find' ich droben wieder. Dort fammelt deine Bater hand, die deine Liebe hier verband, Herr, alle deine Glieder. Ewig werd ich frei von Mängeln, mit den Engeln mir zum Segen, da die reinste Freundschaft pflegen. In eigener Melodie. 280 Min ganger Geist, Gott, wird entzückt, wenn er hin auf zum Himmel blickt, da hin dein Rath und leitet: wo deine milde Baterhand aus neuen Wundern wird er Fannt, die du daselbst verbreitet. Mächtig fühl ich mich getrieben, dich zu lieben, der zum Leben, das dort ist, mich will erheben. 2. Was sind die Freuden dieser Zeit, Herr, gegen jene Herrlichkeit, die dort bei dir zu finden? Du stellst uns hier auf Erden zwar viel Wunder deiner Güte dar, daß wir sie froh empfinden, doch hier sind wir bei den Freuden noch mit Leiden stets umgeben Dort nur ist vollkommnes Leben. 3. Kein Tod ist da mehr und fein Grab. Dort trock, nest du die Thränen ab von deiner Kinder Wangen; da ist kein Leid mehr, kein Ges schrei; denn du, o Herr, Mel. Wer nur den lieben Gott machſt Alles neu: das Alte 281 Nach einer Prü vergangen. Hinfort sind dort für Gerechte, deine Knechte, feine Plagen mehr zur Prüfung zu ertragen. fung Fürzer Tage erwartet uns die Ewig feit. Dort, dort verwants delt sich die Klage in göttliche Zufriedenheit. Hier übt die Tugend ihren Fleiß, 4. In deinem höhern Hei ligthum schallt deines Na, und 198 Unsterblichkeit und Vergeltung. und jene Welt reicht ihr den winn stets auf Gewinn mich Preis. fühlen, daß ich ewig bin. 2. Wahr ist's, der From. me schmeckt auf Erden schon manchen sel'gen Augenblick; doch alle Freuden, die ihm werden, sind ihm ein unvoll fommnes Glück. Er bleibt ein Mensch, und seine Ruh' nimmt in der Seele ab und zu. 7. Da werd' ich das im Licht erkennen, was ich auf Erden dunkel sah; das wunderbar und heilig nennen, was unerforschlich hier ges છે schah; da denkt mein Geist mit Preis und Dank die Schickung im Zusammenhang. 3. Bald stören ihn des Körpers Schmerzen, bald das Geräusch der eitlen Welt; bald kämpft in seinem eignen Herzen ein Feind, der 8. Da werd' ich zu dem Throne dringen, wo Gott, mein Heil sich offenbart; ein Heilig, Heilig, Heilig! sin gen dem Lamme, das erwürs öfter siegt, als fällt; bald get ward, und Cherubin sinkt er durch des Nächsten Schuld in Kummer und in Ungeduld. und Seraphim und alle Himmel jauchzen ihm. 4. Hier, wo die Tugend öfters leidet, das Laster öf ters glücklich ist; wo man den Glücklichen beneidet, und den Bekümmerten vergißt: hier kann der Mensch nie frei von Pein, nie frei von eigs ner Schwachheit seyn. 5. Hier such' ichs nur; dort werd' ich's finden; dort werd' ich, heilig und verflärt, der Tugend ganzen Werth em, pfinden, den unaussprechlich großen Werth: den Gott der Liebe werd' ich sehn, ihn lies ben, ewig ihn erhöhn. ! 9. Da werd' ich in der Engel Schaaren mich ihnen gleich und heilig sehn, das nie gestörte Glück erfahren, mit Frommen stets fromm umzugebn; da wird durch jeden Augenblick ihr Heil mein Heil, mein Glück ihr Glück. 10. Da werd' ich dem den Dank bezahlen, der Gottes Weg mich gehen hieß, und ihn zu Millionenmalen noch segnen, daß er mir ihn wies; da find' ich in des Höchsten Hand den Freund, den ich auf Erden fand. 6. Da wird der Vorsicht heil'ger Wille mein Will' und meine Wohlfahrt sein, und lieblich Wesen, Heil die Fül. le, am Throne Gottes mich erfreun. Dann läßt Ge du! Gott, wie muß dies 11. Da ruft, o möchte Gott es geben! vielleicht auch mir ein Sel'ger zu: Heil ſei dir! denn du hast mein Le ben, die Seele mir gerettet, Das künftige Leben. $ 199 Glück erfreun, der Retter Pren Seelen offenbaren, wie einer Seele seyn. du bist. Keine Wonne wird uns fehlen da, wo Alles Wonne ist. Zu vollkomm nen Seligkeiten wird uns bort der Mittler leiten, der uns dieses Heil erwarb, als am Kreuz er für uns starb. 5. Da wird deiner Frommen Menge Ein Herz, Eine Seele seyn, Dienst und Danf und Lobgesänge dir, erhabner Gott, zu weihn, dir und dem, der selbst sein Leben willig für uns hingegeben. mit ihm, unserm größten Freund, sind wir ewig dann vereint. 12. Was seid ihr Leiden dieser Erden doch gegen jene Herrlichkeit, die offen. bart an uns soll werden! von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wie nichts, wie gar nichts gegen sie, ist doch ein Aus genblick voll Müh'! Ulusal 30 Mel. Alle Menschen müssen sterb. wie 282 D unaus fprechlich se lig werden wir im Himmel seyn! Da, da ärnten wir unzählig unsers Glaubens Früchte ein; da wird ohne Leid und Zähren, unser Le ben ewig währen. Gott, zu welcher Geligkeit führst du uns durch diese Zeit! 2. Hier ist zwar, was du den Frommen dort für Glück bereitet hast, noch in Keines Herz gekommen. Welcher Mensch auf Erden faßt dei nes Himmels große Freus den. Doch nach dieses Les bens Leiden werden Alle, die dir trauen, mehr nochy, als sie hoffen, schaun. 3. Neue Wunder deiner Güte werden da ihr Glück er höhn. Mit erstaunendem Ge müthe wird dann unser Auge sehn, deine Huld sei über schwenglich und die Wohls fahrt unvergänglich, die dem, der dich redlich liebt, deine Baterhand dort giebt, 4. Dann wirst du dich un. 6. D, wer sollte sich nicht sehnen, aufgelöst und da zu seyn, wo nach ausgeweins ten Thränen ew'ge Güter uns erfreun, wo sich unser Kampf in Palmen, unfer Klagelied in Psalmer, unfre Angst in Lust verkehrt, tie forthin kein Kummer stöt! 7. Was ist unser Leve a f Erden? Obs auch noch fo köstlich fei, ists doch nie ganz. von Beschwerden, Sorgen, Furcht und Kummer frei. Schnell folgt hier auf Luft oft Weinen: dort nur wird die Zeit erscheinen, wo kein Wechsel mehr uns beugt, wo das Glück beständig steigt. 8. Sei, o Seele, hoch erfreuet über das erhabne Glück, das dir einst dein Gott verleihet! Richte deines. Glaubens Blick oft nach jes ney 200 ner Stadt der Frommen, mit dem Ernst, dahin zu kommen! Trachte, weil du hier noch bist, nur nach dem, was droben ist! 9. Ohne Heiligung wird Reiner, Herr, in deinen Himmel gehn; o so mache immer reiner hier mein Herz, dich, einst zu sehn! Hilf, o Bater, meiner Seele, daß Mel. Der unfre Menschheit fie nicht den Weg verfehle, 284 Unsterblichkeit! der wo man ewig dir lobsingt! Unsterblichkeit und Vergeltung. feit! Gedanke, der das Herz erfreut, den Geist zu Gott erhebet, der Trost für alle Mel. Schon ift ber Tag von Gott 283 inst, freuet euch, Schmerzen schafft, mit hos einst reift die Saat zum Tag der frohen Garben. Nicht hier wird jede gute That der Edlen, welche starben, belohnt mit voller Seligkeit; drum hofft mein Geist Unsterblichkeit, ein Leben ohne Ende. hem Muth, mit Gotteskraft zum Todeskampf belebet! Fühlt des Gedankens Selig, feit; denkt Menschen, daß ihr ewig seid! 2. O Glaube, der das Herz erhebt, du, Gott, schufft unfre Seele; du, der erhält, was ist und lebt, erhältst auch unsre Seele; zum steten Wirken schufst du fie. Heil uns! Darum vers geht sie nie; sie lebt für Ewigkeiten. 4. Nach diesem Glück der Ewigkeit laßt uns mit Eifer ringen; laßt, Christen, uns in dieser Zeit treu unsre Pflicht vollbringen! Belohnt wird einst der Tugend Müh', ein guter Gott belohnet fie in jenem beßren Leben! 3. Nun können wir hier in der Zeit voll froher Hoff nung leben! Gott wird die größte Seligkeit dem Zus gendfreunde geben, der das, was ihm die Pflicht gebot, mit reinem Herzen bis zum Tod tren suchte zu erfüllen. 2. Sei's, daß der Erde Bau zerbricht, erlösche einst der Sonne Licht: wir, mehr als Erd und Sonne, wir les ben für die Ewigkeit! Schon in des Daseyns erster Zeit fühlt dies das Herz mit Won ne; und seine Würde fühlt der Geist, der ewig seinen Schöpfer preist. 3. Gott, dir sei Dank! Gott, dir sei Dank! Nun mischt sich in den Schmerzge, fang an unsrer Brüder Gras be der Ewigkeit Triumphlied ein. Nur unser sterbliches Bebein wird, Erde, deine Gabe. Hoch schwingt sich, wenn die Hülle fällt, der Geist empor zu jener Welt. 4. Gott Das fünftige Leben. 201 4. Gott, bir fei Dank! Ewigkeiten. Verwandelt ist Gott, dir sei Dank! und unser würd'ger Lobgefang sei hier ein heil'ges Leben! Gott, heiligster! wir weihn uns dir; nach Jesu Beispiel wollen wir mit eifrigstem Bestreben der Tugend edlen Saamen streun; dort wird die Nernte uns erfreun. in Glück mein Leid; und in Triumph mein Streiten. Und diese hohe Seligkeit hat nie ein End', ist ohne Zeit; fein Tod ist mehr, fein Weis nen. 36 TRO M 5. Dann heb ich meine Händ empor, und falle jauchzend nieder und stimme mit der Engel Chor in frohe Jubellieder; und uns f'ren hohen Lobgefang, voll Halleluja, Preis und Dank, hallt jeder Himmel wieder. Mel. Schon ift ber Tag von Gott 285 W enn oft zu je ner Seligkeit mein Geist empor sich schwin. get und über sie schon hier erfreut, dem Herrn ein fob. Mel. Mein ganzer Geist, Gott lied singet: dann fühl ich 286 Wie fren ich mich mich hier nur als Wonnezeit, wenn bald der Herr der Herrlichkeit mir winket, heimzugehen! Gedanke, wie entzückest du; Gott läßt des letzten Abends Rub' mich in der Nähe sehen! Tröstlich, föstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu bes leben! 2. Drum, o mein Geist, ermanne dich! Nimm deine fast, und gürte did) zum letzten Wallfahrtstage! Bald legst du deinen Pilgerstab, legst deine fast auf ewig ab, mir aller ihrer Plage. Bange, lange Pilgerstunden sind verschwunden; allen Kummer tilgt ein süßer Abendschtummer indi on 4. An Kenntniß und an 3. Und wenn nach einer Herrlichkeit mache ich durch kurzen Rast du, Müder! ausgen leicht wird dieses Lebens fast, die sonst so oft ermüdet. 2. So kann auch hier schon selig seyn, wer sich im Gu ren übet; auf Erden schon darf der sich freun, der Gott und Tugend liebet. Vor schmack jener Himmelslust, entflamme doch in meiner Brust den Trieb zu jeder Tugend. 3. Dort, Gott, belohnst du mein Vertrauen vor dei nem Angesichte; führst mich vom Glauben hin zum Schaun, vom Dunket hin zum Lichte. Dich preif ich dann und deinen Sohn, der mich des Himmels Vor schmack schon im Glauben läßt genießen. hand Unsterblichkeit und Vergeltung. geschlummert haft, weckt dich deine Seligkeit wanft nimein schönrer Morgen. Dann mer. schreckt dich Finsterniß nicht 7. Wie freu ich mich der mehr, tein banger Traum Wonnezeit, wenn bald der schwebt um dich her, dich Herr der Herrlichkeit mir beugen feine Sorgen. Eine winket, beimzugehen! Ges reine Frühlingswonne strömt danfe, wie entzückest du: die Sonne bort herunter, lächelt ewig, geht nie unter. Gott läßt des letzten Abends Ruh' mich in der Nähe sehen! Tröstlich, föstlich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, ihre Hoffnung neu beleben! 4. Dann kämpfst du nicht mit Krankheit mehr, siehst hinter dir der Schmerzen Heer, fennst feine Roth, fein Leiben, mit neuer Kraft, mit neuem Sinn eilst du von Welt zu Welten bin, trinkft ständlich neue Freuden. Reiner, feiner fühlst du immer; wechselst nimmer im Gemüthe; dein Genuß ist ew'ger Friede. 8. Nun trag ich meiner Bürde kast, die du mir, Gott, gegeben hast, froh bis zur Wallfahrt Ende. War sie sonst schwer, jetzt ist sie leicht; denn, meine schönste Hoffnung reicht mir lächelnd ibre Hände. Tröstlich, köst, lich, Wort vom Frieden! kannst du Müden Labung geben, sie mit Himmels kraft beleben! 5. Dort schielet nicht mit gift'gem Blick die Mißgunst nach der Geister Glück; dort flicht der Neid nie Netze; die Rache gräbt dir da kein Grab, fein Stolzer drückt Mel. Sey Lob und Ehr dem auf dich herab; dort fliehlt 287 Der er Freuden Quell ist, Gott, bei kein Geiz dir Schäße. Droben toben feine Feinde: En gel, Freunde, Brüder üben ewig sich mit dir im Sieben. ch 6. Hier nähret oft zu seis nem Schmerz, statt eines Freunds, das traute Herz die Natter in dem Schooße; oft welft in einem Augens blick sein treuster Freund, mit ihm sein Glück, gleich eis ner Frühlingsrole. Drüben lieben deine Werthen, die Berklärten, dich auf immer, 202 dir; dort in dem böhern Le ben wird deine Baterhuld auch mir in vollem Maaße geben, was mich mit reiner Luft erfüllt, was meiner Sees le Sehnsucht stillt, und sich ohn' Ende mehret. 2. Dich lern ich dann in hellerm Licht, in deiner Grö ße fennen, und mit voll kommner Zuversicht dich meis nen Vater nennen. Mit ho her Freude bet ich dann auf ewig Das künftige Leben. 203 ewig deine Güte an, die Brust mein ganzes Herz voll mich zum Himmel führte. Lieb und Luft, die ich mit ihnen theile. 3. Wenn meir erhöhter Geist da siebt, wo er hier still vertrauet, wenn er dein unumschränkt Gebiet weit heller überschauet; Gott, welde Wonne ist dann mein! wie werd' ich deiner da mich freun! wie selig da mich fühlen! 8. Ja, ewig ist, mein Gott, bei dir der Freuden reinste Quelle! Sie fließet täglich und bleibt mir- stets unversiegt und helle. Mein Glück währt da in Ewigkeit; nichts fehlt ihm an Vollkommenbeit. Herr, hilf es mir erreichen. 4. Noch größre Werke seh' ich dann von deiner Vatergüte, als ich auf Erden sehen Mel. Schon ist der Tag von Gott kann und mein entzückt Ge, 288 Vergelten wirst du müthe verliert voll und denen, Gott, die hier die Tugend übten, doch auch bestrafen nach dem Tod, die stets das faster liebten. Bergebens ist dann ihr Bemühn, sich und dir, Richter, zu entfliehn und deiner heil'gen Ordnung. 2. D schrecklich wird es für sie seyn, sich selbst dann anzuflagen, die Leiden alle, jede Pein, durch eigne Schuld zu tragen, die sie verführten, selbst zu sehn, wie sie umsonst Erbarmung flehn, und ihrem Beispiel fluchen. Freude sich in deiner Herrlichkeit, die ich im vollen Glanz erblickte. 5. Da werd' ich deinen heil'gen Rath noch mehr, als hier, verstehen, dir danken, daß du mich den Pfad der Tugend hießest gehen, und selbst durch Leiden dieser Zeit mich zu dem Glück der Ewigkeit so väterlich bes reitet. 6. In höherer Vollkom, menheit werd' ich dann, Gott, dich lieben, und was dein Wille mir gebeut, mit fro hem Herzen üben. O welche Quelle reiner Lust, sich feis ner Sünde mehr bewußt, in Allem richtig handeln! 7. Mit allen Bürgern je ner Welt werd ich dich dann erheben, werd ich dort, ih, nen zugesellt, in reinster Freundschaft leben. schlägt dann froh in meiner 3. Weh' dem, der nun ein höh'res Glück als wirfs lich vor sich siehet, und doch bemerkt, wie es zurück vor ihm Unwürd'gen chet, wie Sinnenluft im Tod zerfloß, und Freuden, die er hier genoß, er nun vergebens heischer! 4. Welch' Elend, sich so weit vom Ziel mit dem Bes wußte 204 Unsterblichkeit und Vergeltung. wußtseyn sehen: Auch dir Mel. Gottlob, ein Schritt zur ollendet freudig gab Gott der Mittel viel, 289 Vollen zum Heile einzugehen; und euren Pfad, boch selbst feines Trostes bleibt, Christen! Gott er Spur, des innern Richters Stimme nur zu steter Qual zu hören! donde überdies geben; einst wird vergoften jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret wonnevoll des Richters; denn wer glaubt, der foll Gott nicht als Richter fürchten. 5. Verbunden zu seyn mit vielen lasterhafs ten, die nur an Bosheit sich erfreun und Wuth der Lei denschaften, und gegenseitig sich zur fast, weil jeder nur den andern haßt, zur ew' gen Marter werden. 6. Und wer in dieser Pei dennacht sein Unglück ganz empfindet, vom Lasterschlafe nun erwacht, und sich doch fraftlos findet zum Streben nach Vollkommmenheit: 0, Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle! 7. Das ist das Feuer, wels ches brennt im Innersten des Herzens; das sind Gefühle, die nur kennt der Jammer sohn des Schmerzes! O Vater, Vater, welch ein Bild! wenn sich's so jammervoll vergilt; von unsrer Pflicht zu weichen. 8. Was könnt' uns also eine Welt mit ihrem Reichs thum nüßen, wenn wir nicht das, was dir gefällt, der Tugend Schaß, besitzen? Nur fie wäbrt ewig, sie beglückt! D. hilf mir, Gott, daß sie mich schmückt und schützt vor folchem Elend. 2. Die stillste That, der Pflicht geweiht, wird Gott einst offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. O weld) ein Ruhm, den sie gewinnt! Selbst heilige Gedanken sind beſtimmt, belohnt zu werden. 3. Wen keine Wollust, wen kein Geiz, kein eitles fob bes thörte: wer, selbst bei aller Lüfte Reiz, die Stimme Got tes ehrte, wer strebte, mäßig, feusch und rein, demüthig, fanft und mild zu seyn, den wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der Geringsten sich erbarmte, was ihn drückte, ihm tragen half und brüderlich die Leidenden erquickte, daß fiebet der Gerechte an, als hätt' er solches ihm ge than; und er wills ihm vers gelten. 5. Laßt, Christen! tugendhaft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns Gott Vergelter seyn und ew's ge Wonne geben; dort reift die hier gestreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmlischem Entzücken. Zweite Zweite Abtheilung. Lieder über litin 205 die christlichen Lebenspflichten. Gesinnung und Verhalten des Christen im Allgemeinen. 290 W fennt, ver, Mel. Schon ist der Tag von Gott ten Flehen, als Menschener Jesum freund, erbarmend an, fann ihn nicht leiden sehen, eilt ihn zu retten und erquickt den, den die last der Sørgen drückt, durch seines Wohlthuns Segen. ehrt, und liebt, mit Ernst die Sünde scheuet, wer in der Frömmigkeit sich übt, und sich der Tugend frenet, nie seines Daseyns Zwed vergißt, nur der wird als ein wahrer Christ stets denken, leben, handeln. 2. Gott ist es, den er findlich ehrt; bekannt mit seinem Willen, sucht er als Chrift, von ihm belehrt, ihn treulich zu erfüllen; liebt jede Vorschrift, jede Pflicht, und unterwirft mit Zuversicht sich ihm, dem Menschenvater. 3. Wie edel ist des Chriften Herz, wie liebreid) ge. gen Brüder! Er theilt mit ihnen ihren Schmerz; und freuet sich auch wieder, wenn ihnen auf des Kummers Nacht ein heitrer Tag der Freude lacht und ihre Klagen schweigen. 4. Er dienet ihnen, wo er fann, hört des Bedräng5. Er betet, und er betet gern, weil ihn sein Herz dies lehret, und weil er Gott, der Welten Herrn, als Vater fromm verehret, entfernt von aller Heuchelei, vom Bahn des Aberglaubens frei, mit Andacht und mit Eifer. 6. Er freut sich der Ges legenheit, den Vortrag heil's ger Lehren, und jede Pflicht, die Gott gebeut, auch öffent lich zu hören. Der Brüder Andacht reizet ihn, sich der Zerstreuung zu entziehn, im Guten sich zu stärken. 7. Gott, laß mich jede Christenpflicht mit frommem Eifer üben! Aus Wahn und Leichtsinn laß mich nicht den Schein der Tugend lieben! Laß, deines Beifalls mich zu freun, 206 Gesinnung und Verhalten des Christen freun, laß meine Pflicht mir heilig sein; als Christ stets denken, handeln! 7. Er lenkt mit Liebe, was Mel. Erschienen ist der herrlich Z. er schuf, und dir ertönt der sanfte Ruf: o siehe, wie 291 Empfinde deinen dein Gott regiert, und Alles, Alles und versäumt. hohen Werth; Gott selbst, o Mensch, hat dich geehrt, hat mit Verstand dich ausgeschmückt, und über Staub empor gerückt. Ver giß es nie! 2. Du schmähest, was dein Gott dir gab, du würdigst dich zum Thier herab, wenn deines Lebens furze Zeit in Thorheit dir und Eitelkeit vorüberflieht. 3. Gebrauchen sollst du den Verstand. Nur darum gab ihn Gottes Hand. Du sollst ihn tren der Wahrheit weihn, ihn bilden, und ihm Licht verleihn, so viel du fannst. 4. O sieh umher, wie roh, wie blind noch viele deiner Brüder sind! Ihr Geist um hüllt von dunkler Nacht, ist immer noch nicht aufgewacht. Bedaure fie! 5. Entreiße dich der Dunfelheit! Erwache Sohn der Ewigkeit, und strebe mit ents zücktem Sinn zum hohen Ziel der Weisheit hin! Das fordert Gott! 6. Die tausend Wunder in der Welt hat er umsonst nicht aufgestellt. Mit Frohs gefühl sollst du sie sehn, und ihres Schöpfers Ruhm ers höhn und dankbar seyn. 1 8. Bedenke, was die Menschheit ehrt und reine Freuden ihr gewährt! Ers hebe deines Geistes Blick vom wandelbaren Erdenglück zum höchsten Gut! 9. Dich selbst, dein Stre ben, deine Kraft erforsche stets gewissenhaft, und lerne schnödem Wahn entflohn, von Jesu die Religion, die dich verklärt. 10. Sa, sei ein Christ, ein wahrer Christ; dann sies hest du, was Weisheit ist, dann stürzet des Unglaubens Reich, dann schwingt dein Geist sich, Engeln gleich, zum Licht empor. 11. Weisheit Jesu, leite mich! Ich bin ein Christ und liebe dich. Ich fühle sie, die rege Kraft, die Goit in meis ner Seele schafft, dir treu zu seyn. 12. Mag jeder Reiz der Welt verblühn, und meines Lebens Hauch entfliehn; o Weisheit, du wirst mich er freun und meines Geistes Zierde seyn in Ewigkeit. Mel. im Allgemeinen. 207 Mel. Meinen Jesus laß ich nicht dessen Früchte beweisen, daß 292 F er Gott gefällt, und einst von seinem Angesichte der Tu gend hohen Preis erhält? erne sei der Irr thum, fern, daß auch diese Christen wären, welche Jesum zwar als Herrn wohl mit ihrem Munde ehren, aber ihm nicht gleich gesinnt, nicht der Tu gend Freunde find! 2. Ferne sei von uns der Wahn: sich mit dem allein zu trösten, was einst Jefus hat gethan, einen Christen und Erlösten sich zu nennen, wenn man nicht treu erfüllt des Christen Pflicht! 3. Schände nie, wer Jefum fennt, Jefum durch ein Sündenleben! Wer den Götts lichen bekennt, der muß sich auch ernst bestreben, stets zu wandeln auf der Bahn, wo uns Jesus, ging voran. 4. Gott, ergreife meinen Geist, daß kein unfruchtbas rer Glaube, der dich nur durch Worte preist, mir den frommen Eifer raube, Christ durch Werk und That zu seyn, jedes Unrecht stets zu scheun! 5. Was wir säen, ärnten wir. Reicher Segen wird gegeben dem, der treulich fa'te hier für das fünft ge begre Leben. Laß mich reich lich Saamen streun, und mich dort der Aernte freun! 2. Der, der durch seines Geistes Triebe zu allem Gu ten stch entschließt, und Gott aus Dankbarkeit und Liebe gehorsam und ihm ähnlich ist; 3. Der, der vor Gott unsträflich wandelt, nichts lieber thut, als seine Pflicht; der heilig denkt und heilig handelt und gern die Wahrs heit sucht und spricht, 4. Der alle Menschen herzlich liebt, gerecht, ges lind, voll Redlichkeit und mild ist, keinen je betrüber, und, Andre zu erfreun, sich freut; 5. Der gern verzeiht dem, der ihn schmähet, an Feinden auch das Gute schäßt, nicht fästert und nicht stolz sich blähet und seinen Nächsten nie verletzt; 6. Der die Verehrer Gots tes ebret, und thut, wie sie, roas Gott gefällt; der, was er feinem Nächsten schwöret, und schwür' er sich zum Schas den, hält; 7. Der nie, zum Troße der Gefeße, auf ungerechten Wucher leiht, und durch ges redt erworbne Schäße der In eigener Melodie. 293 Wer hat den Armen trauernd Herz ers Glauben, freut; 8. Der 208 Gesinnung und Verhalten des Christen. manom i towarded 38 Der, die Bedrängten mir nüget, gabst du mir; und die Armen erquickt, in Schuß die Unschuld nimmt: der finder auch bei Gott Er barmen dem ist des Glau. bens Preis bestimmt. OK 110043 aber, ad wie bankt' ich dir? O wie hab ich so vermessen deines Wohlthuns 3weck vergessen! 9. Der, der im Glücke itete bescheiden, in Trübsal tets geduldig ist, der, Gott! erbt deines Himmels Freudeu: der ist dein Kind, der ist ein Chrift! s tim adsprak Mel. Frea bich sehr, o meine sind denk' 2945 öchster si hic ich an die Gü ste, die du mir bisher erzeugt, 19 min wird mein ganz Gemüstheu der tiefsten Schaam gebeugt, daß ich dich gering geschäßt, häufig dein Gebot verleßt, und dich, der mich fo geliebet, mit Ver gehungen betrüber. dô đồ tổ Alle meine Seelenkräfe meine Glieder sind ja dein, und sie sollten zum Geschäfte deines Dienstes fer, tig sein; doch hab' ich der Eireffeit unbedachtsam sie geweiht; ja zum schnöden Dienst der Sünden ließ ich mich oft willig finden. 3. Deine Huld war jeden Morgen über mir, o Vater, neu. Bon wie manchen fchweren Sorgen machtest du das Herz mir frei! Was 4. Bei so bellem Licht der Gnaden sollt id ja bie Sünde fliehn, und um Rets tung von dem Schaden meis ner Seele mich bemühn. Deine Güte löchte mich oft zur Buße, aber id floh vor ihrem fauften Pocken uchte mich selbst zu verstocken. 5. Ich erkenne meine Sün den, beuge mich, mein Gott, vor dir. Laß mich bei dir Gnade finden; neige, Herr, dein Ohr zu mir! Ach, vers gib, was ich gethan! Nimm mich doch erbarmend an! Führe mich vom Sünden pfade schnell zurück durch deine Gnade!! Ung an id di dil 6. Dir ergeb' ich mich aufs Neue. Gib, baß mein ges beugter Geist deiner Vater huld sich frene, die dein tros stend Wort verheißt! Was dein Sohn auch mir erwarb, als er für die Sünder Barb, Fried und Freude im Ges mifen, ady, bag Tag auch mich genießen d 301003 mán 7. Starte felbst in meiner Seele den Entschluß, mich dir zu weihn; gib, daß mir's an Kraft nie fehle, folgfam deis im Allgemeinen. 209 យុ លើស deinem Wort zu seyn! Stehe 5. Gebraucht' ich meinen mir stets mächtig bei: mache du mich selbst getreu! Dich ju lieben, dir zu leben, sei mein ernstlichstes Bestreben! Geist mit allen seinen Kräfs ten zu meiner Brüder Wohl, zu müglichen Geschäften? Hab ich für meinen Leib mit Weisheit stets gewacht, unb feine böse Lust genährt und Mel. O Gott, bu frommer Gott 295 Gott, du erfor angefacht? schest mich; dir kann ich nichts verhehlen; du siehest jede That, fennst jeden Rath der Seelen. Ich flehe, Herr, zu dir; erhöre huldvoll mich; entdecke mir mein Herz, denn ach, oft täuscht es sich. 2. Jch bin ein Chrift, o Gott, getauft auf deinen Namen. Erfüllt ich jede Pflicht des Christenthums und kamen die Werke, die ich that, aus Frömmigkeit und Pflicht? Bin ich ein Heuchs ler nur, so ehr ich Christum nicht. 3. Hab ich dich, Gott, geliebt, und durch ein weises Leben der Tugend mich ge weiht, mein Herz dir ganz ergeben? Hat mich dein Unterricht gebesfert und erfreut? War ich, was er befiehlt, auch stets zu thun bereit? 4. Dankt' ich dir für mein Glück, für jebe meiner Freuden? Bertraut' ich standhaft dir in Kummer, Noth und Leiden? Bar ich beim Reiz der Welt auf's Ewige be dacht? Und hab ich jeden Tag, so wie ich soll, vollbracht? 6. Hab ich die, welche du zur Aufsicht mir vertrauet, durch eignes Beispiel gern ge. bessert und erbauet? Sorg't ich stets für ihr Wohl und ihre Seligkeit, und straft' ich ihr Vergehn mit Ernst und Freundlichkeit? 7. Blieb ich der Wahrheit treu? war ich voll Menschens liebe, und regten sich in mir des Mitleids eble Triebe? Brach ich dem Hungrigen mit Freudigkeit mein Brod? Half ich durch Rath und That Bedrängten aus der Noth? 8. Bar ich der Unschuld Trost, und hab ich sie vers theidigt? hab ich durch Härs te nie den Dürftigen beleis digt? Floh ich den Ueber. muth, des eitlen Stolzes Reiz? Verschloß ich. Aug' und Herz der Mißgunst und dem Geiz? 9. Hab ich, wie Jefus that, gesegnet, die mir fluchten? geliebet, Jefu gleich bie mir zu schaden fuchten? bes herrschet stets ben Zorn? gezeigt Versöhnlichkeit? mich nie am Feind gerächt? ver. mieden 3ank und Streit? D 10. A 000 maiathan 210 Gesinnung und Verhalten des Christen IAS: i bordspe wer 10. Alwissender, fann, wie oft er fehlet, mer ten? Sei gnädig, handle nicht mit mir nach meinen Werfen! Bergebung ist bei dins laß ihren Trost auch mein, und mich durch ihn gestärkt zum Fleiß der Beß. rung feyn ADR auswiad gem zufriedem, frei von Neid, von Habsucht und von Geiz, von Stolz und Eitelkeit. 5. Schenkt Gottes Hand ihm viel, so wird er vielen nügen, des Freundes Glück erhöhn, verlaßne Tugend schüßen. Auch selbst Beleis diger wird er in Noth erfreun; und wie fein Gott dun voriger Melodie. gesinnt, wird er auch gütig pain 1030 296 Wer Gottes We seyn. ge geht, der hat Seelenfrieden. Wie herrlich ist sein Lohn, ihm felbst von Gott beschieden! Boll Glaubens widersteht er jeder bösen Luft, ist seiner Tugend sich, sich ihres Werths bewußt. 90.23 Er merkt auf seinen Gang geht ihn mit festem Mushe; wird in der Schwach, heis Barf, liebt immer mehr das Gute. Ihn machet Got tes Geiß gerecht und tugende haft und er nimmt immer zu an insicht und an Kraft. 3. Gott hat er allezeit vor Augen und im Herzen, bekämpft die Binnlichkeit, scheut nicht des Kampfes Schmerzen. Er eilet, wenn er afehlt den Fehler zu be reun, und strebt mit ernstem Fleiß der Tugend sich zu weihnsole 14Getreu in feinem Stand, genießet er Gottes Gaben In eigener Melodie. vergnügt, wenn andre gleich 297 s hebt sich auf der o und nur 6. Er frånft den Bruder nicht, er schüßt sein Glück, sein Leben. Er ist, nach Jesu Sinn, stets willig zum Bergeben, voll Achtung eh ret er in ihm des Höchsten Bild, denkt: Gott, der Hei a lige, ist gegen mich ja mild. 7. Sm Guten sucht fein Herz die Brüder zu består fen; er muntert Alle auf ju guten, edlen Werken. Mir Christensinn nimmt er an the rer Tugend Theil, und benft: wir haben ja nur Einen Herrn, Ein Heil 8. Das heil der Ewig teit, das hier ber Fromme schmecket, erhält sein Glück und macht, daß feine Noth ihn schrecket, gibt ihm im Leiden Muth und stillet jeden Schmerz. Im Lobe freut sich noch sein Gott ergebnes Herz. ben, als Christ, bei Wenis gen, Unendlicher, mein Geist 03 mid: sda at di im Allgemeinen. wap ON CF Geist zu dir empor, den Armen der verlaffen traite frommen Borsaß dir zu brins ert, feyn, ich will ihm Hüte gen: den Zugendpfad, den feroft and Liebe weiba! ich so oft verlor, will ich, 6 Mit warmem, liebevol o Gott, mit neuer Treue lem Herzen, will ich mich gehn, und groß durch se, immer mit dri Frohen freun, der Sünde Reiz verschmähn der unverdienter Kräntung 2. Wohin sich nur mein Schmerzen nicht ahnden, bem Auge wendet, erblick ich deis Beleidiger verzeihn. Bec ner Liebe Segensspur. Wer scheidenheit und Sanftmuth wachte für mein Glück? Wer sei mein Ruhm, Gewissense spendet der Freuden Fülle ruh mein großes Eigenaus durch die Natur? Gott, thum! jashospod deine Liebe; Liebe weit ich 7. Die Strafte dir mit Freudentbränen, mir gegeben, will ich getreut Ewiger, dafürt bend zu mügen mich bemühn; zu 3. Wenn einst vielleicht sich großen Zwecken ward dies bang und leise zu meinem Leben, von dir, o Gott, aus Herzen trübe Sorge schleicht, Liebe mir verleihn. Um there Gefährtin meiner Pilgerreife fichers dort wieder auffue nun Schwermuth wird, und blüb sinft es auf deinen jebe Hoffnung weicht; dann Winf gum Grab deinst hin. will ich auf zu dir, mein Benn von Versuchun Vater, schaun, und selbst im Schmerz bir findlich noch die du gen umgeben, mein Blick in labyrinthe sich verirrt; der vertraun. Dinidad e Günde Reig zu widerstrebenp i 4. Nie will ich fragen: ob zu Freudens der Pfad der Tugend und des Rechthuns führt Rie zaghaft ihn zu wandeln meiden, wenn er in Nacht und Dunkel sich verliert. Du winkit, Gott; o Gehorsam ist mir Pflicht: mein Glaube gibt mir Muth und Zuversicht. die täufcheno locks oft schwer dem Herzen wird: blick ich zu bir; du wirst mir Muth verleihn, fein Opferbasd die Pflichts gebeur, qui scheun. memb 9. Ja, treu zu seyn, bis ¹ einst am Biele auch mir dort? der Vergeltung Palme weht,& gelobt mit heiligem Gefühle dir jeßt mein Herz, das finds lich zu dir flehr; gib Kraft dazu, und feit an deiner Hands den müden Pilger bin ins Vaterländsto nad 5. Dir will ich suchen nach quahmenpSesus! Men schenfreund der du so gern den Leidenden die zu dir famen, Erretter wars, nie, soll mein Herz mehr fern dem 019 211 02 Mel EIS anismsollte mį 212 Gesinnung und Verhalten des Christen have my ont pratically Mel. Alle Menschen müssen sterb. 298 derbebe mein Gemüthe fehnfuchtsvoll, mein Gott, zu dir. Sch verehre deine Gü te; owie theuer ist sie mir! Gott der Liebe und des Le- 6. Herr, zu was für Se Rettung senden; wenn Rettung senden; wenn ihr Herz sich dir ergibt. Freude schenfet deine Güte dem ges ängsteten Gemüthe, dem du seine Sündenlast liebreich ab. genommen hast. bens, feiner harrt auf dich vergebens; Umar Berächter beiner Hpuldürzet ihre eigne 1chuld. astroen 2. Lehre mich, Herr, deine Wege; zeige deinen Willen mir; feite mich die rechten Stege, daß kein Abweg mich verführ! Gott, du siehest mein Vertrauen! Sicher kann ich auf dich bauen; deine Vas tertren ist ewig, wie du sel 7. Dir will ich mich denn ergeben; Gott, mein Gott, verlaß mich nicht! Laß mich heilig vor dir leben, treu ber bist did dusjeyn meiner ganzen Pflicht! 3. Ach gedenke, Herr, der Cünden meiner Jugendjahre wicht: Laß mich Gnade vor, bir finden, geh nicht mit mir hans Gericht! Alle Sünden, die runs reuen, willst du väs Oso böre Keine schnöde Lust der Sün den soll mich ferner überwins den. Nimm du dich nur meiner an, daß ich stand haft bleiben kann! best and mich! Meine Seele 299 Bild auf Er Mel. Sollt ich meinem Gott soll ich hofft auf dich! mich den, Gott, für deine Ewig, feit; hier, in ungewisser Zeit, täglich weiser, beffer werden; und nach dieser großen Pflicht richtet mich einst dein Gericht. 4. Gott, du willst des Sünders Leben; dir ist seine Eeele werth. Gnädig willst du ihm vergeben, wenn er sich zu dir bekehrt. Mitten auf dem Sündenwege machst du sein Gewissen rege. Wohl dem, der zu seiner Pflicht Saumfehrt! Den verwirfst du nicht. 5. Auen, die zu dir sich wenden, über ihre Schuld betrübt, willst du Trost und ligkeiten du in jener bessern Welt jeden Sterblichen willst Leiten, der dir treu und Glauben bält, offenbarst du allen Seelen, die zu ihrem Heil dich wählen. Deinen ganzen Gnadenbund madst du deinen Kindern fund. 2. Jede Stunde meines Lebens, selbst Minuten, zähls test du, mogest jede Kraft mir zu; feine gabit du mir vergebens! Wuchern) sets mit Kraft und Zeit soll ich für die Ewigkeit. med 23) 709 3. Und Q. AIS mindo tad mund ti im Allgemeinen. 213 mfind 40 tlodi au safn S ndi 3. Und ich lebte nur auf der Prüfung Land zum gro Erden, um den Sinnen ßen Ziele wallen, Bergelter, wohl zu thun, fonnte träg' und sicher ruhn; suchen, glücklich nur zu werden durch Gewinn der Eitelfeit, den ein Augenblick zerstrent! Richter ist, und fleh' voll Innigkeit: gedenk' der Sünden nicht, die tief mein Herz bereutstidend on 4. Gott, wie war mein Geift verblender! Wie viel Tage sind mir schon unges nügt zum Heil entflohn! wie viel Kräfte schon verschwens det! Doch mich rufet noch die Pflicht, und ich säume langer nicht using 1 MAG 5. 3u befrein mich von dem Hange meiner fündli dhen Begier, wurde täglich fchwerer mir, und ich weiß ja nicht, wie lange mich noch deine Langmuth trägt, nicht, wann meine Stunde schlägt. ger weilen, wo das Eitle mich belügt, mich um ew' ges Heil betrügt; eilen will ich, Gott, nun eilen, auf der Bahn der Besserung zu dem Ziel der Heiligung. 6. Drum will ich nicht land 4. Nun schau ich prüfend hin auf die durchlebten Tage; fie bringt kein Wunsch zurück und keine bange Klage; boch ihre Thaten führt mit rich terlichem Blick mir ernst and warnend oft Erinnerung zu 7. Ich will stets mich selbst ruce. donator rück. bezwingen; eingedenk der 5. Der Edle, der sein Herz Rechenschaft, wuchern noch mit Zeit und Straft; will mich durch Versuchung rin gen, um vor bir einst zu be stebn, und zum Leben einzu gehn. schon früh der Tugend weih te, fühlt hohe Geligkeit, sieht er an ihrer Geite auf die durchlaufne Bahn mit stiller Heiterkeit. Er hat ges fat in ihr für eine Ewigkeit. 2. Wie oft gelobt ich dir in ernster Andacht Stille: mein heiligstes Gesetz, o Gott, sei stets dein Wille! Du kennst mein Herz; du weißt, es war der Vorsaß rein, bir treu auf jedem Pfad, den du mich führst, zu seyn. 3, Und dennoch fehlt' ich oft! Wer kennt des Herzens Tiefen? Ach bösefüße, die so tief verborgen schlie fen, erwachten aufgereizt vom Sturm der Leidenschaft: betäubt und überrascht erlag bald meine Kraftbi 1000 d Mel. O Gott, du frommer Gott 6. Und diese Seligkeit, des Herzens süßen Frieden, das blick empor zu Gut, das hier den 300 I bir, du Ewi Sterblichen beſchieden, ers ger, der Allen, die durch warb ich mir noch nicht! da 12 ud i D.n 214 Gefinnung und Verhalten des Christen CH dis Den bleibenden Gewinn gab ich, von Schein getäuscht, für furge Luft oft n. 5. Dies bürgte mir, ges fandt von dir, dein Sohn mit seinem Blut; verleih durch deinen Geist nun mir zur Berung Kraft und Muth! b burch überwin 197. Ich unterließ bis Pflicht die Reizungen zu Gunden, durch, Weisheit Muth gestärft, den, ergebungsdell and fill mit rubigem Betraung auf bornenvollem Pfad zu Gott empor ju schaun 6. hilf, daß ich dir, mein Herr und Gott, im Glauben stets getreu, und gegen Lift, Gewalt und Sport im Gu ten standhaft fei! deine Vaterhuld!**** 8. Verzeih, Allgätiger! 7 Hilf, daß ich sei im Du siehst der Reire Zahren. Leiben fest, durch Hoffnung Du wirst dem Schwachen und Geduld; mein Trost, Kraft und Hülfe gern gest wenn Alles mich verläßt, sei währen. Mit neuer Treue will ich beine Wege gebn 8. Hilf, daß ich gegen laß einst am großen Biel jedermann von Stolz und Gott, dein Heif mich sehn! Neide frei, aufrichtig und and miss vorbi ad follviel id) fann, zu dienen Mel. Nun ift ber Zag geenbetwillig fei 301 M ein Herz, 9 Hilf, daß ich wohlzu Bott. Bater, will ich bin jum Eigenthume weibn. Es for deres ja tein Wort von mingisbrunfed es ewig bein i thun mid freu, und fern von Rachbegier, selbst meis nem Feinde gern verzeih; denn du verzeihft auch mir. C 2 3wan bat eo barch ben Hang der Welt, nderhe Last und Eitelfeif, bio, helliger bir nicht gefällt, ich oft ach oftentioeihe 10. Dich, Gott, verebren, fei mein Ruhm, entfernt von Heuchelei, damit mein gan zes Chriftenthum bir wohl gefällig fei! mind 11: So nimm es tenn fe 3. Dodnesiejices fühler zum Tempel ein, mein feine Schuld, getobe die herz hier in der Zeit; Besserung und flebt zu die und lag es deine Wohnung um Gnad' und Huld, um seyn auch in der Ewigteit! Kraft zur Heiligung. 12. Weg, Welt und Eund! Sünd'! 4. Berwirf, perwirf mein Euch dien ich nicht! Nur Flehen nichtsfei mir mit Gett, nur Gott allein, Gnabe nah zu dir steht dies, ties ist meine Zus meine Zuversicht; mein Bas versicht, kann ewig mich ter bist du ja. wig mid erfreun. 700 318d Mel mtindo bod in its e im Allgemeinen. Met. Mer nur ben lieben Gott 6. 3u wem 302 Mein ein Gott, zu soll ich fliehen? dem ich wei nend flehe erbarme, beines Kindes dich! Ach, sich auch jetzt von deiner Höhe mit gnadenvollem Blick auf mich! Vergib mir, Vater; gehe nicht mit mir, dem Sünder, ins Gericht! 2. Wie oft hast du mir schon vergeben, wenn reu voll ich um Gnabe bat; wie oft versprach ich dir ein fes ben, gereiniget von Misse that, wie feierlich war dann mein Eid bes Glaubens und der Frömmigkeit! 215 or Bater Wo findet meine Seele Rub Wer tann fie aus dem Elend ziese hen, in dem sie seufzet, tale nur du? Mein ganz Berl traun seg' ich auf dich: dind Freund des Lebensrettesbe mich! denud 3. Ach, aber bald ergriff mich wieder die Sünd' und ihre Cuft mit ihr, riß meis nen frommen Borsaß nieber, und herrschte, wie zuvor, in mir! Zum Widerstande viel zu schwach, floh ich nicht, sondern gab ihr nachfo 7. Für alle, auch für meiss ne Sünden, floß einft des Welterlöfers Blut. Olags durch ihn mich Gnade fin den, du meiner Seele höcty stes Gut! Noch eimmat Vater, sprich zu mir auchy diese Schuld erlaß ich dir.Bel 8. Gott sei mein Beuge da ich schwöre: mein Herz soll dir geheiligt seyn! Dir deinem Willen, deiner Ehre will ich mein ganzes Lebenweihn; der Sünde will iche widerstehn und standhaft bei ne Wege gehn! not treff 9. Vergiß nicht wieder meine Seele, wie oft dit schon gefallen bist! Vergiße nicht mehr des Herrni Beas fehle, nicht mehr, baßnerid dein Retter ift! Ruf ihn impa Glauben täglich an: erhalt mich, Herr, auf ebner Bahn! ngush 4. Wie viele fündenvolle Tage durchlebt ich, Bater, als im Traum, unb sam melte mir Schmach und Plas ge, und fühlte dies mein Elend kaum! Berwundet blutete mein Herz; betäubt empfand ich keinen Schmerz. 5. Ich ging den Weg zum Untergange, den bein gerech Mel. Freu' bich sehr, o meine S. ter Ernſt mir droht. Jet 303 Schaffet, fihaf ist um mir Sünder ban ge; wer rettet mich aus mei ner Roth; Mein richtendes Gewissen wacht, und Alles um mich her ist Nacht. 100 Menschena finder, schaffet eure Seligkeit! Bauet nicht, wie sichre Sünon der, auf die ungewisse Zeit ber Unverweilt bekehret euch! Rine Bids JUNIO 216 Gesinnung und Verhalten des Christen $ 912 Ringer nach dem Himmel leben, und den Lüften sich reich)! Strebet, heilig hier ergeben. auf Erden, strebet, felig 6. Brünstig beten, allzeit dort zu werben! Awachen, die Bersuchung und mit Sorgfalt sich bes mühn, selbst beim Spott und Hohn der Welt das zu thun, was Gott gefällt: dies nar wollen und voll. bringen, heißet: nach dem Himmel ringen. 2. Doch soll dieses recht weislich fliehn, sich die geschehen, so müßt ihr mit Pflicht zur Freude machen, festem Muth jeder Sünde widerstehen, nur was Gott, das höchste Gut, von euch fordert, muß allein eures Lebens Richtschnur seyn; es mag eurem schwachen Herzen Frende bringen oder Schmerzen. de Ampouc, 3. Selig, wer im Glaus ben tampfet, felig, wer im Kampf besteht, wer des Flei, sches Lüste dämpfet, und den Rei der Welt verschmäht! O so strebt dem Guten rach, seht dabei auf Christi PSchmach! Wer ben Hims 17. Drum entreißet euch den Lüsten, die ihr noch ges fesselt seib, und beweiset euch, als Christen, muthig und getroft im Streit! Schont der liebsten Neigung nicht; über auch die schwerste Pflicht! Denfet oft an Chrifti Worte: dringet durch die enge Pforte! mel will ererben, muß erst 8. Zittern muß ich vor der feinen Sünden sterben. hm 4. Werdet ihr nicht stands haft ringen, sondern trag und läffig seyn, eure Reis gung zu bezwingen: wie kann euch ber Sieg erfreun? Obne tapfern Streit im Krieg fol get me Triumph und Sieg. nur den Sieger schmückt, zum fobne feines Kampfs, die Himmele frone, fa Sünde, und auf Jesu Vors bild sehn! Suchen will ich daß ich finde, was mein Glück einst wird erhöhn! Fehl ich fo gehe nicht, Richter, mit mir ins Ges richt! Gib mir deines Geis stes Waffen, meine Seligkeit zu schaffen! og 444 300 110701 13. Sich voll Leichtsinn stets zerftrenen, thun, was Fleisch und Welt uns heißt, und den Kampf der Lüfte fcheuen, ist der Welt, nicht Chrifti Geist, Wer ihn haben will, der famm auf der Tugend rauhen Bahn nicht in sichern Stolze 9. Gib zum Wollen das Vollbringen Gib mir Muth und Kraft zum Streit! febre mich mit Ernst bezwingen Alles, was mein Herz ents weiht! Zeige mir von deis nem Thron den verheißnen Gnadenlohn, daß ich wache, bete, ringe und empor zum Himmel dringelsdag NO INSC Mel. POL millado bad mahin tre dan purpos mt es im Allgemeinen. 217 sance Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Herr, dies befiehlt mir 304 ott, lehre mich deine Lehre. Du weißt am Gott, verstehn und faffen, was Buße, wahre Buße sei! Hilf' mir die Sün den ernstlich haffen, damit ich ohne Heuchelei mein Leben beßre, selbst mir treu, und dir, Here, wohlgefällig fei! 12: Dein Wort gebeut und besten, wie ich bin; bilf, daß ich deine Stimme höre, und änd're du selbst meinen Sinn. Sieh', Besserung ges lob ich dir; gieb Kräfte zum Vollbringen mir! deildiated Mel. Gott Bater, an Erbarmen ſpricht: Thu Buße, verandre, 305 wahr ich lebe! deinen fall pricht Gott, mir ist nicht lieb des Sünders Tod; ich will, daß er vom Bösen sich mit Ernst bekehr' und suche mich; yem Elend seiner Sünden frei, geheiligt mir und selig set. 2. Vernimm, o Mensah, dies Gnadenwort, und wards le nicht zum Tode fort! Gern will dein Gott dir gnädig seyn; gern alle Sünden dir verzeihn. Sei reuvoll; doch de verzage nicht, und fasse Muth zu deiner Pflicht. ften wieter, was du mit 3. Nur hüte dich vor Sis Unrecht ihm entwandt, und feite die verführten Brüder zurück zur Zugend; beut die Hand dem Unterbrückten lies bevoll; thu jedem, auch dem Feinde, wohl! dire 5. Flieb Neid, Verleumdung, Haß und fügen, bes gehr nicht, was des Nach ften ist; zeig durch den Ab. fcheu vor Betrugen, daß du ein Feind des fasters bist; fei friedlich, wetse, stets bereit, zu sterben, wenn dein Gott gebeut! nem Gott voll Reu' zu Fuße; sei nicht mehr Sünder, wie vorhin; von nun an sei, als Gottes Kind, ihm folgsam, ähnlich ihm gesinnt! la 3. Bezähme stets in dir die Liebe zu Allem dem, was Sünde heißt, und folge je dem guten Triebe, den Gott erweckt durch seinen Geist; flieb, flich die Lüfte dieser Welt, und thue nur, was ihm gefällt! dir 4. Erstatte deinem Nähe cherheit! Denk nicht: noch ist zur Beßrung Zeit; erst will ich mit der Welt mich freun, und werd' ich ihrer müde seyn, dann beğ'r ich, dinn bekehr' ich mich, und Gott erbarmt noch meiner sich. 4. Wiß, der jege liebreich dir verzeiht, übt auch als Gott Gerechtigkeit; und, Sünder, dir ist unbewußt, ob du nicht morgen sterben mußt. Dann wehe dir, sinfst du ins Grab frech von des Lasters Pfad hinab! 5. Heut 218 Gesinnung und Verhalten des Christen 300 Heut lebst bu: heut Sanftmuth us Pflicht und befehre bichh! Gh' Morgen folgre Jefü Vorbild nicht fommt, fanns ändern sich. Wer jetzt gefund ist, stirbt vielleicht, eh er den Abend noch erreicht. Drum wandle nicht in Sünden fort: du weißt, zu spät ist Buße bort.lime moi mie 96. Hilf denn, s Vater, hilf, baß ich noch heute, heute 4. Dir, Herzenskündiger, ist keine von meinen Sünden unbekannt. Vergib, was ich vor dir beweine, und leis te mich an deiner Hand zu besserer Gesinnung bin, bis. idy gang frei von Fehlern binoid 12957301 Jame begre mich, et meine Schulb noch mehr sich häuft, 307 W Buge noch, Met. O Gott, bu frommer Gott 1090 du die ehramidy ein schneller Lod ers greift, damit ich heut und die Gott gebeut, verschieben, jederzeit zu meinem Ende sei so schändest du sein Wort, bereit.mala ada on und mußt dich selbst nicht fies 1010 ind Mel Ber nur den lieben Gott 306 Ad 9 ch Gott, wie mancher von den Tagen der mir beschied nen Lebenszeit flob schon da hin, mich anzuflagen, ins Meer ber fangen Ewigkeit! Nicht jeben hab ich dir ge lebt, nicht flets der Tugend nachgefirebt. mi 2. Gar oft empörte sich im Leiden mein murrend Herz voll Ungeduld: und schenkiest du, mein Gott, mir Freuben; o dann vergaß ich deiner Huld; genoß nicht jete, wie id fell, nicht im mer reinen Dankes voll. ben. I deine Besſerung nicht deiner Seele Glück? Und wer verschiebt sein Heil gern einen Augenblick? 2. Allein wie schwer iste nicht, sein eignes Herz bes kämpfen, Begierden widerstehn, und seine Füſste dame pien? Ja, Sünder, es ist schwer; allein zu deiner Ruh' ist dies der einz ge Weg. Und dem entfågest du? của ĐUỐI 3. Ist deine Pflicht von Gott, wie kannst du sie vergessen? Nach deinen Kräf ten selbst hat er sie abgemes sen. Was weigerit du dich noch? Gott ist nicht ein Ty rann, der mehr von mir vers langt, als ich ihm leisten. fann. 3. So war mein Herz auch gegen Brüder nicht immer sanft und liebevoll. Schlug mich erlittnes Unrecht nieder, so übernahm mich oft der 4. Sprich selbst: gewinnet. Gott, wenn ich ihm findlich diene, und seiner werth zu Groll und ich vergaß der feyn, im Glauben mich ers andonid don tanga und fühne im Allgemeinen. @ 219 moth fühne? Wenn du die Zugend entrücken? Ist ein Geschrei übft, die Gott, dein Herr, gebeut, wem dienst du? Ringst du nicht nach deiner Geligkeit? tu Gott, ein Wunsch nach Besserung, und Angst: ber Missethat, die wahre heili gung? 10. Jis gnug zur Selige feit des Glückes der Erlös sten, wenn uns der Tod ers greift, sich sicher zu getröstengs ist das Bekenntniß gnug, daß uns die einde reut; so ist kein leichter Wert, als beine Selig feit! o clube 5. Was weigerst du dich noch, das faster zu verlassen? Weil es bein Unglück ist, bes fiehlt es Gott zu haffen. Was weigerst du dich noch, der Tugend Freund zu seyn? Weil sie dich glücklich macht, b.fiehlt fie Gott allein. 6. Gott beut die Kraft bir an, das Gute zu vollbrin gen. Soll er durch Allmacht dich, ihm zu gehorchen, zwin, gen? Er gab dir die Vernunft: und du verläugnest fie? Er sendet bir fein Wort: und du geborchst ihm nie? 7.@prich nicht: Gott fennt mein Herz: ich hab es ihm verheißen, mich noch dereinst, mich balb vom fafter loézureißen; jest ist dies Wert zu schwer. Doch diese Schwierigkeit, bie heute dich erschreckt, wächst sie nicht durch die Zeit? 8. Je öfter du volbringst, was Fleisch und Blut befoh. len, je stärker wird der Hang, die That zu wiederholen. Scheuft du dich beute nicht des Höchsten Jeind zu seyn; um wie viel weniger wirst du bich morgen scheun! 9. Ist denn die Buß ein Wert von wenig Augenbliden? Kann dich fein schneller Tod der Welt noch heut 11. Doch fordert Sett von: und die Reinigkeit der Sees len; ist teine Seele rein, der Glaub und Liebe ferlen; ib diefes deiu Beruf, Gott dies nen, ben du liebst; so irre vor dir selbst, wenn du Werf verschiebst. dies Voe 12. Der Glaube heiligt: dich. Ist dieser dein Ge ichäfte? Nein, Mensch Und du verschmäbit des Geistes Gottes Kräfte? Erschredte dich nicht sein Wort? Gibt in verfehrten Sinn den Sün der, der beharrt, nicht Gott julest dahin? ni 13. Hat Christus und er föst, damit wir Sünoer bleis ben, und, sicher durch sein Blut das faster höher trein ben? Gebent us Christi Wort nicht Zugend, Recht und Pflicht: so ist es nicht von Gott. Gott widersprichtsr sich nicht. 440 107 14. Noch heute, weil du lebst, und seine Stimme bös rest, noch heute schicke dich, daß ers 220 Gesinnung und Verhalten des Christen no 02 fondat wissen die Güter dieser Welt, des Lebens Glück genießen, und mäßig und gerecht in dem Genusse seyn, und sich noch bereunt de at der Seligkeit schon hier im mis15.Entschließe dich be- Glauben freun? herzt, bich selber zu besiegen; dond NES ber Sieg, so schwer er ist, Mel. Wer nur den lieben Gott bringt göttliches Bergnügen. 308 ie theuer, er bible mir 16 Smabayung daß du vom Bösen fehrest. Begegne deinem Gott, willst du gu deiner Pein dein hier versäumtes Glück nicht ewig 89 deine Güte, die alle Misses that vergibt, sobalb voll Neue das Gemüthe die Süns 16. Ruf ihn in Demuth den, die es sonst geliebt, ers an; er tilget beine Sünden. fennt, bereut und ernstlich Und läßt dich sein Geset erst baßt, und Zuversicht zum ihren Fluchy empfinden: so Mittler fast! ſo 809 5.000 widerstreb ihm nicht; denn 2. Doch laß mich ja nicht Gottes Traurigkeit wirft eine Neu' in dir, die niemals bid gereut. Odm sicher werden, weil du fo reich an Gnade bist! Mie furz ist meine Zeit auf Erden, die mir zum Heil ges geben ist! Gib, daß sie mir recht wichtig sei, daß ich sie meiner Begrung weih'! verdienen, sind Reu 3. 3war deine Gnade zu Reu' und Beßrung viel zu flein: doch darf sich auch ein Mensch erfühnen, zu glauben, dir versöhnt zu seyn, wenn er noch liebt, was dir mißfüllt, und nicht dein Wort von Herzen hålt? im Anfang langsam fort; fei wacker: Gott ist nab, und stärkt bich durch sein Wort! 17. So süß ein laster ist, fo giebts doch keinen Frieden. Der Zugend nur allein hat Gott dies Glück beschieden. Ein Mensch, der Gott ges horcht, erwählt tas beste Theil; ein Mensch, der Gott verläßt, verläßt fein eignes Heil. 7790 810 01 18. Die Buße führt dich nicht in eine Welt voll Leis den; Gott kennt und liebt dein Glück; fie führt zu deis nen Freuden, macht deine Seele rein, füllt dich mit Zuversidt, gibt Weisheit und Verstand, und Muth ! Deiner Pflicht. 4. Nie kannst du dem die Schuld erlassen, der frevelnd Schuld auf Schulden häuft. Der fann kein Herz zu Jeſu fassen, der zwar auf sein Verdienst sich steift, doch in der Sünde noch beharrt, das kein Glück, mit ruhigem Ges für er selbst ein Opfer ward. mug 19. Sprich selbst: ist dies, 1x2 5. Drum maffiado 80 im Allgemeinen. gis side and st 221 Gu unser Gott, verbirg uns nicht dein Angesicht, und geh mit uns nicht ins Gerichte 02. Ward Recht and Pflicht von uns entweiht, gebrochen unfres Bundes Cid, dein Weg von uns verlassen, o fieb, wir fehren voller Reu' zurück zu dir; laß, Herr, aufs neu uns deine Guade fassen! Sie leit uns auf ebnen Pfad, den uns dein Wert bezeichnet hat, daß Srrthum und Versuchung nie uns auf die Bahn des Lasters zieh! Herr, unser Gott, groß von Geduld, vor neuer Schuld behût uns deine Vaterhuld! 3. Dein Segen komm auf unser Land; laß es beschirmt von deiner Hand, des Fries dens Rub' genießen! Wend ab von uns der Flammen Wuth, und die Verwüstung wilder Fluth, des Krieges Blutvergießen! Set unser Retter, wenn uns Noth des Mangels und der Seuchen Met. Herzlich lieb hab ich dich 309 Gott, der du uns droht! Du, Bater, wolleſt mit uns daß wir uns deines Schutzes freun! Herr, unser Gott, verleih uns Muth! In deiner Huth ind wir; und was du thust, ist gut. onisc hor re bist, Herr, unser Mittler, Jesu Chrift, Geist Gottes, Geist der Gnaden! Unendlicher, verwirf uns nicht! Wir fom men vor dein Angesicht, mit Misferhat belaten. Nimm von uns unsre Sündenschuld, du Gott der Langmuth und Geduld! Erhöre gnädig un fer Flehn, daß wir dein Heil, Erbarmer, sehn! Herr, du muta 5. Drum fall ich dir, mein Gott, zu Füßen: vergib mir gnädig meine Schuld, und belle mein verwundt Gewis fen mit Trost aus deiner Vaterhuld! Ich will mit Ernst die Sünde scheun, und willig dir gehorfam feyn. 6. Daß mit Gerechtigkeit auch Stärfe zur Tugend mir verliehen sei, laß mich durch Hebung guter Werke beweis fen; mache selbst mich treu, Herr, in der Liebe gegen Tich Cie leite und regiere mich! 7. Laß mich zu deiner Ehre leben, der du die Missethat vergiebst, das haffen, was du mir vergeben, dass lieben, was du selber liebst! faß, Vater, mein Gewissen rein und heilig meinen Wandel seyn! pilbant rose આવા મેક ને #* 30mm surisd 160& Am allgemeinen Bußtage. thos: mal 4. Gib Frieden, wo sonst Zwietracht war; vereine, was getrenner war; fatent uns der Eintracht Segen! Uns leite, Gott, dein guter Geist, und was dein theures mom Wort 100 222 Gesinnunug mnd Verhalten des Chrifte Wort verheißt, sei Licht auf gewähren, als wir flehn; unfern Wegen! Laß, Herr, in fehr und Wandel rein die Diener deines Wortes seyn, und bringe zu der Wahrheit Glück, ju dir, die Irrenden zurück Herr, unser Gott, breit aus bein Wort an je dem Ort, gib Geist und Kraft zu deinem Wort! faß uns Erhörung finden! O neig auf unser Flehn dein Ohr, heb unser Herz zu dir empor und mach uns rein von Günden! Laß uns dir nun geheiligt seyn, im Leben und im Tode dein! Wir sind durch Christi Blut erlöst: o du, der Sünder nicht verstößt, Herr, unser Gott, erbarme dich, erbarme dich! Vergib uns, feit uns väterlich! 5. Auch die Regenten lenke dut, daß weise sie in sichrer Rub', der Bölfer Wohlstand heben Dem Fürsten, der und schüßt und liebt, gib, der ihr ihm ſo viel uns giebt, 310 fotrete gleich Mel. Befiehl du deine Wege für ein frohes, langes Leben! Noch lange sei sein Vaterblid, uns, feinen Kindern, Schuß und Glid! O schütt' auf ihn und auf sein Haus und seine Räthe Segnung aus! Herr, unser Gott, in deiner Hand ist unser Land; beglückes, fegne jeden Stand! Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, verliert mein Kummer sich. Hab ich nur ihn zum Freunde, wie selig bin ich dann! Was acht' ich aller Feinde? Er nimmt sich meiner an. { 6. Vernimm der Leiden den Gebet! Wer in der Roth um Réttung fleht, dem hilf aus feinen Röthen! Gib Kranten Linderung und Ruh', die Sterbenden erlöse du, erhör' ihr legres Beten! Sei aller Unterdrückten Heil, der Wittwen und der Waisen Theil; vereitle der Verfol ger Rath und lehre sie den rechten Pfad! Herr, unser Gott, durch alles Leid der Pilgerzeit führ uns zu dei ner Herrlichkeit! 87 Dutbust weit mehr, als wir verstehn, fannst mehr 2. Ja, dies ists, was mich stärket: ich glaube fest, als Christ, daß Gott auch mich bemerfet, auch mir ein Vas ter ist; daß er zu allen Beis ten mit Huld hernieder blidt, im Kampfe mir hilft streiten, in Angst mein Herz erquict.s 3. Wenn ich aus Schwachheit fehle und nur aus Vors saß nicht, so stärket meine Seele die hohe Zuversicht: den, Herr, der deinen Wil len, so gut er immer tann, sucht redlich zu erfüllen, siehst du mit Gnade an. 4. Dein Geist wohnt mir im Herzen und tröstet meis nen aford and im Allgemeinen.sity nen Sinn, stillt alle meine Schmerzen, nimmt jede Sorge hin; zeigt mir, daß Erdenleben nicht zu verglei chen fei mit jenen Himmels. freuden, dem Lohn bewährter Treu' 7, Kein glänzend Loos im Leben, nicht Ansebn, Ruhm und Macht, wornach nur Stolze streben, nicht Reich thum, Glück und Pracht, nichts soll mir je den Glaus ben an deine Batertreu permindern oder rauben; nichts, was es immer sei! 8. Was fönnte sonst mich scheiden von deiner Lieb', o Gott? Verfolgung, Trübsal? Leiden? Schwerdt? ACC 223 5. Auf dies mein Heil und Erbe seh ich voll Zuver, sicht. Wenn ich gleich fall und sterbe, fällt doch mein Himmel nicht. Geh ich, auch unter Zähren; hier d alisey and# 16 Mel. Warum sollt' ich mich manche rauhe Bahn, nimmt 311 M 311 Meines Herzens Ehren mich doch Gott zu dereinst auf ewig an. reinste Freude ist nur die, daß ich nie mich 6. Dies stärkt mich, auch von Jesu scheide, daß ich ihn im Leiden dir, Höchfter, treu durch Glauben ehre, ieders zu seyn! Nichts soll von dir zeit bocherfreut seine Stim mich scheiden, auch nicht die me höre. Thu größte Pein: du lenfft sie 2. Freundlich ruft er alle mir zum Besten, bist mir, Müden und erfüllt mit Troste nah; und wann die Noth am größten, ist deine Hülfe da. fanft und mild, ihren Geist mit Frieden; seine Last ist leicht zu tragen; er macht, Bahu, geht voren, tröstet, wenn wir zagen. de and Ja, er kennt die 3 Nichts nichts! Ich überIch über winde in dem, der mich ges liebt, und sich für meine Sünde zum Opfer gibt. selber T d Ang Up 9. It Gott für mich, so trete gleich Alles wider mich! So oft ich zu ihm bete, vers liert mein Kummer Deß ist mein Herz voll Won ne! Was ists, das mir ges bricht? Der Herr ist meine Sonne, mein Schuß, mein Heil, mein Licht! Leidensstunden; größern E Schmerz hat kein Herz, als sein Herz empfunden. Das. rum blickt, wenn seiner. Brüder einer weint, unfer Freund mitleidsvoll, hernies d der. 4. Will das Herz der Roth erliegen, dann hilfton unser Herr kämpfen uns HungeBe Tod? und siegen. Die auf ihn gu allen Zeiten folgsam schaun, ihm vertraun, ärnten Ges ligkeiten. 5. Jea 224 Gesinnung und Verhalten des Christen Himmel fei mein Wandel 45 Sefutreuster Freund lich alles Glück der Zeit: im von Allen, mit dir will, froh and still ich durchs Leben wallen! Auch der Lod kann mich nicht schrecken; denn du wirst, Lebensfürst, einst mich auferwecken. bi sid 08 21 sic Mel: Wann mein Stündlein 312 3 ch weiß, an wen mein Glaub' sich hält; fein feind soll ihn mir rauben! Als Bürger einer begren Welt, leb ich hier nurn Glauben dort fchau ich, was ich hier ge glaubt. Wer ist, der mir das Erbtheil raubt, das Je fus mir erworben? 73362 In 2. Mein Leben ist ein furs 2 5 Seßt da mich dieser Leib beschwert, ist mir noch nicht erschienen, was uns die fünft'ge Welt gewährt, wo wir Gott heilig dienen. Dann, wann mein Auge nicht mehr weint, wann mein Bollen. dungstag erscheint, dann werd ichs froh empfinden 6. Im Dunkeln nur, Herr, seh ich hier, wo ich dir glaus big traue, bie Seligkeit, die dort bei dir in vollem Licht ich schaue. Hier ist mein Werth mir noch verhüllt: dort wird er sichtbar, wann dein Bild in mir sich ganz verfläret. zer Streit und herrlich ist 7. Zu diesem Glück bin ich bie Krone, die Gott dem Ueberwinder beut, zum ew's egen Siegeslehne. Ob auch best Kampfes Müh' mich schreckt: bu, der den Tod für mich geschmeckt, pärfft mich, daß ich siege. erkauft, o Herr, durch dei, ne Leiden: auf deinen Lod bin ich getauft; wer fann mich von dir scheiden? Nicht Glück und Luft, nicht leid und Roth, das Leben nicht und nicht der Tod! Mein sind des Himmels Freuden! du 3.0 Herr, du bist mein höchster Rubm, mein bester Trost im Leben; einst wirst du mich dein Eigenthum, zu deinem Reich erheben. Der Freuden Fülle ist bei dir; bort hab ich Alles, was ich hier nur suche und nicht finde. 8. Wie groß ist meine Herrlichkeit! Empfinde sie, o Sees le! Bom Land der Erde unentweiht, erhebe Gott Seele! Der Erde glänzend nichts vergeht; nur des Ge rechten Glück besteht durch 4 Herr, lenfe meines alle Ewigkeiten& nday af Geistes Blick von dieser Welt der Mar nobingo bina Getümmel auf dich, auf meisIn eigener Melodie ener Seele Glück, auf Ewigs 313 Meinen Seur feit und Himmel! Kurz ist der ich nicht! Erde Herrlichkeit, vergäng. Er hat sich für mich gegeben; fors im Allgemeinen suunni 225 fordert es nicht Dank and she stiller. Due Jesu, Pflicht, ihn zu lieben, ihm leben? Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesum laß ich nicht! 2. Er, in diese Welt ge fandt, uns zu lehren, uns zu retten, gabe sein Leben uns zum Pfand, daß wir Gottes Gnade hätten. O wie bin ich ihm verpflich't! Meinen Sesum laß ich nicht! 3. Durch ein Herz voll Dankbarkeit, durch Gehor. fam, den ich übe gegen bas, 1106 med Mel. Wie groß ist des Allmächt. was er gebeut, halt ich feſt 314 Was wär ich oh an traue dem, ne gewe was er verspricht, und ver laß ihn ewig nicht!! du nur biste, du nur, der sie ganz erfüllet. Dich mein Reichthum, Ruhm und Licht, dich, mein Jesu, laß ich nicht! Senas ***** d 8. Dich, mein Jesu, halt ich fest, lasse nichts von dir mich scheiden. Weh euch, bie ihr ihn vergeßt; ihr beraubt euch ew'ger Freuden. Ge lig, wer in Wahrheit spricht: meinen Jesum laß ich nicht! 4. So ist er mein Theil und Ruhm bis an meines Lebens Ende; ihm geb ich zum Eigenthnm ganz mich hin in feine Hände. Er ist meine Zuversicht; meinen Jesum laß ich nicht! 2015. Wenn mein Auge schön erlischt, Wang' und Lippen sich entfärben, mich fein Lab fal mehr erfrischt, alle Sin ne mir ersterben, und das matte Herz nun bricht: laß ich meinen Jesum nicht! 6. Dort auch laß ich Jefum nie, hange stets an sei Hen Bliden; denn nach die ses Lebens Müh will er ewig mich erquiden. Ewig strahlt mir dort sein Licht; meinen Jesum laß ich nicht! 17. Nichts auf dieser Erde is was bes Herzens Wüns sen, was würd ich ohne dich, Herr, seyn? Zu Furcht und Alengsten auserlesen, ständ ich in weiter Welt allein. nichts wüßt ich sicher, was ich liebte; die Zukunft wär ein dunkler Schlund; und wenn mein Herz sich tief bez trübte, wem that ich meine Sorge tund? him 2. Einfam verzehrt von Lieb' und Sehnen, erschien mir finster jeder Tag ich folgte nur mit heißen Thras nen dem wilden Lauf des Le. bens nach; ich fände Unruh' im Getümmeln und hoffnungslosen Gram zu Haus. Wer hielt denn ohne Freund im Himmel, wer hielte ba auf Erden aus? 3. hat Christus sich mir funt gegeben und bin ich seiner erst gewiß, wie schnell verzehrt ein lichtes Leben Die P boben 226 Gesinnung und Verhalten des Chriften bodenlose Finsterniß! Mit Wefen wohnte drinn und this Pin it uit opensch ges worden: das Schicksal wird Bertlärt durch ihn, und Eden muß an allen Orten um den Geliebten wieder blühn. wards in unserm Geiste hel le, so ward nur Untuh ber Gewinn. Ein eisern Band hielt an der Erde den bebenden Gefangnen fest, und Furcht, daß er vernichtet werde, verschlang der Hoff nung Uleberrest. puni 109 720 mana 8. Da tam der Heiland, der Befreier, ein Menschen sohn voll Lieb und Macht, und hat ein allbelebend Feuer in unserm Innern angefacht. Nun sahn wir erst den Him mel offen, ale unser heil ges Vaterland; wir konnten glauben nun und hoffen und fühlten uns mit Gott verwandt. 04C 30017 disadequad 971.33.31 9. Seitdem verschwand anal die Macht der Sünde, und fröhlich wurde jeder Schritt. Man gab zum schönsten Ungebinde den Kindern diesen Glauben mit. Durch ihn geheiligt, og das Leben vorüber, wie ein felger Traum; und ew'ger Lich und Treu' ergeben, bemerk te man den Abschied kaum. 116 Any 10. Noch steht im wun dervollen Glanze der heilige Geliebte hier. Gerührt von seinem Dornenkranze und feiner Treue weinen wir. Ein jeder Mensch ist uns willkommen, der seine Hand mit uns ergreift, und in fein Herz mir aufgenommen, ( 198 Ensibas uTuDaspbert, bed febene our fruditines Darabicles audim Freide Quelle ein bofes reift. ir bim me bik mommad Mel 3in sa SADE 4. Das Leben ward zum Freundschaftsbunde; die ganze Welt spricht Lieb' und Lust. Ein Balsam träuft für jede Wunde, und frei und voll flopft jede Brust. Durch ihn erhalt ich tausend Gaben; durch ihn bin ich ja Gottes Kind, gewiß, ihn unter uns zu haben, wo zwei auch nur versammelt find. 5. geht hinaus auf allen Wegen, und holt die Irrenben herein! Reicht jedem White Ada eure and entgegen und las det froh zu uns ihn ein! Der Himmel ist bei uns auf Erden: im Glauben schauen wir ihn an. Die Eines Glaubens mit uns werden, auch denen ist er aufges than. Thi DE dru M 6. Ein alter schwerer Hahn von Sünde war fest an unser Herz gebannt. Wir irrten in der Nacht, wie Blinde von Reu' und lust zugleich entbrannt. Ein je. des Werk schien uns VerBrechen, der Mensch ein Gots 1001, 3023 teafeind ( 10 zu leyn. Bang horten das Gefeß wir spre. ECHOTE( bil chen; denn ach es prohte Tod und Dein Jun 192 and im Allgemeinen. play N pmunnfjs& 227 Gott ist größer, als mein Herz und gibt Ruh auf bangen Schmerz. 3010 Camel Stommt her zu mir 315 b hoff ich denn mit festem Muth auf Gottes Gnad' und Christi Blut; ich hoff ein ewig Leben. Gott ist ein mater der verzeiht, hat mir das Recht der Seligkeit in seinem Sohn gegeben. onaert, welch ein unaus. prechtich Heil an dir, an deiner Gnade Theil, Theil an dem Himmel haben; im Heren durch den Glauben rein, dich lieben und versichert seyn, von deines Geistes Gaben! 3. Dein Wort, das Wort der Geligkeit, wirtt gött liche Zufriedenheit, wenn wir es treu bewahren. Es spricht uns Trost im Elend 34. verfüßer uns des Lebens Rub, und stärkt uns in Ges och all dig de fahren! 4. Erhalte mir, o Herr, mein Hort, den Glauben an ein göttlich Wort, um dei nes Namens Willen; laß ihn mein Licht auf Erden ſeyn, ihn täglich mehr mein Herz erneun und mich mit Trost Josios.01 erfüllen! 301190 198 senol wlond 2. Er, der das Verborgne fennt, fennt auch mich und weiß allein, wie mein Herz von Eifer brennet, ganz sich seinem Dienst zu weihn; fchaut den Kummer meiner Seele, der mich beugt, fo oft ich fehle, und steht nicht was ich gethan, sondern Modis mor mehr den Willen an. CNTIU 01 3. Wer will ferner ben verklagen, welchen Gott zum Kind erwählt? Wer darf zu verdammen wagen, den Gott selber losgezählt? Menschen zwar, und selbst die Engel sind vor ihm nicht ohne Mans gel; doch das menschliche Geschlecht wird in seinem Isnimige 190 Sohn gerecht. mange! Mir ist auch sein Sohn gegeben durch den Und arackin Glauben ist er ich weiß, ich ich ben, VID mein. Ja, werde fes und in ihm einst ſelig ſeyn. Such ich nur den Hang Sünden Den Dans u immer treu zu überwinden, mich der Tugend stets u weihn, so will Gott, mir uning bisiging gnädig seyn. Met. Sefu, eines Rebens Reber 316 weiget, bange 5. Theuer bin ich ihm er Zweifel, schweiget! Mein Erlöser it getreu, und sein Geiſt in mir bezenget dag ids Gott versöhnet idman prip worben! Woht mir, hier ist Jesus Christ, Er, der auch für mich gestorben, aud auch für mich erstanden ist, nun Rechten Gottes auf mich light mich machtig schußet, mich vertritt, mich P2 nie mein Her mich richten, mich per dammen, mich vernichten, 228 Gesinnung und Verhalten des Christen nie verstößt, mich aus aller hält, in dem ist wahrlich Noth erlöst uc* Gottes Liebe. Ein täglich si66. Nun so mag das Un" thätig Christenthum, das glück stürmen Alles um ift des Glaubens Frucht and mich her sei Nacht! Gott, Ruhm. id bu yi mein Gott wird mich bes schirmen, der für seine Kinder wacht. Wenn ich hier auch hülflos bliebe, leitet mich doch deine Liebe durch die leiden dieser Zeit zur be 5. Der bleibt in Gott, und Gott in ihm wer in der Liebe bleibet. Die Lieb ist's, die die Cherubim Gott zu gehorchen treibet. Gott ist die Lieb', an seinem Heil glückten Ewigkeit.d hat ohne Liebe niemand Theil. n rin ndi 5mm we do and Iniglia vid bi Mel. Sesu, meine Freude na mas Mel. Auf! Chriftenmenschof er Gottes 317 W Wort nicht 318 Mie getroft und heiter, Herr, mein Licht und Leiter, machst du meinen Geist! Alle, die dir trauen, führst du zu den Auen, wo du fie erfreuft. Niemals wird bei dir, d Hirt, Freund und Tröster unsrer Seelen, mir Erquiks fung fehlen. S 2. Deinem Rath ergeben, freu ich mich zu leben;" was du willst, ist gut. Nichts vermag ich Schwacher bu, mein Seligmacher rüstest mich mit Muth. Ob auch Noth und Elend droht! Db auch Furcht und Angst: mich schrecken: du wirst mich bes deckene bid dr drd 3. Durch Jefum rein von Missethat, sind wir nun Gottes Kinder. Wer solche Hoffnung zu ihm hat, der flieht den Rath der Sünder; 3. Jdf fann ohne Gratien folgt Christi Beispiel als ein Chrift, rund oreinigt sich, wie er rein ist. Torsd da bi4. Alsdann bin ich Gott fangenehm, wann ich Gehors am übe. Wer die Gebote Gräber vor mir schauen: mein Erlöser lebt! Sch weiß, wem idy glaube, weiß, daß aus dem Staube mich sein Arm Cerhebtipe Tobesta, bein Schred mag frecher Güns hält, und spricht: ich kenne Gott; er trüget; in solchem ist die Wahrheit nicht, die durch den Glauben sieget. Wer aber sein Wort glaubt und hält, der ist von Gott, nicht von der Welt. 2. Der Glaube, den sein Wort erzeugt, muß auch die Liebe zeugen. Je höher dein Erkenntniß steigt, je mehr wird diese steigen. Der Glaub erleuchtet nicht al lein; er stärkt das Herz und macht es rein. nisi9 infido im Allgemeinen, umf 229 Sünder Herz erschüttern, re Bürden, Traum und Eitel th, ich darf nicht zitternde feit? Du erfreust nur stets 84. Auch in mir ist Sünde; den Geist, und du willst, die boch ich überwinde fie, ge dich verehren, ewig wieder stärkt durch dich. Sint ich ehren. haftas pim oft noch nieder: du erhebst 9. Deinen bohen Frieden mich wieder und begnadigst mich. Deine Huld tilgt alle Schuld und dem reuerfüllten Knechte schenkst du Kins besrechte. Da aid 45. Daß ich Gott erkenne, und ihn Vater nenne, dank ich dir allein! Daß ich bier am Grabe Trost und hoffs stung habe, ewig dein zu feyn; baß bein Geist mich unterweist, und mich führt auf deinem Pfade, dank ich beiner Gnabelid no schmeck ich schon hienieden; und was hoff ich dort? Un begrenzte Zeiten voller Ses ligkeiten hoff ich auf dein Wort! Sie sind mein, durch dich allein. Bleib ich dir getreu im Glauben, wer fann sie mir rauben 2 10. Voll von deiner Güte jauchzet mein Gemüthe, Herr, mein Heilaud, dir! Diefer Geist der Freuden stärke mich im Leiden, weiche nie von mir! Laß mich so beherzt und 6: Der du Leib und Leben froh einst durchs Thal des hin für mich gegeben, daß Lodes bringen, dort dein in meiner Noth ich nicht Lob zu singen! del bin hilflos bliebe, groß ist deinem Liebe, stärker, als der Tod. In eigener Melodie Herr, und ich, ich sollte mich 319 Mie ie wohl ist mir, deiner Huld nicht dankbar freun? bir mein Herz nicht weihnat bi gomme 17 Würdig dir zu leben, dies sei mein Bestreben, sei mir heilige Pflicht Was die Weltierfreuet und sie oft ge reuet, das genügt mir nicht. Hab ich dich: wie gern will ich das, wornach die Eitlen trachten, reich in dir, nicht achten 12 ltdal ratolniaus no Freund der Seelen, wenn ich in deiner Liebe ruh! Sch traure nicht; was kann mich quälen? Mein Licht, mein Trost, mein Heil bist du. Bei dit vergeß ich meine Leiden, denn wie viele hohe Freuden genieß ich nicht, vereint mit dir! Hier ist mein Himmel schon auf Erden; wie könnt' ich jes mals muthles werden? Du, du bist überall mit mir! 12. hab ich, Erlöser, bich zum Freund was fehlt 8. Macht ein Gut der Er be, baß ich glücklich werde in ber Ewigkeit? Sind nicht shöhe Würden oft nur schwes mir dann? Du sorgt für mich 230 Gesinnung und Verhalten des Christen mich. Hättsich auch seine Mel. Seelenbräutigam Welt volla Feinde: ich bin 320 e sich in 320 Dir ergebweich getrof ich trausauf dich Auch wenn die Sünden mich vertlagen, darf ich nicht hoff nungslos verzagen ich weiß, was du für mich gethans Tras Alles wider mich zu fammen sich bebe nicht, wer will verdammen? Gott nimmt sich meiner gnädig and dins SC aid i dag michi Jeju, der du dich auch zu einem heil und Leben in den Tod hast hingegeben! Ewig will ich dein, mein Erlöser, feyn 2. Laß mich dir zum Ruhm, als bein Eigenthum recht C und nach Gewissen handeln, meinen Weg, dann freudig wandeln! Hilf, mir, fündene rein hier auf Erden seyn s Sesu, daß auch ich gegen 3. Nach dir bilde mich, Feinde Sanftmuch übe; alle ohne Ausnahm' liebe! Has nur und Rachbegier bleibe fern von miris) Istumia man Reiget sich mein Sinn zu dem Ird'schen hinzuse daß sie nicht ihr Ziel verfehe dann warne meine Seele, fel Denn ein wahrer Chrift fucht, was ewig ist. 3. Hier wall' ich zwar auf Luadagse rauben Wegen; doch du bist meine Zuversicht. Auch Leiden werden mir einst Se Leiden werden mir einst Ses gen aus dunkler Nacht ftrahlt mir dein Licht Sünder zittern vor dem Grabe, ich, der ich dich zum Freunde habe fann über Lob und Grab mich freun; denn ich gehöre zu den Dei nen. Bald wird nicht mehr mein Auge weinen, balb werd' ich völlig ruhig seyn, 4. Gelobt seisk du, o Freund der Seelen! In deiner Hand, wie wohl ist mir! Was kann, da du mich liebst mit feh. Lene Sch finde jedes Heil bei, dir., Sn noch so drüfs lenben Beschwerden bab' ich den Himmel schon auf Gre den: denn du bist burdhy den Glauben mein. Ich darf ich will nicht angßlich la genjoi wer fann wo Se fuse istberzagen Idu Mein Freund ist mein, und ich bin feinbæ rd chist mi sd ni meinen Pilgerlauf nur nach 5. Medte mich stets auf, deinem Wort zu enden, leis te mich mit treuen Händen auf der Tugendbahn; leit mich himmelan. altho 6. Starte mich und gib mir des Geistes Trieb, laß mich wachen und mit Beten findlich vor den Vater tree ter; fo erlischt, das licht meines Glaubens nicht, but 7. Ohne Prüfung ist hier fein wahrer Christ. Willst du mich ins Beider führen, laß mich nar dich nicht lieren In der Trübfal Stathyt izim Allgemeinen guns 231 Nacht nimm mich, Herr, Lodest Schmerzen Mitleid in Acht gegen die empfand die alle BEinen Heldenmuth, der Graufamfeit ihmbi fluchteng durch Gut und Blüt gern seine Dual zu mehrew indy undenerwillen Taffe, und ten; thin bi rad angli des Fleisches Lüfte haffe, gib 4 Den feiu Starmebes ju beiner Ehr mir je mehr und mehr id bim 30 1 Schicksals beugtel, ter gen recht und tadellos ficho in Wort und Werfen zeigte, göttlich ebelyngöttlich groß willig, freudig Glück und Leben für die Menschheit hina gegeben! 4 los 1912 5. Dich weil an deinem 100 Bilde gern, erhabner Mens schenfreund, wo mit ſo pief sanfter Milde Hohe Würde sich vereint; und zu jedem guten Werke find ich Antrieb hier und Stärke. wid 6. Durch mein Leben dich 301419 zu preifen, sei mir hohe heil'ge Pflicht: did), den liebevollen, Weifen ich der Menschheit Heil und Licht! Aehnlich, Jelu, pir zu werden, sei mein höchstes Ziel auf Erbenlidols dnnd sinise ne Fus193 126 leoul Isim ji dan sia In eigener; Melobicard no. 149: Jefu, hilf, daß ich Alles hier was mich von dir los defy überwinde und durch deine Krafe empfinde, daß ein wahrer Christ treu und standhaft ist 716 thai E 10. Wird's von hinnen gehn, divollst dir bei mir stehn, mich burch's Lobess that begleiten und zu deis nem Himmel leiten yn das idy ba mich dein ewig möge freuntid mad12 msd** ab sniam singt nrnd Mel Gott im Simmel und auf efum ewig guver zu ethren, ist mir fanfte beilge Pflicht; seis nenn weisheitsvollen Lehren geben meinem Beiste licht, und zu jedem guten Werfe gibt sein Beispiel Kraft und Stärke. Halsmmid him 321 J 2.Solteich ben nicht 322 Cins in oth Bantbar preifen, der und, herr Heil der Menschheit if? dies Einer ist gewas alles Nennt den Erlen, nennt den Weisen, welcher so, wie Je fus Chriftureine Zugend, die er lehrte, durch ein götts fich Leben ehrte dhe nis 30 Derdimit liebevollem Herzen hohen, festen Müth verband; der selbst bet des Heil umfaßrh Alles Andre) wie's auch scheine prift auf Land und schwere Lafty wors unter das Herz nich oft angs ftigt und qualet, und immer der Ruhever waren verd fehlet Es wohnet fergete de im Reich der Natire bie Sinn the 232 Gesinnung und Verhalten des Christen Sinnlichkeit täuschet den Vorbild wählenhaft bu treir Suchenden nur honde VI dein, Werk vollbrachttis n dir ging dien Tugend hier sichtbar durchs Leben; wie sollt ich, nach bir mich zu bils den, nicht strebends di Die ähnlich zu werden, welch hoher Beruf! Dann bin ich deß Bilb erst, der dazu mich schufer zu sem 1100 Joi 2. Dich erwählen, ist das Eine, welches Theilk O gib, daß ich ewig mich mit bir vereine, nichts so innig lieb, als bich! Es mögen die Klugen der Welt dich verachten; ich will dein Vers dienst, Herr, mit Ehrfurcht betrachten. Wer war je die 6. Darum sollst du mit Zierde der Menschheit, wie das Eine, Jesu, du mein du er brachte mehr Licht Alles feyn. Siehe, daß ichs ihr mehr Segen und Ruh? redlich meine Ewig, ewig: 3. In bir ist der Weisheit bin ich dein! So segne mit Fülle. Du nur zeigst, was Kraft mich, stets weiser auf mich beglückt, durch dein Erden, entsündigt, geheis Wort nur wird mein Wille ligt, dir ähnlich zu werden, d niebrer Erdenlust entrückt. und treu dir au bleiben im Gern will ich mich sammeln, Leben und Tod! Dieß, Herr, die heiligen Lehren der himm- ist das Eine; dies Eine ift lifchen Weisheit mit Andacht Noth sid said ag and zu bören um fern in den Julehdup schisi mot Rathschluß der Gottheit zu3n eigener Melobie, splet fehn, und freudig die Wege 323 Dª aß ich der Zu der Zugend zu gebna 4. Mit Vergebung meiner Sünden Herr, begnadigst bu mich bann, läsfest mich den Frieden finden, den die Welt nicht geben kann. Was fann mir bann fehlen, was jemals mir schaden; ich bin ja beim Vater, dem Höch sten, in Gnaden. Fallt, Welten! Ich schwebe vers herrlicht empor; elu him mel erfeßt mir was hier ich verlor. Janis 5 Jeft, bu bist meiner egend Höh ets flimme, wo unten tief die Erde liegt, wo Glaube ber Verführung Stimme und jedes Hinderniß befiegt, no in des Himmels reinem Scheine ties eine Zieknur glänzend steht ach, Gottpr erhöre mein Gebet!-tur darum bet ich, flehe, weines Am made 2. Es stieg voran bienfteile len Stufen der Menschen sohn mit Kraft und Muthani Er bört im Jordan sich geeni rufen, und nimmt den Ruf mit aus der Fluch und geht daß er zur That sich rüfte bie SJONS Seele auch für Heiligung ges macht. Daß ich dich zum 01101 1907 im Allgemeinen. gnummis die außer ihm kein Mensch begreift, die mur in fener Seele reift, um stillen Den ten in die Wasted edib geendet, bis er, nahan sie Todesnacht, zum lauten Sie gesruf: Vollbracht! ben fets ten Athemzug verwendet. tim thim pis hi and dig in eigener Meloble: d 3. Darsteht er an dem Scheidewege vor ihm die ſchauberhafte Wahl; hier 324 Je befter roft aller gefu, meine Freu de: feiben Donnerfd Tage auf seinem Weg zum blut'gen Pfahl. Gott, was nur Menschen reiztverlaffen, selbst ihre Liebe? Müh und Noth und Angst und Schmach, juleßt den Tod mit seiner schärfsten Qual umfassen? im Teide! Meines Herzens The: l! Deine Mittlertreue macht, daß ich mich freue deiner, Herr, mein Heil! Hab ich dich, wie reich bin ich! Ohne dich fann ich auf Erden nie recht glücklich 2008 werden. 13022 4. Dort liegt der Erde reicher Segen bort hängt 2. Unter deinem Schirme der Erde schöner Kräng; Be fönnen feine Stürme mr roundrung jauchzet mir ents erschrecklich seyn. Laß auch gegen; die Ruhe winkt, dee Felfen splittern; las den Goldes Glang. Ich sehe von Erdfreis zittern und den Ein des Berges Spiße die schönsturz braun! Was ist's merr? sten Reiche ausgedehnt. Auf Rings um mich her mag es folge! und Judaa frönt dich, stürmen, bonnern, blikk! Inicend vor dem Königesize. Er, er wird mich schüße: 5. Nein Gott gebeut! 3. Wenn der Cinde Weicht, Erbenfreuben! Fort Schrecken Angst in mir ers Satan, bebe bich von mir! wecken, Jefus ftilletie. Ich tret sinmbiese Nacht der Mag der Tod fich naten, Leiben, und hange, Bater, mich das Grab umfaßen, nur an dir Selbst in des Jesus läßt mich nie. Mich Sturms ergrimmten Fluthen schreckt nicht das Weltges umschlinge dein Arm allricht: freudig, das ich ges machtig mith. Ich fühle fum sehe, blick ich auf fur dichisich fühle bich, wenn Höhe. alle meine Abern bluten S id 6 Entschloffen nun, voll innern Frieden, wirft er sich ins Gebräng der Welt er fämpfet, ohne zu ermüden, und überwinder als ein Held und hält sein Wert nicht für Gottes Madit; er wird, Gibr wenn 4. Wer ist, der den Glais mund ben meinem Herzen rauben, ihn erschüttern fann? Bet der Feinde Loben stimm ich, Gott zu loben, Freudenlies der an. Ich vertraut 234 Gesinnung und Verhalten bes Christen wenn mich Feindeshaffen, jeder Mensch nach deinem niemals mich verlassen.nnd Bilde so eifrig seine Pflicht 3d5jpfodt nur, Gold and erfüllte die Erten war ein Schäße! Ehre sei ber Göße Paradies nis nodisblad der betrognen Welt! Mich follt ihr nicht blenden nicht von dem mich wenden, der mich treu erhält. Elend, Noth und Schmach und Tod soll mich, ob ich viel muß Leiden, nicht von Jefu schet den. book misd to 16. Weicht, verborne Liebe! Weicht, der Wollust Triebe! Thoren fodt nur ihr. Mich follt ihr, ihr Sünden, nim merwillig finden; fliehet fernt von mir! bUeppigkeit, Geiz Schmähsucht, Neid, ihr beschweret das Gewissen; euch will ich nicht wissen. 17. Weicher Sorg' und Za gen! Schweiger, bange Klagen! Jesus ist ja mein. Je, den der ihn liebet, muß, was erst betrübet noch zu legt erfreun. Hab ich hie felbft Noth und Müh: Je fur, bauch im bängsten Leide bleibst du meine Freude 38312 610 211 ss sie Mel Wie wohl ist mir, o Freund 325 Af af dich, Erlöser, stets zu sehen, so wie du warst, gesinnt zu feyn der Zugend Weg dir nach zu gehen, der Brüder Glück sich ganz zu weihn, haft bu den Deinen, die dich lieben, als Pflicht aus fiebe vorgeschrieben; wie dringend issie Herr, wie süß! Wenn 2. Entflamint war deine ganze Seele von reinster Lies be gegen Gott, war seinem heiligen Befehlee gehorsam bis zum Kreuzestödd Da fuchtest nur des Vaters Chu re; im Tempel war sie deine Lehre, und was dem Heilige sten gefällt. Den Schöpfer aller Kreaturen verfündigtest du auf den Flures Bale Ba ter, der die Welt erhält. 3. Wie eifrig war du, seinen Willen als Bürger und als Unterthanf ats Sohn, als Bruder zu er füllen auf deiner ganzen Lebensbahnte Mrs Freimb, wie zärtlich gegen Freunde! Verfolgt, wie duldend gel gen Feinde! Für Aller Wohl schlug deine Brust. Die Menschen trösten und die quicken, erfreuen, heiten und beglücken, war dein Geschäft, war deine Lust. $ 14. Lief rührte dich die Noth der Sünder! Mit sorgsam gingst du ihnen nach! Wie viele wurden Gottes Kinderwent raha rend deine Liebe sprachy! Di tämpftest, Wahrheit zu beta breiten, und alterugu dem Heil zu leiten, das nicht mit Welt und Zeitsbergeht. Ente zogst du måstudie bema tümmet, da war die Enfant feit nafjird im Allgemeinen uunis 235 leit dein Himmel, bein Geift zen Preisgefang fagt nun beim Bater im Gebet. di beiner Liebe Danka Slamsin nib. Du warst bemüthig und 2 Reine ledende Begierbe bescheiden, ein Freund er laubter Heiterleit; bewiefest bei den schwersten Beiben Ge duld Muth und Gelassen heitsvergabit von Liebe tief durchdrungen, die här. testen Beleidigungen, im le ben und dem Tode nah; und farbst so rührend und erbauend, so freudig, stand haft Gott vertrauend göttlich groß auf Golgathal drängte sich zum Eitlen hint Heiligkeit war deine Bierbe Menschenrettungbibein: e winn. Willig trugst du beie ne Bürde, tratest fanft und ftill hervor bobft bie Welt zu Gott empor, daß fierewig selig würde. Riedrigkeit war, Herr, dein Loos, und doch dein Verdienst for groß! fo 3. Mächtig selbst im tiefe sten Staube, schufest du ber Seelen Glück. Zweifelfucht und Aberglauben schwanden in die Nacht jurück. Hin zum Heiligthum der Wahre heit führtest du der Deinen Schaar, und wer bir nur folgfam war, fahb sein Heil in voller Klarheit 6. Wie du gesinnt zu seyn, zu handeln, ist deiner Schü ler höchste Pflicht; der muß nach deinem Vorbild wan deln deravon Verehrung Chrifti fpricht. Dann wird zum Fleiß in guten Werken und göttlich der Gedanke starten, baß wir bes Vaters Willen thun, und baß sein heitig Wohlgefallen, sein 4. Nun entfliehen Furcht Geist und Segen auf uns und Schrecken vor dem gro Allen hier und im Himmel ßen Weltenherrnichts lohnend ruhn, 10 bilged fann Sorg in uns erwecken; niso oder ist nimmer von uns fern. Mel. Gott, ber bu bie Menschen Seine Liebe, nichts als liebe AUS wen bebt vor Freude nicht? Uns, auch uns umglänzt dein Lichta 326 Welterlöfer, bich predigt uns die schöne Welt, gu lieben, bis die er täglich noch erhält, daß das Aug' im Lobe bricht, sie uns im Lieben übe. Mens mit: des Herzens reinsten schenfreund, feit udbuimera Trieben, ist uns theure, beil'. schienst, ist die Liebe Gottes ges Pflichten Von der Liebe dienste dispus rong Gluth burchbrungen, famstbo Selbst der Sünder barf Qumarbst und Menschen nicht beben eilt er nur gu gleich gründeteft ein neues dir jurid. Deine Stimme Reich bastouns Rub' and du folls lebens heitertsfeie Heil errungen. Frohen her nen Thränenblick.ch 1193 blus 236 Gesinnung und Verhalten des Christen bluteteft am Kreuzes trugest und reger Mitleidstriebe; Schmach und Angst und selbst deinen Feinden wand Noth starbst für ihn, bamit test bu großmüthig Hülf' und dein Tod ihn zum frommen Wohlthat guid 1918 cof Leben reize! Folgt er dir, o 14. Dein Beiſpiel lehrt, welche Huld! ausgetilgt ist was schändlich ist, mit welfer seine Schuld.di burr Vorsicht fliehen; es lebret mich, mein Herz der Lift und Heuchelei entziehen. O wohl mir, wenn mie from mem Sink ich dir, mein Heiland, ähnlich bin! miod 5. Du gingst als Führer einst voran, ftehst mir auch noch zur Seite; bu tampf test selbst und brach'st bie Bahn, stärkst nun auch mich zum Streite. Wie könnt ich denn so zaghaft feyn, und mich, die nachzufolgen, scheun? 591: 00 a 1 6. Dant set bir von allen Frommen, Preis und Dank fet die geweiht! Ja, burch bich ist heil gefommen in das Land der Sterblichkeit. Wer bir folgt burchs Erbenleben, athmet hier schön Himmels luft: Friede wohnt in seiner Bruft; einst wird Gott bie Kron ihm geben. Wie vers flärt bes Lodes Thal, Herr, ihm beines Lichtes Strahl! Jis man#pe brihl Crict 1991 81100 Rel. Auf! Chriftenmensch 6. Wer hier sein Glück zu 327 Mir nach, fpricht finden meint, wird's ohne Christus, uns fer Held, folgt meinem Vorbild, Christen! Verläugnet eudy, besiegt die Welt mit ibren schnöben Lüften; gebt ihren Reizungen nicht nach, erdulbet lieber Ungemach! dich wer's bei dir zu verlieren scheinst, den wirft du dazu führen. Wer dich als seinen Herrn verchrt, unb bir nicht folgt, ist dein nicht werth, 10 bis bull 12. Ja, Herr, dein Vors bild leuchte mir zu einem heiligen Leben! Wem sollt ich auch, wem sonst, als bir, zu folgen mich bestres ben? Du zeigst den Weg zum wahren Wohl, zeigst mir, wie ich ihn wandeln soll. id ip 7. So will ich denn dir, meinem Herrn, getreu und froh nachgehen, will swohl gemuth, getrost unb gern der Tugend Kampf bestehen, denn wer nicht fämpft, trägt einst die Kron des ewigen Lebens nicht davon, d bude kunst Mel. Es wolle Gott uns gnädig 180 3. Dein Herz voll Gotter, gebenheit war auch voll 328 preife Gott, wer Jesum Ganftmath, Freundlichkeit, Christ als seinen Heiland fens naftidim llgemeinen pns 237 fennet, diwer feiner Kirche hilft und gibt, ist gegen Feins Mitglied ist, und seinen de gütig, und liebreich eilt Herrn ihn nennet! Sein höche er jedermann, der sein be ftes Ziel hienieden sei, daß darf, entgegen. Er stiftet er nach seiner Lehre, entfernt Gutes, wo er fann, unb von aller Heuchelei, aufrich, lebt der Welt zum Gegens tig ihn verehre als ächter wie Jesus ihm gebietet. mist Christusjünger! in 2. Der ächte Jünger Jesu hält stets fest an seinem Glaus ben. Er läßt durch allen Hohn der Welt sich nie dies Kleinod rauben. Denn dies fer Glaube gibt ihm Kraft and Muth zum eblen Streben, vor seinem Schöpfer tugendhaft und findlich froh zu leben, zu dulden und zu ferben, of di 6. Der ächte Jünger Sefu trägt getrost des lebens Bürde. Auch Noth, die Gott ihm auferlegt, erhöhet seine Würde. Er bleibete felbft im herben Schmerzt noch muthvoll und geduldig: bes Gottes tröstet sich sein Herz, vor dem er hier unschuldig zur Ehre Jefu wandelt.or 310 Der ächte Jünger Jefu lernt von Gottes Geist ge trieben, und von des fasters Pfad entfernt, stets herzli cher ihn lieben. Er weiß, was Sefus that und litt, die Sünder zu beglücken. Er zählt dazu sich selber mit, und rühmt es mit Entzücken: Auch mich hat er gehebet! 17. Der ächte Jünger Se fu fiegt auch über Zobed schrecken; denn seinen Geist, der aufwärts fliegt, wird Grabesstaub nicht decken. Er fennet den der für ihn starb, und ihm durch To besleiden des Himmels Se. ligkeit erwarb; drum jauchzt er im Verscheiden: Ich weiß, an wen ich glaube 4 d 8. Gib, Jesu, daß der 4.Der ächte Sünger Jesu Deinen Schaar fich ſtets auf weiht dem Heiligungsge Erden mehre, und daß auch schäfte die Tage seiner Lebenss ich dich immerdar im Glaus jeit und alle seine Kräfte. Er ben recht verehre! Nimm glaubt und liebt; wie sollt' nach vollbrachtem Pilgerlauf er nicht der Lüfte Reiz vers zu jenen Seligkeiten den schmäbend und unverrückt Geift, der bidy verehret, auf! den Weg der Pflicht, wie Ihm Wohnung zu bereiten, Jesus Christus, gehen, um bist du vorangegangen. To ähnlich ihm gus werden? s tag) Neg sad nisk Mel. Auf! Chriftenmens 8 Der ächte Jünger Je liebt die edel. müthig; een tröstet, besſert, 329 * 199 unters Ebenbils, ihm PA 238 Gesinnung mit Verhalten des Christen ihm gleich an Menschenliebe, verlassen, Gottes Sohn, und der Sünbe bienen? mit den Lüften dieser Zeit wieder mich beflecken, und nicht mehr bie Freubigkeit deiner Liebe schmeckend w 1200k Die warft Jefu, ganz er füllt mit göttgeweihtem Tries be! Er war dein Ziel, dein höchstes Gut, ihm folgtest bu mit Helbenmuth. 2 Du warst mit ihm Ein Sinn, Ein Herz, fein Wille war bein Wille; du ehrtest auch im größten Schmerz ihn mit zufriedner Stille. Selbst auf der allerrauhsten Bahn sahst du ihn noch als Bater an. 1901 d 28. Du suchtest nichts als fein Gebot vollkommen zu er füllen, und unterwarfst dich bis zum Tod ganz deines Vaters Willen. Dein Haupts gefchäft war das allein, Bols Tender deines Raths zu seyn. Bum Kreuze gingst du ruhig bin, uns Ruhe zu er werben; bereit, mit gött fich großem Sinn zum Heil der Welt zu sterben, warst bu jur tiefsten Schmach ges faßt, und trugt der schwer, sten Leiden Lastda 2. Hab ich doch allein bei dir meine Ruh' gefunden; Mittler, heiltest du doch mir liebreich meine Wunden, und ich sollte dein Gebot, wie die Sünder, hassen, nnd mein Recht an deinem Tod wies der fahren lassen? ORDO 3. Rein, ich bin und bleib ein Chrift, folge deinen Leh ren, lasse weder Macht, noch List meinen Glauben stören. Fielen tausend ab; nicht ich; mags die Welt verdrießen! Sie wird mein Vertraun auf dich mir doch gönnen müssen. on disgu 4. Beigt sie mir ein Heil, wie du? Bringt sie Kraft den Müden, den Bedräng ten Trost und Ruh', Suns dern Gottes Frieden? Gibt sie mir die Zuversicht, daß ich, troß dem Grabe, beis ner Ewigkeiten Licht& zuller, warten habe? dns i no Ndemici, PILS 85. Herr, lehre mich, dein Eigenthum, nach deiner Tus gend streben! Dir gleich ge. sinnt seyn, sei mein Ruhm 5. Nettet imfie und Wonne, so zu leben! wann vor Gott einst die Shilf, daß ich so gern, wie Völfer stehen, und das Le bu ben Willen deines Baben und den Lob ihm zur tersthue id 3 Seite sehen wann der i antil de usun sama. Schwing dich auf, zu Sichre nun zu ſpät aus dem Schlaf erwachet, und der Spötter, der hier da mir schon schmäht, glaubt unb nicht deine Gut erschienen, sich mehr lachet? m 330 och jest wych, 100 6. D affird im Allgemeinen. 239 36. wis thörigt, wenn Feinden gern verzeihn. Nie ich mich noch verführen ließe, soll mir des Elends Flehn Selpa ich ſchon durch unerhört vorübergehn; fest und innig will ich streben, deinem Beispiel nachzuleben. tadin dich Gottes Huld genieße, da ich weiß auf wessen Wort ich die Hoffnung gründe, daß auch ich unfehlbar dorf Gnad und Leben finde! rim ca 7. Nicht das Leben, nicht der Tod, Trübsal nicht, noch Freuden sollen mich, mein Herr und Gott, jemals von Dir scheiden. Welt und $ 120. Sund' und Eitelkeit und des Fleisches Triebe, Alles überwind ich weit, Herr, durch deine Liebe! 4. Du, den ich zum Vor bild wähle, hebest meine Geel' empor. Wann ich wanted wann ich fehle, schwebe mir dein Beispiel vor! Dir geheiligt sei mein Geist! Wann er sich dem Staub entreißt; cann dann werd' ich im Sterben Freud und Wonn' auf ewig erben. #moto jods misi dow.09 Aut Mel. Meinen Jesum las ich nicht Mel. Freu' dich sehr, o meine 332 Sanft, p Chrif, 331 Gönlicher, dich zu ist Jeſu Soch; NEATLITE MIS erheben und mit frommer Zuversicht deis ner Tugend nachzustreben, ist dein Ruf und meine Pflicht! Sieh, ein Beispiel laß ich dir, sprichst du: fomm und folge mir! O weldh Beispiel fonder Gleichen! Streb, Geist, es zu erreichen! und was kann bei ihm uns fehlen? O wie selig sind wir doch durch den Retter une frer Seelen! Welche Wonn' und Herrlichkeit wartet un frer nach der Zeit. 194 o $ 190 2, Freue deines Glaus bens did), deines Gottes, seines Sohnes Deine See le rühme sich ihrer Hoffnung, seines Lohnes, voller Muth und unverstellt freudigpor der ganzen Welt! must und 2. Armuth Haß, Ver folgung, Schmerzen trugst du still und mit Geduld; du vergabst mit edlem Herzen deinen Feinden ihre Schuld; hortest der Verlaßnen Flebn, zilteft ihnen beizustehn; fann teft feine höhre Freuden, als Die Lindrung ihrer Leiden. du 3. Id auch will in Noth und Schmerzen standhaft und geduldig lepn; will mit liebevollem Herjen meinen 32.0 3. Hat gleich sein Bekennts niß hier seine Leiden und Be schwerden; dennoch sei ihm treu; denn dir sollen ew'ge Freuden werden. Was ist gegen solch ein Glück dieses lebens Augenblick? neg Schäme seines Worts 4. bich nie vor den Frevlern, vor 240 Gesinnung und Verhalten des Chriften vor den Spöttern, wenn sie nachzuahmen streben? nicht ihn verschmähn, wenn sie sich und ihren Wiß vergöt. tern! Was vermag der fasts Ter Spott wider Jefum, wider Gott 5. Was vermag er, tobt er gleich wider dich und deis nen Glauben! Gottes Beis fall, Gottes Reich kann doch Feine Macht dir rauben. Halte dich an dem nur fest, der die Seinen nie verläßt. 6. Welchen Kampf hat nicht dein Herr für dein ew' ges Heil gestritten? Jene Schaar der Märtirer, was hat die für ihn gelitten? Schmach und Marter, selbst den Tod, litten sie getrost für Gott. 7. Und der Spötter Wit und Hohn könnte je dein Herz verführen, deinen Antheil an dem Lohn deines Glaus bens zu verlieren? Nein, o Christ, nein, wanke nie, fleh um Rettung auch für sie! 8. Sei getreu bis in den Lod; denn du glaubest nicht vergebens. Nach dem Tode führt dich Gott zu der Won ne jenes Lebens. Und auf einen turzen Streit frönt dich seine Herrlichkeit. gehn den Weg, den du bes tratst, nicht freudig thun, was bu, Herr, thatst? 2. Dein Herz, von Sün de nie entweiht, war rein, wie beine Lehre; dein ganzer Wandel Heiligkeit; dein Ende zwed Gottes Ehre; hier feie tung zur Bollkommenheit und dort der Menschen Se ligkeit. 3. Drum führtest du zur Zugend an, und, standhaft ihr ergeben, gingst du uns selbst den Weg voran, mit Muth uns zu beleben; und wenn du litteft ohne Schuld, ertrugst du alles mit Geduld. 4. Der Kummervollen Trost zu feyn; zu wehren jedem Leide, nur wohlzuthun, nur zu erfreun, war deine Sorg' und Freude; und jede Thrä ne, jeder Schmerz drang in dein liebevolles Herz. 5. Du trugft mit Sanfts much und mit Huld die Schwachheit deiner Freunde; mit Sündern hattest du Ges duld und barst für deine Feinde. Du warst gehorsam bis zum Lob und ehrtest selbst im Lode Gott Mel. Auf Chriftenmensch. 6. Dies große Beispiel hast du mir zum Vorbild hine terlassen, daß ich gefinnet sei, 333 W elch hohes Beis gleich dir, in meinem Thnn spiel gabst du und lassen. Komm, sprichst mir, mein Heiland, durch du, nimm mein Joch auf dein Leben! Sollt ich nicht dich, tomm, folge mir und gern und mit Begier, dir sich auf mich! 7. Sch mind and Allesteinen gnunnit 244 Thata 1 Schlemmener! Gib reift jeder Borlat doch zur Fraftlund Licht, daß ich mein nderopeni Dei exfenne, dein wabrer 65. Er widersetzt mit festem Junge eis und nicht mich Minheadem Unrechtlich ges mir den deinen nenne, da stärkt durch Gott Träf ihn mit ich deinem Vorbild tren im Kampfe für das Gute der nuch Andern gutes Beispiel Welt Verfolgung oder Spptt; i mind ingiling hennar so bleibt ihm doch der Preis mid: 91d9 asno big im Streit Er fimpft, weil Mths Wer muraden lieben Goit es die Pflicht gebeute Upt 334 Belicht, beglict 6 So laßt auch uns als A ist, wer auf Er den udisallen seinen Kräf tendreht, dan colen Thaten weichugu perdenind nicht für diese Wele mur lebt, fets borwärts bringt und nie sergift, daß seine Seelun flerblich tit. ln ad fpunt No12 Enfenfchen nach der Ebriften bandeln aus rei ner Achtung für die Pflichts laßt uns die Bahu der Lus gend wandeln dai frablet immer helles ficht, und une der Loos in Ewigkeit Utre ner Tugend Seligkeitd tad dla s day bombs Mel. Auf Christeymenfed odgend Wegen, was gut 335 Bald sem fåt und Pflichtiduft, schnelligung des Todes ' thui, spricht nicht förspre Raubwallich nach bier scheit nur die Trägeng noch lauf Erden doch nur mein billich sommerns will Leib wird wieder Staub, ich noch rubu Ev fäet früh und foll unsterblich werden. Und müßt dien Zeituzum Aussaat dann, dann ist mein ewiges für die Ewigkeit anu dium Theil, Gott Berperfung o 34Bus@ rfüller von der Lu- oder Heilung i8 gend Sorgen denkt er, und ab 2. Mit Ernst und Eifer denft mit Lubedaran, wie soll der Christe nach seinem enthiere sichtbardort ver Heile ringen hogennslatem ibbegen, ein gutes Werk; vol was auf Erden, ist, bin auf lenden kann, und nüget je zu Gott fich schwingens Ibeni Augenblick fürs Tugend trost den Pfad der, Trübfal und für Brüderglücked had gehn; und standhaft in Vers il 4ashneschreden feine in suchungsstebno ju dernissendurchmiedles Thaten 3. Noch weiß ich, daß ich stärkt er sich und seine chei Hligen Entschlüferind fest und rinnepschützerlicht Wie sehr er auch zu kämpfen hat, laufen, muß not bin ich in den Edranksa, ach nicht am Ziele toch! mein Fuß beginnersftudanten d Herr 242 Gesinnung und Verhalten des Christen Herr, stärke mich durch deis Rubm? Welch Glück fann ne Kraft, auf dieser kurzen größer seyn, als Gottes WePilgrimschaft! ge gehn und seiner Huld sich freun? 4. So lang ich noch, ein Fremdling hier, in diesem Leibe walle, schaff du ein reines Herz in mir, ein Herz, das dir gefalle, und leite mich auf ebner Bahn durch deinen Geist zu dir hinan! 5. Es sei mein Ruhm, dir werth zu seyn, was du ge beutst, zu üben; mein höch stes Gut, mich dein zu freun, von Herzen dich zu lieben; mein Trost, auf deinen Schuß zu baun, und dir, Allie bender, zu traun! 6 Nie soll des Zweifels Dunkelheit mir diesen bohen Glauben, dieß Vorgefühl der Seligkeit, des Himmels Hoffnung rauben. Was lin dert sonst des Lebens Noth? Und was versüßt mir einst den Tod? 7. Du, der mir dieses Heil erwarb, laß, Jesu, mid)' s erwerben; du, der für seine Menschen starb, laß, Sefu, dir mich sterben! Gib, daß ich dir im Leben treu, getreu vis in den Tod dir fei! Mel. O Gott, bu frommer Gott 336 D" u ſagst: ich bin ein Christ! Wohl dir, wenn Herz und Leben dir dessen, was du fagst, Beweis und Zeugniß geben! Wo ist ein höhrer 2. Du sagst: ich bin ein Christ! Der ist'e, der Chris stum fennet, nicht mit dem Munde nur ihn Herr und Heiland nennet, nein, gern und willig thut, was audy sein Herr gebeut. Thust du das nicht, so ist dein Ruhm nur Eitelkeit. 3. Du sagst: ich bin ein Christ! Mit Ernst das Böse hassen, den Lüsten widerstehn, gewohnte Sünden lassen, dies ist des Herrn Befehl; dies seiner Lehre Sinn; fein todter Glaube führt zur ew's gen Wohlfahrt hin. 4. Du sagst: ich bin ein Christ, getauft zu Gottes Erben, sein Kind und Freund zu seyn und selig einst zu sterben! Du bist's, doch prüfe dich, erfüllest du auch gern, treu deiner Christenpflicht, den Bund mit deinem Herrn? 5. Hast du nicht diesen Bund schon längst und oft gebrochen? Du bast, als Gottes Kind Gehorsam ihm versprochen; hast du mit Treue denn dem Guten nad gestrebt? Hat nicht die Sünde noch sehr oft in dir gelebt? 6 Du sagst: ich bin ein Christ, betrachte, les' und höre, vom Irrthum unvers führt, des Heilands reine Leh im Allgemeinen. 243 Lehre! Wohl dir! Doch thust und Leben von diesem Ruh du auch, was Gottes Wort dich lebrt? Nur selig ist, were thut, nicht, wers bloß lief't und hört. me erst ein sichres Zeugniß geben. Der Nam' ist nicht genug. Ein Christ muß ohne Schein, das, was er heißen will, in seinem Wandel sein. 7. Du ſagst: ich bin ein Christ! mit Gott mich zu verbinden, nehm ich oft Jesu Mahl; mich reuen meine Sünden. Doch zeiget sich 12. Ach Gott, gib mir doch Kraft, mich ernstlich zu befleißen, ein wahrer Christ zu sein und nicht blos bei dir in deinen Werken auch so zu heißen! Denn, wer rechtschaffne Besserung nach den Namen hat und nicht dieses Mahls Gebrauch? die That zugleich, berrügt sich und gelangt nicht in dein Himmelreich). 8. Nur dann erst, wenn dein Sinn, wenn alle deine Triebe dem Herrn geheiligt sind in reiner Kindesliebe, Mel. Wer nur den lieben Gott wenn du, wie Christus war, 337 Gott, bir gefällt ein Freund der fein bist, gerecht und wahr und mild, dann sag: ich bin ein Christ! 9. Wenn, Gutes auszustreuen, die Unschuld zu be schüßen, und selbst dem Feind, so viel du immer fannst, zu nüßen, ohn' Ei gennuß und Stolz, dein Herz stets willig ist, auch wenns Verläugnung gilt; dann saq; ich bin ein Christ! 10. Denn, wenn noch Leis denschaft dir dein Gemüth regieret, wenn Wollust, Ei telkeit und Schmähsucht dich verführet, wenn Geiz und Haß und Neid noch über dich gebeut: so kennest du noch nicht die wahre Heis ligkeit. 11. Sprich nicht, ich bin ein Christ! bis daß dir Herz Wesen; wer bös' ist, bleibet nicht vor dir. Drum laß von Sünden mich genesen, und schaff ein reines Herz in mir, ein Herz, das sich vom Sinn der Welt entfernt und unbefleckt erhält! 2. Laß mich auf die bes gangnen Sünden mit innis ger Beschämung sehn; durch Christum vor dir Gnade fins den, und standhaft deine Wes ge gehn! Ich will forthin die Sünde scheun, und deinem Dienst mein Leben weihn. 3. Du fennst und lenkest die Gedanken! Gib meinem Vorsat Festigkeit; und will mein schwaches Herz je wanken, so hilf der Unentschloss fenheit. Wie viel vermog ich, Gott, mit dir! Nizam deis nen Geist nur nicht von mir! Q2 4. Gib 244 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Gib, daß er mir stets er übt, nicht mit reiner Hülfe leiste, und Muth und Seele liebt, Richter, dem Kräfte mir verleih, daß ich gibst du die Krone der Gemit findlich treuem Geiste rechten nicht zum Lohne. dir bis zum Tod ergeben fei; so sieg ich über Fleisch und Welt, und thue, was dir wohlgefällt. 5. Doch wann ich je aus Schwachheit fehle, mein Vater, dann verwirf mich nicht! Verbirg nicht der bes drängten Seele, wann sie dich sucht, dein Angesicht; und mache in Befümmerniß mich deiner Gnad' und Huld ge wiß! 6. Erquicke mich mit dei nen Frenden; schaff ein ge trostes Herz in mir, und stärke mich in allen Leiden; so halt ich mich, mein Gott, zu dir, bis nach vollbrachter Prüfungszeit der Deinen Erbtheil mich erfreut. 5. Oft gehorcht ich dei nem Rechte nur, daß meine Folgsamkeit mir bei Menschen Chre brachte und den Mel. Freu' dich sehr, o meine Rubm der Frömmigkeit. 338Gott, ich will mich Wenn ihr Beifall mich ers ernstlich prü bob, o wie süß war mir dieß Lob! Nur von ihm ließ ich mich treiben, beinen Rech ten treu zu bleiben. fen, ob id redlich bin vor dir! Du kennst meines Her zens Tiefen; ach, entdecke sie auch mir! Laß mich se hen, ob ich treu dir in meis nem Wandel sei; ob ich recht zu thun mich übe, weil ich dich von Herzen liebe! 3. Die um deiner Liebe Willen wandeln, wie tein Wort gebeut, diefe, diese nur erfüllen das Geseß der Frömmigkeit. Nicht nur, das, was wir gethan, auch die Absicht siehst du ar; teis ne Liebe soll uns dringen, gute Werke zu vollbringen! 4. Wie ein leichter Nebel schwinden meine Tugenden vor dir; denn noch trennen Lieblingssünden mich, o Heis ligster, von dir! Deine Liebe trieb mich nicht zur Erfüllung meiner Pflicht; ich ver gaß, an dich zu denken, ließ von Eigennuß mich lenken. 2. Eitelkeit und Eigenlies be sind die Gößen dieser Welt: aber nie sind sie die Triebe, deren Wirkung dir gefällt. Wer das Gute, das 6. Ach wie könnt' ich dich vergessen, wie so undanke bar dir seyn, deine Liebe nicht ermessen, deines Beis falls mich nicht freun! Meis nen Lohn hab ich dabin; eits ler Ruhm ward mein Gewinn; aber ihn sollt ich ver achten, nur nach deinem Beifall trachten. 7. Gott, im Allgemeinen. 245 7. Gott, der jedes Herz fehle. Ich seh' der Tugend voll Reue gern mit seinem Trost erfreut, sei mir gnädig und verzeihe die unlaut're Frömmigkeit! Mache reiner meinen Sinn; lenk' ihn zu dem Einen hin, dich zu lie: ben, und vor allem dir, o Höchster zu gefallen! 8. Laß, Herr, alle meine Werke Früchte deiner Liebe feyn; gib mir täglich neue Stärfe, ganz der Tugend mich zu weihn! Ich bin, Gott, dein Eigenthum: dieß ſei mir der höchste Rubm! Was ist mir das Lob der Er de, wenn ich deiner würdig werde! Glück; ich wünsche gut zu seyn: und immer hab' ich doch so viel noch zu bereun. 4. Das siehst du, Herr, mein Gott; o sieh' es mit Er barmen, und reiche deine Hand voll Vaterhuld mir Armen! Gib meinem Geiste Licht: gib meinem Vorsatz Kraft, so kämpf' ich glück licher mit Welt und Leidens schaft. 5. Eröffne den Verstand, stets beller einzusehen, daß Sünd' uns elend macht; daß wahres Wohlergehn und innrer Friede nur aus reis nem Herzen fließt; daß du mit deiner Huld der FreuMel. O Gott, du frommer Gott den Quelle bift. in mich 339 H Gebet, und laß nicht zagbaft unterliegen; es dir gefallen! Es ist mein ganzer Ernst, auf deiner Bahn zu wallen. Ergreife, feite Herr, den Schwachen, der dir fleht; verwirf die Bitte nicht, die mir von Herzen geht! bold bl 2. Du willst, daß ich mich treu in jeder Tugend übe. Der Glaube, sagt dein Wort, foll fruchtbar durch die Liebe in wahrer Heiligkeit, in guten Werken sein; dir soll ich, Herr, mein Gott, mein gan zes Leben weihn! bi 3. Dies will ich, und doch macht die Schwäche meiner Scele, und der Versuchung Reiz, daß ich so oft noch ermuntre mich zum Muth und hilf dem Schwachen sie gen. Mein Auge laß allein auf deine Weisheit schaun, mein Herz dir folgfam sehn und dann dir froh vertraun. 7. Ich bin ein Pilger hier, umringt von vielen Sündern; ihr Beispiel könnte leicht der Zugend Eifer mins dern. Wenn der Verfüh rung Gift, des Leichtsinns frecher Spott dem Geist ges fährlich wird; dann steh' mir bei, mein Gott! 8. Bewahre mein Gemüth, daß mich bis an mein Ende, die falsche Fröhlichkeit der Sünder nie verblende! Der 246 Gesinnung und Verhalten des Christen. und nicht straucheln möge. Der Thoren Jauchzen wird haft deine Wege wandeln, bald lange Reu' und Pein: laß diesen Wechsel mir doch ja vor Augen seyn! 5. Daß die Welt mich nicht verführe, daß sie mich nicht untreu mach', und spottend triumphire, daß ich auch ges fallen sei, daß sie sich nicht ihrer Siege rühme, weil ich unterliege! 6. Der du Kraft und Muth gewährest, hilf des Schwa chen Schwachheit auf! Ja, ich hoffe, daß du hörest, und ich freue mich darauf. Rüh men will ichs, und dir sin gen, daß du Stärke gibst zum Ringen. 9. So werd' ich, Herr, mein Gott, dir nicht umsonst vertrauen; einst, wenn ich treu dir war, der Freuden Fülle schauen, und, wann du ewig lobuft für jede gute That, frohlocken, daß mein Herz sich dir geheiligt hat. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 340 H err, wie lange muß ich ringen, eh ich auf der steilen Bahn deines Rechts zum Himmel dringen, und vom Kampfe ruben kann? Werd ich meis nen Hang zu Sünden endlich völlig überwinden? 2. Ach, wenn mich die Lust der Erde, oder fühner Süns der Spott reizet, daß ich träger werde, wirst du mein vergessen, Gott? Wirst du mich zu unterstützen, eilen, wirst du dann mich schützen? 3. Ach ich zittre Gott! wie lange soll ich fámpfen? Die ser Streit meiner Schwach heit macht mir bange, bei so viel Gefährlichkeit, daß ich doch noch unterliege und mein Kleinod nicht erstege. 4. Schaue her zu deinem Kinde; höre mich und steh mir bei! Herr, bewahre mich vor Sünde; mache mich ge trost und treu, daß ich stand 341 dh Mel. Herzliebster Jesu < ch habe, Gott, mir ernstlich vorgenommen, nie auf der Uebertreter Pfad zu kom men, vor dir zu wandeln, dir mich und mein Leben treu zu ergeben. 2. Erforsche mich, sieh, ob ichs redlich meine; gib, daß ich nicht blos, was ich sein soll, scheine; mit allen Kräften strebe, deinen Wil len froh zu erfüllen. 3 Wenn deine Furcht mich überall begleitet, und meis nen Gang, wo mich kein Mensch siebt, leitet; wie sicher werd ich deine Wege wallen! Wie kann ich fallen? 4. Laß auch im Dunkeln mich dein Auge scheuen, nicht achten auf der Sünde Schmeicheleien, aufmerksam des od& im Allgemeinen. 247 des Gewissens Stimme hö Leiden, auch nicht ein Schlaf ren, dich thätig ebren! 5. Gib Eifer, Kraft und Muth zu meinen Pflichten; so mag die Welt, wie ihrs gefällt, mich richten! Ehrt mich dein Beifall, so kann ich mit Freuden Verachtung leiden. der Sicherheit von Gottes Wer Jefu Liebe scheiden. glaubt und freudig thut, wie Jesus will, hat hohen Muth im Leben und im Sters ben. 6. Du achtest nicht das Ansehn der Personen; ges recht wirst du einst richten und belobnen, mit Herrlich feit und Ehre deine Kinder, mit Schmach die Sünder. 7. Vollend' ich meines Les bens Prüfungsstunden, und werd' ich bis zum Tode treu erfunden: wie schön verwandeln sich dann meine Leiden in ew'ge Freuden! 4. Was sind die Leiden dies ser Zeit doch gegen jene Kros nen, womit Gott in der Ewigkeit die Frommen will belohnen? Was ist die eitle Lust der Welt, wenn man das Glück dagegen hält, das Gott uns dort will schenfen? Mel. Wann mein Stündlein. 342 3 ch bin ein Chrift! Gott ist mein 5. So soll denn selbst des Todes Macht mein Herz von Gott nicht scheiden! Er führt mich durch des Grabes Nacht zu jenem Licht der Freuden, wo, frei von allem Erdenleid, in seines Himmels Herrlich feit ich ewig mit ihm lebe. Freund! In dieser hohen Mel. Ach, sieh ihn dulden Würde ſteh' ich und fürchte 343 Dir immer ähn feinen Feind, trag muthig meine Bürde. Heil mir! In meines Gottes Kraft beherrsch' ich jede Leidenschaft, im Dulden wie im Handeln. licher zu wers den, du hohes Vorbild der das fei Bollkommenheit, mein Ziel schon hier auf Ers den, das bleibt mein Ziel, dem in der Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist ents gegen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt. 2. Wenn ich aus reiner Menschenliebe, die selbst den Schein des Eigennußzes fliebt, des Wohlthuns edle Pfliche ten übe, auch wenn mein Thun fein sterblich Auge sieht; 2. Mein Glaube stebt und wanfet nicht; starf, fest ist er gegründet! Er stützt voll hoher Zuversicht auf Jefum sich, und findet bei ihm Kraft, Rube, Rath und Heil, und nimmt an jedem Segen Theil den er uns hat erworben. 3. Mich soll daher nicht Eitelkeit, nicht Bitterfeit der 248 Gesinnung und Verhalten des Christen sieht; dann bin ich ähnlich 7. Wenn ich mich Leidendem, der einst die Welt aus Lieve schuf, aus Liebe nech erhält. 3. Wenn ich auf seine Weisheit achte, die nicht dem kleinsten seiner Werke fehlt; wenn ich den edlen Zweck betrachte, zu dem er stets die besten Mittel wählt, und selbst mit Weisheit hand: le, so wie er: dann werd ich meinem Vorbild ähnlicher. der erbarme mit brüderlichem, liebevollem Sinn: nicht stolz erst frage, ob der Arme es werth sei, daß ich sein Erretter bin, dann gleich ich dem, der ewig gütig ist, und feines Menschen, fei nee Wurms vergißt. ni8. So fei, dir ähnlicher zu werden, du hohes Urbild der Vollkommenheit, mein höch stes Ziel schon hier auf Erden, mein Ziel, zu welchem einst in Ewigkeit mit höhrer Kraft mein Geist zu bringen strebt, ob er sich gleich nie ganz zu ihm erhebt.d 4. Wenn ich mit immer res gem Triebe das Böse haffe, das mich elend macht, und als mein Glück das Gute lies be, wie sinnenreizend auch das Laster lacht; und in Ges fahr mein Herz sich nie verMel. Freu' dich sehr, o meine gißt: dann gleich ich dem, 344 Kommt und fast der rein und ist. uns Chrifti Lehren, laßt uns, was er uns verheißt, Wahrheit Gottes von ihm hören, hören, wen er selig preist! Die im Glau ben fest bestehn, freudig Gots tes Wege gehn, den Erlöser frei bekennen, dürfen sich die einen nennen. 5. Wenn ich, um Zugend auszubreiten, Verdiensten helfe, lohne Fleiß und Treu'; wenn ich, zur Beßrung ihn zu leiten, den Frevler strafe; selbst das Unrecht scheu: dann gleich ich dem, der mit Gerechtigkeit belohnt und straft, so gern sein Herz verzeiht. 6. Wenn ich durch Täus schung nie betrüge, die Wahrheit ehre, Feind der Falschbeit bin, mein Wort nie breche, niemals lüge, und brächt' es mir auch einer Welt Gewinn: dann gleich ich dem, der es auf richtig meint, und stets es ist, tem großen Wahrheits freund. 2. Eelig, wer in Demuth lebet, feiner Schwachbeit nie vergißt, nie sich selbst voll Stolz erbebet, wenn er greß und glücklich ist! Gottes Huld wird ihn erfreun, und das Himmelreich ist sein. Gott wird Heil und ew'ges Leben ihm zum Lohn der Tu gend geben. 3. Selig ist, wer seine Sünde wehmuthsvoll vor Gott im Allgemeinen. 249 noch standbaft widerstehen, werden Gottes Antlig seben. Gott bereut, und, damit er regt er sich in ihrer Brust, denGnade finde, sich vor neuen Sünden scheut. Gott will ihm die Schuld verzeihn, und zum Guten Kraft verleihn; froh im Geist schon hier auf Erden, soll er dort ganz glücklich werden. 4. Selig ist, wer Sanft muth übet, niemals seinem Feinde flucht; gern Beleidis gung vergiebet, nie sich selbst zu rächen sucht; ruhig seine Pflicht vollbringt, und sein eignes Herz bezwingt, Gott wird über ihn stets wachen, und ihn reich an Segen machen. 8. Selig, wer in Frieden lebet, wer stets Ruh' und Eis nigkeit zu erhalten sich bestre. bet, und, wenn Feindschaft, Haß und Streit seiner Brü der Glück zerstört, sie die Pflicht der Eintracht lehrt! Die des Friedens sich befleißen, werden Gottes Kinder heißen. 9. Selig, die des Guten wegen dulden Schmach und Haß und Pein! Ihrer wartet Heil und Segen, wenn sie hier den Kampf nicht scheun. Gott steht ihnen mächtig bei, und wird sie für ihre Treu' einst mit Wonn' und Siegedfronen in der Ewigkeit bes lohnen. 5. Selig, die mit Ernst verlangen, heilig und gerecht zu seyn; welche fest am Gus ten hangen, nicht blos an des Guten Schein; deren Herz nicht mehr begehrt, als was ihre Tugend mehrt. Gott wird ihr Verlangen stillen, sie mit böbrer Kraft erfüllen. 6. Selig sind, die, voll Erbarmen, feinem ihre Hülf' entziebn; bei dem Kranken, bei dem Armen nie des Elends Anblick fliehn: gern behülfe lich sind mit Rath, und nach Kräften mit der That. Diese werden Hülf' empfangen, und Barmherzigkeit erlangen. In eigener Melobie. 7. Selig sind, die ihrer 345 Laß mich, o Herr, Herzen reine Unschuld nie entweihn: züchtig, auch in ihren Scherzen, den Ver, dacht des Leichtsinns scheun, die dem Reize böser Lust, in allen Dingen, auf deinen Willen sehn, und dir mich weihn; gib selbst das Wollen und Vellbringen, und laß mein Herz dir ganz geheiligt seyn! Nimm meis nen 10. Herr, du wollest selbst mich leiten auf der Tugend sichrer Bahn, wo ich dieser Seligkeiten hier und dort mich freuen kann! Gib, daß ich in Freud' und Echmerz treu dir bleibe, daß mein Herz sich durch deines Geistes Stärke stets befleiße guter Werke. He als 250 Gesinnung und Verhalten des Christen nen Leib und Geist zum Opfer hin; dein, Herr, ist Alles, was ich hab und bin. 2. Gib meinem Glauben Muth und Stärke, und laß ihn in der Liebe thätig seyn, daß man an seinen Früchten merke, er ſei kein eitler Traum und falscher Schein. Er stärke mich in meiner Pils grimschaft, und gebe mir zum Kampf und Siege Kraft! 3. Laß mich, so lang ich hier soll leben, in gut und bösen Tagen seyn vergnügt, und deinem Willen mich ergeben, der mir zum Besten Alles weislich fügt; gib Furcht und Demuth, wann du mich bes glückst; Geduld und Trost, wann du mir Trübsal schickst! 4. Ach, hilf mir beten, wachen, ringen; so will ich dir, wenn ich den Lauf vollbracht, stets Dank und Ruhm und Ehre bringen, dir, der du Alles hast so wohl ge macht. Dann werd ich heilig, rein und unentweiht, dein Lob erfündigen in Ewigkeit. ergeben, der Sünde abges storben sei; laß mich dir sterben und dir leben, und mach' in mir, Herr, Alles neu! Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 3. Reiß los mein Herz von dieser Erden, laß mich, der ich unsterblich bin, nach dei nem Bild erneuert werden, und gib mir meines Heilands Sinn! Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 4. Regiere du selbst meine Seele, damit ich Christo folge nach, und stets den schmalen Steg erwähle, ja Ehre such in Christi Schmach. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! 5. Gib mir zum Streite Muth und Kräfte; hilf, daß ich dir verbleibe treu, daß ich an Chrifti Kreuz mich hefte, und mir die Welt ges freuzigt sei. Ach, wirk in mir zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum! Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Laß in mir Glaube, 346 Mein Gott, ach Hoffnung, Liebe beständig mich er fennen den Selbstbetrug und Heuchelschein, daß tausend, die sich Christen nennen, mit nichten Christi Glieder fei'n. Ach, wirf' in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentbum! fest daß ich bis an mein Ende übe das Christentbum ohn' Heuchels schein. Ach wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christentbum! 2. Hilf, daß ich dir allein 7. So hab' ich schon auf dieser Erde, was mich be ruhigt und erfreut; wann ich im Allgemeinen. 251 ich mit Gott vereinigt werde, ihm im Bunde stehet! Wohl schmeck ich des Himmels Se ligkeit. Ach, wirk in mir, zu deinem Ruhm, mein Gott, das wahre Christenthum. Mel. O Gott, du frommer Gott. dem, deß erster Wunsch, Gott, dein Erkenntniß ist! Er hat Zufriedenheit, wann er auch Alles mißt. 6. Nimm alle Laster weg, 347 Mein Schöpfer, die der Gesellschaft schaden. dessen Hauch mich, todten Staub, beseelte; Sinn und Vernunft mir gab, in Christo mich erwählte, regiere ferner mich mit deinem guten Geist, daß jede Handlung dich, Gott, meinen Schöpfer preist. Wir sind ja, was wir sind, aus unverdienten Gnaden. Haß, Falschheit, Heuchelei, und Stolz und Bruderneid sind unsrer Tage Pest; und kurz ist unsre Zeit. 7. Herr, meine Burg mein Fels, mein Schutz in allen Nöthen, früh such ich dich; des Nachts will ich zu dir auch beten. Mein Stand sei dir geweiht, bei meines Amtes Pflicht vergesse ja mein Herz des Christen Pflichten nicht. 3. Laß mich, ich bin ein Chrift, nach Christi Lehre wandeln; mein ganzer Got tesdienst sei Glaub' und rich tig Handeln! Die Lust an dem Gesetz ist mehr, als Lust 8. Zuletzt erlöse mich von mir beschiednem Leiden; laß meinen Geist voll Trost aus seiner Hütte scheiden! Herr, ihn befehl ich dir; mich führe deine Hand durchs öde Todes, thal ins rechte Vaterland. Mel. O Gott, du frommer Gott. Vater und der Welt, die nur der Frev: 348Mein Gott, ler der Thor für de hält. 2. Laß, da du heilig bist, mich alle Lüste fliehen, und mich nur um den Schaß, der droben ist, bemühen; gib Stärke zu dem Streit, Herr, mit der Welt und mir; und Hoffnung zu dem Sieg; ere fommt allein von dir. 4. Entzünde du mein Herz mit Frömmigkeit und Liebe; gib, daß ich auch, wie mich, den ärmsten Bruder liebe, und segne meinen Feind! Herr, was ich hab, ist dein. Laß mich im Unglück groß, im Glück bescheiden seyn! 5. Dein Himmel sei mein Glück, das Irdische vergehet; weh jedem, dessen Herz mit der du in diesem Leben, zur Leuchte meinem Fuß, dein heil'ges Wort gegeben, regiere doch mein Herz durch deinen guten Geist, daß ich dem folgsam sei, was, Gott, dein Wort mich heißt! 2. Verleih, daß ich zuerst nach deinem Reiche trachte, und fein vergänglich Gut mehr, als es werth ist, ach te! Wer nach dem Ewigen tim 252 Gesinnung und Verhalten des Christen mit rechtem Eifer ringt, empfängt schon hier zum Lohn, was wahre Ruhe bringt. 3. Gib, daß ich von der Welt mich unbefleckt erhalte, und daß in mir der Trieb zum Guten nie erkalte; hilf, daß ich immer wach, im Kampf des Glaubens treu, Mel. Wer nur den lieben und in der Hoffnung start 349 Nicht, daß ichs fest gegründet 4. G: b, daß ich als ein Christ mich Christo ähnlich zeige, und achtsam mein Gemüth zu seiner Lehre neige! Sein Geist regiere mich, und nicht der Geist der Welt! So wandl' ich, Herr, vor dir den Weg, der dir gefällt. schon ergriffen hätte, die beste Zugend bleibt noch schwach; doch, daß ich meine Seele rette, jag' ich dem Kleinod eifrig nach. Denn Tugend ohne Wachsamkeit ver fiert sich bald in Sicherheit. 5 Hilf, daß ich dich, mein Gott, von ganzer Seele lies be, und Lieb' und Gültigkeit auch an dem Nächsten übe! Laß fern von Uebermuth mich bei des Glückes Schein, und frei von Ungeduld in trüben Tagen feyn! 6. Nie müsse sich mein Herz des Fleisches Luft ergeben, und nie dem schnöden Geiz! Mein dir geweihtes Leben sei von Betrug und Neid, von Unbarmherzigkeit, von uns gerechtem Gut und stolzem Sinn befreit'. 7. Will deine Hand mich hier auf rauhe Wege leiten; so unterstütze mich, wann meine Tritte gleiten! Laß mich in aller Noth auf deine Hülfe baun, und auch, wann sie verzieht, dir doch getrost vertraun. 8. Erlöse endlich mich von allen meinen Leiden; und ist die Stunde da, aus dieser Welt zu scheiden, o Vater, so verlaß, wenn meine Hütte bricht, mich Sterbenden mit Trost und froher Hoffnung nicht! 2. So lang ich hier im Leibe walle, bin ich ein Kind, das strauchelnd geht. Der sebe zu, daß er nicht falle, der, wenn sein Nächster fällt, noch steht. Auch die bekämpfte böse Lust stirbt nie mals ganz in unfrer Brust. 3. Nicht jede Besserung ist Tugend, oft ist sie nur das Werk der Zeit. Die wilde Hitze roher Jugend wird mit den Jahren Sittsamkeit; und was Natur und Zeit ges than, sieht unser Stolz für Tugend an. 4. Oft ist die Aendrung deiner Seelen ein Tausch der Triebe der Natur. Du fühlst, wie Etolz und Ruhmfucht quälen, und dämpft sie; doch du wechselst nur: dein Herz fühlt einen andern Reiz, dein Stolz wird Wollust oder Geiz. 5. Oft ist es Kunst und Eigens im Allgemeinen. Eigenliebe, was andern siren ge Tugend scheint. Der Trieb des Neids, der Schmähsucht Triebe erweckten dir so man chen Feind: du wirst behuts sam, schränkst dich ein, fliehst nicht die Schmähsucht, nur den Schein. 253 10. Du fliebst, geneigt zu Ruh' und Stille, die Welt, und liebst die Einsamkeit; doch bist du, forderts Got tes Wille, auch dieſer zu entfliehn bereit? Dein Herz baßt Habsucht, Neid und Zank: flieht's Unmuth auch und Müßiggang? 6. Du denkst, weil Dinge dich nicht rühren, durch die der Andern Tugend fällt; so werde nichts dein Herz ver fübren: doch jedes Herz hat seine Welt. Den, welchen Stand und Gold nicht rührt, hat oft ein Blick, ein Wort verführt. 7. Oft schläft der Trieb in deinem Herzen. Du scheinst von Rachsucht dir befreit; jetzt sollst du eine Schmach verschmerzen, und sieh, dein Herz wailt auf und dräut, und schilt so lieblos und so hart, als es zuerst geschol11. Du bist gerecht: bist du bescheiden? bist mäßig; übst du auch Geduld?. Du dienest gern, wenn Andre leiden; vergiebst du Feinden auch die Schuld? Von allen Lastern sollst du rein, zu aller Tugend willig seyn, 12. Sei nicht vermessen! Wach und streite: denk nicht, daß du schon gnug gethan. Dein Herz hat seine schwache Seite, die greift der Feind der Wohlfahrt an. Die Si cherheit drobt bir der Falt; drum wache stets, wach über all! ten ward. 8. Oft denkt, wenn wir der Stille pflegen, das Herz In eigener Melodie. im Stillen tugendhaft. Kaum 350Gett, du from mer du lachet Welt entgegen: so regt sich unfre feidenschaft. Wir werden im Geräusche schwach, und geben endlich strafbar nach. Quelle aller Gaben, obn' den nichts ist, was ist, von dem wir Alles haben, erbalte meis nen Leib gesund und gib dabei, daß auch mein Geist gefund, rein mein Gewissen sei! 9. Du opferst Gott die leichtern Triebe durch einen strengen Lebenslauf; doch opferst du, will's seine Liebe, ihm auch die liebste Neigung auf? Dies ist das Auge, dies der Fuß, die sich der Christ entreißen muß. 2. Gib, daß ich fleißig thu, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande fübret. Gib, daß ich bald es thu, 254 Gesinnung und Verhalten des Christen thu, zu der Zeit, da ich foll: und was ich also thu, Herr, das gerathe wohl! 3. Hilf, daß ich rede stets, womit ich kann bestehen; laß fein unnützes Wort aus meis nem Munde gehen! Wenn aber Amt und Pflicht zu re, den mir gebeut, dann gib den Worten Kraft, doch ohne Bitterfeit! Mel. Was mein Gott will. 4. Gerath ich in Gefahr, so laß mich nicht verzagen; gib wahren Christenmuth, 351 ft flagt bein wie das Kreuz hilf selber tragen! Gib, daß ich meinen Feind mit Sanftmuth überwind', und sende Hülf' und Rath, wenn sie mir nöthig sind. 5. Laß mich mit Jedermann in Fried' und Eintracht les ben, so weit es christlich ist! Willst du mir etwas geben an Reichthum, Ehr' und Glück: so gib auch dies dabei, daß ich nicht ungerecht, nicht stolz, noch sicher sei! 6. Soll ich in dieser Welt mein Leben höher bringen, durch manchen sauren Tritt hindurch ins Alter dringen; so gib nur, daß ich stets ein frommes Herz bewahr, auf daß ich tragen mag mit Eh ren graues Haar! dein Allmachtswort ins neue Leben ruft! 8. Wenn alle Todten dann auf dein Gebot erwachen, so wird auch meinen Staub dein Ruf lebendig machen. Dann führe mich verklärt in deinen Himmel ein, und laß mich selig dort mit allen Frommen sein. 7. Laß mich auf Chrifti Tod getrost von hinnen scheis den; die Seele nimm zu dir, hinauf zu deinen Freuden; es rube fanft der Leib in sei ner stillen Gruft, bis ihn schwer es sei, den Weg des Herrn zu wandeln, und täglich, seinem Worte treu, zu denken und zu handeln. Wahr iste! die Tugend fostet Müh', sie ist der Sieg der Lüste; doch richte selbst, was wäre sie, wenn sie nicht kämpfen müßte? 2. Die, die sich ibrer la ster freun, trifft die fein Schmerz hienieden? Sie sind die Slaven eigner Pein, und haben keinen Frieden. Der Fromme, der die Lüste dämpft, hat oft auch seine Leiden; allein der Schmerz, mit dem er kämpft, verwandelt sich in Freuden. 3 Des Lasters Bahn ist Anfangs zwar ein breiter Weg durch Auen: allein sein Fortgang wird Gefahr, sein Ende Nacht und Grauen. Der Tugend Pfad ist Anfangs steil, läßt nichts als Mübe blicken; doch weiter fort führt im Allgemeinen. führt er zum Heil, und end lich zum Entzücken. 4. Nimm an, Gott hätt' es uns vergönnt, nady un fers Fleisches Willen, wann Wollust, Neid und Zorn entbrennt, die Lüste frei zu stil len; nimm an, Gott ließten Undank zu, den Frevel, dich zu fränken, den Menschen haß; was würdest du von diesem Gotte denken? 5. Gott will, wir sollen glücklich seyn; drum gab er uns Gefeße. Sie sind es, die das Herz erfreun, sie sind des Lebens Schäße. Er red't in uns durch den Verstand, und spricht durch das Ge wissen, was wir, Geschöpfe seiner Hand, fliehn oder wählen müssen. 255 8. Du streitest nicht durch eigne Kraft; brum muß es dir gelingen. Gott ist es, welcher beides schafft, das Wollen und Vollbringen. Wann gab ein Vater einen Stein dem Sohn, der Brod begehrte? Ber' oft; Cott müßte Gott nicht seyn, wenn er dich nicht erhörte. 6. Ihn fürchten, das ist Weisheit nur, und Freiheit ist's, sie wählen. Ein Thier folgt Fesseln der Natur, ein Mensch dem Licht der Seelen, Was ist des Geistes Eigen thum? Was sein Beruf auf Erden? die Tugend! Was ihr Lohn, ihr Rubm? Gott ewig ähnlich werden! 7. Lern nur Geschmack am Wort des Herrn und seiner Gnade finden, und übe dich getreu und gern, dein Herz zu überwinden. Wer Kräfte hat, wird durdy Gebrauch von Gott noch mehr befom men, wer aber nicht hat, dem wird auch das, was er hat, genommen. 9. Dich stärket auf der Tu gend Pfad das Beispiel sel' ger Geister; ihn zeigte dir, und ihn betrat dein Gott und Herr und Meister. Dich müss se nie des Frechen Spott auf diesem Pfade hindern! Der wahre Ruhm ist Ruhm bei Gott, und nicht bei Menschenfindern. 10. Sei start, sei männ lich allezeit, tritt oft an deine Bahre; vergleiche mit der Ewigkeit den Kampf so furs zer Jahre. Das Kleinod, das dein Glaube hält, wird neuen Muth dir geben; und Kräfte der zukünft'gen Welt, die werden ihn bele. ben. 11. Und endlich, Christ, sei unverzagt, wenn dir's nicht immer glücket; wenn dich, so viel dein Herz auch wagt, stets neue Schwach. heit drücket! Gott sieht nicht auf die Thar allein, er sieht Ein auf deinen Willen. göttliches Verdienst ist dein! Dies muß das Herz dir stillen. Mel. * 256 Gesinnung und erhalten des Christen Met Wer nur den lieben Gott er flere mitreis 352 inem Wohlge Mensch, muß Lohn dir ſenn. fallender, Tugend gibohe pi6. Doch abst du redlich Schönheit sieht, und, frei deine Pflichtend spandei gevon Stolz und Eigennußze, treft, und, gage nie Dein für alles wahre Gute glüht, Gott war Beuge deiner Auzwer jedem Faster fich entreißt, gend under dein Gott, der sammelt Schäße für den belohnet sie. Ein Herz, von Geist. d d Sünd und Laster rein, fann ist 2. Er trachtet nach dem nicht auf unmer elend seyn. höchsten Gutach Weis- i Ja, deb, und sterb für heit und Gerechtigkeit: denn wenn ihr das beißt, spricht Seine, ist Alles Andre euch bereit: ibr habt dann Frie De Seelenruhund Alles Andre fällt euch zu. bed thin alles Gute; es folgt gereiß Vergeltung einst, und du gewinnest noch im Teden dem du zu verlieren scheinki! Auch Jesus gabsfein Leben und Herrlichkeit wär 3. Doch hoffe nichtyofein Gewinu. bisig nom Christ, daß Engend direftets no8. Im Himmel dort ist nicht auch Erdenglück verschafft! nne Tugend, aldert istaugh Wie Mancher fand eit feit hobe Seligkeita, hier find ther Sugend an ihrer Seite oft beide nicht vereinet; nur Licht und Kraft; wie man droben i Vollkommenheit. her forgte für sein Herz, Da, schwingt der Edle fich asund fühlte dennoch oft auch empor, der hier im Dunkeln. Schmerz. di sich verlorate br odni Die Tugend nur nur Herzenégüte, nur das, was innern Werth verleiht, nicht eitles Glück, nicht macht -und Schimmer beruh auf deiner Thätigkeit. Wer blos nach außerm Glanze strebt, der täuscht sich selbst, so lang erlebt. 9. Trum will ich, Gott, stets edel handeln, dem Mu ster treu, das Jesus gab! Nichts soll den hohen Muth mir rauben, und führt er auch ins öde Grab! Mein höchster Wahlspruch sei al lein: wer christlich denkt, wird selig seyn.com nicht was bringt dien That min sein 5. Nie mache dir zum höchsten Zwecke den Vortheil, In voriger Melodie. den die Tugend bringt! Sei 353Schön ist die Li fromm! wenn auch nicht imuter die from me Absicht dir gelingt! Frag gend, mein Verlangen, und meiner gan zen Liebe werth. Mit aller Kraft five in Allgemeineu. min 257 Kraft ihr anzuhangen, bat flets erwähle, tas Böse immeine Seel' auch oft begehrt. mer ernstlich flich! Um dies Ach fönnt' iche, wie würd' se Gnade bitt ich dichl; ich ich mich freun! Wer heilig weiß eé, du erhörest mich. ist, muß deilig sein. sisa dau andapar b 2. Gott ist der Seligkei- Mel. Ein Lämmlein geht und ten Fülle von Ewigkeit zu 354 Was hilft es mir, Ewigkeit; ein zu stand ist Licht, sein Wille ist Ordnung und Vollkommen heit. Bon Ewigkeit her war er gut, und recht ist immer, was er thut. den im 43. Wie schnell umhällen Finsternisse mich, wenn ich auch erleuchtet bin! Dann fliehn die heiligsten Ents schlüsse, den Morgenträus men gleich, dahin. Bald wähl ich, was dir, Gott, gefällt, bald deinen Stla. vendienst, o Welt! 64. Ich Armer! Darum fommt kein Friede in mein verschmachtendes Gebein. Wie bin ich dieses Wechsels müde! Wann werd ich fest im Guten sein? wann nicht mehr straucheln, allezeit nur deinem Dienst, o Gott, ges weiht? 5. Unwandelbar ist deine Wahrheit, Herr, aller guten Gaben Quell! Sie leuchte mir in voller Klarbeit und mache mein Erkenntniß bell, daß nie der Sünde Täusche rei gefährlich deinem Kinde fei! nd nd 6. O bilde, Vater, meis ner Seele nach deinem Willen, bilde sie, daß ich das Gute sein, wenn ich nicht christlich lebe, wenn ich nicht fron, gerecht und rein zu wandeln mich bestrebe? Wenn ich dem seligen Beruf, zu we!. chem mich mein Gott erschuf, nicht würdig mich beweise, und den, der mich erlöfet hat, in Worten bloß, nicht durch die That und gute Werfe preise. 2. Was hilft der Glaub an Jesum Chrift, den ich im Munde führe, wenn nicht mein Herz rechtschaffen ist, und ich die Frucht verliere? Wenn mich die Eitelkeit der Welt mit ihrer Lust gefangen hält, ich ihre Fesseln liebe, und fühlbar für der Sünde Reiz, Zorn, Hoffart, Fleis scheslüste, Geiz und andere Later übe? 3. Weit strafenswerther bin ich dann, ich, ber ich Christum kenne, weiß, was er einst für mich gethan, ihn Herr und Meister nenne, als der, der in der Finster niß des Irrthums tappt, noch ungewiß, ob er auch richtig wandle. Was nützet mir der Wahrheit Licht; was hilft mir aller Unterricht, R wenn 258 Gefinnung und Verhalten des Christen wenn ich nicht darnach hand, wenn feine fromme gute le? 4. Und woher nehm ich Trost und Ruh', wann Leis den mich umgeben, und meine Sünden noch dazu mir dann vor Augen schweben? Was That mein Leben hier bezeichs net hat, den Glauben zu beweis sen? Nur Glaub', durch ächte Frömmigkeit bewährt, wirft meine Seligkeit, fann wahrer Glaube heißen. hilft mir in der leßten Roth, 6. Gott, dieser Hoffnung wann sich der schauervolle Tod mir zeigt mit seinen Schrecken, und mein Gewis sen machet auf, von meinem ganzen Lebenslauf die Schuld mir aufzubecken? werth zu sein, hilf, daß ich christlich lebe und vor dir heilig fromm und rein zu wandeln mich bestrebe! Gib Weisheit mir und Muth und Kraft, damit ich Welt und Leis denschaft im Glauben über, winde, und dann, nach wohl durchlebter Zeit, den Lohn in jener Ewigkeit für meine dants an 5. Web mir! Was hilft es mir einst dort, erweckt aus meinem Grabe, daß ich an Christum und sein Wort zum Schein geglaubet babe, Werke finde! Gesinnung und Verhalten des Chriften in Hinsicht auf Gott. Erkenntniß Gottes. Zwecken, zeigt Ordnung und Zusammenhang; ja aller bei ner Werke Gang, vom Staus be bis zur Sonne und der Gestirne fernstem Heer, zeigt deine Macht mir täglich mehr, gibt fiets mir neue Wonne. Wonne.usi monind 3. Je mehr ich lerne, was du bist, je mehr ich deine Wege, und was mit mir dein Rathschluß ist, nach denkend überlege: je mehr entdeckt mein froher Blick das mir bestimmte ew'ge Glück, ein künftig beß'res Leben. Ich weiß, der mir geschenkte Geist, der sich dem Erdenstaub entreißt, wird sich zu dir erheben. sid Mel. Lobsinget Gott! er 355 Didn Fennen, Gott, ist Seligkeit: und sich zu dir erheben, ist Wonne, die nicht Welt und Zeit mir sonst vermag zu geben! Sie stärkt mein Herz, sich dir zu weihn, und läßt das Glück, ein Mensch zu sein, mich inniger empfin. ben; lehrt mich, daß du mein Vater bist, und daß dein weiser Rathschluß ist, schon hier mein Heil zu gründen. 2. leicht kann ich deiner Größe Spur bei jedem Blick entdecken. Die ganze herr. liche Natur, in allen ihren nafid in Hinsichtrauf Gottenuanh 250 14. Dlaß von deiner Herre lich Auge dringt; doch gibft fichfeit mich immer mehr ent du uns zum Unterrichte dein decken, und wenn mein Geist Wort, das uns Erkenntniß sich ihrer freut, ihn immer bringt was du, Aller mehr erwecken, daß er nur höchster, bist, und was mit Wahrheit sucht und liebt; uns dein Endzweck ist. doch, wenn er sich im For schen übt, laß ihn bei DunFelheiten, wo er sich leicht zu weit verliert, wo Tâu schung leicht ihn irre führt, die Pflicht des Glaubens leiten! 2. So gib denn, daß ich darauf achte, als auf ein Licht im dunkeln Drt; und wenn ich ernstlich es betrach te, fo hilf selbst meinem Forschen fort! Laß für der Wahrheit hellen Schein mein Aug' und Herz stets offen seyn! 13. hilf, daß ich deinem Worte glaube, wenn es mich warnt, ermahnt, belehrt; daß weder Lust noch Wahn mir raube, was mir den besten Trost gewährt! Kein Spott der Welt verführe mich, kein Zweifel fei mir hinderlich! 5. Denn ganz tann meis ne Fassungskraft nicht deine Größe fehen, nicht Alles, was dein Rathschluß schafft, ergründen und verstehen. Wagt darum die Vernunft zu viel; will sie das ihr ge, seßte Ziel aus Vorwiß über schreiten: so laß mich diesen Vorwiß scheun; du wirst mir einst mehr Licht verleihn, nach dieses Lebens Zeiten. 6. Dann werd ich, was ich hier nicht weiß, erfahren und verstehen; dann läßt des Geistes reger Fleiß mich immer weiter sehen, dann wird mir Alles offenbar, was mir hier unerforschlich war in deiner Weisheit Wegen. Ers baben über Welt und Zeit, eil ich dann der Vollkom, menheit und reinem Licht entgegen. en hollow Mel. Wer nur den lieben Gott 356 Min ein Gott, du wohnest zwar im Lichte, dahin fein sterb. 4. Das ist der Weg zum ew'gen Leben, daß wir, o Vater, dich und den, den du zum Heil uns haft gege ben, erkennen, lieben und erhöhn. O führe du auf dies ser Bahn mich selbst durch deine Wahrheit an! 5. Vor Allem gib, daß stets lebendig bei mir, Gott, dein Erkenntniß sei, und daß ich dir darnach beständig Sieb', Ehrfurcht und Gehor. fam weih! Hilf, daß ich thu mit allem Fleiß, was ich von deinem Willen weiß! 6. Was hilft das richtigste Erkenntniß, wenns nicht zu R 2 deis 260 Erfenntniß Gottes. teiner Liebe treibt? Was net sich vereinigt, wie so väs nißt ein aufgeklärt Verständniß, wenn doch das Herz noch böse bleibt? Drum hilf, daß ich der Wahrheit treu, und daß mein Glaube thätig sei! terlich du uns auf tausend Wegen entgegen fommst mit Segen. 7. Laß dein Erkenntniß mir im Leiden die Quelle wahren Trostes sein! Laß, wann sich Leib und Seele scheiden, mich deiner noch im Glauben freun! Dort seh ich dich im hellen Licht von Angesicht zu Angesicht. en if ber Mel. Schon ist der Tag von Gott 357 Gott, der du mein Echöpfer bist, Herr, dem ich angehös re, dich richtig zu erkennen, ist mir ewig Pflicht und Eh re. Stets heiliger durch dich zu sein, midh, deiner immer mehr zu freun, dich immer mebr zu lieben, will ich mich täglich üben. 2. Ich fann ja, Ewiger, schou hier durch eifriges Bes streben, wie schwach ich bin, mich doch zu dir mit meinem Geist erheben. Nur laß mich auf den Unterricht in deis ner Offenbarung Ficht, und wie in deinen Werken du dich uns zeigtest, merken! 3. Dann wird mir nicht aus eigner Schuld entgehn, was du mich lehrest, wie du voll Weisheit, Macht und Huld, uns jeden Tag ernährest; wie Alles schön georde 4. Jch sehe dann, und seh erfreut die täglichen Beweise von deiner Huld und Freund. lichkeit zu deinem Ruhm und Preise. Zum Licht wird mir die Finsterniß, die dich verbirgt; und wirds" gewiß, es seien deine Pface stets Herrlichkeit und Gnade. 5. Und welchen Aufschluß gibt mir nicht vom Ziele meis nes Lebens dein Wort, das ew'ges Heil verspricht! Nie merk ich drauf vergebens. deinen Ich lerne dich und CSohn, der Seele Werth, der Tugend Lohn, was wahres Glück zu nennen, daraus stets besser kennen. 6. So werd ich stets ers leuchteter, von Vorurtheilen freier, zum Guten immer williger, standhafter und ges treuer, ein größeres Maaß der Weisheit gibt dem, der die Wahrheit sucht und liebt, mehr Trost in seinen Leiden, und selbst im Tode Freuden. 7. Gewährt der Morgenröthe Licht mir hier schon so viel Wonne, wie viel vers fchafft mir fünftig nicht des vollen Tages Sonne! Dann Bater, wirst du näher dich mir offenbaren, dann werd' ich, was wir hier dunkel nennen, im höhern Licht erkennen. 8. D 261 Weg, den wir betreten sols len, mit Ernst und Eifer wandeln wollen. Erkenntniß Gottes. 8. O laß von heiliger Be. gier mich immer mehr entbrennen, dich, Gott und deinen Sohn schon hier stets beffer zu erkennen, daß ich von Wahn und Irrthum frei dir immer mehr gehorsam fei, und täglich mehr mich übe, o Gott, in deiner Liebe! 6. Zu diesem großen, heis ligen Geschäfte erheb' und stärfe meiner Seele Kräfte: gib, daß ich dich in deinem Worte höre, aus deinen Werken mich befehre! 7. Gib, daß ich demuthss voll aus meinem Staube zu In eigener Melodie.' 358 im dir nd mel, Höchster, was auf Erden, das so, wie du, verdient erkannt zu werden? Nur du bist groß; du bist der Wefen Fülle, und weife, heilig ist dein Wille. 2. Dich kennen, sei die erste meiner Sorgen! Bist du gleich unerforschlich und vers borgen; fo fönnen wir doch so überall dich finden, und dei nen Rath mit uns ergründen. 3. Mit lauter Stimme lehs ren deine Werke uns deine Weisheit, deine Huld und Stärke; die Näh' erzählt von dir, von dir die Ferne; die Pracht der Blumen, wie der Sterne. 4. Ruft deine Stimme nicht in unfrer Seele uns zu: das Böse flieh, das Gute wähle? Ward nicht, um uns zum Eichte zu erheben, dein Sohn zum Führer uns gegeben? 5. Und immer mehr willst du dich offenbaren, wenn wir nur deine Lehren treu bewahren, und auch den an dich glaube; mit Eifer mich durch Trug und Zweifel ringe und immer näher zu dir bringe! 8. So werd' ich immer beffer dich erkennen, und immer findlicher dich: Vas ter! nennen; dir fest vers trauen, fröblich dich erhe, ben, o großer Gott, und ganz dir leben. Ehrfurcht vor Gott und Heilighaltung des Eides. Mel. O großer Gott, von 359 Wie groß bist du, Wie groß ist, Herr, dein Reich! Wer ist auf Erden dir, wer dir im Himmel gleich? Die Welt ertebt, das licht wird Nacht, gehst du einher in teirer Macht; es muß mit tiefem Schweigen sich Alles vor dir bengen. 2. Du hast durch deine Kraft die Himmel ausge streckt, der Erde Grund ges legt, dem Meer sein Ziel gesteckt. Dein Wort bewegt * ber 262 Ehrfurcht vor Gottling der Berge Grund und stürzt Mel. Wer nur den lieben Gott ſie in des Meeres Schlund. 360 Ver dir, o Gott, Wer kann, wer fann entfliehen, um dir sich zu entzie then? o of us& lauit 93. Wir Alle sind durch dich, findlich scheuen, ist unsre allergrößte Pflicht. Kein Mensch kann deiner Huld sich freuen, sind Werke deiner Hand; scheut er dein heilig Auge 2 Leib, Seele, Hab und Gut bast du uns zugewandt Du Lehrst das menschliche Ge schlecht, Hern, durch Vers nunft und Schrift dein Recht; willst, daß wir deinen Wil len mit Kindestreu erfül lest. hu odgod dio nicht. Drum wirt in mir durch deinen Geist die Ehrs furcht, die dich findlich preist. 2. In Allem, was ich thu' und denke, laß, Herr, das meine Weisheit sein, daß ich mein Herz zur Sorgfalt lente, vor jeder Sünde mich zu scheun. Denn wer noch Lust zur Sünde hat, der fürch tet dich nicht in der. That. 14. Erleuchte meinen Geist mit immer hellerm Licht; be lebe täglich mehr mein Herz für Recht und Pflicht, damit ich, als dein Unterthan, auf meiner ganzen Lebens bahn mit Eifer möge streben, gefällig dir zu leben no 5. Laß deine Gegenwart mir immer beilig sein; laß auch im Dunkeln mich dein helles Auge fcheun. Erinmre mich an meine Pflicht an deine Macht, an deinGe richt bei jedem Reiz zur Sünde; daß ich ihn über windelsdr and 6. Doch gibi daß meine Furcht vor dir nie frechtisch 3. Gib, daß ich stets zu Herzen nehme, daß du allges genwärtig bist, und das zu thun mich ernstlich schäme, was dir, mein Gott, zuwider ist. Der Beifall einer ganzen Welt hilft dem ja nicht, der dir mißfällt. 4. Laß immer dein Gericht mich scheuen, und wirke stes ten Ernst in mir, mein Leben deinem Dienst zu weihen, daß ich die Gnade nicht verlier', sid: die mich bei mancher Miffes sethat, so liebreich noch ges tragen hat. an feig befreie mein Gemüth 5. Ja, Bater, laß mit von Zwang und Heurhelei, Furcht und Zittern mich daß ich, was dein Gefeßige schaffen meine Seligteit! bent, erfülle ftets mit Freu- Soll nichts mein ewig Glück digkeit aus Ehrfurcht nur erschüttern, so laß mich in und Fiebe mich, im Gehors der Gnadenzeit mit Vorsicht fam übe90e on alles Unrecht fliehn; mich tanaramur um deine Gunst bemühn! 6. Ers Heilighaltung des Gides. 263 6. Erhalt in mir ein gut beln was sein Rath bes Gewissen, das weder Spott schließt, der wunderbar, doch noch Trübfal schen', und heilig ist. mache von den Hindernissen der wahren Zugend selbst mich frei! Nie störe Furcht und lust der Welt mich, das zu thun, was dir gefällt! 3. Wirst du den Höchsten findlich scheuen, so wird dir keine Pflicht zur Last. Nur das wirst du vor ihm bes reuen, daß du sie oft vers säumet hast. Wer Gott als Zeugen vor sich hat, der freut sich jeeer guten That. 4. Wann Nacht und Duns kelheit dich decken, die dem Verbrecher Muth verleihn, wird dich die Furcht des Herrn erwecken, was Unrecht ist, auch dann zu scheun. Dent' nur, vor seinem Anges sicht ist Finsterniß, wie Mits tagslicht. 5. Den höchsten öffent. lich verehren sowohl als in der Einsamkeit, auf bes Gewissens Stimme hören, und willig thun, was sie ges beut, auch das lehrt bich bie Furcht des Herrn, auch bas In voriger Melobic. 361( a) Millst du der thut, wer ihn ehret, gern. W Meisheit Quelle fennen? Es ist die Furcht vor Gott, dem Herrn. Nur der ist weis und klug zu nennen, der alle seine Pflich ten gern, weil Gott sie ihm gebeut, rollbringt, wenn gleich dazu fein Mensch ihn zwingt. 6. Läßt dich der Thor Vers achtung merken, wenn bu, dich fromm von ihm entfernst; die Furcht des Herrn, die wird dich stärken, daß du dich ebel schäßen lernst. Wer Gott, dem Höchsten, wohlgefällt, ist glücklich, selbst beim Spott der Welt. 2. Lern' Gottes Größe recht empfinden, und fühle deine Nichtigkeit, so wirst du nie dich unterwinden, mit thô, richter Vermessenheit zu tas 7. In deiner Furcht nur will ich wandeln, und stets, ich fei auch, wo ich sei, nach deinem heil'gen Willen hans deln, enifernt von aller Heue chelei. Nur wer von Herzen dich verehrt, nur der ist dir, o Vater, werth. 8. In deiner Furcht laß' mich auch sterben: so schreckt das dunkle Grab mich nicht, ich werde deinen Himmel er ben, dich schauen in voll. fommnerm Licht. Wie werd' ich dann mich deiner freun, wie selig, Gott, wie selig seyn! Bundl 7. Sich stets vor dem Allmächt'gen scheun, gibt Hele denmuth und Freudigkeit, wenn uns der Menschen sols zes Dräuen, was Unrecht ist, 84 264 zu thun gebeut. mein Schuß, mein Heil und Ficht, so beb' ich vor den Men fchen nicht. Shrfurcht, vor Gothing It Gott ren Fern sei schamloser Scherz! Der Mund kann dich nicht ehren, auf dessen tippen schwebt, was wahre Lugend schmäht. Den Beter börst du nicht, der dich ohn' Ehrfurcht fleht.blol ynd 191 1119701 plauna 8. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, mich stets auf dich, den Höchsten, fehn! Laß sie mich hier zur Weiss heit führen, so werd' ich nie. mals irre gehn. Wohl den, 361Duschauft, mein der stets findlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Ses ligkeit. Ins130 ng 11980-736 361 Ber Schöpfer und mein Herr, ins Innerste der Seelen, und niemand faun Allwissender, dir, was der denft, verhehlen. Laß deis ne Macht und Hoheit mich mit Ehrfurcht ganz erfüllen, wann ich als Wahrheitezens ge dich, nach meiner Obern Willen, anruf und bei dir schwöre! co di 200 7197 2. Arglistig können Mens nie mir Spiel und Scherz schen zwar oft Menschen hin dein großer Name feitergehen; doch dir ist Alles Mel. O Gott, du frommer Gott ewahre meis nen Mund, so oft er, Gott, dich nennet, dich, den mit heil'ger Furcht der Geister Heer erkennet, daß nie durch Unbedacht ich trafbar ihn entweih'; daß 315 T. Stets heilig bleib' er mir! Und muß mein Ohr es hören, daß Andre dich, o Herr, und dein Gebot enteh ren: so reiße nie der Strom der Freyler mich dahin! Die Schuld wird mein, wenn ich ihr Mitgenosse bin. offenbar; du siebst, was sie nicht sehen. Im Zorn schaust du die Lügner an. Verheim lichte Verbrechen, die Men schenmacht nicht frafen: fann, wird deine Machts einst rächen, die jeden Fre vel richtet.blint niş thizat de 3. Auch Jesus Christus fei zu jeder Zeit und Stun. be, so oft id fein gedent', so oft in meinem Munde sein hoher Name tont, mr heis fts Jon entweiht nur der, der ihn nicht, fennt, nicht feines Beils ich freut. 3. Und ich, ich könnte aus Geig, aus Reid, and falscher Scham, aus Rache verkehren die Gerechtigkeit und meines Nächsten Sacheg fönnt ihm durch Meineid fred) den Ruhm der Redlicher feit entwenden, und so ders. Unschuld Eigenthum, die Wahrheit frevelnd schänz 4. Von meinen Lippen fern fel Fluch und freches Schwo. den 37989 Mel. Es woll' uns Gott/ Heitighaltung des Ges PORS ven numb mich ins Elend sürzen TO be m4d Gott nein, fo frech, for freventlich beug' ich nicht Deine Rechte daß ich den schwersten Fluch huf mich durch solch' Verbrechen brächs te! Ach, ein Verdammter würd ich sein, schon hier in diesem Leben, des nagenden Gewissens Pein, von mir selbst übergeben; was brächte mir die Zukunft? d males 195. Nein! Lug und Trug will ich, o Gott, aus vollem Herzen haffen, der Wahrbeit treu sie in den Tod von deinem Wort nicht lassen. Kein Glück, so groß es sei, soll mich je reizen und bethö ren, daß ich es wage, wiss fentlich deßwegen falsch zu schwören, und mir den Him. thel raubezia hodat 5 Spet fids ud odio Mel. Der unfre Menschheit tore" 9: 0 Herzenskens ner bist, dem Falschheit stets ein Gräuet ist, und fügen ein Verbrechen, kein Wort spricht je ein falscher Mund Altwissender, dir ist es fund, und einst wirst du es rächen. Faß jederzeit mein Ja und Nein aufrichtig und voll Wahrheit feyneesmisim drust 62 Gort, wenn ich schwö. rend oor bir ireh, hinauf zu deinem Himmick felsund meine Handwerhebe wenn e; mit des Griffes Sammlung 10 12* 10 durata ich zum Zeugen dich anrufe, dich durch den ich bin und tebe, dann fei von Trug und heuchelei mein Herz und meine Zunge fret! hiy 3 Wenn Frester auch noch da dich fdhmähn, und frech vor dir mit Lügen ftehn; dann laß mein Herz erschrets ken. Web' dem, der dich und deine Macht zur Hülle seiner Bosheit macht e vor der Welt zu decken! Web ihm, er stürzet freventlich in ewiges Verderben sich. hand 4. D Seele, wenn du noch dich liebst, bedenk', was du zum Pfande gibst: dein Glück, dein ew'ges Leben! Verwirf nicht mit Verwegenheit dein Theil an Gott und Seligkeit; wer fann dirs wiedergeben Was hilft bir dann die gan ze Welt? Nichts hat sie, was bich schablos hält. 5. Goff, wenn du nicht 361 mein Gott mehr bist, dein Sohn nicht mehr mein Heis fand ift, dein Himmel nicht mein Erbe, wenn bei den Leiden dieser Zeit dein Trost nicht mehr mein Herz erfreut, dein Trost nicht, wenn ich sterbe: wer wird mich dann von Qual befrei'n? Dann beffer, nie geboren ſein 2100 6. Wie thörigt, wer noch denkt und spricht: Gott sieht es nicht, Gott achter's nicht! So laftern Frevlerroften. Zwar seine Languinth ist bes, fannt, er lähmt nicht jede fals 266 falsche Hand; doch läßt er fein nicht spotten; ist Richter uns schon in der Zeit, einst Richter in der Ewigkeit. Ehrfurcht vor Gott. ind 7. Drum soll nicht Ehre, Gut und Geld, und nicht die Macht der ganzen Welt mich blenden und verführen; und drohten mir auch Schmerz und feid, ich will doch meine Seligkeit muth. willig nicht verlieren. Es gift kein Leid, kein Glück der Beit, nein es gilt Gott und Ewigkeit! 8. Gott, heilige du selbst mein Herz, daß ich nicht fres velnd Sport und Scherz mit Wort und Eidschwur treibe; daß ich der Wahrheit treuer Freund, auch, wenn es mir zu schaden scheint, mit frohem Muthe bleibe! Dann fann ich ohne Furcht und Graun dem Zede selbst ins Antlitz schaun. len und uns vor feinem las ster sdheun. Wer sie verleßt, verwirft sein heil; ihm wird des Meineids Qual zu Theil. 3. Wie darf der hoffen, dich zu sehen, der hier die Wahrheit frech entehrt, ten Nächsten sucht zu hinterges hen und falsch bei deinem Namen schwört? Vor dei nem heiligen Gericht beſleht ein folcher Frevler nicht. 4 Und flöher zu dem fernsten Meere: du findest allenthalben ihn! Wenn er auch noch so mächtig wäre, kann er der Allmacht sich ents ziehn? Hier bilfenidht Ehre, Macht und Geld, nicht Bei fall, Gunft und Schutz der Belt. 5. Drum laß mich eher nichts betheuern, bis ich er wogen, was ich thu, und den Gedanken oft erneuern: des Eides Richter, Gott, bijt du! Du schaust ins Herz Mel. Wer nur den lieben Gott und dein Gericht bringt auch 361 Mer, Gott, mein Innerſtes ans Licht. ( e) 119 31 Liebe zu Gott Mel. Von Gott will ich bei deinem Namen schwöret und treulos sein Bersprechen bricht, der ist ein Frevler, denn er ebret dich, Gott, den Gott der Wahrheit, nicht. Er kann Gott! gedens nicht froh, nicht mit Vers traun zu dir hinauf gen Himmel schaun. ad ody 362 A n dich, mein 2. Wie sollen ja nach bei nem Willen, wie du, der Wahrheit Freunde seyn, und was sie fordert, gern erfül fen, ist Pflicht und Trost für mich. Wann Sorg und Gram mich tränten, so sieht mein Aug' auf dich; dann mindert sich mein Schmerz, dann fliehn die bangen Sor gen, wie Rebel vor dem More Liebe zu Morgen, und Ruh' eit mein Herz. 2. Dent' ich an deine Viebe wie werd' ich hoch erfat! Mit dankbar frohem Triebe fühl ich mich dann bereit, Mel. Alle Menschen müssen flerb. dir ganz mein Herz zu meihn, 363 Gott der Liebe, dich freudig zu erheben, zur Ehre dir zu leben, vor Güns den mich zu scheun. 3. Mit fröhlichem Gemü the dent' ich an deine Treu'; denn, Vater, deine Güte ist alle Morgen neu. Seh' ich nur ftete auf dich, so gibst du Muth und Stärke mir auch zum schweren Werke; es wird mir leicht durch dih. 4. Du gabst mir aus Erbarmen den Sohn, der für mich starb, und liebevoll mir Armen die Seligkeit erwarb. Mit ihm ist Alles mein: du willst mir's gnädig schenken, willst liebreidh an mich den fen und stets mein Vater feyn. 55 Gott, 267 Welt; du, Herr, gebenkst doch meiner, wenn auch auf Erden einer mich im Gedächt niß bält. 5. Wie gut ist's, dein zu denken! Die Welt mag immerhin ihr Herz auf's Eitle lenken; roie schlecht ist ihr Gewinn! Ich halte fest an Gott; dies bringt mir wah re Freude, dies stärkt mich, wenn ich leide, und ist mein Trost im Tod, meine Seele sich in mir! Wie getröflet, wie belebet fühl' ich mich), o Gott, von bir!, Je der Blick auf deine Werke, deine Weisheit, Huld und Stärfe, wie befreiet er mein Herz von Bekümmerniß und Schmerz. 2. Floß aus deiner Se gensfülle mir nicht stündlich Gutes zu? Daß ich ward, das war bein Wide; daß ich noch bin, das schaffit du. Daß ich denke, daß ich wäh le, dankt dir, Vater, meine Seele; dankt bir, daß sie dich erkennt, didy burch Jes sum Bater nennt. basta Um 3. Heil und unvergänglich Leben theft du, Gott, durch ihn mir fund um dir fe mich zu ergeben, schloß dein Sohn der Liebe Bund, den er, in dem bangflen Straite, selbst mit seinem Biute weihs te. Und mit den Weg zu dir nur der det der Liebe mir. dait hin 4. Und ich jelite dich nicht 6. Drum will ich an dich lieben, der du mich zuerst denken, so lang ich denken geliebt? Nicht aus Liebe Gus fann. Mag man ins Grab tes üben, auch wenn sich mich fenfen; mein Geist steigt mein Leben trübt könne himmelan! Vergesse mich die ich ohne sie and Grden ruhig und. 268 und zufrieden werden? ohne fie nach dieser Zeit würdig feyn der Seligkeit? nd 5. Heil mir, daß ich es empfinde, welcher Liebe wertly du bist, meiner das nur würdig finde, was dir wohlgefällig ist! Einst, Herr, werd' ich deinen Willen ganz erkennen und erfüllen, michy der reinsten Liebe freun, und in dir ganz selig seyn! Fiebe zu Gott. Mel. Wer nur den lieben Gott 364 D u Vater deiner Menschenfin der, der du die Liebe selber bist, und dessen Herz auch ges gen Sünder noch gütig und voll Mitleid ist, laß mich von ganzem Herzen tein, laß mich)' s mit allen Kräften feyn! ich's nicht, wie ich foll, er füllen: so sieb auf meine Wife ligkeit und rechne mir nach deiner Huld die Schwachheit, Vater, nicht zur Schuld! 5. Der liebt dich nicht, der noch mit Freuden tas thut, was dir, o Gott, mißs fällt; drum laß es mich mit Ernst vermeiden, geftel es auch der ganzen Welt! Die fleinste Sünde selbst zu fcheun, laß, Vater, mich befliffen feyn! 6. Aus Liebe laß mich Alles leiden, was mir bein weiser Rath bestimmt! Du führst durch Trübsal den zu Freuden, der seine Past gern auf sich nimmt; und wer fein Leiden weislich nüßt, wird mächtig von dir unters flüßt. 7. In deiner Liebe laß mich sterben: dann wird selbst Sterben mein Gewinn: dann werd' ich deinen Himmel ers ben, wo ich dir, Vater, näter bin; daun liebt dich meine Seele rein, und lie bend wird sie selig sein. 2. Gib, daß ich als ein Kind dich liebe, da du mich als ein Vater liebst, und so gesinnt zu feyn mich übe, wie bu mir selbst die Vorschrift gibt! Was dir gefällt, ge fall' auch mir; nichts scheide mich, mein Gott, von dir 33. Bewahre mich durch deine Liebe vor Allem, was In eigener Melodie.co das Herz verführt, und gib, 365 Wenn zur Erfül daß id) Berläugnung übe, deiner wenn Sinnenlust zu sehr mich Difldt dich Gottes Liebe nicht rührt! Wie sollt' ich je die bejeelet, so rühme dich der Kreatur dir vorziehn. Schö- Tugend nicht, und wisse, pfer der Natur? in daß dir Alles fehlet. Wenn 1964 Paß mich um deiner Vortheil, Wollast, EigenBiebe Willen gern thun, was sinn und Stelz dir nur daß mir bein Wert gebeut! Kann Gute rathen fo thues noch 1701 sh To #Biebe zu Gott. 289 und Stärke: Er will die libe sicht deiner Werke, ein Herj das ihn verehrt und liebt fo große Thaten: du hast vor Gott den Lohu dahin 2. Sei durch die Gaben der Natur das Wunder und das Glück auf Erden! Be glücktest du die Menschen nur, um vor der Welt geehrt zu werden, erfüllt die Liebe nicht dein Herz: so bist du bei den größten Gaben, bei dem Ver. stand, den Engel haben, vor Gott doch nur ein tonend Erg. 6 Ein Herz von Eigens liebe fern, fern von des Stol zes eitlem Triebe, geheiligt durch die Furcht des Herrn, erneut durch Slauben zit der Liebe, dies ist's, was Gott von uns verlangt. Und wenn wir nicht dies Herz bes sißen: so wird ein Leben uns nichts nützen, das mit den größten Thaten prangt. 3 Erbaue Kirden; brich dein Brod, das Volk der Armen zu verpflegen, ent. 7. Drum täusche dich nicht reiß die Wittwen ihrer Noth und sei der Waisen Schuß und Segen; gib alle deine Habe bin: vor Gott hast du noch nichts gegeben. Wenn Lieb und Pflicht dich nicht beleben, so ist dir Alles kein Gewinn. durch den Schein, nicht durch der Tugend bloßen Namen. Gich nicht auf dei ne Werk' allein; sieh auf den Quell, aus dem sie famen. Prüf' dich vor Gottes Anges sicht, ob seine Liebe dich bes Ein Herz, dem nicht der Glaube fehlet, dem feblet auch die Liebe nicht 14 feelet. 4. Thu Thaten, die der Heldenmuth noch jemals bat verrichten fönnen; vergieß fürs Vaterland dein Blut; laß deinen Leib für Andre brennen! Befeelet dich nicht Lieb und Pflicht; bist du die Absicht deiner Thaten: so schüß und rette ganze Staas ten; Gott achtet deiner Wers fe nicht. Y S. Wohnt Liebe gegen Gott in dir: so wird sie dich zur Guten stärken. Du wirst die Gegenwart von ihr an Liebe zu dem Nächsten mer ken. Die Liebe, die dich schmücken soll, ist gütig, ohne Neid und Tücke, ist fittfam, ist nie stolz im Glücke, langs müthig und erbarmenvolle 1915. Tag' ihm an unfern Wer fen nur: so fönnt' er uns, 9. Sie deckt des nächsten sie zu vollbringen, sehr leicht durch Fesseln der Natur, durch Kräfte seiner Allmacht zwingen. Vor ihm, der Als les schafft und gibt gilt Weisheit nichts, nichts Macht Fehler zu; und freut sicdy nie. male seines Falles. Sie fu chet nicht blos ihre Ruh' fhe hofft und glaubt und duldet Alles, Sie ists, ble bir den Muth verleiht des Höchsten Mort 270 Gehorsam gegen Gott. Wort gern zu erfüllen; macht 8. So sei dir benn mein feinen Sinn zu deinem Wil Herz geweiht! Ich bin dein fen, und folgt dir in die Eigenthum. Gib diesem Wil Ewigkeit. *** len Festigkeit; dir folgen, sei mein Ruhm! Gehorsam gegen Gott, Mel. So fliehen unfre Tage Mel. Wer nur den lieben Golt ( b) 366( a) Der Alles, fehlen will ich, dein Kind, Gott, bin 366 Gott, deinen heiligen Be über Herr; die ganze Welt ist dein. Wer sollte dir, Allgütiger, nicht gern gehorsam seyn? gehorsam sein, sie nur zu meiner Richtschnur wählen und dir mein ganzes Leben weihn. Dein Wille ist ges recht und gut; wohl dem, der ihn mit Freuden thut! 2. Gehorsam forderst du von Allen, die dich zu kennen fähig sind. Auch ich kann dir nur wohlgefallen, wenn ich, dir folgsam, als bein Kind, thu, was du willst, aus Lieb und Dank und nicht aus Stlavenfurcht und Zwang. 2. Dein Sohn gehorchte dir so gerne; o hilf mir, daß ich immerdar dir, Vater, so gehorchen lerne, wie Je sus dir gehorsam war! Er wars auch unter Schmach und Noth, er wars selbst bis zum Kreuzestod. ibi 4. Laß deine heiligen Ges seße mir immer gegenwärtig seyn; laß mich, zaß ich sie nie verlege, dich, den Allwissenden, stets scheun! Dein Joch ist sanft, leicht ist die fast, die du uns aufgeleget hast. 5. Sobald ich deine Stim me höre, so mache du mich auch bereit, daß ich sie durch Ges 2. Was du gebeutst, ist recht und gut, ist für uns Seligkeit. Wohl dem, der deinen Willen thut, und gut zu seyn sich freut! 3. Wer aber seine Pflicht vergißt, der bringt sich selbst in Noth; denn nur, was böf und schädlich ist, vers beutst du uns, o Gott! 4. Du bist, wenn du Ges feße gibst, nur Vater, nicht Tyrann; und hältst uns blos, weil du uns licbst, dir zu gehorchen an. 5. Nehm ich auf mich dein fanftes Joch, so seß ich meis nen Lauf mit Freuden fort. Und fall ich noch, so hilfft du selbst mir auf. 6. Mich warnt dein Wort; es droht, verheißt, legt heil und Tod mir vor. Und ich verschlöffe deinem Geist ges fühllos Herz und Ohr? 7. Wie könnte der, der dich nicht hört, dein Kind, o- Vater, sein? Nur die sind dieses Namens werth, die deinem Dienst sich weihn. 1701 Gehorsam gegen Gott. Gehorsam ehre und thu' was sie mir gebeut! Ich soll nicht hörer nur allein; ich soll zugleich auch Thäter seyn. 6. Beut mir die Welt auch tausend Freuden auf uners laubten Wegen an; sie soll mich, Herr, nicht irre lei ten. Was ist's, das sie mir geben fann? Im Anfang Lust, am Ende Pein, und die wird groß und schrecklich seyn. 7. Wenn ich mich im Ge horsam übe und deinen Wil len treulich thu; so bleib ich, Gott, in deiner Liebe, und hab ich des Gewissens Ruby', den Himmel hier schon in der Zeit, und mehr noch in der Ewigkeit. 271 3. Sei Gott getren von Jugend auf! Laß dich nicht eitle Freuden in deinem gan zen Lebenslauf von seiner Lies be scheiden: denn seine Treu ist täglich neu; sein Wort fann niemals trügen. Was er verspricht, das bricht er nicht; daran laß dir genügen! 4. Sei Gott getreu in jes dem Stand, in welchen er dich setzet; dann schüßt dich feine starke Hand. Wer ist, der dich verleßzet? Schau nur auf ihn voll Glaubens hin und folge dem Gewissen: dir wird, was dir begegnet hier, zum Besten dienen müssen. 5. Sei Gott getreu, fein theures Wort freimüthig zu bekennen, vor Jedermann an jedem Ort tich seinen Freund zu nennen! Was diese Welt nur in sich hält, muß Alles einst vergehen: nur Gottes Wort wird hier und dort zu unserm Heil bestehen. 6. Sei Gott getreu in jes dem Streit: dann wirst du überwinden; denn er läßt Muth und Freudigkeit den treuen Kämpfer finden. Vers letze nicht die kleinste Pflicht; doch wirst du dich vergehen: daß dann die Reu nur ernst lich sei, um fünftig zu be stehen! 7. Sei Gott getreu bis in den Tod; laß nichts von ihm dich wenden! Er famn, er will in jeder Noth dir feinen 3 Mel. Was mein Gott will 367 St ei Gott gerrent, halt seinen Bund; bekenn ihn durch dein Leben. Dein Glaube ruht auf festem Grund: drum bleib ihm stets ergeben! Denk, wie er dich verpflichtet sich rch seine Huld und Gnade: sei treu dem Herrn und wandle gern der Zugend fichre Pfade! 2. Sei Gott getren! Du mußt, als Kind, ihn auch in Leiden ehren; dein Vater waltet ja gelind und bildet dich zum Höbern. Ein ed. ler Muth macht still und gut, der wird durch Gott dir were den, wenn Jesus Christ dein Führer ist zum Himmel hier auf Erten. - 272 feinen Beistand senden. Der so wohl; wie ist mein Ge Leiden Nacht, der, Bosbeit Macht laß nie dein Herz ers schrecken! Es ist dir ja dein 4. Dann darf ich mir zu Retter nah; sein Schild wird dich bedecken.nic versicht nach dem Hinimel blicken: meine Leiden acht ich nicht, wie sie mich auch dri cfen. Hoffnung und Zufrie denteit wohnen mir im Her zen, trösten und erhöhn mich weit über alle Schmerzen. 5. Du bist mein, so fauch ich dann: wer ist, der mir schade? Heil mir, daß ichs rühmen fann, mein ist deine Gnade! Dir ist meine Wohl fahrt werth! Du gabst mir mein Leben, wirst auch, was mein Leben nährt und er Freude in Gett. ito ni sausy 8. Bleibst du so deinem Gott getreu, so wirst du's auch erfahren, daß er dein lieber Vater sei; und nach voll brachten Jahren der Sterb lichfeit fommt dort die Zeit, wo Gott einst seine Treuen durch seinen Sohn mit böhs rem Lohn auf ewig wird er freuen. müthenfeliger Empfliidung voll, voll von deiner Gute! Freude in Gott. Mel. Schwing dich auf, zu 368 Deines Gottes freut, mir geben. freue dich, dank ihm, meine Seele! Sors get er nicht väterlich, daß fein Gut dir fehle? Schüßt dich seine Vorsicht nicht, wann Gefahren bräuen? It's nicht Seligkeit und Pflicht, seiner dich zu freuen? 2. Ja, mein Gott, id) hab an dir, was mein Herz begehret, einen Vater, welcher mir, was mir nüßt, gewähret, der mich durch fein göttlich Wort bier zum Guten lenfet, und mit Hims melewonne dort meine Sees le trånfet. 3. Wenn ich dich, mein Herr und Gott, findlich ehr' und liebe; wenn ich redlich bein Gebot und mit Freus den übe: o wie ist mir dann 6. Jesus ist nach deinem Rath in die Welt gekommen, alle meine Misfechat hat er weggenommen. Ihm vers trau ich, bet' ihn an, glaub an seine Leiden, folg ihm treulich, und so kann nichts von dir mich scheiden. al 7. Dich, du Troft der Sterblichkeit, Heil des beß ren Lebens, himmlische Vollkommenheit, such ich nicht vergebens. Wenn mein Lauf vollendet ist, und voll, bracht mein Leiden, ruft mein Mittler, Jesus Christ, mich zu seinen Freuden.d 8. Meine Freud' an dir, mein Gott, wird dann ewig währen. Noch so furchtbar sei der Tod: er wird sie nicht stören. Willig werd' ich mein Ges Je@# 15 Freude in Gott. 3101 20 jussian Idoar of 19 Gebein der Verwesungger Pflicht, der von seiner Liebe? benso Sterben macht michy frei non Pein, führt zum neuen Lebend bon birse 9. Gib mir nur, so lang ich hier in der Freude walle, das Bewußtsein, daß ich dir, Herr mein Gott, gefalle! Diese fanfte Freudigkeit, die ich zu dir habe, sei mein Heil in dieser Zeit und mein Trost am Grabe ind 2. Laß der Welt die eitle Lust, die in Weinen sich vers fehret. Wiffe, wer in seis ner Brust Gottes Liebe fühlt und nähret; findet stets auf seiner Bahn, was das Herz nur wünschen fann. ete 273 dns) don man brenner East am Herrn beut Altes an, was das Herz nut wünschen kann? dan misic 610. Laß die Luft zur Sünde nie dieses Heil mir rau bend Rüßte selbst mich wis der fe mit Vernunft und Glauben! Gib mir deinen Geist, der mich und mein Thun regiere, daß ich mein Vertraun auf dich ewig nicht verlieredpis som dipie 31 Jadisi saism sin Mel. Jefus, mein Zuversicht abe deine Luſt am Herrn! Bei dem Herrn ist Freud' und les ben; und er wird denn er gibt gern, dir auch, was dir dienet, geben Seine liebe beut dir an, was dein Herz nur wünschen fann 369 H 4. Wer die Luft am Hochl sten hat, hat auch Lust an seinem Willen, sucher ihn durch Wort und That unvers droffen zu erfüllen und so trifft er Alles an, was das Herz nur wünschen kann. 5. Bleibst du auch nicht ohne Laft; trage willig bie Beschwerden. Wenn du wohl gelitten hast, wird dir ew'ge Freude werden; und im Himmel hast du dann, was dein Herz mir kann? C did out) 10 laipsnis and 3n eigener Melodie. 13 19 di land 370 4ch freue mich? Ich mein Gott, in dir! Du bist mein Tröft und was kam mir in deiner Liebe fehlen? Di, Herr, bit mein und ich bin dein! Was mangelt meiner Seelen? and 2. Du haft mich vor der Welt erwäbff und deiner Kindern zugezählt, nie willst du mein vergeffen! Du liebst mein Wohl, bast gnadenvoll mein Glück mir zugemessen. 3. Lust am Herrn erfüllt mit Licht, wenn man ihn durchs Wort erkennet. Lust am Herrn stärkt den zur Seele. d wünschen 808 3. Du trägst mich liebreich mit Geduld, vergibst in Chris sto mir die Schuld, wenn ich aus Schwad heit fehle. Du gibst mir Theil an Heildies tröstet day's seinent meine 4. Du ind 274 Pflichten gegen Gott. 4. Du bist mir der bes Vertrauen aul Gott. währte Freund, der es aufs Beste mit mir meint; wo find ich deines Gleichen? 371 Auf offe Mel. Mas Gott thut, bas is Gott, und nicht auf Mens stehst mir bei und bleibst mir treu, wann Berg und Hügel weichen. schen Rath, will ich mein Glücke bauen, und dem, der mich erschaffen hat, mit gan zer Seele trauen. Er, der die Welt allmächtig hält, wird mich in meinen Tagen als Gott und Vater tragen. 5. Du bist mein Leben, Trost und licht, mein Fels und Heil; drum frag ich nicht nach allem Land der Erde. Herr, ohne dich ist nichts für mich, das mir erfreulich werde! 6. Du bist mein allerhöch, ftes Gut, darauf mein wahres Wohl beruht. In dir leb ich zufrieden. So dort, als bier, Herr, bleiben wir in liebe ungeschieden. 7. Du fegnest mich, wenn man mir flucht, und wer hier mein Verderben sucht, dem wirds doch nicht geline gen. Selbst was mich fränft, das muß, gelenft von bir, mir Gegen bringen. 8. Du läßt mire ewig wohlergehn. Einst werd ich dich noch näher sehn; du Ursprung wahrer Freuden! An dir wird sich dann ewigs lich mein ganzes Herz, Herr, weiden. 9. Rod bats fein mensch lich Obr gehört, was uns tein Himmel einst gewährt; doch seh ichs schon im Glaus ben. Vollkommnes Heil ist da mein Theil, das wird mir niemand rauben. F 2. Er sah von aller Ewige feit, wie viel mir nüßen wür. de, bestimmte meine Lebens zeit, mein Glück und meine Bürde. Was zagt mein Herz? Ist auch ein Schmerz, der zu des Glaubens Ehre nicht zu besiegen wäre? 3. Gott fennet, was mein Herz begehrt, und hätte, was ich bitte, mir gnädig, eh ichs bat, gewährt, wenns seine Weisheit litte. Er sorgt für mich stets väterlich. Nicht, was ich mir ersehe, sein Wils le, der geschehe! 4. 3ft nicht ein ungestörs tes Glück weit schwerer oft zu tragen, als selbst das wids rige Geschick, bei dessen last wir klagen? Die größte Noth hebt doch der Tod: und Ehre, Glud und habe verläßt mich doch im Grabe. 5. An dem, was wahrs haft glücklich macht, läßt Gott es keinem fehlen; Ge sundheit, Ehre, Glück und Pracht sind nicht das Glück der Seelen. Wer Gottes Rath mi ammad tang Vertrauen auf Gott. 275 Rath vor Augen hat, dem ner Wunsch gewährt; er füns. wird ein gut Gewissen die Trübjal auch versüßen. digt durch sein Flehen. 6 Was ist des Lebens Herrlichkeit? Wie bald ift sie verschwunden? Was ist das leiden dieser Zeit? Wie bald iste überwunden! hofft auf den Herrn! Er hilft uns gern. Seid fröhlich, ihr Ges rechten! Der Herr hilft feis nen Kuechten. 4. Wer deiner Huld vers chert ist, darf deinen Segen boffen. Shm steht, weil du ein Vater bist, der Himmel immer offen. Doch wer bich nicht als Vater liebt, und auf der Bahn des Lebens nicht dir sein ganzes Herz ergibt, der sucht sein Glück vergebens. all thes Mel. Was mein Gott will 372 V ertrauen it des Christen Pflicht, ein findliches Vertrauen. Er soll, wenns ihm an Glück gebricht, o Herr, auf dich nur schauen; und nie bist du dem Frommen fern: du fannst ihn nie verschmähen, du segneft und errettest gern; und hörest auf sein Flehen. 2. Doch nie darf er vell Zuversicht die stolze Hoffnung wagen, du werdest auch dem Thoren nicht, was er bes gehrt, versagen. Wenn gleich bei aller unsrer Schuld dein Herz noch liebreich denket, so wird dod deine Baters huld von Weisheit nur ges lenfet. 5. Sa, wenn er auch mit Sidherheit sich seiner Andacht freuet, und dabei, fern von Frömmigkeit, doch nie die Günde scheuet, so mag sein heuchlerisches Herz nur ims mer Hoffnung faffen: er fühlt bei des Gewissens. Schmerz sich endlich doch verlassen. 3. Wie leicht, o Gott, fann deine Macht des Men: fchen Wunsch erfüllen! Wie leicht, nocy eh er es gedacht, des Herzens lage stillen! Doch dem, der Wunderkraft begehrt und Wunder hofft zu sehen, wird nie sein fühs ag 6. Wie mancher, der noch wirfen kann, bleibt müßig over träge, verfolgt mit Blindheit seinen Plan, geht ungerechte Wege! Er hofft umsonst, du werdest ihn den Uebeln doch entziehen. Der Thor! Will er sie selbst nicht fliehn, sie dürfen ihn nicht fliehen. 7. Du, weiser Gott, ents fernst une nicht von drohens den Gefahren, die ohne Nachs theil unsrer Pflicht leicht zu vermeiden waren. Wir sol len mit Besonnenbeit auch Rath und Warnung nüßen; denn nie wird deine Heiligs feit uns auch beim Leichts finn schüßen. 3262 8. Gott, Hold jun munta Pflichten gegen Gott. HOND 276 #pull you diofe nen Kindern ein Glück haft zugedacht, so kann bein Werk nichts hindern, du willst, so ists vollbracht! 8. Gott, laß verwegne Licht. Wenn du, Herr, deis Zuversicht doch nie mein Herz verführen! Sie schafft mir deinen Beifall nicht; sie läßt mich ihn verlieren. Nur findlich soll ich dir vertraun, nie thörigt, nie vermessen; soll, um getrost auf dich zu schaun, nie meiner Pflicht vergessen. 5. Und wollten Welt und Teufel bir boshaft wider. stehn; o nähre keinen Zweis fel; dein Glück wird doch bes stehn. Was er sich vorgenoms men, was er vollenden will: aufs herrlichste wird's fom. In eigener Melodie. 373 Befiehl bu beine men zu dem bestimmten Ziel. 6. nur, Wege und les, was dich fränft, der treuen Vaterpflege des, der den Himmel lenkt. Der Ster nen, Wolken, Winden bezeich net ihre Bahn, der wird auch Wege finden, die dein Fuß gehen kann. Seele, hoff und sei unver zagt, was dich auch immer quäle, ein schönrer Morgen tagt! Gott läßt nicht von den Seinen, erwarte nur die Zeit: dir wird die Sonne scheinen mit neuer Heiterkeit. 7. Auf, auf! Gib deinen Schmerzen und Sorgen gute Nacht! Verbann aus deinem Herzen, was dich so traus rig macht. Du bist ja nicht Regente, der Alles führen soll. Gott sitzt im Regis mente, und er führt Alles wohl. Shader fabr 3. Dir, Vater voller Gnas 8. Shn, ihn laß thun und de, dir ist allein bekannt, was gut sei oder schade Ge. schöpfen deiner Hand; und was du ausersehen zum Bes sten deiner Welt, das wird und muß geschehen, sobald es dir gefällt. walten; er ist ein weiser Fürst und wird sich so verbals ten, daß du ihn preisen wirst, wenn er, wie ihm gebühret, mit wunderbarem Rath bas Werk hinausgeführet, das dich bekümmert hat. 2. Dem Herrn mußt du vertrauen, wenn dir's soll wohl ergebn; auf sein Wert mußt du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Er läßt durch Sorg und Grämen und selbstgemachte Pein sich keine Wohlthat nehmen; sie muß erbeten seyn. 4. An Mitteln und an We gen fehlt dir'e, Allweifer, nicht. Dein Thun ist lauter Segen; dein Gang ist lauter thit stm 120 9. Verzög der Trost auch lange, weil dir es heilsam ist, so werde dir nicht bans ge, daß deiner Gott vergißt. Fr PsOnS wol true fa Vertrauen auf Gott. 277 iefel S Er wird dir Hülfe fenden, 3. Noch nie hat sich, wer wenn du's am mind'sten dich geliebt, verlassen- sehen glaubst, und all dein Unglück müssen; du läß'st ihn, wann wenden, wenn du nur treu ihn Noth umgibt, Beruhis verbleibst. gung genießen. Des Frommen Herz wird frei von Schmerz; der Sünder eitles Dichten weißt du, Herr, zu zernichten. 10. Wohl dir und deiner Treue! Sie trägt den Sieg davon. Daß dich der Kampf nicht reue, blick hin auf seis nen lohn; steh fest im größ ten Leide, das dir begegnen fann; bald bricht der Tag der Freude, des ew'gen Fries dens an. 4. Drum hoff, o Seele, hoff auf Gott! Der Thoren Trost verschwindet, wenn der Gerechte in der Noth Hülf und Errettung findet. Wenn jener fällt, ist er ein Held; er steht, wenn jene zittern, ein Fels in Ungewittern. 11. Mach, Herr, ein fröh. lich Ende mit aller unfrer Noth; stärk unser Herz und sende uns Trost bis in den Lod! Laß stets und deiner 5. Wirf nicht die große Pflege und Treu empfohlen seyn, so gehen unfre Wege gewiß zum Himmel ein. qolise Hoffnung hin, die dir dein Glaube reichet! Vergebens wird zu Menschen fliehn, wer von dem Höchsten weichet. Mel. Was Gott thut, das ist Dein Heiland starb, und er 374 Der Herr ist meis erwarb, auf seines Lodes Hügel, dir deines Glaubens Siegel. ne Zuversicht, mein Höchster Trost im Leben! Dem fehlt es nie an Trost und Licht, der sich dem Herrn er geben. Gott ist sein Gott; auf sein Gebot wird's in dem Herzen stille. Ihm gnügt des Vaters Wille. 6. Sei unbewegt, wann um dich her sich Ungewitter sammeln! Gott bilft, wenn Christen freubenleer zu ihm um Gnade stammeln. Die Zeit der Qual, der Thränen Zahl zählt er, und deine Schmerzen nimmt er dir von dem Herzen. 7. Herr, du bist meine Zuversicht; auf dich hofft meine Seele! Du weißt, was meinem Wohl gebricht wenn ich mich sorgend quäle Wer wollte sich nicht ganz auf bidj 2. Wer wollte dir, Herr, nicht vertraun? Du bist des Schwachen Stärke. Die Aus gen, welche auf dich schaun, fehn beine Wunderwerke, Herr, groß von Rath und start von Chat, mit gnaden, vollen Händen wirst du bein Werk vollenden. 28 CEO 278 Pflichten gegen Gott. mi und zum Glück die Trübfal lenit. dich, Allmächtiger, verlas fen, und sich im Kummer faffen? 8. In deine Hand befehle ich mein Wohlseyn und mein Leben. Mein hoffend Auge blickt auf dich, dir will ich mich ergeben. Sei du mein Gott und einst im Tod mein Fele, auf den ich traue, bis ich dein Untlig schaue. 5. Wenn mein Auge lange weint, ich nicht seine Hülfe sebe, und sie nicht so früh erscheint, als ich sie von ihm erflehe; weiß ich toch voll Zuversicht: daß sie mir nicht stets gebricht. 6. Dann auch, wann, wie mir es scheint, selbst der Heffnung Trost verschwinter, weiß ich doch: Gott ist mein Mel. Jefus meine Zuversicht 375 Wer auf seinen Freund, der auch da noch Wege findet, wo sich feiner mir entdeckt, wo der Zukunft Nacht mich schreckt. scept Gott vertraut, ängstigt sich durch) feine Sers gen; ihm, auf den er sicher baut, bleibt sein Kummer nicht verborgen. Gott vers läßt die Seinen nicht; dies ist meine Zuversicht 7. Drum sey ihm, dem Herrn der Welt, ganz mein Schicksal überlassen! Er, der auch den Wurm erhält, fann und wird mich nicht verfass sen. Bleib ich nur der Tu gend treu; so steht er mir 10 huldreich bei. 2. Er, der Schöpfer aller Welt, der Versorger seiner Kinder, der, was er ver, ſpricht, auch hält, huldreich felbst noch gegen Sünder, er, der uns hervorgebracht, bat auch, uns zu helfen, Macht. Mel. Sollt ich meinen Gott ad amig 3. 3hm, ihm ist es immer 376 Selig, wer mit feicht, unsre Wünsche zu erfüllen; wie unmöglich es uns daucht, kann er doch den Kimmer stillen, helfen stets, wenn Noth uns quält, wenn uns Rath und Beistand fehlt stillem Herzen dem Allweisen, der uns liebt ,, ganz sein Schicksal übergibt, und auch in den tiefsten Schmerzen seinem Kummer muthig wehrt, durch Geduld den Herrn verehrt. 4 Und wer ist ihm gleich, dem Herrn? wer so reich, wie er, an Segen? Niemand hilft, wie er, so gern auf des Lebens rauhen Wegen, er, der liebreich unsrer denkt, 2. Ach fein Schickfal meis nes Lebens, sorgt' ich auch von Jugend auf, nimmt drum einen andern Yauf! Sorge quält, und quält vers gebens; meine Kräfte zehrt fie temas michig Vertrauen auf Gott. se ab, stürzt nur früher mich ins Grab. 088 in the du 279 thibitme Gottes Wort sets ich meine Wallfahrt fort. Der bisher half, hilft mir weiter: er hält fest, was er verspricht! Gott, mein Gott, verläßt mich nicht. 3. Eh ich noch das Licht erblickte, wog er, der mir Leben gab, meines Lebens Schidfal ab; che mich noch Kummer drückte, eh noch meine Thräne rann, sah mich Gott fchon gnädig an. 4. Dankbar nehm ich Glück und Freuden aus des Höchs sten milder Hand: und ist Kreuz mir zuerfannt, o so faß ich Mach, zu leiden! Gut ist alles, was Gott will: willig duld ich, dulde still, 3 Will mein Anschlag nicht gedeihen, und miß, fingt mir mein Bemübn; denk ich, was mir Glück erst fbien, muß ich oft nachher bereun. Wehlihat ists für mich gewiß, da mirs Gott mißlingen ließ. 6. Wenn Gott nicht so reichen Segen, als dem Nächsten, mir verlieb; foll doch Andrer Wohlstand nie Neid in meiner Bruft erres gen! Fremden Glücks will ich mich freun; fremdes Glück wird dadurch mein. Mel. Herzlich lieb hab' ich dich ir trau ich Gott, 377 D und wanfe nicht, wenn gleich von mei ner Hoffnung licht der letzte Schimmer schwindet. Mein Helfer und mein Gott bist du, durch den mein Herz doch endlich Ruh und Freus de wieder finder. Von jeher hast du mich geführt, und meines Lebens tauf regiert; mit segensvoller Vaterhand so manche Roth von mir ges wandt. Unendlicher! ich trau auf dich; bu leitest mich. Ich kämpf, und siege, Gott, durch dich. 7. Wenn mir Frevler Angst erwecken; wenn ihr Haß mich drückt und frånft: hält fie Gottes Macht umschränft. Droht der Tod mit seinen Schrecken; der vom Tode retten fann, nimmt sich meis ner gnädig an. 8. Ich bin unverzagt und heiter; im Vertrauen auf 2. Zwar ist der Kampf ter Seiden schwer; oft fühl ich faum noch Stärfe mehr, zu fämpfen und zu siegen: doch ewig, Vater, währt er nicht. Wenn mir dein Beistand nicht gebricht, so werd ich mat erliegen. Bald ist der Thras nen Maaß gefüllt, balb meis ner Seele Schmerz gestillt: bald haft du, Gott, mein Flebn erhert, mich ganz ges prüft und mich bewährt. Du Gott der Huld, erhört von dir, lobsing ich hier mit banks erfüllter Seele dir. 3. Ach, alle Leiben diefer dan 3 Beit 280 189 Pflichten gegen Gott. ner Fügung ruht, mit dem machst du es immer gut. Zeit sind doch nicht werth der Herrlichkeit, die budwirst offenbaren.n Bald wird auch mir des Dulders kohn; bald stebauch ich vor deinem Thron, mit treuer Kämpfer Schaaren, und danke dann dir Gott, verflärt, der jest mich prüft, mich dann bewährt, daß ich, von allen Leiden frei ein Seliger des 5. Nur du erkennst und Himmels fei. Barmherziger! fest, ohne Graun will ich dir traun; denn einst werd ich dein Untlik schaun. ad mobildaste 4. Une bleibt oft, was uns nüßt, verborgen; genug für uns, du hasts erfannt! Wie oft sind unsre Wünsch und Sorgen turzsichtig und voll Unverstand! Du siehst, was schädlich ist, von fern, und deine Güte hinderts gern. wählst das Beste! O Vater, mache selbst mein Herz in diesem bohen Glauben feste; dann überwältigt mich fein Schmerz. Ich duld ihn mit Gefaffenheit; was mein Gott will, gescheh allezeit. 6. Die Stunde wird doch endlich kommen, da mich vollkommnes Glück erfreut; denn endlich führest du die Frommen zur völligen Zufriedenheit: und dann wird Jedem offenbar, daß, Gott, dein Rath der beste war will du b Mel. Wer nur den lieben Gott 378 5 err, mache mei dont nest Seele stille! Bein jedem Leiden, das mich fränkt gefchiebt doch nur dein weifer Wille, ter Alles min, zum Besten fenft. Du bister der alles andern kann; und, was du thust, ist wohl gethan, sa 20 sno 2. Du führst uns selbst auf rauben Wegen zu höhe rer Bollkommenheit. Auch Widerwärtigkeit wird Ces gen, für Seden, welcher dir sich weibt. Sieht's gleich der blöde Geist nicht ein, wird doch der Ausgang herrs lich seyn. 7. Dann wird auch mich von allen Plagen ein ewiger Gewinn erfreun; dann wird mein Herz statt aller Klas gen, voll Tanfes und voll lobes seyn: der Herr hat für mein Heil gewacht, hat Alles mit mir wohlgemacht! Mel. Auf, schide dich 3. Drum laß mich ſtille 379 Es herrscht ein seyn und hoffen! Hast du mir Prüfungen bestimmt; so steht dein Vaterberz dem offen, der seine Zuflucht zu dir nimmt. Wer still in deis s with a the in Noth, und hilft, wenn sie ihm traun, so gern den Seis nen! Drum sei vergnügt, wie er es fügt! Bald folgt Hua serind bir mut) pesa nidilid Vertrauen auf Gott. dir Ruh' und Troft nach fur zem Beinen sld ani! 2. O murre nicht, wann dir gebricht, was öftere li ftet den bethörten Sinnen! Dir nüßt der Schmerz, dein eitles Herz zu bessern und fürs Ew'ge zu gewinnen. 3. Erfenn die Schuld und üb' Geduld, wann du um deine Sünden hier mußt leis den! Fleb'ihn um Gnad', geh seinen Pfab getrost, nichts laß von seiner Lieb' dich scheiden. 4. Dann führt er dich stets väterlich die sichern Wege, die dein Heil bezielen. Sey'n sie auch hier oft dunkel dir: entzückt wirst du ihr End' einst fehn und fühlen. Mel. Was Gott thut, bas ist 380 Gott, bir ver traun, ist meis ne Pflicht, ist Seligkeit im Leben! Sie kann dem Herzen Zuversicht und Trost und Freude geben. Des Lebens Müh' verfüßet sie, und läs set uns bienieden im Laufe nicht ermüden. 281 der ab, wie Mitternacht und Mergen. Das Unglück flicht, die Freude blüht; und kaum ist sie empfunden, ist wieder sie verschwunden.d 5. Drum gnüge mir der 5. Nicht unser Wille foll Weg allhier, den ich muß gehn in meinem Amt und Stande! Sei er auch rauh! Wenn ich dir trau, komm ich auf ihm zum wahren Vater lande. geschehn; du wähleft stets das Beste. Wenn Erd' und Himmel untergebn, ſteht diese Wahrheit feste. O daß wir sie durch Leichtsinn nie an unsern Seelen schwächs ten, sie nie verkennen mög ten! 2. Auf Erden wechseln bis ins Grab Zufriedenheit und Gorgen beständig mit einaus 115 01 Tondade higi 3. Wie würde da voll Aengstlichkeit uns jeder Lag verfließen, und bei des fes Lebens Heiterfeit das Herz schon beben müssen, wenn Zuversicht zu dir uns nicht dann Sicherheit gewährte, und ruhig bleiben lehrte? 4. Du theilst das Alles aus, was hier den Sterblichen bes gegnet. Im Glück und Uns glück werden wir von dir boch stets gesegnet. Wenn wir nur auch durch den Gebrauch so weise werden wollten, als wir, o Gott, es sollten! 6. Dann würde diese les bungszeit nicht traurig uns verschwinden, des Lebens Widerwärtigkeit uns nies mals muthles finden. Dann sähen wir, soll Hoffnung bier, mit Palmen und mit Kronen bie Uleberwinder Lohs nen. 7. Gott, heilige du selbst mein Herz, damit ich dir vertraue, und mit Gelaffen. ping helt to jus munits Pflichten gegen Gott. Bir Toz dru dute vid 5. Mit ruhigem Gemüthe verlaß auf ihn didj fest, weil seine Batergüte dich ewig nicht verläßt. Was ist das größte Leiden, das dir bes gegnen kann, bricht einst der Mel. Beficht du deine Bege Tag der Freuden, des ew's 381 Chrift, wann dich gen Friedens an? frånfer, vertraue nur dem Herrn! Mel. Wer nur den lieben Gott Er, der die ist auch von dir nicht fern. 382 Mein Hort int Erwach aus deinem Echlums mer, zu Gott erbebe dich; er siehet deinen Kummer; er liebt dich väterlich! Ihn laß ich walten; ich hoff auf ibn: er fennet mich. Ihm feblte, die Seinen zu erhals ten, an Mitteln nie, und sein bin ich! Ich gründe meine Zuversicht auf diesen Fels and wanke nicht. 2. Was qual' ich mich? Bin ich ein Heide, der ohne Gott und Hoffnung ist? Nein: das ist meines Hers gens Freude, daß du mein Gott und Helfer bist. Hilf, mein Erbarmer, stärfe mich, denn nichts vermag ich ohne dich. 189 282 dait thonni beit im Schmer; binauf gen Himmel schaue, Einst preif auch ich auf ewig bich für überstandne Leiden im Lande ihrer Freuden. 2. Sei auch in deinem Leis ten ein Christ, voll Muth und Kraft; einst kommen deine Freuten, bleibst du nur tugendhaft. Erwarte nur im Glauben, getroft die Ewigkeit; wer fann das Heil dir rauben, das ewig dich erfreut? 3. Sei froh, dein Gott regieret, fein Rath ist rouns derbar. Einst wirst du übere fuhrer, caß er der beste war. Uno tenfest du vermessen: Der Herr erbarmt sich nicht, der Herr hat mein vergessen; so höre, was er spricht: 4.43ft auch der Mütter Eis ne, tie ibres Kinds vergißt? Denk an dies Wort und weis Bort ne Gott Freudenthränen, Chrift! Und fönnt sie es vergessen; ich will doch dei ner nicht, ich deiner nicht vergessen! Der Herr ist's; ber es spricht! 3. Der Herr erzieht hier seine Kinder zur Ewigkeit mit weiser Huld. Er schont, er züchtigt viel gelinder, als wir verdient, und hat Ge duld. Er hat nicht tust an unserm Schmerz; er hat ein väterliches Herz. 4. Gott ist die Lieb, wie kann ich zagen? Gab er für mich nicht Jefum Chrift? Was fönnte mir ein Gott versagen, der so unendlich gü tig ist? Erhabner Troßt, der nim, al impap ming Vertrauen auf Gott. 3md.@ 1100 1stbl hid 283 himmer trägt, und jeben dein wahres Wohl zu grün 3weifel überwiegt! 195 5. Ich harre feiner und 5. Daß ich gewissenhaft bin stille. Wie bald ver- und treu in meinem Amt freicht die Prüfungszeit! und Stande sey und meine Dann nehm ich dort aus sei Pflicht erfülle; zu dem Ents ner Fülle unendliche Zufrie, schlusse stärke mich, und dann denheit Er feitet mich nach vertrau ich, Gott, auf dich! seinem Rath, wie er mir zu Herr, es gescheh bein Wille! gefaget hat! poljomi He stran Mel. Kommt her zu mir 383 Erfülle redlich deis ne Pflicht, und heffe bann mit 3uversicht; Gott forgt mit Vaterliebe für deines Lebens wahres Glück! Zu ihm erhebe bei nen Blick, wär' auch dein Himmel trübe! 3 2. Die Wolfen werden sich verziehn, im wilden Eon nenscheine blühn dir wieder neue Freuden. Oft wird zur Woblihat dir der Schmerz; veredelt werden Geist und Herz durch Prüfungen und Leiden. 1 bilgnt 3. Oft führt die dornen volle Bahn weit sichrer dich zum Ziel hinan, als fanfte Blumenpfade. Drum dulde fromm, mit festem Muth! Was Gott, der Menschen Vater thut, if Weisheit, Huld und Gnade. no 4. Doch deines Gottes dich zu freun, im Sturme, wie im Sonnenschein, Beru bigung zu finden, benuße felbst gewissenhaft Verstand und Zeit und jede Kraft, den! den! mp In eigener Melodie. 384 Solle ich meinem nicht trauen, der mich liebt so va terlich? ber fo berzlich ſorgt für mich)? Colt ich cuf den Herrn nicht bauen, welcher unbewegt und fest, seine Kinder nie verläßt? ad 2. Er weiß Alles, was mich drücket, mein Anliegen, meis ne Noth; er steht bei mir bis in Tod; er weiß, was mein Herz erquictet. Seine Lieb' und Vatertreu' wird mir jes den Morgen neu. 3. Der die Vögel alle näh ret, föniglich die Blumen schmückt, jedes türre Land erquickt, Speife jedem Wurm gewähret: fellte der verlas sen mich? Nein, weit mehr, als sie, bin ich 4. Wenn nach seinem Reich ich trachte, wenn ich nur in Frömmigkeit inche meine Ses ligkeit, und sie über alles achs te: fegnet Gort mir früh und spat Wert und Werke, Rath und That er si 5. Heiter sei der andre Morgen, ober nicht, was 284 883 Pflichten gegen Gott. SER fünftig ist, quält mich nicht; ich bin ein Chriſt. Ich laß meinen Vater forgen, froh bei Allem, was sein Rath über mich beschlossen hat. 6: Gott sei Lob! Was mich erfreuet, fehet unerschütter licht er, der höchste, sorgt für mich. Ewig wird ers mir beweisen; Seele, freue seiner dich! Ewig forget Gott für mich Dich leitet Gott. O denk zus rücke, wie gut er immer dich geführt; wie oft, wann Duns fel um dich lag, das Licht dir selbst aus Nächten brach! 5. Gott! gnädig, wenn du uns erhörest, oft gnäol. ger, wenn du den Plan, den unsre Thorheit schuf, zerstö rest, dich, Vater, bet ich kindlich an. Ich hoff auf dich mit festem Muth; denn was du sendest, ist mir gut. 6. Die Liebe hat den Pfad 385 Entschwinge dich, beſtimmet, den ich auf Er. den Nächten, in welche dich die Schwermuth hüllt! Willst du mit deinem Schöpfer rechten, daß er nicht jeden Wunsch erfüllt? Jetzt fennst du, was dir gut ist, nicht; einst strah, let dir ein höhres Licht. den wandeln soll. er sich auch durch Dornen frümmet, ich geh ihn hoher Ahnung voll. Einst werd ich in des Himmels Höhn ganz deiner Führung Weisheit sehn. nuism I Mel. Wer nur den lieben Gott Mel. Fröhlich soll mein Herze 2. In Finsternissen wankt 386 Warum willst du bienieden uns gewisser Schritt: was Got tes Vorsicht ihm beschieden, was ihn erfreute, was er litt lärt sich am Ziel von feinem Lauf für ihn als gleis che Wohlthat auf. doch für Mors gen, banges Herz, dir zum Schmerz, immer ängstlich sorgen? Wozu dient dein täglich Grämen? Nur dazu, dir die Ruh' ohne Noth zu nehmen. 12010 2. Wer, als Gott, gab mir das Leben? Wer, als er, hat bisher Alles mir gegeben, was, mein Leben zu erhalten, nöthig war, immerdar: laß ich, Gott, dich walten. 3. Dort findest du von Licht umflossen, auch deiner Erdenthränen Lohn. Schau, ihre Saat ist aufgeschoffen: sie blüht der nahem Vernte schon. Im Kummer ward fie ausgestreuts balb reift sie für die Ewigkeit. 1 4:48 Drum heb empor die trüben Blicke, wann sich in Nacht dein Weg verliert! aposs shin vida 3. Der das Größre uns gegeben, einen Geist, der ihn preist, diesen Leib, dies Leben, wird uns auch das Kleinre schenken. Gein bin profe$ 6st du i ich to impen molh Vertrauen auf Gott. Houd Raps alind ich, auch an mich wird er Mel. In allen meinen Thatent liebreich denken. soll as auf meiner Sex 387 Washing 4. bensreise mir noch fehlt, was mich quält, weiß er, der Allweise. Sollt' er meis ner je vergessen? Er, mein Heil, hat mein Theil längst mir zugemessen. lich flagen und in der Noth verzagen? Der Höchste sorgt für mich). Er sorgt, daß meiner Seele kein wahres Wohlseyn fehlen Ges nug zum Trost, mein Herz, für dich! Bas anch 5. Nährt den Vogel in den Lüften nicht der Herr? Weider er nicht das Thier auf Triften? Kleidet er des Grases Blume nicht mit Pracht, seiner Macht, seiner Huld zum Ruhme? et 6. Nur auf mich sollt' er nicht achten? In der Noth ließ mein Gott hülflos mich verschmachten? Nein, mir soll vor nichts mehr grauen. Baterlich) liebt er mich: ihm will ich vertrauen. 7. Nützen will ich Zeit und Kräfte; widmen sie spät und früh nüßlichem Geschäfte; immer gehn auf seinen Wegen: wird es mir dann allhier mangeln je an Segen? 8. Vor der fernen Zukunft zagen will ich nicht; es gebricht feinem Tag an Plagen. Heute leb ich; bin ich Mor gen nicht vielleicht schon er bleicht? Warum will ich forgen? 883 285 9. Sorge du nur; ich befehle glaubensvoll, wie ichy soll, dir, Herr, Leib und Seele. Sorge du; dir halt ich stille; ich soll dein ewig seyn: es gescheh dein Wille! 2. Was nüßt es, angstlich sorgen und jedem neuen Morgen mit Furcht entges gen gehn? Du, Vater meis ner Lage, kennst, eh ich dirs noch klage, mein Leid und eilst mir beizustehn. 3. Auf deinen Wink zu schauen, dir findlich zu vertrauen, das herr, ist meine Pflicht. Ich will fie treu lich üben und dich, mein Vater, lieben; denn du ver fäumst die Deinen nicht. 331 4. Der du die Blumen fleidest, und alle Thiere wei dest, du Schöpfer der Nas tur, siehst Alles, was mir fehlet. Drum Seele, was dich quälet, befiehl dem Herrn und glaube nur! 5. Herr, alle meine Sor gen, die Noth, die oft vers borgen an meinem Herzens nagt, werf ich auf didy, ben Treuen; du weißt ben zu er freuen, der fromm nach det ner Hülfe fragt iden 6. Wenn meiner Augen*** thränen, und sich nach Hül fe sehnen, so tlag ich bird, dem Herrn. Dir, Vater! dir befehle ich jeden Wunsch der 286 Pflichten gegen Gott 889 300 UD MUSTITS m der Seele, du hörst, du hilffe, du fegneft gern.. 7.Der du mir hier in Les ben schon größres heil geges ben, und deinen Sohn ge schenkt, du wirst mir alles fchenfen, und stets zum Besten lenken, was mich be fümmert, quält und fränft. ho 8. Du führest, Herr, die Deinen nicht so, wie sie es meinen, doch stets nach weis sem Rath. Ob ich mich auch betrübe, bleibt doch dein Rath voll Liebe; das zeigt der Ausgang mit der That. 9. Wenn ich hier Liefen fehe, und es nicht ganz ver stehe, was du mit mir ge than, fann ich doch deß mich trößten: du nimmst mich, den Erlösten, gewiß dereinst zu Ehren an. 4. 10. Dort, bei der From men Schaaren, dort werd ich es erfahren, wie gut du mich geführt. Da bring ich dir mit Freuden, nach übers standnem Leiden, den Dank, 2. Was sagt du? Gott regiert die Welt; und Gott ist ja allwissend. Selbst was dein Herz verborgen hält, ist dennoch ihm wohlwissend. Sein Auge, sieht in bein Ges müth. Die Bitte, die du thatest, vernahm er, eh du batest. 3. Was zagst du? Gott regiert die Welt; und Gott ist der Allweise. Stets dient der Weg, der ihm gefällt, zum Heil bir, ihm zum Preis se. Er führt gewiß durch Finsterniß, durch jede Nacht der Leiden zum Lidhte reinter Freuden. 4. Was gagst du? Gett regiert die Welt und ist all gegenwärtig. Der Fromme, der an ihn sich hält, ist seines Heils gewärtig. D glaub es gern! Gott ist nicht fern; er, wo auch jeder walle, hält allenthalben Alle. 5. Was zagst du? Gott regiert die Welt: und Gott ist ja die Liebe. Nichts ist, der deiner Huld gebührt. id was dem, der ihm gefällt, Mel. Was Gott thut, das ist dein Quell des Elends bliebe. Auf, fasse Muth! Selbst 388 Was zagt bu? Jesu Blut sagt dir bei jedem Gott regiert die Welt: und Gott ist ja Leiden: Gott fegnet uns mit Freuden. tilsie ihin ng allmächtig. Den Arm, der 6. Was zagst du? Gott dieses Weltall hält, was macht dir den verdächtig? Wenn Meeresfluth und Feueregluth uns schon ereilet hatten, so fann er doch noch retten. regiert die Welt; und Gott ist auch geduldig. Zwar wenn er vors Gericht uns stellt, sind selbst die Frommen schuls dig. Doch sein Gericht trifft Fromme nicht. Drum sei ges wiß, Vertrauen wif, er schone auch bein in feinem Eohne. 7. Run, Gett! da du die Welt regierst; wie dürft' ich angstlich zagen? Ein Leid, in welches du mich führt, foll nie mich niederschlagen. Ich hoff' auf dich. Du läss jest mich bald deine Hülfe schauen. Dir, dir will ich vertrauen! In eigner Melodie. auf Gott. 287 KINDL thums Binde von unfern Aus gen fällt: wenn wir das Unrecht meiden, und dann zum Wohl der Welt vereinigt wirs fen werden; wirds besser auch auf Erden. 6. Uns selbst hier zu vers edeln, und dann mit Thätige feit zum Wohl der Welt zu wirken; dies ists, was Gott gebeut. Gott, laß uns deis nen Willen zu unserm Heil erfüllen. 389 3 war wird noch manche ThräMel Was Gott thut, das ist ne auf Gottes Welt geweint, 389b) Ein Gott res giert! doch laß den Muth nicht sin fen, nein wirke, Menschen freund, voll Glauben fort auf Erden! Es wird boch beffer werden! zagen wir? Ein Gott erzieht durch Freuden und durch tes Schmerzes Druck uns hier! Was ist des Lebens Peiden? Ein ernster Streit um Seligkeit. Es mag uns übel gehen: wir werdens überstehen! 2. Nie werden wir hienie. den von allem Schmerz be freit, nur über Blumen wans deln. Vollkommne Seligkeit erwartet nicht auf Erden. Doch besser wird es werden! 3. Wir schaffen selbst uns Leiden durch Unzufrieden heit, durch Leidenschaft und Thorheit und Ungerechtigkeit. Wenn wir nur weiser wers den, wirds besser auch auf Erden. 4815810 2. Wir werden, was am Herzen nagt, mit Hoffnung überleben, und über alles, was uns plagt, une fiegend einit erheben. Die Welt vers geht, der Geist besteht. O laßt den Edöpfer walten! Er will den Geist erhalten. 3. Der Geift erkennt des Höchsten Epur, dee Baters Macht und Milde im großen Reiche der Natur, in Wäl dern, im Gefilde, im fleins sien Wurm, im Wintersturm, im Frühlingsschmuck, im Re gen, und in des Herbstes 4. Der 4. Wenn wir bescheidner wünschen, und uns zufried ner freun; wenn Pflicht uns über alles wird theu'r und heilig seyn; wenn wir selbst besser werden: wirds besser auch auf Erden. 5. Wenn nun des Irrs Segen.. pind Tas 288 in- 10 Pflichten gegen Gott. ** no 4. Der Gott, durch wel nur größer durch die Traue chen Alles ist, der selber im Gewimmel der Thiere feines Wurms vergißt, der unter seinem Himmel, was lebet, fpeist, wird unsern Geist für Licht und Heil erhalten. O laßt den Höchsten walten! 5. So mag benn, was die Welt und gab, zerfallen und zerstäuben! So drohe Krant, heit, Tod und Grab! Des Schöpfers Huld wird blei ben. Er leitet gut, wir haben Muth; es mag uns übel ge hen: wir werdens überstehen! 6. Wir zagen nicht: du Gott, regierst, und wenn du Menschenherzen durch Leiden für das Gute rührst, so seg. nen wir die Schmerzen. Wir haben Muth; sind wir nur gut, so, mags uns übel ge hen: wir werden's überste hen! Ban In eigener Melodie. 6. Es sind ja Gott sehr leichte Sachen, und seiner 390 es gleich, den Reichen klein und arm zu machen, den Armen aber groß und reich. Er ist der Herr, der Jedermann leicht hoch ers höhn, leicht stürzen fann. 7. Sing, bet' und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu. Denn, welcher seine Zuvers sicht auf Gott seßt, den vers läßt er nicht. Gebeth. er nur den lies walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wuns derbar erhalten in aller Noth und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf einen Fels gebaut! rigkeit. 3. Man halte nur ein we nig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unsers Gottes Gnadenwille, wie sein allweiser Rath es fügt! Gott, der uns ihm hat aus erwählt, der weiß auch gar wohl, was uns fehlt. 4. Er fennt die rechten Freudenstunden, er weiß, wann Hülfe nüßlich sey. Wenn er uns nur hat treu erfunden, geduldig, ohne Heuchelei; so fommt er, eh wirs uns versehn, und läffet uns viel Gutes geschehn. 2. Was helfen uns die schweren Sorgen? Was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, daß wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir mas chen unser Kreuz und Leid 5. Denk nicht in deiner Drangsalshiße, daß du von Gott verlassen seist und der dem Glück im Schooße size, den alle Welt für glücklich preist! Die Zukunft ändert oft sehr viel und setzet jeg lichem sein Ziel. Gebet. HQ 239 fue toyörg un ben undselig sterben mag, listpis um dich von Angesichyu And gesicht zu fdamnd AdyGott, UIT Mel Gott, du frommer Gott 391 Gort, verlaß verlaß mich nichthe& 373 31 mich nicht reich du mir selb, die Hände, daß 19ds: Som lammic monis? Mel. Wer nur den dieben Gott ich die Wilgrimschaft des Les 392 ein Heil, 3h0 vollende! nicht! im finstern Thal; fo fei du zu verscherzend sei wach und selbst mein Licht, mein Stab, mein Hort mein Schuß! Ach Gott, verlaß mich nicht! nüchtern zum Gebétu Gin findlich Flehm aus reinem Herzen hat Gott, dein Vasi ter nie verschmähtä Er iſt die Liebe selbst er hört, wase seiner Kinder Herz begehrt 2. Ach Gott, verlaß mich nicht, lehr deinen Weg mich wallen und laß mich nimmer mebr in Sünd und Therheit 2.4 Erhebe dich zu seinen fallen! Gib mir den guten Höhen mit Dank und Fle Geist, des Glaubens Zuver- ben oft und gern. Er läffet, sicht; und, wann ich stran was dir nüßt, geschehen, ift cheln will, Gott, so verlaß dir zu helfen niemals ferm; mich nicht! tanse weer that, so du nur zu ihm 3. Ach Gott, verlaß mich flehst, mehr als du bittest nidt in Nöthen und Gefah, und verstehst. apud of up ren, und laß zu rechter Zeit mir Hülfe widerfahren. Sft mein Gemüth in Angst, erzittr ich in der Noth, o so verlaß mich nicht mit deinem Trost, o Gott! 4. Ach Gott, verlaß mich nicht, gib Wollen und Vermögen, in allem meinem Thun begleite mich dein Segen! Die Werke meines Amts, die Werke meiner Pflicht laß, Herr, vor dir gedeihn! Ach Gott, verlaß mich nicht! 5. Ach Gott, verlaß mich nicht; hilf, daß ich dir erge ben voll fieb' und Hoffnung sei; fest glauben, christlich les 3 Welch Glück, so hoch gean ehrt zu werden, und im Ged bet vor Gott zu stehn! Der Herr des Himmels und der Erden, bedarf der eines Men fdhen Flen? Er will blog deine Seligkeit, wenn er zu beten dir gebeut. dolo 4. Sagt Gott nichts bites tet, daß ihr nehmet? ft des Gebetes Frucht nicht deim? Wer sich der Pflicht zu berem schämet, der schämt sic Gottes Freund zu seyn, und frößth das ihm bestimmte Glück, feindselig gegend sich zurück. 5. Sein Glück von dir, po Gott, begehren, wie leichtnu wie süß ist diese Pfli cht! Desb T Hers 290 Pflichten gegen Gott. Herzens Wünsche dir erklä deiner Hand. Von dir emren, wie stärkt das meineEecle nicht!( Sebet gibt Muth; Gebet gibt Kraft zur Dam pfung jeter teidenschaft. rfing ich den Verstand; ers balt ihn mir, o Herr, mein Hort, und stärk ihn durch den göttlid Wort! th 6. Was fann zum Fleiß in guten Werfen wir fräftiger den Geist ei höhn? Was mehr in feitenestunden stärfen, ale glaubia, Gott, auf dich zu sebu? Ich treffe nichts auf Erden an, was mid) so sehr erquicken fann. 7. Gett! laß mich nicht mein eil verfd erzen, gib Lust und Kraft mir zum Geber! Und wenn aus reis nem, frommem Herzen mein Mund zu dir um Hülfe flebt, so höre mich von deinem Thron durch Jesum Chris stum, deinen Sohn! In eigener Melodie. 393 9 ch komme vor dein Angesicht; verwerf, o Gott, mein Fle hen nicht: vergib mir alle meine Schuld, du ott der Gnade und der Huld! 2. Edhaff du ein reines Herz in mir, ein Herz voll Lieb und Furcht vor dir, ein Herz voll Demuth, Preis und Dank, ein ruhig Herz mein Lebenlang! 3. Sei mein Beschüßer in Gefahr, ich barre deiner in mertar. It wohl ein Uebel, tas mich schreckt, wenn deine Rechte mich bedeckt? 4. Jd) bin ja, Herr, in 5. Laß, deiner Liebe mich zu freun, sie stets vor meis nen Augen sein! faß, meis nes Glaubens mich zu freun, ibn stets durch Liebe thätig seyn! 6. Das ist mein Glück, was du mich lebrst. Das sei mein Glück, daß ich zuerst nach deinem Reiche tracht', und tren in allen meinen Pflichten sey. 4th ins 7. Ich bin zu schwach aus eigner Kraft zum Siege meis ner leidenschaft; du aber ziehst mit Kraft mich an, daß ich den Sieg erringen kann. 8. Gib von den Gutern dieser Welt mir, Herr, so viel, als dir gefällt; bei Wenigem Zufriedenheit; zur Arbeit Muth und Heiterfeit. 9. Echenkt deine Hand mir Uleberfluß: so laß mich mäßig im Genuß, so laß mich mild und gütig seyn, und dürft'ge Brüder gern erfreun! 10. Gib mir Gesundheit und verleih, daß ich si nüß' und dankbar fet, doch, sie zu schonen, zaghaft nie mich einer höbern Pflicht entzieh'! 11. Erwecke mir stets einen Freund, der's treu mit meiner Motlfahrt meint: mit mir in deiner Furcht sich übt en Gebet. Gebet, ber übt, mir Rath und Trost und Beispiel gibt. pons and 12. Bestimmst du mir ein längres Ziel, und werden meiner Tage viel; so sei, Herr, meine Zuversicht; vers laß mich auch im Alter nicht! 13. Und wird sich einst mein Ende nahn, so nimm dich meiner gnädig an, und sei durch Christum, deinen Sohn, mein Schirm, mein Schild und großer Lohn! Mel. Wer nur den lieben Gott 394 Komm betend oft und mit Ver gnügen, o Christ, vor Gots tes Angesicht. Nie müsse Trägheit dich besiegen in der Erfüllung dieser Pflicht! O übe sie zu Gottes Preis und deinem Heil mit treuem Fleiß! 291 freundlich er, dein Vater, ist! Bet oft zu Gott, und fühl im Leiden, wie göttlich er das feid versüßt! Gott hörts, Gott ists, der Hülfe schafft. Er gibt den Müden Trost und Kraft. 2. Bet oft in Einfalt reiner Seelen: Gott sieht aufs Herz, Gott ist ein Geist. Wie kann es dir an Worten feh len, wenn nur dein Herz dich beten heißt? Der Glaub an Gott und seinen Sohn rührt ihn, nicht leerer Worte Ton. 3. Wer das, was ihm zum Frieden dienet, durch Beten sucht, der ehret Gott. Wer das zu bitten sich erfühnet, was er nicht wünscht, entehret Bott. Wer schnell vergißt, was er ihm schwur. der spottet seines Schöpfers nur. 5. Bet oft, und heiter im Gemüthe schau dich an sei. nen Wundern fatt! Schau auf den Ernst, schau auf die Güte, womit er dich geleitet bat! Oft irrtest du: er trug Geduld; erkenn und preise seine Huld! 6. Bet oft, durchschau mit frohem Muthe das Wunder der Barmherzigkeit deß, der mit seinem tbeuern Blute uns von der Sünde Joch befreit: und eigne dir, zu deis ner Ruh' und Heiligung, sein Opfer zu! 7. Ber oft; Gott wohnt an jeder Stätte, in feiner minder eder mehr; denk nicht: wenn ich mit vielen bete, fo find ich eh'r bei Gott Gebör. Ift, was du wünscheft, recht und gut; so sei gewiß, daß Gott es thut! 8. Doch säume nicht, in den Gemeinden auch öffentlich Gott anzuflehn, und seis nen Namen mit dem Seinen, mit deinen Brüdern zu ers böhn! Fühl' der vereinten Andacht Werth, die deine peigne stärkt und pährt! 4. Bet oft zu Gott, und 9. Bet oft zu Gott für deine schmeck in Freuden, wie Brüder, für alle Menschen, Z 2 als 292 Pflichten gegen Gott. als ihr Freund; denn wir deine Kraft bezwingen, und find Eines Leibes Glieder: es so den Sieg erringen. sei kein Glied des andern Feind! Sold) Bitten, das aus Liebe fließt, ehrt Gott, der selbst die Liebe ist. 10. Bet oft, so wirst du Glauben halten, dich prüfen und das Böse scheun, an Lieb' und Eifer nicht er falten, und reich) an guten Werken seyn. Denn Muth und Kraft und Seelenruh' sagt Gutt dem frommen Bes ter zu. 4. Gebricht es mir an sanftem Sinn, an Liebe ge gen Brüder; so flieh ich be tend zu dir hin, und haffe nun nicht wieder. Mein Herz verzeiht mit Freundlichfeit, und sucht der Feinde Schelten mit Großmuth zu vergelten. Mel. Was Gott thut, das ist 395 W elch hohes Vorrecht schenkst du mir, o du, dem Seraphinen mit Ehrfurcht und mit Dankbegier im höhern Leben dienen! Es darf mein Geist, wie schwach er heißt, sich aus dem Staube schwingen, und betend zu dir dringen. in 2. Ich darf mit froher Zuversicht vor deinem Thron erscheinen, nnd du, mein Gott, verwirfst mich nicht; du zählst mich zu den Dei nen. Du zeigtest dich mir väterlich, so oft ich zu dir trete, und findlich vor dir bete. 5. Betracht ich im Gebet mit Schmerz mein fehlervol les Leben; so wird und kann sich nie mein Herz, von Stolz gereizt, erheben. Ich fleh zu dir, verzeihe mir! und du willst gern verzeihen, und mich mit Trost erfreuen. 6. Wenn Kummer mich zur Erde zieht, und wenn mich Sorgen quälen, wenn mir des Lebens Glück ent flieht, und edle Freunde fehlen; so wend' ich mich getrost an dich; du lehrst mich mit Entzücken im Elend Heil er blicken. 7. In stillen Stunden denk ich oft: was seid ihr, eitle Freuden? Ach, wie ges schwind, wie unverhofft ver. fehrt ihr euch in feiden! und denk ich dies, so fühlt gewiß mein Herz sich anges notrieben, nur dich, Herr, stets zu lieben. 8. D welchen Muth gibt das Gebet mir in Berufsgeschäften! Du lohntest dem, der zu dir fleht, mit Weis heit und mit Kräften. Wer dir 3. Erstickt die Sinnlichkeit in mir des Herzens fromme Triebe; so stärkt mich das Gebet zu dir in neuer Zugendliebe. Was sündlich ist, kann ich, als Christ, durch alc ta Gebet. thily'! 293 dir vertraut und auf dich chen suchen, wann mich ein baut, den frönest du mit Gegen auf allen seinen Weuf allen feinen Feind zu fränken sucht; und dem will ich nicht wieder fluchen, der mir aus Unverstaude flucht. Nein, meine Nach' sei ein Gebet, das Gnade ihm von Gott erfleht. gen. 9. Du Geist der Kraft und des Gebetes, du Geist der reinsten Liebe, erweck und stärke du nur stets zur An 5. Und wenn ein Kummer dacht meine Triebe! Und mich verzehret, den ich der kann ich nicht mit Zuversicht Welt nicht flagen kann, dann zu meinem Vater treten; so ruf ich Gott, der mich er lehre du mich beten höret, um Trost in diesem Kummer an. Wer ihm sein y lad Leid mit Zuversicht entdecket, den verwirft er nicht. 6. Ruf ich an bei dem omson 3 and Mel. Wer nur den lieben Gott bester Trost 396 Min diesem Les Geschäfte des Standes, den er mir verlieh: so fleh ich nie umsonst um Kräfte; der Gott der Stärfe gibt mir sie. Er gibt, aus väterlicher Huld, mir Segen, Klugheit und Geduld. ben ist ein Gebet zu meinem Gott. Dies kann mir Kraft in Schwachheit geben, Ge. duld und Muth in jeder Noth; bei jedem Gram, bei jedem Schmerz ein ruhiges, zufriednes Herz. 2. Wie kann ich Trost und Ruhe finden, wann mein Gewissen mich verklagt, wann bei der Menge meiner Sün den mein Herz vor seinem Richter zagt? Nichts tröstet mehr, als ein Gebet, das Gott, bei dir um Gnade flebt. 7. Wann, böser Lüfte Macht zu dämpfen, mir Schwachen Muth und Kraft gebricht: dann bitt ich Gott; er hilft mir kämpfen, er gibt mir Muth zu jeder Pflicht; und stark durch meines Got tes Kraft, besieg' ich jede ut Leidenschaft. 3. Muß ich, um des Ges wissens Willen, ein Spott der Fasterhaften seyn: so bet ich demuthsvoll im Stillen zu meinem Gott. Er hört mein Schrein, nimmt väterlich sich meiner an und stärkt mich auf der Zugend Bahn. 4. Ich will mich nie zu rä8. Wann ich im letzten Kampf des Lebens bei Niemand Hülfe finden kann: so ruf ich Gott doch nicht vergebens um seinen Trost und Beistand an, der, wenn die Sprache mir vergeht, selbst meine Seufzer noch versteht. sida 294 Pflichten gegen Gott. Mel. Ermuntre dich, mein Stunden, wo betend dich mein Herz, o dich, mein Vater bat empfunden; wo ich mit Thränen vor dir stand, tief deine Vaterbuld em pfand, die liebevoll mich führte, mit Weisheit mich regierte. 6 Wie wird vor deinem Angesicht der Christen Glaube wichtig: wie warm mein Herz für jede Pflicht, zu je der Tugend tüchtig! Wann böse Luft in mir sich regt, eil ich, von deinem Geist bes wegt, mich im Gebet mit Thränen nach Kraft von dir zu sehnen. 397 Wie ie sanft, mein Vater, ist die Pflicht, als Kind zu dir zu treten, voll Demuth und voll Zuversicht zu dir, o Gott, zu beten! Welch Glück, das Alles übersteigt, wird im Gebete mir erzeigt, wenn ich mit Kindestrene mein Herz, o Gott, dir weihe! 2. Allwiffender! zwar bet' ich nicht, um dich erst zu befehren; nicht mit dem Wahn, was mir gebricht, das müsfest du gewähren; nicht, Wunder von dir zu er. flehn; nicht, andern Pflich ten zu entgebn; nicht, träge, dich zum Segen durch Bitten zu bewegen; 7. Dein denk ich, froh von Dank gerührt, wann ich mich niederlege, die Pfade, die du mich geführt, bewundrungsvoll erwäge. Dich rühm ich, wann nach sanfter Nacht zu neuer Lust mein Aug' erwacht, das die Natur entzücket, zu neuer Lust erquicket. sposite od d am Ziel von meinem Lauf zu schwach, noch laut zu beten; dann blick ich, Gott, zu dir hins auf, und will im Geiste bes ten. Noch sterbend, Vater, dank ich dir, der du so vies les Gute mir im Leben bast erwiesen. Sei ewig, Herr, gepriesen! 3. Nein, guter Bater, nur um dich recht innig zu empfinden, um Dank, zur Ehrfurcht feierlich die Seele zu entzünden, zur Demuth, Liebe, Freundlichkeit, zu findlicher Ergebenheit, zum Fleiß in guten Werken mein 8. Bin ich Herz vor dir zu stärken. 4. Denn, wann ich in der Einfamkeit mein Herz zu dir erhebe, dir, Vater, voll Zufriedenheit mein Schicksal übergebe; dann schöpf ich für die Zugend Kraft, Muth in dem Kampf mit leiden schaft, Erquickung in dem Leiden und Hoffnung ew'ger Freuden. 5. Mit feiner Welt vertausche ich die wonnevollen 398 3 Mel. Wer nur den lieben Got u dir, o Gott das Herz erhe ben, na Gebet, bir ben, zu dir mit frommer Andacht flebn, um uns zum Gaten zu beleben, und unfre Zugend zu erhöhn, ist dein Befehl und meine Pflicht, und stärket meine Zuversicht. 2. 2. Laß diese Plicht mich nie vergessen; laß mich, be kannt mit ihrem Werth, es täglich und mit Dank ermessen, welch Heil von dir mir widerfährt, von dir, der alle Men'chen liebt, und Allen gern das Gute gibt. 3. Wenn ich vor dich, mein Vater, trete, dir meinen stillen Wunsch vertrau; wenn ich in meinem Kummer bete, und auf zu dir nach Hüfe schau: dann ſei mein Geist von Heuchelei und ganz von Eigendunkel frei! ich mich nach Lebensfreuden; so laß mich doch um das nur flehn, was deine Weisheit, Gott, beschließt, und was mir gut und nüßlich ist! Dann wird dir mein Gebet gefallen und nie werd ich mich troitios fehn; du, Herr und Vater von uns Allen, erhörst gew Bß mein findlich Flebn; gibst mir im Blück Zufriedenheit, in Trübsal Ruh' und Heiterkeit. 4. Nie müss ich das von dir begebren, was deine Weisheit nicht erlaubt: nie bitten, das mir zu gewäh ren, was Andern ihre Wohl fahrt raubt! Denn du er hörest fein Gebet, das zu des Andern Schaden flebt. 295 Mel. Es ik das Seil und 399 Gott, deine Güte reicht so weit, 5. Wünsch ich mir Güter tieser Erde; so sei auch dieß mein herzlich Flehn, daß ihr Besiß mir Mittel werde, der Brüder Wohlfahrt zu erhöhn, daß ich, von Geiz und Habfucht fern, mit Weisheit sie gebrauchen lern. 6. Wünsch ich bei fummer vollen Leiden von ihrer fast mich frei zu sehn, und sehn' so weit die Wolfen gehen; du troust uns mit Barmhers zigkeit, und eift, und beis zustehen Herr, meine Burg, mein Fels, mein Hort, vers nimm mein Flebn merk auf mein Wort: denn ich will vor dir beten! 2. Jch bitte nicht um Ueberfl iß und Schätze dieser Erden. Laß mir, so viel ich haben muß, nach deiner Guade werden. Gib mir nur Weisheit und Verstand, dich, Gott, und den, den du gefanet, und mich selbst zu erkennen. 3. Sch bitte nicht um Ehr und Rubm, so sehr sie Menschen rühren; des guten Nas mens Eigentbum laß mich nur nicht verlieren! Mein wabrer Ruhm sei meine Pflicht, der Ruhm vor deinem 296 Pflichten gegen Gott. nem Angesicht und frommer zu dämpfen, dieß, Herr, Freunde Liebe! ist mein findlich Flehn. 4. Co bitt' ich dich, mein Herr und Gott, auch nicht um langes Leben. Im Glücke Demuth, Muth in Noth, das wollest du mir geben! In deiner Hand steht meine Zeit; laß du mich nur Barmber, zigkeit vor dir im Tode finden! 4. Nur auf deinen Willen sehen, dich, o Gott, sonst Niemand scheun, fest in deis ner Liebe stehen, und dir, Vater, ähnlich seyn; diesen heißen Wunsch zu stellen, wer vermag es? Du allein. Ja, um deiner Liebe Willen wirst 1, was ich bat, verleihn. In eigener Melodie. 400 Nicht icht um Reiche Das Gebet des Herrn. Mel. Erschienen ist der Tag u, deß sich alle Hims mel freun, auch unire Seele freut sich dein, daß du, deß Macht unendlich ist, daß du Gott, unser Vater bist, in Ewigkeit. Anne 2. Weit über unser Den fen weit, geht deines Na gebr beines Namens Herrlichkeit. Ibn heis lige, von Lieb' entbrennt, wer deinen großen Namen nennt, Unendlicher! 3. Verbreite deines Reis ches Ruhm durch Jesu Evangelium! Mach unser Herz ihm unterthan; so be ten wir dich freudig an, Allgütiger! thum, nicht 401( a) thum, um Ehre bitt ich, Gott, mein Vater, dich. Wenn ich Welt besitzer wäre: ohne dich, wie arm wär' ich! Nicht um thränenlose Tage steigt mein Flehn zu dir binan; sende Freude, sende Plage, wenn ich dich nur lieben fann 2. Weisheit nur, dich zu erkennen, dich in Freude, dich in Echmer; meinen Va ter frob zu nennen; dies er flehet sich mein Herz! Dankgefühl bei deinen Gaben, Lust am Guten, Freud' in dir, und Gewissensrub' zu haben; dies, Algüt'ger, wünsch ich mir! 3. Kraft und Muth und Herzensfreude, meinen Näch sten wohlzuthun; Trost und Stärke, wann ich leide, fanft und still in dir zu rubn; Muth, die faster zu bekäme pfen, ihre Reiße zu ver schmähn, jede Leidenschaft 4. Der du in deiner Wahl nie irrst, und wohlzuthun nie müde wirst, dein Wils le, Weisester, gescheh auf Erden so wie in der Höh', mit Freudigkeit! 5. Sei mit uns in des Lebens Noth, und gib uns ung 1100)| Gebet, ill 297 unser täglich Brod; deine Herrlichkeit! Heilig in dieser Erde Freud und ehre dich der Mensch im Schmerz sei still in dir und Staube von der Wiege bis frob das Herz und voll Ver- zur Ewigkeit! 3. Dein Reich komme! Jenes Reich des Friedens, das durch Weisheit und durch Liebe blüht; jenes Reich, das Jesus Christus baute, das die Mensc, en für den Himmel zieht! trawn! 6. Vergib, vergib uns unsre Schuld; trag unfre Echwachheit mit Geduld; wir wollen auch, von Rach fucht rein, des Nächsten Fehler gern verzeihn. Wir wollens, Herr! 7. 3u hart sei die Vers suchung nicht; Herr, stärk uns, wann uns Kraft gebricht, steh und zum Siege mächtig bei; mach uns im Guten fest und treu, Erbarmender! Gund 4 8. Erlöf, erlöf uns, unser Gett, nach deinem Rath aus aller Noth! Nimm nach vollbrachtem Prüfunges lauf uns zu dem bessern Leben auf, Alliebender! 9. In deines Himmels Heiligthum, auf deiner Erd' erschallt dein Ruhm. Dein 4. Es gefcheb' dein Wil. le hier auf Erden, wie in jenem hohen Geisterreich; und die Wahrheit und die Tugend mache alle Menschen deinen Engeln gleich! 5. Gib uns ewig treuer Menschenvater, gib uns, was wir brauchen in der Noth! Ach wir bitten nicht um Gold und Schäße; gib uns, Herr, Zufriedenheit und Brod! 16. Wann wir auf dem Pfad der Tugend straucheln, so vergib uns Schuld und Miffethat; so wie wir auch gern vergeben wellen, wann ein Nächster uns gefränket ist die Macht, die Herr lichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Hallelujah! hat. 7. Schütze uns in der Vers In eigener Melodie.fuchungsstunde, wo die 401 Vat ( b) ater, den Zugend mit dem faster uns Jefus ringt; laß uns auf die offenbaret, den der Geist Himmelskrone blicken, wann mit hoher Andacht nennt; die Erde unser Herz ums Vater, den fein Himmel von schlingt! der Erde, feine Welt von seinen Kindern trennt! dnu 8. Co erlöse uns von al lem Ulebel, das den Geist 2. Hochgelobet sei dein und unser Herz bebroht! großer Name, angebetet Gram und Reue werden dann 298 Pflichten gegen Gott. dann verschwinden, und wir Schutz und Zier, ein edler siegen über Welt und Tod. Mensch und Chrift! 9. Dein, Herr, ist das Reich, die Macht und Stär fe! Ewig währet deine Herr lichkeit! Alle Himmel rüh men deine Ehre, und dein Tempel ist die Ewigkeit.d 8. Der Unterthanen Liebe Suurid bundle fei sein edelster Gewinn, nnd Fürbitte für den Regen- fein gerechter Seufzer schrei ten und die Obrigkeit. um Rache wider ihn! 7. Er zeig in seinen Thas ten sich als deinen treusten Sohn! Den Lastern sei er fürchterlich, der Tugend Schutz und Lohn! Mel. Lobt Gott, ihr Christen. 9. Um feinen Thron fei immerdar Recht und Ges 402( a) freu der rechtigkeit, und dann besd uts ihn in Gefahr, wann ihn und uns sie dräut! Fürst des Landes sich, Gott, deiner allezeit! Sein Auge fehe stets auf dich! sein Herz sei dir ges weibt! 2. Begnadigt, Herr, mit deiner Kraft und deines Geis stes voll gedenk er stets der Rechenschaft, die er dir geben soll! 19 3. Sehr groß und schwer ist seine Pflicht, und er, ein Mensch, wie wir, wie sehr braucht er vor andern Licht und Rath und Kraft von dir! 10. Sein eignes Beispiel wirke mehr, als jede Strafe thut, und es verbreite um ihn her zu jeder Tugend Muth! 11. Verdienste beb' er gern empor; er folge weisem Rath und öffne freundlich Herz und Obr, wann ihm ein Armer naht! 12. Auch ihm bestimmtest du das Ziel, das er erreis chen soll; Herr, mache seiner Tage viel und jeden segensvoll! 4. Verleih ihm das! Wenn er begehrt, dir ähnlich, Gott zu seyn, so bilf ihm, in dein Bild verflärt, sein Volf, wie du erfreun! 5 Er Ruhm; er denfe gern daran; das land sei, Herr, dein Ei Mel. Sei Lob und Ehr' dem genthum, und er dein Uns 402( 6) Erhalt uns, Herr, die 6. Der über Christen, Gott, Obrigkeit! Du gabst sie uns, von dir zum Herrn verord, auf Erden mit Wohlstand net ist, sei deiner Kirche und mit Sicherheit durch sie bes 13. Sein werd' in jedem Flehn zu dir mit Lieb und Dank gedacht! Erhör uns, Gott: dann jauchzen wir und deine 299 beglückt zu werden! Verleih herrschaft freun, mit ihr ihr Weisheit, Trieb und dein Lob erheben; daß so vor Kraft, was wahres Wohl deiner Majestät, die über dem Lande schafft, mit Sorg: alle Hoheit geht, Regent falt wahrzunehmen! und Volf sich beuge! Gebet. 2. Gib, daß sie, deinem Vorbild gleich, uns väterlich regiere, zu uns den EegenAllgemeine Fürbitte. Mel. Wo Gott zum Haus und dein Reich durch gute 403 F ür alle Menschen Anstalt der Schirm und Wächter sei, Verdienst und Redlich feit erfreu, dem Unrecht fräftig steure! beten wir, 0 Höchster, wie für uns, zu dir. Du, der du Aller Vater bist, gib jedem, was ihm heilsam ist. 3. Laß uns, von ihrem Schuß bewacht, tes Frie dens Glück genießen; laß ruhig unter ihrer Macht das Leben uns verfließen! Hilf, daß wir in Gottseligkeit dir dienen, und schon in der Zeit die Frucht der Tugend 2. Dir tönet unser Lobges sang; wir bringen Ehre dir und Dank, daß du sie Alle, Alle liebst, und liebend Allen Gutes gibst. 3. Deß freun wir uns; dies preisen wir, und beten herzlicher zu dir für Alle, die dein hoher Ruf, wie une, o Gott, zu Menschen schuf. ärnten! 4. Beschirme sie durch deis nen Schuß, daß, die ihr Uebels gönnen, mit aller Lift, Gewalt und Truß ihr niemals schaden können! Nie fehle jeder guten That, die sie sich vorgenommen hat, 5. Verirrte führe, Herr, dein segnendes Gedeihen! 4. Nimm Aller väterlich dich an, und leite sie auf ebner Bahn; es sei zu deis nem Preis und Ruhm ein jedes Volk den Eigentbum! 5. Gib denen Eifer, Fleiß und Treu', die du ihr un tergeben, daß jeder freudig thätig sei, nach seiner Pflicht zu leben! Erleichtre ihres Amtes Müh'; mit deinem Eegen fröne sie, und sei ihr Lohn auf ewig! 6. Luß sie mit uns beflissen seyn, in deiner Furcht zu leben, uns deiner Obers zurück zu dir, zu ihrem wah ren Glück; und wer von dir sich führen läßt, der werd' im Guten treu und fest! 6. Entreiß der Laster Ty rannei die Sünder; mache, Gott, sie frei, daß sie der Zugend Pfade gehn, und freudig einst dein Antlig sehn! 7. Gib allen Menschen frohen Muth; bewahr ihr Leben und ihr Gut; laß ihrer Pflichten gegen Gott. 300 ihrer Hände Werk gedeihn, verdiente Achtung sie er freun. 8. In ihrer Noth verlaß fie nie: und sind sie traurig, trößte sie! Gib ihnen hier Zufriedenheit, und dort der Frommen Seligkeit. 9. Wir Alle einst den En geln gleich, erheben dich in deinem Reich, und ewig, ewig danken wir, dir, un ser Aller Vater, dir. Dankbarkeit. d Mel. Zobt Gott, ihr Christen 404 Du bist's, dem Ehr' und Ruhm gebührt, und das, Herr, bring ich dir. Mein Schicksal hast du stets regiert und stets warst du mit mir. 2. Wann Angst und Noth sich mir genaht; so hörte Gott mein Flehn, und ließ durch seinen gnädigen Rath mich nicht darin vergebn. 3. Wann icy in Schmerz und Krankheit sank, und rief: Herr, rette mich! so half mir Gott. Mit welchen Dank, mein Gott! erheb idy otte dich? 4. Betrübte mich des Feins des Haß: so flagt' ich Gott den Schmerz. Er half mir, daß ich ihn vergaß, und gab Geduld ins Herz. pion 5. Wenn ich den richt'gen Pfad verlor und mich ver fchuldet sah, rief ich zu dir, mein Gott, empor, und Hülfe doistur fr war mir nab. 6. Oft, wann nach Trost die Seele rang, Gottsich von mir gewandt, rief ich voll Sehnsucht: Herr, wie lang! und mich hielt seine Hand. 7. Er balf; noch hilft er stere, der Herr, denn er ist fromm und gut. Aus der Versuchung rettet er, und gibt zur Tugend Math. 8. Herr, für die Leiden dank ich dir, dadurch du mich geübt, wie für die Freu den, welche mir dein milder Segen gibt! 9. Dir dank ich, Herr, daß die Natur mich nährt und mich erfreut. Ich schmed in jeder Kreatur, Gott, deine Freundlichkeit. and the 10. Ich danke dir für deis nen Sohn, der für mich Sünder starb und der zu deinem Gnadenthron den Zutritt mir erwarb. 5019 11. Lobt Gott in seinem Heiligthum! Erheb ihn, Volk des Herrn! Die Erd' ist voll von seinem Ruhm; er hilft und rettet gern. 12. Er hilft und läßt die Traurigkeit bald uns vor übergehn, will uns, nach fur zer Prüfungszeit, zu ew'gem Glück erhöhn. in 13. Vergiß nid, t, Seele, deinen Gott; was er an dir gethan! Verehr und halte sein Gebot und bet' ibn ewig an! dally Mel. Dankbarkeit. 301 Mel. Nun danket alle Gott test mein, eh mich die Muts 405 Durch dich, o ter noch gebar, ia sahst mich großer Gott, durch dich bin ich vorhaneh der Grund der Welt ges leget war. d) bi- mi den; die Himmel und ihr 6. Du wogst mein Glück Heer sind durch dein Wort entstanden. Denn, wenn du sprichst, geschiehts; wenn du gebeutst, stehts da. Mit Allmacht bist du mir, und auch mit Güte nah: mir ab, und Leiden, die mich üben; und meiner Lage Zahl war in dein Buch ge schrieben. Du bist der Frommen Schuß, du bist der Müden Ruh: ein Gott, der gern verzeiht. Wie gnädig, Gott, bist du! 2. Du bist der Gott der Kraft; dich preisen Erd' und Miere, und Himmel predigen die Wunder deiner Ehre. Dich bet' ich dankend an! Mein Heil kommt von dem Herrn. Du hörst der Mens schen Flehn, und du erret, test gern. 3. Und wenn ich deiner Huld, o Gott, gewürdigt werde, was frag ich außer dir nach allem Glück der Erde! Im Himmel donnerst du, und Schrecken füllt das Land: doch fürcht' ich nichts; denn du d cst mich mit dei ner Hand. 4. Wenn ich die Himmel seh, die du, Herr, ausge breitet, der Sonne Majestät, den Mond, den du bereitet, so sprech ich: was ist doch der Mensch, daß du sein denkst, und daß du täglich uns unzählig Gutes schenkst! 5. Voll Güte läß't du uns auf grünen Auen weis den, nährst uns mit Speis' und Tranf, und füllst das Herz mit Freuden. Du dach. 7. Wem sollt' ich sonst vertraun, als dir, du Gott der Götter? wen ehren so, wie dich, mein Schutz und mein Erretter? wie sanft ist dein Befehl: gib mir dein Herz, mein Sohn, und wandle meinen Weg; ich bin dein Schild und Lohn! 8. Herr, dein Gebot ist Heil, dein Weg ist Fried' und Leben! Wie könnt' ich einem Gott der Liebe wis derstreben? Der Lasterhafte mag in stolzem Glücke blühn; mich soll er dennoch nicht in seine Neze zichn! and 9. Auch wenn kein Mensch mich sieht, will ich die Süns de fliehen; denn du wirst Aller Werk vor dein Gericht einst ziehen. Ich will, wenn meinem Fleisch was Böses noch gelüft't bedenken, daß mein Leib, o Gott, dein Tempel ist. Jesol 10. Sollt' ich nach Ehr' und Ruhm mit Sünd' und Unrecht trachten? Nein, Herr, 302 Pflichten gegen Gott. Herr, wenn du mich ehrst, Glieder, Kräfte, Sinne; mag mich die Welt verach ten! Du bist es, dem zum Dienst ich leib und Seele weih; gib, daß mein Wandel stets dir wohlgefällig sei! spois dail Leben, Triebe, Freiheit und Verstand, gab mir deine Schöpferhand. 2. Eh ich noch dich Vater nannte, eh ich reif zum Daseyn war, eh ich Schmerzen und Gefahr, eh ich Glück und Freude fannte, forgtest du schon väterlich für mein Dascyn nnd für mich. 406 Mel. Alle Menschen müssen Callet nieder! fals let nieder! Be tet Gottes Hobeit an! Men schen, Christen, Freunde, Brüder! viel hat er an uns gethan. Geht, wir schöpfen, was wir haben, aus dem Strome seiner Gaben, jedes Gut, das uns entzückt, jeden Vorzug, der uns schmückt! 3. In den Jahren meiner Jugend wo ich schwach an Einsicht war, warntest du mich vor Gefahr, gabst du mir Gefühl für Tugend, seg netest du mein Bemühn, mich Verführern zu entziebn. 2 Keiner rühme seiner Stärfe, seiner Kunst und Weisheit sich! Jeder rübme deine Werke, Bater, jeder rühme dich! Voll von tiefer Demuth preife dich der Star fe, did) der Weife! Ihre Kraft und ihr Verstand sind Geschenke deiner Hand. 4 Alle meine Lebenefreus den hab ich, Vater, nur von dir; Glück und Bohlfahrt gibst du mir, frohen Muth in meinen Leiden: und wie oft trägt deine Huld meine Fehler mit Geduld! 3. Dich, mein Vater, will ich loben demuthevoll bis in den Tod. Ewig sei von mir erhoben über Alles, o mein Gott! Angebetet sollst du werden, weil im Himmel und auf Erden feiner dir an Größe gleicht, feiner je dich ganz erreicht. 5. Täglich kann id) es er fahren, wie du deine Men schen liebst, ihnen Schuß und Beistand gibst, sie vor Uebeln zu bewahren; wie du sie versorgst und nährst, ih nen manchen Wunsch ges währst. Mel. Sollt' ich meinen Gott 407 Alles les bast du mir gegeben, Alles, Gott, bin ich durch dich; du, nur du beglücktest mich! 6. Wie du sters mich weise fübrest, väterlich an mich ge denkst, Uebel auch zum Gu ten lenkst, wie du mein Gefchick regierest, meine Wehle fahrt zu erhöhn, lern ich immer mehr versteh'n.d 7. Mit dem freudigsten Gemüthe fühl ich jeder Wohlthat Dankbarkeit. 303 that Werth, die mir täglich dem Gemüthe dann die widerfährt, Fülle seiner Güte sich zum großen Zeugen stellt! preise deine weise Güte, und erfleh auch funftig mir Segen, Trost und Heil von dir. 408 Ha In eigener Melodie. alleluja! Brin get Ehre, Preis und Ruhm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Beseeligte des Herrn! Bringet Rubm, ihr Erdenföhne, singet eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern! 6. Naht euch zu ihm, sei ne Kinder! Zittert nicht seid ihr gleich Sünder, Cünder ihr: die Lieb ist er! Denkt den göttlichen Gedanken, füblt die Wonne, ihm zu danken: groß und gnädig ist der Herr! 7. Halleluja! Bringet Ehre, Preis und Rubm, ihr Jubelchöre; jauchzt, Beseligte des Herrn! Bringet Ruhm, ihr Erdensöhne, sirget eure Jubeltöne; er, der Herr, beglückt uns gern. 2. Sollten wir dem Herrn nicht singen, ihm nicht Freu denopfer bringen? Er er schafft und er erbält! Tief im Staub verehret ihn, Kinder, heißt er uns, abd und Sünder; er ist Bater 409 Nett mit pers In eigener Melodie.. un Alle seiner Welt! Gott 3. Zwar sein Thron steht unerschüttert, und die weite Schöpfung zittert tief gebeugt vor ihrem Herrn; wenn gleich unsre fieder schweigen, seht die Millionen Zeugen, laut verkünden sie den Herrn! 4. Aber unsre Seelen be ben sich zum Glück der Engel; leben schon des Himmels les ben hier. Welche göttlichhohe Freuden, welchen Trost für alle leiden, welche Ruhe fühlen wir. ver 5. Wenn der Geist zu ihm sich waget, ein Gedank' dem andern ſaget: er ist Bater seiner Welt; still entzückend zen, Mund und Händen, der große Dinge thut hier und an allen Enden, der uns so väterlich von unsrer Kindheit an bis diesen Augenblick unzählig Guts gethan! 2. Der ewig reiche Gott woll uns, so lang wir leben, ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben, und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort, und uns aus aller Noth erlösen hier und dort! d 3. Lob, Ehr' und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohne und seinem heil'gen Geist! Er, der vom Himmelsthrone voll Liebe auf uns 304 Pflichten gegen Gott.'" uns sieht, bleibt, wie er ewig ihm Preis und Dank für war, unendlich groß und seine Gütigkeit! Einst wird gut. Lob sei ihm immer sie euer Lobgesang noch mehr dar! in Ewigkeit. Mel. Lobt Gott, ihr Christen 410 Auf [ uf, Christen 411( a) bringet Preis und Ehr dem Herrscher aller Welt, dem Mächtigen, der Erd' und Meer und alle Himmel hält! 2. Frohlockt mit jubelrei chem Schali Gott, unferm höchsten Gut, der große Wunder überall, auch an uns Menschen, thut! 3. Von unsrer zarten Kind heit an hat er uns unterstüßt, er, der allein uns helfen kann, und gern uns hilft und schüßt. 4. Aus seiner Fülle neh men wir noch immer, was uns nährt, und unsern See len auch schon hier Zufrie denheit gewährt. 5. Er streut auf dieses Lebens Pfad viel Freuden um uns her. Die Noth, wo mit weiser Rath uns prüft, erleichtert er. 6. Er fordert uns zur Zugend auf, die hin zum Glück uns führt, er ists, der uns ren Lebenslauf mit weiser Hand regiert. 7. Er bleibt uns treu; sein Wort steht fest. Wer hier sich zu ihm hält, fommt, wenn er diese Welt verläßt, zum Glück der beßren Welt. 18. Gingt, Christen, singt an Mel. Jefus, meines Lebens 411 Ha alte dich mit hoher Liebe an dem Herrn, und opfre Dank! Weih ihm jeden dei ner Triebe! Seele, Gott sei dein Gefang! Selig einst vor ihm zu werden, schuf er mich, und schon auf Erden seh und fühl' ich's wonnevell, was ich fünftig werden soll. 2. Jeder Tag gebiert mir Freude, Freude jeder Augenblick; selbst die Schmer zen, die ich leide, werden Segen mir und Glück. Ries seln nicht im Pilgerlande Quellen auch im dürrsten Sande? Immer strahlt die Sonne nicht; aber auch die Nacht hat Licht. 3. Jedes Glück, das ich gewinne, wer gewährt mirs, Herr, als du? Strömen nicht durch alle Sinne Lust mir und Vergnügen zu? Ist's, o Gott, nicht deine Gabe, daß ich diese Sinne habe, und zum täglichen Genuß Nothdurft und oft Uebers fluß? ascu 4. O wie viele frohe Lage flossen, weil mir nichts ges brach, ruhig hin und frei von Plage, frei von jedem Unge mach! Hatt' auch einer Müh' und Sorgen; sie entflohn und ne Dankbarkeit. 305 und jeden Morgen, wenn wie wenig ich verdient, wie ich deine Sonne sah, waren neue Freuden da. 5. Ja, ich hab aus deiner Fülle, was mein Herz nur wünschen mag, Speis und Trank und Dach und Hülle, Schuß und Hülfe jeden Tag. Immer kam und kommt dein Segen unerwartet mir ent gegen, und, wo mir ein Uebel droht, Rettung oder Trost in Noth. doll 6. Ruh' und Sicherheit im Lande, Ordnung und Gesetz und Recht, diese starken, festen Bande für das menschliche Geschlecht, und des Umgangs süße Freuden, und der Freundschaft Trost im Leiden, Rath und Beistand hab auch ich; Gott, wie preif' ich würdig dich! p 7. Dieß gewährst du dies sem Leben, dieser kurzen Uebungszeit. O was wirst du, Herr, mir geben einst in jener Ewigkeit! Ewig se lig dort zu werden, schufft du mich; und schon auf Er den seh' ichs, fühl ichs won nevoll, was ich künftig wer. den soll. Mel. Nun danket Alle Gott er du von 411 Der Jugend auf mit Huld und Vater güte für mich, mein Gott, gesorgt mit dankendem Gemüthe denk ich voll Rührung nach, was du an mir gethan, Jbp schwach ich danten fann.sp 2. An treuer Aeltern Hand entfloh die erste Jugend; sie zeigten forgsam mir den Weg zur wahren Tugend. Wann ihre Stimme sahwieg, sprach guter Lehrer Mund, und machte redlich mir der Weis heit Schätze fund. munb) 3. Wie weit wär' ich viele leicht vom Tugendpfad ent fernet, hätt' ich durch ihren Rath nicht die Gefahr gelernet, zu der das Laster führt! Leicht werden wir sein Raub; und mache Leichtsinn nie für ihre Lehren taub! 4. Wie Manchem ward das Glück, das du mir gabſt, entzogen; wie Mancher von der Lust der Sinnlichkeit bes trogen, weil ungewarnt sein Fuß nicht jene Schlange mied, die unter Blumen lauscht, verlegt, eh' man sie sieht! 5. Was gut und edel ist, was dir gefällt, was nüßet, was auf der Lebensbahn uns vor dem Fall beschüßzet, was Muth im Leiden gibt, vor guten Menschen ehrt, haft du mich, guter Gott, von Kindheit an gelehrt. 6. Die ächte Frömmigkeit, die nicht in Mienen heuchelt, die aus dem Herzen quillt, mit falschem Trost nicht schmeichelt, die Jesu Geist und Sinn nachahmt und in sich nährt, hast du von Jugend 11 306 Pflichten gegen Gott. gend auf mich, guter Gott, seyn; stets unser Herz voll gelehrt. Dankbarkeit sich deiner Güte 7 Wie dank ich würdig dir? Durch Thaten will ich danken. Und wollte ja mein Das Te Deum. Fuß vom Zugendwege wanguy tha fen; o dann erinnre du mit In eigener Melodie. deiner Gotteskraft, durch 413( a) err Gott mein Gewissen, mich der schweren Rechenschaft. Her 2ob Gottes. dich loben wir! Herr Gott, wir dan fen dir! Der Höchste ist von Ewigkeit! Er schuf die Welt, das Werk der Zeit. Die ganze weite Schöpfung preist Mel. Mein Gott, das Herz 412 Von allen Him Gott Bater, dich; dich Sohn, meln tönt dir, Herr, ein froher Lobgesang. Zu dir, Anbetungswürdiger, steig auch der Menschen Dank! dich Geist! Die Cherubim, die Seraphim, die Himmel alle singen ihm: Heilig ist unser Gott! Heilig ist un ser Gott! Heilig ist unser Gott, der allgewalt'ge Gott! Weit, über alle Himmel weit geht deine Macht und Herrs lichkeit! Sie, die den Erd freis wunderbar bekehrten, deiner Boten Schaar, der Lehre Jesu Märtyrer, sie preisen ewig dich, o Herr! Auch deine ganze Christens heit preist dich auf Erden weit und breit, dich, Vater, auf der Himmel Thron, dich, Jesu Christ, des Vaters Sohn, und dich, o Geist, deß Wunderkraft in Sündern neues Leben schafft! 2. Du brauchst zwar un fers Preises nicht, wirst durch ihn größer nie; doch bleibet stets dein Lob uns Pflicht: und, Gott, wie schön ist die! 3. Dich preisen, ist uns Seligkeit: dir danken, hohe Lust; schon hier fühlt, wer sich deiner freut, den Him. mel in der Brust. freun. d 4. Wir stammeln zwar dein Lob hier nur, so heiß das Herz auch glüht; denn deinen Ruhm, Herr der Na tur, erreicht kein sterblich Lied. 5. Doch du verschmähst das Opfer nicht, das dir die Andacht bringt, die sich mit Kindeszuversicht zu dir, Erhabner, schwingt. 6. So soll dein Lob denn allezeit in unserm Munde Du Hoherpriester! du Prophet! du König, deß Reich nie vergeht! Du wardst ein Mensch, doch sündenrein, um uns von Sünden zu befrein. Dem Tode nahmst du seine Macht, Lob Gottes.hiner 307 Macht, zum Himmel hast du du? Uns rufen alle Himmel uns gebracht. Zur Rechten zu: Der uns erschuf, ist Gottes sizest du; mit Macht groß, an Macht und Weis und Güte herrschest du. O heit groß, an Huld und Liebe der für uns geblutet hat, groß, ist unermeßlich groß. erwürgt für unsre Missethat, im Grabe läsfest du uns nicht, du kommst, du kommst und hältst Gericht. auf Wie groß war deine Herrlichkeit schon vor dem Anbeginn der Zeit! Doch wolltest du, und es geschah: zahllose Welten standen da, und jede trat die weite Bahn, deinen Wink mit Freuden an. Nie hob ihr Gleichges wicht sich auf, noch immer lenkst du ihren Lauf, und froh ist jeder, der es denkt: du bists, der auch die Erde lenkt. Wie weise, groß und herrlich ist, Allherrscher, was dein Rath beschließt! Einst sei im Himmel ew'ges Heil mit allen Frommen un ser Theil, hilf deinem Volfe, Jesu Christ, und segne, was dein Erbtheil ist! Leit' uns durch unsre Prüfungszeit den Weg zur frohen Ewigkeit. Die Erd' ist auch dein Heiligthum, auch sie erfülle stets dein Ruhm! In dieser unsrer Pilgerschaft ist, Herr, dein Wort uns Licht und Kraft. Es ist ein reines, helles Licht; wer ihm gehorcht, der sündigt nicht; und wer noch fällt und es bereut, der findet da Barmherzigkeit. Die Erd' erfüll', Herr, stets dein Ruhm, so wie des Himmels Heiligthum! Amen! d dy 4130 Her In voriger Melodie. err Gott, dich loben wir, Herr Gott, wir danken dir! Dein Segen strömt durch deine Welt; du bist es, der auch uns erhält! Drum steig im hohen Jubelton, auch unser Lied zu deinem Thron! Unendlicher, wer ist, wie Die Kronen sind in deiner Hand; den Weisen gibst du den Verstand, den Helden ihren Hels denmuth: und Alles, was du thust, ist gut. Durch dich erringt ein Volk den Sieg; durch dich entfleucht der wilde Krieg, und Friede führt uns Ruh' und Glück, die Ordnung und das Recht zurück. Das Feld belohnt durch dein Geheiß des treuen Landmanns: regen Fleiß: es blühe Kunst und Wissenschaft, und Alles, Herr, durch deine Kraft. You h In unserm Staube flehen wir voll froher Zuversicht zu dir, zu dir, der uns im Him mel hört, und liebreichy unfre Freuden mehrt. Kein We112 sen 308 Pflichten gegen Gott. sen ist vor dir zu klein; du 3. Er hat der Connen ho willit fein milder Vater feyn. hes Zelt, die Himmel, über diese Welt für mich auch ausgebreitet, hat seiner Erde Lustgefild für mich auch lie bevoll und mild bepflanzet und bereitet. Lachen mir nicht alle Wälder, alle Fel der froh entgegen, reich für mich von seinem Segen? 4. Wem blüht das Thal? Für wen erhebt sich das Ges birg? Wem tönt und schwebt der Sänger in den Lüften? Für wen bevölkert sich das Meer? Wem lebt der Thiere zahllos Heer auf ſeinen grü nen Triften? Quellen ries sein, Winde wehen, Flüss Rest 414 Erione, feierneer und See'n werden Meere mir zum Segen, ihm zur Ehre. bin 100 ind Mel. Mein ganzer Geist, Gott Crtöne, Gesang, betung Gott und Ruhm und Dank vor seinen Thron zu bringen! Er hört der Menschen Loblied gern, obgleich die Engel ihm, dem Herrn, in höhren Psalmen singen. Darum hat er mit den Hee ren, die ihn ehren, zu den Stufen feines Throns auch mich gerufen. her 5. Noch strahlt mir unge. schwächt sein Licht; noch wei gert die Natur sich nicht, die Welt für mich zu schmücken. Noch strömt ihr Freuden. quell für mich; noch ist sie schön und jugendlich, mein Auge zu entzücken. Seine Güte wird die Werke feiner Stärke stets erhalten; schüs ßend über mich auch malten. 6 2. Wie groß ist Gottes Herrlichkeit: Er sprach zu seinen Himmeln: Seid! und zu dem Erdfreis: Werde! Da standen sie voll Reiz und Pracht vor ihm, zum Preise seiner Macht, die Himmel und die Erde. Wie er's aus rief, da begonnen tausend Sonnen und erhellten ein unzählbar Heer von Welten. Von deines hohen Namens Ruhm erschall' auch jetzt dein Heiligthum! Wie wohl hast du an uns gethan! Nimm unsers Dankes Opfer an, und öffne deine Vaterhand auch ferner noch für unser Land! Laß jeden Stand gesegnet seyn, und fromm sich deines Segens freun! Dann tönt einst laus ter noch, als hier, Gott, unser Dank hinauf zu dir! Amen. 6. Herr So hat der Herr an mich gedacht! So sorgt für mich die Huld und Macht, die mich so hoch erhoben! D strömt aus meiner vollen Brust, strömt hin, Empfindungen der Lust, den Gütis gen zu loben! Schöpfer! Va Ats Lob Gottes. 309 Vater! dich erhebe, weil ich 6. Lobet den Herren, der lebe, meine Seele, meine unser Thun sichtbar geseghochbeglückte Seele! net! Ströme des Guten hat auf uns sein Wohlthun ges regnet. Denfet daran, was der Allmächtige kann, wie er une huldreich begegnet! In eigener Melodie. 415 Rober bet den Herren, den mächtigen König der Ehren! Laßt uns den Weltenbeherrscher in De muth verehren! Tretet her an; stimmet ein Freudenlied an, des Höchsten Lob zu vermehren! 7. Lobet den Herren, der, wenn wir ale Christen einst sterben, uns auch im Tode nicht läsfet vergehn und verderben, und nach dem Tod uns liebet und segnet als Gott, ewige Freuden läßt erben 8. Lobet den Herren und seinen hochheiligen Namen! Lobt ihn mit Allen, die von ihm das Leben bekamen! Nahe und fern frohlocket Alle dem Herrn; lobt ihn, in Ewigkeit! Amen. 2. Lobet den Herren, der Alles aufe Beste regieret, der uns mit Weisheit und Güte bis hierher geführet, der uns erhält in der gefährlichen Welt, daß man sein Vater herz spüret! 3. Lobet den Herren, der unserer Seelen gedenket, geistlichen Segen in himmlischen Gütern uns schenfet, der Mel. Allein Gott in der Höh' Ehr' Preis dem höchdas Gemüth tröstet und hims 416 ob hr und melwärts zieht, wann zeitlich' Trübfal es fränket! 4. Lobet den Herren, der große Barmherzigkeit übet, 1 wann wir Menschen mit Sünden ihn häufig betrübet, noch mit Geduld göttlicher Gnade und Huld uns trägt und Sünden ver gieber! 5. Lobet den Herren, der Nahrung dem Leibe besche ret, der uns Gesundheit und Freude und Hülfe gewähret! In wie viel Noth hat nicht der gnädige Gott das Leid in Freude verkehret! ften Gut, dem Vater aller Güte, dem Gott, der so viel Wunder thut, dem Gott, der mein Gemüthe mit seinem reichen Trost erfüllt, dem Gott, der allen Jammer stillt! Gebt unserm Gott die Ehre! 2. Es danket dir des Him, mels Heer, Beherrscher aller Thronen; und die, die in der Luft, im Meer und auf der Erde wohnen, die Alle preisen deine Macht, die uns und sie hervorgebracht. Gebt unserm Gott die Ebre! 3. Was 310 Pflichten gegen Gott. 3. Was unser Gott ge ganzes Herz erfreue sich! schaffen hat, das will er Gebt unserm Gott die Ehre! anch erhalten, darüber will er früh und spat mit seiner Güte walten. In seinem ganzen Königreich ist Alles recht, ist alles gleich. Gebt unserm Gott die Ehre! 4. Jch rief zum Herrn in meiner Noth; ach Gott, ver. nimm mein Weinen! Da half mein Helfer; da ließ Gott mir heil und Trost er scheinen. Drum dank ich, Gott, drum dank ich dir! Ach danfet, danket Gott mit mir! Gebt unserm Gott die Ehre! 5. Gott ist uns nah und niemals nicht von seinem Volk geschieden; er, er ist seine Segen, heit und Frieden. Mit ſeis 417 Ping fet unferm In eigener Melodie. reis und Anbes Heil Preis ner Allmacht leitet er, der Herr, durchs Feuer und durchs Meer. Gebt unserm Gott die Ehre! tung sei Gotte! Denn er ist febr freundlich; weit über Eid' und alle Himmel gehet ſeine Gnad' und Güte. Laßt uns mit Danken vor sein Antlitz fommen, und unserm Gotte mit Psalmen jauchzen. 2. Väterlich liebt er uns, seine Kinder: singt zu seis nem Preise! Ein Loblied ihm sei unser ganzes Leben! Ihn, ihn laßt uns lieben, der vor der Welt Beginn uns schon geliebt hat! Wer wollte Gott nicht von Herzen lieben? 6. Wenn Menschenkraft nicht helfen fann, fein Rets ter uns sich zeiget, nimmt Gott sich unser mächtig an; der Allerbarmer neiget zu uns ferm Angstgebet sein Ohr; fein starker Arm hält und empor. Gebt unserm Gott die Ehre! 8. Jhr, die ihr Christi Namen nennt, gebt unserm Gott die Ehre! Ihr, die ihr Gottes Macht erkennt, gebt unserm Gott die Ehre! Der Sünde Gößzen macht zu Spott! Der Herr ist Gott! Der Herr ist Gott! Gebt unserm Gott die Ehre! 9. Kommt, fommet vor sein Angesicht, ihm Dank und Preis zu bringen! Bes zahlet die gelobte Pflicht und laßt uns fröhlich fingen: Der Herr hat Alles wohl be dacht und Alles recht und gut gemacht! Gebt unserm Gott die Ehre! 7. Ich will mein ganzes Leben lang, o Gott, dich freudig ehren: einst sollen meinen Lobgefang auch deine Himmel hören! Mein Geist, o Gott, erhebe dich; mein 3. 3war fann der Mensch nicht ihn würdig preisen; doch mit Wohlgefallen vernimmt Lob Gottes. nimmt er hoch herab von seinem Himmel unser frohes Danklied, und geußt der Freuden viel in unsre Seele, wenn wir ihm danfen, dem Gnadenvollen. 4. Schon hier auf Erden quilt Freud' und Leben uns aus seiner Gnade. Doch größre Seligkeit ist dort be reitet denen, die ihn lieben, wenn sie dereinst, erneut zu seinem Bilde, verflärt und heilig, vom Tod erwacht sind. 311 Gott, sei dir ewig Dank und Lob von mir! 3. Weislich haft du Ort und Zeiten für mein Daseyn auserwählt. Hat mir's an Gelegenheiten, fromm zu werden, je gefehlt? Niemals hast du mein vergessen, immer Heil mir zugemessen. Weiser Gott, ich bringe dir ewig Preis und Dank dafür! 4. Herr, du zähltest meis ne Thränen, eh' ich weinte, sahst du sie. Liebreich merk test du mein Sehnen unter dieses Lebens Müh'; und an jedem Leidenstage lindertest du meine Plage. Nimm, o Vater, nimm dafür ewig frohen Dank von mir! 5. Laßt unsers Gott's uns ewig freuen! Halleluja! Amen! O welche Seligkeit ifts, sein sich freun; hier und einst im Himmel ihm ganz sich heiligen und ganz ihm leben! Denn ewig liebt er uns, seine Kinder. 5. Hatt' ich, Heiligster, mit Sünden mein verführ tes Herz befleckt: o dann ließest du mich finden Gnade, die zur Buße weckt. Mit Mel. Jefus, meines Lebens 418chöpfer der er unendlichem Erbarmen überströmtest du mich Armen. Nimm, Barmherziger, das für reinen Herzensdank von mir! schaffnen Hee re, freudig rühm' ich deine Macht, daß du mich zu deis ner Ehre hast an's Licht der Welt gebracht! Sinne, Leib und Seel' und Leben hat mir deine Huld gegeben. Großer Schöpfer, nimm dafür ewig Dank und Lob von mir! 2. Wunderbar bin ich be reitet, und mit Kräften aus geziert, wunderbar ward ich geleitet, meinem Glücke zu geführt. Für die treue Baterpflege, für die Güte dei ner Wege, Wege, wunderbarer 6. D was bin ich Mensch von Erde, daß du meiner so gedenkst, und, damit ich heilig werde, mich so treulich zu dir lenkst; daß so viele deiner Gaben mich an jedem Tage laben? Dir, du ew'ge Liebe, dir opfr' ich heißen Dank dafür' 7. Treu im Glauben laß mich enden, Vater, meinen Lebenslauf! Führ', 9 Salto DoT Pflichten gegen Gott. 312 the sei. o führ' an deinen Händen ich, o Herr, nicht muthlos mich zum hohen Ziel hinauf! Mit des Himmels Erstgebornen, mit des Mittlers Auserlohrnen jauchz' ich dann einst, Höchster, dir ewig, ewig Dank dafür. 5. Schon oft hat dies in meinen Tagen zu Freudenthränen mich gerührt, wie du mich unter manchen Pla gen, zwar dunkel oft, doch gut geführt. In wie viel drohender Gefahr balsst du Mel. Wer nur den lieben 419 könnt' ich dich, mir tren und wunderbar. mein Gott! recht preisen, wie du des Preises würdig bist! Könnt' ich dir ganz den Dank be weisen, den dies mein Herz dir schuldig ist, dies Herz, das deiner Gütigkeit sich tägs lich mit Entzücken freut! 6. Wie sollt' ich denn nicht voller Freuden, beständig deinen Ruhm erhöhn? Wie follt' ich, auch im tiefsten Leiden, nicht freudig trans end auf dich sehn? Ja, tritt die größte Noth auch ein, wirst du doch, Gott, mein Helfer seyn. 2. Wer überströmet mich mit Segen? Wer theilt mir mit, was mir gebricht? Wer schüßzet mich auf mei nen Wegen? Wer schenft dem Geiste Trost und Licht? Wer gibt zu meinem Thun Sedeihn? Allgütiger, du bist's allein. 7. Von deiner Güte will ich singen, so lange sich die Zunge regt; die will ich Danf und Ehre bringen, so lange sich mein Herz bes wegt; und wird mein Mund einst kraftlos seyn, so stimm ich noch mit Seufzen ein. 8. Nur Dank und Lob. kann ich dir geben; nimm es, mein Gott mit Gnaden an, bis ich in jenem bessern Leben bich würdiger erheben tann! Da steigt in fel'ger Geister Chor mein Lobgesang zu dir empor. 3. 3u zählen sind sie nicht, mein Vater, die Werke deis ner Segenshand. Du warst schon meines Wohls Bera, ther, eh' mein Bedürfniß ich empfand. Noch eh' ich war, da masest du mir schon mein Schicksal liebreich zu. 4. Du stärkst mir das geschenkte Leben, und läsfest In voriger Melodie. es nie freudenleer; zum höh's 420 Gott, den alle Wesen ehren, ren mich zu erheben, schickst du auch manche Trüb. von dir kommt aller Welten fal her; doch stehst du auch Pracht. Was wir empfinmit Kraft mir bei, daß den, sehn und hören, hat dei Lob Gottes. thing 313 deine Huld hervorgebracht. vor dir, der du stets um Herr, deiner hohen Weisheit Licht erforscht der größte eise nicht. mich bist und meines Herzens Liefe siehst. 7. O laß mich stets mit frommen Blicken die Wuns der deiner Werke sehn! Laß mich mit dankendem Entzücken dich, ihren Schöpfer, gern erhöhn, mich deiner schönen Schöpfung freun, dir meines Herzens Andacht weihn! 2. Du bist's, der die Geschöpfe weidet, und ihnen Lust und Wohlseyn schenkt; du bist es, der die Erde kleidet und sie mit Thau und Regen tränkt; du bist's, Erhabener, dessen Kraft dem Frühling seine Anmuth schafft: 3. Daß Fluren, Gärten sich verjüngen, und Alles neues Leben fühlt; daß alle Bäume Blüthen bringen, das Feld in tausend Farben Mel. In allen meinen Thaten ſpielt. Der Blumen Wohl= 421 Was ich nur Guhabe, ist geruch und Pracht verfündigt, Schöpfer, deine Macht. 4. Du gabst, o Urquell alles Lichtes, der Sonne Wärme, gabst ihr Schein; du bist der Schöpfer des Gesichtes, und willst auch das durch uns erfreun, daß uns die Schönheit deiner Welt hellstrahlend in die Augen fällt. 5. Was lehrt das Licht von tausend Sternen, der Wel ten Abglanz in der Nacht? Erkennen soll ich, fühlen lernen die Größe deiner Schöpfermacht. Weit, über meine Faffung weit, gebt, Schöpfer, deine Herrlichkeit. 6. So oft ich sie bewuns dernd sehe, führ' mich ihr Anblick, Gott, auf dich: und wo ich steh' und wo ich gehe, erfülle heil'ge Ehrfurcht mich Selbsterkenntniß und Demuth. Gottes milde Gabe; nichts ist mein Eigentbum! Für bas, was ich besiße, wos durch ich Andern müßze, ges bührt, Herr dir, nicht mir der Rubm! 2. Mit Einsicht und mit Sträften zu des Berufs Geschäften beschenkt mich deire Huld. Durch dich allein gerathen mir meine guten Thaten; an Fehlern bin allein ich Schuld. 3. Das Glück, deß ich mich freue, schaffst du nach deiner Treue, du Herr der ganzen Welt! Du ordnest unfre Tage, ihr Glück und ihre Plage, wie deiner Weieheit es gefällt. 4. Sollt ich mich nun erheben, wenn mir in diesem Leben viel Gutes widerfährt? Was 314 Was hat dich, Herr, bewogen, daß du mich vorgezo gen? bin ich auch jemals deffen werth? Pflichten gegen uns selbst. 5. Nein, ich bin zu geringe der Huld, die ich besinge, und werd' es ewig seyn. Dies will ich nie vergessen, so werd' ich nie vermessen, durch Stolz und Hochmuth mich entweihn. 6. Das weislich anzuwen den, was du mit Baterhänden mir gütig zugewandt: dies sei in diesem Leben mein eifrigstes Bestreben! Dazu gib Demuth und Verstand. 4. Nie laß, o Herr, mich selbst die fleinsten Sünden entschuldigen und unerheb, lich finden! Gib, daß ich sie voll tiefer Schaam bereu' und ernstlich auch den kleinsten Fehler scheu'! 422 Wie 5. Wenn mein Gemüth der Wahrheit Weg verfehlet, gern gut seyn will, und doch das Böse wählet, leichtsinnig ist und nicht den Irrthum sieht: so gib ihm licht, daß es den Irrthum flieht! 6. Verhehl' ich mir beim Heiligungsgeschäfte aus stol zem Wahn den Mangel mei ner Kräfte: so lehre mich ihn redlich mir gestehn, und voll Vertraun zu dir um Hülfe flehn! In eigener Melodie. ie leicht verfenn ich meines Herzens Schwäche, wenn ich zu viel mir von mir selbst verspreche, und dann aus Wahn, aus Stolz und Ei, genfinn nicht sehen will, wie klein, wie schwach ich bin! 2. Gib, Gott, daß ich mir feine Nachsicht gönne, 8. Wie manche That ent daß ich mich selbst und springt aus niedrem Triebe, meine Fehler fenne, auch aus Eigennuß, und nicht jeden Trieb, der sich in mir aus Menschenliebe! Wie empört, zum Bösen reizt und meine Ruhe stört! 3. Entdecke mir der Tu gend wahre Größe und je des Lasters Niedrigkeit und Blöße; daß nie sein Reiz mich blendet und verführt; daß immer nur der Tugend Werth mich rührt. 7. Wenn ich mich meines Sinns und Wandels freue, und doch nicht ganz mich wahrer Tugend weihe: so gib, daß ich, von Eigendun fel frei, sie recht zu würdigen stets sorgsam sei! manche That gewinnt den Ruhm der Welt, die doch nicht dir, Alschender, ges fällt! 9. Du ließest mich von jes der meiner Pflichten und ihrem Werth schon frühe unterrichten; sie sind mein Glück, befördern stets mein Wohl Selbsterkenntniß Wohl: und doch thu' ich nicht immer, was ich soll. 10. O lehre mich, wie oft, wie schnell ich fehle, wie gern ich noch mich vor mir selbst verbehle, und führe du, zu meinem wahren Glück, mich in mich selbst und in mein Herz zurück! Mel. In allen meinen Thaten ib, Gott, wenn 423 Gib ich dir diene, daß ich mich nie erfühne, darüber stolz zu sein! Wer fann bei seinen Werken, wie oft er fehlet merken? Wer ist von Mängeln völlig rein? 2. Such ich stets deinen Willen so eifrig zu erfüllen, als es dein Wort gebeut? Trag' ich der Tugend Bürde aus Kenntniß ihrer Würde; auch immer mit Zufrieden. heit? 3. Entzieh' ich mich den Sünden auch stets aus rech4. Der Sünden meiner Jugend, der Mängel mei ner Tugend, o Herr, ge. denfe nicht! Willst du mit deinen Knechten, wie sie's verdienten, rechten, so trifft sie Alle dein Gericht. und Demuth. 315 genthum? Wer ließ mich un terrichten? Wer ließ in meinen Pflichten mein Glück mich sehn und meinen Ruhm? 5. Doch wenn auch, dir zur Ehre, rein meine Zugend wäre; weß ist dieß Ei6. Wer gab mir dich zu lieben, und dein Gebot zu üben, die Lust und Freudig, feit? Wer stärkte meine Kräfte im Heiligungsges schäfte? Wer gab mir Muth und Kraft im Streit? 7. Du schaffst, daß ich dich wähle; du rufft mich, wann ich fehle, auf rechten Weg zurück; du ziehst mich ab von Sünden, und läßt mich Gnade finden, und gibst zu meiner Befrung Glück. Gründen? aus wahrer Frömmigkeit? Oft sind die 424 Herit, von dem Mel. O Gott, du frommer du Alles gibst, guten Triebe nicht Früchte deiner Liebe, nur Früchte der Natur und Zeit. 8. Sollt ich mich deß ers heben, was du mir, Herr, gegeben? Hab ich zum Stolz ein Recht? Könnt' ich auch Alles üben, was du mir vor geschrieben, wer bin ich? Ein unnützer Knecht. ich Alles habe, was ist mein Stand, mein Glück und je de gute Gabe? Es ist nicht mein, es ist ein unverdientes Gut, earum bewahre mich vor Stolz und Uebermuth! 2. Wenn ich vielleicht der Welt mehr als mein Nächster nüße, und wenn ich mehr Verstand, als er besitzt, bes size; bin ich drum mehr als er? O nein! Wer schenkte mir 316 Pflichten gegen uns selbst. mir Verstand und Tüchtig deinen Händen, geschaffen, keit? Ach, Alles kommt von dir. Gott, zu deinem Preis. Mein Leben nüßlich anzu wenden, will mein Beruf und dein Geheiß. Doch leb' ich, als dein Eigenthum, auch, wie ich soll, zu deinem Ruhm? 3. Wenn mir ein größer Glück nach deinem Rath begegnet und deine Gütige feit mich mehr, als Andre, fegnet, gibt diese deine Huld mir wohl zum Stolz ein Recht? Bin ich darum nicht auch, was Andre sind, dein Knecht? 4. Wenn ich geehrt und groß in hohen Würden stehe, und Andre unter mir in kleis nerm Glücke sehe, wer machte sie gering, und wer erhöhte mich? Ist nicht mein Nächster oft viel würdiger, als ich? 5. Wie könnt' ich mich, o Gott, des Guten überbe ben? Was ich besitz', ist dein. Du spricht: so bin ich Leben; du sprichst: so bin ich nichts. Von dir kommt das Gedeihn. Drum laß mich ewig fern von Stolz und Hochmuth seyn! Mel. Wer nur den lieben Gott 425 W er bin ich? Welche wich tige Frage! Gott, lehre sie mich recht verstehn! Gib, daß ich mir die Wahrheit fage, um mich, so wie ich bin zu sehn! Wer sich nicht selbst recht fennen lernt, bleibt von der Weisheit weit entfernt. 2. Ich bin ein Werk von 3. Ich bin ein Christ nach dem Bekenntniß; doch bin ich das auch in der That? Herr, öffne selbst mir das Verständniß, recht einzu sehn, ob ich den Pfad, den Jesum mir gewiesen, geh', und ob ich auch im Glauben steh'! 4. Du fennest meines Hers zens Tiefen, die mir selbst unergründlich sind; drum laß mich oft und ernstlich prüfen, ob ich sei Christo gleich gesinnt? Befreie mich vom falschen Wahn, der auch den Klügsten täuschen kann! 5. Wer Alles weiß, und doch verborgen und unbe fannt sich selbst noch bleibt, wie will der für sein Bestes forgen? Was ist, das den zur Beßrung treibt? Sich felbst recht kennen, ist Verstand, drum mache mich mit mir bekannt! 6. Was mir zu meinem Heil noch fehlet, mein Va ter, das entdecke mir! Hab ich der Wahrheit Weg erwählet; so gib, daß ich ihn nicht verlier'! Erleuchte mich mit deinem Licht, so tau schen mich Verführer nicht. 7. Bin Han& Selbstliebe. 317 7. Bin ich noch fern vom ich Weg und Mittel wähle, rechten Stege, der mich zum ew'gen Leben führt; so bringe mid) zurück vom Wege, der ins Verderben sich vers liert! Gib mir zur Behrung Lust und Kraft; du bists, der beides in mir schafft! 8. Ich muß es einmal doch erfahren, was ich hier war, und hier gethan. O laß mich nicht bis dahin iparen, wo Reue nichts mehr helfen kann! Hier mache mich zum Himmel flug und frei von Wahn und Selbstbe trug! il Selbstliebe. 426 De Mel. O Gott, du frommer Gott ein Wille iste, o Gott; ich soll mich selber lieben. O laß mich diese Pflicht nach deiner Vorschrift üben, und schränke selbst den Trieb: froh und beglückt zu seyn, den du mir eingepflanzt, in heil'ge Grenzen ein! 2. Gib, daß mein ganzes Herz sich deiner Liebe weihe, und daß in Allem ich dein Auge findlich scheue! Wer als ein Christ sich liebt, der flieht auch als ein Christ, was wider Gottesfurcht nnd Menschenliebe ist. so laß mich stets dabei auf Recht und Wahrheit schaun, auch nie mein Wohlergehn auf Andrer Elend baun! 4. Der Fluch trifft jedes Glück, dabei die Tugend leis det, dabei der, der es sucht, Gott, deine Wege meidet. Wer Unrecht liebt und thut, hat deinen Beifall nicht. Nie treffe mich, o Gott, dies schreckliche Gericht! 5. Nie blende mein Ge müth der Eitelkeiten Schim mer! Der Erde Reiz ents flieht ja doch im Tod auf ims mer. Was hilft uns kurze Luft? Was hilft uns eitle Pracht? Nicht ein vergäng lich Gut ists, was uns selig macht. 6. Ein Gott- ergebnes Herz, ein unverleßt Gewissen, nur das fann mir allein des Lebens fast versüßen; das bleibt mir auch im Lod, und folgt mir aus der Zeit zum großen Segen nach bis in die Ewigkeit. 7. O selig, wer darnach mit beil'gem Eifer trachtet, und für sein größtes Glück, Gott, deinen Beifall achtet. Der liebt allein sich recht: der findet in der Zeit schon wahre Ruh' und einst vollkommne Seligkeit! 8. Dies sei auch mir mein 3. Kein schnöder Eigen Ziel! O laß es mir gelingen, nuß beherrsche meine Seele! des Herzens wahres Glück Und wenn zu meinem Glück nach Wunsche zu erringen! Laß Sno 318 Pflichten gegen uns selbst. Laß mich verachten, Herr, sei mein Ziel und mein Bes die Eitelkeit der Welt, gib, mühn! Laß mich den rechten daß ich so mich lieb, wie Weg dahin aus Leichtsinn dir es wohlgefällt. nicht verfehlen! un Sorge für die Seele. 427) Herr Mel. Kommt her zu mir err, meiner Seele gros ßen Werth, den mir Vernunft und Schrift erklärt, laß mich mit Ernst bedenfen und auf die Sorge für ihr Wohl so unermüdet, als ich soll, den größten Eifer lenken! 2. Wie huldreich hast du uns bedacht, wie viel bat deine weise Macht schon hier an uns gewendet! Du schufft uns, Gott, dein Bild zu seyn, und hast, in uns es zu erneun, selbst deinen Sohn geſendet. 3. 3u groß für diese furze Zeit, bestimmt zum Glück der Ewigkeit, genieß ich dieses Leben, durch Glauben und durch Frömmigkeit zu höhe rer Vollkommenheit dereinst mich zu erheben. 4. Mit großer Treue willst du mich auf diesem Pfade väterlich zu jenem Ziele führen. Olaß mich nicht durch eigne Schuld, das Heil, das deine Vaterhuld mir zugedacht, verlieren. 5. Mit dir, o Gott, vers eint zu seyn, mich ewig deis ner Huld zu freun und dich zum Trost zu wählen: das 6. Wer böse ist, bleibt nicht vor dir. Drum schaffe selbst, o Gott, in mir ein Herz, das Unrecht fliehet, das auch die kleinste Schuld bereut, mit Vorsatz keine Pflicht ents weiht, für alles Gute glühet! 7. Wie werd ich dann so selig seyn! Schon hier werd ich mich deiner freun, in dir, Gott, ruhig leben; und du wirst nach vollbrachter Zeit auch mich gewiß zur Herrlichkeit in deinem Reich erheben! 427) Nach Mel. Es ist das Heil uns ach meiner Seele Se, ligkeit, laß Herr, mich eifrig ringen! Sollt' ich die kurze Gnadenzeit in Sicherheit ver bringen? Wie würd ich einst vor dir besiebn? Wer in dein Reich wünscht einzugebn, muß reines Herzens werden. 2. Erst, wann die letzten Stunden nahn, erst, wann wir sterben sollen, zu dir sich wenden, und die Bahn der Sünde meiden wollen; das ist der Weg zum Leben nicht, den uns, o Gott, dein Unterricht durch Jesum Chri stum zeiget. 5003. Du rufest uns zur Hei ligung; drum soll schon hier auf Erden mir meines Her zens Sorge für die Seele. 319 ses Beispiel oft verführt. zens Besserung die höchste Blendwerk rührt, auch böSorge werden. Gib mir das zu nur Lust und Trieb; nichts fei zu groß mir und zu lieb, der Tugend es zu opfern! 4. Gewänn' ich auch die ganze Welt mit Allem, was den Sinnen und meinen Lüsten wohlgefällt, was würd' ich dann gewinnen? Was hülfen Glück und Schätze mir, was macht und Glanz, wenn ich dafür mein ewig Heil verscherzte? 2. Oft nehmen faster überhand und strömen übers ganze Land. Drum hüte dich! Das Weltgericht bringt alle Sünden an das Licht. Christ, sei zum Kampfe stets bereit, und flieh den Schlaf der Sicherheit. 3. Mein Vorsatz ist: ich will ihn fliehn! Doch, wie gelingt mir mein Bemühn? Gefahr nehm' ich hier bei Gefahr, ein Netze bei dem andern wahr. Wie so viel Feinde drohen mir! Ich Schwacher, wie entrinn' ich hier? 4. Die Welt hüllt in der Tugend Schein oft ihre Laster künstlich ein, preist den Genuß des Lebens an, schilt Frömmigkeit für finstern Wahn. Ihr Weg ist lustig, breit und voll. Sie winkt mir, daß ich folgen soll.. 5. Du, Jesu, mußt das Beste thun! Mein Hoffen soll auf dir beruhn. Ach, durch dein Blut bin ich ja dein! Du wollest Stärke mir verleihn, daß ich unüberswindlich trest, o Herr, in Mel. Gott Vater, an Erbarmen jeder Prüfung sei! id noch 6. Der Sündendienst 428 Sprüfungszeit. scheint zu erfreun; und endigt sich in Schmach und Pein. Drum steh dein gu ter Geist mir bei, daß ich fein Knecht der Sünde sei. Gestatte dem Versucher nie, daß 5. Was führt mich zur Zufriedenheit schon hier in die sem Leben? Was kann mir Trost und Freudigkeit in Noth und Tod noch geben? Nicht Menschengunst; nicht irdisch Glück, nur Gottes Gnade und der Blick auf je nes Lebens Freuden. 6. Herr, laß nach diesem Kleinod mich vor allen Din gen trachten; mich immer, Heiligster, auf dich, auf Recht und Tugend achten! Daß ich auf deinen Wegen geh, und im Gericht vor dir besteh', sei meine größte Sorge! Hier sind wir immerdar im Streit; hier, wo uns Frrthum leicht berückt, das schwache Herz sich bald verstrickt, die Sinne jedes Pflichten gegen uns selbst. 320 daß er mich deiner Hand entzieh! 7. 3war ist mein Glaub' oft flein; doch du, du star, fer Held, fagst Hülfe zu. Mein ganzes Herz ergibt sich dir. Ich weiß, durch dich gelingt es mir. Auf dich verläßt in aller Noth mein Herz sich fest bis in den Tod. 8. Wenn schon die Trüb. fal auf mich dringt, und Angst mich überall umringt, bleib ich doch stets in deiner Hand, und halt in jeder Prüfung Stand. Du, du bist durch den Glauben mein, nun muß mir Alles heilsam seyn. i Es 9. Mit dir, o Herr, kann ich bestehen, sollt' auch der Weltfreis untergehen. fürchte sich der Heuchelchrist, und wer ein Sklav der fas fter ist! Ich will nicht zagen. Ins Gericht kommt, Herr, wer an dich glaubet, nicht. 10. Dir, Höchster, will ich stets vertraun, stets freu: dig hoffend auf dich schaun. Bis dort, wohin mein herz sich sehnt, den Sieger Preis und Ehre frönt, steb, Herr, in jedem Streit mir bei, daß ich durch dich ein Sieger sei! unvidundnu Mel. Freu's dich sehr, oImeine 429 ebre mich, Herr, recht bedenken, was wahrhafte Weisheit sey, meinen Fleiß darauf zu len ken, steh mir selbst mit Gnas de bei! Denn was eitler Wahn der Welt oft für hohe Weisheit bält, förbert nicht mein Woblergehn und kann nicht vor dir bestehen. 2. Weisheit ists, wenn unsre Seelen sich, Herr, deines Wortes Licht nur allein zum Leitstern wählen, und mit fester Zuversicht diesem Licht sich anvertraun. Denn die folgíam darauf schaun, ihre Hoffnung darauf gründen, werden Heil und Leben finden. d 3. Weisheit ist es, dar nach trachten, recht mit sich befannt zu seyn; sich nicht schon vollkommen achten und den Eigendünfel scheun: oft auf seine Fehler sehn, reuig sie vor Gott gestehn; eifrig stets nach Beßrung streben, und doch nie sich stolz ers heben.be Go 4. Weisheit ist es, Chris stum ehren! seiner Mittler huld vertraun, so auf feine Stimme hören, und auf seinen Wandel schaun, daß man falsche Wege flieht und mit Eifer sich bemüht, feie nem Bilde hier auf Erden immer ähnlicher zu werden. 5. Weisheit ist es, Alles meiden, was mit Ren' das Herz beschwert: fern sich bal ten von den Freuden, die der Sündendienst gewährt; eitlen Ruhm, der bald vers blüht, Lust, die im Genuß noch flieht, nicht für wabre Wohi Sorge für Wohlfahrt achten; nein, nach bessern Gütern trachten. 6. Weisheit ist es, Gottes Gnade sich zu seinem Ziel ersehn, und auf seiner Wahr, heit Pfade diesem Glück ent gegen gehn; gern auch Got tes Willen thun; froh in seiner Fügung ruhn, und wann Leiden uns beschwe ren, hoffend mit Geduld ihn ehren. 7. Weisheit ist es, stets bedenken, daß, was irdisch ist, vergeht; Wunsch und Hoffnung dahin lenken, wo das Ziel des Glaubens steht; seine Blicke unverwandt nach dem ew'gen Vaterland rich ten, und sich hier bestreben, wie man droben lebt, zu leben. die Seele. her 8. Diese Weisheit ist auf Erden, Höchfter, unser be stes Theil. Die von dir ge leitet werden, deren Weg ist licht und Heil Solche Weisheit kommt von dir, Gott! verleihe sie auch mir; laß sie mich zu allen Zeiten auf den Weg des Friedens leiten! 321 2. Sage nicht: ich habe Zeit, jetzt noch darf ich schla fen. Denk an Tod und Ewigs feit, an der Sünde Strafen; sieb', der Tod, der dir droht, fann dich leicht in Sünden unbereitet finden. 3. Wachel dir ist unbes kannt, ob dich nicht auf Ers den Prüfungen von Gottes Hand noch betreffen werden. Der fällt leicht, dem es däucht, daß er sicher stehe auf der Tugend Höhe. 5. Wache, daß die Macht der Welt nicht dein Herz vers kehre; nicht, wenn sie sich freundlich stellt, dich durch List bethöre. Wach' und sieh', daß dich nie die Verführer fällen, die dir Netze stellen. 6. Wach' und hab auf dich wohl Acht, daß dich nicht die Sünde, wenn zu ihr die 20 Luft erwacht, schimpflich übers winde. Sie betrügt und bes siegt leicht den, der sich heus chelt, fest zu stehn sich schmeis chelt. 7. Bete aber auch dabei, bete bei dem Wachen; das wird dich von Trägheit frei. und behutsam machen. Gott verleiht Festigkeit dir, durch * seine 4. Wache! Denn hier hat der Christ noch von allen Seiten, was der Seele schäde lich ist, muthig zu bestreis ten. Gott läßt zu, daß auch du, wenn du sorglos wal lest, in Versuchung fallest. stel pidium amit In eigener Melodie. u 430 Mache dich, mein Geist, bereit, wache, bet' und flehe, daß auch in der bösen Zeit fest dein Glaube stebe. Sicher ist nie der Christ; Gott läßt auch die Frommen in Versuchung kommen. sbor Ons Pflichten gegen uns selbst. 322 seine Gnade, auf dem rechten Pfade.nd genliebe und jeden Dünfel a scheun! Will Wollust, Zorn und Geiz mein schwaches Herz berücken, bilf mir sie unterdrücken, besiegen ihren Reiz! 5. Auf dich nur will ich sehen; gestärkt durch dich, o Herr, den Streit mit mir bestehen, er sei mir noch so schwer. Du unterstützest mich, mich selber zu bekäm pfen: der Lüste Macht zu dämpfen; ich siege, Gott, durch dich! 8. Drum so will ich im merdar wachen, beten, fle hen, um in jeglicher Gefähr glorreich zu bestehen! Kurze Zeit währt der Streit, und dann wird zum Lohne mir die Siegeskrone. alle Mel. Zeuch ein zu deinen Thoren 431) Mich ich selbst muß ich bezwingen, um dir, Gott, treu zu seyn: das Gute zu vollbringen, die Sündenlust zu scheun; muß ich mit edlem Muth mich auf den 431( 6) Un Unfer Kampfplatz wagen, mir manchen Wunsch versagen und jedes falsche Gut. Mel. Alle Menschen müssen sterb. nser Wandel ist im Him mel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und süße Hoffnung zu! Jeder Fußtritt, den ich thue, bringet mich dem Land der Ruhe näher, immer näher zu. Wort, wie hoch er freuest du! 2. Jch soll fein Uebel fliehen, wenn mir die Pflicht gebeut, mich ihm zu unter ziehen, soll mit Entschlossen heit da, wo Gefahren sind, auch die Gefahr nicht scheuen, um mich des Lohns zu freuen, den Kampf und Sieg gewinnt. 3. Wer gibt mir zum Geschäfte der Selbstbeherrs schung Kraft? Wie schwach sind meine Kräfte! Wie stark die Leidenschaft! Du, Va ter, fannst allein zu meinem treuen Streben mir Muth und Stärke geben, und mir den Sieg verleihn. 4. Auf jeden meiner Triebe, laß Herr, mich acht sam sehn, laß mich die Ei 2. haltet's feft, ihr theuren Brüder, haltet's fest, dies werthe Wort! Nichts schlag' eure Hoffnung nieder! Wallet immer muthig fort! Muthig blicket hin zum Ziele; viele schon ergriffen's, viele! Wir, so wah: es Gott ſo waht es e verhieß, wir ergreifens auch gewiß.. 3. Nur, wie fromme Pil ger müssen, bleibet wacker, seid nie laß! Stets des ho hen Zwecks beflissen, wacht und Sorge für die Seele. 323 und fämpft ohn' Unterlaß! ich gering ein Kunstwerk Feinde stehn an euren Wegen; Stürme toben euch entgegen; Nebel, Klüfte, Fels sen drohn; faßt nur Muth: groß ist der Lohn. schäßen, das du, o Schöpfer, selbst erbaut? Weß ist mein Leib? Er ist ja vein. Sollt' ich denn sein Zerstörer seyn? 4. Was fein Auge je ge sehen, was kein Ohr gehöret hat, was fein Herz hier zu erflehen je sich unterwunden hat, das, das hat Gott dem bereitet, der hier tapfer kämpft und streitet. Drum verlaßt nicht eure Bahn; Je, sus selbst ging euch voran. 3. Ihn zu erhalten, zu beschüßen, gibst du mit mil der Vaterhand die Mittel, die dazu uns nüßen, und zum Gebrauch gibst du Vers stand. Dir ist die Sorge nicht zu flein: wie sollte sie denn mir es seyn? 5. Unser Wandel ist im Himmel! Köstlich Wort, wie strömest du mir, umringt vom Weltgetümmel, Muth und füße Hoffnung zu! Auf, mein Geist, ermüde nimmer! Schon seh' ich des Zieles Schimmer. Wenig, wenig Schritte noch, nnd getragen ist das Soch. Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. Mel. Wer nur den lieben Gott 432 Des es Leibes war ten und ihn nähren, das ist, o Schöpfer, meine Pflicht. Muthwillig seinen Bau versehren, vers bietet mir dein Unterricht. Ostehe mir mit Weisheit bei, daß diese Pflicht mir heilig sei! 2. Sollt ich mit Vorsatz das verleßen, was deine was deine Hand mir anvertraut? Sollt' 4. Gefunde Glieder, muntre Kräfte, o Goit, wie viel sind die nicht werth! Wer taugt zu des Berufs Geschäfte, wenn Krankheit seinen Leib beschwert? Ist nicht der Erde größtes Gut Gesundheit und ein heitrer Muth? 5. So laß mich denn mit Sorgfalt meiden, was mei nes Körpers Wohlseyn stört, daß nicht, wenn meine Kräf te leiden, mein Geist den innern Vorwurf hört; du selbst bist Störer deiner Ruh; du zogst dir selbst dein Ues bir jelbit of bel zu. 6. Laß jeden Sinn und als le Glieder mich zu bewahren achtsam seyn! Drückt mich die Last der Krankheit nies der; so flöße selbst Geduld mir ein! Gib heitern Muth und dann verleih, daß auch des Arztes Rath gedeih! 7. Doch gib, daß ich nicht übertreibe, was auf des Leis € 2 bes 324 Pflichten gegen uns selbst. bes Pflege zielt; nein stets ihrer Bürde noch tiefer, als in jenen Schranken bleibe, zum Thier, herab; er schän die dein Gesetz mir anbe- det und entehrt die Würde, fiehlt! Des Körpers Wohl die ihm sein weiser Schöp laß nie allein den Endzweck fer gab; vergißt den Zweck, meiner Sorge feyn! zu dem er lebt, wenn er nach niedern Lüsten strebt. 5. So schimpflich sind der Wollust Bande! Schon vor der Welt sind sie ein Sport; sie sind vor dem Gewissen Schande, und noch weit mehr vor dir, o Gott! Wer sich in ihre Knechtschaft gibt, wird nicht von dir, o Gott, geliebt. 6. Den übergibst du dem Verderben schon hier, der seinen Leib entweiht; und nie wird deinen Himmel er ben, wer sich unreiner Lüste freut. Auch laß mich ihre Reizung fliehn, und keusch zu seyn mich stets bemühn! 8. Mein größter Fleiß auf dieser Erte sei meiner Seele Wohl geweiht, daß sie zum Himmel weise werde und reife zur Vollkommenheit! Dazu, Herr, segne meinen Fleiß, so leb und sterb ich dir zum Preis. 7939218) Mel. Wer nur den lieben Gott Wol 433( a) Der lust Reiz zu widerstreben, laß, Höch, ster, meine Weisheit seyn! Sie ist ein Gift für unser Leben, und ihre Freuden werden Pein. Drum fleh ich demuthsvoll zu dir: o schaff ein reines Herz in mir! 2. Die Wollust kürzet unsre Tage: sie raubt dem Körper seine Kraft; und Armuth, Seuchen, Schmerz und Plage sind Früchte dieser Leiden schaft. Der baßt sich selbst, der Wollust liebt, und sich in ihre Fesseln gibt. 3. Sie raubt dem Herzen 7. Gib, daß ich allen bö sen Lüften mit Muth und Nachdruck widersteh', und stets, daroider mich zu rüsten, auf dich, Allgegens wärt'ger, seh'! Wer dich, o Gott, vor Augen hat, flieht auch verborgne Misferhat. and d pil In eigener Melodie. ism ( b) Muth und Stärke; schwächt 433 bei, aller Wolden Verstand, Seele Reiz zu Licht; erfickt den Eifer edler wehren, o Mensch, ein Werke, den Ernst, die Lust Freund der Nüchternheit! zu jeder Pflicht: führt Reue Laß Speis' und Trank dich und Gewissensschmerz in das nie beschweren und steure ihr hingegebne Herz. deiner Sinnlichkeit! Sey deiner Schwachheit dir bes wußt, 4. Der Mensch sinkt unter Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 325 wußt, und meid' oft selbst Fehler übersehn, und so zu erlaubte Luft. 2. Um rohe Triebe zu verhüten, sei schamhaft gegen deinen Leib; laß nicht dein Auge dir gebieten; flieh' eit len Scherz und Zeitvertreib! Des frechen Witzlings freier Scherz erniedrigt und verdirbt das Herz. 3. Entzieh' der Wollust ihre Kräfte durch Fleiß und edle Thätigkeit! Der Keuschheit Schußwehr sind Geschäfte: die Trägheit nährt die Sinnlichkeit. Bei Spielsucht und bei Müßiggang besiegt uns jeder böse Hang. größern übergehn. 7. Jsts Sünde nur, die That vollbringen? Jst, der's nicht thut, schon tugendhaft? Nein, auch den Trieb soll ich bezwingen, den Hang und Wunsch der Leidenschaft! Nicht unser Wandel nur soll rein, auch unsre Seele soll es seyn. Jadig st 8. Die Lüste sind es, die uns schänden, und sie verleßen unsre Pflicht, auch ohne daß wir sie vollenden. Drum rühme dich der Keuschheit nicht, so lange nicht dein guter Geist der Lüste Herrschaft dich entreißt. 4. Willst du den Trieb der 9. Denk oft den mächtigen Wollust dämpfen, eh er die Freiheit dir verwehrt, mußt du ihn ungesäumt bekämpfen, sobald er sich in dir empört! Hast du ihn nicht schon früh erstickt, leicht wird er dann nicht unterdrückt. Gedanken: die Unschuld ist der Seele Glück, und werfe, fängst du an zu wanken, auf Gott und Zukunft deinen Blick! Dir gibt dein ganzer Lebenslauf sie nicht zurück, gibst du sie auf. 10. Drum fliehe vor der Wollust Pfade, und lockt dich schmeichelnd ihre Bahn; so rufe brünstig Gott um Gnade und Weisheit in Versuchung an. Erzittre vor dem ersten Fall; du fällst ges wiß mehr, als Einmal. ad pak must madal di Bir 5. Oft täuschen dich des La sters Triebe, und du erblickst nicht die Gefahr; oft wird sigu unerlaubter Liebe, was Anfangs nichts als Freund schaft war, ein langer Um gang macht dich dreist, und du vergißt, was Unschuld subeißt. 6. Dein fühlend Herz Mel. Werde munter, mein wird sichs verzeihen, daß 433 Standhaft fei, ( c) es es wird nur ihren Ausbruch scheuen, weil dieser vor der Welt entehrt; wird fleine Wille, züchtig sters und keusch zu seyn; in der Unschuld heis tern Stille deiner Gnade mich 326 dan Pflichten gegen zu freun! Keine Freude dies ser Welt, wenn sie noch so sehr gefällt, laß mich wider mein Gewissen wünschen, suchen und genießen. 2. Weiß ich doch, daß dei ne Güte, die so reich und freundlich ist, niemals etwas uns verbiete, was das Leben uns versüßt. Uns zum Beſten nur gebeut dein Geſeß 434 Wafiche Mel. In allen meinen Thaten ist mein as und zeitlich ben, das du mir, Gott, gegeben! Ein unschätzbares Gut. Du gabst mirs, hier auf Erden zum Himmel reif zu werden, worauf mein wahres Glück beruht. 2. Hier wird die Saat ges streuet; dort, wenn sie wohl gedeihet, wird reich die Aern te seyn. Je länger ich hier lebe und gut zu handeln strebe, je größer wird mein Glück dort seyn. Ordnung im Genusse, Mässigung im Ueberflusse. 3. Unsre Kindheit, unsre Jugend, unser Alter darf sich freun. Auch die Freude, Gott, ist Tugend, aber heilig muß sie seyn; nicht ein Taumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüfte soll ich scheuen, und die Seele nie entweihen. 4. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer keuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet Ruh' und wahre Luft. Unbeherrsch te Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und verwandelt sie in Leiden. uns selbst. Heil und Segen: himmlische Zufriedenheit leitet auf der Unschuld Wegen mich zu größerer Seligkeit. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell und sie können fest vertrauen, Got tes Antlig einst zu schauen. 3. Sollt' ich dieß Glück mir rauben? Herr, laß mir, im Glauben der fünft's gen Aerntezeit, mein Leben hier auf Erden so werth und wichtig werden, wie mir's dein heilig Wort ge beut! 5. D so will ich ernstlich streben, reines Herzens stets 4. Mir selbst es zu ver, zu seyn; keusch und züchtig will ich leben, jeden Reiz der Lüste scheun. Keine lock ung täusche mich, und mein Herz ergebe sich keiner schändlichen Begierde! Reinigkeit sei mei. ne Zierde! kürzen, mich in den Tod zu stürzen, ist wider meine Pflicht. Du, Herr, riefft mich ins Leben, dir soll ichs wieder geben, wenn du ge beutst, doch früher nicht. in 6. Dann umgibt mich 5. Was leicht in Krank heit stürzet, das Leben leicht pers Sorge für Leib, Leben und Gesundheit. 327 verkürzet, laß mich mit Sorg, noch mehr, du gibst auch falt fliehn, doch auch nicht ängstlich zagen, es für die Pflicht zu wagen; auch dazu hast du mir's verliehn. Freuden für einen jeden Sinn, o Gott! Wie groß, zum Wechsel im Genuß, ist deiner Gaben Ueberfluß! 6. In deine Baterhände befehl' ich, Herr mein Ende und meiner Tage Lauf. Es fei mein ganzes Leben dir hier zum Dienst ergeben; hilf du nur selbst der Schwachheit auf! 4. Drum will ich mäßig im Genusse der Gaben dei ner Güte seyn, und nichts von meinem Ueberfluffe durch niedre Schwelgerei entweihn. Dankes Denn schon des Pflicht gebeut mir Mäßigung und Nüchternheit. des 7. Was nützt ein langes Leben, wenn man nicht, Gott ergeben, nach wahrer 5. Mit Speif' und Trank den Leib beschweren, ist Tugend strebt? Wer Gott schimpflich, ziemet Christen und Menschen liebet, und sich im Glauben übet, nur der hat lang und wohl gelebt. nicht. Gott gibt sie uns, daß sie uns nähren, uns stärken zu Beruf und Pflicht. Was ist, das mehr den Geist entweiht und schwächt, als robe Sinnlichkeit? Mel. Wer nur den lieben Gott 435 Gaben, womit uns deine Güte nährt, die, uns zu stärken, und zu laben, so viel des Guten uns gewährt! Ja, Alles, was der Mensch genießt, beweist wie freund lich, Gott, du bist! ie mannigfal 16. Unmäßigkeit lähmt alle tig sind die Kräfte, bringt Krankheit, Armuth, Zank und Streit; macht treulos im Berufsgeschäfte, raubt des Gewissens Geligkeit; setzt zu den Thieren uns herab, und stürzet vor der Zeit ins Grab. 2. Du segneft Auen und Gefilde mit unerschöpfter Fruchtbarkeit, die deine väterliche Milde und Allmacht jedes Jahr erneut, damit der Mensch, von Sorgen frei, sich sättige und dank bar sei. 7. Ach, mancher starb schon längst und modert durch Trunk zu früh ins Grab gestreckt, von Gott zur Rechenschaft gefordert, mit Schmach im Grabe noch bedeckt. Gott, laß mich ja dies Laster scheun; enthalt: fam, mäßig, nüchtern seyn! 3. Du läsfest uns nicht 8. So oft ich Speis' und Mangel leiden, du gibst uns unser täglich Brod; du gibst Trank genieße, so laß es mit Vernunft geschehen, und, daß ich 328 de Pflichten gegen ich beides mir versüße, mit sehn; auf dich, der du uns zärtlich liebst und Nahrung und Erquicung gibst! Arbeitsamkeit und Be, rufstreue. Mel. O Gott, du frommer Gott 436 Du haft uns, Herr, die Pflicht zur Arbeit auferleget, und Fleiß in dem Beruf uns ernstlich eingepräget. Dir ist, o Heiligster, der Müßiggang verbaßt: für uns des Unteils Quell, für Andere die last. 2. In deine Ordnung, Herr, laß willig mich beque. men, und Bürden des Berufs entschlossen auf mich nehmen! Wenn auch mein Angesicht der Arbeit Schweiß beneßt: wohlauf! du hast mich selbst in den Beruf gesetzt. 3. Bewahre nur mein Herz vor eitlen Nahrungssorgen! Gb mir mein täglich Brod, und sorge du für morgen! Ich will an meinem Theil uns selbst. 70 Mel. In allen meinen Thaten um 437 3 das Leben vom 40 Schöpfer uns gegeben, und nicht zu träger Ruh'. Wie so folgt dem Fleiße Segen; Fruchtbarkeit dem Regen, er strömt uns Glück und Freuden zu. ng nism 2. Er stärkt des Leibes Kräfte; er fördert die Ge schäfte; gibt uns ein fröh lich Herz; er schafft uns sü ßen Schlummer, erleichtert Gram und Kummer, und lindert oft den herbsten Schmerz. 3. Er hilft den Hang be siegen zu sündlichem Vergnü gen. Was mehr, was stets erfreut: der Unsern Wohls fabrt schüßzen, der Welt und Nachwelt nüßen, das ist Glück der Thätigkeit. s iſt d das 4. Drum laß uns, Gott, auf Erden nie träg im Guten werden: du gabst der Kraft uns viel! Dich, unfern Herrn, zu ehren, und Menschenglück zu mehren, se immer unser schönstes Ziel! das Meine fleißig thun, und 5. Wenn andre trostlos dann mit Zuversicht in dei ner Fügung rubn! flagen, dann werden wir nicht zagen, und keinen Tag bereun. Wenn Träge traus ern müssen, dann spricht uns das Gewisseu gerrosten Math und Hoffnung ein. 6. Wenn einst viel eble Thaten um uns, gleich reifen Saaten, mit reichen Früchten stehn, wenn Taus sende 4. Auch fördre, großer Gott, die Werke meiner Hände, den Anfang fegne du, beglücke du das Ende! Laß mich bei jeder fast auf jenes Leben sehn, wo wir nach treuem Fleiß zu deiner Rahe gebn.bg sincan Arbeitsamkeit und Berufstreue. sende sich freuen und heißen Dank uns weihen, wie ist dann unser Lohn so schön! unfer Rohn ſo ſchön 329 5. laß Müßiggang und Trägheit mich mit aller Sorgfalt meiden; thun, was ich soll, gestärkt durch dich, gehorsam und mit Freuden, daß ich in meis nem Stande treu, und meinen Brüdern nützlich) sey, und dir zur Ehre lebe! Mel. Es ist das Heil uns 438 ott ist's, der das Vermögen schafft, das Gute zu voll bringen; er giebt zur Arbeit Muth und Kraft und läßt sie uns gelingen. Was man mit ihm nur unternimmt, wird, wenns mit seinem Willen stimmt, nicht ohne Segen bleiben. 2. Wer sich's zur ersten Sorge macht, vor ihm ge recht zu werden, und erst nach seinem Reiche tracht', 1130 Mel. Schon ist der Tag von bem gibt er auch auf Erden 439 3 ( a) Our Arbeit, vom mit nicht zum Müßiggang, sind wir, o Herr, auf Erden; drum laß auch mich mein Lebenlang durch Arbeit nüßlich) werden! Gib mir Verstand und Lust und Kraft, geschickt, treu und gewissenhaft mein Werk hier zu verrichten. 2. Hast du ein Amt, so warte sein; das ist, o Gott, dein Wille. O flöße selbst den Trieb mir ein, daß ich ihn treu erfülle, bilf, daß ich stets an Willigkeit, an Einsicht und an Züchtigkeit zu meinem Amte wachse. Hand so viel, beim Fleiß in feinem Stand; als ihm wahrhaftig nüßet. 3. Gott ist der Frommen Schild und Lohn; er krönet sie mit Gnade, daß ihnen nicht der Feinde Hohn und feine Mißgunst schade. Mit seinem Schuß bedeckt er sie, nnd segnet bei des Lebens Müh' ihr Herz mit Trost und Hoffnung. 4. Drum gib, o Gott, daß ich auf dich bei meiner Arbeit sehe! Mit Licht und Weisheit segne mich, daß ich nie Wege gehe, die mir dein heilig Wort verbeut! Nach deines Reichs Gerechtigkeit laß mich vor Allem www. trachten. selin and 004 6. Sey überall, mein Gott, mit mir! Die Werfe meiner Hände befehl ich, Allerhöchs ster, dir; hilf, daß ich sie vollende zu deines großen Namens Preis, und daß die Frucht von meinem Fleiß in jene Welt mir folge! 3. Laß auch vor träger Weichlichkeit mich stets mein Herz bewahren! Laß mich, wenn es die Pflicht gebeut, nie meine Kräfte sparen! Wann € 330 Pflichten gegen uns ſelbst. Wann sie ermatten nur, will eine Leiter werden, worauf ich durch reine stille Freu- ich einst in jener Welt, die den mich zu neuer Arbeit höheren Beruf enthält, zn stärken. höheren Würden steige! ad 4. Gib Weisheit, Herr, and flo und laß mich nicht die Zeit Versäumniß meiner Pflicht 439611ns from an mit Nebendingen und mit Mel. Allein Gott in der Höh ( b) strömt aus verschwenderisch verbringen! deiner Das müsse mein Vergnügen genshand, Herr, täglich seyn, mich den Geschäften Heil entgegen. Durch dich ganz zu weihn, die du mir erhebt sich Meer und Land auferleget! zur Fruchtbarkeit, zum Se gen. Durch dich strömt rings aus der Natur Gedeihn auf jede Kreatur; du bist des Segens Quelle. 2. Von dir fommt Weis heit und Verstand; du machst die Reiche blühen; du führest Weise in das Land, und segnest ihr Bemühen; du gibst dem Geiste Thätigkeit; du bist's, der jedem Kraft verleiht, den nächsten zu beglücken. 5. Ein heil'ger Trieb belebe mich, o Höchster, meine Pflichten in deiner Furcht, gestärkt durch dich, mit Freu: den zu verrichten! Ein Herz, das sich des Guten freut, gibt zu der Arbeit Munterkeit, versüßt uns ihre Lasten. 6. Laß mich vor dir, Herr, unverrückt mit einem Herzen wandeln, das Geiz und Ehr sucht nie bestrickt. Gewissen haft zu handeln; mein Leben deinen Dienst zu weihn; so nüßlich, als ich kann, zu seyn, das sei mir Ehr' und Reichthum! 3. Durch dich, Herr, bringt uns Land und Meer die Güter deiner Erde von weit entlegnen Völkern her, damit gesegnet werde mit allen Gütern deiner Hand das fernste Volf, das fernste Land und deine Liebe preise. 4. Du zeigest ihren Wir kungskreis den Bürgern dies ser Erde, daß jeglicher durch seinen Fleiß dem Andern 8. Laß mir den zeitlichen nützlich werde. Daß jeder, Beruf, dazu mich, Herr, den dein Wink erschuf, froh auf Erden dein weises All sei im eigenen Beruf, ist machtswort erschuf, doch dein allweiser Wille! 5. Gib 117. Mir sei bei Allem, was ich thu, mein Heil dein Wohlgefallen, so werd ich mit Gewissensrub' auf eb'nem Wege wallen! Denn wer dir, Heiliger, mißfällt, was nüßzet dem die ganz Welt mit allen ihren Schäßen? Arbeitsamkeit und Berufstreue. 2331 5. Gib uns, o Vater, dein milder Segen. Nicht Reclichkeit in des Berufs zum Verderben gabst du mir Geschäften! Lehr weis' uns mein zeitliches Vermögen; brauchen unsre Zeit, nach du gabst es mir zum wahunsern besten Kräften! Hilf ren Wohl. So hilf denn, nüßlich werden jedermann, wenn Rath und That ihm helfen kann zu seinem bes sern Glücke! daß ich's, wie ich soll, nach deiner Vorschrift brauche! 6. Wie du für alle Bater bist, für Böse und Gerechte, so sei, wer Erdenbürger ist, von jeglichem Geschlechte uns Nächster, Bruder, sei uns werth; und wenn er Hülfe, Trust begehrt, find' er stets Rath und Beistand! 7. Du bist der Vater, der erfreut, verbreitest deinen Segen; du rufft: zum Segs nen seyd bereit, geht Brüdern gern entgegen! Wie du die Lieb und Güte bist, so sei ein jeder, der sich Christ nach Jesu Christo nennet! Würdigung und wei ser Gebrauch der irdi: schen Güter. 440 Mel. Es ist das Heil uns err, laß mich doch gewissen haft mein zeitlich Gut verwalten! Gib selbst mir Weisheit, gib mir Kraft, damit so hauszuhalten, wie es mir nüßt und dir gefällt, damit ich nicht in jener Welt an ew'gen Gütern darbe! 2. Mein Hab und Gut kommt ja von dir, es ist 3. Was ist das mir ges schenkte Gut? Vergänglich wie die Erde. Gib, daß ich nie zum Ulebermuth das durch verleitet werde! Nie reiß' ein irdischer Gewinn mein Herz so weit zum Eitlen hin, daß ich mein Heil baß ich met vergesse! 4. Was bülfe mir die ganze Welt mit allen ihren Schäßen, verführt' mich zeits lich) Gut und Geld, sorglos hintan zu sehen, was meis ner Seele heil begehrt, und mir ein ewig Glück gewährt? Wie strafbar würd' ich handeln? 5. Mein erstes Trachten sei allhier nach deines Geiz stes Gaben! Wie reich bin ich, o Gott, in dir, wenn ich nur dich fann baben! Hab ich nur, höchster, deis ne Huld, bin ich voll Glauben und Geduld, was fehlt dann meiner Seele? in 6. Den Geiz laß ferne von mir seyn, die Wurzel alles Bösen! Von Unrub und Ges wissenspein kann Reichthum nicht erlösen. Er hilft in Todesstunden nichts, und nichts am Tage des Gerichts. Da schüßt er keinen Sünder. 7. Lehr' 323 Pflichten gegen uns selbst. thi 7. Schr' du mich weise und Gut; er hat's und Sparsamkeit, um das nicht wünscht noch mehr; er darbt zu verschwenden, was du in seinem Glück sein Herz mir gabst; nein, in der Zeit bleibt freudenleer. es nüßlich anzuwenden! Gibi 4. O Gott, so wehre doch mir die Klugheit, daß ich der Habsucht niedern Trie, hier dadurch dem Nächsten, so wie mir, des Lebens Müh' erleichtre! ben, und heilige mein Herz, nie das zu sehr zu lieben, was man mit Müh gewinnt, bald schwelgerisch verzehrt, bald unruhvoll bewacht, und bald mit Fluch vermehrt. nd 8. Es fommt ein Tag der Rechenschaft; das laß mich stets bedenken, und mein Gemüth gewissenhaft zur Treu im Irdischen lenken: daß selbst von Gütern dieser Zeit ich einst noch in der Ewigkeit den reichsten Segen ärnte. Mel. O Gott, du frommer Gott. 441 Laß aß mich doch nicht, o Gott, den Schäßzen dieser Erden so meine Neigung weihn, daß sie mein Abgott werden! Oft fehlt beim Ueberfluß doch die Zufriedenheit, und was ist ohne sie des Lebens Herr lichkeit? 5. Ein weises frommes Herz, das sei mein Schat auf Erden! Sonst Alles, nur nicht diee, kann mir entrissen werden. Dies bleibt im Tod auch mein; dies folgt mir aus der Zeit, zum se Ligsten Gewinn, bis in die Ewigkeit. 6. Was sind, wenn dieses fehlt, die herrlichsten Vergnügen? Nur süße Träume sinds, die unsern Geist bes trügen. Drum lenke, Gott, den Wunsch vom irdischen Gewinn, durch deines Geis stes Kraft, zu ew'gen Gü tern hin. end and is te 2. Kann ein vergänglich Gut auch unsre Wünsche stil, len? Es steht ja sein Besitz nicht stets in unserm Willen; nicht fiets wirds dem zu Theil, 442 Ite Menſch auf J den lieben der bin der ängstlich darnach ringt; und schnell verlierts oft der, dem sein Bemühn gelingt. 3. Ein Gut, das unsern Geist wahrhaftig soll beglüden, darf nicht vergänglich seyn, muß für den Geist sich schicken. Der Thor hat Geld nur ben li Mel. Wer nur Erden; ich hab genug; drum hab ich viel! Ein Andrer mache sich Beschwerden, wie er den Mammon finden will! Wer mehr nicht sucht, als Gott beschert, dem ist der größte Schaß gewährt. 2. Der Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 3338 weislich anzuwenden. 2. Der Reichthum liegt was du ihm verliehn, stets in den Gemüthern; wer sich bi begnügt, ist nimmer leer. Viel' bleiben arm bei großen Gütern; denn sie verlangen immer mehr; und wer sich selber nicht besitzt, hat einen Schatz, der Niemand nüßt. 3. Ein Geizhals hat bei seinem Grämen nicht Eine Stunde Fröhlichkeit. Er hat's, und darf sich doch nichts nebmen, weil er sich's immer selbst verbeut; mehr als sich selbst, liebt er die Welt, verzehrt sich selbst und spart sein Geld. 2. Dies Gut ist nicht seine Eigenthum; er soll es nur) zu deinem Ruhm mit Red lichfeit verwalten. Er weiß es, und voll Dankbarkeit sorgt, strebt er, wie dein Wort gebeut, damit wohl hauszuhalten. 3. Er schwelget nie beim Ueberfluß, ist immer mäßig im Genuß erlaubter Sinnen Freuden. Er thut, was Wohlstand ihm gebeut; doch trügend Spiel und Ueppige feit heißt ihn die Klugheit 4. Wie ungetrübt verfließt meiden.mg 1019 nd dagegen mein Leben bei Ges 4. Er suchet, was sein nügsamkeit! Gibt mir mein Gott nur einen Segen, bin ich schon voll Zufriedenheit, und denke: Gott gibt jeden Tag mehr, als ein Kaiser, thum vermag. Fleiß gewinnt, und was oft leicht und schnell zerrinnt, mit Sorgfalt zu bewahren; er weiß, der Wechsellauf der Zeit bringt Mangel oft und and Dürftigkeit und mancherlei Gefahren. now him 5. Doch nie verletzt er seine Pflicht. Aus Geiz und Habsucht spart er nicht; er spart mit mildem Herzen. Wie rührt ihn seiner Brüder Noth! Er theilt mit Hung rigen sein Brob: er lindert Gram und Schmerzen. 5. Ein Geizhals gehet zum Verderben, weil er nach Geld und Gut nur strebt; ich aber kann mit Freuden sterben, weil an der Welt mein Herz nicht klebt. Eo fährt die Seele selig hin, wo ich bei Gott der Reichste bin. and i ddis: Mel. Kommt her zu mir 6. Er hilft im Stillen, wo er kann, was er durch Spars samfeit gewann, wird zu der Menschheit Segen. Ihm strömet Dank und Freude zu, und froh kann er sich einst zur Ruh des Grabes dille int 7. Soll 443( a) er sich mit Ernst der Tugend weiht, ist auch ein Freund der Sparsamkeit; er scheut sich zu verschwen den. Du, Vater, du bes glücktest ihn; nun sorgt er, niederlegen. 3348 Pflichten gegen uns selbst. 7. Sollt' ich, o Gott, dem ich ringe! Nur er bleibt nicht sparsam seyn, nicht ewig mein. weislich die Verschwendung scheun, den Mißbrauch dei ner Gaben? Ja, heilig sei mir diese Pflicht! Ich kann zu dir dann Zuversicht auch selbst im Mangel haben. out The Mel. Wann mich die Sünde 443( b) as, Sperr, nach eitlen Ehren mich niemals geizig seyn! Laß deinen Geist mich lehe ren, der Ehre mich zu freun, die selbst vor dir, o Gott, besteht, und mit mir von der Erde zum Himmel übers gebt! bales 2. Nie blende mich der Schimmer des Ansehns vor der Welt! Nur das sei, Vater, immer mein Ruhm, was dir gefällt! Wie bald verführt ein stolzer Sinn mich von der Demuth Pfade; verbirgt mir, wer ich bin! 5. Dich kennen; meine Pflichten mit Fleiß und Red, lichkeit, mit Muth und Treu' verrichten, wie, Herr, dein Wort gebeut, und überall mein Christenthum nach Jes su Beispiel üben, das sei mir wahrer Ruhm! mal Zeit laß meinen Ruhm mich seßen; sie sind doch Eitel feit; sie sind doch nur des Thoren Glück, verlassen uns im Tode, und bleiben hier zurück. 4. Nicht Stand und äußre Würde verblenden meinen Sinn! Wie oft zieht ihre Bürde den Geist zur Erde hin! Verdienst und Tugend sei allein der Ruhm, nach 6. Es sei, daß auf der Erde das Gute, das ich that, verkannt, vergessen werde; es bleibt doch stille Saat, die aufkeimt für die Ewigs keit; und o dein Beifall lohnet mich mit Zufriedenheit. 7. Wenn einst die ernste Waage du, Weltenrichter, nimmst, und am Vergel, tungetage der Thaten Werth bestimmst; dann müsse meis nem ew'gen Geist des Himmels Krone werden, die mir dein Wort verheißt! Mel. Auf, Christenmensch 3. von Schäßen und Gütern dieſer 444 Woh em, ber Were Schäße liebt, als Schäßze dieser Erden! Wohl dem, der sich mit Eifer übt, an Tugend reich zu werden, und in dem Glauben, deß er lebt, sich über diese Welt erhebt. 2. Wahr ist es, Gott vers wehrt uns nicht, hier Güter zu besitzen. Er gab sie uns, und auch die Pflicht, mit Weisheit sie zu nutzen. Sie dürfen unser Herz erfreun, und Weiser Gebrauch der irdischen Güter. 335 und unsers Fleißes Antrieb aus Geiz entziehst du dich den seyn. Kindern, und läsfest dich des Goldes Reiz, ihr Herz zu bilden, hindern, und glaubst, du habst sie wohlbedacht, wenn du sie reich, wie dich, gemacht. 9. Du hast ein richterliches Amt; und du wirst dich erfrechen, die Sache, die das Recht verdammt, aus Habsucht recht zu sprechen; und selbst der Tugend größ ter Feind erkauft an dir sich einen Freund. 3. Doch nach den Gütern dieser Zeit mit ganzer Seele schmachten, nicht erst nach der Gerechtigkeit und Got tes Reiche trachten; ist dies ses eines Menschen Ruf, den Gott zur Ewigkeit erschuf. 4. Der Geiz erniedrigt un ser Herz, erstickt die edlern Triebe, Die Liebe für ein schimmernd Erz verdrängt der Zugend Liebe, und ma chet der Vernunft zum Spott ein elend Gold zu deinem Gott. 5. Der Geiz, so viel er an sich reißt, läßt dich fein Gut genießen; er quält durch hab sucht deinen Geist, und tödtet dein Gewissen, und reißt durch schmeichelnden Gewinn dich blind zu jedem Frevel hin. 6. Um wenig Vortheil wird er schon aus dir mit Meineid sprechen, dich zwingen, der Arbeiter Lohn unmenschlich abzubrechen; er wird in dir der Wittwen Flehn, der Waisen Thränen widerstehn. 10. Gewinnsucht raubt dir Muth und Geist, die Wahrheit frei zu lehren; du schweigst, wann sie dich res den heißt, ehrst, wo du nicht sollst ehren, und wirst um ein verächtlich Geld ein Schmeichler und die Pestr der Welt. Und wo ist eines Standes Pflicht, die nicht der Geiz entehrt und bricht? holla 8. Du bist ein Vater; und 11. Erhalte mich), o Gott, dabei, daß ich mir genügen laffe, Geiz ewig als Abgöt terei von mir entfern' und haffe! Ein weises Herz und guter Muth sei meines Lebens größtes Gut. $ 100 de be Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 7. Wie könnt ein Herz, vom Geize hart, der Wohlthat Freuden schmecken; und in des Unglücks Gegenwart 445 Dugabit mir, den Ruf zur Ew'ger, dies ses Leben nicht für den Augenblick der Zeit: du hast es mir, mein Gott, gegeben zur Aussaat für die Ewigkeit. Hier and the sid, abot Mel. Wer nur den lieben s 3368 Pflichten gegen uns selbst. Hier ist der Vorbereitungs- hier, wohnt nur im Himmel ort: Bestrafung und Beloh. Gott, bei dir. nung dort. glicist in 7. Wohl mir, wenn ich es 2. Du schenktest mir Ver stand und Willen, die Wahrheit zu erkennen, Licht, Kraft, deine Vorschrift zu erfüllen und lehrtest selbst mich meine Pflicht. Für Tugend gabst du mir Gefühl, und Freis heit, was ich wählen will. Du gosfest zwar auf dieser Erde viel Anmuth, Pracht und Schönheit aus und schmücktest durch dein mächt'ges: Werde! auch meiner Seele irdisch Haus, gabst mir der Sinne fein Gefühl und auch dadurch der Freuden viel! 4. Doch einst muß ich dieß Leben schließen, weil dies mein irdisch Haus zerbricht. Drum soll ich zwar die Welt genießen, doch als genöß' ich ihrer nicht. Ich soll der Sinne Lüste fliehn, wann sie mich zu der Erde ziehn. muthig wage, der großen Hoffnung werth zu seyn, und diese furze Uebungstage Gott und der Zugend ganz zu weihn, wenn nie mein Fuß den Pfad verliert, der mich zum bessern Leben führt. 8. Wohl mir, wenn ich den Hang zur Sünde, die Lust des Fleisches und der Welt, und jene Lockung über winde, die meinem Herzen Neße stellt, wenn ich, o seli ger Gewinn! als Sieger dort gekrönet bin! 9. O gib mir deines Geis stes Stärke, der du in Schwa chen mächtig bist, mir, der zu diesem großen Werke zu schwach und noch zu sinnlich ist! Das Eitle lehre mich verschmähn, und auf das Ewige nur sehn! 10. Laß mich oft in gesun.. den Tagen im Geist zu meis nem Grabe gehn, und da bei Freuden und bei Plagen auf dich, und jenes Leben sehn: damit ich, meiner Pflicht ge treu, der höhren Freuden würdig sei. 5. Der Freude soll ich oft nicht achten, so sehr sie auch die Sinne reizt; nach Wollust, Ehr' und Gold nicht trachten, wonach der Mensch so lüstern geizt; nie scheuen, was die Pflicht gebeut, und wär' es auch voll Bitterfeit. Mel. Wer nur den lieben Gott 6. Dein Unterricht ſei nicht 446 Ceilt der lette vergebens! Gib, Vater, daß ich ihm getreu und beim Ge nusse dieses Lebens einst auch zu jenem tüchtig sei! Volls kommne Freude wohnt nicht asid von den Tagen, die du hier lebtest, Mensch, herbei; erkauf die Zeit, und statt zu klagen, sie sey zu kurz, gebrauch sie treu! Nimm mit ers Weiser Gebrauch der Lebenszeit. 337 erkenntlichem Gemüth der na hen Stunde wahr: sie flieht! 7. Wohl mir, wenn ich aus allen Kräften nach Got 2. Getäuscht von eitlen tes Reiche hier gestrebt, in Kleinigkeiten, verlierst du Gott gefälligen Geschäften deines Lebens Zweck, ver, die Pilgertage durchgelebt, schiebst dein Heil auf serne und einst im Glauben sagen Zeiten, und wirfst so sicher kann: du nimmst mich, Herr, Jahre weg. Bist du, zu fühe zu Ehren an! ner Sterblicher, des nächsten Augenblickes Herr? 3. Ein ewig Glück einst zu besitzen, sollst du des furzen Lebens Zeit, als deine Saatzeit, weislich nüßen, und thun, was dir der Herr gebeut. Er ruft dir menschenfreundlich zu: sieh, Eins ist Noth! Was saumest du? Mel. Wer nur den lieben 4. Dram eil' und rette deis 447 Wo eift ihr hin, W° ne Seele, und denke nicht: ein andermal! Sei wacker, bet' und überzähle der Mens schentage fleine Zahl. Sei fromm und wandle vor dem Herrn, wär' auch dein Ende noch so fern! ihr Lebenss stunden? Zeit, edle Zeit, wo fliehst du hin? Wie man cher Tag ist schon verschwuns den, seit ich der Erde Pilger bin! Ein großer Theil von meiner Zeit ist schon im Meer der Ewigkeit. 5. Mit jedem neugeschenk, ten Morgen erwecke dich zu dieser Pflicht. Sprichy: dir, o Gott, ist nichts verborgen; ich bin vor deinem Angesicht, und will, mich deiner Huld zu freun, mein Leben gern der Tugend weihn. 8. Mein sprachlos Flehn an meinem Ende hörst du dann, Herzene kundiger; in deine treuen Vaterhände befehl ich meinen Geist, o Herr! Er schwingt sich über Grab und Welt zu dir, wann seis ne Hütte fällt. 6. Erleucht' und stärke meine Seele, weil ohne dich ich nichts vermag. Dut schenkst, daß ich mein Heil erwäble, so huldvoll mir noch diesen Tag. Was ist nicht eine Stunde werth, die dei ne Güte mir gewährt! 2. Ermuntre dich aus deis nem Sd; lummer! Auf, auf, mein Geist, ermuntre dich! Dies sei dein Gram, dies fei dein Kummer, daß mancher Tag umsonst verstrich! Den ungenüßten Augenblick bringt feine Neue dir zurück. 3. Der Thor durchlebet seine Jahre, ch' er des Lebens Werth versteht; er nas het früher sich der Bahre, als er den Weg der Tugend geht. Was ist das MenschenY leben 338 Pflichten gegen uns selbst. leben werth, das ungenüßt feiten, der Zugend dich als vorüber fährt? lein zu weih'n. Nur sie schafft dir zu aller Zeit das wahre Glück: Zufriedenheit. 4. Mensch sey ein Mensch! Fang an zu leben und nüße lich für die Welt zu seyn; fang an, dem Guten nachzu, streben, bring das Versäums te doppelt ein; daß, wenn man deinen Leib begräbt, dein Werk und dein Gedächte niß lebt! 5. Sei nicht den fleinsten Zeitpunkt müßig, da du nicht deine Pflicht erfüllst; du hast den Tag nicht überflüssig, den du so frech verschwenden willst. Wiff, ein Berlust, ber ewig reut, ist ber Berlust der edlen Zeit. 6. Gib bir von einem jeden Tage, den dir Gott schenfet, Rechenschaft; durchdenk ihn, leg ihn auf die Waage: voll brachtest du ihn tugendhaft? Hast du nach Möglichkeit ges than, was Gott von dir einst fordern fann? 7. Herr meines Lebens, fey doch fünftig mein Heil und meines Lebens Kraft; so wandle ich als Mensch vernünftig, fo leb als Christ ich tugenthaft; so dant ich dir in Ewigkeit für die mir hier verlich'ne Zeit. 2. Dank ihm, dem Herrn, für alle Freuden, womit dich seine Huld erquickt; doch dank ihm auch für jedes feis den, das er dir liebreich zu geschickt. Denn Alles, was er an dir thut, ist weise stets, ist ewig gut. 3. Vergiß nicht, wie er dich beschüßte, wenn sich Gefahren dir genaht; dir schenkte, was dir wahrhaft müßte, oft eh' ihn noch dein Flehen bat; und wie er oft bir mehr gewährt, als je dein Wunsch von ihm be gehrt. 4. Denk an die hingefloß nen Stunden, die der All. liebende dir gab. Sind sie in seinem Dienst verschwun den, dann schrecken dich nicht Tod und Grab; dann ist die hier verfloßne Zeit Gewinn dir für die Ewig feit. 5. Doch blick auch voller Scham und Reue auf Ferler vor'ger Zeit zurück, und lern aus ihnen beßre Treue und größre Sorge für dein Glück; so werden Fehler, die dich Mel. Wer nur den lieben Gott reun, selbst Mittel dir zur 448 Blick in in die Weisheit sein. vergangnen Zeiten, mein Geist, und ſammle Weisheit ein, um frei vom Dienst der Eitel 6. Ermanne dich, dies furze Leben dem weisesten Gebrauch zu weibn; es ward vom Schöpfer dir gegeben, hier Genügsamkeit und Zufriedenheit. 339 hier guten Saamen auszus stets mit weiser Hand; nicht streun, der, reifend für die so, wie wird zu wünschen Ewigkeit, am Tag der Nernte pflegen, doch so, wie er's dich erfreut. uns heilsam fand. Willst du zu benfen dich erfühnen, daß seine Liebe dich vergißt? Er gibt uns mehr, als wir verdienen, und und niemals, was uns schädlich ist. 7. Dann blickest du am Ziel der Zeiten mit Ruh' in das Bergangne hin, und freuest dich der Seligkeiten des Himmels mit entzücktem Sinn, der Wonne, die dort ten umgibt, der hier sich treu im Guten übt. Genügsamkeit und Bufriedenheit. Mel. Wie groß ist des Alm. u flagst und 449 Da fühleft die Beschwerden des Stands, in dem du dürftig lebst, du 3n voriger Melodie. strebest glücklicher zu werden, 450 Entere nicht, und mein Herz, daß du strebit. Ja, Hage! Gett erlaubt die Zähren, doch dent im Klagen auch zurüc: ist denn das Glück, das wir begehren, für uns auch stets ein wahres Glück? 2. Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter dem Men, schen die Zufriedenheit; die wahre Ruhe der Gemüther ist Tagend und Genügsamfeit. Genieße, was dir Gott beschieden, entbehre gern, was du nicht hast. Ein jeder Stand hat seinen Fries den, ein jeder hat auch seis ne last. 4. Berzehre nicht des le. bens Kräfte in träger Unzue friedenheit; besorge deines Stands Geschäfte und nüße deine Lebenezeit. Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben, ein ewig Glück in Hoffnung sehn, dies ist der Weg zu Herr, Rub' und Leben. lehre diesen Weg mich gehn! 3. Gott ist der Herr, und seinen Segen vertheilt er mit Klagen, den Gott, der dich zum Blück erschuf! Des .bens Mühe zu ertragen, und froh zu seyn, ist dein Beruf. Erdulde standhaft die Beschwerden, die feine Klugheit hindern kann; schaff nur, daß sie dir heiliam wers den, und bete Gottes Wil len an. 2. Gott selbst hat dir dein Loos beschieden; beschieden; nimm's dankbar aus der Vorsicht Hand, erfülle jede Pflicht zufrieden, die sie mit dieſem Loos verband! Eie gibt dir Munterfeit und Kräfte, und nährt und stärkt sie väterlich. Sie brauchen, das ist bein 2 Se 340 Geschäfte und ihr Gebrauch ist Glud für dich. Pflichten gegen uns selbst. 3. Hat Andern deines Bas ters Segen mehr Güter ans vertraut, als dir; darf dies wohl deinen Neid erregen? Dent: wer ist Gott? und wer sind wir? Weiß er nicht besser, was dir nüßet, und deinem Nächsten frommt, ale du? Wenn er dich nährt, regiert und schüßzet, was fehlet dann noch noch deiner Rub'? 4. Du prangest nicht in hoben Würden; beneice nicht der Großen Glück. Sie seuf zen unter schweren Bürden und oft stürzt sie ein Augens blick. Dir ward fein Ueber: fluß gewähret; wünsc; ihn auch nicht aus Selbstbetrug! Wer gern, was er nicht braucht, entbehret, der ist beglückt und reich genug. 5. Herr, der du mir zum froben Leben, was ich bes darf, und mehr verliebn, laß eifrig sich mein Herz bestreben, die Unzufriedens heit zu fliehn! In Demuth laß mein Herz sich üben, Gott, deiner Güte sich zu freun; dich ehren, dir vers traun; dich lieben, müss' ewig meine Wonne sein. Mel. Wer nur ben lieben Gott 451 3 ch bin in meinem Gott zufrieden, mit dem, was er zu meinem Theil an Glück und Unglück mir beschieden; sein weiser Rath sucht stete mein Heil. Ob er mir gleich oft widrig scheint, doch weiß ich, daß er's treulich meint. 2. Er weiß allein, wo durch auf Erden sein großer Name für und für muß herrs lich) und gepriesen werden. Erreicht er diesen Zweck an mir, so bin ich ruhig und vergnügt mit Allem, wie er's mit mir fügt. 3. Muß mir die Freuden sonne scheinen, so dank ich fröhlich seiner Huld; muß aber ich in Trübsal weinen, so nehm ichs auch an mit Geduld. Denn das, was seine Weisheit thut, ist Alles ewig recht und gut. Mel. Herr, ich habe mißgehandelt. 452 S cheint mir freu denleer das Leben, freudenleer mein Stand, mein loos; ist mein höchster Wunsch, mein Gires ben, reich zu seyn, geehrt und groß; dann verfließen meine Tage mir in Mißmuth, Sorg und Plage. 2. Pernt' ich mäßiger bes gehren, mäßiger im Wüns schen seyn, jetzt genießen, dann entbehren; o wie glück lich würd' ich seyn! Meine Freuden, meine Schmerzen fließen nur aus meinem Herzen. 3. Hoher Stand und große Gü Genügsamkeit und Zufriedenheit. 341 Güter schaffen nicht Zufries fegnend in dem Himmel und terbeit; wabre Rube der in der Brust, die für ihn Gemüther wohnt nur bei schlägt. Genügsamkeit, die mit Weiss beit sich verbindet, und ihr Glück auf Tugend gründet. 4 Gott vertheilet seinen Segen stets mit weiser Vaterband; nicht, wie wir's zu wünschen pflegen; nur wie er es heilsam fand. Auch mich hat er nicht vergessen; auch mein Theil mir zuge messen. 2. Du weinst, o Mensch, dich treffen sd were Leiden; du ringest mit dem Druck der Zeiten vergebens, bist du nid t ein Chrift? Hier weilen Kampf und Streit und Müs ben; willst du ins land des Friedens ziehen, so lerne wo der Himmel ist. 5. Ringet um der Tugend Willen, Brüder, nach Zufriedenheit! Edhwere Pflich ten zu erfüllen, hilft nur Geistesheiterkeit. Gram, im Herzen tief verschlossen, macht zu jeder Pflicht vers brossen. 3. Nicht Alle, die zu Chris stus sich bekennen; nicht Alle, tie ihn Herr, Herr! nennen, sind würdig, auserwählt zu scyn. Drum suchen viele falsch hienieden in Gold und Ehre ihren Frieden, und gehen nicht zum Himmel cin. 4. Es ist und bleibt, wie's immer ist gewesen. Mer mag von Disteln Feigen les sen; und bringt der Dorn auch süßen Wein? Die Welt. fann dir mit nichten geben, Daß was sie nicht hat. rechte feben hüllt still in frommer Brust sich ein. 6. Laß mich, Gott, in meinem Leben redlich meine Pflichten thun, still und findlich dir ergeben, fromm in deiner Fügung ruhn; und ein Blick auf ew'ge Freuden stärke dann mich auch im Leiden! 5. In Gottes Gnate suche deinen Frieden. Wirst du das Göttliche behüten, dann hast du, was dich still ers hält. Laß toben Schrecken und Gefahren; du kannst nur In eigener Melodie. 453 nicht auf ben himmlisches bewahren! Das aber, das Streben nach Herzens, und Gewissensruhe. in den fillsten Gründen bist, füßer Friede, du zu finden, der Paradiesespalmen trägt! In eigener Melodie. Dein Reich ist nicht der Welt 454 Beiß ich nur ein Getümmel; ruhiges wissen 15 *** USH 342 Pflichten gegen uns selbst. wissen, so ist für mich, wenn nach so ängstlich niebre See. Andre zagen müssen, nichts len trachten? Ein ruhig Schredliches in der Natur. 2. Dies sei mein Theil! Dies soll mir niemand raus ben. Ein reines Herz von ungefärbtem( lauben, der Friede Gottes nur ist heil. 3. Welch ein Gewinn, wenn meine Sünde schwei. get und Gottes Geist in meis nem Geiste zeuget, daß ich sein Kind und Erbe bin! 4. Und diese Ruh' den Troft in meinem Leben, sollt ich für Lust, für Lust der Sinne geben? Dies lasse Gottes Geist nicht zu! 5. Mag auch die Pflicht, mich selber zu besiegen, die schwerste seyn! Sie ist's; doch welch Vergnügen wird sie nach der Vollbringung nicht! 6. Welch Glück, zu sich mit Wahrheit fagen fönuen: ich fühlt' in mir des Bösen fuft entbrennen, doch, Dank sei Gort! ich schützte mich! 7. Was kann im Glück den Werth des Glücks erhöhen? in ruhig Her; verfüßt im Woblergesen mir jeden froben Augenblick. Herz, dies größte Gut. 10. Was ist der Spott, den ein Gerechter leidet? Sein wahrer Rubm! Denn wer das Böse meidet, das Gute thut, hat Ruhm bei Gott. 9. Was gibt mir Muth, die Güter zu verachten, wos 11. Im Herzen rein, hin auf zum Himmel schauen, und sagen: Gott, du Gott, bist mein Vertrauen! Welch Glück, o Mensch, kann grö ßer seyn? 12. Wenn Alles weicht, und du wirst sterben müssen, was fann alsdann dir deinen Tod versüßen? Ein gut Ges wissen macht ihn leicht. 13. Heil dir, o Shrift, der diese Rub' empfindet, und der sein Glück auf das Bewußtseyn gründet, daß nichts Verdammlides an ihm ist! 14 Pai Erd' und Welt, so kann der Fromme ſprechen, laß über mir den Bu des Himmels brechen! Gott ist es, dessen Hand mich hält. 26, Weiser Genuß der Lebensfreuden. 8. Was fann im Schmerz ben Schmerz der Leiden fils Mel. Nun dantet le Gott len; im schwersten Kreuz 455 D u, ter jo gern mit Frieden mich erfüllen? Ein in dem Herrn zufried. nes Herz beglückt, gern Freuden uns bereitet, wie felig, wer von dir an Vaterhand geleitet, nur dann sich glücklich fühlt, wann er zu Weiser Genuß der Lebensfreuden. zu dir sich bält, und nur beneiden! Bergnügen sucht, das dir, e Gott, gefällt. 2. Bie felig, wenn sein Geist zu dir, durch den er lebet, durch den er denft und wählt, sich oft und gern er hebet; wenn er die Freude fennt, dir näher, Gott, zu seyn, erstaunt, sich deiner Macht und deiner Huld zu freun! 3: Wie selig, wenn er felbst der Erde fleinre Freus den mit Maaß und Weisheit wählt! Ihr Uebermaaß wird Leiden. Nach arbeit voller Müh' erquicket der Genuß; wer nur der Freude lebt, fühlt endlich Uebers druß. Was mir Reichthum fehlt, erfeßt Zue friedenheit: der frohste Sinn wohnt gern bei frommer Häuslichkeit. 7. Der Tag der Fröhlich, feit fei niemals ganz ver. loren! Ich ward zum Dienst der Welt, zum Spielwerk nicht geboren. Erholung sei er mir! Es stärke sich mein Muth, des Guten mehr zu thun, so oft ich ausgeruht! 8. Nie soll durch meine Lust der arme Bruder leiden! Der Tag, der mich beglückt, sei ihm auch Tag der Freu den! Ist er verlebt, wohl mir, wenn er mich nie ges reut! Nie scheid' er ohne Dank für den, der mich ers freut! 4. O gib, Allgütiger, gib, daß auch meine Seele, wenn sie nach Freude strebt, nie jene Freuden wähle, die uns dereinst gereun! Es schlage meine Brust, durch Laster nie entweiht, nur für die reine Lust! Thant 5. Laß meine Tage mich durch eitfes Spiel nicht töds ten; die Unschuld müsse nie vor meinem Scherz erröthen! Nach tren vollbrachter Pflicht darf ich der Ruh' mich freun; doch keinen Augenblick den falschen Freuden weih'n. 343 6. Vernunft und Tugend, seid Gefährten meiner Fren den! Dem Schwelger will ich nie sein kurzes Glück Mel. Mache dich, mein Geift, ber. iele Freuden Viele 456 streust du hin auf den Weg des Lebens. Schöpfer, diesen Vatersinn zeigst du nicht vergebns. Du erfreuft unsern Geist, um ihn anzutreiben, stets dir treu zu bleiben. 2. Dwie schön ist deine Welt und wie reich an Ges gen! Nur ein Thor, dem nichts gefällt, sinkt dem Gram entgegen. Was ist Noth, was der Tod gegen so viel Gaben, die den Weisen laben? 3. Uns, o Gott, gabft du Gefühl für den Reiz der Er de, 344 de, daß der Lauf zum hohen Ziel uns erleichtert werde; und auch ich freue mich; denn du hast mir leben und Gefühl gegeben. 4. Doch ich soll des Les bens fust menschlich nur ge nießen, meiner Würde mir bewußt, jeden Tag beschlies ßen. Deine Hand gab Verstard, Triebe zu beschränken, die zum Bösen lenken. Pflichten gegen uns selbst. 5. Nie darf das Vergnü, gen mich meiner Pflicht ents locken; uie mich, Vater, gegen dich und mein Heil verstecken. Wer vergißt, was er ist, und nur thicrisch les Mel. Gott des Himmels und bet, steht einst da und bebet. 457 Bis der Tod ihm 6. Ach, wie mancher hängt sein Herz fest an Erdenfreuden! Und wie tobt in ihm der Schmerz, wenn sie von ihm scheiden! Gott, laß nie mich an sie gauz den Geist gewöhnen, nie den Sinnen fröhnen! winft zum Grabe, danfe seinem Gott der Chrift, dem die theure Seelengabe, Heiterkeit, ver liehen ist, der auch nie sie frech entweiht, immer sich in Unschuld freut. 2. Er verzehret seine Kräfte nicht in unzufriednem Sinn; unter nüßlichem Geschäfte fliehen seine Tage hin. Heit rer glänzt sein Angesicht im Gefühl erfüllter Pflicht. I 7. Wilde Freude fann gar leicht die Gesundheit schwä chen. O wie wird sich, wenn sie weicht, das Gewissen rächen! Steh mir bei! Gott verleih, daß, wenn ich er. kranke, doch mein Trost nicht wanfe! 9. Gibdenn, daß ich weise sey, wenn mir Freunden winken! Laß mich nie, dir uns getreu, in den Taumel sine fen! feite mich, daß ich dich auch in Freuden ehre, und mein Heil nicht störe. 10. Alle Luft der Sinnlid feit wird vorüberfließen; nur was Geist und Herz ers freut, werd' ich sters genies Ben Guter Gott, laß im Tod, wenn die Sinne schwin den, mich dieß Glück em pfinden. 8. Nur ein mäßiger Genuß stärkt des Lebens Kräfte; er verscheucht den Ueberbruß, fördert die Geschäfte, und mein Geist, der dich preist, wird dabei getrieben, ewig dich zu lieben. 3. Leichtsinn, der sich Freude nennet, aber ven der Tugend gern sich im wil. den Taumel trennet, bleibet von dem Christen fern, dess sen beitrer, fester Muth auf der Tugend nur beruht. 4. Wenn auch jedes Glück ihm schwände, und die Erde freudenleer ihm vor seinen Augen stände, Hoffnung flicht Weiser Gewuß der Lebensfreuden. 345 flieht ihn nimmermehr, muth, genommen, und ähnlich wers vell geht an ihrer Hand er ins begre Vaterland. den unserm Herrn, zu dem dereinst wir fommen. 7. Wir schaun die Wunder seiner Hand aus unseru ties fen Fernen, und wissen, uns ser Vaterland ist über jenen Sternen. 8. Auf unserm leben schwimmt, wie Schaum, ein wenig Müh' und KumDas Leben ist ein Mel. Mein erst Geschäft sei Preis Morgentraum, der Tod ein 458 Daß unser Gott kurzer Schlummer. mer. uns Leben gab, deß wollen wir uns freuen, und von der Wiege bis ans Grab ihm unfern Dank er 9. Wir sinken freudig in den Staub, der unsre Väter decket, und gönnen Würmern ibren Raub, weil Gott uns auferwecket. 5. Stärke, Gott, auch meine Seele, daß sie sich zum Guten neigt; gib, daß ich den Pfad erwähle, den mir Jesu Lehre zeigt! Nichts stört meinen heitern Sinn, wenn ich fromm und weise bin. neuen. 2. Denn auch zur Freude gab uns Gott auf dieser Welt das Leben und hat verbeißen, nach dem Tod der Wonne mehr zu geben. Geduld und Gelassene heit im Leiden. 3. haucht sein Mund, und Küh. 459 Gweifer Huld, Mel. Was mein Gott will. ott, groß an lung wehn die Wogen. Am Himmel zeigt von seinem Bund der schöne Regenbos gen. 4. Und Gärten, Wälder, Berg und Flur verkünden feine Gnade. Wir finden seiner Güte Spur auf jedem unsrer Pfade. du Geber meiner Freuden, behüte mich vor Ungeduld bei dieses Lebens leiden! Auch sie verbängst du über mich nach ewig weisen Schlüssen; sie werden mir, trau ich auf dich, zum Besten dienen müssen. 2. Ich raube mir durch Ungeduld selbst viele meiner Freuden, verkenne deine Va terhuld, vermehre meine Leis der, vergeß' oft des Berufes Pflicht und quäl mich jeden Morgen, beim Mangel fros her 5. Drum fönnen wir bei frommem Fleiß getroft auf Segen warten. Von heitrer Stirne fließt der Schweiß herab auf Feld und Garten. 6. Doch geben wollen wir auch gern, wie wir von Gott 318 346 her Zuversicht, mit immer neuen Sorgen. 3. Mein banges unruh, volles Herz, unfähig sich zu fassen, wird sich dem Gram, dem fleinsten Schmerz ganz trostlos überlassen, bekäm pfer seinen Kummer nie; wünscht zwar ihn zu ver mindern, und sucht doch, ohne Fleiß und Müh', um sonst ihn zu verhindern. Pflichten gegen uns selbst. 4 Du, Vater, weißt, was mir gebricht; du kennest meine Leiden. Wie leicht verwandeln sie sich nicht, wenn du es willst, in Freuden! Die fast, die du mir auferlegt, kann mich nicht niederdrücken, wenn sie mein Herz nur willig trägt, wirst du mich bald beglücken. 5. Gott, deine Hülfe ist nicht fern, wenn man sich ganz dir weihet; du rettest, tröteft, fegaest gern den, der sich ihrer freuet. Olaß mein dir ergebnes Herz auf diese Hülfe sehen, so werd' ich auch im größten Schmerz durch dich, mein Gott, bes stehen! 2. Ausgerungen haben schon Viele, die im Glauben fitten. Sieh', sie stehen vor Gottes Thron, ihre Krone ist erstritten. Da, auch du wirst Sieger sein, und dich bald der Krone freun. 3. Weislich hat des Vatere Hand manches Kreuz dir auferleget. Ihm ist deine Noth bekannt; er ist's, der dich liebreich tråget. Väterlich ist sein Bemühn, dich zum Himmel zu erziebn. 4. Es ist Liebe, wenn er dir Lebensglück und Freude schenket, es ist Liebe, wenn dich hier Angst und Schmerz und Kummer frånker. Gott ist Vater, mild und gut; Lieb ist Alles, was er thut. 5. Perne denn Gelaffens heit, Unterwerfung und Vers trauen! Einst am Ziel der Prüfungszeit wirst du froh hernieder schauen auf der Weg, der durch die Nacht dich ins fand des Lichts ges bracht. 6. dann fließet ihr nicht mehr, Thränen, die ihr hier gefloffen! Wie ein Strom von oben ber, wird dann Mel. Jefus, meine Zuversicht Trost ins Herz gegossen, und 460 Sae deine Thra vor dem verklärten Blick schwebt des Himmels ew'gesGlück. nenfaat, from mer Dulder, hier im Glau. ben! Nody so dunkel sei dein Pfad, lasse dir den Trost nicht rauben, daß nach dies fer Dunfelheit dich ein helles Licht erfreut! 7. Drum fei, Dulder, un verzagt, harr' in deiner Näch te Grauen! Wann der große Morgen tagt, wirst du die Gefilde schauen, die dem Sie ger Geduld und Gelassenheit im Leiden. 347 ger offen stehen; dir die herab von deinem Auge fällt? Krone winken ſehen. Was lehrt dich mehr Abhän gigfeit, mehr Demuth, Gotts ergebenbeit? 5. Wenn alle deine Stüßen brechen, auf welche sich dein Arm gestützt, wenu Kranks heit, Gram und Schmerz dich schwächen, und macht und Reichtbum dich nicht Mel. Wer nur den lieben Gott schüßt, dann lernst du freus 461 Mobithätig sind dig Gott vertraun, und nur W der Erde Leis auf sein Hülfe bau'n. den. Dies glaube fest und murre nicht! Am Ende fol gen ihnen Freuden; auf Nacht und Graun folgt Connenlicht. Drum dulde mit Gelaffenheit und Muth die feiden tiefer Zeit! 6. Ja, der Allweise schickt dir leiden, damit er dich zur Zugend führt; schafft dir durch sie selbst künft'ge Freuden, indem er dein Gewissen rührt. Verehre feine Weiss beit, Chrift, die strafend selbst noch Güre ist! 2. Durch feiten will dich Gott bewähren, entwöhnen von der Lust der Welt, zur Weisheit leiten und dich lehren, mit Ernst zu thun, was ihm gefällt; du follit mit findlichem Vertraun auf ihn und seine Hülfe schaun 3. Wirst du bei lauter Erdenfreuden und in des Glückes Sonnenschein fo leicht der Thorheit Bahn vermeiden? so gern der Sünde Pockung scheun? Wird nicht, wenn nie ein Shmer; dich rührt, dein schwaches Herz gar leicht verführt? 8. Dort verschwindet alles Leid, wie der Nebel vor der Sonne; vor dir liegt die Ewigkeit und das heil'ge Land der Wonne. In die Heimath gehst du ein, ewig felig da zu sein. 7.( Gott will, wie gute Väter handeln, durch weise Zucht dich auferziebn; gut sollst du und unsträflich wandeln, die Welt und ihre Lüfte fliehn, dich bilden in der Prüfungszeit zum Leben der Unsterblichkeit. Co nimm in Demuth und Vertrauen den Kelch des Leidens willig an, und walle ohne Furcht und Grauen auch auf der allerraubfien Bahn! Ihr Ende wird dich einst erfreun, und Bonne, Ruh' und Friede seyn. 4. Was predigt stärker dir Mel. In allen meinen Thaten bie Lehre: Bergänglich iſt 462 I' h hab in guten die lust der als wenn Stunden des in Trübsal manche Zähre Lebens Glück empfunden, und Pflichten gegen uns selbst. 348 und Freuden ohne Zahl; so will ich denn gelassen mich auch in Leiden faffen; welch' Leben hat nicht seine Qual? THE 2. Ja, Herr, ich bin ein Sünder, und stets strafst du gelinder, als es der Mensch verdient. Will ich, beschwert mit Schulden, fein zeitlich Weh erdulden, das doch zu meinem Besten dient? 3. Dir will ich mich erges ben; nicht meine Ruh', mein Leben mehr lieben, als den Herrn. Dir, Gott, will ich vertrauen, und nicht auf Menschen bauen; du hilfft und du errettest gern. 4. Laß du mich Gnade finden, mich alle meine Sün den erkennen und bereun! Jeßt hat mein Geist noch Kräfte, sein Heil laß mein Geschäfte, dein Wort mir Trost und Leben seyn. 5. Wenn ich in Christo sterbe, bin ich des Himmels Erbe. Was schreckt mich Grab und Tod? Auch auf des Todes Pfade vertrau ich deiner Gnade, du, Herr, bist bei mir in der Noth. 6. Ich will dem Kummer wehren, Gott durch Geduld verehren, im Glauben zn ihm flehn. Ich will den Tod bedenken. Der Herr wird Alles lenfen, und was mir gut ist, wird geschehn. Mel. Allgegenwärtiger, ich 463 In n Trübfal, Christ, sei unverzagt! Wann Schwermuth an dein Herz sich wagt, erheitre dein Gemüthe; du weißt, auch dich liebt väterlich der Va ter aller Güte. 2. Kein Leiden kommt von ohngefähr; dein Gott schickt dir es zu, und er zeigt sich in seinen Wegen so groß von Rath, als groß von That und reich an Guad' und Segen. 3. Der dich in Jesu herzlich liebt, sucht, wann er dich durch Kreuz betrübt, das wahre heil der Seele, weckt dich, daß nicht zu deis ner Pflicht dir Trieb und Eifer fehle. 4. Das Kreuz bengt Stolz und Uebermuth; erstickt der Wollust wilde Gluth; bricht die Gewalt der Sinne; ers weicht das Herz, daß Andrer Schmerz dein Mitleid leicht gewinne. 5. Auch übt das Kreuz dich in Geduld, erhöht den Werth von Gottes Huld; stärkt mächtig dein Vertraus nun mit Lust aufs Unsicht. en; lehrt im Verlust dich bare schauen. 6. Der Leiden Zucht ers hebt dich stets zu größrer Andacht des Gebets und stärfet deinen Glauben. Weit minder kann Verfüh rung dann dir deine Krone rauben. um bnpm I 7. 3war Geduld und Gelassenheit im Leiden. 349 7. 3war stört das Kreuz Kreuz geduldig, das bin ich oft deine Ruh'; mit bangen dir und meinem Heile schuls Thränen säest du und unter dig. Laß mich die Pflicht, viel Beschwerden. Corist, die wir so oft vergessen, hoffe doch! Es wird dir noch täglich ermessen. zur reichen Aernte werden. 2. Bin ich nicht Staub, wie alle meine Väter? Bin ich vor dir, Herr, nicht ein Uebertreter? Thu ich zu viel, wenn ich die schweren Tage standhaft ertrage? 8. Verschmerzt ist bald ein irdisch Leid; kurz ist der Aus genblick der Zeit; doch ewig, ewig wäbret dort dein Genuß obn' Ueberbruß, wie ihn der Geist begehret. 9. Auch bleibet stets dein Gott getreu; steht dir als Bater liebreich bei; sorgt, daß er dich erquicke. Er schafft dir Rast, daß teine Last dich nie ganz nieder, drücke. 10. Verbirgt er auch sein Angesicht, dies raube deinen Muth dir nicht! Gott farn sein Kind nicht hassen. Wer ihn nur liebt, sich ihm ergibt, den wird er nicht vers lassen. 11. Durch Trübsal sind zu aller Zeit tie Frommen in die Herrlichkeit gleich Jesu, eingegangen. Denkst denn nur du, in träger Rubh' die Krone zu erlangen? 12. Demüthige dich, gleich ale sie; gleich ihnen bet und zage nie; denn Gott erhört tein Flehen. Bald weicht dein Leid; zu seiner Zeit wird dich dein Gott erhöhen! Mel. Herzliebster Jesu 464 in Herz, o Gott, in Leid und 3. Wie oft, o Gott, wann wir das Böse dulden, ers dulden wir nur unsrer Thors heit Schulden, und nennen Lohn, den wir verdient be kommen, Trübsal der Froms men! 4. Ist Dürftigkeit, in der die Trägen tlagen, sind Haß und Pein, die Stolz und Wollust tragen, des Schwels gere chmerz, des Neids vermiste Freuden, des Chris sten Leiden? 5. Ist deren Qual, die deinen Rath verachtet, nach Gottesfurcht und Glauben nie getrachtet, und die nur büßen ihrer Thorheit Freu den, christliches leiden? 6. Doch selbst, o Gott, in Strafen unsrer Sünden läßt du den Weg zu unserm Heil uns finden, wenn wir sie uns, die Misserhat zu hassen, züchtigen lassen. 7. Streb ich nur nach dem Frieben im Gewissen, wird Alles mir zum Besten dienen müssen. Du, Herr, regierst und 350 und ewig wirkt dein Wille Gutes die Fülle. Pflichten gegen uns selbst. 8. Ich bin ein Gast und Pilger auf der Erden; nicht hier, erst dort, bort fell ich glücklich werden; und was sind gegen euch, ihr ew'gen Freuden, dieser Zeit Mel. Wer nur den lieben Gott Leiden? 9. Wenn ich nur nicht 465 Groß ist der Herr, mein Elend selbst verschulde, wenn ich als Christ gelassen leid' und dulde; so kann ich mich der Hülfe der Erlösten sicher getrösten. die Berge zittern vor seiner Gottesmajestät, wenn er in dunklen Ungewittern, der Heilige, vorübergeht. Doch Liebe strömt aus seiner Hand in vollen Wolken auf das Land. 10. Ich bin ein Mensch, und Leiden müssen fränken; doch in der Noth an seinen Schöpfer denten, und ihm vertraun, dies stärfet unsre Herzen mitten in Schmer, zen. 11. Schau über dich! Wer trägt der Himmel Heere? Merk' auf! Wer spricht: bis hieher, zu dem Meere? Ist er nicht auch dein Helfer und Berather, dein bester Bater? 12. Willst du fo viel, als der Allweise, wissen? Jeßt weißt du nicht, warum du leiden müssen; allein du wirst, was seine Wege wa ren, nachmals erfahren. wirkt Weisheit und Erfahrung; Erfahrung gibt dem Glauben Muth und Nahrung. Ein starkes Herz steht in der Noth noch feste. Hoffe das Beste. 13. Er züchtigt uns, das mit wir zu ihm nahen, die Heiligung des Geistes zu empfahen, und mit dem Trost der Hülfe, die wir merken, Andre zu stärken. 14. Das Kreuz des Herrn 2. Vo Raum, wo sich der Halm entfaltet, bis zu der letzten Sonn' hinaus, herrscht sein Gefeß; als Vater waltet er durch das große Weltenbaus. Der leben gibt und Freude schafft, mit Liebe waltet er und Kraft. 3. Was dich auch drückt, mein Herz, er rettet! Ver traun zu ihm ist deine Pflicht. Er, der den Wurm im tager bettet, der Gott verläßt den Menschen nicht. Der so viel gibt und mehr verheißt, ers hebe dankend ihn, ihn, mein Geist! 4. Bermiß dich nicht, mit ihm zu rechten; mit Demuth nahe dich dem Herrn! In trauervollen Mitternächten ist dir der Ewige nicht fern. mit deinen Leiden, deis nem Harm wirf seiner Huld dich in den Arm! 5. D Geduld und Gelassenheit im Leiden. 351 bom 5. O schwinge dich empor Fülle bringt der Tod; wir Staube, verfinstern wollen nicht verzagen! deine Tage sich; zu ihm blick auf, und bet' und glaube; verfagend selbst erhört er dich; doch nie enthüllt die Ungeduld das heil'ge Dunkel seiner Huld! 3. Und wären wir auch noch so frank; zur Tugend führen Schmerzen. Für jes des Leiden Preis und Dank. Erhebt euch, bange Herzen! Durch immer wechselndes Geschick zieht Gott uns zu des Himmels Glück; wir wollen nicht verzagen! 6. Gott fehlet nicht! D Seele, thue, was dir gebührt, sey fromm und gut! Vers fage dir nicht diese Ruhe; aus ihr erwacht der hohe Muth ,, der, wenn das Unglück uns umstürmt, uns rettet, tröstet, bebt und schirmt. 4. Wir blicken auf so mans ches Grab geliebter Mens idhen nieder, und manche Thräne rollt berab; doch Eins erhebt uns wieder: Gott Lob, sie sind im Vater, land. Was hier zerstäubt, Wir war nur Gewand. wollen nicht verzagen! 7. Vertraue Gottes Vaterhånden, wenn er den frömmsten Wunsch versagt; was hier beginnt, wird dort vollenden, wo dir ein neues Leben tagt. Es ruhn im engen Raum der Zeit die Keime deiner Ewigkeit. 5. Sie wandeln dort auf höhrer Bahn, sie blühn in neuer Jugend; wie frei ist nun ihr Geist von Wahn, wie lauter ihre Tugend! Drückt uns auch mancher 466 W trocknen heißer Tag; sie gingen vor, Mel. Wann mein Stündlein ir unfre Thränen ab, erhebet euch, Gefühle! wir kommen nach. Wir wollen nicht verzagen! ir schauen vorwärts auf das Grab und weiterhin zum Ziele; und drückt uns auch die größte Noth, aus allen Leiden führt der Tod; wir wollen nicht verzagen! 2. Und wären wir auch noch so arm und hätten nichte als Sorgen, und Mangel, Blö ße, Frost und Harm, und 6. Das leid, das schmerzfich und zerreißt, veredelt die Gefühle, es stärkt und läutert unfern Geist, und führt empor zum Ziele. Wir trecfnen unsre Thränen ab, und schauen über Tod und Grab, und wollen nicht vers zagen. ach! fein Brod für morgen; Mel. Jesu meine Freude sur Weisheit führt des Lez 467 Cem Herzen bans bene Noth, und Glück und ne F 352 Pflichten gegen uns selbst. ne Gram und Schmerzen! nicht selbst verschuldet, und Fasse neuen Muth! Wenn dann froh erduldet, was schon Kreuz dich drücket: dein Gott verhängt! Steh Gott ist's, der es schicket, was als Held vor aller Welt! er schickt, ist gut. Wenn dich Mag sie deiner Hoffnung Noth ringeum bedroht, Sor. lachen: doch wird's Gott gen stets mit dir erwachen: wohl machen. doch wird's Gott wohl mas dhjen. 2. Ist der Himmel trübe, wanft der Freunde Liebe, stehst du, wie verwaist; schreckt mit jedem Tage eis ne neue Plage ten bedrängs ten Geist; weicht das Glück auch stets zurück; scheint's dich nie mehr anzulachen: doch wird's Gott wohl ma, chen. 3. Bürden abzunehmen, dazu dient kein Grämen; Gram sei dir verbaßt! Uns geduld macht Bürden, die dir leicht seyn würden, erst zur Felsenlast. Zagend Herz, besteg den Schmerz! Drückt die Bürde gleich den Schwas chen: doch wird's Gott wohl machen. 4. Du führst Christi Namen; treu ihm nachzuah men, das ist deine Pflicht. Werde nicht erschüttert, wenn die Erde zittert und der Hims mel bricht! Der steht fest, wer Gott nicht läßt. Laß rings um die Wetter fra chen: doch wird's Gott wohl machen. 5. Herrlich ist die Krone, die der Christ zum Lohne seines Kampfs empfängt. Nur 6. Dabei soll es bleiben! Nie will ich mich sträuben, Gott getreu zu seyn. Stets, im Tod und Leben, bleib ich ihm ergeben, ich bin sein, er mein. Was er will, sei stets mein Ziel! Er weiß alle meine Sachen ewig wohl zu machen. In eigener Melodie. 468 olli' es gleich bisweilen scheinen, als verließ der Herr die Seinen; auch im Sturm und Finsterniß glaub ich doch: er hilft gewiß! 2. Wird die Hülfe gleich verschoben, sieht er doch mein Leid von oben. Hilft Gott nicht zu jeder Frist: hilft er doch, wanns nöthig ist. 3. Pflegen Väter stets zu geben, wornach ihre Kinder streben? Weis ist Gott, ich harre still; er gibt, wann und wie er will. 4. Kann ich, ist die Noth am größten, mich doch naher Hülfe trösten: er ist ge gen mich, sein Kind, mehr als väterlich gesinnt. 5. Laß den Feind mir bange machen; Gott, mein Schuß, wird für mich wachen! Schwer Geduld und Gelaffenheit im Leiden. 353 Schwer sei meines Kreuzes einst allhier ward von Gott Joch: Gott, mein Vater, gegeben: nichts nehm ich lebet noch. mit von der Erde, wann ich sie, nach viel Müh, einst vers lassen werde. 6. Fließt so manche stille Thräne, wenn ich mich nach Nuhe sehne: jede, die mein Auge weint, zählt der treue Menschenfreund. 7. Werd'ich gleich verfolgt vom Neide; leb mit Bösen ich im Streite; folgt mir Spott und Lästrung nach: Gott tilgt alle Noth und Schmach. 8. Will mich auch die Welt vertreiben, muß mir doch der Himmel bleiben. Dort folgt Ruhe nach dem Krieg und die Palme schmückt den Sieg. 9. Ich will gern das Eitle lassen; Fürst und Bettler muß erblassen; Glück verschimmert, und der Tod führt den Dulder aus der Noth. 10. Ach Herr, wenn ich dich nur habe, fehlt mir keine gute Gabe! Aus der Welt durchs dunkle Grab führt zum Himmel mich dein Stab! In eigener Melodie. 469 W arum sollt' ich mich denn grämen? Hab ich doch Christum noch. Wer will mir den nehmen? Wer will mir den Himmel rauben, den mir schon Gottes Sohn bei gelegt im Glauben? 2 Nichts bracht' ich in dieses Leben, da es mir 3. Gut und Blut, Leib, Seel' und Leben, ist nicht mein: Gott allein hat es mir gegeben. Soll ich es ihm wiedergeben, geb ich's hin, preise ihn, blick aufs beßre Leben. 4. Schickt er mir ein Kreuz zu tragen, dringt herein Angst und Pein: sollt ich drum verzagen? Der es schickt, der wirds auch wenden; er weiß wohl, wie er soll all mein Unglück enden. 5. Gott hat mich bei gus ten Tagen oft ergößzt, sollt' ich jetzt nicht auch etwas tragen? Liebt er mich drum doch nicht minder! Nie zu schwer züchtigt er seine treuen Kinder! 6. Stolz, Haß, Neid und ihre Rotten können mir nichts mehr hier thun, als meiner spotten. Laß sie spotten, laß fie lachen: Gott, mein Heil, wird in Eil' sie zu Schanden machen. 7. Unverzagt und ohne Grauen soll ein Christ, wo er ist, seinem Gott vertrauen. Was sollt er zu schmerzlich finden? Selbst den Tod hilft ihm Gott freudig überwinden. 8. Kann mich doch der Lød nicht tödten, nein, er 3 reißt 354 Pflichten gegen uns selbst. reißt meinen Geist aus viel Noth mich wohl weiß zu ertaufend Nöthen; endet die halten, drum laß ich ihn nur ses Lebens Leiden, und gibt walten. mir einst dafür alle Himmelèfreuden. 9. D dann wird an böhern Schäßen Geist und Herz frei vom Schmerz, ewig sich ergößen. Bleibend Gut ist nicht zu finden in der Welt, sie enthält Güter, die ver schwinden. 2. Was Gott tbut, das ist wohlgethan! Sein Wort fann ja nicht trügen; er füh ret mich auf rechter Bahn zum seligsten Vergnügen. Trost und Geduld gibt seine Huld; er wird mein Unglück wenden; es steht in seinen Händen. 10. Sind nicht dieses Lebens Güter Unbestand, eitler Land, Lasten der Gemüther? Dort, dort sind die edlern Saben; denn mein Hirt, Eristus, wird dort mich ewig laben. 11. Herr, mein Heil, Quell aller Freuden, du but mein, ich bin dein Niemand kann uns scheiden. Sch bin dein, weil du dein Leben und dein Blut mir zu Gut in den Tod gegeben. 12. Du bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Her zen lasse. Kaß mich, laß mich bingelangen, wo du mich und ich dich ewig werd' umfangen. 3. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er wird mich wohl bedenken; wenn ich mir selbst nicht belfen kann, wird er mir Hülfe schenken. Ja, seine Tren in täglich neu, drum will ich auf ihn bauen und seirer Güte trauen. 4. Was Gott thut, das ist wohlgethan! Er ist mein Licht und Leben, der nie mein Unglück wollen kann: ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid. Es fommt die Zeit, da öffentlich erschei net, wie treulich er es meinet. 5. Was Gott thut, das ist wohlgetban! Muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Wahn, laß ich mich doch nicht schrefs ken; weil mich zuletzt mein Gott ergößt mit süßem Trost im Herzen: da weichen alle Schmerzen In eigener Melodie. CON 470 Wa as( Sott thut das ist wohl gethan! Voll Weisheit ist sein Wille. Ihn bete ich in Demuth an, und halt' 6. Was Gott thut, das ihm findlich stille. Er ist ist wohlgerban! Dabei will mein Gott, der in der ich verbleiben. Es mag mich auf Geduld und Gelassenheit in Leiden. 355 auf die rauhe Bahn Noth, Freud und Leid. Hier stört Tod und Elend treiben: so wird Gott mich doch väter lich in seinem Schuß erhals ten. Drum laß ich ihn nur walten. oft Unruh und Beschwerde mein Wohl und meine Heis terkeit; hier wohn ich noch in einer Welt, die kein volle kommnes Glück enthält. In eigener Melodie. 2. Weß soll ich mich, o Herr, denn trösten? Nur 471 Was mein Gott deiner Huld. Du bist mein Zu will, gescheh' allzeit! Sein Will ist stets der beste. helfen ist er dem bereit, der an ihn glau bet feste. Der treue Gott hilft in der Noth und züchtiget mit Maßen. Wer ihm vertraut, fest auf ihn baut, den wird er nie verlassen. Heil, und bleibst, wenn auch die Noth am größten, doch meines Herzens Trost und Theil, und stehst, nach deis ner Vatertreu mir stets mit Rath und Hülfe bei. 3. aller Du stärfst mir unter Plage, o Gott, auf mein Gebet den Muth, daß ich gelassen sie ertrage, und machest endlich Alles gut. Auf Kummer folgt zufried ner Dank, auf Klagen fros her Lobgesang. 4. Erwarte nicht beständ'ge Freuden, mein Geist, in deinem Uebungsstand; denn bleibst du frei von allen Leis den, wie würde deine Treu erkannt? Vollkommne Ruh und Sicherheit ist nur ein Glück der Ewigkeit. 5. Was bist du denn, o meine Seele, in deiner Noth so fummervoll? Vertraue Gott! Nur ihn erwäble zu deinem Trost: er schützt dein Wohl. Einst danfst du ihm nach der Gefahr, daß er dein Gott und Retter war. Mel. Wer nur den lieben Gott 472 Was as ist mein Les 6. Er wird es seyn! Ruf in Gefahren ihn gläubig Erde? Ein Wechsel ists von nur als Helfer an! Er weiß dich ben auf der 32 2. Er ist mir Trost und Zuversicht, Rub, Hoffnung, Freude, Leben: drum, was er will, dem will ich nicht unmuthig widerstreben. Sein Wort ist wahr: er bat mein Haar auf meinem Haupt gezählet! Des Höchsten Macht, die für mich wacht, gibt mir stets, was mir fehlet. 3. Wann es sein Wille mir gebeut, das Leben zu verlassen: so will ich voll Erges benheit in seinem Rath mich fassen. Dir, Gott, befehl' ich meine Seel' in meinen legten Stunden: dein Sohn, o Gott, hat Höll' und Tod für mich auch überwunden. 26 356 Pflichten gegen uns selbst. till wa dich mächtig zu bewahren, Leid, und was du schickst, und da, wo niemand hel- ist Seligkeit. hier fen fann, fehlt ihm die Kraft zu helfen nicht! Dies stärke deine Zuversicht! 7. Befiehl dich seiner Va. terpflege; hoff' und vertrau ihm Allezeit! Auch auf dem allerrauhsten Wege sieh fröh lich bin zur Ewigkeit: da wirst du frei, von aller Pein, ganz selig, ganz zufrieden seyn. 8. So laß' mich, Gott, flets dahin schauen und dann mit starkem Muth auf dich auch in der größten Noth vertrauen: Du bist bei mir, dies stärke mich! Wer dessen stets versichert ist, der lebt und stirbt getrost als Christ. den ich bin und lebe, gib, daß ich mich in deinen Rath ergebe; laß ewig deinen Wil len mein, und was du thust, mir theuer seyn! 2. Du, du regierst, bist Weisheit, Lieb' und Stärke. erbarmst In eigener Melodie. 7. Vielleicht muß ich nach 473 Herr, mein wenig Tagen sterben. Herr, Gott, durch wie du willst! Soll ich den Himmel erben, und dieser ist im Glauben mein, wie fann der Zod mir schrecklich seyn? aller deiner Werke. Was zag' ich einen Augenblick? Du bist mein Gott, und willst mein Glück. 4. Gefällt es dir, so müsse feine Plage sich zu mir nahn; gib mir zufriedne Ta ge. Allein verwehrts mein ewig Heil; so bleibe nur dein Trost mein Theil. 3. Von Ewigkeit hast tu mein Loos entschieden. Was du bestimmst, das dient zu meinem Frieden. Du wogst mein Glück, du wogst mein 5. Du gibst aus Huld uns dieser Erde Freuden; aus gleicher Huld verhängst du unsre Leiden. Ist nur mein Weh nicht meine Schuld: so zag' ich nicht. Du gibst Geduld. 6. Collt ich ein Glück, das du mir gabst, verlieren, und willst du, Gott, mich rauhe Wege führen: so wirst du, denn du hörst mein Flehn, mir dennoch eine Hülf' ers sehn. Mel. In allen meinen Thaten mich 474 Mas ists, daß ich Harr' Seiner, meine Seele, harr und sei unverzagt! Du weißt nicht, was dir nüßet; Gott weiß es, und Gott schüBet, er schüßzet den, der nach ihm fragt. 2. Er zählte meine Tage, mein Glück und meine Plage, eh' ich die Welt noch sah. Ch' Geduld und Gelassenheit im Leiden. 357 3. Die fleinste meiner Sors gen ist dem Gott nicht ver: borgen, der Alles sieht und hält; und was er mir be schieden, das dient zu meis nem Frieden, wär's auch die größte Last der Welt. Eh' ich mich selbst noch kannte, nacht Gewitter um mich blis eh' ich ihn Vater nannte, war gen, so zag' ich nicht, mein er mir schon mit Hülfe nah. Vater wacht, er wacht und wird mich schützen. Die Güte, die mich werden hieß, die den Bedrängten nie vers ließ, die wird mich nie verlassen. 2. Sein Auge schaut auf meinen Schmerz, und seine Blicke zählen die Sorgen, die mein armes Herz mit Angst und Kummer quälen. fandte mir das Leiden zu, daß nicht mein Herz in stols zer Ruh' des Ewigen ver geffe. 4. Ich lebe nicht auf Er. den, um glücklich hier zu werden; die Lust der Welt vergeht. Ich lebe hier, im Segen den Grund zum Glück zu legen, das ewig, wie mein Geist, besteht. Er 5. Was dieses Glück vers mehret, sei mir von dir gewähret! Gott, du gewährst es gern. Was dieses Glück verleßet, wenn's alle Welt auch schäßzet, sey, Herr, mein Gott, mir ewig fern! 6. Sind auch der Krank, heit Plagen, der Mangel schwer zu tragen, noch schwerer Haß und Spott: so harr ich, und bin stille zu Gott; denn nicht mein Wille, dein Wille nur gescheh', o Gott! 7. Du bist der Müden Stärke, und aller deiner Werke erbarmst du emig dich. Was fann mir widerfahren, wenn Gott mich will bewah, ren? Und er, mein Gott, bewahret mich! Mel. Schon ist der Tag von 475 W enn gleich aus tiefer Mitters 3. Gesegnet sind die feiden mir, die mich der Welt entziehen, mich lehren, Gott, allein zu dir nach Trost und Hülfe fliehen. Ich weiß, einst bringst du meinem Blick der Sonne sanftes Licht zus rück, das Dunkel mir vers hüllet. 4. Wie will ich dann vom Schmerz befreit, Herr, deis ne Huld erheben; wie freudig dir selbst für das leid, Lob, Preis und Ehre geben! Wohl denen, die dem Herrn vertrau'n, und ihre Hoff nung auf ihn bau'n! Nie werden sie zu Schanden. Mel. In allen meinen Thaten 476 Will mich, o Gott, hienieden des Lebens Last ermüden, so stärte meinen Geist! Wann mich die Leiden kränken, so laß mich Thatma: 358 Pflichten gegen den nächsten. mich wohl bedenken: auch wesen, wird doch mein Geist das sei gut, was Trübsal genesen, er eilt zu seinem heißt! Schöpfer hin. 2. Nicht ewig soll sie währen: oft werden unsre Zähren schnell von dir abges wischt. Und seufzen wir: wie lange ist meiner Seele bange, so wird mit Trost das Herz erfrischt. 3. Du wendest solche Bür den, die uns erdrücken würden, Gott, gnädig von uns ab. Du siehst bei unsern Plagen auch auf die Kraft zu tragen, die deine Hand uns selber gab. 4. Dein väterlich Bemühen will deine Kinder ziehen, zu thun, was dir gefällt. Du willst die Lüste schwächen, den eignen Willen brechen, uns bilden für die beßre Welt. 5. Du willst den Eifer mehren, gehorsam dich zu ehren mit Glauben und Ges duld; daß, wenn uns Feins de haffen und Freunde uns verlassen, wir stets vertrauen deiner Huld. 8. O drücke meinem Her zen bei Sorgen, Gram und Schmerzen dies doch aufs tiefste ein; der, den du, Vater, liebest, tann, wenn du ihn betrübest, doch nies mals unglückselig seyn. Allgemeine Menschenliebe. di 477 Mel. Schwing dich auf zu eilig, heilig ist das Band, das die Menschen bindet; ist ges fnüpft von dessen Hand, der die Welt gegründet; ist gefnüpft, daß besser mir seine Welt gefalle! Einen Schöpfer haben wir, Einen Vater Alle. 2. Einen Vater; einen Gott, der uns alle liebet, der uns täglich unser Brod, Kraft und Freude giebet; der nicht nur mit Freundlich feit schaut auf Fürstenthronen, der auch segnet und er freut, die in Hütten wohnen. 3. Wohl mir! Auch auf 6. Was will uns, Herr, auch scheiden von dir und jenen Freunden, die du für uns ersehn? Wir leben oder sterben, so wird uns, dei nen Erben, des Himmels Wonne nicht entgehn. 7. 3u jenem bessern leben willst du auch mich erheben; der Tod ist mein Gewinn. Muß gleich mein Leib ver- trüben. mich, sein Kind, blickt er freundlich nieder. Nah und fern die Menschen sind alle meine Brüder. Froh und herzlich sollen wir uns einan der lieben; wohlthun, Elend mildern hier, feinen je bes 4. Und Allgemeine Menschenliebe. 4. Und ich fühlte keinen Schmerz bei des Bruders Leiden? Kalt und fühllos blieb mein Herz bei des Bruders Freuden? Und es sollt in meiner Brust Stolz und Haß entbrennen? Könnt' ich dann wohl Gott mit Lust meinen Vater nennen? 5. Brüder, nein dies Herz soll nie sich vor euch verschließen, immer will ich Sorg' und Müh' liebreich euch versüßen. Alle, Alle leben wir, um uns zu be glücken; und ihr seid nur theurer mir, wenn euch Leiden drücken. 359 ben! Heilig sei uns allezeit, was der Herr uns hier gebeut! 2. Wir sind Bürger Einer Welt, Kinder Eines Vaters, Brüder, die er huldreich all' erhält: Alle eines Leibes Glieder, die sein weiser Allmachtèruf Alle, sich zu lies ben, schuf. 6. Immer will ich, wie ich kann, sie euch helfen tragen; fann ich's nicht, euch trösten dann, trösten, mit euch flagen. Dann sollt ihr an meiner Brust euren Gram verweinen, bis die Sonne neue Lust euch ins Herz wird scheinen. 7. O gewiß, dann werdet ihr froh den Vater preisen, und auch Duldern gern mit mir bülfreich euch erweisen; werdet, süßer Trost! auch mich, wann mich Leiden drük, fen, mitleidsvoll und brüderlich trösten und erquicken. 3. Eine sterbliche Natur hat er allen uns gegeben, und auch Eine Hoffnung nur: Hoffnung auf ein beßres les ben, wenn wir hier in dieser Welt redlich thun, was ihm gefällt. 4. Und wir sollten und ents zweien? Lieblos uns einander hassen? Uns, zu unsrer eigs nen Pein, Stolz und Neid beherrschen lassen? Wer kein Freund des Nächsten ist, ist fürwahr fein Mensch, kein Christ. 5. Was wir auch aus Gottes Hand reichlicher als Andre haben: Ansehn, Reichs thum, hober Stand, Leibee, kräfte, Geistesgaben, Alles dies befreit uns nicht von der Menschenliebe Pflicht. 6. Nein, der Gaben Uns terschied fnüpft das große Band auf Erden, und wohl dem, der sich bemüht, nüßlich, wie er kann, zu werden; sich der Menschheit Dienst zu weihn, auch im Kleinsten treu zu seyn. Mel. Jefus meine Zuversicht llen Christen und 478 Ale auch mir hat der Herr dies vorgeschrieben: 7. Darum gib uns, Gott euren nächsten sollet ihr, als ein Herz, voll von wahrer euch selbst, von Herzen lie. Menschenliebe, das an And. rer 360 rer Freud und Schmerz Antheil nehm' und gern das übe, was der Liebe Pflicht begehrt, wie sie uns dein Sohn erklärt. 8. Diesem großen Men schenfreund laßt uns Alle ähnlich werden, daß wir, hier mit ihm vereint, nach vollbrachtem Lauf auf Erden, dort verklärt, auf ewig sein, seiner Lieb' uns ganz erfreun! Pflichten gegen den Nächsten. In eigener Melodie. 479 Me enschenfreund, nach deinem Bilde, bilde sich mein ganzer Sinn! Deine Sanftmuth, deine Milde neig' auch mich zur Güte hin! Unwerth wär' ich, dich zu kennen, liebt ich meine Brüder nicht; uns werth, mich nach dir zu nennen, wich ich von der Liebe Pflicht! 2. Wo du, Jesu! Men schen nahtest, folgte Wohlthun deiner Spur, wo du segnend Gutes thatest, in den Hütten, auf der Flur, an dem Lager franfer Brüder, wo du je nur hinges blickt, kehrte Freud' und Hoffnung wieder, und die Menschheit ward erquickt. 3. Menschenfreundlichster von Allen, feinen hast du je verschmäht. Wer verirrt war und gefallen, wer um Trost zu dir gefleht, hat für alle seine Wunden, Herr, in beiner treuen Hand Rettung, Heil und Trost gefunden, Hülfe wie er nirgends fand. 4. Brüder, kommt in meine Arme; wer da leidet, ruhe hier! Wenn ich sein mich nicht erbarme, wende sich mein Gott von mir! Ohne Liebe ist fein Leben; liebend nur gleich in dem Herrn; sein Verschonen, sein Verges ben, o mein Herz, stets üs' es gern. 5. Ob mich auch mein Nächster fränket; Jesus, denk' ich, litt wohl mehr. Ob er Böses von mir denket, besser will ich seyn, als er. Wenn mir jemand Gram bereitet, irrt vielleicht nur sein Verstand, und ich reich" ihm, wenn er gleitet, dennoch liebreich meine Hand. 6. Nimmer soll mein Herz ermüden, reiner Liebe sich zu weihn! O es schafft so süßen Frieden! wohlzuthun und zu erfreun! Wer nach Dank und Lohn nur ringet, hat schon seinen Lohn dahin, wen das Herz zur Liebe dringet, ärntet dauernden Gewinn. 7. 3war der Wehmuth Zähr' entfließet dem, der reiche Saat gestreut, wenn der Hoffnung Feld nicht sprießet, oder wenig Frucht ihm beut, doch des Segens seiner Güte freut er einst sich, wär's auch spät; endlich, Heil uns! steigt zur Blüthe, was die Liebe ausgesäet. Mel. Allgemeine Menschenliebe. 361 Mel. O Gott, du frommer Gott Ruh, er rühme sein Ver480 Gib mir, o Gott, dienst, deck' seine Fehler zu! ein Herz, das jeden Menschen liebet, bei seinem Wohl sich freut, bei seiner Noth betrübet; ein Herz, das Eigennuß und auf mich Rach' ist dein, o sprichst: ich will Drum laß mich stille seyn, wenn Menschen schelten! Gib, 6. Die Gott, du vergelten. Neid und Härte flieht, und daß ich dem verzeih, der sich um Andrer Glück als um sein Glück bemüht! mir zu schaden sucht, den liebe, der mich haßt, den segne, der mir flucht! 7. Doch laß mich nicht allein auf zeitlich Wohlergehen mit eingeschränktem Blick bei meinem Nächsten sehen! Noch stärker müsse mich sein ewig Glück erfreun, noch mehr sein Seelenheil mir angelegen seyn. 8. Den, der im Glauben wanft, im Glauben zu be stärken: den, der noch sicher ist bei seines Fleisches Werken, von der verfehrten Babn des Lasters abzuziehen, dazu verleih mir Kraft und segne mein Bemühn! 2. Seh ich den Dürftigen, so laß mich gütig eilen, von dem, was du mir gibst, ihm hilfreich mitzutheilen, nicht aus dem eitlen Trieb, groß vor der Welt zu seyn, und mich verehrt zu sehn; nein, Menschen zu erfreun. 3. Dies sei mein Gottesdienst! Auch unbemerkt von ihnen, müss' Andern stets mein Herz mit Rath und Hülfe dienen! Mich treibe nicht erst Dank zu milder Wohlthat an; nein, was ich Brüdern thu', das sei dir, Gott, gethan. 4. Ein Trunk, mit dem mein Dienst dem Durstigen begegnet; ein Blick voll Trost, mit dem mein Herz Bedrängte segnet; ein Rath, mit dem mein Mund in Kummer Andre stärkt; nichts bleibt, so klein es ist, von dir, Herr, unbemerkt. 9. O heilige du selbst, Herr, meiner Seele Triebe, durch deine Lieb und Furcht zu wahrer Menschenliebe! Wer nicht den Nächsten liebt, geht nicht zum Himmel ein. Laß diese Wahrheit, Gott, mir stets vor Augen seyn! 5. Eilt wo ein boshaft Herz Unfrieden anzurichten, ſo laß mich ſorgsam ſeyn, der 481 V Brüder Zwist zu schlichten. Aus Schmähsucht fränke nie mein Mund des Nächsten Mel. Wer nur den lieben Gott uns Gutes wirken! O Christen! füget Hand in Hand! Es schlinge sich cas 362 Pflichten gegen den Nächsten. sich um unsre Herzen der Menschenliebe sanftes Band; und jeder liebe Recht und Pflicht, bis einst sein Aug' im Tode bricht! Mel. Auf Chriftenmensch 2. Wir sind ja Eines Bas 482( a) Jemand S ters Kinder, in jedem Stande vor ihm gleich; sind ohne Unterschied hier Brüder, wir mögen arm seyn, oder reich. In Eintracht sollen wir uns freun, einander Hülf und Beistand seyn. spricht, ich liebe Gott! und hair doch seine Brüder; der treibt mit Gottes Wahrheit Spott, und handelt ganz dawider. Gott ist die Lieb' und will, daß ich den Nächsten liebe, gleich als mich. 2. Wir haben Einen Gott und Herrn, sind Eines Leis bes Glieder, drum diene deinem Nächsten gern, denn wir sind alle Brüder. Gott schuf die Welt nicht blos für mich, mein Nächster ist sein Kind wie ich. 3. Ein Heil ist unser Aller Gut. Ich sollte Brüder hass sen, die Gott durch seines Sobres. Blut so hoch ers kaufen lassen! Daß Gott mich schuf, und mich vers sühnt, hab' ich dies mehr, als sie, verdient? 4. Du schenkst mir täglich so viel Schuld, du Herr von meinen Zagen! Ich aber sollte nicht Geduld mit meis nen Brüdern tragen, dem nicht verzeihn, dem du vergibst, und den niet lieben, den du liebst? 3. So schlage denn für Menschenfreude, für Menschenwohl auch unser Herz! Und leidet irgendwo ein Ars mer, gemildert sei durch uns sein Schmerz! Sein heitrer, dankerfüllter Blick erhöhet unser eignes Glück. feit. D faßt uns diesen Sas men streun! laßt uns Menschenfreunde seyn! 4. Wonne, Menschen glücklich machen! Wenne, Menschen glücklich sehn! Durch sie wird Gottes schö ne Erde dem Herzen noch einmal so schön. Ja, eine freudenreichre Pflicht, als Menschenliebe, gibt es nicht. 5. Erscheint des Todes ernste Stunde dir, Menschens freund, so naht mit ihr ein Engel Gottes, und verkündigt den Lohn der Menschen liebe dir. Des Grabes Nacht wird dir erbellt, du sätest für die beßre Welt. 6. Ja, Christen, wer sein Herz hienieden der wahren Menschenliebe weiht, der streut zu einer reichen Aernie den Samen für die Ewigs du, mein Erlöser, an, als hätt' 5. Was ich den Frommen hier gethan, dem Kleinsten auch von diesen, das siebst Gerechtigkeit und Billigkeit. bätt' ich's dir erwiesen. Und ich, ich sollt' ein Mensch noch seyn, und dich in Brüdern nicht erfreun? 6. Ein unbarmherziges Gericht wird über den ers gehen, der nicht barmherzig ist, der nicht die rettet, die ihn flehen. Darum gib mir, Gott, durch deinen Geist ein Herz, das dich durch Liebe preist! 363 6. Gott, welch ein seliger Gewinn ist dann schon mein auf Erden, wenn ich an liebevollem Sinn dir lerne ähnlich werden! 7. Dein Beifall ist mir dann gewiß und unter deis nem Segen geh' ich, dein Wort verspricht mir dies, froh jener Welt entgegen. 8. Da wirst du dann, mein Vater, mir das Glück des Himmels geben; ich werd' erfreut, belohnt vou dir, im Reich der Deinen leben. Mitfreude und Mitleid. Mel. Mein erft Geschäft sey 482( b) Quliebender, mein Herz, bei meines Näch, sten Freuden mich mit zu freun, und fühlt er Schmerz, dann auch mit ihm zu leiden, O Mel. Kommt her zu mir o 2. laß mich diese heil ge 483 Du liebst, Gott, Pflicht nie aus den Augen setzen, und auch an dem Geringsten nicht gering sein 3. Nie reize mich des Nächsten Glück zur Miß, gunst und zum Neide, nie Andrer widriges Geschick zu niedrer Schadenfreude! Gerechtigkeit und Billigfeit. 4. Hilf mir vielmehr, in Andrer Wohl, o Gott, mein eignes finden, und, wenn ich kann, auch, wie ich soll, gern ihre Wohlfahrt gründen! Gerechtigkeit, und strafest den, der sie ents weiht, am nächsten Unrecht Du seinen Lohn, ohn' alles Ansehn der Person, nach seinen Werken giebet. 2. Gerechter Gott, laß deinen Geist zu dem, was recht und billig heißt, stets meine Seele lenfen! Nie komm' es mir doch in den Sinn, aus schnöder Habſucht, um Gewinn, des Nädysten Recht zu fränken! 5. Laß mich auch selber meinem Feind des Mitleids Thräne weihen, und ihn, wenn er im Unglück weint, 3. Pflanz' Netlichkeit in meine Brust, und laß mich stets mit wahrer Luft der Liebe Pflichten üben. Ein Herz, mit Hülfe gern erfreuen! das nur auf Unrecht denkt, nur 364 nur Schaden sucht und Andre fränkt, wie kann das Brüder lieben? Pflichten gegen den Nächsten. 4 Nie seufze jemand über mich! Mein ganzes Herz bestrebe sich, dem Nächsten gern zu geben, was er mit Recht verlangen kann, und immers fort mit jedermann in Einigfeit zu leben! 5. Laß mich beständig dahin sehn, mit jeglichem so umzugehn, wie ich's von ihm begehre; damit ich keines Menschen Herz durch Druck und Härte je mit Schmerz und Kümmerniß beschwere! 6. Herr, mit dem Maaß, womit ich hier dem Nächsten messe, wirst du mir dereinst auch wieder messen. Dies reize mich zur Billigkeit und lasse mich zu keiner Zeit der Liebe Pflicht vergessen. Mel. Alle Menschen müssen 484( a) ( a)[ ller meiner Brüder Rechte laß mir, Gott, stets heilig seyn! Wenn ich sie zu kränken dächte, ihres Kummers mich zu freun, über sie mich zu erheben, oder mir allein zu leben, dann verlegt' ich meine Pflicht, ehrte deinen Willen nicht. Andern Gut und Ehre rauben; welchen Haß verdient ich nicht, welch ein schreck liches Gericht! 3. Nein, ich will das Unrecht haffen, Recht erzeigen Jedermann, jedem geben, jedem lassen, was er hat und fordern kann. Lieber will ich Unrecht leiden, als bege ben, und mit Freuden lieber niedrig seyn und bloß, als durch Unrecht reich und groß. 4. Würden der Bedrängten Zähren, würden ihre Seufzer nicht Rettung, Gott, von dir begehren, und er schweren mein Gericht? Würd' ich nicht einst zittern müssen? Würde nicht selbst mein Gewissen mir mit Angst und Schrecken dräun, und ihr erster Rächer seyn. 5 Eines Unterdrückten Thränen, o wie furchtbar sind nicht die! Eh' es unge rechte wähnen, trifft, Herr, deine Strafe sie. Und wenn du nicht eilen solltest, wenn du, Richter, säumen wolltest, harrt gewiß dem Bösewicht einst ein schreckliches Gericht. 6. Nein, ich will gerecht und billig selbst auch) gegen Feinde seyn; keinen drücken, vielmehr willig dem Beleidiger verzeihn. Hab ich macht, ich will sie nüßen, den Bes drängten zu beschüßzen: eilen, wo Verlaß'ne flehn, ihnen 7, 2. Könnt' ich, taub bei ihren Klagen, ihnen das aus Eigensinn oder Neid und Geiz versagen, was ich ihnen schuldig bin; könnt' ich ohne Treu' und Glauben liebreich beizustehn. Gerechtigkeit und Billigkeit. 7. Schüßen will ich meine Rührung seben, wie sehr Rechte, aber fanft und mit Geduld. Wir sind alle deine Knechte; und wie groß ist deine Huld; Du vergibst mir meine Schulden; sollt' ich denn kein Unrecht dulden, nicht gelind seyn, mich nicht freun, wie du, Vater, zu verzeih'n? 8. Hilf mir immer richtig wandeln, und, von allem Unrecht fern, billig, schonend, liebreich handeln, ähnlich Jesu, meinem Herrn! Du, der Richter aller Wel ten, wirst mir Alles einst vergelten, was ich meinen Brüdern that, wenn dein großer Tag sich naht. 502 365 ihn meine Strenge quält? 4. Nein, lieber will ich dulden, als dessen Gram verschulden, für den sein Un glück spricht! Zur Schonung mich zu neigen, und Billigfeit zu zeigen, das fordert meine Christenpflicht. 5. Auf seine Rechte dringen, gewaltsam sie erzwingen und keine Härte scheun; sich nicht der Noth des Armen und Dürftigen erbarmen, heißt schändlich alles Recht entweih'n. 3. Wie sollt' ich es denn wagen, dem Nachsicht zu versagen, der nicht mit Vorsatz fehlt: und, taub bei seinem Flehen, es ohne 6. Wenn du mit deinen Knechten, o Höchster, wolltest rechten, wer könnte dann bestehn? Doch wirst du streng die richten, die troßend allen Pflichten der Billigkeit, aufs Recht nur sehn. 7. Daß ich einst Gnade finde, laß mich, o Gott, gelinde, mild und barmherzig seyn, mein Recht nicht übertreiben, und immer billig bleiben von aller Streng' und Härte rein! Mel. In allen meinen Thaten tel.( b) ( b) Jesu 484 Ng Weisheitsach lebren darf ich nicht stets bes gehren, was vor dem Richter gilt; nicht immer darauf dringen, den durch Gewalt zu zwingen, der meine For d'rung nicht erfüllt. 2. Oft mangelts ihm an an Fortgang in Mel. Gott des Himmels und Geschäften, bei aller Tha. 484( Richteter tigkeit; und bei dem besten Willen kann er oft nicht er füllen, was ihm Gesetz und Pflicht gebeut. Strenge, wenn du Andre fehlen siehst! Groß ist auch der Fehler Menge, die du selber noch nicht siehst. Sei bedachtsam, richte nicht Schonung ist des Christen Pflicht. 2. Siehst du stets die ties fern Pflichten gegen den Nächsten. 366 fern Gründe von des Näch sten Handlung ein? Ist auch was du tadelst, Sünde? oder trüget dich der Schein? Urtheilst du gewissenhaft? oder reizt dich Leidenschaft? 3. Hast du auch in seiner Jugend stets dem Blick ihm zugewandt? Und die Feinde seiner Tugend, sind sie alle dir bekannt? Ach, was rechnest du ihm zu, daß er Mensch ist, so wie du? 4. Oft vollbringt er nur im Stillen, was vor Gott ihm rühmlich bleibt; fehlt auch oft mit Widerwillen, oft nur, weil ihn Irrthum treibt, zeigt nicht Klugheit bei der Pflicht, aber Bos heit übt er nicht. 8. Siehe nicht des Näch. sten Leiden gleich als Strafe Gottes an! Gönne dem era laubte Freuden, der sie noch genießen kann! Nie gib seis nen frohen Sinn scheinbare frommer Schmähsucht hin! 9. Laß die Liebe dich bes seelen, die nur ungern Arg wohn hegt, und, wenn Andre wirklich fehlen, ihre Fehler sanft erträgt! Mehre niemals ihren Schmerz! Rühre, beßre nur ihr Herz! 10. Gott, der Richter aller Welten richtet mit Gerech tigfeit. Jedem wird er einst vergelten, wie er lebt in dieſer Zeit. Ueberlaß ihm das Gericht! Richte du den Nächsten nicht! 5. Christ, vergiß nicht, zu bedenken, was dein Nächster fordern karn! Ach, wie würd' es dich nicht fränken, griff er deine Ehre an! Deiner Wohlthätigkeit und Barm herzigkeit. Mel. In allen meinen Thaten ſchont ja auch der Herr; zeig 485) Du, aller Men dich Vater, 6. Selbst bei wirklichem Bergehen meide mit Bes scheidenheit alles unbefugte Schmähen, Härte, Spott und nd Bitterfeit! Menschen freundlich decke du deines Nächsten Fehler zu. 7. Mit dem reinsten Hers zen biete ihm die Hand zu feinem Glück! Bringe, wenn du kannst, voll Güte, aus der Irre ihn zurück! Hüte selbst dich, wenn du stehst, 3. Wie groß ist deine MI daß du keinen Fall begehst! de! Barmherz'ger Bater, O d bilde 2. Du läsfest von uns Sündern durch Undank nie dich hindern, uns segnend zu erfreun! 3u ew'gen Ses ligkeiten uns Sterbliche zu leiten, wird ewig dein Vers gnügen seyn. du gütigster Berather in Al lem, was uns drückt! Was wir hier Gutes haben, sind einzig deine Gaben; du bist's, der unser Herz erquickt. Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. bilde mein Herz nach deinem Sinn! Daß ich der Noth der Armen mich) willig mög' ers barmen, nimm alle Härte von mir hin! 4. Gib, daß ich willig gebe; mich, wohlzuthun, bestrebe, so wie mein Hei land that, der göttliche Er barmer, den fein bedrängs ter Armer vergebens je um Hülfe bat. 5. Erhalt in mir die Trie be der mitleidevollen Liebe! Wie du mir Guts gethan, so laß um deinerwillen mich Andrer Nothdurft stillen, so oft ich sie nur stillen kann! 6. 3um Fleiß in guten Werken laß mich die Hoff nung stärken: vor dir dem Herrn der Welt, der frohe Geber Itebet, sei, was man willig giebet, ein Opfer, das dir wohlgefällt! 367 und die Gott, den Höchsten ehret! TO 7. Laß mich hier reichlich säen; denn das, was hier geschehen, folgt uns in jene Zeit. Wer hier den Näch sten liebet und sich im Wobls thun ubet, der ärntet dort die Seligkeit. 2. Speiset die die Hun ger leiden, und die durstig sind, die tränft; kommt, die Nackenden zu kleiden; tröstet die, die Kummer fränkt; Schwache eilt zu unterstützen, Unterdrückte zu besdrüßen. 3. Nicht nur denen, die euch lieben, und zu euch um Hülfe flehn, Allen eilt, von Gott getrieben, nach Vers mögen beizustehen; führt zu unverhofften Freuden die auch, die im Stillen leiden! 4. Liebe sei dir keine Bürs de, feine Last, beglückter Christ! Hoheit ist es, Rubm und Würde, wenn du mild und hülfreich bist! Welch ein Ruhm für den Erlösten arme Brüder Christi trösten! 5. O wie lohnt's mit füs ßen Freuden, der Verlaßnen Helfer seyn; sehn, wie sie in ihren Leiden sich, durch uns gestärkt, erfreun! Ein betrübtes Herz Herz erquicken, schaffet himmlisches Ents zücken! bil Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 6. Heil und Glück auf uns sern Wegen, innige Zufriedenheit, Huld bei Menschen, 485( 6) Mohlzuthun Gottes Segen folgen auf zutheilen Christen, das vergeffet ni cht! Den Bedrängs ten zuzu eilen, Armen, beizus stehen, ist Pflicht; Pflicht, die Jesu selbst und lehret, Mühe, was Beschwerden, wenn sie so belohnet wers den! 7. Last uns eilen, unfere Gaben, weil es Zeit ist, auss GAN 368 Pflichten gegen den Nächsten. zustreun! Was wir hier gesäet haben, ärnten wir dort reichlich ein. Seid barm herzig; helft den Armen! Gott wird euer sich erbar, men! Mel. Auf, Christenmensch 486 Wer Mer dieser Er, den Güter hat und sieht den Nächsten leis den, und macht den Hung rigen nicht satt, läßt Nackende nicht kleiden; der übertritt die erste Pflicht und liebt dich, Gott der Liebe nicht. 2. Wer seines Nächsten Ehre schmäht und gern sie schmähen höret; sich freut, wenn sich sein Feind vergeht, und nichts zum Besten fehret, nicht dem Verleumder widerspricht: der liebet seinen Nächsten nicht. 3. Wer zwar mit Rath, mit Troft, mit Schuß den Nächsten unterstützet, doch nur aus Stolz, aus Eigen nuß, aus Weichlichkeit ihm nüßet; nicht aus Gehorsam, nicht aus Pflicht; auch der seinen 4. Wer harret, bis, ihn anzuflehn, ein Dürft'ger erst erscheinet; nicht eilt, dem Frommen beizustehn, der im Verborgnen weinet; nicht gütig forscht, ob's ihm gebricht; auch der liebt seinen Nächsten nicht. 5. Wer Andre, wenn er sie beschirmt, mit Härt und Vorwurf quälet, und ohne Nachsicht straft und stürmt, sobald sein Nächster fehlet; wie bleibt bei seinem Ungestüm, Gott, deine Liebe wohl bei ihm? 6. Wer für der Armen Heil und Zucht mit Rath und That nicht wachet; dem Uebel nicht zu wehren sucht, das oft sie dürftig machet; nur sorglos ihnen Gaben gibt: der hat sie wenig noch geliebt. 7. 3war du, mein Herz, vermagst es nicht, stets durch die That zu lieben. Doch bist du nur geneigt, die Pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die Kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. 8. Ermattet dieser Trieb in dir, so such ihn zu beles ben! Denk oft: Gott ist die Lieb und mir hat er sein Bild gegeben. Ja, Höchster, was ich hab', ist dein, sollt ich, wie du, nicht gütig seyn? Mel. O Gott, du frommer Gott 487( a) Wie felig felt Mensch der Dienstbegierde kennet, und Andern wohlzuthun, aus Menschenliebe brennet; der, wenn ihn auch kein Eid zum Dienst der Welt verbind't, Beruf und Eid und Amt schon in sich selber find't! 2. Dir, Höchster, ahmt er nach, dir, als dein Bild, zu gleichen; durch Dienstbeflis. sen Wohlthätigkeit und Barmherzigkeit. 369 senheit sucht er dies zu er- auf Erden, so nüßlich als reichen. Er hält für eignes ich fann, dem Nächsten stets Wohl sich nicht allein ge zu seyn; dann geh ich einst, macht; er hält sich für die Welt von dir hervorgebracht. ein. 3. Die Welt, denkt er, hat Recht auf meinen Dienst o Gott, ins Reich der Liebe und Kräfte; ihr nüßen, ift für mich ein seliges Geschäf te. Als Glieder schuf uns Gott, als Bürger Einer Welt, in der des Einen Hand die Hand des Andern hält. 4. So denkt der Menschen. freund; und das ist sein Bestreben, so treu, als er sich lebt, zum Wohl der Welt zu leben. Ihm wird des Nächsten Heil sein eignes Himmelreich); er fühlet frem de Noth, als träf' ihn selbst der Streich. 5. Er eilt, dem, der's bedarf, mit Hülfe beizustehen, sein Ansehn und sein Freund, sein Stand und Wohlergehen sind Mittel, die er braucht, wohlthätig stets zu seyn, und auch den Leidenden gern trös stend zu erfreun. Mel. Gott im Himmel und 487( b) eid barms ogh herzig, Menschen! Höret, hört das heilige Gebot, das uns Jes sus Christus lehrte: feid barmherzig, seid's, wie Gott! Gebt, so wird euch auch ges geben, was euch Noth ist, Heil und Leben. 2. So viel Menschen, so viel Brüder; Ein Gott ift's, der uns erschuf. Wir sind Alle Christi Glieder, allges mein ist Gottes Ruf. Seine Sonne läßt er scheinen fo den Bösen, wie den Seinen. 6. Was Andrer Nothdurft heischt, das reizet seine Triebe; auch ohne Ruhm und Lohn, zu wahrer Men schenliebe. Nicht Stolz, nicht Eigennut treibt ihn zur Gütigkeit; er sieht auf seinen Gott, der Liebe ihm gebeut. 7. So laß mich auch gesinnt, mein Gott, durch Christum werden! Voll regen Eifers sei mein Leben hier 3. Gleicht dem Vater im Erbarmen! Seid barmher zig, seid's, wie er! Gebt den Dürftigen und Armen; was ihr gebt, empfängt der Herr. Helft und eilt, auch ungesehen, euren Brüdern beizustehen! 4. Hilfreich zu Bedränge ten cilen, ihnen Schutz und Retter seyn, Kummer lindern, Wunden heilen, wohlthun, trösten und erfreun, und dies thun aus edlem Triebe, das ist wahre Men. schenliebe! 5. Herr, wir geben von dem Deinen, was wir ges ben; laß uns nie fühllos A a seyn 370 Pflichten gegen den nächstent. seyn, wo Brüder weinen; Jahren, macht zum Himmel unfer Mitleid tröste sie, daß, ungeschickt. Herr, der auf wenn wir zu dir uns nahen, mich Schwachen blickt, ac, wir auch Trost und Hülf' du wollest mid) bewahren, empfahen! daß des Jähzorns Raserei nie des Herzene Meister sei! Sanftmuth, Friedlichs keit und Eintracht. 4. Wer mir flucht, den will ich segnen, so wie mein Erlöser that, will dem nach, sichtsvoll begegnen, der zum In eigener Melodie. 488( a) ott, der du Streiten Neigung hat; für die mens fchen liebest, der du nicht ein strenges Recht, sondern lau ter Gnade übest an dem füns digen Geschlecht: laß mich deinen Geist beleben, daß ich, Vater, als dein Kind, lieb, reich sei, wie du, gesinnt! Herr, du wollst den Sinn mir geben, der bei Fehlern Nachsicht zeigt, und mit Canftmuth spricht und schweigt. die Feinde will ich beten, und vor dich, du Friedensfürst, wenn du Menschen richten wirst, ausgeföhnt mit Gott des ihnen, treten. Friedes, stärke du mich mit deiner Kraft dazu! 2. Paß mich meines Näch, sten schonen, ihm erleichtern seine Last, und so lang ich hier soll wohnen, bleibe Zankfucht mir verhaßt. Denn das ist, o Gott, dein Wille; Fried' und Eintracht liebest du, o so hilf auch mir dazu! Mel. Befiehl du deine Wege Gib ein Herz mir, das die 488( b, Nach ach frommer Eintracht Stille und den Frieden sucht und liebt, das statt Rache Sanftmuth übt! 3. D wie wird das Herz beschwert durch des Zornes Leidenschaft! 3wietracht, Zorn und Haß verzehret selbst des Stärksten Lebenskraft; türzt den Lauf von unsern gibt. J 5. Ewig Heil ist dem be schieden, der nach frommer Eintracht strebt! Höchster, gib mir deinen Frieden, der zur Sanftmuth uns erhebt. Er regiere Herz und Sinnen; denn, wenn er das Herz res giert, wird, was zu der Zwie tracht führt, niemals Uebermacht gewinnen: bis einst in der Herrlichkeit ew'ger Friede uns erfreut. streben, mit Allen in der Welt, ist's möglich, friedlich leben, dieß ist's, was Gott ges fällt. Doch dem nur fann's gelingen, der seinen Näch sten liebt, sich selbst weiß zu bezwingen, Beleidigung ver 2. Nach Sanftmuth, Friedlichkeit und Eintracht. 371 2. Nachgebend und gefäls in ew'gem Frieden des Lohns lig, des Haders größter der Liebe freun! Feind, zeigt er sich stets ges sellig, erhält sich seinen Freund. Er sucht mit Ernst zu meiden, was seine Brüder fränkt, weil er von sich bescheiden, von ihnen rühmlich denkt. 3. So oft sie Zwist erres gen, so eilet er, den Streit mit Klugheit beizulegen und stiftet Einigkeit. Der Uebers eilung Sünden entrüsten nie sein Herz, er läßt sie Nachsicht finden und hemmt des Unmuths Schmerz. 4. Nie spottet er der Brü, der, so viel er Wizz besitzt; und zürnet nicht gleich wie der, wenn sie ihr Zorn ers bitzt. Er freut sich ihrer Freuden, troßt und erbittert nicht, und hält sich stets bes scheiden, wenn man ihm wie derspricht. 5 So Fried und Eintracht lieben, und nie durch Haß und Streit des Nächsten Tas ge trüben, ist Pflicht, die Gott gebeut. Sie, Herr, sters hoch zu schäßen, ihr ganz mein Herz zu weihn, sie nimmer zu verletzen, soll meine Weisheit seyn: Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 489 Sanftmuth Mel. Herzliebster Jesu! deine err ist nicht zu ermessen. Wie viel hast du vergeben und vergess sen! Ach führe mir doch deine große Güte recht zu Gemüthe! 2. Du segnetest, die dir, Erlöser, fluchten; du heiltest selbst, die dich zu fangen suchten; du zeigtest stets bei deiner Feinde Loben der Sanftmuth Proben. 3. Ach, glich ich dir, o Heiland! Ich bekenne, daß ich noch oft von schnellem Zorn entbrenne, und mich vor dir gar leicht durch eigne Rache verwerflich mache. 6. Mich selbst zu überwin den, gib Eifer, Muth und Kraft, dann werd' ich froh empfinden, welch Glück die Eintracht schafft. Von al. ler Noth geschieden, werd ich einst selig seyn, und mich 4. Ich muß es wehmuthss voll, ach Herr, dir klagen, mein stolzes Herz kann noch so wenig tragen; wie schwer weiß ich, wenn andere mich hassen, mich recht zu fassen! 5. Vergib mir, Herr, und wende mein Verderben! Bei Zorn und Haß läßt sich dein Reich nicht erben, und jener Tag vergilt nach strengem Rechte dem barten Knechte. 6. So hilf mir denn die Rachbegier ersticken! Laß sich dein Bild in meine Seele drücken! So werd' ich mich Aa 2 vers 372 versöhnlich finden lassen, nicht wieder hassen. 7. Flucht mir mein Feind; so gib, daß ich ihn segne, und seinem Grimm mit Freundlichkeit begegne, daß mich das Böse, das ich dann empfinde, nicht überwinde. Pflichten gegen den Nächsten. 8. Verleih mir das um deiner Sanftmuth Willen, so erb' ich auch im Lande deiner Stillen die Seligkeit, wozu sie jenes Leben einst wird erheben. 14 Mel. Herzliebster Jesu 490 Herr crr, mein Vers föhner, der du für mich littest, und noch zur Rechten Gottes für mich bittest, erweck in mir, du Muster wahrer Liebe, der Sanftmuth Triebe! 2. Wann hast du jemals Haß mit Haß vergolten? Du schaltst nicht wieder, als man dich gescholten. Du segnetest mit Wohlthun nicht blos Freunde, auch deine Feinde! 3. Und ich, Herr, sollte mich den Deinen nennen, und doch von Rachgier gegen Andre brennen? Ich sollte feindlich Haß mit Haß vergelten und wieder schelten? 4. Wie kann ich, Bater! zu dem Höchsten sagen, und Groll im Herzen gegen Brüder tragen? Wie kann ich zu ihm flehn, mir zu verzeis hen, und Rache schreien? 5. Wer nicht vergibt, der wird für seine Sünden auch nicht bei dir, o Herr, Vergebung finden. Dein Jun ger ist nur, wer, wie du, vergiebet und Feinde liebet. 6. So heilige denn meiner Seele Triebe, mein Heiland, durch den Geist der wahren Liebe, daß nie die unglück sel'ge Luft der Rache mich strafbar mache! 7. Wenn Brüder sich an mir worin vergehen, so leh re mich ihr Unrecht übers sehen, und sollten sie mich noch so bitter fränken, an dich nur denken! in 8. Erwecke dann, o Herr, meinem Herzen auf's neue das Gedächtniß jener Schmerzen, die du in deinen schweren Leidensfunden für mich empfunden! 9. Laß mich mit Sanfts muth meinem Feind begegnen, den. der mir flucht, voll Großmuth, wie du, segnen, Herr, mache gegen Alle, die mich hassen, mein Herz gelassen. 10. Will zu der Rachsucht mich die Furcht verführen, als würd' ich sonst mein gan zes Glück verlieren: o Herr, so laß mich, ihr zu widerstehen, auf dich dann se hen! 11. Du schüßzest den, der redlich vor dir wandelt, und überall nach deinem Vorbild handelt. Drum laß Versöhnlichkeit und Feindesliebe. 373 laß in Allem mich schon hier ihm sprechen, wie fönnt er auf Erden dir ähnlich wer länger schmähn? den! 9. Im Haß ihn zu ermis den, will ich ihm gern verzeihn, und als ein Chrift Mel. Christus, der ist mein 491( a) Nie will ich zum Frieden, zu Diensten willig seyn. wieder fluchen, wenn mir mein Hasser flacht; nie dem zu schaden su chen, der mir zu schaden sucht. 2. Ich will ihm sanft begegnen, nicht drohen, wenn er droht, schilt er, so will ich segnen, dieß ist des Herrn Gebot. 3. Mein Jesus, der Gerechte, vergalt die Schmach mit Huld; die Wuth ergrimm. ter Knechte ertrug er mit Geduld. 4. Sollt ich denn wieder schelten, da er nicht wieder schalt, nicht so den Haß vergelten, wie er den Haß vergalt? 5. Verleumdung dulden müssen, ist schwer; doch die se Pflicht wird leicht, wenn das Gewissen für meine Unschuld spricht. 6. Dieß will ich treu be wahren: so bessert mich mein Feind, lehrt weiser mich verfahren, indem ers böse meint. 7. Ich will die Fehler meiden, die er von mir er sann; auch die will ich bestreiten, die er nicht wissen fann. 10. Wann, mich zu un tertreten, ihn Güte mehr erhitzt: so will ich für ihn beten: und Gott vertraun, Gott schützt! 8. Durch Huld will ich mich rächen, an ihm das Gu. te sehn, und Gutes von Mel. Auf, Christenmensch! erbittre dir 491 Ve dein Leben nicht, o Christ, durch eigne Rache! Vergeben ist des Menschen Pflicht; vergelten Gottes Sache. Die Sanfts muth, die sein Wort gebeut, liebt Feinde, segnet und er freut. 2. Wahr ist's, empfindlich ist der Schmerz, Unrecht und Kränkung leiden; und den noch soll des Christen Herz Zorn, Haß und Rachsucht meiden; soll nicht sein eigner Richter seyn; vergessen soll cr und verzeihn. 3. So schwer auch diese Pflicht dir scheint, so mußt du sie doch üben; sonst bist du nicht des Heilands Freund, der sie dir vorgeschrieben. Empört dein Herz dawider sich so sieh auf ihn, besiege dich! 4. Wer hat wohl größern Widerspruch von Sündern hier erduldet, als er, der, Herr, 374 Herr, der Schmach und Fluch von andern nie ver schuldet? Und dennoch fleht' er langmuthsvoll zum Vater für des Feindes Wohl. Pflichten gegen den Nächsten. 5. Shm folgen, ist dein größter Ruhm! Beleidigern verzeihen, gebietet dir das Christenthum. Dich ihres Falls nicht freuen; den, der dich schmäht, nicht wieder schmähn, gereicht dir selbst zum Wohlergehen. 6. Sm 3orne denket nies mand nach, was Gott ge fallen sollte, die Rach' vermehret noch die Schmach, die man bestrafen wollte. Kein Schimpf wird ungescheh'n gemacht, wenn wilde Rachbegier erwacht 7. Die Rachgier reißt der Menschlichkeit Gefühl aus deinem Herzen, zerstört des Geistes Freudigkeit, und straft mit bittern Schmerzen; ste hindert Dank, Gebet, Vertrau'n und raubt den Muth, auf Gott zu bau'n. 8. Durch Sanftmuth, übe nur die Pflicht! wirst du den Feind besiegen. O raube deis ner Seele nicht dieß göttliche Vergnügen, dann wird der Herr auch dir verzeihn, dein Vater und Vergelter seyn! streben, stets der Wahrheit Freund zu seyn! Vor dir müssen Lügner beben und dein heilig Auge scheun; ja vor deinem Angesichte werden sie beschämt zu nichte, weil Ver stellung, Trug und List, dir o Gott ein Abscheu ist. 2. Andern zu gefallen lü gen, leeren Schwäßern gleich zu seyn und durch Heuches lei betrügen, Herr, das falle mir nicht ein! Wahrheit leit an allen Orten mich in Wers fen und in Worten; redlich sei des Herzens Grund, redlich sprech' auch stets der Mund! Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. Mel. Alle Menschen müssen 492 Laß mich, Höchs 2. Die der Falschheit sich ergeben, sind vor dir, o Gott, ein Gräul, und ein unglück sel'ges Leben ist gewiß ihr fünftig Theil. Hier schon trifft verdiente Schande sie bei Redlichen im Lande; denn ein jeder Menschenfreund ist der Falschheit Ränken Feind. 4. Schmäht mich ohne mein Verschulden der Verleumder Lästermund, Herr, so laß mich still erdulden; einst wird doch die Wahrheit fund. Darf ich ja nicht län ger schweigen, meine Un schuld zu bezeugen, o so gib, daß stets dabei Herz und Mund voll Sanftmuth ſei! 5. Daß du Herr an jes dem Orte Zeuge meines Wandels bist; daß fein einz' ges meiner Worte deinem ster, darnach Ohr verborgen ist: dieß er wede Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 375 5. Laß niemals mich vers sprechen, was ich nicht hals ten fann, mich nie Zusagen brechen, die ich einmal ges than; nie Leichtsinn mich verleiten und nie des Beispiels Macht, als Wahrheit auss zubreiten, was Schmähsucht nur erdacht! 6. Doch laß zu allen Zeiten auch deiner Weisheit Licht, Herr, meine Seele leiten, damit ich meine Pflicht mit Klugheit üb' und wisse: wann ich für Andrer Wohl, wann für mich reden müsse, und wann ich schweigen soll! 7. Wann je, um mich zu drücken, des Feindes Rath gelingt; wann er mit bösen Lücken in Kümmerniß mich bringt: so stärfe meine Sees le, daß sie nicht unterliegt, und Alles dir befehle, durch den die Unschuld siegt! 8. Ein Herz voll Treu' und Glauben, das, Gott, zu dir sich hält, das soll mir Nies mand rauben! So kann ich aus der Welt einst mit der Hoffnung gehen: ich werde als dein Kind, dich mit den Frommen sehen, die reines Herzens sind. wecke mein Gemüthe, daß ich mich vor Lügen hüte; denn du liebst den Wahrheits, freund, und bist aller Falsch heit Feind. Mel. Befiehl du deine Wege 493 W ohl dem, der richtig wandelt, der als ein Wahrheitsfreund in Wort und Werfen handelt, und das ist, was er scheint; nie täuschet und nie schmeichelt, nie doppelzüngig spricht, nie Redlichkeit blos heuchelt, nie Treu' und Glauben bricht! 2. Wohl dem, der fügen haffet, der, wie die Pflicht gebeut, stets seine Reden faffet, und Spott und Drohn nicht scheut; die Wahrheit nie verletzet, weil er an jedem Ort es sich vor Augen setzet: Gott merkt auf jedes Wort! 3. Wohl dem, der Gut und Leben, droht ihm Ges fahr und fist, für Wahr heit hinzugeben, bereit und willig ist! Du, Gott, wirst ihn erhöhen, wenn einst in ihrem Licht die Lügner schamroth stehen, enthüllt durch dein Gericht. 4. Herr, laß drum alles Lügen stets ferne von mir Mel. Allein Gott in der Höh! ſeyn; bebüte mich vor Trü- 494 blickt hinauf S gen mit Schein! Erinnre mein Gewissen: du haffest Heuchelei, damit ich stets beflissen der Treu' und Wahrheit sei! zur empor vom Staube, Bru der! Was unsere Sinne nur erfreut, vergeht und kommt nicht wieder, Die Zugend blue 376 Pflichten gegen den Nächsten. blühet ewig schön; drum mel, Brüder! Im Reiche laßt des Lebens Pfad uns der Vollkommenheit begeg gehn, geleitet von der Tu nen wir uns wieder. Der gend. Weg der Pflicht, der Wahr. heit Bahn leit uns zum schö nen Ziel hinan und fern sei Lüg' und Laster. 2. D, was sind Schäße, was ist Geld? Und wären's Millionen. Was sind die Reiche dieser Welt? Was aller Reiche Kronen? Wer Mel. Werde munter, mein 6 gäbe für der Welt Gewinn 495 b wir ſind, wie des innern hin? Hinweg mit Trug und Lügen! 3. Ach! Alles, was die Welt verleiht, enteilt, als hätt' es Flügel; ein enger Sarg, ein Todtenkleid und ein bemooster Hügel ist hier des Menschen letztes Loos; fürwahr! drum ist der Mensch zu groß, für Welt, gewinn zu lügen. 4. Wir sind nicht bloß für diese Zeit Gefährten, Freund' und Brüder; im Reiche der Vollkommenheit begegnen wir uns wieder. Drum auf! bis Herz und Auge bricht, entweihet Recht und Treue nicht; hinweg mit Trug und Lügen! Mel. Schwing dich auf, zu 5. Es winde sich der Treue 496 Re Ledlichkeit! mit dir im Bund Band um jedes Reich der Erde; die Treue schüßze jedes Land, und wohn' an jedem Heerde; o Menschen, Brüder, brechet nicht, was Wort und Hand und Schwur ver: spricht! Hinweg mit jeder Lüge! 6. Hinauf, hinauf zur Ewigkeit, o blickt gen Him. ob wir reden recht und wahr, wie wir denken, wie wir's meinen, ist dir, Höchster, offenbar. Heilig, liebevoll und rein soll des Menschen Inners seyn, und du wägst an jedem Orte jedes Menschen Herz und Worte. 2. Herr, du gabest uns die Sprache: was uns deine Huld verleiht, werde dir, der guten Sache und dem Menschenwohl geweiht! Unser Ja und unser Nein möge fest und redlich seyn! Wir sind deines Reiches Glieder, deine Kinder; wir sind Brüder. auf der Erde wandeln; red. lich seyn mit Herz und Mund, nach Gewissen handeln; sonder Trug und Heuchelei Recht und Wahrheit lieben, und entfernt von Menschenscheu, Recht und Wahrheit üben. 2. Dieser schönen Tugendpflicht Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Redlichkeit. 377 pflicht sei mein Herz ergeben! 7. Ich will redlich seyn, Redlich bis mein Auge bricht, redlich will ich leben, redlich, wenn die Welt mich sicht, redlich ohne Zeugen. Kann, was auch dem Tag entflieht, Gott die Nacht verschweigen? 3. Finsterniß ist ihm, wie Licht; Mitternacht, wie Mors gen. Oft bin ich der Welt, doch nicht meinem Gott verborgen. Was ich denk' und thu', erspäht er im hellsten Lichte; und kein Lügengeist 497 Von dir, entgeht seinem Strafgerichte. 4. Meines Namens höch. ster Ruhm unter meinen Brus dern, und mein liebstes Eis genthum sei der Ruf des Biedern. Wer nach eitlen SchäBen ringt, ringt nach Sorg' und Plage; aber Nedlichkeit nur bring: Muth und frohe Tage. 5. 3war sucht mancher Bösewicht, Redliche zu drüffen, weil ihr Freimuth straft, und nicht schweigt zu seinen Tücken. Aber dieses rückt sie nie aus der Wahrheit Wegen, ihnen wird, das wis sen sie, dennoch Gottes Se gen. 6. Menschenvater, Geld und Gut will ich gern verschmerzen; aber einen frohen Muth, Redlichkeit im Her zen, Redlichkeit in Wort und That, und ein rein Ges wissen laß mich auf dem Les benspfad nie, o nie vermiss sen! bis ich hier vollendet habe! Gute Menschen fegnen mich dann noch einst im Grabe. In ihr Herz geschrieben bleibt meine Tugend immer; und wann auch mein Leib zerstäubt, stirbt mein Name nimmer. Gutes Beispiel. Mel. Gott Vater, an Erbarmen der meine Freude schuf, ist auch mein heiliger Beruf, im Herzen und im Wandel rein, und nützlich in der Welt zu seyn. Wer diese große Pflicht nicht ehrt, ist feiner wahren Freude werth. 2. Es war, o Vater, deine Hand, die mit den Menschen mich verband. Ich sollte redlich mich bemühn, cuch sie zum Guten hinzuziehn; und leuchtet ihnen stets mein Licht: so fehlt mir deine Liebe nicht. 3. Wie groß ist jedes Beispiels Macht! O würd es stets von uns bedacht, wie viel im Stillen um sich her es wirkt und täglich mehr und mehr die schwächern Herzen, die es rührt, zum Guten oder Bösen führt! 4. O wehe dem, der forg los bleibt und kühn des Lasters Werke treibt; den nicht der Blick der Unschuld schreckt, und aus des Lasters Taumei weckt; 378 weckt; der selbst die Schwachen gern berückt und liftig in sein Neß verstrickt! Pflichten gegen den Nächsten. 5. Wie trostlos wird er einst sich sehn, wenn um ihn die Verführten stehn, und wenn nun jeder laut ihm flucht, ihm seine Qual zu mehren sucht, vor dir, o Richter, ihn verklagt, und dann sein frecher Geist ver. zagt! 6. Fern sei so schwere Schuld von mir! Ja, Vater, ich gelob es dir! Mein Beispiel reize jederzeit zur Tugend nur und Frömmigfeit! Gib selbst, o Gott, gib mir die Kraft zu dem, was Heil und Segen schafft! Bescheidenheit. Mel. Wer nur den lieben Gott glücklich werden, ist Aller Ruf, ist Aller toos. Darum ist dieser hier auf Ereen ges ring und arm, der reich und groß; der hat mehr Kraft, der mehr Verstand und je ner braucht, was der erfand. 2. Nicht jeder hat, was Andere haben; und das ist Güte; denn du gibst dem dieſe, jenem andre Gaben, weil du, als Vater, Alle liebst; es sollen alle glücklich seyn und jeder sich des Anbern freun. 3. Beglücken und selbst 4. Wer hat mich Andern vorgezogen? Wer wieder andre Menschen mir? Du, Gott durch freie Huld be wogen; denn alles Gute fommt von dir. Ich gab dir nichts zuvor, und ich bin Alles, was ich bin, durch dich. 5. Und ich, ich sollte nicht bescheiden und fern von al lem Stolze seyn; ich den der mehr empfing, beneiden, mit ihm mich seines Glücks nicht freun? Wär ich wohl, hätt' ich mehr als er, auch aud) besser dann und seliger? in diese 6. Nein will ich on 498 Voir gerufen, Andre ehren; wie arm, Welt stehn, Vater, alle Menschen hier auf niedern und auf höhern Stufen, und, was sie haben, fommt von dir; du machest arm, du machest reich, doch vor dir sind wir Alle gleich. wie niedrig sie auch sey'n. Sie können meiner nicht ent behren; ich kann mich ohne sie nicht freu'n. Nähm feiner meines Glücks sich an: wie arm, wie hülflos wär' ich dann! 7. Wer eitler Ehre gern entbehrt, und Zugend an Geringen gern erkennt und schäßet, der verehret der Nie dern und der Hohen Herrn! Wohl ihm! denn mit Zus friedenheit lohnt Demuth und Bescheidenheit. 8. Sie schmückt das Alter gibt Glückseligkeit wahrer Christen. 379 gibt der Jugend Reiz, Lies mer gern entbehrt. Sie sei benswürdigkeit und Werth; gibt Würd und Hoheit jeder Tugend, die eitlen Schim. mein Ruhm! o Gott, mein Eigenthum, vor dir und vor der Welt Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. Wie groß ist des Allmächt'. 4. Ihr seid dahin. Des 499 nt Entfernet euch, Christen Größe, geht auf, be Spöt am ter! Shr zittert, wo der Tage, da Gott eure Blöße Fromme glaubt: mein Herz zum Abscheu aller Augen hat einen Gott zum Retter, macht. Der Tag macht Köund eine Hoffnung, die nichts nige den Knechten und Bettraubt. Ich sehe meinen hei ler den Monarchen gleich; land leben, ich weiß, daß ich der Tag gibt Adel dem Ges nicht sterben kann; weiß, mit rechten, und macht des Chriverklärtem Leib umgeben; sten Seele reich. schau ich ihn einst im Himmel an. 5. Ein Blick in meine Zufunft treibet Verdruß und 2. Was seid ihr stolze Angst aus meiner Brust; ein Weltbezwinger, wenn euch die größte Hoffnung fehlt? dem Höchsten seid ihr viel dem Höchsten seid ihr viel geringer, als euch der Sklave, den ihr quält. Wie kurze Zeit, mit wie viel Sorgen genießt ihr eurer Ehrsucht Raub! Man rühmt euch heute, haßt euch morgen; ihr waret Götter, und seid Staub. 3. Was sind, Weltmenschen, eure Freuden? Die Wollust, die euch trunken macht'? Ein Christ sollt euer Glück beneiden? Folgt es euch in des Grabes Nacht? Ihr rechnet mit erhitztem Blute des fer. nen Tages Wollust aus? Die nahe schreckliche Minute tilgt euer Glück auf ewig aus. Herz, das nicht auf Erden bleibet, ist sich des Himmels stets bewußt. Kein Unglück kann mich niederschlagen; ich weiß, mein Glück entgeht mir nie: ich darf vor Feinden nicht verzagen; ich weiß mein Tod entwaffnet fie. 6. Du leßte Stunde meis nes Lebens, die du den Chris. sten heilig bist, ich warte nicht auf dich vergebens; ich thu, was deiner würdig ist. Du lehrst mein Leben mich genießen; du bist mein Lohn aus Gottes Hand. Wie sanft wird sich mein Auge schließen! mein Geist ers blickt sein Vaterland. Mel. 380 Glückseligkeit wahrer Christen. Mel. In allen meinen Thaten frecher Sünder? Ein ruhig 500 in ruhiges Ge- Herz, dies größte Gut. wissen laß, 7. Zu dir gen Himmel Herr, mich stets genießen; schauen, o Gott, und mit denn hab' ich dieses nur, so Vertrauen sich rühmen: ich ist für mich in Tagen, wann bin dein; gezählt zu den Er Andre ängstlich zagen, nichts löften, darf ich mich deiner Schreckliches in der Natur. trösten, welch' Glück mein Gott, kann größer seyn! 8. Läßt du mich im Gewis 2. Wenn meine Sünde schweiget und mir dein Geist bezeuget, daß ich begnadigt bin, wenn mich dein Trost erquicket so oft mich Trüb. sal drücket: wie unschäßbar ist mein Gewinn. 3. Sollt ich solch ruhig Leben für Lust der Sinne ge ben, und dann die inn're Pein, mich selber zu verklas gen, in meinem Busen tragen? Groß würde meine Thorheit seyn. 4. Sein eignes Herz be kämpfen und seine Neigung dampfen, ist freilich schwere Pflicht: doch, wenn wir uns besiegen, welch seliges Ver gnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht! sen einst diesen Trost genie ßen, wenn Alles von mir weicht; wann ich den Lauf vollendet, und sich mein fes ben endet: so wird mir selbst daß Sterben leicht. 5. Nichts kann im Wohlergehen so unser Glück erhöhen, als ein geruhig Herz; das schaffet innre Freuden, selbst in den größten Leiden, und stillt in Schmerzen selbst ben Schmerz. 9. D laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache selbst mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung stärfen, daß nichts verdammlich an mir sei! Mel. Schon ist der Tag von Gott 501 welch ein un schäßbares Gut ist, Herr, ein gut Gewissen! Wer dieses hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müssen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn schreckt fein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede. 2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede 6. Die Güter zu verach wohnt in seiner Brust; und ten, wonach die Thoren wer ist, der ihm schade? Auf schmachten, was gibt uns dich sieht er in aller Noth, wodazu Muth? Was tröstet mit die Zukunft ihn bedroht. Bottes Kinder beim Spotte Ihn tröstet deine Vorsicht. 3. Trifft Glückseligkeit wahrer Christen. 381 3. Trifft ihn auch hier zu mer dich, durch Jesum weilen noch das Gift der Lås Christ, Alwissender, zum sterungen, wird seines Her Troste. zens Ruhe doch dadurch nicht ganz bezwungen. Genug, er weiß davon sich rein, und 502 V flieht auch sorgsam bösen Schein. Gott wird die lins schuld retten. 4. Sein Geist sieht mit Zufriedenheit der füft'gen Welt entgegen. Die gibt ihm Muth und Freudigkeit auf allen seinen Wegen. Denn dort macht selbst, o Herr, dein Mund den wahren Werth der Menschen kund; da wird der Fromme siegen. 5. So hilf denn, daß ich, mir zum Heil ein unverletzt Gewissen, des Lebens aller besten Theil, zu haben, sei beflissen. Mit dir, Gott, ausgefühnt zu seyn; dein heilig Recht nicht zu ent weihn, daß sei mein größ, ter Eifer! 6. Gib, daß ich tes Gewissens Spruch als deine Stimme ehre, und immer aufmerksam genug auf seine Warnung höre. Erinnert's mich an meine Schuld, so laß mich, Vater, deine Huld voll Nen' und Glaus ben suchen! 7. Mit deiner Gnade trö ste mich, und stärke meine Seele, daß sie vor Sünden büte sich, und nie aus Vorsaß fehle. Drum wer nur reines Herzens ist, hat im Mel. Schmücke dich, o liebe Seele Geräusch om der Welt ge schieten, schmeck ich des Erlösers Frieden und die Freu de schon auf Erten, Herr, mit dir vereint zu werden. Diese Welt mit ihren Gün den seh ich unter mir ver schwinden, und das Heil von jenem Leben den entzückten Geist umgeben. 2. O was achten weise Christen jenen Reiz von nies dern Lüsten, jenen Glanz der eitlen Freuden und des Lebens furze Leiden, wenn sie schon im Geist am Throne deiner treuen Streiter Krone und den hohen Lohn erblicken, der sie dort einst wird entzücken. 3. Mag doch Trübfal mich umstürmen, deine Huld wird mich beschirmen. Kurz nur sind des Jammers Pfade, ewig währt der Lohn der Gnade. Mit des Dankes stillen Zähren will ich deinen Rath verehren, unter keiner Bürde sinken, und den Kelch) in Ruhe trinfen. 4. Du hast selbst der Menschen Plagen, Heiland, voll Geduld ertragen, tausendfaches Leid gelitten, und den schwersten Kampf gestritten. Gib, wann ich ermattet bebe daß, 382 Glückseligkeit wahrer Christen. daß mich deine Kraft belebe! in der Finsterniß mein Licht. Hilf mir wachen, kämpfen, Sie macht getrost, wann siegen! Friede fohnet nach eine Welt erzittert und in den Kriegen. Trümmern fällt. Mel. Wer nur den lieben Gott 503 We Lenn ich ein gut Gewissen has be, so hab ich große Selig keit; es ist des Himmels beste Gabe, das höchste Glück in dieser Zeit: in Freud' und Leiden gibt es hier die wahre Rub' der Seele mir. 2. Jch bebe nicht, wann Sünder beben, daß Gott gerecht und heilig ist. Mein Herz gibt Zeugniß meinem Leben, daß ich gewandelt als ein Christ, des göttlichen Berufes werth, der mich im Himmel wandeln lehrt. 6. Der bangen Todes furcht entwöhnet, eil ich der leßten Stunde zu, dem Leis be, der nach Rast sich seh net, zeigt sich im Grabe sanf te Rub', indem mein Geist, der Gott gelebt, zu seinem Ursprung sich erhebt. 7. Und droht mir ja noch ein'ge Sünde, mein Hei land gibt mir Trost und Muth; ich weiß, daß ich stets Ruhe finde in der Vers föhnung durch sein Blut, er, der für mich gebüßet hat, tilgt alle meine Missethat. 8. D Seele! darum ſei bes flissen, daß Frömmigkeit und Hetligfeit dir immerdar ein gut Gewissen und Glaubenszuversicht verleiht. Und du, mein Gott, regiere mich! Denn, o was fönnt' ich ohne dich! 3. Getrost wag ich's, vor Gott zu treten, und ihn voll Glaubenefreudigkeit als meinen Vater anzubeten, der was ich habe, mir verleiht, und jedem Heil und Segen gibt, der ihn von Grund des Herzens licbt. Mel. Herzliebster Jesu! 4. Mit Muth trag ich des 504 Wen wird, die o Lebens Leiden, sie sind ein herber Augenblick; doch des Gewissens innre Freuden sind süßer als der Erde Glück, und was fann höhern Trost verleihn, als ohne Schuld im Leiden seyn! Gott, Wonne der Erlösten nach dies ses Lebens kurzem Kampfe trösten? Wen schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone? 5. Die Freudigkeit in meis nem Herzen verbreitet sich auf mein Gesicht, sie ist mein Labsal in den Schmerzen, und 2. Wer heilig wird; wer, abgewandt vom Bösen, sich von der Sünde Herrschaft läßt erlösen; wer an den Sohn glaubt, seinen Herrn ihn Glückseligkeit wahrer Christen. ihn nennet, ihn frei befen: net; 3. Wer deine Wahrheit unter Adams Kinder ver breitet, fie erleuchtet, und die Sünder durch Thaten reizt, mit einem bessern Le ben dich zu erheben; 383 Gott, schon in der Prüfungszeit, felbit unter viel Be schwerten, wenn unser Herz sich dir ergibt, und treu in Jesu Dienst sich übt! Wie groß wird sie einst werden, wenn sie herrlich jenes Leben wird anheben, wo man Freus den ärntet von der Saat der Leiden! 4. Wer, was er glaubt, gewissenhaft auch über, die Menschen all' als eine Brü der liebet, nicht lästert, sie nicht fränkt, nicht stolz sich bläbet und keinen schmähet; 5. Wer Sünden baffet, und doch mit den Sündern Mitleid füblet, und an deinen Kindern die Gottes. furcht und ihre Gaben ehret, hält, was er schwöret; 6. Wer nicht der Brüder Ruhm und Glück beneidet, selbst reich, die Armen speist, die Nackten kleidet, froh, obne Bucher auch mit mit den Gaben, genußt zu haben; 7. Wer züchtig in Ge danken, keusch auch lebet; wer seines Werthes sich nie überhebet, im Glücke mäßig, gütig und bescheiden, getrost im Leiden; 8 Den, den wird, Gott, die Wonne der Erlösten nach dieses Lebens furzem Kampfe trösten; den schmückt im Himmel einst vor deinem Throne des Mittlers Krone. 2. O wie erhaben ist das Recht, das du uns schenktest, dein Geschlecht und Bundesvolk zu heißen! Bei dir ist unser Vaterland; und wer will deiner starken Hand, Allmächt'ger, uns entreißen? Wenn wir gleich hier müssen streiten, und zu zu Zeiten schwach uns finden, hilfst du uns doch überwinden. 3. Du deckest unsre Schuls den zu, gibst unsern Seelen wahre Rub, und stärkest uns mit Freude. Dein Sohn ist unser Haupt und Ruhm, wir fein erfauftes Eigenthum und Schaafe seiner Weice. Gutes Muthes sind auf Erden, in Beschwerden, unfre Seelen, Herr, was kann bei dir uns fehlen. 4. Es bleibet zwar der hohe Werth der Gnade, die uns widerfährt, verborgen hier auf Erden. Doch wann der Herr vor aller Welt in Majestät Gericht einst hält, dann wird er sichtbar werden. Alsdann sieht man ihn Seligkeit, o mit Kronen uns belohnen, als Mel. Mein ganzer Geist, Gott 505 Wie ie groß ist unsre 384 als die Seinen, ewig uns mit ihm vereinen. Glückseligkeit wahrer Christen. 5. Wie glücklich, Gott, sind wir alsdann! Wie viel hast du an uns getran! O laß uns unsre Würde vor Augen haben jederzeit, so tragen wir mit Willigkeit der kurzen Leiden Bürde. Herr, gib den Trieb in die Seelen, dich zu wählen, und im Leben uns dir gänzlich zu ergeben. 5. Die Bahn der Tugend und der Pflicht führt bin zum ew'gen Leben! O Gott, mein Gott, ich zweifle nicht, du wirst zu dem Bestreben, sie treu zu wandeln, deine Mel. Schon ist der Tag von Gott 506 Wie heiter fließt Kraft, die alles Gute wirft mein Leben hin und jeder meiner Tage, wenn und schafft, mir Schwachen nicht verjagen! id) dir, Gott, ergeben bin, der Sündenlust entsage, von Mel. Eins ist Noth, ach jeder bösen Neigung frei, 507 Lieblich sind der und deiner schrift treu, rechtschaffen denk und handle. 2. Sanft führt dann dei ne Batertreu mich auf des Lebens Begen; mit jedem Morgen wird sie neu zu reicherm Heil und Segen. Du, dessen Allmacht mich beschützt, gewährt mir Alles, was mir nützt, lenkst Böses selbst zum Guten. erquickt und Ruh ins Herz mir sendet, Gott, wenn dein Friede mich beglückt, und feine Reu mich fränket: wie selig bin ich dann in dir! Wie ahn' und fühl ich dann schon hier des Himmels hohe Freuden! 3. Dich fennt, dich liebt, dir traut mein Herz, wie fönnt ich je verzagen! Ich dulde standhaft jeden Schmerz; du hilfft die east mir tragen. Verlassen kannst du, Gott, mich nicht; stets warst du meine Zuversicht; du wirst es ewig bleiben. 4. Wenn deine Gnade mich Tugend Heil des Himmels ist ihr Ziel. Hier empfind' ich Gottes Gnade und der ho hen Freuden viel. Was hilft es mir, wenn ich auch Welten gewinne? Vergänglich ist jedes Vergnügen der Sinne. Nur Frenden der Tugend ents fliehen mir nicht; sie bleiben wenn Alles auch wanket und brid) t. 2. Die Natur streut Lust und Wonne jedem in den Pilgerlauf, aber schöner geht die Sonne für den Freund der Tugend auf. Ihm strah. let von Sternen ein höhres Entzücken; ihm pflegen die Auen sich schöner zu schmü: cken. Die irdischen Gaben sind Labsal ihm nur; drum beut Glückseligkeit wahrer Christen. widner tistpils beut sie ihm süßer die holde Geschlecht zu deiner EwigNatur. d feit ein Recht durch deinen Tod erworben. Zum Staus be fehrt zurück der Staub; mein Geist wird nicht des Todes Raub, du bist für mich gestorben. Mir, der ich dein Erlöster bin, ist dies ses Leibes Tod Gewinn. 3. Furchtlos und mit sich im Frieden geht er seine hohe Babn. Keine Last fann ihn ermüden, täuschen ihn fein eitler Babu. Jbn feitet die Wahrheit durchs Lebene getümmel, fein Sinn und sein Wandel ist schon in dem Himmel. Ihm folget der Beifall der Edlen, und Ruh' strömt ihm von dem Threne des Ewigen zu. 4. Dwer wollt diese Freuden, diese Seligkeit ver: fdmähn? Wer nicht selbst im tiefsten Leiden auf der Bahn der Tugend gehn? Wenn auch oft die Kräfte des Pilgers ermatten, bald laben ihn wieder sanft tühs lende Schatten. Drum mus thig, ihr Christen! Das Ziel ist nicht fern. Uns winfet ein Vorbild; o folget dem Herrn. vid 385 088 3. Ich bin erlöst und bin ein Christ, mein Herz ist rus big und vergißt die Edmers zen dieses Lebens. Ich duls te, was ich dulden soll, und bin des boben Trostes voll: ich leide nicht vergebens. Gott selber mißt mein Tbeil mir zu; hier kurzen Schmerz, deri ew'ge Rub. 4. Was seid ihr feiden dieser Zeit, mir, der ich jener Herrlichkeit mit Rub' entgegen schaue? Bald ruft der Herr, und ewiglich bes lobnet und erquickt er mich, weil ich ihm hier vertraue; dibald, bald verschwinder als ler Schmerz, und Hime melsfreuden schmeckt mein Herz. 5. Bin ich gleich schwach, so trag ich doch nicht mehr der Sünden schimpflich Joch in meinem Lauf auf Erden. Die Tugend ist mir ſüße Pflicht, und wenn ich gleich bienieten nicht ganz frei von Fehlern werde, so ist mein Trost, Gott hat Geduld und straft mich nicht nach meiner Schuld. 6. Der du den Tod für Bb mich Mel. Der unfre Menschheit 508 Mein Glaub ift meines Lebens Rub' und führt mich deinem Himmel zu, o du, an den ich glaube! Ach gib mir, Herr, Beständigkeit, daß diesen Trost der Sterblich, feit nichts meiner Seele raus be! Tief präg' es meinem Herzen ein, welch Glück es sei, ein Chrift zu seyn! 2. Du hast dem sterblichen 388 386 find mynd 30 Glückseligkeit wahrer Christen. and na thelbis mich bezwangst, der du mich, Mittler, aus der Angst, die ich verdient, gerissen! Dir, dir verdank ich meine Ruh', du heilest meine Wunden zu; du stillest mein Gewissen; und fall ich noch in meinem Lauf, so richtest du mich wieder auf. 179. BIO 7. Gelobt sei Gott! Ich bin ein Christ, und seine Gnad' und Wahrheit ist an mir auch nichts vergebene. Ich wach in meiner Heiligung, ich spüre täglich Bes, serung des Herzens und des Lebens. Ich fühle, daß des Geistes Kraft den neuen Menschen in mir schafft. 8. Dank sei dir, Jesu, Dark und Ruhm! Mich lehrt dein Evangelium fest glaus ben, hoffen, lieben! Es macht mich ruhig, es er: freut und führet mich zur Seligkeit, drum will ich's willig üben hier rühm' ich meines Glaubens mich, für ihn preif' ich dort ewig dich! Mel. Wer nur den lieben Gott em Wandrer 509 D gleich, der auf der Reise das festgesetzte Ziel verfehlt, durch Wüsten irrt, und sich im Kreise von Furcht und Hoffnung for. gend quält, lebt auch der Christ, deß Leitstern nicht ist Jesu Fehre helles Licht. bild salad sid vil di si), jusò lenruh', und find't sie nicht; wünscht den Besitz von Got tes Gnade, allein er wan delt ohne Licht; greift nach dem Halm, der ihn verläßt; er zagt, sein Glaube steht nicht fest. 2. Er irrt umber auf düsterm Pfade, sucht See3. Willst du das Glück des Christen fennen, so jammle nur Erfahrung ein. Sie wird die Segnungen dir nennen, die ihn hienieden schon ers freun. Sein Glaube hebet über Zeit und Gräber ſeine Seligkeit. atsid 4. Betracht ihn im Besit der Güter, der Ehr' und Hoheit dieser Welt, das Christenthum ist sein Behu ter, daß er durch sie nicht wankt und fällt; fein irdisch Gut ist ihm ein Reiz zur Wollust, Ueppigkeit und Geiz. all arst thin l 5. Gerührt durch Mitleid und Erbarmen beim Anblick seiner Brüder Noth, dect er die Blöße nackter Armen, theilt mit dem Hungrigen sein Brot; er schmecket die Zufriedenheit, womit das Wohlthun uns erfreut. duff 6. Wirf einen Blick auf ihn, wann Leiden und Trüb: sal ihn zu Boden drückt, Mein Vater, spricht er, bat durch Freuden in guten Ta gen mich erquickt. Ich kenn' in Leiden Gottes Huld, und trag die Prüfung mit Ge duld.d od S geritas 7. Sieh ihn im Kreise der mi Glückseligkeit wahrer Christen. 387 Geschäfte; wie würdig scheint wann nun das Ende dem der Christ dir nicht! Ge Wirkungskreise ihn entreißt. wissenhaft braucht er die Kräfte zur Uebung seiner heil'gen Pflicht. Sein Fleiß, dem Menschenroobl geweiht, erfüllet ihn mit Seligkeit. Mein Gott, spricht er, in beine Hände befehl' ich sterbend meinen Geist. Du bist mein Trost: auch in der Nacht des Todes, Herr, es 8. Schau auf ihn hin, ist vollbracht. Dritte Abtheilung. M3 Lieder über dan pro die Pflichten des Christen in besondern Verbindungen, Zeiten und Umständen. Gesinnung und Verhalten des Christen in besonderen gesellschaftlichen Verbindungen. tern Beispiel rührt und auf den Weg zum Heile führt! 3. Wohl denen, deren 510 Wohl dem, der Hausgenossen die Furcht des in dem Ehebunde in treuer Lieb' und Eintracht lebt! Shm wird des Lebens schnelle Stunde mit hoher Seligkeit durch webt; er blickt mit heiterm frohen Sinn auf Pfad und Ziel der Wallfahrt bin. Herrn vor Augen schwebt; wenn jeder treu und unverdrossen das, was er soll, zu leisten strebt, wenn Eintracht und Zufriedenheit das Haus zum Sitz des Segens weiht! mashions 4. Wohl uns, wenn auch 2. Wohl dem, dem from bei unsern Freuden sich freut mer Kinder Segen den Ehe der Nachbar und der Freund, bund noch schöner macht; wenn er an unserm Schmerz wenn sie im Herzen Tugend und Leiden theilnehmend, hegen; in ihren Blicken Un tröstend, mit uns weint; schuld lacht; wenn sie der Ael- die Bruderhand uns willig m Bb2 reicht Häusliche Gesellschaft. He mihil a 23 Mel. Wer nur den lieben 388 Gesinnung und Verhalten des Christen reicht und Hülf' und Bei von Herzen ihm vertrauet, stand gern erzeigt! und fest auf das nur bauet, was mit der Frömmigkeit besteht! 5. Ja denen, die dich findlich ehren, o Bater! strömt dein Segen zu. Sie wandeln, folgiam deinen Lehren, und trau'n auf dich und finden Ruh'; sie finden Frende, deren Werth und Dauer feine Zeit zerstört. 6. Zwar wird auch oft der Stelch der Leiben den Deinen, Herr, von dir gefandt; oft muß die Tod und Trennung scheiden, die Blut und Treue fest verband, oft ftört des Grams, des Unfalls Math, oft Krankheit ihren heitern Math!#G 2 O felig, wenn die Hers zen, getaßt auf Freud' und Schmerzen, vereint durch Einen Sinn, sich liebend hier verbinden, das wahre Gut zu finden, den ewig dauern den Gewinn! un! ohn 3. Es wohnet schon bies nicden des Himmels hoher Frieden bei stiller Häuslich feit Der Liebe reiner Sees len fann feine Freude fehlen, kein Segen der Zufriedenheit. 7. Doch trinfen sie den Kelch gelaffen, den du, ihr Vater eingeschenft; du wirft und kannst sie nicht verlaf fen, du, Gort, der seiner Kinder denkt, und, wenn ihr Glaube starthaft ringt, durch verden sie zur Wonne bringt. 4 Sie mildert Sorg' und Leiden, verfüßt der Erde Freuden, führt Menschen Hand in Hand, im fest vers einten Streben, durd's furs durch's f ze Pigerleben, zum Ziel im bessern Baterland. 8 Trum mag des Todes Arm uns treunen; wir wer: den einst une wiederfehn, ver Gottee Thron die Untern fennen, mit ihnen darkend vor ihm stehn, ea, we niet Trennung und nicht Tod den Neuvereinten ferner droht. Der Ehestand. Mel. Wer nur den lieben Gott on dir, Gott, 512 Vo find der The Freuden, du, der du Mann und Weib erschafft, und sie im Glück so wie im Verden zu großer Pflichten Uebung rafft Uns diesen Pflicten ganz zu weien, laß untere Bundes Endzweck seyn. Mel. In allen meinen Thaten 2. Erbali' uns fiere auf deinen Wegen, nimm gnå, 511 felig, wer zu- dig unsers Thuns dich an! Laß Wohlstand une und je den Eegen mit Dank aus den Weg durchs Leben geht; deiner Hand empfah'n, und frieten mit dem, was Gott beschieden, förs abist infilal in beſondern Verbindungen. 389 0 fördre unsrer Hände Fleiß, sein Herz ihm abgewann, uns, Herr, zum Glück und dir zum Preis! die Gott ihm außersenen! Wie glücklich lebt an seiner Hand die Fromme, die ihm Gott verband, ihm hülfreich Heil euch, beizustehen! Heil euch, gute Gatten! In dem Schatten seiner Güte jauchzt mit freudigem Gemüthe. 3. Verleih uns deines Geistes Triebe; erfülle unser ganzes Herz mit reiner, fe ster, treuer Liebe im Glück und Unglück, Freud' und Schmerz: mit Liebe, die in Frömmigkeit durch Blick und Wort und That erfreut! 4. Kein Theil verbitt're seine Tage dem andern je durch Ungestüm; und trifft den Einen Last und Plage: so mildre sie der Andre ihm! Das Glück, deß sich der Eine freut, schaff auch dem Andern Heiterkeit! 5. Laßt uns einander, wo wir fehlen, sanftmüthig nachsehn und verzeihn, und sters, mit dir geweihten Seelen, im Guten uns zu wachsen freun! Dann wächst in jedem Augenblick mit un frer Tugend unser Glück. 3. So strecket weit sich um ein Haus, ein rebenreicher Weinstock aus; so blühn auch Eh'genossen. Ringsum um ringen ihren Tisch die Kinder fröhlich, munter, frisch, wie junge Frühlingssproffen. Sorgt nicht! Sorgt nicht! Wie viel Beter zählt ihr Väter, zählt ihr Mütter! Sorg' und Müh ist hier nicht bitter. 4. Gott, die du hier vers bunden hast, erleichtre ihres Levens Last; gib, daß fein Segen fehle! Laß nie sie ih ren Bund entweihn, lag' treu sie, züchtig, friedsam seyn, Ein Herz und Eine Seele Lenke, lenke, Geist der Liebe, ihre Triebe, weg von Sünden, daß sie häus. lich Glück empfinden! 5. O leite sie von Ueppige feit auf Freuden, die man nie bereut, auf Freuden äch ter Tugend, damit auch einst ibr Alter frei von drückenden Beschwerden sei, und heiter, wie die Jugend! Segne, segne, o du Vater und Be rather frommer Ehen, alle sie, die auf dich sehen! Mel 513 Mel. Mein ganzer Geist er Ehestand soll heilig seyn! Du Schöpfer, festest selbst ihn ein, der Welt zum Glück und Segen. Noch immer fließt in diesem Stand aus deiner, milden Vaterhand den Frommen Heil entgegen. Vater! Vater! dich erhöhen, die in Chen dein sich freuen, durch dich blühen und gedeihen. 2. Wie glücklich lebt ein frommer Mann, wenn die 390 Gesinnung und Verhalten des Christen Bei Trauungen. Trübsal schickt, laß fie darin nicht unerquickt; gib beit're Tage nach dem Leid, und segn' es für die Ewigkeit! 9. Und trennet einst anch sie der Tod, so sei ihr Trost: daß unser Gott, die tugendhaft sich hier geliebt, einander ewig wieder gibt. Mel. Vom Himmel kam si 514 Gott, ott, Schöpfer, Stifter heil' ger Eh', schau auf dies Paar aus deiner Höh', das vor dir steht, den festen Bund hier vor dir schließt mit Herz und Mund! Mel. Mein ganzer Geist, Gott 2. Mit Gnade schau auf fie herab, daß sie zusammen 515 Von dir, du Gott bis ins Grab verträglich, freundlich, gleichgesinnt, vor Allem gottesfürchtig sind. 3. Laß sie einander inniglich stets lieben, doch nie mehr, als dich; von Untreu' auch im Herzen rein, und feusch in Wort und Werken seyn! ward einst der Ehe Bund ges weiht; o weih auch sie zum Segen, die bier vor deinem Angesicht entschlossen stehn, den Schwur der Pflicht vers einigt abzulegen! Laß sie, Bater, dir ergeben, einig leben, treu sich lieben, treu die Pflicht der Christen üben! 4. 3usammen laß sie dir vertrau'n, zusammen ihre Seel' erbau'n; zusammen deinen Ruhm erhöh'n und deinen Segen sich erfleh'n. 5. Was ihnen ihr Beruf gebeut, das laß sie thun mit Freudigkeit, und so geling' ihr frommer Fleiß zu ihrem Wohl und deinem Preis! 6. Empfinden und erfahren sie des Erdenslebens fast und Müh'; so trage jeder gern fein Theil zu ſeines 516 Geht hin! Der Gott der nigkeit hat euern Wunsch erhört! Geht hin und macht durch Frömmigkeit euch seines Segens werth! 2. Shm heiliget Beruf und Stand! Ihm heiligt euer 7. Willst du durch Kinder sie erfreun, so gib zu ihrer Zucht Gedeihn, daß an den Pfändern ihrer Eh' ihr Herz nie Gram und Jammer seh! 8. Wenn dein Rath ihnen 2. O du, der du so gern beglückst, so liebreich zu uns niederblick auf allen unsern Wegen, Herr, laß sie stets sich deiner freun; gib auch zu ihrem Thun Gedeihn, und ihr Beruf sey Segen! Laß fie, Vater, dir ergeben, glücklich leben, freudig sterben und vereint den Himmel erben! Nach der Trauung. Mel. Mein Gott, das Herz in besondern euer Herz, und folgt der Lei tung seiner Hand durch Freuden und durch Schmerz. 3. Euch nehme, schließt nach seinem Rath ihr einst den Pilgerlauf, er, der euch hier vereinigt hat, in seinem Himmel auf. delternpflicht. Mel. Alle Menschen müssen sterb. enschen weis' 517 Menschen und gut erzie hen, die zum Leben Gott er schuf: welch ein wichtiges Bemühen: welch ein seliger Beruf! Gott zum Ruhm, der Welt zum Segen, ihres eignen Heiles wegen, Kinder weif' und gut erziebn: welch ein wichtiges Bemühn! 2. Wächst der Mensch in früher Jugend roh und ohne Zucht heran, ohn' Erkennt niß ohne Tugend; kann er dann den Lebens Bahn würdig, mit Vernunft betreten? würdig dich, o Gott, anbeten? seinem Nächsten nützlich seyn? deiner Liebe sich erfreun? Verbindungen. angelino Menschlichkeit, Väter, Mütter, Pfleger, Lehrer, Fürsten und die Obrigkeit, mit ver einter Sorgfalt wachen,-unfre Jugend fromm zu machen; sie durch Lehr' und Beispiel ziehn, selber Sünd' und Laster flichn! 3 Jeder, den du hier auf Erden Kinder gnädig an vertraut, forge, daß sie weise werden, daß er ihre Wohl fahrt baut; lehre früh sie Tugend lieben, und das Gu te willig üben! Diese Pflicht ist ernst und groß; nichts ihr Aeltern spricht euch los. 4. Menschenschöpfer! Tu gendmehrer! Laß, zu fördern 200 391 SUG 5. Pflanz in aller Kinder Herzen weisen, frommen Tu gendsinn, daß sie nicht ihr Wohl verscherzen; laß sie Trägheit, Eigensinn, Aergerniß und Leichtsinn fliehen, und um Unschuld sich bemuta hen! Führe sie auf ebner Bahn, daß ihr Fuß nicht gleiten kann! 6. Dort vor deinem Angesichte werden die Erzieher stehn; selig wenn sie im Gerichte ihre Kinder vor dir sehn, und dann sagen können: Keinen, Herr, verlor ich von den Meinen; und dann Kinder flehn für Sie: Gott, vergilt nun ihre Müh'! 7. Menschen weiß und gut erziehen, die dein Wort zum Leben schuf: welch' ein wichtiges Bemühen! welch' ein seliger Beruf! Laß', o Heil'ger deinen Willen alle Aeltern treu erfüllen, lohne hier schon ihre Müh', lohn', Vergelter, ewig sie! Mel. Wer nur den lieben Gott 518 err! welch ein wichtiges Geschäfte für Aeltern: Kinder zu erziehn! Gib Segent, Weiss FOC drak podnota. 392 Gesinnung und Verhalten des Christen ad telat dum d Weisheit, Luft und Kräfte Pflicht, schont weise Zucht des zu jedem redlichen Bemühn, Lieblings nicht. du no wodurch man unter weiser 7. O welch ein wonnereis Zucht der Kinder Herz zu cher Segen für Aeltern, Kins bilden sucht! der und die Welt, wenn fromme Zucht auf deinen Wegen, o Herr, der Absicht nicht verfehlt! Lust strömt den Aeltern, Glück und Heil ist hier und dort der Kinder Theil. S. Und für ein Volk, für ganze Staaten, o welch ein seliger Gewinn, wenn junge Bürger wohl gerathen erzos gen Herr, nach deinem Sinn! Fleiß, Ordnung, Wohlstand, Fried' und Ruh' nimmt dann durch sie auf Erden zu. 9. Ach aber, welche Pest auf Erden bringt nicht vers säumte Kinderzucht! Sie häuft den Aeltern selbst Bes schwerden, die oft hernachihr Herz verflucht. Die Opfer ihrer Lässigkeit vers mehren selbst noch dort ihr Leid. 2. Du rufft die Menschen in das Leben, und willst, sie sollen glücklich seyn; haft ihs nen auch den Ruf gegeben, sich gern zu Andrer Dienst zu weihn. Durch Zucht zu beiden führet man sie früh zu weiser Ordnung an. 3. Wohl Aeltern, welche deinen Willen hierin mit Redlichkeit vollziehn, und diese Absicht zu erfüllen, sich nach Vermögen treu bemühn! Wohl ihnen hier in dieser Zeit und einst in jener Ewigkeit! 4. Sie baun das Wohlsein ihrer Jugend zu deines gros Ben Namens Preis; sie leh, ren Weisheit sie und Zugend durch eignen und durch An derer Fleiß; und um Gedeiha fleht ihr Gebet zu dir, in des sen Hand es steht. 5. Sie prägen früh den jungen Seelen vor dir die tiefste Ehrfurcht ein. Viel Gutes ihnen zu erzählen und sich mit ihnen fromm zu freun, ist guter Väter, Mütter Lust, flößt Tugend in der Kinder Brust. 6. Mit weiser Liebe sie zu lenken, mit Freundlichkeit Mel. Wo Gott zum Haus in ihr Gemüth die edlern 519 Groß ist, ihr Ael. zu senken, ist ihre tern, eure Sorgfalt stets bemüht. Doch Pflicht! Verwahrlost eure widerstrebt das Kind der Kinder nicht! Gewöhnet sie von 10. Gott, lehr' Aeltern dies erwägen; erweck' und stärke ihr Bemühn, daß, unter deinem milden Segen, sie ihre Kinder wohl erziehn! O laß sie einst so glücklich seyn, mit ihnen sich noch dort zu freun! in besondern zdagi jandimizg von früher Zeit mit Gott zu frommer Thätigkeit. 2. Wohl euch, wenu tei nes je vergißt, was aller Weisheit Anfang ist, daß Liebe gegen Gott und Scheu vor ihm die beste Klugheit sei! 3 Lehrt sie, wenn ihr Verstand erwacht, Gott ken. nen, seine Huld und Macht! Lehrt sie auf seine Werke sehn, und, was sie lernen, auch verstehn! 4. Besorgt für ihren Leib doch mehr für ihren Geist, schaut stets umher, was ih. rer Unschuld schaden kann, und führt sie selbst zur Ta gend an! 5. Erstickt durch gute Lehr' und Zucht der ersten Sünden Keim und Frucht; sorgt, daß sie werden Gottes Bild, gerecht und liebevoll und mild! 6. Zerstört des Lehrers Un terricht zu Haus durch böses Beisplel nicht; schützt vor der Strafe seiner Hand nie ihren Troß mit Unverstand! gummih Verbindungen. TH? schadenfrohen Geist als Mun terkeit; ein trüglich Herz und Lügen nie als Spiel und Scherz! 10. Lehrt friedlich sie und g'nügsam seyn, entbehren und sich dennoch freun; tilgt Geiz und Neid aus ihrer Brust, macht ihnen Christens sinn zur kust! 11. Gewöhnt sie an der Tugend Müh', an Ernst und Fleiß, und lehret sie, daß Arbeit feine Sflaverei, daß sie das Glück des Menschen sei! Les 393 8. Ihr junges Herz ist schwach und weich; brum rühmt vor ihren Ohren euch der Uebertretung eurer Pflicht in eurer eignen Jugend nicht! 9. Muthwillen nennt nie Wis; nie preist des Knaben 12. So nehmt euch ihrer Seelen an: Gott richtet einst und fordert dann, wenn ihr nicht, was ihr thun sollt, thut, von eurer Hand der Kinder Blut. 13. Erwägt's und fürchtet sein Gericht, um auch vor seinem Angesicht euch ewig ihrer zu erfreun; denn sie sind sein Geschenk und sein. Mel. Vom Himmel kam der 7. Wist, daß sie recht und 520 Die Kinder, bes irre gehn, sowie sie euren Wandel sehn! Sie sind durch Beispiel leicht regiert; weh', weh' euch, wenn ihr sie ver. führt! ren uns freun, sind alle Gott und Vater, dein; sind deine beste Gab', o Herr: bewahre sie, Barmherziger! 2. Wenn treuer Aeltern Liebe sucht sie aufzuziehen in der Zucht; so steh, damit sie glücklich sei, mit deiner Weisheit ihnen bei! 3. Gib allen Kindern lerns begier, zum Guten Lieb' und Lust 394 Gesinnung und Verhalten des Christen sonop hi Ingunn Lust zu dir: und laß sie mei den, ohne Zwang, Troßz, Eigensinn und Müssiggang! 4. Gesegnet sei ihr Unterricht! Laß sie durch deines Wortes Licht dich recht ers fennen: laß sie nie gefähr lich irren, leite fie! 5. Im Glauben mache sie gewiß, bewahre sie vor Aer gerniß, und naht Verfu chung ihnen sich, so stärke du sie väterlich! ihnen fidy, fo fir 6. Hilf, daß sie dich an jedem Ort vor Augen haben und dein Wort, und sich befleißen jederzeit der Tugend, Zucht und Frömmigkeit; 7. Daß wir in ihnen Chris sten sehn, die frendig deine Wege gehn; und Bürger einst, voll Lust und Muth, zu thun; was edel ist und gut! 8. Erhöre, Höchster, dies Gebet; verleih', was wir von dir erfleht! Dann dans fen einst, Allvater, wir mit allen unsern Kindern dir! bi Mel. Freu' dich sehr, o meine 521 Meine eine Kinder, Gott, befehle ich dir an; du gabst sie mir. Preis sei dir von ganzer Seele, Preis und Dank, o Herr, dafür! Ach verlaß, verlaß sie nie, segne und behüte sie, daß sie, dir zum Wohlgefallen, früh schon deine Wege wallen! 2. Aber ach wie viel Ge, fahren, warten ihrer in der Welt! Wer vermag sie zu bewahren, wenn nicht deine Hand sie hält? Unbezwing. lich laß sie seyn allen Lüsten; fromm und rein nur nach deinem Beifall trachten, auf des Lasters Reiz nicht achten! 3. Nicht, daß du mit allen Leiden hier auf Erden sie vers schonst; nicht, daß du durch stete Freuden ihrer Tugend hier schon lohnst, jeden iha rer Wünsche stillst, jede Hoff nung gleich erfüllst; nicht um Schäße, die vergeben, darf und will ich für sie flehen. 4. Gib auf ihrer Lebensreise, wie es längst dein Rath bedacht, ihnen das nur, was sie weise und des Himmels würdig macht! Wichen sie von dir zurück: ihr verlornes Seelenglück wär mit allen Erdenschätzen nimmer ihnen zu ersetzen. 5. Doch, die Bitte, die ich wage, finde gnädiges Ge hör! Laß nicht ihre Lebens. tage, guter Gott ganz freu denleer. Werden sie geprüft durch dich: o so sei es väters lich, und dann laß es ihren Geelen nicht an Trost und Stärkung fehlen! 6. Keins von meinen Kindern werde durch das Laster elend, Gott; kein's dem Nächsten zur Beschwerde, oder seiner Feinde Spott! Nüßlich laß der Welt sie seyn, keine Müh' und Arbeit scheun; in besondern Verbindungen. mshinde 10 mindre de scheun, still sich ihres Flei- schnell bereun; ohne Klügeln ses nähren, und durch ihn ihnen traun, und auf ihre 150 dem Mangel wehrend Winke schaun; 8 7. Jener Sieg stag der Gerechten sei auch mir ein Freudentag! Hilf, daß mir zu deiner Rechten ihrer fei nes fehlen mag! Dann froh lock' ich, Vater, sieh, hier bin ich: hier sind auch die, die mir deine Huld geliehen, sie zum Himmel zu erziehen! 5. Ringen, daß der Treuen Pflege nicht an euch verloren sei, daß ihr auf der Tugend Wege eurem hohen Rufe treu jedem faster troßend, geht, bis ihr einst am Ziele steht; 6. Eure Kraft den Eltern leihen, wenn sie kraftlos sind und schwach; sie mit Trost und Hülf erfreuen bei des Alters Ungemach; dieß ist Kindesdank und Pflicht. Kins 395 Kindespflicht. Mel. Gott des Himmels und Dinder, die ihr 522 Kinder, noch im Kreise der eurer guten Aeſtern weilt, en die vergeſſet nicht! und Speise sorglos nur zu 523 Gott mein Ba und um Kleidung, Trant Mel. Jesus, meine Zuversicht Va ter, fei ihnen noch durch sie in jeder Pflicht Lehr empfangt und Unterricht! 2. Kinder, o bedenket frübe, was sie thun für euer Glück; denkt der namenlos sen Mühe, die sie euch vom Augenblick eures Aufblüh'ns - bis zur Zeit eurer Reife stets geweiht. 3. Aelternlieb ist ohne Schranken Kinder nie be lohnt ihr sie, danken aber könnt ihr, danken euren Aeltern Lieb' und Müh, danfen manche lange Nacht, sorgenvoll für euch durch wacht. 14. Sie aus reinem Herzen lieben ihnen treu und folg sam seyn; nie mit Vorsatz sie betrüben, jede Kränkung 619 SUST lloc dir: du haft Gutes, Leib und Leben durch die Hand der Aeltern mir ohne mein Verdienst gegeben. Mir bes glückst du ihre Müh', und auch mir erhältst du sie. 2. Oft hab ich sie zwar bes trübt, sie, die von den ersten Lagen doch so zärtlich mich geliebt, mich mit viel Ge duld getragen. Gott, das durch fränft ich auch dich; o wie beugt mein Undank mich! 3. Was ich ihnen schuldig bin, hafte tief in meinem Herzen! Laß mich ja durch Eigensinn niemals ibre Gunst verscherzen, gib, daß meine Dankbarkeit, miein Gehorsam sie erfreut! 4. Laß impu 396 Gesinnung und Verhalten des Christen 4. Laß mich, Gett, wie Gebet, das für mich um du verlangst, jede Kinds. Weisheit fleht! pflicht gern erfüllen! Denn wie oft hat Sorg' und Angst sie beschwert um meinetwil len! Haben sie nicht manche Nacht, wenn ich schlief, für mich durchwacht? 10. Alles Kreuz mach ih nen leicht; hilf es, Vater, selber tragen; und wenn sie ihr Ziel erreicht nach den spätsten Lebenstagen, so gib du vor deinem Thron ihnen frommer Aeltern Lohn! 5. Jesus stelle sich mir dar, er, das Beispiel aller Kinder, der der Herr vom Mel. Wer nur den lieben Gott Himmel war, Gottes Sohn, 524 Wir flehn für un der Sünder, er war doch von Kindheit an seinen Aeltern unterthan. 6. Ihren Willen thun, sei mir meine Lust! Denn das ist billig, auch gefällig, Gott vor dir; dazu mache selbst mich willig! Wohl mir dann! dann wird auch mein dein verheiß'ner Segen seyn! 7. Laß auf ihre Wünsche mich findlich und mit Sorg, falt achten; ja selbst ihren Wünschen mich noch zuvor. aufommen trachten; nicht für sie Beschwerden scheun, und ihr Glück mir Freude seyn! Leben dich, aller Menschen Vater, an. Du hast sie und zum Heil gegeben, sie leiten uns auf deiner Bahn. Von ganzem Herzen danken wir für deine Vaterliebe dir. 2. Verleih' uns stets für ihre Lehren ein offnes, wei ses sanftes Herz, und laß uns gern und findlich ehren, daß niemals Kummer, Gram und Schmerz der trénen Aeltern Herzen kränkt, und ihre Liebe von uns lenkt! 3. Gib ihnen deinen bes sten Segen und Alles, was ihr Herz erfreut! Beschirme sie auf ihren Wegen in ihrer ganzen Lebenszeit! Gesegnet sei ihr Erdenloos, und einst ihr Lohn im Himmel groß! 8. Ebrerbietig laß' mein Herz wirklich seyn, und nicht blos scheinen. Laß' mich auch, trifft sie ein Schmerz, zu dir heiße Thränen weinen; ihnen deine Hülf' erflehn, Geschwisterliebe. nach der Hülfe dich erhöhn! Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 9. Meiner Meltern Schutz sei Wallfahrtszeit auf Erden lege viele Jahre zu: laß sie alt im Segen werden, und erhör' auch ihr 525 Wenn Geschwister fromm und weise, nachsichtsvoll und gü tig sind, wenn in ihrem ſtils len Kreise stets des Friedens Quelle lieben lernen 3. Mit entidlof'nem frohem Herzen üben sie, was ( ott gebot: theilen Freude, Gram und Schmerzen, min. dern jedes Tagee erh; wars nen sich, so oft fie fehlen, und veredlen ihre Ceelen. in besondern Minist mine Für Herrschaften. Quelle rinnt: o dann rubt auf ihnen Allen Gottes Blick und Wohlgefallen. Mel. Nicht so traurig, nicht 2. Durch das Band des 526 Du vertheilt der Menschen Bluts verbunden, sollen sie. durchs Leben gebn, und den Reiz der schnellen Stunden freundlich mehren und er böhn; sollen Haß und Neid entfernen, und auch Andre 4. D wer wellr' in früber Jugend nidt i en sanft und friedlich seyn? Aus den Häutern bringt die Zugend in die große Weit hinein. Wer die Seinen farn betrů ben, wird der Andre redlich lieber? Verbindungen. 5. Nur das Haus, wo fiebe wohnet, wird gesegnet und erfreut Aeltern seh'n sich tort belohnet, Kindern ut ihr Inc beret; alle Fauegenesien streben, sich mit Freuden zu umgeben. 15070 6. Lebe! Komm berab vom Himmel! Komm in uns ser Herz berab! feite durch das Weltgetümmel auch die Unsern bie and Grab! Paß durch deine Madt auf Er. den jedes Haus regieret werden! CORDE IN 397 208 koos, Gott, nach deinem weisen Rath; machst oft is nen reich und groß, wenn der And're Mangel hat; aber weise, gut, gerecht bist du für den Herrn und Knecht! 2. Wer bei ärmerem Ges schick seine Zeit und Kraft mir leibt, wer zu meines Hauses Glück treu fich meis nem Dienste weibt; wer durch Folgsamkeit mich ehrt, der ist meiner Liebe werth. 3. Er hat Recht auf Gür' und Huld, wenn ihn Redlichkeit beseelt; Recht auf Nachsicht und Geduld, wenn er oone Versaß fehlt. Ich bin selbst nicht feblers frei: fann ich fordern, daß er's sei? 4. Hochmuth, Stolz und Eigensinn ist Verlegung mei ner Pflicht. Wenn ich gleich beglückter bin, dennoch ziemt mr Herrichsucht nicht. Fiebe loz, bart und grav'am ſeyn, be ßr: der Menschheit Rect entweihn. 5. Herr der Herren, gib mir Kraft, daß ich ſtete gerecht und treu, l'ebreich und gewiffer haft gegen jeden Mensd en fey! Jeder ist dein Kind, wie ich, und erhält sein Recht durch dich. Mel. tanti 398 Gesinnung und Verhalten des Christen Mel. Auf, Christenmensch! dienen. Der mir hier dient, 527 Durch dich, Gott, ist Mensch, wie ich, ich foll bin ich, was ihn lieben, gleich als mich. ich bin, und es ist deine Gabe, daß ich, als Herr, so viel Gewinn vor ärmern BrüFür Dienende. Mel. In allen meinen Thaten dern habe. Sie leihen ihre 528 Gott, deinen weis Dienste mir: Herr, verdank' ich dir. sen Willen soll Jeder hier erfüllen, laß ihn mir heilig sein! Laß alle meine Kräfte mich eifrig dem Geschäfte, zu dem du mich berufen, weihn! 2. Erfüllen sie mit Redlich keit und Aufwand ihrer Kräfte, was ihnen ihre Pflicht gebeut, in ihrem Dienstges schäfte, so gib, daß ich für ihre Treu' auch dankbar und gefällig ſei! 3. Hilf, daß ich jedem seine Pflicht auf's möglichste versüße, daß, wenn an Hülf' es ihm gebricht, er sie von mir genieße, daß ich ihm Fehler gern verzeih', und wird er frank, sein Pfleger sei. 4.( ib, daß ich auch zu rechter Zeit Erholung ihm vergönne, gern feine treue Redlichkeit, gern seinen Werth erfenne, und ja aus nicht'gem Vorwand nie ihm den verdienten Sohn entzieh! 5. Auch der geringste Dies ner ist bestimmt zu höherm Leben; für mich und ihn hat Jesus Christ sich in den Tod gegeben. Vor dir, o Gott, hat einst der Knecht mit seinem Herrn ein gleiches Necht. 6. präge dieses tief mir ein! Nie muss ich mich er fühnen, gefühllos gegen die zu seyn, die meinem Hause 2. Du heißt mich Andern dienen; und dien' ich redlich ihnen, so folg' ich dir, mein Gott. Drum laß der Herrs schaft Willen mich gern und treu erfüllen; dies ist dein Wille, dein Gebot! 3. Lehr' ohne bitt're Klas gen des Lebens Last mich tra, gen, und Weichlichkeit vers schmähn; im Reden und im Schweigen mich ehrerbietig zeigen, und gern den Weg der Demuth gehn! 4. Der Herrschaft Wohl zu mehren, und Schaden ab. zuwehren, soll meine Freude seyn! Ich will sie herzlich lieben, mit Vorsatz nie be trüben, verdroßnen Sinn und Frechheit scheun! 5. Ich will sie nie beneiden, will alle Trägheit meiden, und alle Zanfsucht fliehn; will recht thun, nicht betrit, gen, nicht lästern und nicht lügen, und allem Leichtsinn mich entziehn! 6. In meinem Dienst auf Erden affird in besondern Verbindungen. 7. Du bist stets der Ge. rechte, der Herr der Herren und Knechte, und beider Trost und Heil. Wer niedrig ist auf Erden, kann groß im Himmel werden, hat an ihm, wie der Höchste, Theil. 8. Dieß laß mich stets er wägen, denn dieß gibt Trost und Segen, und reicht die Hoffnung dar: einst wirst du, Herr der Welten, den Fleiß noch mehr vergelten, womit ich Menschen nüßlich war. po 00 Erden geschickter stets zu nes Dienst's sich freu', mi werden, sei Freude mir und Pflicht! Wer treu ist hier im Kleinen, den zählst du zu den Deinen, und er be reut sein Leben nicht. Mel. Mein erst Geschäft sei Preis 529 Be erufen hast du mich; mein Gott, in And'rer Dienst zu leben, um mir dadurch mein täglich Brod in dieser Welt zu geben. 399 Eifer mög erfüllen! 5. Hilf, daß ich, wie meint eignes Gut, das Jhrige bes trachte; auf Alles, was sie meiner Hut vertraut, mit Sorgfalt achte. 6. Nie komme mir es in den Sinn, mit raubbegier's gen Händen, aus schnöder Liebe zum Gewinn, ihr et was zu entwenden! 7. Die Freude, die ihr widerfährt, ihr Wohlstand, ihre Ehre, das Alles sei auch mir so werth, als ob'e das Meine wäre. 8. Erkennt sie meine Treue nicht, so sei's mein Trost auf Erden, daß sie, Gott, deis nem Angesicht nicht kann entzogen werden. 9. Mit Wohlgefallen siehst du sie, und wirst schon hier im Leben mir auch bei aller meiner Mah', Gott, deinen Frieden geben. 10. Kommt meines Lebens Abend dann, so nimmst du, der die Müden gern auf nimmt, mid) mit Ehren an, und schenkst mir ew'gen Frieden. 2. Auch ich soll hier in meinem Stand nach meinen Kräften nüßen, und du, Gott, willst mit Vaterhand mich dabei unterstüßen. Für Wittwen. 3. Olaß in meinem Dienst dies nie mich aus den AuMel. In allen meinen Thaten gen ſeten, und kostet mir's 530 Aufs uf Gott nur will ich sehen, er auch Kampf und Müh', nie meine Pflicht verletzen! 4. Gib, daß ich, meinem Rufe treu, stets meiner Herrschaft Willen, damit sie meis ried us hört der Wittwen Fleben, une nimmt sich ihrer an. In allem Schmerz und Leide ist er mir Trost und Freude, der 400 Gesinnung und Verhalten des Christen der Fels, auf den ich bauen tann. 2. Mich leitet seine Gnade auf meines Lebens Pfade bis an das stille Grab. Er wird mich nie verlaffen! Dies Trostwort will ich faffen, es ist mein stärkster Wanderstab. 3. Wo seit viel tausend Jabren betrübte Wittwen waren, da fah Gott enädig hin. Er pflegte der Betrübe ten, wenn sie nur stets ibn lebten, und wandelten nach ſeinem Sinn. 4. Auch mich wird er bes merten, mich trößten, seg. nen, stärken, und mir Seite stehn. ie groß ist se ne Süte! Mit rubigem Hemithe will ich auf seinen Wegen gehn. 5. Ich will ibn gläubig ehren, und meine Tugend mehren in stiller Ensamkeit. Er sieht 10, wie id'e meine, er sieht auch, wann ich weine, und gibt mir, was mein Herz erfreut. 6. Auch, wenn ich mehr noch litte, bis zu dem letzten Schritte will ich ihm folgsam seyn. Er prüft mich nur durch Leiden und führt zu böbern Freuden bewährt erfundne Dulder ein. 7. So eilen meine Tage mit jeder fast und Plage, wie Träume, leicht tahin; ich lege meine Glieder im Lode rubig nieder, und weiß, daß ich erlöset bin. 8. Eink geh ich, den zu scauen, der ewig mein Vers trauen, mein Gott ist, und mein Freund. tie will ich dann ihn ehren, ihm danken für die Zähren, die ich ale Wittwe hier geweint! 9 Dann sind' ich, die ich liebte, und deren Tod mich trübte, in meines Gottes Hand; dann trennt kein Tod uns wieder, dann schallen unire lieder durchs thränenfreie Vaterland. 531 J Für Waisen. In voriger Melodie. Frübling meis ner Jahre, Gott! fab ich soon die Bahre des guten Batere stehn, und sie, die mich geboren, war früh für mich verloren, als Kind mußt' id ihr Grab fd- on jern. 2. Unwissend, was mir nüße, so schwach und ohne Grüße muß ich verlassen gehn! Wer wird mir Rath ertbeilen, wer mir zur Hülfe eilen, wer bört auf armer Waisen Flehn? 3. Toch wer war's, der mich beugte, so tief zum Staube neigte? Warst du's nicht, großer Gott? Dein weifer Rath regieret der Menschen Schicksal, führet es fort durch Leben und durch Tod. net 4. Du willst dich an den Waisen als Bater ja beweis sen, und Armen Gutes thun; Vers - mind and ustlors day ginals in besondern Verbindungen. miles. IT dun Bol nind sind Verlaß'ne willst du hören, die Aelternlosen nähren; dein Segen soll auf ihnen ruhn. 5. Und seit viel tausend Jahren hast du, die Waisen waren, so väterlich ernährt; die sich auf dich verließen, sahn, Gott, zu deinen FüBen ihr heißes Fleh'n von dir erhört. 6. Auch mich fannst du nicht hassen, du wirst mich nicht verlassen; ich will dir ganz vertraun. Dein Herz ist mir ja offen, fest will ich auf dich hoffen, nur dich in trüben Stunden schaun! S04 401 thum; ein zärtlich Herz für Freunde, und Sanftmuth gegen Feinde, dies sei mir mehr als Glück und Ruhm! 11. Und die, die mich erziehen mit redlichem Bemühen, an Aeltern Statt mir sind, mich warnen und bes lehren, laß herzlich mich verehren, sie dankbar lieben wie ihr Kind. 9. Es schlag' von früher Jugend für Gottesfurcht und Tugend und Unschuld nur mein Herz! Fromm- seyn auf deinen Wegen, sey meine Lust, mein Segen, und Un recht thun und seh'n, mein Schmerz! 10. Arbeitsamkeit und Treue, begangner Fehler Reue, ein wahres Christen 12. Ihr Lohn sey, Gott! dein Segen! Auf allen ihren Wegen wollst du ihr Führer seyn, und wenn sie dann einst sterben und deinen Himmel erben, laß jenseits mich mit ihnen freun! 7. Sa, du wirst mich ernähren, mir Rath und Hülf' gewähren, wo ist ein Gott wie du? Nur was mir nüßt, das schenfe mir, deis nem Kind, und lenke mir frommer Menschen Liebe zu! 8. Und wenn in diesen Jahren Verführung und Ge fahren und Laster um mich sind: o dann sey treuer Va: ter, mein Führer, Freund, Dankbarkeit gegen Wohlthäter. Mel. Wer nur den lieben Gott Berather, ach dann verlaß 532 Wenn Menschen dein 13. Verklärt werd' ich dann stehen, die Weltern wieder sehen, um die ich hier ges weint; ich werde vor dich treten, zu dir, Erlöser bes ten: lohn' ihnen ewig, Menschenfreund! streben, dir an Güte und Wohlthun, Vater, gleich zu seyn; wenn sie mit willigem Gemüthe durch Rath und Hülfe mich erfreun: mit reichem Segen segne dann sie, die ich nicht bes lohnen kann! 2. Ich will mich aller ih rer Freuden und ihres Glücks von Herzen freun; voll Kummer über ihre Leiden gern, wie Sc 402 Gesinnung und Verhalten des Christen 315010 wie ich fann, ihr Tröster seyn; und kann ich lindern ihre Noth; mit Freuden will ichs thun, o Gott! 3. Und kann ichs nicht, dann, Vater, dringe mein eifriges Gebet zu dir; was ihnen gut ist, das gelinge! denn, Herr, sie thaten wohl an mir. Auf jeden komme Freud' herab, der seinen Brüdern Freude gab! 4. Ich will sie lieben und sie ehren; will über mein Bedürfniß sie mit meinen Klagen nicht beschweren, bescheiden stets und lästig nie: will wenn ihr Herz auch Andre liebt, nie neis disch seyn und nie betrübt. 5. Erfreue sie mit deiner Güte; dein Segen komme über sie; sey stets ihr Helfer und behüte vor Widerwärtigkeiten sie! Empfinden sie Gefahr und Schmerz: so tröst und heile selbst ihr Herz! 6. Nimm sie zu deines Reiches Erben, wann einst sie scheiden gnädig an! Er quicke sie mit Trost im Sters ben, die mir im Leben wohl gethan; und dort, o Gott, vor deinem Thron sey herrs lich einst und groß ihr Lohn! Kirchliche Gesellschaft. prydnoted dein; dein soll auch Tank und Ehre seyn, daß du der Kirche, die du liebst, noch immer treue Lehrer gibst. 2. Gelegnet sey ihr Amt und Stand! Sie pflanzen, Herr, von dir gesandt, von Zeit auf Zeit dein heil'ges Wort, und Licht mit ihm und Tugend fort. 3. Wie freut ein guter Lehrer fich, wenn er erleuch tet selbst durch dich, den Jün gern Jesu gleich gesinnt, viel Seelen für dein Reich) ge winnt! 4. Dank dir, daß du auch uns so liebst, daß du uns treue Führer gibst, die weise sind, und tugendhaft, in Lehr' und That voll Geist und Kraft! 5. Laß ihres Unterrichts uns freu'n, gewissenhafte Hörer seyn, und schätzen deiner Wahrheit Werth, die uns ihr Unterricht ers klärt! Lehrer und Zuhörer. Mel. Wo Gott zum Haus 533 Das Umt der Lebe munod og mdi? did 19 6. Dein Wort ist, was sie lehren, Herr! Laß uns das durch stets heiliger und bes ser werden; nur alsdann gehn wir einher auf rechter Bahn. Tut dasoul 7. Ermahnen, warnen, strafen sie; so weig're, wer sie hört, sich nie, zu bassen, was du uns verbeutst, zu thun, was du durch sie ge beutst. 8. Das ist der Lehrer bes rer, Herr, ist ter Lohn, wenn ihrer Mühe minde Früch por mis is in besondern Verbindungen. mitindo and miladra dur ph Früchte schon sie hier in uns' rer Tugend seh'n, mit uns den Weg zum Himmel geh'n. 9. Fern sey von uns der Frevel, Gott, durch Undank sie, durch Haß und Spott zu fränken; daß sie, was fie thun, mit Freuden, nicht mit Seufzen thun! 10. Sa, Gott, wir wollen sie erfreu'n, und dankbar fromme Hörer seyn: so führst du einst auch uns zugleich mit ihnen in dein ew'ges Reich. aid mest 403 3. Laß deinen Geist stets auf ihm ruhn; laß ihn sein Amt mit Freuden thun; nichts sey, was ihn betrübe! Gib für die Wahrheit, die er lehrt, ein Herz uns, das sie willig hört, ein Herz voll reiner Liebe! Ueben hilf uns dann in Leiden, wie in Freus den, seine Lehre uns zum Heil und dir zur Ehre! 534 Wo Bei Einführung eines Religionslehrers. Mel. Mein ganzer Geist, Gott ohl uns! Wohl uns, daß Gott uns liebt, uns immer treue Lehrer giebt, die uns zum Himmel führen; die, auf geklärt durch Wissenschaft, voll Tugendliebe, Geist und Kraft, der Sünder Herzen rühren! Rühmet, preiset feine Treue! Wieder neue ward sie heute. Dank sey unfre heil'ge Freude! 4. Wann einst dein großer Tag erscheint, laß ihn, laß unfern besten Freund uns dir entgegen führen! Die Seelen sind ihm zugezählt; o gib, daß dort ihm feine fehlt! Laß feine sich verlies ren! Gott, wie werden wir uns freuen, um den Treuen, wenn zum Lohne deine Hand ihm reicht die Krone. Nach der Handlung. 5. So sey gesegnet, Knecht des Herrn! Nie fey dein Herz nun von uns fern; du kommst in Gottes Namen. Wir reichen freudig dir die Hand; wir gehn mit dir ins Vaterland; bi ins Vaterland; du führst uns; Amen! Amen! Heilig bleib uns diese Stunde! Unserm Bunde treu zu leben, sey stets unser freudig Stres ben! de 2. Wir reichen segnend ihm die Hand, den Gott zum Lehrer uns gesandt. Heil ihm zum Lehrgeschäfte! Zu bilden uns hier in der Zeit zum Leben in der Ewigkeit, gib, Herr, ihm Licht und Kräfte. Lehr ihn, hilf ihm thun Bei der Konfirmation. Mel. Es ist das Seil uns und leiden, bulden, ſtreiten, 535 D ie hier vor dels beten, wachen, selig sich und uns zu machen. nem Antlitz stehn, sind, Sesu, deine Sc 2 Glies md noturditidy upandjy 404 Gesinnung und Verhalten des Christen SHE The Iris& Glieder. Blid', wenn vereint wir für sie fleh'n, er 536 Starfe, Mittler, barmend auf sie nieder; gib ihnen, Herr, durch deinen Geist das Gute, das dein Wort verheißt, im Leben und im Sterben!! stärke deine theu'r Erlösten! Laß sie ihr Vertraun auf dich unaus. sprechlich trösten! Wad)' über ihre Seelen! Sie flehn und schwören Alle dir: Herr, dein Eigenthum sind wir! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! laß sie nie vergessen ihr Gelübde; treu zu seyn dir, bis an's Ende! 119 198 2. Sie kennen dich, o Gots tes Sohn, und deine heil'ge Lehren. Ist Freude bort vor deinem Thron, wann Sun der sich belehren; so laß auch heute Freude seyn, da diese Kinder bir sich weih'n, und ihren Bund erneuen! 3. O laß sie Gnad und nicht Gericht in dieser Stund' empfahen, wenn sie mit Glaub und Zuversicht zu deinem Tische nahen! Es stärke sie dies Lebensbrod, damit sie, Jesu, deinen Tod verkünd'gen durch ihr Leben! 4. Lacht ihnen bei dem ed. len Lauf die falsche Welt entgegen, so bilf du ihrer Echwachheit auf, und wann sich füste regen: so laß sie gläubig auf dich sehn, die Welt mit ihrer Lust vers schmähn, und muthig über winden! all 5. Zeig, Herr, den Lohn der Ewigkeit von fern den theuren Seelen, die jetzt auf ihre Lebenszeit sich hier mit dir vermählen! O treuer Heis land, sie sind dein! Schreib heut ins Buch des Lebens ein die Namen dieser Chris sten! anki ને શો એ જ hing Mel. Mitten wir im Leben 2. Ach, wie viele schwus ren auch, fest an dir zu hal ten, aber treulos ließen sie ihre Lieb' erkalten; Vers berben ward ihr Ende. Bes ständig laß dir diese seyn, die dir schwören, dir sich weihn! Heiliger! Schöpfer! Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Stärke sie, die Deis nen, in des Glaubens Zuversicht und wahrer Tugend! 3. Locken wird sie nun die Welt, Herr, zu ihren Lüsten; ach, du wollest sie mit Kraft aus der Höhe rüsten! Laß streiten sie und siegen! Die Triebe zu verbot'ner Lust dämpfe früh in ihrer Brust! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie alle Feinde ihres hohen in besondern Verbindungen. mijide and du mflisdə bas milodi Cupin ben Seelenheils weit über winden. H 100 350 4. In der Todesnoth laß sie, deine theu'r Erlösten, daß ihr Glaube standhaft blieb, unaussprechlich trösten! Herr, laß sie bei dir leben! Einst sammle sie mit uns zus gleich in dein unvergänglich Reich! Heiliger, Schöpfer, Gott! Heiliger, Mittler, Gott! Heiliger, Gott, Lehrer und Tröster! Dreieiniger Gott! Laß sie nie vergessen ihr Gelübde: treu zu seyn dir, bis an's Ende! 405 801 Jesu scheiden; murre nicht in Weh! und Ach! Denn du machest deine Schuld größer durch die Ungeduld. Selig ist, wer willig träget, was der Herr ihm auferleget! 4. Sei getreu in deinem Hoffen, wenn dich Gott nicht bald erhört, und der Noth, die dich betroffen, nicht so, wie du wünschest, wehrt. Halt an deiner Treu' dich fest; glaub', daß er dich nie vers läßt; seine Hülf' ist schon vorhanden. Wer so hofft, wird nie zu Schanden. 5. Sei getreu bis an das Ende, daß kein Leid und Mel.Freu' dich sehr, o meine Seele feine Noth je von deinem 537 Sei getren in bei Gott dich wende; sei ihm nem Glauben; laß dir dessen festen Grund ja nicht aus dem Herzen raus ben; halte treulich deinen Bund, den dein Herz durch's Wasserbad fest mit Gott ges schlossen hat! Denn wie leicht geht der verloren, der ihm treulos hat geschworen! treu bis in den Tod! Odas Leiden dieser Zeit ist nicht werth der Herrlichkeit, die dein Jesus dir will geben dort in seinem Freudenleben! dauts and DIE Mel. O bu Liebe meiner 538 Mittler, schau auf 2. Sei getreu in deiner Liebe gegen Gott, der dich geliebt, auch die Lieb' am Nächsten übe, wenn er dich gleich oft betrübt! Denfe, wie dein Heiland that, als er für die Feinde bat! Du mußt, soll dir Gott verges ben, auch verzeihn und liebs reich leben. die sich deiner Gnade freun, und als deiner Kirche Glies der dir geloben, treu zu seyn; dir, der mit der größten Treue auch für sie dahin sich gab! Segnend schau' bei ih rer Weihe, segnend schau' auf sie herab! 2. daß die Blüthe ihrer Jugend dir, nur dir geheis in 3. Sei getreu in deinen ligt seyn, daß sie nie vom Leiden, und laß dich kein Pfad der Tugend in der Irre Ungemach, keine Noth von sich zerstreun! Schüße fie Vior 30 Dis all simmen vor mudnica madrajad ni sin samdisch 406 Gesinnung und Verhalten des Christen od tisus elisash mod vor allen Schlingen, vor den wieder dort in deines Vaters Lockungen der Welt, laß es nimmer ihr gelingen, daß sie ihre Tugend fällt. 3. Laß sie treu in deiner Liebe, fest in deiner Lehre seyn, und durch deines Gei stes Triebe Wunsch und That des Bösen scheun! Stärke sie durch deine Gnade, wenn zu dir sie kindlich flehn, daß sie auf der Unschuld Pfade Reich! Sie sind deines Bundes Glieder; einst den En geln Gottes gleich, singen sie dir, Herr, zu Ehren, dann ihr Loblied hoch erfreut, in der Auserwählten Chören, laut durch alle Ewigkeit. Vor der Einsegnung. Mel. Christus, der ist mein Leben zu dem höhern Leben gehn! 539 Sie ich diese jun gen Seelen, die, Vater, dir sich nah'n! Sie kommen, deinen Segen von neuem zu empfah'n. 4. Halte sie mit starken Armen, wenn sie straucheln wollen, fest; laß sie fühlen dein Erbarmen, das die Schwachen nie verläßt! Und wenn eins sich je verirrte und verließ der Tugend Bahn; ach, dann nimm dich, treuer Hirte, des verirrten Kindes bist an! 5. Keines, feines, ach von Allen, die mit dir den Bund erneu'n, laß aus deiner Gnade fallen und von dir geschieden seyn! Herr, verfiegle ihren Glauben, der fie ewig glücklich macht: Kei nem laß die Krone rauben, die du Allen zugedacht. 6. Sieh hernieder auf die Deinen, die sich jetzt zu dir gewandt; sich die Thränen, die sie weinen, Zeugen, was ihr Herz empfand. Laß die feligen Gefühle nie erfalten, nie vergehn; bis zu ihrem 2. Sie kommen, dir, o Vater, sich feierlich zu weihn, und heilig zu geloben, dir ewig treu zu seyn. 3. Versuchungen zur Sünde mit Muth zu widers stehn; den Weg, den Jesus lehrte, und selbst betrat, zu gehn. 4. D blick auf sie mit Segen, Allliebender, herab, daß sie vom Weihaltare treu wandeln bis ans Grab! ( Die Konfirmanden allein.) 5. Gott, welche heil'ge Stunde! Laß sie gesegnet seyn! Dir, Heiligster, dir wollen wir Herz und Leben weihn. ding 6. Dich immer findlich lieben, gehorchen, willig dir Lebensziele laß sie treu im und gern dem Nächsten die Glauben stehn! nen, ja, Gott, das wollen 107. Sammle sie einst Alle wir. 7. Wi minde Bad mindrs un premio in besondern Verbindungen. ispondisiis& Caille 7. Wir wollen jede Sünde das kleinste Unrecht scheun und immer besser werden, und uns in Unschuld freun. 8.D blick auf uns mit Segen von deinem Thron herab, und laß uns dem Gelübde getreu feyn bis an's Grab! d to low vid Nach der Einsegnung. 540 ( Die Gemeinde allein.) Mel. Wer nur den lieben Gott Kinder, dieser Tag des Bundes sey eurem Herzen ewig werth; denn das Verspre chen eures Mundes hat der Allwissende gehört. Ihr jungen Christen denker nach, was heute euer Mund versprach! 2. Bedenkt, wozu ihr euch verpflichtet: Gott und der Tugend treu zu feyn. Von neuem habt ihr euch vers pflichtet, Gott euer Leben O The 201 407 riitsio 4. Ja, wir wollen uns ergeben unserm Gott und nicht der Welt, und in unserm gan, zen Leben willig thun, was ihm gefällt! Wer bier fäet in der Zeit, ärntet einst in Ewigkeit. Dort, dort wird der Herr der Welten Jedem nach Verdienst vergelten! ito ( Die Gemeinde allein.) lun Mel. Wer nur den lieben Gott 5. Owohl euch, wenn ihr Gott wollt leben, wenn euer Herz es redlich meint! Dann wird auch Gott euch Gegen geben; dann bleibt Gott ewig euer Freund; dann wird euch großes Glück und Heil hier und in Ewigkeit zu Theil. Jum) ( Die Gemeinde allein.) nur Mel. Jefus meine Zuversicht ganz zu weibn. heilig sey 541 Gottes Gnade fen diese Pflicht! dieses Tages nicht! sey mit euch! Sie verleih euch Kraft und Se gen! Wallet freudig, Engeln gleich, eurem hohen Ziel entgegen! Groß ist einst der Tugend Lohn vor des All vergelters Thron. Heilig sey euch dieser Tag; heilig, was ihr jetzt versprochen! Ach, was euer Mund versprach, werde nie von euch gebrochen! Bleibt auch in Gefahr und Noth fromm und treu bis in den Tod! Die ( Die Konfirmirten allein.) 30 Mel. Werde munter, mein 3. Heilig soll uns diese Stunde ewig unvergeßlich seyn! Mit dem Herzen, mit 2. dem Munde schwuren wir Gott treu zu seyn; nicht zu weichen von der Pflicht, bis das Aug' im Tode bricht. Gott, der alles weiß und richtet, weiß, wozu wir uns verpflichtet. 408 Gesinnung und Verhalten des Christen masarap nginiguidas ( Die Konfirmirten allein.) 3. Ja, zu treuer Folgsam feit haben wir uns dir verpflichtet. Unser Herz sey dir ge dll finish and od Mel. Nun danket alle Gott weiht, unser Geiſt auf dich ge 543 Von heiligem Ges O werden An in dem Bunde, Gott, mit dir! 44. Stärf' uns nur mit dei ner Kraft! Schüß' uns vor der Macht der Sünden! Gib, daß wir gewissenhaft böse Lüste überwinden! Hilf, daß unser Herz dir treu, stand: haft unf're Tugend sey! ( Alle) 1004 5. Sieh, o Herr, wir Alle flehn, stärke fiebreich uns're Seelen! Laß uns niemals irre gehn, nie die Bahn des Heils verfehlen! Alles schwin det mit der Zeit, nur nicht wahre Frömmigkeit. Ind m Bei Einweihung einer Kirche. dacht tief durchdrungen, sey, Gott, dir heut von uns fob, Preis und Dank gesungen! Hier wollen wir vereint uns deiner Liebe freun; drum weihen wir dies Haus zu deinem Tempel ein.) 2. Anbetend dir sich nahn, dich ehrfurchtsvoll erheben, wie süß ist diese Pflicht, wie wichtig für das Leben! Drum wende zum Gebet, zum Dank, zu deinem Ruhm oft unser Herz sich hier in diesem Heis ligthum! Imad wind sp 2. Hier sollen wir den Sinn von Christi Lehre faffen, und zur Befolgung uns, zur Treu' ermuntern lassen; hier strahlt dem Geiste Licht, hier quillt dem Herzen Ruh'; hier ſpricht dein Wort, o Gott, Geduld und Trost uns zu. ( 3um Schluß der Konfirmationshandlung.) Mel. Allein Gott in der Höh' 542 H err Gott! was irdisch ist, vergeht, und schnell enteilt das Leben, Herr Gott! was ewig fest besteht, hast du dem Geist gegeben: es bleibt der Wahrheit helles Licht, es bleibet Tugend, Recht und Pflicht und Jesu heil'ge Lehre. 4. Hier sollen am Altar sich dir, du Gott der Liebe, die Neuverbund'nen nah'n, dir heil'gen ihre Triebe; vor deinem Angesicht sich schwö ren Lieb' und Treu', damit ihr Leben dir stets wohlges fällig seyah 2. Die fehre bleib'uns bis an's Grab ein Licht auf allen Wegen, der Jugend Schuß, des Alters Stab, des Herzens 5. Hier wird mit Danks Trost und Segen! Sie leit' in aller Freud' und Noth, in jedem Kampf und durch den Tod uns in das beßre Leben! gebet das Kind in früher Jugend geweiht dem Kinderfreund, dem Vorbild je der Tugend; hier schwört bilance 409 her fommt ihnen Kraft zum Kampfe gegen Welt und Leidenschaft? in besondern Verbindungen. infilzd2), bet notei es einst den Schwur: Gott ewig treu zu seyn, und tritt dann in den Bund erwachsner Christen ein. 6. Hier sollen wir vereint das Mahl der Liebe feiern, und ernstlich den Entschluß der Besserung erneuern; er innern uns an ihn, der auf der Liebe Bahn, durch Leben und durch Lod, uns muth, voll ging voran. 7. Laß dieser Wohlthat Werth uns, Vater, stets erwägen und dieses Hauses 3weck recht ernstlich, über legen. Dann wird der Tag der Weih' ein Tag des Se, gens seyn, und seiner wird sich noch die späte Nachwelt freun. 3. Preis dir und Dank, der du der Jugend, auch unter uns, mit Baterhuld gedent'st, und zu der Weis heit und der Zugend durch treue Führer ihre Schritte lenk'st! Wie weise, Gott, wie liebreich, Herr, bist du! Durch Schulen auch ström'st du uns Segen zu. 4. Froh sehn der Zukunft wir entgegen, wenn unser Blick auf gute Kinder fällt. Durch sie verbreitet sich dein Segen einst weit umher in deiner Menschenwelt; und naht sich uns der Lod einst auf dein Wort, so setzen sie dein Wert auf Erden fort. Bei Einführung eines Schullehrere. Mel. Las mich, o Herr 544 Last dankbar uns die Lehrer eh ren, die stets mit Ernst und Sorgfalt sich bemühn, den Geist der Jugend zu belehren, ihr Herz von seinen Fehlern abzuziehn! Owelche Saat wird durch sie aus. gestreut! Sie feimt empor für Zeit und Ewigkeit. diose 2. Bedauernswürdig sind die Seelen, die unbelehrt durch dieses Leben gehn. Wie können sie das Gute wählen, wenn sie nicht auch das Licht der Wahrheit sehn? Wo bleibt ihr Werth? Wo 5. Drum gib, o Gott, den Lehrern Kräfte und res gen Trieb, die Kinder dir zu weihn! Laß treuen Fleiß im Lehrgeschäfte stets ihren Ruhm und ihre Freude seyn! Erfülle sie mit Achtung für ihr Amt, aus dem das Heil so vieler Seelen stammt! 6. Laß sie durch Ernst dem Leichtsinn wehren, durch Freundlichkeit die Herzen an sich ziehn; auch, wenn sie strafen, noch belehren und folgiam selbst den Schein des Unrechts fliehn! Relis gion und reine Sittlichkeit verbreite sich durch sie zu jeder Zeit! 7. O welche Pflichten! Welche 90A uspendid android ni 410 Gesinnung und Verhalten des Christen Welche Würde! Gott, steh' 3. Bedürfniß und des Fleis auch diesem neuen Lehrer bei! Erleichtre seines Amtes Bürde, damit er stets getrost und muthvoll sey, und gib auch uns ein Herz, das gern ihn hört und dankbar ist, und seine Freuden mehrt! 8. Wenn ihn des Tages Lasten drücken, wenn ihm der heitre frohe Sinn entweicht, dann laß ihn jenen Fohn erblicken, den deine Hand einst treuen Lehrern reicht; und immer zeig' er dann sich als ein Christ, der muthig wirkt, so lang es Tag noch ist! 9. Gott, laß jede Schule blühen und reich an Frucht für Welt und Nachwelt seyn! Laß jedes Lehrers Eifer glühen, die Dunkelheit der Seelen zu zerstreun, und einst erheb ihn die beglückte Schaar, für die er hier ein weiser Führer war! mnd juis h Bürgerliche Gesellschaft. Mel. Herr Jesu Chrift, dich 545 Nach Gottes ßes Gang wirft Ordnung und Zusammenhang; rer nützt durch Kunst dem Vas terland und durch die Arbeit seiner Hand. 4. Der durch Verstand und Geisteskraft, durch Einsicht, Kenntniß, Wissenschaft; der nützt mit seinem fühnen Muth, und der mit seinem Erdengut. 5. So knüpf'st du, Gott, durch jeden Stand der all gemeinen Wohlfahrt Band; vertheilst mit Weisheit und mit Wahl des Fleißes Gang, der Kräfte Zahl. 6. Glück, Segen, Reichs thum, Ueberfluß und allerfeis tiger Genuß, Bequemlichkeit und Freud' und Rub' fließt uns durch diese Ordnung zu. 7. Wer wollte denn nicht thätig seyn, nicht seines Standes sich erfreun; auf der ihm angewies'nen Bahn nicht wirken, was er wirken kann? 8. Wer jede ihm verliehne. Kraft gebraucht, und durch weisheits- sie Gutes schafft, der lebet, wie es Gott gefällt, zum Segen sich und für die Welt. vollem Rath, der Alles angeordnet hat wird Völkern dauerhaftes Heil durch der Gesellschaft Band zu. Theil. 2. Nur durch vereinte ThäVaterlandsliebe. Mel. Schon ist der Tag von Gott tigkeit, die sich dem Dienst 546 Das m Land, das weiht, durch Gett mir vä: gegenseitiges Bemühn sieht terlich zur Wohnung anges man der Bürger Wohlfahrt wiesen, läßt seines treuen blühn. Schußzes mich in Glück und Noth mind and antindrs dour gnis in besondern Verbindungen. 108 di Jobe Inding and in Noth genießen; es gibt mir Nahrung, Sicherheit; erhält Recht und Gerechtigkeit und schüßt mein Gut und Leben, 42. Drum will ich stets er fenntlich seyn, durch nüß ge til 19 liche Geschäfte mich der ges Obrigkeit und Unterthan. meinen Wohlfahrt weihn; d Mel. Vom Himmel kam der will Zeit, Beruf und Kräfte 547 G ott der zum dem Vaterlande, das mich schüßt, und mir und meinen Brüdern nützt, mit treuem Eifer widmen. Segen für die Welt uns Fürsten gibt und sie erhält, du willst, daß ih dnen jeder treu, gehorsam swisd und ergeben sey. 2. Sie wachen stets mit offnem Blick und sorgsam für der Länder Glück; durch sie fließt Sicherheit und Ruh' den Bürgern aller Stände zu. 3. Nicht jeder ist in Würden groß: oft ist ein niedrer Stand sein Loos; doch Jeder, sey er noch so flein, kann achtungswerth als Bürger seyn. undress 4. Auch will ich meiner Brüder Glück durch meine Schuld nie hindern; will stets ihr widriges Geschick so viel ich kann, vermindern; will freundlich dienen jeder mann, und helfen, wo ich helfen kann, zum allgemeinen Besten. 4. Er ist's, wenn er den Fürsten liebt, und den Ges setzen, die er gibt, Zeit, Kräfte, Sorgfalt, Eifer weiht, gern thut, was jedes ihm gebeut: 5. Auf, Brüder, die ihr's redlich meint, nüßt eurem 5. Wenn er gewissenhaft Vaterlande, das euch zu stets ist, nie seines Bürgers gleichem Zweck vereint, in eids vergißt; und das, was jedem Amt und Stande! er entrichten soll, gern beiUnd fordert es des Landes trägt zu des Ganzen Wobl. Wohl, so opfert, wie es 6. Er ist's, wenn er als jeder soll, ihm freudig Gut und Leben! 3. Nie will ich Ruh' und Sicherheit im Staate fre velnd stören; will meine Lans desobrigkeit, als Gottes Ord nung, ehren, und ihren Willen jederzeit, mit treuer Un terwürfigkeit, nach Möglichs feit erfüllen. 1940 SIA 411 gute Bürger hier, nach je nem Reiche streben, in das nur treue Knechte gebn, die in dem Dienste hier bestehn, zu dem du sie berufen! d 6. Gott, steh uns bei, daß Alle wir nach unsern Pflich ten leben, und schon, als Bürger denkt, nie andrer Bürger Rechte kränkt, und fern von schlauer Ränke list, zum Wohl des Landes thäs tig ist. 7. Er 412 Gesinnung und Verhalten des Christen HA por 7. Er weiß: nur des Geseges Kraft, und wär' es auch noch mangelhaft, ge währt dem Bolfe Sicherheit und Ordnung und Zufrie denheit.dod and 8. Er lebt, von Trug und Unrecht frei, stets folgsam dem Gesetz und treu, und fühlt, wenn er es gern volls führt, sich dann so frei, als der regiert. e 9. O Gott, laß mich ges wissenhaft, und stark durch deines Geistes Kraft, mich allen meinen Pflichten weihn; so kann ich deiner Huld mich freun. gebührt! Schoß und Zoll dem, der regiert! Gib, als gåbst du Gott, dem Herrn, was dir auferlegt ist, gern! terthan! 2. Bist du niedrig, bist du groß; sei vergnügt mit deinem Loos! Scham' dich deines Standes nicht; nöthig ist ja Jedes Pflicht. 3. 3ur gemeinen Wohl fahrt sei dem Gesetze stets getreu! Wer ihm gern gehorchen kann, der nur ist ein freier Mann. 6. Ordnung und Gerech tigkeit, Schutz und Fried' und Sicherheit, welch' ein Glück, das man nur hat durch der Obern Rath und That! 7. Lebe selbst gewissenhaft; ihres Wandels Redhenschaft laß dem Herrn und sieh' nur du, daß du selbst gerecht sei'st, zu! 8. Obrigkeit und Unter than, betet Gott den Höch sten, an! Fürchtet ihn: denn sein Gericht wird gerecht seyn: sündigt nicht! mi Mel. Aus der Tiefe rufe ich er gehorcht, 548 der thu's mit Lust! Jeder Bürger, sich bes 6500 toilation Hoher Stand. Mel. Vom Himmel kam der wußt, daß nicht jeder herr 549 Wer höher burch Geburt schon es ist, als feine Brüder, fenn' als Chrift des bessern Adels Werth und Pflicht; den fühl' er, den entehr' er nicht! 2. Er, sind ihm Brüder unterthan, er sei ihr Vater, kein Tyrann; so mild und liebreich als gerecht; er ist wie sie auch Gottes Knecht 4. Schaue Jesum Christum an; er, wie du, ein Unterthan, und doch aller Fürsten Gott, that, was das Geset gebot.br now woj 3. Nicht wähn' er, weil er groß und frei vor den Ges ringern ist, er sei erhaben über Recht und Pflicht und Rechenschaft; das wähn' er nicht. 4. Er sehe, mehr beglückt 5. Ehre dem, dem Ehr' von Gott, nicht mit Verach i pit stouochi daedal tung mafjird and moslednek dan punniso in besondern Verbindungen. thing suis dalsavi on 190 id you tung oder Spott auf den, von dessen Schweiß er lebt, der ihm erwirbt, was ihn erhebt SH 5. Er hasse Grausamkeit und Zwang, verprasse nicht durch Müßiggang, was Gott ihm gibt, beglückt zu seyn, mit Andern, aber nie allein! 6. Froh neben ihm, mit ihm vergnügt sey, wer ihm feine Felder pflügt! Wohl thätig soll er feyn; denn er ward darum nur des Armen Herr! di dun 413 und That, Gerechtigkeit zu üben, und wandle stets den rechten Pfad, den Gott dir, vorgeschrieben! Ein Richter, der dies je vergißt, partheiisch und bestechlich ist, zerstört das Glück der Erde. 2. webe denen, welche nicht ihr Ohr zur Unschuld neigen, die mit Verlegung ihrer Pflicht Geseß und Reche te beugen! Sie säen Fluch und ärnten Fluch durch ihren feilen Richterspruch, denn Gott beschützt die Wahrheit. 7. Er,( denn er hat mehr 3. Wenn sie nicht treu im Macht und Zeit zu böhern Thaten) sey bereit, auch mehr zu thun für Volf und Staat, von dem er seinen Vorzug bat! Amte sind; Gott kennt der Wahrheit Sache. Der Uns terdrückten Thräne rinnt und schreit zu ihm um Rache. Ges foltert von Gewissensqual, erscheinen sie im Lodesthal und am Bergeltungstage.d 8. Verächtlicher, als Stlas ven, ist im Tod einst jeder, der vergißt, daß er des Vas terlantes Wohl auch mehr, als Andre, fördern soll. 4. Der Redliche nur wird beglückt, der nie das Recht 9. Doch, wenn er's nicht verdrehet, die Einfalt nie vergißt, so freut der Nie durch List berückt, und nie drige sich ohne Neid, weil die Unschuld schmähet. Er der der Welt zum Segen lebt, gibt und nimmt und redet der wohlzuthun sich stets bes nichts, wodurch die Stätte strebt. pounday des Gerichts entheiligt wers im 110. Und spricht in seinem den könnte.mallia burg Tode dann: das war ein ed- d 5. Er geht, entfernt von ler, großer Mann! Er, durch Sucht nach Geld, auf des der Tugend Glanz verklärt, Geseßes Wegen, und jedes war seines Glücks und Vors Urtheil, das er fällt, bringt zuge werth! 9 130 seinem Herzen Segen. D ad finansicht wohl dem Land, wo jederzeit nur Wahrbeit und Ge rechtigkeit in allen Ständen blühen! and i 1907 durch Wort 6. Laß jeden hier sein Amt Der Richter. Mel. Schon ist der Tag von 550 tewöhne dich, ges 414 SIA Gesinnung und Verhalten des Christen did misdroped i getreu, o Gott, vor dir vers und frevelnd seine Pflicht walten und sein Gewissen vorwurfsfrei bis in den Lod erhalten! In unserm ganzen Vaterland bewahr', o Vater, jeden Stand vor Unrecht und vor Frevel. bilbid dui 7. Es suche jeder, der dich fennt, im Guten sich zu stärfen, und wer den Namen Jesu nennt, laß ab von bö, sen Werken! Gib deinen Knechten Kraft dazu! Wer kann es anders, Gott, als du? Du bist der Zugend Quelle id no verletzt. 4. Ehrt Wahrheit, Recht, und fürchtet Gott; nie werde Tugend euer Spott! Die Krieger sind zu feiner Zeit von ihrer Christenpflicht bes freit. 8. Gerechter Gott, belohne die, die sich vom Unrecht wenden! Erquicke sie nach Kampf und Müh', wenn sie den Lauf vollenden! Zu deinen Freuden nimm sie auf; denn sie vollendeten den Lauf der Tausende beglückte. dziur to and 5. Zieht ihr in Krieg: so störet nie die Rechte Andrer; schüßet sie! Gewalt übt un geheißen nicht; stets leit' euch Ehrgefühl und Pflicht! 6. daß nicht einer Fres vel treib! Daß jeder schone Greis und Weib und Kind und Säugling, wie den Mann, der widerstehn nicht mag noch fann!( 7. Wer vor euch nieder, fällt, den hebt mit Brüderarmen auf; wer bebt, den tröstet, Brüder: nie vergießt Blut, wenn der Feind ent waffnet ist! thall Der Soldat. Almad Mel. Erhalt uns, Herr, bei 8. Dann seyd ihr wahre Helden, seyd Vertheidiger 551 Bewaffnete, der der Menſchlichkeit, dem Voll, wie dem Regenten werth, von Vaterland und Gott geehrt. bewacht, beschüßt das Vaterland und stehet dem Ge feßze bei, damit sein Ausspruch wirksam sey.nd 2. Gehorsam, Treu und Tapferkeit zeigt drum vor Allem jederzeit: vergeßt in euch Gott! Krieg und Frieden nicht den_dhal Sing 100 edlen Endzweck eurer Pflicht! 9. Gott sey mit euch in Fried' und Krieg, mit euch in jedem Kampf und Sieg, mit cuch im Leben und im Zod. Hier segne, dort beglück dgn and Der Landmann. 3. Ruf, wie ehrenwerth! daß ihr 552 W Schöpfer Mel. Erschienen ist der ohl mir, o immer ihn nur hört! Weh, no ist von wer ihn aus den Augen seßt denn mein Stand ist auch in besondern Verbindungen. ping and maining fo von dir; du schufst das Land für meinen Fleiß; und vä: terlich beglückst und segnest du auch mich: gelobt seyst du! 2. Gelobt sey Gott! denn herrlicher und schöner und gelegneter wird jede Flur und jedes Feld durch meinen Fleiß für Gottes Welt und auch für mich! 3. Im Schweiße meines Angesichts arbeite ich: doch wann gebricht's mir, wann ich thu, was Gott gebeut, an Segen, an Zufriedenheit? Was brauch ich mehr? 4. Wie lächeln freudig Au und Flur! In meiner Hütte wohne nur die Unschuld, die nie Arges thut: und Gottes Wohlgefallen ruht und wohnt bei mir. 415 lichkeit seh' ich ihn täglich; mich erfreut der Sonne Glanz, der stille Mond; Wald, Thal und Berg und Flur belohnt mir meinen Flohnt mit Fleiß. 9. Des Weisen Achtung fehlt mir nicht, erfüll' ich redlich meine Pflicht; ich bin ein Mann fürs Vaterland, ich nähr es und durch meine Hand lebt Volk und Fürst. 10. Wohl mir, wohl mir! Ich baue gern den Acker Gottes, meines Herrn, und ärnt' ich nicht schon hier den fohn, ich ärnt' ihn einst vor Gottes Thron in Ewigkeit. 5. Was hat der Reiche dann voraus, mehr Macht und Pracht, ein glänzend Haus: doch auch mehr Sorg' und Ueberbruß; bei allem seinem Ueberfluß mehr Furcht und Gram; sat 6. Nicht mehr Gesundheit, Rub und Kraft, wohl aber größre Rechenschaft. Und wenn ich fromm und gut bin, werd' ich selig wie der Fürst der Erd', wenn er gut ist. 7. Mühseligkeit ist Aller Loos, der Mensch sey niedrig oder groß; doch kommen wahre Rub' und Lust auch gern, doch nur in dessen Brust, der Gott gefällt. 8. In seiner Werke Herr, 553 Gib Der Nachbar. Mel. Was Gott thut, das ist ib, Höchster, daß ich fromm und ireu auch meine Nachbarn liebe; daß mir ihr Glück erfreulich sey, ihr Unglück mich betrübe; daß ich mich nicht entzieh der Pflicht, mit auf ihr Wohl zu sehen, und ihnen beizustehen. 2. Laß mich durch mein Benehmen nie, Gott, ihnen Kummer machen! Mein Herz sey willig, auch für sie zu beten und zu wachen! Ermunt're mich; stets nachbarlich das Gut, das sie bes sizzen, nach Möglichkeit zu schüßen! 3 Gib, daß ich gern ver schwiegen sey und stets den Frieden suche; nie nähre Neid grundmidis managed ni 416 Gesinnung und Verhalten des Christen NE Neid und Heuchelei, nie lei, von Schmähung und heimlich Nachbarn fluche! Verstellung frei, was sündUnd thun sie mir auch Un- lich ist, nie rebe! recht hier; hab ichs nur nicht verschuldet: so wird es leicht erduldet. 4. Was hilft ein feind, schaftlicher Sinn? Er führt nur ins Verderben. Wie schnell eilt unsre Zeit dahin! Wer weiß, wie balb wir sterben? Freunde, seid enifernt vom Streit! Denft, daß ich euch im Grabe zu stillen Nachbarn babe. 5. Herr, präge du den Sinn mir ein, der mich vor Haß behütet, und laß mich auch als Nachbar seyn, was mir dein Wort gebietet! Wer liebreich ist, wie du es bist, wird einst, wenn Feinde bes ben, in ew'gem Frieden leben. Umgang.( zu Seite 376) Mel. Schon ist der Tag von Gott 554 Die Bunge, die spricht, hat mir mein Gott gegeben. O, mißbraucht' ich doch ihrer nicht! Sie brins get Tod und Leben; sie stürzt in Unglück, bilft in Noth; sie flucht und segnet, fleht und droht; fann heilen und verwunden. 3 Auf deinen Ruhm und Andrer Wohl soll stets mein Sinn sich lenken; hilf mir, so oft ich reden soll, mit Ernste dies bedenken! Zum Guten rege selbst mich an, damit ich, wo ich nüßen fann, aus Menschenfurcht nicht schweige. 5. Auch wehe dem, der Zücke liebt, und dessen Worte trügen; der seinen Nächsten gern betrübt mit Falschheit und mit Lügen! Nur Redlichkeit, nur offner Sinn, vernehmlich nur Wahrheitsliebe schafft Gewinn, der ewig uns be gleitet. 6. Was züchtig, keusch und ehrbar ist, was wohl und lieblich klinget, das redet überall der Christ; spricht, wenn es Nußen bringet, und scheut den Zorn der Mens schen nicht; doch wird auch Schweigen ihm zur Pflicht, wenn es die Liebe fordert. 7. O gib mir, Gott, ein reines Herz, und laß mich Spöttereien und frechen, sits tens 2. Hilf, daß in meines Herzens Grund, Herr, deine Furcht stets wohne, und daß gewissenhaft mein Mund der Wahrheit Rechte schone; daß ich von niedrer Schmeiches 4. O wehe dem verweg's nen Mund, der Fluch) und Schwur nicht scheuet! Wie bald wird da der Leichtsinn fund: wie oft zu spät bes reuet! Ach, Fluchen bringet Fluch und Noth, entfernet immer mehr von Gott! Herr! lehr' es mich bedenken: 417 gefühl versüßt uns Alles, was uns schmerzlich ist. 7. Trennt auch das Schick, fal Freund von Freund; die Herzen bleiben doch vereint durch Liebe, durch Gebet und Rath, und, wo wir können, durch die That. 8. Bollenden wir einst unsern Lauf, so nimmt uns dann Ein Himmel auf. Unendlich ist die Seligkeit, die ewig uns vereint erfreut. in besondern Verbindungen. tenlosen Scherz mit from mem Eifer fcheun! Zum Sprechen gabst du mir die Kraft; doch soll ich einst auch Rechenschaft von mei nen Worten geben. Freundschaft. Mel. Vom Himmel kam der 555 welch ein Se, 20 gen ist ein Freund, der, Gott, durch dich mit mir vereint, mit herzlichem Vertraun mich liebt, mit mir sich freuet und betrübt! 2. Der, fest vereinigt erst mit dir in Einem Geiste, dann mit mir für Wahrheit nur und Tugend lebt, mit mir nach Einem Ziele strebt! 3. Wir theilen brüderlich dein Licht, ermuntern und zu jeder Pflicht; wir bitten didy vereint um Kraft, gleich fromm zu seyn, gleich tugendhaft. 4. Vom Irren hält er mich zurück durch weisen Rath, durch sanften Blick; und wenn er mir zu irren scheint: so warn' ich treulich ihn als Freund. 5. Nicht Argwohn, Mißtraun oder Streit, nicht Freude und nicht Traurigs feit, auch nicht des Glückes Unbestand, trennt unsrer Freundschaft festes Band. In eigner Melodie. an 556 H Freundes Hand durch das Leben wandeln, und durch Tugend und Vers stand fest vereinigt handeln! 6. Wir theilen Alles, Freud und Leid, mit brüderlicher Herzlichkeit: und treues Mit 2.Ohne Freundschaft gleicht die Welt einem öden Grabe. Wohl mir, daß ich mehr als Geld, daß ich Freunde babe! 3. Aber da ist Freundschaft nicht, wo nicht Tugend woh, net, wo nicht auf dem Angesicht Herzensgüte thronet. 4. Sittsam ist sie; nicht beim Spiel, nicht bei Trinks gelagen, nicht im lärmenden Gewühl darfst du nach ihr fragen. 5. Aber o, du findest sie bei unschuld'gen Scherzen; nur bei der Verleumdung nie, nie bei böfen Herzen. 6. Freundschaft lehrt be scheiden seyn, Andrer Vorzüg' ehren; Freundschaft wird dir manche Pein in Vergnügen kehren. Dd 7. Freunds 418 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Freundschaft zeigt dir 4. Nein, kein Geschöpf, flar und frei alle deine Fehle, das mit mir lebt, darf ich schmeichelt nicht und macht aus Frevel quälen; mag, dabei fröhlich deine Seele. was mich übers Thier er hebt, mag auch Vernunft ihm fehlen. Sie macht mich zu der Gottheit Bild, allein sproßen tausend Freuden. sie lehrt auch, göttlich, mild, 8. Lächelst du, sie lächelt mit, weint bei deinen Leiden, unter ihrem fanften Tritt Glück um mich her verbreis ten. 9. Mögt ein jeder doch recht früh ihrer würdig wer> den! Dann vermehrte sich durch sie Menschenglück auf Erden. 5. Vernunft, du sollst mich immer mehr die wahre Weisheit lehren! In der Ge schöpfe großem Heer will ich den Schöpfer ehren. Wer stolz ein Mitgeschöpf verschmäht, das unter Gottes Aufsicht stebt, entehrt auch Christliches Verhalten in Ansehung der Thiere und Bäume. Mel. Es ist das Heil uns er weise Schö557 Dpfer, dessen Ruf ſeinen Schöpfer. einst mächtig scholl: Es werde! und aller Welt Be, wohner schuf, bestimmte diese Erde nicht für den Menschen nur allein, auch Thiere schuf er, sich zu freun auf seiner schönen Erde. 2. Jhm, der für Alles Sorge begt, dem Vater aller Dinge, ist nichts, was feine Erde trägt, zu klein und zu 6. Wen eines Thieres Qual erfreut, der wird, das kann nicht fehlen, falt und ge fühllos mit der Zeit gewiß auch Menschen quälen. Wer frech sein Mitgefchöpf be trübt und Härt' und Grausamfeit verübt, der fann auch Gott nicht lieben. inte Mel. Kommt her zu mir geringe. Er, deſſen Huld 558 Die Thiere, deren mist, er, der des Menschen Vater ist, ist auch des Wurmes Schöpfer. 3. Und er, der alle Wesen liebt, er sollte mir erlauben, dem Thiere, dem er Leben gibt, muthwillig es zu rau ben? Was gabe mir wohl den Beruf, ein Leben, das die Allmacht schuf, gefühllos zu zerstören? erwäg' es oft mit Ernst, o Christ, sind auch des Ganzen Glieder! der Schöpfung Bürgerrecht verlieh Gott ih nen auch; drum blick auf sie nicht mit Verachtung nieder. 2. Sie, Wunder auch von Gottes Hand, sind, Bolzer Mensch, dir nah' verwandt, durch innern Bau und Triebe; da 4irijdin fie in besondern Verbindungen. 419 in seiner Pracht, zeugt seine Frucht und Blüthe; zum Segen pflanzt' ihn deine Hand, zur Lust und Zierde jedem Land, so weit als Menschen wohnen. 3. Du hast durch Geistes übermacht sie unterwürfig dir gemacht; fannst ihre Wildheit zähmen; darfst, was dich stärket, was dich schüßt, was dir zu deinem Leben nüßt, von ihrem Le ben nehmen. 2. Wie fönnt ich denn je einen Baum aus Frevelmuth zerstören! o nein, in jedem Schattenraum will ich dich, Schöpfer, ehren; im Baume, der die Erde schmückt, von dem man süße Früchte pflückt, erfreut Gott seine Kinder. 4. Doch ihnen auch, vers giß es nicht, verband der Schöpfer dich zur Pflichi; er hat der Thiere Leben, um milde gegen sie zu seyn, und nicht dich ihrer Qual zu freu'n, o Mensch, dir untergeben. 3. Wenn mich in seiner Blüthenpracht der Baum erfüllt mit Wonne, wenn er zur Kühlung Schatten macht bei heißem Strahl der Son ne, und wenn er reich die Zweige senkt und freundlich seine Gaben schenkt zur Nahs rung und Erquickung. 4. Wenn mich sein Holz erwärmt und schüßzt vor Frost, um froh zu leben, wenn es der Hand des Künstlers nüßt, mir Hausgeräth zu geben; Pflichten wichtiger, die wenn Wohnung und Bes Pflichten für die Armen: doch sollst du auch, wie Gott gebot, des armen Thiers in seiner Noth dich mitleidsvoll erbarmen. 5. Du kannst, was deine Hand gemacht, was dein Verstand hervorgebracht, ges fällt dir's nicht, vernichten; doch über eines Thieres Lod, der dir nichts nüßte, wird dich Gott, des Thieres Schöpfer richten. 6. Zwar sind für dich, der Thiere Herr, o Mensch, noch quemlichkeit, wenn Hain und Garten mich erfreut, dann will ich freudig danken. sie zeigen oft des Denkens Spur, find alle Kinder der Natur, und freu'n stch ihrer Liebe. Mel. Es ist das Heil uns 559 V on deiner Weiß, heit, Gott der Macht, und deiner Vater güte zeugt auch der Baum 5. Kein guter Mensch, der böse nur fann seine Würde schänden, nur der kann Gaben der Natur mit fres velbaften Händen aus Schas denfreud', aus Haß ents weihn, kann strafbar ibr Dd 2 Bers Ole 420 Gesinnung und Verhalten des Christen Zerstörer seyn. Ich, ich freun, auch für die Nachwelt will Gutes schaffen! pflanzen. In deiner Schö pfung Heiligthum, o Gott, laß nur zu deinem Ruhm mich, dein Geschöpf, stets 6. Ich will dem Urbild ähnlich seyn, mit ihm zum, Wohl des Ganzen nach Kräften wirken, gern er leben! Gesinnung und Verhalten des Christen zu besondern Zeiten. Am Morgen. siehe, wie ichs meine, dir ist keine meiner Sorgen, aud) Mel. Mein ganzer Geift 560 Dich leh' ich wie die kleinste nicht, verborgen. der Morgen4. Ich bin ein Chrift; o Herr, verleih', daß ich des Namens würtig sei! Mein Ruhm sei deine Gnade! denn ach, was bin ich ohne dich? Ein Irrender! Erhalte mich, mein Gott, auf dei nem Pfade. Stärt' mich, daß ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, über Alles dich zu achten. licht, und freue mich der edlen Pflicht, dem Höchsten Lob zu singen. Ich will, ent brannt von Dankbegier, o mildester Erbarmer dir, mit heil'gem Muth lobsingen. Schöpfer, Vater, deine Treue rührt auf's neue mein Gemüthe. Froh empfind' ich deine Güte. 2. Du warst auch diese Nacht um mich. Was wär' ich, hättest du nicht dich so hülfreich mir bewiesen? Zu meinem Leben setzest du jetzt einen neuen Tag hinzu, sei hoch dafür gepriesen! Durch dich bin ich, und ich merke neue Stärke: dich ertebe Herz und Mund, so lang ich lebe. 5. Auch im Geräusch der Welt soll mich der heilige Gedank' an dich oft still zu dir erheben. Im dunklen Thale wall' ich hier; einst nimmst du mich hinauf zu dir, zum Licht und höhern Leben. Auf dich hoff' ich! Herr, ich werde mich der Erde gern entschwingen, dir dort ewig Lob zu singen. 3. Verleih', o Gott der Lieb' und Macht, daß Sünd' Mel. Wer nur den lieben Gott und Gram, wie dieſe Nacht, 561 Voll Dank an auf von mir fliehe, daß ich die kurze Lebenszeit in christlicher Zufriedenheit zu nüßen mich bemühe! Prüfe, diesem neuen Morgen, blick ich zu dir em por, mein Gott! Du hörst nicht auf, für mich zu sor gen, zu besondern Zeiten. gen, mein Schuß zu seyn vor jeder Noth; du schütztest mich auch diese Nacht; durch dich gestärkt, bin ich erwacht. 2. Wem dant' ich's sonst, als deiner Güte, daß mich o Gott, fein Unfall traf? Mit innig freudigem Ge müthe dank' ich dir Stär, fung, Ruh' und Schlaf! Auch heute wirst du mit mir seyn, und Kraft zum Guten mir verleihn! 3. Wie viel Tausend meiner Brüder sind jetzt nicht mehr mit mir erwacht; sie sehen nicht die Sonne wie der, nicht deiner Schöpfung neue Pracht! ich lebe noch, und mich erfreut des neuen Morgens Heiterkeit! 421 Vater, Sohn und heil'ger Geist, der es Tag und Nacht läßt werden, Mond und Sonne scheinen heißt, dessen starke Hand die Welt und was drinnen ist, erhält; 4. Erhalter, dir soll jede Stunde auch dieses Tages heilig seyn! Ich schwöre dir mit Herz und Munde, vor allem Unrecht mich zu scheun! Entzieh zur Uebung meiner Pflicht mir, Herr, nur deinen Beistand nicht. Sankt In eigener Melodie. 5. Froh werd' ich dann den Tag vollenden, dir, Herr, getreu und meiner Pflicht Mein Leben steht in deinen Händen; drum schrecke auch der Tod mich nicht; und endet heute sich mein Lauf: so eilt mein Geist zu dir hinauf! ily st 03-01 2. Gott, ich danke dir von Herzen, daß du mich in dieser Nacht vor Gefahr, Angst, Noth und Schmerzen hast behütet und bewacht, und, bei aller meiner Schuld, mich noch trägst mit Vaterhuld. 562 Go 3. Gleich der Nacht laß meine Sünden vor der Gnade Glanz vergehn, die durch Christum alle finden, welche gläubig auf dich sehn, der für unsre Mifferhat sich am Kreuz geopfert hat. 4. Hilf, daß ich an diesem Morgen geistlich auferstehn mag und für meine Seele sorgen, daß ich, kommt dein großer Tag, meines Richters Antlitz dann ohne Schrecken schauen kann.. ott des Himmels und der Erden, 5. Auf der Bahn der Lus gend leite du mich, Herr, verlaß mich nicht; und vers leihe mir auch heute Muth und Kraft zu jeder Pflicht. Dein Geschenk, die Gna denzeit, werde nie von mir entweiht. 6. Deinem Schußze sei ers geben Alles, was ich hab' und bin! Dir vertrau' ich Seel und Leben, werf auf dich die Sorgen hin. Herr, mein Heil, mein Schild und Ruhm, 101 422 Gesinnung und Verhalten des Christen 52 lind Ruhm, segne mich, dein Eis genthum! 7. Hülfe wollest du mir senden, wenn Gefahr und Noth mir droht; Alles mir zum Besten wenden, es sei Leben oder Tod! Sterb' ich, Herr, so nimun mich hin, wo ich nicht mehr sterblich bin! 5. Getrost, mein Geist! ermüde in deinem Kampfe nicht! Dich stärket Gottes Friede mit Kraft und Zuvers sicht. Ermuur're dich und Mel. Befiehl du deine Wege 563 Lob sey Gott, der ſtreite: des Sieges Lohn iſt nah! ist heute des Kampfes Ende da. den Morgen uns sendet nach der Nacht; der, wenn wir ohne Sorge ent schlummern, für uns wacht, In eigener Melodie. der uns im Schlaf erquicket, 564 Mein erſt e und uns're schäft Preis und Dank; erhebe Gott, o Seele! Der Herr hört deinen Lobgesang; lobsing ihm, meine Seele! 2. Mich selbst zu schützen ohne Macht, lag ich und schlief in Frieden. Wer schafft die Sicherheit der Nacht und Ruhe für die Müden? Para 3. Wer wacht, wann ich von mir nichts weiß, mein Leben zu bewahren? Wer stärkt mein Blut in seinem Fleiß, und schüßt mich vor Gefahren? nd durabi Gott, der die Erde schmücket, und, was er schuf, erfreut! Reu und Schmerz! Nach Reichthum ängstlich trach ten? Nie komm' es in mein Herz! Hienieden schon auf Erden soll meine Seele rein, ein Tempel Gottes werden, ganz ihm geheiligt seyn! 2. Von dir ist mir geges ben, Herr, was ich hab' und bin. Und dies mein irdisch Leben flicht schnell zum Tode hin. Bald ist sie ganz ver schwunden, der Wallfahrt kurze Zeit: Doch hängt an ihren Stunden das Heil der Ewigkeit. un 3. Osüßer, hoher Glaube, vom Tod einst aufzustehn! Mein Leib nur wird zu Staube: mein Geist wird nicht vergehn. Ach, las mich's nie vergessen! Der heil'gen Hoffnung voll, laß tä glich mich ermessen, was einst ich werden soll. 64. Sollt' ich nach Wollust schmachten? Ihr Lohn ist 4. Wer lehrt das Auge seine Pflicht, sich sicher zu bedecken? Wer ruft dem Tag und seinem Licht, die Seele zu erwecken? 5. Du bist es, ist es, pert Herr, Gott der Welt, und dein ist uns 423 empor zu dir. Preis dir, durch den ich lebe und neuer Dank dafür! Herr, deine Huld ist groß, und niemals hat das fallen des Dankes dir mißfallen, das aus dem Herzen floß! 2. Daß nicht in tiefem Schlummer des Lebens Licht verlischt, und daß mich, frei von Kummer, ein sanf ter Schlaf erfrischt: dies dank ich deiner Macht und Durch deiner Vatertreue. sie bin ich auf's neue mit beitrem Muth erwacht. 3. Beschüßer unsrer See len, ich traue stets auf dich Was soll ich für mich wäh len? wähle du für mich! Gib, was mir heilsam ist! Gott, dem ich alles danke, mich stärke der Gedanke, daß du stets um mich bist! 4. Er stärke mich, mit Freuden zu thun, was dir gefällt; er tröste mich im Leiden; und will die Lust der Welt mich jemals nach sich zieh'n, helf' er mein Herz bes wahren, helf er mir die Ges fahren der Sünde sehn und flichn! zu besondern Zeiten. bu Du bist es, unser Leben. der es uns erhält, und mir's jeßt neu gegeben. 6. Gelobet seist du, Gott der Macht, gelobt sei deine Treue, daß ich nach einer sanften Nacht mich dieses Tages erfreue! 7. Laß deinen Segen auf mir ruhn, mich deine Wege wallen; und lehre du mich selber thun nach deinem Wohlgefallen! 8. Nimm meines Lebens gnädig wahr; auf dich hofft meine Seele! Sei mir ein Retter in Gefahr, ein Bater wenn ich fehle! 9. Gib mir ein Herz voll Zuversicht, erfüllt mit Lieb' und Ruhe; ein weises Herz, das seine Pflicht erkenn' und willig thue: 10. Daß ich mit Freudig feit und Muth mich stete zu bessern strebe, gottselig, züchtig, fromm und gut in Sinn und Thaten lebe; 11. Daß ich, dem Näch sten beizustehn, nie Fleiß und Arbeit schene, mich gern an Andrer Wohlergehn und ihrer Zugend freue; 12. Daß ich das Glück der Lebenszeit in deiner Furcht genicße, und meinen Lauf mit Freudigkeit, wann du gebeutst, beschließe! on Mel. Von Gott will ich nicht 565 A⁰[ Umächtiger, ich hebe mein Aug' 5. Beglücke du die Meis nen nach deiner Gütigkeit! Verlaß der Armen feinen; wend' alles Herzeleid! Du willst zwar gern erfreun, eilst Allen beizustehn; doch soll der Liebe Flehen dir auch gefällig seyn. 6. Gott, dem ich anges höre, 424 Gesinnung und Verhalten des Christen höre, dein Friede rub' auf jeden richtest du. Lehr mich mir! Mein Seufzen, meine Zähre, Erbarmer, ist vor dir. Deß soll mein Herz sich freun. Wer dir nicht traut, der bebe, ich sterbe oder lebe! so bin ich ewig dein! wachen, daß mir nie unge: nüßt ein Tag entflieh'! 6. Heute leb' ich; laß auch nicht umsonst mein Le ben seyn! Laß mich nach vollbrachtem Streite dieses Tags auch mich erfreun; recht zu handeln, gib mir heut Mel. Gott des Himmels und 566 Gott sey Dant, ich Stärke, Lust, Gelegenheit! lebe wieder. fühle und empfinde mich. Mel. Chriftus, der ist mein Leben Herr, dir bring' ich meine Lieder, und mein erhebet dich; denn dein Aug 567 Noch läßt ber hat in der Nacht über mich, dein Kind gewacht. Herr mich le ben! Mit fröhlichem Gemüth eil' ich ihn zu erheben; er hört mein frühes Lied. 2. Wenn ich einst vollen det habe diese meine Pilgerzeit, ruh ich auch also im Grabe, Samen für die Ewig. feit. Auch in dieser langen Nacht wird mein Staub von dir bewacht. 2. 3u ihm entzückt mich wieder der Morgensonne Pracht; ich falle vor ihm nieder, der sie und mich ge macht. 3. Aber ich erwach' auch wieder, und mein Lobgefang mit mir; dann erschallen meine Lieder mächtiger und reiner dir. Ewig wird der Morgen seyn; ewig schlaf' ich nicht mehr ein. 4. Wach' auch über meine Lage, Gott, du meine Zuversicht, daß mich feiner einst verklage, wenn du kommst zum Weltgericht, daß ich hier der Pflicht getreu und dort unerschrocken sei! 5. Keinen Tag zählst du vergebens, Gott, durch den ich bin, mir zu. Jeder ist ein Theil des Lebens, jeden, 3. Du, Herrscher aller Welten, nimmst dich auch meiner an; wie soll ich dir vergelten, was du an mir gethan? 4. Wirst du nach Opfern schauen? Sie gelten nichts vor dir. Du forderst nur Vertrauen, nur Liebe, Gott, von mir. 5. Dein sei mein ganzes Leben, mein Herz sei ewig dein! Dir will ich Ehre geben und deiner Huld mich freun. 6. Tilger meiner Sün den, mein Mittler, Jesu Christ, laß mich den Trost empfinden, daß du mir gnäs dig bist. 7. Dir 7. Dir hab' ich mich ergeben; id) freue mich in dir; du Bester, mehr als Leben ist deine Güte mir. zu besondern Zeiten. 8. Sie führe mich auch heute auf deiner Tugend Pfad! Du, Ewigweiser, leite mich selbst nach deinem Rath! 9. Nur eins laß mich er flehen; gib mir ein weises Herz; auf dich laß stets mich sehen in Freude, wie im Schmerz! 10. Daß ich am ersten trachte nach dem, was dir gefällt, mehr deinen Beifall achte, als allen Ruhm der Welt. 11. Daß ich, dir innig trauend, das Gute standhaft thu', und froh, gen Him mel schauend, denk: Herr, mich sehest du.. 425 vollbringen. Er gibt Vers stand und Luft und Kraft und läßt das Werk gelingen. Ist er mit uns, so fehlt uns nicht, was unserm wahren Wohl gebricht, er krönet uns mit Segen. 12. Bereit den Lauf zu In eigener Melodie. ſchließen auf deinen Wink, 569 Wach auf, meine o Gott, und lauter im Herz, und 3. Drum leite mich sein guter Geist, den Müssiggang zu meiden, und das, was er mich wirken heißt, geschehe stets mit Freuden! Er stärke mich, damit ich treu, gewis senhaft und redlich sey und gern dem Nächsten diene! 4. Ja, segne Gott, auch heute mir die Werke meiner Hände, und lenke meinen Blick zu dir, wenn ich sie froh vollende! Vergänglich ist der Erde Lohn; doch ewig ist vor deinem Thron der Preis der Arbeitstreue.d wissen: so finde mich der singe dem Schöpfer aller Tod! Dinge, dem Geber aller Güter, des Menschen treuem Hüter! 795 Mel. Es ist das Heil uns Gottes Namen 568 ang ich an, was men bedecktest du mich Ar2. Gott, Vater, mit Erbars fang'ich mir zu thun gebühret. Mit men; du sprachst, schlaf Gott wird Alles wohlgethan ohne Grauen: die Sonne und standhaft ausgeführet. sollst du schauen. Was man in Gottes Namen thut mit frommem Sinn und festem Muth, das muß zuletzt gedeihen. 3. Dein Wort, Herr, ist geschehen; ich kann das licht noch sehen: du machst, daß ich aufs neue mich meines Lebens freue. 4. Steig auf, mein Dank, must zum 2. Gott ists, der das Vers mögen schafft, das Gute zu anthe unduand us 426 Gesinnung und Verhalten des Christen Thead our niu thì ng the Now hm Und vie Dank sei dir! Zu dir hinauf müffe jeder Tag mich) leiten, zur Unsterblichkeit bereiten! zum Throne! Dem Vater und dem Sohne, dem Geist des Herrn sei Ebre! Anbe tung Preis und Ehre! 5. Hör Gütigster, mein Flehn; du kannst in's Herze sehn: ach möchte dir gefallen, Herr meines Herzens Lallen! 6. Dein Werk wollst du vollenden; dich nimmer von mir wenden, und mich in meinen Tagen stets mit Vers schonen tragen! 7. In allen meinen Thaten wollst du mir selber rathen; mich ſtets zum Beſten 571 mich bereiten! zum Himmel some do 8. Auf allen meinen We gen begleite mich dein Segen: dein Wort sei meine Speise auf meiner Pilgerreise! 570 W magie me Mel. Werde munter, mein enn ich einst von jenem Schlummer, welcher Tod heißt, aufersteh; und von dies ses Lebens Kummer frei, den schönern Morgen seh'; o dann wach ich anders auf; schon am Ziel ist dann mein Lauf; Träume sind des Pils gers Sorgen, großer Tag, an deinem Morgen. 3. Daß ich gern sie vor mir sehe, wenn ihr letter nun erscheint; wenn zum dunklen Thal ich gehe, und mein Freund nun um mich weint. Lindre dann des To: des Pein, und laß mich den stärksten seyn, meinen Freund gen Himmel weisen, und dich, Herr des Todes, preisen. 2. Hilf, daß keiner mei ner Lage, Geber der Unsterblichkeit, einst mich im Gericht verflage, daß ich sträflich ihn entweiht! Auch noch heute wacht' ich auf! un di lo.01 Am Sonntagmorgen. Mel. Es ist das Heil uns Crohlockend, Vas ter, wach' ich auf am Tage deiner Ehre. Mein Morgenopfer dringt hinauf in's Lied der Engels chöre und dankt, daß deine Gütigkeit mir heute wieder Ruh' und Zeit zur Seelenbildung schenket. 2. Dich beten Erd' und Himmel an, o Schöpfer aller Dinge! Wohl mir auch ich darf mich dir nah'n: du hörst, wann ich dir singe. Du selbst bedarfst zwar meiner nicht; doch ewig bleibt es meine Pflicht, dich findlich zu verehren. Note 3. Drum heilig sei die Stätte mir, wohin, Gott, deine Frommen mit Danf und Lust und Lehrbegier, dich anzubeten, kommen! Ich liebe sie und walle gern zum Hause Gottes, meines Herrn, mit ihnen anzubeten. 4. Hier 427 3. Daß überall bis zur entfernt'sten Zone, die staus nend deine Größe sieht, Zufriedenheit und Lieb' und Eins tracht wohne, die oft den Erdkreis flieht! zu besondern Zeiten. 4. Hier fühl' ich durch den frommen Dank, womit dich Christen loben, durch ihren heiligen Gesang zum Himmel mich erhoben! Hier hör' ich, Gott, im Geiste schon die Seligen vor deinem Thron ihr Heilig, Heilig! singen! 5. Hier seh' ich jeder Zus gend Preis an deinem Throne prangen, und ringe nun mit Ernst und Fleiß, das Kleinod zu erlangen. Hier stärkst du mich durch deine Kraft zur Treu' in meiner Pilgerschaft, zur Liebe und zur Hoffnung. 6. So wird dein Tag, o Bater, mir ein Tag des Segens werden! So seh' ich und empfind ich hier den Himmel schon auf Erden! So werd' ich nach der Prüfungszeit einst im Genuß der Seligkeit, verklärt dich emig preisen. 4. Und so sei du, was du ihm stets gewesen, dem Ers denvolke Gottes Blick, dem Lande Frucht, dem Kranken froh Genesen, dem Armen Trost und Glück! In eigener Melodie. 572 Sei ei mir gegrüßt zu meines Gottes Ehre, du, seiner Schöpfung Königin! Steig auf und geuß aus deinem Flammenmeere Erstaunen vor dich hin! 573 Nun un sinkt Am Abend. Beim Anblicke der auf Mel. In allen meinen Thaten die gehenden Sonne. Sonne nies der, die stille Nacht kommt wieder und mit ihr Schlaf und Ruh'; sie schenkt uns neue Kräfte, beschließt des Tags Geschäfte und drückt die müden Augen zu. 2. Noch wach' ich und ers zähle mit tiefgerührter Sees le; was Gott an mir ges than. Mit dankendem Ges müthe lobsing' ich deiner Gus te; er hört mein frommes Loblied an. 3. Von 5. Auch mir, wenn ich in aufwärts blicke, Unmuth aufwärts weil Gottes Weg ich nicht versteh', gieß Heiterkeit in's franke Herz und schicke mir Kraft, daß ich's verstel)! 6. Und lehre mich in Freudigkeit hienieden mich jeder Christentugend weihn; voll Duldsamkeit bereit zum sel's gen Frieden und mild, wie du, zu seyn. 2. Daß alle Welt anbe tend niederfalle vor dem, der dich so schön gemacht, der Menschen schuf und väterlich für Alle mit seiner Allmacht wacht; 428 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Von ihm kommt jede che Segen? Du bist's, der Gabe: das Leben, das ich Alles wohlgemacht. habe, die Ruhe dieser Nacht. Er ist der Quell der Güter, mein Schuß und treuer Hüter, der, wenn ich schlumm's re, für mich wacht. 9. Gott, groß von Macht und Treue, jetzt da ich dein mich freue, wird auch die Nacht mir Licht. Leg' ich die müden Glieder in deinem Namen nieder: so wachest du; ich sorge nicht. 10. Soll mir der Schlaf zum Leben erneute Kräfte geben: so will ich deß mich freun. Soll er mein Leben enden, so wirst du mich vol lenden, mein Gott auch noch im Tode seyn ahil 049 4. Er läßt es finster wer: den und hüllt den Kreis der Erden in schwarze Dunkelheit; doch auch in dunkler Stille wohnt er mit seiner Fülle, und zeigt mir seine Herrlichkeit. 5. Er führt aus dunkler Ferne den Mond und tausend Sterne mit Majestät here auf. Sie leuchten, ihm zur Ehre, hoch über Erd' Mel. O Gott, du frommer Gott und Meere, und seine Hand 574 Der Tag ist wie. lenkt ihren Lauf. 6. Groß, wenn der Mor gen grauet: groß, wenn der Abend tauet; groß in der stillen Nacht, im Sonnen, schein und Sturme, am Menschen und am Wurme, groß, Vater! zeigst du deine er! zeigt du be Macht. der hin; und diesen Theil des Lebens, wie hab ich ihn vollbracht? Ents floh er mir vergebens? Hab' ich mit allem Ernst dem Gu ten nachgestrebt? Hab' ich vielleicht nur mir, nicht meis ner Pflicht gelebt? 2. War's in der Furcht des 7. Voll Majestät und Herrn, daß ich ihn angefanStärke stehn lauter Wun- gen? Mit Dank und mit derwerk in deiner Schö- Gebet, mit eifrigem Ver pfang da. Wie kann ich langen, als ein Beschöpf dirs vergelten? Du Gott von Gott, mich seinem Dienst und Herr der Welten zu weihn, und züchtig und warst auch mir Armen heu gerecht und Gottes Freund te nah. zu seyn? 8. Woher mein Glück, mein Leben? Du hast es mir gegeben; du bist's, der für mich wacht. Woher auf mei nen Wegen so mancher rei Hot& 3. Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, durch Eifer und durch Fleiß ihn, meinen Gott gepriesen, mir und der Welt genüßt und zu besondern Zeiten. und jeden Dienst gethan, Gott über mich gebeut; bin weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sahn? ich vor ihm zu stehn auch willig und bereit? 4. Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut ich mich des Herrn der unser Flehn bemerkt? Und hab' ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt? 5. Dacht ich, bei dem Ge nuß der Güter dieser Erden, an den Allmächtigen, durch den wir sind und werden? Verehrt' ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld.? 960 429 9. Gott der du Alles weißt, was könnt ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergib durch Chris sti Blut mir die verlegte Pflicht, vergib und gehe du nicht mit mir ins Gericht! 10. Ja, du verzeihest dem, den seine Sünden fränken; du liebst Barmherzigkeit und wirst auch mir sie schenken. Auch diese Nacht bist du der Wächter über mir; leb' ich, so leb' ich dir; sterb' ich, so sterb' ich dir! 6. Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Mel. Befiehl du deine Wege Stunden? Fühle ich der 575 Erm Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch fanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab' ich nichts gesagt, was ich bereuen soll? Ermüdet von den Sorgen und der Geschäfte laft, die du mir jeden Morgen hier auferleget haft, eilt, Herr, nach deinem Willen der Körper jetzt zur Rub, weint dir vorher im Stillen Dank meine Sees le zu. 7. Hab' ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflich tet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dies mir angenebm? 2. Du gabst Verstand und Kräfte zu Allem, was ich that; gabst Eegen dem Geschäfte, für das ich Segen bat; du wandtest allen Schas den, warst mir Vertrau'n und Licht und übergabst aus Gnaden mich dem Verder, ben nicht. 8. War mir der Fehltritt leid, sobald ich ihn began. gen? Bestreit ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn in dieser Nacht 3. Vergiß es nicht, o Sees le, was Gott an dir gethan; verehr' des Herrn Befehle, bet' 430 Gesinnung und Verhalten des Christen bet' ihn in Demuth an, ihn, 2. Mit dankendem Gemüs der von seinem Size gern the freu ich mich deiner Gü auf dein Flehen hört, und te; ich freue mich in dir. auch der Last und Hiße der Du gibst mir Kraft und Kreuzestage wehrt! Stärke, Gedeihn zu meis nem Werke und schaffst ein reines Herz in mir. 4. Mit deinem Schilde decke dein Kind auch diese Nacht, auf daß mich nichts erschrecke, auf daß, wann ich erwacht, und durch den Schlaf erquicket, mein Geist befreit von Gram, froh nach der Höhe blicket, von welcher Hülfe fam! 5. Die Meinen, Weib und Kinder und Freund', und Hab' und Gut, auch mei nen Feind nicht minder, nimm, Herr, in deine Hut! Nie wird dein Auge müde, nie Hüter, schlummerst du, gib unserm Pande Friede, gib jedem Glück und Ruh! 6. Versag' auch diese Bitte mir, mein Erbarmer, nicht: wann diese morsche Hütre des Leibes einst verbricht, so laß, o Gott, mein Crerben dem Schlummer ähnlich seyn, und nimm mich, deinen Erben, in deis 577 Tage hin: auch In eigener Melodie. o flieben unfre nen Himmel ein. dieser ist nicht mehr! Die Nacht, der Müden Trösterin, eilt wieder zu uns her. 2. Herr, du nur bleibest, wie du bist; du schläfft und schlummerst nicht; die Fine sterniß, die uns umschließt, ist deinem Auge Licht. 3. Dir übergeb' ich voll Vertraun mich auch in dies ser 576 H Mel. In allen meinen Thaten err, der dir mir das Leben bis diesen Tag gegeben, dich bet ich findlich an! Ich bin viel zu gering der Treue, die ich singe, und die du heut an mir gethan. 3. Gott, welche Ruh' der Seele, nach deines Worts Befehle einher im Leben gehn; auf deine Güte hoffen, im Geist den Himmel offen und dort den Preis des Glaubens sehn! 4. Jd weiß, an wen ich glaube und nahe mich im Staube zu dir, o Gott, mein Heil! ich bin der Schuld entladen, ich bin bei dir in Gnaden, und in dem Himmel ist mein Theil. 5. Bedeckt mit deinem Ses gen, eil ich der Ruh entges gen; dein Name sey gepreist; Mein Leben und mein Ende ist dein; in deine Hände bes febl' ich Vater, meinen Geist. zu besondern Zeiten. Toiledisce dier pumni 431 ser Nacht; wovor, Herr, 2. D laßt uns ihn erwä follte mir denn grauen? Mich schüßet deine Macht.od 4 Hab ich an deiner Gna: de nur stets Theil, o Herr, mein Gott; so fürcht' ich nichts in der Natur, so schen ich nicht den Tod. gen, den unverdienten Segen, den uns der Tag gebracht! Laßt uns von Dank entbrennen, und tief gerührt be. kennen: der Herr hat Alles wohlgemacht! jad Nida 3. Du hast, o Gott, voll Gnade, auf segenvollem Pfade uns bis hierher ges führt. Nicht uns, nur dir sei Ehre! Ein jeder Tag vermehre in uns den Dank, der dir gebührt! 5. 3war ich erfenne meis ne Schuld; mit Reue fühl' ich sie; doch, mein Erbar, mer, deine Huld, wie trostvoll ist mir die! 6. Jd) eil' im Glauben zu dir hin, und weiß, wie sicher ich im Schuße deiner Allmacht bin; dein Schirm be. decker mich. 7. Flieht, finstre Sorgen, weit von mir! Herr Jesu, du allein seist mein Gedank; o weih dir mein Herz zum Tempel ein. Mel. So fliehen unsre Tage bin 8. Bielleicht ist dies die 579 Wer er unter deis Prületzte Nacht in meiner fungszeit; dann führe mich durch deine Macht zum Licht der Ewigkeit! nem Schirme rubt, o Gott, von dir bes wacht, der troßt mit unere schrocknem Muth dem Grauen dunkler Nacht. 2. Umringt von stiller Finsterniß sing' id) dir, herr, ein Lied. Mein Herz frohlockt und ist gewiß, daß mich bum dein Auge sieht. meinen Thaten stillen Abendstunden, wie schnell sind sie entschwunden, in bäuslich froher Ruh! Nun 3. Der Tag ist schnell dadeine Vaters hin geeilt, und hand hat mir viel Gutes zu ge heilt, viel Böses abgewandt. fenft die Nacht sich nieder und 4. Auch in der Noth und drückt uns Allen wieder mit fanfter Hand die Augen zu. 9 ms nog min wenn ich litt, nahmst du dich meiner an, und so ist nun ein 9. Jch lebe dir, ich sterbe dir, dein bin ich auch im Lod. Du, mein Erretter, bist bei mir und hilft aus aller Noth. 4. Der Schlaf, den du den Müden nach Tageslaft beschieben, auch er sei dir geweibt! Wir schlummern ohne Sorgen, denn du er weckst uns morgen hier oder in der Ewigkeit. Mel. In allen 578 D le 432 Gesinnung und Verhalten des Christen 11 ein neuer Schritt zur Ewig feit gethan. 5. Du, Herr wirst auch noch immerdar mein guter Vater seyn und jetzt und auch bei grauem Haar mich segnen und erfreun. 6. Doch dir befehl' ich meine Zeit. Ich leb' in dieser Welt, o Vater der Barm herzigkeit, so lang es dir gefällt. 7. Sdh trau' auf dich und zittre nicht, kein Unfall wird sich nahn; du warst ja meine Zuversicht von meiner Ju gend an. 8. Ich schließ auch jetzt in dunkler Nacht getrost die Augen zu, ich fürchte feine ird'sche Macht: du sicherst meine Ruh! 580lf Mel. Freu' dich sehr, o meine Seele uf, o Seele, fei Gottes Lob ist deine Pflicht. Seine Sonne gehet unter, aber seine Güte nicht. Er hat mich auch heut ernährt, manche Freude mir gewährt, vor Gefahren mich beschüßet, mich in Schwachheit unters stüßet. wachte, dir im Namen Jesu brachte. 3. Gib nun bis zum fro hen Morgen meinem Leibe sanfte Ruh! Durch dich schlaf' ich ohne Sorgen, wenn ich schlafe wachest du. Leib und Seel' befehl ich dir, walte gnädig über mir! Sei auch du der Gott der Meinen, zähl' sie Alle zu den Deinen! Mel. Werde munter, noch) munter, 581 Sink ich einst in jenen 2. Stets verehrt und hochgepriesen seist du, treuer Gott, von mir! Was du Gutes mir erwiesen, danket meine Seele dir. Du hast, war ich's gleich nicht werth, liebreich das Gebet erhört, das ich heut', als ich er4. Laß uns doch kein ban ger Schrecken, Räuber nicht, nicht Feuersglut plötzlich aus dem Schlummer wecken, halt uns fest in deiner Hut! Hilf, wenn Krankheit oder Tod uns im sichern Schlafe droht, oder iaß uns, wenn wir sters ben, deines Himmels Freuden erben! mer, aus dem feiner mehr er wacht, geh ich aus der Welt voll Kummer, Todesrub, in deine Nacht: o dann schlaf ich anders ein. Weg aus dieses Lebens Pein, wall ich hin zu deren Hütten, die, nun glücklich, hier auch stritten. 2. Jeßt entschlaf' ich auf zuwachen noch für Tage dies ser Zeit! Laß mich fertig stets mich machen, Bater, zu der Ewigkeit, daß ich Wanderer dann sei leicht, bereit, von Bürden frei, von den Lasten dieser zu besondern Zeiten. in 433 dieser Erde, wenn ich nun und dir nun Morgenlieder unsterblich werde.i weihn. En son m 3. Gern laß einst den Tag 6. So gehn auch wir ders mich sehen, der als Retter einst, erwacht vom Schlume mir erscheint: wenn mit nicht mer unsrer letzten Nacht, erhörtem Flehen, wer mich schließt hier sich unser Les liebet, um mich weint! benslauf, zu einer höhern Stärfer, als mein Freund Wallfahrt auf. im Schmerz, fei mein hoff) nungevolles Herz, und, noch Mel. In allen meinen Thaten er Mond ist ſterbend dich zu preiſen, laß 583 D aufgegangen; mich ihn gen Himmel weisen! is 582 J Mel. Wo Gott zum Haus ch seh im Abend rothe schön, Herr, deine Sonne unter gehn. Noch untergehend freut ihr Glanz, erhebt ein füh lend Herz so ganz. 2. Von einer halben Welt nimmt sie den Segen mit, und sucht ihn nie. So geht von edler That dein Freund, entweicht dem Dank, den man ihm weint. 3. Sie sinkt; ich blick ge rührt ihr nach, nicht mehr ist jetzt mein Aug' zu schwach So scheucht zu starker Glanz zurück, bescheidne Zugend stärft den Blick. die goldnen Sterne prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wies sen steiget der weiße Nebel wunderbar. bhit 4. Versunken ist sie; so versinkt, sobald, Herr, dei ne Weisheit winft, auch unfre Herrlichkeit und Pracht; all unser Glanz verlischt in Nacht. 5. Sie sank und floh von uns, um schön dort andern Brüdern aufzugehn, die jetzt sich ihrer Ankunft freun, 2. Wie ist die Welt fo stille, und in der Dämmerung Hülle so feierlich und hold; gleich einer stillen Kammer, wo ihr des Lebens Jammer verschlafen und vergessen sollt. 3. Gott, laß dein Heil uns schauen, auf nichte Vers gänglich's bauen, dem Eits len nie uns weihn! Laß uns nur weise werden und vor dir hier auf Erden von Her zen fromm und fröhlich seyn! 4 Wollst endlich ohne Grämen aus dieser Welt uns nehmen, durch einen sanften Tod; und wann du uns genommen, so laß uns zu dir kommen, du lieber, treuer, frommer Gott.bl 5. So legt euch denn, ihr Glieder, in Gottes Namen nieder; falt ist der Abendhauch. 434 Gesinnung und Verhalten des Christenhauch. Verschon uns, Gott, GOLT wir nennen, dem das mit Strafen und laß uns Weltall eigen ist! Geligkeit ruhig schlafen und unsre isté, dich zu kennen, der du Franken Brüder auch! Aller Bater bist. ds him is 5. Deine ält're Offenbas rung liegt jetzt aufgeschlagen da; und im Lande der Erfah 584 Ginsam bin ich; rung fand ich dich mir immer tiefe Stille herrscht um mich in der Natur! Unter einer dunklen Hille liegt der Farben schmuck der Flur. Alles ruht, sich zu erquicken; mir noch lohnet wach die Zeit; aufges than vor meinen Blicken hat sich die Unendlichkeit, nah. Du, der wölbte dies sen Bogen, und der Sterne Kreis bewegt, hast den Puls auch aufgezogen, der in meis nen Adern schlägt; Jbr mus! Unter gestirntem Himmel. Mel. Nicht um Reichthumd 6. Hast den Funken mir gegeben, der in mir die Nacht erhellt; diesen Geist, der in das Leben aufstrebt aus der Sinnenwelt; in das Leben, wo er freier, näher schaut dich, Weltengeist, dich bei seiner heil gen Feier, frei vom Staub der Erde, preist. 2. Welche Tiefen! Welche Höhen! Heil'ge Schauer fas sen mich! Wie viel tausend Welten drehen hier um ibre Sonnen sich! Und wo sind des Raumes Grenzen, wo sich feine Welt mehr dreht, feine Sonnenstrahlen glän zen, und kein Lebensodem weht! Dub] 3. Wie viel Millionen Les ben freuen sich in jeder Welt, freuen sich, den zu erheben, der sie schuf und sie erhält! Und wer ist's, der stets sie Alle liebend, segnend über schaut? Wer, der seines Tempels Halle ins Unend liche gebaut? do] 7. O dies Sehnen, o dies Streben, dieser hohe Lebens. sinn bürgt mir ein unend. lich Leben, führt mich zur Vollendung hin! Nein, dein Kind wird nicht verschmach ten in der tiefsten Dunkels heit; wird von Licht nach Lichte trachten in der Uners meßlichkeit. nad 117 4. Kann mich hier sein Name trügen? hier mir leuchten ohne Ginn? Er schrieb ihn mit Flammen, zügen; und sein Name heißt: 8. Ist mein Leben hier verronnen; wird es Nacht auf meiner Bahn: o dann leuchten tausend Sonnen mir den Stufengang binan. Ich steig auf zum Quell der Strahlen, ihn zu schau'n, der nie versiegt, wo vor mir in tiefen Thalen dann der Ich bin. Ja, du bist, den Welten Schöpfung liegt. bound zu besondern Zeiten. 125 435 mnipo Im Frühling. Mel. Allein Gott in der Höh' machest Hagel, Thau und Wind, die deiner Allmacht 585 ob sei Gott, der Boten sind, zu unsrer Freu de Quellen. den Frühling schafft, Gott, der den Erdfreis schmücket! Preis sei ihm, Ehr, Stärk' und Kraft, der, was er schuf, beglücket! Der Herr erschafft; der Herr erhält, er liebt und segnet seine Welt: lobsinget ihm, Geschöpfe! 2. Das land, das erst er. storben lag, erwacht und lebt nun wieder. Es strömt an jedem neuen Tag sein Segen neu hernieder. Der Wurm, der in dem Staube lebt, der Vogel, der in Lüften schwebt, erfreut sich seines Lebens. 3. Der Erde Antlitz ist verjüngt; erheitert glänzt der Himmel; Gebirg und Thal und Wald erklingt von Wohlgefallen schaut herab, der Allen Seyn und Leben gab, auf seiner Schöpfung Werke. 6. Selbst, wann von Donnersturm bedräut, erschrodne Länder zittern, strömt Stär fung, Segen, Fruchtbarkeit aus Nacht und Ungewittern, dann bricht die Sonne neu hervor, und Alles jauchzt zu vor dem die dir empor, 4. Lobsinget ihm; er ist uns nah! Singt, alle seine Heere! Der Herr ist in den Himmeln da, auf Erden und im Meere. Ich preise dich, ich singe dir: denn du bist, wo ich bin, bei mir mit Allmacht und mit Liebe. Wetter schweigen. 7. Von dir kommt, was uns hier erfreut, du Brunnquell aller Gaben. Dort wirst du uns mit Seligkeit in reichen Strömen laben. Wohl, wohl den Menschen, die schon hier sich dir ergeben und einst dir, als Chris sten, freudig sterben! 5. Du rufst die Wolken in das Land und stillst den Durst der Erde, daß mit den Gaben deiner Hand der Mensch gesegnet werde. Du Mel. Gott, der du die Menſchen öher hebt sich 586 H Gottes Sonne, 190 100 länger strahlt uns nun ihr Licht; Alles athmet neue Wonne, wenn sie durch die Wolken bricht. Schau, der Frühling senkt sich nieder in die Wälder, auf die Flur. Die erstorbene Natur lebet auf und wirfet wieder. Opfre Gott, dem Schöpfer, Dank! Preis ihn fröhlich, mein Gesang! 2. Munter zu der Arbeit. wallet nun der Landmann hin aufs Feld, und sein frohes Loblied schallet laut ems por zum Herrn der Welt. Er e2 436 Gesinnung und Verhalten des Christen Er vertraut die Saat der mein Gott, sei Lob und Dank! Erde, ehrt durch fromme Ewig preist dich mein Ges Zuversicht seinen Gott und sang! zweifelt nicht, daß sie wohl gerathen werde; bringt schon hoffnungsvell ihm Dank. Mel. Lobt Gott, ihr Christen Preiß auch du ihn, mein 587 Der Erde Reize sind erneut. Auf Bergen, wie im Thal, iſt Freud' an Freude hingestreut und Schönheit überall. 2. Belebend ist der Wiese Grün, entzückend jede Flur; und wie viel tausend Blus men blühn im Garten der Natur? 3. Glänzend und im Feier. fleide prangt die blüthens reiche Flur. Jede Blume duftet Freude, preist den Schöpfer der Natur, der den Thau schafft, den sie trinket, daß sie nicht zu bald verblüh', der ihr Samen gibt, wenn sie welkend endlich niedersinket. Bring auch du ihm Lob und Dank, preif ihn fröhlich mein Ge sang. 4. Dieser Frühling, wie geschwinde, o wie schnell wird er verblühn' Wie die Spreu, verweht vom Winde, so wird seine Pracht entfliehn! Aber, Gott, vor dei nem Throne wird ein ew'ger Frühling seyn, ewig wird er uns erfreun, ringen wir nur nach dem Lohne reiner Tugend lebenslang. dich preise mein Gesang! Gott, 5. Alle Herrlichkeit der Erde ist nur Schimmer von dem Licht, das ich ewig schauen werde dort vor Got tes Angesicht. Auch das freudenreichste Leben hier auf Erden ist nur Tod gegen je nes, was mir Gott dort vers heißen hat zu geben. Dir, 3. Mit reichen Blüthen brangt der Baum, und oben ausgespannt, wie strahlt der blaue Himmelsraum: ein unbekanntes Land! 4. Blickt hin in Tiefen und auf Höhn, auf Flur und Wald und Feld! Fühlt, was ynnennbar ist; wie schön ist unsers Gottes Welt! 5. Doch nur dem Tugendhaften, nur dem Menschenfreunde lacht die schöne herr liche Natur in aller ihrer Pracht. 6. Drum seid und machet froh und gut; reicht gern die Brüderhand; naht dann der Tod, so geht mit Muth ins unbekannte Land. 7. Macht diese Erde schon so schön entfernter Sonnens schein; o Gott, wie wird in jenen Höh'n der Sel'genWohnung seyn! Hal tamps Im zu besondern Zeiten. 437 dir Dank und Ehre, der du so mild und gnädig bist. Im Sommer. Mel. Wie wohl ist mir, o Freund eit um mich 588 We Alles Freude, verschönt ist, Schör pfer, deine Welt! Es prangt in einem Feierfleide Gebirg und Thal und Wald und Feld! Wie heilig wird mir jede Stätte! Wohin ich seh', wohin ich trete, bist du mir nah, und fühl ich dich; wo hin ich schau, auf allen Flu ren, in allen deinen Kreaturen, erblick' ich, Welter halter, dich. 2. Wie hast du, Gott der Macht und Güte, so liebe voll an uns gedacht! Schön war des Frühlings bunte Blüthe; reich ist des Som mers ernste Pracht. Zum vollen, fröhlichen Genusse empfängt von deinem Ueber flusse, o Gott, was leber, Speis und Trant, Gebirge geben, Thäler geben, was Allen nöthig ist zum Leben; und Alle jauchzen froh dir Dank. Mel. Wer nur den lieben Gott llgi 589 gütiger, bir will ich singen auf jeder segenreichen Flur; dir meine Dankgefühle brin gen im großen Tempel der Natur. Vom Aufgang bis zum Niedergang erschalle, Gott, dein Lobgesang. 3. Weit um mich her ist Alles Freude; o freu' auch meine Seele, dich in Gottes schönem Weltgebäude! Sein Segen reifet auch für mich. Hoch müsse dessen fob er. schallen, der mir so wohl thut; Allen, Allen, so wohl thut! der so freundlich ist! Stimm ein in der Geschöpfe Chöre; dir, Gott, sei Preis, 2. Du bist der Geber aller Freude, des Segens Schöpfer bist du, Gott! Den Heerden gibst du ihre Weide und deinen Kindern allen Brod. Genährt, geschützt, gepflegt durch dich, freut Alles, was da lebet, sich. 3. Und Leben strömt mit deiner Sonne in jeden Halm, in jede Brust; sie gibt den Blüthenthälern Wonne, und allen Wesen neue Lust. Verjüngt durch ihren milden Strahl, jauchzt Hain und Flur und Berg und Thal. 4. Auf unsre Saaten träufelt Segen herab mit jedem Morgenthau. Gott, wie erfrischt dein sanfter Regen das Gras, die Blumen auf der Au! Der Bach, der aus dem Berge quillt, erquickt den Wandrer und das Wild. 5. Da stehn die Zeugen deiner Milde hier in der Schöpfung Heiligthum. Weit durch die reichen Korngefilde tönt himmelan dir Lob und Ruhm; sie dringen, Herr, zu 438 Gesinnung und Verhalten des Christen IDING Im Herbst. Mel. Vom Himmel kam der 6. Auch du frohlocke mei 591 Geantet in der ist ne Seele, und rühme deines Schöpfers Macht! Dein lau ter Lobgefang erzähle, wie herrlichy Alles er gemacht! Vom Aufgang bis zum Niedergang erschall ihm Ehre, Preis und Dank! Felder Saat. Vom Herrn der Zeit gerufen, naht der Herbst mit ſei ner Fülle sich) und nährt und erfreut auch mich. 2. Der segenreiche Garten prangt mit vollen Zweigen, und verlangt von seiner Frucht befreit zu sein, um Gottes Menschen zu erfreun. 3. Der Sänger in den Lüf ten schweigt, der hin in ferne Lande fleucht, wo Gott schon eine neue Saat, und Frucht für ihn bereitet hat. 4. Auf traubenvollen Hü geln schallt des Winzers fob und wiederhallt von Berg. auf Berg; auch Most und Wein gibt uns der Herr, uns zu erfreun. zu dir empor, aus aller Wesen frohem Chor. Met. Herzliebster Jesu 590S o weit nur Men schen deine Welt bewohnen, bist du der Vater aller Nationen; die Zuflucht Aller, die auf Land und Meeren dein Heil begehren. 2. Du blickst hernieder und die Fluren lachen, du wäs ferst sie mit Thau, sie reich zu machen Dein Strom ist voll; du sorgest für die Saaten, daß sie gerathen. 3. Die tiefgepflügten Furchen füllt dein Segen; das lechzende Gefild erfrischt dein Regen. Der Sommer glüht; es reifet das Gerraide zu unsrer Freude. 4. Die Höhn und Tiefen schmückest du mit Heerden, und schaffest, daß sie froh gesättigt werden. Dem Schnit ter rauscht der vollen Felder Segen zur Aernt entgegen. 5. Und Dank und Freud' und Jubel jauchzt aus Allen, und Hain und Auen und Ge. fild erschallen vem lauten, dir frohlockendem Getüm mel, bis in den Himmel. monic 5. Wie liebevoll, wie mild und gut ist Gott, der so viel Wunder thut! Das Kind, der Jüngling, Mann und Greis fei fröhlich, ihm zum Ruhm und Preis! 6. Auch wenn du alterst, sorgt für dich dein Herr und Gott noch väterlich; er, der auch, wenn dein Herbst sich naht, für dich noch viel der Freuden hat. 7. Froh kannst du sterben, wenn du nur, wie seine seg. nende Natur, gesegnet hast, wenn er die Frucht, die er verlangt, umsonst nicht fucht. 8. So blüh' und reife in der Zeiten. 439 4 Wie sind nicht unfre Kammern voll von seiner Güte Gaben, vom Segen, der uns nähren soll, vom Vorrath uns zu laben! Durch deine Vorsicht must', o Gott, das Land uns für den Winter Brod, dem Vieh sein Futter geben; und Wein, der unser Herz erfreut, und unsers Lebens Kraft erneut, quillt aus der Frucht der Reben. d 5. Wie jetzt das Feld um uns verblüht, verblühn auch wir im Alter. Doch wohl uns! Gott, der auf uns sieht, ist mächtiger Erhalter! Er ist es, der die Schwachen schüßt, die Müden mächtig unterstützt, die an Grabe wanfen. Gebeugt vom Alter werden wir mit frohem Herzen, Vater, dir, wie in der Jugend danken. dem 2. Verlassen steht die öde Flur, entblößt von ihrem Segen; entkräftet sieht nun die Natur der Winterruh entgegen. De Vögel, die dem Frost entfliehn, beginnen schon daher zu ziehn weit über Land und Meere. Gott nimmt der Wandernden sich an, bezeichnet ihnen ihre Bahn und sättigt ihre Heere. 3. Uns, seine Menschen will er hier im Winter selbst versorgen. Ja, seiner Huld vertrauen wir; neu wird sie jeden Morgen. Er schafft, daß wir in Sicher heit des Herbstes rauhe Jahreszeit beginnen und vollend hid bin dall.8 den. Die Erde ruht, doch er gewährt voll Liebe das, 6. Wohl Allen, die sich ih rer Pflicht von ganzem Herzen weihen! Sie werden ihre Jugend nicht im Alter einst bereuen. Wohl dem, der redlich sich bemüht, weil ſeiner Jahre Kraft noch blüht, der Zugend Frucht zu tragen! Ihm wird das Alter Jugend seyn, und dankbar wird er sich noch freun in seinen letzten Tagen! ham Im Winter. and Mel. Vom Himmel kam der was uns ernährt, mit väter 593 Nicht für der Fet, nd umgait der Segen nur, auch 27. mind zu besondern der Zeit zu größerer Vollkommenheit! Still feimt der Tu gend Saat bervor und reift zur reichen Aernt' empor. ndon agally said pid Mel. Lobsinget Gott! er rüh, mit umwölf 592 F tem Angesicht geht schon die Sonne nieder; und später scheint ihr schwä cher licht am trüben Himmel wieder. Die schönste Zeit ist nun entflohn; die rauhen Stürme rauschen schon durch die bereiften Felder Die letzte Blume neigt ihr Haupt; des Herbstes falter Hauch entlaubt die schattenreichen Wälder... 440 Gesinnung und Verhalten des Christen auch für den Schlummer der 9. Durch alle Zeiten, Va Natur, für Frost und Winter danken wir, Herr, unser Gott und Vater, dir. ter, sei dir, wer dich) find lich ehrt, getreu! Laß jeden deinen Ruhm erhöhn und freudig deine Wege gehn. 2. 3war liegt ihr grüner Schmuck zerstört, von Schnee und Eis und Sturm ver170 beert; ein weites, weißes 594 Verid Grabgewand deckt Berge, Hügel, Thal und Land. 3. Doch hegt die Erde still und groß, die zarte Saat in ihrem Schooß, die sich im Frühling segensvoll entwikfeln und uns nähren soll. 4. So nähret liebreich und geheim der holden Zugend ersten Keim die Mutter mit verborgner Lust in ihrer zar ten Kinder Brust. 5. So thut, was Andre segnen kann, der gute, der bescheidne Mann, sucht, wenn sein Thun nur Gott gefällt, nicht das Geräusch des Ruhms der Welt. 6. Dech wachsen soll der Tugend Saat: aufblühn, was er im Stillen that, zu reichen Aernten in der Zeit, zu reichern in der Ewigkeit. 7. Mag brausen dann wohl um uns her des Winters Sturm: auch er, auch er ist deines Segens Diener, Gott, so fürchterlich er im. mer droht. mit 8. Und wie viel Freuden danken wir selbst in des Winters Tagen dir, der du so väterlich uns trägst, und sättigest, erwärmst und pflegst! Joyp Mel. Auf, Christenmensch erschwunden ist der Erde Pracht, nur Schnee bedeckt die Fel der. Der Wintersturm durch. braußt mit Macht Gebirge, Thal und Wälder. Das Land erstarrt vom Froste nun, und seine Nahrungsfäfte ruhn. 2. Wohl mir in dieser raus hen Zeit! Ich darf vor Frost nicht beben; mich schützt mein Dach, mich) wärmt mein Kleid und Brod erhält mein Leben. In meinem Bette schlaf ich ein und kann mich saufter Ruhe freun.LYNG 3. So hats der arme Bruder nicht, dem Brod und Kleider fehlen, er, dem das Nöthige gebricht, den Frost und Hunger quälen. Und dreifach fühlt er seine Pein, wenn Krankheit plagt und Kinder schrein. 4. Ozaudre, zaudre nicht, mein Herz, ihm liebreich zu zueilen! Fühl' seinen Jam, mer, seinen Schmerz, dein Brod mit ihm zu theilen! Wer seines Nächsten Noth vergißt; verdient nicht, daß er glücklich ist. 5. Vor Tausenden bist du beglückt, die in der Stille klagen, da Wärm' und Nahe rung mind in besondern Zeiten. 441 rung dich erquickt in diesen genfluth ihr im Verderben rauhen Tagen. Lobsinge, werde, arriskid frohes Herz, in mir, und opfere Gott Dank dafür! 6. Sieh nicht auf das, was dir noch fehlt und mancher mehr besitzet; nein, auf die Noth, die Andre quàlt, auf Gott, der dich beschützet! Ach Vater, lind're jeden Schmerz und gib mir ein mitleidig Herz! 4. Wir trauen auf dich, o großer Gott; du, du wirst gnädig walten. Du kennst am besten unsre Noth, hast Ja, lange ausgehalten. Herr, du wirst zu deinem Ruhm für uns, dein Werk und Eigenthum, auch dies Jahr wieder sorgen. Nach einer reichen lernte. Mel. Wie groß ist des Allmächt'. Zur Saatzeit. Mel. Allein Gott in der Höh' 596 Wir alle, mens 595& baut, o Gott, s auf dein Ge schenvater, bringen dir unsern feierlich sten Dank, und unfre froben Herzen singen dir ihren lauten Preisgesang! Ge heiß der Menschen Hand die Erde, voll froher Hoffnung, daß ihr Fleiß von dir geseg net werde. Auf dein Versprechen trauen sie, du sollst dein Brod bei Fleiß und Müh', so lang du lebest, effen. frönt hast du mit deiner Milde rings um uns her das ganze Land: dein Segen floß auf die Gefilde aus reis cher, väterlicher Hand. 2. Dies Wort traf, Herr, noch immer ein. Gib jetzt auch deinen Segen, daß Saat und Pflanzen wohl 2. Du schenktest Sonnenschein und Regen für jede Frucht zu rechter Zeit, und gabst Gedeißen, Kraft und gedeihn; gib Sonnenschein Segen dem Samen, den und Regen! Der Landmann baut umsonst das Land, wir ausgestreut. Wie prangs te nicht im Feierfleide das wenn, Bater, deine All volle, ährenreiche Feld! Wie schlug von Hoffnung und von Freude dir unser Herz, o Herr der Welt! machtshand nicht seine Arbeit segnet. 3 Drum fröne du mit Fruchtbarkeit das fand nach 3. D welchen Reichthum deiner Güte, und wenn die deiner Gaben hast du mit Aussaat dann gedeiht: All liebevoller Hand, uns zu ers vater, so verhüte, daß Käl nähren und zu laben, von te nicht, nidt Sonnengluth, neuem uns herab gesandt! nicht Hagelschlag, noch Re: Für Millionen deiner Kins Der 442 Gesinnung und Verhalten des Christen der ist jetzt ein voller Tisch bereit; du nährst den From men, nährst den Sünder und Alles wird durch dich erfreut. ustler pidn 4. Wer kann die Güte ganz ermessen, die weiter als die Wolfen reicht? Wer kann fie undankbar vergessen, da jede Stunde von ihr zeugt? Nimm deiner Kinder Freudenzähren, nimm an, Allvater, unsern Dank! Wir wollen ewig dich verehren durch Thaten, wie durch wie durch Lobgesang. 5. Was du uns gabst, wohl anzuwenden, verleih uns Weisheit und Verstand. Nicht, um es üppig zu ver, schwenden, empfingen wir's aus deiner Hand. Du willst, wir sollen froh genießen, doch mäßig, mild und dank bar seyn; so gütig, wie du dich bewiesen, soll jeder der Beglückten seyn. 6. Drum freu' den Armen auch der Segen, den deine Hand uns reichlich gab; wir wollen seiner fiebreich pfle gen: wir trocknen seine Thränen ab! Er dank auch heute mit uns Allen, frohlocke laut und bete an, daß du, nach deinem Wohlgefallen, so viel, o Gott, an uns gethan. Mel. Wach auf, mein 597 K ommt, laßt uns Gott lobsingen und Preis und Dank ihm bringen für alle milde Ga ben, die wir geärntet haben! 2. Aus seinem Ueberflusse zum freudigen Genuffe hat er uns, was zum Leben uns nöthig ist, gegeben. dom 3. Die Scheuern sind voll Segen; denn er gab Thau und Regen und Wachsthum und Gedeihn der Frucht, der wir uns freuen.iihim 4. Preis, Herr, sei deis ner Milde, daß Garten und Gefilde, was wir gefäct baben, so reichlich wieder gaben! chlich wied 5. Preis sei dir, unserm Retter! Es drohten Sturm und Wetter, Verderben uns sern Saaten. Dank dir! sie sind gerathen. 6. Uns reiften füße Früch te im milden Sonnenlichte an Baum und Strauch und Reben; Herr, Preis sei dir gegeben! 7. Du ließest froh uns ärnten. D daß wir dank. voll lernten, dir ähnlich, uns der Armen mit mildem Sinn erbarmen. netrée, tund 8. Wenn wir die gern ers quicken, die Sorg' und Mangel drücken: so wirst du, was zum Leben wir brau chen, ferner gebenlandhu 9. Du wirst einst deine Trenen, die gute Saat hier streuen, zu höhern Festen schmücken, und ewig sie bes glücken. thin Bei d) zu besondern Zeiten. Bei sparsamer Aernte. Mel. Was Gott thut, das ist reist, Christen, 598 Pit Bufrieden beit, preift Gott den Herrn der Aernte, daß sich nicht ganz die Fruchtbarkeit von unsrer Flur entfernte! Noch stets erhält er seine Welt; was nöthig ist zum Leben, wird er uns Allen geben. 443 wirst du in Noth und Theus rung uns gewähren, wenn wir dich findlich ehren. 3. Was trauern wir? Er sorgt ja doch, Gott sorgt für unser Leben. D laßt uns selbst beim Mangel noch ihm Ruhm und Ehre geben! Preis sei dem Herrn! Von Unmuth fern, laßt ihm zum Wohlgefallen ein frohes Lied erschallen! 2. Er ist der Herr; in feiner Hand steht, was die Er de bringet. Der Menschen Mühe baut das Land: Gott 599 Gott Von gibt, daß sie gelinget! ihm allein kommt das Gedeihn: nur er, er läßt die Saaten blühn, reifen und gerathen. 4. Wie manches segenrei: che Jahr hat er uns schon bescheret; wie gnädig uns noch immerdar von Jugend auf ernähret! Wer sollte nicht mit Zuversicht auf dich, Allvater, schauen, und deis ner Vorsicht trauen? 6. Wir beten demuthsvoll dich an, der Alles weislich füget, deß Vorsicht niemals irren kann, deß Wohlthun niemals trüget. Froh danfen wir, Erhalter dir, und preifen deine Güte mit gnügsamem Gemüthe. 5. Ja, Höchster, wir ver ehren dich in allen deinen Wegen, und trauen unver änderlich) auf deinen milden Segen. Auch unser Brod wisdo last Flehn um Regen. Mel. Komm, o komm, du ott, von großer Macht und Güte, deine Hülfe suchen wir; mit geängstetem Gemüthe schauen wir empor zu dir, Her, du weißt, was uns gebricht: overlaß, verlaß uns nicht! 2. Ach dem todten dürren Sande gleichet bald, Herr, unser Land und vers sengt vom Sonnenbrande; welft die Frucht, die fraftvoll stand. Schrecklich droht uns ihr Verlust, Sorge nagt an unsrer Brust. 3. D erhalt uns deinen Segen; laß uns wachsen un fer Brod! Ende bald durch milden Regen unsre Angst und unsre Noth: Gott, wir trauen dir es zu, was uns gut ist, schickest du. 4. Stärke du uns dies Vertrauen, unser Wohl versäumst du nicht. Auf dich, Gnadenvoller, bauen wir die feste Zuversicht; du, der helfen 444 Gesinnung und Verhalten des Christen helfen will und kann, nimmst gewiß dich unsrer an. Höchster, stets vertraun, und fromm und weise leben, bis wir dich ewig schaun. Nach verliehenem Regen. Mel. Kommt, kommt, den Flehn um Sonnenschein. 600 in milder Res Mel. Mache dich mein Geift, ber. gen erquickend auf die dürre Flur; 601 Schmerz und Kla " wie labt sie sich, wie trins fet ihn jetzt die schmachtende Natur! Die sanften Ströme fühlen die Lüfte weit umher, und die Geschöpfe fühlen sich nicht mehr träg und schwer. Gott spricht: und Seufzer schweigen und Hißz' und Dürre fliehn, und fromme Lieder steigen empor und preis sen ihn. ge füllt das Land; traurig stehn die Früchte; hilft uns Gott, nicht deine Hand, sind sie bald zu nichte. Zeig uns doch Gnade noch! Vater, voll Erbarmen, hilf, ach, bilf uns Armen! 2. Mit Freud' im Ange sichte beschaut der Landmann nun sein Feld. Erquickt hat Gott die Früchte; er ist Vers forger seiner Welt. Wie wallen nun die Aehren, vom Mark der Erde voll, das seine Menschen nähren, das sie erfreuen soll! Auf, preiset Gottes Milde! Er ists, der Regen schickt und lech zende Gefilde voll Vaterhuld erquidt. 3. Erhalter unsers Lebens, Gott, dem wir uns jetzt dankbar nahn, o laß uns nicht vergebens die Gaben deiner Hand empfahn! Du sendest Thau und Regen, gibst milden Sonnenschein; 2. Du regierst der Wol fen Lauf, und befiehlst dem Regen. Sprich ein Wort, so hört er auf, und uns bleibt dein Segen. Steh uns bei und zerstreu, Herr, mit starfer Rechte unsers Kummers Nächte! 3. Sende warmen Son, nenschein, der die Frucht er quicke! Sieh, wir schaun auf dich allein mit des Glaubens Blicke. Guter Gott, gib uns Brod und nach mancher Plage wieder Frendentage! 4. Preis und Ruhm sei dir geweiht, Vater aller Gnade! Hilf, daß uns die schwere Zeit nicht am Her zen schade! Dir, nur dir, wollen wir gern zur Ehre les ben und uns ganz ergeben. eilst, mit deinem Gegen dus Alle zu erfreun. Wir 602 rober Sie Nach verliehenem Sonnenschein. Mel. Nun laßt uns Gott rtönt, ihr Freuwollen dich erheben, dir denlieder! scheint 445 zu besondern Zeiten. nad scheint; sie scheinet wieder! 2. Auch dich laß seine Wir sehen sie, welche Wonne! die lang verhüllte Sonne. Stimme rühren, sei ganz Empfindung o mein Herz! Den Dank, das Lob, die gebühren, entweihe ihm kein unheil'ger Scherz! Auch Donner rufen Gottes Kins dern des Weltenvaters Ses gen zu; sie rufen schonend sichern Sündern, und ihren Ruf verstehst auch du. 2. Uns drückten bange Sorgen an jedem neuen Morgen, so oft sich Wolken thürmten und Regenwetter stürmten. 3. Des Feldes Früchte saben wir dem Verderben nahen. Was Thier und Menschen nähret, schien ganz durch Fluth verheeret. 4. Da drang zu deinen Höhen, Gott, unsers Her zens Flehen. Du hörtest, was wir baten, und schütztest unsre Saaten. 3. Verstumme, freches Heer der Spötter! Furcht und Verzweiflung warten dein. Der Herr ist Gott! Es sagt's das Wetter; die Welt, die ganze Welt ist sein. Ihr bebt? Elende, wollt ihr fliehen? Kein Ort schüßt euch vor Angst und Noth; nichts fann dem Mächt'gen euch Er fennt, er entziehen. straft euch; er ist GOTT. 5. Schon senkten sie sich nieder: doch du erhobst sie wieder. Herr der milden Sonne, du segnest uns mit Wonne. 6. Wir preisen deine Güte mit fröhlichem Gemüthe.. Mel. Lobt Gott, ihr Chriften. Ja, unfer ganzes Leben sei 604 Der hohe Him. ewig dir ergeben! mel dunkelt sich, ein Wetter Gottes dräut; in met ich bebe nicht: ich freue mich, Gott, deiner Herrlichkeit. Beim Gewitter. Mel. Wie groß ist des Allmächt'. 2. Du zürnest, wenn du 603 Der Mächtige, donnerst, nicht; du bist der Nicht Herr der Freund. Götter, vor dem der Engel niederfällt, Gott redet donnerno aus dem Wetter und ruft voll Majestät der Welt. Anbetend sinkt der Erdkreis nieder; der Wind ertönt, es bebt die Flur, und Blitze fagen's Blißen wieder: Gott ist der Herrscher der Natur. 197 blässer wird mein Angesicht, wenn und dein Bliß erscheint. 3. Dem Sünder nur, der dich nicht fennt, bist du, Herr, fürchterlich; dem aber, der dich Bater nennt, zeigst du als Vater dich. 4. Uns Segen ist der Sonne Licht, uns Segen Tag und Nacht; 446 Gesinnung und Verhalten des Christen Nacht; auch Segen ist uns dein Gericht und deines Blizzes Pracht. 5. Du reinigst durch den Blig die Luft; dein Regen tranft die Saat; es stärft ein balsamreicher Duft, was erst geschmachtet hat. 6. Laß frei das Herz von Alengsten seyn, wenn uns dein Wetter droht! Weg, bange Furcht, wir sind ja dein, du bist die Lieb', o Gott! in angenehmer Stille der Sonne Glanz das frische Grün, O du mein Geist, nun opfre Dant! Erhebedei nen Lobgesang. Nach dem Gewitter. Mel. Wer nur den lieben Gott 605 ie gnädig ist Beim Jahreswechsel. des Höchsten Wille! Der Donnerschweigt; Mel. Wer nur den lieben Gott es neuen Jah Die Blize fliehn; es schmückt; 606 Der Mors erster gen bricht, meine Seele, für dich an; ermuntre dich zu edlern Sorgen und wandle auf der Tugend Bahn. Bleibst du ihr treu, folgst du ihr nach, so weckt dich) einst ein sd, önrer Tag. 2. Ja, preise freudig den Erretter, der seine große Kraft bewies, den Welten herrn, der sich im Wetter so majestätisch hören ließ, der Blißen ihre Strahlen lenkt, und gnädig seines Volks gedenkt! 4. Wie fräftig hebt sich das Grtraide, getränket durch den Regenguß, und wie vergnügt betritt die, Weide des neubelebten Thieres Fuß! Wie athmen wir so sanft und leicht, wenn schwüle Luft dem Donner weicht! 3. Nimm mit Bewundrung seine Güte auch selbst im Ungewitter wahr; denn jedem forschenden Gemüthe stellt sich auch hier ihr Schaus plaß dar. Zum Besten jeder Kreatur bemerkt man ihres Gegens Spur. 5. Herr, deine Güte sei erhoben, im Wetter wie im Sonnenschein! Wer wollte dich nicht ewig loben? Du kannst und willst uns stets erfreun. Mich schrecken Blit und Donner nicht; denn du bist meine Zuversicht. 2. Was ist es anders denn, als Gnade, daß Gott dir dies ses Jahr noch schenkt, und dich so gern auf seine Pfa de mit treuen Vaterhänden lenkt? Was ist es anders, als Geduld, als Nachsicht gegen deine Schuld? 3. So nüs' auch dieses Jahres Tage, als Tage deis ner Prüfungszeit, daß keiner dich vor Goit verklage, daß keiner dich im Tode reut. hind zu besondern Zeiten. ni 447 rent. Gott fordert, dem denk Freudigkeit dein hohes Lob immer nach, einst Rechen verbreiten! Ein Jahr ist fdaft von jedem Tag, abermals dahin. Wem dank ichs, Gott, daß ich noch bin? Nur deiner Gnad' und Güte. that ithin dau 4. Ermuntre tich zu bei nen Pflichten, sei zu den schwersten auch gefast: fie gern und willig zu verrich ten, such dir den Muth, be fieg die last! Schnell fliehen deine Tage hin; ach, unbe nußt laß sie nicht flieh'n! 2. Dich, Ewiger, dich bet ich an, unwandelbares Wesen! dich, den kein Wechfel treffen kann. Wir wer den, sind gewesen, wir blus hen und vergehen durch dich; nur du bist unveränderlich, du warst und bist und blei best. 5. Gebrauch', o Christ, dies Pilgerleben, wozu dirs Gott, dein Gott, verliehn, zur Tugend hat ers dir geges ben, so gibs denn auch der Tugend hin. Sie reichet dir nach kurzer Zeit das schönste Loos der Ewigkeit. nd 6. Weih jede Stunde dem Bestreben für dein und deis ner Brüder Glück, so siebst du einst auf dieses Leben mit ruhig heiterm Blick zurück; du sagst, o welche Wonne! dann, ich habe meine Pflicht gethan; 3. Herr, ewig währet deis ne Treu', mit Huld uns zu begegnen: und jeden Mors gen wird sie neu, mit Wohle thun uns zu segnen. Ich kenne keinen Augenblick, da nicht von dir stets neues Glück mir zugeflossen wäre. 4. Du haft auch im verfloßnen Jahr mich väterlich att t geleitet, und wann mein dit 11 Herz voll Sorgen war, mir 7. Und fegneft noch an Hülf' und Trost bereitet. Gottes Throne, dies Jahr als Von ganzer Seele preif' ich eine Zeit der Saat, nimmst dich; aufs neue, Gott, ers du aus seiner Hand die Kro- geb ich mich ganz deiner ne, die er für dich bereitet weisen Führung. hat. Drum, Christ, halt aus 5. Vergib mir alle meine in deinem Streit, du fäm. pfest für die Ewigkeit. dr miamy bid nad Schuld von den verfloßnen Tagen, und laß mich deine Vaterhuld in Christo ferner Mel. Es ist das Seil uns tragen! Laß mich in deiner Gnade ruhn und lehre les 607 Du, Gott, du bist benslang mich thun nach deis der Herr der nem alise Zeit und auch der Ewigkeis 6. Gib neue Lust und neue ten. Laß mich auch jetzt mit Kraft, vor dir gerecht zu imor wan 448 Gesinnung und Verhalten des Christen wandeln! Laß mich, Herr, Fried' und Ruh', für jede stets gewissenhaft mit mir That, die uns durch dich und Andern handeln! Dein gelungen. Geist belebe Herz und Muth, dich o du allerhöchstes Gut, und nicht die Welt zu lieben! 7. Die Welt vergeht: dies reize mich die Lust der Welt zu fliehen: um beßre Frenden müsse sich mein Geist mit Ernst bemühen! Den Engeln bin id ja verwandt, im Himmel ist mein Vaterland; dahin, Herr, laß mich trachten! 3. Laß auch dies Jahr ges segnet seyn, das du uns neu gegeben! Verleih uns Kraft, die Kraft ist dein, in deiner Furcht zu leben! Du schü ßest uns, und du vermehrst der Menschen Glück, wann sie zuerst nach deinem Reiche streben. 8. D lehre selbst mich meis ne Zeit recht weislich auszu faufen; laß mich die Bahn zur Ewigkeit mit heil'ger Vorsicht laufen! Der Tage Last erleichtre mir, bis meine Ruhe einst bei dir kein Wechs sel weiter störet! 4. Gib mir, wofern es dir gefällt, des Lebens Ruh' und Freuden. Doch schadet mir das Glück der Welt: so gib mir Kreuz und Leiden. Nur stärke mit Geduld mein Herz, und laß mich nicht in Noth und Schmerz die Glücklichern beneiden. 5. Hilf deinem Volke vä terlich in diesem Jahre wies der. Erbarme der Verlaßnen dich), und der bedrängten Glieder. Gib Glück zu jeder Mel. Allein Gott in der Höh' 608 Gott ruft der guten That, und laß dich, Gott, mit Heil und Rath auf unsern Fürsten nieder; Sonn' und schafft den Mond, das Jahr darnach zu theilen; er schafft es, daß man sicher wohnt, und heißt die Zeiten eilen; er ordnet Jahre, Tag und Nacht. Auf, laßt uns ihm, dem Gott der Macht, Ruhm, Preis und Ehr' ertheilen! 6. Daß Weisheit und Ge rechtigkeit auf seinem Stuhle throne; daß Tugend und Zufriedenheit in unserm Lan, de wohne; daß Treu' und Liebe bei uns sei; dies, lie ber Vater, dies verleih in Christo, deinem Sohne! 2. Herr, der da ist, und der da war, von danferfüll. ten Zungen sei dir für das Mel. Schwing dich auf, zu unwan gefungen; delbar, Gott, fahrt, Trost und Rath, für ist deine Gnade; und von dir verfloßne Jahr ein heilig Lieb 609&-wig und un für strömt zu besondern Zeiten. 449 strömt immerbar Heil auf groß sind unsre Pflichten; unsre Pfade. Tag und Jah re ändern sich und wir selbst veralten, doch du bleibest, und durch dich werden wir erhalten, lehr uns für die Ewigkeit unser Werk verrichten! Jede gute fromme That laß uns wohl gelingen! Frucht laß jede Tugendsaat für den Himmel bringen. 2. Jedes unsrer Jahre schmückt deine Hand mit Se gen; Mel. Herr, ich habe mißgehandelt ott, mit allen, glückt uns auf allen Wegen. 610 Geinen Freuben Jeden Morgen sendest du lebenstraft und Wonne; du verbreitest sanfte Ruh' mit der Abendsonne. 3. Auch des Jahres Lauf, den wir froh vollendet haben, war erfüllt, o Herr, von dir mit des Segens Gas ben. Hüll' und Fülle, Trank und Brod hast du mild gewähret, und in Wohlthat selbst die Noth und den Schmerz verkehret. 4. Daß uns deiner Allmacht Hand liebevoll gelei tet; daß du über Stadt und Land Ruh' und Glück ver breitet, daß gewissenhafter Fleiß uns durch dich gelun. gen; Gott, dafür sei Dank und Preis herzlich dir ge sungen. 5. Freudig, Vater, treten wir in dies Jahr des Le bens. Wann, o Herr, vertraute dir unser Herz verge bens? Ja, du wirst uns fernerhin, wenn wir dir nur leben, Unterhalt und frohen Sinn, Muth und Kräfte geben. 6. Flüchtig ist die edle Zeit, schwand ein Jahr des Lebens hin, aber auch mit seinen Leiden schwand dies Jahr; und, Gott, ich bin, lebe noch und soll auf Erden noch geübt, gebildet werden. 2. Vor so manchem, mans chem Grabe führtest du vors über mich. Im Genuß der hohen Gabe der Gesundheit preis ich dich, preise dich für alle Freuden, preise dich für alle Leiden. 3. Ja, auch für die trus ben Stunden meines Lebens dank' ich dir; denn auch sie sind nun verschwunden, und sie wurden Wohlthat mir. Auch auf dornenvollen Wes gen führst du mich dem Ziel entgegen. 4. Uebung ist das Erdenleben, Bildung für die beßre Welt. Meinen Wünschen, meinem Streben ist ein höh res Ziel gestellt, ringen soll ich hier auf Erden, ew'ger Freuden werth zu werden. 5. Herr, dieß soll mich Weisheit lehren! Jeder Tros pfen meiner Zeit, ohne je zurückzukehren, strömt ins F f Meer 450 Gesinnung und Verhalten des Christen Meer der Ewigkeit! Nichts Weß war die Kraft? Wer kann Zeitverlust erseßen: laß gab Gereihn? Dir, Herr, den Werth der Zeit mich gebührt der Ruhm allein. schätzen! 6. Laß auch dieses Jahr des Lebens nüßen mich zur Besserung, es verfließe nicht vergebens für des Geistes Heiligung! Laß mich, Gott, nach deinem Willen meine Pflichten treu erfüllen! 4. Doch oft verletzten wir die Pflicht; oft fehlten wir und merkten's nicht. Nimm an, Erbarmer, unsre Réu'; um Chrifti Willen sprich uns frei. 7. Alles, alles, was ich habe, Leben und des Lebens Glück, Alles, Herr, is dei ne Gabe! Dankend heb ich meinen Blick auf zu dir, ges lobe Treue heute dir, o Gott, aufe neue. 8. Gib uns Allen deinen Gegen! Knüpfe fest der Liebe Band! Auf der Zugend heil' gen Wegen laß uns wandeln Hand in Hand! Fried' und Heil dem Vaterlande! Fried' und Heil in jedem Stande! die Tage, die uns Gott verliehn. Ein Jahr tritt ein und eilt davon. Wie mans dhes ist bereits entflohn! Mel. O Jesu Christ, mein's 611 Uwiederbringlich 612 Nu 2. Dank sey dir, ewig treuer Gott, für deinen Bei stand in der Noth, für taus send Proben deiner Huld, für deine Schonung und Geduld! 5. Wir eiken mit dem Strom der Zeit stets näher hin zur Ewigkeit. Du haft die Stunden zugezählt, die leßte weislich uns verhehlt. 3. Dank dir, wenn jetzt voll Freudigkeit das Herz sich mancher That erfreut: 6. Du gibst, uns länger zu erziehn, uns Tage, Mons den, Jahre hin; dochy an dem Ziel der Pilgrimschaft kommt unsre große Rechenschaft. 7. O dann laß uns, wir Alle flehn, mit Freudigkeit vor dir bestehn! Denn ach, wer dann vor dir erbebt, hat thörigt, hat umsonst gelebt. Mel. Werde munter, mein un ist das alte Jahr entflohn; wir leben in dem neuen schon. O Christen, preiset Gott den Herrn! Er half bisher und hilft so gern. 2. Wie mancher, der im alten Jahr froh und voll Kraft noch um uns war, sant, eh wirs dachten, schnell dahin, nun deckt des Gras bes Hügel ihn. 3. Schauplatz der Vergänglichkeit! O schnelle Flucht der Lebenszeit! Wie thörigt ist, zu besondern Zeiten. 451 ist, wer immer fest sich auf Mel. Wach auf mein Herz das nächste Jahr verläßt! 613 Mits it Freuden laßt uns treten vor 74. Doch bin ich stets nur eifervoll, zu wirken, was ich kann und soll; dann fliche meine Zeit dahin, sie bringt doch herrlichen Gewinn. Gott, ihn anzubeten; vor Gott, der unserm Leben bisher hat Kraft gegeben! 5. Auch komm ich durch die Flucht der Zeit dir näher Himmelsseligkeit! Gottlob, des Lebens Ungemach folgt mir nicht in den Himmel nach. 2. Wir Erdenpilger wandern von einem Jahr zum andern; die schnelle Flucht der Stunden wird faum von uns empfunden. d 6. Im Staube beug' ich mich vor dir. Bis hierher haft du, höchster, mir mit liebevoller Baterhand mehr, als ich werth bin, zugewandt. 7. Sieh ferner, Gott, mit Freundesblick auf mein und meines Nächsten Glück! Ents reiß uns jeder wahren Noth und gib uns unser täglich Brod, 8. Behüt' uns in dem neuen Jahr vor Theurung und vor Kriegsgefahr! Uns treffe feiner Seuche Wuth, kein zehrend Feuer, keine Fluth! 9. Entferne jeden Unglücksfall! Gib Heil und Wohlfahrt überall; und, bricht ein Kreuz von dir berein, so laß es uns er träglich seyn. 10. Ja, segn' uns, Herr, in dieser Zeit und führ uns dann zur Herrlichkeit! Da sagen wir dir ewig Dank; da preist dich höhrer Lobges sang! 3. Und diese Wandertage sind nie ganz frei von Plage; wir gehn auf rauhen Wegen der Ewigkeit entgegen! na 4. Doch du bist voll Erbarmen, und wirst mit Vaterarmen in Nöthen und Ge fahren uns schützen und bes wahren. 5. Erhalter unsers Lebens, wir sorgen nur vergebens, wenn du uns nicht beschüßzest, mit Kraft uns unterstützest! 6. Lob dir, o Gott, dem Treuen, durch den wir uns erfreuen; Lob deinen Vaterhänden, die so viel Noth abwenden. 8 7. Hör ferner unser Fles hen, und eil', uns beizustes hen! Gib Mäßigung in Freuden, Geduld und Trost im Leiden. 8. Gib uns und Allen des nen, die sich von Herzen sehnen, zu thun, Herr, deinen Willen, auch Kraft, ihn zu erfüllen. 9. Herr, wehre du den Kriegen! Laß Menschenliebe Ff 2n siegen 452 Gesinnung und Verhalten des Christen fiegen; und wo nur Thrä- Altäre, kein Feind zertrat nen fließen, sich deinen Trost dein Heiligthum. Noch sinergießen! gen wir von deiner Ehre, 10. noch predigt man von deis nem Ruhm. Durch Taufe, Abendmahl und Wort pflanzt sich auch hier die Kirche fort. Gib deinen milden Segen zu allen guten Wegen; laß Großen, Herr, und Kleinen die Gnadensen ne scheinen! 11. Sei der Verlaßnen Vater, der Irrenden Bera: ther, der Unversorgten Gas be, der Armen Hülf' und Habe! 12. Hilf gnädig allen Krans fen, gib fröhliche Gedanken den fummervollen Geelen, die sich mit Sorgen quälen! 13. Vor allem, Herr, ver. leihe und deinen Geist aufs neue, der uns mit Tugend ziere und so zum Himmel führe. 14. Das wollest du uns geben: du Herr von uns ferm Leben, so gehen wir im Segen der Ewigkeit entgegen. Beim Anfang des Kirchenjahrs. Mel. Wer nur den lieben Gott 614 Fe eft steht dein Bund, wie Felsen stehen, du Gott der Gnade, Gott der Treu! Jahr und Jahrhunderte ver, gehen; doch deine Güt' ist täglich neu. Wie bringen heute, Vater, wir dir würs dig unfern Dank dafür? 2. Kein Feind zerstörte die 3. Doch, fragst du nach des Wortes Früchten, und bringst, was wir getban, ans Licht, nach unsern Wer fen uns zu richten: Gott, Richter! so bestehn wir nicht. Du trugest uns mit viel Geduld; wir aber häuften Schuld auf Schuld. 4. O laß es deinem Geist gelingen, in diesem neuen Kirchenjahr die Sünde mächtig zu bezwingen, wo sie biss her noch herrschend war! Heut schwören wir, o Gott, auf's neu' dir und der Tu gend ew'ge Treu! 5. Laß ferner hier dein Wort erschallen; gib, daß es frevle Sünder schreckt, so wie, die deine Wege wal len, zu freudenreicher Hoff nung wedt! Laß, wenn wir hier in Andacht flehn, ans Alle deine Gnade sehn. 6. Gib, daß dich forthin Alle ehren, als dein geweih tes Heiligthum! Einst führst du uns zu jenen Chören, wo man, erfüllt von deinem Ruhm, das Leben, das uns dort beseelt, nicht mehr nach Tag und Jah ren zählt. Am 453 Geist regierest: dieß Alles Vater, dank ich dir. zu besondern Zeiten. Am Geburtstage. Mel. In allen meinen Thaten 615 Dir ir dank ich für mein Leben, Gott, der du mir's gegeben; ich danke dir dafür. Du hast, von Huld bewogen, mich aus dem Nichts gezogen; durch deine Güte bin ich bier. 7. Was mir in diesem les ben noch nüßt, wirst du mir geben: du gibt's! Ich hoff' auf dich. Dir, Vater, dir, befehle ich findlich Leib und Seele; Herr, segne, Herr, behüte mich! 2. Du, Herr, hast mich Mel. Mein Gott, das Herz bereitet; mich väterlich ges 616 Du läst den Tag Augenblick. Du gabst mir frohe Tage, und selbst der Leiden Plage verwandeltest du in mein Glück. mich sehn, da ich, nach deinem Rath, o Gott, zu meinem Wohlergehn, des Lebens Bahn betrat. 3. Ich bin, Herr aller Dinge, der Treu' viel zu ges ringe, mit der du mich bes wacht. Damit ich, Staub und Erde, auf ewig glücklich werde, hast du schon ewig mein gedacht. 2. Von ganzem Herzen preis' ich dich, daß mich) dein Arm bis jetzt noch unverdient fo väterlich gesegnet und bes schützt. 3. D! hätt' ich doch aus Dankbarkeit daß nun vers flofsne Jahr so dir und dei, nem Dienst geweiht, als meine Pflicht es war! 4. Du hörtest schon mein Sehnen und zähltest meine Thränen, eh ich bereitet war; noch war mir nicht das Le ben von dir, o Gott, geges ben, da wogst du schon mein Theil mir dar. 4. Beschämt, o Gott, fleh ich zu dir; vergib mir meine Schuld, und schaff ein reines Herz in mir, nach deiner Vaterhuld! 5. Für alle deine Treue, Herr, deren ich mich freue, lobsinget dir mein Geist! Er, den du mir geschenket, er iste, der dein gedenket, und freudig dich, o Vater, preist. 6. Daß du mit Kraft mich rüftest und mir mein Leben frislest: dies Vater, dank ich dir. Daß du mich liebs reich führest, mit deinem 5. Hilf, daß ich in der Folgezeit, gerührt von deis ner Treu', von inniger Er kenntlichkeit dir thätig danks bar sey! 6. Schnell fliehen meine Lage bin. Mein Auge sieht nicht ein, wie lang ich noch auf Erden bin, dein Auge siehts allein. 7. Viel 454 Gesinnung und Verhalten des Christen 7. Vielleicht ist bald mein dem Müden einen Stab; er Ende da. Hilf, daß ich in der Zeit, die mein noch ist, mit Sorgfalt ja schaff' meine Geligkeit. freue sich des Guten weise, was er hier that, was er hier gab; dies sey ihm, wenn er sterbend fällt, ein Führer zu der bessern Welt! 8. Dann darf ich von der Pilgerzeit den letzten Tag nicht scheun. Er wird zur frohen Ewigkeit mir mein Geburtstag seyn. Die Lebens alter. Mel. Wer nur den lieben Gott 617 De er du den mens schen schaffst und leitest, und huldreich ihn als Vater liebst, was ihn erfreut, ihm mild berei. test, Heil ihm in jedem Alter gibst: es lebe, Herr, zu deinem Preis der Jüngling und der Mann und Greis! 2. Verleih dem Jüngling Kraft und lehre ihn Mässt. gung, wenn er sich freut; gib Demuth auf der Bahn der Ehre, gib Muth ihm, wenn Gefahr ihm dräut! O laß ihn thätig, gut und rein und stark in der Versuchung seyn. Cape 3. Dem Mann hilf wirs fen: hilf ihm ringen, den Eigennuß, den Hang zur Rast, die lust der Welt, sich selbst bezwingen, und tras gen seiner Arbeit Last; sein Lebenstag sey nicht zu schwül, und immer vor ihm sey sein Ziel! Für die Jugend. Mel. Werde munter, mein 618 11nire Kindheit, unsre Jugend, jedes Alter darf sich freun. Auch die Fröhlichkeit ist Tu gend, aber heilig muß sie seyn; nicht ein Laumel, der bethört, der Gefühl und Kraft zerstört; wilde Lüfte muß sie scheuen und die Seele nicht entweihen. 2. Nur in einem reinen Herzen, nur in einer feuschen Brust toben nie der Reue Schmerzen, wohnet wahre Ruh' und Lust. Unbeherrsch te Sinnlichkeit tödtet die Zufriedenheit; sie vergiftet alle Freuden und erzeuget bittre Leiden. 3. Reiner Sinn und Un schuld schmücket mehr, als Schönheit; denn sie mehrt jede Lust, die uns entzücket, jedes Glückes Reiz und Werth. Reinen Herzen fließt der Quell jeder Wonne rein und hell: sie nur können voll Vertrauen hoffen, Gott dereinst zu schauen. 4. Drum, o Gott, laß uns gesellig, froh und willig 4. Erscheint sein Abend zu erfreun, liebenswürdig dann dem Greise, so gib und gefällig, aber nur durch Tugend 1 zu besondern Zeiten. 455 Tugend seyn; offen ohne fließt ihm seine Zeit! Er Schmeichelei, stets bescheis fürchtet feiner Zukunft Plas den und doch frei, ohne ge, ihn reut nicht die Vers Er sä't den Frechheit, stets bedächtig, im gangenheit. mer unsers Herzens mächtig! Saamen jeder Tugend, und 5. Laß die Frechheit wil- freut sich seiner Aernte schon; der Eitten niemals unser die schöne Blüthe seiner Jus Herz entweihn! Laß, o Goit, gend verheißet ihm im AlPalläst und Hütten stets der ter Lohn. Tugend Wohnung seyn! Jes der strebe, wer ein Christ, Mel. Warum sollt' ich mich wessen Wunsch die Tugend 620 abe deine Lust, Habe o Jugend, im ist, daß sein daß die Erde nur durch Zugend schöner werde. mer gern an dem Herrn, und dem Reiz der Tugend! Was dein schwaches Herz begeh, ret, dein Verstand nicht ers fand, wird dir dann gewäh Mel. Wie groß ist des Allmächt'. ohl dem, der 619 W feines Lebens ret. Morgen nur seinem Herrn und Schöpfer weibt! Be schäftigt mit den edlen Sor. gen der Aussaat für die Ewigfeit, wird er die wilde Lust der Jugend und jedes lasters Reize fliehn; sein Herz wird nur für Gott und Tugend, für Pflicht und Recht und Wahrheit glühn. 2. Von Sorgen frei, voll Muth und heiter wallt er der Weisheit Erdenbahn mit festem Schritte immer weiter und blickt getrost zu Gott hinan, besiegt durch fort gesetztes Streben, durch Fleiß und Ernst und Wachsamfeit Verführer, wenn sie ihn umgeben, und seine eigne Sinnlichkeit. 3. Wie thatenreich sind seine Tage! Wie schön ent2. Schnell muß nicht vors überrauschen diese Lust: deis ne Brust muß sie nicht vers tauschen gegen Lüste dieser Erden, die dein Herz, voller Schmerz bald vergiften werden. 3. Nicht erst, wann des Alters Sorgen dich zerstreun, Jugend, nein, schon am frühen Morgen, in der Blüthe deines Lebens dien' ihm gern, und dem Herrn dienst du nie vergebens. 4. Glück, Gesundheit, lans ges Leben wird dafür willig dir dein Erschaffer geben. Weisheit sey nur dein Bes gehren; dann wird er oft schon mehr, wenn dirẻ nüßt, gewähren. 5. Auch in den gesunden Tagen laß nicht ab, in das Grab 456 Gesinnung und Verhalten des Christen Grab einen Blick zu wagen. mich weislich fliehen. Ihr Suche fern von dem Ver. derben, Seelenruh'; dann wirst du Himmelssegen er ben. Beispiel, Herr, entferne nicht: mein Herz von dir und meiner Pflicht: ihr Spotten und ihr Lachen soll nie mich wankend machen! Für Jünglinge. Mel. Ermuntre dich, mein ch trete vor dein 5. Der Tugend heilige mich ganz, mein Schöpfer. und Erhalter; sie werde meis 621 du ner Jugend Glanz und einſt mein Trost im Alter! Ers halte mein Gewissen rein; laß keinen meiner Tage seyn, der nicht zu deiner Ehre wohl angewendet wäre! Schöpfer meiner Jugend! Verwirf mein findlich Flehen nicht um Weisheit und um Tugend! D nimm dich meiner Schwachheit an. und wann sich mir, Gefahren nahn: so stehe mir zur Seite, damit mein Fuß nicht gleite. Für Jungfrauen. Mel. Ermuntre dich, mein 2. Mein Herz von Laſtern 622 dh will in stiller zwar noch rein, doch jung und unerfahren, wird leicht geblendet durch den Schein, und stürzt sich in Gefahren: o mache mich mir selbst be kannt, und gib mir Weiss heit und Verstand, damit ich meine Wege unsträflich wandeln möge! dir mich, Gott, erheben! Dir sei mein ganzes Herz ges weiht, geweiht zum frommen Leben! Gib du mir Kraft, sie kommt von dir, und stärke den Entschluß in mir, stets deinen heil'gen Willen mit Freuden zu erfüllen! 2. Du bist mein Vater, ich dein Kind: mein Heil ist, dich zn lieben; ach, mache mich dir gleichgesinnt in allen meinen Trieben! Laß meine Seele feusch und rein, unsträflich meinen Wandel seyn, um, Bater, dir vor Allen durch Unschuld zu ge fallen! 3. Zum Leichtsinn, der das Herz verführt, das Bös se zu erwählen: zum Ehr geiz, der den Stolz gebiert, dies Merkmal schwacher Seelen; zur Trägheit, die den Geist verzehrt und jeden Trieb zum Laster nährt; laß nie zu diesen Sünden in mir sich Neigung finden! 4. Wenn mir auf meiner Jugendbahn, mich in ihr Netz zu ziehen, Verführer 3.Vor eitler Selbstgefällig keit bewahre meine Jugend! Mein Vorzug sei Bescheis sich voll Arglist nahn, so laß denheit und meine Schöns heit zu besondern Zeiten. 10.457 heit Zugend! Gib mir den muth, Frömmigkeit, durch fanften stillen Geist, der dich durch fremme Demuth preist, den Nächsten liebt und ach tet, sich selbst zu bessern trachtet. frohen Einn bei Häuslichs feit laß, Vater, mich auf Erden geliebt und glücklich werden. 4. Sucht zu gefallen müsse nicht Für das Alter. mein schwaches Herz Mel. Mein erst Geschäft sei Preis bethören; sie würde mein 623 S meine Zuvers Gefühl für Pflicht und meis ne Ruh zerstören. Ein eit ler Glanz und Pracht der Welt ist nicht der Schmuck, der dir gefällt: drum will ich mich bescheiden in Zucht und Demuth kleiden. sicht, und bist es noch im Alter; verlaß auch nun mich Schwachen nicht, mein Schöpfer, mein Erhalter! 5. Wenn Umgang mir Verführung droht: so lehre mich ihn meiden, und lenke stets mein Herz, o Gott, zu reinen edlen Freuden! Die Unschuld sei mein höchster Ruhm, ein guter Ruf mein Eigenthum, den jeder gern mir gönne, und Niemand lästern könne! 6. Die edle Freundin laß in mir ein Herz, wie ihres finden, damit in frommer Eintracht wir der Freunds schaft Glück empfinden! Laß unsre Liebe sanft und rein, wie deiner Engel Umgang seyn, daß nimmer unfre Seele Neid oder Argwohn quäle! 7. Der du mich selbst durch dein Gebot den Weg zum Heile lehrest, ich will ihn wandeln, Herr, mein Gott, damit du mich erhörest. Durch Unschuld, Sanft, 2. Ich fühle die Beschwer, lichkeit gehäufter Lebensjah re, und steh am Rande meis ner Zeit. Nah sind mir Sarg und Bahre. 3. Gelobt sey deine Va tertreu, die mich bis hies her brachte, mir wohl that und mein Herz dabei mit dir zufrieden machte! 4. D sey auch ferner noch mit mir, daß ich bis an mein Ende dir folg', und, voll Vertraun zu dir, das Leben wohl vollende! 5. Viel heitre Tage gabst du mir, von Sorgen frei und Grämen; wie sollte ich denn nicht von dir jetzt auch) die trüben nehmen! 6. Es währet ja nur kurze Zeit, was ich noch etwa leis de, und dann lohnt eine Ewigkeit mit ungetrübter Freude. 7. Dann drückt mich feine Schwachheit mehr; verjüngt ist dann mein Leben; dann werd 458 Gesinnung und Verhalten des Christen werd' ich, Gott, dir Preis und Ehr' im Chor der Engel geben. S. Hilf, daß ich täglich meinen Blick auf diesen Wedy fel lenke, und dieß mir immer näh're Glück zu meinem Trost bedenke! 9. So bleib ich in Zufries denheit auch bei des Alters Schwäche, und harre, bis dein Wink gebeut, daß meis ne Hütte breche. Mel. In allen meinen Thaten 624 Du, Herr von meinen Ta gen, hast mich voll Huld getragen von meiner Jugend auf; auf allen meinen We gen umgab mich), Gott, dein Segen; du lenftest meinen Lebenslauf. 3. War Menschenrath vers gebens, so kamst du, Herr des Lebens, und halfft und machtest Bahn. Dich ließ ich thun uud rathen; denn du thust große Thaten und nimmst dich unsrer huldreich an. 4. Du willst in meinem Alter mein Stab seyn, mein Erhalter, nach deiner Vaters treu'. Bin ich gleich schwach und müde, bei dir ist Trost und Friede; du stehst mir in der Schwachheit bei. 5. Wie fliehn des Lebens Stunden, wie bald ist es verschwunden! Ich bin dem Ziele nah, dem Ziele aller Leiden. O welche hohe Freuden erwarten meine Seele da. 2. Ich hatt' oft große 6. Ich harre fromm und Sorgen; doch, wie ein heis stille, bis, Herr, mein Gott, trer Morgen durch dunkle dein Wille mich nach dem Nächte bricht, so hab' ich's Kampfe front. An meiner stets erfahren. Der Herr Laufbahn Ende sink ich in weiß zu bewahren, und führt Jesu Hände, denn er hat durch Finsterniß zum Licht. mich mit dir verföhnt. In eigner Melodie. 625 um Himmel ers 3 hebe dich, Freudengefang! Hoch töne aus fröhlichem Herzen der Dank! Auf, Alle von VaterlandsGesinnung und Verhalten des Christen unter besondern Umständen. Bei allgemeinem liebe durchglüht, singt mit Wohlstande. uns dem Höchsten ein feierndes Lied. 2. Er läßt uns bewohnen ein glückliches Land; beschirmt und erfreut es mit wehlthät'ger Hand, sein Segen ergießt sich auf Alle herab; unter besondern Umständen. herab; und väterlich wendet Gefahren er ab. 3. Die Berge mit Baumen und Reben beseßt, die Auen mit schlängelnden Bå chen benetzt, die Gärten, die Flächen der Felder umher, wie tragen sie immer an Früchten so schwer! 4. Es blühen Gewerbe und Künste im Land, und Nahrung und Wohlfahrt in jeglichem Stand. Mild wers den hier Fleiß und Verdienste belohnt; hier ist es, 459 Lande, wo Eintracht und Liebe fich füßt! Ein jeder beförd're, so viel er nur fann, des Vaterlands Bes ste, und freue sich dann! 5. Religion strahlt uns so himmlisch, so mild. Da wo uns nicht leuchtet die Sonne, ihr Bild, erhellt sie uns Erdenbewohnern den Pfad und gibt uns Erleuchtung, Erquicung und Nath. 6. Wünscht, Glückliche, wünschet dem Vaterland Glück! Sin jeder bezeuge mit freudigem Blick; schätze das Gute dem Höchsten zum Preis; es jauchze der Jüngling, der Mann und der Greis! 9. Gott, sey uns stets freundlich, und fördere du das Werk unsrer Hände in Frieden und Ruh, so leben wir glücklich und wallen von hier, zum Vaterland droben, o Vater, zu dir! In allgemeiner Noth. Mel. Auf meinen lieben Gott wo Recht und Gerechtigkeit 626 züchtigt deine Hand, o 7. Uns bleibe das Chris stenthum theuer und werth; Gott werde durch Weisheit und Tugend verehrt; Ge rechtigkeit ziere den fürstli chen Thron, den Bösen zum Schrecken, den Guten zum Lohn. 8. Wohl jedem, ders fühlet, wie glücklich er ist im ster, jetzt das Land. Zu deis nem Vaterherzen erhebt in Furcht und Schmerzen sich das Geschrei der Armen; er hör' es mit Erbarmen! 2. Du siehst des Landes Noth, sie kam auf dein Ges bot. Du kannst mit starken Händen sie lindern und auch enden. Ein Wort aus deis nem Munde verändert Zeit und Stunde. 3. Herr, wir murren nicht. Gerecht ist dein Ges richt bei Allem, was wir dulden; denn groß sind unsre Schulden. Du züchtigst doch noch minder, als wirs vers dient, wir Sünder. 4. Sa, Vater, deine Huld ist größer, als die Schuld. Gedenke denn der Deinen, die reuig vor dir weinen; laß tiefgebeugten Seelen nicht Trost und Hoffnung fehlen! 5. Vers Gesinnung und Verhalten des Christen 460 5. Verkürze, guter Gott, die Dauer unsrer Noth, und In eigener Melodie. die voll Kummer flehen, laß 627 We enn wir in bald Erleichtrung sehen! Verwandle du ihr Leiden in neue Lebensfreuden! höchsten Nöthen seyn und wissen nicht, wo aus, noch ein; und finden weder Hülf noch Rath, ob wir gleich sorgen früh und spat; 6. Doch wenn, o Herr der Welt, es dir noch nicht gefällt, die Trübsal zu entfernen, so stärf uns, daß wir lernen, mit chrfurchtsvollem Schweigen vor dir uns findlich beugen'! 7. Herr, deine Züchtigung leit uns zur Besserung! Laß sie die Sichern schrecken, die Schlummernden erwecken, und Redlichfromme stärken, auf dein Gebot zu mer fen! 8. Wenn unser Herz dich liebt: so wird, was uns bes trübt, uns doch zum Heil gedeihen und uns zuletzt ers freuen; es wird uns deine Gnade ein Licht auf dunke lem Pfade. 9. So stärke denn das Herz, daß auch im größten Schmerz es nie an Muth ihm fehle. So sprich zu unsrer Secle: Getrost! dich soll kein Leiden von meiner Liebe scheiden. 10. Am Schluß von uns serm Lauf klärt einst sich alles auf! Dann wird die Aussicht heiter; dann thränt fein Auge weiter; dann finden unsre Herzen nur Wonne nach den Schmers zen, 2. Dann bleibt das unser Trost allein, daß wir uns deiner Hülfe freun; wir fliehn zu dir, du treuer Gott, du einz'ger' Helfer in der Noth! 3. Wir heben unser Aug' und Herz hinauf zu dir in unserm Schmerz und flehn dich um Begnadigung und unsers Elends Linderung. 4. Nach deiner Gnade sa gest du sie Allen, die drum bitten, zu, durch den, der unser Mittler ist, durch un sern Heiland Jesum Christ. 5. Drum fommen wir, Herr, unser Gott, und klas gen dir all unsre Noth. Ach deine Vateraugen sehn, wie hülflos, Herr, wir vor dir stehn. 6. Nur du bist unsre Zuversicht! Vergilt nach unsrer Schuld uns nicht; steh uns in unsern Nöthen bei und mach uns aller Plage frei! 7. Dann danken und lobs singen wir mit freudevollem Herzen dir; gehorsam deinem theuren Wort, Herr, preisen wir dich hier und bort. In unter besondern Umständen. In Kriegszeiten. Mel. Wer nur den lieben 628& zieht, o Gott, ein Kriegeswets ter jetzt über unserm Haupt einher. Doch, bist du unser Schuß und Retter; so schreckt uns feines Feindes Heer, wie sehr es aud) Gefahr und Noth den Völkern und den Ländern droht. 461 Muth. Du bist gewiß zu rechter Zeit zu retten uns, o Herr, bereit. 3. Nidt blinder Zufall herrscht auf Erden: du bist es, der die Welt regiert. Laß jetzt die Menschen inne werden, daß deine Hand das Ruder führt. Du, Herr, bist unsre Zuversicht. Wir traun auf dich, verlaß uns nicht! 6. Froh werden wir dann rühmen müssen, wenn du wieder wohlgethan: uns Gott brach nach uns verborgnen Schlüssen zum Heil uns auch durch Noth die Du bleibest unfre Bahn. Zuversicht! Barmherziger! verlaß uns nicht. In eigener Melodie. 2. O gib in diesen bangen Tagen uns, Herr, den Sinn, auf dich zu ſehn, und da, zagen, mit Zuversicht zu dir zu flehn, wo 629 11m Erbarmen fles Um ot wir, und Vater, jetzt zu dir. weil Menschenhülfe wenig Steh uns bei, Allliebender, nüßt, wenn deine Macht uns nicht beschützt. Herr der Welt, Allmächtiger! Hör uns, rett uns aus der Noth! Hilf, denn allents halben droht Raub, Verwüs ftung, Elend, Lod. 2. Ach des Krieges Flams men glühn! Ordnung, Ruh' und Segen fliehn. Keine Hülfe sehen wir, feine Hüls fe, als bei dir. Denk an uns in Gnad' und Huld, nicht an unsrer Sünden Schuld; gib uns Hoffnung und Geduld! 4. Dir werfen wir uns in die Arme und flehen um Barmherzigkeit! Sey unser Vater und erbarme dich über uns zur bösen Zeit! Beschüzze gnädig Stadt und fand vor Blutvergießen und vor Brand! 5. Doch findet dein allweiser Wille noch härtre Prüfungen uns gut; so fassen wir in frommer Stille, voll Zuversicht und Glauben, 3. Du, der zu dem Meere spricht: bis hieher und weis ter nicht! Sprich, o Höchster, nur ein Wort, und die Schrecken fliehen fort; Fried' und Ordnung, Glück und Rub' eilen uns von neuem zu. Unsre Zuflucht, Gott, bist du. 4. Gibst du Frieden, dann o Herr, 462 Gesinnung und Verhalten des Christen o Herr, bebet unser Herz zugeschickt, allein allmächtig nicht mehr. Ach, wir Alle steuera. beten dann deine Macht mit Freude an. Aber jetzt noch seufzen wir, jetzt noch flehn wir angstvoll hier um Erbarmen, Gott, zu dir! 5. Es haben Lanzen, Spieß und Schwert, mit welchem Feinde drohten, schon eft in Sicheln sich verfehrt; fo bald dein Wink geboten. So mächtig bist du immer noch; ach so gebeut, so rede doch! Was du sprichst, muß ges schehen. 6. Vergib uns gnädig unsre Schuld, vertilge unsre Sünden! Du bist ein Gott voll Vaterhuld, so laß auch nun dich finden! Ach dämpfe unsrer Feinde Wuth, lösch aus des Krieges wilde Glut, eh sie uns ganz verzehret! 7. Gib deiner Gnade theus res Pfand, gib uns den Frieden wieder! Errette das bedrängte Land, erhalt uns unsre Güter, damit wir dir, von Angst befreit, die Opfer unsrer Dankbarkeit in sichern Tempeln bringen. 8. Regiere du selbst unsern Sinn, daß wir, dir ganz ergeben, des Lasters Bahn mit Absdheu fliehn und nur der Tugend leben! Wir lass sen dich), Erbarmer, nicht, bis uns dein huldreich Angesicht zum Segen wieder strahlet! Mel. Wann mein Stündlein 630 S ast du denn ganz dein Angesicht, o Herr, vor ans verborgen? Vernimmst du misre Seuf zer nicht; entgehn dir unsre Sorgen? Une drücket eine schwere Macht; Gott, wenn nicht deine Vorsicht wacht, so müssen wir verderben. 2. Der Krieg im blutigen Gewand verheeret die Gefilde, und Noth und Armuth drückt das Land, das sonst dein Segen füllte. Ach, Aller Herz ist freudenleer und feis ne Ruh erquickt und mehr; sie ist von uns gewichen. 3. Gefahr umgibt une in der Nacht und wächst mit jedem Tage. Sind wir von furzem Schlaf erwacht, so wacht auch unsre Plage. Der harten Krieger wilde Wuth droht uns mit Feuer und mit Blut; o wer, wer kann uns schützen! 4. Du kannst es, du, er habner Gott. Es steht in deinen Händen, uns zu ers retten, unsre Noth zu uns ferm Glück zu wenden. Du 631 3cher, zu dir, All Zur Friedensfeier. Mel. Herr, Gott, dich loben u dir, Unendlis kannst dem Elend, das uns drückt, das dein Gericht uns güriger, der Völkern still zu seyn unter besondern Umständen. 463 schlichtet und nun beigelegt! das seyn gebot und Frieden Erd und Himmel trägt, ges sandte, zu dir, Gott, steigt unser Jubelton empor! Zu unsrer höhern Brüder Chor singt unser Herz, entflammt von Dank, den lauten hohen Lobgesang. Gelobt, gelobt sey Gott! der Weltbeherrscher, Gott! der Weltbe glücker, Gott! der Frie. densgeber, Gott! 4. Das Schwert, Bruderblut vergoß, ist weg gelegt! aus deinem Schooß strömt uns des Friedens sanfte Ruh und Ueberfluß und Segen zu. Hier liegen wir und beien dich an, Gott ,. der dies an uns gethan! 2. Wer ist an Majestät dir gleich! An Güte und an Macht so reich! Du sprichst ein Wort: Der Himmel schweigt. Da spriest ein Wort: Der Erdkreis neigt sich tief anbetend vor dir, Gott, und ehret schweigend dein Gebot! Du siehest Völker sich entzwein, mit Schwert und Waffen sich bedräun; die Waffen sinken und der Streit wird still, wird Ruh' und Einigkeit, ſobald, Herr, deine Rechte 632 Nat dräut, und Völkern still zu seyn gebeut. 3. Wie schreckend, wie verheerend war empörter Völker Zwist! Gefahr und Angst und Noth und Tod umgab uns drohend; offen stand das Grab, und unsre Brüder sanken hin, bei Schaaren in das Crab das hin; und Schmerz der Mute ter Herzen brach, und blur'ge Thränen folgten nach. Gott, furchtbar war der Völker 3wist. Dank dir, Allgütis ger, er ist durch dich, der 5. Laß ihn, laß ihn beständig seyn, den Frieden, deß wir uns jetzt freun; in seinem Schooße laß uns nun, und spät noch unsre Nachwelt ruhn! O segne, Gott, das Vaterland, den Fürsten, segne jeden Stand! So lang du uns noch wallen beißt, im Pilgerthal, laß deinen Geist den treuen Führer Aller seyn! Dann führ' zur ew'gen Ruh' uns ein. Amen! Mel. Lobet den Herrn, den ahet anbetend dem Gnädigen, nahet Beglückte! Singt ihm; er ists, der den Frieden vom Himmel uns schickte! Preiset ihn hoch; weg ist das härteste Joch, tas unser Vaterland drückte. 2. Bater, du weißt es, was wir von der Zwietracht erfuhren; grause Verhees rungen sind noch die trauris gen Spuren! Aber wie hell rinnt nun der Segnungen Quell durch die verwüsteten Fluren! 3. Hör, o Allgütiger, gnädig 464 Gesinnung und Verhalten des Christen dig das Jauchzen der Deis 4. Laß unsre Frucht geras nen! Höre Erretter, den Jubel der Großen und Kleis nen! Friede gabst du, Fries de und sichere Rub, Freude nach Klagen und Weinen. 4. Dank dir, o Vater, und Ehre und Preis deinem Namen! Sie sind erduldet, die feiden, die über uns famen; fern ist die Noth! uns, o Gott, then, uns wieder zu erfreun; und allen unsern Saaten gib Wachsthum und Gedeihn! Mit milder Vaterhand gib Wärme, Thau und Regen: so kehrt dein reicher Segen zurück in unser Land. In Wassersnoth. was du verliehen haft! Amen. 634 Jerrn zu jeder Mel. Herzliebster Jesu ch will Zeit vertrauen, und stets mein Heil auf diesen Felsen bauen; auch in den nächsten schrecklichsten Gefahren kann er bewahren. 2. Ich will ihm trauen auch in Ungemittern, vor denen selbst der Erde Säu len zittern, und da, wo Bergen gleich, empörte Wel. len zum Himmel schwellen. 3. Sei alles Sturm und Aufruhr und Getümmel; Gott schuf das Meer, den Erdkreis und den Himmel. Was er gebeut im Himmel und auf Erden, das, das muß werden. In Theuerung. Mel. Von Gott will ich nicht 633 D u bester Trost der Armen, Beherrscher aller Welt, du Vater voll Erbarmen, der, was da lebt, erhält, schau her auf unsre Noth; erbarme dich der Deinen; wir Urmen gehn und weinen und schmachten, Herr, nach Brod. 2. Erbarmender, ach, wende der Zeiten schweren Lauf! Thu deine milden Hände, uns zu versorgen, auf! Was irs gend Leben hat, nährst du mit Wohlgefallen. Nähr' uns auch, schaff uns Allen bei unserm Mangel Rath! 3. Den Reichen gib Erbarmen, Gefühl für Andrer Schmerz, und zu erfreun die Armen, ein mitleidevol les Herz, damit sie mild ihr Brod trostlosen Brüdern bres chen und nicht gefühllos spres chen: geht hin, es helf euch Gott! 4. 3um wilden Strome spricht er: fleuß mit Stille! und allgewaltig ist sein Herrs scherwille, der Strom ges horcht, die Wogen sinken nieder und ruhen wieder. 5. Wer händeringend sein Geschick beklagte, den Ab. grund offen sah und schon verzagte, frohlocket dann und unter besondern Umständen.nst 465 du durch deine Macht die wilde Fluth bezwungen! Verbeerend brach sie los, gleich dem empörten Meer, die Wellen rauschten schon fast über uns daher. und rufet: Gott ist Retter im Sturm und Wetter! 6. So mögen denn Gefah, ren mich umschweben und Eisgebirge sich im Strome beben, und furchtbar dro hend jeden Damm erschüt: tern; ich will nicht zittern. 7. 3u dir empor will ich am Strome schauen und das thun, was ich soll, und dir vertrauen. Du, Herr, fannst stets uns retten und bewahren in den Gefahren! 2. Doch mitten in der Fluth bewiesest du Erbare men und halsst uns väterlich. Du zeigtest an uns Armen, daß du, Allvater, nie uns allzusehr betrübst, uns nie verlassen fannst, und auch im Leiden liebst. Mel. Was mein Gott will 3. Dies thatst du, Machtiger, der jeder Fluth gebies 635 Wir sind in Noth; ten, der Meere zähmen kann, sie auch Gott, die Fluth nicht über. schwemmen! Nimm uns in Acht; wehr ihrer Macht! Du kannst die Wogen hem, men. Verbirg jetzt nicht dein Angesicht; gedenk an uns in Gnaden! Gott, wenn uns jetzt dein Arm beschüßt, was kann die Fluth uns schaden! 2. Ach, hilf uns, Herr, Allmächtiger, um Jesu Chris Ai Willen! Ach du allein fannst uns befrein, kannst Sturm und Wellen stillen. Erbarme dich, hilf väterlich; beschüß uns Gut und Leben! Dann wollen wir dir, Gott, dafür Dank, Preis und Ehre geben. Min Nach überstandener Noth. Mel. Nun banket alle Gott 636 ob hr und Dank sei dir, o großer Gott, gesungen, daß Giching Du schüßtest, du erhältst, du hilft in jeder Noth; du bist der Fluthen Herr, du bist der Meere Gott.hdimme 4. Wer wollte tir, o Herr, durch Sünden widerstreben, und nicht in Heiligkeit zu deiner Ehre leben? Folgt deinem Wink der Strom, gehorcht dir alle Welt: wie follten wir nicht thun, was Vater, dir gefällt? Nach einer Feuerébrunst. Mel. Bann wir in höchsten 637 Gott, deen Wacht des Feuers Kraft zum Segen und Verderben schafft; mit welcher schredlichen Gewalt verwüstets, und wie leicht, wie bald! 2. baté verzehrt, und mancher Menschen Glück zerstört! Auch g 466 Gesinnung und Verhalten des Christen Auch dies hat deine Hand beklommen; doch mein Vers gethan; wir weinen, Herr, traun, mein Glaube soll und beten an. nicht wanken; ich will dir danken! 2. Verborgen mir, doch gütig ist dein Wille! Du bist mein Gott, und meine Seel' ist stille. Du führst gewiß mich auch auf rauben Wes gen dem Heil entgegen. 3. Wenn's nüßlich mir und wenn es deiner Ehre, Allwissender, gemäß gewes sen wäre; du hättest lieber Glück mir zugewendet, als Noth gesendet. 4. Du sahst vielleicht, ich würd' in guten Tagen nicht mehr nach dir und deinen Rechten fragen; ich würde stolz des Glücks mich über heben und sündlich leben. 3. Wir weinen und ver, ehren doch auch deine Huld; sie half uns noch und hielt der Flammen schnellen Lauf, der Uebrigen zu schonen, auf. 4. Mit unsern Brüdern feufzen wir in ihrem Jammer, Gott, zu dir. Laß sie nicht hülflos, tröste die, die du gebeugt haft; segne sie! 5. Ach, der Verschonte fliehe nicht die Uebung seiner schönsten Pflicht, der Pflicht: Betrübte zu erfreun, barms herzig durch die That zu seyn. 6. Uns wieder segnen fannst du, Gott, in Heil verwandeln jede Noth. Ja, weise, liebevoll und gut ist Alles, was dein Wille thut. 7. Gib Unterwerfung und Geduld, und laß uns deiner Baterhuld mit frommer Zu versicht vertraun, und stets auf deine Hülfe baun! 8. Schüß unser ganzes Vaterland vor Mangel, Seu chen, Krieg und Brand! Gib, weil du unser Vater bist, uns Allen, was uns heilsam ist! 5. Gott, wenn ich dies im Stillen überlege, so preis' ich dich und ehre deine Wege. Was hülf' es mir, die ganze Welt zu erben und zu vers derben? 6. Und viel des Guten ist mir noch geblieben, mein guter Name; Freunde, die mich lieben, und, Dank sey dir, es ist mein gut Gewiss sen mir nicht entrissen. Nach großem Verlust. Mel. Herzliebster Jesu! 7. Wie sollt ich nicht auf deine Güte schauen: nicht rubig seyn und standhaft dir vertrauen? Auch fünftig wirst 638 Du hast es mir du, was zu meinem Leben mir Noth ist, geben. gegeben und genommen; Preis dir, o Herr! Zwar ist mein Herz 8. Herr, segne du die Arbeit meiner Hände, und leite gnädig unter besondern Umständen. gnädig mich bis an mein Ende! Mit Allem, was du fügst und mir mir beschieden, bin ich zufrieden. Auf der Reise. Mel. Beficht du deine Wege 639 Beglücke meine ich dein. ich vertraue dir! Sei gnäs dig und beweise, wie treu du bist, an mir! Auf allen meinen Wegen begleite vä terlich mit deinem Heil und Segen, mit deinem Schußze mich! 2. Ich bin in deinen Händen, deß darf mein Herz sich freun; denn du fannst Hülfe senden, wo mir Gefahren dräun. Bin ich bei dir in Gnaden, so fürcht ich nichts, o Gott, du wehrest allem Schaden, mein Helfer in der Noth! 3. So will ich denn mein Leben, mein zeitlich Glück und Gut mit Ruhe überges ben, Gott, deiner treuen Hut. Erhalter meiner Kräfte, beglücke meinen Fleiß und meiner Pflicht Geschäfte zu deinem Ruhm und Preis! Der reisende Jüngling. Mel. Lobt Gott, ihr Christen uch außer meis 640 Aud nem Vaterland wirst du, Gott, mit mir seyn. Wo immer nur mich deine Hand hinführt, da bin 467 2. Bergeß ich dieser Wahrs heit nicht; bin ich von Herzen gut und üb' ich treulich meine Pflicht, so hab ich frohen Muth. 4. Laß dir auch meine Lies ben empfohlen seyn, o Gott! Nichts müsse sie betrüben, fein Unfall, feine Noth! Ge, fund laß sie mich wieder bei froher Rückkehr sehn; dann sollen unsre Lieder, Herr, dankbar dich erhöhn! 3. Doch, Herr, ich fühle mich noch schwach; drum stärke du mein Herz! O hilf du meinem Streben nach, und sichre mich vor Schmerz! 4. Der Reiz der Sünd' und Eitelkeit entlocke dir mich nie! Was kurz vergnügt und lang gereut gib, daß iche weielich flich! 5. Bo man mich sieht und Freund mich nennt, laß tugendhaft mich seyn, und dort auch), wo kein Mensch mich fennt, das Laster ernstlich scheun! 6. Nur wer die Tugend ehrt und liebt, deß Beispiel führt zu dir; o du, der Alles hat und gibt, Gott, fols chen Freund gib mir! 7. Dem Freunde wilder Fröhlichkeit, dem Freund von ist und Spott, von Wollust, Spiel und Ueppigs keit entreiße mich, mein Gott! 8. Wer Wahrheit, Pflicht Gg 2 und 468 Gesinnung und Verhalten des Christen und Recht verdreht, der flö- auch Freuden finden. Sei, Be Graun mir ein; vor dem Versuchten, der dich schmäht, erzittre mein Gebein! 9. Mich lehre stets dein heilig Wort auf guten We gen gehn, und, wenn ich fann, an jedem Ort im Tem> pel dich erhöhn! wenn ein Unfall ihnen droht, ihr Schuß, ihr Retter in der Noth; bewahre sie vor Sünden! Auch dort sei stets der Tugend Ruhm ihr uns verleßtes Eigenthum. 3. fehren sie mir einst zurück; des Wiedersebens großes Glück macht froh schon meine Seele. Doch säh ich auch ihr Angesicht nun ferner hier auf Erden nicht; was ists, daß ich mich quäle? Ich weiß, o Gott, ein Tag erscheint, der wieder mich und sie vereint. 10. Dann bin ich meiner Aeltern Lust, im Alter einst ihr Stab und keines Lasters mir bewußt, begleit ich sie ans Grab. 11. Mir folgt ihr Segen durch die Welt, bis einst mein Auge bricht, und meis nen Geist, der dir gefällt, erschrecket fein Gericht. 12. Gedanke der Unsterb, lichkeit, erhebe meinen Geist! Wohl mir, es ist die Ewig. feit, wohin der Glaube weist! Fürbitte für liebe Abwesende. Mel. Der unfre Menschheit u, welchen feine ume 641 Du Welt 4. O wie gedenk ich dein so gern, du Tag des Lebens, Tag des Herrn! Wann wird dein Licht erscheinen? O Tag, der die mir wieder gibt, die trauernd meine Seele liebt, die Seligen, die Meinen! Wie wird sich unfre Seele freun! Wie selig werden dann wir seyn! schließt, der du allgegens wärtig bist mit allen deinen Segen, wo meine Lieben sind, auch da bist du voll Huld, bist ihnen nah auf allen ihren Wegen! Dies iste, was meine Thränen stillt, wenn banges Schnen mich erfüllt. 642 3" Bei ansteckenden Krankheiten. Mel. Allgegenwärtiger, ich n unserm Kummer fallen wir und demuthsvoll vor dir, o Herr des Lebens, nieder. Ach, uns bedroht ein schneller Lod; schon würgt er unfre Brüder. gebeugt 2. Der Seuchen Gift vers 2. Mach ihnen mild das breitet sich, und Gott, wen ferne fand, und laß, an haben wir, als dich, der deiner Baterhand, sie dort seine Wuth ihm raube? Wo deine unter besondern Umständen. deine Macht uns nicht be wacht, so werden wir zu Staube. 469 ter, wohlgefallen. Der reins ste Dank und Lobgesang wird dann bei uns erschallen. 3. Ach, viele sanken schon ins Grab so unerwartet schnell binab. Wie ist um Dank für Gottes Hülfe. Hülf uns bange! Oschone Mel. Ein Lämmlein geht und noch! Entreiß uns doch dem 643 Wir kommen, nahen Helfer, dir Gesang und Rubm und Preis Des ganzen zu bringen. Volkes lauter Dank soll, Retter, bir lobsingen. Wir schwebten in Gefahr und Noth; wir sahen überall den Tod mit seinen Schrecken drohen. Nun wüthet feiner Seuchen Heer durch unser Vaterland nicht mehr; sie sind vor dir entflohen. Untergange! 4. Oft rettet Kunst und Vorsicht nicht. Wir haben feine Zuversicht, als nur zu deiner Güte; du bist der Herr! Gib, daß nicht mehr der Tod so schrecklich wüthe! 5. Wir glauben an den Sohn und dich; o darum schaue väterlich auf tiefges beugte Sünder. Denn du allein fannst uns befrein, und wir sind deine Kinder. 6. In deiner treuen Va terhand ruht Tod und Leben, Volk und Land. Entferne jede Plage! Verzagten Sinn nimm von uns hin! Gib wie, der heitre Tage! 7. Doch willst du uns noch nicht befrein, so lehr und doch geduldig seyn, und dir uns ganz ergeben; und sters ben wir, laß uns vor dir in deiner Wonne leben! 8. Zeig allen Sterbenden dein Heil, und gib, daß fie ihr bestes Theil im Himmel nicht verlieren! Laß sie den Tod aus jeder Neth zum bes. sern Leben führen! 2. Wir sahen dort und saben hier so viele Brüder sterben, und allenthalben waren wir umfangen vom Da galt fein Verderben. Stündlich war Schonen! uns nah und furchtbar die Gefahr und alle Kunst vers gebens. Den Würger trieb kein Arzt zurück, auch ihm schien jeder Augenblick der leßte seines Lebens. 3. Allmächtiger, wir Alle schrien zu dir mit bangem Herzen. Wir sind erhört! die Seuchen fliehn; du hei left unire Schmerzen. O du Erbarmer voll Geduld, du haft nach unfrer Sündenschuld auch diesmal nicht Gezüchtigt D gelohnet. 9 Laß unser gläubiges Gebet, das, Herr, zu dir um Gnade fleht, dir, Vas wir preisen dich, gezüchtigt haft 470 Gesinnung und Verhalten des Christen hast du väterlich und väters lich verschonet. 4. Dich, der du von Gefahr befreist, dich müssen Alle loben! Sei ewig, Vater, Sohn und Geist, von deinem Volk erhoben! Dich Retter, bete jeder an! Es jauchze, wer nur danken kann, und ehre deinen Namen, und rühme, Gott ist unser Gott! Er hilft uns gnädig in der Noth! Er hebt ihn! Amen! Amen! was der Kranke fühlt, und gibst ihm Hoffnung, Trost und Friede, wenn Schmerz in seinem Innern wühlt. Dies sagt mir, der ich dir vertraue, zu meiner Ruh' dein göttlich Wort, dies treibt, so oft ich auf dich schaue, die Furcht aus meis ner Seele fort. 3. Du wirst ja nie des Helfens müde; du weißt es, 4. Auch dieser Krankheit schweres feiden verhingst du liebreich über mich. Auch hier, wie im Genuß der Freuden, erfennt mein Herz als Vater dich. O gib, daß ich dich stets empfinde! D stärke selbst mich in Geduld! Vergelt mir, dem verirrten Kinde, nicht ganz nach meiner Sünden Schuld! In Krankheiten. Mel. Wie groß ist des Allmächt'. 644 H ier lieg' ich, Herr, in Angst und Schmerzen und flehe, weil ich flehen kann, aus vollem, tiefgerührtem Herzen dich findlich um Erbar men an. Wen hab' ich sonst in diesen Stunden? Wer kennt so ganz mein Leid, wie du? Wer heilt die mir geschlagnen Wunden? Wer sendet mir Erquickung zu? 2. O Gott, du Vater als ler Väter, der gern den Leis denden erfreut, zu dem so mancher fromme Beter, und nie umsonst, um Hülfe schreit, auch mich laß nicht Mel. Alles ist an deinem Segen ilf vergeblich flehen! Auch meis 645 Heiratet nes Herzens nimm dich an und lehre mich auf Alles ses hen, was Freude mir ges währen kann! Krankheit Plagen, die mich drücken, still ertragen, und mit findlichem Vertraun bei der Sehnsucht meines Herzens um Erleicht'rung meines Schmer, 5. Verlängre, Herr, mein Erdenleben, wenns deinem weisen Rath gefällt! Und dann sei es nur dir ergeben, nur dir, mein Retter, nicht der Welt! Doch soll ich meis nen Lauf vollenden, dann hebe meinen Geist zu dir, und ist mein Geist in deinen Händen, o guter Gott, was fehlet mir? stofth unter besondern Umständen. 471 Schmerzes nur auf deine sehr zerstreute, rufst du mich Vorsicht schaun: 2. Deiner Weisheit kann's nicht fehlen, immer das nur zu erwählen, was das Beste für uns ist. Dies will ich zu Herzen fassen, und mich ganz dir überlassen, der du auch mein Vater bist. in die Einsamkeit; weil ich den Kampf zu ängstlich scheu. te, führst du mich mitten in den Streit, und übst durch körperlichen Schmerz, mein von Geduld entwöhntes Herz. 3. Den Kelch der Trübsal soll ich leeren! Ach, Herr, du weißt, das Fleisch ist schwach! Vergib, wenn eine Fluth von Zähren hervor aus meinen Augen brach! Ostärke, Gott voll Vaterhuld mein Herz durch Glauben und Geduld! 3. Sanfter Antrieb, ernste Lehre, daß ich in mich sel. ber fehre, sei der Schmerz, die Krankheit mir! Ihre Last nicht zu vergrößern, hilf mir meine Seele bessern; alle Hülfe fommt von dir. 4. Bater, Helfer aller Kranken, Quelle trösten der Gedanken, steh mir bei mit deiner Kraft! Sie nur fann erretten, stärken, lehre mich auf sie stets merken, die aus Leiden Freude schafft! 5. Guter Muth und beit res Wesen sei in meinem Blick zu lesen; Ruh' erfülle meine Brust! Hoffnung stärke mich, und Freude sei mein Glaube; wenn ich leide, dir zu folgen, meine Lust! 4. Der Schmerz, der meis ne Glieder schwächte, beraus bet mich der sanften Ruh'; ich bring, o Gott, die lans gen Nächte auf meinem Las ger schlaflos zu; der Mens schen Hülf' ist schwach und flein; doch du, du wirst mein Helfer seyn. 5. Dein Wille mag allein entscheiden, wie lang die Prüfungestunde währt! Und wenn auch ganz im Kampf der Feiden sich meine Lebenskraft verzehrt; wenn auch Mel. Wer nur den lieben Gott mein Herz im Tode bricht: 646 Nicht mehr, als du, Herr, bist meine Zuvers tragen, Barmherziger, legst 647 Gott Schmerz und du mir auf. Nicht immer Mel. Wer nur den lieben Gott ott, der du wird der Schmerz mich na gen; es folgt gewiß Erquickung drauf. Auf meinem Krankenlager hier lobsing ich, o mein Vater, dir. Freude sendest, mit Weiss heit unser Schicksal lenfft, und Alles uns zum Besten wendest, was du nur über 2. Weil mich die Welt zu und 472 Gesinnung und Verhalten des Christen uns verhängst, du hast nicht cher Hoffnung stärke mich, Lust an meiner Pein; auch so preis ich auch in Schmer sie soll mir zum Heil gedeihn. zen dich. 2. Auch durch die Noth führt mich zum Ziele der Mel. Wann mein Stündlein Seligkeit, Gott, deine Hand, 648 Es ist dein Wille, wie Herr, mein Gott, daß ich jetzt Schmer zen leide; doch du bist Hel fer in der Noth und kehrst sie gern in Freude. Was ich bedarf, ist dir befannt; mein Leben steht in deiner Hand; deß soll mein Herz sich trösten! 2. Voll Hoffnung wend' ich mich zu dir; ich bleibe dir ergeben, Herr, wie du willst, so schicke mit mir, zum Sterben oder Leben! Bei dir allein steht meine Zeit; nur mache mich der Seligkeit durch deine Gnade würdig. viele bast du mir schon ins Herz gefandt! Wie oft ruft mir dein Wort nicht zu: Gott ist dein Vater; Kind bist du! 3. du, mein bester Vater, glaubte nur meine Seele findlich dir! O daß mir doch fein Zweifel raubte den süBen Trost: Gott ist bei mir! Ja, Vater, deine Huld und Kraft ist Allem nah, was sie erschafft. 4. Wenn Schmerz und Leis den mich bestürmen, so denk ich dein und deiner Huld. In allem Weh, in allen Stürmen verleih mir Weisheit und Geduld! Beruhige mein Herz, und sprich: sei nur getroft und hoff auf mich! 5. Wie litt im allerbängsten Seiden so stille duldend Jesus Christ! Leid ich ihm nach), ein Meer von Freuden, das ewig unerschöpflich ist, umfließt mich dann vor seinem Thron. Wie mein Leiden, so mein Lohn! 6. Durch leiden wird mein Herz ihm offen; durch Glaus ben naht sich ihm mein Geist. Der stille Dulder nur darf hoffen, darf hoffen das, was Gott verheißt. Zu sol. 3. Verhüte, daß der Krank beit Pein zu schwer mir Schwachen werde. Laß mir Erquickung angedeihn, er leichtre die Beschwerde. Du Vater, weißt, was jeden Tag zu tragen ich, dein Kind, vermag; hilf und erbarm dich meiner! 4. Erquice, Gott, und stär te sie, die liebreich meiner pflegen; lohn' ihnen ihre Treu' und Müh' mit deinem besten Segen! Gib gegen sie mir Freundlichkeit; gib ih nen, Gott, Gelaffenheit, Ges duld mit meiner Schwäche. 5. Soll tödtlich meine Krankheit seyn, und steht mein unter besondern Umständen. mein Grab schon offen: so laß mich, Herr, von Sünden rein, auf deinen Himmel hoffen! Des letzten bangen Kampfes Schmerz erleichtre mir und laß mein Herz noch sterbend dir vertrauen! 6. Doch willst du wieder Kräfte mir zu längerm Leben schenken: dann laß, so lang ich lebe hier, mich dankbar dein gedenken, damit ich fünftig jederzeit, mit aller Treu' und Redlichkeit, der Tugend Wege wandle! 473 4. Noch ist mein Schicksal mir verborgen, das diesen Tag mich treffen soll; doch ich bin ohne Gram und Sorgen: du, Bater, kennst mein wahres Wohl. Und was dein Rath beschließt und thut, ist heilig, ist gerecht und gut. Mel. Wer nur den lieben Gott 649 er Morgen kommt und meine Plage wird mit dem Morgen wieder neu. Wie traurig fließen meine Tage, wie bang die Nächte mir vor bei! Der Morgenfonne neues Licht erheitert meine Seele nicht. 5. Soll ich die Last noch länger tragen, ich halte deis ner Fügung still. Dein Will' geschehe, will ich sagen, wie du, Herr, willst; nicht, wie ich will! So, Vater, laß bei Schmerz und Pein ges duldig mich, wie Jesus, seyn! 6. Einst fommen doch der Ruhe Stunden; einst rückt mein Abend auch herbei; dann, dann ist Alles übers wunden, ich bin von aller Trübfal frei; dann folgt auf Sorgen, Gram und Leid, dort ewige Zufriedenheit. 7. Gestärkt durch diesen hohen Glauben, vollend ich meiner Leiden Pfad. Nichts foll mir meine Hoffnung rau, ben; auch dann nichts, wann der Tod mir naht. Vielleicht noch heut erscheint er mir, und führt mich, Gott, hin auf zu dir. 2. Noch immer bin ich auf der Erde, wo Schmerz und Jammer mich umringt, wo täglich größere Beschwerde zu Klagen mich und Thränen zwingt; noch immer fleh' ich unerhört um Stärkung, die mein Herz begehrt. 3. Erbarm' dich; eil mir beizustehen! verlaß mich, o Met. Bann mein Stündlein mein Helfer, nicht! Ach zeig 650 N ach einer schmer zenvollen Nacht mir wieder auf mein Flehen dein väterliches Angesicht! Gib mir Geduld, gib mir im Schmerz ein ruhig dir ergebnes Herz. seh ich den Morgen wieder. Dein Auge, Gott, hat mich bewacht; dich preisen meine Lieder. In großer Angst pers 474 Gesinnung und Verhalten des Christen verliehst du mir nicht fin- Gram und Schmerz zerna derung nur; ich danke dir auch Trost, Geduld und Fassung. gen immer noch mein Herz! Wie manche, manche lange. Nacht hab ich schon seufzend durchgewacht! 2. So trag ich ruhig mei nen Schmerz und dieser Krankheit Plage; zu dir erhebe sich mein Herz, du Schöpfer meiner Tage! Durch Leiden zogst du mich zu dir, und nun, mein Vater, bist du mir ein Fels, auf den ich baue. 2. Da schleicht so langsam mir die Zeit; da ist so öd' die Einsamkeit! Ich seufz' und ring umsonst nach Ruh', fein Schlaf drückt mir die Augen zu. 3. Doch trenn' ich mich noch nicht von dir, o Hoff nung! Nein, du bleibest mir. Gelegt, zu lindern Noth und Schmerz, hat Gott dich liebend an mein Herz. 3. Du bist es, der mich nicht verläßt, wenn auch der Tod erscheinet; dich hält mein Glaube dann noch fest, wann Alles um mich weinet. Ich bin getrost, wenn gleich betrübt die Freunde, deren Herz mich liebt, jetzt um mein Leben zittern. 4. Auch sie verlaß, o Vas ter, nicht; stärf ihre bangen Herzen, erfülle sie mit Zuversicht und lindre ihre Schmerzen! Ja, dir empfehl ich sie, o Herr! Sei du ihr Schußz, Allgütiger, und trock ne ihre Thränen! 5. Doch, sollten meiner Tage viel noch unter Leiden werden; bin ich noch fern von meinem Ziel, dem Ende der Beschwerden: so gib mir, Vater, deine Kraft, die Muth in jedem Leiden schafft, die kämpfen hilft und siegen. Mel. Wann wir in höchsten 651 Schon wieder Nacht und 4. Er ist's, der Muth und Zuversicht durch dich zu dies sem Herzen spricht. ſpricht. Die Hülfe kommt; ich sehe schon durch dich des frommen Dulders Lohn. 5. O wär' fein Himmel, der einst lohnt; du, Vater, hättest mich verschont mit diesem Kelch voll Bitterfeit, versüßt mir meine kurze Zeit. 6. Noch fleht vor deinem Angesicht dein leidend Kind: ist's möglich nicht, daß dieser Kelch vorüber geh'? Doch nur dein Wille, Herr, ges scheh'! 7. Fest halt ich immer mich an dich! Ach, stärk in meis ner Schwachheit mich! Du bist so reich, so reich) an Ruh'; send mir nur einen Tropfen zu! 8. Doch bringt ihn nicht der Schlaf zu mir; so bringt mir The 475 Freuden mich zu weihn. Ich soll durch sie zur Tugend reis fen, um ihrer ewig mich zu freun. Den innern Menschen weckt der Schmerz; er Mel. Wer nur den lieben Gott läutert und erhebt das Herz. 0 652 So ist mit aller seiner Plage nun abermal ein Tag voll bracht. Daß ich der Leiden Last ertrage, hilfst du mir immer, Gott der Macht. Auch heute warst du Beistand mir, und herzlich dank ich dir dafür. unter besondern Umständen. mir doch gewiß von dir bald mehr sein Bruder, ach, der Tod, der letzte, treue Freund in Noth. 6. So wird das Leiden mir zum Segen; und furz ist hier mein Aufenthalt. Oft weht mir's auch schon kühl entgegen; heim ziehen die Gewitter bald. Vielleicht seh ich noch herbstlich schön des Lebens Sonne niedergehn. 7. Drum will ich mich nicht troftlos grämen, nein, ruhig seyn in meiner Noth. Das wunde Herz mir abzus nehmen, kommt endlich doch als Freund der Tod; er legt es sanft und fühl zur Ruh: den Geist führt er dem Hims mel zu. 2. Nur auf die Nacht wird mir jetzt bange; denn immer mehrt sie meinen Schmerz. Da selifzet: Ach, mein Gott, wie lange! oft das beklomm. ne, matte Herz; da zähl' ich jeden Stundenschlag, und immer wird so spät es Tag. 3. Es flieht der Schlaf vor meinem Kummer; die Glücklichen besucht er nur. Nur selten sinkt ein leiser Bei der Abendmahls feier in der Krankheit. Mel. Wer nur den lieben Gott könnt Schlummer auf die entkräfs 653 Adh, fount' ich doch mit meis tete Natur; doch schließt er mir die Augen faum, so schreckt mich schon ein schwe rer Traum. 4. Wie traurig ist ein sol. ches Leben! Wie schwer ein Loos voll Noth und Schmerz! Ward dies mir nur zur Qual gegeben? zum Dulden nur ein fühlend Herz? Flieh, lästernder Gedanke, flich: ein Gott der Liebe quälet nie. 5. Er läßt nur Trübfal mich ergreifen, um höhren nen Brüdern im Tempel, Jes su, dich erböhn, und froh mit deines Reiches Gliedern, Herr, deines Todes Mahl begehn! Doch da mich Schmerz und Krankheit plagt, ist dies se Freude mir versagt. 2. Ach, hier, wo ich im Stillen bete, fei'r ich dein Abendmahl allein; doch, Herr, ich weiß, an jeder Stätte hast du verheißen, nah zu seyn. Wo je ein Frommer seufzt 476 Gesinnung und Verhalten des Christen seufzt und reint, da bist du, großer Menschenfreund! 3. Laß das Gedächtniß dei ner Leiden mir Schwachen Trost und Kraft verleih'n! Laß es die Quelle hoher Freuden und Vorgefühl des Him mels seyn. Dein Leiden, dein Versöhnungstod er quicke mich in meiner Noth! 4. Wohl mir! Ich seh den Himmel offen; ich fühle meis ne Seligkeit; ich fann von dir nun Alles hoffen, der gnädig mir die Schuld verzeibt. Umringt mich auch der Leis den Heer, mein Herz erbangt davor nicht mehr. Mel. Befiehl du deine Wege 5. Erscheint der Lob mit 655 Barmherziger, ers seinen Schrecken: ich bin getroft und zage nicht. Wirst du vom Tode mich erweden: ich bebe nicht vor dem Ge: richt. O mich erfüllt dein Leib und Blut so hier wie dort mit frohem Muth! 654 Da Mel. Wer nur den lieben Gott ank, Vater, dir, der mit Erbars men auf seine schwachen Kin der blickt! Wie hast du, o mein Gott, mich) Armen durch dieses heil'ge Mahl er quickt! Du bist die Liebe, wandelst Noth in Segen und in Heil den Tod. sich des Herrn. Ich bin er. löst; drum schreckt mich nicht des Grabes Nacht, nicht das Gericht. 3. Und fommt sie dann, die ernste Stunde, die mich dem Irdischen entreißt, wohl mir! ich steh mit dir im Bunde, ein frobes Urtheil hofft mein Geist. Dein bin ich, dein, und ew'ges Heil ist deiner Auserwählten Theil. Fürbitte für Krante und Leidende. heißes Flehn! Laß, den( die) wir innig lieben, bald deine Hülfe sehn! Er liegt und ringt und duldet, gequält von vielem Schmerz; wir sehn ihn an und weinen: wie blutet unser Herz! 2. Du pflanztest ja dem Menschen des Mitleids Tries be ein; wie solltest du nicht Helfer, du nicht Erbarmer seyn? Wir würden gern ihn retten, doch ach, wir sind zu schwach. Thu, Vater, thu, was keiner von uns für ihn vermag. 3. Sieh, deine Kinder fles 2. Nun laß mich sterben ben für diesen Kranken did). oder leben, Herr, wie du Gieß Balsam in die Wunde willst; ich folge gern; von und bilf ihm väterlich! Olaß Schmerz gequält, mit Angst des Leidens Stunden bald, umgeben, freut meine Seele bald vorüber gehn! Doch nicht unter besondern Umständen. nicht, Herr, unser Wille, dein Wille soll geschehen! 4. Reichst du den Kelch des Todes vielleicht ihm heute schon und rufft aus unsrer Mitte du ihn vor deinen Thron, dann steh ihm bei und führe ihn selbst durchs dunkle Thal; dann lindre ihm, Erbarmer, des Todes letzte Qual! sanfte Ruh'! sprich Tröstung zu! te, unfre Seele harret dein, hofft auf deine starke Rechte, weiß, du fannst nicht ferne seyn. Auch in stiller Nächte Stunden hat dich manches Herz gefunden, wenn es im Gebere sich sehnte, Herr, zu finden dich. 477 Sterbenden 4. O du treuer Menschenhüter! Nacht ist, wie der Tag, vor dir! Herr, all mächtiger Gebieter, deinen Schuß erflehen wir! Allen, Allen, die jetzt leiden, öffne bald den Quell der Freuden, daß sie, frei von aller Pein, deiner Huld sich dankbar freun! 20 Mel. Alle Menschen müssen tott Tage, 5 Jesus Christus, viele Nächte hast du für uns durchgewacht, und dem mensch656 Got der Radlichen Geschlechte durch dein Wachen Ruh' gebracht. Trös ster, willst du deinen Kin dern nicht durch Schlaf den Kummer lindern; o fo lente ihren Sinn hoffnungsvoll zum Himmel hin! Nach der Genesung. Mel. Nun danfet alle Gott 2. Vater, viele Menſchen weinen, viele Kranken 657 Mit welchem Dank fann Aber du verläsfest keinen, der auf dich Vertrauen seßt; trock nest liebreich Kummerthrä: nen und erfüllst der Deinen Sehnen, die um Ruh' und Linderung flehn und auf dich voll Hoffnung sehn. 3 Sende, Vater, Muth den Schwachen, Licht in je des trübe Herz! Allen, die bekümmert wachen, mildre freundlich ihren Schmerz. Laß die Wittwen, laß die Waisen deine Huld und Treue preisen! Gib den Kranten dich, o Gott, mein Lied ers heben? Nur deine Baterhuld erhielt mir noch das Leben. Du standest mit deiner Kraft mir in der Schwachheit bei, und von Gefahr und Schmerz bin ich nun wieder frei. 2. Dem Tode war ich nah; schon fab ich für mein Leben an meinem fager, ach, Verwandte, Freunde, beben; allein ich bebte nicht; mich schreckte nicht das Grab; ge. stärkt durch deinen Geift sah ich getroft hinab. 3. Alle 478 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Allmächtig stärktest du starrt, und selbst es nicht, die halb erstorbnen Glieder; daß er entschläft, empfindet; ich fand in neuer Kraft auch neue Freuden wieder; und Herr, nun gibst du mich den Meinigen zurück! Dir dank ich, Gott, nur dir, des nenen Lebens Glück! wann um mich, den Ent schlummernden, nun alle meine Lieben stehn, und angstvoll mich beweinen: 2. Dann, Vater, nimm ihn auf den Geist, der freu dig zu dir fliehet, der dank bar deine Güte preist, daß er den Tod nicht siehet; dann tröste, die betrübt um mich mit Thränen klagen; laß sie sich mehr meiner Wonne freun! 3. Mein hingefallner Leib bleibt hier, ihn wird das Grab verschließen. Doch einst wird es verfläret mir ihn wiedergeben müssen. Du kommst, Erwecker! Deine macht, die ihn aus Nichts hervorgebracht, kann neu ihn wieder bauen. 4. Herr, durch mein Le ben selbst will ich dir Dank beweisen, durch frommen Wandel dich an jedem Tage preisen, und redlich meine Kraft dem Wohl der Men schen weihn, um ewig einst bei dir des Lebens werth zu seyn. Vorbereitung auf den Tod und Troft für Sterbende. Mel. Mein Gott, das Herz 658 Bald ald leg ich Sorg und Schmerzen ab, und diesen Prüfungsstand; die Erde nehme, was sie gab: id; ruh in Gottes Hand! 4. Wie könnt' ich trauern, daß im Tod mein Leib zu Staub vermodert? Wie fönnt ich flagen da ihn Gott vom Tode wieder fordert? O Hoffnung, daß nach kur zer Ruh mein Leib erwacht wie groß bist du, und welch ein im Tode! 2. Ich geh den Weg zum ew'gen Licht: er mag mir dunkel seyn; des Todes Schlaf erschreckt mich nicht: ich geh zum Leben ein. 5. Des Lodes Schmerzen, 3. Ich werde durch des Todes Nacht zum Himmel eingeweiht; die unerforsch lich weise Macht führt mich zur Seligkeit. Gott, will ich, wenn er nun fommt, nicht achten und mit gerrostem Blick auf dich nach meinem Ziele trachten, Mel. Wann mein Stündlein. 659 Gott, wann mein und mich dem Ziele freudig sterbend Auge nahn, mein himmlisch Kleis bricht, mein letzter Hauch nod zu empfahn, das Jeverschwindet, mein Leib er, sus wir erworben. Mel. 479 Erbarmender, auch mich der unter besondern Umständen. Mel. O Gott, du frommer Gott 660 hon naht sich Ueberwinder Lohn. meines Laufes und Leiden Ende. Gott, meines Lebens Herr, 661 Heimathau, Ich In eigner Melodie. dh eile meiner ich fall in deine Hände. Du bist, o Vater, nie mit deiner Hülfe fern; du rufft: hier bin ich, Herr, dir folgen will ich) gern. ins ew'ge Paradies der Freus den; dort, dort nur ist die wahre Ruh' und Quelle voller Seligkeiten; dort ärntet man der Zugend Lohn, und bei dem Vater hat der Sohn auch eine Stätte mir bereis tet, wohin er gnadenvoll mich leitet. Er ist es, der nun meinen Geist auf ewig jeder Noth entreißt. 2. Hier lieg ich, wie ge bunden da; dort werd ich voll von Kraft und Leben, dem göttlichen Befreier nab, frohlockend weiter vorwärts streben, in Weisheit, Tus gend, Heiligkeit, in edler Liebe Thätigkeit, befreit von Schwachheit und von Süns den, das Glück der Tugend ganz empfinden. Dort seh ich Jesu Herrlichkeit, und sie wird meine Seligkeit. 2. Preis dir, der seine Hand stets über mich gebreitet, dir Gott, der bis an's Grab mich wunderbar ges leitet! Wie oft vergaß mein Herz sein Heil und seine Pflicht; doch gingst du, Hei liger, mit mir nicht ins Gericht. 3. Vernimm des Dankes Lied, das sterbend ich dir bringe! Ich bin viel zu ges ring, der Tren' viel zu ge, ringe und der Barmherzig feit, die du an mir gethan. Frohlockend bet ich dich mit allen Himmeln an. 4. Du Heil der ganzen Welt, erfülle mein Vertrau en, und deine Herrlichkeit laß meine Seele schauen. Du bist die Lieb, o Gott, und Gnade für und für; mein Geist wird selig seyn: denn ihn empfehl ich dir. 3. Dann, dann wird nime mermehr ein Schmerz mich, den Vollendeten, verleßen; dann wirst du ewig dich, mein Herz, beglückt am Himmlischen ergößen. Ich eile über Welt und Zeit hin zu dem Sitz der Seligkeit, zu der Verklärten Geister Chören; ich werde ihr: Will kommen hören, und wen 5. Mit allen Heiligen von Herrlichkeit umgeben; unsterblich, Engeln gleich, werd id) dich schaun und leben. Nach einem kurzen Kampf: so frönt vor deinem Thron, ich hier im Herrn gekannt, den Gesinnung und Verhalten des Christen 480 den finde ich im bessern Land. 4. O drum getreft, mein Geist! O sieh, in welche gött, lich große Freuten des kurzen Pilgerlebens Müh' vers wandelt wird nach diesem Leiden! Ergib in findlicher Geduld dich deines Vaters Lieb' und Huld! Dein Je, fus wird mit treuen Händen dich unaussprechlich schön vollenden, und ehe du dich wirst versehen, wirst du verflärt dort oben stehn! Sterbebette, sich meine Noth, o Vater, an! Erquicke, lin dere, errette; denn du biste, der mir helfen kann. Stärk' mich im Guten bis ans End', damit ich treu den Lauf vollend'! 5. Mein Heiland! treib die Furcht zurücke, besiege meinen leßten Feind! Lent auch im Sterben meine Blis cke auf deinen Tod, o Sre lenfreund; sprich, Muth mir, Trost und Freude zu, mad Ende, bringe mich zur Ruh'! 6. Ihr eitlen Güter dieser Erden, ihr machet mir den Tod nicht schwer. Jest soll ich ewig selig werden; drum brauch ich eurer nun nicht mehr. Du, Gott, bist's, wenn das Eitle weicht, der mir des Lebens Krone reicht. Mel. Wer nur den lieben Gott 662 J ch faffe, Vater, deine Hände, und halte sie im Glauben fest; verlaß den nicht an sei nem Ende, der ewig sich auf dich verläßt! Du bist mein Gott von Jugend auf; hilf glücklich enden meinen Lauf! 2. Du hast nach deiner Vatergüte beständig wohl an mir gethan, erhör auch meine letzte Bitte; nimm, Gott, mich dert zu Ehren an! Ach, Vater, ach noch Fins ist Noth; ein gutes End', ein sel'ger Tod! 3. Du je und je geliebet, versorgt, geſtärkt, 663 Bollendet, bie Mel. Chriftus ift mein Leben ist sie nun oft gefdüßt, regiert, mich erquicft, durch feid geübet, oft wunderbar, stets wohl geführt, wobin ich ging, wobin ich fab, war mir stets deine Güte nah. furze Prüfungezeit: mein Erdenlauf geendet, es naht die Ewigkeit. 4. Auch jeßt, auf meinem 2. Ich bin bei meinem Ende getrost und hoffnungs voll; sinkt doch in Gottes Hände 7. Ich übergebe dir die du Bater der Meinen, Barmherzigkeit; laß ihnen stets dein Trostlicht scheinen, und bleib ihr Gott zu aller Zeit! Behüte sie vor Ungemach, und bringe mir sie felig nach! unter besondern Umständen. 481 ISHT Hände mein Geist, und Zweifllern seyn; mir, ich ist ihm wohl. weiß, an wen ich glaube, mir macht Sterben feine Pein, feinen Schmerz dein Wort vom Staube. Staub bin ich und werde Staub, aber nicht des Moders Raub. 3. Und manche gute Tha ten, Heil mir, daß ich sie that! stehn vor mir, schön, wie Saaten, die Gott ge ſegnet hat. 4. Sie reifen nun entge gen dem großen Aerntetag. Welch schöner, reicher Se gen folgt mir im Tode nachh! 5. Nun geh, mein Geist, geh wieder zu Gott, von dem du bist! Seht Schwestern, sehet Brüder; so selig stirbt ein Christ! 5. Aus dem Staube neu gebaut, ohne Schwachheit, ohne Mängel schwebt mein Leib empor und schaut nichts als Cel'ge, nichts als Engel. Sterblichkeit, die hier gebeut, reicht nicht in die Ewigkeit. 6. Gönnet mir mein nahes Glück, weinet nicht, Mel. Jesus, meine Zuversicht ihr meine Werthen! Nur 664 Selig sind, die noch einen Augenblick; daun, in dem dann wohn die in ihrem Schöpfer sterben, denn es spricht der Geist des Herrn, daß sie ew'ge Ruhe erben, daß von nun an Alle sie ruhen von des Lebens Müh'. 2. Göttlich Wort, wie la best du jeden Schwachen, je den Müden! Wie so tröstend sendest du in mein Herz des Himmels Frieden: ich soll einst auch selig seyn, ewig mich der Ruhe freun! ten. Fasset Muth, ich geh' voran, ihr, ihr folgt auf dieser Bahn. 7. Der du mir mit deinem Tod diese Hoffnung hast ers rungen, auch in meiner Todesnoth, Jesu, sei dir Preis gesungen! Bald jauchz ich im Engelchor dir ein höhres Lied empor. In eigener Melodie. 3. Nun so fomme denn, v Lod, wann du willst zu 665 Chr 665 Christus, der ist meiner Hütte; mich, mich macht das Wort von Gott stark bei jedem deiner Schrit te. Da der Herr sein Wert nicht bricht, schreckt mich auch dein Drohen nicht. 4. Schrecklich magst du mein Leben und Sterben mein Gewinn. Ihm hab ich mich ergeben: in Frieden scheid ich hin. 2. Ich freue mich zu ster ben: denn nach vollbrachtem Lauf soll ich den Himmel er 5 h ben; 482 Gesinnung und Verhalten des Christen ben; mein Heiland nimmt ben, vielleicht gar bald ein mich auf. Ende nimmt: das flöße mir die Weisheit ein, stets auf mein Heil bedacht zu seyn! 3. Bald hab ich überwuns den des Lebens Angst und Noth; nach wenig Prüfungsstunden leb ich bei dir, mein Gott. 3. Hier hab ich lebenslang zu lernen, mein Herz von Sünden abzuziehn, mich von der Weltluft zu entfernen und um den Himmel zu bemühn; o mache mich dazu geschickt, eh mich der Tod der Welt entrückt. 4. Wann mir die Augen brechen, sei, Jesu, du mein Licht! Und kann ich nicht mehr sprechen, verwirf mein Seufzen nicht! 5. Wann Sinnen und Ge danken, wie ein verlöschend Licht, bald hie, bald dahin wanken, ach, dann verlaß mich nicht. 6. Es fliehe Furcht und Kummer; die Seele stärke sich, und, wie des Müden Schlummer, sanft sei mein Lod durch dich. 7. Herr Jesu, ich vollen de im Glauben meinen Lauf, nimm mich in deine Hände; o Jesu, nimm mich auf! Mel. Wer nur den lieben 666 u, Herr und Vater meiner Tage, du weißt, daß ich, dein schwades Kind, des Lodes Keim in Gliedern tras ge, die irdisch und zerbrechlich sind: drum gieb, daß ich zu jeder Zeit zu meinem Tode sei bereit! 2. Daß du hier meinem ersten Leben ein mir verborg, nes Ziel bestimmt, und daß die Zeit, die mir gege, 4. Nicht auf der Erde, nein, nur droben bei dir, Gott, meiner Seele Theil, ist mir das Beste aufgehoben; dort iſt für dort ist für mich vollkomme nes Heil. Wo Jesus ist, da sey mein Herz! Herr, lenke selbst es Himmel wärts! 5. Hier allen Sünden ab. zusterben, zu leben der Ge rechtigkeit, um dort des Himmels Glück zu erben: dazu laß meine Sterblichkeit mir stets, mein Gott, vor Augen seyn, und deiner Hülfe mich erfreun! 6. Willst du mich länger leben lassen, so laß es mir zum Heil geschehn; doch soll ich heute noch erblassen, so höre, Vater, auf mein Flehn; sei, wenn mein Herz im Tode bricht, mein Trost und meine Zuversicht. 7. Dir will ich gänzlich mich ergeben, dir, dessen Eigenthum ich biu; biſt du, mein Heiland, nur mein Le ben, so bleibt selbst Sters ben mird ne dit pommin. unter besondern Umständen. 483 10 nam his and 54 lp bimba ben mein Gewinn. Sdh lebe Welt! Bald, bald seh ich dir, ich sterbe dir; sey nur von Angesicht zu Angesicht, mein Trost, so gnüget mir. in deinem Licht, Gott, das da cu Licyt.9861-1819p { idyf. Mel. Herr, wir singend 108 Suadimens eil dir, Geele! Mel. Ermuntre dich, mein 667 Hate Gott erscheinet. 668 Go Sott, ott, öffne deinen Mein Auge hat halb aueges weinet, der Himmel öffnet sich vor mir. Gottes Engel steigen nieder; bald werd ich nun, verflärte Brüder, an Gottes Throne stehn, wie ihr. Mein Leben endet schon; bald ist es ganz entflohn: doch ein beßres, Gott, war bein tet mein, unsterblich seyn foll ich, soll ewig dein mich freun. Himmel mir! Bald nahn die letzten Stuns den; bald steigt mein Geist empor zu dir; bald hab ich überwunden; bald tröstet mich nach Schmerz und Leid des höhern Lebens Herrlich, feit. Ich sterbe hier auf Ers den, um selig dort zu werden. 2. Welt und Sünde sind bezwungen; bald ist der ho. he Lohn errungen, der nach dem Sieg den Streiter frönt. Matt am schweren Pilgerstabe, sehnt id) mich oft nach Rub' im Grabe, wie sich nach Ruh' der Wandrer sebnt. Heil mir! Halleluja! Sch bin dem Ziele nah! Von der Hülle der Sterblichkeit nun bald befreit, schwing ich mich über Welt und Zeit! 3. Gott, mein Heil und mein Vertrauen, du führst vom Glauben mich zum Schauen; Dank dir! Mir ist der Tod Gewinn. Wer, wer winkt mir dort am Throne? Wer zeiget mir die Sieges. krone? Ich eile zu dem Thro: ne bin. Wie wird mir! Wie entstellt sinkt unter mir die 2. Herr, meine Seel' ems pfehl ich dir in deine Bater bände. Sei gnädig, Gott, mein Vater, mir, und mache sanft mein Ende! Du, der mich für den Himmel schuf, ich höre deiner Stimme Ruf, ich will mit Ruh und Freu den von dieser Erde scheiden. Der sterbende Jüngling. Mel. Wann mein Stündlein 669 Nicht lang ein Pils ger dieser Zeit, schon reif zum bessern Leben, steh ich am Rand der Ewig keit, vom Hin: meleglang um geben; bald geht der freie Geist hervor aus seiner Hütte, steigt empor, Sitz der Wonne. empor zum 2. Dheil mir! Heil mir, daß ich nie die edle Zeit der Jugend den eitlen Lüsten, daß ich sie nur dir geweiht, o Tugend; und eingedenk HH2 der J 484 Gesinnung und Verhalten des Christen 3. Nicht jenes Lebens Vorgefühl fönnt mich nunmehr erquicken, mit Schaudern seh ich nun das Ziel des Lebens näher rücken; vor mir seh ich den Richterthron, an dem, zum wohlverdienten Lohn, Verdammung mich durchbebte. der Rechenschaft und des 2. An meiner Gruft stärkt Gerichts, das Sünder straft, euern Glauben, ihr Aeltern, rein und unschuldig lebte. die ihr mich geliebt! Der Tod kann mich nicht ganz euch rauben, da Gott mich einst euch wieder gibt. Dank sei dir, Vater! darges bracht, für deine Sorgfalt! Gute Nacht!. 4. Jetzt kann ich freudig zu dem Thron des Welten richters treten; denn Jesus Christus, Gottes Sohn, wird mich vor ihm vertreten. Ihm war mein Daseyn hier geweiht, und er hat meine Seligkeit mir hier und dort erworben. n 5. O Trost in meiner letz ten Noth, daß ich an Jefum glaube! Willkommen ist mir nun der Tod; er bebt mich aus dem Staube; führt mich zur Ewigkeit empor, wo in der Auserwählten Chor mir neues Leben blühet. 2011 Das sterbende Kind. Mel. Wer nur den lieben Gott 670 h sterbe schon, jedoch ich sterbe, damit ich ewig leben fann; daß ich nicht in der Welt verderbe, schließt sich mein Lauf, der faum begann. Ich werd in meiner Frühlingszeit als Himmels pflanze Gott geweiht. 3. Nach langem Schmerz und kurzen Freuden, reißt mich der Tod aus viel Ge fahr; doch ach, was fühlt das Herz für Leiden, darun ter ich gebildet war! Dir sei der treuste Dank gebracht! Getreue Mutter; Nacht! gute 4. Beruhigt euch, ihr an dern Meinen, die ihr mir durch das Blut verwandt; ihr dürft um mich nicht trost los weinen, der Geist ist ja in Gottes Hand; der Leib verwes't zu schönrer Pracht: wir sehn und wieder; gute Nacht! 5. Gleich Frühlingsblu men wird mein Leben beim Aufblühn schen des Todes Raub; dies kann dir, Mensch, die Lehre geben: du seist wie ich, nur Asch und Staub. Bei meinem Grabe lenk den Sinn vom Irdischen zum Ew'gen bin! 6. Ich sterbe schon; lernt Alle sterben! Vielleicht ist euer Grab nicht weit. Sind eure Kinder auch bald Erben, wie ich, der Himmeleberr lichkeit: infind o stile di unter besondern Umständen. 100sion and dipins fucks lichkeit; so denkt: sie gehn uns nur voran, wir treffen sie dort wieder an. Fürbitte für Sterbende. Mel. Freu' dich sehr, o meine nter 671 1t bangen Schmerzen ist er( sie) schon dem Tos de nab. Er, so theuer uns serm Herzen, matt und hülfe los liegt er da, ist sich seiner nicht bewußt, röchelnd ath. met feine Brust; ohne Kraft, sich auszudrücken, spricht er blos in starren Blicken. 2 485 2. Bald, ach bald ente flieht sein Leben; hin, hin ist der Jahre Zahl, die du ihm, o Gott, gegeben, hin auch seiner Schmerzen Qual; er wird nun der Welt ent rückt: jede fast, die ihn gedrückt, seines Jammers bange Stunden sind bald durch den Tod verschwunden. Schuld ruhig und gelassen sterbe und das Glück des Himmels erbe! Mel. Dein sind wir, Gott manchen 672 u wollst erhö, D ren, Gott, sein ( ihr) Flehn, nicht ins Ges richte mit ihm gehn, der jetzo deiner Ewigkeit sich naht, befreit nun bald von dieser Eitelfeit! d 2. Des Lebens und des Todes Herr! Nun ist für ihn die Zeit nicht mehr. Du hast gezählt des Hauptes Haar, sein Todesjahr bestimmt, als keine Zeit noch war. 3. Erfüllt ist seiner Leiden Zahl, er leidet jetzt zum leßztenmal. Ach sei in seiner Todesnoth sein Freund und Gott; ein Schlummer sei für ihn der Tod. 4. Vollende, Vater, seis nen Lauf; nimm ihn zu deis nem Frieden auf! Verlaß ihn, wenn sein Herz nun bricht, verlaß ihn nicht, Herr, Herr, mit deinem Gnadenlicht! 3. Nimm, da er uns nicht verstehen, und zu dir nicht beten kann, seines Herzens stummes Flehen, seiner Lip pen Seufzer an; gib ihm Muth und Zuversicht, und, durch deiner Lehren Licht, auf des Todes dunklem Pfade das Gefühl von deiner Gnade! 4. Daß er vor dem Tod nicht bebe, frei den Blick hin auf die Gruft, froh den Geist zu dir erhebe, der den 6. In ihm vermehre deine Staub ins Leben ruft; daß 5. Erleichtre ihm den letz ten Schmerz! Von dir erquicket, ruh' sein Herz! Durch Jesu Todesschweiß und Blut, das ihm zu Gut er einst vers goß, stärk ihm den Muth! er sicher deiner Huld, und Rub', sein armes Herz er quicke du! Geist Gottes, laß befreit von Sünd' und ihn mit Vertraun, auf Jesum schaun, 486 Gesinnung und Verhalten des Christen 321 andubind! manaid i schaun, und so entgehn des gekrönt, empfängst du nun Todes Graun! d des Glaubens Lohn. 3 de 7. Mads ihn getrost, o Geist des Herrn! Zeig ihm den Gnadenlohn von fern: laß ihn den Himmel offen sehn, und Jesum stehn, be. reit, ihn gnädig zu erhöhn! 8. Ach Gnade, Gnad' er geh für Recht! Denn von dem menschlichen Geschlecht ist selbst der Heiligste nicht rein! Wer fann wohl dein, Gott, ohne deine Huld sich freun? 2. Welder Glanz wird dich umfangen, ist nun der Lag dir aufgegangen, des Lebens Tag nach Lodesnacht! Sei gesegnet! Amen! Amen! Ruhe sanft in Jesu Christi Namen! Für dich auch ward sein Werk vollbracht. Sie trugen ihn ins Grab vom Golgatha herab, Gottes Opfer! Er überwand; der Herr erstand, und der Erstandne nimmt dich auf. 9. Sei, Richter, ihm nicht fürchterlich! Erbarme seiner Seele dich! Auch aus der Liefe rufet sie; erhöre sie, erlöse Gett, erlöse sie! 10 Behüte ihn in seinem Tod: ihn segne, segne, segne, Gott! Wann nun sein Ange sterbend bricht, leit ihn dein Licht; tröst ihn vor deinem Angesicht! di Einsegnung eines Sterbenden. Mel. Herr, wir singen deiner 673 gefegnet! Amen! Amen! Entschlaf in jenem großen Namen, vor dem sich Erd' und Himmel beugt! Deine Laufbahn hat ein Ende; dein Vater nimmt in seine Hände, die Seele, die der Erd ent fleucht. Heil dir, erlöster Geist, der bald am Thron ihn preist! Jesus Christus hat dich versöhnt; von ihm uits& lus miseris& tim adi dun dan 3. Nimm von uns den letzten Segen. Zwar sinft dein Leib dem Grab entges gen; doch deine Seele zittre nicht! Irdisch werden wir dich säen; doch himmlisch wirst du auferstehen und schauen deines Gottes Licht. Geh ein zu deiner Ruh'! Du gehst dem Vater zu, der dich geliebet. O Todter, du, nach furzer Ruh wirst du zum Le ben auferstehn! mit S Der Tod des Frommen. Mel. In allen meinen Thaten 674 Wie ſanft ſehn wir den From men, wie frei, wie unbe flommen, sich seinem Ziele nahn! Wo Erdenglück und Leiden von ihm auf immer scheiden, wird ihm der Himmel aufgethan. sidu 2. Er sieht sein Pilgerles ben gleich einem Traum ver schweben, steht ohne Reu' am unter besondern Umständen. 487 feine Thaten ihm Ruh' und 675 Gomers trifft am Ziel. Es blühen seine Beim Tode guter Aeltern. lohnt für Mel. Auf, schicke dich e ott, welch ein reines Selbstgefühl. Schmerz unser Herz! Wie groß und hart ist dieses unser Leiden! Was sehen wir? Den Vater ( die Mutter) hier so frühe schon aus unsrer Mitte schei den. hat suits 2. Gott, welch Geschick! Ach, einen Blick warf er( sie) noch selbst auf unfern bangen Kummer. Doch ach, er( sie) neigt das Haupt, erbleicht und sinkt dahin, dahin in Todesschlummer.lad 3. Von keiner Angst be troffen, sieht er sein Grab nun offen; er geht und fürchtet nichts. Ein Strahl der ew'gen Gnade schwebt auf dunklen Pfade ihm vor; nah ist das Reich des Lichts. dem 4. Auf seinem Angesichte ruht schon vom Himmels lichte ein sanfter Widerschein. Oft spricht aus seis nen Blicken ein seliges Entzücken, ihn laden Boten Gottes ein. 5. Er segnet froh die Seinen, die um sein Lager weinen, ermahnt und tröstet sie; und seiner Treue wegen erfüllt Gott diesen Segen, versäumet und verläßt sie nie. 3. Freunde, habt ihr Thränen; labt damit als Trost die jammervollen Here zen. O weint für sie, die Waisen, die nun fast vergehn in ihren tiefen Schmerzen. 4. Ach Sorg' und Müh war spät und früh für uns sein stets eifrigstes Geschäf ini te; uns zu erziehn nach Got tes Sinn, dem weihte er mit Wonne Zeit und Kräfte. zur 6. Er faltet noch am Ende Gottheit seine Hände, um dankend sich zu freun: Preis dir, Herr! Ich befehle dir, Bater, meine Seele! Er sprichts und schlummert lächelnd ein. 7. D laßt, wie er, uns les ben und nach dem Sinn uns streben, der uns dies Glück erwirbt; damit auch wir als Erben der Seligkeit einst sterben, wie der bewährte Fromme stirbt. Donik 5. Wie manche Nacht ward durchgewacht, zu pflegen uns in Krankheit und in Leiden, die wir doch nicht allezeit nach Pflicht ganz willig ihm danks bare Herzen weihten! 6. Wer wird uns, Gott, in unsrer Noth erquicken nun und helfen, schüßen, trö sten? Du kannst allein nun Helfer seyn, du bist ja stets Erbarmer der Erlösten. 7. Du nennst dich selbst väter 488 Gesinnung und Verhalten des Christen väterlich den treuen Gott sah sie, wie den Frühling verlaßner, armer Waisen: blühn; dir, dir hofft ich sie so mildre doch, Herr, unser zu erziehn, Gott, der fle Joch, wie du uns selbst mir gegeben! Mein Alter so gnädig hast verheißen. sollten sie erfreun, und Trost mir noch im Tode seyn. 8. Sei unser Licht, stärk uns zur Pflicht, zur Tugend uns auf allen unsern Wegen! Uns folge, Gott, bis in den Ted, wenn wir fromm sind, des besten Vaters Segen! 9. Wir schauen hin mit Kindessinn auf seinen Tod, auf seines Glaubens Ende! Wir folgen nach; doch wir sind schwach, o reich uns gnädig deine Vaterhände! 10. Gib, Herr, daß wir im Glauben hier getreu und fest den Pfad der Tugend gehen, damit wir einst, wann du erscheinst, im bessern land die Weltern wieder sehen! 3. Da, Ew'ger, ſprachst du: Gib sie mir! Ich selbst, ich selbst erzieh sie dir; ich will sie hoch erhöhen. Sie werden nicht dein Alter freun, nicht Trost dir noch im Lode seyu: du sollst sie sterben sehen. Dein Wille, Herr, mein Gott, geschah; ich war es, der sie sterben fah. 4. Herr, ich verehre dein Gebot, nur laß mich mei ner Kinder Tod, ach laß mich ihn beweinen! Du, der du Aller Vater bist, du weist, wie schwer mein Herz erscheinen? Verzeih Gefühmir ist! Wie fönnt ich froh len der Natur! Nicht mur ren, weinen will ich nur. 676 Fr Beim Tode hoffnungs voller Kinder. Mel. Der unsre Menschheit ür deinen Him mel reiften sie, ach, meinem Wunsch nach viel zu früh, doch, Herr, nach deinem Willen! Wie blutet mein verwundet Herz! Wie fämpf ich wider meinen Schmerz! Was sind ich, ihn zu stillen? Zwar für den Himmel reiften sie; doch meinem Wunsch nach viel zu früh! 5. Auch meine Thränen preisen dich! Sie sind die Zeugen, Gott, daß ich die liebte, die du liebest, und nun im Lichte deines Throns in der Gemeinschaft deines Sohns, in höhrer Tugend übest. Herr, meine Seuf, zer danken dir; du, du vertrautest sie nur mir. 6. Mit Thränen preis ich 2. Ach meine Kinder sind dich auch einst, wann du nicht mehr! Mein armes zum Weltgericht erscheinst; Herz ist hoffnungsleer und doch dann mit Freudenthrafreudenlos mein Leben! Ich nen. Dann werd ich meine. Kinder maihd. 10 unter besondern Umständen. 489 Kinder sehn, mit ihnen dan- Beim Tode eines guten Ehegatfend vor dir stehn, mich nicht ten, oder eines Freundes mehr trostlos sehnen. Dann. Mel. Kommt her zu mir werd ich froh bei ihnen seyn, 678 Ah, hier nicht und ihnen freun. ach, fern von mir! Du bist nicht mehr auf Erden hier, o theus re gute Seele! Dich sucht umsonst mein trüber Blick: Mel. Der unfre Menschheit 677 ist nicht mehr, du kehrst nicht mehr zu mir zurück; was auch mit dir mir fehle. für mich nicht mehr mein theures Kind! Wie freudenleer ist nun mein Erdenleben! Wie eine Rose sah ichs blühn; und weif und fromm es zu erzichn, war immer mein Bestreben. Ach meine Hoffnung sank ins Grab, und alle Lust mit ihr hinab. 2. Der Freundschaft Labs sal ist dahin, dein Trost, wann ich verlassen bin, dein Mitleid, wann ich leide. Es fehlt mir deine treue Hand auf meinem Pfad zum bessern Land und mit ihr alle Freude! din india tuhor 3. Doch, sei mein Schmerz auch noch so groß; du ruhest nun in Gottes Schooß: vor Gott will ich mich beugen. Du lebst, geliebte Seele, noch, erlöst von deines Leis dens Joch: geduldig will ich schweigen. is inmined 2. Gott, wie verwundet ist mein Herz, der Morgen findet mich voll Schmerz; die Nacht in heißen Zähren. Doch wider dich, Herr, flag ich nicht, nein, heilig ist mir stets die Pflicht, dich auch in Schmerz verehren. Auch weinend will ich dankbar seyn; du gabst, du nahmst, es war ja dein. 3. Wohl ihm! in Un schuld brach sein Herz; ge sichert nun vor Noth und Schmerz, genießt es höhre Freuden. Vielleicht war es zu schwach zum Streit mit Sünde, Welt und Eitelkeit, zu schwach für schwere Leis den. Gerettet ists in deiner Hand; ging mir voran ins Vaterland. 4. Das Irdische nur deckt das Grab; Gott nahm dir deine Schmerzen ab und jede Last der Leiden. Emporges hoben ist der Geist zu Gott, der Aller Vater heißt, zu seis nes Heilands Freuden. 5. O Trost, o hoher Trost für mich! mein banges Herz, erheitre dich, und stille deine Klagen! Die Seele, die 201 hier heilig war, vereint sich mit der Engel Schaar. Wie könnt ich heidnisch zagen! 6. 3war Gesinnung und Verhalten des Christen 490 6. 3war hört, wenn einst mein Auge bricht, mein Ohr von dir, o Theurer,( Theure) nicht Gebet und Trost und Segen: doch wenn durch Gottes Kraft mein Geist sich auch dereinst dem Staub entreißt, so eilst du mir ent gegen. 7. Du Seliger( Selige) wirst vor mir stehn; ich werde dich vollkommen sehn: o freudenvolle Stunde! Ich eil dir dann voll Wonne zu, unsterblich ich, unsterblich du, zum neuen Freund schaftsbunde. schloß sich zu, und nun um gibt dich süße Ruh'. Dein Gott hat wohl an dir gethan; nun rührt dich keine Qual mehr an. 3. Du gingst voran, wir folgen dir! Auch deine Freunde wallen hier auf ih rer Pilgerbahn hinab zur Abendruh' ins stille Grab. 4. Du wirst uns unvergeßlich sein; dein Herz war liebreich, fromm und rein, mit fist und Falschheit un bekannt; nun ruht's in Got tes Vaterhand. 9. Gedanke der Unsterb lichkeit! Erheitre jede Dun felheit, und stärk mich, wann ich wanke; veredle jede Leidenschaft, erfülle mich mit Muth und Kraft, du himmlischer Gedanke. 5. O Gott, nun blickt bei sanftem Schmerz auch unser Glaube himmelwärts; wo Jesus Christus, unser Hirt, all' unsre Thränen trocknen wird. 8. Dann schau und bet ich an mit dir; Ein Herz und Seele singen wir von wegge weinten Leiden und von der Tugend hohem Lohn, und preisen Gott und seinen Sohn. 6. Du! der einst den ents für unsre höhre Freuden. schlafnen Freund, wie wir den unfrigen beweint, sei, Jesus, unsre Zuversicht, wenn unser Herz im Tode bricht! In voriger Melodie. 30% dins de per 680 Nun bringen wir Bei Begräbnissen. Mel. Nun laßt uns den Leib den Leib zur Ruh' und decken ihn mit Erde zu, den Leib, der nach 679 Wir gehn ans des Schöpfers Schluß zu Staub und Erde werden muß. Grab und hoffen doch: dein Geist, Ente schlafner, lebet noch, von Schmerz und Erdennoth bes freit, im Lande der Unsterb anor quis lichkeit. 2. Er bleibt nicht immer Erd und Staub, nicht immer der Verwesung Raub; er wird, wann Christus einst erscheint, mit seiner Seele neu vereint. 2. Ruh sanft! Dein Auge e dis 300.0 3. Hier unter besondern Umständen. besondert unipo 491 3. Hier, Mensch, hier mächtig öffnen wirst, so laß lerne, was du bist; lern uns fröhlich auferstehn und hier, was unser Leben ist! dann dein Antlitz ewig sehn! Nach Sorg und Furcht, nach mancher Noth und Arbeit kommt zuleßt der Tod. Mel. Nun laßt' uns den Leib 4. Schnell schwindet unfre 681 Begrabt den Leib in seine Gruft, Lebenszeit; aufs Sterben folgt die Ewigkeit; wie wir die Zeit hier angewandt, so folgt der Lohn aus Gottes Hand. 5. So währen Reichthum, Ehr und Glück, wie wir selbst, einen Augenblick; so währt auch Leid und Traurigkeit, wie unser Leben, turze Zeit. 6. O sichrer Mensch, be sinne dich, Tod, Grab und Richter naben sich; in Allem, was du denkst und thust, be denke, daß du sterben mußt! 7. Hier, wo wir bei den Gräbern stehn, soll jeder zu dem Vater flehn: mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, machs einst mit meinem En de gut! stb és TOY bis ihn des Richters Stimme ruft! Wir fäen ihn; einst blüht er auf und steigt vers flärt zu Gott hinauf. 2. Aus Staube schuf ihn einst der Herr; er war schon Staub und wirds nunmehr. Er schläft, er ruht, und einst erwacht er wieder aus des Lodes Nacht. 8. Laßt alle Sünden und bereun; vor unserm Gott uns findlich scheun! Wir sind hier immer in Gefahr; nimm jeder seine Seele wahr! 9. Wenn unser Lauf vollendet ist, ſo sey uns nah, Herr Jesu Christ! Mach uns das Sterben zum Gewinn; zeuch unsre Seele zu dir hir! stplars 1910. Und wenn du einst, du Lebensfürst, die Gräber nupintis bildran un 3. Des Frommen Seele lebt bei Gott, der sie aus aller ihrer Roth, aus aller ihrer Missethat durch seinen Sohn erlöset hat. ON 4. Hier hat ihn Trübsal oft gedrückt; nun wird er dort von Gott erquicft. Hier trug er Jesu sanftes Joch, entschlief im Tod und lebt doch noch. de tour 15. Gott blieb er treu bis an sein Grab, nun wischt Gott seine Thränen ab. Was sind die Leiden dieser Zeit, Gott, gegen deine Herrlich keit! min 6. Nun, du Erlöster, schlaf in Ruh'! Wir gehen unsern Hütten zu, und madchen zu der Ewigkeit durch Glaub und Tugend uns bes reit. 7. Ach, Jesu Christ, dein Mittlertod stärk uns in uns hom rer 492 Gesinnung und Verhalten des Christen Bol rer letzten Noth! Laß unsre Sterbliche, nur ein! Es ganze Seele dein, und selig unser Ende sein! bleibt, es bleibt im Grabe nicht, denn Jesus kommt und hält Gericht.m Mel. Jesus, meine Zuversicht 682 Sentt den Leich. nam, senkt ihn ein, ehret noch des Geistes Hülle, ruh, zerfal lendes Gebein, in des Lodtenackers Stille! Was da lebet, folget dir, wie du ruhest, ruhn einst wir. 2. Was du, Todter, tha test, bleibt wohlbewahrt von Gottes Güte; so das Samen. forn und treibt aus dem Boden Laub und Blüthe. Grüß erfreut den neuen Tag; was du wirktest, folgt dir nasty. 3. Die wir hier am Grabe stehn, sinken All ins Grab einst nieder: laßt an unser Werk uns gehn, weiß und redlich wirken, Brüder! Ach wer weiß den Todestag? Was wir thaten, folgt uns nach. da Mel. Nun laßt uns den Leib ( Die Versammlung.) 683 Senft nun den Leib in seine Gruft, und preiset Gott, der uns auch ruft! Hier sind wir Saat, einst blühn wir auf, zum bessern Leben blühn wir auf. dii 3.( Vers.) Des Frommen Seele trifft dort nicht des las sterhaften Strafgericht. Sie, selig auch im Tode schon, empfängt der Auserwählten Lohn. 4.( Chor.) Gott ist allgü tig und vereint dereinst mit sich den Zugendfreund; ihn führet er zum höhern Licht; drum, Christen, bebt am Grabe nicht! sing 5.( Vers.) Auch Jesus litt hier Angst und Qual, und ging durchs finstre Todes thal. Auch du gingst deinem Retter nach, anch) dir glänzt nun der Freudentag! 6.( Chor.) Oft hat bei euch mich Gott erquickt; doch hat auch Trübsal mich ge drückt. Im finstern Thale wandelt' ich, doch führte Gottes Rechte mich. pod 7.( Vers.) Vollendeter, genieße du nun ungestört die stille Ruh'! Einst gehn auch wir, o Herr der Zeit, burdh Grab und Tod zur Ewigkeit. 8.( Chor.) Heil uns wenn euch, die ihr jetzt weint, mit mir einst wieder Gott vers eint! Dann werden wir uns ewig freun, dann ewig, ewig selig seyn. Laid nist( Der Chor.) 9.( Vers.) Nach dieser 2. Grabt mein verweßlis furzen Lebenszeit erwartet ches Gebein, o ihr, noch uns Unsterblichkeit; wenn wir unter besondern Umständen. waiting and illam di A 493 wir uns hier der Tugene Bald verströmt auch weihn, fann uns der Lod nicht schrecklich seyn. uns're Zeit, ruft der Lod: erscheine! Ruf er dann; wir sind bes reit. Wer des Lebens Gabe Mel. Schwing dich auf, zu nüßet für die Ewigkeit, zite 684 Laßt dem Tode tert nicht am Grabe. seinen Raub, Würmern ihre Habe! Sees Mel. Herr, ich habe mißgehandelt len werden nicht zu Staub, ſchlummern nicht im Grabe. 685 Rubt woh, ih Luhet Senft auch Todtenbeine, in ein! Laßt ihn niederrollen, uns ihn fegnen und uns freun, daß wir leben sollen. 2. Seht, da liegt der Todte nun in geweihter Stille! Freunde, laßt den Theuren rubn! Es ist Gottes Wille. Weinet nicht, er hat nun schon, was wir erst erseh nen. Ibn erweckt kein Klas geton! Trocknet eure Thränen! 3. Stimmet an das bobe Lied von der Auferstehung! Wißt, als Jesus einst ver 48 6678 schied, folgte bald Erbös bung. Fromme ruhn in sei ner Hand, ruhn in sanftem Frieden. Er der starb und auferstand, hat ihr Heil entschieden. 4. Aerntefeld! Hier ruhen fie, Christen, unsre Brüder: fämpften, aber kämpfen nie nun auf Erden wieder. Heil dem Guten, der hier fand fanfte Ruh der Müden! Für das beßre Vaterland schlummre er bienieden! der stillen Einsamkeit; ruhet, bis der Herr erscheine einst am Ende dieser Zeit; euch, die Nacht und Gräber decken, durch der Allmacht Ruf zu wecken. 5. Saaten der Unsterb: lichkeit! Heilige Gebeine! 2. Nur getrost, ihr werdet leven! Der das Leben selber ist, wird euch neues Leben geben! Er gelobts, er, Jesus Chrift: die in seinem Namen sterben, sollen nimmermehr verderben. 3. Und wie sollt' im Gra be bleiben, der ein Tempel Gottes war? den der Herr ließ einverleiben seiner aus erwählten Schaar, die er selbst durch Blut und Sterben bat erkauft zu Himmels. erben? sonor 4. Nein, die kann der Tod nicht halten, die des Herren Glieder find. Laßt den Leib im Tod erfalten, laßt, weil wir von Erde sind; in der Gruft ihn immer modern! Gott wird ihn zurücke fordern. 5. Jesus wird, wie er erstanden! auch die Seinen einst mit Macht führen aus des 494 Gesinnung und Verhalten des Christen des Todes Banden, führen 6. Erinnere uns zu aller aus des Grabes Nacht zudem ew'gen Himmeléfrieden, den er seinem Volf beschieden. Zeit, o Gott, an Tod und Ewigkeit, damit wir ihren Wink verstehn und freudig ihr entgegen gehn! 6. Ruhet wohl, ihr Lod, tenbeine, ungestört in eurer Gruft; ruhet, bis der Zag Mel. So schlummerst du erſcheine, da des Richters 687 Noch ſtehen wir, Stimm ruft! ver Lebens kurzen Leiden geht ihr dir an dieses Grabes Rande; ein zu ew'gen Freuden. noch erhält uns deine Macht hier im niedern Lande. Mel. Nun laßt uns den Leib 2 Wer weiß, wie bald 686 So gib benn, dein Ruf erschallt: Hinweg fromme Christenschaar, der Erde das, was Erde war; sie beut dem Müden Ruhe hier in ihremt Schooß, so wie einst dir. vom Erdenpfade! Sei uns dann nicht fürchterlich, nimm uns auf mit Gnade. 2. Ruhe, Wunsch des Leidenden, du letzter Trost des Weinenden, wo alle Noth vergessen ist, wo keine Thräne weiter fließt! 3. O gib uns Kraft, gewis senhaft zu leben und zu leis den! Führ uns Alle durch den Tod zu des Himmels Freuden! Mel. In allen meinen Thaten 3. Hier endet sich der Fein 688Da ſtehen wir, die de Bedrängte Schutz; hier wird in süßem Schlaf erquicft, den manche schwere last ge drückt. 4. Hier weicht die Hoheit mit dem Glück; es bleibt der bloße Mensch zurück. Ein enger Sarg, ein Leichen kleid sind nun die ganze Herrlichkeit. 5. Hier hört der Kampf des Christen auf, vollendet ist der schwere Lauf; der Geist eilt in sein Vaterland zur Wonne, die er hier nicht fand. Unendlicher, und weinen ein Grablied an der Gruft. Wir singen auf vom Staube, uns stärkt der Christenglaube, daß Gott uns einst zum Le ben ruft. distant 2. Fließt nur, ihr Thränen, fließet! Ein Sterblicher beschließet des Lebens furzen Lauf. Nimm, mütterliche Erde, dein Kind, frei von Beschwerde, in deine milden Arme auf! 3. Sei ihm ein Ruhebette, nachtvolle Grabesstätte, und deck ihn fühlend zu! Er schlafe unter besondern Umständen. 495 schlafe hier in Frieden den schlummern alle mit uns fanften Schlaf der Müden; hier find' er die erseufzte Rub'! 4. So wie in heil'gen Hainen naht sich hier den Gebei nen nicht Frost, nicht Sonnengluth. Ihr Stürme brauß't gelinde, und wehet sanft ihr Winde, wo eines Christen Asche ruht. 5. Senkt dann den leich nam nieder zum Staube sei ner Brüder, die längst die Erde deckt. Im Grab ist sanfter Schlummer; ihn stört fein Erdenfummer; Gott ist es, der ihn einst erweckt. 6. 3um Leben ohne Sor gen weckt ihn der frohe Morgen, wo eine Welt erwacht. Heil diesem todten Staube, so singt der Christenglaube; auch er erwacht, auch er erwacht! ein. 2. Ueber unsern Hügel schwinget die Vergessenheit den Stab und der Schmähe sucht Stimme dringet nicht ins dunkle, stille Grab. Feh. ler, die uns hier besiegt, werden dann nicht mehr ge rügt. 3. Unsre Seufzer, unsre Thränen werden ewig dann. gestillt: unsre Wünsche, uns ser Sehnen, Alles, Alles wird erfüllt. Herzen, die sonst heiß gewallt, liegen ruhig dann und kalt. 4. Läg auch meines, von den Sorgen dieses Lebens unempört, in der Erde Schooß verborgen, wo nichts seinen Frieden stört! Kühles Grab, o wann nimmst du mich in deine stille Ruh? Mel. Chriftus, der ist mein 7. Schaut, ſchauet auf, 690 Das Grab ift tief Betrübte! Dort wandelt der Geliebte im hohen Himmels, licht. Vergönnt ihm seine Freude und wehret eurem Leide, und wischt die Thräs nen vom Gesicht! und und schauderhaft sein Rand; es deckt mit finstrer Hülle ein unbekanntes Land. 2. Das Lied der Nachtis gallen tönt nicht in seinen Schooß. Des Frühlings Blüthen fallen nur auf des Hüdes bus Mel. Gott des Himmels 689 Ruhig ist bes To gels Moos. des Schlummer und der Schooß der Erde fühl: da stört unsre Rub' fein Kummer nicht der Lei denschaften Spiel. Unsre Sorgen, groß und klein Orte 3. Verlaßne Theure rin gen auf ihm die Hände wund; der Waisen Klagen dringen nicht in der Tiefe Grund. 4. Doch sonst an feinem wohnt die ersehnte Ruh, 496 Gesinnung und Verhalten des Christen M Ruh', nur durch die dunkle schen Kraft? Wie schnell, Pforte geht man der Heis von Angst umgeben, wird math zit. er dahin gerafft! 5. Das arme Herz bienieten von manchem Sturm bewegt, erlangt den ew'gen Frieden erst, wann es nicht mehr schlägt. inal Mel. Seelenbräutigam. 691 Sti till erheben wir unsern Blick zu dir. Herr, wie fönnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder schauen? Hoffnung sendest du uns vom Himmel zu. 2. Du biste, der uns liebt, wenn er nimmt und gibt. Ja selbst, was wir hier beweinen, wird einst freu denreich erscheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft. 3. Gott, wir zagen nicht. Du gibst Trost und Licht, und du willst zum bessern feben auch durch feiten uns erhe ben. Bis zum Tode sei unser Herz dir treu! Bei Beerdigung eines Verunglückten.. 3. Gesund und muthig schreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er ist nicht mehr! 4. Wer zählet die Gefah ren, die uns auf Erden drohr? Willst du uns nicht bewahren, so stürzen sie uns schon. 5. Auf allen unsern Wegen umhüllt uns Dunkelheit und oft ist Noth zugegen, wo unser Herz sich freut. 6. Doch Alles, was geschies bet, erfolgt auf dein Gebot. Du willst, der Tod entflies het. Du willst; so kommt der Lod. 7. Ach, dieß nur macht uns stille: wir sind in dei ner Hand, und gnädig ist dein Wille, allweise dein Verstand. 8. Wo wir oft ängstlich zagen, erhöbst du unser Glück, und lenkst von trü, bern Tagen uns wunderbar zurück. 9. Auch wenn des Ledes Grauen uns plötzlich nieders reißt, darf unser Geist dir Du liebest unsern Mel. Chriftus, der ist mein 692 Verzeih der ties trauen Geist. fen Trauer, die unser Herz erfüllt! Wir sehn mit bangem Schaner des Todes Schreckenbild. 2. Was ist des Menschen Leben! Was ist des Men10. Er kann und wird nicht sterben, er eilet nur hervor, entreißt sich dem Verderben und schwebt zu dir empor. 11. D unter besondern Umständen. 497 11. Olehr uns wachen, bes ihm gern! Laßt euren Liebten, und stets besonnen seyn, ling ziehen! Er zieht ja in daß, wenn wir vor dich treten, sein Vaterland. wir deines Heils uns freun... Mel. Herr, ich habe mißgehandelt 12. Da schwinden dann die 694 Wenn der Stifter der Geschlech Schrecken auf von uns hin. Da sehen wir und schmeden, der Tod war nurGewinn. Am Grabe Frühvers storbener. 693 3 In eigener Melodie. ur frühen Gruft wirst du von uns begleitet! So will es Gott, der dir dein Poos bereitet, und nun dich von uns zu sich ruft. 2. Er nahm dich auf zum Kinde seiner Gnade; er führte dich auf seines Sohnes Pfade, und lenkte deines Lebens Lauf. 3. O kurze Bahu! Kaum fennst du Welt und Freuden, so heißt dich Gott schon wies der von uns scheiden. Was Gott thut, das ist wohlgethan. 4. Du bist beglückt. Ents ronnen den Gefahren, trifft nun dich nicht, was oft in frühen Jahren dem Christen schon sein Ziel verrückt. 5. In fteter Ruh, in unge: störtem Frieden, wohnt nun dein Geist, und tröstend sieht hienieden Gott deiner Neltern Thränen zu. 6. Klagt nicht so sehr bei eures Kindes Bahre! Es ging zu Gott im Frühling seiner Jahre, und dieser Gott ist uns ser Herr. ter unfre Lieben zu sich ruft; wenn die Söhne, wenn die Töchter sinken in die frühe Gruft; ach dann fühlen un fre Herzen unaussprechlich tiefe Schmerzen. 2. Wenn der Säugling, faum geboren, gleich der Blume, schnell verblüht und die Muts ter nun verloren ihre ganze Hoffnung sieht; ach, dann will ihr Herz verzagen, dieser Trennung Schmerz zu tragen. 3. Wenn der Tod im edlen Sohne seine Lust dem Vater raubt; wenn des Hauses Stüß und Krone sinket mit des Vas ters Haupt; Mütter von den Kindern scheiden: Gott, was gleichet diesen Leiden. 7. Es war sein Pfand, er hat es euch geliehen. O gebr's 4. Ach es müßte unterlies gen, dieses arme, schwache Herz, hilfst du nicht, Herr, uns siegen über Tod und Trennungsschmerz. Deine Rechte schlägt uns nieder: deine Rechte hebt uns wieder. 5. Wandeln nicht in hohen Freuden unsre Lieben dort am Thron? Sollten wir sie nicht beneiden um den früh errungnen Lohn? Du wirst uns im bessern Leben die Berlornen wieder geben. 6. Vater, deines Trostes Quelle trocknet auch am Gras be 498 Gesinnung und Verhalten des Christen be nicht. Selbst des Todes 6. Himmelsseligkeit beſte: Nacht wird helle durch des Glaubens mildes Licht. Alles, was wir hier beweinen, wird uns dort als Glück erscheinen. Mel. Alles ist an deinem Segen het; nur der Erde Glück vergehet, nur das Eitle bleibt zurück. Wie die Gottheit uns vergänglich, wie der Hims mel überschwenglich, ist des Christen wahres Glück. 695 r rdentöchter, Er denföhne, seyd nicht stolz auf Reiz und Schöne; troßet nicht auf eure Kraft! Eures Mundes Hauch verflieget, eures Lebens Quell versieget, und des Starfen Arm erschlafft maior01u 10 do 15 m Am Grabe eines edeln und verdienten Mannes. Mel. Alle Menschen müssen 2. Doch, ihr Christen, seyd 696 Wer mit Luft und Eifer strebte, nicht traurig, wenn so früh, seine Brüder zu erfreun; so dumpf, so schaurig euch die Sterbeglocke ruft: ebler, fräftiger, verklärter, liebe voller, liebenswerther, über fliegt der Geist die Gruft. wer der Welt zum Segen lebte, soll uns unvergeßlich seyn! Sein Gedächtniß bleib und daure! Seine Nachwelt flag und traure! Wo sein Grab ist, weine dann, wer, was gut ist, schätzen kann. 3. D was ist des Grabes Höhle! Eine tugendhafte Seele fürchtet nicht, hinab zu sehn! Ueber Grab und Grabestrümmer wird der Geist im Sonnenschimmer himmlischer Erkenntniß stehn. 2. Laßt uns Alle heute flagen, denn es starb ein edler Mann! Dwie viele müssen sagen: mir auch hat er wohlgethan! Ja, gerecht sind unsre Zähren, die ihn noch im Tode ehren. Ihn und unser eignes Herz, ehret unser Leid und Schmerz! 4. Nein, umsonst ist nichte geboren. Alles rubet unverIoren, in des ew'gen Vaters Schooß! Süße Hoffnung! Holder Glaube! Alles windet einst vom Staube herr. licher sich wieder los. 3. Seines schönen Lebens Thaten bleiben segnend uns zurück, und die Frucht der edlen Saaten sei für Nach welt Heil und Glück! Preis und Ruhm dem theuren Namen! Seine Tugend nachzu ahmen; edel, wie er war, zu seyn, wolle( Gott une Kraft verleihn! Am 5. Leibesschhönheit wird ver, blühen; Seclenschönheit nie entfliehen; sie ist für die Ewigfeit. Reiner Sinn und ächte Tugend lohnt mit ewig froher Jugend, lohnt mit Himmelss seligkeit. unter besondern Umständen. 499 Am Grabe eines ver Gott gefä't, dem großen Tag dienstvollen Lehrers. Mel. Liebster Jesu, wir sind der Aernte reift! Sei mir ges grüßt, du Ort, wo jede Klage er wo Ruhe 697 Sagewandelt hat, fand, der sie auf Erden nie endete, zum Trost der Seinen, dieses Edlen Erdenpfad, und wir schaun ihm nach und weis nen. O er hat uns treu belehrt und zum Guten hingekehrt. 2. Was dein Wort und lieben heißt, Vater, das hat er verkündet, und, ge stärkt durch) deinen Geist, vies ler Seelen Heil gegründet. Uns zu Jesu zu erheben, war sein eifrigstes Bestreben. 3. Treulich ging er selbst den Pfad hoher Tugend bis ans Ende, und gab nun nach dei nem Rath seinen Geist in deine Hände. Nur die Kraft von seiner Lehre trocknet unsre Wehmuthszähre. 4. In der Nähe seiner Gruft, die nur seine Hülle raubet, hö ren wir, wie Jesus ruft: Selig ist, wer an mich glaubet! Ja, des Himmels Heil und Frieden ist den Redlichen beschieden. 5. Laß, o Herr, die edle Saat, ausgestreut von un serm Lehrer, fruchtbar feyn in Wort und That, und uns würdige Verehrer wahrer Frömmigkeit auf Erden, dort des Himmels Bürger werden! gekannt! 2. Zwar flossen hier der Thränen viel, wenn von des Freundes Herzen den treusten Freund das Schicksal riß; mit tiefgefühlten Schmerzen hab ich auch selbst, ach, manchem Freund die Abschiedszähre schon geweint! 3. Doch Schlaf ist ja des Menschen Tod; er schaffet Ruh' den Müden, nimmt Leidenden die Bürde ab, und bringt zum ew'gen Frieden. Weint, Freunde, nicht: Die denkt: Wiedersehn! Todten werden auferstehn! 4. Belebend sinft ein Son nenstrahl einst auf die Gräber nieder; und was hier schläft, erwachet dann zum schönern Leben wieder. Sm Winter starb die Blume; seht, sie blüht, vom Frühlingshauch umweht! Trost und Gelübde auf Gräbern Mel. Auf, Christenmensch 698 G eweihter Ort, wo Saat von 5. Und was man hier der Erde gibt, ist nur des Geistes Hülle. Unsterblich ist des Menschen Geist, Vernunft und guter Wille erhebt uns über Welt und Zeit, die Tugend führt zur Seligkeit! 6. Drum fann mein Blick vom Todtenfeld zum Him: mel sich erheben; und winkt auch mir das fühle Grab, darf ich nicht ängstlich beben. Ich Ji2 pflücke 500 Gesinnung und Verhalten des Christen pflücke nach vollbrachter Zeit 3. Wird gleich mein Leib die Blume der Unsterblichkeit. 7. Was ihr einst war't, das bin ich jest, ein Pilger hier auf Erden, was ihr, entschlafne Brüder, seid, werd ich viel leicht bald werden. Nun dann; durchs Todesthal eilst du, mein Geist, dem Vaterlande zu! des Todes Raub; er wird doch wieder leben, und einst aus der Verwesung Staub sich neu ges bild't erheben Wann du, o großer Lebensfürst, nun deine Todten rufen wirst, zum le ben aufzuwachen. 8. Doch dem nur wird der Uebergang zu jenem Vater lande ein Weg zum Heil, der muthig hier des Lasters Stlavenbande zerriß, der in der Prüfungszeit fein Herz der Tugend treu geweiht. 9. Auf Gräbern der Ent schlafnen sei der Tugend Bund aufs neue versiegelt; hier gelobe ich der Lugend ew'ge Trene! Ja, heilig sei mir jede Pflicht, bis einst mein sterbend Auge bricht! Mel. Es ist das Heil uns 699 Mein Heiland lebt und hat die Macht des Todes ganz bes zwungen, und siegreich aus des Grabes Nacht zu Gott sich aufgeschwungen. Er ist mein Haupt, sein Sieg ist mein. Sein soll mein ganzes Leben seyn: und ihm will ich auch sterben. 2. Nicht ewig wird, wer dein Wort hält, den Tod, o Jesu, schauen. Das ist's, was mich zufrieden stellt, selbst bei der Gräber Grauen. Ich bin getreft und unverzagt, weil du den Deinen zugesagt: ich leb', und ihr sollt leben.. 4. Wie froh und herrlich werd ich dann vor dir, mein Heiland, stehen! Dann nimmst du mich mit Ehren an; läßt in dein Reich mich gehen. Forthin von feiner last beschwert, an Leib und Seele ganz verklärt, leb ich bei dir dann ewig. 5. O welch ein sel'ges Theil ist mir in jener Welt bereitet! Der Freuden Fülle ist bei dir. Von dir, o Herr, geleitet, werd ich in deinem Himmelreich), un sterblich, deinen Engeln gleich, vollkommne Lust genießen. 6. Denn wo du bist, da sollen die, die dir hier folgen, leben, und ewig frei von Schmerz und Müh, von Seligen umges ben, genießen deine Herrlichs feit. Owas sind leiden dieser Zeit, Herr, gegen jene Freuden! 7. Laß die zukünft'ge Herrs lichkeit mir stets vor Augen schweben; und oft in dieser Prüfungszeit mein Herz dahin erheben, wo keine Schwachheit uns mehr drückt, wo wir der Sterblichkeit entrückt, froh, lockend vor dir wandeln. 8. Erwecke mich dadurch zum Fleiß, der Zugend nach zustreben, und als dein Jünger unter besondern Umständen. ger, dir zum Preis, nach Trost des Wiedersehens. deinem Wort zu leben! Und Mel. Wann mein Stündlein fühl ich hier noch Noth und 701 Shwer liegt ber selbst mit mein Herz: Es kommt ein beßres Leben! In eigener Melodie. 700 wie selig seid ihr doch, ihr Frommen, die ihr durch den Lod zu Gott gekommen! Ihr feid entgangen allen Leiden, die uns noch umfangen. 2. Hier, ach hier ist auch das beste Leben immer noch mit Sorg' und Furcht um geben. Was wir hier fens nen, ist noch kein vollkomm nes Glück zu nennen. 3. Ihr hingegen ruht in sicherm Frieden, der euch nach dem Kampfe ward bes schieden. Kein Schmerz, kein Leiden stört euch im Genusse reiner Freuden. Trennung auf mir; wie lieb ic) sie, die Meinen! Olaß, mein Gott, mein Gott, vor dir mich diese Frage weinen: werd ich nach meinem Tode gleich, werd' ich, o Herr, in deinem Reich die Meinen wieder sehen? 2. Wohl mir, o Gott, ich höre schon des Geistes Stims me wehen: sie ruft mir zu mit sanftem Ton: du wirst sie wies der sehen! Bist du nur fromm, sind sie nur gut, dort oben uns tèr Gottes Hut wirst du sie wieder sehen. 4 Abgetrocknet sind all' eure Thränen; ihr genieß't schon, wonach wir uns sehnen: ihr höret und sehet, was des Menschen Geist hier nicht verstehet. 501 5. Ach wer wollte denn nicht fröhlich sterben, und statt Erdenglücks, den Hims mel erben? Wer wollt' in Zeiten sich auf diesen Wech fel nicht bereiten? 6. Hilf uns Jesu, ernst haft darnach streben! Komm und führ' uns zu dem hö. hern Leben, wo deine From men erst zur vollen Ruh' und Freude kommen. 3. Des Frommen Seele trennt sich nicht von gleich, Sie gesinnten Frommen. werden All' in Gottes Licht aufs neu zusammen kommen, forthin durch feinen Tod ge trennt; denn Gottes Engel, der sie kennt, führt Alle dort zusammen. 4. Der Freund sieht seine Freunde dann am Throne Gottes wieder; der Gatte trifft den Gatten an, der Brus der seine Brüder. Die Mutter sieht, umarmt ihr Kind, denn alle gute Seelen sind in Gottes Stadt beisammen. 5. Drum laßt uns hier schon Hand in hand, auf Gottes Wegen gehen, damit wir dort im Vaterland uns einst beisammen sehen. Wie wird uns seyn, wann wir uns 502 Gesinnung und Verhalten des Christen uns sehn; wann wir uns froh Morgenröthe Strahlen nach entgegen gehn, forthin uns nie zu trennen. der Nacht die Berge mahlen: spricht die Sonne: Wieder: sehn! 6. So seyd getrost und freuet euch; laßt nicht die Hoffnung schwinden: wir werden in des Vaters Reich uns Alle wieder finden! O Wiedersehn, o Wiedersehn, wie wirst du unser Glück er höhn; wie tröstest du die Seele! Mel. Halleluja! Bringet Ehre 702 Wi iedersehn! Mit fauten Schlägen klopft dir jede Brust ent gegen! Nimmer fanndas un tergehn, was ins Herz wir lie bend schlossen; und wenn Ub. schiedsthränen floffen, hoffte Freundschaft Wiedersehn. 2. Wiedersehn! In holden Bildern will uns die Natur sich schildern; drum verjüngt sie sich so schön. Wenn der 3. Wiedersehn! Zu deinen Freuden wachsen Blumen frisd; und kleiden herrlich sid) im Frühlingswehn; und der frohen Nachtigallen kum merfreie Lieder schallen: hofft getroft ein Wiedersehn! 4. Wiedersehn! Mit Gruß und Segen, o wie schmacht' ich dir entgegen über Auen, Strömt und Höhn! Theure aller Welt Gewalten sollen meinen Fuß nicht halten: ja, ich werd' euch wiedersehn! 5. Wiedersehn! Dich darf ich hoffen! O, ich seh den Himmel offen, winkt der Herr mir, heim zu gehn! Theure! in der leßten Stunde rufich mit schon blaffem Mun de: ewig, ewig Wiedersehn! Nachtrag einiger, bei Mehreren beliebten, älteren Lieder. Mel. Wunderbarer König 703 Unum numschränkte Liebe! gönne blöden Augen, die zum Jr. dischen kaum taugen, daß sie in die Strahlen deiner Lang muth blicken, die den Erdkreis huldreich schmücken, und zu gleich freudenreich, Bösen und den Deinen, wie die Sonne scheinen. 2. Waffer, Luft und Erde, ja dein ganz Gebiete ist ein Schauplatz deiner Güte. Deiner Langmuth Ehre wird durch neue Proben immer herrlicher erhoben. O wie weit, o wie breit streckt sie ihre Flügel über Berg und Hügel! 3. Was wir davon denfen, was wir sagen können, ist ein Schatten nur zu nennen. Tag vor Tag zu scho nen, Tag vor Tag zu dulden, so viel Millionen Schulden, und dazu ohne Ruh' lieben, N_a_ch trag. 503 ben, die dich hassen; Herr, Segens werth, sich seiner wer kann das fassen? Herrschaft trösten? Der, der zu dir, o Mittler, sich bes kehrt, und gläubig wird, und dich zu seinem Herrn erwählt. 4. Du vergiebest Sünde, hörst der Sünder Flehen, wann sie weinend vor dir stehen. Deine Rechte dräuet, und erbarmt sich wieder, legt die Pfeile gerne nieder, da man doch, wenn du noch sie faum weggeleget, dich zum Zorn erreget. 5. Herr, es hat noch keis ner, der zu dir gegangen, statt der Gnade Recht em pfangen: wer zu deinen FüBen sich mit Thränen senfet, dem wird Straf und Schuld geschenfet. Unser Schmerz rührt dein Herz und du willst der Armen gnädig dich erbarmen. 6. Höchster! sey gepriesen, daß du so verschonest, und uns nicht nach Werken loh nest. Deiner Hand sei Ehre, die so wohl regieret, und mit Ruhm den Zepter führet. Fahre fort, Zions Hort, Langmuth auszuüben, und die Welt zu lieben. 3. Und wer, in deinem Blute rein der Unschuld sich befleis ßet; wagt, sich vom Wahne zu befrein, der nur den Küsten gleißet; wer fromm ist, wans delt, wie er glaubt, sich feine Missethat erlaubt, nie bricht den Bund der Gnade. 4. Wer auch umringt mit Leiden, gern erfüllet sein Ver langen, der wird den Segen seines Herrn im vollen Maaß empfangen; den macht er seiner Herrschaft werth; der ist sein Erbe, der gehört zum Volfe der Erlöften. Mel. Schon ist der Tag von Gott ie Erd ist Jesu 704 5. Kommt, Sünder, fome met in sein Reich! Macht weit der Herzen Thüren! Em pfangt den König: er will euch auch segnen, auch regieren. Wer, fragt ihr, ist der Herr? Der Sohn! der Himmel. Himmel ist sein Thron, der Erdkreis seine Fußbank. 6. Kommt willig, willig, in sein Reich! Macht weit Empfangt den König: er will euch auch segnen, auch res gieren. Wer, fragt ihr, dieser Königsey? Der Sohn, der seinem Bunde treu, den Himmel gibt den Seinen. mel. Mein ganzer Geift, Gott Priumph, Tris umph! und Lob und wer auf der Erde wohnet: deß müsse sich die Erde freun, und wer auf Erden wohnet! Er schuf, er rettete die Welt: er trägt, er fegnet, er erhält die Welt, die er beherrschet. 2. Wer auf der Erde, wer gehört zum Volfe der Erlöf, 705 T ten? Wer darf, des hohen 504 und Dank dem, der des Todes Macht bezwang und uns, den Staub erhöhte. Der hohe Sie ger überwand. Nacht war um ihn, und sie verschwand in helle Morgenrëthe. Bebet! gebet, stolze Spötter, un serm Retter Preis und Ehre, glaubt an ihn und seine Lehre. 2. Heil uns! Triumph! das Grab ist leer. Fest steht es, wie ein Fels im Meer das Wort, das er gesprochen. O selig, wer sich ihm vertraut! Er hat den Tempel neu ges baut, den blinde Wuth gebrochen. Hölle! fälle nun den Sieger, Gottes Krieger, der erstanden, macht nun deinen Stolz zu Schanden. 3. leer ist die Gruft, die ihn umgab. Sei mir gegrüßt, mein künftig Grab, du Wohnung ernster Stille. Nur wenig Tas ge werden's seyn, o so em pfängst du mein Gebein in deiner Schatten Hülle. Ewig selig werden wieder diese Glieder auferstehen, werden die Verklärung sehen. Nachtrag. sum wissen wir, wohin uns unsre Wallfahrt führet. mel offen. Ihn schloß uns auf mit großer Pracht der Herr, auf den wir hoffen. Wer glaubt, des Herz ist freu denvoll, nur daß er sich be streben soll, des Heilands Pfad zu wandeln. 3. Wer den nicht geht, wird nimmermehr dort sei nes Heils genießen. Wer nicht sein Wort hält, dem wird er den Himmel einst verschließen. Wer wünscht zum Himmel einzugehn, der läßt in seinen Thaten sehn, sein Wandel sei im Himmel. 4. Uns treibt sein Geist, daß wir der Welt uns im mermehr entwöhnen: stets sorgen, was dem Herrn ge fällt; zu ihm hinauf uns sehnen. Er aber sieht auf uns herab; von uns läßt seine Treu nicht ab, bis wir zusammen fommen. Mel. Es ist das Heil uns 706Mt it lautem Schall frohlocken wir: der Herr ist aufgefahren! Wir sind zwar Pilger noch allhier und unter viel GefahMel. Run dantet Alle, Gott ren; doch sinkt drum unser 707 Gelobt feist du, o Muth hin; für deis 2. Das Leben ist ans Licht gebracht, uns steht der Hime 5. Tag, noch) an größern Freuden reich, wann wirst du uns erscheinen? Gott macht und dort dem Sohne gleich, und stillet Leid und Weinen. O Wonne, wann in Ewigkeit uns nun das höchste Gut erfreut! O Gott, schenk uns dieß Leben. nes Wortes Lehre! Gib, Va ter, daß ich sie mit Andacht fleis Big höre! O mache doch mein Herz von Vorurtheilen rein, und Nachtrag. und laß dein Wort mein Licht auf meinen Wegen seyn! 2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres heil erwählen! OHöchster, leite selbst den forschenden Verstand: so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt. 505 3. Hier trag ich deine sanfte Last. Wie groß ist meine Würde! Jedoch die Welt, die sie nicht faßt, nenni's fälschlich schwere Bürde. Einst trifft den Süns der dein Gericht, und dann siegt meine Zuversicht! 4. Sink immer bin, mein Leib, in Staab! Gott wird dich neu beleben. Hier werd ich nur des Todes Raub dort werd ich ewig leben. Wie stark ist dieses Trosts Gewicht! Wie sicher meine Zuversicht! 3. Wie thörigt ist es doch, blos andern Menschen glau ben! Das heißt sich selbst den Grund zur ew'gen Ruhe raus ben! Wer treulich hier dein Wort zu seiner Richtschnur macht, dem gibt es Licht und Trost auch in der Todesnacht. 4. Mein Gott, bewahre mich vor aller falschen Lehre; und hilf, daß ich dein Wort mit festem Glauben ehre! Verleih mir deinen Geist, der Lust und Kräfte gibt, daß man die Wahrheit sucht, prüft, glaubt, bewährt und übt! 5. Herr, diesen Segen dank ich dir. Mich aus der Gruft zu heben, gingst du aus deinem Grab herfür. Du lebst, und ich soll leben. Ich glaub' es dir und zweifle nicht: dein Wort ist meine Zuversicht. 6.In diesem Glauben stärke mich! Laß mich den Trost ems pfinden, den großen Trost, daß ich durch dich den Tod soll übers winden. Grab und Verwes sung schreckt mich nicht! denn du bleibit meine Zuversicht. Mel. Der unsre Menschheit rhöhter Jesu! ich werd les ben! Du wirst mir, was bein 709 Cortes Sohn! Wort verspricht, Unsterblich, keit, einst geben. Dein Jünger kommt nicht ins Gericht! Dieß stärket meine Zuversicht. 2. Hier geh ich oftmals weinend hin, den Saamen auszustreuen: dort wird der herrlichste Gewinn der Aerns te mich erfreuen. Ich leide, doch verzag ich nicht: denn du bist meine Zuversicht! der du schon längst der Himmel Thron als Herrscher eingenommen, du wirst der einst zu rechter Zeit, in gros ßer Kraft und Herrlichkeit, vom Himmel wiederkommen. Gib, daß dann froh und mit Vertrauen dich, Herr, auch meine Augen schaun! 2. Wer faßt, o Heiland, jetzt 708 Mel. Auf, Chriftenmensch! err, du bist meis ne Zuversicht! Na_h t rag. 506 jetzt die Pracht, die deinen Tag einst herrlich macht? Wie groß wirst du dich zeigen! Wann du auf lichten Wolfen einst mit deiner Engel Heer er scheinst, die sich vor dir, Herr, beugen; dann sieht die Welt die Majestät, zu der dich Gott, dein Gott, erhöht. 3. Dann tónt dein Ruf in jedes Grab mit allmachte voller Kraft hinab, und schafft ein neues Leben. Auf deinen Wink muß Erd' und Meer, das große unzählbare Heer der Todten wiederge ben. Sie stehn durch dich, Herr! neu beseelt, nun Alle auf und keiner fehlt. 4. Du sammelst sie vor deinem Thron, um jedem den bestimmten Lohn nach seiner That zu geben. Dann trifft den Bösen Schmach und Pein; den Frommen aber führst du ein in das verheißne Leben. Nun zeigt die That, Herr Jesu Christ, daß du der Erde Richter bist. 5. D gib, wann nun dein Tag erscheint, daß ich in dir dann noch den Freund und Heiland wieder finde; daß ich mit Freuden vor dir steh' und mit dir in den Himmel geh', befreit von Fluch und Sünde; laß mich im Glaus ben standhaft seyn; und auch die kleinste Sünde scheun! 6. Dein Name sei mir ewig werth und was dein Wort von mir begehrt, das laß mich treulich üben! Nie. mals ermüde hier mein Geist, dich, den schon jetzt der Him mel preist, aus aller Kraft zu lieben, so hab ich in der Ewigkeit auch Theil an dei ner Herrlichkeit. 710 Gerichte, but J Mel. Befiehl du deine Wege ch denk an dein du Richter aller Welt! Der Thor nennts ein Gedichte, das Schwad en nur gefällt! Mich soll sein Wahn nicht stören, weil mich dein göttlich Licht und mein Gewissen lehren, du haltest einst Gericht. 2. Ich höre die Posaunen, o Herr, im Geiste schon; ich sehe mit Erstaunen dich auf dem Richterthron, um den die beil'ge Menge erhabner Engel steht. Welch herrliches Gepränge! Welch hohe Majestät! 3. Umsonst ſucht nun der Sünder vor deiner Macht zu fliehn. Herr, alle Menschen kinder wirst du zur Rechnung ziehn. Du rufst, und sie erscheinen ver deinem Rich terthron; den Sündern und den Deinen gibst du gerech ten lohn. 4. Froblockend sehn die Frommen dein göttlich Ange sicht; schon hier dem Fluch ents ronnen, zagt ihre Seele nicht. Nun triumphirt ihr Hoffen; erlös't von aller Müh', sehn sie den Himmel offen, und du, Herr, segnest sie. and ne 5. Mie Nachtrag. 507 lich sich zu dir befehrt! 5. Wie angstvoll aber be: deine Stimme hört und redben, die hier dein Wertverhöhnt, und durch ein fleisch lich feben das eitle Herz ver. wöhnt! Du gibst der Sünde Knechten ihr Theil in ew'ger Pein: und fibrest die Gerechten zu deiner Freude ein. 6. Laß, Jesu, dein Gerichs te mir stets vor Augen seyn, und drücke sein Gewichte in mein Gewissen ein! Vor dir laß mich fromm wandeln, und hier zu aller Zeit, so wie ein Weiser handeln, der sei nen Richter scheut. 7. Ist dann dein Tag vorhanden; wird diese Welt vergebn: so hoff ich nicht mit Schanden vor deinem Thron zu stehn. Du stellst mich dann zur Rechten, von aller Schuld befreit; führst mich mit deinen Knechten in deine Herrlichkeit. 3. Den rettest du von dem Verderben, nimmist seine Buße gnädig an: machst ihn zu deinem Kind und Erben, daß er frohlockend rühmen kann: wie groß ist Gottes Vaterhuld: er tilget meine Sündenschuld! Mel. Wer nur den lieben Gott ott, hilf mir, daß ich Buße thue, weil mich noch deine Stimme lockt. Bewahre 711 Gott, 4. Sollt' ich die Güte denn verachten, die mir noch Kraft zur Beßrung reicht? Vom Troste leer muß der verschmachten, von dem, Gott, deine Gnade weicht. Sie aber weicht von dem zuleßt, der frevelhaft gering sie schätzt. 5. So gib, daß deiner Gnadenlockung, o Gott, mein Herz stets offen sey; damit mich ja nicht die Verstockung, wenn ich mein Leben ohne Reu' im Sündendienste zugebracht, zu deinem Zorngefäße macht. 6. Sich beffern ist der Weg zum Leben: drum laß mich in der furzen Frist, die du zum Heile mir gegeben, und die für mich so wichtig ist, nur dafür sorgen, daß mein Geist dem Eündenleben sich entreißt. mich vor falscher Rube, dabei das Herz sich leicht ver, stockt, wenn du selbst das Gewissen rübrst, und zum Gefühl der Sünden führst. 7. Verleihe mir dazu die Gnade, die uns vom Sündendienst befreit, und leite mich selbst auf dem Pfade der christlichen Rechtschaffen. heit! Wie selig bin ich dann schon hier; wie glücklich einst, mein Gott bei dir! In voriger Melodie. 2. Du willst nach deiner großen Güte, nicht eines eing'gen Sünders Tod: drum weckst du oftmals sein Gemüthe, zu fühlen ſeine Süns 712 M ein Herz, ers dennoth, Wohl dem, der muntre dich zum 508 Nachtrag. zum Preise des Gottes, der voll. O könnt ich deine große dein Vater ist! Bedenke, auf wie viele Weise du ihm zum Dank verpflichtet bist. Bring ihm, der stets dein Helfer war, mit Freuden Ruhm und Ehre dar. Güte doch so erheben, wie ich soll! Doch, meine Kraft reicht nicht dahin: du weißt es, Gott, wie schwach ich bin. 2. Herr deine Hand ist immer offen, zu geben, was mir nützlich ist. Und doch bin ich oft schwach im Hof fen auf dich, der du die Liebe bist. Mein Gott, wie wenig bin ichs werth, daß mir noch Hülfe widerfährt. 7. Und hätt ich auch viel tausend Zungen, so würde deines Wohlthuns Preis nie würdig gnug von mir besuns gen, auch bei dem allergröß ten Fleiß. Denn mehr, Herr, als ich rühmen kann, hat deine Huld an mir gethan. 6. Du bist mein Heil! Mein ganz Gemüthe ist bei nes Ruhms, mein Retter, 8. Jedoch du siehst mit Wohlgefallen auch auf des Herzens Redlichkeit; und hö rest selbst das schwache Lallen der Deinen mit Zufries denheit;- du hörst es, wie ein Vater pflegt, der seiner Kinder Schwachheit trägt. 9. Drum soll mir deine Huld und Güte beständig, Gott, vor Augen seyn. Ich will mit redlichem Gemüs the mein Leben deinem Lobe weihn, bis ich vollkommner deinen Ruhm erheb' im hö hern Heiligthum. 3. Unendlich groß ist dein Erbarmen. Nur wohl zu thun bist du gewohnt. Drum wird auch mir, mein Gott, mir Armen, von dir nicht nach Verdienst gelohnt. Noch immer steht mir deine Treu' mit Se gen, Trost und Hülfe bei. 4. Du bist es, der in meis nen Sorgen mit Rettung mir entgegen eilt; und wenn fie, noch für mich verborgen, nach meinem Wahn zu lang verweilt, so fommst du eh ich michs versebn, und hilfst mir und erhörst mein Flehn. 713 3 5. Du und wirkest stets das Beste. Und wenn auch meine Noth sich häuft, so steht durch dich mein Wohl doch feste. Wenn mich das Elend ganz ergreift, so legt sich dein Erbarmen drein, mich vom Verderben zu befrein. Mel. Herzliebster Jesu! dy will, mein Gott, du König, dir lobsingen, und ewig Ebre deinem Namen bringen. Sei täglich, ewig sei von mir erhoben! Dich will ich loben! 2. Der Herr ist groß; wer kann ihn g'nug erheben, wer fann mit seinem eifrigsten Bestreben, wie groß er ist, begreifen und empfinden; wer Gott ergründen? 3. Von Nachtrag. 509 seinem Namen! Ind 3. Von unsern Vätern wurs drum lobet Gott, und danket dest du erhoben, dich werden unsrer Kinder Kinder loben, und deine Macht besingen, deis ner Stärke preisvolle Werke. 4. Wie herrlich bist du, Gott, wie schön und prächtig, wie groß in deinen Wundern, Herr, wie mächtig! Das preis ich, daß dein Nam' erhoben werde, der ganzen Erde. 5. Daß deiner Wunder Rahm umher erschalle, die Welt von deinen Thaten wis derhalle, und deine Wahr heit, deine Huld besinge, und Preis dir bringe. 6. Der Herr ist mild, von duldendem Gemüthe, barmberzig, gnädig, und von gros ser Güte; erbarmt sich seiner Werke, hat an allen sein Wohlgefallen. 7. Jehova, alle deine Werke sollen dir jauchzend danken. Deine Frommen wollen aus allen ihren Kräften sich bes streben, dich zu erheben! 8. Ja ewig will ich deinen Namen loben! Von allen Menschen werde Gott erhoben! Was lebet, müsse, Herr, zu allen Zeiten dein Lob vers breiten. ad 2. fobt Gott, und rühmet allezeit die großen Wunderwerfe: die Majestät und Herrs lichkeit, die Weisheit, Kraft und Stärke, die er beweist in aller Welt, indem er alle Ding' erhält, drum danket seinem Namen. Mel. Allein Gott in der Höh' 714 S timmt unserm Gott ein Lob. fied an mit freudigem Gemü, the: es rühm'und preise, wer da kann, den Geber aller Gü -te! Er macht uns frei von als ler Noth; drum lobet ihn hd 3. Lobt Gott, der uns erschaffen hat, der Seele, Leib und Leben aus väterlicher Huld und Gnad uns Allen hat gegeben; der uns durch seinen Engel schützt; der täglich schenket, was uns nüßt; drum danfet seinem Namen. 4. Lobt Gott! Er gibt uns seinen Sohn, der selbst für uns gestorben, der uns die ew'ge Lebensfron' durch seis nen Tod erworben, der Fries den hat mit Gott gemacht, und seinen ganzen Rath vollbracht: drum danket seinem Namen. 5. Lobt Gott, der in uns durch den Geist den Glauben angezündet, und seinen Beis stand uns verheißt, wenn er uns treu erfindet; der uns stets durch sein Wort regiert, und auf den Weg des Lebens führt: drum danket seinem Namen. 6. Pobt Gott: er hat dies gute Werk selbst in uns ans gefangen, vollbringt es auch, gibt Kraft und Stärk', das Kleinod zu erlangen, das er am Ziel uns vorgestellt, und das 510 Nachtrag. das den Himmel in sich hält: schaue: weil oft das Glücks, drum danket seinem Namen. 7. Lobt Gott: ihr starken Seraphim, ihr Engel und ihr Thronen! Es loben Gott mit heller Stimm', die hier auf Erden wohnen! Lobt Gott, und preist ihn früh und spat, ja Alles, was nur Odem hat, das danke seinem Namen. 4. Hab' acht auf mich, und steh mir bei, wann mir das Unglück brauf't entgegen, daß ich nicht zu verzaget sey, und weichen mög' von deinen We gen, die mir zu wandeln find befohlen; und wann mir auch des Kreuzes Kohlen mein Herze brennen bitterab' acht auf mich lich, mein Vater, so hab' da In eigener Melodie. 715 Hin aller Roth, o acht auf mich. großer Goit, Herr aller Herren, wann Satans Wuth die Höllenrott, den Rachen gegen mich aufsperren, wann sie mich suchen zu verschlingen und in die höchste Noth zu bringen, so bitt' ich dich herzinniglich, mein Vater, so hab' acht auf mich. rad wendet sich, mein Vater, so hab' acht auf mich. 2. Hab acht auf mich, wann mich die Sünd will von dem höchsten Gut abwenden, so halte mich, Herr, als dein Kind, mit deinen treuen Vas terhånden; bleibst du mir stets in den Gedanken; laß mich von deinem Wort nicht wanken; wann Sünden in mir regen sich), mein Vater, so hab' acht auf mich. 3. Hab' acht auf mich, wanns gehet wohl, wann mir die Glückessonn' will scheinen, die meine Seel' macht freudenvoll, daß sie nichts wissen mag von Weinen, daß ich dem blinden Glück nicht traue, vielmehr auf deine Güte 5. Hab' acht auf mich, wann ich gefund, wann ich empfin de feine Schmerzen; wann feine Klag in meinen Mund, noch Trauren ist in meinem Herzen; damit ich bei gesun dem Leibe dir dankbar und gehorsam bleibe; auf daß ich nie vergesse dich, mein Vas ter, so hab' acht auf mich. 6. Hab'acht auf mich, auch wann ich frank, wann die Ges sundheit will verschwinden, daß ich geduldig und mit Dank annehm' die Arzenei der Sünden; laß mich nicht ungeduldig werden, und denfe, daßich Staub und Erden; auch wann die Schmerzen mehren sich, mein Vater, so hab' acht auf mich. 7. Hab' endlich dann auch acht auf mich, wann ich der Welt Balet soll geben, daß ich im Glauben halte dich, bis ich komm in ein ander Leben, daß mir das frobe Glaubensende ertheilet werd' in deine Hände Hände: daß ich bei dir leb' ewiglich, mein Vater, so hab' acht auf mich. Nachtrag. 511 bracht auch das, so man hie nicht gemeinet; laß mich zu deiner Rechten stehn, und zu des Lammes Hochzeit gehn: mein Jesu, dann hab' acht auf mich, so will ich 815.30 8. Ach! laß mich doch nicht aus der Acht, wann uns dein jüngster Tag erscheinet; der Tag, da vor Gericht wird ewig preisen dich. Register. unde Seite Ad Ach 221 ch bleib mit deiner 150 Ach, endlich, Dulder Ach Gott, verlaß mich n. 289 Ach Gott, wie mancher 218 Ach hier nicht mehr, ach 489 Ach könnt ich doch mit 475 Ach sieh ihn dulden, bl. 115 Ach welch ein Kampf in 59 Allein Gott in der Höh Alle Menschen müssen 193 Alle Christen und auch 359 Aller meiner Brüder 364 Aller Welten Herrscher, 27 Alles hast du mir gegeb. 302 Alles ist an deinem Seg. 40 Allgegenwärtiger! ich b. 13 Allgátiger, dir will ich 437 Allliebender, du schufft 363 Allmächtiger, ich hebe 423 Allmächtig großer Gott 48 Am Kreuz erblaßt 121 Anbetung sei dir Gott 132 Seite 6 Anbetungswürd'ger G. 86 An deine Leiden denken 96 An dich, mein Gott, ge. Auch außer meinem Auf, Christen, bringet P. Auf, Christen, laßt uns Auf dich, Erlöser, stets Auf Erden Wahrheit 27 Auferstehn, ja auferstehn 188 Auf, freue dich mein Geist 62 Auf Gott nur will ich 399 Auf Gott und nicht auf Auf, Jesu Jünger, fr. Auf, meine Seele, auf 123 Auf, o Seele, sei noch m. 432 Auf, schicke dich, recht f. 78 Aus des Grabes Banden 125 274 132 266 467 304 63 234 Bald ist sie nun vollend. 480 B #ibimik Bald leg ich Sorg und 478 Bald oder spät des Z. 241 Barmherziger, erhöre 476 Bes Register. Seite Befiehl du deine Wege 276 Beglücke meine Reise 467 Beglückt, beglückt ist, w. 241 Begrabt den Leib in seine 491 Bekenner Jesu, werdet 102 Berufen bast du mich 399 Besiß ich nur ein ruhiges 341 Bester, weisester Regier. 42 Bewaffnete, der Krieger 414 Bewahre meinen Mund 264 Bilden soll ich mich auf 212 Bis der Tod ihm winkt 344 Blick hin in die vergang. 338 Bringt Preis und Ruhm 124 138 Der du selbst die Wahr. Der du stets unsre Zufl. Der du uns als Vater Der du uns das Heil er. 73 Der du voll Blut und 114 Der du von Jugend auf 305 Der Ehestand soll heilig 389 Der Erde Reize sind ern. 436 Der Freuden Quell ist. 202 Der Heiland fommt, I. Der Herr ist Gott und Der Herr ist meine Der Herrscher aller f. 104 Der hohe Himmel dunk. 445 Der erfreuet, was 187 71 4 277 Chrift, aus deinem H. 31 Der Mächtige, der H. 445 324 323 420 Der Mond ist aufgeg. 433 Der Morgen kommt u. 473 Der Tag ist wieder hin. 4281 Der weise Schöpfer d. 418 Der Wollust Reiz zu Des Leibes warten und Des neuen Jahres er. 446 Dich bet ich an, erstand. 123 Dich kennen, Gott, ist 258 Dich seh ich wieder, Die auf der Erde wal. Die Erd ist Jesu Die hier vor deinem Die Himmel rühmen 32 Die Kinder, deren wir 393 Dies ist der Tag, den 80 Die stillen Abendstund. 431 Die Thiere, deren Herr 418 Die Zunge, die vernehm 416 Dir dank ich für mein 453 Dir ergeb ich mich 230 172 503 403 Dir, Gott, der so gern 154 Dir Gott sei Preis u. 47 Dir immer ähnlicher zu 247 Dir trau ich Gott und 279 Dir Christe, du Sohn Cottes 103 Christ, eile nie mit sich 162 Christus, der ist mein L. 481 Christ, wann dich Trüb. 282 Seite 144 3 Dank und Anbetung 272 28 Dank, Vater dir, der 476 Das Amt der Lehrer, H. 402 Das Grab ist tief und 495 Das Land, das Gott mir 410 Daß ich der Tugend Höh 232 Daß unser Gott uns t. 345 Da stehen wir, die Dei. 494 Dein bin ich Gott, dein 45, Deines Gottes freue Dein Heil, o Christ, u. 289 Dein Volk, o Herr singt 149 Dein Wille ists, o Gott 317 Dein Wort, o Höchster, 140 Dem ganzen Erdkreis ist 82 Dem großen Vater weih. 83 Demuthsvoll fomm ich 2 Dem Wandrer gleich, d. 386 Den größten Sterbend. 110 Der am Kreuz ist meine 112 Der du den Menschen s. 454 Register. Seite 36 174 Dir, unser Gott, ist Dir zu leben, dir zu Du aller Menschen V. 366 Du bester aller Mensch. 116 Du bester Trost der 2. 464 Du bists, dem Ehr und 300 Du, deines Vaters 237 466 Du denkest in der tief. 111 Du, der fein Böses thut 51 Du, der sich einst voll 101 Du, der so gern begl. 342 Du, dessen Augen flossen 112 Du, deß sich alle Himmel 296 Du gabst mir Ew'ger 335 Du, Gott, bist über Al. 270 Du, Gott, du bist der 447 Du hast es mir gegeben Du hast uns, Herr, die 328 Du, Herr, haft aus Du, Herr und Vater Du, Herr von meinem Du kamst herab zum Du flagst und fühlest 339 Du läßt den Tag mich 453 Du liebst, o Gott, G. Durch dich, Gott, bin Durch dich, o großer Du sagst, ich bin ein 242 Du schaust, mein Sch. 264 Du Vater deiner Men. 268 Du vertheilst der Men. 397 Du weiser Schöpfer 16 Du, welchen feine Welt 468 Du wirst, o Vater, für 176 Du wollst erhören, G. 485 363 398 301 Ch Soft in der Sp. 74 149 hre sei Gott in der H. Ein' feste Burg ist Ein Gott regiert, was 287 Ein Herz, o Gott, in f. 349 Ein milder Regen sinket 444 Ein Pilgrim bin ich in 194 159 482 458 68 Seite Ein ruhiges Gewissen 380 Einsam bin ich; tiefe 434 Eins ist Noth! Und, H, 231 Einst, als im Angstgeb. 102 Einst, freuet euch, einst 200 Empfinde deinen hohen 206 Entebre nicht, mein H. 339 Entfernet euch, unsel'ge 379 Entreiße dich, mein G.. 83 Entschwinge dich, mein 284 Erdentöchter, Erdens. 498 Erfreue dich des Heils, 82 Erfülle redlich deine P. 283 Erhabner Gott, was r. Erhalt uns, Herr, bei 148 Erhalt uns, Herr, die 298 8 Erhebt den Herrn, ihr Erhöhter Jesu, Gottes 65 505 Erinnre dich, mein G. 126 127 74 444 441 336 Er ist erstanden, Jesus Er ist gekommen, er Erlöser, der im Staube 103 Ermüdet von den S. 429 Erscheine meinem Geist 91 Er starb, der größte Fr. 116 Ertöne, feiernder Gef. 308 Ertönt ihr Freudent. Es baut, o Gott, auf Es eilt der letzte von Es freut der Fürst des 298 Es ging ein Mann voll 84 Es hebt sich auf der A. 210 Es herrscht ein Gott, d. 280 Es ist dein Wille, Herr 472 Es ist nicht mehr, für 489 Es ist noch eine Ruh v. 195 5 Es ist nur einer Herr Es ist vollbracht, so r. 119 23 E8 lebt ein Gott, der s preise Gott, wer J. 236 Es werde Gott von dir 46 Es zieht, o Gott, ein K. 461 K Register. Mh Seite Es züchtigt deine Hand 459 Ewig, ewig bin ich dein 157 Ewig, o Jesu, wird dein 151 Ewig, und unwandelbar 448 sise Seite Gott, der du unsre Zufl. 221 Gott der Liebe, wie er. 267 Gott der Lage, Gott d. 477 Gott, der zum Segen f. 411 des Himmels u. 421 Fallet nieder, fallet 302 Gott, been made ves 465 Macht Ferne sei der Irrthum Fest steht dein Bund Frohlockend, Vater, w. 426 Frohlockt, ihr Christen 127 Früh, mit umwölftem 439 Führer zur Vollkommen. 85 Für alle Menschen beten 299 Für deinen Himmel 488 Fürwahr, du bist, o G. 38 Searnte cärntet ist der Felder 438 Gedanke, der uns Leben 61 Geht hin, der Gott der 300 Geist vom Vater und 136 Gelobt seist du, o Gott 505 Gerechter Gott, vor d. 18 Gern will ich mich erg. 175 Geweihter Ort, wo S. 499 Geweiht zum Christenth. 155 Gewöhne dich durch W. 413 Gib, Gott, wenn ich d. 315 Gib, Höchster, daß ich 415 Gib mir, o Gott, ein 361 Gott, aus deinen Schöp. 31 Gott, deine Gnade sei 79 Gott, deine Güte, deine 43 Gott, deine Güte reicht 295 Gott, deinen heiligen Gott, deinen weisen W. 398 Gott, deine weise Macht 41 Gott der an allen End. 38 Gott, der du die Menschh. 370 Gott, der dn für uns 66 Gott, der du Herzensk. 265 Gott, der du Schmerz u. 471 270 207 452 Gott, dir gefällt kein 243 Gott, dir vertraun ist 281 Gott, du bist von Ewig. 10 Gott, du erforschest mich 209 Gott, durch den wir sind 144 Gottes Gnade fei mit 407 Gottes Sohn ist fom. 78 Gott, heilig sei dein N. 143 Gott, hilf mir, daß ich 507 Gott, ich will mich e. 244 Gott, immer groß an 345 Gott ist die Liebe, Gott 24 Gott ist getreu, sein H. 20 Gott ist mein Hort und 143 Gott ist mein Lied, er 9 Gott ists, der das Ver- 329 Gott, lehre mich verst. 217 Göttlicher, dich zu erh. 239 Gott, mein Vater, D. 395 Gott, mit allen seinen F. 449 Gott, öffne deinen Him- 483 Gott ruft der Sonn u. 448 Gott, Schöpfer, St. 390 Gott sei Dank, ich lebe 424 Gott sei Dank in aller 70 Gott sorgt für uns. O 40 Gott von großer Macht 443 Gott, vor dessen Anges. 17 Gott, wann mein sterb. 478 Gott, welch ein Schm. 487 Gott, wie schrecklich sind 58 Großer Gott, erhabnes 55 Groß ist der Herr, die 350 Groß ist, ihr Aeltern, 392 Groß wird des Sünders 193 Hab Register. Seite ste Seite 60 155 159 lo 510 Herr und Richter aller 191 Herr, nnser Gott, wer 29 Herr, vor deinem Ang. 2 Herr, welch ein wichtig 391 Herr, wie lange muß 246 Herr, wir feiern dein 166 Herr, wir singen dei Herr, wir stehen hier Hier bin ich, Jesu, zu Hier ist noch unsre P. 319 Hier lieg ich, Herr, in 470 hilf mir, Gott, der K. 470 Höchster, denk ich an 208 Höchster Gott, wir d. 3 Höchster, wer ist's, der 7 Höher hebt sich Gottes 435 Huldigt Gott, ihr froh. 25 ST auchzt unserm Gott, 21 Jch bebe nicht vor Tod u. 185 Ich bin der reichste M. 332 Ich bin ein Christ, Gott 247 Jch bin getauft auf d. 155 Ich bin getauft nach S. 156 Sch bin in meinem G. 340 Ich bin, o Gott, dein E. 49 Ich bin zur Ewigkeit g. 186 Ich blick empor zu dir 213 Ich denk an dein Gericht 507 Jch eile meiner Heimath 479 212 Ich erhebe mein G. Ich fasse, Vater, deine 480 Ich freue mich, mein G. 273 Ich geh einst ohne Beben 181 Ich babe, Gott, mir e. 246 Ich hab' in guten St. 347 Ich hoff ein ew'ges Leb. 196 Ich komme, Herr, und 160 290 Ich komme vor dein Sdh preise dich, o Herr, 161 Ich seh im Abendrothe 433 Ich Hab 273 315 315 170 ab' acht auf mich Habe deine Lust am Habe deine Lust, o S. 455 Hallelujah, bringet Ehre 303 Halte dich mit hoher L. 304 Hast du denn ganz dein 462 Heiland, deine Mensch. 88 Heiland, den uns Gott 66 Heiland, groß an Huld 169 Heil dir, Seele, Gott 483 Heil'ger Geist, von Gott 136 Heilig, heilig ist das 358 Heil ihm, dem Todes. 121 Herr, deine Allmacht 13 Herr, deine Kirche dau. 151 Herr, deine Sanftmuth 371 Herr, dein Gesetz und 146 Herr, der du alles g. Herr, der du dein th. Herr, der du mir das 430 Herr, der du selbst die 155 Herr, du bist meine 3. 505 Herr, du erforschest m. 14 Herr, du fährst mit Herr, du wollst fie Herr Gott, dich loben w. 306 Herr Gott, dich lob.( b) 307 Herr Gott, du bist die 11 Herr Gott, was irdisch) 408 Herr, höre mein Gebet 245 Herr, ich bin dein Eig. 192 Herr, ich hab aus deiner 177 Herr, laß mich doch g. 331 Herr, lehre mich den w. 50 Herrlich ists an Freund. 417 Herrlich ists in deinem 154 Herr, mache meine S. 280 Herr, meiner Seele g. 318 Herr, mein Licht, erl. 141 Herr, mein Versöhner, 372 Herr, stärke mich, dein 94 129 167 Jan Register. stive Seite Seite Ich sterbe schon, jedoch 484 Ich trete vor dein Angef. 456 Ich weiß, an wen mein 224 Ich will dem Herrn zu j. 464 Ich will den Bund mit 165 Ich will dich noch im 177 Ich will in stiller Eins. 456 Ich will, mein Gott, du 508 Sefu, deine tiefe Wund. 99 Jesu, meine Freude 233 Jesu, meines Lebens L. 95 Jefum ewig zu verehren, 231 Jesus lebt, mit ihm 122 Jesus, meine Zuversicht 185 Im Frühling meiner J. 400 Immer näber fommt 189 Immer sich bestreben 85 In allen meinen Thaten 36 In Gottes Namen fang 425 Laßt dankbar uns tie L. 409 Laßt das Vollendungsf. 130 Laßt dem Tode seinen 493 Laßt uns mit ehrfurchtøv. 76 Laßt uns unserm Gott 77 Lehre mich, Herr, recht 320 Lieblich sind der Tugend 384 Liebster Jesu, wir sind 1 Lob Ehr und Dank sei 465 fob, Ehr' und Preis 309 Lobet den Herren Lob. Preis und Ehre br. Pob sei Gott, der den F 435 Lob sei Gott, der den M. 422 Lobsinge meine Seele 128 Lobsinget Gott! Dank 29 Lobsinget Gott, denn ſ. 152 Lobsinget Gott, er schuf. 30 Lobt Gott, ihr Christen 75 no mo 309 In Trübfal, Christ, sei 348 Mache dich, mein Geist 321 In unserm Kummer 468 d It Gott für mich, so 222 Mein Auge sieht, o Gott 41 293 30 98. Meine Kinder, Gott bef. 394 Meine Lebenszeit ver. 179 Meinen Jesum laß ich 224 Mein Erlöfer, auch für 96 Mein Erlöser, der du 156 Mein Erlöser, Gottes Mein erst Geschäft 422 Meires Herzens reinste 223 Mein ganzer Geist, G. 197 Mein Glaub ist meines 385 Mein Gott, ach lehre 250 Mein Gott, du wohnest 259 Mein Gott, ich weiß 179 Mein Gott, zu dem ich 215 Mein Heiland, deine 68 Mein Heiland lebt und 500 Mein Herz, ermuntre b. 507 Laß mir die Feier deiner 94 Mein Herz, Gott, V. 214 97 152 aß deinen Geist mich Laß doch, o Jefu, laß Laß Herr, nach eitlen 334 Laß mich doch nicht, o 332 Laß mich, Höchster, d. Laß mich, o Herr, in 374 249 Mein & ein Lehrer ist dir, S. 89 Kein Mensch, o Gott, ist 52 Kinder, die ihr noch im 395 Komm betend oft und 291 Komm, o komm du 3. 134 Kommt, die ihr nicht Kommt, kommt den H. 37 Kommt laßt uns Gott 442 Kommt mit Dank vor 62 Kommt und last uns 248 90 Register. Seite Seite 282 Noch stehn wir, o Gott 404 Nun bitten wir den b. 133 h. Nun bringen wir den 490 Nun danket alle Gott 303 Nimm hin den Dank für 169 Nun ist das alte Jahr 450 Nun laßt uns Alle fröhl. 64 Nun sinkt die Sonne nie. 427 Nur kurz ist hier mein 172 Mein Hort ist Gott, Mein Jesu, für dein 108 Mein Leben steht in G. 178 Mein Schöpfer, dessen 251 Mein Vater und mein 251 Menschenfreund, nach 360 Menschen weis' und gut 391 Mich selbst muß ich bez. 322 Mir nach, spricht Ch. 236 Mit Ernst, o Menschent. 71 Mit Freuden laßt uns 451; Mit frohlockendem G. Mit fautem Schall fr. Mittler, schau auf sie Mit welchem Dant Mit welcher Langmuth 26 67 504 405 477 Nach Lach einer Prüfung 197 ach einer Prüfung 197 Nach einer schmerzenv. 473 Nach frommer Eintracht 370 Nach Gottes weisheitsv.410 Nach Jefu Weisheitel. 365 Nach meiner Seelen Sel. 318 Nabet anbetend dem 463 23 2 253 O Golgatha, zu deinem 118 Gott, den alle Wesen 312 O Gott, der du mein 260 Gott des Himmels 34 Gott, deß starte H. Gott, du bist mein Gott, du frommer großer Gott, du rein. 137 Heiland, dessen bohen 170 heil'ger Geist, fehr 135 Herr mein Gott, d. 356 Kinder, dieser Tag d. 407 fönnt ich dich, mein 312 Menschenfreund, m. 171 Ofelig, wer zufrieden 388 timm auch du mit 76 welch ein Glück, cin 47 O welch ein Segen ist ein 417 welch ein unschäßb. 380 O Welt, sieh hier dein f. 113 Dwie selig seid ihr 501 O Nie bist du, höchster Nie will ich wieder fluch. 373 wie sanft ist, Herr, 56 Nimm unsre Dankgef. 63 O wie unaussprechlich 199 Noch immer wechseln 141 Noch läßt der Herr Noch leb ich. Ob ich m, Noch nie hast du dein Nabt dem Altare, Unft. 158 Naht mit Andacht im G. 162 Nicht auf den Höhn, 341 Nicht, daß ichs schon 252 Nicht für der Felder 439 Nicht lang ein Pilger 483 Nicht mehr, als meine 471 Nichts ist von ungefähr 35 Nicht um ein flüchtig 136 Nicht um Reichthum 296 120 blickt hinauf zur E. 375 Ob wir sind, wie wir 376 Durst nach Blut! o 105 Oft flagt dein Herz, 254 424 184 O O Preift, Chriften, mit 443 18 Preis und Anbetung 310 Reds $ 100 Register. Seite i Reblichkeit, mit bir inligt those 80 Vedlichkeit, mit dir im 376 Religion, von Gott gege. 139 Richte nicht mit harter 365 Ruhet wohl, ihr Todt. 493 Ruhig ist des Todes S. 495 Seite Sich diese jungen Seel. 406 Sink ich einst in jenen 432 So fliehen unsre Tage 430 So gib denn, fromme 494 So hoff ich denn mit 227 Co jemand spricht: ich 362 Co ist mit aller seiner 475 Soll dein verderbtes 141 Sollt es gleich bisweilen 352 Sollt ich jetzt noch, da 238 Sollt ich meinen Gott 283 So schlummerst du in 120 So wahr ich lebe, spricht 217 So weit, Herr, deine So weit nur Mensajen So, wie du bist, so Standhaft sei, o Gott, Stimmt unserm Gott Stärfe, Mittler, stärke Stets warst du meine Still erbeben wir uns. Sünde ist nie klein zu 54 ost oluk be äe deine Thränení. 346 Sanft, o Christ, ist Jesut 239 Sanft, wie er gewandelt 499 Schaffet, schaffet M. 215 Scheint mir freudenleer 340 Schicke dich, erlöste S. 164 Schmerz und Klage füllt 444 Schon auf Erten könn. 87 Schon ist der Tag von 191 Schön ist die Tugend, 256 Schon naht sich meines 479 Schon wieder Nacht 474 Schöpfer der erschaffen. 311 Schöpfer, Gott, Herr 1 Schüße die Deinen, d. 153 Schweiget, bange 227 Schwer fiegt der Trenn. 501 Theuer fei mir allezeit 87 6 Triumph! Triumph! u. 503 Sdwingt, beilige G. Seht, Christen, jebet J. 119 Seht, weld ein Mensch 106 Ueber Sei, aller Wollust Reiß 324 eber aller Himmel 131 Seid barmherzig, M. 366 Sei gesegnet, Amen, A. 486 Sei getreu in deinem 405 Sei Gott getreu, haft 271 Sei hoch gepriesen, H. 98 Sei mir gegrüßt zu m. 427 24 438 11 325 509 404 457 496 461 117 16 Um Erbarmen flehen Um Gnade für die S. Unerforschlid, ſei mir Unschuldigster, du hatt. 108 Unser Gott, der Herr d. 60 Unser Gott ist groß und 33 ei zufrieden, mein G. 39 Unser Wandel ist im H. 322 Selig, Jesu, sind, die 189 Unsre Kindheit, unsre 454 Selig sind des Himmels 181 Uns strömt aus deiner 330 Selig sind, die in dem 481 linsterblichkeit, Unsterbl. 200 Selig, wer mit fillem 278 Unter manchen bangen 485 Senft den Leichnam, 492 Unumschränkte Liebe Senkt nun den Leib in 492 502 Unwiederbringlich schn. 450 Ba Register. Seite Seite or mein zeitlich Vater, den uns Jefus 297 Was iff's, tas ich mich 336 Was mein Gott will 355 Was soll ich ängstlich 285 Was sorgst du ängstlich 182 Was wär ich ohne did 225 Was zagst du? Gott 286 Weicht, ibr Berge, fallt 19 Weit um mich ber ist all. 437 Welch hohes Beispiel g. 240 Welch hohes Vorrecht 292 Welterlöfer, dich zu lieb. 235 153 Wenn Christus seine Wenn der Stifter der 497 Wenn Geschwister from. 396 Wenn gleich aus tiefer 357 Wenn ich auf Gottes W. 190 Wenn ich ein gut Gew. 382 Wenn ich einst von jen. 426 Wenn ich, o Schöpfer, 32 Wenn meine Zeit vorh. 181 Wenn Menschen streben, 401 Wenn mich die Sünd. 100 Wenn oft zu jener S. 201 Wenn sich mein Geist, 22 Wenn wir in höchsten N. 460 Wenn zur Erfüllung dei. 268 Wen wird, o Gott, die 382 Wer auf seinen Gott v. 278 Wer bin ich? welche w. 316 368 Wer dieser Erd. G. Wer gehorcht, der thu's 412 Wer, Gott, bei deinem 266 Wer Gottes Wege geht 210 Wer Gottes Wort n. 228 Wer hat den Glauben 207 Wer höher durch Geburt 412 Wer Jesum kennt, ver. 205 Wer fann die Leiden f. 103 Wer fönnte zweifeln, d. 4 355 Wer machte diese schöne 30 53 Vater, heilig möcht ich Verbittre dir dein Leben 373 Vereinigt laßt uns Gut. 361 Vergelten wirst du den. 203 Versammelt hatte Jefus 157 Verschwunden ist der E. 440 Vertrauen ist des Chr. 275 Verzeih der tiefen Trau. 496 Viele Freuden streust du 343 Vollbracht ist nun die 171 Voll Dank an diesem 420 Vollendet freudig euren 204 Vollendet hatte Gottes 133 Voller Ehrfurcht, Dank 163 Bom Geräusch der Welt 381 Vom Grab, an dem wir 81 Vom Todesthal hinauf 129 Von allen Himmeln tönt 306 Von deiner Weish. G. 419 Von dir, der meine 377 Von dir, du Gott der 390 Von dir, Gott, sind der 388 Von dir in diese Welt 378 Von Furcht dahin ger. 109 Bon heiligem Gefühl 408 Von Herzen preif' ich Vor dir, Herr, denken 148 Von dir, o Gott, sich 262 139 Wa ach auf, mein Herz 425 Wann wir unsern Lauf 45 Warum erbebst du, mei. 188 Warum sollte ich mich 353 Warum willst du doch 284 Was Gott thut, das ist 354 Was hilft es mir, ein 257 Was ich nur Gutes habe 313 Was ist im Himmel 261 Was ist mein Leben Wer Register. 899 Seite Wer mit Luft und Eifer 498 Wer nur den lieben G. 288 Wer nur Ein Laster liebt 54 Wer sich mit Ernst der 333 Wer stets mit reinem 256 Wer Sünde thut, der 57 Wer unter deinem Sch. 431 Wer weiß, wie bald in 184 Wer weiß, wie nahe m. 183. Wer zählt, Unendlicher, 44 Wiedersehn, mit lauren 502 Wie freu ich mich der W.201 Wie getrost und beiter 228 o eilt ihr hin, ihr leb. 337 Wie gnädig ist des Höch. 446 Wohl dem, der beffre 334 Wie göttlich sind doch 90 Wohl dem, der in dem 387 Wie groß bist du, o Gott 261 Wohl dem, der richtig 375 Wie groß ist des Allm. 21 Wohl dem, der seines 455 Wie groß ist unsre S. 383 Wohl mir, o Schöpfer 414 Wie groß, o Herr, ersch. 107 Wohlthätig sind der Gr. 347 Wie groß, wie angebetet 69 Wohl uns, wohl uns, d. 403 Wie gut, wie heilig ist 145 Wohlzuthun und mitzu. 367 Wie heiter fließt mein 384 Wo ist wohl Noth und 58 Wie im Herbste fällt 173 Wort aus Gottes M. 147 Wie leicht verkenn ich 314 Wo sind die Weisen, die 15 Wie mannichfaltig sind 327 Wie sanft, mein Vater, 294 Wie sanft sehn wir den 486 Wie selig lebt ein M. 368 Wie sicher lebt der M. 175 Wie soll ich dich empfang. 72 Wie theuer, Gott, ist d. 220 Wie viele Freuden dank 25 Wie wichtig ist doch der 51 Seite Wie wird mir dann, o 180 Wie wohl ist mir, o Fr. 229 Will mich, o Gott, hien. 357 Willst du der Weisb. 263 Willst du die Buße noch 218 Wir Alle, Menschenvater 441 Wir flehn für unsrer 2el. 396Wir gehn ans Grab und 490 Wir glauben an den ein. 28 Wir kommen, Helfer, d. 469 Wir sind in Noth, laß 465 Wir trocknen unsre Zbr. 351 3₁ u dir erhebt sich mein 92 3u dir, o Gott, das Herz 294 Zu dir, Unendlicher, zu 462 Zum Fleiße ward das 328 Zum Himmel erhebe 458 Zur Arbeit, nicht zum 329 Zur frühen Gruft 497 Zwar wird noch manche 287 SIA do truda 600 75 2017 vid nt$ 18 08-36 67 51sid stbom The E 2016 Inge bmuud mi 11 aptle Gebåte Hausandacht. Morgengebåt am Sonntage. Großer roßer und heiliger Gott! du Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden! Bei dir ist Allmacht, Weisbeit und Güte, und du bist würdig, von allem, was auf Erden und im Himmel ist, verehret, gefürchtet und geliebet zu werden! Dich preiset meine Seele für deis nen mannigfaltigen Segen, den du über mich und die Meinigen auch in der zurückgelegten Woche ausgebreitet hast, für deinen väterlichen Schutz über uns in der abgewichenen Nacht, und insonderheit für die großen Wohlthaten, die du an diesem heiligen Tage erneuern wirst. Deine Weisheit und Gnade hat uns denselben ju deiner feierlichen Verehrung, zur Beförderung uns serer Ruhe in dir, dem lebendigen Gott, und zu unses rer nähern Vorbereitung zu deiner ewigen Gemeinschaft geheiliget. O wie gesegnet wird er auch mir seyn, wenn ich ihn, nach dieser deiner liebreichen Absicht, zur Ers quickung und Heiligung meiner Seele durch dein seligmas chendes Wort anzuwenden suche! Dein großer Name sei gelobet, daß du mir die öffentliche Feier dieses heiligen und frohen Tages in Gesundheit, Ruhe und Gewissens freiheit verleihest! Verherrliche dich heute, o Gott, in den öffentlichen Versammlungen durch einen allgemei nen Segen! Heilige du selbst die Opfet unsers Ge bäts und unserer Lieder, daß wir dich im Geiste und in der Wahrheit anbäten. Allwissender! du kennest insonderheit meinen und der. Meinigen Geelenzustand. Ach laß uns auch heute die göttliche Kraft deines Wortes also an unsern Seelen erfahren, daß wir nach unserer Beschaffenheit dadurch wahrhaftig gebessert, im Glauben und allen dir wohlgefälligen Tugenden gestärket, durch deine Tröstungen beruhigt, und in deiner Gnade zum ewigen Leben befestiget werden! Laß uns nicht nur ( a) in 2 Abendgebät am Sohntage. in deinem Heiligthume deine wohlthätigen Absichten er füllen, sondern auch in unserm ganzen Verhalten uns befleißigen, daß wir dir geheiliget werden. Die Ruhe, die du uns heute von unsern leiblichen Geschäften vers stattest, werde doch insonderheit zur wahren Erholung unserer Kräfte, zur Sammlung des Gemüths, und zu dessen Richtung auf unser ewiges Heil angewandt! Be wabre uns, gütiger Gott, daß wir nicht durch unnöthige Geschäfte und unnüße Zerstreuungen den Segen dieses Tages und deines Wortes an uns vereiteln. Unser gan zer Wandel müsse dich verherrlichen, und es beweisen, daß wir dir dienen. Insonderheit laß uns dieses als dann beweisen, wann du uns Gelegenheit gibst, unsere Liebe zu dir, durch eine thätige Liebe gegen unsern Nächsten, an den Tag zu legen. Heilige, o Gott, auch alle unsere Vergnügungen an diesem heiligen Tage. Laß uns nichts vergnügen, als was mit Versicherung deiner Gnade genossen werden kann. Laß uns durch die Freuden, die uns deine Freundlichkeit auch im Leiblichen schenket, im mer mehr zu dir, der Quelle aller Freuden, geführet werden, damit also dein Tag uns in allem eine wahre Vorbereitung zu deiner ewigen Anbätung und zu der ewigen Ruhe und Seligkeit seyn möge, die du den Deis nen verheißen baft. Segnest du, Herr, deinen Tag zum ewigen Heil uns serer Seele, so wirst du uns auch im Leiblichen nicht verlassen. Du, mein himmlischer Vater, weißt, was wir bedürfen. Dir sei unser Leben und unsere ganze Wohlfahrt auch heute, auch auf diese Woche, und auf die ganze Zeit unserer hiesigen Wanderschaft empfohlen! Leite du uns nach deinem Rath, und nimm uns endlich zu Ehren an, um Jesu Christi will n! Amen. Abendgebät am Sonntage. Gnädi nädiger und liebreicher Gott! dein Name ist herr lich in allem, was auf Erden ist, und dein Ruhm höher, denn die Himmel! Dank sei dir für die erneu erten Gelegenheiten, die ich diesen Tag gehabt habe dich in deinem Hause anzubáten, mich mit andern Chri sten zu deinem Dienste zu vereinigen, die Erklärung de ne 3 Abent gebät am Sonntage. nes Worts zu hören, und dadurch unterrichtet, gestärket und auf die Wege der wahren christlichen Tugend geleitet ju werden! Gib mir, o Gott, daß ich nun auch die Vortheile, die du mir verschafft, gehörig nutzen möge, und es nicht blos bei dem Hören bewenden lasse, sondern durch die That beweise, daß ich sie zu den Absichten, zu denen sie gegeben sind, anwende. Mache mich geschickt, daß ich meinem hohen Berufe gemäß lebe, gemäß den Pflichten, die mir auferleget sind, und gemäß den Vers heißungen, die ich zu gewarten habe. Vergib mir, gütiger Vater, die Unvollkommenheiten, die meine Andacht heute noch begleitet haben. Vergib die Trägheit und Unthätigkeit meiner Empfindungen, die Zers streuung meiner Gedanken, die wenige Aufmerksamkeit meiner Seele auf deine Gebote. O gib, daß ich deine Ruhetage immer heiliger jubringe, immer weiser und ernsthafter, andächtiger und himmlischgesinnter werden möge, als ich bisher gewesen bin. Erhebe mich über diese Welt, so lange ich in ihr lebe. Laß mich nicht den irdis schen Dingen so nachjagen, als ob ich diese Welt blos zu meinem Antheil erwählet, und auf fein schöner Erbtheil die Aussicht hätte: sondern lehre mich erkennen, daß hier nicht meine bleibende Stätte sei, sondern, daß mir eine festgegründete ewige Wohnung vorbehalten werde. Gib, daß ich mich hier als ein Pilger und Fremdling ansebe, Mache mich und als ein Bürger des Himmels lebe. durch deine Kraft, o gütiger Gott, geschickt, alle Schwierigkeiten, Beschwernisse, Gefahren und Versuchungen zu überwinden, die mir auf meinem Wege zum Himmel aufstoßen, und las mich durch einen täglichen Zuwachs an Heiligkeit und Zugend immer des glorreichen Erbtheils fähiger werden, das deiner Heiligen im Lichte wartet. Gelobet sei dein Name, o liebreicher Gott, der du mich bis auf diesen Tag mit so vielen und großen Wehlthaten an Leib und Seele begnadiget hast! O laß die Empfindungen deiner unverdienten Güte stets mein Herz rühren, und gib, daß ich dich nicht nur durch meine Worte, sondern auch durch mein Leben preisen möge. Und nun, o Gott, nimm mich auch diese Nacht unter deine gnädige Aufsicht! Beschütze mich vor allem Utebet ( a) 2 und Morgengebät am Montage. und erquicke mich durch eine sanfte und stärkende Ruhe. Deiner liebreichen Fürsorge empfehle ich alle die Meinis gen. Thue ihnen Gutes, und segne sie mit allen folchen geistlichen und leiblichen Gütern, von denen du weißt, daß sie derselben am meisten bedürfen. Stehe den Unglücklichen bei. Breite deine wohlthätige Barmherzigkeit über das ganze menschliche Geschlecht aus. Erhöre, gütiger Vater, dies mein unvollkommenes Gebät, und laß dir mein demüthiges Lob und Flehen in Gnaden gefallen! Erhalte mich mein furzes und ungewis ses Leben hindurch in der Liebe zu dir. Tröste und stärke mich in meinen letzten Augenblicken, und nach dem Tode sei du mein Theil und großer Lohn, durch Jesum Chris stum, deinen lieben Sohn. Dir, mein himmlischer Va ter, fei Lob, Preis und Ehre, jetzt und immer! Amen. 4 Morgengebåt am Montage. S Herr durch deine große Barmherzigkeit fange ich mit diesem Morgen meine Wochenarbeit von neuem an. Deine ewige Liebe und Treue, die mit deinem Se gen mich und die Meinigen bisher überschüttet hat, gebe denn auch heute mir von neuem auf, wie die Morgenröthe! Wer bin ich, o Gott, daß du mich bis hicher gebracht haft? Ich bin ja, leider! noch immer ein Sün der, dem' es an allem Ruhme mangelt, den er vor dir haben sollte. Ich thue, leider nicht immer, noch völlig, was ich thun follte. Meine Gedanken sind eitel; mein Herz ist bald troßig, bald verzagt. Ach so siehe denn, mein Gott, mich auch heute ja nicht an, wie ich an mir selbst von Natur und in meinen Sünden bin! Gedenke aber, lieber Vater, an deines Sohnes Gehorsam und Ge rechtigkeit, daß ich durch ihn vor dir gerecht, und von dir gesegnet sei. Verlaß mich nicht, und thue nicht die Hand von mir ab, Gott, mein Heil! Lehre mich auch beute und die ganze Woche thun nach deinem Wohlges fallen; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. Ich weiß nicht, was mir in dieser angefangenen Woche begegnen wird: behüte du mich aber vor allem Uebel, behüte meine Seele, behüte meinen Leib, behüte meinen Eins 5 Abendgebät am Montage. Eingang und Ausgang. Wehre allem Bösen, welches mir das Ziel meines Christenthums verrücken könnte. Laß mich leben im Glauben deines Sohnes, und dadurch alles, was ich thue, in dir gethan seyn. Gib zu meiner Arbeit dem Leibe Kraft und Gesundheit, dem Gemüthe Ruhe und Freudigkeit, bei einer gewissenhaften Sorgfalt, und erfreue mich mit deinem göttlichen Gedeihen. Erhalte mir den Segen, den du mir bisher haft zufließen lassen. Ernähre mich, versorge mich, beschirme mich. Gib mir Weisheit, meine Zeit wohl anzuwenden. Legest du mir dabei eine Last auf, so bilf mir auch, und laß mich allejeit erfahren, daß du der seist, der uns von allem Uebel erlöset hat, und noch ferner erlösen wird. Segne die Meinigen, und zeige ihnen dein Heil. Und wie alles auf dich, mein Gott, wartet, so segne auch heute und in dieser Woche alle gute Nahrung und dir wohlgefällige Arbeit, und gið, daß ein jeder dabei sich redlich nähre, und mit allem guten Gewissen vor dir wandele. Ja, thue deine milde Hand allenthalben auf, und erfülle alles, was lebet, mit Wohlgefallen! Denke an uns alle, und ſegne uns; segne, die dich fürchten, beide, Kleine und Große; fegne uns je mehr und mehr, um deines lieben Sohnes Jesu Christi, und um seiner kräftigen Fürbitte willen. Amen. Abendgebåt am Montage. Niebreicher Gott! ich danke dir, und båte deine Macht und Güte an, die ich und die Meinigen auch diesen heutigen Tag erfahren haben. Was bin ich, daß du mich bis hieher gebracht, beim Leben erhalten, mir ſo viel Gutes gethan, und mich so reichlich gesegnet hast? Von deiner Gnade, o mein Gott, bin auch ich, was ich bin, und deine Gnade ist nicht von mir gewichen. Also hast du auch heute meiner armen Seele und meines sterblichen Leibes dich herzlich angenommen, meine Arbeit gesegnet, meinen Unterhalt mir verschaffer, alle meine geistige und leibliche Nothdurft in Gnaden angesehen; ja, überhaupt meiner Schwachheit mit deiner Kraft mächtig geholfen. Wer ist, o Herr, wie du, der du mich so hoch gesetzet hast, und doch auf das Niedrige fo 6 Morgengebät am Dienstage. so gnädig siehest? Nun, o mein Gott, da du nicht nur wohnest in der Höhe und im Heiligthum, sondern auch) bei denen, die zerbrochenes und zerschlagenes Geistes sind, auf daß du erquickest den Geist der Gedemüthigten und das Herz der Zerschlagenen; so bitte ich demüthig: tilge alle an mir noch befindlichen Sündenflecken durch das Blut deines lieben Sohnes Jesu Christi. Du bist der Herr, nach dessen Willen alles geschehen, und dem alles dienen sollte; wie finde ich hingegen meinen Willen deinem heiligen Willen so sehr zuwider, und mein Herz so kalt gegen das Andenken deiner Gnadenges genwart! Um Christi willen, schone meiner! vergib mir alle, auch meine verborgenen Fehler! Erfülle ferner an mir deine gnadenreiche Verbeißung: Ich will dich nicht verlassen, noch versäumen. Du bist ja nicht ein Gott, der ferne sei; du erfüllest vielmehr Himmel und Erde, und umgibst auch mich, wo ich size oder liege. So sei demnach auch in dieser Nacht nicht ferne von mir: eile auch mir beizustehen, Gott, meine Hülfe! Beweise auch an mir deine große Gnade, du Heiland derer, die auf dich hoffen! Beschirme mich und alles, was du mir verlichen hast, unter dem Schatten deiner Flügel. Sei du für mich, so wird nichts wider mich seyn. Ja, Vas ter, wie du deines geliebten Sohnes nicht verschonct, sondern ihn für uns alle, und auch für mich dahin gegeben bast, so schenke mir und allen, die ihn angenommen baben, heute und allezeit mit demselben alles andere, was wir an Leib und Seele bedürfen, Amen, um Jesu willen, Amen! Morgengebåt am Dienstage. Soft ott, deine Güte ist alle Morgen neu, und deine Treue, die du an mir beweisest, ist sehr groß! Ein Tag sagt es dem andern, und eine Nacht thut es fund der andern, wie geschäftig, du Herr! in jedem Augenblicke meines Daseyns, zu meiner Erhaltung, zu meiner Freude und Glückseligkeit bist; du schaffest es, daß ich sicher rube. Wann Finsterniß die Erde bedeckt, und wann ich selbst von mir nichts weiß, dann wachest du, mein Leben zu bewahren; aber auch du bist es, Herr und Gott 7 Morgengebät am Dienstage. Gott der Welt, der an jeglichem Morgen dem Tage und seinem Lichte wieder ruft, die Seele zu erwecken; du machest es, daß ich nach einer sanften Nacht mich wieder eines neuen Tages erfreuen kann. Was ist denn billiger, was ist eines vernünftigen Geschöpfes, welches dich zu erkennen fähig ist, würdiger, als dir, dem Gott und Vater meines Lebens, aus dessen Hand ich es auch jetzt wieder, wie neu, empfangen habe, dafür zu danten und deinen Namen zu preisen? Dies sei denn auch jest, in dieser frühen Morgenstunde, mein erstes Ges schäft! Meine Seele lobe dich, den Herrn, und alles, was in mir ist, deinen heiligen Namen! Meine Seele lobe dich, und vergesse des Guten nie, das du, bis diesen Augenblick, an mir gethan hast! Daß ich sicher und ruhig geschlafen habe, daß kein Unfall mich in dieser Nacht betroffen hat, daß ich das Licht dieses Tages eben so gefund wieder erblicke, als ich es gestern verlöschen sab, daß ich nicht nur meine Glieder zu den Geschäften dieses Tages wieder brauchen, sondern auch mit er neuerten Kräften brauchen, und was noch mehr ist, daß ich vernünftig denken, und von den sämmtlichen Kräften meiner Seele einen solchen Gebrauch machen kann, der einem vernünftigen Wesen anständig ist: das alles, o Gott, habe ich deiner Güte und Treue zu danken. Verleihe mir nun auch die Gnade, daß ich den Werth der Güter, die deine Hand mir an diesem Morgen gleichsam von neuem geschenket hat, erkennen und scházzen, und daß ich sie zu der Absicht anwenden möge, zu welcher du sie mir gegeben hast. Gib, daß ich heute in allem, was ich beginne, in meinen Geschäften, in meinen Vergnügungen, in allen Umständen und Verbindungen, in welche ich kommen kann, dich vor Augen und im Herzen habe, und an deine Gerechtigkeit, an dein heiliges Gebot, und an meine zukünftige Rechenschaft vor dir, dem Allwissenden, fleißig denken möge. Dadurch werde ich am sichersten bewahret werden, daß ich in keine Sünde willige, noch irgend etwas mit Vorsag thue, was wider dein Gebot ist. Erhalte mein Herz auch an diesem Tage bei dem Einigen, daß ich deinen Namen fürchte; denn die dich, Herr, fürchten, haben feinen Mangel an irgend einem Gute, das wahrhaftig 8 Abendgebät am Dienstage. tig glücklich macht! Erhöre mich um des Mittlers willen, in dessen Namen ich zu dir bäte. Abendgebåt am Dienstage. ch freue mich deiner Güte, o Gott, und komme mit Danken vor dein Angesicht; jeder Tag, jede Stunde, jeder Augenblick meines Lebens gibt mir neue Be weise von deiner väterlichen Huld und Gnade, und legt mir neue Verpflichtungen zur Dankbarkeit und zum Gehorsam gegen dich, meinen Vater und Wohlthäter, auf. Auch heute hast du dich an mir Unwürdigen nicht unbezeugt gelassen; auch heute hast du mir in allen Absichten viel Gutes gethan. Wie viel bekannte und unbekannte Gefahren und Uebel hast du durch deine gnádige Vorsehung von mir abgewandt! Wie viel geistliche und leibliche Wohlthaten habe ich aus deiner freigebigen Hand empfangen! Wie kann ich dir, dem Herrn, meine Dankbarkeit genugsam beweisen? Nimm meinen. Leib und meine Seele zum Opfer hin. Sie sind dein, und deinem Dienste, deiner Verherrlichung sollen sie auf ewig geheiliget seyn! Möchte nur mein Eifer, dir zu gefallen, beständiger, möchte der Gehorsam, den ich dir leiste, reiner und vollkommener seyn! Aber, o mein Gott, wie weit bin ich noch von dem Ziele der christ lichen Vollkommenheit entfernt! Wie viele Nachlässigkeit und Trägheit im Guten, wie vieler Vergehungen und Fehler muß ich mich täglich vor deinem Angesichte beschuldigen! Wie beschämt bin ich, wenn ich an mei ne Sünde gedenke! Ach Herr! ich bereue sie von gan zem Herzen. entschließe mich, in deiner Furcht mich immer mehr von allen Befleckungen des Fleisches und des Geistes zu reinigen, und meine Heiligung zu vollenden. Stärke mich selbst, o Gott, in diesem guten Vorsaße. Stehe mir in der Ausführung desselben mächtig bei. Gib, daß ich alles, was dir zuwider ist, baffe, und als das größte Uebel meide und fliehe. Gib, daß ich alles, was dein heiliger Wille von mir fodert, auf richtig und mit Freuden thue. Laß mir den morgenden Tag heiliger seyn, als den heutigen; laß mich täglich an Weisheit und Tugend wachsen, und immer mehr nad Ich dej 9 Morgengebät am Mittwochen. deinem Ebenbilde erneuert werden. Dein mächtiger Schuß bedecke mich und die Meinigen auch in dieser Nacht, da mit uns kein Unglück begegne, und keine Plage sich zu unserer Wohnung nahe. Schenke mir einen sanften und erquickenden Schlaf. Laß mich morgen, wenn es dir gefällt, mit neuen Kräften wieder aufwachen, und gib, daß ich sie nach deinem Willen und zu deiner Ehre anwende. Troste, barmherziger Gott, tröste alle Elenden, die in dieser Nacht durch Schmerzen und Krankheit, oder andere Trübsale der süßen Ruhe beraubet sind. Erbarme dich aller Menschen. Dir, Herr, mein Gott, übergebe ich meinen Leib und meine Seele. Leite mich nach deinem weisen Rath, und nimm mich endlich in deine Herrlichkeit auf. Ich bitte dich um dieses alles in dem Namen und als ein Jünger Jesu Christi, unsers Mittlers und Seligmachere. Amen. Morgengebåt am Mittwochen. Gott! ott! Schöpfer und Herr des Himmels und der Erden, barmherziger Wohlthäter und Vater der Menschen! dich båte ich als den Urheber und Erhalter meines Lebens, als den Gott meines Heils, als die ewige und unerschöpfliche Quelle meiner Glückseligkeit demůthigst an. Ich danke die mit Freuden für mein Leben, für meine Gesundheit, für meine Kräfte, für alle geistliche und leibleiche Vortheile, die ich besitze. Dir danke ich insbesondere dafür, daß du mich in dieser Nacht mit deinem mächtigen Schußze bedecket, daß du alle Gefahdie mir drohten, von mir abgewandt, daß du meinen Leib durch einen sanften Schlaf erquicket, und mir neue Kraft und neues Leben eingeflößer hast. Wer bin ich, o Gott, wer bin ich, daß du dich meiner so váterlich annimmst? Ich bin ein Sünder, der deine heiligen Gesetze übertreten, der deine Wohlthaten öfters gemißbraucht, der sich des schändlichen Undanks gegen dich schuldig gemacht, und als ein solcher nichts als Ungnade und Strafe verdienet hat. Aber du handelst nicht mit uns nach unsern Sünden, und vergiltst uns nicht nach unsern Miffetbaten. Noch schonest du meiner, wie ein Vater seines Sohnes schouet. Noch fähreft du fort, mich Abendgebät am Mittwochen. mich zu fegnen und mir Gutes zu thun. Noch willst du mich durch Güte zur Buße leiten. Wie reuet es mich, o Gott, daß ich dich, meinen Vater und Wohlthäter, so oft beleidiget, und dir den schuldigen Gehorsam vers weigert habe! Ach, strafe mich nicht, wie ich es verdienet habe. Sei mir gnädig in Christo, deinem Soh ne, und verzeihe mir um seinetwillen alle meine Sünden. Siehe, ich heilige mich dir ganz und gar. Ich verab scheue das Böse, das ich bisher gethan habe. Ich erneuere hiermit in deiner Gegenwart, o Gott, den auf richtigen Vorsatz, alle unordentlichen Begierden, die in mir aufsteigen, zu unterdrücken, alle böse Gewohnheiten, die ich noch an mir habe, zu bestreiten, und mich in meinem ganzen Verhalten nicht nach dem Willen meines Fleisches, oder nach dem Beispiel der Lasterbafs ten, sondern allein nach deinen guten und heiligen Geboten zu richten. Ach Herr! stehe mir selber mit deiner Gnade bei, diesen guten Vorsatz mit Treue zu erfüllen; denn ohne dich vermag ich nichts. Bewahre mich auch heute vor allen Versuchungen zur Sünde, und wenn ich versuchet werde, so laß mich nicht fallen. Laß mich oft an den Tod, an das Gericht und an die Ewigfeit gedenken, und dadurch weise werden zur ewigen Se ligkeit. Verleihe mir Gesundheit und Kräfte zu meinen Berufsgeschäften, und begleite sie mit deinem Segen. Dir und deiner Gnade, o Gott, empfehle ich alle Menschen. Segne insonderheit diejenigen, die du durch die Bande des Blutes und der Freundschaft mit mir verbunden hast. Gib, daß wir alle die Pflichten unsers Berufs treulich erfüllen, und deine Ehre und das Heil unserer unsterblichen Seele zum letzten Endzweck aller unserer Bemühungen machen. Erhöre mich, Vater der Barmherzigkeit, und sei mir gnädig um Jesu willen. Amen. 10 Abendgebát am Mittwochen. Barm armherziger Gott! nach deiner Verordnung bedecket jetzt wiederum Finsterniß unser Erdreich: bei dir aber, du Vater des Lichts, muß auch die Finsternis Licht seyn. Auch diesen Tag lege ich unter deinem gnädigen 11 Abendgebät am Mittwochen. digen Schuße zurück, und preise deinen heiligen Namen, für alle deine guten und vollkommenen Gaben, die mir Ich deine Gnade heute geschenket und erhalten hat. danke dir nicht nur, daß du mir das Licht mei ner leiblichen Augen verliehen und bisher bewahret hast, sondern auch und vornehmlich, daß du dein heiliges Wort noch immerfort meiner Seele leuchten läsfest, als ein Licht auf meinen Wegen. Zwar muß ich, o mein Gott, auch heute vor dir bekennen, daß ich nicht stets nach diesem heiligen Lichte gewandelt habe; stelle aber meine heutige, mir bewußte Uebertretung nicht im Zorne vor dich, noch meine unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte: sondern wirf sie hinter dich zurück, und sei mir um Christi Willen gnädig. Bleibe du nun ferner bei mir, mein Gort, da es jetzt Abend worden ist. Bist du mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Bist du meines Lebens Craft; vor wem sollte mir grauen? Wann meine Augen geschlossen sind, so laß deine Augen über mir offen stehen. Laß meine Seele und meinen Leib und alles; was ich habe, unter deiner liebevollen Fürsorge wohl verwahret seyn. Sorge für mich und die Meinigen; forge für alle Men schen! Erbarme dich aller Armen, aller Kranken und Elenden! Hilf ihnen, und lindere ihren Schmerz und ihren Kummer! Gib ihnen tröstliche Gedanken, die sie aufrichten und stårten können, und laß sie deine Macht und Liebe empfinden. Soll ich nach deinem gnädigen Willen noch länger hier leben, so laß mich morgen mit einer dankbaren Empfindung von deiner Güte erwachen, und mich den Tag zu der Erfüllung deiner gütigen Absichten anwenden. Sollte aber in dieser Nacht die Zeit meiner Vorbereitung zur Ewigkeit aufhören; o so vergib mir, was ich von diesem großen Endzwecke verfäumt habe, um Jesu Christi willen, und erfülle deine theure Verheißung, daß du mich um seiner großen Erlösung willen als völlig begnadigt annehmen, und bei dir ewig selig machen wollest. Erhöre mich, mein Gott! mein Vater! durch Jesum Christum, Amen. Morgen 12 Morgengebåt am Donnerstage. Gott! ott! Quelle meines Lebens und desselben Erhalter! mein Gott! durch dessen Güte ich von neuem einen Tag anfange, sei du mein erster Gedanke! Dankbarkeit und Liebe gegen dich müssen die ersten meiner heutigen Empfindungen seyn! Noch find Leben und Gesundheit mein; beide hast du mir auch in dieser Nacht erhalten; deine Güte wachte über mich, daß kein Unglück sich mir nahen durfte. Daß ich heute von neuem thátig in meinen Geschäften, und zu meinem und meines Nách sten Nußen wirksam seyn kann, das ist dein Geschenk und kommt nur von dir. Was habe ich, das ich nicht von dir empfangen hätte? Wer ist mein Vater, mein Wohlthäter, mein Freund, wenn du es nicht bist? Wer ist mehr, als du, meine sicherste Zuflucht? Du Allmächtiger, Allweiser, Gütigster, du bist mein Schöpfer, mein Gott, mein Vater! Wie glücklich bin ich! Könnte ich es wohl mehr seyn, als ich es dadurch bin, daß ich von dir, von dir allein abhänge? Dein bin ich, und dein will ich ewig bleiben; dir fei mein Schicksal gänzlich heimgestellt; regiere du es nach deinem Wohlgefallen; dein Wille ist auf alle Weise der beste; dein Wille geschehe! Führe mich immer nach deinem Rath; dein Rath ist Seligkeit für mich; ich kenne fein seliger Glück, als das, dir zu gehorchen; dein Wille allein fei mein Gesetz! Sei du allein der Herr meines Herzens! Herrsche du über seine Gesinnungen, über seine Neigungen, über seine Wünsche; verstatte nicht, daß irgend etwas, das dir zuwider ist, sich in dasselbe einzuschleichen suche! Fehle ich, so lehre mich meine Fehler erkennen und verbessern. Dir zu gefallen, ist mein erster Wunsch; so lange ich denken kann, will ich so denken. Ich empfehle mich und die Meinigen auch an diesem Tage deinem mächtigen Schußze. Laß deine Huld mich auch heute begleiten, auch heute über alle meine Schritte wachen; fei mein, sei aller Menschen Beschüßer! Sollen meiner Tage noch mehr werden; so seien sie dir alle geheiliget! Laß mich keinen, und auch diesen nicht verleben, ohne daß ich besser werde. Gott, deine Güte müsse sich mit jedem Tage über mich eracuern; aber auch mit jedem Tage 13 Abendgebät am Donnerstage. Tage laß mich deiner Liebe und Güte würdiger werden! Erhöre mich, und erfülle meine dir wohlgefälligen Wüns fche, wie du es mir und allen, die nach deinem Willen bitten, durch Christum verheißen hast. Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Abendgebåt am Donnerstage. Aberm [ bermal ist von der mir bestimmten Lebenszeit ein Tag 2 vorbei. Dir, gütigster Vater, dessen Geschenk er war, dir müssen auch noch seine letzten Augenblicke geweibet, dir müssen die letzten meiner heutigen Empfin dungen beilig seyn! Nur deiner Huld allein, unendlich gútiger Gott! habe ich es zu danken, daß du mir bis hieher geholfen bast; alles, was ich bin, und was ich habe, bin ich und habe ich nur allein von dir. Wie viel Gutes hast du mir heute erwiesen! Wie viel Böses har dein gnädiger Schutz von mir abgewendet! Du bist doch nur allein mein wahres und auch mein höchstes Gut; du wirst es ewig seyn. Da ich dich habe, was sind mir Himmel und Erde? Deine Huld verwandelt das Mißvergnügen meiner Tage in Heil, und erhöhet das Vergnügen meines Lebens zur Seligkeit. Diese Welt, fo weit entfernt von deinem Himmel, ist doch so voll von deiner Güte! Was wird denn jene seyn, wo der Freuden die Fülle vor deinem Angesichte, und volle Seligkeit zu deiner Rechten ist! Welche Glückseligkeit wartet dann auf mich in dem Stande meiner Vollendung! O, wann wirst du, Vater, mich würdig finden, mich unter deine Hausgenossen aufzunehmen? Könnte doch nur mein Le ben dir immer angenehm seyn, und mein Wandel dir immer gefallen! Mit allfehenden Blicken erforschest du mein Herz. O, möchte es doch immer rein, doch im mer rechtschaffen vor dir erfunden werden! Herr, ich gelobe es dir, und will es auch halten, daß ich nach den Rechten deiner Gerechtigkeit leben will. Hilf du mir nur, bei meiner natürlichen Schwachbeit, und erseze mein Unvermögen durch den kräftigen Einfluß der guten Triebe deines Geistes. Auf dich verlaß ich mich in allem, Jetzt was meine wahre Glückseligkeit befördern kann. überlasse ich mich der Ruhe; laß mir, laß den Meini Morgengebät am Freitage. gen, laß diesem Hause, laß allen Menschen deine mächs rige Beschirmung widerfahren; verhüte gnädig Unglück und Schaden! Soll ich in dieser Welt wieder erwachen, so sei ferner mein Gott, wie du es bisher gewesen bist; so führe mich an deiner Hand auf dem Wege, den ich noch durch diese Welt zu gehen habe; so laß dein Auge mich leiten, daß ich nicht von deinen Geboten abweiche; so regiere mich, daß ich, als ein Erbe der Unsterblichkeit, mich immer würdig meinem Berufe betrage, und schon auf Erden mein Wandel im Himmel sei! Amen. 14 Morgengebåt am Freitage. eiland der Welt! Treuester Mittler! du bist darum für alle gestorben, auf daß die, so da leben, binfort nicht ihnen selbst leben, sondern dir, der du für sie gestorben und auferstanden bist. Dir widme ich heute mein Leben und Denken von neuem, da ich mich erin nere, daß du an einem Freitage dein theures Leben aus Liebe für mich gelassen hast. Ach, laß mich nie vergess sen, wie viele Mühe und Arbeit dir meine Sünden ges macht haben, damit ich keine derselben gering achte. In deinem Leiden laß mich die Güte und den Ernst Gottes schauen. Gib, daß ich mich dieser Güte im Glauben freue, und dich, o Gottes Sohn, lebenslang für mei nen höchsten und besten Freund halte, indem ja niemand größere Liebe hat, als die, daß er sein Leben läffet für feine Freunde. Und da ich in deinem Leiden, mein Bürs ge, sehe, wie ernstlich Gott die Sünde hasse und strafe, so gib mir Gnade, solche auch ernstlich zu hassen und zu vermeiden. Du ricfest an deinem Kreuze: Mein Gott, mein Gott! warum hast du mich verlassen? Ach bitte deinen himmlischen Vater für mich, daß er weder heute noch jemals mich verlasse noch versäume. Du trugest dein Kreuz selbst zu deinem Tode, und unterwarfest deinen Willen dem Willen deines himmlischen Vaters. Gib, daß auch ich mich diesem heiligen Willen in findlichem Gehorsam unterwerfe, mein Kreuz auf mich nehme, und die auf allen Wegen deiner Tugenden bestän dig nachfolge. Und wie du mitten in deiner Pein der Deinen nicht vergassest, sondern auch auf deren leibliche Wohle Abendgebät am Freitage. 15 Wohlfahrt und Erhaltung dachtest, so laß mich auch beute dieser deiner treuen Fürsorge ebenfalls genießen. Wende dadurch alles Uebel von mir ab, und alles nöthige Gute mir zu. Bewahre mich und die Meinigen vor Krankheiten und Schmerzen; oder wenn wir ja an unferm Fleische leiden sollten, so gib, daß wir uns mit demselbigen Sinne gegen alle ungeduld waffnen, mit welchem du gelitten hast. O Herr Jesu, du bist am Kreuze ein Fluch für uns worden, auf daß alle Völker in dir gesegnet würden; laß auch mir deinen reichen Segen an Seele und Leib, und zu allen guten Verrichtungen jufließen. Bilde mich nach deinem Sinn; und wie du sogar für deine Feinde, die dich gefreuziget baben, voll Sanftmuth batest, so gib auch mir standhafte Sanftmuth bei allen unangenehmen Vorfällen, die mir etwa heute durch Menschen begegnen möchten. Ja, du Lamm Gottes, das der ganzen Welt Sünde getragen hat, erbarme dich aller, und belehre alle, die dich noch nicht erkennen, die nicht wissen, was sie thun, wann sie dich verwerfen, und durch vorsäßliche Sünden beleidigen. Laß das Wort von deinem Kreuze immer mehrere göttGedenke an liche Kraft und göttliche Weisheit werden. mich und alle die Meinen, Herr! der du im Reiche deiner Herrlichkeit herrschest und laß uns dereinst mit dir im Paradiese seyn. In deine Hände befehle ich heute und allezeit meinen und ihren Geist; du hast uns erlöset, Herr! du getreuer Gott! Amen. Abendgebát am Freitage. S Gott, der du mich auch diesen Tag erhalten hast, ich danke dir für deine fortgesetzte Sorge und Güte gegen mich. Gib, daß ich dir meine Dankbarkeit durch mein aufrichtiges Bestreben bezeige, deinen Willen in allen Dingen zu erfüllen. Ich bitte dich demüthig um Vergebung wegen jedes Vergehens, dessen ich mich schuldig gemacht habe, und es ist mein ernstlicher Wunsch, daß ich mich nie durch den gefährlichen Selbstbetrug verleiten lasse, als werdest du mir meine Sünden vergeben, wenn ich sie auch nicht von nun an zu vermeiden suche. Laß mich fest überzeugt seyn, daß ich nie dir wohlgefallen könne, 16 Abendgebät am Freitage. könne, wofern ich nicht ein heiliges und nützliches Leben führe, und daß, wo ich mir irgend eine Art des Verbrechens erlaube, selbst mein Gebât dir ein Abscheu seyn werde. Gib mir die Gnade, so zu leben, daß ich vor deiner Allgegenwart nie erschrecken darf: und da dir alle meine Gedanken, Worte und Werke bekannt sind, so laß mich niemals weder dem Willen nach, noch in der That, irgend einer Sache schuldig seyn, die dir mißfallen könnte. Laß mich in der Tugend und Frömmigkeit täglich zunehmen, jede üble Gewohnheit abzulegen suchen, und jeder lasterhaften Neigung widerstehen. Erleuchte du mich selbst, daß ich mein Verderben immer lebendiger erkenne, und mit wahrer Ueberzeugung einsehen möge, wie nothwendig mir deine Gnade sei, und wie sehr ich der beständigen Führung deines Geistes bedürfe. Laß mich, als ein weiser Christ, vorsichtig auf Erden wan deln, und lehre mich oft an den Tod gedenken, damit ich nicht vergesse, wie eitel diese Welt und ihre Herrs lichkeit ist, und nicht müde werde, den Weg zu den Freuden des ewigen Lebens, wenn ich auch oft auf raus her Bahn wandeln muß, fortzusetzen. Wache auch in dieser Nacht über mich, über die Meinigen, und über alle Menschen, insonderheit über alle nothleidende und bekümmerte Menschen, mit deiner gnädigen und allmächtigen Fürsorge! Und wenn es dein gnädiger Wille ist, daß ich mit dem morgenden Zage nicht wieder zu diesem Leben erwachen soll, so nimm mich, als dein um Christi willen begnadigtes Kind, mit Erbarmung an, und laß mich zu dir und zu ihm geführet werden, nach seiner liebreichen Verheißung, daß seine Erlöseten da seyn sol len, wo er ist. Gefällt es aber deiner Weisheit und Güte, daß ich hier noch länger leben soll; so laß mich die noch übrige Zeit dieses flüchtigen Lebens zu deinem Lobe und zum dankbaren Gehorsam gegen die Absichten, wozu du deinen Menschen Leben und Kräfte gibst, mit redlicher Sorgfalt anwenden. Ich rufe dich hierum an, durch Jesum Christum, deinen ewigen und eingebornen Sohn, um dessen willen du auch mich zu lieben und zu er hören verbeißen haft. Amen. Morgen 17 Morgengebåt am Sonnabend. [ Ulmächtiger, barmherziger Gott! ich erkenne in dieser Morgenstunde deine väterliche Gnade und Huld, dadurch du mir, von meiner Geburt an bis auf diese Stunde, so viel Gutes an Leib und Seele erwiesen hast. Auch den letzten Tag dieser Woche habe ich durch deine Güte erlebt. Ich preise dich, o Vater, für solche unzählige Wohlthaten, und bitte dich herzlich, gib, daß ich deiner großen Gnade nimmermehr vergesse, sondern dich mit stetem Danke dafür ehre! Laß mich stets vor dir, o allwissender und gegenwärtiger Gott, wandeln und fromm seyn. Laß mich immer wohl bedenken, daß du mein steter und genauer Aufseher seiest, alle meine Worte hörest, alle meine Werke schauest, alle meine Gedanken bemerkest, und alle meine Wege erforschest. Laß auch heute alles mein Thun gesegnet seyn! In deinem Namen fange ich es an. Sei mit mir, und laß es zu deiner Ehre und meinem und anderer Nutzen wohl gerathen. Laß mich, o Herr, auch in dem äußerlichen Berufe, darin ich nach deiner Regierung mich befinde, treu und fleißig seyn, und dabei nicht blos auf Menschen, sondern auf dich, den Richter aller meiner Gedanken und Handlungen, sehen. Verleihe, daß ich mich oft erinnere, wie ich nicht blos Menschen diene, sondern dein Knecht sei, der du einem jeglichen vergelten wirst, was er Gutes oder Böses gethan hat Laß mich aus Liebe zu dir auch meine weltlichen Geschäfte so verrichten, daß ich dir zu gefallen suche, redlich dabei handle, und deinen Willen nicht allein mit Dienst vor Augen, sondern von Herzen und mit gutem Willen thue. Segne meine Arbeit, und was mir deine Hand gegeben hat, daß ich für mich und die Meinigen die tägliche Nothdurft haben möge. Soll ich, nach deinem Willen, an diesem Tage, oder sonst, mit Trübsal und Noth beleget werden so reiche mir Schwachen deine Hand, daß ich nicht verzage; stärke mich, daß ich Geduld habe, und auf dich hoffe. Erbarme dich, nach deiner unendlichen Güte, aller Menschen, die dich suchen und lieben. Laß aller Nothleidenden und Verlassenen Gebät von dir erhöret seyn, und schaffe ihnen Rath und Trost. Inson( B) ders 18 Abendgebät am Sonnabend. derheit gib mir ein Herz, das dich ehret, liebet und dir vertrauet. Verlaß mich nicht, mein Gott! denn ich hoffe auf dich. Meinen Leib und Seele, und alle die Meinigen, meine Ehre, und alles, was ich habe, ems pfehle ich jetzt und allezeit in deine mächtige Obbut. Ach Herr! sei mein Schuß und mein Heil, mein Helfer und Erretter, heute und so lange ich hie bin. Erhöre mich, mein Gott, um Jesu Christi willen! Amen. Abendgebåt am Sonnabend. urch deine Güte, o Gott, Schöpfer und Erhalter habe eine verlebet; um einen beträchtlichen Theil bin ich nun auf dem Wege dieses Lebens dem ernsten Augenblicke náher. gekommen, der alle meine Wochen und Tage endigen wird. Wie schnell find mir auch diejenigen entflohen, welche die vergangene Woche ausmachten! Wie geschwind habe ich das Ende derselben wieder erreicht! Vergnügen und Mißvergnügen, Freude und Kummer, Zufrie denheit und Unruhe, Empfindungen von verschiedener Natur, machten ihren Inhalt aus. Gott, Vater der Zeit und Ewigkeit! wie wenig wichtig, wie gar nichts würde mir mein Leben ohne dich seyn, Urheber meines Daseyns, und meines Daseyns höchstes Gut! Nur deine Güte gibt den Augenblicken meiner Tage einen Werth. Du ließest mich werden, um mich glücklich zu machen; du läsfest meiner Tage mehr werden, um mein jetziges Glück zu verlängern, und mir Zeit zu geben, für mein künftiges wirksam seyn zu können. Unter der Leitung deiner gnädigen Vorsehung sind alle Theile meines Schick sals Mittel zu meiner Seligkeit, und muß alles, selbst das, was mir böse scheint, zu meinem wahren Besten dienen. Wie voll von Spuren deiner Huld ist die zurückgelegte Woche gewesen! In wie vielen Fällen habe ich in derselben den Segen deiner weisen Führung empfunden! Dank sei dir dafür, ewig gütiger und liebreicher himmlischer Vater! Wie soll ich deine Wohl thaten vergelten? wie deine Güte würdig genug preisen? Ich will dich lieben, dir vertrauen, die gehorchen: diese follen mir die heiligsten meiner Pflichten seyn. Schon bier will Abendgebät am Sonnabend. 19 will ich nach meinem besten Vermögen deine Gebote er füllen: bei dir in der Ewigkeit werde ich es einst vollkommener thun können. Deine Absichten sind auch die meinigen; dein Wille ist mein Gefeß. Vergib mir gnädig, nach deiner unendlichen Barmherzigkeit und Güte, die du deinem Sohne, Jesu Christo, geoffenbaret hast, wenn ich dawider gehandelt habe. Laß dir meine auf richtige Reue darüber wohlgefallen. Stärke mich in der Ausübung guter Vorsätze und Entschließungen, daß ich nicht in die vorigen Sünden zurückfalle, oder neue Sünden begehe. Sei in dieser Nacht mein Schuß. Deiner gnädigen Obhut empfehle ich mich und alle, die mir angehören, Bekannte und Unbekannte, Freunde und Feinde. Laß mich den morgenden heiligen Tag zu deinem Preise erwachen, und gib, daß ich ihn so begehe, wie es dir angenehm und meiner Seele heilsam ist. Erhöre mich, mein Gott, um meines theuersten Erlösers, Jesu Christi, willen! Amen. Gebåt um wahre Erkenntniß und Bereuung der Sünden. heiliger und gerechter Gott, barmherziger Vater! ich) bekenne und klage dir meine angeborne Blindheit, daß ich meine Sünden nicht so vollkommen erkenne, noch so herzlich bereue, als es wohl seyn sollte. Allwis sender Gott! du stellest auch unsere unerkannten Sünden ins Licht vor deinem Angesichte. Ach! gib mir die Größe, Abscheulichkeit und Mannigfaltigkeit meiner Sünden recht zu erkennen, und stelle sie mir in diesem Leben unter die Augen, auf daß sie mir nicht am jüngsten Tage unter die Augen gestellet, und ich dadurch vor Engeln und Menschen zu Schanden werden möge. Rühre und erweiche mein hartes Herz durch dein kräftiges Wort, daß ich meine Sünden recht ernstlich bereue. Eine jede Sünde verdienet ja den Fluch; denn du sagest selbst: Verflucht ist, wer nicht alle Worte dieses Gesetzes erfüllet, daß er darnach thue; und wer auch ( 6) 2 nur Gebät um Vergebung der Sünden. nur an Einem Gebote fündiget, der ist das ganze Gesetz schuldig. Ist der Fluch schon da, wenn nur Ein Gebot übertreten wird, ach! so habe ich unzähligen Fluch verdienet, weil ich unzähligemal gesündiget und deine Gebote übertreten habe. Dieß laß mich doch, o gerechter Gott, lebendig erkennen, und zugleich den Reichthum deiner Güte recht bedenken, die du an mir Unwürdigen mit ſo väterlicher Langmuth bis hieher bewiesen hast, um mich dadurch zur Buße zu leiten, die ich Undankbarer aber oft so gering geschätzet, und wohl gar gemißbrauchet und verachtet habe. O Herr Jesu, der du dein heiliges Blut am Stamme des Kreuzes um meiner Sünden willen vergoffen hast, laß mich aus dieser theuern Erlösung lebendig erkennen, wie schwer die Schuld meiner Sünden sei, da es dich so viel gekostet hat, sie zu bezahlen, auf daß ich so mübselig und beladen zu dir kommen möge, daß ich deiner Erquickung fähig, und dein heiliges Blut und theures Leben an mir nicht verloren fei! beili ger Geist, der du dein Gnadenwerk in der Seele mit einer fráftigen Ueberzeugung von der Sünde anfängst, erleuchte auch mein Herz, daß ich das große Elend des felben aufrichtig erkenne, meine Sünden herzlich bereue, und so zu Jesu, meinem Erlöser, in wahrem Glauben fliche, daß er auch mir zur Weisheit, Gerechtigkeit, Hei ligung und Erlösung gemacht werde. Erhöre mich o Gott, der du nicht willst den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe; erhöre mich! Amen. 20 Gebát um Vergebung der Sünden. Herr! err! du haft liebreich gesprochen: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Auf solche deine Verheißung komme ich zu dir, und glaube fest, ich werde nicht hinausgestoßen werden. Ich komme aber als ein Mühseliger und Beladener. Es drückt und beschweret mich der Sünden Last. Ach Vater! vor dir habe ich ge fündiget, und bin nicht werth, daß ich dein Kind heiße. Wie oft habe ich dich beleidiget! Wie unvollkommen ist die Beobachtung meiner Pflicht bisher gewesen! Wie oft habe ich deinem heiligen und guten Willen entgegen gehan Gebät vor dem Genuß des heil. Abendmahls. 21 gehandelt! wie oft in Gedanken, Worten und Werken, auch noch unwissentlich gesündiget! und wie wenig geneigt und tüchtig bin ich von Natur zu allem geistlichen Guten! Ich erkenne, daß ich, durch mich selbst, deiner Gnade und der Vergebung meiner Sünden gänzlich unwürdig bin. Aber, o Gott, der du auch gegen den Undankbaren barmherzig bist, und ihm gern alle seine Uebertretungen vergibst, wenn er mit bußfertigem und glaubigem Herzen in Christo deine Gnade sucht: siehe auch meine aufrichtige Reue und Betrübniß mit väterlichem Erbarmen an, und sei auch mir um Jesu Christi willen gnädig; ich setze, in völliger Ueberzeugung von meiner Unwürdigkeit und Verwerflichkeit, allein auf deine freie Erbarmung in Christo Jesu, welche den Sünder ohne sein Verdienst gerecht spricht, mein inniges und ganzes Vertrauen, und habe keine andere Gerechtigkeit, als die durch den Glauben an Jesum Christum kommt. Vergib mir um seines theuren Leidens, und um deiner erbarmungsvollen Güte willen alle meine Sünden, und befestige meinen guten Vorsatz, dir fünftig mit mehrerer Treue und Sorgfalt geborsam zu seyn. Erleuchte meis nen Verstand, deinen Willen zu erkennen, und heilige meinen Willen, nach deinem Wohlgefallen zu thun, damit ich in deiner Gnade bleiben, und dadurch endlich zum Genuß der vollkommensten Güter gelangen möge. Erhöre mein demüthiges Gebät, nach deiner großen Barmherzigkeit, um Jesu Christi, meines theuersten Erlösers, willen! Amen. Gebåt vor dem Genuß des heiligen Abendmahls. öttlicher Erlöser! Herr Jesu! du hast ein Gedächtniß der Wunder deiner Liebe gesiftet. Nur wenige Stunden vor deinem Leiden setztest du das heilige Abendmahl, zum Troste deiner Verehrer und zur Stärkung ihres Glaubens, ein, und du läsfest mich noch jetzt zu diefer Gnadentafel einladen, wo ich deines für mich geopferten Leibes und deines für mich vergoffenen Blutes, der 22 Gebät vor dem Genuß des heil. Abendmahls. der Siegel und Unterpfänder meines Heils, theilhaftig werden soll. Wie glücklich bin ich, o Herr, daß ich dich, den einigen und vollkommenen Mittler zwischen Gott und den Menschen, daß ich deine Lehre und mein Heil tenne, daß ich dich meinen Herrn und Gott nennen, mich deiner seligen Gemeinschaft rühmen, und zu deinen Erlösten und Freunden zählen darf! O wie viel habe ich dir, meinem Heilande, zu danken! Wie unwissend, wie verderbt, wie trostlos, wie elend würde ich ohne dich und deine Gnade seyn! Wie unerträglich würde mir die Last meiner Sünden, wie fürchterlich die Erwartnng der damit verdienten Strafen, wie schreck lich der Anblick des Todes und des Grabes seyn, wenn du uns nicht selbst den gnädigen Willen Gottes bekannt gemacht, wenn du dich nicht zum Opfer für unsere Sünden dahingegeben, und uns durch deinen Tod Gnade, Leben und ewige Seligkeit erworben hättest! Ja, alles Licht, das mich erleuchtet, aller Trost, der mich ers quicker, alle Hoffnung, die mich) belebet, sind Geschenke deiner unverdienten Liebe. Wie theuer soll mir dann nicht dein Gedächtniß seyn! Würde ich nicht der Undanks barste, der Niederträchtigste unter den Sterblichen seyn, wenn ich deiner vergäße, wenn ich mit Kaltsinnigkeit und Gleichgültigkeit an dich gedächte, wenn ich mich weigerte, die die Ehre und den Dank zu geben, die dir gebühren? Nein, göttlicher Erlöser, ich folge deiner liebreichen Einladung mit Begierde und Freude. Ich komme, mich öffentlich für deinen Jünger und Verchrer zu bekennen. Ich komme, als ein mühseliger und beladener Sünder, Ruhe für meine Seele zu suchen, und ergreife mit bußfertigem Glauben die Gnade, die du mir anbietest, und das große Heil, das du gestiftet hast. Ich komme, dir für dein Leiden und Sterben feierlich zu danken, mich dir zum Eigenthum aufzuopfern, und den heiligen Vorsatz zu erneuern, nicht mehr mir selber, sondern nur dir zu leben, der du für mich gestorben und auferstanden bist. Ich komme, meine Gemeinschaft mit den Glaubigen zu unterhalten, und mich aufs neue zu einer aufrichtigen Liebe gegen sie zu verpflichten. O Herr! laß mein Vorhaben gesegnet feyn! Gib nicht zu, daß ich blos mit den Lippen zu dir nahe, Gebät nach dem Genuß des heil., Abendmahls. 23 nabe, aber mit dem Herzen ferne von dir sei. Sende mir dein Licht und deinen Geist, und laß den Gedanken, daß du Herz und Nieren prüfest, alle Falschheit und Verstellung aus meiner Seele vertreiben. Laß mich die Wunder deiner Barmherzigkeit so bedenken, daß Glaube, Liebe und Hoffnung dadurch in mir gestärket, und ich auf das tráftigste bewogen werde, die Versprechungen, die ich dir thue, mit unverbrüchlicher Treue zu halten. Erhöre mich, mein Heiland, um deiner ewigen Liebe willen! Amen. Gebåt nach dem Genuß des heiligen Abendmahls. Gütiger ütiger Gott und Vater! ich preise dich, daß du auch mich sündhaften Menschen nicht verworfen, sondern deinen Sohn, Jesum Christum, auch zu meinem Mittler und Seligmacher verordnet hast. Wenn ich seinem göttlichen Worte glaube, und darnach lebe: so bin ich gewiß mit dir versöhnet, völlig von dir begnadiget. Dessen tröste ich mich mit freudigem Vertrauen, durch das heilige Abendmahl meines Erlösers, Jesu Christi, durch welches ich jetzo die Bersicherung davon empfangen habe, da ich mir in meinem Gewissen bewußt bin, daß ich alle Vergehungen und Fehltritte meines bisherigen Lebens schmerzlich vor dir bereue, und den aufrichAch! wie tigen Vorsatz der Besserung bei mir bege. foll ich dir für deine unverdiente Barmherzigkeit genugsam danken? Nimm das schwache Lobopfer meines gerührten Herzens gnädig an, bis mein fünftiges Leben beweiset, daß ich ganz von deiner Vaterhuld durchdrungen bin. Ich will deine Gnade nicht vergeblich empfahen. Sie soll einen bleibenden Eindruck auf mein Gemüth machen, meine Gesinnungen regieren, und meinen Wandel leiten. Herr! segne den Genuß des heiligen Abendmahls so an meiner Seele, daß ich dadurch kräftig angetrieben werde, der Sünde zu widerstehen, und mich aller christlichen Tugenden zu befleißigen. Und da ich jetzt den redlichen Vorsatz, mich deinem Dienste nach Jesu Lehre zu widmen, an seiner Gnadentafel erneuert habe; 24 Gebät nach dem Genuß des heil. Abendmahls. habe; so bitte ich in Demuth: bilf du selbst, der du alles Gute in uns schaffest, mir ihn freulich vollbringen. Laß mich, durch das Andenken des Todes deines Sohnes, die Sünden in mir tödten, damit, so lange ich noch in der Welt lebe, ich im Glauben an diesen deinen Sohn lebe, der auch mich geliebet, und sich selbst für mich gegeben hat. Gib mir Kraft, dich auch in den Trübsalen dieses Lebens mit Geduld und Vertrauen zu ehren, und im Leben, Leiden und Sterben meine künftige Verherrlichung bei dir in völliger Gewißheit in hoffen, bis ich endlich zu deiner vollkommenen Anbatung und zu der himmlischen Gemeinschaft mit dir in der Ewigkeit ges lange, wozu mich dein Sohn, mein theuerster Heiland, erlöset hat. Erhöre mich, Gott, mein verföhnter Vater, um deiner Barmherzigkeit willen! Amen. oder: O mein Heiland! du hast mich abermals in dem Genuß deines heiligen Abendmahls auf das fråftigste versichert, daß du auch für mich deinen heiligen Leib in den Tod gegeben, und dein theures Blut vergoffen hast. Durch dich habe ich Friede mit Gott, und einen freien Zutritt zu seiner Gnade. Durch dich bin ich von der Gewalt der Sünde und des Todes erlöset, und darf mich der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit rühmen. Wie kann ich dir deine Liebe jemals vergelten! Ich will dich, ewig lieben; denn du hast mich zuerst, du hast mich bis in den Tod geliebet. Du bist für mich gestorben. Du hast dich selbst für mich geopfert. Ich will ganz der Deinige seyn. Dir will ich leben, dir will ich sterben. Dir sei mein Leib und meine Seele, dir sei mein ganzes Leben heilig! Dich zu kennen, dich zu lieben, dir zu gehorchen, deinem Beispiele zu folgen, dei nen Namen unter den Menschen zu verkündigen, dein Reich hier auf Erden zu erweitern, und mich zu deiner nähern Gemeinschaft im Himmel geschickt zu machen: dies foll meine Ehre, mein Ruhm, mein vornehmstes und beständiges Geschäft, meine ganze Seligkeit seyn! Stärke mic), o Herr, in diesem heiligen Vorsaße, und erhalte mich in deiner Treue bis an mein Ende! Amen. Gebät 25 Gebât in Noth und Trübsal. Großer roßer und heiliger Gott, der du die ganze Welt mit höchster Weisheit regicrest, ich glaube deine allgemeine Vorsehung, ich glaube von Herzen, daß alles, was mich und die Umstände meines Lebens betrifft, durch) deine weise, heilige und gütige Veranstaltung so eingerichtet sei, wie es ist, daß mir ohne deinen Willen nichts begegnen kann, und beides, mein Glück und mein Unglück, aus deiner Hand kommt. Wie oft, mein Gott, habe ich gesprochen: Dein Wille geschehe! Und nun wird mir dein Wille schwer, und fast unerträglich. Soll ich denn nun widerrufen, was mein Mund so oft wie derholet hat? Das sei ferne! Viel lieber will ich mich in tiefster Demuth vor dir niederwerfen, und deine heilige Regierung verehren. Herr! du bist gerecht in allen deinen Wegen! ich bekenne vor deinem Angesichte, daß ich alles, was ich leide, und noch weit mehr, vers dienet habe. Blos Güte ist es, wenn es nicht gar mit mir aus ist; unverdiente Güte ist es, wenn du mich, wegen meiner Sünden, mit zeitlichen Plagen, und nicht mit dem ewigen Verderben heimsuchest. Gerechter Richter! ich unterwerfe mich deinem Willen. Aber auch in deinem Ernst verehre ich dich, als meinen barmherzigen, als meinen in Christo Jesu versöhnten Vater. Ich weiß, daß deine heilige Absichten allein auf meine wahre Glückseligkeit abzielen. Auch meine gegenwärtige Trübsal soll zu meinem Besten dienen. Sie soll mich die Folgen meiner Vergehungen empfinden lassen; sie soll die Liebe der Welt und ihrer Eitelkeit in meinem Herzen vermindern; sie soll mich antreiben, dich, meinen Gott, zu suchen, dich zu lieben, dich zu fürchten, dir zu vertrauen, und mein ganzes Leben zu meiner wahren Seligkeit nur nach deinem Willen einzurichten. Herr! laß diese gesegnete Endzwecke an mir erreicht werden, und erfreue mich wieder zu rechter Zeit mit deiner gnädigen Hülfe. Du erhörest, du rettest alle, die dich in findlichem Vertrauen in der Noth anrufen. Du wirst auch mir helfen, wenn meine Stunde fommt. Diese will ich in Demuth und Gelassenheit von 26 Gebät eines Kranken. von deiner Weisheit erwarten. Laß unterdessen deine Kraft in meiner Schwachheit mächtig seyn! Unter deis nem Schuß, mit Hülfe deiner göttlichen Licbe, kann ich alles ertragen. Ich will auch gerne alles ertragen, alles ausstehen und erdulden, was du mir auflegest. Stärke du nur meine Geduld und meine Hoffnung auf deine gnädige Hülfe! Die Tage meiner Trübsal werden ein Ende haben! Ja, endlich wird die Stunde erschei nen, die selige Stunde, da all mein Kummer und Schmerz auf einmal verschwinden wird, da ich aus diesen Hütten des Elendes in das Land der Freiheit, des Friedens und der Freude hinüber gehen werde! Dann wird meine Trübfal, die zeitlich und leicht ist, eine ewige und über alle Maaße wichtige Herrlichkeit schaffen. Was betrübst du dich denn, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihn noch danken, ewig danken, daß er meines Angesichts Hülfe und mein Gott ist! Amen. Gebåt eines Kranken. Herr err, allmächtiger Gott! Schöpfer Himmels und der Erden! der du das Leben, die Gesundheit und je den andern Segen gibst, aber auch wieder nimmst, wann es dir gefällt: lebre mich erkennen, daß alles, was mir begegnet, von deiner Hand kommt, damit ich bei allen Leitungen deiner gnädigen Vorsehung nur auf dich sehen, und sie mir zu deiner, als ihres Urhebers, Ehre, zu Nute machen möge. Du hast mich jetzt mit einer Krankheit beimgesucht, von der ich nicht weiß, was sie für Folgen für mich haben kann. Ich nehme indeffen meine einzige Zuflucht zu dir, und bitte dich um deinen väterlichen Beistand. Erleichtere meine Schmer zen, befreie mich, wenn es dein heiliger Wille ist, bald wieder davon; verleibe mir aber vornehmlich die Gnade, daß ich diese Krankheit, wenn sie länger anhalten follte, nicht nur mit Geduld und Gelassenheit ertragen, sondern sie auch zu meiner Heiligung anwenden möge. Gib, daß ich dadurch gebessert werde, und auf die Absicht Gebät bei heftiger und anhaltender Krankheit. 27 sicht, die du bei dieser Züchtigung hast, merke, damit sie auch an mir erreichet werde. Ist sie eine Strafe für meine Sünden: so laß mich meine Seele kraftig ermuntern, die Sünden, deren ich mich in meinem bisherigen Verhalten schuldig, weiß, zu erkennen, sie aufrichtig zu bereuen, und dir künftig in wahrer Heiligkeit und rechtschaffener Gerechtigkeit zu dienen. Laß mich in keiner andern Absicht mein Leben lieben, als dir zu gefailen, und meine Seele zu erretten. Wenn ich zu diesem Endzweck leben soll: so schenke mir den Genuß meiner vorigen Gesundheit und Stärke wieder, und die Gnade, fie auch alsdann zu diesem Endzweck anzuwenden. Soll aber der Tod das Ende meiner gegenwärtigen Krankheit seyn: so gib, daß ich diese Welt als ein recht schaffener Christ verlassen möge! Gib, daß ich sie verlasse mit einer ungeheuchelten Bereuung aller meiner Vergehungen und Sunden, mit einem festen Vertrauen auf meinen göttlichen Erlöser, Jesum Christum, mit einer freudigen Erwartung der mir durch ihn erworbenen ewigen Seligkeit, und mit einer willigen Ergebung meiner Seele in deine Hände, als in die treuen Hände meines Schöpfers und barmherzigen himmlischen Vaters! Erhöre mich, o Gott, um Chrifti willen! Amen. Gebåt bei heftiger und anhaltender Krankheit. Heiliger, aber auch barmherziger Gott! der du über die Menschen, deine Kinder, bei ihren Leiden, wachest, auch verheißen hast, die zu erretten, welche dich in ihrer Noth anrufen. 3ch komme jetzt, da deine Hand schwer auf mir liegt, und deine Pfeile tief in mich gedrungen sind, mit meinem Gebát vor dich, und bitte dich demúthig, versage mir in dieser heftigen und anhaltenden Krankheit deine Hülfe und deinen Beistand nicht! Sei mir gnádia, o Gott! denn ich bin schwach: heile mich; denn meine Gebeine sind erschrocken: hilf mir um deiner Güte willen! Siehe an meinen Jammer, und laß dir mein Elend zu Herzen gehen! Von dir allein kann meine Hülfe fom 28 Gebät nach der Genesung von einer Krankheit. kommen; wenn du willst, kannst du mir wohl helfen, meine Schmerzen lindern, und mich wieder gesund machen. Ich bekenne zwar, daß ich noch weniger leide, als ich verdient habe, wenn es noch nicht gar aus mit mir ist. Ich weigere mich auch deiner Züchtigung nicht, und bin nicht ungeduldig über deine Strafe; denn ich weiß, daß du meine Besserung und Heiligung dabei zur Absicht hast. Indessen wage ich es dennoch, deine Barmherzigkeit anzuflehen, daß du nicht nach meinen Uebertretungen und Sünden, sondern nach deiner großen Güte mit mir bandeln, und mich nicht in deinem Zorn, sondern mit Maaße, züchtigen wollest. Befreie mich, wenn es deiner Weisheit gemäß ist, bald wieder von allen meinen Schmerzen, die ich jetzo so empfindlich leide. Segne diejenigen Mittel, welche ich in dieser Absicht gebrauche. In allem aber, was du auch über mich beschlossen hast, gib, daß ich mich deinem heiligen und weisen Willen, mit einer gänzlichen Ergebung in denselben, und mit einem völligen Vertrauen, daß du, Herr, alles mit mir wohl machen werdest, unterwerfe. Erhalte mir den Glauben an deine alles regierende Vorschung, und laß auch diese schmerzhafte Krankheit dazu dienen, mich in demselben zu stärken! Gib, daß ich auch in dieser Anfechtung bewährt von dir möge erfunden werden, damit ich die Krone des Lebens empfabe, die du verheißen hast denen, die dich lieb haben! Gewähre mir meine demüthige Bitte; ich flehe darum um Jesu Christi, meines Heilandes, wil len! Amen. Gebåt nach der Genesung von einer Krankheit. Soft ott, von unendlicher Erbarmung, der du gnädig bist allen, die auf dich trauen! auch ich weiß es jeßt aus eigener Erfahrung, daß du mit deiner Hülfe nahe bist denen, die dich mit Ernst darum anrufen; denn da ich in meiner Noth zu dir rief, da erhörtest du mich, und halfest mir wieder von meiner Krankheit, ſo daß Gebät nach der Genesung von einer Krankheit. 29 daß ich dich jetzt mit fröhlichem Herzen dafür preisen fann. Lobe denn, meine Seele, den Herrn, und vergiß nicht, was er dir Gutes gethan hat, der mein Le ben vom Tode errettet, und mich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit! O, daß mein Herz durch diese neue Wohlthat so gerührt würde, daß ich es nie wieder wollte, eine so außerordentliche Güte zu mißbrauchen, sondern jeden Tag, den du, Gott, zu meinem Leben hinzuthust, zu einer treuen Beobachtung deiner Gesetze, und zu deiner Verherrlichung anwendete! Ich bin nun wieder genesen. Möchte ich mich doch auch von nun an fleißig hüten, daß ich nicht wider dich fündige, damit mir nicht noch etwas Nergeres widerfahre! Laß die öftere Erinnerung der Umstände, in welchen ich mich befunden habe, einen so starken Eindruck auf mein Gemüth machen, daß ich alles dasjenige sorgfältig vermeide, was mich von neuem auf das Krankenbette werfen, und in Gefahr des Todes bringen könnte. Gib, daß ich in Erfüllung aller meiner Pflichten emsig und treu sei, und mit allem Ernst für meine Seele sorge. Du schenkest mir nun Zeit zur Besserung! gib mir denn auch ein Herz, das sich zu bessern bemühet sei. Lehre mich bedenken, daß ich nicht nur sterben muß, sondern auch plößlich sterben kann, und daß und daß, wenn es nicht diese Krankheit gewesen, es vielleicht eine andere seyn wird, die meinem Leben hier auf Erden ein Ende macht, da mit ich bei Zeiten das thue, was ich sterbend wünsche gethan zu haben. Laß keine Sünde über mich herrschen, keine Versuchung mich überwinden, oder mich auf die theuren Pflichten, die ich dir und meinem Erlöser schuldig bin, unachtsam machen. Wirke in mir nicht nur das Wollen, sondern auch das Vollbringen des Guten nach deinem Wohlgefallen. Mache mich mit jedem Tage zu deinem ewigen himmlischen Reiche geschickter; und wann du mich endlich von dem Leibe dieses Todes erlösen wirst, so führe meine Seele in das bessere Leben ein. wo kein Schmerz und kein Tod mehr seyn wird! Amen. Gebåt 30 Gebåt eines Sterbenden. men. nådiger und barmherziger Gott! da es dir, als dem Herrn über Leben und Tod, gefällig zu seyn schei net, mich aus dieser Welt abzufordern; so danke ich dir in der tiefsten Demuth meines Herzens für deine un zähligen geistlichen und leiblichen Wohlthaten, die du mir in meinem ganzen Leben so väterlich erzeiget hast, und bitte dich inbrünstig, du wollest mich auch bei meinem Ulebergange in die Ewigkeit nicht verlassen noch versäu Wende dich, o Vater, mit deiner Barmherzigkeit zu mir! Siehe an meinen Jammer und meine Noth, und vergib mir alle meine Sünden! Erleichtere mir mein Leiden, und, verkürze mir die Schmerzen des Todes! Erhalte mich bei dem wahren beständigen Vertrauen auf das blutige Verdienst deines lieben Sohnes, meis nes göttlichen Mittlers, Jesu Cristi! Laß deinen freu digen st, den rechten Tröster, in meinem Herzen bleiben, daß er alle Furcht, Bekümmerniß, Ungeduld, Seelenangst und Anfechtung von mir treibe, und mir das Zeugniß gebe, daß ich um Christi willen in deiner Gnade stebe, und vor nichts erschrecken dürfte! Laß mich mein Leben selig beschließen! In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast ihn erlöset, Herr, du treuer Gott! Ach, Herr Jesu! auf dich gründet sich mein gan zes Vertrauen. Du wirst mich auch in meiner Todesstunde nicht verlassen. In dir allein habe ich die Ge rechtigkeit gefunden, die vor Gott gilt. Durch dein Blut bin ich rein von allen Sünden, und völlig gewiß, daß auch der Tod mich nicht von dir scheiden wird. Hilf mir durch deine Gnade, wenn meine schwache Natur davor erzittern will, und gib mir Lust abzuscheiden, und bei dir in der Seligkeit zu seyn, die du mir so theuer erworben hast. Ach, Gott, heiliger Geist! verlaß mich nicht in dieser letzten Noth! Hilf meiner Schwachheit auf, und vertritt mich mit unaussprechlichem Seufzen. Verkläre meinen Heiland in meiner Seele, und bringe mich vom Glauben zum Schauen. Dreieiniger Gott! dir befehle ich mich mit Leib und Seele, die du erschaffen, die du erlöset, die du geheiliget hast, und die Gebät der Umstehenden für einen Sterbenden. 31 die also dir allein zugehören, demüthig und glaubig. Herr, laß mich, deinen Diener( deine Dienerin) im Frieden fahren; nimm meinen Geist in deine Hände, und, erwecke und verkläre dereinst auch meinen Leib zum ewis gen Leben, wie du verheißen hast. Erhöre mich um Chrisri willen! Amen. Gebåt der Umstehenden für einen Sterbenden. Parmherziger Gott und Vater, der du den Tod und das Leben in deinen Händen hast! du willst, daß wir dich in der Noth anrufen, und verheißest uns Erhöin tiefrung und Gnade. Darum treten wir auch jetzt ster Demuth vor dein heiliges Angesicht, und bitten dich für diese franke Person, die in ihrer äußersten Schwachheit und Noth, außer dir, ihrem mächtigen Schöpfer, niemand hat, der ihr helfen kann; wir bitten dich in dem Namen Jesu Christi, in wahrem Glauben auf seine theure Verheißung: Sei ihr um Chrifti willen gnädig und barmherzig! Vergib ihr alle begangenen Sünden! Heilige und stärke sie mit der Kraft deines beiligen Geiftes! Laß sie nicht über ihr Vermögen versucht werden; sondern laß auch diese ihre letzten Leiden ein gnädiges Ende gewinnen! Sei durch deine Kraft in ihrer Schwachbeit machtig! Lindere und verkürze ihre Angst und Schmerzen! Tröste sie, du kräftiger Tröster! Hilf ihr, du starker Nothhelfer! Beruhige ihre Seele, und erquicke sie mit der gewissen Hoffnung der ewigen Seligkeit! Gottlicher Erlöser, Herr Jesu! wir bitten dich um deiner ewigen Liebe und um deines bittern Leidens und Sterbens willen! erbarme dich auch jetzt über diese sterbende Person! Wie du sie in ihrem Leben durch die fráftige Wirkung deines Geistes zu dir gezogen, und ihr Herz nach dir und deinem Heil gelenket hast; so ziehe nun auch ihre Seele aus der einfallenden Hütte ihres Leibes zu dir, daß sie bald mit Freuden von der Erde in den Himmel, von der Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Unruhe zur Ruhe, aus der Finsterniß in das Licht, 32 Gebät der Umstehenden für einen Sterberden. Licht, aus allem Jammer in die Herrlichkeit, ja aus dem Tode in das Leben komme. Wenn ihre Augen finster worden sind: so erhalte in ihrem Herzen das Licht des seligmachenden Glaubens, damit ihre Seele dich ans schauen, und in dir sich erfreuen möge. Wenn ihre Ohren verschlossen sind, daß sie nichts mehr bören, so erquicke und tröste sie durch das innerliche Zusprechen des heiligen Geistes. Wenn ihr Mund nicht mehr reden kann, so sei, Herr Jesu! ihr Fürsprecher bei deinem und ihrem Vater; und laß auch deinen Geist in ihr mit unaussprechlichen Seufzern für sie bitten. Nimm, treuer Heiland, nimm ihren Geist, wenn er sich nun vom Leibe scheidet, zu dir auf, und laß ihn bei dir einer ewigen und vollkommenen Ruhe genießen. Erhöre uns, o Herr, und, erfülle unsere demüthige Bitte, um deiner allerhöch sten Liebe willen! Amen. Episteln und Evangelien auf alle Sonntage und hohe Feste. Am 1. Sonntage des Advents. 10411023 Epistel, Röm. 13, v. 11:14. Lieben Lieben Brüder, weil wir solches wissen, nemlich die Zeit daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, ( intemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wirs glaub. ten,) die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbei koms men: So lasset uns ablegen die Werke der Finsternis, und anlegen die Werke des Lichts. Laffet uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid: Sondern ziehet an den Herrn Jesum Christ, und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde. Evangelium, Math. 21, v. 1: 9. a sie nun nahe bei Jerusalem kamen, gen Bethphage an den Delberg, fandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie auf, und führet sie zu mir. Und so euch jemand etwas wird sagen, so sprecht, Der Herr bedarf ihrer; sobald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf daß erfüllet würde, das gefagt ist durch den Propheten, der da spricht: Sage der Tochter Zion, siehe, dein König kommt zu dir sanftmüs thig, und reitet auf einem Esel, und auf einem Füllen der lastbaren Eselin. Die Jünger gingen hin, und tha ten wie ihnen Jesus befohlen hatte. Und brachten die Eselin und das Füllen, und legten ihre Kleider darauf, und setzten ( a) Episteln seßten ihn darauf. Aber viel Bolfs breitete die Kleider auf den Weg, die andern hieben die Zweige von den Bäumen, und streueten sie auf den Weg. Das Volk aber, das vorging und nachfolgete, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn David! Gelober sey, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosanna in der Höhe! LIL Um II. Sonntage des Advents. Epistel, Nöm. 15, v. 4: 13. MANLAR ieben Brüder, was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben. Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei ges finnet seid unter einander nach Jesu Christo, auf daß ihr einmüthiglich mit einem Munde lobet Gott, und den Vater unsers Herrn Jesu Christi. Darum nehmet euch unter einander auf, gleich wie end) Christus bat aufge nommen zu Gottes Lobe, ich sage aber, daß Jefus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen Gottes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen. Daß die Heiden aber Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich Toben unter den Heiden, und dei nem Namen singen. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden mit seinem Volf. Und abermal: lobet den Herrn, alle Heiden, und preifet ihn, alle Völfer. Und abermal spricht Jesaias: es wird seyn die Wurzel Jeffe, und der auferstehen wird zu herrschen über die Heiden, auf den werden die Heiden hoffen. Gott aber der Hoffnung erfülle ench mit aller Freude und Friede im Glauben, daß ihr völlige Hoffnung habt durch die Kraft des heiligen Geistes. Evangelium, Luca 21, v. 25:36. 193 Jefus esus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an der Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange seyn, und wer den zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und Warten der Dinge, die da kommen sollen auf und Evangelien. Erden, denn auch der Himmel Kräfte sich bewegen wer den. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn fommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlich feit. Wenn aber dieses anfähet zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, darum, daß sich eure Erlösung nahet. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Sehet an den Feigenbaum und alle Baume. Wenn sie aus. schlagen, so sehet ihr an ihnen und merket, daß jetzt den Sommer nahe ist. Also auch ihr, wenn ihr dieß alles sehet angehen, so wiffet, daß das Reich Gottes nahe ist. Wahrs lich, ich sage euch: dies Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß es alles geschehe. Himmel und Erde werden verges hen; aber meine Worte vergehen nicht. Aber hütet euch, daß eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen, und mit Sorgen der Nahrung, und komme dies fer Tag schnell über euch; denn wie ein Fallstrick wird er fommen über alle, die auf Erden wohnen. So seyd nun wacker alle Zeit, und betet, daß ihr würdig werden möget zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn. VI R 3 Am III. Sonntage des Advents. Epistel, 1 Kor. 4, v. 1: 5, afür halte und jedermann, nemlich für Christi Dies ner, und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fuchet man nicht mehr an den Haushaltern, denn daß sie treu erfunden werden. Mir aber ist's ein Geringes, daß ich von euch gerichtet werde, oder von einem menschlichen Tage; auch richte ich mich selbst nicht. Ich bin mir wohl nichts bewußt; aber darinnen bin ich nicht gerechtfertiget. Der Herr ists aber, der mich richtet. Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rath der Herzen offenbaren; alsdann wird einem jeglis chen von Gott Lob wiederfahren. Evangelium, Matth. 11, v. 2:10. Da aber Johannes im Gefängniß die Werke Chriſti hörete, sandte er seiner Sünger zween, und ließ ihm san: bist du, der da kommen soll, oder sollen wir ei ( a) 2. nes 4 Episteln nes andern warten? Jesus antwortete und sprach zu ih nen: Gehet hin und saget Johanni wieder, was ihr sehet und höret. Die Blinden sehen, die fahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, die Tauben hören, die Tods ten stehen auf, und den Armen wird das Evangelium geprediget. Und selig ist der sich nicht an mir ärgert. Da sie hingingen, fing Jesus an zu reden zu dem Volk von Johanne: Was seyd ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? wollet ihr ein Rohr sehen das der Wind hin und her wehet? oder was feyd ihr hinausgegangen zu sehen? Wollet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Siehe die da weiche Kleider tragen, sind in der Könige Häuser. Oder, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? wollet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch der auch mehr ist, denn ein Prophet. Denn dieser isis von dem geschrieben stehet: Siehe ich sende meinen Engel vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll. sils Um IV. Sonntage des Advents. Epistel, Phil. 4, v. 4: 7. ieben Lieben Brüder! Freuct euch in dem Herrn allewege, und abermal sage ich euch: Freuct euch. Eure Lindig feit lasset fund sein allen Menschen. Der Herr ist nahe. Sorget nichts; sontern in allen Dingen lasset cure Bitte im Gebät und Flehen mit Danksagung vor Gott fund werden. Und der Friede Gottes, welcher höher ist, denn alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christo Jesu. Evangelium, Joh. 1, v. 19:28. fud dieß ist das Zeugniß Johannis, da die Juden sands ten von Jerusalem Priester und Levitten, daß sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte, und leugnete nicht. Und er bekannte: Ich bin nicht Christus. Und sie fragten ihn: was denn? Bist du Elias? Er sprach: Ich la r bins nicht. Bist du ein Prophet? und er antwortete: Rein. Da sprachen sie zu ihm: Was bist du denn? daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst? Er sprach: Ich bin eine Stimme eines und Evangelien. cines Predigers in der Wüsten; richtet den Weg des Herrn, wie der Prophet Jesaias gesagt hat. Und die gesandt waren, die waren von den Pharisäern, und fragten ihn, und sprachen zu ihm: warum taufest du denn, so du nicht Christus bist, noch Elias, noch ein Prophet? Johannes antwortete ihnen, und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber er ist mitten unter euch getreten, den ihr nicht fennet. Der ists, der nach mir kommen wird, welcher vor mir gewesen ist, deß ich nicht werth bin, daß ich seine Schuhriemen auflöse. Dieß geschah zu Bethabara, jenseits des Jordans, da Jobannes taufete. G Um heiligen Christtage. Epistel, Tit. 2, v. 11:14. 8 ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menverläugnen das ungöttliche Wesen, und die weltlichen Küste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, und unsers Heilandes Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf daß er uns erlösete von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihm selbst ein. Volk zum Eigenthum, das fleißig wäre zu guten Werken. Evangelium, Luca 2, v. 1:14. s begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schatzung war die allererste, und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jeder. mann ging, daß er sich schätzen ließ, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt David, die da heißet Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war, auf daß er sich schäßen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären follte. Und sie gebahr ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst kein Raum in der Herberg. Und es 6 Episteln. Onu 1. es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie und sie furchten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht. Sie he, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland gebo ren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt David. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegen. Und alebalo war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerschaaren, die lobeten Gott, und spra chen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen. Am Tage St. Stephani, des ersten Märtyrers neuen Testaments. Epistel, Ap. Gesch. 6. und 7. Kapitel. tephanus aber voll Glaubens und Kräfte, that Wun der und große Zeichen unter dem Volf. Da standen etliche auf von der Schule, die da heißet der Libertiner, und der Eyrener und der Aleranderer, und derer, die aus Eilicia und Asia waren, und befragten sich mit Ste phano. Und sie vermochten nicht zu widerstehen der Weißheit und dem Geiste, der da redete. Da richteten fie zu etliche Männer, die sprachen: Wir haben ihn gehöret kä sterworte reden wider Mosen und wider Gott. Und bewegten das Volk und die Aeltesten, und die Schriftgelehrten, und traten herzu, und rissen ihn hin, und führeten ihn vor den Rath, und stellten falsche Zeugen dar, die sprachen: Dies ser Mensch höret nicht auf zu reden Lästerworte wider diese heilige Stätte und das Gefeß; denn wir haben ihn bö ren sagen: Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstö ren, und ändern die Sitten, die uns Moses gegeben hat. Und sie sahen auf ihn alle, die im Rath saßen, und sahen sein Angesicht, wie eines Engels Angesicht. Als er aber voll heiligen Geistes war, sah er auf gen Himmel, und sah die Herrlichkeit Gottes, und Jesum stehen zur Rechien Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrieen y und Evangelien. schrieen aber laut, und hielten die Ohren zu, und stürme. ten einmüthiglich zu ihm ein und stießen ihn zur Stadt binaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ab ihre Kleider zu den Füßen eines Jünglings, der hieß Saulus und steinigten Stephanum, der ausrief und sprach, Herr Jesu, nimm meinen Geist auf! Er fuiete aber nieder, und schrie laut: Herr behalte ihnen diese Sünde nicht! und als er das gesagt, entschlief er. Evangelium, Math. 23, v. 34:39. er Herr sprach zu den Pharisäern und Schriftgelehr. ten und Obersten der Juden: Siehe ich sende zu euch Propheten und Weisen und Schriftgelehrten, und dere felbigen werdet ihr etliche tödten und freuzigen, und et liche werdet ihr geißelt in euren Schulen, und werdet sie verfolgen von einer Stadt zu der andern; auf daß über euch komme alles das gerechte Blut, das vergoffen ist auf Erden, von dem Blut an des gerechten Abels bis auf das Blut Zacharias, Barachiä Sohn, welchen ihr getödtet habt zwischen dem Tempel und Altar. Wahrlich ich sage euch, daß solches alles wird über dies Geschlecht kommen. Jerusalem, Jerusalem, die bu tödtest die Propheten, und steinigest die zu bir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammlen wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter die Flügel, und ihr habt nicht ges wollt! Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden. Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jeßt an nicht sehen bis ihr sprecht: Gelobet sei der da kommt, in dem Namen des Herrn! et minde Un dem Tage St. Johannis des Apostels und dan da si Evangelisten. 072 G Epistel, Sirach 15, v. 1-8. Colches thut niemand, denn der den Herrn fürchtet; und wer sich an Gottes Wort hält, der findet sie. Und sie wird ihm begegnen, wie eine Mutter, und wird ihn empfahen wie eine junge Braut. Sie wird ihn speisen mit Brod des Verstandes, und wird ihn tränten mit Waffer der Weisheit. Dadurch wird er stark werden, daß er fest stehen kann, und wird sich an sie halten, daß er nicht zu Schanden B Episteln. Schanden wird. Sie wird ihn erhöhen über seinen Nächsten, und wird ihm seinen Mund aufthun in der Gemeine. Sie wird ihn krönen mit Freude und Won ne, und mit ewigem Namen begaben. Aber die Nar ren finden sie nicht, und die Gottlosen können sie nicht ersehen. Denn sie ist ferne von den Hoffärtigen, und die Heuchler wiffen nichts von ihr. 150 pippis 10 peop bis onu Imlu sonne dinitt milan Evangelium, Joh. 21, v. 15:24. Dª a sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Läminer. Spricht er zum andernmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja Herr, du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schaafe. Spricht er zum drittenmal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig daß er zum drittenmal zu ihm sagte: hast du mich lieb? Und sprach zu ihm: Herr, du weißest alle Dinge: du weißest, daß ich dich lieb habe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meire Schaafe. Wahrlich wahrlich, ich sage dir: da du jünger warest, gürtetest du dich selbst, und wandeltest wohin du wolltest, wenn du aber alt wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten, und führen, wo du nicht hin willst. Das sagte er aber zu deuten, mit welchem Tode er Gott preisen würde. Da er aber das gesagt, ſpricht er zu ihm: Folge mir nach. Petrus aber wandte sich um, und sahe den Jünger folgen, welchen Jesus lieb hatte, der auch an seiner Brust am Abendessen gelegen war, und gesagt hatte: Herr, wer ists, der dich verräth? Da Petrus dies sen sah, spricht er zu Jesu: Herr was soll aber dieser? Jesus spricht zu ihm: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dids an? Folge du mir nach. Da ging eine Rede aus unter den Brüdern: dieser Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach zu ihm: er stirbt nicht; sondern: so ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Dies ist der Jünger, der von diesen Din gen und Evangelien. 9 gen zeuget, und hat bies geschrieben. Und wir wissen, Alacanta sylion Ring daß sein Zengniß wahrhaftig ist. Am Sonntag nach dem Christtage. Epistel, Gal. 4, v. 1: 7.) Jo dh fage aber so lange der Erbe ein Kind ist, so ist uns ter ihm und einem Knechte fein Unterschied, ob er wohl ein Herr ist aller Güter; sondern er ist unter den Vormündern und Pflegern bis auf die bestimmte Zeit vom Vater. Also auch wir, da wir Kinder waren, waren wir gefangen unter den äußerlichen Satzungen. Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn gebos ren von einem Weibe, und unter das Gesetz gethan, auf daß er die, so unter dem Gefeße waren, erlösete, daß wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr denn Kinder fryd, hat Gott gesandt den Geist seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater, Also ist nun bie fein Knecht mehr, sondern eitel Kinder. Sind es aber Kinder, so finds auch Erben Gettes durch) Christum. burd) Chin Evangelium, Luca 2, v. 33:40. OHOL I nd sein Vater und Mutter wunderten sich deß, daß von ihm geredet ward. Und Simeon segnete fie, und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall und Auferstehen vieler in Ifrael, und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird. Und es wird ein Schwerdt durch eine Seele dringen, auf daß vies ler Herzen Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuel, vom Geschlechte Affer, die war wohl betaget, und hatte gelebet sieben Jahre mit ihrem Manne nach ihrer Jungfrauschaft, und war nun eine Wittwe bei vier und achtzig Jahren. Die fam nimmer vom Tempel, dienete Gott mit Fasten und Båten Lag und Nacht. Dieselbe trat auch hinzu zu dersels bigen Stunde, und preisete den Herrn, und redete von ihm zu allen, die auf die Erlösung zu Jerusalem warteten. Und da sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie wieder in Galiläam zu ihrer Stadt Nas 10 Episteln. dan Nazareth. Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. ghi Am neuen Jahrstage. Epistel, Gal. 3, v. 23.29. he denn aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahret, und verschlossen auf den Glauben, der da sollte offenbaret werden. Also ist das Gesetz un fer Zuchtmeister gewesen auf Christum, daß wir durch den Glauben gerecht würden. Nun aber der Glaube kommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle Gottes Kinder, durch den Glauben an Chris ftum Jesum. Denn wie viel euer getauft sind, die haben Christum angezogen. Hie ist fein Jude noch Grieche, bie ist kein Knecht noch Freier, hie ist kein Mann noch Weib; denn ihr seid allzumal einer in Christo Jesu. Seid ihr aber Christi, so seid ihr ja Abrahams Saamen, und nach der Verheißung Erben. Evangelium, Lucă 2, v. 21. LI nd da acht Tage um waren, daß das Kindlein beschnitten wurde, da ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe empfangen ward. Goruser/ eding Um Sonntage nach dem neuen Jahre. 911 750 00 Epistel, Lit. 3, v. 4: 7. a aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit um der willen der Gerechtigkeit, die wir gethan haben, sondern nach seiner Barmherzigkeit machte er uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Geistes, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesum Christum, unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht, und Erben seien des ewi. gen Lebens nach der Hoffnung; das ist gewißlich wahr. Evans und Evangelien. Evangelium, Matth. 2, v. 13/15 mie Dª a die Weisen aus Morgenland hinweg gezogen was ren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Joseph im Traum, und sprach: stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir, und fleuch in Egyptenland, und bleib allda, bis ich dir sage; denn es ist vor handen, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzu bringen. Und er stund auf, und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht, und entwich in Egyptenland, und blieb allda bis nach dem Tode Herodis, auf daß erfüllet würde, das der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: Aus Egypten habe ich meinen Sohn gerufen. EUND Am Feste Epiphaniä, oder der Erscheinung T Chrifti Epistel, Jesaias 60, v. 1.6.00 ache dich auf, werde Licht; denn dein Licht kommt, Denn siehe, Finsterniß bedecket das Erdreich, und Dunkel die Völker. Über über dir gehet auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheinet über dir. Und die Heiden werden in deinem Licht wandeln, und die Könige im Glanz, der über dir aufgehet. Hebe deine Augen auf und siehe um: her; diese alle versammelt kommen zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen, und deine Töchter zur Seiten erzogen werden. Dann wirst du deine Lust sehen und ausbrechen und dein Herz wird sich wundern und ausbreis ten, wann sich die Menge am Meer zu dir bekehret, und die Macht der Heiben zu dir kommt. Denn die Menge der Kameele wird dich bedecken, und die Läufer aus Midian und Epha. Sie werden aus Saba alle kommen, Gold. und Weihrauch bringen und des Herrit Lob verfündigen. Evangelium, Matth. 2. v. 1:12. Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, das kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und spras Dª a Episteln sprachen: wo ist der neu geborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande, und sind kommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörete, erschrack er, und mit ihm das ganze Jerusalem, und ließ versammeln alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk, und er forschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm zu Bethlehem im jüdischen Lande. Denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Betha lehem im jüdischen Lande bist mir nichten die kleinste unter den Fürsten Juda, denn aus dir foll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sey. Da berief Herodes die Weisen heimlich, und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre. Und weisete sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin, und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, so sagt mirs wieder, daß ich auch komme und es anbäte. Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet und gingen in das Haus, und funden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter und fielen nieder und beteten es an, und thaten ihre Schäße auf, und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen. Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken. Und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land. 12 Am 1: Sonntag nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, v. 1-6. $ DEP Jed ch ermahne euch, lieben Brüder, durch die Barmher zigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sey, wel. dhes sey euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellet eudy nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Verneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, wel ches da sey der gute der wohlgefällige und der vollkommene Gottes Wille. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weis 13 und Evangelien. weiter von ihm halte, denn sich's gebühret zu halten, sons dern daß er von ihm mäßiglich halte, ein jeglicher nach dem Gott ausgetheilet hat das Maas des Glaubens. Denn gleicher Weise, als wir in einem Leibe viele Glieder heben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäfte haben; also sind wir viel ein Leib in Christo, aber untereinander ist einer des andern Glied. Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade die uns gegeben ist. Evangelium, Luca 2, v. 42,52. Da Jefus 12 Jahr alt war, gingen seine Eltern hinauf gen nach des da die Tage vollendet waren, und sie wieder zu Hause gingen, blieb das Kind Jesus zu Jerusalem, und seine Eltern wußten's nicht. Sie meineten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagreise, und suchten ihn unter den Gefreundeten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, giengen sie wiederum gen Jerusalem, und such ten ibn. Und es begab sich nach dreien Zagen fanden sie ihn im Tempel sitzen mitten unter den Lehrern, daß er ihnen zuhörete und sie fragte. Und alle, die ihm zuhöreten, wunderten sich seines Verstandes und seiner Antwort. Und da sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das gethan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmer zen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Was ists, daß ihr mich gesucht habt? Wisset ihr nicht, daß ich seyn muß in dem, das meines Vaters ist? Und sie verstunden das Wort nicht, das er mit ihnen redete. Und er ging mit ihnen hinab, und kam gen Nazareth, und war ihnen unterthan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Am II, Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, Röm. 12, v. 7:16. it mus at jemand Weisfagung, so sei sie dem Glauben ähnAmts 16 Episteln. fo thut ers. Da Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, solchen Glauben habe ich in Israel nicht funden. Aber ich sage euch: Viel werden kommen von Morgen und vom Abend, und mit Abraham und Ifaac und Jacob im Himmelreich sitzen. des ausgestoßen in die äußerste Finsterniß hinaus; da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Und Jesus sprach zu dem Haupt, mann: Gehe hin, dir geschehe wie du geglaubt haft. Und sein Knecht ward gesund zu derselbigen Stunde. Aber die Kin Reichs werden 647 MONDEO mediusite noko la Am IV. Sonntage nach der Erscheinung Chrifti. Epistel, Röm. 13, v. 8. 10. ( eyd niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch unter einander liebet. Denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht chebrechen: Du sollst nicht tödten: Du sollst nicht stehlen: Du sollst nicht falsch Zeugniß geben: Dich soll nichts gelü sten; und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben, als dich selbst. Die Liebe thut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. I al 1971 197 #E Evangelium, Matth. 8, v. 23:27, stens sid 93070 Jent esus trat in das Schiff, und seine Jünger folgeten ihm. Und siehe da erhub sich ein groß Ungestümm im Meer, also, daß aud) das Schifflein mit Wellen bedecket ward, und er schlief. Und die Jünger traten zu ihm, und weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir verderben. Da sagte er zu ihnen: Shr Kleingläubigen, warum seid ihr so furchtsam? Und stund auf, und bedrohete den Wind und das Meer; da ward es ganz stille. Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen, was ist das für ein Mann, daß ihm Wind und Meer gehorsam ist? alt Am und Evangelien. Um V. Sonntag nach der Erscheinung Chrifti. Epistel, Koloff. 3, v. 12:17. o ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Speis ligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freunds lichkeit, Demuth, Sanftmuth, Geduld; und vertrage einer den andern, und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern: gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr. Ueber alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. Und der Friede Gottes regiere in euren Herzen, zu wel chem ihr auch berufen seid in einem Leibe, und seid dank bar. Laffet das Wort Christi unter euch reichlich wohnen, in aller Weisheit; lehret und vermahnet euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen lieblichen Lies dern, und singet dem Herrn in eurem Herzen. Und alles, was ihr thut mit Worten oder mit Werken, das thut alles in dem Namen des Herrn Jesu, und danfet Gott und dem Vater durch ihn. 17 Evangelium, Matth. 13, v. 24:30. Cesus legte ihnen ein anderes Gleichniß vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der gue ten Samen auf seinen Acker fäete. Da aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säete Unkraut zwischen den Waizen, und ging davon. Da nun das Kraut wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut. Da traten die Knechte zu dem Hausvater, und sprachen: Herr haft du nicht guten Samen auf deinen Acker gefäet? Woher hat er denn das Unfraut? Er sprach zu ihnen: das hat der Feind gethan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, daß wir hingehen, und es ausgäten? Er sprach: Nein! auf daß ihr nicht zugleich den Waizen mit ausranfet, so ihr das Unfraut ausgätet. Laffet beides mit einander wachsen bis zu der Erndte, und um der Erndte Zeit will ich den Schnittern sagen: Sammelt zuvor das Unkraut, und bindet es in Bündlein, daß man es verbrenne; aber den Waizen sammelt mir in meine Scheuern. Am 6 18 Episteln. Um VI. Sonntage nach der Erscheinung Christi. Epistel, 2 Petri 1, v. 16.21. ir haben nicht den klugen Fabeln gefolget, da wir euch kund gethan haben die Kraft und Zukunft un sers Herrn Jesu Christi; sondern haben seine Herr lichkeit selbst gesehen, da er empfing von Gott dem Va ter Ehre und Preis, durch eine Stimme, die zu ihm ges schah von der großen Herrlichkeit dermaßen: Dies ist mein lieber Sohn an dem ich Wohlgefallen habe. Und diese Stimme haben wir gehöret vom Himmel gebracht, da wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge. Wir ha ben ein festes prophetisches Wort, und ihr that wohl, daß ihr darauf achtet, als auf ein Licht, daß da scheinet in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. Und das sollt ihr für das erste wissen, daß feine Weisfagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weisfagung aus menschlichem Willen hervorges bracht; sondern die heiligen Menschen gerebet, getrieben von dem heiligen Geist. 2 Gottes haben Evangelium, Matth. 17, v. 1: 9. Und nd nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrum und Jacobum und Johannem, seinen Bruder, und füh rete sie beiseits auf einen hohen Berg, und ward vertläs ret vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß, als ein Licht. Und siehe, da erschien ihnen Moses und Elias, die redeten mit Petrus aber antwortete, und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut seyn: willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine, Most eine, und Elia eine. Da er noch also redete, siehe da überschattete sie eine lichte Wolfe. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Da das die Jünger höreten, fielen sie auf ihr Angesicht, und erschracken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührete sie an und sprach: Stehet auf, und fürchtet euch nicht. Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand, denn Jesum allein. Und da sie vom Berge und Evangelien. Berge herab gingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Todten auferstanden ist. 19 Am Sonntage Septuagesima. Epistel, 1Kor. 9, v. 24 bis Kap. 10., v. 5. Diffet ihr nicht, daß die, so in den Schranken laufen die laufen alle, aber Einer erlanget das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet. Ein jeglicher aber, der da kämpfet, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergängliche Krone emptangen: wir aber eine uns vergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs Unges wiffe; ich fechte alfo, nicht als der in die Luft streichet; sondern ich betäube meinen Leib, und zähme ihn, daß ich nicht den andern prebige, und selbst verwerflich werde. Ich will ench aber, lieben Brüder nicht verhalten, daß unsere Väter sind alle unter der Wolfe gewesen, und sind alle durch das Meer gegangen und sind alle unter Mose getauft mit der Wolfe und mit dem Meer, und haben alle eis nerlei geistliche Speise gegessen, und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranken aber von dem geistlichen Fels, der mit folgte, welcher war Christus. Über an ihrer vielen hatte Gott feinen Wohlgefallen; denn sie sind niedergeschlagen in der Wüste. Evangelium, Matth. 20, v. 1. 16. refus sprach zu seinen Jüngern: Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der am Morgen ausging, Arbeiter zu miethen in seinen Weinberg. Und da er mit den Arbeitern eins ward um einen Groschen zum Taglohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und ging aus um die dritte Stunde, und sah andere an dem Markt müßig stehen, und sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gin gen hin. Abermal ging er aus um die sechste und neunte Stunde, und that gleich also. Um die elfte Stunde aber ging er aus, und fand andere müßig stehen, und sprach zu ihnen: was stehet ihr hier den ganzen Tag müßig? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand gedinget. Er sprach 62 20 Episteln. sprach zu ihnen: Gehet ihr auch hin in den Weinberg, und was recht sein wird, soll euch werden. Da es nun Abend ward, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe die Arbeiter und gieb ihnen den Lohn, und hebe an dem Letzten bis zu dem Ersten. Da ta men, die um die eilfte Stunde gedinget waren, und em pfing ein jeglicher seinen Groschen. Da aber die Ersten tamen, meineten fie, sie würden mehr empfangen, und fie empfingen auch ein jeglicher seinen Groschen. Und da sie den empfingen, murrten sie wider den Haushalter und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gears beitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Las ges Last und Hißze getragen haben. Er antwortete aber, und sagte zu einem unter ihnen: Mein Freund, ich thue dir nicht unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Groschen? Nimm was dein ist, und gehe hin. Ich will aber biesem Leßten geben gleich wie dir. Oder habe ich nicht macht zu thun, was ich will mit dem Meinen? Sie hest du darum scheel, daß ich so gütig bin? Also werden die fetten die Ersten, und die Ersten die Letzten seyn. Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählet. Am Sonntage Seragefimä. Epistel, 2 Kor. 11, v. 19. bis Kap. 12, v. 9. Lieben ben Brüder! Ihr vertraget gern die Narren, dieweil ihr flug seid. Ihr vertraget, so euch jemand zu Knech ten macht, so euch jemand schindet, so euch jemand nimmt, so euch jemand troßt, so euch jemand in das Angesicht streichet. Das sage ich nach der Unehre, als wären wir schwach geworden. Worauf nun jemand kühn ist,( ich rebe in Thorheit) barauf bin ich auch fühn. Sie sind Hebräer, ich auch; sie sind Israeliten, ich auch; sie sind Abrahams Samen, ich auch. Sie sind Diener Christi; ( ich rede thöricht) ich bin wohl mehr. Ich habe mehr gearbeitet, ich habe mehr Schläge erlitten, ich bin öfter gefangen, oft in Tobesndthen gewesen. Von den Juden has be ich fünfmal empfangen vierzig Streiche weniger eins. Ich bin dreimal gestäupet, einmal gesteiniget, dreimal has be ich Schiffbruch erlitten, Tag und Nacht habe habe ich zuges bracht 21 und Evangelien bracht in der Liefe des Meeres. Ich bin oft gereiset; ich bin in Gefahr gewesen zu Wasser, in Gefahr uns ter den Mördern, in Gefahr unter den Juden, in Gefahr unter den Heiden, in Gefahr in den Städten, in Gefahr in der Wüste, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter unter den falschen Brüdern, in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; ohne was sich fonst zuträgt, nemlich, daß ich täglich werde angelaufen und trage Sorge für alle Gemeinen. Wer ist schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? So ich mich je rühmen soll, will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Gott und der Bater unsers Herrn Jefu Chrifti, welcher sey gelobet in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge. Zu Damascus der Landpfleger des Königs Areta verwahrte die Stadt der Damascer, und wollte mich greifen, und ich ward in einem Korbe zum Fenster aus durch die Mauer niedergelassen, und entrann aus seinen Händen. Es ist mir ja das Rühmen nichts nüße, doch will ich kommen auf die Geschichte und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christo vor vierzehn Jahren( ist er in dem Leibe gewesen, so weiß ich es nicht oder ist er außer dem Leibe gewesen, so weiß ich es auch nicht; Gott weiß es); derselbige ward entzückt bis in ben dritten Himmel. Und ich kenne denselbigen Menschen.( Ob er in dem Leibe oder außer dem Leibe gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es). Er ward entzückt in das Paradies, unb hörte unaussprechliche Worte, welche kein Mensch sagen kann. Davon will ich mich rühmen; von mir selbst aber will ich mich nichts rühmen, ohne meiner Schwachheit. Und so ich mich rühmen wollte, thäte ich darum nicht thöricht; denn ich wollte die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber deß, auf daß nicht jemand mich höher achte, denn er an mir slehet, oder von mir höret. Und auf daß ich mich nicht der hohen Offenbarung über, hebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nemlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlage, auf daß ich mich nicht überhebe. Dafür ich dreimal dem Herrn geflehet habe, daß er von mir wiche. Und er hat zu mir gesagt: Laß dir an meiner Gnade genügen; benn meine Kraft 22 Episteln. Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerlichsten rühmen meiner Schwachheit, auf daß die Kraft Chrifti bei mir wohne. Evangelium, Luca 8, v. 4 15. a nun viel Volks bei einander war, und aus den Dª Städten zu Jefu eilten, sprach er durch ein Gleichniß. Es ging ein Ehemann aus zu fäen seinen Samen, und indem er fäcte fiel etliches an den Weg, und ward vertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen es auf. Und etliches fiel auf den Fels, und da es aufging, verdorrete es, darum, daß es nicht Saft hatte. Und etliches fiel mitten unter die Dornen, und die Dere nen gingen mit auf und erfickten es. Und etliches fiel auf ein gutes Land, und es ging auf und trug hunderts fältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, ber höre. Es fragten ihn aber seine Jün ger, und sprachen, was dieses Gleichniß wäre? Er aber sprach: Euch ist es gegeben, zu wissen das Geheimniß des Reichs Gottes; den andern aber in Gleichnissen, daß sie es nicht sehen, ob sie es schon sehen, und nicht verstehen, ob sie es schon hören. Das ist aber das Gleichniß: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Wege sind, das sind, die es hören; darnach kommt der Teufel, und nimmt das Wort von ihrem Her, zen, auf daß sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels, find die, wenn sie es hören, nebe men sie das Wort mit Freuden an; und die haben nicht Wurzel; eine Zeitlang glauben sie und zur Zeit der Un fechtung fallen sie ab. Das aber unter die Dornen fiel, sind die, so es hören, und geben hin unter den Sorgen, Reichthum und Wollust dieses Lebens, und ersticken, und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Lande, sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen, und bringen Frucht in Geduld.nd 10. Am Sonntage vor der Fasten, Estomihi. 950# Epistel, 13 Kor. 1, v. 1 13. Pieben Brüder! wenn ich mit Menschen und mit Engelse zungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönen, und Evangelien. 23 tönendes Erz, oder eine klingende Schelle. Und wenn ich weissagen könnte, und wüßte alle Geheimnisse, und alle Erkenntniß, und hätte allen Glauben, also, daß ich Berge verseßte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe, und ließe meinen Leib brennen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir es nichts nüße. Die Liebe ist langmüthig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibet nicht Muthwillen, fie blähet sich nicht, sie stellet sich nicht uns gebärdig, sie suchet nicht das Shre, sie läßt sich nicht erbittern, fie trachtet nicht nach Schaden, sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, fie freuet sich aber der Wahrheit, sie verträgt alles, fie glaubet alles, sie hof fet alles, ste duldet alles. Die Liebe hört nimmer auf, so doch die Weiffagungen aufhören werden, und die Sprachen aufhören werden, und das Erkenntniß aufhö ren wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser Weissagen ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören; da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind, und war flug wie ein Kind, und hatte kindische Anschläge; da ich aber ein Mann ward, that ich ab, was kindisch war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunkeln Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jeht erkenne ich es stück. weise: dann aber werde ich es erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei: aber die Liebe ist die größeste unter ihnen. Evangelium, Luca 18, v, 31, 43. Jefus efus nahm zu sich die Zwölfe, und sprach zu ihnen: Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Cohn. Denn er wird über antwortet werden den Heiden, und er wird verspottet, und geschmähet, und verspeiet werden; und sie werden ihn geißeln und tödten, und am dritten Lage wird er wieder auferstehn. Sie aber vernahmen der feins, und die Rede war ihnen verborgen, und wußten nicht, was das gesagt war. Es geschah aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege, und bettelte. Da 24 Episteln Da er aber hörete das Volf, daß durchhin ging, for schete er, was das wäre. Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Und er rief und sprach: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Die aber vorne an gingen, bedrohten ihn, er sollte schweigen, er aber schrie vielmehr: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Jesus aber stand still, und hieß ihn zu sich führen. Da sie ihn aber nahe bei ihn brach ten, fragte er thn, und sprach: Was willst du, daß ich dir thun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehen möge. Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend; dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend, und folgte ihm nach, und pries Gott. Und alles Volk, das solches fah, lobte Gott. Am 1. Sonntage in der Fasten, Invocavit. Epistel, 2 Kor. 6, v. 1:10. Lieben Brüder! wir ermahnen euch als Mithelfer, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes empfanget. Denn er spricht: Ich habe dich in der angenehmen Zeit erhöret, und habe dir am Lage des Heils geholfen. Se het, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Zag des Heils. Lasset uns aber niemand irgend ein Aergerniß geben, auf daß unser Amt nicht verlästert werde; son dern in allen Dingen lasset uns beweisen als die Dies ner Gottes, in großer Geduld, in Trübfal, in Nöthen, in Alengsten, in Schlägen, in Cefängnisfen, in Aufi ruhren, in Arbeit, in Wachen, in Fasten, in Keusch heit, in Erkenntniß, in Langmuth, in Freundlichkeit, in dem heiligen Geist, in ungefärbter Liebe, in dem Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch Wass fen der Gerechtigkeit, zur Rechten und zur Linken; durch Ehre und Schande, durch böse Gerüchte und gute Ge rüchte; als die Verführer, und doch wahrhaftig; als die Unbekannten, und doch bekannt; als die Sterbens den, und siehe, wir leben; als die Gezüchtigten, und doch nicht ertödiet; als die Traurigen, aber allezeit fröh lich; als die Armen, aber die doch viel reich machen; als die nichts inne haben, und doch alles haben. Evan und Evangelien: Evangelium, Matth. 4, v. 1:11. a ward Jesus vom Geiste in die Wüste geführet, 25 vierzig Lage und vierzig Nächte gefastet hatte, hun. gerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brod werden. Und er antwortete und sprach: Es stehet ges schrieben: der Mensch lebet nicht von Brod allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes gehet. Da führete ihn der Zeufel mit sich in die heilige Stadt, und stellete ihn auf die Zinne des Teme pels, und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es stehet geschrieben: Er wird seinen Engel über dir Befehl thun, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum stehet auch geschrieben: Du sollst Gott, deis nen Herrn nicht versuchen. Wieberum führete ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg, und zeigete ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit, und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, so du nies derfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir, Satan; denn es siehet geschries ben: Du sollst anbeten Gott deinen Herrn, und ihm allein dienen. Da verließ ihn der Teufel, und slehe, da traten die Engel zu ihm und dieneten ihm. Am II. Sonntage in der Fasten, Neminiscere. Epistel, 1 Thess. 4, v. 1.7. eiter, lieben Brüder, bitten wir euch, und ermahs nen euch in dem Herrn Jesu, nachdem ihr von uns empfangen habt, wie ihr sollt wandeln und Gott gefallen, daß ihr immer völliger werdet. Denn ihr wisset, welche Gebote wir euch gegeben haben, durch den Herrn Jesum. Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr meidet die Hurerei, und ein jeglis cher unter euch wisse sein Faß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Lustseuche, wie die Heiden, die von 26 Episteln von Gott nichts wissen; und daß niemand zu weit greife, noch vervortheile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeuget haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung. Evangelium, Matth. 15, v. 21, 28. Und Jesus ging aus von dannen, und entwich in die Gegend und Und siehe, ein Kana, näisches Weib ging aus derselbigen Gränze, und schrie ihm nach, und sprach: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner; meine Tochter wird vom Teufel übel geplaget. Und er antwortete ihr fein Wort. Da tra ten zu ihm seine Jünger, baten ihn, und sprachen: Laß sie doch von dir; denn sie schreiet uns nach. Er ant wortete aber und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur zu den verlornen Schaafen von dem Hause Ifrael. Sie aber tam, und fiel vor ihm nieder, nnd sprach: Herr, hilf mir. Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht fein, daß man den Kindern ihr Brod nehme, und werfe es vor die Hunde. Ste sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamen, die von ihrer Herren Tische fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Weib, dein Glaube ist groß! dir geschehe, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund zu derselbigen Stunde. Am III. Sonntage in der Fasten, Oculi. Epistel, Epehf. 5, v. 1.9. o seid nun Gottes Nachfolger, als die lieben Kin der, und wandelt in der Liebe, gleichwie Christus uns hat geliebet, und sich selbst dargegeben für uns zur Gabe und Opfer, Gott zu einem süßen Geruch. Hu rerei aber und alle Unreinigkeit, oder Geiz, laffet nicht von euch gesagt werden, wie den Heiligen zustehet. Auch schandbare Worte und Narrentheidinge, ober Scher, welche euch nicht ziemen, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Hu rer, oder Unreiner, oder Geiziger,( welcher ist ein Go gens und Evangelien. 27 pendiener) Erbe hat an dem Reich Chrifti und Got tes. Laffet euch niemand verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser willen kommt der Zorn Got tes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr waret weiland Finsterniß nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts. Die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit, und Gerechtigkeit, und Wahrheit. Evangelium, Luca 11, v. 14- 28 Jefus refus trieb einen Teufel aus, der war stumm. Und es geschah, da der Teufel ausfuhr, da redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich. Etliche aber unter ihnen sprachen: Er treibt die Teufel aus durch Beelzebub, den Obersten der Teufel. Die andern aber verjuditen ihn, und begehrten ein Zeichen von ihm vom Himmel. Er aber vernahm ihre Gedanken, und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, so es mit ihm selbst uneins wird, das wird wüste, und ein Haus fällt über das andere. t denn ber Satanas auch mit ihm selbst un eins, wie will sein Reich bestehen? Dieweil ihr faget, ich tretbe die Teufel aus durch Beelzebnb. So aber ich die Teufel durch Beelzebub austreibe, durch wen treis ben sie eure Kinder aus? Darum werden sie eure Rich ter seyn. So ich aber durch Gottes Finger die Teufel austreibe, so fommt je das Reich Gottes zu euch. Wenn ein starker Gewapneter seinen Palast bewahret, fo bleis bet das Seine mit Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt, und überwindet ihn, so nimmt er ihmi feinen Harnisch, darauf er sich verließ, und theilet den Raub aus. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreuet. Wenn ber unsaubere Geist von dem Menschen ausfähret, so durchwandelt er dürre Stätte, suchet Ruhe und findet ihrer nicht; so spricht er: Ich will wieder umfehren in mein Haus, daraus ich gegangen bin. Und wenn er kommt, so findet ers mit Besen gefehret und geschmüt fend Dann gehet er hin und nimmt sieben Geister zu sich die ärger sind, denn er selbst. Und wenn sie hinein kommen wohnen sie ba, und wird hernach mit demfel monis fub funnid gmig todo omla bigen #WE 28 Episteln bigen Menschen ärger, denn vorhin. Und es begab sich, da er solches redete, erhob ein Weib im Volk die Stimme, und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gelegen haft. Er aber sprach: Ja, selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren. Am IV. Sonntage in der Fasten, Lätare. Epistel, Gal. 4, v. 21 31. aget mir, bie ihr unter dem Gesetze seyn wollt, habt ihr das Gesetz nicht gehöret? Denn es stehet ges schrieben, daß Abraham zween Söhne hatte, einen von der Magd, den andern von der Freien. Aber der von der Magd war, ist nach dem Fleische geboren; der aber von der Freien, ist durch die Berheißung geboren. Die Worte bedeuten etwas. Denn das sind die zwei Zestas mente, eins von dem Berge Sina, das zur Knechtschaft gebicret, welches ist die Agar. Denn Agar heißt in Aras bía der Berg Sina, und langet bis gen Jerusalem, das zu dieser Zeit ist, und ist dienstbar mit seinen Kindern. Aber das Jerusalem, des droben ist, das ist die Freie, die ist unser aller Mutter. Denn es stehet geschrieben: Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierest, und brich hervor, und rufe, die du nicht schwanger bist; denn die Einfame hat viel mehr Kinder, denn die den Mann hat. Wir aber, lieben Brüder, sind saaks nach der Berheißung Kinder. Aber gleichwie zu der Zeit, der nach dem Fleisch geboren war, verfolgte den, der nach dem Geist geboren war, also gehet es jetzt auch. Aber was spricht die Schrift? Stoße die Magd hinaus mit ihrem Sohne; denn der Magd Sohn soll nicht erben mit dem Sohne der Freien. So sind wir nun, lieben Brüder, nicht der Magd Kinder, sondern der Freien. Trattor >> Evangelium, Joh. 6, v. 1 15. und T Dar Stadt Liberias in Galiläa. Und es zog ihm viel weg über das Meer an ber arnach fuhr Jesus Volfs nach, darum, daß sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken that. Jesus aber ging hinauf auf einen Berg und Evangelien 29 Philippus antBrods ist Berg, und setzte sich baselbst mit seinen Jüngern. Es war aber nahe die Ostern, der Juden Fest. Da hob Jesus seine Augen auf, und siehet, daß viel Volks zu ihm kommt, und spricht zu Philippo: Wo kaufen wir Brod, daß diese essen?( Das sagte er aber, ihn zu versuchen; denn er wußte wohl, was er thun wollte.) wortete ihm: 3weihundert Pfennigenwerth nicht genug unter sie, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nähme. Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Ans dreas, der Bruder Simonis Petri: Es ist ein Knabe hier, der hat fünf Gerstenbrode und zween Fische; aber was ist das unter so viele? Sesus aber sprach: Schaf fet, daß sich das Volk lagere. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich bei fünf tausend Mann. Jefus aber nahm die Brobe, dankete und gab sie den Jüngern, die Jünger aber denen, die sich gelagert hatten; deffelbigen gleichen auch von den Fischen, wie viel er wollte. Da sie aber satt waren, sprach er zu seinen Sün gern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts um. komme. Da sammelten sie, und fülleten zwölf Körbe mit Brocken, von den fünf Gerstenbroden, die überblies ben denen, die gespeiset worden. Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus that, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden, und ihn haschen, daß sie ihn zum König machten, entwich er abermal auf den Berg, er selbst allein. Um V. Sonntage in der Fasten, Judica. Epistel, Hebräer 9, v. 11- 15. Christus aber ist gekommen, daß er sei ein Hoherpriester der zukünftigen Güter, durch eine größere und volle kommnere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebaut ist; auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch sein eignes Blut einmal in das Heilige eingegangen, und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn so der Ochs und der Böcke Blut, und die Asche von der Kuh gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit; wie viels 30 Episteln vielmehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Wandel durch den beiligen Geist Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den tobten Werken, zu dienen dem lebendigen Gett! Und darum ist er auch ein Mittler des neuen Testaments, auf daß durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Ulebertretungen, die unter dem ersten Testamente waren, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe empfangen. Evangelium, Joh. 8, v. 46, 59, wi Jefus esus sprach zu den Juden: Welcher unter euch fann mich einer Sünde zeihen? So ich euch aber die Wahrheit fage, warum glaubet ihr mir richt? Wer von Gott ist, der höret Gottes Wort. Darum höret ihr nicht, denn ihr seid nicht von Gott. Da antwor teten die Juden, und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, daß du ein Samariter bist, und haft den Teufel? Jesus antwortete: ich habe keinen Teufel, sondern ich chre meinen Vater, und ihr unehret mich. Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der fle suchet und richtet. Wahrlich, wahrlich ich sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Lod nicht sehen ewiglich. Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, daß du den Teufel hast, Abraham, ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: Go jemand mein Wort hält, der wird ben Lod nicht schmeks ken ewiglich. Bist du mehr, denn unser Vater Abra ham, welcher gestorben ist? und die Propheten sind ges storben. Was machst du aus dir selbst? Jesus antwor tete: So ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehret, welchen ihr sprechet, er sei euer Gett, und fennet ihn nicht. Sch aber kenne ihn. Und so ich würde sagen: Ich kenne ihn nicht; so würde ich ein Lügner, gleichwie ihr seid. Aber ich kenne ihn, und halte sein Wort. Abraham, euer Vater, ward froh, daß er meinen Tag sehen sollte; und er sah ihn, und freuete sich. Da sprachen die Jus den zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahr alt, und haft Abraham gesehen? Jesus syrach zu ihnen: Wahr lich, wahrlich ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin 31 und Evangelien. bin ich. Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn wür fen. Aber Jesus verbarg sich, und ging zum Tempel hinaus, mitten durch sie hinstreichend. Um VI. Sonntage in der Fasten, Palmarum. Epistel, Philippi, 2, v. 5. 11. Ein in jeglicher sei gesinnet, wie Jesus Christus auch war. Welcher, ob er wohl in göttlicher Gestalt war, hielt er es nicht für ein Raub, Gott gleich seyn; sondern äußerte sich selbst, und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch, und an Gebärs den als ein Mensch erfunden Er erniedrigte sich selbst, und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Lode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöhet, und hat ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist: daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller berer Kniee, die im Himmel und auf Erden, und unter der Erde sind; und alle Zungen betennen sollen, daß Jesus Christus der Herr fei, zur Ehre Gottes des Vaters. Evangelium, Matth. 21, v. 19. Siehe das Evangelium am ersten Sonne tage des Advents. Seite 1. Um heiligen Ostertage. Epistel, 1 Kor. 5, v. 6.8. Cuer Ruhm ist nicht fein. Wisset ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Zeig versäuert? Dars um feget den alten Sauerteig aus, auf daß ihr ein neuer Leig seid, gleichwie ihr ungesäuert seid. Denn wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, für uns geopfert. Darum lasset uns Ostern halten, nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Boßheit und Schalkheit, sondern im Süßteig der Lauterkeit und der Wahrheit. Evangelium, Mark. 16, v. 148, nd da der Sabbat vergangen war, fauften Maria zerei, 32 Episteln geret, auf daß sie kämen und Jesum salbeten. Und sie famen zum Grabe an einem Sabbath sehr frühe, da die Sonne aufging. Und sie sprachen unter einander: Wer wälzt und den Stein von des Grabes Thür? Und sie sahen dahin, und wurden gewahr, daß der Stein abges wälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab, und sahen einen Jüngling zur rech ten hand sizzen, der hatte ein langes weißes Kleid an; und sie entseßten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzet euch nicht. Ihr suchet Jesum von Nazareth, den Ge freuzigten; er ist auferstanden, und ist nicht hier. Siehe da die Stätte, da sie ihn hinlegten. Gehet aber hin, und saget es seinen Jüngern und Petro, daß er vor euch hingehen wird in Galiläa: da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gefaget hat. Und sie gingen schnell hinaus, und flohen von dem Grabe; denn es war sie Zittern und Ent feßen angekommen: und sagten niemand nichts; denn sie fürchteten sich. Am Ostermontage. Epistel, Ap. Gesch. 10, v. 34; 41. Petru etrus aber that seinen Mund auf, und sprach: Nun erfahre ich mit der Wahrheit, daß Gott die Pers son nicht ansiehet; sondern in allerlei Volk, wer ihn fürchtet und recht thut, der ist ihm angenehm. Shr wis set wohl von der Predigt, die Gott zu den Kindern Ifrael gefandt hat, und verkündigen lassen den Frieden durch Jesum Christum,( welcher ist ein Herr über alles,) die durch das ganze jüdische Land geschehen ist, und ange gangen in Galiläa, nach der Laufe, die Johannes pre bigte: wie Gott denselbigen Jefum von Nazareth gefal bet hat mit dem heiligen Geist und Kraft, der umher gezogen ist, und hat wohlgethan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles deß, daß er gethan hat im jüdischen Land und zu Jerufalem. Den haben sie getödtet, und an ein Holz gehänget. Denselbigen hat Gott auferwecket am dritten Lage, und ihn lassen offenbar werden, nicht allem Volk, sondern uns und Evangelien. uns, ben vorerwählten Zeugen von Gott, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstans den ist von den Todten. 33 Evangelium, Lucä 24, v. 13, 35, siehe, zween aus den Jüngern des Herrn gins gen an demselbigen Tage in einen Flecken, der for von Jerusalem sechzig Feldwegs weit, deß Name heißt Emmahus. Und sie redeten mit einander von allen diesen Geschichten. Und es geschah, da sie so redeten und befragten sich mit einander, nahete Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehal ten, daß sie ihn nicht kannten. Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch hans delt unterwegs, und seid traurig? Da antwortete einer, mit Namen Kleophas, und sprach zu ihm: Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist? Und er sprach zu ihnen: Welches? Sie aber sprachen zu ihm: Das von Jesu von Nazareth, welcher war ein Pro: phet, mächtig von Thaten und Worten, vor Gott und allem Bolf; wie ihn unsere Hohenpriester und Obersten überantwortet haben zur Verdammniß des Todes, und gefreuziget. Wir aber hofften, er sollte Israel erlösen. Und über das alles ist heute der dritte Tag, daß sols ches geschehen ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der Unsern, die sind frühe bei dem Grabe gewes fen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben ein Gesicht der Engel gesehen, welche sagen, er lebe. Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe, und fanden es also, wie die Weiber sagten, aber ihn fanden sie nicht. Und er sprach zu ihnen: O ihr Thoren und trages Herzens, zu glauben allem dem, das die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden, und zu seiner Herrlichkeit eingehen? Und fing an von Mose und allen Propheten, und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren. Und sie famennahe zum Flecken, da sie hingingen; und er stellte sich 34 nail Episteln fich, als wollte er weiter gehen. Und sie nöthigten ihn, und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, da er mit ihnen zu Lische saß, nahm er das Brod, dankete, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. Und sie sprachen unter einander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege, als er uns die Shrift öffnete? Und sie standen auf zu derselbigen Stunde, kehrten wieder gen Jerusalem, und fanden die Eilfe versammelt, und die bei ihnen waren, welche sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen. Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brod brach. 38 and dit jo oradlining Am Ofterdienstage ist 4900 490 Epistel, Ap. Gesch. 13. v. 26-33. 390 hr Männer, lieben Brüder, ihr Kinder des Geschlechts Abrahams, und die unter Euch Gott fürchten, euch ist das Wort dieses Heils gesandt. Denn die zu Jerusa lem wohnen, und ihre Obersten, dieweil sie diesen nicht kannten, noch die Stimme der Propheten, welche auf alle Sabbather gelesen werden, haben sie dieselben mit ihren Urtheilen erfüllet. Und wiewohl sie keine Ur fachen des Lodes an ihm fanden, baten sie doch Pilatum, ihn zu tödten. Und als sie alles vollendet hatten, was von ihm geschrieben ist, nahmen sie ihn von dem Holz, und legten ihn in ein Grab. Aber Gott hat ihn auf erwecket von den Todten. Und er ist erschienen viele Lage denen, die mit ihm hinauf von Galiläa gen Jerusalem gegangen waren, welche sind seine Zeugen an das Volk. Und wir auch verkündigen euch die Verheißung, die zu unsern Vätern geschehen ist, daß dieselbige Gott uns, ihren Kindern, erfüllet hat, in dem, daß er Jesum aufs erwecket hat 74 Evans und Evangelien. Evangelium, Lucă 24, v. 36:47. a sie aber davon redeten, trat er selbst, Jesus, mits ten unter sie, und sprach zu ihnen: Friede sei mit cuch! Sie erschracken aber, und fürchteten sich; meinten, sie sähen einen Geist. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so erschrocken? Und warum fommen solche Gedanken in eure Herzen? Sehet meine Hände und meine Füße: ich bin es selber; fühlet mich und sehet: denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, daß ich habe. Und da er das sagte, zeigte er ihnen Hände und Füße. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden, und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Und sie legten ihm vor ein Stück von gebratenem Fische und Honigseim. Und er nahm es und aß vor ihnen. Er aber sprach zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch sagte, da ich noch bei euch war: denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist im Gesetz Mosis, in den Propheten und in den Psalmen. Da öffnete er ihnen das Verständniß, daß sie die Schrift verstanden. Und er sprach zu ihnen: Also ist es geschrieben, und also mußte Christus leiden, und auferstehen von den Todten am drits ten Lage und predigen lassen in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anhes ben zu Jerusalem. 35 Am I. Sonntage nach Ostern, Quasimodogeniti. Epistel, 1. Joh. 5, v. 4.10. Aes [ lles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist aber, der die Welt überwindet, ohne der da glaubet, daß Jesus Gottes Sohn ist? Dieser ist es, der da kommt mit Wasser und Blut, Jesus Christus, nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut. Und der Geist ist es, der da zeuget, daß Geist Wahrheit ist. Denn drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind Eins. Und drei sind, die da zeugen auf Erden: Der Geist, das Wasser und c 2 das 36 Episteln das Blut, und die drei sind beisammen. So wir der Menschen Zeugniß annehmen, so ist Gottes Zeugniß größer, denn Gottes Zeugniß ist das, das er gezen get hat von seinem Sohne. Wer da glaubet an den Sohn Gottes, der hat solches Zeugniß bei ihm. Evangelium, Joh. 20., v. 19-23. m Abend aber desselbigen Sabbaths, da die Jünger AT versammelt, und die Thüren verschlossen waren, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten ein, und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das fagte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, daß fie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermal zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie mich der Vater gesandt hat, also sende ich euch. Und da er das sagte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den heiligen Geist; weichen ihr die Sünden erlaffet, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten. Am II. Sonntage nach Ostern, Misericordias Domini. Epistel, 1 Petri, 2 v. 21:25. D enn dazu seid ihr berufen. Sintemal auch Christus ge litten hat für uns, und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen; welcher keine Sünden gethan hat, ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden; welcher nicht wieder schalt, da er gescholten ward, nicht drohete, da er litte: er stellte es aber dem heim, der da recht richtet; welcher unsere Sünden felbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem Holz, auf daß wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben; durch welches Wunder ihr seid heil geworden. Denn ihr waret, wie die irrenden Schaafe; aber ihr seid nun befehret zu dem Hirten und Bischof eurer Seele. Evangelium, Joh. 10, v. 12.16. ch bin ein guter Hirte. Ein guter Hirte läßt sein Leben Hirte ist, deß die Schaafe nicht eigen sind, siehet den Wolf und Evangelien. 37 Wolf kommen, und verläßt die Schaafe, und fliehet, und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schaafe. Der Miethling aber fliehet: denn er ist ein Miethling, und achtet der Schaafe nicht. Ich bin ein guter Hirte, und erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen; wie mich mein Vater kennet, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schaafe. Und ich habe noch andere Schaafe, die sind nicht aus diesem Stalle. Und dieselbigen muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird Eine Heerde und Ein Hirte werden. Am III. Sonntage nach Ostern, Subilate. Epistel, 1 Petri, 2, v. 11:20. Picben Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime: enthaltet euch von fleischlichen Küstens welche wider die Seele streiten, und führet einen gu, ten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so von euch afterreden, als von Ulebelthätern, eure gute Werke sehen, und Gott preifen, wenn es nun an den Tag kommen wird. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung, um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die Uebelthäter, und zum Lobe den Frommen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit Wohlthun verstopfet die Unwissenheit der thörichten Menschen, als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel der Bosheit; sondern als die Knechte Gottes. Thut Ehre jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König. Ihr Knechte seid unterthan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu Gott das Uebel verträgt, und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missethat willen Streiche leis det? Aber wenn ihr um Wohlthat willen leidet und erbuldet, das ist Gnade bei Gott. van 38 Episteln Evangelium, Joh. 16, v. 16:23. Ueber eber ein fleines, so werdet ihr mich nicht sehen; und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen; denn ich gehe zum Vater. Da sprachen etliche unter seinen Jünger unter einander: Was ist das, das er saget zu uns: über ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen, und daß ich zum Vater gehe? Da sprachen sie: Was ist das, das er faget, über ein kleines? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon fraget ihr unter einander, daß ich ges faget habe: Uleber ein kleines, so werdet ihr mich nicht sehen, und aber über ein kleines, so werdet ihr mich sehen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und heulen, aber die Welt wird sich freuen: ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verkehret werden. Ein Weib, wenn sie gebieret, so hat sie Traurigkeit; denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst, um der Freude willen, daß der Mensch zur Welt geboren ist. Und ihr habt auch nun Traurigkeit; aber ich will euch wieder sehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. Und an demselbigen Lage werdet ihr mich nichts fragen. Am IV. Sonntage nach Ostern, Cantate. Epistel, Jacobi 1, v. 16:21. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von von Vater des Lichts, bei welchem ist keine Veränderung, noch Wechsel des Lichts und der Fin sterniß. Er hat uns gezeuget nach seinem Willen, durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Kreaturen. Darum, lieben Brüder, ein jeglicher Mensch sei schnell zu hören, langsam aber zu reden, und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn thut nicht, was vor Gott recht ist. Darum so leget ab alle Un fauberkeit und alle Bosheit, und nehmet das Wort an mit Sanftmuth, das in euch gepflanzet ist, welches kann eure Seele selig machen. Pier Evans 39 und Evangelien. Evangelium, Joh. 16, v. 5.15. nun un aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand unter euch fraget mich: Wo gehest du hin? Gondern, dieweil ich solches zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Traurens geworden. Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, daß ich hingehe. Denn so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch. So ich aber hingehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbe kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an mich. Um die Ge rechtigkeit aber, daß ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht fehet. Um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von ihm selbst res den; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Dersel bige wird mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen, und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist mein. Darum habe ich gesagt: Er wird es von dem Meinen nehmen, und euch verkündigen. Am V. Sonntage nach Ostern, Nogate. Epistel, Jacobi 1, v. 22:27. eid aber Thäter des Worts, und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrüget. Denn so jemand ist ein hörer des Worts, und nicht ein Zhäter, der ist gleich einem Manne, der sein leibliches Angesicht im Spies gel beschauet. Denn nachdem er sich beschauet hat, gehet er von Stund an davon, und vergißt, wie er gestaltet war. Wer aber durchschaut in das vollkommene Gesetz der Freis heit und darinnen beharret, und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter, derselbige wird selig sein in seiner That. So aber sich jemand unter euch läßt dün fen, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Baum, sondern verführet sein Herz, deß Gottesdienst ist eitel, Ein reis 40 Episteln reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Va ter, ist ber: die Waisen und Wittwen in ihrer Trübfal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. Evangelium, Joh. 16, v. 23:30. Mahrlich, wahrlich, ich sage euch: So ihr den Vater etwas bitten werdet in meinem Namen, so wird er es euch geben. Bisher habt ihr nichts gebeten in meis nem Namen. Bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Solches habe ich zu euch durch Sprüchwort geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprüchwort mit euch reden werde, son dern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An demselbigen Lage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bit ten will: denn er selbst, der Vater hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet, und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und gekommen in die Welt; wiederum verlasse ich die Welt und gehe zum Vater. Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus, und sagst fein Sprüch wort. Nun wissen wir, daß du alle Dinge weißt, und bedarfst nicht, daß dich jemand frage. Darum glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Am Tage der Himmelfahrt Chrifti. Epistel, Ap. Gesch. 1, v. 1. 11. Die erste Rede habe ich zwar gethan, lieber Theophile, von allem" und zu lehren, bis an den Tag, da er aufgenommen ward, nachdem er den Aposteln, welche er hatte erwählet, durch den heiligen Geist Befehl gethan hatte. Welchen er sich nach seinem Leiden lebendig erzeiget hatte, durch mancherlei Er weisungen, und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Lage lang, und redete mit ihnen vom Reich Gottes. Und als er sie versammelt hatte, befahl er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret( sprach er) von mir. Denn Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem 41 und Evangelien dem heiligen Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Lagen. Die aber, so zusammengekommen waren, frag ten ihn, und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebühret euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, wel cher auf euch kommen wird, und werbet meine Zeugen seyn zu Jerusalem, und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde. Und da er solches ges sagt, ward er aufgehoben zusehends, und eine Wolfe nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen gen Himmel fahrend, siehe, da standen bei ihnen zween Männer in weißen Kleidern, welche auch sagten: Ihr Männer von Galilàa, was stehet ihr und feht gen Himmel? dieser Jesus, welcher von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Evangelium, Mark, 16, v. 14, 20, Zulet nen, uleßt, da die Eilfe zu Tische saßen, offenbarte sich der Herr, und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten des die ihn gesehen hatten auferstanden. Und er sprach zu ihnen, gehet hin in alle Welt, und prediget das Evangelium aller Kreatur. Wer da glaubet und ges tauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glau bet, der wird verdammt werden. Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: In meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben, und so sie etwas Zödtliches trinken, wird es ihnen nicht schaden. Auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werben. Und der Herr, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Hims mel, und sißet zur rechten Hand Gottes. Sie, aber gingen aus, und predigten an allen Orten, und der Herr wirkte mit ihnen, und bekräftigte das Wort durch mitfolgende Zeichen. Am 42 Episteln Am VI, Sonntage nach Ostern, Eraudi. Epistel, 1 Petri 4, v. 8:11. Co seid nun mäßig und nüchtern zum Gebät. Vor allen Dingen aber habt unter einander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der Sünden Menge. Seid gastfrei unter einander ohne Murmeln, und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Got tes. So jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. So jemand ein Amt hat, daß er es thue, als aus dem Ver mögen, das Gott darreichet, auf daß in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesum Christ, welchem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.org Evangelium, Joh. 15, v. 26 bis Kap. 16, v. 4. W enn aber der Tröster fommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgehet, der wird zeugen von mir. Und ihr werdet auch zeugen: denn ihr seid vom Anfang bei mir gewesen. Solches habe ich zu euch geredet, daß ihr euch nicht ärgert. Sie werden euch in den Bann thun. Es kommt aber die Zeit, daß wer euch töbtet, wird meis nen, er thue Gott einen Dienst daran. Und solches were den sie euch darum thun, daß sie weder meinen Vater, noch mich erkennen. Aber solches habe ich zu euch geredet, auf baß, wenn die Zeit kommen wird, daß ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe. Solches aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt: denn ich war bei euch. Am heiligen Pfingsttage. Epistel, Ap. Gesch. 2, v. 1:13. als der Tag der Pfingsten erfüllet war, waren sie alle einmüthig beieinander. Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel, als eines gewaltigen Windes, und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen. Und man sah an ihnen die Zungen zertheilet, als wären sie feurig. Und er setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen; und wurden alle voll des heiligen Geistes, und fingen an zu predigen Unb Ind 43 und Evangelien. digen mit andern Zungen, nachdem der Geist ihnen gab auszusprechen. Es waren aber Juden zu Jerusalem woh nend, die waren gottesfürchtige Männer, aus allerlei Volk, das unter dem Himmel ist. Da nun diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wurden ver stürzt; denn es hörete ein jeglicher, daß sie mit seiner Sprache redeten. Sie entsetzten sich aber alle, verwuns derten sich, und sprachen unter einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn ein jeglicher seine Sprache, darinnen wir ges boren sind? Parther und Meder und Elamiter, und die wir wohnen in Mesopotamia, und die in Judäa und Kap. padocia, Ponto und Asia, Phrygia und Pamphilia, Egyp ten, und an den Enden der Lybien bei Kyrene, und Ausländer von Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie mit unsern Zungen die großen Thaten Gottes reden. Sie entsetzten sich aber alle und wurden irre, und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Die andern aber hatten ihren Spott, und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Evangelium, Joh. 14, v. 23:31. er mich liebet, der wird mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer aber mich nicht liebet, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat. Solches habe ich zu euch geredet weil ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, ders selbige wird es euch alles lehren, und euch erinnern alles deß, das ich euch gesagt habe. Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht, und fürchte sich nicht. Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Sch gehe hin, und komme wieder zu euch: Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: Sch gehe zum Bater; denn der Vater ist größer, denn ich. Und nun habe ich es euch gesagt, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es nun geschehen wird, daß ihr glaubet. Sch 3 wers 44 Episteln werbe hinfort mehr nicht viel mit eudy reden: denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir. Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und ich also thue, wie mir der Vater geboten hat, stehet auf, und lasset uns von hinnen gehen. Am Pfingstmontage. Epistel, Ap. Gesch. 10, v. 42:48. er Herr hat uns geboten zu predigen dem Volk, und zu zeugen, daß er ist verordnet von Gott ein Rich ter der Lebendigen und der Todten. Von diesem zengen alle Propheten, daß durch seinen Ramen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen. Da Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhöreten. Und die Gläubigen aus der Beschneidung die mit Petro gekommen waren, ents seßten sich, daß auch auf die Heiben die Gabe des heili gen Geistes ausgegossen ward. Denn sie höreten, daß sie mit Zungen redeten, und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Mag auch jemand das Wasser weh. ren, daß diese nicht getauft werden, die den heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und befahl sie zu taufen in dem Namen des Herrn. Evangelium, Joh. 3, v. 16:21. sprach zu Gott Tegeliebet, daß er ſeinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle die an ihn glauben, nicht verloren werden, son dern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde. Wer an ihn glaubet der wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet; denn er glaubet nicht an den Namen des eingebornen Sohns Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist: und die Menschen liebten die Finsterniß mehr, denn das Licht. Denn ihre Werke waren böse. Wer Arges thut, der hasset das Licht, und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kommt und Evangelien. 45 kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan. Am Pfingstdienstage. Epistel, Ap. Gesch. 8, v. 14:17. a aber die Apostel hörten zu Jerufalem, daß Sama, ria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrum und Johannem. Welche, da sie hinab tamen, bäteten sie über sie, daß sie den heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen gefallen, sondern waren allein getauft in dem Namen Christi Jesu. Da legten sie die Hände auf sie, und sie empfingen den heiligen Geist. Evangelium, Joh. 10, v. 1.11. Jefu Der Cesus sprach zu den Juden: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Thür hinein gehet in den Schaafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. aber zur Thür hinein gehet, ber ist ein Hirt der Schaafe. Demselbigen thut der Thür hüter auf, und die Schaafe hören seine Stimme, und er ruft seine Schaafe mit Namen und führet sie aus. Und wenn er seine Schaafe ausgelassen hat, gehet er vor ihnen hin, und die Schaafe folgen ihm nach; denn sie fennen seine Stimme. Einem Fremden aber folgen fle nicht nach, sondern fliehen von ihm; denn sie kennen der Fremden Stimme nicht. Diesen Spruch sagte Jesus zu ihnen; sie vernahmen aber nicht was es war, das er zut ihnen fagte. Da sprach Jesus wieder zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Thür zu den Schaafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Mörder gewesen; aber die Schaafe haben ihnen nicht gehorchet. Ich bin die Thür: so jemand durch mich eingehet, der wird felig werden, und wird ein- und auße gehen, und Weide finden. Ein Dieb kommt nicht, denn daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekom. men, daß sie das Leben und volle Gnüge haben sollen. Am 46 milor Episteln miro Am Sonntage Trinitatis. Epistel, Röm. 11, v. 33:36. welch eine Tiefe des Reichthums beides der Weisheit D und Erkenntniß Gottes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte, und unerforschlich seine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt? Oder, wer ist sein Rathgeber gewesen? Oder, wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm, und durch ihn, und in ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen! Evangelium, Joh. 3, v. 1:15, 38 war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Nas kam zu Jesu bei der Nacht, und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, daß du bist ein Lehrer von Gott gekom men: denn niemand kann die Zeichen thun, die du thust, es sei denn Gott mit ihm. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nicodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er auch wiederum in seiner Mutter Leib gehen, und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand geboren werde aus dem Waffer und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Was vom Fleisch geboren wird, das ist Fleisch, und was vom Geist geboren wird, daß ist Geist. Laß dichs nicht wundern, daß ich dir gesagt habe: Ihr müffet von neuem geboren werden. Der Wind bläset, wo er will, und du höreft sein Sausen wohl: aber du weißt nicht, von wannen er fommt, und wohin er fähret. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Nico bemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag solches zugeben? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du ein Meister in Israel, und weißt das nicht? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, das wir wissen, und geugen, das wir gesehen haben; und ihr nehmet unser Zeug niß nicht an. Glaubet ihr nicht, wenn ich euch von irdis schen Dingen sage; wie würdet ihr glauben, wenn ich euch von 47 und Evangelien. von himmlischen Dingen sagen würde? Und niemand fahret gen Himmel, denn der vom Himmel hernieder gekom men ist, nämlich des Menschen Sohn, der im Himmel ist. Und wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöhet bat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. 14 manch bid Um I. Sonntage nach Trinitatis. SHACE 1920s/ ed Epistel, 1 Joh. 4, v. 16:21. ott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibet, der in ihm. Daran die Liebe völlig bei uns, auf daß wir eine Freudigkeit has ben am Lage des Gerichts; denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Lasset uns ihn lieben; denn er hat uns erst geliebet. So jemand spricht: Ich liebe Gott, und haffet seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebet, den er siehet, wie kann er Gott lieben, den er nicht steher? Und dies Gebot haben wir vor ihm, daß wer Gott liebet, daß er auch seinen Bruder liebe. 8 Evangelium, Luca 16, v. 19:31. €€ war ein reicher Mann, der kleidete sich mit Pur pur und köstlicher Leinwand, und lebte alle Lage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer, mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Thür voller Schwären, und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die von des Reichen Zische fielen. Da famen die Hunde, und leckten ihm seine Schwären. Es begab sich aber, daß der Arme starb, und ward getragen von den Engeln in Abrahams Schoos. Der Reiche aber starb auch und ward begraben. Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf, und sah Abra ham von ferne, und Cazarum in seinem Schoos, rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende 48 Episteln sende Lazarum, daß er das Neußerste seines Fingers ins Wasser tauge, und fühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Geden te, Sohn, daß du dein Gutes empfangen haft in dei nem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen: nun aber wird er getröstet und du wirst gepeinigt. Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestiget, daß, bie da wollten von hinnen hinab fahren zu euch, können nicht, und auch nicht von dannen zu uns herüber fahren. Da sprach er: Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus. Denn ich habe noch fünf Brüder, daß er ihnen bezeuge, auf daß sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham sprach zu ihm: Sie haben Mosen und die Propheten; laß sie dieselben hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Todten zu ihnen ginge, so würden sie Buße thun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mosen und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, ob jemand von den Todten auferstünde. Um II. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Joh. 3, v. 13, 18. Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt aus in das Leben gekommen sind; denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruber nicht liebet, der bleibet im Tode. Wer seinen Bruder haffet, der ist ein Zodtschläger: und ihr wisset, daß ein Lodtschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelaffen hat; und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen. Wenn aber je mand dieser Welt Güter hat, und siehet feinen Bruder barben, und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm? Meine Kindlein, lasset uns nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der That und mit der Wahrheit. Evans 49 und Evangelien. Evangelium, Lucă 14, v. 16 24. war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, denn es ist alles bereit. Und fie fingen an alle nach einander sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft, und muß hinaus ge hen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Sch habe fünf Soch Ochsen ges kauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mid). Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen; darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht fam, und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig, und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus alsbald auf die Straßen und Gassen der Stadt, und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune, und nöthige sie hers ein zu kommen, auf daß mein Haus voll werde. Sch fage euch aber, daß der Männer feiner, die geladen sind, mein Abendmahl schmecken wird. Um III. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Petri 5, v. 6: 11. demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorget für euch. Seid nüchtern und wachet; eenn euer Widersacher, der Teufel, gehet umher, wie ein brüllenber Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Dem widerstehet fest im Glauben, und wiffet, daß eben dieselbige Leiden über euere Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vorbes reiten, stärken, fräftigen, gründen. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigfeit zu Ewigkeit! Amen. ( d) Evans 50 Episteln Evangelium, Lucä 15, v. I: 10. 28 naheten aber zu Jesu allerlei Zöllner und Sünder, daß sie ihn höreten. Und die Pharisäer und Schrift gelehrten murreten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isfet mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichniß und sprach: Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schaafe hat, und so er der Eins verlieret, der nicht lasse die neun und neunzig in der Wüste, und hin gehe nach dem Verlornen, bis daß er es finde? Und wenn er es gefunden hat, so legt er es auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heim fommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn, und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaaf gefunden, das verloren. Ich sage euch: also wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße thut, vor neun und neunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Oder, welches Weib ist, die zehn Groschen hat, so sie der Einen verlieret, die nicht ein Licht anzünde, und kehre das Haus, und suche mit Fleiß, bis daß sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nach barinnen, und spricht: Frenet euch mit mir; denn ich habe meinen Eroschen gefunden, den ich verloren hatte. Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes, über einen Sünder, der Buße thut. war. Um IV. Sonntage nach Trinitatis. D Epistel, Röm. 8, v. 18- 23. enn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht werth sei, die an uns soll geoffen. baret werden. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sintes mal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit, ohne ihren Willen, sondern um deß Willen, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens, zu der herrlis chen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns, und ängstigt sich noch im. merdar. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die und Evangelien. 51 die wir haben des Geistes Erstlinge, fehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft, und warten auf unsers Leibes Erlösung. Evangelium, Luca 6, v. 36: 42. D arum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Berdammet nicht, so werdet ihr auch nicht vers dammet. Vergebet, so wird euch vergeben. Gebet, fo wird euch gegeben. Ein voll, gebrückt, gerüttelt und überflüssig Maaß wird man in euren Schoos geben; denn eben mit dem Maaß, da ihr mit mesfet, wird man euch wieder messen. Und er sagte ihnen ein Gleichniß: Mag auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Wers den Sie nicht alle beide in die Grube fallen? Der Jünger ist nicht über seinen Meister; wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollfommen. Was siehest du aber einen Splitter in beines Bruders Auge, und des Balkens in dei nem Auge wirst du nicht gewahr? Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt stille, Bruder! Ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen; und du siehest selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, ziehe zuvor den Balten aus deinem Auge, und bestehe dann, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. Am V. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1. Petri 3, v. 8, 15, Endlich aber seid allesammt gleich gesinnet, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort; sondern dagegen segnet, und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen beerbet. Denn wer leben will und gute Lage sehen, der schweige seine Zunge, daß sie nicht Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen. Er wende sich vom Bösen, und thue Gutes; er suche Fries den, und jage ihm nach. Denn die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren auf ihr Gebät; das Angesicht aber des Herrn siehet auf die, so Böses thun. 82 52 l Episteln un thun. Und wer ist, der euch schaden fönnte, so ihr dem Guten nachkommet? Und ob ihr auch leidet um der Ges rechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Troßen nicht, und erschrecket nicht. Hei liget aber Gott den Herrn in euren Herzen. Evangelium, Lucä 5, v. 1:11. € ³ 28 begab sich aber, da sich das Volk zu Jesu drang, zu hören das Wort Gottes; und er stand am See Genezareth, und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren ausgetreten, und wuschen ihre Neße: da trat er in der Schiffe eines, welches Simonis war, und bat ihn, daß er es ein wenig vom kand führete. Und er setzte sich, und lehrete das Volt aus dem Schiffe. Und als er hatte aufgehöret zu reden, sprach er zu Simon: Fahre auf die Höhe, und werfet euer Neß aus, daß ihr einen 3ug thuet. Und Simon antwortete, und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich das Neß auswerfen. Und da sie das thaten, beschloffen sie eine große Menge Fische, und ihr Net zerriß. Und sie winkten ihren Gefellen, die im andern Schiffe waren, daß fie tå men und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen und fülleten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken. Da das Simon Petrus fah, fiel er Jesus zu den Knieen, und sprach: Herr, gehe von mir hinaus, ich bin ein sündiger Mensch. Denn es war ihn ein Schrecken angefommen, und alle, die mit ihm waren, Denn es war ter diesen Fischzug, den sie mit einander gethan hatten; desselbigen gleichen auch Jacobum und Johannem, die Söhne Zebedät, Simonis Gesellen. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht; denn von nun an wirst du Menschen fahen. Und sie führeten die Schiffe zu Lande, und verließen alles, und folgten ihm nach. Um VI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 6, v. 3:11. Miffet ihr nicht, daß alle, die wir in Jesum Christ getauft sind, die sind in seinen Lod getauft? So find und Evangelien. 53 sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferwecket von den Lodten, durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Lode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein: dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuzigt ist, auf daß der fündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, und wissen, daß Christus von den Todten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Lob wird hinfort über ihn nicht herre. schen. Denn daß er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem mal: daß er aber lebet, das lebet er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid, und lebet Gott in Christo Jesu, uns serm Herrn. Evangelium, Matth. 5, v. 20:26. enn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht töde ten; wer aber tödtet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Rache, der ist des Raths schuldig; wer aber sagt: Du Narr, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe; so laß allda vor dem Altar deine Gabe, und gehe zuvor hin, und versöhne dich mit deinem Bruder; und alsdann komm, und opfere deine Gabe. Sei willfertig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht bermaleins über, antworte dem Richter, und der Richter überantworte bich dem Diener, und werdest in den Kerker geworfen. Ich sage dir: Wahrlich, du wirst nicht von dannen heraus kommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest. Um 54 Episteln Am VII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 6, v. 1923. ch muß menschlich davon reden, um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zum Dienst der Unreinigkeit, und von einer Ungerechtigkeit zu der andern: also begebet nun auch eure Glieder zum Dienst der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da wa ret ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod. Nun ihr aber seid von der Sünde frei, und Gottes Knechte geworden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werder, das Ende aber das ewige Leben. Denn der Tod ist der Sünden Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben, in Christo Jesu, unserm Herrn. Evangelium, Mark. 8, v. 1.9. 3" der Zeit, da viel Volks da war, und hatten nichts zu essen, rief Jesus seine Jünger zu sich, und sprach zu ihnen: Mich jammert des Volks; denn sie haben nun drei Tage bei mir verharret, und haben nichts zu effen, und wenn ich sie ungegessen von mir heim ließe gehen; wür, den sie auf dem Wege verschmachten. Denn etliche waren von ferne gekommen. Seine Jünger antworteten ihm: Woher nehmen wir Brod hier in der Wüste, daß wir fie fattigen? Und er fragte fie: Wie viel habt ihr Brode? Sie sprachen: Sieben. Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brode, und dankte, und brach sie, und gab sie seinen Jüngern, daß sie dieselbigen vorlegten. Und sie legten dem Volk vor. Und hatten ein wenig Fischlein; und er dankte, und hieß die selbigen auch vortragen. Sie aßen aber und wurden satt, und hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Und ihrer waren bei vier tausend, die da gegessen hatten. Und er ließ sie von sich. Am und Evangelien. Am VIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Röm. 8, v. 12:17. 55 o sind wir nun, lieben Brüder, Schuldner, nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleische leben. Denn wo ihr nach dem Fleische lebet, so werdet ihr sterben müs sen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tödtet, so werdet ihr leben. Denn welche der Geist Gottes treibet, die find Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet; sondern ihr habt einen findlichen Geist em pfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater! Derselbige Geist giebt Zeugniß unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so find wir auch Erben, nemlich Gottes Erben, und Miterben Christi; so wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrs lichkeit erhoben werden. Evangelium, Matth. 7, v. 15:23. chet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schaafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dors nen, oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringet gute Früchte; aber ein fauler Baum bringet arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und ins Feuer gewors fen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! in das Himmelreich tommen; sondern die den Willen thun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sa gen an jenem Lage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissaget? Haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Thaten gethan? Dann werde ich ihnen bes kennen: Ich habe euch noch nie erkannt: weichet alle von mir, ihr Uebelthäter! Am 56 Episteln Um IX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Kor. 10, v. 6:13. as ist aber uns zum Vorbilde geschehen, daß wir uns nicht gelüsten lassen des Bösen, gleichwie jene gelis stet hat. Werdet auch nicht Abgöttische, gleichwie jener etliche wurden, als geschrieben stehet: Das Volk feßte sich nieder zu essen und zu trinken, und stand auf zu spielen. Auch lasset uns nicht Hurerei treiben, wie etliche unter jenen Hurerei trieben, und fielen auf einen Tag drei und zwanzig tausend. Lasset uns aber auch Christum nicht versuchen, wie etliche von jenen ihn versuchten, und wurden von den Schlangen umgebracht. Murret auch nicht, gleichwie jener etliche murreten, und wurden umgebracht von dem Verdere ber. Solches alles widerfuhr ihnen zum Borbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist. Darum, wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle. Es hat euch noch keine, denn menschliche Versuchung betreten: aber Gott ist getreu, der euch nicht läßt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende gewinne, daß ihr es könnet ertragen. Evangelium, Lucä 16, v. 1 9. Es war ein reicher Mann, der hatte einen Haushalter: der ward vor ihm berüchtiget, als hätte er ihm feine Güter umgebracht. Und er forderte ihn, und sprach zu ihm: Wie höre ich das von dir? Thue Rechnung von deinem Haushalten; denn du kannst hinfort nicht mehr Haushal ter sein. Der Haushalter sprach bei sich selbst: Was soll ich thun? Mein Herr nimmt das Amt von mir. Gra ben mag ich nicht, so schäme ich mich zu betteln. Ich weiß wohl, was ich thun will, wenn ich nun von dem Amt gesetzt werde, daß sie mich in ihre Häuser nehmen. Und er rief zu sich alle Schuldner seines Herrn, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? Er sprach: Hundert Tonnen Del. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief, seße dich, und schreib flugs fünfzig. Darnach sprach er zu dem ändern: Du aber, wie viel bist du und Evangelien. 57 du schuldig? Er sprach: Hundert Malter Waizen. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und schreibe achte zig. Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er flüglich gethan hätte. Denn die Kinder dieser Welt sind klüger, denn die Kinder des Lichts in ihrem Geschlechte. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. 14 Am X, Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Kor. 12, v. 1. 11. on den geistlichen Gaben Brüder, nicht verhalten. seid gewesen, und hingegangen zu den stummen Gößzen, wie ihr geführet wurdet. Darum thue ich euch fund, daß niemand Jesum verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesum einen Herrn heißen, ohne durch den heiligen Geist. Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirfet alles in allem: In einem jeglichen zeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinen Nutzen. Einem wird gegeben durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist; einem andern der Glaube, in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gesund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern, Wunder zu thun; einem andern Weisfagung; einem andern Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Sprachen; einem andern die Sprachen auszus legen. Dies alles aber wirkt derselbige einige Geist, und theilt einem jeglichen seines zu, nachdem er will. aber will ich euch, lieben Ihr wisset, daß ihr Heiden Evangelium, Lucä 19, v. 41:48. Und nd als er, der Herr Jesus, nahe hinzu kam, sah er die Stadt an, und weinete über sie. Und sprach: Wenn du es wüßtest, so würdest du auch bedenken zu die fer deiner Zeit, was zu deinem Frieden dienet. Aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deis 58 Episteln deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängstigen; und werden dich schleifen, und feinen Stein auf dem andern lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darinnen du heimgesucht bist. Und er ging in den Tempel, und fing an auszutreiben, die darinnen verkauften und fauften. Und sprach zu ihnen: Es stehet geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; ihr aber habt es gemacht zur Mördergrube. Und er lehrte täglich im Tempel. Aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Bornehmsten im Volk trach teten ihm nach, daß sie ihn umbrächten; und fanden nicht, was sie ihm thun sollten; denn alles Volk hing ihm an und hörete ihn. TT Um XI. Sonntage nach Trinitatis. & pistel, 1 Kor. 15, v. 1. 10. J% ch erinnere euch aber, lieben Brüder, des Evangelii, das ich euch verkündiget habe, welches ihr auch angenommen habt, in welchem ihr auch stehet, durch wel ches ihr auch selig werdet, welchergestalt ich es euch vers tündiget habe, so ihr es behalten habt, es wäre denn, daß ihr es umsonst geglaubt hättet. Denn ich habe euch zuvörderst gegeben, welches ich auch empfangen habe, daß Christus gestorben sei für unsre Sünden, nach der Schrift; und daß er begraben sei, und daß er auferstanden sei am dritten Tage nach der Schrift; und daß er gesehen worden ist von Kephas, darnach von den Zwöl fen; darnach ist er gesehen worden von mehr denn fünfhundert Brüdern auf einmal, deren noch viele leben, ets liche aber sind entschlafen. Darnach ist er gesehen wor den von Jacobo, darnach von allen Aposteln; am letzten nach allen ist er auch von mir, als einer unzeitigen Ge burt, gesehen worden. Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, als der ich nicht werth bin, daß ich ein Apostel heiße, darum, daß ich die Gemeine Gottes vers folget habe. Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sons, dern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. Evans 59 und Evangelien. Evangelium, Lucä 18, v. 9:14. er Herr sagte zu etlichen, die sich selbst vermaßen, baß sie fromm wären, und verachteten die andern, ein solches Gleichniß: Es gingen zween Menschen hinauf in den Tempel, zu bäten; einer ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand, und bätete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dies fer Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche, und gebe den Zehnten von allem, das ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel; sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig. Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem. Denn wer sich selbst erhöhet, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedriget, der wird erhöhet werden. Um XII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Kor. 3, v. 4. 11. in solches Vertrauen aber haben wir durch Christum zu Gott. Nicht, daß wir tüchtig sind von uns selber, etwas zu denken, als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott; welcher auch uns tüchtig gemacht hat, das Amt zu führen des neuen Testaments; nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tödtet, aber der Geist macht lebendig. So aber das Amt, das durch die Buchstaben töbtet und in die Steine ist gebils det, Klarheit hatte; also, daß die Kinder Israel nicht fonnten ansehen das Angesicht Mosis, um der Klarheit wil len seines Angesichts, die doch aufhöret, wie sollte nicht vielmehr das Amt, das den Geist giebt, Klarheit haben? Denn so das Amt, das die Verdammniß prediget, Klarheit hat; vielmehr hat das Amt, das die Gerechtigkeit prediget, überschwengliche Klarheit. Denn auch jenes Theil, das vers fläret war, ist nicht für Klarheit zu achten gegen dieser übers schwenglichen Klarheit. Denn so das Klarheit hatte, das da aufhöret; vielmehr wird das Klarheit haben, das da bleibet. Evangelium, Mark. 7, v. 31:37. Unb nd da der Herr Jesus wieder ausging von den Gren zen Tyrus und Sidon, kam er an das Galiläische Meer 60 Episteln u Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Zauben, der stumm war, und sie baten ihn, daß er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spüßzete, und rührete seine Zunge. Und sahe auf gen Himmel, seufzete und sprach zu ihm: Hephata, das ist, thue dich auf. Und alsobald thaten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maaße, und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Zauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend. do 69 Dohst dij Um XIII. Sonntage nach Trinitatis. chi Epistel, Gal. 3, v. 15:22. Rieben Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: verachtet man doch eines Menschen Testament nicht, wenn es bestätigt ist, und thut auch nichts dazu. Nun ist je die Verheißung Abraham und feinem Samen zuge: fagt. Er spricht nicht, durch die Samen, als durch viele, sondern als durch Einen, durch deinen Samen, welcher ist Christus. Ich sage aber davon: Das Testas ment, das von Gott zuvor bestätiget ist auf Christum, wird nicht aufgehoben, daß die Verheißung sollte durch das Gefeßz aufhören, welches gegeben ist über vier hundert und dreißig Jahre hernach. Denn so das Ende durch das Geset erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben. Gott aber hat es Abraham durch Ver, heißung frei geschenkt. Was soll denn das Gesetz? Es ist dazu gekommen um der Sünde willen, bis der Same få dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellet von den Engeln durch die Hand des Mittlers. Ein Mittler aber ist nicht eines einigen Mittler, Gott aber ist einig. Wie? Ist denn das Gesetz wider Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Wenn aber ein Gesetz gegeben wäre, das da könnte lebendig machen; so. käme die Gerechtigkeit wahrhaftig aus dem Gesetz. Aber die Schrift hat es alles beschlossen unter die Sünde, auf daß die Verheißung käme burch me, 61 und Evangelien. durch den Glauben an Jesum Christum, gegeben denen, die da glauben. Evangelium, Lucă 10, v. 23 37. resus wandte fich zu seinen Jüngern, und sprach ins ihr sehet. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Kös nige wollten sehen, das ihr sehet, und haben es nicht ges sehen; und hören, das ihr höret, und haben es nicht ges höret. Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, vers suchte ihn, und sprach: Meister, was muß ich thun, daß ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Wie stehet im Geseß geschrieben? Wie liefest du? Er antwortete und sprach. Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von gans zem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, und von ganzem Gemüth; und deinen Nächsten als dich selbst. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; thue bas, so wirst du leben. Er aber wollte sich selbst rechts fertigen, und sprach zu Jesu: Wer ist denn mein Nächs ster? Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging nach Jerusalem hinab gen Jericho, und fiel unter die Mörder; die zogen ihn aus, und schlugen ihn, und gingen davon, und ließen ihn halb todt lies gen. Es begab sich aber ohngefähr, daß ein Priester dieselbige Straße hinab zog; und da er ihn sah, ging er vorüber. Desfelbigen gleichen auch ein Levit, da er kam bei die Stätte, und sah ihn, ging er vorüber. Ein Sa mariter aber reisete, und kam dahin; und da er ihn sah, jammerte ihn sein, ging zu ihm, verband ihm seine Wun den, und goß brein Del und Wein, und hob ihn auf sein Thier, und führte ihn in die herberge, und pflegte sein. Des andern Tages reisete er, und zog heraus zween Groschen, und gab fie dem Wirth, und sprach zu ihm: Pflege sein, und so du mehr wirst darthun, will ich dirs bezahlen, wenn ich wieder komme. Welcher dünkt dich, der unter diesen Dreien der Nächste sei gewesen dem, der unter die Mörder gefallen war? Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm that. Da sprach Jesus zu ihm: So gehe hin und thue desgleichen. SiG int Am 62 Episteln Am XIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 16: 24. Lieben Brüder, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüfte des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüftet wider den Geist, und den Geist wider das Fleisch. Dieselbige sind wider einander, daß ihr nicht thut, was ihr wollt. Regieret euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Un zucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, 3anf, 3wietracht, Rotten, Haß, Mord, Fressen, Saufen, und dergleichen: von welchen ich euch habe zue vor gesagt, und sage noch zuvor, daß, die solches thun, werden das Reich Gottes nicht ererben. Die Frucht aber des Geistes ift Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freund lichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sansimmuth, Keuschheit. Wider solche ist das Gesets nicht. Welche aber Christo ans gehören, die freuzigen ihr Fleisch sammt den Lüsten und Begierden. pl ssf Evangelium, Luca 17, v. 11, 19. le 115 Ind es begab sich, da Sesus reisete gen Jeruſalem, zog er mitten durch Samariam und Galiläam. Und als er in einen Markt kam, begegneten ihm zehn aud fäßige Männer, die standen von ferne, und erhuben ihre Stimme, und sprachen: Jeju, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin, und zeiget euch den Priestern. Und es geschah, da fie hingingen, wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund geworden war, fehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme, und fiel auf sein Angesicht zu seinen Füßen, und dankte. ihm. Und das war ein Samariter. Sesus aber antwortete, und sprach: Sind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder um fehre, und gäbe Gott die Ehre, denn dieser Fremdling? Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Am 63 und Evangelien. Am XV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Gal. 5, v. 25 bis Kap. 6., v. 10. wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, unter einander zu entrüsten und zu hassen. Lieben Brüder, so ein Mensch etwa von einem Fehler übereilet würde, so helfer ihm wieder zurecht mit sanftmüthigem Geist, die ihr geistlich seid. Und siehe auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. So aber sich jes mand läßt dünfen, er sei etwas, so er aber doch nichts ist, der betrügt fich selbst. Ein jeglicher aber prüfe selbst sein Werk, und alsdann wird er an ihm selber Ruhm haben, und nicht an einem andern. Denn ein jeglicher wird seine Past tragen, der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes, dem, ber ihn unters richtet. Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn waß der Mensch säet, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch säet, der wird von dem Fleische das Vers derben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes thun, und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes thun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.s dos abier Evangelium, Matth. 6, v. 21:34.*** Om humid iemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird einen haffen, und den andern lieben; oder er wird einem anhängen, und den andern verachten. Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum fage sich euch: Sorget nicht für euer leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht für euern Leib, was ihr anzies hen werdet. Sft nicht das Leben mehr, denn die Speife? und der Leib mehr, denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: ste säen nicht, sie ernten nicht; sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Bater nähret sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr, denn sie? Wer ist unter euch, ber seiner Länge eine Elle zu 64 Episteln gufeßen möge, ob er gleich darum forget? Und warum forget ihr für die Kleidung? Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen fle nicht. Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselben eine. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet, und morgen in den Ofen geworfen wird, sollte er das nicht vielmehr euch thun? Dihr Kleine gläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen; was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr deß alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit: so wird euch solches alles zufallen. Darum forget nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine forgen. Es ist genug, daß ein jeder Zag seine eigene Plage habe. will the end Um XVI. Sonntage nach Trinitatis. tba 750 000 da& piste 1, Ephef. 3, v. 13, 21. 1104 much 108 1 Lieben eben Brüder! darum bitte ich, daß ihr nicht müde werbet um meiner Trübsalen willen, die ich für euch leide, welche euch eine Ehre sind. Derhalben beuge ich meine Kniee gegen den Bater unsers Herrn Jesu Christi, der der rechte Bater ist über alles, was da Kinder heißt im auf er euch Reichthum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch sei nen Geist an dem inwendigen Menschen, und Christum zu wohnen durch den Glauben in euren Herzen, und durch die Liebe eingewurzelt und gegründet zu werden; auf daß ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite, und die Länge, und die Tiefe, und die Höhe; auch erkennen, daß Christum lieb haben, viel besser ist, denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottes fülle. Dem aber, der überschwenglich thun tann über alles, was wir bitten und verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirket, dem sei Ehre in der Gemeine, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Évail und Evangelien. Evangelium, Luca 7, v. 11. 17. U nd es begab sich darnach, daß Jesus in eine Stadt, mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm, und viel Volfs. Als er aber nahe an das Stadtthor kam, flehe, da trug man einen Todten heraus, der ein einziger Sohn war seiner Mutter, und sie war eine Wittwe; und viel Volks aus der Stadt ging mit ihr. Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselbigen, und sprach zu ihr: Weine nicht! Und trat hinzu, und rühs. rete den Sarg an; und die Träger standen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, stehe auf. Und der Todte richtete sich auf, und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Und es fam sie alle eine Furcht an, und pries sen Gott, und sprachen: Es ist ein greßer Prophet uns ter uns auferstanden, und Gott hat sein Volk heimgesucht. Und diese Rede von ihm erscholl in das ganze jüdische land, und in alle umliegende Länder. 65 Um XVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephes. 4, v. 1: 6 o ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich gebübret eurem Beruf, darinnen ihr berufen seid, mit aller Demuth und Sanfte muth, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe, und seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist, durch das Band des Friedens. Ein Leib und Ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffung eures Berufs. Ein Herr, Ein Glaube, Eine Taufe, Ein Gott und Vater ( unser) aller, der da ist über euch alle, und durch euch alle, und in euch allen. Evangelium, Luca 14, v. 1.11. Und nd es begab sich, daß er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer, auf einen Sabbath, das Brod zu essen; und sie hielten auf ihn. Und siehe, da war ein Mensch vor ihm, der war waffersüchtig. Und Jesus antwortete, und fagte zu den Schriftgelehrten und Pharisäern, und sprach: Ist es auch recht auf den Sabbath heilen? Sie aber schwies gen still. Und er griff ihn an, und heilete ihn, und ließ ihn 66 Episteln ihn gehen. Und antwortete, und sprachy zu ihnen: Wels cher ist unter euch, dem sein Ochse oder Esel in den Brun nen fällt, und er nicht alsobald ihn herausziehet am Sabbathtage? Und sie konnten ihm darauf nicht wieder. Antwort geben. Er sagte aber ein Gleichniß zu den Cäften ,. da er merkte, wie sie erwählten oben an zu fißen, und sprach zu ihnen: Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so sete dich nicht oben an, daß nicht etwa ein Ehrlicherer, denn du, von ihm geladen sey; und so dann kommt der dich und ihn geladen hat, spreche zu dir: Weis che diesem; und du müssest dann mit Scham unten an sien. Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin, und sebe dich unten an, auf daß, wenn da kommt, der dich geladen hat, spreche zu dir: Freund, rücke hinauf. Dann wirst du Ehre haben vor denen, die mit dir zu Tische sißen. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedriget werden; und wer sich selbst erniedriget, der soll erhöhet werden. Am XVIII. Sonntage nach Trinitatis. Ja Epistel, 1 Kor. 1, v. 4: 9, Cch danke meinem Gott allezeit eurethalben für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christo Jesu, daß ihr seid durch ihn an allen Stücken reich gemacht an aller Lehre, und in aller Erkenntniß. Wie denn die Pres digt von Christo in euch fräftig geworden ist, also daß ihr keinen Mangel habt an irgend einer Gabe, und wartet nur auf die Offenbarung unfers Herrn Jesu Chrifti, welcher auch wird euch fest behalten bis ans Ende, daß ihr un sträflich seid auf den Tag unsers Herrn Jefu Chrifti. Denn Gott ist tren, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesu Christi, unsers Herrn. Evangelium, Matth. 22., v. 34:46. a aber die Pharisäer hörten, daß Jesus den Saddus chern das Maul gestopfet hatte, verfammelten sie sich. Und einer unter ihnen, ein Schriftgelehrter, versuchte ihn, und sprach: Meister, welches ist das vornehmste Gebot im Gefeß? Jesus aber sprach zu ihm: Du sollft lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von ganzem Gemüthe. Dies ist das vornehmste und größte und Evangelien. 67 größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. In diesen zweien Geboten hänget das ganze Gesetz und die Propheten. Da nun die Pharisäer bei einander waren, fragte sie Jesus, und sprach: Wie dünket euch um Christo? Weß Sohn ist er? Sie sprachen: Davids. Er sprach zu ihnen: Wie nens net ihn denn David im Geist einen Herrn, da er sagt: Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Seße dich zu meiner Rech ten, bis daß ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße? So nun David ihn einen Herrn nennet, wie ist er denn sein Sohn? Und niemand fonnte ihm ein Wort antworten, und durfte auch niemand von dem Tage an hinfort ihn fragen. Am XIX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 4, v. 22- 28. S ( o leget nun von euch ab, nach dem vorigen Wandel, den alten Menschen, der durch Lüste in Frrthum sich verderbet. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüths, und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaf fen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum leget die Lügen ab, und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir unter einander Glieder sind. Zürnet und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über euerm Zorn untergehen. Gebet auch nicht Raum dem Lästerer. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite, und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe zu geben dem Dürftgen. Evangelium, Matth. 9, v. 1.8. Da a trat er, der Herr Jesus, in das Schiff, und fuhr da brachten sie zu ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bette. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, mein Sohn; deine Sünden sind dir vergeben. Und siehe, etliche unter den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert Gott. Da aber Jesus ihre Gedanken sab, sprach er: Warum denket ihr so Arges in euren Herzen? Wels ches ist leichter, zu sagen: Dir sind deine Sünden verges ben; oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Auf daß ihr e 2 69 Episteln do ihr aber wisset, daß des Menschen Sohn Macht habe auf Erden, die Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gicht brüchigen: Stehe auf, hebe dein Bette auf, und gehe heim. Und er stand auf und ging heim. Da das Volk das sah, verwunderte es sich, und pries Gott, der solche Macht den Menschen gegeben hat. Am XX. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 5, v. 15:21. ( o sehet nun zu, wie ihr vorsichtiglich wandelt, nicht als die Unweisen, sondern als die Weisen. Und schicket euch in die Zeit; denn es ist böse Zeit. Darum werdet nicht unverständig, sondern verständig, was da sei des Herrn Wille. Und saufet euch nicht voll Weins, dars aus ein unordentliches Wesen folgt; sondern werdet voll Geistes, und redet unter einander von Psalmen und Lebe gefangen und geistlichen Liedern, singet und spielet dem Herrn in eurem Herzen; und saget Dank allezeit für alles, Gott und dem Pater, in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi: und seid unter einander Unterthan in der Furcht Gottes. Evangelium, Matth. 22, v. 1, 14. nd Jesus antwortete, und redete abermal durch Gleich nisse zu ihnen, und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Könige, der seinem Sohne Hochzeit machte; und fandte seine Knechte aus, daß sie die Gäste zur Hochzeit ries fen: und sie wollten nicht fommen. Abermals sandte er andere Knechte aus, und sprach: Saget den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvich ist geschlachtet, und alles bereit, kommt zur Hochzeit. Aber sie verachteten das, und gingen hin, einer auf sei nen Acker, der andere zu seiner Handthierung! Etliche aber griffen seine Knechte, höhneten und födteten sie. Da das der König hörte, ward er zornig, und schickte seine Heere ans, und brachte die Mörder um, und zün dete ihre Stadt an. Da sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereitet, aber die Gäste waren cs nicht werth. Darum gehet hin auf die Straßen, und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet. Und die Knechte, gingen aus auf die Straßen, und brachten zusammen, wen und Evangelien. 69 wen sie fanden, Böse und Gute. Und die Tische wurden alle voll. Da ging der König hinein, die Gäste zu beses hen, und sah allda einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Kleid an; und sprach zu ihm: Freund, wie bist du herein gekommen, und hast doch kein hochzeitliches Kleid an? Er aber verstummete. Da sprach der König zu seinen Dienern Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die außerste Finsterniß hinaus; da wird seyn Heulen und Zähnklappen. Denn viele sind berufen, aber wenige sind außerwählet.d Um XXI. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Ephef. 6, v. 10:17. Zulett uletzt, meine Brüder, seyd stark in dem Herrn, und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnich Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die liftigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nemlich mit den Herrn der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen so ergreifet den Hars Risch Gottes, auf daß ihr an dem bösea Zage Widerstand thun, und alles wohl ausrichten und das Feld bes halten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit, und an Beinen gestiefelt, als fertig zu treis ben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnet alle feuris gen Pfeile des Bösewichts. Und nehmer ben Helm des Heils, und das Schwerdt des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Evangelium, Joh. 4, v. 47,54. Und nd es war ein Königischer, deß Sohn lag frank zu Kapernaum. Dieser hörete, daß Jesus kam aus Judäa in Galiläam, und ging hin zu ihm, und bat ihn, daß er hinab käme, und bülfe seinem Sohne; denn er war todtfrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder fehet, so glaubet ihr nicht. Der Kös nigis 70 Episteln nigische sprach zu ihm: Herr, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Jesus spricht zu ihm: Gehe hin, dein Sohn lebt. Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und indem er hinab ging, begegnes ten ihm seine Knechte, verkündigten ihm, und sprachen: Dein Kind lebt. Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, daß es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesaget hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus that, da er aus Judäa in Galiläam fam. Um XXII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Philipp. 1, v. 3:11. ch danfe meinem Gott, so oft ich eurer gedenke,( wel. alle, und thue das Gebät mit Freuden) über eurer Ge meinschaft am Evangelio, vom ersten Tage an bis hieher. Und bin desselbigen in guter Zuversicht, daß, der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen, bis an den Tag Jesu Christi. Wie es denn mir billig ist, daß ich dermaßen von euch allen halte; darum, daß ich euch in meinem Herzen habe, in diesem meinem Gefäng niß, darinnen ich das Evangelium verantworte und bes Fräftige, als die ihr alle mit mir der Gnade theilhaftig sid. Denn Cott ist mein Zeuge, wie mich nach euch allen verlanget von Herzensgrund in Jesu Christo. Und darum bäte ich, daß eure Liebe je mehr und mehr reich werde in allerlei Erkenntniß und Erfahrung, das ihr prüfen möget, was das Beste sei; auf daß ihr seid lauter und unanstößig bis auf den Tag Christi, erfüllet mit Früchten der Gerecy tigkeit, die durch Jesum Christum geschehen( in euch) zur Ehre und Lobe Gottes. Evangelium, Matth. 18, v. 23:35. Das Himmelreich iſt gleich einem Könige, der mit feis nen Und als er anfing zu und Evangelien. zu rechnen, tàm ihm einer vor, ber war ihm zehu tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verkaufen ihn, und sein Weib, und seine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und bätete ihn an, und sprach: Herr, habe Ges duld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbige Knecht hinaus, und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an, und würgete ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder, und bat ihn, und sprach: Habe Geduld mit mir ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht; fondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis daß er bezahlete, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden fie sehr betrübt, und kamen, und brachten vor ihs ren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da foderte ihn sein Herr vor sich, und sprach zu ihm: Du Schalkeknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich) batest. Solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deis nen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? Und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Peinigern, bis daß er bezahlete alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von euren Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler. 71 Am XXIII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Philipp. 3, v. 17: 21. olget mir, lieben Brüder, und sehet auf die, die also wandeln, wie ihr uns habt zum Vorbilde. Denn viele wandeln, von welchen ich euch oft gesagt habe; nun aber sage ich auch mit Weinen, die Feinde des Krenzes Christi: welcher Ende ist die Verdammniß, welchen der Bauch ihr Gott ist, und ihre Ehre zu Schanden wird, derer, die irdisch gesinnet sind. Unser Wandel aber ist im Himmel von dannen wir auch warten des Heilandes Jesu Christi, des Herrn, welcher unsern nichtigen Leib 72 Episteln Leib verklären wird, daß er ähnlich werde seinem verkfärs ten Leibe, nach der Wirkung, damit er kann auch alle Dinge ihm unterthänig machen. Evangelium, Matth. 22, v. 15:22. a gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rath, Und zu ihm ihre Jünger, sammt Herodis Dienern, und spra, chen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist, und lehrest den Weg Gottes recht, und fragest nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum fage uns, was dünkt dich? Ist es recht, daß man dem Kaiser Zins gebe, oder nicht? Da nun Jesus merkte ihre Schalkheit, sprach er: Ihr Heuchler, was versus chet ihr mich? Weiset mir die Zinsmünze. Und sie reich ten ihm einen Groschen dar. Und er sprach zu ihnen: Weß ist das Bild und die Ueberschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebet dem Kais ser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist. Da sie das höreten, verwunderten sie sich, und ließen ihn, und gingen davon. Am XXIV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, Koloss. 1, v. 9: 14. D erhalben auch wir, von dem Tage an, da wir es ges höret haben, hören wir nicht auf, für euch zu bäten, und zu bitten, daß ihr erfüller werdet mit Erkenntniß seines Willens, in allerlei geistlicher Weisheit und Ver. stand; daß ihr wandelt würdiglich dem Herrn zu allem Gefallen, und fruchtbar seid in allen guten Werken und wachset in der Erkenntniß Gettes, und gestärket werdet mit aller Kraft nach seiner herrlichen Macht, in aller Geduld und Langmüthigkeit mit Freuden; und danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbtheil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrigkeit der Finsterniß, und hat uns verseßet in das Reich seines lieben Sohnes; an welchem wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden. Evaits und Evangelien. Evangelium, Matth. 9, v. 18:26. a Jesus solches mit ihnen redete, siehe, da kam der 73 Herr, meine Tochter ist jetzt gestorben; aber fomm, und lege deine Hand auf ste, so wird sie lebendig. Und Jesus stand auf, und folgte ihm nach, und seine Jünger. Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutgang ges habt, trat von hinten zu ihm, und rührete seines Kleides Saum an. Denn sie sprach bei ihr selbst: Möchte ich nur sein Kleid anrühren, so würde ich gesund. Da wandte sich Jesus um, und sahe sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weibward gesund zu derselbigen Stunde. Und als er in des Obersten Haus kam, und sah die Pfeifer und das Getümmel des Volks, sprach er zu ihnen: Weichet, denn das Mägblein ist nicht todt, sondern es schläft. Und sie vers lachten ihn. Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein, und ergriff sie bei der Hand; da stand das Mägdlein auf. Und dies Gerücht erscholl in daffelbige ganze land. Um XXV. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 1 Thess. 4, v. 13: 18. ir wollen euch aber, lieben Brüder, nicht verhals Wren ihr traurig seid, wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn so wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist; also wird Gott auch, die da entschlafen sind durch Jesum, mit ihm führen. Denn das sagen wir euch als ein Wort des Herrn, daß wir, die wir leben und überbleiben in der Zukunft des Herrn, werden denen nicht vorkommen, die da schlafen. Denn er selbst, der Herr, wird mit einem Feldgeschrei und Stimme des Erzengels, und mit der Posaune Gottes hernieder kommen vom Hints mel, und die Lodten in Christo werden auferstehn zuerst. Darnach wir, die wir leben und überbleiben, werden zugleich mit denselbigen hingerückt werden in den Wolken, dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei dem Herrn sein allezeit. So tröstet euch nun mit diesen Worten unter einander. Evans 74 Episteln n z Evangelium, Math. 24, v. 15, 28. enn ihr nun sehen werdet den Gräuel der Verwüs stung, davon gesagt ist durch den Propheten Daniel, daß er stehe an der heiligen Stätte;( wer das liest, der merfe darauf!) alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdi schen Lande ist. Und wer auf dem Dache ist, der steige nicht hernieber, etwas aus seinem Hause zu holen. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht um, seine Kleider zu holen. Wehe aber den Schwangern und Säugern zu der Zeit! Bittet aber daß eure Flucht nicht geschehe im Win ter, oder am Sabbath. Denn es wird alsdann eine große Trübfal seyn, als nicht gewesen ist, von Anfang der Welt bisher, und als auch nicht werden wird. Und wo diese Zas ge nicht würden verkürzet, so würde fein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen werden die Tage vers fürzet. So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus oder da; so sollt ihr es nicht glauben. Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufste hen, und große Zeichen und Wunder thun, daß verfüh ret werden in den Irrthum( wo es möglich wäre) auch die Auserwählten. Siehe ich habe es euch zuvor gesagt. Das rum, wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste; so gehet nicht hinaus: Siehe, er ist in der Kam mer; fo glaubet es nicht. Denn gleich wie der Blitz ausges het vom Ausgang, und scheinet bis zum Niedergang; also wird auch senn die Zukunft des Menschen Sohns. Wo aber ein Nas ist, da fammlen sich die Adler. Um XXVI. Conntage nach Trinitatis. Epistel, 2 Theff. 1, v. 3:10. Wir ir follen Gott danken allezeit um euch, lieben Brüs der, wie es billig ist. Denn euer Glaube wächset fehr, und die Liebe eines jeglichen unter euch allen nimmt zu gegen einander; also, daß wir uns eurer rühmen unter den Gemeinen Gottes, von eurer Geduld und Glauben, in allen euren Verfolgungen und Trübfas len, die ihr duldet; welches anzeigt, daß Gott recht riche und Evangelien. 75 richten wird, und ihr würdig werdet zum Reich Gottes, über welchem ihr auch leidet: nachdem es recht ist bei Gott, zu vergelten Trübsal denen, die euch Trübfal ans legen. Euch aber, die ihr Trübsal leidet, Ruhe mit uns, wenn nun der Herr Jesus wird geoffenbaret werden vom Himmel, sammt den Engeln seiner Kraft, und mit Feuerflammen, Rache zu geben über die, so Gott nicht er kennen, und über die, so nicht gehorsam sind dem Evans gelio unsers Herrn Jesu Christi; welche werden Pein leis den, das ewige Verderben vor dem Angesicht des Herrn, und vor seiner herrlichen Macht; wenn er kommen wird, daß er herrlich erscheine mit seinen Heiligen, und wunders bar mit allen Gläubigen. Denn unser Zeugniß an euch von demselbigen Tage habt ihr geglaubet. Evangelium, Matth. 25, v. 31 46. W enn aber des Menschen Sohn kommen wird in seis ner Herrlichkeit, und alle heilige Engel mit ihm, dann wird er sißen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit; und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie von einander scheiden, gleich als ein Hirte die Schaafe von den Böcken scheidet, und wird die Schaafe zu feiner Rechten stellen, und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Nechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von Unbeginn der Welt. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeiset. Sch bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränket. Sch bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich beherberget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Sch bin frank gewesen, und ihr habt mich befuchet. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Darn werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen, und haben dich gespeiset? Oder dürftig, und haben did getränket? Wann haben wir dich einen Gast gesehen, und beherberget? Oder nackend, und haben dich bekleidet? Wann haben wir dich frank oder gefangen gesehen, und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage cuch: Was ihr gethan habt einem unter dies 76 Episteln d diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir ges than. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Ges het hin von mir, ihr Berfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset. Sch bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränket. Ich bin ein Gast gewesen, und ihr habt mich nicht behers berget. Ich bin nackend gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin frank und gefangen gewesen, und ihr habe mich nicht besuchet. Da werden sie ihm auch ant worten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, oder durstig, oder einen Gast, oder nackend, ober trant, oder gefangen, und haben dir nicht gedienet? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht gethan habt einem unter diesen Ge ringsten, das habt ihr mir auch nicht gethan. Und sie werden in die ewige Pein gehen; aber die Gerechten in das ewige keben. Um XXVII. Sonntage nach Trinitatis. Epistel, 2. Petri 3, v. 3 14, Gieben Brüder! wisset das aufs erste, daß in den letz ten Tagen kommen werden Spötter, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln, und sagen: Wo ist die Verheißung feiner Zufunft? Denn nachdem die Väter entschlafen sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Kreatur gewes fen ist. Aber Muthwillens wollen sie nicht wissen, daß der Himmel vor Zeiten auch war, dazu die Erde aus Wasser, und im Wasser bestanden durch Gottes Wort: dennoch ward zu der Zeit die Welt durch dieselbigen mit der Sünde fluth verderbet. Also auch der Himmel jetzund und die Erde werden durch sein Wort gesparet, daß sie zum Feuer behals ten werden am Tage des Gerichts und Verdammniß der gottlosen Menschen. Eins aber sei euch unverhalten, ihr Ficben, daß Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahr wie Ein Tag. Der Herr verziehet nicht die Verheißung, wie es etliche für einen Verzug achten; sondern er hat Geduld mit uns, und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß sich jedermann zur Buße fehre. und Evangelien. 77 tehre. Es wird aber des Herrn Tag kommen als ein Dieb in der Nacht; in welchem die Himmel zergehen wer den mit großem Krachen, die Elemente aber werden vor Hitze zerschmelzen, und die Erde und die Werke, die darinnen sind, werden verbrennen. So nun das alles soll zergehen, wie sollt ihr denn geschickt sein mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen, daß ihr wartet und eilet zu der Zufunft des Lages des Herrn, in welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber eines neuen Himmels, und einer neuen Erde, nach seiner Verheißung, in welchen Gerechtigkeit wohnet. Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf warten follet; so thut Fleiß, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträf lich im Frieden erfunden werdet. Evangelium, Matth. 8, v. 23; 27. Siehe das Evangelium am vierten Sonntage nach der Erscheinung Christi. Seite 16. Episteln und Evangelien auf die Apofteltage und einiger anderen firchlichen Feste. Um St. Andreastage. Epistel, Röm. 10, v. 8: 18. ies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen. Denn so du mit deinem Munde befennest Sesum, daß er der Herr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn Gott von den Todien auferwecket hat; so wirst du selig. Denn so man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und so man mit dem Munde befenuet, so wird man selig. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanten werden. Es ist hier fein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zumal Ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn wird anrufen, soll selig werden. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber 78 Episteln aber glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predi gen, wo sie nicht gefandt werden? Wie denn geschrieben fehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verfündigen, die das Gute verfündigen. Aber sie sind nicht alle dem Evangelio gehorsam. Denn Jesaias spricht: Herr, wer glaubt unsern Predigten? So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehöret? 3war es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall, und in alle Welt ihre Worte. and adi pov910 Evangelium, Matth. 4, v. 18:22, Al.. 18 nun Jesus an dem Galiläischen Meere ging, sah er zween Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andream, seinen Bruder; die warfen ihre Netze in das Meer: denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folget mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen. Bald verließen sie ihre Netze, und folgten ihm nach. Und da er von dannen fürbaß ging, sah er zween andere Brüder, Jakobum, den Sohn Zäbedai, und Johannem, seinen Bru der, im Schiff, mit ihrem Vater Zäbedão, daß sie ihre Netze flickten; und er rief sie. Bald verließen sie das Schiff und ihren Vater, und folgten ihm nach. Um St. Thomastage. Epistel, Ephes. 1, v. 3. 6. Celobet elobet fei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns gefegnet hat mit allerlei geistlichem Gegen in himmlischen Gütern, durch Christum. Wie er uns denn erwählet bat durch denselbigen, ehe der Welt Grund gelegt war, daß wir sollten sein heilig und unsträf lich) vor ihm in der Liebe; und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen ihn selbst, durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zu Lobe seiner herrlichen Gnade, durch welche er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten. Evan und Evangelien. Evangelium, Joh. 20, v. 24:31. homas aber, der Zwölfen einer, der da heißt Zwil ling, war nicht bei ihnen, da Sesus fam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich in seinen Händen sehe die Nägelmale, und lege meinen Finger in die Nägelmale, und lege meine Hand in seine Seite, will ich es nicht glauben. Und über acht Tage waren abermal seine Jünger darinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Thüren verschlosfen waren, und tritt mitten ein, und spricht: Friede sei mit euch! Darnach spricht er zu Thoma: Reiche deinen Finger her, und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her, und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr, und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Dieweil du mich gefehen haft, Thoma, to glaubest du. Selig sind, die nicht fehen, und doch glauben. Auch viele andere Zeichen that Jesus vor seinen Jungern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Diese aber sind geschrieben, daß ihr glaubet, Jesus sei Christ, der Schn Gottes; und daß ihr durch den Glauben das Les ben habt in seinem Namen 79 Am Tage St. Pauli Bekehrung. Epistel, Ap. Gesch). 9, v. 1: 22. aulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden wider die Jünger des Herrn, und ging zum Ho₂ henpriester, und bat ihn um Briefe gen Damaskus an die Schulen, auf daß, so er etliche dieses Weges fände, Männer und Weiber, er sie gebunden führete gen Jerus falem. Und da er auf dem Wege war und nahe bei Damaskus kam, umleuchtete ihn plößlich ein Licht vom Himmel. Und er fiel auf die Erde, und hörete eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgeft du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der Herr sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgest. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel lecken. Und er sprach mit Zittern und Zagen: Herr, was willst du, daß ich thun soll? Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe in die 80 Episteln die Stadt, da wird man dir sagen, was du thun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen und waren erstarret: denn sie hörten eine Stimme, und sahen niemand. Caulus aber richtete sich auf von der Erde, und als er seine Augen aufthat, sah er niemand. Sie nahmen ihn aber bei der Hand, und führten ihn gen Damaskus. Und er war drei Tage nicht sehend, und aß nicht, und trank nicht. Es war aber ein Jünger zu Da mastus, mit Namen Ananias; zu dem sprach der Herr im Gesichte Anania! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Stehe auf, und gehe hin in die Gaffe, die da heißt die Richtige, und frage in dem Hauss Juda nach Gaulo, mit Namen von Larsen; denn siehe, er bätet, und hat gesehen im Gesicht einen Mann, mit Namen Ananias, zu ihm hinein kommen, und die Hand auf ihn legen, daß er wieder sehend werde. Ananias aber antwortete: Herr ich habe von vielen gehöret von diesem Manne, wie viel Ulebels er deinen Heiligen gethan hat zu Jerusalem; und er hat allhier Macht von den Hos benpriestern, zu binden alle, die deinen Namen anrufen. Der Herr sprach zu ihm: Gehe hin; denn dieser ist mir ein auserwähltes Rüstzeug, daß er meinen Namen trage vor den Heiden, und vor den Königen, und vor den Kin dern von Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muß um meines Namens willen Und Ananias ging hin, und fam in das Haus m und kam in das Haus, und legte die Hände auf ihn, und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, ( der dir erschienen ist auf dem Wege, da du herkamest) daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfül Let werdest. Und alsobald fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er ward wieder sehend; und stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich, und stärkte sich. Saulus aber war etliche Tage bei den Jüngern zu Da maskus. Und alsobald predigte er Chriftum in den Schu len, daß derselbe Gottes Sohn sei. Sie entseßten sich aber alle, die es hörten, und sprachen: Ist das nicht, der zu Jerusalem verstörte alle, die diesen Namen anrufen, und barum hergefomnien, daß er sie gebunden führe zu den Ho henpriestern? Saulus aber ward je mehr kräftiger, und trieb die Juden ein, die zu Damaskus wohneten, und bes währte es, daß dieser ist der Christ. Evans und Evangelien. Jefu Evangelium, Matth. 19, v. 23:30, esus aber sprach zu seinen Süngern: fage euch: Wahrlich, ich Ein Reicher wird schwerlich ins Himmels reich kommen. Und weiter sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Da das seine Jünger hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Je, wer kann denn selig werden? Jesus aber sahe sie an, und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich. Da antwortete Petrus, und sprach zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen, und sind dir nachgefolget; was wird uns dafür? Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, daß ihr, die ihr mir seid nachgefolget, in der Wiedergeburt, da des Menschen Sohn wird sizzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, werdet ihr auch sißen auf zwölf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Israels. Und wer verläßt Häuser, oder Bruder, oder Schwester, oder Vater, oder Mutter, oder Weib, oder Kinder, oder Acker, um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen, und das ewige Leben ererben. Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Leßzten, und die letzten werden die Ersten sein. Um Tage Mariä Reinigung. Epistel, Malachià 3, v. 1: 4. 81 iehe, ich will meinen Engel senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinen Tempel der Herr, den ihr suchet, und der Engel des Bundes, deß ihr begehret. Siehe, er kommt, spricht der Herr Zebaoth. Wer wird aber den Tag seiner Zus funft erleiden mögen? Und wer wird bestehen, wenn er wird erscheinen? Denn er ist wie das Feuer eines Golds schmiedes, und wie die Seife der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen, und das Silber reinigen; er wird die Kin der Levi reinigen und läutern, wie Gold und Silber: dann werden sie den Herrn Speisopfer bringen in Gerechtigkeit. Und wird dem Herrn wohlgefallen das Speisopfer Juda und Jerusalem, wie vorhin und vor langen Jahren. Sindym Evangelium, Luca 2, v. 22:32. Und ba bie Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mosis famen, brachten sie das Kind Jesum gen Jerusalem, f auf da 82 Episteln auf daß fie ihn darstelleten dem Herrn;( wie denn ge schrieben stehet in dem Gesetz des Herrn: Allerlei Männ lein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn ge heiligt heißen) und daß sie gäben das Opfer, nachdem ges sagt ist im Gesetz des Herrn: ein Paar Turteltauben, oder zwei junge Tauben. Und siehe ein Mensch war zu Jerus falem mit Namen Simeen: und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Ifraels, und der heilige Geist war in ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist: er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und fam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gesetz; da nahm er ihn auf seine Arme, und lobete Gott, und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du ge sagt haft; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet haft vor allen Völkern, ein Licht zu er leuchten die Heiden, und zum Preis deines Volkes Ifrael. Am Tage Matthiä, Epistel, Ap. Gefd). 1, v. 15:26. Und in ben Tagen trat auf Petrus unter die Jünger, und war der Namen zu Haufen bei hundert und zwanzig) Ihr Männer und Brüder, es mußte die Schrift erfüllet werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund David, von Juda, der ein Vorgänger war derer, die Jesum fingen. Denn er war mit uns gezählet, und hatte das Amt mit uns übers fommen. Dieser hat erworben den Acker um den ungerech ten Lohn, und sich erhängt, und ist mitten entzwei gebor sten, und alle sein Eingeweide ausgeschüttet. Und es ist tund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache: Hafel, dama, das ist, ein Blutacker. Denn es stehet geschrieben im Psalmbuch: Ihre Behausung müsse wüfte werden, und sey niemand, der darinnen wohne, und sein Bisthum empfahe ein anderer. So muß nun einer unter diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, welche der Herr Jesus unter uns ist aus und eingegan gen, von der Taufe Johannis an, bis auf den Tag, da er von und Evangelien. 83 von uns genommen ist, ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden. Und sie stelleten zween, Joseph, genannt Bara fabas, mit dem Zunamen Just, und Matthiam; beteten und sprachen: Herr, aller Herzen Kündiger, zeige an, welchen du gewählet hast unter diesen zween, daß einer empfahe diesen Dienst und Apostelamt, davon Judas abs gewichen ist, daß er hinginge an seinen Ort. Und sie warfen das Loos über sie, und das Loos fiel auf Mat. thiam, und er ward zugeordnet zu den eilf Aposteln. Evangelium, Matth. 11, v. 25 30. Du derselbigen Zeit antwortete Jefus, und sprach: Sch Er den, daß du solches den Weisen und Kingen verborgen haft, und hast es den Unmündigen offenbaret. Ja, Vater; denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir. Alle Din ge sind mir übergeben von meinem Vater. Und niemand fennet den Sohn, denn nur der Vater. Und niemand ken net den Vater, denn nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren. kommt her zu mir alle, die ihr mühses lig und beladen seyd; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch, und lernet von mir; denn ich bin sanftmüthig und von Herzen demüthig: so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Soch ist sanft, und meine Laft ist leicht. Am Tage der Verkündigung Mariä Epistel, Jesaias 7, v. 10:16. Und der Herr redete abermal zu Ahas, und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott; es sey unten in der Hölle, oder droben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will nichts fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David; ists euch zu wenig, daß ihr die Leute belei. diget, ihr müffet auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eis ne Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebä ren, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen, und Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses f 2 vers a Episteln i verwerfen, und Gutes erwählen, wird das land, davor dir gratet, verlassen seyn von seinen zween Königen..961941 m enite dug 302 sim# 6 Evangelium, Luca 1, v. 26:38. 26 1917 12 84 11nd 346 ud im sechsten Mond ward der Engel Gabriel gefandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißet Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph), vom Hause David: und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seyst du Holdselige, der Herr ist mit dir, dit Gebenedeite unter den Weibern. Da sie aber ihn sah, erschrack sie über seine Rede, und gedachte, welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott ge funden. Siehe du wirst schwanger werden im Leibe, und einen Cohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß, und ein Sohn des Höchsten genennet werden: und Gott, der Herr, wird ihm den Stuhl seines Va ters Davids geben; und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen? Sintemal ich von feinem Manne weiß. Der En gel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das von dir geboren wird, wird Gottes, Sohn genennet werden. Und siehe, Elisabeth, deine Freundin, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und gehet jetzt im sechsten Mond, die im Geschrei ist, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist fein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. DO SING Um Tage Philippi und Jatobi. Epistel, Ephef. 2, v. 19, 22. Lieben Brüder! so send ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Brüder mit den Heiligen, und Gottes Hausgenossen, erbauet auf den Grund der Apo ftel und Evangelien. stel ind Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau in einander gefüget wächfet u einem heiligen Tempel in dem Herrn; auf wel. dhen auch ihr mit erbauet werdet, zu einer Behausung anal 116 Gotes im Geift: WAR GR 5 ms Evangelium, Joh. 14, v. 1:14. ni enots Kesus sprach zu seinen Süngern: Euer Herz erschrecke nicht. Glanbet ihr an Gott, so glaubet ihr auch an mich. In meines Vaters Hause sind viele, Wohnuns gen. Wenns nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch, die Stätte zu bereiten. Und ob ich hinginge, euch bie Stätte zu, bereiten, will ich doch wieder Fommen, und euch zu mir nehmen, auf daß ihe seyd wo ich bin. Und wo ich hingehe, das wisset ihr, und den Weg wisset ihr, auch. Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wisfen nicht, wo du hingehest; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg, und die Wahrheit, und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Wenn ihr mich fennetet, so kennetet ihr auch meinen Vater. Und von nun an fennet ihr ihn, und habt ihn gesehen. Spricht zu ihm Philippus Herr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du tenneft mich nicht? Philippe, wer mich siehet, der fies het den Vater. Wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Glaubest du nicht, daß ich imn Vater und der Vater in mir ift? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst. Der Vater aber, der in mir wohnet, derselbige thut die Werke. Glaubet mir, daß ich im Vater, und der Vater in mir istwo nicht so glaubet mir doch um der Werke willen Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubet; der wird die Werke auch thun, die ich thue, und wird größere denn diese thun, denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich thu, auf daß der Vater geehret werde in dem SohnlilBas ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich sthun. is Um 13 86 Episteln de IOAR Am Tage Johannis des Täufers. Epistel, Jesaias 40, v. 1.5. Fröffet, tröstet mein Volf: spricht euer Gott. Rebet mit Jerusalem freundlich, und prediget ihr, daß ihre Ritterschaft ein Ende hat; denn ihre Missethat ist verges ben: denn sie hat Zweifältiges empfangen von der Hand des Herrn, um alle ihre Sünde. Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: bereitet dem Herrn den Weg, macht auf dem Gefilde eine ebene Bahn unserm Gott. Alle Thale sollen erhöhet werden, und alle Berge und Hügel follen erniedriget werden, und was ungleich ist, soll eben, und was höckericht ist, soll schlecht werden. Denn die Herrlichkeit des Herrn foll offenbaret werden, und alles Fleisch mit einander wird sehen, daß des Herrn Mund redet. Evangelium, Luca 1, v. 57:80. Unb nd Elisabeth fam ihre Zeit, da sie gebären sollte, und fie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Freunde höreten, daß der Herr große Barmherzigkeit an ihr gethan hatte, und freueten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tage, tamen fle zu beschneiden das Kind lein, und hießen ihn nach seinem Vater Zacharias. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Mit nichten, sons dern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: It doch niemand in deiner Freundschaft, der also heiße. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn wolle heißen Laffen? Und er forderte ein Täflein, schrieb und sprach: Er heißet Johannes. Und sie verwunderten sich alle. Und alsbald ward sein Mund und seine Zunge aufgethan, und redete, und lobte Gott. Und es kam eine Furcht über alle Nachbarn, und diefe Geschichte ward ruchbar auf dem ganzen jüdischen Gebirge. Und alle, die es höreten, uahmen es zu Herzen und sprachen: Was, meinest du, will aus dem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias ward des heiligen Geistes voll, weisfagete und sprach: Gelobet sey der Herr, der Gott Israel; denn er hat beſucht und erlöset sein Volk. Und hat uns aufgerichtet ein Horn des und Evangelien. 87 des Heils, in dem Hause seines Dieners Davids. Als er vor Zeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, daß er uns errettete von unsern Feinden, und von der Hand aller, die uns haffen; und die Barm herzigkeit erzeigte unsern Vätern, und gedächte an seinen heiligen Bund; und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, daß wir, erlöfet aus der Hand unserer Feinde, ihm dieneten ohne Furcht unser Leben lang, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, bie ihm gefällig ist. Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen; du wirst vor dem Herrn hergehen, daß bu feinen Weg bereitest, und Erkenntniß des Heils gebest seinem Volt, die da ist in Vergebung ihrer Sünden; durch bie herrliche Barmherzigkeit unsers Gottes, burch welche uns besucht hat der Aufgang aus der Höhe; auf daß er erscheine denen, die da sitzen in Finsterniß und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlen wuchs; und ward start im Geist, und war in der Wüste, bis daß er sollte her. vortreten vor das Volk Israel. Am Tage Petri und Pauli. Epistel, Ap. Gesch. 12, v. 1:11, dieselbige Zeit legte der König Herodes die Hände an etliche der Gemeine, zu peinigen. zu peinigen. Er tödtete aber Jakobum, Johannes Bruder, mit dem Schwert. Und da er sah, daß es den Juden geftel, fuhr er fort, und fing Petrum auch. Es waren aber eben die Lage ber süßen Brode. Da er ihn nun griff, legte er ihn ins Ges fängniß, und überantwortete ihn vier Viertheilen Kriegs knechten, ihn zu bewahren, und gedachte ihn nach den Ostern dem Volf vorzustellen. Und Petrus ward zwar im Gefängniß gehalten, aber die Gemeine betete ohne Aufe hören für ihn zu Gott. Und da ihn Herodes wollte vor stellen, in derselbigen Nacht schlief Petrus zwischen zween Kriegsfnechten, gebunden mit zwo Ketten, und die Hüter vor der Thüre hüteten des Gefängnisses. Und siehe, der Engel des Herrn kam da her, und ein Licht schien in dem Um m Episteln Gemach, und schlug Petrum an die Seite, und weckte ihn auf, und sprach: Stehe behend auf. Und die Ketten fielen ihm von seinen Händen. Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich, und thue deine Schuhe an. Under that also. Und er sprachy zu ihm: Wirf deinen Mantel um dich, und folge mir nach. Und er ging hinaus, und folgte ihm, nnd wußte nicht, daß ihm wahrhaftig solches geschehe durch den Engel; sondern es däuchte ihn, er fähe ein Gesicht. Sie gingen aber durch die erste und andere Hut, und kamen zu der eisernen Thüre, welche zur Stadt führet; die that sich ihnen von ihr selber auf. Und traten hinaus, und gingen hin eine Gasse lang; und alsbald schied der Engel von ihm. Und da Petrus zu ihm selber fam, sprach er: Nun weiß ich wahrhaftig, daß der Herr seinen Engel gesandt hat, und mich errettet aus der Hand Herodis, und von allem Warten des jüdischen Volks. Evangelium, Matth. 16, v. 13: 20. a fam Jesus in die Gegend der Stadt Cäsarea Phis lippi, und fragte seine Jünger, und sprach: Wer, sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sey? Sie sprachen: Etliche sagen, du seyest Johannes, der Taus fer; die andern, du seyest Elias; etliche, du seyest Sere. mías, oder der Propheten einer. Er sprach zu ihnen: Wer saget denn ihr, daß ich sey? Da antwortete Simon Petrus, und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn. Und Jesus antwortete, und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut hat dir das nicht offenbaret, sondern mein Vas ter im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrue, und auf diesem Felsen will ich bauen meine Gemeine, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Und ich will dir des Himmels Schlüssel geben. Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel ge bunden seyn; und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel los seyn. Da verbot er seinen Jüngern, daß sie niemand sagen sollten, daß er Jesus, ber Christ, wäre, 88 . Am 89 und Evangelien. Um Lage Mariä Heimsuchung. Epistel, Röm. 12, v. 9. 13. ie Liebe sey nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. Die brüderliche Liebe unter einans der sey herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrers bietung zuvor. Seyd nicht träge, was ihr thun sollt. Seyd brünstig im Geist. Schicket euch in die Zeit. Seyd fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Ge bät. Nehmet euch der heiligen Nothdurft an. Herberget gerne. Segnet, die euch verfolgen: segnet, und fluchet nicht. Freuet euch mit den Fröhlichen, und weinet mit den Weinenden. Habt einerlei Sinn unter einander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen. Haltet euch nicht selbst für flug. Vergeltet nicht Böses mit Bösem. Befleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann. Ist es möglich, so viel an euch ist, so habt mit allen Menschen Friede. Evangelium, Luca 1, v. 39-56. Maria aber stand auf in den Tagen, und ging auf zu der in das Haus Zacharias, und grüßete Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Mariä hörete, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward des heiligen Geistes voll, und rief laut, und sprach: Gebenedeiet bist du unter den Weibern, und gebenedeiet ist die Frucht deines Leibes. Und woher kommt mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir fommt? Siehe, da ich die Stimme deines Grußes hörete, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Und, o selig bist du, die du geglaubt haft; denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebet den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes. Denn er hat die Nie drigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir gethan, der da mächtig ist, und deß Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währet immer für und für, bei denen, die ihn fürchten. Er übet 90 Episteln übet Gewalt mit seinem Arm, und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößet die Gewaltigen vom Stuhl, und erhebet die Niedrigen. Die Hungrigen füllet er mit Gütern, und läsfet die Reichen leer. Er denfet der Barmherzigkeit, und hilft seinem Diener Jfracl auf; wie er geredet hat unsern Vätern, Abraham und feinem Samen ewiglich. Und Maria blieb bei ihr bei drei Monden: darnadh fehrte sie wiederum heim. Um Tage St. Jacobi. Epistel, Röm. 8, v. 28:39. ir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alle die nach dem be. rufen sind. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich seyn sollten dem Eben bilde seines Sohnes, auf daß derselbe der Erstgeborne sey unter vielen Brüdern. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen: welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber gerecht ges macht, die hat er auch herrlich gemacht. Was wollen wir denn hiezu sagen? Ist Gott für uns, wer mag wider uns seyn? Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschont, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben: wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hie, der da gerecht macht. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist: ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes, und vertritt uns. Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwerdt? Wie geschrieben stehet: Ulm deinetwillen werden wir getödtet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschaafe. Aber in dem allen übers winden wir weit, um deß willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Lod noch Leben, weder Engel noch Fürstenthum, noch Gewalt, weder Gegens wärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur, mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn. 350 Evans 91 und Evangelien. Evangelium, Matth. 20, v. 20, 23. a trat zu Jesu die Mutter der Kinder Zebedäi, mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder, und bat etwas von ihm. Und er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Laß diese meine zween Söhne sitzen in deis nem Reich, einen zu deiner Rechten, und den andern zu deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisset nicht was ihr bittet. Könnet ihr den Kelch trinfen, den id trinken werde, und euch taufen lassen mit der Taufe, da dh mit getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja wohl. Und er sprach zu ihnen: Meinen Kelch sollt ihr zwar trinken, und mit der Taufe, da ich mit getauft werde, sollt ihr getauft werden; aber das Sißen zu meis ner Rechten und Linken zu geben, stehet mir nicht zu, sondern denen es bereitet ist von meinem Vater. Am Tage Bartholomäi. Epistel, 2 Kor. 4, v. 7:10. Wir Pir haben aber solchen Schatz in irdischen Gefäßen, auf daß die überschwengliche Kraft sey Gottes, und nicht von uns. Wir haben allenthalben Trübfal, aber wir ängsten uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlaffen. Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. Und tragen um alle Zeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf daß auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde. Evangelium, Luca 22, v. 24- 30. s erhob sich auch ein Bank unter den Süngern, welcher unter ihnen sollte für den Größeften gehalten werden? Er aber sprach zu ihnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen heißet man gnädige Herrn. Shr aber nicht also: sondern der Größeste unter euch soll seyn wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Dies ner. Denn welcher ist der Größeste? Der zu Zische sizet, oder der da dienet? Jste nicht also, daß der zu Tische fizet? Ich aber bin unter euch wie ein Diener. Ihr aber 92 Epistelnur aber seyds, die ihr beharret habt bei mir is meinen Anfechtungen. Und ich will euch das Reich bescheiden, wie mirs mein Vater beschieden hat, daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tisch in meinem Reich, und sigen auf Stühlen, und richten die zwolf Geschlechter Ifrael. 530 1497 St. Matthät. Matthäi. Am Tage St. Epistel, I Kor. 12 v. 4/11, 6 sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Und es sind mancherlei Aemter, aber es ist Ein Herr. Und es sind mancherlei Kräfte, aber es ist Ein Gott, der da wirket alles in allem. In einem jeglichen erzei gen sich Gaben des Geistes zur gemeinen Nußen. Einem wird gegeben, durch den Geist zu reden von der Weisheit; dem andern wird gegeben, zu reden von der Erkenntniß, nach demselbigen Geist. Einem andern der Glaube in demselbigen Geist; einem andern die Gabe gefund zu machen, in demselbigen Geist; einem andern Wunder zu thun, einem andern Weisfagung, einem ans bern Geister zu unterscheiden, einem andern mancherlei Sprachen, einem andern die Sprachen auszulegen. Dies aber alles wirfet derselbige einige Geist, und theilet einem jeglichen Seines zu, nachdem er will. ID Evangelium, Matth. 9, v. 9.13. 2: n or med stunk PRI Un nd da Jesus von dannen ging, sah er einen Menschen am Zoll sizzen, der hieß Matthäus, und sprach zu ihm: Folge mir. Und er stand auf und folgte ihm. Und es begab sich, da er zu Tische saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder, und saßen zu Tische mit Jesu und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer fas hen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum iffet euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörete, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, fondern die Kranfen. Gehet aber hin, und ternet, was das sey: Ich habe Wohlgefallen an Barme her. und Evangelien. 93 herzigkeit, und nicht am Opfer. Ich bin gekommen, die Sinder zur Buße zu rufen, und nicht die Frommen. Stig story c SOROG 90 Um Tage St. Michaelis. Epistel, Offenb. Joh. 12, v. 7:12. Und Ind es erhob sich ein Streit im Himmel. Michael und seine Engel stritten mit dem Drachen, und der Drache ftritt und seine Engel; und siegten nicht, auch ward ihre Stätte nicht mehr gefunden im Himmel. Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißet der Zenfel und Satanas, der die ganze Welt verführet: und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die da sprach im Himmel: Nun ist das Heil, und die Kraft, und das Reich, und die Macht uns fers Gottes feines Christus geworden, weil der Verfläger unserer Brüder verworfen ist, der sie verklaget Tag und Nacht vor Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut, und durch das Wort ihrer Zeugnis, und haben ihr Leben nicht geliebet, bis an den Zod. Darum freuet euch, ihr Himmel, und die darinnen wohnen. 17430190 190 Evangelium, Matth. 18, v. 4. 11. Ou derselbigen Stunde traten die Jünger zu Jesut, und fprachen: Wer ist der größeste im Himmelreich? Jesus rief ein Kind zu sich, und stellete es mitten unter sie, und sprach: Wahrlich, ich sage euch: es sey denn, daß ihr euch umkehret, und werdet wie die Kinder, so wertet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Wer sich nun selbst erniedriget, wie dies Kind, der ist der Größeste im Him melreich. Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf. Wer aber ärgert dieser. Geringsten einen, die an mich glauben, dem wäre beffer, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehänget würde, und er erfäuft würde im Meer, da es am tiefsten ist. Wehe der Welt der Aergerniß halben! Es muß ja Nergerniß kommen: doch wehe dem Menschen, durch welchen Aergerniß kommt! So aber deine Hand oder dein Fuß dich Episteln un ärgert, so haue ihn ab, und wirf ihn von dir: es ist dir besser, daß du zum Leben lahm, oder als ein Krüppel eingehest, denn daß du zwo Hände und zween Füße habest, und werdest in das ewige Feuer geworfen. Und so dich dein Auge ärgert, reiß es aus, und wirf es von dir, es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, denn daß du zwei Augen habest, und werdest in das höllische Feuer geworfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von dies sen Kleinen verachtet; denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel. Denn des Menschen Sohn ist gekommen, selig zu machen, das verloren ist. 94 Ar Um Tage Simonis und Judä. rak Epistel, 1 Petri 1, v. 3: 9. elobet sey Vater & Chrifti, der uns nach ſeiner großen Barmherzigkeit wieder geboren hat zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jesu Christi von den Todten; zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahret werden zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit; in welcher ihr euch freuen werdet, bie ihr jetzt eine kleine Zeit( wo es seyn soll) traurig seyd in mancherlei Anfechtungen: auf daß euer Glaube rechts schaffen und viel köstlicher erfunden werde, denn das ver gängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird zu fobe, Preis und Ehren, wenn nun offenbaret wird Jesus Christus. Welchen ihr nicht gesehen, und doch lieb habet, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht sehet; so werdet ihr euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, und das Ende cures Glaubens davon bringen, nemlich der Seelen Seligkeit. Evangelium, Joh. 15, v. 17:21, Jef sus sprach zu seinen Jüngern: Das gebiete ich euch, daß ihr euch unter einander liebet. So euch die Welt bafe und Evangelien. 95 hafset, so wisset, daß sie mich vor euch gehasset hat. Was ret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Dieweil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum haffet euch die Welt. Gedenket an mein Wort, das ich euch gesaget habe: Der Knecht ist nicht größer, denn sein Herr. Haben sie mich verfolget, sie werden euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie cures auch halten. Aber das alles werden sie euch thun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich ges sandt hat. Am Tage der Kirchweihe. Epistel, Offenb. Joh. 21, v. 1: 5. Und nd ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Und ich Johannes sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herab fahren, zubereitet als eine geschmückte Braut ihrem Manne. Und hörete eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen; und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Thrä nen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein; denn das Erste it vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe ich mache alles neu. Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrs haftig und gewiß. Evangelium, Lucä 19, v. 1; 10. Um Jefus zog hinein, und ging durch Jericho. Und fehe, da war ein Mann, genannt Zachaus, der war ein Oberster der Zöllner, und war reich; und begehrte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Vilk; denn er war klein von Person. Und er lief vor, 96 Episteln und Evangelien. vorhin, und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe: denn allda sollte er durchkommen. Und als Jesus kam an dieselbige Stätte, sah er auf, und ward sein gewahr, und sprach zu ihm: Zachäe, steig eilend hernieder: denn ich muß heute in deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend hernieder, und nahm ihn auf mit Freuden. Da sie das sahen, murreten sie alle, daß er bei einem Sünder ein Fehrete. Zachäuß aber trat dar, und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und so ich jemand betrogen habe, das gebe ich vierfältig wieder. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist deinem Hause Heil widerfahren, sintemal er auch Abrahams Sohn ist; denn des Menschen Sohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, das verloren ist. 11.05 m ed Sand Der kleine Katechismu 8 D. M. Luthers. Bist du ein Christ? Ja, Herr. Woher weißt du das? Daher, daß ich getauft bin auf den Namen unsers Herrn Jesu Christi, und die christliche Lehre weiß und glaube. Welches ist denn die christliche Lehre? Die in den Schriften Mosis, der Propheten und Apostel verfasser und begriffen ist. Wie viel Hauptstücke hat die christliche Lehre? Fünf. Die zehn Gebote Gottes. Das erste? Das andere? Die Artikel des christlichen Glaubens. Das dritte? Das Gebät des Herrn. Das vierte? Das Sakrament der heiligen Taufe. Das fünfte? Das Abendmahl des Herrn, oder das Sakrament des Leibes und Blutes unsers Herrn Jesu Christi. Wozu dienen uns diese allesammt insgemein? Daß wir erkennen: erstlich, wer wir seien, und wie wir mit unserm Herr Gott stehen. Darnach, wer unser Herr Gott sei, und wie wir mit ihm mögen versöhnt und vers einiger werden. Das erste Hauptstück. Von den zehn Geboten Gottes. Wie lautet das erste Gebot? Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir! a Was Das erste Hauptstück. Was ist das? Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten, lieben, und ihm allein vertrauen. 2 Das andere Gebot? Du sollst den Namen Gottes, deines Herrn, nicht un nüglich führen! Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seis nem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen: sondern denselbigen in allen Nöthen anrufen, båten, loben und danken. Das dritte Gebot? Du sollst den Feiertag heiligen! Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir die Predigt und sein Wort nicht verachten: sondern dasselbige heis lig halten, gern hören und lernen. Das vierte Gebot? Du sollst deinen Vater und deine Mutter chren, auf daß dirs wohl gehe, und du lange lebest auf Erden! Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsere Neltern und Herren nicht verachten, noch erzürnen: son dern sie in Ehren halten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und werth haben. Das fünfte Gebot? Du sollst nicht tödten! Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Náchßen an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid thun: fondern ihm helfen und fördern in allen Leibesndthen. Das sechste Gebot? Du sollst nicht ehebrechen! Was ist das? Wir sollen Sott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben, in Worten und Werken, und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren. Das siebente Gebot? Du sollst nicht stehlen! Was Das erste Hauptstück. 3 Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten sein Geld und Gut nicht nehmen, noch mit falscher Waare oder Handel an uns bringen: sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten. Das achte Gebot? Du sollst kein falsch Zeugniß reden wider deinen Nächsten! Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unsern Nächsten nicht fälschlich belügen, verrathen, afterreden, oder bösen Leumuth machen: sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden, und alles zum Besten kehren. Das nenute Gebot? Tu sollst nicht begehren deines Nächsten Haus! Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen, noch mit einem Schein des Rechtens an uns bringen: sondern ihm, dasselbe zu behalten, förderlich und dienstlich seyn. Das zehnte Gebot? Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, oder alles, was sein ist! Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht sein Weib, Gesind oder Vieh abspannen, abdringen, oder abwendig machen: sondern bei denselbigen anhalten, daß sie bleiben, und thun, was sie schuldig sind. Was sagt nun Gott von diesen Geboten allen? Er sagt also: Ich, der Herr dein Gott, bin ein stars ter, eifriger Gott, der über die, so mich haffen, die Sünde der Väter heimsuchet an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied; aber denen, so mich lieben, und meine Ges bote halten, thue ich wohl ins tausendsté Glied. Was ist das? Gott drohet zu strafen alle, die diese Gebote übertreten, darum sollen wir uns fürchten vor seinem Zorn und nicht wider solche Gebote thun. Er verheißet aber Gnade und alles Gute denen, die solche Gebote halten. Darum sollen wir ihn auch lieben und ihm vertrauen, und gerne thun nach seinen Geboten. Wozu 42 Das erste Hauptstück. Wozu sind uns die zeben Gebote nuh? Zu zweierlei: Erstlich zeigen sie die Sünde an, und offenbaren Gottes Zorn über die Sünde, dadurch wir verursacht werden, Vergebung der Sünden und Trost wider Gottes Zorn und den ewigen Tod, bei unserm Herrn und Heiland Jesu Christo zu suchen. 4 Zum andern lehren sie, welches die guten Werke seien, so die Glaubigen und Neugebornen zu thun schuldig sind, ihren Gehorsam und Dankbarkeit gegen den gnädigen Va ter im Himmel damit zu beweisen. Können wir denn auch mit unsern guten Werken Gottes Gebot und Geseß erfüllen? Ach nein! denn unsere guten Werke sind nicht vollkommen gut, dieweil wir arme Sünder sind, und wenn wir schon wollen Gutes thun, so liegt uns doch das Böse an. Römer am 7. Wer hat denn das Gesetz und die zehen Gebote Gottes erfüllet? Christus Jesus, Gottes und Marien Sohn, der ist ganz heilig und gerecht, der hat für uns dem Geseßz genug gethan, anders nicht, als ob wir selbst das Gesetz gehalten hätten. Und um desselbigen willen gefallen Gott auch unsere gute Werke, die wir durch Gottes Gnade im Glauben thun, ihm zu seinem Lob und Ehren, und unserm Nächsten zu Dienst, ob schon Mangel an denselbigen ist. Das andere Hauptstück. Von den Artikeln des christlichen Glaubens. Welches sind die Artikel des christlichen Glaubens? Dies sind sie: Der erste, von der Schöpfung, der andere, von der Erlösung, der dritte, von der Heiligung. Wie lautet der erste Artikel? Von der Schöpfung. Ich glaube an Gott, den Vater, allmächtigen Schöpfer Himmels und der Erde. Was ist das? Ich glaube, daß mich Gott erschaffen hat, samt allen Kreaturen, mit Leib und Seele, Augen, Ohren, und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat, und noch erhält, dazu Kleider und Schuh, Effen und Trinken, Haus und 5 Das andere Hauptstück. und Hof, Weib und Kind, Necker, Vieh und alle Gäter, mit aller Nothdurft und Nahrung des Leibes und Lebens, reichlich und täglich versorget, wider alle Gefährlichkeit beschützet und beschirmet, und vor allem Utebel behütet und bewahret, und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn' all mein Verdienst und Würdigkeit, das alles ich ihm zu danken, und zu loben, und dafür zu dienen, und gehorsam zu seyn, schuldig bin. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der andere Artikel? Bon der Erlösung. Ich glaube an Jesum Christuin, seinen eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom heiligen Geist; ges boren von Maria der Jungfrau; gelitten unter Pontio Pilato: gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Höllen: am dritten Tage wieder auferstanden. von den Todten; aufgefahren gen Himmel; sizend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten. Was ist das? Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und asch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria, geboren, sei mein Herr, der mich armen verlornen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem beiligen theuern Blut, und mit ſeinem unschuldigen Leiden und Sterben, auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und thm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit; gleichwie er ist auferstanden von dem Tode, lebet und regieret in Ewigkeit. Das ist gewißlich wahr. Wie lautet der dritte Artikel? Von der Heiligung. Ich glaube an den heiligen Geist; eine heilige christliche Kirche; die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden; Auferstehung und ein ewiges Leben. Amen. Was ist das? Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Bernunft noch Kraft an Jesum Christum, meinen Herrn, glauben, oder zu 6 Das andere Hauptstüc. zu ihm kommen kann, sondern der heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuch tet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten, gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden berufet, sammlet, erleuchtet, heiliget, und bei Jesu Christo erhält, im rechten einigen Glauben; in welcher Christenheit er mir und allen Glaubigen täglich alle Sünde reichlich vergibt, und am jüngsten Tage mich und alle Todten auferwecken wird, und mir, samt allen Glaubigen in Christo Jesu, ein ewi ges Leben geben wird. Das ist gewißlich wahr. Wozu dienen uns die Artikel des Christlichen Glaubens? Daß wir unsern Gott daraus erkennen lernen, wer er sei in seinem Wesen, und was sein gnädiger Wille gegen uns sei. Wer ist nun Gott in seinem Wefen? Er ist Gott, der Vater, Sohn, und heiliger Geist, drei unterschiedliche Personen, in einem einigen, ewigen, une zertrennlichen Wesen. Sind denn drei Götter? Nein: Es ist nur ein einiger Gott, welcher sich in dreien unterschiedlichen Personen geoffenbaret hat. Was ist der gnädige Wille Gottes? Daß er uns will unsere Sünde vergeben, und mitthei len das ewige selige Leben. Wozu nüßet uns die Erkenntniß des göttlichen Wesens und Willens? Daß wir daraus einen rechten Glauben überkommen, und durch den Glauben selig werden. Welche unter den dreien Personen ist Mensch geworden? Die andere Person, als nämlich der Sohn Gottes. Wer ist nn Christus unser Erlöser in seiner Person? Er ist wahrhaftiger Gott, vom Vater in Ewigkeit geboren, und auch wahrhaftiger Mensch, von der Jungfrau Maria geboren, mein Herr. Oder kürzer: Er ist wahrhaftiger Gott und Mensch, oder: Gottes und Marien Sohn. Welches ist denn die größte Wohlthat dieses deines Erlösers Jefu Christi? Er hat mich armen, verlornen und verdammten Menschen erlöset, erworben und gewonnen, von allen Sünden, vom Tod, und von der Gewalt des Teufels. Warnin Das andere Hauptstück. Warum hat er dich erlöset? Auf daß ich sein eigen sei, und in seinem Reich unter ihm lebe, und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Uns schuld und Seligkeit. Glaubest du auch, daß Christus, dein Herr, bei seiner lieben Kirche allhier auf Erden, und auch bei dir sei? 7 Ja, mein lieber Herr Christus, wahrer Gott und Mensch, ein Herr über alles, ist nach seiner Verheißung bei mir und allen seinen Glaubigen, der ist mein Herr und König, welcher, wie er mich erlöset hat, also schüßzet und schirmet er mich auch, und will mich endlich in sein herrliches Reich nach diesem Leben aufnehmen. Wodurch wirst du vor Gott gerecht und selig? Durch kein andres Werk, als durch den ganzen allerheis ligsten Gehorsam meines Herrn und Erlösers Jesu Christi und durch sein allerbitterstes Leiden und Sterben, das halt' ich mit festen Glauben, und darauf stehet all meis nes Herzens Vertrauen und Zuversicht. Woher kommt die Bekehrung zu Gott und der Glaube an Jesum Christum? Es ist eine Gabe des heiligen Geistes, der wirket und gibt mir sie, durch sein heiliges Wort und Evangelium und die heiligen Sakramente. Das dritte Hauptstück. Vom Gebät des Herrn. Wie lautet das Gebät des Herrn? Vater unser, der du bist in dem Himmel. Was ist das? Gott will uns damit locken, daß wir glauben sollen, er sei unser rechter Vater, und wir seine rechten Kinder; auf daß wir getrost und mit aller Zuversicht ihn bitten follen, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater. Die erste Bitte? Geheiliget werde dein Name! Was ist das? Gottes Name ist zwar an ihm selbst heilig; aber wir bitten in diesem Gebät, daß er auch bei uns geheiliget werde. Wie Das dritte Hauptstück. Wie geschieht das? Wo das Wort Gottes lauter und rein gelehret wird, und wir auch heilig, als die Kinder Gottes, darnach leben. Das hilf uns, lieber Vater im Himmel. Wer aber anders lehret und lebet, denn das Wort Gottes lehret, der entheiliget unter uns den Namen Gottes; dafür behüte uns, lieber himmlischer Vater. 8 Die andere Bitte? Dein Reich komme! Was ist das? Gottes Reich kommt wohl ohn' unser Gebät, von ihm selbst; aber wir bitten in diesem Gebåt, daß es auch zu uns komme. Wie geschieht das? Wenn der himmlische Vater uns seinen heiligen Geist gibt, daß wir seinem heiligen Wort durch seine Gnade glauben, und göttlich leben, hier zeitlich und dort ewiglich. Die dritte Bitte? Dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden! Was ist das? Gottes guter, gnädiger Wille geschicht wohl ohn' unser Gebát, aber wir bitten in diesem Gebát, daß er auch bei uns geschehe. Wie geschieht das? Wenn Gott allen bösen Rath und Willen bricht, und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen, und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt, und unsers Fleisches Wille; sondern stårfet und behält uns fest in seinem Wort und Glauben, bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger und guter Wille. Die vierte Bitte? Unser täglich Brod gib uns heute! Was ist das? Gott gibt das tägliche Brod auch wohl ohn' unsere Bitten, allen bösen Menschen: aber wir bitten in diesem Ge bät, daß er uns solches erkennen lasse, und wir mit Dankfagung empfahen unser täglich Brod. Was heißst denn täglich Brod? Alles, was zur Leibesnahrung und Nothdurft gehöret, als Effen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh Das dritte Hauptstück. Vich, Geld, Gut, fromm Gemahl, fromme Kinder, fromm Gesinde, fromme und getreue Oberherren, gut Regiment, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn, und desgleichen. 9 Die fünfte Bitte? Und vergib uns unsere Schuld, als auch wir vergeben unsern Schuldigern! Was ist das? Wir bitten in diesem Gebát, daß der Vater im Himmel nicht ansehen wolle unsere Sünde, um derselben willen solche Bitte nicht versagen, denn wir sind der keines werth, das wir bitten, habens auch nicht verdiener: sondern er wolle uns alles aus Gnade geben, denn wir täglich viel So wollen sündigen, und wohl eitel Strafe verdienen. wir zwar wiederum auch herzlich vergeben, und gern wohl thun denen, die sich an uns versfündigen. Die sechste Bitte? Und führe uns nicht in Versuchung. Was ist das? Gott versucht zwar niemand, aber wir bitten in diesem Gebät, daß uns Gott wolle behüten und erhalten, auf daß uns der Teufel, die Welt, und unser eigen Fleisch nicht betrüge, noch verführe in Mißglauben, Verzweiflung. und andere große Schand' und Laster; und ob wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten. Die siebente Bitte? Sondern erlöse uns von dem Utebel! Was ist das? Wir bitten in diesem Gebät, als in einer Summa, daß uns der Vater im Himmel von allerlei Uebel, Leibes und der Seele, Gutes und Ehre erlöse, und zuleßt, wenn unfer Stündlein kommt, ein seliges Ende beschere, und mit Gnaden von diesem Jammerthal zu sich nehme in den Himmel. Amen. Was heißt Amen? Daß ich soll gewiß seyn, solche Bitten seien dem Vater im Himmel angenehm und erhöret, denn er selbst hat uns geboten, also zu båten, und verheißen, daß er uns wolle erhören. Amen, Amen, das heißt: Ja, Ja, es foll also geschehen. Wozn Das vierte Hauptstück. Wozu dienet uns das Gebät des Herrn? Daß wir erkennen alles, was zur Aufenthaltung dieses zeitlichen, und Erlangung des ewigen Lebens geböret, könne man nirgends anders woher haben, denn von Gott, und es derohalben von ihm mit glaubigem Herzen bitten und erlangen. 10 Das vierte Hauptſtück. Vom Sakrament der heiligen Zaufe. Was And die heiligen Sakramente? Es sind göttliche Handlungen, darinnen und Gott mit sichtbaren Zeichen( oder in seinem Wort verfaßten Elementen,) die unsichtbare verheißene Gnadengüter versiegelt und übergibt. Wozu sind die Sakramente eingesetzt? Zur Bestätigung unsers Glaubens an die göttliche Verheißung. Wie viel find Sakramente im Neuen Testamente? Zwei: die Taufe, und das Abendmahl des Herrn. Zum ersten: Was ist die Taufe? Die Taufe ist eine göttliche Handlung, in welcher uns Gott durchs Wasserbad und Wort unsere Sünde gnädiglich um Jesu Christi willen vergibt, niramt uns an ju feinen Kindern, und macht uns zu Erben aller seiner himmli schen Güter. Oder: Die Taufe ist nicht allein schlecht Wasser, sondern sie ist das Waffer in Gottes Gebot gesfaffet, und mit Gottes Wort verbunden. Welches ist denn solch Wort Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Matthäi am lezzten: Gehet hin in alle Welt, und lehret alle Völker, und taufet sie im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes, und des heiligen Geistes. 3um andern: Was gibt oder nust die Taufe? Sie wirket Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel, und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben, wie die Worte und Verheißungen Gottes lauten. Wel 11 Das vierte Hauptstück. Welches sind denn solche Worte und Verheißungen Gottes? Da unser Herr Christus spricht, Marci am leßten: Wer da glauber und getauft wird, der wird selig: wer aber nicht glaubet, der wird verdammt werden. Zum dritten: Wie kann Wasser solche große Dinge thun? Wasser thuts freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, so folchem Wort Gottes im Wasser trauet. Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlecht Wasser, und keine Taufe, aber mit dem Worte Gottes ist es eine Taufe, das ist, ein gnadenreich Wasser des Lebens, und ein Bad der neuen Geburt im heiligen Geist, wie Sankt Paulus sagt zum Tito am dritten Kapitel: ,, Durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des heiligen Gcistes, welchen er ausgegoffen hat über uns reichlich durch Jesum Christum unsern Heiland, auf daß wir durch desselbigen Gnade gerecht und Erben seien des ewigen Lebens, nach der Hoffnung. Das ist gewißlich wahr." Zum vierten: Was bedeutet denn solch Wassertanfen? Es bedeutet, daß der alte Adami in uns durch tägliche Reu' und Buße soll ersäuft werden, und sterben mit allen Sunden und bösen Lüften, und wiederum táglich heraus kommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinigkeit vor Gott ewiglich lebe. Wo stehet das geschrieben? Sankt Paulus zu den Römern am sechsten spricht: Wir sind samt Christo durch die Taufe begraben in den Tod, daß, gleichwie Christus ist von den Lodten auferwecket, durch die Herrlichfeit des Vaters, also sollen wir auch in einem neuen Leben wandeln. Wozu nußet uns die Taufe? Daß wir damit versichert werden, Gott habe uns zu sei nen Kindern angenommen, und wolle sich in allen Dingen als ein gnådiger Vater gegen uns erzeigen. Warum spricht du in der Auslegung des Katechismi: Die Taufe wirkt Vergebung der Sünden, erlöset vom Tod und Teufel und gibt die ewige Seligkeit, so doch allein der Herr Christus solches gethan hat? Der Herr Christus hat uns dieses alles erworben in sei nem Leiden und Sterben, aber mit der heiligen Taufe hat ers uns geschenket und zugeeignet. Das 12 Das funfte Hauptstück. Vom Abendmahl des Herrn, oder vom Sakrament des Altars. Was ist das Abendmahl des Herrn? Das Abendmahl des Herrn ist ein Sakrament oder göttliche Handlung, da der Herr Christus selbst gegenwärtig ist, und übergibt uns mit Brod und Wein seinen wahren Leib und Blut, zur gewissen Versicherung, daß wir Vergebung der Sünden haben, und mit ihm in Ewigkeit leben sollen. Was ist das Sakrament des Altars? Es ist der wahre Leib und Blut unsers Herrn Jefu Christi, unter dem Brod und Wein, uns Christen zu essen und zu trinken, von Christo selbst eingesetzt. Wo stehet das geschrieben? So schreiben die heiligen Evangelisten und Apostel, Matthäus, Markus, Lukas und Sankt Paulus: ,, Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm er das Brod, dankete, und brachs, und gabs seinen Jüngern, und sprach: Nehmet hin und effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; sol ches thut zu meinem Gedächtniß. Deffelbigen gleichen nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den, und sprach: Nehmet hin, und trinket alle daraus, dieser Kelch ist as neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergoffen wird, zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß." Was nüßet denn solch Essen und Trinken? Das zeigen uns diese Worte an: ,, Für euch gegeben und vergossen, zur Vergebung der Sünden." Námlich daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird: denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Wie kann leiblich Essen und Trinken solche große Dinge thun? Effsen und Trinken thuts freilich nicht, sondern die Worte, so da stehen: Für euch gegeben und vergoffen 13 Das fünfte Hauptstück. jur Vergebung der Sünden." Welche Worte sind neben dem leiblichen Essen und Trinken als das Hauptstück im Sakrament, und wer denselbigen Worten glaubet, der hat, was sie sagen, und wie sie lauten, nämlich: Vergebung der Sünden. Wer empfängt denn solch Sakrament würdig? Fasten und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine dufferliche Zucht: Aber der ist recht würdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: ,, Für euch gegeben und vergossen, zur Vergebung der Sünden." Wer aber diesen Worten nicht glaubet, oder zweifelt, der ist unwürdig und ungeschickt, denn das Wort:„ Für euch," erfordert wahrhaftig glaubige Herzen. Wozu ist nun das Abendmahl des Herrn nuh? Wir werden damit versichert, daß, ob wir gleich unsern Vater im Himmel erzúrnet haben, will er uns doch solches verzeihen, und unser gnädiger Vater seyn und bleis ben. Und ist also die Taufe eine gewisse Versicherung, daß uns Gott zu Kindern angenommen hat; das Abendmahl aber, daß er uns unsers Ungehorsams nicht will entgelten lassen. Was empfängst du im heiligen Abendmahl? Den wahren Leib und Blut unsers Herrn Jesu Christi, unter dem Brod und Wein. Warum gehst du zum Tisch des Herrn? Daß ich meinen Glauben an den Herrn Christum, durch die Nießung seines Leibes und Blutes stärke, und meine arme Seele tröste. Glaubest du und bekennest diefes alles von Herzen, was du von der christlichen Lehre jeund gesagt haft? Ja, Herr. Wiust du dich denn auch in den Gehorsam der christlichen Kirche ergeben, und nach dem du glaubeft und bekennest, hinfort thun und leben, und was du allhier verheißest und zusagest, thun und getreulich halten? Ja, Herr, durch die Gnade und Hülfe unsers Herrn Jesu Christi. Von 14 Von der Beichte. Was ist die Beichte? Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: Eins, daß man die Sünden bekenne: Das andere, daß man die Absolution oder Vergebung vom Beichtiger empfahe, als von Gott selbst, und já nicht daran zweifle, sondern fest glaus be, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel. Welche Sünden soll man deun beichten? Vor Gott soll man sich aller Sünden schuldig geben, auch die wir nicht erkennen, wie wir im Vater Unser thuật. Aber vor dem Beichtiger sollen wir allein die Sünden bekennen, die wir wissen und fühlen im Herzen. Welche sind die? Da siehe deinen Stand an nach den zehen Geboten: Ob du Vater, Mutter, Sohn, Tochter, Herr, Frau, Knecht, oder Magd seiest? Ob du ungehorsam, untreu, unfleißig, zornig, unzüchtig, gehäßig gewesen seiest? Ob du jemand Leid gethan habest, mit Worten oder Werken? Ob du gestohlen, versäumet, verwahrloset, oder sonst Schaden gethan habest? Eine Beichte. Ich, armer Sünder, erkenne in meinem Herzen, und betenne mit meinem Munde, daß ich nicht allein in Sünden empfangen und geboren, sondern auch mit allerhand wirklichen Sünden, bösen Gedanken, Worten und Werfen, gegen Gott, meinen Herrn, gröblich gefehlt habe, und hiermit zeitlicher und ewiger Strafe schuldig wor den bin. Solches nun ist mir von Grund meines Herzens leid; habe aber Zuflucht zu seiner Gnade und Barmherzigkeit, und bitte ihn demüthig, daß er, um des Todes Jesu Christi, seines lieben Sohnes und meines Erlösers willen, mir meine Sünden verzeihen wolle. Ich will ins tünftige, durch die Gnade Gottes und den Beistand des heiligen Geistes, mein Leben bessern und frommer werden. Oder Von der Beichte. 15 Oder: Du siehest, o Gott! mein Innerstes, und weißt, wie mancher Uebertretung deiner heiligen Gebote ich mich schuldig gemacht habe. Du siehest aber auch meine herzliche Beschämung und Reue darüber, daß ich damit deinem, meines himmlischen Wohlthäters und Vaters, gutem Willen zuwider gehandelt und mir an meinem wahren und ewigen Wohl so sehr geschadet habe. Vergib mir nach der Barmherzigkeit, die du in Jesu Christo, deinem Sohn geoffenbaret hast, alle meine Sünden; und hilf mir zur Ausführung des gefaßten ernstlichen Vorsatzes, besser zu werden und als ein gewissenhafter, frommer Christ zu leben! Amen. Eine kurze Beichte. Würdiger, lieber Herr, ich bekenne Gott und Euch, daß ich ein armer Sünder bin. Denn ich habe gesündiget wider Gott und meinen Nächsten; bin auch sonsten in allen Geboten Gottes sträflich. Das ist mir nun von Herzen leid: aber ich bitte um Gnade, ich will mich bessern, und mit der Hülfe Gottes frommer werden. Oder: Mit herzlicher Reue und Betrübniß bekenne ich dir, o Gott! meine Sünden. Ich habe deine heiligen Gebote vielfältig übertreten und mich deiner Liebe unwürdig ges macht. Vergib mir, o Vater! gehe nicht ins Gericht mit deinem stråflichen Kinde! Ich gelobe dir ernstliche Besserung; stärke mich, wann ich wanke, leite mich an deiner Hand, damit ich der Tugend getreu bleibe bis in den Tod! Amen. Die Haustafel. Den Bischöfen, Pfarrherrn und Predigern. Ein Bischof soll unsträflich seyn, eines Weibes Mann, nüchtern, mäßig, sittig, gastfrei, lehrhaftig, als ein Haushalter Gottes, nicht ein Weinsäuffer, nicht gehäffig nicht unehrliche Handthierung treiben, sondern gelinde, nicht haderhaftig, nicht geizig, der seinem eigenem Hause wohl 16 Die Haustafel. wohl verstehe, der gehorsame Kinder habe, mit aller Ehrbarkeit, nicht ein Neuling, der ob dem Wort halte, das gewiß ist, und lehren kann, auf daß er mächtig ſei zu ermahnen, durch die heilsame Lehre, und zu strafen die Widersprecher. 1 Tim. 3, 2 Tit. 1, 6. Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind. Effet und trinket, was sie haben, denn ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. Euf. 10, 17. Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. 1 Kor. 9, 14. Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet: Irret euch nicht, Gott läffet sich nicht spotten. Gal. 6, 6. 7. Die Aeltesten, die wohl vorstehen, die halte man zwic facher Ehren werth, sonderlich die da arbeiten im Wort und in der Liebe. 1 Tim. 5, 17. Wir bitten euch, lieben Brüder! daß ihr erkennet, die an euch arbeiten, und euch vorstehen in dem Herrn, und euch ermahnen. Habt sie desto lieber, um ihres Werks willen, und seid friedsam mit ihnen. 1 Theff. 5, 12. 13. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen, den sie was chen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür ge ben sollen, daß sie es mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen, denn das ist euch nicht gut. Hebr. 13, 17. Von der weltlichen Obrigkeit. Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urtheil empfahen. Denn sie trägt das Schwert nicht um sonst, sie ist Gottes Dienerin, eine Rácherin zur Strafe über den, der Böses thut. Rom. 13, 1. 2. 3. Von den Unterthanen. Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Matth. 22, 21. 17 Die Haustafel. Von den Unterthanen. So seid nun aus Noth untertban, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen. Deros halben müsset ihr auch Schoß geben, denn sie sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoß, dem der Schoß gebühret; Zoll, dem der Zoll gebühret, Furcht, dem die Furcht gebühret; Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13, 5. 6. 7. So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebät, Fürbitte und Danksagung, für alle Menschen, für die Könige, und für alle Obrigkeit; auf daß wir ein gerubiges und stilles Leben führen mögen, in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit. Denn solches ist gut, dazu angenehm vor Gott, unserm Heiland. 1 Tim. 2, 1. 2. 3. Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit uns terthan und gehorsam sind. Tit. 3, 1. Seid unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm, jur Rache über die Ulebelthäter, und zum Lobe den Frommen. 1 Petri 2, 13. 14. Den Ehemännern. Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem Weibe, als dem schwächeren Werkzeuge, seine Ehre, als miterbe der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebát nicht verhindert werde. 1 Petri 3, 7. Und seid nicht bitter gegen sie. Koloffer 3, 18. Den Ehefrauen. Die Weiber feien unterthan ihren. Männern, als den Herrn, wie Sarah Abraham gehorsam war, und hieß ihn Herr, welcher Töchter ihr worden seid, so ihr wohl thut, und nicht so schüchtern seid. 1 Petri 3, 6. Den Aeltern." Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zum 3orn, daß sie nicht scheu werden, sondern ziehet sie auf in der Zucht und Vermahnung zum Herrn. Ephes. 6, 4. Den Kindern. Ihr Kinder, seid gehorsam euren eltern in dem Herrn; B 18 Die Haustafel. denn das ist billig. Ebre Vater und Mutter, das ist das erste Gebot, das Verheissung bat; auf daß dirs wohl gehe, und du lange lebest auf Erden. Ephef. 7, 1.2.3. Den Knechten, Mägden, Taglöhnern und Arbeitern. Ihr Knechte seid gehorsam euren leiblichen Herren, mit Furcht und Zittern, in Einfältigkeit eures Herzens, als Christo: nicht mit Dienst allein vor Augen, als den Menschen zu gefallen; sondern als die Knechte Christi, daß ihr solchen Willen Gottes thut von Herzen, mit gutem Willen. Laffet euch dünken, deß ihr dem Herrn dienet, und nicht den Menschen und wisset, was ein jeglicher Gures thun wird, das wird er von dem Herrn empfahen, er fei Knecht oder ein Freier. Ephef. 6, 5. 6. 7. 8. Den Hausherren und Hausfrauen. Ihr Herren, thut auch dasselbige gegen sie, und laffet das Dräuen, und wisset, daß auch euer Herr im Himmel ist, und ist bei ihm kein Ansehn der Person. Ephef. 6, 9. Den Alten. Du aber rede, wie es sich geziemet, nach der heilsamen Lehre. Den Alten, daß sie nüchtern feien, ehrbar, züchtig, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld. Den alten Beibern desselbigen gleichen: daß sie sich ftels len, wie den Heiligen geziemet, nicht Lästerinnen seien, nicht einfäuferinnen, gute Lehrerinnen, daß sie die juns gen Weiber lehren, züchtig seien, ihre Männer lieben, Kin der lieben, sittig seien: feusch, häuslich, gütig, ihren Männern unterthan, auf daß nicht das Wort Gottes vers lástert werde. Tit. 2, 1 5. Der gemeinen Jugend. Ihr Jungen, seid den Alten unterthan, und beweiset darinnen die Demuth: denn Gott widerstehet den Hoffärs tigen, aber den Demütbigen gibt er Gnade. So demü thiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. 1 Petri 5, 5. 6. Den Jungfranen. Eine fromme christliche Jungfrau foll nicht sorgen, wie fie den Leuten, sondern wie sie Gott gefalle,( wie Maria, die Die Haustafel. 19 die Mutter Jesu, welche allen Jungfrauen eine rechte Krone gewesen ist, gethan hat,) auf daß sie heilig sei, beides, am Leibe und auch am Geiste. 1 Kor. 7, 34. Und so sic eltern oder Oberherren hat, soll sie sich ohne derselben Rath und Willen nicht verändern, oder verheirathen. 2 B. Mosis 22, 17. Den Wittwen. Welche eine rechte Wittwe und einsam ist, die stellet ihre Heffnung auf Gott, und bleibet am Gebát Zag und Nacht. Welche aber in Wollüften lebt, die ist lebendig todt. 1 Tim. 5, 5. 6. Der Gemeine. Liebe deinen Nächsten als dich selbst: in dem Worte sind alle Gebote verfaffet. Rom. 13, 9. Und haltet an mit Bäten für alle Menschen. 1 Tim. 2, 3. Ein jeder lern feine Lektion, So wird es wohl im Hause stoon! Das Leiden und Sterben unsers Herrn, Jesu Christi, nach den vier Evangelisten. 1. Cs war aber nahe das Fest der süßen Brode, das da Ostern heißer, und Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr wisset, daß nach zween Tagen Ostern wird, und des Mens schen Sohn wird überantwortet werden, daß er gekreuzis get werde. Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftge lehrren und die Neltesten im Volk, in dem Pallast des Hohenpriesters, der da heißet Kaiphas, und hielten einen Rath, wie sie Jesum mit List griffen und tödteten; denn fie 62 20 Historie vom Leiden Christi. fie furchten sich vor dem Volke. Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf das nicht ein Aufruhr werde im Volk. 2. Und da nun Jesus war zu Bethanien im Haufe Simonis, des Aussähzigen, trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit unverfälschtem und köstlichem Nardenwasser; und sie zerbrach das Glas, und goß es auf sein Haupt, da er zu Lische saß. Da das die Jünger sahen, wurden sie un willig, und sprachen: Was soll doch dieser Unrath! Man könnte das Wasser um mebe, denn um dreihundert Groschen verkauft haben, und dasselbige den Armen geben; und sie murreten über sie. Da das Jesus merkte, sprach er zu ihnen: Lasset sie zufrieden, was bekümmert ihr das Weib, sie hat ein gutes Werk an mir gethan. Ihr habt allezeit Arme bei euch, und, wenn ihr wollet, könnet ihr ihnen Gutes thun; mich aber habt ihr nicht allezeit; sie hat gethan, was sie konnte. Denn daß sie dies Wasser auf meinen Leib gegossen, damit ist sie zuvor kommen, meinen Leichnam ju salben, ju meinem Begräbniß. Warlich, ich sage euch, wo dieß Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch sagen zu ihrem Gedächtniß, was sie jest gethan hat. Es war aber der Satan gefahren in den Judas, genannt Jscharioth, der da war aus der Zahl der Zwölfen, und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten, daß er ihn verrieth, und sprach: Was wollt ihr mir geben? ich will ihn euch verrathen. Da sie das höreten, wurden sie froh, und boten ihm dreißig Silberlinge, d er versprach sich. Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn überantwortete ohne Rumor. 3. Aber am ersten Tage der süßen Brode, auf welchen man mußte opfern das Osterlamm, traten die Jünger zu Jesu, und sprachen zu ihm: wo willst du, daß wir bhingehen, und dir bereiten das Osterlamm zu essen? Und er sandte Petrum und Johannem, und sprach: Gehet hin in die Stadt, sebet, wenn ihr hinein kommt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Wasferfrug; folget ihm nach in das Haus, da er binein geht, und faget zu dem Hauswirth: Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist ber Historie vom Leiden Christi. 21 berbei kommen, ich will bei dir die Ostern halten. Wo ist das Gasthaus, darin ich das Osterlamm effen möge mit meinen Jüngern? Und er wird euch einen großen gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet es. Sie gingen hin, und fanden, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Osterlamm. Und am Abend kam er, und setzte sich zu Tische mit den. zwölf Aposteln. Und er sprach zu ihnen: mich hat herzlich verlanget, das Osterlamm mit euch zu efsen, che denn ich leide. Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon effen werde, bis daß erfüller werde im Reich Gottes. Und er nahm den Kelch, dankete, und sprach: Nehmet denselben und theilet ihn unter euch: Denn ich sage euch: ich werde nichi trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes komme, bis an den Tag, da ichs neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. 4. Und, indem sie aßen, in der Nacht, da er verrathen ward, nahm der Herr Jesus das Brod, dankete, und brachs, und gabs den Jüngern, und sprach: Nehmet, effet, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird: solches thut zu meinem Gedächtniß. Desfelbigen gleichen nahm er auch den Kelch, nach dem Abendmahl, dankete, und gab ihnen den, und sprach: Trinket alle daraus; dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden. Solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniß. Und sie tranken alle daraus. 5. Vor dem Feste aber der Ostern, das ist, auf denselbigen Abend, da Jesus erkennete, daß seine Zeit kommen war, daß er aus dieser Welt ging zum Vater; wie er hatte geliebet die Seinen, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende. Und nach dem Abendessen, da schon der Teufel hatte dem. Judas Ischariotb ins Herz gegeben, daß er ihn verrieth; wußte Jesus, daß ihm der Vater hatte alles in seine Hände gegeben, und daß er von Gott kommen war, und Historie vom Leiden Christi. und zu Gott ging; stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab, und nahm einen Schurz, und umgürtete sich; darnach goß er Wasser in ein Becken, hub an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, damit er umgürtet war. 22 Da kam er zu Simon Petrus, und derselbe sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich thue, das weiBest du jetzt nicht: du wirsts aber hernach erfahren. Da sprach Betrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Fuße waschen. Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Theil mit mir. Spricht zu iha: Simon Petrus: Herr! nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt! Spricht Jesus zu ihm: wer gewaschen ist, der darf nicht, denn die Füße waschen, sondern er ist ganz rein; und ihr seid rein, aber nicht alle. Denn er wußte seinen Verräther wohl; darum sprach) er: ihr seid-nicht alle rein. 6. Da er nun ibre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider, und setzte sich wieder nieder, und sprach abermal zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch gethan habe? Ihr beißer mich Meister und Herr, und saget recht daran, denn ich bins auch. So ich nun, euer Meister und Herr, euch die Füße gewaschen habe, sollt ihr euch auch untereinander die Füße waschen. Ein Beispiel habe ich euch gegeben, daß ihr thut, wie ich euch gethan babe. Warlich, warlich, ich fage euch: Ver Knecht ist nicht größer, denn sein Herr, noch der Apostel größer, denn der ihn gesandt hat. Se ihr solches wiffet, selig seid ihr, so ihrs thut. Nicht sage ich von allen: Ich weiß, welche ich erwählet habe, n daß die Schrift erfütlet werde: Der mein f Bred if tritt mich mit Füßen; jetzt sage ichs euch, the denn icht, auf das, wenn es geschehen ist, ichs bin. Warlich, warlich, ich sage euch: Wer aufnimmt, so ich jemand senden werde, der nimmit mich auf. Wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gefandt hat. ihr glaubet, 2₁ Historie vom Leiden Christi. 23 7. Da Jefus solches gesagt hatte, ward er betrübt im Geiste, und zeugete und sprach: Warlich, warlich, ich sage euch, einer unter euch, der mit mir iffet, der wird mich verrathen. Siche, die Hand meines Verräthers ist mit mir über Tische. Und die Junger wurden febr traurig, saben sich untereinander an, und ward ihnen bange, von welchem er redete. lind sie fingen an zu fragen unter sich selbst, welcher es doch wäre unter ihnen, der das thun würde? und sagten zu ihm einer nach dem andern: Herr, bin ichs? und der andere, bin ichs? Er antwortète und sprach): einer aus den zwölfen, der mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verrathen. Des Menschen Sohn gehet zwar dahin, wie von ihm beschlossen und beschrieben ist; doch webe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn vers rathen wird; es wäre ihm beffer, daß derfelbige Mensch nie geboren ware. Da anwortete Judas, der ihn verrieth, und sprach: bin ichs, Rabbi? er sprach zu ihm: du ſagsts. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Lische faß, an der Brust Jesu, welchen Jesus lieb hatte, dem winkte Simon Betrus, daß er forschen sollte, wer es wäre, von dem er sagte? denn derselbige lag an der Brust Jesu, und sprach zu ihm: Herr, wer ists? Jefus antwortete: Der ists, dem ich den Bissen eintauche, und gebe. Und er tauchte den Biffen ein, und gab ihn Juda Simonis Ischarioth. Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du thust, daß thue bald. Daffelbige wußte niemand über Tische, wozu ers ihm sagte. Etliche meineten, dieweil Judas den Beutel hätte, Jesus ſpräch zu ihm: Kaufe, was uns Roth ist aufs Fest: oder daß er den Armen etwas gäbe. Da er nun den Biffen genommen hatte, ging er alsbald hinaus; und es ward Nacht. 8. Da aber Judas hinausgegangen war, erbos sich ein 3ank unter ihnen, welcher unter ihnen follte für den Größesten gehalten werden. Er aber sprach zu ibnen: Die weltlichen Könige herrschen, und die Gewaltigen beis Historie vom Leiden Christi. heiffet man gnädige Herren: Jhr aber nicht also; sons dern der Größeste unter euch soll seyn wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener. Denn welcher ist der Größeste, der zu Tische sizet, oder der da dienet? Ists nicht also:.der zu Tische siget? Jch bin aber mitten unter euch wie ein Diener. Ihr aber seids, die ihr bei mir beharret habt in meinen Anfechtungen: und ich will euch das Reich bescheiden, wie mies mein Vater beschieden bat, daß ihr effen und trinken sollt, über meis nem Tische, in nicinem Reiche, und siken auf Stühlen, und richten die zwölf Geschlechter Ifraels. 24 Da sprach Jesus: Nun ist des Menschen Sohn verfläret, und Gott ist verfläret in ihm. Ist Gott verkläret in ihm: so wird ihn Gott auch verklären in ihm selbst, und wird ihn bald verklären. Lieben Kinder, ich bin noch eine kleine Weile bei euch: Ihr werdet mich suchen, und, wie ich zu den Juden sagte, wo ich hingehe, da könnet ihr nicht hinfommen. Und ich faqe euch nun: Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebet babe, auf daß auch ihr einander lieb babet. Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habet. 9. Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehest du hin? Jesus antwortete: Da ich hingehe, kannst du mir dießmal nicht folgen; aber du wirst mir hernachmais folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir dießmal nicht folgen? ich will mein Leben bei dir laffen. Jesus ant wortete ihm: Solltest du dein Leben bei mir lassen? Si mon, Simon, siche, der Satanas hat euer begehret, daß er cuch möchte sichten, wie den Weißen; ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre, und wenn du dich dermaleins bekehrest, so stárke deine Brüder. Er aber sprach zu ihm: Herr, ich bin bereit, mit dir ins Ges fängniß und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Warlich, warlich, ich sage dir, PVe trus, der Hahn wird beute nicht fräben, che denn du dreis mal geläugnet hast, daß du mich fennest. Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch gesandt habe phne Beutel, ohne Taschen und ohne Schuhe, babt ihr auch Historie vom Leiden Christi. 25 auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Nie keinen. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desselbigen gleichen auch die Tasche. Wer aber nicht hat, der verkaufe sein Kleid, und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß das auch vollendet werden an mir: das geschrieben stebet: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Denn, was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siche, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug. 10. Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus, nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle an mir ärgern. Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schaafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hin gehen in Galiläa. Petrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sie sich auch alle an dir ärgern, so will ich mich doch nimmermehr an dir ärgern. Jefus sprach zu ihm: Wahrlich! ich fage dir: Heute, in dieser Nacht, che der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verläugnen. Er redete aber noch weiter: Ja, wenn ich mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen fagten auch alle Jünger. Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus versammelte sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu ihnen: Sezzet euch hier, auf daß ich dort hingehe und bäte. Und er nahm zu sich Berrum, und Jakobum und Johannem, und fing an zu trauren, und zu zittern, und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier, wachet mit mir, und bäret, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet! 11. Und er ris sich von ihnen bei einem Steinwurf, und kniete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, und bärete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ging, 26 Historie vom Leiden Christi. ging, und sprach: Abba! mein Vater! Es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs! doch nicht, was ich) will, sondern was du willst. Und er fant zu seinen Jüngern und fand sie schlafend, und sprach zu Betro: Simon, schläfest du? Vermöchtest du nicht, eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und båtet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. Zum andernmal ging er aber bin, bátete und sprach: Tein Vater! its nicht möglich, daß dieser Kelch von mi gehe, ich trinke ibn denn: so geschehe dein Wille. Und er kam, und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm ant worteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin, und bätete zum drittenmal dieselbigen Worte, und sprach: Bater, willst du: so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe! Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stär, fere ihn. Und es fam, daß er mit dem Tode rang, und er båtete heftiger. Es war aber sein Schweiß wie Bluts tropfen, die fielen auf die Erde. 12. Und er stand auf von dem Gebät, und kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend vor Traurigkeit, und sprach zu ihnen: Ach! wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist kommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände. Stebet auf, und laßt uns gehen; fiche, der mich verráth, ist nahe. Bätet aber, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Und alsbald da er noch redete, siche, da kam Judas, der Zwölfen ciner. Da er nun zu sich hatte genommen die Schaar, und die Diener der Hohenpriester und Pharifáer, der Reitesten und Schriftgelehrten, ging er zu vor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, Lampen, und Schwertern und mit Stangen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ists, den greis fet, und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte; ging er hinaus, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie 27 Historie vom Leiden Christi. Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus ſprach zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stund auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins; wichen fie zurücke, und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jefum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ichs sei. Suchet ihr denn mich, so lasset diese gehen: Auf daß das Wort erfüllet würde, welches er sagte: Ich babe der feinen verloren, die du mir gegeben hast. 13. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen: Und alsbald trat er zu ihm, und sprach: Gegrüsset seist du, Rabbi! und küffete ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? Juda, verräthst du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzut und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wolls te, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert drein schlagen? Da hatte Simon Petrus ein Schwert, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und bieb ihm sein recht Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Jesus aber antwortete, und sprach: Laffet sie doch so ferne machen. Und sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide; denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel? Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat? Wie würde aber die Schrift erfüllet? Es muß also geschehen. Und er rührte sein Ohr an, und heilte ihn. 14. Zu der Stunde sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels, und den Aeltesten, die über ihn gekommen waren: Ihr seid, als zu einem Mörder, mit Schwertern und mit Stangen ausgegangen, mich zu fangen; bin ich doch täglich gesessen bei euch, und habe gelehret int Tempel, und ihr habt keine Hand an mich geleger. Aber dies ist eure Stunde, und die Macht der Finsterniß, auf daß erfüllet werde die Schrift der Propheten. Da verlies Und Ben ihn alle Jünger, und flohen. Historie vom Leiden Christi. Und es war ein Jüngling, der folgte ihm nach, der war mit Leinwand bekleidet auf der bloßen Haut, und die Junglinge griffen ihn; er aber ließ den Leinwand fahren, und flohe bloß von ihnen. 28 15. Die Schaar aber und der Oberhauptmann, und die Diener der Juden, nahmen Jesum, und banden ihn, und führeren ihn aufs erste zu Hannas, der war Kaiphas Schwäher, welcher des Jahrs Hohenpriester war. war aber Kaiphas, der den Juden rieth: Es ware gut, daß ein Mensch würde umgebracht für das Volk. Und sie führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, das ist, zu dem Fürsten der Priester, dahin alle Hohenpriester und Schriftgelehrten und Aeltesten sich versammelt hatten. Simon Petrus aber folgte Jesus von ferne, und ein anderer Jünger, bis an den Palast des Hohenpriesters. Derselbige Jünger war dem Hohenpriester bekannt, und ging mit Jesu hinein in des Hohenpriesters Palast; Petrus aber stand draußen vor der Thür. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, hinaus, und redete mit der Thürhüterin, und führete Betrum hinein. Es standen aber die Knechte und Diener, und hatten ein Kohlfeuer gemacht, danieden mitten im Palast; denn es war falt: und wärmten sich. Petrus aber stand bei ihnen, und wärmte sich, auf daß er sähe, wo es hinaus wollte. Die Magd aber des Hohenpriesters, die Thürhüterin, sah Betrum bei dem Lichte, da er sich wärmte, und sabe eben auf ihn, und sprach: Und du warest auch mit Jesu von Galiläa; bist du nicht auch dieses Menschen Jünger einer? Er leugnete aber vor allen, und sprach: Weib, ich bins nicht: ich kenne sein nicht: ich weiß auch nicht, was du sagest. 16. Aber der Hohepriester fragte Jesum um seine Jünger, und um seine Lehre. Jesus antwortete: Ich habe frei öf fentlich geredet vor der Welt, ich habe allezeit gelehret in der Schule, und in dem Tempel, da alle Inden zusammen kommen, und habe nichts im Winkel geredet. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, dies Historie vom Leiden Christi. 29 dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber folches redete, gab der Diener einer, die dabei standen, Jesu einen Backenftreich, und sprach: Solltest du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sei: habe ich aber recht geredet, was schlägest du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gefandt zu dem Hohenpriester Kaiphas. 17. Simon Petrus aber stand und wärmete sich. Und über eine kleine Weile, nach dem ersten Verleugnen, als er hinaus ging nach dem Vorhof, fráhete der Hahn, und eine andere Magd sah ihn, und hob abermal an zu sagen denen, die dabei standen: Dieser war auch mit Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger einer? Und ein anderer sprach: Du bist auch der einer. Und er leugnete abermal, und schwur dazu, und sprach: Mensch), ich bins nicht, und kenne auch des Menschen nicht. Und über eine kleine Weile, bei einer Stunde, bekräf tigte es ein anderer, mit denen, die da standen, und sprach: Warlich, du bist auch deren einer, dean du bist ein Galilder; deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht, ein Gefreundter deß, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sab ich dich nicht im Garten bei ihm? Da fing er an, sich zu verfluchen, und zu schwören: Ich kenne des Menschen nicht, von dem ihr saget. Und alsbald, da er noch redete, krähete der Hahn zum andernmal. Und der Herr wandte sich, und sahe Betrum an. Da gedachte Petrus an die Worte Jesu, als er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal krähet, wirst du mich dreimal verleugnen, und ging hinaus, und weinte bitterlich. 18. Die Hohenpriester aber, und die Aeltesten, und der ganze Rath suchten falsche Zeugnisse wider Jesum, auf daß sie ihm zum Tode hülfen, und fanden keines, wiewohl viele falsche Zeugen herzutraten; denn ihre Zeugnisſe stimmten nicht überein. Zulegt standen auf, und traten herzu zwei falsche Zeugen, und gaben falsches Zeugniß wider ihn, 30 Historie vom Leiden Christi. ihn, und sprachen: Wir haben gehört, daß er sagte: Ich kann und will abbrechen den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, und in dreien Tagen will ich einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihr Zeugniß stimmte noch nicht überein. Und der Hohepriester stand auf unter ihnen, und fragte Jesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagèst, ob du seist Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagsts, ich bins. Doch ich sage: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn- ßen zur rechten Hand, der Kraft, und kommen in den Wolten des Himmels. Da zerriß der Hobepriester seine Kleider, und sprach: Er hat Gott gelåstert! Was dürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jeßt haben wir seine Gotteslästerung gehöret: Was dünket euch? Sie aber verdammten ihnalle, und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 19. Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten iha, und schlugen ihn mit Fäusten. Etliche aber verdeckten ihn, und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und Sprachen: Weiffage uns, Christus, wer ists, der dich schlug und viel andere Lästerung sagten sie wider ihn. Des Morgens aber versammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten, und die Aeltesten des Volks, und der ganze Rath, und hielten Rath über Jesum, daß sie ihm zum Tode bülfen, und führeten ihn hinauf vor ihren Rath, und sprachen: Bist du Christus, sags uns. Er aber fprach zu ihnen: Sage ichs euch, so glaubet ihr nicht: Frage ich aber, fo antwortet ihr nicht, und laffet mich) dennoch nicht los. Darum, von nun an wird des Menfchen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da fprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr sagts; denn ich bins. Sie aber sprathen: Was dürfen wir weiter Zeugniß? Wir habens selbst gehöret aus seinem Munde. 20. Historie vom Leiden Christi. 31 20. Und der ganze Haufe stand auf, und banden Jesum, führten ihn von Kaiphas vor das Richthaus, und übers antworteten ihn dem Landpfleger, Pontio Pilato, und es war noch frühe. Da das Judas sah, der ihn verrathen hatte, daß er verdammt war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte wieder her die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Neltesten, und sprach: Ich habe Uebel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Sie sprachen: Was ge bet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Sil berlinge in den Tempel, hob sich davon, und erhängte sich felbst, und mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet. Über die Hohenpriester nahmen die Silberlinge, und fpradjen: Es targt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen; denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, und kauften um die Sil berlinge, um den Lohn der Ungerechtigkeit, eines Töpfers Acker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist kund gewor den allen, die zu Jerusalem wohneten, also, daß derselbige Acter genennet wird auf ihre Sprache Hafeldama, das heißt, ein Blutacker, bis auf den heutigen Tag. Da ist erfüllet, das gesagt ist durch den Propheten Jeremias, da er spricht: Sie haben genommen dreißig Silberlinge, damit bezablet ward der Verkaufte, welchen sie fauften von den Kindern Israel, und haben sie gegeben um eines Töpfers Acker, als mir der Herr befohlen hat. 21. Die Juden aber gingen nicht in das Richthaus, auf daß sie nicht unrein würden, sondern die Ostern effen möchten. Da ging Pilatus zu ihnen hinaus, und sprach: Was bringet ihr für eine Klage wider diesen Menschen? Sie antworteten aber und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein lebelthäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmet ihr ihn bin, und richtet iba nach eurem Geset. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand tödten. Auf daß erfüllet würde das Wort Jesu, welches er sagte, da er deutete, welches Todes er sterben würde. 22. 32 Historie vom Leiden Christi. 22. Da fingen an die Hobenpriester und Aeltesten, ihn hart zu verklagen, und sprachen: Diesen fingen wir, daß er das Volk abwendet, und verbeut, den Schoß dem Kaiser zu geben, und spricht: er sei Christus, ein König. Da ging Pilatus wiederum hinein in das Richthaus, und rief Jesum, und fragte ihn, und sprach: Bist du der Juden König? Jesus stand vor ihm, und antwortete: Redest du das von dir selbst, oder habens dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester baben dich mir überantwortet: Was hast du gethan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden drob kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Da sprach Pilatus zu ihm: So bift du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagsts. Ich bin ein König: ich bin dazu geboren, und in die Welt gekommen, daß ich die Wahrheit zeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der höret meine Stimme. Spricht Pi latus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und da er das gesagt, ging er wieder heraus zu den Juden, und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Und da er verklaget ward von den Hohenpriestern und Aeltesten, antwortete er nichts. Pilatus aber fragte ihn abermal, und sprach: Antwortest du nichts? Siche, wie hart sie dich verklagen: hörest da nicht? Und er antwor tete ihm nicht auf ein Wort mehr, also, daß sich auch der Landpfleger sehr verwunderte. Sie aber hielten an, und sprachen: Er hat das Volk erreget, damit, daß er gelehret hat hin und her im ganzen judischen Lande, und hat in Galiläa angefangen bis hieher. Da aber Pilatus Galilää hörte, fragte er, ob er aus Galiläa wäre? Und als er vernahm, daß er unter Herodes Obrigkeit war, übersandte er ihn zu Herodes, welcher in denselbigen Tagen auch zu Jerusalem war. 23. Da aber Herodes Jesum fahe, ward er sehr froh, denn er hätte ihn längst gerne gesehen, denn er hatte viel Historie vom Leiden Christi. 33 viel von ihm gehöret, und hoffte, er würde ein Zeichen von ihm sehen. Und er fragte ihn mancherlei; Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und Schriftgelehrten standen und verklagten ihn hart. Aber Herodes mit seinem Hofgesinde verlachte und verspottete ihn, legte ihm ein weißes Kleid an, und sandte ihn wieder zu Pilatus. Auf den Tag wurden Pilatus und Hes rodes Freunde mit einander; denn zuvor waren sie einans der feind. 24. Pilatus aber rief die Hohenpriester, und die Obersten, und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habt diesen Menschen ju mir gebracht, als der das Volk abwende: und sehet: ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sache keine, der ihr ihn beschhuldiget, Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei; darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger nach Gewohnheit dem Volke einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war übel berüchtigt, nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit den Aufrührerischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhr, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er thate, wie er pflegte. Und da sie versammlet waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf Ostern: Welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Jefum, den König der Juden, den man nennet Christum? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten. 25. Und da er auf dem Richtstubl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihn sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten! denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Aeltesten überredeten und reizten das Volk, daß sie um Barrabam bitten folls C Historie vom Leiden Christi. follten, und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr une ter diesen zweien, den ich euch soll losgeben? Da schrie der ganze Haufe, und sprach: hinweg mit diesem, und gib uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum loslassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Christum nennet? Sie schrieen abermal: Kreuzige, kreuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmal zu ihnen: Was hat er denn Ubels gethan? Ich finde keine Ursache des Todes an ihm; darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie schrieen noch viel mehr, und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihm an mit großem Geschrei, und forderten, daß er gekreuziget würde; und ihr und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand. 34 26. Da nahm Pilatus Jesum und geiffelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führten ihn hinein in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zogen ihn aus, und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine Rechte Hand, und beugten die Knie vor ihm, und spotteten ihn, und fingen an, ihn zu grüßen, und sprachen: Gott grüffe dich, lieber König der Juden. Und schlugen ihn ins Gesicht, und speieten ihn an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Knie, und bäteten ihn an. 27. Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: fehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und ein Purpurkleid. Und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch! Da ihn die Hohenpriester und die Diener saben, schrieen sie, und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn bin, und freuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geset, und nach dem Gesetz soll er sters ben: denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht. Da Historie vom Leiden Christi. 35 Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr, und ging wieder hinein in das Richthaus, und spricht zu Jesu: Von wannen bist du? Aber Jesus gab ihm feine Antwort. Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu freuzigen, und macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben; darum, der mich dir überantwortet, der hat größere Sünde. Von dem an trachtete Pilatus, wie er ihn losließe. Die Juden aber schrieen, und sprachen: Lassest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht; denn wer sich zum Könige macht, der ist wider den Kaiser. 28. Da Pilatus das Wort börte, führte er Jesum heraus, und setzte sich auf den Richtstuhl, an der Stätte, die da heißet Hochpflaster, auf bebräisch aber Gabbatha. Es war aber der Rüsttag in den Ostern, um die sechste Stunde, und er sprach) zu den Juden: Schet, das ist euer König. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem! kreuzige ihn! Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König freuzi gen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben feinen König, denn den Kaiser. Da aber Pilatus sah, daß er nichts schaffte, sondern daß ein viel größeres Getümmel ward, gedachte er dem Volk genug zu thun, und urtheilte, daß ihre Bitte ges schähe, nahm Wasser, und wusch die Hände vor dent Volke, und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten; sehet ihr zu. Da antwortete das ganze Volk, und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder. Da gab er ihnen Barrabam los, der um Aufruhrs und Mords willen war ins Gefängniß geworfen, um welchen sie baten; Jesum aber, gegeisfelt und verspottet, übergab er ihrem Willen, daß er gefreuziget würde. 29.. Da nahmen die Kriegsknechte Jesum, zogen ihm den Mantel aus, und zogen ihm seine Kleider an, und führe ten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Und er trug sein Kreuz. Und indem sie hinaus gingen, fanden sie einen Men( 2 Historie vom Leiden Christi. Menschen, der vorüber ging, von Cyrene, mit Namen Simon, der vom Felde kam, der ein Vater von Alerander und Rufus war, den zwangen sie, daß er ihm sein Kreuz trüge; und legten das Kreuz auf ihn, daß ers Jesu nachtrüge. 36 Es folgten ihm aber nach ein großer Haufe Volks, und Weiber, die flagten und beweinten ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen, und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst, und über eure Kinder. Denn sehet, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und die Leiber, die nicht geboren has ben, und die Brüste, die nicht gefäuget haben! Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! Denn so man das thut am grünen Holze, was will am dürren werden? Es wurden aber auch hingeführet zween andere Uebels thäter, daß sie mit ihm hingethan würden. 30. Und sie brachten ihn an die Stätte, die da heiffet auf hebräisch Golgatha, das ist verdolmetscher, Schädelstätte, und sie gaben ihm Essig und Wein, mit Myrrhen und Galle vermischt, zu trinken, und da ers schmeckte, wollte ers nicht trinken. Und sie kreuzigten ihn an der Stätte Golgatha, und zween Uebelthäter mit ihm, einen zur rechten, den andern jur linken Hand, Jesum aber mitten inne. Und die Schrift ist erfüllet, die da saget: Er ist unter die Uebelthäter gerechnet. Und es war die dritte Stunde, da sie ihn freuzigten. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie thun! 31. Pilatus aber schrieb eine Ueberschrift, enthaltend, was man ihm Schuld gab, die Ursache seines Todes, und setzte fie auf sein Kreuz, oben an seinem Haupte. Es war aber darauf geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Diese Ueberschrift lasen viele Juden; denn die Ståtte, da Jesus gekreuziget ist, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebraischer, griechischer und lateinis scher Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden ju 37 Historie vom Leiden Chrifti. zu Pilato: Schreibe nicht: Der Juden König; sondern, daß er gesagt habe: Ich bin der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich ge. schrieben. Die Kriegsknechte, da sic Jefum gekreuziget hatten, nahs men seine Kleider, und machten vier Theile, einem jeglichen Kriegsknecht ein Theil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenähet, von oben an gewirket, durch und durch. Da sprachen sie unter einander, lasset uns den nicht theilen, sondern darum loofen, weß er seyn soll. Auf daß erfüllet würde die Schrift, die da saget: Sie baben meine Kleider unter sich getheilet, und haben über meinen Rock das Lops geworfen. Und sie fasfen allda, und hüteten sein. Solches thaten die Kriegsknechte, und das Volk stand, und sah zu. 32. Es standen aber bei dem Kreuz Jefu seine Mutter, und feiner Mutter Schwester, Maria, Kleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah, und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, sprach er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von der Stund an nahm sie der Jünger zu sich. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten die Köpfe, und sprachen: Pfui dich, wie fein zerbrichst du den Tempel, und baueft ihn in dreien Lagen: hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuze. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn untereinander, mit den Schriftgelehrten und Weltes sten, sammt dem Volke, und sprachen: er hat andern ges holfen, und kann sich selber nicht helfen. Ist er Christus, so helfe er sich selber, und steige nun vom Kreuz, auf daß wirs sehen, und glauben ihm. Er hat Gott vers traut, der erlöse ibn nun, gelüstet es ihm, denn er hat gesagt: ich bin Gottes Sohn. Dasselbige rückten ihm auch auf die Mörder, die mit ihm gekreuziget waren, und schmäheten ihn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm, und brachten ihm Effig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber. 33. 38 Historie vom Leiden Christi. 33. Aber der Uebelthäter einer, die da gekreuzigt waren, låsterte ihn, und sprach: Bist du Christus, so bilf dir selbst und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn, und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist; und zwar wir sind billig drinnen, denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind: dieser aber hat nichts Unrechtes gethan. Und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommest. Und Jefus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies seyn. 34. Und da es um die sechste Stunde kam, ward eine Finsterniß über das ganze Land, bis um die neunte Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesns laut, und sprach: Eli! Eli! lama asabthani! Das ist verdolmetschet: Mein Gott! Mein Gott warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das hörten, sprachen sie, er ruft dem Elias. Darnach, als Jesus wuste, daß schon alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, sprach er: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß mit Essig, und bald lief eis ner unter ihnen bin, nahm einen Schwamm, und füllte ihn mit Essig und Ysopen, und steckte ihn auf ein Rohr, und hielts ihm dar zum Munde, und träntte ihn, und sprach mit den andern: Halt, laßt sehen, ob Elias komme, und ihn herab nehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und abermal rief er laut, und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt, neigte er das Haupt, und gab seinen Geift auf. Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerris in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber thaten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern, nach seiner Auferstebung, und famen in die heilige Stadt, und erschienen vielen. Aber Historie vom Leiden Christi. 39 Aber der Hauptmann, der dabei stand gegen ihm über, und die bei ihm waren, und bewahrten Jesum, da sie sahen, daß er mit solchem Geschrei verschied, und sahen das Erdbeben, und was da geschah, erschracken sie sehr, und preiseren Gott, und sprachen: Warlich, dieser ist ein frommer Mensch gewesen, und Gottes Sohn. Und alles Volk, das dabei war, und zusah, da sie sahen, was geschah, schlugen sie an ihre Brust, und wandten wieder um. Es standen aber alle seine Verwandten von ferne, und viel Weiber, die ihm aus Galilda waren nachgefolget, und sahen das alles, unter welchen Maria Magdalena, und Maria, Jakobs des Jüngern und Moses Mutter, und Salome, die Mutter der Kinder Zebedäi, welche ihm nachgefolget waren, da er in Galiláa war, und gedienet hatten, und viele andere, die mit ihm hinauf gen Jerufalem gegangen waren. 35. Die Juden aber, dieweil es der Rüsttag war, daß nicht die Leichname am Kreuze blieben am Sabbath,( denn des selben Sabbathstag war groß) baten sie Pilatum, daß ihre Beine gebrochen, und abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte, und brachen dem ersten die Beine, und dem andern, der mit ihm gekreuziget war; als sie aber zu Jesu kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern der Kriegsfnechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Und der das gesehen hat, der hat es bezeuget, und sein Zeugniß ist wahr, und derselbige weiß, daß er die Wahrheit faget, auf daß auch ihr glaubet. Denn solches ist geschehen, daß die Schrift erfüllet würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen. Und abermal spricht eine andere Schrift: Sie werden sehen, in welchen sie gestochen haben. Darnach am Abend, dieweil es der Rüsttag war, wel ches ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathia, der Stadt der Juden, ein- reicher Mann, ein Rathsherr, ein guter, frommer Mann, der hatte nicht gewilliget in ihren Rath und Handel, welcher auf das Reich Gottes wartete, denn er war ein Jünger Jesu doch heimlich, 40 Historie vom Leiden Christi. lich, aus Furcht vor den Juden; der wagts und ging hinein zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Zesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundiget von dem Hauptmann, gab er Joseph den Leichnam Jesu, und befahl, man sollte ihn ihm geben. Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu kommen war, und brachte Myrrhen und Aloen unter einander, bei hundert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, der abgenommen war, und wickelten ihn in reine Leinwand und banden ihn in leinene Tücher, mit Spezereien, wie die Juden pflegten zu begraben. Es war aber an der Ståtte, da er gekreuziget war, cin Garten, und im Garten ein neues Grab, das war Jos sephs, welches er hatte lassen hauen in einen Felsen, in welches niemand je geleget war; daselbst hin legten sie Jesum, um des Rüsttags willen der Juden, weil der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war; und wälze ten einen Stein vor die Thür des Grabes, und gingen davon. Es war aber allda Maria Magdalena, und Maria Joses, die setzten sich gegen das Grab, auch andere Weiber, die da Jesu auch waren nachgefolget, nach Galiláa und beschaueten, wohin, und wie sein Leib geleget war. Sie fehrten aber um, und bereiteten die Spezereien und Salben; und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesetze. Des andern Tages, der da felget nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer sämmtlich zu Pilato, und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Vers führer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen wieder auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zum Volke: Er ist auferstanden von den Zodten, und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter, gehet bin, und verwahrets, wie ihr wiffet. Sie gingen hin, und verwahrten das Grab mit Hütern, und versiegelten den Stein. Geschichte 41 von der Zerstörung der Stadt Jerusalem. Jerusalem war die Hauptstadt des jüdiſchen Reichs, und eine der größten und schönsten Städte im Morgenlande. Hier war der prachtige Tempel, den der König Salomo zur Verehrung des wahren Gottes hatte erbauen lassen, und der nach seiner ersten Zerstörung durchaus wieder her. gestellt worden war. Dieses Tempelgebäude war an Schönheit, Majestät und Größe eins der herrlichsten und bewundertsten Denkmäler der Welt. In der großen Stadt wohnten die angesehensten von der jüdischen Nation; das her waren auch sehr viele prächtige Paläste und Meisters stücke der Baukunst in derselben. Reichthum und Uebers fluß strömten aus allen Gegenden an diesem Ort zusammen. Die Einwohner Jerusalems, deren Anzahl sich über mehr als hunderttausend belief, hatten auch meistens mehr Bildung, als die übrigen Bewohner des jüdischen Landes und wegen der Nähe des großen Tempels, desto mehr Auf forderung zur wahren Verehrung Gottes, und zu einem Gott gefälligen Wandel. Allein, alle diese göttlichen Wohlthaten, alle diese Aufs munterungen zum Danke und Gehorsam gegen Gott, wur den von den Einwohnern nicht geachtet; vielmehr waren. sie von der wahren Religion ihrer frommen Vorfahren abgewichen, und waren so gottlos und lasterhaft gewor den, daß auch ein damals lebender gelehrter Jude, Jofephus, schreibt: Die Juden wären so ruchlos gewor den, daß sie an Lastern die Heiden übertroffen hätten. Alle Ungerechtigkeit nahm überhand. Die Mächtigen un terdrückten die Schwächern; die Niedrigen waren untreat gegen die Großen; Liebe und Eintracht hörten auf; Verfolgung, Haß der Partheien, und Feindseligkeit brachen in Aufruhr und Empórung aus. Nun nahete sich die Zeit, wo das in Erfüllung gehen muß 42 Geschichte der Zerstörung Jerusalems. mußte, was Jesus einst mit Thränen des Mitleids über die Bewohner Jerusalems gesprochen hatte: ,, Es wird die Zeit kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, und wers den dich belagern und an allen Orten ångstigen; und werden dich schleifen, und keinen Stein auf dem andern las sen; daß du die Zeit der angebotenen Gnade nicht erkennen wolltest." Das Unglück über die Juden nahm seinen Anfang im Jahre 66 nach Christi Geburt, da sie an verschiedenen Orten die Waffen wider die Römer ergriffen, um sich von der Oberherrschaft derfelben zu befreien. Hierzu reizte das Volk die Tyrannei und Bedrückung des römis schen Statthalters Gessius Florus, und es fehlte nicht an Verführern des Volks, welche sich zum Theil, wie Jesus vorher gesagt hatte, für den Messias, oder für Propheten ausgaben. Der König Agrippa der jüngere gab sich zwar alle Mühe, das Volk zu besänftigen, und ein Theil desselben wollte auch zur Treue gegen den römischen Kaiser zurückkehren; aber die übrigen wurden noch mehr erbittert, da sich Räuber und Mörder mit ihnen verbanden. Sie griffen die römische Befazung zu Jerusalem an und tödteten sie. Nun breitete sich der Geist des Aufruhrs über das ganze Königreich aus. Man sab nichts als Rauben, Morden und alle Arten von Grausamkeit. Die Juden tödteten die Römer, und die Römer die Juden bei Tausenden. Unterdessen rückte der römische Statthalter in Syrien, Cestius Gallus, mit einem Kriegsbeere in Judåa ein, brannte Städte und Dörfer ab, machte viele Menschen nieder und zog endlich vor Jerusalem. Er bea mächtigte sich wirklich des größten Theils der Stadt; konnte aber die Gegend um den Tempel nicht erobern, sondern muste sich mit großem Verluste zurückziehen. Dieß erhob den Muth der Juden so sehr, daß sie über Galilaa, Jerusalem und Idumda besondere Befehlshaber setzten, um den Krieg gegen die Römer desto nachdrücklicher fortzuseßen. Jeßt sahen die Christen in Jerusalem die Merkmale, die Jesus ihnen gegeben hatte; der Gräuel der Verwüstung nahete in den römischen Kriegsheeren, und sie suchten sich durch Flucht aus Jerusalem und Judáa zu retten. Geschichte der Zerstörung Jerusalems. 43 ten. Die mehrsten begaben sich in das Städtchen Bella, jenseits des Jordans, wo sie vor den Gefahren des Kries ges sicher waren. Im Jahre 67 nach Christi Geburt rückte nun der römische Feldherr Vespasian, auf Befehl des Kaisers Nero, in Galiláa ein und verbrannte Städte und Dörfer, wobei viele tausend Juden erschlagen wurden. Bei der Belagerung der Festung Jotapata wehrten sich die Juden so verzweifelt, daß vierzigrausend dabei umkamen. Vespasian, ließ auf einmal sechstausend junge Männer als Sklaven nach Achaja wegführen, um an der Landenge von Korinth zu graben; dreißigtausend ließ er zu Sklaven verkaufen; fünftausend stürzten sich selbst aus Verzweiflung von hohen Felsen herab. Unter solchen Verwüstungen rückte Vespasian mit seinem Heere der Stadt Jerusalem immer näher. Während dieser Zeit rieben sich die Juden durch Parteisucht und innere Unruhen selbst auf. Es gab falsche Propheten und Zeloten, oder Eiferer, welche vorgaben, daß sie aus Eifer für die Religion stritten und dem Volke einbildeten, Gott werde in der Noth den Messias senden und sie retten. Diese Menschen bekamen großen Anhang, und da sie in Parteien gerheilt waren, richteten sie sich selbst zu Grunde. Sie riefen sogar die Idumåer oder Edomiter zu Hülfe, drangen mit ihnen in die Stadt Jerusalem ein, und mordeten zwei Hohepriester und zwölftausend vornehme Juden mit unmenschlicher Grausamkeit. Im Jahre 69 nach Christi Geburt ward Vespasian zum Kaiser von Rom ausgerufen; und er übergab nungdie Fortsegung des jüdischen Krieges seinem Sohne Titus. Dieser fing die Belagerung Jerusalems an im Jahre 70 nach Christi Geburt, eben um das Osterfest, da eine große Menge Juden aus allen Gegenden, um des Festes wil len, sich in Jerusalem befand, so, daß mehrere hundert Tausende von dem römischen Heere eingeschlossen wurden. Dieß war ein Unglück, denn so viele Menschen brauchten auch viele Lebensmittel, woran es bald zu mangeln anfing. Denn die Aufrührer hatten einander die Vorrathshäuser selbst zerstört und geplündert, und so auch einen großen Theil des Volks seiner Nabrungsmittel bea Geschichte der Zerstörung Jerusalems. beraubt. So ward die schrecklichste Hungersnoth vorbereitet, die nun bald nebst der Best ausbrach. 44 Titus rückte der Stadt immer näher; er eroberte die untere Stadt und ließ einen Theil der Mauer einreißen; schloß die Stadt durch einen hohen Erdwall ein, und ließ gar keine Lebensmittel mehr hinein. Dadurch stieg die Hungersnoth aufs höchste. Obgleich Titus den Einwohnern mehr als einmal Gnade und Friede anbieten ließ, wenn sie sich ergeben wollten; so wies ihr Stolz und ihre Hartnäckigkeit doch jedesmal solche Friedensvorschläge zurück. Der Feldherr Titus ergriff daher noch strengere Maaßregeln. Die Römer fingen die Juden, welche aus der Stadt kamen, um sich Nahrungsmittel zu suchen, auf und freuzigten sie nahe bei der Stadt zum Schrecken der übrigen. In einer Nacht wurden 5000 eingebracht, und der Gekreuzigten waren so viele, daß es zuletzt an Holz zu Kreuzen fehlte. In der Stadt selbst waren die Lebensmittel dergestalt aufgezehrt, daß manche Reiche alle ihre Habseligkeiten für ein Maaß Korn, oder Gerste hingaben. Vor Hunger aßen die, welche noch etwas Getreide erkaufen konnten, die Körner ungemahlen. Die Stärkern, besonders die Rebellen, liefen in den Häusern wüthend umher, und raubten alle Speisen, die sie noch fanden. Da ward kein Alter und keine Jugend verschont. Man nahm Greisen und Kindern das Essen vor dem Munde weg; sogar Frauen riffen ihren Männern, Söhne ihren Aeltern, Mütter ihren Kindern die Speise aus dem Munde. Zuletzt wurde die Noth so groß, daß man vor Hunger lederne Gürtel, Schuhe und das Leder an den Schilden zernagte, altes abgegangenes Heu zur Speise nahm, und eine Hand voll davon mit 16 Groschen bezahlte; ja man suchte sogar seine Nahrung an unflätigen Orten, und verzehrte vor Hunger Kuhmist und dergleichen unreine und ungesunde Dinge, Dadurch entstanden Best und das schrecklichste Elend. Die Dächer lagen voll Frauen und kleiner Kinder, die verhuns gert waren, und die Straßen waren mit erblaßten Greifen angefüllt. Jünglinge und Knaben, wenn sie schon zu schwellen anfingen, schlichen als Schattenbilder umher, und fielen auf öffentlicher Straße todt zur Erde. Die Anzahl derer, die von Pest und Hunger hingerafft wurden, ist Geschichte der Zerstörung Jerusalems. 45 ist unglaublich groß. Nur zu einem Thore wurden in Zeit von 6 Wochen hundert und fünfzehntausend, acht hundert und achtzig Todte hinausgetragen; nicht gerechnet die, Die welche von ihren Verwandten begraben wurden. ganze Zahl der Verstorbenen, welche zu den Thoren hinausgetragen wurden, schätzt man auf Sechsmal Hundert Tausend. Da nun in der Stadt keine Speise und Sicherheit mehr war, so flohen viele daraus in das Lager der Römer. Gab man ihnen hier Speise, fo fielen die Ausgehungerten zu gierig darüber her und starben. Dann aber wur den eine Menge solcher Ueberläufer von den römischen Soldaten lebendig aufgeschnitten. Denn es war unter dies sen bekannt geworden, daß manche Juden Goldstücke verschluckt gehabt, weil sie es sonst nicht aus der Stadt zu bringen sich getrauet hatten. Die römischen Soldaten glaubten nun bei allen Juden Gold zu finden, und schnitten deßhalb in einer Nacht über 2000 solcher Ueberläufer auf. Titus verbot aber, die Uteberläufer aus der Stadt zu tódten; und so wurden sie sehr wohlfeil als Sklaven verkauft. Indessen eroberten die Rómer einen Theil der Stadt nach dem andern. Zitus hatte aber den Befehl gegeben, die Soldaten sollten des Tempels schonen und ihn nicht in Brand stecken. Da aber die römischen Soldaten viele Mühe hatten, diesen höchsten festen Platz zu erobern; so geriethen sie in große Wuth. Sie mordeten alles, was ihnen vorkam, Kinder und Greise, Laien und Priester; alles lag voller Leichname. Der ganze Hügel schwamni vom Blute der Getödteten. Das furchtbarste Jammergeschrei erscholl in dem Tempel. Die Flammen hatten schon viele Theile des Tempels ergriffen; doch suchte Titus das Allerheiligste zu retten; aber es war vergebens. Ein römischer Soldat steckte den innern Theil des Tempels auch in Brand, und das Feuer nahm so schnell überhand, daß es nicht zu löschen war. Unterdessen metzelten die römischen Kriegsleute ohne Barmherzigkeit bis in die Nacht darnieder, was ihnen vor die Hände kam, so, daß das Feuer an manchen Orten durch das daher strömende Blut gelöscht ward. So ward der prächtige Tempel völlig vers brannt und zerstört, der seit der Rückkehr der Juden aus der 46 Geschichte der Zerstörung Jerusalems. der Babylonischen Gefangenschaft, vor 600 Jahren, wieder hergestellt worden war. Titus hätte gern der Stadt und des Tempels gefchont und suchte die Juden durch gelinde Vorstellungen zu bewegen; aber sie waren verblender und ließen es aufs Neußerste kommen. Er hatte auch, als ein gelinder Herr, befohlen, der Wehrlosen, der Alten und Schwachen zu schonen; aber die Soldaten übertraten seinen Befehl und erwürgten alles, was ihnen vorkam. Die Zahl derer, welche während der Belagerung ums Leben kamen, beläuft fich auf elf mal hundert Tausend, und die ganze Anzahl, die in diesem letzten jüdischen Kries ge ihr Leben verlor, soll sich an anderthalb Millionen belaufen. Die, welche bei der Zerstörung Jerusalems am Leben blieben, wurden zu Gefangenen gemacht. Titus übertrug dem Fronto, seinem Freunde, das Schicksal der Juden zu entscheiden. Dieser ließ alle, als Aufrührer oder Straßenräuber Angeklagte, hinrichten; auserlesene, wohlgestaltete Jünglinge bestimmte er zum Triumphe. Von den übrigen ließ er die, welche über 17 Jahre alt waren, in Fesseln schlagen, und Titus schickte sie nach Aegypten, um daselbst in den Bergwerken zu arbeiten. Die meisten verschenkte der rómische Feldherr in die Provinzen des römischen Reichs, zu Fecht- und Kampfspielen mit wilden Thieren. Die unter 17 Jahr waren, wurden als Sklaven verkauft. Und indem Fronto so ibr Schicksal entschied, verhungerten noch an zwölf Tausend, weil ihnen die Wache aus Haß nicht Speise gab, und viele auch sich weigerten, von Heiden, als Unreinen, sie anzunehmen. Die ganze Anzahl der Gefangenen, während des ganzen Krieges, betrug an 97 Tausend. Die, welche davon übrig blieben, wurden von nun an in alle Gegenden der Erde zerstreuet, und wurden nie wieder ein eignes Volk; sondern sind abhängig und dienstbar. Hier traf das ein, was Moses im 5 Buch im 28. Kapitel sagt: ,, Der Herr wird dich, o Volk, zerstreuen unter alle Völker von einem Ende der Welt bis zum andern. Du wirst unter diesen Völfern fein bleibend Wesen haben. Der Herr wird dir das selbst geben ein bebendes Herz und eine fraftlose Seele." So wandeln denn noch die Nachkommen iener verderbten Vorfahren, zum warnenden Exempel für alle Völker, über Geschichte der Zerstörung Jerusalems. 47 überall auf der Erde umber, wollen noch immer nicht das Licht der Wahrheit achten und durch den Glauben an Jesum Christum den Weg zu ihrem Heil nicht einschlagen, an ihn, der schon einst ihre Vorfabren in Jerusalem vers fammeln wollte, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel. So wie aber jener Ausspruch im Buche Mosis an dent Volke in Erfüllung ging; so auch der Ausspruch Jefu: Matth. 25, 38. Siehe, euer Haus soll euch wüste gelassen werden; und Euf. 19, 24. Deine Feinde werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen. Denn der Feldherr Titus gab den Befehl, Mauern und Gebäude zu schleifen; und es ward alles so dem Erdboden gleich gemacht, daß es in der Folge kaum glaublich war, daß chedem hier eine so große, prachtige und volkreiche Stadt gestanden habe. Und so ist denn auch das Wort Jesu erfüllet worden, das wir Luk. 21, 24. lesen: ,, Sie werden fallen durch des Schwertes Schärfe, und gefangen geführet werden unter alle Völker; und Jerufalem wird jertreten werden von den Heiden, bis daß der Heiden Zeit erfüllet wird." Also fügte es der Heilige und Allweise, daß der jüdi sche Staat fammt Jerusalem zu Grunde gehen mußte; weil die Juden gegen alle Erweisungen der Huld Gottes undankbar waren, die Propheten tödteten und selbst Jefum Christum kreuzigten; damit die Ehre Jesu als Gesandten Gottes des Vaters gerettet, und seine beglückende Religion ausgebreitet werde! So ging das schwere Gericht Gottes über ein Volk, das ganz ausgeartet und lasterhaft geworden war, und sich auch nicht lehren und bessern lassen wollte; sondern alle Belehrung und Vermahnung von sich stieß. O, möchten doch dieß alle christlichen Völker zu Herzen nehmen! Möchten sie die Gnade Gottes in Christo Jesu dankbar erkennen, im Glauben an ihn sich vom Irrthum zur Wahrheit, vom Laster zur Tugend, vom Wege des Verderbens auf den Weg des Lebens leiten lassen! Mochten sie ihre Tempel und das Wort Gottes immer heilig halten; und nicht durch Verachtung des Evangelii, nicht durch Ueppigkeit und Sicherheit und Zwietracht, Gottes, 48 Geschichte der Zerstörung Jerusalems. tes, des Allmachtigen Mißfallen und Strafen sich zue ziehen! Die Zerstörung Jerusalems und der Untergang des jüdischen Staats, bestätiget auch die Wahrhaftigkeit der Aussprüche Jesu; denn er hat diese schrecklichen Schickfale 38 Jahre vorher verkündiget, und zwar mit einer Bestimmtheit, ganz wie es ergangen ist. Dieß bestärke unsern Glauben an ihn, an seine Lehren, Verheißungen und Drohungen, und mache unsere Herzen geneigt, ihm in allem zu folgen! Dann werden wir, unter dem Schuße Gottes, des allmächtigen Vaters, unter der Leitung Jesu Christi, unfers Herrn, geheiliget durch den Geist der Wahrheit und der Liebe, ein Goft gefälliges und friedenvolles Leben führen, in Nöthen und Gefahren Trost und Rettung finden, und endlich durch den Tod in das bes sere Vaterland hinüber gehen, wo wir die Seligkeit genießen sollen, die uns der himmlische Vater durch Christum verheißen und bereitet hat. Das helfe uns Gott, durch Christum unsern Heiland! Amen. ng 5 Inches 5 Centimetres Blue 2 to 4 Cyan 2 5 +++ 6 Farbkarte# 13 3 Green 8 Yellow 9 4 10 Red 11 12 5 13 Magenta 14 6 15 White 16 17 3/ Color 18 19 B.I.G. Black 8